Hr/4 Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 17.Zanuar 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte (Biegener Familienblaiter Heimat >m Bild Die Scholle Monals-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt >ernsvrechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Kronlkurt am Main 11686 Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruL und Verlag: vrühl'sche Univerfilätsvuch- und Steindruckerei ».Lange in Giehen. 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Man erwartet eine Antwort bis Donnerstagmittag. Die Sitzung des Völkerbundsrates ist auf Donnerstag. 16 Uhr, angefeht worden. Auhenminifter Laval äuherte französischen Journalisten gegenüber, er hoffe, dah es bis Donnerstag zu einer Einigung mit Deutschland.kommen werde. In diesem Falle könne man die Saarfrage noch nachträglich a u f die Tagesordnung des Vülker- bundsrates fetzen. Auf jeden Fall hoffe er, dah bis Ende dieser Woche die ganze Saarfrage vor dem Rai erledigt werden könne, havas meldet, der Völkerbundsrat werde die Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland aussprechen und gleichzeitig den Zeitpunkt für die Ueberführung des Saarge- biets in den deutschen Hoheitsbereich festsehen. Als solche kämen die er st en Februartage in Betracht, vorausgesetzt, dah Deutschland damit einverstanden fei, bis dahin die noch schwebenden Fragen zu regeln. Perlinax glaubt zu wissen, dah der Bericht des Völkerbundes über die Rückgliederung der Saar an Deutschland, die zwischen dem 15. Februar und dem 1. März erfolgen werde, sich nicht mit der Frage der Lnlmili- Paris, 17. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Erklärungen, die der Führer am Dienstagmorgen im Anschluß an die Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses im Saargebiet abgegeben hatte, haben vor allem in französischen Frontkämpferkreisen einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Eine der führenden Persönlichkeiten des rechtsstehenden Nationalverbandes ehemaliger Frontkämpfer, Jean G o y , bezeichnete die Erklärungen als „einen neuen Beweis für die Aufrichtigkeit Hitlers". Ein Vertreter der ehemaligen Frontkämpfer beim Völkerbund, C a s s i n , begrüßte ebenfalls diese „Worte des Friedens", die der Führer an Frankreich gerichtet habe Der Vorsitzende des Verbandes der kriegsblinden Kriegsteilnehmer, Abg. S c a p i n i, wies auf die Bedeutung der wirtschaftlichen Seite einer deutsch-französischen Verständigung hin. Der Vorsitzende der linksgerichteten ehemaligen Frontkämpfervereinigung, Henry P i ch o t, erklärte, daß die Ausführungen des Führers nach der Abstimmung im Saargebiet für ihn nicht überraschend gekommen seien. Der Führer habe fein Wort Denn die Well dies anerkennt, bedarf es keiner gtohen Pläne, um den Frieden Europas zu stabilisieren. Frage: Haben Sie, Herr Reichskanzler, nach Ihrem großen Erfolg in der Saarabstimmung etwas zu sagen, was von besonderem Interesse gerade für das amerikanische Volk sein könnte? Der Führer antwortete: Ich hätte an das amerikanische Volk nur eine einzige Bitte zu richten. Millionen amerikanischer Bürger werden seit Jahren und in den letzten Monaten über die Saar das Gegenteil von dem gehört und gelesen haben, was jetzt durch diese freie, offene Wahl bekundet ist. Ich würde glücklich fein, wenn man dies erkennen wollte, um auch in Zukunft den beruflich internationalen Brunnenvergiftern und Hetzern unserer Emigranten kein Wort mehr zu glauben. So wie sie über die Saar gelogen haben, lügen sie über Deutschland und belügen damit praktisch die ganze Welt. Das amerikanische Volk sollte nur Augenzeugen über Deutschland hören und wenn möglich selbst nach Deutschland kommen, um sich das Bild von einem Staat zu machen, für dessen Regime heute die überwältigende Mehrheit einer Ration eintritt. Washington begrüßt die Erklärungen des Führers. Washington, 17.Ian. (DRV. Funkspruch.) Das Interview, das der Führer und Reichskanzler dem Korrespondenten der Hearst-Presse, Pierre Huß, über das politische Ergebnis der Saarabftim- mung gewährt hat und das von den hearstblätlern auf der ersten Seite ihrer Ausgaben veröffentlicht worden ist, Hal in amerikanischen Regierungskrisen großes Interesse gesunden. Man begrüßt die Erklärungen Adolf Hillers wärmstens, da sie zu einer optimistischen Betrachtung der künftigen europäischen Entwicklung berechtigen. Der Führer vor dem Mikrophon im Postamt zu Berchtesgaden, von wo aus er seine Ansprache nach der Verkündung des Saarsieges hielt. zu gezwungen hat? Nehmen wir also Renans Wort von der bewußten Kundgebung des Willens zur Nation getrost als doppelte Bestätigung unseres eigenen Wissens um die „innere Zugehörig-- keitzum angestammten Volkstu m", von der Reichskommissar Bürckel kurz vor der Abstimmung noch einmal gesprochen hatte. Deutschland ist ewig, und es bleibt ewig neu im Treubekenntnis seiner Söhne. Dafür war uns der 13. Januar 1935 ein herrlicher Beweis, und wir wollen für die schweren Prüfungen auf den deutschen Charakter des nun bald der Geschichte angehörcnden „Saargebietes" von 1919 dankbar sein, wie der gläubige Christ Gott dankt für das Leid und dis läuternde Kraft zu seiner Ueberwindung. Denn darüber besteht kein Zweifel: eine gefährliche Versuchung ist jetzt, wo die Rückkehr dieses westdeutschen Grenzlandes zum Reich Gewißheit wurde, an Europa vorübergegangen. Versuchung für schwache und mißleitete Volksgenossen an der Saar, das Vaterland um der Partei und des Klassenhasses willen zu verraten, Versuchung für den Völkerbund, gegen das nationalsozialistische Deutschland offen oder versteckt Partei zu ergreifen, Versuchung endlich für Frankreich, die deutsch-französische „Erbfeindschaft" der Vergangenheit noch einmal gegen den europäischen Frieden ins Feld zu führen Das eindeutige Ergebnis des 13. Januar hat alle diese Versuchungen zunichte gemacht. Die Hetzer gegen das Volk sind auf Nimmerwiedersehen über die Grenze verschwunden, der Völkerbund tut ohne Aufschub seins Pflicht, und die beiden großen Nationen Deutschland und Frankreich haben den Weg frei zur friedlichen Begegnung. Sind die Staatsmänner hüben und drüben zu dieser Begegnung, die eine Umkehr von kaum abzusehender Tragweite bedeuten würde, auch wirklich bereit? Das ist die Schicksalsfrage in der heutigen historischen Stunde, und Deutschlands Führer hat sie, was uns angeht, feierlich und rückhaltslos bejaht. Nach dem Weggang aus Genf am 14. Oktober 1933 durch die Koblenzer Saar-Rede vom 26. August 1934 bis in die letzten Wochen hinein in aufsehenerregenden Gesprächen mit französischen Frontkämpfern und am Dienstag in seiner Dankkundgebung an die Saar hat Adolf Hitler seiner Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß dis deutsch-französische Verständigung das Kernproblem des Friedens und eben deshalb eine Notwendigkeit auch für den Erfolg der nationalsozialistischen Revolution bedeutet. Rudolf Heß, um sein Zeugnis aus vielen herauszugreifen, hat kurz vor Weih- Eine Unterredung mit dem Führer. Wird die Welt nun ihrerseits die Folgerungen ziehen? Berlin, 16. Jan. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler gewährte dem Korrespondenten Ler Hearst-Presse, Pierre Huß, folgendes Jn- Rerview: Frage: Was halten Sie, Herr Reichskanzler, von dem E r g e b n i s der S a a r a b st i m m u n g? Der Führer antwortete: Das Abstimmungsergebnis erfüllt mich, wie jeden einzelnen meiner Mitarbeiter, mit unendlichem Stolz auf das deutsche Volk. Ls ist zugleich eine nachträgliche Verurteilung des F r i e d e n s v e r t r a g e s von Versailles von wahrhaft geschichtlichem Ausmaß. Denn in diesem Vertrag wurde dieses Gebiet von Deutschland gerissen mit der Behauptung, e5 lebten in ihm 1 50 000 Franzosen. Rach fünfzehnjähriger Herrschaft des Völkerbundes und damit letzten Endes doch Frankreichs wurde nunmehr feffge- stelll, daß nicht 150 000. sondern knapp 2 0 0 0 Franzosen in diesem Gebiet ansässig sind, d. h. auf 1000 Saareinwohner kommen noch nicht einmal vier Franzosen, kann man sich da wundern, dah ein Vertrag, der auf fo unwahren Argumenten auf- gebaut i st, der Menschheit kein Glück und keinen Segen zu bringen vermag? Frage: Werden die Sozialdemokraten ober auch Kommunisten des Saargebiets und andere nichtnationalsozialistische Saarbewohner, die für Deutschland gestimmt haben, künftig wegen ihrer früheren politischen Haltung irgendwelche Schwierigkeiten zu befürchten haben? Der Führer antwortete: Ich habe vor 16 Jahren mit sechs Mann meinen Kampf um Deutschland begonnen, d. h. also meinen Kampf um das deutsche Volk. Die Zahl meiner Anhänger und damit der Anhänger der nationalsozialistischen Bewegung des neuen Staates ist seitdem auf nahezu 39 Millionen gestiegen. Glauben Sie, daß alle diese Menschen früher etwa keine Parteizugehörigkeit gehabt hatten? Rein, sie alle rechneten sich einst zu irgendeiner Bewegung. Sie sind mühevoll und langsam der nationalsozialistischen Idee erobert worden. Und diesen Kampf um die Seele unseres Volkes geben wir auch heute nicht auf. Wir fragen daher nie,was der einzelne früher war, sondern nur um das, was er heute fein will. So ist es uns gelungen, die sich befehdenden deutschen Parteien auszulösen und gehalten und die ftanzösische Oefsentlichkett müsse seine Erklärungen mit Genugtuung aufnehmen. Nach der endgültigen Regelung der Saarfrage und nach der Feststellung des Reichskanzlers, daß zwischen Deutschland und Frankreich keine werteren territorialen Fragen mehr zu bereinigen seien, se,i eines der brennend st en Probleme aus der Geschichte Frankreichs ausgemerzt. Von jetzt ab können Frankreich und Deutschland sich bei allen zwischenstaatlichen Verhandlungen treffen, ohne daß territoriale Spannungen auf ihren gegenseitigen Beziehungen lasteten. Es scheine, als ob der Führer Frankreich gegenüber eine Freundlichkeitsgeste habe machen wollen, als er darauf anspielte, daß die Genfer Beschlüsse vor der Volksabstimmung im Einvernehmen zwischen Frankreich und Deutschland gefaßt worden seien. Er, Pichot, wage zu hoffen, daß die Neuorientierung der französisch-deutschen Beziehungen nicht zuletzt auf die verschiedenen Aussprachen zwischen französischen und deutschen ehemaligen Frontkämpfern zurückzuführen sei. Aach der Saare» scheiduag. Frankreich und wir. TZvn Or. Max Clauh. Deutsch ist die Saar! — im Jubel der Glocken, im freudig bewegten Pulsschlag der Herzen tut sich unser berechtigter Stolz kund über die glücklich und siegreich durchgeführte Volksabstimmung des 13. Januar. Angesichts dieser in Westeuropa einzig dastehenden nationalen Bekenntniswahl erinnern wir uns eines berühmten Wortes von Renan, dem französischen Philosophen: „Die Nation ist ein alle Tage neu bestätigtes Plebiszit." Das galt damals, nach dem Krieg von 1870/71 Frankreichs „verlorenen Provinzen". Doch wirkt es nicht heute wie eine merkwürdige Lehre der Vorsehung, daß Frankreich 1918/19 keine Volkabstimmung in Elsaß und Lothringen veranstaltet, wohl aber fünfzehn Jahre später die Deutschen an der Saar ba- eine wahrhafte Volksgemeinschaft herzustellen. 3n ihr leben ehemalige Kommunisten und Zentrumsanhänger heute in ae- meinfamem Kampf für den nafionalsozialilli- ftften Staat, das neue Reich. Ein Teil dieses Reiches aber ist das Gebiet an der Saar und ein Teil unseres Volkes find dessen Bewohner. Frage: Sie haben, Herr Reichskanzler, oft erklärt, daß nach der Beilegung der Saarfrage das letzte Hindernis für freundschaftliche Beziehungen mit Frankreich beseitigt sein würde. Haben Sie angesichts Ihrer unermüdlichen weiteren Verfolgung dieses Zieles im Interesse des Weltfriedens einen konkreten Plan im 211X06 Der Führer antwortet: Ich habe oft erklärt, daß nach der Rückkehr des Saargebiets Deutschland keine territorialen Forderungen mehr an Frankreich slel- I e n wird. Ich habe diele Erklärung heute vor aller Welt verbindlich wiederholt. Es ist dies ein geschichtlich schwerer Verzicht, den ich damit im Ramen des deutschen Volkes ausspreche. Ich tue es, um durch dieses schwerste Ouser beizutragen zur Befried u n g Europas. Wehr kann man von Deutschland nicht verlangen. Es liegt nun an der übrigen Welt, oi e Konfeguenzen aus einem solchen Ent- schluß zu ziehen. Ri em als werde ich oder wird das neue Deutsche Reich aber einmaligen in eine Schmälerung der Rechte unseres Volkes. Wir wollen friedlich fein, aber unter gar keinen Umständen e b r - los. Wir find bereif zu einem sehr aroßen Opfer, aber niemalsiumverzichtauf untere Freiheit. Wir lehnen jeden Unterschied zwischen moralischer und fachlicher Gleichberechtigung ab, es gibt nur eine Gleichberechtigung, und diese ist das Recht eines souveränen Staates und einer souveränen Ration. Erst heute nachmittag die Sitzung des Lölkerbnndsrats. Ein neuer Bericht des DreierauSschuffes zur Prüfung nach Serbin. Deutschlands Beitrag zur Befriedung Europas. Zu großen Opfern bereit, aber niemals zum Verzicht auf unsere Gleichberechtigung als souveräne Ration. der französische Außenminister werde in feiner Rede kurz darauf eingehen. Die Absicht, in längeren Ausführungen die deutsch-französischen Beziehungen zu behandeln und gewissermaßen auf die Erklärungen des Führer zu antworten, foll Laval wieder fallen gelassen haben. Der französische Außenminister, fo behauptet Perlinax, fei über die Erklärungen Flandins verärgert gewesen, weit er sie als eine unangebrachte Einmischung in sein Reff ort betrachtet habe. Inzwischen habe er sich überzeugen lassen, daß feine Befürchtungen nicht stichhaltig gewesen seien. „Oeuvre" bestätigt im wesentlichen diese Mitteilungen des „Echo de Paris". Das Blatt vermutet, dah die Rückgliederung des Saargebietes und die Zurückziehung der internationalen Truppen wahrscheinlich am 15. Februar stattfinden werden. Der Genfer Autzenpolitiker des „Petit Parifien" glaubt, dah in der Frage der Entmilitarisierung des Saargebietes keine Schwierigkeiten zwischen dem Völkerbund und der Reichsregierung bestehen. Das gleiche gelte aber nicht für die französische Forderung, gewisse angeblich strategische Eisenbahnlinien und Anlagen zu zerstören. Deutscherseits weise man daraus hin, dah diese Eisenbahnlinien ebenso gut industriellen Zwecken dienten. Dieser Einwand sei absolut stichhaltig. Immerhin rechnet der „Petit parifien“ ebenso wie alle anderen Blätter damit, dah diefe Frage bis spätestens Donnerstagmittag geregelt ist, so dah der Völkerbund im Laufe des Rachmitlags die endgültige Rückgliederung der Saar an Deutschland ausfprechen kann. W PS ML i * R/ ■ Berlins Feier des Gaarsieges tattfinden können, zur Verfügung Der Jubel im Saarlands freier Hin- und Rückfahrt Bonn, die als vielen Jahren Jugendherberge gestellt. beschloß, 100 in den Kin- Heimen einschließlich zur Verfügung." Die Universität Universität schon seit Saarbrücken, 16. Ian. (DRV.) Daß die Vertreter bes Status quo endlich einzusehen beginnen, daß ihr Lügengebäude vollständig zusammengekracht ist, geht auch aus der Tatsache hervor, daß die Hauptdrahtzieher jetzt nichts Eiligeres zu tun wissen, als sich Pässe zur Reise nach Frankreich zu besorgen. Bekanntlich hat die französische Regierung seit dem 13. Januar ein besonderes Visum für den Grenz übertritt auch aus dem Saargebiet eingeführt So konnte man am Mittwoch mährend des g tOe» kleis O i von keinen ! lenkt murbi Vorgänger . begabten S ■ stark genug । anders zu I Oagow ge • nach seinen ■ kern, die i i iie beiden < । Ine hießen ' Handwerks । politifäen 2 n politisch koi ü in der dipl zzeit im Au ! kleinen Pos i und glänzen I von 40 Iah 8 deutschen B o galt, den Di rzu konseroie ö europäischen o arbeit der Wow l)ätte in Wer unb bei Wd) forgfäit Wachen Polin! Mn, denn dor Mber Mankrie ft# «er $ brei i'Uen Är äs ’S» hü,"* i 3U oh, IM I TUr bio'^ & BÄ & llvor späteren ( nnen. 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Bereitwillig wurde ihm seinerzeit von seiner vorgesetzten Behörde ein längerer Urlaub erteilt, als er den Wunsch äußerte, sich mit dem Flugwesen vertraut machen zu dürfen, um seine so gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse dann in den Dienst der Reichspost stellen zu können. Ihm schwebte damals die Einrichtung von Flugstrecken in den deutschen Kolonien vor, weil es hier nu schnellen postalischen Beförderungsmitteln mangelte. "Zwischen damals und heute liegt eine verhältnismäßig kurze Zeitspanne, die aber ausreichte, aus dem Flugzeug eine Verkehrseinrichtung zu machen, auf die niemand mehr verzichten will. Rund um den Erdball ziehen sich zahllose Flualinien, alle V^kehrsnetze sind miteinander verbunden und zumeist auch auf die internationalen Verkehrsbedürsnisse abgestimmt. Was für die Personenbeförderung gilt, trifft auch für die Beförderung der Brief- und Paketpost zu. Schon während des Krieges wurde das Flugzeug benutzt, um besonders wichtige Schriftstücke im Dienste der Heeresleitung aus dem Hauptquartier nach Berlin oder an bestimmte Frontabschnitte zu bringen. Rach dem Kriege erfolgte ein langsamer Aufbau auch der Flugpost. Mit den klapprigen Flugzeugen, die uns geblieben waren, wurden doch rund 10 OOO Kilogramm Post im Jahre lin C a m b o n gegenüber noch Ende Juli seinen zuversichtlichen Glauben an Englands Neutralität ausgedrückt habe. Der Beweis sticht nicht, denn die Sprache der Diplomatie, die Jagow beherrschte, spricht oft Ueberzeugungen aus, um Irrtümer und Zweifel zu erzeugen. Psychologisch aber ist es wahrscheinlich, daß Jagow an das einzige politische Ziel, das er sich in seiner Laufbahn gesteckt hatte, zäh glauben wollte, auch als es schon entrückt war. Wenn man heute, nach erst zwanzig Jahren, die freilich den Inhalt eines Jahrhunderts haben, an Gestalt und Wirken Jagows zurückdenkt, so wirkt es im jungen Deutschland fast so, wie wenn man von einer sagenhaften Vorzeit spricht. Die Anklageschrift hebt hervor, daß Sinowjew und seine Freunde versucht haben, das bürgerliche Regime wiederherzustellen und gewaltsam das nale, Kamenew war seinerzeit Botschafter in Rom und stellvertretender Vorsitzender des Volkskommis- saren-Rates der Sowjetunion. von unwahren Gerüchten sei die Ermordung Kirows vorbereitet und dann im Dezember von Nikolajew ausgeführt worden. „Wir find", erklärte der Angeklagte, „schuldig, die Massen gegen die Sowjetregierung und Stalin aufgehetzt zu haben und müssen unsere Verantwortung hierfür tragen." 1919 befördert, damals zumeist jedoch zwischen der Nationalversammlung in Weimar und den Reichsbehörden in Berlin. Heute ist das Postflugzeug auf allen deutschen Flugplätzen zu einer alltäglichen oder richtiger gesagt nächtlichen Erscheinung geworden. Auch in diesem Punkte hat sich die Post den Bedürfnissen der Wirtschaft und des Publikums angepaßt. Sie nutzt die Nachtstunden aus, um die spät eingelieferte Post innerhalb von wenigen Stunden dem Bestimmungsort per Flugzeug zuzuführen, so daß sie fast überall schon auf dem ersten Bestellgang ausgetragen werden kann. Wie die Reichsbahn, wie der 'Personenflug, so besitzt auch der Postflug seinen eigenen Flugplan. Zum Dienst am Kunden rechnet die Post die besondere Pflege des Nachbringedienstes, der für den Briefverkehr mit Nordamerika sehr wertvoll ist. Briefe, die lange nach der Abfahrt der Dampfer aufgeliefert werden, kommen noch rechtzeitig nach Cherbourg, um hier an Bord gebracht werden zu können. Wichtig ist auch der Postverkehr zwischen den größten deutschen Amerikadampfern und dem amerikanischen wie europäischen Festland. Ist schon durch das Nachbringen viel Zeit gewonnen worden, so entsteht ein neuer Gewinn durch das Aufsteigen eines Flugzeuges von Deck aus viele hundert Kilometer vor der Küste. Auch der Post- verkehr auf der Südstrecke nach Brasilien über die Westfalen hinweg darf nicht vergessen werden, der teils durch das Flugzeug, teils durch den Zeppelin oonftatten geht. Durfte Willy Lenk den gigantischen Auf- und Ausbau des deutschen Luft- postvprkehrs nicht erleben, so ist eg doch sein (Seift, der unser Luftpostwesen erfüllt und es zu stets neuen Anstrengungen ermuntert. Regierung und der R e g i e r u n g s v i o cr keine Mehrheit besitzen, ist bemerkenswert, daß die halbamtliche „Gazeta Polska" eine volle Seite einem „moralischen Porträt" Korf an tys widmet, in Verbindung damit, daß der schlesische Sejm die Freigabe des Abgeordneten K o r f a n t y zu g e r i ch t l i ch e r A b u r t e i - lung abgelehnt habe. In diesem Portrat wird' Korfanty u. a. politische Käuflichkeit Verletzung der Gesetze und staatsfeindliche Tätigkeit vorgeworfen. lediglich zu dem „Abrüstungsschwindel" zurückführen. „Echo de Paris" will wissen, daß Laval sich mit dem Gedanken trage, Deutschland und Polen als Ehrenmitglieder (Membres honoraires) am Ostpakt zu beteiligen. Sie würden in diesem Falle nur Pflichten und Rechte übernehmen, die über diejenigen des Kellogg- pattes nicht hinausgingen, während die anderen Unterzeichner die gesamten B e i = standsverpflichtungen übernehmen. Auf die deutschen Einwände habe man sehr eingehend geantwortet. Besonders der Hinweis der Reichsregierung, daß eine Beteiligung am Ostpakt schon deshalb unmöglich sei, weil in der Rüstungs- frage keine Gleichberechtigung bestehe, soll die Aufmerksamkeit der französischen Regierung erweckt haben. In der neuen französischen Note habe Frankreich durchblicken lassen, daß dieser Unterschied einige Abänderungen ersah - r e n könnte, wenn Deutschland sich entschlösse, dem Pakt beizutreten. schiedenen Angeklagten versucht, neue Sympathien in der Arbeiterschaft zu werben. Außerdem habe sie versucht, eine straffe illegale Organisation aufzubauen, um dadurch den Stoß gegen die Partei und Regierung auszuführen. Die Anklageschrift betont u a daß Sinowjew, Kamenew und Genossen m i t aller Schär fe bestraft werden müßten. Dienststrafordnung für den Freiwilligen Arbeitsdienst Berlin, 16.Jan. (DNB.) Der Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst, Konstantin H i e r l, hat für die Dienststrafordnung für die Angehörigen des Freiwilligen Arbeitsdienstes folgende Einführung erlassen: Die Führer des Arbeitsdienstes sind berufen, dis Ehre, Manneszucht und Kameradschaft in unserer Gemeinschaft zu hüten. Die Verleihung der Dienststrafgewalt gibt ihnen ein gewichtiges Mittel, sich in der Erfüllung ihrer Aufgaben durchzusetzen, legt aber zugleich eine große Verantwortung auf ihre Schultern. Bewußte Auflehnung gegen die sittlichen Grundsätze unserer Gemeinschaft muß zum Schutze der Gemeinschaft hart und schonungslos unterdrückt werden. Die Anwendung der Strafe als Erziehungsmittel bei Feh- lern und Schwächen muß maßvoll und verständnisvoll erfolgen. Belehrung, lieber» wachung und vor allem das eigene Vorbild sind die in der Regel ausreichenden und wirksamsten Erziehungsmittel. Nicht Zwang und Furcht vor Strafe, sondern Ehrgefühl, Pflichtgefühl und kameradschaftlicher Ge- meinschaftsgeist sollen den inneren Zusam- menhalt im Arbeitsdienst sichern. Die Verordnung bestimmt, daß der Dienststrafordnung alle Angehörigen des Arbeitsdienstes wäh- rend der Dauer ihrer Dienstverpflichtung unterworfen sind. Strafbar sind alle Handlunaen und Unterlassungen, die die Ehre der Gemeinschaft und das öffentliche Ansehen des Arbeitsdienstes ver- letzen oder gefährden oder gegen Zucht und Ordnung im Arbeitsdienst verstoßen. Die Dienststrafen werden eingeteilt in kleine Dienststrafen und förmliche Dienststrafen; Zurechtweisungen, Ermahnungen oder Rügen sind keine Dienststrafen. Zuständig für die Verhängung der Dienstsirafe ist der unmittel- bare Dienstvorgesetzte des Täters. Die Art des Strafvollzugs regelt sich nach der Strafvollzugs- ordnung. Gegen jede Dienftstrafe steht dem Verurteilten der Beschwerdegang nach Maßgabe der Beschwerdeordnung offen. Die Partei im Dienste der Erzeugungsschlacht. Berlin, 17.Jan. (DNB.) Die Reichspropa- gandaleitung ordnet an: Die Erzeugungsschlacht d e r deutschen Landwirtschaft ist eine echt nationalsozialistische Zwangsmaßnahme zur grundsätzlichen Lösung der wirtschaftlichen Fragen, vor denen sich unser Volk befindet. Ihre siegreiche Beendigung bedeutet die Sicherung der Ernährungsgrundlage sowie eines wesentlich vergrößerten Teiles unserer Rohstoffver- s o r g u n g. Das ganze Volk in allen seinen Ständen muß zum Träger dieses Kampfes werden. Neben Bauern und Landwirten muß d i e ft ä dtische Bevölkerung zum inneren Verständnis der Bedeutung der Erzeugungsschlacht erzogen werden. Deshalb wird hiermit angeordnet, daß bis auf weiteres jeder Partei redner in allen Par- teiversammlungen auf die grundlegende BedeutungderErzeugungsschlachtfur die Sicherung unserer Zukunft hinzuweisen hat. Auch alle anderen Mittel zur Aufklärung sind in diese Aufgabe im gleichen Sinne durch die Gaupropagandaleitungen der Partei in Fühlung mit den zuständigen Stellen des Reichsnährstandes ein- mletzen Die sachlich landwirtschaftliche Aufklärung der Bauern und Landwirte im Rahmen der Erzeugungs- Die Saarabftimmung in prozentzahien. Berlin, 16. Jan. (DNB.) Unter Zugrundelegung des amtlichen Ergebnisses der Saarabstimmung ergeben sich für die unteren Verwaltungsbezirke (Kreise) folgende Prozentzahlen, gemessen an der jeweiligen Gesamtzahl der abgegebenen gültigen Stimmen: Saarbrücken-Land: Deutschland 90,37 o.H., Frankreich 0,49 v. H., Status quo 9,14 v. H. Saarbrücken-Stadt: Deutschland 87,33, Frankreich 0,34, Status quo 12,33 v. H. Ottweiler : Deutschland 91,04, Frankreich 0,15, Status quo 8,81 v. H. Saarlouis: Deutschland 91,19, Frankreich 0,82, Status quo 7,99 v. H. Merzig: Deutschland 94,94, Frankreich 0,27, Status quo 4,79 v. H. St. Wendel: Deutschland 94,69, Frankreich 0,12, Status quo 5,19 v. H. S t. Ingbert: Deutschland 91,41, Frankreich 0,34, Status quo 8,25 v. H. Homburg: Deutschland 92,74, Frankreich 0,14, Status quo 7,12 v. H. Im Gesamtergebnis haben sich für Deutschland 90,76 v. H. für Frankreich 0,40 v. H., für den Status quo 8,84 v. H. der abgegebenen gültigen Stimmen ausgesprochen. Die Eu ig fönten fallen schon lästig Paris, 17. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die Ab- Die Debatte über -en Ostpakt lebt wieder auf. Frankreich antwortet auf das deutsche Memorandum. — Laval wirbt um polen. sicht des Marxistenführers Matz Braun, am kommenden Freitag in Paris zu sprechen, stößt jetzt auch im „Jour" auf heftigen P r o t e ft Unter der Ueberschrift „Etwas mehr Takt, Herr Braun" verwahrt sich das Blatt dagegen, daß Emigranten in Frankreich Politik machen. Da die Kundgebung am Freitag nicht der Saarabftimmung gelte, sondern der „Entwaffnung der faschistischen Organisationen", hält es das Blatt für eine unmittelbare Einmischung Brauns in d i e französische Innenpolitik, wenn er am Freitag das Wort ergreift. Als Gast Frankreichs fei es seine erste Pflicht, s i ch jeder politischen Handlung zu enthalten; andernfalls dürfe er sich nicht wundern, wenn er eines Tages von französischen Gendarmen an die Grenze gebracht werde. Mehrere französische Blätter bringen die ausgefallensten Berichte über Erschießungen im Saargebiet usw., die nur meist von Emigranten, die an der französischen Grenze eingetroffen sind, herrühren. Ein treffendes Beispiel für diese neue Greuelpropaganda bringt das „Journal". Etwa 100 Emigranten hätten sich an der französischen Grenze bei Forbach eingefunden und furchtbare Mordgeschichten erzählt. Die französischen Grenzbehörden haben sich daraufhin sofort mit dem französischen Konsulat in Saarbrücken in Verbindung gesetzt, das diese Nachricht dementierte und feststellen mußte, daß überall völlige Ruhe herrsche. Alle Greuelmärchen werden von Emigranten erzählt, die ohne Papiere sind und deshalb die französischen Grenzbehörden von der Gefahr überzeugen wollen, die sie laufen, wenn man sie nicht über die Grenze läßt. des Verhältnisses zu England. Daß er dabei ängstlich bat, davon nichts laut werden zu lassen, bewies nur, daß er die heimischen politischen Zustände immerhin richtig einschätzte und wußte, daß ihm der Stempel der Englandfreundlichkeit die Arbeit dort nur erschweren konnte. So richtig dies war, aber ein zaghafter Mann, der sich fürchtete, konnte jenes schwere Werk nicht mehr bewältigen. Der Eintritt Englands in den Krieg war für ihn icherlich d i e schwerste Enttäuschung seines Lebens. Daß die deutsche Politik bis zuletzt an diese Möglichkeit nicht glaubte, wird allgemein auf feine Rechnung geschrieben und zum Beweis dafür angeführt, daß er dem französischen Botschafter in Ber- Erinnerungen an 3aaoto. Die Zahl der Männer, die im August 1914 bei Abbruch des Weltkrieges im Mittelpunkt der poli- Uchen und diplomatischen Geschäfte standen, wird irmer kleiner. Nun ist auch der damalige Leiter ds Auswärtigen Amtes, der Staatssekretär Siottlieb vonJagow, gestorben, dem formell > Verantwortung für den geschäftsmäßigen Ablauf di Ereignisse zufällt, die dem Ausbruch der Kata- stLphe oorausgingen und sie in einem komplizierten kniel von Minen und Gegenminen, von Hoffnungen uid Enttäuschungen schließlich unvermeidlich mach- tra. Wir sagen formell, weil die letzten Entscheidun- qn und die erste Verantwortung beim leitenden Gflatsmann, dem Reichskanzler von Beth - nwnn-Hollweg, lagen, bei dem eine dilettan- iitye Vorliebe für die auswärtigen Geschäfte den Mangel an Erfahrung ersetzte. Dennoch hätte em Saatssekretär, der nicht nur wie Jagow der typische Fichdiplomat, sondern auch, wenigstens mit einem Topfen politischen Oeles gejalbt war, die Ereignisse ftirter beeinflussen können, die uns heute wie eine sä cksalhafte Perkettung erscheinen, eben weil sie kitt wurden. Man ist versucht, dabei an Jagows Irrgänger zu denken, den robusten und politisch fciijabten K i d e r l e n--W ä ch t e r, der vielleicht ftuE genug gewesen wäre, das deutsche Schicksal coers zu formen. Jagow gehörte weder nach feiner Laufbahn, noch »i,ch feinen persönlichen Eigenschaften zu den Män- rrn, die wie seine internationalen Gegenspieler, beiden Cambon, Iswolski, Barrere und wie sie eie hießen, die Beherrschung des diplomatischen H ndwerks mit der Kenntnis der wirksamen neuen Die Anklageschrift besagt, daß alle 19 Angeklagten eine geheime Organisation gebildet hätten, die eine heftige sowjetfeindliche Propaganda betrieben habe und an der Ermordung des Sekretärs der Kommunistischen Partei, K i r o w - schuld sei. Die illegale Organisation, die den Mord Kirows in Leningrad ausgeführt habe, habe mit einer politischen Äruppe in Moskau, „M oskauer 3 e n = trum" genannt, in Verbindung gestanden. Diese Gruppe habe versucht, alle sowjetiemdlichen Persönlichkeiten unter der Führung Sinowjews zu vereinigen und sie illegal zu erziehen, um dadurch em Führerkorps für den Kampf gegen die Partei zu schaffen Da diese illegale politische Gruppe die Idee des Terrors verbreitet habe, sei der Leningrader Mord eine Folge ihrer Politik. Der Angeklagte Baschkirow habe ausgesagt, daß der Schuß Nikolajews gegen Kirow eme Folge der politischen Lage gewesen sei, die fid) m öer Leningrader Parteiorganisation entwickelt habe. Sinowjew habe die Verantwortung für den Mord abgelehnt und sogar erklärt, daß er keine Sympathien für den Mörder habe und die Tat verabscheue. Der Angeklagte Kamenew habe zugegeben, daß er bis zum Jahre 1932 der illegalen Gruppe Sinowjew angehörte; seine Beziehungen zu dieser Gruppe habe er wegen seiner persönlichen freund- s<-haftlichen Beziehungen zu Sinowjew nicht ab- bl •’djen können. Jewdokimow erflade dem Gericht, daß er voll und 9 anz sel ne Schul sowie die Schuld der anderen 21ngeflagten er = kenne, seine sowie der Mitangeklagten Tätigkeit sich nicht von derjenigen anderer Kreise unter- cheide di? offen gegen die Sowjetreglerung 'm Ausland aufgetreten seien. Durch das jahrelange Verbreiten p: itifdjen Weltkräfte und mit der zähen Verfolgung p: itisch konstruktiver Ideen verbanden. Er war ir der diplomatischen Epigonenschule der Bülow- zck im Auswärtigen Amt und auf verschiedenen tliünen Posten zu einer verhältnismäßig raschen uö glänzenden Karriere emporgestiegen. Im Alter »r-i 40 Jahren bekleidete er einen der wichtigsten -kitschen Botschafterposten, den in Rom, wo es flc! t, den Dreibund nicht nur zu hüten und formell 311 konservieren, sondern an diesem Drehpunkt der <‘iropäifd)en Politik die schon sichtbare Zersetzungs- oreeit der Entente-Diplomatie abzuwehren. In N,m hätte in den Vorkriegsjahren ein politisch ak- ticer und befähigter Diplomat dem Reiche schon fcrd) sorgfältige Beobachtung der ganzen euro- po schen Politik die wertvollsten Dienste leisten kon- Tci, denn dort war, namentlich während der Zeit ie: Balkankriege, manches zu hören, was Berlin M7 späteren Enttäuschungen hätte bewahren kon- wn. Dafür war der scheue, durch körperliche H^wächlichkeit und Kränklichkeit zu einem aufregenden Verkehr in der Gesellschaft nicht befähigte -kitsche Botschafter wenig geschaffen. Der Pa- lczzo Caffarelli, der auf dem Capitolhugel l)d) über das alte Rom ragende Sitz der Deutschen Dtschaft, dessen bevorzugte Lage einst rote em S mbol der ewigen deutsch-italienischen Freund- fifaft wirkte — er wurde ebenso symbolhaft nach titn Krieger niedergelegt — war in den Jchren, in denen Jagow dort als Botschafter Kai- fei und Reich vertrat, das stille Heim eines Smgge feilen, in das die lauten Geratüche i(,. in einer politischen Gärung und Wandlung Uiindlichen Europas nur leise und gebrochen drin- Warschau, 17. Jan. (DNB.-Funkspruch). Warschau gehen Gerüchte um, daß der schlesische Sejm, der auf Grund der schlesischen Autonomiebestimmungen existiert, a u f g e l ö st werden soll. Nach den vom Senat gestern angenommenen Aen- berungen zum Verfassungsgesetz besteht die Möglichkeit das schlesische Autonomiestatut auch ohne Zustimmung des schlesischen Sejms zu ändern. Gegen diese Bestimmung der neuen Verfassung hat der schlesische Sejm einen feierlichen Protest erhoben, den der Marschall des schlesischen Sejms gestern in Warschau persönlich überreichte. Im Zusammenhang mit diesen Gerüchten über eine Auflösung des schlesischen Sejms, in dem d le g und der Regierungsblock hrheit besitzen, ist bemerkenswert, Berlin, 16. Jan. (DRV.) Der französische Botschafter übergab am Mittwoch im Auswärtigen Amt die französische Stellungnahme zu dem deutschen Memorandum vom 8. Dezember vorigen Jahres, betreffend den sogenannten O st p a k t. * Der immer noch schonungsbedürftige polnische Außenminister Beck empfing in Genf den Besuch Lavals, der dem Minister die Note zur Kenntnis brachte, die die französische Regierung in der Ost- paftfrage an Deutschland gerichtet hat. Die Unterredung hat nach Ansicht der Pariser Blätter noch zu keinem Ergebnis geführt. Beck soll Laval auf das Interesse hingewiesen haben, das man in Warschau dem römischen Abkommen entgegen bringe, dessen Verwirklichung e i n en O st- p ar k überflüssig erscheinen lasse. Die Beteiligung am Ostpakt ohne Deutschland würde Polen zu einer Art Geisel der Sowjets machen. Mit Deutschland aber würde er konnten. Italien war damals noch ein demokratisch-parla- N ntarisch regiertes Land, in dem Presse, Parteien, l h-geizige Abgeordnete, die Freimaurerloge, die , evolutionäre Tradition eines Mazzini und Gari- ic bi nicht vernachlässigt werden durften, wenn man iitnntnis politischer Vorgänge erwerben und Ein- ; auf sie gewinnen wollte. Der märkische Adelige mtt feinem peinlichen Sauberkeitsgefühl war nicht e- Mann dazu, in einen Verkehr mit menschlich i nicht sehr erfreulichen Erscheinungen etwa mit ßn französischen Botschafter Barrere zu wett- «lern der, ein alter Pariser Kommunarde und mit to Mitteln politischer Verschwörung, Intrige und ßiitechunq vertraut, immer bereit, einem anruchi- iem Subjekt die Hand zu drücken, wenn er es für feine Ziele gebrauchen konnte, den Sitz der fran= Üiischen Botschaft in Rom zu einem Zentrum der W die Vernichtung Deutschlands zielenden euro- iciischen Politik zu machen wußte. Der konservative P euße stand innerlich dem Wesen des Landes em, das feine nationale Wiedergeburt zu einem m (entliehen Teile der historischen Erscheinung des ,/.Säuberhauptmanns Garibaldi verdankt^ über )in ein anderer, allerdings liberaler Preuß , Hinrich v. T r e i t s ch k e, eines femer tm und blutvollsten Essays geschrieben bat. Ser Rutsche Botschafter von Jagow wird kaum in die ; 'ir ihn peinliche Lage gekommen sein, emem j Mntastischen Rotbemden persönlich zu begeg , )i bei jedem politischen Auszug als Erinnerung bi revolutionäre Geburt des neuen Italiens m - ?rührt wurden. Die Erinnerung an Dijon, roo ou deutschen Waffen den Alten von Caprera gegen jicy mitten, wäre bei ihm sicher stärker gewesen, a stinkt für die politischen Notwendigkeiten einer modernen Diplomatie Bei allem war Jagow sicherlich Hug genug, um 1 e Gefahren der deutschen Stellung u erkennen. Die Lösung des Knotens lag für ipn ii Verhältnis Deutschlands z u C 8 - cnd, dem überhaupt neben lebhaftem ^^er ü 'ii- die englische Literatur auch seine politische isy - xlhie zugewandt war. Als er im 3anuar . icch der letzten Erneuerung des Dreibundes, Z^aatssekretär des Auswärtigen _ es nach Berlin berufen wurde, ein Ruf, den er ittht betrieben hatte und dem er nur ungern folg , e.eichnete er einem deutschen Journalisten 9 9 ' uter, mit dem er in einem für sem Wesen verhalt- i mäßig vertraulichen Umgang stand, als M seiner Amtsführung die Entspannung Leningrad, 16. Jan. (DNB.) Am Dienstag begann der Hochverrats-Prozeß gegen Sinowjew und 18 weitere Angeklagte, unter ihnen Kamenero,BaschkiroroundJawdo- fimoro, der Mitglied des Zentralausschusses und früher Chef der GPU. im Kaukasus war. Mehrere Angeklagte haben, vor ihrem Ausschluß aus der Vartei bedeutende Aemter im Heer oder in der ö .... v _ russischen Schwerindustrie bekleidet. Sinowjew war ^Schicksal der Sowjetrevolution umzudrehen Diese früher Vorsitzender der Kommunistischen Jnternatio-politische Gruppe habe nach den Aussagen von ver- •ru,t)er^ÜDI! ö .....:* in trhiohpnon ylnneklaalen ver uckt. neue Svmpathler schlacht ist dagegen ausschließlich Aufgabe des Amtes für Agrarpolitik der NSDAP, bzw. des Reichsnährstandes. Reichsbetriebsappelider RBS.Handel Berlin, 17. Jan. (DNB.) Die Reichsbetriebsgemeinschaft 17 (Handel) in der Deutschen Arbeitsfront veranstaltet am Montag, 21. Januar 1935, morgens 8 Uhr, in einem Berliner Handelsbetriebe einen Reichsbetriebsappell. Es spricht der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Der Appell wird auf alle deutschen Sender übertragen. Der Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handel, Pg. Lehmann, wird, da alle der Reichsbetriebsgemeinschaft Handel angeschlossenen Betriebe mit ihren Gefolgschaften zu gleicher Zeit am Lautsprecher versammelt sind, eine nach Hunderttausenden zählende Menge von Betrieben mit Millionen von Volksgenossen als zum Appell angetreten melden können. Es ist selbstverständlich, daß alle Handelsbetriebe, auch diejenigen, deren Betriebsführer noch nicht der DAF. angehören, sich mit ihrer gesamten Betriebsqefolqschaft an diesem Appell beteiligen. Kleine politische Nachrichten. Als oberste Instanz in dem Verfahren vor den Sozialen Ehrengerichten ist nach § 50 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit ein Reichsehrengerichtshof geschaffen. Er entscheidet tn der Besetzung von zwei höheren richterlichen Beamten, je einem Führer des Betriebes und einem Vertrauensmann und einer von der Reichs- regieruin; zu bestimmenden Person. Hierzu ist der württembergische Wirtschaftsminister Dr L e h n i ch bestellt worden. Der Gerichtshof wird am 5. Februar seine erste Sitzung abhalten. * Der italienische Kolonialminister De Bono ist zurückgetreten und auf Vorschlag Mussolinis vom König von Italien zum Oberkommissar der beiden ostafrikanischen Kolonien Italiens E r y - träo und Somali ernannt worden. De Bono ist bereits auf dem Wege zur Uebernahme seines neuen Postens in Jtalienisch-Ostafrika. Die Leitung des Kolonialmini st eriums hat Mussolini selb st übernommen. * In Friedeck bei Schwertberg (Salzburg) starb die Großherzogin Alice von Toscana, geborene Prinzessin von Bourbon von Parma, im Alter von 85 Jahren. Sie heiratete im Jahre 1869 den Großherzog Ferdinand IV. von Toscana, der bei der Errichtung des Königsreichs Italien seiner Herrschaft verlustig ging. Beider Ehe entstammen sieben Kinder. * Der polnische Senat hat die vom Verfassungsausschuß vorgeschlagenen Aenderungen zum neuen Verfassungsgesetz mit 74 gegerf 24 Stimmen angenommen. Der Entwurf geht an den Sejm, so daß Ende Januar die neue Verfassung angenommen werden dürfte. Die Sitzuyg des Senats schloß mit Hochrufen auf Polen und auf den Marschall Pilsudski. * Das in Genf von der Demokratischen Partei eingeleitete Volksbegehren, in dem die Gesamterneuerung des Genfer Staatsrates, der sich in seiner Mehrheit aus Sozialdemokraten zusammensetzt, verlangt wird, ist zustandegekommen. Die Zahl der Unterschriften überschreitet 5000. Die dreitägigen Präsidentenwahlen in der mittelamerikanischen Republik El Salvador ergab«1 einen Sieg des früheren Präsidenten Maxi- miliano Hermandez Martinez, der 329 555 Stimmen erhielt. Die Stimmenzahl, die der neue Präsident auf sich vereinigen konnte, überschreitet die bei früheren Wahlen üblichen Zahlen erheblich. Im ganzen Lande herrschte vollkommene Ruhe. * Die japanische Presse berichtet von einer Erfindung, durch die das Motorengeräusch bei den Flugzeugen fast gänzlich ausge - schaltet werden soll. Tokioter Blättern zufolge soll beabsichtigt sein, die Erfindung in der nächsten Zeit durch Ärmeeflieger erproben zu lassen. Aus aller Wett. General von Sfeuben f. In Berlin starb der General der Infanterie Kuno v. Steuden. Er war 1855 in Eisenach geboren, als Sproß eines Geschlechts des Meißnischen Uradels, das schon mehrere hervorragende Soldaten — u. a. den militärischen Berater der nordamerikanischen Kolonien Englands in ihrem Freiheitskampf — hervorgebracht hat. Steuben war von 1884 bis 1886 zur Kriegsakademie und von 1887 bis 1889 zum Großen Generalstab kommandiert. Mit Unterbrechungen als Kompaniechef und als Bataillonskommandeur fand er weiterhin im Generalstab Verwendung. Unter der Beförderung zum Obersten wurde er 1903 Chef des Stabes beim 8. Armeekorps, 1904 kehrte er wieder als Abteilungschef in den Großen Generalstab zurück. 1908 wurde er zum Generalmajor befördert und zum Oberquartiermeister im Großen Generalstab ernannt. 1911 wurde er Generalleutnant und Kommandeur der 36. Division in Danzig, 1913 Direktor der Kriegsakademie. Als diese mit der Mobilmachung aufgelöst wurde, übernahm v. Steuben als Kommandierender General des 18. Reserve-Korps, wurde 1917 zu den Offizieren von der Armee versetzt und zur Vertretung des Oberbefehlshabers der 11. Armee in Mazedonien kommandiert. 1918 erfolgte seine Ernennung zum Kommandierenden General des 4. Armeekorps, 1919 wurde er zur Disposition gestellt. Der Dampfer „Potsdam" vom Stapel gelaufen. In Hamburg ist auf der Werft von Blohm & Voß der Dampfer „P o t s d a m", der für den Ostasien- Fracht- und Personen-Dienst der Hamburg-Amerika- Linie bestimmt ist, glücklich vom Stapel gelaufen. Unter den Ehrengästen bemerkte man u. a. den Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder, den Regierenden Bürgermeister Krog- mann, Vertreter der Reichswehr und der Partei. Die Taufrede hielt Reichsstatthalter Kaufmann. Er gedachte dabei auch der Volksgenossen an der Saar und des Wiederaufbaues der deutschen Handelsschiffahrt nach dem Kriege. Die Taufe selbst nahm der Oberbürgermeister von Potsdam Generalmajor a. D. Friedrichs vor. Der Name „Potsdam" solle ein Ausdruck des unzerstörbaren Lebenswillens unseres Volkes fein. Wilde Feuerkämpfe mit Gangsterbanden in LIGA. - Mehrere Tote und Schwerverletzte. In Leonore (Illinois) drangen vier Räuber in ein Bankgeschäft ein, um die Kasse zu berauben. Die Bankangestellten eröffneten jedoch sofort ein lebhaftes Revolverfeuer, worauf die Verbrecher die Flucht ergriffen. Einer von ihnen konnte von den Angestellten der Bank festgenommen werden. Die drei Räuber drangen darauf in einen benachbarten Bauernhof ein, stahlen einen Kraftwagen und nahmen den jungen Sohn des Landwirtes als Geisel mit. Sie kehrten zu dem Bankgeschäft zurück, befreiten ihren gefangengenommenen Gefährten und erschossen den Kassierer der Bank, während ein zweiter Angestellter schwer verletzt wurde. Ohne Beute zu machen, flüchteten sie nun in dem gestohlenen Kraftwagen. Die inzwischen benachrichtigte Polizei nahm sofort mit einem großen Aufgebot die Verfolgung auf. Die vier Verbrecher konnten schließlich auf freiem Felde von etwa 50 Polizisten umzingelt werden. Es entspann sich ein regelrechtes Feuergefecht, bei dem ein Polizist erschossen, mehrere andere schwer verletzt wurden. Erst nach heftigem Kampf gelang es, drei Räuber festzunehmen. Der vierte beging S e l b st m o r d. Der von den Verbrechern verschleppte Landwirtssohn wurde wohlbehalten aufgefunden. In Oklawaha (Florida) kam es zwischen einer Verbrecherbande und 15 Polizisten zu einem mehrstündigen Feuerkampf. Es handelt sich um die Bande, die im Vorjahr den Bankier Edward Bremer aus St. Paul entführt und erst nach einer Lösegeldzahlung von 200 000 Dollar freigegeben hatte. Die Verbrecher hatten sich jetzt in einem palastartigen Sommerheim verbarrikadiert. Hier wurden sie von der Polizei belagert. Die Polizisten schleuderten zahlreiche Tränengasbomben in das Gebäude, konnten jedoch zunächst infolge des heftigen Kugelregens nicht weiter Vordringen. Zwei Bandenmitglieder wurden bei Ausbruchsversuchen erschossen, desgleichen die Mutter des einen Verbrechers, die bei dem Kampf mit der Polizei ein Maschinengewehr bediente. Erst nach sechsstündigem Kampf ergaben sich die übrigen Mitglieder der Verbrecherbande. * In dem Zuchthaus von St. Quentin (Kalifornien) kam es zu einer wilden Sträflingsmeuterei. Sechs Sträflinge überfielen eine Gruppe von Gefängnisvorstehern. Es entspann sich ein kurzes Handgemenge. Der Direktor wurde niedergeschlagen. Drei Vorsteher wurden von den Zuchthäuslern überwältigt und als Geiseln mitgenommen. Die Sträflinge benutzten zur Flucht zwei Kraftwagen. Zur Verfolgung der Ausbrecher wurde sofort eine starke Mannschaft von Gefängniswärtern und Polizisten aufgeboten. Auch Flugzeuge wurden eingesetzt. Der eine Vorsteher, der mit als Geisel verschleppt wurde, versuchte zu fliehen. Es gelang ihm auch, sich zu befreien, und er sprang aus dem fahrenden Kraftwagen. Bei dem Sprung stürzte er jedoch schwer und blieb mit einem Schädelbruch tödlich verletzt liegen. Inzwischen war die verfolgende Polizei an die Flüchtlinge herangekommen. Es ent- svann sich eine wilde Schießerei, bei der die Sträflinge gleichfalls Maschinenpistolen verwandten und schließlich entkamen. Nach mehrstündiger Verfolgung gelang es den eingesetzten Polizeikräften und den Flugzeugen, die flüchtigen Sträflinge erneut zu stellen. Es entspann sich wieder ein wildes Feuergefecht, in dessen Verlauf es gelang, die Sträflinge festzunehmen. Unter den mitgenommenen Geiseln befand sich auch der Gefängnisdirektor. Der Hauptmann-Prozeß. Im Hauptmann-Prozeß gab die Verteidigung bekannt, daß sie einen weiteren Zeugen aus Ncuyork vorladen lassen werde. Dieser Zeuge, mit Namen Gustav Lukatus, werde die Aussage machen können, daß drei Männer, von denen einer angeblich Isidor Fisch gewesen sei, chn im April 1932 versucht haben, „gutes Geld" für 75 Cent den Dollar zu verkaufen. Diese drei Männer haben etwa 50 000 Dollar besessen. Der Zeuge Lukatus habe aber damals nicht das Geld gekauft, da es das Lösegeld gewesen ist. Den Männern habe er auch erklärt, daß er das Geld nicht zu kaufen beabsichtige. Nach zwei Tagen habe Lukatus die Männer wieder aufsuchen wollen, die aber inzwischen fortgezogen gewesen seien. Auf Grund eines Zeitungs- bildes habe Lukatus Fisch wiedererkannt. Dies sei nach der Verhaftung Hauptmanns gewesen. Nachdem der achte Sachverständige die Erklärung abgegeben hatte, Hauptmann sei der Schreiber der Löse geldb riefe gewesen, wurde die Verhandlung vertagt. Französisches Großflugbool für den Südamerika-Dienst. Das größte französische Flugboot „Leutnant Paris" hat dieser Tage seine ersten Versuchs- slüge durchgeführt. Der Apparat wiegt 37 Tonnen und hat eine Flügelspanne von 50 Meter. Er ist mit sechs Motoren von je 850 PS ausgerüstet und kann 70 Personen befördern. Das Flugboot soll später in den Südamerikadienst gestellt werden. Vorher soll es feine Seetüchtigkeit während einiger Monate auf der Strecke Marseille—Algier beweisen. Fünf Hionate Gefängnis für eine fahrlässige Kraftfahrerin. Die 18jährige Ursula K r a s s e l t, die am 5. Oktober v. I. in Berlin mit ihrem Kraftwagen durch unvorsichtiges Fahren den Tod eines Mannes verursacht und zwei Frauen schwer verletzt hatte, wurde vom Landgericht Berlin wegen fahrlässiger Tötung in einem und Körperverletzung in zwei Fällen zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte war von der Vorinstanz freigesprochen worden, jedoch hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt. In der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende, daß die Angeklagte mit einem fremden Wagen, den sie bisher noch nicht gefahren hatte, in nicht unerheblicher Geschwindigkeit an £ Kreuzung gekommen und daß sie ihre Aufmerksam, feit nicht ausreichend auf den Fahrdamm gerichtet habe. Bei der Strafzumessung sei aber berücksichijgj worden, daß die verunglückten Fußgänger im un. rechten Augenblick die Straße überquert hätten. Hinrichtung einer Giftmischerin. Die im Jahre 1904 geborene Henny Meyen ist in Lüneburg hingerichtet worden. Eie war wegen Giftmordes an ihrem Ehemann vom Schwurgericht zum Tode verurteilt worden. Die Verurteilte hatte, um sich ihres Mannes zu entledigen, eine Erkrankung benutzt, um ihm in feiner Medizin Gift beiju, bringen. Sie hatte die Beibringung von Gjst in der gleichen Weife wiederholt, als fie b?. fürchtete, daß das Befinden ihres Mannes sjh bessern könnte. Der preußische Ministerpräsi, deut hat von dem Begnadigungsrecht keine; Gebrauch gemacht, weil die Heimtücke unj Hartnäckigkeit, mit der die Verurteilte gehandelt hat, sowie die unmenschliche Roheit, der sie tagelang die furchtbaren Qualen des Mar. nes mit angesehen und durch erneute Giß Zuführung n och vergrößert hat, fie als ein hemmungslose, gefährliche Verbrecherin kennzeich. nen, für die Sie Todesstrafe d i e gerechte Sühne bedeutet. Kunst und Wissenschaft. Uraufführung einer Oper Ulascagnis in Ulaitant, Die Uraufführung von Mascagnii neuer Oper „Nero" in der Mailänder Scala bii> bete für Italien den Höhepunkt der musikalische!, Darbietungen dieses Winters. Das vollbesetzte Hau; trug ein durchaus festliches Gepräge. Mascagnj, der fein Werk selbst dirigierte, erntete mit den am* führenden Künstlern stürmischen Beifäll. h;UoL ia>un Sjnsh zvh piq3ßaDD$ un vunw Wettervoraussage. Durch den über Nord- und Westdeutschland entstandenen Teilwirbel hat sich zunächst die Zufuhr milder Ozeanluft nach West- und Süddeutschlank verstärkt, gleichzeitig wird durch diesen Teilwirbel und das über Osteuropa liegende Tiefdruckgebiet eine neue Zufuhr kalter Luft aus Nord- und Nord. Osteuropa nach Deutschland begünstigt, zumal bei Druck über Skandinavien noch fortgesetzt anfteigt. Aussichten für Freitag: Anfänglich nodj vielfach neblig, dann zeitweilig aufheiternd, beE über Norden nach Osten drehenden und auffrischenden Winden wieder kälter, noch einzelne Nieder, schlüge (im Gebirge wieder in Schnee übergehend). Aussichten für Samstag: Bei östlichen Winden zeitweilig heiter, aber auch noch vereinzelte Schneefälle, Frost. Lufttemperaturen am 16. Januar: mittags 1.8 Grad Celsius, abends 0,9 Grad; am 17. Januar: morgens 1,1 Grad. Maximum 2,1 Grad, Minimum — 0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. Januar: abends 0,2 Grad; am 17. Januar: mor- gens 0,4 Grad Celsius. Wintersport. Rhön: Wasserkuppe: Nebel, 0 Grad, Gesamt« schneehöhe 30 cm, verharscht; Ski und Rodel mäßig. Vogelsberg: Hoherodskopf: Nebel, — 3 Grad, Gesamtschneehöhe 30 cm, verharscht; Ski und Rodel mäßig. Schwarzwald: Feldberg: bewölkt, — 3 Grad, Gesamtschneehöhe 97 cm, Pulverschnee; Ski uni Rodel sehr gut. Harz: Schierke: Nebel, — 1 Grad, Gesamtschnee' höhe 10 cm, verharscht; nur Ski möglich. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thynot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mebn Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig* Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister? Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das liebel an der Wurzel. 259V Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen wehr sage, lesen Sie die folgenden Briefe: Beverstedt, den 9. August 1934. Ich teile Ihnen gern mit, daß ich mit den von Ihnen bezogenen Gichtosint-Tabletten eine regelrechte Kur durchgemacht habe, und mit dem Erfolg überaus zufrieden bin. Ich kann nur wünschen, daß die Gichtosint-Tabletten auf Grund ihrer vorzüglichen Wirkung überall Eingang finden, denn es war bisher das beste Mittel, welches ich zur Bekämpfung meiner Gicht in Anwendung brachte. Carl Lehmann, Kaufmann Beverstedt, Bez. Bremen, Poststr. 23. Brohl, den 20. April 1934. Gestatte mir hiermit gefl. anzuzeigen, daß die von Ihnen mir gesandten Gichtosint-Tabletten sich auf das beste bewährt haben. Ich litt seit längeren Jahren derart an Rheuma und Gicht, daß ich außer den großen Schmerzen, zuletzt fast nicht mehr gehen konnte, sondern kriechen mußte. Auf Ihr Präparat aufmerksam gemacht, waren nach der Kur Schmerzen, Gicht und alles verschwunden; und konnte wieder als 53jährige laufen wie eine von 18 Jahren. Ich kann diese Tabletten jedem Rheumaleidenden bestens empfehlen. Frau Jos. Weber Brohl a. Rh., Mittelstr. 1c. Solche Briefe besitze ich über 15 000 (notariell beglaubigt), und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden durch (Entgiftung des Blutes. Dieses ist verunreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, sonst nützt alles (Einreiben und Warmhalten nichts. Zur Beseitigung der Harnsäure dient das Gichtosint. 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Frühgeschichte. Heute Donnerst. Führung durch das Oberh.Museum. Treffen: Zwisch. 20u.201/4Ubrüor d. Eingang zum Museum. 2^ Männer- Turnverein Sominennöenö mit turnerischen Donnerstag, 17.)anuar 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Nr. 14 Zweites Blatt Warum nationalsozialistische Volkstumsarbeit? Aus der Pwvinzialhauptstadt. ^Es heißt^ und »man sagt". „Es heißt" und „man sagt"! Das sind zwei sonderbare Geschwister, wesen- und geschlechtslos, kein „Er", und kein „Sie"; sie scheinen unbedeutend und sind doch in Wirklichkeit so verbreitet, überall und nirgends. Wie Spukgestalten tauchen sie allerorts auf, und doch: will man sie näher ins Auge fassen, so verschwinden sie wie ein Schatten und lassen sich nicht greifen und halten. „Es heißt" und „man sagt" sind überall zuhause, sie wissen immer etwas Neues zu berichten, und ob sie es auch mit der Wahrheit meistens nicht so genau nehmen, jedermann hört ihnen immer wieder zu. Sie haben keine gute Verwandtschaft: Lüge und Verleumdung sind ihre Schwestern, Schadenfreude und Verleumdung und Klatschsucht ihre Vasen und die Doppelzüngigkeit ihre Mutter. „Es heißt" — ach, was heißt es nicht alles! Oft das Unglaublichste und Widerwärtigste wird behauptet und geglaubt; das Gerücht wird zuerst nur leise geflüstert, dann immer lauter und zuversichtlicher verkündet, es wird herumgetragen von Haus zu Haus und tritt zuletzt als eine vollendete, fertige „Tatsache" auf. Man wundert sich und fragt, woher die Mitteilung denn gekommen sein könnte, aber sie stammt aus „zuverlässiger" Quelle, und da beruhigt „man" sich nur zu schnell und teilt sie andern mit. Wo hat dieses Unkraut seine Wurzel, woher kommen die bösen Gerüchte? Niemand weiß es recht; „man" hat es gesagt, und hinter diesem „man" verbergen sich alle. Das muß der Sündenbock sein und alle Schuld auf sich nehmen; der Deckmantel, der alle unwahren Aussagen verhüllt und dem ganzen ein gefährliches Ansehen gibt. Dieses böse „man sagt", dieses schlimme „es heißt"! Wieviel Tränen hat es schon gekostet, wieviel Herzeleid verursacht, wie oft den guten Namen des Nächsten brutal zugrunde gerichtet! Sollte das nicht eine Lehre und eine Mahnung sein, immer gewissenhaft zu prüfen, ob die fragwürdigen Geschwister „es heißt" und „man sagt" es auch ernst und streng mit der Wahrheit nehmen? Sollten wir nicht alles tun, was eine Weiterverbreitung solcher vagen Behauptungen verhindert? Was wir nicht selbst gesehen, selbst gehört, selbst erfahren haben, das wollen wir niemals weiter verbreiten. Lieber dies oder jenes, was uns nicht direkt angeht, mit Nachsicht entschuldigen, mit schonender Liebe zudecken, als mit einer gewissen, schadenfrohen Vielgeschäftigkeit und Selbstgerechtigkeit sedermann von dem zu berichten, was „es heißt" und „was man sagt". Die Zähne sind schuld. In der Fachpresse finden sich Mitteilungen über die ursächlichen Zusammenhänge zwischen Infektionsherden an den Zähnen und Allgemeinerkrankungen mancherlei Art. Wenn man dieser sogenannten Herdinfektion auch nicht die ungeheuere Bedeutung beimessen darf, wie es in Nordamerika geschehen ist, wo geradezu Treibjagden auf verdächtige Zähne gemacht werden, die dann mit mehr oder minder Berechtigung herausgerissen wurden, so ist doch heute, wie Dr. von der Osten-Sacken in „Fortschritte der Orthodontik und Kinderzahnheil' künde" berichtet, kein Zweifel mehr daran, daß für viele Krankheitserscheinungen auch im Kindesalter, für die sich häufig eigentlich keine Ursache finden läßt, der Ursprung in chronischen Infektionsherden an den Zähnen zu suchen ist. Bereits auf dem 42. Kongreß für Innere Medizin in Wiesbaden wurde eine umfangreiche Lifte von Krankheiten aufgestellt, bei denen eine Herdinfektion der Ausgangspunkt war. Hierher gehören Gelenkentzündungen, Anginen, fieberhafte Zustande, Ernährungs- und Stoffwechsel- störungen, psychische und nervöse Störungen, bestimmte Arten von Ausschlag, Nierenentzündungen, Bindehaut- und Lidentzündungen des Auges u. v. a. An diesen Erkrankungen muß nicht, aber kann ein einziger bakterienverseuchter Zahn, der äußerlich nicht einmal einen kranken Eindruck zu machen braucht, die schuldige Ursache sein. Auch auf diesem Dom Reichsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken - Nassau - Hessen, wird uns ge- schrieben: Wir haben heute gelernt, den Menschen nicht nach Wissen, nach geistiger Gewandtheit und seiner Anmaßung zu beurteilen, sondern nach seinem Charakter und seiner Lebenshaltung. Wir haben inzwi- schen auch eine andere Auffassung vom kulturellen Leben eines Volkes gewonnen. Ein Bauer, der fernab einer Stadt und ohne die Möglichkeiten, an ihren künstlerischen Darbietungen teilzunehmen, im Leben seiner Dorfgemeinschaft wurzelt, und es zu rechter Zeit durch echte Feste und Anregungen zu gestalten versteht, scheint uns mehr Kultur zu besitzen, als ein „Gebildeter" der vergangenen Zeit, der Abend für Abend kulturelle Zerstreuungen alter Art konsumiert, oder Plaudereien zu steigern bWnüht ist. Ein Arbeiter, der seinen kärglichen Lohn nicht ausschließlich in Lebensmittel oder gar AlkohÄl umsetzt, sondern sich einen Schrebergarten anschaftt und abends nach getaner Arbeit ein gutes Buch liest, ist für die deutsche Dolkskultur gichtiger als ein Honoratiorenstammtisch, dessen kulturelle Tätigkeit in nörgelnder Miesmacherei besteht. Es ist unendlich wichtig, daß diese neuen Maßstäbe Allgemeingut unseres Dolksempfin ns werden, denn erst von hier aus kann der ei. .cheidende Schritt zu neuer Dolkskultur getan werden. Denn das ist das Neue, was der Nationalsozialismus zu dem bisherigen kulturellen Leben der Dolks- gesamtheit hinzugefügt hat: das Wissen darin, daß diese Kräfte ihre letzte Erfüllung erst bann finden, wenn sie in der Gemeinschaft und Kameradschaft wurzeln. Nicht der Einzelne gilt mehr, sondern die Gruppe, die Keimzelle des Volkes. Don Dolkskultur können wir erst reden, wenn die vielen kleinen Gemeinschaften unseres Volkes in Betrieb und Dorf, in SA. und Arbeitsdienst, in Turnverein und Chorgemeinschaft und in den tausendfältigen anderen Formen unseres Dereinslebens wieder zum aktiven Träger des volkskulturellen Lebens der Nation geworden sind. Daher ist die Veranstaltung von öffentlichen Singstunden, ist das gemeinschaftliche Einüben eines Sprechchores oder eines Werkspieles, ist die richtige Gestaltung eines Kameradschaftsabends nicht etwas, das unwichtig ist und nebenher getan werden kann, sondern hier werden die Voraussetzungen für die Erfüllung der nationalsozialistischen Haltung geschaffen, um die es heute geht. Der Reichsbund Volkstum und Heimat (Berlin NW 40, Herwarthstraße 4), der in allen Teilen des Reiches durch Landschaftsführungen und Ortsringe vertreten ist, ist dazu geschaffen worden, um allen Gliederungen des Volkes und der nationalsoziali- stischen Bewegung mit geeigneten Ratschlägen für die Gestaltung solcher Gemeinschaftsarbeit an die Hand zu gehen. Es ist zu hoffen, daß diese Möglichkeit recht "oft ausgenutzt wird. In unserer Landschaft wende man sich an den Reichsbund Volkstum und Heimat Landschaft Rhein- franken-Nassau-Hesfen, Geschäftsstelle: Darmstadt, Neckarstraße 3. 1833: Friedrich König, Erfinder der Buchdruckschnell' presse, in Oberzell gestorben (geboren 1774). Gntopsgencht-SammelergebniS im Kreis Gießen. Die Sammlung im Kreise Gießen für das Eintopfgericht erbrachte den Betrag von insgesamt 4 100 Mark. Bei dieser Zahl handelt es sich lediglich um das Ergebnis aus den Orten des Kreises. Das Ergebnis der Stadt Gießen veröffentlichten wir bereits gestern. Gießener Vochenmarktpreife. * Gießen, 17. Ian. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, frische Landeier 12 bis 13, (ausländische) 10 bis 13, (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, Wirsing, das Pfund 10, Weißkraut 8, Rotkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 70, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 20 bis 40, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf. Nüsse 30 bis 50, Honig 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 85 Pf., Gänse 80 bis #0, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Stadttheater 20 bis 22.30 Uhr, Deutsche Bühne, „Der König". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Regine". — Astoria-Lichkspiele, Seltersweg: „Reserve hat Ruh!". — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr 1. Jahres-Ausstellung. — Volkshochschule: Führung durch das Oberhessische Museum, Treffpunkt zwischen 20 und 20.15 Uhr vor dem Eingang zum Museum. — Stadttheater Gießen. Heute abend geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne, „Der König", Drama von Hermann von Bötticher; Spielleitung Kurt L ü p k e. Kein Kartenverkauf. — Volkshochschule. Der Kurs über „Hei» mische Dor- und Frühgeschichte" veranstaltet heute abend (Donnerstag) eine Führung durch das Ober- hessische Museum. Näheres siehe heutige Anzeige. * * Sichert bie Ob ft bäume! Schnee und Frost sinb für vieles Wilb bie Zeit bes Hungerns. Rehe und Hafen, wilde Kaninchen und sonstiges Wild kommen in bie Nähe der menschlichen Siedlungen und richten häufig in den Gärten erheblichen Schaden an. Deshalb gilt es, die Obstbäume rechtzeitig vor Wildverbiß zu schützen. Am sichersten ist dieser Daumsckutz, wenn man bie Stämme mit einer dichen Stroh- oder Schilfschicht fest umwickelt. Auch durch einen Bretterverschlag oder ein engmaschiges Drahtgeflecht können die Bäume geschützt werden. Außerdem haben sich verschiedene Anstreichmittel bewährt, vor allem ein Anstrich mit einer Mischung von Lehm und Rieseldung, dessen Witterung dem Wild unangenehm ist. Ein derartiger Schutz hat aber den Nachteil, daß er von Zeit zu Zeit erneuert werden muß. Das sicherste Mittel, Schaden durch Wildverbiß zu verhüten, ist die Fütterung des Wildes, weshalb überall da, wo irgend möglich, Futterstellen für das Wild unterhalten werden sollten. ** (Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. Januar verstürben in Gießen: 1.: Heinrich Aubel, Kaufmann, 65 Jahre alt, Keplerstrabe 11. 3.: Berta Kern, geb. Hooß, 55 I., Frank» fiftter Straße 132. 4.: Katharine Aubel, geborene Schwarz, Witwe, 65 I., Keplerstraße 11. 6.: Caroline Petermann, geb. Welter, Witwe, 92 I., Kaiserallee 50. 7.: Wilhelm Müller, Prokurist, 62 I., Landgrasenstraße 6. 8.: Heinrich Dollmöller, Schreinermeister, 70 I., Großer Steinweg 4. 13.: Ernst Lindig, Schriftsetzer, 34 I., Weserstraße 20. Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e V. Ortsgruppe Metze«. würdiger Weise gemacht wird. Der Schulunterricht fällt an diesem Tage nicht aus. Zum Empfang der schwarzen Sturmfahne unserer Kameraden von der Saar tritt die Ortsgruppe am Donnerstag, 17. Januar, nachmittags 2.30 Uhr auf dem Landgraf-Philipp-Platz an. Vollzähliges Erscheinen ist Ehrensache. Der Obmann: M ö l l. Deutsche Arbeitsfront. Verufshauplgruppen. — Fachgruppe Lebens- unb Genußmittel. Am Donnerstag, 17. Januar, abends 8 Uhr, findet im Ortsgruppenheim, Lonyftrahe 18, eine Fachgruppenversammlung statt. NSLB., Kreis Gießen. Der Bezirk G i e ß e n - L a n d hält am kommen- den Samstag 15 Uhr im Hotel Köhler zu Gießen eine Bezirkskonferenz ab. Anschließend Tagung der Arbeitsgemeinschaft „Volksschule". Der Bezirk Lollar und Londorf versammelt sich am kommenden Samstag 14.30 Uhr zur Bezirksversammlung im Schulsaal zu Lollar. Anschließend hört die Arbeitsgemeinschaft „Volksschule" einen Vortrag von Herrn Szczech, Gießen. Die Pflichtturnstunde findet am Samstag um 14 Uhr in der Volkshalle zu Londorf statt, hierzu müssen alle Turnunterricht erteilenden Lehrkräfte erscheinen. Daten für Donnerstag, 17. Januar. 1600: der spanische Dramatiker Don Pedro Calde- ron de la Barca in Madrid geboren (gestorben 1681); — 1706: der nordamerikanische Staatsmann Benjamin Franklin in Boston geboren (gestorben 1790); — 1812: der Politiker Ludwig Windthorst in Caldenhof bei Hannover geboren (gestorben 1891); — Gebiet wird die angestrebte Zusammenarbeit zwischen Arzt und Zahnarzt sich schützend vor die Gesundheit des Kindes stellen, das der Dolkskanzler als kostbarstes Gut der Nation bezeichnet hat. Infektiöse Wurzeln müssen entfernt werden, zu allererst aus der kindlichen Mundhöhle! Das Wissen um die Möglichkeit der Herdinfektion geht alle an, den Arzt, den Zahnarzt und den Laien, denn nur durch die vernünftige Mitarbeit aller, unter Führung der wissenschaftlich Berufenen, kann auch auf diesem Gebiete noch unendlich viel zur Erhaltung der Volksgesundheit getan werden. DankgotteSbien^e m Gießen. Am gestrigen Mittwochabend fanden in den evangelischen Kirchen unserer Stadt Dankgottesdienste für den herrlichen deutschen Sieg an der Saar statt. In der Johanneskirche predigte Pfarrer B e ch t o l s- heimer über den Bibeltext „Nun danket alle Gott", in der Stadtkirche hielt Pfarrer Balz die Predigt über das Bibelwort „Ich will sie heilen und gesund machen und will ihnen Friede und Treue die Fülle gewähren", die Predigt von Pfarrer Trapp in der Kapelle der Petrusgemeinde stand unter dem Bibelwort „Der Herr hat Großes an uns getan, des sind wir fröhlich", Pfarrer A n t h e s predigte in der Kapelle der Luthergemeinde über das Wort „Gott hat Ziel gefetzt und vorgesehen, wie lange und wie weit sie wohnen sollen, daß sie den Herrn suchen sollten, ob sie doch ihn fühlen und finden möchten". Der Gemeindegesang brachte die Choräle „Großer Gott wir loben dich", „Nun danket alle Gott", „Sei Lob und Ehr' dem höchsten Gut". Schulfeiern om 18 und 30. Januar auch in Hessen. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat angeordnet, daß am 18. Januar, dem Tag der Gründung des Deutschen Reichs, in allen Schulen Reichsgründungsfeiern veranstaltet werden. Die Feier wird, wie in einem Ausschreiben an die hessischen Schulbehörden gesagt wird, zweckmäßig unter Ausfall der letzten Unterrichtsstunde an den Vormittagsunterricht angeschlossen. Weiterhin hat der Reichsminister angeordnet, daß am 30. Januar des Regierungsantritts unseres Führers und Reichskanzlers unb_bamit des Geburtstags des nationalsozialistischen (Staates in Wachsende Geschwindigkeiten. Äon Dr. Helmut Thomasius. In rascher Folge steigern sich in unseren Tagen bie Geschwindigkeiten. Wir haben uns fast schon daran gewöhnt, daß jede Höchstleistung bald von einer anderen überholt wird. Das gilt sowohl für Lokomotiven wie für Wasserfahrzeuge wie für Flugzeuge, und daß auch der neue im Bau befindliche Zeppelin seine Vorgänger in Bezug auf Schnelligkeit übertreffen wird, erscheint uns nur als selbstverständlich. Die Erde schrumpft, zeitlich betrachtet, immer mehr zusammen. Entfernungen, zu deren Ueberwindung man heute Wochen ober Monate braucht, sinb, wie ber jüngste 21 u ft r a - lienslug lehrte, morgen in Tagen zurückgelegt. Am schwierigsten gestalten sich bei biefem Kamps um die möglichst rasche Ueberwindung des Raums die Verhältnisse bei den Eisenbahnen. Schiffe, Flugzeuge und Zeppeline haben freie Bahn. Der Lokomotive und dem von ihr beförderten Zug stellen sich aber bie mannigfachsten Hindernisse entgegen. Da gibt es enge Täler mit vielen Krümmungen, hohe Gebirge mit starken Steigungen, Bahnhöfe mit Weichen und vieles andere mehr, was die Entfaltung hoher Gefchwindigketten behm- bert. Zwar bemüht man sich, die Strecken möglichst gerade zu legen und die Berge lieber zu durchboh- ren, als zu erklettern. Diesen Bemühungen sind aber gewisse Grenzen gesetzt. Die Oberfläche der Erde läßt sich nicht mit vollkommen geradlinig verlausenden Bahnstrecken ohne jede Steigung überziehen. Also muß man auf andere Weise versuchen, sich den gegebenen Verhältnissen so gut anzupassen, als es eben geht. Ganz besonders schwierig liegen die Verhältnisse in den südamerikanischen Anden. Hier gibt es sehr starke Steigungen. Die Bahnen klimmen vielfach in Kurven mit nur sehr geringem Halbmesser bis zu ungewöhnlichen Hohen empor. Die Ergänzung des Wasservorrats läßt manchmal schwer durchführen, auch der Brennstoff soll möglichst lange vorhalten. Dabei soll natürlich auch hier eine gewisse Geschwindigkeit erzielt werben. Ilm allen diesen und weiteren Umständen gerecht zu werden, ist in England für den Betrieb auf einer der Andenbahnen eine Lokomotive erbaut worden, zu der es kein Gegenstück gibt. 2Ules ift bei ihr anders als bei anderen derartigen Maschinen, selbst bei den für Gebirgsbahnen bestimmten. Schon von außen macht diese Lokomotive einen merkwürdigen Eindruck. Man stelle sich bie Kühlerhaube eines Autos ums vielfache vergrößert und auf ein Rädergestell gefetzt vor. Ziemlich weit hinten erhebt sich auf dieser Haube eine flache Trommel, die nur wenig über sie herausragt und aus der Rauch entströmt. Das ist der Schornstein. Hinter der gewaltigen Haube ein Führerhäuschen, das sich kaum über sie erhebt und dessen Stirnseite in so weitem Umfang von ihr eingenommen wird, daß gerade noch Platz zur Anbringung zweier kleiner Fenster bleibt. Hinter dem Führerhäuschen, gegen dieses und die mächtige Haube in seiner Kleinheit geradezu verschwindend, ein gleichfalls auf dem Loko- motivrahmen sitzender schmaler niedriger Kasten, der Tender. Das Ganze läuft auf zwölf Rädern, hat also sechs Achsen, bie sich, samt den Räbern, innerhalb eines bas ganze Triebwerk umkleibenden Rahmens drehen. Dieses Triebwerk ist das Merkwürdigste an der ganzen zu merkwürdigen Lokomotive. Jede einzelne Achse wird nämlich für sich von zwei Zylindern aus angetrieben, einem Hochdruck- unb einem Nieberbruckzylinber. Wir haben also zu den sechs Achsen zwölf Zylinder, genau so viel wie Räder vorhanden sind. Der Zweck dieser eigenartigen Einrichtung besteht darin, die Kraft des Dampfes möglichst wirksam aaszunutzen, um auch bei Steigungen auf eine höhere Geschwindigkeit zu kommen. Außerdem wird der Druck auf die Schienen besser verteilt. Die sechs zweizylinderigen Dampfmaschinen, die an den Rädern sitzen, brauchen durchaus nicht gleichzeitig zu arbeiten. Der Dampf kann für jedes Zylinderpaar für sich gegeben und ebenso abgesperrt werden. M Lokomotive setzt sich daher im" wesentlichen ausMchs Dampfmaschinen zusammen, die einzeln ober in beliebiger Abstufung arbeiten können. Dadurch ist eine besonders weitgehende Anpassung an das Gelände möglich. Außerdem aber hindert ein Schaden an der einen Maschine weder die Verwendung der übrigen, noch die ganze Lokomotive. Das nicht richtig arbeitende Zylinderpaar wirb einfach durch Absperren des Dampfes abgeschaltet. Um das Durchfuhren der engen Krümmungen noch weiter zu erleichtern, find je drei Achsen an einem gemeinschaftlichen Drehge- stell angebracht. Der Wasserbehälter befindet sich nicht hinten im kleinen Tender, sondern im Vorderteil ber riesigen Haube. Hinten wirb nur ein kleine- rcr Vorrat an Wasser mitgeführt, ber für ben Notfall bienen soll. Der Kessel ift zum Zweck ber Platzersparnis nach Art ber Steilrohrkessel ausgebildet. Die Wasserrohre stehen bündelweise und fast senkrecht. Sie Haden eine große Heizfläche und nehmen im Vergleich zur Leistung wenig Platz weg. Die Dampfentwicklung erfolgt in weniger als der halben sonst üblichen Zeit und auch ber Verbrauch an Brennstoff soll sich nur auf bie Halste bes sonst nötigen belaufen. Alle unter ber Haube sitzenden Teile sind von außen her leicht zugänglich. Die Lokomotive mit ihren sechs Zylinderpaaren erinnert unwillkürlich an ein Fuhrwerk, vor das zwölf Paar Pferde gespannt sind. Sie erinnert mit ihrer Einrichtung überhaupt an das Wesen des Vorspanns. Wo ein hoher Berg zu nehmen ober eine schlechte Wegstrecke zu überwinden ist, da hilft man sich bei den von Pferden gezogenen Wagen in sehr einfacher Weise durch Vorspannen weiterer Tiere. An die Stelle des Pferdewagens ist in weitem Umfang das Auto getreten. Durchgeführte Versuche mit einem großen Autobus haben gezeigt, daß bei ihm der Vorspann gleichfalls von großem Nutzen fein kann. Auf sandigen Sttecken verminderte der Autobus, wie es zu erwarten war, seine Geschwindigkeit ganz erheblich. Es wurde bann ein kleines Personenauto vorgespannt, wo- burch man wieder auf eine höhere Geschwindigkeit kam. Dieses Ergebnis hat an und für sich nichts Ueberrafchendes an sich. Es ließ sich ooraussehen. Das Ueberraschende liegt darin, daß der Erfolg nicht in dem Matze der zusätzlichen Motorkraft zuzuschreiben war, wie man vielleicht annehmen sollte, sondern dem Umstand, daß nunmehr die Stromlinienform zur Wirkung kam. Diese tritt be- kanntlich erst nach Erreichung einer gewissen Geschwindigkeit ein. Ohne den Vorspann wäre man unterhalb dieser Grenze geblieben. Mit ihm überschritt man sie, so daß nunmehr die Vorteile der Stromlinie sich in einer weiteren Erhöhung der Schnelligkeit geltend machen konnten. Außerdem fand noch durch die Art der Verbindung beider Wagen eine bessere Druckverteilung aüf die Räder statt, wodurch die Bremsung durch den Sand besser überwunden wurde. Es zeigte sich also bei diesen Versuchen, daß die Höchstleistung nicht immer durch die angewendete Kraft allein erzielt wird, sondern daß auch die Art und Weise, wie diese zur Wirkung kommt und sonstige Umstände eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen. Ein neuer Autobus erinnert an bie Art und Weise, wie bei diesen Versuchen Vorspann und Wagen miteinander vereinigt wurden. Der eigentliche große zweistöckige Autobus hat nur eine einzige Achse, Die Hinterachse mit den beiden Hinterrädern. Der vordeM Teil ruht auf einem zweiach- figen Vorspann, aus einem Schlepper, auf, dessen Gestalt aber so durchgebildet ist, daß in Verbindung mit dem Autobus die Stromlinienform entsteht. Er wirkt außerdem noch als Drehgellellt, bas enge Wendungen und das Durchfahren scharfer Krümmungen ermöglicht. Der ideale Gatte. Wie muß der ideale Gatte beschaffen fein, den sich die Frauen wünschen? Mit dieser Frage ist ein englischer Ehemann an eine ganze Reihe von Frauen herangetreten, und hat auch prompt fünfzig präzise Antworten erhalten. Aber wenn er hoffte, nun zu wissen, wie der ideale Gatte beschaffen sein muß, so wurde er schwer enttäuscht, denn die fünfzig Antworten enthielten nicht weniger als fünfzig verschiedene Angaben über die Eigenschaften des Mustergatten. So schrieb eine Frau: „Mein idealer Gatte müßte nach Hause kommen und rufen: Sorge dich nicht um das Essen, mein Liebling! Wir essen heute irgendwo auswärts und bann gehen wir in das Kino." Eine andere Ehefrau wünschte genau das Gegenteil: „Der ideale Gatte, wie ich ihn mir vorstelle, kommt nach harter Tagesarbeit nach Hause, sagt allen Sorgen und Ärgernissen Lebewohl, wenn er die Haustür schließt und ruft fröhlich: Guten Tag, meine Lieben! Er plaudert mit der Frau, spielt mit den Kindern, gewährt allen Rat und Hilfe und dankt schließlich Gott für einen ruhigen, im Schoß der Familie verbrachten lag." Anspruchsvoller lautete schon folgende Forderung: „Der ideale Gatte müßte frühmorgens aufstehen, Feuer machen, die Zimmer ausfegen, den Kaffee kochen und dann seine Frau rufen, um mit ihr gemütlich zu frühstücken. So würde der Tag für sie freundlich beginnen und es würde ihr Freude machen, nur für ihn zu Mittag zu kochen, um ihm dabei nun ihrerseits ihre Kochkünste zu zeigen." Eine Frau, die bereits vier Männer genabt hat, wünschte sich einen Mann, „ber für seine Frau lebt." Und auch die weiteren sechsundvierzig Antworten enthielten ein ganzes Sammelsurium von sich widersprechenden Wünschen, und wenn man den Versuch hätte machen wollen, alle die dort geforderten Eigenschaften, auf einen einzigen Mann zu vereinigen, so wäre ein schreckliches Monstrum dabei zustande gekommen. So muß man also bie Folgerung ziehen, daß jeder „idealen" Frau ein ganz bestimmter „idealer" Gatte entspricht, und daß das Glück der Ehe davon abhängt, daß sich die richtigen finden. Für alle fünfzig Frauen aber gilt vielleicht doch die eine Antwort, die sich ganz schüchtern unter dem Berg der Forderungen und Wünsche verbarg, und die lautete: „Mein idealer Gatte müßte mich liebhaben, so wie ich ihn liebe!" Hochschulnachnchten. Professor Dr. Curt H e r b st, Ordinarius für Zoologie an der Universität Heidelberg, ist von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. ** Zur Richtigstellung. In dem uns vom Kriegerverein Gießen eingesandten Bericht über das Stiftungsfest dieses Vereins ist der Name des Vertreters tzes Marinevereins irrtümlich falsch angegeben worden. Für den Marineverein sprach der Vereinsführer Herr L i ch. ** Landwirtschaftlicher Vortrag in Gießen. Die Vereinigung der Freunde des Seminars für Genossenschaftswesen beim Landwirtschaftlichen Institut der Universität Gießen hatte zu einem Seminarnachmittag den Leiter des Milchwirtschafts- verbandes Hessen, Birkenholz, aus Frankfurt a. M., für einen Vortrag über den ,,Neuaufbau der Milchwirtschaft im Rhein-Main-Gebiet" eingeladen. Da Herr Birkenholz plötzlich nach Berlin berufen wurde, hielt Diplom-Landwirt Boettrich vom Deutschen Kali - Syndikat Frankfurt a. M. einen Lichtbildervortrag über „Die Futtergewinnung im Eigenbetrieb". Der Leiter der Veranstaltung, Dr. Pfaff, sprach zunächst sein Bedauern darüber aus, daß die auswärtigen Freunde, namentlich die Molkereifachleute, den Weg nach hier umsonst getan haben. Der Vortrag von Herrn Birkenholz soll nachgeholt werden. Diplom-Landwirt Boettrich sagte einleitend, daß im Rahmen der Maßnahmen zur Fettoersorgung des deutschen Volkes die Verbesserung der Viehfuttergewinnung im Eigenbetrieb und ohne dessen Mehrbelastung von außerordentlicher Bedeutung ist. Einmal kann dadurch die noch ungeheuer große Einfuhr ausländischer Futtermittel eingedämmt werden, weiterhin kann der Landwirt an seinen Kosten sparen. Wie das zu machen ist, war aus einem etwa einstündigem Filmvortrag zu ersehen. Die sehr schönen Aufnahmen behandelten die richtige Bewässerung und Bearbeitung des Bodens, sorgsame Pflanzenauswahl und richtige Düngung, sowie die rechtzeitige Ernte und richtige Behandlung der Ernte. Anschließend an den interessanten Film gab der Führer der Vereinigung, Professor Dr. S e s s o u s, noch einige praktische Erläuterungen. ** 7 5Iahre 2. Großh. hess.Leib-Dra- g o n e r - R e g i m e n t (Nr. 2 4) am 1. und 2. Juni in Darmstadt. Man schreibt uns: Die hessischen Dragoner rufen zu einem Treffen in ihrer alten Garnison Darmstadt auf. Am 1. und 2. Juni wollen sie aufs neue ihre in Krieg und Frieden bewährte Kameradschaft beweisen. Es ist zu hoffen, daß die Beteiligung wiederum eine den voraufgegangenen Regimentstagen entsprechende fein wirb; denn zum ersten Male finden sich die ehem. „Roten" und „Weißen" wieder in einem nationalen Deutschland, das sich, dem Willen und Vorbild des Führers gemäß, bewußt auf den ewigen Soldatentugenden der Treue, der Pflichterfüllung und der opferbereiten Kameradschaft aufbaut. Nicht in starrer Verkrampfung um äußere Formen erblicken die ehemaligen Dragoner die Pflege ihrer Tradition; wie es immer wieder in den Versammlungen zum Ausdruck kommt, empfinden sie freudigen Herzens, daß dem Frontkämpfertum seine Ehre wiedergegeben wird nach anderthalb Jahrzehnten des Schie- bertums und des Tanzes um das goldene Kalb. Echtes Soldatentum ist unsterblich, und dankbar werden die Teilnehmer an dem Dragonertag sich dessen bewußt werden, daß sie auch in den trübsten Jahren deutscher Geschichte die Tradition nicht haben sinken lassen, daß sie sich unter der Führung tatkräftiger Männer immer wieder um die Standarte geschart haben, im freimütigen Bekenntnis zu ihrer ehrenvollen Vergangenheit, in wehmütigem und doch stolzen Gedenken an die gefallenen Kameraden. Und wenn auf den voraufgegangenen Tagungen die Totenklage schmerzlichste Bitterkeit auslösen mußte, so wird nun zum ersten Male die Treue von dem tröstlichen Bewußtsein getragen werben: ihr Opfer war doch nicht umsonst, das neue Deutschland will seine Helden ehren und ihrer wert sein. So werden sich denn hoffentlich recht viele Kameraden in den ersten Junitagen in der alten Garnison Darmstadt einfinden. Trompeter! Regimentsruf! Zum Sammeln geblasen? Der Regimentstag soll ein großes Erlebnis, ein Bekenntnis zum alten Regiment, zu Volk und Vaterland werben. ** Wiedersehensfeierehe m. 87erund derKriegsformationen. Man schreibt uns: Das 1. Nass. Jnf.-Regt. Nr. 87 mit Kriegsformationen (Res. 87, Landw. 87, Jnf.-Regimenter 186, 223, 253, 349, 365, 468) begeht am 4 und 5. Mai in der alten Garnison Mainz seine 125jährige Gründungsfeier mit einem großen Wiedersehen der alten treuen Waffengefährten. Kameraden, meldet euch schon jetzt bei Kamerad Jakob Weil in Mainz, Goethestraße 3 an und zahlt den Beitrag von 1,50 Mark auf das Postscheckkonto Frankfurt am Main Nr. 999 der Mainzer Volksbank für das Konto JR. 87, Wiedersehensfeier. Auf Wiedersehen am 4. und 5. Mai 1935 in Mainz! Schöffengericht Gießen. Wegen Vergehens gegen den § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 21. März 1933 wurde der Heinrich Löwer aus Laubach zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte stellte in einer Wirtschaft unwahre Behauptungen über die nationalsozialistische Bewegung auf. Ein Mann aus Friedberg war bei einem Landwirt als Arbeiter tätig. Dem Arbeitsamt gegenüber verschwieg er seinen Lohn in Höhe von 30 Mk. und gab in Form einer Bescheinigung an, als Entgelt lediglich drei Zentner Kartoffeln bezogen zu haben. Dadurch erschwindCte sich der Angeklagte eine Unterstützung. In Anbetracht der außerordentlich schlechten Wirtschaftslage, in der sich der Angeklagte befindet, sowie der Tatsache, daß ihm der Betrag wieder abgezogen wurde, erkannte das Gericht auf eine Gefängnis st rafe von einem Monat, die mit der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt gilt. Sodann befaßte sich das Gericht mit einem Geschäftsmann aus Gießen wegen Steuerhinterziehung. Der Angeklagte nahm u. a. größere Darlehen auf und fetzte diese, auch nachdem sie schon längst zurückgezahlt waren, bei seiner Steuerbemessung wieder ein. Außerdem unterhielt der Angeklagte falsche Konten. Auf diese Weise brachte er es fertig, sein Steuervermögen erheblich herabzusetzen. Das Gericht erkannte unter diesen Umständen auf eine Geldstrafe von 9200 R M., sowie auf eine Gefängmis strafe von drei Monaten. Letztere wurde dem Angeklagten durch Beschluß bedingt erlassen. D.as Konto wird eingezogen. Obecheffen. Landkreis Gießen. * Wiefeck, 16. Jan. Unser Ortsbürger Christoph Römer beging am vorigen Samstag in voller körperlicher und geistiger Rüstigkeit seinen 84. Geburtstag. Seiner Gattin und treuen Lebensgefährtin Marie Römer wird es vergönnt fein, am Freitag dieser Woche ihren 80. Geburtstag zu begehen. Das hochbetagte Ehepaar erfreut sich noch bester Gesundheit und konnte im vorigen Jahre die goldene Hochzeit feiern. wg. Großen-Buseck, 16. Jan. Bei der jüngsten Eintopfgerichtsammlung gingen in der hiesigen Ortsgruppe 130,96 Mark ein. Hiervon entfielen auf Oppenrod 13,85 Mark, Burkhardsfelden 31,75 Mark und Großen-Buseck 85,36 Mark. Mit diesen Beträgen übersteigen Burkhardsfelden und Großen-Buseck alle bis jetzt gespendeten Eintöpf- gerichtsnmmlungen. * Lollar, 14. Jan. Am Sonntagnachmittag hielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr im Vereinslokal „Zum Schwanen" ihre ordentliche Generalversammlung ab. Oberbrandmeister Rohrbach begrüßte die Kameraden. Sein Gruß galt besonders dem anwesenden Ehrenmitglied und Mitbegründer der Wehr Kamerad Karl Moos. Die Versammlung gedachte alsdann der im verflossenen Jahre gestorbenen Kameraden in der üblichen Weise; es sind dies Ehrenkommandant I. Rau, der langjährige Kommandant und Ehrenmitglied Fr. Deibel, die Ehrenmitglieder Ehr. Göttlich, L. Schwalm, Karl O ß w a l d und Spritzenmeister Hch. Rohrbach IX. Die Kapelle spielte das Lied vom guten Kameraden. Der Oberbrandmeister gab dann einen Rückblick auf das verflossene Geschäftsjahr. Die Wehr, die eine Stärke von 152 aktiven, 91 passiven und 40 Ehrenmitgliedern hat, war im verflossenen Jahre vertreten beim Frühjahrs- und Herbstverbandstag des Kreises Gießen, dem Oberhessischen Verbandstag in Bad-Nauheim und dem Landes- verbandstag in Frankfurt a. M. Ab gehalten wurden im letzten Jahre 6 Hauptübungen und 6 bzw. 3 Uebungen vom Motor- und Steigerzug. Die Feuerschutzwoche vom 17. bis 23. September wurde in vorgeschriebener Weise durchgeführt, deren Verlauf als mustergültig bezeichnet werden kann. Im Jahre 1934 erhielten Auszeichnungen: für 40 Jahre Ludwig Geißler V., für 25 Jahre Hrch Rohrbach VIII., Gg. Schnell, W. Viehl und W. Zecher, für 20 Jahre Jost Rauch und K. Seitz, für 15 Jahre A. Göttlich, Erich Carle, W. Klippel, L. Seipp und K. Sund- Heim, für 10 Jahre O. Grün, H. Deussing, W. Hofmann, W. Riehm und R. Wissemann. Der Rechner HeinrichR o h r b a ch gab den Rechenschaftsbericht, worauf ihm Entlastung erteilt wurde. Die Wehr beabsichtigt, im Jahre 1936 ihr 60jähr. Stiftungsfest ZU feiern, wenn der Herbstverbandstag des Kreises Gießen in Lollar abgehalten wird. Oberbrandmeister Rohrbach und Brandmeister Schwabe gaben noch wichtige Anregungen für das Feuerlöschwesen und ermahnten die Kameraden Zur pünktlichen und vollzähligen Beteiligung an den Hebungen. Die Kapelle verschönte den Nachmittag mit Musikvorträgen. Nach einem Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler wurde mit dem Gesang des Deutschland- und des Saarliedes die Versammlung geschlossen. § Mainzlar, 16. Jan. Die von der NSDAP, herausgegebenen Saarplaketten wurden in unserer Ortsgruppe (Mainzlar, Saubringen und Staufenberg) restlos abgesetzt. Die am vergangenen Sonntag in unsrem Ortsgruppengebiet durchgeführte Eintopfsammlung ergab insgesamt den Erlös von 139,70 Mark. Dieser Betrag verteilt sich auf die einzelnen Ortschaften wie folgt: Staufenberg 39,50 Mark, Daubringen 57,10 Mark und Mainzlar 43,10 Mark. ö <51 e i n b a d), 16. Jan. Die durch den Tod des Ku-chenrechners Ludwig Haas IV. erledigte Stelle des Kirchenrechners wurde seither von dem Vorsitzenden des Kirchenvorstandes vertretungsweise versehen. Rechner Haas hatte das Rechneramt achtundzwanzig Jahre bekleidet. Heute fand die Ueber- gabc des Amtes an den neuen Rechner, Beigeordneten Karl R e u s ch l i n g IV., statt. Die Erhebung der an Martini fällig gewesenen Pacht- und Obstgelder, mit der der Hntereinnehmer Wilhelm N e e b beauftragt war, ist bis auf einen geringen Rest, den der Untererheber noch erhebt, durchgeführt. Die Uebergabe fand durch den Bevollmächtigten des Kreisamtes, Praktikanten Schweizer, statt, mit ihr mar eine Prüfung der Rechnungsführung verbunden, wie das bei solchen Anlässen üblich ist. * Watzenborn-Steinberg, 16. Jan. Der etwa 30 Jahre alte Knecht Friedrich L ö h r k e von hier kam dieser Tage so unglücklich zu Fall, daß er einen Oberschenkelbruch erlitt und sofort in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden mußte. § Lich, 14.Jan. Der Zweigverein Lich des V H C. hielt im Parkhotel seinen ersten Familienabend im neuen Jahre ab. Der erste Vereinsführer, Lehrer Meckel, begrüßte die zahlreich Erschienenen und führte u. a. aus, der DHC. könne mit Genugtuung auf das verflossene Jahr zurückblicken. U. a. bracfjte es den Wandervereinen die volle Anerkennung als Sportvereine. Zum Schlüsse konnte zwanzig Mitgliedern, die im vergangenen Jahre die nötige Anzahl Wanderungen mitgemächt hatten, die Auszeichnung verliehen werden. Der erste Vereinsführer schloß mit einem Hinweis auf das im Juni ftattfinbenbe Jubiläumsfest des Vereins und die damit verbundene Hauptversammlung des Gesamt-VHC., und mit der Forderung nach weiterer reger Mitarbeit und zahlreicher Beteiligung an den Wanderungen. Die Mitglieder blieben anschließend noch einige Stunden in froher Geselligkeit beisammen. * Hungen, 16. Jan. Der am Montag veröffentlichten Notiz über die Störche auf dem Schloß z u Hungen ist nachzutragen, daß die Störche im Jahre 1933 nicht wegen eines Feuerwerks im Schloßhof ihr Nest verließen, obgleich sie kurze Zeit ausgeblieben waren. Erst einige Zeit später, nachdem sie heftige Kämpfe unter sich ausgefochten hatten und einige getötet wurden, zogen die Störche fort. 3 Obbornhofen, 16. Jan. Die Geldsammlung vom Eintopfgericht am vorigen Sonntag erbrachte in unserem Orte den Betrag von 32,80 RM. Kreis Friedberg. LPD. Friedberg, 16. Jan. 7 Vi Zentner wog ein in Steinfurth dieser Tage geschlachteter Eber. Außer der respektablen Fleischmenge, die zu Wurst usw. verarbeitet wurde, heimste der Besitzer auch noch 50 Pfund Schmalz ein. Kreis Büdingen. ck. Nidda, 15. Jan. Zu dem schon vor langer Zeit beschlossenen Neubau einer Orgel für u n • sere Stadtkirche, der rund 10 600 Mk. kosten soll, standen 6500 Mark zur Verfügung. Die Beschaffung des fehlenden Kapitals stieß bisher auf Schwierigkeiten. Nunmehr ist der Kirchengemeinde eine hochherzige Spende von 3000 Mark überwiesen worden. Den fehlenden Rest hofft man durch kleine Spenden innerhalb der Kirchengemeinde zu erlangen. Vor einigen Tagen wurden die kaum- noch brauchbaren inneren Teile des Instrumentes von der Firma Förster & Nicolaus in Lich abmontiert. Die unter Denkmalschutz stehende Spätbarock-Fassade wird zur Platzgewinnung auf der Empore nach vorn gerückt für die Unterbringung von 138 neuen Holzpfeifen, sowie 198 Zink- und 904 Zinnpfeifen. Der etwa sechs Meter entfernt aufzustellende Spieltisch mit zwei Klaviaturen, 24 Registern und 13 Nebenzügen wird mit der Orgel durch drei Kabel mit elektrischen Leitungsdrähten verbunden. Man hofft auf Fertigstellung dis Ostern dieses Jahres. VQ Nidda , 16. Jan. Der Eisenbahnverein Nidda hatte zu seinem diesjährigen Wintervergnügen eingeladen. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Vereinsführer Becker begrüßte die Teilnehmer und die Gäste, insbesondere den Amtsvorstand des Betriebsamts II Gießen, den stellvertretenden Ortsgruppenleiter der NSDAP, und den Kreis- wart der NSG. „Kraft durch Freude". Musikstücke und zwei von Frl. Ludwig gesungene Lieder leiteten über zu einem Lustspiel, das von Angehörigen des Vereins sehr geschickt aufgeführt wurde. Die Darsteller sanden starken Beifall. Zum Schluß erinnerte der Vereinsführer an die Saarabstimmung. Gemeinsam wurde dann das Saarlied gesungen. * Nidda, 16. Jan. Die Sammlung vom Eintopfgericht in der hiesigen Ortsgruppe brachte am vorigen Sonntag den Betrag von 326,85 Mark. * Ortenberg, 16. Jan.' Der im Zusammenhang mit den Verfehlungen bei der hiesigen Bezirkssparkasse in Haft genommene frühere Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Verlag, Halle (S.). 10 Fortsetzung Nachdruck verboten! „Ich sorgte mich um dich, Günter. Glaubte, du seiest nicht ganz wohl, weil du gar nichts mehr von dir hören ließest. So kam ich persönlich einmal zu dir. Es war mir — gewiß nicht leicht, nachdem du mir bei unserem letzten Zusammentreffen so weh getan hattest." Ria schlug wie ein Schulmädchen die Augen nieder und erwartete den Erfolg dieser Szene. „Aber liebe Ria, ich habe dir wissentlich ganz gewiß nicht weh tun wollen. Ich wollte dir doch nur eine Freude machen. Doch sprechen wir nicht mehr darüber. Das ist ja vorbei." Gersheim ließ sich durch Rias aufrichtigen Ton wirklich bluffen und meinte es auch jetzt gut mit ihr. Bei sich aber fühlte er, wie er es schon einmal so deutlich gefühlt hatte, wie wenig ihm diese Frau in seinem Herzen doch bedeutete. .Dos blasse, gepuderte Gesicht, die tiefrot geschminkten Lippen. Gewiß nicht uninteressant, denn Ria Velten war schön, sehr schön. Aber ihm lag all das Unnatürliche, Zurechtgemachte so wenig. „Licht, Luft und Sonne!, das ist die schönste Kosmik!" hatte seine Mutter oft gesagt. „Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dann hätte er uns Lippenstift und Puderquaste mit auf die Welt gegeben. Aber das hat er nicht getan, und so ist es wohl auch nicht sein Wille, daß wir an unserem Aussehen so viel herumkorrigieren." Gersheim lächelte bei diesem Gedanken und sah seine Mutter vor sich in früheren Jahren, deren Schönheit man in den Adelskreisen feiner thüringischen Heimat so oft gerühmt hatte. „Du scheinst recht heiterer Laune zu sein, Günter", sagte Ria ein wenig lauernd. „Ja, Ria. Meine Laune ist nicht schlecht. Das wäre wohl auch ungezogen, wenn einem so ein netter Besuch überraschend ins Haus kommt", sagte Gersheim, verbindlich lächelnd. „Nun, es ist gleich fünf Uhr. Ich würde mich freuen, wenn du zum Tee mein Gast sein wolltest." Ria aber hatte noch nicht erwidert, als sie durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen wurden. „Nun, Friedrich, was gibt's?" „Verzeihung, gnädiger Herr. Es ist ein Bote da vom Modenhaus Merkur, der ein Paket bringt und einen Brief für den Herrn Baron. Darf ich das annehmen?" Rias Blick suchte Gersheims Gesicht, und sie sah, wie dieser erblaßte. Sekundenlang waren seine Lippen dünn wie ein Strich, während er nur ein kurzes „Ja!" hervorstieß. Der ahnungslose Diener aber brachte das Paket ins Zimmer und legte den Brief vor feinen Herrn hin. Durch Ria Veltens Kopf schoß blitzartig eine Fülle von Gedanken. Modenhaus Merkur? Also bestanden noch immer Beziehungen nach dort? Was bedeutete das Paket? War der Inhalt dieses Paketes vielleicht eine Ueberraschung für sie? „Oh, bitte, lies nur in Ruhe deine Post, Günter!" sagte Ria mit bestrickender Liebenswürdigkeit, während ihre Augen den Brief fast zu verschlingen schienen. Soviel hatte sie schon erspäht: das war doch keine Geschäftspost?! Das war doch ein Damenkuvert mit einer regelmäßigen, beinah kindlichen Handschrift?! Sekundenlang zögerte Gersheim. Dann öffnete er den Brief und las: „Sehr geehrter Herr Baron! Seien Sie mir, bitte, nicht böse, wenn ich Ihnen den kostbaren Mantel hiermit zurückgebe. Es ist mir unmöglich, ein solches Geschenk anzunehmen. Die herrlichen Rosen haben mir große Freude gemacht. Ich hoffe, Sie werden das verstehen. Mit Gruß Gerlinde Steinbrück." Ganz ruhig faltete Günter von Gersheim das Briefchen zusammen und steckte es in seine Jackett- tasche. Keine Miene in seinem Gesicht verriet, was in ihm vorging. Nur seine Augen hatten zum ersten Male einen merkwürdigen frohen, jungen Schein, und auf seinen Lippen lagen unsichtbar die Worte: „Alle Achtung!" „Wilst du mir nicht sagen, was dich so froh stimmt, Günter?" Ria? Ach ja, Ria Velten! Oh, die hatte Baron von Gersheim über seinem Erlebnis beinah vergessen. „Verzeihe mir, Ria! Wollen wir jetzt den Tee nehmen?" versuchte Gersheim über die Situation hinwegzukommen. Doch Ria war zäh. „Aber, Günter, seit wann hast du denn Geheimnisse vor mir? Willst du mir nicht sagen, was dich so erfreut hat?" Da geschah etwas, das Ria selbst in höchstem Maße überraschte. Gersheim griff in seine Jackett- tasche, nahm das Briefchen heraus und überreichte es Ria. „Da — bitte! Ich habe keine Geheimnisse. Wenn es dich wirklich interessiert." t Mit schnellen Blicken überflogt Ria Velten den kurzen Brief und wurde plötzlich aschfahl. „Du wolltest ihr den Mantel schenken — diesen teuren, herrlichen Fehmantel?" „3a, Ria!" „Du liebst sie also!" „Das ... das weiß ich nicht, Ria! Sie ist mir sympathisch. Ich leugne das nicht." „Was — sympathisch, dieses junge, grünschnäblige Ding? Ihre Madonnenaugen haben dir wohl den Kopf verdreht — was? Diese Madonnenhaften, das sind die Allerschlimmsten. Dieser Brief ist einfach großartig. Nein — so etwas von ausgesuchter Raffinesse! Da kommt eine anständige Frau überhaupt nicht darauf. So ein Mannequin! Man sollte es nicht für möglich halten! Und du — du fällst auch wirklich auf dieses Manöver herein!" Ein hysterisches Lachen unterbrach Rias wütenden Wortschwall. Gersheim Gesicht war unheimlich starr geworden. Am liebsten hätte er Ria die Tür gewiesen. Aber er war zu sehr Weltmann, um nicht auch in diesem Augenblick vollkommen Herr der Lage zu sein. „Liebe Ria, bitte, beruhige dich doch? Du wolltest die Wahrheit wissen. Das war die Wahrheit. Nichts weiter. Ich kenne Fräulein Steinbrück ebensowenig wie du. Aber ich kann nicht leugnen, das jage ich Zum zweiten Male, daß ihre Art mir ganz außerordentlich gefällt. Sie ist gewiß nicht anders, als sie sich gibt Wir wollen doch froh fein, daß es so feinempfinbenbe junge Mäbchen gibt. Sie hat ganz recht. Sie konnte von einem Unbekannten ein solches Geschenk nicht annehmen..." „Unbekannten? Ha — wie lange noch? Du bist ja ganz versessen auf biefe Gans. Na — heirate sie boch." Ria war aufgeftanben. „Bitte, führe mich hinaus! Ich habe hier nichts mehr zu juchen." Gersheim blieb ruhig unb vollkommen beherrscht. „Wie bu wünschest, Ria! Ich hoffe, bu wirst halb einsehen, daß deine Worte leider recht unfreundlich waren ..." „Und dieses Gänschen um Verzeihung bitten?" Ria ahmte Gersheims Tonfall nach und lachte schallend. Gersheim erschrak in diesem Augenblick doch. Wie häßlich bas schone, gepflegte Gesicht jetzt aussah! Von Haß beinah zur Grimasse verzerrt. Plötzlich üeränberte sich Rias Gesicht schon wie- ber. Tränen stürzten aus ihren Augen, unb sie brach in ein krampfhaftes Schluchzen aus. „Oh — unb ich? Unb ich? Ich habe wirklich geglaubt, baß bu mich liebst. Alles war bir nichts. Gar nichts bebeutete bir all meine Liebe unb Treue ..." „Ria ...ich kannte bich ja nicht!" sagte Gersheim leise. „Erst jetzt erkenne ich dich!" „Erst jetzt, wo du mich zur Verzweiflung treibst? So kenne mich denn! Kenne mich wirklich! Noch besser wirst du mich kennenlernen. Denn ich hasse sie schon jetzt, diese scheinheilige Madonna. Na — du wirft ja selbst einsehen, daß sie nichts weiter als ein ganz großer Bluff ist. Natürlich, du mußt die Mode mitmachen. Blonde Haare, blaue Augen — weil das heute Trumph ist. Hm! Ein Schulmädchen fast noch. Das ist natürlich besonders interessant. Eine, Achtzehnjährige! Sie kann ja mit deiner Tochter spielen. Dann hast du zwei Kinder", brach es aus Ria heraus. In Gersheims Gesicht arbeitete es plötzlich. „Ria!" „Ja ... ja, sie kann mit deiner Tochter Ursula spielen!" Ria Velten konnte sich nicht mehr zurückhalten. Bei Gersheim aber schien das Maß plötzlich voll zu sein. „Beherrsche dich, Ria! Komme zur Vernunft! Mich aber — wirst du jetzt wohl, bitte, entschuldigen!" „Günter, du ..." Ria änderte jäh ihre Taktik. Sie schien mit einem Male zur Vernunft zu kommen. Plötzlich hing sie, laut weinend, an Gersheims Halse. „Ach, bu ... Verstehst bu denn nicht, daß ich nicht ertragen kann, baß bu an eine anbere benkst? Nur ich — nur ich allein will bich lieben. Unb bu sollst nur mich allein lieben. Horst bu, Günter?" Gersheim aber loste behutsam bie ihn leiben- schaftlich umklammernben Hänbe Rias. „Ich verstehe schon, Ria? Wenn du doch nur vernünftig sein wolltest!" Ein warmes Mitleid stieg in ihm auf, als er den zügellosen Schmerz des Weibes sah. „So ist das doch nicht gut, Riachen! Das ist doch keine Liebe." „Ich muß jetzt gehen, Günter!" sagte Ria Velten leise. „Ja — vielleicht ist das das beste, mein Kind! Ruhe dich schön aus. Und morgen wirst du anders über diese Sache denken — nicht wahr?" „Vielleicht, ja! Und ... du bist mir wirklich nicht böse?" „Nein, Ria! Ich bin nicht böse. Ich war nur traurig. Du warst doch sonst immer so ein lieber, netter Kamerad. Da hab' ich dich ackch gern gehabt", sagte Gersheim freundlich. „Kamerad? Ja, Günter! Nichts weiter. Oh, du... Ich glaube, du hast ein Herz von Stein und nicht ein warmes, lebendiges Menschenherz." „Aber Ria!" Wie einem Kinde streichelte Baron Gersheim Ria Veltens Wange. Die Menschen sind doch alle wie Kinder!, dachte er. Diese hier ist eine bekannte und verehrte Filmschauspielerin. Sie entzückt die Menschen durch ihr Spiel, und hier in dieser Stunde ist sie wie ein kleines, unartiges Kind, bas böse wirb, wenn es seinen Willen nicht burchsetzen kann. Doch nun schien ja alles gut zu fein. Das Teufelchen hatte sich scheinbar iri Ria beruhigt. „Aber bu mußt mir versprechen, Günter, baß bu biefen ... diesen Mannequin nicht lieben willst!" begehrte Ria noch einmal auf. „Willst du mir bas versprechen? Jetzt! Für alle Zeit." Also wieder dasselbe. (Fortsetzung folgt!) der worden. Kreis Schotten. Preußen UC|UUCIllll «wiiivi o-------- . v denen, die dazu beigetragen haben, mit dieser Kimo- gebung ein Kreis Alsfeld. , uu uu utHunuiiiuiH ----’o;., v co ■ j,,. dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer, und Reichs- ' kanzler. Die Gesangvereine „Germania und „Har- gespielt von Freiwilligen Saar-Oankfeiern in -er Provinz drucksvolle Feier statt. Von 12 bis 13 Uhr laute- an geführt. Steinbach. Abschluß. Butzbach. teiligten Läufer leitete den Abend ein. Turnbruder Wagner vom Tv. Salzböden hielt die Begrüßungsansprache, in der er auch der für Deutschland M _ V___ « _ X ,4a * .N CC y hnnflA nilÖYt y Aus Anlaß des großen Sieges im Saarland fand hier am Dienstagabend ein Fackelzug mit an- «C4U-I | IVUUliy wv-/ X) y 1^0 . . . Hofstraße, von wo sich der Zug durch die reichgeschmückten Straßen nach dem freien Platz vor Dem Kampfe gegen hunger und Källe dienen auch die TVohlfahrtsbriefmarken. Wer möchte da zurückslehen, sie zu kaufen? Nur wenige Pfennig Wohlfahrtsaufschlag sind zu opfern. Tue auch hierin deine Pflicht! Rechner achtens wieder aus hat der Verunglückte erhebliche Quetschungen davongetragen, die ärztliche Behandlung notwendig gebung --- an der Saar wurde. * Odenhausen, 16. Jan. Die Turnver- eine Odenhausen, Ruttershausen, Salzböden und Stauf end e r g veranstalte- ten gemeinsam im Saalbau Klinkel zu Odenbausen eine Saartreuekundgebung. Der Einmarsch der an der S a a r t r e u e st a f f e l b - Grünberg. + Aus Anlaß des Saarsieges fand hier am Dienstagabend ein großer Fackelzug statt. Daran beteiligten sich alle RS.-Formationen und Organisationen, sowie die Vereine mit ihren Fahnen. Der Zug, der eine stattliche Lange aufwies, bewegte sich vom Neustädter Tor durch die haup- straßen der Stadt, der Musikverein und der Spiel- mannszug des Jungvolks stellten die Marschmusik Auf dem Marktplatze wurde die Kundgebung mit der ersten Strophe des Saarliedes eröffnet, worauf Dq B ö ch e r eine Ansprache hielt. Er schilderte nochmals den 15jährigen Leidensweg des Saar- oolkes, wies auf seine trotz aller Verhetzungen bewährte Treue zum angestammten Vaterlande hm, der sie durch diese Abstimmung vor aller Welt Ausdruck gegeben hätten, und würdigte die mnen- und außenpolitische Bedeutung der SaarabstlM- mung als eines welthistorischen Ereignisses. Nach dem Sieg-Heil auf Vaterland und Führer unb dem Gesang des Deutschlandliedes und des ^0^=206Heb Liedes schloß Propagandaleiter Schmidt die Kundgebung, wobei er noch auf den für Mittwochabend angesetzten Dankgottesdienst Howies Der Fackelzuq und die Kundgebung auf dem Marktplatz hatten eine große Zahl Zuschauer zusammen- Die Ortsgruppe der NSDAP, veranstaltete zur Feier des Saarabstimmungsergebnisses am Dienstagabend einen Fackelzug durch das Dorf an dem sich neben der SA.-Reserve - der aktive <5 urm machte in Gießen den Fackelzug mit — der Hitler juqend, der NS.-Frauenfchaft und der P0. auch sonstige Gemeindeglieder beteiligten. Der Dackelzug endete var der Kirche, wo zunächst Propagandawart Größer einen Vorspruch hielt; nach dem.Saar- lied sprach der Ortsgruppenleiter, ^u^ermelster Rink. Er feierte den 13. Januar und die Bedeutung des siegreichen Ausganges der Abstimmung; alles verdankten wir dem Führer Adolf Hitler. LPD. Frankfurt a. »i., xv. —- -v—r- tzahnhof hatte sich heute abend eine große Anzahl Volksgenossen eingefunden, die die Schwarze Sturmfahne aus dem Saarg ebi e t erwartete. Chrenstürme der SA., SS., NSKV., der HI. und des BdM. standen bereit, um ihr den Ehrengruh zu erweisen und das Ehrengeleit zu geben. Unter den Vertretern von Partei und Behörden befanden sich Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger und Kreisleiter Oberbürgermeister Dr Krebs. Pünktlich um 23,05 Uhr trafen der Ehrensturm der SS. und der Ehrensturm der Höchster NSKV. mit Fahnen und Fackeln und klingendem Spiel, voran die blumengeschmuckte Schwarze Sturmfahne, am Hauptbahnhof ein. Das Saarlied klang auf. Es vollzog sich der feierliche Akt der Ueberqabe der Sturmfahne an die Frankfurter NSKV., die die Fahne durch Frankfurt und durch die Nacht nach Vilbel bringen wird Dann hielt Staatsrat Oberbürgermeister Dr. K r e b s eine Rede, in der er die Erinnerung an den gestrigen Tag wachrief und den Jubel in Deutschland und den Widerhall in aller Welt schilderte So groß Der S eg für Deutschland sei, so groß sei die Niederlage ur alle Gegner Deutschlands. Vor allem Frankreich, das das Märchen von den 150 000 sich nach Frankreich zurücksehnenden Saarfranzosen ausgebracht habe, habe eine empfindliche Niederlage erlitterr Der Spuk des Saarregimes sei nunmehr endgültig vorüber. Die Politik des Herrn Knox sei k. o. geworden und habe einen ordentlichen Kmx erhalten. Dieser Sieg sei aber nur'durch den Führer Adolf Eitler möglich geworden. Darum sei dem Fuhre auch fttzt, bei der Uebernahme der Schwarzen Sturmfahne zum Marsch durch den Kreis Frankfurt und den Gau Hessen-Nassau dem Führer entgegen, der Treueschwur geleistet mit einem kräftigen ' dreifachen Siegheil. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied klangen auf. Dann traten die Ehrenstürme an, um die Sturmfahne weiter zu • tragen, dem Städtchen Vilbel entgegen. Kreis Wetzlar. Ht auf Grund eines ärztlichen-Gut- Zum Glück war ein anderer Mann in der Nähe, au' - k _ entlassen der die Maschinenanlage sofort stillegte. Immerhin ’ 1 kni hn,- snon.nnfiirpfi» prhebliche Queticbungen davon- Seine Rede klang aus in dreimaligem Sieg-He auf den Führer. Es folgte der Gesang des Horst Wessel- und des Deutschlandliedes. Dann läuteten die Glocken, und im Gotteshaus fand ein Dankgottesdienst statt, zu dem sich eine zahlreiche Gemeinde eingefunden hatte. Pfarrer D ö l l rief zum Dank nicht nur der Worte, sondern der Tat auf. Der beste Dank ist treue Gefolgschaft dem großen Helfer im Himmel und unserem von ihm geschenkten Führer Adolf Hitler. Mit dem Choral „Großer Gott dich loben wir" klang die Feier aus. Garbenteich. Anläßlich des großen Bekenntnisses der Saarländer zu Deutschland am 13. Januar hatte auch die hiesige Ortsgruppenleitung am Dienstagabend zur würdigen Feier eingeladen. Um 20 Uhr formierten sich am Adolf-Hitler-Platz alle Formationen der NSDAP, zu einem stattlichen Fackelzug, der sw) unter dem Gesang alter Kampflieder durch die Orts- straßen zurück zum Adolf-Hitler-Platz bewegte^ Vorn Rathaus aus eröffnete Zellenleiter Hermann Stoll die Kundgebung. In einer Ansprache dankte er allen Saardeutschen für die Treue zum Heimatland, alle Eberstadt. Der deutsche Sieg an der Saar wurde auch von den Einwohnern unseres Dorfes mit großer Freude ausgenommen. Mit Interesse horte man die Wahlergebnisse, die Rede des Saarbeauftragten und die Ansprache des Führers. Bald darauf prangte das Dorf im Flaggenfchmuck. Zur Mittagsstunde lauteten die Glocken. Am Abend traten alle Gliederungen der Bewegung und die Vereine zu einem Um- 3Ufl durch bas Dorf an. In Anschluß daran hielt Zellenleiter L ö b r i g eine Ansprache. Vaterländische Lieder und Gedichtvorträge der Schüler verschonten die Feier. Mit dem Saarlied und dem Horst-Wessel- Lied wurde die Veranstaltung geschlossen. Obbornhofen. 4 Die durch das Treuebekenntnis der Saar im deutschen Volke ausgelöste Freudenstimmung fand auch in unserem Dorfe ihren Ausdruck. Unter Vorantritt des Trommler- und Pfeiferkorps des Tiir n- Vereins bewegte sich am Dienstagabend em Fackelzuq, an dem sich die Dorfgenoffen recht Zahlreich bc> teiligten, durch den Ort nach dem Schulhof H er begrüßte Zellenleiter Kämmerer die Volksgenossen. Anschließend sprach Bürgermeister K a m mer über den Sieg der deutschen Sache. Das Her- beieilen der Heimattreuen Saarlander aus allen Ländern der Welt sei ein leuchtendes Beisplel deut- scher Treue. Mit dem Gesang des Saarliedes und einem dreifachen Sieg-Heil auf den Rubrer unb Reichskanzler fand die kurze, würdige tfeier ihren Großen-vuseck. wg. Aus Anlaß des deutschen Sieges an der Saar fand in unserem Orte am Rathaus auf dem Anger eine große Kundgebung statt. Zuerst bewegte stchem stattlicher Fackelzug durch die Straßen des Dorfes. Mit dem gemeinsam gesungenen Saarlied und mit Musik wurde die Feier eingeleitet. Der Kreiswalter der NS "Hago Pg^ Schimmel, schilderte in einer kurzen Ansprache das 15iährige Unrecht das Miseren deutschen Brüdern und Schwertern un der Saar geschah Dankbar gedachte der Redner der Saardeut- chem die sich mit überwiegender Mehrheit für den Anschluß an dos Mutterland erklärten. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Eitler, sowie mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Weffel-Liedes fand die Feier ihren Abschluß. Odenhausen (Lumda). Aus Anlaß bes Abstimmungssieges ari der Saar fand hier eine Kundgebung statt SA., SA.ll„ Frauenschaft, BdM. und Jungvolk versammelten sich an der Schule zu einem Fackelzug der sich durch das Dorf nach dem Gasthaus H.BelA inig bewegte. Bürgermeister Konrad hielt eine An spräche in der er über die Bedeutung der Abstimmung an der Saar und über den Sinn der Kundgebung sprach. Mädchen brachten sodann © - dichte zum Vortrag. Nach einer musikalischen Dar bietung sprach Pfarrer Thorn aus> grundleher Kenntnis heraus über das Saarland und ferne Ortsgruppenleiters die Feier leitete, schilderte den Kampf der Saarbevölkerung von 1919 bis letzt. Der Gesangverein „Eintracht" verschönte die Feier mit zwei gut zu Gehör gebrachten Liedern. Mit Sieg-Heil auf den Führer und dem Saarlied wurde die Feier geschlossen. Daubringen -Mainzlar- Staufenberg -Ruttershausen. 8 Am Dienstagabend veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, anläßlich des überwältigenden deutschen Sieges bei der Saar-Abstlmmung einen Fackelzug. Gegen 19.30 Uhr traten die SA., SA.-Reserve und PO. am Ortsausgang D a u « bringen an und marschierten Zunächst bis zur Mitte des Ortes Mainzlar auf den freien Platz ®r‘ber SßTrtfd,aft Koch, w« hielt der ftfto. Otto- gruppen- und Propagandaleiter Pflüger eine Ansprache. Die Sturmkapelle spielte hierauf das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied, wobei die Menge begeistert mitsang. Anschließend setzte llck der Zug nach Staufenberg m Marsch. Uer wurde gleichfalls unterhalb des Turmes eine kurze schlichte Feier abgehalten, um bann ben Marsch nach dem Endziel Ruttershausen forUusetzen. Vor Ruttershausen stießen Kameraden aus Collar sowie das Jungvolk, BdM. und zahlreiche Volksgenossen noch hinzu, so baß der Werbemarsch und Fackelzug zu einer mächtigen Kund- der Treue und Liebe zu den Volksgenossen machten. # Ober-Ohm^n, 14. Jan. Zwei unserer ©emeinbemitgüeber befinben sich in hohem Lebensalter. Frau Witwe Kratz steht im 94. Lebensjahr, Johann Stritter kann auf 91 Lebensjahre zurückblicken Er ist Altveteran aus bem Kriege 1866. Nieder-Ohmen, 14. Jan. Die gestrige Eintopfsammlung ergab in unserer Gemeinde den Betrag von 61,50 Mark. Durch den Verkauf an Saarplaketten (100 Stück) wurde ein Betrag von 20 Mark erzielt. Die Ortsgruppe Nieder-Ohmen hat heute an dem hiesigen Bahnhof 250 Zentner Mehl verladen, die zugunsten des Winterhilfswerkes gingen. — Die hiesige Ortsgruppe des Reichsnährstandes hielt ihre erste diesjährige öffentliche Versammlung im Dollschen Saale ab Ortsbauernführer Eisenach dankte für den zahlreichen Besuch. Weiter sprach der Bezirksbauern- führer Georg über das Thema „Marktregelung . Er erklärte die gesamte Vieh-, Milch- und Eierverwertung. Anschließend fand eine rege Aussprache mit den Landwirten statt, in der die noch nicht geklärten Punkte ihre Erledigung fanden. Mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer und Dolks- kanzler wurde die Versammlung geschlossen. Volksgenossen stimmten ein in das Saarlied. Hierauf feierte Ortsgruppenpropagandaleiter Größer aus Steinbach in Gedichtform den deutschen Sieg an Der Saar und beschloß seine Worte mit dem Horst- --------1 Wessel-Lied. In der Schlußansprache ermahnte Orts- ZeMNls wahren kameradschaftlichen Gei- II (Steinbach) alle Volksgenossen, 0 3» können.,Der Redner wies „auf bje |%ein Opfer scheuend am Werk- unseres Führers zu helfen. Mit einem ^Sieg-Heil auf das Saarland, das große Deutschland und unseren Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und mit dem Deutschlandlied wurde die eindrucksvolle Kundgebung v offen, 12. Jan. Die Deutsche Ar- hpiiTfront hält z.Z. Schulungskurse für , die Führer von Betrieben und für die Mitglieder der & den größeren Betrieben zu errlch enDen Ver- innnpnsräte ab. Gester'n begann der erste Schu- una5turfU5 ür den Kreis Schotten. Kreisschulungsleiter der DAF., Reg.-Assessor £ p n , e r begrüßte die zahlreich Erschienenen und kanb ch°n- Worte über ben Wer, unbden Abel der Arbeit im neuen Reich. Der Leiter der Rechtsberatungsstelle Schotten, Bürgermeister Menget, behandelte alsdann eingehend das Gesetz über die Ordnung der nationalen Arbeit. Nach einem kurzen aeschichtlichen Rückblick wies der Redner auf den hohen Sinn und die weittragende nationale Bedeutung des Gesetzes eingehend hin und sprach alsdann ausführlich über die Stellung, die Rechte unb Pflichten des Betriebsführers, ber Gefolgschafts- angehörigen unb vor allem auch ber Mitglieber ber Dertrauensräte. In bem Kursus sprachen ferner noch Kreisschulungsleiter Hofmann (Freienfeen) unb Kreisbetriebszellenwalter Schneibmuller. ; Weitere Schulungskurse werden noch folgen. )_( Ruppertsburg, 14. Jan. Der in weiten Kreisen bekannte Architekt Heinrich Konrad, der im blühenden Alter von 32 Jahren oerftarb, wurde hier unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen. Der Verstorbene war in unserer Gemeinde einer ber ältesten Kämpfer für das Dritte Reich. Als stellvertretender Ortsgruppenleiter unb als Ge- । meinberatsmitglieb rechtfertigte er bas große Vertrauen ber Partei unb der Gemeinde. Die Partei- dienftftellen und die Gliederungen sowie der Gemeinderat, der Gesangverein und die Freiwillige Feuerwehr gaben dem von Amtswaltern getragenen und mit den Farben des Dritten Reiches geschmückten Sarg das Geleite. Pfarrer Scnda : (Wetterfeld) hielt die»Grabrede, der Mannergesangverein sang seinem verewigten Sangesbruder zwei Chöre. Kreisleiter Kromm (Schotten) widmete , dem treuen alten Kämpfer der Partei im Kreise Schotten einen herzlichen Nachruf. Weiter sprachen : noch und legten Kränze nieder: für die Ortsgruppe Ortsgruppenleiter Bürgermeister Lind, für Die Deutsche Arbeitsfront Kreisamtswalter Schneid- müller, für die Arbeitsfront-Ortsgruppe Ruppertsburg Johannes P a r r, für den SA.-Sturm 34/116, in dessen Dienst der Verstorbene bei dem Motorradrennen „Rund um Schotten" einen schweren Unfall erlitt, Obertruppführer Bohn, für die SA.-Reserve Obersturmbannführer Hahn, für Die NS.-Frauenfchaft Fräulein Fritsch, für die Gemeinde Beigeordneter Fritz, für den Gesangverein Lehrer D e b u s , ferner noch ein Vertreter des Verbandes Deutscher Baubeamten. pb. Die Butzbacher Saarländer kehrten Montag mit dem fahrplanmäßigen Zug um 17.43 Uhr st. Ober-Gleen, 16. Jan. In einer gut be- 1 suchten Versammlung im Saale der Gastwirtschaft Ruppert hielt der Kreisbauernführer Geiß (Vadenrod) einen Vortrag über „Aktuelle Fragen ber Landwirtschaft". Dem Vortrag folgte eine rege Aussprache. st. Kirtorf, 16. Jan. Dieser Tage fand im Saale von Gastwirt Lenz eine Versammlung der Zelle Lehr buch in der Ortsgruppe Kirtorf der DAF. statt. Der Kreiswalter der DAF., Pg- Hartmann (Alsfeld), schilderte die Zeit der Vorkriegsjahre, das Fronterlebnis und den Zusammenbruch nach dem Kriege, ferner den politischen Kampf der Freiheitsbewegung, umriß die großen Erfolge der nationalsozialistischen Regierung und beschäftigte sich schließlich eingehend mit dem 2hifbau der Deutschen Arbeitsfront. Der Judenfrage und der Ausbildung der deutschen Jugend widmete der Redner ebenfalls einige Ausführungen. Der Ortswalter der DAF., Pg. Heinrich G a 11, gab em Bild des Wirkens der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Mit dem Gesang des Horst-Wessel- Liedes sand der Abend seinen Abschluß. — Die Scharlach - Epidemie, die die Veranlassung war, daß die hiesige Schule seit dem 1. November geschlossen gehalten werden mußte, ist letzt im Abflauen begriffen. Unterricht und Gottesdienst konnten wieder aufgenommen werden. tes ablegen zi. . . ... , Einsatzbereitschaft der Turner hm, die sich als pflichtbewußte Glieder des Aufbauwerkes des Führers fühlten. Im Anschluß daran hielt der Turnkreisführer D a u p e r t - Wiefeck eine Ansprache, in ber er zunächst der Leiden der Saarbevölkerung unter fremder Herrschaft gedachte und dann die Treue der Saarturner schilderte, die ihr Deutschtum immer wieder neu bewiesen haben. Im weiteren Verlaufe der dreier übergab Turnbruder Karber den Lau-.,^..o vm -v—- - . "x . x. .. fern ber Saartreuestaffel und den teilnehmenden schließender Dankes- und Freudenfeier statt. Die Vereinen bie JntfÄnben Urkunden. Nach der Aufstellung des Zuges erfolgte der oberen Bahn- Aufführung eines Sprech- und Bewegungschores Hofstraße, von wo sich der Zug durch die reichg doc; Turnvereins Odenbausen sah man den Saar- schmückten Straßen nach dem freien Platz vor treue?Tonsilm der Deutschen Turnerschaft. Tumbru- dem neuen Schulhaus ^wegte. An dem Umzug her Kerber brachte unter Begleitung des nahmen sämtliche Formationen der NSDAP, teil, Mri^nt-n V ° l t ° n noch das „W°ih°li-d Sch-n- außer der 621., Die in Gießen t-ünahm. Ferner . -r crr p ^inhn" xum Vortrag Turn-1 hatten sich die hiesigen Vereine mit ihren zahnen bruder W Ul MN Odenhausen sprach ech begei- angeschloßen. Vor dem hellerleuchteten Schulhaus terndes Schlußwort Mt dem gemeinsam gelange- nahm die Menge Aufstellung. Ms erster lprach Kb\ä)lub. Biedenkopf. verbrüchliche Treue verpflichtet sind. Anschließend nrelS Michel (Gießen). Er betonte, daß wir § Gladenbach, 16. Jan. Das Stan des- nur einen zahlenmäßigen Sieg errungen amt Gladenbach verzeichnete lm Jahre 1934 jonbern auch einen ideellen Sieg. Deutsches 33 Eheschließungen, 78 Geburten und 44 Todes- gesprochen und sich für sein Bater^nd fälle. — Die Eintopf ge richt 'Sammlung, reine ^eimat bekannt. Seine mit großem Bei- am vergangenen Sonntag ergab den Betrag von aufgenommenen Worte klangen aus m einem 158,45 Mark. - Der Mi ä n n e r g ° s a n g v e rU Sjt„^eu au{ Un(eren gü^er uni> ein hielt im Vereinslokal Blankenburg feine ©ene-^ie Gesangvereine „Germania und „Har- ralversammlung ab. Nach der Begrüßung erstattete mQnie„ tangen bann gemeinsam unter Leitung von der Vereinsführer W a l d s ch m i d t den Jahres- N. Römer einen Chor. Das Deutschbericht. Im Anschluß daran erfolgte der Kassen- ba5 ^orst-Wessel-Lled beschlossen Die bericht. Dem Kassierer wurde En astung erteilt Der , ^drucksvolle Feier. Chor hat sich im Jahre 1934 günstig entwickelt. Zum Lanq-Göns. »s- Di- Gedenkfeier anläßlich der Saarabstnnmung Fü n‘»tV/sich zahlreiche'Käufer dem sich der Fackelzug'dmch dse Hauchstraßen bewegt SUÄÄÄSä SÄÄS! SÄäX er auf das (Ergebnis der Abstimmung und die Reden des Guuleiters Bürckel und des Führers hinwies Unter Glockengeläute wurde sodann das Lieb Großer Gott, wir loben dich" gemeinsam gesungen. Mit den beiden Nationalliedern fand die Feier ihren Wirtschaft. Weitere Gedichtvorträge, das Lememsam Abschluß. gesungene Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied ©runingen. . , be chlossell die Kundgebung. 0 Zur Feier des großen Sieges der deutschen Beltershain Saarbevölkerung zeigte unser Dorf reichen Beltershain. aenschmuck in den Farben des Dritten Reiches. Am Auch in unserem Dorfe wurde der deutsche! Sieg tagvormittag fand in der Schule eine em- an der Saar würdig gefeiert Em stattlicher Fackel- ^.^^volle Feier statt. Von 12 bis 13 Uhr laute- zug — SA., SAR., BdM., und Jungvolk nahmen sämtliche Glocken. Nach der Aufstellung eines daran geschlossen teil — bewegte stch unter den »estzuges am Abend, an dem sämtliche Partei- Klängen der Musikkapelle der SA. durch das Sorf gr^nHationen teilnahmen, bewegte sich ein Fackel- zur Kirche. Pfarrer Volz-Wirberg hielt !bte Pre- 9 bie Straßen des Ortes. Anschließend fand digt. Mit dem gemeinsam gesungenen Liede „Nun 9 Kundgebung am Rathausplatz statt. Propa- danket alle Gott" fand die Feier ihr Ende. vandawart L ander, der an Stelle des erkrankten 1 £ Alsfeld, 13. Jan. Die Fachgruppe Angestelltenschaft der Deutschen Artz e i t s f r o n t und die Ortsgruppe Alsfeld der NSV. veranstalteten am Samstag im großen Saale des „Deutschen Hauses" gemeinsam einen Bunten Abend, dessen Reinertrag dem Winterhilss- werk der NS.-Volkswohlfahrt zugeführt wurde. Die abwechslungsreiche und reichhaltige Dortragsfolge wurde mit einem schneidigen Marsch, gespielt von Mitgliedern der Gruppenkapelle des Freiwilligen Arbeitsdienstlagers Alsfeld, eingeleitet, denen auch die weitere musikalische Ausaestaltung des Abends oblag. Bürgermeister Dr. Völfing als Ortsgruppenamtsleiter der NSV. begrüßte die Jetyr zahlreich erschienenen Volksgenossen mit herzlichen Worten. Er gab in großen Umrissen einen Heber» blick über die Leistungen des Winterhilfswerks 1933/34 sowie über die bis jetzt bewirkten Leistungen des Winterhilfswerks 1934/35 in der Ortsgruppe Alsfeld. Daraus war zu entnehmen, daß im Monat Dezember 1934 in der Ortsgruppe Als- . selb 1120 bedürftige Volksgenossen unterstützt wor- - den sind. Der Redner forderte noch mehr Ver- i ständnis gewisser noch abseitsstehender Bevolke- rungskreise für die immer noch herrschende Not und für die Aufgaben der NS.-Volkswohlfahrt, die das größte soziale Hilfswerk der Welt darftelle und den Sozialismus der Tat verkörpere Dr D v l s i n g dankte Dann allen Blockwaltern und Helferinnen für ihre unermüdliche und treue Mitarbeit. Zum Schluß gedachte der Redner in begeisternden Worten Der deutschen Schwestern und Brüder an der Saar, mit denen sich für Die bevorstehenden Entscheidungsstunden das ganze deutsche Volk verbunden suhle. Für Deutschland gebe es keine Saarfrage, sondern nur die deutsche Saar. In das Siegheil auf Das deutsche Vaterland und den Führer stimmte Die Menge begeistert ein. Vorführungen des Turnvereins Alsfeld und des Vereins für Körperkultur, Reigen der Turnerinnen und Gesangsvortrage von Frau Margarethe R e u s ch e r folgten in bunter Folge und fanden begeisterten Beifall. Eine reichhaltige Verlosung fand durch den restlosen Absatz aller Lose reges Interesse. Tanz beschloß den Abend. Der finanzielle Erfolg zugunsten des Winterhilfswerks war recht zufriedenstellend N Flensungen, 15. Jan. Die Eintopsgerichtsammlung in unserem Orte erbrachte den Betrag von 30,80 Mark. - Dieser Tage ereignete sich hier ein bedauerlicher Vorfall. 3unge Burschen, die zu nächtlicher Stunde emen alteren Mann necken wollten, kamen infolge ihres Lärms mit einem Manne, der in gleichem Haufe wohnte m Streit der in Tätlichkeiten ausartete. Einer Der MVÄ ““ ","L konnte bisher nicht festgestellt werben. Der Täte, I°n- D°r hiesig- Stütz- punkt der NS K r i - g s 0 p f - r - er ot g u ng hielt am Sonntagnachmittag im Gasthaus „Zum Ohmtal" eine MitglieDerversammlung ab, in Der über Die Überleitung Des Stutzpunktes Don Der bisherigen Ortsgruppe Nieder-Ohmen m , gruppe 'Aisfsld beraten wurde. Zu der I lung waren der Obmann der Ortsgruppe «fceb«- Ohmen und der stellvertretende Kreisamtsteüer und Ortsgruppenobmann F u n k (Msfe > ich nen. Kamerad Funk (Alsfeld, hielt eine längere Anjprache, die den Gegenwartsfragen der, Kriegs opferverforgung geroiDmet war. Anschi ß klärten sämtliche Versammlungsteilnehmer ih Beitritt zur Ortsgruppe Alsfeld. f r straffer Zusammenfassung aller ^s^mlung in Kreise Alsfeld soll eine weitere Dersammluna Nieder-Ohmen stattfinden, um dort ebenfalls ub den Anschluß an die Ortsgruppe Alsfeld zu ve schließen. An der Versammlung nahm aucy Altveteran Johann S t r i 11 e r teil, der trotz seine 90 Jahre den Verhandlungen bis zum Schlüsse vei- wohnte. — Auf Der benachbarten R ahnsmu y i - geriet Der Mühlenbesitzer Adolf K r a tz m den gereich eines Treibriemens, Der ihn ms Getrieve zog. geschloffen. Grohen-Lmden. Durchmarsch der schwarzen Sturmfahne in Frankfurt. w ifi °lnn Am fiauvt- gefallenen KameraDen gedachte. Er dankte allen - M., 16. Jan. AM Haupl h hoinotrnnen haben. Mit die er Kund- zurück. Au ihrem Empfang waren am Bahnhof die verschiedenen Gliederungen der NSDAP., die SA. nebst Kapelle, sowie der Stahlhelm angetreten. Nach herzlicher Begrüßung marschierten die Saarländer zum Marktplatz, wo sie von Bürgermeister Dr. Scheller namens der Stadt begrüßt wurden. Er sprach ihnen Dank aus für ihre treue Pflichterfüllung. Für den überaus herzlichen Empfang und die große Anteilnahme der Butzbacher Bevölkerung dankte der Führer der Ortsgruppe, Prokurist Mayer, dabei betonend, daß der Sieg dem deutschen Vaterland, dem Deutschland Adolf Hitlers gehöre. Sein Dank schloß mit einem dreifachen Sieg- Heil auf Vaterland, Führer und Volk. Dienstag früh vor 8 Uhr zogen die Belegschaften einzelner Werke in den großen und kleinen Saal des „Hessischen Hof", um die Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses zu hören. Kurz nach desseü Bekanntgabe gingen an fast allen Gebäuden die Fahnen hoch. Nach- niittags fand auf dem Marktplatz Konzert einer Kapelle statt, abends ein großer Fackelzug, der auf dem Marktplatz endete, wo eine große Kundgebung unter Leitung der NSDAP, stattfand. Es sprach hierbei der stellvertretende Ortsgruppenleiter, Medizinalrat Dr. Zinßer, dessen Ansprache in üblicher Weise ausklang. Nidda. tz. Aus Anlaß der,glänzenden Abstimmung im Saargebiet glich unsere Stadt einem Flaggenmeer. Schon am Vormittag des Dienstag zog die SA. unter Gesang von Vaterlands- und Marschliedern durch die Stadt Am Abend bewegte sich unter Vorantritt der Standartenkapelle 466 ein großer Fackelzug der SA. und sämtlicher Gliederungen, des Freiwilligen Arbeitsdienstlagers und aller Vereine durch die Hauptstraßen der Stadt. Auf dem Marktplatze gab Pg. W. Geiger in einer Ansprache seiner Freude über den guten Ausgang der Abstimmung lebhaften Ausdruck, und hob den vorbildlichen Heroismus der Saarländer während der 15jährigen Fremdherrschaft hervor. Die Kundgebung wurde mit dem Gesang von vaterländischen Liedern des Männergesangoereins „Sängerkranz 1839 Nidda" umrahmt und mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschland-, des Horst-Wessel- und des Saar-Lie- dcs beendet. Nieder-Ohmen. <£ Anläßlich des großen Abstimmungssieges an der Saar veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, am Dienstag eine Siegesfeier. Um 19 Uhr zog ein stattlicher Fackelzug, an dem die Gliederungen der Bewegung, sowie sämtliche Vereine teilnahmen, durch die Straßen unseres Dorfes. Nach dem Fackelzug versammelten sich die Teilnehmer im Saale Ziegenhain. Hier spielte die Musikkapelle zuerst das Saarlied. Ortsgruppenleiter Erb sprach zu den Erschienenen einige herzliche Worte, in denen er den deutschen Brüdern und Schwestern an der Saar für ihr großes Bekenntnis zum deutschen Mutterlande und zu dem Führer Adolf Hitler dankte. Anschließend hörte man gemeinsam die Rede des Gauleiters Sprenger vom Römerberg in Frankfurt. Mit dem Gesang des Saarliedes und dreifachem „Sieg-Heil" auf den Führer wurde die schöne Feier beendet. Ober-Ohmen. Die hiesige NSDAP, veranstaltete im Saale der „Krone" eine Saarkundgebung. Stützpunktleiter Bürgermeister H o r st hielt eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß die Saarabstimmung der Welt mit aller Deutlichkeit gezeigt habe, daß die Bande des Blutes stärker sind als alle Verlockungen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf das heimgekehrte Saarvolk schloß Bürgermeister H o r st seine Ansprache. Einige Schulkinder trugen Gedichte vor. Anschließend folgte der gemeinsame Gesang des Liedes „Ich hab' mich ergeben". Pfarrer G u ß - mann hielt dann ebenfalls eine Ansprache, in der er einen geschichtlichen Ueberblick über das Saarland vermittelte und mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Saarvolk, Deutschland und den Führer schloß. Mit dem gemeinsamen Gesang des Saarliedes fand die Kundgebung ihr Ende. Krofdorf - Gleiberg. (D Der Tag des gewaltigen Bekenntnisses der Saarländer zu ihrem deutschen Mutterlande fand auch in unserem mit Fahnen reich geschmückten Ort seine Würdigung. Die Einwohnerschaft versammelte sich am Abend auf dem Platz vor dem Kriegerdenkmal. Leise fielen Schneeflocken im Scheine einzelner Pechfackeln, vom Vetzberg herüber leuchtete Feuerbrand wie aus einer Wolkenburg, als die Musik den Choral „Großer Gott, wir loben dich" spielle. Der stellvertretende Ortsgruppenleiter P. Ree h hielt eine Ansprache, in der er die schmachvollen fünfzehn Jahre der Knechtschaft unserer Saarbrüder skizzierte, die nun endeten mit der Heimkehr zu uns, damit der ganzen Welt beweisend, wie deutsches Blut bindet. Viele Vorgänge und Geschehnisse in der Zeit vor und während der Abstimmung hätten eindrücklich bewiesen, welch starkes Volks- und Vaterlandsbewußtsein die 90,5 v. H. der für Deutschland stimmenden Saargenossen in sich tragen. Unser Dank soll ihnen dafür gewiß sein. Sprechchor der Jugend und gemeinsam gesungenes Saarlied unterstrichen das Gesagte. Nach dem Sieg-Heil auf den Führer, Volk und Vaterland und dem Horst- Wessel-Lied und Deutschlandlied formierte sich ein stattlicher Fackelzug zu einem Marsch durch den Ort. Rodheim o. d. Bieber. Die allgemeine Freude über das glänzende Ergebnis der Saarabstimmung spiegelte sich auch in unserem Orte deutlich im gesamten dörflichen Leben wider. Kaum brachte der Lautsprecher der Welt die Kunde von dem Treuebekenntnis der Saardeutschen, da gingen schon die ersten Fahnen an den Masten hoch. Ueberall frohe Zurufe, leuchtende Gesichter, lachende Augen. Ganz Deutschland feiert. Abends fand dann die offizielle Feier der PO. statt. SA., NSKK. und Hitlerjugend traten zusammen mit der PO. um 20 Uhr zu einem Fackelzug durch das Dorf an, der sich im Benderschen Saale auflöste. Hier hatten sich inzwischen der Kriegerverein, die NS.-Frauenschaft, der BdM. und zahlreiche Volksgenossen eingefunden. Ortsgruppenleiter Keller hielt eine Rede, in der er den Nachweis erbrachte, daß das Saarvolk schon mehrmals in seiner Geschichte die Gelegenheit hatte, sein Deutschtum und seine Treue unter Beweis zu stellen. Er führte dann weiter aus, daß dieser glänzende Saarsieg erneut der Welt zeigt, daß das deutsche Volk nicht mehr gewillt ist, sich knechten zu lassen, sondern daß es wieder stolz geworden ist. Mit einem Gruß an den Führer beschloß der Redner seine Ausführungen. Der Gesang des Saarliedes beschloß den offiziellen Teil des Abends. Man blieb dann Noch einige Stunden in echter Volksgemeinschaft beieinander, und im Laufe des Abends sprach auch noch der Ortsgeistliche, Pfarrer V ö m e l, über persönliche Erlebnisse im Saar- aebiet. Erwähnt sei ferner ein von der Rodheimer Tugend gestelltes Lebendes Bild „Die Loreley" und die einwandfreie Radioübertragung, sowie die Saalstattlicher Straßen unserer Stadt. Auf dem Marktplatz wurde eine Kundgebung abgehalten. Pg. B ü nt i n g, der den was zum hatte. zur Abstimmung im Saargebiet weilenden Ortsgruppenleiter Humbert vertrat, sprach über die Bedeutung dieser Abstimmung. Zum Schluß der Kundgebung wurden das Saarlied, das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Auf dem Sportplatz löste sich der Zug auf, nachdem man vorher ein dreifaches „Sieg-Heil" auf den Führer ausgebracht hatte. nach Punkten. Kister (Alsfeld) besiegt Arnold (Fulda) nach Punkten. 1. Sieger Kister I. (Alsfeld), 2. Arnold (Borussia Fulda), 3. Zinke (Hessen-Preußen Kassel). Weltergewicht: Schwalm (Alsfeld) besiegt seinen Vereinskameraden Albert durch Abfangen einer Schleuder. Schember (Alsfeld) schlägt Landgrebe (Elgershausen) in 1 Min. durch Hüftschwung. Schwalm (Alsfeld) besiegt Landgrebe in 7 Min. Schember besiegt seinen Vereinskameraden Schwalm. 1. Sieger Schember (Alsfeld), 2. Schwalm (Alsfeld). Leichtgewicht: Günther (Kassel 91) gegen Woller (Hessen-Preußen Kasiel). Sieger Woller in 2 Min. Steinbach (Alsfeld) besiegt Wessely (Hersfeld) in 8 Min. Schott III. (Alsfeld) gegen Brüssel (Hessen-Preußen Kassel). Sieger Brüssel in 6 Min. Klotz (Gießen) besiegt Burhenn (Kassel 91) nach Punkten. Kister (Alsfeld) schlägt Rogall (Hessen- Preußen Kassel) in 4 Min. Vetter (Gießen) besiegt Höhle II. (Kassel) in 5 Min. durch Ausreißer. Steinbach (Alsfeld) schlägt Woller (Hessen-Preußen Kassel) in 4 Min. Burhenn (Kassel 91) besiegt Schott III. in 15 Min. Klotz (Gießen) besiegt Brösfel (Hessen-Preußen Kassel) in 7 Min. durch Ausheber. Vetter (Gießen) verliert gegen Kister II. (Alsfeld) in 13 Min. durch Armzug am Boden. Wessely (Hersfeld) besiegt Günther (Kastel) in 3 Min. Kister II. (Alsfeld) besiegt Klotz (Gießen) in 6 Min. durch Hüftschwung. Vetter (Gießen) besiegt Wessely (Hersfeld) durch Armzug in 7 Min. Steinbach (Alsfeld) besiegt feinen Vereinskameraden Kister in 8 Min. Steinbach besiegt Burhenn (Kassel 91) in 11 Min. Vetter schlägt Klotz in 10 Sek. 1. Sieger Steinbach (Alsfeld), 2. Kister II. (Alsfeld), 3. Vetter (JR. 15 Gießen). 4. Klotz (Gießen), 5. Burhenn (Kassel 91). Federgewicht: Schott II. (Alsfeld) gegen Hahn (Kassel 91). Sieger Schott. Klinger ( Gie -- ausschmückung, um nichts zu vergessen, Gelingen der Veranstaltung beigetragen Gladenbach. Am Dienstagabend bewegte sich ein Fackelzug durch die festlich geschmückten Interessante Versuche mit -em neuesten Windmühtenflugzeug in Berlin. Sänger (Borussia Fulda) verliert gegen Drill (Kassel) nach Punkten. Sänger (Fulda) besiegt Hebebrand (Kassel) in 15 Sek. 1. Sieger Brill (Kassel 91), 2. Sänger (Borussia Fulda). Mittelgewicht: Kister I. (Alsfeld) besiegt in 12 Sek. Halm (Hessen-Preußen Kassel) durch Schulterschwung. Arnold (Fulda) besiegt Zinke (Hessen - Preußen Kassel) durch Schleuder. Kister MAlsfeld) schlägt Becker (Kassel $1) in 11 Min. Arnold (Fulda) besiegt Halm (Hessen-Preußen Kassel) in 2,5 Min. Zinke (Kassel) schlägt Becker (Kassel 91) Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin führte der englische Fluglehrer Marsh das n e u e ft e Windmühlenflugzeug Cierva Autogiro C 30 vor. Die Vorführung zeigte, daß das Flugzeug nicht nur eine überraschend kurze Startfläche von wenigen Metern zum Aufstieg benötigt, sondern daß auch das Landeziel in jedem Winkel, vom flachen Gleitflug bis zum Steilfinkflug angesteuert werden kann. Neben der erstaunlichen Wendigkeit überraschte bei jeder Landung, daß der Apparat kurz vor dem Aufsetzen nur wenige Zentimeter über dem Erdboden „stillstand", um dann zuerst mit dem Schwanzteil den Boden zu berühren, bevor sich ohne weiteres Ausrollen der Apparat auch mit dem Vorderteil langsam senkte. Um den Beweis von der willkürlichen Verlangsamung der Fluggeschwindigkeit zu erbringen, folgte eine Vorführung, bei der das Flugzeug mit einem an langen Seilen nachgeschleppten Gegenstand aufstieg, der während des Fluges in niedrigster Höhe über dem Flugplatz bequem durch eine Person aus den Seilen ausgehängt und im Fluge auch wieder vom Erdboden aus eingehakt werden konnte. Diese neueste Konstruktion des Windmühlenflugzeugs, das nach Entwürfen des bekannten spanischen Fliegers de la Cierva erbaut worden ist, hat keine festen Hilfsflügel mehr, sondern nur eine Tragschraube über dem Rumpf und an dessen Ende feste senkrechte und wagrechte Kielflossen. Die Steuerung in der Luft erfolgt durch einen einzigen Hebel, mit dem man die Tragschraube nach allen Seiten neigen kann. Durch diese Neigungen, die eine Verlegung des Schwerpunktes der Maschine zu dem Trag- schraubenauftrieb ermöglichen, werden Auf- und Abstieg sowie Wendungen je nach Wunsch ausgeführt. Das gezeigte Flugzeug ist Eigentum der Flugzeugbau-AG. Focke-Wulff, Bremen. ß e n) legt sich gegen Lecke (Kassel 91) selbst. Schott I. (Alsfeld) besiegt Wenzel (Kassel) in 6 Min. Der Gießener Funk wirft Hebeis (Alsfeld) in 4 Min. Schott II. (Alsfeld) besiegt Klinger (Gießen) in 11 Min. Schott I. (Alsfeld) schlägt Hahn (Kassel 91) in 1 Min. Funk (Gießen) bpfiegt Lecke (Kassel 91) in 12 Min. durch Heber- stürzer. Wenzel (Kassel) gegen Hebeis (Alsfeld). Sieger Wenzel. Schott II. (Alsfeld) gegen Lecke (Kassel). S'eaer Lecke. Funk (Gießen) besiegt Schott I. (Alsfeld) nach Punkten. Schott II. gegen Wenzel. Sieger Schott. Schott I. aegen Lecke (Kassel). Sieger Lecke. Schott II. (Alsfeld) besiegt Funk (G i e ß e n) in 4 Min. durch Hüftschwung. 1. Sieger Schott II. (Alsfeld), 2. Lecke (Kassel), 3. Funk (Gießen), 4. Schott I. (Alsfeld). Bantamgewicht: Schuchmann (Alsfeld) aegen Reutling (Elgershausen). Sieger Schuchmann. Kiel (He^tzseld) besiegt Reutling (Elgershausen). Kiel besiegt Schuchmann. 1. Sieger Kiel (Hersfeld), 2. Kemser wurde Siebenter im Gesamt- und Hans ergebnis. Meisterschaft zu verteidigen hat, ist Schröttle, Führer der Expedition der deutsche Eishockey-Fachwart Kreisel-München. Außerdem wird der Fachamtsleiter Kleberg die Mannschaft begleiten und am Kongreß der Internationalen Eishockey-Liga in Davos teilnehmen. Abfahrtsrennen in Sestrieres. Die internationalen Abfahrtsrennen um den Pokal des italienischen Königs wurden am Mittwoch beendet. Die diesmal rund 1100 Meter Gefälle auf« weifende Strecke bot große Schwierigkeiten, so daß keiner der Fahrer ohne Sturz die Abfahrt bewältigte. Der Oesterreicher Gas perl erschien mit Fieber am Start und konnte so nur den 6. Platz belegen. Sieger wurde der Italiener Z a n n i vor Wolfgang (Oesterreich) und C h i e r r o n i (Italien). Toni Bader belegte wieder den 5. Platz, während Kernser diesmal den 9. Rang einnahm. Im Gesamtergebnis brachte der letzte Lauf keine großen Veränderungen mehr. Sieger und Gewinner des Königs-Pokals wurde G a s p e r l (Oesterreich) vor seinem Landsmann Wolfgang und dem Italiener Zanni. Toni Bader kam auf den 6. Platz Halb schwergewicht: Hebebrand gegeiU 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnad)- Brill (beide 91 Kassel). Sieger Brill in 15 Sck.! mittag geschlossen. Schuchmann (Alsfeld). Anschließend schlug Alsfeld die Kasseler Athletik- sportvereinigung 1891 im fälligen Verbandskampf mit 16 : 4 Punkten. Süddeutsche Hochschul-Fußballmeisterschoff. Universität Marburg schlägt Würzburg 5:3. In Marburg standen sich am Mittwoch vor 400 Zuschauern unter guter Leitung durch Luty (Marburg) die Universitäts - Fußballmannschaften von Marburg und Würzburg gegenüber. In der ersten Halbzeit boten beide Mannschaften sehr gute Leistungen. Durch Leffringhausen gingen die Einheimischen in der 5. Minute in Führung. Durch Herkert setzten aber die Franken zwei Treffen entgegen. Böttner glich für Marburg wieder aus, und durch Schmidt und Böttner stand es in der 40. Minute 4:2 für Marburg. Die Würzburger holten vor der Pause durch Schmitt noch einen Treffer auf und mit 4:3 wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause fiel das Spiel stark ab; in der letzten Minute fiel durch einen von Böttner verwandelten Elfmeter der fünfte und letzte Treffer. Marburg trifft nun im Endspiel auf den Sieger des zweiten Vorschluß- spieles, Universität Erlangen oder München. Kurze Sportnotizen. Als Schiedsrichter des am 27. Januar stattfindenden zweiten Fußball-Länderkampfes zwischen Deutschland und der Schweiz, den in Luzern eine süddeutsche Auswahl gegen die Schweizer B= Mannschaft bestreitet, wurde der Luxemburger Jean Reuter bestimmt. ♦ 815 000 Zuschauer wohnten am letzten Samstag den 32 Spielen der ersten Hauptrunde um den englischen Fußballpokal bei. Es war also jedes Treffen durchschnittlich von 25 000 Zuschauern besucht. Die Einnahmen betrugen 56 446 Pfund, also etwa 700 000 Mark. SJlXfpOTt Titelkämpfe im Eislauf-, Eishockey- und Skisport Umfangreiches Programm zum Wochenende. Olympia-Ringerturnier in Alsfeld. Das Ringerturnier in Alsfeld, über das wir gestern bereits berichteten, brachte folgende Ergebnisse: Schwergewicht: Erster Kampf Emmerich (Gießen) verliert in 10,45 Minuten gegen Höhle (Kassel) durch Ausheber. Geißel (Alsfeld) veMert gegen Höhle (Hefsen-Preußen Kassel) in 15 Wef. Ski-Kursus mit Sörenfen. Vom 21. bis 27. Januar veranstaltet der Schwäbische Schneelauf-Bund in Wangen i. A. einen Trainingskurs, der unter der Leitung des norwegischen Springers Sörensen steht. Der Norweger wird sich besonders der Kombinationsläufer annehmen und sie mit der modernen Sprungtechnik vertraut ^machen. Ein weiterer Kursus des SSB. findet, ebenfalls unter der Leitung des Norwegers, zu Ende der Wintersportzeit im hohen Schwarzwald statt. Norwegens Springer für Garmifch. Der Norwegische Skiverband hat jetzt auch seine Meldungen für die Sprungwettbewerbe in Garmisch- Partenkirchen abgegeben. Auf Grund der kürzlich in Kongsberg und Odnes abgewickelten Ausscheidungskämpfe wurden insgesamt neun Springer genannt. An der Spitze stehen Birger und Sigmund Ruud, ferner kommen Alf Andersen, Torstein Gundersen, Reidaar Andersen, Randmond Sörensen, Eistein Raabe Knud Kobber - stad und Arne B. C r i st i a n s e n. Im Vordergrund des Interesses für das bevorstehende Wochenende stehen die D e u tf ch en Eissport - Mei st erschuften in Garmisch- Partenkirchen. Die Meisterschaften im Schnelllauf und Eisschießen werden am Sonntag beendet, die Titelkämpfe im Kunstlauf ziehen sich bis zum 22. Januar hin, während die Meisterschaften im Eishockey erst am 30. Januar beginnen. Die Wettbewerbe in Garmisch sind ausgezeichnet besetzt, die Zahlen der Teilnehmer halten keinen Vergleich mit früheren Jahren aus. 86 Meldungen liegen zum Kunstlauf vor; Verteidiger sind bei den Herren Ernst Baier (Berlin) und bei den Damen Maxie Herber. Beide verteidigen zusammen auch den Titel im Paarlaufen. Zum Schnellauf wurden 35 Einzelläufer und zwei Mannschaften gemeldet, hier hat der Münchner Sandtner seinen Titel zu verteidigen. Zum Eisschießen wurden 80 Einzelteilnehmer und 22 Mannschaften gemeldet. In Davos beginnen am Samstag die Spiele um die Eishockey-Welt- und Europameisterschaften. Hier wurden 15 Nationen gemeldet, die zunächst in vier Gruppen die Besten für die Endkämpfe ermitteln. Der Sieger der Weltmeisterschaft steht in der kanadischen Mannschaft der Winnipeg Monarchs fest. Der Kampf um die von Deutschland verteidigte Europameisterschaft ist angesichts der starken Konkurrenz offen. Recht stattlich ist auch das Programm im Skisport. Zahlreiche Gaue wickeln noch schnell vor den Deutschen Meisterschaften ihre Titelkämpfe ab. Am meisten interessieren die bayrischen Meisterschaften in Oberammergau, weil in Bayern immer noch die besten deutschen Skiläufer ihr Domizil haben. In Bischofsgrün werden die fränkischen Meisterschaften ausgetragen und die badischen (Schwarzwald-) Meisterschaften werden in Schonach abgewickelt. Aus dem Reich nennen wir noch die Meisterschaften von Schlesien in Bad Reinerz, die Thüringer Meisterschaften in Oberhof, die sä ch s i sche n Titelkämpfe in Oberwiesenthal, die Sauerländer Meisterschafen in Willingen, die Norddeutschen und Harzer Meisterschaften in Schierke. National und international besetzte Veranstaltungen in Deutschland und große Wettbewerbe im Ausland ergänzen das umfangreiche Programm. Zu nennen wären vom Wintersport noch die Deutschen Meisterschaften im Lenk-Rodel und Skeleton in Friedrichs- roda in Thüringen und die Heeresmeisterschaften des Wehrkreiskommandos Württemberg in Jsny. Deutschlands Eishockey-Nationalmannschaft. Auf Grund der im Training und bei den Hebungsspielen gezeigten Leistungen stylte Fachamtsleiter Kleberg folgende Spieler für die Eishockey - Weltmeisterschaft vom 19. bis 27. Januar in Davos auf: Für das Tor: Egginger- Riesferfee und Leinweber-Füssen; für die Verteidigung: Schröttle-Riessersee, die beiden Berliner Jaenecke und Römer; für den Sturm I: die Riefserseer Lang, Dr. Strobl, Schenk; für den Sturm II: Orbanowski-Berlin, Kuhn-Füssen, Schi- bukat-Rastenburg. Außerdem fahren Korff-Berlin und Kögel-Füssen als Ersatzleute mit. Kapitän der deutschen Mannschaft, die bekanntlich die Europa- Erneut verschoben wurden die für Mitt-« woch angefetzten Süddeutschen Viererbob-Meisterschaften in Garmisch. Infolge des starken Schneefalls stellte sich am Vormittag beim Training heraus, daß die Bahn doch noch recht langsam war. durch Eindrücken der Brücke. Der vielversprechende Gießener Emmerich besiegt den Alsfelder Geißel schon nach 35 Sek. durch blitzschnellen Schleudergriff. 1. Sieger Höhle (Hessen - Preußen Kassel). 2. Emmerich (Gießen). D 200 Saarlehrer vom7ISLB. Hessen-Nassau eingeladen. LPD. Darmstadt, 16.Jan. Das Staatspresseamt teilt mit: In einem mehr als 15jähvigen Kamps haben die Deutschen an der Saar unerschütterlich allen Lockungen und jeglichem Terror standgehalten und ihre Treue zum Deutschen Reich auf das beste bewiesen. Am 13. Januar 1935 hat die Saarbevölke- rung die ganze Welt wissen lassen, daß es für sie nur einen Weg gibt, der hinführt zu Deutschland. Für das heldenhafte Aushalten unserer dortigen Brüder danken wir ihnen aus tiefstem Herzen und bringen unsere Verbundenheit mit ihnen zum Ausdruck, indem wir Treue mit Treue vergelten. Als äußeres Zeichen dafür stellt der NS.-Lehrerbund, Gau Heffen-Nasfau, 200 Saarlehrern fein Mainzer Schulungslager während der Osterferien auf die Dauer von 14 Tagen mit feinen Vorträgen und allen übrigen Einrichtungen nebst Verköstigung kostenlos zur Verfügung. । Sprechstunden der Redaktion. ttr.U Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag. (7. Zanuar 1935 Eingeborenen-Polttik in Südafrika. Smuts' Eng!andreise war ein Mißerfolg. Von unserem y -Äerichtetstaiter. Heute stehe man, so fährt die „Vaderland" fort, vor einer Entwicklung aus dem afrikanischen Kontinent, die mit der Politik der Besitzergreifung der ersten achziger Jahre zu vergleichen sei. Es sei zu hoffen, daß die Staatsmänner dank der größeren Machtvollkommenheiten sich stärker und besser durchsetzen würden als Krüger und Rhodes. Die Süd- (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Johannesburg, Dezember 1934 Der südafrikanische General Smuts, der während seines Aufenthaltes in der Hauptstadt des britischen Weltreichs kürzlich eine vielbeachtete und von gewissem Verständnis für die weltpolitische Lage zeugende Rede hielt, wollte in London die Frage der Einverleibung der britischen Protektorate B e t s ch u a n a l a n d , Swaziland und Basutoland klären. Daß diese Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt waren, geht! aus den Veröffentlichungen der Smuts bekämpfenden hiesigen Blätter hervor. Wie sich jetzt zeigt, änderte selbst die Rückzahlung der Kriegsschulden der Südafrikanischen Union an das britische Schatzamt, die sicherlich nur in der stillen Annahme so pünktlich erfolgte, daß England als Gegenleistung seine Versprechungen in der Frage der Einverleibung der Protektorate einlösen würde, nichts an der Einstellung Downingstreets. Smuts mußte feststellen, daß die Herren in der Downingstreet nach wie vor auf dem Standpunkt verharren, eine Uebertragung der Protektorate könne erst dann erfolgen, wenn eine Einigung über die Frage der Eingeborenenpolitik erreicht fei. Eine Einigung gerade über diese Frage dürfte aber kaum so schnell erzielt werden, denn die von den britischen Protektoratsverwaltungen und Kolonialbehörden verfolgte Eingeborenenpolitik unterscheidet sich grundsätzlich von der der Union. afrikanische Union und Südrhodesien könnten und dürften nicht zusehen, was Downingstreet in jenen fernftaat gemacht werden solle, die beiden Süd- fernltaat gemacht werden solle, die beiden Süd- tischen Protektorate Betschuanaland, Basutoland floaten nicht erreichen, daß ihre Einqeborenenbevöl- und Swaziland erzielt werden kann, ist noch ein kerung, was die politische Entwicklung anbetreffe i Rätsel, dessen Lösung kaum so schnell gefunden dahin abgeschoben wird? 1 werden dürfte. haben. Der letzte Hinweis der „Vaderland" unterstreicht die Bedeutung dieses Vorstoßes, der nicht ohne Wissen und Billigung Premierministers Hertzoqs erfolgt sein dürfte. Wie aber bei diesen geaensätz- lichen Anschaungen der Downingstreet und der Union über die Eingeborenenpolitik eine Einigung hinsichtlich der Frage einer Einverleibuna der bri- Kupferminen südlich des belgischen Kongos. Warum könnten, so fragt die' „Vader- land", die Union und Südrhodesien nicht bei passender Gelegenheit gemeinsam darauf dringen, d i e Kontrolle über die Eisenbahn und über die Bergwerke zu erhalten? Warum könnten, wenn aus jenen tropischen Gebieten schon ein reiner Kaf- und der Weiße gerade noch als Kolonist g e d u l ............ „uimniiWweKl ... ,enen bet merbe. Die fubafritanifdje Rassenpolitik stoße Gebieten mit den Eingeborenen anstelle. Den beiden darum bereits am Nordufer des Zambesi auf die- Südstaaten müßte ein maßgebender Ein - ™ lchstellungsidiosynkrasie der englischen . f l u ß auf die weitere Entwicklung der Politik ein- Negrophllisten, die die Vortrekker vor hundert Iah- geräumt werden. Das Eisenbahnwesen und die ren aus der Kapkolome vertrieben. ~ .... .. s. r , .. , r r r , i Ausbeutung der Bergwerke müßten ihnen völlig an- Wenn diese Politik als unwiderruflich feststehe, vertraut und die politische Orientierung ihrer eige- dann mußten sich die Staatsmänner der Union und nen Eingeborenen auf das gleiche schwarze Reser- Sudrhodesiens überlegen, was aus diesem „Debacle" i voir abgelenkt werden. Die ,',Vaderland" glaubt zu frü den weißen Mann heraus zu holen sei. Da sei j wissen, daß dieses Ziel bereits einen Teil der Richt- d l e Eisenbahnverbindung mit dem liniert für die Einqebvrenenpolitik ausgemacht hat. Norde n, die nördlich des Zambesi zum größten die Hertzoq und Botha im Jahre 1911 entworfen Teil durch Eingeborene geleitet werde, und die'' 3m Dorf der Drahtzieher. Zn den Bergen des Sauerlandes. 23en Heinrich Hauser. Wie wesensverschieden die Auffassungen über die Eingeborenenpolitik sind, geht am besten aus einem Artikel hervor, der Anfang November in der „Vaderland", dem Organ General Hertzvgs erschien. In diesem Artikel wird im Anschluß an die Wahlen in Südrhodesien darauf aufmerksam gemacht, daß der südrhodesische Premierminister H u g g i n s , der Führer der „United Party" in früheren Jahren, sich um die Vereinigung von Nord- und Südrhodesien bemüht habe. Eine Annäherung an die Südafrikanische Union habe er dabei abgelehnt. Seine Pläne seien jedoch gescheitert, weil Downingstreet und die englischen „Negerboeties" Nordrhodesien schon lange als einen Koffern- ft a a t vorgemerkt hätten, Wie in der Südafrikanischen Union setzten sich jedoch auch in Südrhodesien die Weißen für eine starke Absonderung von Schwarz und Weiß ein. Das Wahlmanifest der „United Party" bezeichne nun die Vereinigung mit Nordrhodesien oder mit der Union als eine Frage zweiten Ranges, während sich die Partei im übrigen für die Rassenausscheidung ausspreche. Der englische Negrophickismus sei eben zu stark gewesen, und er werde auch der Union noch viele Schwierigkeiten verursachen. Man werde sich darauf vorbereiten müssen, daß nördlich des Zambesi ein von London regierter Koffern- ftaat entstehe. Das sei sowohl für die Weiße- Mann-Politik der Union wie für Südrhodesien von größter Bedeutung. Auf dem nationalen Parteikongreß von 1929 habe der Unionsminister G r o b l e r zum ersten Mal die Forderung gestellt, daß die Südafrikanische Union als ältestes und größtes Staatengebilde auf dem afrikanischen Kontinent in sämtlichen Fragen der Eingeborenenpolitik in den britischen Kolonien gehört werde. Die britische Regierung habe aber für Nordrhodesien, Nyassaland, Ostafrika und Kenya eine Politik festgelegt, ohne sich vorher mit der Union in Verbindung zu setzen. Diese Politik laufe darauf hinaus, daß der Eingeborene und Asiat über den Weiße n g e st e l l t Bei den Bändigern der feurigen Schlangen. In kirschroten Strahlen schießt fertig ausgewalzter Draht im Hüttenwerk von den Walzen in Röhren hinein. Mächtige Spulen winden kreischend und schrillend die roten Schlangen auf, nicht anders als die Frau den Zwirnsfaden auf die Garnrolle; nur eben mit hundertpferdigen Motoren. Dann fallen die Drahtrollen von den Trommeln ab wie reife Beeren, jede etwa sechzig Kilo schwer. Rasch kühlen sie nun aus; die obersten Lagen verfärben sich grau, während es im Innern noch dunkel glu- tet, wie im Kelch einer dunklen Rose. Da werden sie auch schon zu Dutzende-n gebündelt, von Kranen aufgehoben und in Güterwagen geworfen: fertig ist die Hütte mit dem Draht. Aber war nun auch der Draht fertig? Ich fragte einige Walzer, die soeben abgelöst, entspannt bei ihren Kaffeekannen hockten. Mit angestrengten > Augen schauten sie starr hinaus in den sternesprühenden Funkregen vom Thomaswerk und in den streifigen Regen, der alles Eisen auf dem Putzplatz schimmern ließ. Natürlich sei der Draht noch lange nicht fertig. Da säße noch vom Walzen eine Art Oxydschicht um den blanken Kern, die müßte mit Säure abgebeizt werden. Dann würde der dicke Draht auch noch gezogen.bis zu den feinsten Sorten. Das geschähe aber nun nicht mehr auf heißem, sondern auf kaltem Wege und auch nicht hier. Sie wiesen mit vager Bewegung über die Flammengarben hinweg. Da hinten in den Bergen des Sauerlandes, da gäbe es Dörfer, von Handwerkern und Kleinbetrieben, die besorgten das Kaltziehen des Drahtes und machten Netze daraus und Nägel und allerhand Kleinkram. Sie sprachen mit einer gewissen gönnerhaften Herablassung von diesen Leuten hinter den Bergen. Sie kannten sie nicht, sie hatten nie ein solches Dorf gesehen und: Draht machen auf kaltem W^ge mußte etwas Untergeordnetes fein in den Augen dieser Bändiger von feurigen Eisenschlangen. Ueäer die Berge des Sauerlandes fuhr ich nach Altena herüber. Das Dorf der Drahtzieher. In die Lenne, deren Wasser rötlich ist von all den Eisenrückständen, die in sie hineingeleitet werden, mündet hier ein Bach, die Nette. Zwischen steilen Felsen hat er sich den 2ßetf gebahnt, fast eine Schlucht ist dies gewundene Tal zu nennen; durch diese Schlucht zieht sich, mehrere Kilometer lang, ein- Dorf, das Dorf der Drahtzieher ... Eine seltsame Siedlung! Draht, Draht, überall Draht! In den Häusern, die nicht größer sind, und nicht anders aussehen als Dorfschmieden, klappern Maschinen, rauscht das Wasser über Mühlräder. Haus steht an Haus, dicht aneinander und dicht an die Bergwand gepreßt. Die ziemlich steile Straße ist so eng und so stark von Verkehr erfüllt, daß die Häuser ihre Ecken mit großen Steinen bewehrt haben als Schutzpfeiler gegen die Radnaben, so wie eine Brücke sich mit Wellenbrechern schützt. Drahtrollen an allen Mauern aufgestapelt, Drahtrollen von Spulen abrollend hinter allen Fenstern. Drahtrollen auf fahrbaren Gestellen aufgehängt, gekarrt, geschoben, gezogen, zu Hausen gestapelt, auf Eisenbahnwagen durch die Straße gefahren, überall. Besuch in einem Familienbetrieb. Wir bergen unseren Wagen zwischen zwei Häusern und besuchen dann die nächstgelegene kleine Drahtfabrik. Ein Graubart mit kalkgepudertem Gesicht und kalkgepuderter Lederschürze richtet sich hinter einer Drahtspule auf und begrüßt uns: Der Fabrikbesitzer. Jawohl, der Fabrikbesitzer; er arbeitet mit, das Ganze ist ein Familienbetrieb wie beinahe alle hier. Mit Eifer und mit freudigem Stolz führt er uns herum und erklärt. Mit Stolz kann er es tun, denn alles ist sein Werk, aus seinen Ersparnissen hat er es aufgebaut, nachdem er vierzig Jahre ein einfacher Lohnarbeiter gewesen ist. Da ist zunächst das Drahtlager, aus Raummangel im Schutz des Daches draußen an der Mauer. Dann kommt ein Raum wie eine mittelalterliche Schmiede anzusehen, erfüllt von Pochen, non Dämpfen, von Nässe unb von einem strengen Geruch, der den Atem verschlägt. In einen Steinbottich voll Salzsäure werden die Drahtrollen geworfen und gebeizt, damit die Oxydschicht vom Walzwerk sich löst. Ein Mann, dessen Beine mit Sacktuch bis zu den Hüften dick umwickelt sind, dessen Hände, von alten Autoschläuchen bedeckt, wie wunderliche Flossen aussehen, fischt sie heraus und wirft sie in ein Pochwerk: Holzhämmer an langen Balkenarmen schlagen die Oxydschicht herunter; dabei wird der Draht unaufhörlich mit Wasser begossen. Dann kommt er in ein Kalkbad, das ihm eine Rostschutzhülle gibt; nun ist er weiß, wie jene Dauerwürste, die man in gekalkte Leinwand näht. Man wirft ihn in mächtige, feuerfeste Steingutgefäße; luftdicht verschlossen werden diese Gefäße jetzt in einen großen Ofen geschoben, damit der Draht nochmals ganz langsam durchgeglüht und weich gemacht wird. Orahtziehen ist keine leichte Kunst. Erst nach diesen Vorbereitungen wandert er iif die eigentliche Drahtzieherei. Ihre Maschinerie ist sehr einfach: große Trommeln, die auf senkrechten Achsen sich drehen, spulen den Draht auf. Zwischen je zwei Trommeln durchläuft er die Bohrung eines hochwertia-rn Stablblocks. Hierdurch wird er gereckt und gelängt, und so wird er weiter durch immer engere Bohrlöcher gezogen, bis er die gewünschte D'cke, auf Hundertstel Millimeter genau, erreicht hat. Das ist eigentlich schon der ganze Fabrikationsprozeß. Die Maschinen sind einfach, beinahe primitiv, aber es gehört ein hohes handwerkliches Können zu ihrer Bedienung. Der Draht darf natürlich nicht reißen; die Bohrung muß mit einer Fett- und Graphitmasse aufs beste geschmiert werden, das Bohrloch selbst muß aufs äußerste genau gearbeitet sein, seine Abnützung muß berücksichtigt werden, damit der fertige Draht genau maßhaltig werden kann. Jede Drahtsorte ist verschieden an Materialeigenschaften und erfordert eine besondere Behandlung. In diesem typischen Betrieb arbeiten acht Männer. Davon sind nur zwei Lohnarbeiter, die übrigen sind Mitglieder der Familie. Von zwei Brüdern, den eigentlichen Besitzern, bearbeitet der eine den technischen, der andere den kaufmännischen Teil der Fabrikation. Eine Tochter ist die Kontoristin des winzigen, altmodischen Büros. Dieser Betrieb ist spezialisiert auf bestimmte Drahtsorten, und so hat jeder im Tal eine Besonderheit, die er allein ober mit wenigen anderen erzeugt. Interessant dabei ist, daß die feinsten Draht- forten am oberen Ende des Tales erzeugt werden, die gröberen am unteren Ende. Das kommt daher, daß die Transportwege nach oben natürlich teurer sind; darum macht man oben feinen Draht, in dem weniger Material und mehr Arbeit steckt. Fast jeder dieser Kleinbetriebe hat als Kunden ebenfalls Kleinbetriebe, die diese speziellen Draht- forten brnnrben: der eine lipf-rt an Fabrikanten für Spiralfedern, die der Polsterer gebraucht, der andere liefert Drähte, die der Klavierfabrikant für alle möalichen besonderen Zwecke haben muß. der dritte Schraubendraht oder Nageldraht, Draht für Kolben von Fahrradvumpen, und so für viele hundert Sonderzwecke. Mit diesen Kunden verkehrt der kleine Fabrikant direkt, ohne Vermittlung des Zwischenhandels. Glück und Tragik der Drahtzieher. Ich gewann von diesem Tal unb seinen Bewohnern einen besonbers günstigen, ja glücklichen Ein- bruck. Hier war Arbeitsgemeinschaft und Arbeitsteilung, die den Kleinbetrieb konkurrenzfähig machen mit dem Großbetrieb. Hier war auch eine ungewöhnliche menschliche Zufriedenheit. Wohl hat es auch hier in der Vergangenheit politischen Radikalismus gegeben, aber „Mgine". Lichtspielhaus. Wenn man diesen Film sieht, mit dem die Europa nicht nur ein ungewöhnlich gutes Geschäft gemacht, sondern, was weit wichtiger ist, auch eine der künstlerisch besten Leistungen der letzten Zeit geschaffen hat, mag einem einfallen, daß man die gleiche oder doch recht ähnliche Geschichte vor langer Zeit auf der Bühne gesehen hat, und man. besinnt sich bann, baß Wildenbruch dasselbe Motiv für fein naturalistisch - psychologisches Schauspiel „Die Haubenlerche" verwendet hat. Aber bann liest man. daß der Film nach Motiven von Gottfried Keller geschrieben und gedreht worden sei, und wenn man ims „Sinngedicht" aufschlägt, findet man im 8. Kapitel eine Erzählung, welche „Regine" überschrieben ist und, was Keller sich nicht hätte träumen lassen, die Grundlagen abgab .für das Drehbuch von Erich W a s ch n e ck, der einzelne Züge ganz getreu übernahm, das Ganze freilich in vielem verwandelte und vor allem verdichtete. Grundsätzlich geändert wurde der Ausgang, mit dem im , Sinngedicht" die Geschichte ein trauriges und unwiderrufliches Ende findet. Die Fabel wird hier, noch ehe die eigentliche Erzählung anhebt, mit einem einzigen Satz also umschrieben: „Doch habe ich den Fall erlebt, daß ein angesehener und sehr gebildeter junger Mann wirklich eine Magd vom Herde weggenommen und so lange glücklich mit ihr gelebt hat. bis sie richtig zur ebenbürtigen Welt- bame geworden, worauf erst das Unheil eintraf. Das ist schon, rund und knapp, der Inhalt des Films „Rechne", freilich auf die allerkürzeste Formel gebracht, baß biefer Inhalt nicht gerade Zeitgemäß genannt werden kann, braucht uns schon deshalb nicht zu stören, weil jede moralische oder soziale Tendenz ober gar Nutzanwendung im Film auf bas glücklichste oermieben ist. Denn es tarn hier, wie man sich halb überzeugen kann, allem barauf an, eine menschliche Begebenheit, em einfaches Schicksal klar unb glaubhaft zu gestalten und ins Bilb zu fassen, — nicht aber «etwa irgenb eine These an einem Beispiel ober Schulfall mit lehrhaft unb roarnenb erhobenem Zeigefinger bem erschreckten Beschauer vor Augen zu führen. Das Schöne unb Erfreuliche an diesem Film ist bie Erkenntnis, baß auch ein literarisches Motiv — in «den richtigen Hänben — durchaus ohne peinliche Nebengeräusche in bie neue Form übersetzt werden kann, unb baß ber gute unb ernsthafte Fll"i heute dazu fähig ist, eine echte unb starke Liebesgeschichte zu gestalten, ohne ein bis zum Ueberbruß abgenutztes Klischee zu gebrauchen. Wir können uns jebenfaüs, wenn wir von ber „Maskerade" absehen, nicht besinnen, seit langer Zeit so starke Eindrücke von der Leinwand her empfangen zu haben. Daß diese Wirkung zu einem sehr erheblichen Teil auf bie ausgezeichnete Spielleitung zurückzuführen ist, darf rückhaltlos anerkannt werden. Erich Wasch- n e ck hat früher schon gezeigt, was er kann — wir erinnern an seine Inszenierung von „Musik im Blut" —, und er beweist hier aufs neue und noch eindringlicher, welche Werte er bild- unb gefühlsmäßig ber Kamera abzugewinnen vermag, und wie er bie unter seiner Führung spielenden Darsteller zu äußerster Konzentration und vollkommenem Eintauchen in eine Handlung und eine Seelenlage zu steigern imstande ist. Nur nebenbei mag erwähnt fein, wie fein und stimmungsvoll die main- fränkische Landschaft und die verträumte Beschaulichkeit der kleinen Stadt Miltenberg sich ins Bild fügt und einen wesentlichen Abschnitt der Geschichte ausmalend begleitet. * Wesentlicher ist aber die Ueberlegung, wie leicht die Fabel grade in der Filmfassung entgleisen und in die Niederungen eines sentimentalen Kolportageromans hätte abgleiten können. Hier haben wir die Geschichte eines kleinen Landmädchens, das eines Tages durch einen ihr märchenhaft scheinenden Glücksfall vom Erlebnis großer Liede überrascht und im Innersten getroffen wird, bie aber zugleich ihrem von Kinb auf gewohnten Lebensbezirk wie in einem Traum entrückt unb in eine völlig andere Welt versetzt wird. In diesem neuen und fremden Umkreis nun gerät sie, kaum daß sie sich halbwegs an die Wirklichkeit des vermeintlichen Traumes gewöhnt hat, in eine solche Verstrickung von Zufall, Mißverständnis und Gemeinheit, daß sie, nicht im= i stände, sich zur Wehr zu setzen, fast in den Tob getrieben wirb Erst in diesen späteren Teilen des Filmes wird man überschauen und bewerten, mit 'einer wie leichten und sicheren Hand, mit wieviel I Takt, Geschmack und Gefühl der Regisseur die Dinge lenkt unb zum harmonischen Ausklang führt, ber ! nichts vom allzu gut bekannten, peinlich und unorganisch aufgepappten happy end an sich hat. Der stärkste und unmittelbarste Eindruck des Films aber geht von der Trägerin ber Titelrolle aus; bas ist Luise Ulrich, eine junge Schauspielerin vom deutschen .Filmnachwuchs. Wir haben sie schon des öfteren gesehen, aber noch nie so wie in dieser Rolle als Regine — mit einer Leistung, die fie für unser Gefühl unmittelbar neben die Wessely in der „Maskerade" stellt. Man könnte sagen, diese junge Darstellerin Luise Ulrich sei bas geborene | Gretchen oder wie geschaffen für Kleists Kätchen von I Heilbronn; aber wir wollen in ihrer Sphäre bleiben: sie ist eine bezaubernde Regine; sie spielt das alles von Anfang bis zu Ende mit einer Sicherheit, einer Sparsamkeit der Mittel, mit einem so starken und so weiblichen Gefühl, mit soviel Heiterkeit, so vollkommener Glückseligkeit und auch ganz hilfloser Verzweiflung, daß man das kleine Menschenschicksal, das sich da auftut und abrollt, nah und innerlich miterlebt. Ihr Partner ist W o h l b r ü ck, und es liegt nahe, an seine Rolle in der „Maskerade" zu denken, zumal dieser Film auch sonst manche Vergleichsmöglichkeiten bietet; doch fehlt ihm hier jener ein wenig zynische und ein ganz klein wenig dämonische Zug, den seine Rolle ihm dort aufzwang. Hier ist er viel weicher, gütiger, voll zarter und lächelnder Ueder- legenheit, dabei bis auf einen kurzen heftigen Ausbruch immer beherrscht und verhalten, ein sympathischer und männlicher Liebhaber. Als Gegenspielerin der Regine: Olga Tschechowa, welche mit gesellschaftlicher Meisterschaft und Eleganz eine große Dame und gefährliche Intrigantin zu spielen hat, was ihr beides vollkommen gelingt. In den , Nebenrollen: Adalbert .von Schle ttow, Julie ! Serba und Olga (Engi. — Wir hoffen, daß dieser Film auch bei uns bie ' Beachtung und Würdigung finden wird, bie ihm gebührt. —r — Oer richtige Mann. Die berühmte Bibliothek des Escorial, ber Sommerresidenz der spanisches Könige, die über hunderttausend Bände unb über viertausend kostbare Handschriften besitzt, wurde einst von einem ausländischen Gesandten am spanischen Hofe besichtigt. Zu seinem Erstaunen fand er in der Bibliothek aber einen erschreckend unwissenden Bibliothekar vor, der nicht einmal die Titel der berühmtesten hier befindlichen Bücher kannte. Als ber Gesandte einige Tage später । bei dem König von Spanien in Audienz empfangen wurde, fragte ihn d"r König, wie ihm der Escorial gefallen habe. Der Gesandte lobte bie bort vorhande- nen Kunstschätze in den höchsten Tönen und sparte auch nicht an Anerkennung, als er befragt wurde, wie ihm die berühmte Bibliothek gefallen habe. Der Gesandte antwortete höflich: „Sie ist sehr schön und sehr kostbar, aber wenn ich Eurer Majestät einen Vorschlag machen dürfte, so möchte ich raten, den dortigen' Bibliothekar zum obersten Administrator Ihrer Einkünfte zu machen." „Warum das?" fragte der König erstaunt. Der Gesandte entgegnete gelassen: „Weil er nach meiner Ueberzeugung nichts von bem zu berühren scheint, was ihm anvertraut ist." Unfug. Von $reb Lang. Ein kleiner Junge kam daher. Selten ist bie Laufrichtung von Kindern unb jungen Hunden geradlinig, aber dieser Junge ging doch verhältnismäßig zielbewußt vorwärts und streifte bie Verlockungen des Weges höchstens mit den Augen. Den Naturgesetzen nach hätte er auf der Steineinfassung eines Rasens balanrieren müssen, aber er blieb auf bem Gehweg. Ein kleiner Erdhügel bot sich in ber Nähe zum Ueberschreiten an. aber er blieb unbeachtet, ein Drahtzaun hätte, im Lausen mit einem Stück Holz geritzt, bie schönsten Töne ergeben. Aber ber Junge kümmerte sich nicht barum. Da trat unerwartet bie Versuchung an ihn heran in Gestalt einer Pfütze unb eines Stücks Asphalt. Der Junge würbe unruhig unb erlag. Einem inneren Zwang folgenb nahm er bas Asphaltstück, trug es mit Anstrengung gerade über die Pfütze und ließ es ins Wasser fallen. Es spritzte nach allen Seiten, am nässesten wurde der Junge selbst. Das Ergebnis befriedigte ihn in solchem Maße, daß er die Sache wiederholte. Mehrere Male. Zuletzt sah er aus wie ein Ferkel. Dann verließ er den Schauplatz seiner Taten. Seiner frohen Miene nach hatte er etwas sehr Notwendiges, tief Befriedigendes gemacht. Jetzt bog in die menschenleere Seitenstraße ein junger Mann ein, anfangs dreißig. Nach kurzem normalen Benehmen verließ auch er das Trottoir und setzte seinen Weg balancierend auf jener schmalen Steinumfassung des Rasens fort, bie ber Junge vorhin verschmäht hatte. Es erscheint Ihnen unwahrscheinlich, baß ein Mann anfangs breißig sich so kindlich ...? Haden Sie schon einmal Herren in ben Fünfzigern auf einer Rolltreppe beobachtet? Oder stellen Sie sich einmal vor, Sie wären ganz allein mit einem Paternosteraufzug oder einer Drehtür. Was würden Sie tun? Sie würden wohl Unfug treiben, wenn Sie nicht schon abgestumpft wären und verdorben. Und es wäre keineswegs komischer, als wenn solide Leute am Sonntag sich in Lunaparks beheben, um Rutschbahn zu fahren, sich mit ihrer Ehehälfte durch rotierende Röhren schleudern zu lassen oder krampfhaft auf Schaukelpferden zu sitzen. Alles ist notwendig. Die Wahrheit ist: Wir haben nicht genug gespielt. Man mutet uns soviel Würde zu. dabei suchen wir unser ganzes Leben lang nach Gelegenheiten zum Unfug. Leider sind sie im vorgerückten Alter nicht immer leicht zu finden. er war weitgehend theoretisch und fand praktisch keine Anwendung, Venn es war die Aufstiegsmöglichkeit gegeben: hatten sich doch die meisten dieser kleinen Unternehmer aus dem Arbeiterstand erhoben. Ihre Lebenshaltung blieb aber so bescheiden und ihr Daseinskampf so schwer, daß nie ein Gegensatz aon arm und reich entstand. Eine große Tragik liegt darin, daß in den Jahren der Krise viele dieser kleinen, selbständigen Existenzen unverschuldet in Konkurs geraten sind. Sie arbeiten ja mit ganz geringem Kapital, und als in diesen Jahren ihre Abnehmer notleidend wurden, da konnten die Drahtzieher vielfach ihre Lieferanten, die Walzwerke, nicht mehr bezahlen. Da half kein Engerschnüren des Riemens — sie bekamen kein Material und konnten nicht einmal die Aufträge ausführen, die sie hatten. Seit zwei Jahren ist das anders und besser geworden, das- gayze Tal befindet sich im Aufstieg und hat die feste Zuversicht, daß die Finanzkrisen der Vergangenheit. nicht wiederkehren können, daß dem kleinen Mann geholfen wird. Wirtschaft. Arbeitsbeschaffungskredite der öffentlichen Sparkassen. Fwd. Frankfurt a. M., 16. Jan. Die im Deutschen Sparkassen- und Giroverband zufammen- ge,chwssenen öffentlichen Sparkassen haben, wie das jetzt ermittelte Ergebnis zeigt, auch im dritten Vierteljahr 1934 durch Hergabe von Krediten die Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprograrnms der Reichsregierung nach Kräften gefördert. Sie bewilligten in diesem Zeitabschnitt 106,338 Einzelkredite im Gesamtbeträge von 160,2 Millionen Reichsmark. — Zusammen mit dem Ergebnis des- ersten und zweiten Quartals stellt sich die Gesamthöhe der Arbeitsbeschaffungskredite in den drei ersten Vierteljahren auf 563,6 Millionen Reichsmark. Diese Summe setzt sich aus rund 380 000 Einzelposten zusammen. An dem Erfolg haben die öffentlichen Sparkassen der Provinz Hessen-Nassau wesentlichen Anteil. Sie gewährten im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms 15 155 Kredite in einer Gesamthöhe von 18,94 Millionen Reichsmark. Diese Zahlen liegen beträchtlich über dem Reichsdurchschnitt. Denn während die 57 hessen-nassauischen Sparkassen in dem rund 3000 Sparinstitute umfassenden Deutschen Sparkassen- und Giroverband knapp I v. H. der Mitgliederstärke ausmachen, errechnet sich ihr Anteil an dem Gesamtergebnis betragsmäßiq auf 3,4 v. H. und bezüglich der Posten auf 4 v. H. Wie sehr sich gerade die öffentlichen Sparkassen in Hessen-Nassau der Pflege des Kleingeschäftes widmen, geht aus der Tatsache hervor, daß der Durchschnittsbetrag der Arbeitsbeschaffungskredite im Reich 1483, in Hessen- Nassau jedoch nur 1249 RM. bertägt. Verlängerung der Meldefrist der Handelsvertreter und Handelsmakler. Auf Grund einer Anordnung des Reichswirtschaftsministers sind alle Handelsvertreter und Handelsmakler verpflichtet, sich bei der Fachgruppe Handelsvertreter und Handelsmakler in der Wirtschaftsgrupp „Vermittlergewerbe" anzumelden. Die Meldefrist ist bis zum 31. I a - n u a r verlängert worden, um allen Handelsvertretern und Handelsmaklern, die bisher beruflich oder sonst verhindert gewesen sind, sich anzumelden, Gelegenheit zu geben, ihrer Meldepflicht zu genügen. Melüepflichtig sind alle Handelsvertreter und Handelsmakler, also solche Unternehmer und Unternehmungen, die eine Tätigkeit im Sinne der Paragraphen 84 und 93 HEB. ausüben, und zwar auch diejenigen, die bisher Mitglieder eines der früheren Handelsvertreter- oder Handelsrnakler- Derbände gewesen sind. Ausgenommen sind nur Handelsvertreter und Handelsmakler, die ausschließlich dem Reichsnährstand angehören. * Absatzsteigerung bei Harpener. Wie der DHD. erfährt, konnte die Harpener Bergbau AG., Dortmund, im Geschäftsjahre 1934 ihre Steinkohlenförderung gegenüber dem Vorjahre auf 5,55 (im Vorjahre 4,80) Millionen Tonnen erhöhen, was eine Förderungszunahme um 14,5 v. H. gegenüber dem Vorjahre bedeutet. Im gleichen Verhältnis dürfte sich der Absatz der Gesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahre gebessert haben. Die Frage, ob bereits für das verflossene Jahr eine Wiederaufnahme der Dividendenzahlung erfolnen wird, scheint noch vollkommen offen zu fein. Hier werden wohl erst nach Beendigung der Bilanzarbeiten, die gerade beginnen, Entscheidungen zu erwarten-fein. Khem-Mainiscke Mittagsbörse. Leicht abgeschwächl. Frankfurt a. M., 16. Jan. Gegenüber den Erwartungen des vorbörslichen Verkehrs eröffnete die amtliche Börse etwas enttäuschend und mit meist etwas schwächeren Kursen. Die Kulisse setzte ihre Entlastungsverkaufe angesichts der nur sehr geringen Beteiligung der Privatkundschaft fort. Sie' Spekulation hat bei ihren Vorkäufen in der letzten Woche ganz offenbar die Kaufkraft der Kundschaft überschätzt, da nach dem Anlagetermin schon-die meisten zur Verfügung stehenden Mittel an die Börse gebracht wurden. Trotzdem blieb der Grundton durchaus optimistisch, wobei die Erklärung des französischen Ministerpräsidenten F l a n d i n über die Beziehungen zu Deutschland, die außerordentlich günstige Resonanz der Auslandspresse zur Saarabstimmung und das Eintreten des Dreier-Ausschusses für die sofortige Rückgliederung der Saar zum Mutterlande von Anregung waren. Bei sehr kleinen Umsätzen ergaben sich gegenüber der gestrigen. Mittagsbörse (die Abendbörse fiel bekanntlich aus) durchschnittliche Rückgänge von 0,50 bis 0,75 v.H. Etwas stärker abgeschwächt und an- geboten mären IG. Farbenindustrie mit — 1,50 v, H. auf 140,75, Metallgefellschaft mit —2 o. H. auf 88 und Siemens mit —4 o. H. auf 141 v. H. Daneben lagen Rheinstahl und Harpener sowie Reichsbankanteile mit je —1,50 v. H. über den Durchschnitt hinaus gedrückt. Im übrigen eröffneten am Montanmarkt Gelsenkirchen und Stahlverein gut behauptet, Mannesmann 1 v. H., Klöckner, Phönix und Laurahütte bis 0,50 v. H. niedriger. Von Elektropapieren gingen AEG. um 0,40 v. H., Gesfürel um 1,50 v. H. und Schuckert um 1,75 v. H. zurück, Lechwerke lagen 0,50 v. H. freundlicher und Lahrneyer mit 12<0 v. H. gehalten. Zellstoff Aschaffenburg und Waldhof verloren je 0,50 v. H., auch Schiffahrtswerte bröckelten bis 0,50 v. H., Kunstseide AKU. 0,75 v. H., Ph. Holzmann 0,50 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,40 v. H. und Moenus Maschinen 0,50 v. H. ab. Fest w...en andererseits noch Feinmechanik Setter mit 68 (66), auch Zement Heidelberg lagen mit 111,25 um 0,25 v. H. freundlicher. Äm Rentenmarkt war die Haltung gleichfalls gedrückt und das Geschäft sehr klein. Altbesitz gaben auf 110 bis 109,65 (110,40), Zinsvergütungsscheine auf 89,85 (90) nach, wogegen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 99,40 v. H., Stahlverein-Bonds mit 95 und Reichsbahn-VA. mit 117,75 gut behauptet blieben. Kommunal-Urnschuldung verloren 0,25 v. H. Von fremden Werten waren Rumänen weiter fest, 4,50 v. H. Gold 7 (6,50), 4 v. H. vereinh. Rumänen 4,60 (4,35). Auch in der zweiten Börsenstunde hielt das stille Geschäft an. Infolgedessen bröckelten die Kurse vielfach noch um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, so u. a. IG. Farben (140,13), Kaufhof (35,50), Hapag 25,75. Ferner kamen Accumulatoren 1 v. H., Deutsche Linoleum 1,75 v. H., Daimler 1,13 v. H., Mansfelder 1,50 v. H. und Licht & Kraft 1,25 v. H. schwächer zur Notiz. Etwas fester bzw. erhöht waren Reichsbankanteile mit 154,50 (153,50), auch Eßlinger Maschinen erhöhten sich auf 71 (69,50). Hypothekenbankaktien blieben von Dividendenerhöhung der Vereinsbank Hamburg um 1 v.H. auf 6 v.H. unberührt. Für variable Renten zeigte sich später auf der ermäßigten Basis eher kleines Kaufinteresse. Schwächer waren andererseits Reichsmark-Anleihen bis — 0,50 v.H. Goldpfandbriefe und Kommunal-Qbli- gationen sowie die meisten Stadtanleihen lagen gut behauptet, Liquidationepsandbriefe konnten sich noch vielfach um 0,25 bis 0,50 v. H. erhöhen. Industrie- Obligationen und Staatsanleihen lagen zwar ruhig, aber gut behauptet. Von Auslandsrenten Mexikaner etwa behauptet, Rumänen später leicht nachgebend, ebenso Ungarn, dagegen Schweizer Bundesbahnen etwas fester. — Tatzesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert. Abendbörse: sehr still. Die Abendbörse nahm einen sehr stillen Verlauf. Bei der Kulisse herrschte angesichts der nur schwachen Beteiligung der Kundschaft weitere Zurückhaltung, daneben wartet man die weitere Entwicklung hinsichlicht der Rückgliederung des Saargebietes ab. Die Grundhaltung blieb durchaus zuversichtlich. Jrttolgs der herrschenden Geschäftsstille bröckelten die Kurse gegen den Berliner Schluß hier und da um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Fest waren andererseits Haufwerke Füssen mit 70 bis 71 (69,50) und Eßlinger Maschinen mit 72,50 (71,50). Am Rentenmarkt gaben Altbesitzanleihe auf 109,25 (109,65) nach, sonst konnten sich die letzten Mittagskurse behaupten. Eine Sonderbewegung hatten beutfche Hypothekenbankpfandbriefe ausländischer Tranche auf das Umtauschangebot der Deutsche Ceniralbodencredit AG. in eine 4,5prozentige deutsche Emission. Bei allerdings nur kleinem Umsatz lagen die Kurse etwa 2 v. H. fester. Von Auslandswerten blieben Schweizer Bahnanleihen, insbesondere die Nebenwerte, fest. Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen gut behauptet. 11. a. notierten: 6 v. H. Dollarschätze von 1923 93,70, Altbesitz 109.25, Stahlverein-Bonds 94,90, 6 v. H. Franks. HM R. 8 bis 10 96,75, Adaca 68,25, vv-Bank 78,75, Reichsbank 154, Gelsenkirchen 67, Harpener 99,50, Mansfeld 89,25, Stahlverein 44, Rheinstahl 90,50, AKU. 49,90, AEG. 29,25, Conti Gummi 146, IG. Chemie Basel 151,25, Scheideanstalt 202, Eßlinger Maschinen 72,50, IG. Farben 140, Gesfürel 111, Hanfwerke Füssen 70 bis 71, Lahrneyer 119, Metallgesellschaft 88,25, Schuckert 98, Reichsbahn-Vorzugsaktien 117,65, Hapag 26, 4,5 v. H. Rumänen 7, 4 v. H. do. 4,5 Brief, Anatolier I und II 33,5, 3,5 v. H. Gotthardbahn 143, Sinner Grünwinkel 93, Pfalz. Mühlenwerke 119. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Jan. An der stillen Haltung hat sich feit dem letzten Montagsmarkt nichts geändert. Futtermittel aller Art blieben stark gesucht, während Angebot so gut wie nicht vorlag. Oelhaltige Futtermittel sowie Futtergerste werden überhaupt nicht angeboten, währepd Hafex nur im Tausch gegen Kraftfuttermittel und Kleie nur bei Abnahme von Mehl abgegeben wird. Brotgetreide wurde nur zum laufenden Bedarf ausgenommen. Das Mehlgeschäft blieb weiter schleppend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in RM.: Weizen W IX 205, W XIII 209, W XVI 213, Roggen R IX 165, R XIII 169, R XV 173, alles Mühlengroßhandelspreise des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 167, G XI 170, G XII 172, Hafer H XIII 165, H XIV 167, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 t 3,00 RM. mehr. Sommergerste für Brauszwecke 200,00, Weizenmehl W XIII und W XVI 27,15 plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Roggenmehl IR XIII 23,60, R XV 24,00 plus 0,50 RM. Frachtaus- g'eich. Weizennachmehl 16,50, Weizenfuttermehl 13,00, Weizenkleie W XIII 10,66, W XVI 10,87, Roggenkleie R XIII 9,90, R XV 10,14, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Soyaschrot mit Monopolzuschlag 13,00, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab süddeutscher Fabrikstation. Treber —, Trockenschnitzel 9,50 bis 9,90, Heu, süddeutsches, 11,00, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt ober gebündelt, 5,00 bis 5,40. Tendenz: ruhig, Futtermittel stark gefragt, aber ohne Angebot. — In Handels- flaffenroare fanden keine Abschlüsse statt. Frankfurter Schlachtyiehmarkt. Frankfurt a. M., 17. Jan. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 89 Rinder (33 Ochsen, 9 Bullen, 16 Kühe, 31 Färsen), 845 Kälber, 263 Schafe, 428 Schweine. Es kosteten: Kälber 18 bis 50; Hämmel 26 bis 37; Schafe 15 b s 33; Schweine 45 bis 53 Mark. — Marktverkauf bet allen Viehgattungen ruhig. Schweinemartt in Friedberg. LPD. Friedberg, 16. Jan. Auf dem heutigen Schweinemarkt wurden folgende Preise bezahlt: Sechs Wochen alte Tiere 14 bis 16 Mark, sechs bis acht Wochen alte Tiere 16 bis 18 Mark, acht bis 12 Wochen alte Tiere 18 bis 22 Mark. Der Auftrieb betrug 380 Ferkel. Der Handel war sehr lebhaft, es verblieb geringer Ueberftanb. Die Schule für Kommunalpolitik im Gau Hessen-Nassau. Die seit längerer Zeit bestehenbe Absicht, im Gau Hessen-Nassau eine Kvmrnunalpvlitische Schule zu errichten, ist nunmehr verwirklicht worben. Als Sitz der Schule ist bas schöne Taunusstäbtchen Bad ©oben bestimmt worben. Die Eröffnung burch den Gauleiter fanb unter Anteilnahme eines großen Teiles ber Bevölkerung, ber Politischen Leiter, ber Bürgermeister unb Gemeinbeschulzen bes Main- Taunus-Kreises, sowie ber SA. statt. Zweck unb Aufgabe ber Schule würbe vom Leiter bes Amtes für Kommunalpolitik, Bürgermeister Linder, M. d.R., Frankfurt a. M. in ber Eröffnungsansprache bahingehenb gekennzeichnet, baß alle Volksgenossen, bie in ber Verwaltung an verantwortungsvoller Stelle stehen, mit ber nationalsozialistischen Weltanschauung restlos vertraut gemacht werben unb ihnen in ausreichen- bem Maße Fachkenntnisse vermittelt werben sollen. Es komme nicht barauf an, bie bestehenben Bestimmungen bem. Worte nach zu dehanbeln, sondern im nationalsozialistischen Sinne durchzuführen. An Stelle eines starren Formalismus müsse lebendiger nationalsozialistischer Geist treten. Gauleiter Sprenger übergab bie Schule ihrer Bestimmung mit bem Hinweis, daß bei Neuaufbau des Staates eine Verwaltung schaffen werde, die in ihrecki Handeln und ihren Entscheidungen sich nur von nationalsozialistischer Auffassung leiten lasse. Der weltanschaulichen und fachlichen Schulung komme daher auf allen Gebieten bes öffentlichen Lebens größte Be- beutung zu. Insbesondere müßten bie Bürgermeister unb Gemeindeschulzen mit allen wichtigen kommunalpolitischen Vorgängen vertraut sein, um klare Entscheidungen im Sinne des Nationalsozialismus treffen zu können. Nur eine Verwaltung, die klar und weitsichtig ihre Gemeinde führe, werde in der Oeffentlichkeit Vertrauen genießen und auch den letzten Volksgenossen bem Nationalsozialismus zu- führen. Jebe Frage, bie an ben Leiter ber Ge- meinbe herantrete, müsse im Geiste Abolf Hitlers unb in seinem Willen gelöst werben. Daß die Errichtung einer kommunalpolitischen Schule im Gau Hessen-Nassau einem schon längst bestehenben bringenben Bebürfnis Rechnung trägt, ergab bereits die Abha tung des ersten Lehrganges, an bem 35 Bürgermeister, Gemeinbeschulzen, Kommunalpolitische Fachberater usw. teilnahmen. Ihnen würbe burch ausgezeichnete Vorträge über bie wichtigsten Zweige der Gemeindeverwaltung ein umfassender Ueberblitf gegeben. Vor allem wurde auf praktische Schulung, wie z. B. Aufstellung des Haushaltsplanes, Aufgabe bes Gemeinbeieiters auf bem Gebiete ber gemeinblichen Finanzpolitik, ber Gemeinbeverfaffung, ber Polizei, bes Fürsorge- unb Gesunbheitswesens, ber Arbeitsbeschaffung, des Schulwesens usw. Wert gelegt. In Arbeitsgemeinschaften war bie Möglichkeit für bie Behanblung einzelner praktischer Fälle gegeben. In befohberen Vorträgen würbe bas Gebiet ber Weltanschauung unb ber Rassenkunbe behanbelt. An verschiebenen Tagen fanden Besichtigungen gemeindlicher Betriebe und sonstiger Einrichtungen statt, so daß ben Teilnehmern, bie zum größten Teil aus Lanb- gemeinben kamen, Gelegenheit gegeben war, Einblick in die städtische Gemeindepolitik zu erhalten. Auch ber körperlichen Ertüchtigung würbe besondere Aufmerksamkeit zugewandt. Die Durchführung bes Lehrganges ftanb im Zeichen echten nationalsozialistischen Geistes. Strengste Disziplin unb beste Kamerabschaft verbanben bie Parteigenossen miteinanber, bie nun roieber an ihre Arbeitsstätten zurückgekehrt find, um bie ihnen übertragenen Aufgaben in ber Gerneinbepolitik im nationalsozialistischen Sinne zu erfüllen. Rundfunkyrogramm Freitag, 18. Januar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 unb 6.30: Gymnastik. 6.45: Frühmelbungen. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Versailles. Ein Hörbilb. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.45: Sozialbienst. 12: Mittagskonzert I ber SA.-Stanbartenkapelle 119. 13: Von Stuttgart: Saarbienst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 14.50: „Die Königstochter von Hegelingenland". Ein Spiel. 15.30: Für bie Frau! Der Zeitfunk fährt über Lanb — Spiegel fraulichen Lebens. 16: Nachmittagskonzert. In ber Pause: Kunstbericht der Woche. 18: Jugendfunk. 18.15: Der Rundfunk verbindet bie Welt. Auslänbische Hörer schreiben. 18.30: Romantik als beutfche Selbstbesinnung. Eine Betrachtung. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20: Nachrichten. 20.15: Stunbe ber Nation. „Die tapferen Weiber von Oberscheben". Eine fröhliche Historia. 21: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus bem Senbebezirk. Samstag, 19. Januar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 unb 6.30: Gymnastik. 6.45: Frühmelbungen. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Von Stuttgart: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialbienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saarbienst. — Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durch bie Wirtschaft. 15: Nachrichten. 15.15: Jugenb- Stunbe: HI. Westmark singt unb spielt. 16: Samstag-Nachmittags-Doppel-Konzert. 18: Stimme ber Grenze. 18.20: Stegreifsenbung. 18.35: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.50: Bunte Stunbe. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.15: „Die luftigen Weiber von Winbsor", Komische Oper in brei Aufzügen. 22: Nachrichten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren ;5 29-65 138.5 104-25 116-75 81-4 111-75 110 99-25 143-5 119-75 88.75 103-5 67.4 100 84-4 121 79-25 77.75 154 29 137-25 102-5 115-9 80-9 111.13 109 98-25 141-25 119-25 88-75 103 67.5 100 83-75 119.5 78-75 76.65 Bekula.....................0 Elektt. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft 6 Fellen & ®uilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elettr.Unlernehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 6 Schuckert L Co..............5 Siemens L Halske............ 7 Lahmeyer L Co............. 10 Buderus ..... 0 Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener.............. 0 Harpener.................. 0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau .............. 6 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klockneriverke ...........0 Mannesman a-Röhreu........0 139 104 117 81-5 111-75 110 100 145 .J',120 89-25 103-5 67-9 100-25 120-75 79 78-25 tranfnir a. -Ui. Berlin Schlußkurs Schluß.. Abend» börn Sch uß» kurs VDChlUtf, Mittags bör e Datum 15.1. ' 16-1 15-1- 16.1. Mansjeioer Bergbau......... 0 91 89-25 90-5 89.5 ftokroerle .................. 0 _ — 99-5 99-25 Phönix Bergbau............. 0 53 53.4 52-9 53-25 Rheinische Braunkohlen ..... 10 213 210-5 212 211-5 Rheinslahl................ 0 92 89-25 91-13 90 Vereinigte Stahlwerke........ 01 44.4 44 44.4 44-65 Ctaoi Minen ............... 0 13-13 13 13.4 13 Kaliwerke Aschersleben........ 5 111 112 110.75 Kaliwerke Westeregeln........ 5 112.5 — 112-25 Kaliwerke Salzdetfurth.....iy2 152-5 152-5 153.5 153 3- ®- Färben-Industrie....... •5 142-25 140 142.13 140 Scheideanstall............... 9 203 202 — Goldschmidt ................ 0 92 90-25 90 90-5 RütgerSwerke ............... 0 98-25 98-25 98.75 98-5 Melallgejellschast............. 0 90 88-25 90-5 88-5 Philipp Holzmann ........... 0 82-5 81-5 81.75 82 Zementwerk Heidelberg ...... Cementwerk Karlstadt......... 0 111 110-5 - 0 - — - Schultheis Patzenhofer ....... 0 — — 105.5 104-75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 51-25 49-9 51-13 50-25 Bemberg .................. 0 — 116-5 117 116-65 Zellstoff Waldhos ............ 0 49.5 49 49-5 49 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 73 72-5 71-75 71-25 Dessauer Gas.............. 7 — — 127-5 126-25 Daimler Motoren............ 0 49-65 48.5 49-13 48-25 Deutsche Linoleum ........... c 67-75 65-75 67-4 65-75 Lrenstein & Koppel .......... 0 - — 92- 91-5 Leonhard Tietz .............. 0 36.25 35.75 36-25 36 Chads...................... 10 — 188 189 187.5 Accumulaloren-Fabrik........ 0 162 161 161.25 161-25 Conti-Gum nu............... 0 145 146 145-5 146-5 Grttzner.................... 0 - 28.5 29-65 28-5 Mainkraftwerke Höchst a,M.... 4 87-75 - Süddeutscher Zucker ......... 8 167 165 167 —- Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 15.Januar 16.Januar Amtliche.Notierung Glld | Brief - mtliche Rotte-ung Geld | Brief Buenos Aire. 0.628 0.632 0-628 0-632 Brüssel .. 58-20 58-32 58-18 58-30 ■Rio de Jan. 0-191 0-196 0-194 0-196 Sofia...... 3-047 3-053 3-047 3.053 Kopenhagen. 54-32 54-42 54-57 54.67 Danzig..... 81-28 81-44 81-22 81.38 L'ondon..... 12-165 12-195 12-22 12.25 Heliingsors.. 5-37 5-38 5-395 5-405 Paris ...... 16.42 16-46 16-41 16.45 Holland ... 168-39 168-73 168-13 168-47 .Italien..... 21-30 21-34 21-30 21-34 3 cd cm..... 0.708 0-710 0-711 0-713 Jugoslawien 5.649 5-661 5-649 5-661 Lslo..... : 61-14 61-26 61 43 61-55 Wien....... 48-95 49-05 48-95 49-05 Lissabon .... 11-04 11.06’ 11-09 11.11 Stockholm... 62-72 62-84 63-02 63-14 Schweiz ... 80-72 80-88 30-72 80-88 Lvanien.... 34-06 34.12 33-95 34-01 Prag....... 10-40 10-42 10-40 10-42 Budapest .. — — —— Reuyork... 2.493 • 2.497 3antnoten 2-507 2.513 8erlin,15.Januar Geld Brie> Ameruanume 'Polen.............. 2-46 2-48 Belgische Noten.................. 57.97 58-21 Dänische Noten ................. 54-36 54-58 Englische Noten ................. 12-185 12-225 Französische Noten............... Holländische Noten............... 16-38 16-44 167-71 168-39 Flalienische Noten................ 21-11 21.19 Norwegische Noten .............. 61-27 61.51 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... _ Schwedische Noten............... 62.80 63.06 Schweizer Noten................. 80-44 80-76 Spanische Noten................. Ungarische Noten ................ 33-71 33-85