Ut.295 Erster Blatt 185. Jahrgang Montag, tb. Dezember 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitatz Such- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25"/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B M Frankreich kolonisiert! Die großen Worte, mit denen Italien im Namen der europäischen Zivilisation und Kultur einen wirtschaftlichen und imperialistischen Eroberungs- aug nach Abessinien zu rechtfertigen sucht, haben die Augen der Welt wieder auf die prinzipielle Frage gelenkt, ob die alten kolonisatorischen Vorwände mit den neuen Anschauungen von den Bedürfnissen primitiver Bevölkerung ü b e r h au p t noch zu vereinbaren sind. Es gibt hier Verfechter einer ganz radikalen Theorie, die aus der genauen Kenntnis solcher primitiven Lebenszustände, die durchaus nicht immer Kulturlosigkeit bedeuten, die Ansicht vertreten, daß die künstliche und gewaltsame Aufpfropfung europäischer Einrichtungen und Gewohnheiten auf ein ganz anderes Volkstum nur Entartung und Unzufriedenheit bringe und eines Tages böse Rückschläge zur Folge haben werde. Von der andern Seite wird dies nur als richtig anerkannt, soweit es sich um gewissenlose Kolonisation und um die Einführung verderblicher europäischer Gewohnheiten, wie z. B. des Alkoholgenusses handle, und auf die Vorteile hingewiesen, die der Anschluß an den Welthandel und an die überlegene Gesittung der alten Welt für die abseits in einem Urzustände der menschlichen Entwicklung lebenden Völker hat. Wie dem auch fei, die weißen Mächte, die an der Kolonisation farbiger Länder, besonders Afrikas, beteiligt find, werden sich durch den Streit der Theorien jedenfalls nicht veranlaßt sehen, etwa ihren Besitz aufzugeben. Das einzige, was man als Erfolg einer kolonialen Gewiffenserforfchung erwarten kann, ist, daß die früheren Methoden einer rein egoistischen wirtschaftlichen Ausbeutung ohne Rücksicht auf die Interessen der eingeborenen Bevölkerung aufhören und daß als Ziel der Kolonisation wirklich jene zivilisatorische Mission in den Vordergrund tritt, die allzu oft nur der Vorwand neuer Eroberungen war. In französischen Kolonialzeitschriften haben sich in letzter Zeit zwei Parlamentarier, der Berichterstatter des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten Archimbaud und der Arzt Dr. Bri - q u e t, mit den sanitären Zuständen in den we st afrikanischen Kolonien Frankreichs beschäftigt, die zeigen, daß die zweitgrößte Kolonialmacht sich sehr weit von einer solchen idealen Erfüllung ihrer Aufgabe entfernt hält. Die Voraussetzung jeder wirklichen Kolonisation in den Gebieten des äquatorialen und westlichen Afrikas, zu denen auch die ehemaligen deutschen Kolonien Kamerun und Togo gehören, ist die energische Bekämpfung der Schlafkrankheit, für die die moderne Wissenschaft die nötige Rüstung geschaffen hat. Mit beträchtlichem Aufwand hat Frankreich auch die Vorbereitungen dazu getroffen, indem es überall Spezialdienste einrichtete und in großem Umfange einheimisches Krankenwärterperfonal vorschulte. Aus Gründen der Sparsamkeit im Kolonialetat sind jedoch alle diese Einrichtungen abgestoppt worden, und die Folge ist eine ungeheure Zunahme der verheerenden Krankheit, die besonders an den Flüssen und in den Waldgebieten die ohnehin spärliche Bevölkerung auszurotten droht. In Kamerun allein hat Dr. B r i q u e t die Zahl der Schlafkranken auf 52 000 angegeben; an der Elfenbeinküste sind es 52 v. f). der Bevölkerung, an einzelnen Orten steigt die Prozentzahl auf 92 v. H. Im französischen Kongo waren in den Jahren 1928 bis 1931 zweiundsechzig Stationen für die Behandlung der Schlafkrankheit' eingerichtet worden, die man jetzt ohne das nötige Personal an Aerzten und Pflegepersonal und ohne die erforderlichen Heilmittel läßt, weil das Kolonialministerium in Paris die Posten im Budget gestrichen hat. Als Erfolg stellen die beiden französischen Kritiker der Kolonialverwaltung fest, daß die Bekämpfung der Schlafkrankheit in diesen Besitzungen auf den Stand vor dreißig Jahren zuruckge- funken ist, obwohl die moderne Medizin die Mittel in die Hand gegeben hat, sie zu unterdrücken und damit erst die Voraussetzungen für eine wirkliche Kolonisation zu schaffen. Eine Bevölkerung von etwa 20 Millionen Schwarzer ist durch die Vernach- läffigung zum langsamen Aussterben bestimmt, wenn sich Frankreich nicht entschließt, zu seinen Pflichten als Kolonialmacht zurückzukehren. Man wird angesichts dieses von Franzosen selbst kritisierten Versagen einige Fragen stellen dürfen; zunächst: ist es verwunderlich, wenn bei der schwarzen Bevölkerung Afrikas die Behauptung, eine weiße europäische Macht wolle ein in seiner Art glücklich und in geschlossenem Kulturkreis lebendes Volk, wie die Abessinier aus der Barbarei erlösen, zum äußersten Widerstand erregt? Und daß selbst in Europa niemand mehr an eine solche Heuchelei glaubt? Ferner: wo bleibt der Völkerbund? Es gibt dort eine Mandatskommission, der jährlich Bericht zu erstatten ist über den Zustand der Mandatsgebiete Daneben eine andere Kommission, die das internationale Gesundheits- und Sanitätswesen zu beobachten und zu fördern hat. Haben sich beide Kommissionen je mit den Zuständen in den westafrikanischen französischen Kolonien beschäftigt? Endlich eine dritte Frage: In den „Grundlagen für die Friedensverhandlungen" von Versailles heißt es, Deutschlands Versagen auf dem Gebiete der kolonialen Zivilisation sei zu deutlich klargestellt als daß 13 bis 14 Millionen Eingeborener von neuem einem Schicksal überlassen werden könnten, von dem sie durch den Krieg befreit worden feien! Die deutschen Kolonien m Westafnkn waren unter deutscher Herrschaft tn einem tadellosen Zustand und voller Entwicklung. In dem klimatisch ungesunden. Togo waren d o r b i l deiche Einrichtungen gegen die dort herrschenden Seuchen, Die Verantwortung für die unbefriedigende Kriedens- formel trägt der Völkerbund. England fühlt sich von den Mitgliedsstaaten des Völkerbundes im Stich gelassen. London, 16. Dez. (DNB. Funkspruch.) Außenminister Sir Samuel Hoare wird heute Abend in London zurückerwartet. Völkerbundsminister Eden beabsichtigt, morgen nach Genf zu fahren zur Teilnahme an der Sitzung des Völkerbundsrates. „Daily Telegraph" schreibt, Eden habe gestern Baldwin auf Grund seiner eigenen Eindrücke Mitteilungen über die Wirkungen Des Hoare- Laval-Planes gemacht. Wahrscheinlich werde heute eine außerordentliche Kabinettssitzung statt- sinden, um Eden Weisungen für feine Haltung vor dem Völkerbund zu geben. Bei der Unter Haus-Aussprache am Donnerstag werde es sich um die Frage handeln, ob der Völkerbund zu einem wirksamen Instrument gemacht werden könne, das die Fähigkeit besitze, d i e Grundsätze des Völkerbundes zu erzwingen. Wenn dies nicht der Fall sei, werde der Völkerbund sich notgedrungen jetzt und in Zukunft mit Ergebnissen begnügen müssen, die w e i t hinter seinen eigenen Idealen zurück- blieben. Dies habe Baldwin am letzten Dienstag im Unterhaus angedeutet, als er jagte: „Wir lernen und haben in den letzten drei Monaten viel gelernt hinsichtlich dessen, was gegenwärtig. in der Welt möglich ist und was nicht möglich ist." 2ttan werde nicht behaupten, daß eine Regelung des italienifch-abessinischen Streites auf Grund des Hoare-Laval-Planes in Ueberein- ftimmung mit dem Grundsatz stehen würde, daß der Angreifer keinen Gewinn aus feiner gesetzwidrigen Handlung erzielen sollte. Aber man werde wohl behaupten, daß eine für den Völkerbund befriedigendere Lösung nur erreicht werden könnte, wenn die Mitglieds st aaten bereit wären, ihren angemessenen Teil an viel schwereren Verantwortlichkeiten ) u übernehmen. Daß der Friedensplan Italien die von ihm besetzt en Gebiete überlasse, werde von Völkerbundsmitgliedern in Gens abgelehnt. Diese Auffassung sei im britischen Parlament ebenfalls weit verbreitet. Unter diesen Umständen frage es sich, welche Länder bereit sein würden, eine internationale Expeditionstruppe zur Vertreibung der Italiener zu bilden oder Abessinien mit angemessenen militärischen Mitteln zu versehen Wenn keiner dieser Wege gangbar sei, bleibe nur noch die Möglichkeit, daß weitere S ü h n e m a ß n a h m e n militärischer Art zur Anwendung gebracht werden, z. B. Schließung des Suezkanals oder Verhängung einer lückenlosen Oelsperre, die die italienische Armee bewegungsunfähig machen würde. Da Italien nun solche Maßnahmen a l s feindselige Handlungen betrachten würde, würde der Völkerbundsrat genötigt sein, festzustellen, welche Streitkräfte zu Lande, zu Wasser und in der Luft die Völkerbundsmitglieder beisteuern würden, um die Völkerbundssatzung zu schützen. Die britische Regierung sei überzeugt, daß eine solche Hilfe von anderen europäischen Staaten nicht zu eLwarten sei, kurz, daß Großbritannien allein die ganze Last auf sich würde nehmen müssen. Durch ihre beharrliche Politik, die Völkerbundssatzung aufrechtzuerhalten, habe die britische Regierung die Anwendung wirtschaftlicher Sühnemaßnahmen veranlaßt, die teilweise erfolgreich gewesen seien. Vis ungefähr vor einer Woche habe sie geglaubt, daß Europa bei der Zusammenarbeit noch weitergehen würde. Dieser Glaube sei jetzt enttäuscht worden. Die Regierung werde daher dem Unterhaus mitteilen, daß, wenn das Hoare-Laval-Abkommen auch h ö ch - stens zur halste befriedigend für den Völkerbund sei, dies der Fall sei, weil der Völkerbund nicht imstande oder bereit sei, mehr als die hälfteseiner Wacht zur Anwendung zu bringen. Dem Unterhaus werde mitgeteilt werden, daß die Wahl eines anderen Weges zu einer gefährlichen Lage führen würde. Die Regierung habe nur das Ziel, die Völkerbundsftaaten zu überreden, alles zu tun, um sicherzustellen, daß der künftige Völkerbund seine Verpflichtungen re st los erfüllen kann. Sir Samuel Hoare werde die Aufgabe haben, mit feinen Kollegen zu beschließen, wie die Lage dem Unterhaus dargestellt werden solle. Nachdem alle seine bisherigen Erklärungen sich durch ihren Freimut ausgezeichnet hätten, werde Hoare auch diesmal den Standpunkt vertreten, daß nichts gewonnen und viel verloren werden kann, wenn unangenehme Tatsachen verheimlicht würden. Die Aus- spräche werde auch eine große Bedeutung für die Sitzung des Völkerbundsrates haben. In maßgeben, den Londoner Kreisen glaubt man, daß der Völkerbundsrat nach wie vor abgeneigt fein werde, den Friedensplan in feiner jetzigen Form anzunehmen. Er werde damit die Verantwortung für eigene neue Vorschläge zu übernehmen haben, währenddessen der Krieg in Abessinien feinen Fortgang nehme. pariser Kundgebungen für und wider den Medensplan. Paris, 16. Dez. (DNB. Funkspruch.) Am Wochenende haben in Paris eine Anzahl Verbände ihre Stellung zu den Versuchen einer Beendigung im italienisch-abessinischen Konslikk und zum Völkerbund als Hüter des Friedens bargelegt. Auf einer Kundgebung zugunsten der französisch-englischen Zusammenarbeit sprach Lord Robert Cecil seine Ueberzeugung aus, daß jedes europäische Volk den Frieden wünsche. Man müsse ihn mithin auf die Dauer verankern können, unter zwei Bedingungen: daß Frankreich und England zusammenarbeiteten und daß die Regeln des Völkerbundes genau eingehalten würden. Vor allem müsse man der Neigung für Bündnisse, die Europa trennten, u nb für ein W e 11 r ü st e n widerste - h e n, damit man nicht zu dem Zustand, wie er vor 1914 bestanden habe, zurückkomme. Nachdem der belgische Senator Henry R o 11 i n von der Verteidigung der Rechte des Schwächeren gesprochen hatte, nahm die Versammlung eine Entschließung an, die verlangte, daß nicht ein dem Angreifer günstiger Schulfall geschaffen werden möge. Ferner tagte in Paris der internationale Ausschuß zur Verteidigung des abessinischen Volkes und des Friedens. Es nahmen daran französische, englische, belgische und niederländische Persönlichkeiten teil. Der Ausschuß kam zu der Schlußfolgerung, daß der Vorschlag Laval- Hoare zur Beilegung des italienisch-abessinischen Streites eine Belohnung für den Angreifer fein und dem Geist der Völkerbundssatzungen zuwider laufen würde. Die Vereinigungder Frontkämpfer in Toulon hat in einer Entschließung für den Fall eines Mißerfolges der englisch-französischen Vermittlungs- und Friedensbemühungen die Pariser aufgefordert, sich keiner Erweiterung der Sühnemaßnahmen gegen Italien anzuschließen, denn die Italiener seien durch den Versailler Vertrag benachteiligt worden. Der marxistische Abgeordnete Leon Blum befürchtet, „England und Frankreich wollten Italien nicht mehr ein Drittel des abessinischen Reiches als Kolonialland zuschanzen, sondern den Italienern auch noch die finanziellen Mitteln zur Erschließung des Landes zur Verfügung stellen. Eine der Vorbedingungen Mussolinis für eine Zustimmung zum englisch-französischen Regelungsvorschlag sei die Hilfe Frankreichs und Englands, oder sogar die Bürgschaft des Völkerbundes für eine Anleihe der mit der Erschließung des Siedlungslandes in Abessinien beauftragten italienischen Gesellschaft. Wenn sich das so abspielen würde, dann würden Frankreich, England und der Völkerbund nicht nur den Angriff gutheißen, sondern auch noch die Ko st en übernehmen. Der Angreifer würde nicht nur von allen Sünden freigesprochen, sondern sogar belohnt und bevorschußt werden. D:e römische preße hat an der Friedenssormet viel auszuseßen. R o m, 15. Dez. (DNB.) Die römische Presse gibt offen ihrer Enttäuschung über die französisch-englischen Vorschläge Ausdruck, ohne allerdings die 23er» mittlungsvorschläge als Ausgangspunkt für Verhandlungen rundweg abzulehnen. „Voce d'Jtalia" bemängelt das „geringfügige Ausmaß der an Italien abzutretenden nützlichen Gebiete" und die Unmöglichkeit einer Abtretung Des Hafens Assab und des Gebietsstreifens, der ihn mit Abessinien verbinden solle. Auch die Rückgabe von Aksum sei nicht möglich. Die Idee des Gebietsaustausches zwischen Italien und Abessinien stütze sich auf den für Genf typischen Fehler der Gleichberechtigung von Italien und Abessinien, die durch nichts zu rechtfertigen fei. Noch betroffener fei Italien über die sog. Ausdehnungsund Siedlungszone. Diese Zone sei nicht nur kleiner als die Italien seit den 90er Jahren zugestandene ausschließliche Einflußzone, sondern lasse vor allem die direkte Verbindung zwischen Erythräa und Somaliland vermissen. Wenig klar sei ferner die Beschränkung der italienischen Rechte durch den Vorbehalt der „von Eingeborenen oder Ausländern erworbenen Rechte". Ueber diese „dunklen Hypotheken", die an die geheimnisvollen Geschäfte Ricketts erinnerten, müsse dadurch Klarheit geschaffen werden, daß der Vorschlag von diesen ungenauen Vorbehalten befreit werde. Welcher Art wären außerdem, so fragt das Blatt, die Polizeirechte Italiens und feine Rechte zum m i - litärifchen Schutz, ohne die die Besiedelung mit Hunderttausenden und die Einlage großer Kapitalien ein fast tollkühnes und abenteuerliches Unternehmen wäre? mau*; AKSU! DSCHIBUTI DO 10; KENYA O A HARRA« DE5SIE TANASEE > xT er- " ■ Unsere Karte zeigt die Auswirkungen des „Gebjets- austauschs", der im englisch-französischen Plan vorgeschlagen wurde. Mit senkrechten Strichen ist das von den Italienern besetzte Gebiet gekennzeichnet, mit waagerechten das Gebiet, das außerdem den Italienern zugesprochen werden soll. Das jetzt besetzte Gebiet von Aksum bekommt Abessinien zurück, ebenso einen Korridor zu der heute zu Eritrea gehörigen Hafenstadt Assab. Die punktierten Gebiete stellen die Siedlungszone dar, in der sich Italien wirtschaftlich ausdehnen kann. — Lepra, Geschlechtskrankheiten und Schlafkrankheit getroffen; die Schlafkrankheit war in vielen Gegenden die jetzt wieder verseucht sind, völlig a u s g e » rottet Das reiche Frankreich hat kein Geld dafür, den von Deutschland hinterlassenen Zustand wenigstens aufrecht zu erhalten Die Antowort aus diese Fragen lautet: weder der Völkerbund als Aufsichtsinstanz, noch Frankreich als Mandatsmacht haben ihre Pflichten erfüllt und das bis zum Kriege unbestrittene Recht der weißen Rasse auf Kolonisierung des schwarzen (Erteile kompromittiert. Der abessinische Konflikt wird diesen Gegensatz zwischen dem alten Anspruch Europas und dem moralischen Versagen noch deutlicher machen und. kann zu einer schweren Krise des kolonialen Systems führen. polnische Stimme gegen einen Mißbrauch des Völkerbundes. Warschau, 16. Dez. (DNB. Funkspr.) Der der Regierung nahestehende „Expreß Poranny" schreibt, die Art, in der die Großmächte den italienisch-abessinischen Streit erledigen wollten, müsse in Polen erhebliche Bedenken Hervorrufen. Im Namen der Grundsätze des Völkerbundes hätten sich 50 Staaten, von denen viele in guten Beziehungen mit Italien ständen, trotz wirtschaftlicher Schädigungen zur Anwendung der Sühnemaßnahmen entschlossen. Im Augenblick, wo das Sanktionssystem in Gang gebracht worden, fei man nunmehr Zeuge von Verhandlungen, die im Widerspruch zu dem Genfer Gei st ständen. Unter diesen Umständen könne man sich nicht des Eindrucks erwehren, daß gewisse Großmächte Genf als Werkzeug benutzt hätten, um ihre eigenen Ziele leid)- ter zu erreichen. Der italienisch-abessinische Streit müsse, nachdem man sich in Genf auf Artikel 15 berufen habe, bis z u Ende in Genf erledigt werden. Eine Art Diktatur einer ober mehrerer Großmächte, die vom ita- lienisch-abefsinischen Streit Vorteile haben könnten, während 50 andere Staaten nur Schaden hätten, müsse auf entschiedenen Widerspruch stoßen. Oie neue Reichsärzteordnung. Der erste Abschnitt der Reichsärzteordnung um- reißt den Begriff des ärztlichen Berufes und regelt die Bestallung als Arzt. Danach ist nur noch der- jenige zur Ausübung des ärztlichen Berufes befugt, der als Arzt bestallt ist. Die Bestallung berechtigt zur Ausübung der Heilkunde unter der Bezeichnung als Arzt. Die Bestallung erhält, wer die Boraussetzungen der B e st a l l u n g s o r d- n u n g erfüllt. Die Reichsärztekammer regelt die ärztlichen Berufspflichten in einer Berufsordnung. Das Gesetz verpflichtet aber bereits den Arzt von sich aus zur gewissenhaften Ausübung seines Berufes und dazu, sich bei seinem Verhalten innerhalb und außerhalb des Berufes der Achtung und des Vertrauens würdig zu zeigen, die der ärztliche Beruf erfordert. Für denjenigen Arzt, der unbefugt ein fremdes Geheimnis offenbart, das ihm bei Ausübung seines Berufes anvertraut worden ist, setzt es in § 13 eine Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr und Geldstrafe aus. Die Gebührenordnung für Aerzte erläßt der Reichsinnenminister. Im zweiten Abschnitt heißt es, daß die Aerzte- schaft berufen ist, zum Wohle von Volk und Reich über die Erhaltung und Hebung der Gesundheit, des Erbgutes und der Rasse des deutschen Volkes zu wirken. Die Reichsärztekammer wird als die Vertretung der deutschen Aerzteschaft bestimmt und zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes erhoben, deren Sitz vom Reichsinnenminister noch bestimmt wird. Der Leiter der Reichsärztekammer wird vom Führer und Reichskanzler berufen und abberufen, und zwar auf Vorschlag des Reichsinnenministers im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers. Dem Leiter der Kammer steht ein Beirat zur Seite, dessen Mitglieder von ihm berufen und abberufen werden. Die Einberufung eines Reichsärztetages sieht §24 vor. Der Reichsärztekammer, die als ihre Untergliederungen Aerztekammern und ärztliche Bezirksvereinigungen kennt, unterstehen alle Aerzte im Deutschen Reich. Die Reichsärztekammer hat für das Vorhandensein eines sittlich und wissenschaftlich hochstehenden Aerztestandes Sorge zu tragen, über die Berufsehre und die Erfüllung der Berufspflichten zu wachen, die ärztliche Ausbildung zu fördern, für Schulung und Fortbildung der Aerzte und die Schaffung hierfür erforderlichen Einrichtungen zu sorgen. Ferner gehört zu ihrer Aufgabe, für ein gedeihliches Verhältnis der Aerzte untereinander zu sorgen, auf eine zweckentsprechende Verteilung der Aerzteschaft auf das gesamte Reichsgebiet hinzuwirken (sie kann anordnen, daß die Niederlassung von Aerzten in einzelnen Orten nur mit ihrer Zustimmung zulässig ist) und Fürsorgeeinrichtungen für Aerzte zu schaffen. Der dritte Abschnitt regelt die „Bestrafung von Berufsvergehen". Die angedrohten Strafen sind: 1. Warnung, 2. Verweis, 3. Geldbuße bis zu 10 000 Mark, 4. Ausschluß von weiterer behandelnder Tätigkeit in der öffentlichen Fürsorge auf Zeit oder Dauer, 5. Feststellung der Unwürdigkeit des Beschuldigten, den ärztlichen Beruf auszuüben. Die nachfolgenden Paragraphen umgrenzen dann die Pflichten und Rechte der Berufsgerichte. Der letzte Abschnitt bestimmt, daß Personen mit bestandener ärztlicher Prüfung aber ohne Bestallung als Arzt ebenfalls "Oer Kammer unterstehen, daß jedoch die Unterärzte der Wehrmacht ihr nicht angehören. Eine auf Grund der bisherigen Gesetze erteilte Approbation als Arzt gilt als Bestallung im Sinne dieses Gesetzes. Die übrigen Paragraphen setzen die dem Gesetz entstehenden früheren Vorschriften außer Kraft und lösen den Deutschen Aerztevereinsbund e. D. in Potsdam und den Verband der Aerzte Deutschlands (Hartmann) in Leipzig sowie deren Untergliederungen auf. Rechtsnachfolgerin des Deutschen Aerztebundes e. D. ist die Reichsärztekammer, Rechtsnachfolgerin des Derban- des der Aerzte Deutschlands ist die kassenärztliche Vereinigung Deutschlands. Das Gesetz tritt am 1. April 1936 in Kraft. Der Arzt im nationalsozialistischen Staat. lieber die neue Reichsärzteordnung machten der Sachbearbeiter des Reichsinnenlninisteriums, Ministerialdirektor Dr. Gütt, und der Reichsärzteführer, Dr. Wagner, der Presse nähere Ausführungen. Für den nationalsozialistischen Staat, so betonte Dr. Gütt u. a., stelle das Gesundheitswesen einen besonders wichtigen Teil seines Wirkungs- aebietes Dar. Voraussetzung für die Erfüllung der Aufgabe des Arztes im neuen Deutschland sei jedoch eine Standesorganisation, die in enger Fühlung mit d e m die Staatsaufsicht ausübenden Reichsinnenmini st erium durch straffe Gliederung unter Wahruna eines berufsfreudigen freien Aerztetums die Erfüllung der gestellten Anforderungen verantwortungsbewußt gewährleistet. Dr. Gütt stellte hierbei zwei Gesichtspunkte als richtunggebend heraus: 1. Der ärztliche Beruf soll nicht ein Gewerbe sein, und die neugeschaffene Standesorganisation darf nicht als Interessenvertretung der Aerzte angesehen werden, da diese Neuorganisation zur Mitwirkung an der Erhaltung und Förderung der Volksgesundheit bereit und auch befähigt ist. 2. Der deutsche Arzt soll in Zukunft nicht nur darin feine Aufgabe sehen, dem einzelnen Menschen zu helfen, sondern er soll an der leiblichen und seelischen Gesundung des Volkes Mitarbeiten. In Verfolg dieser Ziele seien in der Reichsärzteordnung die Voraussetzungen festgelegt, unter denen b i e Bestallung als Arzt in Zukunft erfolgen werde. Für die Eingliederung der ärztlichen Beamten in die Reichsärztekammer sei maßgebend gewesen, daß auch der ärztliche Beamte in der Hauptsache immer Arzt bleibe, da er z. B. als Kreisarzt oder als Professor auch weiterhin seine Privatpraxis ausüben könne. Um den Beamten an der Erfüllung seiner besonderen Pflichten dem Staat gegenüber nicht zu hindern, seien ausreichende Bestimmungen geschaffen worden, daß der Beamte weder in seiner dienstlichen Tätigkeit beeinträchtigt, noch der Standesgerichtsbarkeit unterstellt werde. Reichsärzteführer Wagner führte u. a. aus: Der Arzt habe den feiner Aufgabe und feiner Berufung fremden Rechtsboden der Reichsgewerbeordnung verlassen und eine neue sittliche und organisatorische Grundlage für sein berufliches Leben und für die Erfüllung feiner Pflichten erhalten. Die Aerzteschaft wirke künftig unmittelbar an der gesundheitspolitischen Arbeit der Partei und des Staates mit. Der freiberufliche Charakter des Arztes werde grundsätzlich aufrecht erhalten. Die f r e i e W a h l bleibe den Kranken im Interesse eines vertrauensvollen Verhältnisses erhalten und werde — eine bedeutsame Neuerung — grundsätzlich auch in der öffentlichen Fürsorge eingeführt. Die versicherten und fürsorgebedürftigen Dolkskreise seien dadurch besonders geschützt, daß der Arzt in Behandlung und Verordnung zu der im Interesse der öffentlichen Gesundheitspflege gebotenen Wirtschaftlichkeit angehalten werden kann. Der Reichsärztekammer, die die bisherigen Landesärztekammern ablöst und damit die Verwirklichung des Reichsgedankens fördert, unterständen mit Ausnahme der Sanitätsoffiziere der Wehrmacht alle Aerzte. Alle Kategorien von Aerzten feien einem einheitlichen Aerztebegriff, einer einheitlichen Pflege des Berufsgedankens und dem gemeinsamen Einsatz für Volk und Reich unterworfen. An der Spitze der Reichsärztekammer stehe in autoritärer Stellung der Reichsärzteführer. Die Untergliederungen seien nicht selbständig und besäßen keine eigene Rechtspersönlichkeit, so daß der nationalsozialistische Führergedanke im vollen Umfange durchgeführt sei. Das Gesetz schaffe eine besondere Gerichtsbark eit mit ärztlichen Berufsgerichten und einem Aerztegerichtshof als höchste Instanz. Die beamteten Aerzte, die auch bezüglich der Beitragspflicht eine Sonderstellung in der Reichsärztekammer einnähmen, blieben der Disziplinargewalt der staatlichen Stellen unterworfen, unterstünden aber, wenn sie gleichzeitig auch freiberufliche ärztliche Tätigkeit ausüben, insoweit der Ordnungsgewalt der Reichsärztekammer. Die Wreskundgebung der Reichsfachfchast Mm in Berlin. Reichsminister Dr. Goebbels vor den deutschen Filmschaffenden. In der Berliner Krolloper fand die große I a h r e s k u n d g e b u n g der Reichsfachschaft Film statt, auf der Reichsminister Dr. Goebbels eine bedeutungsvolle, richtungweisende Rede an etwa 1500 Filmschaffende hielt. Unter den Ehrengästen, die vom Fachschaftsleiter Hans Weidemann begrüßt wurden, bemerkte man u. a. den Pressechef der Reichsregierung, Staatssekretär Funk, den Polizeipräsidenten von Berlin, Graf H e l l d o r f und den Präsidenten der Reichsfilmkammer, Prof. Dr. L e n i ch. Ferner sah man zahlreiche führende Männer der Filmkritik. -Reichsfachschaftsleiter Weidemann betonte, daß er die Bereitschaft des Reichsminifters dankbar begrüße, richtunggebend zu den brennendsten Problemen des deutschen Films zu sprechen. Die folgende Rede des Reichsministers Dr. Goebbels wurde immer wieder von lebhaftem Beifall unterbrochen, der sich zum Schluß zu einer stürmischen Kundgebung für den Schutzherrn des deutschen Films steigerte. Abschließend erklärte der Leiter der Reichsfachschaft, daß die deutschen Filmschaffenden ausnahmslos hinter den Worten des Reichsminifters stehen. „Der deutsche Film hat sich redlich Mye gegeben." Reichsminister Dr. Goebbels stellte zunächst fest, daß sich eine merkliche Besserung in der deutschen Filmproduktion angebahnt hat. 'Das Filmschaffen habe wieder ein fe'ftes Verhält- n i 5 zum Publikum gewonnen, und auf diese wiederhergestellte Verbindung sei es auch zurückzuführen, daß sich die deutschen Filmtheater heute wieder durchweg eines guten Besuches erfreuten. Wenn sich unter den 180 Filmen der Jahresproduktion bereits eine ganze Reihe von Filmen befänden, in denen mit hervorragenden künstlerischen Mitteln gearbeitet worden sei, so beweise das, daß von den 1933 aufgestellten Zielen vieles verstanden und einiges auch schon erreicht worden sei. Der deutsche Film habe alles in allem s i ch redliche Mühe gegeben, die ihm zur Verfügung, stehenden Schaffensmöglichkeiten auszunutzen. Der Minister erinnerte an die Programmpunkte, die er 1933 für das deutsche Filmschaffen aufgestellt hat, und wies nach, daß von diesen Thesen heute bereits die meisten zu einer glatten Selb st Verständlichkeit im Filmschaffen geworden sind. Die Besserwisser von damals seien durch die Erfolge widerlegt worden. Es sind einzelne ganz große künstlerische Würfe gelungen, Würfe, die ganz aus deutscher Mentalität geschaffen wurden und nur aus ihr heraus verstanden werden können. Wie viele neue Talente sind nicht in diesen drei Jahren an die Oberfläche gekommen? Vergessen wir auch nicht, daß das Ausland auf dem Internationalen Filmkongreß in Berlin feftgefteHt hat, daß Deutschland sich auf dem besten Wege befindet, die eherne Dramaturgie des Filmes zu finden. Es gebe aber doch noch eine Unmenge von Problemen, die noch nicht gelöst worden feien. Es bedürfe natürlich eines gewissen inneren Abstandes, um die Zeitereignisse mit künstlerischen Augen zu sehen. „Wenn wir daher feststellen, daß die Zeit, die wir erleben, im Film offenbar zu kurz gekommen ist, so wollen wir damit durchaus keinen Zwang hinsichtlich der Produktion solcher das Zeit- aeschehen behandelnder Filme auslösen, denn Zwang führt meist zu dilettantischer Verkrampfung." Ein zweiter großer Fehler im Filmschaffen sei die Tatsache, daß es keinen gelungenen Wurf gebe, ohne daß das ganze Heer der mittelmäßigen Begabungen hinterherkomme und den echten Wein dieses großes Wurfes in eine dünne Limonade verwandele. Im übrigen, so betonte der Minister unter großer Heiterkeit, habe man manchmal den Eindruck, als ob das einzige filmwürdige Niveau in Europa lediglich in Grinzing zu suchen sei. So sehr dem Unterhaltungsfilm das Wort zu reden fei, jo sehr müsse man sich aber gegen d i e Verblödung des UnterHaltungsfilms wenden. Der Einwand, das Publikum wolle das so, fei keinesfalls treffend, denn das Publikum nehme diese Filme nur deshalb, weil es andere nicht habe. Weiter laste der Film oft noch den Zusammenhang mit dem wirklichen Leben vermissen. Dabei sei es gerade seine Aufgabe, das Leben, wie es ist, einzufangen, gesteigertes, künstlerisch gestaltetes Leben in die Kamera zu bannen. Das heldische Ideal, das der Nationalsozialismus aufgestellt habe, werde in der filmischen Kunst vielfach mißverstanden. Es ist völlig unangebracht, in einem heroischen Film die Helden dauernd über Heldentum reden zu lassen. „Sie sollen", so erklärte Dr. Goebbels unter stürmischer Zustimmung, „heldisch handeln!" Anregungen und Maßnahmen. Der Minister kündigte dann eine Reihe von A n - regungen und Maßnahmen an, die in enger Zusammenarbeit mit allen am Film tätigen Kreisen getroffen werden sollen, um in Zukunft eine Stabilität im Filmschaffen sicherzustellen. Diese Maßnahmen sehen in der Hauptsache folgendes vor: An die Stelle der jetzt üblich gewordenen stoßweisen Produktion mit ihren schädlichen Auswirkungen muß in Zukunft eine kontinuierliche Beschäftigung treten. Es muß erreicht werden, daß sich die Produktion auf das ganze Jahr verteilt. Die Gagen sollen damit nicht mehr über stchs oder sieben, sondern über zwölf Monate verteilt werden und die Ateliers eine stetige Beschäftigung aufweisen. Es soll ferner auf das ernsthafteste geprüft werden, ob nicht ein generelles Verbot des „B l i n d b u ck e n s" angebracht ist, so daß sich fünf, tig für den Kinotheaterbesitzer das Risiko vermindert, neben wenigen guten Filmen eine ganze Reche minderwertiger Filme mit ab-- schließen zu müssen. Anzustreben ist, daß die Hälfte der gesamten Produktion zu Beginn des Filmjahres, also zu Anfang Juli, bereits fertig vorliegt und daß die andere Hälfte der Filmproduktion spätestens mit Ende Oktober fertig sein muß. Aus diese Weise wird erreicht werden, daß bereits mit Beginn des Kalenderjahres die neue Produktion in Angriff genommen und der jetzige Leerlauf vermieden wird. Es muß weiter erreicht werden, daß das endgültige Drehbuch spätestens eine Woche vor dem ersten Drehtag nicht nur fertiggefteüt ist, sondern sich auch in den Händen sämtlicher an der Herstellung maßgebend beteiligten Filmschaffenden befindet. Auch muß der höchst bedenkliche und unerquickliche Zustand beseitigt werden, der dadurch entsteht, daß Verleihfirmen sich in die Produktion selb st einmischen und Schauspieler engagieren. Zwischen Film und Bühne muß ein verständnisvolles Zusammenwirken gesichert sein. Der Minister schloß mit der Aufforderung an die Filmschaffenden, stets das ganze Volk in seiner vielfältigen Zusammensetzung vor Augen zu haben. „Dann", so erklärte er, „werden Sie sich auch immer der ungeheuren Reichweite des Films, den wir zu einer edlen Kunst erheben wollen, bewußt fein und dementsprechend handeln. Die deutschen Filmschaffenden werden dann auch danach streben, dem Volk, das genügend ernste Probleme zu lösen hat, Erholung und Erbauung zu spenden. Der Film soll mit echtem Optimismus das Leben einfangen, das echte Leben, so wie es gewesen ist, wie es heute noch ist und wie es in aller Ewigkeit fein wird." Uebcrfall auf einen Hitler-Zungen. LPD. Frankfurt a. M.» 15. Dez. Das Gau- Presseamt hessen-Rassau teilt mit: Der Führer der HI. in Lorch am Rhein, Friedrich B e r g l e s, wollte am Samstagabend gegen 20 Uhr mit dem Abendzug nach Rüdesheim zum t)3.- Dienft fahren. A u f dem Wege«?zum Bahn- h o f wurde er plötzlich auf der Rheinuferftrahe in Lorch von einigen Personen überfallen und, ohne daß irgendein Streit vorangegangen war. durch einen drei Zentimeter tiefen Stich in die Herzgegend schwer verletzt. Der Verletzte wurde sofort in das Krankenhaus in Rüdesheim verbracht. Die Staatspolizei nahm zwei Verhaftungen vor. die jedoch noch keine Klärung brachten. Die Polizei ist bemüht, diesen unerhörten Uebersall raschestens aufzuklären und die Verbrecher festzustellen. Zuchthaueistrafen für die Sittlichkeits- Verbrechen in Marialindenhof Münster i. W., 14. Dez. (DNB.) Jrn Prozeß gegen 15 Mitglieder der Kongregation der Genossenschaft der Bar ni herzigen Brüder von Montabaur, die in der Niederlassung Marialindenhof in Dor ft en tätig waren und sich an den Pflegebefohlenen dieser Anstalt, so an Epileptikern, Schwachsinnigen und Gei- jteskranken,. u. a. gegen 8 175 vergangen hatten, wurde am Samstag das Urteil gefällt. Da die als Zeugen zu vernehmenden Kranken in die Heilanstalt Marienthal in Münster überführt worden waren, mußte die Verhandlung, Die unter Ausschluß der Öffentlichkeit geführt wurde, in dieser Anstalt stattfinden. Es wurden verurteilt: die Angeklagten Eberhard zu 2 Jahren Zuchthaus, Z a - charias zu 1 Jahr 9 Monaten Zuchthaus, Josef Ochs zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus, Groß zu 8 Monaten Gefängnis, Gerbracht zu 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus, Schandelmeier zu 2 Jahren Zuchthaus, Kurz zu 9 Monaten Gefäng- ms, Maibach zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis, Schäfer zu 1 Jahr Gefängnis und Weid zu 8 Monaten Gefängnis. Fünf Angeklagte verlieren die bürgerlichen Ehrenrechte auf Die Dauer von 3 Jahren. Der Vorsteher der Anstalt, Becker, unD vier weitere Angeklagte wurDen freigel sprachen. Gegen wucherischen Gewinn an Notstandsarbeiten. Koburg, 15. Dez. (DNB.) Die Staatsanwaltschaft hat gegen Die sich in Schutzhaft be- sinDlichen Fabrikanten Emst Langbein, Inhaber Der Firma Langbein und Sohn in Neustadt bei Koburg, und dessen Direktor W. Sauerbrei) das Ermittlungsverfahren wegen Betruges und Leistungswuchers eingeleitet. Die beiden haben bei der Herstellung von A n st e ck p l a k e 11 e n für den Straßenver- kauf am Roten-Kreuz-Tag 1935 bei einem Auftrag in Höhe von 350 000 Mark, wie Nachprüfungen ergeben haben, einen Reingewinn Dpn 156 000 M. herausgeschlagen. Dies war ihnen dadurch gelungen, daß sie entgegen ihrer Zusage, mögl ich st viele Heimarbeiter zu beschäftigen, zusätz - lich Maschinen auf ft eilten, um Arbeitskräfte zu jparen. Durch diese Maßnahme der Fabrikanten ergab sich gegenüber einem großen Reingewinn der verhältnismäßig niedrige Lohnaufwand von nur 50 000 M. und ein Reinoerdienst von etwa 45 v. H. 750000 Tonnen Oelknchen für die Milcherzeugung. Berlin, 14. Dez. (DNB.) Der Vorsitzende Des Verwaltungsrates Der Reichsstelle für GetreiDe hat Die Uebernahme- und Verkaufspreise der dem Maismonopol unterliegenden Waren für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Mai 1936 im all- gemeinen in der bisherigen Höhe festgesetzt. Für die Gebiete des Reiches, in denen die Landwirtschaft die Oel tuchen über sehr weite Entfernungen bezieht, und wegen der hohen Frachten besonders teuer bezahlen muß, werden die Preise durch Frachtzuschüsse gesenkt werden. In den anderen Gebieten bleiben die Preise für Oelknchen in der bisherigen niedrigeren Höhe bestehen. Erfreulicherweise können den Verbrauchern wesentlich mehr Oelknchen als in den vergangenen Monaten zur Verfügung gestellt werden. Es werden bis zum Beginn der Grünfütterunq rund 750 000 Tonnen verteilt werden, davon 250 000 Tonnen noch im Dezember. Schon bei diesen wird die Ermäßigung der Oelkuchenpreise für die besonders „frachtungünstig" gelegenen Beziehergebiete vorgenommen werden. Diese Oelkuchen werden wie bisher nach Maßgabe der Kuhzahl und Milchleistung verteilt. Dieser Verteilung entsprechend sind sie auch zu verwenden. Aenderung des K?e schbeschangesehes. Berlin, 14. Dez. (DNB.) Die am Freitag vom Reichskabinett beschlossene Aenderung des Fleischbeschaugesetzes bestimmt, daß die Leiter von öffentlichen Schlachthäusern mit Rücksicht auf deren hygienische Zweckbestimmung approbierte Tierärzte sein sollen. Liebesgabensendungen mit Fleischinhalt, Die aus Dem 21 u s I a n D e im Postverkehr nachweislich a 15 Geschenke jür Unbemittelte zum eigenen Verbrauch eingehen, können entgegen Den früheren gesetzlichen Bestimmungen nunmehr Den Empfängern ausgehändigt roerDen. Neue Bestimmungen für den Reiseverkehr mit ocr Schwerz. Berlin, 14. Dez. (DNB.) Die Deutsch-schweizerischen Verhandlungen über eine Neuregelung Des Reiseverkehrs von Deutschland nach Der Schweiz haben bisher zu keiner Einigung geführt. Es roirD Daher mit Wirkung vorn 16. Dezember 1935 roieDer Die Vereinbarung über Den Deutsch-schweizerischen Reiseverkehr vom 17. April 1935 angeroenDet werden. Demnach tritt das durch das Zwischenabkommen vom 27. September 1935 eingeführte Gutscheinsystem außer Kraft, und die Reisezahlungsmittel werden wieder in bar e i n g e l ö ft. Im Einvernehmen mit der schweizerischen Regierung wird der im Aprilabkommen vorgesehene Höch st betrag für Den ersten Kalender- monat Der genehmigungsfreien Inanspruchnahme auf 500 Mark herabgesetzt. Eine mißbräuchliche 2krroenbung Der auf Grund Der Reisezahlungsmittöl erhobenen Frankenbeträge roirD nach Den Deutschen und schweizerischen Strafbestimmungen geahndet. Die zuständigen Stellen erhalten unverzüglich entsprechende Anweisungen. WW Spitzen gegen Laval. London, 16. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Pariser Berichterstatter der „Time s" glaubt guten Grund zu der Annahme zu haben, daß das Abessinien gemachte Angebot eines eigenen Hafens an der Küste des Roten Meeres von einem wichtigen Vorbehalt eingeschränkt werden soll. Dem Negus soll angeblich verboten werden, eine EisenbahnnachdiesemHafen zu bauen. Diese Mitteilung sollte aber er ft erfolgen, wenn er den Friedensplan grundsätzlich angenommen hätte. (!). Der Berichterstatter bemerkt wörtlich: „Laval habe also für die Interessen der Aktionäre der Eisenbahn Dschibuti — Addis Abeba mit feiner gewohnten Geschicklichkeit geforgt". „Morning Post" schreibt, Baldwin werde im Unterhaus deutlich machen, daß viele Kabinettsmitglieder bei der Genehmigung des Planes ernste Zweifel an der praktischen Durchführbarkeiteiner Oelsperre geheat hätten. Das Kabinett hätte damals Nachrichten erhalten, die befürchten ließen, daß eine unvollkommene Sperre mit kriegerischen Maßnahmen beantroor« t e t werden würde und daß die französische Regierung sich geweigert habe, Vorsorge für wirksame Unter st ützung im M i 11 e l m e e r zu treffen, falls nicht zuvor Musso- lini die Friedensbedingungen vorgelegt würden. Es heiße, daß mehrere Minister, Darunter EDen und Der Schatzkanzler Neville Chamberlain, ernste Zweifel geäußert hätten, ob es klug fei, Die Vorschläge zu genehmigen. Indessen habe man eingesehen, Daß eine Verwerfung Der Bedingungen zum Rücktritt Hoares geführt haben mürbe. Englandfeindliche Kundgebungen in Kairo. Kairo, 15. Dez. (DNB.) StuDenten unD Arbeiter Durchzogen bis in die späte Nacht unter Dorantragen der Nationalflagge Die Straßen des Euro- päeroiertels unter unablässigen Hochrufen auf Den Führer Der Wafd-Partei, Nahas Pascha, sowie den Forderungen zum sofortigen Abschluß eines Vertrages mit England. 2lls sich eine Gruppe von Kundgebem gegan en-glijche Soldaten wandte, wurden sofort alle in der Stadt befindlichen Soldaten in ihre Kasernen be» ordert und bei dem Ministerpräsidenten Schutzmaßnahmen für die englischen Soldaten und die Aus- länder gefordert. Der Ministerpräsident unterrichtete den Führer der Wafd°Partei, und dieser erklärte den Studeutenguppen, daß ein solcher Vorfall e i n Verbrechen am Vaterlande fei. Die Kund- aebungen müßten ein Ende nehmen. Am Sonntag begannen jedoch die Kundgebungen von neuem. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat in Anwesenheit des Reichsministers des Auswärtigen den britischen Botschafter empfanaen. Dabei ist in offener und vertrauensvoller Aussprache die Eröffnung der Möglichkeiten etwaiger Rüstungsbegrenzungen und des bekannten englisch-französischen Vorschlages eines Luftpaktes zwischen den Locarnomächten fortgesetzt worden. ♦ Der Führer und Reichskanzler empfing den deutschen Gesandten in Bagdad (Irak), Herrn Dr. Fritz G r o b b a. ♦ Korpsführer Hühnlein übergab am Samstag die RSKK.-Motorsportschule Regensburg ihrer Bestimmung. Rach einem Empfang im Alten Reichstagssaal besichtigte der Korpsführer die am Stadtrand gelegene Motorsportschule und wies auf die ideelle und zugleich wirtschaftlich praktische Arbeit der Motorsportschule der RSKK. hin. Diese Schulen seien Wegbereiter für den disziplinierten Fahrer und für den Soldaten im motorisierten Heer. Am 14. Dezember fand die feierliche Einweihung der R e i ch s s e e s p o r t s ch u l e I der Hitler-Jugend bei Prieros in der Mark durch den Reichsjugendführer statt. * Der Reichsjugendführer von Schirach stattete am Sonntag der Danziger Hitlerjugend einen Besuch ab. In der Messehalle fand eine grofce Kundgebung statt, auf der der Reichsjugendführer bekanntgab, daß der Reichsberufswettkampf des Jahres 1936 in Danzig stattfinden werde und drei- bis fünftausend Danziger Jungen in Anerkennung ihrer Treue zum deutschen Volk im nächsten Jahre als Gäste der Hitlerjugend eine Fahrt durch das Reich machen werden. * Das dreimal wöchentlich erscheinende Organ des Danziger Zentrums, die „Danziger Volks- z e i t u n g", ist aus die Dauer von vier Monaten v e r b o t en worden. * Die schwebende Schuld des Deutschen Reiches betrug am 30. November 1935 2 883,5 Millionen Mark gegenüber 2 983,1 Millionen Mark am 31. Oktober 1935. Der Betrag der im Umlauf befindlichen Steuergutscheine stellte sich auf 890,7 gegen 894,1 Millionen Mark. Für Zwecke der öffentlichen Arbeitsbeschaffung waren der Reichsbank 409,8 (410,6) Millionen Mark Steuergutscheine als Sicherheit überlassen. ♦ Der Reichsverweser hat den ungarischenGe- sandten in Berlin, Dr. Konstantin M a s i r e- v i ch, abberufen und den ungarischen Feldmarschall-Leutnant Sztojaj zum außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister ernannt und mit der Leitung der Berliner ungarischen Gesandtschaft betraut. Die Ordnung der deutschen Energiewirtschaft. Die Versorgung mit Kraft und Licht ist für die Allgemeinheit und vom Staat ausgesehen nicht weniger wichtig, als die Verwaltung der Verkehrsmittel und -wege. Es ist auch schon seit Jahrzehnten umstritten gewesen, wieweit die Versorgung mit Kraft und Licht betriebs- oder aufsichtsmäßig dem Staat überlassen bleiben soll. Ebenso mar umstritten, ob die Verstaatlichung imstande sein oder ausreichen würde, mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten. Wer sich für eine volle Verstaatlichung einsetzt, wie das bedenkenlos vom Marxismus aus geschehen ist, unterschätzt die wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten, die vor allem dadurch gegeben sind, daß bei einer Verstaatlichung der Energiewirtschaft die Grenzen immer weiter gesteckt werden müssen. Es genügt also nicht, die Gas- und Elektrizitätswerke gu verstaatlichen, es wird dann vielmehr notwendig sein, auch die Vorkommen an schwarzer und weißer Kohle in den Staatsbesitz überzuführen. Je größer der technisch-industrielle Fortschritt in einem Lande ist, je vielfacher und vielgestaltiger die Anlagen und Einrichtungen für die Kraft- und Lichtoersor^ung find, desto schwerer ist auch die Aufgabe, den Gesamtbetrieb der öffentlichen Hand zu überantworten. Es gab im Deutschen Reich Ende 1933 1586 öffentliche Elektrizitätswerke, ferner 4736 Kraftanlagen, die sich im privaten Besitz befanden. Es versteht sich von selbst, daß Stromerzeuger und Stromerzeugung erheblich umfangreicher und größer bei den öffentlichen Elektrizitätswerken waren und sind, als bei den Eigenanlagen. In Deutschland wurden 1934, also ohne Saarland, rund 33 Milliarden Kilowatt erzeugt, während vergleichsweise die Erzeugung in Frankreich etwa 15 Milliarden, in Großbritannien rund 17 Milliarden betrug. Daß die Erzeugung in den Vereinigten Staaten von Nordamerika erheblich höher war, erklärt sich zum Teil dadurch, daß gerade die Vereinigten Staaten ebenso wie das benachbarte Kanada über gewaltige Vorkommen an weißer Kohle, nämlich an Wasserkräften verfügen. In Deutschland ist die Erzeugung von Strom aus weißer Kohle verhältnismäßig gering, was auch an und für sich ein Beweis dafür ist, welche Bedeutung in volkswirtschaftlicher und politischer Hinsicht die Vorkommen an schwarzer Kohle für uns besitzen. Die Gaserzeugung wird in Deutschland von 914 Anlagen besorgt, die in der Hauptsache der Erzeugung und Verteilung dienen, während ein kleiner Teil nur f ü r d i e Verteilung eingerichtet ist. In diesen Anlagen wurden 1934 2,7 Milliarden Kubikmeter Gas erzeugt, während England mit einer Gaserzeugung von 8,3 Milliarden Kubikmeter in Europa weitaus an erster Stelle steht. Zu diesem Vorsprung Englands hat mitgewirkt, daß die englische Steinkohle besonders gasflammig ist, ebenso daß die Gaserzeugung in England viel früher ausgenommen und entwielt worden ist als auf dem Festland. Tatsächlich war es ja England, daß heißt englisches Kapital, das in den fünfziger und sechziger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts auch in Deutschland Gaswerke gründete und betreiben ließ. Nun ist ohne weiteres klar, daß die technische Entwicklung hinsichtlich der Erzeugung und Versorgung mit Kraft und Licht keinen Stillstand kennt, sondern ununterbrochen neue Aufgaben gu lösen sucht. In Deutschland bestehen diese Aufgaben u. a. darin, eine Ferngasversorgung über das ganze Reich hinweg einzurichten, was vor allem auch dazu dienen muß und kann, die Kohlengebiete vor Einbruch neuer Wirtschaftskrisen einigermaßen zu sichern. Die Kohleng^biete sind ja auch der Standort für andere Industrien, was bedeutet, daß gerade in den Kohlengebieten aewaltige Menschenmassen zusammengeballt sind. Ader die Ferngasversorgung ist eine Aufgabe, bei der das Reich unbedingt beteiligt sein muß, nicht etwa, um am Gewinn teilzunehmen, sondern vor allem deshalb, um alle Reibungsmöglichkeiten und Hemmnisse anderer Art auszuschalten. Das Reichsgesetz über die Energiewirtschaft geht ja auch davon aus, daß der Verbraucher vor jeder Ausbeutung geschützt sein muß, daß aber alles getan werden muß und nichts unterlassen werden darf, um die deutsche Energiewirtschaft, also die Versorgung mit Kraft und Licht auf die höchstmögliche Leistungsstufe zu bringen. Das Reich überträgt in dem Gesetz über die Energiewirtschaft dem Reichswirtschaftsministerium außerordentliche Rechte und Gewalten, die aber vor allem deshalb notwendig sind, weil die Energiewirtschaft auch für die Landesverteidigung von überragender Bedeutung ist. Es ist weiter klar, das, wenn die Versorgung mit Kraft und Licht noch weiter ausgedehnt werden soll, um in jedem Betrieb, und in jedem Haushalt Einführung und Verwendung zu finden, der Wagemut und die Unternehmungslust nicht ausgeschaltet werden können und dürfen. Wenn die Energiewirtschaft im ganzen Umfang verstaatlicht würde, wenn Erzeugung und Verteilung ausschließlich der öffentlichen Hand überlassen bliebe, so würde das weder kaufmännisch noch technisch von Vorteil sein. Aber d i e Reichsaufsicht greift ein, wenn sich an irgendeiner Stelle in der Versorgung mit Kraft und Licht Unzulänglichkeiten geigen; wie auch das Reich in dem neuen Gesetz davon ausgegangen ist, daß es für die Unternehmen der Kraftwirtschaft gerade so eine Leistungs - und Betriebspflicht gibt, wie für die Eisenbahn die Verkehrspflicht. Kein Gebiet des Reiches, kein Teil der Bevölkerung soll vernachlässigt werden, auch dann nicht, wenn diese Gebiete geographisch oder verkehrstechnisch ungünstig gelagert sind. In dem ganzen Gesetz in allen Bestimmungen und Anordnungen ist der Geist lebendig, daß Gemeinnutz vor Eigennutz geht, daß insbesondere die Energiewirtschaft nicht nur bas Recht zur technischen und finanziellen Entwicklung, sondern auch die Pflicht zur sozialen Wirkung hat. Das neue Energiewirtschastsgesetz. Berlin, 14. Dez. (DI!B.) Das Gesetz gur Förderung der Energiewirtschaft (Energiewirtschaftsgesetz) will die Energieversorgung nicht nur im Interesse der Landesverteidigung im Ernstfälle, sondern auch die Rüstung für alle wirtschaftlichen Aufgaben der deutschen Volkswirtschaft und die Erzielung möglichst billiger Erzeugungsbedingungen zugunsten aller Kreise der Wirtschaft und der Bevölkerung sicherstellen. Um ein Zusammenwirken aller beteiligten Kräfte nach einheitlichen Gesichtspunkten zu gewährleisten, ist der notwendige öffentliche Einfluß in allen Angelegenheiten der Energieversorgung zu sichern. Volkswirtschaftlich schädliche Auswirkungen des Wettbewerbes sind zu verhindern, ein zweckmäßiger Ausgleich ist durch Verbundwirtschaft zu fördern. Das Gesetz lehnt die Sozialisierung der Elektrizitätswirtschaft, die auf die Ueberführung des Eigentums an dem Versorgungsunternehmen in die Hand des Reiches gerichtet war, ab und führt eine Kontrolle der Energieanlagen der der öffentlichen Versorgung dienenden Unternehmen und eine Aufsicht über d i e Versorgungsbedingungen und Tarife ein. Die Energietarife sollen sowohl den besonderen Bedürfnissen der Verbraucher angepaßt als auch volkswirtschaftlich zweckmäßig geftaltet werden. Diese Bestrebungen dienen zugleich der zweckmäßigen Lenkung der künftigen Kapitalanlagen sowohl der Werke wie der Verbraucher, da die Erzeugungspolitik die Möglichkeiten der Tarif- und Preisgestaltung beeinflußt und die Tarifpolitik wiederum durch ihre absatzfördernde Wirkung die Ausnutzung der Erzeugungsanlagen ermöglicht. Zugleich soll damit den vordringlichen Erfordernissen der industriellen Standortpolitik, der Siedlung und der Rohstoffbewirtschaftung, sowie der Sozialpolitik stärker als bisher nach übergeordneten Gesichtspunkten Rechnung getragen werden. Die Energie-Versorgungsunternehmen sind verpflichtet, dem Reichswirtschaftsminister vor der Stilllegung, dem Bau, der Erneuerung oder Erweiterung von Energieanlagen Anzeige zu erstatten. Der Reichswirtschaftsminister kann derartige Maßnahmen untersagen, bei solchen Elektrizitäts- und Gasversorgungsunternehmen, die andere versorgen. Die Eigenanlagen werden der Anzeigepflicht nicht unterstellt. Jedoch wird den Unternehmern solcher Eigenanlagen die Verpflichtung auferlegt, vor Errichtung oder Erweiterung der Eigenanlage dem öffentlichen Versorgungsunternehmen Mitteilung zu machen, andererseits verlieren sie den Rechtsanspruch auf Versorgung durch das Energieversorgungsunternehmen. Der Reichswirtschaftsminister kann die allgemeinen Bedingungen und allgemeinen Tarifpreise der Energieversoraunasunternehmen sowie die Energieeinkaufspreise Der Energieverteiler wirtschaftlich neu gestalten. Einem Energieversorgungs- Unternehmen, das sich außerstande zeigt, seine Aufgaben zu erfüllen, kann der Betrieb ganz oder teilweise untersagt werden und mit der Versorgung des Gebietes ein geeignetes leistungsfähiges Unternehmen beauftragt werden. Zur Sicherstellung der Landesverteidi- a u n g kann der Reichswirtschaftsminister Vorschriften über die Erhaltung vorhandener oder die Errichtung zusätzlicher Energieanlagen sowie die Abgabe von Energie erlassen. Der Reichswirtschaftsminister teilt mit, daß der Anzeigepflicht aus § 4 des Gesetzes bis auf weiteres dadurch Genüge getan wird, daß die Anzeige an den Leiter der Reichsgruppe Energiewirtschaft erstattet wird. Der Bau, die Erneuerung, die Erweiterung oder die Stilllegung von Energieanlagen, die dem Leiter der Reichsgruppe Energiewirtschaft bereits gemeldet, jedoch noch nicht ausgeführt find, können beanstandet und untersagt werden. Das neue spanische Kabinett Vallaredes ist eine ausgesprochene Minderheitsregierung und setzt sich in der Hauptsache aus dem Staatspräsidenten nahestehenden Männern zusammen. Die Regierung hat die A u f l ö s u n g s Verordnung für das Parlament mitbekommen, so daß damit zu rechnen ist, daß das Kabintt sich darauf beschränken dürfte, die Neuwahlen durchzuführen. Die armenische Studentenschaft in Istanbul hat auf dem Vorhofe der armenischen Kirche. ein Bildnisdes jüdischen Schrift- ft e I l*e r s Franz Werfel verbrannt. Werfels Buch „Die 40 Tage auf dem Mufadag", das trotz türkischen Einspruchs in Amerika verfilmt werden soll, schildert die Behandlung der Armenier in einer für die Türken ungünstigen Form. Bei der Verbrennung wurde erklärt, das armenische Volk wolle heute in der Türkei mit den Türken in Frieden leben, und lasse es nicht zu, daß ein jüdischer Schriftsteller diesen Frieden störe. Kunst und Wissenschaft. Einweihung des Philipp-Lenard-Jnstituts in Heidelberg. Eine große Festversammlung fand sich im Physikalischen Institut der Universität Heidelberg zusammen, um die Umbenennung dieser Anstalt in „P h i l i p p - L e n a r d - I n st i t u t" durch eine Ehrung Lenards festlich zu begehen. Der derzeitige Institutsleiter Prof. Dr. A. Decker gedachte des früheren Leiters, Geheimrat Lenard, der 1931 zurücktrat, weil die damalige Regierung einen Ausbau des Instituts ablehnte. Unterrichtsminister Dr. Wacker feierte Lenard als Forscher und Erzieher, aber auch als ersten Nationalsozialisten unter den Wissenschaftlern. Der Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin, Prof. Dr. I. Stark, als Vertreter des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volks- 'bildung und als alter Freund Lenards berichtete über Lenards Leben und Wirken. Lenard sei stets ein völkisch empfindender Mensch gewesen. Als Adolf Hitler auftrat, war er einer der ersten, die sich zu ihm bekannten. Der Führer der Heidelberger Studentenschaft, Kreuger, feierte Lenard als nationalsozialistischen Lehrer, der ein Vorbild für die Studenten fei. Geheimrat Lenard berichtete dann, wie er zu feinen Forschungen kam. Seine Aufgabe habe er darin gesehen, an die Natur klare Fragen zu stellen. Im Dritten Reich sei es gelungen, eine deutsche Wissenschaft zu begründen. Daß dies möglich war, verdankten wir Adolf Hitler, der die Voraussetzung dazu schuf. Euwe wurde Schachwellmeister. Im Schachwettkampf um die Weltmeisterschaft zwischen A l j e ch i n und Euwe wurde in Amsterdam die letzte Partie gespielt. Euwe führte die weißen Steine und eröffnete das Spiel mit dem Königinnenbauer. Aljechin nahm das Damengambit an. Im Mittelspiel mußte Aljechin einen Bauern opfern. Nach Figurenabtausch bot Aljechin beim 40. Zuge remis an. Euwe hat damit bei einem Stande von 9:8 bei 13 Remis-Par- tien die Schachweltmeisterschaft errungen. Der Präsidentenwechsel in Prag. P r a a , 14. Dez. (DNB.) Eine Sonderausgabe des „Telegraf" meldet: Am 14. Dezember zur Mittagsstunde unterschrieb der Präsident der Tschechoslowakischen Republik, Thomas Garrigue Masa - r y k, die amtliche Urkunde, in der er den Rücktritt von seinem Amte erklärt. Im Schloß (Scherl-M.) Lana, dem ständigen Aufenthaltsort des Präsidenten, erschienen kurz vor Mittag Ministerpräsident Dr. H o d z a , der Präsident des Abgeordnetenhauses Jan Malypetr und der Senatspräsident Dr. Soukup. In Gegenwart des Kanzlers des Präsidenten, Dr. S ch a m a l, und seines Sektionschefs Dr. Schießl sowie des Leibarztes Dr. Meixner übergab der Präsident dem Vorsitzenden der Regierung die Rücktrittsurkunde. Dann hielt er bereits als Privatmann eine A n - spräche an den Vorsitzenden der Regierung, in der er in kurzen Worten darlegte, welche schwere Verantwortung das Amt eines Staatspräsidenten auferlege und daß es nach feiner Ueberzeugung nötig fei, daß dieses Amt von einem Mann mit voller körperlicher Kraft versehen werde, lieber den ganzen Vorgang wurde ein amtliches Protokoll ausgenommen. In dem Augenblick, als der Präsident die Rücktrittsurkunde dem Vorsitzenden der Regierung übergab, wurde d i e Präsidentenstandarte auf Schloß Lana niedergeholt. Die Standarte wurde in Prag über dem Kolowrat- Palais, dem Sitz des Ministerpräsidiums, aufgezogen als Zeichen dafür, daß verfassungsgemäß bis zur Neuwahl des Staatspräsidenten die Präsidentenrechte auf die Regierung übergehen. Der Ministerrat hat in einem Gesetz die rechtlichen und materiellen Verhältnisse sowie den Titel des ersten Präsidenten der Republik nach seiner Abdankung festgelegt. Masaryk wird den Titel „Befreier-Präsident" führen. Sein Sitz bleibt Schloß Lana. Als letzten Erlaß unterschrieb der scheidende Präsident vor seinem Rücktritt eine politische A m n e st i e. Ministerpräsident Hodza hat die Nationalversammlung für den 18. Dezember 1935 in den Wladislaw-Saal auf der Prager Burg zur Präsidentenwahl und gur Entgegennahme des Gelöbnisses des neuen Präsidenten einberufen. Aus aller Wett. Drei Tote bei einem Aulozufammensioh. An der Siegener Stadtgrenze stießen zwei Personenkraftwagen in voller Fahrt zusammen, von denen einer sofort in Brand geriet. Der Kraftwagenführer und sein Begleiter, der neben ihm saß, beide aus Siegen, tarn en inben Flammen u m. Der Fahrgast konnte noch aus dem Wagen herausspringen. Er hatte aber bereits so starke Brandwunden erlittten, daß er bald darauf im Siegener Krankenhaus ft a r b. Die Insassen des anderen Wagens, der aus Eiserfeld kam, wurden leicht verletzt. Personenzug überfährt einen Lieferwagen. Der Personenzug 1712 Overath—Siegburg überfuhr auf dem unbeschrankten Bahnübergang vor Dem Bahnhof Wahlscheid einen Lieferwagen. Fahrer und Mitfahrer wurden getötet. Der Lieferwagen wurde vollständig zertrümmert, die Lokomotive nur geringfügig beschädigt. Der Lieferwagen hatte den Uebergang überfahren, obwohl von der Lokomotive Pfeif- und Läutesignale gegeben worden waren. Schweres Flugzeugunglück in Destsiblrien. Das Moskauer Personenfluazeug, das am 24. November nach Karaganda in Kafakstan abgeflogen und seitdem verschollen war, ist im Gebirge bei der Stadt Karkaralinsk zertrümmert aufgefunden worden. Die drei Fluggäste und der Flieger Bertys sind bei dem Unglück ums Leben g e- kommen. Heun Todesopfer eines Brandes bei Irkutsk. In einer Siedlung bei Irkutsk (Sibirien) brannte ein zweistöckiges Haus nieder, in dem 160 Personen wohnten. Neun Menschen fanden den Tod in den Flammen. Brandstifter nach zehn Jahren überführt ~ und verurteilt. Das Koblenzer Schwurgericht verurteilte in Lauschied (Kr. Kreuznach) den Fr. B o l l e n b a ch aus Lauschied wegen Brand st iftung in Verbindung mit Versicherungsbetrug zu 1% Jahren Zuchthaus und 100 Mark Geldstrafe. Ferner wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre aberkannt Bollenbach hatte durch die Zerstörung seines Hauses durch Brand am 8. Mai 1925 eine Versicherungssumme erhalten. Bereits damals schöpfte man Verdacht, doch konnte man ihm in der Gerichtsverhandlung nichts nachweisen. Erst jetzt, unmittelbar vor der Verjährung, griff die Landeskriminalstelle Köln den Fall noch einmal auf und es gelang, Bollenbach der Brandstiftung zu überführen. Sechs Kinder im brennenden Bauernhaus umgekommen. In einer der letzten Nächte entstand auf einem dänischen Bauernhof in der Nähe von Hjörring ein Brand. Sechs Kinder der Bauernfamilie im Alter von 6 bis 18 Jahren schliefen in Bodenräumen. Drei von ihnen e r ft i cf t e n in den Betten. Die drei anderen Kinder rannten bis zur Treppe, wo ihnen Rauch und Flammen den Weg versperrten. Sie kamen gleichfalls in den Flammen um. Weiterbericht des Reichswetterdienstes. Ausqabeort Frankfurt. Der Vorstoß eines Atlantik-Wirbels zur Nordsee brachte dem europäischen Festland eine Zufuhr feucht- milder Meeresluft. Während sie sich in Frankreich unter Regen bis zum Boden durchsetzte, kam sie an der über Deutschland liegenden Kaltluft zum Aufgleiten und gab Anlaß zu verbreitetem Schneefall. An der Rückseite stoßt zur Zeit polarmaritime Luft über England nach Frankreich vor und wird auch bei uns zunächst unter Aufheiterung wieder eine Verstärkung der nächtlichen Froste bringen. Später werden neue (Störungen Die Niederschlagsneigung wieder zunehmen lassen, doch ist das Aufkommen einer ausgesprochenen milden Westströmung zunächst noch unwahrscheinlich. Aussichten für Dienstag: Zeitweilig aufheiternd und meist trocken, nächtliche Fröste wieder zunehmend, späterhin wieder stärkere Niederschlagsneigung, weist südliche und westliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Voraussichtlich unbeständigeres Wetter mit Niederschlägen, Temperaturen bei 0 Grad. Lufttemperaturen am 15. Dezember: mittags — 2,9 Grad Celsius, abends —2,6 Grad; am 16. Dezember: morgens — 1,2 Grad. Maximum —0,8 Grad, Minimum — 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Dezember: abends 0,1 Grad; am 16. Dezember: morgens 0 Grad. — Schnee 4 cm. Wintersporl'Welternachrichlen. Vogelsberg, Hochwaldhausen: bedeckt, — 3 Grad, 30 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 7 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Rohn, Wasserkuppe: Schneefall, —6 Grad, 21 Zentimeter Gesamtschneehöhe, 2 Zentimeter Neu» schnee, verharscht, Ski und Rodel gut.____________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. XL 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Bücher unter dem eihnachtsbaum. Helfen und Abenteuer. — Ern st Herrmann: Die mitternächtigen Lander, Fahrten durch die nordische Welt, mit 64 Aufnahmen des Verfassers. Verlag Ullstein, Berlin. Preis in Ganzleinen geb. 6,80 Mk. — (392) — Der Verfasser hat mehrere Studienreisen nach dem nördlichen Schweden und Norwegen, Lappland, Finnland, den Färöer-Inseln und Island unternommen, Land und Leute, Natur und Lebensbedingungen, altes Volkstum und Wirtschaftsprobleme der Gegenwart studiert. Aus vielen Reisenotizen, flüchtigen Aufzeichnungen, kleinen Erzählungen und Gesprächen ergibt sich ein außerordentlich lebendiges und anschauliches Bild der nördlichsten Länder Europas. Herrmann erzählt vom Leben der Lappen, von den großen Kraftwerken im nördlichsten Schweden, von der Geschichte Finnlands, von den alten Sagen der Wickinger, vom Heringsfang und der Waljagd, und besonders von dem märchenhaften Island, den uralten Bräuchen 6er Einwohner, den beschwerlichen Ritten über Ströme und Lavafelder, den riesigen Gletschern und den „brennenden Wassern". Eine besondere Freude sind die sehr gut wiedergegebenen Bilder, wie überhaupt die Ausstattung des' Buches von subtiler Ein- fühlung in das Wesen der Welt des Normens spricht. — Karl Raif: Kämpfe im Busch, Erlebnisse in Deutsch-Südwest, mit vielen Bildern und einer Karte. Preis 2,85 Mark. Verlag Ullstein, Berlin. — (548) — Spannend erzählt der Verfasser wie er während der Besetzung der deutschen Kolonie von den Engländern geschnappt wird. Er entflieht und wird nun jahrelang von britischen Soldaten und Polizisten verfolgt durch Busch, Steppe und Sandwüste. Aber die gute Kameradschaft der deutschen Landsleute in Südwest hilft ihm durch. Diese Treue ist das schönste in diesem Buch, das man sich vor allem in die Hände unserer Jugend wünscht. Aatur und Technik. — Erich Laßwitz : „Technik um un s". Ihre Geheimnisse allgemein verständlich dargestellt. Mit 170 Strichätzungen und 16 Bildtafeln, 352 Textseiten. Preis Ganzleinen 6 Mark. Societäts-Verlag Frankfurt a. M. — (463) — Mißverstanden und verachtet von den einen, ungekannt und verurteilt von den andern, übertrieben und überschätzt von den dritten, gelitten und benutzt von allen steht die Technik mitten in unserem Leben. Nur wenige kennen sie wirklich oder versuchen sie zu verstehen. Denn um sie zu verstehen, muß man sie lieben. Erich Laßwitz führt den Leser ohne schwierige Fragestellungen, ohne wissenschaftliche Theorien oder umständliche Entwürfe mitten hinein in die Technik des Alltags. In jenes Vielerlei von elektrischen Schaltern und Leitungen, von Glühlampen und Stromzählern, von Gas und Wasser, Küche, Wäsche, Heizung und Kühlung, das uns in Haus und Heim umgibt. Dann kommt die Außenwelt an die Reihe: Zeitung und Buch, Fernschreiber und Fernsprecher werden nacheinander vorgestellt und erläutert, bis sie alles Fremde und Unheimliche verlieren. Dann geht es unter sachkundiger Führung auf die Reise: über Land- und Wasserstrckhen, über den Schienenweg, mit Rad und Wagen, mit der Deutschen Reichs- habn, durch Wehre und Schleusen, mit Lokomotiven, Kraftwagen und Elektromotoren. Und zum guten Ende schließt sich die Unterhaltung an. Das Technische im Flügel, im Harmonium, in der Drehorgel wird ebenso erklärt wie die Fesselung des Schalls auf Platte und Film. Der Rundfunk, der Wort und Ton ins Haus bringt, die Lichtbildkammer, die Filmaufnahme und -Wiedergabe und schließlich Bildtelegraphie und Fernsehen. Kurz, es ist ein Buch, das nicht nur jedem überraschende Einblicke in die große Welt der Technik eröffnet, Aufmerksamkeit und Verständnis weckt, sondern das frei von aller Lehrhaftigkeit auf die angenehmste Weise unterhält. — Eduard Rhein: „W under der Wel- l e n". Rundfunk und Fernsehen dargestellt für Jedermann mit 117 Zeichnungen im Text von Hel- mut Zimmermann. Verlag Ullstein, Berlin. Preis in Ganzleinen 4.80 Mark. — (511) — Was oft in nüchternen und langwierigen Abhandlungen „erklärt" wird, ist in diesem Buch in zwanglosem Plauderton zu faßbarem Leben erweckt. Man merkt gar nicht, daß man „lernt"; man liest und man ist gespannt, freut sich an den lustigen Zeichnungen und wenn man einen Augenblick lang eine Pause einlegt, dann stellen sich plötzlich die Begriffe und die Erklärungen von selbst ein. Man ist überrascht, daß man plötzlich weiß, was eine Welle ist, wie sie erzeugt und wie sie befördert, wie sie empfangen und in Musik verwandelt wird. Man ist erstaunt, wie einfach das alles ist, die Funktion des Lautsprechers z. B.; aber in Wirklichkeit ist es gar nicht so einfach, es ist nur so natürlich dargestellt, daß das Große und Wunderbare einfach erscheint und verständlich wird. Das ist der Reiz dieses Buches: Technik und Wissenschaft so darzustellen, daß der Mensch gepackt und gefangen wird und auch der begeistert mitgeht, der für Technik bis dahin keinen Sinn zu haben glaubte. — Der kleine G o l d f i s ch t e i ch, kolorierte Stiche nach chinesischen Aquarellen. Im Insel-Verlag zu Leipzig. Preis 80 Pf. — (546) — Ein neues entzückendes Bändchen für den Naturfreund, das uns die schönsten Bewohner unserer Aquarien in prachtvollen Bildern nach einem französischen Werk des 18. Jahrhunderts zeigt. Franz Kuhn plaudert in einem Geleitwort zu den Bildtafeln von der Verpflanzung dieser farbenprächtigen Zierfische aus ihrer exotischen Heimat nach Europa und der Ausbreitung ihrer Zucht zu einem bedeutenden Erwerbszweig namentlich in Italien und Südfrankreich. Das hübsch ausgestattete Büchlein wird sich schnell Freunde schaffen. — Im Verlag „Der Deutsche Tierfreund" in Seeshaupt (Oberbayern) ist erschienen: „Deutscher Tierfreund-Kalender 19 3 6", 32 Seiten Text mit Bildern und 2 Umschlagbildern im Sechsfarbendruck. Preis das Kalenders beträgt 8 Pfennig pro Stück. — (393) — Die kleinen Geschichten und die Bilder sind geeignet, dem Tierschutz-Gedanken im Sinne des Führers und des Reichstierschutzgesetzes vom 24. November 1933 — vor allem in Schule und Haus — weiteste Verbreitung zu verschaffen. Aus dem Such der Geschichte. — Walter Görlitz: Hannibal. Der Feldherr — Der Staatsmann — Der Mensch. Nach den antiken Quellen gestaltet. In Leinenband 4,80 RM. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — (446) — Hannibal vor den Toren! Dieser Schreckensruf, durch die Jahrhunderte lebendig geblieben, zeigt am besten die Größe eines Feldherrn, vor dem das allmächtige Rom jahrelang zitterte. Wie konnte dieser Mann aus Völkerschaften, die fein Vater und er selber einst mit dem Schwerte unterworfen hatten, ein blind ergebenes, schlagfertiges Heer zusammenfchmieden? Welches Genie befähigte ihn, mit diesem Heere von Spanien aus durch Sudfrankreich über die Alpen zu ziehen, sich in Italien mehr als zehn Jahre zu behaupten und Rom mit vernichtenden Schlägen an den Rand des Untergangs zu bringen? Die Welt hat oft versucht, sich ein Bild von diesem Manne zu machen. Sichere Beherrschung der antiken Quellen, großes Einfühlungsvermögen und Gestaltungskraft vermögen den Verfasser nicht nur ein anschauliches Lebensbild Hannibals zu geben, das phantasievollen Mutmaßungen den Boden entzieht, sondern auch im weitgespannten Rahmen seiner Darstellung ein Gesamtbild der Zeit des Werdens römischer Größe vor uns hinzustellen. — Plutarch: Große Griechen und Römer. Ausgewählte Lebensbilder bearbeitet von Dagobert von Mikusch. Preis Ganz!. 4,80 Mark. Mit sechs Tafeln. Propyläen-Verlag, Berlin. — (574) — Da ich die schöne neue Auswahl aufschlage, komme ich aus dem Staunen nicht heraus, wie „aktuell" dies ewig junge Buch wieder ist. Es hat, in vielfacher Abwandlung, nur ein Thema: den großen staatsmännischen Menschen, den Volksführer, den Gesetzgeber, den Kulturschöpfer, den Feldherrn, sein Wesen, seine Laufbahn, sein Schicksal. Da ist Themi- stokles, der Schöpfer der athenischen Seemacht und Sieger von Salamis; da sind Perikles und Alkibiades und ihnen folgt Alexander der Große, der Abend- und Morgenland in ein Reich zu verschweißen unternahm. Von den Römern erleben wir die beiden Gracchen, die in einem fast modernen Sinne die soziale Frage zu lösen versuchten und dabei tragisch scheiterten; wir sehen den Inbegriff des Herrscher- tums, Cäsar; und schließlich, ihm in manchem vergleichbar, doch zur Entartung geneigt, Marc Anton. Soll ich noch verweisen auf die Rolle, die die Gewalt und Macht der Rede bei fast allen diesen Männern spielte und deretwegen man Perikles den „Olympier" nannte, weil Blitz und Donner auf seiner Zunge schliefen? Auf die großartige Arbeitsbeschaffung, die er für Athen mit seiner gewaltigen Bautätigkeit leistete? Auf die psychologischem Kunstgriffe, die pft nötig waren, um ein Volk zu dem zu bringen, was für feine Rettung, für sein Wohl notwendig war? Aus die Meisterschaft der Volks- und Massenführung? Auf die kühne Agrargesetzgebung der Gracchen und tausend Dinge mehr? Lies ihn selbst, bin Plutarch: ihn lasen die großen Tatmenschen, ein Napoleon und ein Friedrich; ihn die großen Dramatiker und Tragiker, ein Shakespeare, ein Racine, ein Schiller; ihn lasen die großen Kenner des Menschenherzens, Montaigne und Rousseau. — Fürst Nikolai Orlofs: Bismarck und Katharina Orloff. Ein Idyll in der hohen Politik. Mit unveröffentlichten Briefen des Kanzlers und der Fürstin Orloff nebst zwei Bildnissen. Verlag C. H. Beck, München. Preis geheftet 4 Mk., in Seinen 5,50 Mk. — (562) — Das ist ein überraschendes und bezauberndes Buch, in dem alles schlichte Natürlichkeit und edelste Grazie ist. An Hand von unveröffentlichten Briefen entdecken wir eine neue, völlig unerwartete Seite an dem großen Kanzler: Die Geschichte einer späten Liebe rollt vor unseren Augen ab, einer Liebe, welche sich in die vergeistigte Form der Freundschaft rettet und nicht reich an äußeren Ereignissen ist, deren Ablauf jedoch alle seelischen Phasen und gefühlsmäßigen Höhepunkte einer echten Leidenschaft aufweist: Begegnung, Bezauberung, beglückende Gegenwart, Entsagung, Trennung, Wiedersehen, Verstimmung und Versöhnung, Tod und Verklärung. Es fehlen ferner nicht scherzhafte Geheimworte, die nur den Eingeweihten verständlich sind, und sorgfältig gehütete Souvenirs, die als mysteriöse Symbole sogar bis in die Sphäre der hohen Politik bringen. Denn ber Lebensstil aller Beteiligten und vor allem das weltgeschichtliche Ausmaß der Persönlichkeit Bismarcks brachten es mit sich, daß dieses 3bt)U sich doch nicht völlig im rein privaten Bereich abspielen konnte; wie von selber flicht sich die Politik hinein. Ein warmes, sonniges Spätsommerlicht liegt über Bismarcks Begegnung mit Katharina Orloff, dessen Glanz mit zärtlicher Wehmut gehegt, auch in seinen spätesten, winterlichen Tagen nie ganz erlischt. Daß wir nun aus diesen Briefen die Stimme der Vergangenheit unmittelbar vernehmen dürfen, hat an sich schon den großen, ursprünglichen Reiz einer neuen Entdeckung. Die Darstellung aber, durch welche ber Enkel Katharinas dieses Erlebnis unb seine Nachklänge in bas Leben der Zeit organisch einorbnet, bewirkt, baß man sich hier einem scharmanten, im schönsten Sinn unter- haltenden Buche gegenübersieht. Setradifungen. — Wilhelm Michel: Das Herz im All- t a g. Dom Leben mit uns selbst und den Mitmenschen. Verlag Carl Schünemann, Bremen. Preis 1,50 Mark. — (509) — Diese Betrachtungen unseres Darmstädter Landsmannes Wilhelm Michel strömen eine Ruhe, Gelassenheit und Heiterkeit aus, die uns in der Unrast des Alltags zur Selbstbesinnung und Selbsterziehung führen möchten. Michel möchte uns vor der Trägheit des Herzens im Umgang mit unseren Mitmenschen bewahren und wir sind sicher, daß ein jeder dies schmale Büchlein nicht ohne Gewinn für feine Haltung im Leben aus der Hand legen wird. —e. INI Lass' die vielen Haushaltsachen stets mit sauber machen/ hergestellt in denstersilwerken D63c______________ GLORIA-PALAST I Seltersweg Ab heute Montag bis Do Ein Film, auf den Viele warteten! LICHTSPIELHAUS Bahnhofstraße nerstag einschließlich: Ein Groß film aus der Zeit „August des Starken“ Maria Die singende Nachtigall in dem entzückenden musikalischen Lustspiel Die blond® Carmen In den weiteren Rollen: Ida Wüst, WolfgangLiebeneiner Die Gefangene des Königs mit Paul Kemp, der erfolgreiche Komiker, spielt die Rolle des vermeintlichen Goldmachers Michael Bohnen den Sachsenkönig „August der Starke“ Susi Lanner, die temperamentvolle Sophie, heimliche Liebe des Goldmachers Adele Sandrock. Tante und Beschützerin Sophies Weitere Rollen: H. 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Tagelang trieb ein eisiger Wind den Schnee, der pulverig und körnig fiel, in langen Fahnen über die weiten Heideflächen des Hoherodskopfes, jagte da und dort dicke Mächten auf und blies an anderen ©teilen die Erde blank, so daß verschiedentlich Gras und Steine aus dem weißen Mantel herausragten. Aber einmal in der vergangenen Woche fiel etwas Regen. Da gab es Harsch und Eis, das selbst den Skiern widerstand. Rur im Walde, in den Schneisen, tag der Schnee weich und locker. Wenn unter den waltenden Umständen die Rennwiese kaum zu fahren war, keine Schußfahrten den steilen Hang hinab möglich waren, so wußten sich doch alle, die den Weg hinauffanden, mit Wanderungen zu trösten, Wanderungen im tiefverschneiten Wald, fern allem Lärm, hingegeben der Schönheit, die sich überall bot. ♦ Um 7 Uhr morgens standen auf dem Lud- wigsplatz zwei große Omnibusse. Bald waren die Skier verstaut. Bald hatten alle Platz genommen. In rascher Fahrt brachten die Wagen $ie Freunde des Skisportes in den Vogelsberg. Zwar: im grauenden Morgen war nicht viel vorn Winter zu bemerken. Nirgends lag Schnee! Erst hinter Laubach, da mehr und mehr an Höhe gewonnen wurde, zeigte sich die Landschaft im weißem Kleide. Bei Busenborn und höher hinauf erst war die Schneedecke geschlossen, wurde dichter und dichter. Breungeshain lag eingebettet in tiefen Schnee. Aber noch fiel es niemanden ein, die Skier an- zufchnallen. Die Schneedecke am Hang war fest. Es lies sich rascher gehen, als mit Skiern steigen. In langer Reihe stieg einer hinter dem anderen den Berg hinauf. Auch aus Bad-Nauheim, aus Offenbach, Hanau und Frankfurt waren sie gekommen. Oben bekam bann der Klubhauswirt mit feinen Helfern rasch alle Hände voll zu tun. Es ist ein alter Brauch, erst Kaffee zu trinken ... Rings um das Clubhaus war es reichlich dunstig. Schade, daß sich die Sonne nicht sehen ließ! Vom Tal herauf wehte ein kalter Wind. Aber das alles tat dem Geist unter den Skiläufern keinen Abbruch. Die „Anfänger" und „Fortgeschrittenen" sammelten sich zu Uebungskursen. Etwa 60 Teilnehmer lauschten der Dffenbarunaen der Skilehrer. „Kraft durch Freude" beteiligte sich diesmal auch. Es gab viele Anfänger! Immer mehr Jugendliche'zieht der Skisport in feinen Bann. Jungens und Mädel! An Zivilcourage fehlt es nicht und am Willen, rasch uriu sicher zu lernen auch nicht. Andere trafen sich in kleinen Gruppen, um Wanderungen zu unternehmen. Manchen war die Herchenhainer Höhe das Ziel, obwohl sie wußten, daß dort nur ein vereister Hang sie erwarten konnte, wieder andere glitten nach Hartmannshain, nach Lanzenhain und nach Ulrich- Rauhbereifter Laubwald am Taufstein. stein, selbstverständlich wurde wieder von vielen auch der Taufstein aufgesucht. Dort boten sich Baum und Strauch von schwerem Rauhreif geschmückt am schönsten dar. Eine größere Gruppe, der sich jedermann anschließen konnte, hatte sich auf Anregung des Skiklubs zu einer Wanderung nach Hochwaldhausen aufgemacht. Auch einige Skihaserln waren dabei, die sich tapfer hielten. Sicherlich gehört der Ausflug vom Hoherods- kopf nach Hochwaldhausen mit zu den reizvollsten, die der Vogelsberg für die Dauer weniger Stunden zu bieten vermag. Zunächst wurde der Taufstein aufgesucht und von dort aus die schöne genußreiche Abfahrt bis zur Laubacher Hütte erlebt, immer zwischen dichtem Tan- nenbeftänöen auf schmaler Schneise hindurch. Tief hingen die schneebeladenen Zweige. Tief galt es hin und wieder in die Hocke zu gehen Viele brachten gestern diese schöne Abfahrt wieder hinter sich und niemanden ist es zu "viel geworden, den Berg wieder hinaufzusteigen. Aber jene Gruppe, von der hier die Rede ist, zog weiter. In schlanker Abfahrt glitt einer hinter dem anderen über die langsam abfallende Moorwiese weiter ins Tal. lieber Lichtungen führte der Weg, Bäche galt es zu überwinden, auf schmalen Pfaden,' Im tiefverschneiten Tannenwald. dann wieder auf Schneisen strebten die Skihaserln und die Läufer dem idyllischen Luftkurort Hochwaldhausen zu, das, entlang der Schwarzbach, in schöner Schlußabfahrt, erreicht wurde. Aber inzwischen hatte sich Hunger eingestellt. Die Wirtin im Waldcafe schlug die Hände über dem Kopf zusammen ob der plötzlich aufgetauchten vielen Gäste. Und beklagte, daß sie sich gar nicht vorbereitet hätte. Am vorigen Sonntag, da herrliches Wetter war, hatte sie, wie sie erzählte, für viele Gäste gekocht. Und zwei kamen nur! Und heute — „bei dem Harsch" — kamen so viele! Nach kurzen Verhandlungen gab es aber schließlich für jedermann zu essen. Unterhaltsam verging die Stunde der Ruhepause. Aber bald mußte man sich zum Aufbruch ent- schli"ßen Wieder einer hinter dem anderen (die gefahrene Spur erzwingt den Gänsemarsch) und nach eineinhalbstündiger Wanderung kam die Gruppe wieder am Klubhaus auf dem Hoherodskopf an. Dichter Nebel lag nun über der Höhe, dazu blies ein schneidend kalter Wind. Allmählich und mit sinkendem Abend entschloß man sich zur Abfahrt nach Breungeshain Diese Abfahrt war diesmal ein ganz besonders schwieriges Kapitel. Der feste Horsch war kaum zu brechen, haltlos glitten die Skier über die eisigen Flächen. Aber doch und trotz doppelter Vorsicht gab es viele harte Stürze. Schließlich lan- fr • - ’S®?' ■■■ s . Links: Auf einer Skiwanderung im Oberwald. — Rechts: Ein breiter Bach wird überquert.— (Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Montag, 16. Dezember 1955 bete aber boch bie ganze große Skigemeinbe in Breungeshain, verbrachte noch eine halbe Stunbe in ben Gasthäusern und dann wurde wieder die Heimfahrt angetreten. Ein Lied nach dem andern wurde gesungen, in lustiger Unterhaltung verging auch diese Stunde noch, bis man sich, wiederum am Ludwigsplatz, mit einem kräftigen und gemeinsamen „Ski-Heil!" für diesen Sonntag trennte. Gauliga-Handbatt-Ergebnisse 3m Gau Nordhessen bewiesen die Mannschaften der Casseler Turngemeinde und von Kurhessen Kassel erneut, daß sie die besten Mannschaften des Gaues find Die Meisterelf der Kasseler Turnge- meinbe gewann gegen ben Turnverein Eschwege mit 12:8 (4:5), wobei aüerbings ber Halbzeitstanb und die Tatsache, daß Eschwege acht Treffer gelangen, einen Achtungserfolg ber Letzten bebeuten. Die mit einem Punkt hinter bem Meister an zweiter Stelle stehenben Kasseler „Kurhessen" hatten ben TV. Kirchbauna zu Gast und schlugen ihn 13:8 (5:6). Kurhessen Marburg unterlag zu Hause gegen Gie- ßen 1900 mit 7:12 (7:6) und der Spielverein Kassel bezwang Tuspo. Bettenhausen tnapp mit 10:9 (8:4). Gießen ist mit dem Siege über Marburg auf den dritten Platz vorgerückt. 49003 Handballer auch in Marburg siegreich. VfB. Kurhessen Marburg —1900 Gießen 7:12 (7:6). Einen schönen Erfolg hatte die Gauliga-Mann- schaft der Spieloereinigung 1900 gestern in Marburg zu verzeichnen. In einem Spiel mit äußerst wechselhaften Kampfhandlungen triumphierten die Blauweißen über die Elf des VfB. Kurhessen 12:7. Das Ergebnis sieht nach einem leichten Siea der Gießener aus. Dem war jedoch nicht so. Die Platzbesitzer hatten ihre Mannschaft durch Studenten verstärkt, und zwangen die 1900er zur Hergabe ihres ganzen Könnens. Diese traten an mit: Enders; Cremers, Funke; Mann, Knop, Hofmann; Göing, Betz, Hammann, Krüger, Schüler. Das Spiel sah zunächst die 1900er im Angriff. Dabei wurden von der Marburger Hintermannschaft Strafwürfe verwirkt, von denen zwei durch den Gießener Halblinken Krüger zu Erfolgen verwandelt wurden. Die Einheimischen ließen sich jedoch nicht entmutigen. Sie verstanden es, ihren hervorragenden Linksaußen gut einzusetzen. Innerhalb kurzer Zeit hatte dieser Spieler den Ausgleich erzielt. Die Gefahr wurde jedoch von der 1900er Hintermannschaft nicht rechtzeitig erkannt, denn im weiteren Verlauf des Spieles konnten die Marburger eine 5:2-Führung erzielen. Es fetzte nun em hartes Ringen ein. Marburg suchte den Vorsprung zu halten, und die 1900er strebten nach dem Ausgleich. Nach einigen Lattenwürfen kamen die Gießener auch wieder zum Zug, und zwar waren neben Krüger noch Hammann und Göing erfolgreich. Man kam dadurch — die VfB.-Kurhessen hatten inzwischen auch noch zwei Erfolge gebucht — bis zum Seitenwechsel auf 6:7 Tore heran. Nach dem Wechsel waren die Spielvereinigungsleute wie umgewechselt, allerdings fanden sie sich auch mit dem glatten Platz und dem ungewohnten Ball besser zurecht. Sehr vorteilhaft wirkte sich noch die Zurücknahme des Halbrechten Betz als vierter Läufer aus, wodurch dem Marburger linken Flügel viel von feiner Gefährlichkeit genommen wurde. Es klappte nun in allen Teilen vorzüglich. Die Tor- schützen waren wie in der ersten Hälfte Krüger, Hammann und Göing. Daß die Marburger Mannschaft nichts mehr zuwege brachte,, darf ihr nicht als Kapitulation ausgelegt werden. Sie griff zwar unentwegt an, aber was nicht von der jetzt tadellos zusammenarbeitenden 1900er Verteidigung und Läuferreihe zunichte gemacht wurde, hielt Enders im Tor, der eines feiner besten Spiele lieferte, mit Bravour. Nordbeffens ELf aeoen Girdwe^ Der Fußballgau Nordhessen hat für das am zweiten Weihnachtsfeiertag in Hanau stattfindende Freundschaftstreffen gegen die Südwest-Gauelf folgende Mannschaft aufgestellt: (Sonnrein (Hanau 93); Eufinger (Hanau 93), Lippert (Gießen 1900); Reinhardt, Weißenborn, Klingler (alle Hanau 93); Röll (Bor. Fulda), Meisel (Germ. Fulda), Pletsch (Bor. Fulda), Schaffer! (Hess. Hersfeld), Kleim (03 Kassel). 3m Eplelwcnenladen. Don Malier perfid). Durch das frühe Dunkel der Abende blitzen jetzt wieder die goldenen Fenster der tausend Kaufläden um uns her. Neblig-feucht hängt die Luft ihre Mäntel um Gaslaternen und elektrische Kugeln, und manchesmal riecht es schon ganz leise nach Weihnachten. Nein, die Tannen stehen noch nicht in den Straßen, aber dieser eigentümliche Zustand, der uns ergreift, wenn das Fest näher rückt, schickt seine Ahnungen voraus und manchesmal steht jeder von uns versunken vor der Auslage der Geschäfte und überlegt, was wohl Tante Jette eine Freude machen und wie dem kugelrunden Fritz das braune Schaukelpferd und Lene die Puppe mit den Kulleraugen gefallen würde .. Die großen^Leute find ja oft viel kindlicher als die Kinder, bqonöers als die jungen und selbstsicheren Geschöpfe dieser Zeit, denen unsere Technik und Lebensstruktur beinahe vertrauter ist, als uns; die im Fernsprecher eine Selbstverständlichkeit und im Rundfunk kein Wunder mehr erblicke« können. Wünschen sie sich nicht auch meistens ganz andere Dinge, als es die waren, mit denen wir einst spielen wollten. Heutzutage sind es die Mädchen, die unbedingt eine Eisenbahn mit hundert Schienen, Weichen, mit Bahnhof, Tunnel, Lagerschuppen und eigener Beleuchtungsanlage haben müssen, und allzugern erfüllen, wenn sie es nur können, die Väter den Wunsch, weil er ohne, daß sie es wissen — ihre geheime Kindersehnsucht nach all diesen Dingen zu später Zeit erfüllt. Und am Sonntagmorgen sitzt dann der Papa auf dem Teppich im Zimmer und baut im Schweiße seines Angesichtes, mit glückstrahlenden Augen ein gewaltiges Schienennetz zusammen, während Töchting nur Befehle erteilt und gewissermaßen die verkehrstechnische Gesamtleitung verkörpert. Darum gehen wir großen Leute so gerne in die Spielwarenläden, bummeln wir eine Stunde lang durch das verlorene Reich unserer frühen Jugend! Wir bestaunen die unerhörten Möglichkeiten der großen Stahlbaukästen, die es jetzt zum Aufbau ganzer Fabriken gibt, wir bauen im Geiste mit den Stein- und Holzklötzen kleine Traumstädte zusammen, bevölkern sie mit Zinnfiguren, hölzernem Getier, blechernen Autos und Straßenbahnen, die bis zum automatischen Türverschluß den neuesten Errungenschaften der Technik gleichen. Die Frauen wühlen in den Schätzen der Puppenkleiderabteilung, wiegen die Babies und rotwangigen Schönheiten eine halbe Minute im Arm, lachen über die drolligen Stil-Puppen, statten theoretisch eine ganze Wohnung mit den jetzt so vollkommenen Puppenmöbeln, mit Schränken, Betten, Kommoden, Frisier- und Schreibtischen aus, blättern in Jungmädchenbüchern. Und schwebt nicht der Duft des verlorenen Zuhause vom ersten Weil)- nachtsmorgen durch den Raum — Vater saß auf dem Plüschsofa mit der Pfeife, aus der Küche brutzelte herrlicher Geruch nach Braten heb, draußen glitzerte der Schnee, und sie, die heute hier schon nachsinnt, wie weit das karge Geld für die Millionen Wünsche ihrer Kinder reichen wird, sie saß zwischen den Geschenken vom Vorabend am Boden und war so ganz, so unglaubwürdig glücklich, wie es das nie wieder gab! Mer hat nicht einmal gewünscht, Verkäufer in einem Spielwarenladen zu werden und dann heimlich, abends nach Ladenschluß, wenn alles dunkel ist in der Welt, noch im Geschäft zu sitzen, angeblich mit einer eiligen Arbeit beschäftigt. Hei, dachte man, dann wird aber alles hergekramt und alles aneinandergefügt! Die mechanischen Puppen müßten umhertorkeln und „Mama" rufen, die Kamele, (Elefanten, Tiger und Hunde würden einen Zoologischen Garten stellen, mit Luftgewehren würde man auf Papphelme und Scheiben zielen, im Jndianeranzug umherrennen und das Kriegsbeil unter dem Ladentisch ausgraben. Auf den Stahlbrücken sollten die Bahnen nur fo hahinrajen. eine hinter der anderen, denn das Unbefriedigende bei der eigenen Eisenbahn war immer, daß es nur eine Lokomotive, einen Zug gab, während in der Wirklichkeit der Bahnhöfe doch täglich Dutzende von Zügen halten! Das Puppentheater würde ein blutiges Drama spielen und das neueste Kinderauto mit Vierradbremse und elektrischen Scheinwerfern sollte bann nur durch die Gänge sausen, bis einem schwindlig würde. Daraus ist nichts geworden. Und wenn man so die Verkäufer all dieser Schätze mit den unträumerischen Augen des Erwerbsmenschen sieht, dann weiß man, daß sie selbst längst diesen Traum, den sie alle wohl einmal hatten, zwischen Lagernummern, Preisverzeichnis, Bedienen und Äufstellen der einst so unerreichbaren Herrlichkeiten vergessen haben, vergessen, weil es eben doch andere Aufgaben und Sorgen gibt. Sie gehen, wie wir, ins Kino und Theater und träumen das Märchen vom Glück nun anders herum. Und ob es sich für sie ober uns einmal erfüllen wirb, wer weiß es benn? Beethoven als pfiff. Don Max Iungnickel Mit vier schweren, ewigkeitumwölkten Noten beginnt Beethovens fünfte Sinfonie. Einer sagte über biefe vier Noten: So pocht bas Schicksal an bie Pforten ber Menschheit. Ich weiß nicht, wie es kam, aber eines Tages, in meiner Schulzeit, waren biefe vier Noten ba unb mürben — ein Pfiff, ein richtiger Jungenspfiff. Und dieser Pfiff wurde ein Signal für unsere Kameradschaft, wenn wir, weit von der Stadt, Räuber und Gendarmen spielten, ober wenn einer, von ber Straße aus, feinen Freunb von ben Schularbeiten ans Fenster holte ober auf bie Straße zerrte. Wahrhaftig ein Signal, bas es in sich hatte. Klang irgenbroo bas Signal, so stutzte man, suchte unb rannte. Diese vier Beethoven-Noten waren tief in bas Jungenbasein eingegangen, oerbanben uns wie ein blitzenber Ning. Seltsam, wie ein musikalischer Gebaute, ber aus ber Ewigkeit eines Meisters kam, plötzlich zu einem Pfiff einer Rotte Jungen würbe, die überhaupt keine Ahnung vom Werke Beethovens besaßen. Es war fast fo, als ob sich vier Sterne zu glitzernden Kugeln verkrümelt hatten und nun von mutwilligen Knaben durch die Gaffenluft geschleudert wurden. Man wurde älter, wurde gepackt vom großen Kranichtrieb, war längst fort von daheim, aber ber Pfiff aus ber Jungenzeit blieb. Es geschah, baß man eines Tages, in einer fremben Stabt, einem Mäbchen biefes Signal anvertraute, unb -bann kam sie, aufgescheucht, hochrot, im Laufen immer verstohlen um sich spähenb, unb ftanb mit mir in einem Birkenwäldchen, bas golbgelb in der Sonne leuchtete. Eines Tages hörte ich im Konzertsaal die Fünfte von Beethoven. Und als ich die vier schweren Noten aus ihrer ewigen Quelle heraufsteigen hörte, durchzuckten sie mich, als hätten mich sämtliche Jungen aus der Schulzeit gerufen. Ich wurde wieder Knabe, sah eine Stadt aufdämmern mit Schule und mit dem Kreis der Jahreszeiten. Und es kam ein Tag, wo ich einsam, elend und fast verzweifelnd durch die nächtlichen Straßen ber Grohstabt ging. Vor mir ein Mann, ber vor sich hinpfiff. Sofort ftanb ich wie von bem Pfiff durch- strahlt. Ich fing an zu laufen, suchte im Laternen- licht bas Gesicht bes Mannes zu erhaschen. Nein, es war kein Bekannter. Der Pfiff hatte mich genarrt, aber als ber Frembe weiter bas Signal aus ber Jugenbzeit pfiff, bevölkerte sich ber Asphalt mit Glück unb Heima^ Auf mein Herz legte sich eine Hanb, unb ihre Finger krallten sich tief hinein. Unb nun hörte ich ben Pfiff lange, lange Jahre nicht mehr. Im Winter 1916 würben wir, oben in Rußlanb, von einem Rusfenregiment angegriffen. Wir waren nur noch ein verlorener Haufen, ber gegen einen übermächtigen, ausgeruhten Gegner anfprang. Mitten im Gefecht, durch ben glasklaren Wintermorgen, tönte plötzlich bas Signal aus ber Schuljungenzeit. Unser Leutnant pfiff es. Unb bas Signal kam wie ein Dolchhieb, ben eine Götter- hanb in ben anftürmenben Feinb fegte. Der Leutnant pfiff immer roieber biefe vier Noten, als ob er sich Mut machen wollte. Besser ohne Hoffnung zu kämpfen, als ohne Kampf unterzugehen. Einen Augenblick war ich umringt von ber Luft unb ben Gestalten einer kleinen beutschen Stabt. Ich versuchte zu lächeln, aber es gelang mir nicht mehr. Ein Russe knallte mich nieber unb ich sackte zusammen. Glücklicherweise nicht für immer. Heute habe ich nun selbst schon einen Sohn. Der ist nun so groß, baß er bas Signal aus meiner Kinbheit frisch unb ursprünglich auf Straßen unb Sportplätzen verwegen weitergibt. Unb bas ist ja schließlich bie Hauptsache. Zeitschriften. — Im Dezemberheft ber „K u n st k a m m e r", ber Monatsschrift ber Reichskammer ber bilbenben Künste (Propyläen-Verlag, Berlin) berichtet Wilhelm Schlechtriem Interessantes über „Malerzeichen"; W. A. Gut bespricht alte unb neue Wanbmalereicn an Bauwerken. Ein ausführlicher Bilbbericht zeigt Erzeugnisse unb Hanbwerkszeug einer alten Wachszieherei, ein anberes hübsches neues Kinder-Spiel- zeug. Das Heft, das noch zahlreiche weitere Beiträge bringt, zeigt über 40 schöne Bilder. Kußball der heimischen Mannschasten Wirtschaft Eissnstsinbergbau an Lahn,«zeigte sich etwas Interesse für Mexikaner, bprozent. > in Ooerhessen. Im Monat No-! Gold 13,13 (13), 4proz. Gold 7,80 (7,75). * Der Dill und in O Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse enmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Devi 14.Dezember 1Z.Dezember 185,5 185 86 86,5 118 1211 861 6| Banknoten. Harpener Hoelch «I o 101 156,75 toefd) QHfen—Äöln«tteuef|»n .. a 90,25 M« Bergbau ...............< 157 alle Bergbau tyenliff« ........• 125,75 KlöcknerwerK ............... 3 77,75 -I 281 .gl -I Mannesmann-Röhren n 76.25 die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o, $)„ Lombardzinsfuß 5 v. H. Die hinter den Papieren eine rour- 93.5 113,75 93 104,6 101,5 210,25 101,5 72,75 17,65 124 148,25 217.5 105 110,5 110 146,75 105 110,75 110,25 1,25 9,25 9 Buderus Deutsche Erdöl 210 101,5 72,65 17,5 146,5 213 105 110 116 112,75 210,5 102 72.5 17,5 124 116,25 185,5 117,5 112,5 210,75 100,9 72 17,65 146,18 105,25 110,25 110,5 52,4 100 115,25 80 88,25 135,25 24 J 286 155,75 9 t> 6 4 100,25 52,5 100 115 70,5 119,9 88,13 134,5 73,5 125,5 77,5 76.25 27,75 1,25 9,3 9,13 1900 Gießen — Sinn 5:0, Dillenburg — SV. 05 Wetzlar 0:1. Die Steinberger brachten wieder einmal Sensation zu Wege. Mit Klassenunterschied 1,2 9,2 9 9 73,13 28,5 1,25 9,25 9,05 13J Deutscher, wenn o dir und den Deinen gut geht, darf dein Volksgenosse nicht hungern vnd frierent 3m Winterhilfswerk offenbart sich der geeinte Wille der Nation! Deutscher, denke daran! Philipp HoUmann .... ßementroerf Heidelberg Eemsntwerk Karlstadt.. . 0 . 5 . 5 . 0 . 1 . 0 . 8 . 0 . 0 Tli I. 01. Farben-Jndustrie ScheideanstaU........ Goldschmidt . Ruigerswerke ...... Metallgelettschast. .... 100,25 51,5 100 115,5 81 119,65 86,75 135,75 74 24,65 285,25 156,75 25 196,75 51.5 100 115 61JJ 86,75 135,25 24?5 2,?i5 155.25 101 196 Schultheis Patzenhofer 81 fu (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. S-llstoff Waldhof fifllftoff Aschaffenburg .... Tellouet QJal .......... Daimler Motoren ......... Deutsch» Linoleum ........ Crfnftein 6 Koppel ........ Westdeutsche Kaufhof....... Thade...... Aeeumulaloren-gabrE Lontt-Gumml............. Klitzner ................. ainkraftioerke Höchst a.M.. Süddeutscher fiutfer ....... 4% Oesterreichische «oldrente.... 4,20% Lesterreichtsche Giiberrente 4% Ungarische (Bolbrente....... 4% Ungarisch» SlaalSrente v. 1910 4/.% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmerikaner von SS 4% Türkische Bagdadbahn-Nnleih» Gerte 1.................... Im Verlause blieb das Geschäft sehr klein und die Kurse zeigten im allgemeinen nur wenig Aen- derung. Fest waren Scheideanstalt auf die Ausführungen im Geschäftsbericht mit 216 (213), ferner gewannen Cement Heidelberg 1 v. H. auf 117. Im übrigen zeigten die erst später notierten Werte nur geringe Abweichungen. Etwas leichter waren IG- Farben mit 146,13 nach 146,50, später etwa 146,25. Am Kassamarkt kamen Dürrwerke Ratingen n. P. mit 35 (38) zur Notiz. letzten Spielen eine beachtliche Formoerbesserung bemerkbar. Wenn auch am Schluß der Tabelle — immer stellen sie sich unentmutigt den schweren Gegnern der Bezirksklasse. Der vorbildliche Mannschaftsgeist und das aufopfernde Spiel jedes einzelnen feierten denn auch in diesem Treffen einen verdienten und auch in dieser Höhe berechtigten Sieg. Watzenborn-Steinberg hat in der 1. Halbzeit die Vorteile des Rückenwindes, stößt mit dem Anpfiff sofort durch und „Hand" im Strafraum verur. sacht einen Elfmeterball, der von Fett unhaltbar verwandelt wird. Rasante Angriffe beiderseits gaben dem Spiel in der Folge die fesselnden Momente. Die Hintermannschaften sind aber auf der Hut. Bei Frohnhausen hielt das Glück, denn Posten und Querlatte vereitelten die Erfolge der mit herrlichem Schwung kämpfenden Stürmerreihe. Endlich in der 10. Minute beschließt Lang einen schönen Kombi- nationszug mit dem 2. Treffer, dem er in 15. Minute den 3. folgen läßt. Frohnhausen kämvft un- entmutigt weiter und wiederholt hilft die sich überraschend gut schlagende Läuferreihe erfolgreich hin- ten aus. Fett kann kurz vor Halbzeit durch unbe- rechenbaren Schuß das Resultat aus 4:0 verbessern. Nach der Pause bleibt Steinberg weiterhin über, legen. Doch auch die Gäste setzten sich restlos ein. Der Rechtsaußen kommt durch — slankt, und der Ehrentreffer landet, für Happel unhaltbar, im Netz. Doch weiter drängen die Platzbesitzer und es kommt kurz darauf zu Treffer 5 uns 6. Wieder setzt sich der Frohnhäuser Sturm wuchtig durch. Der Mittelstürmer wird im Strafraum nicht korrekt behindert und es kommt die Elfmeterentscheidung. Happel im Tor wollte sich auch diesmal nicht schla- gen lassen und unter ganzem Einsatz vereitelte er auch diesen fast sicheren Erfolg. Die Teutonen sind nun klar überlegen und trotz der verzweifelten Gegenwehr gelingt es kurz vor Schluß, das Resultat auf 7:1 zu erhöhen. Nhein-Mainische Börse. Behauptet. F r a n t f u r t a. M., 14. Dez. DU schon während des ganzen Wochenverlaufs anhaltende Geschäftslosigkeit blieb auch am letzten Börsentag in dieser Woche wirksam. Anregungen lagen nicht vor, es herrschte allgemein keine Unternehmungslust. Die gestern vom Retchskabtnett verabschiedeten Gesetze nahmen keinen Einfluß auf das Geschäft und die Kursentwicklung, zumal da sie noch nicht allgemein bekannt sind. Die Kursfeststellung gestaltete sich zögernd, da keine Aufträge vorlagen. Im allgemeinen war die Grundstimmung nicht unfreundlich und das Kursntoeau hat sich gegenüber gestern kaum verändert. Am Aktienmarkt kamen zunächst folgende Werte zur Notiz: IG.-Farben 146,50 (146,50), Dt. Erdöl 104,50 (103,75), Bekula 133,40 (133,50), Ges- fürel unv. 122,50, RWE. 129,90 (129,50), Siemens & Halske 163,25 (163,50), Klöcknerwerke 77,50 (77,75), Stahlverein 72,75 (73) und Südd. Zucker mit unv. 196. Weiter fest lagen Aschaffenburger Zellstoff mit 81,50 (80). Etwas schwächer lagen Kunstseide Aku mit 51,75 (52,40). Der Rentenmarkt lag wohl sehr still, aber nicht mehr schwächer. Es eröffneten Altbesitz mit unverändert 109,90, Kommunal-Umschuldung mit unv. 87,60, Zinsvergütungsscheine mit unv. 91 und späte Reichsschuldbuchforderungen mit etwa 97 (96,90). Zertifizierte Dollar-Bonds wurden gut behauptet genannt, Preußen 63,75. Am Auslandrentenmarkt Am Rentenmarkt traten keine Veränderungen ein. Auch Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen bet kleinen Umsätzen behauptet. Fremde Werte lagen still. Im Freiverkehr ermäßigten sich Adlerwerke Kleyer aus 85 (87) und Growag auf 79 (80,50). Tagesgeld wieder leichter mit 3 (3,2h) v. H. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 16. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 989 Rinder ((40 Auslandrinders, 192 Ochsen, 50 Bullen, 615 Kühe, 182 Färsen), 407 Kälber, 72 Schafe, 3331 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 38 bis 43 Mark, Bullen 42 bis 43, Kühe 22 bis 43, Färsen (Kalbinnen) 40 bis 43, Kälber 45 bis 75, Hammel 40 bis 48, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Rinder guter Qualität sehr lebhaft, Kälber mäßig, Hämmel und Schafe ruhig, Schweine wurden zugeteilt. dueno» fltrer Brüssel Mo be 9 10,2-5. Gauleiter Aeichsstatwalter Sprenger. Er knüpfte an den Sprechchor der Studenten und deutete das in diesem Sprechchor mehrfach brauchte Wort „Revolution" dahin, daß LPD. Niedernhausen, 14. Dez. Im Beisein des Stabsfllhrers der RIF. Hartmann Lauterbacher, des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger und des Gebietsführers Potthoff nahm Reichskassenführer Berger den 3 8 Gebietsgeldverwaltern und Anwärtern des 1. Geldverwaltungs-Lehrganges die Schlußprüfung ab. Nach der Prüfung fand eine Abschiedsfeier statt, bei der Gauleiter Sprenger u. a. ausführte, daß gerade er, der als Gauleiter den Gau aus den kleinsten Anfängen heraus aufgebaut habe, d i e Bedeutung einer geordneten Verwaltung wohl zu schätzen wisse. Es ist geradezu die Voraussetzung jeder großen Organisation, daß man auch die geringsten Mittel sauber vermaltet und sie des Klassenkampfes durch den nationalsozia- listischen Gei st der Volksgemeinschaft hin, er erwähnte die gleiche Neugestaltung in den Betrieben durch die innige kameradschaftliche Verbindung von Betriebsführer und Gefolgschaft und betonte die Verpflichtung des Betriebsführers, immer darauf bedacht zu sein, daß die Männer seiner Gefolgschaft Menschen mit Freude im Herzen und frohem Schaffensgeist werden und bleiben, weil nur auf dieser Grundlage Qualitätsarbeit erzielt werden kann zum Besten der Volksgesamtheit. Und wie der Arbeiter wieder freigemacht worden sei aus den früheren Fesseln, so sei auch der Bauer befreit worden von den Fesseln des Judentums und von den daraus früher entstandenen Lasten. Der Redner hob in diesem Zusammenhang den Segen des Reichserbhofgesetzes für den Bauern, die Scholle und das deutsche Volk hervor und betonte, nunmehr stehe der Bauer, ebenso wie der Arbeiter wieder mitten im deutschen Volke gleichberechtigt da. Auch die Marktordnung habe sich als nützlich und segensreich für das Bauerntum und für die Verbraucher erwiesen. So gehe auf allen Gebieten die Aufbauarbeit des Führer rüstig und erfolgreich vorwärts, überall vollziehe sich eine Umwertung aller Werte, sei eine wahre Revolution im Gange. Und wir alle müßten uns glücklich schätzen, an unserem Teile an diesem Aufbau mitarbeiten zu dürfen. In Einigkeit und Geschlossenheit müsse unser Volk weiter marschieren, um das Hochziel unseres Führers mit erringen zu helfen. Der Gauleiter betonte sodann die Verpflichtung aller Parteigenossen, alle Kräfte anzuspannen, um das ganze deutsche Volk zu National- sozialisten zu machen und durch die eigene Lebensführung den Nationalsozialismus in vorbildlicher Weise zu bekunden. Weiter wandte er sich klar und entschieden gegen alle Störungen, die gegen die Aufbauarbeit der nationalsozialistischen Regierung noch immer gerichtet sind. Er wies in diesem Zusammenhänge auf die klaren Abgrenzungen zwischen dem Staat und den Kirchen hin und forderte, daß der politische Kanzelredner nun endlich verschwinden müsse, da bisher immer noch von der Kanzel Angriffe auf die Partei und den Staat vorgekommen seien. Er verlangte von der kirchlichen Seite, daß sie sich loyal auf ihr kirchliches Arbeitsgebiet beschränke, auf dem sie vom Staat und der Partei, die sich zum positiven Ehristentum bekennen und den christlichen Konfessionen ihren Schuh gewähren, nie behindert werde, im übrigen aber sich nicht in die Arbeit und Aufgaben des Staates einzumischen. Wer diese klare Abgrenzung der Aufgaben überschreite, habe damit zu rechnen, daß der Staat eingreife. Das deutsche Volk wolle diesen Unfrieden nichts es wolle damit in Ruhe gelassen sein. Der Staat sei verpflichtet, dafür zu sorgen, daß der Volksgenosse nicht verhetzt werde. Sodann lenkte der Redner die Aufmerksamkeit der Versammlung auf das Treiben des Bolschewismus, das jetzt wieder einmal in verschiedenen Teilen der Welt zutage tritt. Sowjetrußland halte immer den Hebel h'-r W"llrevolution in der Hrmd. Dazu habe der wurde, sondern auch SA.- und HJ.-Ä b z e i ch e n erworben wurden. Nur wer körperlich gesund und lebensfähig ist, wird sich auch mit freudigem Schwung seiner Arbeit annehmen, nicht bloß als Geldverwalter, sondern als ganzer Mensch und Volksgenosse. Jeder muß bet' uns in der Verwal- An alle Vereine und Verbände LPD. Die am 12. Oktober an die Vereine und Verbände gerichtete Pressenotiz ist verschiedentlich falsch ausgelegt worden. Das Geheime Staatspolizeiamt Darmstadt teilt deshalb mit: Oeffentliche sowie nichtöffentliche Versammlungen aller Vereine und Verbände sind grundsätzlich nicht anmeldepflichtig. Es ist lediglich darauf zu achten, daß bei Versammlungsankündigungen durch Presse, Flugblatt oder öffentlichen Anschlag die Namen der Redner angegeben werden. Eine entsprechende Mitteilung an die Polizeibehörden oder an das Geheime Staatspolizeiamt Darmstadt ist in Zukunft nicht mehr erforderlich. Soweit einzelnen Vereinen oder Verbänden seither besondere polizeiliche Auslagen gemacht worden sind, bleiben diese bestehen. den gebraucht! Man staune: für den Pferdekopf allein 37 500 laufende Meter Holz; für den kleinen lustigen Pferdeschweif 15 600 lfd. Meter; für die strammen Beinchen 37 250 lfd. Meter; für die „muskulösen" Aermchen 30 000 lsd. Meter; für die hübsche Reiterfigur selbst aber 250 000 lfd. Meter! Für die Schnur mußten 1900 000 lfd. Meter angeschafft werden! Wer hätte das gedacht? Um das Reiterlein recht bunt zu machen, waren 750 Kilogramm Lack erforderlich. Und um die Reiterlein sorgsam in Pappschächtelchen zu „verfrachten", waren 250 Zentner Pappe nötig? Das alles wurde nur in Olbernhau gebraucht! Trotz des großen Verbrauchs von Holz, Lack, Schnüren und Pappe entfiel aber der größte Teil der Kosten auf die Arbeitslöhne, was wir alle wohl freudig begrüßen werden, weil wir wissen, wie karg und mager es in diesen Notstandsgebieten zugeht, die zum größten Teil auch Grenzgebiete sind und am meisten unter dem Erportschwund leiden. So brachten aber jeweils 1000 R"iterlein an Arbeitslohn die Summe von 29,80 Mark. Diese Zahlen beziehen sich, wie gesagt, nur auf Olbernhau und auf den ersten, vorläufigen Auftrag von 7 600 000 Reiterlein; Schnell und leicht ist auszurechnen, was nun auch im Hirschberger Tal in diesen Wochen verarbeitet und verdient wurde, denn die Summe aller Reiterlein wird voraussichtlich über 12 Millionen hinausgehen? Doch genug nun dieser Zahlen! Denn worauf es zuletzt ankommt, ist das Ergebnis, das die Reiterlein über diese Arbeitsbeschaffung hinaus noch bringen werden? Wieviel Not werden sie lindern, wieviel Mühsal leichter ertragen lassen, wieviel Kinderherzen glücklich schlagen und aufjubeln lassen! Aber um das Ergebnis ist niemandem bange'! Denn wer so ein hölzernes Reiterlein schon sehen konnte, der wollte es gleich für sich behalten. So erging es auch einer Holländerin, die vor kurzem im Hauptquartier der Winterhilfe in Berlin das bunte Reiterlein sah. Da sie aber noch kein Reiterlein mit- nehmen konnte, hat sie fest versprochen, *ur Weihnachtszeit über die deutsch-holländische Grenze zu kommen, um sich im deutschen Grenzgebiet hundert Reiterlein zu erstehen, die sie außer den Lichtkerzen als einzigen Schmuck für ihren Weihnachtsbaum verwenden will. Ist das nicht ein wahrhaft weihnachtlicher Einfall? Sollen wir Deutsche uns vom Ausland übertreffen lassen? Nein, nein! Auch wir werden ungezählte, unzählige Reiterlein in unsere Weihnachtsbäume hängen, und unsere Kinder werden fingen: Reiterlein am Tannenbaum, Schmücke unfern Weihnachtsraum! Hebe auf die schwere Not, Die das deutsche Volk bedroht! Hannes Deyben, heule stehl unser Reich wieder fest und frei! Der Deutsche ist künftig von der Geburt bis zum Grabe Kämpfer für sein Volk und seine Ewigkeitswerte. Auf den beiden Säulen des Reiches, der Partei und der Wehrmacht, ruht die gesamte Lebenskraft des Volkes. Alle Volksgenossen reihen sich ein in den großen Marsch unter dem Befehl des Mannes, der die Partei und die Gesamtheit unseres Volkes ist: Adolf Hitler! Ihm und damit Deutschland wollen mir allezeit die Treue halten, dann ist Deutschlands Bestand für ewig gesichert! Im Anschluß an die häufig von Beifallsäußerungen unterbrochene und am Schlüsse mit erneutem starken Beifall belohnte Rede des Gauleiters sprach pa Klostermann ein kurzes Schlußwort, der das begeisterte Bekenntnis der Versammlung zu dem Ziel: unter dem Führer und mit ihm zum ewigen Deutschland! zusammenfaßte in die dreimaligen Sieg-Heil-Rufe auf den Führer und das deutsche Vaterland. Freudig stimmte die Menge ein. Mit dem Gesang der ersten Verse des Horst-Wessel- und des Deutschland-Liedes schloß die Kundgebung. Weiter verlangte der Gauleiter eine klare und entschiedene Absetzung der deutschen Menschen von den Juden unter strenger Beachtung der vom Führer gegebenen Gesetze. Jeder Deutsche müsse auch in dieser Hinsicht seine Pflicht tun als deutscher Mensch, dazu brauchen wir weiter keine Paragraphen, sondern nur den deutschen Menschen. Hierauf kam der Redner auf die Ernährungslage zu sprechen, wobei er betonte, daß alle Grundstoffe zu unserer Ernährung in völlig ausreichendem Maße vorhanden sind. Die gegenwärtige Verknappung an Fett könne durch Behelfs- nahmen der Frauen behoben werden, bis auch auf diesem Gebiete wieder mehr zur Verfügung stehe. Bei Schweinen sei schon wieder ein Aufschwung zu sehen. Unter starkem Beifall der Versammlung erklärte der Gauleiter, die deutschfeindlichen kreise im Auslande würden bestimmt eine Enttäuschung erleben, wenn sie glaubten, daß wegen der Ernährungslage Deutschland vor ihnen kapituliere. Das deutsche Volk werde in Ruhe abwarten, bis man im Ausland zur wirtschaftlichen Einsicht komme und zum üblichen Warenaustausch mit uns bereit sei, denn das deutsche Volk bleibe bescheiden in seiner Lebenshaltung, und es wisse, daß seine Ernährung sichergestellt sei. :.) Um b : 989 bullen, t, 3331 bis 43 Färsen lämmel Markt' Kälber Vurden Das Tieiterlein am Tannenboum. In diesem Jahre werden die Tannenbäume in den deutschen Weihnachtsstuben (und, wie wir sehen werden, and) in den außerdeutschen Weihnachtsstu- ben) ganz besonders hübsch anzusehen sein. Ein lustiges Kerlchen, ein kleines Reiterlein, wird zwischen den flimmernden Kerzen an den grünen Zweigen hängen und mit einem Kunterbunt die Herzen der Kinder jauchzen lassen, aber auch die Herzen der Erwachsenen warm und froh machen. Es ist das kleine Reiterlein, das wir schon von dem Türschild der Winterhilfe für den Monat Dezember kennen und ckas nun als Weihnachtsabzeichen und zugleich als Tannenbaumschmuck von der gesamten Hitlerjugend vom 18. bis 23. Dezember auf Deutschlands Straßen und Plätzen verkauft werden wird. Diesmal wird's ein besonderes Rennen und Laufen um das WHW.-Abzeichen geben! Denn dieses Reiterlein ist so hübsch erdacht und so sorgfältig und liebevoll hergestellt, daß jedermann es sofort besitzen möchte. Wenn sich dann auf der Straße, oder in der Bahn zwei kleine Reiterlein als Mantelabzeichen begegnen, werden sie einander fröhlich zunicken und leise sagen: „Nun freuen sich auch die Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen im Erzgebirge und im Riesengebirge!" Denn dort im Erzgebirge, in Olbernhau, und im Hirschberger Tal des Riesengebirges sind diese Reiterlein entstanden, und sie haben in die Stuben dieser Dörfer nicht nur viel Arbeit und Brot gebracht, sondern auch neuen Lebensmut und Glauben an Deutschland verbreitet. Man sollte eigentlich in einer Weihnachtsplauderei keine Zahlen bringen. Aber die Zahlen dieses Reiterleins können so viel erzählen, daß sich wohl mancher Leser und manche Leserin gern in sie vertiefen möchte. Und so mögen hier die wichtigsten Zahlen einmal aufmarschieren Sie flammet* aus Olbernhau im Erzgebirge, wo die erste, vorläufige Bestellung auf 7 600 000 Reiterlein in Auftrag gegeben wurde. Zu ihrer Anfertigung waren 950 000 Arbeitsstunden oder rund 80 000 Tagewerke nötig, die von 2000 Heimarbeitern, und zwar von 1200 weiblichen und 800 männlichen Arbeitskräften, geleistet wurden. Was aber das erfreuliche an diesen trockenen Zahlen ist, das ist, daß unter diesen 2000 Arbeitskräften rund 1500 Neueingestellte (1000 weibliche, 500 männliche) waren.' Jedoch das ist nicht das einzig erfreuliche, denn die 500 übrigen Heimarbeiter hätten, wenn nicht das Reiterlein mit seiner Arbeitsbeschaffung gekommen wäre, noch vor dem Winter entlassen werden müssen! Wer solch ein kleines Reiterlein aufmerksam besieht, wird wohl auf den Gedanken kommen, wie es in seinen einzelnen Teilen hergestellt wurde? nicht — wie in früheren Jahren — Maschinengewehre, Gewehrschüsse, Bruderkampf im Sinn habe, sondern im Nahmen der nationalsozialistischen Weltanschauung die Aufgabe darstelle, alles Morsche, Faule und Rückständige beiseite zu schieben und an Stelle von Unwerten neue Werte, an Stelle von Verbrauchtem Neues und Besseres zu schaffen. Als eines der Ziele dieser Revolution unter dem Befehl des Führers nannte der Redner die Herstellung der Einheit und Einigkeit des ganzen Volkes. Dieses Ziel, seit vielen Jahrzehnten von Staatsmännern und Philosophen immer vergeblich angestrebt, habe erst durch Adolf Hitler feine Verwirklichung erfahren. Eine gütige Vorsehung habe unserem Volke diesen Mann geschenkt, der als Führer mit gewaltigem Weitblick die Geschichte des deutschen Volkes richtig sah, aus seinen Erkenntnissen die nationalsozialistische Weltanschauung schuf und damit schließlich sein ganzes deutsches Volk eroberte. Der Redner lenkte in diesem Zusammenhänge die Blicke der Hörer auf das Entstehen der Bewegung, die, aus dem Frontgeist geboren, die Besten in Deutschland um die vom Führer hoch- aezvgone Hakenkreuzfahne vereinte, die sich um Deutschlands willen zu Adolf Hitler bekannten und in felsenfestem Glauben und Vertrauen zu ihm sich überall mit Leib und Leben für seine Idee einsetzten, immer mehr Vertrauen und Glauben für den Führer im Volke erwarben, bis die Waagschale sich für den besten Deutschen neigte und Adolf Hitler am 30. Januar 1933 di^ Staatsgewalt übernahm, nachdem ihm die Volksführung bereits durch feine Partei im Kampfe gewonnen worden war. Der Gauleiter erinnerte dann daran, daß der Führer sich nun nicht etwa auf die Macht der Partei und des Staates stützte, die ihm ja voll zur Verfügung stand, sondern daß er sofort erneut um das Vertrauen des Volkes warb. Und zum Erstaunen der Welt stand über Nacht ein einheitlicher Block des deutschen Volkes voll Glauben und Vertrauen hinter dem Führer. Der Redner wies dann auf den Beginn der großen Erneuerungsarbeit mit der Säuberung des Beamtenapparates hin, wobei es notwendig geworden war, der Verwaltung, auch in Hessen, eine neue Korsett st ange einzuziehen. Er betonte, wo gute Menschen geblieben seien, die den besten Willen zur ehrlichen Mitarbeit hätten^soll- ten sie mitarbeiten, aber alle Arbeit müsse geleistet werden im Geiste der nationalsozialistischen Weltanschauung und in der nationalsozialistischen Willensbildung unter dem Befehl des Führers und der von ihm zur Führung berufenen Männer. Wenn irgendwo in der Verwaltung noch eine „verstaubte Gestalt" stehe, solle sie nur ruhig stehen bleiben, denn wenn sie sich bewege und der Staub aufwirble, werde zugegriffen. (Starker Beifall.) Hierauf wies der Gauleiter auf die wichtigsten weiteren Aufbauarbeiten seit der Machtübernahme hin. Er erinnerte an den gewaltigen Erfolg im Kampf gegen bie Arbeitslosigkeit, wo immer neue Arbeitsplätze geschaffen wurden und überall eine anhaltende Belebung der Wirtschaft die Folge ,war. Dabei haben die Maßnahmen der naHonaL fozialistischen Regierung überall ihre volle Rechtfertigung gefunden, auch in der Finanzierung der Arbeitsbeschaffungspläne, weil diese Maßnahmen aufgebaut wurden auf dem vollen Vertrauen des Volkes, dem besten Deckungs- mittel für die Währung. Die Volkshalle zu Gießen war am Samstagabend die Stätte einer außerordentlich eindrucksvollen Kundgebung der Partei. Es mögen gegen 6000 Menschen gewesen fein, die die Volkshalle bis zum letzten Platz besetzt hatten, um in dieser Großkundgebung den Gauleiter Reichsstatthalter Spren - ger zu hären. Bis zum Beginn der Versammlung unterhielt der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers Herrmann durch ausgezeichnete Marschmusik. Nach dem feierlichen Einmarsch der Fahnen, an deren Spitze auch der Gauleiter Die Dolkshalle betrat, leitete ein Sprechchor des Studenten-Kame- radschaftsHauses die Kundgebung mit einem starken Bekenntnis zum Führer und zu Deutschland ein. pg. Klostermann betonte dann in seinen kurzen Einführungsworten, diese Kundgebung sei eine der größten, die Gießen bisher gesehen habe, und sie sei Zeugnis dafür, daß die Gießener Bevölkerung bereit sei, Den Nationalsozialismus nicht nur durch Worte, sondern auch durch die Tat zu bekunden, wie es ja auch Der Tag der nationalen Solidarität schon bewiesen habe. Nunmehr sprach, mit Beifall empfangen, Wpiter mies her Redner auf die Ueberwindung, Führers aus den gegenwärtigen Verwicklungen der gehört? Dazu sind nämlich i ... des früheren Standesdünkel-, des Kastengeistes und!Welt hecausgeülieben und zu einem fiort des'gänge erforderlich. Und welche Mengen Holz wur- Schule gehen, werden bei dem ungeheuren Bedarf der Partei alsbald auch in die Lage kommen, an verantwortungsvollen Stellen in der Partei rnitzu- wirken. Pg. Hartmann-Lauterbacher dankte dem Gauleiter für seine Worte und sagte daran anknüpfend: Auch wir in der HI. haben jahrelang mit Den größten finanziellen Schwierigkeiten gerungen. Aber es war gut, daß wir unseren Kampf mit den kleinsten Mitteln führen mußten. Keiner kam in die Versuchung, große Gelder zu beziehen und auszugeben. Wir glauben, daß keine Organisation der Bewegung anständiger und sauberer aufgebaut sein muß als die HI. Denn wir sind diejenigen, die einmal die große Aufgabe aus der Hand des Führers und seiner Mitarbeiter übernehmen müssen. Eine straffe und saubere Verwaltung ist Das erste Unterpfand zum Sieg. Uns alle verbindet ein großer gemeinschaftlicher Gedanke: Sorgt Dafür, Daß er unten gefördert wird, seid gerecht, in euren Entscheidungen nicht kleinlich. Aber sorgt dafür, daß immer alles klar und sauber bleibt. Seid Euch Eurer Verantwortung voll und ganz bewußt, wenn Ihr mit einem solchen Ziel an Eure Arbeit geht, Dann werden wir es bald erleben, daß wir über das ganze Reich hinaus ein einheitlich geschultes Netz von Verwaltungsführern haben. Familienfeier und Weihnachtsstimmung auf dem Schiffenberg. Dornotizen. Tageskalender für Montag. 316(9. „Kraft durch Freude", Deutsches Volksbildungswerk: 20 Uhr im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße 34, Vortrag von Professor Dr. Glöckner. — Gloria-Palast, Selters- wea: „Die blonde Carmen." — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Gefangene des Königs." HZ. im WHW., 18.-22. Dezember. Der Tag der nationalen Solidarität liegt erfolgreich hinter uns, die Tage der HI. nahen. Vom 18. bis 22. Dezember sammeln sechs Millionen Hitlerjungen und BDM.-Mädel für das Winter- Hilfswerk. Am Abend des 18. Dezember treten die Einheiten in feierlichen Appellen zum Auftakt dieses großartigen Einsatzes zusammen. Am 19. und 20. Dezember rufen ihre Fanfaren und Trommeln zur Straßensammlung. Am 21. Dezember sammeln in herzlicher Gemeinschaft alle Lehrer und alle Schüler in Deutschland. Am Abend feiern sie dann die Wintersonnenwende im Zeichen der deutschen Notwende. Morgenfeiern des Winterhilfswerks am 22. Dezember, eine Straßensammlung — die letzte dieses Jahres — und die Weihnachtsfeiern des WHW. schließen diese sozialistische Arbeit der jungen Nation. Volksgenossen, wenn euch die strahlenden Augen der Pimpfe und Jungmädel um euer Opfer bitten, dann gebt nicht nur, sondern gebt gerne! Keine Haftung der OAF. für Verbindlichkeiten der Betriebszellen. Das Schatzamt der Deutschen Arbeitsfront teilt mit: Verschiedene Fälle geben Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die Deutsche Arbeitsfront nicht für Verbindlichkeiten haftet, die von den bestehenden Betriebszellen bzw. Werksgemeinschaften der einzelnen Betriebe eingegangen worden sind (z. B. Buchbestellungen, Kauf von Sportgeräten oder ähnliche Geschäfte). Diese Rechtsgeschäfte gehen vielmehr auf eigene Rechnung der einzelnen Betriebszellen oder Werksgemeinschaften. Die Deutsche Arbeitsfront erkennt als für sich verbindlich nur solche Verträge an, die von ihr ausdrücklich bevollmächtigte Stellen für die Deutsche Arbeitsfront und ihre Gliederungen abschließen. Fabrikant Joseph Kreuter 60 Zähre alt. Am heutigen Montag kann der Seniorchef der Gießener Stempelfabrik Joseph Kreuter in voller Frische feinen 60. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist durch sein Unternehmen weit über die Grenzen unserer engeren Heimat hinaus bekannt geworden. Er gründete im Jahre 1903 sein Geschäft in unserer Stadt, das er im Laufe der Jahre zu dem größten Spezialbetrieb seiner Branche im In- und Auslande auszubauen verstand. Zu diesem geschäftlichen Erfolg, der auch für unsere Stadt und die nähere Umgebung bedeutsam wurde, weil durch ihn zahlreiche Volksgenossen in dauernder Arbeitsstellung ihr Brot finden, verhalfen dem Jubilar sein unermüdlicher Schaffensdrang und sein tatfroher Unternehmungsgeist. Mit seinen Mitarbeitern verband ihn allezeit das beste Vertrauensverhältnis, das in der gleichbleibenden Gerechtigkeit und in dem weitgehenden Verständnis des Betriebsführers gegenüber seiner Gefolgschaft begründet ist. Auch über den Kreis seiner Gefolgschaft und seiner Geschäftsfreunde hinaus wird Herrn Kreuter weithin bei der Gießener Bevölkerung und bei allen, die ihn kennenlernten, wegen feiner ausgezeichneten menschlichen Eigenschaften große Wertschätzung entgegen- gebracht. Daher werden am heutigen Tage die herz- lichen Glückwünsche vieler Volksgenossen dem Jubilar gelten. Der Silberne Sonntag. Was unsere Geschäftswelt nach dem verheißungsvollen Auftakt am Kupfernen Sonntag von dem gestrigen Silbernen Sonntag sich gewünscht hat, dürfte wohl nicht nur vollkommen in Erfüllung gegangen, sondern vielfach noch übertroffen worden sein. Der gestrige Sonntag brachte unserer Stadt wiederum einen Käuferzustrom von auswärts, wie Die „Heimatoereinigung Schifffenberg" veranstaltete am gestrigen Sonntagnachmittag auf dem Schiffenberg eine gutbesuchte Familienzusammenkunft, verbunden mit einer Weihnachtsfeier. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch eine eindrucksvolle Vorfeier in der Kapelle des Schif- fenbergs. Unter Glockengeläute versammelten sich die Teilnehmer in dem hinteren Raume der Kapelle, wo unter dem Lichterbaum der Frauenchor Hausen die Feier mit dem Liede „Heilige Ngcht" einleitete. Hierauf hielt Pfarrer Steiner (Hausen) eine Ansprache, in der er u. a. sagte, wie die „Heimatvereinigung Schiffenberg" nicht bei der Pflege der Gemütswerte stehen bleibe, sondern auch erzieherische Ziele verfolge, so würde das Weihnachtsfest seines tieferen Sinnes beraubt, wenn es nur eine flüchtige Aufwallung des Gemütes wäre. Es gelte nicht nur das Kindlein in Bethlehems Stall zu sehen, sondern den von Gott gesandten Helden, so wie ihn unsere Vorfahren gesehen hätten. Die heldische Gestalt Jesu wolle uns auch heute noch zu innerer Größe führen. Wie die Kerzen am Weihnachtsbaum aufrecht stünden, so wolle die Kraft des Christentums auch den deutschen Menschen zu innerer Geradheit und Aufrichtigkeit führen. Den Abschluß dieser Feier bildete das gemeinsame Lied „O du fröhliche". Die Nachfeier fand im Saale des Schiffen- bergs statt. Nach einem Vorspruch von Else Michel „Weihnacht" erfreute zunächst der Frauenchor durch den Vortrag zweier Lieder: „Heiligste Nacht" und „Hoch tut Euch auf Ihr Tore der Welt". Sodann begrüßte der Vereinsführer, Oberforstmeister Nicolaus, die Besucher, insbesondere Oberbürgermeister Ritter, Bürgermeister Dr. H a m m und leitenden Beigeordneten Sudheime r. Er betonte, daß durch den Besuch der leitenden Stadtverwaltung sinnfällig zum Ausdruck komme, wie sehr der Schiffenberg mit Gießen verbunden sei. Er führte dann in seiner Ansprache u. a. folgendes aus: Vor vielen Jahrhunderten seien wohl unsere Vorfahren, die alten Chatten, auf dem Schiffenberg zusammengekommen, um das Fest der Wintersonnen- wir ihn in früheren Jahren nur selten bemerken konnten. Nach dem Eintreffen der Mittagszüge setzte vom Bahnhof her eine wahre Völkerwanderung nach den Hauptgeschäftsstraßen ein. Dazu kamen dann noch die Weihnachtskauf-Jnteressenten aus der Stadt selbst, so daß bei dem angenehmen Winterwetter während der Nachmittagsstunden ein außerordentlich großer Verkehr in unserem Geschäftsviertel herrschte. Natürlich wurde auch am gestrigen Sonntag noch viel besichtigt — die Schaufenster waren fast überall von zahlreichen Männern, Frauen und Kindern ständig umlagert — aber in den weitaus meisten Fällen wurde der Sonntag zum Kauftag gestaltet, so daß überall in den Läden stramm zu tun war. In den Abendstunden konnte man die Volksgenossen von auswärts wiederum in langen Zügen mit Paketen und Päckchen beladen zum Bahnhof wandern, oder mit der Straßenbahn fahren sehen. Dabei beschränkte sich fast durchweg das Einkaufsergebnis nicht nur auf ein Paket oder Päckchen, sonderun man hatte meist beide Hände voll zu tragen, manche hatten sogar so umfassend für den Weihnachtsmann vorgesorgt, daß die Rückkehr zum Bahnhof bei den zahlreichen Paketen nur mit der Straßenbahn möglich war. In einigen Geschäften gestaltete sich der Käuferandrang zeitweise so stark, daß vorübergehend die Eingangstüren geschlossen werden mußten und der Käuferschub nur in genau begrenztem Ausmaß zwischen Abgang und Zugang möglich war. Im ganzen gesehen kann man wohl sagen, daß der Silberne Sonntag ein guter Geschäftstag geworden ist, an dem auch die Reichsbahn, die Kraftomnibuslinien und die Straßenbahn ihren erfreulichen Anteil hatten. Soweit bis jetzt bekannt ist, wickelte sich der gesamte Verkehr überall reibungslos und ohne Unfall ab, so daß man allseits mit Befriedigung auf den gestrigen Sonntag zurückblicken kann. wende zu begehen, den Sieg des Lichtes über die vorausgegangene dunkle Zeit. Nicht der Gabentisch des Reichtums, nicht die prunkende Pracht eines rauschenden Festes bedeute für uns Weihnachten, sondern der tiefe Gedanke an das ewige Licht, das der Welt einen neuen Schein gebe. Wenn auch der Weihnachtsbaum nur eine sinnbildliche Darstellung sei für den Sieg des himmlischen Lichtes, so sei er doch eine Offenbarung der Frömmigkeit. Die Frömmigkeit habe ihren sicheren Rückhalt in Verbindung mit der Natur. Und gerade die Deutschen seien von altersher in ihrem Tun und Denken mit ihrem Gefühl und Herzen innig mit der Natur und besonders mit dem deutschen Wald verbunden gewesen. Das Fest der Geburt Christi habe das deutsche Gemüt, die deutsche Innigkeit, angezogen und zu reicher Entfaltung gebracht. Schon hier zeige sich, daß die Verbindung von Christentum und Deutschtum von beiden Seiten fruchtbar sei. Die deutsche Art dringe in die deutsche Kirche und i h r Fest mache es zu dem innigsten Fest der Deutschen. Und umgekehrt, das kirchliche Fest mit seinem Inhalt dringe in die deutsche Seele ein, vertiefe, präge und gestalte sie. An die mit Beifall aufgenommenen Ausführungen des Vereinsleiters fangen Frau Steiner und Frau K i r ch m a n n (Haufen) zwei weihnachtliche Lieder aus dem Zupfgeigenhansel. Lehrer Falls (Gießen) erzählte sodann in interessanter Weise über Weihnachten in der Heimat und seine Erlebnisse während seines Aufenthalts im Ausland, besonders in Aegypten. Anschließend sang der F r a u e n ch o r die Lieder „Der Rotdorn blüht auf dem Schiffenberg" und „Heimat, o Heimat, wie bist du so schön", während Frau Steiner und Frau K i r ch m a n n mit einem weiteren Duett „Deutsches Land" erfreuten. Im weiteren Verlaufe der Veranstaltung brachte die Kapelle Bender noch eine Reihe musikalischer Darbietungen zu Gehör, der Frauenchor Hausen bot noch einige weitere ßieber. In seinem Schlußwort dankte Oberforstmeister Nicolaus allen Mitwirkenden und schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Kameradschastsabend der städtischen Betriebe Im Anschluß an die große Kundgebung in der Volkshalle versammelten sich am Samstagabend die Angehörigen aller städtischen Verwaltungsdienststellen und Betriebe zu einem kameradschaftlichen Beisammensein im Saale des Cafe Leib. Der Zustrom zu der Veranstaltung war so stark, daß der große Saal bereits nach kurzer Zeit bis auf den letzten Platz besetzt war. In Begleitung des Oberbürgermeisters erschien auch der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger für einige Zeit inmitten dieser Festgemeinschaft, um mit feinem Besuche den Angehörigen unserer städtischen Dienststellen und Betriebe eine besondere Auszeichnung zu geben, zugleich aber auch seine Verbundenheit mit dem Arbeiter der Stirn und der Faust zu bekunden. Oberbürgermeister Ritter entbot dem Gauleiter und allen städtischen Arbeitskameraden herzlichen Willkommensgruß und betonte dabei den hohen Wert einer solchen frohgestimmten kameradschaftlichen Veranstaltung für die Erhaltung und Stärkung der Arbeitskraft. Unter dem starken Beifall aller Besucher bezeichnete er es als eine besondere Ehre und Freude, daß der Gauleiter, der erste Arbeiter unserer engeren Heimat, in der Mitte der Gießener Betriebsgemeinschaft weile. Sodann erinnerte der Oberbürgermeister an den grundlegenden Wechsel der Verhältnisse gegen früher; damals standen sich in den staotischen Verwaltungen und Betrieben die Angehörigen getrennt gegenüber, heute dagegen beherrscht sie alle der vom Führer verkündete Geist der Volksgemeinschaft und der vollen Bereitschaft, sich gegenseitig zu verstehen, zu achten und einander zu helfen zum Wohle der Gemeinschaft. In kurzen Worten würdigte der Oberbürgermeister noch den schweren Daseinskampf, den sedet einzelne zu führen hat, aber mit Recht stellte er in den Vorder- gründ, daß es jetzt vor allem darauf ankommt, immer mehr Volksgenossen wieder in Arbeit zu bringen und das Hauptziel darin besteht, nach der Wiedereingliederung aller arbeitslosen Kameraden an die Besserung der Verhältnisse des einzelnen za denken. Bis dahin müßten wir alle kurztreten und in unserem Wirken und Streben immer auf das große Vorbild des Führers schauen. Als Gruß an den Führer und als Bekenntnis der Treue zu ihm und dem Vaterlande wurden anschließend gemeinsam die vier Verse des Horst- Wessel-Liedes gesungen. Die Unterhaltungsfolge des Abends brachte Darbietungen von Mitgliedern aller städtischen Betriebe, wobei Kräfte des Stadttheaters mit Musik, Gesang usw. den Auftakt bildeten, weiterhin der Ansager vom Stadttheater gestellt wurde und außerdem viele andere gerne und freudig beisteuerten zur schönen Ausgestaltung des Abends. Als einzige außenstehende Kräfte find Angehörige der Kreisriege der Turnerschaft besonders zu erwähnen, die mit glänzenden Darbietungen am Reck den Abend bereicherten. Alle Mitwirkenden bekundeten das eifrige und sehr dankenswerte Bestreben, ihren Arbeit^karne- raden und Arbeitskameradinnen in vielseitigen guten Darbietungen das Beisammensein so genußreich wie möglich zu machen. Allenthalben herrschte die fröhlichste, kameradschaftliche Stimmung, die unter Beweis stellte, wie vorbildlich die kameradschaftlichen Beziehungen unter den Angehörigen unserer städtischen Derwaltungsdienststellen und Betriebe sind. Zusammenstoß zwischen Lastauto und Straßenbahn. Arn Samstagabend, während der gesteigerte Verkehr zu der großen Kundgebung in der Volkshalle im Gange war, ereignete sich an der Ecke Neuen Bäue-Johannesstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Lastauto der Firma Rinn & Cloos und einem Straßenbahnwagen. Bei dem starken Zusammenprall der beiden Fahrzeuge wurde die vordere Plattform des Straßenbahnwagens völlig zerstört, zum Glück aber kamen der Straßenbahnführer und einige auf der Plattform stehende Fahrgäste unversehrt davon. Dagegen erlitt der Beifahrer des Lastautos Heinrich Weigel aus Heuchelheim durch umherfliegende Glassplitter mancherlei Kopfverletzungen, die es erforderlich machten, den Verletzten nach erster ärztlicher Hilfeleistung durch die Freiwillige Sanitätskolonne nach der Chirurgischen Klinik zu verbringen. Auch das Lastauto trug mancherlei Beschädigungen davon, es konnte aber seine Fahrt fortsetzen, während der Straßenbahnwagen abgeschleppt werden mußte. Die behördliche Untersuchung der Schuldfrage ist noch im Gange. Bei dieser Gelegenheit möchten wir darauf Hinweisen, daß es sich bei dieser Unfallstelle um eine der größten Gefahrenquellen für den Verkehr im Stadtinnern handelt. Die Mauer und die Bäume der gänzlich unbenutzten Grundstücksspitze an diesem Straßenschnittpunkt vor der Stadtpost behindern die Sicht der Fahrzeuglenker nach beiden Richtungen hin in erheblichster Weise. Es wäre gut und dringend zu wünschen, diese Gefahrenquelle endgültig dadurch zu beseitigen, daß die Grundstücksspitze in öffentliches Eigentum übergeht, die blickhindernden Mauern und Bäume beseitigt und eine freie Fläche geschaffen wird, die für den Fährverkehr aus der Neuen Bäue, dem Neuenweg und von der Johannesstraße her ausreichende unbehinderte Sichtmöglichkeiten bietet. Wenn diese Neuordnung möglichst bald durchgeführt wird, wären die 23er- kehrsinterefsenten den beteiligten behördlichen Stellen noch besonders dankbar. Elternabend der Höheren Privatschule Gießen. Am Samstagabend vereinigte die Höhere Privatschule Gießen die Elternschaft der Schülerinnen und Schüler zu einem Elternabend, der unter dem Leitgedanken der deutschen Kolonialforderung stand. Die Veranstaltung, die im Saale des Katholischen Vereinshauses stattfand, war sehr sorgfältig vorbereitet worden und gut besucht. Ein Marsch, gespielt von einem kleinen Orchester, das sich aus Schülern und Lehrern zusammensetzte, leitete den Abend em. Der Schulleiter, Dr. Fuchs, begrüßte die TeilGießener Gtadttheaier. Tanzgastspiel: M^rrh Wigman. Das dritte und letzte der Tanz-Gastspiele dieses Winters, welches die älteste und berühmteste Tänzerin Deutschlands nach Gießen führte, unterschied sich von den beiden vorausgegangenen (Kreutzberg; Palucca) grundsätzlich durch den Umstand, daß statt der einzeltänzerischen Individualität die in sich geschlossene und freilich wiederum als vielgliederige Einheit wirkende Gruppe in den Mittelpunkt der Er- eignisse gestellt war — dergestalt, wie gleich gesagt werden soll, daß von den Gruppentänzen die stärksten und entscheidenden Eindrücke des Abends ausgingen. * Um nicht mißverstanden zu werden, möchten wir hinzufügen: hierin ist keine wertmäßige Einschränkung zu erblicken; vielmehr verfügt die Wigman — abgesehen von ihrer großen und bahnbrechenden tänzerisch-schöpferischen Persönlichkeit an sich — über etwas, was ihren beiden Vorgängern fehlte, oder was sie zum mindesten nicht sichtbar werden ließen. Sie ist nämlich, um es kurz zu sagen, nicht nur eine große Tänzerin, sondern ebenso bewundernswert als Lehrerin und Anregerin, als Komponistin, wenn man den Begriff auf das Tanzkunstwerk anwenden darf, und als Regisseurin. Ihre Persönlichkeit spiegelt sich vielleicht am ausgeprägtesten in den Gruppen, ob sie nun selbst, als Chorführerin gleichsam, inmitten steht, ober ob sie außerhalb unb unsichtbar bleibt; sichtbar jebenfalls und spürbar im Tanz der Schülerinnen wird immer der führende, beseelende, ordnende und geistig durchdringende Wille der Meisterin, welche die Vielheit zur Einheit fügt und dennoch den Einzelglie- dem die Entfaltung ihrer Individualität in der Gemeinschaft und im Raum gestattet. * Dies wird empfunden gleich zu Beginn in einem Gruppentanz nach Melodien des Altwiener Orgelmeisters Pachelbel: sechs Tänzerinnen in sanftem Schreiten und Wiegen, völlig eingefangen vom Willen der Meisterin wie vom akzentuierenden Rhythmus der Begleitung; die Gesichter hingegeben, aber gottlob völlig unbewegt: nirgends ein Abgleiten in die fälschende Mimik; die Gruppe teilt sich in drei unb drei, rundet sich zum Kreis, regt sich geschmeidig und locker, wird schneller und erregter im Tempo, steigert sich zu freudig-festlicher Bewegtheit und kehrt endlich in wundervoller Geschlossenheit in die Einheit der Ausgangslinie zurück. Das Duett „Stille Stunde" (Ruth Soin und Ursula Nufer) wiederholt diese Eindrücke in einer auf die Mindestzahl zurückgeführten „Gruppe": auch hier besticht die völlige Ausdruckslosigkeit der Gesichter und die Parallelität der Linienführung im Raum. Das zweite Duett (Musik ebenfalls vom Begleiter H a st i n g, nicht von Chopin, wie man nach 5en ersten Takten vermutet) wirkt etwas bewegter, fast als ob sie zum Walzer ansetzen wollten, bleibt aber erfreulich abseits von aller flachen Dreivierteltakt-Konvention. * Ruth Soin allein tanzt eine „Märchengestalt", fast nur vom Gong akzentuiert, mit sparsamster musikalischer Untermalung: das ist ein sehr beherrschtes und geschlossenes tänzerisches Gebilde von ausgesprochener Architektonik der Linienführung. Hier scheint sich die stärkste und „besessenste" Persönlichkeit der jungen Schülergruppe zu äußern, mit großem impulsiven Schwung, der nichts von seiner Sicherheit und seinem innern Antrieb einbüßt, wenn einmal jede Segleitung und selbst der Gongschlag aussetzt. Mary Wigman selbst und allein beginnt mit dem „Tanz der stillen Freude", der zunächst die erstaunliche Ausdrucksfähigkeit der oberen Körperhälfte, der Hände und Arme vor allem, bewundern läßt und sich in einzelnen Momenten durch eine vogelhafte Bewegtheit, eine gleichsam geflügelte Anmut auszeichnet, dann aber durch den eigentümlichen Stakkato-Rhythmus die Entfaltung des vollen tänzerischen Schwunges zu beeinträchtigen scheint. Doch weckt auch wieder eine sehr edle Gebärde des beherrschten Körpers im einfach fließenden Gewände von stillem Blau Erinnerungen an manche Figuren auf mittelalterlichen Verkündigungsbildern. Dann folgen zwei Zigeunerweisen, in einem aus Rot und Blau, aus Grün und Gelb zusammengestückten Gewände getanzt: die erste sehr schnell, sehr heftig und fast pathetisch wirkend, in großen raumfüllenben Figuren, die in der Tat das Trotzige und Wilde, das Scheue und Gelöste zum Ausdruck zu bringen scheinen, das wir mit der Vorstellung eines Zigeunermädchens verbinden möchten. Der zweite dieser Tänze ist ganz kurz, aber noch eleganter und rassiger, bestechend durch Blutfülle und großartiges Temperament, von den Einzeltänzen dieses Gastspiels zweifellos die bestechendste Leistung. * Nach der Pause erlebten wir die „Tanzgesänge", eine neue, kompositorische Schöpfung derWigman nach musikalischen Motiven von Hanns H a st i n g, unter einem Motto aus dem „Eleusischen Fest" von Schiller. Diese Tanzschöpfung gliedert sich iy sechs Bilder, welche die Meisterin mit allen Schülerinnen vereinigen. Für die „Tanzgesänge" gilt im Beson- dern, was zu Beginn des Berichtes über die W i g- m a n und ihr Gesamtwert gesagt wurde. Den Auftakt bildet der „Lobgesang", bestrickend durch Schwingung und Gegenschwingung der in zwei Halbbögen gegliederten Gruppe, die sich streng und feierlich im Glockenklang-Rhythmus wiegt und dabei eine wunderbar disziplinierte Einheit offenbart. Wieder fühlt man sich hier und dort an gotische Engel- oder Stifter-Figuren erinnert, und man spürt die religiöse Grundhaltung dieser Gemeinschaftstanzübung, welche irgendwie zu den kultischen Ursprüngen des Tanzes aller Völker und Zeiten zurückzuweisen scheint. ♦ Das Schicksalslied tanzt sie wieder allein, im schwarzen Gewand, streng und verhüllt, — ein Höl- derlinsches Thema, das sich doch, wie uns scheint, in seinen letzten Tiefen der tänzerischen Gestaltung entzieht und die Grenzen (nicht nur der Wigman, sondern des künstlerischen Tanzes überhaupt) erkennbar werden läßt. Dann folgt der „Bittgang", wieder die ganze Gruppe, „mit langsam abgemessenem Schritte" aus der Kulisse hervorgehend, farbig prachtvoll abgetönt in schwerem Blau und Rot, wirkend wie die ins Weibliche übertragene, berühmte Figurengruppe der „Bürger von Calais" von Rodin, „umwandelnd des Theaters Rund", bald aber sich auflösend in leidenschaftlicher, ja dramatischer Steigerung. (Hier wird man, ganz nebenbei, an einen anderen Ursprung erinnert: wie nämlich das primitive Drama sich stufenweise aus dem kultischen Tanz entwickelt.) Und hier wird auch die außerordentliche Durchdringung und Beseelung der ganzen Gruppe vom gestaltenden und lenkenden Willen der Tänzerin Wigman deutlich: in der Herausarbeitung der Individualitäten innerhalb der zugleich sehr bewegten und völlig als einheitlicher Gesamtkörper wirkenden Gruppe. Im „Mondlied" (Wigman allein) darf man zwar wiederum nicht an Goethe denken, aber das Thema gestattet mehr tänzerische Entwicklung und Durchdringung als das „Schicksalslied", und es schien in den glücklichsten Augenblicken dieser Schöpfung etwas von der Magie und der Beschwörung mancher Naturreligionen eingefangen, welche an die Schicksalsbindungen zwischen Mensch und Gestirn unverbrüchlich glauben. Eine hinreißende Gestaltung ist der „Feuertanz", welcher die ganze Gruppe in einem flackernden, zuckenden, wehenden und züngelnden Rhythmus verbindet und mit langen Schleiern und feurigen Kostümen ein wahrhaft tänzerisches Gebilde und Abbild verwirklicht. Der „Huldigungstanz", sanft, festlich und heiter, ganz auf lichtes Blau gestimmt, läßt den Zyklus mit einem sowohl beherrschten als auch gelösten Akkord abklingen und ausschweben. Hanns Hosting wirkte»am Flügel unvordringlich und feinfühlig als taktvoller Begleiter. — Das stark besetzte Haus feierte die Gäste mit großem und dankbarem Beifall. hth. Zeitschriften. — Ein Aufsatz von Werner Kaegi im Dezember- Januarheft der „Deutschen 'Zeitschrift" (Callwey, München) unter der Ueberschrift „Nationale und universale Denkformen im deutschen Humanismus des 16. Jahrhunderts" weist u. a. überzeugend die nationalen Tendenzen des deutschen Humanismus in seinem bewußten Denken nach. Er erinnert an die Tatsache, daß das Bewußtsein von der unvergleichlichen Kraft, Unbesiegbarkeit und naturhaften Ursprünglichkeit der germanischen Stämme dem deutschen Volke von niemandem lauter gepredigt wurde als von den Humanisten um 1500 und daß nirgends das nationale Denken der Deutschen schärfere und bewußtere Formen angenommen hatte als im Kreise der Elsässer Humanisten mit Jacob Wimphelinq an der Spitze, der im Jahre 1501 seine eigene „Germania" publizierte. Und der die religiöse Bewegung in nationalem Sinne deutet und ihr dadurch ein Schwungrad von unschätzbarer Dynamik anfügt, ist wiederum ein Humanist: Ulrich von Hutten. Diese glänzende Rechtfertigung des deutschen Humanismus einem durch nichts begründeten Vorurteil gegenüber verdient um so größere Beachtung, als wir heute einen Kampf gegen die humanistische Tradition und Bit- bunnsform erleben, d->r geignet ist, die Erinnerung an eine bedeutende Macht deutscher kultureller Entwicklung zu verdunkeln und abzuschwächen. — Aus dem sonstigen wertvollen Inhalte dieses Heftes nennen wir noch: einen Gedenkaufsatz über Platen von P. H. v. Blanckenhagen, die Betrachtung über „Deutsches und antikes Drama" von Karl Reinhardt, einen bebilderten Reisebricht „Wir segelten durch Holland" von Richard Seewald, die Erzählung „Jeli der Hirte" von Giovanni Verga, Bücher- Vorschläge, Filmberichte usw. Besondere Erwähnung verdienen die Wiedergaben von Zeichnungen und Bildern von Hermann Mayrhofer-Passau mit Se- gleittext von Ulrich Christofsel. An die dauern und Landwirte in Heffen-Aaffau. Die Landwirtschaft braucht Arbeitskräfte. Wenn ich auch die Verhältnisse in der Landwirtschaft irp olge einschneidender gesetzlicher Maßnahmen seit »er Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wesentlich gebessert haben, so sind doch die Schwierigkeiten, die der Versorgung der Landwirtschaft mit geeigneten Arbeitskräften entaegenstehen, noch nicht völlig überwunden. Durch gesetzliche Maßnahmen allein können diese Schwierigkeiten nicht beseitigt werden. Zur Behebung des Leutemangels auf dem Lande ist die Mithilfe der Betriebsführer unumgänglich notwendig. Dazu gehört, daß sie ihre Arbeitskräfte nicht — wie es sich im liberalistischen Zeitalter herausgebildet hatte — alsbald nach Beendigung der Feldarbeiten entlassen, sondern auch in der arbeitsärmeren Zeit auf dem Hofe halten. Dies gilt insbesondere auch für die Landhelfer und sonstigen jugenolichen Kräfte, die zu ihrer Ausbildung zur Zeit auf dem Lande sind. Die Heranbildung des beruflichen Nachwuchses und die Neubildung des Landarbeiterstandes erfordern, daß die Jugend Gelegenheit hat, sich völlig, — d. h. also auch während des Winters — in das dörfliche Leben einzugewöhnen. Landwirtschaftlich geschulte und ausgebildete Hilfskräfte müssen die Sicherheit be- Lmkertagung in Gießen. Die Ortsfachgruppe Gießen in der Reichsfachschaft Imker hielt am gestrigen Sonntag im Hotel Hopfeld ihre letzte diesjährige Versammlung ab, zu der sich aus dem Dereinsgebiete von 34 Ortschaften der Kreise Gießen und Wetzlar über 70 Mitglieder ein« gefunden hatten. Nach der Begrüßung durch den Ortsgruppenoorsitzenden G. Bodenbender (Gießen) wurde von ihm ein anschauliches Bild über die 3. Reichstierschau in Leipzig gegeben. Die Reichsfachgruppe Imker war durch die Bienenzucht aus allen Gauen unseres Vaterlandes vertreten, lieber 600 Ortsfachgruppen traten in den Wettbewerb, die jede einen Satz Einheitsgläser mit Honig ausgestellt hatten. Auch das zweite Erzeugnis der heimischen Bienenzucht, das Wachs, war zu seinem Rechte gekommen. Von der Wachserzeugung durch die einzelnen Bienen bis zur vielfältigen Wachsverwertung durch die Industrie wurde ein fesselndes Bild vermittelt. Das Preisgericht ging mit großer Schärfe vor, um den deutschen Imker zur Erzeugung und Lieferung einwandfreier Ware (Markenware) zu erziehen. Obgleich in den letzten Jahren schon ein großes Stück Erziehungsarbeit geleistet wurde, bleibt dennoch manches zu tun. Verschiedene oberhessische Imker, darunter auch der Vorsitzende, wurden mit guten Preisen ausgezeichnet. Aus volkswirtschaftlichen Gründen soll der Preis des Honigs einmal dem Wert, dann aber auch der Kaufkraft der Bevölkerung angepaßt sein, so daß auch der minderbemittelte Volksgenosse dieses edle Naturprodukt als Nahrungs-, Genuß- und arzneiliches Hausmittel erwerben kann. Der Honigverbrauch ist in den beiden letzten Jahren stark gestiegen, da die ihm innewohnenden gesundheitlichen Kräfte immer mehr erkannt werden. Bei einem Gesamtbestand von rund 2 Millionen Bienenvölkern im deutschen Vaterland muß es in kürzester Frist möglich werden, den Bedarf des Volkes an Bienenhonig aus heimischen Ernten zu erzeugen. Sängertag des Sängerkreises Chattia in Lich. kommen, daß sie im Herbst nicht arbeitslos werden. Im nationalsozialistischen Staat geht es nicht an, daß die Landarbeiter einerseits auf Grund gesetzlicher Maßnahmen verpflichtet werden, auf dem Lande zu bleiben, während sie andererseits für die Dauer der Wintermonate keine Beschäftigung finden. Bei Beginn der Arbeiten im nächsten Frühjahr wird mit Rücksicht auf die Einberufung zum Ar- beits- und Wehrdienst die Nachfrage nach geeigneten Mitarbeitern für die Landarbeit noch stärker als bisher in Erscheinung treten. Es Hilt daher für die landwirtschaftlichen Betriebsführer m Hessen-Nassau, sich rechtzeitig ihre Mitarbeiter zu sichern. Dies geschieht wohl am besten dadurch, daß die Landarbeiter und jugendlichen Helfer über den Winter auf dem Hofe gehalten und, soweit nicht andere Bedingungen bestehen, auf Jahresarbeitsvertrag verpflichtet werden. Reichsnährstand Landesbauernschaft Hessen-Nassau: Der Landesbauernführer Dr. Wagner. Der Präsident des Landesarbeitsamts Hessen: I. V. gez. Dr. Lins. Königin, Imker und Witterung sind die drei Faktoren, die den Honiaertrag beeinflussen. Daneben ist noch besonderes Gewicht auf die Verbesserung der Bienenweide zu legen. Das Jahr 1935 brachte in weiten Gebieten unseres Vaterlandes eine schlechte Honigernte. Da die Gefahr des Rückgangs der Imkerei dadurch zum mindesten vergrößert wird, hat sich die Reichsregierung auf Anregung des Reichsnährstandes entschlossen, steuerverbilligten Zucker als Auswinterungs« prämie zur Verfügung zu stellen, wovon ein Drittel im zeitigen Frühjahr zur Reizfütterung in erster Linie den organisierten Bienenzüchtern geliefert wird. Die beiden vorgeschriebenen Schulungsvorträge behandelten folgende Themen: „Wesen und Aufgaben unserer Organisation" und „Das Bienenrecht". Im zweiten Vortrage wurden an Hand praktischer Fälle und Gerichtsentscheidungen das Bienenrecht im allgemeinen und das Schwarm- und Tierhalterrecht im besonderen besprochen und Anweisungen zum Bau von Bienenhäusern auf Grund ortspolizeilicher Bestimmungen gegeben. Der Jahresbeitrag wurde mit Rücksicht auf die neuzeitlichen Forderungen, insbesondere der Rassezucht von hochwertigen Stockmüttern, auf 4,80 Mk. festgesetzt. Davon fließt ein Betrag dem Winterhilfswerk zu. Die Königinbelegstation im Krofdorfer Forst soll im Frühjahr weiter ausgebaut und nach den von der Reichsfachschaft ausgestellten Grundsätzen (Einheitsbegattungskästchen nach Enoch Zander) betrieben werden. Nachdem noch eine Filmvorführung über „Zuchtwesen und Zuchtverfahren der Königinnen nach Pro. Zander" neue Anregungen zu diesem bienenwirtschaftlichen Gebiete gegeben hatte, wurde die Tagung mit dem Gedenken an Führer, Volk und Vaterland geschlossen. nehmer des Abends, betonte, daß der Sinn der Veranstaltung darin bestehe, Fühlung mit der Elternschaft zu gewinnen in gemeinsamer Arbeit von Elternhaus, Schule und HI. die Jugend zu formen und zu fördern. In weiteren kurzen Ausführungen sprach der Redner von besonderen Veranstaltungen und sportlichen Erfolgen der Schule. Nach einer weiteren musikalischen Darbietung und dem Liede „Haia Safari", von einem Schülerchor gesungen, hielt Studienassessor Walther einen kurzen Vortrag über das Thema: „Die deutsche Kolonialforderung". Er wies zunächst auf die aufgehängten Wandtafeln hin, die unter der Anleitung von Dr. Maul von den Schülern ge- zeichnet worden waren und klare Ueberblicke ermöglichten über die geopolitischen Verteilungen unserer Erde und die rassenpolitische Situation in der Welt. Der Vortragende betonte, daß es notwendig sei, daß das ganze deutsche Volk die Bedeutung der Kolonien für Deutschland erkenne und sich für diese Forderungen einsekte, solange der Regierung keine Möglichkeit gegeben sei, zu han- Noch drei läge! HZ. sammelt. helft der Zagend Hitlers Helsen! 19. bis 22. Dezember. dein. Er wies ferner darauf hin, "daß es allein durch den Besitz von Kolonien möglich fei, Rohstoffe in das Mutterland zu bringen, oyne Devisen aufwenden zu müssen. Er erinnerte ferner an die Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung, die gerade im Kolonialbesitz gegeben seien und sprach davon, daß es in Deutsch-Südwestafrika durch einige zweckmäßig angelegte Staudämme gelingen könnte, das Land in ein Neu-Kalifornien zu verwandeln. Abschließend betonte der Redner, daß Kolonialbesitz nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern eine Frage der nationalen Ehre sei. Der weitere Verlauf des Abends brachte sine sehr anregende Aufführung des Schauspiels „Deutsch- Südwest" (von Paul K e d i n g), die allein von Schülerinnen und Schülern der Anstalt bestritten wurde, Das Theaterstück zeigte in dramatischen Bildern den Kampf der deutschen Farmer um ihre erworbenen Rechte, ihr mutiges Bekennen zur deutschen Sache, schilderte aber auch Kampf und Not der deutschen Farmer, im Hereroaufstand. Die Aufführung wurde mit großem Interesse verfolgt und fand lebhaftesten Beifall. Der Sprechchor „Wir sind ja jenes Volk" von I. Schmidt-Wissendorf und der Sprechchor „Kolonien heraus" von H. A. Aschenborn, die sehr diszipliniert zu Gehör gebracht wurden, vertieften den Gehalt des Abends. Klar vorgetragene Worte des Reichsstatthalters Epp, des Generals der Flieger Göring und des Führers Adol^H i t - l e r zur Kolonialforderung Deutschlands, ein dreifaches „Sieg-Heil!^ auf den Führer und die gemeinsam gesungenen ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes beschlossen den ersten Teil des Abends. Nach einer kurzen Pause stellte die höhere Privatschule ihre Arbeit um die körperliche Ertüchtigung der Jugend mit ausgezeichneten Hebungen unter Beweis. Der Abend in seiner Gesamtheit hinterließ bei allen Teilnehmern den besten Eindruck. * ** Aus dem Stadtiheater-Büro wird uns geschrieben: Um den Theaterabonnenten auch eine Weihnachtsfreude und eine kleine Ueberraschung zu bereiten, hat die Intendanz in diesem Jahre erstmalig die Möglichkeit eingeräumt, daß an den Feiertagen in den Abendvorstellungen außer dem Wahlabonnement auch Operetten- und Operngutscheine eingelöst werden können. Anfangs- und Endzeiten der Vorstellungen sind sämtlich so gelegt, daß auswärtige Theaterbesucher sowohl den Beginn der Aufführung erreichen, wie auch regelmäßig bis zum Schluß in der Vorstellung verbleiben können, ohne befürchten zu müssen, den Zug nicht mehr rechtzeitig zu erreichen. ** Auf dem Bahnkörper tot aufgefunden. Am gestrigen Sonntag früh fand man auf dem Bahnkörper der Strecke Gießen—Fulda in der Nähe der Schießstände im Gießener Stadtwald die Leiche eines Mannes auf. Der Tote war von einem Zuge überfahren worden. Es handelt sich um den Hilfsarbeiter Karl Herzberger aus Harbach, der vermutlich auf der Heimfahrt von feiner Gießener Arbeitsstätte aus dem Zuge gestürzt ist und dabei den Tod gefunden hat. Die behördliche Untersuchung über Den Vorfall ist noch im Gange. * Lich, 15. Dez. Am heutigen Sonntag versammelten sich im Saale Des „Holländischen Hofes" die Vertreter der dem Sängerkreis Chattia an- geschlossenen Vereine zum Kreissängertag. Von den angeschlossenen 28 Vereinen hatten alle bis auf vier Vertreter entsandt. Nach dem Vortrag des Deutschen Sängergrußes durch die Sängervereinigung „Cäcilia"-Lich begrüßte der Vereinsfüyrer der „Cacilia" Karl Lotz die Vertreter der Vereine und die Leitung des Kreises und dankte ihnen, daß sie die alte Sängerstadt Lich, den Geburtsort des Dirigenten und Komponisten N e e b , als Tagungsort bestimmt hatten. Sodann trug Die „Cäcilia" unter Der stellvertretenden Leitung Hermann Uhrhans Die beiden Chöre „Deutschland, heil'ger Name" von Baußnern und das im Volkston gehaltene Lied „Morgen marschieren wir" von Stilz unter dem Beifall der Gäste vor. Hierauf sprach Kreisführer Karl Rinker (Non- nenroth) herzliche Begrüßungs- und Dankesworte und gedachte in ehrenden Worten der im verflossenen Jahr verstorbenen Sangesbrüder, deren Andenken in übrlicher Weise geehrt wurde. Aus den vielen geschäftlichen Mitteilungen sei u. a. erwähnt, daß Der Sängerkreis Chattia allen Verpflichtungen dem Hessischen Sängerbund gegenüber nachgekommen ist, was vor allem dem Kreiskassenwart Heinrich Wagner (Birklar) zu danken sei. Ein Antrag des Vereins von Gonterskirchen, aus dem Kreis wegen Ruhens der Vereinstätigkeit auszuscheiden, wurde abgelehnt. Kreisführer Rinker sprach ferner über Die befonDeren Aufgaben Der Gesangvereine im neuen Deutschland. Eine längere Aussprache über den im kommenden Jahre abzuhaltenden L i e d e r t a g folgte. Ein Antrag des Männergesangvereins „Eintracht" Hungen, vertreten durch Vereinsführer K a m b e i tz - Hungen, wünschte den Liedertag für Hungen, da im Jahre 1936 der Verein „Eintracht" Hungen auf fein lOOsThrlges Bestehen zurstckbllcken kann. Nachdem Laubach, das für 1936 als Tagungsort schon vorgesehen war, zurücktrat, fand der Antrag Hungen Genehmigung. Die 28 Kreisvereine werden im kommenden Jahr also nicht in zwei Orten, wie dies im Jahre 1935 in Inheiden und Wetterfeld der Fall war, ihren Liedertag begehen, sondern im Juli geschlossen in Hungen sein. Für Den Tag wird ein Gruppensingen vorgesehen. Die Auswahl Der Chöre für das Gruppensingen bleibt dem Ermessen der einzelnen Gruppen überlassen. Allgemein soll das Verfahren wie seither bestehen bleiben, daß Der fiieDertag in einem Jahre geschlossen mit allen Vereinen an einem Orte unD im fommenDen Jahre getrennt in zwei Abteilungen an zwei Orten begangen roirD, um auch kleinere Orte bei Den Festen berücksichtigen zu können. BesonDere Wünsche einzelner Vereine bei 100-, 75- oder 50jährigem Bestehen sollen der Unterstützung der übrigen Kreis- oereine sicher sein und bei Der Veranstaltung von LieDertagen in erster Linie Berücksichtigung finden. Kreischorleiter Lehrer i. R. Karl Stein-Lich, Der währenD Der letzten VerhanDlungen zur Tagung gekommen war, wurDe von Kreisführer Rinker herzlich begrüßt unD sprach anschließenD über Das Deutsche LieDgut. Er betonte, Die zu fingenDen Lie-- Der seien in erster Linie aus Den Quellen Volkstum, Heimat unD Vaterland zu entnehmen. Der Chormeister habe Die EntscheiDung, ob Neuerscheinungen als wertvoll anzusehen oder abzulehnen seien. Gutes altes LieDgut aus Der Vergangenheit sei besonders neben dem neuen guten zu empfehlen. Gut bewährt habe sich Die Mitwirkung von Frauen- und Kinderchören bei Konzerten. Kreis- führer Rinker dankte Lehrer Stein für Die vielen Anregungen und bat, fie in Die Tat umzusetzen. Er forderte die Sänger ferner auf, die Vereinsführer mit Rat und Tat zu unterstützen, Die Singstunden fleißig zu besuchen und den Dienst am Lied als Dienst am deutschen Volk anzusehen. Alle Vereinsarbeit müsse nationalsozialistische Aufbauarbeit sein. Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurden Die Verhandlungen fortgesetzt. Die Sängeroereinigung „Cäcilia" sang zur Eröffnung Den Sängergruß „Einig im Lied" und den Chor „Köln am Rhein" von Geller. Der stellvertretende Kreischorleiter, Lehrer Hinkel- Nieder-Bessingen, berichtete über seine Eindrücke als Teilnehmer am ersten (Sänger« schulungslager des Hessischen Sängerbundes, das in Brandau im Odenwald stattgefunden hatte. Die Rechnung Des Sängerkreises, die von den Sangesbrüdern Silß-Laubach und Heinz-Ober- Bessingen geprüft und für richtig befunden worden war, fand die Genehmigung des Sängertages. Dem Rechner Heinrich Wagner- Birklar wurde Entlastung und Anerkennung für feine mustergültige Arbeit ausgesprochen. Die Rechnung zeigte in Einnahme 1537,42 Mark und in Ausgabe 1406,63 Mark, mithin einen Ueberschuß von 130,79 Mark und einen Kassenbestand von 84,83 Mark. Während der Rechnungsablage tagten im Nebensaal die Chorleiter und nahmen die Einteilung Der Gruppen für das nächstjährige Gruppensingen in Hungen vor. Es roerben im ganzen sieben Gruppen von je 120 bis 150 Sängern auftreten. Mit Dem Bekenntnis Der Treue zu Volk und Führer schloß Kreisführer Rinker gegen 17 Uhr den sehr arbeitsreichen Liedertag. Landkreis Gießen. £ W1 eseck, 15. Dez. Die Bautätigkeit in unserem Orte, Die Anfang Des Jahres sich nicht zu beleben schien, hat sich noch sehr gut entwickelt. So konnten im Laufe des Jahres vier Wohnhäuser bezugsfähig fertiggestellt werden. Weitere Drei Wohnhäuser wurden noch unter Dach gebracht. Ferner wurden noch eine Werkstatt erstellt und zahlreiche Reparaturen ausgeführt, so Daß von einer guten Beschäftigung im heimischen Baugewerbe berichtet werden kann. Ferner erstanden an Der Gemarkungsgrenze an Der Marburger Straße ein bezugsfertiges Wohnhaus, weitere sieben Wohnhäuser finD unter Dach gebracht, bzw. in Angriff genommen worden. Schwerer Sturmschaden in den Waldungen bei Laubach. ♦ Laubach , 15. Dez. Bei Dem ft a r f e n Sturm, Der in Den letzten Tagen über unsere GegenD Dahinbrauste, wurDe in Den WalDungen Des gräflich Solms-Laubachschen For- stes großer SchaDen angerichtet. In Den Forstrevieren um Laubach wird mit einem Windbruch von etwa 3000 Festmeter Fichtenbestand ge« Nicht müde werden, Annelies? Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. 11. Fortsetzung. Nachdruckverboten! „Der oder ein anderer! Das bleibt sich gleich. Jrn übrigen haben wir ja keine Veranlassung, uns zu verstecken." Er beugte sich zur Seite nach dem blitzenden silbernen Kühler, um Die Gläser aufs neue zu füllen. Es war weit in Der neunten AbendftunDe, als Günter Die Uhr zog. „Nun wird es aber Zeit, zu gehen. Meine Mutter fühlt sich schon seit ein paar Tagen nicht wohl, und ich möchte mich doch noch mal sehen lassen, ehe sie wieder zu Bett geht." Mia war klug genug, keine Einwendungen zu machen. „Würdest du so gut fein, mal ins Hotel nach meinem Wagen zu telephonieren?" bat sie „Ich mag nicht mehr laufen, meine Füße sind richtig schwer von dem Wein — ich vertrage nicht viel." Günter erhob sich bereitwillig, um ihrem Wunsche nachzukommen. Als er wieder aus der Telephonzelle heraustrat, stieß er auf Schulenburg, Der ihm nachgegangen war unD offensichtlich auf ihn gewartet hatte. Ein unangenehmes Gefühl beschlich ihn bei dessen Anblick, aber ein Ausweichen war nicht möglich. „Ei, ei, Sartorius!" drohte Schulenburg. „So einer also firtt) Sie? Ist verlobt bis an Die Halsbinde und treibt sich seelenruhig mit der schönsten Frau der Welt herum. Aber Spaß beiseite: Das ist ja ein ganz wundervolles Geschöpf! Sie werden vierfach beneidet um Diese Eroberung. Von mir ganz besonders. Donnerwetter nochmal — kann man Die Dame nicht mal kennenlernen? Sie sind ja in festen Händen, Ihnen kann es also nicht weh tun. Oder Doch? Nein? Na also! Wollen Sie mich Der Dame nicht mal vorstellen? Sie würden mir einen riesengroßen Gefallen damit tun und können be- stimmt auf Gegenseitigkeit rechnen. Das ist nämlich mein Typ, wissen Sie. Ein blödes Wort, meinen Sie? Aber nein — was man so seinen Typ nennt, Das ist nur einmalig. Wenn er einem begegnet, soll man sich dazuhalten." Günter hatte sich gefaßt. Er zeigte ein kleines Lächeln. „Sie sind ja ganz auseinander, Schulenburg! Aber ich kann es natürlich verstehen. Was mich anbetrifft, so können Sie sich getrost zum Sturm bereitmachen. Aber ich fürchte, daß Sie keine Gelegenheit zum Angriff haben werden. Es hat keinen Zweck, Sie jetzt erst noch miteinander bekannt zu machen, denn wir wollen ausbrechen — ich habe soeben den Wagen bestellt. Und bann weiß ich auch nicht, ob die Dame länger zu bleiben gedenkt, wir haben nicht darüber gesprochen. Jedenfalls ist sie nur vorübergehend hier. Also, wie gesagt ..." „Schade, jammerschade! Aber vielleicht — wo wohnt sie?" Günter zögerte mit der Antwort, während Schu- lenburgs Augen erwartungsvoll an seinem Gesicht hingen. „Im Continental-Hotel", gab er dann Auskunft. „Danke! Mal sehen — vielleicht findet sich Gelegenheit. Ich werde mich jedenfalls um sie kümmern, verlassen Sie sich daraus!" „Na, Dann Hals- und Beinbruch!" Mit raschen Schritten ging Günter nach der Veranda zurück. „Du hast eine Eroberung gemacht, Mia, ohne daß du es weiht", sagte er mit halbem Lächeln. „So ...?" „Ja. Besagter Schulenburg brennt lichterloh für dich." „Na, na!" „Du wärst fein Typ, behauptet er. Du warst für ihn etwas Einmaliges. Ob es das gibt ...?" Mias Augenlider sanken herab. Es sah aus, als ob eine Schlafende, Träumende Dasäße. Ganz langsam hoben sich Die schweren, Dunklen Wimpern Dann mieDer. „Ob es Das gibt?" wiederholte sie seine Worte. ,,Oh, ja — es gibt für jeden Menschen etwas, was nur' einmalig für ihn ist, und was niemals ober doch nur selten wiederkommt, wenn man es einmal hat aus Den Händen gleiten lassen. Es kommt einem manchmal nur erst bann zum Bewußtsein, wenn es zu spät ist." Günter schwieg Dazu unD trank sein Glas aus. Da fuhr Mias Wagen Draußen vor. Günter zahlte, Dann gingen fie. Schulenburgs Blicke folgten ihnen, er war roieber auf bie Veranba zurückge- kehrt unb konnte gerabe noch einen knappen Gruß von Günter und ein leichtes Kopfneigen von Mia auffangen. Der Wagen glitt davon. Günter war verstummt. Mia betrachtete ihn von der Seite. „Uebrigens", begann sie nach einer Weile, „ich werde deiner Mutter in Den nächsten Tagen einen Besuch abstatten ..." Günter glaubte nicht recht gehört zu haben. Er wandte sich ihr unwillkürlich zu. „Du — meiner Mutter?" „Das klingt unwahrscheinlich — nicht wahr? Aber es ist wirklich an dem. Ich habe nämlich Grüße auszurichten. Von einer Frau Konsul Berndt. Einer reizenden alten Dame. Deine Mutter und sie waren Pensionsfreundinnen. Sie haben später noch lange in Briefwechsel gestanden, aber wie das so ist: mit der Zeit schläft das langsam ein, und so haben sie seit Jahren nichts voneinander gehört. Als ich gelegentlich davon sprach, daß ich nach hier fahren würde, bat mich die Frau Konsul, deine Mutter mit aufzusuchen und ihr viele Grüße zu überbringen. Sie hat mir ausdrücklich eingeschärft, es ja nicht zu vergessen, und da muß ich ihr schon den Gefallen tun. Aber du machst ja so ein komisches Gesicht — als ob du darüber ganz entsetzt wärst! Ist es dir etwa unangenehm? Fürchtest Du — Komplikationen?" „Ach, nicht Doch — wieso Denn ... !" Günter wußte im Augenblick nichts Vernünftigeres zu sagen. Er war sichtlich verstört, wie ein Wirbel kreisten die Gedanken in seinem Kopfe. Das war ja eine heillos fatale Geschichte! Seine früheren Beziehungen zu Mia kamen ans Tageslicht. Und Annelies war sehr feinfühlig und hellsichtig; sie würde sofort merken, was es mit diesen Beziehungen auf sich hatte. Da war bas Mißtrauen Da, wenn nicht gar Schlimmeres. Unb überhaupt — wenn man wenigstens oerhinbern könnte, baß bie beiben zusammentrafen! Man ftanb ja sonst bireft zwischen zwei Feuern und wußte nicht, wie man sich verhalten sollte. Eine verteufelt fatale Geschichte! Mia zu bitten, von dem Besuch abzusehen, war ganz und gar zwecklos, sie würde ihre Absicht unter allen Umständen durchsetzen. Wirklich stichhaltige Gründe dagegen konnte man ja auch nicht Vorbringen, ohne sich vor ihr lächerlich zu machen. Mia unterbrach seine Gedanken: „Ich hoffe natürlich, bei dieser' Gelegenheit auch deine Verlobte kennenzulernen. Du wirst dir denken können, daß ich ein bißchen neugierig darauf bin. Daß die Kleine nichts hat, ist mir ja bekannt; du hast es ja auch nicht notwendig, nach Geld zu heiraten. Aber ich will doch wissen, auf wen deine Wahl gefallen ist, und ob du sonst gut versorgt bist." Günters Schläfe pochten. Das war es! Das war der wahre .Zweck des beabsichtigten Besuches! Was tun, um ein Zusammentreffen der beiden zu verhindern? Dor allen Dingen erst einmal Zeit gewinnen, damit man irgendwie Vorsorge treffen konnte. „Ja, im Augenblick ...", sagte er, unsicher mit der Hand über die heiße Stirn fahrend, „ich erwähnte ja schon, daß meine Mutter sich seit einigen Tagen nicht wohl fühlt und meist zu Bett liegt. Es wird am besten sein, du rufst mich — sagen wir mal übermorgen — erst mal an, damit du nicht etwa umsonst kommst. Ich werde sie inzwischen auf deinen Besuch vorbereiten." Um Mias Lippen spielte ein seltsames Lächeln. „Vorbereiten, sagst du ...?" „Na ja, das ist ungeschickt ausgedrückt. Ich meine — wegen ihres Gesundheitszustandes — es möchte doch ein Tag sein, an dem sie sich wieder wohler fühlt. Sie wird sich gewiß freuen, von ihrer alten Freundin zu hören. Du bist ihr also sicher willkommen." Mia schwieg und sah blinzelnd zum Wagen hinaus. Günter hatte die Absicht gehabt, unterwegs auszusteigen. Wenn er bis zu Mias Hotel mitfuhr, bestand die Gefahr, daß er vom elterlichen Hause aus gesehen wurde — und das mußte natürlich vermieden werden. Aber jetzt glitt der Wagen schon an dem alten Patrizierhause vorüber, das hell erleuchtete Portal des Continental-Hotels flog heran. Nun, jetzt war es schon gleich, da man einmal nichts mehr zu verheimlichen hatte. Es war vielleicht soHar richtiger, mit der Sicherheit der Selbstverständlichkeit aufzutreten, dadurch erhielt Die Sache einen harmlosen Anstrich. Man hatte eben eine alte Bekannte getroffen — was war Denn weiter Dabei? (Fortsetzung folgt!) Hausfrau. rechnet, ferner sind fm Bezirk der Försterei Gonterskirchen in der Nähe der Landstraße Laubach— Schotten etwa 1500 Festmeter Fichten und noch etwa 200 bis 300 Festmeter Buchen von dem Sturm umgerissen roorbcn. Stellenweise sind die betroffenen Flächen völlig kahlgefegt, und die Bäume hüben am Boben ein wüstes Durcheinanber von Stämmen unb Zweigen. — Auch aus der Gegend der Ohm-Straße und aus mehreren Ortschaften im östlichen Teile des Kreises Gießen liegen Berichte über erhebliche Sturmschäden in den Wäldern vor. Unter einem stürzenden Holzfuhrwerk bearad^n Lin TUann getötet. LPD. Büdingen, 15. Dez. Als am Samstagnachmittag vier Holzfuhrwerke des H o f g u t e s Konradsdorf Fichtenderbstangen heimfuhren, kam auf der Straße zwischen Babenhausen und dem Hof gut ein Wagen von der Straße ab und rutschte mit den Vorderrädern die Böschung hinunter. Bei dem Versuch, das Fahrzeug wieder auf die Straße zu bringen, kippte der W a gen u m und begrub den 45 Fahre alten Begleitmann Johann Geis aus Wippenbach unter sich. Der bedauernswerte Mann war auf der Stelle tot. Er hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. Dienstiub.läen bei der hessischen Justiz. Glückwünsche des Führers. LPD. Darmstadt, 14. Dez. Die Justizpressestelle Darmstadt teilt mit: Der Führer und Reichskanzler hat den nachgenannten Justizbeamten, von denen Landgerichtsdirektor Dr. August O st e r n am Landgericht Mainz am 16. Dezember 1935 und Amtsgerichtsrat Fritz Kopp am Amtsgericht Mainz am 19. Dezember 1935 auf eine 40- jährige Dienstzeit zurückblicken, feine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dank und seine Anerkennung für die dem Reich geleisteten treuen Dienste verbunden.________________________________ Unendlich groß ist die Zahl der Zeitungen in der Welt; in Deutschland allein erscheinen mehrere tausend, die meisten davon täglich. Kann man es sich da vorstellen, daß in einem so großen Land wie Abessinien nur eine einzige Landeszeitung vorhanden ist? Und diese Zeitung erscheint wöchentlich nur einmal! Die Zeitung gehört dem N e g u s selbst. Sie wird in der amharischen Sprache gedruckt und nennt sich, nach der deutschen Uebersetzung, „Licht und Fried e". Davon soll allerdings jetzt nicht allzu viel darin zu lesen sein, denn selbstverständlich werden in dieser Zeitung die Kriegsberichte veröffentlicht, und auch die Bebilderung befaßt sich fast ausschließlich mit den Kriegsereignissen. In normalen Zeiten nahmen die Berichte über das Leben am kaiserlichen Hof den größten Platz dieser Zeitung ein. Auch Anzeigen hat dieses Blatt, öie erscheinen, im Gegensatz zu den deutschen Zeitungen, auf der Titelseite des Blattes. Diese Zeitung wird von dem abessinischen Kaiser als eein wichtiger Faktor der Förderung von Kultur und' Heimatgefühl angesehen. Daher wird sie jedem im Ausland'lebenden Abessinier regelmäßig kostenlos zugestellt, damit er sich über die Ereignisse in seiner Heimat unterrichten kann. Der Negus schreibt ab und zu — jetzt wird er allerdings dazu kaum Zeit haben — selbst Artikel für seine Zeitung. Damit die Leser auch gleich genügend auf diese Kaiser-Artikel hingewiesen werden, werden sie auf besonderen Seiten gedruckt, und zwar i n blauer Farbe, statt, wie die übrigen Nachrichten, in dem üblichen Schwarz. Aber die Zeitung des Negus ist nicht die einzige merkwürdige Pflanze im großen Blätterwald der Abessiniens einzige Zeitung. ... und andere Merkwürdigkeiten im Blätterwald. Zeitungen. So wurde erst dieser Tage von einer amerikanischen Zeitung berichtet, die in einer Sonderauflage von nur einem einzigen Exemplar hergestellt wurde. Und das trug sich folgendermaßen zu: Ein angesehener Kaufmann aus Toronto wurde verdächtigt, ein junges Mädchen ermordet zu haben. Zu gleicher Zeit lag die Frau des Kaufmanns nach einer schweren Entbindung auf Tod und Leben im Krankenhaus. Damit sie nun nichts von dem furchtbaren Verdacht, der auf ihrem Mann lastete, erführe, wurde veranlaßt, daß von ihrer Zeitling eine Sonderausgabe von einem einzigen Exemplar gedruckt wurde, aus der die fpal- tenlangen Berichte ^ausgenommen waren, die sich mit der Mordtat befaßten. Auf diese Weise erfuhr die Frau nichts von dem Ereignis, da sie ohne Zweifel diese Nachricht nicht überlebt hätte. Uebri- gens war der Mann, wie sich später herausstellte, vollkommen unschuldig. Aehnliche Fälle hat es auch schon früher gegeben, wie die Geschichte des bekannten englischen Politikers Lord Curzon beweist. Als Curzon einmal schwer erkrankt mar, schaltete man aus demjenigen Exemplar der Zeitungen, die der Staatsmann im Krankenhaus las, alle Berichte über seinen Krankheitszustand aus, um zu verhüten, daß er von dem tatsächlichen Stand seiner Krankheit etwas erführe. Ebenfalls in England ist es vorgekommen, daß vor einer Wahl ein Kandidat eines Morgens in einer Zeitung die schwersten — und wie er wußte begründeten — Anschuldigungen gegen sich zu lesen bekam. Er eilte sofort auf die Redaktion des Blattes und erfuhr dort zu feiner Erleichterung, daß diese Anschuldigungen nur in dem einen Exemplar gestanden hatten, das man ihm auf den Mor- gentisch gelegt hatte. Der Betreffende zog es daraus vor, von der Wahl zurückzutreten, und damit war der Zweck dieser „Sondernummer" erreicht. Welches ist die größte Zeitung der Welt? Es handelt sich bei dieser Frage nicht dar- um, welche Zeitung die größte Auflage oder das größte Verbreitungsgebiet hat, sondern darum, welche Zeitung an Format am größten ist. Das ist die 1859 zum ersten- und gleichzeitig zum letztenmal erschienene Zeitung „Illuminated Quadrupie Constellation“, die damals in Neuyork in einer Auflage von nur 28 000 Stück erschien, von denen jedes die Kleinigkeit vonrundk50Mark kostete. Die Zeitung, die hundert Jahre nach ihrem Erscheinen 3um zweitenmal vor die Oeffentlichkeit treten soll, war 2,50 Meter hoch und 1,80 Meter breit und hatte zwölf Seiten. Ihr Gegenstück ist die englische Zeitung „Little Standard“, die nur aus einem einzigen 7,5 Zentimeter hohen und 6 Zetimeter breiten Blatt besteht. Ebenfalls in England erscheint eine Zeitung, die nur in drei Exemplaren gedruckt wird. Sie heißt „Anti Top Hat“ und hat es sich, wie ihr Titel verrät, zur Ausgabe gemacht, gegen die Mode des hohen Hutes, also des Zylinderhutes, Sturm zu laufen. Diese Zeitung wurde einst von einem alten Sonderling herausgegeben, der diese Art der männlichen Kopfbedeckung nicht leiden konnte. Als der Mann starb, hinterließ er seinem Neffen zwar eine jährliche Rente von rund 40 000 Mark, gleichzeitig aber auch die ersprießliche Aufgabe, diese Zeitung weiterzuführen. Der junge Mann nahm an, da ja die Rente nicht zu verachten war. Und so erscheint jetzt die komische Zeitung monatlich einmal in drei Exemplaren, von denen immer zwei dem Testamentsvollstrecker zugestellt werden, der daraus zu achten hat, daß der letzte Wille des alten Onkels auch tatsächlich erfüllt wird; denn sonst müßte er dem Neffen die schöne Rente sperren! Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12JO Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstaguach- mittag geschloffen. 05344 Aachen, den 14. Dezember 1935. Heute morgen 4% Uhr entschlief sanft unser innigstgeliebter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden entschlief Samstag mittag 12 y2 Uhr unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Lina DörfnerWwe., geb. Ziegler im 51. Lebensjahr. Gießen (Kaiserallee 19), Klein-Linden, den 16. Dezember 1935. Die Beerdigung findet Dienstag, den 17. Dezember, nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt In tiefer Trauer: Familie Wilhelm Eidmann jr. Familie Wilhelm Uhl. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Walter Dörfner Herr Wilhelm Eidmann Bürovorsteher i. R. im Alter von nahezu 82 Jahren. Die Einäscherung und Beisetzung findet dem Wunsche des Verstorbenen Für die vielen und überaus herzlichen Beweise der entsprechend in aller Stille in Gießen statt 7337 D Anteilnahme an unseren harten Schicksalsschlägen sagen wir hiermit unseren tiefgefühlten Dank. die Ewigkeit abzurufen. Homberg (Oberhessen), Alsfeld, Sonneberg i. Th., den 15. Dezember 1935. 7340 Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 18. Dezember, nachmittags 2 Uhr, in Trohe (Kreis Gießen) vom Sterbehause aus statt. In tiefer Trauer: Theodor Balser, Postassistent i. R. Otto Balser und Familie Karl Balser und Frau. Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Gote und Tante Christine Balser, geb. Schmidt im 59. Lebensjahr nach einem kurzen Krankenlager in der Klinik zu Gießen zu sich in Im Namen der Familie Möbs: Frau Eva Möbs. Gießen, Dezember 1935. 05345 KleineAuzeigen Int Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. (Verschiedenes | MitzllMS bäume! 7332 D Ludwig Kisselbach und Frau Emmi, geb. Ruppel Elberfeld (Augustastraße 148), den 16. Dezember 1935. ______________________________________________________________________05349 Samstag früh gegen 1 Uhr verschied plötzlich und unerwartet nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharine Schneider, geb. Happel im blühenden Alter von 27 Jahren. In tiefer Trauer: Karl Schneider und Kind nebst allen Angehörigen. Watzenborn-Steinberg, Steinbach, 16. Dezember 1935. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 17. Dezember, nachmittags 3 Uhr statt. Danksagung. Für die mannigfachen Beweise innigsterTeilnahme sowie für die Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgang unseres lieben Vaters danken herzlichst Schöne Geschenke zu Weihnachten!! Briefpapiere in modernster Packung Füllhalter erste Fabrikate Photoalben Besuchskarten J.WEINERT K..-G. Neuenweg 9 7297D Große Sendung in allen Größen z. billigsten Preisen eingetroffen. Verkauf imHofe der alten Bürgermeisterei, MteMatzer. Wer ert.meinem Kinde gründ!. Nachhilfe in d. französichen Sprache? stuch nhil. oder Stud.- Ref. bevorzugt. Schr. Ang. unter 05347 a.d.G.A. „Super- Nettel!“ So lautet der Wunsch vieler begeisterter Photofreundei Die Super-Nettel im bewährten Kleinformat 24 36 mm, Tessar 1:3,5,1:2,8 oder Triotar 1:3,5 für 165.-, 198 - und 220 — Mk. Das ist eine Kamera fürs ganze Leben. 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