L "zi DML ■<: ZamstagFb. November 1955 nr.269 Erster Blatt 185. Zahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer MD MD Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags WM für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte A BÄ A A A A AA AA A A Ä Ä AA bis 8^/,Uhr des Vormittags iässs: imAuAitAr JlnzAtnAr äw Monats-Bezugspreis: ■ ■ ■ ■ SZ Mk ■ ■ EL< ■ /IHR Ä< WM W ■< W Breite 7 Rpf., für Text- Mit 4 Beilagen RM. 1.95 IV M W W HU «A W W HL W Z ^M W W Wffi W ■ W BL W anzeigen von 70 mm Breite Ohne Illustrierte „ 1.80 ■ HL U W R W I, H^^ W 50 Rpf.,Platzvorschrift nach irßw :orTT?T* von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise, infolge höherer Gewalt < Stellen-, Vereins-, gemein- MM General-Anzeiger für Oberheffen ZWZ DottfAedfontO* . behördttcheAnzeigen6Rpf. Frankfurt am main 11686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitats Such- und Steinöruderä R. Lange in Giehen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel b 19 1% u großen Zyklen Beethoven, Wagner, Mozart, Schil- ler und Chamberlain der Millionenhörerschaft des Deutschen Rundfunks nahegeführt. Besonders die Förderung junger unbekannter Dich' ter und Komponisten habe sich der Deutsche Rundfunk angelegen sein lassen. Durch Veranstaltung von Rundfunksprecher-Wettbewerben und Volkssendungen seien dem Rundfunk neue Kräfte zugeführt worden. „Der N i g g e r t a n z", so stellte Dr Goebbels fest, „wurde für den gesamten deutschen Rundfunk verboten, dafür aber erfuhr die deutsche Tanzmusik besondere Pflege. Die Hörerzahl wuchs seit der Machtübernahme von 4,2 auf 6,8 Millionen Das Ansteigen der Besucherzahl der Rundfunkausstellungen von 971 000 im Jahre 1932 auf 1 888 000 im Jahre 1935 zeigt die wachsende Volkstümlichkeit des nationalsozialistischen Rundfunks Die Zahl der Volksempfänger wurde tn diesem Jahre wiederum um 1 Million vermehrt und durch die Schaffung des Arbeitsfrontempfän- gers dem Rundfunk der Weg in die Betriebe geebnet. Auch der Film habe durch die Arbeit der Reichsfilmkammer feine Basis im Volke verbreitert. Die deutschen Wochenschauen seien durch planvolle Einwirkung künstlerisch, kulturell und staatspolitisch umgestaltet worden. Das Reichsfilmarchiv fei in den Dienst lebendiger Forschung getreten. Eine Internationale Filmkammer sei nach deutschem Muster gegründet und ein Deutscher zu ihrem Präsidenten erwählt worden. Die Besucherzahl der Lichtspiel- theater sei im letzten Jahre um 10 v. H. ge« stiegen. Die soziale Lage der Filmschaffenden habe'durch neue Tarife verbessert werden können. rung des Nachwuchses in der Kunst, zur Durchsetzung nationalsozialistischer Jugend in der Kulturführung, zur Anregung zum künstlerischen Schaffen aus allen Gebieten, zum Aussehen von hohen Preisen, Aufgabenstellung und künstlerischen Ausschreibungen getroffen worden seien. Soeben befinde sich die Reichskulturkammer in Verhandlungen mit der Arbeitsfront, um die sozialen Grundlagen künstlerischen Schaffens endgültig festzulegen. Aus der Arbeit der Einzelkammern führte Dr. Goebbels eine Reihe eindrucksvoller Zahlen und Daten an. Aus der Reichskammer der bildenden Künste feien die Architekten bei der Planung von bäuerlichen Siedlungen, bei Wohnungsbauten der Wehrmacht, Fliegerlagern und Volkswohnungsbauten, die Gartenge ft alter bei der Anlage von Militärflugplätzen und Reichsautobahnen herangezogen worden. Bei allen Bauvorhaben der öffentlichen Hand wurden für die Zwecke der bildenden Kunst bedeutende Mittel zur Verfügung gestellt. Im Berichtsjahr feien 64 Wettbewerbe auf dem Gebiet der Baukunst und fünf Wettbewerbe für Gartengestalter ausgeschrieben worden. Die S o z i a l m a ß n a h m e n der Kammer erstreckten sich auf die Gewährung von zwei- bis dreiwöchigen völlig kostenfreien Erholungsreisen an rund 1100 Künstler, auf Gewährung von Beihilfen zur Behebung der wirtschaftlichen Rot und auf eine im Aufbau begriffene Alters- und Hinterbliebenen- oersorgung. Der Präsident der Reichspressekammer habe durch die Durchführung seiner Anordnung zur Wahrung der Unabhängigkeit der .Presse alle von außen her an die Presse getragenen Einflüsse unterbunden. Der Dienst an der Volksgemeinschaft sei nunmehr einziger Zweck der deutschen Presse. Durch die Anordnung über Schließung von Zeitungsverlagen wurden die un- aejunden Wettbewerbsverhältnisse beseitigt. Das Ergebnis konnte der Reichsminister an folgenden erfreulichen Zahlen aufzeigen: Die Gefamt- druckauflaqe der deutschen Zeitungen ist von 18,7 Millionen im ersten Quartal 1934 auf 19 Millionen im ersten Quartal 1935 gestiegen. Die Auf- laqensteigerung bei den 1500 bedeutendsten Zeitschriften betrug 9 v. H. gegenüber 1934. Die Gesamtauflage der Rundfunkpre se stieg m einem Jahre von 3V2 Millionen auf 4Vi Millionen. Zur Schulung des S ch r i f t l e l t e r n a ch- wuchses seien bereits zwei Lehrgänge m der neugearündeten Reichspresseschule durchgefuhrt worden Das soziale Kernwerk der Reichspressekammer lei die D e r s o r q u n g s a n st a l t der deutschen Presse Hier feien im Jahre 1934 2,24 Millionen und im ersten Halbjahr 1935 1,16 Millionen Reichsmark aufgebracht worden. Der Festatt Berlin, 15. Nov. (DNB.) In einem großartigen äußeren Rahmen hielt die Reichskulturkammer in der Philharmonie in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers und aller führenden Männer des Staates und der Bewegung, der Künste und Wissenschaften, der Wehrmacht, der Wirtschaft, des Diplomatischen Korps und der in- und ausländischen Presse ihre dritte Jahreskundgebung ab. Der große Saal der Philharmonie trug wundervollen Schmuck. Die Wände des Saales, die Brüstungen der Logen und des Ranges waren mit golddurchwirkten Tannengirlanden behangen, die sich auch um die Säulen des die ganze Saalbreite einnehmenden Musikpodiums wanden, lieber der Rückwand auf elfenbeinfarbenem Tuche stand in großen Lettern der Spruch, der Leitsatz für das Wirken der Reichskulturkammer ist: „Ehret Eure deutschen M e i st e r." Darunter leuchtete auf rotem Samt das Hakenkreuz auf weißem Grund in einem Kranz von Herbstblumen und Laub. Auf der Brüstung des Podiums leuchten gelbe Astern aus frischem Grün. Vor dem Rednerpult, das zum erstenmal das Wappen der R e i ch s k u l t u r k a m m e r trägt, eine silberne Plakette mit dem Reichsadler, der das Hakenkreuz in den Fängen hält, stehen Büsche von leuchtend gelben Chrysanthemen, die auch die Logen schmücken. Kurz vor 12 Uhr künden die Heilrufe der Massen, die die Anfahrtstrahen säumen, die Ankunft des Führers. Am Eingang des Hauses empfangen ihn der Präsident der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, und der Vizepräsident, Staatssekretär Funk. Festliche Fanfaren, gespielt von Mitgliedern der Staatsoper, leiten die Kundgebung ein. Staatsschauspieler Friedrich Kaßler spricht meisterlich den „Vorspruch auf die Kunst" von Gerhard Schumann. Dann bringt das Philharmonische Orchester unter Leitung des Präsidenten der Reichsmusikkammer, Generalmusikdirektor Professor Dr. Peter Raabe, „Einleitung und Passacaglia" von Karl Hoyer, dessen Orgelpart Professor Heitmann übernommen hat, zu Gehör. Mit begeistertem Beifall wird das eindrucksvolle Werk des jungen nationalsozialistischen Komponisten, das sich so trefflich in den Rahmen dieser Feierstunde einfügt, aufgenommen. Brausender Jubel aber bricht los, als der Präsident der Reichskulturkammer Dr. Goebbels an das Rednerpult tritt. Dr. Goebbels spricht. Ein richtunggebendes Werk nationalsozialistischer Kultursührung Reichsniinisier Dr. Goebbels verkündet in Gegenwart des Führers die Berufung des Reichskulturfenats. oorzustellen. Mitglied wurde ferner der Altmeister Hermann Stehr, von dem einmal Knut Hamsun gesagt hat: „Ich begreife nicht, was chr an mir findet und weshalb ihr soviel Wesens von mir * macht — da ihr doch euern Hermann Stehr habt! Der Jüngste unter den in den Reichskultursenat berufenen Dichtern dürfte der jetzt vierundreißig- irrige Heinrich Anacker s-'n. D-sien Dich» tertum erwachte, als die Wellen deutscher Not und Zerrüttung alles zu verschlingen drohten — da bekannte er sich, schon 1922 zum Natmnalsoz.a w- mus. reiht- sich in die Reihen der SA. em und wurde der kämpferische Sänger der B^^gung,als den ihn heute ganz Deutschland kennt. Eber b a r o Wolfgang Möller ist der Staatspreistrager dieses Jahres und eine Begabung von vielen und hoben Graden — beginnend als blutvoller Dramatiker, gewann er den Preis 1935 durch feine beiden schmalen Bändchen Lyrik, aus denen der Jteiajs* i propagandaminister Dr. Goebbels bei der Preis- oerteilunq selbst erschütternde Verse rezitierte. Kürzlich trat er auch als Romanschriftsteller hervor mit dem erlebnisstarken Buch „Das Schloß in Unqarn . Staatspreisträger des Vorjahres war Richard E u r i n q e r auf Grund feiner chonfchen Dichtung Deutsche Passion 1933". Auch er gehört nunmehr dem Reichskultursenat an — ein Dichter, der immer wieder aus dem Kameradschaftserlebnis der Front die stärkenden Kräfte zu feinem Beruf holt. Weltkriegserlebnis —: das ist auch der Urgrund der erschütternden Bücher Edwin Erich Dwm- q e r s Bei ihm war es das Erlebnis der sibirischen Gefangenschaft, des Bürgerkrieges zwischen Rot und Weiß in Rußland und der Heimkehr der Ge- ianqenen in ein zertrümmertes und nach außen und innen hin verratenes Deutschland. Krieg und Nach- krieg: auch das Werk F r i e d r i ch B e t h g e s des Frankfurter Dramatikers und Dramaturgen, steht unter diesem Schicksal. Zu breiten Erfolgen wurden oor allem seine Dramen „Reims" unt) „Marsch der Veteranen". „ _ . f Das tiefste Erlebnis und Gesetz aller dieser so- eben in den Reichskultursenat aufgenommenen Dichter - über Spiel und Chor und Buch das s-m-insame. das leuchtend auch ausstrahlte von dem Festakt der Berufung, heitzt: Deutschland! Für die R e i ch s s ch r i f 11 u m s k a m m e r feien Literaturpreise von insgesamt 250 000 Mark pro Jahr vom Reiche, von den Ländern, Kommunen und Privaten zur Verfügung gestellt worden. Daneben stünden noch direkte Beihilfen an notleidende Schriftsteller in Hohe von 100 000 Mark. Zur unmittelbaren Werbung und Förderung des Schrifttumes feien 500 000 Mark zur Ausgabe gelangt. Die Reichsmusikkammer habe bis Mitte Juni 1935 in 21 Städten mit insgesamt 150 Em- zelveranstaltungen und mit einer Besucherzahl von nahezu 200 000 die Bach-Händel-Schutz-Feiern begangen. Zahllose Stipendien seien an mittel- lose Musik st udierende vermittelt, unbe- fannte junge Solisten durch Konzertveranstaltungen herausgestellt, wertvolle Kompositionen durch Druck- kostenzuschüsse gefördert worden. Die A rbeits- losenziffer innerhalb der deutschen Berufsmusikerschaft habe allein im letzten Jahre u m 5 0 v. H. gesenkt werden können, zum Teil durch umfangreiche Umschulungen. Insgesamt seien im Jahre 1935 für Förherungszwecke der deutschen Musik über 600 000 Mark verausgabt worden. Die Reichsrundfunkkammer habe in „Die Reichskulturkammer schaut nunmehr auf ein zweijähriges Bestehen zurück", fo begann Reichsmi- nifter Dr. Goebbels feine großangelegte Rede. „Mit dem heutigen Tage ist ihr innerer Umriß und organisatorischer Aufbau beendet." Der Außen- tehende mache sich keinen Begriff von den Schwierigkeiten, mit denen dieser Aufbau verbunden gewesen sei, aber auch nicht von der Große des gei- tigen und künstlerischen Umbruches, der sich hier vollzogen habe. Dr. Goebbels zeichnete in großen Strichen zunächst diese Schwierigkeiten, um dann die positiven Leistungen der Reichskulturkammer aufzuzeigen. „Der Präsident der Reichskulturkammer verwaltet in Personalunion zugleich bas Amt des R e i ch s p r o p a g a n d a l e i- ter s der Partei wie auch das des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda. In dieser Dreiheit ist die absolute Gewähr einer reibungslosen Zu s am- menarbeit zwischen ständischer Organisation, Partei und Staat gegeben. Die darauf fußende Personalpolilik bietet nach jeder Richtung hin die Sicherheit dafür, daß nur Männer, die wirkliche Träger nationalsoziatlstifcher Weltanschauung find, in maßgebenden Funktionen unseres kulturellen Lebens tätig fein können. Soweit wir in dieser Beziehung zu Kompromißen geneigt waren, haben wir eine zwei- jährigeVewährungsfrift eingeschoben, die mit dem heutigen Tage zu Ende gegangen ist. Diejenigen, die sie nicht nutzten sind ausgeschieden, diejenigen, die sie verdienten, mit offenen Armen in unseren kreis aufgenommen worden. Die Reichskulturkamrner ist heute judenrein. rc<- jm Kulturleben unseres Volkes kein 3ube mehr tätig. Ein Jude kann deshalb auch nicht M.t- chted einer Kammer fein." Dagegen seien den aus dem deutschen Kulturleben ausgeschiedenen Juden minlter Weife Möglichkeiten zur B s [9e qe ihres kulturellen Eigen leben s ÜLhpn morden Der Reichsverband der indischen Kulturbünde umsass- 110 000 Mitglieder und unter- Kulturounoe i ii Heater sowie mehrere eigene ftpr mit dauernden Veranstaltungen jeder Art 0rch- °r m-t Städten des Reiches. Nur die Pflege 'n “Än Nultur sei den Juden unterbunden, m7e?a um -kehrt auch kein deutscher Künstler den Ehrgeiz"habe^sich am jüdischen Kulturleben zu be- Neben dieser Tätigte« rein organisatorischer Hebe eine Sülle oon praktischen, positiven Mahnahmen, die zur Sorbe- Die Relchskutturwalter. Die Geschäftsführer der Reichskulturkamrner tragen künftig die Bezeichnung R e i ch s f u (it ur m alt er. Zu ihnen gehören Reichstagsabgeordneter Hans Hinkel (oben links), der Vizepräsident der Reichs kulturkammer Staatssekretär Walter Funk (oben rechts), Ministerialrat Dr.Heinz Sch mid t-Le o n- Hardt (unten links) und SA.-Oberführer Franz M o r a l l e r (unten rechts). In diesem Zusammenhang ist die Schaffung eines Reichskultursenates von tiefer Bedeutung. Diese höchste Körperschaft unseres Kulturlebens wird dafür Sorge tragen, daß die neue deutsche Kunst wesenhaft national ist. Hanns I 0 hst hat in seiner Festrede bei der Raabe-Gedenk- feier in Braunschweig, wo der Dolkspreis für deutsche Dichtung verteilt wurde, eine treffende Formulierung für den neuen Kurs gefunden, indem er erklärte, daß niemand daran gehindert werde, bessere Gedichte als Mörike zu machen, leidenschaftlichere Szenen als Kleist und eindringlichere Kapitel als Wilhelm Raabe zu schreiben. Unter den Mitgliedern des neugebildeten Reichskultursenates stehen Hanns I o h st und Hans Friedrich B l u n ck bereits feit Jahren fo scharf belichtet im Vordergründe der dichterisch Schaffenden, daß es nicht nötig ist, sie hier nochmals eingehend Deutscher Kulturwille. Das kulturelle Leben des deutschen Volkes hat rnrd) den Nationalsozialismus ein neues Gepräge erhalten. Wir befinden uns heute in einer Entwicklung, die zwar unter dem Einfluß eines politischen Willens steht, aber auch gerade deswegen allen auf dem Gebiete der Kultur Wirkenden, positiv eingestellten Kräften völlige Bewegungsfreiheit gegeben hat. Freiheit bedeutet aber auch Einordnung, und diese Einordnung ist gewährleistet durch den kulturpolitischen Apparat, der in der Reichskulturkamrner seinen Ausdruck findet. Mit dem Aufbau des Kultursenates haben alle geistig schaffende Kräfte eine verantwortliche Spitze erhalten, die von ihnen selbst ge- ragen und gebildet wird, also keinen Fremdkörper larstellt, und erst recht kein Gebilde, das mit Zwang und Einengung arbeitet. Gerade den Zwang hat Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Rede oor der Kulturkammer abgelebt; mit Recht, denn Kultur ist Leben, und Leben läßt sich nun einmal nicht in starre Formen pressen. Aber es soll dem Leben Ziel und Inhalt gegeben werden. Hier ist es der Nationalsozialismus, der wegweisend und befruchtend wirkt, und der mit dem Kultur- jenat eine Arbeitsgemeinschaft geschaffen hat, welche die auf sie gesetzten Hoffnungen erfüllen wird. Nachdem die deutsche Kunst durch die kulturelle Pionierarbeit der Reichskulturkamrner von allen fremden und pseudokünstlerischen Einflüssen befreit worden ist, ist der Weg frei geworden für eine kulturelle Arbeit im 33 i e n ft e des deutschen Volkes. Es ist, in diesem Zusammenhang betrachtet, gewiß kein Zufall, daß der Diesjährige Volkspreis für deutsche Dichtung der Raabe-Stiftung, wie an anderer Stelle des Blattes berichtet, dem main - fränkischen Dichter Anton Dörfler für feinen Roman „Der tausendjährige Krug" zuerkannt worden ist. Denn Dörflers menschliche und künstlerische Art entspricht jenem Kultur- J Ideal, wie es von der nationalsozialistischen Bewegung im Sinne nationaler Selbstbesinnung und Bodenständigkeit erstrebt wird. Wesentlich erscheint, daß heute breite Schichten des deutschen Volkes oon der Erkenntnis durchdrungen werden, daß es in erster Linie darauf ankommt, einen möglichst großen Kun ft raum zu schaffen, in dem sich neue Talente ungehindert entfalten können, und die Allgemeinheit künstlerischen Dingen gegenüber erzieherisch zu beeinflussen. .--LMMA Die Ausgaben des Reichskuilursenais Wendigkeit und Verantwortung. Diese Gren- Drittel der Unterhaussitze. Trotzdem hielten sie an der Mi- ie= tsch, Staatsschauspieler Theodor Loos. die auf die der und Trieb, er ist der Flügel unserer Phantasie, Stern unserer Hoffnung. 26 Wanderbühnen, 20 Gastspielunternehmen und 81 reisende Kleinbühnen in Tätigkeit. Welches andere Land habe dem auch nur annähernd Gleiches zur Seite zu stellen! Die TheaterZuschüsse des Reiches beliefen sich in diesem Etatjahr auf 1 2 Millionen. Eine T h e a t e r a k a d e m i e für besonders begabte junge Künstler sei bereits im Plan fertig. Das Nachweis- und Stellen- Nun fei auch der Augenblick gekommen, daß große repräsentative Forum des deutschen Kulturlebens zusammenzuberufen, den Reichskultur- s e n a t. Der Minister verlas die Namen der Senatoren, um dann kurz einige grundsätzliche Fragen zu streifen, mit denen sich der Reichskultursenat zu befassen haben wird. Das Tanger - Statut ist bis zum 14. Mai 1948 verlängert. Die französische und die spanische Regierung haben geprüft, wie sie im Rahmen des Statuts ihre freundschaftliche Zusammenarbeit enger gestalten können. Diese Verhandlungen, die sich vor allem auf die Beteiligung der beiden Länder an den Einrichtungen der Tangerverwaltung und auf die religiöse Organisation des Tangergebietes bezogen, haben zu einer Vereinbarung geführt. Der Derwaltungsrat der Internationalen Handelskammer wählte den Leiter der Reichsgruppe Banken, Dr. Otto Christian Fischer (Berlin) zum Vizepräsidenten der Internationalen Handelskammer. Aus den Einzelkammern wurden berufen Präsidenten und der P r ä s i d i a l r a t jeweiligen Kammer in den Reichskulturfenat zwar: Dem deutschen FUm insgesamt seien in diesem Jahre bereits 800 neue Darsteller, 20 neue Regisseure und 220 sonstige künstlerische Kräfte zugeführt worden. Der tatkräftigen Arbeit der R e i ch s t h e a- terkammer endlich sei es gelungen, auch in diesem Jahre wieder eine Anzahl von Theatern neu zu eröffnen. Während in Berlin bei der Machtübernahme nur noch die staatlichen Theater spielten und selbst diese vor dem Ruin standen, wurde heute fast in allen Berliner Theatern wieder gespielt. Zur Zeit seien in Deutschland 181 stehende Theater, 1. Es ist nicht möglich, den Eintritt in die Reichskulturkammer im einzelnen von einem Vefä hi gungs nachweis abhängig zu machen- oermittlungswrfen fei umgestaltet, Altersversorgung der Fachschaft Bühne eine zeitgemäße Grundlage gestellt worden. Ui.*' ■i.'lll.1 ■O11 Knipal Wer |i ,jj Sie WWtl 1 Mliihrt Mr w In* L XD( )ßl U Macht' halt d' 3one ■ Die e nie i( inglc eigen i {le P°l zacher Mn J t ja ne fischen dicnma jjnb de' j den i flutend legypter jer aui U fran, tt Tür ßndrink iinöer n kB die ches Ei mr A. Wendel H dem i\ arg' Murn !mals । sswetz- jlsten hen ha irach er inö dar te ift ein innall, ieldschll tad)te nket de tofjenbi friig dc -fallen inber, : ises W Mona te ägi) 'mgs d 'ich gii chen i itpier {i litten, >g mein V Vrfage l Snglan mmjchr> kn in v ihonunc fdorene» nm, ja pren lie Krater' t-rsprech I wirts then kc i'chdem 'P dessei durste, rhwem wirt mendes Genie zwar aus der Musikkammer ausschließen, nicht aber daran hindern, seinen Namen unsterblich zu machen. 2. Die Ueberstürztheit der Organisation, die uns in den vergangenen zwei Jahren manchmal zwang, allzusehr dem Tage zu gehorchen, macht von nun ab einer klaren Ordnung Platz. Zu Kompromissen ist dabei nur noch wenig Raum. 3. Die deutsche Kultur der Gegenwart muß mehr noch als bisher Ausdruck unseres Zeitgeistes sein. Es ist nicht damit getan, nach jungen Dichtern und Künstlern nur Ausschau zu halten. Man muß ihnen auch, wo sie sich zeigen, jede Möglichkeit zur Entwicklung geben. 4. Das kulturschöpferische Schaffen der Organisationen der NSDAP., vor allem der Hitlerjugend, des Arbeitsdienstes, der SA. und der SS. verdient besondere Pflege und Betreuung. Denn hier ist in rohen Umrissen schon der kommende kulturelle Gestaltungswille unserer Zeit zu erkennen. 5. Nicht alles kann in Gesetzen gefaßt und reglementiert werden. Besonders im Kulturleben gilt der Grundsatz, nicht zu viel den Gesetzen, mehr aber dem natürlichen Wachstum unserer kulturellen Kräfte vertrauen. 6. Die Freiheit des künstlerischen Schaffens ist auch im neuen Staate gewährleistet. Sie bewegt sich in scharf abgegrenztem Bezirk unserer nationalen Not- Berlin, 15. Nov. In den Reichskultursenat wurden berufen: Der Vizepräsident der Reichskulturkammer, Staatssekretär Funk, die Geschäftsführer Ministerialrat Dr. Schmidt-Leonhardt, SA.-Oberführer M o r a l l e r, Reichstagsabgeordneter Hans Hinkel, denen die Bezeichnung „R e i ch s k u l t u r w a l t e r" verliehen wird. rialrat D a m m e i e r, Architekt W. Kelter, Ministerialrat v. K e u d e l l, Dr. S a u e r m a n n, Di- Festlicher Abschluß im Deutschen Opernhaus. Als Abschluß der Jahrestagung der Reichskulturkammer fand im umgebauten Deutschen Opernhaus eine F e st v o r st e l l u n g der „M e i st e r - finger von Nürnberg" statt. Die Neueinstudierung und Inszenierung des Generalintendanten Wilhelm Rode, die Bühnenbilder und Kostüme von Benno von A r e n t und die musikalische Leitung des Dresdener Generalmusikdirektors Dr. Karl Böhm als Gast gestalteten die Meisterschöpfung von Richard Wagner zu einem Fest, das nicht zuletzt durch den bis ins Einzelne gelungenen Umbau 'des festlich ausgeschmückten Operngebäudes zu einem unvergeßlichen Kunstgenuß gesteigert wurde. Neben dem Führer nahmen Frau Dr. Goebbels, der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, Frau Heß und Reichsminister Dr. Goebbels Platz. Rechts und links neben der Führerloge bemerkte man fast alle Reichsminister und Reichsleiter, zahlreiche Staatssekretär, Generäle aller Waffengattungen und führende Persönlichkeiten der Partei und ihrer Gliederungen. Außerdem das Diplomatische Korps, sowie zahlreiche Persönlichkeiten des Kulturlebens, darunter die Mitglieder des Reichskultursenats. I^-rrscho I Mensa iTeitkn'e prm n l^utpffi hier uni 'n Land K britis Jng und Wrbing< yr foroei «ressen die die Ui [Wen: । «rteibigu Men, 's * tot ouban. x ft natur Sen b( ^rbaltni «hru Manie» S, bi, ijuab s Sen ' Rrer i Wammer » einer 7'n. 3f) Werum Sen m Tie 1 e,r»n st '"tabuer Mei bi Men» Befähigungsnachweis abhängig zu machen- denn auch die Befähigung müßte wieder oan Menschen überprüft werden. Menschen aber sind dem Irrtum unterworfen und Kurzsichtigkeit, Neid oder Eifersucht konnten allzuleicht doch einmal ein kom- l e r t, Hans-Jürgen N i e r e n tz, Ministerialrat Dr. Seeger, Generaldirektor Dr. Scheuermann. Filmoperateur Sepp Allaeier, Staatsschauspic- ler Friedrich K a y ß l e r, Generaldirektor K l i t s c Der Geistesarbeiter im Dritten Reich. »Ein Aufruf des NSD.-Studentenbundes. Der NSD.-Studentenbund Leipzig hielt zu Beginn des Wintersemesters einen öffentlichen Appell ab. Bei dieser Gelegenheit brachte der Reichsamtsleiter des NSD.-Studentenbundes Albert Derichsweiler eine Proklamation zur Kenntnis, die in den nächsten Tagen an sämtlichen deutschen Hoch- und Fachschulen zur Verlesung kommen wird. In der Proklamation heißt es u. a.: Die seit mehr als einem Jahrhundert das deutsche Hochschulleben beherrschenden studentischen Verbindungen haben sich unter dem Eindruck des nationalsozialistischen Erlebnisses freiwillig entschlossen, ihre Symbole zu senken und sich und ihre Einrichtungen der studentischen Gliederung der NSDAP., dem NSD.-Studentenbund, zur Verfügung zu stellen. Auf Deutschlands Hoch- und Fachschulen steht heute die Mannschaft des NSD.-Studentenbundes. Damit beginnt eine Entwicklung, die entscheidend sein wird für das Gesamtbild des Geistesarbeit ters im Dritten Reich. Nie wieder darf es im deutschen Volk Unterschiede oder Klassen geben, die ihren Ursprung in einem höheren oder geringeren Maße schulischer Bildung haben. Höhere Schulbildung bedeutet nur höhere Verpflichtung, nie aber größeres Recht. Wir Studenten, besonders aber die jüngeren, die heute neu die Hoch- und Fachschulen beziehen, sind berufen, den neuen Typ des ge»stig schaffenden deutschen Volks- genossen zu formen. Als bewußte Kämpfer haben wir Vollstrecker der Idee und des Willens des Führers zu fein, haben wir uns einzusetzen für die Vollendung der deutschen Volksgemeinschaft. Wir sammeln heute die wertvollen Kräfte aus allen Lagern in unserer Mannschaft. Nie mehr darf der deutsche Student Einzelgänger sein, er muß wissen, daß Großes nur in der Gemeinschaft geschaffen werden kann. Kameraden des ersten Semesters, an euch tritt heute die Entscheidung heran, ihr habt zu wählen, ob ihr euch als Einzelgänger und eigensüchtige Streber absondern oder als lebensvolle Menschen eure Pflicht in der Gemeinschaft der Studenten des Führers tun wollt, ob ihr Spießer oder Kämpfer fein wollt. Unsere Zeit treibt uns vorwärts, unsere Pflicht heißt Deutschland, unser Leben heißt Kampf. feierliche Vereidigung des Veichsbauernraies Goslar, 15. Nov. (DNB.) Am Freitagabend fand in der aktehrwürdigen Kaiserpfalz in Goslar die traditionelle Sitzung des Deutschen Reichsbauernrates statt. Im Scheine hunderter von Fackeln, die die Umrisse des gewaltigen Baues der Kaiserpfalz schattenhaft erkennen ließen, vollzog sich der Einmarsch des Reichsbauernrates. Die Halle selbst bot emen würdigen Rahmen für diese Feierstunde, wie er eindrucksvoller nicht gedacht werden kann. Nachdem der Sprecher des Reichsbauernrates, Wolter G r a n z o w, die Sitzung eröffnet hatte, verkündete der Reichsbauernführer die Stiftung einer Ehrenkette für Alt - führer d e s Deutschen Reichsbauern- rotes. Diese Kette wird solchen Mitgliedern des Reichsbauernrates verliehen werden, die nach Erreichung der für Bauernführer vorgeschriebenen Altersgrenze aus ihrem Führeramt im Reichsnährstand ausscheiden Der Reichsbauernführer überreichte dem Alt-Landesbauernführer der Kurmark, B r e d o w , und dem All-Landes-Hauptabteilungs- leiier Schneider (Landesbauernschaft Schlesien) als ersten die Ehrenkette. Hierauf folgte die Vereidigung der seit dem Rcichsbauerntag 1934 in den Reichsbauernrat berufenen Mitglieder. Der Reichsbauernführer sprach über Sinn und Wesen des Deutschen Reichsbauern- rotes als der Gemeinschaft, die unter der Fahne Adolf Hitlers unmittelbar für den Gedanken von Blut und Boden und damit für den nationalsozialistischen Begriff des deutschen Bauerntums überhaupt kämpfe. Der Reichsbauernrat soll dem Reichsbauernführer beratend zur Seite stehen, um über die Reinheit der Idee zu wachen, in deren Dienst der Reichsbauernrat steht. Der Reichsbauern- führer gab den zu vereidigenden Mitgliedern den Leitspruch mit auf den Weg: .Handele als Deutscher stets so, daß dich dein Volk zum Vorbild wählen kan n". Während der Reichsbauernführer die Eidesformel sprach, die die Mitglieder auf den Führer Adolf Hitler zu Treue und Tapferkreit vereidigt, erklang leise das Lied „Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu!" Die Feier klang aus mit dem Horst-Wessel- Lied und dem Deutschlandlied. Die bolschewistische Weliqefahr Das Organ des Vatikans stimmt Dr. Goebbels zu. R o m, 15. Nov. (DNB.) Der „Osservatore Romano" behandelt die Nürnberger Ausführungen von Reichsminister Dr. G o e b b e l s. Die Irreligiosität des Bolschewismus, die Dr. Goebbels nachgewiesen habe, werde besonders deutlich durch die Tatsache, daß außer den 31 Bischöfen, 4600 Geistlichen und 7000 Mönchen, die ermordet wurden, auch 40000 Priester verhaftet, gefangengenommen und deportiert, und daß sämtliche Kirchen und Kapellen zerstört ober in Kinos und Klubs umgewandelt worden seien. Dr. Goebbels sei besonders auf die Anschuldigungen der Dritten Internationale gegen den Nationalsozialismus eingegangen. Die Lüge des Bolschewismus erstrecke sich auf alles, was die anderen Staaten betreffe. Der Vorwurf der Heuchelei fei auf das ganze Vorgehen des Sowetstaates und feiner Regierung auszudehnen, besonders auf feine angebliche „Friedenspolitik", den angeblichen Schutz der Bedrückten, die angebliche Befreiung der Frauen und ähnliche Prahlereien, die zu den Propagandakünften des Bolschewismus gehörten. Die Bemühungen, auf Umwegen auch andere Elements in die Einheitsfront der Zweiten und Dritten Internationale einzubeziehen, sieht das Blatt als besonders bedrohlich an. Diese Taktik ziele auf eine Loslösung der konservativen Elemente, nicht nur der Radikalen und Sozialisten, sondern auch der Linkskatholischen Front, von der sozialen Ordnung und der Autorität ab. Dadurch gestärkt, würden die Kommunisten die Sozialisten der Zweiten Internationale zu restloser Unterordnung zwingen. „Osservatore Romano" weist besonders auf die Radikalen in Frankreich hin. Auf diesem Trümmerfeld und Blutbad würden die bolschewistischen Kommunisten mit Revolution ober ftänbigem Bür- 1 gerfrieg sobann ihr „Parabies" des Wohlergehens ' und Friedens aufbauen wollen. Kleine politische Nachrichten Baldwin ist in den Wahlkampf gezogen pochend auf die finanz- und wirtschaftspolitischen Erfolge der Nationalregierung. Wenn auch die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien immer noch sehr beträchtlich ist, so hat doch die englische Wirtschaft einen sichtbaren Aufschwung genommen und auch der Staatshaushalt konnte von dem Schatzkanzler Neville Chamberlain wieder auf eine gesunde Grundlage gestellt werden. Aber mehr noch als das bat die außenpolitische Aktivität der Nationalregierung der Opposition den Wind aus den Segeln genommen. Daß England im Abessinienkonflikt die Sache des Völkerbundes zu seiner eigenen machte, konnte den Konservativen zwar bei den Ultras des eigenen Lagers, die grundsätzliche Gegner jeder Völkerbundspolitik sind, Kritik eintragen, aber Liberale und Arbeiterpartei mußten sich wohl ober übel herauf beschränken, ben Kurs bes Kabinetts als zu lau unb unentschlossen zu bemängeln, ohne an der Nahas Pascha, ber Führer der Nationalisten in Aegypten. — (Scherl-Bilderbienst-M.) bem Wahlprogramm fest unb unterstellten sich einer nationalen Regierung unter Führung Macbonalbs, der nur 14 feiner Anhänger in das Parlament hatte zurückbringen können. Auch ben Liberalen hatte bisse Wahl eine Spaltung gebracht 34 Abgeordnete unter Führung des damaligen Außenministers Sir John Simon unterstützten die nationale Regierung, die gleiche Zahl mit dem ehemaligen Innenminister Sir Herbert Samuel trat in die Opposition. Bis zum Sommer dieses Jahres haben die Konservativen es vorgezogen, ihre tatsächliche Macht nur hinter den Kulissen auszuüben. Erst das Herannahen des verfassungsmäßigen Zeitpunkts für Neuwahlen, das körperliche Versagen Macdonalds und gewiß nicht zuletzt die wachsenden außenpolitischen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit Dem Abessinienkonflikt ließen es dem Führer der Konservativen Stanley Baldwin wünschenswert erscheinen, nun auch vor aller Oeffentlichkeit die volle Verantwortung für die britische Politik zu übernehmen, um mit einem in ben wichtigsten Aemtern überholten Kabinett unb zu einem ber Partei günstig erscheincnben Zeitpunkt mit ber Vertrauensfrage vor bas Land zu treten. Dieser Augenblick schien ihm gekommen, als mit dem Sanktionsbeschluß des Völkerbundes gegen Italien die britische Politik im Abessinienkonflikt eine wichtge Etappe erreicht hatte. Das Wahlergebnis des 17. Oktober hat ben Ueberle- gungen des Premierministers offenbar recht gegeben. Weder Arbeiterpartei noch Liberale find in die Lage gekommen, den Konservativen ihre Herrschaft im Unterhaus streitig zu machen, wenn diese auch — was niemand hatte erwarten können — nicht die gewaltige Mehrheit von 453 Sitzen von insgesamt 615 haben behaupten können. Das englische Wahlrecht hat auch trotz der mancherlei Reformen in den letzten drei Jahrzehnten seine konservative Grundtendenz beibehalten. Das Wahlrecht fußte von altersher auf dem Grundbesitz unb gewährte, ba keineswegs überall im Lanbe am gleichen Tage gewählt würbe, ben grundbesitzen- ben Schichten bes Volkes ein Mehrftimmenrecht, soweit sie — was im bamaligen Englanb keineswegs selten ber Fall war — in verschiedenen Teilen bes Lanbes begütert waren. Ein Rest biefes alten Privilegs hat sich bis heute erhalten, ba Unternehmer unb Geschäftsinhaber zweimal wählen bürfen, einmal an ihrem Wohnort, zum anbern aber auch am Sitz ihres Unternehmens, eine Bestimmung, bie im wesentlichen ben wohlhabenben Schichten ber Vorort- bevölkerung zustatten kommt. Auch bas Wahlrecht der Universitäten ist auch heute noch eine Durchbrechung der demokratischen Grundsätze der letzten Wahlreformen. Noch heute werden 15 Abgeordnete von den Graduierten der Universitäten gewählt, die also sowohl in ihrem Wahlkreis wie für die Iniversitätsabgeordneten ihre Stimme abgeben büren. Im übrigen aber ist bas englische Wahlrecht nach Einführung von Diäten für Abgeorbnete (1911), nach Beteiligung von Staat, Stabt ober Grafschaft an ben Wahlkosten (feit 1918) unb nach Gewährung bes Stimmrechts an bie Frauen (1928 inb hier die letzten Einschränkungen gefallen) in allem Wesentlichen kontinentalen Gebräuchen angeglichen worden. Eine Derhälniswahl, wie zum Reichstag der Weimarer Verfassung oder eine Stichwahl, wie zum Reichstag der Vorkriegszeit kennt England indessen nicht. Die einfache Stimmenmehrheit entscheidet zwischen den in einem Wahlkreis aufgestellten Abgeordneten. Daher erklärt es sich, daß bereits vor der Wahl 40 Kandidaten, darunter dem Premierminister Baldwin, ihre Sitze sicher waren, da in ihren Wahlkreisen kein Gegenkandidat ausgestellt worden war. Aus dem Kreise ber Reichsschristums- fammer Staatsrat Hanns Ioyst, Ministerialrat Dr. W i s m a n n, Prof. Suchenwirt h, Dr. Hans Friebr. Blunck, Derlagsdirektor Karl Baur, Verlagsleiter Wilhelm Baur, Verleger Hugo Bruckmann, Verlagsbuchhändler Theodor Fritsch, Reichsamtsleiter Hederich, Bürgermeister K r o g- mann- Hamburg, Schriftsteller Gerhard Schumann, Martin Wülfing. Ferner folgende Dichter: Heinrich A n a rf e r, Erich Edwin Dwinger, Richard E u r i n g e r, Eberhard Wolfgang Möller, Hermann Stehr. Aus dem Kreis der Reichsmufikkammer: Generalmusikdirektor Prof Dr. Peter Raabe, der Komponist Dr. Paul G r a e n e r, Ratsherr Heinz Ihlert, Kapellmeister Franz Adam, Fritz K a i - f e r, Oberbürgermeister Krebs- Frankfurt a. M., Hermann Müller-John, Musikmeister der Leibstandarte des Führers, Horst Sander, Leiter des deutschen Musikalien-Verlegervereins, Generalmusikdirektor Hermann Stange, Prof. Dr. Fritz Stein, Direktor der Staatlichen Hochschule für Musik, Berlin. Ferner Prof. Wilhelm Backhaus, Generalmusikdirektor Dr. Wilhelm Furtwängler, Staatsoperndirektor Clemens Krauß, Prof. Hans P f i tz n e r, Kammersänger Heinrich S ch l u s n u s, Prof. Georg Schumann. Aus dem Kreis der Reichspressekammer: Rcichsleiter Max Amann, Reichspressechef ber NSDAV. Dr. Dietrich, Dr. Richter, bie Hauptschriftleiter Gunther b'Alguen, Hans Schwarz vanBerk, Alfreb-Jnaemar B e r n b t, Verlagsbirektor Willi Bischoff, Derlagsleiter Edgar Brinkmann, Dr. Adolf D r e s l e r , Geheimrat Prof. Dr. Walter Heide, Derlagsleiter Hans Hornauer, Rechtsanwalt Rolf Ri en- Hardt, Hauptmann a. D. Wilh. Weiß; ferner die Hauptschriftleiter Josef Berchtold, Heinrich Fe tk etter, Hans Graf Reischach, Dr. Rich. I u e g l e r. Aus dem Kreise der Reichstheaterkam- mer: Reichsdramaturg Oberregierungsrat Dr. Rainer Schlösser, Staatsschauspieler Eugen Klöpfer, Alfred Frauenfeld. Ferner Benno von Arent, Präsident ber Kamerabschaft ber beutschen Künstler, Intendant Gustav Gründ» a e n s , Prof. Otto K r au ß , Stuttgart, Staatsschauspieler Lothar Müthel, Intendant Bernhard Graf Solms, Landesstellenleiter Müller-Scheid, Frankfurt a. M., Generalintendant Oskar W a l l e k, Oberbürgermeister Will, Königsberg, Chefdramaturg und Dichter Friedrich Vethge, Intendant Hein Hilpert, Staatsschauspieler Werner Krauß, Generalintendant Wilh. Rode, Generalintendant Heinz T i e t j e n. Aus dem Kreise der Reichsrundfunkkammer: Ministerialrat Dreßler-Andreß, Direktor Hadamowsky, Herb. Packebusch, Intendant Dr. von Boekmann, Ingenieur Dominik, Hauptschriftleiter Franke, Präsident Günther, Intendant Krieg ler, Ge- schäftsführer Dr. Lotz, Intendant Dr. Lau, In- tendant S t o f f r e g e n. Ferner Staatsrat Prof. Dr. Esau, Intendant Dr. Glas m e ier, Direktor Dr. ®o erd, Hauptamtsleiter Fischer. Aus dem Kreise ber Reichskammer ber bilbenben Künste: Prof. Eugen H o e n i g, Prof. Ziegler, Walter Hoffmann, Ministe- zen aber werden von der Politik und nicht von der Kunst gezogen. ^7. Es ist an Der Zeit, gegen Mystizismen Stellung zu nehmen, die nur geeignet erscheinen, die öffentliche Meinung zu verwirren. Es kann nicht unsere Aufgabe sein, den Impuls unserer modernen Zeit in die Zwangsjacke längst vergangener Begriffe hineinzupresfen, die um so billiger und bequemer sind, als niemand sich etwas Rechtes darunter vorzustellen vermag. Wir wünschen deshalb, vorerst von diesen labilen Redensarten nichts mehr zu hören. Nicht jede Dereinssitzung ist eine religiöse Feier, und bte am meisten davon reden, stellen sich am wenigsten darunter vor. 8. Der Verkitschung unserer Symbole unb Ideale haben wir durch ein Gesetz Einhalt geboten. Der Verkitschung unserer Feiern und Feste nach bürgerlicher Dereinsmanier muß durch die einhellige Abwehr aller, die ein kulturelles Gewissen dem Volk und der Bewegung gegenüber in sich verspüren, ein Damm entgegengesetzt werden. 9. Dem reinen Stil unseres monumentalen Kul- turwillens muß ber Weg geebnet werben. Diese Ausgabe verbindet sich mit ber Klarheit der Schau ebensosehr wie mit der Ehrfurcht vor dem Wort, das nicht im Alltagsgebrauch des Superlativ abgenutzt werden darf. 10. Auch für die Künstler unserer Zeit gilt der Satz: Sei natürlich wie das Leben natürlich ist." Lassen Sie mich, so schloß der Minister, diesen Rückblick und Ausblick abschließen mit einem ehrfurchtsvollen Dank an den Führer, der uns auch in unserer Arbeit lebendigstes unb greifbarstes Vorbild ist. Die deutschen Künstler grüßen in ihm den Patron und Schutzherrn iyres Schassens. Er hält seine Hand über alles, was am Wesen einer echten deutschen Kunst und Kultur tätig rft. Die deutschen Künstler fühlen sich stolz unb glücklich in dem Gefühl: Er gehört zu uns. Er ist Geist von unserem Geist, Trieb von unserem Im Reichsgesetzblatt erscheint ein Gesetz über bie Ein - und Ausfuhr von Kriegsgerät, die nur mit besonderer Erlaubnis des Reichskommissars für Aus- und Einfuhrbewilligung im Einvernehmen mit dem Reichskriegsminister erfolgen darf. Eine Liste des Kriegsgeräts, das nur mit dieser Erlaubnis aus- und eingeführt werden darf, wird im Reichsanzeiger veröffentlicht werden. Die neue Regelung entspricht der in den meisten anderen Ländern, die Waffen Herstellen, getroffenen Regelung. plomingenieur Speer, Bildhauer Schmidt- Ehmen, Ernst Sckulte-Strathaus, Hans Schweitzer, Oberbürgermeister Z ö r n e r - Dresden, Prof. Baumgarten, Prof. German B e - ft e (me i er, Pros. Bieber, Professor Gall, Prof. Klein. Aus dem Kreise der Reichsfilmkammer: Staatsminister Prof. Dr. Lehnich, Hans Weide m a n n, Karl Melzer, Bankdirektor Dr. Belitz, Regiffeur Frölich, Sigmund Jung, Staatsschauspieler Eugen Klöpfer, Reichsfilmdramaturg Willi Krause, Ministerialrat M u - Englands Achillesferse. Das Ergebnis der Unterhauswahlen in Englanb ist, soweit bie bisher bekanntgewordenen Zahlen schon em Urteil gestatten, für bie Nationalregierung weit günstiger ausgefallen, als erwartet wurde. Man vergegenwärtige sich, daß die Wahlen von 1929 der Arbeiterpartei 289 Abgeordnetensitze gebracht hatten, die Konservativen hatten 249 Mandate retten können, während die 58 liberalen Abgeordneten damals zum Zünglein an ber Waage wurden. Bis zum Jahre 1931 hatte das Arbeiterkabinett so gründlich abgewirtschaftet, baß es sogar innerhalb ber Partei zu der Spaltung zwischen Macbonald unb einer kleinen für bie Bildung einer nationalen Regierung unter Beteiligung aller Parteien sich einsetzenden Anhängerfchar auf der einen und den unentwegten Dogmatikern der Partei unter Führung des vor kurzem gestorbenen Henderson auf der anderen Seite gekommen war. Macdonalb trat zurück unb die Oktoberwählen des Jahres 1931 brachten der Arbeiterpartei einen Erdrutsch, der fast einer Vernichtung gleichkam. Im neuen Unterhaus blieben nur 56 Abgeordnete der Arbeiterpartei. Die Konservativen errangen mit 453 Mandaten mehr als zwei insgesamt für die Regi erung ( 99). Land der Pharaonen war türkischer Tributärstaat in den Händen sich gegenseitig bekämpfender Mallsten gung verboten. * einen Staatsstreich ersetzte der König 1930 die ihm Der nb au Vertreter für alle Versicherungsbranchen, vorhandener Bestand wird übertragen. Vergütet werden höchste Fnkassv- und Abschluß-Provisionen, gegebenenfalls ein monatlicher Zuschuß. Angebote von Herren, die bereits in der Branche tätig waren und gute Erfolge nachweisen und das bestehende Geschäft voranbringen können, sowie Verbindungen zu der dortigen Industrie haben, erbeten unter F-M- 4416 an Ala, Frankfurt am Main, Karserstratze 15. 6523v Gut erhaltener Zwillings- finOerraogen ^061?. [04925 0? sagt d. Ge- schäftsst. d. G.A. 1 Paar neue „Berger"- Damen Ski (Gr. 185) z. verkaufen. 04896 Zu erfr. i. d. Geschäftssinn. Schöner [04902 Mantel f.8-10j.Mädch., billig zu verkauf. Crednerstr. 181. 10-12000 M für 1. Hnpothek a. Geschäftshaus gesucht. Schriftl. Angebote unter 04907 and. G.A. 5000— RM. als 1. Hypothek auf neues Wohnhaus in Giehen z. 1. 1. 36 ges. Schr. Ang. unt. 04921 a.d.G.A. Welches anständ. Fraulein ev., aus bürgerl. -Kreisen, Ende 20, hätte Lust zur gesell. Unterh. a. einig. Abend. Schr. Ang. unt. 04920 a.d. G.A. I., geb. Dame, d. läng. i. 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Wenn auch nicht alle Theoretiker der Geschichte zu jeder Zeit dies zugegeben haben, so hat doch jeder Mensch, der Geschichte machte, jeder große Führer unter dem Gesetz einer Verantwortung gestanden, die ihn nicht willenlos treiben ließ, sondern ihm befahl, alle möglichen Folgen ins Auge zu fassen und nicht zuletzt durch seinen Einsatz den Gang des Geschehens zu hemmen, zu fördern, zu zwingen. Daß immer wieder einzelne daran scheiterten, daß sie ihre Kraft überschätzten, spricht nicht gegen die Führerpersönlichkeit und ihre Macht, sondern gegen die Selbstüberschätzung oder das Unvermögen der Irrenden. Aber auch die einzelnen sind nicht allein die Träger der Geschichte. Sie sind es nur, soweit sie aus ihrem Willen sich zu Exponenten der Kräfte machen und es auf Grund ihrer Anlagen werden können. Helden der Weltgeschichte sehen wir zugrunde gehen, wenn das Krämervolk, das sie gegen eme Weltmacht zum Siege führen wollen, verzagt und verzichtet. Um diese ewige Spannung zwischen den Grundkräften der Gesuchte, Blut und Boden, und den Trägern dieser Kräfte, den Führern, ist durch den Nationalsozialismus ein tieferes Wissen aufae- brochen. Die historische Dichtung hat sich dieser Fragen bemächtigt und großartige Schöpfungen aus diesem Ideengehalt gestalten können. Besonders reichhaltig ist das neue Schrifttum über die deutsche Vorgeschichte. Notwendig genug ist diese Besinnung auf die Vorzeit. Wilde Nomaden, die auf dem Bärenfell liegen und Met trinken, die die Frauen arbeiten lassen und selbst faulenzen, das ist die Vorstellung von den Germanen, die heute noch nicht die ganze Kulturwelt überwunden hat. Die Sucht nach Liebesabenteuern, die Freude an Kriegszügen und Raufereien sind nach dieser Meinung die letzten Ziele, um derentwillen die Germanen kämpften und lebten. Hjalmar K u tz l e b ist vor allem der Schriftsteller, der abseits der fachlichen Forschung zwar mit dem Rüstzeug der Wissenschaft, aber doch mit der gestaltenden Kraft des Dichters von der Vorzeit kündet. Sein schönstes Buch ist „Steinbeil und Hünengrab, Deutschland in der Vorgeschichte" (Hanseatische Derlagsanstalt Hamburg, Preis 5,80 Mark). Er weist im einzelnen die altgermanische Kulturhöhe nach. Weit davon entfernt, die Germanen für das auserwählte Volk zu erklären, kann er doch begeistert berichten von dem tiefen Glauben und Gesinnung der Ehre und Treue oder aber der Pracht der Baukunst oder des Schmuckes. Achtung und Begeisterung erweckt das Buch, recht geeignet ist es, einzuführen in die ehrwürdige Kultur der Germanen. In das politische Geschehen dieser Zeit führt uns sein Buch: „D e r erste Deutsche, Roman Hermann des Cherusker s" (Westermann Braunschweig, Preis 5,50 Mark). Keine wilden Berserker waren die germanischen Fürsten und Führer, sondern Staatsmänner von Format — eine Tatsache, die gerade die Römer bei Armin erfahren mußten, als es zu spät war. Sein tragisches Scheitern an seiner Hauptaufgabe, der Einigung der deutschen Stämme, erschüttert den Zuschauer, der den zweitausendjähri- qen Kampf um diese Einheit rückschauend überblickt. Kutzleb macht uns Arminius in diesem Buche unmittelbar lebendig. Der Auseinandersetzung mit den Römern folgt die Abwehr der Hunnen. Gerhart Ellert hat in „Attila" (Speidelsche Verlagsbuchhandlung Wien IX, Preis 6 Mark) meisterhaft das Schicksal ihres Führers gezeichnet. Wenn auch geschichtlich treuer als Etzel im Nibelungenlied, steht „Attila" doch ebenso als Kämpfer mitten im dramatischen Geschehen der weltgeschichtlichen Auseinandersetzungen jener Zeit. Ellert denkt nicht daran, ihn verächtlich zu machen; die Achtung vor dem fremden Volkstum arbeitet natürlich nur die wesensgemäßen Unterschiede heraus. Ellert ist Könner: Das beweist auch sein Werk „Der Zauberer" (Speidelsche Verlagsbuchhandlung Wien IX, Preis 6 Mark). Die Weltuntergangsstimmung der Jahrtausendwende drückt sich in den Charakteren, die groß und einfach sind, aus. Als Dämon und Dunkelmann steht den gläubigen Menschen gegenüber der Zauberer, Erzbischof Gerbert von Reims, der Intrigant und ruhlose Ehrgeizling. Selbst als Papst Sih vester II. am Ziel seiner Pläne, bleibt er der Spielball der Mächte, die die Zeit bestimmen. Ein dramatisches Buch, gegenwartsnahe in seinen Problemen, geschichtlich zuverlässig in seinem Aufbau und in der Wiedergabe der Ereignisse. Ebenso bewährt sich Ellert in seinem Roman „Karl V." (Speidelsche Verlagsbuchhandlung Wien IX, Preis 6 Mark). Karls des Fünften Leben wird hier zu einer heldischen Einheit, die folgerichtig zerbrechen muß an der Vielheit der Völker, die sein Reich zunächst noch in sich befaßt. Dieser politische Machtstandpunkt steht der doch letzten Endes entscheidenden Idee des Volkstums ebenso fremd gegenüber wie der Glaubensbewegung der Reformation. Daß er an diesen Tatsachen zerbrechen mußte, ist nicht nur die Ueber- zeugung des Dichters, der aus seiner Haltung heraus Karl V. in dieser Weise begriff, es ist auch der Gang der Geschichte. Den Blick für geschichtsmäßige Perioden und Gestalten können wir undebingt Eugen Colerus für feinen Roman „Leibni z" (Verlag Paul Zsolnay, Berlin) zufprechen. Diese Biographie nimmt sich die große Aufgabe vor, einen Menschen zu erfassen, dessen weltumspannende Macht und dessen ewige Taten im Denken bestanden haben. Ebenso wie dem Denker Leibniz wird Colerus aber auch dem Politiker gerecht. Die politische Geschichte Europas in der Barockzeit ersteht in ihrer Verschlun- genheit, in der Leibniz, dessen geistiger Rang zugleich seinen politischen ausmacht, eine der Hauptrollen spielt. Der Verfasser vermag sogar die geistigen Entdeckungen Leibnizens in ihrer selbständigen wissenschaftlichen Bedeutung darzustellen, so z. B. wenn er die Entdeckung und die weiteren Schicksale des Differentialquotienten uns miterleben läßt, ohne vom Leser nennenswerte mathematische Vorkenntnisse zu fordern; er führte ein in Leibniz, im besten Sinne des Wortes. Die preußische Aufgabe erscheint in Robert Hohlbaums Buch „Stein. Roman eines Führers" (Verlag Langen/Müller, München). Es ist ein Werk aus einem Guß, der die politische Dynamik der ersten 12 Jahre des 19. Jahrhunderts wirklich wieder heraufbeschwören kann, der mit innerer und äußerlicher politischer Treue die Ideen Steins zu gestalten vermag, die Reformen, den Kampf mit Napoleon. Alles in allem ein politischer, nicht nur ein historischer Roman, denn die Beziehungen des Steinschen Kampfes zur Gegenwart werden einem bald klar. So, wenn er seinen Freiheitsbegriff absetzt, von der Gedankenwelt der Aufklärung, so, wenn feine Reformen im Grunde auf germanische Körperschaftsideen zurückgehen, fo, wenn er in allen seinen verschiedenartigen Plänen immer wieder nur die Zusammenfassung aller lebendigen Kräfte der Nation zur Mitarbeit am Staat und zur Sorge um ein Reich der Deutschen erstrebt. Das Buch hat das Recht, sich Roman eines Führers zu nennen, denn es zeigt wirklich das Emporwachsen eines Führers aus Erniedrigung und Zerklüftung zu preußischer und deutscher Erneuerung ... Sehen wir rückschauend auf die Fülle geschichtlicher Tatsachen, die in der heutigen Dichtung wieder vor uns lebendig werden, so kommt es uns fast sonderbar vor, daß das Jahrhundert nach Stein vor allem mit Einschluß der wilhelminischen Zeit keine irgendwie bedeutsamen dichterischen Ausdeutungen erfahren hat. Wie eine ferne Zeit ohne Wirkung auf uns steht diese Periode vor uns, bis dann der Weltkrieg wieder mächtig in die Seele eingreift. Eine ganze Reihe von Romanen sind hier in letzter Zeit entstanden. Weitaus am wertvollsten von diesen scheint uns „Volk im Feuer" von Otto Paust (Herbert Fischer-Verlag, Niedersedlitz i. S.) zu sein. Der Frontkämpfer und SA.-Führer im Norden Berlins umreißt die Gestalt des Kriegers an der Front. Er stellt dem leidenschaftlichen Kämpfertum und Opfergeist, die sich in der Hölle der Schlachten bewähren und der Pflichterfüllung der deutschen Soldatenfrau gegenüber den Händler- geift und den verlogenen Patriotismus gewisser Kreise, denen die Front fremd war, die aber mit dem Willen zur Verteidigung ebenso Geschäfte zu machen suchten wie später mit pazifistischen Ge- dankengängen. Mit meisterhafter Feder gestaltet Paust das ergreifende Schicksal des deutschen Frontkämpfers. Er tritt damit in die Reihe der deutschen Dichter des Weltkrieges wie Jünger, Schauwecker, Beumelburg u. a. Die furchtbare Nachkriegszeit hatte im trostlosen Geschick des deutschen Arbeiters ihren schlimmsten Ausdruck gefunden. Alfred E. Schröder hat diese Wirklichkeit in ihrer ganzen Tragik dargestellt in seinem Buche „Prolet am Ende" (Holle & Co., Berlin. Preis 3,80 Mark). Der Schrecken der Arbeitslosigkeit trifft auch den Arbeiter im Berliner Osten, der, an allen Idealen verzweifelnd, dem Marxismus verfällt. Das Buch ist vor allem eine Anklage gegen jene Gesinnung, die den Arbeiter erbitterte und zum Proletarier werden ließ, indem sie sich selbst über ihn erhob und sich besser dünkte. So klingt das Buch aus mit dem Appell an die Gesinnung: ohne aufdringliches Pathos, aber mit ein* dringlicher Kunst. Die Wende des deutschen Volkes zu seiner Erneuerung ist noch zu nahe, als daß sie zu einer großen dramatischen Dichtung schon in einem Schriftsteller hätte ausreifen können. Einen aus- gezeichneten heiteren Roman aber hat Mario Heil de Brentani in seiner „Villa Pappschachtel, ein heiterer Roman um junge Menschen unserer Tage" (Verlag Deutsche Kulturwacht, Berlin. Preis 3,50 Mark) geschaffen. Einfache Menschen kämpfen sich durch, siegen gegen ein widerwärtiges Schicksal. Sie bleiben sich selbst treu, der kämpfende Dichter und der Bürger, jeder Träger des Geschehens. Ein Bekenntnis ist das Buch, das aber nirgendwo ausgesprochen wird und um so mächtiger in der Haltung der Menschen liegt. Ein mutiger junger Bursche bricht mit dem Vaterhaus, dem Studentendasein, das doch 1930 für ihn nur eine wohlklingende Bezeichnung für Erwerbslosigkeit bedeutete. Im Berliner Zeitungswesen arbeitet er sich hoch. Alles ist Leben, nirgends Langeweile. Die Not macht ihn zum Mann, der Dinge und Menschen, wo es notwendig ist, hart anpacken kann. So ist das letzte Buch wie jeder gute historische Roman Ausdruck des inneren Werdens des Volkes in einer Zeit. Er läßt Wesen und Größe eines geschichtlich bedeutsamen Schicksals durch das Erlebnis erkennen, er gestaltet nicht private Ereignisse und Begebenheiten, sondern er ist immer Ausdruck völkischen Werdens. Studenten am Scheidewege. Eine Unterredung mit Albert Derichsweiler, Reichsamtsleiter des NSDStB. Die letzten Monate haben eine Klärung von wesentlicher Bedeutung für die studentische Erziehungsarbeit der Bewegung gebracht: die Frage der Korporationen ist grundsätzlich entschieden, sie steht nicht mehr zur Erörterung. Der NSD.-Studentenbund, die für die politisch- weltanschauliche Erziehung der Gesamtstudentenschaft allein zuständige, dem Stellvertreter des Führers unmittelbar verantwortliche Stelle der Partei, hat in geradliniger Fortführung feiner Politik die Folgerungen aus der Entwicklung der jüngsten Zeit gezogen. Sein Ruf richtet sich heute nicht mehr an Korporationen, sondern einzig und allein an den. studierenden jungen Menschen unmittelbar. Der Reichsamtsleiter des NSD.-Studentenbundes, Albert Derichsweiler, hat Gelegenheit genommen, sich mit einem Vertreter des DNB. über die nunmehrige hochschulpolitische Lage und vor allem über die Grundlagen der weiteren Arbeit des NSD.-Studentenbundes zu unterhalten. Er entwickelte im Laufe der Aussprache folgende Gedankengänge: 2Hit Beginn des neuen Semesters ist jeder Student vor die Frage gestellt, ob er sich dem IlSD. Studenlenbund eingliedern oder ob er sich außerhalb des Bundes halten will. Ein Zwang kommt nicht in Betracht, denn Rational- fozialismus kann nicht erzwungen werden. Die Frage lautet nicht „Muß ich?", sondern „Dars ich im RSD.-Studentenbund tätig sein?" Der RSD.'Studentenbund ist bestimmt, eine Ausleseorganisation der Bewegung, der nationalsozialistische Stoßtrupp auf den deutschen Hochschulen zu werden. Daher kommt es ihm nicht daraus an, möglichst viele Mitglieder zu haben; er wird von vornherein, wenn auch nicht schematisch, seine Mitgliederzahl beschränken. Mitgliedschaft im NSD.-Studentenbund bedeutet nicht Uebernahrne von Rechten, Ansprüchen und Anwartschaften, sondern genau so wie in der Be- AEG Elektro- esaoV Kühlschränke „Santo-Junior“ Bezug d. d. Fachhandel wegung überhaupt zuerst einmal Uebernahrne von Pflichten. Es handelt sich aber nicht um Pflichten, die etwa bloß gelegentlich herantreten. Der NSD.-Studentenbund gibt nun feiner Organisation — er ist in Hochschulgruppen gegliedert — einen festgefügten Unterbau, und zwar in Kameradschaften. Jedes Mitglied muß einer Kameradschaft angehören; welcher Kameradschaft, das ist seiner Wahl freigefteUt. Der Kameradschaftsführer wird vom Hochschulgruppenführer ernannt. Er soll in Zukunft aus der Kameradschaft selbst heraus- wachsen. Seine Ausgabe ist vor allem, dem ganzen Leben in der Kameradschaft einen neuen, den n a - tionalfozialistifchen Stil, zu geben. Dabei kann nicht nur, es soll sogar jede Kameradschaft ihr eigenes Gesicht haben. Die Hauptsache aber ist und bleibt die einheitliche und geschlossene weltanschauliche Grundhaltung. Ist es das Ziel, die nationalsozialistische Grundhaltung, dem jungen Menschen zum ehernen Lebensgesetz zu machen, so gilt es, diesem Ziel in sicherem Fortschreiten immer näher zu kommen. Das ist Sinn und Zweck des vom NSD.-Studentenbund für die gesamte Studienzeit seiner Mitglieder aufgestellten Erziehungsplanes: 3m ersten Semester ist das Kameradschaftsmitglied lediglich Anwärter des RSD.- Sludenlenbundes. Seine Führung, feine gesamte Lebenshaltung wird der Prüfstein für feine endgültige Aufnahme fein. Diese Entscheidung wird vor allem in den Frühjahrsferien fallen; denn hier kommt der Anwärter in e in es der Lager des Bundes. Rach dem 2. Semester muß jedes Mitglied des RSDStB. sechs Wochen lang an dem allgemeinen studentischen Landdienst teilnehmen. Der Landdienst . Theaterabend in Bern. (§in heiteres Reiseerlebnis von Hanns Iohst. Von liebenswürdiger Anmut und erfrischendem Humor ist das Buch „M a s k e und G e s i ch t", das jüngste — die „Reise eines Nationalsozialisten von Deutschland nach Deutschland" schildernde — Werk Hanns I o h st s, der soeben zum Mitglied des Reichskultursenates ernannt wurde. Mit Erlaubnis des Verlages Albert Langen/Georg Müller in München bringen wir daraus den folgenden Abschnitt. Die Boheme! Es ist eine geschlossene Aufführung. Aber schließlich stellt ein listenreicher Logendiener einen Stuhl in ein Abteil des Ersten Ranges, und während die Ouvertüre das Publikum des Abends zu gemeinsamem Erlebnis verstrickt, stolpere ichi in die Finsternis einer Höhle. Ich fetze mich ängstlich auf meine Armefünderbank und zählte, da ich die Bühne zunächst noch nicht sehe, die Häupter der lieben Mitmenschen, die der Zufall vor mir auf- baute. Ich bin der böse Siebente. Mein Kommen ist nicht beachtet worden. Die Gesichter schauen angestrengt nach vorn. Langsam gewöhnt sich mein Auge an das Dunkel. Ich vermag die einzelnen zu unterscheiden. Ich stelle drei Männer fest und drei Personen weiblichen Geschlechts. Wie oberflächlich diese meine Feststellung war, merkte ich ein wenig später. Es handelte sich um drei Pärchen. Wie ein zu kleiner Käfig für Wellensittiche, so hmg unsere Loge im Geheimnis dieses Berner Opernhauses. Wo sah ich die letzte Aufführung der Boheme? Richtig, in Rom ... im Teatro Costanzi. Dort hatte man den Zuschauerraum kaum verdunkelt. Boheme? ... Jeder Anwesende kannte diese Musik die Arien ... die Fabel. Wichtiger als die Szene waren die Brillanten der Herzogin d'Efte. Die Sänger sangen ihre Arien ein wenig blasiert. Mein Gott Puccini...? Dankbar ... dankbar ... aber es gibt' größere Aufgaben für den Musikliebhaber. Man singt diese Sache dem Publikum zuliebe. Das Publikum hat einen Narren an dem falten Händchen gefressen, also schluchzt man diese Sentimentalitäten virtuos in das ausverkaufte Haus In Rom plauderte das Publikum, soweit es nicht leise mit- fummte, den ganzen Abend hindurch nur wenn ein besonders hoher Ton in Erwartung stand, hielt das Haus, wie auf geheimes Kommando, den Atem an. Wir kennen diese Stille vom Variete her, wenn die Kapelle aussetzt und damit der fünffache Salto- mortale ohne Netz, unter Trommelwirbeln, die an Hinrichtungen gemahnen, bevorsteht. Nun, in Bern war ein völlig anderes Publikum zu Gaste. Ich war der einzige, der diese Oper zu kennen schien. Das ganze Haus empfing Ton um Ton, als fände die Uraufführung statt. Der erste Akt begann. Schräg vor mir saß ein junges Ding aus dem Berner Oberland. Sie war zu Besuch. Ihr Bräutigam war Metzgergeselle. Ihm war der Kragen zu eng, aber er vergaß es. In seinem Gesangverein gab es bei Gott Stimmen, aber hier ... Donner und Doria! Gelernt bleibt gelernt. Und schließlich hatte der Tenor seines Vereins ja auch nicht so viel Zeit zum lieben... Da vorne fangen eben Berufssänger, die Tag und Nacht sangen. Und seine Braut? Als Mimi auftrat, krampfte sich ihre Hand um mein Knie. Sie hielt es für eine Sesfellehne. Als die Kerze erlosch, war rnrtn Bein schon restlos abgedrosselt, und beim Duett vom kalten Händchen gab ich für die Wiederbelebungschance meiner Wade keinen Dreier. Den Irrtum aufklären? Wer hätte es gewagt, diese Mädchenseele, die in der tiefsten Erregung zitterte, zu der ein Menschenherz fähig ist, wer hätte es gewagt, diesen Traum mit einem „Pardon" zu zertrümmern? Ich dachte über Sparta nach und gab mein Bein auf. Um restlos ehrlich zu fein ... ich bin fein Held. Ich wollte eben ...da hörte ich, roifr ihre ver- fieberte, gutturale Stimme im spröden Dialeft ihren Freund fragte: „Ist das alles wahr?" Dessen Gesicht glühte wie ein Lampion über einem buddhistischen Altar. Ihm hatte es längst die Stimme verschlagen. Er nickte in ihre Augen. Dieser Blick dieser zwei Augenpaare ... Ich warf mein Bein von mir wie em Mühlenrad So schleudern heilige Märtyrer ihre brest- baften Glieder wie lästige Todsünden von sich. Ich hätte immer über das blonde, strenge, schlicht angebürstete Haar des Mädels streicheln mögen. Ich hätte immer nur „Du" flüstern fönnen vor lauter Glück, daß es noch solch eine Gefühlsreinheit in der Welt gibt. Aber das nahm mir der Bräutigam ab. Er fuhr mit schwerer Hand zu seinem Mädel und legte sie in ihren frommen Schoß. Da löste sich die Fessel von meinem Knie, und zu dem Liebeslied von Rudolf und Mimi gesellte sich der Lobgesang meiner Kniefehle ... Linfs von diesen zwei Menschenfindern saß ein Paar, dessen Versunfenheit den zweiten Aft adelte. Es waren Leutchen, die sich mit diesem Theaterbesuch einen großen Luxus gönnten. Er war kleinerer Beamter, sie mochten acht Monate verheiratet sein, denn spätestens in vier Wochen erwarteten sie ihr erstes Baby. Die Untreue, die nun in der Boheme ihr verwildertes Spiel begann, erschreckte die kleine Mutter tief. Herrrgott, so flehte ihr ängstlicher Atem, daß ihr Joseph nur fein Rudolf würde! Mochte er eine viel häßlichere Stimme haben als der Betörer da vor uns, die Hauptsache war: die Treue. Sollten seine Beine ein wenig frummer sein als die leichtsinnigen schönen Beine des Tenors ... die Hauptsache war: die Treue!! Liefet, so hieß die fleine Frau, hängte sich bei Joseph ein ... besser ist besser ... Und Joseph blähte sich ein wenig unter dieser Seelenangst. Ja, ja, Liefet, so flüstert seine stolze Brutalität, wir Männer sind begehrte Artifet ... Aber dann erschraf er gleich selber über seine Schlechtigfeit, und als Mimi das erstemal hüstelte, legte er seiner Liefet ein wollenes Tuch, das gute Stück feiner Ersparnisse, sein Weihnachtsgeschenk, fürsorglich um die breiten Schultern, Schultern, hinter denen pralle Berner Lungen atmeten, aber: besser ist besser ... Vorn an der Brüstung saß ein Teuselsfert mit einem Spitzbart und einem Kneifer auf der fleischigen Nase. Er begrüßte alle Anwesenden. Er schien der Schriftführer der Gesellschaft, die für diesen Abend das Theater gemietet. Diese Oper war sein Werf. Jeden Beifall quittierte er mit geschmeicheltem Kopfnicken nach allen Seiten. Er fannte die Sänger und er fannte die Sängerinnen ... Die Musette war nicht nach seinem Geschmack. „Das Mädel geht nicht genug aus sich heraus!" Aber endlich war er auch mit Musette zufrieden. Nun, Mimi fam ans Sterben. Wir standen, fnieten, saßen alle um ihr Lager herum und heulten wie die Schloßhunde. Unsere Loge trieb wie die Arche Noah in der Sintflut der Tränen. So etwas van Weinen habe ich noch nie erlebt. Ich wollte mich für meine Person von diesem Wettweinen etwas fernhalten ... es ging nicht. Es lag eine Suggestivfraft in diesem Gemein- schaftsschluchzen, es packte mich, und ich heulte mit. Ich weiß nicht, wessen Taschentuch ich benutzte. Wer noch eine trockene Ecke hatte, gab sie laullos dem Nächsten, ohne das erblindete Gesicht vom Schmerzenslager der Mimi zu wenden. Wir hörten längst kein Orchester mehr und keine Singstimme... Ich glaube, die hatten auch auf- gehört und weinten ... meinten mit. Ser Tischler aus Altendorf. Zehn Kinder hat dieser Tischler aus Attendorf. Das älteste ist dreizehn, das jüngste ein Jahr alt. Die Familie verzehrt wöchentlich zwölf Brote und sieben Pfund Margarine. Die andere Nahrung sind Kartoffeln. Küche und Stube — das ist die Woh- nung. „Das Geschäft geht nicht gut; immerhin ist es besser als vor drei Jahren", erzählte der Meister, „da war ja der Teufel los. Eineinhalb Jahre bin ich als Arbeiter gegangen, für sieben Mark die Woche. Der Kinder wegen mußte ich es tun. Seit aber die Landwirte wieder kaufen können, bin ich auch wieder als Tischler tätig." „Es geht uns auch heute noch nicht rosig", fällt die Frau des Meisters ein, „das können Sie sich denken, bei den vielen Kindern. Aber die „Großen" besorgen immer die „Kleinen", und ich kann meinem Mann doch ab und zu mal eine Handreichung tun. Und bann hat ja auch der Führer an uns gedacht. Als wir vorn WHW. zu Weihnachten für zwei Jungens Hofen, für ein Mädchen Schuhe, Marmelade und 22 Lebensmittelgutscheine bekamen, war ich direkt erschrocken vor Freude. Wir sind so dankbar dafür und so zufrieden." (Aus der Broschüre: „Kleine Begebenheiten einer großen Sache" von Dr. Karl Schar» ping, erschienen im Verlag: „Der Märkische Adler", Verlagsgesellschaft m. b. H., Berlin W 57.) Zeitschriften — Im Novemberheft der Zeitschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München, Einzel- preis 0,70 RM.) zeigt Friedrich Leiter vom Rasse- biologischen Institut der Universität Hamburg neue Wege zur Rasfenseelenkunde, einer grundlegenden Wissenschaft im nationalsozialistischen Staat. Sehr aufschlußreiche Mitteilungen über „Gemeinsame Ahnen großer Männer" bringt Dr. Fr. Bretschneider, Calw. Die bekanntesten schwäbischen Geistesgrößen werden genannt und ihre Ahnenreihen zusammengestellt. Kleine Beiträge behandeln die „Mutuation und ihre Bedeutung" und „Neues von den Genen". Viel Wissenswertes bringt wieder die Rubrik „21u^ Rassenhygiene und Bevölkerungspolitik". Der schön» Bildschmuck des Heftes stammt von dem Dresdens Künstler Joseph Gerlach. ■ wird jetzt von der Studentenschaft in Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesbauern- schasten organisiert. 3n praktischer Arbeit am deutschen Boden hat sich zu erweisen» wer wirklich ein ganzer Kerl ist. Da hat er der Landwirtschaft nützliche Dienste in der Erntezeit zu leisten und gleichzeitig im Zusammenleben mit der Familie des Bauern ein Stück Dolkstumsarbeit zu vollbringen, indem er namentlich durch seine ganze Persönlichkeit einen engen inneren Kontakt zwischen Bauern und Studenten herstellt und so die Volksgemeinschaft an einem wichtigen Punkte festigt. Nach dem vierten Semester wird der Student aus der aktiven Kameradschaft entlassen und in die Fachschaft abgeordnet. Die Fachschaftsarbeit hat nichts mit der systematischen Vertiefung des Fachstudiums an sich zu tun, konkurriert also nicht mit anderen Einrichtungen. Sie hat vielmehr die besondere Aufgabe, in enger Zusammenarbeit mit dem NS.-Dozenten- bund und anderen zuständigen Stellen der Partei wie NS.-Aerztebund, NS.-Juristenbund usw. das Fachwissen unter den Gesichtspunkten der nationalsozialistischen Weltanschauung zu betrachten und kritisch zu überprüfen. Die Mitarbeit in der Fachschaft findet für das Mitglied des NSD.-Studentenbundes — und nur von diesen Studenten ist hier die Rede — ihren Abschluß mit dem Abgang von der Hochschule, also in der Regel mit dem Staatsexamen, nach dem der liebertritt zu den entsprechenden Gliederungen der Partei erfolgt. Aus alledem ergibt sich zwanglos die Haltung, die der NSD.-Studentenbund jetzt gegenüber den Korporationen einnimmt. 3m Augenblick bietet sich ihm folgende Lage: Wie die studentischen Verbände hat sich ein Teil der Korporationen a u f g e l ö st; ein anderer Teil der Korporationen hat sich dem RSD.- Studentenbund als Kameradschaftszelle zur Verfügung gestellt; eine dritte Gruppe will abseits bleiben, sie interessiert den NSD.-Studentenbund nicht mehr, und irgendeine Zusammenarbeit mit ihr kommt nicht in Frage. Von jenen aber, die sich ihm zur Verfügung gestellt haben, wird nach Prüfung aller Voraussetzungen ein Teil übernommen, ein anderer Teil kann nach Zusammenlegung der bisherigen Korporationen ebenfalls als Kameradschaft eingegliedert werden. Im ganzen Reich wird der NSD.-Studentenbund 180 bis 200 Kameradschaften zu je 20 bis 30 Mann bilden. In München z. B. werden etwa 12 bis 15 Kameradschaften gebildet; hier haben sich bisher 50 Korporationen zur Verfügung gestellt. Schon daraus geht hervor, daß die Uebernahme weitgehend Zusammenlegungen voraussetzt. Die Zusammenlegung selbst bleibt Sache der zu übernehmenden Korporationen, mit ihr wird sich der NSD.- Studentenbund nicht befassen. Die Altherrenschaf t e n der übernommenen Korporationen bilden sich zu Altkameradschaften um. In sie werden auch alle Aktiven vom fünften Seme st er an übergeführt, da zu den Kameradschaften nur Studenten vom ersten bis vierten Semester herangezogen werden. Die seitherigen studentischen Korporationsangehörigen werden, soweit sie nicht bereits Mitglieder des NSD.-Studentenbundes sind, unter den gleichen Voraussetzungen wie die ersten Semester, d. h. z u n ä ch st nur als Anwärter, in die Kameradschaft ausgenommen. Die Kameradschaftsarbeit, organisch aufgebaut, ist nationalsozialistische Arbeit. Sie wird daher keinesfalls unter dem Deckmantel falschverstandener Traditionspflege einen alten Zopf fortschleppen. Es muß ganz klar ausgesprochen werden: Die seitherige Entwicklung des studentischen Verbandswesens ist zum Abschluß gekommen. Der Wendepunkt ist erreicht. Der Weg zu neuen Zielen und zu den ihnen gemäßen Formen ist gewiesen. Das muß jeder Student wissen, der nun sein erstes Semester beginnt und dem Hochschulgruppenführer klar Rede und Antwort zu stehen hat: NSD.-Studentenbund oder nicht? Die Ausführungsverordnungen zu den Aürnberger Gesetzen. Berlin, 15. Nov. (DNB. Funkspruch.) Das Reichsgesetzblatt Teil 1 Nr. 125 vom 14. November 1935 veröffentlicht die erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz und die erste Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Beide Verordnungen tragen das Datum des 14. November 1935. Der Wortlaut der Verordnungen ist folgender: Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz. Auf Grund des § 3 des Reichsbürgergesehes vom 15. September 1935 (Reichsgefehblatt I Seite 1146) wird folgendes verordnet: 8 1. 1. Vis zum Erlaß weiterer Vorschriften über den Reichsbürgerbrief gelten vorläufig als Reichs- b ü r g e r die Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes, die beim 3nkraftreten des Reichsbürgergesehes das Reichstagswahlrecht besessen haben oder denen der Reichsminister des 3nnem im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers das vorläufige Reichsbürgerrecht verleiht. 2. Der Reichsminister des 3nnern kann im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führer das vorläufige Reichsbürgerrecht entziehen. § 2. 1. Die Vorschriften des 8 1 gelten auch für dieftaatsangehörigenjüdifchenRlifch' l i n g e. 2. 3üdifcher Mischling ist, wer von einem oder zwei der Rasse nach volljüdischen Großelter nt eilen abstammt, sofern er nicht nach § 5 Absatz 2 a l s 3 u d e gilt Als volljüdisch gilt ein Großelternteil ohne weiteres, wenn er der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat. § 3. 1. Rur der Reichsbürger kann als Träger der vollen politischen Rechte das Stimmrecht in politischen Angelegenheiten ausüben und e i n öffentliches A m t bekleiden. Der Reichsminster des 3nnern oder die von ihm ermächtigte Stelle kann für die Uebergangszeit Ausnahmen für die Zulassung zu öffentlichen Aemtern gestatten. Die Angelegenheiten der R e l i g i o n s - gesellfchaften werden nicht berührt. § 4. 1. Ein 3 ude kann nicht Reichsbürger sein. 3hm steht ein Stimmrecht in politischen Angelegenheiten nicht zu; er kann ein öffentliches Amt nicht bekleiden. 2. 3üdifche Beamte treten mit Ablauf des 31. Dezember 1935 in den Ruheftand. Denn diese Beamten im Weltkrieg an der Front für das Deutsche Reich oder für seine Verbündeten gekämpft haben, erhalten sie bis zur Erreichung der Altersgrenze als Ruhegehalt die vollen zuletzt bezogenen ruhegehaltsfähigen D i e n st b e z ü g e; sie steigen jedoch nicht in Dienstaltersstufen auf. Rach Erreichung der Altersgrenze wird ihr Ruhegehalt nach den letzten ruhegehaltsfähigen Dienstbezügen neu berechnet. 3. Die Angelegenheiten der Religionsgesellschaften werden nicht berührt. 4. Das Dienstverhältnis der Lehrer an öffentlichen jüdischen Schulen bleibt bis zur Reuregelung des jüdischen Schulwesens unberührt. 8 5. 1. 3ude ist, wer von winde st ens drei der Rasse nach volljüdischen Großeltern ab- slammt. §2 Absatz 2 Sah 2 findet Anwendung. 2. Als 3 ude gilt auch der von zwei v o H - jüdischen Großeltern abstammende staats- angehörige jüdische Mischling: a) der beim Erlaß des Gesetzes der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat oder danach in fie ausgenommen wird; b) der beim Erlaß des Gesetzes mit einem 3 u- den verheiratet war oder sich danach mit einem solchen verheiratet; c) der aus einer Ehe mit einem 3uden im Sinne des Absatzes 1 stammt, die nach dem 3nkrafttreten des Gesetzes zum Schuhe des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15. September 1935 (Reichsgesehblatt I, Seite 1146) geschlossen ist; 6) der aus dem außerehelichen Verkehr mit einem 3 uden im Sinne des Absatzes 1 stammt und nach dem 31. 3uli 1936 außerehelich geboren wird. 86. 1. Soweit in Reichsgesehen oder in An- ordnungen der Rationalsozialisti- schen Deutschen Arbeiterpartei und ihrer Gliederungen Anforderungen an die Reinheit des Blutes gestellt werden, die über § 5 hinausgehen, bleiben sie uube- rührt. 2. Sonstige Anforderungen an die Reinheit des Blutes, die über § 5 hinausgehen, dürfen nur mit Zustimmung des Reichs- ministers des 3nnern und des Stellvertreters des Führers gestellt werden. Soweit Anforderungen dieser Art bereits be- stehen, fallen sie am 1. 3anuar 1936, wenn sie nicht von dem Reichsminister des 3nnern im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers zugelassen werden. Der Antrag auf Zulassung ist beim Reichsminister des 3nnern zu stellen. 8 7- Der Führer und Reichskanzler kann Befreiung en von den Vorschriften der Ausführungsverordnungen erteilen. Berlin, den 14. Rovember 1935. Der Führer und Reichskanzler. Gez.: Adolf Hitler. Der Reichsminister des 3nnern. Gez.: Frick. Der Stellvertreter des Führers. Gez.: R. Heß. Reichsminister ohne Geschäftsbereich. LrsteVerordnunszurAusMrungdesGeseheSWM Schutze desdeusschendlutes undder dmtschenShre Auf Grund des § 6 des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15. September 1935 (Reichsgesetzblatt I, Seite 1146) wird folgendes verordnet: § 1- 1. Staatsangehörige sind die deutschen Staatsangehörigen im Sinne des Reichsbürgergesetzes. 2. Wer jüdischer Mischling ist, bestimmt § 2 Absatz 2 der ersten Verordnung 14. November 1935 zum Reichsbürgergesetz. (Reichsgesetzblatt I, Seite 1333.) 3. Wer Jude ist, bestimmt § 5 der gleichen Verordnung. § 2. Zu den nach § 1 des Gesetzes verbotenen Eheschließungen gehören auch die Eheschließungen zwischen Juden und staatsangehörigen jüdischen Mischlingen, die nur einen volljüdischen Großelternteil haben. § 3 1. Staatsangehörige jüdische Mischlinge m i t zwei volljüdischen Großeltern bedürfen zur Eheschließung mit Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes oder mit Staatsangehörigen jüdischen Mischlingen, die nur einen volljüdischen Großelternteil haben, der Genehmigung des Reichsministers des Innern und des Stellvertreters des Führers oder der von ihnen bestimmten Stelle. 2. Bei der Entscheidung sind insbesondere zu berücksichtigen die körperlichen, seelischen und charakterlichen Eigenschaften des Antragstellers, die Dauer der Ansässigkeit seiner Familie in Deutschland, seine oder seines Vaters Teilnahme am Weltkrieg und seine sonstige Familiengeschichte. 3. Der Antrag auf Genehmigung ist bei der höheren Verwaltungsbehörde zu stellen, in deren Bezirk der Antragsteller seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. 4. Das Verfahren regelt der Reichsminister des Innern im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers. § 4. Eine Ehe soll nicht geschlossen werden zwischen staatsangehörigen jüdischen Mischlingen, die nur einen volljüdischen Großelternteil haben. § 5. Die Ehehindernisse wegen jüdischen Bluts- einschlages sind durch § 1 des Gesetzes und durch § 2 bis 4 dieser Verordnung erschöpfend geregelt. § 6. Eine Ehe soll ferner nicht geschlossen werden, wenn aus ihr eine d i e Reinerhaltung des deutschen Blutes gefährdende Nachkommenschaft zu erwarten ist. § 7. Vor der Eheschließung hat jeder Verlobte durch das Ehetauglichkeitszeugnis (§ 2 des Ehegesundheitsgesetzes vom 18. Oktober 1935 — Reichsgesetzblatt I, Seite 1246) nachzuweisen, daß kein Ehehindernis im Sinne des § 6 dieser Verordnung vorliegt. Wird das Ehetauglichkeitszeugnis versagt, so ist nur die Dienstaufsichtsbeschwerde zulässig. § 8. 1. Die Nichtigkeit einer entgegen dem § 1 des Gesetzes ober dem §2 dieser Verordnung geschlossenen Ehe kann nur im Wege der Nichtigkeitsklage geltend gemacht werden. 2. Für Ehen, die entgegen den Paragraphen 3, 4 und 6 geschloffen worden sind, treten die Folgen des § 1 und des §5 Absatz 1 des Gesetzes nicht ein. § 9. Besitzt einer der Verlobten eine fremde Staatsangehörigkeit, fo ist vor einer Uniformen": Wehrmacht in feinster Maßarbeit Erste Spezialkräfte, Garantie f. tadellosen Sitz —- Reparaturen — Effekten Herren-Bekleidungshaus Gießen G.m.b.H. Marktplatz Vertraffslieferant der Heereskieiderkasse Nußraub. Von Hans Friedrich Blunck. Das Schönste am Herbst waren die Ferien, und es gab keine Ferien, die wir Kinder nicht in dem weitläufigen Handelsgewese Tante Hannas im kleinen Olenbrake verbrachten. Aber prächtiger als Kornböden und Röhrenlager, köstlicher als Apfelbäume, als Säcke mit Dörrpflaumen, die hinterm Boden aufgeftapelt waren, war der ungeheure Walnußbaum, der mitten im Hof stand, in dem man wie ein Eichhorn von grünen Nüssen leben konnte und aus dessen Zweigen man als Feldherr alles überschaute, was drunten auf dem Holperpflaster zwischen Ein- und Ausfahrt der Wagen verhan- velt und behandelt wurde, was die Bauern auf- und abluden, ja sogar was es zu Mittag gab, weil man mit einigem Geschick schräg von oben in die Hausküche blinzeln konnte. Natürlich war es streng verboten, in den Walnußbaum zu klettern. Einmal weil die Pferde es nicht vertragen konnten, wenn ihnen von den Klet- terästen die Früchte gerade vor die Hufe platzten. Dann aber auch weil Tante Hannas Walnußbaum seinen eigenen Erntetag hatte, an dem der Kutscher „Fritz" nicht ohne künstlich befeuerten Mut die große Brandleiter der Reihe nach gegen alle Aeste lehnte, um für Winter und Weihnachten zu pflücken. Es war der Tag, den wir haßten; auf unsere Ehre ging es, dem zuvorzukommen. Das war nicht ohne Gefahren. Tante Hanna, feit Jahren Witwe, führte das große Geschäft in „landwirtschaftlichen Bedarfsartikeln" mit fester Hand. Sie war großzügig, sie lud ihre Schwagerkinder in den Ferien zu sich und übersah es, wenn einem die Bluse voll Aepfel hing und der Mund blau vom Bickbeerensaft schimmerte. In einem aber war sie gewalttätig gegen ihre beide Jungen und hartherzig gegen mich: „Daß ihr mir nicht aus den Walnußbaum klettert!" Und deshalb war's drin eben am allerschönsten auf der weiten Welt, deshalb schmecken mir heute die Walnüsse nicht nach Weihnachten, wie bei andern Leuten, sondern nach übertretenen Verboten. Deshalb mußten wir immer gerade noch einmal in den Baum, wenn wir hörten, daß Fritz anderntags die Brandleiter anfteHen sollte. Einen heimlichen Zugang gab es. Ein Zweig des ilten Riesen reichte über den Saatenspeicher. Wenn 'an durch ein Hinterfenster in den Schuppen ein» eg, die Leiter zum Kornboden hinaufkroch, oben e Luke hochstellte und vorsichtig über die Dach- nnen niederkroch, konnte man ungesehen bis zum „Kamelhöcker" kommen, einem schon blank gerutschten Zweig, über den man rittlings krauchend ins dichte Laub gelangte. Aber vorsichtig, sehr vorsichtig! Man trug eine bunte Mütze, man entzündete schon die erste Kastanienpfeife in der Kalkhöhle. Gerade für jenes Höhenlager hatten wir indes einen Vorrat an Nüssen nötig, einen tüchtigen Vorrat, den jeder Fremde und die Mädchen zumal schlohweiß beneiden mußten. Und bann kam ein Herbst, nach bem es von selbst zu Enbe ging. Wieder sollte Fritz anberntags Ernte halten, unb wir berieten lange hin unb her. Enblich erbot sich ber eine ber Vettern, es mit mir zu wagen. Der anbere ging wie in tiefen Gebauten auf bem schon abenbleeren Hose auf unb ab. Er hatte nichts zu tun, als sich über ben Nußsegen, ber von oben niederplatzte, zu erstaunen unb ben Gewinn unauffällig hinter ben Röhren aufzustapeln. Herrlich war es für uns anbern, bie ohren- raufchenbe allmächtige Wilbnis eines solchen Riesen mit feinem bitter-herb buftenben Laub unb ben Dolben ber bickgrünen Nüsse um uns zu spüren. Sehr vorsichtig gingen wir bei, sie zu pflücken unb langsam mir leisem Pfiff eine nach ber anbern bem unten Wartenben zuzuwerfen. Er hatte inbes nicht viel Glück an biefem Tag. Ein Fenster tat sich auf, eine Stimme fragte, ob er wirklich mit allen Schularbeiten bis zum Fe- rienenbe fertig sei. Unb weil er es allzu heftig bejahte, haschte es ihn, würbe er herein befohlen, seine Hefte zu zeigen „Wo finb bie anbern eigentlich?" hörte man noch gerabe mit halbem Ohr. Dann würbe es wieber still. Eine Weile stillen Nachbenkens. Es blieb nichts übrig, als selbst bie Taschen bis zum Bersten voll- zupfropfen. Danach half man sich mit ber blauen Bluse, bie allerbings abscheulich grüne Flecken bekam unb beim Klettern leicht ein Uebergewicht gab. Aber wozu hat man bie eigene Mütze? Wir beiben Verschworenen klommen lautlos von Ast zu Ast, wir stauben mit gespreizten Beinen auf schaukel- bünnen Aesten, um bie Nüsse zu packen unb in bie mit ben Zähnen festgehaltene Mütze zu tun. Wir hüpften, vorsichtig auf Schutz gegen Sicht bebacht, wie die Affen von Gabel zu Gabel und lachten über den dummen Dritten, der sich zu Schularbeiten fassen ließ. Dann hörten wir wieder einen Schritt überm Hof. Lautlos erstarrten wir, so wie wir uns gerade gebettet hatten. Heber einem winddünnen Ast lag ich, langgestreckt, einen Fuß noch in dem Nachbarzweig verhakt, die Hände schon im halbgrünen Holz über mir, um nach Halt zu suchen. Immerhin, so hätte ich es aushalten können, bis Tante Hanna wieder gegangen wäre. Hätte ich nur nicht gerade die schwere Mütze zwischen den Zähnen gehabt, hätte die Mütze sich nicht unter mir an einem Reis festgezurrt, so daß ich fie mit aller Gewalt nicht hochbringen konnte, vielmehr mit krummem Nacken unter Atemnot mit Kiefer unb Lippe sie festhalten mußte. Tante Hanna aber hatte Verdacht geschöpft. Sie ging einmal, fie ging breimal um ben uns bergen» ben Riesen herum, sie fragte wie in hohler Ver- rounberung: „Ist jemanb im Baum?" Sie reckte den Hals nach oben — schon fühlte ich, wie mir alle Zähne im Mund locker wurden —, fie zog die Stirn kraus und bog sich zurück, die Hände in den Hüften. Sie betrachtete kopfschüttelnd die feuchten Flecke und Reste vieler gesprungener Nüsse auf dem Pflaster, sie nahm einen alten Wurfknittel auf, aber der war sichtlich längst außer Dienst getan, und sie ging schließlich mit einem Seufzer, der bis in meine pochenden Ohren und krampfmüden Kiefern drang. Ja, vielleicht hätte ich es ausgehalten, bis sie in der Tür war, aber die Sorgenvolle blieb unterwegs kopfschüttelnd an den Tonröhren stehen, zwischen denen wir Jungens neulich unfern letzten Kamps gefochten hatten — man trug damals eiferne Absätze. Und da wurde die Zeit denn doch zu lang. Die Lippen sprangen mir vor Schmerz, die Zähne knirschten; noch einmal ein Haken nach unten, aber die Mütze löste sich nicht. Da ließ ich stöhnend los, unb gerabe hinter ber erschrockenen Frau barst aus einmal mit ungeheurem Gepolter unb ohne Wind ein Nußsegen aus bem Baum nieber, als fei ber Böse barin auf Wanberung. Es war vielleicht auch an bem, baß sie im ersten Augenblick an etwas Aehnliches bachte. Tante Hanna tat einen lauten Schrei, sie hob bie Röcke von ben Füßen und lief sieben Schritte bis außer Reichweite des Zauberbaums. Dann wandte sie sich und besah auf Abstand den Haufen zerspaltener Schalen und hellbrauner Nüsse. Und sie sah auch die Mütze, die dazwischen lag, ging schweigend darauf zu, hob sie auf und schritt damit ins Haus, ohne ein Wort zu sagen, ohne auch nur noch einmal nach oben zu blicken. Vielleicht hatte sie gesehen, daß die Mütze keinem ihrer Jungen gehörte — oh, die gingen nicht in einen Baum, wenn es verboten war. Oder war es Erbarmen? Als ich mich einem Dieb gleich zu Bett schlich, bleckte mich ein zerrissenes Leder an, lag die Mütze voll schweigenden Vorwurfs auf meinem Bett. Es war der letzte Nußraub. Gute Tante Hanna! Sterbender Löwe tötet einen Jäger. Als Hugh Lumley Hall, der vom Fort Jamefon in Rhodesien aus einen Jagbausflug unternommen hatte, nicht zur verabredeten Zeit zurückkehrte, wurden Truppen ausgeschickt, die den Busch absuchten. Es gelang ihnen auch den Vermißten zu finden, der tot unter einem von ihm erlegten Löwen lag. Hier hatte sich ein dramatischer Kampf zwischen Mann und Löwe abgespielt, der vermutlich folgenden Verlauf nahm. Als Hall durch den Busch ftreifte, traf er offenbar ganz unvermutet auf einen Löwen, der ihn sofort anfiel. Zwar gelang es dem Jäger noch, zu schießen, und dabei fügte er dem Löwen eine schwere Verwundung zu. Aber das verletzte Tier warf ihn nieder, und vergebens versuchte Hall sich mit einem zweiten Schuß der Bestie zu erwehren. Sie fügte ihm mit ihren letzten Kräften eine tödliche Verletzung zu. Bald darauf ist der Löwe selbst seinen Verwundungen erlegen. Er kannte sich nicht mehr in den Busch schleppen, sondern blieb tot über feinem Opfer liegen. Was ein INesendampfer verbraucht. Die neuesten Riefendampser sind mit ihren guteingerichteten Wohnungen, den prächtigen „Ladenstraßen", ihren Schwimmbädern, Turnhallen, Bibliotheken und Wintergärten kleine Städte für sich. Das wird deutlich, wenn wir uns nur einmal die Zahlen ansehen, die für eines unserer schönsten deutschen Schiffe gelten. Die „Bremen" erforderte für ihre gesamte „Bewohnerzahl" von 3200 Menschen, einschließlich der Besatzung, auf einer einzigen Rundreise von Bremen nach Neuyork und zurück: 21 000 Kilogramm frische Fleisch- und Wurstwaren, etwa 8500 Kilogramm Wild und Geflügel, 12 200 Kilogramm frische, gesalzene und geräucherte Fische und andere Wasserttere, etwa 8000 Büchsen Konserven, 7200 Kilogramm Backwaren und Mehlerzeugnisse, 10 300 Kilogramm Mehl, 5500 Kilogramm Kaffee, Tee, Kakao und Zucker, 4000 Kilogramm Butter, 6500 Liter Milch und Sahne, 60 000 Stück Eier, 20 000 Kilogramm frisches und getrocknetes Obst, 45 000 Kilogramm Gemüse, 2500 Kilogramm Speiseeis und noch vieles mehr. Die drei Großdampfer, die im wöchentlichen Schnellverkehr zwischen Bremerhafen und Neuyork beschäfttgt sind, stehen im Nahrungsmittelverbrauch mir wenig hinter dem Bedarf einer kleineren Stadt zurück und find deshalb für die deutsche Wirtschaft ein nicht zu unterschätzender Posten. Versagung des Aufgebotes wegen eines der im § 1 des Gesetzes oder in dem §2 bis 4 dieser Verordnung genannten Ehehindernisse sowie vor einer Versagung des Ehetauglichkeitszeugnisses in Fällen des § 6 die Entscheidung des Reichs- ministers des Innern einzuholen. § 10 Eine Ehe, die vor einer deutschen Konsularbehörde geschlossen ist, gilt als im Inlands geschlossen. § U Außerehelicher Verkehr im Sinne des § 2 des Gesetzes ist nur der Geschlechtsverkehr. Strafbar nach § 5 Absatz 2 des Gesetzes ist auch der außereheliche Verkehr zwischen Juden und staatsangehörigen jüdischen Mischlingen, die nur einen volljüdischen Großelternteil haben. § 12. 1. Ein Hau s h a l t ist jüdisch (§3 des Gesetzes), wenn ein jüdischer Mann Haushal- tungsvorstand ist oder der Hausgemeinschaft angehört. 2. Im Haushalt beschäftigt ist, wer im Rahmen eines A r b e i t s o e r h ä l t n i s s e s in die Hausgemeinschaft ausgenommen ist, oder wer mit alltäglichen Haushaltsarbeiten oder anderen alltäglichen, mit dem Haushalt in Verbindung stehenden Arbeiten beschäftigt ist. 3. Weibliche Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes, die beim Erlaß des G e - f e tz e s in einem jüdischen Haushalt beschäftigt waren, können in diesem Haushalt in ihrem bisherigen Arbeitsoerhältnis bleiben, wenn sie bis zum 31. Dezember 1935 das 3 5. Lebensjahr vollendet haben. 4. Fremde Staatsangehörige, die weder ihren Wohnsitz noch ihren dauernden Aufenthalt im Jnlande haben, fallen nicht unter diese Vorschrift. § 13. Wer dem Verbot des § 3 des Gesetzes in Verbindung mit § 12 dieser Verordnung zuwiderhandelt, ist nach § 5 Absatz 3 des Gesetzes strafbar, auch wenn er nicht Jude ist. § 14 Für Verbrechen gegen § 5 Absatz 1 und 2 des Ge- setzes ist im ersten Rechtszuge die Große Straf- k a m m e r zuständig. § 15 Soweit die Vorschriften des Gesetzes und seine Ausführungsverordnungen sich auf deutsche Staatsangehörige beziehen, sind sie auch auf Staatenlose anzuwenden, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Jnlande haben. Staatenlose, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Auslande haben, fallen nur dann unter diese Vorschriften, wenn sie früher die deutsche Staatsonge- Hörigkeit besessen haben. § 16. 1. Der Führer und Reichskanzler kann Befreiungen von den Vorschriften des Gesetzes und der Ausführungsverordnungen erteilen. 2. Die Strafverfolgung eines fremden Staatsangehörigen bedarf der Zustimmung der Reichsminister der Justiz und des Innern. § 17. Die Verordnung tritt an dem auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft. Den Zeitpunkt des Inkrafttretens des § 7 bestimmt der Reichsminister des Innern; bis zu diesem Zeitpunkt ist ein Ehetauglichkeitszeugnis nur in Zweifelsfällen vorzulegen. Berlin, den 14. November 1935. Der Führer und Reichskanzler. Gez.: Adolf Hitler. Der Reichsminister des Innern. Gez.: Frick. Der Stellvertreter des Führers. Gez.: R. Heß, Reichsminister ohne Geschäftsbereich. Der Reichsminister der Justiz. Gez.: Dr. Gärtner. Staatssekretär Siulkart erläutert dieVerordnungen Berlin, 15. Nov. (DNB.) Der Presse erläuterte der Staatssekretär S t u ck a r t im Reichsinnenministerium die Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz und Erste Verordnung zur Ausführung des Gesetzes zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre. Er führte u. a. etwa aus: Das Reichsbürgergesetz und das Blutschutzgesetz mit ihren Ausführungsoestimmungen bilden die grundlegende gesetzliche Regelung des Rassenproblems. Beide Gesetze heben den Träger deutschen und artverwandten Blutes heraus, das erste, indem es ihm allein die vollen politischen Rechte und Pflichten einräumt, das zweite, indem es die Blutmischung zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Bluts verbietet. Für die Reichsbürgerschaft verlangt das Reichsbürgergesetz den Willen und die Eignung des Staatsangehörigen, dem deutschen Volk und Reichsvolk zu dienen. Es fordert ferner als wesentliche Voraussetzung die Blutszugehörigkeit zum deutschen Volk oder die Blutsverwandtschaft mit ihm. Dadurch sind die Juden ohne weiteres vom Erwerb des Reichsbürgerrechts ausgeschlossen. Nur der Reichsbürger kann als der alleinige Träger der staatlichen und politischen Rechte und Pflichten in Zukunft zum Reichstag wählen und gewählt werden, sich an Volksabstimmungen beteiligen, Ehrenämter in Staat und Gemeinden ausüben und zu Berufsund Ehrenbeamten ernannt werden. Es kann also kein Jude in Zukunft ein solches offizielles Amt mehr ausüben. Alle jüdischen Beamten scheiden daher mit dem 31. Dezember unter Gewährung des gesetzlichen Ruhegehaltes aus ihren Stellungen aus, soweit es sich dabei um Frontkämpfer handelt, mit ihrem vollen Dienstgehalt. Der deutsche Staatsangehörige erwirbt das Reichsbürgerrecht durch einen staatlichen Hoheitsakt, die Erteilungdes Reichsbürgerbriefes. Da aber bis zur Verleihung des endgültigen Reichsbürgerrechts und Erteilung des Reichsbürgerbriefes infolge der großen Zahl der Verteilungen geraume Zeit verstreichen wird, trägt Paragraph 1 der Verordnung zum Reichsbürgergesetz dieser Notwendigkeit Rechnung, indem er oas vorläufige Reichsbürgerrecht allen Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes, die am 15. September 1935 das Reichstags- wahlrecht besaßen, zuerkennt. Die Reichsbürgerschaft steht auch den in Deutschland lebenden Minderheiten wie Polen, Dänen usw. offen. Beide Gesetze, das Blutschutz- und das Reichsbürgergesetz mit ihren Ausführungsverordnungen enthalten zugleich die großzügige Lösung des Judenproblems. Sie bringen eine klare Scheidung zwischen Deutschtum und Judentum und schaffen dadurch die gesetzliche Grundlage für einen modus vivendi, der allen Belangen gerecht wird. Ausgehend von der Erkenntnis, daß es sich beim Judentum um eine blutsmäßige Gemeinschaft handelt, gewährleistet dieses Gesetz dieser Gemeinschaft ihr Eigenleben t n gesetzlich gezogenen Grenzen, die sich insbesondere aus der Bestimmung ergeben, daß dem Juden das Zeigen der jüdischen Farben unter staatlichem Schutz gestattet ist. In gleicher Weise gestattet der Staat den Juden die freie Religionsausübung, das eigene kulturelle Leben und Erziehung. Umgekehrt aber ist dem Jüdentum für alle Zukunft die Vermischung mit dem deutschen Volkstum und die Einmischung in die staatliche, politische und kulturpolitische Gestaltung Deutschlands u n m ö g - l i ch gemacht. Ob jemand Jude ist oder nicht, entscheidet die überwiegende Menge Erbmasse einer Person oder das auf bestimmte Lebensoorgänge und freien Entschluß beruhende B e* f e n n t n i s zum Judentum. Maßgebend ist die Abstammung von drei oder vier Großelternteilen, die der Rasse nach Volljuden sind oder gewesen sind. Als Juden werden ferner Staatsangehörige zur Hälfte jüdischer Erbmasse behandelt, die ein Bekenntnis zum Judentum im Sinne des § 5 Abf. 2 abgelegt haben. Als jüdische Mischlinge sind grundsätzlich deutsche Staatsangehörige anzu- sehen, die einen oder zwei der Rasse nach vollblütige Großelternteile haben. Die deutsch-jüdischen Mischlinge können Reichsbürger werden, jedoch unterliegen sie auch weiterhin den in anderen Reichsgesetzen aufgestellten Anforderungen an die Reinheit des Blutes. Sie erwerben auf Grund des Paragraphen 2 der Ersten Verordnung zum Reichsbürgergesetz das vorläufige Reichsbürgerrecht. Die Behandlung als Jude oder deutsch-jüdischer Mischling ist insbesondere für das Eherecht von Bedeutung. Ehen zwischen Juden im Sinne des § 5 und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes und Staatsangehörigen mit einem Viertel jüdischer Erbmasse sind schlechthin verboten und unter Strafe gestellt. Staatsangehörigen mit zur Hälfte jüdischer Erbmasse ist es freigestellt, ebensolche Staatsangehörige ober auch Juden zu heiraten, in welch letzterem Falle sie als Juden behandelt werden. Dagegen ist die Ehe eines Staatsangehörigen mit zur Hälfte jüdischer Erbmasse mit einem staatsangehörigen Deutschen oder artverwandten Blute an die Genehmigung des Reichsministers des Innern und des Stellvertreters des Führers geknüpft. Ehen unter Mischlingen mit ein Viertel jüdischer Erbmasse sollen überhaupt nicht geschlossen werden. Dagegen steht es ihnen frei, eine Ehe mit staatsanaehörigen Deutschen ober artoerroanbten Blutes zu schließen. Soweit in anberen Reichsgesetzen ober in Anorbnungen ber NSDAP, unb ihrer Glieberungen Aufarbeitungen an bie Reinheit bes Blutes gestellt werben, bie über ben eben bargelegten Jubenbegriff hinausgehen, bleiben sie u n - berührt. Dagegen fallen alle anberen Arierbestimmungen in Satzungen unb Organisationen unb Vereinen jeber Art mit bem 1. Januar 1936 fort, sofern sie nicht vom Reichsminister bes Innern unb vom Stellvertreter bes Führers ausbrücklich genehmigt werben. Oer Träger der Mutfahne schwer verunglückt. ■■ * > ■ W ■> >\ >/.Avx> MM UW W M Der SS.-Sturmbannführer Ratsherr Jakob GrImming e r, ber als Träger ber Blutfahne allen bekannt ist, wurde — wie schon kurz gemeldet — am Münchener Justizpalast von einem ins Schleudern geratenen Kraftwagen angefahren. Er erlitt schwere Verletzungen, doch gibt sein Befinden gegenwärtig zu Besorgnissen keinen Anlaß. — (Weltbilb-M.) Geschichten aus aller Welt. Nachbruck, auch mit Quellen-Angabe, verboten! Der „Liebling von Australien" ist gestorben. (zi) Sidney. In Perth in Westaustralien starb ber „Liebling von Australien" im Alter von 75 Jahren. „Liebling von Australien" ist nicht etwa ein willkürlich gewählter unb privater Kosename, sondern ein höchst amtlicher Titel gewesen! Die ihn trug, war eine Frau Grace Vernon Drake-Brockmann, die Mutter eines bekannten Mitgliedes des australischen Bundesschiedsgerichts. Vor 59 Jahren, als löjähriges Mädel, ritt sie zusammen mit einem eingeborenen Diener todesmutig in die Brandung bei Kap Leeu- roin und rettete dort die Besatzung des in den Klippen gestrandeten Segelschoners „Georgette". Sie erhielt dafür nicht nur eine goldene Uhr mit Kette vom Gouverneur, sondern auch den offiziellen Ehrentitel „Liebling von Australien". Außerdem war sie Besitzerin der britischen Rettungsmedaille. DerMarin.der denNamen seinerFrau vergaß A.Bl. (Tbif ago. In Chikago hat sich dieser Tage ein seltsamer Fall von Gedächtnisschwäche ereignet. Ein gewisser Bruce Bacon hatte vor etwa zwei Wochen geheiratet. Er war stellungslos, sein in Chikago lebender Schwiegervater hatte ihm aber einen Posten in Aussicht gestellt. Nach kurzen Flitterwochen machte sich also Bacon nach Chikago auf. Als er dort angekommen war, mußte er zu seinem Entsetzen die Entdeckung machen, daß er den Namen seiner Frau und feines Schwiegervaters vergessen hatte. Auch der Name des Ortes, in dem er gewohnt hatte, war ihm vollständig entfallen: nur feinen eigenen Namen hatte er behalten, aber da der Name Bacon nicht gerade selten ist, konnte die Polizei mit dieser Angabe allein nicht viel anfangen. Bisher ist es noch nicht gelungen, die näheren Lebensumstände Bacons festzustellen. Man hat ihn in Polizeigewahrsam genommen, da man wohl nicht mit Unrecht der Annahme ist, daß seine Frau ihn schließlich einmal vermissen und sich dann bei ihrem Vater in Chikago melden wird. — Derartige Fälle von plötzlichem Gedächtnisoerlust sind äußerst selten. Nur während des Krieges und unmittelbar nachher waren sie etwas häufiger, doch handelte es sich auch damals in vielen Fällen um Betrugsversuche. Mister Bacons Fall scheint dagegen „echt" zu sein. Welcher Patz gilt auf den Falkland-Jnseln? (hk.) Buenos Aires. Schon seit langem geht zwischen England unb Argentinien ein Streit darüber hin und her, wem nun eigentlich die Falkland-Jnseln gehören. Jetzt hat Argentinien einen sehr energischen Schritt unternommen, indem es die 2500 Einwohner ber Inseln für bie argentinische Steuer vorveranlagte. Aber über biefe Kleinigkeiten würbe man noch Hinwegkommen, wenn nicht bas argentinische Ministerium des Innern nunmehr überraschend auch angeordnet hätte, daß allen Einwohnern die Pässe entzogen werden sollen, um diese durch argentinische Staatspapiere zu ersetzen. Und noch ein Kuriosum: Alle Briefe, die mit jenen Briefmarken beklebt sind, bie England auf den Falkland-Jnseln ausgab unb bie an deren Besetzung durch England im Jahre 1833 erinnern, werden künftig als „unfrankiert" betrachtet unb in Argentinien mit Strafporto belegt. Man wirb vermutlich keinen Krieg anfangen wegen ber Falklanb-Jnseln. Aber einen kleinen Tanz wirb es schon in nächster Zeit geben. Dafür sorgen bie Steuerbriefe von Argentinien, bie Briefmarken von England und die Pässe in den Händen der Einwohner. Das verkannte Perlenhalsband. (t) Kopenhagen. Nach einer merkwürdigen Wanderung ist ein Perlenhalsband in die Hände der Eigentümerin, der Mrs. Britport, zurückgekehrt. Sie war in Kopenhagen und wohnte hier einem Ball bei. Unbemerkt löste sich das Halsband von ihrem Nacken. Jemand sah das Schmuckstück auf der Erde liegen, dachte aber, es sei irgendeine billige Talmiware und gab es dem Saxophonfpieler, an dem der Finder gerade vorübertanzte. Der Musiker betrachtete das Schmuckstück, schätzte es nicht höher als 200 Oere ein unb reichte es bem Dirigenten ber Kapelle hin. Der warf es lachend ,-x BLAUPUNKT SUPER 4W55 Ein 4 - Rohr - Super mit Kreiselantrieb ä für RM 265.— mit Röhren! g. Das vollkommene Fernempfangsgerät: trennscharf, weitreichend, stark und schön im Ton • Seine 2 entschei- denden technischen Neuerungen•. Der Kreiselantrieb, der VkA das Einstellen der Sender zur Freude macht, und der automa- tische Wellenschalter, der es überflüssig macht, auf die verschie- denen Wellenbereiche umzuschalten! tn jedem guten Fachgeschäft. Prospekte durch i Ideal Werke AO«, Berlin-Hohenschönhausen OMA Ski billigst 6612D bei ber Skiwerkstälte M.GrMl>lMe,SAllen Kinderski von 6 RM. an Verlangen Sie kostenlose Offerte. .. • und zum Bauen übermann Senking-Herd für Kohle, mit 2 Gasstellen, Größe: 2,40X1,00 Meter, Wärmetiich für Gas Größe: 2,00X0,80 Dieter, wenig gebraucht, auch einzeln preiswert abzugeben. W. Arcularius, Marburg a. d. 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Für andere wird Genehmigung nur beim Nachweis besonderer Verdienste um das ehemals verbündete Land erteilt. Die von einer Landesregierung oder mit ihrer Genehmigung sowie die von einem ehemaligen Lande's Herrn verliehenen Orden und Ehrenzeichen dürfen insoweit getragen werden, als sie bis zum Inkrafttreten der Verordnung verliehen worden sind. Damit ist klargestellt, daß weitere Orden und Ehrenzeichen von diesen Stellen nicht mehr verliehen werden dürfen. Die Verordnung enthält ferner Bestimmungen über das Ehrenzeichen des deutschen Roten Kreuzes, das Sportehrenzeichen und die Auszeichnung für die Errettung von Menschen aus Lebensgefahr. Sie sieht die Schaffung eines Reichfeuerwehrehrenzeichens und eines R e i ch s t r e u - dienstabzeichens durch den Reichsminister des Innern sowie die Schaffung eines Reichsgrubenwehr-Ehrenzeichens durch den Reichswirtschaftsminister vor. Die gewerbs- oder geschäftsmäßige Vermittlung der Verleihung von Orden und Ehrenzeichen wird untersagt. Unter Strafandrohung wird angeordnet, daß derjenige, der Orden und Ehrenzeichen 'feilhält, diese sowie die dazu gehörigen Bänder nur gegen Vorlegung eines ordnungsmäßigen Ausweises an Privatpersonen aushändigen darf. Orden, Ehrenzeichen und Ordensbänder dürfen nur von solchen Verkaufsstellen vertrieben werden, die von dem Reichswirtschaftsminister zugelassen sind. Der Schachwettkamps um die Weltmeisterschaft. Die am Donnerstag unbeendet gebliebene 19. Partie wurde am Freitag fortgesetzt. Sie schwebte in einer für E u w e sehr ungünstigen Stellung. Der holländische Meister setzte den Kampf zwar noch eine zeitlang fort, mußte aber nach 56 Zügen die Partie a u f g e b e n. Der Stand des Wettkampfes ist: Aljechin 7, Euwe 5, remis 7. — Die nächste Partie wird in Amsterdam gespielt. Wegen Wördes zum Tode verurteilt. Von dem Schwurgericht Ulm wurde der Angeklagte Karl Müller aus Laupheim wegen Mordes zur Todes st rafe und wegen versuchten Mordes zu acht Jahren Zuchthaus und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt. Die Ehefrau Müllers erhielt wegen Beihilfe eine Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus. Das Gericht erkannte gegen sie gleichzeitig auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren. Dem Urteil liegt folgender Tatbestand zugrunde: In der Nacht zum 16. August 1931 wurde der Hausierer Ganser aus Laupheim ermordet. Es gelang damals nicht, den Täter ausfindig zu machen. Streitigkeiten zwischen der Ehe- ■iiTTBi»Mr«Mi—in-iMn,iiiiiiriiiiini 111 r »n frau des Ganser und Müller, der sie nach dem Tode Gansers geheiratet hatte, führten auf die Spur des Täters. Ganser stand damals einer Verbindung der beiden im Wege: man kam auf den Gedanken, ihn kurzerhand zu beseitigen. Der erste Versuch hierzu in der Silvesternacht 1930 mißlang. In der Nacht zum 16. August 1931 gelang dann der Mordplan. Müller stieß Ganser in einen Fluß. Ganser ertrank. Müller, der anfänglich die Tat geleugnet hatte, legte zuletzt ein Geständnis ab. Die Likörbrennerei der Mönche von Eharfreuse durch Erdrutsch zerstört. Die bekannte französische Likörbrennerei der Mönche von Chartreuse, nach denen der Likör „Grande Chartreuse" benannt ist, ist d u r ch einen Erdrutsch zerstört worden. Die Brennerei liegt in Fourvoire in der Nähe von Grenoble am Fuße eines Berges, dessen Felsen teilweise weit über den darunter liegenden Weg und den Fluß heroorragen. Plötzlich loste sich ein mächtiger Felsblock und rollte auf die Brennereigebäude hinab, wobei er riesige Mengen Erde mit sich riß. Die Mönche gaben sofort Alarm, so daß sich alle Anwesenden in Sicherheit bringen konnten. Zwei Gebäude, in denen große Behälter untergebracht waren, wurden zerstört. Der losgelöste Felsblock hat jedoch eine Verlagerung des Gesteins nach sich gezogen und immer wieder rollten neue Felsen von dem Berg herunter. Wenig später wurde das ganze Gebäude von einem neuen Erdrutsch vollkommen verschüttet. Truppen sind an den Unglücksort entsandt worden, da eine in unmittelbarer Nähe liegende Messerschmiede ebenfalls bedroht ist. Guter Fang der Kriminalpolizei G eßen. Die Kriminalpolizeistelle Gießen berichtet: Am gestrigen Freitag wurden in der Universität zwei Herrenmäntel und aus dem Stu- denkenheim eine Aktenmappe mit Dächern gestohlen. Rach umfangreichen Ermittlungen konnte am Abend der Täter mit seinem Komplicen in einem hiesigen Hotel, wo er sich als Buchhändler unter dem falschen Namen Josef Dietrich in das Fremdenbuch eingetragen hatte, festgenommen werden. Auf dem Zimmer des Täters konnten drei Koffer, drei Aktenmappen, acht Herrenmäntel, eine Anzahl Bücher, vier Photoapparate, ein Revolver und eine Wenge anderes Diebesgut beschlagnahmt werden. Außerdem wurden bei seinen Effekten eine große Anzahl Pfandscheine über versetzte Wäntel, Geige, Gitarre und Schreibmaschine vorgefunden. Der 26jährige Haupttäter Richard D r i e h e a aus Essen-Stehle hat vorwiegend Universität s- st ä d t e ausgesucht und dort in den Lehranstalten der Universitäten Diebstähle ausgeführt. Er wird von der Staatsanwaltschaft Oppeln wegen Rückfalldiebstahls, von der Staatsanwaltschaft O e l s wegen widernatürlicher Unzucht und von der Landeskriminalstelle Karlsruhe wegen Diebstahls gesucht. Bei seinem Komplicen handelt es sich um den 24jährigen Albrecht Schneller aus- Ober-Lahnstein. Beide wurden dem Amtsgericht zugeführt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Infolge des fortgesetzten Luftdruckfalles über dem Festland gelangten mit einer südwestlichen Strömung wieder feuchte Luftmassen bis zu uns. Sie. bedingen vielfach nebeliges Wetter und haben in Westdeutschland auch bereits zu leichterem Regen Anlaß gegeben. Wir verbleiben auch weiterhin auf der Grenze zwischen dem östlichen Hochdruckgebiet und dem ostatlantischen Wirbel, so daß der häufig nebelige und trübe, im wesentlichen aber trockene Witterungscharakter erhalten bleibt. Aussichten f ü r Sonntag: Zeitweilig aufheiternd, doch vielfach nebelig und trübes Wetter mit wechselnden, geringfügigen Niederschlägen, nachts nicht mehr so kalt, südliche Winde. Aussichten für Montag: Noch keine wesentliche Aenderung des Gesamtwitterungscharakters absehbar. Lufttemperaturen am 15. November: mittags 7,3 Grad Celsius, abends 1,4 Grad: am 16. November: morgens 3,7 Grad. Maximum 7,3 Grad, Minimum — 0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. November: abends 4,3 Grad Celsius, am 16. November: morgens 3,8 Grad Celsius. über die tanzende Menschenmenge hinweg dem Besitzer des Tanzsaales zu, der es auffing, einen Augenblick damit spielte und es dann auf den Tisch legte, ohne sich weiter darum zu kümmern. Inzwischen aber war von der Dame die Polizei alarmiert worden. 100 Pfund Sterling setzte sie für den Finder aus. Als man in dem Tanzsaal davon hörte, taten sich die verschiedenen Finder und Besitzer schnell zusammen und kassierten mit vereinten Kräften ihre Belohnung ein. Es soll noch sehr fröhlich geworden sein an jenem Tanzabend. Die Zeche aber bezahlte Mrs. Britport, die glücklich war, ihren Halsschmuck zurückzuhaben, der unter Brüdern und Juwelieren mehr als 5000 Pfund wert ist. Zweimal um die Welt in einer Minute 4V Sekunden. (K.) Brüssel. Selbstverständlich war dieses Experiment sorgsam vorbereitet. Aber auch dann noch ist es in seinen Auswirkungen ungemein verblüffend: In Brüssel wurde ein Radiotelegramm aufgeliefert, das rund um die Welt und wieder nach Brüssel zurück sollte, um dann noch einmal auf einem etwas veränderten Weg um die Erde zu laufen. Das Ergebnis des Versuches war, daß diese zweimalige Umkreisung des Globus in einer Minute und 40 Sekunden möglich war! Falls den Geographen die Strecke interessiert, sei sie hier aufge- sührt: Das Telegramm lief von Brüssel nach Neu- york und dann weiter über Montreal, Sidney, Bombay, via Brüssel nach London, dann über Buenos Aires nach Tokio und über Beirut und Athen abermals nach Brüssel. Der Hai, der sich nicht fangen ließ. B. Li. Marseille. Daß es nicht immer ganz leicht ist, einen Haifisch zu fangen, bewies eine dieser Bestien kürzlich den Einwohnern von Penzance. Der Hai war durch einen Zufall in ein Tauchdock geraten, und hätte nun eigentlich eine leichte Beute der Fischer werden müssen. Nachdem die Einwohner des Fischerstädtchens dem Treiben des Hais geschlagene 24 Stunden zugesehen hatten, kam man endlich auf den Gedanken, das Tier zu fangen. Die phantastischsten Vorschläge wurden gemacht, aber man einigte sich schließlich auf eine Harpune. Inzwischen war der Hai durch seine immer wiederholten Versuche, sich zu befreien, müde geworden und hatte sich zum Schlafen auf den Grund gelegt. Also mußte man warten, bis Seine Gnaden wieder geruhten aufzuwachen. Als dies geschehen mar, wurde die Harpune abgeroorfen, und man traf tatsächlich den Hai, der sich aber noch lange nicht geschlagen gab, sondern stundenlang mit ungeheurer Wut an der Harpunenleine zerrte. Als die Tore des Docks wieder geöffnet wurden, war es ihm tatsächlich gelungen, sich zu befreien und gastlichere Gestade aufzusuchen. Die Penzancer hatten das Nachsehen. Gutes Gedächtnis. (ur) Athen. In irgend einer belanglosen Angelegenheit sollte Serge Fidias vor Gericht einen Eid ablegen. Serge zählt schon 91 Jahre. Als man ihm die Eidesformel vortrug, weigerte er sich, diese Formel nachzusprechen, weil er sich, wie er sagte, genau darauf besinne, daß diese Formel einst ganz anders gelautet habe. Und er wiederholte aus dem Gedächtnis die uralte Eidesformel, wie sie vor 85 Jahren üblich gewesen war. Man schlug alte Akten nach und stellte fest, daß bis aufs letzte Wort die Eidesformel richtig war. Als sechsjähriger Knabe war Serge einmal mit ins Gericht genommen worden. Das Bild einer Vereidigung und der Schwurtext hatten sich derart in feinem Gedächtnis eingeprägt, daß er sie auch über den Zeitraum von 85 Jahren nicht vergaß. Berlin, 15.Nov. DNB.) Der Reichsminister desJn- nern hat eine umfangreiche Ausführungsverordnung zum Ordensgefetz erlassen, die die Zweifelsfragen beseitigen und den Kreis der zum Tragen zugelassenen Orden und Ehrenzeichen sowie die Voraussetzungen der Zulässigkeit ihres Tragens genau festlegen soll. Orden und Ehrenzeichen dürfen nur getragen werden, wenn sie von der dazu befugten Stelle ordnungsgemäß verliehen worden sind und der Beliehene darüber ein Besitzzeugnis oder eine Verleih ungsurkunde hat. Bei Orden und Ehrenzeichen für Verdienste im Weltkrieg ist die ordnungsmäßige Eintragung der Auszeichnung in den Militärpapieren ausreichend. Soweit Orden und Ehrenzeichen rechtmäßig, aber ohne Ausstellung eines Besitzzeugniffes verliehen worden find, bedarf es zum Tragen der Auszeichnung der Genehmigung des Reichsministeriums des Innern. Von den bei der Aufzählung der zugelaffenen Orden und Ehrenzeichen an erster Stelle stehenden Ehrenzeichen der nationalsozialistischen Bewegung dürfen folgende Ehrenzeichen getragen werden: Das Koburger Abzeichen, das Nürnberger Parteiabzeichen von 1929, das Abzeichen vom SA.-Treffen Braunschweig 1931, das Ehrenzeichen für Mitglieder unter Nr. 100 000, der Blutorden vom 9. November 1923, die Traditions- Gauabzeichen und das Goldene HJ.-Abzeichen. Zu den zum Tragen zugelaffenen Auszeichnungen gehören ferner alle während des Weltkrieges von einem Staatsoberhaupt verliehenen Orden und Ehrenzeichen. Von den erst in der N a ch k ri e g s z e i t für die Teilnahme am Weltkrieg oder an den Nachkriegskämpfen oder aus diesem Anlaß geschaffenen Orden und Ehrenzeichen sind nur das Ehrenkreuz des Weltkrieges, dasSchlesischeBewährungsabzei- ch e n (Schlesischer Adler) und bas Baltenkreuz Zum Tragen gestattet. Alle übrigen Abzeichen, z. B. das Flandernkreuz, das Langemarckkreuz, die Grat IS Liste ü ber 200 Mäköl kauft man vorteil- _ 1 1UDC1 haft nnd gut im schied.Kleider-Samte u. 80 Sorten Pe!z*Plüsdie Samthaus Schmidt, Hannover/6L. fertigen wir naturgetreu für unsere Patienten F.Ad.MullerSöhne = WIESBADENS in Gießen: Univ -Augenklinik Friedrichstr.18, vom 21. bis 23. November 1935. [6583 V Möbelhaus Leisler Neuenweg 23 6625U Polstermöbel u. Matratzen aus elienWerksiatt Lieh, den 14 November 1935. 6576 D Gießen, den 16. November 1935. 6628 D Danksagung. Für die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen erwiesene innige Anteilnahme sagen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dank. 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November 1935 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 146817 185631 199446 219658 233682 . 273440 283503 295724 325143 376251 151554 190465 205303 219954 242152 275339 285726 304393 325529 382402 129472 171930 197406 206066 222660 261619 278474 288252 310648 331577 393638 163985 195212 205797 220897 243275 277095 287062 308626 329759 389478 107835 139105 183914 199036 211400 230137 272768 262640 295159 314257 337909 131500 177119 197599 206814 228620 265336 279666 294594 310911 336959 19439 292106 295252 245328 32049 160358 180973 82841 107877 181460 381264 390345 391174 64 Gewinne zu 500 M. 2517 3611 7765 8768 26897 37653 39728 46103 56882 71073 93524 120745 121051 140791 150458 168919 187368 192452 205567 212041 229431 246303 253326 262080 269672 270170 270556 287020 341898 362817 381092 387854 2 Gewinne zu 10000 M. 72443 6 Gewinne zu 3000 M. " 2 Gewinne zu 2000 M. 6 Gewinne zu 1000 M. 18 Gewinne zu 800 M. 190307 201281 237660 178 Gewinne zu 300 M. 10014 28755 35875 36683 39249 41306 44329 45243 46135 49690 52479 54198 54802 62363 64172 67002 67100 77654 78323 95976 96537 100603 102123 102930 ------ 117198 118266 127321 ------ ------ 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Gewinne zu 300 M 862 6244 18067 23536 Ä ZILL ZML 63434 60234 64764 116895 120579 167974 289832 139914 172462 210048 246878 277176 321749 338306 348958 375082 397603 122233 141795 176981 213161 249013 295633 328581 341240 353131 378342 398591 82786 108883 125577 148929 186972 224446 269141 318219 332951 342981 358259 388373 139514 164374 207428 226925 275909 320909 338113 346472 371306 397300 134372 153852 207420 225353 272817 319145 334630 344296 366285 391500 125076 141978 180515 217220 258969 315404 332417 342093 357470 385402 399234 39936 44252 139993 72053 73559 74080 74456 75096 75921 04063 95521 100613 102484 106807 11RHQR nncnrx 121965 ------ ------ 44 Gewinne zu 500 M. 8580 15745 45343 rtqiq 71121 75201 ^63 107168 146136 165323 ^1« I?b675 196350 227361 230711 32i6d!?L 347965 358694 381337 385919 2 Gewinne zu 100000 M. 54347 2 Gewinne zu 3000 M. 186351 4 Gewinne zu 2000 M. 116030 288964 12 Gewinne zu 1000 M. ----- 182869 220977 312082 RA-A ^winne zu 600 M. 11025 58562 75897 76034 §9643 245184 262844 318355 320493 342394 OOuZOv Die Ziehung der 3. Klasse der 46. Preußisch- Süddeutschen (272. Preußischen) Klassen-Lotterie SN & mch 12, Kimber Mb tzM