Montag, 16. September 1935 185. Zahrgang Ur. 216 Erster Blatt Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Ai AAil XXwn-'X’ Heimat im Bild Die Scholle ■ ■ M d M y ||l y H L/ Lj Lj M JF B ffl B ffi Jr B für Anzeigen von 22 mm Monatr-Vezugrpreir: ■ ■ U ■ öf H H B BI B H B B B Br B Breite 7 Rpf., für Text* Mit 4 Beilagen RM. 1.95 M B ■ W B B M W W W 1B W W anzeigen von 70 mm Breite :s >VI1VIw-V-H' Vv6HV»UVen der Reichs - und Nationalflagge und das Zeigen der Reichsfarben verboten. (2) Dagegen ist ihnen das Zeigen der j ü d i s ch e n Fa r b e n gestattet. Die Aus- Übung dieser Befugnis steht unter staatlichem Schuh. 8 5. (1) Wer dem verbot des § 1 zuwiderhandelt, wird mit Zuchthausbestrast. (2) Der Wann, der dem Verbot des § 2 zuwiderhandelt, wird mitGefänguis oder mit Zuchthaus bestraft. (3) Wer den Bestimmungen der §§ 3 oder 4 zuwiderhandelt, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft. 8 s. Der Reichsminister der Innern erläßt im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers und dem Reichsminister dec Justiz die zur Durchführung und Ergänzung des Gesetzes erforderlichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften. 8 7. Das Gesetz tritt am Tage nach der Verkündung, § 3 jedoch erst am 1. Januar 1936 in Kraft. Nürnberg, den 15. September 1936. Der Führer und Reichskanzler. Der Reichsmivlster des Innern. Der Reichsminister der Justiz. Der Stellvertreter des Führers. Wir wollen uns aber heute, gerade heute, anj Reichsparteitag der Freiheit, doch wohl auch zuß rückerinnern an die Schwere des Kampfes der ver» gangenen Jahre. Vir wollen vor allem daran denken, daß es einstmals um die Entscheidung zwl- schen zwei Flaggen geht und dah diese Entscheidung grundlegend war für Sein oder Nichtsein unseres Volkes und vielleicht in feiner ferneren Bedeutung auch um Sein oder Nichtsein aller kultivierten Völker. Zwei Flaggen waren es, die letzten Endes in Deutschland um die Freiheit rangen: Ein blutrotes Tuch, in dem einen der Sowjetstern, in dem anderen aber leuchtend das Sonnenzeichen des Hakenkreuzes. Wanner des Reichstages, die Sie diesen Kampf mitgemacht hatten, die Sie wissen, worum die Entscheidung ging. Sie wissen es auch und das Volk weiß es: Hütte jene rote Flagge mit dem Sowjetstern gesiegt, dann wäre Deutschland untergegangen im Blutrausch des Bolschewismus. (Sehr richtig!) Danken wir Gott und der Vorsehung, daß unser Feldzeichen siegte, denn damit ging für Deutschland das Wunder auf der Volkwerdung und damit seiner Rettung für alle Zeiten. Wir dürfen nicht vergessen, daß in der Entschei» düng dieses Feldzeichens immer wieder Die Schwachen stark machte, wir wollen nicht vergessen, daß, solange unser Führer unser Feldzeichen, das Hakenkreuz mit den alten ruhmreichen Farben in seiner Faust hielt, er damit auch das deutsche Schicksal in seiner Faust gehalten hat. Das Hakenkreuz ist für uns ein heiliges Symbol geworden, das Symbol, um das unser ganzes Seh» nen und Fühlen ging, unter dem wir gelitten haben, unter dem wir gefochten haben, Opfer brachten und schließlich zum Segen des deutsche n D o I - fes auch gesiegt haben. Das Zeichen ist uns aber auch noch mehr geworden in diesem Kampfe. Denn dieses Zeichen war uns auch ein S y m b o l unseres Kampfes für unsere arteigene Rasse, es war uns ein Zeichen des Kampfes gegen die Juden als Rassenzerstörer. Und deshalb ft es ganz selbstverständlich, daß, wenn in Zukunft diese Flagge über Deutschland wehen soll, kein Jude dieses heilige Zeichen hissen darf. (Beifall.) Die neue Flagge soll aber auch der Welt klar» machen, daß Deutschland für immer und für alle Ewigkeit unter dem Hakenkreuz stehen wird. (Beifall.) Wer diese Flagge kränkt, beleidigt die Ration. Wir haben mit Bedauern festgestellt, was sich kürzlich in Amerika ereignet hat, und wir bedauern das amerikanische Volk darum, dah es gezwungen war, einer solchen Verunglimpfung zuzusehen. Wir elbft aber erklären frei, daß wir in dieser Tat lediglich den Ausfluß sahen, daß ein frecher Jude in seinem abgrundtiefen Haß uns niemals zu beleidigen vermag. (Lebhafte Zustimmung.) Der Sieg des Hakenkreuzes gab uns die Ehre und gab uns auch die Wehre wieder. Die Wehrmacht sehnt sich nach dem Zeichen, unter dem sie wiedererstand. Ohne daß der Sieg errungen worden wäre durch den Kampf und die Opfer und den Einsatz der braunen Bataillone, ohne diesen Sieg, wissen wir, wäre kein Bataillon, kein Schiff, kein neues Flugzeug möglich gewesen. (Beifall und Zustimmung.) Das ? Hakenkreuz ist darum für uns für alle Zeiten das Symbol der Freiheit, und es ist deshalb nur zwangsläufig, daß heute, am Parteitag der Freiheit, auch dieses Symbol derFreiheiterrichtet wird. So wie wir aber die Freiheit nach außen klar und eindeutig festgestellt haben und in diesen Tagen feierten, so wissen wir, daß wir sie nur erringen konnten und behalten werden, wenn wir auch nach innen frei geworden sind. Diese Freiheit nach innen galt es vielleicht oft schwerer zu erringen. Sie ist aber möglich, und darum werden heute auch die Grundsätze f e st g e l e a t werden, die diese Freiheit im Innern ein für allemal stabilisieren werden; denn diese Freiheit kommt aus dem Blut, und nur durch die Reinheit der Rasse kann diese Freiheit auch für ewig behauptet werden. Gott hat die Rassen geschaffen. Er wollte nichts Gleiches, und wir weisen es deshalb weit von uns, wenn man versucht, mit jenen Mitteln diese Rassenreinheit umzufälschen in eine Gleichheit. Wir haben erlebt, was es heißt, wenn ein Volk nach den Gesetzen, den artfremden und naturwidrigen Gesetzen einer Gleichheit leben muß. Denn diese Gleichheit gibt es nicht. Wir haben uns nie zu.ihr bekannt, und deshalb müssen wir sie auch in unseren Gesetzen grundsätzlich ablehnen und müssen uns bekennen zu jener Reinheit der Rasse, die von der Vorsehung und von der Natur bestimmt gewesen ist. Es ist ein Bekenntnis zu d e n Kräften und Segnungen germanisch-nordischen G e i st e s. Wir wissen, daß die Blutsünde die Erbsünde eines Volkes ist. Wir selbst, das deutsche Volk, haben schwer an dieser Erbsünde leiden müssen, wir wissen, daß die letzte Wurzel allen Zerfalls Deutschlands aus dieser Erbsünde letzten Endes kam. Wir müssen daher wieder versuchen, Anschluß zu gewinnen an die Geschlechterreihen aus grauer Vorzeit. Es ist fürwahr die Rettung in letzter Stunde gewesen, und hätte uns Gott und die Vorsehung den Führer nicht geschenkt, so wäre aus der Erbsünde, aus dem Verfall Deutschland nie wieder emporgestiegen. (Beifall.) Wer aber noch im Zweifel darüber ist, daß das deutsche Volk, und zwar gerade das Volk in seinen breitesten Schichten, nicht artverdorben sondern gesund in seinem Kerne ist, der konnte bas heute erleben, wenn er in die Augen der Hunderttausende sah, die in Reih und Glieo heute an ihrem Führer vorbeiziehen durften. Das war Reinheit der Raffe, was dort im Gleichschritt vorbeimarschierte. Und es ist Pflicht einer jeden Regierung, und es ist vor allem Pflicht des Volkes selbst, dafür zu sorgen daß diese Reinheit der Rasse nie wieder angekränkelt und verdorben werden kann. Diese Gesetze, Männer des Reichstages, sind dem Volke ein neuer Beweis, daß Führer und Partei unerschütterlich fest halten an den Grundlagen unseres Parteipro« gramms. (Bravo! Beifall.) Darum sollen die neuen Gesetze heute am Parteitag der Freiheit für immer die Freiheit nach innen und außen sichern als Grundlage für den Aufstieg unseres Volkes. Ich verlese deshalb jetzt die Gesetzesanträge, die eingebracht worden sind von der nationalsozialistl- schen Fraktion, die Anträge Hitler, Göring, Heß, Dr. Frick und Genossen: ■) fv- -•/< ■ U 4 ■ 'lWWWW'' LL MWW •^Ä**** M ^z<’ ■ Einstimmige Annahme »Sieg-Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil! Das Schlußwott des Führers Der Führer spricht zur SA Der Aufmarsch der 100000 den glänzenden Sturzhelmen, auf der linken Seite die Flieger in ihrer stahlblauen Uniform an, wäh- rend die SS. die beiden Flügel bildet. Irren ist menschlich ®,c,tTm 'A1“ *iAVM mir ein Bekannter der Der i n in den Jahren des Kampfes verlästert und begeifert, heute von den Hunderttausenden in Ehrfurcht begrüßt. In die Straße des Führers marschiert nun, geführt von dem Musikzug der Leibstandarte, mit der Leibstandarte an der Spitze, die SS-Derfü- gungstruppe in schwarzen Stahlhelmen ein, Kopf an Kopf, ein stählernes Meer. Es ist ein altes und vertrautes Bild und doch reißt der An- mig angenommen jinu. Oein Führer! Mit dieser Annahme dürfen wir Ihnen gleichzeitig, wenn überhaupt möglich, den Dank abstatten, den heute das deutsche Volk empfindet für diese säkularen Gesetze, die Sie dem Volk für sein Glück und seine Zukunft ge- schenkt haben. Wir vermögen den Dank, mein Führer, nicht in Worten auszusprechen, wir Der-, mögen auch nicht unsere Treue und Zuneigung zu Ihnen durch Worte zu dokumentieren. Alles, was an Dank, an Liebe und an glühendem Vertrauen Als sich der erneute Beifallsorkan gelegt hat, tritt Der Führer an die Brüstung der Empore und richtet an das Haus folgende Schlußworte: Der Führer am Ehrenmal. Links von ihm Stabschef Lutze, rechts Reichsführer SS. Himmler, im Vordergrund die Blutfahne. Aufmarsch der SA. In der neugestalteten Luitpold-Arena. — Im Hintergrund die Silhouette Nürnberger Burg. Ueberwältigend ist der Blick auf das Riefenfeld, wo in 36 tiefen Zehnerkolonnen 86 000 Mann SA., 18 000 Mann SS., 10 500 Mann NSKK. und 200 Flieger angetreten sind, an der Spitze die Standarten und die Spielmannszüge und * Musikkapellen, zwischen den Säulen in den freigelassenen Gassen die Sturmahnen. Zu beiden Seiten der Straße des Führers tehen die braunen Kolonnen der SA. Ihnen chließen sich auf der rechten Seite das NSKK. mit Meine Herren Abgeordnete! Sie haben jetzt einem Gesetz zugestimmt, dessen Bedeutung erst nach vielen Jahrhunderten im ganzen Umfang erkannt werden wird. Sorgen Sie dafür, daß die Kation selbst aber den Weg des Gesetzes nicht verläßt! Sorgen Sie dafür, daß unser Volk selbst den weg des Gesetzes wandelt! Sorgen Sie dafür, daß dieses Gesetz geadelt wird durch die unerhörte st e Disziplin des ganzen deutschen Volkes, für das und für die Sie verantwortlich find. Während das Haus das Horst-Wessel-Lied an- fftimmt, verläßt der Führer und mit ihm die Reichs- uegierung den Sitzungssaal. Der Führer über die Vedeutung der neuen Gesetze. Nürnberg, 16. Sept. (DRV.) Am Sonntag, rnbend nach der Reichstagssihung hatte der Führer eine Reihe leitender Persönlichkeiten der Partei aus »allen Gebieten Deutschlands zu einer Ab- fs ch i e d s f e i e r in den „Deutschen Hof" geladen. Lei diesem Zusammensein sprach der Führer den »verantwortlichen Leitern der Reichsparteitagsorga- ssation seinen Dank aus für die geleistete ^Arbeit und nahm die Gelegenheit wahr, die 'Bedeutung derneu erlassenen Gesetze :)u unterstreichen und darauf hinzuweisen, daß die nationalsozialistische Gesetzgebung die einzige Möglichkeit eröffne, mit den in Deutschland lebenden Juden in ein erträgliches Verhältnis zu kommen. Der Führer lbetonte insbesondere, daß den Juden In Deutschland nach diesen Gesehen Möglichkeiten ihres völkischen Eigenlebens auf «allen Gebieten eröffnet würden, wie sie bis- Iher in keinem anderen Lande zu verzeichnen wären. Im Hinblick darauf erneuerte der Führer den Beifehl für die Partei, jede Linzelaktion «gegen Juden wie bisher zu unterlaf- jien. Der Führer teilte ferner mit, daß der nachste Parteitag der NSDAP, im Jahre 1936 in Nürnberg stattfinden wird. Wer ist Jude im Ginne der neuen Gesetze? Nürnberg, 16. Sept. (DRV.) wie das DNV. «von maßgebender Seite zu den vom Reichstag neu .verabschiedeten Gesehen erfährt, beziehen sich diese 'Gesetze nur auf Volljuden. Aoch keine Stellungnahme des Auslandes. Oer Ehrentag der SA. Oie Fahnenträger der nationalsozialistischen Partei vor ihrem Führer. blick, der sich dem Auge bietet, immer wieder hin. Mustergültig in schnurgeraden Reihen ausgenchtet steht das braune und schwarze Heer Adolf Hitlers wie angewurzelt. Von den sonnendurchglühten Fahnen leuchtet das Freiheitszeichen. Die Hoheits- Zeichen auf den Standarten gleißen und funrein. Als der Aufmarsch der Standarten und Fahnen beendet ist, nimmt der Führer das Wort zu seiner Ansprache an seine alte SA. Ueber die Reichstagsrede des Führers und den Inhalt der drei neuen Gesetze wird von der ganzen englischen Presse ausführlich berichtet. Redaktionelle Aeußerungen dazu sind aber infolge des späten Eintreffens der Meldungen kaum zu verzeichnen. Und auch die fettgedruckten Ueberschriften haben meist einen neutralen Charakter, indem sie lediglich sachlich auf den Inhalt der Ausführungen des Führers oder der Gesetze Hinweisen. S stolz, daß er t pflege. Als ich ihn fragte, ob er diesen löblichen Dienst an seiner Gesundheit auch jeden Abend verrichte, meinte er, bat wäre des Guten wohl doch zu viel. Er war ganz er taunt, als ich ihm klar machte, wie wichtig gerade die abendliche Zahnpflege mit Chlorodont sei, um der Zer etzung der gefährlichen Speisereste in der Nacht zu begegnen. Hoffentlich handelt er jetzt auch danach. -gg* Die Kopenhagener Morgenblätter stehen ganz im Zeichen der Reichstagssitzung in Nürnberg. Die Rede des Führers und die bret angenommenen Gesetze werden zum Teil im Wortlaut Und in großer Aufmachung wiedergeaeben. Aus der Rede des Führers wird besonders die Beto- nungdesunerschütterlickenFrieden?- willens Deutschlands, ferner die Ausführungen Über die Memelfrage, und die Feststellungen ,3ur Iudenfrage hervorgehobcn zu Ihnen da ist, mein Führer, das ist Ihnen heute aus Hunderttausenden von Augen entgegengeleuchtet. Ein ganzes Volk, eine ganze Nation fühlt sich heute stark und glücklich, weil in 2hnen diesem Volke nicht nur der Führer, Weil in Ihnen dem Volke auch der Retter trftanben ist. (Stürmischer Beifall.) Männer bes Reichstages! Sie aber bitte ich, ■fid? bes Ernstes dieser Stunde und seiner ungeheuren Bedeutung bewußt zu sein. Bedenken Sie, Jahrtausende alte Sehnsucht der Deutschen ist Lurch den Führer zur Wirklichkeit geworden: E i n 'Volk, ein Reich, ein Führer. Und darüber unsere Flagge, unser Feldzeichen, mnser Hakenkreuz. Unserem Führer, dem Retter und Schöpfer Händen übergeben und ausbewahrl werden für das deutsche Volk. Dann wird sich erst der Kreis der Erziehung unteres Volkes schließen. Der Knabe, er wird eintreten in das Iunavolk, und der Pimvf, er wird kommen zur Hitlerjugend, und der Junge der Hitlerjugend, er wird dann einrücken in b ie <5 21., in die SS. und die anderen Verbände, und die SA.-Männer und die SS.-Männer werden eines Tages einrücken zum Arbeitsdienst und von dort zur Armee und der Soldat des Volkes wird zurückkehren wieder in die Organisation der Bewegung, der Partei, i n S A. u n d S S., und niemals mehr wird unser Volk dann so verkommen, wie es leider einst verkommen war. (Brausende Iubelstürme.) Wir haben aus der schlimmsten Zeit der deutschen Geschichte gelernt, wir haben ihre Leh» ren beherzigt, und wir haben die Konsequenzen aus dieser Lehre gezogen. Wir sind entschlossen, einneuesGeschlecht heranzuziehen, und wer wird zweifeln, daß die Zeugen dieses Geschlechts, die nicht in unserer Phantasie leben sollen, hier vor uns stehen? Es ist ein hartes Geschlecht, das wir uns erwählen. Richt weil wir mit anderen Händel suchen, sondern weil wir wollen, daß es nicht anderen gelüstet, mit uns Händel zu suchen. Und wir wollen darin auch die leben- digsle Gemeinschaft suchen, die es in einem Volke geben kann, die Gemeinschaft der gemeinsamen Opfer, die Gemeinschaft der Erziehung zu Leistungen und zu einer unzerbrechlichen Kameradschaft. Wir stehen hier aus dem ganzen Deutschen Reich. Von Osten und Westen und Süden und Norden seid ihr gekommen aus dem Zerfall der politischen deutschen Vergangenheit und seid doch jetzt eins geworden, seid zusammengebunden auf Gedeih und Verderb, so wie es in einem Volk zu sein hat. Und ihr habt gelernt in diesen langen Jahren des Kampfes, daß nichts auf der Welt geschenkt wird, daß man alles verdienen muß. Was kann schon ein Volt verdienen, das selbst in sich uneinig und zerfallen und zerrissen ist? Es verdient keine andere Behandlung als wir sie erfahren haben. Dieser Zustand ist nun beendet. Das deutsche Volk hat in seinen Männern und in seinen Frauen den Weg zur Einheit und damit zur Vernunft gefunden, und ihr seid die Garanten dafür, daß dies niemals mehr anders wird. Und wenn ihr hier hinauszieht in eure Gaue und in eure Städte und in eure Marktflecken und kleinen Dörfer, bann müßt ihr, jeber einzelne, e i n Fahnenträger fein unserer Bewegung, ein Fahnenträger ber Nationalsozialistischen Parte», ein Fahnenträger bes nationalsozialistischen Staates. (Brausende Beifallsstürme.) Und euch weihe ich am heutigen Tage wieder neue Standarten. Sie werden sich in die Reihen der alten stellen, und ihr werdet sie lieben und ehren, so wie die früheren Kampfzeichen der Bewegung in den langen Jahren unseres Ringens um Deutschland. Und ihr werdet sie vor euch hertragen und im nächsten Jahre wieder hier aufstellen, auf daß die Ration sie sieht und weiß, dies sind die Zeichen, unter denen Deutschland stark ward. Und ihr werdet dies um so mehr tun, als dieser Fahne, unter der Deutschland sich die Freiheit erkämpfte, noch heute die höchste Ehre widerfahren wird, die ihr gegeben werden kann. So grüße ich dich, mein alter SA.-Mann, grüße ich dich, mein alter SS.-Mann, grüße ich euch, die ihr zu uns gekommen sei, und bitte euch, mit mir einzustimmen in unseren alten Kampfruf der Bewegung: „Deutschland Sieg-Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil! Als ber Führer, besten Kommen die Heilrufe anfünbigen, in schlichtem Braunhemd bes SA.-Mannes Die Tribüne betritt, melden ihm ber Stabschef ber SA. Lutze, ber Reichsführer ber SS. Himmler, ber Korpsführer bes NSKK. Hühnlein unb ber Reichsluftsportführer Oberst Loerzer bie Stärke ber angetretenen Formationen. Der Führer tritt an ben Rand ber Brüstung und grüßt? „Heil SA.", „Heil mein Führer" donnert ihm bie Antwort entgegen. Sie Totenehrung. Die Standarten sammeln sich unter leisem Trommelwirbel auf ber Straße bes Führers zur Totenehrung unb nehmen rechts unb links bes Ehrenmals Aufstellung. Unter den getragenen Klängen bes SA.-Totenmarsches schreitet dann b e r Führer über die mit großen Quadersteinen belegte Strafte. Zu seiner Rechten mit geringem Ab- tanb der Chef des Stabes ber SA., zu einer Linken ber Reichsführer ber SS. Himmler zum Ehrenmal. Die Masten haben sich von ben Plätzen erhoben. Langsam schreitet ber Führer bie Stufen bes Ehrenmals empor, tritt dann allein an ben Kranz unb hebt ben Arm zum Gruft, während die 116 000, die Richtung zum Ehrenmal genommen haben, ihre Häupter entblößend, die Standarten und Fahnen senken und die Musik die Weise des alten Soldatenliedes vom guten Kameraden spielt. Dann kehrt ber Führer zur Hauptridüne zurück, bie Formationen machen roieber Front. - Ergriffen von ber Weihe bes Augenblicks verharrt bie Menge atemlos, man hört bie Schritte bes Führers auf ben Quabern ber Straße. Die Blutfahne, getragen von Sturmbannführer ©rimminger, eskortiert von ben Fahnenabjutanten, folgt bem Führer. Der Musikzug ber Obersten SA.-Führung führt bie Stanbarten über bie Mittelstraße zur Haupttribüne, wo sie auf bem unteren Aufbau hinter bem Platz bes Führers Aufstellung nehmen, währenb sämtliche Sturmfahnen sich aus ben Massen zu einem breiten roogenben Strom sammeln, der sich nun über bie Straße bes Führers auf bie grünen Terrassen, bie im Halbrunb vor ber Ehrentribüne liegen, ergießt. Die ganze Straße ist von ben Fahnen aus allen deutschen Gauen ausgefüllt, unter ihnen bie ersten Fahnen ber Bewegung mit verblichenem, zerfetztem und durchschossenem Tuch, : bie Fahne, mit ber einst Horst Wessel nach Nürn- > berg zog, bie Fahnen, bie bie Namen ber 400 , Blutopfer ber beutschen Freiheitsbewegung tragen. Paris, 16. Sept. (DNB. Funkfpr.) Die mit großer Spannung erwartete Reichstags- jitzung in Nürnberg, bie Rebe bes Reichskanzlers und die drei verabschiedeten Gesetze sind in Paris gegen Mitternacht im Auszug unb nach Mitternacht im Wortlaut bekannt geworben, jo daß die Morgenzeitungen zwar über die Reichstagssitzung berichten können, aber nur ganz kurz Stellung nehmen. Männer unb Kampfgenossen ber nationalsozialistischen Partei! Wieder sind wir zu einem Parteitag in Nürnberg versammelt. Wieder sind aus allen deutschen Gauen bie schmucken SA.- unb SS.-Männer unb bie Männer in ben neuen Kampfverbänben ber Bewegung gekommen, um hier bas große Fest bes Wieder- sehens in unserer Reichsparteitagstadt zu feiern. Wen würde es nicht bewegen, bie vielen treuen Gesichter zu sehen, bie aus ber Zeit des Kampfes uns allen so bekannt finb. Parteigenossen! SA- unb SS.-Männer sehe ich, bie seit zehn unb zwölf Jahren unb mehr Jahren unentwegt einer Fahne nachmarschiert finb. Sie finb ber Fahne a u ebb i e s m a l roieber gefolgt nach Nürnberg. Es ist für mich befon- bers heuer ein unenblich stolzes Gefühl, euch hier begrüßen zu können. Ihr seib für mich bie alte Garde ber nationalsozialistischen Bewegung, ber nationalsozialistischen Revolution unb bes deutschen Volkes Erhebung. Wenn in diesen Tagen bas bolschewistische Judentum aus Moskau uns eine deutliche Drohung geschickt hat: Hier steht die deutsche 2Introort! (Heilrufe ber Hundert- taufenb.) Zum fünften Male feiern wir diesen Appell ber nationalsozialistischen Kampfbewegung anläßlich bes Reichsparteitages in Nürnberg. Zum fünften Male in der Geschichte der Partei und ihrer Gliederungen treffen wir uns hier auf diesem Platz. Er hat sein Gesicht verändert. Er ist schöner und stolzer geworden. Allein es ist unser alter treuer Platz geblieben, und dieses Gefühl erfaßt mich, wenn ich euch hier sehe. Es ist ein anderes Bild, das ihr heute bietet. I ch sehe, was in einem Jahr wieder gelernt wurde, und was sich zugunsten ber Bewegung geänbert hat. Allein, wenn auch bieses äußere Bild sich veränderte, so ist es nur ein Beweis, daß der Gei st der alten, und zwar unserer besten alten Ze i t geblieben ist, jener Zeit, da der SA.-Mann und SS.-Mann nie frugen, wohin der Marsch ging, sondern immer nur bei ber Fahne standen. Und es ist gut fo, daß sich auch in eurem Aeußern der Wandel der Zeit ausdrückt, den wir zu erleben das Glück besitzen. Denn Deutschland ist in diesen letzten Jahren wieder in eine große geschichtliche Wende eingetreten, und ihr selbst, meine Männer der SA.» ihr werdet es schon in wenigen Monaten sichtbar und deutlich fühlen. Denn zu vielen Tausenden werden zum erstenmal in eure Reihen einrücken die entlassenen Soldaten des ersten Jahrganges der neuen deutschen Armee (Stürmische Heilrufe.) Und wie wir selbst einst hierher gekommen sind, da wird uns nunmehr wieder Jahr für Jahr das zum Schuh der Ration geübte deutsche Volk zuströmen, und diese i Männer, sie werden in euren Reihen d i e 1 beste deutsche Heimat bekommen, was *• früher vorübergehend zwei Jahre lang eine ' Schulung der Ration war, um dann im Leben ! und durch die politische Tätigkeit der Parteien wieder verloren zu gehen, das wird jetzt treuen In der Luitpold-Arena. Nürnberg, 15. Sept. (DNB.) Herrlicher Herbstsonnenschein liegt über ber Luitpold-Arena, bie sich zu bem großen Aufmarsch ber SA. unb SS., bes NSKK. unb der Flieger erstmalig im neuen Gewände zeigt. Das hinter bem Ehrenmal liegende Straßenbahndepot ist entfernt worben, so baß nichts ben prachtvollen Ausblick von ber Haupttribüne auf bas Ehrenmal, bas ganz in Grün eingebettet ist, stört. Das Ehrenmal selbst ist wiederum schmucklos geblieben. In der eigentlichen Säulenhalle hängen schlichte Lorbeerkränze. In der Mitte des Vorhofs liegt der Kranz des Führers mit der Hakenkreuzschleife. Zur Linken und zur Rechten des Vorhofs brennen auf halbhohen Pylonen die Opferschalen. Die Seitentribünen sind in Naturstein ausgeführt worden und passen sich im Farbton der Ehrentribüne an. Auf den Blöcken, die das Halbrund der großen Ehrentribüne ab» schließen, entfalten gewaltige massive Bronceadler ihre Schwingen. Der weit vorragende. Vorbau unb die ganze Ehrentribüne selbst tragen wiederum nur den schlichten Schmuck der Vorjahre, die drei 24 Meter hohen und 6 Meter breiten Fahnen auf der Höhe der Mitteltribüne und die goldenen Girlanden, die sich an dem hohen Aufbau entlang» ziehen unb jo gut zu dem grauen Sandstein passen. Auf ber unteren Terrasse, hinter dem Platz des Führers, stehen die 35 Standarten, die heute durch den Führer geweiht und übergeben werden. Auf ber rechten Seite des für ben Führer bestimmten Platzes hat bas F ü h r e r k o r p s ber angetretenen Formationen Aufstellung genommen sowie die Reichs-, Gau - unb Hauptamts- I e i t e r ber Reichsleitung. Die Haupt- und alle übrigen Tribünen sind bis auf den letzten Platz besetzt, immer aber noch Drängen in dichten Reihen die Teilnehmer am Parteitag der Freiheit heran, die Augenzeugen dieses grandiosen und unvergeßlichen Schauspiels werden wollen. Meichstagspräsident Göring verlas sodann Die Bret Gesetze. Alle Gesetze werden einftimmtg angenommen. Die Annahme wird vom ganzen Hause mit einem unbeschreiblichen, minutenlang dauernden Jubel, Heil-Rufen und Beifallklatschen begrüßt. Der Reichstagsprasident statte» dann bem Führer ben Dank für diese neue große Tat mit folgender Ansprache ab: Indem Sie, meine Herren Abgeordneten, durch Erheben von den Sitzen diesen Gesttzesanträgen Hitler, Göring, Heß, Dr. Frick und Genossen ihre Zustimmung gegeben, stelle ich hiermit fest, daß alle drei Gesetze, wie nicht anders zu erwarten, gemäß der neuen Geschäftsordnung einftlm- enommen finb. Batterien und Karbid bei Fahrrad - Bornemann, Gießen, Sonnenstraße 5. a26oA Gewerbe-Schule Alsfeld sucht für das Wintersemester 1935/36, beginnend am 1. Nov., Hilfslehrer (Architekt und Maschlnen-Ing.) Bewerbungen sofort erbeten an die Schulleitung. steeD stören zu können oder sonst Sabotage gegen den hinausschweift über Nürnbergs (Sn Nationalsozialismus treiben zu können, entgegen-1 weg, weit hinein ms Frankenland. und zum Bauen 5261 D ■13918 lehrt in Einzel- Srbiitrenstr. 12.. Wolfstraße 31 5265 l Ruf3835. 3915p Sauber., ehrlich. Wo per sof. gesucht. im 30. 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(Langanhaltender Beifall.) Meine Kameraden! Wie in den Jahren des Kampfes, so hören wir auch heute nur auf den Befehl desMannes, der ganz alleinZeit, Tempo und Art unseres Kampfe s be - stimmt, und so sei unser Gelöbnis: Mein Führer: Ihr Glaube ist unser Glaube, Ihr Wille ist unser Wille, Ihr Kampf unser Kampf. Wir haben Ihnen bedingungslos gehört in der Zeit des Kampfes, wir gehören Ihnen ebenso in der Zeit des Sieges, und wir werden Ihnen gehören, wenn es sein muß, auch im Tode. Unser Führer, Adolf Hitler, Siegheil! Sieg-Heil! Sieg-Heil! Gießen (Schützenstraße 44), den 13. September 1935. Die Trauerfeier findet Dienstag, den 17. September, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt für den Haushalt tagsüber gesucht. erfahrenes IVerschiedenes"! Wo lehrt in Einzel- Die Beerdigung findet statt am Dienstagnachmittag in Langendorf, Landkreis Marburg. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Käs. Für die uns beim Heimgange unseres heben Entschlafenen erwiesene Teilnahme, ganz besonders aber den Vereinen und dem Herrn Pfarrer, sage ich im Namen der Hinterbliebenen herzlichen Dank. Gießen, im September 1935. Emilie TrinkausWwe. 5264 D Montagabends muß ich immer die Bilder für meinen Chef bei Photo- Winterhoff abholen. - Für den gibt’s überhaupt keinen anderen Photohändler als Photo -Winterhoff. Der kann aber auch was! Ich fange jetzt auch an zu photographieren, denn die Apparate sind ja so billig. Ich bekomme schon einen für 4.—, 6.-, 8-, 12.-, 12.75 und 16.50 Hk. Das Herstellen der Bildchen kann ich mir schon von meinem Taschengeld leisten. Warum fehlen Sie noch? Heute entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine innigst- geliebte Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, ■ Schwägerin und Tante Louise Käs, geb. Schneider. | Mietgesuche | iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiii BonBahnbeamt. l2Zimmer. Wohnung mit Küche in Gießen ob. Umgeb unn gesucht. Schr.Ängeli.unt. 03921 a.d.G.A. Illlllllllllllllimillimill Am Samstag, dem 13. September 1935 verschied meine liebe Frau, meine gute Mutter, unsere Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Käthe Bender, geb. Strack Wiederbeginn der Sprechstunde Ur. med. Th. Reinewald Facharzt für Ohren-, Nasen-, Halsleiden Zerrüttete Nerven u. ihr Neuaufbau ohne Wunderpillen, durch natur- gem. „Hautöl-Pflege“ u. eine Kur u.t“d Energeticum verhilft schnell zu neuen Kräften. Kräuterhaus Jung neuzeitl. Naturheilmittel. saeeo Gegen 12 Uhr fährt der Führer dann, umbraust von Jubelstürmen wieder hinunter zum Adolf-Hitler-Platz, wo nun der große Vorbeimarsch beginnt. Neben dem Führer nehmen, wie schon im Luitpoldhain, Aufstellung der Führer der SA von 1923, Obergruppenführer Her- mann Göring, und — in seiner alten Uniform — der Oberste SA.-Führer nach dem Wiederaufbau der Bewegung, Obergruppenführer v. Pfeffer. Wenige Minuten nach 12 Uhr künden brausende Heilrufe das Nahen des gewaltigen Zuges an. Stabschef Viktor Lutze führt die Spitze des Vorbeimarsches und meldet dem Führer. Hinter ihm marschiert die gesamte oberste SA.-Führung. Mit der obersten SA.-Führung marschiert auch die Blutfahne vom 9. November 19 23 vorbei, die hierauf in den Wagen des Führer getragen wird. Der Vorbeimarsch. Dann beginnt mit der Gruppe Franken der Vorbeimarsch der Formationen. Strammen Schrittes zieht in Zwölferreihen der braune Heerbann vorüber, angeführt jeweils von dem einschwenkenden Spielmanns- und Musikzug der Gruppe, dem Gruppenführer, dem Gruppenstab, den Standarten und Sturmfahnen, die ältesten Ehrenzeichen stets auf dem rechten Flügel. Gruppe auf Gruppe marschiert an. Der bayrische Defiliermarsch erklingt. Er kündet das Eintreffen der Gruppe Hochland an, der Söhne der Berge mit der „krachledernen" und den weißen Stutzen. Von den Hunderttausenden, Lichtspielhaus • Gießen Heute Montag zum letzten Male der große Erfolgsfilm: Die Heilige und ihr Narr Ab Dienstag ein Standardwerk der Rom anliteratur im Film: Alexander Dumas* unsterblicher Roman runden. Abzul;., zwisch.7u. 8 Uhr snit.l Klare Verhältnisse Von Alfred Ingenar Berndt. bfe bte Straßen säumen, besonders stürmisch imb begeistert begrüßt. Mit der Gruppe Hoch and marschiert auch Obergruppenführer General der Infanterie Ritter von Epp, mit der Gruppe Berlin-Brandenburg Obergruppenführer General G ö r i n g , das NSKK. führt Korpssuhrer H uh n. lein die Flieger Reichsluftsportfuhrer Oberst Loerzer und die SS. endlich Reichsfuhrer H i m m l e r, die mit einem Sonderapplaus bedacht werden, wie überhaupt jede Gruppe, die durch ihre schneidige Haltung auffällt, von den betfallsfreu- digen Massen ausgezeichnet wird. Mehr als fünf Stunden dauert der Vorbeimarsch. In der Gruppe, die der Reichsluftsportfuhrer an- führt, marschieren im ersten Glied die Pour- l e - M 6 r i t e - T r ä g e r , unter ihnen einer unse- rer erfolgreichsten Kampfflieger, Fliegeroberst U d e t. Die Schutzstaffeln, die in geringem Abstand den Fliegern folgen, werden wieder mit emem besonderen Beifall bedacht. Vorbildlich diszipliniert ist ihre Haltung. Den Abschluß des grandiosen Vorbeimarsches bilden die einzelnen Bataillone der SS-Derfu- gungstruppen. Sie tragen den schwarzen Stahlhelm und das aufgepflanzte Seitengewehr. Als sie Tritt fassen, hallt der Platz wieder von der Wucht ihrer Schritte. Spontan ist der Jubel der Massen, als sie, schnurgerade ausgerichtet, an ihrem Führer vorbeiziehen. Als letzte Formation folgt wie immer die Leibstandarte Adolf Hitler. Obergruppenführer Sepp Dietrich führt ste an. Das Musikkorps spielt den Badenweiler Marsch. Die Begeisterung kennt keine Grenzen mehr. Immer wieder schallen brausende Heilrufe über den Platz. Sie gelten dieser dem Führer Deutschlands verschworenen Gemeinschaft, aus deren Augen Treue, Mut und Opferbereitschaft zu uns sprechen. Dieser Vorbeimarsch war eine Demonstration des wahren SA.-Geistes, er war ein ein- zigartiges Bild dessen, was deutsche Kraft und deutscher Wille zu leisten vermögen, er war eine Ehrenbezeugung der Kämpfer vor ihrem obersten Führer und eine Dankesbezeugung des Führers an feine Kämpfer. Nach dem Vorbeimarsch geht eine Welle, nein, ein Sturm, ein Orkan der Begeisterung über den weiten Platz. Grenzenlos ist die Liebe und Zuneigung des Volkes zu seinem Führer, der, nach allen Seiten freundlich lächelnd, im Kraftwagen den Platz verläßt. Seine Fahrt durch die Straßen der Stadt gleicht einem unbeschreiblichen Triumph- zug. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Vefuch aus der Vura. Nach dem SA.-Appell im Luitpoldhain fuhren der Führer und der Stellvertreter des Führers den historischen Weg vom Luitpoldhain zum Adolf- Hitler-Platz, jene Straße, die seit jeher die Triumphstraße der SA. ist. Der Führer fährt vorbei am Rathaus und an der Sebalduskirche hinaus zur Nürnberger Burg, wo die bayerische Staatsregierung ihm und den Männern der Partei wie alljährlich einen Empfang bereitet. Ministerpräsident Siebert macht Mitteilung von der nach den Plänen von Oberregierungsrat Esterer durchgeführten völligen Restaurierung dieses wundervollen stolzen Bauwerkes, aus dessen Fenstern der Blick hinausschweift über Nürnbergs Giebeldächer hin- Das Sieg-Heil des Führers auf das deutsche Vaterland findet ein brausendes Echo. Die Hunderttausende singen begeistert mit erhobener Rechten das Deutschlandlied. Während gedampft der Freiheitssang Horst-Wessels erklingt, wendet sich der Führer mit dem Chef des Stabes und dem Reichsführer der SS. den neuen Standarten zu, die jetzt den Augenblick ihrer höchsten Ehre, die Weihe durch die Berührung durch die Blutfahne erfahren. Während der symbolischen Handlung lösen bei jeder Standarte die ehernen Schlünde der Salutbatterien einen Ehrenschuß. Dann spricht Stabschef Lutze zu den SA.- und SS.-Männern. Er sagt u. a.: Mein Führer! Kameraden! Soeben hat der Führer die neuen Standarten geweiht und uns übergeben. Das ist Symbol und Verpflichtung zugleich; denn so, wie diese alten und neuen Standarten eine Idee, ein Ziel verkörpern, so stehen hier auf diesem weiten Feld Männer des ersten Kampfjahres zusammen mit denen, die später zugestohen find. Und alle, die hier stehen, und alle, die hier nicht antreten konnten, aber in allen Gauen Deutschlands diese Feierstunde mit uns erlebten, s i e alle haben denselben Glauben an den Führer und seine Weltanschauung, sie alle haben d e n- selben ungebrochenen bis zum höchsten Einsatz entschlossenen Willen zum Kampfe für Führer und Idee. Wir haben uns heute durch die herrliche Feierstunde hier auf diesem Platz und durch die Worte des Führers neuen Mut und neue Kraft geholt für die Zukunft und haben uns neu ausgerichtet nach dem unumstößlichen Gesetz des Nationalsozialismus und nach den Befehlen des Führers. Als einmal die Spitze eine falsche Richtung genommen hatte und die Führung verloren ging auf dem großen INarfch der Partei, hatten wir drei Aufgaben zu erfüllen: And wir dürfen wohl sagen, wir haben diese Ausgabe soweit menschenmöglich erfüllt. Wir haben zunächst wieder die richtige Richtung genommen, und zwar Marschrichtung: Weltanschauung. Wir haben zum zweiten wieder engste Fühlung genommen mit allen Stellen der Partei, und zwar engste Tuch- fühlung, und wir haben zum dritten zurück- geführt aus der 2Uaffe zur Ouati- t ä (. Und so stehen wir geistig ausgerichtet und sauber vor dem Führer als die ersten politischen Soldaten, als die Schuhtruppe der Bewegung, als Glaubensträger und Glaubensbringer. Als solche haben wir in Zeiten des Kampfes den Nationalsozialismus hinausgetragen auf die Straße, in jedes Haus, in die entlegensten Dörfer und in die letzten Hütten und haben so in Deutschland die Resonanz geschaffen für den Nationalsozialismus. Und als solche werden wir auch in Zukunft hinausgehen in das Land und werden arbeiten und kämpfen, bis der letzte Deutsche für den Führer gewonnen ist! (Heilrufe.) Die vom Reichstag auf dem Parteitag der Freiheit verabschiedeten neuen Gesetze, und zwar sowohl das'Reichsbürgergesetz als auch das G e - setz zum Sutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre, schaffen nach Jahren des Kampfes zwischen Deutschtum und Judentum ganz klare Verhältnisse. Es ist dadurch unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, daß das deutsche Volk gegen den Juden, solange er ein Angehöriger des jüdischen Volkes sein will und danach handelt, nichts einzuwenden hat, daß es aber andererseits ablehnt, den Juden als deutschen Volksgenossen anzusehen und ihm die gleichen Rechte und Pflichten wie dem Deutschen zuzuerkennen. v _ Soeben tagte in der Schweiz der Internationale Zionistenkongreß, ein Kongreß, auf dem ebenfalls in aller Deutlichkeit mit dem Gerede ein Ende gemacht wurde, als handele es sich beim Judentum nur um eine Religion. Die Redner auf dem Zionistenkongreß haben festgestellt, daß die Juden ein eigenes Volk sind, und die völkischen Ansprüche des Judentums erneut angemeldet. Deutschland hat nur die praktischen Folgerungen daraus gezogen und kommt den Forderungen des Internationalen Zionistenkongresses entgegen, wenn es heute die in Deutschland lebenden Juden zurnationalenMinderheit macht. Gesellenprüfung des ^vattfahvreusbandwevkS fite die Provinz Sbevhesfe«. Sämtliche Lehrlinge in der Provinz Oberhessen, die im Herbst dieses Jahres ihre Lehrzeit beendet haben und die Gesellenprüfung ablegen wollen, melden sich in der Zeit vom 16. bis 25. Sept. 1935 bei den unten angeführten Bezirksmeistern der einzelnen Kreise: Für den Streik Gießen: Geschäftsstelle des Straft* fahrzenghandwerks, Gießen, Hitlerwall 7; Für den Kreis Friedberg: Bezirksmeister Ernst Rodhinö, Butzbach; Für den Kreis Büdingen: Bezirksmeister Otto Prenzell l Weishaupt), Nidda ; Für den Kreis Schotten: Ängnst Fägle, Schottenr Für den Kreis Alsfeld: Franz Müller, Alsfeld,- Für den Kreis Lauterbach r F.W.Möller, Lauterbach E. Aßmann, Obermeister. 62?oD Photo - Kino Kreuzplatz 9 Dadurch, daß das Judentum zu einer nationalen Minderheit gestempelt wird, ist es überhaupt wieder möglich, normale Beziehungen zwischen Deutschtum und Judentum herzustellen. Die indische Minderheit in Deutschland erhält durch die neuen Gesetze ihr eigenes Kulturleben, ein e i g e n e s völkisches Leben. Sie kann sich eigene Schulen, eigene Theater, eigene Sportverbände schaffen, kurzum auf allen Gebieten des volki- fchen Lebens sich ihre Zukunft selb st g e st a l t e n. .. .t Zum anderen aber ist es selbstverständlich, daß jede Einmischung in Regierungsfragen des deutschen Volkes, jede Einmischung in dl e v o l k i» schen Belange der deutschen Nation von nun an für alle Zukunft unterbleiben muh. Das deutsche Volk ist überzeugt davon, daß es mit diesen Gesetzen eine auch für das Judentum in Deutschland selbst heilsame und nützliche Tat vollbracht hat. Indem Deutschland der jüdischen Minderheit Gelegenheit gibt, sich selbst zu leben, und diesem Eigenleben der jüdischen Minderheit den staatlichen Schutz gewährt, fördert es die Volkwerdung des Judentums und trägt dazu bei, das Verhältnis zwischen den beiden Nationen wieder erträglicher zu gestalten. Dr.hio WW« hält vom 17. bis 20. September 1935 keineSprechstunde 2 bis 3 leere Zimmer zu miet, gesucht. Schriftliche Angebote u. 5274D an den Gießener Anzeiger erbet. Nachlässe »oimt» 20 v. S. erhalten Sie bei »otederholien Huf. nahmen einer Anzeige Ihre Geschäfts- Drucksachen stehen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man etelltelch die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge. Postkarten, Rechnungen, Geschäftekarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert aut gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl'sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Evangelist Schwefel wird auf seiner Durchreise heute Montag abend, 8'/« Nhr, in uns. Raum sprechen. Wir laden jedermann herzl. hierzu ein. 52710 Christi, verlamm!. Gr. Steinweg 4 6. 200 Mark von kleinem Ge- schäftsmanngeg. mehrf.Sicherheit gesucht. Schriftliche Angeb. unt. 03919 a. d.G.A. Grüner Wellenfittich entflogen. Gegen Belohn, abzugeben 5-730 Lieblgstr. 70 IN. 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Ab Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)Montag, lb. September 1935 Deutschlands Jugend vor dem Führer. ■' ■ < L MG U i WW , i ''' a, W Z. «>/ **. 'Jf k | f WU ^ t z !!■ M Nürnberg, 13. Sept. (DNB.) Noch nach Stunden gellen uns die Ohren, wenn wir hinter dem Führer durch das kilometerlange Spalier der Menschen durch die Nürnberger Straßen fahren. Am Eingang zum Stadion begrüßt derReichs - j u g e n d f ü h'r e r den Führer und geleitet ihn zu der'Tribühne. Dann meldet er: „50 000 Mann HI. und Jungvolk im Nürnberger Stadion angetreten." Um den Führer herum stehen der Stellvertreter des Führers, Dr. Ley, Stabschef Lutze, Reichsführer SS Himmler, Reichskriegsminister von Blomberg, Gauleiter und SA.- und SS.-Führer. Die Gebiets- und Obergebietsführer der HI. find mit Stabsführer Lauterbacher an der Spitze angetreten. Das geschloffene braune Rund des Stadions wird vor uns links und rechts unterbrochen von zwei breiten Bahnen, auf denen die Jungvolktrommler mit ihren großen Landsknechttrommeln sitzen, sie leuchten blau, rot, grün, gelb, ein wunderbares Bild. Die Stimme eines Sprechers hallt über das Feld: Das große chorische Spiel der Hitlerjugend „B e ■ kenntnis der Jugend" von Wolfgang Brockmeier hat feinen Anfang genommen, das aus Spiel und Art der Jugend geboren wurde. Sprecher wechseln mit Sprechchor, chorischen Liedern und Fanfaren: Hier wächst genau so wie beim Arbeitsdienst neues kultisches <3ut, entwickelt sich der neue Stil deutscher Feierstunde. Das Lied „Heilig Vaterland" mit seiner wuchtigen choralartigen Weise schließt die Stunde. Der Führer spricht Als nun der Führer vortritt, scheint es zunächst, als ob der Jubel kein Ende nehmen wollte. Aber eine Handbewegung schafft Ruhe. Nun spricht der Führer. Deutsche Jugend! Unser Volk wird zusehends disziplinierter, straffer und strammer, und die Jugend beginnt damit. (Beifall.) Das Ideal des Mannes auch in unserem Volk ist nicht immer gleich gesehen worden. Es gab Zeiten, da galt als das Ideal des jungen deutschen Menschen der soa. b i e r - und trinkfeste Bursche. Heute da sehen wir mit Freude nicht mehr den bier- und trinkfesten, sondern den wetterfesten jungen Mann, den harten jungen Mann. Denn nicht darauf kommt es an, wieviel Glas Bier er zu trinken vermag, sondern darauf, wieviel Schläge er aushalten, nicht darauf, wieviel Nächte er durchzubummeln vermag, sondern wieviele Kilometer er marschieren kann. Wir sehen heute nicht mehr im damaligen Bierspießer das Ideal des deutschen Volkes, sondern in Männern und Mädchen, die kerngesund sind, die straff sind. In unseren Augen, da muß der deutsche Junge der Zukunft schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. (Stürmischer Beifall.) Wir müssen einep neuen Menschen erziehen, auf das unser Volk nicht an den Degenerationserscheinungen der Zeit zugrunde geht. Wir reden nicht, sondern wir handeln. Wir haben es unternommen, dieses Volk durch eine neue Schule zu erziehen, ihm eine Erziehung zu geben, die schon mit der Jugend anfängt und nimmer enden soll. Unser unerschütterlicher Wille ist es, daß wir schon in die Herzen der Jugend den Geist hineinbringen, den wir im großen Deutschland als den allein möglichen und für die Zukunft erhaltenden sehen möchten und sehen wollen. Und wir wollen das nicht nur, wir werden es durchführen. Wir werden uns so stählen, daß jeder Sturm uns stark findet. Wir werden aber auch nie vergessen, daß die Gesamtsumme aller Tugenden und aller Kräfte nur dann wirksam werden kann, wenn sie einem Willen und einem Befehl untertan ist. Nichts ist möglich, wenn nicht e i n Wklle befiehlt, dem immer die anderen zu gehorchen haben, oben beginnend und ganz unten erst endend. Und das ist neben der körperlichen Erziehung und Ertüchtigung die zweite große Aufgabe. 'Wir sind eine Gefolgschaft, aber wie das Wort schon sagt, Gefolgschaft heißt folgen. Unser ganzes Volk müssen wir erziehen, daß immer, wenn irgendwo einer bestimmt ist zu befehlen, die anderen ihre Bestimmung erkennen, ihm zu gehorchen, weil schon in der nächsten Stunde vielleicht sie selbst befehlen müssen und es genau so nur dann können, wenn andere wieder Gehorsam üben. Es ist der Ausdruck eines autoritären Staates, nicht einer schwachen, schwätzenden Demokratie, eines autoritären Staates, bei dem jeder stolz tst, gehorchen zu dürfen, weil er weiß: Ich werde, wenn ich befehlen muß, genau so Gehorsam finden. Deutschland ist kein Hühnerstall, in dem alles durch- einanbftlöuft und jeder gackert und kräht, sondern wir sind ein Volk, das von klein auf lernt, d i s z i - Aeichsjugendsiihrer Valdur von Schirach tritt nun vor und spricht. Mein Führer! Als ich Ihnen, mein Führer, vorhin meldete: „•50 000 Jungvolk und Hitlerjugend im Stadion zu Nürnberg angetreten", da hätte ich ebenso gut sagen können: „Hier steht vor Ihnen die ganze junge Generation unseres Volkes. Denn sie, die hier in diesem Stadion versammelt sind, sind nur ein kleiner Bruchteil, eine Abordnung der ganzen Jugend Ihres Reiches, mein Führer. Es ist nicht die Gewalt der Zahl, die uns ergreift. Das Kostbarste, das diese Jugend in ihrem Kampfe sich errungen hat, das ist diese Kameradschaft ohne Wenn und Aber, das ist diese — ich möchte sagen — neue Gesellschaftsordnung, die kein arm und kein reich kennt, die uns alle zu einer gläubigen Gemeinschaft von Kameraden gemacht hat. Der Adolf-Hitler-Marsch der deutschen Jugend ist der Ausdruck des Wollens und Sehnens des ganzen jungen Deutschlands. Wir alle, Millionen und Millionen, wir tragen in unseren Händen Ihre Fahnen durch das ganze Deutsche Reich zu Ihnen und mit diesen Fahnen unsere Herzen und mit unseren Herzen unsere Treue zu Ihnen, unsere Liebe zu Ihnen und unseren Gehorsam zu Ihnen. Adolf Hitler, unser Führer, Sieg-Heil, Sieg- Heil, Sieg-Heil! p l i n i e r t zu sein. (Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Wenn uns die übrige Welt in unserer Disziplin verkennt, können wir nicht helfen. Aus dieser Disziplin werden für die Welt weniger Hän- d e l entstehen als aus dem parlamentarisch-demokratischen Durcheinander der heutigen Zeit! (Stürmischer Beifall und Heilrufe.) Mögen auch die ande- Nürnberg, 14. Sept. (DNB.) Die Kongreßhalle sah am Vormittag des Samstag die dritte Jahrestagung der Deutschen Arbeit s- ront. Auf der Fahnenempore standen diesmal 1000 Fahnen der Deutschen Arbeitsfront, getragen von der jungen W e r k s ch a r in ihrer kleidsamen dunkelblauen Tracht. In der Mitte stand hinter dem aus vier Werkscharkapellen zusammengesetzten Orchester in einer Gesamtstärke von 120 Mann der Sing- und Sprechchor. Kurz vor 11.30 Uhr erschien der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, begleitet von den Reichsministern Dr. Schacht und Se l d t e und dem Frankenführer Julius Streicher, mit markigen Heilrufen empfangen. Dr. Ley eröffnete sofort die Tagung mit einer längeren Rede, in der er u. a. ausführte: Die neue deutsche Sozialordnung beruht auf ren uns auf.unserem Wege in Ruhe lassen. (Brausender Beifall.) Das ist der einzige Vorbehalt, den wir für unsere Friedensliebe aufstellen müssen: Keinem etwas zu Leide tun und von keinem ein Leid erdulden! (Tosende Beifallskundgebungen.) o Wenn wir so dem deutschen Volke den Lebensweg zeichnen und festlegen, dann wird, glaube ich, auch in anderen Völkern das Verständnis für eine so anständige Gesinnung allmählich kommen und wachsen, und man wird uns vielleicht da und dort aus diesem inneren Verständnis heraus brüderlich die Hand reichen. Nie aber wollen wir vergessen, daß Freundschaft nur der Starke verdient und der Starke gewährt. Und so wollen wir uns denn stark machen, das ist unsere Losung. (Langanhaltende jubelnde SBegeifterung.) Und daß dieser Wunsch in (Erfüllung geht, dafür seid ihr mir verantwortlich. Ihr seid die Zukunft der Nation, die Zukunft des Deutschen Reiches! Mit grenzenloser Begeisterung bereiten die Jungen und Mädels dem Führer nicht endenwollende Ovationen. Nach seiner Rede schritt der Führer, vom Reichsjugendführer und seinem Stabsführer begleitet, die Fronten der angetretenen Verbände ab und grüßte insbesondere jene Marschgefolgschaften der HI., die im Adolf-Hitler»Marsch die Fahne nach Nürnberg trugen. Noch einmal fährt er, im Wagen stehend, um das Rund des Stadions, dann hat die große Feierstunde der jungen Generation, dieses Erlebnis gläubiger Hingabe einer Jugend an ihren Führer, ihren Abschluß gefunden. Hunderttausend politische Leiter vor dem Führer. Unser Bericht vom Samstag über den großen Appell der Politischen Leiter vor dem Führer hatte durch ein Versehen in einem kleinen Teil der Auflage eine Überschrift erhalten, in der die Zahl der Angetretenen falsch angegeben war. Wie aus dem Bericht selber hervorging, waren hunderttausend Politische Leiter vor dem Führer angetreten. einem fundamentalen Grundsatz, und alle Werktätigem in Deutschland haben einen unumstößlichen Glaubenssatz: Der Betrieb ist eine Ganz- h ett t. Unternehmer und Arbeitnehmer sind nicht mehr zwei getrennte, sich bekämpfende Klassen, sondern Soldaten ein und derselben Arbeitsarmee, die vom Schicksal auf verschiedene Kommandoposten gestellt sind. Wir wollen nicht, wie die Gewerkschaften — um die Notwendigkeit des gewerschaftlichen Klassenkampfes zu beweisen — den Bargeldlohn „dauernd in Fluß halten", sondern wir Nationalsozialisten wollen ein stabiles Bargeldlohnsystem und müssen deshalb ebenso verlangen, daß d i e Preise erträglich und stabil bleiben. Denn die Preise sind ein Teil dieses Bargeldlohnes. Welche Verbrauchsgüter sind nun tatsächlich verteuert worden? Einmal ist es die Bekleidung. Die Preiserhöhung ist aus Gründen des Exports Der F ü h r e r begrüßt einen Hitlerjungen. — Rechts: Admiral vonTrotha, Ehrenführer der Hitler- Jugend, sowie R u d o l f H e ß , der Stellvertreter des Führers, und Reichsjugendführer Baldur von Schirach. - (Weltbild-M.) ir müssen einen neuen Menschen erziehen. Dritte Lahrestagung der Deutschen Arbeitsfront. Einsetzung des Reichsarbeits- und -wirtschafisrates in Gegenwart des Führers. A ': i fei 1 Der Führer begrüßt die Werkscharen der Deutschen Arbeitsfront. — Rechts: Reichsoraanifationsleiter Dr. Ley, der Führer der Deutschen Arbeitsfront. — (Heinrich-Hoffmann-M.) und Imports bedingt; 2. sind die Nahrungsmittel um 13 v. H. erhöht, während sie beim Erzeugerpreis bis zu 35 v. H. höher liegen. Daraus erklärt sich, daß die Händlerspanne ganz erheblich zurückgegangen ist. An sich kein Fehler, jedoch sind auch hier Grenzen vorhanden, wenn nicht der Mittelstand dabei vor die Hunde gehen soll. Jedoch ist zu hoffen, daß im H e r b ft infolge der guten (Ernte die Preise für Nahrungsmittel wieder von selber finken werden. Das Einkommen der Familie ist ganz erheblich gesteigert worden. Während früher in der Familie bestenfalls ein Ernährer war, der die übrigen Arbeilslosenfamilienmit- glieder mit durchhalten mußte, arbeiten heute durch die Riederzwingung der Arbeitslosigkeit fast alle Familienmitglieder wieder mit. Die Deutsche Arbeitsfront hat zur Erhöhung des allgemeinen Lebensniveaus entscheidend beigetragen. Wie segensreich sich die Ausdehnung der Betreuung durch die Deutsche Arbeitsfront auf alle Werktätigen auswirkt, wissen vor allem die werktätigen Frauen. Nicht, daß Frauen durch Lohnarbeit ihr Brot verdienen müssen, ist für die Frau und damit für das Volk eine Gefahr oder ein Schaden. In dem Augenblick jedoch, wo man von der Frau körperlich mehr verlangt, als ihrer Konstitution zugemutet werden kann, bricht sie zusammen; so wahr es ein Verbrechen, der Frau Schwer- und Schwerstarbeit zuzumuten. Auch hier hat die Deutsche Arbeitsfront grundsätzlichen Wandel geschaffen. Das gleiche, was über die Frauenarbeit gesagt wurde, gilt für die Jugendlichen. (Eine weitere gewaltige Verbesserung im Leben des arbeitenden Menschen ist die E r r e i ch u n g des Urlaubs für nahezu alle Schaffenden in Deutschland. Einen erweiterten Kündigungsschutz kannte früher der Arbeiter kaum. Auch hierin hat der Nationalsozialismus Wandel geschaffen. Die NS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" hat sich zum Ziel gesetzt, 14 Millionen Menschen — die Jndustriearbeiterschaft, die Handwerker und Händler und den kleinen Bauer — mit diesem Werk dauernd zu erfassen. Wenn wir auch vorläufig nicht daran denken können, jedes Jahr alle 14 Millionen auf die Reise zu schicken, so muß doch erreicht werden, dies zum mindesten alle zwei Jahre möglich zu machen. Gegenwärtig sind die Reisen trotz ihrer wirklich niedrigen Preise noch zu hoch. Es muß gelingen, sie noch u.m e i n Drittel zu ermäßigen. Diese Ermäßigung kann nur beim Unterfunftspreis herausgeholt werden. Wir werden es schaffen, wenn wir eigene Massenregie-Vetriebe, eigene Landheime, eigene Seebäder und eigene Schiffe einrichten. So werden wir weiter drei Millionen wie bisher in den Privatunterkünsten unfer- bringen, und für vier Millionen werden wir in einem großzügigen und kühnen Plan, den der Führer angeregt hat, Unterkunft und (Erholung schaffen. Der Führer befahl mir, die Möglichkeit eines Massenbades von 20000 Betten durchzudenken und, wenn möglich, zu verwirk- Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach begrüßt den Führer. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) ■ &' I Der Führer spricht zur Hitlerjugend. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) WWW 1 3, Aeichsarbeitsniinister Seldie werde. Der Mrer spricht zur Arbeitssront Das große Volksfest am Gamstag auch der Zeit beisammen. lange 4» SA.-Auko vom Zug überrannt. — Fünf Tote, sieben verletzte. der ersten Madeira-Fahrt von 3000 deutschen Arbeitern. Die Hunderttausende blieben nun bei Kurzweil und Belustigungen der verschiedensten Art noch Nchen. Das erste Seebad lst bereits projektiert, feine Pläne werden bereits auf diesem Parteitag gezeigt. Davon sollen drei Bäder gebaut werden. Zu Land sollen weitere Erholungsheime mit insgesamt 50 000 Betten, 15 000 besitzen wir bereits, errichtet werden. Und als letztes in diesem gigantischen plan ist der Bau von Schiffen mit je 1500 Betten vorgesehen. Die Finanzierung dieses kühnen Werkes wird zu zwei Drittel aus eigenen Mitteln der Arbeitsfront sichergestellt. Ich hoffe, diesen plan in zehn Jahren durchgeführl zu haben. Mannschaft, nicht nur zur Leistung, sondern zum ewigen Glauben an Deutschland. pflichtete staatliche Wirtschaftsführung auskommen kann. Diese staatliche Wirtschaftsführung darf freilich niemals in Bürokratismus ausarten. ~r- ------ - v, Wir können den Wirtfchaftswillen des beitsfront trugen, sich entfalten. Dos Chorwerk kum einzelnen B e t r i e b s f u hLL r s und Ar-ldete von dem Willen der jungen deutschen Werk- Italien zu keinem Kompromiß bereit. Mussolini spricht vor dem Ministerrat. Rom, 14. Sept. (DNB.) Mussolini hat am Samstag in einer Sitzung des Minlsterrates ausführlich über die militärische und politische Lage berichtet. Mussolini erklärte, die Reden Hoares und Lavals hätten angesichts der Stellung Eng ands und Frankreichs zum Völkerbundspakt aus einleuch. tenden Gründen gar nicht ander sausfal^ len können. Sie seien daher von den verant- wörtlichen Kreisen Italiens und von den breiten Massen des italienischen Volkes mit der grob« ten Ruhe ausgenommen worden. Der Mim- sterrat nehme jedoch mit Genugtuung von den herzlichen Worten Kenntnis, die Ministerpräsident La- do Mn seiner Rede den französisch-italienischen Ab- machungen vom Januar dieses Jahres und der durch sie besiegelten Freundschaft gewidmet habe, eine Freundschaft, die Italien entwickeln und stärken wolle nicht nur im Interesse der beiden Länder, sondern auch im Interesse b e re u r o- päischen Zusammenarbeit, die nicht durch einen Streitfall kolonialer Natur oder durch die Anwendung von Sanktionen zerschlagen werden könne, wie sie in früheren sehr viel schwereren Streitigkeiten zwischen Mitgliedern des Völkerbundes niemals im einzelnen ausgearbeitet und ange wandt worden seien. 3n diesem Zusammenhang habe der IHiniffct- rat die Frage geprüft, in welchen Fällen das weitere Verbleiben Italiens im Völkerbund unmöglich werden würde. Der Mnisterral habe ferner feftgeslellt, dah um den italienisch-abessinischen Fall sich zur Zeit alle Kräfte des Antifaschismus im Auslande zusammenschliehen. Er fühle sich verpflichtet, auf das bestimmteste zu erklären» dah die abessinisch-italienische Frage nach den ungeheuren Anstrengungen und Opfern, die Italien ojnf sich genommen habe, und nach der unwiderleglichen Beweisführung der von Italien in Genf unterbreiteten Denkschrift Kam- promihlösungen nicht zulasse. richtete dann ebenfalls an die Tagung Begrüßungs- warte. Er erklärte u. a.: Unser aller unermüdliches Bestreben ist es, das Gedankengut der natio- nalsozialijtischen Weltanschauung in allen Bereichen unseres Lebens und nicht zuletzt im wirtschaftlichen und sozialen Leben überzeugende Wirklichkeit werden zu lassen. Und so liegt es mir darum besonders am Herzen, Öen Gedanken d e r Gemeinschaft, unter dem unser Fuhlen und Handeln nach dem Willen unseres Führers tehen soll, auch im Bereich der Sozialpolitik mit allen meinen Kräften pflegen und ordern zu Helsen. Der Gedanke der Gemeinschaft )at uns im Krieg ^usammengehalten. Um ihn haben wir nach dem Kriege gekämpft. Nach ihm wollen wir weiter im neuen Reich leben. Der Bolschewismus trägt Terror und Vernichtung hinaus in die Welt, wir Nationalsozialisten Aufbau, Schönheit und Freu de. Der Bolschewismus schickt Juden als Revräsentan- ten zu den Völkern, wir Nationalsozialisten lassen Deutschland durch den Arbeiter würdig und stolz vertreten. Die Deutsche Arbeitsfront betrachtet sich nicht, wie das schon vorher des öfteren gesagt wurde, als die Amme für die werktätigen Menschen, sondern sie hat nach kaum zwei Jahren ihres Be- stehens die Schaffenden selber aufge- r u f e n, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Durch das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit wurde die unterste Stufe dieses Selbstverantwor- tung geregelt. Jetzt haben wir bereits in den verschiedenen Bezirken in den einzelnen Betrte'bsge- meinschaften Arbeitsausschüsse gebildet, in denen 50 v. H. Betriebssichrer und Gefolgschaftsmit- glieder zusammen sind. Im Reich sorgt der Ar- beits- und Wirtschaftsrat dafür, daß Wirtschafts- und Sozialpolitik eng zusammenarbei- ten. All das sind Organe derSelbstoerwal- tung, die den Werktätigen dazu bewegen sollen, fein Schicksal selber zu formen und zu bilden. Meine Männer aus der Deutschen Arbeitsfront, Sie sind heute zu der ersten Sitzung des Wirtschafts- und Arbeitsrates zusammengekommen, um vor dem Führer und vor dem Volk zu bekunden, daß der unselige Streit und Kampf der Klassen untereinander endgültig in Deutschland vorbei sind und daß Betrieossichrer und Gefolgschaft in Anständigkeit und ehrenvoll zusammenarbeiten wollen. Den Führer bitte ich, uns immer da ein freudiger und gerechter, und wenn es sein muß, auch strenger Schirmherr zu sein. Der deutsche Arbeiter ist sein treuester Gefolgsmann und des Volkes treuester Sohn! Der Führer aber ist des Volkes Vater und Schützer! .senden eines Volkes immer in erster Linie darauf ankommen, was er selber leisten will und kann. ! Mit Genugtuung, Stolz und Freude darf die Reichs- regierung feststellen, dah sich heute alle in den Dienst der allgemeinen Sache stellen. Hierin allein liegt die Garantie des Gelingens. Der Albdruck der Arbeitslosigkeit ist von uns ge- nommen. Wir wissen sehr wohl, daß der größte Teil des deutschen Volkes zur Zeit noch mit bescheidenem Verdienst auskommen muß, und wir roerben noch eine ganze Weile brauchen, bis unser Wirt chafts- erfolg gegenüber dem Auslande eine 33erbefferun0 unserer Lebenshaltung erlaubt, aber diese Verbesserung der Lebenshaltung werden wir nur erreich e n d u r ch L e i st u n a. Der Nationalsozialismus wird nie dulden, daß das Streben zum Neid und der Stolz zum Dünkel führt. Die große Idee Wie wir menschlich uns gegenseitig verstehen und achten wollen, so wollen wir auch sachlich wieder lernen, miteinander und nicht geaeneinander zu schaffen. Das ist der Sinn des Gemeinschaftsorgans, das wir im Reichsarbeits- und Wirtschaft s r a t geschaffen haben. Hauptaufgabe dieses Gemeinschastsoraans soll vor allem sein, eine offene und ehrliche Aussprache zwischen Be- triebsführern und Gefolgschaft über gemeinsame Fragen der Betriebe und der Beziehun- gen von Betriebsführern und Gefolgschaftsmitgliedern wie auch der allgemeinen Lage unserer Wirtschaft. So wird aus Der Selbstverwaltung heraus die Sozial- und Wirtschaftspolitik der Reichsregie- rung eine Unterstützung erhalten, die auf unmittelbaren Erfahrungen der Gemeinschaft von Betriebsführern und Gefolgschaften fußt. Die Wirtschaft hat der Nation zu bienen. Die Er- fahrung hat gezeigt, daß im Gegensatz zu früher heute kaum eines der großen, an der Weltwirtschaft beteiligten Länder, am wenigsten Deutschland, ohne eine verantwortungsbewußte, nur dem Ganzen ver- Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die kräftige Erwärmung und der damit verbundene Luftdruckfall am gestrigen Sonntag begünstigten einen Einbruch kalter Meeresluft. Bei ihrem Eindringen in die vorgelagerte feucht-warme Luft kam es zum Auftreten verbreiteter und vielfach auch reckt ergiebiger Gewitterregen und erheblicher Abkühlung. Die Kaltluft ist inzwischen bis Polen vorgestoßen und bedingt bei uns Zusammen- sinken der feucht-warmen Luft. Die Witterung bleibt jedoch bei lebhafter Luftzufuhr aus Süden bis Westen sehr wechselhaft und unbeständig. Aussichten für Dienstag: Wechselnd bewölkt mit einzelnen Niederschlägen, bei lebhaften südwestlichen Winden tagsüber etwas wärmer. Aussichten für Mittwoch: Weitere Luftzufuhr aus Westen, Fortdauer der unbeständigen, zu einzelnen Niederschlägen neigenden Witterung. Lufttemperaturen am 15. Sevtember: mittags 23,6 Grad Celsius, abends 16,6 Grad; am 16. September: morgens 12,1 Grad. Marimum 23,8 Grad, Minimum 11,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. September: abends 17,3 Grad; am 16. September: morgens 15,2 Grad. — Sonnen- jcheindauer 3,1 Stunden. Niederschläge 5,4 mm. Der Ministerrat beschloß außerdem die Absendung eines Beifalls- und Grußtelearamms an den Ober- kommandierenden der italienstchen Kräfte in Afrika, General de Bono. Die Vorbereitungen Italiens in Ostafrika würden mit größter Beschleunigung ortgeführt, um Italien gegenüber den über- eqenen abessinischen Streitkräften, deren Mobili- ierung bereits durchgesührt sei, sicherzustellen. An- lesichts der offenkundigen Unruhe, die tn einigen kreisen politischer Flüchtlinge aus der Cyrenaika herrsche, seien zur Verteidigung Der ita- lienischen Kolonie Libyen Verstärkungen im Anmarsch. Die Gesamtstärke der italienischen Wehrmacht zu Lande, zu Wasser und tn der Lust sei so groß, daß auf jede Drohung, von welcher Seite sie auch kommen möge, geantwortet werden könne. England übernimmt die Verteidigung Aegyptens. Kairo, 14. Sept. (DNB.) Wie amtlich mitge- teilt wird, hat zwischen dem ägyptischen Minister- Präsidenten TewfikNassimPascha und dem zweiten Befehlshaber der englischen Flotte im Mit- telmeer, Vizeadmiral Forbes, eine Besprechung über Maßnahmen zum Schutze Aegyptens t m Falle eines Krieges zwischen Italien und Abessinien stattgefunden. Vizeadmiral Fordes versicherte, daß die englische Regierung bereit sei, die Verteidigung Aegyptens sich er zu stell en. Reuter erklärt, daß England entsprechend dem Vertrag von 1922 d i e ä a y p - • tische Unabhängigkeit gegen einen Angriff von außen garantiert habe, und weift darauf hin, dah der größte Teil der engltfchen Mittelmeer flotte zur Zeit in Alexandrien vor Anker liege. Wieder zwei memelländischen Richtern die Staatsangehörigkeit entzogen. Memel, 14. Sept. (DNB.) Nachdem dem Präsidenten Dr. Schreiber, dem Oberbürgermeister Brindlinger und dem Verwaltungsge- richtsdirektor Dr. Treickler die litauische Staats- dürgerschaft widerrechtlich entzogen worden war, hat der litauische Gouverneur sie auch noch dem Amtsgerichtsdirektor Schneider- Memel und dem Ämtsgerichtsdirektor Dr. Schwarke- Heyde- trug abgesprocyen. Angesichts des großen Mangels an Richtern im Memelgebiet gefährdet diese Maßnahme die Durchführung der autonomen Gerichtsbarkeit. Oie amerikanische Negierung bedauert. Washington, 14.Sept. (DNB.) Staatssekre- tär Hüll drückte dem deutschen Geschäftsträger Dr. Rudolf Seltner im Staatsdepartement das B e - dauern der amerikanischen Regie r u n g über das Urteil des Richters Brodsky im Prozeß wegen der kommunistischen Ausschreitungen gegen die „Bremen" aus. Der Staatssekretär fügte hinzu, daß Brodskys Ausführungen keines- wegs die amtliche Haltung der amerikanischen Regierung darstellten. Die ethischen Grundgedanken der Ordnung der Arbeit werden ihre Fortentwicklung auch auf anderen Gebieten des Arbeitsreckts erfahren. Zunächst auf dem Gebiete des Arbeitsvertra g s. Dort gilt es, die abstrakte, rein schuldrechtliche Betrachtung des Arbeitsverhältnisses zu ersetzen durch eine Regelung, die persönliche und mensch l i * Beziehungen zum Ausgangspunkt hat. Die-fe Beziehungen sind in der Betriebsgemeinschaft begründet. w , . Wir sind uns der unlöslichen Derb un d e n - heit von Lohn und Preis bewußt. Wir wissen, daß die Arbeiterschaft in Erkenntnis dieser Zusammenhänge weitgehende Opfer gebracht hat, wir verkennen aber auch nicht die natürlichen Grenzen, die jedem Opfer gezogen sind. Ein gerechter und befriedigender Ausgleich muß gefunden werden. Die Sorge um ihn und das Streben danach ist uns allen gemeinsam. Unser aller Zusammenarbeiten soll uns heilen, die Einheit des deutschen Lebens und des deutschen Volksstaates zu erreichen. Sie soll uns helfen, daß wir ein auskömmliches und uns artgemäßes und ein lebens- wertes Dasein führen können. Aus der Fähigkeit für Disziplin, aus unserer Arbeitslust und Arbeitskraft, aus Dem Gefühl der Kameradschaft und der Volksgemeinschaft heraus werden wir unsere Arbeit meistern, auf daß uns die Arbeit nicht eine Bürde, sondern den Segen bedeutet, auf daß sie nicht wie eine schwere Last auf dem Nacken, wie ein Stein auf dem Herzen liegt, sondern uns allen in der richtigen Lebenserkenntnis zum Stein der Weisen Auf den Waidwiesen luden Waldtheater, Kasperle- und Puppentheater, Ausstellungszelte, Tanzringe und der Reichstheaterzug der Deutschen Arbeitsfront zur fröhlichen Kurzweil ein. Den prachtvollen Abschluß brachte das grandiose Feuerwerk, das unter dem Motto „Vier Jahreszeiten" stand. Grüne Bäume, blühende Sträucher, Maibäume und frische Blumen symbolisierten den Frühling. Der Sommer schloß sich an mit Kronen, Schlangen und Schleifen, Früchten und Leuchtkugeln, Hakenkreuz- Feuerräder leiteten über zur gewaltigen Sommer- fonnenrocnbfeier. Der Herbst stand im Zeichen des Erntefestes. Korngarben wechselten ab mit Blumensträußen und Girlanden. Inzwischen ist es Winter geworden. Silbernes Funkeln und Schneefall kün- den ihn an. Zum Abschluß leuchtet uns das Feuer Wintersonnenwende. Nach Bombenstürmen kün- das bengalische Feuer das Zeichen der Morgen- Nach der Ansprache Seldtes fangen 200 Werk- scharmünner das wuchtige im Takte der Maschinen dröhnende Lied: „Wir sind des Werktags Soldaten." Der Badenweiler Marsch kündete das Eintreffen des Führers an, der von Dr. Ley und Dr. Schacht am Eingang der festlichen Halle empfangen und durch die jubelnden 30 000 geleitet wird. Als Dr. Ley den Führer als den geistigen Schöpfer der DAF. auf der dritten Jahrestagung begrüßt, antwortet die Halle mit tosenden Heilrufen, die sich wiederholen und verstärken, als der Führer das Wort nimmt. Der Führer sprach in eindrucksvoller Weise von der Ueberroinbung des Klässe n k a m p f e s Im nationalsozialistischen Deutschland und kennzeichnete die Bedeutung der Tatsache, daß nun zum ersten Mal die Vertreter der gesamten schaffenden Arbeit, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, zu einer gewaltigen Kundgebung versammelt seien. Der Führer sprach von der Gemeinsamkeit der Interessen aller am nationalen Wirt- schaftsprozeh beteiligten Volksgenossen und gab feiner festen Ueberzeugung Ausdruck, daß die unermeßliche Kraft, die aus der Gemeinsamkeit ströme, das deutsche Schicksal zwingen und meistern roerbe. — Schon an den ersten Sätzen hatte der Führer nicht nur das Ohr, sondern auch das Herz seiner Arbeiter gesunden. Als der Führer geendet hatte und unter den Klängen seines Lieblingsmarsches die Kongreßhalle verließ, übertönte die schmetternden Hörner und den tosenden Jubel die Stimme Lobenswertes zu sagen. Das Hauptinteresse gilt natürlich dem Fußballkampf zwischen dem Deutschen Mei st er SC. Schalke 04 und einer ©täbtemann- schäft N ü r'n b e r g - F ü r t h. Der Deutsche Meister lieferte ein hervorragendes Spiel. Daß Schalke nur einen knappen l:O-Sieg davontrug, ist dem aufopfernden Spiel der gesamten Städtemannschaft Nurnberg-Fürth zuzuschreiben. Der zweite Hauptteil des Volksfestes spielte sich auf her großen Zeppelinwiese ab. Werkscharen der Deutschen Arbeitsfront trugen ein höchst wirkungsvolles Chorwerk vor. 24 Fahnenschwinger standen auf den hohen Aufbauten und zum Klange der Fanfaren ließen sie die wallenden Tuche, die bps Hakenkreuz und bas Zeichen der Arbeitsfront trugen, sich entfalten. Das Chorwerk kün- 1 bete von dem Willen der jungen deutschen Werk- bet bas bengalische Feuer bas Zeichen röte des neuen Jahres. An das gewaltige Feuer- werk schloß sich als letzte Vorfüyrung Der Film „Arbeiter heute" an, der Bilder zeigte von Reichswirlschastsminisler Dr. Schacht. Meine deutschen Volksgenossen! Liebe Arbeitskameraden! Als ich dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront den Vorschlag machte, daß die Organisation der gewerblichen Wirtschaft in ihrer Gesamtheit in die DAF. eintreten solle, da habe ich mich besonders gefreut, wie lebhaft diese Anregung aufgegriffen wurde. Die außerordentliche Bedeutung, die das Zusammengehen von Betviebsführern und Gefolgschaften im Dritten Reich erhalten hat, kann gar nicht hoch genug eingesckätzt werden. Wir Dürfen yeute nach keiner Richtung mehr Einzelgänger sein. Wir müssen alle z u - jammen st ehen in einereinzigenSchick- salsgemeinschaft, um das Leben unseres Volkes in der Mitte Europas sichern und ihm seinen Bestand erhalten zu können. Wenn wir in der Leipziger Vereinbarung den Willen zur Gemeinschaft der arbeitenden und wirt- schäftenden Menschen an die Spitze gestellt haben, und wenn wir letzt im Begriff stehen, den A r - beits- und Wirtschaftsrat zu bilden, so haben wir damit die sich aus den verschiedenen Svezialausgaben ergebende Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit weder der DAF. noch der Organisation der gewerblichen Wirtschaft aufgehoben. Wir wollen und müssen aber jetzt und in aller Zukunft verhindern, daß aus der Eigenverantwortlichkeit beider Organisationen und aus der lediglich einseitigen Behandlung der ihnen wesensgemäß zusallenden Arbeiten und Probleme neue Gegensätze ent st ehe n. Die nationalsozialistischen Kräfte, die mit dem 30. Januar 1933 zum Durchbruch und ans Werk gelangt sind, haben erst die Voraussetzung dafür geschaffen, baß die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände verschwinden konnten und daß statt feindlicher Organisationen sich heute nur Menscken gegenüberstehen, die nicht gegeneinander, sondern füreinander arbeiten. Das ursprüngliche Gefühl gegenseitiger menschlicher und persönlicher Verbundenheit schließt alle diejenigen in einem starken echt deutschen personenrechtlichen Treueverhäll- n i s zusammen, die an einem Werke arbeiten, in einem Betriebe schaffen, in einem Haufe leben. Ls ist das niemals wieder wegzulöschende Verdienst unseres Führers, daß er in unsere Herzen und Hirne hineingehämmert hat die Erkenntnis, daß wir eines Blutes und einer kulturellen Gemeinschaft, dah wir Kameraden sind und darum menschliche Pflichten gegeneinander haben. Ls darf nicht sein, dah die deutschen Menschen ein zweites Mal wieder erst dann den Sinn der Kameradschaft begreifen, wenn es um Sein oder Nichtsein unseres Volkes geht, wenn auhenpolitische Mächte uns bedrohen. Rein, wir wollen gerade im Alltag unserer Arbeit unlösbar zusammenwachsen. eines Arbeiters irgendwo in Der riesigen Halle, der dem Führer bankt. Diese Stimme war die Stimme des ganzen deutschen Volkes. Oie Fortsetzung des Parteikongreffes. Nürnberg, 14. Sept. (DNB.) Kaum war die Tagung der Deutschen Arbeitsfront beendet und die Kongreßhalle geräumt, da strömten schon wieder neue Scharen herein zur Fortsetzung des Parteikon- gresses. Kurz nach 15.30 Uhr traf der Führer wieder in der Halle ein. Nach dem Einmarsch der Fahnen und eines musikalischen Vorspiels des Rcichssymphonieorchesters gab der Stellvertreter des Führers als erster Redner dem Reicksleiter Amann das Wort, der über Presse unb N a - tionalsozialismus sprach. Den Parteikongreß eröffnete am Sonntagabend ngch dem Einmarsch der Standarten der Stellvertreter des Führers, Heß, der bei seinem Eintreffen herzlichst begrüßt wurde. Dann nahm Hauptamtsleiter Reinhardt bas Wort. Nach seinen von starkem Beifall unterbrochenen Ausführungen über bie nationalsozialistische Finanz- unb Steuerpolitik sprach Reichsleiter Dr. Dietrich über „Pressefreiheit unb öffentliche Meinung". Brausenber Beifall bankte Reichsleiter Dr. Dietrich für seine Darlegungen. Als letzter Rebner des Kon- gresses am Sonntag sprach bann Reichsarbeitsführer Hier!. Auf dem unbeschrankten Wegübergang zwischen DetHingen/Untertecf unb Owen/Unterteck (Württemberg) ist ein mit SA.-Männern besetzter Lastkraftwagen, ber auf der Heimkehr von Feldstetten nach Göppingen begriffen war, mit dem Personenzug Kirckheim/Teck — Oberlenningen zusammenge- ft o p e n.Don ben Insassen beo Lastkraftwagens, ber völlig zertrümmert würbe, würben fünf Personen ‘getötet, fünf schwer unb zwei leicht verletzt. Die Verletzten würben sofort in das Krankenhaus Kirchheim/Teck verbracht. Don ben Insassen des Zuges ist niemand zu Schaben gekommen. Die Ursache bes Unglücks ist noch nicht geklärt. Eine Untersuchung ist im Gange. Der Lokomotivführer bes Personenzuges hat bie vorschriftsmäßigen Pfeif- und Lichtsignale abgegeben. Das ist bas neue Deutschland: Nack Tagen anstrengender Arbeit sucht es seine Erholung durch Leibesübungen unb wertvolle Erholung, die auch dem inneren Menschen etwas äu geben vermag. Das nationalsozialistische Deutschland bejaht bie Oreuben dieses Lebens; aber es stellt auch an diese reuben höhere Ansprüche unb steht auf bem Stanbpunkt, baß für das deutsche Volk das Beste gerade gut genug ist. Nach diesem Leitspruch war auch bas große Volksfest des Reichsparteitages auf allen um ben Dutzendteich gelegenen Aufmarsch- und Sportplätzen ausgerichtet. Es bot in feinem überwiegenden Teil ein sportliches Programm. Nach schmissiger Marschmusik der Ruhrknappenkapelle künden Fanfaren um 16 Uhr ben Beginn der Darbietungen an, die mit einem bunten Feld des Sportamtes ber N S ■ Gemeinschaft „Kraft burch Freude" eingeleitet werden. Im ganzen Jnnenraum zerstreut zeigen bie Sportgruppen ber NS-Gemeinschaft ausgezeichnete Darbietungen, die erkennen lassen, welcher Wert auf die körperliche Gestaltung des deutschen Arbeitsmenschen gelegt wird. Geradezu akrobatisch aber muten die Motorradvorführungen der NSKK.-Fahrer an, die in atemberaubendem Tempo freihändig oder gar auf ben Rädern stehend über bie Aschenbahn rasen. Die Deutschland- Riege ber Deutschen Turnerschaft zeigt am Neck Hebungen, an benen auch der Weltmeister Winter- Frankfurt teilnimmt. Es ist überflüssig, über bie Leistungen bieser auserlesenen Riege noch beiters nicht entbehren, es wird bei allen Schaf- ber Volksgemeinschaft, bie uns ber Führer vorlebt, erstickt solche Ausartungen im Keime. Wenn wir einmal bas Bewußtsein der Volksgemeinschaft als etwas Selbstverftändliches in uns tragen, so ist ber Gedanke eines Klassenkampfes tot für alle Zeiten. Manch einer hat diese tragende Idee heute noch nicht begriffen; manch einer macht ben anberen schlecht, nur um selbst besser zu erscheinen. Das ist nicht Nationalsozialismus, sonbern abgeroanbelter Klassenkampf. Wenn einmal jeber Deutsche nur ben einen Ehrgeiz kennen wirb, auf dem ihm anvertrauten Posten bas Beste für fein Bo 1 k 3u I e i ft e n , bann wirb bas Dritte Reich vollenbet sein. Für bieses Dritte Reich, bas unser Fahrer Adolf Hitler uns geschenkt hat, wollen wir gemeinsam wirken, solange unsere Brust atmet. In ber Betriebsgemeinschaft sollen sich zum Nutzen von Volk und Staat Unternehmer unb Gefolgschaft zusammenfinben. Gegenseitige Achtung unb Treue, ehrliche Zusammenarbeit in allen be- trieblichen Angelegenheiten, Anerkennung ber Lebensrechte des anderen sollen die Richtschnur dieser Gemeinschaft sein. Es leugnet niemand dabei, baß menschliche Spannungen und Gegensätze auch in der Betriebsgemeinschaft wie in jeder Gemeinschaft immer wieder auftreten werden. Die Gegensätze sollen nicht vertuscht und unterdrückt, sondern ehrlich ausaekämpft werben. Ader bei einem Kampf um Die gerechte Losung, wie er hier geführt werden soll, soll und wird das Ergebnis nur immer. wieder ein Sichzufammensinden, eine Festigung der Gemeinschaft sein. • ttr.216 Dritter Blatt Glehener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberhesien) WoiM 16. September 1955 iLJ" 1 . 1 1 • ..... - . ■- - ■ Obechessische Momentbilder vom ReWyarieitag. Bildbericht unseres in Nürnberg weilenden Mitarbeiters Photo-Pfaff, Gießen. Oben links: Der Führer der Brigade 147 Oberhessen, Oberführer Schmidt, inmitten der Kameraden beim Mittagessen. — Oben rechts: SA.-Kameraden der Standarte 116 im SA.-Lager während einer Ruhepause nach anstrengendem Dienst. In der Mitte (rechts) sitzend Standartenführer Lutter- Gießen. — Nebenstehend: Der Kreisleiter des Kreises Gießen Pg. K l o st e r m a n n (in Uniform ganz rechts) inmitten der Zuschauer. W ■ Heute Rückkehr der GA. von Nürnberg. Am heutigen Montag um 15.15 Uhr werden die Nürnberg - Fahrer unserer Gießener SA. - Standarte 116 mit einem Sonderzug die Stadt des ReichsparteilFges zur Heimfahrt verlassen. Der Sonderzug trifft um 21.48 Uhr auf dem Bahnhof Gießen ein. Der Einmarsch der SA. erfolgt durch die Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Sonnenstrahe zum Standarten- plah vor dem Standartengebäude. Um 20.45 Uhr wird ein Ehren sturm der S A. vom Platz am Standartengebäude aus zum Bahnhof marschieren, um dort die heimkehrenden Nürnberg-Fahrer der SA.-Standarte 116 feierlich zu empfangen und zum Standartengebäude zu geleiten. Die NSKK.-Führerund -Männerder Motor st andarte 147, die am Samstag früh von Gießen zum Reichsparteitag abgefahren find, kehren am heutigen Montag um 23.52 Uhr mit Sonderzug hierher zurück. Die Gießener Kameraden der Motorstaffel I/M 147 treten heute abend an. marschieren geschlossen zum Bahnhof und holen dort die Kameraden ihrer Formation ab. Aus der Provinzialhauptstadt bei Davon Am Donnerstag, 19. September, und Freitag, 20. September, in der Zeit von 20 bis 22.30 Uhr, zahlen alle SA., R.-SA., NSKK., Reiter- und Marine-SA. usw. Angehörige, die nicht Parteigenossen sind, den Hilfskassenbeitrag für das 4. Vierteljahr 1935 im Cafe Leib, Walltorstraße. nem Falle guttue. Es wäre so viel einfacher gewesen, sofort diese Warnung zu berücksichtigen, als selbstbewußt zu sagen: „Bei mir kommt so was nicht vor, wir sind mit den Eltern ein Herz und eine Seele". Es endet doch mit einer Flucht der „Kinder". Und weil es so traurig ist, wenn das gute Einvernehmen erschüttert wird, und weil man doch aus den Erfahrungen anderer seine Schlüsse ziehen kann, tut man im Allgemeinen von vorneherein gut, lieber im Notfall für einige Zeit bas „möblierte Zimmer" zu beziehen, als die bequeme Wohnung ** Ehrung eines verdienten Beamten. Der Bahnassistent Daniel Becker, Kaiserallee 271, über dessen 80. Geburtstag wir am Samstag bereits kurz berichteten, wurde aus Anlaß dieses Jubiläums von feiten der Reichsbahn mit Ehrungen bedacht. Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, wie auch der Präsident der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. ließen Glück- wunschschreiben übermitteln. Außerdem wurde dem hochbetagten Manne ein ansehnliches Geldgeschenk zuteil. ** E i n Zweiundachtzigjähriger. Am heutigen Montag, 16. September, kann Herr Jakob Hardt, Hamnistraße 4, in körperlicher und geistiger Frische seinen 82. Geburtstag feiern. Der hochbetagte Mann nimmt noch heute regen Anteil an allen Geschehnissen unserer Tage. ** Eine Siebzigjährige. Am heutigen Montag, 16. September, kann Frau Wwe. Anna Rang, Rodheimer Straße 40, in geistiger und körperlicher Frische ihren 70. Geburtstag begehen. Die Jubilarin ist seit vielen Jahren treue Leserm des Gießener Anzeigers. ** B e i der Arbeit verunglückt. Der etwa 30 Jahre alte Fuhrunternehmer Alfred Schneider, Walltorstraße 41, wurde von seinem Fuhrwerk überfahren und erlitt einen Bruch de» den Eltern. Ortsgruppe Giehen-Güd. Abteilung Hilfskasse. Vetr.: Bezahlung der hilfskassenbeiträge für das letzte Vierteljahr 1935. in München bei der Hilfskasse abgemeldet. Auch werden die Hilfskassenbeiträge vorher nicht angenommen. Sportamt „Kraft durch Freude". heute folgende Kurse: Tennis. Bon 18 bis 19 Uhr, Städt. Tennisplätze am Schützenhaus. Reiten. Bon 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Bon 19.45 bis 20.45 Uhr, in Großen-Buseck, Gasthaus Wagner. „Wir wohnen bei den Eltern . . . zur Verbesserung des Verhältnisses beiträgt, gegen werden Erfahrungen des Jüngeren „ vornherein zurückgewiesen, weil so ein „Kücken" natürlich gar keine Erfahrungen haben darf. Zwischen den Frauen geht es um weniger wichtige Dinge, die aber durchaus nicht unwichtig sind in diesem Falle. Liebhaberinnen von Hefekuchen können Verfechterinnen von Pulverkuchen geradezu zu bewaffnetem Aufstand reizen. Denn wenn man erst empfindlich geworden ist, kann jede Bewegung Anlaß zu neuen Fehden geben. Es ist dann ganz egal, ob man die Gewobnheit hat, lange bei Tisch zu sitzen, oder schnell seine Mahlzeit zu beenden, wenn man den andern erst einmal als Gegner ins Auge gefaßt hat, kann sowohl das eine, wie das andere verwerflich fein. Die jungen Leute sind stolz auf ihre Jugend, die älteren auf lhr Alter. Dagegen läßt sich grundsätzlich nichts sagen. Schlimm wird es erst, wenn die Parteien ihren Gefühlen Ausdruck geben. Man kramt dann zur eigenen Entlastung allerlei Geschichten hervor, von ähnlichen Experimenten von Bekannten, die auch schief ausgelaufen sind, und zieht darauf sehr verständig den Schluß, daß dieses Zusammenleben ein Unding sei und in kei- Am Montag, 16., und Dienstag, 17. September, in der Zeit von 20 bis 22.30 Uhr, zahlen alle Angehörigen der SA., SS., NSKK., Reiter- und Äarine-SA., die nicht Parteigenossen sind, den Hilfskassenbeitrag für das 4. Vierteljahr 1935 im Restaurant „Zum Tannhäuser", Frankfurter Straße 83. Wer an diesen beiden Abenden den Beitrag nicht bezahlt, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet. Ortsgruppe Giehen-Nord. Abt. Hilfskasse. Betr.: Bezahlung der hilfskassenbeiträge für das letzte Vierteljahr 1935. Plakettenschießen der Deutschen Iägerschast. Die Pressestelle des Kreisjägermeisters für den Jagdkreis Gießen teilt mit: Das Schießen um die Plaketten der Deutschen Jägerschaft findet für alle im Kreise Gießen wohnenden Jagdscheininhaber auf den Schießständen des Schützenvereins Gießen, Grünberger Straße 2, statt. Es schießen: Samstag, 21. September, 14—18 Uhr: Hegering Gießen, Anfangsbuchstaben A—L. Sonntag, 22. September, 8—12 Uhr: Hegeringe Grünberg, Londorf, Röthges; 12 bis 18 Uhr: Hegeringe Lich und Grüningen. Mittwoch, 25. September, 14—18 Uhr: Hegering Gießen M—Z. Das Plakettenschießen ist ein von dem Reichsjägermeister angeordnetes Pflichtschießen für alle Mitglieder der Deutschen Jägerschaft, das im ganzen Reich unter gleichen Bedingungen durchgeführt wird. Es werden abgegeben: 20 Schuß mit Büchse, 30 Schuß mit Flinte und 20 Schuß mit Pistole (Munition ist auf dem Schießstand zu haben). Alle Jagdscheininhaber des Kreises sind also zur Teilnahme verpflichtet. Es wird darauf ausdrücklich mit dem Bemerken hingewiesen, daß sich vereinzelte Jäger seither ihrer Verpflichtungen zum Schießen entzogen haben. Ein derartiges Verhalten stellt mangelndes Interesse an der Arbeit der Deutschen Jägerschaft dar. Die Jägerschaft wird diesen Jägern, falls sie nicht ihr Verhalten ändern, dieselbe Interesselosigkeit entgegenbringen und sie aus ihren Reihen entfernen müssen. vornotizen. — Tageskalender für Montag: NS-G. „Kraft durch Freude": 18 bis 20 Uhr Tennis auf den städtischen Tennisplätzen am Schützenhaus-, 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Heilige und ihr Narr" Neues Vierteljahres - Sportprogramm des Sportamts „k.d.F.!" Mit dem 1. Oktober kommt das neue Sportprogramm des Sportamts „K.d.F." heraus. Neben den bisher eingerichteten Sportkursen finden wir neu hinzugekommen folgende Kurse: Waldlauf, Hallentennis, Skigymnastik, Ski- Trockenkursus, Kleinkaliberschießen. Das Sportprogramm ist in deinem Betrieb, auf deiner Ortsgruppe oder auf dem Sportamt, Schan- zenstraße 18 (Sprechstunden von 8 bis 13, Telephon 2919), erhältlich und unterrichtet dich über alles Wissenswerte. Landschastsbnnd Äolksium und Heimat Kreisring Gießen. Vorn 29. Septerner bis 5. Oktober findet auf der Zitadelle in Mainz eine volkskundliche Schulungswoche statt. Der Arbeitsplan ist dem Heft Nr. 9 von „Volk und Scholle" beigefügt, aus dem alles weitere, wie Kursusbeitrag, Fahrtermäßigung usw. ersichtlich ist. Die Anmeldungen sind umgehend direkt an die Geschäftsstelle des Landschaftsbundes, Darmstadl. Neckarstraße 3, zu richten. Gleichzeitig ersuche ich, an die Kreisringführung, Georg Heß, Leihgestern, Schillerstraße 36, Mitteilung über die erfolgten Anmeldungen ergehen zu lassen. Es wird auch aus unserem Kreisring eine rege Beteiligung erwartet. Baltikum- und Freikorpskämpfer. > Achtung! Zwecks Erlangung der Urkunde als alter Kämpfer sind umgehend vom Reichsbund der Baltikum- und Freikorpskämpfer-Abwicklungsstelle,Berlin W 15, Lietzenburger Straße 12, die Antragformulare anzufordern. Letzter Termin: bis 18. November 1935, spätere Eingänge sind zwecklos. Abwicklungsstelle Gießen, Hammstraße 4. Verbotener Verkehr mit Gefangenen Die Justizpressestelle Frankfurt a M. teilt mit: Im Hinblick darauf, daß häufig Personen aus Unkenntnis mit Gefangenen ohne Genehmigung der zuständigen Stelle in Verkehr treten, erscheint es zweckmäßig, darauf hinzuweisen, daß in der Preußischen Gesetzsammlung eine Polizeiverordnung vom 2. August 1935 des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern, betreffend das Verbot des Verkehrs mit Gefangenen, veröffentlicht ist. Nach dieser Verordnung wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark, , an deren Stelle im Unvermögensfalle Haft bis zu 14 Tagen tritt, bestraft, wer unbefugt mit Gefange- : nen ober Schutzhäftlingen in Verkehr tritt, oder sich mit ihnen durch Worte, Zeichen ober auf anbere i Weise zu verstänbigen sucht. Es ist alle Anerkennung wert, baß Menschen j immer wieder die Behauptung, daß alt und jung nicht zusammengehören, umzustürzen bemüht smb. Den besten Willen von der Welt vorausgesetzt, erleiden aber doch alle Parteien meist kläglich Schiffbruch, und die Unsentimentalen, die Nüchternen, triumphieren wieder einmal. r r Ja, es ruht ein seltsamer Unstern auf solchen Abenteuern, wie es eine Ehe zu dritt oder zu viert mit sich bringt Der Fall liegt so klar: Der Vater und die Mutter sind von ihren „Kindern so entzückt es gibt gar keinen besseren Schwiegersohn, oder' keine sorgsamere Schwiegertochter, und doch endet das Zusammenleben gewöhnlich in einem gewaltigen Sturm. Der gemeinsame Haushalt jmrb aufgelöst und die Meinung über die „Kinder" bedeutend revidiert. ,, ,.. ± , Wenn man beide Parteien nachher hort, so kann man gar nicht begreifen, wie das Mißgeschick eigentlich möglich war; es war der beste Wille auf allen Seiten vorhanden. Die Schwiegermutter beteuert, daß sie den Kindern den Himmel auf Erden bereitet hat, der Schwiegervater sagt, daß er ßch seiner eits um nichts gekümmert habe, die "Kinder beteuern, daß sie es nie an dem schuldigen Respekt und der nötigen Rücksicht haben mangeln lassen; es ist also ein Rätsel, wie die Katastrophe emtreten konnte. In Wirklichkeit liegt der Fall nicht so kompliziert: das junge Paar, das glücklich verheiratet ist, hat zutiefst den Wunsch, selbständig zu sein und in Ruhe gelassen zu werden. Aber das widerspricht durchaus der Einstellung der Eltern, die ja weiter nichts wollen als teilhaben am Gluck der Kinder. Sie find eben und bleiben „Die Kinder , und wenn sie zehnmal verheiratet find; in der Vorstellung vieler Eltern tappen sie immer noch als Unmündige durch das Dasein, denen man m der freundlichen Absicht, ihnen Kummer und Sorgen zu ersparen, gar nicht genug Ratschläge geben kann. Aber es ist die Eigenart aller Kinder, daß sie Ratschläge hassen. Und das liegt an der bemerkenswerten Eigentümlichkeit des Menschengeschlechts, daß ein noch so guter Rat nie so gut wirkt wie eine bittere Erfahrung. Es ist verständlich, den Jungen die bitteren Erfahrungen ersparen zu wollen, aber ebenso unmöglich wie einem jungen Tier zu predigen, daß Feuer brenne; auch ein junger Hund muß sich erst einmal die Nase verbrennen, ehe er begreift, daß Feuer eine brenzliche Sache ist. Den Menschenkindern geht es — leider — nicht anders. Es ist glanz gleichgültig, ob das Paar bet den Eltern der Frau, oder denen des Mannes wohnt. Die böse Schwiegermutter, die dem Schwiegersohn so verhaßt sein soll, ist ja doch in den meisten Fällen nur eine Witzblattfigur. Weniger zitiert, aber recht behaglich ist die Mama des verwöhnten Lieblinassohnes, die davon überzeugt ist, daß diese Heirat das Unglück ihres Einzigen fein wird und die dann die entsprechenden Abwehrmaßnahmen ergreift, die in Mißtrauen und Bevormundungen bestehen. , , . .... Schwiegerväter geben ihren Schwiegersöhnen gern berufliche Ratschläge, die von der jungen Gene- teljatjr 1933 im «ju», ratian diskret belächelt werden, was durchaus nicht Wer an die en beiden Äb-nden nicht bezahlt, wird Paviane überfallen eine Pflanzung Erlebnis eines Kaffeesarmers in Oeutsch-Ostafrika. Schon zeitig am Morgen war ich draußen in der Kaffeepflanzung mit meinen Negern, habe die Bewässerungsgräben, die vom nahen Beraflüßchen des Kilimandjaro abgeleitet sind, aufgerissen, um die dürstenden Bäume zu bewässern, habe die schwarzen Arbeiter zum Hacken und Beschneiden der Bäume angestellt und mußte zu meiner Betrübnis wahrnehmen, daß in einem abgelegenen Winkel am Tage zuvor wieder eine Affenherde gehaust hatte. Aus dem nahen Urwald, der die Pflanzung am Sanyafluß umgrenzt, kommen die Paviane in später Abendstunde oder am Zeitigen Morgen heraus- geturnt. Dabei gehen sie nicht nur nach den roten, reifen Kaffeebeeren und reißen diese ab, sondern vernichten systematisch die gesamte Pflanzung, indem sie auf ihrem Hin- und Rückwege jede der jungen einjährigen Pflanzen herausreißen. Ständig muß wieder ausgebessert, dauernd müssen die Lücken gefüllt werden. Die Affen sind hier für die nahen Pflanzungen am Urwalde zur reinsten Landplage geworden. Gerade will ich in der heißesten Mittagszeit im Schutz meines kleinen Pflanzungshauses die Lohnlisten zusammenrechnen und habe schon alles dafür vorbereitet, als mein Wäscher, der Dobi, mit langen Sätzen angesprungen kommt: „Bwana, die Affen sind in der Pflanzung!" Er hat am nahen Ufer des Sanyo Wäsche gewaschen und dabei gesehen, wie eine starke Herde den Wald verließ, um sich wieder in meiner Pflanzung gütlich zu tun. Schnell springe ich ins Wohnzimmer, stopfe die Tasche voll Teilmantelpatronen, nehme den Fernrohrstutzen von der Wand und eile in langen Sätzen mit meinem Wäscher durch die Reihen der dreijährigen Kaffeebäumchen einem kleinen Hügel zu. Vorsichtig erklimmen wir die Anhöhe und halten Ausschau. Richtig, da kommt auch schon eine halbe Kompanie brauner, kriechender Gestalten an. Dreißig, vierzig können es sein, in allen Größen und Altersstufen. Bald bleiben sie stehen, richten sich auf, äugen umher, ob die Luft auch rein ist. Dann setzen sie wieder ihren Marsch fort, bald hier und bald Dort eine Kaffeepflanze auszupfend. Noch ist es zu weit für einen sicheren Schuß. Ich lasse sie in aller Ruhe näherkommen, um möglichst drei oder vier mit der Repetierbüchse herauszuschießen. Denn dann werde ich für lange Zeit Ruhe haben, da die schlauen Assen sich eine so ungastliche Aufnahme sehr wohl merken, und wochenlang die gefährliche Stelle meiden. Mein Wäscher und ich drücken uns eng an einen schützenden Termitenhügel an, damit uns die Herde, die gerade auf uns zu gezogen kommt, nicht wahrnimmt. Doch immer wieder unterbrechen sie ihre Wanderung durch die Pflanzung, reißen junge Bäumchen aus. Ich muß mich beherrschen, schon jetzt den Schädlingen eine Kugel hinzu- jenden, um sie von ihrem Treiben abzuhalten. Jetzt geht ihr Weg auf die vierjährigen Kaffeebäume zu, an denen die roten Beeren wie süße Hagebutten hängen. Einige riesige Paviane marschieren vorn an der Spitze des Affenzuges, dann folgt ein Trupp der jüngeren Generation, und zum Schluß kommen vorsichtige Mütter mit ihren Babys hinterher gehumpelt. Mit jedem Schritt, den sie machen, verringert sich die Entfernung. Kaum noch zweihundert Meter trennen mich von der Affenherde. Aber sie kommen noch bedeutend näher, wenn sie zu den tragenden Kaffeeoäumen wallen. Geduldig warte ich hinter meinem deckenden Termitenhaufen, muß dabei zusehen, wie mir die Bande die mühsam gepflanzte und endlich angegangene Neukultur schä- digt. In ihrer gurksenden aus der Kehle stoßenden Affensprache unterhalten sich die Paviane miteinander. Vereinzelte Laute dringen äu mir herüber, und noch ahnen sie nicht, daß ihr heutiger Ausflug in meinen Kaffee für sie böse enden soll. Van den Hütten meiner Arbeiter klingt Kindergeschrei und das Geräusch der Mais stampfenden Kolben herüber. Einen Augenblick verhofft die Herde wieder, horcht auf. Doch diese Laute sind ihr bekannt und vertraut, und in eiligem Tempo geht es jetzt dem reifen Kaffee zu. Ganz vorsichtig schiebe 'ich mich nun mit der Büchse hinter meinem hohen Ameisenbau vor. Nur ein einziges Augenpaar der großen Herde braucht mich zu sehen, und das ganze Unternehmen wäre für mich mißglückt. Zoll um Zoll richte ich die Mauser hoch. Leise knackt der Stecher ein, und das Fadenkreuz des Fernrohrs sitzt gerade einem alten Pavianmännchen, das die Herde an- führt, auf der Brust. Ein kurzer scharfer Knall! Der alte Affe greift sich mit der Hand an die Stelle, auf die eben noch das Abkommen des Glases hinzeigte, kreischt laut auf, stürzt hintenüber. Mit aellenden Schreckensrufen flüchtet die Herde zum Urwald zurück. Doch die Strecke ift weit. Vierhundert Meter über fast freies Land müssen die Affen flüchten, ehe sie die schützende Deckung erreichen. Kopflos jagt die Herde davon, während meine Kugeln zwischen die abziehenden Paviane schlagen. Bald höre ich einen schrillen Schrei, ein zweiter Affe bleibt liegen und kann der Herde nicht mehr folgen. Ein dritter sondert sich schwerkrank ab und verschwindet in einer Mulde. Inzwischen haben die anderen Paviane den Urwald erreicht und verschwinden mit ängstlichem Gekreisch im schützenden Dickicht. Noch lange höre ich ihre Schreckensrufe, die immer leiser werden, je weiter sich die erregte Herde entfernt. Meine Schüsse haben aus dem nahen Pflanzungsdorf einige meiner Neger angelockt. Noch mit den Werkzeugen in der Hand kommen fie angesprungen. Schwatzend und lachend folgen sie mir jetzt, als ich an den ersten, bereits verendeten Pavian herantrete. Ein altes, ungewöhnlich starkes Männchen liegt auf der An- fchußstelle. Das Teilmantelgeschoß in der Brust, hat er vom Tode nicht viel gemerkt. Die Hände um- krampfen noch ein abgerissenes Büschel roter Kaffeebeeren. Dann suche ich den nächsten Affen auf, dem die Kugel van hinten das Rückgrat brach. Eine mitteljährige Aefsin liegt mit faustgroßem Ausschuß in ihrem eigenen Schweiß. Jetzt gehe ich dem dritten Pavian nach, der getroffen in der Mulde verschwand. Es dauert nicht lange, da sehe ich den Affen schwer^rank zwischen $mei mannshohen Kaffeesträuchern. Beide Hände hält er schmerzvoll gegen Den Unterleib gepreßt. Ich reiße den Stutzen hoch und gebe dem Pavian den erlösenden Fangschuß. Dann lasse ich meine Leute gleich ein großes Loch ausgraben, in welches die drei Paviane gelegt werden. So ist mein Feldzug gegen die Affenherde ziem- lich erfolgreich ausgegangen. Die Herde hat einen ihrer Anführer und zwei weitere Mitglieder verloren. Seitdem bleiben die Besuche in meiner Pflanzung aus, und ich sowohl als auch meine Kaffeebäume haben auf lange Zeit Ruhe vor den räuberischen Streichen der braunen Waldgesellen. E. w. Strach. Hochschulnachrichten. Der Direktor des Marburger Universitätsinstituts für Leibesübungen, Presior Dr. Iaeck, ist vom Führer und Reichskanzler zum Oberregie, rungsrat ernannt worden. Durch diese (Ernennung kommt die Erweiterung der Unterrichtsaufgaben des Instituts zum Ausdruck, das damit beauftragt worden ist, neben der körperlichen Erziehung an der Universität und der staatlichen TurnlehrerausbU- düng auch die Fortbildung des gesamten Lehrpersonals der Provinz Hessen-Nassau für die Leibesübungen durchzusühren. Professor Dr. Martin G e l z e r, Ordinarius für alte Geschichte an Der Universität F r a n k f ur t, hat einen Ruf an die Universität Heidelberg erhalten. linken Unterschenkels. Er mußte zur ärztlichen Behandlung in die Chirurgische Klinik gebracht werden. ** Die Gesellenprüfung des Kraft- s ah r z e u a h a n d w e r k e s der Provinz Oberhesfen betrifft eine Anzeige in unserem heutigen Blatte, auf die wir die Interessenten be- ionbers aufmerksam machen. Oberhessen. Oer Grünberger Gallusmarkt 1935. * Grünberg, 15. Sept. Für den weithin bekannten und berühmten Grünberger Gallus- markt ist in diesem Jahre eine Gallusmarkt- Woche in der Zeit vom 13. bis 2 0. Oktober vorgesehen. Am 13. Oktober findet ein Heimatabend unter dem Geleitwort „Soldaten, Kameraden!" mit einem Vortrag von Lehrer Böcher über „Grünberg in Kriegszeiten" statt. Am 15. Oktober wird der Markt durch die Ansprache des Bürgermeisters, die Hissung der Marktfahne und allgemeine Feiern in Den Lokalen eröffnet. Der 16. und der 17. Oktober bringen die eigentlichen Märkte (Vieh- und Krämermärkte) mit allerlei Volksbelustigungen; am 17. Oktober nachmittags wird auch eine große Bauernkundgebung durchgeführt. Der 20. Oktober bringt den Ausklang der Marktwoche mit Platzkonzert und allerlei Volksbelustigungen. Ein bedeutsamer Fund. tn. Lang-Göns, 15. Sept. Es wurde seiner- zeit von uns berichtet, daß das eine Gemeinde- dackhaus in der Hundstaatenstraße neu hergerichtet werden sollte. Die Arbeiten sind nun beendet, das Backhaus wurde dieser Tage wieder zur Benutzung freigegeben. Backofen und Kamin wurden ganz neu aufgebaut. Bei diesen Arbeiten fand man, daß die eiserne Platte, die am Eingang des Ofens lag und als „A u f f ch u ß b r e 11 benutzt wurde, auf der Rückseite mit einer Schrift versehen war. Nach der Reinigung stellte es sich heraus, daß hier ein ganz wichtiger Fund gemacht worden war. Die Platte wurde deshalb an der westlichen Außenwand, nach der Straße zu, angebracht, Damit sich jedermann davon überzeugen kann, welche Künstler unsere Eisengießer schon vor 230 Jahren waren. Die Platte ist etwa 80 Zentimeter breit und ebenso hoch. Sie trägt nicht nur eine Inschrift, sondern auch eine bildliche Darstellung der Geschichte von der Witwe von Sarepta, wie sie ihr Del an hinzukommende Frauen verkauft. Darunter steht gegossen: Non est inopia timen tibus deum. Psalm 55. Gen Sarept gesand Elisa von Gott. Da sie litten gros Hungersnot. Ein wenig Mehl und Oehl er fand damit speist er das ganze Land. 2. Regem 4. W.M.G.Z.S. Braunfels 1707. Die eiserne Platte, die Darstellung und die Schrift, sind noch sehr gut erhalten und geben uns Zeugnis von einer Kunst, die einst in der Gegend von Wetzlar in hoher Blüte stand. Im ganzen Stil und in Der Darstellung ähnelt Die Platte Den Verzierungen, Die wir noch manchmal in alten Bauernhäusern an Den Oefen antreffen. Auch in Den Museen, ebenso auf Der letzten Ausstellung in Frankfurt a. M. („Die Rhein-Mainische Wirtschaft") sind solche Platten zu sehen. Seinerzeit wurde auch im Gießener Anzeiger (Beilage „Heimat im Bild") von solchen gegossenen Ofenplatten berichtet, die im Vogelsberg (Hirzenhain) noch in vielen Häusern zu finden sind. Iortbildungslehrgang für Aerzte in Bad-Nauheim. = Bad-Nauheim, 15. Sept. Vom 20. bis 22. September findet hier in der Kerckhoff-Vor- lesungshalle Der 11. Bad-Nauheimer F o r t- bildungslehrgang für Aerzte statt, für Den bereits zahlreiche Meldungen deutscher und ausländischer Aerzte vorliegen. Zur Behandlung steht Das Tyema „Sie W e ch s e l b z i e h u n g e n von Atmung und Kreislauf". Voraus geht dem Lehrgckng vom 16. bis 19. September ein Kursus im Balneologischen Universitäts-Institut bei Prof. Dr. Weber, der die Elektrokardiographie behandelt. Parallel damit läuft ein klinischer Kursus der Kreislauferkrankungen, den Prof. Dr. Lu eg, Chefarzt des Konitzkystiftes und des Städtischen Krankenhauses, veranstaltet. Der Fortbildungslehrgang nimmt am 19. September mit einem Bearüßungs- abenb im Kurhaus feinen Anfang. Außer Den medizinischen Dorträgen hält Professor Dr. e h r t s e n (Gießen) am 21. September, abends, einen öffentlichen Experimentaloorttag über künstliche Radioaktivität. Große Meliorationsarbeiten im Kreise Alsfeld. Alsfeld, 15. Sept. (LPD.) In der Gegend des Kreisortes L e h r b a ch bei Kirtorf sind jetzt große Melioratiosarbeiten in Angriff genommen worden. Es handelt sich um Die Regulierung Des Laufs Des Gleenbachs von Dem Kreisort Ober- Gleen über Kirtorf bis in Die (BegenD von Nieder-Klein im Streife Marburg. Hiermit sind umfangreiche Robungs- und Erbbewegungs- arbeiten verbunden. Bei diesen Arbeiten, bte auf viele Monate hinaus Beschäftigung bieten, sind etwa 400 Arbeitslose, darunter viele Volksgenossen aus Offenbach und Worms, tätig. Sie sind in einer schönen BarackensieDlung bei Lehrbach untergebracht. Nach der Fertigstellung Der jetzt vorgesehenen Arbeiten soll auch Die Regulierung des Gleenbachs bis zur Quelle bei Heimertshau- s e n ins Auge gefaßt worden. Landkreis Gießen. ■ Rödgen, 15. Sept. Am gestrigen Samstag fand hier in Wagners Saal die Verleihung Der Kriegsehrenkreuze statt. Nach einem flott gespielten Eröffnungsmarsch trug Der Gesangverein unter Leitung von K. Etzelmüller den ein Verfahren, das auf der nun fertiggestellten Provinzialstraße Treis—Allendorf in Anwendung gebracht worden ist und als empfehlenswert bezeichnet wird. Die Provinzialstraße ist vom 16. dieses Monats wieder für Den Verkehr freigegeben. — Die durch die Pensionierung von Lehrer Heb- r i ch frei gewordene hiesige L e h r e r st e l l e, die schon feit Monaten zur Wiederdefetzung ausgeschrieben ist, hat noch keinen Bewerber gefunden. <£ Göbelnrod, 15. Sept. Die hiesige NS.- Frauenschaft widmete dieser Tage ihre Arbeit Dem fommenDen Winterhilfswerk. Sie schälte gemeinsam im Saale Des Pg. S ch u l t h e i ß Aepfel, Die als Schnitzel geDörrt und Der NSV. zur Verfügung gestellt werden sollen. Ferner mirb Die Frauenschaft, wie schon im Vorjahre, auch jetzt wieder Honig einkochen. — Im Saale Der Gastwirtschaft von Wilhelm Becker fanD eine Versammlung Der Ortsbauernschaft unter Leitung von Bürgermeister Weber statt. Zunächst gedachte man des verstorbenen Ortsbauernführers Hermann Velten II. Sodann wurden Die Fragebogen für Den Bezug von Kraft- und Futtermitteln ausgefüllt. — Dieser Tage hatte unser Ort Den Besuch eines Rehes, das sich hierher ver- irrt hatte unD durch die Straßen lief. Schließlich gewann bas Tier den Ortsausgang und flüchtete ins freie Feld hinaus. — Der hiesige Radfahrerverein „Heber Berg und Tal" unternahm eine Fahrt ins Blaue, die über Beltershain, Geilshausen, Kesselbach, Londorf nach Nordeck zur Frühstückspause führte. Dann wurde die Fahrt über Ebsdorf nach Lollar zum Mittagessen fortgesetzt Die Geschichte einer Hochzeitsreise „Lkebesvontan* von wattbev von Holländer! leichteren Kopfverletzungen davon. Der Motorradfahrer kam zu Fall und erlitt eme leichte Prellung. Sb er ft ab t, 15. Sept. Bei ber gestrigen Gemeinbe-O b st v e r st e i g e run g waren Aepfel, beren Ernte nur gering ausgefallen ift, sehr gesucht unb bemzusolge teuer. Birnen am Baum kosteten 4 bis 5 Mark je Ztr. Zwetschen kostete» 6 bis 7 Mark. - Die Z w e t s ch e n e r n t e ift m vollem Gange. Auswärtige Hänbler kaufen größere Mengen auf, bie sie mit Autos hier abholen; ber Preis betrug seither 8 Mark, ift aber letzt auf 10 Mark je Zentner gestiegen Fruhbirnen werben gegenwärtig für 6 Mark je Zentner verkauft. kreis Alsfeld. ± Groß-Felba, 15. Sept. Hier fand auf Veranlassung der Gausilmstelle eine Tonfilm» vorsührung statt, bei ber als Hauptsilm „Die vier Musketiere" zu sehen waren. Als Beigabe wurde ber Naturfilm „Ein Tag in den Alpen gezeigt. Die Vorführungen fanben dankbaren Beifall. Den Arbeitskameraden erstochen. Frankfurt a. M., 15. September. (LPD.) Am Samstag gegen 18 Uhr gerieten stellte einer hiesigen Ga ft wirtschaft in Streit, in besten Verlauf einer ben anberen m 11 einem Küchenmesser erstach. Diese Streitigkeiten waren burch geringfügige Ursachen entstauben; es hanbelte sich um private unb berufliche Klatschereien. Schon längere Zeit lebten beide in einem gespannten Verhältnis, bas burch Konkurrenz» neib im Geschäft entstauben war. Der Erstochene hatte bem Täter vorher einen Faustschlag ins Ge- sicht versetzt, worauf ber Täter mit ber Faust zu- chlug, in ber er bas kurz vorher bei seiner Arbeit benutzte Messer hatte, ohne baß ihm bies im Augen- blick zum Bewußtsein kam. Ob bieses Zustechen mit bem Mester auf einen unglücklichen Zufall Hurückzu- führen oder im Jähzorn geschehen ist, bedarf ber weiteren Aufklärung. Bei ber Tat würbe ber Getötete so unglücklich ins Herz getroffen, baß er nach einigen Schritten totzusammeubrach. Zur Zeit ber Tat waren im gleichen Raum noch anbere Angestellte zugegen. SW 20.«Sepienibev in den KamMenblättevn Chor „Wo gen Himmel Eichen ragen" vor. Darauf hielt Bürgermeister Klos eine Ansprache, in ber er des übermenschlichen Kampfes bes beutschen Frontsolbaten unb seiner Würbigung im Dritten Reich gedachte. Feierliche Stille herrschte, als man Derer gedachte, die im Kampf für Deutschland ihr Leben liehen, unb als ein Chor hinter Der Bühne das Lieb vom guten Kameraben vortrug. Die Ansprache bes Bürgermeisters klang in Das Sieg-Heil auf Führer unb Vaterlanb unb in bem gemeinsamen Gesang ber ersten Strophe Des Deutschlanbliebes aus. Nach einem weiteren Chor des Gesangvereins sprach Lehrer Paul (Trohe) in Vertretung des Ortsgruppenleiters. Als Frontkämpfer richtete er einbringliche Worte an bie Versammelten unb zeigte, baß ber Weg des Frontkämpfers ins Dritte Reich weise unb baß er sich hier für die Jbee des Führers einzusetzen habe. Aufgabe bes akttven Kämpfers sei es auch, Dafür zu sorgen, baß besonbers bei der Jugend das Erlebnis dieser großen Zeit stets in Erinnerung bleibe. Die eindrucksvolle Rede wurde sehr beifällig ausgenommen. Man schritt darauf zur Aushändigung der Ehrenzeichen, die dankbar entgegengenommen wurden. Einige weitere Chöre unb anbere musikalische Darbietungen runbeten ben Adenb harmonisch ab. t Treis a. b. L b a., 15. Sept. Hier lief in Mills Saal ber Film „Das Lied ber schwarzen Berge". In Anbetracht der Jahreszeit, die für Den Bauern jetzt viel Arbeit bringt, war ber Besuch ziemlich gut. — Die Ernte ber Frühkartoffeln hat hier begonnen. Man ist mit bem Ertrag ganz zufrieden. — Dieser Tage wurde der Teil der Bahnhofstraße von der Brücke bis zur Krümmung, Der in einem üblen Zustand war, neu chaussiert unb zwar mit geteertem Schotter, und anschließend die Heimfahrt durch das Busecker Tal angetreten. + Grünberg, 15.Sept. In der letzten Woche wurde hier mit dem Verladen der Zwetschen begonnen. Während ber erste Waggon, ber Mitte der Woche abging, mit 6,80 Mark pro Zent- ner bezahlt wurde, war ber Preis am Ende ber Woche schon bebeutenb höher. Ein Hänbler, der am Samstag einen Waggon nerlub, zahlte 9 Mark für ben Zentner, währenb Die lanDwirtschaftliche Genos- M9,25 Mark für ben Zentner zahlte. Don ben am Samstag brei Waggons verloben. Äußer Grünbergern lieferten auch die Landwirte aus den Orten Göbelnrod, Lauter, Lehnheim unb Stangenrod Zwetschen hierher. — Die Herstel» lungsarb eiten an der Straße Grün- ber g—L o n b o r f, die an der Abzweigung nach Lumda begonnen unb in Richtung Grünberg ausgeführt würben, sinb fast beenbet. Die Arbeiten finb bis bicht an ben Bahnübergang bei Grünberg fertig« gestellt. Daß bie Straße einer grünblichen Herstellung bringenb beburfte, geht schon baraus hervor, baß sie vor bem Kriege zum letzten Male gewalzt würbe. Es soll nun auch noch Die Strecke von Der Abzweigung Lumba bis Geilshausen in Angriff genommen werben. > Grünberg, 16. Sept. Am Sonntag gegen Abenb würbe hier in ber Bahnhofstraße ein 5jah - r i g e s Kinb von einem hiesigen Motorradfahrer an gefahren. Das Kinb war vom Bürgersteig rückwärts gelaufen, so baß es bem Fahrer vor bas Rab kam, ber trotz starken Bremsens ben Zusammenstoß nicht verhinbern konnte. Das Kinb, bas zur Seite geschleubert würbe, erlitt einen Nervenchok, kam aber glücklicherweise mit Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1112: Liste ber für die Beantragung von Einfuhrbewilligungen zuständigen ComiUs inter- professionnels. 1113: Bekanntmachung KP 23 ber Ueberwachungs* stelle für uneble Metalle, bett. Kurspreise. 1114: Zusammenstellung ber wichtigsten Vorschriften für ben beutschen Export nach Brasilien. 1115: Ausnahmebestimmungen für ben Reiseverkehr nach ber Schweiz. 1116: Zulassung beutscher Waren zur Einfuhr nach Frankreich nur bei strenger Innehaltung ber Vorschriften über bie Rechnungsausfertigung. Rundfunkprogramm Dienstag, 17. September. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk: „Thüringer Gestalten". 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert. 14.15: Mitten tm Werktag. 15.15: Für bie Frau. 16: Lieber Frankfurter Komponisten. 16.30: Aus Weizenlanb wird Wüste. Die Not ber amerikanischen Farmer. 16.45: „Lockenbe Ferne": Die Frankfurter Lanbkompanis unb bie erste beutsche Auswanderung nach Amerika im Jahre 1683. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Rund um Abessinien. 18.45: Zeitgenossen gibt's ... 19: Melobien von Carl Millöcker. 19.50: Der Tagesspiegel bes Reichssenbers Frankfurt. 20.10: Musikalisches Rätselraten. Ein heiteres Runbfunk-Gesell- schastsspiel von Hans Rosbaub. 21.45: Mit bem Runbfunk-Uebertragungswagen zum Manöver bes Wehrkreises 9 in Grafenwörth. 22: Abenbmusik. 23: Europäisches Konzert aus Bubapest: Franz Liszt. 24 bis 2: Nachtmusik. Bismarcks Schulbuch. Ohne je ein Stubenhocker unb Bücherwurm gewesen zu sein, hat Bismarck boch über eine grünb- lich erarbeitete Geschichtskenntnis verfügt, bie ihm bei seinem großen unb klaren geschichtlichen Werk von Nutzen war. Allerbings war seine Vertrautheit mit ben wesentlichen Geschehnissen ber beutschen und ber europäischen Geschichte nicht auf ber Schulbank ober auf ber Universität begründet worben. So würbe in seinem Schulzeugnis betont, baß seine Kenntnisse in Geschichtszahlen nicht vorzüglich seien, unb als seine Frau einst mit ihm vor ber Berliner Universität staub unb berounbernb zu bem Gebäube aufsah, weil „ihr lieber Bismarck ba täglich aus- unb eingegangen", erroiberte er ihr: „Niemals!" Er hatte in ber Tat überhaupt keine Vorlesung besucht, sonbern sich all sein Wissen in heißem Arbeitseifer auf eigene Faust angeeignet, wovon bie Bibliothek zu Schönhausen ein lebenbiges Zeugnis gibt. In manchen ber bort aufbewahrten Bücher finben sich Anmerkungen von seiner Hanb unb Lesezeichen, bie er einfügte. So hat Bismarck, ber ein großer Verehrer Carlyles war, in besten Buch „lieber Helden und Heldenverehrung" durch Anstreichen Sätze hervorgehoben, die uns Rückschlüsse auf bie Anschauungen Des Lesers gestatten. Da heißt es z. B.: „Man würbe ganz unb gar nicht wissen, was man von ber Welt halten sollte (bazu Bismarck: „Ich auch nicht"), wenn Quacksalberei so barinnen gebeihen unb sich bewähren könnte (bazu von Bismarcks Hanb: „Tut fie aber boch!"). Dergleichen Theorien sinb aber gar traurig^ (baraus machte Bismarck: „Traurig aber wahr."). Don be- fonberem Reiz aber ist es, einen Blick in eines ber ersten Schulbücher bes großen Deutsche« zu werfen, mit bem sich ber Knabe Bismarck rebnch herumschlug, wie es unsere Schuljungen heute auch tun. Aus ben Jahren 1826 bis 1828 stammt bas alte abgegriffene Schulbuch, in bem gleich auf ber ersten Seite nicht weniger als zwölfmal ber Name Bismarck, halb mit lateinischer, halb mit beutscher unb griechischer Schrift, halb in riesigen unb halb in kleinen Buchstaben aufgemalt ist. Auch auf ben weiteren Seiten finben sich bie mernoürbigften Kritzeleien, Zeichnungen unb Tintenklexe, Erzeugnisse ber „Muße während ber langen Schulstunoen. 3a, über bie Texte ber Uebungsftütfe sinb nach Schuljungenart vielfach bie betreffenben Vokabeln geschrieben. Ein Satz in dem Buch aber ist besonbers sorgfältig unterstrichen, was verrät, baß et tiefen Einbruck auf ben Knaben machte. Er behan- beite ben Tob Friebrichs des Großen. Abschluß des ersten Leistungsschreibens der DAZ gut: gut: den. Kilo ten von Starkenburg und Rheinhessen um die Pla- Bei dem gestrigen Leichtathletik-Gaukampf Südwest — Nordhessen in Mainz, der unentschieden endete, waren die Vertreter der Spieloereinigung nicht unwesentlich an dem günstigen Abschneiden be- Trauth, Ludwig Herbert, Greta Jochurn. । ten von «vrarrenourg uno ^yernyes Abteilung 150 Silben. Hervorragend:! kette der Landesregierung ringen. Südwest—Tlordheffen unentschieden Leichlnlhletik-Gaukampf in Mainz 75,5:75,5 Punkte. In der städtischen Kampfbahn zu Mainz trafen sich am Sonntagvormittag die Leichtathleten der Gaue Südwest und Nordhessen zu einem Vergleichskampf, bei dem es einige ansprechende Leistungen gab. Der aus der in Paris startenden deutschen Ländermannschaft zurückgezogene Fuldaer P o n t o w verstärkte fühlbar die Mannschaft der Nordhessen und trug durch seine Siege im 100- und 400-Meter-Lauf, sowie durch seinen Start in der 4X100-Meter-Staffel wesentlich zu dem günstigen Endergebnis seines Gaues bei. Das erzielte Unentschieden wird sogar für den Gau Südwest, der mit einer stark veränderten Mannschaft antrat, als schmeichelhaft betrachtet werden, denn die Nord- Hessen, die beide Staffelwettbewerbe gewannen, verscherzten sich den Gesamtsieg durch eine wegen Nichteinhaltens der Bahn notwendig gewordene Distanzierung in der 4X400Meter-Staffel. Unter Berücksichtigung der harten Bahn gab es besonders gute Ergebnisse im 400-Meter-Lauf durch P o n t o w - Nordhessen in 50,9 Sek., sowie durch C r e t e r - Südwest, der die 1500 Meter in 4:04 zurücklegte. Auch der Diskuswurf des deutchen Meisters Lampert- Südwest mit 46,06 Meter und sein Kugelstoß über eine Weite von 15,25 Meter dürfen neben dem Weitsprung K e r m e r s - Nordhessen mit 7 Meter als ausgezeichnet bezeichnet wer- Maschinen-Schnellschreiben. 1. Preis: Helene Pfeiffer, 390 Anschläge; 2. Preis: Minna Bath, 380 Anschläge; 3. Preis: Franz Koch, 300 Anschläge. Der vorgesehene 1000-Meter-Lauf fiel aus. Oie Gießener Leichtathleten beim Gaukampf. (1900) mit 45,42 Weier Diskus nur knapp hinter dem deutschen Meister Lampert. rich Schnell. II. Maschinenschreiben. Abteilung M e i st e r k l a s s e. Sehr Minna Bath. Abteilung Praktikerklasse. Sehr Helene Pfeiffer, Franz Koch. Anneliese Schildwächter, Hildegard Eisenacher, Elfriede Tenniger, Karl Meister; Sehr gut: Heinz Reinschmidt, Wilhelm Pausch. Abteilunal40 Silben. Hervorragend: Gg. Bingel, Anny Komps, Marie Schneider; Gut: Karl Heinz Kuhl. Der Olympiazug in Gießen. Der Olympiazug wird im Bereiche des Bezirks 2 (Gießen) des Gaues XII Hessen am 20. und 21. Dezember Gießen und am 10. und 11. März Hanau am Main besuchen. Spiel und Sport der Schulen. Lyzeum Gießen erringt die Provinzmeisterschaft im Grenzball. Am Freitagnachmittag wurde auf dem Universitätssportplatz die Provinzmeisterschaft im Grenzball ausgetragen. Es standen sich folgende Schulen gegenüber: Schillerschule Friedberg, Oberrealschule Butzbach, Realschule Nidda, Realschule Schotten, Oeffentliche Handelslehranstalt Gießen, Frauenoberschule Gießen, Lyzeum Gießen. Die Ergebnisse. Vorrunde: Friedberg — Nidda 12:3; Lyzeum gegen Schotten 35:0; Butzbach — Oeffentliche Handelslehranstalt 12:6; Frauenschule Freilos. Zwischenrunde: Lyzeum — Frauenschule 9:5; Butzbach — Friedberg 12:8. Danach traten zum Endkampf an: Lyzeum Gießen — Oberrealschule Butzbach. Die Mannschaft des Lyzeums (M. Seim UII, Weyel OI, Seibel U II, E. Seim O III, Glänzer U II, Hoffmann U II) entschied das Spiel für sich mit 9:5 Punkten. Die Butzbacher Mädels waren körperlich überlegen und zeigten sehr schöne Würfe, konnten sich jedoch gegen das flotte und gewandte Zusammenspiel der Gießener Spielerinnen nicht durchsetzen. Nach diesem Ergebnis wird das Lyzeum als beste oberhessische Mannschaft mit den Siegermannschaf- Heilmann, Kurt Zirkler, Else Kampf, Walter Volk, Wilhelm Pausch, Anny Komps, Franz Koch, Georg Bingel, Karl Heinz Kuhl, Karl Meister, Mary Gärtler, Erich Runzheimer; Sehr gut: Willy Arnold, Erich Hansult, Irmgard Hof, Elfriede Tenniger, Ludwig Herbert, Franz Trauth, Greta Jochem, Margarete Kühn, Jngeborg Seybold, Lieselotte Ni- kolaus, Otto Theiß, Wilhelm Kraft, Heinz Pieper, Erna Lotz, Hilde Eisenacher, Karl Damm, Heinrich Schnell, Marie Schneider, Anneliese Schildwächter, Gertrud Kardaun, Erich Jung, Wilma Leipold; Gut: Ludwig Hohl, Gerhard Elbs, Erna Raab, Willy Wagner, Wilh. Paulus, Konrad Emmerich, Walter Hallmeper, Ida Hempel, Hans Hormel, Ernst Blank, Karl Will, Fritz Worm, Ilse Lettow, Richard Fed- deler, Elfriede Schmidt. b) Redeschrift. Sehr gut: Franz Trauth, Ludwig Herbert, Margarete Kühn, Wilhelm Paulus; Gut: Marie Schneider, Elfriede Tenniger, Hein- Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung in der Kreiswaltung Gießen, die durch Lehrgänge und Arbeitsgemeinschaften der Volkswirtschaft einen geeigneten Nachwuchs zuführen will, konnte ihren ersten Lehrgang durch ein erstes Leistungsschreiben zum Abschluß bringen. Am Samstag fand nun im Cass Ebel ein Ehrenabend für die erfolgreichen Wettschreiber statt, die sich zahlreich eingefunden hatten. Der Leiter der Lehrgänge, Fachschullehrer Curt Leipold sprach die Begrüßungsworte, in die er die Anerkennung über das erfolgreiche erste Leistungsschreiben, das in Kurzschrift bestand, einflocht. Achtzig v. H. der Wettkämpfer haben sich dabei ausgezeichnet, es wurde eine große Anzahl sehr gute Arbeiten abgeliefert. Der Leiter der Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung Pg. M e r t e s gab dann eine Ueberficht über Zweck und Aufgaben dieses Amtes. Die DAF. sorge durch das Amt für Arbeits- führung schon beim jungen Menschen dafür, daß er nach der Schule dem für ihn geeigneten Beruf zugeführt wird. Lehrgänge und Arbeitsgemeinschaften sollen den Lehrling vertraut machen mit den technischen FerUgkeiten, die unerläßlich für eine ordnungsgemäße Berufsausübung find. Sie sollen ihn auch hineinwachsen lassen in die Zusammenhänge seines Berufes. Der Nachwuchs ist der kommende Träger der Verantwortung. Darum haben wir dafür gesorgt, daß er sich dieser Verantwortung gegenüber Beruf und Volk bewußt wird und haben die Kausmannsgehilfen-Prüfung eingeführt. Wenn der Nationalsozialismus solche Prüfungen herausstellt. Io tut er dies in der Auffassung, daß nur derjenige das Recht auf Ansprüche in der Gemeinschaft hat, der entsprechende ßeiftungen für die Gemeinschaft vorweisen kann. Darum muß in Zukunft auch derjenige, der ein Handelsgeschäft eröffnen will, sich einer Prüfung über die dafür notwendigen Leistun- aen unterziehen. An den Kaufmann werden hohe Anforderungen gestellt. Auch wer geringer Mithelfer ist, ist Diener am Volk; er muß pflichtbewußt und mit ganzer Hingabe seinen Posten ausfüllen, denn er ist mitgerechnet wie das kleinste Rädchen in der Präzisionsarbeit. Wenn in solcher Erkenntnis jeder einzelne seine Arbeit tut als Diener am Dolks- aanzen, Dann ist er mitbeteiligt am großen Werk des Aufbaues der deutschen Volkswirtschaft und des" deutschen Volkes. Aus diesen Erwägungen heraus beglückwünschte der Redner die Preisträger des ersten Leistungsschreibens. Hierauf wurden den Preisträgern die Ehrenurkunden ausgeteilt. Fachlehrer Üeipold unterstrich noch einmal die Bedeutung der geleisteten Arbeit. Besondere Anerkennung widmete er der Siegerin in der Meisterklasse für Maschinenschreiben. Der weitere Verlauf des kameradschaftlichen Bei- famenseins wurde durch Darbietungen aller Art ausgefüllt. Ein besonderes Gepräge erhielt es durch Vorträge des Pianisten Hahn, tänzerische Einlagen der Arbeitskameradin Feußer und musikalische Darbietungen des Arbeitskameraden Vogt. Oie Ergebnisse. I. Kurzschrift. Abteilung 220 Silben. Sehr gut: Franz Koch. Abteilung 20 0 Silben. Hervorragend: Wilma Leipold, Wilhelm Paulus; Sehr gut: Margarete Kühn. Abteilung 180 Silben. Sehr gut: Franz Abteilung 120 Silben. Hervorragend: Anni Bolz, Heinrich Schnell, Hilde Fuchs, Rudolf Feddeler, Fritz Worm, Erna Raab, Karl Will; Sehr gut: Walter Hällmeyer, Otto Theiß, Karl Feußer, Heinz Pieper, Georg Heilmann, Siegfried Demper, Käthemi Ruhl; Gut: Lieselotte Nikolaus . Abteilung 10 0 Silben Hervorragend: Wilhelm Kraft, Erich Jung, Willy Arnold; Sehr gut: August Becker, Karl Damm. Abteilung 80 Silben. Hervorragend: Elfriede Schmidt, Minna Zimmermann, Heinrich Weil, Hedwig Hofmann, Ernst Blank, Erich Runzheimer, Else Kampf, Trude Groß; Sehr gut: Walter Volk, Gretel Dahrner, Marie Schmelz. Abteilung 60 Silben. Hervorragend: Lieselotte Glagow, Konrad Emmerich, Erich Hansult, Willi Wagner, Jngeborg Seybold; Sehr gut: Gerhart Elbs, Mary Gärtler. Richligfchreiben. a) Derkehrsschrift Hervorragend: Georg teiligt. Mit eine der besten Tagesleistungen erzielte Arthur Kilo im Diskuswerfen. Er konnte an die Form seiner Glanzzeit anknüpfen und mit 45,42 Meter hinter dem deutschen Meister 1935, Lampert (Saarbrücken) der es auf 46,06 Meter brachte, einen ausgezeichneten zweiten Platz belegen. Der Erfolg Kilos ist um so höher zu bewerten, als der 1900er mit seinen letzten drei Würfen regelmäßig über dis 45-Meter-Grenze kam, während Lamperts Weiten, von seinem Siegeswurf abgesehen, nur zwischen 43 und 44 Meter lagen. Bei Feldwebel Gugel (1900) erwies es sich, daß ihn seine Verletzung stark zurückgeworfen hat. Er kam im Duskuswerfen knapp über die 40 Meter und mußte damit dem zweiten Südwestgau-Vertreter Junker, der 41,50 Meter warf, den Vortritt lassen. Beim Kugelstoßen ergab sich das gleich Bild. Feldwebel Gugel erzielte hier 13,25 Meter. Der dritte 1900er, Heini Jung, wirkte im Stabhochsprung und in der 4X400-Meter-Stasfel mit. Im Stabhochsprung kam er bei einer Sprunghöhe von 3,40 Meter zu einer Punkteteilung mit dem Südwestgauersten. Jung mußte allerdings mit fremder, ihm nicht zusagender Stange springen. Eine recht gute Figur gab der 1900er in der 4X400-Meter-Staffel ab, bei der die Nordhessen als Erster einkamen. Leider wurde die Staffel annulliert, weil ein Läufer die Bahn verlassen hatte. Leichtathletik-Länderkampf Oentichland — Frankreich. Die Deutschen gewinnen alle Wettbewerbe. Zum 10. Male standen sich am Sonntag die Leichtathletik-Ländermannschaften von Deutschland und Frankreich zum Länderkampf gegenüber. Im Stadion von Colombes bei Paris gelang den Deutschen der 10. Sieg über die Vertreter unseres westlichen Nachbarn. Mit 102:48 Punkten ist dieser Erfolg der größte und zahlenmäßig deutlichste, den ’ unsere Athleten je gegen Frankreich herauszuholen vermochten. Die Deutschen stellten in allen 15 Wettbewerben die Sieger, in sieben Konkurrenzen gab es deutsche Doppel-Erfolge. Der äußere Rahmen war leider nicht so, wie man ihn sich für eine so bedeutsame Veranstaltung gewünscht hätte. Daran war aber wohl lediglich das Wetter schuld, denn in Paris regnete es etwa von 11 Uhr vormittags ab am Sonntag ununterbrochen. So hatten sich nur insgesamt rund 10 000 Zuschauer eingefunden. Die Ergebnisse: 100 Meter: 1. Borchmeyer-D. 10,8; 2. Lei» chum-D.; 3. Dondelinger-F.; 4. R. Paul-F. (alle ohne Zeit). — 200 Meter: 1. Hornberger-D. 22; 2. Schein-D. 22,4; 3. Guillez-F. 22,6; 4. Skavinsky ohne Zeit. — 4 0 0 Meter: 1. Hamann-D. 48,6; 2. Henry-F. 48,8; 3. Helmle-D. 49,2; 4. Boisset ohne Zeit. — 8 0 0 Meter: Lang.-D. 1:53,6; 2. Fink-D. 1:53,6; 3. Petit-F. 1:54,6; 4. Soulier-F. 1:55,4. — 1500 Meter: 1. Schaumburg-D. 3:53,4; 2. Normand-F. 3:57,6; 3. Stabtier 4:02,6; 4. Meßner-F. 4:05,8. 5000 Meter: 1. Syring-D. 15:05,8; 2. Lestevre-F. 15:05,8; 3. Haag-D. 15:50; 4. Rochard-F. aufgebeben. — 110-Meter-Hür- b e n : 1. Wegner-D. 15,0; 2. Welscher-D. 15,5; 3. Semp6-F. 15,6; 4. Bernard-F. Weitsprung: 1. Leichum-D. 7,44 Meter; 2. R. Paul-F. 7,11; 3. Heim-F. 6,94; Biedach-D. 6,80 Meter. — Hochsprung: 1. Gehmert-D. 1,90 Meter; 2. Martens-D. 1,90; 3. Couturier-F. 1,85; 4. Puyfourcat-F. 1,80 Meter — Stabhochsprung: 1. Müller-D. 3,90 Meter; 2. Ramadier-F. 3,75; 3. Schulz-D. 3,70 Meter; 4. Dintlosky-F. Kugel st oßen: 1. Woellke-D. 15,85 Meter; 2. Stoeck-D. 15,64; 3. C. Duhour-F. 15,11; L. Du- Hour-F. 14,42 Meter. — Diskuswerfen: 1. Zu jedem kommt einmal das Gliiü. Zfiomdn von Ellen Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 21 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Sie blieb stehen und kramte in ihrer Handtasche, während der Hund sie erwartungsvoll in großen Sätzen umsprang. Nachdem sie ihm die süße Gabe gereicht hatte, zeigte ihr der Hund, daß er mit ihr spielen wolle. Es war ein noch junges Tier, und sicher war es ihm jetzt, im Herbst, wo schon weniger Besucher kamen, recht einsam mit dem alten Manne. Freudig lief er den Steinen nach, die Monika in weitem Bogen warf, und brachte sie brav und erwartungsvoll schweifwedelnd wieder zurück. Ohne daß sie es merkte, entfernte sich Monika von den anderen. Jetzt drangen nicht einmal die Stimmen mehr zu ihr... Evi von Tanner sah sich um. Sie stand plötzlich allein unter den hohen Kastanien. Wohl hörte sie Monikas Stimme und sah am Ende der Allee Gerling mit Frau Preston, so daß sie leicht wieder jemanden erreichen konnte. Aber statt dessen stand sie einen Augenblick nachdenklich still und lief bann schnell entschlossen zum Schloß zurück. Jetzt war bie einzige Gelegenheit, Johnie Klinke sprechen zu können. Er saß am Fenster bes Bibliotheksaals, so vertieft in bas kostbare Werk auf dem Tischchen vor ihm, daß er Evis leichten Schritt gar nicht hörte. Erst als sie vor ihm ftanb, blickte er fast erschrocken auf. Evis sonst blasses Gesichtchen war mit bunkler Röte überzogen. Sie preßte bie Hanb aufs Herz, das heftia schlug. Aber es mußte ja sein, und so stieß sie hastig hervor: „Ich bin Ihnen nachgekommen; ich muß Sie sprechen, und ganz allein — ich möchte Ihnen doch so gern erklären .. Johnie sah freundlich in das Gesicht des Mädchens, das ihm einmal fo viel bedeutet hatte. Sein Herz schlug nicht schneller; dafür holte er einen Sessel herbei und schob ihn Evi hin. Doch sie beachtete das nicht. „Sie dürfen mich nicht für — für aufdringlich halten, daß ich jetzt noch einmal davon anfange, was einmal zwischen uns war; aber ich weiß jetzt er ft, daß ich Ihnen damals einen großen Kummer zugefügt habe. Sie müssen sehr böse auf mich gewesen sein." „Ja", sagte Johnie ernst, „Fräulein von Tanner, ich'war Ihnen wirklich von Herzen gut. Und deswegen konnte ich Ihnen auch nicht böse sein. Im Gegenteil, ich habe oft an Sie gedacht, und gewünscht, Sie möchten das finden, was sie fo heiß ersehnt haben?" Evi errötete noch tiefer. „Sie meinen den — den, reichen Mann, den ich unbedingt heiraten wollte?" „Ja, daran dachte ich. Und oft habe ich mich gefragt, warum ich Ihnen denn damals nicht die Wahrheit gesagt habe. Sie wissen doch nun, baß ich von ber Vorsehung mit irbischen Glücksgütern reichlich gesegnet bin? Aber sehen Sie — ich hatte eben ben Wunsck), um meiner selbst willen von einer Frau gelieot zu werben ..." Jetzt prägte sich in seinem nachbenklichen Gesicht ein Zug tiefer Bitterkeit aus. „Vielleicht habe ich zuviel vom Schicksal verlangt. Vielleicht hätte ich boch bamals sprechen sollen..." Da hob Eva ihre Augen unb sah ihn voll und treuherzig an. „Es ist sehr gut, und die Vorsehung hat es selbst nicht gewollt, daß ich schon damals bie Wahrheit erfuhr. Denken Sie nur, hätte ich gewußt, baß Sie über große Mittel verfügen, ich hätte bestimmt ja auf Ihr Werben gesagt, unb — unb wir wären beibe sehr — sehr unglücklich geworben...", fügte sie leise unb hastig hinzu. Johnie Klinke sah sie ernst unb boch mit einem erleichterten Aufatmen an. Er hatte immer in Evi von Tanner trotz ihrer unbegreiflichen Absage an ihn einen warmherzigen unb gutherzigen Menschen gesehen. Aber als sie vorhin zu sprechen begonnen hatte, war ihm boch einen Augenblick ber schrckliche Gebaute gekommen sie würbe nun, ba sie feine wahren Verhältnisse kannte, ihre Meinung über ihn geänbert haben unb würbe ihm vielleicht sogar ihre Bereitwilligkeit, ihn nunmehr zu heiraten, aussprechen wollen. Nun bat er ihr im stillen ab, baß er auch nur einen Augenblick baran benken konnte. Aber was wollte sie nun eigentsich? „Unb nun finb Sie gekommen, um mir das zu sagen? Evi schüttelte den Kops. „Nein, das nicht. Aber es kam mir damals gar nicht zum Bewußtsein, baß ich Ihnen boch eine Aufklärung für mein Verhalten schulbete. Was müssen Sie nur von mir gebacht haben?" Einen Augenblick legte sie bie Hanb vor bie Augen. „Ich bin nicht gelbgierig, unb ich träume nicht von einem sorglosen Leben im Ueberfluß, unb wenn ich mir bamals vorgenommen hatte, einen reichen Mann zu heiraten, so wußte ich immer, baß mein Leben ein trauriges unb freudloses sein würde. Und doch wollte ich es gern tun für — für meine Mutter, Herr Klinke." Jobnie trat neben Evi von Tanner unb zog sanft ihre Hanb von ihrer Stirn herunter. „Das müssen Sie nun erklären — das verstehe ich nicht ganz! Sie sagten boch immer, eine wie liebe, gute Mutter Sie hätten, unb bie sollte Sie nun gezwungen haben, Jagd nach einem reichen Mann zu machen?" „O nein, mein liebes golbiges Muttchen hatte boch keine Ahnung davon. Nie hätte sie so etwas vor mir verlangt. Aber ich wollte ihr so gern helfen. Und sie siecht mir boch hin zwischen ben engen Mauern, in der Stadt, in den dumpfen Zimmern — sie, die gewohnte war, auf dem Land zu sein, in frischer Lust unb in friedlicher Stille. Immer spricht mein Muttchen bavon, unb auch ber Arzt sagt immer, wenn sie noch einmal ganz ge- funb werben will, muß sie fort aus ber Großstadt. l)nb ich muß boch in ber Stabt leben, für uns beibe oerbienen..." Sie schluchzte auf, unb Johnie strich ihr begüti- genb über bie Haare. „Arme kleine Evi, Sie wollten sich also opfern, um Ihrer Mutter bas Leben zu erleichtern? Aber eigentlich — mußte bas benn wirklich so ein reicher Mann sein, um es zu ermöglichen, baß Sie beibe auf bem Lanbe leben können?" Evi schüttelte ben Kopf. „Nein, ba ist noch etwas, unb bas war mein großer Traum, unb bazu brauchte ich viel Gelb. Es gibt einen kleinen Besitz in Thüringen, Freien- felbe heißt er — ich war nie bort, aber ich kenne ihn von Muttchens Silbern unb ihren Schilberun- gen so genau, baß ich manchmal in ber Nacht ba» von träume. Unb wenn ich erwache, bann kann ich es manchmal nicht glauben, baß ich niemals dort war. Unb bort hat meine Mutter ihre schönsten Jahre verlebt — bie Jahre bes Glücks, sagt sie immer, unb bann lächelt sie sv unbeschreiblich traurig, baß ich immer meinen möchte. Ich weiß nicht, wann sie bort war, unb auch nicht, wem bas Schloß gehört, aber mein Traum war es, zu seinem jetzigen Besitzer hinzugehen unb ihm so viel Gelb hinlegen zu können, baß er es mir verkauft. Unb bann wollte ich Muttchen hinbringen. Unb ich habe mir gebacht, wenn mir bas gelingt, bann will ich dem Manne, der mir das ermöglicht, mein ganzes Leben dankbar sein. Damals — damals Ijabe ich wirklich geglaubt, daß es mir möglich wäre, ein solches Opfer für mein Muttchen zu bringen .." „Unb jetzt?" fragte Johnie leise. Er fragte es unwillkürlich, ohne sich besten bewußt sein. „Jetzt nicht mehr. Ich könnte es nicht, benn jetzt..." Sie zögerte einen Augenblick, bann aber sah sie Johnie freimütig in bie Augen. „Jetzt weiß ich, was es heißt, einen Menschen zu lieben. Ich habe es niemanbem gesagt, nicht einmal meinem Muttchen, unb sie barf es auch niemals erfahren, denn sie würde mit mir leiben. Es ist ja ganz aussichtslos, aber trotzbem bin ich sehr glücklich, baß bie Liebe in mein Leben getreten ist. Aber gerade deswegen hat es mir auch die Augen geöffnet, wie weh ich Ihnen getan habe, unb wie hart Sie von mir benken müssen. Unb bas könnte ich jetzt nicht mehr ertragen..." Johnie sah nachbenklich vor sich nieber, bunn griff er nach Evis Hanb unb küßte sie. „Meine liebe Evi, ich banke Ihnen. Auch ich weiß heute, baß es vielleicht trotz allem nicht bas Richtige gewesen wäre... Aber nun möchte ich noch eines von Ihnen wissen: Sagen Sie mch einmal, wo bieser Besitz liegt, beschreiben Sie ihn mir! Vielleicht komme ich einmal in biese Gegenb, unb bann will ich bas Gut besuchen unb mich an Sie erinnern..." • Unb Evi, die nun von ihrer Last befreit mar, schilderte ihm bas Lanb, bas auch sie niemals gesehen hatte, aber bas ihr bie sehnsüchtige Eri me- rung ihrer Mutter sv lebhaft bargestellt hatte, drß es nun auch wieber Johnie vor seinen geistigen Augen erstehen sah. — Sie beibe hatten bie schmale Gestalt nicht gesehen, die einen Augenblick in der Tür gestanden hatte, deren große traurige Augen von einem zum andern gegangen waren, und die bann wieber lautlos verschwunben war. 14. Kapitel. Monikas Spiel mit bem jungen Hund hatte sie weit von ben Freunben entfernt. Als ber Hund nun von seinem Herrn abgerufen würbe, sah sie sich allein unb ging langsam ben Weg zurück, ben sie gekommen war. Unterbessen hatte Frau Preston ihr Ziel erreicht unb befanb sich in der bereits beginnenden Dämmerung aufs neue allein mit Friedrich von Gerling. Leise schob sie ihren Arm in den seinen. „Wir sind doch gute Freunde, Herr von Gerling", sagte sie dabei schmeichelnd. „Gewiß, gnädige Frau ..." Shirleys Herz schlug heftig. Jetzt ober nie!, bachte sie. „Ich bin sehr glücklich, baß Sie etwas für mich übrig haben. Ich habe in ber letzten Zeit fo viel über Sie nachgebacht..." „Wirklich, gnäbige Frau? Unb zu was für einem Resultat finb Sie benn gekommen?" „Interessiert Sie bas? Nun, bann will ich es Ihnen gern sagen. Sie finb ein Mann, Herr von Gerling, ber unter seiner kühlen, beherrschten Außenseite ein sehr warmes Herz hat. Sie können Ihre Gefühle nicht in Worte fleiben, sondwn bie Frau, ber Sie Ihr Herz schenken, muß es selbst erraten." Gerling horchte auf. Er war dauernd in fo schweren Kämpfen mit sich selbst, das er froh war, wenn er Gelegenheit hatte, von sich zu sprechen. Vielleicht verstand diese lebenserfahrene Frau wirklich etwas von seinem Wesen unb konnte ihm deshalb helfen. „Ich benfe mir auch, baß Sie — daß Sie zu zurückhaltend finb, baß Sie Ihre Leibenschaft zügeln, weil Ihnen bie Ehre einer Frau heilig ist ." „Sie haben recht, gnäbige Frau, bie Ehre einer Frau war mir immer heilig." „Das ist sehr schön unb sehr ritterlich, Herr von Gerling. Aber babei verpaßt man bie schönsten Augenblicke bes Lebens. Sie dürfen nicht an alle Frauen ben Maßstab anlegen wie etwa an ein kleines, bummes Mäbchen, bas noch nichts vom Leben versteht..." „Wie meinen Sie bas gnäbige Frau?" „Nun, ich weiß, baß nicht alle Frauen konventionelle Bebenken über bie warmen Gefühle bes Herzens siegen lassen. Es gibt Frauen genug, Herr von Gerling, bie keine Bebenken kennen einem Manne wie Ihnen gegenüber, unb bie viel zu schenken haben ..." Befrembet blieb Gerling stehen. Aber Shirley kannte nun keine Hemmung mehr. „Gehen Sie nicht an ber Liebe vorüber, Herr von Gerling! Lassen Sie mich nicht so lange warten — Sie wissen es ja boch, baß ich Sie liebe, vom ersten Augenblick an ..." Unb währenb sich ihre schöne, volle Gestalt an ihn schmiegte, warf sie bie Arme um feinen Hals, und ihre Lippen suchten bie feinen unb brannten in einem verzehrenben Feuer auf ihnen. (Fortsetzung folgt!) Hillbrecht-D. 47,79 Meter: 2. Noel-F. 47,45; 3. Winter-F. 47,17; 4. Sievert-D. 43,99 Meter. Speerwerfen: 1. Stoeck-D. 69,82 Meter; 2. Steingroh-D. 62,63; 3. Gaßner-F. 58,39; 4. Dor6-F. 56,85 Meter. Staffeln: 4X100 Meter: 1. Deutschland 42 Sek.; 2. Frankreich 43,1 Sek. 4 X 400 Meter: 1. Deutschland 3:16,4 Min.; 2.Frankretch 3:17,6 Minuten. Start zum Gordon-Bennett-Rennen. Das Gordon-Bennett-Freiballon-Rennen wurde am Sonntag in Warschau gestartet. Von 16 Uhr ab wurden die 33 Ballone, darunter auch die deutschen „Alfred Hildebrandt", „Erich Duku" und „Deutschland", gestartet. Die Deutschen, die die Nummern 3 9 und 12 erhielten wurden auf dieser Fahrt ins Ungewisse bei mäßigem Südostwind in Richtung Lamoerg abgetrieben. Deutscher Sieg bei der Sechstagefahrt. Die Internationale Sechstagefahrt wurde am Samstag zu Ende geführt. Sieger in der ^^nter' nationalen Trophäe^ wurde die deutsche BMW.- Mannschaft mit den Fahrern Henne, Stelzer und Kraus mit 26 Fehlerpunkten vor der Tschechoslowakei mit 122 Punkten, England und Italien. — Auch den Wettbewerb um die Silberoase gewann Deutschland durch die DKW.-Mannschaft Geiß, Winkler und Kluge. 3n zwei Wball-Länderkämpsen siegreich. Mr 1:0 gegen Polen. Der dritte Fußball-Länderkampf gegen Polen brachte der deutschen Reichsmannschaft nicht den erwarteten klaren Sieg. Vor 44 000 Zuschauern konnte im Breslauer Hermann-Göring-Stadion nur ein l:0-Erfolg herausgeholt werden, obwohl die deutsche Elf drei Viertel der Spielzeit überlegen war. Verdient, aber zu knapp gewonnen, lautete das allgemeine Urteil nach dem Ende des Spieles. Die 44 000 Zuschauer gingen enttäuscht vom Platz. Sie sahen ein technisch eindeutig überlegenes Spiel der deutschen Mannschaft, aber auch ein geradezu erschreckendes taktisches Versagen. Ein besonders fehlerhaftes Spiel lieferte diesmal der deutsche Sturm. In der Läuferreihe gefielen der deutsche Mannschaftsführer Grämlich und Zielinski am besten. Don den beiden Verteidigern war H a r i n g e r der überragende Mann. Sicher und zuverlässig wie immer war Jakob im Tor. Mehr Licht als Schatten war auch im polnischen Sturm, wo lediglich die beiden Außen höheren Ansprüchen gerecht wurden. Den einzigen Treffer des Tages schoß der Saarbrücker Eonen in der 33. Minute der ersten Halbzeit. Fath gab nach einem rasanten Flankenlauf gut zur Mitte und Conen lieh eine seiner bekannten Bomben los, die auch unhaltbar in der linken Ecke des polnischen Tores landete. Vorher und nachher gab es meist deutsche Anariffe, eine Menge Ecken, wenige, aber gefährliche Vorstöße der Polen und ein ewiges Festrennen der deutschen^Kombinations- maschine an der polnischen Abwehrmauer. Deutschland-Estland 5 0 (2:0). In Stettin trat eine deutsche Fußball-Länderelf erstmals einer Nationalmannschaft von Estland gegenüber. Vor 20 000 Zuschauern — der Platz war lange vor Beginn des Spieles überfüllt — siegte die deutsche Mannschaft überlegen mit 5:0 (2:0) Toren. Malecki, Rasselberg, Damminger und Sie- metsreiter (2) schossen die Tore für Deutschland, während die um Klassen schlechtere estländische Elf nicht einmal den Ehrentreffer herausholen konnte. Die Gäste hielten nicht das, was man von ihnen hätte erwarten können. Bei den Deutschen gab es keinen Versager. Der Sturm war das Paradestück der Elf. Das Spiel stand im Zeichen einer eindeutigen Ueberlegenheit der deutschen Mannschaft. Unsere elf Spieler fanden sich schon bald zu einer flüssig und zielsicher zusammenarbeitenden Einheit, zumal die Estländer doch nicht den entsprechenden Widerstand zu leisten vermochten. Besonders der deutsche Angriff, den Rasselnberg als zurückgezogener Aufbaustürmer ideenvoll immer wieder ankurbelte, machte den Gästen schwer zu schaffen. Schon fünf Minuten nach Spielbeginn ging Deutschland in Führung. Das Spiel lag fast ständig in der estländischen Hälfte, aber erst in der 35. Minute konnten die Unseren ihren Vorsprung ausbauen. Nach dem Wechsel wurde das Angriffsspiel der Deutschen noch wirkungsvoller. Rasselnberg nutzte eine Hohmann-Dorlage mit Bombenschuß zum 3:0 aus. Die Gäste verteidigten von jetzt ab mit ihrer ganzen Mannschaft, aber der deutsche Sturm setzte sich immer wieder durch. Siemetsreiter verwandelte in der 21. Minute eine Flanke Maleckis zum 4:0. 12 Minuten vor Schluß erzielte dann Damminaer auf Vorlage Hohmanns das fünfte Tor für Deutschland. Gauliga-Iußball in Nortcheffen. Gau Nordhessen: VfB. 04 Friedberg gegen Germania Fulda 1:2; Borussia Fulda — Kur- Hessen Kassel 3:1; Kurhessen Marburg — 1. FC. Hanau 93 0:4; Kassel 03 — Spielv. Kassel 0:0; Hessen Hersfeld — SD. Bad-Nauheim 3:1. Gau Bayern: 1860 München — 1. FC. Bayreuth 1:2; BC. Augsburg — FC. München. 0:1. Süddeutsche Freundschafts-Spiele: Nürnberg-Fürth — Schalke 04 0:1; Freiburger FC. gegen Poung Boys Bern 3:7; DfR. Pforzheim gegen Karlsruher FD. 3:1; FSV. Frankfurt gegen Bayern München 1:2; Die ersten Berbandsspiele. Spiele der Bezirkskiaffe. Ein Sieg und ein Unentschieden der Gießener Vereine. VfB Nieder-Girmes 3:1 (2:0) Der Start der VfB.er zur neuen Meisterschafts- ferie war recht vielversprechend. Die bis auf Knaus komplett angetretene (Siebener Mannschaft zeigte gestern ein Spiel, an dem man seine Freude haben konnte. Vor allem war es der Sturm, der besonders in der ersten Halbzeit schnell und einfallreiche Zusammenarbeit zeigte und zum Träger des Spieles wurde. In dieser Reihe waren die Hiesigen ihren Gästen klar überlegen. Nieder-Girmes war im übrigen der starke Gegner, den man auf Grund seiner oorsonntäglichen Leistungen erwartet hatte. Der Spielverlauf brachte Nieder-Girmes bald nach Beginn in gefährliche Nähe des Gießener Tores, doch konnte Haas entschlossen retten. Kurze Zeit später kommt ein weites Zuspiel von Ranft zu Szponick, dessen überlegte Flanke Erben raffiniert zum ersten Tor verwandelt. Die Gäste lassen sich nicht entmutigen und erreichen zwei Ecken. Bei deren Abwehr und auch später zeigt sich Schwarz als Verteidiger sehr verbessert. Gießen wird jetzt tonangebend und nach schönem Zuspiel von links geht Wlodareck an mehreren Gegnern vorbei und placiert flach zum zweiten Gießener Erfolg. Die Kampfkraft der Wetzlarer Vorstädter beweist sich nun, als es ihnen gelingt, trotz vorübergehenden Ausscheidens eines Spielers, den Stand auf 2:1 zu verkürzen. Mit diesem Ergebnis geht es in die Halbzeit. Der knappe Spielstand scheint die Gießener nervös zu machen, denn in der zweiten Hälfte gelingt vorerst nichts. Trotzdem hätte ein Leichtsinnsfehler des Gästehüters bald den dritten Erfolg für Gießen ergeben. Ein darauf folgender aussichtsreicher Vorstoß der Gäste wird durch Zögern des Halblinken nicht ausgenutzt. Gießen macht sich jetzt wieder frei und wird überlegen. Ein energisches Nachsetzen von Erden verschafft Szponick eine Schußgelegenheit, die dieser sofort ausnutzt und unhaltbar xum 3:1 erhöht. Gießen hatte damit nach einem ansprechenden Spiel die beiden ersten Punkte unter Dach und Fach gebracht. Bei beiden Mannschaften sah man recht gute Einzelkönner. Nieder-Girmes hatte seine Stutzen in Torwart, rechtem Verteidiger, Mittelläufer und den beiden Außenstürmern. Bei der Gießener Mannschaft, die in folgender Aufstellung spielte: Maas, Schwarz, Leutheuser II; Fehling, Heß, Hauptfeld, Ranft, Leutheuser I, Wlodareck, Erben, Szpon^k, war das Schlußdreieck überraschend zuverlässig. Äe Läuferreihe zeigte durchschnittlich Gutes, jedoch fiel der rechte Läufer in der zweiten Hälfte merklich ab. Mit dem Sturm konnte man in seiner Gesamtheit zufrieden sein. Zweite Mannschaft — Leihgestern I 2:2. Dritte Mannschaft — Großen-Linden I. 4:1. 1920<3inn -1900 Gießen 1:1 (1:0) Die 1900er fuhren nicht mit allzu großen Hoffnungen nach Sinn zum ersten Verbandsspiel, mußten doch der Torwart Schmidt, ferner Glitsch, Birkenbiel, Hammer und Schmelz ersetzt werden. Da auch die 2. Mannschaft zum Verbandsspiel anzutreten hatte, wurde der Ersatz der spielfreien Dritten entnommen. Es spielten Rahn, Zeller, Lippert, Jördens, Heilmann, Mank, Wilhelmi, Langsdorf, Koch I, Jäger, Koch II. Sinn hat durch Zuzug neuer Spieler feine Mannschaft ganz wesentlich verstärkt. 1900 mußte die erste Halbzeit stark verteidigen. Sinn hatte Platzwahl, nahm den heftigen Wind zum Bundesgenossen und machte es mit ihm den 1900ern recht heiß. Angriff auf Angriff rollte gegen des Gastes Tor, doch hier stand eine Verteidigung, die sich nicht überwinden ließ. Der bisher in der Jugend spielende Torwart Rahn muß hier besonders erwähnt werden. Er hat bei diesem schweren Kampfe unter Beweis gestellt, daß er jederzeit in der Lage ist, in der ersten Mannschaft zu spielen. Erst etwa sieben Minuten vor Schluß der ersten Halbzeit gelang es Sinn, in Führung zu gehen. Aus einem Gedränge heraus, bei dem dem Gästetorwart die Sichtmöglichkeit genommen war, er- zielten sie ihr Tor. Kurz darauf vergab 1900 eine sehr gute Gelegenheit zum Ausgleich. Sinn hätte aber, wenn seine Stürmer sich nicht gegenseitig im Vorbei- und Uebertreten Überboten hätten, beim Spielen mit dem starken Wind höher in Führung gehen müssen. Kurz nach Beginn der 2. Halbzelt ließ der Wind nach, das Spiel wurde verteilter. Die erste Viertelstunde kamen beide Tore gleichmäßig in Ge- fahr. Nachdem dann 1900 durch Koch ausgeglichen hatte ließ Sinn recht merklich nach. Der Gast setzte sich in der gegnerischen Spielhälfte fest. Sinn mußte stark verteidigen und erlebte bange Minuten, denn nur zu oft konnte noch im letzten Augenblick die Gefahr des Spielverlustes gebannt werden. Alle 22 Spieler haben ihre Pflicht getan. Sie spielten Fußball in kameradschaftlichem Geiste, und Zuschauer wie Dereinsführungen waren mit ihnen und dem amtierenden Schiedsrichter zufrieden. Das Treffen der Astersturner in M Lich, das kleine, aber geschichtlich reiche Städtchen an der Wetter, im DT.-Unterkreis Gießen, feierte zum Wochenende das 75jährige Bestehen feines Turnvereins. 75 Jahre sind in der Geschichte eines Vereins eine Unsumme von Arbeit, Kraft und Willen. Der Turnverein Lich hat diese Kraft und den starken Willen aufgebracht. Oer Begrüßungsabend. Am Samstag eröffnete der Turnverein Lich das Fest mit einem Begrüßungsabend. Musik, ein Sprechchor der Turner und Turnerinnen, der die Ziele der deutschen Turnerschaft in starken Worten umriß, ein Chor der Sängervereinigung „Cacilia" (Chormeister Jlge), bildeten den Auftakt der Feier. Nach der Begrüßung durch den Dereins- führer Volz, überbrachte Kreisführer Daupert (Wiefeck) die Glückwünsche des Turnkreises Lahn- Dill und sprach dann von dem echten Turnergeist, der in der Turnerschaft feinen Weg zum Volk sein Ziel sehe. Alle Turnerarbeit stehe im Dienste von Volk und Vaterland. Damit folgten die Turner ihrem großen Dorbilde Jahn und unserem Reichskanzler, dem Gründer des Dritten Reiches. Die bedeutungsvolle Ansprache klang aus in einem Treuegelöbnis der Turner zum Führer Adolf Hitler und zu Dolk und Vaterland. Bürgermeister Geil (Lich) überbrachte die Glückwünsche der Stadt an den Turnverein Lich und überreichte ein Bild des Führers. Sturmführer Erb (Lich) überbrachte die Grüße der politischen Leitung und überreichte eine Fahne mit den Farben des Dritten Reiches. Seine Ansprache endete in einer Ehrung unseres großen Führers. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied wurden sodann gemeinsam gesungen. Kreisoberturnwart Schüler (Wetzlar) ehrte einige Altersturner und überreichte ihnen Ehrennadeln. Gau-Ehrenoberturnwart des alten Gaues Hessen, Turnbruder Will, Gießen, übermittelte die Glückwünsche von den Vertretern des alten DT.-Kreises Mittelrhein, A. Pfeiffer, Wetzlar. Im weiteren Verlauf des Abends zeigten Turnerinnen und Turner, sowie Schüler und Schülerinnen des Turnvereins Lich ansprechende Hebungen und Reigen. Den Höhepunkt des Abends in turnerischer Beziehung bildeten die Hebungen der Kreisriege an den Geräten. Das kameradschaftliche Treffen. Mit dem Jubiläum verbunden gaben. sich die Altersturner des Kreises Lahn-Dill am Sonntag in Lich ein kameradschaftliches Treffen. Wie 1934 in Braunfels, so waren diesmal viele der Aufforderung, Frau und Kinder mitzubringen, gefolgt. Aus allen Teilen des Kreisgebietes waren sie er» schienen, von der Schwalm und aus dem Vogelsberg bis hinüber zur Dill und dem Westerwald. Nach einem Gang durch die Stadt, bei der Lehrer HiId als Führer wertvolle geschichtliche Mitteilungen machte, fand in der Turnhalle eine völkische Feierstunde mit Lied und Ansprache statt. Kreisführer Daupert sprach über echtes Turner- tum im neuen deutschen Vaterland. Hebungen der Altersturner. Es folgten unter der Führuna von Kreisoberturnwart Schüler die turnerischen Darbietungen der Altersturner. Rund 100 Mann traten an, darunter waren einzelne über 70 Jahre alt. Das Turnen begann mit vier Gruppen (je drei Hebungen) nicht vorbereiteter allgemeiner Freiübungen, die gut ausgeführt wurden und reichen Beifall fanden. Es folgten dann Hebungen an den Geräten und volkstümliche Hebungen. Auch hier sah man manch recht schöne Leistungen (Weitsprünge von 5 bis 6 Meter und Hochsprünge von 1,45 Meter). Einige Scherzspiele schlossen sich diesem Turnen an. Die turnsportlichen Vorführungen endeten mit einem Handballspiel zwischen den Mannschaften des Turnvereins Lich und des Turnvereins Hausen von 1864, bei dem Hausen mit 11:7 siegte. Ausklang. Das Alterstreffen in Lich war für alle Teilnehmer, im besonderen für die Altersturner selber, ein schönes Erlebnis und wird ihnen noch lange in bester Erinnerung bleiben. Für die jugendlichen Turner war die turnerische Haltung und vor allem die turnerische Gesinnung dieser jugendlichen Alten vorbildlich. Mag auch vielen eine gute Veranlagung das Turnen bis ins Alter hinein ermöglichen, alle haben aber ihr Können erkämpfen müssen und haben bewiesen, daß jeder in feiner Art ein tapferer Mensch, ein fester Kerl ist. Das sprach auch Kreisführer Daupert in seinem Schlußwort aus. Er dankte allen Teilnehmern am Turnen, der poli« tischen Leitung, allen Gästen, dem Bürgermeister, im besonderen auch den Bürgern von Lich und dem Turnverein Lich für die gastliche Aufnahme der Turner sowie Lehrer Hild für die Führung durch die Stadt. Wirtschaft. * Die Verzinsung b e r Holzwert« anleihe der Stadt Offenbach a. M. Der für die Verzinsung der 6-v. H-, ab 1. April 1935 4,5-v. H.-Holzwertanleihe der Stadt Offenbach von 1923 vom 1. Oktober 1934 bis zum 1. Oktober 1935 maßgebende Holzpreis ist von der staatlichen Forst- behorde auf 23,12 RM. für den Festmeter feftgeftellt worden. Für den am 1. Oktober 1935 fälligen 13. Zinsschein werden vergütet einschließlich der auf Grund des § 4 des Gesetzes über Zinsermähigung bei den öffentlichen Anleihen vom 27. Februar 1935 zu zahlenden 2 v. H. Entschädigung 7,25 v. H. des Festmeterdurchschnittspreises. Am 1. Oktober 1935 sind 640 Festmeter zu tilgen. Der Bedarf ist im Wegs des freihändigen Rückkaufs bereits beschafft, eine Auslosung fand daher nicht statt. Rhein-Mainische Börse. THittagsbörfe ruhig, uneinheitlich. Frankfurt a. M., 14. Sept. Zum Wochenschluß blieb die Börse recht ruhig. Die Kursentwicklung war zumeist das Ergebnis des zufälligen Äuftragbestandes, besondere Anregungen für die Tendenzgestaltung lagen nicht vor. Einige Glattstellungen führten im Verlaufe zu allgemein leichter Erholung. Lebhafter lag der Farbenmarkt bei einer Kurssteigerung von 0,75 v. H., die übrigen Chemiewerte durchweg gut gehalten. Am Montanmarkt waren wiederum Harpener beachtet, die 0,75 v. H. gewannen, daneben Stahlverein um 0,90 v. H. erholt, schwächer lagen noch Rheinstahl um 0,75, Otavi um 0,40 v. H. Unneränbert Buderus und Mannesmann, Klöckner 0,75 v. H. fester. Am Zellstoffmarkte Waldhof um 0,25 v. H. befestigt, da- geaen Aschaffenburger 1,40 v. H. niedriger. Kunstseide etwas freundlicher, fo Aku um 0,40 v. H. Am Elektromarkte AEG., Gesfürel, Schuckert und Siemens ruhig und unverändert. Schiffahrtswerte sehr still, Hapag 0,25 v. H. leichter. Nordd. Lloyd 0,25 o. H. fester. Sonst erholten sich Daimler um 0,40, Hanfwerke Füssen 0,50, Reichsbank 0,13 v. H. leichter. Im weiteren Verlaufe blieb die Börse farblos. Die etwas freundlichere Grundstimmung stützte sich auf den weiteren erfolgreichen Verlauf der Anleihe- Zeichnung. — Tagesgetd etwas leichter und unverändert 3,25 v. H. Frankfurter Schtachtviehmarkk. Frankfurt a. M., 16. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 793 Rinder (175 Ochsen, 102 Bullen, 261 Kühe, 235 Färsen), 377 Kälber, 39 Schafe, 760 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 35 bis 42 Mark, Bullen 36 bis 42, Kühe 20 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 33 bis 42, Kälber 42 bis 70, Hämmel 38 bis 42, Schweine 50 bis 54 Mark. — Marktverkauf: Rinder lebhaft, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt. Kirchliche Nachrichten. Dienstag, 17. September. Mein-Linden. 20.30 Uhr: Bibelstunde für bU weibliche Jugend. Donnerstag, 19. September. Klein-Linden. 20.30 Uhr: Helferinnenvorbereitung für den Kindergottesdienst im Pfarrhaus. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Frankfurt 0.2)1 Berlin Schluß- hird Schiußl. Abend- börsc Schluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Oalum 13.9 14 9 13 9 14.9 6% Deutsche ReichSanlcihe v. 1927 100 100,75 101,13 101,13 *% Deutsche Neichsanl. von 1934 97,4 97,4 97,4 97,4 t>Yi°/o 7)ounn-QlnleH)e von 1930 .. 102,9 102,65 102,5 102 Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit 110,75 110,9 111,13 111 <*/•% Deutsche Reichspostschatzan- 100,15 100,2 100,3 100,25 6% efjem.8% Hess. BollSstaat 1929 lrückzahlb. 102%) .. 97 97 96,65 97 % ehem. 7% Pr. Landespfand- örlefanst., Gold Komm. Obl.Vl 97 97 97 97 kteuergutsch.VerrechnungSk. 85-89 107,3 107,3 107,3 107,3 4% Österreichische Goldrente.... 4,20% Oesterrctchtsche Silberrente 29 28,75 29 1,5 29 4% Ungarische Goldrente....... 9,5 9,5 9,55 9.5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 9,5 9,5 9,55 4*4% desgl. von 1913.......... 9,45 9,45 9 s 9 45 5% äbgesl" Goldmexikaner von 99 1ÖJ5 10,75 11 10,9 4% Türkische Bagdadbahn.Anleihe 6ertc l..................... Frankfurt o M «Berlin «Schlußkurs «Schluß!. Abendbörse «Schlußkurs «Schlußk. Mittag- bürse Dalum 13.9 14.9. 13.9. 14 9- 4% vesgl. Serie II ............. 11,5 11,5 _ —— 6% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 6,25 6,4 6,25 6,6 4*/,%Rumün.vereinh.Rentev.lgl3 9 9,3 9,3 9,6 4% Rumänische vereinh. Rente 5,25 5,425 5,3 5,45 2 %% Anatolier ............. 40,75 40,75 41 40,8 Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 16 15,75 16,13 16,25 Hamburg-Südam. Dampsschtsf. 0 28,9 28,5 Norddeutscher Lloyd ......... 0 18 18,25 18 18,13 A.G. für Aerkehrswesen Akt. .. 0 80,5 80 80,25 80,5 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 114 115 115,5 114,65 Commerz, und Privat-Bank ... 0 91 90,5 91 90.5 Deutsche Bank und Diöconto- Gesellschaft................ 0 91 90,75 91 90,75 Dresdner Bank.............. 0 91 90,75 91 90,75 ReichSbank ................ 12 182,5 182,4 181,75 181,75 A.S.G...................... O 39 39 38,65 39,13 Bekula.................... 10 145,13 145 145,13 144,9 Slektr. Lieferungsgesellschaft... 6 112,75 112,5 112,75 112,75 Licht und Kraft ........... 6% 132 131,5 132 132,25 Felten & Guilleaume......... O 105 105,5 105 105,13 Gesellsch.f.Elcktr.Untemehmung 5 126,5 126,5 126,75 127,5 Rheinische Elektrizität ........ 6 144 —» 144 —— Rhein. Wests. Elektr.......... 6 128,5 128,5 128,25 128,75 Schultert & Co............... 4 124,5 124 4 124,75 124,25 Siemens & Halske............ 7 175 174 5 175 174,5 LahmeverLCo. 7 132+25 131,75 131,5 131,25 Buderus ................... 0 102,5 101,5 102 102 Deutsche Erdöl.............. 109 108,75 109,75 108,9 Gelsenkirchener.............. Harpener................... 0 112,5 113,5 113 113,5 Hoesch Eisen—Köln-Neueffeo .. 0 95 94,75 94,4 95 Flse Bergbau ............... 4 — — — 160 hise Bergbau Genüsse........ < 129,5 129,5 129,75 129 Klöcknerwerke . ....... | u 91,75 91,75 91,5 91,5 Mannestmann-Rdhre» ........ 0 86r5 86,3 86,9 86,75 Frankfurt t 207 207 I 208,5 i 208,5 13. September 14 September Amtliche Notierung Amtliche Notierung «Selb Dries Geld Brief Buenos Lire. 0,668 0,672 0,668 0,672 Brüssel..... 41,92 42.00 41,93 42,01 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,78 54,88 54,86 54,96 Danzig..... 46,82 46.92 46,80 46,90 London ..... 12,265 12,295 12,285 12,315 HelsingforS.. 5,405 5,415 5,415 5,425 Paris ...... 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland .... 167,73 168,07 167,23 167,57 Italien..... 20,30 20,34 20,30 20,34 Japan ...... 0,721 0,723 0,722 0,724 Jugoslawien. 5,664 5,676 5,664 5,676 OSlo..... : 61,61 61,73 61,74 61,86 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,12 11,1' 11,14 11,16 Stockholm... 63,26 63,38 63,34 63 46 Schweiz .... 80,84 81,00 80,76 80,92 Spanien.... 33.94 34,00 33,93 33,99 Prag....... 10,27 10,29 10,27 10,29 Budapest ... •w —— Reu York ... 2,486 2,490 2,485 2,489 Banknoten. Berlin,!4 September Geld Brief Amerikanische Note».............. 2,437 2,457 Belgische Noten.................. 41,72 41,88 Dänische Noten ................. 54,70 54,92 Englische Noten ................. 1Ü25 12.29 Französische Noten ............... 16,325 16,385 Holländische Noten............... 166,82 167,48 Ftalienische Noten___...___....... 19,46 19,54 Norwegische Noten ....... 6b58 61 82 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling — — Rumänische Noten........ —— Schwedische Noten ............... 63,17 63,49 Schweizer Noten. 80.58 80 90 Svauticke Noten................. 33,57 33,71 Ungarische Retea ......... •••••••