185. Jahrgang Nr. W0 Erster Blatt 185. Jahrgang greitag, 16. August 1935 Ä ä Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer JHW W ZM W für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags ▲ bis 8'/,Uhr des Vormittags W--L2K- A|* A<* AM g|if4AiAAr SN MeneMt zinwiger ms pon etnjelnen Nummern »'**’' V . . Stellen-, Vereins., gemein. General-Anzeiger für Oberhessen Z^Z richten: Anzeiger Gießen v • behördlicheAnzeigen6Rpf. 8ton«urt?Äinll686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilätsvuch- und Steindruckerei n. Lange in Stehen. Schriftleitung und SeschSstsftelle: Schulftrah« 7 M-ngenabichiüii- Staffelü Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen W L W v In JftilL Stuck ner/tciiuna «. IRb/ah von Rundfunk- g-^b/LH &efct)äftigung in brr beutfcnen Runbfunh-Sn- buftrie(M5;1OO) Die „Fernseh-Straße" Kunbfunkjabr (1. Flug-31.Juli) (103V35J (1933/34] 1$168 (1931/321 (1932/33) 0,99 1°* 0,95 1,05 Von unserem th.-r.-Sonderberichierstaiier. Eine Leuchtreklame weist mit großen glänzenden Lettern den Weg: es ist der zauberhafte Weg in ein technisches Märchenreich, in das mystische und höher als jemals zuvor. Von Volksempfängern wurden 30 v. j). mehr abgesetzt als früher. Gegenwärtig nehmen in Deutschland 36 v. S). der Haushaltungen am Rundfunk teil, während das Verhältnis in Dänemark 6 1 v. H. und i n Amerika sogar 6 9 v. H. beträgt. Unser Schaubild gibt einen Ueberblick über die Herstellung und den Absatz von Rundfunk-Empfangsgeräten in den letzten vier Jahren. Auffallend ist die starke Aufwärtsentwicklung feit dem Beginn der nationalsozialistischen Revolution. — (Scherl-M.) zen verschrieben haben und dem auch der deutsche Rundfunk feine ganze Arbeit widmet. Mit der heutigen Eröffnung der großen Deutschen Funkausstellung in Berlin geht das Rundfunk- jahr 1934/35 zu Ende. In diesem Jahre wurden die Sender Langenberg und Breslau wesentlich verstärkt, der S e n d e r K o b l e n z kam neu hinzu und der S e n d e r G l e i w i tz wurde stark erweitert. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer wuchs um 1,2 Millionen, das bedeutet eine Steigerung um 2 2 v. H. Der Absatz von R-undfunkempfangsappa- raten war mit rund zwei Millionen Apparaten Hörspielen ein erfolgreicher Mitarbeiter des deutschen Rundfunks wurde. Viele Aufführungen des Rundfunks haben den Weg zur Bühne genommen, Kompositionen durch ihre Uraufführung im Rundfunk den Weg zum Musikverleger und damit zur breiten Masse des musikausübenden Volkes gefunden. Der Rundfunk ist, wie keine andere Institution, dazu berufen, und befähigt, die geistige Brücke von Deutschland zur Welt zu schlagen. Er gibt anderen Ländern und Völkern ein plastisches Bild deutschen Lebens, Denkens und Gestaltens. Der großartige Ausbau des Kurzwellensenders, der jetzt mit seinen Richtstrahlen alle Erdteile erreicht, hat hier wahre Wunder der Verständigung geschaffen. Für den überseeischen Empfang unseres deutschen Kurzwellensenders bringt die diesjährige Ausstellung bedeutsame Fortschritte in der Konstruktion der Kurzwellen-Geräte. Eine ganze Reihe von Firmen zeigen auf der Ausstellung fertige Apparate, an denen sie fast ein Jahr mit Gründlichkeit gearbeitet haben. Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nicht versäumen, die große Abordnung französischer Rundfunk-Händler, die geschlossen der Eöffnung der diesjährigen Gro- ßen Deutschen Rundfunkausstellung beiwohnt, auf das herzlichste in Berlin willkommen zu heißen. Ich hoffe und wünsche, daß auch dieser Besuch dem Gedanken des Friedens und der Versöhnung dienen möge, dem wir alle uns aus vollem her- Berlin, 16. Aug. (DNB. Funkspruch). Am heutigen Vormittag wurde die 12. Große Deutsche Rundfunkausstellung Berlin 1935 nach einer Begrüßungsansprache des Staatskommissars der Reichshauptstadt Dr. Lippert in Gegenwart zahlreicher Ehrengäste durch Reichspropagandaminister Dr. Goebbels feierlich eröffnet, nachdem am Donnerstagnachmittag bereits die Presse Gelegenheit gehabt hatte, die in allen Teilen fertige Ausstellung, die von dem Berliner Ausstellung- und Messeamt gemeinsam mit der Wirtschaftsstelle der deutschen Rundfunkindustrie und allen in der Reichsrundfunkkammer zusammengeschlossenen Verbänden veranstaltet wird, eingehend zu besichtigen. Aeichsminitter Dr. Goebbels führte dann u. a. folgendes aus: „Als der Führer am 30. Januar 1933 um die Mittagsstunden an die Verantwortung gerufen wurde, teilte derRundfunk zuerst dem deutschen Volke diese historische Nachricht mit. Wenige Stunden später wälzten sich durch die Straßen der Reichshauptstadt die revolutionären Massen des erwachten Berlin und zogen durch die Wilhelmstraße am Reichspräsidenten und am Führer vorbei. Ganz Deutschland befand sich im Taumel. Nur das Funkhaus lag still, ohne Licht, zwar nicht ohne Mannschaft, aber ohne Führung. Die hatte sich nach Dienstschluß nach Hause begeben, in der gewohnheitsmäßigen Annahme, daß nun ihre Pflicht goto n sei. Was das Volk anfing' und was das Volk deshalb auch hören wollte, das ging sie nichts an. Damals sind revolutionäre Nationalsozia l i st e n ohne Amt und Auftrag in das Funkhaus hineingegangen, haben Mikrophone und Apparaturen auf Autotaxen geladen, sind in die Reichskanzlei gefahren und haben von der Reichskanzlei aus über die Aetherwellen das ganze deutsche Volk am nationalen Aufbruch der Reichshauptstadt teilnehmen lassen. Da ist der Rundfunk zum ersten Male politisch geworden. Seine damaligen Außenseiter — das find diefelben Männer, die ihm heute Gesicht und Haltung geben — haben ihn unmittelbar an das Volk herangeführt und damit auch dasVolkfür denRund- funk erobert. das Volk ihn lieben lernen. Möge zu dieser Liebe zwischen Volk und Rundfunk auch die Große Deutsche Rundfunkausstellunq 1935 ein Wegbereiter fein, die ich hiermit für eröffnet erkläre." Ein erster Aundaana.... 3m Hauberreich des Wobttlanas. ^Dottssender und Fernsehstraße. Das zeigt sich am besten im ungeahnten Aufschwung der Rundfunkhörerzahlen. Während wir Ende des Jahres 1932 nur 4 300 000 Rundfunkhörer verzeichneten mit ständig zunehmender Abnahme, stiegen diese Ende des Jahres 1933 auf 5 Millionen, im Jahre 1934 auf 6100 000 und weifen am 1. Mai 1935 einen Be» stand von 6 700 000 auf. Das bedeutet eine Zunahme von 2 400 000 Hörern und eine Vermehrung der Hörerzahlen, die wir übernahmen, u m mehr als die Hälfte. Die nationalsozialistische Führung des Rundfunks suchte den natürlichen Zuwachs der Horerzahlen durch besondere Leistungen auszuweiten. Im Mai 1933 wurde zum ersten Male die Auflegung von 100 000 Volksempfängern zum Preise von 76 Mark beschlossen; denn es hatte sich gezeigt, daß gerade wegen der hohen Preise für deutsche Apparate die breiten Massen der Bevölkerung, vor allen Dingen die Aermsten unseres Volkes, vom Rundfunk ausgeschlossen blieben Der Gedanke des Volksempfängers fetzte sich erfolgreich durch, ohne daß dadurch die Produktion der anderen Geräte geschmälert wurde. 1932 wurden ohne Volksempfänger 971000 Rundfunkapparate produziert, 1933 1 105 000 Rundfunkapparate und 376 000 Volksempfänger, 1934 1 070 000 Rundfunkapparate und 817 000 Volksempfänger. Der Volksempfänger ist also eineArbeitsbeschaf- fung zusätzlicher Art gewesen. Die Rundfunk-Industrie hat nunmehr die Reuauflage von 1 Million V olks- empfänger VE 3 01 befchlossen. Ich möchte den daran beteiligten Greifen für diesen von echt nationalsozialistischem Geist getragenen Entschluß bei dieser Gelegenheit DankundAn- erkennung der Regierung zum Ausdruck bringen. Rach dem Vorbild des Volksempfängers hat die Industrie auf Vorschlag der Arbeitsfront einen Standard-Empfänger für die Betriebe geschaffen: den Arbeitsfrontempfänger D A F 1011. Der Arbeitsfront-Empfänger foll zunächst kein Gerät für den Einzelnen fein; er ist für die Belegschaften in den Betrieben bestimmt und foll dem Rund- funk-Gemeinfchaftsempfang dienen. Er mußte deshalb in bezug auf äußere Aufmachung, innere Konstruktion und Leistung den höchsten Anfprüchen genügen. Der Preis diefes modernen und leistungsfähigen Gerätes wird ohne Lautsprecher 295 Mark betragen. Der Minister kennzeichnete dann die kulturelle Bedeutung des deutschen Rundfunks und führte u a aus- Der Rundfunk entdeckte in ungeahntem Maße die schöpferischen Kräfte der jun- aen Schaffenden und wurde ihr großzügiger Protektor Es ist kein Zufall, daß die beiden Trager des großen Nationalpreises in den ver. gangenen zwei Jahren tm Rnndsunk ihre ersten Uraufführungen erheben dursten, Eu ring er der Autor der „Deutschen Passion und Wolsgang Eberhard Möller, der mit Dielen fen die verschiedensten Filmszenen. Dazu ertönt, geisterhaft fast, eine gedämpfte Musik. Man pilgert, ergriffen von diesem märchenhaften Einfall menschlichen Geistes, von einem Gerät zum anderen und bleibt andächtig stehen: hier, ein Geiger mit schwingendem Violinbogen. Der Bogen krümmt sich etwas in seiner Hand, beschreibt eine leichte Wellenlinie, aber das ganze, als Bild und Ensemble, ist trotz des „flimernden Regens" klar zu erkennen. Dort, ein paar Schritte weiter, eine hübsche Fernsehszene aus einem Film: ein junges Mädchen schlingt ihren Arm zärtlich um den Hals ihres Freundes. Schmachtender Augenaufschlag inklusive Kuß. Fernseh-bappy-evck! Zum erstenmal ... der kühnste Traum unverbesserlicher Phantasten ist Wahrheit geworden. Sensation: Zeder Volksgenosse sendet! Eine andere Halle: aus einem flachen riesigen | Becken fteigt wie eine glitzernde leuchtende Säule ein Springbrunnen über einer breiten, gewaltigen Freitreppe. In diesem Raum ist ein schallendes Tohuwabohu. Rechts und links ein Podium, ein Konzertpodium mit großen schwarz- glänzenden Flügeln; frische junge Studenten stehen sich hier in fröhlichen Gruppen gegenüber und schlagen einen herzerquickenden Krach. Sängerwettstreit am Kaiserdamm! Wir sind in der sensationellen Halle des „V o l k s s e n d e r s" angelangt; in diesem Raum hat der Nationalsozialismus eine prachtvoll natürliche, unmittelbare und herzhafte Idee verwirklicht: Hier „produziert" sich das Volk aus allen Gauen Deutschlands. Hier darf jeder frisch von der Leber weg, aus biederem Herzen, fingen und sagen, was ihn bewegt und erfüllt. Die beioen hohen Probebühnen sind die Bretter, die das Mikrophon bedeuten. Die Leute, die sich auf diesen Brettern „ausgetobt" haben, werden gesiebt: Wenn eine Darbietung den Ausstellungsbesuchern gefällt (Hinz und Kunz produzieren sich hier mit Kind und Kegel im Scheinwerferlickt der Def- fentlichkeit) ist sie r e i f f ü r d e n S e n d e r. Links und rechts am Ende der Halle sind die zwei Hauptsenderäume des Reichssenders aufgebaut, kleine geschlossene Sendesäle, in denen — wieder vor einem Kreis von Ausstellungsbesuchern — die Sendung auf alle deutschen Sender übertragen wird. Das ist das gänzlich Neue und Erquickende an dieser phantqstischen Ausstellung. Ich weiß nicht, wer auf diesen originellen Gedanken gekommen ist — aber Rundfunk, wem Rundfunk gebührt! Und der Rundfunk gehört dem Volke. Ergo ist dieses Volk in seiner' breitesten Masse dazu auserkoren, nicht nur bewundernd oder kritisch zuzuhören, son- aus der „regnenden" Leinwand. In einem großen '♦ Viereck hoch oben an der Wand erscheinen Bilder laus einer Wochenschau, bewegte, fließende, zuckende Szenen. Man sieht Motorräder dahinrasen, I Pferde galoppieren, Menschen über eine belebte Straße gehen. Und daneben — auf der anderen Wandseite — die überlebensgroße Aufnahme eines Kopfes. Ein junger Mann, der sich be- I roegt, lächelt, sich mit dem Taschentuch über das Gesicht fährt. Die Einzelheiten des Ausdrucks sind genau zu erkennen: Fernsehbild! Dieser große Kopf auf zittrigem bräunlichem Hintergrund ist das erste, was unser Auge trifft. Wir müssen immer wieder wie hypnotisiert hinstarren: er lebt, es ist keine Täuschung, es ist die „ferngesehene Wiederigabe" eines jungen Männerkopfes, monumental «und geheimnisvoll in ihrer Wirkung. Aber zur Sache: in der Fernsehstraße werden zwanzig serienmäßig hergestellte Fernsehempfänger der Reichsrundfunkgesellschaft vorgeführt. Im Betrieb: in den kleinen Kastenausschnitten lau- f । .Zeit einem märchenhaften Aufschwung entgegen- Wegbereiter zum Herzen -es Volkes! ReichSProPagandaministerOr.Go-bbels eröffnet »ieirGroßeOmtsch-ltuadsankausff-IIung Die „Fernseh-Straße" bringt die neuesten Fernsehapparate. Der Besucher wlrd sich hier uberzeMN, daß die Technik des Fernsehens im Vergleich zum vergangenen Jahre einen recht beträchtlichen Fort schritt gemacht hat. (Weltblld-M.) Guter Start ins neue Rundsunkjahr. frag dazu. Auch sie ist sich unter nationalfozia- listifcher Führung der großen Aufgabe bewußt. v < q ö t ♦ I die sie am Volk zu erfüllen hat. Der Rundfunk Geschehnisse der Volksgemeinschaft. Mehr und mehr len dem Volke das her, noch schwerer zu löst sich das Mikrophon los vom Kabel und wan- machen. Lr foll die Gemüter erleid)- dert in die deutsche Heimat zu den Stämmen un- fern, die Sinne ermuntern, die seres Volkes. Es ist bei jedem staatspolitischen herzen stärken, klar, aufrichtig und kom- Akt dabei. Das Mikrophon ist der ständige Be- promihlos: mit einem Wort, nationalfoziali- gleiter der Tagesereignisse. Diese in die Augen »(sch muß der deutsche Rundfunk fein und blei- stechenden Leistungen des deutschen Rund unks sind ' » roenn „ fdbf( ba5 Vott liebt, wird nur möglich gewesen, weil seine ganze Arbeit von^ — *• - nationalsozialistischem Gestaltungswillen und revolutionärer Initiative erfüllt war. Unter Bezugnahme auf den Prozeß ö e r Schallplattenfirmen gegen den Rund- funk erklärte der Minister: „Wir erachten es nicht mehr für angängig, sich jede Handreichung, die man dem Volke leistet, wenn sie sich an sich schon bezahlt macht, noch einmal besonders bezahlen zu lassen. Ich werde dafür Sorge tragen, daß der deutsche Rundfunk die Interessen der Allgemeinheit unter allen Umständen wahren kann, so daß von vornherein die Gewähr geboten ist, daß öffentliche Gelder auch wieder in den Dien st der Oesfent- lid) feit g e ft e 111 werden. Was das Problem des Fernsehens anlangt, so befinden wir uns hier in ^nem erfreu-, geheimnisvolle Dämmerdunkel der romantischen lichen, Fortschritt. Der Relchsverbanb Deutscher tz e r n s e h st r a ß e. Diese Straße ist eine Allee Rundfunkteilnehmer eröffnete m den Woh ber Wunder und Ueberraschungen. Hier, wo uns eine des schaffenden Volkes von Berlin bereits . ' Welt der klingenden, summenden Töne einfängt und fernsehstuben. Wir sehen auf diesem Gebiet wc te- k.e Fernsehbilder phantastisch abrollen, könnte der ren grundlegenden ^fintiungen entgegen ,unö f IfiJaie, der nichts von diesen Dingen begreift, das überzeugt, daß das deutsche Fernsehen m kurzer @rujeIn (erneiL Irgendwoher, aus dem Hintergrund, Iertönt in die zauberische Stille plötzliches Gesurr eines Propellers. Der Name „Ufa" blitzt Englands Standpunkt unverändert Julius Streicher spricht im Berliner Sportpalast gleichfalls freigelassen Völkerbundsrügen an -ieMandatsmächte in Kalgan ergaben völliges Lindas zur Befreiung Jones einzuüber Lösegeld wurde. Besprechungen vernehmen über England, von dem man erwarte, daß es im schlimmsten Falle diemilitärischenOpera. tionen Italiens begrenzen vorher aber auf der Pariser Konferenz energisch für eine friedliche Lösung eintreten werde. Auf den Völkerbund setze man keine zu großen Hoffnungen. Man sei vielmehr der Ansicht, daß wenig Aussicht für eine friedliche Regelung in Genf bestehe, wenn es der Pariser Konferenz nicht gelinge, eine Derständi- gungsgrundlage zu finden. schlagende Verfahren, für dessen vollen Erfolg die Tschachar-Regierung die Garantie übernahm. Später wurde gemeldet, daß Iones nach Dschehol verschleppt worden sei. Das nach Paotschang geschickte L ö s e g e l d hatten die Banditen nicht a b g e h o l l. Die Bemühungen, die Freilassung Jones zu erreichen, wurden dadurch außerordentlich erschwert, daß die Entführer Jones fchließlich einer anderen Banditengruppe Übergaben, die die Lösegeldforderung auf 1 0 0 0 0 0 Dollar erhöhte. Alle Versuche, Jones aus den Händen der Verbrecher zu befreien, find nun nach der Reuter-INeldung leider vergeblich ge- wefen. Frankreich sieht sich vor. Militärische Vorsichtsmaßnahmen in Dschibuti. London, 16. Aug. (DNB.-Funkspruch). Die „Daily Telegraph" aus Dschibuti meldet, hat die lebhafte Freundschaft der Somali f ü r ihre abessinischen Nachbarn die französischen Behörden zu ungewöhnlichen V o r s i ch t s - Maßnahmen veranlaßt, um im Kriegsfälle die Ordnung aufrechtzuerhalten. Ein Kreuzer wird Sonntag in Dschibuti eintreffen. Die Sperren im Hafen werden verstärkt; auch werden Flugzeugschuppen gebaut, um zehn neue Maschinen aufzunehmen, so daß insgesamt 14 Flug- zeuge dort stationiert sein werden. Auf der Heron- Insel sollen vier Geschütze von 15 Zentimeter Kaliber ausgestellt werden, um den Zugang zum Hafen, die Reede und die hinter der Stadt beginnende Düste zu beherrschen. Die kleine Garnison eingeborener Infanterie soll durch taufend Senegalfchühen verstärkt werden. Die Paßkontrolle ist sehr scharf. Leute, die abzureisen wünschen, werden ermahnt, dies mög- tichst bald zu tun. Es geschieht alles, um die Ansammlung von „lästigen Ausländern^ zu verhindern. Die Italiener betreiben lebhafte Propaganda und veröffentlichen Funksprüche aus Rom über die militärischen Vorbereitungen Italiens. Nicht nur den Franzosen, sondern sogar dem abessinischen Konsulat werden Abschriften zu- gestellt. Der britiche Vizekonful Lowe ist am Mittwoch im Kraftwagen nachBerberaabgereist, um mit dem Gouverneur und Oberbefehlshaber von Britlfch-Somaliland, Major Sir Arthur Lawrence zu beraten.* Kaufleute erzählen, daß in Maffaua (Italien. Eritrea) und M o g a d i s e i o (Italien. Somali) außerordentlich lebhafte Tätigkeit herrscht, und daß in den Häfen und im Landesinnern Vorräte von Kriegsmaterial angefammelt werden. Sie berichten ferner, daß bei den jungen italienischen Soldaten unter dem Einfluß der Hitze und des Dafsermangels viele hihfchläge und tropische Krankheiten vorkommen. Die Italiener ihrerseits berichten, der Gesundheitszustand der Expeditionstruppen sei im allgemeinen gut. Heule beginnt die Pariser Dreierkonferenz Die Vorbesprechungen haben noch keine Klärung der Lage gebracht. Die Memelgarantiemächte besinnen sich. Ein internationaler Ueberwachungs- ausschuß für die Wahlen im Memelgebiet. London, 15. Aug. (DNB.) Der „Star" rechnet mit der Möglichkeit, daß Großbritannien und Frankreich in der Anfang September stattfindenden Sitzung des Völkerbundsrates die Memelfrage aufwerfen werden, um einen Beschluß über die (Ernennung eines internationalen Ausschusses zur Ueberwachung der am 29. September im Memelgebiet stattfindenden Wahlen herbei- zuführen. „Dem Memelgebiet", so schreibt das genannte Blatt zur Erläuterung, „haben die litauischen Behörden eine reine Dollstreckungs- regierung und das Kriegsrecht auferlegt. Die Litauer werden die Wahlen zweifellos i n der schamlose st en A r t beeinflussen. Dieser drohende Skandal ist so ernst, daß der französische Ministerpräsident Laval völlig die Besorgnis der britischen Regierung in dieser Angelegenheit teilt. Allerdings ist Mussolini im Augenblick nicht viel daran gelegen, daß sich der Döl- kerbundsrat mit irgendeinem internationalen Abkommen befaßt. Außerdem befürchtet er, daß etwaige Zugeständnisse an die unter litauischer Herrschaft lebende deutschsprachige Minderheit später zu einem Hilferuf für seine eigene deutschspra- chige Minderheit in Südtirol führen werden. Britischer Journalist von chinesischenBandiien ermordet Der Begleiter des DNB.-Vertreters Dr. Müller trotz Lösegeldangebots getötet London, 16. August. (DNV. Funkspr.) Nach einer Reuler-Meldung aus Pelping ist der britische Journalist Gareth Jones, der vor etwa zwei Wochen zusammen mit dem DNV.-Vertreter Dr. Müller von Banditen gefangen genommen worden war, von den Verbrechern gelötet worden. Jones war früher Sekretär Lloyd Georges. Der Banditen-Ueberfall auf die beiden Pressevertreter erfolgte, wie erinnerlich, in einem abgelegenen Gebiet zwischen Dolonor und k a l g a n. Jones und Müller befanden sich auf einer Rundfahrt im Kraftwagen durch den Osten der Tschachar-Provinz. In der Nähe der chinesischen Siedlung hotschia Tohuo- f a n g wurde ihr Kraftwagen durch Schüsse zum halten gebracht. Die Banditen, die durch die übliche blaue Gendarmerie-Uniform getarnt waren, verfchleppten die vier 3n- sasfen des Wagens. Etwas später wurden zunächst der Fahrer und der Diener freigelassen, um Lösegeldforderungen zu überbringen. Es kam schließlich zu Verhandlungen mit Vertretern der lokalen Behörden, die dazu führten, daß Dr. Müller zu Verhandlungen wenn es darauf ankommt, bereit fein wird, sehr weitgehende Zugeständnisse zu machen. Auch der Havas-Berichterstatter in Addis Abeba meldet, man lege dort größten Wert auf eine fried- liche Lösung, weil man kriegerische Verwicklungen für sehr langwierig, kostspielig und folgenschwer halte. Man verfolge den Verlauf der Besprechungen mit einiger Beunruhigung, aber auch einiger Hoffnung. Diese Hoffnung stütze sich vor allem aus bern —- Höch st persönlich zll senden. Sri diesem Sinne: jeder sein eigener Rundfunksprecher! Es ist wunderbar und erhebend, wieviel urwüchsige und kostbare Dialekte auf diesem sensationellen Konzertpodium zusammenklingen und singen! Ganz Deutschland bildet in diesen Tagen eine Familie: der Rundfunk verbindet die vielfältig bunten Gaue des Reiches zu einer kulturellen und ge- fühlsmäßigen Herzenseinheit von dauerndem Be- stand. ßmpfängermif blauem,deiligentoein* Ein blauer, flutender Lichtkreis umgibt manche (Empfänger wie ein „Heiligenschein" der Technik. Diese „Lichthieroglyphen" sind fesselnd und romantisch und geben dem Ganzen den undefinierbaren Zauber einer technischen Teufelsküche. Hunderte von blankpolierten braunen Kasten und Kästchen sind hier in allen Größen und Gattungen zu sehen, frisch aus der Fabrik, alle Sorten von Radio», aeräten, von den schlichtesten bis zu den gigantischen Luxusempfängern. Man liest die eng gedruckten Namen der internationalen Programmstationen, eine neben der andern. Musik und zauberhafte Atmosphäre aus fremden Traumländern, aus den Tanz- palästen und Konzertsälen fernster Zonen und Landschaften. Es klingt und schwingt wie in einem sagenhaften Wunderland. Deutscher Arbeitsgeist ordnet hier sachlich und ohne Pathos feine blitzende, klingende Ware. Der Wohllaut ist hundertprozentig, edel und delikat für das verwöhnteste und feinste Ohr. Seher ein Fernseh-Ierngespräch. Namen schwirren umher, die der Laie andächtig entziffert: Dreiröhren-Reflexsuperhet, Zweirohren- Einkreiser, Dierröhren-Superhet, Dreirohren-Zwei- {reifer. Man könnte noch stundenlang durch die klingenden Räume wandern. Aber im Gegensatz zu dem überlebensgroßen schwebenden Walzer, der uns plötzlich rauschend umwiegt, knurrt unser Magen ein prosaisches Knurren. Am besten, man führt mit seiner erlauchten Gattin „bezüglich des Abendbrotes ein einschlägiges Fernseh - Gespräch. Lachen Sie bitte nicht so skeptisch! Denn das ist beinahe der Clou dieser einmaligen Großen Deutschen Rundfunk-Ausstellung: die Deutsche Reichspost führt ihre neuen Gegenfernseh-Fernsprecher im praktischen Betrieb vor, so daß jeder die Möglichkeit hat, selbst ein Fernseh-Ferngespräch zu führen! gebiet Kampfmaßnahmen gegen Japan als zweckmäßig erscheinen. Beachtlich erscheint, daß der Mandatsausschuß nicht davor zurückgeschreckt ist, den verschiedenen Mächten in mehr oder weniger deutlicher Form seine Mißbilligung auszudrücken. Uns interessieren in diesem Zusammenhang natürlich in erster Linie die früheren deutschen Kolonien, weil in ihnen nach wie vor deutsche Volksgenossen in größerer Zahl ihren Arbeitsboden und' ihren Er- werd behalten haben. Insbesondere ist em Bericht über die staatsrechtliche - Stellung Süd west- £ f r i k a s eingefordert worden. Der grundlegende Artikel 22 sieht verschiedene Formen der Mandats- ausubung vor. Für Südwestafrika wurde als zweckentsprechend festgesetzt, daß dieses Gebiet „am besten nach den Gesetzen des beauftragten Staates und als integrierender Bestandteil dieses Staates verwaltet werde/ Die Bestrebungen der Südafrikanischen Union, sich Südwestafrika im letzten staatsrechtlichen <5mne einzuoerleiben, sind bekannt. Dagegen sprechen aber die grundsätzlichen Bestimmungen in dem erwähnten Artikel 22. Der Genfer Ausschuß will nicht zulassen, daß diese Verpflichtungen mißachtet werden, und er hat darum die Mandatsmacht ernsthaft daran erinnert, daß „nicht nur oie konkreten Bestimmungen des Mandats, sondern auch die allgemeinen Grundsätze des Artikels 22 der Dölkerbundssatzung in bie T a t umzusetzen seien." Aehnliche Bestrebungen auf Herstellung einer ge» Berlin, 15. Aug. (DNB.) Gauleiter Julius Streicher sprach Donnerstag abend zum ersten Male in den beiden größten Versammlungslokalen Berlins, im Sportpalast und in den Tennis- hallen. Seit langem hat Berlin nicht einen solchen Massenandrang zu einer politischen Kundgebung erlebt wie an diesem Abend. Die politischen Leiter zogen in geschlossenem Zuge unter Dorantritt der Mu- ikzüge des Feldjägerkorps und der SA.-Gruppe Berlin-Brandenburg zum Sportpalast, der bereits vor 18 Uhr wegen UeberfüUung polizeilich geschlossen werden mußte. In besonders großer Zahl waren ausländische Pressevertreter erschienen. Gauleiter Streicher, der mit brausenden Heilrufen begrüßt wurde, setzte sich zunächst mit den sogenannten Gebildeten auseinander, den eingebildeten Leuten, die Wissen und Bildung verwechselten. Dann wandte er sich den Lügenmeldungen eines Teiles der ausländischen Presse zu. Die ausländische Presse habe sich die Hände wundgeschrieben, daß er, Streicher, den Ehrgeiz habe, in der Reichshauptstadt Polizeipräsident zu werden. Dann habe sie ihm den Ehrgeiz zugeschrieben, den Eroberer von Berlin, Dr. Goebbels, ablösen zu wollen. Sie habe weiter von einer Besprechung zwischen Goebbels, Blomberg und Streicher geschrieben. Wer den Nachweis bringe, daß eine solche Besprechung stattgefunden habe, bekomme von ihm bar 100 000 Mark ausgezahlt. Die Auslandspresse habe ihn, Streicher, den „blutigen Zaren von Franken" genannt. Er habe dann ausländischen Pressevertretern Gelegenheit gegeben, s i ch selbst in Nürnberg um- z u s e h e n , und sie hätten dort zu ihrem Erstaunen keinen einzigen toten Juden gefunden. Man rege sich darüber auf, wenn in Berlin ober anderswo etwas getan werde, was den Juden nicht ganz angenehm fei. Wen geht es etwas an, er* närte Streicher, wenn wir in unserem Hause eine Reinigung vornehmen. Wir kümmern uns nicht um die Hinrichtung von Negern in Amerika. Man soll sich nicht darum kümmern, wenn wir in Deutschland Rasseschänder durch die Straßen führen und damit abschreckend wirken wollen. Dem Deutschen, der heute noch behauptet, man kann mit Taufwasser aus einem Juden einen Nichtigen machen, erkläre ich, daß man aus ihm dann aud) einen Juden machen kann. Der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Eduard Bernstein hat im Jahre 1930 in der „CV.-Zeitung" geschrieben: „Wenn ich auch in den 70er Jahren ftiu und unbemerkt der jüdischen Gemeinschaft den Rucken gekehrt habe, so bin ich doch immer ein 3ube geblieben.". Millionen Deutscher sinb sich heute noch nicht über bie Bebeutung ber Rassenunterschiebe im klaren. Auch ist es heute noch so, bah vielfach eine kirchliche Eheschließung zwischen einem katholischen Volksgenossen unb einer evange- lifdjen Dolksgenossin ober umgekehrt abgelehnt roirb mit ber Begründung, daß dies eine Mischehe ergeben würde. Kommt aber beispielsweise ein Neger oder ein Jude mit katholischem Taufschein, so wird er anstandslos mit einer deutschen Frau getraut Der Priester sagt: „Der Taufschein muß Paris, 16. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Die heute Vormittag beginnende D r e i m ä ch t e - K o n f e - renz steht im Vordergrund des Interesses der Pariser Presse. Obgleich über die zahlreichen Unterredungen des Ministerpräsidenten Laval am Donnerstag nur sehr wenig an die Öffentlichkeit gedrungen ist, nehmen die Blätter in langen Aufsätzen zur Lage Stellung, wobei sie zwischen einer vor- sichtigen Zurückhaltung und einem mäßigen Optimismus wechseln. 3n gut unterrichteten Kreisen erklärt man, daß Baron Mloifi dem französischen Ministerpräsidenten den italienischen Standpunkt klar- gelegt habe, ohne aber die italienischen Forderungen schon im einzelnen aufzuführen. Der italienische Vertreter habe darauf hingewiesen, daß Italienentschlossen sei, zudenwaf- fen zu greifen, falls es durch eine fried- liche Lösung nicht die Zugeständnisse erhalte, die sein Ausdehnungsbedüfnis und die Sicherheit feiner afrikanischen Besitzungen erfordere, hierunter verstehe man italienischerseits einen allgemeinen politischen Einfluß in Abessinien, wobei die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs und Englands gewahrt bleiben sollen. Die Pariser Presse nimmt an, daß es sich bei den italienischen Forderungen um Höch st fordern n- jen handele, die im Laufe der kommenden Ver- Ijanblungen niebriger gebrückt werben könnten. Man glaubt nicht, daß Italien eine ganz unnachgiebige Haltung einnehmen werde. Der „Jour" schließt aus einem Besuch des B a - rons Aloisi bei Eden, daß Italien eine Verständigung mit England wünsche. Er habe aber dem französischen Außenminister mitgeteilt, daß seine Regierung ein Kollektiv- manbat über Abessinien ablehne, weil bies praktisch auf eine englische Dormacht- Stellung hinauskommen würbe. „Echo be Paris" berichte, am Quai d'Orsay sei man damit beschäftigt, einen Plan auszuarbeiten, der den ; oldenen Mittelweg zwischen den italieni- chen Forderungen und den englischen Vorschlägen erstellen solle. Italien habe durch seine „brutalen Methoden" die Lage verwickelt. So groß auch der französische Wunsch sei, die italienischen Pläne zu begünstigen, so könne man den italienischen Standpunkt doch nicht anerkennen. Die ganze ranzösische Politik sei eng mit dem Völkerbund verbunden, auf den Frankreich sein System der kollektiven Sicherheit und ber europäischen Stabilität aufgebaut fjabe, es sei wirklich nicht die Aufgabe eines befreundeten Landes wie Italien, durch seine unnachgiebige Haltung das eine und das andere in Gefahr zu bringen. Laval hatte auch eine Unterredung mit dem abeffinifchen Gesandten in Paris. Man glaubt zu wissen, der Gesandte habe noch einmal im Auftrage feiner Regierung erklärt, daß Abessinien jedes Mandat ablehne und seine vollständige Freiheit zu behalten wünsche. Man hält es aber trotzdem nicht für ausgeschlossen, daß der abessinische Kaiser, London, 16. August. (DNB. Funkspr.) In englischen Kreisen verlautete, daß die Pariser Vorbesprechungen wenig oder gar keine Aen - derung der Lage gebracht hätten; doch sei kaum etwas anderes zu erwarten gewesen, da die eigentlichen Verhandlungen erst heute begännen. Fortschritte würden aber auch jetzt nicht erwartet, bevor bie Forberungen Italiens unb Abessiniens im einzelnen bekannt seien. Baron Aloisi scheine sich gestern barauf beschränkt zu haben, die Beschwerden Italiens gegen Abessinien sowie I t a- liens allgemeine Ansprüche auf koloniale Ausdehnung zu erklären. Die gesonderten Unterredungen, die Laval und Eden m i t dem abessinischen Vertreter gehabt hätten, hätten den Eindruck gemacht, daß die abessinische Regierung im Falle der Gewährung der notwendigen Garantien zu Zugeständnissen bereit sein würde, die möglicherweise noch über die vom abessinischen Kaiser bezeichneten hinausgehen würden. Die britischen Delegierten hätten noch keinen festen Plan vorzulegen. Man glaube aber, sie würden grundsätzlich anerkennen, daß mehr als reine wirtschaftliche Zuge- ständnisse notwendig seien und daß Frankreich und Großbritannien zustimmen würden, wenn die Unabhängigkeit Abessiniens im wesentlichen aufrechterhalten bleibe. Die wesentliche Grundlage der britischen und, wie man jetzt hoffen dürfe, der französischen Haltung bei den Verhandlungen sei, daß eine it a l i e n i s ch e Eroberung Abessiniens durch Waffengewalt, die die willkürliche Nichtachtung mehrerer Verträge und einen rücksichtslosen Angriff eines Völkerbundsmitgliedes auf ein anderes einschließen würde, unter keinen Umständen gebilligt werden könne. Falls sie doch versucht werde, müsse das in der Dölkerbundsverfassung vorgesehene Verfahren in Bewegung gesetzt werden. Der „S t a r" bringt die sensationelle Behauptung, Eden sei ermächtigt worden, Baron Aloisi zu erklären, daß die italienischen Truppen im Falle eines Einmarsches in Abessinien vor den Grenzen der britischen Konzessionen am Tana-See Halt machen müßten. Diese Konzessionen habe Italien im voraus vertraglich anerkannt, kürzlich habe sich die abessinische Regierung zum Abschluß eines Abkommens bereit erklärt, das lediglich noch der formalen Unterzeichnung bedürfe. England sei nicht gewillt, den wirtschaftlichen Aufstieg des Sudans und Aegyptens durch eine italienische Kontrolle über bie Quellgern ä s s e r des Blauen Nils gefährden zu lassen. gleich sein". Gott sagt: „Wenn ich Gleiches wollte, hätte ich Gleiches geschaffen. Wenn ich ge- wollt hätte, daß sich weiße, schwarze und aelbe Menschen vermischen, dann hätte ich die verschiedenen Rassen nicht zu schaffen brauchen. Ich habe die verschiedenen Menschenrassen geschaffen, und ich habe gewollt, daß diese Grenzen nie überschritten werden. „Gott will nicht", so erklärte der Redner, „daß Blut vermischt wird, das nicht zusammengehört!" Wer als Parteigenosse glaubt, er diene dem großen Ziel unserer Bewegung, wenn er den Juden Niederschlage oder seine Fenster zertrümmere, war nie Nationalsozialist und wird es nie werden. Ich glaube auch nicht, daß die Nationalsozialisten die Schandtaten verübt hah-n, die man hier und dort beobachten konnte. Das waren nicht Notlonalsozia- listen, das waren Provokateure! Bei der Schändung katholischer Kirchen und jüdischer Synagogen hat man das gerichtsamtlich festgestellt. Volksgenossen, meldet jeden, der sich disziplinlos verhält. Wer glaubt, mit solchen Äußerlichkeiten der Lösung dieser Fragen näher zu kommen, der ist zu dumm, um den Ernst des Augenblicks erfassen zu können. Die Geschichte zeigt, daß jedes Volk, das den Juden als Gleichberechtigten bei sich aufnimmt, früher ober später an bem jübischen Gifte zwangsläufig zugrunbegeht. Der Pergamon-Altar wurde vor Jahrtausenden von eingewanderten nordischen Menschen geschaffen. Warum steht er nicht mehr in jenem Lande? Der Bolschewismus jener Tage ging über dieses Land hinweg. Bolschewismus ist raoitale Judenherrschaft! Daß es in Deutschland auch so gekommen wäre, wenn Adolf Hitler das Volk nicht vom Abgrund zurückgerissen hätte, vermag nur ein Lump zu leugnen. Im letzten Augenblick sandte uns der Himmel aus dem Volke unseren Führer Adolf Hitler. Er mußte kommen, um dem deutschen Volke, nein, der ganzen Welt, zu beweisen, daß, wer am Grabe noch seine Hoffnung aufbaut, nicht verloren ist. Durch den Kampf des Nationalsozialismus gegen das Judentum wird das deutsche Volk erlöst werden von einer Rasse, die ewig den Mord von Golgatha an der Stirne trägt. Die anderen Völker werden uns einmal für diesen Kampf dankbar sein. Der Frankenführer schloß seine oft von Beifall unterbrochene Rede mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen Sieg-Heil auf den Führer des deutschen Volkes, Adolf Hitler. Die Rede Streichers war in die Parallelversammlung in den Tennishallen übertragen worden. Hier erschien Streicher noch persönlich, um einige Worte ergänzend hinzuzufügen. Wir wollen nicht so sein und es auch einmal ruhig anerkennen, wenn ein Dölkerbundsausschuh etwas zu sagen wagt. Das hat soeben die Kommission für Mandatsfragen getan. Nachdem in den Vorverhandlungen der Pariser Konferenz der Gedanke eines wirtschaftlichen Mandates für Abessinien zur Erörterung gestellt worden ist, gewinnt der Bericht des Mandatsausschusses ein besonderes Gegenwartsinteresse. Daran darf kein Zweifel entstehen, daß wir heilfroh sind, wenn wir mit dem Streit um Abessinien auch nicht das geringste zu t u n haben. Das soll und wird so bleiben. Immerhin: wenn überhaupt schon einmal die Frage nach der Neuverteilung des kolonialen Besitzes, wobei die bestehenden Mandate doch besonders berücksichtigt werden müßten, gestellt wird, so könnte grundsätzlich dazu gesagt werden, daß man dann Deutschland nicht unbeachtet lassen dürfte, es vielmehr um seine Stellungnahme bitten müßte, auch wenn wir inzwischen aus dem Völkerbünde ausgeschieden find. Die Mandatskommission mußte sich ja auch mit Japan beschäftigen, bas seine pazifischen Manbate nicht durü({gegeben hat unb weiterhin mit den Bundesmitglieoern in den Mandatsgebieten gleiche Behandlung fordert. In diesem Zusammenhang hat allerdings die Mandatskommission eine Stellung eingenommen, die den ausgetretenen ober ferngebliebenen Mächten nicht günstig ist. Aus einer Anfrage an Englanb ergibt sich, daß der Genfer Kommission in dem einen oder andern Mandats 1 im ita. aber hieb, ker. $an ' eine J der änbi. Vie it bie für Njösi. hls. le die wird Ney Nvg. Va. 3hig* ieron« ntU n Zy. et bet kleine lau« Jetbem ife, die 1 mogle rin- onhin- hafle Brüche hingen jogat rn ju- iIRift- reift, »er von Caro« Italien. >omali) nb bah träte ’ imell jungen :r hihe id fro- if)tet- W* r Altar :en nor» er nicht ISMUS Jolfche. I es in Adolf zurück- eugnen. nel aus r mußte • ganzen ich feine irch den Juden- on einer an der ms ein- Beifall ifgenom- )rer des -treichers Tennis- Streicher ib hinzu' ie w; »5 Ve des 6 zweck' ausfchu^ chiedenen )NN feiue ereffieren ter M, en, nolfe" rA idwest ndlegende Vlandat^ urde .biet „ont rend oer-L chtl'chen St ®.a' , Genfer memfamen Verwaltung bestehen im Hinblick auf die drei unter englischer Oberhoheit stehenden o st = afrikanischen Gebiete, zu denen das Tanganjika-Gebiet, das frühere D e utf ch o st a f ri k a, gehört. Diese Frage stand schon vor sechs Jahren einmal zur Erörterung im Dölkerbundsrat. Damals hat sich der deutsche Vertreter Dr. Stresemann auf den Standpunkt gestellt, daß es die Grund l a g e des ganzen Mandatssystems sei, daß die Mandatssitze selbständige, internationale Einheiten blieben. Es dürfe, wenn auch eine verwaltungstechnische Zusammenfassung möglich sei, „doch keine Verschmelzung in der Art statt- finden, daß das Weiterbestehen des Mandatsgebietes als selbständige politische Ein- heit und damit die ständige Ueberwachung der Ausführung des Mandats durch den Völkerbund in Frage gestellt werde". Das scheint auch heute noch die Auffassung des Mandatsausschusses zu sein, wenn er von England eine ausführliche Dar- stellung derZuständigkeiten der gemeinsamen Vollversammlung für die drei ostafrikanischen Gebiete erbittet und es weiterhin in Fraae stellt, ob die Ausgabe einer gemeinsamen Briefmarke mit den finanziellen Interessen des Mandatsgebietes und mit den Mandatsbestimmungen überhaupt vereinbar sei. Wenn es überhaupt noch zu einer friedlichen Lösung im Abessinienkonflikt kommt, so wird sich der Mandatsausschuß mit ihrer Durchführung irgendwie befassen müssen. Die Vermutung liegt nahe, daß die jetzt ausgeteilten Rügen das Vertrauen des Negus stärken sollen, daß der Völkerbund immer gewillt ist, einem allzu selbständigen Vorgehen einer einzelnen Macht, auch wenn sie mit dem Mandat betraut ist, einen Riegel vorzuschieben. Vielleicht hofft man gerade durch eine solche Demonstration eine friedliche Lösung erleichtern zu können. Oer „Eiserne Wolf" fletscht die Zähne. In Litauen gibt es eine übernationalistische Vereinigung, die sich in Anlehnung an die bilderreiche indianische Sprache den Namen „Eiserner Wolf" gegeben hat. Da Wölfe im allgemeinen nicht mutig sind und sich auch nur in Rudeln zum Angriff vorwagen, kann es nicht überraschen, daß sich auch die litauischen Wölfe erst in das M e - m e l g e b i e t hineinwagten, als sie von der franzö- ffischen Besatzung nicht nur Waffen, sondern auch die Zusicherung erhalten hatten, daß man ihnen nicht entgegentreten werde. So schlichen sich bei Nacht und Nebel diese „Wölfe" über die Grenze, aim den Platz der französischen Besatzungstruppe einzunehmen. Es ist um diese Organisation dann lange sehr still gewesen. So still, daß wohl die Litauer schon angenommen haben dürften, der „Eiserne Wolf" sei in irgendeinem Winkel elend verreckt. Daß dem nicht |o ist, wurde jetzt an der polnisch-litauischen Grenze, die in Wirklichkeit keine Grenze, fonbern nur eine Demarkationslinie ist, unter Beweis gestellt. Der „Eiserne Wolf" hat rund 500 Demonstranten zusammengerafft, ist mit ihnen dorthin gezogen, wo polnische Grenzwachen standen, hat stürmisch Wilna verlangt und dann — man höre und staune! — den Marsch über die Grenze angetreten. Woraufhin die Polen natürlich ein paar Schüsse abgaben. Aber keineswegs scharfe Schüsse. Denn sie kannten den „Eisernen Wolf" bereits, der lediglich die Zähne fletschte und beim Knall von einigen Platzpatronen schleunigst das Weite suchte. Es ist doch etwas anderes, aus eigener Kraft auf Wilna zu marschieren, als unter dem Schutze französischer Maschinengewehre eine wehrlose Bevölkerung zu überfallen. Oas Ausland lernt den deutschen Arbeitsdienst kennen Berlin, 15. Aug. (DNB.) Die Einführung der allgemeinen Arbeitsbienstpfticht hat bas Interesse >es Auslandes verständlicherweise erneut stark auf >en Arbeitsdienst gerichtet. Das zeigt sich auch in »er Tatsache, daß in letzter Zeit mehrfach amt- iche Kommissionen fremder Staaten Gelegenheit genommen haben, den Arbeitsdienst ' ennenzulernen. Die Kommissionen, deren Führung >urch den Leiter des Aufklärungs- und Außen- imtes beim Reichsarbeitsführer erfolgte, waren wlgerrbe: Italienische Kommission, bestehend ius: Kapitän zur See Bertoldi, Adjutant des Königs von Italien, Major im 8. Alpini-Regiment, Ost. Britische Kommission für Sportausbildung »estehend aus: Major Campbell, Hauptman W i e I e r, Leutnant zur See E v e r a r d , deglei- :Vi% ehem. Hess. Landes-Hypo- 96,5 96,5 — 96,5 thekenbant Darmstadt Liaui ... ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 101 101,25 — — 93 93 — — Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. An. 128,5 128,75 — — leihe Serie 1 mtt Au-los.-Rechten 4ehem.8% Franks. Hyp.-Bank 115,5 115,75 115,5 115,5 Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 iH% ehem. *y,% Franks. Hyp.- Ban!-Ltqu.-Pfandbrtefe....... V/i% ehem. *y,% Rheinische 96,65 96,65 — — 101,1 101,1 — — Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse..... 20 121,5 89,25 101 166 30,25 284 186 159,75 37,25 102,25 202 117,75 226,5 118,25 88,75 19,75 131,5 200,5 160,75 240,5 114 122 115,75 97,25 123,5 133 63,75 119,25 120,75 89,5 102 165 30,25 283,5 190 160,25 36,65 102,25 201 118,5 122,9 226,5 H8,25 88,13 18,5 136,5 131,75 201,75 160,25 113,75 121,5 117 113 64 120,5 120,75 89,25 138,9 100,75 166 89,65 30,25 284 187 159,75 203 117,75 123,13 229,5 118,25 88,75 19,5 138,25 132,5 202 160,4 114,5 122 116 97,65 113 63,75 119 120,9 89,5 139,25 102,13 164,75 90,4 30,25 284 189 160,25 201,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt cl HL Banknoten. 14-August 15. August Amtliche Geld I Kotierung Brief Amtliche Notierung Geld 1 Brief Buenos Utre» 0,663 0,667 0,666 0,670 Brüssel..... 41,88 41,96 41,86 41,94 Rio de Jam 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3'053 Kopenhagen. 55,07 55,19 55,05 55,17 47,06 Danzig..... 46,96 47,06 46,96 London ..... 12,335 12,365 12,33 12,36 Helsingfor».. 5,435 5,445 5,435 5,445 Paris ...... Holland .... Italien..... 16,43 167,73 20,33 16,47 168,07 20,37 16,43 167,88 20,33 1M7 168,22 20,37 Jaoan ...... Jugoslawien O»lo..... : Wien....... 0,727 5,684 62,00 48,95 11,185 63,60 81,06 34,02 10,30 0,729 5,696 62,12 49,05 11,205 63,72 81,22 34,08 10,32 0,727 5,684 61,97 48,95 11,18 63,57 81,08 34,04 0,729 5,696 62,09 Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... 49,05 11,20 63,69 81,24 34,10 Budapest ... 10,30 10,32 Reu york ... 2,478 2,482 2,475 2,479 ___________Serlin, 15. August' Geld Srief " Belgische Noten............. 2,427 41,72 55,00 12,295 16,38 167,46 19,46 61,76 2,447 41,8g 55,2? 12,33< 16,41 168,1? 19,5? 62,0$ Dänische Noten ........ . .. Englische Noten .............. Französische Noten.............. Holländische Noten .......... Italienische Noten............. Norwegische Noten .......... Deutsch Oesterreich, 4 lob" SchÜltna Rumänische Noten......... Schwedische Noten.............. 63,35 80,85 33,68 63,6« 81,14 33,87 -2 Schweizer Noten........... Spanische Noten........ Ungarische 9tota •••••♦♦••»•♦<«•< to.190 Dritter Blatt Freitag, [6. August 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Schweres Verkehrsunglück im Lumdatal. Personenauto vom Güterzug überfahren.-Ein Direktor der Bank von England tödlich verletzt. v'_ Das Auto am Bahndamm, nachdem es vom Zuge Die Reichsbahndireklion Frankfurt a. 21L teilt Mit: Am Donnerstag, 15. August, um 11.55 Uhr, wurde ttuf einem Feldwegübergang bei Kilometer 18.33 zwischen dem Bahnhof Treis an der Lumda und Allendors a. d. Lumda der Kraftwagen des Vorstandsmitgliedes der Dank von England Sir Basil Vlackett aus London von einem Güterzug erfaßt und stark beschädigt. hierbei wurde Sir Basil B l a ck e t t, der den Kraftwagen selbst steuerte, schwer verletzt. Der Unfall geschah an einem Feldwegübergang, der sonst von Kraftwagen nicht befahren eine Strecke wett mitgeschleift worden war. wird Es wird angenommen, daß sich Sir Basil Blackett infolge der Sperrung der Straße Gießen—Grünberg verfahren hatte. Vahnarzt Dr. Kunz aus Allendorf leistete die erste Hilfe und brachte den Verletzten nach der Klinik in Marburg. Trotz sosort vorgenommener Operation ist Sir Basil Blackett um 15 Uhr gestorben. Zu dem tragischen Unglücksfall erfährt der Landespressedienst des Deutschen Nachrichtenbüros in Frankfurt noch folgendes: Sir Basil Blackett, der frühere englische Schatzkanzler von Indien, zuletzt Direktor bei der Bank von England, sollte in Heidelberg am Freitagvormittag in der Universität im Rahmen Ein Blick in das Innere des schwer beschädigten Autos. — (Aufnahmen [21: Photo-Pfaff, Gießen.) einer Vortragsreihe hervorragender englischer Politiker und Wirtschaftler einen Vortrag über „Probleme der englischen Wirtschaft" halten. Die Ausländsabteilung der Universität Heidelberg hat als Ausdruck ihrer Trauer eine für Donnerstag abend vorgesehene Festlichkeit für die Teilnehmer an den Ferienkursen abgesagt. An Stelle des geplanten Vortrages von Sir Blackett wird am Freitag, 9 Uhr, in der Universität Heidelberg eine kleine Trauerfeier stattfinden. Wie zu dem Unglück noch berichtet wird, befand sich in der Begleitung des Engländers noch ein Fräulein Eisenträger aus Marburg, eine ältere Dame, die ebenfalls verletzt wurde und ipi Krankenhaus in Marburg Ausnahme fand. Ein zweiter Llnqlücksfatt. Auf der Lumdatalbahn zwischen Daubringen und Lollar ereignete sich am gestrigen Donnerstagnachmittag ein zweiter U n glü ck's fall, der zum Glück keine schweren Folgen hatte. An einem Wegübergang sprang von dem Zug, der gegen 14.30 Uhr aus dem Lumdatal in Gießen ein trifft, die Lokomotive mit der Vorderachse aus den Schienen und entgleiste mit dem vorderen Teil. Die Ursache ist jedenfalls in einem größeren Stein zu erblicken, der auf dem Wegübergang zwischen der Schiene und dem Schutzeisen eingeklemmt lag, so daß die Räder der Maschine das Hindernis nicht beiseiteschieben konnten. Der Hintere Teil der Lokomotive und die Wagen blieben, da die Geschwindigkeit des Zuges nicht allzu groß war, auf den Schienen stehen. Personen wurden nicht verletzt. Die Fahrgäste mußten den Zug verlassen und zu Fuß nach Lollar gehen. Nach etwa drei Stunden war die Strecke von 17 Uhr ab wieder befahrbar. Aus der Provinzialhauptstadt. Tierquälerei. Von Dr. Karl DReifi. Nach dem früheren Strafrecht war die Tierquälerei eine bloße Übertretung. Wer öffentlich oder in ärgerniserregender Weise Tiere boshaft quälte oder mißhandelte, wurde mit Geldstrafe bis zu 150 Mark, oder mit haft bestraft. Dieser Paragraph war unzulänglich, denn er nahm Rücksicht nur auf das menschliche Empfinden, das Anstoß an einer Tiermißhandlung nehmen könnte, er nahm aber keine Rücksicht auf das mißhandelte Tier selbst, das also, solange es niemand sah oder solange niemand Anstoß daran nahm, — gequält werden durfte. Seit dem 1. Juni 1933 ist die Tierquälerei ein Vergehen, das mit Gefängnisstrafen bis zu sechs Monaten, oder mit hohen Geldstrafen geahndet werden kann. Es ist gleichgültig, ob eine Mißhandlung „öffentlich" erfolgt und „Aergernis erregt", ober ob sie heimlich in Räumen stattfindet. Das neue Gesetz will in erster Linie das Tier vor Roheiten und Brutalitäten schützen und nicht nur empfindliche Gemüter schonen. Wer früher ein Tier im eigenen Haus noch so roh mißhandelte, konnte wegen Tierquälerei nicht bestraft werden; geschahen die Quälereien in Gegenwart anderer Personen, die aber selbst so gefühllos waren, daß sie keinen Anstoß daran nahmen, so ging der Täter ebenfalls straffrei aus. Im Vordergrund steht heute das Wohl des Tieres und nicht mehr das „Aergernis der Oeffentlich- keit". Unter Mißhandlung sind aber nicht nur Schläge und sonstige Peinigungen zu verstehen. Der Tierquälerei macht sich auch schuldig, wer das Tier in der Reinlichkeit und Pflege stark vernachlässigt, ihm aus Bosheit oder grober Fahrlässigkeit Nahrung und Flüssigkeit vorenthält, es längere Zeit und ohne Notwendigkeit der Kälte, der Hitze und den sonstigen Unbilden der Witterung aussetzt. So wurde ein Mann bestraft, der während eines Hagelund Schneetreibens feine zwei hungrigen Pferde stundenlang vor einem Gasthaus stehen ließ, während er selbst sich drinnen am Ofen wärmte und an Speise und Trunk gütlich tat. Ein Fischhändler wurde neulich wegen Tier- quälerei bestraft, weil er die zum Verkauf bereit- gehaltenen Fische in einem Behälter aufbewahrte, der völlig unzureichend mit Wasser gefüllt war. Ein Metzgergeselle, der auf offener Landstraße eine störrische Kälbin aufs Roheste mißhandelte, wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Hofhund eines Mühlenbesitzers lag angekettet stundenlang in der größten (Sonnenglut vor dem Haus, wo nicht der geringste Schatten Zuflucht bot. Der Hitze ausgesetzt und demzufolge stets lauwarm, war auch das durch Hühner- und Vogelkot verunreinigte Trinkwasser. Der Hund war zudem schlecht genährt und gepflegt; er hatte Ungeziefer und am hals, wo er angebunden war, wunde Stellen. Es kam zur Anzeige und der Besitzer, der als ein brutaler Mensch in der ganzen Gegend berüchtigt und verhaßt ist, hatte seine Roheit mit vierzehn Tagen Gefängnis zu büßen. Im übrigen macht der Gesetzgeber keinen Unterschied zwischen einem nützlichen und einem schädlichen Tier. Ein Obstzüchter, der natürlich ein großes Interesse daran hatte, daß möglichst viel nützliche Vögel in seinen Bäumen nisteten, hackte der wildernden Katze seines Nachbarn eine vordere Pfote ab, damit sie nicht mehr auf die Bäume klettern konnte. Das Gericht sprach gegen diesen gemeinen Rohling die höchstzulässige Gefängnisstrafe von sechs Monaten aus. Wer (statt sie auf schnellste Art zu töten) junge Katzen und Hunde ins Wasser wirft, geschähe es aus Bequemlichkeit, oder um sich an ihrem langsamen Verenden zu weiden, wer es zuläßt, daß feine Kinder aus Spielerei ober lauter Lust am Quälen irgenbein Kleintier, fei es ein Vogel, feien es Kriechtiere ober Infekten zu Tobe martert, ber oerbient eine empfinbliche Strafe unb bie Kinber auf ber Stelle eine exemplarische Züchtigung. Verächtlich unb nieberträchtig ist ber Mensch, wenn er ber armen stummen Kreatur gegenüber kein Erbarmen kennt, ber sich in ber Erregung nicht anbers zu helfen weiß, als feine Wut an wehrlosen Tieren auszulassen, ober — was noch trauriger ist! — bem bie Qualen bes Tieres gar Freube bereiten. Das neue Gesetz gegen Tierquälerei geht mit solchen Rohlingen scharf zu Gericht. Unb bas ist gut so! Wer seine Gewalt über bie arme, stumme Kreatur in Zorn, Lust unb Frevel mißbraucht, ber ver- fünbigt sich gegen ben Schöpfer, ber uns Menschen mit Seele unb Verstaub ausgestattet unb über bie Tierwelt gesetzt hat. Von den Kleinen dieser Erde. Langsam klimmt bas Käferlein am Arm bes Menfchenriefen empor. Die Fühler tasten voran, unb bann turnt bas fugelrunbe Körperchen über bie winzigen Härchen, bie sich ihm wie gefallene Ur- roalbbäume in ben Weg legen. Es ist gar nicht einfach, alle sechs Beine über Die hinbernisse Hinwegzubringen, unb so hält bas Ärabeitier ab unb zu in seiner Schaukelbewegung inne, um zu verschnaufen. Warum muß es gerabe biefen beschwerlichen Weg gehen? Das verrät es uns nicht, aber mit beraum bernswerter Ausbauer klettert ber kleine Käfer nach oben, bis — ja, bis ber Mensch, ber mit biefem Besuch beehrt wirb, ihn mit flüchtiger hanbbewegung abstreift unb ihn ins Bobenlose fallen läßt. Ober ihn rücksichtslos zerquetscht. Ober — unb das kommt leiber seltener vor — ihn vorsichtig mit zwei Fingern erfaßt unb ihn behutsam auf einen Grashalm setzt. Läßt sich nun nicht schließen, baß berjenige, ber hier grob zufaßt, auch sonst alles, was sich chm in ben Weg stellt, achtlos beiseiteschiebt, wenn es sich bie{e Behanlbung gefallen läßt? Unb welches von biejen kleinen Geschöpfen ist hier nicht ber Unterlegene? Wer hier aber behutsam vorangeht — so bars man wohl umgekehrt annehmen — wirb auch sonst auf bas scheinbar Nebensächliche unb Un- bebeutenbe ober gar als lästig Empfunbene acht- haben unb es nicht von vornherein mit Gering- Oer Griesgram. Don Hans Friedrich Dlunck Der Griesgram steht in seinem schönen Garten. Er kann nicht schlafen, ber Monb ist zu hell, unb zu laut finb auch bie Sonntagsausflügler, bie an seinem Gitter oorbeiwanbern müssen, um bie Züge' au bekommen, bie irgenbwo in ber Ferne, gerabe da wo ber Monb steht, nach ber Stabt zurückrollen. Der Griesgram geht hinter seinem Gartenzaun auf unb ab; wenn fröhliche junge Leute oorüber- fommen, ärgert er sich; wenn Verliebte voruder- fommen, giftet er sich; wenn Singenbe vorüberkommen, knarrt er leise bazwischen Aber wenn sich welche zanken, ist ihm bie Welt recht. Seht ihr wohl, sagt er bann, warum lauft ihr zusammen? Hat gar keinen Zweck! ... . . Gerabe lassen sich viere rechtwegs gegenüber seinem großen Garten nieber. Unb schelten. Unb finden es unerhört. Daß nämlich Peter unb Manechen noch immer nicht hei ihnen finb. — Der Griesgram späht vergnügt hinüber. Zwei Burschen unb zwei Mäbchen hocken ba zusammen unb haben Lästermäuler, kaum zu glauben! „Du lieber Gott, als ob auf solchem Ausflug gleich ne Verlobung rauskommen muß! Nicht zu sagen, wie bie zwei sich benommen haben, Mariechen unb Peter! Unb mir müssen hier warten, he? Unb was hat sie benn einzubringen? Unb was hat er benn? Wovon soll bas leben, wenn Hochzeit wirb? Aber laßt bie beiben nur kommen! Sobalb sie in Sicht hnb, geht's los: „Wir winben bir ben Jungfern- kranz —" ober das Hochzeitslied aus dem — 'woraus ist das noch? Recht ärgern und giften sollen die zwei sich! Wo man nun diesen Zug gewiß nicht mehr kriegt und doch warten muß, weil Peter die Karten für die Rückfahrt hat. Och, wegen Marie wäre man ja längst unterwegs. Die hat's ausgenutzt und ist doch erst zum dritten Male mit auf dem Weg!" Und dann fingen sie alle durcheinander, nicht gerade sehr feine Lieder und just gegenüber dem Tor au Griesgrams Haus. Der hätte sich gewiß langst den Lärm verbeten, säßen die vier nicht in so bitter- schöner Absicht da, hörte er nicht zwischen den Versen immer mit Behagen, was man den beiden Nachzüglern alles sagen wird. Endlich langweilt es aber auch den Griesgram; eigentlich ist er sogar ehrlich entrüstet und von Herzen verärgert über die vier. Ja, je weiter er hinter seinem Gitter entlang geht, eins, zwei, Drei, fünfhundert Schritte, findet er es immer abscheulicher. Welche Gesinnung! Aber so sind die Manschen. Kaum haben die einen den Rücken gekehrt, müssen die andern über sie herfallen. Hoffentlich müssen die vier noch recht lange warten, da wirb er seinen Spaß baran haben. Unb biesen Zug kriegen sie schon gar nicht. Der Grieskram möchte überhaupt, baß bie vier sich solche Wut in ben Hals warten, wie sie's oerbienen, wie all unb jedermann es eigentlich oerbient, wenn man ihm recht ins Herz schaut, wie — Aber ba stehen zwei an der unteren Pforte und strecken den Hals in den Garten und haben es furchtbar eilig. „Ob hier nicht ein Fußweg fei, ber rasch zum Bahnhof führt?" Was für eine Frage! Hier ist Griesgrams Grunbstück unb ob man brüder- hin hoppelt so rasch zum Bahnhof kommt, geht keinen was an. Er muß ohnehin Steuern genug bezahlen. Aber im gleichen Augenblick hört er vom oberen Tor bas gräßliche Singen, bem er irgenb- einen Schabernack antun möchte „Sie finb wohl ber Peter unb Fräulein Mariechen", fragt er unb hebt plötzlich ben Riegel über bas Tor, „ba müssen Sie sich aber beeilen zum Zug zu kommen, bie anbern erwarten Sie schon!" „Ach unb oh", kriegt er zu hören, bas sei ja sehr freunblich von bem Herrn, bas hätten sie gar nicht erwartet, baß er ihren Namen kenne. Unb sie treten scheu ein, Hanb in Hanb, unb wunbern sich über ben bünnen Erbnebel, ber alle Rosenbüsche schwimmen läßt, unb freuen sich verzückt über bie Grillen in ben Pfirsichbäumen, bie ihnen gerabe in bie Dhren zirpen, unb über bie Schatten, bie wie dunkle Hänbe über bem Weg liegen. Unb sie sagen es einanber alles rasch unb flüchtig, schauen sich verlegen um unb bewunbern ben prächtigen Garten unb sagen bem Herrn Griesgram, wie freunblich es von ihm sei, ihnen bas alles zu zeigen. Unb bann geht's Hanb in Hanb zum oberen Tor hinaus, von bem ber Fußpfad geradewegs zum Bahnhof läuft, Griesgram muß ihnen nachfehen. Er will sich noch ärgern; gehört sich das wohl, so vor allen Leuten Hand in Hand zu laufen? Da geschieht indes noch etwas viel Gräßlicheres: kaum find die zwei fünfzig Schritte gelaufen, fahren die Köpfe zusammen — Griesgram wendet sich mit einem lauten Gähnen ab. Er begreift gar nicht, was er eben tat, noch warum er’s tat und wieso sein altes Herz puckert unb kollert. Dann ist er inbes wieber am großen Tor unb hört bie vier vor sich ärgern unb ist wieber bei Besinnung. Unb Griesgram hält ben Kopf schief, um nichts von bem zu verlieren, wie sie schelten unb poltern unb auf bie beiben Nachzügler warten unb sie verwünschen unb alle verliebten Leute an bie Bäume knüpfen möchten. Gerabe nach Griesgrams Sinn. Auch ein JIapeleonroman. Wie es auch heute noch in Sowjet-Rußlanb viele Russen gibt, bie an ben gewaltsamen Tob bes letzten Zaren nicht glauben, fonbern überzeugt finb, baß er irgenbwo in ber Stille bloß abwarte, bis seine Zeit gekommen wäre, so bezweifelte man auch, als bie Kunbe von bem Tobe Napoleons auf S t. Helena nach Europa kam, vielfach bie Wahrheit biefer Nachricht. Es wollte vielen nicht in ben Kopf, baß ein so tatenfroher Mann im blühen- ben Mannesalter von 53 Jahren im Bett sterben könne. Es entstauben bamals Streitschriften über ben Tob bes Korsen, aber es entstaub auch e i n Roman, ber allen, bie von bem Weiterleben bes Franzoseukaisers überzeugt waren, viel Anregung gab. Der Verfasser berichtet barin, wie ein nach St. Helena gekommener Kurier bes Herzogs von Wellington, ber bem Kaiser sehr ähnlich sah, vergiftet würbe unb bie Leiche Napoleons abzugeben hatte, währenb ber Korse mit ber Witwe bes Kuriers nach Englaub segelte unb mehrere Jahre als Geheimsekretär Wellingtons wirkte. Mit einem falschen Paß reifte er bann nach Aegypten, wo er einen großen Schatz, ben er bei seinem ägyptischen Felbzug zurück- gelassen hatte, ausgrub, sich ein großes Haus mietete unb schöne Sklavinnen kaufte. Nicht für sich natürlich, sondern für den Sultan, bei bem er sich mit so hübschen Geschenken in ber Tat vorteilhaft einführte. Ihm gab sich ber Kaiser zu erkennen, trat zum Islam über, erhielt ben Namen „Iussuph" unb würbe zum Geheimen Obertabakpfeifenstopfer ernannt. Dem Korsen gelang es, bie türkische Armee auf bie Höhe ber französischen zu bringen, wofür er zum Pascha von zwei Roßschweifen ernannt wurde, auch erhielt er die Prinzessin Zoraida zur Frau. Die europäischen Mächte bedrohten wieder einmal die Türkei und hatten vor Navariuo ein großes Geschwader versammelt, das die türkische Flotte vernichten sollte. Die Schlacht hatte schon begonnen und ber größte Teil ber türkischen Schiffe war schon untergegangen, als Napoleon herbeieilte, mit seinem Schiffe bireft auf bie gegnerische Flotte losfuhr und alle sahen den Korsen in seiner grünen Uniform mit dem dreieckigen Hut, wie er auf der Kommandobrücke stand, die Arme verschränkt, den rechten Fuß vorgesetzt, umgeben von einem Bataillon der kaiserlichen Garde, dazu erklang die Marseillaise. Kein Schuß fiel bei ben Feinben, bie eine Vision zu sehen glaubten, unb so entkam bie türkische Flotte ihrem Untergang. Bald darauf kommt es zum Kriege mit Rußland, die türkische Armee erliegt der Uedermacht ber Russen, Napoleon wirb gefangen unb in Odessa in einem Schlosse bewacht, aber er entrinnt, wirb zwar totgesagt, doch die Eingeweihten wissen, er lebt Wohin er entronnen ist, teilt ber Roman leiber nicht mehr mit. Er hat seiner Zeit viele Leser gefunben unb stellt jeben- falls feinem Verfasser bas Zeugnis eines sehr phantasiebegabten Mannes aus. Kampf gegen die Seekrankheit. Auf zweifache Weife hat man ben Kampf gegen bie Seekrankheit aufgenommen: burch Bereitstellung von Arzneimitteln sowohl für bie Behanblung als auch für bie Vorbeugung, unb burch eine Konstruktion bes Schiffes, bie bas Auf unb Ab ber Schlingerbewegungen, von benen bie Seekrankheit hervorgerufen wirb, auf ein möglichst geringes Ausmaß herabfetzt. Befonbers bie Schlingertanks haben sich aut bewährt; sie finb große Wasserbehälter an beioen Seiten bes Rumpfes unb oben burch eine Rohrleitung für die Luft unb unten burch eine Rohrleitung für bas Wasser miteinanber oerbunben. Beim Rollen bes Schiffes fluten.bie in ben Tanks enthaltenen Waffermaffen bin unb her unb bewirken eine Dämpfung ber Schlingerbewegungen. Dieser Vorgang, ber sich bisher selbst überlassen blieb, wirb nunmehr zum ersten Male auf einem Dampfer ber Hamburg-Amerika-Linie, wie in ber Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" mitgeteilt wirb, burch eine befonbere Konstruktion aus einer Steuervorrichtung unb einem sogenannten Aktivierungsgebläse geregelt. Ein kleiner Kreisel steuert bas Wasser in ben Tanks so, baß sich die Bewegung im günstigsten Takt zum Gang des Schiffes auf den Wellen vollzieht. Man drückt abwechselnd Druckluft in bie Schlingertanks unb er« reicht auf biefe Weife einen ben jeweiligen Verhältnissen angepaßten Wasserinhalt ber beiben großen Behälter. „Abgesehen von ber besseren Dämpfung bewirkt biefe Anlage bie automatische Aufrichtung bes Schiffes bei Schlagseite, die Möglichkeit ber Beibehaltung ber Reisegeschwinbigkeit auch bei höherer See unb eine bessere Kurshaltung." Puck. ^OMinutenDolkswirtschastinderKüche Alle Gärten prangen; die Blumen blühen in tausend Farben, und das Gemüse wächst, daß es kaum zu verbrauchen ift. Dieser Segen deutschen Fleißes tut uns not, denn wir sind viel Köpfe, viele Münder, die täglich gestopft werden müssen. Jetzt ist ja die Ernte reich, jetzt macht es auch keine Schwierigkeiten. Im Winter aber, wenn das Einheimsen aus den Gärten beendet ist, dann müssen wir uns in der Hauptsache wieder aus unseren Vorräten ernähren. Diese sind natürlich durch die Lagerung, die Konservierung, den eintretenden Verlust usw. teuer, so daß sich die Kosten der allgemeinen Lebenshaltung alljährlich in den ernte- schätzung abtun. Wie verhalten sich Ihre Freunde den Klemen dieser Erde gegenüber? Den Kindern, den Tieren, den Pflanzen, den Dingen? Muß man nicht erst eine bestimmte — und hoffentlich positive — Stellung zu diesen Kleinen eingenommen haben, ehe man daran geht, ein großes Schicksal zu meistern? Und wiederum: hat man nicht mehr Kraft, das Leben zu zwingen, wenn man mit den Kleinen dieser Erde Freundschaft geschlossen hat, sie zumindest gelten läßt und ihre Daseinsrechte und -gesetze achtet? Im großen Leben erreicht man sein Ziel ebenfalls nicht besser als mit Güte und Freundlichkeit und Verständnis für die Art der anderen. Laßt Hühner legen! Denn die schönen deutschen Eier machen uns vom Ausland freier! Jeder schaffe, der es kann, sich jetzt Hahn und Hühner an, die wir dann mit Liebe pflegen, daß sie deutsche Eier legen, denn die schönen deutschen Eier, machen uns vom Ausland freier, und die deutschen Legeriesen sparen unferm Land Devisen! Mehr als jetzt lehrt unsre Hennen sich von ihrem Ei zu trennen. Konkurrenz, lehrt die Erfahrung, steigert alles, selbst die Paarung. Vieles hat in Hühnerzucht man in Deutschland schon versucht. Einstens ging es lebenslang ganz gemächlich seinen Gang. Nach dem Kriege ward man kühner, jeder legte sich auf Hühner. Selbst so mancher Dramendichter wurde plötzlich Hühnerzüchter, und er schlug nicht mehr die Leier, sondern er erzeugte Eier. Deutschland darf sein eigen nennen fünfzig Millionen Hennen, die im Jahr, bei Wind und Regen, drei Milliarden Eier legen. Jedes Huhn legt sechzig jährlich, das ist aber viel zu spärlich, und von Bremen bis nach Oppeln soll die Leistung man verdoppeln, denn wir brauchen ungefähr zwei Milliarden Eier mehr, Die vorn Ausland wir erhandeln. Dieser Zustand soll sich wandeln. Eier, weiche oder harte, sieht man auf der Speisekarte, Rühr- und Setzei, Eierfladen, Omelette und Rouladen, Eiweiß, drin das Fleisch man wende, Eier, Eier, ohne Ende! Darum baut für alle Fälle neue, einwandfreie Ställe, sorget für die Hygiene, sorget auch für neue Hähne, denn, wo rechte Liebe waltet, ist das Ei auch bald gestaltet, und es gleitet, wie geblasen, aus der Henne auf den Rasen! Kampf der Gefahr! Schützt den deutschen Wald! - Verhütet Waldbrände! Der Wald ist eines der kostbarsten und wertvollsten Güter des deutschen Volkes. In zahlreichen Liedern wird er verherrlicht. Und das mit vollem Recht! Ohne ihn wäre die deutsche Landschaft kahl und öde, der deutsche Mensch ohne jede Erholungsmöglichkeit, der deutsche Handwerker ohne das Material, das er am notwendigsten braucht, das Holz kurz und gut: unser Leben wäre ohne den Wald kaum noch zu denken. Obwohl unser herrlicher Wald höchstes Volksgut darsiellt. das den Schuh der Allgemeinheit in weitestem Maße genießen sollte, ist es immer noch notwendig, die deutschen Volksgenossen darauf aufmerksam zu machen, mit Feuer im Walde äußerst vorsichtig umzugehen. Ist es nicht genug, daß jährlich durch Selbstzündungen bei brennender Sonnenhitze große Mengen dieses wertvollen Gutes vernichtet werden? Da kann man immer wieder lesen, daß da und dort ein Waldbrand entstanden ist und unermeßlichen Schaden anrichtete. Und was war gewöhnlich die Ursache? Leichtsinniges Wegwerfen brennender Zigarren- oder Zigarettenstummel, unvorsichtiges Abkochen mitten im Walde und dergleichen mehr! Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, daß jeder, der sich im Walde aufhält, seiner Pflichten der Volksgemeinschaft gegenüber bewußt ist. Da aber gerade auf diesem Gebiete noch manche Wünsche offen sind, hat sich die Abteilung Schadenverhütung der NSV. dieser Aufgabe angenommen. In Wort und Schrift klärt sie die deutschen Volksgenossen auf. hat der Wanderer einen Brandherd im Walde entdeckt, so ist es seine erste Pflicht, mit allen Mitteln an dessen Bekämpfung heranzugehen, hat das Jener größere Ausdehnung angenommen, daß er es allein nicht einzudämmen vermag, so hat er auf dem schnellsten Dege die nächste Polizeistation, den nächsten Gendarmerieposten oder das nächstgelegene Arbeitsdienstlager zu verständigen. Energisch werden diese dann dem Feuer mit allen möglichen Hilfsmitteln auf den Leib rücken. Um die Gefahr der Waldbrände einzudämmen, sind in den Sommermonaten Polizei-, SA.- und Streifen der Technischen Nothilfe unterwegs. Es ist bezeichnend, wenn man hört, daß allein im Käfertaler Wald an einem einzigen Sonntag über 200 Verwarnungen vorgenommen werden mußten. Wer obkochen will, möge dies am Waldrand und so tun, daß ein Uebergreifen des Feuers auf das Gehölz nicht möglich ist. Empfehlenswert ist auch das Biwakieren an Wasserläufen, da man dort in Brandfällen am schnellsten das rettende Naß zur Hand hat. Der Wert unseres Waldes für das deutsche Volk ist ungeheuer groß. Was wird doch aus Holz nicht alles hergeftellt! Seide, Papier, Zucker, Spiritus, Brennstoff für Fahrzeuge und noch vieles andere mehr. Man denke an das Bauhandwerk und andere Berufe, denen das Holz unersetzliches Material ist. Darum muß immer und immer wieder der.Ruf ergehen an alle deutschen Volksgenossen: Schützt den deutschen Wald! Verhütet Waldbrände! losen Monaten höher schrauben. Dem kann die Hausfrau dadurch wirkungsvoll entgegenarbeiten, daß sie sich jetzt Vorräte selbst schafft; sie entlastet damit zugleich den Handel vom saisongegebenen Ueberfluß und trägt auf diese Weise auch an ihrer Stelle zur Marktregelung und Marktordnung bei. Neben den Obstkonserven in Form von Kompotten, Marmeladen, Gelees und Säften soll man besonders auch Gemüse konservieren: Bohnen, Erbsen, Pilze, Tomaten und Tomatenmark werden in Gläsern oder in gelblackierten Büchsen sterilisiert. Große und kleine Gurken, Melonen und Bohnen legt man in Essig ein; auch Salate von Roten Beete, Sellerie und Weißkohl kann man fertig zubereitet einwecken; lediglich das Oel gibt man erst kurz vor Gebrauch dazu. Sie bieten große Vorteile, denn die verwendeten Gemüse sind jetzt billig, und man hat an ihnen bet eiligen Gelegenheiten, z. B. wenn unvermutet Gäste kommen oder bergt, stets eine sehr bequeme Hilfe. Da dieses Jahr die Früchte etwas knapper sind und daher auch höher im Preise stehen, ist es sehr zweckmäßig, sie mit viel Zucker einzukochen; Zucker streckt die Frucht, da er vor dem unnützen Gewichtsverlust durch Verdampfen der kochenden Marmelade usw. schützt. Auch die verschiedenen Geliermittel sind heuer sehr am Platz; ihre Anwendung rentiert sich bei den diesjährigen Obstpreisen, da ite jedes Gramm Frucht erhalten. Ihr Anschaffungspreis kommt als vermehrtes Fertigprodukt wieder zum Vorschein! Zum Strecken des Obstes kann man Tomaten, Melonen, süße Karotten und Wildfrüchte verwenden; auch Rhabarber schmeckt sehr fein, wenn man ihn mit anderem Obst vermischt. Zur Konservierung sollten die Waldfrüchte, also Beeren und Pilze, noch viel mehr Beachtung finden: meist werden Pilze nur als Gemüse zubereitet und genossen; sie schmecken aber auch als Salat, in Suppen und Soßen ausgezeichnet. Das neue „Fleisch im eigenen Saft" bietet eine willkommene Sommerkost, da es wenig Vorbereitung beansprucht und doch sehr vielseitig verkocht werden kann. Mit frischen Salaten und jungen Kartoffeln ergibt es leckere Mahlzeiten. Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießeu-Güd. Am Montag, 19. August, und Dienstag, 20. August, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die Opferring- s a m m l u n g (Lebensmittelsammlung) für die NS.- Volkswohlfahrt statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspende (Pfundpakete) zur Abholung bereit zu halten. Die deutsche Arbeitsfront ' n.5.=Gcmcinr(haft .straft durch Freude" Omnibusfahrt an öle Edertalsperre (Waldeck). Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am 25. August eine Omnibusfahrt an die Edertalsperre (Waldeck). Der Fahrpreis beträgt einschl. Schiffahrt 4,60 Mark. Anmeldeschluß am Mittwoch, 21. August. Sonderzug an den Rhein am 14. September. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet am Sonntag, 14. September, die letzte Rheinfahrt. Die Fahrt geht ab Gießen mit dem Zug nach Mainz-Kastel, von Mainz-Kaitel mit dem Dampfer nach Rüdesheim. In Rüdesyeim wird den Teilnehmern Gelegenheit geboten zur Besichtigung der Stadt. Don Rüdesheim geht die Fahrt mit dem Dampfer weiter nach Koblenz. Die Rückfahrt geht ab Koblenz mit dem Sonderzug nach Gießen. Der Fahrpreis beträgt einschl. Mittagessen 5,50 Mark. Anmeldeschluß: 1. September 1935. Bunter Abend Willi Reichert am 24. August in der volkshalle in Gießen. Für diesen Bunten Abend sind Eintrittskarten im Vorverkauf zu haben: Schokoladenhaus Huntemann, Seltersweg; Musikhaus Challier; Ortsgruppe der NSDAP. Gießen-Nord, Walltorstraße 16; Kreisdienststelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18II, Zimmer 8; Geschäftsstellen der DAF.-Ortsgruppen. Eportkurfe des Gportamts Gießen Achtung! Verlegung von Reitturf en! Die beiden Reitkurse am Freitag, 16. August, müssen einmalig verlegt werden. Die Stunde von 20 bis 21 Uhr wird am kommenden Montag, 19. August, von 20 bis 21 Uhr, nachgeholt. Die Stunde von 21 bis 22 Uhr wurde auf kommenden Mittwoch, 21. August, von 21 bis 22 Uhr, verlegt. Laienspielschar. Zur Vervollständigung unserer neu aufgestellten Laienspielschar suchen wir noch drei bis vier Herren (ein Klavier- und ein Geigenspieler), sowie noch zwei bis drei Damen. Personen, die dafür Interesse haben, wollen sich umgehend auf der Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schon- zenstraße 18, melden. Otto Gebühr nochmals als Gast im Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschriebenk Die außergewöhnlich große Teilnahme und allseitige Zustimmung, die im vorigen Monat das Gastspiel Otto Gebührs im Stadttheater Gießen auslösten, brachten es mit sich, daß viele Theaterfreunde keine Karten mehr erhielten. Das ausverkaufte Haus nahm mit feüener Beifallsfreudigkeit und herzlicher Begeisterung die Darbietung des Gastes und seines Berliner Ensembles entgegen. Um den allseits ergangenen Nachfragen Rechnung zu tragen, hat die Intendanz den Künstler Otto Gebühr und sein Berliner Ensemble zu einer Wiederholung des Gastspiels „Zwischen Abend und Morgen" für Samstag, 17. August, verpflichtet. In diesem reizvollen Schauspiel des Dichters Zdenko von Kraft, das eine heiter-beschauliche Episode des großen Soldatenkönigs zum JnhaU hat und uns die Person des „Alten Fritz" mit all seinen Eigenheiten menschlich um so vieles näherbringt, spielt Otto Gebühr die Rolle des „Alten Fritz". Leibhaftig, wie einem Bild von Menzel entstiegen, betritt Otto Gebühr in der Maske, Sprache und Haltung Friedrichs des Großen die Bühne und bildet drei Akte hindurch den geistigen und seelischen Mittelpunkt der lebenswahren Anekdote. Man wird den Besuch dieses Gastspiels zu den dauernden Erinnerungen erlebnisstarker Theaterabende zählen. Anfang 20 Uhr; Ende gegen 22.15 Uhr. (Siehe heutige Anzeige.) voraottzeu. — Tageskalender für Freitag: NSG. ,Kraft durch Freude": 20 bis 21.15 Uhr Allgemeine Körperschule in der Schillerschule. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Knock out". Reichsfachgruppe Seidenbauer e. V.: 8 bis 20 Uhr Wanderschau in der Bäuerlichen Werkschule, Liebigstraße, Nr. 161. — Bauwirtring AG. Bremen, Eigenheimschau Gießen, Marktplatz 6: 20.15 Uhr im Hotel Prinz Carl Lichtbildvortrag „Der Weg zum Eigenheim und zum schuldenfteien Hausbesitz". ♦ ** Eine Bekanntmachung über Aufwertungssparguthaben veröffentlicht die Be- zirkssparkasse Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf hingewiesen. "Hausabbruch in der Neuen Baue. Um für ein neues Gebäude Raum zu schaffen, wird gegenwärtig das bisherige Geschäfts- und Wohnhaus Neuen Bäue 5 abgebrochen. Der Eigentümer 29 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Es gab nichts mei er Dietrichs Gesicht verschloß sich herb. Karla hatte immer noch ihren schönen Glauben. Wenn er ihr erzählen würde, was er erlebt hatte, würde sie sehen, es war. alles hoffnungslos. “ mehr zu klären, es konnte nichts werden. M sanden zueinander. Vornan von Klothilde v. Stegmann Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.) innner angstvoller aus. Auch Doktor ä dn besorgtes Gesicht. Redete Lnelnch irre? Oder was meinte er? binfr strich in fliegenden Worten von D/Slim Simh9thUn9 bleien beiden Fremden im hmn hi» »r m l portugiesisch geführten Unterhal- war finster gefaltet. In seinen Augen lohten Schmerz und Empörung. „Tut mir leib, daß ich Ihre Menschenkenntnis anzweifeln muß, lieber Doktor! Auch ich habe einmal so von Marlen gedacht, aber ich bin schnell eines Besseren belehrt worden. Marlen hat mich um äußerer Vorteile willen geheiratet, obwohl sic nicht einen Funken Liebe für mich empfindet. Und damit nicht genug: Sie hat sich nicht einmal gescheut, meinen Namen zu verunglimpfen. Sie liebt einen andern Mann und wagt, diese Liebe vor aller Öffentlichkeit zu zeigen. Schweigen Sie, ich habe Beweise! Ich habe selbst mit eigenen Augen gesehen, wie Marlen sich gestern in zärtlichster Weise von einem jungen Mann verabschiedet hat — von I tuna, "die er mit ongehort' ^ tie|UVlu:n "nreryai- ihrem Geliebten", fuhr er heiser fort. „Ich habe „Jetzt wünsche ich nur noch heifter hak man hi» gesehen, wie die beiden sich geküßt hoben, wie jiel beiden Gauner fängt." ” man b,e ihm Blumen zum Abschied schenkte, wie er sie bat, mit ihm xu reifen. Und wie sie sagte, das könne sie nicht, Denn sie wäre ja nicht frei. Ach genug, genug..." Er machte eine Gebärde des Ekels. „Wollen Sie nun noch Marlens Partei halten?" Langgifser sah Karla erschrocken an. Alles, was Dietrich sagte, trug so den leidenschaftlichen Stempel der Wahrheit, des schmerzvollen Erlebens, daß er nicht wußte, was er sagen sollte. Da stand auch Karla aus. Auf ihrem zarten Gesicht war geradezu etwas von Kampfeslust. „Ja, ich nehme Marlens Partei, Dietrich!" Ihre Stimme klang fest. „Sag einmal, Dietrich, wie sah denn der junge Mann aus, von dem sich Marlen so zärtlich verabschiedet hat?" „Mittelgroß, schlank, aschblondes Haar, graue Augen", gab Dietrich gequält Auskunft. „Aber was interessiert mich das?!" „Hatte er vielleicht eine kleine rote Narbe auf der Stirn?" fragte Karla hastig. Dietrich stutzte. Tatsächlich, die kleine rote Narbe war ihm auf der schön geformten Stirn des Unbekannten aufgefallen. „Ja, Karla. Kennst du diesen Menschen? Wer ist es? Wer hat es gewagt, meine Ehre zu er- niedrigen? Wer ist der Mann, den Marlen liebt?" Da lachte Karla. Sie lachte hell und glücklich. Dietrich sah sie vollkommen fassungslos an. Was war mit Karla? Wie konnte sie lachen? In diesem Augenblick, da ihm das Herz vor Scham und Schmerz zitterte. „Ach, du dummer Dietz!" sagte Karla zwischen Lachen und Weinen. „Natürlich kenn ich den Mann. Gott sei Dank, daß du ihn nicht gleich auf Pistolen gefordert hast! Weißt du, wer das ist? Marlens Bruder: Georg Korda." Dietrich taumelte zurück, er war aschfahl geworden. „Marlens Bruder?" Doktor Langgifser hatte sich für den Nachmittag frei gemacht. Es drängte ihn, mit Dietrich und Karla zu sprechen. Hauptmann Weckenroth war enttäuscht und verärgert: „Da kommt nun endlich der Dietrich hier herunter, und man denkt, man kann einen ordentlichen Männertrunk zusammen tun und einen richtigen deutschen Skat dreschen — ja, Pustekuchen! Da belegt ihr ihn schon wieder mit Beschlag." „Nicht böse sein, Väterchen", schmeichelte Karlo und küßte den Vater. „Du weißt ja, unsere Sorgen mit Marlen und Dietrich — wir müssen die Geschichte wieder ins Lot bringen." Da war Hauptmann Weckenroth besänftigt. Wenn diese blödsinnige Geschichte wieder in Ordnung kam da wollte er gern auf seinen Skat verzichten. Karla eilte ihrem Verlobten nach, der schon mit Dietrich in sein Arbeitszimmer vorausgegangen war. „So", meinte Langgifser, nachdem er Karla zärtlich auf einen recht bequemen Sessel geleitet hatte, „nun kann's losgehen. Nun sagen Sie mir um Gottes willen, Graf, was ist zwischen Ihnen und Frau Marlen? Ich kannte ja Frau Marlen schon, ehe ich wußte, wie innig sie mit meiner Karla befreundet ist. Und ich kann Ihnen sagen: Ich habe nie ein anständigeres, gütigeres und weiblicheres Wesen kennengelernt als Marlen Korda. Die Anwesenden sind natürlich immer ausgenommen", fügte er zärtlich hinzu und küßte Karlo die kleine Hand. Dietrich erhob sich mit einem Ruck. Seine Stirn „Jawohl, erst gestern hatte ich von Marlen einen Brief, daß ihr Bruder Georg nach Amerika ginge. Er hat eine große Entdeckung gemacht, irgend etwas mit Entgiftung von..." „Lupinen!" schrie Dietrich so laut auf, daß Karla zusammenfuhr. ’fjtein Gott ja! Aber warum mußt du denn so brüllen? Nun war sie es, die den Freund verständnislos ansah. Dietrich faßte Karla bei den Schultern: x I«, Doktor, um Himmels willen — Georg Äoröa, Marlens Bruder war das?! Er hat diese ungeheure wissenschaftliche Entdeckung gemacht? wollt" " et CS iQ/ bcn biese Schurken betrügen „Das wünsche ich auch", sagte Langgifser. „Unser armes Vaterland ist nicht reich genug, im sich derartige Erfindungen stehlen zu lassen, und Georg Korda auch nid)t. Dietrich riß sich zusammen. Er fühlte beschämt, wie er sich hatte gehen lassen. Aber dieses alles war zuviel. Marlen hatte ihn nicht betrogen?! Marlen liebte keinen andern?! „Hergott im Himmel", sagte er plötzlich inbrünstig und schämte sich nicht, daß ihm die Tränen in den Augen standen, „dann ist ja noch Hoffnung!" „Worauf Hoffnung, Dietrich?" „Hoffnung, Karla, daß Marlen mir noch einmal gut fein könnte." „Du liebst sie also?" „3a, Karla, ich liebe sie — ich liebe sie in tiefster Seele! Und alles, was ich tat, war ja nur die Empörung, daß sie mich nahm ohne einen Funken Empfinden für mich. Daß sie um des Geldes willen meine Frau wurde." Karla wollte etwas sagen, aber jetzt mischte Langgifser sich ein: „Lieber Veltheim, wir müssen jetzt einmal die Sache ganz streng Punkt für Punkt klären. So eine Art juristisches Frage- und Antwortspiel. Dann kommen mir am schnellsten zum Ziel. — Woher wissen Sie, daß Frau Marlen nichts für Sie empfindet?" Dietrich senkte den Kopf. Qual und Scham waren in ihm. „Sie hat es mir ja selbst gesagt." „Dann hat Sie Ihnen die Unwahrheit gesagt. Karla kann bezeugen, daß Marlen Sie vom ersten Tage an liebgehabt fjat. „Karla, um Himmels willen, ist das wah , , , r Eortjetzung folgt.) , Klein °Motorspritze, Herstellung feuerhemmenders getragen. Eiu 20jährlger Mann und ein 17 Wände innerhalb der Speicher, Betonbefestigungen Jahre altes Mädchen aus Altenkirchen, vie von Oberheffen für und Be- gründau. Landkreis Gießen ben hat. Es dürfte für die Zuschauer sonderem Interesse sein, die Leistungss von ganz be- -eistungsfähigkeit dieser Verkäufe MWanderer und Naturfreunde Wamung 4523 V und zum Bauen Ge- Er. und Besitzer H. Zecher II., Großen-Buseck. Olix vom Busecker Schloß sehr gut, Führer Besitzer H. Bergauer, Großen-Buseck. Olaf vom Busecker Schloß gut, Führer und kleinen Maschinen zu beobachten. Meldungen hierfür können noch durch den Be- IWO-ZG.-Sporlverem Futzbatt-Auftakt in Gietzen. Äla WgraimiengelellKtion Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeltschrlsten Sin Sünden- und Sittenbuch. Mit 64 Kunstdrucktafeln und vielen Textabbil- düngen. Preis broschiert NM. 2,85 gebunden NM. 3,60. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Lugo Dermühler Verlag Berlin-Lichterfelde schon seit einiger Zeit ein Liebesverhältnis unterhielten, wurden in einem der neu angelegten Fischweiher des Forstamtes Möttau ertrunken aufgefunden. Wie einwandfrei feststeht, handelt es sich um gemeinsamen S e l b st m o r d , da der ehelichen Verbindung der beiden Liebesleute Schwierigkeiten in den Weg gelegt wurden. Kranken- und Sterbekassen-Vers. (im Wb.) sucht für Gießen und Umgegend jüngeren Keschällslöhrer und Org.-Beamten Verlangt werden gute kau sm änn. Kenntnisse u.allererste Referenzen. Auto wird evtl, gestellt. Anstellung erfolgt mit Monatsgehalt. Für Inkasso ist größere Kaution erfordert. Zuschriften u. 08438 a.d.Gieß.Anz. sitzer S). Henkel, Großen-Buseck. Tago vom Lahnstrand gut, Führer: Willi Schatz, Gießen, Besitzer Gg. Hüttenberger, Gießen. Blanka vom Mor'itzselsen m., Führer Frl. Virgine Hüttenberger, Gießen, Besitzer Otto Rödiger, Mittel- H. Dechert beabsichtigt, auf dem Grundstück ein neuzeitliches Restaurationsgebäude zu errichten, in dem auch moderne Wohnungen enthalten sein werden. Die Arbeiten will man beschleunigt durchführen, damit die neugeschaffenen Räume bald benutzt werden können. Pfarrertag der Ev. Landeskirche Nassau-Hessen. ELP. Am Montag, 23. und Dienstag, 24. September, findet unter Leitung des Landesblschofs Lic. Dr. Dietrich in Bad Homburg v.d.H. der erste Pfarrertag der Evangelischen Landeskirche Rassau-Hessen statt. Der Pfarrertag beginnt mit Keine Ursprungszeugnisse, lonbem nur Zeugnis- abichrtften dem Be- werbungSlchreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur 93 et» metdung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift deS Bewerbers tragend Mei Haupt- und nebenberuflich für die Grohlebensver- sicherung m höchsten Provisionssätzen von alter, grober Lebensver- Sicherungsgesellschaft gesucht Angeb. u. F.M.4251 an Ala, Frankfurt a.M., Kaiserstrahe 15. 4667v Die Spielvereinigung 1900 hat als Gegner den ersten Kampf in der neuen Spielzeit 1935/36 die 1. Mannschaft des JG.-Sportvereins Frankfurt am Main zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet. Der IG.-Sportverein, der sich in vieler Hinsicht auf dem Gebiete der Leibesübung einen guten Namen gemacht hat, stellt eine Fußballmannschaft in das Feld, die den Blauweißen sicherlich schwer zu schaffen machen wird. Das Spiel wird bereits am morgigen Samstagabend auf dem Platz an der Liebigshöhe ausgetragen werden. Wir kommen auf die Begeg- )( Großen-Linden, 15. Aua. Seit einigen Tagen befindet sich die Reich so obenschät- zungskommission zur Bewertung des Grundbesitzes in Großen-Linden. Diese Bonitierung bietet die Unterlage zur Besteuerung des Grundbesitzes und bringt eine einheitliche Bewertung des Grund und Bodens im ganzen Reich. — Der Felddrusch ist hier fertig. Nun beginnt die Dreschmaschine mit der Arbeit bei den Bauern auf dem Hof. — Der Gesangverein aus Caan, der sich vor einigen Jahren hier bei einem Gesangswettstreit beteiligte, stattet dem Gesangverein „Germania" am nächsten Samstag einen Besuch ab, wobei er bei Gastwirt Schaum ein Konzert gibt. Y" Watzenborn-Steinberg, 15. Aug. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen: Eine Bebauung der rechten Straßenseite der verlängerten Wilhelm st raße anschließend an das Sägewerk des Zimmermeisters Karl Schmandt wird abgelehnt. Die Gemeinde eröffnet dafür eine neue Bau l i nie Stein- st r a ß e, die parallel mit der Ludwigstraße zieht, wo etwa 60 Bauplätze vorhanden sind, die erst bebaut werden sollen. Eine Hauptsatzung für d i e Gemeindeverwaltung stand zur Beratung, in der festgelegt wurde, daß dem Bürgermeister künfüg zwei Beigeordnete und sechs Gemeinderatsmitglieder zur Verfügung stehen. Für den kommenden Winter hatte die Gemeinde für Notstandsarbeiten 46 000 Mark im Voranschlag vorgesehen. Mit Rücksicht auf die Finanzlage der Gemeinde können zu diesem Zwecke zunächst 20 000 Mark bereitgestellt werden. Die neue Pumpe, deren Anschaffung in der vorletzten Sitzung beschlossen wurde, konnte in Betrieb genommen werden. Erfreulicher Weise versorgt die Quelle auch die zweite Pumpe mit dem nötigen Wasser, wobei die neue Pumpe dreimal mehr § Mainzlar, 15. Aua. Im Rahmen des Reichswettkampfes der SA. erfolgte gestern abend eine Propaganda-Fahrt und Marsch des Sturmes 2/116 durch den Bereich unserer Ortsgruppe Staufenberg-Mainzlar-Daubringen. In den einzelnen Orten wurde Halt gemacht, durch schnelles, exaktes Wegräumen von vorher aufgebauten Hindernissen die Schlagfertigkeit und Disziplin des Sturmes bewiesen und in wirkungsvollen Sprechchören der Treue zum Führer und Vaterland Ausdruck verliehen. (D Kefselb ach, 15. Aug. Das neu erbaute Schwimmbad, ein Betondecken von 25X12 Meter, und ein Planschbecken von 6X12 Meter, wird kommenden Sonntagnachmittag eingeweiht. Die Schwimmabteilung des T v. 18 4 6 Gießen hat sich zur Ausgestaltung der Veranstaltung zur Verfügung gestellt und wird in abwechslungsreicher Reihenfolge Darbietungen auf dem Gebiete der Schwimmkunst vorführen. Da gleichzeitig die Kir- mes stattfindet, dürfte ein großer Zustrom von Zuschauern zu erwarten sein. Kreis Alsfeld. # Aus dem oberen Ohmtal, 15.Aug. Die Getreidernte ist, bis auf einzelne Ausnahmen, so gut wie beendet. Das Dreschen in den Scheunen hat begonnen. Während der K ö r n e r e r t r a g im Durchschnitt befriedigend ist, macht sich nur beim Roggen ein Mangel bemerkbar. Durch das trockene Wetter sind die Körner etwas kleiner geblieben, und ist demzufolge der Ertrag pro Morgen gegenüber dem Vorjahr geringer. Der durch das trockene Wetter zwangsläufig bedingte niedere Wasser st and der Ohm hat stellenweise zu starker Verwachsung des Bachbettes durch Wasserpflanzen aller Art geführt. Gteuersteckbrief und Vermögensbeschlagnahme. LPD. Frankfurt a. M., 15. Aug. Gegen die nachstehend aufgeführten Steuerpflichtigen ist ein Steuer st eckbrief erlassen worden: Bernhard Sichel, geb. am 6. Oktober 1878 zu Lieblos bei Gelnhausen, und dessen ' Ehefrau Selma geborene Ladenburger, zuletzt wohnhaft in Frankfurt a. M., zur Zeit in Luxemburg, Rue de Longwy 145, vom Finanzamt Frankfurt a. M. wegen Reichsfluchtsteuer in Höhe von 27181,25 Mark. Es ergeht hiermit die Aufforderung, die obengenannten Steuerpflichtigen, falls sie im Inland betroffen werden, vorläufig festzunehmen und sie ge- mäß § 11 Abs. 2 der genannten Verordnung unver- züglich dem Amtsrichter des Bezirks, in welchem die Festnahme erfolgt, vorzuführen. Krastwagenfübrer in Hast. LPD. F r a n k f u r t a. M., 15. Aug. Ecke Grüneburgweg und Eschersheimer Landstraße ereignete sich dieser Tage — wie gemeldet — ein schwerer Verkehrsunfall, der zwei Menschenleben forderte. Wie die Polizei nunmehr mitteilt, ist der Führer des Kraftwagens verhaftet worden. Der Unfall wird laut Zeugenaussagen auf zu große Geschwindigkeit und Heber- lastung des Wagens zurückgeführt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) A. B. in G. Der Kreis Büdingen gehört heute zum Wirtschaftsgebiet 16 für Weizen. zirksftraßenwart August Deibel, Gießen, Neuenweg, entgegengenommen werden. ISO-fiHomefer-Rennen des Gaues 12 Nordhessen in Wölfersheim. Am kommenden Sonntag veranstaltet der Gau 12 Nordhessen sein diesjähriges 150-Kilometer-Ren- nen. Das Rennen führt die Fahrer von Wölfersheim über Bad-Nauheim und Ufingen durch das schöne Weiltal nach Weilburg. Von hier aus geht es über Leun und Wetzlar, wo die Spilburg die Entscheidung bringen dürfte, weiter über Gießen (die Fahrer passieren etwa gegen 9.30 Uhr unsere Stadt und folgende Straßen: Frankfurter Straße —Hindenburgwall—Gartenstraße—Licher Straße) Lich nach Hungen; von hier eilen dann die Fahrer dem etwa 10 Kilometer entfernten Ziele in Wölfersheim entgegen. Es haben ungefähr 30 Fahrer ihre Meldungen abgegeben, unter denen auch unsere Gießener Fahrer: Neumann, Muhl Karl und Preiß vertreten sind; weiter sind bekannte Fahrer wie Zinndorf, Hofacker (Hanau), Deubel (Kassel), Hoßfeld und Nüchter (Fulda) am Start. Weiter ist das 150 Kilometer-Rennen in Wölfersheim noch mit einem 30-Kilometer-Jugendrennen verbunden, zu dem ebenfalls etwa 20 Fahrer auf die Strecke geschickt werden. Gießener Schwimmer auf den deutschen Meisterschaften in Plauen. Am Freitag wurden vor den Deutschen Meisterschaftskämpfen Wettkämpfe der Jugend und der Alten Herren durchgeführt. Der frühere deutsche Spitzenschwimmer Pascoe vom Gießener Schwimmverein konnte dabei aus dem 50-Meter- Brustschwimmen als 1. Sieger hervorgehen. Wie schnell die Rennen der Alten Herren waren, zeigen die Zeiten: Pascoe schwamm die 50 Meter in 37,8 Sek. und der 50jährige ehemalige deutsche Meister Gubener- Magdeburg die 50 Meter Crawl in 33,1 Sek.! Daß die Gaumeistertitel im Brustschwimmen der Damen wie der Herren nach Gießen fielen, ist nicht zuletzt das Verdienst Pascoes, dessen Beispiel zur Herausbildung einer Gießener Brustschwimmerschule geführt hat. Heber die Rettungstat des früheren bekannten Springers Ernst Müller (Gießener Schwimmverein) wurde schon berichtet. Mit Recht wurde Müller, der nach vergeblichen Versuchen anderer Schwimmer den Verunglückten aus fünf Meter Wafsertiefe heraufbrachte, allgemeine Ehrung zuteil. Der Gießener Springer Max Schüler überraschte durch die Sicherheit seiner ausgeführten Sprünge. Nach den Erfahrungen in Plauen fehlen ihm, der im Gau allein auf sich angewiesen ist und der leider im Winter keine Trainingsmöglichkeit hat, nur die Feinheiten; ins- besondere wird heute größter Wert auf die Ein- tauchtechnik gelegt. Gegenüber den durchweg in Trainingskursen geförderten Konkurrenten konnte einzigartige Hausmittel gegen 3 Kopfichmerzen.Migräne Nervenschmerzen, Unbe- „/''"'hagen und Schmerzzustände. Seit Jahrzehnten behauptet sidt Citrovanille dank seiner anerkannt raschen und milden Wirkung. Stets bekömmlich - unschädlich' für Herz und Magen. Sie sollten deshalb das bewährte Citrovanille immer zur Hand haben. Erhältlich in allen Apotheken. 6 Pulver- oder 12 Oblaten-Pdcg. RMI JO. [Stellenangebote Schveknev- geselle für sofort gesucht SavlSahrr Löberstr. 17. 03444 UllUUlllllillllllllllilllll Gebrauchte ypelliM» billig geg. Kasse abzugeben. 09433 Wo? sagt der Gieß. Anzeiger. | Kaufgesucüe"] Gebrauchter neueres Markenfabrikat, mittlere Größe,zu kaufen gesucht. Zu erfr. in d. Gefchäftsst. desGieß.Anz.E einer Eröffnungsandacht in der Erlöserkirche zu Bad Homburg, die Landesbischof Lic. Dr. Dietrich halten wird. Im Anschluß daran eröffnet der Landesbischof den Pfarrertag im Kurhaus; bei dieser Gelegenheit werden auch die Behörden die Teilnehmer des Pfarrertages begrüßen. Das Programm des Pfarrertages sieht u. a. einen Vortrag durch einen bekannten Professor der Theologie, ein Orgel- konzert und einen Gottesdienst für die Teilnehmer am Pfarrertag mit anschließendem Abendmahl in der Erlöserkirche vor. Die Predigt hält Landesbischof Lic. Dr. Dietrich. Der Pfarrertag schließt mit einem Gemeindegottesdienst und Abendmahl in der Erlöserkirche; auch dieser Gottesdienst wird dem Landesbischof gehalten. nung noch zurück. Iußballblihturnier des Sportvereins 1920, Lollar. Wie wir bereits berichteten, veranstaltet der Sportverein 1920, Lollar, aus Anlaß feines 15jäh- rigen Bestehen, am Sonntag, 18. August, auf dem Waldsportplatze in Lollar ein Fußballblitzturnier. Namhafte Mannschaften haben ihre Teilnahme bereits zugefagt. Die gemeldeten Mannschaften werden in zwei verschiedenen Klassen um je einen wertvollen Pokal kämpfen. Der Spielbeginn wurde auf vormittags 8 Hhr festgesetzt. Die Besucher werden hier Gelegenheit haben, etwa 15 der besten Mannschaften des Heimatgaues im ffiedlichen Wettstreite zu sehen. Großes Gießener Jubiläums-Straßen -Hennen. Siebenmal auf den Daudringer Paß. Am 1. September 1935 veranstaltet der Gießener Radfahrer-Verein von 1885 sein diesjähriges Jubiläums-Straßenrennen, das in diesem Jahre über eine Rundstrecke von 30 Kilometern geht. Vom Schützenhaus aus (Start des großen Rennens), führt die Fahrtstrecke durch die Kaiserallee — Moltke- straße — Hitlerwall — Marburger Straße — Lollar nach Saubringen. Von hier aus führt die Strecke über den gefürchteten Daubringer Paß, der wohl die Entscheidung in diesem Straßenrennen bringen dürfte, Alten-Buseck — Großen-Buseck über die Ganseburg nach Gießen. Diese Strecke wird siebenmal (210 Kilometer) durchfahren und dürfte bei dem Publikum großen Anklang finden. Die OKlasse fährt in diesem Jahre für sich und hat diese Strecke sechsmal (180 Kilometer) zu passieren. Weiter ist in diesem Jahre eine Neuerung vorgesehen, indem der Veranstalter noch ein Rennen „für Fahrräder mit Hilfsmotoren" ausgeschrie- Wir warnen hiermit jedermann vor der falschen Ansicht, daß ein Mittel scharf und wäscheschädlich sein müsse, wenn es schon beim Einweichen allen Schmutz löst. Burnus zieht beim Einweichen fast allen Schmutz aus der Wäsche — aber es greift die Wäsche nicht im geringsten an. Verlangen Sie kostenlos Probepackung von August Jacobi A.-G„ Darmstadt b 3. Wechsel in der Führung des Dekanats Lauterbach. ♦ Lauterbach, 15. Aug. Auf feinen Wunsch wurde der Dekan und Oberpfarrer Schlösser in Lauterbach von dem Landesbischof unter Anerkennung der in langjähriger Tätigkeit als Dekan des Dekanats Lauterbach geleisteten treuen Dienste mit Wirkung vom 15. August 1935 ab von der Führung der Dekanatsgefchäfte des Dekanats Lauterbach entbunden. Oberpfarrer Schlösser amtiert als Seelsorger bereits feit 1906 in Lauterbach, von 1913 ab war er Stellvertreter des Dekans, im Jahre 1925 wurde er Nachfolger des Dekans und Oberpfarrers Müller. Schäferhunde-prüfuna. wg. Großen-Buseck, 15. August. Die Fach- fruppe Großen-Buseck der Fachschaft ür Deutsche Schäferhunde (SV.) hielt hier am Sonntag eine Prüfung ab, an der sieben Zuchthunde teilnahmen. Als Richter war Post- inspektor Otto Fischer, Wiesbaden, erschienen. Die Spurenarbeiten begannen um 9 Hhr; nachmittags folgten die weiteren Hebungen, denen die sog. „Verbrecherarbeit" folgte. Die Leistungen waren, nach den Ausführungen des Fachrichters, im allgemeinen als vorzüglich zu bezeichnen. Er sprach sich sehr lobend über das vorgeführte Hundematerial aus, ebenso über die Arbeit in der Fachgruppe. Fünf der vorgeführten Zuchthunde stammen aus dem hiesigen bekannten Zwinger „vom Busecker Schloß" (Alfred Hahn), ein weiterer aus dem Gießener Zwinger „vom Lahnsttand" (Gg. Hüttenberger), einer aus dem Zwinger „vom Moritzfel- fen . Die Fachgruppe Großen-Buseck hatte zum erstenmal einen Leistungswanderpreis bereitgestellt. Bewertung: Olly vom Busecker Schloß vorzüglich (Wanderpreis), Führer und Besitzer Joh. Rahn, Trohe. Ottmar vom Busecker Schloß vorzüglich, Führer und Besitzer Wilh. Wehrum, Großen-Buseck. Juno vom Busecker Schloß vorzüglich, Führer Jüdische Metzgerei aeschloffen. Gefängnis für den Inhaber. LPD. Darmstadt, 15. Aug. Bei einer Kontrolle der Metzgerei des Juden Sally Landauer in der Schustergasse in Darmstadt durch die Gesundheitspolizei war das Geschäft in einem überaus verschmutzten Zustande angetroffen worden. Etwa 70 Pfund Fleisch mußten in die Abdeckerei gebracht werden. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht wurde Landauer, der im Jahre 1933 bereits dreimal wegen Fleischervergehens vorbestraft und inzwischen von der Polizei mehrmals verwarnt worden ist, zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Führung eines Metzgereibetriebes wurde ihm untersagt und die Veröffentlichung des Urteils in der Presse angeordnet. Preußen. Kreis Wetzlar 0 Gleiberg, 15. Aug. Seit langem läßt es sich der G l e i b e r g v e r e i n angelegen sein, den Feuerschutz unserer alten schönen Heimat- burg Gleiberg, namentlich in den bewohnten Räumen der Unterburg (Nassauer- und Albertus- bau), zu erhöhen. Eine stete Brandgefahr bildeten die Heu-, Sttoh- und Holzvorräte des Burgwirtes in einem Teil des Albertusbaues. Um diesem Hebel abzuhelfen, errichtet man jetzt einen besonderen Holzbau auf einem Bruchsteinfundament und Sockel zur Aufnahme dieser Vorräte. Es wird dadurch in keiner Weise das Gesamtbild der Ruine gestört, da sich der Dau an die nordwestliche Seite der Oberburg, in dem ältesten Aufgang zu ihr zwischen der Mauer des Wehrganges und der äußeren Burgmauer, anlehnt. Weitere Maßnahmen erhöhter Feuersicherheit, von brandfachmännischer Seite als notwendig erachtet, wie Bau eines Reserve-Wasserbehälters, Zuleitung zu diesem, Anschaffung einer laWi 350 ccmTriompl in bestem Zustand preisw. zu verkaufen Rich. Bornemann Sonnenstr. 5 Kleiner 03425 Utemgen zu verkaufen. Werner Wall 15 Wasser auswirst als die ältere Pumpe. Alle meindebediensteten müssen eine eidesstattliche klürung abgeben, worin sie sich verpflichten, in Zukunft keine Geschäfte mit Juden zu tätigen. Auch von der Mitbenutzung der Gemeindewaage und- Backhäuser sind die Juden ausgeschlossen. — Am kommenden Samstagabend findet die HeberreichungberEhren- k re uze im Hofe der neuen Schule statt. wg. Großen-Buseck, 15. Aug. Unter Mitbürger Karl Hels und Ehefrau Margarethe, geb. Buchtaleck, wohnhaft Adolf-Hitlerstraße 10, begingen gestern Das Fest der Silbernen Hoch- daselbst und Streichen des Balkenwerkes mit feuer» hemmenden Farben können erst verwirklicht werden, wenn die dazu benötigten Geldmittel vorhanden sind. Es wäre wünschenswert, wenn der Staat, der die Burg dem Gleibergverein seinerzeit zu treuen Händen übergeben hat, eine den Kosten entspre- chende Geldsumme zur Verfügung stellen würde. Darüber hinaus kann aber jeder Volksgenosse, der seine Heimat liebt, zur steten Erhaltung dieser geschichtlich bebeutfamen Burg beitragen, indem er als Mitglied in den Verein (mit einem Jahresbeittag von nur 3 Mark) eintritt. Grenzgangfest in Biedenkopf. LPD. Biedenkopf, 15. Aug. Die Kreisstadt Biedenkopf steht seit Donnerstag ganz im Zeichen ihres Grenzgangfestes, einem Heimatfest, bas nur alle sieben Jahre ftattfinbet unb aus uraltem Brauchtum mit in bie neue Zeit übernommen worben ist. In ber festlich geschmückten Stabt herrscht ein unbeschreiblicher Trubel, ber alle Festbesucher in seinen Bann zieht. Heimaffpiele, Festzüge unb allerlei sonstige Volksbelustigungen sorgen schon für bie richtige Stimmung. Aus Anlaß bes Festbeginns hatte ber ßanbrat bes Kreises Biebenkopf an alle ßanbräte bes Regierungsbezirks Wiesbaden Einlabungen zu einer Lanbratskonferenz ergehen lassen, benen fast vollzählig Folge geleistet würbe, woburch auch äußerlich bie Bebeutung bes Bieben- kopfer Heimatfestes eine entsprechend Würbigung fanb. 3 Monate Gefängnis weaen verbotenen Gchächtens. LPD. Dillenburg, 15. Aug. Die Juden Siegmund und Hermann Hirsch wurden vom Amtsgericht Dillenburg wegen verbotenen Schäch- tens zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Liebestragödie. LPD. Altenkirchen (Oberlahnkreis), 15. Aug. Eine erschütternde Tragödie zweier junger Menschen hat sich in Altenkirchen im Oberlcchnkreis zu- Nachlässe von; vis 20 v. s. erhalten Sie bet wiederholten Auf. nahmen einer Ameise | Vermietungen"! Gemütliches Heim (Wobn-u.Schlaf- zimm.,eleg.möbl. m.Heizg., elektr. Licht, Teleionbe- nutzg.)an Dauermieter abzugeb. Wo? sagt dieGe- schäftsst. d. G. A. | Mietgesuche"| 1 oder 2 Zimmer mit Küche ver l.Sevt.od.sväter in Gietzen ober Umgego.gesucht. Angeb. m. Preis u.03430a.b.G.A. taget« gesucht,möglichst im Zentrum der Stabt. Schrift!. Angeb. m. Preis u.03431a.b.G.A. 8tsli6nangsbot6 mit gut. Zeugn., verf.in all.Haus- arbeiten, sucht Stellung ver 1.9. 35,ob.svät.Schr. Angeb. mit Gehaltsangabe unt. 03429 a.d.G.A. feg Schüler vestzalv W durchsetzen. Zusammen, fassend kann man feststellen, daß die Gießener sich auf den Deutschen Schwimm-Meisterschaften durch Ehre Leistungen alle Achtung errungen haben. Großer pferde-Renntag in Frankfurt a. M. Wiederum ist es dem Rennklub Frankfurt gelungen, für den seit langen Zeit erstklassig aufge- «ogenen Augustrenntag die beste Klasse deutscher Rennpferde heranzuziehen. Nachdem die Bahn durch wochenlange Berieselung in denkbar guter Verfassung ist, haben die großen deutschen Renn- ftälle chre Nennungen fast vollzählig aufrechterhalten. Noch jetzt sind 99 Pferde in den sieben Rennen startberechtigt. Nur wenige Pferde werden noch zurückgezogen, so daß ein Glanztag erster Ordnung bevorsteht, den in unserem Heimatgeviet keine Bahn in auch nur ähnlichem Ausmaß wird Mieten können. Als Glanznummer erscheint natürlich das nun zum 65. Mal zum Austrag kommende Wäldchensrennen, das schon immer von Allerbesten Pferden bestritten wurde. Eine große Sache wird dann auch das D r. - R i e s e ° E r - innerungs-Jagdrennen. Schweizer und Oesterreicher treten hier gegen Deutschlands erste vagdklasse an. Die Kaoallerieschule Hannover startet wensalls. Wenn wir erst danach die ganz vorzüg- nch besetzten Rennen vorn Range des Landgrafenrennens mit Floria, Toscanella, Schwar^weiß, Vlexandria, Liane usw. und Präsidenten-Preis mit Enak, Bekas, Fiduzia, Glückstern, Hanseat, Sopran, Talbot, Atlas usw. nennen, so zeigen wir damit fcfyon die Wichtigkeit des internationalen Dr.-Riese- Jagdrennens. Im Graf-Holck-Jagdrennen jverden ebenfalls Oesterreicher und Schweizer gegen Vie deutschen Pferde antreten. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Jubiläum im Rudersport. Am 10. August 1910 wurde der Führer der deutschen Ruderer, Reg.-Präsident Heinrich Pauli, auf hem Rudertag in München in den Ausschuß des Deutschen Ruder-Verbandes gewählt. Er hat also reit nunmehr schon 25 Jahren Anteil an der Entwicklung des deutschen Rudersports. Nicht zuletzt ist ts seinem zielbewußten Streben zu danken, daß der deutsche Rudersport eine führende Stellung unter Den Nationen einnimmt. Neuer deutscher Autosieg. Um den AcerboPokal. Einen neuen deutschen Autosieg gab es am Don- sperstag beim Rennen um den Äcerbo-Pokal in Pescara (Italien). Deutschland war durch zwei Wogen der Auto-Union mit Barzi und Rose- fneyer am Start vertreten; Hans Stuck nahm wegen einer Unpäßlichkeit nicht teil. Sieger des über 516 Kilometer führenden Rennens wurde Achille Darzi in der neuen Rekordzeit von 3:43:45,2 Stunden (139,403 Stundenkilometer) vor seinem Stallgefährten Rosemener (3:47:07 Stunden) und den vier italienischen Alfa Romeo-Fahrern Brivio, (Srnnoflf, und Pinkäcuda. Bel den ff ein en Wagen belegte der Münchener Steinweg auf Bugatti hinter Seaman (ERA) und Bianco (Maserati) den dritten Platz. Larquehay, Weltmeister der Steher. Steher-Weltmeister 1935 wurde bei dem am Donnerstag vor 30 000 Zuschauern in Brüssel aus- getragenen Endlauf der Franzose Lacquehay, der schon 1933 in Paris Gewinner des Titels geworden war. Der vorjährige Weltmeister Erich Metze (Dortmund) belegte vor dem zweiten deutschen Teilnehmer, dem Bochumer Walter Lohmann, den zweiten Platz. Der schon 37jährige Lacquel^y siegte in 1:25:49,2 Stunden. Metze lag 300 Meter, Lohmann 2200 Meter zurück. Ronsse (Belgien) und Severgnini (Italien) wurden Vierter und Fünfter, während der Franzose W a m b st beim 65. Kilometer die Waffen streckte. Hallenmeisterschast der Tennis-Aerufsspieler. In der Londoner Wembley-Halle findet vom 30 September bis 5. Oktober das Tennisturnier um die Hällenmeisterschaft der Berufsspieler statt. Die Besetzung ist sehr gut. Auf der Meldeliste stehen Hans N ü ß l e i n (Deutschland), Lester Stoeffen, Ellsworth D i n e s, William Tilden, George Lott (USA.), Daniel Maskell, Gebr. Burke (England), Robert R a m i H o n und Martin Plaa (Frankreich). Kurze Sportnotizen. Deutschlands Boxstaffel für den am 1. September in Warschau stattfindenden siebten Amateur-Länderkampf gegen Polen wurde, vom Fliegen- bis Schwergewicht, wie folgt aufgestellt: Färber (Augsburg), Rappsilber (Frankfurt), Büttner II. (Breslau), Schmedes (Dortmund), Murach (Schalke), Stein (Bonn), Jaspers (Stettin) und Runge (Elberfeld). Deutsche Golfmeister wurden bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften in Bad Ems in den Einzelspielen der englische Cmabridge-Stu- bent Lyon bei den Männern und seine Landsmännin Frl. Holmes bei den Frauen. Lyon besiegte im Endspiel den Spanier Graf de Hbarra, Fräulein Holmes bezwang ihre Landsmännin Fräulein Poung. Weltmeister Sch erens, der sich am Sonntag auf der Brüsseler Radrennbahn zum vierten Male den Weltmeistertitel der Beruflsflieger holte, tanb am Donnerstag in Paris bei einer sogenann- en „Weltmeisterschafts-Revanche" erneut bem beut- chen Meister Richter gegenüber. Im Enblauf blieb Scherens mieber über Richter siegreich. Deutschlands beste Hanbballspieler, 48 an der Zahl, werben vom 19. bis 25. August in Berkin zu einem Lehrgang unter Leitung von Reichstrainer Kaundynia zusammengezogen. Aus ben Teilnehmern bes Lehrganges sollen bie Olympia- Kernmannschaften gebildet werben. W. Sludenien-Welispiele in Budapest. schlug im Enbspiel bes Frauen-EinzelS Vtt LWs chin Drtinova nach einem fampfreidjen t .tooft 8:10, 6:0, 6:0 unb würbe damit Studeutett-WeM meifterin. Im Männer-Einzel wurde der JTitefoertefe biger Troncin-Frankreich von bem Ungarn Salofl mit 7:5, 6:3, 6:3 besiegt. Dalos kam damit in diö Vorschlußrunde, in der er auf Henner Henkel treffen wird. In der unteren Hälfte beendete Hans Denker fein am Vortage abgebrochenes Spiel gegen den Inder Bhandari mit 6:1, 6:4, 3:6, 6:2 siegreich. Im Männer-Doppel gelangte unser Paar Henkel-Denker bereits in die Vorschlußrunde. Die deutschen Meister besiegten das belgische Paar Geel- hand-van Ceyden sehr sicher 6:3, 9:7, 6:4. 5:0-Fuhball-Sieg über Lettland. Im zweiten Spiel traf unsere Fußball-Mannschaft auf Lettland. Bis zur Pause konnte keine Partei ein Tor erzielen, aber nach bem Wechsel holte Deutschland fünf Tore heraus, während die Letten nicht einmal zum Ehrentreffer tarnen. Die deutschen Sprinter ausgeschieden. Unsere Kurzstreckenläufer spielten in den Vorrennen über 100 Meter eine nur bescheidene Rolle. Wieden-Kassel und Vent-Köln gelangten zwar noch in die Zwischenläufe, während der Juniorenmeister Vollmer seine Hoffnungen schon im Vorlauf begraben mußte. Im ersten Zwischenlauf wurde Vent nur Vierter und schied dadurch aus. Sein Schicksal teilte Wieden, der im zweiten Lauf bis zur Hälfte zwar führte, dann aber auf den vierten Platz zurückfiel. Scarr-England und Sir-Buda-- pest, die Sieger der beiden Läufe erzielten mit 10,6 bzw. 10,5 ausgezeichnete Leistungen. Leichtathletik Beginn. Die VI. Studenten-Weltspiele in Budapest gehen allmählich ihrem Höhepunkt entgegen. Am Don- nerstaanachmittag wurde im Beisein von einigen 1000 Zuschauern bie leichtathletischen Wettkämpfe in Angriff genommen, bie ber deutschen Expedition gleich bei den ersten beiden Entscheidungen zwei schöne Siege einbrachten. Am Vormittag waren alle Athleten zu einer Kranzniederlegung am Grabmal bes Unbekannten Solbaten angetreten und nachmittags fand vor der Eröffnung der leichtathletischen Konkurrenzen bie Siegerehrung für bie bisher ermittelten Meister statt. Dann begannen bie Wettkämpfe. Als erste Konkurrenz würbe bas Diskuswerfen entschieden, das unserem Hansheinz Sievert mit 46,47 Meter einen sicheren Sieg vor dem Königsberger Hill- brecht, der auf 46,37 Meter kam, einbrachte. Der Ungar Josza, der bei den Vorkämpfen mit einer Leistung von 45,99 Meter geführt hatte, konnte in der Entscheidung seine Leistung nicht mehr steigern und belegte den dritten Platz. Den zweiten deutschen Sieg gab es im Hoch - fprungber Frauen. Gisela Maue rm eyer war ihren Gegnerinnen weit überlegen und errang mit der respektablen Höhe von 1,50 Meter den Meistertitel. Den zweiten Platz sicherte sich die Tschechin Jovacs mit 1,45 Meter vor vier weiteren Springerinnen, die alle 1,40 übersprangen. Das Speerwerfen fiel an die Polin Cekarova mit 38,19 Meter. Die deutsche Meisterin Goldmann sicherte sich mit einer Weite von 36,64 Meter den zweiten Platz. Frl. weder Tennis-weiskerin. Einen großen Erfolg konnte die junge Berliner Tennisspielerin Frl. Erika Weber buchen. Sie Aus aller Wett. Die Flugzeugkalasirophe bei Kairo kein Sabokageakt. Die unter Leitung des Generals Pellegrini nach Kairo entsandte Kommission zur Untersuchung des Flugzeugunfalles, bei dem Minister Razza mit feinen Begleitern den Tod fand, hat soeben einen ausführlichen Bericht vorgelegt, nach dem ein Sabotageakt vollkommen ausscheibet, da das Flugzeug während des kurzen Aufenthaltes auf dem Flughafen Almaza bei Kairo ftänbig unter schärfster Bewachung stand. Ebenso kommt die Möglichkeit eines falschen Manövers bei ber hervorragenden Ausbildung und Leistung der Flugzeugführer nicht in Betracht. Es ist vielmehr anzunehmen, daß irgendein Defekt am Motor ober an ber Brenn ft offzufuhr plötzlich auftrat und die Piloten zur Umkehr zwang. Bei dem Versuch, ben Flughafen Almaza roieber zu erreichen, muß entroeber die Schnelligkeit bes Flugzeuges stark nachgelassen haben, so baß es ins Irubeln kam unb abstürzte, ober ber dichte Bodennebel täuschte die Flieger bei dem Versuch, eine Notlandung vormnehmen, so daß das Flugzeug steil gegen den Boden stieß und in Trümmern ging. Das große Fährunglück in Ostpreußen vor Gericht» In A l l e n ft e i n begann ber Prozeß gegen ben Schiffsführer Wubratus und den Pächter des Fährbetriebes auf dem Wulpingsee Sombrero« s k i. Auf dem Wulpingsee ereignete sich am Abend des 26. Juni jenes furchtbare Unglück, das zwölf Menschenleben forderte. Ausflügler, die von der Hertha-Insel nach Hause zurückfahren wollten, benutzten das Fährboot, das den Verkehr zwischen der Insel und dem Lande vermittelt. Infolge ^u großer Belastung wurde das Boot von oen an diesem Abend hochgehenden Wellen voll- geschlagen und sank. Herzzerreißende Szenen spielten sich ab. Das Boot war zum Teil mit halbwüchsigen Mädchen besetzt, Insassen des Marthaheims in Allenstein, die mit ihrer Leiterin einen Ausflug gemacht hatten. Statt Karten. Karl Metzler Preußischer Oberförster kn Alter von 57 Jahren Die trauernden Hinterbliebenem rorsthaus Dünsberg bei Gießen, den 14. August 1935 Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. August, mittags 1 Uhr in Bieber von der Reehmühle aus statt. 4653 D Gewiunauszug 8n ber-! Ohne Gewähr Nachdruck verboten 3752« 97402 110799 7. Ziehungstag 15. August 1935 Sn der heutigen Bormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 142478 147317 147460 176637 33634 45805 106102 34302 238934 380695 151766 151916 168262 174654 296400 352137 375228 377036 4879 17684 97733 99120 99759 103439 imiiiiimiiiniiiiiiiiiiiimiiiiiimniiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Druckschriften ßrühl'sche Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 . 394944 - 395637 95239 354352 153260 179583 229323 285260 331138 370262 229079 275985 305282 360773 394697 240110 804621 349744 888926 48306 71324 82116 89185 97286 313295 389612 20861 42183 62466 79360 87643 93643 123906 161837 196043 234679 303859 345548 377456 191074 230684 292811 338639 375935 6863 22684 47826 76570 85439 95616 192859 258710 299516 358618 380380 168435 223645 243199 307412 350735 398957 181829 229150 281690 310570 367509 398706 133945 190155 229208 292372 318040 367976 147471 170366 229002 283777 313684 360441 109678 119762 131461 140175 147114 157420 168770 188252 207981 215229 219553 241132 249948 262199 284152 304374 310613 323613 339568 348034 361547 371294 390273 32771 53608 77281 87693 39777 55404 77742 89962 89046 145963 282684 11494 25110 48320 77137 87303 95734 114439 125108 130395 145281 176570 183683 197499 213067 223014 234444 246398 265709 280405 293584 311345 333704 342412 353763 359648 391269 37480 61556 75098 82903 91314 41382 57745 75471 86852 92029 159693 190998 233966 303629 334123 374046 20704 41200 65831 81710 93137 22130 43220 67414 65254 95469 110281 124294 130230 143605 170760 178105 196367 208917 221341 234341 244535 263955 276358 292221 306945 333702 342143 351289 358732 379474 49157 72087 82605 89583 106237 114039 123892 136649 144149 150621 161389 170796 191261 211848 216952 231857 245247 252962 269641 292113 306169 316028 334434 342868 358412 368058 376759 46244 69661 81955 88361 «7038 1103921 I113333 ,120795 134187 kl42042 1149413 Fl 59601 1170470 1189819 210579 216820 231795 245210 251816 268794 288889 806162 314519 326647 342495 355004 366150 376068 £93608 27766 49539 77178 87637 102678 114788 126869 131122 153844 176699 186449 198174 218086 225684 237820 247172 266004 282375 293939 313424 335573 346314 355051 361785 396060 jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I unb II 24331 44807 67724 79986 87969 95648 103747 111600 119889 132615 140595 148620 158922 169360 188643 209365 216392 225824 242259 250986 266634 286887 306820 311775 327932 340974 352956 363518 374655 390726 5. Klaffe 45. Preußisch-Süddeutsche (2?£ Preuß.) Ktasseu-Lotterie 107840 117671 130989 139531 147092 156341 167945 181645 194659 212640 218095 240748 247632 262116 273953 303810 308079 323562 337348 347560 361035 370506 379992 397479 8 Gewinne zu 3000 TO. 889849 329941 342833 393764 Ziehung wurden Gewinne . gezogen ------ ------ ----- 171038 174034 197600 203593 206830 221100 229428 296267 64 Gewinne zu 1000 M. 16646 25302 26304 26612 46467 65494 78523 78779 89518 111809 112504 (142744 ----— ------ ------ ------ ------ Im Gewinnrade verblieben: 2 In gefeixten Bogen In Heftform In gebundenen Ausgaben 96 Gewinne zu 500 M.-25240 29363 40748 47095 59448 72581 89951 90932 93739 102701 130045 133877 ------ ------ ------ ------ ------ 326 Gewinne jn 300 TO. 2180 3722 16429 18668 19425 ----- ----- 378 Gewinne zu 300 M. 27362 35357 36887 " 112 Gewinne zu 500 M. 5176 5212 10470 17588 119670 36249 41499 44625 45870 49798 75438 92087 97678 100208 103799 103925 107676 ------ H 26093 146808 --------- ------ 12 Gewinne zu 2000.38. 32960 73436 225658 316571 ; 3492 .73 52 Gewinne zu TOOO TO. 69^76 82549 1258T1 140098 ■ 14f739 '•». 145225 ---------- QO HRTlÄRA 216464 270602 300282 358647 391233 20 Gewinne zu 2000 TO. 57921 64586 H46542 149000 252249 255336 284307 871170 107017 114717 125186 136658 145589 153352 163481 179395 191867 212182 217013 239987 246097 262036 270070 294730 307096 323533 336747 347488 358758 368865 379381 klar In der Schrift, überelohtlloh angeordnet, oorgfältlg gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Landwirtschaft und Behörden. Jede Lieferung eohnell, gut und preiswert durch die -ber 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 TO. 61386 8 Gewinne zu 5000 TO. 350605 4 G-wknnev-u 10000 TO. 258658f 288938 SMivinne zu:5000>TO., 46Z62 245331 3S 8 Gewinne -» 3l»0vTO. 60386 251875 396567 _ Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 800000, 2 zu je 100000, 2 zu e 75000, 4 zu je 50000, 4 zu je 80000, 14 zu je 20000, 72 zu je 10000, 148 zu je 5000, 810 zu je 8000, 786 zu je 2000, 2254 zu je 1000, 3642 zu je 600, 14820 zu je 800 Mark. 153130 193187 235658 253222 : 280484 ----- 289496 312868 318525 328351 7329479 332820 337020 346666 365295 > 390017/ 396655 '• Nach kurzer schwerer Krankheit entschlief sanft mein lieber guter Mann, unser treusorgender Vater Lina Metzler, geb. Reis und Kinder 106154 106767 106947 120038 121104 121507 129352 130044 130133 131516 136783 138764 163138 165642 166421 176738 176860 177366 194418 196348 196622 199807 199961 202046 218206 219127 219323 226625 228723 230723 238404 239352 240357 261054 257890 259101 266170 271089 273745 282838 283413 288249 294470 297287 297759 326628 326724 329810 338323 339303 341900 348061 349624 349847 355147 355441 357334 364834 370148 372026 396560 398606 398698 Wkl-SlMW (Anfeuerholz) MisO gibt laufend ab Dampfsägewerk Abendstern Ludwig Kröck Tel. 3580 Jetzt ist es leicht, denn Gemüse und Früchte sind billig. Es lohnt sich also, eipzukochen. Einkochgläser in altbewährter Güte, Dnkooh-Apparate,Thermometer, Gummiringe bekommen Sie preiswert bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 4611 a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 I W ’wp Kubier Schön und gediegen, bequem und praktisch, das sind geschälte Eigenschaften echter Küblet »Kleider Verlangen Sie kostenlos den neuen Kübler-Kafalog. Spezialhaus Fnlr.Teipel 16 Markt 16 --4656 A ■»V- — man kam aus dem lachen kaum herausI Diese gute Gelegenheit zu ein paar netten Erinnerungsbildern durfte auf keinen Fall versäumt werden — wie gut, daß der Gastgeber wohlweislich für eine mit„Panatomic"-Film geladene Kdmera gesorgt hatte I Er wußte aus Erfahrung, daß man mit „Panatomic" auch so, nur bei elektrischer Zimmerbeleuchtung, schnelle Aufnahmen machen kann, weil dieser panchromatische „Kodak" - Film auf die vielen roten Strahlen des elektrischen Lichts besonders stark reagiert. Nun, die Photos wurden denn auch über Erwarten gut: kein Lichthof, keine Farbfälschung, keine Unterschlagung von Tonnuancen und ein besonders feines Korn, das selbst außergewöhnliche Vergrößerungen zuläßt. Probieren Sie’s doch auch mal, wenn Sie liebe Freunde bei sich sehen; knipsen auch Sie solche netten Andenken an Stunden, deren Sie sich gern erinnern — Ihre Gäste werden es Ihnen danken und die RM 1.20, die die 6x9-Spule kostet, sind bestimmt gut angelegtl VW. Wer aber vorzugsweise bei Tages« licht knipst, kommt auch mit dem feinkörnigen orthochromatischen „S.-G."- Film aus. Er ist sogar noch billigen die 6x9-Spule kostet nur RM f.—.