Ur. 165 Erster vlati 185. Jahrgang Dienstag, lö.Znli 1955 Erschemr täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Famllienblätter Heimoltm Bild - Die Scholle Monatt-Vezugrprels: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. * -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernfprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche UnivrrfitStr Such- und §teindruckerei N. Lange in Gießen. 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Man sieht den Führer und Reichskanzler im Gespräch mit Major Fetherstone-Godley, dem Führer der englischen Frontkämpfer, ganz rechts Botschafter von Ribbentrop, als ersten von links SS.-Oberführer von Humann - HaiWho fer, als zweiten von links den Kriegsopferführer Oberlindober und etwas weiter rechts den Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß. (Presse-Illustration Hoffmann-M.) Die Kameradschaft der Front zeigt den Völkern den Weg zur Verständigung. Botschafter von Ribbentrop heißt die englischen Frontkämpfer in Berlin willkommen. Berlin, 15. Juli. (DNB.) Der Reichskriegs- opferführer, Pa. Oberlindober, gab zu Ehren der Vertreter der Brittfh Leaion ein Frühstück in dem mit den deutschen und britischen Farben und Fahnen geschmückten Festsaal de^Hotels Kaiserhof. Der Einladung waren u. a. gefolgt: Reichs- arbeitsminister Seldte, Botschafter von Ribbentrop, der Führer des Kyffhäuserbundes Oberst a. D. R e i n h a r d , der Führer des Reichstreubundes Gauleiter Oberpräsident Schwede (Koburg), der Führer des Reichsverbandes deutscher Offiziere Generalmajor a. D. Graf von der Goltz, der Stadtkommandant von Berlin Generalleutnant Schaumburg, SS.-Obergrup- penführer Dietrich, der Führer des deutschen Roten Kreuzes Herzog Karl Eduard von S a ch s e n - K o b u r g u n d G o t h a und die SA.- Gruppenführer Uhland, Meyer-Quade und Prinz August Wilhelm von Preußen. Volschafier von Ribbentrop führte bei dem Empfang u. a. folgendes aus: Es !ft für uns alte deutsche Frontsoldaten ein ganz besonderes Ereignis, heute z u m ersten Male feit Beendigung des großen Völkerringens, englische Frontkämpfer des großen Krieges m Deutschland, in unserem neuen Deutschland, und hier unter uns zu sehen. Hat doch seit jenen schweren Jahren scheinbar fast jede Verbtn- dung zwischen den Männern gefehlt, die mit Leib und Seele ihrem Land verschrieben, sich jahrelang im Kampf auf Tod und Leben gegenuberstanden. Als diese Männer nach Beendigung des großen Ringens die Waffen niederlegten und m die Heimat zurückkehrten, batten sie zunächst keinen anderen Wunsch als zu vergessen. Aber das große Fronterlebnis, mit seinen Erinnerungen der furchtbarsten Not und der treuesten Kameradschaft, aber auch des Gefühls der großen Achtung vor dem gleich tapferen Gegner, waren nicht zu vergessen. Man schloß sich zusammen in Gruppen, um die Wunden zu heilen, und schließlich entstanden hieraus die jetzigen großen Organisationen der ehemaligen Kriegsteilnehmer. Unendlich viel Gutes ist seitdem von diesen Bereinigungen geleistet worden, um den Opfern des Krieges und den Kameraden, die nicht aus eigener Kraft weiter konnten, zu helfen. Aber, meine Kameraden, so wertvoll und aus wahrem Kameradschaftsgeist diese nationale Arbeit der alten Soldaten auch ist, so glaube ich, st ndd i e Kampfer des Weltkrieges heute durch das Schicksal bestimmt, eine weit über ihre ursprüngliche Zielsetzung hm- ausaeberrde Aufgabe, ja, vielleicht eine ge- ^chbchtliche Mission zu erfüllen. Diese liegt !n der Volkerversöhnung! Wenn ich vor- hin von dem Fehlen jeder Verbindung zwisch^i den kämpfenden Gegnern des Weltkrieges sprach. so habe ich bewußt von dem „scheinbaren" Fehlen einer Verbindung gesprochen, denn solche haben zwischen einzelnen Frontkämpfern oder Frontkämpfergruppen seit vielen Jahren bestanden. Das gemeinsame Fronlerlebuis, die gegenseitige Achtung der tapferen, anständigen und ehrlichen Gesinnung hat ehemalige Gegner immer wieder zueinandergeführt und nicht selten xu Freunden gemacht. Sollte aber das, was bei einzelnen möglich ist, nicht auch bei Rationen gelingen? Dies, meine Kameraden, muß unsere Aufgabe, muh die wahre Aufgabe der Frontkämpfer sein. Vor der Erhabenheit des Fronterlebnisses kann keine Heuchelei, können keine diplomatischen Kniffe standhatten, und nichts scheint mir geeigneter, die Völker einander näher zu bringen und die Probleme aus der egoistischen Alltagsatmosphäre einer Lösung entgegenzuführen, als der aus dem Fronterlebnis geboren ekameradschaftsgei st. Es ist nicht Aufgabe der Frontkämpfer, Polittk zu treiben, oder die Politik ihrer Regierungen beeinflussen zu wollen, aber wir, die wir uns mit den Problemen der europäischen Politik zu beschäftigen haben, wissen, daß politische, für die Völker nützliche Lösungen nicht möglich sind, wenn eine vergiftete Atmosphäre vorherrscht oder solange, wie kürzlich ein ausländischer Staatsmann sagte, „eine durch den Krieg zurückaelallene verarmte, aufgeregte und mißtrauische wett" besteht. Diesen Zustand zu beseitigen und eine Atmosphäre herzustellen, die es den Staatsmännern ermöglicht, nützliche und dauerhafte Vereinbarungen zu treffen, hierin sehe ich die große und dankbare Aufgabe der Frontkämpfer. Erfahrungen, die wir deutschen Frontkämpfer mit den großen Frontkämpferorganisationen unseres westlichen Nachbarn gemacht haben, ermutigen uns in der Auffassung, daß selbst schwierige Probleme auf diese Art leichter werden und, wenn konsequent weiterverfolgt, bestimmt gelöst werden können. Daß wir heute unsere Kameraden von den großen englischen Frontkämpferorganisationen der Britischen Legion hier in Berlin unter uns sehen können, gibt uns die Gewißheit, daß wir unserem großen Ziel einer Versöhnung der ehemaligen Kriegsgegner, vor allem Englands, Frankreichs und Deutschlands, und damit einer Solidarität Europas immer näher kommen. Unbeirrbar und gegen alle kleinlichen Machenschaften und sonstigen Widerstände einer überwundenen Periode werden wir Frontkämpfer auf diesem Wege fortschreiten und, meine Kameraden, ich bin felsenfest überzeugt: Wir werden siegen! Was unsere beieben Länder im besonderen betrifft, so gibt es zwischen Großbritannien und Deutschland keine Differenzen irgendwelcher Art mehr. Ich glaube, seit dem 18. Juni, dem Abschluß des deutsch-englischen Flottenabkommens, das den ersten Schritt auf dem Weg zu einer praktischen Friedenspolitik bedeutet, ist dies allmählich jedermann klar geworden. Der deutsche Reichskanzler hat in seiner großen Rede vom 21. Mai gesagt: „Die deutsche Regierung hat die aufrichtige Absicht, alles zu tun, um zum britischen Volk und Staat ein Verhältnis zu finden, und zu erhalten, das eine Wiederholung des bishereinzigen Kampfes zwischen beiden Nationen für immer verhindern wird." Wir deutschen Frontkämpfer werden unser bestes tun, um dieses Ziel zu verwirklichen, und wir sind sicher, daß wir uns in diesem Bestreben mit unseren englischen Kameraden eins fühlen. In diesem Sinne begrüße ich den Führer der englischen Abordnung, Major Fetherstone-Godley, und die anderen Herren von der Britischen Leaion, und ich weiß, daß ich im Sinne aller hier versammelten deutschen Frontkämpferorganisationen, die nun bald in einem großen Front- kämpferverband zur gemeinsamen Pflege des Frontkämpfergedankens im Sinne unseres neuen Deutschlands zusammengeschweißt sein werden, d. h. also, im Namen aller deutschen Frontkämpfer, ja, des gesamten deutschen Volkes spreche, wenn ich sage: „Unsere englischen Kameraden sind uns herzlichst willkommen!" Reichskrieasopsersiihrer pg. Oberlmdober hieß dann ebenfalls die englischen Gäste herzlich willkommen und erklärte u. a.: Wenn wir heute als frühere Gegner uns an einer Tafel zusammengefunden haben, so soll dies nach unserem Willen ein Anfang sein von Beziehungen, die von Land zu Land, von Frontkämpfer zu Frontkämpfer sich entwickeln sollen. Und so, wie wir als Kameraden vergessen haben, was uns einst gegeneinander hat fechten lassen als brave Soldaten, so ist es unser Wunsch, daß im Laufe der Jahre auch unsere Völker die Wunden geheilt sehen, die ihnen der Krieg geschlagen hat. Sie haben uns im Kriege den Namen „F r i tz" gegeben und wir nannten Sie mit Ihrem alten Soldaten- namen „Tomm y". Mögen sich unsere beiden Völker in Zukunft so verstehen, wie das „Tommy" und „Fritz" 20 Jahre nach Kriegsende heute tun. Major Fetherstone-Godley sprach den Dank der englischen Gäste aus: Er sagte, die Engländer haben nur einmal gegen die Deutschen gekämpft, und wir Vertreter der British Legion sind der Ansicht, daß das ein Fehler war. Dieser Fehler soll sich nicht wiederhol e n. Ich kann wohl im Namen aller alten Soldaten des British Empire sprechen, wenn ich sage, daß wir während des Krieges eine außerordentlich große Hochachtung vor dem deutschen Soldaten hatten. Diese Hochachtung ist für mich persönlich noch gefestigt und verstärkt worden, als ich zur Besatzungsarmee nach Köln kam und sah, wie die Deutschen großes Unglück und harte Zeiten zu tragen verstanden. Dir von der Vrilish Legion sind der Ansicht, daß, wenn überhaupt ein dauerhafter Friede Zustandekommen soll, dieser nur auf gegenseitiger Achtung auf gebaut fein kann. Dies ist ein gemeinsames Vand, das alle verbindet, die ihrem Vaterlande dienen. Dies ist etwas Gemeinsames, das aus uralten Zeiten auf die Menschen gekommen ist. Denn wir auf die wirtschaftlich und politisch zerrissene Wett blicken, so wird uns bewußt, daß irgend etwas Gemeinsames gefunden werden muß, um den Frieden zu sichern. Dieses gemeinsame Vand heißt Kameradschaft. Meine Kameraden und ich sind der festen Ueber- zeugung, daß dieser Besuch in Deutschland der Grundstein für eine Weiterentwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen England und Deutschland sein wird. Ich kann versichern, daß diese Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern nicht an einem Mangel von Bemühungen auf unserer Seite der Nordsee scheitern wird. Zum Schluß dankte Major Fetherstone-Godley für die freundliche Aufnahme und trank auf das Wohl der deutschen Frontkämpferorganisationen. Das Ehrenkreuz der British Legion wurde darauf folgenden Heren verliehen: Reichsarbeit^ minifter Seldte, Botschafter von Ribbentrop, Reichskriegsopferführer Oberlindober, Gauleiter Schwede = Koburg, Oberst Reinhard vom Kyfhäuserbund, General von der Goltz und Freiherr von Lersner. Am Ehrenmal. Zum Besuch der britischen Frontkämpfer nm Ehrenmal Unter den Linden waren deutscherseits Abordnungen sämtlicher Frontkämpferverbände erschienen. Kurz vor 11 Uhr trafen die fünf Abgeordneten der British Legion am Ehrenmal ein. Mit ihnen erschienen der Bundesführer des NS. Deutschen Frontkämpferbundes, der Reichskriegsopferführer und der Führer des Kyffhäuserbundes. Die Vertreter der British Legion schritten zunächst die Front der Verbände ab. Während das Lied vom guten Kameraden erklang, betraten die Vertreter der British Legion die geweihte Stätte. Sie verweilten dort im stillen Gedenken an die deutschen Gefallenen des großen Krieges. Der Kranz aus Mohnblumen ist mit einer seidenen Schleife in den blau-gelben Farben der British Legion überspannt. Auf einer handgeschriebenen Trauerkarte befinden sich die Worte: „Attribute from the British Legion. — July 1935." Die britischen Frontkämpfer begrüßten dann fünf Schwerkriegsbeschädigte und erkundigten sich mit großer Herzlichkeit nach ihrem Befinden. Major Fetherstone-Godley sagte zu ihnen: „Sie sind tapfer und mutig gewesen!" Anschließend erfolgte der Vorbeimarsch der Verbände, denen die englische Flagge vorangetragen wurde. Mit erhobenem Arm vernahmen die Tausende vom Denkmal Friedrichs des Großen her die englische Nationalhymne. Auf dem Englischen Friedhof in Stahnsdorf. Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal Unter den Linden begab sich die Abordnung der britischen Frontkämpfer zum Englischen Ehrenfriedhof in Stahnsdorf zu einer Gedenkstunde für ihre toten Kameraden. Hier haben im südwestlichen Teile auf einem in sich abgeschlossenen Gelände des idyllisch gelegenen Waldsriedhofes annähernd 12 0 0 englische Kriegsgefangene, die während des Krieges in den Gefangenenlagern der Mark Brandenburg starben, ihre letzte Ruhestätte gefunden Vom Eingangsportal des Friedhofs bis zu dem großen Granitkreuz, das die weißen Gedenksteine der halbkreisförmig angeordneten Flachgräber hoch überragt, bildeten einen SA.-Sturm, eine Abordnung der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener sowie Abteilungen der HI. und des BdM. Spalier. Rings um das Ehrenmal hatten die Fahnenabordnungen des Kyffhäuserbundes, des Deutschen Luftsportverbandes, des Kolonialkriegerbundes, des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten, des NS.-Deutschen Frontkämpferbundes, der NS.-Kriegsopferverforgung sowie ein Trom- peterkorps des Reiterregimentes Potsdam Aufstellung genommen. Inmitten der Fahnenkette sah man je eine Standarte der SA. und der SS. Als gegen 18 Uhr bte Abordnung b c r englischen Frontkämpfer unter Vorantritt der britischen Fahne erschien, um zunächst einige Minuten in stillem Gedenken zu verharren, ertönte das alte Soldatenlied „Morgenrot". Nach kurzen Gedächtnisworten des Geistlichen legte der Führer der englischen Abordnung Major Fetherstone- Godley einen Kranz aus roten Mohnblumen nieder. Die Fahnen senkten sich, die Hände ho- Grubengebäude Versammelten fühlen sich wie dem Prädikat Arier- Film erbte amt- Landhäusern für Landwirtschaftsarbeiter und ferner die Schaffung eines staatlichen Landwirtschaft^am- tes vorsehen. Lloyd George befaßt sich auch mit der industriellen Ausdehnung Englands nach Uebersee und vertritt dabei die Ansicht, daß die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Britischen Weltreiches noch sehr entwicklungsfähig sind. Die Denkschrift schließt mit der Bemerkung, emes der wichtigsten Mittel zur Durchführung der Vorschläge sei der „Mut zum Handeln". * Das Hauptinteresse der Londoner Presse gilt dem Reformplan Lloyd Georges. „Daily Expreß" und „News Chronicle" nehmen ihn freundlich auf. In der konservativen Presse wird jedoch im wesentlichen der Standpunkt der Regierung vertreten, die ihn bekanntlich abgelehnt hat. Ein Blatt erklärt, der k o n st r u k t i v e Teil der Vorschläge sei bereits von der Regierung zu einem erheblichen Teil durchgeführt worden, und die Vorschläge, die einen politischen Beigeschmack hätten, würden von sachkundiger Seite verurteilt. Auch „Time s" ist der Ansicht, daß die Regierung bereits „den Rahm von Lloyd Georges Milch abgeschöpft" habe. Viele seiner praktischen Anregungen, z. B. auf dem ©eHcfe des Wege» und Häuserbaues, seien bereits durch- geführt oder würden im geeigneten Augenblick durchgeführt werden. Das Blatt spricht davon, daß der betagte Lloyd George sich nicht damit zufrieden geben wolle, hilfreichen Rat zu spenden, sondern wahrscheinlich eine neue Partei scha - f e n werde. Das abgelehnte Projett. Will Lloyd George ein Wahlprogramm daraus machen? Lloyd Georges Reformplan. Arbeitsbeschaffung und Förderung der Landwirtschaft im Mittelpunkt des Sanierungsprogramms. 3n 740 Jeter Tiefe. , Dortmund, 15. Juli. (DNS.) Am Montag um 11.50 Uhr erfolgte im Untertagebetrieb der Zeche „Adolf von Hansemann" in Dortmund-Mengede auf 740 Meter Tiefe im Revier HI Zlöz „Blücher", aus bisher noch nicht aufgeklarter Ursache eine Explosion. Durch die Explosion entstand an der Unglücksstelle ein Grubenbrand. Die Reichsbekriebsgemeinschaft Bergbau hat anläßlich des Grubenunglücks auf der Zeche „Adolf von Hansemann" an Reichsorganisationsleiter Dr. Ley in Berlin ein Telegramm gerichtet, in dem sie von der schweren Schlagwetterexplosion Kenntnis gibt. Rach dem Bericht des Oberbergamts Dortmund hat die Explosion zehnTodesopfer gefordert,- 27 Bergleute wurden verletzt. Das Revier ist jetzt frei von Explosionsgasen. Die Ursache der Explosion ist noch nicht sestgestellt. Ein schwerverletzter Bergmann ist am Montagabend im Krankenhaus g e st o r b e n, in der Rächt zum Dienstag sind ferner die Bergleute Orlowski und D i ck m a n n ihren Verletzungen erlegen, so daß die Zahl der Todesopfer nunmehr dreizehn beträgt. Das Befinden der 23 im Krankenhaus liegenden verletzten Knappen ist weiter ernst, doch besteht keine unmittelbare Lebensgefahr. An der llnglücksftälte Wie ein Lauffeuer verbreitete sich um die Mittagsstunde des Montag im Außenbezirk Mengede die Nackricht von dem schweren Unglück auf der Zeche „Adolf von Hansemann". Strahlende Julisonne stand über der Unglückszeche, deren hochragende Fördertürme zum Wahrzeichen dieses Stadtteiles geworden sind. Hunderte von Volksgenossen, die zu Fuß, mit dem Fahrrad usw. herbei- geeilt sind, um Einzelheiten über das Unglück und seinen Hergang an Ort und Stelle zu erfahren, umsäumten dicht die Straßen in der Nähe der Schachtanlage. Ein reges Kommen und Gehen von Sanitätsmannschaften und Freiwilliger Feuerwehr kündete schon von weitem von dem traurigen Ereignis. Krankenwagen mit Verletzten strebten in eiliger Fahrt dem Brüder-Krankenhaus zu. Alle Anteilnahme und Sorge gehörte in erster Linie den unmittelbaren Angehörigen der noch einge- schlossenen Männer der Arbeit. Die vor HplosionsunM auf der Dortmunder Zeche „Aböls von Hansemann". 13 Bergleute getötet, 25 Verletzte. - 50000 Mark als erste Hilfe gespendet. infolge der Abwertung des Pfundes 6 r o ß e K u rsoerlufte erlitten, die er durch oie Registermarkkäufe habe wieder ausgleichen wollen. ö ' hr^eü ^a?,t5rann)aIt beantragte Zuchthaus von dreieinhalb Jahren und Geldstrafe von 5000 Mark. An Anklagevertreter stellte fest, daß bei diesem "Katholischer Orden keine Rolle Indern daß der Angeklagte sich hier allein !“sn persönlichen Gründen habe berei- ?as ^teil lautete wegen fort» dPÄ„! 5 15 wiederholten Deoisen- 2 ?a^re Zuchthaus, 3000 nnn Rdnn ^rafpe £nb Einziehung eines Betrages °°n 3400 Mart. Der Blitzend- betonte daß U Hauptverhandlung die Schuld des Angeklagten in b a 5mGlartf?n9* hätte. Der MngeHagte habe ffieih. mis*? Deutschland in grober brse mißbraucht, indem er seine Kurq- JÄ wordkn^daß ^chMÄ^-L Ä tat ES naprhTn11 Geständnis ablegte. Strafverschärfend müsse ®exr Vreiskommiffar untersagt Abstandssummen im Wohnungswesen fnm™i^rnk' y*: Der Retchspreis. "r* leine Richtlinien dasür i « h r6; A. 6 1 ‘ ®11 < tc n allgemein aus dem bisherigen Stande bleiben und daß insbesondere u n g er e ch t f e r t i g t e S t e i g e ru n g en verhindert werden. Damit gegen diese Gründ- sätze, die jedoch eine wirtschaftlich gebotene Miet- fteigerung nach Lage des Einzelfalles nicht unmöglich machen, nicht durch offene oder versteckte Nebenabreden im Umgeyungswege verstoßen werden kann, hat der Reichspreiskommissar einen neuen Erlaß an die Spitzenorganisation der Hausbesitzer gerichtet. Darin untersagt er auch ausdrücklich bas Fordern und Einziehen von A b st a n d s s u m m e n. Bei Uebertretung dieses Verbotes, das selbstverständlich auch wirksam wird, wenn etwa Mieter Abstandssummen fordern, soll auf das schärfste vorgegangen werden. Der Kösener EC. zum Fall Gaxo-Borussia. Die Pressestelle des Kösener SC. - Derbgn- d e 5 teilt der Presse folgendes mit: „Das Verhalten einzelner Angehöriger des Korps Saxo-Borussia in Heidelberg wird von dem Korps als solchem und von dem Verband, dem es angehört, ebenso scharf und entschieden mißbilligt wie von jedem deutschen Volksgenossen und Nationalsozialisten, mag er nun Verbindungsstudent sein oder nicht. Die Vorgänge vom 21. Mai 1935 — weitere Vorgänge waren damals noch nicht bekannt — führten wenige Tage nach dem 21. Mai zu der A u s - Schließung der drei verantwortlichen Korpsstudenten aus ihrer Verbindung und am 31. Mai, unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorgänge, ohne vorherige Prüfung, nur auf Grund der äußeren Erscheinungs- form, zur vorläufigen Entfernung des Korps selbst aus dem Kösener SC. - e r ® a nd. — Auf dem Kösener Kongreß 1935 war das Korps nicht mehr vertreten. Nach Abschluß des akademischen Disziplinaroer- layrens wurde die vorläusige Suspension durch die ben sich zum Gedächtnis an die toten britischen Kämpfer. Dann trat der Bundesführer der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener vor, um einen schlichten Lorbeerkranz niederzulegen. Der Kranz trägt auf der Hakenkreuz- und schwarz-weiß- roten Schleife die Inschrift: „Den toten britischen Frontsoldaten die deutschen Frontsoldaten". Die anwesenden Hitlerjungen und Mädchen forderte er auf, die Gräber der englischen Soldaten mit roten Rosen au schmücken. Mit dem Lied vom guten Kameraden sand die Feierstunde ihren Ausklang. Nach einem Rundgang durch den Friedhof sprach Major Fetherstone-Gooley den Hitlerjungen und Mädchen in herzlichen Worten feinen Dank für die sinnvolle Ausschmückung der Gräber aus. Empfang beim Votschafter von Ribbentrop Botschafter von Ribbentrop empfing am Montagabend die Vertreter der British Legion i n seinem Hause in Berlin-Dahlem. Seiner Einladung hatten u. a. Folge geleistet: der Stellvertreter des Führers, Reichsminister H e ß, Reichskriegsminister v. Blomberg, Reichsinnenminister Dr. F r i ck, Reichsarbeitsminister S e l d t e, der Oberbefehlshaber General der Artillerie F r e i» herrvon Fritsch, Staatssekretär Lammers, Staatssekretär Milch, Gauleiter und Oberpräsident Schwede, Gauleiter Bohle, SA.-Gruppen- führer Prinz August Wilhelm von Preußen, Reichskriegsopferführer Oberlindober, Oberst a. D. Reinhard, Generalmajor a. D. Graf von der Goltz, Freiherr von Lersner, Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg- Gotha, General a.D. Haushofer. Der Empfang bot Gelegenheit zu einer kameradschaftlichen und freundschaftlichen Aussprache zwischen den Vertretern der englischen Frontkämpfer und den Vertretern der Reichsregierung und der deutschen Frontkämpferoerbände. „Vereinigtes"Iemeldirettonum Der einzige Memelländer ausgetreten. Memel. 15. 3ulL (DRV.) Der Landesdirektor Heinrich V u l t g e r e i t s hat dem Präsidenten des Direktoriums Bruwelaitis sein Amt zur Verfügung gestellt. Zur Begründung führte er neben Gesundheitsrücksichten an. daß die Land- wirtschaft des Memetgebietes oor dem vollständigen Zusammenbruch stehe, da ; sie keinen Absatz habe. Er könne deshalb sein : Mitwirken in der memelländischen Regierung nicht , mehr verantworten. Runmehr seht sich das Memel- ( tand-Direktorium nur noch aus Anhängern ; der grohlitauischen Richtung Bruwe- i taitis zusammen, denn die beiden anderen Direk- \ toten Grigat und Anysas gehören den 1 litauischen Parteien bzw. den litauischen Schützen an. * Die Kownoer Regierung ist den verschiedenen Protesten der ©arantiemämte stets mit dem Hinweis ausgewichen, daß oem Memeldirektorium auch ein Memelländer angehöre, also gar kein Grund bestehe, sich sonderlich aufzuregen. Da dieser Memelländer, der Landesdirektor Buttgereit, jetzt seinen Austritt aus dem Direktorium vollzogen hat, sind die Litauer Bruwelaitis, Grigat und Anysas nunmehr vollkommen „unter s i ch". Das waren sie auch vorher schon, wenn es galt, irgendeinen neuen Rechtsbruch auszuhecken und die Bevölkerung zu schikanieren. Denn Buttgereit war doch nur so etwas wie ein Tafelaufsatz, der die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich lenken sollte. In Wirklichkeit hatte er nicht das geringste zu sagen. Daß er als Memelländer es übers Herz brachte, sich in die litauische Gemeinschaft hineinzubegeben, ist ein Kapitel für sich. Eines Tages war er da, fühlte sich aber doch in dieser litauischen Gesellschaft höchst unbehaglich, die in ihm nur einen Handlanger sah, den man bei der nächsten Gelegenheit wieder baoonjagen würde. Buttgereit hat schließlich eingesehen, daß er den Verrat an den Interessen der Memelländer nicht auf die Spitze treiben durfte. Außerdem wollte er feinen Namen nicht mit dem drohenden Zusammenbruch der memelländischen Landwirtschaft in Zusammenhang bringen. Er ist also gegangen, zurückgeblieben ist das „gereinigte" Memeldirektorium. Besaß es niit Buttgereit schon das Vertrauen des Landtags nicht, so wird es in seiner rein litauischen Fassung erst recht feine Mehrheit im neu zu wählenden Landtag finden, es sei denn, daß dieser Landtag das Ergebnis litauischer Wahlschiebungen ist, also das von Kowno vorher bestimmte Gesicht aufweist. Was sagen aber jetzt d i e Garantiemächte, nachdem das Feigenblatt Buttgereit nicht mehr vorhanden ist? Jetzt sitzen nicht mehr Litauer und ein Renegat, sondern nur Litauer in dem Direktorium, das Sach^ der Memelländer sein soll. So ist es jedenfalls schwarz auf weiß in der Memelkonvention, die die Unterschrift der Großmächte trägt, zu lesen. Diese Großmächte haben jetzt das Wort. Oevisenverbrechen eines französischen Staatsangehörigen. ®"Nn. 15.Juli (DNB.) Bor dem Berliner Schnellschossenyerlcht hatte sich der französische Staatsangehörige Julian A l l a i s wegen Deoisen- oergehens zu verantworten. Die Zollfahndungsstelle batte festgestellt, daß der Angeklagte in einem Brief 350 Mark nach Frankreich gesandt hatte. Allais gab zu, vom Juli 1934 bis Juni d. I. insgesamt 4 0 0 0 Mark in gewöhnlichen -örlesen ms Ausland gesandt und dafür Register- gekauft zu haben. Er will auf diese Weise 1200 Mark verdient haben. Der Angeklagte, ein französischer Dominikanermönch, ging nach dem Kriege nach England, um dort Studien zu treiben 1932 siedelte er nach Deutschland über, um ttch in der deutschen Sprache zu vervollkommnen. Nach ferner Bekundung hatte er 500 englische Pfund mit nach Deutschland gebracht, die er in 2000 deut- sche Mark und in französische Franken umwechselte. Zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes wechselte er zunächst nach seiner Angabe kleine Francbeträqe in deutsches Geld um. Die Verluste beim Wechseln erschienen ihm jedoch so hoch, daß er sich die Erlaubnis verschaffte, sich von seinem Bruder aus Frankreich Registermarkbeträge senden zu lassen. Nach seiner Angabe erhielt er monatlich 500 bis 1000 Mk. Mais ging dann dazu über, auch deutsche Reichs- a r k ins Ausland zu senden, um dafür Registermark anaufaufen. Der Staatsanwalt er« klärte, daß der Angeklagte gestanden habe, er habe London, 15. Juli (DNB.) Lloyd George hat nunmehr fein großes Sanierungsprogramm, das die englische Regierung bekanntlich ab gelehnt hat, in Form einer Denkschrift unter dem Titel „Organisation der Prosperität" veröffentlicht. Das Programm, das sämtliche Gebiete des englischen Wirtschafts- und Finanzlebens umfaßt, sieht in erster Linie eine „Prosperitätsan- l e i h e" von 2 5 0 Millionen Pfund zur Finanzierung produktiver öffe.nt- licher Arbeiten vor. Als ständige Behörde zur Ueberroadjung der industriellen, landwirtschaftlichen und finanziellen Aufbaupläne wird ein staatliches „(E n t ro i cf I u n g s a m r vorgeschlagen. Ein „inneres Kabinett" soll aus dem Ministerpräsidenten und vier Ministern ohne Geschäftsbereich bestehen. Weitere Vorschläge umfassen: Kontrolle der Bank von England durch ein die finanziellen und wirtschaftlichen Interessen des Landes vertretendes Ueberwachungsamt, Schaffung eines zentralen Planungsamtes, Neubau von zwei Millionen Wohnungen, Verbesserung des Straßen- und Brückensystems Elektrifizierung der Eisenbahnen, Entwicklung des Luftverkehrs, Schaffung eines Eisen- und Stahlamtes, Reorganisation der Baum- woll- und der Schiffahrtsindustrie. Auch für die Landwirtschaft hatte Lloyd George weitgehende Pläne vorbereitet, die in erster Ihme die Umsiedlung von 500 000 Men- fdjen aufs Land, den Neubau von 100 000 40jähriges Oienstjubrlcium Generals von Leeb. Lpd. Kassel, 15. Juli. Der Oberbefehls- Haber des Gruppenkommandos II in Kassel, General der Artillerie, Ritter von Leeb, begeht am 16. Juli 1935 fein 40jähriges Dienstjubiläum. Die Familie Leeb entstammt einem alteingesessenen oberbayrischen Bauerngeschlecht. General Wilhelm von Leeb, der ein eifriger Berg- fteiger ist, wurde im Jahre 1932 zum Heeres- bergfuhrer ernannt. Er verlebt den Ehrentag auf Urlaub in feinen geliebten bayerischen Bergen. Leiter der Landjugend-Abteüung im Reichsnährstand ernannt. Der Reichs bauern führ er hat mit Wir. fung vom 1. Juli den Oberbannführer Hans Bo- finger aus dem Stabe der Reichsjugendführung zum kommissarischen Abteilungsleiter ID (Landjugend) im Reichsnährstand ernannt. Seine bis- herige Dienststellung als Beauftragter des Reichs- jugendführers im persönlichen Stabe des Reichsbauernführers bleibt davon unberührt. Ausländische Sludenkenfuhrer besuchen Deutschland. Auf Einladung der Reichsführung der Deutschen Studentenschaft unternehmen 17 Fphrer der eng» lischen, irischen, kanadischen und schottischen Studentenschaften eine 14tägige Studienfahrt durch Deutschland. Sie trafen von Grimsby kommend in Hamburg ein, wo sie durch die Vertreter der Reichsfuhrung der Deutschen Studentenschaft begrüßt wurden Die enalischen Studentenführer fahren dann nach Berlin. Abgesehen von der allge» meinen Besichtigung Berlins werden die Engländer durch das Reichsstudentenwerk und durch das 23er- hner Studentenwerk mit seinen Musterbetrieben geführt werden. In München, wo ein Empfang im Braunen Haus stattfindet, werden die Engländer die Reichsautobahn besichtigen. Nach kurzem Auf» enthalt in Heidelberg und dem Besuch eines Fest» Ipiels aus dem dortigen Thingplatz geht es nach Vacharach, wo auf der dortigen Jugendherberge em Zusammentreffen mit der Hitler-Jugend statt- fmdet. Eine Dampferfahrt auf dem Rhein bringt öl? ^Hmnder nach Köln, von wo aus das rheinisch« westfalische Industriegebiet einer eingehenden Be» M^gung unterzogen wird und den Gästen ein Blick in den. praktischen Sozialismus des Dritten Reiches gewährt wird. Am 1. August kehren die Engländer in ihre Heimat zurück. Führung des Kösener SC.-Derbandes bestätigt. Das im Interesse sachlicher Nachprüfung vom Köse» ner SC.-Verband eingeleitete Verfahren wird eine gründliche verantwortungsbewußte und gewissenhafte Prüfung aller Vorgänge und Zusam« menhänge zum Inhalt haben und zu einer gerechten Entscheidung führen auf der Grundlage der lieber« zeugung, der die Führung des Kösener SC.-Der« bandes bereits vor Jahr und Taa und dann wiederholt Ausdruck gegeben f)at, daß die studentischen Korporationen nationalsozialistisch sein oder daß sie nicht sein werden. Die Vorgänge in Heidelberg sind ebenso zu beklagende wie zu verurteilende Einzel fälle, die sich, solange nicht die Welt vollkommen wurde, überall und in allen Vereinigungen von Menschen wiederholen werden. Unsere Aufgabe kann es nur und muß es sein, die Schuldigen zu bestrafen und Wiederholungen dadurch zu verhüten, daß wir die Menschen, mit denen wir es zu tun haben, nicht nur z u nationalsozialistischer Haltung erziehen, ihnen vielmehr auch den nationalsozialistischen Glauben tief ins Herz senken. Das ist unser ehrlicher Wille. Unsere Ehre und unser Glaube aber fordern von uns, Zwei- fei an der nationalsozialistischen G e - sinnung und unserer Treue zu unserem Führer und seiner Weltanschauung — Zweifel, wie sie wegen der Heidelberger Vorgänge gegenüber dem Korpsstudententum, ja darüber hinaus gegenüber dem gesamten Korpora- tionsftubententum geäußert worden sind — offen und mannhaft zurückzuweisen." Gegen anonyme Denunzianten. Berlin, 15. Juli. Die „Deutsche Justiz" veröffentlicht aus dem amtlichen Mitteilungsblatt des Obersten Parteigerichts der NSDAP, einen Beschluß dieser Instanz, der eine einstweilige Verfügung unterer Parteigerichte als unzuläs - s i g aufhebt, da die Einleitung eines Parteigerichtsverfahrens a u f Grund einer anonymen Anzeige erfolgt sei. Zur Begründung wird ausgeführt, daß Schreiben von Feiglingen, die die Ehre anderer angriffen, selbst aber nicht den Mut aufbringen, für die von ihnen ausgestellten Behauptungen persönlich einzustehen, wertlos seien und in den Papierkorb gehörten. Die Gerichte der Partei haben grundsätzlich davon abzusehen, nicht unter- schrieben« Anzeigen zum Anlaß zu nehmen, gegen den Belasteten ein Verfahren einzuleiten. Wer die Parteigerichte zum Einschreiten veranlassen will, muß selbst gewillt sein, für seine Anschuldigungen d i e Verantwortung zu übernehmen. Abwehr jüdischer Störungsversuche in einem Berliner Lichtspielhaus. Berlin, 15. Juli. (DNB.) Von jüdischer Seite hervorgerufene Störungsversuche bei der Ausführung, des schwedischen Films „Petterson & Bendel" in einem Berliner Lichtspielhaus am Kursürstendamm führten am Montagabend zu Kundgebungen vor dem Lichtspielcheater. Eine größere Menschenmenge gab dabei ihrem Unwillen über das herausfordernde Benehmen der jüdischen Theaterbesucher Ausdruck. In den benachbarten, meist von Juden besuchten Gast- und Kasfehäusern verwahrte sich das Publikum gegen das immer dreister werdende Auftreten der Juden. Das Erscheinen der empörten Volksgenossen genügte in den meisten Fällen, um die jüdischen Besucher zum fluchtartigen Verlassen der Gaststätten zu bewegen. Im Cafe Bristol kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen, in deren Verlauf eine Fensterscheibe zertrümmert wurde. Abgesehen von kleineren Zwischenfällen, die ich vor Eintreffen der Polizei ereigneten, gelang es dieser und dem Ueberfallkommando, weiteren Zusammenstößen vorzubeugen. eine große Familie, bei der das Leid des Einen den anderen genau so stark berührt. Eine Arbeiterfrau erklärte, wenn ihr Mann der Katastrophe glücklich entgangen sei, so ginge sie doch nicht eher nach Hause, so lange nicht das Schicksal der anderen Bergleute bekannt sei. Das Unglück ereignete sich gegen 11 Uhr auf der Teilsohle im westlichen Abschnitt des Reviers. Bei dem Unglück handelt es sich um eine Explosion, deren Ursache und Charakter zur Zeit noch nicht feststehen. Die Frage, ob es sich um eine Schlagwetter- oder eine Kohlenstaubexplosion handelt, ist noch offen. Zerstörungen sind im bettessenden Revier kaum vorhanden. Alle Baue können ohne Gefahr befahren werden. Die Untersuchung über die Explosion leitet der Bergreoierbeamte des Bergamtes Dortmund II. Die Vermutung, daß durch die Explosion ein Grubenbrand entstanden ist, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Die Rettungsmannschaft der Unglückszeche, die Feuerwehren, die Sanitätskolonnen und die Rettungstruppen der Nachbarzechen waren in kürzester Frist zur Stelle. Bald nach dem Unglück waren auch die Vertreter des Oberbergamtes Dortmund anwesend, später auch noch Vertreter der Reichsbetriebsgemeinschaft Bergbau aus Bochum, Vertreter der SA., der SS. und andere führende Persönlichkeiten der NSDAP. Die Toten werden im Laufe der Nacht in der Lohnhalle aufgebahrt werden. Die Zeche Adolf von Hansemann ist lange von Unglück verschont geblieben. Das letzte Unglück ereignete sich acht Tage vor Kriegsausbruch 1914 und forderte damals 13 Todesopfer. Tätige Hilfsbereitschaft! Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat an den Betriebssichrer der „Adolf von Hansemann-Grube" in Dortmund-Mengede folgendes Telegramm ge- sandt: „Schon wieder steht das deutsche Volk an den Bahren tapferer deutscher Männer, die ein unergründliches Geschick jäh von unserer Seite riß. Das Schlagwetterunglück auf Ihrer Grube hat mich tief erschüttert, aber je härter das Schicksal mit uns verfährt, desto enger wollen wir unsere Kameradschaft in tätiger Hilfsbereitschaft bekennen. Der Reichs- bettiebsgemeinschaftsleiter Padberg hat mit der gleichzeitigen Ueberweisung von 50000 Mark meine sämtlichen Vollmachten zur Linderung aller durch das Unglück entstandenen Nöte und Sorgen der Hinterbliebenen und Verletzten übermittelt erhalten." Wie der „Völkische Beobachter" hierzu mitteilt, handelt es sich bei dem schwedischen Tonilm „Petterson & Bendel" um einen ausgezeichneten Bildstreifen, der in lebensechtem Ablauf den Wesensunterschied zwischen ~ ' tum und Judentum darstellt. Der hielt als erster ausländischer Film durch liche deutsche Filmprüfstelle das höchste _________ „S t a a t s p o l i t i s ch wertvol l". Er soll auch auf der Internationalen Filmausstellung in Venedig vorgeführt weiten. k ü V 5 dl l‘ ifl de Die britische Armada i 3m Solent, der Meerenge zwischen der eng. lischen Südküste und der 3nsel Wight, sind alle Kriegsschiffe der englifchen Heimat und der Mitlelmeerflotte, insgesamt 111 Fahrzeuge, in langen Reihen verankert für die Flottenparade aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums des Königs. Durch die Ankunft der Reserveflotte aus dem Aermelkanal wird sie auf 157 gebracht werden. Dies ist die größte Ansammlung britischer Kriegsschiffe feit 1914. Montag nachmittag traf der König mit seinen Söhnen in Portsmouth ein und begab sich sofort an Bord der königlichen Jacht. Am Dienstag erfolgt die Besichtigung. Am Mittwoch wird die große Armada zu Manüvern und Schießübungen auf hoher See auslaufen, hierbei wird scharfe Munition verwendet werden. Das alte Schlachtschiff „Lenturion" und ein besahungsloses, drahtlos gelenktes Flugzeug werden als Schieh- fcheiben dienen. Der Andrang des Publikums ist ungeheuer. 19 große Ozeandampfer mit Taufen- den von Fremden werden erwartet. ♦ Die Flotte bleibt Englands hort. Die große Flottenrevue an Englands Südküste soll aller Welt deutlich machen, daß England nach wie vor in der Flotte seinen eigentlichen Schutz erblickt. Die riesen- basten grauen Reihen der englischen Kriegsschiffe solle zeigen, daß England nach wie vor alles tut, um seine Ueberlegenheit zur See aufrechtzuerhalten. Und wenn auch gemäß dem Washingtoner Abkommen nominell die amerikanische Flotte gleich stark sein sollte wie die englische, England also damals auf das Monopol zur See verzichtete, so ist doch die amerikanische Flotte noch nicht voll ausgebaut, überdies ist durch die amerikanisch-englische 23erftänbigung jeder Kriegsfall der beiden verwandten Rationen ausgeschlossen und England kann au Rückendeckung durch die Geschwader der Vereinigten Staaten rechnen. Ferner ist durch das deutsch-englische Marineabkommen den Engländern die vor dem Kriege ihre Politik verwirrende Furcht vor einer deutschen Flottenrivalität genommen. Die enalische Admiralität faßte sehr schnell die vom deutschen Führer aus- gestre'ckte Hand und bereinigte damit ein Feld, auf dem die Saat des Mißtrauens, der Furcht und des Haffes gegen Deutschland gewachsen war. Diese Wirklichkeitspolitik der britischen Flottenführer hat eine gänzlich veränderte Lage geschaffen. Auch von Deutschland hat die englische Mutterinsel nichts zu fürchten. Und da eine seepolitische Friedensfront der Vereinigten Staaten, Deutschlands und Großbritanniens wenigstens durch Verabredunaen über die Flotten der beteiligten Mächte in Englands Interesse liegt, ist damit trotz aller Wandlungen der Kräfteverhältnisse der einzelnen Staaten England nach wie vor in einer unüberwindlichen Lage zur See. Die 157 großen englischen Kriegsschiffe sind vor Portsmouth aus der Nordseeflotte und aus der des Mittelmeeres gebildet worden. Und mit Stolz werden Millionen Briten sich diese Manöver ansehen, die seit 1914 zum ersten Mal in großen Gesamtverbänden die britische Armada manövrieren lassen. Bis zum Weltkriege war die englische Kriegsflotte unbesiegt, und erst die Skagerrakschlacht brach das erste Reis aus dem für die Briten unvergänglichen Lorbeerkranz Nelsons. Man muß verstehen, daß der Engländer in der Flotte die eigentliche Grundmacht jenes Imperiums erblickt, gegen das das römische Imperium doch nur ein Mittelmeer-Staat war. Der gewaltige Besitz Englands in allen Erdteilen wird gesichert lediglich durch seine Flotte. Die schnellen Kreuzer halten diese Verbindung aufrecht und überall in der Welt, vom Fernen Osten, wo Singapore zum größten englischen Kriegshafen ausgebaut wird, über Australien, das in Port Darwin jetzt einen neuen Stützpunkt der britischen Flotte geschaffen hat, bis über die Flottenstationen im Mittelmeer Cypern, Port Said, Malta, Gibraltar und im Atlantischen Ozean hält die englische Flotte Wacht. Seit dem elisabethanischen Zeitalter hat die Mutterinsel konsequent gerade durch die Beherrschung der See sich zum größten Kolonialreich der Welt entwickelt. Als die große spanische Armada Philipps II. vor der Gewalt der Stürme und den kleinen und schnellen englischen Kriegsschiffen zerbrach, ist England , nach Ueberwin- dung dieser ungeheuren spanischen Flotte konsequent darauf ausgegangen, die spanische Universalmonarchie zur See niederzuringen, und als das gelang, der Katholizismus als Universalmonarchie eine Niederlage erlitt, von der er sich nicht wieder erholen konnte, warf sich die britische Marine auf die protestantische des kleinen aber seegewaltigen Holland und rang sie nieder. Fast gleichzeitig, in jahrhundertelangen Kämpfen, wurden die Versuche der Franzosen vernichtet, zur See England Konkurrenz zu bieten, und nicht nur Kanada war der Lohn der britischen Unentwegtheit und Folgerichtigkeit. Aus französischen und spanischen und holländischen Kolonien erwuchs so das britische Riesenreich, und als Bonaparte bei Trafalgar seine Flotte im Kampf gegen Nelson verlor, waren die Versuche, eine französische Universalmonarchie zu schaffen, festgelaufen. Dieser Sieg war entscheidend. Frankreich hatte die Partie verloren und alle Hoffnungen des Prinzen Joinville, des Sohnes des Bürgerkönigs und nachher Napoleons III., aus der Umwandlung der Holzschiffe in die eisernen Seegeschwader Nutzen zu ziehen und eine der britischen Flotte gleichstarke französische zu bauen, zerflossen, weil sich mit ungeheurer Energie die britische Zähigkeit auf den Bau neuer Geschwader warf und in Frankreich die politische Unrast und der ständige Regierungswechsel nicht dazu kam, etwas den britischen Geschwadern Ebenbürtiges zu schaffen. Damit war England der Beherrscher der See, bis etwa um die Jahrhundertwende andere Nationen den Bau von Kriegsflotten begannen. hauptsächlich um des Handels und der Flotte willen ist England in den Weltkrieg gegangen. Es hat dabei immerhin, wenn auch siegreich, erleben müssen, daß ein Flottenmonopol zerbrach. Die Zeiten sind vorbei, da England, gestützt auf seine Ueberlegenheit zur See, nicht nur allen Mächten das Gesetz seines politischen handelns auflegen konnte und 'rücksichtslos durchführte, wie die Beschießung Kopenhagens vor 125 Jahren. Aber die neue Methode der Verständigung zur See hat mehr als die veraltete des Machtkampfes England den Vorteil verschafft, daß es tatsächlich heute noch die Macht ist, die zwar nicht mehr allein die See be- herrscht in Wirklichkeit aber noch immer auf der See die stärkste Waffe besitzt. Die stählernen Kolosse Englands, ihre Verbindung mit den modernen Waffen in der Luft, sind der stärkste Aus- Mien allein Schiedsrichter feiner nationalen Zntereffen. Oer achte Mobilmachungsbefehl. —Reue Divisionen als Ersah für die nach Afrika gesandten Truppen —Zehn neue Ll-Noote. Ueberzeugung, daß eine gesunde Nation ihre Zukunft nicht zu sehr auf alte und neue Freund- chaften bauen dürfe, sondern nur auf s i ch e l b st. „Gazzetta del Popolo" stellt in den Vor- jerarunb ihrer Betrachtungen, baß Italien in ber abessinischen Angelegenheit sich Bewegungsfreiheit vorbehalte unb der einzige Schiebsrichter über bie geeignetste unb wirksamste Art ber Verteidigung seiner nationalen Interessen zu bleiben wünsche. Ztaliens Forderungen. London, 15. Juli. (DNB.) Reuter meldet aus Genf, daß bie Rücksprache zwischen Lon- b on, Paris unb Rom zwecks Erzielung eines Kompromisses in ber italienisch-abessinischen Streitfrage fortgesetzt werbe. Die Italiener sollen vier Forberungen vorgelegt haben: 1. Berichtigung ber Grenzziehung, 2. wirtschaftliche Zugestänbnisse, 3. Bau einer Eisenbahn zwischen Eritrea unb Somalilanb, 4. Einsetzung italienischer Berater in ben abessinischen Regierungsämtern. In ben ersten beiben Punkten, so heißt es in bem Bericht weiter, erwarte man wenig Schwierigkeiten. Man glaube aber, baß bie abessinische Regierung bie Errichtung s o g. „Schutzzonen" zu beiben Seiten ber geplanten Eisenbahnen ab* lehnen unb sich auch in ber Frage ber Bera * t e r ablehnenb verhalten werbe. 3n Italienisch-Somaliland. Ein Augenzeugenbericht. Ein in Ostafrika ansässiger Kaufmann schreibt: „Auf meiner kürzlichen Heimreise von Ostafrika benutzte ich einen italienischen Dampfer, ber bie Haupthäfen von Jtalienisch-Ostafrika, M o - g a b i 5 c i o unb Massaua , anlief Mogabiscio ist ber bebeutenbfte Hafen von Italienisch- Somalilanb. Die Bucht zeigte bas B i l b großer militärischer Aktivität. Fünfzehn anbere Dampfer, fast alle unter italienischer Flagge, lanbeten Truppen unb löschten große Men- aen von Kriegsmaterial unb Lebensrnitteln. Eine Anzahl von Militärflugzeugen kreuzte bauernb am Himmel. Die hafenpolizei kam sofort an Borb unseres Schiffes, unb jeher Passagier, ber an Lanb gehen wollte, mußte einen Erlaubnisschein haben. Tausenbe von Solbaten waren unter Zeltbahnen in ber glüfjenben Sonne auf bem heißen Sanb Moaabiscws gelagert. Ein trostloserer Anblick, als ihn biefer Platz barbot, ist kaum vorstellbar. Ein englischer Journalist kam an Borb unb erzählte, baß er trotz hervorragenber Empfehlungsbriefe einflußreicher Persönlichkeiten in Rom keinerlei Unterstützung von ben Behörben in Somalilanb gcfunben hätte unb seine Aufgabe, über bie italienisch-abessinischen Kriegsvorbereitungen zu berichten, als hoffnungslos hätte aufgeben müssen. 150 Offiziere unb Solbaten würben an Borb unseres Schiffes genommen, bie entroeber wegen Krankheit ober nach 5jähriger Dienstzeit in Somalilanb nach Haufe zurückkehrten. Nach einem Aufenthalt von 24 Stunben verließen wir ben Hafen unb erreichten nach 4 Tagen Maffaua, ben zweiten Hafen Italienisch-Soma- lilanbs. Dieser Hasen ist ein Sammellager für italienische Truppen geworben. Die hauptstabt Asmara liegt 120 Kilometer von hier im Innern bes Lanbes unb ist in etwa Zftünbiger Fahrt zu erreichen. Der Hafen war im wahrsten Sinn bes Wortes voll mit in Truppenschiffe ver- wanbelten Passoaierbampfern, Frachtbampfern unb Kriegsschiffen. Äerschiebene Dampfer, bie nach uns ankamen, mußten außerhalb bes Hafens vor Anker gehen, um bort zu warten, bis einer ber ßanbe- Plätze frei würbe. Eines biefer Schiffe war ein Luxusbampfer von 22000 Tonnen, ber für Truppenbeförberung requiriert war. Der lange Kai war mit haushohen Stapeln von Kriegsmaterial bebeckt. Zusammenlegbare Holzbaracken, Stachelbraht, Material für Eisenbahnen, Nahrungsmittel, große Mengen von Straßenbaumaterialien, Zement, Teer, Willblech, Ambulanzen, Lastwagen, Waffen unb Munition, Tanks unb hunberte anberer Kriegsmaterialien waren hier aufgestapelt. Flugzeuge waren bauernb am Himmel. Eine anscheinend endlose Reihe von Lastkraftwagen fuhr von hier auf ber Straße ins Innere des Lanbes. Man hörte wieberholt von italienischen Beamten unb Offizieren bie Ansicht, baß im September mit ber Offensive begonnen werben sollte. Drei bis vier Monate intensivster Kriegführung von ber Luft aus würbe ben Abessinier mürbe machen, so nimmt man in italienischen Kreisen an. Rom, 15. Juli. (DNB.) Das italienische Presse- und Propagandaministerium gibt Montagmittag den achten amtlichen Mobilmachungs- bericht bekannt, ber folgenben Wortlaut hat: Das beschleunigte Tempo ber militärischen Vorbereitungen für Abessinien macht bie Einleitung weiterer militärischer Maßnahmen notmenbig. Der Duce hat als Minister ber italieni- chen Streitkräfte bie Mobilisierung ber Division Sila angeorbnet, bie von ben Generälen Bertini unb Ceru11i befehligt wirb. Gleichzeitig ist eine weitere Division auf- g e ft e 111 worben, bie sich Sila II nennt, unb unter dem Kommanbo bes Generals b e Michelis steht. Außerbem würbe eine fünfte Division fa» ch isti s ch er S cd w a r z h e mb e n mobilisiert, bie ben Namen „1. Feoruar" trägt. Die Schwarzhemben- Formationen, bie bereits nach Afrika ent- anbt würben, werben hier neu aufgestellt. Die Spezialisten ber Pionier- unb Kraftahrabteilungen werben in ben Jahrgängen 1909, 1910 unb 1912 mobilisiert. Das Lustfahrtministerium hat bie Mobilmachung weiterer Piloten unb Spezialisten befohlen. Das Marineministerium hat ben unverzüglichen Bau von 10 neuen Unterseebooten angeorbnet, bie anfangs bes nächsten Jahres gleichzeitig vom Stapel gelassen werben sollen. ♦ Die Eingangsworte ber Mitteilung über die Mobilmachung ber weiteren Divisionen geben ben Leitsatz für bie in ber heutigen norbitalienischen Presse veröffentlichten Kommentare, bie alle von bem Gebauten ausgehen, baß Kriegs Vorbereitungen Abessiniens bie Einberufung neuer Truppen in Italien unaufschiebbar machten. Es wirb barauf hinaewiesen, baß sich Italien weber burch Presseangriffe noch burch bas Suchen nach Formulierungen von ben Zielen, bie zum Schutz feiner Interessen und seines Prestige klar vorgezeichnet seien, abbringen lasse. Für „Popolo d'Jtalia" ist der Mobilmachungs- bericht Nr. 8 ein neuer Beweis für bie unbeug- ame Festigkeit, mit welcher bie faschistische Regierung ben Widerstanb aufnimmt. Die gleichzeitige Bilbung von Ersatz-Divisionen zeige wieber einmal ben festen Entschluß ber Re- ! jierung, die militärische Schlagkraft Ita- ' iens in Europa sicherzustellen. „Stampa" hebt hervor, baß die Diplomatie im gegenwärtigen Zeitpunkt nichtin der Lage sei, einen Ausweg zu finden. Wenn über Genf ober auf irgenbeinem anderen Wege ber Knoten auf gute Weise gelöst werben könne, bann umso besser, wenn nicht, werbe man zum Schwert greifen. Die Erfahrungen ber letzten Zeit stärkten Italien in ber druck des Lebens- unb Behauptungswillens der britischen Nation, an Englcmbs Sübküste zeigen jetzt diese Waffen, baß Englanb für ben Ernstfall gerüstet ist unb ben verschwunbenen Jnselcharakter burch einen Ausbau feinen Schutzes zur See wettmacht. Kunss und Wissenschaft. Der neue Präsident der ^eichsmusikfammer. I ,,, A. U ; W W W Generalmusikdirektor Dr. Peter Raabe, ber, wie bereits gemeldet, als Nachfolger von Dr. Richard Strauß zum Präsidenten ber Reichsmusikkammer bestimmt würbe. (Weltbilb-M.) Japanische Ehrung für Botschafter a. D. Dr. Solf und Professor Geiger. Die 25. Jahrhunbertfeier ber Geburt Gautama Bubbhas ist in Tokio im Dezember 1934 festlich begangen worben, mit feierlichem Gottesbienst unter Leitung bes Abtes bes berühmten horiuchi- Klosters unb in Anwesenheit eines kaiserlichen Drinzen. Zum Gebächtnis biefes Tages haben bie japanischen Bubbhisten beschlossen, eine Mebaille zu prägen unb acht Exemplare dieser Medaille an hervorragende abendländische Gelehrte zu verleihen. Unter den Ausgezeichneten befinden sich auch zwei Deutsche, nämlich der Botschafter a. D. Dr. Solf und ber Münchener Universitätsprofessor Dr. Wilhelm Geiger. Der beutsche Botschafter von D i r k s e n hat biefer Feier beigewohnt unb ben Dank ber Regierung sowohl wie ber Beliehenen ausgesprochen. Beginn der Reichsfestspiele in Heidelberg. Am Sonntag begannen im Hof ber hoibelberger Schloßruine bie biesjährigen Reichsfestspiele mit einer Ausführuna des „Käthchens von h e i I b r o n n". Der Aufführung wohnten ber badische Gauleiter unb Reichsstatthalter Wagner, ber babische Ministerpräsibent Koehler und Reichsdrarnaturg Dr. S ch l o e s s e r bei. Reichsdra- maturg Dr. Schloesser eröffnete den Abend mit einer Ansprache, in ber er auf bie Naturverbunbenheit des beutschen Volkes hinwies, bas sich aus tiefem Bebürfnis heraus als Kennzeichen des beutschen Wesens bas Naturtheater geschaffen habe. In hei- belberg erreiche bie Entwicklung ber Naturbühne ihren Höhepunkt, denn Heidelberg habe die Jdeal- landschaft ber Romantik, unb die deutsche Geschichte chaue aus allen Mauern. Dr. Schloesser schloß mit bem Wunsche, daß auch diese Festspiele Werke sein mögen: bem Volke zur Freube, den Künstlern zum Ruhme unb dem Reiche zur Ehre. Dann würbe Kleists Liebesmärchen in ber Inszenierung von Richarb Weichert gespielt. Das Werk "erhielt auf ber herrlichen Freilichtbühne einen einzigartigen Rahmen. Angela S a l l o k e r als Käthchen, Else Petersen als Kunigunbe, Walter Kottenkamp als Friebeborn, Paul Wagner als Wetter vom Strahl unb Walter Werner als Gottschalk finb bie Hauptdarsteller. Die Aufführung fand eine begeisterte Aufnahme. Im Rahmen der Reichsfestspiele werden in ben nächsten Wochen im Schloßhof noch aufgeführt wer- den: ber „Götz" unb „Was Ihr wollt"; im Königssaal bes Schlosses „Minna von Barnhelm" unb zum ersten Male auf ber Thingstätte auf dem heiligen Berg das Weihespiel „Der Weg ins Reich". Die Pressestelle ber Reichsfestspiele heibelberg teilt mit: Zum Besuch ber Heidelberger Reichsfestspiele in ber Zeit vom 14. Juli bis 18. August geben bie Bahnhöfe im Umkreis von 300 Kilometer um heibelberg Sonntagsrückfahrkarten mit verlängerter Geltungsbauer nach heibelberg aus. Die Karten gelten zur Hinfahrt jeweils vorn Freitag 0.00 Uhr bis Sonntag 24.00 Uhr, zur Rückfahrt jeweils von Samstag 12.00 Uhr bis Montag 24.00 Uhr (spätester Antritt ber Rückfahrt). Die Karten mit verlängerter Geltungsdauer gelten zur Rückfahrt nur, wenn sie auf der Rückseite ben Stempel ber Reichsfestspiele heibelberg tragen. Zugleich teilt bie Pressestelle ber Reichsfestspiele mit, baß eine Reihe S o n b e r • züge zu ben Reichsfestspielen fahren werben. 9ns- besonbere werben solche Züge von ber NS.-Gemein» schäft „Kraft burch Freude" zusammengestellt. M- ■ Der österreichische Bunbeskanzler Dr. Schuschnigg erlitt, wie gestern schon gemelbet, in der Nahe von Linz einen schweren Autounfall, bei bem feine Gattin ben Tob fanb unb fein Sohn, sowie ber Chauffeur schwer verletzt würben. Man sieht hier bas zertrümmerte Auto, bas gegen einen Baum gerast war. (Scherl-M.) Aus aller Well. Die Ueberfchwemmungskatastrophe in China. Zu ben in ben letzten Tagen eingetroffenen Um glücksmelbungen über bie hochwafferkata- strophe in allen Teilen Chinas gehen neue Botschaften ein. Danach finb im Gebiete bes in ben lungtje münbenben Lislusfes über 200 Deich- brüche erfolgt, bie eine verheerenbe lieber» schwernmung bes Lanbes zur Folge haben. Mehr als 2 0 0 0 Ertrunkene werben bisher gemelbet, boch bürste bie Zahl bei weitern höher fein, lieber 200 000 Menschen finb obbachlos geworben. Mehr als 30 000 Hektar Lanb finb überschwemmt. Die Behörben hankaus haben alle verfügbaren Arbeitskräfte aufgeboten, um bie stellenweife rissig gewordenen Tschangkungbeiche, von deren Widerstand das Schicksal hankaus abhängt, zu sichern. 10 000 Soldaten und mehrere Tausend Arbeiter führen Tag und Nacht bei unglaublichen Temperaturen die schweren Arbeiten durch. Schon jetzt beginnt sich in der Stadt Lebensmittelknappheit bemerkbar zu machen. Der Bahnverkehr östlich Tientsin—Peiping ist unterbrochen. Die große Hitze, bie über China eingesetzt T)at, gibt zu ber Besorgnis Anlaß, baß Seuchen bas Ueberschwem- mungsgebiet Heimsuchen können. Das Ueber» fchwemmungsgebiet bes gelben Flusses behnt sich immer weiter aus. Jetzt ist auch ber Süben in der Provinz hopei von ben Fluten erreicht worben. Mehr als 300 Dörfer würben unter Waffer gefetzt. 400 000 Chinesen finb burch bie lieber- schwernmung dieses Gebietes obdachlos geworden. Oberheffen immer wieder von einer Seite wird, die ein der Haltung Kaum gefahren. Gebrauchter Kleinwagen Ä Handkarren fabrikneu, zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. mit tüte 03024 4138 A Am Freitag ML MW mit sämtl. Aus- ”!Uwoch'17- 4iaoD mit sämtl. Aus- 41' d Preis unt. 03027 andenGieß.Anz. Werbe-Drucksachen hei Brühl, Schulstr. 7 umständehalber zu verkaufen. Schr.Angeb.unt. 4136V a.d.G.A vollkommen falsches Bild i und des Lebens der studierenden Jugend gibt. Es ist zu begrüßen, daß im Hinblick auf die Heidelberger und verschiedene andere Vorkommnisse der letzten Zeit die Direktion des Darmstädter Lichtspieltheaters sich bereiterklärte, diesem Gedanken Teilwohnung: 2 Zimmer Küche, Mansarde u. Keller, in ruh. Lage, sofort zu vermieten. Schr. Ang. unt. 03015 andenGieß.Anz. Der Student im Film. Auf Grund gemeinschaftlicher Vorstellungen der Darmstädter Führung des NSDStB. und der Führung der Studentenschaft der Technischen Hochschule Darmstadt wurde in dem Kulturfilm „Die Fränkische Schweiz", der als Beifilm zu „Der Kampf mit dem Drachen" gezeigt wurde, eine Szene, die die Exkneipe einer Korporation wieder- gibt, ausgeschnitten. Die heutige Studentenschaft wehrt sich dagegen, daß der Student immer und Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die überaus zahlreichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Hinscheiden unseres 1b., unvergeßlichen Entschlafenen Herrn Friedrich Müller sagen wir allen auf diesem Wege innigsten Dank. Im Namen der trauernd. Hinterbliebenen: Elisabeth Müller Wwe, Anna Müller Wwe. Gießen, den 15. Juli 1935. Ferienerlebnisse knipsen! Nach wenigen Wochen, wenn die Ferienzeit vorbei ist, bleibt Ihnen als wertvolle Erinnerung das zusammengestellte Photo - Album vom Urlaub. Bei den hochempfindlichen Filmen braucht die Kamera heute keine 100.— Mark zu kosten. Billige und doch leistungsfähige Kameras tun es auch. Geben Sie Ihr Vertrauen dem guten Spezialgeschäft Landkreis Gießen. 3 Allendorf a. d. Lumda, 14. Juli. Heute nachmittag fand im Saale der Gastwirtschaft Z i n - ß e r, hier, die diesjährige ordentliche Generalversammlung des hiesigen Spar - und Vorschußvereins statt. Anwesend waren 319 Genossen. Eröffnet und geleitet wurde die Versammlung von dem ersten Direktor, Vermessungsobersekretär Eb. Lotz II. Dieser wies in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung der ländlichen Genossenschaften hin und gab das Ableben eines Genossen bekannt, zu dessen Ehren sich die Anwesenden von ihren Sitzen erhoben. Der Rechenschafts- und Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 1934 wurde von dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Landwirt und Ortsbauernführer Wilhelm Rein III., vorgetragen. Aus diesem ging hervor, daß der Geschäftsgang wieder lebhafter geworden und eine gesunde Entwicklung im Gange ist, und daß die Genossenschaft im verflossenen Geschäftsjahr wiederum allen an sie gestellten Anforderungen gerecht werden konnte. Die vor kurzem stattgefundene gesetzliche Revision hat zu keinen nennenswerten Beanstandungen Anlaß geboten und kann das Resultat als gut bezeichnet werden. Iahresrechnung und Bilanz kamen durch den Rechner Söll mit den nötigen Erläuterungen zur Verlesung. Beanstandungen gegen diese wurden aus der Mitte der Versammlung nicht erhoben und wurden dem Vorstande, Aufsichtsrat und Rechner Entlastung erteilt. Die Bilanzsumme ergab in Aktiva und Passiva je 491569,19 Mark. Der Gesamtjahresumsatz 1934 betrug 3 214 211,98 Mark. Die Mitgliederzahl betrug am Ende des Geschäftsjahres 296. An Sparbüchern für Neueinleger wurden während 1934 63 ausgegeben. Die Spareinlagen betrugen Ende 1934 = 300197,09 Mark. Der Reingewinn soll im Sinne des vom Vorstande und Aufsichtsrat gemachten Vorschlages Verwendung finden. Die Neufassung der §§ 43 und 44 wurde in Anpassung an das Reichsgenossenschaftsstatut genehmigt. Die vorgenommene Ersatzwahl des Aufsichtsrates ergab die Wiederwahl der seicherigen Mitglieder Landwirt und Fleischbeschauer Andreas Merkel I. und Bäckermeister Ernst Wüst, von hier. Zu Punkt 7 der Tagesordnung Vereinsangelegenheiten, wurden aus der Mitte der Versammlung noch verschiedene Wünsche geäußert und Anregungen gegeben und vom Vorstandstische aus wurde darauf hingewiesen, daß der Sparverkehr bei den Erwachsenen sowohl, als auch der Klein- sparverkehr bei den Kindern unbedingt zur Hebung unserer Wirtschaft mehr wie seither gepflegt und gefördert werden müsse. Direktor Lotz schloß die Versammlung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer Adolf Hitler. oo Langsdorf, 15. Juki. Unser Dorf steht seit Wochen im Zeichen bedeutsamer Arbeiten. Die Obergasse, die Ortsdurchfahrtstraße, wird den Notwendigkeiten des modernen Verkehrs entsprechend umgebaut. Zunächst wurde durch schwere Pflüge, die von der Dampfwalze gezogen wurden, die alte Straßendecke aufgerissen und beseitigt. Danach wurde durch Menschenhand der Chausseebau ausgebrochen, der vor etwa 100 Jahren errichtet worden war. Das überflüssig gewordene Material wird bei anderen Straßenbauten und Ausbesserungen Verwendung finden. Dann wurde eine etwa 15 cm starke Betonschicht hergestellt. Dabei hat man an einigen Stellen des Dorfes die Fahrbahn verbreitert. Mit all diesen Arbeiten, die in den Händen des Bauunternehmers Koch (Hungen) liegen, ist man nun zu Ende gekommen. In der nächsten Woche wird die Straße durch eine Topeka-Decke ihre Vollendung finden. Man hofft, daß durch dieses Werk nicht nur unsere Dorfstraße an Schönheit gewinnt, sondern daß auch die für die Anwohner der Obergasse zur Unerträglichkeit gewordene Staub- und Lärmplage eine spürbare Milderung erfährt. — Gleichzeitig mit diesem Straßenbau wurde die seit langem vorgesehene Wiederherstellung des Inneren unserer Kirche in Angriff genommen. Da unsere seit mehr als 60 Jahren im Gebrauch befindlichen Oefen ihren Zweck nicht mehr erfüllten, beschloß der zuständige Gemeinderat die Beschaffung eines modernen Beheizungssystems und zwar der in Hunderten von Kirchen bestens bewährten Esch-Gruben-Warmluft- heizung. Da die Kirche auf dem Boden des alten Friedhofes errichtet ist, förderte die Ausschachtung der Heizgrube eine große Zahl menschlicher Skelettteile zutage. An einer Stelle lagen gehäufte Knochenreste in mehreren Schichten übereinander. Der tadellose Zustand der meisten Gebisse läßt den Schluß zu, daß man es mit jungen Leuten zu tun hat, die einer Seuche zum Opfer fielen. Von einer solchen ist uns nur die Pest des Jahres 1635 bekannt. Deren Opfer werden die Knochenreste sein. — Die Erneuerungsarbeiten an der Kirche werden nur von einheimischen Meistern ausgeführt. Bis Saölnerinnen“ Schwank von Schöntban. 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Bellnhausen, Aliendorf (Lumda), Weinheim (Bergstraße), den 15. Juli 1935. Beerdigung Mittwoch, den 17. Juli um 16 Uhr. weispopieren verloren. Gegen Belohnung abzu- geben O3O16 KatferalleeLHJ Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulitr.7 Garagen mit und ohne Wagenpflege zu vermieten Groß-Garage Am Aulweg. Mietgesuche] Junges Ehepaar ruhige Mieter, suchen eine 2-3-Zimni.-Wohn. mit Küche für sofort oder später zu mieten. Miete nn voraus.Sehr. Angb. unt. 03020 andenGieß.Anz. Maschinenfabrik sucht itelnenswet-anö WeMW sowie 2IIWW0Ä rum Anlernen als Maschinenar- Letter, 14 -16 Jahre alt,'mtt guter Auffassungsgabe. Kurze schriftliche Atmebote mit Abschrift des lebten L-chulzeugmsfes sind zu richten unter 41400 an den Gieß. Slnzeig iiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiKiiiiHii zur Wiedereinweihung der Kirche finden die Gottesdienste im Rathaussaal statt. Kreis Büdingen. ' * Stockheim, 15. Juli. Der Gau Hessen des Reichsverbandes deutscher Kleinkaliber-Schützenverbände für die Vereine im Kreis Büdingen hielt am Sonntag in Stockheim ein Kreisschießen ab. An dem Schießen beteiligten sich sieben Vereine mit zusammen 9 Gruppen (ä 5 Mann), 6 Einzelschützen und 4 Luftbüchsenschützen. Die diesjährige Kreismeisterschaft in Wettkampfklasse II (Altschützen) fiel mit 371 Ringen an Gettenau. Die Einzelmeisterschaft in dieser Klasse errang Emil K n a f - Hirzenhain mit 92 Ringen. In Wettkampfklasse I (Jungschützen) wurde der Försterschule Schotten mit 362 Ringen die Meisterschaft zuerkannt. Einzelmeister in dieser Klasse wurde Hans H a y e n - Schotten mit 85 Ringen. Vom Verein Hirzenhain nahmen 4 Luftbüchsenschützen teil, welche recht beachtliche Resultate erzielten (76, 61, 57 und 45 Ringe). Als gute Einzelschützen in Klasse I seien noch erwähnt: Wilhelm G r e b - Schotten mit 77 Ringen, Karl Schäfer- Hirzenhain mit 74 und Hermann Games« Schotten mit 73 Ringen. Infolge des schwülen, heißen Wetters blieben die Resultate gegen das Vorjahr bedeutend zurück. Geschoßen wurde nach den Richtlinien des Reichsverbandes: 9 Schuß freihändig in den 3 Anschlagsarten: liegend, knieeNd und stehend. Die vom Gau.Hessen gestifteten zwei Ehrenscheiben errangen die Schützen Heinrich Mögt I. • Echzell und Heinrich Wenzel- Gettenau. Schweres Motorradunglück in Offenbach. 2 Tole, 3 Verletzte. LPD. Offenbach, 15.Juli. Am gestrigen Sonntag kurz vor 19 Uhr ereignete sich auf der Fechen« Heimer Seite vor der Offenbacher Mainbrücke ein schwerer Unglücksfall. Der 18jährige H. Schwimm- beck aus der Kaiserstraße in Offenbach fuhr mit seinem Motorrad mit Beiwagen in schnellem Tempo durch die Dieburger 'Straße nach der Offenbacher Mainbrücke. In der Kurve zur Brücke gelangte der Beiwagen in rasendem Tempo auf den Bürgersteig und riß die 56 Jahre alte Ehefrau Margarete Fritz aus der Admiral-Scheer-Straße um. Der Soziusfahrer bemerkte die Gefahr und konnte noch rechtzeitig abspringen, während der Motorradfahrer und der Beiwagenfahrer schwer verletzt wurden. Frau Fritz ist auf dem Transport nach dem Josephsheim ihren schweren Verletzungen erlegen. Der Motorradfahrer verstarb in der Nacht zum Montag im Josephsheim. Die 28jährige Tochter der Frau Fritz, die auf dem Bürgersteig neben ihr herschritt, erlitt Arm-, Bein- und Rippenverletzungen und wurde ebenfalls ins Josephsheim eingeliefert. Lebensgefahr besteht bei den drei Verletzten jedoch nicht. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Umgestaltung der Großwetterlage macht wei- tere Fortschritte. Das Hochdruckgebiet, das bisher das sehr warme Wetter bei uns bedingte, verlagert sich durch ausgedehnten Luftdruckfall über Nordeuropa nach dem Atlantik zu. Damit stellt sich eine nordwestliche und später westliche Luftzufuhr ein, die bei Bewölkungszunahme niedrige Temperaturen und zeitweise auch etwas Niederschläge verursacht. Aussichten für Mittwoch: Vielfach noch aufgeheitert bei nordwestlichen bis westlichen Winden, Temperaturen um 25 Grad Celsius, zeitweise auch leichter Niederschlag. Aussichten für Donnerstag: Weiterhin wolkig, doch nicht durchaus unfreundlich, Neigung zu einzelnen Niederschlägen. Temperaturen am 15. Juli, mittags 30,1 Grad Celsius, am 15. Juli, abends 20,3 Grad, am 16. Juli, morgens 16,8 Grad, Maximum 30,9 Grad, Minimum 12,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Juli, abends 26,5 Grad, am 16. Juli, morgens 22,2 Grad; Sonnenscheindauer 13,7 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10 150. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. nach Erfurt zu berauben versucht. Die Räuber müssen sich auf einer der vorhergehenden Stationen in das Bremserhäuschen geschlichen und sich dort versteckt haben. Etwa 600 Meter hinter Neudietendorf wurden die Fenster des Bahnpostwagens von außen zertrümmert. Ein auf dem Trittbrett stehender Räuber forderte die im Postwagen befindlichen Postbeamten auf, die Wertsachen herauszugeben. Die Postbeamten setzten sich aber tatkräftig zur Wehr, zogen die Notbremse und brachten den Zug zum Halten. Die Täter konnten jedoch kurz vor dem Halten des Zuges unerkannt entkommen. Die Kriminalpolizei fahndet nach den Räubern. internationaler Volkstanz in London. Diese 'Woche findet in London ein internationales Volkstanzfest statt, zu dem insgesamt 500 Teilnehmer aus 17 Ländern erwartet werden. Neben anderen Abordnungen traf die deutsche Gruppe in Nationaltrachten ein. Lord Rennell of Rodd hieß die Gäste im Hauptquartier der englischen Volkstanzgemeinschaft willkommen. Er verlas ein Telegramm der Königin, die die Schutzherrin des Festes ist, und begrüßte darauf die einzelnen Abordnungen in englischer, deutscher, italienischer, holländischer und ungarischer Sprache. Die britische Regierung veranstaltet zu Ehren der Abordnungen einen Empfang. Die Tanzvorführungen sollen teils in der Alderthall und teils in Parks stattfinden. Folgende Länder sind durch Abordnungen vertreten: Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande, Dänemark, Norwegen, Schweden, die Schweiz, Polen, Lettland, Litauen, Rumänien, Bulgarien und Sowjetrußland. Grabschändung in der Potsdamer Friedenskirche. Von Besuchern der Potsdamer Friedenskirche wurde festgestellt, daß in der Gruft des historischen Gotteshauses, in der Friedrich Wilhelm IV. und feine Gemahlin Elisabeth ruhen, bisher noch unbekannte Täter versucht hatten, das eiserne Kreuz von den die Säge deckenden .Metallplatten zu entfernen. Ferner wurde festgestellt, daß von zwei Fahnen die erst vor einiger Zeit befestigten Frontkämpfer-Ehrenkreuze abgeschnitten worden waren. Die Potsdamer Kriminalpolizei hat sofort die erforderlichen Ermittlungen eingeleitet. Die Polizei vermutet, daß hier ein Andenkenjäger am Werke war. Schweres vrandunglück durch Explosion eines Benzintankwagens. Die Exvlosion eines Benzintankwagens setzte in der Ortschaft Rodez bei Toulouse mehrere Häuser in Bran d, die vollkommen' eingeäschert wurden. Der schwere Benzintankwagen fuhr infolge Steuerbruchs mit großer Geschwindigkeit gegen eine Hauswand. Der Tank explodierte und eine hochschießende Feuergarbe griff sofort auf das Haus über, das bald in hellen Flammen stand und die Nachbargebäude in Brand setzte. Man befürchtet, daß unter den Trümmern der Führer des Tankwagens und ein sechsjähriger Junge ums Leben gekommen sind. Zweimal 10 000 Mark in der Arbeitsbeschaffungslotterie gewonnen. Das Glück hat dieser Tage rn Plauen (Vogtland) einem jungverheirctteten Mann gelächelt. In der Arbeitsbeschaffungslotterie zog er ein Los, auf das ein Gewinn von 1000Ö Mark entfiel. — Einen Tag später zog in Dresden ein Bücherreisender wieder einen Hauptgewinn von 10 000 Mark, der sofort ausgezahst wurde. ffetier hundert Tote bei einem Schiffsunglück? Der Passagierdampfer „Mauli" ist in der Mhe von Tinghai (Hanglschou-Buchl) mit etwa 500 Passagieren an Bord gekentert und gesunken. Während die Schiffahrtsgesellschaft zunächst Verluste an Menschenleben in Abrede stellte, sind jetzt hartnäckig Gerüchte im Umlauf, wonach über hundert Todesopfer zu verzeichnen seien. Die Schifffahrtsgesellschaft hat bis jetzt zehn Todesfälle bestätigt. Wie es heißt, ist das Schiff wegen Ueber- lastung gekentert. Opfer der Berge. Aus den verschiedensten Gegenden werden schwere Unfälle von Bergsteigern gemeldet. Am Hochkalter wurden die seit dem 2. Juli vermißten Bergsteiger Oswald Schmidt und Friedrich Goldammer aus Dresden 10 t aufgefunden. Der Hergang des Unglücks ließ sich nicht feststellen. Aus Innsbruck wird berichtet, daß der 22jährige Hochschüler Hermann Elbs im Bettelwurf-Gebiet tödlich abstürzte. Er hatte die Tour gemeinsam mit einem Freunde unternommen, dem es jedoch gelang, sich festzuhalten und sich so zu retten. Zwei reichsdeutsche Touristen, Frau Anna Behrens aus Berlin und Peter P 1 a t e n aus Krefeld haben sich bei einer Besteigung des Ortlers verstiegen. Sie konnten jedoch im Verlaufe der Nacht durch Lichtzeichen Bergführer alarmieren, die auf Skiern zur Hilfeleistung aufbrachen und die Rettung durchführen konnten. Bei dem Versuch, als Alleingänger die Nordwand des Widderfteins (Allgäu) zu durchklettern, ist der 23 Jahre alte Eduard Ellenrieder aus Ravensburg tödlich abgestürzt. Auto raff gegen die Straßenbahn. In Wiesbaden-Biebrich prallte ein Kraftwagen, der in der Richtung nach Mainz fuhr, mit einem aus Mainz kommenden Straßenbahnwagen zusammen, wobei das Auto vollständig zertrümmert wurde. Der Straßenbahnwagen wurde nur leicht beschädigt. Von den vier Insassen des Kraftwagens kam ein Mädchen zu Tode. Die übrigen drei Personen erlitten schwere innere und äußere Verletzungen. Die Insassen der Straßenbahn, die nur schwach besetzt war, kamen mit dem Schrecken davon. Italienischer Industrieller bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen. Eine bekannte Persönlichkeit des italienischen Wirtschaftslebens, der Direktor der Fiatwerke und Aufsichtsratsmitglied der Turiner Zeitung „La Stampa", A g n 0 11 i, ist einem Flugzeugunfall zum Opfer gefallen. Er befand sich in Begleitung des italienischen Ozeanfliegers Artur F e r - raria von Viareggio kommend in einem Wasserflugzeug. Beim Wassern im Hafen von Genua überschlug sich die Maschine, wobei beide Insassen herausgeschleudert wurden. Agnelli erlitt einen Schädelbruch, dem er kurze Zeit darauf erlag. Ferraria blieb unverletzt. Die Ursache des Großfeuers in fyaüe: zwei Siebenjährige spielten mit Streichhölzern. Als Urheber des gemeldeten Brandunglücks in dem Kohlensäurelager in Halle-Ost sind von der Kriminalpolizei einwandfrei zwei siebenjährige Jungen ermittelt worden. Die Kinder haben erzählt, daß sie beim Spielen mit Streichhölzern einen kleinen Strohhaufen in Brand gesetzt haben. Das Feuer hat bann auf einen in der Nähe befindlichen strohbeladenen Pferdewagen und von dort weiter auf das angrenzende Kohlensäureflaschenlager übergegriffen. Zuchthaus für eine Brandstifterin. Das Schwurgericht Koblenz verurteilte die öljährige Anna Katharina Nonnemacher aus Borsheim bei Bad Kreuznach, die in der Silvesternacht 1931/32 ihr verschuldetes Anwesen in Brand ß e ft e cf t hatte, um die Versicherungssumme zu bekommen, zu zwei Jahren drei Monaten Zuchthaus. Feuerkampf mit polnischen.Einbrechern. Zu einer Schießerei zwischen Polizei und Banditen kam es in der Nähe von Gostynin in Polen. Fünf Banditen hatten einen Einbruch in die Kasse der Molkereigenossenschaft eines Dorfes bei Gostynin verübt und wurden von einer Polizeiabteilung überrascht und verfolgt. Als sie endlich gestellt waren, kam es zu einer schweren Schießerei zwischen den Banditen und der Polizei, bei der ein Polizeiwachtmeister erschossen wurde. Einer der Banditen wurde gleichfalls in dem Kampf getötet und einer schwer verwundet. Versuchter Eisenbahn-Raubüberfall. Bisher unbekannte Täter haben nachts den Bahn- postwagen des Personenzuges 299 von Saalfeld DKW. 300 und 200 ccm zu verkauf. 102988 Karl Ulrich Watttorftr. 48. | Kaufgesuche | Gebrauchtes klein, ob. mittler. toOB-llllO (gut erhalten) zukaufengesucht. Schr.Angeb.unt. 03017 a.d G.A. AlteWaffen- Rüstungen zu kaufen gesucht. Schriftl.Angeb.unt 03028 a.d.Gieß.Anz. LllerMW kauft 03018 Bnrhenne Bnauthstraße 5 Telefon Nr. 3169. Möbliert. Zimmer möglichst m. voll. Pension gesucht. Schr.Angeb.unt. 03023 a.d. G.A. 51 leine Anz eigen im Giessener Anzeiger werden von Tausenden bpmfifpt und aeleinn | Stellenangebote| Suche per sofort tüchtigen Bäcker mit Meisterprüfung. Schr. Ang. u.4137I)g.G.A. Tüchtiges «acD Mädchen vom Lande für kleinen Privat- baushalt zum 1. August gesucht. StnnffiulermuW Grosten-Linden. Suche eine ältere Stmio.Stihiieln für ständig als Haushälterin. 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Ich bin hier ganz ohne Titel und Ehrenzeichen, bloß in Badeanzug und Strandsan- . ...jgung dazu. !. „Und auch keinen Anlaß, heimnisvolle Stimme aus dem Äether tönt: „Bitte melden Sie sich!" Ein junger Mann aus dem Führerstand greift nach dem „Telemikrophon" — es sieht fast wie ein normaler Hörer aus — und meldet sich. Gj antwortet der unsichtbaren Arbeit. Er hat ein offenes, zuverlässiges Gesicht und Haltung auf dem L aus seinem biederen süddeutschen Akzent klingt der Hafter. Dutzende von ernste Unterton einer harten Verantwortung L " V1""*1“* Eine heitere Szene während Der Eröffnung der großen Ausstellung: Gauleiter Frankenführer Strei cher besteigt die Nachbildung der ersten deutschen Lokomotive Adler", in der Mitte Die Gattin des Nürnberger Oberbürgermeisters Liebl in Biedermeiertracht, links in Hemdsärmeln, mit dem Zylinder auf dem Kopf der Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, ganz rechts in Uniform Dr. K l e i n m a n n, der stellvertretende Generaldirektor der Reichsbahn. _________________________________________________________ Stimme, dem Manne am Stellwerk, der auf drahtlosem Wege zum Führerstand der weit entfernten Lokomotive seine Befehle und Anweisungen gibt. Die Stimme, die vom Stellwerk herüberdringt, geisterhaft verstärkt, regelt den „Ranaierverkehr": es ist die neueste Erfindung auf diesem Gebiet. Rangierfunk! Dialog zwischen Stellwerk und Lokomotivführer ... Man versteht jedes Wort, das diese ferne Stimme spricht, aber der Sinn bleibt fremd. Es ist die Geheimsprache der Technik, die nur der Eingeweihte versteht. „Bitte kommen Sie sofort zurück!" — „Jawohl, ich höre Sie!" — „Sprechen Sie bitte lauter!" mahnt die Stimme vom Stellwerk. „Der Störungs- I spiegel ist hier manchmal etwas reichlich hoch!" drei Elementen konnte eine solche Ausstellung erteilen: aus Fleiß, Genie und Begeisterung... Der sensationelle „Rangierfunk. Wiffen Sie, was Rangierfunk ist? Eine Märchenerfindung der drahtlosen Uebertragimg. Ein atemraubendes Erlebnis aus dem Führerstand einer der modernsten Lokomotiven Deutschlands, inmitten Der sengenden Gluthitze, im blitzenden Gewirr der geheimnisvollen Hebel, der rätselhaften Uhren, Kolben und Räder. Einigen Verwegenen ist es gelungen, den Führerstand der Lokomotive zu „stürmen", das Heiligtum jedes Lokomotivführers, dos sonst kein gewöhnlicher Sterblicher betreten darf. Aber die technische Neugier siegt. Zum erstenmal blickt man in das pulsierende Feuerherz einer modernen Lokomotive. Der Mann, der über dieses Gewirr Urlaub tm Dreieck Eine Seebadgeschichte von Erich paehmann Es ist kurz vor acht Uhr. Frau Stephanie liegt In ihrer Strandburg, recht faul und behaglich In Die Sonne gebreitet, und gibt sich ihrer täglichen Morgenbeschäftigung hin, sich von Herzen wohlzufuhlen. Sie hätte auch kaum einen Grund, es nicht zu tun, denn sie ist knapp zwanzig Jahre alt, fett vier Mo- naten glücklich verheiratet, und wenn ihr Mann als Angestellter in der Coupons- und Sortenadtei- lung einer Bank auch keine hohen Einkünfte hat, so konnten sie immer noch gut auskommen, sogar noch eine Seereise ersparen Heute ist zudem noch ein besonderer Festtag. Denn heute Mittag kommt ihr Mann, und bann haben sie noch zwei herrlich lange, gemeinsame Ferienwochen vor sich. . Frau Stephanie ist gerade dabei, sich mit der Innigkeit ihrer zwanzig Jahre a" die Vorfreude hinzugeben, als ein etwas asthmatisch gedeckter Vatz in ihre Gedankenreihe hineinknarrt: "hierher», — W _ halt! Gut so — da stellen Sie das Dings mal ^Frau Stephanie fährt auf. Nun steht zehn Meter von ihrem ein neuer Strandkorb. Und dabei ein kleiner dicker Herr, dem es offenbar sehr heiß geworden ist, denn er frottiert sich erftmal eine Zett- lang mit dem Schnupftuch umständlich Stirn und Hinterhaupt. Dann, als der Strandkorbvermieter mit einem Trinkgeld gegangen ist, stutzt er sich au seinen Strandspaten, atmet tief auf und schaut Den Horizont ab. Dabei erblickt er Frau Stephanie, ruft. „Guten Morgen!" und macht eine knappe Verbeugung. Frau Stephanie hält es kaum für notig, Dem Eindringling in ihr Reservat mit einem Kopfnicken zu antworten. Der Dicke scheint auch keinen weiteren Höflichkeitsaustausch zu erwarten, zieht seelenruhig Den Bademantel aus und beginnt an seiner Burg zu graben. Frau Stephanie wirft sich demonstrativ auf die andere Seite. Zehn Uhr. Frau Stephanie kommt wieder aus dem Wasser, zum dritten Male. Sie hat nirgends Ruhe heute, sie kann sich überhaupt nickt entsinnen, jemals einen so langen Vormittag erlebt zu haben. Da kommt ihr am Strand der Dicke entgegen. Gr ist schon ein wenig rot geworden in der Sonne hat ein Kindereimerchen in der Hand und sieht eigentlich putzlustig aus. Frau Stephanie muh heimlich lachen, was ihrem Zorn ein wenig ab- trÖ^5ie sind ja eine eifrige Schwimmerin, mein Fräulein. Und eine sehr gewandte außerdem. Da kann ein alter Bursche wie ich noch richtig neidisch werden." von Hebeln gebietet, ist im Nu von tausend Fragen umringt. Die Freude an seinem Beruf leuch tet ihm aus den Augen, während er die Ma- chine zum Fahren bringt und der Heizer in seiner Ecke auf die Befehle harrt, erzählt er von seiner auf Skiern, Ida W ü ft präsentiert sich in heiterer Mütterlichkeit, Eugen Rex ist einer jener berühmten Reisenden aus Sachsen auf der Alm. — Die harmlose Unterhaltung wird im Lichtspielhaus durch die neue Wochenschau und einen Reisefilm aus dem Lande Der Inka, Maya und Azteken ergänzt. — r— „Das ist er, sieh mal!" sagt am nächsten Tlor- gen Frau Stephanie zu ihrem Mann, „aber du mußt nicht lachen, Alfred, wenn er mich jetzt begrüßen kommt." „Begrüße ihn, meinetwegen. Aber ich für meine Person habe keine große Neigung dazu." Er dreht sich auf die andere Seite. „Uno auch keinen Anlaß, WiDer%irfe kommt heran, reicht Frau Stephanie freundschaftlich Die Hand und blickt dann auf Alfred. „Alfred, bitte - unser Nachbar -" Angenehm!" knurrt Alfred und dreht sich tm Sand zu einer angebeuteten Verbeugung Also richtig eingetroffen, der Herr Gemahl! "Ja gestern, Alfred —" Aber Alfred ist aufge- fprungen steht wie ein Primaner in der Prüfung unb stammelt etwas vor sich hin wie: „Tausenbmal um Entschulbigung — nicht gleich erkannt — Herr Bom ehrwürdigen „Adler" zur Slromlinien-Lokomottve Auf der Nürnberger Ausstellung „100 Jahre deutsche Eisenbahn". Unb nun: bie ebenso amüsante wie unvergeßliche Sensation. In einer „Bahnhofshalle" wartet mit viel Gefauche unb mörderischem Gepfeife eine reizenbe Überraschung, ein luftiger technischer Masken scherz. Jene Liliputeisenbahn von Anno dazumal, der allererste Dampfzug Deutschlands, mit Dem unsere Urgroßeltern fuhren, ist wieder lebendig geromben. Ein reizenbe» Ungetüm, getreu nach bem Vorbilb rekonstruiert, steht auf den holprigen Schienen. Die Waggons, blau gepolstert, mit niedlichen „Kückengardinen" an den kleinen Fenstern, sind so niedrig, Daß man mit dem Kops an die Decke stoßt. Man fonnnt sich vor wie im Innern einer engen, vorsintflutlichen Kutsche. Ein einziger Zug aus der Zigarette genügt, um den Raum zu verqualmen. Da klettern wir doch lieber auf den „Führer- stand"! Dort droben, ganz frei und von lauter Luft umgeben, steht auf schwindligem Posten der Onkel tung, noch stehen die Gänge leer... 17 0 Kilometer in der Stunde! Da lockt ein blau gestrichener „Aussichtstriebwagen", ein federnder Wunschtraum aller Licht- und Naturfreunde, der beinahe nur aus Fenstern besteht, aus riesigen breiten unb hohen Fenstern, die von allen Seiten bas Licht hereinlassen: es muß wunderbar sein, mit einer solchen Schienengondel unbeschwert ins Blaue zu fahren, mit jeder Stunde 170 Kilometer bem schwerfälligen Alltag entrückt! Man kann sie unmöglich alle aufzählen, bie herrlichen Produkte technischer Phantasie, die hier auf einem Fleck versammelt sind. Der Laie ist ergriffen von dieser stählernen Symphonie deutschen A r b e i t s g e i ft c s , und wer sich im „Innenleben" einer Dieser gigantischen Stromlinien- lokomotiven auskennt, fühlt sich bis in die Fingerspitzen mit ihnen, ihrer Entstehung und ihrem künftigen Schicksal verwachsen. Denn nur aus diesen „So", sagt Frau Stephanie unb breht an ihrem Ring, „so, warum auch nicht. Wenn man schon mal o eine Menge Wasser zur Verfügung hat." „Sehr richtig. Ober vielmehr auch nicht ganz richtig. Wenn ich zum Beispiel bas viele flüssige Wasser betrachte, unb bann meine gewichtige Per- on — ich meine, als Substanz, gnädige Frau „Sie gehen schon nicht unter", lacht Frau Stephanie viel freunblicher. „Sie vor allen Dingen nicht. Aber warum fahren Sie benn an bie See? Wohl wegen ber Kinder?" „Welcher Kinber? Ach so - wegen des Eimers meinen Sie. Nein, ich habe keine Kinder. Noch nicht 'mal eine Frau. Ich habe mir den Eimer im Hotel nur eben ausgeliehen, zum Muschelsammeln." „Wozu sammeln Sie denn Muscheln" — "Ich wollte mir damit ein bißchen bie Strandburg auslegen, so zum Zeitvertreib. Wenn man nämlich ben ganzen Vormittag allein ist — Na ja, Langeweile soll ja gefunb sein." Dabei kratzte er sich am Kopf unb macht ein fo komisch hilfsbebürftiges Gesicht, baß Frau Stephanies Stimmung immer mllber wirb. „Haben Sie Denn schon welche gefunDen? Zeigen Sie boch mal her!" „Nur wenig, bas ist eine vertrackte Gegend hier", antwortet ber Dicke unb läßt sie in sein Eimerchen blicken. — „Kommen Sie doch mal mit, ein bißchen weiter nach Koserow zu, ba' weih ich gute Stellen." So gehen sie, Frau Stephanie in ihrer langen, schlanken Gangart, unb ber Dicke neben ihr mit kurzen Trivpelschritten, nach Koserow hinaus unb suchen Muscheln balcn. Ich bitte bas zu beachten, junger Mann, verstanben?" „Jawohl, Herr Direktor." Es werben sehr vergnügte vierzehn Tage. Der Dinge stört nach kurzer Zeit überhaupt nicht mehr. Er geht sogar mutig mit ben Beiben ins Wasser, er lernt sogar ben „toten Mann", unter Frau Ste- phaniens sanfter Assistenz. Am Freitag ber letzten Woche labt er sie abenbs zu sich ein, in bas Restaurant bes Kurhotels, trinkt brei Flaschen Wein mit ihnen, ist sehr.heiter unb väterlich unb läßt sich, als man aufbrechen will, burch ben Kellner einen Briefbogen bringen. „So, nun schreiben Sie — Ich fahre nämlich mar- gen früh weg, will noch für zwei Wochen in bie Berge. Unb ba Sie belbc mir alten Knaben so viel Zeit geroibinet haben, anstatt, wie sich bas für ein jungvermähltes Paar gehört — kurz unb gut — schreiben Sie —: An bte Personalbirektion wie bekannt In Anbetracht meiner immer noch bestehen» ben Kurbebürftigkeit bitte ich um Verlängerung meines Urlaubs um eine Woche. Haben Sie? — So, Dann geben Sie mal her! Zur Kenntnisnahme an die Zentrale. Genehmigt! Name! Punktum! — Das werfen Sie bann heute abenb noch in ben Kasten. Unb nun gute Nacht. Unb weiter gute Erholung!" Er geht, kommt noch einmal zurück. „Aber von ben Muscheln wirb nichts gesagt, unb von bem Eimerchen erst recht nichts. Das bitte ich mir aus!" „Nein, kein Wort!" rufen Alfreb unb Frau Stephanie unb brücken sich zur Bekräftigung unter bem Tisch innig unb begeistert bie Hänbe. „Freut Euch des Lebens!" Ein leichtes Sommerlustspielchen ber Ufa, begin- nenb im Münchener „Bratwurstglöckl", enbigenb nach mancherlei Abenteuern unb Verwechslungen mit einer Schneelawine von ber Zugspitze herunter: aus Dem großen Schneeball entsteigt, wie originell, das nach unenblichen Schwierigkeiten zum happy end vereinigte Liebespaar. Die Hanblung ist nicht beträchtlich, aber es gibt ein paar luftige mufita- lische Einlagen unb einen zünftigen originalober- bayerischen Schuhplattler dazu. Unter ber Regie von Hans S t e i n h o f f ist ein kleines Ensemble mit Hingabe tätig. Der vor einiger Zeit entberfte Ufa-Star Dorlt Kreysler hat lelber eine etwas verunglückte Rolle erwischt, bie zum größten Teil tm Galopp zu spielen ist unb im wesentlichen aus einer Kette von augenroüenben Temperaments» ausbrüchen besteht. Leo Slezak mimt einen wahrhaft komöbiantischen alten Gesangspäbagogen, ber sich auch außerhalb seines Berufes nur mit hohlem Pathos unb hohem C verstönblich machen kann. Liebeneiner, ben man bisher in seriöserer Umgebung sah, macht ben jungen Liebhaber Pause, bie Stimme ist verstummt. Die Unter» Führerstand wird wieder leb- .... _____ m Fragen schwirren auf, jeder will Geheimnisse lüften — niemand denkt daran, Allerlei merkwürdige Wortspiele. Mit Worten läßt sick nicht nur trefflich streiten — wie es im „Fausts heißt —, mit ihnen läßt sich auch allerlei Allotria anftellen. Das ist übrigens ein unterhaltendes Spiel in ber Hitze ber Hunds- tage, wenn sich bas Gehirn in glücklichem Leerlauf befinbet, in ber Muhe ber Fenenwvchen unb vor allem am Strande, wenn man ftimbenlang in ber Sonne liegt. Am besten beginnt man, um sich nicht schon am Anfang zu sehr anzustrengen, mit ber Aufsuchung von Wörtern, bie in verkehrter Reihenfolge ber Buchstaben einen Sinn ergeben, wie Emma ober Sarg. Seltener sind schon Wörter, Die beim Vorwärts- unb Rückwärtslefen bie gleiche Bebeutung behalten, z. B. Retter, Marktkram unb Reger. Ja, es gibt sogar ganze Sätze, die dieser Anforderung genügen, wie ber äußerst sinnvolle Sag: „Eine treue Familie bei Lima feuerte nie". Im Lateinischen gibt es eine Fülle berartiger Merkwürbigkeiten. l)as berühmteste Wortspiel dieser Art, bas schon weit über tausenb Jahre alt ist unb mit besten Deutung sich viele Gelehrte beschäftigt haben, ist wohl ber lateinische Satz: „Sator Arepo tenet opera rotas!“ Gewöhnlich wird übersetzt: Der Pflanzer Arepon hält mit Mühe bie Raber fest. Man hat jedoch eine sinnvollere Deutung versucht unb als Uebertragimg vorgeschlagen: „Der Sämann auf bem Acker hält bie Werke ber Kirche" ober als Versspruch: „Der Sämann, ber seinen Acker bestellt, betreut Die Werke Der Kirchenwelt". Dieses merfroürDige Buchstabenspiel hat im Aberglauben aller Zeiten eine große Rotte gespielt. Der Satz läßt sich nämlich vor» unD rückwärts gleichlautend lesen. Er hat bie Eigentümlichkeit, Daß sämtliche fünf Wörter aus fünf Buchstaben bestehen, baß bas erste Wort bie Anfangsbuchstaben aller fünf Wörter enthält unb baß ber Satz im magischen Quabrat verteilt nach vier Richtungen im gleichen Sinn gelesen werben kann. Aus biesen verblüffen- ben Eigenschaften hat man eine befonbere Wirkung herleiten wollen. Der Satz ist vielfach als Inschrift zu finden. Der mittelalterliche Weise Albertus Magnus empfiehlt, ihn auf Streifen zu schreiben unb ben kranken Haustieren gegen Hexerei unb Teufelswerk einzugeben. Auch gegen Branbgefahr wurde feine Zauberkraft erprobt, indem man ihr auf bie beiben Seiten eines Zinntellers schrieb unb biesen bann, einer Opfergabe gleich, in bie Flammen roarf Nürnberg, tm Juli 1935. Auf gefederten Polstern. Im Sonderzug nach Nürnberg finb sich alle bar- über einig: diese Fahrt in den modernsten Schlafwagen Der Reichsbahn ist ein GeDicht aus federn- ben Polstern unb schwebenbem Stahl. Kein Week» endhaus könnte bequemer unb geschmackvoller eingerichtet sein. Alles blitzblank unb sauber, „w i c aus Dem E i gepe 1 ft". Man gonbelt wie im Traum durch bie blühenbe Sommerlanbschaft unb bas metallische Knacken ber Weichen ist wie eine Melodie ber Technik. Jeber spürt, bie Eisenbahn hat Geburtstag. Unb nun zeigt biefe Eisimbahn, die einst so gefürchtete und geschmähte, wie vollendet sie ist: Sie demonstriert ben Zauber bes behaglichen Reisens. Dieser Zug, ber uns in einem wunderbar gleitenden und zart schaukelnden Tempo nach Nürnberg führt, ist eine Villa auf rollenden Rädern, eine Zimmerflucht mit allem Komfort, mit gemaserten Spiegelwänden, mit Campen und Lämpchen, mit fließendem kaltem und warmem Wasser, mit Toilettetisch, Schrankkästchen und Polstern, ein schwebendes Hotel auf blitzenden Gleisen ... Man lümmle sich in die weichen Ecken, man blättere in der Zeitung, man wasche sich bie Hänbe, man blicke zum offenen Fenster hinaus: zu Hause haben all biefe Dinge nicht im entferntesten biefe« erregenbe Etwas, biefe« Unnennbare einer Eisen- bahnfahrt, diesen prickelnden Geschmack von Sehnsucht und Ferne. Denn hier ist jede Bequemlichkeit eine glückhafte Ueberraschung, eine technische Pointe, ein origineller Genuß. Was würden wohl unsere Großeltern gesagt haben, wenn sie Gelegenheit gehabt hätten, die wunderbare Metamorphose der Eisenbahn mit eigenen Augen zu erleben.. SelbstZules Berne wäre verblüfft Ein Wald von Fahnen begrüßt bie ersten Besucher, frembe Akzente werben laut, englisch, französisch, spanisch. . Schon sieht man von weitem in der großen Halle die Wunder aus Stahl, bie gigantischen Stromlinienlokomotiven, die daraus warten, in die Ferne zu rasen. Von technischen Geheimnissen umwittert stehen diese Riesen Des moDernen Schnellverkehrs, regungslos, bereit, auf ben kleinsten Hebelbruck ihre dämonische Kraft zu verströmen. Ein Monteur schließt bie Türen auf, man roanbert gebannt von einem Abteil zum anberen, man begreift kaum biefen phänomenalen Fortschritt, biefe letzte ästhetische 93 ollen b u n g Der Technik. Noch finb bie weichen Polstersitze ber vornehmen Reisekabinen unberührt, noch schlafen Die blauen Campen ber Nachtdeleuch- - k w t, W] k * X-- - ■ Wv< ' ■ Lokomotivführer mit Bratenrock, braunem Zylinder und „Vatermördern . Alles lächelt. Die Journalisten raufen sich um einen denkwürdigen Platz auf dem Führerstand Der Lokomotivführer strahlt über das ganze gutmutige Ge- sicht, zwirbelt feinen gemütlichen weißen -Lchnauz- bart und läßt plötzlich einen gellenden Pfift los, der einem durch Mark und Bein gehü Der Heizer, in grauer Uniform mit einer unwahrscheinlich hohen Mütze in eine Art Regenmantel gehüllt, schippt die Kohlen in den Ofen, soweit er mcht von den neugierigen Passagieren Zerdrückt wird. Die Männer der tönenden Wochenschau kurbeln und kurbeln. Und nun beginnt eine köstliche Bummelfahrt rund um das Gelände. Der Onkel Lokomotivführer produziert ohrenzerreißende Pfiffe und läßt die Maschine mit dem langen Hals nach Herzenslust pusten und schnaufen. Und dahinter hopsen und rattern die entzückend unbequemen Wa- qelchen und selbst die abgebrühtesten Berliner freuen sich plötzlich wie kleine Kinder, stecken bie Kopfe zum Fenster hinaus und denken mit lächelnder Wehmut an ihre hochgeschätzten Vorfahren. Auf dem Führerstand entwickeln sich lebhafte Dialoge Während der Lokomotivführer mit der einen Hand in herzhafter Freude über den prachtvollen Maskenscherz die primitiven Hebel bedient, muß er den neugierigen Interviewern andauernd Rede und Antwort stehen. Er tut es mit Hingabe, denn dieser Tag bedeutet für den alten Herrn ein Fest. Der sonst so geheiligte Führerstand verwandelt sich im Laufe der Fahrt in einen fröhlichen Rummelplatz. Ich komme mir vor wie eine Attraktion im Zirkus. Di« Fahrt geht durch hübsche Schrebergärten. Hinter den Zäunen stehen dicht gedrängt die Nürnberger und winken und grüßen und freuen sich. Autos und Radfahrer halten an, im Nu bildet sich ein improvisiertes Spalier, Hüte fliegen hoch, ein waschechter urwüchsiger Jodler zerreißt bie Luft. Die einzige Dame, bie ben Mut hatte, mit schlanken Beinen auf bie Lokomotive herumzuturnen, bittet ben „Onkel" am Führerstand, ob sie mal „pfeifen bürfe. Und nun pfeift sie braus los, zum Schrecken unserer Trommelfelle. Den „Onkel" scheint bas zu freuen, benn als ber Liliputzug mit asthmatischem Geschnaufe in bie Halle einfährt, bebeutet er seiner Assistentin, ,breimal zu pfeifen". „Jetzt haben Sie bie Maschine zum Stehen gebracht!" meint er wohlwollenb, unb mit biefen schmunzelnden Worten enbet eines ber hübschesten Kapitel biefer phantastischen Ausstellung ... Dr. Theobor Riegler. Wirtschaft. Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 972: Neue Richtpreisanorbnung für unedle Metalle. 973: Ermäßigung ber Luftpostzuschläge für Drucksachen, Geschäftspapiere, Warenproben usw. nach westafrikanischen Ländern. Rhein-Mainische Börse. Sehr still und uneinheillich. Frankfurt a. M., 15. Juli. Die Börse lag wie üblich zum Wochenanfang auherorbentlich still. Die Ferienzeit macht sich in ber Erteilung von Publikumsaufträgen sehr nachteilig bemerkbar. Für heute lagen Orders nur in einigen wenigen Spezial- werten vor, bie aber so klein waren, baß sie ber übrigen Börse keine Anregung zu geben vermochten. Außerbem blieben bie letzten Kunbgebungen zur Kurshöhe bes Aktienmarktes weiterhin in sehr großer Zurückhaltung wirksam. Am Aktienmarkt setzte bas Geschäft schon schleppenb ein, um nach ben ersten Notierungen fast völlig zu versiegen. Am Chemiemarkt kamen zunächst nur IG. Farben mit 150,25 (151) zur Notiz, das kleine Angebot fanb nur zögernb Ausnahme. Am Elektromarkt blieben AEG., Bekula unb Schlickert gut behauptet, Mainkraftwerke gaben 0,50 v. H. nach. Am Montanmarkt war bie Haltung fest, Rheinstahl gewannen 2 v. H., Stahlverein unb Mansfelber je 0,50 v. H., Harpener 0,75 o. H. unb Ilse Genuß kamen 3 o. H. höher zur Notiz, bagegen würben Rhein. Braunkohlen in Anpassung an Berlin um 4 v. H. auf 221 o. H. herabgesetzt, Hoesch Eisen lagen 0,50 v. H. niebriger. Don sonstigen Werten notierten Deutsche Linoleum 1,50 d. H., Daimler Motoren 1 v. H., Moenus Maschinen 1 v. H., Hapag 1 v. H. fester, währenb Reichsbank 0,50 v. H. unb Kunstseide Bemberg 1 v. H. verloren. Berger Tiefbau lagen mit 119 v. H. unverändert. Der R e n t e n m a r E t hat von der neueren Entwicklung des Aktienmarktes noch keinen Nutzen gezogen; auch hier herrscht nach'wie vor starke Geschäftsstille bei zumeist unveränderten Kursen. Altbesitzanleihe unb Reichsbahn-Dorzugsaktien bröckelten um je 0,13 v. H. ab. Don Jnbustrie-Obligatio- nen zogen 6 v. H. Stahlverein um 0,40 v. H. auf 103 v. H. an, Hoesch lagen aber etwa 0,50 v. H. niedriger. In der zweiten Börsenstunbe stagnierte bas Geschäft nahezu vollkommen unb infolge ber starken Geschäftslosigkeit bröckelten die Kurse am Aktienmarkt zumeist leicht ab. Die Entwicklung war indes nicht ganz einheitlich. Leichter lagen u. a. IG. Farben mit 149,75 nach 150,25 und AEG. mit 45 nach 45,40. Etwas höher notierten einige Elektrowerte. Matt lagen Süddeutsche Zucker mit minus 1,75 v. H. auf 190,75. Auch der Rentenmarkt lag fast geschäftslos bei nur knapp gehaltenen Kursen für Altbesitz unb Kom- munal-Umschuldung. Goldpfandbriefe lagen teilweise mäßig höher, ebenso Stabtanleihen, währenb Liqui- battonspfanbbriefe überwiegend etwas nachgaben. Auslandsrenten lagen sehr still, 4 v. H. Ungarn Gold 10,90 (10,90). Tagesgelb blieb zu 3 v. H. unverändert. Abendbörse: freundlich. An ber Abendbörse war bie Haltung im Anschluß an ben Mittagsschlußverkehr überroiegenb freunb- lich, bas Geschäft blieb allerdings sehr klein, ba nennenswerte Aufträge fehlten. Es zeigte sich aber aus ber Börse heraus etwas Nachfrage, bie besonders im Verlaufe auch kursmäßig zum Ausdruck kam, wenngleich die Erhöhungen bei einer Gegenüberstellung zu ben Berliner Schlußnotierungen nur geringfügiges Ausmaß hatten. Nachfrage bestaub nach IG. Farben mit 150,50 bis 151 (150,50), AEG. 45,90 (45,50), Schlickert 126,25 (125,50), ferner am Montanmarkt für Stahlverein mit 85,65 bis 85,90 (82,25), Hoefch-Effen mit 106 (105,50) unb Rhein- stahl mit 113 (112,65). Etwas niebriger lagen Reichsbank mit 187 (187,65), Holzmann mit 92,50 (93) unb BMW. mit 126 (126,50). Der Einheitsmarkt lag still, Großbankaktien notierten unverändert, Pfälz. Hypotheken-Bank waren mit 87,65 (87,50) leicht erhöht. Am Rentenmarkt herrschte weitestgehende Geschäftsstille bei unveränderten Kursen. Kvmmunal- Umschuldung lagen eher noch etwas leichter, ebenso Reichsbahn-VA. mit 123,50 (123,65). Von Industrie- Obligationen erhöhten sich fünfprozentige Stahlverein auf 98,50 (98,25). Von fremden Werten gaben 4 v. H. Ungarn Gold auf 10,75 (10,90) unb 3,50 v. H. Schweizer Bundesbahn auf 178 (179) nach. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112, 5 v. H. Stahlverein 98,50, IG. Farben - Bvnbs 127,75, Reichsbahn-DA. 123,50, 4 v. H. Ungarn Gold 10,75, 4 v. H. Rumänen 5,90, Commerzbank 90,75, DD- Bank 91,50, Pfälzer Hypotheken-Bank 87,65, Reichsbank 187, Harpener 113, Ilse Genuß 131, Hoesch- Eisen 106, Rheinstahl 113, Stahlverein 87,65 bis 87,90, AKU. 64,65 bis 64,75, AEG. 45,90, BMW, 126, Bekula 142, Bemberg 117, Conti-Gummi 156,50, Deutsche Erdöl 111,90, Scheibeanstalt 233, Deutsche Linoleum 167,50, Licht unb Kraft 131,50, IG. Farben 150,50 bis 151, Gesfürel 126,50, Golb- schmidt 110,50, Holzmann 92,50, Mainkraft 94, Metallgesellschaft 113,75, Moenus - Maschinen 88, RWE. 132,65, Schuckert 126,25, Sübbeutscher Zucker 191, Norddeutscher Lloyb 37. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 15. Juli. Die Neuordnung für bas Getreibewirtschaftsjahr 1935/36 bilbeten am heutigen Getreidegroßmarkt naturgemäß bas Hauptgesprächsthema. Am Brotgetreibemarkt blieb bas Geschäft aber klein. In neuer Wintergerste lagen erstmals Muster vor, Abschlüsse würben aber noch nicht bekannt. Für Hafer besteht bei fehlendem Angebot weiter Nachfrage, außerdem find am Futtermittelmarkt ölhaltige Artikel weiter gesucht, aber nicht angeboten, im übrigen nahm das Geschäft mit Ausnahme von Kleie einSn schleppenden Verlauf. Am Mehlmarkt wurden nur Geschäfte zur Deckung des notwendigsten Bedarfes getätigt. Am Rauhfuttermarkt wurde neues Heu erstmals mit 5,50 Mk. notiert. Es notierten: Weizen W 9 210, W13 214, W16 218, Roggen R9 170, R13 174, R15 178, Futterqerfte G 9 172, G 11 175, G 12 177, Hafer H 13 170, H 14 172, Weizenmehl W 13 27,70, W 16 28,15, Roggenmehl, Type 997, R 13 23,80, R15 24,30, Type 815 R 13 24,30, R15 24,70 plus 0,50 Mk. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17 Brief, Weizen- futterm'ehl 13,25, Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13, Roggenkleie R 13 10,20, R 15 10,44, Mühlenfestpreis ab Mühlenstation, Soyaschrot 13, Palmkuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50, Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber 16.75, Heu, neuer Ernte, 5,50. Kartoffeln: Erstlinge hiesiger Gegend 7,10, runde gelbe hiesiger Gegend 6,70, weiß-, rot= unb blauschalige hiesiger Gegenb 6,30 Mark je 50 kg bei Waggonbezug. Tenbenz ruhig. Neue Wege -er Berufsausbildung in der Deutschen Arbeitsfront. Ein Vortrag über „Textilwerbung der heimischen Industrie". Die DAF., Amt für Arbeitsführung und Berufs- erziehung, Kreisdienststelle Gießen, eröffnete die Kleinarbeit für die berufliche Ertüchtigung mit einem Filmvortragsabend am Montag im Katholischen Vereinshaus, der sich eines sehr guten Besuches erfreute. Der Kreiswalker des Amtes, Merkes, legte bie großen Aufgaben biefes, burch eine Anordnung des Führers geschaffenen Amtes dar. Das Amt wolle, so führte er u. a. aus, den Menschen bereits in dem Augenblick erfassen, in dem er sich für einen Beruf entscheiden soll unb stehe ihm darum durch eine Berufsberatung zur Verfügung. Es betreue ihn anschließend durch bie Vorbereitung auf bie beruflichen Prüfungen, bie er abzulegen haben werbe unb burch bie Fürsorge für eine ordnungsgemäße Ausbildung des Lehrlings in engster Zusammenarbeit mit dem Betriebsführer. Die Berufsführung wolle ferner Sorge tragen, daß ben Einzelnen im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften, Lehrgängen, berufskunblichen Fahrten unb Besichtigungen bie Einführung in bas Berufsleben erleichtert unb feine Berufskenntnisse erweitert würben. Es solle gleichzeitig erreicht werben, baß jeber Volksgenosse nicht nur einen, fonbern ben ihm zustehenben Arbeitsplatz zugewiesen erhalte. Solche Aufgaben bebürften zäher und energischer Verfolgung. Der Berus sei nicht allein ein Mittel zum Geldoerdienen, fonberh auch zur Erfüllung einer Lebensaufgabe. Am Stelle bes verhinderten Leiters der Werbeabteilung der JG.-Farben sprach dessen Stellvertreter Oswald-Frankfurt a. M. über: „Die Textttwerbung der chemischen Industrie", wobei er die Bedeutung der Chemieindustrie in der deutschen Wirtschaft und ihren Anteil am Gesamtschaf' fen ber Nation hervorhob. Die Betrachtungen ber Auswirkungen eines ber größten berartigen Unternehmungen in bezug auf ben Export, die Werteschaffung für bie Volkswirtschaft und bie Befriedigung des Bedarfs durch eine durchdachte Organisation waren dazu angetan, das Berufswissen des einzelnen zu erweitern. Der Vorsitzende verstand es ausgezeichnet durch eine gedrängte Uebersicht über die Werbemethoden für die mehrere tausend Erzeugnisse der JG.-Farben das Streben nach beruflicher Ertüchtigung anzuregen. Er führte die Vielfältigkeit der Werbung, ausgehend von der direkten Werbung durch ein engmaschiges Netz der Vertreter, Techniker, Handelsagenten über die Inseratenwerbung, Druchsachenreklame und Plakatierung zur indirekten Werbung über den Fabrikanten, Großhändler unb Geschäftsinhaber hinaus bis in die Lebensführung des Verbrauchers selbst, vor Augen. Von ben sehr interessanten Arbeitsmethoben fand besonders die Art und Weise des Findens neuer Farbmuster unter Zuhilfenahme ber Gewerbekunde große Beachtung. Der Wert solcher Werbung in rein praktischer, aber auch in kultureller Hinsicht wurde zum Schluß unterstrichen durch die Werbefilme, deren sich dieses Unternehmen bedient, um sowohl im Reiche wie in aller Welt, für deutsche Qualitätsarbeit neue Absatz. Märkte zu schaffen. Eine Ausstellung der verschie- densten Werbedrucke auf Stoff und Papier vervollständigten den Eindruck dieses Vortragsabendes, ber großen Beifall fanb. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Juli. Auftrieb: Rinber 616 (gegen 649 am letzten Montagsmarkt), barunter 44 Ochsen, 50 Bullen, 375 Kühe, 147 Färsen. Zum Schlachthof birekt: 1 Bulle, 4 Kühe. Außerbem wurden 25 Rinder von der Reichsstelle aufgetrieben. Kälber 437 (574), Schafe 30 (24), Schweine 3718 (3432). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 8. Juli 42), b) 41 bis 42 (42), c) 41 (41), d) 36 bis 40 (36 bis 40); Bullen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 41 (40 bis 41), d) 39 bis 40 (36 bis 38); Kühe a) 42 (42), b) 37 bis 41 (36 bis 41), c) 30 bis 36 (30 bis 36), d) 22 bis 29 (22 bis 29); Färsen a) 42 (42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 38 bis 40 (39 bis 41), d) 30 bis 37 (32 bis 38). Kälber a) 59 bis 63 (58 bis 60), b) 54 bis 58 (52 bis 57), c) 44 bis 53 (42 bis 51), d) 32 bis 43 (30 bis 41). Hämmel b2) Weidemast 37 bis 38 (36 bis 38). Schafe nicht notiert. Schweine al) 52 bis 53 (50 bis 51), a2) 52 bis 53 (50 bis 51), b) 52 bis 53 (50 bis 51), c) 50 bis 53 (49 bis 51), d) 48 bis 53 (46 bis 50), e) 47 bis 50 (—), Sauen gl) 47 bis 50 (45 bis 47), g2) 40 bis 46 (40 bis 44). Marktverkauf: Rinder sehr lebhaft, ausverkauft. Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und Schafe ruhig, Ueberftanb (13 Stück). Schweine rege, geringer Ueberftanb (44 Stück). Die gestohlene Schafherde. Lpd. Marburg, 15. Juli. In einer regnerischen Novembernacht des vergangenen Jahres wurden aus dem Schafpferch des Rittergutes Schön st adt bei Marburg 26 Mutterschafe gestohlen. Der Diebstahlsoerdacht lenkte sich auf die Wanderschäfer Franz Hesse unb Josef Schobert aus Breben in Westfalen, bie mit ihrer Herbe tags zuvor burch bie Gegenb von Schönstabt gezogen waren. Der Gutspächter nahm nun sofort mit bem Kraftwagen bie Verfolgung auf, traf bie Herbe nach einigen Tagen bei Lollar unb fanb hierunter auch tatsächlich seine Tiere. Nun hatten sich bie beiben Wanberschäfer vor Gericht zu verantworten, bas Hesse zu vier Monaten unb Schobert zu sechs Wochen Gefängnis verurteilte. Starker Besuch der Braunen Messe des Oiltkreises. LPD. Herborn, 14. Juli. Bereits wenige Stunden nach der am Samstag erfolgten Eröffnung der Braunen Messe — Deutsche Wache des Dillkreises setzte lebhafter Besuch ein, begleitet von starkem Interesse für die Vielgestaltigkeit der zur Schau gestellten Erzeugnisse der heimischen Industrie, des Handwerks und Gewerbes, sowie der belehrenden unb aufflärenben Abteilungen ber NS.- Frauenschast, des Reichsnährstanbes unb bes Ar- beitsbienftes. Auch ber Sonntag brachte einen Besuch, ber alle Erwartungen bei weitem übertroffen hat. Vielfach würben bereits am ersten Messetag beachtliche Aufträge erteilt, mit benen auch am Sonntag nicht zurückqehalten würbe. Die großen Eisengießereien bes Dillkreises beherrschen mit ihren wunbervoll aufgebauten Ständen bas große Zelt ber Jnbustrie. Die Vielseitigkeit ber heimischen Herb- unb Ofeninbustrie erregt bei allen Messebesuchern größte Bewunderung. Erstmals beteiligt sich diese bedeutendste Industrie des heimischen Wirtschaftsgebiets in diesem Umfang und in einer solch eindrucksvollen Geschlossenheit an einer heimatlichen Veranstaltung. Das heimische Handwerk, das Gewerbe und der Handel, sie alle sind in schönem Kojenausbau vertreten. Jüdische Metzgerei polizeilich gesch ossen Mainz, 13. Juli. (LPD.) Der jüdische Metzger- meister Simon Hirsch, Mainz, Wallaustraße, hat sich, wie der Polizeibericht meldet, durch einen Hallenarbeiter des Schlacht- und Viehhofes tuberkulöse fiebern usw., die als untauglich für den menschlichen Genuß erklärt waren, beschafft und in ben Verkehr gebracht. In seiner Kühlzelle würbe ein ganzer Sack konfiszierter Fleischteile gefun- b e n und beschlagnahmt. Er war vorübergehend in Haft genommen worden. Das Geschäft wurde geschlossen. Rundfunkprogramm Donnerstag, 18. Iuli. 6 Uhr: Choral, Morgenfpruch. Gymnastik. 6.15: Morgenmusik. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I des Rundfunkorchesters. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten ber Gauleitung. 15.15: Kinberfunk. 16: Kleines Konzert. 16.30: Kunst und Glaube. Briefe für schöpferische Menschen. Aus dem gleichnamigen Buch von Rudolf Paulsen. 16.45: Die Kulturhöhe unserer germanischen Vorfahren (II.), von Carl Duisberg. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Deutsche Gespräche. „Der deutsche Mensch und die Technik", von Wilhelm Guide. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Musikalisches Feuerwerk. In sprühenden, funkelnden Tonkaskaben. 21: — — unb abenbs wirb getanzt. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Die Landschaft spricht: Der Westerwald. 23: Zeitgenössische Musik (XII). 23.30: Tanz in den Dünen, Schuhe ausschütten. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) £. B. 100. Die Adresse der Deutschen Feuerbestattungskasse „Flamma" lautet: Gießen, Seltersweg 22 I. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. |Berlin Schluß» furd Schluß'. Abend- bürfe Schluß» turs Schlußt. Mittag- bürte Datum 13 7 15 7 13 7 15-7- 6% Deutsche ReichSanlethe v. 1927 100,65 100,4 100,25 100,25 4% Deutsche Reichsanl. von 1994 97,25 97,75 97,5 98 bV2% Doung-Anleihe von 1930 .. 103,75 103,75 104 — Deutsche Anl.-Ablös.»Schuld mit AuSlos.-Rechten ........... — 112 112,25 112 *Mt% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 100,4 100,5 _ 100,4 6% ehern. 8% Hess. Bolksftaat 1929 (rüchablb. 102%) ........... 97 97 97 97,13 4%% ehern. Hessische LandeSbanl Darmstadt Gold R. 12........ 96,25 96,25 96,25 6%% ehern. Hess. LandeS-Hypo- ihekenbank Darmstadt ßiaui ... 101,25 —— 4%% ehern. 8% Darmst. komm. Landesb.Koldschuldverschr. R.6 •— 92,5 — Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............ 125,5 127 - Deutsche Komm. Sammelabl. Ast- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 116 116 116 116 4 VA ehtm.8% Franks. Htzv.-Vank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96,4 •*- — 6y2% ehern. 4'/r% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Psandbriese....... 101,4 101,13 _ - 5y,% ehern. 4/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 101,25 101,25 101,5 101,75 *yt% ehern. 8% Pr. Landespfand- öriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4%% ehern. 7% Pr. Landespfand. öriesanst., Gold Komm. Lbl.Vl 97 37 97 97 Eleuergutlch.BerrechnungSk. 35-39 107,3 107,3 107,3 107,3 4% Oesterretchische Goldrente.... — 31,65 _ • 31,75 4,20% Oesterretchische Stlberrcate —— 1,7 1,7 1,7 4% Ungarische Goldrente ....... 10,9 10,75 11 10,65 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 10,65 10,5 10,75 10,7 4y2% desgl. von 1913 ........ 10,75 10,65 11 10,6 5% abgest. Goldmexikaner von 99 12,65 12,5 12,65 12,75 4% Türkische Bagdadbahn-Anletlx Serie l..................... — — —1 Frankfurt a M Ztrlln Schlußkurs Schluvt. Abend» bürte Schlußkurs Schlußk. mittag» bürfe Datum 137 15-7 13-7- 15 7 4% desgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh- Rente v. 1903 4,/i%Mumän.oereinh.9tenleD.1913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 %% Anatolier ............... Hamburg-AmerCa-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........o '21.®. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handeisgesellschast ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DiSconto- GeseUschasl................o Dresdner Bank ...........o Reichsbank ................ 12 '21.®.®......................0 Bekula.................... 10 Clektr. Lieferungsgetellschafl... 5 Licht und Kraft .......... ey, gelten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.s.Elektr.Unlernehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests. Elektr..........ß Schuckert & (jo............... 4 Siemen« L Halske............ 7 Lahmeyer L Lo.............. 7 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl ........... 4 Gelsenkirchener.............. o Harpener 0 Hoesch Eisen—Köln-Neuess« .. 0 Ilse Bergbau s Ilse Bergbau Genüsse ........ e Klocknerwerke ............. 8 y Mannesmann-Röhr« ........ 0 7,9 5,9 40 33 36,13 85,75 118 90,75 91,75 91,75 187,5 45,25 141,5 116,5 131,25 106,25 126 132 124,5 177,25 130,75 105,25 110,25 112,25 105,75 160 128,75 99 89,5 7,75 10,25 5,9 40 33,75 37 86 117,75 90,75 91,5 91,5 187 45,9 142 116,25 131,5 106,75 126,5 140 132,65 126,25 178 130,5 106 111,9 113 106 160 131 99,5 89,65 7,6 10,25 5,9 40,4 33,9 31,5 36,75 86 117,5 90,75 91,75 91,75 188,25 45 141,75 116 131,5 107 126,5 138,75 132,25 124,5 178 130,75 104,75 110,75 112,75 105,75 160 128,75 99 89,25 10,3 5,95 40,65 33,9 32,5 37,25 86,5 117,75 90,75 91,5 91,5 187,65 45,5 141,75 117 131,25 107 126,5 140 132,5 125,5 179 131 1 105 j 112,75 [ 113,25 105,5 158 131 1 100 1 90 Frankfurt a. M. Berkin Schluß» kurs Schlußk. Abend» bürfe Schlußkurs Schlußk. mittag» bürfe Datum 13.7 15 7 13 7 15-7 .......8 116,5 116,5 115,75 116,5 Kokswerke ........... .......6 — — 121,5 122 Phönix Bergbau...... .......O — —- — — Rheinische Braunkohlen ..... 12 221 221 221,75 Rheinstahl ........... .....sy> 111 113 112 112,65 Bereinigte Stahlwerke. .......0 86,9 87,9 86,65 87,25 Olavi Minen ........ .......0 17 17,9 17,4 18 Kaliwerke Aschersleben. .......5 126 125,65 126 Kaliwerke Westeregeln . .......5 123,5 124 123,13 124 Kaliwerke Salzdetfurth .....?y, 192,5 — 193 195,25 I. ®. Farden-Jndustrte .......7 151 151 150,9 150,5 Scheideanstalt........ .......9 233 233 — — Goldschmidt ......... .......0 109 110,5 118,5 108,5 110 Rütgerswerke........ .......4 118 119 118,25 Metallgesellschaft...... .......4 114,75 113,75 92,5 114 , 113,25 Philipp Holzmann . . .. .......0 92 93,25 93 Zementwerk Heidelberg 118,75 —• Cementwerk Karlstadt.. .......4 135,5 134,9 — Schultheis Patzenhofer .......4 _ _ 113 113,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 64 64,75 64,75 64,75 Bemberg............ .......0 117,25 117 117,75 117 Zellstoff Waldhos ..... .......0 119,5 88 120,25 120,25 119,5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 88,25 88,75 88,75 Dessauer Gas ........ .......7 — — 142,5 142,75 Daimler Motoren..... .......0 94,75 166 95,25 95,25 95 Deutsche Linoleum ... .......6 167,5 167 167,75 89,25 Crenftein & Koppel .. .......0 88,75 Westdeutsche Kaufhof.. .......0 34,75 34,5 34,75 34,4 Chade............. I 291 174 293,5 291 174,9 294 175,75 Accumulatoren-Fabrik ......12 Conti-Gummi ..... ....... 8 I 157 156,5 156 157 Gritzner............ I 37,75 94,5 37,75 94 I 38,9 37,75 Mainkrastwerke Höchst 4 Süddeutscher Zuck« .. ***•#•• I I 192,5 191 1 190,5 191,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 13. Juli 15. Iuli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Aixe. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,885 41,965 41,885 41,965 Rio de 3an. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,82 54,92 54,85 54,95 Danzig..... 46,88 46,98 46,905 47,005 London ..... 12,275 12,305 12,285 12,315 HelsingforS.. 5,415 5,425 5,415 5,425 Paris ...... 16,39 16,43 16,405 16,445 Holland .... 168,88 169,22 168,88 169,22 Italien..... 20,50 . 20,54 20,50 20,54 Japan ...... 0,722 0,724 0,722 0,724 Jugoslawien. 5,684 5,696 5,684 5,696 OSlo..... ; 61,70 61,82 „ 61,74 61,86 Wien....... 49,05 48 95 Lissabon.... 1L14 11,16 11,15 1L17 Stockholm... 63,30 63,42 63,33 63,45 Schweiz .... 81,12 81,28 81,19 . 81,35 Lpanien.... 33,97 34,03 33,97 34,03 Prag....... 10,35 10,37 10,355 10,375 Budapest ... Reu York ... 2,479 2,483 2,479 2,483 Berlin, 15 Iuli Geld 3 riet Amerikanische Noten.............. 2,431 2,451 Belgische Noten.................. 41,72 41,88 Dänische Noten ................. 54,79 55,01 Englische Noten ................. 12,25 12,29 Französische Noten............... 16,36 16,42 Holländische Noten............... 168,46 169,14 Italienische Noten................ 19,86 19,94 Norwegische Noten .............. 61,53 61,77 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten ............... 63,11 63,37 Schweizer Noten................. 80,96 81,28 Spanische Noten................. 33,61 33,75 Ungarische Not« . . ........... Nr.lüZ Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, (6. Zuli 1935 Aus der Provinzialhaupistadt. Das Fruchtaroma des Obstes. Nur solches Obst und solche Obsterzeugnisse verlocken zum Genuß, denen noch das vollwertige Fruchtaroma innewohnt. Will man das Fruchtaroma im Obst erhalten, so darf man die Schale nicht vom Obst trennen, da in und unter der Schale die Hauptaromastoffe des Obstes sitzen. Sie sind dort, wie die Zeitschrift „Der deutsche Lebensmittel- verteiler" berichtet, in Form von ätherischen Oelen, bie stark riechend und flüchtig sind, anzutreffen. Deshalb soll man die Aepfel und Birnen nicht nur beim Rohgenuß, sondern auch wenn sie zu Mus ober mit anderen Früchten zusammen zu Marmelade verkocht werden, ungeschält lassen, wenn auch dadurch das Obsterzeugnis in der Färbung etwas dunkler wird, als wenn geschältes Obst verarbeitet worden ist. Die beim Schälen der Aepfel verbleibenden Schalen können ebenso wie die Kerngehäuse, soweit sie einwandfrei sind, zu Auslaugungsgetränken verwendet werden, indem man sie zwei Tage lang in ein Glas kalten Wassers legt, wo die Duftstoffe vom Wasser ausgelaugt werden und man nach Entfernung der Schalen und einem geringen Zuckerzusatz ein angenehm schmeckendes Getränk erhält. Man kann die Apfelschalen auch auswerten, indem man sie trocknet, am besten auf einer Darrhorde und im Winter als Apfelschalentee verwendet. Je duftiger und aromatischer die Apfelschalen waren, desto aromatischeren Apfeltee erhält man. Man sieht daraus, daß auch die Obstschalen, soweit sie gesund sind, wertvoll sind und man sie nutzbar machen soll. Weiter ist beim Verarbeiten des Obstes zu beachten, daß durch langes Mitkochen des Zuckers die Aromastoffe sehr leiden, weswegen der Zucker nicht gleich zu Anfang des Kochprozesses zugesetzt werden soll, sondern erst gegen Ende. Am besten ist es, um die Saststoffe des Obstes nach Möglichkeit zu schonen, den Zucker vorerst in heißem Wasser zu läutern und dann erst zuzusetzen. Durch diese Maßnahme wird das Fruchtaroma soweit als möglich geschont. Bei Früchten, die zu Marmelade- und Konfitürenzwecken unbedingt geschält werden müssen, wie Apfelsinen, Zitronen usw., ist es notwendig, damit die starken ätherischen Oele der Früchteschalen nicht ganz verlorengehen, Teile der Schalen zum Aromatisieren mitzuoerwenden. Da jedoch unter Schalen dieser Südfrüchte sich ein weißer Filz befindet, der einen bitteren Geschmack verursacht, muß der weiße Filz vorher sorgfältig entfernt werden. Als die aromatischsten einheimischen Früchte gelten die Erdbeeren, Himbeeren, Pfirsiche, Aprikosen und Quitten. Auch unter den Aepseln, Birnen und Pflaumen gibt es sehr aromatische Sorten. Die Walderdbeeren, Himbeeren und Brombeeren sind noch aromatischer als die Gartenzüchtungen dieser Beerenfrüchte. Besondere Aromastofse, die sehr stark sind, findet man auch im Stein der Pflaumen, Zwetschen, Kirschen, Aprikosen und Pfirsiche. Das ist ein ätherisches Oel, welches einen Bittermandelgeschmack aufweist. Um diese Aromastoffe zu erschließen, verwendet man den Inhalt einiger Steine mit zu den Obsterzeugnissen. Auf diese Weise kann man auch die aus dem Steinobst gewonnenen Säfte, Weine, Kompotte usw. aromatisieren. Besonders Pflaumen- und Kirfchenmuse erhalten dadurch einen besonders aromatischen Geschmack. Man hat festgestellt, daß die bereits in den Blüten der Fruchtbäume vorhandenen Aromastoffe eine Wanderung durchmachen und mit der Entwicklung der Frucht auf diese allmählich übergehen. Ein Haupterfordernis ist es auch, daß das Obst im richtigen Reifestadium gepflückt wird. Am aromatischsten sind die Früchte kurz vor der Vollreife, während überreifes oder durch starke Regengüsse verwässertes Obst schon einen Teil der Aromastoffe eingebüßt hat. Ferner ist bei der Lagerung des Feinobstes und der Aufbewahrung der Obsterzeugnisse darauf zu achten, daß sie nicht zusammen mit anderen geruchverbreitenden Stoffen, sondern in geruchfreien Räumen aufbewahrt werden, da sie den fremden Geruch leicht anziehen und dadurch in der Qualität an Wert verlieren. -Krast durch Freude". Sonderzug zu dem Grohfluglag am 21. Juli nach Kassel. „Das deutsche Volk muß ein Volk von Fliegern werden!" Nach diesen Worten des Oberbefehlshabers der deutschen Luftwaffe, Hermann Göring, und unter diesem Motto findet am Sonntag, dem 21. Juli 1935, in Kassel der 1. N S.- D o l k s f l u g - t a g statt, in dessen Rahmen die besten Flieger, Luftakrobaten und Fallschirmabfpringer (Übet, Oskar Dimpfel, List Schwab u. a. m.) mitwirken. Der Sonberzug I fährt ab Marburg. Die Fahrt kostet einschl. Eintrittspreis 3 Mark. Ab Gießen kostet bie Fahrt einschl. Eintritt 3,60 Mark. Dieser Preis ist wohl für jeben tragbar, bietet boch dieser. Großflugtag, der mit militärischen Hebungen der verschiedensten Waffengattungen ausgestattet ist, ein sicherlich unvergeßliches Erlebnis. Schlußtermin für die schriftliche Anmeldung: 18. Juli 1935. Motorradrennen „Rund um Schotten" am 21. Juli. Zu diesem Rennen hat uns die Rennleitung in Schotten Eintrittskarten zum Preise von 50 Pf. für ihren Geschäftsbereich eine gleiche Anordnung zu treffen. Es steht zu erwarten, daß sich die Privatfirmen diesem Vorgehen anschließen und ihre Angestellten für den Deutschen Stenografentag beurlauben werden. Oer Verkehr mit der Reichshauptabteilung III Der Pressedienst der Landesbauernschaft Hessen - Nassau teilt mit: Es besteht Veranlassung, nochmals darauf hinzu- weisen, daß es nicht statthaft ist, sich mit Anliegen unmittelbar an die Reichshauptabteilung III in Berlin zu wenden, ohne vorher mit der Landeshauptabteilung III der Landesbauernschaft Hessen- Nassau verhandelt zu haben. Sowohl Erzeuger wie auch Verarbeiter und Verteiler werden erst bei der Reichshauptabteilung III vorgelassen, wenn sie die schriftliche Bestätigung der Landeshauptabteilung III bzw. deren Gebietsverbände nachweisen können, wonach sie bei den zuständigen Gliederungen ergebnislos vorstellig geworden sind. Daten für den 17. Juli. 1505: Martin Luther wird im Augustinerkloster in Erfurt als Mönch eingekleidet; — 1854: der Admiral Ludwig v. Schroeder, „der Löwe von Flan- neben dem Führer selbst u. a. die Minister Darre, Rosenberg und besonders Rudolf Heß, dessen Lehrer der Redner acht Jahre hindurch war und dessen Wesen und Charakter er darum auch besonders verständnisvoll zeichnen konnte. Die beiden Dorträge, belebt durch zahlreiche persönliche Erinnerungen und besonnt durch einen feinen Humor, bedeuteten ohne Zweifel eine wirkliche Bereicherung für alle Hörer. Sommerfest der 3. Kameradschaft des 71SDFB. Unter starker Beteiligung hielt am Sonntag die 3. Kameradschaft des NSDFB. (Stahlhelm) auf den Schiehständen der Schützengesellschaft 1926 ihr diesjähriges Sommerfest ab. Die Veranstaltung wurde durch ein Preisschießen eröffnet, zu dem sich bereits um 9 Uhr die ersten Kameraden einfanden. Im Laufe des Vormittags wurden bereits beachtliche Ergebnisse erzielt. Am Nachmittag wurde dem Schießsport weiterhin eifrig gehuldigt, und die 3. Kameradschaft hatte dabei Gelegenheit, sest- zustellen, daß sich in ihren Reihen ausgezeichnete Schützen befinden. Die Nachmittagsstunden vereinigten die Kameraden mit ihren Angehörigen in der reizvollen Umgebung des Schießstandes. Kameradschaftsführer A. Mangold hieß die Kameraden, insbesondere den Ortsgruppenführer, Kam. Z e l t m a n n , sowie die zahlreichen Gäste herzlich willkommen. In seiner Ansprache gedachte er des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler. Zum Schluß rief er zu weiterer treuer Kameradschaft im Geiste der Frontsoldaten auf. Im Verlaufe des Nachmittags wartete die NSDFB.-Kapelle mit guter Musik auf und spielte zum Tanze. Auch die Kinder kamen zu ihrem Rechte. Es gab allerlei Ueberraschungen. Die Bretzelpolonaise hat dabei den kleinen Teilnehmern viel Freude bereitet. In leuchtenden Kinderaugen fanden die Erwachsenen ihren Dank. Durch das prächtige Wetter begünstigt nahm das Sommerfest einen sehr harmonischen Verlauf. Gin Sändel-Roma« „Seine Kvaft wav in ihm mächtig" von Ernst Wurm besinnt amIV.StM in den Gietzenev SamMenblätterrn zur Verfügung gestellt. Das bedeutet 50 v. H. Ermäßigung gegenüber dem normalen Preis. Wir bitten die Mitglieder der DAF., die das Rennen besuchen wollen, sich die Karten auf unserer Geschäftsstelle, Schanzenstrahe 18, bis Donnerstag, 18. Juli 1935, abzuholen. Sonderzug zu dem Großen Preis von Deutschland am 28. Juli 1935 auf dem Mrburgring. Zu diesem Zuge sind noch einige Karten zu 5 Mark (einschl. Eintritt) zu haben. Wir bitten die Arbeitskameraden, sich zu dieser Fahrt möglichst umgehend schriftlich zu melden, oder den Betrag von 5 Mark sofort zu bezahlen. Beamte und Angestellte werden für den Stenografentag beurlaubt. Erlaß des Reichsinnenministers. Der Reichs - und Preußische Mini st er des Innern hat zum Deutschen Stenografentag, der vom 2. bis 5. August in Frankfurt a. M. stattfindet, einen Erlaß herausgegeben, in dem es u. a. heißt: „Mit Rücksicht darauf, daß diese Tagung der Verbreitung und Förderung der Deutschen Kurzschrift und des Maschinenschreibens dient und im Interesse der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden liegt, kann den Beamten und Behördenangestellten, die Mitglieder der Deutschen Stenografenschaft sind und an dieser Tagung teilnehmen wollen, auf Antrag der erforderliche Urlaub ohne Anrechnung auf den Erholungsurlaub erteilt werden, soweit dienstliche Belange nicht entgegenstehen. Die Dienstbezüge sind ungekürzt weiterzuzahlen. Eine Erstattung von Kosten aus der Reichskasse kommt nicht in Frage." Der Deutschen Reichsbahn und dem Reichsbankdirektorium ist gleichzeitig anheimgestellt worden, dem", in Hinzenkamp, Kreis Ückermünde, geboren (gestorben 1933); — 1917: Unabhängigkeitserklärung Finnlands; — 1918: Ermordung des Zaren Niköltus II. und seiner Familie in Jekaterinburg (geboren 1868). Schulungsvorträge im Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm). Auch im Monat Juli wurde die Schulunasarbeit planmäßig fortgesetzt. Es wurden die Themen „Der deutsche Lebensraum" und „D a s Auslandsdeutschtum" behandelt. Als Redner hatte sich für beide Abende Dr. Alfred Kaufmann (Gießen) zur Verfügung gestellt. Der Zweck der Veranstaltungen wurde vollauf erreicht, ist doch der Redner, weithin bekannt als Verfasser des ausgezeichneten Werkes „Ewiges Stromland" und als erfolgreicher Forschungsreisender, einer der besten Kenner des alten Orientes, der lange Jahre vor dem Kriege als Auslandspfarrer und Leiter deutscher höherer Schulen in Aegypten und Palästina gewirkt und diese Länder auch nach dem Kriege wiederholt besucht hat. So beruhten seine Ausführungen und Schilderungen auf genauester Kenntnis von Land und Leuten des sog. Morgenlandes, und liebevoller konnte kein anderer die Bedeutung des Deutschtums in diesen Gebieten schildern, sei es in nationaler und wirtschaftlicher, sei es in sozialer ober kultureller Hinsicht. Besonberes Gewicht legt ber Vortragenbe auf bie Wanblung in ber Bewertung bes Auskcmddeutsch- tums feit ber Machtübernahme burch ben Nationalsozialismus, ber ja nicht wie bas Bismarck-Reich ausschließlich staatlich, fonbern in erster Linie völkisch benke. Daher auch bie starke Beteiligung ber Auslanbbeutschen an ber heutigen Regierung: Strandfest der Deutschen Steno- grafenschafi, Ortsgruppe Gießen. Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Steno- graphenschaft hatte ihre Mitglieber am Samstag roieber einmal zusammengerufen, um die Sieger des Leistungsschreibens anläßlich der Kreisgebietstagung in Wetzlar zu ehren, und zwar im Rahmen eines Strandfestes an der Pulvermühle. Weit über 300 Mitglieder und Freunde waren der Einladung gefolgt. Der Ortsgruppenführer Gras begrüßte die Anwesenden, insbesondere den Kreisgebietsführer K. H. Kuhl und die Ehrenmitglieder der Deutschen Stenografenschaft H a n st e i n und Karn- bad). Seine weiteren Ausführungen bezogen sich auf die Kreisgebietstagung in Wetzlar, die für die Ortsgruppe Gießen einen glänzenden Erfolg gebracht habe. Es konnten insgesamt 18 Ehrenpreise errungen werden, 24 Arbeiten wurden mit der Note hervorragend, 81 Arbeiten mit der Note sehr gut und 30 Arbeiten mit der Note gut ausgezeichnet. In den höheren Abteilunyen stellte die Ortsgruppe Gießen sämtliche Preisträger. Der Orts-' gruppenführer beglückwünschte alle Preisträger zu ihrem Erfolg und dankte den Wettschreibern für ihre geleistete unermüdliche Arbeit. Wenn die Mitglieder der Ortsgruppe allgemein derartig vorzügliche Leistungen zeigen, so sei dies ein Beweis für die gute Schulung, bie ihnen in ben Kursen zuteil werbe. Nach ber Verteilung ber Urkunden wurden die Preisträger durch ein dreifaches „Schrift-Heil" besonders geehrt. Mit lebhaftem Beifall wurde die Mitteilung des Ortsgruppenführers ausgenommen, daß die Gaugebietstagung der Deutschen Stenografenschaft im Jahre 1936 in Gießen stattfindet. Diese Tatsache bedeute nicht nur etwas für die unmittelbar interessierten Mitglieder der Ortsgruppe, sondern sie RASIERCREME C a macht das Rasieren zum Genuß Große, langreichende Tube 59 Pf. Militärmusik. Von Franz Gchauwecker. Einer der stärksten künstlerischen Ausdrücke, welche die Macht Preußen-Deutschland hat, ist der Armeemarsch. Die Geschichte des Marsches reidjt bis in die Zeit ber Landesknechte zurück. Trommeln und Pfeifen, Klarinetten und Oboen, sogar Streichinstrumente waren die instrumentale Grundlage. Die heutige Regimentsmusik existiert noch nicht allzulange. Sie stammt ab von ber Janitscharen- musik. In bieser Marschmusik fap‘ sich klanglich alles zusammen, was Größe unb Macht, Geschichte und Männlichkeit bedeutet. Hier tritt sinnenhaft heraus der politische Machtwille eines Volkes. Wir alle kennen die ungeheure Erschütterung, die von solcher Musik ausgeht. Wir alle wissen, daß in jenem Augenblick, in welchem das Locken der Trommeln und Pfeifen beginnt, allen, die es hören, ein Ruck durch ben Körper unb durch die Seele geht. Es gibt jene kurze und scharfe Spanne der Erwartung, bis bann plötzlich mit einem ungeheueren Aufschrei ber Marsch losbricht aus den großen metallenen Mündern der Instrumente, welche die Melodie tragen, während der schlitternde Prall der Pauken den Takt angibt, ben Rhythmus, ber burch alle Körper fährt unb ben Gang unb Schritt der Kolonnen unwiderruflich bestimmt. Wir wissen es aus jener Zeit, in der wir da draußen waren, wo die Schlacht ihre feurigen Fahnen erhob, welch ein riesenhafter Aufschwung aus jenen Preußen-Deutschland-Märschen herausbrach, wenn sie nach vielen Gefechts- und Marschtagen plötzlich vor den vollkommen übermüdeten, zerschossenen, verdreckten Truppen hörbar wurden. Da war alle Müdigkeit und der Hunger, Verluste und Ungeziefer vergessen, solange dieser peitschende und düster klingende Klang da vor uns seinen zwangvollen Weg ging. In diesen Märschen stand alles auf, was von der Tapferkeit und den Taten der Männer erfüllt war: die Schlacht bei Leuthen und das Werk Beethovens, die Leistung Bismarcks und alles das, was hinter den Horizonten liegt, auf die wir marschieren, ohne sie vielleicht selbst zu erreichen, aber darauf kommt gar nichts an, ob wir selber noch an das Ziel kommen oder nicht, wie gar nichts darauf ankommt, daß wir den Siebenjährigen Krieg mitgemacht haben, sondern das ist entscheidend, daß alles dies in uns ist und Gestalt gewinnt. . . Angesichts dieser gewalttgen Melodien wird es gleichgültig, ob jemand morgen fällt ober leben bleibt, denn er stirbt ja nicht umsonst wie im Bett, sondern er stirbt unter einem großen Kommando, das ihn in ein großes Schicksal hineinstellt. Jeder weiß, daß er, wenn er fällt, die große Geschichte des Volkes und des Reiches weitergibt an bie, welche nach ihm kommen, mag es nun fein Nebenmann fein ober fein Enkel. Und wenn er niemand hat und ganz allein steht, auf verlorenem Posten, ohne Frau, ohne Kinder, dann hat das auch nichts zu sagen, dann fällt er nicht umsonst — auch dann gibt er an seinen Teil zwischen Kornfeld und Wald, im Unterstand ober im Flugzeug die große lieber« lieferung von Ruhm und Ehre eines Volkes weiter. Es bedarf dazu keines Lohnes, keines Prunkes, keines Dankes. Es genügt die schweigende Erfüllung dessen, wozu wir da sind, dessen, was wir „Pflicht" zu nennen gewöhnt sind. Pflicht — auch das dröhnt in der Musik mit — ist kein mühseliges und nörgelndes Weiterschleppen durch dünnen Sand, sondern es ist die innere Erkenntnis, das Gefühl und die Bereitschaft für all das, was notwendig, damit es getan werde und lebe. Zelt am (See. Von Wolfgang Kummer. Warrn lag die Dormittagssonne über dem See und über den hohen Fichten, die sich in dem grünen, glasklaren Wasser spiegelten. Die Winde schienen in dieser fonnüberstrahlten Einsamkeit ein« geschlafen zu sein. Da drang plötzlich mehrstimmiges Singen aus dem Walde. Vier Jungen jagten ben Hang hinab, warfen bie Tornister ins Gras unb zogen sich bie Braunhemben über bie Ohren. Heiß war der Tag und das grüne Wasser glänzte. Mit fröhlichem Geschrei tanzte die kleine Horde über die Landzunge in das aufspritzende Wasser. — Der heiße Mittag war vorübergegangen. Die Vier standen auf dem Rasenstreifen am Walde um die Zeltbahnen herum. Als die Zeltstangen aufrechtgestellt, die Schnüre gespannt waren, stand ein glattes, kleines Giebelzelt. „Hm! Es fehlt noch etwas", meinte Hans. Wenn es Regen geben sollte, muß das Wasser ad- fließen können." Zweifelnd wurde der Himmel betrachtet. Weit im Blauhimmel zogen sich Federwolken wie mächtige weiße Rippen. Drüben verdichtete es sich aber zusehends. Hans hatte schon zum kurzen Spaten gegriffen. Bald zog sich ein kleiner, verhältnismäßig tiefer Graben um das Zelt herum der in einen nahen Bach auslief. Auf den Zeltbahnrändern lagen mittelgroße Steine, die den Durchzug verhinderten. „Beinahe gemütlich hier? Drinnen räkelte sich Bob, der Kleinste. Weiter draußen auf der Landzunge in den See, weit ab vom Walde, stieg eine Rauchsäule fast unbeweglich empor. Horst, der Gruppenkoch, braute den Abendtee, während Hans Brote schnitt unb Ernst bie Butter strich. Der Abenbfrieben schien über Walb, Zelt unb See zu liegen. Da aber kam ber Feinb. Leise, fast geräuschlos kam er. Gerharb bemerkte ihn zuerst, als er bas Holz aus bem Walbe trug. Um ihn zu melben, lief er zum Zelt hinunter unb schlug plötzlich einen Salto. Das Zelt zitterte. „Paß boch auf bie Zeltsteine auf!" rief Hans. „Nicht gesehen!" brummte ber Gefallene. — Von jetzt ab flatterte ftänbig ein Lappen an ber Heltschnur. — Die Vier lagen um bas Kochgeschirr voll Tee herum unb kauten eifrig. Da machte ber Feinb seinen ersten Großangriff. Als er sie einige Zeit belästigt hatte und immer unverschämter wurde, sprangen sie auf und wehrten sich. Sie rissen die Handtücher aus den Tornistern, ein furchtbarer Kampf begann. Im Eifer schlugen sie sich selbst die Waffen an den Kopf. Der Feind war übermächtig. Er drängte sie zum Ufer hinunter und warf sie schließlich in den See. Nach einiger Zeit schwammen die vier Jungen wieder an das Ufergrün und schlichen kleinlaut zum Zelt zurück. Doch kaum lagen sie vermummt wie zur Maskerade in ihrem Zelt, als ihr Gegner wieder mit anschwellendem Getön aus dem Dunkel des Waldes vorstieß. Drinnen im Zelt rieben sie sich ihre Wunden. Am anderen Morgen lebte der ungleiche Kampf wieder auf. Der Morgenkaffee war ein stetiger Abwehrkampf, als aber die Sonne siegreich über die jenseitigen Wipfel stieg, da jagte sie entsetzt die Feinde, die Mücken, zurück. Bob rieb sich ohne Unterlaß und seufzte tief. „Das nächste Mal werden wir das Zelt wohl nicht wieder so dicht an Wald und See legen." Don der altdeutschen Blumensprache. Immer sind Blumen Fürsprecher des Menschen gewesen. Ob ein übermächtiges Gefühl ihn verstummen lieh, oder ob er aus Scheu und Ehrerbietung auf das Aussprechen seiner Empfindungen verzichtete, die Blumen liehen ihm ihre Schönheit und ihren Duft, um in ihrer Sprache zu bezeigen, welche Gedanken und Wünsche ihn bewegen. Aus diesem Fürsprecheramt entstand alsdann eine Symbolisierung der Blumen; sie wurden Sinnbilder der verschiedenen Empfindungen, der Freude und des Schmerzes, der Liebe, Treue und des immerwäh» renden Gedenkens, das in einem Fall sogar bleibender Aame wurde, wie bei jenen kleinen beschei. denen Blümchen, die Vergißmeinnicht heißen. Eine ausgebildete Blumensprache mit einer richtigen Grammatik, mit Lehrsätzen und Auhanwen- dungen, finden wir sowohl in der persischen, indischen und arabischen, wie in der chinesischen und japanischen Dichtung. Mit Vorliebe werden ihre Gee Heimnisse in die Form von Reim- und Rätselspielen gekleidet, wie dies Goethe in seinen Anmerkungen zum „West-östlichen Divan" aus dem Wesen der Poesie erklärt hat, die „ben weit umgreifenden Blick über alle Weltgegenstände, die Leichtigkeit, zu reimen, sodann aber eine gewisse Lust, Rätsel aufzugeben, und Fähigkeit, Rätsel auszulösen," besitzt. Goethe führte alsdann eine Anzahl solcher Blumen- reime an, die mehr durch den gleichen Ausklang als durch den inneren Sinn zusammengehören. Tiefere Bedeutung wurde dieser Dlumensprache zugelegt, als die deutsche Kultur des hohen Mittelalters die alte Pflanzen- und Blumenverebrung unserer Vorfahren mit dieser übernommenen Versinnbildlichung der Blumenwelt verband. DieMinnesänger bildeten die poetische Kunst dieser wortlosen Sprache aus, und bald haftete vielen Blumen eine Bedeutung an, die ihnen bis zum heutigen Tag geblieben ist. So wurden Lilien und Rosen die Blumen der Unschuld und der Liebe, das Veilchen galt als Liebesbvte, die rote Relke versprach die Gewährung der Liebe, das braune Habmichlieb verriet stille Hoffnung, und die leicht abfallende Schneeballblüte wies auf die Vergänglichkeit irdischen Glückes hin. Bald hatte jede Blume des deutschen Gartens ihre eigene Stimme und trat als Füriprecher für eine verborgene Empfindung des Menschen auf. Bezeichnend für die Vollständigkeit unb Gründlichkeit dieser altdeutschen Dlumensprache find die Aufzeichnungen ber Clara Hätzlerin in dem von ihr aufgeschriebenen Liederbuch, das vermutlich aus dem Jahr 1470 stammt. „Rupfblumen traget, wer meinet, er fei im Zweifel, ob ihm fein Lieb Gerechtigkeit erweise", heißt es da. „Wer sie aber trägt ausgerupft, ohne bie zwei gleichstehenden Blätter, zeigt an, daß er ganzer Gerechtigkeit gewährt ist von seinem Liebsten. Wenn aber ein Blättlein allein ist blieben stehen, der meint, ihm sei Unrecht geschehen." Nun wird bie Bedeutung anderer Blumen in bedachtsamer Reihenfolge bargelegt, damit sich jedermann danach richten kann und eine U eher ein« stimmung zustande kommt, ohne die leicht eine Komödie der Irrungen entstehen könnte. Vom Wacholder wird gesagt, ihn solle tragen, „wer sich selbst eine Lieb vorsetzet und es ihm nur schlecht darin ergeht, und er sich gern entschließen soll, zu erwarten, ob ihm noch überlang etwas Trostes davon geschehen möge. Denn Wacholder hat die Art: Das erst' Jahr blühet er, das andere trägt er un* zeitige Früchte, das dritte Jahr zeitigt die Frucht erst und muß man sie bann mit Stäben abschlagen." vornoNzea. — TageskalenderfürDienstag: DAF., Amt für Berufserziehung, Wirtschaftsgruppe Banken und Kredit, 19.30 Uhr, im Hotel „Hindenburg , Vortrag: „Der deutsche Außenhandel und seine Finanzierung. — NSG. „Kraft durch Freude ,19 bis 21 Uhr, Allgemeine Körperschule auf dem Unwer- sitätssportplatz am Kugelberg; 18.15 bis 19.15 Ufjr, Tennis auf den Tennisplätzen am Schutzenhaus; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. _ Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Freut euch des Lebens". ♦ ** Wiedersehensfeier des Rhein. I R. Nr. 3 0. Am 3., 4. und 5. August d. I. findet in der alten Garnisonstadt Saarlouis eine große Wiedersehensfeier des ehem. 4. Rhein. JR. (Graf Werder) Nr 30 und seiner Kriegsformationen (Res.-Land- wehr 30 und FR. 477) statt. Nähere Auskunft bei Kam. W. Volk, Gießen, Ausweg 38. ** Verkehrsunfall. Gestern fuhr em Lastkraftwagen an der Abzweigung Schiffenberger Weg und Straße nach Watzenborn-Steinberg mit großer Wucht gegen einen Baum. Der Lastkraftwagen wurde fast völlig zertrümmert. Der Beifahrer konnte aus dem Wagen springen. Der Lenker des Kraftfahrzeuges kam, trotzdem er am Steuerrad fitzenblieb, glücklicherweise ohne Schaden davon. ** ßu ftp oft nach Südamerika. Infolge einer Neuregelung bestehen jetzt wöchentlich zwei Luftpostverbindungen nach Südamerika, und zwar Donnerstags ab Stuttgart mit dem Flugdienst der Deutschen Lufthansa, und Sonntags ab Paris mit dem Flugdienst der Gesellschaft Air France. Außerdem werden Postsendungen außer Briefen und Postkarten mit den Fahrten des Luftschiffes „Graf Zeppelin" am 29. Juli, 12. und 26. August usw. alle 14 Tage Montags ab Friedrichshafen befördert. Letzte Einlieferungsmöglichkeiten beim Postamt Gießen (Bahnhofstr.): Mittwochs: 21.10 Uhr für den Flugdienst der Deutschen Lufthansa; Samstags: 7.25 Uhr für den Flugdienst der Gesellschaft Air France; Montags (jeden 2. am 29. 7. usw.): 7.25 Uhr für die Fahrten des Luftschiffes „Graf Zeppelin". Obecheffen. ' 10 Gebote für den Bauern während der Ernte. 1. Sichere deine Leitern gegen Ausrutschen. Leitern von mehr als 6 Meter Länge dürfen beim Obstpflücken nur mit Gegenstützen verwendet werden. 2. Die Sicherheitsvorrichtungen in deiner Scheune bringe frühzeitig in Ordnung. Mangelhaft her- gestellte Bodenbeläge über den Scheunentennen und in Bansenräumen sind Todesfällen. 3. Störungen an Maschinen dürfen nur bei abgestelltem Getriebe beseitigt werden. 4. Dreschmaschinen ohne Schutzvorrichtungen lasse in deinem Betriebe nicht arbeiten. 5. „Achtung!" mußt du rechtzeitig und laut rufen, wenn beim Ausladen von Heu und Getreide auf dem Felde weitergefahren wird. 6. Fliegen verursachen oft das Durchgehen der Zugtiere. Deshalb sorge stets für Aufsicht. 7. Beim Sitzen auf beladenem Wagen ist größte Vorsicht geboten. 8. Beim Fahren auf der Landstraße ist die neue Straßenverkehrsordnung zu beachten. 9. Bedenke, daß Sensen, Gabeln und Mähmaschinenmesser schwere Verletzungen Hervorrufen können. Deshalb arbeite vorsichtig damit. 10. Beachte jede scheinbar geringfügige Wunde und suche bei Augenverletzungen sofort einen Facharzt auf. Oie neue Orgel in der Niddaer Stadtkirche. NN. Nidda, 14. Juli. Die Einweihung der neuen Orgel in der hiesigen Stadtkirche stand im Mittelpunkt des heutigen Tages. Unter starker Beteiligung fand sie durch Pfarrer S e r i b a statt. Sie tritt nun an die Stelle der 1621 eingebauten Orgel, die also 313 Jahre der Gemeinde gedient, aber im Laufe der letzten Jahrzehnte infolge Altersschwäche zusehends den Dienst versagt hat. Durch Entgegenkommen der Krugschen Stiftung hier, sowie durch hochherzige Spender wurde der unhaltbare Zustand beendet und von Meisterhand in sorgsamer Weise ein Werk vollendet, das mit Recht als Wunderwerk im Reiche der Töne bezeichnet wird. Die Orgel steht erhöht im Chor, der Spieltisch auf der seitlichen Empore. Einige Zahlen dürften von allgemeinem Interesse sein. Im ganzen erklingen 1296 Pfeifen von Holz, Zink, Zinn oder Kupfer, wovon die größte 5,40 Meter und die kleinste 5 Millimeter mißt. Durchschnittlich werden je Minute 13 Kubikmeter Lust verbraucht. Mit Leichtigkeit sprechen die Pfeifen vom weichsten Flötenton bis zur schmetternden Trompete, vom tiefsten Baß bis zum höchsten und feinsten Vogelgezwitscher an. Zu beiden Manualen können 27 Haupt- und 13 Nebenregister verwandt werden. Die Auslösung der Pfeifenventile wird durch 574 Elektromagnete bewerkstelligt, 1700 Kontakte schließen die entsprechenden Stromkreise, mit etwa 18 500 Meter Einzelleitungen hergestellt. Für die Magnete selbst sind ungefähr 60 000 Meter Draht von 0,035 Millimeter Durchmesser in etwa 3 000 000 Windungen aufgewickelt. Das ungefähre Gewicht der ganzen Orgel beträgt 80 Zentner, das der Metallpfeifen 14 Zentner. Ferner wurde verwandt eine Holzmenge von 12 bis 13 Kubikmeter, Spezialleder für Orgelbau 22 Quadratmeter und 12 000 Schrauben und Schräubchen. Durch dieses Orgelwerk besitzt die hiesige Gemeinde ein von der Firma Förster und Nicolaus, Lich, erstelltes Kleinod, das ihr bis in die fernsten Zeiten freudig dienen wird. Am Abend fand ein zahlreich besuchtes Kirchenkonzert statt, in der Hauptsache ausgeführt von dem Organisten der Johanneskirche zu Gießen, Reallehrer I. N e b e l i n g, der in meisterhafter Zusammenstellung der Register eine Fülle von Tönen der verschiedensten Schattierungen bis zum vollen Werke einen tiefen Eindruck bei den Zuhörern zu erwecken vermochte. Fahnenweihe des Gesangvereins »Eintracht-' Reinhardshain. Reinhardshain, 15. Juli. Der schon lange gehegte Wunsch des Gesangvereins „Eintracht", eine Fahne anzuschaffen, konnte in diesem Jahre verwirklicht und gestern die Fahne ihrer Bestimmung übergeben werden. Den zahlreich ergangenen Einladungen hatten 11 Vereine Folge geleistet, die gegen Mittag an den Ortsausgängen empfangen wurden. Am frühen Nachmittag bewegte sich der Festzug durch die Ortsstraßen. Eröffnet wurde er von Festreitern, denen die Schuljugend folgte. Anschließend marschierten die Jungfrauen mit verhüllter Fahne. Dann folgte die Fahnengruppe der Gastoereine und die Sängerschaft. Vor dem alten Dorfkirchlein fand dann die Fahnenweihe statt. Der Sängerspruch: „Einig im Lied, treu im Gemüt", vorgetragen als Massenchor unter trefflicher Leitung des Dirigenten Sommerlad, leitete die Feier ein. Sodann folgte der Chor „Deutschland, heilger Name" von Baußner. Die Weihe der neuen Fahne wurde durch Kreiswalter Gang nagel vorgenommen. In seiner von echtem Sängergeist getragenen Ansprache schilderte er, daß der Verein schon im Jahre 1908 gegründet worden sei. Schon kurz danach sei ein Grundstock gelegt worden, der zur Anschaffung einer Fahne bestimmt war, aber der Inflation zum Opfer fiel. Bald danach sei aber erneut ein Grundstock geschaffen worden. Eine Ortssammlung habe ein erfreuliches Ergebnis gewerde ein Ereignis für die Stadt Gießen sein. Mit einer Teilnehmerzahl von ca. 1500 Wettschreibern sei zu rechnen. , Qm Mittelpunkt der stenografischen Ereignisse 1935 steht der Deutsche Stenografentag in Frankfurt a. M. (2. bis 5. August). Um allen Mitgliedern die Teilnahme an dieser Tagung und dem Lei- stungsschreiben zu ermöglichen, wird die Ortsgruppe eine größere Beihilfe gewähren. Die herrliche Sommernacht, frohe Stimmung, Tanz und Lieder ließen erst spät und ungern an den Heimweg denken. Baumwärterversannnlung in Heuchelheim. Die Baumwärteroereinigungen der Kreise Friedberg und Gießen hielten in der Turnhalle zu Heuchelheim eine Versammlung ab, zu der sich fast alle Mitglieder eingefunden hatten. Als Gäste waren Gartenbauinspektor R e n t s ch von der Obstbauinspektion Friedberg- Gießen und der Vorsitzende des Bezirksobstbauverbandes Gießen, Erbhofbauer Ferd. Bopp (Bellersheim) anwesend. Nach der Begrüßung durch die beiden Obmänner Baumwart Wilh. Kopf (Bellersheim) und Bil- lasch (Friedberg) wurden verschiedene Standes- fragen behandelt. Landwirtschaftskammerrat Pfeif- f e r von der Hauptabteilung II der Bauernschaft Hessen-Nassau in Frankfurt sprach dann über das Thema: „Die Ausgaben der Baumwarter in der Obsterzeugungsschlacht." Die Baumwärter, so führte der Redner aus, sind die Pioniere des heimischen Obstbaues. Sie müssen ihre Baumanlagen in mustergültiger Weise pflegen, um den übrigen Obstwirten mit gutem Beispiel voranzugehen. Es genügt nicht bloß zu pflanzen, schneiden und zu spritzen, sondern vor allem die Obstbäume wie andere Kulturpflanzen zu düngen. Der Stallmist bUbet, wie auch im Feldbau, die Grundlage zur Anwendung von künstlichen Düngemitteln. Neben der Spritzung mit Obst- baumkarbolineum im Winter müssen mehrere Sommerspritzgänge durchgeführt werden. Nach einem gemeinschaftlichen Mittagessen fand eine Besichtigung der neuen Baumanlage statt, die die Hauptstelle für Pflanzenschutz (Gießen) in der Gemarkung Heuchelheim zu Persuchszwecken errichtet hat. lieber 900 Hochbüsche nach dem Muster des befanntenn Obstzüchters Schmitz- Hübsch (Merten bei Bonn) in den Standartsorten Goldrenette von Blenheim, Gelber Edelapfel, Winter-Goldparmäne, Cor Orange-Renette und Schöner von Boskoop, fino hier in Trichterkronenform mit verschiedenen Nutzpflanzen als Unterkultur in den letzten Jahren zur Anpflanzung gelangt und zeigen bereits einigen Behang. Um den Teilnehmern der Tagung Gelegenheit zu geben, empfehlenswerte Neuzüchtungen von Johannis-, Stachel- und Himbeeren aus eingener Anschauung Kenntnis zu geben, hatten die beiden Heuchelheimer Baumschulbesitzer Engelhardt und Rinn eine kleine Ausstellung von Beerenobst durchgeführt. Gießener Wochenmarktpreife. * Gießen, 16. Juli. Es kosteten auf dem heu- tigen Wochenmarkt: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25, Käse, das Stück 5 bis 10, Wirsing (grün) 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 25, Gelbe Rüben, das Bündel 8 bis 10, das Pfund 15, Rote Rüben 12 bis 15, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 25 bis 35, (gelb) 30 bis 40, Erbsen 20 bis 25, Mischgemüse 8 bis 10, Tomaten 30 bis 50, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 30 bis 45, Kartoffeln (neue) das Pfund 9 bis 11, der Zentner 7 bis 8 Mark, Pfirsiche 55 bis 60, Himbeeren 45 bis 50, Birnen 50, Kirschen 40 bis 45, Heidelbeeren 40 bis 45, Stachelbeeren 15 bis 35, Johannisbeeren 18 bis 25, Erdbeeren 35 bis 55, Eier (inländische) 10, Blumenkohl 10 bis 45, Salat 5 bis 10, Salatgurken 10 bis 50, Einmachgurken 2 bis 5, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10, Suppengrün 5 bis 8, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf. Wir sanden zueinander. ZRomon von Klothilde v. Stegmann. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) 3 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Dietrich sah das schöne Mädchen finster an: „Damit hast du recht. Lebensklugheit habe ich damals nicht gehabt. Für mich standen meine Ehre und meine Unabhängigkeit höher. Hättest du mich wirklich geliebt, hättest du das respektieren müssen. Du hättest doch wirklich abwarten können, ob ich uns nicht hätte eine Existenz schassen können — und wäre sie noch so bescheiden gewesen! Mein Freund Weckenroth wollte mir ja eine Stellung als Oberinspektor auf seinen Gütern verschaffen." „Und ich hätte Frau Oberinspektor werden sollen? Ach, roie. reizend! Dankbar fein, wenn man zu Hauptmann Weckenroth einmal eingeladen würde, so Sonntags zu Tisch mit den anderen Inspektoren und den Gutseleoen — nicht wahr? Froh fein, wenn Karla Weckenroth einen einmal eines Wortes würdigte? Das hätte dem hohmütigen Ding wohl gepaßt. Schon in der Pension tat sie wunder was, weil sie die Tochter vom Hauptmann von Weckenroth war. Ich glaube, dies ganze Stellenangebot war von Karla eingefädelt worden. Sie hat schon in der Pension immer versucht, mich xu ducken, weil ich kein Geld hatte. Nun dachte sie, es auf diese Weise fortzusetzen. Und du wolltest deine Hand dazu geben?" Dietrich unterbrach Juttas empörenden Redestrom mit keinem Wort. Er schaute sie an, wie man etwas ganz Fremdes, Unbegreifliches anschaut. Das also war Juta? Er hatte geglaubt, sie zu kennen. Aber so, wie sie sich jetzt offenbarte, hatte er sie dennoch nicht gekannt. Wie häßlich sie jetzt aussah, mit dem verzerrten, wütenden Gesicht! Wie niedrig war das, was sie seinem alten Freunde Weckenroth und Karla unterstellte! „Bist du nun zu Ende?" fragte er schließlich und wunderte sich, wie ruhig er selber war. „Dann laß mich dir eins sagen: Alles, was du gegen Weckenroth und Karla sagst, ist von A bis Z falsch und verkehrt gesehen. Weckenroth und Karla dach- ten nicht im entferntesten daran, mich zu demütigen. Sie wollten mir die Möglichkeit verschaffen, auf anständige Weise mein Geld zu verdienen und einen Hausstand zu gründen." „Als ihr Angestellter", höhnte Jutta wieder. „Warum hast du denn bei Tarne Alberta so schroff abgelehnt? Wenn du irgendwo ein kleiner Inspektor werden wolltest, konntest du es ja bei Tante Alberta auch fein." Dietrich richtete sich hoch auf: „Daß du diesen Unterschied nicht begreifst, zeigt mir am besten, wie wenig wir uns verstehen. Tante Alberta hätte tatsächlich meine Abhängigkeit von ihr benutzt, mich zu ducken und mich als einen Bediensteten anzusehen. Das ging gegen meine Ehre. Bei Weckenroth aber wäre ich ein gleichberechtigter Mitarbeiter gewesen. Wer treu feine Arbeit tut, ist dem andern ebenbürtig, ganz gleich, ob der eine Inspektor und der andere Gutsherr ist. Aber das alles ist ja nun vorbei. Ich möchte dir nur noch eins sagen: Du hast mir vorgewor- fen, ich hätte keine Lebensklugheit. Nein, dein Verhalten hat mir Lebensklugheit gegeben. Ich habe gesehen, was in einem Menschen stecken kann. Ich habe mir das Träumen gründlich abgewöhnt; das muß ich d i r eigentlich danken. Vielleicht wäre ich sonst noch in dieses geschickt geflochtene Netz hineingestolpert." „Ich verstehe dich nicht. Welches Netz?" „Du verstehst mich ganz gut. Du hast Tante 2Uberta bestimmt, ihr Testament zu meinen Gunsten zu ändern, unter der Bedingung, daß ich innerhalb eines Jahres heirate. Wenn ich noch der Tor und Träumer wäre, bann wäre ich zu dir gekommen und hätte gesagt: Jutta, nun ist der Weg für uns frei. Nun steht unserem Glück nichts mehr im Wege! Jestt", er erhob feine Stimme, „weiß ich, warum du Tante Alberta zugeredet hast. Nicht um meinetwillen, sondern um d e i n e t willen. D u wolltest Herrin auf Schloß Veltheim werden, und ich war dir das willkommene Mittel." Das ist nicht wahr!, wollte Jutta aufschreien. Aber Dietrich Veltheim schnitt ihr durch eine brüske Handbewegung jede Entgegnung ab. "Wir wollen uns nicht in unnötige Erregung hineinreden. Ich sehe die Dinge so, und kein Mensch wird mir einreden, daß sie anders sind. Jutta überlegte blitzschnell. Mit Beteuerungen und Lügen kam sie nicht weiter. Vielleicht al er mit brutaler Offenheit? Sie sah Dietrich fest an: "Und gesetzt den Fall, es wäre so, Dietrich? Wäre denn das so furchtbar schlimm? Herr auf Veltheim zu fein, ist schon etwas wert. Willst du wirklich diese Erbschaft ausschlagen, nur weil du in mir nicht mehr das Ideal zu sehen vermagst? Vielleicht ist es besser so, daß du nüchterner denkst. Eine Ehe, in der der eine Teil den andern als einen Engel oder einen Gott ansieht, ist noch nie gut geworden. Wenn man sich aber klar gegen» übersteht,, feine Vorzüge und auch meinetwegen feine Fehler kennt — ich glaube, dos gibt etwas viel Besseres." „Die Hölle auf Erden gibt das", sagte Dietrich Veltheim hart. „Ich weiß genau, in einer Ehe bröckelt so manches ab von dem idealistischen lieber» schwang des ersten Glücks. Aber gerade weil so viel abbröckelt, muß dieser Ueberschwang erst einmal fein. Denn sonst bleibt im nüchternen Tages- licht überhaupt nichts mehr übrig. Nein, Jutta, du hast mir den Glauben an die Frauen gründlich zerstört. Dein Zauber über mich ist gebrochen — er kehrt niemals wieder. Niemals! Und damit haben wir uns wohl alles gesagt." Er verbeugte sich, wollte das Zimmer verlassen. Jutta starrte ihm haßerfüllt nach. „Also geht, du Narr! Geh in deine Armut zurück! Die Romberts werden sich freuen, wenn sie die reiche Erbschaft antreten." Dietrich Veltheim wandte sich um. Jetzt konnte er beinahe lächeln: „Du täuschst dich,, Jutta — ich trete die Erbschaft an." Sie starrte ihn fassungslos an. Was sagte er da? Er trat die Erbschaft an? Also hatte er sich dock eines Besseren besonnen? 5)atte er ihr vielleicht nur eine Szene gemacht, damit sie ihn unter Tränen um Verzeihung bat? Vielleicht gehörte er zu den Männern, die so etwas liebten? Sie machte einen Schritt auf Dietrich zu. Der aber schien die Gedanken in ihrer Seele zu lesen, das eigentümliche sarkastische Lächeln auf feinem Gesicht verstärkte sich. „Gib dir keine Mühe, Jutta. Du bist auf einem Irrwege. Ich werde innerhalb eines Jahres heiraten, aber nicht dich. Siehst du, das habe ich mit dem „zu fein gesponnenen Netz" gemeint. Leb wohl, Jutta!" Die Tür schloß sich hart hinter ihm. Jutta stand allein. 3. Kapitel. Die Unterredung mit Jutta hatte Dietrich innerlich doch mehr erregt, als er Jutta zugegeben hatte. Die ganze Vergangenheit war durch diese Auseinandersetzung in ihm aufgebrochen. Die ganze Bitterkeit seiner lieblosen Jugendzeit, die Einsamkeit seiner jetzigen Existenz stand vor ihm. Von klein an hatte er es in dem Erziehungsinstitut empfunden, was es hieß, keine Eltern zu haben. Das hatte ihn von jung an scheu und zurückhaltend gemacht. Jutta hatte seine erste leidenschaftliche Liebe gegolten. In ihr hatte er geglaubt, Ersatz für alles zu finden, was das Leven ihm vvrenthalten. Und nun war auch dieser Glaube zerstört und mit diesem Glauben das Vertrauen zu den Frauen überhaupt. Es litt ihn nicht mehr im Hause. Er vermochte es jetzt nicht, Jutta zur Teestunde zu begegnen, ober mit dem Justizrat irgendein belangloses Gespräch zu führen. So ließ er sich bei dem allen ^errn entschuldigen. Ohnehin hatte ja Justizrat Niemann genug mit geschäftlichen Dingen zu tun und würde ihn wohl nicht weiter vermissen. Jutta aber ging er am besten aus dem Wege. Er sehnte den Augenblick herbei, wo sie von Veltheim fortfahren würde, war aber doch zu sehr Kavalier, um sie aus dem Hause zu weisen. Hoffentlich wurde sie genügend Taktgefühl haben, baldigst ab- zurelsen. Er ging in sein Zimmer, zog sich seinen Wettermantel an, setzte die Mütze tief in die Stirn und verließ das Haus. bracht, und der Wunsch des Vereins konnte erfüllt werden. Der Kreiswalter enthüllte sodann die Fahne. Fräulein Gieß trug einen Fahnenspruch vor und übergab die Fahne der Obhut des Vereins. Vereinswatter und Fahnenträger übernahmen die Fahne mit dem Gelöbnis, sich stets für sie einzusetzen und dem Verein in Freud und Leid voranzutragen. Nach dem Gesamtchor „Lied dek Bauleute" schilderte der Kreiswalter die heutigen Ziele und Zwecke der Gesangvereine. Ortsgruppenleiter Erb dankte für die Einladung. Seine tiefgründige Ansprache wurde mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied beendet. Zum Schluß wurde der Massenchor „Wo gen Himmel Eichen ragen" und ein Kanon vorgetragen. Als Wahlspruch tragt die Fahne die Inschrift: „Grüß Gott mit hellem Klang, Heil deutschem Wort und Sang!" Eine besondere Ehrung wurde dem Mitglied M u h l i g zuteil. Für 25jährige Vorstandstätigkeit konnte ihm die Ehrennadel des Hessischen Sängerbundes überreicht werden. Auf dem Festplatz hieß dann Vereinswatter Menz alle Anwesenden willkommen. Der Verein trug den Chor ,^Laßt den Sängergruß ertönen" sehr gut vor. Nach der Reihe ihrer Anmeldung trugen dann auch die Gastvereine ihre Chore vor. Damit hatte dann der offizielle Teil fein Ende erreicht. Bei schönstem Sommerwetter entwickelte sich bald ein rechtes Volksfest. Allen Festteilnehmern werden diese schönen Stunden in Reinhardshain noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Landkreis Gießen. * Wiefeck, 15. Juli. Am Samstag hielt die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Stenograf e n s ch a f t auf der Weltersburg einen Der- einsabenb ab, in dessen Mittelpunkt die Siegerehrung der anläßlich der Kreisgebietstagung in Wetzlar preisgekrönten Wettschreibteilnehmer stand. Von den erfolgreichen Wettschreibern wurden drei Ehrenpreise errungen und ihre Arbeiten mit der Note „Hervorragend" beurteilt. Es waren: Gustav M a n k, Marie Luise B i e r a u und Erna Bel - l o f. Mit der Note „Sehr gut" wurden 15 Arbeiten, mit der Note „Gut" vier Arbeiten ausgezeichnet. In anerkennenden Worten würdigte der örtliche Leiter, Pg. Adolf Kling, die guten Leistungen der Preisträger und beglückwünschte sie zu ihren Erfolgen, der nicht zuletzt der Ortsgruppe selbst zugute komme. Er appellierte an alle Mitglieder, stets in gleichem Sinne weiterzustreben. Nach der Erörterung interner Kurzschriftfragen wurde beschlossen, den seit kurzem eröffneten Anfängerlehr- aang, der mit seinen über 40 Teilnehmern die bisher stärkste Besucherzahl aufweist, ebenso wie alle übrigen Fortbildungskurse — der bevorstehenden stenografischen Ereignisse wegen — auch während der Schulferien weiterzuführen. Freudigen Beifall fand schließlich noch die Mitteilung des Ortsgruppenführers über die geplante und bereits für Mitte August festgelegte Autobusfahrt nach Schloß Schaumburg, die dank der Unterstützung durch die NS.-Gemeinschaft »Kraft durch Freude" für alle Mitglieder zu einem wesentlich verbilligten Fahrpreis durchgeführt werden kann. * Wies eck, 15. Juli. Der Spar- und Dorsch u ß v e r e i n e. G. m. b. H. W i e s e ck hielt am Samstag bei Gastwirt Karl Erb eine gut besuchte Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Fabrikant Phil. Heinr. Keller, gedachte in ehrenden Worten der im letzten Halbjahre verstorbenen Mitglieder, die in der üblichen Weise geehrt wurden. An Stelle des verstorbenen Gastwirts Daniel Erb wurde Kaufmann August Lotz zum Direktor gewählt. Die Spareinlagen haben sich im verflossenen Halbjahre äußerst günstig entwickelt, ganz besonders der Sparmarkenverkehr. = Staufenberg, 15. Juli. Die NS.» Frauenschaft und die Evangelische Frauenhilfe machten am Sonntag bei herrlichem Wetter mit zwei Autobussen der Reichspost durch das Biebertal und das Blasbachtal einen Ausflug nach Braunfels . Dort angekommen, wurde unter sachkundiger Führung das Schloß besichtigt. Großes Interesse erregten bei „Ich mache einen Spaziergang", sagte er dem Diener unten in der Halle. „Es ist aber ein abscheuliches Wetter, Herr Graf", bemerkte der Diener, „es stürmt und regnet." „Schadet nichts, Martin, ist mir gerade recht. Wer so lange drüben in den Tropen war, der freut sich über einen richtigen, herben, nordischen Sturm." Er nickte dem alten Diener freundlich zu. „Ist wirklich ein ganz anständiger Wind", bemerkte er noch, als Martin das schwere Eichenportal kaum aufbekommen konnte, so stark drückte der Sturm dagegen. Das sollte der Herr auch lieber nicht tun, dachte Martin bei sich und horchte auf das Heulen des Windes. Bei solchem Wetter jagt man ja keinen Hund vor die Tür. Und der Herr ist es doch nicht mehr gewohnt! — Dann ging er an feine Arbeit. Dietrich Veltheim stand draußen in der Halbdämmerung des Herbsttages. Einen Augenblick benahmen ihm Wind und Regen beinahe den Atem. Am Himmel jagten die Wolken, und schwere Regenböen ergossen sich immer wieder über das Land. Scharf und feucht durchdrang die Luft die Lungen. Ein Frösteln durchlief ihn. Vielleicht wäre es doch wirklich besser, heimzukehren-» Unsinn!, sagte er gleich daraus ärgerlich zu sich selbst. Was ist das für eine Schlappheit? Konnte man schon ein bißchen Wetter nicht mehr vertragen? — Er würde doch vor ein wenig Sturm und Regen nicht an den warmen Ofen zurückflüchten. Ein Marsch von einer Stunde würde ihm gut tun. Er kannte sich. Wenn er mit sich im unklaren war, gab ihm eine Wanderung draußen in der Natur wieder Frieden und Ruhe. Er mußte überdenken, was er zu tun hatte. Wenn er die Erbschaft annahm, mußte er innerhalb eines Jahres verheiratet fein. Aber mit wem? Er kannte kaum ein roeib- liches Wesen hier in Deutschland außer Karla Weckenroth, der Tochter seines alten Freundes Weckenroth. Karla — ein weicher Zug glitt über fein Gesicht Sie war das einzige weibliche Wesen, das lieb und zart zu chm gewesen war. Wenn er als Knabe die Ferien bei Tante Alberta verbringen mußte — er wurde ja in den Ferien immer bei den verschiedenen Verwandten „herumgereicht", wie er einmal bitter zu Weckenroth gesagt hatte —, dann war Karla Weckenroth der einzige Lichtblick gewesen. Bei ihr sand er für sein einsames Herz Verständnis. Mit ihr konnte er über vieles sprechen, was er scheu in sich verbarg, wofür er in dem harten Leben des Erziehungsinstituts kein Verständnis fand. (Fortsetzung folgt!) vielen Teilnehmern die alten Rüstungen im Waf-I fensaal. Anschließend fand bei Kaffee und Kuchen ein fröhliches Beisammensein im Tiergarten statt. Die gebotenen Sehenswürdigkeiten und die landschaftlichen Schönheiten hinterließen bei allen Teilnehmern einen tiefen Eindruck. Ä l l e n d o r f a. d. L d a., 15. Juli. Auf Einladung nahm der hiesige, dem Reichsverband deutscher Kleinkaliberschützenoereine angeschlossene Klein- kaliberschützenverein an dem gestrigen Pokalschießen des Kleinkaliberschützenoereins Niederwalgern teil. An dem Schießen beteiligten sich außer der hiesigen noch etwa 14 bis 15 andere Mannschaften. Als Sieger ging die hiesige Mann- schäft, bestehend aus den Schützen P f a n n - müller, Formhals, Wallon, Heiberts- Hausen und Damm, mit 413 Ringen hervor. Als zweitbeste Mannschaft folgte Marburg mit 404 Ringen. Bester Einzelschütze war Pfannmüller (Allendorf) mit 90 Ringen. Falls der hiesige Verein, der z. Z. auf beträchtlicher Höhe steht, sich in der seitherigen Weise noch ausbildet und weiter vervollkommnet, dürfte ihm bei dem demnächstigen Kreisschießen in Friedberg ein schöner Erfolg be- schieüen sein. wg. Großen-Buseck, 14. Juli. Am vergangenen Freitag wurden unsere militärpflichtigen jungen Männer in Gießen gemustert. Frühmorgens brachte unsere SA.-Kapelle mit Musik die jungen Burschen $ur Bahn. Nach der Musterung wurden einige Gaststätten in Gießen besucht und alsdann der Heimweg zur Bahn angetreten. Auf dem Bahnhof in Großen-Buseck wurden sie wieder mit Musik empfangen und zogen in einem Umzug durch die Straßen unseres Dorfes. Ueberall wurden die Gemusterten freudig begrüßt. Man sammelte Eier und Speck. Am Abend bildete eine Feier mit Tanz den Abschluß der „Musterung". — Gestern abend fand auf dem Schulhof vor dem Spritzenhaus ein Appell der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr statt. Da die Wehr im Laufe des Frühjahres neu eingekleidet worden ist, mußten sämtliche Mannschaften in der neuen Uniform antreten. Die Uniformen wurden von den hiesigen Schneidermeistern angefertigt. Anschließend fand noch ein Umzug durch die Ortsstraßen unter Dorantritt des Spielmannszuges nach dem Vereinslokal statt. 00 Klein-Linden, 14. Juli. Im Saale der Wirtschaft „Zur Burg" wurde am Samstagabend in einer würdig verlaufenen Feier die Verleihung der von dem Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg gestifteten Ehrenkreuze an Frontsoldaten, Kriegsteilnehmer, Kriegerwitwen und -eltern vorgenommen. Bürgermeister Fischer eröffnete die Versammlung und erinnerte daran, daß man lange Jahre nach dem Kriege, in Jahren der Schmach und Schande, die Taten unserer braven Soldaten des Weltkrieges vergessen habe. Mit der Machtübernahme durch Adolf Hitler und die NSDAP., habe sich auch das neue Deutschland seiner Pflicht gegenüber den Teilnehmern des großen Krieges erinnert und die während des Krieges geprägten Worte „Der Dank des Vaterlandes ist euch gewiß" in die Wahrheit umgesetzt. Wir dürften wieder, so führte er weiter aus, stolz auf unser Vaterland sein und dies jetzt, nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, erst recht. Wir sollten das neue Ehrenzeichen im Geiste echter Frontkameradschaft und treuer Volksgemeinschaft tragen. Auch Mütter und Witwen, denen das Ehrenzeichen verliehen würde, sollten es nicht mit Trauer im Herzen, sondern mit den Gedanken des Stolzes an die Heldentaten unserer Gefallenen tragen. Im Anschluß an seine Worte überreichte Bür- germeister Fischer jedem Empfänger sein Ehrenzeichen. Ortsgruvpenleiter Dr. Größmann gab seiner Freude Ausdruck, daß der Geist der Front Auferstehung gehalten habe. Er sprach ferner davon, daß wir unserem Führer diese Wendung zu verdanken hätten. Es sollten denn auch alle geloben, in diesem neuerstandenen Geist die Auszeichnung zu tragen. Unsere Regierung sei bestrebt, den Kriegsteilnehmern den Dank, der ihnen gebühre, abzustatten und geschehenes Unrecht wieder gutzumachen. Es sei jetzt unsere Pflicht, uns dieser Auszeichnung würdig zu erweisen und uns einzureihen in die Front derer, die für Volk und Vaterland arbeiteten. Mit dem „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit den gemeinsam gesungenen Nationalliedern fand die Feier ihr Ende. Dann blieben die Teilnehmer noch einige Stunden beisammen, tauschten Erinnerungen aus und sangen schöne alte Soldatenlieder. 00 Klein-Linden, 14. Juli. Der Dreher Wilhelm Runge von lster konnte am Samstag auf eine 35jährige Tätigkeit im Dienste der Eisenbahn zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde ihm durch Amtmann Holzappel und Ingenieur Hammel von der Reichsbahngesellschaft unter Überreichung einer Ehrenurkunde und eines Treugeldbetrages der Dank und die Anerkennung ausgesprochen. Auch von den Arbeitskollegen wurden dem treuen und allzeit hilfsbereiten Arbeitskameraden herzliche Glückwünsche zuteil. "Y" Watzenborn - Steinberg, 15. Juli. Am Samstagvormittag veranstaltete die hiesige Bauernschaft einen Rundgang durch d i e Feldgemarkung. Neben den Landhelfern hatte sich eine große Anzahl Interessenten eingefunden. Nach einer kurzen Begrüßung durch Bürgermeister Schäfer, in der auf die große Bedeutung solcher Veranstaltungen hingewiesen wurde, übernahm bann Landwirtschafts-Assessor Bernha rot von der Bäuerlichen Werkschule Gießen die Führung durch die Felder. Zunächst gab er interessante Aufschlüsse über Anbau und Ertragfähigkeit der einzelnen Fruchtarten und der Luzerne. Der in diesem Jahre besonders unter dem Weizen auftretende Windhalm könne am besten bekämpft werden, wenn man der Saat im Herbst etwas Stickstoff gebe. Mehr muß noch die Unkrautbekämpfung durchgeführt werden. Den Mais reifen zu lassen und sich das Saatgut selbst zu ziehen, wurde ebenfalls empfohlen. Auch feinen Bedarf an Erbsen solle der Bauer sich selbst ziehen, indem er sie unter den Hafer säe und mit demselben dresche. Mehr Wert müsse bei den Kartoffeln auf gesunde Aussaat und ertragreiche Sorten gelegt werden. Da in absehbarer Zeit die bekannte Speisekartoffel „Industrie" als Saatgut nicht mehr geliefert werde, sei es heute schon von großer Wichtigkeit, seine Sorten nicht ausarten und veraltern zu lassen. Hier wird in erster Linie „Ackersegen" empfohlen, die einen guten Ernteertrag abwirft. Von großer Wichtigkeit ist die Düngung, die neben den Wirtschaftsdünger mit Kali, Suverphos- phat und schwefelsaurem Ammoniak unterstützt werden müsse. Im Laufe der Jahre solle der Landwirt im Stande fein, eigenes Saatgut heranzuziehen. Hierzu müßten ländlike Bezugs- und Absatzgenossenschaft und der landwirtschaftliche Ortsfachberater Hand in Hand arbeiten. Am Schluß dankte der Ortsbauernführer Heinrich ,S ch ä f e r für die aufschlußreiche praktische Unterweisung und empfahl den Bauern, das Gehörte in der Praxis anzuwenden, zum Nutzen ihrer eigenen Betriebe * Wekkershain, 15. Juli. Der Arbeiter Albrecht Friedrich und fein Bruder aus Weiters- hain vergnügten sich auf einem Floß auf dem Teich bei Grube Atzenhain. Friedrich, der nicht schwimmen konnte, versuchte an tiefen Stellen Schwimm Übungen zu machen. Er wurde dabei vom Floß abgetrieben und versank vor den Augen seines Bruders, der ihm keine Hilfe bringen konnte, da er selbst Nichtschwimmer ist. ♦ Hausen, 15. Juli. Am Samstagabend fand in der Wirtschaft Dörr die feierliche Ueberreichung von achtzig Ehrenkreuzen statt. Festlich war der Saal geschmückt. Die Kapelle Bender eröffnete den Abend, der einen guten Besuch aufwies. Bürgermeister Göbel begrüßte die Anwesenden unb wies auf die Pflichten hin, die das Ehrenkreuz für die Träaer in sich schließt. Er überreichte Dann unter feierlichen Musikklängen jedem Berechttgten das Ehrenkreuz unter Handschlag. Der Ortsgrup- penleiter Philipp von Watzenborn beglückwünschte die Ausgezeichneten und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Hausen so einig sei, die einzelnen wirklich in Volksgemeinschaft untereinander verbunden • seien. Heinrich Pfeiffer dankte in begeisterten Worten im Namen der Geehrten. Der Gesangverein „Einttacht" verschönte den Abend durch prächtig vorgetragene Lieder. < Hausen, 15. Juli. Am Sonntag unternahm der evangelische Frauenchor Hausen seinen alljährlichen Ausflug, an dem sich 70 Mitglieder beteiligten. In zwei Autobussen ging zunächst die Fahrt über Laubach nach Schotten. Hier sang der Chor im Gottesdienst in der ehrwürdigen Kirche. Weiter ging dann die Fahrt nach Breungeshain. Dann begann der Aufstieg zum Hoherodskopf. Ein kühles Lüftchen ließ den Aufstieg, vor dem manchem älteren Teilnehmer bangte, leicht bewältigen. Alle schafften es denn auch und oben wartete der Klub- wirt Bender mit einem reichlichen und guten Mittagessen auf. Die einen sonnten sich nun auf der Liegewiese, die anderen suchten den kühlen Schatten des Waldes auf. Der Chor fang einige Volkslieder, die von den auf dem Hoherodskopf versammelten Ausflüglern sehr beifällig ausgenommen wurden. Der Gang nach dem Taufstein und der weite Blick vom Turm ließen noch einmal die ganze Schönheit des Heimatgebirges sehen. Mit weiterem Gesang aus der Fülle deutschen Volksliebgutes nahm man Abschied vom Hoherodskopf. Auf der Rückfahrt wurde in Laubach noch einmal Station gemacht. Nach kurzem Rundgang durch das Städtchen brachte der Chor auf dem Marktplatz ein Ständchen. Mehr und mehr füllte sich der Platz mit dankbaren Zuhörern, die begeistert Beifall spendeten. Nun sollte aber endgültig die Heimreise angetreten werden. Aber der Chor wurde noch einmal in Anspruch genommen, und zwar kam dies ganz überraschend. Bei der Fahrt durch Nieder-Bessingen ging es an einem Hochzeitsbaus vorbei. Das Brautpaar kam gerade dem Wagen entgegen. Im Hof standen die langen Tafeln für die Hochzeitsgäste. Rasch wurde Halt gemacht und dem jungen Paar mit einigen Liedern ein Ständchen gebracht. Der Vorsitzende brachte ein „Hoch!" auf das Paar aus. Beiderseits war die Freude über dieses unverhoffte Erleben groß. Ein kühler Trunk Wein war der Dank der Hochzeitsleute. So kam man frohgelaunt gegen 21 Uhr in Haufen an, allseits herzlich begrüßt von den bereits auf die Heimkehr wartenden Angehörigen Noch einmal erschallten einige Lieder am Rathaus in den nun versinkenden Tag, der allen Teilnehmern wirklich ein Tag echtester Freude, schöner Anregung und vor allem auch harmonischen Zusammenseins wurde. 00 Queckborn, 15.Juli. Dieser Tage fand die Musterung der Jugendlichen aus den Jahrgängen 1914 und 1915 in Gießen statt. Mit dem am Tage vorher mit Waldesgrün festlich geschmückten Rekrutenwagen wurde die Fahrt zum Bahnhof Grünberg artgetreten. Nach der Wiederankunft fand eine Rundfahrt durch das Dorf statt, bei der die von früher her bekannten Wecke zur Verteilung kamen. Mit dem gemeinsamen Verzehren der gesammelten Eier und des Specks und einem anschließenden Tänzchen fand der nach zwanzigjähriger Pause zum ersten Male wieder abaehaltene Musterungstag sein Ende. — Ein Hühnerbesitzer kam dadurch zu Schaden, daß in einer der vergangenen Nächte ein Fuchs einbrana und sämtliche Hühner, bis auf einige Kücken, tötete. Von einem schon früh auf das Feld gehenden Einwohner wurde der Fuchs noch beobachtet, als er in einem nahen Fruchtacker verschwand. 9Jl.# : v . <- Msport zum MMm des Gießener Radfahrervereins 188S. Wehrsportfahrt der Motorstandarte 147 Gießen. scharfem Tempo gehen die Fahrer in die enge nur wenig überhöhte Kurve. (Aufnahmen Neuner, Gießener Anzeiger.) In und 131 Franzose Rens Vietto in 8:01:27 Stunden vor Camusso und dem Belgier Verwaecke. Als bester Deutscher kam Händel nach 8:21:01 Stunden auf dem 14. Platz ein. In der gleichen Zeit wurden Roth 16., Thierbach 19. und Umbenhauer 20. Die Etappe bot mit einigen schweren Gipfeln wieder außerordentliche Schwiergkeiten, so daß zahlreiche im Gewichtheben (Federgewicht). Im Leichtgewicht startete Klotz und besiegte den Kasseler D e n h a r t in 5 Minuten. Im zweiten Kampf legte er sich bet Ausführung eines Ueberstürzers selbst und verlor dann gegen Schember, Alsfeld, Damit wurde er ebenfalls Fünfter. Außerdem startete Klotz im Hammerwerfen und wurde Zweiter. Im Hammerwerfen wurden gute Leistungen gezeigt. Der Mittelgewichtler Herrmann, Marburg, zeigte Würfe von über 40 Meter. Auch die Jugend war vertreten. Im Jugend- schwergewicht wurde Kaiser zweiter Sieger im Gewichtheben. In imponierender Weise fertigte Vetter seine Gegner ab. Auf diesem Bild kämpft er gegen Arnold, Fulda. (Aufnahme: Klotz, Gießen). Bei herrlichem Wetter fanden am Sonntag im Marburger Stadion die Gau - Meisterschaften der Schwerathleten statt. Ungefähr 200 Wettkämpfer waren am Start. Es wurden in allen Disziplinen sehr gute Leistun- gen gezeigt. Auch der 1. Kraft- und Sportklub 1893 beteiligte sich mit gutem Erfolg. Besonders gut in Form war der Weltergewichtler, der Soldat unserer hiesigen Gar- nison Vetter. Seins meistens in kurzer Zelt erzielten Siege fanden allseitigen Beifall. Er besiegte Ruck, Kassel 91, in 3 Minuten, Land- Oben links: Die Sieger im Zwei-Stunden- Mannschaftsrennen, die beiden Offenbacher G ässe n m e y e r und Geyer, die mit 25 Punkten aus Spurtgewinnen und mit einem Rundengewinn aus dem Kampfe hervorgingen. — Oben rechts: Der derzeitig beste deutsche Straßenfahrer, Erich B a u tz - Dortmund, der einige Urlaubstage in Gießen verbringt, im Gespräch mit Mitgliedern des veranstaltenden Vereins. — Unten links: Aus dem Zwei-Stunden-Mannfchaftsrennen: Gießener Krastsportler bei den Gaumeisterschasten erfolgreich Vetter Gaumeister in der aktiven Weltergewichtsklaffe. g r e b e , Elgershausen, in 2 Minuten, Brandau, Hersfeld, »n 6 Minuten, Zinke, Hessen-Preußen Kassel, in 5 Minuten und Arnold, Fulda, nach Punkten und wurde damit Gaumeister. Auch der Federgewichtler Funk konnte gut gefallen. Er besiegte Höhle, Hessen-Preußen Kassel, B r ö f f e l, vom selben Verein, und Otto Schott, Alsfeld, und verlor im Endkampf gegen Hch. Schott, Alsfeld. Damit wurde er 2. Gaumeister. In derselben Klasse startete noch W e st b r o ck und wurde mit einem Sieg über Höhle, Kassel, und 2 Niederlagen gegen die Gebr. Schott, Alsfeld, 5. Sieger. Ebenfalls Fünfter wurde W e st b r o ck Fahrer SusWeben. Nach Schlutz ver verKnge^« Kontrollzeit trafen u. a. die beiden Deutschen Kijewski und Hodey ein, die damit ausgeschaltet wurden. ... Die zehnte Etappe, di- von Dizne über 156 Ki ». Meter nach Nizza führte, wurde von dem Belgier Aerts in 4:22:35 Stunden vor Lapebie, Ruozi, le Greves und Speicher gewonnen. Bester Deutscher war Thierbach, der auf dem neunten Platz cmtanu Im Gesamtklassement führt immer noch R. Maes^ Faustball-Gau- und Kreismeister- schasten in Gießen. Der kommende Sonntag wird für das Faustballspiel ein Großkampftag sein. Dem Turnverein von 1846 hat man in Anerkennung seiner Verdienste um das Faustballspiel die Durchführung der Gaumeisterschasten übertragen, die nunmehr auf dem Universitätssportplatz ausgetragen werden. Da zur gleichen Zeit die 2. Mannschaft des Vereins und die Erste des MTV. in der 2. Kreisklasse zu spielen haben, werden diese Mannschaften zusammen mit ihren Gegnern Heuchelheim und Lützellinden ihre Spiele auf dem gleichen Platze aus- tragen. r . Da noch einige Meldungen ausstehen, kann man heute noch nichts über die endgültige Besetzung der Klassen sagen. Jedenfalls hat in der Metsterklasse die 46er Mannschaft vor, den Meistertitel zu halten. Aber auch in der 2. und 3. Altersklasse wird es spannende Kämpfe geben, da in diese Klassen nunmehr Mannschaften aufgerückt sind, die noch vor wenigen Jahren ein gewichtiges Wort in der Metsterklasse mitgesprochen haben. Hoffentlich gelingt es den MTVerinnen, den Meistertitel bei den Turnerinnen zu behalten, damit wieder beide Meisterschaften nach Gießen fallen. 150 Fahrer bei „Rund um Schotten-' Das Meldeergebnis für das Motorradrennen „Rund um Schotten", das am 21. Juli stattfindet und in 5 Klassen der Lizenzfahrer für die Deutsche Meisterschaft gewertet wird, stellt alle Erwartungen in den Schatten. Das Wesentliche ist jedoch nicht das rein ziffernmäßige Ergebnis mit insgesamt 150 Teilnehmern, sondern die sportlich wichtige Tatsache, daß sich das Schwergewicht dieser Veranstaltung noch mehr auf die Seite der Lizenzfahrer, also der erstklassigen Könner, die mindestens drei große Erfolge hinter sich haben, verschoben hat. Für den Zuschauer gewinnt das Rennen „Rund um Schotten", das in diesem Jahre zum 10. Male durchgeführt wird, noch mehr an Bedeutung. Ausweisfahrer. Solomaschinen bis 250 ccm 11, bis 350 ccm 15, bis 500 ccm 10 Teilnehmer. Lizenzfahrer. Solomaschinen bis 250 ccm 25, bis 350 ccm 30, bis 500 ccm 28 Teilnehmer. Seitenwagenmaschinen bis 600 cctrt 18, bis 1000 ccm 12 Teilnehmer. Am Sonntag um 6 Uhr starteten die Mannschaften auf dem Oswaldsgarten zu der Wehrsportfahrt. In Abständen von 5 Minuten wurde jeweils eine Mannschaft, bestehend aus fünf Fahrzeugen, ab gelassen, die bei herrlichem Sonnenschein unsere Stadt verliehen. Jede Mannschaft erhielt ihren Befehl, aus dem die nächste Kontrollstelle festzustellen war. Nachdem die erste Kontrolle verlassen war, ging die Fahrt über Alten-Buseck, Großen-Buseck, Beuern nach Bersrod zu. Dort wurde die Zwischenkontrolle angefahren und die Mannschaft mit der ersten Wehrsportaufgabe beauftragt In den Feldern und Wiesen waren Zahlentafeln aufgestellt, die während der Fahrt abgelesen, zusammengezählt und auf der nächsten Kontrollstelle schriftlich abgegeben werden mußten. Mit dem neuen Befehl ging es weiter zur Kontrollstation 3, wo die Mannschaft zum Entfernungsschätzen antreten muhte. Ein neuer Befehl und die Mannschaft setzte sich wieder in Fahrt bis zur nächsten Kontrolle. Auch hier gab es wiederum eine neue Aufgabe zu erfüllen und schon ging es weiter zur Kontrollstelle 5. Hier zeigte es sich, wer nach längerer Fahrt durch kaum passierbare Feld- und Waldwege den gestellten Anforderungen im Keulenwurf gewachsen war. Da die Hauptstrecke Gießen—Alsfeld—Lauterbach für die Fahrer gesperrt war, mußten wiederum Feld- und Geröllwege ausgesucht werden, um die Kontrollstelle 6 in Lauterbach zu finden. Hier war die Zwangspause, nachdem die Fahrer einen 100» Meter-Lauf mit darauffolgendem Kleinkaliberschießen hinter sich hatten. Nach einer Verpflegungs- und Ruhepause ging es in die zweite Hälfte der Fahrt. Ein Hindernislauf ging der Abfahrt aber noch voraus. Mit dem neuen Befehl in der Tasche führte die Fahrt weiter, um die Kontrollstelle 7 auf Der Herchenhainer Höhe zu suchen. Nach der Lösung der gestellten Aufgabe hieß es eine der schwierigsten Teilstrecken zu überwinden, die zur Kontrollstrecke 8, dem Hoherods- kopf, führte. Nach Empfangnahme des neuen Befehls ging die Fahrt durch den herrlichen Vogelsberg bis hinter Grünberg zur Kontrollstelle 9. Hier muhte die Mannschaft in einen schmalen Feldweg einfahren, das Fahrzeug in einer vorgeschriebenen Zeit wenden, währenddessen ein Mann zum Pistolenschießen antreten mußte. Dann gab es wieder einen neuen Befehl mit dem Ziel Gießen. Auf dem Oswaldsgarten vor dem Ziel angekom- tnen, muhte jeder Fahrer Reifen und Kerzen aus- bauen und wieder einbauen, um bann erst in das Ziel einfahren zu können. Alles in allem: an die Fahrer wurden in körperlicher und geistiger Hinsicht sehr große Anfor- lerungen gestellt, nicht zuletzt mußten die Wagen und Motorräder auch viel aushalten. Wenn eine Mannschaft wirklich einmal eine gute Straße ausgesucht hatte, dann war eine Zwischenkontrolle, die die weitere Fahrt auf dieser Straße versperrte, noch dazu an einer der schwierigsten Stellen. Das er- orderte große Aufmerksamkeit. Unter heißem Wetter hatten die Fahrer außerdem sehr zu leiden. Die Fahrt war ein glänzender Erfolg der Motorstandarte 147. Die tagelange Vorarbeit des Führers der Motorstandarte, Sturmhauptführer Nagel, mit Unterstützung des Führers der Motorstaffel I/M 147, Sturmführer Schaefer, wurde durch den Erfolg belohnt. Trotz der gestellten großen Anforderungen haben von den gemeldeten Fahrzeugen 9 Mannschaften geschlossen in der vorgeschriebenen Zeit das Ziel erreicht. Das Ergebnis. 1. Mannschaft XV, Motorsturm 13/M 147 Groß- Felda; 2. Mannschaft IV, Motorsturm 1/M 147 Gießen; 3. Mannschaft XVI, Motorsturm 12/M 147 Alsfeld; 4. Mannschaft XVII, 14/M 147 Grünberg; 5. Mannschaft IX, Motorsturm 2/M 147 Lang- Göns; 6. Mannschaft VI, Motorsturm 4/M 147 Gießen; 7. Mannschaft XII, Motorsturm 12/M 147 Alsfeld; 8. Mannschaft VIII, Motorsturm 4/M 147 Gießen; 9. Mannschaft XIV, Motorsturm 14/M 147 Grünberg. Deutscher Fußballsiea in Reykjavik. Die Urlaubsfahrt der deutschen Fußballer nach Island brachte am Sonntag in Reykjavik den ersten Kampf gegen eine isländische Mannschaft. Um 23.30 Uhr deutscher Zeit begann dieser „Länderkampf", der uns erwarteter Weise einen sicheren 3:0 (1:0)- Sieg cfntrug. Die Isländer hielten sich jedoch sehr gut, so daß die zahlreichen Zuschauer, die von dem ausgezeichneten Spiel der Deutschen begeistert waren, auch mit ihrer Mannschaft zufrieden sein konnten. Leider war dem Spiel kein schönes Wetter be- schieden. Während der ganzen Dauer des Kampfes tobte ein Orkan, außerdem regnete es zeitweise in Strömen. Oie 9. und 10. Etappe der „Tour". Die neunte Etappe der „Tour de France" von Cap nach Digne über 227 Kilometer gewann der Einladung: Bei einer gutenTasse Kaffee sollen Sie sehen, daß ein Unterschied ist zwischen Kaffeekochen und Kaffeekochen Uebrigens wird Kaffee nicht gekocht, sondern gebrüht und den „Trick beim Kaffeebrühen“ verrate ich Ihnen. Ich zeige Ihnen im Gebrauch den Melitta-Kaffee-Schnellfilter und die neue Melitta-Tee-Mühle Vorführung mit Gratisproben bis Samstag, den 20. Juli 1935 bei J.B. HäuserAm Oswaldsgarten Mittwoch, 17. Juli 1935, 18 Uhr Wiedereröffnung des bekannten Gießener Bier- und Speiserestaurants Cafe Ebel Burggraben 9 SPEZIALAUSSCHANK DER ERSTEN KULMBACHER 4134 D dann einzig- nur artige,wirk- same Präparat zur völligen Beeelti- gung.RMS.-,3 50.Probetube I.6O. Gegen Pickel, Mitesser Venus Stl/ke K — Ärztlich empfohlen. DrogerieWinterhoff, Kreuzpl. 9/10 Wera die Riesendame, ca. 506 Pfd. schwer, ohne Konkurrenz, kommt vom 18. bis 25. Juli in „Adler“, Marktplatz 20 Wera sorgt für Stimmung und Humor! Von der Musterung zurück Dr.Nenmann-Spengel ______________ .__________________4133 D Jetzt neue mattiesontnge neue Mine geringe empfiehlt »uiD Äl.-stoch Llachfolgev Mäusburg 15 Fernsprecher 3612 UeLieüH wird immer größer, wenn Sie ein schlechtsitzendes Bruchband tragen. Brucheinklemmung kann zur Todesursache werden. Fragen Sie Ihren Arzt. Durch meine Spezial-Bandagen nach Maß u. ärztl. Verordnung haben sich viele Bruchleidende selbst geheilt. 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