Nr. UZ Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 16. Mai 1955 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat tm Bild - Die Scholle Monatsvezugspreir: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzen poftschecklonw: Sronffurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche UniverfilStr Such- und Steindruckerei R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mitlagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzoorschrift oder schwieriger satz 25°/0 mehr Ermähigle Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheilsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Am Dienstagabend wird der Führer im Reichstag sprechen. Der Reichstag zu einer Entgegennahme einer Erklärung der Neichsrsgierung einberusen. dem Gleichberechtigungsversprechen. Adolf Hitler hat damals auch zugesagt, baß er auf diesem Boden der Gleichberechtigung gegebenenfalls auch eine Abrüstung durchführen werde. Die andern haben es sich also zuzuschreiben, wenn Deutschland zu dem Entschluß vom 16. März, zur selbständigen Verkündung der Wehrhoheit schreiten mußte. Die deutsche Bereitschaft, jeden überhaupt möglichen Beitrag zur politischen Beruhigung und zur dauernden Befriedung Europas zu leisten, besteht nach wie vor. Man muß nur hoffen, daß jetzt endlich das Ausland die Folgerungen aus den Versäumnissen dieser beiden Jahre nach der Richtung zieht, daß es die gespannt erwarteten Worte des Führers so aufnimmt, wie sie gesprochen werden, daß es in | ihnen nicht einen diplomatischen Schachzug, sondern klares Bekenntnis und unzweideutige Willenskundgebung erblickt. Staates die zwischenstaatlichen Beziehungen behandeln wolle. Hätten damals die andern Mächte seine Ausführungen in ihrem ganzen Ernst gewürdigt und die entsprechenden Folgerungen daraus gezogen, so wären Probleme heute nicht gestellt, für deren Entwirrung man jenseits der Reichsgrenzen jetzt wieder auf einen neuen deutschen Beitrag hofft. Inzwischen hat man ja wohl im Auslande erkannt, daß hinter den Worten unseres Führers immer der unbedingte Wille zur entsprechenden Tat steht. Der Austritt Deutschlands aus der Abrüstungskonferenz und aus dem Völkerbund hätte nicht als Ueberrafchung kommen können, wenn nicht die Hinweise Adolf Hitlers in seiner außenpolitischen Mairede vor zwei Jahren geflissentlich ü b e r h ö r t worden wären. Er hat doch damals bereits diese Möglichkeiten für den Fall angedeutet, daß nicht bald Ernst gemacht würde mit Mr Vertreter des Saarlandes zum erßenmal anwesend. Die fünfte ReichstaOMuW. Die neue Reichstagssitzung am 21. Mai, 20 Uhr, ist die fünfte des gegenwärtigen Reichstages. Abgesehen von der hohen Bedeutung der zu erwartenden Rede des Führers hat sie noch ein Be s ander e s vor allen anderen Reichstagssitzungen der Nachkriegszeit voraus. Zum ersten Male wieder ist im Deutschen Reichstag auch das befreite Saarland vertreten, und zwar durch die acht Männer, die als Abgeordnete des Saarvolkes bestimmt worden sind. Die Gesamtzahl der Mitglieder des gegenwärtigen Reichstages, einschließlich der .acht Saaraogenrdneien, beträgt 669. Der Reichstag war am 12.'November 19 3 3 gewählt worden. Er hat bisher vier Sitzungen abgehalten, von denen jede größte Bedeutung besaß. Die e r st e Reichstagssitzung des gegenwärtigen Hauses hatte am 12. Dezember 1 9 3 3 stattgefunden und diente der Konstitution der Volksvertretung und ihrer Ausschüsse. In der zweiten Keine Aendenmg in Englands Wehrorgam'sair'on. Einsetzung eines einheitlichen Wehrministeriums abgelehnt. — Nüstungs- phantasien Lord Roihermeres. Sitzung, am 3 0. Januar 19 3 4, wurde der Gesetzesantrag Hitler, Dr. Frick und Gen. über den Neuaufbau des Reiches einmütig angenommen, jener Gesetzentwurf, der die Volksvertretungen der Länder aufhob, die Hoheitsrechte der Länder auf das Reich überführte und damit die eigentliche Grundlage der Gesetzgebungsarbeit der Reichsregierung für den noch im Aufbau befindlichen Neubau des Deutschen Reiches bildete. Nach der dritten Sitzung am 13. Juli 1 934 wurde der Reichstag dann zu seiner vierten Zusammenkunft zum 6. A u b u st 19 3 4 einberufen, wo die Abgeordneten in feierlicher Trauert und - g e b u n g für den verewigten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall d o n Hindenburg sich vereinigten. Der jetzige Reichstag ist der zweite seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus. Der erste, am 5. März 1933 gewählte, enthielt noch Vertreter einiger Parteien aus dem Zwischenreich. Er verfiel am 10. Oktober 1933 der Auflösung. Das KvnWlim in England. 13on Dr. Paul Harms Zwei Monate lang gedenkt England, und mit ihm das britische Reich, das Silberjubiläum des Königs Georg V. zu feiern. Aus der Gründlichkeit, womit die Feier betrieben wird, erkennt man schon, welche Bedeutung das Königtum auch heute noch für England hat. Vielleicht ist diese Bedeutung heute sogar noch höher zu bewerten, als in manchem früheren Abschnitt der britischen Geschichte. Shakespeares Königs-Dramen haben den Kampf der roten und der weißen Rose unsterblich gemacht, in dem Englands Feudal-Adel sich selbst zerfleischte, lieber ihn erhob sich, mit Heinrich VII., das Köyigtum der Tudors, das sich auf die wirtschaftlich wichtigsten Schichten, den Landadel und das Großbürgertum stützte. Es war e i n absolutes Königtum, d. h., es strebte danach, die Staatsgewalt zunächst einmal in der Person des Herrschers einheitlich zusammenzufassen — wie das überall auf dem Festlande gleichfalls erstrebt wurde. Das Königreich der Tudors hat England geschloffen aus dem Machtbereich der römischen Kirche, und damit aus dem Mittelalter losgelöst. Unter der Königin Elisabeth hat es dann den Kampf um Sein- oder Nicht-Sein gegen die damalige Vormacht des romanischen Kultur-Kreises, gegen Spanien durchfechten müssen. Indem England sich in diesem Kampf siegreich behauptete, ist es auf die zukunftsreiche Bahn des Welthandels und der Weltwirtschaft hinausgetreten. Auf Elisabeth folgten die schottischen Stuarts, die den königlichen Absolutismus unzeitgemäß übersteigerten, zugleich aber die Vereinigung von England uni)' Schottland zu einem einheitlichen Inselstaat vorbereiteten. Der königliche Absolutismus unterlag dem Parlament, der Vertretung der maßgebenden Stände, und der Militärdiktatur Oliver Cromwells. Die Diktatur aber blieb Episode, das Land wandte sich von ihr zurück zum Königtum der Stuarts. Als die Stuarts mit der nunmehrigen Vormacht des romanischen Kultur-Kreises, mit dem Frankreich Ludwigs XIV. liebäugelten, wurden sie durch eine sozusagen internationale Verschwörung — an der auch der Große Kurfürst von Brandenburg tätigen Anteil hatte — beseitigt. Auf den Thron kam der Schwiegersohn des letzten Stuarts, Wilhelm III. von Oranten. In England mit grenzenlosem Mißtrauen empfangen, vom Parlament dauernd beargwöhnt und auf Schritt und Tritt gehemmt, ist der große Dränier gleichwohl der eigentliche Begründer der britischen Weltmacht geworden. Er hat England auf den Weg geführt, der für feine Politik richtunggebend geblieben ist bis zur Gründung des Deutschen Reiches: auf den Weg des Kampfes gegen den französischen Imperialismus. In diesem Kampf ist der britische Imperialismus sich seiner selbst immer mehr bewußt geworden und hat sich in vier Erdteilen sein eigenes Weltreich aufgebaut. Auf Wilhelm von Oranien und feine Schwägerin, die Königin Anna, die beide ohne Erben starben, folgte 1714 das kurfürstliche Haus Hannover, mit vier Georgen und einem Wilhelm. Ein deutsches Fürstenhaus verwaltete über ein Jahrhundert lang das englische Königtum. Oder, von der andern Seite gesehen: über ein Jahrhundert lang hatte England einen Finger in der Pastete des heiligen römischen Reiches deutscher Nation und später des Deutschen Bundes. Die Führung hatte während dieser Zeit aber nicht mehr das Königtum, sondern die beide Häuser des Parlaments beherrschende A r i st o k r a t i e des Großgrundbesitzes und der Kaufmannschaft. Der Versuch, die Kolonien so zu regieren, wie das alte Römerreich seine eroberten Provinzen regiert hatte, das heißt sie zugunsten des Mutterlandes auszubeuten, beschwor unter dem dritten Georg den Verlust des wichtigsten Teils des Kolonialbesitzes, der Vereinigten Staaten von Amerika herauf. Die darin enthaltene bittere Lehre wurde beherzigt, und der Verlust in der Folge wettgemacht durch die Niederrinqung und' Beerbung des französischen Imperialismus unter Napoleon I. Preußen, Hannover, die Niederlande hatten die Ehre, dabei unentbehrliche Hilfsdienste zu leisten. Oesterreich und Rußland standen in der gleichen Linie. So war aus der Front protestantischer Mächte, die Wilhelm III. gegen die Vormacht des romanischen Kulturkreises geführt hatte, eine Front germanisch-flawifcher M achte geworden, die ihre Freiheit und Selbstbestimmung nicht an das romanische Kaisertum des ersten Napoleons verlieren wollten. . . Auf Wilhelm IV. folgte 1837 feine löchrige Nichte Viktoria, die aber in Hannover nicht erbberechtigt war. Die rund 120jährige Verbindung zwischen England und einem norddeutschen Mittel- ftaat wurde dadurch gelöst — und der Weg wurde frei für die Einigung Deutschlands unter preufeifmer Führung. Die junge Viktoria wurde, auf ^?et^e,‘)en des Königs der Belgier, verheiratet wit dessen Neffen, dem ihr gleichaltrigen Prinzen albert von Koburg. Es wurde eine ungewöhnlich glückliche Ehe. Verfassungsrechtlich hatte der „Prinzgemahl nichts weiter zu tun, als für die Fortpflanzung des englischen Königshauses zu sorgen: durch seine Gattin aber, die in Anbetung zu ihm aufsah, übte er einen starken Einfluß auf den Gang der Politik aus. Der kluge und anpassungsfähige Mann überwand schließlich sogar das Mißtrauender englischen Minister und Parteiführer: der deutschen Frage stand er mit der ganzen Engherzigkeit eines Prinzen aus kleinem Hause gegenüber — und stimmte schon dadurch wundervoll zu seiner englischen Umgebung. Als der Prinzgemahl anfangs der sechziger Jahre Berlin, 15. 2Hai. (DRV.) Der Reichstag ist auf Dienstag, 21. Mai, 2 0 Uhr, einberufen. Auf der Tagesordnung steht als einziger Punkt: Entgegennahme einer (Erft ä r u n g der Reichsregierung. Wie wir erfahren, wird der Führer und Reichskanzler die Erklärung der Reichsregierung f e l b ft abgeben. Die Reichstagsfihung ist deshalb auf 2 0 Uhr a n g e f e fj t worden, um jedem Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, die Rede am Rundfunk z u hören. Es sind organisatorische Maßnahmen in Vorbereitung, um sicherzustellen, dah auch alle Volksgenossen an dem bedeutungsvollen Ereignis t e i l n e h m e n können. Von der Amtsleitung Rundfunk der Reichspropagandaleitung ist Gemeinfchaftsempfang verfügt worden. Alle Gliederungen der Funkwartorgani- fationen haben daher die notwendigen Vorarbeiten zu treffen, fo dah die Volksgenossen, denen keine Möglichkeit zu einem Hausempfang gegeben ist, auf den Straften und Plätzen durch Großlautsprecher die Rundfunkübertragung abhören können. Der Reichstag ist heute grundsätzlich etwas anderes als in den voraufgegangenen Jahren des parlamentarischen Regimes. Während er damals ermüdend und lähmend wirkte und ein Tummelplatz parteipolitischer Intriganten war, ist er heute die Körperschaft, die die p o l i t i s ch e G e s ch l o s s e n- heit der Nation darstellt und vor die die Regierung stets dann tritt, wenn es gilt, ernste Fragen, die für Volk und Reich von weittragender Bedeutung find, öffentlich zur Debatte zu stellen. Daß man auch im Ausland, wo man wieder einmal von dem Führer die erlösende Formel erwartet, obwohl men seine früheren Bemühungen um eine ehrliche Verständigung näch Kräften montiert hat,' der kommenden Reichstagssitzung mit größter Spannung entgegensieht, dafür ist die Tatsache bezeichnend, daß das englische Unterhaus seine große politische Aussprache bis zum 22. Mai vertagt hat, weil es in London als sinnlos erschien, zu den schwebenden europäischen Fragen Stellung zu nehmen, ehe der Führer des neuen Deutschland gesprochen hat. Immer wieder in den letzten Monaten hatte man den Eindruck, als ob die Regierungen in Paris, in London und in Rom den Führer geradezu drängen wollten, weil sie sich von feiner Stellungnahme für sich selbst d i e Entwirrung diplomatischer Schwierigkeiten erhofften. Der Gefallen konnte ihnen nicht getan werden. Deutschland hat keinen Anlaß, nachdem seine grundsätzliche Stellungnahme zu den großen europäischen Fragen wiederholt ausgesprochen wurde und vollkommen festliegt, irgendwie überstürzt zu handeln. Die Unklarheiten im Grundsätzlichen und im Einzelnen liegen durchaus nur auf der Gegenseite, und wir dürfen mit gelassener Ruhe abwarten, wie sich die widersprechenden und durchkreuzenden Auffassungen und Bestrebungen entwirren, ehe wir selbst mit Auffassung und Richtlinien einer neuen Lage gegenübertreten. Es erscheint angebracht, zu dem neuen Zusammentritt des Reichstages auf die große Kundgebung zurückzuverweisen, die fast auf den Tag genau vor zwei Jahren stattfand. Damals, am 17. Mai 1933, verkündete der Reichskanzler Adolf Hitler der Welt zum ersten Male, nach welchen Grundsätzen er als verantwortlicher Führer des starb — dreiviertel Jahre bevor Bismarck preußischer Ministerpräsident wurde — hatte sich das englische Königtum in die Formen staatlichen Gewohnheitsrechtes eingelebt, die im großen und ganzen noch heute gelten. Das Königtum regierte nicht mehr, es regierte b e r Mehrheitsausschuß des Parlaments unter mitwirkender Aufsicht der Opposition, und was dieser Ausschuß wollte, mußte das Königtum ausführen Aber an dem, was ein willensstarker Träger des Königtums wollte oder nicht wollte, konnte der regierende Parlamentsausschuß auch nicht vorbei. Und die Königin Viktoria hat sich, wo sie sich im Rechten wußte, noch immer durchgesetzt. So wurde das englische Königtum — wenn auch nicht mehr der alleinige und ausführende Träger der Staatsgewalt — in der langen Regierungszeit der Königin Viktoria der überall sichtbare Vertreter dieser Staatsgewalt, nach innen wie nach außen. Und, nachdem der fantasiereiche Disraeli die Königin zur Kaiserin von Indien erhoben hatte, auch des britischen Imperialismus. Ohne die Schlacht bei Sedan jedoch wäre die Königin Viktoria schwerlich je Kaiserin von Indien geworden. Diese Schlacht, in der kein Tropfen englischen Blutes vergossen wurde, war das wichtigste Ereignis ihrer Regierung. Denn der größte Nutznießer der deutschen Einigung, die sich auf jene Schlacht gründete, wurde England! Jetzt erst, wo Frankreichs Kräfte durch eine gleichwertige Großmacht auf dem Festlande gebunden waren, konnte der britische Imperialismus sich frei entfalten. Weil dem so war, weil der britische Imperialismus erst durch die deutschen Siege von 1870 die Arme völlig frei bekommen hatte, legte das Königshaus den größten Wert darauf, feine London, 15. Mai. (DNB.) Das Oberhaus lehnte mit 23 gegen 9 Stimmen den Antrag des Oppositionsliberalen Lord Mottistone ab, daß die englische Regierung einen Wehrmini st er einsetzen solle, dem die Flotte, die Armee und die Luftstreitkräfte unterstehen. Lord Mottistone sagte, es bestehe heute für England eine A r t N o t - st a n d, der sofortiges Handeln erfordere, damit eine ungeheure Verschwendung und eine wirkliche Gefahr vermieden werde, die dann eintreten werde, falls England mit der Wiederaufrüstung fortfahre, ohne eine Persönlichkeit an der Spitze zu haben, die nach einheitlichen Richtlinien die drei Hauptwaffengattungen organisiere. Die Herstellung von Kriegsmaterial und die deutsche Abstammung vergessen zu machen. Es stand den deutschen Dingen mit einem Gemisch von Mißtrauen und Hochmut gegenüber, die es in den Augen der Stockengländer angenehm machen sollte. Aus diesem Gefühl heraus wurde Edward VII., als er 1901 seiner Mutter auf den Thron folgte, zum bewußten Gegenspieler seines Neffen, Kaiser Wilhelms II. Die Staatsmänner, die während der letzten Jahre der Königin Viktoria regiert hatten, hatten noch die Verständigung mit Deutschland gesucht. Sie scheiterte am mangelnden Verständnis auf der Gegenseite. Edward VII. aber setzte an ihre Stelle zielbewußt die V e r - ftänbigung mit Frankreich unb später auch mit bem Verbünbeten Frankreichs, mit Ruß- l a n b. Er schob bie englische Politik weit unb weiter auf ber Bahn, bie praktisch zum Kriege geführt hat. Den Krieg hat er selbst schwerlich gewollt: er betrieb bie Einkreisung mehr wie ein Schachspiel, um seinen Neffen Wilhelm matt zu setzen. Aber bie Dinge wuchsen nach seinem Tobe, weil kein überlegener Führer mehr ba war, über ihn hinaus. Das englische -Volk hat ein starkes Emvfinben bafür, baß ein Führer ba sein muß, nur barf man ihn nicht merken. Es muß immer so ai>s- sehen, als führe bas Unterhaus, bie gewählte Massenvertretung bes Volkes. Ebwarb VII. hat biefe Kunst ber unsichtbaren Führung meisterhaft gehanb- habt unb bamit bewiesen, welchen Einfluß bas eng- liche Königtum auch heute noch ausüben kann, wenn ber Träger ber Krone banach geartet ist. Freilich, bie Führung burch ben mit allen Wassern getauften Ebwarb VIT. hat Englanb bie Stellung ber unbestritten ersten Weltmacht gekostet, zu ber es im Laufe ber langen Regierung ber Königin Vik- Nutzbarmachung ber inbustriellen Hilfsquellen habe in anberen ßänbern einen erstaunlichen Grab erreicht. Er wolle kein Land mit Namen nennen, aber Tatsache sei, baß Englanbs Nachbarn eine Kriegsmaterialkapazität hätten, bie achtmal größer als bie englische sei. Der kriegsminrsler Lord H a i l s h a m erklärte ben Vorschlag für völlig unannehmbar. Die einzige maftgebenbe Körperschaft, bie über bie Entwicklung ber englischen Verteidigung zu entscheiben habe, sei bas Kabinett. Erst kürzlich habe bie Negierung beschlossen, einen ftänbigen Präsibenten bes sog. Belieferungsausschusses einzusetzen. Im ganzen gebe es runb 40 bis 50 Ausschüsse unb Unterausschüsse für bie toria aufgestiegen war. Der Sohn Ebwarbs unb mit ihm bas englische Volk bekamen im Weltkriege bie Suppe auszulöffeln, bie ber allzu geschäftige Vater ihnen eingebrockt hatte. Unb weil bie Suppe ben Englänbern noch heute schwer im Magen liegt, bes- halb sinb sie so zufrieben unb so froh barüber, baß ber Sohn, Georg V , von anberer Art ist als ber Vater war. Der war als Prinz von Wales unter anberem ein Lebemann von vielen Graben gewesen, unb als ein englischer Sittenfanatiker einmal von seinem unb seiner Freunbe Treiben ein ungeschminktes Bilb in einem dicken Buche veröffentlicht hatte, da hatte es einen Weltskandal gegeben. In Erinnerung an diese peinlichen Zeiten fühlen sich die Engländer dem regierender König besonders verpflichtet dafür, daß er der Welt das Beispiel eines musterhaften Familienlebens gibt. Und nicht minder verpflichtet fühlen sie sich ihm dafür, daß er nicht den Drang hat, sich als Steuermann auf dem stürmischen Meere der hohen Politik zu betätigen. Das englische Volk rechnet es seinem König hoch an, daß er mit der Art, wie er fein repräsentatives Amt ausübt, wieder in die verläßlichen Bahnen feiner Großmutter eingelenkt hat. Denn die Art, wie das Königsamt verwaltet wird, ist heute um so wichtiger, als es das einzige Band ist, das die großen Dominien staat- rechtlich mit dem Mutterlands verbindet. Sie haben den gleichen König, das ist alles. Soweit hatte bas bebenkliche Experiment bes Krieges, in bas bie Einkreisungspolitik Ewarbs VII. Englanb getrieben hatte, bas festgefügte Reich aufgelockert, bas die Königin Viktoria hinterließ! Das englische Volk ist feinem König von Herzen dankbar dafür, daß er England unb bas Reich, soweit feine Perfon in Betracht kommt, vor halsbrecherischen Experimenten im Stile seines Vaters bewahrt hat. verschiedenen Zweige der Kriegsvorbereitung und für die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit der verschiedenen Waffengattungen. Er komme soeben von einer Sitzung des Ausschusses für chemische Kriegsführung, in dem wohl die fähigsten Wissenschaftler Englands vertreten seien. Sehr gute Fortschritte würden in den Vorarbeiten zur Herstellung einer guten Gasmaske zu mäßigem Preise erzielt. Zn erster Linie müßten die Streitkräfte und dann die große Masse der Bevölkerung mit Gasmasken ausgerüstet werden, wenn sich die Notwendigkeit tatsächlich ergebe. Der bekannte Presse-Lord Rothermere (fonf.), der erst vor kurzem zum erstenmal seinen Platz im Oberhaus eingenommen hatte, sagte, daß England heute vor der Möglichkeit der schrecklichsten Gefahr in der ganzen englischen Geschichte stehe. Die Entwicklung des Bombenflugzeuges könne das ganze Gesicht Europas stark verändern. England habe die Armada geschlagen und die Ueberfallversuche Napoleons vereitelt: aber es sei unbekannt, wie ein Luftüberfall wirkungsvoll abgewandt werden kann. Rothermere unterstützte den Vorschlag Lord Mot- tistone und erklärte, daß „die machtvolle Persönlichkeit eines „ob e r st e n Kri e g s f ü h r e r s" sehr nützlich für England wäre. Rothermere begründete hierauf die englische Aufrüstung mit Hinweisen auf die „deutsche G e f a h r", die sich ihm in einem geradezu phantastischen Licht darstellt. Die Zahl der Bombenflugzeuge, die Deutschland besitze, gab er mit nicht weniger als 10 000 (!) an. Das sei eine „schauerliche Gefahr", und seiner Ansicht nach könne ihr nur begegnet werden, indem England jeden evtl. Feindstand wissen lasse, daß es mit gleicher Münze herausgeben könne. England müsse vielleicht 100 Millionen Pfund jährlich für seine Luftausrüstung ausgeben. Ein großer Pressefeldzug für die englische Luftaufrüstung habe bisher nur geringen Erfolg in England gehabt. Admiral Keyes fordert eine Wehranleihe. Englands angeblich veraltete Flotte. London, 15. Mai. (DNB.) Der vor einigen Tagen in den Ruhestand versetzte Admiral der Flotte Sir Roger Keyes übte in einer Rede vor der Flottenliga scharfe Kritik an der Flotten- politik der Regierung. Die Regierung habe keine ausreichenden Geldsummen für den Ersatz der veralteten Kriegsschiffe zur Verfügung gestellt und nicht einmal die durch den Londoner Flottenvertrag gezogenen Grenzen voll ausgenutzt. Der Ersatz dieser verbrauchten Kriegsschiffe, die Todesfällen sein würden, falls sie einen Kampf mit Schiffen anderer Nationen zu bestehen hätten, werde heute ungeheure Beträge verschlingen, weil die Regierung mit den Neubauten viel zu lange gewartet habe. Er hoffe, daß die Regierung den Mut und die Klugheit besitzen werde, um, wie im Jahre 1889, eine Wehranleihe aufzulegen. Der erste Schritt zur Wiedergewinnung der Seegeltung Englands müsse die Befreiung der Marine von ihren heutigen Bindungen sein. Deutschland werde mit seinen Aufrüstungsmaßnahmen so lange fortfahren, bis es wieder einmal bereit sei, entweder für das zu kämpfen, was es haben wolle, oder bis es unter Kriegsdrohungen das erhalte, was es wünsche. Große Flottenschau in London. Lavals Moskauer Besprechungen beendet. Der amtliche Bericht. Moskau. 15. Mai. (DNB.) Die TASS. ver- öffenklichl den amtlichen Bericht über die Moskauer Verhandlungen mit Laval, der folgendes besagt: Während der Unterredungen hätten Stalin, Molotow und Litwinow sowie Laval ihrer Genugtuung über den Vertrag Ausdruck gegeben, der die Verpflichtung der gegenseitigen Hilfe zwischen der Sowjetunion und Frankreich festgelegt hat. Die Vertreter der Sowjetunion und Frankreichs hätten die Möglichkeit gehabt, das freundschaftliche Vertrauen festzuskellen, das zwischen ihren Ländern durch den Vertrag geschaffen worden fei, der seinen wohltuenden Einfluß auf die Behandlung aller Fragen ausgeübt habe, und zwar sowohl hinsichtlich der fowjek- rufsifch-französifchen Beziehungen als auch der allgemein-europäischen Ordnung. Beide Seiten konnten feststellen, daß ihre ständigen Bemühungen um die Sicherung des Friedens in einer Reihe von Staaten, die der Sache des Friedens zugetan seien. Unter st ühung gefunden hätten. Dies werde durch ihre Bereitschaft zur Teilnahme an der Schaffung gegenseitiger Garantien bewiesen. Gerade im Interesse der Friedenswahrung seien diese Staaten verpflichtet, die Mittel der Landesverteidigung nicht herabzumindern. Stalin habe sein volles V e r st ä n d n i s für die Bestrebungen Frankreichs ausgesprochen, einen Rüstungsstand zu erreichen, der den Notwendigkeiten seiner Sicherheit entspricht. Die Vertreter der beiden Staaten haben andererseits ihren Entschluß bekräftigt, bei der Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit nichts zu vernachlässigen. um mit der Hilfe aller solidarischen Regierungen eine Politik des Friedens und der Besserung der politischen Beziehungen zu fördern, die allein unter den Völkern das für die Entfaltung der materiellen und moralischen Belange der europäischen Kollektivität unerläßliche Vertrauen wiederherzustellen vermag. Es wurde besonders anerkannt, daß der Abschluß des gegenseitigen Beistandspaktes zwischen Sowjetruhland und Frankreich in keiner Weise die Bedeutung schmälert, die die unaufschiebbare Verwirklichung eines Regionalpaktes in Osteuropa bietet, der die ursprünglich hierfür vorgesehenen Staaten auf der Grundlage von Verpflichtungen vereinigen würde, die auf den Nichkangriff, die Beratung und die Nichkunterskühung des Angreifers abzielten. Beide Regierungen werden sich mit vereinten Kräften zu diesem Zweck für die Ausgestaltung des geeignetsten diplomatischen Verfahrens weiterhin einsehen. Indem die oben angeführten gemeinsamen Entschließungen der Oeffenklichkeit übergeben werden, erklären die Vertreter der Sowjetunion und Frankreichs mit allem Verank- wortungsbewußtsein, daß sie damit die verbindende Hingabe an das schöpferische Werk des Friedens demonstrieren, das die- Teilnahme keines Staates ausschließt und das seine volle Verwirklichung lediglich bei ehrlicher Mitarbeit aller interessierten Länder finden könne. * Die amtliche Mitteilung über den Inhalt der sowjetrussisch-französischen Besprechungen enthält zweifellos nur einen Teil der hierbei berührten Fragen. Man hebt hervor, daß Laval, wie es sich in seiner Tischrede vom 13. Mai zeigte, einer allzu einseitigen Einstellung in Fragen der Sicherheitspolitik nicht zugestimmt habe. Der Kernpunkt des Abschlußkommuniqu6s sei die Billigung von Frankreichs Politik der nationalen Verteidigung. Dies habe im Hinblick auf die antimilitaristische Propaganda der Kommuni st en in Frankreich hervorragende Bedeutung und stelle den größten diplomatischen Gewinn dar, den Laval Heimbringen könne. Laval habe bei den Besprechungen über die Sicherheitspolitik Wert darauf gelegt, den Weg zur Verständigung im weiteren Rahmen offenzuhalten. Er scheint mit Rücksicht auf Polen damit einverstanden zu sein, daß die Tschechoslowakei als ein an Fragen Nordosteuropa nicht unmittelbar beteiligter Staat an einem Ost-Nichtangriffspakt unbeteiligt bleibe. Der Presse erklärte Laval jedoch, daß er darüber mit dem polnischen Außenminister Beck nicht gesprochen habe, da es verfrüht sei, schon jetzt die Teilnehmerfrage aufzuwerfen. Am letzten Tage seines Moskauer Aufenthaltes war Laval noch zum Frühstück beim Moskauer Staatssowjet. Der Vorsitzende des Moskauer Sowjets Bulganin begrüßte bei dieser Gelegenheit Laval als Bürgermeister von Auber- villiers. Laval antwortete ebenfalls unter Bezugnahme auf fein kommunalpolitisches Amt. Am Nachmittag fand ein Empfang in der französischen Botschaft und im Anschluß daran ein kurzer Empfang der Presse statt. Am Abend wohnte Laval einem ihm zu Ehren veranstalteten Ballett bei, dem u. a. „Bilder aus der französischen Revolution von 1789" bargeboten wurden. Er hat dann am gleichen Abend noch Moskau, verlassen, um in Warschau an den Trauerfeierlichkeiten für Marschall Pilsudski teilzunehmen. Die pariser presse zieht Bilanz. Paris, 16. Mai. (DNB.-Funkspruch.) „Die französisch-sowjetrusfische Freundschaft ist besiegelt worden", erklärte Laval im Rundfunk kurz vor seiner Abreise aus Moskau. Als Beweis für die Richtigkeit dieser Behauptung bucht die französische Presse die als wesentliches Ergebnis hervorgehobene Stelle der Schlußverlautbarung, in der erklärt wird, daß Stalin die Politik der Landesverteidigung Frankreichs billige. Das fei, meint „Oeuvre", eine außergewöhnliche Erklärung. Sie habe selbst die sowjetrussischen Kreise überrascht. Diese Erklärung könne auf die allgemeine Entwicklung des Kommunismus einen bedeutenden Einfluß haben. Stalin persönlich greife ein, schreibt das „Echo de Paris", um die Doktrin der französischen Kommunisten zu berichtigen. Das sei wichtig aus zwei Gründen. Einmal lehne Moskau offiziell seine westeuropäischen Nachbeter ab, so daß die französische Regierung, wenn sie den Mut dazu aufbringe, nur noch die Verfechter pazifistischer Gedanken zu treffen brauche, zum anderen trete Stalin durch diese schriftlich festgelegte Erklärung aus dem geheimnisvollen Dunkel, mit dem er sich bisher umgeben habe, heraus. Der Wert dieser Zusage wird allerdings von einer Reihe französischer Blätter in Zweifel gezogen. „Journal" erinnert daran, daß bereits 1932 die Sowjets mit Frankreich einen Pakt abgeschlossen hatten, in dem die Einstellung der revolutionären Propaganda versprochen worden war, ohne daß diese Versicherung ejngehalten wurde. „Matin" erklärt, wenn Die kommunistische Propaganda im Heer nicht sofort aufhöre, dann würden die Sowjets erneut ihre Doppelzüngigkeit bewiesen haben. Auch „Ami du peuple", „Quotidien" und „Le Jour" bleiben äußerst skeptisch. Selbst „Ere Nouvelle" scheint von der Wirkung nicht allzu überzeugt zu fein. Die kommunistische „Humanits" erteilt bereits eine vielsagende Antwort: „Gewisse Kreise werden nicht verfehlen, diese Stelle der amtlichen Verlautbarung gegen uns auszulegen. Sie mögen sich aber eines Besseren belehren lassen. Stalin hat lediglich gesagt, daß er die gegenüber den nationalsozialistischen Interessen getroffenen Verteidigungsmaßnahmen billige." Andere Blätter kündigen deshalb an, daß die französischen Kommunisten nach wie vor ihre Propaganda f o r t s e tz e n und sogar verstärken würden. Im übrigen rühmen die Berichterstatter der französischen Presse den Kampfeswert des f o w- letrussischen Heeres und schildern die Fliegerparade zu Ehren Lavals. Der Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" versichert, daß die Sowjets bereits mehr als 4000 moderne Kampfflugzeuge besitzen. Im Falle eine^ Konfliktes würde also die Hilfe Rußlands kein leeres Wort bleiben. „Echo de Paris" kündigt an, daß im Sommer zwei französische Regimenter der s o w j e t r u s s i s ch e n Armee einen Besuch absta11en werden, gleichsam als Vorspiel für die Besprechungen von General st ab zu General st ab, die früher^ oder später Platz greifen müßten. In der Bilanz der Moskauer Besprechungen heißt es dann, niemand kann schon heute voraussehen, was in der Praxis der Pakt vom 2. Mai ergeben wird. Das Problem enthält zu viele Unbekannte. Für den Augenblick genügt die Feststellung, daß d i e deutsche Gefahr für Sowjetrußland wie für Frankreich die Hauptgefahr darstellt, vor der alle anderen Erwägungen zurücktreten müßten. Für die Offenherzigkeit der Verhandlungen spricht, daß Laval vor Stalin die Fragen der Vorkriegs- schulden und der religiösen Freiheit anschneiden konnte, ohne auf eine kategorische Ablehnung zu stoßen. Der Abessinien-Konflikt und die Mächte. London, 15. Mai. (DNB.) Die englische Hauptstadt hat anläßlich des Silbernen Regierungsjubiläums zum erstenmal seit 26 Jahren ihre eigene Flottenschau. 22 Kriegsschiffe der englischen Heimatflotte sind am Mittwoch von der Them f e münbung bis zur Towerbrücke vor Anker gegangen und werden eine Woche lang zur allgemeinen Besichtigung für die Londoner Bevölkerung offen stehen. Am Samstag wird die ganze Flotte illuminiert. Die Offiziere und Mannschaften werden während des Festes überall freigehalten. In Southend an der Themfe- mündung liegen die vier Riefenschlachtschiffe „Nelson", „Hood", „Rodney" und „Va- liant", zwei Flugzeugmutterschiffe sowie Kreuzer und Zerstörer. Die übrigen Kreuzer und Zerstörer und Unterseeboote sind im Themselauf in Zwischenräumen von der Tower- brücke bis vor Gravesend vor Anker gegangen. Im Jahre 1909 war es das letzte Mal, baß ein eng- llfches Kriegsschiff über bie Towerbrücke hinaus bie Themse hinaufgefahren war. Begeisterter Empfang Mackensens in Ungarn. Bubapest, 15. Mai (DNB.) Mit unbeschreiblichem Jubel unb Begeisterung ist Generalfelbmar- schall von Mackensen in Bubapest empfangen worben. Eine unübersehbare Menschenmenge harrte am Donauufer, um bas Eintreffen bes Felbmarschalls miterleben zu können. Vor ber beutschen Gesanbt- schaft am Donaukai waren zwei Husaren- schwabronen unb eine Ehrenkompanie aufmarfchiert. Vor bem Eingang hatten bie reichsdeutsche Kolonie, bie Ortsgruppe ber NSDAP., bie Hitlerjugenb unb bie beutsche Presse Aufstellung genommen. Als ber Felbmarschall mit ber ihm von ber ungarischen Regierung bis Passau entgegengeschickten Jacht „Sophie" eintraf, brach ungeheurer Jubel aus. Die beiben Militärkapellen intonierten bas Deutschland unb bas Horst-Wessel-Lieb. Unter ben Klängen ber ungarischen Nationalhymne schritt ber Felbmarschall bann bie Ehrenkompanie unb bie beiben Husarenschwabronen ab. Als ber Felbmarschall sich fobann in bie Gesanbt- schaft begab, sammelte sich eine unübersehbare Menschenmenge, bie mit begeisterten Hochrufen nicht aufhören wollte, bis ber Generalfelbmarschall auf bem Balkon erschien. Tausenbe von beutschen Schwaben hatten sich aus ber Umgebung von Bubapest eingefunben, um an ben Hulbigungen für ben beutschen Heerführer teilzunehmen. Sämtliche Bubapester Blätter geben ber tiefen Dankbarkeit unb Verehrung Ausbruck, bie bas ganze ungarische Volk in Erinnerung an bie ruhmreichen Taten bem beutschen Felbherrn entgegenbringt unb bas ungarische Volk aufforbern, bas bem Felbmarschall 1919 auf ungarischem Boben angetane Unrecht jetzt burch ben Ausbruck ber Dankbarkeit und der Freude wieder gutzumachen. Nach dem Zusammenbruch war Mackensen von der damaligen marxisti- lchen Regierung Ungarns gefangengenommen worden. England rät zur Verständigung. Der englische Botschafter zur Berichterstattung nach London bernfen. London, 16. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der britische Botschafter in Rom, Sir Eric Drum- m o n d , wird Freitag vormittag in London fein. „Daily Telegraph" schreibt: Das Kabinett wünscht einen persönlichen Bericht bes Botschafters über bie Lage unb ben voraussichtlichen Gang ber Ereignisse im italienisch-abessinischen Streit zu haben. Vor seiner Abfahrt hatte ber Botschafter eine Unterrebung mit Staatssekretär Suoich. Es war ihm bisher nicht möglich gewesen, Mussolini persönlich zu sprechen. Das Blatt fügt hinzu, ber Streit stehe auf ber Tagesorbnung bes Völkerbunbsrates in ber nächsten Woche. Der Gang ber Ereignisse mürbe in hohem Maße von ber Haltung Frankreichs unb Englanbs abhängen. Wahrscheinlich werbe bem Lorbsiegel- bewahrer Eben, ber Großbritannien vertrete, große Bewegungsfreiheit gelassen werben. In Lonbon herrsche bie Ansicht, baß bie Schritte, bie in Rom zur Gilbung eines Versöhnungsaus- chusses getan werben, barauf hinbeuteten, baß es für ben Völkerbunbsrat vielleicht überhaupt nicht notwenbig fein werbe, bie abessinische Beschwerbe im Augenblick zu behanbeln. Der Völ- ferbunb bürste aber sich vergewissern wollen, baß keine weiteren militärischen Vorbereitungen getroffen werden, während der Ver- söhnungsoersuch im Gange ist. „Time s" bedauert, daß Mussolini in seiner letzten Senatsrebe nach von ber Mäßigung bes Streites gesprochen habe, auf bie bie Welt gehofft hätte. In ber Tat bestehe gegenwärtig n i r g e n b s bie Absicht, einen förmlichen diplomatischen Schritt zu unternehmen, ber von Mussolini sehr verübelt würbe. Auch wolle roeber Frankreich noch Englanb Abessinien nur im geringsten ermutigen. Aber bas Recht zur Beratung zwischen Frankreich, Englanb unb Italien sei mittelbar in allgemeinen Verträgen, wie ber Völker- bunbssatzung, unb unmittelbar in ben Verträgen über Abessinien festgelegt. Bei anberen Gelegenheiten habe Mussolini ent- schieben gewünscht, baß Frankreich unb Englanb sich in Fragen Europas unb Afrikas zu sofortiger Beratung mit Italien verpflichten sollten. Die „Times" behanbelt bann bie Vorgeschichte bes Streites unb sagt, baß es an ben britisch-abessinischen Grenzen (Somalilanb, Kenia, Uganba unb Suban) häufig zu Zusammen st äßen zwischen Abessiniern unb britischen Patrouillen komme. Die britischen Behörben seien sich jeboch im klaren bar- über, baß bie Ursachen gewöhnlich in Zwistig - feiten unter ben örtlichen Stämmen lägen. Solche Streitigkeiten ließen sich niemals ver- meiben, unb die Regierung in Addis Abeba tue ihrBestes, um die Stämme im Zaum zu halten. Daher würden die Zwischenfälle auch nicht zum Vorwand von großangelegten Vergeltungsmaßnahmen gemacht. Italien und Abessinien hätten ©ertrage geschlossen, die den Gebrauch von Waffengewalt ausschließen müßten. Außerdem seien beide Länder durch den Kelloggpakt, die Satzung des Völkerbundes und besondere Verträge z u einer friedlichen Lösung verpflichtet. Ferner hätten im Vertrage von 1906 Italien, Frankreich unb Großbritannien ausbrücklich bie Verpflichtung übernommen, ben politischen unb gebietlichen Sta= tus quo nicht zu stören .Jebe Regierung habe darüber hinaus das Versprechen gegeben, auf keinen Fall zu intervenieren, ohne sich mit den beiden anderen Vertragsteilnehmern verständigt zu haben. Eine solche Verständigung dürfte aber im vorliegenden Falle erzielt worden sein. Der Eindruck, Italien w o l l e d e n Krieg als ein Mittel der Politik gegen ein anderes Völkerbundsmitglied anwenden, würde daher eine sehr schwere Belastung der Freundschaft darstellen. Großbritanniens und Frankreichs Bemühungen, die beide vertragsgemäß das Recht hätten, ihre Ansichten zu äußern, müßten jedes Mittel fördern, das eine friedliche Regelung erstrebe. Cecil warnt Italien. Keine willkürliche Mißachtung derBerträge. London, 16. Mai (DNB. Funkfpruch). In einem Brief an die „Times" zeigt sich Lord Cecil, der Vorsitzende der englischen Völkerbundsliga, sehr beunruhigt über die Vorbereitungen zu einem Kriege in Abessinien und meint, ein abessinischer Angriff auf Italien würde Wahnsinn sein und ein italienischer Einmarsch in Aethiopien sollte angesichts der Beschlüsse von Stresa als unmöglich betrachtet werden. In dieser Entschließung hätten die drei Stresamächte als ihr Ziel die kollektive Aufrechterhaltung des Friedens im Rahmen des Völkerbundes bezeichnet und sich gegen einseitige Verleugnung der Verträge ausgesprochen. Diese Grundsätze müßten im Streit zwischen Italien und Abessinien dieselbe Gültigkeit haben wie in dem unlängst gegen Deutschland verhandelten Fall. Es sei unmöglich, im Norden Achtung vor dem Kollektivsystem zu fordern und sich im Süden darüber hinwegzufetzen. Die Verletzung von Teil 5 des Versailler Vertrages könne nicht verurteilt werden, wenn nicht dieselbe Unverletzlichkeit für Teil 1 des Versailler Vertrages (Völkerbundssatzung) anerkannt werde. Auf jeden Fall sei die britische öffentliche Meinung sehr beunruhigt über die kriegerischen Vorbereitungen, die jetzt im Zusammenhang mit dem italienisch-abessinischen Streit im Gange seien. Demonstrationen vor dem Deutschen Haus in Prag. Prag, 16. Mai. (DNB. Funkspruch.) Mittwoch abend hielt die tschechische oppositionelle „Nationale Vereinigung" eine Wahlversammlung im größten Saal Prags, dem Luzerner-Saal, ab. Zum ersten Male seit dreijähriger Krankheit sprach wieder ber alte Tschechenführer Dr. Kramarsch. Der Saal mußte wegen Üeberfüllung gesperrt werben. Währenb unb nach ber Versammlung würben auf bem Wenzelsplatz stürmische Kun b g e bum gen abgehalten, bie auch vor bem Prager DeutschenHaus fortgesetzt würben. Die Prager „B o h e m i a" berichtet über bie Demonstrationen: Etwa 200 Personen zogen vor bas Deutsche Haus unb versuchten mit ben Rufen „Raus mit ben Deutschen aus Prag!" „Raus mit ben Juben aus Prag!" in bas Deutsche Haus einzubringen. Sie kamen burch ben Haupteingang bis in ben großen Vor- rau m. Erst bort konnten sie von ben Bebiensteten unb Gästen, bie sich zur Wehr setzten, aufgehalten unb aus bem Haus gebrängt werben. Bei ben gewalttätigen Auseinanberfetzungen würbe eine Fensterscheibe zertrümmert. Zahlreiche Flugschriften ber nationalen Vereinigung würben an bie Mauer bes Deutschen Hauses geklebt. Schließlich schritt Polizei ein unb brängte bie Menge ab. Aufgedeckter Putschplan der estnischen Freiheitskcimpferbewegung. Reval, 15. Mai. (DNB.) Die estnische Regierung veröffentlicht eine Erklärung über einen Putschplan, ber von bem aktivistischen Flügel ber estnischen Freiheitskämpferbewegung vorbereitet worben sei. In Reval unb Dorpat sollen sich unter ber Führung bes Hauptmanns a. D. Reha Zwei Stoßtrupps gebilbet haben, bie einen beroaff» neten Aufstanb gegen bie Regierung Pates und die gewaltsame Beseitigung der fühe- ren Männer planten. Mit Hilfe eines Feldwebels sei es diesen Stoßtrupps gelungen, sich in ben Besitz von Handgranaten und Handfeuerwaffen zu setzen. Die Führer des Putsches sollen sogar die Anwendung von Giftgasen geplant haben. Der Plan scheiterte daran, daß führende Mitglieder der früheren Freiheitskämpferbewegung, bie zum gemäßigten Flügel gehörten, der Regierung von ben Plänen ber aktivistischen Gruppe Mitteilung machten. Die estnische Freiheitskämpferbewegung, bie 1933 stark an Boben gewonnen hatte, würbe am 12. März 1934 burch bie Regierung aufgelöft unb verboten. Die leitenben Mitglieder ber Bewegung würben verhaftet. Im Herbst 1934 gelang es bem Führer ber Freiheitskämpferbewegung, Sirk, aus bem Revaler Hauptgefängnis nach Finnland zu entkommen. Einweihung des VDA.-Glockenspiels in Saarbrücken. Am 25. Mai findet in Saarbrücken am Rathausportal die Enthüllung einer Gedenktafel statt, die als Erinnerung an das durch Vermittlung des VDA. gestifteten Glockenspiels die dauernde Grenzlandgemeinschaft aller deutschen Ab- ftimungsgebiete verkünden soll. Aus der Kundgebung des neuen VDA. -Landesverbandes Pfalz-Saar werden der Bunbesleiter Dr. Steinacher, der Leiter bes neuen Landesverbandes Pfalz-Saar, Gaukulturwart K o e l f ch, Oberbürgermeister Dürr selb sowie bie Vertreter Der übrigen Abstimmungsgebiete sprechen. Das Glockenspiel auf dem Saarbrückener Rathausturm ist ein klingendes Zeugnis deutscher Bewährung in Nord und Süd, in West und Ost. Neben dem Deutschlandlied, neben „Schleswig-Holstein rneerum- schlangen" und dem Hohenfriedberger Marsch klingen das Kärtner Heimatlied und das Saarlied als ein Zeichen dafür, wie eng die Schicksalsverbundenheit aller in den Jahren 1919, 1920 und 1921 hart umkämpften Grenzgebiete mit dem erst 1935 entschiedenen Schicksal des Saarlandes verknüpft ist. Das NGKK. bei der Eröffnung der Reichsautobahn. LPD. Frankfurt a. M., 15. Mai. Zu der am Sonntag stattfindenden Eröffnung der Reichsautobahn Frankfurt a. M.—Darmstadt ist die kraft- fahrtechnische Durchführung dem Nationalsozialistischen Kraftsahrkorps üb ertra g en worden. Es ist eine Ehre für das Korps, an diesem wichtigen Akte an hervorragender Stelle teilnehmen zu können. Vom Führer des Korps, Korpsführer Hühnlein, ist der gesamte kraftfahrtechnische Dienst der örtlichen Stelle, nämlich der neu gebildeten Motorgruppe Hessen übertragen worden. Es verdient besonderer Erwähnung, daß bei dem geplanten Aufmarsch der Kraftfahrzeuge mehrere hundert Wagen und Krafträder jeder Stärke teilnehmen, die der Beförderung vieler tausend Männer dienen. Die Aufgabe des Kraftfahrkorps liegt in der Aufstellung der Wagenkolonnen und derem reibungslosen Einsatz bei den geplanten Feierlichkeiten. Die Kolonnen werden von bekannten Führern des Kraftfahrkorps aus dem Gebiet der Motorgruppe Hessen geführt. Die Unterbringung der für die Beförderung der Kraftfahrzeuge vorgesehenen Männer liegt ebenfalls in der Hand der Motorgruppe. Seit dem Bestehen des Kraftfahrkorps in feiner jetzigen Gestalt ist der Kraftwagenaufmarsch bei dem kommenden Staatsakt die erste Gelegenheit, bei der das Kraftfahrkorps feinen Aufgaben entbrechend zur Einsetzung gelangt. Es ist eine große Fülle von Vorarbeit geleistet worden, die die Anerkennung durch die Oeffentlichkeit verdienen. Das Kraftfahrkorps wird sich bis zum letzten Mann für die reibungslose Erledigung der ihm für diese große Veranstaltung gestellten Ausgaben einfetzen. Das Programm des Reichshandwerkertages in Frankfurt. Vor der Presse sprach Reichsbetriebsgemeinschafts- leiter und Reichshandwerksmeister Schmidt über die Vorbereitungen zum Reichshandwerkertag, der im Juni in Frankfurt a. M. durchgeführt wird. Auf dem Reichshandwerkertag wolle das deutsche Handwerk den Beweis erbringen, daß der Leistungsgrundsatz im deutschen Handwerk wieder zu voller Blüte 'gekommen ist. Der Reichshandwerkertag stehe bewußt im Zeichen des Leistungswillens und der Gemeinschaftsarbeit. Der Reichshandwerkertag beginnt am 12. Juni mit Kranzniederlegungen am Ehrenmal und am Grabe Horst Wessels in Berlin, am Tannenbergdenkmal bei Hohenstein, am Mahnmal in München und am Grabe Albrecht Dürers und Hans Sachs' in Nürnberg. Zahlreiche Jnnungs- und Hauptversammlungen werden gleichzeitig in Wiesbaden, Koblenz, Mainz und Frankfurt a. M. staitfinden. Man rechnet damit, daß allein 15 0 0 0 0 Handwerker aus dem ganzen Reich nach Frankfurt kommen werden. Am Freitag, den 14. Juni, überreicht der Reichshandwerksmeister dem Gauleiter Sprenger das Abzeichen. Abends werden die Römerderg-Fe st spiele eröffnet. Am Samstag findet in der Festhalle die Eröffnung der Fleischer-Ausstellung statt. Weiter erfolgt die Begrüßung der eingetroffenen Teilnehmer an der Handwerkerzielfahrt, die Eröffnung der M e i st e r s ch a u im Kaifersaal und ein Fe st abend im Haus der Technik. Dabei werden Gauleiter Sprenger, Reichshandwerksmeister Schmidt und Reichsorganisationsleiter Ley sprechen. Sonntag findet um 8.30 Uhr ein Appell der wandernden Gesellen auf dem Opernplatz statt. Dabei wird auch Dr. Ley sprechen. Um 11 Uhr erfolgt in der Paulskirche die Meister-Freisprechuna und die Ehrung verdienter führender Meister oes Handwerks durch den Reichshandwerksmeister. Dann treten die Handwerker zu einem großen Festzug an, der sich nach dem Stadion bewegt, wo bann um 17 Uhr die Großkundgebung des deutschen Handwerks ftattfinbet. Dabei werben 6000 Handwerker fingen und der Reichshandwerksmeister wird die Freisprechung der Gesellen vollziehen. Weiter werden Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichswirt- fchaftsminister Dr. Schacht das Wort ergreifen. Am Montag finden Arbeitstagungen der Handwerksführung und der Fachgruppen Bau, Metall, Holz, Nahrung, Bekleidung, Druck, Feinmetall und Spezialhandwerke statt. TagungdesVerwaltungsrates der Reichsbahn. Berlin, 15. Mai. (DNB.) Der Verwaltungsrat der Reichsbahn genehmigte den Geschäftsbericht und die Bilanz für 1934 und beschloß die Ausschüttung einer 7prozentigen Dividende auf die ausgegebenen Vorzugsaktien Serie I—V. In der Verkehrsentwicklung der ersten vier Monate des Jahres 1935 zeigt sich eine leichte Aufwärtsbewegung gegenüber dem Vorjahre. Der Güterverkehr erbrachte gegen die gleiche Zeit des Vorjahres 7 v. H. Mehreinnahmen der Personen- und Gepäckverkehr 7,6 v. H. Zuwachs. Der Verwaltungsrat erörterte den Gesetzentwurf über den Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen und unterbreitete der Reichsregierung Änderungsvorschläge. Er ermächtigte die Reichs- bahnhauptverwaltung zur Verlängerung der bestehenden Nebenbahnstrecke H aiger — Rabenscheid bis Breitscheid. Dieser Bahnbau dient der Erschließung von wirtschaftlich wichtigen Gebieten des W e sterwaldes. Er Sicherheit erster Grundsatz -er Keichsautobahn! Wenn ihre Linienführung und Ausbildung vielleicht schon die Vermutung aufkommen ließen, daß es sich um eine reine Autostraße handele, so glaubte der Fahrer die Bestätigung seiner Vermutung dadurch erhalten zu haben, daß mehrere seine Straße kreuzende Verkehrswege niveaufrei über- oder unterführt wurden. Das hierdurch aufkommende Gefühl der Sicherheit mußte aber sehr schnell dem Empfinden höchster Unsicherheit weichen, wenn an irgend einer Stelle von dem Grundsatz der Niveau- und damit gefahrenfreien Kreuzung abgewichen wurde. Dem Benutzer der Reichsautobahn aber wird zur unbedingten Erkenntnis werden, daß auf den Straßen Adolf Hitlers das Prinzip der Sicherheit höchster Grundsatz beim Entwurf und Bau war. Auch der Betrieb wird ein Abweichen von den Erfordernissen der Sicherheit nicht zulassen. Nicht strenge Maßnahmen werden dieses Ziel erreichen lassen, sondern jeder Volksgenosse wird die Grundforderung, die die Reichsautobahn an ihn stellt, von sich aus erfüllen müssen. Nur bann, wenn jeder einzelne sich klar gemacht hat, daß er z. B. mit seinem unbefugten Ueberfchreiten der Autobahn nicht nur sich und den Bahnbenutzer in die höchste Gefahr bringt, sondern auch den Sinn der Reichsautobahn als Ausdruck der Sicherheit gefährdet, nur dann erst wird die Autobahn die ihr gestellten Aufgaben auch für die Volksgefamtheit erfüllen können. Selbstverständlich muß auch de? Fahrer auf der Reichsautobahn die gleiche Forderung zur Erreichung der Sicherheit zu erfüllen suchen. Auch er hat unter Beachtung der Verkehrsordnung und ohne Ueberbeanspruchung seines Fahrzeuges für feinen Teil dafür Sorge zu tragen, daß die Sicherheit der Reichsautobahn zu einem allen Volksgenossen bekannten und von allen geachteten Begriff der Selbstverständlichkeit wird. „Reichsautobahn" — schon das Wort allein verrät die wesentlichsten Eigenarten dieses Bauvorhabens und weist darauf hin, daß nur das Kraftfahrzeug der Benutzer fein wird. Eine „Bahn" ist dieser neue Verkehrsweg, weil jeder Fahrtrichtung eine ihr bestimmte Fahrbahn zugewiesen wird. Wenn aber dieser Verkehrsweg nur für das Kraftfahrzeug bestimmt fein soll, so find andere Bedingungen an feine Linienführung und Ausgestaltung zw stellen als an eine Straße, die Verkehrsmittel aller Art aufnimmt. Jrn Gegensatz zu anderen Wegbenutzern weist das Kraftfahrzeug eine erhöhte Geschwindigkeit auf. Die Vermehrung der Geschwindigkeit aber bringt all jene Forderungen mit sich, denen bei dem Bau einer Nur-Autostraße die erforderliche Beachtung geschenkt werden muß. Die oberste Forderung heißt hier Sicherheit. Mit ihr verbunden sind weitere Bedingungen, nämlich das Vorhandensein geringer Steigungen, möglichst weiter Kurven, einer ebenen und doch auch bei größter Geschwindigkeit haft- und gleitsicheren Fahrbahn. Schließlich muß eine fahr- günstige Lage zu den zu erreichenden Verkehrszentren gegeben fein. Daß schließlich dafür gesorgt werden muß, den Fahrer durch das ständig wechselnde Bild der durchfahrenen Landschaft anzureaen, ist ein weiteres Moment zur Erreichung erhöhter Sicherheit. Gerade an der Erfüllung all dieser Forderungen ist die Reichsautobahn xu erkennen. Greifen wir hier nur einen Grundsatz zur Gewährleistung der Sicherheit des Bahnbenutzers heraus, nämlich die Schaffung niveaufreier Kreuzungen. Seien es Unter- ober Überführungen, die zur Gestaltung solcher Kreuzungsstellen erforderlich werden, stets und ausnahmslos muß der Grundsatz der Bahnfreiheit gewahrt bleiben. Manch andere Straße ist schon für eine Nur-Auto-Straße gehalten worden. stimmte ferner dem zweigleisigen Ausbau der Bahn Stuttgart — Zuffenhausen — Renningen und der gleichzeitigen Elektrifizierung dieser Strecke bis Weil der Stadt zu. Mit dem Ausbau der Strecke sollen auch alle Wegübergänge beseitigt werden. Dank an die Technische Nothilfe. Berlin, 15.Mai. (DNB.) Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, hat dem Reichsführer der Technischen Nothilfe für eine ihm über die Tätigkeit der Technischen Nothilfe im Winterhilfswerk 1934/35 überreichte Denkschrift feinen Dank ausgesprochen und gleichzeitig ersucht, allen an der Durchführung des Winterhilfswerkes beteiligten Mithelfern feinen Dank und feine Anerkennung für ihre Tätigkeit zu übermitteln. Auch Reichsminister Dr. Goebbels hat in einem persönlichen Schreiben der Technischen Nothilfe für ihre selbstlose Mitarbeit am Winterhilfswerk 1934/35 Dank und Anerkennung ausgesprochen. Kleine politische Nachrichten. Der Chef der Heeresleitung, General der Artillerie, Freiherr von Fritsch, hat sich auf eine Besichtigungsreife nach Ostpreußen begeben, wo er mehrere Standorte und den Truppenübungsplatz Arys besuchen wird. * Der Reichsarbeitsführer Staatssekretär Konstantin H i e r l hat Reichsschatzmeister Schwarz zum Ehren-Ober st- Arbeitsführer ernannt. Die Ehrenurkunde wurde dem Reichsschatzmeister durch den Gauarbeitsführer Baumann mit einer Abordnung des Arbeitsdienstes überreicht. * Der Geschäftsführer der „N e w P o r k T i m e s"- B i l d d i e n st G. m. b. H., Julius B o l g a r, ist unter Gewährung einer Frist von fünf Tagen aus dem Reichsgebiet ausgewiefen worden. Bolgar, der ungarischer Staatsangehöriger und jüdischer Abstammung ist, hat zu wiederholten Malen seiner gehässigen und feindseligen Einstellung gegenüber dem neuen Staat und seinen führenden Männern Ausdruck gegeben, die ein Verbleiben Bolgars in Deutschland völlig unmöglich machen. Aus aller Welt. Vier Fernsehempfangsstuben in Berlin eröffnet Die billigsten Fernsehgeräte, die heute von der Funkindustrie herausgebracht werden können, kosten noch immer 800 und 1000 RM. Vorn billigen Volksfernsehempfänger sind wir noch weit entfernt. In dem Bestreben aber, der großen Masse des deutschen Volkes das Fernsehen praktisch vorzusühren, hat die Reichssendeleitung in Gemeinschaft mit der nationalsozialistischen Hörerorganisation, dem Reichsverband deutscher Rundfunkteilnehmer, vorläufig vier öffentliche Fernsehempfangs st üben in Berlin eingerichtet. Hier ist es jedermann möglich, den regelmäßigen Fernsehsendungen kostenlos beizmvohnen. Zur Eröffnung strömten Tausende zu den Fernseh- ernpfangsstuben, so daß „schichtweise" gesehen werden mußte. Zur Eröffnung sprachen u. a. Reichssendeleiter Hadamowsky, der stellvertretende Reichssende- leiter B o e s e und Gaupropagandaleiter Schulze- Wechsungen. Reichssendeleiter Hadamowsky betonte, daß bei richtiger Zusammenarbeit auf der ganzen Linie die Entwicklung des Fernsehens überall zusätzliche Möglichkeiten schaffen werde: auf dem Gebiete des Wirtschaftlichen und Geschäftlichen, ebenso wie auf dem Gebiet des Kulturellen und Politischen. Gaupropagandaleiter Schulze-Wechsun- gen verbreitete sich über die propagandistischen Möglichkeiten, die das Fernsehen gewährt. Das Programm umfaßte eine Anzahl von Filmen. Die Uebertragungen gelangen ganz ausgezeichnet und fanden den lebhaften Beifall der Erschienenen. Wie wir erfahren, ist beabsichtigt, in der nächsten Zeit in den Berliner Vororten noch eine Anzahl von Fernsehempfangsstuben einzurichten, außerdem in einer Anzahl von Betrieben und Arbeitslagern, so daß jeder Arbeiter der Stirn und der Faust die Möglichkeit hat, das Fernsehen kennenzulernen und selbst zu beurteilen. Eine der ältesten schlesischen Kirchen niedergebrannt. In der alten Kirche von Altenlohm bei Haynau (Schlesien) brach Feuer aus. Obwohl die Wehren aus der ganzen Umgebung herbeigeeilt waren, konnte nichts mehr gerettet werden. Die Flammen fanden in dem Holzgebälk reiche Nahrung und legten, von heftigem Ostwind angefacht, das ganze Gebäude in Schutt und Asche. Man hatte Mühe, die benachbarten Gebäude von einem Uebergreifen des Branoes zu schützen. Die Altenlohrner Kirche ist eine der schönsten und ältesten Kirchen Schlesiens, die sich urkundlich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen läßt. Sie spielte in der Zeit nach der Reformation und nach dem dreißigjährigen Krieg bei der Erhaltung des evangelischen Glaubens in Schlesien eine große Rolle. 1711 wurde die Kirche erneuert und bedeutend erweitert. Hinrichtung eines Raubmörders in Berlin. Im Hofe des Strafgefängnifses zu Berlin-Halensee ist der 1912 geborene Arthur Orlowsky i n = gerichtet worden, der vom Schwurgericht in Potsdam wegen Mordes und schweren Raubes zum Tode verurteilt worden ist. Der Verurteilte hatte am 3. Juli 1934 die 81jährige Witwe Fehrmann in Päwesin (Westhavelland) überfallen, gewürgt und ihr einen Herzschuß beigebracht, um sich in den Besitz ihres Geldes zu setzen. — Von dem Begnadigungsrecht ist kein Gebrauch gemacht worden, weil es sich bei dem schon mehrfach vorbestraften Verurteilten um einen ungewöhnlich rohen Menschen von unverbesserlicher verbrecherischer Gesinnung handelt, der den Plan zur Tat aus eigennützigen Gründen erdacht und in heimtückischer, brutaler Weise an einer Greisin ausgeführt hat. Auto mit SA.-7Nännern vom Zuge erfaßt. — Zwei Tote, zwei Verletzte. Beim Uebergang zwischen Kapellen-Stolzenfels: und Rhens am Rhein wurde ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen von einem Eilzug er = faßt und zertrümmert. Der Sturmführer S e i f f a r t h aus Bingen und der SA.-Mann Friedrich Mark aus Bingerbrück wurden auf der Stelle getötet. Der SA.-Mann Hugo Fleck- ner aus Boppard wurde schwer verletzt ins Kran-kenhaus nach Koblenz überführt. Der Standartenführer Heinrich Schneider aus Boppard befindet sich wegen leichten Verletzungen in ärztlicher Behandlung. Der Kraftwagen wurde vollkommen zertrümmert. Die Ursache des Unfalls ist noch nicht aufgeklärt. Eine Untersuchung ist im Gange. Verheerender Wirbelsturm über Bengalen. Der Bezirk von Sarisabari, unweit der Stadt Maimansing in Bengalen, wurde von einem schweren Wirbelsturm heimgesucht. Die Dächer eines Gymnasiums, des Polizeiverwaltungsgebäudes und eines Postamtes wurden vom Sturm abgedeckt und weit fortgetragen. Ein Lagerschuppen, unter den sich eine große Anzahl von Menschen geflüchtet hatte, stürzte ein. Ein Mann wurde getötet, zahlreiche weitere mehr oder weniger schwer verletzt. Ein Pvstfährdampfer wurde schwer beschädigt. Zahlreiche Telegraphenmasten stürzten um, so daß die Verbindung mit dem betroffenen Gebiet unterbrochen ist. Ml dem Rammbock gegen einen säumigen Steuerzahler. — Ein streitbarer Schriftsteller in Dublin. Zu ungewöhnlichen Szenen kam es vor einem Hause in Dublin, als mehrere Gerichtsvollzieher sich bemühten, von dem gälischen Schriftsteller O ' K e l l y rückständige Steuern im Betrage von 200 Mark einzuziehen. Der säumige Steuerzahler hatte die Haustür schwer verbarrikadiert; als die Vollziehungsbeamten, unterstützt von Polizisten, mit schweren Pfählen die Tür zu rammen versuchten, schleuderte O'Kelln, unterstützt von seiner Frau und seinen beiden Söhnen, auf seine Gegner einen wahren Hagel von Haushaltungs- gegenständen. O'Kelly, der ebenso wie zwei oder drei Polizeibeamte am Kopf blutete, zog sich dann mit-feiner Familie in das Innere des Hauses zurück. Inzwischen waren polizeiliche Verstärkungen eingetroffen, deren Gesamtzahl sich schließlich auf 150 Mann belief. Mit einem langen Baumstamm wurden die den Zugang versperrenden Möbel im Hausflur zurückgestoßen. Der kampflustige Schriftsteller und seine Sohne sahen ein, daß weitere? Widerstand zwecklos sei, und ließen sich verhaften. — O'Kelly, der Herausgeber des katholischen Bulletins gälischer Zeitungen und Erziehungszeitschriften war, hat in der Gälischen Liga eine aktive Rolle gespielt und war von 1919 bis 1923 deren Präsident. Im republikanischen Landtag von 1919 war er stellvertretender Präsident und Erziehungs- Minister. Von 1926 bis 1932 hatte er die Präsidentschaft der Sinfeiner-Partei inne. Der Film vom Marseiller Attentat verbrannt. Der Verteidiger der wegen Ermordung König Alexanders und Barthous angeklagten kroatischen Terroristen hatte vom Marseiller Gericht die Erlaubnis erwirkt, den F i l m st r e i f e n über das Attentat in geschlossener Sitzung vorführen zu lassen. Er wollte beweisen, daß einer der Angeklagten, Mio K a r l j, nicht an dem Attentat beteiligt gewesen sei. Die Vorführung des Filmes erfolgte im Juftizpalast von Marseille durch einen Filmoperateur. Im gleichen Augenblick, als die Akten- tatsfzene auf der'Leinwand sichtbar wurde, entzündete sich der Film und ging völlig in Flammen auf. Die Anwesenden wollen jedoch festgestellt haben, daß der Angeklagte Mio Karls tatsächlich nicht auf dem Bildstreifen zu sehen gewesen sei. Amerikanisches Rrarinetuflschiff abgestürzt. Ein nichtstarres amerikanisches Marineluftschiff vom sog. I<-Typ ft ü r g t e bei Lakehurst aus niedriger Höhe nach einem ganztägigen Uebungsflug b e i der Landung ab, als die Landungsmannschaft die Haltetaue bereits ergriffen hatte. Ein Mann wurde verletzt. Die Ursache des Absturzes ist noch unbekannt. Oie Ostlandtagung des DOA. Pfingsten 1935. Die Vorbereitungsarbeiten für die große Ostlandtagung in Königsberg sind in vollem Gange. Die besonders schwierige Frage der Unterbringung von etwa 40 000 Mensch e n wird dank der tatkräftigen Mitarbeit aller maßgebenden Stellen und der Einwohnerschaft Ostpreußens gelöst werden. Die Beteiligung besonders an den Sonderfahrten und Sonderzügen des VDA. ist so stark, daß die kommende Tagung wahrscheinlich die bisher größte Pfingst- tagung des VDA. werden dürfte. Die Tagung beginnt mit einer 6 a a r f e i e r und Abstimmungsgedenkfeier in M a - r i e n b u r g. Eine besonders zahlreiche Abordnung von der Saar wird an dieser Feier teilnehmen. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen in Königsberg steht am Samstag, 8. Juni, eine Lehrertagung mit dem Thema „Volksdeutsche Erziehung als Berufsaufgabe", bei der Herr Reichsminister Rust das Wort ergreifen wird. Der Festakt im Schlageterhaus wird ein eindrucksvolles Bild der Lage in den auslanddeutfchen Gebieten geben. Als Morgenfeier wird am Pfingstsonntag auf dem Erich-Koch-Platz ein „Volksdeutsches Bekenntnis" abgelegt. Am gleichen Tage findet eine Frauentagung, sowie eine Dozenten- und Studententagung statt, ein Volks- deutsches Gedenken, bei welchem der Opfer des Volkstumskampfes an Recht, Gut und Blut gedacht wird. Mit einem Fackelzug schließt der Tag ab. Der Pfingstmontag bringt die Stunde der Jugend sowie ein Festzug, der in eindrucksvollen Schaubildern aller Landesverbände ein Bild deutschen Lebens und deutscher Verbundenheit drinnen und draußen geben wird. Eine Kundgebung am Tannenberg - Denkmal ist dem verstorbenen Ehrenführer des VDA., Reichspräsident v. Hindenburg, gewidmet. Am Samstag, 15. Juni, findet eine Schlußkundgebung auf Einladung der Freien Stadt Danzig für die Bundesleitung statt. Die Teilnehmer der Tagung werden in planmäßig durchgeführten Sonderfahrten das gesamte O st preußen kennenlernen. Hauptversammlung des Gustav-Adolf-Vereins in München. Der Gustav-Adolf-Verein hält seine diesjährige Hauptversammlung vom 15. bis 17. September in München ab. Auch diesmal werden evangelische Pfarrer des Auslands« deutsch tu ms sich zahlreich an der Tagung beteiligen. Der Gustav-Adolf-Verein wird ihnen nach der Tagung an verschiedenen Orten des schonen Oberbayern Freizeiten bereiten, in denen sie neben Erholung und Erfrischung auch Vertiefung und Besinnung an der Hand theologischer Lehrer erfahren können. Der seelische Wert solcher Veranstaltungen ist gerade in unserer bewegten Zeit sehr hoch zu schätzen. Im Vorjahr äußerte sich ein deutscher Pfarrer aus Südeuropa: Die acht Tage meine Teilnahme an der Gustav-Adolf-Tagung haben mich mehr erfrischt als eine sechswöchige Badereise. Im Blick auf die Devisenlage scheint dem Gustav-Adolf- Verein diese Weise der inländischen Verwendung seiner Mittel für die auslandsdeutschen Brüder auch von volkswirtschaftlicher Bedeutung. Reichlagung des Deutschen Roten Kreuzes, Frauenbund, in Düsseldorf. In der Städtischen Tonhalle in Düsseldorf begann die im Rahmen der Reichsausstellung „Frau und Volk" stattfindende Reichstagung des Deutschen Roten Kreuzes, Frauenbund, zu der sich Abordnungen der Rot-Kreuz-Vereine aus dem ganzen Reiche eingefunden hatten. Unter den Anwesenden sah man Hauptamtsleiter Hilgen- feldt. Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Kling eröffnete die Riesenkundgebung mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer. Die Vorsitzende des Provinzialvereins Rheinland, Frau Fürstin z u Wied, übermittelte der Reichsfrauenführerin das Treuegelöbnis aller Rot-Kreuz-Vereine. Der stellv. Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Hoch» eisen (Berlin), stellte u. a. fest, daß das Rote Kreuz in enger Zusammenarbeit mit der NS.» Frauenschaft seinen Aufgaben nachkommen werde. Das Wehrmachtsgesetz werde nicht ohne Rückwirkung auf das Rote Kreuz bleiben. Eine weitere Aufgabe jftö neue Reifen’angebrodit DVNljO^lteifen W Ä- ...und zum Bauen ,mU Abermann *■"■■■■■■■■■■< ■■■■■■■■■■■■■ Meine buddhistis hatte ein ebenbürti waren bi bei uns. herrlichen tete: Llc und unter Arbeitszin 3d) bin der Tiere, damals jh als sechs $ große „Bi keinerlei C ZU iiberwin Entzückende »° foU i ta) jemals । xnb dem j -Zr Pofber fi ^rmeistk 5^ frfc @5? Da^Mi ’S»*. SS geltrul)"1 d Asfthr-"S sfiabfab«® alles, °>°o beftätigt ®” SahfP*18; hohe Alter peil sie jRabiobre«5 SlasHtt»," Hon hierfür Sllte-Herren bis achtzigin tägig' ®a™ gab ine. I“1" lanbs em » and allen b lichen ®ett< annehmen,' steigen, weil eine billige nicht. Es fn auch viele, i Das Fan jugend an männlichen, es in Anspi Jugend, go zwischen $)c Fahrrad nu durch die s Beispiele n( 2300 Jugcn den besuchte Heidelberg, Prozentsatz waren. We Körper keh Fahrten a an Lebense nissen, das ben und i alter beglr des Radsp Die Aus eigentlich, i Wanderspoi Ostpreußens Unterftellrai derer eingen die Masse t ihres deutsc obwohl sre haben, zu i Das Fahn bietet nicht bahn-, abe ersolgreich tst in der Punkt aus erscheint. Mjährl schen La Meist sin Gründen fach zu I in Feierliche Aufbahrung pilsudskis in der Warschauer Kathedrale. Warschau, 15. Mai. (DNB.) Die Ueberführung der sterblichen Ueberreste Marschall Pilsudskis vom Schluß Belvedere nach der Kathedrale begann am Mittwoch gegen 20 Uhr. Der Sarg wurde von Generälen der Armee auf eine Lafette g e - h o b e n, die von sechs Pferden gezogen wurde. Der riesige Trauerzug setzte sich unter dem» Geläut sämtlicher Glocken in Bewegung. Die Spitze des Zuges, der sich durch ein Spalier von Truppenabteilungen und militärischen Organisationen langsam und feierlich vorwärts bewegte, bildete ein Bataillon Infanterie, eine Schwadron Kavallerie und eine Batterie Artillerie. Dann folgten die Träger der Ordenskissen mit den zahlreichen Auszeichnungen des toten Marschalls. Die Lafette mit dem Sarg wurde von Vertretern der Geistlichkeit umgeben. Im Trauergefolge schritt als erster Staatspräsident Mo'szicki mit der Witwe des Verewigten und den nächsten Familienangehörigen, der Generalinspekteur der Armee, der' Ministerpräsident, sämtliche früheren Ministerpräsidenten, das Diplomatische Korps und unzählige Abordnungen der Armee und der Legionäre mit ihren Fahnen. Man schätzt die Zahl der Teilnehmer an der Ueberführung und die der Zuschauer auf über 200 OOO Personen. Als die Spitze des langen Trauerzuges die Kathedrale erreichte, waren die Arbeiterdelegationen, die den Schluß des Zuges sind, in die Hände Jugendlicher zu gelangen. Die Verbreitung der in die erste Liste aufgenommenen Schriften ist schlechthin untersagt, während die Schriften der zweiten Liste lediglich an Jugendliche nicht verkauft werden dürfen, nicht in Schaufenstern ausgelegt werden dürfen usw. Durch diese Neuregelung werden die Entscheidungen über Verbote von Schriften stark vereinheitlicht; widerspre- Reichsregierung das Gesetz über die Bewahrung der Jugend vor Schund- und Schmutzschriften aufgehoben hat, hat der Präsident der Reichsschrifttumskammer, wie in dem Aufhebungsgesetz bereits angekündigt wurde, eine grundsätzliche Neuregelung des Buchverbotswesens durchgeführt. Danach werden in der Reichsschrifttumskammer zwei Li st en von unerwünschten Schriften geführt, und zwar eine Liste von Büchern . und Schriften, die das nationalsozialistische Kulturwollen allgemein gefährden, und eine weitere Liste von Büchern und Schriften, die ungeeignet Scherl-Bil dma temdienst Marschall Pilsudskis Aufbahrung im Großen Saal des Belvedere-Schlosses in Warschau. chende Entscheidungen, wie sie durch verschiedene Verwaltungspraxis und durch die einzelnen Polizeibehörden bisher noch möglich waren, werden Zukunft praktisch fast unmöglich gemacht." bildeten, auf dem Dreikreuzplatz. Dort hatten die Arbeiter im November 1918 dem nach Warschau zurückgekehrten Kommandanten Pilsudski die Pferde ausgespannt und seinen Wagen ins Belvedere gezogen. Dumpfer Trommelwirbel ertönte, als der Sarg vor der Kathedrale Halt machte, Trompeter bliesen das Wecken, als die Generäle den Sarg von der Lafette in die Kathedrale trugen. Trauermusik mischte sich mit Gesang der Geistlichen, während der Sarg im Mittelschiff mit dem Kopf zum Hochaltar auf den Katafalk gesenkt wurde. Während die engsten Hinterbliebenen, der Staatspräsident, die Regierung und die Mitkämpfer zu einer kurzen Trauerfeier versammelt blieben, stauten sich die Massen bereits in den engen Gassen um die Kathedrale, um sich nach Abschluß der Trauerfeier gegen Mitternacht in einem endlosen Zuge zum letzten Dank zu ihrem toten Marschall zu ordnen. An dem Pontifikalrequiem am Freitag v o r m i t t a g werden die Vertreter der ausländischen Staatsoberhäupter und Regierungen sowie der ausländischen Heere teilnehmen. Bei dem großen Vorbeimarsch, der nach dem Gottesdienst auf dem Mokotow-Feld stattfinden wird, wird der Sarg an der Stelle stehen, von der Pilsudski die Paraden der Warschauer Garnisonen abzunehmen pflegte. Den Schluß der Trauerparade bildet ein Ehrensalut von 101 Schuß. Anschließend betreffe den Ausbau des Straßenrettungsdienstes. Noch einmal auf das Verhältnis des Roten Kreuzes zur NS.-Frauenfchaft eingehend, betonte der Redner, daß sich dieses zu einem Guten und Vertrauensvollen entwickelt habe. Es müsse so wie die NS.° Schwesternschaft auch eine festgeschlossene Rot-Kreuz- Schwesternschaft geschaffen werden, die beide in friedlicher Eintracht Zusammenarbeiten. Konfessionelle Streitigkeiten hätten im Roten Kreuz keinen Platz. Oberstleutnant Draudt, der Vertreter des Deut- Noten Kreuzes bei der letzten internationalen Rot-Kreuz-Konferenz in Tokio, gab einen interessanten Ueberblick auf die internationale Arbeit des Roten Kreuzes. Kriegsgefangenentagung im Saarland. Die vom 24. bis 27. Mai in St. Ingbert (Saar) stattfindende 17. Bundestagung der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener (REK.) verspricht zu einer eindrucksvollen Kundgebung jener Frontsoldaten zu werden, die das harte und bittere Schicksal der Gefangenschaft durchmachen mußten. Eine A u s st e l l u n a „Deutsches Volkstum in Fesseln" wird in Dokumenten, Bildern und Handarbeiten Zeugnis von dem Kampf ohne Waffen der Deutschen hinter Stacheldraht ablegen. Eine Heimkehr-Gedenkfeier wird in Anwesenheit des Reichskommissars Pauleiter B ü r k - k e l die starke innere Verbundenheit der heimgekehrten Kriegsgefangenen mit den nun endlich auch ins Mutterland heimgekehrten saarländischen Volksgenossen bekunden. Eine Morgenfeier im Walde bei St. Ingbert am Sonntag ist dem Gedenken an die toten Kameraden gewidmet. Bei einem Aufmarsch der NS.-Verbände und Tausender von ehemaligen Kriegsgefangenen zu einer großen Kundgebung spricht der REK.-Bundesführer Freiherr von Lersner. Fahrten zu den Kriegerfriedhöfen im ehemaligen Frontgebiet bei Verdun und Ausflüge in das schöne Saarland bilden den Ausklang. Die Insel Jlatnebg Eigentum des preußischen Staates. Die Insel Namedy, 1919 bis 1931 der Schauplatz des in ganz Deutschland Aufsehen und Abscheu erregenden Treibens der sogenannten „Roten Kinderrepublik", ist vom Regierungspräsidenten in Koblenz zugunsten des preußischen Staates auf Grund des Gesetzes über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens eingezogen und einschließlich des auf der Insel aufsteigenden Kohlensäuresprudels Eigentum des preußischen Staates geworden. Die Insel wird an die Stadt Andernach verpachtet. Durch den weithin bekannten Sprudel wird die nunmehr dem Wohl der Allgemeinheit zugeführte Insel ein besonderer Anziehungspunkt des Mittelrheingebiets werden. Die deutschen Volksbüchereien. Der soeben erschienene Band 471 der Statistik des Deutschen Reiches ist ein erstmaliger Versuch, das öffentliche Volksbüchereiwesen über das gesamte Reichsgebiet herüber statistisch zu erfassen. Die Statistik stellt fest, daß öffentliche Volksbüchereien in etwa 15 400 Orten für eine Gesamtzahl von rund 45,6 Millionen Einwohnern oder für 69,1 v. H. der Gesamtbevölkerung des Deutschen Reichs einschließlich des Saarlandes zur Verfügung stehen. Die Volksbüchereien verfügen über insgesamt rund 10,5 Millionen Bände. Auf 100 1 Einwohner der Büchereiorte entfallen 23 Bände. Es sind insgesamt rund 21,7 Millionen Bände ausgeliehen worden Auf einen Band sind etwas über zwei Ausleihungen im Jahre erfolgt. Die Büchereien sind von rund 1,4 Millionen aktiven Lesern in Anspruch genommen worden. Auf 100 Einwoh- : ner der Büchereiorte kommen also etwas über drei : aktive Leser; auf einen Leser entfallen im Jahre 1 durchschnittlich 16 Entleihungen Neureglung des Duchverbolswesens. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Pro- ' paganda gibt folgendes bekannt: „Nachdem die I wird der Sarg in den Sonderzug gehoben. Nach der Ankunft in Krakau wird der Sarg im Wawel- Schloß bis zur Beisetzung öffentlich aufgebahrt. Die Beisetzung selbst erfolgt in der Gruft, in der die Sarkophage König Johann III., Sobieskis, des Freiheitskämpfers K o f c i u s z k o und des Fürsten Joseph Ponjatowski sich befinden. In Krakau wird der Sarg am Samstag gegen 7 Uhr früh eintreffen. Neben den Familienmitgliedern werden sich der Staatspräsident, die Regie- rung, die Vertreter der ausländischen Staatsober» Häupter, das diplomatische Korps, die Marschälle des Sejm und des Senats und die Generale auf dem Bahnsteig versammeln. Vom Bahnhof bis zum Schloß auf dem Wawel werden Truppen Spalier bilden. Vom Fußwege des Wawelberges ab wird der Sara von Generalen auf den Schultern i n d i e Katheorale getragen werden, in der dann ein Trauergottesdienst stattfindet. Um 19 Uhr erfolgt bann die B e i s e tz u n g in der Gruft der Kathedrale. Beim Hinabtragen des Sarges in die Gruft werden 101 Salutschüsse abgegeben werden. Gleichzeitig läuten die Kirchenglocken in ganz Polen. Auch die größte Glocke Polens, die Sigmundglocke des Wawel, die aus den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts stammt und nur bei besonderen staatlichen Feierstunden erklingt, wird in das Trauergeläute einstimmen. Gedächtnisstunde im deutschen Rundfunk. Der deutsche Rundfunk veranstaltet am Don» nerstag, den 16. Mai, von 22.15 bis 22.45 Uhr, eine Feierstunde zum Gedächtnis des Marschalls Pilsudski. Das Orchester des Deutschlandsenders spielt 1. die Coriolan-Ouvertüre von Beethoven, 2. Hörfolge „Pilsudski" von Schwarz van Berk, 3. Trauermarsch von Chopin. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Von Spitzbergen erstreckt sich eine Kette von Tiefdruckwirbeln bis zum Mittelmeer, die besonders kräftig im Ostseegebiet und über Italien tätig sind. Wir liegen dabei immer noch im Bereiche kalter, aus polaren Gebieten strömender Luftmassen, doch bedingt eine obere feuchte Strömung jetzt auch Niederschlagstätigkeit, die vorwiegend in dem nördlichen Teil Deutschlands stärkere Ausmaße angenommen hat. In Oberitalien traten Niederschläge auf, die die Witterungsveränderung bei uns auch weiterhin sehr unbeständig und wechselhaft, sowie für die Jahreszeit zu kalt gestalten. Aussichten für Freitag: Veränderlich, teilweise Aufheiterung, aber wiederholte schauerartige Niederschläge. Temperaturen sehr verändere lich, westliche und nördliche Winde. Aussichten für Samstag: Fortdauer der sehr unbeständigen Witterung. Lufttemperaturen am 15. Mai: mittags 11,7 Grad Celsius, abends 4,9 Grad; am 16. Mai: morgens 6,4 Grad. Maximum 12,8 Grad, Minimum 4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. Mai: abends 12,2 Grad; am 16. Mai: morgens 9,7 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2,2 Stunden. — Niederschläge 2,9 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Vlumschein. Anzeigenleiter: Hans Se4, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlagj Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Welche Eigenschaften muft ein neuzeitlicher Gasherd besitzen? Nachlasse »onzbls 20 v. s. erhalten Sie bei wiederholten Aufnahmen einer Ameise Vermeiden Sie den „Waschtag“ Mangelwäsche Pfd.25A Naßwäsche... Pfd.18^ (Trockengewicht) , Großwäscherei Edelweiß Gießen gl, Ruf 3487 lohHlangeii irbsenreser teeopiäbe Happel $ Co. ffltthlstraße 18 Telefon 3925. 2765d Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gleiten (Gie&ener Hochscbulgesellschaft) Tierärztlich untersuchte i^WAzerkelir Unoferfrtimeine der berühmten schweren westföl tonne hannov. Rassen habe laufend jeden Posten abzugeben. Offeriere heute freibleibend 6-8wöch. 14 bis 16 Mk., 8-10wöch. 16-18 Mk., 10 brs 12woch. 18-21 Mk., 12-15wöch 21-25 Mk. vro Stück ab hier. Nachnahme. Garantie für prima Tiere, beste Fresser sow. gesunde Ankunft noch 10Tage nach Empfang. Tiere und glatthaarig kurzrüsselig, breit- bucklig, langgeltreckt, teils weiß u gescheckt, eignen sich bestens zur Zucht und Mast. (Allgem. sind männlich, aber geschn.) Bei Nichtgefallen nehme zurück, daher kein Risiko. Tausende Dankschreiben u. Nachbestell, beweisen reelle Lieferungen. Käsige für Ferkel bis 4 Stück 1 RM., bis 8 Stück 2 RM., für größere Tiere etwas mehr. Josef Fortkord, Schloß Holte in Westfalen in. 8M7v Samstag, 18. Mai 1935, 5.30 Uhr nachm. pünktl., großer Hörsaal der Universität Festsitzung 1. Orchestervortrag des Collegium mu- sicum der Universität unter Leitung des Musikdir. Prof. Dr. Temesvary J. S. Bach, Polonaise 2. Vortrag von Prof. Dr. Reinwein. Gießen: Neue Fortschritte in der Behandlung von inneren Krankheiten. 3. Orchestervortr. - J. S. Bach, Menuett und Badinerie. Eintritt frei! 2944 d Gäste willkommen! 1. Moderne Form 2. Geringer Gasverbrauch 3. Besonders schwer gehaltene bombierte Türen, die ein zuverlässiges Abdichten der Bratröhre gewährleisten 4. Stoß teste Emaillierung 5. Gegen Erhitzung isolierte Türgriffe 6. Leichte Reinigungsmöglichkeit der Bratofenwände, da emailliert und herausnehmbar 7. Leicht verstellbare Düsen, daher unabhängig vom Gasdruck 8. Gleichmäßige Backhitze, daher kein dauerndes Drehen des Backwerkes 9, Unbegrenzte Lebensdauer, da Rostschutz aller abgasberührend. Innenteile 10. Kinderleicht zu reinigende Doppelsparbrenner 11. Kein Rauschen und Zischen d. Brennerflamme 12. Rückschlagsichere Brenner. Die Marke , y JUNO“ >ürgt Ihnen I für die restlose Erfüllung dieser 12 Punkte. Emil Pistor Nacht Gießen, Marktstraße 10. Bekanntmachung. Der gemäß § 13 Ab,. 2 der Beiordnung über Fmanzstatlstlk vom 28. Februar 1931 (RGBl. IS. 32) zu veröffentlichende Halbjahres-Ausweis über die Einnahmen und Ausgaben der Stadt Gießen für das II. Halbjahr 1934 (Oktober 1934 bis März 1935) wird in der Zeit vom 15. bis 28. Mai 1935 an den für amtliche Bekanntmachungen bestimmten An» schlagtafeln zur allgemeinen Kenntnis gebracht. Gießern, den 15. Mai 1935. 2948C Bürgermeisterei Gießen. 2-D.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Großer Möbelverkauf? Freitag, den 17. Mai, ab 10 Uhr, verkaufe ich Neuenweg 28: 1 Bücherschrank, 1 Schreibtisch (Diplomat), 1 Büfett, Vertikos, Sofas,Metallbettenm. Keil,Kinderbetten, Zimmer- u. Küchentische, Wirtstische, Kleider- und Wäscheschränke,Eisschränke,Gartenbänke und -Stühle, 1 Herd, 1 Ofen, Spiegel, Kommoden, Regulat., 1 Schraubstock, Korbflaschen v. 20-50 Liter, Einmachgläser, 2 gr. Schränke (geeig. für Schlosser),Haarschneidmaschinen, 1 Handwagen u. v. a. 29S7a Ludwig Hartmetz, Neuenweg 28 IIIIIII1IIIIIIIII1IIIIII1IIIIIIIIIUIIIIIIIIHIHII1IIIIIIII! ff Fischfilets von Seelachs, Kabeljau, Barsch, Schellfisch Kochfische all. Art / Maifische Rotzungen Schollen Limandes Fischhaus,Cuxhaven1 Marktstr. 23 2945A Tel. 2417 BeigeüünponBauaröeiten. Für den Neubau von 9 Wohnungen am Aulweg sollen vergeben werden die Glaserarbeiten, die Schreinerarbeiten, die Tüncher- und Anstreicherarbeiten, die Schlosser- und Anschlagcarbeiten und die elektrischen Installationen. Angebote, nnr von Mitgliedern unserer Genossenschaft, sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Donnerstag, den 23. Mai d. I., nachmitt. 5 Uhr, bei dem Architekten B.D.A. Hamann, Bergstraße 11, einzureichen. Angebotsformulare und Näheres dortselbst. 296iD Bougenoflenfdiaft 1894, e.Gm.b.9. _ _ Sieben. Schneider. Hahn. Lichtspielhaus - Gießen Ab heute Donnerstag bis Sonntag: AnnyOndra POLENBLUT Vorher: Gutes Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche Spielzeiten täglich: 4, 6.8.30, Sonntag: 3, 5.30,8.30 mit Hans Moser Ivan Petrovich Margarete Kupfer Hilde Hildebrand Rudolf Carl Regie: C. LAMAC Ein köstlicher Film mit bezaubernder Musik nach der weltbekannten erfolgreichen Operette. 2951 a lNetÜe Öeiacn j 6 ast platz üce T kekolungden J öMuen des / Almes A Nr.siZ Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag, lb. Mai syZS Aufruf! Aus Oer Provinzialhauptstadt. Radfahren — gesund oder schädlich? Das Fahrrad hat sich von Anfang an gegen Unverstand. Neid und Mißgunst durchkämpfen müssen. Es steht aber heute unbestritten fest, daß das Fahrrad für die körperliche Ertüchtigung des Volkes ein wirksames Hilfsmittel geworden ist. Es gab indessen eine Zeit, wo das Radfahren allen nur denkbaren Angriffen ausgesetzt war, und den Hauptstoß glaubte man versetzen zu können, indem man auf „gesundheitsschädliche Wirkungen des Radfahrens" hinwies. Das waren in allen Fällen für das Leben verbrauchte Miesmacher, die alles bekämpfen müssen, was sie nicht verstehen. Der Kampf ist ausgegangen mit einem Siegeszug des Fahrrades ohnegleichen. Wertvolle Mitstreiter erhielt das Radfahren in den maßgebenden Vertretern der medizinischen Wissen- scbast, unter denen sich Namen von unvergänglichem Weltruhm befinden. An ihren klaren und treffenden Ausführungen über den gesundheitlichen Wert des Radfahres mußten alle Unkenrufe abprallen. Und alles, was sie geschrieben und gesprochen haben, ist bestätigt worden durch jene Pioniere des deutschen Radsports, die heute alt geworden sind, aber bis ins hohe Alter hinein dem Fahrrad die Treue hielten, weil sie erkannten, welchen Wert die Ausübung des Radfahrens für ihr körperliches Befinden, für die Elastizität von Körper und Geist hat. Als Illustration hierfür mögen die feit Jahren ausgeführten sog. „Alte-Herren-Fahrten" erwähnt werden, die fünfzig- bis achtzigjährige Teilnehmer zeigten. Durch zwölftägige Wanderfahrten über 700 bis 800 Kilometer gab die stattliche Schar in allen Gegenden Deutschlands ein Beispiel, das mehr sagte, als alle Worte und allen die Augen öffnete über den gesundheitlichen Werte des Radfahrens. Man soll nicht etwa annehmen, daß jene Herren nur deshalb aufs Rad steigen, weil es ein billiges Verkehrsmittel ist und eine billige Reise ermöglicht. Nein, damit rechnen sie nicht. Es sind darunter Volksgenossen aller Stände, auch viele, die daheim ihr Auto haben. Das Farrad hat sich durchgesetzt. Von der Schuljugend an durch alle Lebensalter, sowohl vom männlichen, als auch vom weiblichen Geschlecht wird es in Anspruch genommen. In welchem Maße die Jugend, ganz abgesehen vom täglichen Verkehr zwischen Haus, Schule und Arbeitsstätte, sich das Fahrrad nutzbar macht für größere Wanderfahrten durch die schöne deutsche Landschaft, möge durch Beispiele näher erläutert werden. Deutschland hat 2300 Jugendherbergen. Angestellte Erhebungen in den besuchtesten Herbergen, wie Eisenach, Weimar, Heidelberg, Koblenz usw., ergaben, daß ein hoher Prozentsatz aller jugendlichen Besucher Radwanderer waren. Wettergebräunt, abgehärtet, mit gestähltem Körper kehrten sie heim. Und was sie von solchen Fahrten an ideellen Geisteswerten heimbrachten, an Lebenserfahrung, Lebenserinnerungen und Kenntnissen, das steht auf einer besonderen Seite geschrieben und wird unsere Jugend durch alle Lebensalter begleiten, wie es bei jenen alten Pionieren des Radsports der Fall ist. Die Aufzählung einer einzigen Tatsache genügt eigentlich, um die Bedeutung des Fahrrades für den Wandersport zu kennzeichnen: daß auf dem neuen Ostpreußenschiff „Tannenberg" eigens ein großer Unterstellraum für die Fahrräder der Jugendwanderer eingerichtet wird. Das ist ein Zugeständnis an die Masse derer, die alljährlich ein schönes Stück ihres deutschen Vaterlandes kennenlernen wollen, obwohl sie in den meisten Fällen nicht die Mittel haben, zu ihren Reisen die Eisenbahn zu benutzen. Das Fahrrad wird ihnen zum Ersatz. Gewiß, es bietet nicht die gleichen Möglichkeiten wie die Eisenbahn: aber auf einem anderen Gebiete kann es erfolgreich mit ihr konkurrieren: Der Radwanderer ist in der Lage, auf seiner Reise unterwegs jeden Punkt aufzusuchen, der ihm irgendwie besuchenswert erscheint. Alljährlich in den großen Ferien sind die deutschen Landstraßen von Radwanderern bevölkert. Meist sind es Jugendliche, Schüler, die sich aus Gründen der Unterhaltung und der Sicherheit vielfach zu größeren Gruppen zusammenschließen, um Deutsche Volksgenossen! Die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt sieht wiederum vor neuen großen Aufgaben. Sie wird auch während des Sommerhalbjahres in wirklich umfassender Weise dort helfen, wo es notwendig ist. Die bis ins kleinste durchgeführle NSV.Orga- nifation ist tatsächlich in der Lage, jede notleidende Familie zu erfassen und sie nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Mittel zu betreuen. Zur Erleichterung der großen und vielseitigen Arbeit der ehrenamtlich tätigen Zellen- und Vlockwalter werden in den nächsten Tagen gemeinsam die Wunder erleben zu können, die die deutsche Natur ihnen beschert. Und man muß die Jungens, wenn sie von der Fahrt zurllckkommen. nur erzählen hören, um zu erkennen, daß das Radwandern gerade bei der Jugend die beliebteste Art des Wanderns ist, weil es Schnelligkeit mit dem Vorzug der Billigkeit verbindet. Allerdings: Ein Nachteil haftet dem Radwandern an und mag manche Mutter veranlassen, ihrem Jungen schweren Herzens die Teilnahme an einer solchen Wanderung zu verbieten. Schweren Herzens, denn sie weiß, daß ihrem Jungen ein Stück Leben verlorengeht. Dieser Nachteil — jeder kennt ihn: daß der Radwanderer die Straße mit dem Kraftfahrzeug teilen muß. Es sind nur wenige Landstraßen in' Deutschland, die dem Radfahrer einen für ihn und nur für ihn bestimmten Teil der Straße reservieren. Auf den meisten Straßen muß er seine Aufmerksamkeit zwischen Landschaft und Verkehr teilen, hat infolgedessen nur die halbe Freude. Wer aber sein Vaterland ganz kennenlernen will, muß ungeteilt erleben können. Darum die Forderung: Schafft Radfahrwege an den deutschen Landstraßen, damit unsere Jugend ungefährdet das schöne Deutschland genießen kann. Denise Kreiswallung Gießen. Am Freitag, 17. Mai, abends 8.30 Uhr, findet ein O r t s g r u p p e n a b e n d der Hausgehilfinnen sämtlicher GießenerOrtsgrup- p e n im „Cafe Ebel", Burggraben, statt. Es spricht Pg. Hahn von der Kreiswaltung der DAF. kreiswaltung Fachgruppe Hausgehilfen. - 4 «Kietzen. velr. Spiele in den hessischen Schulen für das Schuljahr 1935. Laut Verfügung der Landesregierung, Abt. 2, sind für das Schuljahr 1935 Spiele ausgeschrieben, an denen jede Schule teilnehmen muß. Die Knaben spielen Fußschlagball, die Mädchen Grenzball. Es ist folgende Einteilung getroffen (die oberen Klassen der höheren Schulen sind hier nicht einbegriffen): Gruppe III: Klassen Quarta bis Untertertia der höheren Schulen und 7. und 8. Schuljahr der vier- und mehrklassigen Volksschulen: Knaben: Fußschlagballspiel um den Kreiswimpel der Landesregierung. Mädchen: Grenzballspiel um den Kreiswimpel der Landesregierung. Gruppe IV: 6. bis 8. Schuljahr der ein- bis dreiklasfigen Volksschulen: Knaben: Fußschlagball um den Kreiswimpel der Landesregierung. Mädchen: Grenzball um den Kreiswimpel der Landesregierung. Die Organifations- und Spielregelheftchen sind den Schulen in der Zwischenzeit zugegangen. Der Kreis ist zur besseren Durchführung der Spiele wie folgt in fünf Kreisgebiete untergeteilt I worden: in allen Häusern der Stabt und der Vororte kleine rote Haustafeln angebracht, aus die alle Hausbesitzer bzw. Mieter hinsichttich ihrer Zugehörigkeit zur NSV. vermerkt werden. Die Gauamtsteitung erwartet, daß alle Hausbesitzer und Verwalter in der Erkenntnis der Notwendigkeit dieses organisatorischen Hilfsmittels für die NSV.-Arbeit die Anbringung der Haustafeln an geeigneter und gut sichtbarer Stelle des haus- flures fördern. heil Hitler! NSDAP., Amt für Volkswohlfahrt, Gau Hessen-Nassau. 1. Gebiet Gießen (Leiter: Studienassessor Fon- t i u s , Gießen, Oberrealschule). 2. Gebiet Londorf (Leiter: Lehrer Heil, Allen- dorf a. d. Lda.). 3. Gebiet Grünberg (Leiter: Lehrer Weisel, Grünberg). 4. Gebiet Lich (Leiter: Lehrer Schön, Lich). 5. Gebiet Hungen (Leiter: Lehrer Sornrner- l a d , Rodheim bei Hungen). Zu jedem Gebiet gehören mehrere Schulen. Die obengenannten Leiter benachrichtigen die Schulen ihres Gebietes und geben auch Auskunft über Spielaufbau und Spielregeln. Beide Spiele werden anläßlich der Kreiskonferenz am 5. Juni 1935 vor- geführt. Vorläufig muß geübt werden, damit die Schüler die Spiele beherrschen, lieber die Durchführung der Wettspielrunden, die Mitte Juni beginnen, ergeht noch näherer Bescheid. Der Arbeitseinsatz der Heimarbeiter. Die zweite Durchführungsverordnung des Gesetzes über die Heimarbeit ist am 1. Mai 1935 in Kraft getreten. Im Vollzug dieser Verordnung haben die Arbeitsämter u. a. die zwingend vorgeschriebenen Entgeltbelege der Heimarbeiter und Hausgewerbetreibenden mit einem amtlichen Sichtvermerk zu versehen und auf Grund dieser Entgeltbelege eine Kartei der Heimarbeiter und Hausgewerbetreibenden anzulegen und fortlaufend zu führen. Das Gesetz über die Heimarbeit regelt zwar in erster Linie den Entgeltschutz für die Heimarbeiter und Hausgewerbetreibenden: die Vorschriften über die Liftenführung und die Erteilung des Sichtvermerks für die Entgeltbelege geben jedoch zugleich weitgehenden Aufschluß über Umfang, Bedeutung und Erscheinungsformen der Heimarbeit, sowie einen umfassenden Ueberblicf über die wirtschaftliche und soziale Lage der Heimarbeiter und Hausgewerbetreibenden. Damit sind aber auch die Voraussetzungen erfüllt, um den bisher wenig übersichtlichen und unausgeglichenen Arbeitseinsatz der Heimarbeiter künftig planmäßiger als bisher zu gestalten. Die Umstellung auf das neue Recht soll bis spätestens zum 1. Juli 1935 abgeschlossen sein. Der Präsident der Reichsanftalt hat demgemäß die Arbeitsämter mit den erforderlichen Weisungen versehen. Für die Auftraggeber von Heimarbeitern empfiehlt es sich, sich unverzüglich genaue Kenntnis des neuen Rechts zu verschaffen und aus diesem Grunde mit den Arbeitsämtern in Verbindung zu treten. Mitgliedsdeitrag der Reichskuttur- und Zieichsmusikkammer-Miiglieder. Auf Anordnung des Schatzamtes der DAF. werden den Mitgliedern obiger Kammern, die für die Zeit der Doppelmitgliedschaft an die DAF. gezahlten Beiträge zurückvergütet. Hiermit werden alle diese Mitglieder aufgefröert, sich bis zum 1. Juni 1935 unter Vorlage beider Mitgliedskarten (DAF. und Kammer) an die zuständige Dienststelle der DAF. zu wenden und entsprechende Gesuche um Rückzahlung des DAF.-Beitrages zu stellen. Nach dem 1. Juni 1935 erfolgt keine Rückzahlung mehr. Muster-Lehrverträge im Verwaltungs- und Vürodienst sowie für Anwattsbüros. Das Amt für Berufserziehung der DAF., Sitz beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag, hat jetzt für die Ausbildung sowohl von Verwaltungs- und Bürolehrlingen, als auch von Rechtsanwalts- und Notariatslehrlingen für das rhein- mainifche Wirtschaftsgebiet je einen Muster-Lehrvertrag in Kraft gefetzt, der die Lehrverhältnisie von Grund auf neu regelt und der zuständigen Industrie- und Handelskammer 314m Einträgen in dis Lehrlingsrolle vorzulegen ist. Für die Ausbildung find die vom Amt für Berufserziehung der DAF., Gau Hessen-Nassau, feftgelegten Richtlinien maßgebend und gelten als Teil des Vertrags. Der Lehrling darf nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, die nicht seiner beruflichen Ausbildung dienen. Ein vom Lehrling zu führendes Lehrlingsbuch muß jedes Vierteljahr durchgesehen und gegengezeichnet werden. Zur ständigen Ueberprüfung ist vom Lehrherrn ein Aus- bilbungsbogen zu führen, aus dem hervorgeht, welche Zeit der Lehrling in den einzelnen Tätigkeitsgebieten verbracht hat und welche Ausbildung ihm zuteil geworden ist. Darüber hinaus soll der Lehrherr darauf achten, daß der Lehrling alle Bildungsmöglichkeiten benutzt, insbesondere an der Uebungs- wirtfchaft und den übrigen Bildungseinrichtungen der Reichsberufshauptgruppen der Deutschen Arbeitsfront teilnimmt. Ebenso ist der Lehrling anzuhalten, an den alljährlichen Berufswettkämpfen teilzunehmen. Nach Beendigung der Lehrzeit ist der Lehrling dem beim Amt für Berufserziehung der DAF., Gau Hessen-Nassau, errichteten „Ausschuß für die Gehilfen- Pflichtprüfung" zur Prüfung anzumelden. Weitere Paragraphen betreffen die Pflichten des Lehrlings, Arbeitszeit und Urlaub, die Lehrlingsvergütung, Sozialversicherung, Pflichten und Haftung des gesetzlichen Vertreters des Lehrlings, feine Weiterbeschäftigung als Gehilfe u. a. m. und finden ebenfalls eine beiderseits befriedigende Neuregelung. 10 Zahre Stahlhelm in Gießen. Der Gaukulturwart des NSDFB. (Stahlhelm) teilt uns im Auftrage der Ortsgruppe Gießen des NSDFB. (Stahlhelm) folgendes mit: Am Samstag, 18. Mai, feiert die Ortsgruppe Gießen des NSDFB. (Stahlhelm), der durch Staatsakt des verewigten Reichspräsidenten von Hindenburg und des Reichskanzlers Adolf Hitler Rechtsnachfolger des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, geworden ist, ihr lOjähriges Bestehen. Vorgesehen ist 19.30 Uhr Gottesdienst in der Kapelle des Schiffenbergs, 20 Uhr Weihen der Ortsgruppen- fahnen von Daubringen, Lich, Nieder-Gemünden, Watzenborn-Steinberg. Entfernen der Trauerflore von den alten Fahnen. 20.30 Uhr Begrüßung der Gäste und Kameraden durch den Ortsgruppenführer, Ansprache des Landesführers Hessen, Ansprache des Ortsgruppenführers. Anschließend kameradschaftliches Zusammensein in sämtlichen Räumen des Schiffenbergs. Das Stiftungsfest der „Adelphia" Im Anschluß an unseren Bericht über den Stiftungsfest-Kommers der studentischen Reformverbindung „Adelphia" im V. D. B. (vergleiche Gießener Anzeiger Nr. 110 vom Montag, 13. Mai) wird uns von der „Adelphia" folgendes geschrieben: Am Sonntagvormittag fand ein Gesamtkonvent statt, dem sich ein gemeinsames Mittagessen auf dem Hause anschloß. Nach alter Sitte fuhren die Aktiven und Alte Herren nachmittags auf den Gleiberg, um an der Geburtsstätte der Korporation der Gründer zu gedenken, von denen übrigens nur noch einer, der emeritierte Professor für Augenheilkunde an der Universität Hamburg Dr. Hermann Milbrand, am Leben ist. Frohe Tanzweifen hielten die Fest» teilnehrner bis um Mitternacht zusammen. Den Abschluß des Festes bildete am Montag ein gemütliches Zusammensein mit Tanz auf dem Hause, das mit den Aktiven noch die wenigen Alte Herren Zunge Katzen aus G am. Paul Eipper. Meine erste Siamkatze kam aus Tibet, aus einem buddhistischen Bergkloster. Sie hieß Lulo, und ich hatte einige Schwierigkeiten, in Deutschland den ebenbürtigen Gatten für sie zu finden: damals waren die Siamkatzen noch keineswegs „Mode" bei uns. Als ich dann doch einen fast schwarzen, herrlichen Siamkater fand, geschah das Unerwartete: Lulo lehnte ihn ab. Mit Spucken, Kratzen und unter Zerstörung sämtlicher Gardinen meines Arbeitszimmers. Ich bin viel zu sehr gegen jede Vermenschlichung der Tiere, um mir einzubilden, Lulo habe schon damals ihren rechten Gemahl vorausgeahnt: doch als sechs Monate später der seidenglänzende, riesengroße „Buddha" in ihr Gesichtsfeld trat, waren keinerlei Schwierigkeiten in der Gesühlseinstellung zu überwinden: Lulo ist Jahr um Jahr Mutter von entzückenden, rassereinen Siamkätzchen geworden. Wo soll ich anfangen — besser gesagt — wie kann ich jemals enden bei der Erzählung von der Freude und dem Glück, das durch diese anmutigsten Tier- qeschöp e in meine Familie gekommen ist? Soll ich zuerst von jenem Wurf sprechen, der genau jeden Klingelton in der Wohnung unterscheiden konnte? Wenn das Telephon rasselte sausten sie — wie aus der Kanone geschossen — Brust an Brust in mein Arbeitszimmer, sprangen über den Armstuhl zur Schreibtischplatte hmauf und hockten sich erwartungsvoll neugierig im Kreis um den schwarzen Sprechapparat. Sie liefen stets zur richtigen Korridortüre, verwechselten niemals das Geläut der vorderen und der Hinteren und wenn unten vor dem Haus der 02110)mann klingelte, ratschten sie — muskelstarke Meister Netterer — um die Wette am Mullvorhang hinaus, langgestreckt und gewalttätig. Mögen Sie vom „Gesang" der Siamkmder etwas hören? Wollen Sie Bericht über das Gemeinschafts- fpiel der Kleinen mit einer weißen Zelluloidkugel? Bei solcher Betätigung zeigt sich ja schon die ganze Persönlichkeit einer Katze: Anmut, Schalkhaftigkeit, die Freude an der schönen Bewegung, aber auch die Klugheit, der raubtierhaste Drang, einen Feind durch Schläue zu überlisten, durch Kühnheit und jähes Zustoßen kampfunfähig zu machen, ihn zu bezwingen. Obwohl die Burschen kaum geradeaus gehen konnten und immer wieder das Gleichgewicht verloren. Aber sie hatten an ihrer Mutter eine trefsllche Lehrmeisterin, die sie zu körperlicher und geistiger Lebenstüchtigkeit dauernd schulte, in unauffälliger Spielerei Ich saß manche Stunde reglos in der dunklen Zimmerecke und sah dem Treiben zu. Eben trollte Lulo gelangweilt durchs Zimmer, tat, als beachte sie keineswegs, daß ihre Brut aufmerksam hinterdrein marschiert, vorsichtige und zugleich tolpatschige Tierzwerge. Als die Mutter mit einem Satz in den weich gepolsterten Wohnkorb springt, bilden sich die Kinder ein, nun käme die Stunde des behaglichen Trinkens, des genußvoll warmen Zusammenliegens. Weit gefehlt; Lulo beißt unvermittelt ihre Jungen, strampelt wild und mit kurzem, harten Anrucken der Hinterbeine, leckt dann plötzlich wieder die Kleinen, schnurrt, gurrt, brummt und wirft die erschreckt quietschenden Katzenkinder hoch. Immer ausgelassener und wilder wird die Mutterkatze. Rückwärtsfallend im Korb, stellt sie sich nun auf den Kopf, wippt mit den Beinen, verrenkt in Zuckungen den ganzen Körper, lacht scheinbar über sich selbst (sie sperrt nämlich ihren Rachen weit auf, ohne zu fauchen); aber schon beißt sie wieder das eine Kind ins Hinterteil, stößt das andere, schleudert das dritte seitlich weg: endlich begreifen die Jungen und gehen von verschiedenen Seiten zum Gegenangriff vor. Dies eben will die Tiermutter; ihr Spiel bezweckt die Ausbildung der Körperkräfte ihrer Kinder, das Wecken ihres Temperaments, ihres Muts, der Angriffslust! Jetzt beißen sie sich einheitlich an die Mutter heran, hüpfen über Lulos Rücken wie Frösche hinweg, verkrampfen sich ineinander, schnurren auch, brummen aber immer wieder kampferfüllt dazwischen, fauchen sogar mit gesträubten Bärten. Nur eines sitzt abseits, aufrecht in der äußersten Korbecke, als ob es Schiedsrichter spielen müsse, und prüft schrägen Kopfes den Kampf. Eben wird sein Bruder vom Schwesterchen hart ins Ohr gebissen, das dritte Katzenkind fällt vor Schrecken über den Angstruf seinerseits um, nimmt aber flink die Gelegenheit wahr, von unten her in den rosafarbenen Milchbauch des kleinen Katers zu zwicken. Alles wimmert, kämpft, wetzt und hastet durcheinander; nun kann sich auch der Schiedsrichter nicht mehr beherrschen, hebt das linke Vorderpfötchen — um den Kampf zu bremsen? Reinzuschlagen? Jedenfalls verlor das Kätzchen so sein Gleichgewicht, purzelte mitten unter die wilden Geschwister und landete am Kinn der aufmerksam zuschauenden Mutter. Lulo führte zur Begrüßung die Pfote streichelnd über das verdutzte Kind, und mit einemmal erlosch auch bei den anderen jede Lust am Kampf; sie drangen gemeinsam zu den Milchquellen vor. Als ich Lulo ein paar Tage 'mit aller Zurückhaltung gepflegt hatte, schrieb ich in mein Tagebuch: Muskulöses, hochbeiniges Raubtier. Das Haarkleid kurz, dicht und glänzend braun in allen Schattierungen. Fast unmöglich, den Reiz dieses Farbenakkords zu schildern: isabellzart am Bauch; sandfarben getönt über den Flanken; am Rücken wie das Deckblatt einer guten Zigarre, zur Sattheit gerösteter Kastanien sich steigernd gegen Beine und Schwanz. Aber tiefer braun noch, fast schwarz ist der Kops, ein Maskengesicht mit geheimnisvollen Zeichen über der Stirn. Rätselvoll wirkt dieser kleine, runde Kops, den spitze Schattenohren zieren. Er wächst scheinbar halslos aus der seidigen, malvenhellen Brust heraus. Ein rotes Zünglein spielt unter der schwarzen Nase; starr stehen die langen, weißen Borsten des Bartes zu beiden Seiten: die Düsternis des Ganzen aber blüht zum frohen Märchen auf durch zwei azurblaue Augen, — Sterne, die tief wie ein Abgrund und lichtglänzend wie der besonnte Aether sind. Ja, so erschien mir Lulo, und sie blieb trotz jahrelanger Gemeinschaft irgendwie rätselvoll fremd für uns Menschen. Dagegen strömte von Anbeginn alle Liebe der Zugehörigkeit zwischen ,(Hean)‘ und mir. Auch Cleary war ein Lulo-Sohn, flaumig weich und weiß bei seiner Geburt, mit einem drolligen Ringelschwänzchen. Die Färbung seines Fells wechselte allmählich von Weiß zu Heller Sandfarbe; Ohrenecken, Nase, Schwanzspitze glänzten schwarz: die Füßchen waren immer dunkelbraun beschuht. Dazu strahlten himmelblaue Augen! Doch alle Beschreibung zeigt nicht die Anmut, Zärtlichkeit, Liebe und Schönheit dieses Tiergeschöpfes, das im Charakter auch bann noch kindlich sanft und vertrauensvoll zu uns Menschen blieb, als der kraftstrotzende Siamese schon rührend besorgter Vater von vielen kleinen Kätzchen war. Dom Kuß im Mai. In den Sinngedichten Friedrich von Logaus wird vorn Mai gesagt: „Dieser Monat ist ein Kuß, den der Himmel gibt der Erde, daß sie jetzund feine Braut, künftig eine Mutter werde." Da auch sonst der Mai als Jahreszeit der Liebe gilt, so ist die Zusammenstellung von Aeußerungen über den Kuß, die ein dänischer Professor vorgenommen hat, nicht unzeitgemäß. Ein lateinisches Epigramm wird von ihm als Definition des Kusses herangezogen. Es lautet: „Was ist süßer als Met? Der Tau des Himmels. Und was ist süßer als Tau? Honig von Hybla. Was ist süßer als Honig? Nektar. Als Nektar? Ein Kuß." Auch das den Kuß zuweilen begleitende Geräusch ist schon von Dichtern gedeutet worden. So brachte Johannes Jürgensen einmal den Verglei: „Das Plätschern der Wellen gegen die Strandkiesel ist wie der Klang langer Küsse"; und in Sören Kierkegaards berühmtem „Tagebuch des Verführers" erzählt Johannes von den Brautpaaren, die sich so zahlreich bei seinem Onkel einfanden: „Ohne Unterbrechung hörte man die ganzen Abende einen Klang, als ob jemand mit einer Fliegenklappe umherginge: Das find die Küsse der Liebenden." Noch vor einem Viertel Jahrhundert galt „ein Kuß ohne Bart" als „ein Ei ohne Salz". So klagt in einer rumänischen Ballade ein junger Mann: „Ich bin noch zu jung zum Heiraten, mein Bart ist noch nicht gesproßt. Welche Frau würde mich denn küssen?" Und auf Jütland sagten die Mädchen: „Einen Burschen ohne ein Priemchen Tabak und ohne Bart küssen, das ist, als ob man eine Lehmwand küßt." lieber die Wirkung des Kusses gibt es sehr verschiedene Aeußerungen. Ein italienisches Sprichwort behauptet: „Ein Mund ist darum nicht schlechter, weil er geküßt worden ist", und ein französischer Dichter sagt: „Ach, zwei Küsse! Man tauscht sie aus wie zwei Kugeln, die das Ziel verfehlen, und der Ehre ist Genüge getan." In Norwegen heißt es in einem Lied: „Jans Johan- nefen, der tapfere Gote, gab dem Mädchen einen guten Kuß auf den Mund, er küßte sie einmal und dann wieder, aber jedesmal war sie in gleicher Weise froh." In Deutschland sagt man: „Einen Kuß kann man zwar abwischen, aber das Feuer im Herzen nicht löschen." Den Gedanken, den wir mit der Redensart bezeichnen „Einen gestohlenen Kuß zurückgeben", drücken die Spanier so aus: „Schilt deine Mutter dich, daß du dir einen Kuß hast geben lassen, so gib ihn zurück, liebes Mädchen; dann muß sie den Mund halten." Auch eine französische Anekdote berichtet von einem Studenten, der sich die Freiheit nahm, ein junges Mädchen zu küssen. Sie wurde jedoch sehr ärgerlich und nannte ihn einen unverschämten Lassen, woraus er mit unwiderleglicher Logik entgegnete: „Aber mein Fräulein, kränken Sie sich nicht! Wenn der Kuß Ihnen unangenehm ist, so geben Sie ihn mir zurück." Freundschaftlicher scheint das Uebereinfommen zwischen einem dänischen Brautpaar gewesen zu sein, das die Verlobung auflösen wollte. „Es ist am besten, wenn wir die ausgetauschten Briefe zurückgeben", sagte er gemessen. „Gut" erwiderte sie, „sollten wir aber nicht gleichzeitig auch alle unsere Küsse zurück- geben?" Das geschah, und so wurde das Verlöbnis neu geschlossen. Kredite (gmh.) V ner landw ist der 3lei setz über d u. a. ermä schen Scha' bis zur hc men. Der 1 wirtschaft tieermchti Aus diese, Schafe ge läuft sich Minister vom j)un sind in \t erlös zu I (Lämmer, werden m den Ankar zelfalle wir W von werden kan Zwecke bei sammenschl Form der träge. Sär ist an die verwertur Währung sührern Landesbc 7 > S)0 des Ohr erwähnt, die 70 Derle Umfasset fen. Das historisch heiterer Inhalt I seine A um diese markt st Rathaus Marktbri die enge: Fachwerk sches Bill 3um Him vier Gdtü kloster fir der Wehr $°mberqg !°lls noch ’ns herrli, B- derSeei nuf X ßi ^‘blt ® fei1*1 fe* sä« Mit ®efta Lhr b Dem sehr J. fine reg« ä Der Schri $rop(i in dem er. dieser Arber ihm besondef denen das z blättern aut Der Rech' rina, wies doh 9469,04 Mark hm- 1 ner wurde J)ßol vr Qu e n jg der N ^chivanen' liefere, ?chllhw 1n i e n e‘n'9e Zat Seweilt hQ U°n bis ?°rten y ^chlap» unser ?°lonien n? Ui°n geraubt h ?°ltnissej Mer P,. putsche "besteh, ^rechte lurdied ®le beut' Men, u Neu. ■ ?Menb ^Ucklich Tchl wür- ieteiligten noch 3. Führun! 4. verein der Vorsteher des 1. Finanzamtes, oder ein vom 2. Hauptversammlung des Hessischen psarrvereins. 23. Fortsetzung Nachdruck verboten! bestehenden Schätzung s- solchen Schätzungsausschuß 11.00 lMI-20 bei den Finanzämtern a u s s ch ü s s e. Einem gehören an: vereinte, die noch nicht zu ihrem Beruf zurückkehren mußten. Präsidenten des Landesfinanzamtes zu bestimmender Beamter des Finanzamts als Führer des Schätzungsausschusses, ein Beamter oder Angestellter des Landes- lichen Weife gedacht wurde. Die gleiche Zahl ist ausgetreten; mit achtzehn Neueintritten, meist jüngerer Mitglieder, beträgt der Bestand jetzt 428, barunter drei Ehrenmitglieder. Beklagt wird der Tod der Ehrenmitglieder D. Theodor Wahl- Essen und Pfarrer i. R. Theodor Weimar- Darmstadt. Ein neuer Vertrag mit der Gothaer Lebensversicherung ist in Kraft getreten, nachdem der Verband höherer Beamten nicht mehr besteht, dessen Mitglied der Pfarrverein war. Vorstandsmitglieder nahmen an fünf Tagungen des Reichsbundes der Pfarrvereine teil. Nach einer lebhaften Aussprache hielt Studienrat Dr. Volkert- Buchenau einen Vortrag über finanzamtes oder Finanzamts landwirtschaftlicher Vorbildung als Stellvertreter des Führers des Schätzungsausschusses für die technische Durchführung der Bodenschätzung, zwei Mitglieder, die über ausreichende Sachkunde auf dem Gebiet der Landwirtschaft Der« Das Stiftungsfest, das in althergebrachter diger Weife verlief, wird allen Beteiligten lange in angenehmster Erinnerung bleiben. gewissenhafte Durchführung von größter Bedeutung ist. Ihre Leitung liegt einheitlich in der Hand des Reichsministers der Finanzen, dem ein Schätzungsbeirat zur Seite steht. Diesem Reichsschätzungsbeirat gehören 12 Mitglieder an, die über ausreichende Sachkunde auf dem Gebiete der Landwirtschaft, oder der Bodenkunde verfügen. Nach den Weisungen des Reichsministers der Finanzen leiten die Präsidenten der Landesfinanzämter die Bodenschätzung in ihren Bezirken. Bei dem Landesfinanzamt befindet sich ein Landesschätzungsbeirat, dessen Mitglieder ebenfalls Sachkenntnis auf den Gebieten der Landwirtschaft oder der Bodenkunde besitzen. Die vom Reichsschätzungsbeirat und Landesschätzungsbeirat ausgearbeiteten Bewertungsergebnisse dienen als Richtlinien für die Arbeiten der Die ist imstande und legt mich heute noch in Ketten, ohne daß ich es merke!, dachte Fred. Er suchte ihr zu entkommen, sann vergebens nach einem Ausweg. Endlich sah er in einer Ecke des Tanzsaals einen Ritter in glänzender Rüstung. Nur der Helm mit den Schwanenflügeln fehlte, sonst hätte es Lohengrin sein können. Die Kleidung war für das Zur Fülle neigende Gesicht einfach unmöglich. Wenn das nicht Kurt Lechner war ... Natürlich, er war es, keinem anderen konnte das Glas Wein so gut munden, daß man es ihm auf so viele Schritte än- sah. Fred konnte schwer ein Lachen unterdrücken. Er führte Irene auf diesen Ritter zu, dicht vor ihm machte er sich von ihr frei und trat zurück. „Einer so leuchtenden Schönheit steht der strahlende Ritter besser an!" sagte er und mischte sich eilends unter die Tanzenden. Ein paar Masken flogen in feinen Arm; er tanzte mit jeder, sah sich unauffällig nach Liane um. Sie tanzte unaufhörlich; man rieb sich förmlich danach, mit ihr zu tanzen. Er blieb an ihrer Seite. Gerade, als sie wieder einmal den Partner wechseln wollte, erwischte er sie, preßte sie fest an sich und tanzte mit ihr davon. Liane war es, als ob ihr der Atem vergehe. Warum hatte er sie wieder gesucht? Wußte er nicht, wer sie war? Es war undenkbar. Sie sah scheu zu ihm auf; aber fein Blick lag so voll Güte, so voll Herzlichkeit auf ihr, daß sie beschämt die Augen senkte. Sie tanzten lange zusammen. Hatte Liane bis letzt überhaupt gewußt, was Tanz war? In seinen Armen war ihr, als ob eine Freude, eine Seligkeit ohnegleichen in ihr aufklang. Ach, wenn es doch nie mehr enden wollte, wenn man hätte tanzen können, bis man umsank und nichts mehr von sich wußte. Aber die kleine Herzdame wurde von anderen Tänzern begehrt; man suchte sie ihrem Partner zu entziehen. Fred wehrte lange jeden Versuch ab, wollte mit ihr ins Nebenzimmer entfliehen. An der Tür ereilte man sie — Liane wurde ihm entführt; sie verschwand in dem bunten Wirrwarr. Aber da schlängelte sich eine dunkeläugige Carmen an ihn heran; er wich jäh zurück. „Hallo, mein Freund — so ängstlich? Reizt dich die Carmen nicht?" klang eine verhaltene Stimme an sein Ohr. Er fühlte selbst, wie aus seinem Gesicht jede tfarbe wich. Aber schon hatten sich ihre Arme um ihn gelegt; sie zog ihn unter die Tanzenden. die jetzt warme Sonne lädt uns zur Rast auf der geschützten Anhöhe westlich von Fleisbach ein. Wir ruhen an dem Berghügel, sehen den leichten Wolken zu und lassen den Blick in das Tal, auf das friedliche Dörfchen und über die Berge schweifen. Doch wir müssen weiter nach Herborn. Unter ,,©ut kannst du tanzen, mein Freund!" klang ihr girrendes Lachen an sein Ohr. „So gut wie einst in lauer Sommernacht." „Was willst du von mir? Ich kenne dich nicht!" erwiderte er rauh. Sie legte den,Kopf an seine Schulter und sah zu ihm aus. „Muß ich dein Gedächtnis auffrischen? Nein, du entgehst mir nicht, eine Carmen hält fest, was sie einmal gewann." Und leise trällerte ihre Stimme: „Und wenn sie liebt, nimm dich in acht!" Cr ftie^ sie so jäh zurück, daß sie auf ein tanzendes Paar fiel. Andere kreischten vergnügt, nahmen sie in ihre Mitte, Noch einmal winkte ihm Carmen, dann war sie verschwunden. Fred suchte den Ausgang, immer wieder hielten ihn lachende Stimmen zurück, versperrten ihm neckende Arme den Durchgang. Er machte sich fast gewaltsam frei. Seine Augen sahen nichts mehr von dem farbenfreudigen Bilde; er sah nur den vielsagenden, strahlenden Blick, der ihn soeben gestreift, hörte nur das girrende Lachen. Am Ausgang des Saales erreichte sie ihn schon wieder. „Dein Stoß war nicht sanft, mein Lieber! Sei froh, daß eine Carmen nicht leicht zerbricht, du hättest dich wegen Körperverletzung zu verantwor- ten.' Sie hängte sich an feinen Arm. „Ich habe Durst! Gib mir ein Glas Sekt; nimm auch du eins, das^ verbessert die Stimmung." Sie zog ihn mit in das Nebenzimmer, wo eine Art Sektzelt errichtet war. Fred faßte sich langsam, kühle Ruhe kam über ihn. Er reichte ihr ein Glas Sekt, nahm sich selbst ein. „Auf alles, was wir lieben!" lachte ihre übermütige Stimme. In einem Zug trank sie das Glas leer, dann warf sie es hinter sich, daß es klirrend zerbrach. „Eine Glückliche hat daraus getrunken, keine anderen Lippen dürfen es mehr entweihen." Völlig ernüchtert, kalt beobachtend sah er sie an. Sie war schön, Grazie und Leben in all ihren Bewegungen, sprühendes Lachen auf ihren Lippen strahlender Glanz in den Augen, ihre Kleidung einfach und kostbar. Aber alle ihre Reize hatten'keine Macht über ihn. Er packte plötzlich ihre Hand und stieß zwischen den Zähnen hervor: „Komm mit!" Sie lachte auf und folgte ihm willig. „So gefällst du mir besser, mein Freund! Greif zu, wenn dir etwas gehört!" Sie gingen über die Diele. Das ganze Haus wimmelte voller Menschen, die Treppe war belebt; aud) in das obere Stockwerk hatten sich einige Gäste geflüchtet. Der kleine Rokokosalon ßianes währen*" D°m Iand aU3u Erhitzten Ruhe zu ge- Fred ging an das Zimmer vorüber Ganz kühl arbeiteten feine Gedanken. Er mußte mit dieser grau ein Wort unter vier Augen sprechen. In der Garderobe war kein Mensch, man konnte vortäu- fügen, erforderlichenfalls ein Beamter oder Angestellter der zuständigen Dermessungsbehörde. Die Entscheidungen des Schätzungsausschusses erfolgen nach dem Führergrundsatz. Der Führer des Ausschusses entscheidet verantwortlich nach oorher- schen, dort irgend etwas gesucht zu haben, wenn jemanb kam. ®r schloß die Tür fest hinter sich und nahm mit zitternden Fingern die Larve ab. Sie trat mit ein paar wiegenden Tanzschritten tiefer m das Zimmer. „Was willst du von mir?" Sie ließ sich auf einen Stuhl fallen und breitete Arme weit aus. „Ach, ist das Leben schön! Kusse mich, damit ich weiß, daß ich wirklich diese Stunde erlebe." „Was willst du hier, Kitty?" fragte er scharf, fast drohend. „Dich!" klang es zurück mit heiterem Lachen. „Sei ernst! Wie kommst du hierher?" „Eine Kleinigkeit für mich! Man hat seine Beziehungen. Lustig ist es bei dir! Ich bereue nicht, gekommen zu fein!" Er trat auf sie zu und ergriff sie hart bei dem Handgelenk. „Willst du den Scherz endlich beiseite lassen?" Sie drehte und wand sich unter seinen Fingern; es war ihr unmöglich, sich zu befreien. „Du bist immer noch der Bär, der du einst warst! Nichts hast du gelernt, trotzdem du ein so großer Mann geworden bist." „Du wirst das Haus sofort verlassen!" stieß er drohend hervor. „Wirst es nie wieder betreten!" „Ich denke gar nicht daran!" Er hob die freie Hand wie zum Schlag; sie duckte sich schnell. „Kitty, wenn du nicht willst, daß ich mich an dir vergreife, fo gehe! Du hast in meinem Leben nichts mehr zu suchen!" „So laß mich doch wenigstens los!" Er gab sie frei, feine Äugen drohten, sie wich vor ihm zuruck. „Willst du mich in deinem eigenen Haufe um» bringen? machte sie nochmals den schwachen Ber» such zu scherzen. „Wenn du versuchst, meinen Frieden zu stören — auch das!" Sie erblaßte. Blitzschnell suchte ihr Blick die Tur; sie drehte sich jäh um, ging rückwärts dem Ausgang zu. Als sie die Klinke in ihrer Hand fühlte, brach es aus ihr hervor: „Ich werde trotzdem wiederkommen, denn ich will dich! So viele Jahre habe ich auf diese Stunde gewartet, nun aber entgehst du mir nicht!" .Er machte eine Bewegung, als ob er sich auf sie fturaen ffloüte. Da schloß sich auch schon die Tür hinter ihr. — Was wußte Fred noch von den weiteren Vorgängen auf diesem Fest? Nichts hörte er mehr non dem ausgelassenen Lachen der Gäste, nichts sah er* von dem fröhlichen Bild. Als er sich nach a.1?ierer Seit widerwillig unter die Tanzenden mifcytc, war die Carmen verschwunden; unbemerkt, wie sie aufgetaucht, war sie davongegangen. Es herrschte unter den Gästen, die erst bei Morgengrauen das Haus verließen, nur eine Stimme des Lobes. Man hatte sich lange nicht Oie Bodenschätzung Von Regierungsrai Or. Bücking. Am gestrigen Mittwoch fand in Frankfurt am Main die ordentliche Hauptversammlung des Hessischen Pfarrverein s statt, die aus allen Teilen der früheren Landeskirche Hessen-Darmstadt gut besucht war. Nach dem Lied „Herz und Herz vereint zusammen" hielt Pfarrer Koch- Wolfskehlen die biblische Ansprache über 2. Kor. 4 und zeigte die Verantwortung des geistlichen Amts in dieser Zeitenwende. Nach dem Gebet begrüßte der Vorsitzende, Dekan Widmann (Schotten), die Versammlung mit dem deutschen Gruß und ernannte zu Schriftführern Pfarrer Trapp, Gießen und Pfarrer König, Großen-Eichen. Der Jahresbericht umfaßte zwei Jahre und zeigte eine rührige Arbeit im Vorstand. Es fanden fünf Vorstandssitzungen und eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Getreu seinen Grundsätzen hielt sich der Vorstand von der Kirchenpolitik fern und griff auch nicht in den Kirchenstreit ein. Im Vorstand wechselten verschiedene Aemter. Ehrenmitglied wurde Dekan a. D. Röschen (Ärheilgen), das goldene Amtsjubi- läum beging D. Fritsch- Ruppertsburg. Siebzehn Mitglieder sind verstorben, deren in der üb-1 ** V. H. C. Gießen. Man berichtet uns: Der Mai ist gekommen! lieber 100 Personen hatten den Ruf vernommen und sich zur Wanderung, die nach Bahnfahrt bis Katzenfurt von dort erfolgte, zusammengefunden. Der Weg führte auf immer ansteigender Straße, die von blühenden Obstbäumen umsäumt ist, und die eine schöne Aussicht ins Ulm- und Dilltal, sowie die beide begrenzenden Berge bietet, durch die ehemalige Hugenottenkolonie Greifenthal an dem Forsthaus Langegrund und dem Waldhof Elvershausen vorbei nach Greifenstein. Leicht und sorglos wanderte es sich auf der alten Hochstraße durch das freie Feld, durch bunte Wiesen und den frischgrünen Wald. In Greifenstein besichtigten wir unter kundiger Führung die malerisch gelegene, weithin sichtbare Schloßruine, die alte Roßmühle und die Kirche mit ihrem reichen Barockschmuck Wir rasteten lange, denn zu schön ist der Blick in das liebliche Dilltal, auf Edingen und Sinn, sowie auf die bewaldeten Bergkuppen, die an dem sonnigen Maientag weit, weithin sichtbar waren. Auf dem Weitermarsch mit dem roten H erfreuten wir uns noch lange dieser großartigen Aussicht, bis uns der Wald wieder aufnahm. Inzwischen ist es Mittag geworden und Die soziale Gerechtigkeit bei der Verteilung der öffentlichen Lasten ist eine der Voraussetzungen, auf denen der Gedanke der Volksgemeinschaft und damit des Nationalsozialismus beruht. Dieser sozialen Gerechtigkeit soll die bevorstehende Schätzung des landwirtschaftlichen Kulturbodens nach dem Gesetz vom 16. Oktober 1934 in erster Linie dienen. Sie wird die Grundlage der künftigen landwirtschaftlichen Einheitsbewertungen bilden. Hiermit ist der Zweck der Bodenschätzung aber noch nicht erschöpft; die Verwendungsmöglichkeit der Bodenschätzung geht vielmehr über die steuerlichen Zwecke hinaus und erstreckt sich auf bedeutsame Aufgaben der Agrarpolitik. Für das landwirtschaftliche Beleihungswesen waren schon stets die Steuerwerte von großer Bedeutung. Außerdem wird die Bodenschätzung wichtige Unterlagen liefern für die Siedlungspolitik, für die Vorbereitung und Durchführung von Meliorationen und Flurbereinigungen und andere wichtige Staatsaufgaben der Zukunst. Bei der bevorstehenden Bodenschätzung erfolgt zunächst eine genaue Kennzeichnung des Bodens nach seiner Beschaffenheit. Die Bestandsaufnahme wird kartenmäßig festgehalten. Sodann wird die Ertragsfähigkeit festgestellt. Hierbei ist in jedem Falle Zu unterscheiden zwischen den natürlichen und den wirtschaftlichen Ertragsbedingungen. Die im allgemeinen unveränderlichen natürlichen Ertragsbedingungen eines Grundstücks bilden die Grundlage der Bodenschätzung; hierunter fallen Bodenbeschaffenheit, Geländegestaltung und klimatische Verhältnisse. Unerheblich für die Bodenschätzung bleiben dagegen die wirtschaftlichen Ertragsbedingungen, die veränderlich und von vorübergehenden Umständen abhängig sind: innere und äußere Der- kehrslage, Absatzverhältnisse usw. Für die Schätzung werden zwei sogenannte Schätzungsrahmen aufgestellt, die für das gesamte Reichsgebiet gelten. Ein Schätzungsrahmen gilt für Ackerland und Gartenland, ein anderer für das Grünland. Die Ergebnisse der Bodenschätzung werden auf lange Zeitdauer gültig sein, soweit sie den Nachweis über die Verteilung der verschiedenen Bodenarten im Reich bringen. Was beispielsweise heute als Sandboden festgestellt wird, verändert voraussichtlich seinen Charakter in Jahrhunderten nicht. Dasselbe gilt von Lehmboden usw. Selbstverständlich können Kulturveränderungen und Neukultioierungen später noch Berücksichtigung finden. Die Ergebnisse der Bodenschätzung werden in Zeitabständen von längstens zwanzig Jahren überprüft. Hiernach ist die Bodenschätzung eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe, deren richtige und mehr so gut amüsiert, lange nicht mehr so viel gelacht. * Fred bacfjte nicht mehr an die Reise, die er geplant hatte. Weil er nun wußte, daß seine Der- mutungen richtig gewesen, daß Kitty bestrebt war, wieder in fein Leben zu treten. Es war wie ein gespanntes Warten in ihm. Ernst wagte nicht weiter in den Freund zu dringen Lieblos wäre ihm jeder Versuch erschienen, Fred gerade jetzt von seiner geliebten Tochter zu trennen. Einige Wochen vergingen in aufreibendem, zermürbendem Kampfe um das Geschäft. Friedlich, wie lebensfern muteten ihn die Abende bet Liane an. Eine fast traumhafte Stille lag über dem fyaus; sie tat wohl, wie ein wohliges Ausruhen kam es dann über ihn. Tapfer war die kleine Liane, so tapfer. Sie behelligte ihn nie mit Fragen, mit Wünschen; sie roar stets freundlich, gütig, immer mit einer Arbeit beschäftigt. Wie ein Einbruch in ihren häuslichen Frieden erschien ihr der Besuch Irenes, die an einem Sonntagmorgen mit Frau Kommerzienrat Mar- ckart erschien. Sie mußte die Damen allein empfangen; Fred roar in das Geschäft gefahren. Er mußte jeden Augenblick zurückkommen. Einige Erregung bemächtigte sich ihrer, als sie der Frau Kommerzien- rat die Hand reichte. „Sie müssen entschuldigen, gnädige Frau, wenn ich Sie überfalle, noch dazu in einer etwas zu stützen Stunde. Aber meine Zeit ist fo in Anspruch genommen, und Irene bestimmte mich, diese Stunde zu wählen. Ich habe sie gleich mitaebracht, damit sie Abbitte leistet", sagte Kitty in tändelndem Tone. Liane bat die Damen, Platz zu nehmen. Um nicht unhöflich zu erscheinen, fragte sie: „Haben Sie Ihre Absicht ausgeführt, sich in Frankfurt heimisch gemacht, gnädige Frau?" „Ja, die Uedersiedlung ist endlich vollzogen. Es war keine leichte Arbeit, eine Wohnung zu finden die meinen Wünschen entsprach. Nun bin ich aber Zufrieden. Ich habe eine reizende Wohnung, aller- ömgs nur klein — aber eine alleinstehende Frau rote ich braucht wirklich nicht mehr." „Und Sie fühlen sich hier wohl?" „Sehr, Frau Morland. Warum sollte ich mich nicht hier einfeben? Ihrem Herrn Gemahl 'ist Frankfurt doch auch zur zweiten Heimat geworden. H Kitty sprach weiter mit halb lästiger, halb plan- dernder Stimme. Sie schien vergessen zu haben, daß es sich um einen kurzen Besuch handelte, und sie gab Liane zwischen all ihren plaudernden Reden zu verstehen, daß sie sich wunderte, wie Fred Morland zu dieser kleinen Frau gekommen roar, (Fortsetzung folgt!) IMMUMS.... Vornan von Charlotte Prenzel. Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Verlag, Halle (S.). lange Zeit mit unseren Freunden zusammen bei Gesang, Tanz und Vorträgen in gemütlicher Unterhaltung. Der Mai ist gekommen, wir haben den Mai erlebt! ** Billige Fahrt zur Marine-Volks- woche. Außer den Sonderzügen zur Marine-Volkswoche (vom 11. bis 16. Juni), die durch die NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" aus allen Teilen des Reiches nach Kiel geleitet werden, können nach einer Mitteilung der Reichsbahndirektion Berlin Vereine usw. mit 50 bis 60 v. H. Ermäßigung in Gesellfchafts-Sonderzügen nach Kiel reifen. Schon bei kleineren Gruppen kommen derartige Gesellschaftsfahrten in Betracht, bei denen die Fahrpreisermäßigung ab 25 Personen 40 v. H., ab 100 Personen 50 v. H. beträgt. Führung von Wanderfreunden vom Westerwaldverein Herborn durchschreiten wir das interessante Städtchen, besichtigen das Museum und saßen noch Gietzener Dochenmarkkpreise. * Gießen, 16. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 Mk., Landbutter 1,40 bis 1,42 Mk., Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9, Wirsing (gelb), das Pfund 18 bis 20, (grün) 25 bis 30, Weißkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben (alte) 15, (neue), das Bündel 25, Rote Rüben, das Pfund 10 bis 15, Spinat 18 bis 25, Römischkohl 15 bis 20, Spargel 40 bis 60, Mischgemüse 15 bis 20, Tomaten 90 Pf. bis 1,10 Mk., Zwiebeln 25, Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 45, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mk., Aepfel, das Pfund 40 bis 60 Pf., Suppenhühner 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 65 bis 80, Saalt 15 bis 25, Salatgurfen 50 bis 60, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 50, Radieschen, das Bündel 10 bis 15, Rettich 20 bis 55 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" (Leibesübungen), 20 bis 21 Uhr für jüngere, 21 bis 22 Uhr für ältere, Fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum. — Stadttheater (Deutsche Bühne), 20 bis 22 Uhr, „Der Nobelpreis". — Fachgruppe Mathematik und Naturwissenschaft, 16 Uhr, im Physiksaal des Realgymnasiums, Vortrag von Studienrat Fischer: „Das Lichtmeßoerfahren". Vortrag von Studienrat Stork: „Experimentelle Darstellung der Gesetze des Wechselstroms. — Deutsche Glaubensbewegung, im Cafe Leib, 20.30 Uhr, Vortrag „Durchbruch deutschen Glaubens". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Polenblut". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg, „Wer kennt diese Frau". — Stadttheater Gießen: Heute, 20 Uhr, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, ■Ring Deutsche Bühne. Zur Aufführung gelangt die Komödie: „Der Nobelpreis" von Hjalmar Bergmann; Spielleitung hat Wolfgang Kühne. Ende 22 Uhr. * ** Das Fest der Silbernen Hochzeit konnten am gestrigen Mittwoch, 15. Mai, ber Fri- feurmeifter Heinrich Runkel und Frau Johanna, geb. Meinhardt, Friedrichstraße 7, begehen. Herr Runkel ist auch feit 25 Jahren treuer Leser des Gießener Anzeigers. ** D i e Gießener Hochschulgesellschaft lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu ihrer Festsitzung am kommenden Samstagnachmittag im großen Hörsaal der Universität ein. Zu der Sitzung sind auch Gäste bei freiem Eintritt willkommen. Näheres in der Anzeige. ** Sptelplanänberung ber NS. - Kul- turgemeinbe, Ring Deutsche Bühne. Man schreibt uns: Aus zwingenben Gründen fällt die Vorstellung vom Samstag, 18. Mai, „Die armseligen Besenbinder" aus Dafür erhalten die Samstagmitglieder am Mittwoch, 29. Mai, das Schauspiel „Vertrag um Karakat", das durch seine packende Gestaltung allgemein gefallen hat. Die für den 18. Mai ausgegebenen Karten haben am 29. Mai Gültigkeit. Nunmehriger Spiel- plan für Mai: Donnerstag, 16. Mai, „Der Nobelpreis"; Donnerstag, 23. Mai, und Samstag, 25. Mai, „So ein Mädel"; Mittwoch, 29. Mai (für Samstagmitglieder), „Vertrag um Karakat". ** Straßenumpflasterung. Das Straßenkreuz Motlkestraße-Senckenbergstraße, das bisher aus Großpflastersteinen bestand und stark ausgefahren war, wird jetzt umgepflastert. Das alte Material wird als Unterlage benutzt, auf die neues Kleinpflaster aufgebracht werden soll. Mit dieser Ausführung wird ein einheitlicher Belag der dort kreuzenden Straßen entstehen, der dem dortigen starken Straßenverkehr zugute kommen wird. gehender Beratung, ohne' daß eine Abstimmung stattfindet. Die Ergebnisse der Schätzungen werden offengelegt. Sie können von den Eigentümern ber Grundstücke im Beschwerdeverfahren angefochten werden, soweit sie nicht ausdrücklich für rechtsverbindlich erklärt sind. Bei der großen Bedeutung der Bodenschätzung ist es selbstverständlich, daß die Vorsteher der Gemeinden und die Ortsbauernführer verpflichtet find, die Schätzungsarbeiten nach Kräften zu fördern. Sie haben sich auf Verlangen des Führers des Schätzungsausschusses an den Arbeiten zu beteiligen, oder einen ortskundigen Stellvertreter zu bestimmen. Ein Anspruch auf Vergütung für diese Tätigkeit besteht nicht, da die Mithilfe^ bei ber Bodenschätzung zu den eigensten Aufgaben der Gemeinden und Bauernschaft gehört. Die reibungslose Durchführung der Bodenschätzung erfordert, daß die Grundbesitzer alle notwendigen Maßnahmen zulassen. Daher sind die Eigentümer und Nutzungsberechtigten der Grundstücke verpflichtet, für die Zwecke der Bodenschätzung jederzeit das Betreten ihrer Grundstücke zu gestatten und die als notwendig erachteten Maßnahmen, z. B. Aufgrabungen, zuzulassen. Ansprüche auf Vergütungen irgendwelcher Schäden bestehen grundsätzlich nicht. Denn die Unterstützung der zum Besten der Besitzer durchgeführten Schätzungsarbeiten ist für diese eine Ehrenpflicht. Uebrigens ist geplant, daß während der Sommermonate, also während ber Reifezeit des Getreides, auf dem Ackerland keine Schätzungsarbeiten durchgeführt werden. Hiernach ist die Entstehung wesentlicher Schäden nicht zu gewärtigen. Außer den Eigentümern und Nutzungsberechtigten sind auch alle Behörden, sowie die Seiet- hungsunternehmungen (Banken, Sparkassen) verpflichtet, für Zwecke der Bodenschätzung alle notwendigen Auskünfte zu erteilen; insbesondere haben sie die in ihrem Besitz befindlichen Pläne, Verzeichnisse und dgl. zur Verfügung zu stellen. Freudige Mithilfe bei den Schätzungsarbeiten ist allerseits zu erwarten. Denn die Bodenschätzung mit ihren mannigfachen Nutzungsmöglichkeiten wird ein großes und bleibendes Kulturwerk fein. . „(Et «8 Srltt gftäje Aufgabe evangelischer Gemeindearbei t". Unter dem Eindruck des bayerischen Schulreformers Hermann Dietz stehend, zeigte er aus der Perspektive des Gemeindelebens die Ursache der Not in der kirchlichen Gleichgültigkeit. Sie äußert sich besonders im Ge- wohnheitschristentum. Aber auch ein starkes religiöses Sehnen bezeichnet die Not. Als Lehrer einer höheren Schule mit Internat auf dem Lande, zeigte der Redner an Fragezetteln der Sekundaner, was in der Seele dieser Jugend vorgeht. Die Not kann nur durch Samariterdienst behoben werden. Behördliche Erlasse sind dazu nicht nötig. Zur Aktivierung der Gemeinde tragen bei: Singekreis, Laienspiele, Verzicht der Pfarrer auf hierarchische Anwandlungen, Vermeidung des Predigttones, zu langer Kirchengebete, Hebung des freien Gebets Im Gottesdienst, lebensvolle Sprache (Geyer, Bez- zel, Friedrich Naumann, Kaiser-Leipzig, Schaft- Kassel, Fr. von Bodelschwingh, Hermann Kutter). An Festtagen ist brüderlicher Austausch von Nachbarpfarrern nötig. Der Religionsunterricht ist besonders wichtig. Für die Erwachsenen sind Besprechungsabende nötig („Erwachsenenkonfirmandenunterricht"). Polemik ist hier nicht am Platz und gründliche Vorbereitung nötig. Helfer müssen möglichst aus der Gemeinde herausgeholt und Beratungsstellen eingerichtet (Zettelkasten!) werden. Die Gestalt des Paulus muß lebendig gemacht werden. Dem sehr beifällig aufgenommenen Vortrag folgte eine rege Aussprache. Der Schriftleiter des „Hessischen Kirchenblattes", Propst Knodt- Gießen, erstattete seinen Bericht, in dem er die Grundsätze entwickelte, die ihn bei dieser Arbeit beseelten. Die Versammlung dankte ihm besonders für feine Eingangsbetrachtungen, mit denen das Blatt unter allen deutschen Pfarroereinsblättern auf einer einzigartigen Höhe steht. Der Rechner, Pfarrer K l i n g e l h ö f f e r, Hering, mies in seinem Bericht auf eine Einnahme von 9469,04 Mark und eine Ausgabe von 9233,38 Mark hin. Es verbleiben 235,66 Mark. Dem Rechner wurde für seine Mühewaltung gedankt und Entlastung erteilt. Das Vermögen bekrSat rund 7000 Mark. Den Bericht über die H i l f s k a s f e gab im Auftrag des verhinderten Rechners Pfarrer Schult- heis, Großen-Linden, Pfarrer Becker, Gießen. Einnahmen 5232,50 Mark, Ausgaben 3442,04 Mark Stand 1790,46 Mark. Den Bericht Über die Sterbe kaffe gab der Rechner Pfarrer Diehl, Freienseen, über die beiden letzten Jahre. In 1934/35 beträgt die Einnahme 16 045,45 Mark, die Ausgabe 2720,16 Mark der Bestand 13 325,29 Mark. Das Vermögen beträgt 26 275,72 Mark. Mitgliederstand: 167. Dem Rechner und Vorstand wurde mit Dank Entlastung D. Fritsch, Laubach, hielt dann einen Vortrag über „4 5 Jahre Deutscher Pfarr- v e r e i n". Die erste Sitzung war in Gießen am 8. September 1890. In der Presse zeigte sich damals starker Widerspruch gegen die Stöckerianer: auch die Kirchenleitung war kritisch. Als „geistliche Gewerkschaft" wurde die Neugründung benörgelt, aber die Anliegen der Kirche wurden gleich in den Vordergrund gerückt. Wahl, Stamm und Dr. Naumann, Gießen, kamen auf den ersten Hauptversammlungen in Frankfurt zu Wort. Durch mancherlei Krisen ging es vorwärts. Auseinandersetzungen in politischer Beziehung stellten sich ein. Aber schließlich wurden alle politischen Anschauungen respektiert, wenn nur das Evangelium nicht verkürzt wurde. Die Volksbildungsarbeit des Rhein- Main-Verbandes trug eine weitere Krise herein. Es kam die theoretische Gleichstellung mit den akademisch Gebildeten; es wurde öffentlich gegen öffentliche Mißstände eingetreten. Die „Dorfkirche" übernahm die Arbeit aus dem Land, der „Zweck- verband" die an der Gesamtkirche. Die Arbeit und das Gebet für einander bleibt in alle Zukunft Aufgabe des Pfarrvereins. „Gott zur Ehr und unserer Kirche zur Wehr." Den lebendigen, von feinem Humor gewürzten Ausführungen des Seniors des Hessischen Pfarroereins dankte reicher Beifall. Mit dem Liedoers „Erhalt in Sturm und Wellen der Kirche heilig Schiff" schloß die Versammlung. Oberheffen. Kredite zur Förderung der deutschen Schafhaltung. (Fwd.) Um unsere Rohstoffversorgung aus eigener landwirtschaftlicher Erzeugung zu verstärken, ist der Reichsminister der Finanzen durch das Gesetz über die Haushaltsführung im Reich kürzlich u. a. ermächtigt worden, zur Förderung der deutschen Schafhaltung und Wollerzeugung Garantien bis zur Höhe von 8 Millionen Mark zu übernehmen. Der Reichsminifter für Ernährung und Landwirtschaft hat nunmehr auf Grund dieser Garantieermächtigung die erforderlichen Mittel beschafft. Aus diesen werden Kredite zum Ankauf weiblicher Schafe gewährt. Die Verzinsung dieser Kredite beläuft sich infolge einer vom Reichsernährungsminister durchgeführten Zinsverbilligung auf 2,7 vom Hundert einfchl. aller Unkosten. Die Kredite sind in sechs gleichen Jahresraten aus dem Woll- erläs zu tilgen. Für den Ankauf männlicher Tiere (Lämmer, Hämmel), sowie für Wanderschafherden werden nur ausnahmsweise Kredite gegeben. Für den Ankauf von weniger als 30 Schafen im Einzelfalle wird ein Kredit nicht gewährt. Sofern diese Zahl von einem Schafhalter nicht ausgenommen werden kann, können sich mehrere Schafhalter zum Zwecke der Stellung eines Sammelantrages zu- sammenschließen. Die Kreditgewährung erfolgt in Form der Stundung entsprechender Kaufpreisbeträge. Sämtliche von diesen Tieren anfallende Wolle ist an die dafür zuständige Stelle der Reichswollverwertung GmbH, abzuliefern. Anträge auf Gewährung solcher Kredite sind von den Ortsbauern- sührern den Landesschafzuchtoerbänden bei den Landesbauernschaften zuzuleiten. 700-Zahrfeier in Homberg. > Homberg, 15. Mai. Homberg, die Perle des Ohmtales, urkundlich bereits im Jahre 1065 erwähnt, begeht an Pfingften in festlicher Weise die 70 0. Wiederkehr des Tages der Verleihung der Stadtrechte (1235). Umfassende Vorbereitungen sind dafür schon getroffen. Das Festprogramm bringt die Aufführung eines historischen Heimatstückes, das Ereignisse ernster und heiterer Art der vergangenen Jahrhunderte zum Inhalt hat. Ein großer historischer Festzug wird seine Anziehungskraft nicht verfehlen. Auch soll um diese Zeit, am Pfingstdienstag, ein Prämienmarkt stattfinden. Das im Jahre 1539 errichtete Rathaus mit dem auf dem Marktplatz errichteten Marktbrunnen, der die Jahreszahl 1828 trägt, sowie die engen steilen Gäßchen mit den altertümlichen Fachwerkbauten bieten allen Besuchern ein malerisches Bild aus der Zeit des Mittelalters. Der trotzig zum Himmel aufstrebende Brauhausturm mit feinen vier Ecktürmen und das angrenzende frühere Mönch- kloster sind echte Wahrzeichen Alt-Hombergs. Von der Wehrhaftigkeit und der großen Vergangenheit Hombergs zeugen noch gut erhaltene mittelalterliche Befestigungsanlagen. Das Schloß mit feinen gleichfalls noch erhaltenen Ringmauern grüßt erhaben ins herrliche Ohmtal. Landkreis Gießen. (D Lollar, 15. Mai. Auf Einladung der NS.° Frauenschaft hatten sich gestern die Gliederungen der NSDAP, im Saale des Gasthauses „Zum Schwanen" eingefunden, um einem Vortrag der Gaureferentin für das Auslandsdeutschtum Ruth Schuhmacher über unsere ehemaligen Kolonien zu lauschen. Die Rednerin, die selber einige Jahre im früheren Deutsch-Süd-West-Afrika geweilt hat, wußte ihre zahlreiche Zuhörerschaft vom ersten bis letzten Worte zu fesseln. In einleitenden Worten wies die Ortsfrauenschaftsführerin Frau Schlapp kurz auf die Notwendigkeit hin, etwas von unseren früheren Kolonien zu hören. Fräulein Schuhmacher zeigte sodann die Bedeutung von Kolonien für ein Volk, besonders für das deutsche, dem man durch das Versailler Diktat die Kolonien geraubt hat. Weiter schilderte sie die heutigen Verhältnisse in den Mandatsgebieten in Afrika, wo ein hoher Prozentsatz der dort lebenden Europäer Deutsche sind. Diese haben einen schweren Kampf zu bestehen, insbesondere auch deshalb, weil sie stark entrechtet sind. Warme Worte fand die Rednerin für die deutschen Farmer und forderte die deutschen Hausfrauen auf, durch Verbrauch ihrer Erzeugnisse, wie deutsch-ostafrikanischen Kaffee und deutsche Bananen, ihren Absatz zu erhöhen und sie so zu unterstützen. Noch kürzlich hat auch der Führer die Notwendigkeit von Kolonien für Deutschland ausdrücklich ausgesprochen, so erklärte die Rednerin zum Schlüsse des ersten Teils ihres Vortrages. Im zweiten Teil zeigte sie eine Reihe von Lichtbildern, die von ihr selbst ausgenommen sind, und die ein recht anschauliches Bild von Land, Leuten und Zuständen in unserer früheren Kolonie Deutsch-Südwest gaben. Reicher Beifall bezeugte den Dank der Versammlung, dem auch die Ortsführerin in einem Schlußwort Ausdruck verlieh. In üblicher Weife schloß sie sodann die Versammlung. 8 M a i n z l a r, 15. Mai. Als die K r e i s b e ft e n im Reichsberufswettkampf 1935 der Fachschaft Steine und Erde wurden aus unserem Orte folgende jugendliche Arbeitskameraden ausgezeichnet: Heinrich Fortbach, Karl Orb und Ernst Seipp. rag. Großen-Bufeck, 15. Mai. Der B e - fuch der rheinheffifchen Sänger aus Gundersheim bei dem hiesigen Gesangverein „Germania" nahm in allen Teilen einen schönen Verlauf. In dem Konzert im Saale der Gastwirtschaft „Zum kühlen Grunde" bestritten die rhein- hessischen Sängergäste die Hälfte der Vortragsfolge, während im übrigen unsere einheimischen Sänger der „Germania" an die Öffentlichkeit traten. Die Darbietungen fanden allgemein starken Anklang, da sie Zeugnis ablegten von vortrefflicher gesanglicher Schulung. Unter herzlichen Abschiedskundgebungen der Bevölkerung verließen die Besucher unseren Ort. * Watzenborn-Steinberg, 16. Mai. Der 21 Jahre alte Landwirt Heinrich Erkel vom benachbarten Hofgut Ober ft einberg mußte gestern mit schweren Gesichtsverletzungen infolge eines Unglücksfalles nach Gießen in das Krankenhaus gebracht werden. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 15. Mai. Das kühle, ja kalte Wetter, das vielerorts die Baumblüte zerstörte, ist für das Getreide ausgezeichnet gewesen. Winter- und Sommerfrucht zeigen einen sehr schönen Stand. Leider macht sich in diesem Jahre die Ackerdistel als ein sehr lästiges und tiefwurzelndes Unkraut unangenehm bemerkbar. Und so sieht man jetzt überall, nachdem die Kartoffeln fast restlos gesetzt worden sind, die Bauern beim Ausstechen dieses lästigen Unkrautes. Das Wachstum des (Drünfutters hat durch die kalte Witterung leider einen kleinen Still- ft a n b erfahren. Kreis Büdingen. * Wenings, 15. Mai. Bei einem U n - g l ü ck s f a l l erlitt gestern der Landwirt und Dreschmaschinenbesitzer Wilhelm Kehrn III. von hier schwere Verletzungen der Wirbelsäule. Der bedauernswerte Mann mußte nach Gießen in die Klinik gebracht werden. Kreis Schotten. □ ßaubad), 15. Mai. Am vergangenen Sonntag fand auf den neuen Schießständen am „Triesch" das Eröffnungsschießen des hiesigen Schützenoereins statt. Die erzielten Ergebnisse waren aut. Den Wanderbecher errang Gustav Schneid! jun., die Tagesehrenscheibe Seniorschütze Eduard G ö b e l II. Die besten Schüsse auf der Glücksscheibe hatten 1. Karl P i tz und 2. Wilh. Jost. 100-Meter-Meisterscheibe: 1. Karl Becker (35 Ringe); 2. Karl Pitz; 3. Karl Schlörb; 4. Wilh. Jost. Kleinkaliber (Meister): 1. Karl Schlörb; 2. Heinrich Wahl; 3. Karl Becker. — Dor dem hiesigen Schwimmbad, das vor einigen Tagen eröffnet wurde, wird auf dem vor kurzem durch die Stadt angekauften Nach- bargrundstück zur Zeit ein Parkplatz für Autos usw. angelegt. )—( Ruppertsburg, 15. Mai. Hier gibt es jetzt viele Kranke, die an Lungenentzündung daniederliegen. Es handelt sich dabei meistens um Schulkinder. — Unsere Gemeinde- jagb hat Oekonomierat Breidenbach (Dorheim) auf neun Jahre gepachtet. Die jährliche Pachtsumme ist 1000 Mark. Kreis Alsfeld. st. Kirtorf, 15. Mai. Die hiesige Spar - und Darlehenskasse hielt ihre diesjährige Generalversammlung unter Leitung des Aussichtsrats- vorsitzenden Lather ab. Der Geschäftsbericht und die Jahresrechnung machten Mitteilung von einer weiteren sehr erfreulichen Aufwärtsentwicklung der Kaffe im Verlaufe des letzten Geschäftsjahres; der Umsatz hat sich gegenüber dem Vorjahre fast um das Doppelte erhöht. Die Jahresrechnung und die Bilanz des Jahres 1934 wurden einstimmig genehmigt, dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Der Reingewinn wurde dem Reservefonds überwiesen. Bei den Ersatzwahlen für den Vorstand und den Aufsichtsrat wurden die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder wiedergewählt. Schach-Ecke. Bearbeitet von F. Sä misch Remis gegeben in Gewinnstellung Partieaufgabe Nr. 9 Die folgende Partiestellung entstand in einer freien Partie und wurde von den beteiligten Spielern (deren Namen unbekannt sind) zu Unrecht remis gegeben. 6 5 2 8 7 4 3 1 2 7 6 5 3 1 8 4 a b c d e f g h abedef g h Weiß zieht und gewinnt Eine schöne Gewinnführung versäumt Die folgende interessante Stellung ereignete sich in einem Klubturnier der Abteilung Westen in Berlin (Weiß Wagner, Schwarz Samisch). Schwarz am Zuge spielte LaöXfl? und verschenkte damit die im Auge gehabte Gewinnfortsetzung, die zu einer bemerkenswerten Zugzwangsstellung geführt hätte. 5 8 7 6 b d 8 6 7 5 4 3 2 1 2 1 4 3 Schwarz zieht und gewinnt Z ■ ! ■ H t g b WWW Lösung bet Ausgabe von H. Röschlaub Weih. Ke8, Tel, Lh7, Sc8, 867. Be2 (6). Schwarz: Ke6, Ld2, Ba6, d4, d5. d6, f3 (7). Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. 1. e2—eil (droht sowohl eXd5+ als auch L!545 1. döXei (auf dXe3 e. p. würde 2. Se2! folgen nebst entweder Sd4# ober Lf4#) 2. 8c3—d5! (droht Sc7=£) 2. . . . KeßXdS 3. Lh7—g8#, oder falls 2. . . Ld2—a5 3. 8d5—k4ch. Da die Existenz des Bauern sS einen Sinn haben muh, sehr leicht zu lösen! Lösung des Endspiels von Heuri Riuck Weih: Ke8, De3, Le7 (8). Schwarz: Kb». Ob2 (2). Deitz zieht und gewinnt. 1. De3—hß+ Kh8—g8 2. Dbß—gß+ Db2—g7 (Kg8—h8 8. Le7—fß+) 3. Dgß—f5!, irtft Schwarz geht durch Zug. zwang zugrunde. Aus Dg7—h8 folgt 4. vkö—k7ch, auf Dg7—b7 4. Df5—f84=, auf Kg8—h8 4. Le7—fß und auf Dg7—hß 4, Df5—f7+ nebst Le7—fß+, und Schwär, muh die Dame geben. * Professor L. W e b e r, Gießen, sendet folgende Lösung zu der Studie von Rinck: 1. DH6 + Kg8. 2. Df8 + Kh7. 3. Df5 + KH6. 4. Lf8 4- Dg7. 5. Df6 + und gewinnt. — Kg8. 4. Df7 + Ixh8. 5. Lf6 + und gewinnt. — Kn8. 4. Lf6+ u.g. - Kg7. 4. Dg5 + Kh7. 5. DH5 + Kg7. 6. Ld6! Kg8. 7. Dd5 + Kh7. 8. Dh5 + Kg8. 9. Df7+Kh8. 10. Kf8! D bei. 11. D*. Da das einzige Feld, auf dem Schwarz Schach bieten könnte, nämlich b8 von Weiß beherrscht wird, und auf Dg7+, folgt Dg7ch. Versucht Schwarz nach dem 6. Zug die Dame heranzuziehen, etwa auf f6, f2, g2, b7, so hilft das auch nicht. Es folgt immer 7. Le5+. Auf 6. Df6 folgt 7. Le5, Kg8. 8. Dg4 + (nicht Lf6, weil sonst Patt) und gewinnt. Oie Narrenkappe. Der zuverlässige Pilot. Zwei ältere Damen hatten sich entschlossen, einen Flug über die Stabt mitzumachen. Bevor sie bas startbereite Flugzeug bestiegen, fragten sie noch vorsichtigerweise ben Piloten: „Sie werben uns boch auch sicher wieber zurückbringen?" „Aber gewiß, meine Damen", meinte ber, „bis jetzt habe ich noch nie jemanben oben gelassen!" * Der rettende Kahn. In einem Manöver war ein großer Wald als „fingierter See" bezeichnet worden, durfte also nicht betreten werden. Ein ehrgeiziger Unteroffizier, ber die ihm gestellte Aufgabe aber unter allen Umständen lösen wollte, schlich mit feiner Patrouille dennoch durch das verbotene Gelände, wurde aber von einem Stabsoffizier ertappt, ber ihm einen ordentlichen Rüffel verabfolgte. „Was fällt Ihnen denn ein, wissen Sie nicht, baß bas ein fingierter See ist?" „Zu Befehl, Herr Major", erwiderte ber Unteroffizier gefaßt, „aber wir sitzen in einem fingierten Kahn." » Die Erbmasse. In einem Aufsatz über bas Thema „Was ich von Eltern unb Großeltern erbte" schreibt Elschen: „Von Vater hab ich bie Statur; bis blauen Augen von ber Mutter, unb von der Großmutter bas Grübchen am Kinn. Dom Großvater könnt' ich nichts erben, da er schon gestorben war, als ich geboren wurde." * was ist das? I Der amerikanische Ozeanflieger Charles Lind- bergt) gibt in feinem „Wir zwei" betitelten Buch, bas er über fein Werben unb feinen Flug geschrieben hat, ein nettes Scherzrätsel wieber, Das die amerikanischen Heeresflieger geprägt haben. Es heißt: „Wenn du einen brauchst unb hast keinen, wirft bu niemals wieber einen brauchen!" Die Lösung: ber Fallschirm. Die Versammlung mürbe in üblicher Weise mit breifachem Sieg-Heil auf ben Führer geschlossen. — In biefem Jahre würben hier 18 Konfir- m a n b e n (10 Knaben unb 8 Mäbchen) aus ber Schule entlassen, in Oberkleen waren es 17 Konfirmanben (12 Knaben unb 5 Mäbchen). In bie Schule aufgenommen würben hier 6 Knaben unb 1 Mäbchen. ss. Grebenau, 15. Mai. In ber Turnhalle würbe von ber Gaufilm stelle ber Film „W ilhelm Teil" vorgeführt. Die Turnhalle war gut besetzt. Mittags fanb eine Vorführung für sämtliche Schulen bes Grünbchens statt. — Bei Ausführung von Reparaturarbeiten an ber hiesigen Wasserleitung würben im Garten bes früheren Junker- schen Hofgutes zwei Grabsteine aus b e m Jahre 1713 gefunden. Da nicht weit von dieser Fundstätte früher ein Kloster gestanden hat, darf man wohl annehmen, baß ber heutige Garten früher einmal der Friedhof bes Klosters gewesen sein kann. Kirche und Schule. Theologische Prüfung. (LPD.) Unter bem Vorsitz bes Landesbischofs ber Ev. Lanbeskirche Nassau-Hessen Lic. Dr. Dietrich fanb biefer Tage in ber Landeskirchenkanzlei zu Darmftabt bie zweite theologische Prüfung statt, bie von 22 Kanbibaten bestauben mürbe. Am 26. Mai wird ber Lanbesbischof bie 22 Kanbibaten in ber Christuskirche zu Mainz orbinieren. Die Namen ber Kanbibaten finb: Klaus Bischoff aus Schotten; Ernst D a m e r a u aus Hohenstein bei Danzig; Dr. Walter Esche riröber aus Worms; Hans Geißler aus Beuern, Kreis Gießen; Wilhelm Maurer aus Heppenheim a. b. B.; Adolf Fai - fing aus Walbgirmes; Wilhelm Hebberich aus ßangmaben; Han s Iüngel aus Mainz; Karl Konrab aus Bergheim (Oberh.); Karl Laun - Hardt aus Friebderg; Kurt Maier aus Mannheim; Johann Mathes aus Frei-Laubersheim; Ernst Staiger aus Nierstein a. Rh.; Wilhelm Stühlinger aus Reinheim i. Odw.; Dr. Richard Giesche aus Bab-Nauheim; Julius Cronenberg aus Stabecken (Rheinh.); Paul Dietz aus Weilburg a. L.; Hans Herr aus Wiesbaden; Kurt Kirmes aus Wiesbaden; Heinrich Klemann aus Leun bei Wetzlar; Erich Peter aus Wiesbaden; Ernst Velten aus Bad Homburg v. d. H. Preußen. Kreis Dehlar. LPD. Wetzlar, 15. Mai. Der 34 Jahre alte Metallarbeiter Hermann Becker aus Burg-Solms, ber hier im Walzmerk ber Stahlmerke Röchling- Buberus an ber Walzenstraße beschäftigt mar, mollte einen glühenben Eisenknüppel, der sich an einer Schutzvorrichtung der Walze gesteckt hatte, mit einer Stange reicher auf bie Walzbahn bringen. Dabei schlug ihm ber Eisenknüppel so heftig in die rechte Seite, daß er gegen ein Eisengerüst geschleudert wurde. Außer erheblichen Brandwunden hat er so schwere innere 93er» letzungen davongetragen, daß er noch im Laufe des Nachmittags im Wetzlarer Krankenhaus verstarb. Bei der Kaffenrevision verhaftet. • LPD. Osthofen, 15. Mai. Bei einer Kassen» Prüfung ber Gemeinbekasse mürbe ber Gemeinberechner I. S. von Bürgermeister Dr. Milbner vorläufig feines Amtes enthoben unb unter bem bringenben Verdacht einer Amtsunterschlagung von der Polizei verhaftet. Die meitere Untersuchung ber Angelegenheit ist im Gange. Rundfunkprogramm Freitag, 17. Mai. 6 Uhr: Frühkonzert I. 6.45: Gymnastik. 7: Frühkonzert II. 8.10: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.30: Sozialdienst. 1. Gegen Krankheit versichern! 2. Wir geben Auskunft! 11.45: Bauern- funf. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 1. Wie arbeitet ein Vertreter. 2. Stellengesuche ber DAF. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. Balladen von Carl Loeme. 16.30: Kohlenzeche... Grubenfahrt in ein modernes Bergreerk. 16.45: Was leistet der Arbeitsdank? Ein Gespräch mit Dberfelbmeifter Gauobmann Roth vom Arbeitsgau 25 Hessen-Süd. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugendfunk. Hallo Jung- mäbels! Wir machen einen Lagerzirkus. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. Märsche, Walzer, Märsche. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde ber Nation. „In Friesland stieg ber Tod ans Land", Funkballade. 21.05: Operetten-Dialoge. Musik und kleine Dialog^enen. 22: Nachrichten. 22.15: Wetterbericht, Nachrichten aus dem Sendebezirk unb Sportbericht. 22.35: Die Sportschau der Woche. 23: Die Welt ist groß — bie Welt ist klein. Marco Polos Jahresreisen unb der Rekordflug der englischen Australienflieger. 24 bis 2: Unterhaltungskonzert des städtischen Orchesters Ulm a. d. D. Samstag, 18. Mai. 6 Uhr: Frühkonzert I. 6.45: Gymnastik. 7: Frühkonzert II ber Orchestergemeinschaft der Landes- musikerschaft Schlesien. 8.10: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11.30: Sozialdienst. 1. Soziale Wochenschau; 2. Arbeitsanzeigen. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Quer durch bie Wirtschaft. 14.45: Senbepause. 15 bis 15.45: Jugendfunk, Aus ben Kampftagen ber SA. 16: Der frohe Samstagnach- mittag mit NSG. „Kraft burch Freube". 18: Stimme ber Grenze. 18.20: Stegreiffenbung. 18.35: Wir schalten ein. Das Mikrophon unterreegs. 19: Präsentier- unb Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Bunter Abend bes Reichssenbers Frankfurt mit dem Reichsverband deutscher Rundfunkteilnehmer. 22.30: Nachrichten. 22.40: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Wetterund Sportbericht. 22.45: Tanzmusik zum Wochenende. 24 bis 2: Nachtmusik. Die Schwalbe im Bauernhaus. Woher mag es wohl kommen, daß der Landmann der Schwalbe so hohe Verehrung zuteil werden läßt? Daß eine Schwalbe täglich 500 bis 700 Fliegen und sonstige Insekten, und eine Schwalbenfamilie während eines einzigen Sommers rund 350 000 Kerbtiere verzehrt, das rechtfertigt wohl die wirtschaftliche Bedeutung, die man diesem Vogel beimißt: aber schließlich gibt es noch viele andere Vogelarten, die als Jnfektenvertilger in Hof und Feld doch auch Erkleckliches leisten, wie z. B. die Meise, Rotschwanz, Wendehals, Baumläufer, Kleiber, Bachstelzen, Star, Specht, Wiedehopf usw. Sie alle sind unermüdliche Gehilfen des Landmannes und retten ihm jährlich Werte von vielen Millionen. Und trotzdem: zur „Schwalbenbeliebtheit" haben sie es bis jetzt nicht gebracht. Ein russisches Sprichwort sagt, daß derjenige, der eine Schwalbe umbringt, seine Mutter tötet. „Wer absichtlich ein Schwalbennest zerstört, dem flieht der Segen aus dem Haus", kann man heute noch vielerorts hören. Und wie vielfältig ist die Schwalbe mit der Sage und der Dichtung verwoben! „Was die Schwalbe sang, was die Schwalbe sang, Die den Herbst und Frühling bringt, Ob das Dorf entlang, ob das Dorf enlang, Das jetzt noch klingt?", wer kennt nicht dieses von Radecke vertonte Lied aus Rückerts „Aus der Jugendzeit", oder Chamisfos Kindesausruf: „Mutter, Mutter, unsere Schwalben — sieh doch selber, Mutter, sieh! Junge haben sie bekommen, und die Alten füttern sie!" Das Lied von Herloßsohn: „Wenn die Schwalben heimwärts ziehen" gehört zu dem eisernen Liederbestand unserer Dorfjugend. Die Schwalbe hat sich mit ihrem schwatzenden Lied ins Herz des Volkes gesungen; sie ist sein Liebling: ihr Kommen im Frühling und ihr Weggang im Herbst ist von frohen und traurigen Akkorden unseres Herzens begleitet. Und doch: über das Wesen dieses zutraulichen Zugvogels herrschen noch manche Irrtümer. So stößt man da und dort noch auf die Meinung, die Schwalbe würde auch Körner fressen. Träfe das zu, so wäre, besonders bei früheinfallender unwirtlicher Herbstwitterung oder an kühlen Frühlingstagen, das Leben dieses heiteren, geselligen und verträglichen Vögleins nicht so oft vom Tode des Verhungerns bedroht. Die Schwalbe ist aber ausschließlich ein Jnsekten- jäger. Was sie zu sich nimmt, erhascht sie im Fluge, vorzugsweise Fliegen, Schnaken, Käferchen und Svinnen, letztere sie mit erstaunlicher Gewandtheit ebenfalls im Flug von den Wänden und Dächern abliest. Fast den ganzen Tag ist sie in Bewegung, ihr Gang auf dem Boden ist mühsam, ist fast mehr ein watscheliges, unbeholfenes Kriechen, was ihr allein schon die Suche nach Körnernahrung unmöglich machte. Bienen jagt die Schwalbe nicht, weil ihr der Giftstachel den Tod brächte. Der bekannte Forscher Naumann hat festgestellt, daß eine Schwalbe lieber verhungert, als nach einer Honigbiene schnappt, und daß bei ihr das Stachelgift der Imine in weniger als zwei Minuten tödlich wirkt. Ein Bauer aus Oberhessen will folgendes festgestellt haben: In einem Kuhstall, in dem (an Trag- bolken über den Tieren) sich fünf bewohnte Schwalbennester befanden, gaben im Hochsommer acht Kühe täglich zusammen elf Liter Milch mehr als — bei gleicher Fütterung und gleich günstigen Stallverhältnissen — dieselben Tiere, in eine von Schwalben unbesiedelten Nebenstallung gebracht, dort täglich erzeugten. Die größere Milchleistung wäre also, wie leicht zu erraten ist, dadurch entstanden, daß die Kühe in dem Stall mit den insektenhungrigen Schwalben von den Fliegen und Stechmücken weniger belästigt und beunruhigt waren, was bekanntlich auf die Milchproduktion großen Einfluß hat; erinnert sei nur an Viehweiden, in deren Nähe insektenjagende Vögel nisten und wo infolgedessen die Tiere, die weniger unter der Insektenplage zu leiden haben, nachweisbar besser gedeihen. Wer die Zuneigung der Schwalben erringen will, muß ein Freund von Luft, Licht und Sonne sein. Bauern, die gewohnt sind, ihre Stallungen und Scheunen auch während der schönen Jahreszeit untertags geschlossen zu halten, die auch keinen Spalt oder Flugloch dulden wollen, werden keine Schwalben ins Haus bekommen, denn für diese ist natürlich Voraussetzung, daß sie von morgens früh bis abends ungehindert aus- und einfliegen können. Auch in Häusern, in denen viel Wiesel, Ratten und Mäuse sind, wird keine Schwalbe nisten, weil diese, nebst Sperber und Baumfalk, ihre natürlichen Feinde sind. Unsere Rauch- oder Stallschwalbe verweilt bis Mitte September bei uns, oft auch einige Wochen länger, wenn z. B. kühles, Sommerwetter mit Nahrungsmangel die zweite Brut anfangs August nicht kräftig gedeihen ließ und die Jungen noch zu schwach für den weiten Flug nach Afrika sind. Tritt dann noch frühzeitig rauhes Herbstwetter ein, so sind die Schwalbeneltern nicht selten genötigt, ihre Jungen verhungern zu lassen und ohne sie die Winterreise anzutreten, weil sie sonst mit ihrer ersten Brut selbst zugrunde gingen! Wer Frühaufsteher und ein scharfer Beobachter unserer heimischen Vogelwelt ist, wird die vielen ansprechenden Wesenszüge unserer Schwalbe zum großen Teil selbst entdeckt haben. Schon in aller Herrgottsfrühe, bevor sich irgendeine Stimme in der Vogelwelt regt, sitzt das Schwalbenmännchen auf dem Nestrand und schwatzt sein „wirb werb" in den Morgen hinaus. Das erste Gelege, bereits anfangs Mai, besteht aus 4 bis 6 aschgrau und rotbraun gepunkteten weißen Eiern, aus denen nach kaum 15tägiger Brutzeit die breitmäuligen Jungen schlüpfen. Diese fliegen bereits nach drei Wochen aus, werden aber noch eine Zeitlang von den Eltern im Fluge gefüttert. Die weniger zutrauliche Mehl- oder Fensterschwalbe (unten und auf dem Bürzel weiß, schärfer gebogener Schnabel) und die Uferschwalbe, die kleinste Schwalbenart (oben grau, unten weiß, mit einem grauen Ouerband), scheiden bei unserer Betrachtung aus; auf ihre im großen ganzen geringfügigen Wesens- und Merkmalsunterschiede näher einzugehen, würde den Rahmen dieser Betrachtung überschreiten. Der Landmann kennt nur den Sammelbegriff „Schwalbe" und meint dcünit die Rauchoder Stallschwalbe, nach deren streng wissenschaftlicher Beschreibung er gar lein Verlangen trägt. Er sieht seinen Lieblingsvogel so, wie ihn schon seine Vorfahren geschaut haben; ihm ist die Schwalbe eine anhängliche, treue, immer muntere Hausgenossin, bei deren Wiederkommen im Frühling sich das Herz freut und bei deren Abschiednehmen im Herbst die Gedanken über das Scheiden des Sommers die Seele mit Wehmut erfüllen. F. W. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) I. 2L, Gießen. Sie können den Gegenstand nicht selbst aus der Wohnung des Kunden herausholen, auch nicht mit polizeilicher Hilfe, sondern müssen auf Herausgabe klagen und dann aus dem Urteil vollstrecken lassen. H. B., Gießen. Die beabsichtigte Rechtsstellung Ihrer Frau können Sie erreichen, indem Sie ein Testament errichten. Sie setzen Ihre Tochter als Nacherbin und Ihre Frau als Vorerbin ein mit der Maßgabe, daß Ihre Frau im Falle ihrer Wiederverheiratung ihr Erbrecht verliert und nur den Pflichtteil bekommt. Falls Ihre Frau nicht mehr heiratet, wird Ihre Tochter erst nach dem Tode Ihrer Frau Erbin. — Eine Mietfestsetzungsstelle besteht auf dem Dorfe nicht. T. A.» Gießen. Bäume und Sträucher dürfen, sofern sie mehr als 2 m hoch sind, nur in einem Abstand von 2 m, sofern sie 2 m oder weniger als 2 m hoch sind, nur in einem Abstand von einem halben Meter von der Grenze des Nachb.ar- grundstückes gehalten werden. Der Abstand wird von der Mittelachse des Baumes oder Strauches bis zur Grenzlinie gemessen, und zwar an der Stelle, wo der Baum oder Strauch aus dem Boden heraustritt. Der Nachbar kann die Entfernung aller Bäume und Sträucher verlangen, die In dnan geringeren als dem zulässigen Abstand gehalten werden. Diese Vorschriften finden jedoch keine Anwendung auf Bäume und Sträucher in Gärten, sofern die Gärten mit einer festen Umfriedung ver- sehen sind und die Bäume und Sträucher zu einer Zeit angepflanzt werden, zu welcher der Garten nicht an Aecker, Wiesen oder Weinberge grenzt. Ohne Einwilligung des Nachbarn können Sie dessen Gartenzaun nicht zum Anbinden der Stämmchen benutzen, da der Zaun keine gemeinschaftliche Grenzeinrichtung im Sinne des § 921 BGB. ist. Büchertisch. — Professor D r. Hans Halm: Sow « jetrußland in der Sackgasse. Preis 95 Pf. Verlag Buchholz & Weißwange, Berlin-Charlottenburg II. — (49) — Professor Halm, der über ein Jahrzehnt in Rußland, zuletzt als Professor an der Universität in Irkutsk gewirkt und Bolschewismus wie Bolschewiken aus hundertfältiger eigener Anschauung kennt, hat hier seine Eindrücke von allen Gebieten des kommunistischen Daseins niedergelegt, immer weiter umsichgreifende Verelendung der breitesten Volksmassen, Hungersnot neben schamlosester Vergeudung des Volksvermögens, nur um die Rüstungsindustrie mit allen Mitteln anzupeitschen. Aber auch steigender Ueberdruß der Bauern wie der Arbeiterschaft. Die Schwierigkeiten, in die Moskau immer tiefer hineingerät, sind ernst. Steigende Labilität im Innern und drohender Konflikt im Osten haben Moskau so weit gebracht, daß es sich dazu herbeilassen muß, um die Gunst Frankreichs und des Völkerbundes zu buhlen. — Rudolf Fischer: Gefesseltes Volk. Der Kampf der Sudetendeutschen. Verlag Grenzs und Ausland, Berlin W 30. Preis kart. 0,60 Mark. — (53) — Nüchtern und zugleich mit echter Leidenschaft erörtert Fischer das Schicksal seiner dreieinhalb Millionen Landsleute im Tschechenstaat, zeigt ihnen das Ziel und die Mittel ihres Kampfes um Selbstbehauptung: er wendet sich aber auch an die Tschechen, die viel mehr noch als das Deutschtum ihres Staates heute an einem Scheidewege ihrer eigenen Politik stehen. — Senta Dinglreiter: Deutsches Mädel auf Fahrt um die Welt. Mit 29 Aufnahmen. Leipzig 1935. Koehler & Amelang. Volksausgabe Ganzleinen 2,85 RM. — (28.) Ein Buch für lebenstüchtige Mädchen von heute, ein echtes Erinnerungsbuch, aus dem wahres Deutschtum und unbändige Lebensenergie spricht. Nur das Reisegeld nach New Port in der Tasche, so tritt Senta Dinglreiter ihre Großfahrt an. Jeglichen weiteren Unterhalt muß und will sie mit ihrer Hände Arbeit selbst verdienen. So lernt sie die Welt wirklich kennen, und von einer Fülle von Abenteuern und Eindrücken, den endlosen Steppeck, den Goldgräbern der Rocky Mountains, den Tempelstädten Japans und Chinas, den Wundern Indiens und vielem mehr weiß sie packend zu erzählen. Der Verlag hat das vortreffliche Buch unter die preiswerten Ausgaben der „Koehler-Reihe" ausgenommen und damit jedem die Möglichkeit gegeben, es jungen Mädchen zu schenken. TWHUL1ILI ü J.UILUlüMairHWIMBI■E8J0MMM— Unsere Hebe Gießen, den 16. Mai 1935. 2959 D Gießen (Krofdorfer Straße 48), den 15. Mai 1935. 1)2 15 295J D ist mit Leiden, Die Beisetzung findet Samstag, den 18. Mai, in Offenbach am Main statt. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 17. Mai, 2 Uhr nachmittags. auf dem Neuen Friedhof statt 21 Jahren, nach schwerstem und geduldig getragenem am 14. Mai von uns gegangen. Prof. Dr. F. Klute Elisabeth Klute Lisa Oehler Hilde und Gisela Klute. Im Namen der Hinterbliebenen: Wilhelm Schmitz. Am 14. Mai entschlief nach mit Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, gute Mutter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin u. Tante Frau Elisabeth Schmitz, geb. Bocher Heute früh entschlief sanft nach langem schweren Leiden unsere liebe Tochter, Schwester und Enkelin Fräulein Erna Rinn im Alter von 19 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Louis Friedrich Rinn nebst Angehörigen. Heuchelheim, den 15. Mal 1935. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 17. Mat nachmittags 5 Uhr. vom Sterbehause Brauhausstraße 39 aus statt 6F-88d 02128 2949 D I Lieferwagen preiswert zu ver- DüDsberyvereio Samstag, 18. Mal 20V, Uhr 2»ud Hauptversammlung im Hotel Köhler. Konrad Lotz I. und Angehörige. Klein-Linden, den 16. Mai 1935. ZwecksBelampsungoe» Schwarzarbeit können Arbeits-Angebote von Handwerken» nur mit Namensnennung u. unter Dorlage besGewerbenachweises ausgenommen werden. Derloa desGtebenerAazeigers Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus. O2120 Fran Katharine Klingelhöfer und Kinder. Kl.-Linden, Rodheim a.d.B., 16. Mai 1935. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: August Führer. Gießen, den 16. Mai 1935. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. SkMUM Gießen. 28«d Freit., 17. Mai 20 bis 22.30 Uhr 29. Freit.-Abon. Gewöhn!. Meise Die armseligen Besenbinder. , Altes Märchen m 5 Akten von Carl Hauptmann M.G.Grode Frankfurter Straße . _____________________________2954, Stoffreste besonders preiswert a.läst.Haare,Le» berfleck., Muttermal, Narben, Pickel, Sommer» spross, usw. entf. u. Gar. I. Immer. Frau B. Gulden Svrechst.Freitag Gießen, Hindun- burgwall 15, 9—7 Uhr durchgehend. tarier weiß, m.braunen Abzeichen a. den Nam. „Seppel" hörend, entlauf. Gegen Belohng. abzugeben 295sD Heidlindemann, Goethestraße 31. Mg.WWWgeM(lll) in Stenogr. und Schreibmaschine gut ausgeb., in Buchhalt, bereits gearb., mit schön. Handschrift, für eine hiesige Großhandl. sofort ges. Schrift!. Angeb. m.Zeugnisaüschr. u>Ref,u.2960D an d.Gieß.Anzeig. |siellenangebote| Keine Ursprungszeugnisse, sondern nur Zeugnisabschriften dem Be^ werbungsschretben beilegen I - LichtbUder undBewerbungsunteo lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! kaufen. 02119 Groß-Garage Am Aulweg. Gut erhaltenes' Kaltboot zu verkauf. Wo? sagt d. Geschäftsstelle des G.Anz. Fettsucht verkürzt dos Leben. Merkliche Gewichtsobnohme schon meiner Woche (7) • •’* hergestellt u. V. durch „JlCUUll v.D.Reichspotenf Nr. 505893. Garantiert unschädlich. Herz, Leber, Niere, Darm arbeiten besser. Rm1.75, Kurpackung rm 4.50. In allen Apotheken erhältlich. Bestimmt: Engel-Apotheke. iiiiiiimiimmiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiii Ihre Geschäftsdrucksachen stellen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen. Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren eo vor, wie man Briefbogen, Briefumschläge, Postkarten, Rechnungen,eeschäftskarten Ihres Hausee beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen BrUhl’sche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii I Astor ia-Lichtspie le g Heute Donnerstag bis Sonntag Ein fesselnder Kriminal-Schlager S Achtung! | Wer kennt diese Frau ? ■ Regie: Franz Seitz mit Wemer Fütterer, Hilde Stolz, I M. Wiemann ' 2652a ■ Vorher: Gutes Beiprogramm und Ufa-Tonwoche W 3-Zim.-Woling. in Gießen für sofort od. später zu mieten gesucht. Schr. Angeb. u. 2955Da.d.G.A. 2-Zimmerwohnyny und Küche von Witwe mit zwei Kindern gesucht. Schrift!. Ang. u. 02123 a. d. G.A. Stoffe aller Art [ Vermietungen | Möbl. Zimmer mit feg. Ging. u. elektr.Licht a. sol. Frl. zu oerm.02120 Hammstr. 17 I. Büro zu vermiet. 02114 Hindenburflwall 22. MtOfluin wo sich eine 3 bis 4-Zimm.-Wohn. einrichten läßt? Kosten nach Vereinbarung. Schr. Angeb. u. 02118 an d. Gieß. Anz. RM. 300.- f. kurze Zeit von Selbstgeb. gegen hohe Zinsen zu leihen gesucht. Schr. Ang. unt. 02121 a. d. G.A. Junger WMtt in gute Hände zu verschenken. 02124 Haas,Piockstr.l2 Höchsten Verdienst d.d.Vertr.mein. Schilder und Stahlwaren Spez. Kummet- u. Wagenschilder n. vol. Vorschrift Muster umsonst. E. Poetters, W.-Barmen. Meinst. Landw. sucht f.sein.Haus- halt ein. erf.will. Wirtschafterin durchaus zuverl., a.l.gläubig,i.Alt. v.25-30J.Schr. Ang.m.Lohnan- for.n.H.SpucklL, Lollar, Bleich- straße 21. 02122 Tüchtiges, brav. Zimmermädchen sof. gesucht. 2953D Restaurant Boller. [Stellengesuche) Tüchtiges WekWuieiu m.la Zeugnissen sucht per sofort Stellung. Schr. Ang. unt. 02117 an d. Gieß. Anz. | Verkäufe | Meiner | Mietgesuche Eine ca IttrDose Dm.-. 75 ca.2trDoseDm.1M Vereine Nr. M Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag, W. Mai fW Legenden um den Storch. Die Wissenschaft entlarvt den vermenschlichten Vogel. Zugweges erlernt, eine Kenntnis günstiger und ungünstiger Strecken erwirbt und daraus Nutzen zieht. Nachweislich ist ja, wenigstens bei nicht kurzlebigen Arten, das Gedächtnis des Vogels für gewisse durch Auge oder Gehör aufgenommene Ein- WillB WM ö W2,. ■ Don Dr. E. Schüz, Vogelwarte Vosfltten. Kaurn ein Tier der freien Natur weiß so die Aufmerksamkeit des Menschen zu fesseln wie der weiße Storch und daher kommen die Irrtümer vermenschlichender Naturbetrachtung diesem Vogel gegenüber besonders deutlich zum Ausdruck. Es ist eben sehr schwer, sich auch nur entfernt in ein Wesen zu versetzen, das ungleich mehr als der Mensch durch ererbte Triebe geleitet wird und ganz jenseits der Begriffswelt von Gut und Böse steht. Wie oft es üblich ist, an solche Geschöpfe einen menschlichen Maßstab anzulegen und sie entsprechend einzuschätzen, sollen ein paar Beispiele vom weißen Storch zeigen. Die Gattentreue des Storches soll besonders ausgeprägt sein, und man hebt sie bisweilen rühmend hervor; ja, verwitwete Einzelstörche sollen sich aus Trauer über den Verlust des Gemahls keinen neuen Gefährten mehr suchen. Tatsächlich halten wohl oft Paare zur Brutzeit Jahre hindurch zusammen, und sie wehren sich sogar vereint gegen Nestfeinde. Der Irrtum der üblichen Beurteilung wird uns aber im Frühjahr klar, wenn wir sehen, daß e i n Storch (wohl meist das Männchen) Tage und Wochen vor dem zweiten Vogel eintrifft; die Störche haben sich aljo auf der weiten Winterreise getrennt, sie kennen sich gewissermaßen nicht mehr, und sie finden sich dann ereft wieder durch Zusammentreffen am Horst, durch Drtstreue — oder vielleicht auch nicht, denn es ist anzunehmen, wenn auch noch nicht sicher, daß mancher Storchgatte bei der Rückkehr den Partner schon versorgt findet. Das Brutleben der Störche gibt besonders reichlich Gelegenheit zur Erkenntnis, daß die so zweckmäßigen und scheinbar durchdachten Handlungen bei Brut und Aufzucht der Jungen nicht Ergebnis von Ueberlegung, sondern von ererbten Trieben sind. Es kommt bekanntlich oft vor, daß das Nesthäkchen der Brut aus dem Horst fällt ober herabgestoßen wird. Wenn der Hofbesitzer besorgt den kleinen Storch zurückbringt, so muß er meist erleben, daß der Elternvogel das eigene Kind mit Schnabelhieben aufnimmt, ja sogar tötet und über Bord wirft. In nahrungsarmen Jahren soll diese uns grausam scheinende Gewohnheit häufiger sein als in guten Zeiten. Es handelt sich dabei um eine sehr zweckmäßige Maßnahme, da bei Nahrungsknappheit die Preisgabe des Schwächlings den gesunden Geschwistern eine bessere Aufzucht gewährleistet. Der alte Storch, der den nicht mehr normal girrenden Jungvogel als Fremdkörper empfindet und entfernt, handelt ohne Kenntnis dieses Erfolgs und rein triebmäßig, so daß man diesen arterhaltenden Vorgang weder als überlegt, noch als schlecht bezeichnen kann. In vielen Menschen lebt die Vorstellung, als ob die alten Vögel die Jungen das Fliegen lehren. Damit steht nicht im Einklang, daß vom Menschen aufgezogene Vögel ebenso das Fliegen erlernen, wie unter der Obhut der eigenen Eltern. Unsere Jungstörche vor dem Fenster pflegen ihre Flug- übungen mit Vorliebe dann abzuhalten, wenn die alten Storche nicht am Nest sind — oerständlicher- weise, denn bei Anwesenheit der Alten heißt es, für die Futteraufnahme bereit zu fein. Gewiß kann das Vorbild der Artgenossen und besonders der Eltern bestimmte Leistungen wie die Ausbildung der normalen Stimme bei Singvögeln fordern, aber dies äst kein Lehren oder gar Erziehen, sondern unbeabsichtigte Weckung vorhandener Anlagen. Die meisten Fähigkeiten kommen ohne Vorbild zur Entfaltung, so das Fliegen, so auch das Klappe r n des Storchs, denn schon die eben ausgeschlupf- ten Jungen können klappern, wenn auch zunächst unhörbar. Wir haben auch Mühe, die großen Leistungen des Vogelzuges als reine Triebhand- lungen zu verstehen. Die Storche Ostdeutschlands ziehen im Spätsommer nach Palästina und dem Nilgebiet ab und gelangen etwa im November bis_u^ das östliche Südafrika. Man sollte meinen, daß wenigstens bei diesen gegen 10 000 Kilometer weit führenden Wanderungen ein Erlernen des Zugwegs im Spiele fei, allein die auf der Vogelwarte Rossitten ausgeführten Versuche zeigten, daß auch verspätet und also gewiß ohne Führung von Altstörchen aufgelassene Jungvögel den richtigen Weg einzuschlagen wissen; Rückmeldungen dieser (beringten) Versuchsstörche südlich des Mittelmeers liegen allerdings nicht vor. Jedenfalls steht fest, daß die jungen Störche und überhaupt junge Zugvogel beim Antritt der Reife keine Vorstellung von einem Ziel haben, ja sie kennen überhaupt nicht ein Ziel, denn sie wandern eben bis zum Erlöschen ihres Zugtriebes und normalerweise sind sie inzwischen in dem von uns als Winterquartier bezeichneten Gebiet angelangt. Da der Storch verhältnismäßig alt "wird (wohl nicht selten 10 bis 20 Jahre), besteht trotzdem die Möglichkeit, daß der eim^n" ^"o-l Eiaenart-'n d"« Am Sonntag fand der 2. Mannschaftswettkampf der Kleinkaliberschützenvereine Krofdorf, Wilsbach, Bieber und Launsbach in Krofdorf statt. Dem Kreisschießleiter C h r i st (Bieber) stellten sich zehn Mannschaften zu je vier Mann. Sieger wurde auch diesmal wieder die 1. Mannschaft des Kleinkaliberschützenvereins Launsbach, bestehend aus den Schützen R. Pfeiffer, R. Müller, E. Müller und O. Debus, mit dem sehr guten Ergebnis von 343 Ringen, je drei Schuß liegend, kniend und stehend freihändig ohne angelegt. Dann folgte Bieber mit dem guten Ergebnis von 325, Krofdorf mit drücke durchaus nicht gering. Dieser letzte Punkt veranlaßt die ausdrückliche Feststellung, daß nicht alle Handlungen des Vogels auf ererbte Triebe zurückgeführt werden dürfen. Die Vögel wissen sich auch Erfahrungen zunutze zu machen, durch „ S e 1 b st d r e s s u r , die im Leben der Vögel, besonders der höheren Arten, eine große Rolle spielt. Die nächste Stufe geistiger Leistungen wäre die Einsicht in eine gewisse Sachlage und als Ergebnis eine Verstandeshandlung in engerem Sinn: diese Fähigkeit tritt in der Vogelwelt fast ganz zurück, soweit wir bis jetzt beurteilen können. Solche Einblicke in das Seelenleben der Vögel werden leider durch viele irrtümliche Darstellungen erschwert. Es gibt kaum ein volkstümliches Buch — von einem neuen Werk von Horst Siewert abgesehen, das sich nicht zufällig auf „Störche" bezieht — das das Vogelleben roirEüd) einwandfrei schildert. Das ist sehr bedauerlich, denn wir lernen auf einem solchen Weg nicht nur das Tier, sondern durch Vergleichung mit der Tierseele auch uns selbst Am 19. Mai werden im Gau Nordhessen nur zwei Fußball-Aufstiegsspiele — in der Gruppe Süd Klein-Steinheim—Bad-Nauheim und Wetzlar—Niederbrechen — mit Rücksicht auf die Kämpfe um den Vereinspokal durchgeführt. Die für den gleichen Tag vorgesehene Treffen der Gruppe Nord wurden abgesetzt, die Rückrunde dieser Abteilung beginnt hcmor prfrnni'n Unser Bild zeigt den SS.-Obersturmführer Ruhl (im Bilde links) und seinen Adjutanten, SS.-Oder- scharführer Schütte, als Beifahrer (im Bilde rechts), auf ihrem Wagen im Wettbewerb bei der Kurheffenfahrt der Motorbrigade Hessen des NSKK. Obersturmführer Ruhl wurde dabei — wie wir gestern schon berichteten — mit der Silbernen Mäkelte ausgezeichnet. — (Aufnahme: SS.) artö Wilsbach mit 254 Ringen Bester Einzel- Ichütze mit 90 Ringen war R. Pfeiffer, bester Jungschütze mit 80" Ringen B. Bechtold, beide von Launsbach. Der nächste Wettkampf findet Sonntag nach Pfingsten in Bieber statt. Aufstiegspiele in Nordheffen. planmäßig am 26. Mai. In der Gruppe Süd wurde das für den 26. Mai vorgesehene Spiel Klein-Steinheim — Wetzlar auf den 2. Juni verlegt. Aufstiegspiel Ruppertsburg - Gedern. Am Sonntag standen sich in Gedern die ersten Mannschaften von Gedern und Ruppertsburg zum Aufstiegspiel (Bezirksklasse) gegenüber. Gedern, das in der ersten Halbzeit mit dem Wind im Rücken spielte, machte heftige .Angriffe, die aber meist von der Hintermannschaft gestoppt wurden. Bei 0:0 wurden die Seiten gewechselt. Ruppertsburgs Anstrengungen führten in der zweiten Halbzeit nicht zum Siege, da bei dem starken Wind sämtliche Bälle über und neben das Tor gingen. So verlief das Spiel, das gut geleitet war, unentschieden. Zußbatt-Ergebniffe der KreisNasien. Treis — Daubringen 3:3 Rodheim — Steinbach 2:1 Rodheim Jgd. — Steinbach Jgd 4:1 Lang-Göns — Vetzberg 1:3 Großen-Linden — Butzbach ausgefallen Leihgestern — Ober-Rosbach ausgefallen Launsbach — Tv. 1846 Gießen 1:2 Wieseck — Alten-Buseck 5.1. Rekordfahrt eines Adler-Trnmpf-Lnnior In Berlin startete Ingenieur van Hugo- Zagreb mit einem Adler-Trumps-Junivr zu einer Fernfahrt nach Zagreb (Jugoslawien) Er legte die 1100 Kilometer lange Strecke unter offizieller Kontrolle in 21 Stunden 15 Minuten zurück und unterbot damit die alte Bestleistung, die vor wenigen Jahren ein schwerer Austro-Daimler-Sportwagen mit 22% Stunden aufgestellt hatte, ganz beträchtlich. MnnsHastskäMe iwO -Spiele tu den hessischen Schulen für 1935. Um die Alltagsarbeit in der körperlichen Erziehung der Volks- und höheren Schulen anzuregen und alle Jungen und Mädchen der wertvollen erziehlichen Wirkung einer Gemeinschaftstat zuzuführen, werden, wie der Reichsstatthalter in Hessen (Landesregierung — Abteilung II) den Direktionen der höheren Schulen und den Kreis- und Stadtschulämtern mitgeteilt hat, folgende Mannschafts- kämpfe und - spiele für das Jahr 19 3 5 eingerichtet: A. Männliche Jugend. I. Klassen Ila bis la: Mannschafts-Vierkampf nm d i e Plakette der Hessischen Landesregierung. Hebungen: 1. 100- Meter-Laus mit zwei Hindernissen bei 25 Meter und 50 Meter in Form eines Balkens in Höhe von 75 cm, der zu überspringen bzw. zu unter- kriechen ist; 2. Weitsprung mit dem Sprungstab ohne Verwendung eines Sprungbrettes; 3. Wurf mit der Keule (500 Gr.) aus dem Stand; 4. Schwimmen (beliebig) über 50 Meter. 10 v. H. der Gefamtfchülerzahl der obengenannten Klaffen einer Schule haben als Mannschaft anzutreten. Die Beteiligung ist für alle Schulen verbindlich. Die Mannschaft mit der besten Durchschnittsleistung im Endkampfe erhält den Wanderpreis auf die Dauer eines Jahres. Für die Vor- und Ausfcheidungskämpfe werden die Provinzen in Bezirke eingeteilt. Innerhalb dieser Bezirke treten die betreffenden Schulmannschaften an einem neutralen Platz zum Leistungsvergleich an. Die beste Mannschaft jedes Bezirks hat die Berechtigung, an den Provinz-Ausfcheidungs- kämpfen teilzunehmen. Schließlich treffen sich dis Best-Mannschaften aus den drei Provinzen zum Endkampf. Die Durchführung der Kämpfe innerhalb der Provinzen wird bis spätestens zum Beginn der Sommerferien beendet. Bis zum 1. Oktober muß der Endkampf bestritten fein. II. Klaffen Illa bis Ilb: Fuß-Schlagballspiel um eine Plakette der Landesre- gierung, Abteilung II. Bezüglich Beteiligung, Durchführung ufw. gilt sinngemäß das bereits beim Wanderpreis für die oberen Klassen Gesagte. Goethe, Seebeck und die Farbenphoiographie. 3um 125 jäf)rigen3ubitäum der Farbenlehre' Von Or. Wolfgang Mejer. Am 16. Mai des Jahres 1810, pünktlich um 8 Uhr morgens, bestieg Staatsminister Geheimbderath v Goethe in Jena den Reisewagen, der ihn der bewährten Kur in den böhmischen Badern ent- aeqenführen sollte. Die letzten Wochen waren besonders reichlich mit Arbeit gesegnet gewesen. Vor wenigen Tagen erst waren die druckreifen Korrekturbogen des großen Werkes an den Verleger ab- qegangen, das die Ernte jahrzehntelangen Fo^ fchens und Denkens barg: die „Farbenlehre . Noch eine Ergänzung des umfangreichen Stoffes war Goethe notwendig erschienen. Die wahrend der Entstehung der „Farbenlehre" von verschiedenen For chern angestellten Beobachtungen über die Wirkung farbiger Beleuchtung auf Leuchtsteme, Metalloxyde und Pflanzen galt ihm als bedeutendster Punkt, der in den: letzten 20 Weni m unserem Fache vorgekommen . „Ein Capital , fahrt Goethe fort, „das in unserem Entwürfe nur skizziert, in der Chemie von immer größerer Bedeutung werden muß. Wir können unsere Pflicht hierin nicht besser erfüllen, als wenn wir einen ausführlichen Aufsatz von Herrn Doctor S e e b e ck zu Jena einrücken, der von dem scharfen und treuen Beobachtungsgeiste des Verfassers, sowie von besten unvergleichlicher Gabe zu experimentieren em schönes Zeugnis ablegt und bei Freunden der Wissenschaft den Wunsch erregen wird, der Verfasser möge sich immer in dem Falle befinden, seinem natürlichen und beurkundeten Forscher-Berufe zu folgen. Doktor Thomas Johann Seebeck, dem der große Menschenkenner Goethe solche ausnehmende Anerkennung schenkt, stand damals im 40. Lebensfahr, ßr war Deutschbalte, aus Reval gebürtig. -Von 1802 bis 1812 lehrte er in Jena. Dann folgte er einem Ruf an die Universität zu Berlin, wo er 1831 gestorben ist. Goethes Hoffnungen auf Seebecks wissenschaftliche Begabung wurden nicht enttäuscht. In der Geschichte der Physik lebt Seebeck weiter als ber Entdecker der Thermoelektrizität, die er im Jahre 1821 fand. In der Abhandlung Seebecks, die Goethe für würdig erachtete, feine „Farbenlehre" zu beschließen, befindet sich ein Abschnitt „Von der chemischen Action des Lichts und der farbigen Beleuchtung . Darin führt Seebeck Versuche pon Vorgängern auf diesem Gebiete an, besonders von Scheele und S e n e b i e r, die Öem Einfluß des Sonnenlichtes auf salzsaures Silber gegolten hatten. Eins Hemmung der Wirkung „nach der Seite des Gelben und Roten" hatte Senebier schon festgestellt. Mit Kenntnis dieser Ergebnisse machte nun Seebeck eingehende Versuche über die Wirkung des Sonnenlichtes, das durch ein Prisma gebrochen wurde. Schließlich schildert er in einem eigenen Abschnitt Versuche mit farbigen Gläsern, durch die er das Sonnenlicht auf falzsaures Silber, wie auch auf andere Chemikalien wirken ließ. „Das falzfaure Silber wurde unter den violetten, blauen und blaugrü- nen Gläsern wie am Sonnen- oder Tageslichte grau, und zwar nach der Verschiedenheit der Gläser auch verschieden nuanciert, bei der einen mehr ins Bläuliche, bei der andern mehr ins Rötliche ziehend, oft auch fast schwarz. Unter gelben und gelbgrünen Gläsern dagegen veränderte sich das Hornsilber wenig", stellt Seebeck fest. „Die blaue Beleuchtung wirkt überhaupt auf alle Substanzen, welche im Lichte eine Veränderung erleiden, wie das reine Sonnen ober Tageslicht; die rothe Beleuchtung dagegen verhält sich immer entgegengesetzt, häufig bloß wie gänzliche Abwesenheit des Lichtes. Sv wird, um noch einige Beispiele anzuführen, die farblose Salpetersäure unter blauen und violetten Gläsern gelb, wie im reinen Sonnenlichte, unter dem gelbrothen bleibt sie weiß; Bestuscheffs Ner- oentinctur wird im Sonnenlichte weiß, unter dem blauen Glase gleichfalls, unter dem gelbrothen aber bleibt sie gelb usw." Für uns heute ist es nicht schwer, zu erkennen, daß Seebeck mit diesen Aufzeichnungen den Weg zur Photographie in natürlichen Farben gewiesen hatte! Seebecks Zeitgenossen konnten eine so hervorragende Bedeutung der Untersuchungen des Jenaer Physikers nicht ahnen, weil die Photographie selbst noch nicht erfunden war. Erst mußte die Kamera mit den Platten entsprechender Empfindlichkeit und die Möglichkeit des Fixierens vorhanden fein, bis Seebecks Erkenntnis einen praktischen Wert erhalten konnte. Dreißig Jahre nach Seebecks Tod kam der englische Physiker Clerk Maxwell auf den Gedanken der photographischen Wiedergabe unter Anwendung dreifarbiger Lichtfilter. In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts versuchten dann die französischen Amateur» photographen Ducvs de Hauron und C r o s, durch Uebereinanderdrucken von drei verschiedenfarbigen Bildern natürliche Abbildungen farbiger Gegenstände zu erzielen. Doch erst nachdem Professor" H. W. Vogel die Farbempfindlichkeit photographischer Platten entdeckt hatte, tonnte diesem Wege die naturgetreue Wiedergabe photographierter Dinge im farbigen Buchdruck ausgeführt werden. Die Aufgabe, unmittelbar in der Kamera naturwahre, farbige Aufnahmen zu erreichen, lösten schließlich die Chemiker Gebrüder ßumiere in Lyon mit ihrem „Autochromverfahren." Bei diesem ist die Glasplatte, die eine farbempfindliche Gelatineschicht trägt, von feinen grünen, orangefarbigen und violetten Stärkekörnchen bedeckt, die als winzige Lichtfilter wirken. Wenn sich auch die technischen Mittel erstaunlich verfeinert, die chemischen Verfahren erheblich vervollkommnet haben, so sind doch die Grundlagen die gleichen geblieben, die Thomas Johann Seebeck vor 125 Jahren angab. Sie sind, wie Goethe vorausgesagt, in der Chemie von immer größerer Bedeutung geworden, vor allem durch die Farbenphotographie! Der „Papier-Zack" ein Londoner Sonderling. In den Straßen Londons sah man seit Jahren einen sonderbaren Kauz, dem selbst ein härenes Gewand zu kostspielig war und der sich seine Kleidung aus alten Zeitungen zusammensteckte. Mit einigen Schnüren wurde dieses recht mangelhafte Kostüm „gesichert", und wenn ein Regenguß den Anzug allzu sehr durchweichte, dann erhielt der merkwürdige Mann überall, wo er anklopfte, kostenlos wieder einen Stoß alter Zeitungen, aus denen er sich geschickt ein neues Gewand nach dem elegantesten Schnitt schneiderte. Daß er sich auch die Haare nicht scheren ließ und sich Sandalen aus Packpapier schusterte, ist darnach nicht mehr verwunderlich; aber niemand nahm Anstoß an einer so offen zur Schau getragenen Verachtung der Zivilisation. Er übernachtete im Freien und ließ sich bei einem Unwetter allenfalls bewegen, einmal eine Nacht in einem Schuppen zu verbringen, aber in richtige Behausungen ließ er sich nicht einlaben. Den „Papier-Jack" nannten ihn die Gassenjungen von London, und bald nannten ihn auch die Erwachsenen so. Die Schutzleute schlossen sich der öffentlichen Meinung an, standen auf Du und Du mit ihm und trugen Sorge, daß er in seiner Feindschaft gegen die technischen Errungenschaften wohlbehalten von einem Bürgersteig auf den andern kam. Aber trotz dieser freundlichen Fürsorge hat Papier-Jack nun im Kampf gegen die Zivilisation den kürzeren gezogen. Er ist einem Autounfall erlegen, bei dem man weder ihm noch dem Fahrer eine Schuld nachweifen konnte. Erst als der „Papier-Jack" still und stumm im Schauhaus lag, wurden seine Geheim- nifte offenbar. Ma» fanil dte Anschrift eines wohlhabenden Weinhändlers namens Preece bei feinen wenigen Habseligkeiten, und als man den Mann herbeirief, erkannte dieser in dem armen „Papier- Jack" seinen Bruder Alfred (Ellis Preece wieder, den er feit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen hatte. Er berichtete, daß sein Bruder vor dem Kriege ein Landvermesser gewesen sei. Im Kriege hatte man ihn auf Grund feiner besonderen Befähigung zur Entzifferung von Telegrammen herangezogen, eine sehr schwierige Arbeit, die er zur größten Befriedigung feiner Vorgesetzten zuverlässig durchführte. Nach dem Friedensschluß hatte Alfred Ellis Preece bann geheiratet unb war zunächst sehr glücklich gewesen; bann aber würbe bie Ehe geschieben ober für ungültig erklärt, man wußte nicht recht warum. Von biefem Tage an war Alfreb ver- schwunben, unb „Papier-Jack" tauchte an seiner Stelle auf. Unh ber fonberbare Mensch hat nun sein letztes Geheimnis mit ins Grab genommen. Hochschukuachrichten. An ber Universität Frankfurt finb zu beamteten außerorbentlichen Professoren ernannt worben ber Dozent für Sinologie unb Bubbhologie unb Direktor bes China-Instituts Dr. jur. et phil. Erwin Rousse 11e unb ber Dozent für beutsche Philologie, insbefonbere für Literaturgeschichte ber beut- schen Stämme unb Lanbschasten Dr. phil. Hermann © u m b e l. Der bisherige Beauftragte für Luftfahrtmebizin an ber Universität Frankfurt Dr. med. Spahmer tritt mit Wirkung vom nächsten Wintersemester in gleicher Eigenschaft an bie Universität Gießen über. Für bie Universität Frankfurt hat Professor Dr. Koch in Bab-Nauheim einen Lehrauftrag für Luftfahrtmebizin mit Geltung vom nächsten Wintersemester an erhalten. Der zunächst nur vertretungsweise mit ber lieber- nähme ber burch bas Ableben von Professor Strasburger freigeworbenen Profesiur für innere Medizin in Frankfurt beauftragte Professor Dr. Max G ä n ß 1 e n ist nunmehr endgültig zum planmäßigen ordentlichen Professor und Direktor der Medizinischen Poliklinik ernannt worden. Professor Dr. Christian vom Hofe, Extraordinarius an der Technischen Hochschule in Wien, ist zum ordentlichen Professor für allgemeine Technologie an der Technischen Hochschule Berlin ernannt worden. Professor Dr. Anton Fleck, Honorarprofessor für Wirtschafts- ynd Finan^wissenschaften nn der Universität Kiel, ift zum ordentlichen Professor an dev Universität Greifswald ernannt woxdrn. III. Klassen IV bis Illb und 7. und 8. Schuljahr Oer vier- und mehrklassigen Volksschulen: Fuß- Schlagballspiel um den Kreiswimpel der Landesregierung, Abteilung II. Für jedes Kreis- und Stadtschulamtsgebiet steht je t i n Wimpel zur Verfügung. Die Städte Mainz, Offenbach, Darmstadt, Worms und Gießen erhalten außerdem einen weiteren Wimpel zugeteilt, dessen Einsatz in dieser Altersstufe örtlich geregelt werden muß, wobei eine Trennung zwischen Volks- und höheren Schulen zu unterbleiben hat. IV. 6. bis 8. Schuljahr der ein- bis dreiklassigen Dolkssckulen: Fuß - Schlagballspiel um den Kreiswimpel der Landesregierung, Abteilung 2.. Für jedes Kreisschulamt steht ein Wimpel zur Verfügung. Den Kreisen mit größerer Ausdehnung (dazu zählen sämtliche oberhessischen Kreise) wird je ein weiterer Wimpel zugeteilt. Auch hier muß die Einordnung dieses Wimpels kreisörtlich erfolgen, wobei besonders oerkehrs- technische Umstände zu beachten sind. B. Weibliche Jugend. I. Klassen Illa bis la: Grenzballspiel um eine Plakette der Landesregierung, Abteilung 2. Bezüglich Beteiligung, Durchführung usw. gilt sinngemäß das bereits bei den Jungen-Wettkämpfen Gesagte. II. Klassen IV bis III b und 7. und 8. Schuljahr der Volksschulen mit 4 und mehr Klassen: Grenz- ballspiel um den Kreiswimpel der Landesregierung, Abteilung 2. Für jedes Kreis- und Stadtschulamtsgebiet steht je ein Wimpel zur Verfügung. Die Städte Mainz, Offenbach, Darmstadt, Worms und Gießen erhalten außerdem einen weiteren Wimpel zugeteilt. III. 6. bis 8. Schuljahr der ein- bis dreiklassigen Volksschulen: Grenzballspiel um den Kreis wimpel der Landesregierung, Abteilung 2. Für jedes Kreisschulamt steht ein Wimpel zur Verfügung. Den Kreisen mit größerer Ausdehnung (dazu zählen sämtliche oberhessischen Kreise) wird je ein weiterer Wimpel zugeteilt. Für die Einordnung dieses Wimpels hier und unter II. gilt sinngemäß das darüber bei der männlichen Jugend Gesagte. Die Einteilung in Oberhessen. Bei den Mannschafts-Vierkämpsen um die Plakette der hessischen Landesregierung ist Oberhessen in 3 Bezirke eingeteilt: 1. Bezirk Gießen: 2. Bezirk Alsfeld, Grünberg: 3. Bezirk Friedberg, Büdingen, Butzbach, Bad-Nauheim. Als Bezirksleiter in Oberhessen wurden bestimmt: 1. Bezirk: Turnlehrer Paul (Gießen): 2. Bezirk: Studienassessor Römer (Grünberg): 3. Bezirk: Turnlehrer Grüß (Aufbauschule Friedberg). Bei dem Fuß-Schlagballspiel um die Plakette der Landesregierung, Abteilung 2, ist O b e r h e s s e n in 4 Bezirke eingeteilt: 1. Bezirk Gießen (Bezirksleiter Studienassessor F o n t i u s, Gießen.): 2. Bezirk Grünberg, Hungen, Alsfeld, Homberg (Leiter Studienassessor Römer, Grünberg): 3. Bezirk Büdingen, Nidda, Schotten, Laubach, Lauterbach, Schlitz (Lehrer Mo r i, Schotten): 4. Bezirk Friedberg, Bad - Nauheim, Butzbach, Vilbel (Studienassessor Fischer, Friedberg). Bei den Kämpfen um die Plakette der Landesregierung für die weibliche Jugend bildet Ober- Hessen den Bezirk Gießen, Bad-Nauheim und Friedberg mit der Leiterin Frl. Schwarz, Friedberg. (Vergleiche die im heutigen lokalen Teil veröffentlichte Bekanntmachung des NSLB., Kreis Gießen. D. Red.) Kurze Sportnotizen. Der Fußballkamps Deutschland — Tschechoslowakei wird seinen Anfang um 16 Uhr nehmen, nachdem eine Vorverlegung auf 14 Uhr aus technischen Gründen nicht möglich ist. * Au f der Rückreise von Sofia, wo am 26. Mai eine deutsche Fußball-Auswahlmannschaft gegen Bulgarien spielt, wird diese Mannschaft in Belgrad Station machen und dort am 28. oder 29. Mai ein Länderspiel gegen Jugoslawien austragen. * I n Spanien herrscht über den Kölner Sieg der Fußball-Länderelf großer Jubel. In den Zeitungen wird neben den guten Leistungen der Spanier auch das Spiel der Deutschen und vor allen Dingen das einwandfreie Verhalten des deutschen Publikums hervorgehoben. Aus Anlaß des Ablebens Marschall P i l s u d s k i s herrscht in ganz Polen Sportruhe. Es sind auch Bestrebungen im Gange, das Davis- pokalspiel Polen — Südafrika, das am Freitag in Warschau einen Anfang nehmen sollte, um drei Wochen zu verlegen. * Beim ' Europa-Wasserball-Turnier vom 25. bis 31. Juli in Brüssel wird auch Deutschland vertreten sein. Wirtschaft. Der deutsche Außenhandel im ersten Vierteljahr 4935. Fwd. Berlin, 15. Mai. Gegenüber dem Vorjahre zeigen sich bei der Entwicklung des deutschen Außenhandels im ersten Vierteljahr bemerkenswerte Veränderungen. Aus der Handelsbilanz geht hervor, daß der Austausch mit dem gesamten Europa erstmalig mit einem P a s s i v s a l d o abschließt, der 28 Millionen RM. beträgt. Gegenüber dem ersten Vierteljahr 1934 bedeutet dies bei dem Wegfall des damaligen Ausfuhrüberschusses eine Passivierung der Handelsbilanz um 276 Millionen RM. Gleichzeitig hat im Verkehr mit Außereuropa der Einfuhrüberschuß (um 178 Millionen) a b - genommen. Der gesamte Einfuhrüberschuß des ersten Vierteljahres 1935 ist durch diese Verschiebungen auf 149 Millionen angewachsen, gegenüber 53 Millionen in der gleichen Vorjahreszeit. Die Vierteljahreszahlen der Einfuhrbewegung schließen im ersten Vierteljahr 1935 nur wenig höher als im vierten Vierteljahr 1934 ab. Die Erhöhung der Einfuhrziffer um 2 v. H. entfällt dabei aanz auf die Länder außerhalb Europas, deren Anteil an der Gesamteinfuhr um rund 36 v. H. stieg. Die Ausfuhr im ersten Vierteljahr 1935 sank im Vergleich zum letzten Vierteljahr 1934 um insgesamt 10 v. H., was hauptsächlich saisonbedingt war. Einen Rückgang weist der Absatz in die europäische Ländergruppe auf, deren Warenbezug aus Deutschland um fast 15 v. H. sank. Von den einzelnen Staaten bezogen neben Rußland die großen westeuropäischen Absatzländer Deutschlands weniger. Mehr abgesetzt konnte in Europa nur bei weniger bedeutenden Absatzländern, wie Spanien, Ungarn usw. werden. Nach den Ueberseestaaten konnte Deutschland im ersten Vierteljahr 1935 mehr absetzen. Die Erhöhung des Absatzes nach Außereuropa entfällt vor allem auf die asiatischen Länder, ferner auf den Absatz nach Süd- und Mittelamerika. Weiterer Spareinlagenanstieg .in Hessen-Nassau. FWD. Im Einklang mit der Spareinlagenentwicklung im Reich setzte sich auch in Hessen-Nassau das ununterbrochene Ansteigen der Spareinlagen weiter fort. Ende März 1935 verwalteten die 57 öffentlichen Sparkassen der Provinz Hessen-Nassau 530,84 Mill. Mark Spargelder. Ende Februar 1935 betrug der Spareinlagenöestand 526,76 Mill. Mark. Bei Zugängen in einer Höhe von 25,78 Mill. Mark und Abgängen von 21,70 Mill. Mark im Laufe des Berichtsmonats stellte sich der Einzahlungsüberschuß auf 4,08 Mill. Mark oder 0,77 v. H. des Ende Februar ausgewiesenen Bestandes. Dieses Ergebnis liegt Über dem Reichsdurchschnitt, der sich auf 0,52 v. H. errechnet. Die Zahl der bei den hessen-nassauischen Sparkassen geführten Sparkonten erhöhte sich im März um 3000 auf 1506 000 Stück. Das Durchschnittsguthaben betrug 352,54 Mark. Die Einlagen im Depositen-, Giro- und Kontokorrentverkehr stiegen um 0,34 Mill. Mark auf 71'89 Mill. Mark. Die Anzahl der Depositen-, Giro- und Kontokorrentkonten erhöhte sich im Laufe des Monats von 101 300 auf 102 000. Ihr Durchschnittsbestand stellte sich Ende März auf 705 Mark. Die Lndustrie- und Handelskammer Gießen 6,25 101 96,75 96,75 100,25 96,9 102,5 115,75 100,5 98 115,75 96,25 101,1 96,75 96,75 4% desgl. Serie II ............ 5% Numan, veretnh. Rente v. 1903 4)4%Ruman.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereint). Rente .. 2 %% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Pake: O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... O Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ................ 12 A.C.G......................O Bekula.................... io Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6)4 Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmuna. 5 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert 8 Co............... 4 Siemens 8 Halske............7 Lahmeyer L Co.............. 7 9,5 1.75 4,4 38,25 32,4 35 6,5 111 93 94,25 94,25 161,5 38,4 135,9 105,75 124,25 96 120,25 127 109,25. 160 122,5 97,13 109,75 106,5 152,75 127,5 91 9,65 4,75 7 4,5 39 32,25 34,75 87 111 93 94 94 161,5 39,25 136,65 106,25 126 96,25 121,13 130 110,65 164,5 124,5 98,13 110,25 106,5 129 92,5 10 4,8 7,13 4,45 38,5 32,5 28 34,75 86,75 111 93 94,25 94,25 161.5 38 136 106,5 124 95,65 120,25 127,75 109,4 159,5 123 97,75 109,65 106,25 95,75 153,75 127,5 91,5 4,8 7,05 4,45 38,75 33 34,75 86,75 111 93 94 94 161,5 39 136,5 107,25 126,25 96,5 121,25 129 110,5 164,9 124 98,25 110,75 106,5 95,75 158 128,25 92,25 Mansfelder Bergbau......... 8 Kokowerke ..................6 Phönix Bergbau.............O Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl ................ sy2 Vereinigte Stahlwerke........o Otavi Minen ...............o Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... iy2 I. G. Farben-Jndustrie....... 7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ................o Rütgerswerke ...............4 Metallgesellschaft.............4 Philipp Holzmann ...........O Zementwerk Heidelberg ......5 Cementwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Patzenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren...... O Deutsche Linoleum...........6 Lrenstetn & Koppel ..........O Westdeutsche Kaufhof ... n 108 225 107,5 80,5 18,75 121,75 122 166 145,25 218 97,75 113,5 98 91,5 115,75 54 114,75 85 90 i61,9 5 162 150,25 36,65 92 111,25 230 108,5 81,25 19,4 124,5 122 169 146,75 221 97,75 113 99 92,25 116,25 54,5 111,5 115,25 90,25 89,5 161,5 35,13 293 163,25 152,5 36,9 I 92 108,5 117.25 225,5 107,75 80,25 18,65 122,5 122 166,5 145 97,25 113,5 98,25 91,75 108,75 54,25 110 115 5,5 125 89,75 160,75 85,5 35,25 294 162,5 150,4 36,65 111 117,13 229,25 108,75 80,9 19,25 124 124 168,13 145,9 97,75 113,9 99 92,5 109 54,25 111,5 115 90,5 126 Buenos Aire^ Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingforS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork ... 0,658 41,98 0,199 3,047 54,13 46,80 12,12 5,345 16,37 168,23 20,53 0,713 5,649 60,92 48,95 11,00 62,51 60,34 33,95 10,35 2,486 0,662 42,06 0,201 3,053 54,23 46,90 12,15 5,355 16,41 168,57 20,57 0,715 5,661 61,04 49,05 11,02 62,63 80,50 34,01 10,37 2,490 Sanknoten. 0,658 41,98 0,189 3,047 54,06 46,79 12,105 5,34 16,37 168,22 20,53 0,712 5 >649 60,85 48,95 10,99 62,43 80,34 83,93 10,35 2,485 0,662 42,06 0,191 3,053 54,16 46,89 12,135 5,35 16,41 168,56 20,57 0,714 5,661 60,97 49,05 11,01 62,55 80,50 33,99 10,37 2,489 Serlm,l5.Mai Geld SHef Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. 2,437 41,82 53,85 12,07 16,31 167,80 2,457 41,98 54,07 12,11 16,37 168,48 Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39 4% Oesterreichische Goldrente.... 106 27,65 106 27,9 3,05 7,4 7,65 14 9,5 106 28,1 106 28,18 1,25 8,05 7,65 7,9 14,1 10,25 Buderus ............. o 89,4 161,25 85,5 34,9 292,5 163 151,75 36,65 Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............ 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4)4% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1__________ 1,2 7,95 7,65 7.65 14 9,5 1,25 8,05 7,65 7,65 14,13 Gelsenkirchener..............O Harpener...................o Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. O Ilse Bergbau ............... - Ilse Bergbau Genüsse........6 Klvcknerwerke ............. 8)4 Chade.....................” 0 Accumulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gummi ..............g Grttzner....................0 Matnkraftwerke Höchst a,M.... 4 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................ 20,01 60,64 62,22 80,11 33,46 20,09 60,88 62,46 80,43 33,60 wcunnesmann-vtoyren........ O 79,5 80,25 79,9 80,13 Suddeutscher Zucker.........v 168,5 169,51 168,5 I 169,5 Ungarische Noten................