185. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr. 90 Erster Blatt ,85. Jahrgang Dienstag. 16. April 1935 e ann«w 0 W W W/ IB I ■< ■ Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 BI W BVk S H wk H JM ■ ■ »R Bkk Bi ■ B^ B anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr.. „ -.25 V M ■ B WK &* BhfBk H Mr W HW< BWBL BL 60Npf..Platzvorschrist oder Auch bei Nichterscheinen ~ ■ B B ^F B 'v ^F BR schwieriger Satz 25°/„ mehr Dm7oIgr3 * * 6 * *^"rer3iU= R-F ' V W «tmWg.e 6run6prdf«: Seneral-Anzcher für Sberhessen WZ ^^"Efurt am Main 11688 Druck UN- Verlag: vrühl'sche Univerfitatr Buch- UN- Zteindruckerei R.Lange in Gießen. Zchriftleitung UN- Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 ^enrgcnab^^^Il *ü^e9staffeiB Stresa und Gens. Von unserem W. H.-Sonderberichterstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) S t r e s a, 15. April 1935. Die Bedeutung und Tragweite der Konferenz von Stresa muß nach drei Gesichtspunkten beurteilt werden: 1. nach den dort tatsächlich zustandegekom- menen Beschlüssen; 2. nach den Aussichten und Möglichkeiten, die sich für spätere Konferenzen und Verhandlungen eröffnen und 3. als Solidaritätsgeste der drei Konferenzmächte gegenüber Deutschland und der übrigen Welt. Hinsichtlich der tatsächlichen Ergebnisse hat Stresa viele Erwartungen mehr oder weniger enttäuscht. Tatsächlich prallten von vornherein zwei grundsätzliche Einstellungen scharf aufeinander: Frankreich hatte nur das eine Ziel, einen a k t i o n s - fähigen Block gegen Deutschland zusammenzuschmieden, der sich mit allen Mitteln dem deutschen Machtanstieg entgegenstellen soll. Gleichzeitig will es den Völkerbund benutzen, um diesem Block durch scharfe Verurteilung der deutschen Aufrüstung einen breiten internationalen Hintergrund zu verschaffen und Deutschland zugleich vor der Welt moralisch ins Unrecht zu setzen. England sieht die deutsche Rüstungsverstärkung gleichfalls nicht ohne Sorge. Auch es möchte, soweit das ohne große Erschütterungen möglich ist, hier Eingriffsund Kontrollmöglichkeiten erreichen. Es fürchtet aber eine Verschärfung der internationalen Lage durch ein neues Bündnissystem und möchte Deutschland nicht soweit vor den Kopf stoßen, daß dessen Wiedereintritt in den Völkerbund unmöglich wird. Mussolini schließlich sah und sieht vor allem Oesterreich. Gleichzeitig arbeitet er mit militärischen Kraftgesten, um Deutschland und auch seinen Konferenzpartnern zu imponieren. Für ihn steht auch sonst der südosteuropäische Raum im Vordergrund. Er treibt eine Politik des sacro egoismo ohne allzuviele Grundsätze. Das SchlußkommuniquL von Stresa spiegelt alle diese Tendenzen wider. England hat verhindert, daß nach französischen Wünschen jene Blockpolitik zwangsläufig wurde, die Deutschland von einer gleichberechtigten Mitarbeit ausschließen und es unter stärksten Druck setzen soll. Auch über wirtschaftliche oder finanzielle Sanktionen für den Fall neuer vertraglicher Aufkündigungen ist im Schlußkornrnuniquö nichts enthalten. Dagegen werden im Sinne Englands weitere Verhandlungen mit Deutschland immerhin offengehalt en, vor allem über Rüstungsbegrenzung Oesterreichs und den Luftpakt. Die Erhaltung des Friedens und die Wiederherstellung des Vertrauens werden wenigstens mit Worten als Ziele der Politik der drei Mächte bezeichnet. Auf der anderen Seit hat Fr a n k r e i ch durchgesetzt, daß die drei Mächte gemeinsam das französische Memorandum an den Völkerbund in Genf unterstützen werden, in dem die Klage gegen Deutschland wegen „Vertragsverletzung" begründet wird. Diese Zustimmung ist England sicher nicht leicht gefallen, weil es sich doch sagen muß, daß jede Entschließung des Völkerbundsrats, die sich die Einseitigkeiten und Ungerechtigkeiten der französischen Denkschrift zu eigen macht, Deutschland weiter denn je von Genf abdrängen muß. Noch weiß man nicht, wie diese Schlußentschließung des Völkerbundsrats aussehen wird, obwohl zweifellos Entwürfe dazu schon in Stresa Vorlagen. Von ihrem Wortlaut kann sehr viel für eine weitere friedliche Entwicklung der Welt abhänaen. England hat sich hier auf eine abschüssige Bahn drängen lassen. Nun werden in Genf auch Sowjetrußland und die Kleine Entente auf die Entschließung des Völkerbundsrates Einfluß nehmen, sie werden das kaum in mäßigendem Sinne tun. Da die Annahme einstimmig sein muß, so könnten allerdings die südamerikanischen Ratsmitglieder und europäische Neutrale in mäßigendem Sinne Einfluß ausüben. Immerhin waren ja von den 15 Ratsmitgliedern nur drei, freilich sehr maßgebende, in Stresa versammelt. Genf wird also schon wegen der französischen Klage gegen Deutschland von größtem Interesse sein. Gleichzeitig wird es aber auf der Grundlage der Entschließungen von Stresa zweifellos zu umfangreichen K u l i s s e n v e r h a n d l u n- g e n führen, weil nun auch Litwinow, Benesch und Titulescu die Karten mischen werden. Deutschland soll zu der in Stresa ins Auge gefaßten Donaukonferenz im Mal nach Rom eingeladen werden. Ob das Programm dieser Konferenz, wie es aus dem Schlußkommumq^ von Stresa erkennbar wird, allerdings Möglichkeiten für eine praktische Mitarbeit Deutschlands eröffnet, bleibt zweifelhaft. Im Grunde will man doch nur Oe st erreich für alle Zukunft um das Recht der nationalen Selbstbestimmung bringen, will es „a l b a n i s i e r e n" und dabei den nischen und sonstigen internationalen Emstusien offenhalten. Dafür soll auch Deutschland seine Zustimmung geben, und diese Entwicklung soll es mitgarantieren. Das deutsche Volk in Oesterreich elbst aber wird nicht gefragt. England hat es in Stresa wieder verstanden, jedeneue kontinentale Verpflicht u n g abzulehnen. Soweit der geplante Lustpakt, bei dem das System zweiseitiger Pakte angewendet werden soll, etwa noch neue Verpflichtungen Englands im Gefolge haben könnte, muß das britische Parlament erst seine Zustimmung geben. Gerade bei der Luftpaktfrage hat sich in Stresa auch gezeigt, daß man ohne Deutschlands Mitwirken und seine Mitarbeit keine einzige europäische Frage in friedlichem Sinne Stabschef Luhe über die kommenden Aufgaben der SA. Magdeburg, 16. April. (DNB.-Funkspruch.) Der Chef des Stabes der SA., Lutze, erklärte Vertretern des „Mitteldeutschen" in einer Unterredung über die kommenden Aufgaben der SA. u. a.: Die SA. wird in ihrer Grundidee und ihrer Existenz auch für die Zukunft durch das Wehrgesetz in keiner Weise ausgeschaltet. Es kann keine Rede von einem Verschwinden der SA. sein, da ihre Aufgaben anderer Art sind als die des Heeres und der Führer für alle Zeiten auf feine SA. als den geschulten und kämpferischen Glaubensträger und Glaubenskünder der nationalsozialistischen Weltanschauung entscheidenden Wert legt. Um der SU. diese ihre ursprüngliche Aufgabe zu ermöglichen, ist natürlich eine scharfe Durchsiebung in er st er Linie bei alten Führer st etlen Voraussetzung für den Weiterbestand einer auf Freiwilligkeit und kämpferisch-politifchen Willen aufgebauten, in Gesinnung und Haltung nicht militärisch, aber doch soldatisch bedingten nationalsozialistischen Organisation. Die qualitative Hochstellung des Führerkorps wird erreicht durch umfassende Prüfungen, die eine strenge Auswahl nach charakterlicher Haltung, Beherrschung nationalsozialistischer Weltanschauung und soldatischen Lebensstil ermöglichen. Diese Prüfungen sind im ganzen Reich b i s zu den Brigadeführern herab- bereits streng durchgeführt und werden systematisch fortgeführt bis etwa zu den Sturmführern. In etwa fünf bis sechs Monaten ist dieser Prozeß, der bewußt ohne Rücksicht auf das entstehende Zahlenverhältnis nur eine wirkliche Elite übrigläßt, im ganzen Reich durchge- . führt. Den Weg eines jungen Deutschen, vor allem aber eines kämpferischen Nationalsozialisten, stelle ich mir folgendermaßen vor: Zunächst die erste Er- fassuna im Jungvolk und der HI., dann sofort lieber nähme in die SA., und zwar vor der Erfüllung der Arbeitsdienst- pflicht. Nach dem Arbeitsdienst und der A b - leistung der Wehrpflicht werden diejenigen Nationalsozialisten, die in sich die Aufgabe eines kämpferischen Lebens für die Idee des Führers tragen, zur SA. zurückkehren. Ich wünsche lieber eine kleine, aber geschulte, glaubens st arte und dem Führer fanatisch ergebene Truppe, als eine SA., die durch Masse zu imponieren versucht. Die Ereignisse des 30. Juni und die seinerzeit von dem Verräter Röhm eingeschlagenen Wege haben klar bewiesen, daß der Geist und die Weltanschauung letzten Endes entscheidend sind und nicht irgend welche Machtmittel. Der Zusammenbruch des deutschen Soldatengeistes durch die Unterminierung im Jahre 1918 und der Weg der nationalsozialistischen Revolution im Jahre 1933 sind entscheidende Beispiele für den ausschlaggebenden Einfluß der Idee. Mit Kanonen kann man wohl ein Volk schützen und erhalten, aufbauen kann man es nur mit einer gläubigen und kämpferischen Weltanschauung. Hierzu ist die SA. eines der ersten Instrumente. Auf Grund dieser Anschauungen wird sich nach einer Aebergangszeit auch die Frage „Parteigenosse und Nichtparteigenosse" in der SA. von selbst lösen. Das Führerkorps besteht heute zum allergrößten Teil schon nur noch aus Parteigenossen und in Zukunft werden in der SA. überhaupt nur noch Parteigenossen zu finden sei. Diejenigen Volksgenossen, die nach Ableistung des Wehrdienstes die Tradition ihrer Militärzeit weiterpflegen wollen, ohne indessen nationalsozialistische Kämpfer zu fein, werden in einem großen Soldatenbunde zusammen- Berlin, 15. April (DNB.) Noch liegen nicht alle Ergebnisse der am 12. April stattgefundenen Vertrauensratswahlen vor, jedoch läßt sich schon jetzt an Hand der aus allen Teilen Deutschlands einlaufenden Ziffern mit Bestimmtheit sagen, daß sich das schaffende Deutschland mit einer überwältigenden Mehrheit zu der vom Führer begründeten nationalsozialistischen Sozialordnung bekannt hat. So meldet z. B. Siemens (Berlin), in dessen riesigen Betrieben 52 000 deutsche Volksgenossen ihr Brot verdienen, 8 3 o. H. Ia - Stim - men bei 91 v. H. abgegebenen Stimmen. Von weiteren Groß-Berliner Betrieben sei Borsig erwähnt, wo von 9 033 Wahlberechtigten 8 843 mit Ja stimmten. Die Berliner Städtischen Gaswerke melden 6061 Ja-Stimmen bei 6598 Wahlberechtigten, und Lorentz 4915 Ja-Stimmen bei 5807 Wahlberechtigten. Auch die Betriebe des ehemals roten Hamburg haben sich in überwältigender Weise zum neuen Deutschland bekannt. Von der 10 000 Mann starken Belegschaft der Werft Blohm & Voß stimmten 81 v. H. mit I a, während die Gefolgschaft der Hamburger Hochbahn AG., die ebenfalls 10000 Mann stark ist, 80 v. H. Ja-Stimmen meldet. Von den 3568 Volksgenossen, die in den Hamburger Hafenbetrieben beschäftigt sind, stimmten 82 v. H. mit Ja. Aus Westfalen-Süd liegen vorläufig nur Teilergebnisse vor, die jedoch durchweg einen besonders hohen Hundertsatz von Ja-Stimmen aufweisen. So kann der Bochumer Verein 93,4 vom Hundert Ja-Stimmen melden, die Bergbau Aktien-G e s ellschaft Lothringen 95 v. Sy Aus dem Wahlkreis Leipzig feien die Wanoererwerke genannt, wo von 5353 Wahlberechtigten 4784 mit Ja und nur 98 mit Nein stimmten. Es melden ferner die I G. Farben Bitterfeld 90 v. H. Ja - Stimmen und die Leuna-Werke in Merseburg, die eine Gefolgschaft von 15 472 Mann beschäftigen, 88,1 v. H. Die Betriebe der Firma Krupp (Essen) können bei 35 334 Wahlberechtigten und 33 826 abgegebenen Stimmen 89,7 v. H. Ja-Stimmen verzeichnen. ♦ Im „Völkischen Beobachter" schreibt der Leiter des Presseamtes der DAF., Hans B i a l a s, unter der Überschrift „D a s Ja des schaffenden Volkes" zum Ergebnis der Vertrauensratswahlen u. a.: Diese Vertrauensratswahlen widerlegen in eindeutiger Weise die irreführenden Behauptungen von Emigrantenkreisen und die Mutmaßungen gewisser Kreise des Auslandes. Das schaffende deutsche Volk, ohne Unterschied von Rang, Stand und Besitz steht einmütig hinter seiner gefaßt werden. Es ist kein Zweifel, daß es in Zukunft in Deutschland aber nur noch einen gro - ße n Soldatenbund geben wird, der alle umfaßt, die im Heere gebient haben und die nicht in einer Betätigung in der SA. eine weitere, sich selbst gestellte Aufgabe sehen. Das Nebeneinander- st e h e n von Organisationen gleicher Zielsetzung ist im nationalsozialistischen Staat eine Unmöglichkeit, wenn auch im Augenblick erst noch ein Uebergangsstadium durchschritten werden muß. nationalsozialistischen Führung, nicht nur wenn es sich um die selbstverständliche Betonung der Einheit als Volksganzes handelt, sondern auch dann, wenn es sich um die Anerkennung der von der nationalsozialistischen Staatssorm gegebenen Lebensform handelt. Mit diesen Wahlen ist für alle Zeiten ber Traum derer zerstört, die glaubten, daß der deutsche Arbeiter wohl für einen starken Staat, niemals aber für eine nationalsozialistische Staatsform zu gewinnen sei. Gerade die ehemaligen Hochburgen des Marxismus sind zum Hort nationalsozialistischen Geistes geworden. Das betrifft ebenso wie die sogenannten Arbeiterviertel auch die Betriebe, in denen der deutsche Arbeiter schafft. Man kann aus den vorliegenden Wahlergebnissen herausgreifen, welche man will: Immer wieder schwanken die Ja-Stimmen zwischen 80, 81, 82 v. H. und bis zu 100 v. H. der Gesamtbelegschaftsftärke. Diese Ergebnisse zeigen auch — und das ist wohl das Erfreulichste —, daß das Vertrauen zur Deutschen Arbeitsfront in gewaltigem Maße gestiegen ist. Einmütige Vertrauenserklärung für Generaldirektor Goebbels. Berlin, 15. April. Die Reichsbetriebs' gerneinfchaft Banken und Versicherungen teilt mit: Jrn Einvernehmen mit dem Leiter der Reichsbetriebsgemeinschaft Banken und Versicherungen Pg. L e n c e r hat sein ehrenamtlicher Stellvertreter Pg. Hans Goebbels, Generaldirektor der Provinzialfeuer- und Lebensversicherungs-Anstalten der Rheinprovinz in Düsseldorf — die dem Reichsverband der deutschen öffentlich-rechtlichen Versicherungen angehören — gelegentlich der Vertrauensratswahlen als Betriebsführer durch eine geheime Abstimmung d i e Vertrauensfrage an feine unter das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit fallende Arbeitsgefolgschaft gestellt. Alle im Dienst anwesenden Männer und Frauen der Gefolgschaft nahmen geschlossen an der Wahl teil und sprachen mit 424 Stimmen einftinv mig dem Betriebsführer das volle Vertrauen aus. Die ausgestellten Dertrauensräte wurden mit der überwältigenden Mehrheit von durchschnittlich 97,02 v. H. gewählt. Pg. Goebbels sprach seiner Arbeitsgefolgschaft Dank und Anerkennung für diesen herrlichen Beweis des Vertrauens, der Treue und der Kameradschaft aus, und erneuerte das Gelöbnis, feine Gefolgschaft im Geiste unseres Führers und Volkskanzlers in eine bessere Zeit zu führen. Das 3o des schaffenden Volkes. Glänzendes Ergebnis der Vertrauensratswahlen im ganzen Veich. lösen kann. Ganz von selbst wird man daher immer wieder auf Verhandlungen mit dem Reich zurückkommen müssen, sofern man überhaupt den Frieden unter den Völkern wünscht. Von großer Bedeutung ist schließlich noch Punkt 6 der Schlußerklärung von Stresa, in dem den früheren Kriegsverbündeten Deutschlands: Oesterreich, Ungarn und Bulgarien, eine bestimmte Wiederaufrüstung in Aussicht gestellt wird. Allerdings haben Frankreich und die Kleine Entente — in deren Auftrag übrigens der rumänische Außenminister Titulescu von Montreux aus auf telephonischem Wege Einfluß auf Stresa zu nehmen suchte — erreicht, daß diese militärische Wiedererstarkung der drei Länder von erst zu schaffenden Sicherheitsgarantien abhängig gemacht wird. Aber auch hier wird es nicht mehr möglich fein, Ueberlebtes zu halten und den Strom der Entwicklung abzudämmen. Deutschland ist für diese drei Länder Bahnbrecher zur Gleichberechtigung geworden! Besonderes Interesse muß schließlich noch die Erklärung Englands und Italiens über ihre Bereitwilligkeit erwecken, alle Verpflichtungen aus dem Vertrag von Locarno getreulich zu erfüllen. Diese Unterstützung hat vor allem den Zweck, die entmilitarisierte Zone am Rhein zu erhalten. Man will also Frankreich auch für die Zuknuft einen höheren Grad an S i ch e r - h e i t und eine Dorzugsbehandlung garantieren, Die auf Kosten der deutschen Sicherheit geht. Stresa war trotz allem nur ein A u sgangs- punkt für die dort vereinten drei Mächte, die den Versuch machen wollen, Europa ihren politischen Stempel aufzudrücken. Aber die Einigkeit der dort versammelten Staatsmänner war in Wirklichkeit viel weniger groß, als es die amtlichen Verlautbarungen vorspiegeln wollen. Tatsächlich sind die eigentlichen Gegensätze in den Auffassungen der drei Staaten in den meisten Punkten nicht beseitigt, sondern nur vertagt worden. Das Schlußkommunique sollte auf Deutschland wirken und hat deshalb nach Möglichkeit die Gegensätze hinter sehr allgemein-gehaltenen Beteuerungen verschwinden lassen. Wir werden aber in den nächsten Monaten zweifellos sehen, daß es in Stresa nicht gelungen ist und nicht gelingen konnte, auch nur willensmäßig schon einen Block der drei Staaten herzuftellen, der nur eine Politik kennt und sie geschlossen und zielsicher verfolgt. Amerikanische Gelbstgerechiiqkeii. Eine Rundfunkrede desStaatssekretärs Hüll am Panamerikatag. Washington, 16. April. (DNB.-Funkspruch.) Aus Anlaß des Panamerikatages am 15. April hielt der Vorsitzende der Panamerikanischen Union, Staatssekretär Hüll, eine durch Rundfunk verbreitete Rede, in der er die üblichen Worte über Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den Republiken Amerikas sagte. Dann aber wandte er sich an d i e übrige Welt und hielt „diesen Skeptikern" die „segensreichen Wirkungen" internationaler Konferenzen vor Augen, auf denen, wie das Beispiel panamerikanischer Konferenzen zeige, viele lebenswichtige Fragen zu aller Vorteil und zur wirtschaftlichen Erholung der Vertragsstaaten gelöst werden könnten. „Manche Nationen", so führte Staatssekretär Hüll aus, „stürzen sich heute Hals über Kopf in einen extremen Nationalismus und denken nicht an die katastrophalen Wirkungen einer derartigen Politik auf die wirtschaftliche Erholung und auf den Weltfrieden. Unter diesem Bann wahnwitziger Extremer rüsten jetzt Na- t i o n e n in vielen Teilen der Welt bis an die Zähne und richten dadurch unüberwindliche Schranken gegen den wirtschaftlichen Aufstieg der Welt im allgemeinen auf. Laßt uns diejenigen, die gegen die Grundsätze von Frieden handeln und ehrliche Freundschaft zurückweisen, die den Fortschritt der Menschheit aufhalten und die Streit und Krieg provozieren, vor aller Welt brandmarken als Feinde der Zivilisation und als außerhalb des Weltrechtes stehende Verbrecher." Mit diesen dramatischen Worten beschloß Hüll seine Panamerika-Rede. Note Leibeigenschaft. Der sogenannte Stoßarbeiter ist im roten Paradies eine vorbildliche Figur. Er arbeitet angeblich besonders gut, seine Leistungen sind angeblich erstklassig. Meist ist es aber so, daß kurzerhand Stoßarbeiterbrigaden zusammengestellt und dann unter scharfem Druck gezwungen werden, das Letzte an Kraft aus sich herauszuholen. Wie sehr der russische Arbeiter in der Sowjetunion bereits an das Sklavendasein gewöhnt ist, wie sehr er sich allem zu fügen hat, was krankhaft Veranlagte von ihm wünschen, geht aus einem Moskauer Bericht der Prawda hervor, der folgenden bezeichnenden Vorfall mitteilt: Auf einer Schweinefarm hatten die beiden Leiter ein weibliches Mitglied der Arbeiterschaft veranlaßt, an der eigenen Brust Ferkel zu nähren. Diese Handlung wurde als Beweis für die Qualität der Stoßarbeiter öffentlich gerühmt. Das ging auch dem roten Staatsanwalt zu weit, der daraufhin die Festnahme der Verantwortlichen veranlaßte. Wesentlich ist jedoch, daß derartiges überhaupt vorkommen konnte. Auf die Frage, wie es möglich war, daß sich eine Frau dazu hergab, kann es nur die eine Antwort geben: die Arbeiter in Stadt und Land, ausgehungert, abgerissen, verängstigt, dauernd gebemütigt, bewußt dumm und un- wissend gehalten, sind den roten Bonzen so ausge- liefert, daß sie es nicht wagen, den widerwärtigsten Anträgen gegenüber eine ablehnende Haltung einzunehmen. Was wäre wohl mit der Bäuerin geschehen, wenn sie sich geweigert hätte. das auszuführen, was von ihr verlangt wurde! Und so gibf es im Londe der roten Leibeigenschaft tau» sende tviile, die nicht ans Tageslicht kommen. aber ein Volk sittlich und körperlich dem Verfall ausliefern. Bedauerliche Zwischenfälle in Pommerellen. Danzig, 15. April (DNB.» In Neustadt (Pommerellen) und Klein-Katz an der Danziger Grenze ist es zu sehr bedauerlichen Ausschreitungen gegenüber der dortigen deutschen Minderheit gekommen. Nach einer Versammlung in Neustadt zogen die Teilnehmer unter Führung des Bürgermeisters durch die Stadt, wobei es zu schweren Ausschreitungen gegen Deutsche kam. Hunderte von Fensterscheiben deutscher Wohnungen wurden eingeschlagen, Pistolenschüsse abgefeuert und Angehörige der deutschen Volksgruppe mißhandelt. Auch in Klein-Katz, einem kleinen Orte unmittelbar an der Danziger Grenze bei Zoppot kam es zu ähnlichen Ausschreitungen, deren Folgen so ernst waren, daß ein Zoppoter Arzt zur Hilfeleistung für die Verletzten herbeigerufen wurde. Drei Deutsche wurden in sehr ernstem Zustande in eine Zoppoter Klinik eingeliefert. Ein Verletzer ist bereits gestorben, während der Zustand eines zweiten als lebensgefährlich bezeichnet wird. Von polnischer Seite werden die Vorgänge nicht b e st r i t t e n. In einer offiziösen polnischen Auslassung wird dem Bedauern über diese Zwischenfälle Ausdruck gegeben. Aerdunkelungsübung in Kassel. Kassel, 15. April. (LPD.) Am Samstag fand "’n Kassel eine Verdunkelung statt, die sich auch uuf dieRandgebie t e desFuldabeckens erstreckte. Gemäß den erlassenen Anordnungen hatte die Bevölkerung die Fenster ihrer Häuser ab 22 U h r a b g e d u n k e l t oder das Licht ausgelöscht. Auch die Gasthäuser und Cafes, bei denen der Betrieb un- verändekt fortging, hatten Vorsorge getroffen, daß kein Lichtblitz nach außen drang. In der Zeit von 23.15 bis 23.30 Uhr setzte dann die vollkommene Verdunkelung ein. Wie auf einen Schlag lag die ganze Stadt im vollkommenen Dunkeln. Die Straßenbahnen blieben während dieser Zeit abgeblendet stehen, die Kraftfahrzeuge, im Innern dunkel, die abgeblendeten Scheinwerfer mit Schutzkappen versehen, fuhren gleich dunklen Schatten durch die Straßen. In der Altstadt hatte sich die Bevölkerung zum Teil auf die Straße begeben, um, ebenso wie auf den verschiedenen grüneren Plätzen, die im Dunkeln auftauchenden Flieger, deren Flugzeuge mit roten und grünen Lichtern versehen waren, zu beobachten. Die Flieger hatten die Aufgabe, die Hebung auf etwaige Mängel hin zu kontrollieren. Auf dem Haupt- bahnhof fand eine Total-Verdunke- lungsübung statt, wobei man einen a b g e = blendeten O-Zug in den vollkommen verdunkelten Bahnhof ein fahr en ließ. Die Bevölkerung bewies bet der Verdunkelungsübung ausgezeichnete Disziplin. Für den Spätherbst oder Winter ist eine große Verdunkelungsübung vorgesehen, die sich über mehrere Stunden erstrecken und in die frühen Abendstunden verlegt werden soll, um möglichst dem Ernstfall nahezu- kommen. Die Verhaftung des Landesverräters Salomon. Wie bas Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, ist der Fall der Verhaftung des Berthold Salomon, genannt Jacob, über den bereits vor einiger Zeit vorläufig berichtet wurde, inzwischen Gegen st and von Erörterungen zwischen der deutschen und der schweizerischen Regierung gewesen. Die schweizerische Regierung hat der deutschen Regierung Material über die Vorgänge mit« geteilt, die sich auf schweizerischem Gebiet unmittelbar vor der Verhaftung des Salomon abgespielt haben. Dabei spielen insbesondere die Bekundungen eines deutschen Staatsangehörigen Dr. Hans Wesemann eine Rolle, der in der Schweiz wegen feiner Beteiligung an dem Vorfall fe ft genommen worden ist. Wese- mann habe ausgefagt, er habe Salomon von Straßburg nach Bafel gelockt, habe ihm hier die Beschaffung eines falschen Passes vorgetäuscht und ihn auf diese Weise zusammen mit anderen Personen durch List in einem Kraftwagen über d i e deutsche Grenze gebracht. Seitens der deutschen Behörden sind auf Grund Neue Beförderungsmittel. Von Or. Kranz Klttler. Auf dem Gebiet des Beförderungswefens nehmen die Einführung der schnellfahrenden Trieb- wagenzüge, die neuen Stromlinienformen, die Erhöhung der Geschwindigkeiten und sonstige Erfolge die Aufmerksamkeit Derart in Anspruch, daß darüber kleinere Fortschritte mehr ober minber in den Hintergrunb treten. Auch sie aber schaffen manche Annehmlichkeit, helfen über manche Unbequemlichkeit hinweg, unb bringen fo manchen Vorteil. Darum bürste es vielleicht nicht unangebracht sein, auf einige biefer Errungenschaften etwas näher einzugehen unb zwar nicht nur auf solche, bie sich auf bas Reisen beziehen, sondern auch aus andere, die überhaupt mit der Beförderung zusammen- hängen. Eine Anzahl von Verbesserungen dieser Art weist ein neuer Untergrundbahnzug auf, der kürzlich in Neuyork in Dienst gestellt wurde. Die Wände seiner Wagen unb bas Dach finb vollstänbig aus Aluminium hergestellt. Die baburch erzielte Verringerung bes Gewichts trägt zur Erhöhung ber Geschwinbigkeit bei. Der Zug besteht aus fünf Wagen, die nach Art der O-Zugwagen miteinander verbunden finb. Zwischen je zwei Wagen befinbet sich ein Uebergang unb finb die bekannten gefalteten Lederbälge angebracht. Einrichtungen dieser Art hat man in Deutschland bereits auf Straßenbahnen angewandt. Wie hier, fo dürften sie auf auf Untergrundbahnen dazu beitragen, den Aufenthalt auf den einzelnen Stationen zu verkürzen unb die Abwicklung des Verkehrs zu beschleunigen, da die Verteilung der Fahrgäste auf die einzelnen Wagen während der Fahrt vor sich geht. Darum haben auch die Wagen nur je eine einzige Tür, bie sich in ber Mitte befinbet unb deren Deffnung durch einen Pfeiler in zwei Hälften, zum Ein- unb zum Aussteigen, geteilt ist. Außen über ber Tür hängt eine starke Lampe, deren Licht zur Erleichterung des Einsteigens scharf nach unten geblendet wird. Ehe der Führer die Tür von seinem Stand aus schließt, ertönt ein Glockensignal. Durch einen außen am Führerstand angebrachten Spiegel kann er sich außerdem noch davon überzeugen, daß sich am ganzen Zug entlang niemand zwischen den dieser Mitteilungen eingehende Nachforschungen angestellt worden. Dabei haben sich keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, daß an den Vorgängen auf schweizerischem Gebiet direkt ober inbireft beutsche Amtsstellen beteiligt gewesen wären. Weder Wesemann noch seine Helfershelfer haben von amtlichen deutschen Stellen Aufträge erhalten, die mit ber Angelegenheit in Zusammenhang ftänben. Aus welchen Motiven Wesemann und seine Helfer gehandelt haben, läßt sich nach der Lage ber Dinge von Deutschlanb aus nicht mit Gewißheit beurteilen. Wesemann ist eine Person mit fragmürbiger Vergangenheit, bie sich schon seit Jahren ohne regelrechten Beruf im Auslande aufhält und sich anscheinend mit deutschfeindlicher Propaganda befaßt. Es ist b u r ch- a u s möglich, daß diese Verfemen bte Absicht hatten, Salomon den deutschen Behörden in die Hände zu spielen. Ob es ihm unb seinen Helfern barauf ankam, bie eigene Position gegenüber ben beutschen Behörben zu verbessern ober ob es sich vielleicht um einen bloßen Racheakt hanbelt, läßt sich von Deutschlanb aus nicht übersehen. Bei bem bekannten Verhalten gewisser Emigrantenkreise wäre eine Hanblungsweise ber einen ober anberen Art nichts Ungewöhnliches. Es ist eine beinahe tägliche Beobachtung ber beutschen Behörben, baß Emigranten, bie bas verräterische Treiben anberer Emigranten ober boch die von diesen befolgte Methode nicht billigen, sich zur Bekämpfung ber schlimmsten Hetzer a n b i e t e n und daß andererseits diese Hetzer vielfach untereinander stark verfein« bet sind. Da Salomon ohne Eingreifen amtlicher deutscher Stellen in ben Bereich der deutschen Gerichtsbarkeit gekommen ist, unb ba es sich bei ihm um einen vielfach vorbe st rasten Landesverräter schlimmster Sorte handelt, kann deutscherseits nichts anderes geschehen, als dem bereits seit langer Zeit anhängigen Strafverfahren gegen Salomon freien Lauf zu lassen. Die deutsche Regierung hat bie schweizerische entsprechet oerfiänbtgt. Erste Schwierigkeiten in Genf. Frankreichs Aktion gegen die Verkündung der deutschen Wehrhoheit findet erheblichen Widerspruch inKreifen desVölkerbundsrats.—polen,Dänemark und die füdamerikanischenStaaten äußern Bedenken. Lavals Kuüulksei. Französische Sorgen in Genf. Genf, 15. April. (DNB.) Der französische Außenminister Laval veranstaltete heute mittag ein Frühstück, zu bem bie Außenminister Rumä - lanb sei im Grunbe genommen burch bie Ereignisse zu seinem Schritt gezwungen worden. Als zweiter spreche sich Polen gegen Frankreichs Forberung aus. Außenminister Beck habe Laval erklärt, Polen würbe sich bet ber Abstimmung der Stimme enthalten, vorausgesetzt, daß die fragliche Verurteilung in keiner Weise auch auf die Kündigung ber Minberheitenverträge burch Polen Bezug nehme. Sonst würbe Polen sogar b a g e g e n stimmen. Laval habe Beck in biefer Hinsicht beruhigt, so daß mit ber Stimmenthaltung Polens zu rechnen sei. niens, Sübslawiens, ber Tschechoslowakei, ber Türkei, ebenso ber griechische Gesandte in Paris geloben waren. Laval verhan- belte ferner mit ben Vertretern Spaniens, Portugals, Sowjetrußlanbs, Dänemarks, Italiens unb Polens, lieber bas Ergebnis berichtet Havas u. a.: „Als mutmaßliche Volkerbunbsbericht- erftatter über ben französischen Antrag betreffend die deutsche Wehrfreiheit werben Mabariaga- Spanien, V i c u n a - Chile unb Bruce- Australien genannt. Der französische Entschließungsentwurf, ber nach Ansicht feiner Urheber nicht nur eine formele Verurteilung ber „beutschen Verleugnung seiner Verpflichtungen auf bem Gebiete ber Rüstungen" umfasse, sondern auch burch einen Organismus bes Volkerbunbsrates wirtschaftliche unb finanzielle Strafmaßnahmen im Falle neuer Vertragsverletzungen vorfehen müßte, bebürfe der einmütigen A n - nähme, wobei allerdings bie Stimmenthal- tungen nicht im Wege stehen würben. Gewissen Adorbnungen — anscheinenb ber polnischen — m i b-e r ft r e b e eine formelle Verurteilung Deutschlanbs bei Gelegenheit feiner einseitigen Aufkünbigung ber militärischen Bestimmungen bes Versailler Vertrages, weil man befürchte, baß Polen nachträglich bann ber gleiche Vorwurf wegen Aufkünbigung bes Minberheitenvertrages ohne vorherige Verstänbigung gemacht werben könnte. Der dänische Vertreter soll als Sprecher ber skanbinavischen Staaten dieser polnischen Auffassung ebenfalls nicht fernstehen. Noch an- bere Abordnungen scheuten sich, ben Weg ber Strafmaßnahmen zu beschreiten, ba ihre Anwenbung für ihre Länber allerlei Verwicklungen mit sich bringen würbe. Dies gelte vor allem für g e - wisse sübamerikanische Staaten." Auch anbere Pressekorresponbenten Pariser Blätter geben offen zu, baß bie französische Beschwerbe über Deutschlanb in Genf keine große B e - g e i ft e r u n g auslöse unb vielleicht etwas verwässert werben müsse, um Aussicht auf Annahme zu haben. Sv stellt ber Sonberberichterstatter bes „Petit Parisien" fest, baß Laval sich sehr a n - strengen müsse, bie „Schüchternen unb Zvgern- ben" von ber „guten Sache" (?!) zu überzeugen. Gewisse Länber hätten keine Lust, es mit Deutschland zu oerberben. Sie mochten aus ber Entschließung jebe Wenbung gestrichen sehen, bie Deutschlanb verletzen könnte. Vor allem bie sogenannten neutralen Staaten zeigten sich sehr z u - rückhalten b. Mussolini, Laval, Macbonolb und Simon hätten sich in Stresa noch so vollständig über einen Entschließungsentwurf, der bie beutsche Politik verurteile, einigen können, trotzbem fei es n i ch t sicher, baß ihre „Anregung" — nur um eine solche könne es sich hanbeln — burchgehe. „Oeuvre" erklärt, bie Dänen seien bie schärfsten Gegner einer Verurteilung Deutsch- l a n b 5. Sie verbreiteten bas „Gerücht" (!), Deutsch- Kleine Entente und Valkanbund verärgert. Gegen den Gtresa-Beschluß einer Wiederaufrüstung Oesterreichs, Ungarns und Bulgariens. Genf, 15. April (DNB.) Außenminister Laval gab am Montagabend eine Erklärung zu der Frage ber Wiederaufrüstung Oesterreichs, Ungarns unb Bulgariens ab. Die brei Konferenzmächte von Stresa seien nicht in eine eingehenbe Erörterung biefer Frage eingetreten, sie hatten sich vielmehr barauf beschränkt, biese Frage zur Information an bie birekt interef fierten M ä ch t e w eite r 3 u l e i t e n. Diesen käme nunmehr bie Ent- scheibung barüber zu, wieweit ber Wunsch ber abgerüfteten Staaten gerechtfertigt sei. Laval hat in seiner Unterrebung mit Titulescu die Frage ber Aufrüstung Bulgariens unb Ungarns sowie Oesterreichs besprochen. Titulescu soll babei namens der Klemen Entente unb ber Balkanentente den Beitritt Bulgariens zum Balkan p a k t als eine ber vorher zu schaffeyben Sicherheitsgarantien bezeichnet haben. Er soll weiter von Ungarn ben vorherigen Abschluß von Nichtangriffspakten als Vorbebingung ge- forbert haben. Der Genfer Vertreter der „Time s" nennt es einen Irrtum, wenn man aus ber Erklärung Lavals schließe, daß die Kleine Entente zum Schiedsrichter in ber Frage einer Aufrüstung Oesterreichs, Ungarn unb Bulgariens gemacht werbe. Die brei Strefamächte hofften auf eine Regelung biefer Frage auf ber Donau- ko n f e r e n z in Rom gleichzeitig mit bem Abschluß bes Donaupaktes. Man erwarte zuversichtlich, bie Kleine Entente würbe im Hinblick auf bie Fehler, bie im Falle Deutschlanb begangen worben seien, erkennen, baß es klug s e i, Oesterreich, Ungarn und Bulgarien, die keine militärische Gefahr für sie bedeuteten, ein gerech - tes Maß von Aufrüstung zuzugestehen. Die Pariser Presse versucht die zwischen Laval und den Vertretern der Kleinen Entente unb bes Balkanbundes in Genf aufgetretenen Meinungsverschiedenheiten über bie Frage einer etwaigen Aufrüstung Oesterreichs unb ber übrigen vertraglich entwaffneten kleinen Mächte als unwesentlich hinzustellen. Es hanbele sich im Grunbe genommen um ein Mißverständnis, bas burch bie Erklärung Lavals beigelegt worben sei. Die Berichterstatter müssen jeboch zugeben, baß bie Erregung in ben Kreisen ber Kleinen Entente ziemlich groß ist, und Pertinax wirft im „Echo be Paris" Laval vor, in Stresa eine große Unvorsichtigkeit begangen zu haben. Um bie Erregung zu beschwichtigen, bemüht man sich in Paris, Laval möglichst zu entlastend Macbonalb unb Mussolini hätten sich, so schreibt ber „Excelsior", in ihrem verdienstlichen Eifer, bie Wege für einen künftigen Donaupakt vorzubereiten, mit einer vertraulichen Mitteilung an bie in Frage kommenben Regierungen begnügen sollen. Die Stresaer Erklärung würbe auf biese Weise zwar einen Paragraphen weniger enthalten haben, aber bie Genfer Ratstagung würbe ruhiger verlaufen fein. Die unglücklichen Worte „Revision" unb „Empfehlung" hätten Befürchtungen der Kleinen Entente ausgelöst. Titulescu soll derart aufgebracht gewesen sein, daß er fein Amt als amtierender Vorsitzender der Kleinen Entente unb bes Salfanbunbes n i e b erleg e n wollte unb nur mit Mühe burch Laval besänftigt werben konnte, ber bie Beschlüsse von Stresa bahin interpretiert habe, baß die brei Großmächte sich in ben Dienst bes Friebens gegen jebe Verletzung ber gebietsmäßigen Bestimmungen von 1919 stellen würben. Sie Donau-KMerenz in Rom. Die Vervollständigung des französischen Paktsystems im Osten und Südosten. Rom, 15. April. (DNB.) Die Donau-Konferenz, bie am 20. Mai in Rom zufammentreten soll, roiro nach bem „Giornale b'Jtalia" bie Aufgabe haben, den neuen Donaupatt endgültig zustcmbezu- brlngen. Die Einladungen an bie verfchiebenen Regierungen, Deutschlanb inbegriffen, würben von Mussolini als Präsidenten der Konferenz von Stresa erfolgen. England würde als Beobachter feinen Botschafter in Rom, Sir Eric Drurnmond, entfenben. Der Pakt trage den Charakter ber Nichteinmischung unb ber „Konsultation". Als solcher sehe er keine Sanktionen vor. Zugelaffen sei jeboch bie Möglichkeit von zusätzlichen zweiseitigen Abkommen über gegenseitige Hilfe- l e i st u n g zwischen ben Unterzeichnerstaaten bes allgemeinen Donaupaktes, auf Grunb bereu auch Sanktionen in Kraft treten konnten. Dieses hoppelte Paktsystem sei im wesentlichen ein Abbilb des für Osteuropa vorgesehenen Systems, das nach dem Verschwinden des ur- sprünglichen Ostpaktes einen allgemeinen Türen befindet. Schließen ohne vorheriges Glockensignal ist unmöglich. Zehn Sekunden nach dem ersten Glockenfignal erklingen felbftttätig noch zwei Glockenschläge und bann erst schließt sich die Tür. Ganz vorn am Führerstand dicht unter bem an ber Stirnseite bes Wagens befindlichen Fenster steht eine Photozelle. Sie schaltet sofort bie Beleuchtung für ben ganzen Zug ein, wenn sich bie Helligkeit auf einen gewissen Grad abschwächt. Dabei ist es ganz gleichgültig, ob bie Abschwächung durch ben Eintritt ber Dämmerung, burch plötzlich auffteigenbe bunfle Molker? ober baburch entsteht, daß der Zug aus dem Freien in den Untergrund- Tunnel einfährt. In gleicher Weife wird bie Beleuchtung burch die Photozelle wieder selbsttätig ausgeschaltet, wenn die Helligkeit über den Grenzbetrag ansteigt. Es kann in ben Wagen also niemals zu bunkel werben, und es bleibt nie menschlichem Ermessen überlassen, ob es noch hell genug ist. Die Anbringung der Photozelle an ber vorbersten Stelle bes Zuges bewirkt, baß sie stets zuerst bem Helligkeitswechsel ausgesetzt ist unb baß ber Beleuchtungsausgleich bereits ftattgefunben hat, wenn bie übrigen Teile bes Zuges an bie Der» bunkelte Zone yerankommen. Eine Hängebahn zur Beförderung d o n Kranken wurde in einem Krankenhaus eingerichtet. Eine einzelne Schiene führt oben an der Decke der Räume und Gänge entlang. Auf ihr laufen zwei Rollen. An ihnen hängen zwei Fla- fdjengüge, bie bie Last tragen. Sie find derart miteinander verbunden, daß sie sich stets gleichmäßig verlängern und verkürzen müssen. Die Last besteht aus einer Metallplatte, auf bie ber Kranke sowie Kissen und sonstige Unterlagen gelegt werden. Die Platte hat man, um ihn Darauf zu lagern, mit Hilfe ber Flaschenzüge ber Hohe bes Bettes entsprechet eingestellt. Dann kann ber Kranke nach jebem Teil bes Krankenhauses, also nach ber Veranda oder bem Operationszimmer, gefahren werden. Hauptsächlich wurde die Einrichtung geschaffen, um ihn nach der großen Badeabteilung zu bringen, wo auch ein Schwimmbecken zur Verlegung steht. Wenn der Kranke behindert ist, zu chwimmen ober sich sonst zu bewegen, kann er auf ber Metallplatte wenigstens in das Wasser getaucht werden. Ebenso aber ist es möglich, ihn in Wannenbäder zu verbringen, ohne daß ein mehrfaches schmerzendes Hin- und Herheben nötig ist. Der zur Beförderung in senkrechter Richtung dienende F a h r st u h l erhält seine auf- und niedersteigende Bewegung durch das Seil, an dem er hängt. Zu dieser unb anberen Bauarten ist eine weitere hinzugekommen. Bei ihr wird die Aufwärtsbewegung durch eine Schraube hervorge- bracht. Um eine große hohle Trommel ist ein Schraubengang herumgelegt. Dieser, wie eine Wendeltreppe um sie herum führende und etwas hervorragende Schraubengang bewegt sich auf Rollen, Die an ben Wänden bes Schachts angebracht finb. Sie befinden sich an senkrecht empor- führeten Trägern und sind gleichfalls in ansteigender Schraubenlinie ungeordnet. Im Innern der Trommel arbeitet ein Elektromotor, ber vom Führer in Bewegung gesetzt wird. Er dreht die Trommel. Diese schraubt sich also im Fahrstuhlschacht hinauf und hinunter. An ihr hängt die Kabine. Der Fahrstuhl ist fo eingerichtet, daß man in Stunden des Andrangs mehrere Kabinen untereinander anbringen kann. Er läßt sich auch, ähnlich einem Paternofterfahrstuhl, fo einrichten, daß die Aufwärtsbewegung in einem Schacht vor sich geht, die Abwärtsbewegung in einem anderen. In diesem Fall sorgen besondere Vorrichtungen dafür, daß die Kabinen stets und auch dann senkrecht bleiben, wenn die Trommel beim Uebergang von einem Schacht in den anderen eine Kippbewegung macht. Möchten Sie das essen? Manche unserer Gerichte sind schon vor vielen Jahrhunderten aus fremden Ländern zu uns gekommen und hier heimisch geworden, ohne daß wir diesen Ursprung vermuten. Andere essen unb schätzen wir in bem Bewußtsein, baß wir in ihnen eine fremdartige Delikatesse vor uns haben. Doch gibt es noch allerlei merkwürdige und uns unbekannte besonderheiten der feinen Küche in fernen Zonen. Ober haben Sie schon einmal eine zart zubereitete schwarze Katze gegessen? Hunde und Katzen sind in China ein teurer und begehrter Leckerbissen. Besonders wertvoll aber fino die schwarzen „Dachhasen". Man ißt sie gekocht, gebraten unb gebämpft. Ein chinesischer Kaiser hinterließ seinen Nachfolgern bas Rezept für ein geradezu schlemrnerbaftes Gericht aus gehacktem Hund. Ein anderes sehr teures chinesisches Gericht ist die Vogelnestsuppe, die bekanntlich aus den speichelverklebten Nestern einer bestimmten Schwalbenart zubereitet wird. Andere Spezialitäten im Reich der Mitte sind Seetana, Hakfischflosse, Seeschnecken mit vielen Beinen und Taubeneier. Je älter bas Ei, desto besser! Also bitte! Im Norden Indiens gibt es weite Landstrecken, auf denen die Wildenten und Gänse brüten, bie ben Sommer in Europa verbringen. Hier kann man alle erbenklichen Sorten von Eiern 3um Frühstück haben: kleine unb große, herbe und süßliche, in Binsenrohr servierte ober in Fett gekochte. Die Hauptmahlzeit bei ben Festen ber Mongolen bilbet ein Schaf, bas im Ganzen geröstet und dann auf einem großen Teller sitzend serviert wird. Der Gastgeber trennt mit einem Schwert lange Streifen den Rücken hinunter ab. Die Tibetaner nehmen ihre Nahrung zum größten Teil in flüssiger Form zu sich. Die Hauptmahlzeit besteht aus Tee, in bem Butter verrührt ist. Der Tibetaner trinkt davon bis zu vierzig und fünfzig Tassen am Tag. Jrn nördlichen Australien sind Eidechsen, die auf der Spitze eines Speeres geröstet sind, eine bei den Eingeborenen beliebte Delikatesse. Bei den südlichen Stämmen ist große Nachfrage nach Wespen unb Raupen, bie ebenso zubereitet werden. Uns überläuft wohl manchmal ein Schauer, wenn wir an solche „Leckerbissen" denken, aber wir dürfen nicht vergessen, daß hier vielfach das Gericht und die geschmackliche Einstellung von den natürlichen Nahrungsquellen eines Landes abhängig find. Wer zu wählerisch wäre, müßte wahrscheinlich hungrig bleiben. Vielfach spricht bei den primitiven Völkerstämmen auch ber Aberglaube mit. So glauben viele, daß Tiger- ober Löwenfleisch die Kraft dieser Tiere verleihe. — Auf den Märkten Arabiens, Syriens und Aegyptens findet man überall riesige Mengen von Heuschrecken. Sie werden entweder getrocknet oder in Salzlake zum Verkauf gebracht. So zubereitet halten sie sich lange unb können von Karawanen mit auf den Weg genommen werben. Die afrikanischen Eingeborenen schätzen befonbers geröstetes Nilpferd. Die- es Fleisch wird dort als große Delikatesse ange- ehen, währet es für den europäischen Durch- chnittsgeschmack zu streng ist. Nkauf* n^lfabreto 6uEen nur § Die, Unverbindliche Probefahrten« Motorwagen- Verkauisgesellschait Dl. b. HL Frankfurter Strafte 53 - Telephon Nr.384T Ech.tangriffspakt vorsehe, der durch zweiseitige militärische Beistandspakte ergänzt werde. Mindestens vier dieser zweiseitigen Zusatzpakte seien 3U erwarten, nämlich der zwischen Frankreich und Rußland, der zwischen Rußland und der Tschechoslowakei, denen die französisch-polnischen und die französisch-tschechoslowakischen Abmachungen aus dem Locarno-Pakt beigeordnet werden könnten. Fühlungnahme mit Veck und Litwinow. Paris, 18 April (DNB. Funkspruch». Beson- ders optimistisch beurteilt die in Gens weilend- Außenpolitikerin des „Oeuvre" die Aussichten der französischen Sicherheitspolitik: Die zwei- V 1 ? n lstandsabkommen zwischen der Kleinen Entente und dem Balkanbund und Italien und Oesterreich seien bereitsbeschlos- sene Sache und würden in Rom, wenn nicht vorher, unterzeichnet werden können. Auch die Be- sprechungen Lavals mit Litwinow und Ben e sch hatten zu dem Beschluß geführt, daß vor Mittwochabend der Wortlaut der aufeinander ab- 9eVt?rI2ter Zweiseitigen französisch ° sowjetrussischen und tschechoslowakisch - sowjetrussischen Vereinbarungen f e r t i g g e st e l l t werden soll. Frankreich habe es vorgezogen, mit Sowjetrußland ein zweiseitiges Abkommen abzuschließen, das aber nicht ausgelegt werden konnte, als sei es gegen Deutschland Ü. rm3L0 e n 9 e r i (f) t e t. Die Hoffnungen auf die Rückkehr Deutschlands nach Genf und die Annahme, daß Polen künftig einer Zusammenarbeit mit der Tschechoslowakei weniger feindlich gegen- uberstehen werde, trügen zur optimistischeren Beurteilung der Lage bei. Polens Außenminister Beck soll indessen nach einem Bericht des „Petit Parisien" bei seiner Unterredung mit Laval den Plan, den ursprünglichen Nordostpakt durch eine Kette von zweiseitigen Abkommen zu ersetzen, nicht freundlich. ausgenommen haben. Wie gewöhnlich, habe er weder ja noch nein gesagt, aber vielleicht werde er entgegenkommender sein, wenn Laval seine Reise nach Moskau in Warschau unterbreche. Auch „Excelsior" stellt fest, daß die Haltung Polens in der Frage der Sicherheitsorganisation Osteuropa von der deutschen Stellungnahme nicht abweiche, erwarte jedoch, daß die weitere französisch-polnische Aussp^mhe ein besseres Ergebnis zeitigen werde. Dänemarks Standpunkt in Genf. Kopenhagen, 16. April. (DNB.-Funkspruch.) Heber die Haltung des dänischen Außenministers Munch berichtet „B e r l i n g s k e Ti d ende" auf Grund einer telephonischen Unterredung mit dem Minister, in der dieser erklärte, daß bisher kein Entschliehungsantraa vorliege, zu dem man Stellung nehmen müßte. Es feien nur verschiedene Gedanken erörtert worden. „Wir handeln", erklärte der Minister weiter, „von dem Grundsatz aus, eine Lösung herbeizuführen, die keine Verwirrung der Lage schafft und die Deutschlands Rückkehr nach Genf, die von allen Seiten gewünscht wird, nicht erschwert." Fälligkeit der Oawes-Kupons am 15. April 1935. Berlin, 16. April. (DNB.) Die am 15. Oktober 1934 fällig gewesenen Zinsscheine der Da- weranleihe wurden in Höhe von 50 v. H. aus Devisenbeträgen eingelöst, die in den Monaten April bis Juni 1934 von der deutschen Regierung den Treuhändern der Dawes-An- leihe für diesen Zweck noch zur Verfügung gestellt worden waren. Die Bezahlung der r e st l i ch e n 5 0 v. H. der Zinsscheine mußte im Hinblick auf die ungünstige deutsche Devisenlage i n Reichsmark erfolgen, soweit die Inhaber von Zinsscheinen aller Tranchen nicht etwa die im besonderen Abkommen mit einzelnen Ländern festge- leaten Bedingungen erfüllten. Da die deutsche Devisenlage sich seither nicht gebessert hat, werden die Inhaber von Stücken, deren am 15. Oktober 1934 fällige Kupons zur Hälfte in Reichsmark bezahlt wurden, gegen Aushändigung der am 15. April 1935 fälligen Zinsscheine der Dawes-Anleihe R e i ch s m a r k z a h l u n g in vollerHöhe erhalten. Trauung des Staatssekretärs Grauert. Düsseldorf, 15. April. (DNB.) Die standesamtliche Trauung des Staatssekretärs im Reichs- und preußischen Innenministerium Ludwig Grauert mit Fräulein Else Bischoff fand am Montagmittag in Hubbelrath im Landkreise Düsseldorf-Mettmann statt. Fräulein Else Bischoff ist die Tochter des verstorbenen Industriellen und Rittergutsbesitzers Ernst Bischoff, der in Rennsportkreisen als Vollblutzüchter und als Gründer und Besitzer des Gestüts Myling- hoven bei Hubbelrath bekannt war. Vor dem Rathaus in Hubbelrath hatte eine E h r e n a b - von Sternbachs die längere Festhaltung im Gefängnis unmöglich machte, und einen baldigen Auf« enthalt in der frischen Luft erfordert. * Nach der Zwangsverbannuna des Kooperators Summerer au Luefsen bei Bozen und des Pfarrers Wolf aus Sulden wurde nunmehr der dritte Geistliche aus Südtirol von der Konfinierungskommission in Bozen in die Verbannung geschickt. Es ist dies der Kooperator Tschurtschenthaler aus dem Arntal, der wegen angeblicher antiitalienischer Haltung zu zwei Jahren Verbannung verurteilt wurde. * Auf Antrag des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda ist eine im Selbstverlag des Verfassers erschienene naiv-dilettantische Schrift „Das ABC. des deutschen Heiden" eines gewissen Busso Loewe von der Geheimen Staatspolizei beschlagnahmt und eingezogen worden, um schädliche Auswirkungen und mißverständliche Auslegungen zu verhindern. * 1600 ehemalige französische Frontkämpfer haben sich nach Rom begeben, wo sie Gäste des italienischen Frontkämpferverbandes sein werden. Marschall Pötain sollte ursprünglich Mussolini die französische Militärmedaille überreichen, doch hat dieser die Ehrung mit dem Hinweis abgelehnt, daß Der König von Italien als oberster Kriegsherr noch nicht diese Ehrung erfahren habe und es deshalb seinerseits unhöflich wäre, wenn er sie vorher annehmen würde. * Der Präsident von Paraguay, Ayala, erklärte zu den verschiedenen gescheiterten Friedensversuchen zwischen Bolivien und Paraguay: ..Die Stunde ist da, um über Frieden zu sprechen". Paraguay sei bereit, auch ohne Vermittler mit Bolivien zu verhandeln. Bolivien würde in Paraguay keinen unversöhnlichen Gegner finden. Es sei Zeit, sich an den Konferenztisch zu setzen, um zu versuchen, die beiden Völker vom Kriegselend zu befreien. Kunst und Wissenschaft. Deutsche Wissenschaftler in Bologna. — Der Reichszahnärzteführer über die Iugendzahn- pflege im neuen Deutschland. Unter Führung des Reichszahnärzteführers, Dk. Stuck, nehmen an dem Zweiten Internationalen S to m a t o l o g e n k o n g r e ß in Bologna eine Reihe deutscher Wissenschaftler teil, die dort über die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Gebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde berichteten. Besonderes Interesse fand der Vortrag des Reichszahnärzteführers Dr. Stuck über die neuen Wege, die Deutschland in der Jugendzahnpflege geht. Der neue Typus der „fliegenden Zahnstation", Kleinkraftwagen mit transportablen Instrumentarien, die in den dünnbesiedelten Gegenden Deutschlands von Ort zu Ort fahren und den zahnkranken Kindern Hilfe bringen, ist der zweite Auftakt jener vorbereitenden Arbeiten, die in der gesetzlich verordneten und allgemein durchgeführten Schulzahnpflege ihre Krönung finden werde. Aus aller Welt. Oie Ostpreußenfahrt 1935. Die Opelwerke geben über die Beteiligung ihrer Wagen an der Ostpreußenfahrt, über deren Verlauf wir bereits gestern im Sportteil kurz berichtet haben, folgendes Telegramm der Presse bekannt: „Ostpreußenfahrt 1935 die schwierigste Geländeprüfung des Jahres, der große Opelerfolg wie immer mit normalen Serienwagen. Don siebenundsechzig gestarteten Mannschaften erhielten drei die höchste Auszeichnung. Opel siegt hundertprozentig mit einer Mannschaft Schmitt, Diehl, Traiser am Start und am Ziel. Opel erhält die höchste verliehene Auszeichnung, den Mannschaftspreis des Führers des deutschen^ Kraftfahrsports mit silbernem Ehrenschild. Hundertdrei Personen- wagen, Wertungsgruppe zwei und fünf gestartet, zweiundzwanzig am Ziel. Zwölf Opel gestartet, sieben am Ziel. Der höchste Prozentsatz aller Fabrikate. Einzelfahrer von Guilleaume, von Krohn, Kohlrausch und Raue erhalten sämtlich silberne Medaille." Zahlreiche Opfer einer skrupellosen h eiratsschwi ndlerbände. Anfang Februar wurde die 32jähriae Hausangestellte Alma Garbe in Spandau offenbar ermordet aufgefunden. Nach den bisherigen Ermittlungen hat der wenige Tage später festgenommene 25jährige Paul Polte ihren Tod mittelbar ober unmittelbar verschuldet. Er war der Kriminalpolizei als gewerbsmäßiger Heiratsfchwind- l e r bereits bekannt. Auch diesem Mädchen hatte er die Ehe versprochen und es wenige Monate vor ihrem plötzlichen Ableben zum Abschluß einer auf 5000 Mark lautenden Lebensversicherung zu seinen Gunsten veranlaßt, deren Prämien er aus eigener Tasche zahlte. Die Leichenöffnung er« Daß Opel auch diese harte Ausbauer- und 3uoerläfrigheite-Prüfung der „O|tpreußen- fahrt 1935" glänzend bestanden hat, ist ein vrneuter Beutels seiner sprichwörtlichen ju- a verlässtgheit und die beste Bestätigung der vielen Vorzüge, die jeder serienmäßige Opel- IDagen bietet Audi Sie sollten diese Vorzüge kennen lernen- U machen Sie eine unverbindliche Probefahrt! N Ein Haushalt zurückgewonnenen Wohlstands. Sie Folgen wirtschastlicher Erholung in England. London 15. April. (DNB.» Im Unterhaus wurde Schatzkanzler Neville Chamberlain in Erwartung eines Haushaltes, der keine neuen rrasten, sondern gewisse Erleichterungen bringt, leb- paft begrüßt. Er begann mit der Feststellung, daß im verflossenen Jahr die industrielle Erzeugung um 12 v. H. gestiegen sei. Die Ausfuhr habe gegenüber dem Vorjahr um 30 Milanen Pfund Sterling zugenommen. Die Zinssätze seien niedrig geblieben, während sich die Lebenshaltungskost en wesentlich unter dem Stand im Jahre 1931 gehalten hätten. Diese Erzeugung von Eisen und Stahl sei um 30 v. H. und die von Roheisen um 50 v. H. gestiegen. Unter lautem Beifall teilte Chamberlain bann mit, baß bie Spareinlagen eine weitere Zunahme von 50 Millionen Pfund zu verzeichnen hätten. Der tatsächlich verfügbare Ueberschuß im Haushalt des vergangenen Jahres betrage etwa 7,5 Millionen Pfund. Die nationale Schuld fei um mehr als 21 Millionen Pfund und die jährliche Zinsenlaft um 1,6 Millionen Pfund vermindert worden. Chamberlain teilte mit, daß die restliche Hälfte der im Krifenjahr 1931 an Den Beamtengehältern vorgenommenen Kürzungen vom 1. Juli ab nachbezahlt werden. Wesentliche Steueränderungen seien nicht vorgesehen. Ferner kündigte er neue Zölle für Soyabohnen, für ungeschälten Reis und für Kraftfahrzeugschweröl sowie die Beseitigung der „unnatürlichen" Zuckerzölle an. Die Vergnügungssteuer werde zum Teil ermäßigt. Die Freigrenze bei b er Einkommen- steuer von Verheirateten werbe erhöht. Es habe' vielleicht ben Anschein, baß England eine größere Bevölkerung habe, als bie Jnbustrie ernähren könne, aber vermutlich werbe bie Zeit nicht mehr fern fein, ba bie Länber bes britischen Reiches, bie heute noch selbst ben Schwierigkeiten bes Arbeitslosenproblems gegenüberftünben, ihren Wunsch nach „Bürgern von b er richtigen Rasse" äußern würben. Unb bann werde England nicht in der Lage sein, der Nachfrage zu genügen. Aus diesem Grunde schlage er einen steuerfreien Betrag von 50 Pfund je Kind vor. England habe 80 v. H. seines Wohlstandes zurückgewonnen. Die Aufgabe der Zukunft bestehe darin, auch die noch fehlenden 20 v. H. zu gewinnen. Die Rede Chamberlains wurde auch von der liberalen Opposition sehr freundlich aufgenommen. Für die arbeitervarteiliche Opposition kündigte Major Attlee den Wunsch nach einer Aussprache für einen späteren Zeitpunkt an. Er beschränkte sich heute auf die Feststellung, daß der Haushalt Ausgaben für weitere Lüftungen vorfehe, und daß über dem Haushalt b i e Gefahr eines Rüstungswettrennens schwebe. Die bem kleinen Einkommensteuerzahler gewährten Erleichterungen bezeichnete ber Rebner als eine längst überfällige Maßnahme. orbnung ber Genbarmerie Aufstellung genommen. Als Trauzeugen sah man Gauleiter Staatsrat Florian unb Polizeivräsibent SS.° Obergruppenführer Weitzel (Düsselborf). Nach bem Trauakt sprach Bürgermeister Ostheibe im Namen bes Amtes unb ber Bevölkerung Hubbelrath bem Brautpaar bie herzlichsten Glückwünsche aus. Das neu vermählte Paar unb bie Trauzeugen begaben sich bann unmittelbar zum Rittergut Mühlinghoven zurück, wo nachmittags mit engeren Freunben bes Staatssekretärs unb Persönlichkeiten aus ber Partei unb bem Ministerium ein Empfang ftattfanb. Die kirchliche Trauung findet am Dienstagmittag in der katholischen Dorfkirche zu Hubbelrath statt. 60jähriges Militcirjubiläum des Generals Otto v. Below. General Otto v. Below in Kassel, einer der erfolgreichsten unb bebeutenbften Heerführer bes Weltkrieges, konnte am 15. April auf ben Tag zurückblicken, ba er vor 60 Jahren feine militärische Laufbahn begann. 1857 in Danzig geboren, würbe Delow 1891 Hauptmann, 1895 Maior, 1905 Oberst unb Kommanbeur bes Infanterie-Regiments 19, 1909 Generalmajor unb Kommanbeur Der 43. Infanterie- Brigade unb 1912 Generalleutnant unb Kommanbeur ber 2. Division. Beim Ausbruch bes Weltkrieges trat er an bie Spitze bes 1. Refervekorps, wo er sich berart bewährte, baß ihm bie Führung einer Armeegruppe unter Hinbendurg übertragen würbe. Dort zeichnete er sich bei ber Winterschlacht in Masuren 1915 aus unb erhielt bafür ben Drben pour le m&ite. Die Armee Below brang bann nach Kurlanb vor unb bilbete als 8. Armee ben linken Flügel ber Ostfront. 1916 übernahm v. Below bas Kommanbo über bie 11. Armee, bie im Verein mit ben Bulgaren an ber mazebonifch-griechifchen Grenze sich bem Vorbringen ber Ententetruppen von Sa- loniki her entgegenstemmte. In heftigen Kämpfen nörblich bes Cerna-Bogens setzte sich ber General persönlich an bie Spitze bes 9. Jäger-Bataillons unb gewann mit ihm eine an bie Serben verlorenge- gange Höhe zurück. Neuen Ruhm erwarb er sich 1917 burch sein Vorbringen in Venetien an ber Spitze ber beutschen Truppen, bie bie italienische Jsonzoßront ins Wanken brachte. Später würbe v. Below Oberbefehlshaber ber 17. Armee im Westen unb bann ber 1. Armee. 1919 nahm er ben Abfchieb. Schallplatten und Rundfunk Auf ber Arbeitstagung ber Runbfunkintenbanten sprach, wie bas Deutsche Nachrichtenbüro berichtet, Reichssenbeleiter H a b a m o w s k i über ben Kampf, ben bie internationale Schallplatteninbuftrie in allen Staaten gegen ben Runbfunk entfesseln will. Die Schallplattenkonzerne haben sich über ein Jahrzehnt lang ber kostenlosen Werbearbeit bes Runb- funks bebient, um ihre Schallplatten populär zu machen unb abzusetzen. Die kulturbolschewistischen Tendenzen, bie auch auf bie Schallplatteninbuftrie Übergriffen, führten bann zu einer Absatzschrump- fung. (Statt nun biefe wesentliche Ursache burch kulturschöpferische Aufbauarbeit zu beseitigen, glaubt man, burch einen ganz Europa überziehenben P r o« zeßkrieg biefe Verluste roieber einbringen zu können unb stellt Millionenforberungen gegen ben Runbfunk, für bie jede Rechtsgrundlage fehlt. Auch die deutsche Schallplatteninbuftrie hat Klage erhoben mit bem Ziel, ben Reichsrunbfunk zu verurteilen, keine Schallplatten mehr zu fenben. Dahinter versteckt sich ber Wunsch, mehrere Millionen Mark, bie jetzt ben frei schafsenben Künstlern bes Runbfunks zugutekommen, als Lizenz für bie Schall- Plattenkonzerne zu sichern. Der Reichsrunbfunk ist zu jeher vernünftigen unb gerechten Regelung mit beutschen Firmen bereit, benkt aber nicht daran, sich ben monopolistischen Manövern internationaler Cliquen zu beugen, fonbern wirb bie von ihm beschlossenen Maßnahmen mit unbedingter Konsequenz burchführen. Kleine politische Rachnchten. Im weiteren Zuge ber Reichsreform unb ber bamit im Zusammenhang stehenben Umstellung ber sächsischen Verwaltung hat ber Führer und Reichskanzler auf Vorschlag bes Reichsstatt- halters in Sachfen ben sächsischen Staatsminister für Arbeit unb Wohlfahrt, Dr. jur. Georg Schmibt, aus feinem Amte entlassen. ♦ Die in Berlin mit einer unter Führung des Generalsekretärs Numan Menemencioglu stehenden türkischen Delegation gepflogenen Verhandlungen haben zu einer Einigung über Fragen des Zah - lungs - und Handelsverkehrs zwischen der Türkei und Deutschland geführt. Die Vereinbarungen sind unterzeichnet worden. Der freundschaftliche Geist, der die Verhandlungen begleitet yat, berechtigt zu der Erwartung, daß die vertragliche Regelung zu einer wesentlichen Vertiefung ber wirtschaftlichen Beziehungen zwischen ben beiben ßänbern führen roiro. ♦ Der Lanbeshauptmann von Steiermark hatte einem Arbeiter, ber feinen Austritt aus ber katholischen Kirche unb seinen Eintritt in bie protestantische Kirche anmelbete, biefen Uebertritt verweigert mit ber Begrün- bung, bah biefer offensichtlich aus politischen Motiven erfolge. Der Arbeiter legte Beschwerbe beim Oesterreichifchen Bunbesgericht ein, unb bieses hob bie Entscheibung bes Lanbeshaupt- manns als rechtswibrig auf. Die Behörben könnten Kirchenübertritte nur bann verbieten, wenn ber Antragsteller in seinem Entscheib burch Geistesschwäche, Trunkenheit ober übermäßige Erregung beeinflußt sei. ♦ Den zu zwei Jahren Verbannung verurteilten ehemaligen Südtiroler Abgeordneten Freiherrn von Sternbach, ber nach Trient abtransportiert worben ist, ist als ftänbiger Aufenthaltsort bas Dorf Petralia So- prana in ber Provinz Palermo auf Sizilien angewiesen worben. Der Abtransport erfolgt vor Ablauf ber bem Verurteilten zustehenben Ein- spruchsfrist, weil ber Gefunbheitszuftanb Baron E li öer juucriajiige Opel 1,2 £tr. ab Rm 1850.- IDagen mit „Opel Synchron-feberung": Opel 1,3 £tr. ab RITI 2850.- Opel 6 ]ylinber ab RUI 3600.- Preise ab LDerh Abarn Opel A. 6. Rüsselsheim a. Ul. aab, daß Alma Garbe durch Einnehmen von an sich harmlosen, in größeren Mengen aber tödlich wirkenden Tabletten vergiftet worden war. In der Wohnung Poltes, der )id) stets als „Syndikus" oder „Rechtsbeistand" auszugeben pflegte, wurden noch Packungen dieser Tabletten gefunden. Auch sein für die Tatnacht angegebenes Alibi stimmt nicht. — In diesem Zusammenhang konnte die Berliner Kriminalpolizei einen Komplicen Poltes festnehmen, den 35jährigen „Baumeister und Architekten" Reinhard Benner. Mit seiner Festnahme, der noch einige andere folgten, kam man nun hinter das Treiben einer Bande von Heiratsschwindlern, die vor keinem Mittel zurückschreckte, um ihre Opfer auszuplündern. Die Zahl der geprellten Opfer konnte noch nicht ermittelt werden. Riesige Schwärme von Eintagsfliegen über Marokko. In Casablanca und Umgebung (Marokko) sind infolge der dort in dieser Jahreszeit ganz ungewöhnlichen Hitze Eintagsfliegen in riesigen Schwärmen ausgetreten. Der Schirokko der letzten Tage wehte ganze Wolken der kleinen weißgeflügelten Insekten über die Stadt und weiter auf das Meer hinaus. Schneesturm über Rordwestruhland. Heber einen Teil Nordwestrußlands ging ein heftiger Schnee sturm nieder, der die telephonischen und telegraphischen Verbindungen unterbrach und große Verwü st ungen anrichtete. So wird aus Petrosawodsk am Onega-See gemeldet, daß dort jede Verbindung mit der Umwelt fast 24 Stunden abgeschnitten war. Miliz und Truppen mußten zur Hilfeleistung aufgeboten werden. Die Regierung hat einen Hilfsausschuß für die betroffenen Gebiete eingesetzt. Riesenlawine am Mahmannkar. Ein riesiger Schneeabbruch, wie er nur nach besonders schneereichen Wintern erfolgen kann, ging über die ganze Breite des Watzmannkars nieder. Her Abbruch ist vom Tal aus mit freiem Auge zu sehen. Man schätzt in Berchtesgaden die abgerutschte Schneemasse auf 300 000 cbm und das Flächenausmaß der Grundlawine auf 100 000 qm. Vom Zuge erfaßt und getötet. Ein schwerer Unfall ereignete sich auf dem Gelände des Bahnhofes Kreuztal (Kreis Siegen). Der 45 Jahre alte Lokomotivführeranwärter Karl Hirsch aus Eichen, der in aller Kürze als Lokomotivführer angestellt werden sollte, stand bei einer Gruppe Rottenarbeiter, die mit dem Ausbessern der Gleise beschäftigt war und zu diesem Zweck eine Stopfmaschine benutzte. Durch das anhaltende Rattern der Maschine überhörte Hirsch das Herannahen eines Zuges, den er wegen des herrschenden Nebels auch nicht sehen konnte. Er wurde von dem Zuge erfaßt und sofort getötet. Protestkundgebungen gegen eine Hinrichtung in London. Während der Hinrichtung des wegen M o r - d e s zum Tode verurteilten Deckoffiziers Leonard B r l g st o ck im Wandworth-Gefängnis bei London spielten sich vor den Gefängnistoren erstaunliche Szenen ab. Die Engländerin van der E l st, Gründerin des Vereins gegen die Todesstrafe, hatte eine riesige Protestkundgebung veranstaltet. Drei Flugzeuge, die große Tücher mit der Aufschrift „Schluß mit der Todesstrafe" trugen, kreisten dauernd über dem Gefängnis. Ferner waren Lautsprecherwagen aufgefahren, die Choräle spielten. Auf Hunderten von Plakaten wurde gegen die Todesstrafe protestiert. Die Menge zerstreute sich erst, als ein Beamter die Nachricht von der Vollziehung der Todesstrafe am Gefängnistor anschlug. • Dreister Raubüberfall in einem amerikanischen Rachlschnellzug. Ein Raubüberfaill auf die Passagiere des Chicago—New-Orlean/ser Nachtischellzuges, der selbst für amerikamische Verhältnisse von seltener Dreistig- keit ist, wird aus Kanakee im Staate Illinois gemeldet. Die Passagiere sahen sich, während der Zug in voller Fahrt durch die Nacht raste, plötzlich vier mit Revolvern bewaffneten Leuten gegenüber, die sie vorher für harmlose Mitreisende gehalten hatten. Die Räuber waren in Chikago eingestiegen. Da sie sich vorher nicht auffällig benommen hatten, nahmen die Passagiere zunächst an, es handele sich um einen schlechten Aprilscherz. Als die Räuber jedoch von ihren Waffen Gebrauch gemacht und einen der Passagiere angeschossen hatten, gen diesen die Augen auf. In Gemütsruhe plünderte jetzt die Bande die Passagiere aus, konnten allerdings nur wenig über 1000 Dollar erbeuten. Die meisten Passagiere hatten ihre Gelder in den mit» geführten Koffern zu gut versteckt. Nach Beendigung dieser „Zugrevvsion" verließen die Räuber kurz vor der Durchfahrt durch den Bahnhof von Kanakee den fahrenden Zug, der hier mit geringerer Geschwindigkeit fährt. Sie zwangen einen Autofahrer, der ihnen begegnete, sie sofort mitzunehmen. Auf diese Weise konnten die Räuber entkommen, obwohl ein Zugpassagier bei der Durchfahrt durch den Kcmakee- Bahnhof eine Meldung an die Polizei aus dem Abteilfenster geworfen hatte. Die Mitteilung kam jedoch zu spät. Offenbar hat der Lokomotivführer von dem ganzen Vorfall nichts bemerkt. Oberheffen Kreis Arledberg. pb Butzbach, 15. April. In der St.-Markus- Kirche fand gestern abend die Aufführung der von Heinrich Schütz verfaßten Historia des Leidens und Sterbens unseres Herrn und Heilandes Jesu Christi nach dem Evangelistent St. Matthäus statt. Ausführende waren der evangelische Kirchenchor Friedberg, Lic I. F. Saun, Okarben, der die Rolle des Evangelisten, Arthur Holl, Frankfurt a. M., die des Jesu, und Wladimir S w t r i d o f f, Frankfurt a. M., diejenigen von Petrus und Pilatus, fang. Die Chöre sowohl als auch die Solopartien wurden sehr gut wiedergegeben. Die Kirche war von hier, sowie auch von den Nachbarorten gut besucht. Kreis Bübingen. * Nidda, 16. April. Der Leiter unserer Stadt, Bürgermeister Philippi, veröffentlicht im gestrigen „Niddaer Anzeiger" die nachstehende bemerkenswerte Anordnung der Bürgermeisterei Nidda: „Im Hinblick darauf, daß bei der Beerdigung von Volksgenossen mitunter bei der Formierung des Leichenzuges große Unordnung herrscht, haben wir im Einverständnis mit der Kirche angeordnet, daß in Zukunft nach den Angehörigen des Verstorbenen bei einer männlichen Leiche grundsätzlich erst die Männer, dann die Frauen marschieren und bei einer weiblichen Leiche umgekehrt. Ebenfalls soll bei der Beerdigung selbst auf dem Friedhof von dem Trauergefolge mehr Ordnung gehalten werben." Kreis Scholten. [D Schotten, 15. April. In unserer festlich geschmückten Stadtkirche sand am gestrigen Palmsonntag bei sehr starker Beteiligung der Gemeinde die Konfirmation der 75 Konfirmanden des Kirchspiels Schotten I durch Dekan Widmann statt. Aus der Stadt Schotten stammten 49 Kinder (26 Knaben, 23 Mädchen), aus Michelbach 13 (3 Knaben, 10 Mädchen), aus Götzen 6 (5 Knaben, 1 Mädchen) und aus Betzenrod 7 (4 Knaben, 3 Mädchen). Bei her Einsegnung und bei der Feier des heiligen Abendmahls, an dem faft 700 Personen teilnahmen, assistierte Pfarrer Romer- Schotten. Kreis Alsfeld. * Ober-Gleen, 15. April. Der 25jährige Landwirt Konrad Ruppert von hier zog sich eine schwere Verletzung an der linken Hand zu und mußte sich zur ärztlichen Behandlung nach Gießen begeben. st. Kirtorf, 15. April. Beim Verkauf der Abschlußplakette des Winterhilfswerkes wurden hier 10 Mark eingenommen. Die Sammlung für das Opferbuch brachte in Kirtorf 26,75 Mark, in Lehrbach 48,35 Mark, in Erbenhaufen 19 Mark, insgesamt also 94,10 Mark. Die von der NS.-Frauenschaft durchgeführte E i e r s a m m- l u n g ergab 985 Stück. In Kirtorf wurden 516, in Lehrbach 192, in Erbenhausen 277 Eier gespendet. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 15. April. Die Verhandlungen über den Neubau eines Postgebäudes in Lauterbach haben greifbare Formen angenommen. Unter den Bedingungen, wie sie die Stadt Lauterbach zusagte, hat die Reichspost ihre Zusttmmung Aur Errichtung des Postgebäudes gegeben. Die Stadtratsfraktion nahm Kenntnis von dieser Sachlage und hält sich an die zugesagten Bedingungen gebunden. Das neue Postgebäude soll ein Selbstanschlußamt erhalten und in die Nähe der alten Post zu stehen kommen. Mit der Inangriffnahme' der Bauten ist in diesem Sommer zu rechnen. Vreußen. Kreis Wehlar. * Rodheim a.d. Bieber, 15. April. Der hiesige 42jährige Ziegeleiarbeiter Karl Gerlach erlitt bei seiner Arbeit einen Unfall. Ein schwerer Gegenstand fiel ihm auf den Fuß, so daß er erhebliche Quetschungen erlitt und zur Behandlung nach Gießen gebracht werden mußte. Kreis Biedenkopf. § Gladenbach, 15. April. Der Plan zum Ausbau des alten Friedhofes an der Biedenkopfer Straße zu einer Anlage wird jetzt durch die HI.-Gefolgfchaft 18/303 in Angriff genommen. Der obere Teil des Gebäudes ist als Wald gedacht, während der untere Teil als Anlage und Aufmarschplatz verwendet werden soll. An der Nordost- und Südostseite werden Kindergärten errichtet. Ein Steingarten soll mit allen möglichen Gewächsen den Schulen zu Lehrzwecken dienen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes Ausgabeort Frankfurt. In Begleitung eines kräftig entwickelten Teilwirbels ist ein ausgedehntes Regengebiet über Frankreich ostwärts vorgedrungen. Es wird im Laufe des Dienstag über uns hinwegziehen, danach kann zunächst wieder mit Besserung gerechnet werden. Die Gesamtlage bleibt aber noch unbeständig, wenn auch damit gerechnet werden kann, daß die vom Atlantik noch hereinbrechenden Störungen immer weniger Einfluß auf unser Wetter nehmen werden. AussichtenfürMittwoch: Nach verbreiteten Regenfällen am Dienstag zunächst wieder zeitweilig aufheiternd, doch auch weiterhin noch unbeständiges Wetter, bei lebhaften um Süd schwankenden Winden Temperaturen wenig geändert. Aussichten für Donnerstag: Noch nicht ganz beständig, doch fortschreitende Besserung. Lufttemperaturen am 15. April: mittags 10,6 Grad Celsius, abends 7,2 Grad; am 16. April: morgens 6,6 Grad. Maximum 11,6 Grad, Minimum 1,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. April: abends 7,9 Grad; am 16. April: morgens 6,7 Grad Celsius. — Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenscheindauer 2,6 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. ßangf, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. HI. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, K.--G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 PH, Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Indanthren 01655 Hemden-Stoffe Hemden Am 14. April verschied unser lieber Arbeitskamerad ®19DD Schürzen Herr Heinrich Schaaf, Zimmermann ©minder Linnen Matratzen-Drel! Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 01644 01659 Schulranzen kauft man bei | Vermietungen] | Mietgesuche"] [Stellenangebote] 1978 0 Gebr. 2274Ö Miete) g. 4-Z.-W.Ai 01614 a. d. ommerrpronen Dr.Thompson's 80: Vorhang-Stoffe Kleider-Stoffe abzugeben, omm Hrch. Müller ir., Mieder-Breidenbach hei Alsfeld. KleiueAnzeige« hn Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und gefefen. Wir betrauern in ihm einen treuen und zuverlässigen Kameraden, der 42 Jahre in unserem Betrieb tätig war, den wir durch seine vorbildliche Treue alle zu schätzen wußten. 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Die trauernden Hinterbliebenen 01664 Nach langer, schwerer Krankheit ist Samstagabend mein lieber Mann, unser guter Vater Herr Hermann Baum sanft entschlafen. Im Namen aller Hinterbliebenen: Frau Christine Baum. Gießen, den 16. April 1935. Beerdigung Mittwoch, 17. April, 14.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Von Beileidsbesuchen bitte ich höfl. abzusehen. ____________________________________________01658 6d*BK ■■II MW ■ drechseln könnte, die so trocken abprallen und so leicht dahinkullern, daß man mit einem Stoß einen dreifachen Treffer erzielen könnte. Aber wer findet mir dieses Clfenbeingrab? Sogar der schlaue Stanley ist daran vorbeigelaufem Wo sterben die Elefanten? Sie sterben doch auch, und niemals findet man ein Elefantengerippe, wo es da nur so wimmelt von Elefanten. Ein solches Gerippe ist nicht aus Kreide oder Kuchenteig. Also gehen diese Tiere irgendwohin zum Sterben. Aber wohin, wohin? Ach, da liegt Elfenbein in Hülle und Fülle, Tausende von Schiffsladungen, endlose Züge. Da könnte man Billardkugeln drechseln! Ich habe demjenigen eine Million ausgesetzt, der mir diesen Friedhof entdeckt.' ,Zu Diensten, Majestät', sagte ich." Und dann erzählte Karlemann tagelang von seiner abenteuerlichen Reise durch den schwarzen Kongo, auf der Suche nach diesem Elefantenfriedhof. Er hatte ihn natürlich aefunden, aber wo und wie, das blieb ein Geheimnis zwischen Karlemann und dem König Leopold II. „Und die Million?" fragten wir. ..Alles an arme Leute verschenkt", sagte er. Romane, die nicht geschrieben wurden. Drei merkwürdige, aber wahre Geschichten. I. Diese Geschichte kam während einer Gerichtsver- Handlung in Budapest vor einigen Wochen ans Tageslicht. Ein Roman in drei Kapiteln 1. Kapitel: Jrn Fahre 1915. Der Budapester Kaufmann Franz Klein erhält den Stellungsbefehl und wird mit seinem Regiment nach Galizien geschickt. Kurz vor der Fahrt zur Front heiratet Klein ein hübsches Mädchen. Die junge Frau erhält regel- mäßig Briefe von ihrem Mann. Dom Sommer 1917 ab hören alle Nachrichten auf, Franz Klein ist ver- mißt. Erst 1919 erfährt Gabriele Klein, daß ihr Mann in russische Gefangenschaft geraten, nach dem Kaukasus verschleppt und dort an Typhus gestorben sei.. Die junge Witwe, die in wirtschaftlicher Not für ihr Töchterchen sorgt, das den Dater nie gesehen hat, entschließt sich 1924, den Bankprokuristen Ko- vacs zu heiraten. Doch schon nach zweijähriger Ehe stirbt der zweite Gatte, und Mutter und Tochter ! stehen wieder allein in der Welt | 2. Kapitel: Im Sommer 1917 ist der Infanterist l Klein zwar gefangen und nach dem Kaukasus per« schleppt worden. Doch am Typhus ist dort nicht er, sondern ein Mitgefangener Namensvetter gestorben. Franz Klein aber wird in ein sibirisches Bergwerk gebracht. Erst im Fahre 1926 gelingt ihm die Flucht, nach mancherlei Abenteuern gelangt er nach Wladiwostok und von hier aus nach Japan. Mehrere Jahre verbringt er dann in Amerika. Endlich packt ihn die Sehnsucht nach Heimat und Gattin, und Ende 1934 ist er wieder in Budapest. Doch seine Nachforschungen nach seiner Frau bleiben erfolglos, weil er ja nicht weiß, daß sie inzwischen geheiratet und einen anderen Namen hat. So glaubt Franz Klein schließlich, sie sei gestorben. 3. Kapitel: Die 19jährige Tochter der Frau Gabriele Kovacs lernt auf einem Maskenball die Budapest einen Pierrot kennen, der ihr den Hof macht und täglich Blumen ins Haus schickt. Da er ernste Absichten zeigt, lädt das Mädchen den Verehrer, einen ernsten, nicht mehr ganz jungen Herrn, mit dem Einverständnis ihrer Mutter in ihre Wohnung «in. Am nächsten Tage erscheint er im Hause der Frau Kovacs. Das Mädchen führt ihn zu der Mutter. Als Frau Gabriele ihm ins Gesicht sieht, wird sie «bleich und fällt in Ohnmacht. Sie hat in »rehrer ihrer Tochter den totgeglaubten Gatten erkannt. Das Budapester Gericht hat die Aufgabe, über die Gültigkeit der zweiten Ehe der Frau Klein zu entscheiden. II Fn Südamerika ist kürzlich ein Südseekönig eingetroffen, der allerlei Gebrauchsgegenstände, Werkzeuge und Waffen einhandelte, Zur Verwunderung der amerikanischen Reporter ist dieser König ein Weißer, und wie er erzählt, sogar ein Deutscher. Er heißt eigentlich Franz Hefele, und seine Vorfahren waren schwäbische Bauern. Sein Vater wanderte nach Südamerika aus, wurde in einer Mittel- stadt Schuster und überließ nach seinem Tode dem Sohn die gutgehende Werkstatt Franz Hefele brachte es durch Fleiß und Ge- schäftssinn allmählich zu Wohlstand und Vermögen. Als er ein paar tausend Dollars zusammengespart hatte, verkaufte er die Werkstatt, erwarb ein großes Segelboot und begann darauf eine Weltreise. Er kam bis in die Südsee und wurde vom Sturm auf eine einsame Fnsel verschlagen, die ihm so behagte, daß 1 er dort blieb. Das ist die Insel Umea, weit abgelegen von allen Schisfahrtslinien und den großen Inselgruppen der Südsee 200Q Farbige wohnen auf ihr, sie werden von einem absolut regierenden König beherrscht. Der König war schon sehr alt, als Hefele ankam. Und weil der weiße Fremdling ihm mit großem Geschick bei seinen Regierungsgeschäften half und sich bald die Freundschaft der Insulaner erwarb, wählten sie ihn nach dem Tode des alten Königs zum König von Umea. Sechs Fahre regiert König Franz nun auf Umea, und er hat nach seinen eigenen Worten wenig Lust, wieder in zivilisierte Gegenden zurückzukehren. III. Diese Geschichte habe ich selbst miterlebt. Vor einigen Jahren machte ich mit einem Freunde mangels anderer Beschäftigung eine Photoaraphie- Gesellschast auf. Wir besaßen eine schöne Kamera, ein Stativ und eine Anzahl von Rollfilmen. Mein Freund Erich war der Photograph und ich der „Begleiter". Wir gingen auf die Höfe der Berliner Mietshäuser. Erich stellte den Apparat auf, ich ging an alle Wohnungstüren und alarmierte die Hausbewohner. Alsdann streckten sie die Köpfe durch die Fenster, und Erich knipste die mit Köpfen gespickten Hauswände. Zuhause vergrößerten wir die Aufnahmen und verkauften sie an die Mieter. Einmal hatten wir die Fronten eines großen Hauses im Osten ausgenommen und wanderten fröhlich heim. Erich begann zu entwickeln und zu vergrößern. Stolz betrachtete er die wohlgelungenen Bilder — da stieß er plötzlich einen Schrei aus und tanzte wie ein Wahnsinniger im Zimmer umher. Erst nach einiger Zeit beruhigte er sich und erzählte: Vor einiger Zeit hatte Erich eine junge hübsche Dame kennengelernt. Sie hatten in einem Ballhaus zusammen getanzt: eine Mondscheinpromenade hatte den Sachverhalt „Liebe auf den ersten Blick" ergeben, und beim Abschied beschlossen die beiden, ohne sich jedoch Namen und Adresse mitgeteilt zu haben, eine neue Zusammenkunft am nächsten Sonntag. Drei Tage danach wurde Erich von einem Auto angefahren, lag mehrere Wochen im Krankenhaus und versäumte natürlich sein Stelldichein mit der unbekannten Freundin Er war todunglücklich und trauerte lange der Entschwundenen nach. Und nun, bei der Vergrößerung unserer letzten Häuseraufnahme, hatte er plötzlich in das Gesicht der verlorenen Geliebten geschaut, das ihm aus einem Fenster im zweiten Stock entgegenblickte! Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten groß. Und — es gibt mir beinahe einen Stich, mit ^inSm happy end schließen zu müssen, aber es ist wirklich so geschehen: Ein Jahr später haben die beiden durch die Photographie vereinten Liebes- laute geheiratet,,, foe. rühren m-Stoffe mehr. iuli 1934 gültig. nden ig-Stoffe r-Stoffe >rich W. Lan«, ür Öen übrigen er: Hans Leck, leigen: Theodor t M Verlax öteinbmderei Birken. )lWich 25 ft 15 ft i* chwochs^ werden (M.225M) ’ hee erhöLHith •eMpotheke. — ^rjss Mr ^Wen 1 $*it. Hm a 8tml“ ■* ®'rten. O|L wen» au* °°°m ätlanhl 7et weniger röen. M verbreite. Jt wieder zeit. R noch unbe. schwanken, anbcrt. ’ V Nach nicht Besserung. ttsgs 10,6 Grad W morgens imum 1,1 Grad. - Mi 15. April: rgens 6,7 Grad ■ Sonnenschein, pril. De. v e r I Q * ^le* <Ün >6 er ,7?"* r r *)e b i Der Trommler Karlemann Don Felix Timmermans. Im Frühjahrsheft des „Inselschiffs" lesen wir den folgenden Ausschnitt aus dem Ein» leitungskapitel zu dem im Insel-Verlag erschienenen neuen Buche „Timmermans er- zäb/t." Die freien Stunden nach der Schulzeit oder in den Ferien verbrachte ich entweder an der Ecke der Schmuggelgasse oder bei Karlemann. Karlemann war Trommler gewesen bei den Soldaten und wußte aus dieser Zeit die wunderbarsten Abenteuer .zu berichten. Er hatte seinen Spaß daran, uns die tollsten Dinge weiszumachen. Eine dieser Geschichten lautete ungefähr so: „König Leopold II. ließ mich eines Tages rufem Er hatte von meiner Trommlerkunst gehört. Ich kam in den Palast, wo der König auf seinem Thron saß, mußte mich auf einen Samtstuhl davor setzen und ein Trommlersolo spielen. Der König war so gerührt, daß ihm die Tränen nur so über das Gesicht liefen. »Karlemann, mein braver Soldat, sagte er, »das ist so schön, als wenn Beethoven die Orgel spielt. Komm, wir trinken eine Flasche zusammen! Ein Diener mit weißen Strümpfen und goldenen Tressen brach sofort eine Kiste Champagner auf. Leopold II. sang für mich ein Lied, und ich mußte ihn auf der Trommel begleiten. -Er sang das Lied von den .Drei Tambours' und schritt dabei im Zimmer auf und ab. Als wir so gemütlich unfern Sekt tranken, erzählte mir der König, wie er immer seine Last hatte mit seiner Frau, mit feinen Sin- bern und feinen Soldaten. Da bemerkte ich oas Billard. .Spielen Sie auch Billard, Herr Königs fragte ich. ,Und ob', sagte er, ,spielst du denn auch, .Karlemann?' ,Und ob, Herr König', erwiderte ich, „fünfzig Treffer hintereinander.' .Allerhand! meinte iber König, .wollen wir mal eine Partie spielen? Wir spielten eine Partie. Ich hätte mit Leichtigkeit gewinnen können, aber aus Höflichkeit lieh ich mich schlagen. Ein Könia ist wie ein Kind, beide .muß man gewähren lassen. Doch plötzlich warf Seine Majestät den Billardstock wütend auf den !Fuhboden und rief: ,Ich würde wenigstens hundert 'Treffer erzielen, wenn ich nur in meinem Kongo iben Elefantenfriedhof entdecken könnte. Wegen die- Ifec Elefantenfriedhofs habe ich doch den Kongo ge- ikaust Des Elfenbeins wegen, verstehst bu Karlemann? Da muß es Elfenbein geben^ das schon :Jahrtausende alt ist, aus dem man Billardkugeln Nr. 90 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhejsen) Das deutsch-ruMeWirWastsabkommen Das Wirtschaftsabkommen, das zwischen Berlin und Moskau vereinbart worden ist, ist eigentlich nur die Wiederaufnahme und Fortsetzung enger wirtschaftlicher Beziehungen. Schon in der Vorkriegszeit war Deutschland der weitaus beste und zäh- lungskräftigste Handelspartner des zaristischen Rußland, ein Verhältnis, das auch in der Nach, kriegszeit beibehalten wurde. So gingen von der Gesamtausfuhr Räte-Rußlands im Jahre 1930 im Werte von 2235 Millionen Mark für 444 Millionen Mark nach Deutsch- land, das umgekehrt für 541 Millionen Mark noch Rate-Rußland ausführte. Im Jahre 1931 führte Deutschland sogar für 889 Millionen Mark bei einem Gesamteinfuhrwert von 2393 Millionen Mark nach Räte-Rußland aus; bei einer Einfuhr aus Rußland von 280 Millionen Mark. Auch 1932 war die Ausfuhr mit 711 Millionen Mark nach Räte-Rußland erheblich höher als die Einfuhr aus Räte-Rußland mit 205 Millionen Mark. Erft 1933 drosselte Moskau die Einfuhr aus Deutschland, was dann zwangsläufig auch dazu führte, daß die Einfuhr aus Räte-Rußland nach Deutschland erheblich zurückging. Die Zahlen allein geben kein richtiges Bild von den Wirtschaftsbeziehungen Deutschlands zu Räte- Rußland, weil es sich hier nicht allein um die Warenposten handelt, sondern auch um die Art der Finanzierung. So groß auch der Reichtum Räte-Rußlands an Rohstoffen fein mag, fo gering und unzulänglich war die finanzielle Kraft Räte- Rußlands nach der Eroberung der politischen Macht durch die Bolschewiken. Deutschland war es, das hier zuerst einen Ausweg fand, denn Räte-Rußland brauchte unbedingt die Einfuhr von Fertigwaren insbesondere von Maschinen aller Art aus Deutschland, die anderswo zu beschaffen deshalb für Räte- Rußland schwer war, weil die anderen Länder nicht ohne weiteres den Mut aufbrachten, Moskau große und langfristige Kredite einzuräumen. Die Finanzierung des Warenaustausches mit Räte-Rußland geschah nämlich so, daß zunächst einmal in Deutschland ein Kredit in bestimmter Höhe ausgesetzt wurde, auf den Moskau Wechsel ziehen konnte. Das hatte den Vorteil, daß die deutschen Lieferanten die sogenannten Russenwechsel mehr ober weniger sofort einlöfen konnten, während Moskau den eingeräumten Kredit in der Regel mit einer Laufzeit von 18 Monaten abwickelte. Das Verfahren war teils gut, teils we- Niger gut, aber es ist nicht so, daß die deutsche Wirtschaft aus dieser Wechsel-Beziehung in doppeltem Sinne beträchtliche Vorteile gezogen hat. Aber Moskau ist dabei gut gefahren, denn sonst hätten die Beauftragten in Deutschland nicht Jahr für Jahr immer wieder neue Aufträge nach Deutschland gelegt. Es ist doch ohne weiteres klar, daß die Verbindung mit Räte-Rußland dazu beigetragen hat, daß von 1930 bis 1933 ein Ausfuhrüberschuß erzielt werden konnte, zumal in den Krisenjahren 1931/32. Nach der Vollendung des ersten Fünf-Jahres-Planes änderte sich auch die grundsätzliche Auffassung in der räte-russischen Handels- poüti* denn Moskau glaubte Selbstversorger rn industriellen Fertigwaren werden zu können, so daß auch nichts mehr im Wege zu stehen schien, den Außenhandel abzugleichen oder gar einen Ausfuhrüberschuß zu Gunsten Räte-Ruß- lands herauszuwirtschaften. Weder 1933 noch 1934 gelang es Moskau, die Handelsbeziehungen in der früheren Form mit Deutschland wieder aufzuneh- men, insbesondere deshalb nicht, weil Moskau forderte, Deutschland müsse einen großen Teil seiner Rohstoffbezüge in Räte-Rußland besorgen. So kam es 1934 zwischen Deutschland und Räte- Rußland zu einem Außenhandel, wie er in dieser Form sicher nicht oft angetroffen wird. Auf der einen Seit« konnte Räte-Rußland für 210 Millionen Mark nach Deutschland ausführen, aber die Warenposten, die Räte-Rußland aus Deutschland bezog, erreichten nur einen Wert von 63 Millionen Mark. Allerdings kamen aus früheren Wechselverbindlichkeiten höhere Beträge nach Deutschland herein, aber den Gegenwert dafür hatte Räte-Rußland schon früher empfangen. Räte-Rußland hat aber immer daran gelegen, sich einen erstklassigen Kunden vorn Range Deutschlands zu erhalten, zumal die Ausfuhrwaren, die für Räte-Rußland besonders in Frage kommen, nicht überall einen Markt finden. Jedenfalls brauchen hochkapitalistische Länder wie die Vereinigten Staaten und England kein russisches Petroleum, während der rege Warenaustaujch zu anderen Ländern, wie etwa Frankreich, dadurch gehemmt wird, daß die unmittelbare geographische Nachbarschaft fehlt. Der Warenverkehr zwischen Deutschland und Räte-Rußland kann sich zu Schiff abwickeln, ist also deshalb nicht mit hohen Frachtkosten belastet, was auf beiden Seiten von Vorteil für die Preisgestaltung ist. Auch Deutschland ist grundsätzlich bereit, wieder Rohstoffe und solche Waren aus Räte-Rußland zu beziehen, deren Preisgestaltung besonders niedrig ist. Verhandlungen darüber waren schon seit einiger Zeit im Gange, wobei auch mitgewirkt hat, daß deutsche Unternehmer Werksanlagen und Ma- schinen Herstellen mußten, um räte-russischen Sonderwünschen gerecht werden zu können. Diese Anlagen hätten nicht ausgenutzt werden können, wenn es nicht möglich gewesen wäre, das Geschäft mit Moskau irgendwie in Gang zu bringen. Wenn das aber der Fall fein sollte, so mußte vor allem Vorsorge getroffen werden, die Finanzierung so sicher wie möglich zu gestalten, nicht nur für die Lieferanten, sondern auch für die mittelbaren Kreditgeber. Das ist in dem neuen Abkommen auch geschehen, das vorsieht, daß für 200 Millionen Mark zusätzliche Aufträge von Moskau an deutsche Unternehmungen erteilt werden sollen, wobei die Bezahlung im Rahmen des neuen Finanzabkommens geschieht. Deutschland hätte nicht mehr zulassen können, daß aus Räte-Rußland, so wie das 1934 der Fall war, eine wertmäßig viel höhere Einfuhr erfolgte, wenn umgekehrt Räte-Rußland nicht bereit war, diese durch die Einfuhr deutscher Waren auszugleichen. Was Räte-Rußland in der Hauptsache an Deutschland liefern kann, sind Mineralöle, Holz und schließlich auch Gespinstfasern; Lebensrnittel sind zwar 1934 auch noch aus Räte-Rußland hereingekommen, aber weder mengen- noch wertmäßig hat das eine große Rolle gefpiel. Von Deutschland hat Räte-Rußland auch 1934 Fertigwaren gekauft, an erster Stelle Werkzeugmaschinen, sodann Waren aus Eisen und chemische Erzeugnisse. In diesen Waren kann sich Räte-Rußland, wenn überhaupt, auf lange Zeit hinaus nicht selbst eindecken, so daß es auf die Einfuhr angewiesen ist. Der Versuch, mit den Vereinigten Staaten groß ins Geschäft zu kommen, ist bisher wenigstens nicht geglückt. Kunst und Wissenschaft. Sven hedin In Berlin. Der berühmte schwedische Forschungsreisende Sven Hedin, einer der treuesten Freunde Deutschlands in Krieg und Frieden, ist in Berlin aus Moskau eingetroffen. Zu feiner Begrüßung hatten sich neben feiner Schwester. Fräulein Alma Svedin, die fchon einige Tage in Berlin weilt, zahlreiche Verehrer und Freunde eingefunden, an ihrer Spitze die Gesandten Schwedens und Chinas. I Als erster begrüßte den Forscher sein alter Studien- Oie Katastrophe des Pyrenäen-Expreß. Südlich von Bordeaux entgleiste, wie bereits gemeldet, der französische Pyrenäen-Expreß, der auf dieser Strecke mit einer Geschwindigkeit von über 100 Kilometer fuhr. Das Unglück erforderte drei Tote und zehn Verletzte. — Unser Bild zeigt die Unglücksstätte. lürzen er Linnen zen-Drel1 hr&Co. 2264 A Mg Dienstag, 16. April 1935 freund, der Rektor der Handelshochschule, Thies- j e n. Vor dem Bahnhof wurde Sven Hedin von den Kameraleuten der Wochenschauen erwartet. Vor dem Mikrophon sprach er etwa folgende Worte: „Nach meiner dreijährigen Reise durch China ist es mir eine große Freude, wieder in Europa zu fein, hier in Berlin einen fo glänzenden und liebens- würdiaen Empfang zu erleben und so viele alte Freunde begrüßen zu können. Noch heute abend werde ich nach Stockholm weiterfahren, um dort über meine letzte Expedition ein neues großes Reisewerk fertigzustellen Auf Wiedersehn im Mai in Berlin!" Rhein-Mainisches TNusiksest in Bad-Nauheim. Im Rahmen der verschiedenen Veranstaltungen des reichhaltigen Jubiläums-Programms des Hessischen Staatsbades Bad-Nauheim nimmt das im August stattfindende Musikfest eine bevorzugte Stel- Kameraden,tragt dieOAF.-Mirtze! lung ein. Es trägt den Namen „Rhein-Mai- nifches M u s i k f e st" und will die starken schöpferischen Kräfte, die innerhalb unseres Heimatgaues am Aufbau einer neuen deutschen Musik wirksam sind, aufzeigen. Jeder Komponist des Rhein-Main- Gebiets, der in Volk und Heimat verwurzelt nach wesens- und zeitgemäßem Ausdruck ringt, ist zur Einreichung seiner Werke berechtigt. Das Rhein- Mainische Musikfest will die „Front zeitgenössischer Komponisten" vergrößern und hat deshalb die ausdrückliche Genehmigung der Reichsmusikkammer gefunden. Borführung eines neuen eleklro-akustifchen Mufik- instrumenls vor Dr. Goebbels. Im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda wurde Reichsminister Dr. Goebbels das von Dr. Jng. T r a u t w e i n erfundene elektrische Musikinstrument „Trautonium" vorgeführt. Mit diesem Instrument werden Töne durch elektrische Schwingungen erzeugt. Gegenüber der bisherigen Tradition im Instrumentenbau beschreitet Dr. Trautwein neue Wege, die sich auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Elektroakustik aufbauen. Auf Anordnung von Reichsminister Dr. Goebbels wird das Instrument demnächst einem Kreis berufener deutscher Künstler vorgeführt werden. 2120 V < /v\ Deshalb verwendet die erfahrene Hausfrau stets nach den bewährten Oetker-Rezepten aus „Sorten macht Freude". Für 20 pfg. in den Lebensmittelgeschäften erhältlich/ sonst gegen Sriefmarken von Dt August Detter,BideMd K- KSK - flpd Kinde/0 HÄ proben, ✓/ schem Züchterfleiß in ernster Arbeit rbanten ist. Die mehr und mehr anwachsende Wirtschaft Hierbei wurde der Metzgermeister Spohnheirner, der einem angeschossenen Keiler den Todesstoß per* Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2U. Stalin $ranffurt a. M Banknoten. 8,8 . 6 61,79 80,24 33,46 5 6 4 7 7 106,5 122,25 38,4 136,25 109,5 124,5 89,13 123 123,5 106,25 150,5 123,25 95 107 105,4 37,25 136,25 108,75 125,5 88,75 122,5 122,25 106,5 150,25 123 38,13 136.25 109 124,65 88,25 123 123 106,13 150,5 123,25 95,25 107,4 106 95,9 152 126,75 92,5 78,75 34.25 36,75 81,75 107,25 88,5 90,25 90,25 157,5 95,4 107,13 105,9 95,9 153,5 126 92,75 78,75 62,03 80,56 33 60 o 0 6 0 0 0 1*2 36,9 136 108,5 123,75 89 122 125,75 92 78,5 32,5 34 81 10725 88 90 90 160 95 107,13 105.4 33,9 26,65 35,9 81,9 108 88,5 90 90 157,25 32,75 27,5 34,75 81 107,75 88 90 90 159,75 126,5 93 78,75 Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschast................ Dresdner Bank ... Reichsbank ................ 4,5 6,5 4,1 33,4 26,5 1,13 7,13 6,3 6,75 12,5 8,5 4,4 6,65 4,1 33,5 zur Verfügung. Sammelt der von Farben und Duft berauschte Betrachter schließlich seine Eindrücke in einer lieber» schau vom Terrassenrestaurant, das aus einem drei» ten Aufbau leuchtender Hortensien herausragt, bann verdichtet sich die Flut der Eindrücke zu dem stolzen Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. SchuckertLCo...... Siemens S Halske... LahmeyerLEo..... 26 1,13 7,13 6,5 >.65 27 1,13 7,25 6,4 6,55 13,3 8,7 1,125 7,13 6,3 6,65 13,25 8,4 -MUI 17453 41,98 53,70 12,03 16,38 167,63 20-84 60,48 „Narzissen und die Tulipan.. Ein Gang durch die Deutsche Irühjahrsblumenschau in Berlin. 4% Oesterretchische Gotdrente.... 4,20% Oesterretchische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4V,% desgl. von 1918.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I..................... Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... McmneSmann-Röhrea M Homc Vrheberrechtssö J? Pferd j, bl?h en Nüster ?art5, nicht m Mn, die, im ( Her Willensk 615 IU befjaupi J* Gpaiie fesformift, U'ue Pfer ft eSr,el «*•ÄS »thm ga Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. A.S.G 0 Betula 10 Elektr.LieferungSgefellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6y, Felten & Guilleaume ........ 0 Gesellsch.s.Elektr. Unternehmung. 5 setzen wollte, von dem wütenden Tier angegriffen und schwer zugerichtet. Dem Schwerverletzten mußte ein Bein ampu* t i e r t werden. Alle ärztliche Kunst war jedoch vergebens; jetzt ist Spohnheirner im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. (50 bis 52), b) 48 bis 52 (49 bis 52), c) 47 bis 51 (47 bis 51), d) 45 bis 49 (44 bis 49), e) und l) 44 bis 47 (45 bis 47), g2) 40 bis 43 (40 bis 44). Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer lieber- stand (60), Kälber anfangs lebhaft, zum Schlich abflauend, ausverkauft. Hammel und Schafe langsam, Ueberstand (38), Schweine anfangs mittelmäßig, zum Schlüsse abflauend, Ueberstand (258). Großhandelspreise für Fleisch und F e t t w a r e n. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1005 Viertel Rindfleisch, 121 ganze Tiere Kalbfleisch, 26 ganze Tiere Hammelfleisch, 248 halbe Schweine. Ochsenfleisch b) 66 bis 72, c) 58 bis 66; Bullen- fleisch b) 62 bis 66; Kuhfleisch b) 53 bis 60, c) 38 bis 50; Färsenfleisch b) 66 bis 72, c) 58 bis 66; Kalbfleisch b) 74 bis 82, c) 64 bis 72; Hammel- fleisch b) 75 bis 78; Schweinefleisch b) 70 bis 75; Fettwaren: d) roher Speck 65 bis 68, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf: lebhaft. Berlin, 15. April Amerikanische Noteu Belgische Noten......... Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Betrügereien in Höhe wn 180000 Mk. LPD. Frankfurt a. M., 14. April. Die Justiz- Pressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Der gemein- samen intensiven Arbeit der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei ist es gelungen, zwei g e - jährliche Hochstaplerinnen das Handwerk zu legen. Zwei Frauen haben es m f a st 15 I a h- ren verstanden, raffiniert und rücksichtslos unter Berufung auf eine ihnen gegen einen Angehörigen eines fiirstlichen Hauses angeblich zustehende Forderung zahlreiche Personen um insgesamt 18 0 0 0 0 Mark zu betrügen. Zu den Geschädigten gehören reiche und arme Volksgenossen. Manche von ihnen sind um ihre letzten Spargroschen gebracht worden. Kleine Geschäftsleute warten seit Jahren auf ihr Geld, das sie nötig gebrauchen. Sie alle sind dem Schwindel zum Opfer gefallen. Es handelt sich um die Witwe Anna Weil und deren Tochter Regina. Die Staatsanwaltschaft hat gegen beide nunmehr Anklage wegen Betrugs erhoben. Sie vertritt den Standpunkt, daß die Taten den seit dem 1. Juni 1933 in Kraft befindlichen erschwerten Tatbestand des Betrugsparagraphen erfülle .1. Diese Bestimmung, die zur Voraussetzung hat, daß die Täter durch ihre Handlung das Wohl des Volkes geschädigt haben, daß dadurch ein besonders großer Schaden entstanden ist, und daß die Täter besonders arglistig gehandelt haben, sieht als Strafe Zuchthaus vor. Des Kindes Schutzengel. vom Strudel durch eine 70 m lange Rohrleitung getrieben. LPD. Biedenkopf, 14. April. Beim Spielen in der Nähe der neuen Stadtrandsiedlung siel ein siebenjähriger Junge in den durch,die Schneeschmelze stark angeschwollenen B i l l e r b a ch. Der Junge wurde in die unter der Siedlung durchführende etwa 70 Meter lange und 80 Zentimeter weite Rohrleitung hineingetrieben. Durch das Schreien der mit« spielenden Kinder aufmerksam gemacht, eilte ein Anwohner herbei und öffnete den Schacht an der Knickstelle des Kanals. Ehe er aber in den Schacht hinabsteigen konnte, wurde der Junge schon mit den Füßen talabwärts durch den gewaltigen Strudel des Schachts hindurchgepreßt. Einige Augenblicke später kam er beim Kanalausgang zum Vorschein und wurde etwas unterhalb ans Ufer gespült. Der ganze Vorgang spielte sich in wenigen aufregenden Minuten ab. Wunderbarerweise hat dem Jungen die sausende Fahrt durch den voll» I ständig gefüllten dunklen Wasserlauf nicht das geringste geschadet. Zuchthausstrafen für Kommunist n LPD. Darmstadt, 13. April. Wegen Aufrechterhaltung des organisatorischen Zusammenhalts der KPD. standen vier Kommuni st en vor dem Strafsenat des Oberlandesgerichts in Darmstadt. Nach eingehender Beweisaufnahme wurde der 31jährige Wilhelm Pfannmüller aus Mittelgründau zu drei Jahren Zuchthaus, sein Bruder Heinrich Peter Pfannmüller aus Lieblos zu 2H J-ahren Z u ch t- Haus verurteilt, beide unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und Stellung unter Polizeiaufsicht. Die Ehefrau des Wilhelm Pfannmüller wurde freigesprochen, während der 31jährige Wilhelm Reifenberger aus Frankfurt a.M. zwei Jahre Gefängnis erhielt. Todesopfer einer Wildschweinjagd. LPD. Groß-Gerau, 15. April. Mitte Februar machten Jäger in der Treburer Gemarkung den Versuch, ein Rudel Wildschweine zu erlegen. .«r h ; , "Fred x £ »t« ! kni sLr Ä- bri ^inäL> "W, b?e A° W die leinet Men •Mä’? Obgleich der Einzug des Frühlings dieses Jahr ungewöhnlich lange auf fick warten läßt, haben die deutschen Gartenkünstler das Wunder vollbracht, in der Ausstellungshalle am Kaiserdamm in Berlin ein Meer von Blüten und Farben her- vorzuzaubern. Die Deutsche Gesellschaft für Gartenkultur hatte sich die Aufgabe gestellt, in der Zeit vom 13. bis 28. April ihre große dies- jährige Blumenschau au veranstalten, und sie hat sich von dem mißgestimmten Wetteraott keinen Strich durch die Rechnung machen lassen. In geschickter Weise haben die Gartenkünstler die Tücken die Witterung überlistet und die Unsumme von Blumen und Pflanzen, die dieses Jahr von der Natur in ihrer Entfaltung um zwei bis drei Wochen zurückgehalten wurden, in Treibhäusern der Blüte zugesührt. So konnte es geschehen, daß an dem vorgesehenen Tage, als Reichsminister D a r r £ die große (schau, an der der Reichsnährstand mitgewirkt hat, eröffnete, auf 16 000 qm Hallenfläche nicht weniger als 400 000 Blumen ihre Blüten in berauschender Pracht entfaltet hatten. Großartig ist gleich der erste Eindruck, den der Besucher beim Betreten der Ausstellung empfängt. In einer kameradschaftlich unter Verzicht auf jede anpreisende Namensnennung aufgebauten Gemeinschaftsschau hat ein ganzer Berufsstand die Summe seiner Leistungen zu einem großen Stadtgarten vereinigt. Um ein Wasserbecken von 40 Meter Länge und 10 Meter Breite, aus dem zwölf Springbrunnen silberne Strahlen empor- senden, sind mit feinstem gartenkünstlerischen Geschmack bunte Blumenbeete zu einem phantastischen Teppich zusammengeschlossen. Flieder und Ziermandeln, Goldregen und Zieräpfel, Schneeball und Spiräen, Zierkirschen und Wistarien bilden den blühenden Strauchbestand dieses Gartens. Eine Farbenflut von Stiefmütterchen und Tulpen, von Hyazinthen und Narzissen, von Azaleen und Rhododendron bedeckt den Boden dieses blühenden Panoramas der deutschen Gartenkunst. Ein Birkenhain umgrenzt den ganzen Bezirk, der das Abbild eines öffentlichen Ziergartens darstellen soll, wie ihn die naturentfremdeten Großstädte zur seelischen Erholung ihrer Bürger dringend Die Industne- und Handelskammer Gießen aibt Auskunft: 649: Weiterer Abbau der Devisenbeschränkungen in Belgien. 650: Verwendung von Wertpapiererträgen für Zahlungen im Inland. 651: Neue Einschränkung der Arbeitsmöglichkeiten für Ausländer in den Niederlanden. 652: Das deutsch-russische Wirtschaftsabkommen. 653 : 0,50 Goldfrank Zuschlaggebühr für R-Ge- spräche nach dem Ausland. 654: Veräußerungsgenehmigung für Lederabfälle. Jede Veräußerung folgender Waren der Nr. 659 des Deutschen Zolltarifs: „Abgenutzte Lederstücke und Lederwaren sowie sonstige Lederabfälle (auch gemahlen), sofern ihre Benutzung als Leder ober zu Lederwaren nach ihrer Beschaffenheit ausgeschlossen ist", die handelsüblich dazu führt, daß die Waren der Verarbeitung im Jnlande entzogen werden, bedarf der Zustimmung der Ueberwachungs- stelle. 655: Lohnsteuerpflichtige müssen Sonderausaaben sofort melden. Die höheren Werbungskosten beim Steuerabzug. 656: Zulassung von Einschreibbriefen mit zollpflichtigem Inhalt nach Griechenland. Schluß- hir» 13-4 holländische Konkurrenz aus dem Felde schlugen, die Rosenzüchter aus Bayern und Schwaben, vom Rhein und aus dem Allgäu zeigen ihre besten Er- Zeugnisse. Mit stolzer Befriedigung stellt der Kundige fest, daß die deutsche Anzucht feit der ersten derartigen Ausstellung vor zwei Jahren bedeutende Fortschritte gemacht hat und der deutsche Gärtner mit seinem handwerklichen Können, unterstützt von den Ergebnissen der Wissenschaft, die ausländische Konkurrenz verdrängt hat. Auch mengenmäßig ist die deutsche Gartenkultur auf einem so hohen Stande ange- langt, daß eine Riesenaufgabe, wie die Ausschmückung des Berliner Doms und Rathauses anläßlich der Vermählung des Ministerpräsidenten Hermann Göring, ohne jede fremdländische Hilfe gelöst werden konnte — eine Leistung, die noch vor wenigen Jahren unerreichbar war. Kaum kann der Blick die Fülle des Gebotenen umschließen. Die bewährtesten Gartengestalter unserer Zeit haben in zwölf Mustergärten verschie - bene Formen des Gartens mit einfachsten Mitteln zu natürlicher und überzeugender Wirkung gesteigert. In großen Schaukästen entfalten fremdartige Orchideen ihre seltsamen Blütenwunder. Ein Wald von merkwürdigsten Kakteen ragt wie ein Ueberbleibfel aus Urzeiten empor. Eine Sonderschau von vier großen Fenstern zeigt besonders den Hausfrauen die Möglichkeiten, wie der schönste Zimmerschmuck, das Blumenfen st er, wirkungsvoll und pflanzengemäß angebracht werden muß, und stellt der richtigen Lösung als abschreckendes Beispiel die falsche Fenstergestaltung gegenüber. Schautafeln unterrichten über die neuesten Ergebnisse der Gartenwissenschaft im Dienste der Volkswirtschaft, und eine lange Folge von großen Lichtbildern führt die Entwicklung des deutschen Naturgartens und Parks vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Für die Fülle der Schnittblumen, die alle drei Tage ausgewechselt werden, stellt eine andere Sonderschau die passenden Vasen in gediegener Ausführung Geld 2,433 41,82 53,48 11,99 16,32 166,97 20,76 60,22 * Stärkere Zementausfuhr. Die bisher vorliegenden Versandziffern aus der deutschen Ze» mentinbuftrie zeigen für bas erste Vierteljahr 1935 ein weiteres leichtes Steigen bes Jnlanbsabsatzes. Verschiedentlich liegt ber Jnlanbsabsatz allerdings nur auf ber Höhe ber gleichen Vorjahreszeit. Beschluß« fürs 13 4 * merkenswert ist ber stärkere landwirtschaftliche Ze- mentbebarf. Das Ausfuhrgeschäft hat sich in ben letzten Monaten merklich belebt, z. Z. bürsten zwischen 10 bis 15 v. H. bes Jnlanbsabsatzes an ben Weltmärkten abgesetzt werben. Besonbers stark sinb bie Ausfuhrziffern nach Ueberfee. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Ruhig. Frankfurt a. M., 15. April. In ber ersten Börse ber Osterwoche machte sich bereits Feiertagsstimmung bemerkbar, ba roeber seitens ber Banken- kunbschaft, noch ber Kulisse größere Umsätze getätigt würben. Das Aktiengeschäft betraf einige Spezial- werte, bie aber eine allgemeine Belebung nicht auslösen konnten. Die Grunbstimmung war durch- aus freunblich, gestützt auf verschiebens recht günstige Bilanzvorlagen, unb tie Beurteilung ber Außenpolitik. Am Elektromarkte traten AEG. mit größeren Umsätzen mit einer Steigerung von insgesamt 0,75 v. H. hervor, auf einen größeren Auslanbauf- trag hin. Gesfürel auf bie Divibenbenerhähung weitere 0,50 v. H. erhöht, bie übrigen Elektrowerte kaum oeränbert, Siemens 0,75 v. H. niebrtger. Die Farbenaktie schwankte zwischen 148 bis 147,75, also unoeränbert. Je 0,25 v. H. höher waren Erböl unb Metallgesellschaft. Montanwerte gut behauptet, vor allem Stahlverein unb Mannesmann, Klöckner 0,50 v. H. hoher. Don ben übrigen Marktgebieten waren Hapag 0,25 v. H. fester, Norbb. Lloyd im Verlaufe 0,13 v. H. höher, AG. für Verkehr entgegen des letzttägigen Rückganges 0,75 v. H. erhalt, Holzmann waren 0,50 v. H. fester zu hören. In Auswirkung von Verwaltungsveröffentlichungen waren Zement Heidelberg 0,50 v. H., Aschaffenburger Zellstoff 0,25, Waldhof 0,40 v. H. fester. Südd. Zucker 0,75 v. H., Reichsbank 0,40 v. H. niedriger. Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten ... Schweizer Noten . Spanische Noten ................ Ungarische Note« ....... Wesentlich lebhafter lagen Anleihen unter Füh- l rung van Altbesttz bei einer (Steigerung von 0,75 I vom Hundert, Kommunal-Umschuldung 10 Pf. 2 höher. Aus Auslandrenten beachtet, Gold-Mexi- \ ferner 0,25, Silber-Mexikaner 0,13, Anatolier 0,13 j vom Hundert erhöht. Im Freiverkehr Adlerwerke < Kleyer 92, Elfässisch-Bad. Wolle 33,65 v. H. Der weitere Verlauf brachte kaum noch Derände- i rungen am Aktienmärkte, das einzige Interesse der Börse war auf Mexikaner gerichtet, die nochmals 0,13 bzw. 0,25 v. H. für Silber-Mexikaner, Gold-Mexikaner und Jrrigationsanleihe gewannen. : Tagesgelb 2,50 v. H. Abendbörfe. Schiffahrtswerke fest. An ber 2Ibenbbörfe setzte sich bie Sonderbewegung in Schiffahrtswerten zu fteigernben Kursen fort, bie offenbar für Berliner Rechnung aus bem Markte genommen würben. Hapag bis 34,50, Norbb. Lloyd bis 36,90, also 0,65 bzw. 1 v. H. über Mittagsschluß gesucht. Daneben noch AEG. beachtet und 0,25 v. H. höher, im übrigen lagen bie Aktienmärkte still. JG.- Farben bei 148,65 kaum oeränbert. Deutsche Renten sehr ruhig, aber Mexikaner weiterhin lebhaft, Silber-Mex. um 0,13 v. H. höher, Golb-Mex. bei 13,25 gut gehalten. Bis Schluß ber Börse ergaben sich keine nennenswerten Veränberungen mehr. JG.-Farben gaben auf 148.25 v. H. nach. Hapag schlossen mit 34,25, Norbb. Lloyb 37,90. 11. a. notierten: Altbesitz 113,30, 7 v. H. Ver. Stahlbonbs 100,90, 4 v. H. Rumänen 4,10. Gold- Mexikaner 13,25, Adca. 76, Commerzbank 88,50, DD.-Bank 90,25, Dresdner Bank 90,25, Reichsbank 157,50, Harpener 105,40, Mannesmann 78,75, Rheinstahl 108,40, Stahlverein 80,65, AEG. 38,40, Bekula 136,25, Deutsche Erdöl 107, Scheideanstalt 212,50, Deutsche Linoleum 152, Licht unb Kraft 124,50, Gesfürel 123, Goldschmidt 105,25, Holzmann 91.25, Junghans 90, Lahmeyer 123,25, Metallgesellschaft 97, Rhein. Elektr. 123,50, Schuckert 106,25, Siemens 150,50, Aschaffenburger Zellstoff 81,25, Zellstoff Walbhof 111,75, fübb. Zucker 169, Deutsche Reichsbahn-Vorzugsaktien 122,25. Frankfurter Getreidebörse. Fr an kfurt a. M., 15. April. Der Futtermittelmarkt ist seit längerer Zeit etwas entlastet, immerhin ist bie Nachfrage noch groß. Roggen unb Weizen sind nunmehr nach Erfüllung ber Pflichtleistung zur freien Verfügung freigegeben, was bas Angebot etwas verstärkt hat. In landwirtschaftlichen Kreisen erwartet man jeboch, besonbers bei Angebotssteigerung, balb roieber bie Aufhebung ber Freigabe. Das Mehlgeschäft war roieberum schlecht. Besonbers ber Absatz für Roggenmehl Type 997, die zu dunkel ist. Am Getreidemarkt war Roggen leidlich, Weizen wieder nur knapp angeboten. Dieses geringe Weizenangebot ist in Frankfurt dadurch verursacht, weil Mannheim höhere Preise zahlt, die nicht durch bie Mehrfracht ausgeglichen wirb. Es notierten ((Betreibe je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen WIX 209, W XIII 213, W XVI 217; Roggen R IX 169, R XIII 173, RXV 177 Großhandelspreise ber Mühlen bes genannten Preisgebiets. Futtergerste GIX 171, G XI 174, G XII 176, Hafer H XIII 169, H XIV 171 Großhanbelspreise ab Station, bei Was- serverlabung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 169. Weizenmehl W XIII 27,60, XV XVI 28,05, Roggenmehl R XIII 23,70, RXV 24,10, plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Wei- zennachmehl 17,50, Weizenfuttermehl 13,75, Weizen- fleie XV XIII 10,87, W XVI 11,08, Roggenkleie R XIII 10,14, RXV 10,38 Mühlenfestpreis ab Müh- lenftation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 13.—, Palmkuchen m. M., 13,30, Erbnußkuchen m. M. 14,50, Trockenschnitzel 9,65, Heu 10,50, Weizen- unb Roggenstroh brahtgepreßt 5.— bis 5,40, bo. gebün» bett 5,— bis 5,40. Kartoffeln: Jnbustrie hiesiger Gegenb 3 Mk., gelbfleischige hiesiger Gegenb 2,90 Mk. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tenbenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmartt. Frankfurt o. M., 15. April. Auftrieb: Rinber 1266, barunter Ochsen 337, Bullen 101, Kühe 514, Färsen 314, Kälber 1204, Schafe 101, Schweine 4792. Notiert würben pro ein Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42 (am 8. April 42), b) 39 bis 41 (39 bis 41), c) 36 bis 38 (36 bis 38), d) 31 bis 35 (—). Bullen a) 39 bis 40 (39), b) 36 bis 38 (36 bis 38), c) 33 bis 35 (32 bis 35), d) heute nicht notiert (26 bis 31). Kühe a) 37 bis 40 (37 bis 40), b) 31 bis 36 (30 bis 36), c) 26 bis 30 (24 bis 29), d) 18 bis 24 (17 bis 23). Färsen a) 42 (42), b) 39 bis 41 (39 bis 41), c) 34 bis 38 (34 bis 38), d) 30 bis 33 (30 bis 33). Fresser nicht notiert. Kälber Sonderklasse auch nicht notiert. Andere- Kälber a) 60 (57 bis 60), b) 54 bis 59 (51 bis 56) c) 44 bis 53 (42 bis 50), d) 34 bis 43 (30 bis 41). Lämmer und Hämmel al) 42 bis 45 (nicht notiert), b2) Weidemasthämmel 38 bis 40 (38 bis 39), c) mittlere 35 bis 37 (34 bis 37), d) 30 bis 31 (nicht notiert). Schafe nicht notiert. Schweine al) 50 bis 5? (50 bis 52), a2) 50 bis 52 Datum i% desgl. Serie ll ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/»%Numän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2y*% Anatolier .............. Hamburg-Amertka-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Buderus . ...... 0 Deutsche Erdöl .......4 Gelsenkirchener 0 Sarpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessev .. 0 Echluflk. Abend- börse 15-4 8,4 4,5 6,5 4,1 33,65 uw ’d 0er Dv W Schokola^.. 0 Z% Weih Mben, 3n odei r-Ts K si Ast- . _ Und drunten a Nieder schone sch «ir chon das L°-°dlch°«-n iii Hause stehen? los haben wir st Nett das eigentiu Zuerst werden « in die Löcher ge iünnen Weiden b kleiner Walfisch eher wird alles s euch Holzwolle ol .chasengärtchen u venn das Wetter mir nicht hinaus Las ist leider oft seinen „Stallhvsei ..markieren". 2)d tzreude, wie der -en Geschenken t noch warm sind! Wie wird dann i Wenn aber di Wieder grün sind Versteckten Plätzck unter auch solche Erhöht nur die buchen. Auch der I Waldrand einges s gesunden hatte, litoir, daß er sich Und wenn d : werden die Eik Festigkeit manch sie schon haush weiche Gras ur Male, bis dann ein Stein, auf b war es natürli aud) etwas ju t Schadet es un Eierwersen dabei glaube nicht. Es wenn die Kinder noch mitfreuen schlagen können, hoffentlich mi Dahre keinen St vstern draußen schönen Eier n | war denn die ( nötig haben. Eine Pergola aus deutschem Naturstein bildet die Querachse der riesigen Halle, von grünen „ Schlingpflanzen, von Glycinen und Wein in sonnige Gefühl, daß alles, was fern Blick überschaut, Parkstimmung getaucht. Dahinter breitet sich als X e u t \ * a m 9 h * t» r f f»t 6 m omffor Arbeit zweiter Teil der Ausstellung eine Wettbe - /.i verdanken werbsschau aus, an der sich 250 deutsche i^igung breiter Bevölkerungsschichten zur Pflege Gärtnereien beteiligt haben. Die Berliner eines eigenen Gärtchens wird aus dieser Pflanzenzüchtereien, die Spezialgärtnereien aus Vereinigung höchster Erfolge starke Anregung und Holstein und Oldenburg, die mit Erfolg die starke Befruchtung ziehen können. —-cdi. Ecklu^k. Mi Nag' börse 15-4. 8,7 4,4 6,65 4,1 33,5 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurS Echlußk. Abend- börse Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Dalum 13 4 15 4 13-4- 15.4. Mansselder Bergbau .. .. 8 — 100,4 100,5 101 Koksmerke........... .. 6 — 108,5 109 Phönix Bergbau...... .. 0 — — — —- Rheinische Braunkohlen m • e » . 12 219,25 217 218 Rheinstahl ........... S'/2 107,75 108,4 108,4 108,5 Bereinigte Stahlwerke. .. 0 80,5 80,65 81 80,9 Otavi Minen ........ .. 0 15,4 15,4 15,5 Kaliwerke Aschersleben. .. 6 112,5 112,25 112,5 113,5 Kaliwerke Westeregeln. .. b 113,75 114 114 114,25 Kaliwerke Salzdetfurth iv» — — 158 159 I. G. Farben-Jndustrie ..... .. 7 148 1 148,25 147,9 148.5 Scheideanstalt........ .. 9 214 212,5 — — Goldschmidt ......... .. 0 105,65 105,25 105,5 105,25 Rütgerswerke ........ .. 4 109,5 110 109,13 110,25 Metallgesellschaft...... .. 4 96,9 97 96,75 97,13 Philipp Hol-mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. .. 0 91,5 91,25 91,4 91,65 « • e e .. 6 120,5 - - .. 4 - - - Schultheis Patzenhoser ..... Aku lAllgemeine Kunstseide) .. 4 .. 0 53^4 53,4 107,75 53,25 108,75 53,75 Bemberg............ .. 0 — 116 115,13 Zellstoff Waldhof ..... .. 0 112 111,75 112,25 111,75 Zellstoff Aschaffenburg .. 0 82,5 81,25 82,25 81,75 Dessauer GaS........ .. 7 V— —— 128 127,5 Daimler Motoren..... .. 0 93,9 94 94,25 94,25 Deutsche Linoleum .... .. 6 152,5 152 152,5 151,75 Orenstein & Koppel ... .. 0 W — 88 88 Westdeutsche Kaufhof.. .. 0 34,75 35,25 35,25 35,13 Chade............... .. 0 243,5 242,5 246 Accumulatoren.flabrü . ■ « ■ < . 12 —— 161,5 162 Eonti-Gummi ...... .. 8 148,5 149 148,5 149 Gritzner............. .. 0 j 35,75 36,75 1 35,75 37,4 Mainkraftwerke Höchst a.M. .. 4 93,5 93,5 —— Süddeutscher Zucker .. .. 1 I 169 l 169 1 169 168 Frankfurt O.UL Lerim Schlußkurs Schluß«. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Datum 13-4. 15.4. 134 154 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,13 100,2 100,3 100,3 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,75 97,65 97,7S 97,75 5Ve% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Wlös.-Schuld mÜ 102,25 102,25 102,23 102,4 Anslos.-Rechten ............. 112,75 113,4 112,7 113,4 4*/i% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, 1....... 100 100,2 100 100,25 6% ehem.8°/» Hess. Bockst«t 1929 sröckzahlb. 102%) ............ 97,75 97,75 97,5 97,75 *V»% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,13 _ 96,13 5’/2% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverfchr. R.6 100 100 — — 92,5 92 —— — Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. 115,25 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten *y»% ehem.S°/o Franks. Hyp.-Bank 115,25 115.13 115,5 115,5 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96,25 96,5 6V,% ehem. 4%% Franks. Hyp.- 100,65 100,4 bYt% ehem. 4H% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpse..... *y«% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 101 100 25 101,5 101 96 96 96 96 4Yi% ehem. 7% Pr. LandeSpfand- vriesanst.. Gold Komm. Obl.V 96 96 96 96 Steuergutsch.BerrechnungSk. 35-39 105,9 105,9 105,9 105,9 13.April 15-April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Aire 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. . 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,59 53,69 53,69 53,79 Danzig..... 81,10 81,26 81,10 81,26 London ..... 12,00 12,03 12,025 12,055 HelsingforS.. 5,305 5,315 5,31 5,32 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 167,53 167,87 167,38 167,72 Italien..... 20,68 20,72 20.68 20,72 Javan ...... 0,702 0,704 0,707 0,709 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,32 60,44 60.43 60,55 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 10,90 10,92 10,91 10 93 Stockholm... 61,89 62,01 62,00 62,12 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80.88 Spanien.... 33,93 33,99 33,93 33.99 Prag-....-- 10,37 10,39 10,37 10,39 Budapest ... — — — —■ Neuyork... 2,476 2,480 2,481 2,485 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhelfen) Dienstag, w. April 1955 i 8^rde*n1^Mi6hm «M erklärte Fred. eines älteren Mannes Du kommst in einem Liane aber lief auf — 'm tcfarwf- Om£ Ofaif ung e an. die hohe, würdige Gestalt erschien im Türrahmen. „Was ist denn, Liane? fremden Auto?" Fred sah überrascht auf. Jjj „Mein Vater würde mir das gewaltig Übelnehmen, und mit Recht. Sie haben sehr viel für mich getan, haben sich selbst einer Gefahr ausgesetzt, und wir sollten Ihnen noch nicht einmal danken dürfen?" „Wenn Sie es durchaus wünschen, steige ich also mit Ihnen aus." „Ja, ich wünsche es." Das Gespräch stockte, es wurde kein Wort mehr zwischen ihnen gewechselt, denn schon befanden sie sich auf der Forsthausstraße, und wenige Minuten später hielt das Auto vor einer hübschen Villa. Die beiden Herren waren Liane beim Aussteigen behilflich; Liane bedankte sich für die Fahrt. Der Herr nahm wieder am Steuer Platz, und das Auto surrte davon. Noch ehe Liane mit ihrem Begleiter den Vorgarten durchquert hatte, öffnete sich die Haustür; nl. Beim Spielen nbfieblung fiel ein in den durch K un Lillerbach. der Siedlung Meter lange e Rohrleitung 5 Schreien der mit- gemacht, eilte ein ien Schacht an der iber in den Schach! junge schon mit den gewaltigen Strudel Einige Augenblick! lausgang zuin unterhalb ans Ufer elte sich in wenigen nberbarerweife fei ■t burd) ben ool 'erlauf nid)t bai Aus der Provinzialhauptstadt. Der Osterhase und seine Eier. Der brave Lampe steht zur Zeit im Mittelpunkt der Gedankenwelt unserer Kinder. In gar vielen Schaufenstern sehen wir, in allen möglichen Größen und Stellungen, die Osterhasen. Die Kleinen drücken sich die Näschen platt an den Scheiben. Aus Zucker, aus Schokolade und Marzipan! Das erinnert ja beinahe an Weihnachten. Und erst die vielen Eier! In allen Farben, in allen Größen locken sie. Manche sind in Gold- oder Silberpapier eingewickelt, andere ganz bunt bemalt, und die riesengroßen haben auch noch ein rotes oder blaues Band umgebunden. Ja da möchte man wieder Kind sein, um sich an diesen Herrlichkeiten zu erfreuen! Bei jedem Spaziergang, den wir mit unseren kleinen Kindern im Felde unternehmen, werden wir, wenn ein Hase aufspringt, mit Fragen gequält: Ist das der Osterhase oder der andere? Ja, sie fühlen sich sehr sicher, die Herren Hasen. Es ist so, als ob sie wüßten, daß sie zur Zeit die „Hauptpersonen" sind. Ueberall im Felde purzeln sie herum, machen ihre Männchen und zeigen keine Spur von Angst. Darum ernannte der Vorstand Geheimrat Sommer zum Ehrenpräsidenten der Gesellschaft. Der Vorsitzende verband mit den herzlichen Glückwünschen an den vor zwei Jahren als Vorsitzenden zurückgetretenen Geheimrat die Bitte, der Gesellschaft auch weiterhin als treuer Berater und Helfer zur Seite zu stehen. Der Geehrte war über diese Ueberraschung sehr erfreut und erinnerte an die großen Verdienste, die schon sein Vorgänger, Geheimrat E. Merck, sich um das Museum erworben hatte. Er versprach, auch fernerhin seine Arbeitskraft dem Museum und der Gesellschaft zu widmen. legen eben doch so fleißig, daß der Osterhase sie kaum alle färben kann. Darum hinaus auf die Osterwiese und alle Taschen gefüllt mit Ostereiern! R. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): Reichsparteitagsfilm „Triumph des Willens". — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die armseligen Besenbinder". — Klavierabend Georg Kuhlmann 20 Uhr im Studentenhaus, Leihgesterner Weg 16. — Oberhessischer Kunstverein, Geheimrat Sommer Ehrenpräsident der Gesellschaft Liebig-Museum Turmhaus am Brandplatz: 2. Ausstellung aus Gießener Prioatbesitz von 16 bis 17 Uhr. — Stadttheater Gießen. Heute abend Erstaufführung des alten Märchens: „Die armseligen Besenbinder" von Carl Hauptmann. Spielleitung Anton Neuhaus. Ende 22.30 Uhr. Gießener Vochenmarktprelfe. * Gießen, 16. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, eine leise Stimme. „Sie stürzten vom Pferde! „Hoffentlich haben Sie sich keinen Schaden getan." Der Blick des Mädchens schweifte ab. Mit großen, ängstlichen Augen sah sie zu den sie Umgebenden auf. „Danke, danke für Ihre Bemühungen — mir ist wieder ganz gut", murmelte sie und versuchte, sich mit Freds Hilfe aufzurichten. Wieder kam der Blick zu Fred zurück. „Wie kam es denn, daß das Tier plötzlich stehenblieb?" fragte sie. „Ich brachte es zum Stehen, aber ich kam zu spät, Ihren Sturz zu verhindern. Haben Sie irgendwo Schmerzen? Können Sie stehen?" Nr. 90 dritter Vlatt 1L658 41-88 0,201 3,047 53,69 81,10 1 .025 5,31 16.38 167,Z 20.6« 70 5.6J 60-43 «,9J 10,91 80.72 S 91 10,37 1 K V 3iöS 16,8 ’S't 49-j den Vater zu, ließ sich in seine Arme nehmen, drückte den Kopf fest an die breite Brust des Vaters und stammelte unter tränenlosem Schluchzen: „Ein Unfall, Papa — ich verlor die Herrschaft über das Pferd. Es ist nichts weiter geschehen, der Herr dort kam mir zu Hilfe. Ihm verdanke ich, daß ich wieder heimkam." „Kind", sagte der Vater und drückte die Tochter fest an sich. „Komm ins Haus! Was ist denn um Gottes willen?" Fred war die Szene peinlich; er bereute im stillen, mitgegangen zu sein. Aber Liane verlor ihn keineswegs aus den Augen. „Papa, du mußt dem Herrn danken. Er hat sich dem rasenden Tier entgegengeworfen. Es hätte sein Tod sein können." „Kind, Kind, wie konnte denn das geschehen? Bitte treten Sie ein, Herr — Herr . . ." „Morland", sagte Fred kurz und trat nach Vater und Tochter in das Haus. Ein Hausmädchen kam gelaufen, eine ältere Frau eilte jammernd hinzu — alle bemühten sich um Liane, die ihnen mit etwas verzerrtem Lächeln wehrte. „Mir ist wirklich nichts geschehen", versicherte sie. „Es war nur die Angst und der Schreck." „Lege dich nieder!" bat der Vater. „Ich bin Ihnen behilflich", sagte Frau Keppler, die Hausdame. „Aber ich bin doch nicht krank", lachte Liane sie aus. „Nur umziehen will ich mich schnell. Sorg dich inzwischen um Herrn Morland, Väterchen! Gleich bin ich wieder unten." Und um allen zu zeigen, daß ihr wirklich nichts passiert war, lief sie die Treppe, die von der geräumigen Diele nach oben führte, hinauf. Frau Keppler und das Mädchen ihr nach. (Fortsetzung folgt 1) 53-2 ii-8 *s 3:8 Riechfläschchen unter die Nase, versuchte die hochgeschlossene Bluse zu öffnen. Da kam Leben in die starre Gestalt; mit einem Seufzer hoben sich die Lider, starr der Blick an Fred hängen. „Was ist — was ist mit mir geschehen?" klang vmmuMn L Degen Austech!- Zusammenhalts del misten vor dcm ndesgerichttin r BeweisaufnaW । PfannmüUil Jahren 3ud)l- h Peter PsE Jahren M Aberkennung der b llung unter Nj klhelm Pfanne ährend der'SIM m Sr-ntfuri u Idschwemiag». ipril rer ©emarhmfl » ,er Zjn ampfj 6,n2 t war Ärant* Rotkraut 20 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 18, Grünkohl 15, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 50, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 25 bis 40 Pf., Honig 40, Suppen- Hühner 80, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 15 bis 28, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, das Bündel 30, Radieschen 15 bis 20 Pf. Unser neuer Vornan. Nachdem wir in der gestrigen Ausgabe unseres Blattes den Roman „Die Jfflandstöchter und ihre Freier" von I. Schneider-Foerstl zum Abschluß gebracht haben, beginnen wir in der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes, von dem wir uns einen nicht minder starken und allgemeinen Erfolg in unserem Leserkreise versprechen dürfen, als ihn seine Vorgänger zu verzeichnen hatten. Wenn die Autorin unseres heute zum erstenmal erscheinenden neuen Romans auch bisher noch nicht in unseren Spalten zu Worte kommen konnte, sind wir doch gewiß, in ihr eine Erzählerin gewonnen zu haben, die mit den besonderen Erfordernissen des Zeitungs- romanes aus langer Erfahrung ungemein vertraut ist, und deren Romane sich der ständig zunehmenden Beliebtheit eines großen Leserkreises erfreuen dürfen. Unser neuer Roman heißt: „Und dennoch, nur du .. von Charlotte prenzek, er ist das jüngste Werk der begabten Autorin, ein echter Frauen- und Liebesroman voll Saft und Kraft, der vor allem unserer weiblichen Leserschaft in Stadt und Land vorzüglich gefallen wird, der jedermann in höchstem Maße gefangen nimmt und ihn miterleben läßt von der ersten bis zur letzten Zeile. Hinzukommt, daß der Roman außerordentlich flüssig geschrieben, von einer starken Handlung getragen und von höchster Spannung erfüllt ist, so daß man die Geschehnisse von Fortsetzung zu Fortsetzung mit gesammelter Anteilnahme verfolgen wird. Wir sind also gewiß, auch mit diesem neuen Werk einen ausgezeichneten Griff getan zu haben und unserer Leserschaft eine Lektüre zu bieten, an die sich jeder noch lange gern erinnern wird. Zührungsschulungslager des Bundes Nationalsozialistischer Juristen, Gau Hessen-Nassau. Einladung. Am Mittwoch, 17. April, 20.15 Uhr, hält das Führerschulungslager einen großen Kamerad- s ch a f t s a b e n d ab, der zugleich Abschieds- feier dieses Lehrgangs ist. Das Lager lädt hierzu recht herzlich ein. Die Kameraden werden den Abend fri echt nationalsozialistischem Sinne ausgestalten. Heil Hitler! Gez.: D e n z e r, Gaugruppenleiter, mit der Führung des Lagers beauftragt. NB. Vom Oswaldsgarten fährt ein Omnibus. Die Gesellschaft Liebigmuseum in Gießen hielt gestern im Hörsaal des Liebig-Museums wegen einer Südamerikareise ihres Vorsitzenden, Dr. Fritz Merck (Darmstadt) anstatt der üblichen Julitagung schon jetzt ihre Jahreshauptversammlung ab. Dp. Fritz Merck gab zunächst die Beschlüsse der vorhergegangenen Vorstandssitzung bekannt. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß im Juli 1934 an Heinrich v. Liebig für sehr wertvolle Stiftungen von Erinnerungsstücken die Liebig-Museums-Medaille verliehen wurde. In den Vorstand, dessen 1. Vorsitzender Dr. Fritz Merck (Darmstadt) und stellvertretender Vorsitzender der Direktor des Chemischen Instituts der Universität Gießen, Professor Dr. Weitz, ist, wurden die Professoren der Technischen Hochschule Darmstadt Schöpf und Z i n t e l hinzugewählt. Zum 70. Geburtstag wurde Geheimrat Sommer durch den Vorstand der Dank für seine rührige und erfolgreiche Arbeit ausgesprochen und ihm, der neben der Familie E. A. Merck als einer der Ersten bereits mit der Liebig-Museums-Me- daille ausgezeichnet worden war, eine Kopie der Totenmaske Liebigs zum Geschenk gemacht. Die von Apotheker Adolph (Gießen) vorgelegte Rechnung sowie der Voranschlag für das neue Jahr wurden geprüft und genehmigt und dem Rechner und Vorstand Entlastung erteilt. Am 23. Juni d. I. soll der alle zwei Jahre veranstaltete F a m i l i e n t a g Liebig stattfinden, zu dem die Verwandten Liebigs bzw. deren Nachkommen eingeladen werden. Dabei wird Geheimrat Sommer einen Vortrag über einen sehr schönen Fund von Briefen von Karl Liebig, Valparaiso, halten. Das Museum der am 26. Juli 1911 gegründeten Gesellschaft Liebig-Museum besteht bereits in diesem Jahre 25 Jahre. Da die Zeit zu Jubiläumsfeiern nicht, angetan ist, soll davon Abstand genommen werden. Der Vorstand hat aber eine besondere Ehrung für Geheimrat Sommer beschlossen. Dr. Fritz Merck feierte ihn als den Arbeiter, Schaffer und Finder, als den treuesten Geist in jeder Weise, der alles Schöne, Große und Wertvolle geschaffen, der durch seine Vorträge das Interesse in weite Kreise getragen hat, der durch die Verwandtentage der Liebig es ermöglichte, daß wir auch die Nachkommen Liebigs kennenlernten. Ihm gelang es, wertvolle Gegenstände der Erinnerung zusammenzutragen, wie z. B. die Totenmaske. Welche Arbeit das alles gekostet hat, kann nur der engere Vorstand ermessen. Den Dank dafür hat der Vorstand zwar schon durch das Geschenk der Kopie der Totenmuske anläßlich des 70. Geburtstages ausgesprochen. Die Feier des Jubiläumsjahres erfordert erneut herzlichen Dank für diese große Arbeit zu sagen. »9) diz 51 .^ringen5, d Nr. 'd ’S, u l e i j a ■uwS “nt> halbe bis 66-Te,ne- ? A Ms 68 bft; ' ulotnen n X 3tDei fle. ! ftolH unter 180 000 Äbigten ge. .tn- Manche von lro^n gebracht * fahren alle sind handelt sich deren Tochter Re. beide nun. ^oben. Eie Der. alcn, den seit dein 1 estchwerten Tat. "jullc.i. Diese Be> M daß die Ta. des Volkes ge. desanders großer die Täter beson. sieht als Strafe An die Sitzung schloß sich eine Besichtig der neu erworbenen Museumsstück Dr. W. v. Schneider- Petersburg hat 16 Briefe Justus v. Liebigs an seinen Vater zum Geschenk gemacht, die aus den Kriegsjahren 1870/71 stammen J NIVEA HCREME Und drunten am Bach haben die alten Weiden wieder schöne schlanke Gerten getrieben. Da müssen wir schon das Messer zücken und uns einige schöne dünne abschneiden. Wir haben doch noch das Brett zu Hause stehen? Das Brett mit den acht Löchern? Das haben wir immer so gehalten, daß auf dieses Brett das eigentliche Hasengärtchen geflochten wurde. Zuerst werden ein paar starke Aeste bogenförmig in die Löcher gesteckt, und daran werden dann die dünnen Weiden befestigt. Es sieht nun aus wie ein kleiner Walfisch mit einem großen Maul. Innen aber wird alhrs fein weich mit Moos ausgepolstert, auch Holzwolle oder Heu kann man nehmen. Dieses ,,Hasengärtchen" leistet uns immer die besten Dienste, wenn das Wetter an Ostern so unbeständig ist, daß wir nicht hinaus können auf die grüne Flur. Und das ist leider oft der Fall. Der Nachbar leiht uns seinen „Stallhasen", der muß dann den Osterhasen „markieren". Das macht unfern Kindern dieselbe Freude, wie der brennende Weihnachtsbaum mit lange Rohrleitung ‘ den Geschenken darunter. Und wenn die Eier gar noch warm sind! „Die hat er eben erst gelegt!" Wie wird dann der Hase gestreichelt und gelobt! und sich besonders mit der Herstellung des Fleischextraktes und von Kindersuppen befassen. Ein wertvolles Geschenk sind 37 Kolleghefte eines Schülers Liebigs, die Dr. Wahl-Berg dem Museum vermachte. Dr. Merck erwarb eine Photographie Liebigs mit Heinrich Buff, Friedrich Wöhler und Hermann Kopp. Dr. Heinrich v. Liebig stiftete fünf Galvano-Plastiken aus Justus v. Liebigs Arbeitszimmer, die Liebigs väterlichen Freund Alexander von Humboldt, den Erbauer der Dampflokomotive Stephen- son, den Philosophen Newton, den Naturwissenschaftler Lavoisier und Linnö darstellen. Durch das Rhodiumverfahren der Firma Herräus-Hanau konnten diese Plastiken wieder erkenntlich gemacht und instandgesetzt werden. Weitere Kolleghefte und Bücher aus 1831, die die Grundgedanken Der Sport-Physiologie enthalten, erhielt die Gesellschaft durch Kreis- tterarzt Speck (Dillenburg), den Sohn eines direkten Schülers Liebigs. Die von der Familie Wasl 6 gestifteten 775 Mineralien aus der Zeit Liebigs sind durch Studienreferendar Hellmut Henning jetzt geordnet worden und sollen dem praktischen naturwissenschaftlichen Unterricht dienen. Aus einem in Amerika bekundeten starken Interesse nach alten Waagen konnte jetzt festgestellt werden, daß zwei der ältesten Waagen im Museum vorhanden sind. Es sind dies zwei Der ersten von der Gießener Firma Spörhase an Liebig gelieferten Waagen. Durch Vermittelung von Professor Dr. B ü r f e r erhielt das Museum aus dessen Verwandtschaft von Frl. Fehling-Freiburg eine Büste und etwa 70 Briefe (Briefwechsel Liebig-Fehling) Fehlings (1811/85), des Entdeckers der Fehlingschen Lösung zum Nachweis des Zuckers, Deren VorhanDenfein bei Der jetzt einsetzenDen Entrümpelung enDeckt worDen war. Geheimrat Sommer hat fernerhin eine Reihe wertvoller Briefe zwischen GlaswänDe rahmen lassen, so Daß sie vor BeschäDigungen geschützt, von beiDen Seiten stuDiert roerben können. An FreDs Arm stanD sie roieDer auf Den Füßen, Das feine Gesicht mit Den großen blauen KinDer- augen noch etwas blaß, Den farblosen MunD zu einem Lächeln zwingenD. „Es ist Ihnen wirklich nichts geschehen, gnäDi- ges Fräulein?" fragte besorgt Der Reiter. „Nein, wirklich nicht Das geringste." „Gott sei Dank! Ich hatte Die größten Befürchtungen. Wie konnte es nur geschehen, Daß DanDy plötzlich ausbrach? Das lammfromme Tier hat sich noch nie Aehnliches erlaubt." „Ich weiß es nicht", antwortete sie unD stützte sich schwer auf FreDs Arm. Die Knie zitterten ihr noch von Dem überftanDenen Schrecken. „Wenn ich Dem Fräulein mein Auto zur Verfügung stellen Darf", mischte sich ein Herr ein. „Ich fahre nach Frankfurt, habe Drei Plätze frei. Sie können getrost einfteigen." „Ach ja, ich Danke Ihnen. Ich roerDe von Ihrer liebensroürDigen EinlaDung Gebrauch machen. Bitte, kehren Sie mit DanDy um. Besteigen kann ich ihn jetzt nicht." „Wie Sie wünschen." FreD führte Das junge MäDchen an Das Auto, wollte ihr behilflich sein, aber sie hielt seine HanD fest. „Nein, Sie müssen mit mir fahren. Sie müssen mir Gelegenheit geben, Ihnen zu danken." „Mein Verdienst ist gering . ." „Nein, das ist nicht wahr. Wenn Sie nicht gewesen wären, lägen wir jetzt wohl beide mit zerschmetterten Gliedern am Boden. Sie müssen mitkommen, auch mein Vater wird Ihnen danken wollen." x „ ,Jch habe wirklich nichts weiter getan. (Steigen Sie doch mit ein!" ermunterte der Besitzer des Autos. „Wahrscheinlich wollen Sie doch nach Frankfurt. Bestaubt und beschmutzt sind Sie aUgreb sah an sich herunter. Ja, der blaue Anzug sah übel mitgenommen aua, auch das Hemd HBööeoooH,iiatliB.... Vornan von Charlotte prenzel. Irheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). Nachdruck verboten. 1. Kapitel. Irene. Ein Pferd jagte den Reitweg entlang Mit ge- ' Nähten Nüstern, wallender Mähne raste es vor- ll»ärts, nicht mehr untertan Dem Willen Der Rei- k rin, Die, im Sattel mehr liegenD als sitzenD, mit lchter Willenskraft sich auf Dem Rücken Des Pferds s zu behaupten suchte. Viele Spaziergänger, Die an diesem schönen Sonntagvormittag den Fußweg belebten, sahen las scheue Pferd, sahen das hilflose Mädchen im Sattel, erwarteten jeden Augenblick eine Katastrophe, schrien und gestikulierten, spornten das 2äer zu immer größerer Eile. Auch Fred Morland befand sich mit feinem x-reunde Ernst Schröder unter den Spaziergängern. Aufmerksam geworden durch die Schreie, erblickte feine scharfen Augen das Pferd bei einer Biegung des Weges schon von weitem; und bevor rod) fein Freund die Sachlage richtig ersaßt, drängte Fred schon Hut und Rock dem Freunde ,^,Fred — du wirst doch nichtt . . Hang es beklommen aus dem Munde Ernst Schroders. Freds Züge strafften sich im jähen Entschluß, inD einen Augenblick später sah Ernst den ÖrtunD quer Durch Die Bäume hinDurch eilen, Dem Pferde Ein vielstimmiger Schrei des Entsetzens ertönte, aner schon stand das Pferd schweißbedeckt, zitternd am ganzen Körper. Die Reiterin aber, durch Die piötzliche WenDung ihres Geschicks von ihren Ner- u: n im Stich gelassen, rutschte aus Dem Sattel uno fwl zu BoDen. Menschen drängten herzu, bemühten fid), bte Tsstürzte aufzuheben, sie auf die Füße zu fteUen. Mein das Mädchen erwachte nicht aus der Oyn- irncht, die feine Sinne umfangen hielt. Fred konnte das Pferd erst loslaffen, als ein ifeiter, offenbar der Begleiter der Gestürzten, m Iciatfem Galopp angefprengt kam. Dann sah er sich nach der Ohnmächtigen um, bahnte sich den Lieg zu ihr, sah die vergeblichen Bemühungen der 8 Ute und befahl kurz: „Hinlegen!" Hinter feiner Leitung kam einige Vernunft in Hü Behandlung der Ohnmächtigen. Man bettete b.g Mädchen auf einige Mäntel, sah sich nach Ci aff er um, reichte Fred Kölnisches Wasser; sogar eine Schnapsflasche kam zum Vorschein. Fred rieb V» Schläfen der Ohnmächtigen, hielt ihr das Wenn aber die Sonne scheint und die Wiesen üieber grün sind, bann muß ber Hase braufeen an versteckten Plätzchen feine Eier ablegen. Dafe bar- unter auch solche aus Schokolabe unb Zucker finb, irhöht nur bie Freube. Aber alle müssen mit- luchen. Auch ber Onkel, ber vor einigen Jahren am Walbranb eingeschlasen war, weil er sein Ei nicht xesunben hatte. Unb als wir genau suchten, sahen vir, baß er sich barauf gesetzt hatte! Unb wenn bie Kinber größer geworben finb, Verben bie Eier geworfen. Unglaublich, welche Festigkeit manche „Haseneier" besitzen! Wir haben sie schon haushoch geworfen, sie fielen auf bas veiche Gras unb waren noch „ganz". Viele, viele Nale, bis bann bas Unglück geschah. Jrgenbwo lag -(tn Stein, auf ben bas Ei gerabe nieberfaufte. Dann war es natürlich vorbei. Aber ber Munb hatte «uch etwas zu tun. Schabet es uns Alten etwas, wenn wir beim Cierroerfen babei finb unb gehörig mitmachen? Ich (taube nicht. Es ist immer eine schöne Dfterfreube, nenn bie Kinber merken, baß auch ihre Eltern sich roch mitfreuen unb einmal einen Purzelbaum ffjlagen können. Hoffentlich macht uns ber Wettergott in biefem ?ohre keinen Strich burch bie Rechnung. Wir wollen intern braußen im Grünen feiern, wir wollen bie schönen Eier werfen unb auch viele essen. Wofür t*ar benn bie Eierwerbewoche? Unb unsere Hühner war beschmutzt. Sein Blick suchte bie kleine, bürf- tige Gestalt feines Freunbes. Sofort war Ernst Schröber an feiner Seite. Aus bem alten, faltenreichen Gesicht sahen bie großen, gütigen Augen Freb besorgt an; bie warme, wohltönenbe Stimme, bie so seltsam von bem unschönen Aeußeren bes Mannes abstach, klang fragenb: „Ist bir nichts geschehen?" „Was sollte benn geschehen?" erroiberte Fred leichthin, während er seinen Rock anzog. „Sauber machen werde ich mich also bei dem Fräulein zu Hause und dann rechtzeitig im Geschäft fein." „Sie haben Begleitung?" wandte der Auto- befitzer ein. „Wollen Sie nicht auch einfteigen?" „Nein, danke, ich gehe lieber zu Fuß." Die Herren traten zum Auto, stellten einander vor, und sehr schnell entführte der Wagen die so plötzlich im Mittelpunkt des Interesses Gerückten den Augen der Zurückbleibenden. „Morland!" sagte Fred, als er an der Seite feines Schützlings Platz nahm. „Ich heiße Liane Scholz, wohne am Schaumainkai." „Scholz, Schaumainkai", wiederholte Fred, und fein Blick sah überrascht auf das junge Mädchen. Sie bemerkte feine Verwunderung nicht, hatte sich wieder zurückgelehnt, die Lider halb über die Augen gesenkt. Er sah sie von der Seite her an. Es' war ein zartes Geschöpf, das da an feiner Seite faß, das feine Gesicht von blondem Wuschelhaar eingerahmt, noch immer sehr blaß, die Hände matt, wie unfähig, fest zuzugreifen. Es war eigentlich kein Wunder, daß diese Hände keine Zügel führen konnten. Ob es sich wirklich um die Tochter des bekannten Lederwarenfabrikanten handelt?, ging es durch feinen Sinn. „Verzeichen Sie, daß ich Sie auf einem Spaziergang störte", wandte sich ihm das junge Mädchen plötzlich zu, unb eine leichte Röte kam in ihr Gesicht, als sie feinem forfchenben Blick begegnete. „Sie waren auch nicht allein, soviel ich sah? „Allerbings, mein Freunb begleitete mich." „Ihr Freunb?" brachte sie erstaunt hervor, unb sah bas kleine, kümmerliche Männchen vor sich. „Was rounbert Sie baran so sehr?" „0 nichts, natürlich nichts", versicherte sie lebhaft, ohne ein Lächeln unterbrücken zu können. Ihr Blick streifte ihn von oben bis unten. Diese stattliche, männliche Erscheinung an ber Seite biefes Freunbes zu sehen, schien ihr einfach unmöglich. „Es tut mir leib, bafe ich Sie von ihm getrennt habe", fuhr sie hastig fort. „Was wäre wohl aus mir geworben, wenn Sie nicht bes Weges gekommen wären? Unb ich habe Ihnen noch nicht einmal richtig gebankt." „Wenn Sie mir einen Gefallen tun wollen, bann machen Sie so wenig wie möglich Aufhebens von Ihrem Unfall unb lassen mich mit bem Herrn bis an meine Wohnung fahren." „2Iuf keinen Fall", wibersprach sie lebhaft. Bund Nationalsozialistischer dem um der Führerschulungslager der Juristen Sportverein W bUÜ*e $ Frauen eingeladen. Die Kameraden werden in ernster und heiterer Form den Abend in echt nativ- Oie Krankenunterstützung der Arbeitsfront. Die Deutsche Arbeitsfront meldet: Es ist in iuUu MAGGI- Tv«U*5 8vU*U.l nalsozialistischem Sinne ausgestalten. Zu dieser Veranstaltung stellt die Post einen Omnibus, der 19.45 Uhr am Neustädter Tor abfährt. B*"- .^ballktz Men-Bufei , Deutscher Juristen. Bezirk vberhessen. Detr.: F ü h r e r s ch u l u n g s l a g e r auf Gleiberg. Am Mittwoch, 17. April, abends 20.15 Uhr, hält das Führerschulungslager seinen großen Kameradschaftsabend ab, der zugleich Abschiedsfeier dieses Lehrganges ist. Zu diesem Kameradschaftsabend werden sämtliche Mitglieder des Bundes nebst Wchtversammlung der Gießener Studentinnen Eröffnung des Sommersemesters 1935. in der Steuergesetzgebung zu beseitigen. Der Schottener Kreisvoranschlag verabschiedet. LPD. Schotten, 15. April. Der Kreistag des Kreises Schotten trat heute im Rathaussaal unter dem Vorsitz von Regierungsrat Schwan zu einer Sitzung zusammen. Der Kreis« tag genehmigte, vorbehaltlich der Prüfung durch die Oberrechnungskammer, die Rechnung der Kreis- kaffe und den Verwaltungsbericht des Kreisausschusses für das Rechnungsjahr 1933. Der Voranschlag des Kreises Schotten für das Rechnungsjahr 1935, der — wie im „Gießener Anzeiger" Nr. 86 vom 11. April bereits berichtet wurde — in Einnahme und Ausgabe mit 291 644 Mark abschließh wurde einstimmig genehmigt. Hauptposten der Rech' nung ist die Wohlfahrtspflege und das Gesundheitswesen. Es betragen hierfür die Ausgaben 83 310 Mark, die Einnahmen 18 657 Mark, so daß sich ein Fehlbetrag von 64 653 Mark gegen 61 726 Mark im Vorjahr ergibt. Der Umlagebedarf beläuft sich, wie im Vorjahr, auf 70 000 Mark. Den vom Kreis- ausschuß beschlossenen Steuerausschlagsätzen wurde zugestimmt. durch die Schulung des BdM. gegangen sein werden. Durch die Teilnahme an den verschiedenen Frauendienstkursen stellt sich die Studentin mitten in die Volksgemeinschaft hinein. Und diese Arbeit ist im Sommersemester mit der körperlichen Ausbildung durch Sport und Wanderungen die hauptsächlichste. „Es ist wohl jedem von uns klar, wie wichtig diese Ausbildung in Sanitäts-, Luftschutz- und Nachrichtenwesen Ift, so daß es wohl nicht nötig ist, viele Worte Darüber zu verlieren." Die Richtlinien für die 1. bis 4. Semester wurden gegeben und die Kurseinteilungen vorgenommen. Die Hcruptamtsleiterin schloß mit den Worten der Reichsreferenttn der A. N.-St., Liselotte M a ch w i r t: „Es wird eine Zeit geben, wo man keine Debatten mehr führt über Mädelkameradschaft, sondern sie lebt." Anschließend sprach der Führer der Studentenschaft kurz über die Richtlinien der Arbeit im Sommersemester und wies besonders auf die Begehung der Feier des 1. Mat durch die Universität hin. Dann forderte er auf, an den Appellen der Studentenschaft teilzunehmen, und betonte die grundsätzliche Kameradschaft, die zwischen Studenten und Studentinnen in heutiger Zeit mehr denn je bestehe. Die Versammlung wurde mit dreifachem Sieg- Heil auf den Führer beschlossen. Spielöl her ih. "s e r d-s StA kirnte 3' °'e bei Ende voriger Woche fand die Eröffnungspflichtversammlung der Gießener Studentinnen im Beisein des Führers der Studentenschaft statt. An Anfang ging die Hauptamtsleiterin VI. in einem kurzen Vortrag auf das Grundsätzliche ein, um danach auf die praktische Arbeit des Sommersemesters zu kommen. lieber dem diesjährigen Sommersemester stehen als Leitworte die Worte: „Charakter und Leistung". Beides zu vervollkommnen, darauf sind wir in unserer Arbeit ausgerichtet. Wahre Charaktere können nur werden in einer Gemeinschaft, die alle unsere Kommilitoninnen in dieser Gemeinschaft zusammenzufassen, ist unser Streben. Durch unsere wissenschaftliche Leistung aber wollen wir beweisen, daß wir gleichwertig neben unseren Kameraden stehen. Denn Studentin sein, die auch im neuen Staat ihre Berechtigung hat, können wir nicht, hinter unseren Büchern vergraben oder in den Hörsälen aneinander vorbeilaufend, wie das in ftüherer Zeit üblich war, sondern nur in lebhafter Wechselwirkung unserer Gemeinschaft. Erst da verstehen wir die vielfältige Arbeit der Studentinnen in den einzelnen Fakultäten. Durch unsere Arbeit in dieser Gemeinschaft bereiten wir unseren Nachfolgerinnen den Weg, so daß sie ein besseres Erbe antreten können, als wir es vorgefunden haben. Dieses Ziel ist später leichter zu verwirklichen, wenn einmal alle Studentinnen vorher *5 *Jlä sr-K °° "I Lr.Troßdem t* »effen f”fj fc glatt, daß r» fanben- - Wich darunter. fÄ veiten hohen 6 einen Strafstoß markierte Mank veters. Danach Käste im unnutz ner kaum eine ü We in ihr 6 noch einen Mam Me Torhüter oi 2er Schiedsrichte unter alle Hand fairen Rahmen j j-derzeit gewacht jiellende Leistun, 6ießener hatten ksnbihl und Kap sich bewährten. 1900 1. 3ugei In einem span die Blauweißen cb. Die Zusamm vbwohl mehrfach ter Platzbesitzer Schnelligkeit, jo Stande von 3:0 Shrentor, das 1 hätte halten mi Su66dlleri Heuchelheim - 'Vetzberg 5:1; 2 VfB. lil - (9i Fellingshausen dien; Lollar II ■ ftuhbad) II 1:6 • Tugend - W/ß .Hungen 1:1; @ro Epotzvm seine Gefolgschaft in gewissen Zeitabständen zu einem solchen Abend einlädt. Die gute Harmonie, die auch an diesem Abend herrschte, ließ erkennen, daß zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft enge Verbundenheit besteht. In einer Ansprache begrüßte der Betriebsführer seine Mitarbeiter und legte in längeren Ausführungen Zweck und Bedeutung dieser Veranstaltungen dar. Weiter behandelte er die allgemeine Wirtschaftslage, die erfreulicherweise durch die Wiedererstarkung des deutschen Volkes einen stetigen Aufstieg zu verzeichnen hätte. Die Ansprache klana aus mit einem Sieg-Heil auf unseren Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Der Betriebswalter dankte im Namen der Arbeitskameraden dem Gastgeber für die freundliche Einladung, wobei er besonders das gute Verhältnis zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft zu würdigen wußte. Zwei von Angestellten auf Wunsch gehaltene fachliche Vorträge wurden mit Interesse ausgenommen. Der übrige Teil des Abends wurde bei gutem Imbiß und Trank in froher Art mit verschiedenen Ueberraschungen durchgeführt. Die als Einlagen gebrachten heiteren Rezitationen sowie frohe Volkslieder und Tanz hielten die Betriebsgemeinschaft in angeregter Stimmung bis in die frühen Morgenstunden zusammen. Alle Arbeitskameraden dürften mit dem Gefühl nach Haufe gegangen fein, im Kreise der Familie Winterhoff wieder einmal einige frohe Stunden verlebt zu haben. F. K. Beide Mannst ! volles Spiel, be Die EinheiinP Spiel, jedoch w welen Tvrchan kam Riedergirn oie gute heuchs «en. Nachdi einige Zeit be ''nen blitzt eines Deckunas einem ersten. schieden, da N reich verteidigt« vollständig zur waren ab unt blieben jedoch wurde durch e Am 8. Schulungstag hatten sich die Teilnehmer des Juristen-Führerschulunaslagers auf Burg Gleiberg mit wirtschaftspolitischen Fragen zu beschäftigen. Dem Lagerleiter war es gelungen, Prof. Dr. Bechte! von der Universität Gießen zu einem Vortrag über „Fragen der Wirtschaftsplanung" zu gewinnen. Einleitend führte der Redner aus, daß die Begriffe „Planwirtschaft" und „Wirtschaftsplanung" häufig verwechselt und falsch verstanden würden. „Planwirtschaft" sei eine von den Sozialisten angestrebte Wirtschaftsform, abgestellt auf Erzeugung und Verbrauch nach einem festen Programm, das der Staat aufstelle. Unter Androhung hoher Strafen zwinge der Staat die Wirtschaft zur Einhaltung des von ihm aufgestellten Programms (vergleiche Rußland). Der Staat sei somit der alleinige Herrscher der Wirtschaft. Bei der „Wirtschaftsplanung" dagegen, handle es sich um einen Wirtschastsplan, der die wirtschaftlichen Möglichkeiten eines bestimmten Gebietes unter Förderung der Privatinitiative zur Entfaltung zu bringen habe. Wirtschaftsplanung fei heute notwendig, um die noch vorhandenen Arbeitslosen auf die Dauer in der Wirtschaft unterzubringen, um alle oor- bandenen Arbeitsplätze aufzuspüren. Die Wirtschaftsplanung könne nur zentralisiert sein beim Reichswirtschaftsminister, die Wirtschaft müsse taktisch lernen, sich in die Wirtschaftsplanung einzufügen. Wirtschaftsplanungen seien schon in früheren Jahrhunderten durchgeführt worden. Die ostdeutsche Kolonisation im 13. und 14. Jahrhundert sei in diesem Sinne die größte im Mittelalter gewesen. Auch unter Friedrich Wilhelm I. und Friedrich dem Großen seien hervorragende Wirtschaftsplanungen in Form von Trockenlegungen des Oder-, Netze- und Warthebruches in Angriff genommen worden. Im 19. Jahrhundert sei mit dem Aufblühen des liberalistischen Wirtsckaftsdenkens dieses Wirtschaftsplanungsprinzip oerlorengegangen, um erst in Den letzten zwei Jahrzehnten wie z. B. in dem „Ruhr- kohlen-Siedlungsverband" wieder aufzuleben. Ziel der Wirtschaftsplanung sei in erster Linie Erreichung größtmöglichster Unabhängigkeit von der Weltwirtschaft, soweit die Naturgegebenheiten unserer Wirtschaft es zuließen. Die Durchkämpfung zur Selbstbehauptung unserer Wirtschaft^ehe daher der Frage der Bedarfsdeckung vor. Die Wirtschaftsplanung wolle die vorhandenen und aufgespürten Wirtschafts- und Arbeitsmöglichkeiten steuern und strebe keinesfalls eine Revolutionierung der Wirtschaft an. Um diese großzügigen Wirtschaftsplanungen durchzuführen, öedürfe es selbstverständlich genauer wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Voruntersuchungen, die heute von einer Reihe von Instituten, die bei deutschen Universitäten eingerichtet wurden, geleistet würden. Zum Schlüsse seines Vortrages wies der Redner noch darauf hin, daß wir heute mit der Wirtschaftsplanung wieder auf die Theorie letzten Zeit wiederholt vorgekommen, daß Mitglieder, die erkrankt waren und unterstützungsberechtigt sind, ihren Antrag auf Krankenunterstützung erst nach Wiederaufnahme ihrer Arbeit gestellt haben. Im Interesse einer geordneten Abwicklung aller Unterstützungsfälle kann in Zukunft den Anträgen, die verspätet gestellt werden, nicht mehr stattgegeben werden. Will ein Mitglied in den Genuß der Krankenunterstützung kommen, so muß es den Antrag während der Zeit seiner Erkrankung oder aber spätestens innerhalb sieben Tagen nach Wiederaufnahme der Arbeit bei der zuständigen Verwaltungsstelle anbringen. Diese befristete Antrag st ellung auf Krankenunterstützung tritt mit dem 15. April in Kraft. Die Bezugsberechtigung beginnt 7 Tage nach Eintritt der Erkrankung. Ist ein Mitglied infolge seiner Erkrankung an der Antragstellung behindert, so kann es einen anderen Volksgenossen mit der Antragstellung beauftragen. Der Beauftragte muß in jedem Falle im Besitz einer vollgültigen Vollmacht fein (Vordrucke sind bei der Verwaltungsstelle zu haben) und bei Antragstellung einen Krankenschein bzw. ein Attest des Erkrankten bei der Verwaltungsstelle vorlegen. Nach vorstehenden Bestimmungen kann also ein" Mitglied auch nach Wiederaufnahme der Arbeit Kranken- Unterstützung erhalten, während die Erwerbslosen- Unterstützung nur während der Zeit der Erwerbslosigkeit gezahlt wird. Ist ein Mitglied wieder in Arbeit getreten, so hat es keinen Anspruch mehr auf Weiterzahlung der Unterstützung. Anträge auf nachträgliche Bewilligung der Erwerbslosenunterstützung werden daher nicht mehr genehmigt. Wir weisen noch ausdrücklich darauf hin, daß bei der Antragstellung auf Gewährung einer Unterstützung das Mitgliedsbuch des betr. Mitgliedes ordnungsgemäß geklebt sein muß. Ein Mitglied, das mit seinen Beiträgen im Rückstand ist, kann erst dann Antrag auf Unterstützung stellen, wenn der Beitragsrückstand getilgt ist. Seltene Lichterscheinung in der Atmosphäre. Dem Beschauer des Sternenhimmels bot sich am Samstagabend in Gießen der äußerst seltene Anblick eines f*g. Mondringes. Den Trabanten der Erde, der sich in einer mittleren Entfernung von 384 000 Kilometer, also etwas mehr als eine Lichtsekunde (das Licht legt in der Sekunde einen Weg von 300 000 Kilometer zurück), auf einer bestimmten Bahn um die Erde bewegt, umgab ein hell weißlicher Ning von der ungefähren Dicke von vier bis fünf Mondbreiten. Der Durchmesser des Ringes konnte von dem Beobachter leider nicht genau fest- gestellt werden. Eine Schätzung unter Zuhilfenahme des Mondes ergab einen Durchmesser von ungefähr 70 Mondbreiten. Da wir den Mond unter einem Winkel von y2 Bogengrad (genauer 31 Bogenminuten) erblicken, entsprechen 70 Mondbroiten rund 22 Grad; also annähernd dem dritten Teil eines Bogens, den man vom Horizont nach dem Zenith (dem gedachten Punkt am Himmel senkrecht über Dem Beobachter) ziehen kann. Obwohl der Mond durch seine starke Helligkeit (am 18. April ist Vollmond) und durch einen starken Lichthof die Lichtwirkung des Ringes etwas abschwächte, hob sich dieser doch ausfallend gegen den Abendhimmel ab. Diese merkwürdige Naturerscheinung findet eine ähnliche Erklärung ihrer Entstehung wie die Erscheinung des Regenbogens. Jeder kennt den prächtigen Anblick eines Regenbogens, der nicht nur durch seine Farben, sondern auch durch die Form des Bogens wirkt. Zwei Vorgängen verdankt der Regenbogen seine Entstehung: der Brechung des Lichtes und dem Zurückwerfen der Strahlen im Innern der Regentropfen. Das sog. weiße Licht der Sonne wird von den Regentropfen in die Farben des Spektrums (rot, orange, gelb, grün, blau, indigo, violett) zerlegt, die dann aus den Regentropfen als Farbbündel austreten und in ihrer Gesamtheit dem Auge die Erscheinung der bogigen Farbbrücke vermitteln. Voraussetzung ist eine ausgedehnte Regen- wand und eine bestimmte Tropfengröße (1 bis 2 mm), anderfalls keine vollständige Zerlegung in die Spektralfarben erfolgt. Bei dem Mondring ist es ähnlich. Nur kommen nicht Regentropfen, sondern Eiskristalle in Betracht. Die Lichterscheinung wird bedingt durch eine Brechung der Mondstrahlen in den Kristallen. Die seltsam-schöne Erscheinung des Mondringes, zwischen 9 und 10 Uhr am besten sichtbar, nahm gegen 11 Uhr immer mehr ab. * ** Sonntags-Rückfahrkarten zur Welt-Hunde-Aus st ellung in Frankfurt a. M. werden von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. ausgegeben. Die Karten gelten vom 26. April 0 Uhr bis zum 29. April, 12 Uhr, zur Hinfahrt und vom 26. April, 12 Uhr, bis zum 29. April, 24 Uhr, zur Rückfahrt. Für die Rückfahrt müssen die Karten durch die Ausstellungsleitung abgestempelt fein. ** Kameradschaftsabend bei der Firma Winterhoff. Man berichtet uns: Einen sehr schönen Abend hat am vergangenen Samstag Der Betriebsführer Winterhoff wiederum allen seinen Mitarbeitern bereitet. Derartige gesellige Zusammenkünfte sind bei dieser Firma nickt neu, vielmehr ist es ein schon seit vielen Jayren eingeführter Brauch, daß Herr Winterhoff der Gemeinschaft aller Darin Beschäftigten, nicht aber vom einzelnen abhängig sei. In diesem Sinne müsse die Wirtschaft arbeiten. Sie sei niemals Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, den Bedarf des Volkes zu decken. Der Betriebsführer von morgen müsse seine Mission darin erblicken, seinem Volke zu dienen. Freilich stünde man heute noch am Anfang Der großen Aufgabe, aber Die Dem Nationalsozialismus eigene Zähigkeit und Ausdauer im Erkämpfen eines Zieles bürge dafür, daß die Deutsche Arbeitsfront ihre Aufgabe erfüllen werde. Gestern beschäftigten sich die Juristen auf dem Gleiberg mit steuerrechtlichen Fragen. Der Redner des Tages pg. Reg.-Aff. Dexheimer aus Gießen sprach über „Nationalsozialistische Steuer p o l i t i k". Der Redner schilderte, welche verworrene finanzielle und steuerrechtliche Verhältnisse die Regierung Adolf Hitlers bei der Machtübernahme vorgefunden habe. Den Grund dafür schälte der Redner klar heraus: das parlamentarische Zustandekommen der Gesetze und die damit notwendig verbundenen Kompromisse und die falsche Steuerpolitik der Systemregierungen, die keinen anderen Ausweg gefunden hätten, als die vorhandenen Steuern zu erhöhen, um so die immer höher werdenden Ausgaben (steigende Arbeitslosenziffer) zu decken. Die Regierungen feien auf diese Art und Weise zu Steuern gekommen, die die Steuerzahler nickt hätten aufbringen können. Hand in Hand Damit sei das Wirtschaftsleben immer träger geworden, so daß letzten Endes das Steueraufkommen des Jahres 1932 nur mehr 6 Milliarden betragen habe gegenüber einem Steueraufkommen von 9,1 Milliarden im Jahre 1929. Erster Grundsatz der nationalsozialistischen Steuerpolitik sei, die Steuern wirtschaftlich und sozial tragbar zu gestalten. Zunächst habe die nationalsozialistische Regierung durch Notmaßnahmen die Steuergesetze Den Verhältnissen anzugleichen gesucht. Bis dahin seien aber auch schon auf einigen steuerrechtlichen Gebieten umfassende gesetzliche Neureglungen geschaffen worden. Im einzelnen seien folgende fünf Grundsätze Richtschnur für die Steuerpolitik des Nationalsozialismus: Steuervergünstigungen zu gewähren mit dem Ziele der Wirtschaf t s a n ku r b e l u n g, Senkung der Steuern zu dem gleichen Zwecke, Umbau Der Steuern nach bevölkerungspolitischen Grundsätzen, Herausstellen des Wertes der Einzelpersönlichkeit, Senkung der Steuern überhaupt. Sodann ging der Redner auf Die Not- unD lieber» gangsmaßnahmen ein. Interessant war seine Feststellung, daß Die in dem neuen Kraftfahrzeugsteuergesetz gewährte Steuerbefreiung bei Neuanschaffung von Kraftfahrzeugen eine Steigerung der Autoproduktion auf das Dreifache zur Folge gehabt hat. Weiterhin zeigte der Redner, wie Die Steuerpolitik Der nationalsozialistischen Regierung den Arbeitsmarkt entlastet bat. Unter anderem schilderte er, wie die Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen und Die Gewährung von Ehestandsdarlehen die Wirtschaft belebt habe. So sei z. B. Der Maschinenverbrauch im Reich wegen Der Gewährung der Steuerfreiheit aus Ersatzbeschaffungen von 800 Millionen im Jahre 1932 auf etwa 2 Milliarden im Jahre 1934 gestiegen, lieber 100 000 Hausgehilfinnen hätten wieder Beschäftigung bekommen, weil das Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit Steuerermäßigung für die Neueinstellung von Hausgehilfinnen vorsehe. Auf Grund der Gewährung von Ehestandsdarlehen sei vielen deutschen Volksgenossen ermöglicht worden, ein eigenes Heim zu gründen. Denn die Zahl der Eheschließungen sei infolge dieser Maßnahmen um 50 v. H. gestiegen. Sodann ging der Redner auf die neu kodifizierten Gesetze ein und zeigte, daß die neue Einkommens-, Vermögens-, Erbschafts-, Umsatz- und Kapitalverkehrssteuer den nationalsozialistischen Grundsätzen, insbesondere bevölkerungspolitisch, entspreche und auf Wirtschaftsankurbelung abziele. Der Redner hob hervor, daß die Regierung für das Steuerjahr 1935 vier Milliarden Volkseinkommen mehr erwarte als im Jahre 1934. Der Wert der Einzel« Persönlichkeit werde dadurch von den Steuergesetzen herausgestellt, daß anonyme Gesellschaften stärker steuerlich belastet seien als Einzelpersönlichkeiten. Damit solle eine leichtere Umbildung anonymer Gesellschaften in persönliche ermöglicht werden. Ferner betonte der Redner, daß Die Steuerge« setze nach einer ausdrücklichen Bestimmung des Steueranpassungsgesetzes nach nationalsozialistischen Grundsätzen auszulegen seien. Die nationalsozialistische Steuerpolitik wolle auch die Steuermoral heben, unter anderm damit, daß im Jahre 1936 erstmalig die Liste der säumigen Steuerzahler öffentlich aufgelegt werde. Schließlich zeigte der Redner, daß eine große Aufgabe darin noch zu lösen sei, den Pariikularismus ** Die Gießener Geldinstitute am kommenden Samstag geschlossen. In unserem heutigen Anzeigenteil geben die Gießener Geldinstitute bekannt, daß ihre Kassen und Geschäftsräume am kommenden Ostersamstag geschlossen sind. KunDfuttfprogramm Mittwoch, 17. April. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I Des Landesorchesters Gau Würt- temberg-Hohenzollern. 13: Nachrichten. Anschließend Nachrichten aus Dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II des Landesorchesters Gau Württemberg- Hohenzollern. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Alte Hausmusik zur Passionszeit. 16: Kleines Konzert. 16.30: Aus Zeit und Leben. 17: Nachmittags-Doppelkonzert. 18.30: Offenbach, die Stadt des Leders. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt Den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der jungen Nation. „Führung und Gefolgschaft." 20.45: Lachender Funk. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.20: Hier hab ich so manches liebe Mal... Ein Hörbild. Friedrich Lists zurückkommen, der immer empfohlen habe, die produktiven Kräfte zu erforschen und nach dem Ergebnis dieser Forschungen bas wirtschaftliche System aufzubauen. Am folgenden Tage sprach mittags Kreisschulungs- roalter der Deutschen Arbeitsfront pg. Hahn, Gießen über „Ziele der Deutschen Arbeitsfront und Deren Aufbau." Einleitend begann der Redner Damit, auf Den Sinn Des Nationalsozialismus als einer Idee und Weltanschauung hinzuweisen. Die Mission eines Geschlechts könne nicht in Der BesrieDigung Der augenblicklichen täglichen Bedürfnisse liegen, man habe Werte zu schaffen und zu begründen, von denen noch fommenbe Geschlechter Nutzen ziehen könnten. Man dürfe nicht in die Fehler Der vergangenen Zeit verfallen, die nur Wert darauf legte, Werte für ihre Gegenwart zu schaffen. Der Nationalsozialismus habe auf weite Sicht den Kampf um die Selbsterhaltung des deutschen Volkes ausgenommen. Seine Weltanschauung habe zu allen Erscheinungen des Lebens Stellung genommen. Eine äußere Umformung genüge dabei nicht. Es müsse alles Morsche aus Der Zeit des Zerfalls abgestreift und an feine Stelle Gebilde und Organisationen gesetzt werden, die Den ForDerungen Der nationalsozialistischen Weltanschauung Rechnung trügen. Die alten Gewerkschaften, die nach der französischen Revolution, durch Die Einführung Der Dampfmaschine und bann durch die immer mehr fortschreitend Industrialisierung geboren wurden, um Den Arbeitnehmern Die gesellschaftliche Gleichberechtigung zu erkämpfen, hätten im nationalsozialistischen Staat keine Daseinsberechtigung mehr, Da gerade er mit den bestehenden Klassenunterschieden aufgeräumt habe. Im heutigen Staat hätten alle zusammen eine Gemeinschaft zu bilden, und an Stelle Der das Volk zerspaltenden Gewerkschaften hätte deshalb d i e Organisation geschaffen werden müssen, die Den anzustrebenden Idealen und Werten des deutschen Menschen Rechnung tragen werde; dies sei in der Schaffung Der „Deutschen Arbeitsfront" geschehen. In der Deutschen Arbeitsfront habe der nationalsozialistische Staat ein Spezialinstrument dafür geschaffen, Führer und Arbeitsgefolgschaft zu einer großen Kameradschaft zusammenzufassen. Nicht nur Interessen und Rechte der Arbeitnehmerschaft nach der Methode der früheren Gewerkschaften werde Die Deutsche Arbeitsfront vertreten, sondern sie fasse alle Arbeiter der Stirn und der Faust, Führer und Gefolgschaft zu einer großen. Dem Volke DienenDen Gemeinschaft zusammen. Der Redner schilderte Dann im einzelnen Die Struktur Der Deutschen Arbeitsfront, Die alle Menschen Der gleichen ArbeitsmethoDen in 18 Reichsbetriebsgemeinschaften umfasse. In diesen Reichsbetriebsgemeinschaften sei jedoch nicht der einzelne Arbeiter Mitglied, sondern die ganze Betriebsgemein- schaft als solche, eben weil nach nationalsozialistischer Auffassung das Schicksal Des Betriebes von Heuchelheim — Tgde. Wetzlar 0:2, Wißmar — ?er Maßnahmen m 'ieb. Punkte. Am Längspferd IM* Das Olympia-Vergleichsturnen in Koblenz. Noröhessen führte am Barren, am Längspferd und bei den Freiübungen. We 1934 geftiegr. hätten lieber Z» Gesetz gur Sermh lerennaßiguntz für frnnen vorfche. Ans qrfiandbharfehen lei ermöglicht worden Denn die Zahl ta «5:1; Alten-Buseck — Großen-Linden 6:2; l — Großen-Linden II 13:1; Steinbach — Fellingshausen 3:2; Lollar — Steinberg abgebro- jeipen; Lollar II — Steinberg II 4:5; Lang-Göns — die Not- und Ueta int war seine gch Krastsahrzeugsteueo bei Neuanschasstm; lerung der Autopn> olge gehabt hat. Wei Steuerpolitik der ne- en Arbeitsmarkt ent 'ilderte er, wie fe fungen und die ®e- n die Wirtschaft N'chinenverbrauch ® •r Steuerfreiheit cni- Mionen im Ich >en die gleiche »ie Einheimi- holte Nordhessen als beste Mannschaft an diesem Gerät (201,6 Punkte) wieder aus, schasste sich aber nicht wieder auf den zweiten Platz, da auch Mittelrhein 200,7 Punkte schaffte. Dagegen wurde der Dorsprung Südwests, das es nur auf 190,1 Punkte brachte, geringer. Als beste Turner an diesem Ge- rät wurden bewertet Reinartz (Kölner Turnerschaft) mit 28,9 Punkten, Gergs (Kassel) mit 27,5 Punkten und Schmeißing (Witzenhausen) mit 27,2 Punkten. Das Reckturnen, das den Weltmeister W i n t e r in vollendeter Form zeigte (die Vollwertung 30 war selbstverständlich), brachte die Nordhessen wieder an Mittelrhein heran und wurde erst zum Schluß des spannenden Kampfes endgültig aus den dritten Platz verwiesen. Das Schluhergebnls des hochwertigen Kampfes lautet: Gau Südwest 992, Gau Milteirhein 976,8, Gau Rordhefsen 971,6 punkte. Der Mainzer Sprengstoff-Prozeß. Oie Vernehmung der Angeklagten abgeschlossen. - Beweisaufnahme beginnt. Wh 1 N -ditz ®ert d-r » on ben SteuW» 0e|eOW* f* ®n1dperfon(W# ilbung anonr, mn_ wglich« »eit»«- di- 6t-“"* nationn W L haft eine den WriilM- beseitigen- >urbe durch eine lange Vorlage erzielt, nachdem bi< einheimische Hintermannschaft überlaufen worden war. Schiedsrichter Post (Wieseck) konnte nicht fÄfc Viel Oftecfteuöe den erwartet JKWfiudw'flKeauf DU N LOPtt«f6n startet Überzeugen. I Die hiesige erste Jugendelf spielte geae Mannschaft von Niedergirmes 9:1. Di sitzen lieferten ein erstklassiges Spiel. Die Nieder- lege vom Vorspiel wurde also wettgemacht. Mannschaft auf und stellte durch drei schöne Treffer das Spiel sicher. Nach dem Spiele fand man sich einige Stunden in schöner Kameradschaft. Fußballabteilung des Tv. Alten-Buseck. Alten-Buseck I — Großen-Linden I 6:2 (2:0). Die Mannschaften von Alten-Buseck und Großen- Linden standen sich am Sonntag auf dem Sportplatz zu Alten-Buseck in einem fairen Kampf gegenüber. Bereits nach 20 Minuten Spieldauer konnte der einheimische Mittelstürmer zwei Tore vorlegen. Dann drückten die Gäste für einige Zeit, konnten aber nichts erreichen. So blieb es bei dem Halb- zettergebnis von 2:0 für Alten-Buseck. Nach deck Wiederanstoß erwiesen sich die Einheimischen als mehr und mehr überlegen, es gab viele Ecken, von denen aber nur zwei verwertet werden konnten. Den Gästen gelang es ihrerseits, auf 4:2 zu verkür- Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Srohen-Vuseck I — Sportverein Daubringen 12:1. Am vergangenen Sonntag hatte die erste Mann- sltzaft'des FE. Großen-Buseck die erste Elf von Ectubringen zu einem Gesellschaftsspiel zu Gast. Die Daubringer traten wieder mit einer anderen Aufstellung an, als beim Vorspiel und mußten eine nZch höhere Niederlage hinnehmen. Die erste Mann- | sltzaft von Großen-Buseck stellte zur Zeit und auf Hrobe jüngere Kräfte aus dem Nachwuchs ein, die sitz bisher gut bewährten. Bei Halbzeit stand das Spiel bereits eindeutig 6:0 für Großen-Buseck. In zweiten Halbzeit erzielten die Gäste ihren ernten Treffer, nachdem ein Verteidiger der Platz- bssitzer „Hand gemacht" hatte. F.-Sp.-V. 1926 Steinbach. Steinbach I — Fellingshausen I 3:2 (0:2). 'Fellingshausen stellte sich am Sonntag in Steinach zum ersten Male vor, um geg'en die erste Elf b'S Sportvereins Steinbach ein Gesellschaftsspiel i. szutragen. Fellingshausen verstand zu kämpstn, kcmpfte aber fair von Anfang bis zu Ende. Der Schiedsrichter Zitzer (Gießen) hatte ein leichtes Amt. In der ersten Halbzeit waren die Gäste die belfere Elf, die mit 0:2 Toren die Führung nehmen Imnte. In der zweiten Halbzeit holte die Platzij^oranfcW M sftst S7 über die Spielvereinigung Fürth mit 1:0 (0:0) und der Meister des Gaues Mitte, der 1. SV. Jena, fetzte sich vor ebenfalls 4000 Zuschauern in Ulm mit 2:1 (1:1) über den VfB. Stuttgart hinweg. Beide Siege waren als glücklich zu bezeichnen. In der Tabelle steht Hanau 9 ö mit 4:0 Punkten vor Fürth und Jena (je 2:2) und VfB. Stuttgart (0:4 Punkte) an der Spitze. — Die Gruppe 4 brachte diesmal nur ein Treffen, da der Mann« Heimer Kampf zwischen VfR. Mannheim und Phönix Ludwigshafen ausfallen mußte, nachdem ein zwölfstündiger Regen den Platz vollkommen unbespielbar gemacht hatte. Ueberraschend hoch gewann im zweiten Treffen des Tages der Niederrhein- meister, VfL. Benrath, mit 5:0 2:0 über den VfR. Köln, der am letzten Sonntag so gut gestartet war. 15 000 Zuschauer wohnten dem in Düsseldorf ausgetragenen Treffen bei. Benrath ist Tabellenführer mit 3:1 Punkten vor VfR. Köln (2:2), Phönix Ludwigshafen (1:1) und VfR. Mannheim (0:2). Den Zuschauerrekord des Tages gab es in der Gaugruppe 2 im Treffen zwischen Schalke 04 und Hannover 96 in Dortmund mit 36 000 Zuschauern. Leider verlief der Kampf reichlich hart, so daß Nattkämpfer (Schalke) und die beiden Hannoveraner Wente und Petzold vom Felde geschickt wurden. Der Kampf zeigte, daß Hannover ein starker Gegner ist, der Sieg des FC. Schalke 04 mit 3:2 (1:1) ist aber verdient. Die „Knappen" führen mit 4:0 Punkten vor Hannover 96 und Eimsbüttel (je 2:2) und dem Pommernmeister Stettiner SC. mit 0:4 Punkten. Im zweiten Spiel der Gruppe gewann Eimsbüttel in Hamburg vor 10 000 Zuschauern mit 3:1 (1:1) über Stettin. — In der Gruppe 1 gab es die erwarteten Siege der Meiller von Brandenburg und Sachsen über die ostdeutschen Mannschaften. Aber weder Hertha / BSC. Berlin noch Polizei Chemnitz wußten dabei sonderlich zu überzeugen. Die Berliner siegten in der Reichshauptstadt vor 25 000 Zuschauern mit 7:3 (2:2) über Porck Insterburg, während Chemnitz in Leivzig vor 10 000 Zuschauern gegen Vorwärts / Rasensport Gleiwitz 2:1 (2:1) gewann. Chemnitz und Hercha/BSC. stehen mit je 4:0 Punkten an der Spitze, die Sachsen haben das bessere Torverhältnis. Gleiwitz und Insterburg haben je 0:4 Punkte. Krauelchockey: Deutschland — England 4:6. Der Frauenhockey-Länderkampf Deutschland gegen England endete am Sonntag in Berlin vor 4000 Zuschauern mit einem verdienten Sieg der Engländerinnen mit 4:6 (3:4). Die deutsche Mannschaft spielte ein sehr schnelles Hockey und wurde durch restlosen Einsatz jeder einzelnen Spielerin auch immer wieder gefährlich, aber das bessere technische Können und die größere Spielerfahrung der Engländerinnen setzten sich doch einmal durch. Die knappe Niederlage der deutschen Elf bedeutet trotz allem ein Erfolg unseres Frauenhockey, gilt doch die englische Ländermannschaft immer noch als die beste Frauen-Hockeyelf der Welt. Bezeichnend für die Gefährlichkeit der Sprengkörper ist, daß eine dieser Röhren, die man probeweise zur Explosion brachte, noch detonierte, obwohl sie längere Zeit im Mainzer Flohhafen gelegen hatte. 3n die mit dem hoch- brisanten Sprengstoff Donarit V gefüllten Bomben sind statt der Rägel zur Erhöhung der Sprengwirkung Gesteins- und Eisensplitter eingefüllt worden. Insgesamt haben dem Sachverständigen 13 Sprengkörper verschiedener Art, Zündschnüre und mehrere Sorten Pulver zur Begutachtung vorgelegen. Die von den Angeklagten eingelagerten Sprengkörner waren, soweit sie, tn einem Sack im feuchten Erdreich gelagert hatten, in ihrer Wirkung herab gefefct, besaßen aber nach der Bekundung des Sachverständigen immer noch eine gewisse Sprengfähigkeit. Nach der Vernehmung des Untersuchungsrichters im Mainzer Kommunistenprozeß erstattete der mit der Ueberwachung und Bekämpfung des Kommunismus in Mainz betraute Kriminalwachtmeister Sch. [einen Bericht über die Ermittlungen der Polizei. Als gemeingefährlichen Kommunisten kennzeichnete er den 26jährigen Andreas Seibert aus Mainz. Dieser soll schon früher einmal Handgranaten und Sprengstoff in seiner Wohnung aufbewahrt haben. Als rühriger und überzeugter Kommunist war auch Kastello der Verkäufer linksradikaler Zeitungen, bekannt. Der Bombenfabrikant Barth hat nach den Ermittlungen der Polizei der Unterbezirksleitung Mainz der KPD. angehört. Interessant war vor allem die Bekundung des Kriminalbeamten, daß Wyzolnlersky als Delegierter des kommunistischen Jugendbundes nach Rußland gegangen sein soll, wahrend dieser Angeklagte stets behauptete, lediglich auf Grund eines Schriftwechsels in Esperanto die Einladung zu einer dreimonatigen Rußlandreife von einem russischen „Genossen- erhalten zu haben. Pfeiffer und Gasser wurden in den Polizeiakten als Funktionäre des illegalen Rotfrontkämpferbundes geführt. Bei Gasser hat man außerdem ein Adressenverzeichnis von Polizeibeamten gefunden, an Hand dessen höchstwahrscheinlich Zersetzungsschriften versandt worden sind. F l a d und Sparwasser erschienen im Jahre 1923 als Helfer und Verbündete der Separatisten, Sparwasser außerdem fast 10 Jahre später als Teilnehmer an der Hungerdemonstration in Mainz, bei der ein Schaufenster zertrümmert wurde. Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß bis auf wenige Ausnahmen alle Angeklagten der Polizei als mehr oder weniger aktive Mitglieder ober sympathisierende Mitglieder der KPD. und ihrer Unterorganisationen bekannt waren. Als DT.°Gauführer Studienrat Anton Müller (Andernach) bei der feierlichen Siegerehrung das Wort prägte, daß es in diesem schönen Kampfe eigentlich keinen Sieger und keine Besiegten gegeben habe, da hatte er treffend die Leistungen der drei Gaue als ebenbürtig gewürdigt. Veste Einzelturner waren: 1. Winter, Tgm. Eintracht Frankfurt a. M., 136,9 Punkte; 2. Brandfaß, Tgm. Köln-Mülheim, 131,6; 3. Reuther, Germania Oppenau, 131,1; 4. Schlösser, Kölner Tschft. 129,3; 5. Adolf Fink, Tgm. Marburg, 129; o. Reinartz, Kölner Tschft., uiw Zellekens, Eintracht Frankfurt a. M., je 128,4 Punkte. Von den übrigen Turnern brachte es keiner mehr auf die Punktzahl 125. Unsere heimische Mannschaft erscheint in folgender Rangfolge: 1. A. Fink, Marburg, 129; 2. A. Eberspächer, Marburg, 124,2; 3. Schweis- fing, Witzenhausen, 122,5; 4. Ernst Schöff- mann, Tv. Wieseck, 121,6; 5. Hans Fluck, Limburg, 120,4; 6. Richard Seth, Tv. Großen- Linden, 119,8; 7. Gergs, Kassel, 117,6; 8. Metz, Kassel, 116,5 Punkte. Die Fußballkämpfe um die Deutsche Meisterschaft. Die Spiele um die deutsche Fußballmeisterschaft 1935 wurden (wir berichteten gestern kurz die Ergebnisse) in den vier (Baugruppen am Sonntag fortgesetzt. Überraschungen blieben auch diesmal nicht aus. In der Gruppe 3 setzten sich die Hanauer an die Spitze der Tabelle. Sie gewannen vor 4000 Zuschauern in Würzburg Sportverein 1920 Heuchelheim. Aufsllegspiel: Sportverein 1920 I — Niedergirmes I 0:2 (0:0). zen. Zum Schluß legten die Einheimischen noch einmal mächtig los, und der schußfreudige Sturm konnte das Endergebnis auf 6:2 Tore stellen. Das Eckenverhältnis lautete 18:0. Alten-Buseck 3gb. — VfB.R. Gießen 3gb. 2:0. Vor dem Spiel der Aktiven trat die einheimische Jugend der Jugendmannsckatt des DfB.-R. Gießen gegenüber und konnte durch besseres Zusammenspiel den Sieg erringen. BfB.-Reichsbahn Gießen. VfV.Reichsbahn I. 3gb. — Wißmar I. 3gb. 8:0. In diesem Spiele stellten die Hiesigen eine Mannschaft, die körperlich den Gästen ehr stark überlegen war. Die Gastgeber konnten ich in der ersten Halbzeit überhaupt nicht finden und hatten anscheinend ihren Gegner, der zeitweise ein schönes Kombinationsspiel zeigte und dem nur der zu Erfolgen unbedingt erforderliche Einsatz fehlte, unterschätzt. In der zweiten Halbzeit wurden die Hiesigen stark überlegen und stellten das Endresultat per. Ein Erfolg wäre den Gästen zu wünschen gewesen. Die Koblenzer Stadthalle war am «Samstag bis 3um letzten Platz von einer turnbegeisterten Zuschauermenge gefüllt, als die Gaue 11 (Mittelrhein), 12 (Nordhessen) und 13 (Südwest) zu einer Olympia-Vorschau antraten. Die über 2000 Zuschauer kamen bei diesem Kampfe aus der Spannung nicht heraus. Denn es war ein Kampf, der erst am letzten Gerät die Entscheidung brachte. Diese Tatsache war die große Ueberraschung des Koblenzer Vergleichsturnens. Man hatte, wie man den Koblenzer Vorschauen entnehmen konnte, die Nordhessen von vornherein auf das tote Gleis geschoben und sie als emfhuneljmenhe Gegner nicht angesehen. Daß man sich in dieser Annahme getäujcht hatte, wurde freubig vermerkt und immer wieder bekundeten die Zuschauer ihre Sympathien für die nordhessischen Gäste. Diese haben in Koblenz im Kampf mit zwei führenden Gauen auf dem Gebiete des Kunstturnens einen Achtungserfolg errungen, auf den sie stolz fein dürfen. Trotzdem der Gaumeister Wedekind (Kassel) und Kehrer (Kassel) in der Heimatmannschaft fehlten, erwies sie sich gegenüber Mittelrhein und die in stärkster Besetzung angetretene Acht von Südwest (mit Weltmeister Winter) als ein Gegner, der selbst beim letzten Gerät noch nicht auf dem toten Gleise lag. Der Kampf hätte, wenn Nordhessen an den Ringen in besserer Form gewesen wäre, über den Achtungserfolg hinaus leicht zu einem Siege der Heimischen führen können. Am Barren hatte Nordhessen gemeinsam mit Mittelrhein die Führung vor Südwest, und am Längspferd und bei den Freiübungen erwiesen sich Nordhessens Vertreter als die Besten. Der Kampf begann am Barren, an dem ausgezeichnet geturnt wurde. Der Mittel- rheiner Brandsatz (Köln-Mülheim) zeigte sich mit 28,6 Punkten als Bester. Hecker (Südwest) folgte mit 26,2 Punkten, Schöffmann (Wieseck) mit 26,1 Punkten. Der Kampf stand nach dem Barrenturnen: Gau 11 196,4, Gau 12 196,4, Gau 13 191,7 Punkte. Am Querpferd holte sich Gau Südwest, der in Reuther (Oppenau mit 28 Punkten den Besten stellte, 196 Punkte. Die Nordhessen, von denen der Limburger Fluck (27,5 Punkte) zweitbester Pferdturner wurde, brachten es auf 186,5, die Mittelrheiner auf 184,5 Punkte. Südwest führte nun mit 387,7 Punkte, gefolgt von Nordhessen mit 382 und Mittelrhein mit 380 Punkten. Die Freiübung wurde von vier Turnern jeder Mannschaft geturnt. Gau Nordhessen stellte in Mols Fink (Marburg) den besten Freiübungsturner (26,8 Punkte) und erzielte auch im Gesamtergebnis die höchste Wertung (101,6 Punkte). Südwest brachte es auf 98,1, Mittelrhein auf 95,4 Punkte, Nordhessen behauptete und verbesserte somit seinen zweiten Platz. Aber das nun folgende Turnen an den Ringen, das die restlichen vier Turner jeder Mannschaft zu bestreiten hatten, wurde der Hessen-Mannschaft zum Verhängnis. Die ruhig hängenden Ringe bilden einen wesentlichen Bestandteil des internationalen Turnens; sie müssen im Hinblick auf die Olympischen Spiele auch im deutschen Turnen eine stärkere Beachtung finden. In den anderen Gauen hat man dieses schwierige Gerät bereits mehr gepflegt. Bei uns in Nordhessen haben erst die letzten Lehrgänge eingehendere Beschäftigung mit den Ringen gebracht, die in der kurzen Zeit jedoch noch nicht zur völligen Beherrschung der hier üblichen Verbindungen (wie Felgen ins Handstehen, Schwungstemmen, Hang- und Stützwagen) führen konnten. Der Frankfurter Winter zeigte an den Ringen Meisterklasse und erhielt die Vollwertung 30. Ins- gesamt holten sich Südwest 102, Mittelrhein 97, Nordhessen nur 85 Punkte. Der Kampf stand nun: Südwest 687,8, Mittelrhein 573,5, Nordhessen 569,5 Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 I — Butzbach I 5:0 (1:0). Das Ergebnis besagt schon, daß die Gäste bis zum Seitenwechsel energischen Widerstand leisteten. Oer einzige Treffer wurde von einem Butzbacher in bedrängter Lage selbst gemacht, wenn auch nicht verschwiegen werden soll, daß den Gästen bis zur Pause das Glück allzusehr zur Seite stand. 1900 war ständig feldüberlegen, obwohl schon nach einer Viertelstunde der Rechtsaußen, infolge einer erlitt tenen Verletzung, vollständig ausscheiden mußte ohne ersetzt zu werden. Im Gegensatz zu sonst zeigte sich der Angriff der Blauweißen diesesmal recht schußfreudig, aber immer wieder prallten die best- gemeinten Schüsse an der verstärkten Abwehr der Rasenspieler ab, ober wurden eine Beute des aus- gezeichneten Butzbacher Torhüters. Da sich bis zum Ablauf der ersten Spielhälfte nichts mehr ereig- nete, rouröen mit 1:0 für 1900 die Seiten gewechselt- Butzbach war bis dahin fast kaum gefährlich geworden. Der ständig niedergehende Regen wurde immer starker. Trotzdem wurde nach kurzer Unterbrechung das Treffen fortgesetzt. Das Spielfeld wurde aber glatt, daß sich die Spieler nicht mehr darauf zurecht fanden. Besonders die Gäste litten offensichtlich darunter. Sie waren aber auch dem technisch überlegenen Können der Gastgeber nicht gewachsen, die in flacher Zusammenarbeit das Spiel an sich rissen. Zunächst setzte sich Mittelläufer Heil- mann einmal allein durch und schoß das zweite Tor. Dann setzte Schmelz von Rechtsaußen einen weiten hohen Schuß ins Netz, um kurz darauf einen Strafstoß unhaltbar einzuschießen. Nr. 5 markierte Mank durch Verwandeln eines Foulelf- Meters. Danach oertröbelten die Gießener ihre Kräfte im unnützen Feldspiel und ließen dem Geg- ner kaum eine Chance. Resigniert ergaben sich ble wüste in ihr Schicksal, insbesondere als sie auch noch einen Mann durch Platzverweis verloren. Der gute Torhüter verhinderte eine höhere Niederlage. Oer Schiedsrichter Sack (Heuchelheim) hatte mitunter alle Hände voll zu tun, um das Spiel im fairen Rahmen zu halten. Er war der Sache aber jederzeit gewachsen und bot eine recht zufriedenstellende Leistung. Der Besuch war spärlich. Die Gießener hatten noch im letzten Moment für Bir- senbihl und Kaps Ersatzleute einstellen müssen, die sich bewährten. 1900 1. 3ugenb — Hanau 93 Jungliga 3:1. In einem spannenden und schönen Spiel fertigten die Blauweißen den Nachwuchs des Gauligameisters ob. Die Zusammenarbeit der Hiesigen war sehr gut, obwohl mehrfacher Ersatz eingestellt war. Den Sieg 'er Platzbesitzer errangen in erster Linie Eifer und Schnelligkeit, sowie überlegene Schußkraft. Beim Stande von 3:0 kam Hanau 93 vor der Pause zum Ehrentor, das der gute Gießener Hüter eigentlich lätte halten müssen. Fußballergebnisse der Kreisklassen. j die neu kodiMn > neue Emtomn» . r,____................ ... __ö., latz- und Kapital | liielen Torchancen auszunützen. Nach der Pause j,'nfchen GrundM lim Niedergirmes etwas auf, konnte jedoch zunächst tilch, entspreche c - - - ......... bjiele. Der M für das Steuer) •-.Ammsn mehr i ytieoergirmes etwas auf, konnte jedoch zunächst ; ! e gute Heuchelheimer Hintermannschaft nicht über» t innen. Nachdem die Hiesigen das Gästetor wieder _ ewige Zeit belagert hatten, machte Niedergirmes infammen mehr einen blitzschnellen Durchbruch und kam infolge eines Deckungsfehlers der hiesigen Verteidigung zu sänern ersten Erfolg. Hiermit war das Spiel ent- Istzisden, da Niedergirmes von nun an recht zahlreich verteidigte. Heuchelheim drängte die Gäste jetzt vollständig zurück, sogar die hiesigen Verteidiger Daren ab und zu im Angriff zu sehen. Erfolge Ih!leben jedoch aus. Das zweite Tor der Gäste LPD. Mainz, 15.April. Arn Montagvormittag wurde im Mainzer Sprengstoffprozeß vor dem Volksgerichtshof die Vernehmung der Angeklagten abgeschlossen. Bei den zuletzt vernommenen acht Angeklagten kommen im wesentlichen die Beteiligung am Roten Massenselbstschutz, die Teilnahme am Waffenunterricht oder an dem Aufmarsch nach Königstädten in Frage. Diese Angeschuldigten, die mit den ge» ringjten Strafen zu rechnen haben werden, sind tm Laufe der Voruntersuchung aus der fiaft entlassen worden und befinden sich jetzt während Der Haupt- Verhandlung vor dem Volksgerichtshof auf freiem Fuß- TUit dem verfahren gegen die 23 Mainzer und Finthener Kommunisten verbunden wurde auf Grund einer Rachtragsanklage das Verfahren gegen den 29jährigen August Fischer aus Mainz. Er war zunächst nach dem Saargebiet geflüchtet. Erst im Februar dieses Jahres wurde er in Mainz angetroffen und konnte dabei festgenommen werden. Als Mitglied des Roten Massenselbstfchuhes hat er sich auch am Waffenunterricht beteiligt und ferner im Frühjahr 1933 zusammen mit den Angeklagten Gas- ser dessen Waffenlager (drei Gewehre, fünf Seitengewehre, 267 Schuh Munition und vier Sprengkörper) im Garten seines Vaters vorübergehend versteckt. Dieses Waffenlager wurde dann kurz darauf wiederum unter seiner Mitwirkung im Keller der ehemaligen Mainzer Dragonerkaserne vergraben. Fischer hat ferner zwei der KPD. gehörige Vervielfältigungsapparate bei sich aufbewahrt. Schließlich ist er beteiligt an der Herausgabe eines kommunistischen Hetzblattes „Rote Dilzbach", das in seiner Wohnung hergestellt wurde. In diesem Hetzblatt wurde in einem Leitartikel „Faschismus über Deutschland" in übelster Weise gegen die national’ sozialistische Staatssührung gehetzt. Auch wurden die tm berüchtigten Braunbuch aus Anlaß des Reichstagsbrandprozesses ausgestellten Greuellügen neu aufgewärmt. Dann trat der Volksgerichtshof in die Beweisaufnahme ein. Zunächst stattete der Sprengstoffsachverständige, ein Hauptmann der Landes- polizei, fein Gutachten über den Zustand der Sprengkörper und des Sprengstoffes ab. Er gab einleitend eine Darstellung der technischen Einrichtung der in der Küche des Angeklagten Barth hergestellten Sprengkörper. Es handelt sich dabei um Eisenröhren, die mit Svrengstoff gefüllt und mit einer Sprengkapsel versehen sind. Als Zuladung enthalten sie Eisennägel und sind oben und unten zur Verstärkung der Sprengwirkung mit einem eisernen Kern abgedichtet. Zur Sprengkapsel führt die Zündschnur, die gegen Feuchtigkeit durch Guttapercha geschützt Ift Beide Mannschaften zeigten ein schnelles, wechsel- rolles Spiel, bei dem die bessere Els Sieger blitL $ ie Einheimischen diktierten von Anfang an das tz-piel, jedoch war der Sturm nicht in der Lage, die .Zutzbach II 1:6; Lich — Rodheim 3:1; VfB. Lugend — Wißmar Jugend 8:0; Leihgestern — Hungen 1:1; Großen-Buseck — Daubringen 12:1. * '“•"Sei. 'S «fe <Ä . um fD ö,! "bnS. töni s'SSt r2 nur mehr fi lber einem ©teuer, l tm Sabre S Jiulfcen Sieuen IHtiJl0 len- Zll. * Reglers "Liehe den ■ö’s dahin feien Rechtlichen (Bebte. lÄ halfen We fünf Grund. :rMh! des Nativ- tflunftigungen iiele der Wirt- Senkung bet n Zwecke, Um. devölkerungs-i herausstel- lzelpersönlich. feuern über- Drogerie Winterhoff, Kreuzpl. Laval (i Senf, 16- Sitzung, bie i Völkerbui Behandlung gegen den de allgemeinen Eröffnung de Rates, der Aras, dem das Wort zu breitung eine der drei Mäl begleitete. Ur.fl1 s» uww*’., Mit 4®* ffl,« infolge W $ern!P, Prospekte kostenlos. Sprechstunden tägl. von 8-I2V9 Uhr. Verloren schwarze Autoverdeckhülle. Nachricht u. Belohnung 01653 Aust, Kassel Overnplatz. Samstag abend Damen-Arm- band-Ubr von Aulweg - Bismarckstr. - Ste- phanstr.-Garten- str. verloren. Geg.Bel.abzug. Landmannstr. 12. Samstag -Konzert (Aula) Dunkelbld. Frl. in schwarz. Kleid (Empore, links) wird um Angabe ihr. Anschrift gebeten unt.2252D an den Gß. Anr» Verschiedenes Bretter Sperrholz Latten 4675D Dachpappe Carbolineum Happel&Co. Mühlstr.18, Ruf3925 Ihr Gewicht fällt! Ihr Wohlbefinden steigt durch DO-MIN d. unschädliche, aber wirksame Schlankheitsmittel! Originalpackung (ca.ein. Monat reichend) Mk. 3.80. 2112a Med.-Drogerie Hermann Elges Seltersweg 68 A, Fernruf3458. 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