185. Jahrgang Nr. 64 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 16. Mrz 1955 __ Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer * für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertag- . . - * . H M. ▲. ▲ I A ▲ bis8>/,UhrdesD°rn,ittags K5SS23K: 41A4AMAHA1* il ttAAi AAit ZW- MeMMt ZlllwlUu WS Auch bei Nichterscheinen UM IV ' Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern IV^ Stellen-,Vereins-, gemein- Sä General-Anzeiger für Oberhesfen richten. Anzeiger Gießen V • behördliche Anzeigen 6Rpf. 8toiljfurt?Snll686 vruck und Verlag: vrühl'sche llniverfitätrvuch- und Zteindruckerei 8. Lange in Gießen. Schriftleitung und SeschSftrftelle: Schulftrahe 7 M-ng-nabichlün- St°ff-> s Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Deutschlands toten Helden! Das Erbe der Gefallenen. Don Edgar Röhricht, Major im Michswehrministerium. Der Heldengedenktag, den heute das deutsche Volk als nationalen Feiertag begeht, steht nach dem Willen des Führers im Zeichen der Wehrmacht. Die Truppe tritt in allen den Orten, die Garnison sind, als die Veranstalterin auf und vereinigt um sich alle Veoölkerungskreise zu einem feierlichen Gedenken an die Gefallenen des Weltkrieges. Vom Staatsakt der Berliner Staatsoper aus erhebt der Reichswehrminister — dieses eine Mal im Jahr — seine Stimme zum ganzen deutschen Volke. Dem Herausstellen der Truppe an diesem Tage Des Rückerinnerns liegt ein tiefer Sinn zu Grunde. -Sn ihr soll d i e lebendige Tradition sichtbar werden, die aus der Größe vergangener Tage -über unsere heutige Gegenwart hinwegführt in eine .Zukunft, an die wir den Glauben wieder gefunden haben. Die Träger mögen wechseln, fallen oder abtreten, Umwelt und Zeit mag ihr Angesicht verän- "dern, die große Idee aber, wenn sie echt und -stark war, bleibt. Der Rhythmus einer ungebroche- men Kraft zwingt neue Geschlechter in seinen Bann und Takt. So werden sie zu Erben, nicht im Sinn eines Anspruchs, sondern in dem einer Der- P f l i ch t u n g. Die Wehrmacht feiert heute die Gefallenen des Weltkrieges, die Kameraden, die einst das gleiche Kleid trugen, in ihm kämpften und starben, die Vorbilder, deren Gedenktafeln in ihren Kasernen mnd Schiffen hängen. Mit ihr ehrt das ganze deutsche Volk seine gefallenen Söhne, Brüder und Vater. Ein ganzes Volk! Welche deutsche Familie gedenkt heute nicht eines Angehörigen, der einst cuszog und nicht wiederkam. Denn was einst 1914 bei Kriegsbeginn zum Schoden einer damals möglichst raschen Entscheidung des Krieges fehlte, im Verlauf der weiteren Jahre des Völkerringens gewann es langsam Gestalt: das „Volk in Waffen". Als am 11.November 1918 der Schlachtenlärm an den Fronten jäh verstummte, erhob es sich aus den Gräben, zum schweren Rückmarsch in die Heimat, von der es sich verraten fühlte. Ein Volk kehrte heim. Grau stand der Novemberhimmel über Deutschland. Irgendwo im Niemandsland des Vergessens ruhten die Toten, die man zurückgelassen hatte, eine blutige Saat, die nutzlos geopfert schien. Aber die Gefallenen waren nichttot. Sie bewiesen — über ihr Sterben hinaus — eine Kraft, die stärker war als das Leben, wie es in Deutschland nach dem Zusammenbruch weiter vegetierte. Die Toten wurden zum lebendigen Gewissender Heimgekehrt en. Ihre ständige Mahnung rüttelte an der Müdigkeit der Hoffnungslosen, sie erfüllte allmählich die Herzen, deren Kämpfer- tum nicht im Alltag der Sorge, des Daseinskampfes oder des Verzichtes verlorengegangen war. So wurden die Toten des Weltkrieges immer mehr zum Gewissen einer sich wiederfindenden Nation. Und sie wurden lebendig in einer neu Heranwachsenden Generation, die ihr Sterben zwar nicht erlebt hatte, aber den Sinn ihres Opfers — bewußt oder unbewußt — im Innern ihrer Seele begriff und aus ihm heraus selbst zum Handeln überging. Wenn heute wieder ein ganzes Volk in Ehrfurcht und stolzer Trauer sich vor den Grabern neigt, so dankt es denen, die draußen blieben, nicht für ein Opfer, das nutzlos dargebracht wurde, sondern für ein Sterben, dessen tiefster Sinn und Zweck sich heute erfüllt hat: D e u t s ch l a n d le b t! Das wiedergeborene Deutschland lebt, erfüllt von einer inneren Kraft und Geschlossenheit wie sie das unerfüllte Sehnen der Besten war, seit über die Grenzen historischer Zweckgebilde hinweg, die nur ein Uebergang sein konnten, der Begriff einer geeinten deutschen Nation aufkam. Heute ist das Ziel erreicht: einVolk — ein Führer. Die Schwäche und Zerrissenheit der letzten anderthalb Jahrzehnte hat uns den bittersten Anschauungsunterricht gegeben und die Lehre, daß nur das Volk eine Zukunft hat, das selbst in der Lage und bereit ist, für sein Daseinsrecht bis zur letzten Folgerung einzustehen. Deutschland, das zwei LDmlio: nen seiner Söhne auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges verlor und dem Druck einer würgenden Blockade Leben und Gesundheit seiner Frauen und Kinder opfern mußte, ist gegen den Verdacht gefeit, sich sein Schwert schmseden zu wollen zum Eroberungszugriff über die Grenze. Aber was andere Völker für sich als selbstverständlichstes Recht in Anspruch nehmen, muß auch uns unbestritten Ifein: Herr zu sein im gesicherten eigenen Raum, in dem ein friedfertiges arbeitsames Volk an den Grundlagen seiner Zukunft baut. Mit Stolz können wir es auch heute am Gedenktag unserer Gefallenen mit den Worten des Führers aussprechen: „Das deutsche Volk hat es nicht nötig, feine Ehre auf den Schlachtfeldern zu rehabilitieren, dort hat sie. uns keiner genommen." Aber unser Volk hat seine Leistungen im Feld und auf allen Gebieten des friedlichen Wettbewerbs nicht vollbracht, um seine Geschichte als Nation eingeschränkter Souveränität fortzusetzen. Nur auf der Grundlage gleichen Rechtes kann in der Zusammenarbeit der Völker die Atmosphäre des Vertrauens aufkommen, die allein Dauer und Bestand verbürgt. Wenn heute — am Heldengedenktag — die Fahnen und Standarten der alten Armee mit dem vom Heimgegangenen Reichspräsidenten - Feldmarschall gestifteten Ehrenkreuz geschmückt werden, so ist dos für alle ein Akt symbolhafter Bedeutung: Deutschland huldigt damit dem Geist der Pflichterfüllung im Leben und Tod, der tets galt, wo in der Geschichte unserer Nation die ruhmreichen Fahnen wehten. „Die Batterie bleibt in Stellung stehn und feuert bis zum letzten Schuß. Mag um sie her, was immer, geschehen, für sie gilt nur dieses eine Muß. „Herr Leutnant, der Auftrag ist Ihnen klar!" „Befehl, Herr Major!" — „Na, dann alles Glück!" Kaum, daß der Major vom Sattel war, sprengt er schon wieder nach Osten zurück. Heiß ist der Tag, noch heißer die Schlacht, die von Westen her ihr Gewitter rollt. Im Sumpf von Saint-Gond steht seit voriger Nacht die Batterie und grollt und grollt. Jagt Schuß auf Schuß aus glühendem Rohr hinüber in die feindlichen Reihn. Zuaven und Jäger schwärmen davor und kommen doch nicht in die Stellung hinein. Das deutsche Volk grüßt seine gefallenen Söhne, deren Schwurhand einst auf diesen Fahnen tag und die — getreu ihrem Eide — für Deutschland starben. Und die deutsche Wehrmacht, deren Ehrenkompanien heute die alten Fahnen führen, trägt mit ihnen als stolzes Erbe die verpflichtende Tradition in die Zukunft, in gleicher Begeisterung und Einsatzbereitschaft für Deutschland — Führer und Volk — zu leben und zu wirken, wie die Männer es taten, vor deren Opfer sich heute ein dankbares Volk neigt. Der Leutnant ist tot, kein Offizier gibt mehr Kommandos, sind alle stumm. Nur an einem Geschütz ein Kanonier wirft immer noch den Verschluß herum. Das letzte Geschoß über Kimme und Korn brüllt auf... Dann Schweigen und tödliche Ruh. Der Abend bricht an, verraucht ist der Zorn, die Schlacht wandert weiter dem Osten zu. Im Sumpf von Saint-Gond liegt eine Schar von Toten ... Nicht einer kam lebend zurück ... „Herr Leutnant, der Auftrag ist Ihnen klar!" „Befehl, Herr Major!" — „Na, dann alles Glück!" Den Degen gesenkt, am Käppi die Hand steht ein Colonel von der Infanterie ... Rings schichtet die Nacht eine mächtige Wand um Saint-Gond und die tote Batterie. Oer letzte Appell. Von Ernst Keienburg Im Anfang war die Treue. Die Ehrfurcht vor dem nicht mehr sichtbaren und dennoch wirkenden Leben. Was könnte uns glauben machen, daß dir Toten tot sind! Daß da Kreuze sind zu Millionen in fremder Erde, dicht ausgeschlossen wie Furchen eines Ackers? — Sie sind uns nur Sichtmale der Auferstehung. Sichtmale und Saatfeld! Irgendwann geschah es, daß die schlafenden Heere sich aufmachten, sich mit der Heimat wieder zu vereinen, toie liegen aus den Tälern auf, in mondhellen Nächten, und schäumten über die sanften Hügel, ohne Anfang, ohne Ende. Da war eine Kompanie, hier ein Zug, dort Versprengte und die Fetzen einer Nahkampfbatterie — alles fügte sich wunderbar wieder zusammen, Rad zu Rckd, Glied zu Glied, Mensch zu Mensch, Kameraden riefen sich bei Na- men, aber es geschah alles lautlos. Pferde drängten sich und schauerten in der Kühle. Die Führer warfen die Hände hoch und gaben die Marschweisung. So zog das Geisterheer in die Heimat zurück, schaltenhast und ernst, in einer mächtig wachsenden Helle, während ferne Orgeln erbrausten. ♦ Wie nun die Heere vor Sonnenaufgang an die Tore kamen, da fanden sie alles geschlossen. Man weigerte ihnen den Einlaß. Sie fragten: „Kennt ihr uns denn nicht?" Aber die auf den hohen Stühlen der neuen Macht saßen und die Schlüssel hielten, antworteten nicht einmal. Sie hatten keine Augen zu sehen und keine Ohren zu hören. Sie sahen nur dünnen Nebel, der mit dem Frühwmd in die Stadt getrieben kam. Sie sprachen in einer fremden Sprache und ihr Gehirn war voll Zahlen. Die Nebel aber schraubten sich empor und zogen tönende Ringe über das Land. Die Geisterheere zerteilten sich lautlos, wie sie gekommen waren, jeder ging in eine Kammer, wo er noch eine treue Seele wußte. Müde und verstohlen geschah das, wie in einem ungeheuren Staunen. Sie legten die Waffen neben sich und taten sich nieder. Ihre Wunden be- gönnen von neuem zu bluten. Auf ihren steingrauen Gesichtern lag eine große Qual. Es war ihnen v'.cht vergönnt, zu schlummern wie solche, die Frieden haben, sondern wie solche, die da warten, daß man sie morgen aufriefe zum Appell. Durch die Tore, die sich ihrem Einzug verschlossen hatten, wirbelte Schande. Aus Opferschale brannte ruchloses Feuer. * Wer weiß, wie lange sie schliefen und doch auf eine eigene Weise glühten. Wie feurige Tropfen durchdrangen sie das Erdreich der Nation und wirkten hin durch die Krume. Diese letzte Passion wak ihre schwerste, doch die Erleuchtung, die sie der todwunden Seele des Volkes spendeten, war auch ihrs stärkste. Manche Gemüter genasen an ihren Leiden. Manche Verbitterung linderten sie, manche Vereinsamung lösten sie auf in Gemeinschaft. Sie traten ans Bett der Mutter. „Weine nicht", sagten sie, „zwei Millionen Söhne hat unsre liebe Mutter verloren." Sie traten zu den Blinden und rissen ihnen die Binden ab. „Seht und glaubt", sagten sie, „wir sind heimgekehrt." Sie pochten an die letzte Tür, hinter der noch ein Funke Gläubigkeit war. Kamerad, halt dich bereit!" Sie durchpflügten mit dem Schwerte die Gewissen und ergossen ihre Glühkraft in die, die als Bannerträger des Neuen ausersehen waren, daß sie kühn und stark wurden, durchzu- brechen in Leiden und Opfermut. Solche Macht war ihnen gegeben, daß sich höchstes Leben mit dunkler Schwingenkraft aus den Tälern der Toten regte und solche Weissagung den leise geöffneten Mündern der Sterbenden, daß sie Form und Gehalt des „neuen Leben" seherisch kündeten: „Es wird ein Land sein, wenn wir nicht mehr sind", sagten die verhauchenden Stimmen, „das wollen wir nennen das heimliche Vater« land. Es soll wie diese unsere Hände sein, die wir verketten, hinter rostroten Drahtverhauen, angesichts des Todes: so unzerreißbar soll es sein. Seht, wir knien hier auf bebender Erde, auf zerwühltem Feld, und haben das Irdische von uns abgetan vor dem letzten Gang. Licht der Heimat und Freunde und was uns lieb war, sehen wir nicht mehr, hinter den Gewitterwänden der Schlacht. Klagt nicht darum, wie wir nicht klagen. Doch nehmt unser Vermächtnis und tragt es in die Heimat und grabt es in die Herzen, daß es auffprieße zu seiner Stunde wie hundertfältiges Korn. Dies Vermächtnis soll fein: Volk! Und wiederum Volk! Denn viele Wege sind wir gegangen in sorglosen Zeiten, der eine ging hierhin, der andere dahin, und wir wußten nichts voneinander, unsere Wege rannen ins Ungewisse, wie das Geäder des Erzes waren wir, das durch die Felsen züngelt... nun aber hat uns der Hammer „Schicksal" geschmiedet zu einem Block und das Feuer der Schlachten ist über uns hingespieen und hat uns geglüht. So sind wir nun Stahl geworden und gänzlich eins, schimmernder Quader. Also fest und unzerteilbar soll das Haus unserer Ehre stehn in alle Zeit!" ♦ Stimmen der Toten, bringt an diesem Tage zit uns! Sprecht, ihr lebendigen Toten! Blickt auf uns, ob wir bestehen können. Kameraden, wir rufen euch! Mögen Iahriausende vergehen, so wird man nie von Heldentum reden und sagen dürfen, ohne des deutschen Heeres des Weltkrieges zu gedenken. Dann wird aus dem Schleier der Vergangenheit heraus die eiserne Front des grauen Stahlhelms sichtbar werden, nicht wankend und nicht weichend, ein Mahnmal der Unsterblichkeit. Solange aber Deutsche leben, werden sie bedenken, daß dies einsi Söhne ihres Volkes waren. Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Deutsche Batterie bei Saint-Gond. Von Karl Bröger. Oie Stimme -er Toten. Don D. Dohrmann, Evangelischem Jeldbischof der Wehrmacht. Stimmen wehen über dem Meer, Kiele durchschneiden das Wasser, Wolken hängen tief und leuchtend, darin sich Flaggen bauschen. Die versunkene Flotte rauscht an zum letzten Appell. Es klirrt in den Lüften, da funkeln die Scharen der Flieger, wunderbar geschlossen, Heerbann auf Fittichen. Wimpeln strudeln in ihrem Luftstrom. Alle Täler sind weit, randvoll erfüllt mit lautlosen Heeren, die Führer werfen die Arme hoch und geben die Marschweisung. So schäumt es über die sanften Hüael, über denen schon eine Ahnung des Frühlings ift. Ohne Anfang, ohne Ende — so fluten sie dahin zum letzten Appell, während ferne Orgeln erbrausen. Aufspringen die Tore der Städte. Alle Augen sind hell, olle Sinne aufgerührt. So stehen die Lebenden, barhaupt und stumm, Mauern von Erz, und harren der Unsichtbaren. Glockenschwall stürzt hin über das Land. In Opferschalen brennt heiliges Feuer. Im Anfang war die Ehrfurcht. Im Anfang war die Treue, wo immer die Menschen ein Werk miteinander begingen. Wir heben unsere Augen von den Nöten des Alltags und empfangen das Glück einer Kameradschaft ohne Tod. Wir forschen in Euern Mienen und blicken in die Züge derer, die heute noch in Fleisch und - Blut neben uns marschieren. Und spüren, daß da kein Unterschied ist zwischen Lebenden und Toten: Entschlossenheit und Hingebung ist in allen. Da werden wir inne, daß Ihr uns „geblieben" seid in einem neuen und endgültigen Sinn. Wir marschieren zusammen, dicht bei dicht, wie die Furchen eines Ackerfeldes. Die Führer werfen die Hände hoch und geben die Marschweisung. Wir marschieren zusammen in die Zukunft! Aus Kriegsbriefen gefallener Studenten. Zum Heldengedenktage am 11. März Hurra! Endlich habe ich meine Beorderung: morgen vormittag 11 Uhr in einem hiesigen Lokal. Stunde um Stunde habe ich auf meinen Befehl gewartet. Heute vormittag traf ich eine junge bekannte Dame; ich schämte mich fast, mich in Zivil- kleidern vor ihr sehen zu lassen. — Auch Ihr, meine geliebten Eltern; werdet mir recht geben: ich gehöre nicht mehr ms friedliche Leipzig. Liebe Mutter, halte mir bitte, bitte, immer vor Augen, was ich seit gestern (dem Abschied von daheim) im Wechsel der Stimmungen gelernt: Wenn wir in diesen Zeiten an uns und unsere Angehörigen denken, werden wir klein, schwach. Denken wir an unser Volk, ans Vaterland, an Gott, an alles Umfassende, so werden wir mutig und stark. ... Solange der Krieg ist, atmet die Seele nur schwer, sie lebt nicht in Seligkeit und Liebe an Menschen und Dingen. Sie sieht wie gespannt starr auf das eine, immer eine ... Wir warten darauf mit ruhigem Blut, und wenn es uns ruft, dann soll es uns bereitfinden. Aber dann alles noch einmal zusammengefaßt, alle Lust und Leidenschaft für das eine! Wir denken an unsere Brüder im Osten mit Stolz, aber furchtbar krampfen sich unsere Gedanken zusammen, denn wir wissen, was sie durchmachen müssen, während wir ruhig liegen und warten und warten ... Beinahe wäre ich neulich aufgewacht und hätte mich verliebt in das herrliche Leben, als ich sah, wie turmhoch über das vergängliche, zufällige Einzelschicksal ewige Werte unvergänglicher Schönheit in ihm geschaffen werden. Ich sah nämlich das Münster in Straßburg, vor dem die Seele in Andacht versinken muß. Ich dachte aber, wenn Deutschland ein solcher Bau wird, dann brauche ich mich gar nicht erst in das Leben zu verlieben, Der Sonntag Reminiszere als Volkstrauertag ruft es uns allen zu: „Vergiß, mein Volk, die treuen Toten nicht!" So denken mir wieder aller derer, die auf den Kriegsschauplätzen des Weltkrieges, und die in der Heimat für die Heimat, ihren Wunden oder Krankheiten erliegend, ihr Leben gelassen haben. Wir gedenken derer, die im Luftkampf oder auf dem weiten Meer in den Tod sanken. Sie alle umfaßt unsere Erinnerung, unsere Liebe, unser Dank. Dabei wissen wir, es ist nicht das Schicksal des Todes, das den Helden macht, sondern es ist die G e s i n n u n g , die ihn beseelt, es ist der volle Einsatz, der für eine große Sache geleistet wird. Der Volkstrauertag dieses Jahres empfängt dadurch ein besonderes Gepräge, daß die Fahnen des alten Heeres mit Kreuzen ausgestattet werden. Sie weisen zurück auf die unzähligen Kreuze, die überall in der Welt erinnern an deutschen Soldatentod. Aber mehr noch, das Kreuz mahnt uns an den Größesten und Reinsten, der je über diese Erde ging, und von dem die Schrift sagt: „Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir Heldengedächtnistag 1935! Wenn ich recht sehe, ist der heutige Tag trotz seiner stummen Trauer um die zwei Millionen deutscher Soldaten, die für Volk und Vaterland im großen Weltkrieg ihr Leben opferten, helles Licht nach langem Dunkel; den ein fest geeintes, nicht mehr durch Barteihader zerrissenes Deutschland, ein eng um den Ührer geschartes Volk, das zu neuem Leben erwacht ist, ehrt seine Helden. Schmerzerfüllt, aber nicht mehr hoffnungslos ist seine Toten- klage. Sie wird nimmermehr verstummen, vor allem nicht bet uns Frontkämpfern, die wir die Helden sterben sahen, ihnen das Massengrab schaufelten, die Erkennungsmarke von der kalten Brust nahmen und mit den letzten Habseligkeiten zu den Lieben, in die Heimat sandten. Wir werden sie nie vergessen, die toten Kameraden, so lange noch ein Tropfen Blut in unseren Adern rinnt! — Der Geist der Hinaabe war es, der die Teuren beseelte, die der Krieg uns entriß, Hingabe an das Vaterland! Hingabe, jene ganz große Kraft zu härtestem Dienste, zu zähestem Ausharren. Hingabe bei Hunger und Kälte, bei Gewaltmärschen, beim Liegen im Schmutz und Schlamm und im tage- langen Trommelfeuer. Hingabe bis zum letzten Atemzuge! — Das war der Geist der toten zwei Millionen. Jugend, hör st du es? Der Geist der Bruderliebe schwebt über den Grabkreuzen der Gefallenen. Es stöhnte keiner vor dem Drahtverhau draußen, der nicht unter Todesgefahr gerettet wurde. Mit dem letzten Verbandpäckchen suchte man das Blut zu stillen, das wie ein Bächlein aus wunden Herzen quoll. denn dann lebe und schaffe ich doch an seinem Grunde, ohne daß ich davon ein Gefühl habe. Ich hoffe, daß Ihr, besonders die liebe Mama, nun mit Gottesoertrauen der Zukunft entgegensetzt. Wie auch ich es mir zum Tröste sein lasse, in der uns aufgezwungenen Notwendigkeit des grauenhaften Krieges die Zukunft eines neuen, reinen Lebensideals zu erkennen, neugebildet und begründet durch den Gedanken der Gleichachtung und der Kameradschaft, des Gottesvertrauens und der Zusollen auch das Leben für di e Brüder lassen." Tausende und aber Tausende haben da draußen noch diesem Wort gehandelt und sind in dieser Gesinnung freudia in den Tod gegangen. -- Hoch oben in den Argonnen liegt ein Grab. Drinnen ruht ein hochgewachsener blonder Westfale. Wenige Wochen vor seinem Tode schrieb er seinen Eltern einen Brief folgenden Inhalts: „Betet nicht für mich, daß ich gesund zurückkehre, betet auch nicht bloß darum, daß der Krieg bald em Ende nehme; betet vielmehr darum, daß unser Volk wie- der ein gottesfürchtiges und litten- strenges Volk werde. Es ist köstlich, für einen solchen Preis zu sterben." Das sind die Stimmen unserer toten Helden, d.e zu uns, den Lebenden, herüberdringen. Möchten wir sie ehren und hören! Möchten wir in ihrem Geiste unserm Volke und Vaterland allezeit dienen! .Und der Tod ist Gottes Knecht, Helfer uns für Ehr und Recht; Stehn wir kriegesglutumloht — Wir sind stärker als der Tod! Bruderliebe! Ihr jungen Kameraden, hört i h r es? - Es ist nicht wahr, wenn man von unseren toten Soldaten behauptet: Die meisten fielen im dumpfen Gefühl verdammter, aufgezwungener Pflicht und Schuldigkeit, ohne recht zu wissen wofür sie kämpften. Nein! Sven Hedin hat richtig beobachtet, wenn er schrieb: „Die Religion war die stärkste Kraft der deutschen Heere in diesem Kriege!" — Und ein französischer Offizier sagte eines Tages, überwältigt von dem, was er beobachtet hatte, zu einem deutschen Feldgeistlichen: „Ich beglückwünsche und beneide Sie. Ihre Soldaten kämpfen wie Löwen und st erben wie die Heiligen!" So lautet das Urteil eines Neutralen, so sprach der Mund eines Feindes. Der Geist tiefer Frömmigkeit und Gottesfurcht war und bleibt für immer Der mächtigste Impuls alles sittlichen Zucht, eine nie versiegende Quelle der Kraft und wahren Heldentums. So war es bet unfern Helden. Ihr letzter Blick ging himmelwärts und der letzte Herzschlag galt der Heimat und den Lieben daheim. Ihr jungen Soldaten der deutschen Wehrmacht, hört ihr es? — Euch werde die Totenklage zur Lebensfeier! „Trauernd senket das Haupt, Der Väter denkend, die starben, Doch dann hebet den Blick Trauend der eigenen Kraft!" Den Helden strebet nach, erreichen könnt ihr sie, übertreffen nie!-- verficht, durch reinen sittlichen Ernst, durch Vertiefung und Wiedergeburt des Geistes. Und an diesem großen, schönen Lebensziel des deutschen Volkes, wenn auch nur als winziges Pünktchen, mithelsen zu dürfen, unter Umständen unter Einsetzung des eigenen Lebens, das muß einen deutschen Soldaten mit Stolz erfüllen. Seht, liebe Eltern, dieser eine große Gedanke ist es, der mich immer wieder aufrichtet, wenn ich mal in eine nachdenkliche Stimmung komme, der mich über all dem grausamen Hinschlachten, den weiten Kampffeldern mit ihren braven Toten den Lichtstrahl der neuen Lebens- sonne des deutschen Volkes aufgehen sehen läßt. Allerdings wäre es mein sehnlichster Wunsch, die» sen Sonnenaufgang miterleben zu dürfen. * Wenn ihr wüßtet, was er mir war! Die Freundschaft im Kriege ist viel tiefer als unter friedlichen Verhältnissen. Er war erst 18 Jahre, der einzige Sohn seiner Eltern, deren Stolz und Freude, voll glühender Vaterlandsbegeisterung, von einer tiefen Gemütsart, wie ich sie in solchen Jahren nur selten fand. Gestern vor acht Tagen saßen wir zusammen unter dem Kruzifix auf der Höhe von St. Erme und sahen nieder auf eine selten schöne Frühlings- landschaft im Abendsonnenschein. Wie oft fanden sich unsere Augen im gegenseitigen Verständnis und in der gleichen Begeisterung für ideale Ziele. * Wenn Eltern in ihrem Schmerz um den im Felde gefallenen Sohn etwas trösten kann, so ist es dies, daß er bis zum letzten Atemzuge treu seine Pflicht tat und fein Leben freudig hingab für die große, heilige Sache unseres geliebten Vaterlandes. Das ist das Größte und Schönste, was einem Menschen beschieden fein kann. Dazu der Glaube, daß Gottesgedanken so viel höher sind denn unsere Gedanken, als der Himmel über der Erde ift. In diesem Glauben allein können wir, wenn auch nicht die Lösung all dieser schweren Schicksalsfragen, so doch ihre innerliche Ueberwindung erleben. Der Krieg verschlingt die Besten, warum wohl? Weil immer die Besten und Tüchtigsten es sind, die nach Taten drängen, die ungeachtet der eigenen Sicherheit ihre Pflicht tun und ihr Leben einsetzen. — Er war einer dieser Besten. Je mehr Hoffnungen und Wünsche, je mehr Ziele ein Leben hat, um so mehr wert ist es — so war sein Leben trotz seiner Jugend unendlich reich und wertvoll. Ich werde ihn nie vergessen können. ... Der Leutnant war da und gab mir den Auftrag, für eine würdige Bestattung unserer Gefallenen Sorge zu tragen. Die waren nämlich inzwischen von anderen Händen eingescharrt worden. Aber wir wußten die Stellen. Auf dem Rückweg nach dem Nonnenbusch sah ich rechts vom Laufgraben ein Stückel mit einer Feldvostkarte, auf der stand: Richtschütze Karl Linke. Etwas weiter ab erkannte ich an einem kurzen Pfahl die Namen Beers und Lichtenbergers. Ich veranlaßte noch am Abend im Polygonwald das Nötige und ließ mich für den nächsten Tag vom Regiment beurlauben. Unser Werk mußte unter dem Mantel der Nacht getan werden. Schon vor 3 Uhr nachts rief Gucks wilde Stimme meinen Namen in den Unterstand. Draußen stand im tiefen Dunkel eine Schar mit Spaten und Spitzhacken. Schweigend gingen wir unseren Weg. Draußen trennten wir uns in kleinen Gruppen. Ich ging mit, Beer zu holen. Wir mußten tiefer graben, als gedacht. Häßlicher, süßlicher Geruch stieg aus der Erde auf. Rauchen durften wir nicht wegen des Feindes. Erft fanden wir einen Infanteristen, der als dritter in dieses Grab gebettet war. Dann hoben wir den armen Beer heraus. Ihn habe ich mitgetragen, vier Mann biteben da, Lichtenberger auszugraben. Wir wickelten unseren Toten in eine Zeltbahn und befestigten Stangen zum Tragen an der Seite. Langsam ging der Tag mit blassem Rot auf. Ich mußte an das Lied von Hauff denken. Ein Toter, so primitiv gebahrt, hat schon seine Last, aber am Rande des Nonnenbusches wartete ein Wagen. Knoblauch und Hunger lagen schon darauf. Jener mit dem schönen dunklen Vollbart sah einem leidenden Christus ähnlich. Dann brachten sie Lichtenberger, der einzige, der noch wie im Leben aussah, und Zietzschmann mit blutüberströmtem Antlitz. Linke war nicht gefunden worden, sein Grab war leer. Im Polygonwald, in unserem Lager, hielten wir kurze Rast. Dann gingen wir über die alte Stellung und den alten Ablösungsweg nach Becelaere. Dort Von der Totenklage zur Lebensseier. Xton Rarlowsli, Katholischem Feldbischos der Wehrmacht. du der Pionier-Kantine. Da liefen die Feuerstellungen Dorf, mit Gräben, Stellungen, Trichterfeldern und auf den verschneiten Maashöhen: Spada, Larnor-j Beobachtungsstationen und weiter hinten auch mit Ein paar ganz gewöhnliche, unscheinbare Karten, bedeckt mit Ortsnamen, Regimentsnummern, Planquadratziffern, du schaust sie an nach so vielen Iah- ren, und aus der vergessenen Ferne jenseits unserer Grenze wächst wieder die Landschaft lebendig und zum Greifen nah vor deinen Augen auf mit Daum und Hügel, mit Straße und Wald und zerschossenem sozusagen eine pikante Situation." Das kann man sagen. Das Wäldchen hatte es in sich. Wie hieß es doch gleich? Richtig, auf einmal entdeckst du, in der hinteren Einbanddecke deines Buches eingeheftet, einen dicken Packen mit Karten. Du ziehst sie heraus, breitest sie aus, und mit einem Schlage ist alles wieder lebendig. Namen, die dein Gedächtnis längst verloren hatte. Hier ist der Zipfel von St.Mihiel. Da ist Vigneulles, dort standen die Protzen, da ist das Lager Neu-Rothenburg mit Vergessene Landkarte. Gin Buch wird lebendig. Es war der reine Zufall: eigentlich hattest ville, Laoigneville ... da lag unsere Infanterie ... da drüben wohnte der KTK.-Süd, hier vorne stand das Tankgeschütz Bertha, und dort war die Beobachtung „Donisl". (So hatten die Bayern das Loch getauft, die wir abgelöst hatten im Januar.) Ein anderes Blatt, eine andere Landschaft, weiter rechts; da läuft die mit großen Pappeln be« standene, breite Straße von Peronne her. Da ist Montdidier, jetzt paß mal auf, wie gut und genau unsere Karten waren: jeden Punkt kannst du mit dem Zirkel herausstechen, wo du einmal gelegen hast: da unter dem dicken Baum war die Signalstation, da lief die Leitung zur Nahkampfgruppe quer durch die gelben Ginsterbüsche; wie oft hast du da gestanden, geduckt und sprungbereit, das klebrige Isolierhand in den schmutzigen Pfoten, und hast dir die zerfetzten Enden zusammengesucht, blank geschabt mit dem Messer, ineinandergedreht in kunstvollem Knoten, umwickelt — und weiter, schnell, schnell, schon haben sie drüben vom Fesselballon aus was geipertt, und gleich kommt die erst? Gruppe herüber, daß dir Hören und Sehen vergeht ... Da vorn die Feuerstellung der Dritten, links am Waldrand hinter den Einundzwanzigern — jedesmal ging die Karbidlampe aus, wenn sie los« legten in der Nacht — die Wasserstelle. Welch ein Abenteuer auf Leben und Tod jeden Tag, die englische Keksbüchse hinunterzuleiern und wieder herauf, um die kostbare Flüssigkeit — nicht zum Waschen! — in den Unterstand zu schleppen; wenn der Feuerüberfall in dieser endlosen Viertelstunde einsetzte, dann ging es um mehr als um eine Blechbüchse voll Wasser ... Da drüben liegt Can- tignt), da griffen die Engländer im Mai 18 mit Tanks an, unvergeßlicher Vormittag. Dort, weiter rechts, lag unsere Batterie, davor das kleine Dorf, über dem sieben Wochen lang eine atembeklemmende Wolke von Tod und Verwesung schwebte ... Dann kommt der Wald, das ist die Straße, die zu den Protzen führt, und hier irgendwo muß die Stelle fein, wo damals im Juli der alte Fahrer S. gefallen ift. Er hatte sich vorn in der Stellung vom Batterieführer seinen Urlaubsschein unterschreiben lassen und war schon wieder auf dem Rückweg. Gegen Abend wollte er sich aufmachen, vom Protzenlager nach hinten, nach Hause, nach Deutschland, zu seiner Frau und zu seinen Kindern, — da warf ihn ein heimtückischer Einschlag auf der einsamen Waldstraße nieder. Es war nicht einmal eine besonders schwere Verwundung, aber es hörte ihn niemand, und bis sie ihn fanden, war er verblutet ... mit dem Urlaubsschein in der Tasche. einen ganz anderen Band aus dem Bücherregal hervvrholen wollen, um etwas nachzuschlagen, aoer da fiel dir wie von ungefähr das lebhaft in Drange und Preußischblau eingebundene Buch in die Hand, an das du so lange nicht mehr gedacht hast. Auf dem Titel steht: Geschichte des ... Regiments Nr.... Du wiegst das Buch nachdenklich in der Hand, du schlägst es auf, blätterst und lieft, und auf einmal wird diese ganze Zeit wieder brennend lebendig, als wenn es gestern gewesen wäre und nicht vor siebzehn oder achtzehn Jahren. Ach, da sind auch Bilder: die Offiziere und die Wachtmeister des Regiments; von denen ift wohl heute kaum einer mehr am Leben. Aber viele von ihnen hast du gut gekannt. Unter den Bildern steht nichts als Der Name und Der Dienstgrad; nur hier und da ein kleiner Zusatz: dreimal verwundet, viermal verwundet, sechsmal verwundet, verschüttet bei ..., vermißt am ..., gefallen, gefallen, gefallen ... Hinten, auf den letzten Seiten des Buches, stehen auf der Ehrentafel in langen Reihen die Namen der Toten, und alle die Namen unter den Bildern findest du hier wieder: 1915, 1916, 1917, 1918. Die letzten noch im November. Auch viele andere Namen find dabei, die dir mehr bedeuten als nur einen Namen. Da ift z. B. der Gefreite Georg Gr., Schorfchi, ein lieber luftiger Kerl, in Obertertia hat er neben dir gefeffen und hat den halben deutschen Aufsatz von dir abgetrieben ..., da ist der Fahrer Henner Sch., da ist der Leutnant V. mit der verwegen auf dem Ohr sitzenden Feldmütze und der ewigen Zigarette im Mundwinkel, Sanitätsfeldwebel B., Kanonier H. — Namen, Namen, Kreuz neben Kreuz, gefallen, gefallen, gefallen ... Du blätterst wieder zurück, die Gesichter schauen dick an, so lebendig, als sprächen sie zu dir, und lassen dich nicht los. Du blätterst, bleibst an einer beliebigen Stelle hängen und fängst wieder an zu lesen: „Am ... September hatten die Engländer die Stellung der vierten, fünften und sechsten Batterie am ... Wäldchen von drei Seiten umfaßt. Die Munition war knapp, die Leitungen nach rückwärts zerschossen. Sechste Batterie, am weitesten rechts, feuert mit zwei Geschützen im direkten Schuß ... Leutnant A. bemerkt dazu im Tagebuch: es war den sorgsam gepflegten Friedhöfen und den end- losen Reihen kleiner Kreuze ... Sehr viele, die meisten von uns, wcrd-»n heute in Deutschland mit großer Liebe, in Ehrfurcht und Dankbarkeit an einen der ungezählten Namen denken, die auf den Kreuzen stehen und werden im Geiste davor hintreten und die ersten Frühlingsblumen auf den niedrigen Hügel streuen. hth. Die Linde. Von Iran; Echauwecker. Als der einzige Sohn des Bauern Friedrich Bergmann im Kriege gegen Frankreich gefallen war, verschloß sich der Vater, ein noch im derbsten Mannesalter stehender Mann, stumm in sich selber, ohne vorerst besondere Trauer zu zeigen, während seine Frau tagelang in Tränen verharrte und in den Briefen des Kindes den früherloschenen Spuren nachging wie durch eine junge Frühlingslandschaft voll Bachgründen und geheimnisvollen Winkeln. Der Bauer warf sich mit einem Ruck in die harten Stränge der Landarbeit, legte überall selber mit Hand an, hatte die Blicke in jeder Ackerfurche, in jeder Scheunenecke und stand nur selten plötzlich wie angenagelt mitten auf dem Hofe vor der Pferdekoppel still, die Augen verwundert in das Treiben der Knechte oder auf die glatten Leiber der Pferde gerichtet. Eines Tages legte er beim Mittagessen den Löffel beiseite, sah seine Frau an und sagte: „Wir wollen ihn holen lassen. Er soll hier begraben werden. Er gehört auf den Hof." Die Bäuerin nickte, und es war beschlossen. Die Ueberführung war nicht schwierig, denn der Sohn war nach einer schweren Verwundung hinter der Front in einem Lazarett gestorben und auf einem geordneten Gefallenenfriedhof bestattet. Der Bauer fuhr ab und kam nach einigen Tagen mit dem Körper seines Kindes zurück. „Er soll nicht auf den Kirchhof", sagte der Bauer. „Er soll auf dem Hof begraben werden. Es ift fein Hof. Da gehört er hin? Der Sohn wurde in dem kleinen, an den Hof grenzenden Ziergarten begraben. Auf den flachen Hügel pflanzte der Bauer selbst die Linde. Es war sein Wunsch, daß ein Baum auf das Grab kam, aber die Linde hatte seine Frau bestimmt. „Er mochte die Linde mehr leiden als andere Bäume", sagte sie. „Ich habe es in seinen Briesen gelesen, und er hat als Junge oft gesagt, daß er sie schöner fände als..." und sie begann zu meinen und schwieg. So kam die Linde auf bas Grad. Linden wachsen nicht rasch wie Kastanien, jedoch diese Linde wuchs schneller als andere ihresgleichen. Sie setzte Zweige an, hob sich sichtlich empor und breitete ihren kleinen Wipfel von Jahr zu Jahr schattender aus. Es war sonderbar zu sehen, wie rasch sie wuchs und zunahm. Ihr Stämmchen wurde voll und straff, wiegte sich im Winde und stand wie eine Lanze mit einer hellgrünen Blätterfahne schimmernd in der Sonne. Der Vater kam zu dem Bäumchen. Die Mutter saß in seinem schmalen Schatten. Sie hatten nicht lange Zeit zum Derweilen, aber sie kamen regelmäßig an jedem Abend nach der Arbeit, wenn sie die müden Körper erholten und ruhten unter dem Wipfel. Erst saßen sie auf Stühlen, die sie dorthin trugen, dann zimmerte der Vater eine hölzerne Bank. Der Ziergarten befand sich an der östlichen Schmalseite des Hauses, und da Grab und Linde dicht am Zaune lagen, hatte man dort einen weiten Blick über das flache Land und weithin über die Aecker und Wiesen des Bauern. Sie sprachen nicht oft von dem Sohn. Meistens saßen sie schweigend ober sie unterhielten sich über das Gedeihen des Besitztums, über die Ernte, die Bestellung, Kälber und Fohlen, Regen und Sonnenschein. Der Baum wuchs mit einer gleichmäßigen und auffallenden Schnelligkeit. Nach einigen Jahren hatte sein oberster Wipfel den unteren Rand des unmittelbar darüber gelegenen Schlafzimmers der Eltern erreicht. Im nächsten Jahr hob er sich schattig vor die Scheiben. Der Bauer und seine Frau sahen die Sonne unter dem Baum untergehen und sahen sie in seinem Wipfel aufgehen. Wenn der Bauer auf dem Felde war und zu dem Gehöft hinübersah, gewahrte er den Baum. Die Bienen summten tief und dröhnend in seinen Blüten, die Finken schlugen in seinem Gezweige. Allmählich lag der Wipfel wie eine gewölbte Hand vor dem Fenster. „Das ist unser Sohn", sagte der Bauer eines Abends und zeigte auf den Baum. „Er hat feine Kraft aus unserem Jungen... Ja, das ist unser Sohn." Er nannte ihn meistens mit einer gewissen feierlichen Betonung „unser Sohn". Die Bäuerin nickte. Mit der Zeit sprachen sie von der Linde nur als von ihrem „Sohn". Der Baum wuchs höher und blickte über den Dachfirst. Er überschaute das ganze Gehöft und beherrschte die Aecker des ganzen Besitzes. Schon von weitem, bevor man die Grenzen überschritt, gewahrte man als erstes den Baum. Er wurde zum Wahrzeichen des Gutes. „Wir müssen einen Erben haben", sagte der Bauer, und sie bekamen einen Jungen. Seine Wiege stand im Sommer unter der Linde, und später spielte er in ihrem Schatten. In den Flegeljahren kletterte er aus dem Fenster durch die Gezweige und rutschte an ihrem glatten Stamm herunter zur Erde. Er hörte die Geschichte des Baumes und betrachtete ihn mit staunenden Blicken. Die Alten starben, und der Zweitgeborene erbte bas Gut. Er starb, nachbem er Kinber gezeugt hatte, welche wieberum Kinber zeugten unb starben. Nur der Baum steht gleichermaßen unb un- erschüttert. Das erste, was man von dem Gut gewahr wirb, ist bie ßinbe. Sie ist das Wahrzeichen des Gutes und ber ganzen Gegenb. Ne. .... sind sind und bleiben ein Stück von uns. LIEFERUNG NUR tyURCH HÄNDLER Oer Tote. Von Heinrich Lersch. Es lag schon lang' ein Toter vor unserem Drahtverhau, Die Sonne auf ihn glühte, ihn kühlte Wind und Tau. Ich sah ihm alle Tage in sein Gesicht hinein, Und immer fühlt' ich's fester: es muß mein Bruder sein. Ich sah ihn alle Stunden, wie er so vor mir lag, Und hörte seine Stimme aus frohem Friedenstag. Oft in der Nacht ein Weinen, das aus dem Schlaf mich rief: Mein Bruder, lieber Bruder — hast du mich nicht mehr lieb? Bis ich, trotz aller Kugeln, , zur Nacht mich ihm genaht Und ihn geholt — begraben — ein fremder Kamerad. Es irrten meine Augen. — Mein Herz, du irrst dich nicht: Es hat ein jeder Tote des Bruders Angesicht. Aus der Schützengrabenzeitung: „Der Seille-Bote", Nr. 35. mir btn Ali'» 'lerer Gesollt l'ch inzwischk, den. Über win veg nach bei aufgraben ti uf ber ftant: r ab erfanret! len Derrs ur|ß am Abend ii mich für auben. Mn r Nacht getca *f Tucks oiDa erstand. ?ra> char mit ingen wir ui- uns in klemm n. Dir mußiai , süßlicher 8-« en durften am den wir ein?» ieses Grab cc men Beer bin« Mann blieben Sä * 5- ^' eine Zeltbahn k i an der Sein. Not auf. ?chs ?n. Ein later,, M aber ami ein Wagen.. torauf. wiener- einem leibw i sie WWc Leben ausiah. mtem AM- ein Grab wai' aer, hüllen oii' je alte Stellung Becelaere. DcrU unser Ohr. v. .. , Brüder, den Blick in die Werte! Brüder, nur Seite an Seite kann das Werk euch gelingen, könnt ihr die Freiheit erringen. Wir hören den Ruf der toten Kameraden. Sie nicht tot. Ihr Sehnen und Wollen lebt in uns. Sre Das Berliner Zeughaus— ein Symbol preußisch-deutscher Geschichte. 3m Banne der Ruhmeshalle. - Auf dem Wege zum Reichs-Weltkriegsmuseum. Besuch im Zeughaus: alles andere als ein Scherz! Ein aufrüttelndes Erlebnis für jeden, der Augen hat zu sehen. Symbol des preußischen Staates, Heiligtum des Reiches der Deutschen, Wahrzeichen einer an Opfern und Siegen reichen Geschichte. Las gewaltige Gebäude wurde errichtet zu einer Zeit, als die Weltstadt Berlin zwar schon des Staates Hauptstadt, noch immer aber ein unansehnlicher Ort war, in dem sich die prachtvollen Prunkbauten des Zeughauses und des Schlosses gar sonderbar ausnahmen. Der Große Kurfürst schon trug sich mit dem Plan, ein großes Militärmagazin anzulegen: „Weil die Residenz nunmehr fortisiziert ist, ist es nötig, daß allda das große Magazin sei, derhalben ein schön Zeughaus allda angelegt werden muß, da dann alle große schwere Stücke aus den anderen Zeughäusern hineingebracht werden müssen." — So schrieb Kurfürst Friedrich Wilhelm in seinem politischen Testament vom 16. Mai 1667. Ihm fehlten die Mittel und die Muße dazu: sein Nachfahre, der erste König von Preußen, säumte nicht, seinem Vermächtnis zu willfahren. Im Jahre 1695 wurde der Grundstein gelegt zu dem großen „armamenta- rium", das in seiner heutigen äußeren Gestalt 1706 seiner Bestimmung übergeben wurde, Waffen- arsenal und Trophäensammlung zugleich zu sein. Zeughaus: das hat nichts zu tun mit Halbleinen und Musselin! Zeug: das ist in der Kriegstechnik vergangener Jahrhunderte das Gewaffen des Soldaten; das sind vor allem die Kanonen und Feldstücke, die Musketen und Pistolen. Berlin war eine feste Stadt; auch anderwärts, so in Spandau oder in Köln und Danzig, hat man Zeughäuser gebaut, wo es allerlei „Zeug" zu magazinieren aab. Die feingegliederte Fassade des Berliner Zeughaustraktes ist, wenn sie schon unter der Oberbauleitung Schlüters entstand, in französisch-klassizistischem Geschmack der Wende zum 18. Jahrhundert entstanden. Aber innen im Deckenschmuck der Halle, in den Masken der sterbenden Krieger, in den Füllungen der Türen erkennen wir den künstlerischen Ausdruck des nordischen Barocks. Aus der Geschichte des Hauses. Helden hinter Gtacheldraht. Die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener zum Heldengedenktag. „Dann aber gedenken wir noch derer, die das härteste Los traf, der Kameraden, die unverschuldet in Gefangenschaft fielen und denen ein besonders bitterer Tod die Heimkehr ins Vaterland vorenthielt: Mehr als 150 000 Krieger starben in der Gefangenschaft. Sie starben aus fremdem Boden, hinter Stacheldraht, unter unfreundlichen, oft feindlichen Menschen, bis zum letzten» Atemzug bedrängt durch die Gefangenschaft, in Sehnsucht nach dem elementarsten Bedürfnis jedes Menschen, der Freiheit. Wir denken ihrer mit besonderer Anteilnahme und Verbundenheit." So sprach Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg am Dolkstrauertag 1934. Hundertfünfzigtausend Kameraden kamen nicht heim. Die Welt hinter dem Stacheldraht hat sie verschlungen. Nur wenige Gräber künden von diesem Sterben. Mehr als hunderttausend ruhen irgendwo in Afrika oder im fernen Sibirien aus von Kampf und Not. Kein Grabstein zeichnet diese Stätten. Keine liebende Hand hat je mit Blumen sie geschmückt. In brennender Sehnsucht nach Volk und Heimat sind unsere Brüder vergangen. Der Tod löschte das heilige Feuer, das in ihnen brannte. Der Tod war ihr Befreier, nahm ihnen Leid und Ketten, lieber ihrem Sterben liegt ein heiliges Schweigen. Und doch redet dieses tausendfache Sterben zu uns. Und doch erklingt aus den wenigen bekannten und hunderttausend unbekannten Gräbern überall in der Welt ein unerhört gewaltig Lied an unser Ohr. Und doch ringt sich aus hunderttausendfachem Tod neues Leben zum Licht empor. Der Tod unserer Brüder, die in Ketten starben, wird gewaltiges Symbol der tiefen Sehnsucht eines gequälten Volkes. Der Schrei nach Freiheit, nach Volk und Heimat und wahrem Menschentum durchzittert Millionen. Er wird und darf nicht ungehort verhallen. - Heute gehen unsere Gedanken über Lander und Meere hin zu all den bekannten und unbekannten Ruhestätten unserer Bruder. Gewaltig mahnend klingt der Ruf aus fernen Grabern an ’ ? «bi" •eine V« grch töes. Das - Mensch.- oaß Gotle-- N Gebanker diesem ®IQL * d-e Lösunn ° doch ibr? weg per»- 1 immer bi^ 'M laten herheit ihre ~~ Gr mar xuWn unbi - um io mehr H Ürner Derbe ihn nie Besuch bei Admiral Lorey. So schillerte Admiral L o r e y, der neue Hausherr, unserem H. W.-Mitarbeiter die wechselvolle Geschichte des Zeuahauses. Auch in dem schlichten Arbeitszimmer des Admirals Erinnerungsstücke aus alter Zeit. Dort in der Ecke beschirmen wahrhafte Partisanen den Frieden des Raumes; auf dem Schrank, wenn nicht alles trügt, der Raupenhelm eines bayerischen Chevaulegers, aber es kann auch die Kopfzier eines bonapartistischen Veteranen gewesen sein. Wir sind mit unserer Museumsexpedition gerade zur rechten Zeit im Zeughaus angekommen, um noch das letzte Stadium gründlicher Erneuerungsarbeiten mitzuerleben. Allenthalben sehen wir Verschlüge aufragen; überall sind Handwerker bei der Arbeit, um das weite Haus mit einer Beleuchtungsanlage zu versehen. Hier wird zum ersten Male eine ganz moderne, in bestem Sinne neuzeitliche Lichtanlage geschaffen, die nicht aus geschmacklosen gußeisernen Kandelabern und verschnörkelten Kronleuchtern bestehen wird,- sondern die sich aus indirekten Lichtwirkungen, sorgfältig durchdachten Beleuchtungseffekten zusammen- setzt. In den Sälen geistert eine bis an die Decken ragende Treppenleiter, auf der es sich doppelt so hoch sitzt wie wir es beim Schiedsrichter auf den Tennisplätzen erleben. Es gibt sonderbare Vogelperspektiven auf die Fülle des Materials, das überall aufgebaut ist. Ansturm des Publikums. Bis zum Jahre 1875 blieb das Haus der eigentlichen Zweckbestimmung als Arsenal erhalten, obwohl schon 25 Jahre nach der Vollendung eine immer reicher werdende Sammlung älterer Waffen darin untergebracht war. So kam es, daß bei der Besetzung Berlins durch Russen und Oesterreicher während des Siebenjährigen Krieges zuerst einmal das Zeughaus von Grund auf ausgeplündert wurde. Nicht weniger als 800 Wagen voll Kriegsbeute, auch 352 eroberte Fahnen und Standarten führten die Russen hinweg; noch eben rechtzeitig konnte Fridericus seine Hauptstadt zurückervbern, um die Sprengung des Gebäudes zu verhindern. Auch im Jahre 1806 galt die Vorsorge der französischen Usurpatoren zuerst wieder dem großen Magazin. Es wurde gründlich verheert, der Verfall des Staates war der Verfall des Zeughauses. Futterspeicher, Schmieden, Stallungen wurden in ben Höfen und Sälen untergebracht. Während der Befreiungskriege tauchte der Plan Gneisenaus und Scharnhorsts auf, aus dem riesigen Steinbau eine Festung zu machen, um darin dem etwaigen Ansturm des Korsen begegnen zu können. Dann kamen ruhigere Zeiten. Immer mehr wurden die Sammlungen vervollständigt. Die Erstürmung durch das Volk im Jahre 1848 änderte nichts und schadete nicht viel. Die Ueb erfülle der Trophäen aber, die aus den drei Einigungskriegen nach Hause gebracht wurde, verlangte, daß nunmehr alles gänzlich gewandelt wurde. In den siebziger Jahren wurde ein gründlicher Umbau begonnen, die Ruhmeshalle angegliedert, später der weite Lichthof Überdacht und schließlich der heutige Zustand auch im Einzelnen hergestellt. Das Zeughaus war nicht mehr Magazin, sondern Museum geworden. arbeiteten die Fahrer an den Gräbern, auf einem kleinen Soldatenfriedhof neben der Kirche. Wir holten große Glasurziegel vom Dache eines Gartenhauses zum Einfassen der Gräber und brachen blühenden Flieder und gelbe und rote Zwerge zum Schmücken. v , .. — . ~. Wir senkten die Kameraden m die Erde. Em 248er Fahrer, Bruder vom Rauhen Haus in Ham- bura, sprach herzliche Worte. Der Flieder duftete, die Zweige glänzten auf den frischen Schollen, aber ungeduldig bröckelte die Erde nach. In den Augen des alten Böhne standen ein paar große Tränen. Dann warfen wir die Blüten und Blätter auf die Toten und begannen, die Gräber zuzuschaufeln. Der letzte Dienst, den ich meinem lieben Rudolf tun konnte, war, daß ich ein blaues Käferchen von seiner kalten Wange strich. Lieber Vater! Ich bitte Dich hiermit um die Erlaubnis, mich am 17. Juni in Erfurt als Kriegs- freiwilliger melden zu dürfen. Seitdem ich Scheidig in den Ferien wiedergesehen habe, weiß ich, daß ich Soldat werden muß. Wir haben uns immer in der Schule an Tüchtigkeit gemessen. Wie kläglich habe ich mich jetzt im Vergleich zu ihm gezeigt! Er hat nur noch einen Bruder, und der ist auch mit im Felde. 270 Studenten sind bis jetzt von hier gefallen. Den Ernst des Krieges kenne ich. Es ist doch eigentlich gemein, die jungen Kerls für sich kämpfen zu lassen, wo man's selber kann. Wie soll ich einmal vor meinen Schuljungen stehen, ihnen etwas von Schiller, Körner und Geschichte erzählen, ohne jeden Augenblick lügen zu müssen? Ich möchte Dich bitten, mir die Erlaubnis in der Form zu geben, wie Du es schon einmal getan hast. Du stellst mir den Truppenteil frei. Ich will dahin gehen, wo ich nach dem Ausspruch des Arztes am besten geeignet bin. „Es ist eine Freude, in diesem Hause zu arbeiten!", so versichert uns 2lbmiral Lorey. Seitdem im vergangenen Jahre der Staub von fünf Jahrzehnten — buchstäblich wie im übertragenen Sinne gemeint — entfernt worden ist und nachdem alle Räume mit einem neuen Anstrich versehen wurden, konnte man auch rüstig daran weiterarbeiten, die Pläne vergangener Jahre in die Tat umzusetzen. Die Museumsverwaltung hatte während der Nachkriegszeit alle Mühe, den Bestand des Zeughauses zu erhalten. Jetzt schifft man mit vollen Segeln in eine neue Epoche. Nie war das Interesse und der Ansturm des Publikums größer als in diesen letzten beiden Jahren. In den vergangenen zwölf Monaten besuchten nicht weniger als 682 000 Personen die Sammlungen, darin einbegriffen die Teilnehmer an den militärischen Erinnerungsfeiern im großen Lichthof, von denen das Treffen der Träger des „Pour le Märite der Unteroffiziere" und der Mitkämpfer von Brzeziny noch in frischer Erinnerung ist. , _ „ , Unter den Besuchern der letzten Zeit befand sich der Führer Adolf Hitler, dreimal war General- feldmarschall von Mackensen Gast des Zeughauses und plauderte in erstaunlicher Frische aus der Fülle feines historischen Wissens. Dann erschienen der Bundesführer des Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm), Reichs- arbeitsminister Seldte mit Reichserziehungsminister Rust neben vielen anderen. Die Ruhmeshalle. Als das H e r z st ü ck d e s Z e u g h a u s e s, das eine der reichsten und größten Sammlungen an Waffen und Erinnerungsstücken ist, die in der Welt zu finden sind, muß man die Ruhmeshalle ansehen, die Gemälde aus Preußens Geschichte und Denkmäler seiner großen Männer umschließt. Wenn man entblößten Hauptes hineintritt in das geheimnisvolle Dämmerlicht dieses geweihten Raumes, steht man vor der Totenmaske des verewigten Generalfeldmarschalls von Hindenburg, die hier, inmitten der Manen einer großen Vergangenheit, einen überaus würdigen Platz gefunden hat als einziges, unvergeßliches Dokument der Gegenwart. Diese Ruhmeshalle ist dazu angetan, Wallfahrtsstätte des ganzen deutschen Volkes zu sein. Der Weltkrieg selbst hat bisher keine bleibende Stätte gefunden. Wohl drohen uns im Lichthof die — unbrauchbar gemachten — Schlünde deutscher Geschütze des Völkerringens entgegen, wohl begrüßen uns draußen am Eingang die — ach so winzigen! — Kampfflugzeuge Bölckes und R i ch t h o f e n s ; aber das große Reichs- Weltkriegsmuseum als oberstes Ziel der Zeughausverwaltung ist noch nicht entstanden. Man ist allerdings gerade dabei, einen ganzen Flügel für Erinnerungsstücke aus der großen Zeit von 1914 bis 1918 freizumachen. Doch im übrigen wird das Gesamtwert — in das auch der Kampf der Heimat einzubegiehen wäre — eine Arbeit der nächsten Zukunft sein. Auch die sinnverwirrende Fülle der Sammelstucke muß demnächst im Interesse der Besucher mehr als bisher gebändigt werden. Aus der ununterbrochenen Kette der Sammlung von Waffen der älte- sten kriegsgeschichtlichen Zeit des Reiches der Deutschen bis auf unsere Tage wird man die reinen Studienstücke heraussuchen und in einer besonderen Studienschau zusammenstellen, die außerhalb des Hauses eine neue Heimstätte finden wird. Das Zeughaus selbst wird mehr und mehr zu einer klar und übersichtlich gegliederten Schausammlung werden, die lückenlos aber auch ohne unnötigen Ballast die Geschichte der Kriegstechnik schildern soll. Sonderausstellungen. Neben diesen großen Plänen wird das Leben des Museums beherrscht von dem Bestreben, seinen Gästen immer das Aktuellste und Neueste zu bieten. war. Ruudgaug durch das Zeughaus. Ein Rund gang durch das Zeughaus offenbarte aufs Neue die sinnverwirrende Fülle und den erstaunlichen Reichtum der Sammlungen. Der getreue Hüter des Hauses seit 35 Jahren geleitete unseren H. W.-Mitarbeiter durch die weiten Säle. Es ist nicht möglich, auch nur einen flüchtigen lieber- blick über das Geschaute zu geben. Statt dessen nur einige Kuriositäten: Lehrreich und anschau- lich vor allem jene leeren Podeste, auf denen noch vor wenigen Jahren Beutestücke aus dem Kriege von 1870/71 standen, die dem Versailler Diktat zufolge wieder abgeliefert werden mußten. Zu ihnen gehören die Reste der „Valerie", draußen im Kastanienwäldchen, gleich neben dem Zeughaus. Es steht nur noch die Lafette dieses 24-Zentimeter- Riesengeschützes, das einst den Mont Valerien zu Paris bewehrte und das 1871 erbeutet worden war. Das Geschützrohr selbst ging 1921 nach Paris zurück. Dann jene sonderbaren Andenken an den Weltkrieg: Gewehre, deren Mündung von feindlichen Kugeln getroffen wurden; Karabiner, deren Lauf der Länge nach vom Feinde durchschossen wurde; Brust- und Leibpanzer deutscher Horchposten aus dem Jahre 1916 — merkwürdiger Kontrast zu den Panzern der gotischen Epoche! Dann die Uniform des Alten Fritz, sein Schim- mel C o n d 6, wohl ausgestopst, wenn auch infolge der Jahre fast ganz enthaart. Die Hausjacke des großen Preußenkönigs mit aufgeschlitztem Aermel, um den gichtgeplagten Arm zu schonen. Die Feldmütze des alten Blücher, ein tolles Ding, schmutzig, abgegriffen, mit gewaltigem Schirm für die leidenden Augen. An anderer Stelle ein 33 Pfund schweres „V o r t r a g e s ch w e r t" von mehr als Manneshöhe neben den scharf gewellten Flambergen und den fein ziselierten Hellebarden, der mehr als tausendjährige Helm neben dem wundervoll gearbeiteten Hifthorn eines deutschen Edlen aus der gleichen Zeit. Ständiger Wechsel von Sonderausstellungen belebt das Interesse des Publikums. Zur Zeit lösen Einzeldarstellungen markanter Abschnitte des Weltkrieges einander ab, die auf die Aufeinanderfolge zwanzigjähriger Gedenktage abgestellt sind. Jüngst war eine Schau der Vogesenfront aus- gebaut; zur Zeit sieht man eine Sammlung aus ber W i nterschla ch in Masuren. Demnächst wird die von den Frontkämpfern Thieß und Henke hervorragend ausgebaute Privatausstellung „Die Front" hier einziehen. Auch der Kunst ist breiter Raum gewährt. Der Lichthof ist gerade jetzt dem Schlachtenmaler Dettmann eingeräumt, und auch in Zukunft soll — wenn auch in einem anderen Teil des Gebäudes — der künstlerischen Schilderung kriegerischer Erlebnisse Gelegenheit zur Ausstellung geboten werden. Wie sehr solche Sonderveranstaltungen im Sinne der Besucher liegen, das bewies vor einem Jahre die Ausstellung der sogenannten Napoleons beute, welche aus allen Teilen Deutschlands die Beutestücke vereinigte, die 1815 Generalfeldmarschall von Blücher Napoleon I. bei Genappes abgejagt hatte. 95 000 Menschen haben in einem einzigen Monat die Gelegenheit wahrgenommen, die Hinterlassenschaft des Korsen anzusehen, die bekanntlich durch den Versailler Vertrag eigentlich wieder an Frankreich zurückfallen sollte, inzwischen aber von unbekannten Patrioten in Sicherheit gebracht worden Berlin, im Februar. Kriegerischer Traum. Wie ein Verzweifelter habe ich mich gestern Nacht in meinem Bett hin und her geworfen. Mir träumte, ich sei auf schwergepanzertem Schlachtroß flambergschwingend auf eine alte Kanone losgeprescht, die mit Donnergebrüll 24pfünbige Stein- kugeln gegen mich spuckte. Don links und rechts her rammten mich glitzernde Helmbarten und Partisanen durch meine weißverschnürte Husarenattila; hinter mir sprühte ein Flammenwerfer aus dem Weltkrieg; irgend jemand tutete markerschütternd auf Olifant, Rolands Heerhorn, während in der Luft ein feuerroter Kampfdreidecker sich mit einem buntgescheckten Panzerwagen herumschlug, der anscheinend die Milchstraße zum Anmarsch benutzte und aus dessen Schießscharten unendlich lange Landsknechtsspieße hervorstachen. Es nützte nichts, daß ich meinen napoleonischen Zweispitz tief in die Stirne zog; ein Armbrustbolzen piekte mich heftig in die Rippen und, wie aus der Dicken Berta ge- schofsen, rannte ich mit dem Schädel gegen den benachbarten Schützengraben an und erwachte: der Besuch im Zeughause hatte mich bis in meinen Schlaf verfolgt. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11 790. Druck und Verlag: Brübl iche Unwersitäts-Buch- und Stemdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig« Jnnigst geliebte Eltern! Wenn Ihr diese Nachricht von mir erhaltet, dann ist wohl herbes Leid über Euch gekommen, denn dann bin ich nicht mehr in dieser Welt. Ich kann es verstehen, aber um eins bitte ich Euch: beklagt mich nicht. Trauert um mich, aber seid ruhig und gefaßt; zeigt, daß Ihr Deutsche seid, die das Leid tragen können. Deutsche Eltern, die das Wertvollste, was sie besitzen, hingeben für das Wertvollste, unser herrliches Vaterland. Denn trotz aller trüben Erfahrungen und Nachrichten glaube ich doch noch an eine Zukunft. Für das neue, größere, bessere Vaterland gebe ich gerne mein junges Leben. Ich gehe ganz gefaßt in den Kampf und zittere nicht, dem Tode ins Antlitz zu blicken, denn ich fühle mich geborgen in Gottes Hand. Jesus Christus, den ich nach langen Irrungen als meinen Erlöser erfahren durste, ist auch für mich die Auferstehung und das Leben. — Vielleicht teilt Ihr nicht meine Ueberzeugung, aber ich habe ein treffliches Wort in meinem Buche von Lhotzky gelesen: „Von den Menschen führen viele Wege zu Gott, aber von Gott nur einer zu den Menschen." Noch eins: Wenn ich Euch früher kränkte und wehe tat, so verzeiht es mir. Ich war eigensinnig oft und habe oft einen unrechten Weg eingeschlagen, aber ich habe es bereut, glaubt es mir, und verzeiht mir. Und nun bleibt mir nichts mehr als Euch allen trotz allem zuzurufen: Auf Wiedersehen! Euer Heinz. wie eine W- schimmerns >"' -je hatten nM sas Famllien- Drucksache Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. 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Der bekannte Harold Nicolson, der als Legationssekretär die britischen Delegierten zur Friedenskonferenz begleitet hatte, bescheinigt dem agilen Kreter eine „stets sprungbereite Intelligenz" und eine „in ihrer Allseitigkeit fast ungestüme Liebenswürdigkeit". Mit solchen Eigenschaften konnte man unter Männern, die nach der Nervenprobe des Krieges wie gereizte Raubtiere sich anbleckten, sobald ein Stück der Kriegsbeute mehr als einen Interessenten fand, in einer so mit Hemmungen geladenen Atmosphäre eine weit größere Rolle spielen, als sie von Natur aus dem Vertreter eines der kleinsten Länder am Konferenztisch zugekommen wäre. Ein besonderes Freundschaftsverhältnis verband Veniselos mit Lloyd George, der ja in dem kritischen Jahre 1916 als britischer Ministerpräsident bei den von ihm gründlich gehaßten und wegen ihrer angeblichen Phantasielosigkeit und Ressortbeschränktheit verachteten Militärs der Alliierten den Vorstoß über das griechische Saloniki gegen die deutsch-bulgarische Front durchgesetzt und als Prellbock gegen den heftig widerstrebenden König Konstantin Herrn Veniselos vorgeschoben hatte, dessen Intrigen verbunden mit der brutalen Blockade der Alliierten Konstantin weichen mußte. Des Kreters Spiel war gewonnen, aber er traute damals seiner Sympathie bei seinen Landsleuten nicht genug, um ohne starke französische Bedeckung in Athen die Regierung zu übernehmen und den Mittelmächten nunmehr offen den Krieg zu erklären. Die furchtbaren Leiden, in die grenzenloser Ehrgeiz eines Mannes und rücksichtslose Kriegspolitik der Alliierten das griechische Volk in diesen Jahren gestürzt hatten, sollten auf der Pariser Friedenskonferenz belohnt werden. Auf Kosten der Verbündeten der Mittelmächte Bulgariens und der Türkei durfte sich Griechenland den nordägäischen Küstensaum samt Thrazien fast bis vor die Tore Konstantinopels und in Asien Smyrna mit einem weiten Hinterland angliedern. Bis auf das alte Byzanz, das britische Cypern und den von Italien beanspruchten Dodekanes (Zwölfinselgruppe um Rhodos) schien damals der Traum vom großhellenischen Reich erfüllt. Aber auf den in der günstigen Atmosphäre von Paris von Veniselos im geschickten Lavieren zwischen den eifersüchtigen und argwöhnischen Großen zur Reife gebrachten Machtrausch folgte ein ebenso heftiger Rückschlag und auch hierbei ist die Haltung des windigen Kreters bezeichnend für politische Abenteurer seines Schlages. Die Besetzung Smyrnas führte zur Wiederaufnahme des Krieges durch die national erstarkte Türkei Kemal Paschas, die alliierten Mächte, die in Konstantinopel wie in Kleinasien kleine Detachements unterhalten hatten, gerieten in Bedrängnis und riefen die Griechen zu Hilfe. Aber nach den ersten Erfolgen der griechischen Waffen wurde Franzosen und Italienern die Zustimmung zu dem griechischen Feldzug leid. Die Türken spürten die wachsende Uneinigkeit im alliierten Lager, wo nur England an der Sache der Griechen festhielt. Das Abenteuer schien für Veniselos schief auszugehen. In diesem Augenblick rief eine Volksabstimmung den 1917 vertriebenen König K o n st a n t i n wieder nach Griechenland zurück, sein alter Widersacher Veniselos zog sich nach Südfrankreich zurück, dem König mit der Negierung auch die Sorgen um die ehrenvolle Beendigung des ehrgeizig und machttrunken begonnenen Krieges überlassend (November 1920). Den Franzosen fiel ein Stein vom Herzen, sie unterstützten Kemal Pascha offen mit Geld und Waffen, während die britische Regierung unter dem Druck der dem zurück- gekehrten griechischen Monarchen nicht holden öffentlichen Meinung Englands über wohlklingende Redensarten nicht hinauskam. Die Folge waren schwere Niederlagen der griechischen Truppen in Thrazien und vor Smyrna, Abdankung König Konstantins (September 1922) und Machtergreifung eines Revolutionskomitees venifelistifcher Elemente mit dem Obersten Plastiras an der Spitze, der fünf Minister König Konstantins und seinen Generalstabschef vor ein?'Kriegstribunal schleppen, als verantwortlich für die Niederlage im Felde zum Tode verurteilen und am 28. November 1922 erschießen ließ. Veniselos blieb während dieser blutigen Vorgänge in seiner Heimat, die den Griechen auch einen guten Teil Sympathien Englands kostete und die Veniselos zweifellos hätte verhindern können, wenn er nicht mit der Beseitigung seiner politischen Gegner sehr • einverstanden gewesen wäre, fern vom Schuß und erklärte sich lediglich bereit, auf der Friedenskonferenz von Lausanne die Sache Griechenlands zu vertreten. Griechenland wurde nun im großen Ganzen auf den Bestand von 1913 (nach dem zweiten Balkankrieg) zurückgeworfen und mußte auch durch die Vertreibung von etwa IV2 Millionen Griechen aus Thrazien und Kleinasien, die in Altgriechenland angesiedelt wurden, einen beträchtlichen Naumverlust an Volksboden in Kauf nehmen. Veniselos traute sich erst Ende 1923 wieder nach Griechenland, wo seine Partei inzwischen sich fest in den Sattel gesetzt und alle Gegner des neuen Regimes rücksichtslos beseitigt hatte. Doch das furchtbare Bluturtell vom 28. November 1923 blieb eine offene Wunde im innerpolitischen Leben dieses unglücklichen Volkes, dessen Schicksal es seit altersher sein zu sollen scheint, von der Zwietracht ehrgeiziger politischer Führer hin- und hergeschleudert zu irrrben und niemals die Ruhe und Stetigkeit zu finden, die jeder wirtschaftliche Aufbau auf lange Sieht vorausfetzt. — Veniselos hat in den folgenden Jahren mehrmals die Regierungsgefchäfte geführt und auch versucht, die für ein ausgesprochenes Handels- und Schiffahrtsvolk naturgemäß besonders empfindliche Weltwirtschaftskrise in ihren Auswirkungen für Griechenland zu mildern. Aber die Geister, die der ewige Revolutionär und Intrigant gerufen'hatte, wurde er nicht mehr los, wenn er dazu überhaupt jemals ernsthafte Anstalten gemacht haben sollte. Politisierende Offiziere, machthungrige Parlamentarier ließen nicht die Hand von der Kehle des Staates. General P l a st i r a s , derselbe, der nach dem Sturz der Monarchie in den bbifiaen Nonem- bertagen des Jahres 1923 eine so schlimme Rolle Frankreich torpediert die Abrüstung. Oie Oienstzeit-Oebatte in der französischen Kammer endet mit der Annahme eines Vertrauensvotums für das Kabinett Flandin. Paris, 15. März. (DNB.) In der französischen Kammer herrschte am Freitagnachmittag schon vor Beginn der großen Sitzung eine sehr lebhafte Stimmung. Die Tribünen und die Diplomatenlogen waren bis aus den letzten Platz gefüllt. Auch die Abgeordneten waren fast vollzählig erschienen. Ministerpräsident Flandin bestieg, auf einen Stock gestützt, die Rednertribüne und verlas die Erklärung der Regierung über die Frage der Militärdienstzeiterhöhung. Das Problem der rekrutenarmen Jahrgänge, so heißt es in der Erklärung, hat die Regierung seit langem beschäftigt. Die Zahl der Einberufenen, die gewöhnlich 230 000 Mann beträgt, wird von 1936 bis 1940 auf einen Durchschnitt von 118 000 Mann fallen. Es handelt sich nicht um eine Erhöhung der unter den Fahnen befindlichen Effektivstärken, sondern darum, die Verringerung des Kontingentes durch eine vorübergehende Verlängerung der Dienstzeit auszugleichen. Als das Gesetz vom 31. März 1928 verkündet wurde, das die Grundlage unserer Militärorganisation darstellt und weiterhin dar- {teilen wird, war die Hoffnung gestattet, daß vor dem Abschnitt der rekrutenarmen Jahrgänge die internationale Organisation der Sicherheit die Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen, deren Gewicht so schwer auf den durch den Krieg verarmten Völkern lastet, möglich machen würde. Diese Hoffnung hat sich nicht nur nicht verwirklicht, sondern die Lage Frankreichs hat sich vollständig geändert. Nach einseitiger Auslegung der Abrüstungsbestimmungen des Versailler Vertrages fuhr der Ministerpräsident dann fort: Als nach dem Abgang Deutschlands von Genf die Aufrüstung dieser großen benachbarten Macht in verschiedener Form und in weitem Ausmaße trotz der Bestimmungen des Teiles V des Vertrages von Versailles fortgesetzt wurde (poursuivie) in dem Augenblick, wo die Effektiven der deutschen Armee erheblich erhöht sind durch einseitigen Beschluß, dem die französische Regierung ihre Zustimmung ebensowenig gibt, wie die englische, kann Frankreich es ohne Gefahr für die Landesverteidigung nicht zulasten, daß die Effektiven seiner Armee geringer werden, als durch das Gesetz vom 31. Mr; 1928 vorgesehen war, zu einer Zeit, als die deutsche Aufrüstung offiziell in den von dem Friedensvertrag bestimmten Grenzen geblieben war. Den kasernierten und sofort verfügbaren 480 000 Mann in Deutschland, zu denen zahlreiche vormilitärische oder militärähnliche Abteilungen hin- zutreten, bie von dem Effektivkomitee in Genf als unvereinbar mit einer gerechten Beschränkung der Rüstungen erklärt worden sind, können wir zu Beginn des Jahres 1935 nur 278 000 Mann entgegenstellen, die jederzeit auf dem Gebiete des Mutterlandes verfügbar find. Nach den allen bekannten Plänen wird Deutschland im Jahre 1936 min- b e ft e n s über 600 000 Mann verfügen, und wir werden gleichzeitig infolge des Beginnes des rekrutenarmen Zeitabschnittes unter der Voraussetzung, daß unsere Hoffnungen auf die Einstellungen von Kapitulanten zum Teil in Erfüllung gehen, und unter Berücksichtigung der durch die Ausgleichs- maßnabmen erhielten jährlichen Erhöhung a u f 208 000 Mann sinken. Ein derartiger Unterschied ist unzulässig, selbst wenn man zu diesen 208 000 Mann die 72 000 der. im Mutterlande stehenden, aber als Reserve für unsere Uebersee- streitkräfte zum Schutze und zur Verteidigung unseres großen Reiches bestimmten mobilen Streitkräfte zählt. Frankreich bleibt der Politik der Festigung des Friedens und der Organisierung der internationalen Sicherheit freu. Ls hat kürzlich die Mächte, von deren Haltung das allgemeine Gefühl der Sicherheit oder der Unsicherheit in Europa weitgehend abhängt, aufgefordert, im Rahmen des Völkerbundes sich an regio- nalen Abmachungen zur gegenseitigen Hilfeleistung gegen öenfirieg zu beteiligen. Frankreich hofft mit Inbrunst, die durch das Andenken an feine 1,5 Millionen Toten immer wieder belebt wird, daß der Gei st des Friedens die Regierungen und die Völker beseelen und die neuen Generationen formen möge. Die Regierung stellt aber, ebenso wie es die englische Regierung in ihrem kürzlich veröffentlichten amtlichen Schriftstück getan hat, fest, daß noch ein weiter Weg z u r ü cf 3 ul e g e n ist, bis man eine absolute Sicherheit findet, ohne hinter sich die Mittet haben zu müssen, um sich gegen einen Angriff zu verteidigen. Sie wird den Umstand nicht aus dem Auge verlieren, daß noch entsprechende Verteidigungsmittel nötig sind, um die Sicherheit zu gewährleisten und um es Frankreich zu ermöglichen, in vollem Umfange an der Aufrechterhaltung des Friedens in der Welt mitzuarbeiten. Unter diesen Bedingungen hat die Regierung beschlossen, die Rekruten, die im April und im Oktober d. I. eingezogen werden, noch länger unter den Fahnen zu behalten. Derselbe Beschluß findet.auf die Kontingente bis einschl. 1939 Anwendung, vorausgesetzt, daß bis dahin keine Erleichterungsmaßnahmen getroffen werden kön- Der Marxistensührer £6on Num warf der Regierungserklärung Zweideutigkeit vor. Die Gegenüberstellung der französischen und der deutschen Effektivstärken in der Erklärung Flandins sei lückenhaft, da auch in Deutschland rekrutenarme Jahrgänge bevorständen. Aber im Jahre 1940 würde Deutschland über das doppelte Jahreskontingent wie Frankreich verfügen. Dann würde man behaupten, daß die zweijährige Dienstzeit gar nicht mehr zu umgehen fei. Es wäre richtiger, wenn die Regierung ihre Absichten gleich offen bekanntgeben würde. Sieben Milliarden Franken feien f ü r bie Befestigungswerke ausgegeben worden, um Effektivbestände zu sparen. Warum ändere man jetzt die Politik? Als Marschall Petain Kriegsminister war, habe er die zweijährige Dienstzeit nicht gefordert. Das Jahreskontingent 1935 fei völlig normal. Frankreich verfüge im Mutterlande einschließlich der Kolonialstreitkräfte, die in Frankreich in Garnison liegen, nicht über 238 000 Mann, sondern übe re ine vielhöhereZahl, die sich 500 000 nähere. (Der Vorsitzende des Heeres- ausschustes nennt in einem Zwischenruf die Zahl von 250 000.) Die vorhandenen Effektivbestände seien ausreichend, wenn es sich darum handele, die Befestigungswerke zu besetzen und eine Verteidigung zu organisieren. In gewissen Kreisen der Armee sei aber eine Tendenz zur Schaffung eines Berufsheeres festzustellen. Man ziele also auf die Einführung der zweijährigen Dienstzeit und auf die Bildung eines Berufsheeres ab. Frank- nen, die durch eine günstige Entwicklung der Organisierung der Sicherheit und der Rüstungsbeschränkungen gerechtfertig sind. Die zeitliche Jndienst- behaltung wird für die Rekruten, die im April 1936 zwölf Monate gedient Haden, weitere sechs Monate betragen und für die späteren Klassen auf weitere zwölf Monate ausgedehnt werden. Gemäß Artikel 40 des Gesetzes vom 31. März 1928 setzt die Regierung die Kammern von diesem Beschluß, den der Ministerrat gefaßt hat, in Kenntnis. Außerdem hat der Kriegsminister einen Gesetzesvorschlag ei ngeb rächt, der ihn ermächtigen soll, das augenblickliche m i l i t ä r d i e n ft p f 1 i ch t i g e Alter allmählich bis auf 20 Jahre herab- zufetzen und die getrennte Einziehung der Rekruten (April und Oktober) aufzuheben. Der Gesetzesvorschlag sieht eine Erhöhung der Zahl der Berufssoldaten vor. Die Neuverpflichtungen stellen ein wirksames, wenn auch kostspieliges Mittel zur Erhöhung der Effektivbestände dar. Das gesetzliche Höchstmaß von 117 000 Berufssoldaten ist fast erreicht, denn die Zahl der Soldaten, die länger als ein Jahr unter der Fahne bleiben, beträgt augenblicklich 103 000. Die Regierung appelliert an die vaterländische Mitarbeit des Parlaments, das noch niemals die Landesverteidigung im Stich gelassen hat, um Frankreich die Mittel für seine Sicherheit zu geben. Sie erklärt noch einmal den friedlichen Willen eines „in einem Jahrhundert viermal überfallenen Landes" und sie ist sich bewußt, der Repräsentant eines Landes zu sein, das seine Rüstungen nur in dem Maße aufrechterhält, wie sie für die Verteidigung des Friedens, die Aufrechterhaltung der Sicherheit und die Entmutigung des Angriffs notwendig find. reich verfüge über größere Streitkräfte als die tatsächliche Verteidigung erfordere. Man bereite eine Angriffs st rategie vor. Gegen die Gefahr eines Angriffes könne Frankreich keine Sicherheit im Wettrüsten finden. Wieviel Dienstjahre würde man brauchen, um den Wettlauf zu gewinnen? Die Sozialisten glaubten nicht an die Notwendigkeit einer Gewaltlösung. Die wahre Sicherheit sei diejenige, die den Krieg verhindere. Leon Blum richtete an die Regierung die Frage, warum sie den Fortschritten der Sicherheitsorganisation (Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund, römische Abkommen usw.) nicht Rechnung trage. Das Wettrüsten und die ihm entsprechende Stimmung sei unvereinbar mit der Propaganda für die diplomatische Organisierung des Friedens. Man müsse Deutschland zwingen, ein Abrüstungsabkommen zu unterzeichnen. Wenn man heute vor den gleichen Fragen stünde wie 1913 und sich in den 22 Jahren nichts geändert habe, dann hätten die Opfer des Weltkrieges gar keinen Zweck gehabt. Wenn man sein Leben hingebe, so müsse das der nächsten Generation wenigstens einen Nutzen bringen. Der Vorsitzende des Heeres- ansschuffes, Oberst Fabry, bemängelte die Tatsache, daß man dem bestehenden Gesetz eine bisher noch nie vorgesehene elastische Auslegung gegeben habe, ohne klipp und klar die zweijährige Dien st zeit zu fordern und einzuführen. Von häufigen Zwischenrufen der Linken unterbrochen, versuchte Fabry, den Beweis zu führen, daß lediglich die Rüstungen Deutschlands die neuen militärischen Maßnahmen Frankreichs veranlaßt hätten. Im übrigen handele es sich nicht nur um 3lum enlhM die wahren Hintergründe Flandin muß sich seine Ziffern berichtigen taffen. Die Ausführungen des Ministerpräsidenten wurden von der Rechten und der Mitte mit Beifall aufgenommen, während auf der Linken eisiges Schweigen herrschte, das bis in die Reihen der Radikalsazialisten ging. gespielt hatte und anscheinend auch heute wieder die Hand im Spiel gehabt hat, versuchte im Früh-' fahr 1933 durch einen Staatsstreich die den Anti- veniselisten günstige Wahl zu korrigieren, aber der Erfolg des Staatsstreichs blieb nur . einen Tag in feiner Hand. Auch im folgenden Jahre konnte eine venifelistifche Offiziersrevolte vonK 0 ndylis , dem Kriegsminister der Regierung Tsaldaris, niederge- schlqgen werden und mit der Wiederwahl des Staatspräsidenten Zaimis im gleichen Jahre bestätigte das griechische Volk den Kurs der Festigung der Staatsgewalt. Aber eine starke Opposition blieb der Regierung sowohl in den parlamentarischen Körperschaften (der Senat war überwiegend oeniselistisch und wird daher jetzt nach dem Niederwersen des Ausstands auch beseitigt, die Kammer hatte nur eine sehr geringe Regierungsmehrheit) als auch im Lande. Der Name Veniselos schied die Geister weit mehr als politische Weltanschauung. Indessen kann man wohl sagen, daß die bodenständigeren Bewohner Altgriechenlands und des Peloponnes durchweg Anhänger einer ruhigen Entwicklung im Sinne des konservativen Regierungskurses waren, während die lebhafteren Jnselgriechen und die von kleinasiatischen Flüchtlingen stark durchsetzten Bewohner Mazedoniens und Thraziens den ehrgeizigen Plänen Veniselos' zuneigten. Besonders in Saloniki, von wo Veniselos 1916 seine Umtriebe gegen König Konstantin gerichtet hatte, die dann zum Sturz des Königs Konstantin und seiner eignen Schilderhebung durch die Alliierten führten, glaubte er auf besondere Sympathien zählen zu können. Diese Teilung des Landes in zwei geographisch gut zu umschreibende Lager ist ja deutlich geworden, als am 1. März Veniselos und seine Anhänger den Augenblick für eine neue Kraftprobe im Ringen um die politische Macht für gekommen stielten. Die durchweg mit Jnselgriechen bemannte Kriegsflotte war der Herd des Aufruhrs, und die in Mazedonien und Thrazien garnifonierenben Truppen, im wesentlichen das IV. Armeekorps, schlossen sich dem Aufstand an. In Athen konnte die Meuterei der Ev- zonöngarde schon im Keime erstickt werden, aber dem größten Teil der Flotte gelang es, aus dem Kriegshafen Salamis auf das hohe Meer und damit aus dem Bereich b^r Küstenbatterien zu entkommen. Dir Tatkraft der Regierung gelang es, bie' Veniselisten in ber Hauptstabt nieberzuhalten, währenb Bombenflugzeuge mit üderraschenb schnellem Erfolg gegen bie sich in bie kretischen Gewässer geflüchtete Flotte angesetzt wurden und Kriegsminister Kondylis gegen die aufständischen Truppen in Nordgriechenland marschierte. Das rebellische Armeekorps des Generals K a m e n 0 s sah sich bald eingezwängt zwischen dem Meere, dem unwegsamen Rhodope-Gebirge und fremden Ländergrenzen ohne Möglichkeit der Entfaltung gegen die anrückenden Regierungstruppen. Kamenos und sein Stab flüchteten auf bulgarisches Gebiet, bie Meuterer mußten sich ergeben, nachbem bei Debeagatsch gelanbete Regierungstruppen auch in ben Rücken ihrer Stellung bei Seres—Demirhissar gelangt waren und auch die Hafenstadt Kavalla mit dem veniselistischen Kreuzer „Helli" sich der Regierung hatte ergeben müssen. So ist binnen vierzehn Tagen der Ausstand niedergeschlaaen. Veniselos ist auf eine ber italienischen zwölf Inseln geflüchtet unb bann auf Rhobos interniert worben. Der Spuk ist aus unb an ber Regierung Tsalbaris ist es nun, bie Wun- ben zu Heiken, die der Streich des ehrgeizigen Kreters dem Lande geschlagen hat. In einer von war-, mer Snmvathie für das neue Deutschland unb seinen Führer getragenen Unterrebung hat Kriegsminister Konbylis angebeutet, baß man bie Ge- junbung bes politischen Lebens auch in Griechenlanb in einer autoritären Staatsorganisation suchen wird, die der Zwietracht der Parteien ein Ende macht und unter starker Führung Freiheit unb Wohlfahrt bes Griechenvolkes festigt. Es bleibt noch, ben veniselistischen Aufstand in das Gewirr außenpolitischer Fäden einzuordnen, das gerade diesen Wetterwinkel Europas wie ein dichtes Netz überspannt. Daß der griechische Außenminister M a x i m 0 s , einer der Väter des Balkanbundes, gleich am ersten Tage bes Aufstanbes zurücktrat, gibt vielleicht Anhaltspunkte. Veniselos war ein entliehener Gegner bes Bcllkanbunbes, besten Abschluß Griechenlanb aus ber italienischen Freunb- schast löste unb in bas System Frankreichs ein- glieberte, bas ja mit bem Balkanpakt eine Sicherung feines fübslawischen Bunbesgenossen gegen Italien beabsichtigt hatte. Britische Blätter Haden Mussolini nachgesagt, daß er über einen Sieg ber Veniselisten nicht böse gewesen wäre, hätte er ihm doch vermutlich bie Rückkehr zu ber alten Kombination Jtalien- Griechenlanb-Türkei-Bulgarien (bas noch nicht bem Bälkanbunb angehört) erlaubt, womit ber Balkan- bunb gesprengt gewesen märe. Zu wenig beachtet würbe bie Melbung von türkischen Truppenkonzentrationen um Abrianopel unb einem Einspruch Bulgariens in Genf, ber aller« bings sofort zurückgezogen würbe, als man sich in Sofia wohl bavon überzeugt hatte, baß die Türkei sich lediglich vorsah, um die Ausnutzung ber griechischen Wirren zu gewaltsamen Gebietsveränbe- rungen ber Nachbarn zu verhinbern. Man hatte habet wohl vor allem Sübslawien im Auge, besten Traum von Saloniki als sübslawischem Hasen an ber Aegäis in ben Friebensverträgen nicht verwirklicht worben war. Auch Bulgariens Wünsche nach einem Hasen am Aegäischen Meer finb unerfüllt geblieben. Im ersten Balkankrieg hatten sich bie Bulgaren zwar bie beiben Häfen Kavalla unb Debeagatsch gesichert, aber nach her Nieberlage im zweiten Balkankrieg gegen bie bisherigen Verbündeten muhten beibe Hafen an Griechenlanb überlassen werben. So finb hier in biefer Ecke noch recht wibersprechenbe Interessen. Griechenlanb selbst hat, abgesehen von Konstantinopel, bem heiß erträumten, aber niemals gewonnenen alten Byzanz, noch Wünsche, bie erst kurz vor ber Revolution recht laut geäußert würben. Da ist einmal ber seit 1912 in italienischem Besitz beftnbliche D 0 b e k a n e s, bie Zwölfinselgruppe mit Rhobos unb bann bie Insel Cypern, bie seit bem türkischrussischen Krieg von 1878 unter britischer Verwaltung stanb, 1914 kurzerhanb einverleibt worben war unb seit 1925 britische Kronkolonie ist Beibe Gebiete sinh ganz übermiegenb von Griechen bewohnt, bie seit einiger Zeit wieher eine lebhafte Propaganba für eine Volksabstimmung zu Gunsten ber Vereinigung mit bem Mutterlanbe betreiben. Aber mit Rücksicht auf bie wertvollen Beziehungen Griechen- lanbs zu ben Besitzern Italien unb Englanb ist man in Athen recht zurückhaltenb gegenüber ben Wünschen biefer griechischen Jrrebenta. Das politische Krastselb bes Aegäischen Meeres zeigt also auch hier sich schneibenbe Linien. Unb bies ist vielleicht ber beste Schutz gegen ein Großfeuer, das sich bei einer Explosion, wie dem eben niedergeschlagenen venise- listischen Putsch in Griechenland, stets leicht entzünden kann. eln? materielle Aufrüstung Deutschlands, sondern um die Stimmung, die in Deutschland herrsche. Einschließlich der 11000 Mann Garde mobile verfüge Frankreich im Mutterlande über 350 000 Mann; der Rest der 543 000 Mann, die die gesamte französische Armee bilden, befinde sich außerhalb des Mutterlandes. Wenn man keine neuen Vorkehrungen getroffen hätte, würde der Bestand der im Mutterland verfügbaren Truppen auf 250 000 Mann gesunken sein, wovon etwa 60 bis 70 000 nicht ausgebildet seien. Die ursprünglich vorgesehenen Ueberqangsmaßnahmen für die rekrutenarmen Jahre reichten im Hinblick auf die Aufrüstung Deutschlands nicht mehr aus. Selbst wenn es keine rekrutenarmen Jahre gäbe, mühte die Dien st zeit erhöht werden. Der radttalsozialjfijsche Abgeordnete Daladier wandte sich scharf gegen die von der Regierung getroffenen Maßnahmen. Man dürfe die Ruhe nicht verlieren und auch die Hoffnung nicht aufgeben, daß die internationalen Verhandlungen zu einem Ergebnis führen konnten. Menn er ln der Hinsicht auch mit der Regierung einer Auffassung sei, daß Frankreich inzwischen nicht g es ch wach t werden dürfe, so teile er doch nicht die Ansicht über die angewandten Methoden. Seit 1920 seien etwa 100 Milliarden für die französische Landesverteidigung ausyegeben worden. Ob sie richtig verwendet worden seien, bleibe dahingestellt. Daladier sprach sich f ü r d i e E r h ö h u n g der französischen Luststreitkraste und für den Ausgleich des Re k ru t e n a u sfa l l e s von etwa 60 bis 70 000 Mann durch die Einstellung von Spezialisten aus die den doppelten Wert hätten wie die gewöhnlichen Soldaten. Ferner wies er darauf hin, daß die römischen Abkommen Einsparungen bei der Effektivstärke an der franzoslsch-lta- lienischen Grenze gestatten mußten. Die eben angedeuteten Maßnahmen könnten eine Verlängerung der Dienstzeit zunächst überflüssig machen. Erst, wenn erwiesen sei, daß diese Maßnahmen nicht ausreichten, könne man eine Heraufsetzung der Dienstzeit vornehmen, dann aber müsse dem Parlament ein ganz klares Gesetz vorgelegt werden. Herriot beschwört seine Fraktion. wollte offensichtlich den Herren Simon und Eden das energische französische Ersuchen nahebrrngen, ich nicht in Berlin von der Wahrheit uber- teuaen 3U lassen, sondern unter allen Umständen di französische Brille auszusetzen. Sas Echo in London. London, 16. März (DRB. Funkspruch). Die Rede des Ministerpräsidenten Flandin wird in der Presse als das Ereignis des Tages behandelt. Die Zerichte darüber sind außerordentlich lang. Es fehlen jedoch durchweg noch Kommentare. Rur DailyTelegraph" sagt, Flandins kraftvolle Rede in der Kammer werde in England verständnisvollen Widerhall finden Sie werde die britischen und französischen Bemühungen um eine möglichst weitreichende Der- st ä n d i q u n n mit Deutschland, Polen und Sowjet« rußland stärken und nicht schwächen. In diesen drei Ländern sei der Grundsatz, daß es keine Sicherheit ohne Stärke gebe, eine Haupt- qrundlage der Staatspolitik. Vielleicht sei dies nicht gerade der Weg zur allgemeinen Abrüstung, den Großbritannien gewünscht hätte, aber es sei d e r einzige W e g, der die Aussicht auf eine internationale Verständigung eröffne. LlnvoWändig und einseitig. Flandin verschweigt die wahren Gründe für das Fiasko der Abrüstung. Das Deutsche Nachrichtenbüro schreibt zur Rede des französischen Ministerpräsidenten: Wenn auch Flandin sich im allgemeinen einer maßvollen Sprache bedient, so kann doch seine Begründung, die sich allein auf das Verhalten Deutschlands stützt, nicht ohne wesentliche Richtigstellungen, Ergänzungen und Vorbehalte zur Kenntnis genommen werden. Die Vorkehrungen, die Deutschland „trotz der Bestimmungen des Teiles V des Vertrages von Ver- ailles" in militärischer Hinsicht getroffen hat, werden erwähnt, ebenso, daß dies durch „einseitigen Beschluß Deutschlands geschah". Nicht aber werden erwähnt die wahren Gründe, die zu der Abkehr Deutschlands vom Zustand einseitiger Entwaffnung führen mußten, und die eben darin bestanden, daß die Rüstungsmächte, statt ihren Abrüstungsverpflichtungen nachzukommen, namentlich auf technischem Gebiet die Kampfkraft ihrer Heere ins Uferlose sterger- t e n. Wenn der französische Ministerpräsident also von früheren Hoffnungen spricht, „daß vor dem Abschnitt der rekrutenarmen Klasse (d. h. zu Beginn der rekrutenarmen Jahre) die internationale Organisation der Sicherheit die Beschränkung und Herabsetzung der Rüstungen, möglich machen würde", so versäumt er es, in diesem Zusammenhang mit der französischen und der Weltöffentlichkeit gegenüber gebotenen Vollständigkeit die wahren Gründe zu erläutern, die zur Zerstörung gerade dieser Hoffnungen geführt haben. Als ebenso unvollständig müssen die Ausführungen des französischen Ministerpräsidenten hinsichtlich der Frankreich außer dem eigentlichen H e i m a t h e e r zur Verfügung stehenden Truppen- körper bezeichnet werden. Da die Rüstungsmahnah- men sich offenbar lediglich auf Deutschland beziehen sollen, die Möglichkeit eines Angriffes französischerseits aber glatt bestritten wird, so müsse Herr Flandin, abgesehen von den Armeen der Locarnomächte, auch die Heere seiner bekanntenVerbündeten hinzurechnen. Vielleicht sind es ähnliche Zusammenhänge, die ihn auch bewogen haben, im Gegensatz zum britischen Regierungsvertreter im Oberhaus, Lord Stanhope, von der erheblichen Verstärkung der russischen Armee überhaupt nicht zu sprechen. Wie für Deutschland also im Konfliktsfalle mit Frankreich das militärische Zahlenverhältnis in Wirklichkeit sein würde, darüber vermeidet Herr Flandin wohlweislich seinen parlamentarischen Zuhörern nähere Angaben zu machen. Daß bei solcher Einseitigkeit der Beweisführung und Bewertung Herr Flandin schließlich von den vier Ueberfällen spricht, die Frankreich im Laufe der Jahrhunderte habe über sich ergehen lassen müssen, ist kaum mehr verwunderlich. Gerade diese Bemerkungen sind aber anderseits e i n wenig ermutigendes Vorzeichen für den Willen zur Objektivität, mit der Frankreich an die kommende, letzten Endes einer Entspannung *ib Befriedung dienende Auseinandersetzung herangeht. Auch England erörtert das Rüstungsproblem. Hailsham verteidigt das Weißbuch. - Samuel warnt vor dem Wettrüsten. Staatsminister Hernol ergriff dann kurz vor der Abstimmung das Wort in der offensichtlichen Absicht, den Eindruck der Ausführung seines Fraktionskollegen Daladier auszugleichen. Als das Gesetz über die einjährige Dienstzeit verabschiedet worden sei, habe man ge= raufet, dafe es nicht nur angenehme, sondern auch unangenehme Seiten besitze. Jetzt müsse man folgerichtig an diefem Gesetz fest halten. Er habe im Namen seiner Parteifreunde dem Minister- Präsidenten das Wort gegeben, bafe er für die B e i - behaltung des Gesetzes und folglich für Die Anwendung von Artikel 40 stimmen wurde. Er werde die'ses Wort halten. Wenn die Kammer wüßte, was er, Herriot, wisse, was er aber ebenso wenig öffentlich darlegen könne, wie den Mobilmachungsplan, dann würden alle Abgeordneten für die Maßnahmen der Regierung stimmen. Herriot betonte, daß er von seinem demokratischen, republikanischen und nationalen Bewußtsein geleitet werde, wenn er sich hinter d i e Regierungserklärung stelle. Im Sinne des parlamentarischen Gleichgewichts sprach daraus der zweite Staatsminister ohne Portefeuille Louis Marin ebenfalls im Namen feiner Gruppe für die Regierungserklärung. Franklin-Souillon betonte, daß nach Ansicht seiner Freunde es einem Verbrechen gleichkäme, wenn man nicht sofort einGesetzüberdiezweijährigeDienst- z e i t verabschiede. Die Ueberraschung über die deutsche Aufrüstung sei scheinheilig. Sämtliche Regierungen der letzten Jahre hätten gewußt, daß Deutschland aufrüste, und doch habe niemand den Mut gehabt, etwas dagegen zu tun. Niemand habe es gewagt, die Akten über die deutsche Aufrüstung in Gens zur Sprache zu bringen. Man habe also die Entwicklung Deutschlands verdient, weil man nicht habe klar sehen wollen. Die militärisch-politischen Maßnahmen allein würden nicht ausreichen. Die Militärpolitik müsse mit einer zielbewußten Bündnispolitik Hand in Hand gehen. Die Abstimmung. Die Kammer mußte dann zwischen den verschiedenen vorliegenden Lnkschließungsentwür- fen wählen, die von sozialistischer und radikalsozialistischer Seite sowie vom Abgeordneten Fabry eingebracht worden waren. Gegen den Antrag auf Priorität der sozialistischen Enlschlie- ßung stellte die Regierung die vertrauens- frage. Der Antrag wurde mit 389 gegen 190 Stimmen abgelehnt. Durch diesen Erfolg gegen die Sozialisten stark gemacht, stellte Flandin darau die zweite Vertrauensfrage gegen den Entschlietzungsentwurf des rechtsstehenden Abgeordneten und Vorsitzenden des Heeresausschusses Fabry, der die sofortige Einbringung einer Gesetzesvorlage über die zweijährige Dienstzeit verlangte. Die Regierung erzielte 530 gegen 44 Stimmen. Schließlich wurde die Vertrauens-Tagesordnung deslinks- radikalen Abg. Laurent Lynac mit 354 gegen 210 Stimmen angenommen. London, 15. März. (DNB.) Der britische Staatssekretär des Aeußeren, Sir John Sl- mon, hielt auf einer Kundgebung für die nationale Regierung in Swansea eine Rede. Simon wandte sich entschieden gegen die Annahme, daß Großbritannien sich nicht als treuer Anhänger des Völkerbundes erwiesen habe. In dreifacher Hinsicht seien die Hoffnungen der Gründer des Völkerbundes noch nicht erfüllt worden: 1. fei der Völkerbund noch nicht allumfaffend, wie er geplant war; 2. hätten sich Fälle ereignet, bei denen die tatsächlichen Leistungen des Völkerbundes dem Erstrebten nicht voll entsprochen haben. Als dritten Punkt bezeichnete Simon das A b - rüstungsproblem. Er erklärte wörtlich: „Es besteht kein Zweifel, daß in Aussicht genommen war, daß auf Deutschlands erzwungene Abrüstung vereinbarte Herabsetzungen in den Rüstungen anderer großer Staaten folgen würden. Großbritannien habe große Verminderungen in feinen Rüstungen vorgenommen. Dagegen feien nicht Abrüstung, sondern Rüstungserhöhungen vor» anderen Nationen, z. B. Japans, Sowjetrußlands "nd den Vereinigten Staaten vorgenommen. Unter den Nationen, die wieder aufrüften, befinde sich auch Deutschland. Die einzige Abrüstung, die Dauer haben werde, sei eine Abrüstung, die frei vereinbart ist. Zur Herbeiführung einer Rüstungs- oereinbarung fet es unbedingt notwendig, das Gefühl der Sicherheit zu erhöhen. Auch andere britische Minister kamen in öffentlichen Reden auf die Abrüstungsfrage zu sprechen. 0er Kriegsminister, Lord Hailsham, sagte u. a.: „Ich bestreite, daß das Weißbuch irgend etwas enthalten hat, was einer fremden Nation berechtigten Anlaß zum Aerger geben könnte. Aber selbst wenn ein Teil des Inhaltes geeignet gewesen wäre, Deutschland zu tränten, märe es dann richtig und fair gewesen, zuzulassen, daß Simon in dem Augenblick der Veröffentlichung des Weißbuches in Berlin weile, statt vorher die Tatsachen mitzuteilen, die wir bekanntgeben wollten? Im eutgegengesttzten Sinne erklärte der Leiter der kleinen Liberalen Oppositionsgruppe des Unterhauses Sir Herbert Samuel: Die Regierung könne ihren Anteil an der Schuld für den Nichterfolg der Abrüstungs- bemühungen nicht von sich weisen. Die Politik der Regierung bringe eine Erhöhung der R ü - stuugsäusgabeu mit sich. Man erklärte, England müsse im Interesse seiner Sicherheit eine Luft- streitmacht haben, die der L u f t w a f f e D e u t s ch - lands gleich sei. Aber Deutschland werde sagen, daß es sich zwischen zwei Fronten, einer im Westen und einer im Osten befinde, und um seiner Sicherheit willen eine Luftstreitmacht brauche, die s o groß sei, wie die Frankreichs und Sowjetrufelands zusammen. Sowjetrufeland werde ebenfalls auf feine zwei Fronten verweisen und eine Luftmacht beanspruchen, die der Deutschlands und Japans entspreche. Dieser Wettbewerb ohne Ende werde England zwingen, Schritt zu halten. Deutschland sei wieder militaristisch geworden und rüste mit großer Schnelligkeit. Deutschland werde vielleicht immer gefährlicher werden. England und die Nachbarn Deutschlands müßten dies in Rechnung stellen. Aber die Regierungserklärung käme fast darauf hinaus, daß Großbritannien gar nicht für feine Verteidigung gesorgt habe, obwohl es doch die riesige Summe von 113 Millionen Pfund Sterling (etwa 1 2996 Millionen RM.) im Jahre ausgebe. Je mehr Friedens- und Sicherheitsbürgschaften geschaffen würden, desto größere Mengen an Kriegsmaterial müßten anscheinend um dieser Bürgschaften willen aufgehäuft werden. Die Debatte noch nicht geschloffen. Heftige Auseinandersetzungen bei den Radikalsozialisten. — Marxisten kündigen Maffenproteste an. — Oie Rechte wirst dem Kabmett Mangel an Mut vor. pariser preffestimmen. Paris, 16. März. (DNB. Funkspruch.) Dor der Spätsitzung der Kammer hatte eine Fraktions - sitzung der Radikalsozialiften stattgefunden, in der Staatsminister Herriot und Daladier scharf aneinandergeraten sein sollen. Herriot habe erklärt, wenn die Fraktion ihm nicht folge, dann werde er als Minister und Parteivorsitzender zurücktreten. Die Fraktion habe sich schließlich mit 27 gegen 12 Stimmen für den später von Herriot in der Kammer vertretenen Standpunkt ausgesprochen. Wie „Oeuvre" feststellt, hat die Furcht vor einer Regierungskrise, die ein Rechtskabi - nett ans Ruder bringen könnte, die Radikalsozialiften bestimmt, Herriot die Gefolgschaft nicht zu versagen. Daß die gestrige Aussprache über die Dienstzeit unter parteipolitischen Einflüs - s e n gestanden hat, die mit den kommenden G e - meindewahlen zu erklären sind, ist auch der Eindruck anderer Blätter. Herriots Organ, die „Ere Nouvelle" behauptet zwar, daß die Haltung des Staatsminifters den nationalen Interessen diene, läßt aber doch durchblicken, daß die Partei auf diese Weise auf ihre Äoften zu kommen hoffe. Die sozialistische und kommunistische Presse ist selbstverständlich über den Ausgang der Kammeraussprache aufgebracht. Sie spricht von einer Kapitulation vor den Generälen und wirbt für gemeinsame Massenkundgebungen. Der Gedanke, daß die militaristische Gefahr den Zusammenschluß der Arbeiterbewegung mit dem Ziel der Eroberung der Regierungsgewalt fördern müßte, kommt in der Linkspresse starker denn je zum Ausdruck. Daß Flandin einen kläglichen, einen Pyrrhussieg davongetragen habe, ist dagegen die Ansicht der Rechtsblätter, die ihren Sturmlauf gegen die Regierung fortsetzen, da diese einem Ultimatum der Radikalsozialisten nachgegeben habe, ftatt sofort die zweijährige Dienstzeit ein» zuführen. Zwar begrüßen die Blätter die einseitige Abstellung der Regierungserklärung auf die deutsche Aufrüstung, sie werfen aber dem Kabinett vor, daß es daraus nicht die einzig mögliche Schlußfolgerung gezogen habe. Das sei ein Mangel an Mut, der sich früher oder später rächen müsse. „Echo de Paris" droht der Regierung mit dem Senat, der angeblich die Verlesung der Regierungserklärung mit eisigem Schweigen ausgenommen habe. Aus den Betrachtungen der Presse, in denen sich die leidenschaftlichen Auseinandersetzungen in der Kammer widerspiegeln, gewinnt man jedenfalls den Eindruck, daß mit dem Vertrauensvotum für die Regierung die Frage der zweijährigen Dienstzeit nicht abgeschlossen ist, daß diese Frage vielmehr ihr Nachspiel im Lande haben werde und daß nach den Gemeindewahlen das Eindringen einer Gesetzesvorlage zu erwarten ist. „3um Fenster hinaus." Wendung in der Balkanpolitik Italiens? Oer südslawische Außenminister nach 2Rom eingeladen? Berliner preffestimmen zur Kammerrede Flandins. Zur Kammerrede Flandins schreibt der „Völkische Beobachter": Der Sinn der in Versailles von den Rüstungsmächten unterschriebenen Abrüstungsverpflichtung war der, daß die Abrüstung eine allen Nationen gleichmäßige Sicherheit gewährleisten sollte. Frankreich hielt diese Verpflichtung nicht und brach damit den Versailler Vertrag. Frankreich blieb der hochgerüstete Staat, während Deutsr zuständigen kirchlichen Organe nicht zustande kommt, ist sie befugt, deren Rechte selbst auszu >en. Anordnungen der Kirchenleitungen, die mit finanzieller Auswirkung verbunden sind, bedürf en der Zustimmung der Finanz abteilung. Die Finanzabteilung ist der Staatsregierung für ordnungsgemäße Verwendung der für evangelisch-kirchliche Zwecke gewährten Staatszuschüsse verantwortlich. $ünf Zeitungen wegen übelster Eensastonsbas»erei verboten. Berlin, 15. INärz. (DNB.) Auf Antrag des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda hat das Geheime Staatspolizeiamt die Zeitungen: „Berliner herold". Berlin, „Die Wahrheit", Berlin, „D a s kleine 3 o u r- n a P, Berlin, „Bunte Wochenschau", Berlin, „Echo Germania", Erfurt, auf unbestimmte Zeit verboten. 3n dem nunmehr seit über einem 3ahr in Kraft getretenen Schriftleitergeseh wird als die ausdrückliche Aufgabe eines jeden deutschen Schriftleiters bestimmt, daß er verpflichtet ist, aus den Zeitungen alles fern zu halten, was gegen bie Ehre und Würde eines Deutschen verstößt oder was die Ehre oder das Wohl eines anderen widerrechtlich verletzt, seinem Ruf schadet, ihn lächerlich oder verächtlich macht. Die verbotenen Zeitungen haben sich an diese Grundbestimmung des Schrift- leitergesehes niemals gehalten. Sie haben ein Geschäft daraus gemacht, andere Volksgenossen in der Oeffentlichkeit herabzusehen und damit Klatschsucht und übel st er Sensationshascherei Nahrung gegeben. 3hr Wirken war daher schädlich für die deutsche Volksgemeinschaft, ihre weitere Existenz im neuen Staat nicht mehr tragbar. * Das Verbot lenkt die Aufmerksamkeit auf jene „Zeitungen", die sich besonders in der Nachkriegszeit leider auch in Deutschland mit ihrem auf aufgebauschte Skandale abgestellten Inhalt breitzumachen suchten. Sonderlich groß war ihr Leserkreis nie, aber sie verstanden es, Unheil anzustiften. Mit dem 30. Januar 1933 war für diese „Zeitungen" der Augenblick herangerückt, ihren Laden zuzumachen. Wenn sie sich trotz dem Presse- und Schriftleitergesetz den Anstrich einer gewissen Anständigkeit zu geben wußten, so verfielen sie doch immer wieder in ihr altes Treiben. Auf die Dauer konnten die zuständigen Stellen diesem Spiel nicht ruhig zusehen. Sie haben jetzt zugegriffen und die Zeitungen- verboten. Das ist gut so. Denn mit Pressefreiheit hatte das Treiben dieser Revolverblätter nichts zu tun. Scharfe Zurückweisung von Wahllügen durch die Danziger Regierung. Danzig, 15. März. (DNB.) Die Pressestelle des Senats verbreitet folgende vom Senatspräsidenten und sämtlichen Senatoren unterzeichnete Erklärung: „Um Irreführenden, von interessierter Seite aus- gestreuten Gerüchten ein für allemal zu begegnen, erklärt der Senat ber Freien Stadt Danzig in seiner Gesamtheit vor der Danziger Bevölkerung und dem gesamten Ausland: 1. Die Wahl zum Volkstage am 7. April ist eine vom Senat gewünschte rein innenpolitische Auseinandersetzung und Klärung des Vertrauensverhältnisses zwischen der nationalsozialistischen Regierung und der Danziger Bevölkerung. Die Wahl hat m i t d e m S t a t u t und der internationalen Rechtslage Danzigs nichts zu tun und ist keine Volksabstimmung über dieses Statut. 2. Der Senat wird mit allen ihm zu Gebote stehenben Mitteln für bie Freiheit der ge- Heimen Mah l eintreten und übernimmt die volle Garantie für die von der Verfassung der Freien Stadt Danzig hierfür festgelegte Durchführung." Ein altes lateinisches Sprichwort sagt: „Wir essen um zu leben, aber wir leben nicht um zu essen!" Viele versuchen allerdings, gerade das Gegenteil zu befolgen. Wenn wir auch keine Asketen fein und den Geschmackswert ber Ernährung sehr wohl berücksichtigen sollen, so wirb bie Ernährung boch oft in falscher Richtung bewertet. Wir müssen bebenfen, baß bie Nahrung ben Zweck haben soll, v e r - brauchte Stoffe zu ersetzen unb uns leistungsfähig zu machen. Dabei haben wir aber grunbsätzlich zu unterbleiben, baß bie Möglichkeit besteht, bie Leistung zu förbern, baß sie aber auch geschäbigt ober zuminbest gehemmt werden kann. Leider ist dieses heutzutage in überwiegendem Maße der Fall. Daß nämlich Nahrung unter bestimmten Verhältnissen leistungsschädigend, ja krankmachend wirken kann, ist für viele Menschen eine noch unbekannte Tatsache, über die sie offensichtlich niemals nachgedacht haben. — „Ich bin immer so schlaff und müde, habe einen dauernden Kopfdruck, bin nur mit Mühe in meinem Beruf richtig leistungsfähig. Ich weiß gar nicht, was das ist — unb babei esse ich boch wirklich nur bas Beste!" — Das ist eine Klage, bie ber Arzt immer roieber zu hören bekommt. Forscht er bann nach, so muß er feststellen, baß ber Betreffend sich recht unzweckmäßig ernährt. Entweber ist es mengenmäßig z u viel, ober bie Zusammen st ellung ber einzelnen Mahlzeiten ist benkdar ungeeignet. Oder aber die Einteilung ber Mahlzeiten für ben Tag ist für ihn unvorteilhaft unb bie Zubereitung ber Speisen entspricht nicht ben mober- nen Anforberungen. Schließlich, aber nicht zuletzt, ist an ben Eßgewohnheiten ober -sitten (besser gesagt Unsitten) einiges auszusetzen. Da wäre zunächst einmal bie leibige Gewohnheit vieler Männer zu nennen, beim Essen zu lesen, seien es bie Zeitung, bie Post ober sonstige geschäftliche Akten. Nicht nur, baß auf biefe Weise bie Nahrung schlecht gekaut unb zu große Bissen hinuntergeschlungen werden, bie bann Magen unb Darm nicht verbauen können, so daß sie nur vergären unb durch bie babei unvermeibliche Gasentwicklung erhebliche Störungen Hervorrufen, — burch bie Ablenkung bilben sich überhaupt zu wenig Verbauungssäfte unb bie Speisen liegen hinterher wie ein Stein im Magen. Wenn man sich aber in Ruhe auf feine Essenstätigkeit einstellt, so „läuft einem bas Wasser im Munbe zusammen" unb bie starke Bilbung von Verbauungssäften sichert bann auch eine richtige Verarbeitung ber Nahrungsstoffe. Nebenbei gesagt, ist bas Herunterschlingen als Nebenbeschäftigung auch eine Unhöflichkeit gegen bie Hausfrau, bie mit vieler Mühe bas Essen zubereitete unb beren Arbeit mithin nicht bie geringste Anerkennung finbet. Auf biefe Weise wirb Mahl von einer kulturellen Hanblung, bie es früher war unb stets sein sollte, zu einer reinen Kalorienabfütterung herabgewertet. Wir wissen nun aber schon längst, baß bie Ernährung nicht allein mit ber Kalorientabelle in ber Hand betrachtet werben barf, benn es kommt noch auf viele anbere Dinge als ben Energiewert allein an. Ja, bei unserer burchschnittlichen Ernährung haben wir bereits eine erhebliche Ü e b e r f ü 11 e = rung mit Kalorien zu verzeichnen! Das ist eine Tatsache, bie bisher noch viel zu wenig Beachtung gefunben hat, wahrscheinlich aber bie Ursache nicht nur ber weit verbreiteten Darmstörungen, Umbern vermutlich auch mitschulbig an ber immer weiter fteigenben Zahl ber Herz- unb Kreis- lauferEranfungen ist. Besonbers gefährlich finb bie großen Mengen von Kohlehydraten (Zucker-, Stärkestoffe), bie nicht in biefer Menge vom Körper gebraucht werben, vornehmlich bei ber meist geringen körperlichen Tätigkeit in ber Stabt. Der Ueberschuß wirb bann nicht einfach vom Darm ausgeschieben, fonbern ist Anlaß abnormer Zersetzungen unb erheblicher Gasbildung im Darm. Dadurch kommt die gante Verdauungstätigkeit in Unordnung, die Menschen klagen über erhebliche Beschwerden des Herzens, über Atembeklemmungen, Kopfschmerzen, Stiche, Unruhe und vor allenDingen: über unregelmäßige unb erschwerte Darmtätigkeit. Es ist übrigens ein Irrtum zu glauben, baß ber Sporttreibenbe eine vermehrte Nahrungszu- suhr benötige. Das kommt nur für ben schwer Trainierenden in Frage, der wirklich körperlich große Arbeitsleistungen zu vollbringen hat — wie etwa ber Rennruberer, ber in ber letzten Zeit bes Trainings täglich ein- bis zweimal bis an bie Grenze seiner Leistungsfähigkeit beansprucht wirb, ober auch der Skiläufer, dessen Körperarbeit noch durch die klimatischen Einwirkungen verstärkt wird. Wer aber nur im üblichen Maße ein- bis zweimal in der Woche übt, hat keinen Mehrverbrauch an Energien, ber durch besondere Nahrungszufuhr gedeckt werden müßte Am abträglichsten bei dieser Ueberfütterung macht sich bemerkbar, daß die meisten Menschen „Sattes s e n" mit „Vo11essen" verwechseln! Wir sollten also auch für Stoffe sorgen, die die Tätigkeit der Verdauungsorgane anregen: das finb in erster Linie Ob ft unb Gemüse. Sie werben immer noch viel zu wenig gegessen! Vor allen Dingen wirb nun aber eines immer übersehen, leiber auch von den allzuvielen Reformen, die es gerade auf dem Ernährungsgebiet gibt: die Ausnutzung ber Nahrung burch unseren Körper. Unser Organismus ist nun einmal kein Automat, in ben man einfach etwas hineinstopfen kann, um ihn zu beliebigen. Er hat vielmehr seinen eigenen unb viel besseren Instinkt. Wird ihm Unzuträgliches angeboten, so wehrt er s i ch in un- mißverstänblicher Weise bagegen. Leider arbeitet man dem bann mit einem Gläschen Schnaps, mit Kaffee ober sonstigen Mitteln entgegen, anstatt bar= aus bie einzig richtigen Folgerungen zu ziehen, baß man nämlich z u viel gegessen hat unb seinen Magen in Zukunft nicht mehr in biefer Weise quälen soll. Die Ausnutzung ber Speisen hängt wesentlich davon ab, wie sie 3 übereilet sind. Die lieber« labung mit gekochtem und gebratenem Fett, besonders in Verbindung mit Mehl wie in der noch immer so weitverbreiteten Mehlschwitze ober ben Einheitstunken zu allen Speisen, machen auch bie besten Gemüse und Fleischsorten schwerer verdaulich. Weiterhin hängt die Ausnutzung aber noch von der Höhe des Stoffwechselumsatzes ab, d. h. von bem Anreiz, den unser Körper erhält. Deswegen ist eine sorgfältigere Hautpflege auch für die Ernährung von hoher Bedeutung: in viel höherem Maße gilt bas aber noch von der körperlichen Betätigung. Erst dadurch, baß man burch einen entsprechenden Verbrauch in ben Geweben bes Körpers für bas notwendige Nahrungsbedürfnis sorgt, haben diese auch Lust, Nahrungsstoffe aufzunehmen. Darum hat es auch gar feinen Sinn, appetitlosen Menschen Speisen aufzudrängen. Man sieht diese unglückliche Erziehungsmethode immer wieder bei bedauernswerten Kindern angewandt — ohne Erfolg natürlich. Hier kann nur helfen, ben fehlenden Appetit erst einmal zu wecken. Man kann niemals den zweiten Schritt vor dem ersten tun! Da finb denn uie Leibesübungen ein ausgezeichnetes Mit- tel. Allerdings müssen sie zweckmäßig angewandt werden, d. h. sie müssen bem einzelnen Fall angepaßt sein. Was für den einen gut ist, gilt noch lange nicht für den anderen! Gerade Dauerübungen und Anstrengungen hohen Grades können mitunter derartig erschöpfen, daß völlige Appetitlosigkeit bas Ergebnis ist. Andererseits hat es natürlich keinen Sinn, wenn man morgens bie Gymnastik treibt, um sich frisch und beweglich zu erhalten, und bann hinterher recht ausgiebig frühstückt, weil es doch bann besonders gut schmeckt. Für bie Ernährung gilt ber Satz „Viel hilft viel" nicht immer zu Recht. Hier bekommt jedem nur. was ihm wirklich von ber Natur zu steht. Vielleicht nirgendwo wird so sehr an der Gesundheit gesündigt, wie bei der Ernährung. Hoffen roir, daß bie Erkenntnis dieser Tatsache eine Aenderung bewirkt. Beka ntmachung. Die nächsten Vie! lärkte in Gießen finden statt: Dienstag, ben INärz 1935: Rindvieh- (Nutzvieh) Warkt.Auftriebszeit von V»8 bis %9 Uhr oormitta 5. Mittwoch, ben v. März 1935: Schweinemarkt. Auftriebszeit on 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf dem Rindv I)markt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und K uenseuche schutzgeimpft. Gießen, ben 16. A rz 1935. Bürgermeisterei ießen. I. V-: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Vorstand undverwaliungörat der Sparkasse haben in it»n Sitzungen vom 4. bzw. 15.3ruOkarbelten. Wir bieten sie Ihnen I 8rQM*«che Druckt j Schulstraße "h Anruf 22M Gut beraten... zu werden ist eine unerläßliche Vorbedingung für angenehmes Reisen. In der fachmännischen Schulung und vielseitigen Ausbildung des Personals der Hamburg-Amerika Linie, das gewohnt ist, auf die Wünsche jedes Fahrgastes einzugehen, liegt Gewähr für Ihre Zufriedenheit. Gs reist sich gut mit den Schiffen der HAMBURG-AMERIKA LINIE Vertretung in Gießen: Havag-Reisebüro Kreger, Seltersweg 89 Hartbrennholz, ä Wagen 5 Mk. Anmachholz ä, Wagen 6 Mt., 1 Sack Anmachholz 1 Mk frei Keller. 383i) J. Wellhöfer, Telephon 2313, Marb. Str. 24. Klaviere, l Harnioaiums w fachgemäß u.preisw. gestimmt u.rev GÄCX Gießen. Ludwigstra6e5p. Televb. 2403. Verkanfo.neu u gebr. Klcw TORPEDO nur HM. 188.— schon für »soa 7.90 monatlich Alleinverkauf Niederhausen & Co. Bahnhofstraße gegenüb. 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Herausgeber: Dr. Richard Rein „Der Naturforscher“ ist die allgemein verständliche, hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei Hervorragender Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u.bedeutenden Mitarbeitern aus allenGebietend.Naturwissenschaften. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50. — Probehefte und Werbeblätter kostenlos. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde iiieieiiiiiiHiiiw Kunst und Wissenschaft Aus aller Welt 1545 A Ostern Ihre Verlobung geben bekannt Hedwig Grünewald Gießen, den 17. März 1934 Reichsbahn-Sonderzug vom 18. bis 22. April Bahnhofstraße 27 Wir geben unsere Vermählung bekannt iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Gießen, den 16. März 1935 01052 Gießen / GOulstvatze Z Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht Or. jur. Ernst Guyot und Frau Ida, geb. Hofmann Die norwegische liberale Regierung M o w i n k - k e l ist zurückgetreten. Der Ministerpräsident wird dem König empfehlen, mit dem Führer der Arbeiterpartei, dem Storthing-Präsident Nygaardsvold, wegen der Bildung der neuen Regierung zu verhandeln. Bismarckstraße 9 1555 D Baden-Baden Vortrags-Vereinigung (Goethe-Bund, Kaufmännisch er Verein) Montag, den 18. März 1935/abends 8 Uhr, Neue Aula 4. Lichtbilder-Vortrag des Dr. Peter Supf: Das neue Welterlebnis Mitglieder des G. B. und K. V. freien Eintritt, Nichtmitglieder Mk. 1.-. 154i1b Gleichberechtigung und des anerkannten Rechts auf Selbstbehauptung. Der Leiter der wissenschaftlichen Abteilung, Prof. D. A. O. M e y e r teilte über die A r b e i t s p l a n e der Akademie mit, daß beschlossen worden sei, in Zukunft die Zahl der kleineren Arbeiten zu beschränken und größere Aufgaben in Angriff zu nehmen. In den Mittelpunkt wird nach wie vor das Auslandsdeutschtum gestellt werden. Es sollen drei größere Werke in Angriff genommen, bzw. fortgesetzt werden, und zwar eine etwa 5000 Namen ausweisende „Biographie des Auslandsdeutschtums", ferner eine „Geschichte der Kunst des Auslandsdeutschtums", von der als erster Band die „Deutsche Kunst in Siebenbürgen" bereits herausgekommen ist, außerdem eine „Agrargeschichte des Auslandsdeutschtums". Weiter soll eine „Biographie von den deutschen Führern der Wirtschaft und Technik" ausgearbeitet werden als Ergänzung der Allgemeinen deutschen Biographie. Spanische Forschungsreisen ins Amazonas-Gebiet geplant. Bon der spanischen Gesellschaft für Kunstfreunde in Madrid ist eine Ausstellung für amerikanische Volkskunde eröffnet worden, die den Zweck hat, über das Ziel der geplanten Forschungsreisen, die unter der Leitung von Kapitän Iglesias und unter dem besonderen Schutz der spanischen Regierung stattfinden sollen, einen allgemeinen Ueberblick zu geben. Die sehr reichhaltige Ausstellung verrät eine höhere Kulturstufe, als man sie bisher bei jenen niederen Völkerstämmen der Amazonengebiete angenommen hat. Ein alter kurhessischer Soldat gestorben. Oberst a. D. Wilhelm Bode in Kassel ist im Alter von 83 Jahren g e st o r b e n. Der Verstorbene entstammte einer altkurhessischen Offiziersfamihe. 1870 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger beim Kurhessischen Artillerie-Regiment. Anläßlich der Umformung der preußischen Artillerie erfolgte seine Verätzung in das Nassauische Feldartillerie-Regiment Nr. 27, in dem er 25 Jahre diente. Nach seiner Beförderung zum Oberst wurde er Kommandeur des Feldartillerie-Regiments Nr. 36 in Danzig. Mit hohen Orden ausgezeichnet, trat er 1905 in den ehrenvollen Ruhestand. Verlobung im dänischen und schwedischen Königshaus. Näheres bei den Fahrkartenausgaben und Mitteleuropäisches Reisebüro HÄPAG-REISEBURO KREGER, GIESSEN _______________________1562 v Zehn Jahre Deutsche Akademie. Die Deutsche A k a d e m i e in München feierte ihr zehnjähriges Jubiläum. Zu der Feier waren u. a. erschienen: Reichsstatthalter von Epp, der bayerische Ministerpräsident, Vertreter des Reichsheeres, der Behörden, der Akademie für deutsches Recht, der Deutschen Dichterakademie und der Reichsrundfunkgesellschaft. Die Deutsche Akademie heißt mit ihrem vollen Namen „Akademie zur wissenschaftlichen Erforschung und zur Pflege des Deutschtums" und wurde 1925 gleichzeitig nut der Eröffnung des Deutschen Museums gegründet; die Akademie bezweckt eine Verbindung der wissenschaft- lichen und der praktischen Arbeit zur Förderung deutschen Wesens. Der erste Präsident war Professor Pfeil sch u ste r, Leiter der wissenschaftlichen Abteilung Geh. Rat Professor Dr. Hermann O n ck e n , Leiter der praktischen Abteilung Professor Dr. Karl Haushofer, der z. Zt. den Vorsitz führt. Reichsstatthalter Ritter von Epp gab einen historischen Ueberblick, in dem er die Bedeutung der Akademie und ihre Arbeit hervorhob. Es bleibe ein Verdienst jener Gelehrten und jener Männer aus Wirtschaft und Industrie, die damals zusammentraten, um dieses Gut zu schützen und zu einer Neugeburt des Volkes beizutragen. Die Voraussetzung freilich war, daß ein Mann erstand, ein Geist, der die Massen des Volkes wieder in eine Sinnesrichtung hineinzuspannen vermochte und den Mut hatte, eine der früheren Politik absolut entgegengesetzte einzuschlagen. Die Deutsche Akademie sei ein Schrittmacher des Friedens, wie ihn der Führer anstrebe auf der Basis der Gleichachtung, abtuneb eiteli erb wir v Vvitt DampIsägewerkLoliar B.NuhnA.G.,Lollar. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlaus- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „ Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz 15340 Samstag, den 16. März 1935, nachmittags 5 Uhr findet eine Führung durch die Ausstellung der großen Gemälde von Prof. Richard Kaiser-München staM - Der Eintritt ist frei. Auch Kinder können an der Führung teilnehmen. DerVorstand. Lichfibildervorftrag Samstag,16.märz, 830Chr, in derNcnenAnla d.Universität C. Luther erzählt „Von weißen Bergen und wilden Wassern“ und zeigt ungefähr 200 künstlerische Lichtbüder. Eintrittspreise: 0.90 Mk. Studenten, Jugendliche, Erwerbslose usw. 0.50 Mk. Vorverkauf: Zigarrengeschäft Moeser, Seltersweg, und Filialen Bahnhof u. Neustadt. Sporthaus Schwan u. Sporthaus Kühne Padeälcrgilde e. V. 1470 d im deutschen Reichsbund für Leibesübungen Sicheres Auftreten In allen Lebenslagen erreichen Sie, wenn Sielhr.Htthnerangen mit „Le b e wo h 1“ beseitigen. Blechd. (8 Pflaster) 68 Pf. in Apoth. u. Drog.Sicher z.hab.: Med.-Drog.Hans Hindenburg H. Elges Seltersweg 68a; Löwen-Drogerie W. Kilbinger Nil., Seltersw. 69; H. Noll, Ludwigsplats-Droger. nnd Neustadt- Drogerie ; Germania-Drog. C. Seibel, Frankfurter Str. 89; 0. Winterhoft, Drogerie, Krenzplats 9/10. lUllllllUllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUlllllllilll Großer Schlag gegen Rauschgifthändler. Falschmünzer und Alkoholschmuggler in USA. Der große Schlag, den das amerikanische Schatzamt in Washington dieser Tage gegen Rauschgifthändler, Falschmünzer und Alkoholschmuggler geführt hat, war ein großer Erfolg. Nahezu 12 000 Bundesagenten gelang es, 745 der Alkoholsteuerhinterziehung Geziehene festzunehmen. Die Bundesagenten beschlagnahmten Schmugglerwaren im Werte von mehreren Millionen Dollars. Außer Narkotika wurden Seidenstoffe, Teppiche, Motorboote und Lotterielose beschlagnahmt. In Baltimore allein konnte geschmuggeltes Gut im Werte von weit über einer Million Dollars beschlagnahmt werden. Diese größte Razzia verlief nicht ohne schwere Kämpfe; unter lebhaftestem Kugel- wechsel mußten sich die Polizisten behaupten und verhafteten im Laufe der Kämpfe zahlreiche Chinesen in Opiumhöhlen. Aufgeschobener Transpazifikflug eines amerikanischen Roboter-Flugzeugs. Kleine politische Nachrichten. Reichsminister Rudolf Heß traf am Freitag M einem zweitägigen Besuch der Reichsmarine in Kiel ein. Der Minister wurde von dem Kommandanten von Kiel, Kapitän z. S. M e w i s begrüßt und begab sich mit dem Chef des Stabes beim Flottenkommando, Kapitän z. S. Schniewind, an Bord des in der Wik liegenden Flottenflaggschiffs „Schleswig-Holstein", wo er vom Flottenchef, Vizeadmiral Fo erster, begrüßt wurde. Nachmittags besichtigte der Minister das Panzerschiff „Admiral Scheer". Am Abend war er beim Chef der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral Albrecht, zu Gast. Am Samstag wird Reichsminister Heß vor der Reichsmarine einen Vortrag halten. Der abgesetzte Gouverneur der argentinischen Provinz Buenos Aires, Martinez de Hoz, hat die Provinzialhauptstadl La Plata verlassen und ist nach Buenos Aires abgereist. Seine Legionäre geleiteten ihn mit Hochrufen auf die nationalistische Revolution zu seinem Kraftwagen. Sodann lösten sie sich auf. Damit ist jede Gefahr für blutige Auseinandersetzungen in La Plata beseitigt und der Streit in der Provinz vorläufig beigelegt. Nach einer Reutermeldung aus Mekka wurde auf König Ibn Saud ein Anschlag verübt, als er 'sich auf dem Wegc zur großen Moschee in Mekka befand. Drei bewaffnete Anhänger der Seiditen, einer religiösen Sekte aus dem Pemen, stürzten sich auf den König, konnten jedoch von der Leibwache des Königs an ihrem Vorhaben gehindert werden. Die drei Attentäter wurden von der Leibwache erschossen. mit der blauen Schutzmarke müssen Sie verlangen - wenn Sie einen Draht Vlßpv wünschender allen Anforderungen entspricht, Rostu.sonstigen Zersetzungen sicher widersteht u.von fast unbegrenzter Lebensdauer ist. Aber - Achtung! Den echten,doppeltstark verzinkten„CRAPO“ | D HälKXPT Aipfipll m11? oSr mit der Schutzmarke bezieht man von UeD» fUlClJCll Telefon Nr.214o,_14b Auch für Spanndrähte, Stacheldrähte nnd Krampen nur „CRAPO“! Ausführliche Druckschrift aufWunsch. WiederNrkäufer für alle ausw. Plätze werden nachgewiesen Militärluftstreitkräfte seinen Flug über d-n Stillen 'Ozean antreten. Der Flugleiter erklärte, nachdem er in den letzten Tagen mehrere Probeflüge zur Erprobung des neuen Radiokompaßtyps unternahm, < es sei unbestimmt, wann der große Transozean- < slug unternommen werden könne. Es hänge dieser ; schwierige Flug von der Möglichkeit der Funkver- ■ bindung mit Schiffen auf hoher See und besonders : von der Wetterlage ab. Schweres Schadenfeuer in einem nordamerikanischen Seehafen. In Savannah (Georgia, USA.) brach in einer Chile-Salpeter-Ladunq auf dem Pier der „Ocean Steamship Co.“ ein Brand aus, der sich zu einem G r o ß f e u e r entwickelte und den Pier vollständig zerstörte. Das Feuer griff auch auf einen Frachtdampfer mit Salpeterladung sowie einen alten Personendampfer der Küstenschiffahrt über. Der Personendampfer wurde daraufhin von Schleppdampfern vom Pier fortgezogen und auf Strand gesetzt. Der gesamten Feuerwehr von Savannah gelang es erst nach etwa zwei Stunden das Riesenfeuer zu löschen. Der Schaden wird auf über eine Million Dollar geschätzt. Durch explodierenden Sprengkörper tödlich verlehl. In seiner Werkstätte in Heidelberg verunglückte der 26jährige Automechaniker Fr. S e g g m ü l l e r, als er einen Sprengkörper bearbeitete. Das Arbeitsstück explodierte mit starkem Knall, wobei Segg- müller so schwere Verletzungen am ganzen Körper erlitt, daß er aus dem Transport ins Krankenhaus starb. Deutsche Teilnahme au der TNarokkofahrt. Als erste deutsche Firma haben sich die Adler- werke in Frankfurt a. M. entschlossen, an der vom 23. April bis 3. Mai 1935 stattfindenden Marokkofahrt auch in diesem Jahre wieder teilzunehmen. Rudolf Hasse (Mittweida) startet auf Adler-Trumpf-Junior, Paul Schweder auf Adler 1,7 Liter Trumpf und Paul von Guilleaume / Frau Lotte Bahr auf Adler-Diplomat. Fünf Kinder in einem allen Festungsgraben ertrunken. Auf der dünnen Eisdecke des alten Festungsgrabens in Dömitz (Elbe) brachen sechs Kinder beim Spielen ein. Während es gelang, eine Tochter des Angestellten Ziege zu retten, kam für den fünfjährigen Sohn und eine weitere Tochter des Genannten sowie die drei Töchter des SS.-Stan- dartenführers Montag die Hilfe zu spät; sie konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Betrug mit isländischen Briefmarken. Die Polizei hat den Wiener Rechtsanwalt Dr. Heinrich Reiter wegen Betruges verhaftet. ; Er hatte im Auftrag der isländischen Regierung in ! einer Wiener Druckerei Jubiläumsmarken anläß- M besuche« sie D.E, DEUTSCHE WERKSTÄTTEN ■SONDER-SCHAU BEI SEYD & SAUTTER - FRANKFURT A. M. - TAUNUSANLAGE 21 ALLEINVERKAUF DER: DEUTSCHE WERKSTÄTTEN A. G. - HELLERAU Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während die Aufheiterungszone über Mittel- und Osteuropa zunächst noch einmal mächtig an Ausdehnung gewonnen hat, machen sich über Frankreich bereits Tiefdruckstörungen bemerkbar, die dort Bewölkung und bereits auch Regenfälle bringen; diese Störungen werden sich nach Deutschland hin entwickeln, so daß auch bei uns mit dem Aufkommen von unbeständigem, wenn auch nicht durchweg unfreundlichem Wetter gerechnet werden muß. Aussichten für Sonntag: Bewölkungszunahme, doch zunächst noch freundlich, späterhin Aufkommen von Niederschlagsneigung, bei um Süd schwankende Winde recht mild. Aussichten für Monkag: Unbeständiges Wetter mit Neigung zu einzelnen Regenfällen. Lufttemperaturen am 15. MäH: mittags 12,6 Grad Celsius, abends 1,4 Grad; am; 16. März: morgens — 3 Grad. Maximum 13 Grad, Minimum —3,6 Grad. — Erdtemperaturen iy 10 cm Tiefe am 15. März: abends 4 Grad; am 16. März: morgens 1,7 Grad. -— Sonnenscheindau^r 8,9 Stunden. Gesamtpreis einschließl.Fahrpreis.Unter- H kunft. V erpflegung, Kurtaxe, ab F rankfurt/M., KM. ® Amtlich wird die Verlobung der Prinzessin Ingrid von Schweden mit dem Kronprinzen Friedrich von Dänemark und Island mitgeteilt. Das Datum der Heirat ist noch nicht festgesetzt worden. Prinzessin Ingrid ist die einzige 1910 geborene Tochter des Kronprinzen Gustav Adolf von Schweden und der verstorbenen Prinzessin Margarete von England. Prirzessin Ingrid ist 1910, Kronprinz Friedrich ist 1399 geboren als Sohn des jetzigen. Königs Christi n X. und der Herzogin Alexandrine zu Mecklenbur g einer Schwester^ der Kronprinzessin * Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Der geplante Flug eines amerikanischen R o - botet - Flugzeuges von Oakland (Kalifornien) über den Pazifik nach Honolulu konnte noch nicht in Angriff genommen werden. Sobald die Wetterverhältnisse günstig sind, wird das automatisch bediente und drahtlos ge= _ Cäcilie'und"^. 3 Großh^rz7gs'Fr7edrich Franz" IV. 'steuerte Roboter-Flugzeug der amerikanischen I höhe von etwa 40 lich des tausendjährigen Bestandes des isländischen Parlaments bestellt. Durch Fälschung des Auftragsbriefes gelang es ihm, eine viel größere Zahl von Marken'drucken zu lassen, als die isländische Regierung in Auftrag gab. Diesen Ueberschuß verkaufte er an Markenhändler. Die isländische Regierung entdeckte diesen Betrug erst, als plötzlich an allen möglichen Orten in überraschend großer Zahl solche Marken auftauchten. Der Schaden, den Island er- - leidet, ist sehr groß. Dem Rechtsanwalt werden - außerdem andere Betrügereien in der Schadens- n lhöhe von etwa 40 000 Schilling zur Last gelegt. 27? Nr. 6^ Zeltes Blatt §am§tag,llb.Mrz 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 'A Dankbarer Opfersinn derHeimat schuf mii Kunst un dHandwerk würdige Gedenkstätten für unsere gefallenen Brüder. Während des Weltkrieges befaßten sich berufene Künstler und Körperschaften bereits mit der Anregung und Beratung zur Ausgestaltung van Kriegerdenkmälern. Und als nach dem Kriegsende die schweren Opfer, die an teuerstem, deutschem Blute gebracht worden waren, in ihrem erschütternden Umfange bekannt wurden, da ruhte der Dankes- wille des gcfhniten deutschen Volkes nicht und blieb auch in den schwersten Nachkriegszeiten, in Zeiten der tiefsten Erniedrigung unsres Vaterlandes, lebendig, bis man sich allerorts entschlossen hatte, den Gedanken an die Gefallenen in irgendwelcher Form als Ehrenmal zum Ausdruck zu bringen. Verloren auch viele politischen oder kirchlichen Gemeinden oder sonstige Träger des Gedankens der Errichtung von Denkmälern und Erinnerungsmalen durch die Inflation ihr mit erdenklichsten Mühen angesammeltes Geld, so fingen sie mit eiserner Beharrlichkeit wieder von vorne an zu sparen, Gelegenheit bieten, schließlich alle Schöpfungen einmal gebührend in das Licht setzen zu können. Viel Schönes und Gutes findet sich in den übrigen Ortschaften. Wie vielseitig die Ideen waren, welche schöpferische Kraft zur Verfügung stand, um dem Gedenken an die Toten des Weltkrieges allenthalben würdig Ausdruck zu geben, das zeigen schon diese wenigen Bilder. In der Hauptsache haben Architektur und Bildhauerei Anteil an den Schöpfungen dieser Ehrenmale. Daneben entstanden aber noch Bildtafeln, farbige Glasfenster, Wandmalereien, Bildschnitzereien, Metalltreibarbeiten und Bildgießereien. Unerschöpflich waren die technischen Mittel, reich die künstlerische Gestaltungskraft. In vielen Dorfkirchen wurden auf Holztafeln oder Emporenbrüstungen die Namen der Gefallenen, mitunter mit Angabe des Kampfortes und Todestages, von Malerhand auf- l Großen-Buseck. Entwurf: Staatliches Hochbauamt (Kuhlmann), Gießen. M Grünberg. Entwurf: Huber, Offenbach. Großen-Linden. Entwurf: Fischer, Gießen. Lang-Göns. Entwurf: Fischer, Gießen. ■■ BEE. WEM Langsdorf. Entw.: Kreisbauoerwaltung (Schneider). k w>:>y, AM KU - ■ 1 OM UM bis endlich die Mittel ausreichten, um mit Ernst an die Planung und schließlich an die Ausführung Herangehen zu können. Notwendiger als zuvor war jetzt die künstlerische Beratung beim Planen der Denkmäler, weil sie durch bewährte Hände von Künstlern und Handwerkern ausgeführt werden sollten. In die weitesten Kreise der Bevölkerung war das Verständnis zu bringen, daß auch das kleinste Ehrendenkmal künstlerischen Anforderungen unterworfen werden mußte. Diese Beratungen erfolgten durch berufene Instanzen. Auf solche Weise sind in unsrem Kreis Gießen jetzt in fast allen Gemeinden Ehrenmale zur Ausführung gekommen. Wir können hier nur einen kleinsten Teil im Bilde wiedergeben; es wird sich aber wohl wieder geschrieben und mit Malereien umrahmt, Inschriften von schlichtem Inhalt von kundiger Hand in Liebe sorgfältig und dauerhaft hergestellt, erdacht und bis in die klestisten Einzelheiten durchgebildet und mit den besten Materialien ausgeführt. Am geeignetsten, um dem Volksempfinden bei der Errichtung von Kriegerehrenmalen Rechnung zu tragen und dauernde Mahnmale zu schaffen, sind von den drei Schwesternkünsten Architektur, Bildhauerei und. Malerei wohl die beiden ersten; für im Freien stehende oder anzubringende diese im besonderen Maße. Architektur und Bildhauerei sind ja die Kunstübungen, deren Pflege bis in die alt- griechische Zeit zurückgeht, wo sie schon zur Ver- herrNchung kriegerischer Heldentaten in Kämpfen von Völkern gegeneinander angewendet worden sind. Dem militärischen Charakter liegen einfache, schlichte Denkmäler oder Anlagen wohl am nächsten. Ruhige Rasenflächen, abgetrennt durch Buschwerk in einzelnen Gruppen, bestellt mit Holzkreuzen, bilden gute Lösungen! Doch brachte die übergroße Zahl an Kriegsopfern begreiflicherweise auch entsprechend umfangreichere Ausführungen, wobei neben mächtigen Steinsarkophagen schließlich Tier- und Menschengestalten plastische Nachahmung fanden. Bedeutende künstlerische und handwerkliche Vorarbeit mußte dazu geleistet werden. Richtige Naturbeobachtung bei der Darstellung war erforderlich, um zur Vollkommenheit in der Nachbildung zu geHungen. Entwurf: Schmidt & Zieseniß, Düsseldorf. ■ ' - ' v>-& LWM WM& WEtt w Leihgestern. Entwurf: Staatliches Hochbauamt (Kuhlmann), Gießen. W Wl $ < "'Ki, ‘ . & .. E < '.ks ■ * ’ '>• Münster bei Grünberg. Entwurf: Jäger, Queckborn. «mm Lollar. Entwurf: Schmiedeknecht, Londorf. langen. Vorbilder lieferte die altgriechische Plastik hierzu. Sie kannte diese Tiernachbildung in bester Form bereits- zu einer Zeit, da das Darstellen des Menschenkörpers ihr noch die größten Schwierigkeiten bereitete. Vollkommen war die Naturnachbil- dung. schon, aber ihr fehlte die Phantasie, sie war prosaisch, es mangelte an Begeisterung, es fehlte das über die Natur Erhebende, der Herzschlag und der Atem. Wie dort, so finden wir bei unseren neuen Schöpfungen solche Anklänge an rein archaistische Gestaltung von Tierfiguern. Als später die Kunst auch der Darstellung des menschlichen Körpers mächtig wurde, verstand sie es noch nicht, ihn zu durchgeistigen. Wohl konnte sie eine Handlung treffend und lebendig wiederbringen, aber nicht, was die Seele der Handelnden bewegt. Es fehlte das, was den Menschen vom Menschen unterscheidet, Geist, Seelenleben und Leidenschaft. Die Gestalten waren ohne Ausdruck des Gemütes, ob Sieger oder Sterbende, Stürmer oder Verteidiger, Gottheit oder Mensch, wie es'die attische Schule überlieferte. Von solchen Beispielen finden wir in unsren neuzeitlichen Werken Aehnliches! Zur Darstellung, Würdigung und Verherrlichung höchsten Heldentums gehört auch die höchste Kunst. Sie bringt die Vereinigung des Geistigen mit dein Sinnlichen. Solche Kunst ist religiös, sie ist das Werk einer Persönlichkeit, Vereinigung des Geistes und der Hand, das Werk eines gottbegnadeten Menschen. Auch solcher Schöpfungen sind wir in unsrer neuen Denkmaldarstellung nicht bar und stolz darauf, Beispiele auch im Kreise Gießen zu haben. Jedes der vielen verschiedenartigen Werke findet nun seine besondere Kritik. Möge sie ausfallen wie sie mag, eines steht fest, die Träger des Denkmaisgedankens waren zweifellos beseelt, das Schönste und Beste jeweils für ihre gefallenen Heldenföhne zu schaffen, wie es im Rahmen der finanziellen Tragbarkeit möglich war. Und gottbegnadete Künstler sind selten! Alles galt dem Dank an unsre treuen Volksgenossen, welche auch den Tod nicht scheuten, wenn das Vaterland gerettet werden sollte. Und wenn in den ersten Zeiten nach dem Kriege figürliche Darstellung die Trauer, die Hoffnungslosigkeit, Niedergeschlagenheit und stumme Ergebenheit zum Ausdruck brachten, zeitgeborene Arbeiten, so werden die Schöpfer von Denkmälern in der Zeit des Dritten Reiches diese Gemütsstimmungen nicht mehr zur plastischen Darstellung bringen dürfen, wenn sie nicht nur mit der Zeit gehen, sondern vorausschauend arbeiten wollen. Der Krieger, wenn auch zu Tode getroffen, wüd nicht mit zerbrochenem Schwert oder gar waffenlos darzustellen fein; er wird seine mit Ehren geführten Waffen sterbend abgeben an seine mit Begeisterung darauf wartenden, wehrhaft gewordenen jungen Nachfolger! Und seine letzten Worte werden sein: Macht es ebenso! Treu bis zum Tode für unser geliebtes Vaterland. Wir vergessen unsere Toten nicht. Wie von mächtig deutscher Qüdje der Ast im Sturmwind, so brach ihr blühendes Leben; für uns und die Heimat. Allen für das Vaterland gefallenen Kämpfern, ewigen Dank! Kuhlmann. in ler a m Gießen, den s. März 1955. Köln Organisationen mit ihren' Angehörigen. Gehalts- Realgymnasiums Vortrag von Stud,enn grenze 250 Mark bei ledigen Arbeitskameraden, beijBoeck über Schalltrupp und Schallmessung. Nachdruck verboten! 6 Fortsetzung mit und Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung e. S. Ortsgruppe Gießen. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Achtung! Sehr wichtige Sonderzüge! Die Lfflandstöchter und ihre Kreier. Vornan von J. Schneider Koerstt Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Fachgruppe Mathematik und Naturwissenschaften. Dienstag, 26. März, 16 Uhr, im Physiksaal des " ' " Vortrag von Studienrat Dr. 1930: Der spanische General und Ministerpräsident Prirno de Rivera in Paris gest. (geb. 1871). Daten für den 17. Marz. Er ahnte nicht, wie rasch es zu Ende sein sollte. * Nun war die Sache zwischen Kaspar Jffland und Der Oberbürgermeister Zitier. Winter-Hilsswerk des deulschen Volkes 1934/35. Schon jetzt läßt sich übersehen, daß das deutsche Doll im Rahmen des Winter- Hilfswerks 1934/35 in einem Maße geopfert hat, wie es angesichts der bestehenden schweren finanziellen Verhältnisse nicht erhofft werden konnte. Aus diesem Anlaß ist es gerechtfertigt, diese Tatsache auch kommenden Geschlechtern in einer in die Augen fallenden Form stets zum Bewußtsein zu bringen und dadurch aber auch das Ge- dächtnis an eine schwere und große Zeit wach zu erhalten. Es ist deshalb im Rahmen des Winter-Hilfswerks die Aufstellung von Mosaiken in den Gemeinden vorgesehen, die den Nachkommen künden sollen, welche Opfer die Einwohnerschaft für ihre notleidenden Volksgenossen gebracht hat. Auch in unserer Stadt wird vom Montag ab die Aufstellung eines solchen Mosaiks durch das Winter-Hilfswerk erfolgen. Oie zur Herstellung des Mosaiks erforderlichen Steine werden zu 20 Pfennig das Stück verkauft. Eine Ausstellung des Mosaik- musters erfolgt bei dem Verkauf der Steine in den Straßen. Ich bitte die Bevölkerung wiederum ihren Opferwillen zu zeigen und durch den Kauf von Mosaiksteinen auch für unsere Stadt die Schaffung eines bleibenden Erinnerungs-3 eichens an eine schwer« und große Zeit zu ermöglichen. Der aus dem Verkauf der Steine verbleibende Ueberschuß fließt dem Winter- Hilfswerk zur weiteren Stärkung zu. 1811: Der Dichter Karl Gutzkow in Berlin geb. (gelt. 1878). — 1813: Friedrich Wilhelms III. Aufruf „An mein Volk!", Errichtung der preuM-n Landwehr — 1834: Der Techniker Gottlieb Daim- in Schorndorf geb. (gest. 1900). Aus der Provinzialhauptstadi. Selbstverleugnung. Von probst und Superintendent Lic Borrmann. Bob erwog, auch während der Semesterferien in Paris au bleiben. Hier fühlte er sich vollkommen überflüssig. Am Hochzeitstag traf von Berlin ein Telegramm ein: „trauung einhalb zehn uhr — innig grüßen papa und Henriette." Klaudine rechnete es der Stiefmutter hoch an, daß sie nicht „Mama" unterschrieben hatte. Wenn sie auch weiterhin soviel Takt bewies, würde sich's wohl miteinander leben lassen. Man schickte ein Glückwunschtelegramm ins Adlon: „allen fegen wünschen klaudine, bob, margot, fritz und luzie." Man hatte Bob in die Mitte genommen, um Frau Henriette eine Aufmerksamkeit zu erweisen. Luzie fand den jungen Pöttmes, wie er am Zwinger stehend, traurig auf die kleinen Hunde blickte. „Es fehlt nur noch, daß du heulst!" sagte sie und schluckte selbst an den Tränen, die sie den ganzen Tag schon in der Kehle würgten. „Das ist nun einmal so, wie es ist." Sie meinte damit die Iran- darf." „Weil es eben so üblich ist!" lachte Margot. „Aber es ist ungerecht!" ereiferte er sich. „O du!" Ihre Arme schoben sich unter sein Haupt und zogen es wieder an ihre Brust. Und als er, von einem Zucken überrascht, aufsah, gewahrte er, daß sie weinte. „Warum?" fragte er erschrocken. „Warum, Margot?" „Weil ich dich so maßlos liebe!" stammelte ihr bebender Mund. Die Sonne lag jetzt als sprühende Kugel in der Mitte des Bassins. Eng aneinandergeschmiegt sahen die beiden Menschen in die tiefe Bläue über sich, die nur ab und ßu von flinken Schwalben durchkreuzt wurde. Kem Ton drang zu ihnen, als der Schlag ihrer Herzen. Die Zeit stand still. Margot hatte den einen Arm .von sich gestreckt und die Finger geschlossen, als wolle sie das Glück halten, das in dieser Stunde zu ihr gekommen war. Sie sah nach dem geliebten Manne hin, der die Augen abgewandt hatte. „James--" Er rührte sich nicht. „James!" bettelte sie. „Ja", sagte er leise, lächelnd, tastete mit den Fingern nach der Stelle an ihrem Halse, wo er den Puls fühlte und zählte die Schläge mit: „Eins — zwei — drei —" „Dein Blut ist die Uhr unseres Glückes, Margot. Erst wenn es aufgehört hat zu kreisen, ist auch das Glück zu Ende." Sonderzug nach Heidelberg 6 Mai. Abfahrt in Gießen um 6 Uhr, Ankunft in Heidelberg gegen 10 Uhr; Abfahrt in Heidelberg gegen 19 Uhr, Ankunft in Gießen gegen 22 Uhr. Teilnehmerzahl 800 Arbeitskameraden und 30 Gemeinfchastsempfang der Gießener SA. Anläßlich der großen SA.-K u n d g e b u n g am 21. März im Sportpalast zu Berlin mit der Rede des Führers ist für die Uebertragung dieser Rede ein G e m e i n s ch a f t s e m p f a n g für die Gießener SA. in der Volkshalle befohlen worden. Die Stürme treten gegen 19.15 Uhr an und marschieren dann zur Volkshalle, wo um 20 Uhr die Uebertragung beginnen wird. Der Marsch zur Dolkshalle geht durch folgende Straßen: Senckenbergstraße, Moltkestrahe, Kaiserallee. Der Rückmarsch geht über die Kaiserallee,^Lubwigsplatz, Gartenstraße, Neuen Säue, Sonnenstraße, Landgraf- Philipp-Platz, wobei am Gefallenen-Denkmal ein Vorbeimarsch vor dem Standartenführer erfolgt. Sitzplätze für Kriegsbeschädigte Bei der Heldengedenkfeier auf dem Oswaldsgarten sind für Kriegsbeschädigte Sitzgelegenheiten bereitgestellt. Die Gedenkfeier beginnt pünktlich um 9.30 Uhr. Auf die gestern von uns berichtete eingehende Mitteilung des Standortältesten des Reichsheeres über den Aufmarsch und den verlauf der Feier fel noch einmal besonders hingewiefen. Sefattenen-Ehrung durch die Kriegsgräberfürsorge. Die Kreisgruppe Gießen des Dolksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Legt aus Anlaß des Helden- gedenktages im Chrenfriedhof auf dem Reuen Fried- Hof am Rodtberg am heutigen Samstag gegen 15 Uhr einen Kranz nieder. Am morgigen Sonntag wird nach der Heldengedenkfeier am 116er-Denkmal auf dem Landgraf - Philipp - Platz ebenfalls ein Kranz nisdergelegt. Heldengedenktag in den Schulen. Nach einer Anordnung der hessischen Regierung findet die Gedenkfeier der Schulen für die Toten des Weltkrieges am Montag, 18. März, in der letzten Unterrichtsstunde in allen Schulen statt. Reichslustschuhbund, Ortsgruppe Gießen. Gemeinschaflsfahrt zu der großen Lustschuhaus- slellung in Frankfurt a. IN. am Sonntag, 17. INärz 1935, Abfahrt ab Gießen 12.34 Uhr (vZug), Rückkehr ab Frankfurt a. IN. 19.54 Uhr (Eil-Aug) Alle Teilnehmer an dieser Fahrt treten am Sonntag, 17. März, pünktlich 12.10 Uhr auf dem Bahnhofsplatz, rechts vom Eingang zur Halle, an und erhalten hier ihre Fahr- sowie Eintrittskarten für die Ausstellung durch die jeweiligen Amtsträger, bei denen sie sich zur Fahrt angemeldet haben. Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen. Henriette Pöttmes perfekt. Es wurde alles so geordnet, wie es zwischen zwei Menschen reiferen Alters geordnet zu werden pflegt. Zuerst die Geldfrage. Haslbach sollte entlastet werden. Henriette Pöttmes legte einen Teil ihres Vermögens als Hypothek auf dem Gute an. Der Zins- uh war minimal. Kaspar Jffland atmete auf. In zweiter Linie wurde für die Kinder gesorgt: Der junge Jffland bekam den Besitz zugesichert. Die Töchter sollten jede eine anständige Aussteuer und ein, wenn auch nicht großes Vermögen ausbezahlt erhalten. Bob würde feine Studien vollenden und bann das ihm zustehende Erbteil seines Vaters zur Verfügung gestellt bekommen. Man wollte keine Hochzeit zu Hause. Jffland schlug vor, sich in Berlin trauen zu lassen und dann auf vierzehn Tage irgendwohin zu verreisen. So- lange konnte Haslbach Den Gebieter schon entbehren. Klaudine war sehr zufrieden, als sie von dieser Regelung erfuhr. Margot zeigte keinerlei Interesse. Für sie existierte nur noch James Pick. Luzie weinte iwei Taschentücher naß und sagte zu Bob Pöttmes, )er sich in allen Ecken herumbrückte, um nicht im Weg zu sein, sie könnte ihm nicht sicher versprechen, daß er die „Luzie" mit nach Paris bekomme D e Hunde hätten leider die Räude. Vielleicht werfe die „Nella" in den nächsten Tagen. Ob er einen Dackel wolle? Er wollte auch einen Dackel. Man konnte ihn ja auch „Luzie" taufen, meinte er. Was ihm aber die heftige Bemerkung eintrug, ob Denn gerade alle Hunde nach ihr benannt werden mußten. Oie VOA.-Sammlung in der Stadt Gießen. Die Sammlung, die der VDA. am vergangenen Samstag, 9. März, durchführte, erbrachte in unserer Stadt den Betrag von 2172,53 Mark. Die Sammlung, die am 26. Januar, ebenfalls vom VDA. durchgeführt wurde, hatte 1539,36 Mark erbracht. Das Ergebnis des Krei-jes Gießen ist noch nicht völlig erfaßt. RSLB. Fachschaft höhere Schute. „Nein?" fragte er mit gekünsteltem Erschrecken. „Sag, Margot, wirst du wohl ein Kleid haben, wenn du meine Frau wirst?" „Ich weiß es nicht", scherzte sie. „Dann werde ich es dir schaffen müssen." „Vielleicht." Er lag setzt neben ihr und drückte den Kopf an sie. „Merkwürdig", sagte er, „daß es Sitte ist, daß . ein Weib dem Manne noch etwas anderes mitzu- bringen hat, als sich selbst. Es scheint mir doch Geschenk genug, wenn sie jein Eigentum wird, wenn ihm alles gehört: Ihre Augen, ihr Mund, ihre Hände, einfach alles, was sonst ihr eigenster Besitz gewesen ist. Er nimmt es und soll noch obendrein etwas geschenkt erhalten dafür, daß er es haben Verheirateten ist die Gehattsgrenze etwas höher. Anmeldefchluh 3 0. April. Sonntag, 19. Mai. Erste Rheinfahrt von Gießen mit her Bahn nach Oberlahnstein. Don dort mit dem Schiff nach Bingen oder Aßmanns- Ön. Von da zurück mit dem Schiff nach Oder- tein. Don Oberlahnstein zurück nach Gießen. Heimkehr gegen 21 Uhr. Gesamtfahrpreis einschließ, lich Mittagessen, zusammen 5,50 Mk. Anmelde - schluß 6. Mai. Die Anmeldungen zu den Fahrten sind bindend. ' Beflaggung der Betriebe beim Beginn des Reichsberufsrvettkampfes. DRV. Aus Anlaß des Beginnes des Reichs- berufswettkampfes werden sämtliche Betriebe, deren Jugendliche am Reichsberufswettkampf teilnehmen, nach einer Anordnung des Propagandaamtes der »n Arbeitsfront und im Einvernehmen eichsministermm für Dolksauftlärung Propaganda am 18. März Flagge nschrnuck tragen und für den Gemeinschaftsempfang ihrer Jugendlichen Sorge tragen. Eine Million Wettkämpfer werden am Montag in ihren Betrieben den Berliner Jungarbeiterappell miterleben. Dienstag, 19. März, abends 8.30 Uhr Mitgliederversammlung im Casö Leib, Walltorstraße. , Vollzähliges Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Der Obmann: Möll. Zinssenkung der Äezirkssparkaffe, Gießen. In unserem heutigen Anzeigenteil gibt die Bezirkssparkasse Gießen eine Senkung der Zinssätze für Hypotheken und andere Darlehen mit Wirkung Een Hunde, und er dachte an bk vollzogene Trauung in Berlin. u _ „lieber Niels hat überhaupt niemand ein Wort verloren", bemerkte Bob vorwurfsvoll. „Wer ist denn Niels?" fragte Luzie erstaunt. „Mutters Stiefsohn aus der ersten Ehe meines Vaters." „Mein Gott!" rief Luzie aus. „Das ist ja em chönes Durcheinander! Wir vier und du, das hätte gerade genügt, meine ich. Und nun kommt noch einer dazu. Wie alt ist er denn?" „Zehn Jahre älter als ich." „Na", meinte sie erleichtert, „dann braucht er ja eigentlich niemand mehr." Sie zog einem der Hunde einen Strohhalm aus dem Maul und gab ihm einen Klaps. „Müßt ihr denn allen Dreck hinunterfressen? Trinkt euch doch bei eurer Mutter satt! — Warum hat er denn so einen komischen Namen: Niels?" „Er heißt eigentlich Petronellus." „Dann begreif' ich's", lachte Luzie, „mit fo einem Namen kann man freilich nicht das ganze Leben laug herumlaufen!" Sie schob zwei der jungen Hunde, die sich über den Boden kugelten, beiseite, und ging mit Bob nach der Tür, die sie hinter ihm abschloß. „Warum ist denn dieser Niels gar nie aufs Tapet gebracht worden?" „Er versteht sich nicht mit meiner Mutter." Luzie tat einen langen Seufzer. Sie begriff auch das „Hat er Geld?" forschte sie weiter. Man mußte doch etwas über diesen Niels wissen. „Er ist sehr reich. Seine Mutter hat ihm alles vererbt. Er lebt meist im Ausland. Soviel ich weih, hat er ein paar Gruben in Kalifornien und einige Oelfelder in Rumänien." Luzie gab sich noch nicht zufrieben. „Ist er hübsch?" Darauf wußte Bob nichts Rechtes zu erwidern. „Er ist schwarz." „Ganz?" entfuhr es der Kleinen. „Natürlich nur das Haar. Auch hätte er ganz seltsame Augen, von Denen man nicht wüßte, ob sie braun oder blau oder wie sonst wären." — Ob das schön sei? wollte Luzie wissen. Darauf konnte Bob wieder nichts erwidern. Jedenfalls wäre der Stiefbruder sehr interessant. Alljährlich einmal träfen sie irgendwo zusammen. Meist in einem Badeort. Das wäre dann immer sehr schön. Niels sei wie ein Vater zu ihm. Sie hätten ein gemeinsames Zimmer und wären auch sonst vom Abend bis zum Morgen unzertrennlich. „Also kein Hohlkopf", sagte Luzie. „Nein, ein Hohlkopf sicher nicht. Nur etwas menschenscheu. Menschenscheu sei eigentlich nicht das richtige Wort. Er lasse eben niemand an sich heran, außer seinem Diener, seiner Sekretärin und seinem Chauffeur. Die Drei hielten ihm denn auch alles । fern, was sie nicht vorerst auf Herz und Nieren i geprüft hätten." i „Na, danke schön", meinte Luzie, „wenn ich mich ■ immer von drei Zerberussen bewachen lassen muhte! Mann Musik. Gesamtfahrpreis mit Mittagessen und Schloßbesichtiaung zu 5 Mark. Die Anmeldungen ergehen an me Orts- und Betriebswarte Der NS.- Gemeinfchoft .Kraft durch Freude". Die Orts- und Betriebswarte legen -sofort eine Liste auf, in Denen sich jeder Teilnehmer ein trag en kann. Die Gießener SA.-Kapelle wird uns auf der Fahrt begleiten und in Heidelberg an einer schönen Stelle ein Platzkonzert für uns geben. Das Mittagessen wird in zwei ober Drei Lokalen eingenommen. An Der Fahrt werden genügend Reiseführer teilnehmen, so daß ein guter Verlauf Der Fahrt, sowie Besichtigungen gewährleistet sind. A n m e l d e s ch l u h 2 0. A p r i l. Nur die Anmeldungen, Die durch Die Amtswarte Der NSG. „KdF." geschehen, haben Gültigkeit. Sonntag, 12. Mai. Sonderzug nach — zum Fußball - Länder-kamps Deutschland gegen Spanien. Der Gesamt- fahrpreis beträgt 6,70 Mark. Höchsttei-lnehmerzahl aus Dem Kreis Gießen 500. In Dem Fahrpreis sind enthalten: 1 Mittagessen, Fahrt von dem Bahnhof ins Stadion und zurück, ferner Eintrittspreis zum Wettspiel. Wer darf an den Fahrten teilneh- men? Mitglieder der DAF. und Der angeschlossenen land! , ,, Wenn wir dies Heldentum beschreiben wollen, so , könnten wir es zusammenfassen in das eine Wort: Selbstverleugnung. Selbstverleugnung ist ja nichts anderes als die Kraft zum Opfer. Und geopfert haben unsere Helden im großen Kriege für des Vaterlandes Sein und Bleiben höchstes Gut: ihr Blut und ihr Leben. Dazu mußten sie sich frei machen von aller Liebe zum Leben, die jeden Menschen beherrscht. Sie mußten in den vier Jahren Des Krieges dies Opfer immer wieder bringen. Damit wuchs das Heldentum ihrer Selbftoerleug- nung ins Uebermenschliche. Darum vollbrachten sie auch Uebermenschliches. So denken wir ihrer in Dankbarkeit und in Stolz, daß sie sich selbst verleugneten, Damit Deutschland) lebe. Auch das Evangelium verkündet das Heldentum Der Selbstverleugnung. Denn Der Heiland fordert diese Opferkraft von seinen Jüngern, wenn er spricht: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und folge mir" (Matth. IQ, 24). Wie bei allen Forderungen Jesu ist es auch hier so, daß Jesus solche Selbstverleugnung nicht nur verlangt, sondern sie in einzigartiger Weise vorgelebt hat. Das beweist sein Gang ans Kreuz, an den wir in dieser Pajsionszelt in Dankbarkeit gedenken, das beweist auch das Evangelium von der Versuchung Jesu (Matth. 4 bis 11), das man darum mit vollem Recht „auch ein Stück Passionsgeschichte" genannt hat. Dreimal ist nach dem Evangelium von der Versuchung das schwere Opfer der Selbstverleugnung von Jesus gefordert worden. Zunächst mußte er das Opfer irdischen Mangels bringen. Lockend tritt an den Hungernden Die Versuchung heran, seine Wundermacht zur Beseitigung seiner perfbm llchen Notlage zu mißbrauchen. Aber in Kraft der Speise, die Jesu tägliche Speise war, in der Kraft des Wortes Gottes besiegt er diese Lockung mit dem stolzen Wort: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein". Und tritt bewußt auf den Weg, den unser größter Dichter mit den Worten beschrieben hat: „Entbehren sollst du, sollst entbehren!' Schwerer ist die zweite Versuchung. Jesus soll ein sogenanntes „Schauwunder" tun, um das ganze Volk mit einem Schlag für sich und damit für das Himmelreich zu gewinnen. Die Stille und Schwierigkeit der täglichen Seelenwerbung durch die schlichte Predigt wäre Dann unnötig. Der Weg zum Kreuz wäre Dann überflüssig. Mit einem Schlag wäre Das Herz Des Volkes gewonnen — nur Gottes Weg wäre Das freilich nicht. Und darum lehnt Jesus diesen Weg ab: Er will nicht glänzender will in Selbstverleugnung dienen. Damit hat er auch den Sieg über Die dritte und schwerste Versuchung errungen, ein irdisch Reich voll Macht und Herrlichkeit aufzurichten und die Krone dieses Reichs von Satans Gnaden anzu- nehmen. Ein Held vom Scheitel bis zur Sohle, treibt er den Versucher zurück mit Der Antwort: „Du sollst Gott deinen Herrn anbeten und ihm allein dienen!" Er will nur die Königskrone von Gottes Gnaden haben. Und das war chcht die Herrscherkrone, sondern die Dornenkrone. Aber diese Krone der Selbstverleugnung brachte ihm die Herrschaft im Reich Gottes. Seitdem lebt auch in uns die Gewißheit: Der Weg der Selbstverleugnung endet im Osterllcht! Daten für den 16. März. 1917: Zar Nikolaus II. verzichtet auf den Kaiser- thron. — 1924: Uebergabe Fiumes an Italien. — Am morgigen Volkstrauertag gedenken wir Dankbarkeit unserer gefallenen Helden. Aber unsere Dankbarkeit ist jetzt nicht mehr von dem weh- mütigen „Umsonst gefallen" beschattet. Gott fei s gedankt, daß der Geist unserer Helden wieder lebendig geworden ist in unserm Volk und Vater- Du könntest ihm eigentlich schreiben, er solle einmal nach Haslbach kommen. Da beschnüffelt ihn kein Mensch." „Da wäre aber jetzt die Mama", gab Bob zu bedenken. Er wunderte sich, daß Luzie nichts bar- auf erwiderte. Ihre ganze "Aufmerksamkeit galt jetzt drei großen Möbelwagen, die vor dem Hauptein- gang des Gutes standen. Unter der offenen Doppeltür tauchte Klaudine auf, und wahr und wahrhaftig, le hatte eine Schürze vorgebunden. Nein, so etwas! dachte Luzie, sah, wie die Schwe- ter winkte, und gab Bob einen Stoß. „Ich glaube, )as geht dich an!" Er lief hinüber und fragte diensteifrig: „Soll ich etwas, Klaudine?" Sie schob ihn ein wenig beiseite, denn zwei Packer tarnen eben mit einer Riesenkiste durch den Eingang. „Du könntest mir vielleicht sagen, Bob, wie deine Mutter zu Hause alles gestellt und verteilt hatte. Ich möchte es hier gern möglichst ebenso wieder anordnen. Glaubst du, daß es Freude machen würde?" „Sicher! Es ist furchtbar liebenswürdig von Dir, Klaudine", gab er feinem Dank Ausdruck. „Aber ich vermute, daß alle Möbel neu sind. Die Mama will nämlich Die Stadtwohnung beibehalten." „Ja, aber wofür denn?" fragte Luzie, die gerade hinzugekommen war. ,Hst es ihr denn nicht groß genug auf Haslbach?" „Schon. Aber sie meint, man würde doch ein Absteigequartier brauchen, wenn man in der Stadt Theateraufführungen, Konzerte oder sonst welche Veranstaltung besuchen möchte!" „Ach so", meinte Luzie besänftigt. „Dumm ist das eigentlich. Es war immer fatal, wenn man sich nach dem Theater brinner erst um ein Zimmer kümmern mußte, wenn es mal länger dauerte. Auch war es nicht angenehm, wenn man nachts bei jedem Wetter wieder zurückfuhr." Sie strich über bas zart gemaserte Holz einer riesigen Vitrine, bie zwei Packer gerabe nach Dem Speisezimmer schafften. Bob an ber Hanb faffenb, schlängelte Luzie sich zwischen einem Berg von Kisten unb aufgestapelten Teppichen hinburch, brachte eine Stehlampe ins Wanken, stolperte über einen Schemel unb lanbete enblich, ohne befonberes Unheil angerichtet zu haben, auf einer febernben Couch, bie an einer Längswanb bes Raumes ftanb. Bob neben sich ziehenb, faß sie bann eng an ihn gebrückt, ben Munb halb geöffnet, ein neugieriges Erwarten in ben blauen Augen. Der Dekorateur brapierte eben schwere, feitengeroebte Portieren über ber Verbinbungstür zum Musikzimmer. Mit Der Spitze Des Schuhes schob Luzie einen Ballen türkisblauen Samt zur Seite unD legte ihre HanD leicht auf Bobs Knie. „Die gesamte Nachbarschaft wird i kopfstehen!" (Fortsetzung folgt b) l A | H /TZeÄofe der /?>fU. TwlsWfln \füx ^düxptge, l)x>£ksffinossßr nach vne vor >e llftschuhaus- g. IZ.märj Zug), Rück- Eil-Zug), treten am 5t auf dem r Halle, an ntrittskarten Amtstrilger, haben. ! Gießen. m 9.30 Angehend? ichsheerer Jeter fei r unge.5. »ulen. Regiemnz die Toten in der letz, tatt. zje die W* ,Lch glaube tig: Nx ld| erforberlid). n: Moll. rge. ;5 -uen gen 15 Uhr lntag wird mkmal auf ein Kranz feit ihn kein gab Bob zn le nichts dal' atett galt P em Haupte' ' fenen Doppel' ib wahrhalt>S> Ung am nut der ■rtrf»9unfl JpUng ^°lkshalle fn 19.15 wo M>. Der ,Men: lee- Der Unbgraf, itinal ein /rfolgt. igte. 'ldsgarten 'legen. stchL- ,st ebenfo W J'teube ma^n ürdig .t menn u tunl. J?$l* erade J , K bet <'"'V ftand- 4LS eßen. gibt die Be- der Zinsfatze mit Wirkung vor. macht sich — wie man uns «schreibt — überall schon ein Mangel an tüchtigen Fachkräften bemerkbar. Oer Reichsberufswettkampf eröffnet Eindrucksvolle Kundgebung der Gießener Sitterjugend. Leiche aus der Lahn gelandet. Der Mann war bekanntlich vor einiger Zeit als vermißt gemeldet worden, da er sich vor etwa vier Wochen unbemerkt und ohne Hinterlassung einer Nachricht aus seiner Wohnung entfernt hatte. Das Fahrrad des^ Vermißten hatte man in der Nähe des Elektrizitätswerkes am Lahnuftr herrenlos aufgesunden. Offensichtlich Grundsatz der Leistung gellen müsse, und sie werde diesen Grundsatz nunmehr wahrmachen. Dabei werde sie sich immer bemühen, die im Anfang jeder Arbeit in Erscheinung tretenden Fehler nach deren Erkennen zu beseitigen, wofür sie sich auch die Mitarbeit aller Erzieher im Elternhaus, Schule und im Berufsleben erbitte, damit die Jugend f o ausgerichtet werde, daß sie als vollwertiges Glied im nationalsozialistischen Staat allezeit bestehen könne. Die HI. sehe es als ihre größte Aufgabe an, darüber zu wachen, daß in der Schule und im Beruf alles getan werde, um die deutsche Jugend einst in Wirklichkeit Garant der Zukunft des nationalsozialistischen Staates sein zu lassen. Die HI. werde alles daran sehen, daß der Staat, wie ihn der Führer sich denke, einst auch von den Schultern der heutigen HI. kraftvoll getragen werde. (Starker Beifall.) Der Redner wandte sich dann gegen Bestrebungen, die dem großen Einigungs- und Aufbauwerk der HI. innerhalb der deutschen Jugend heute noch entgegenwirken und betonte dabei, der Führer habe der deutschen Jugend in der HI. d i e S e l b st f ü h r u n g gegeben, die sich ihrer Verantwortung in vollem Umfange bewußt sei und den unbeugsamen Willen habe, alle Bestrebungen zu bekämpfen, die die Selbstführung der Jugend auch nur im geringsten anzutasten wagten. (Beifall.) Er betonte weiter, daß in der Hitlerjugend keinerlei Unterschiede nach Herkommen oder Besitz gemacht würden, daß auch nicht etwa das Wissen allein den Ausschlag gebe, sondern daß es vor allem auf den Charakter der jungen deutschen Mensche» ankomme und deshalb die Charaktereigenschaften in den Vordergrund gestellt werden müssen. Beim Reichsberufswellkampf handele es sich für die Jugend darum, ohne Strebertum ihre Leistungen im Beruf und im körperlichen können unter Beweis zu stellen, um auf diesem Wege zur Steigerung aller Kräfte zum Ruhen des ganzen Volkes beizulragen. Mit warmen Worten fetzte sich der Redner weiter Im vollbesetzten Saale des Caf6 Leib wurde gestern abend der Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend in Gießen eröffnet. Die Hitler-Jugend, die gemeinsam mit der Deutschen Arbeitsfront Träger dieses großen Wettbewerbs ist, verstand es, durch ihre beschwingte und erfreuliche Eigenart, wie auch durch ihre vorbehaltlose Hingabe an die hohen Ideale der Bewegung diesen Auftakt zu dem Wettkampf eindrucksvoll zu gestalten. Erfreulich war es, daß dieser gehaltvollen Stunde neben den Hitlerjungens und den Mädels vom BDM. auch zahlreiche Erwachsene beiwohnten und daß dadurch die Verbundenheit zwischen den gereiften Volksgenossen und der Heranwachsenden Generation zum Ausdruck kam. Nachdem die Fahnen der HI., der NSBO. und die Wimpel des BDM. unter den Klängen des Präsentiermarsches, gespielt von dem Musikzug der HI., in den Saal gebracht worden waren, begann die Kundgebung mit mehreren Kampfliedern der Bewegung, gesungen von Hitlerjungen, und wirkungsvoll gesprochenen Gedichten. Hierauf hielt der stellvertretende Gebietsführer Oberbannsührer Seiffert eine Ansprache, in der er zunächst an die Zeit des verhängnisvollen deutschen Niederganges unter dem Weimarer System erinnerte und babet besonders die außerordentlich trübe Zukunft der Heranwachsenden jungen deutschen Menschen in jenen Jahren ins Gedächtnis zurückrief. Er wies aber auch darauf hin, daß trotz aller Not und des furchtbaren Elends unter dem überwundenen System die in der HI. zusammengefchlossene Jugend den Mut nicht verlor und die Hoffnung nicht aufgab, weil sie sich der Führung Adolf Hitlers anvertraute und sich mit allen Kräften für die Verwirklichung der nationalsozialistischen Idee einsetzte, um dadurch die Wendung zum Besseren im deutschen Vaterlands mit herbeiführen zu helfen. Die HI. werde im Reiche Adolf Hitlers freudig und tatkräftig mit dazu beitragen, daß das in die Tat urngefeht werde, was sie früher der Jugend und dem deutschen Volke versprochen habe. Die HI. habe immer verkündet, daß der Graff: Spielleitung Karl Löser. Spieldauer von 19 bis 21 Uhr. — Dienstag, 19. März, 20 Uhr, Erstaufführung der dramatischen Dichtung „Der Traum ein Leben" von Franz Grillparzer; Spielleitung Karl Löser« — Mittwoch, 20. März, 19.30 Uhr, Wiederholung „Der Traum ein Leben . — Freitag, 22. Marz, 20 Uhr, Wiederholung „Der Traum ein Leben". — Sonntag, 24. März, 15 Uhr, geschlossene Vorstellung für die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude": „Frischer Wind aus Kanada^; Spielleitung Intendant Hanns König, musikalische Leitung Albert Krämer. 19 Uhr, auf vielfachen Wunsch nochmalige Wiederholung der Wiener Walzeroperette '„Alt Wien" von Josef Lanner; Leitung: Wrede und Cuje. — Oberhessischer Kun st verein. Am heutigen Samstagnachmittag findet im Turmhaus am Brandplatz eine Führung durch die Ausstellung der großen Gemälde von Professor Richard Kaiser (München) bei freiem Eintritt statt. (Siehe heutige Anzeige.) — Lichtbildervortrag von I. C. Luther. Am heutigen Samstagabend findet in der Neuen Aula der Universität ein Lichtbildervortrag von I. C. Luther, einem geborenen Gießener, über „Don weißen Bergen und wilden Wassern" mit etwa 200 Lichtbildern statt. Wie die Paddlergilde als Veranstalterin uns schreibt, wird dieser Vortrag für die gesamte Wasser- und Wintersport- wett ein besonderes Erlebnis sein, da Luther einer der großen Pioniere beider Sportarten ist. Interessenten seien auf die heutige Anzeige besonders hingewiesen. — D i e Vortragsvereinigung (Goethe- Bund und Kaufmännischer Verein) veranstaltet, wie man uns mitteilt, am kommenden Montag ihren vierten Lichtbildervortrag. Der bekannte Flieger- dichter Peter Su p s spricht über „Das neue Welt- erlebnis" und zeigt über 100 einzigartige Luftaufnahmen, wie sie wohl in dieser Schönheit und Vielseitigkeit noch niemals öffentlich gezeigt worden sind. (Siehe heutige Anzeige.) ♦ ** Ein Einundachtzigjähriger. Am morgigen Sonntag kann Herr Wilhelm Weil, Walltorstraße 33, seinen 81. Geburtstag feiern. Herr Weil ist aus Münzenberg gebürtig. ** Das Museum im Alten und im Neuen Schloß ist am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. ** Städtische Benn holzver steigern n- g e n. In einer Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil kündigt die Bürgermeisterei die letzten Brennholzversteigerungen der Stadt Gießen für Montag, 18. März, und Mittwoch, 20. März, an. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. — Bei der gestern durchgeführten Brennholzversteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Fichtenscheite 1. Klasse 6,50 Mark, 2. Klasse 4,80 Mark, Fichtenknüppel 1. Klasse 4 Mark je Raummeter. ** V iehmarkt in Gießen. Am Dienstag und Mittwoch nächster Woche ftnden in Gießen Viehmärkte statt. Am Dienstag wird Rmdvieh- (Nutzvieh-)Markt abgehatten, am Mittwoch folgt Schweinemarkt. *♦ Die Gewerbe- und Maschinenbau- schule Gießen beginnt ihr Sommer - Semester am 2. Mai. Durch die Belebung der Wirtsck-aft düng steht der Weg zu den höheren technischen Staatslehranstalten unter Anrechnung der an der Gewerbe- und Maschinenbauschule absolvierten Semester offen. (Siehe heutige Anzeige.) ** A l s Leiche aus der Lahn gelandet. Am Donnerstagabend wurde in der Nähe des Elektrizitätswerkes der 21 Jahre alte unverheiratete Ernst Sommer aus Rodheim a. d. Bieber als vom 1. Januar 1935 ab bekannt. Die neuen Zins- fätze find aus der Bekanntmachung ersichtlich. Interessenten seien besonders daraus hingewiesen. Oer Mordprozeß Ortwein vor dem Reichsgericht. Im Dezember v. I. hatte sich die Frau Karoline Vrtwein aus Kaulstoh (Kreis Schotten) wegen Gattenmordes vor dem Schwurgericht Der Provinz Oberhessen zu verantworten. Die Frau hatte bekanntlich im Sommer v. I. versucht, ihren etwa 20 Jahre älteren Mann, als er krank zu Bett lag, zunächst durch Beimischen von Salzsäure in den Kaffee zu töten, als dieser Plan aber mißlang, hatte sie den kranken Mann durch Hammerschläge auf den Kops schwer verletzt und dann am Halse gewürgt, bis der Tod eintrat. Das Schwurgericht verurteilte die Frau zum Tode. Gegen dieses Urteil legte die Verteidigung Mitte Dezember Revision beim Reichsgericht ein. Die Revisionsverhandlung wird nunmehr am 26. März vor dem Reichsgericht in Leipzig stattfinden. (Siebener Dochenmarktprelse. ♦ Gießen, 16. März. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing, das Pfund 25 bis 30, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 25 Pf., junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 60 bis 70, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 18 bis 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag: Stadt- theater: 20 bis 23 Uhr ,/Mambo". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Brand in der Oper". — Astoria-Lichbfpiele, Seltersweg: „Zwischen Himmel und Erde". — Paddlergilde: Lichtbilder-Vortrag, 20.30 Uhr in der Neuen Aula, von I. C. Luther. — 1880 —1930: 20 Uhr Fahnenübergäbe im Casä Leib. — Fachschaft Reichsbahn, Gießen: 20 Uhr Schulungs- und Kameradschaftsabend im Restaurant Faulstich, Bahnhofstraße. — Oberhessischer Kunstoerein, Turmhaus am Brandplatz: 17 Uhr Führung durch die Ausstellung der großen Gemälde von Prof. Rich. Kaiser (München). — Tageskalender für Sonntag: Heldengedenkfeier auf Oßwaldsgarten um 9.30 Uhr. — Stadttheater: 19 bis 21 Uhr „Die Heimkehr des Matthias Bruck". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Brand in her Oper". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Zwischen Himmel und Erde". — Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 13 Uhr Hl. Jahresausstellung. — Evangelische Stadtmission, Lob erstraße: 20.15 Uhr Vortrag von Missions-Inspektor Deiel, St. Chrischona. — Stadttheater Gießen: Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 17. März, aus Anlaß des Dolkstrauertages zum Gedächtnis der im Weltkrieg gefallenen Helden die Heimkehrertragödie „Die Heimkehr des Mathias Bruck", ein Schauspiel in drei Akten von Sigmund Nur derjenige, der neben praktischer Erfahrung gute theoretische Kenntnisse besitzt, wird den Anforderungen, die die heutige Zeit beruflich an ihn stellt, gerecht werden. Die dritte Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über den vorläufigen Aufbau des Deutschen Handwerks macht die Ausübung eines selbständigen Handwerks von her bestandenen Meisterprüfung abhängig. Jedem Maurer, Zimmerer, Schreiner, Maler, Elektriker, Maschinenbauer usw. ist an der Gewerbe- und Maschinenbauschule Gießen Gelegenheit geboten, sich das für die Meisterprüfung erforderliche Wissen anzueignen. Die staatliche Abgangsprüfung ersetzt den .... _v. theoretischen Teil der Meisterprüfung. Begabten liegt Selbstmord Schülern mit guter Volks- oder höherer Schulbil-> 4 A$889 Zu- Katalog kostenlos zugehen Frankfurt am Main wir den Interessenten lassen auf Verlangen gern Gewähr für restlose f riedenheit. Das Zeichen für Deutsche WK-Möbel, die beste deutsche Wohnkultur verkörpern und trotzdem sehr wohlfeil sind, bietet Ihnen sichere Herrn Philipp Jung IX 1524 D Die trauernden Hinterbliebenen. Klein-Linden, den 15. März 1935. Wiesede, den 16. März 1935. 1570 D 1538 P Familien DickorS und Nordmann Artikeln fachmännisch beraten Lollar, März 1935 1571 D 1572 D in allen Farben. 01100 Für die wohltuende Teilnahme und für die vielen Kranzspenden beim Hinscheiden unseres lieben Ent- schlatenen sagen wir allen unseren Innigsten Dank nach kurzem Krankenlager im fast vollendeten 90. Lebensjahr heute nachmittag um 5 Uhr in ein besseres Jenseits abgerufen. Gott der Allmächtige hat unseren Heben Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater, den Altveteran von 1866 und 70/71 Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste! Tiefbewegt durch die zahlreichen Beweise der Antell- n^me bei dem HInscheiden unserer lieben Mutter und Großmutter danken wir all denen, die ihrer in Treue gedachten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Die Beerdigung findet Montag, den 18. März, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehaus. Wetzlarer Straße 74, aus statt Brühl’sche Druckerei, Ächulstraße 7, Anruf 2251 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIHIH StevvderVerr in Wolle- und Daunenfüllung werden angefertigt und aufgebessert. Daunen-Deckbetten werden mit verwendet. Satin Im Namen der trauernden Hinterbliebenenj Ferdinand Römer. e. e»ott Kein Laden. 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Lotz II. Hurra! 1<«A CARL-NowÄrx 1557A GIESSEN SELTERSWEG 81 Die Rei, JNHABER: CÄRL.HEI'NZ. SCHLÜTER „ 10. Oktober „ 14. Oktober „ 17. Oktober darf an „ 21. Oktober „ 25. Oktober kommen em Raub der Flammen. Dem verheerenden Element ebenfalls zum Opfer gefallen sind die in der Maschinenhalle stehenden Sägegatter, Kreis» sägen, Pendelsäge, der Motor mit der Transnus- sionsanlage, Werkzeug usw.'Der Schaden, der zum Glück durch Versicherung gedeckt ist, wird von Herrn Wellhöfer auf etwa 40 000 Mark beziffert. Da es zum Glück windstill war und alle Vorbedingungen für die stärkste Krastentfaltung der Feuerwehren bestanden, konnten die auf dem Lagerplatz aufgestapelten Holzvorräte völlig gerettet und auch die übrigen Gebäuden des Grundstückes unversehrt er- in Leihgestern. in Großen-Linden. in Klein-Linden, zugleich für Allen- der Lahn. in Heuchelheim. in Steinbach, zugleich für Albach. allen Stadtgegenden erhielt, hatte die Polizei in Gemeinschaft mit der SA. keine leichte Aufgabe, die aber von dem gesamten Absperrdienst der Polizei und der SA-Männer in mustergültiger Weise gelöst wurde. Dank dieser umfassenden Sicherung der Bewegungsfreiheit der Feuerwehren mit ihren Geräten konnte die volle Schlagkraft der Wehren wirksam entfaltet werden, so daß es bei der bekannten anerkennenswerten Tatkraft unserer Feuerwehrmänner möglich war, den Brand mit aller Energie zu bekämpfen und in verhältnismäßig kurzer Zeit vollkommen auf seinen Herd, die Maschinenhalle, zu beschränken. Mit mehreren Schlauchleitungen wurde die Brandbekämpfung konzentrisch durchgeführt und die Macht der Flammen in etwa einstündiger Löscharbeit vollkommen gebrochen. Allerdings war es der Feuerwehr nicht möglich, angesichts des Umfangs des Feuers bei ihrem Eintreffen die aus Brettern und Balkenwerk errichtete Maschinenhalle selbst zu erhalten, die Halle wurde vielmehr bis | auf die jetzt noch stehenden verkohlten Balken voll- 40,3 rm Kiefernstöcke. Das Holz aus den Abteilungen 35, 36, 38 und 39 des Stadtwaldes wird vorgezeigt, das Holz aus den übrigen Abteilungen dagegen nicht. Vorherige Besichtigung wird daher empfohlen. Zusammenkunft: Grünberger Straße (am Schützenhaus). Gießen, den 15. März 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Dr. Hamm, Bürgermeister. am 8. August in Langsdorf, zugleich für Bettenhausen. „ 12. August in Lich, zugleich für Rieder-Bessingen. „ 19. August in Muschenheim, zugleich für Arnsburg, Birklar. „ 21. August in Eberstadt, zugleich für Ober-Hörgern, Dorf-Güll. „ 25. September in Lang-Göns, zugleich für Holzheim, Grüningen. „ 3. Oktober in Watzenborn-Steinberg, zugleich für Garbenteich, Hausen. Das ist die Lösung! Endlich bin ich meine alte unmoderne Kamera los. Photo-Wlnterhoff hat sie zurUckgenom menl Jetzt habe ich die neueste Rollfilm-Kamera von Im Bedarfsfälle mehr als einen Tag. Anmerkung: Annerod hat seine eichpflichtigen Gegenstände nach Aufforderung dem Eichamt Gießen vorzulegen. In gleicher Reihenfolge und angemessenem Abstande wird die polizeiliche Maß- und Gewichts- reviston stattfurden. ie sind da Bekanntmachung. Jr der Generalversammlung am 22. September 1934 wurde das neue Einheitsstatut angenommen un> das Geschäftsanteil eines Genossen auf 100,— Reichsmark festgesetzt. Die seitherige Haftsumme von 1500,— RM. wird auf 1000,— RM. herabgesetzt. Sämtliche Beschlüsse erfolgten einstimmig. Gläubiger, die diesen Beschlüssen widersprechen wollen, werden aufgefordert, sich zu melden. (1489V Allendors a. d. Lumda, den 13. März 1935. Spar- und Vorschuhverein Allendorf an der Lumda e. G. m. b. h. Mercedes Mk. 182.- schonf.montl.MJJO FranzVoßlAEo.. Gießen Seltersweg 44 ur«a halten werden. Die Ursache des Brandes ist bis jetzt noch unbekannt, die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. Die Sanitätskolonne hatte erfreulicherweise feinen Anlaß zum Eingreifen, ebenso wickelte sich die An- und Abfuhr des umfangreichen Parks der Fahr- zeuge glatt ab. Um die schnelle und wirksame Bekämpfung des Brandes und die Verhütung eines noch größeren Feuerunglücks haben sich unsere Feuerwehren, die Polizei, die Stürme der SA. und alle übrigen freiwilligen und emsig tätigen Helfer sehr verdient gemacht. Auto-Batterien wenig gebraucht, gibt ab 9i»d UM Horit-Wessel- I Wall 31. sr ' < 1, ,, r.- I genialen und heroischen Leistung unseres Führers^Versammlung^geschloß^m^E^^^^^^^»M^M Sanka Kaffee der feine Bohnenkaffee aus Bremen. Rein und kräftig im Geschmack, außerdem coffeinfrei. Das Paket nur 50 Pf g. Pfundpreis RM 2.50. In allen guten Geschäften zu haben. Stock und3Muse moder» , kleineAusga e eine M Somsfag, !6.MrztyZ5 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesfen) lr.b4 viertes Blatt 9 Lls 'flen hen An. ahr. inez 'lere A. Hel. °lzer bie)e 6bre ead), uns 70, rück, 1.8U «h'vtz bas em« i ge. ben* ?intr ' die M- DUP^ brat rt. Ä Wie Spielt einen oa SO lebten i. Mär^ erhaib fall, i hier tenben jich in Abend meraf» chaft )e von ihende t, dem aft im noüen« lieben ; Rech- in ab. lastung iirektor Her, fachem rbe bie lv sbe 1«8i $*s Oberer' für N* für gib«*' !-F rü M - ?" x»> -- ■■■ - . V8" ■' Hr 7. • > •> y-, - ; ' x ■ , ., ** - .,. WWk^ >’W' „ -X »■' ■ <*''-> ■ "z . .. • X - ; >*>• . •■<»,»; _,z v >*® ' '■i.ÄÄ' * ** z ' ****** z-^r. _ j !7§W MS MMD Links oben: Ausgabe der Gefechtslage an den Schützentrupp. Rechts oben: Schützentrupp in Stellung, hat das Feuer eröffnet. Links nebenstehend: Vorarbeiten unter wechselnder Feuerunterstützung. Rechts nebenstehend: Trefferaufnahme nach dem Schießen eines Schützentrupps. (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff.) v-t Schlußbesprechung durch den Schießlehrer nach Beendigung des Truppschießens. wo W.^f $ 'A -L5 x»; ,X< r* Leichtes Maschinengewehr in Feuerstellung. „Feuerüberfall.- Bei der Teeausgabe an der Feldküche. Hemmung wird beseitigt. la-i Signal zu Beginn und Ende des Schießens. A W ' M MWWW ■•iS - ■ - die SJlXfpOTt Handball int Gau XII (Lahn-Dillkreis) das Gau kl ässe (Pflichtspiele): Tuspo 86/09 Kassel — Tuspo Bettenhausen; CT. Kassel — SpV. 1900 Gießen; Tv. Wetzlar — Tura Kassel. Bezirksklasse (Aufstiegspiel): Tv. Kesselstadt — Tv. Pohl-Göns. Wirkung zu ziehen. Das Gesetz hat aus diesem Grunde im § 12 den beamteten Tierarzt als sachverständigen für diese Fragen (§ 2) bestimmt und für landwirtschaftliche Betriebe den Reichsnährstand. Im weiteren Teil seines Dortrages ging Dr. Keller eingehend auf die einzelnen Paragraphen des Gesetzes und ihre Erläuterung mit Beispielen ein. Das neue Tierfchuhgeseh stellt eine kulturelle Großtat ersten Ranges dar. Das nationalfozia- listische Deutschland steht mit diesem Gesetz an der Spitze aller Kulturnationen. Es entspricht dem ureiaensten Wesen des Deutschen, der aus dem Grunde seiner Seele heraus gut und freundlich zu den Tieren ist und in der Schöpfung den Schöpfer verehrt. Wir wollen uns jedoch klar sein, daß mit der Schaffung dieses vorzüglichen Gesetzes allein es nicht sein Bewenden haben kann, sondern es muß das Verständnis für den Tierschutz, in der Schule anfangend, bis in alle Gebiete des öffentlichen Lebens geweckt und gefördert werden. Nur beides zusammen, Gesetz und Belehrung, können zu einem schönen und dauernden Erfolg führen. Lassen Sie mich mit einem Wort von Manfred K y b e r schließen: Wer mit den Augen der Andacht geschaut, Wie die Seele der Erde Kristalle baut, Wer die Flamme im keimenden Kern gesehen, Im Leden den Tod, Geburt im Vergehen, Wer in Menschen und Tieren den Bruder fand, Und im Bruder den Bruder und Gott erkannt, Der feiert am Tische des heiligen Gral Mit dem Heiland der Liebe das Abendmahl, Er sucht und findet, wie Gott es verhieß, Den Weg ins verlorene Paradies. richten können. TD. Wißmar — TV. Roth. Der AusgangIrichten in einer Krise, wird sich mächtig anstrengen müssen, wenn den aufstrebenden Gästen ein gleichwertiges Spiel geliefert werden soll. Z.-Sp.-D. 1926 Steinbach denen durch den Fachschaftsleiter Dr. Keller schön gerahmten, künstlerisch ausgeführten Ehrenurkunden mit Glückwünschen überreicht wurden. Dr Keller sprach dabei die Bitte aus, daß die Geehrten auch in Zukunft in gleichem Geiste wir- Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und mit lebhaftem Beifall belohnt. 3m Anschluß daran schritt man zur Ehrung verdienter Tierpfleger und Tierhalter, Ein Jahr Reichstierschuhgeseh Auszeichnung verdienter Tierfreunde. funden hat. , HE-Teutonia" Watzenborn-Steinberg Am kommenden Sonntag herrscht auf dem Platz der Teutonen in Watzenborn-Steinberg Hochbetrieb. Die erste und zweite Mannschaft sowie die Fugend haben sich zu Freundschaftsspielen Gegner ver- pflichet, die schon öfter durch ihre Leistungen von sich reden machten. Die Fugendmannschaft empfängt die sehr spielstarke Fugendelf des Sportvereins 1920 Heuchelheim. Beide Mannschaften kämpften schon oft mit wechselndem Erfolg gegeneinander. Anschließend tritt die zweite Mannschaft der gleichen des Sportvereins Ober-Roßbach (Taunus) gegenüber. Eine Vorhersage über den Spielausgang ist nicht möglich. e„ . . Fm letzten Spiel des Tages kämpfen dann die beiden ersten Mannschaften von Watzenborn-Steinberg und Ober-Roßbach um den Sieg. Die Gaste- Mannschaft ist bekannt als sehr spielstarke Bezirks- * ga a Jtl ö 01 SS Frankfurt ersten M ® Äa? Äntentun». unter d-"> Md -"der« D tereste, so H Mele stä) da Spezialwerte, papiere wenig1 berg entwickelt denzahlung en stellte sich aus rückgang von eine größere 1 reite gestern wurden mitgez Don Montana Dividendenhoss v.h.) mit 96,' auch Stahlver größeres Ges 99,50 (99), D ändert, währe (211) zuriickgin mit 35,40 bis lagen die Km 116,25, Sieme 101,50. Stärke mit ca. 92,50 Farbenindustri lebhafter, fern und Rütgersw statt lagen mit dem Conti 0 Maschinen mit ein: hanswerk 75,50 (75), M Hof 39 (38,75 werte, Moenu nach dem lebh gingen auf 91 die geftrigen fleifabantanth leiem beginn (: Der Rente ^eichrschMuch zurück, wahren Kommunat'-Ums 5 v. Sy Stahtve JJn der W Mast auf der 3n Autowerte Daimler 96,25 (89,50). Ferne bank auf 168 behauptet, au Höhe, fest blieben 0 »en. Im übri derungen. Mm Renter Kurse bröckel Mittelstahl 1 Nahlverein °uf 92,25 (92 und Liquida: "wnal-Obliga fy)P., die 95,i Mgek>iete Werten gäbe ^agesgeld Z,, . Mn der 2lbt Geschäft L 'N ruhig habenA. ger"' die W ÄjW Ox- 7 „ «roi S’-SS nWft D S). Fn den Reserven der Badestadter stellt sich ebenfalls der Gruppenmeister vor. 1900s 2. Elf tonnte dieses Fahr weniger in Erscheinung treten und kann man ihr gegen den guten Gegner nur wenig Chancen geben, wenn auch der auswärtige Sieg des Vorsonntags ein Lichtblick war. Vielleicht gibt der eigene Platz den Hiesigen besseren Rückhalt. Sie müssen aber auch mit Eifer und Siegeswillen bei der Sache sein. 1900 1. Jugend — Mainz 05 1. Jugend. Die Gießener beginnen am morgigen Sonntag eine Serie abgeschlossener Gesellschaftsspiele gegen gute Gegner, um die im Sommer zu den Senioren aufrückenden Spieler zu guten Leistungen und in bester Verfassung zu bringen. Als erster wurde die 1. Jugend von Mainz 05 verpflichtet, eine Elf, der ein technisch hochstehender Fußball nachgesagt wird. Auch die Gießener sind zur Zeit in bester Verfassung. Am Vormittag empfängt die zweite Jugend der Spielvereinigung die erste Jugend von Lollar. Die Lollarer sind nicht zu unterschätzen und die Blau- weißen werden sich merklich anstrengen müssen, wenn sie erfolgreich bestehen wollen. Um allen Gerüchten entgeaenzutreten sei mitge- teitt, daß die Austraguna aller Spiele durch den Gauführer Riemann (Kassel) gestern telephonisch genehmigt wurde. VfB.-Heichsbahn Gießen. haben. t . Nach § 360 Nr. 13 RStrGB. wurde derjenige, welcher öffentlich oder in ärgerniserregender Weise Tiere boshaft quälte oder roh mißhandelte, wegen Uebertretung mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. Sie ersehen daraus, daß der Tierquäler nicht bestraft wurde, weil er ein Tier mißhandelt hatte, sondern weil er andere Menschen in ihren Gefühlen für Anstand und Mitleid mit der gequälten Kreatur verletzt hatte. Nach dem Reichsstrafgesetz waren eben die Tiere nur „Sachen" im Sinne des römischen Rechtes und konnten, wenn öffentliche Aergerniserregung nicht vorlag, ohne Bestrafung als Sachen behandelt werden. Die verhängten Strafen waren als Uebertre» tungsftrafen nicht sonderlich hoch. Außerdem war in vielen Fällen von Tiermißhandlungen der Tat- bestand des Aergernisnehmens nicht gegeben, oder nur sehr schwer durch Zeugen zu erbringen, da die Leute sich scheuten, vor Gericht aufzutreten. Zusammenfassend kann deshalb gesagt werden, daß der Tierschutz vor der Zeit des nationalsozialistischen Umbruchs in Deutschland gesetzlich vernachlässigt worden war. Durch das Reichstierschuhgeseh vom 24. November 1933 wurde endlich die längst ersehnte gründliche Wandlung geschaffen. Das Tier als denkende und fühlende Schöpfung ist nicht mehr eine Sache ohne Recht, sondern rechtlich geschützt um seiner selbst willen. Sein unnötig verursachter Schmerz und sein Leid ist wenigstens bei höheren Tieren ebenso gefühlt, wie der körperliche Schmerz, der Menschen zugefügt wird, und verlangt ebenso nach einer Bestrafung des Schuldigen. Das neue Tierschutzgesetz sieht deshalb für Tierquäler erhebliche Strafen vor. Nach § 9, Absatz 1 wird Gefängnisstrafe bis zu zwei Fahren und Geldstrafe bis zu 10 000 Mark denjenigen auf- erlegt, die unnötigerweise oder aus einer rohen Gesinnung heraus Tiere quälen oder mißhandeln. Alle Tiere ohne Ausnahmen fallen unter das Gesetz. Es wird strafrechtlich kein Unterschied zwischen höheren und niederen Tieren, zwischen warm- und Kaltblütern, oder zwischen Haus- lieren und anderen Tieren gemacht. öder absichtlich quält, mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Haft bestraft werden kann. Dies bedeutete jedoch nur eine vorläufige Regelung, denn der Tierschutz sollte in Bälde durch ein Sondergesetz geregelt werden. Ehe ich auf dieses neue Gesetz mit seinen fünf Abschnitten und seinen 15 Paragraphen eingehe, möchte ich kurz die gesetzlichen Grundlagen des Tierschutzes erwähnen, die bis zum 1. Juni 1933 vorhanden waren, damit Sie einen Vergleich zwischen Einst und Jetzt vor Augen Meid.; ■aSs -LZÄ leife e Ä 4i?/nhflnti£äo1 OkK Dieses Gesetz greift, wenn man sich diese Tat- fachen vor Augen hält, in manchen Fällen ganz erheblich in die menschliche Haushaltung und damit in überkommene Gewohnheiten ein. So könnte z. B. die Benutzung bestimmter Arten von Fallen zur Bekämpfung von tierischen Schädlingen schon im Widerspruch zu den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes stehen. Es ist also gar nicht so einfach, den Trennungsstrich in allen Fällen zwischen Tierquälerei und unvermeidbarer schmerzhafter Ein- Gpielvereinigrrng 1900 Gießen. 1900 I — Vad-Nauheim I. Der Meister der Bezirksklasse Gruppe Oberhessen stellt sich morgen auf dem Sportplatz an der Liebigs- höhe vor. Diese Begegnung wird sicher sehr interessieren, besonders da es dabei zu einem Kräftevergleich der benachbarten Gruppen kommt. Die bis fetzt zwischen beiden Vereine zum Austrag gekommenen drei Treffen endeten jedesm-cvl mit knappsten Ergebnissen. Einem Unentschieden (2:2) tehen zwei l:O-Niederlagen der Gießener gegenüber, und es dürfte diesesmal wieder so werden, denn keinesfalls wird einer der Gegner den anderen spielerisch übertreffen. Bad-Nauheim stützt sich hauptsächlich auf seinen vorzüglichen Mittelläufer. 1900 wird fast in der bewährten Aufstellung des Vorsonntages antreten, lediglich Kaps wird diesesmal mit eingesetzt werden. Lippert nahm diese Woche an einem DFB.-Kursus in Duisburg teil, steht aber jetzt wieder zur Verfügung und wird der Blauweißen Hintere Reihe gut verstärken helfen. In Anbetracht der Gleichwertigkeit der Gegner ist der Ausgang nicht vorauszusagen. Man erwartet aber einen rassigen, ritterlichen Kamps. 1900 II — Dad-Nauheim II. Montag, 18. März. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55 O Herre Gott, dein göttlich Wort. 7: Frühkonztm 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.W Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Kuck- und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzerr 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezw 13.15: Mittagskonzert. 14.15: Nachrichten. 14-ä- Wirtschaftsbericht 15.15: Kinderfunk. Jetzt haften wir eine Schreibmappe. 15.30: Jugendfunk. 1 _ Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. Der erfte x J des Reichsberufswettkampfes. Funkbericht, lo>« Bücher, die uns erwarten. 18.30: Deutsche C spräche: „Deutsch-schweizerische Begegnungen , otn Dr. Helmut Schilling, Bem. 18.45: Das Level spricht! 19:Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichtt - Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel 20.15: Im Park von Schwetzingen, Funkfolgr 20.45: Kleines Konzert. 21: Musik aus dem Keue.- Eine fröhliche Folge. 22: Nachrichten. 22.15: Vtao I richten aus dem Sendebezirk. ken möchten. Ehrenurkunden erhielten: Die Fuhrleute W. F l i ck bei Fa. A. Lyncker, Heinrich Haus sau er bei Weinhandluna Schwan, Karl Schwing bei Fa. Hellmold & Plank, Otto Spruck beim Landwirtschaftlichen Versuchsgut, Heinrich Wenzel bei der Fa. August Dürr und Christoph Wetz bei der Lohnkutscherei Haas. Die Tierpfleger Valentin Pfeiffer beim Rotlaufinstitut Marburger Straße, Philipp Schäfer und Friedrich Sommerl ad, beide bei der Veterinär-Klinik. Ferner- wurde der Feldschutz Christoph Schneider (bei der Stadt Gießen tätig) ausgezeichnet. . Ehrenurkunden erhielten außerdem die Polizei- Hauptwachtmeister Becker,. Lühring, Nies, Rau II. und Seng. Der Ortsringleiter des RVH., Dr. M i ch e l, überbrachte die Glückwünsche des Landschaftsführers Ringshausen und mahnte die Ausgezeichneten zu weiterem treuen Dienst im Tierschutz. Im Namen Der Ausgezeichneten dankte Herr Haussauer mit kernigen Worten für die Ehrung. Herr Dr. Keller brachte noch verschiedene Fälle von Bestrafung von Tierquälerei zur Sprache und nahm zu verschiedenen aus der Versammlung geäußerten Fraaen Stellung. Herr Gärtner Diehl wies noch auf die von ihm in jedem Winter durchgeführte Vogel- füttenmg in den Anlagen hin. Schließlich berichtete der Ortsringleiter des RVH. noch über organisatorische Aenderungen im Reichsbund und machte auf die kommenden Veranstaltungen aufmerksam. Rundsunkproaramm Sonntag, 17. März. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.20: Gymnastik. 8.452 Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. Aus dem Franziskanerkloster Frauenberg-Fulda. 9.45: Deui- sches Schatzkästlein: „Walhall". Eine Funkfolge zum Heldengedenktag. 10.15: Chorgesang. 11: Hans Schernrn t zum Gedächtnis. 11.15: Aus der Marte- Hilf-Kirche in Freiburg i.Br.: Orgelmusik. Len» und Schwert. Gedichte von Theodor Körner. 1? Aus der Berliner Staatsoper: Reichssendung: he!" dengedenkfeier. 13: Ein Arbeiter erzählt aus seinem Leben. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Kinderfunk' 15: Stunde des Landes. 15.25: Der Bauer gedenk« der toten Soldaten. Eine Funkfolge 16: NachmN' tagskonzert. 16.55: Fußball-Länderkampf DeuM land — Frankreich. Uebertragung der 2. HalbM 17.40: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugendfunk. Die Totenstandarte. 20: Konzert. I. Werke von J v' Bach. 22: Nachrichten. Die Fachschaft Tierschutz im Reichsbund Volkstum und Heimat, Ortsring Gießen, hielt gestern abend im Saale des Kaufmännischen Vereinshauses eine Versammlung ab, die ihre besondere Bedeutung dadurch erhielt, daß eine Reihe verdienter Tierfreunde ausgezeichnet wurde. Der Fachschastsleiter Dr. Keller eröffnete den Abend, hieß die Teilnehmer willkommen und sprach sodann über das Thema: „Ein Jahr Reichstierschutzgesetz". Seinen Ausführungen fei folgendes entnommen: Am 24. November 1934 jährte sich der Tag, an dem Deutschland ein Reichstierschutzgesetz erhalten hot, und am 1. Februar 1935 war dieses Gesetz bereits ein Jahr in Kraft. Wir haben in der Fachschaft Tierschutz im Reichsbund Polkstum und Heimat allen Grund, mit Freude und Genugtuung an diesem Tage Rückschau und Ausschau zu halten und den ersten Jahrestag dieser kulturellen Großtat dankbar zu begehen. Leider war es nicht möglich, diesen Gedenktag am 24. November 1934 oder am 1. Februar 1935 zu feiern, da er mit einer Ehrung verdienter Gießener Tierpfleger verbunden sein sollte. Die in Darmstadt angefertigten, künstlerisch ausgestalteten Diplome für die Ausgezeichneten sind uns erst vor wenigen «Tagen zugegangen, so daß der heutige Tag dafür ausevsehen werden mußte. Nach der Machtergreifung hat die nationalsozialistische Regierung auch auf dem Gebiete des Tierschutzes mit rascher Hand zugegriffen und als erste Tat das Gesetz über das Schlachten von Tieren am 21. April 1933 erlassen. hiernach wurde als dringlichste tierschühle- rlfche Maßnahme für ein humanes und schmerzloses Schlachten der Tiere Sorge getroffen, vor der Vlutentziehung müssen alle Tiere, gleichgültig ob es sich um Grohtiere, oder Kleintiere einschließlich des Geflügels handelt, vollkommen betäubt werden. Das sog. Schächten wurde grundsätzlich verboten, hiermit wurde eine grausame und verrohend wirkende Tötungsarl, gegen die von Tierfreunden und Tierärzten tausendfach vergeblich angekämpft worden war, mit einem Schlage beseitigt. dieses Treffens wird mit dazu beitragen, eine Der- gleichsrnöglichkeit über die Spielstärke der einzelnen Klassen zu schaffen. Denn Roth spielt Bezirksklasse, Wißmar aber 2. Kreisklasse. — Im übrigen Durfte der Ausgang feftstehen, d. h. Roth als sicheren Sieger sehen. . , , TD. Treis — TV. Lollar. Treis hat Gelegenheit, in diesem Spiel sein Können zu beweisen Es ist ein ausgeglichener Kampf zu erwarten, bei dessen Ausgang vielleicht der Vorteil des eigenen Platzes etwas mitspielt. TV. Lich 1. und Jgd. — TV. Münzen berg 1. und Jgd. Münzenberg, eine der führenden Mannschaften der 1. Kreisklasfe im Kreis 11, wird es nicht schwer haben, in Lich zum Sieg zu kommen, da die Einheimischen sich bis jetzt noch nicht richtig ge> funden haben. lieber die Stärke der Jugendmann- schäften ist nichts bekannt. Tufpo. Butzbach — TV. Münchholzhausen 1. und Jgd. Die Gäste kommen einer alten. Rückspielverpflichtung nach. Ob es ihnen gelingt, die Butzbacher auf eigenem Platz zu schlagen, mod)" ten wir bezweifeln, zumal sie mit Ersatz antreten.- Auch die Jugend wird es nicht leicht haben, gegen ihren spielstarken Gegner zu bestehen. Da sich die erste Mannschaft des Fußbollsportver. eins Steinbach die Gruppenmeisterschaft in Der zweiten Kreisklasfe erringen konnte, hat sie am Sonntag an Den Aufstiegspielen teilzunehmen. Steinbach empfängt Die erste Mannschaft von Oberbiel (Kreis Wetzlar). Den Gästen geht ein guter Ruf voraus. Steinbach (Deuker; SchmiDt, Gerhardt; Keßler I., Burger, Keßler II.; Größer, Leineweber, Becker, Münch, Heckroth) muß alles Daransetzen, wenn das Spiel gewonnen werden soll. Fußbattabieilung des Tv. Kinzenbach. Vetzberg — Kinzenbach. Zum vorletzten VerbanDsspiel weilt die erste Mannschaft kommenden Sonntag in Vetzberg. Falls sie komplett antreten kann (was jedoch sehr fraglich ist) wird ihr sicher ein Erfolg beschieden sein. Die Vetzderger sind in ihrer Form etwas schwankend, haben aber schon mancher Mannschaft harte und erfolgreiche Kämpfe geliefert. Die Mannschaft wird am Sonntag alles daranfetzen, um die im Vorspiel erlittene Niederlage auszuwetzen. Fußball im Turnverein Oroßen-Linden Großen-Linden — Leihgestern. Nachdem die neugegründete Fußballmannschaft des Turnvereins Großen-Linden am vergangenen Sonntag in ihrem ersten Spiel recht gut adschnei- Den konnte, hat man sich nunmehr die 1. Mannschaft Der Spielvereiniguna 1926 Leihgestern zu einem Kampfe verpflichtet. Die Spielvereinigungsleute, Die, trotz Ersatz, im letzten Spiel gegen den Tabellenführer der Kreisklasfe! nur knapp unterlagen, werden den Turnern eine harte Nuß zu knacken geben. Die junge Elf von Großen-Linden wird sich aber alle Mühe geben, um ehrenvoll zu bestehen. Beginn der Deutschen Dillardmeisterschasten in Kassel. Die deutsche Billardmeisterschaft wurde in Kassel in der Billardakademie durch eine kurze Ansprache des Kasseler Dereinsführers Dr. v. Hagen eröffnet. Wie erwartet, gewann der vorjährige deutsche Meister Förster (Aachen) gegen den anfangs gut startenden Thielens (Gelsenkirchen) mit einer schönen Serie von 117, die die Wendung der Partie brachte. Sorge (Berlin) gewann wider Erwarten gegen den favorisierten Joachim (Berlin). Eine empfindliche Niederlage mußte Hahn (Düsseldorf) gegen Lütgehetmann (Frankfurt) einstecken. Trotzdem Dr. H e r b i n a (Hannover) den größten Teil der Partie gegen Wölfel (Nürnberg) führte, mußte er sich knapp geschlagen bekennen. Der weitere Verlauf der Kämpfe brachte unter anderem eine große Ueberraschung. Sorge (Berlin) rang in hervorragender Spielweife und beispielloser Ruhe! den Altmeister Förster (Aachen) nieder. Gegen Thielens (Gelsenkirchen) konnte Joachim (Berlin) sich wieder finden und erreichte 400 Punkte, während Thielens 182 aufzeichnen konnte. Billard im Dienste der Winterhilfe. Der Ertrag der Billardveranstaltung im Cast > Amend (Begegnung Lütgehetmann — Sommer) in . Höhe von 26,10 Mark wurde dem Winterhilfswert : überwiesen. klasfeneff. Man hofft, nachdem die Punktekämpfe und Punktejagd beendet ist, wieder mehr technisch hochstehende Kämpfe zu sehen. Die endgültige Mann- fchastsaufstellung ist noch nicht bekannt. Kreisklaffenspiele des Sonntags. Gesellschaftsspiele: 1900 — Bad-Nau- heim; Steinberg — Ober-Roßbach; Lollar — Tode. Wetzlar; Grünberg — Hungen; Laubach — Wißmar; 1900II — Bad-Nauheim II; Steinberg II — Ober-Roßbach II; Lollar II — VfB. III; Wieseck — Tv. 1846 Gießen; 1900 Jgd. — Mainz 05 Jugend. Derbandsspiele: Vetzberg — Kinzenbach; Fellingshausen — Rvdheim; Steinbach — Oberbiel. Kußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Am morgigen Sonntag wird eine kombinierte Mannschaft des Turnvereins Wieseck, die erste Mannschaft bes Turnvereins 1846 Gießen auf eigenem Platze zum Gegner haben. Wieseck, zur Zeit Kreisklasse: Der kommende Sonntag dürste die Entscheidung in der Meisterschaftsfrage der 1. Kreisklasse bringen. In Heuchelheim stehen sich zum Rückspiel Tv. Heuchelheim — To. Hochelheim gegenüber. Nach dem Ausgang des Treffens vom vergangenen Sonntag zu urteilen, wird man wohl in der Annahme nicht fehlgehen, daß sich Hochelheim mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die Meisterschaft holen wird. Es sei denn, die Platzherren würden sich auf sich selbst besinnen und dem Sieger vom Vorsonntag eine Niederlage beibringen. Auch die 2. Kreisklasse beginnt am nächsten Sonntag mit den Aufstiegspielen. Es nehmen daran teil: Tv. Dorlar, Tv. Burggemünden, Tv. Garbenheim, Mtv. Gießen II, Tv. Herborn und Tv. Katzenfurt. Diese Paarungen versprechen spannende Kämpfe, zumal sich die Gegner ziemlich gleichwertig sind. Eine Voraussage über den künftigen Meister kann noch nicht gemacht werden. Es spielen Tv. Katzenfurt — Mtv. Gießen II. Die Gießener Männerturner werden sich strecken müssen, um in diesem Spiel zu einem Erfolg zu kommen. Katzenfurt hat zwar in letzter Zeit wenig gezeigt, wird aber auf heimischem Platz alles daransetzen, um ehrenvoll abzuschneiden. Tv. Burggemünden — Tv. Garben- heim. Die Garbenheimer haben dieses Spiel noch nicht gewonnen. Burggemünden, Das nicht nur einen schönen HanDball spielt, sonDern auch zu kämpfen versteht, wirD Den Gästen keine Chance zum Sieg lassen. Freundschaftsspiele. Tv. Hörnsheim I und II — Tv. Groß- Rechtenbach I und II. Eine Voraussage für Das Spiel der ersten Mannschaften zu treffen, ist schwer. Beide Gegner haben sich schon oft mit wechselndem Erfolg gegenübergestanden und erst das letzte Pflichtspiel verlief unentschieden. Bei der Stärke der Mannschaften ist ein ausgeglichener Kampf zu erwarten, bei dem der Glücklichere Sieger bleiben wird. Bei dem Vorspiel erwartet man die zweite Mannschaft der Gastgeber als sicheren Sieger. TV. Launsbach — TV. Dutenhofen. Dutenhofen wird nach dem schönen Sieg vom vergangenen Sonntag auch in diesem Spiel seinen Mann stellen und Dem Gegner einen ausgeglichenen Kampf liefern. TD. Allendors (Lahn) I — TV. Münchholzhausen II. Die Einheimischen haben hoffentlich am vergangenen Sonntag etwas gelernt und werden sich etwas mehr anstrengen, um diesmal wenigstens ehrenvoll zu bestehen. TD. Lützellinden — TV. Wohnbach I und II. In diesem Treffen dürften die Einheimischen sicherer Sieger bleiben, zumal die Gäste der 1. Kreis- klasse angehören und aus diesem Grunde sicher nicht ; über die Spielstärke verfügen, die erforderlich ist, um sie auf heimischem Gelände zu besiegen. Auch Die 2. Mannschaft der Gäste wird gegen die zur Zeit in Hochform spielenden Platzbesitzer wenig aus- Alle Gutachten über die tierquälerische Tötungsart des Schächtens von hervorragenden tierärztlichen Anatomen und Physiologen, wie der Gießener Professoren Martin und Schauder, sowie von Baum, Trautmann, Hieronymi, Hobstetter, Höflich, Scheunert, Stoß, Zietschmann, Ellenberger, Schmalz, Sohnle und des bekannten Tierschützlers Schlacht- hofdirektor Dr. Klein in Lennep u. a. hatten bei der früheren Regierung keinen Erfolg zu verzeichnen, da der Mut und der Wille zu einer gesetzlichen Regelung des Schlachtens nicht vorhanden war. Bayern gebührt das große Verdienst, als erster deutscher Staat im Jahre 1930 ein Verbot des betäubungslosen Schlachtens erlassen zu haben. Es waren außerdeutsche Staaten, Die hier als Vorbild vorangingen. In Der Schweiz war bereits seit 1893 und in Norwegen seit 1929 das Schlachten mir nach vorhergehender Betäubung gestattet und das sog. Schächten unter Strafe gestellt. Auf das vordringlichste Gesetz, das Reichsschlacht- gesetz, folgte am 26. Mai 1933 ein weiterer Fort- l chritt in der Tierschutzgesetzgebung durch die Em- 1 ügung des Paragraphen 145 b RStrGB., der be« ; timmte, daß Derjenige, der ein Tier roh mißhandelt Die 1. Mannschaft in Wallau Die Liga-Mannschaft fährt am Sonntag in Hinterland zum Sportverein Wallau. Die Wallauer haben in Den früheren Jahren mit den Gießener Vereinen als Angehörige der gleichen Klasse öfter mit wechselndem Erfolg Die Spiele ausgetragen. Die Gastgeber stellen, auch wenn sie in Der Ver- banDsrunDe Der Bezirksklasse Marburg in Dieser Serie unglücklich kämpften, eine technisch sehr gute Mannschaft Dar unD ihre Spielweise muß als fair bezeichnet werben. Die Gießener, Die immer noch nicht eine enDgültige Mannschaftsaufstellung gefun» Den haben, werben einen äußerst schweren Stanb haben, wenn sie erfolgreich abschneiben wollen. Der Ausgang bes Spiel ist offen. Die 3. Mannschaft ist bei ber 2. bes Sportver- eins Lollar zu Gast. Dieses Spiel wirb beweisen, ob bie Mannschaft ihre alte Spielstarke roieber ge- Wirtschaft Mnboi n-iinit Kirchliche Nachrichten II. nim Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Frankfurt a. M ^Berlin kurü 6% Deutsche Reichsanleihe v. 19271 4% Deutsche Reichsanl. von 1934: 5!/i% Boung-Anleihe von 1930 .. von 19341 96,25 7« Banknoten. Brief Geld :i ä6-”l »1 169 I 36,25 113,5 96,75 100,13 100,5 97 97 105,9 92,5 Q9,5 99 113,5 96,75 100,25 100,4 9? 97 105,9 96,25 102,5 112,25 99,65 97,5 96,5 100 93,5 96,25 102,5 112,5 99,8 97,13 96,25 102 112,25 99,8 97,4 0 10 5 6 4 7 7 35,4 140,75 109 120,75 98,75 116 101,5 141,5 120,25 38,75 204,5 154 102,4 112,4 99,5 97,5 96,5 100 93,9 53 116,5 110,5 79 97 152 39,25 212 155 36 92 166 104,9 52,5 118 110,9 80,25 123,5 98,5 151 85 38,5 204 154 37,13 169 A.E.G. Betula 52,4 118 111 80,25 nterhilse. tng im C«! Sommers t werhilsM 0 0 0 12 8 7,8 7,3 7,5 10,5 8,5 4% Österreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrenle 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Lrenstein & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade .............. Accumulatoren-Fabrik Conti-Gummi....... Gritzner Maintrastwerte Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker ....... Maschinen mit 68 (66,50). Etwas höher setzten noch ein: Hanfwerke Füssen 79,50 (79), Feinmech. Jetter 75,50 (75), AKU. 52,75 (52,40), Westdeutsche Kaufhof 39 (38,75). Leicht gedrückt waren Schiffahrtswerte, Moenus Maschinen. Daimler Motoren litten nach dem lebhaften Anstieg unter Realisationen und gingen auf 98 bis 97,65 (99,40) zurück, zumal da die gestrigen Käufe sich heute nicht fortsetzten. Reichsbankanteile konnten sich nach knapp behauptetem Beginn (168) wieder auf 168,25 erhöhen. Der Rentenmarkt lag sehr still. Späte Reichsschuldbuchforderungen gingen auf 97,65 (98) zurück, während Altbesitz, Zinsvergütungsscheine, Kommunal-Umschuldung, 6 v. 5). Stahloerein und 5 d. H. Stahlverein bis 0,13 v. H. anzogen. In der zweiten Börsenstunde wurde das Geschäft auf den meisten Marktgebieten sehr ruhig. In Autowerten setzten sich die Realisationen fort, Daimler 96,25, Adlerwerke Kleyer 88,50 bis 87,50 (89,50). Ferner gingen AEG. auf 35,13 und Reichsbank auf 168 zurück. IG. Farben blieben mit 141,50 behauptet, auch Montanpapiere konnten ihre bis zu 1 d. H. höheren Kurse halten. Weiter lebhaft und fest blieben Cement Heidelberg, die auf 119 anstiegen. Im übrigen zeigten die Kurse nur wenig Aen- derungen. Am Rentenmarkt hielt das stille Geschäft an, die Kurse bröckelten zum Teil leicht ab, so Altbesitz, Mittelstahl 100,40 (100,50), dagegen zogen 5 v. H. Stahlverein auf 96,75 und 4,5 v. H. Stahlverein auf 92,25 (92) an. Am Pfandbriefmarkt lagen Gold- und Liquidationspfandbriefe gut behauptet, Kom- munal-Obligationen zogen weiter an, außer Rhein. Hyp., die 95,50 (96) nachgaben. Stadtanleihen lagen nicht ganz einheitlich und die gestern lebhaften Schutzgebiete bröckelten etwas ab. Bon fremden Werten gaben Mexikaner bis 0,25 v. H. nach. — Tagesgeld 3,5 (3) v. H. Abendbörse: gut behauptet. An der Abendbörse blieb die Grundstimmung fest, das Geschäft lag aber mit Rücksicht auf den Wochenschluß ruhig. Die Kulisse übte wegen des geringen Die Arbeitslose im Landes- arbeiisamisbezirk Hessen im Februar 1935 n Saffet 'de in Ko' ze AnsM a g e n eri hrige deck den anfor hen) mit eilig der Par )er Erwck Berlin). 6- i (Düsses 1) einfted! den gch nberg) ficht len. Der ® nter anbeii (Berlin) w pielloser Sd lieber. @tgi fjim (Berli' Punkte, Di! Eleklr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume 0 Geiellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Eleklr. Schuckert L Co...... Siemens L Halske... Lahmeyer LCo..... 31,5 34,5 34,5 110 82,75 84 84 168,25 28 1,15 7,75 7,3 7,4 10,25 8,25 Evangelische Gemeinden. Samstag, den 16. März. Sonntag, den 17. März, Reminiscere, Volkstrauertag. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfr. Becker; 18: Probst Knodt. — Iohanneskirch:. 9.30: Studienrat Dr. Unverzagt; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfr. Ausfeld; 18: Pfr. Vech- tolsheimer; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfr. Trapp. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfr. Anthes. — Petrus- kapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Pfr. Trapp. — Wiefeck. 9.45: Hauptgottesdienst (Chorschule), Kollekte; 11: Kinderkirche. — Albach. 12.30: Gottesdienst, Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesdienst unter Mitwirkung des Gesangvereins Germania, Kollekte. — Heuchelheim. 10: Heldengedenkgottesdienst unter Mitwirkung des Kirchenchors, Kollekte für die Kriegerhinterbliebenen und Kriegsgräberfürsorge; 11: Kindergottesdienst, 1. Abteilung. — Kirchberg. 10: Gottesdienst, Kollekte; 11: Feier am Denkmal. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Watzenborn - Steinberg. 13: Kindergottesdienst; 13.45: Hauptgottesdienst, Kollekte für die Kriegerhinterbliebenen und Kriegs- lmannschr ergangene ft abschne ' ;u euw diente, >■ Tobellech Yen, M n geben. $ ich aber i 105 53,13 116,5 110,13 79,13 124,9 97,25 152-5 85,25 39 209 158,75 154,9 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4*/,% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4)4% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12 6J4% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekeubank Darmstadt Liaui ... 414% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Lberhejsen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4)4% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6)4% ehem. 4)4% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 5)4% ehem. 4)4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 4)4% ehem. 8% Pr. Landespfand briefanstalt, Pfandvriefe R. 19 4)4% ehem. 7% Pr.Landespfand- briefanst., Gold Komm. Lbl.VI Steuergutsch.BerrechnungSk. 35-39 J We er ^g. Fü! ehr frogi,, n sein. ? lchDanklx Jte unbr 'm u; 99,4 6 151,25 ieieg45: Dei| g- L Win lus WA aelwus't I 1 j tin- ** gen, eine A > her einjelnn t Bezirkslck' übrigen bürr h als ['diel' Treis hat f en jubewei ' erwarten,' ii des üngenbei »re** 1 wirb es w 1U koMch nicht rW t M* >chh°"^ ihnen ft 'M Berlin, 15. März Amerikanische Noten Belgische Noten Dänische Noten . Englische Noten .... .... Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten ......... Spanisibe Noten Ungarische Noten ............ Schultheis Patzenhofer 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhos 0 Zellstoff Aschaffenburg 0; Dessauer Gas ............... * Bamag-MeguinAG. In der Hauptversammlung wurde das mit einem Verlust von 175 252 Reichsmark abschließende Rechnungswerk für 1933/34 genehmigt. Der. Vorsitzende hob hervor, daß der befriedigende Geschäftsgang andauere. Insbesondere haben auch die Bemühungen, den Export zu steigern, Erfolg gehabt. In den letzten Monaten ver- mochte die Gesellschaft den Eingang der Auslandaufträge bis auf 40 v. H. des Gesamtauftragseingangs zu steigern. Die Belegschaft ist auf über 3800 Köpfe gestiegen. * Le-ichte Absatzsteigerung im rheinischen Braunkohlenbergbau. Der Absatz des Rheinischen Braunkohlensyndikats wies im Februar neuerlich eine leichte Steigerung um rund 3 v. H. gegenüber dem gleichen Vorjahrsmonat auf. Für die bisher verflossenen elf Monate des Rechnungsjahres 1934/35 ergibt sich eine Absatzerhöhung von rund 2 v. H. Mein-Mainische Mittagsbörse. Meist fester. Frankfurt a. M., 15. März. Obwohl die ersten Kurse wieder keine einheitliche Linie aufwiesen, war die Haltung der heutigen Börse im Anschluß an den gestrigen Tag weiter etwas fester. Die Bankenkundschaft zeigte ebenso wie die Kulisse unter dem Eindruck günstiger Industrie-Abschlüsse und anderer Wirtschaftsmeldungen lebhafteres Interesse, so daß die Umsatztätigkeit im Vergleich zu den Vortagen allgemein etwas größer war. Indessen richtete sich das Hauptinteresse auch weiterhin auf Spezialwerte, während das Gros der Aktien- papiere weniger beachtet war. In Cement Heidelberg entwickelte sich auf die 7(5)prozentige Dividendenzahlung eine Sonderbewegung, der erste Kurs stellt« sich auf 118,25 (115). Der letzttägige Kursrückgang von etwa 120 bis auf 115 wurde durch eine größere Verkaufsorder verursacht, die aber bereits gestern abgewickelt war. Cement Karlstadt wurden mitgezogen und lagen bei ca. 130 nach 127. Don Montanaktien waren besonders Rheinstahl auf Dividendenhoffnungen (man vermutet 4,5 nach 3,5 o. H.) mit 96,75 bis 97,75 (96,25) ziemlich lebhaft, auch Stahlverein hatten mit 77 bis 77,25 (76,90) größeres Geschäft. Harpener erhöhten sich aus 99,50 (99), Mannesmann lagen mit 78,50 unverändert, während Rhein. Braunkohlen auf 209,75 (211) zurückgingen. Am Elektromarkt blieben AEG. mit 35,40 bis 35,50 (35,40) beamtet, im übrigen lagen die Kurse gut behauptet, so Gesfürel mit 116,25, Siemens mit 141,25 und Schuckert mit 101,50. Stärker gesucht waren erneut Mainkraft mit ca. 92,50 (91). Von chemischen Werten waren Farbenindustrie mit 141,13 (141,25) bis 141,50 lebhafter, ferner zogen Goldschmidt auf 98 (97,25) und Rütgerswerke auf 105 (104,75) an; Scheidean- ftalt lagen mit 206,75 behauptet. Fest waren außerdem Conti Gummi mit 155,75 (154), Eßlingen Schluß!. toa?IUB Mittag- Es läßt sich schon jetzt übersehen, daß die Entwicklung während der vergangenen Wintermonate weit günstiger war als in früheren Jahren. Die Arbeitslofenzahl hat sich in diesem Winter nur während zweier Monate erhöht, und zwar betrug die Zunahme in den Monaten Dezember und Januar insgesamt knapp 30 000. In den Jahren 1931/32 nahm die Zahl der Arbeitslosen während einer Zeit von acht Monaten um fast 100 000 zu. Auch war die Entlastung im Februar d. I. mit über 7000 wesentlich stärker als im Februar 1933, in dem nur eine Abnahme um 1200 erreicht werden konnte. Die Entlastung im Berichtsmonat brachte auch einen erheblichen Rückgang in den Unterstützungseinrichtungen, wobei die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen besonders stark abnahm. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge zusammen ging um 2500, die der Wohlfahrtserwerbslosen um rund 4000 zurück. gräberfürsorge. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottesdienst. — Tlieder-Bessingen. 14: Stiftsdechant Kahn, Kollekte. — Lich. 9.30: Stifts- dechant Kahn, Kinderchor, Kollekte; 12.45: Kindergottesdienst; 20: Aufführung der Matthäuspassion von Schütz durch den Evang. Kirchenchor Friedberg. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Gedächtnisgottesdienst, Kollekte für Kriegergräber. — Bettenhausen. 13.30: Gedächtnisgottesdienst, Kollekte für Kriegergräber. — Münzenberg. 11: Gefallenengedächtnisgottesdienst mit Kollekte, Abendgottesdienst fällt aus. — Trais-Münzenberg. 13.30: Gefallenen- gedächtnisgottesdienst mit Kollekte; 19.30: In der Kirche: Film der Inneren Mission in Nassau-Hessen „Segensspuren der Liebe". — Hungen. 9.45: Gottesdienst zum Heldengedenktag; anschließend Feier am Kriegerdenkmal; 16: Matthäuspassion von Schütz. Münzenberg. 20 Uhr: In der Kirche Film der Inneren Mission in Nassau-Hessen „Segensspuren der Liebe." Langd. 13: Gottesdienst zum Heldengedenttag; anschließend Feier am Kriegerdenkmal. — Ober- G!een. 9: Kindergottesdienst; 10: Heldengedenkgottesdienst. — Kirtorf. 10: Kindergottesdienst; 13: Heldengedenkgottesdienst; 14.15: Gedenkfeier am Ehrenmal. — Wirberg. 9.30: Gottesdienst, Kollekte. — Vettershain. 11.30: Gottesdienst, Kollekte. — Harbach. 13: Gottesdienst, Kollekte. — Veitsberg. Kurszettel her Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. deutschen Butter^ blieb befriedigend. Holländische Butter begegnete weiterhin lebhafterer Nachfrage. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in RM. pro 50 kg frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Einzelhandel): Deutsche Markenbutter 143 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 142 bis 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142. Landbutter 125 bis 130, Kochbutter 115 bis 120. Holländische Butter je nach Qualität 143 bis 148. Mainzer Getreidemarkt. Mainz, 15. März. Es notierten (Großhandelspreise je 100 kg loko Mainz) in RM.: Weizen W XVI 21,60, Roggen R XV 17,60, Hafer H XIV 17,30 ab Station, Futtergerste G XI 17,00, Weizenkleie W XVI 11,02 (Mühlenpreis), Roggenkleie R XV 10,32 (Mühlenpreis), Soyafchrot 13,00 ab süddeutscher Fabrikstation. Tendenz: Brotgetreideabsatz schleppend, Brau- und Jndustriegerste geschäftslos. Futtermittel weiter sehr gefragt. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 15. März. Die mehrmalige Ermäßigung der Preise hat auf den Absatz einen günstigen Einfluß genommen. Auch in dieser Woche nahm das Geschäft bei unveränderten Preisen einen zufriedenstellenden Verlaus. Indes konnten die stark im Zunehmen begriffenen Zufuhren nicht restlos abaesetzt werden. Es notierten in Pfennigen pro Stuck frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Einzelhandel): Deutsche Handelsklasseneier S 10, A 9,5, B 9, C 8,5, D 8. Holländer, Dänen und Flandern Klasse S 9,5 bis 10, Klasse A 9,25 bis 9,5, Klasse B 9, Klasse C 8,5. Bulgaren und Rumänen 8,5. neue Arbeitskräfte eingestellt (Abnahme 950); hier ist in erster Linie die Fahrzeugindustrie beteiligt. Die Entwicklung ist weiterhin beachtlich in der Lederindustrie (—377), im Holz- und Schnitzstoffgewerbe (— 140) und im Bekleidungsgewerbe LPD. Frankfurt a. M., 15. März. Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Der Monat Februar brachte bereits eine fühlbare Entlastung. Die Zahl der Arbeitslosen nahm um 7244 oder 4,1 v. h. des Standes von Ende Januar 1935 ab. Am 28. Februar wurden von den Arbeitsämtern 170 780 Arbeitslose gezählt. Der Rückgang entfällt fast ausschließlich auf die Männer, während die Zahl der weiblichen Arbeitslosen nur ganz gering zurückgegangen ist. Von den 17 Arbeitsämtern des Bezirks sind an der Abnahme der Arbeitslosigkeit 14 beteiligt. In den übrigen drei Arbeitsamtsbezirken ergab sich noch eine leichte Zunahme. Die Entwicklung wurde begünstigt durch die Ende Februar erfolgte Besserung der Witterungsverhältnisse. Es sind daher an der Abnahme der Arbeitslosigkeit auch vorwiegend die Außenberufe beteiligt. Die stärkste Entlastung zeigten das Baugewerbe (—2119), die Industrie der Steine und Erden (—1154) und die Gruppe der ungelernten Arbeiter (—1888). Diese Arbeitskräfte konnten vor allem bei den aus Witterungsgründen unterbrochenen oder bei bereits neu in Angriff genommenen Notstandsarbeiten untergebracht werden. Aber auch die freie Wirtschaft zeigte nach Ueberwindung saisonmäßig bedingter Abschwächungen neuen Auftrieb. So hat vor allem die Metallindustrie bereits in nennenswertem Umfange 14.15: Gottesdienst, Kollekte. — Treis a. b. Lda. 10: Hauptgottesdienst; Gedenkfeier für die Gefallenen; 13: Kindergottesdienst. Montag, den 18. März. Kirtorf. 20 Uhr: Gustav-Adolf-Frauenverein. Dienstag, den 19. März. Langsdorf. 20 Uhr: Passionsandacht. — Münzenberg. 20: Mädchenabend. Mittwoch, den 20. März. Gießen. Johanneskirche. 18 Uhr: 3. Pafstonsan- dacht, Pfr. Bechtolsheimer. — Johannessaal. 20: Lichtbilderoortrag von Missionar Oberlein. — Bettenhausen. 20: Passionsandacht. — Lich. 19.45: Pas- ionsandacht. — Ober-Gleen. 19.30: 3. Passionsandacht. — Kirtorf. 20.30: 3. Passionsandacht. — Münzenberg. 20: Frauenabend. — Trais a. d. Lda. 20: 3. Schlußfeier der Frauenhilfe. Donnerstag, den 21. März. Gießen. Kapelle des Alten Friedhofs. 20.15 Uhr: Passionsandacht, Pfr. Anthes. — Treis a. d. Lda. 21: Missionsstunde, Missionar Oberlein von der Herrnhuter Mission. Freitag, den 22. März. Gießen, pelruskapelle. 20 Uhr: Passionsandacht, Pfr. Trapp. Evangelische Stadtmission, Löberstrahe 14. Sonntag, 13. März. 20.15 Uhr: Evangelisationsvortrag Missions- Inspektor Veiel, St. Chrischona. Mittwoch, 20. März. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Muaposiolische Gemeinde Gießen. Händelstraßel — Ederstraße 13. Sonntag, den 17. März. 9.30 Uhr: Gottesdienst. 16: Gottesdienst. Mittwoch, den 20. März. 20.30 Uhr. Baptisten-Gemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 17. März. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Lotz. Donnerstag, den 21. März. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung, Prediger Lotz. Heilsarmee (Grabenstraße 11). Sonntag, den 17. März. 9 Uhr: Heiligungsversammlung; 14: Kinderversammlung; 20: Heilsversammlung. Dienstag, den 19. März. 20 Uhr: Für Mitglieder. Mittwoch, den 20. März. 15 Uhr: Liebesbund; 20: Heiligungsoersammlung. Freitag, den 22. März. 20 Uhr: Heimbund; Nähabend für Frauen und «4