185. Jahrgang Gießener Anzeiger ARABIEN Horror o Bari Be- lienern schwere Verluste belbrachte. Seitdem hat es /) Als jüngster Interessent ist kürzlich noch Java n aus der Bildfläche erschienen, in dessen polmsckMn Straßen Adolf Hitlers, machen: Insgesamt 1 200 Kilometer Strecke sind heute, zwei Jahre, nachdem der Führer die Idee des großen Werkes in die Tat umzusehen begann, bereits im Bau. Bon diesen 1200 Kilometern Baustrecke werden noch in diesem Jahre folgende Strecken dem Berkehr übergeben werden können: Im Frühjahr die Strecken Frankfurt a. Bl. — Darmstadt, Blünchen — Holzkirchen. 3m Sommer und Herbst voraussichtlich die Strecken Holzkirchen — Rosenheim, Darmstadt — Mannheim — Heidelberg, Köln — Düsseldorf, Braunschweig — Hannover, Harburg — Bremen, Berlin — Joachimstal und Teilstrecken in Ostpreußen, bei Breslau und Dresden. Insgesamt werden bis Ende dieses Jahres etwa 4 bis 500 Kilometer Strecke dem Berkehr freigegeben fein. Neben den 1200 Kilometern in Bau befindlichen Strecken find bereits 1500 Kilometer zum Bau freigegeben und 5000 Kilometer projektiert. Am ganzen Werk sind 2 0 0 0 0 0 Arbeiter beschäftigt, ihre Zahl soll in diesem Jahre noch auf 220 000 erhöht werden. Dr. Todt ging dann auf die Organisation des Werkes der Reichsautobahn ein, auf die Probleme der A u f t r a g s v e r t e i l u n g , an der 132 Baufirmen teilhaben, sowie auf die Fragen sozialer Natur, die Maßnahmen, die für diejenigen, die als Arbeiter dem großen Werk dienen, getroffen wurden und getroffen werden. Die Tagung befaßte sich sodann mit der Frage der Reichs- und insbesondere der Verwaltungsreform. Gauleiter Rover, der Reichs- ftatthalter von Oldenburg, gab anhand der Erfahrungen der bereits umfassend durchgefuhrten Verwaltungsreform im Lande Oldenburg einen großangelegten Ueberblick über das ganze Prob^m. Röver sieht in der Neugliederung der Gemeinden und ihres zweckmäßigen Zusammenfaf- sens das Kernproblem aller Verwaltungsreform. Röver erklärte, daß die Erfahrungen m Oldenburg bewiesen, daß auf dem Wege einer durchgreifenden Verwaltungsreform außer ordentliche Möglichkeiten für das Reich erschlossen werden könnten. BTinifterpräfibenf Göring sprach bann unter jganda;ken|ä Oie Reichs- und Verwaltungsreform im Mittelpunkt der Berliner Gauleitertagung auf hin, daß England zur Sicherung und Ausgestaltung der Wasserwirtschaft im Nillande das wasserreiche Hochland von Habesch tm nordwestlichen Abessinien mit dem Quellgebiet des toobat, des im Tanasee entspringenden Blauen Nil und des Atbara als seine Interessensphäre betrachtet (aus unserer Karte das Gebiet um G o n d a r) und dort das Recht zur Errichtung von Staudämmen für sich beansprucht, um ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse Abessiniens die Wassermassen des Blauen Nils für die Bewässerung des Sudans nutzbar zu machen. Diese britischen Interessen haben schon früh zu ernsten Konflikten mit Abessinien geführt In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts drang Sir Robert Napier mit 32 000 Mann bis Magdala vor, das von Kaiser Theodor tapfer, aber ohne Erfolg verteidigt rourbe^ Nach Der Erstürmung der Stadt gab sich der Kaiser selbst ben Tod, die britischen Truppen räumten indessen 1^ wieder das Land. Erst 1902 erzwang England von Kaiser Menelik die Verpflichtung, ohne britische Erlaubnis keine Dammbauten am Tanasee zu er- Oie Kleinsiedlung aus neuen Bahnen. Beich-arbeÜsminister Seldte teilt neue Grundsätze für die Förderung der Kleinsiedlung mit. System es liegt, den europäischen Großmächten Schwierigkeiten zu machen, um sie zu beschäftigen und von der eigentlichen japanischen Interessensphäre, Ostasien, abzuhalten. Auch wirtschaftspolitisch liegt die japanische Fühlungnahme in Abessinien durchaus in der Linie des rücksichtslosen Vordringens japanischer Exportwaren auf den Weltmärkten, wobei Japan namentlich die unentwickelten für billige Jndustrieware besonders aufnahmefähigen Wirtschaftsgebiete Afrikas und Asiens bevorzugt. So wird Abessinien mit japanischen Waren überschwemmt, aber im März 1934 ist zwischen Abessinien und Japan auch ein Vertrag zustande gekommen über die Anlage von Baumwoll- und Kaffeepflanzungen und die zu diesem Zweck erfor- forderliche Aufnahme japanischer Auswanderer. So hat Abessinien den Japanern wirtschaftliche Konzessionen eingeräumt, die es den Europäern ftetg verweigert hat. Damit hat es sich aber auch Japans Hilfe bei der Modernisierung seiner Armes gesichert. Die Einfuhr japanischer Waffen nimmt heute ein beträchtliches Ausmaß an und ohne den finanziellen Beistand Japans wäre es Abessinien wohl kaum möglich, bei der gedrückten Wirtschaftslage die Last der Aufrüstung zu tragen, die es zum Schutz des Landes auf sich nehmen muß In den „Preußischen Jahrbüchern" gibt Oberstleutnant Rohde einen interessanten Ueberblick über dis abessinischen Wehrverhältnisse. Eine belgische Milt- tärmission läßt sich seit 1930 die moderne Organ!- sierunq und Ausbildung des bis dahin noch m Stamm"«truppen und Soldaten des Kaisers zerfallenden Heeres angelegen fein. Seitdem hat auch bie besonderen Hinweis darauf, daß die Bedeutung der Gemeindeordnung sich insbesondere a u s ihrer Durchführung entwickeln müsse. In einer abschließenden Ansprache faßte sodann Gauleiter Adolf Wagner, der Beauftragte für den Neubau des Reiches im Stabe des Führers, die Ergebnisse der so außerordentlich vielseitigen Behandlung der staatsorgamsatorlschen Probleme auf dieser Tagung zusammen. Er wies darauf hin, daß d ie P a r t e i die Stellung, die sie heute in Deutschland einnehme, sowohl begründe auf die Tatsache, daß der heutige Staat nicht wäre, wenn nicht die Partei, in der Hand des Führers ihn aufgebaut hätte als auch in dem Um« stand daß der Gedanke der politischen Führung des Staates durch die Partei in den vergangenen zwei Jahren sich für die Nat on als imwahrsten Sinne fruchtbar erwiesen habe. Eine lebhafte Aussprache, in der alle aufgeworfenen Fragen eine weitere interessante. Beleuchtung erfuhren, und in der auch der Stellvertreter des Führers mehrmals das Wort ergriff, schloß sich an. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley stellte in kurzen Worten die politische Bedeutung ebenso das persönliche Erlebnis des abqelause- neu Tages heraus und schloß in den Abendstunden die Tagung mit einem begeistert aufgenommenen Bekenntnis' zum Führer. richten. Zu den englischen Begehrlichkeiten waren inzwischen auch solche Italiens gekommen, das sich 1882 in Eritrea und 1889 an der Somalikuste festgesetzt und damit Abessinien völlig vom Meer ab- gedrängt hatte. Des italienischen Ministerpräsidenten Crispi expansive Kolonialpolitik endete zwar vorerst mit der blutigen N i e d e r l a g e v o n A d u a am V März 1896, wo Kaiser Menelik II. den General Baratieri aufs Haupt schlug und den Jta- . - : < (3-*rttrhotn hrt t P* Italien mit der friedlichen „Durchdringung" versucht, ist aber ebensowenig wie England damit zu wesentlichen Ergebnissen gelangt. An der dritten hier interessierten Kolonialmacht, Frankreich, fand Abessinien eine Unterstützung seiner Unab- hänqiqkeitsbestrebungen gegen die beiden andern Konkurrenten England und Italien. Gegen deren Wunsch erreichte Abessinien mit französischer Hilfe 1923 die Zulassung zum Völkerbund, vor dessen Forum es seitdem schon mehrmals seme Souveränitätsrechte gegen England und Italien verteidigt hat. Beide Mächte fanden m einem Ge- heimvertraq von 1925 einen Ausgleich ihrer Interessen. Italien sollte durch eine Bahn quer durch abessinisches Gebiet als Vorläufer eines territorialen Korridors seine beiden Kolonien Eritrea und Somaliland miteinander verbinden dürfen, wahrend England für sich die lang erstrebten Dammbauten am Tanasee aufführen wollte. Der Hande wurde indessen vorzeitig bekannt. Abessinien protestierte m Genf und suchte weiter die Hilfe der mächtigen Vereinigten Staaten durch Betrauung einer amerikanischen Firma mit den Dammbauten für eigene abessinische Rechnung. Der Plan scheiterte zwar am Widerspruch Englands rote an der Abneigung Amerikas, den eigenen Baumroollpflan- zern durch Erschließung eines neuen Anbaugebietes neben Aegypten einen zweiten Konkurrenten zu schaffen aber Abessinien vermochte durch das geschickte Ausspielen der rivalisierenden Mächte ferne Unabhängigkeit zu wahren. x.^U(Eng$ Oer letzte Brocken. Abessinien ist anscheinend in eine neue Phase seines Unabhängigkeitskampfes eingetreten, eines Kampfes, der mit jahrzehntelangen Unterbrechungen andauert, feit in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die europäischen Kolonialmächte England, Frankreich und Italien an der Küste Abessiniens vom Roten Meer bis zum Indischen Ozean Fuß gefaßt haben und das Vordringen der britischen Herrschaft im Sudan auch die Landgrenzen Abessiniens unter den Druck kolonialer Expansionspolitik gesetzt hat. Das Kaiserreich Aethiopien, wie der amtliche Name des neben der von freigelassenen amerikanischen Negern gegründeten Republik Liberia heute einzigen unabhängigen Staates im Schwarzen Erdteil lautet, ist einer der ältesten Staaten der Erde. Sein Herrscherhaus leitet sich in kühner mythologischer Ausdeutung von niemand Geringerem ab, als von dem biblischen König Salomo und der Königin Saba, deren beider Sohn Menelik angeblich der Ahnherr der stenz der Siebter dauernd gesichert erscheine. , , , „ . , Eine sorgfältige Siedlerauslese solle durch die Mitwirkung der Heimstättenämter sichergestellt werden. Innerhalb des zugelassenen Personenkrei- ses sollen Frontkämpfer und Kämpfer für die nationale Erhebung, Opfer d e s Krieges, der nationalen Erhebung und der nationalen Arbeit, in allen Fällen kinderreiche Familien bevorzugt berücksichtigt werden. Um bie Dafeinsgrundlage bes einzelnen Siedlers unbedingt zu sichern, sollen die K o st e n der einzelnen Siedlerstelle und die danach sich ergebende Gesamtbelastung der Siedler auch künftig so gering wie nur ir» qenb möglich gehalten werden. Der Siedler soll über mindestens 1000 qm Nutzland verfügen. Die Reichsregierung will bei der Finanzierung der Kleinsiedlung noch soweit wie möglich mitwirken. Ziel ist aber, die Weiterentwicklung, abgesehen von einer zweckvollen Leitung, allmählich der Wirtschaft zu überlassen. Deshalb sollen in Zukunft die Gesamtkosten der Siedler- stelle möglichst auf b e m privaten Kapital - markt, durch private erste und zweite Hypotheken aufgebracht werden. Es ergeht daher der Appell an die F i n a n z i e r u n g s i n st i t u t e aller Art, Realkreditinstitute, Sparkassen, Lebens- Versicherungsgesellschaften, Feuerversicherungsgesellschaften usw? möglichst große Mittel für die Kleinsiedlung herzugeben. Die S i e frier selbst sollen künftig m i n fr e st e n s 20 v. H. des Bau- und Bofrenwertes aufbringen. Insbesondere darf auch von der Industrie er- wartet werden, daß sie sich künftig in großem umfange an der Finanzierung der Kleinsiedlung beteiligt. Dies ist die beste soziale Fürsorge, die der Betriebsführer seiner Gefolgschaft angedeihen lassen kann. begeistertem Beifall über die Leistungen des nationalfozialistifchen Deutschland. Er knüpfte an bas Problem der Berwaltungsreform an. Die Reform der Bcrroattung fei in erster Linie notwendig, dann werde sich organisch aus ihr die Reichsreform entwickeln. Die Reichsreform, die eine der wichtigsten Fragen der Zukunft des Reiches fei, könne nicht von heute auf morgen vollendet werden. Der Führer werde hier feine Entscheidung zur rechten Zeit treffen und zwar so, daß die Lösung ein absolut dauerhaftes Fundament für alte Zukunft fei. Die treibende Kraft der Berwaltungsreform liege bei der Nationalfozialistifchen Partei. Sie allein könne sie vorbereiten und gestalten. Es folgten zwei Spezialreferate zu den im Mittelpunkte der Tagung stehenden Fragen. Amts- hauptmann Th eilen, Westerstede, befaßte sich eingehend mit den verwaltungs- und finanztechnischen Einzelheiten der von Gauleiter Röver dargestellten Oldenburger Losung. Pg. Sommer, Haüptamtsleiter im Stabe des Stellvertreters des Führers, behandelte die kürzlich Gesetz gewordene Gemeindeordnung unter dem ttr 40 Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, 16. zebruar 1955 Annahme von Anzeigen Erscheint täglich, außer Ä W für die Mittagsnummer Sonntags und Feiertags ▼ * AA bis 8ft,Uhr des Vormittags ==£== miAftAttAf nttiPtAPr —— £==3 VMhvIlvl 411 HvUlvi ----- Auch bei Nichterscheinen ö ■ IV Ermäßigte Grundpreise: von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins-, gemein- ZMZr General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen v 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. S-nÄÄHGss Druck und Oerlag: vriihl'sch- Univ.rfitSt5.vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Berlin, 16. Febr. (DNB.) Im Preußenhaus in Berlin fand am Freitag, wie die NSK. berichtet, in Anwesenheit des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß, und der Reichsleiter unter dem Dor- itz des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley eine große gemeinsame Tagung der Gauleiter und der Hauptamtsleiter der Reichsleitung der NSDAP, statt. Die Besprechungen begannen am Vormittag und wurden am Spätnachmittag fortgesetzt. Während der Mittagsstunden waren die Reichsleiter und Gauleiter G ä st e bes Führers in ber Reichskanzlei. Vor bem Eintritt in bie eigentlichen Beratungen hörte bie Tagung zwei interessante unb mit großem Beifall aufgenommene Vorträge: Staatssekretär Milch vom Reichsluftfahrtministerium gab einen geschichtlichen Ueberblick über bie Entwicklung ber Luftfahrt unb über bie Aufgaben unb Tätigkeitsgebiete bes Reichsluftfahrtministeriums. Anschließenb berichtete der Generalinspekteur für bas beutsche Straßenwesen, Dr. Tobt, Hauptamtsleiter im Stabe bes Stellvertreters bes Führers, über bie Fragen ber Technik unb ihrer Organisationen, über bie Fragen bes deutschen Straßenbauwesens. Er konnte babei wichtige Mitteilungen über ben gegenwärtigen Stanb ber Reichsautobahnen, ber Berlin, 15. Febr. (DNB.) Reichsarbeitsminister Selbte empfing Vertreter der Presse, um sie mit iben neuen Grundsätzen für die Kleinsiedlung bekannt zu machen. Die Maßnahmen, die er heute bekanntgebe, so saate er u. a., sollen einen neuen B a u a b - schnitt der Kleinsiedlung nach neuen Grundsätzen einleiten. Am wichtigsten davon sei die sog. A b - lö'funqsaftion. Sie sei geregelt in dem sog. „Ablösungserlaß". Er solle bie Möglichkeit eröffnen, daß die beträchtlichen, bisher zur Forderung der Kleinsiedlung gewährten R e i ch s m i 11 e l — rund 195 Millionen Mark — zu einem möglichst großen Teile für neue Siedlungsvorhaben nochmals nutzbar gemacht werden unb zwar in ber Weise, daß eine U mfinanzre - r u n q der bisher errichteten Siedlungen so vorgenommen werde, daß die für bestimmte Siefr- lungsvorhaben gegebenen Reichsdarlehen ganz ober teilweise burch F r e m b b a r l e h e n (Ablosungsbarlehen) ersetzt würben, um die so freigewordenen Reichsmittel für weitere Siedlungsvorhaben als nachstellige hypothekarisch zu sichernde Darlehen erneut zu verwenden. Die Ablösung soll ergänzt werden durch eine Reichs- bürgf chaft für Kleinsiedlungen. Künftig werden grundsätzlich alle ehrbaren, minderbemittelten deutschen Volksgenossen als Siedler zugelassen, die ebenso wie ihre Angehörigen national zuverlässig, rassisch wertvoll, ge- und und erbgesund sind. Insbesondere werden also jetzt auch Vollbeschäftigte — ohne Rücksicht auf die Kinderzahl — bis zu einem Einkommen von 200 Mark monatlich em- bezogen. So wird die Fortentwicklung der vorstädtischen Kleinsiedlung zur vollbeschäftigten Siefr- lunq, damit zur Kleinsiedlung, und zwar nur Gern ei n s ch a f t s s i e d l u n g , vollzogen. Zur Vermeidung von Fehlinvestitionen ist vorgeschrieben daß künftig neue Siedlungen nur b o r t emajtet werden dürften, wo die wirtschaftliche Gxi- ! Adua jGondar esokota ' G o . Magdala Monkorer» Dynastie der Schoa gewesen ist, bie 1889 unter dem großen Kaiser Menelik II. ganz Aethiopien unter ihrer Herrschaft vereinigte, nachbem Kaiser Johannes, bas Haupt einer früheren Dynastie, im Kampf gegen ben Mahbi gefallen war. Aber diese Vereinigung bes geographisch unb wirtschaftlich, rassisch unb konfessionell vielfach gespaltenen Lanbes gelang wie in ben vorausgegangenen Jahr- hunberten auch unter ber Schoa - Dynastie nur kraftvollen Herrschern, wenn ber Druck von außen bie Zusammenfassung aller Kräfte zur Verteibi- gung ber Unabhängigkeit bes Lanbes gebieterisch ^Geographisch gliebert sich Abessinien in ein westliches Hochlanb, bas eigentliche Abessinien, mit reichen Nieberschlägen, gesunbem Klima unb hoch- ftehenber lanbwirtschaftlicher Kultur, unb ein nach Osten vorgelagertes trockenes T a f e 11 a n b mit spärlicher Ackerkrume. Dieser geographische Gegensatz hat sich natürlich auch in völkischer, kultureller unb wirtschaftlicher Bebeutung ausgewirkt unb dazu fceiqetragen, baß Abessinien keineswegs bas einheitliche Staatsgebilbe ist, als bas es auf unseren Lanb- farten erscheint. Neger, Hamiten bes Nillanbes sub- arabische Semiten haben nacheinanber bas Hochland von Abessinien erreicht unb in ständigem Kampf miteinander besiedelt. Die Schwächeren wurden nach Osten in bie Trockengebiete bes So- malilanbes abgebrängt, wo sie als Jäger unb no- mabifierenbe Viehzüchter ein kümmerliches Leben fristen. Grenzstämme biefer Womaben gaben tn diesen Tagen ben Anlaß zu dem Konflikt mit bem benachbarten Italien. Seßhaftigkeit, Ackerbau unb Viehzucht vermochten sich nur m bem abessim chen Hochlanb zu entwickeln. Hier entstanben stabti che Siedlungen als Marktplätze des bäuerlichen Umlandes unb Herrfchersitze ber vielen Gaue in b.e bas zerklüftete Lanb zerfalltz Hier ließt ber «ern ber abessinischen Staatsmacht, eine starke natürliche Festung, durch Steilstufen und schwer passierbaren Buschwald gegen Angriffe vorzüglich geschützt. Ihm gleichsam als Festungsglacis vorgelagert bas ganze übrige tiefer gelegene Lanb, bunn besiebelt wegen feines feuchten Westen unb ©üben, als Steppe unb Wüste im Norden unb Osten. Diese ungeheuren strategischen^Vorteile, bie sich aus ber Natur des Lanbes rgeben haben für bie abessinische Staatsleitung auch hr Schattenseiten. Die starke Zerk uftung hat eine bebenklichen Kleinstaaterei Vorschub geleistet und die scharfe Scheibung zwischen bem obestml'chen Kernlanb unb der ihm glacisartig vorgelagerten Ebene haben es zu jeder Zeit dem abesilmsche Herrscher schwer gemacht, bei ohnedies sehr priMi tiven Verkehrs- unb Nachrichtenmitteln, einen einheitlichen Staatswillen in allen Teilen des tarn bes zur Geltung zu bringen, eine Tatsache, Die Italien augenblicklich roieber benutzt um Die rechtigung seiner Forberung zu unterstreichen^ Wenn auch Abessinien seine wirtschaftlichen Bedürfnisse fast aus eigener Erzeugung befriedigt uno damit der Gefahr bes vollkommenen Pinnenlanbes, ausgehungert unb vom Weltmarkt abgesperrt z werben, erfolgreich begegnen kann, so ist Abessiniens Wirtschaft mit ihren von ber Natur reich gespendeten Schätzen, klimatisch günstig gelegenem Boden unb wertvollen Mineralien boch so wenig erschlof- sen baß bas Land auf bie in ben wüstenhaft oben Küstenstrichen sitzenben Italiener gerabezu wie ein Magnet wirken muß. Erich Obst hat btefe wichtigen geopolitischen Zusammenhänge in dem bekannten Sammeldanb ..Jenseits ber Großmäckpe sehr prägnant herausgearbeitet. Er weist auch bar- Djallen ° tz. : BHIo o . ,.o , A Adis Abeba eAffad VESSINIEN“0' X Bako Zone festlegen. Aber, auch hier handelt es sich „unanwendbar" gewordene Bestimmungen. W, ter Ge- Jnteresse des Auswirkungen vermieden Regierung an Abschlusses einer solchen, in ihren völlig neuartigen Luftkonvention werden sollten. Bevor die deutsche solchen Verhandlungen teilnimmt, um >enn Abessinien zu den militärischen Vorbereitungen Italiens. Die deutsche Antwort stellt den Beginn der diplomatischen Verhandlungen über das Ergebnis der Londoner Konferenz dar. Bei dem Umfang des Stoffes und angesichts der Tatsache, daß es gilt, die Unklarheiten und Standpunkte zweier hochpolitischer Konferenzen — Rom und London — in Betracht zu ziehen und dazu Stellung zu nehmen, ist die Schnelligkeit bemerkenswert, mit der die deutsche Regierung ihre erste Aeußerung zum Grundsätzlichen gegeben hat. Die deutsche Antwort trifft zweifellos den richtigen Ton und umreißt auch den Sinn der Londoner Abmachungen richtig, wenn sie die Bereitschaft zur Prüfung der für eine allgemeine Regelung gemachten Vorschläge ausdrückt. In Frankreich sollte diese Auffassung schon deshalb Anerkennung finden, weil die deutsche Neigung zum Abschluß des Luftpaktes deutlich zum Ausdruck kommt. Dies ist um so eher zu erwarten, als die französische Oeffentlichkeit das Ergebnis der Londoner Konferenz namentlich in diesem Punkte überaus enthufiatisch begrüßt hat. Dagegen muß vom deutschen Standpunkt mit besonderem Nachdruck die Unterstellung zurückgewiesen werden, daß Deutschland keinen Anspruch auf seine eigene Luftverteidigung hat. Einmal kann man Deutschland nicht zum Partner eines „Luft-Locarno" machen, ihm also Verpflichtungen auferlegen, wenn die andere Seite die Erfüllungsmöglichkeit dieser Verpflichtungen verneint. Dazu kommt das Grundsätzliche: Deutschland konnte bei seiner Antwort nur davon ausgehen, daß es keinerlei Diskussion mehr über den Begriff der Gleichberechtigung geben kann, daß also der deutsche Souveränitätsanspruch die selbstverständliche Grundlage für die diplomatischen Verhandlungen, in die man deutscherseits nunmehr eintritt, sein muß. Leider wird sich ein Teil des diplomatischen Stampf es darauf konzentrieren müssen, die französische Einstellung hinsichtlich des Versailler Sr c--5 v!5 ^.r gültigen und selbstverständlichen Basis für die künftigen Auseinandersetzungen zu beseitigen. Die unveränderte Mentalität der London, 12. Febr. (DNB. Funkspruch.) Nach dem Eintreffen der deutschen Stellungnahme zu den Londoner Vorschlägen glaubt die englische Morgenpresse, daß z u n ä ch st ein englisch- französischer Meinungsaustausch auf diplomatischem Wege über die durch die deutsche Antwort geschaffene Lage stattfindet, worauf die weiteren Schritte in London und Paris beschlossen werden. „Daily Telegraph" weist besonders darauf hin, daß sich die deutsche Antwort nur mit dem Luftpaktplan eingehend befasse. Das geplante Luftabkommen müsse aber in den Rahmen eines allgemeinen europäischen Sicherheitssystems eingespannt wer- dle anderen natürlich eine Bindung uns gegen- über ablehnen, falls wir nicht dasselbe für s i e tun können, was sie für uns zu tun bereit wären. Daraus folgt als Be- gleitumstand derartiger Abmachungen für die gegenseitige Sicherheit, daß England eine angemessene Luftflotte besitzen muß. Außerdem muß England auch angemessene Land - und Seestreitkräsle haben, um der Luftflotte Beistand zu leisten. Denn festgestellt wird, daß unsere R ü st u n g s - ausgaben während der nächsten zwei Jahre steigen werden, dann darf man nicht oer- g e f f e n, daß wir das Geld nicht ausgeben, um in den Krieg ziehen zu können, sondern u m Öen Krieg gegen uns zu verhindern. Chamberlain dementierte dann die Gerüchte von baldigen Parlamentswahlen; vorläufig werde es keine Wahlen geben. Die englische Regierung werde noch eine Zeitlang ihre Bemühungen zur Sicherung des Friedens, zur Verwirklichung des britischen Weltreiches foi^tsetzen. Voraussetzung da- für sei, daß England sich von politischen Verwicklungen fernhalten könne, und daß die kommenden Jahre eine weitere Verbesserung des Handels und eine weitere Verringerung der Arbeitslosen brächten. Die Gerüchte über Unstimmigkeiten im englischen Kabinett und über eine bevorstehende Aenderung im Kabinett entsprächen nicht den Tatsachen. Berlin, 15. Febr. Die Antwort auf das Londoner (Kommunique, die der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Reurath, dem englischen Botschafter Sir Eric Phipps und dem französischen Botschafter Francois Poncet gegeben hat, hat folgenden Wortlaut: Die deutsche Regierung weiß sich mit der königlich Britischen Regierung und der französischen Regierung einig in dem aufrichtigen Wunsch, die Sicherung des Friedens zu fördern, deffen Erhaltung ebenso im Interesse der Sicherheit Deutschlands, wie im Interesse der Sicherheit der anderen europäischen Staaten liegt. Die deutsche Regierung begrüßt den Geist vertrauensvoller Aussprache zwischen einzelnen Regierungen, der in den Mitteilungen der königlich Britischen und der französischen Regierung jum Ausdruck kommt. Sie wird den ihr vorgelegten gesamten komplex der in dem ersten Teil des (Kommuniques von London aufgeworfenen europäischen Fragen einer eingehenden Prüfung unterziehen. Diese wird ebenso vom Gei st überzeugten Friedenswillens wie von der Sorge um die Sicherheit des Deutschen Reiches in seiner geographisch besonders exponierten Lage im Herzen Europas getragen fein. Die deutsche Regierung wird insbesondere prüfen, mit welchen Mitteln künftig die Gefahr des Wettrüstens vermieden werden kann, die durch den Verzicht der hochgerüsteten Staaten auf die vertraglich vorgesehene Abrüstung entstanden ist. Sie ist überzeugt, daß nur der in dem britisch - französischen (Kommunique zum Ausdruck kommende Gei st freier Vereinbarung zwischen souveränen Staaten zu dauerhaften internationalen Regelungen auf dem Gebiete der Rüstungen führen kann. Die deutsche Regierung begrüßt den Vorschlag, >ie Sicherheit vor plötzlichen Angrif- en aus der Luft zu erhöhen durch eine baldmöglichst abzuschließende Konvention, die den unmittelbaren Einsatz der Luftstreitkräfte der Unterzeichner zugunsten des Opfers eines nicht herausgeforderten Luftangriffes vorsieht. Sie ist grund- ählich bereit, ihre Luftstreitkräfte als Abschreckungsmittel gegen Friedens- ff ör u n g e n einzusehen. Sie ist daher geneigt, in freier Vereinbarung mit den in Frage kommenden Regierungen alsbald Mittel und Wege zu finden, mit denen eine solche Konvention verwirklicht werden kann, welche die größtmöglichste Sicherheit aller Unterzeichner verbürgt. Die deutsche Regierung ist der Auffassung, daß Verhandlungen in größerem Kreise, die nicht genügend vorbereitet sind, erfahrungs- und naturgemäß Reibungen mit sich bringen, die im Rechtsbrüche im Memelgebiet veranlaßte Rechtsunsicherheit aufhört. Dieser schwierigen, aber notwendigen Frage gegenüber erscheint es uns verhältnismäßig einfach, in der Frage des vorgeschlagenen Luftlocar- n o s zu einem baldigen positiven Ergebnis zu kommen. hier sind die Möglichkeiten der gegenseitigen Verpflichtungen genau abzusehen. Daher kann auch zwischen den beteiligten Staaten eine rasche Verständigung erfolgen. Es scheint der Reichsregierung hierbei zunächst notwendig, daß sich Deutschland mit England trifft, um gewisse Einzelheiten dieses Luftlocarnos noch näher zu erörtern. In den verschiedenen gegensei- tigen Verhandlungen zwischen Paris, London und Berlin würde also gewissermaßen nach der französisch-englischen Verständigung nunmehr die andere Seite des Dreiecks beschritten werden, das englischdeutsche Gespräch. Die rasche Uebermitt- lung der deutschen Antwort auf das Londoner Kommunique dürfte wohl der eindeutigste Beweis dafür sein, wie großen Wert Deutschland darauf legt, die Verhandlungen zu beschleunigen und zu aktivieren, und wir hoffen, daß die verständnisvolle Aufnahme dieses deutschen Dokumentes ein gün- st i g e r Auftakt für die weiteren Verhandlungen zur Sicherung des europäischen Friedens sein werde. hält sie es für wünschenswert, eine Reihe grundsätzlicher Vorfragen in Einzelbe- sprechungen mit den beteiligten Regierungen zu klären. Sie würde es deshalb begrüßen, wenn — nach den vorangegangenen französisch-britischen Beratungen — zunächst die Königlich Britische Regierung als diejenige Teilnehmerin an den Londoner Besprechungen, die zugleich Garant von Locarno ist, bereit wäre, hierüber in einen unmittelbaren Meinungsaustausch auch mit der deutschen Regierung zu treten. Die deutsche Regierung ist sich eins mit der Königlich Britischen und der französischen Regierung in der Auffassung, daß der Abschluß einer Luftkonvention ein bedeutsamer Schritt auf dem Wege zur Solidarität der europäischen Staaten wäre und geeignet sein kann, auch die anderen europäischen Probleme einer alle Staaten befriedigenden Lösung entgegenzuführen. Rom, 15. Febr. (DNB.) Die abessinische _. sandtschaft erklärt, Abessinien habe nach dem Zwischenfall von Ualual keine Truppen im dor - tigenGrenz gebiet zusammengezogen. Den Soldaten sei befohlen worden, jeden weiteren Zwischenfall zu vermeiden. Dieser Befehl sei pünktlich etagehalten Morden. Weiter heißt es: „Die Sicherheit von Italienisch-Somali ist durch Abessinien nicht bedroht worden. Die Mobil- EmDokumentdeulscherVerhandlungsbereiffchast Oer Völkische Beobachter zur deutschen Antwort. Oie deutsche Antwort veröffentlicht. Bereit zur Prüfung der Londoner Vorschläge im Geiste des überzeugten Friedenswittens und in der Gorge um die Sicherheit des Reiches. den. Auf den Vorschlag z w e i s e i t i g e r d e u t s ch- eP9sicher Verhandlungen werde die englische Regierung kaum antworten können, bevor sie mitderfranzösischenRegierungRück- spräche genommen habe. Die britische Regie- rung sei entschlossen, während der weiteren Verhandlungen durchaus in enger Zusammen- a rb eit mi t Paris zu handeln. „Morning Post" äußert sich in ähnlichem Sinne. Deutschland wünsche den Luftpakt sogleich und ohne Berücksichtigung des übrigen Londoner Programms abzuschließen. Ein solches Vorgehen würde eine mittelbare An» erkennung von Deutschlands Recht auf eine Luftflotte sein. Es sei keineswegs sicher, Das Echo in England. Sowjetrussische Einflüsse in Paris. - Lavals Versprechen Beteiligung am Lustpakl bedingt eine angemessene Luftflotte. Gegenseitige Hilfe gegen Lustangriffe seht starke Abwehrkrcifie voraus s'Sz le/AMui 19. b>.e 6Ä* ■VÄ' Ä" Samstagmop deutsche Antr deutet werde' teren Verstör Besonders ui sche Hinwei! rüstung d gründ, der s. „Petit ’ wort sei vor heit und er Ion der Ar tunken. Du stanziMe Vr« mit $ Gemeinheit! meint, die beim Lesen schwere Pn alsford /schielung ilchk^j t Sieger c , Das „Qei ?°rauf hm reine M aber auch , ?es wirklich ^temationa antwort tas ^London! Erzähl b; ^ruhrt wär * Ginta 'nem Be M durch g um k 115 Blatt Mari“- D finget""« s gelinge L ‘ 8i" w iQDiei machung von zwei italienischen Divisionen ist durch keine militärische Maßnahle Abessiniens gerechtfertigt. Die Nachricht von dieser Mobilmachung ist nicht derart, die Atmosphäre des Vertrauens für eine zufriedenstellende Fortführung der gegenwärtigen Verhandlungen über die Bildung einer Vergleichs- und Schiedskommission zur Lösung der italienisch-abessinischen Streitfragen zu erhalten." Don italienischer Seite wird vorerst auf diese Aeußerungen nicht eingegangen werden. Die maßgebenden italienischen Stellen wollen jedoch in der Lage sein, nähere Mitteilungen über tatsächliche Zusammenziehung von Truppen im Grenzgebiet von Ualual zu machen, falls die Erklärung Abessiniens ein übermäßiges Echo im Auslande finden sollte. Zu der deutschen Antwort an London und Paris schreibt der „Völkische Beobachter": Der Zeitpunkt der Ueberreichung der deutschen Antwort an den englischen und französischen Botschafter sei für uns die Gelegenheit, noch einmal den so oft ausgesprochenen Verhandlungswillen der Reichsregierung zu betonen. Wenn Deutschland in einzelnen Kreisen des Auslandes als Gegner gemeinsamer Verhandlungen hingestellt wurde, so unterstreichen wir unsererseits ganz entschieden die maßgebende deutsche Auffassung, daß Deutschland sich an allen irgendwie erfolgversprechen- d e n Verhandlungen aktiv beteiligt. Selbstverständliche Voraussetzung dazu ist natürlich die Anerkennung Deutschlands als gleichberechtigter Partner. Das Londoner Kommunique enthielt bekanntlich verschiedene E i n z e l f r a g e n, die bei den weiteren Verhandlungen der Klärung entgegengeführt werden sollen. Es wurde im „Völkischen Beobachter" schon öfters darauf hingewiesen, wie schwierig es erscheint, die weiten und unabsehbaren Probleme der s o w j e t r u s s i s ch e n Politik mit zum Gegenstand der Erörterungen des europäischen Friedens zu machen. Und wir müssen betonen, daß eine logische Voraussetzung für die aktive Behandlung des Ostpaktvorschlages sein müßte, daß zunächst einmal hie durch die litauischen Hauptmann beteuert seine Unschuld. Seine Mutter bittet um Gnade. Die Mutter des im Lindbergh-Prozeß zum Tode verurteilten Bruno Hauptmann hat an -den Gouverneur von Neujersey ein Telegramm gerichtet, in dem sie unter Hinweis darauf, daß sie im Kriege ihren Mann und zwei Söhne verloren habe, um Milderung des harten Urteils bittet. Der Gouverneur erklärte, er werde der Mutter Hauptmanns antworten, daß er die Angelegenheit nur erwägen könne, wenn sie ihm als Mitglied des Begnadigungsgerichtes zugehe, nachdem das Berufungsgericht entschieden habe. Hauptmann selbst gab durch seinen Verteidi- ger Lloyd Fischer eine Erklärung ab, in der er bei Gott schwört, daß er nichts mit der Entführung und dem Morde zu tun habe. Er sagt u a • Ich bin absolut unschuldig und, falls es mein Los fein sollte, die vom Gericht verhängte Strafe Zu erleiden, werde ich meine Unschuld vor der Welt beteuernd, sterben." Abschließend drückt Hauptmann erneut sein Vertrauen in die Arbeit seiner Verteidiger aus. Hauptmann hat beantragt, daß ihm der Staat Neujersey die Mittel für ein Berufungsver- fahren bewillige, da er kein Geld besitze. Die Entscheidung hängt von Richter Trenchard ab. * «'.(ein« $idp tfJteUtl Sfo! 8» w all!!* tret2?en)5 Chi na'igefrf« g ii n ft > 9e > einer W e! ober hei# oleD I- J* eines tu Fragen gc daß Frankre. fallen la sen Zeit aussch'el einen a stiihuny 1 Bündnis choslowak Hauptungen, । allgemeinen l ohne ZMlst daß gerad eine Trennun hebe. Außer bekannt, daß tretet in 2o zeichnung ein scheu Luftflo Ministerpräsi Kammer an zösischer Ans allgemeinen Seitdem ha! scheinend ih darin zu sm und den erinnert Botschafter Frankreich mit dem würde. Die gehe setzt ’ Deutschen, auszusöhne Ausrüstung mit modernen Waffen, Maschinengewehren, Geschützen, Panzerwagen und Flugzeugen große Fortschritte gemacht. Rohde schätzt die Stärke des abessinischen Heeres auf 500 000 Mann. Die Abessinier sind genügsame, tapfere und gute Schützen, ausdauernde Fußgänger und gewandte Reiter, ungemein geübt in der Ausnutz»Lg des für den Kleinkrieg sehr geeigneten Geländes ihrer an Schluchten und natürlichen Stützpunkten so reichen Heimat. Rohde meint, daß ein Krieg einer europäischen Macht in Abessinien trotz aller modernen Kampf-, Verkehrs- und Nachrichtenmittel infolge der Natur des Landes, der Vervflegungsschwierig- feiten und der beachtlichen militärischen Qualitäten des abessinischen Heeres auch heute noch äußerst schwierig, verlustreich, geld- und zeitraubend sein werde. Italien wird es sich also sehr reiflich überlegen, ob es seine Ziele in Abessinien mit Waffengewalt durchsetzen will, wenn andere Mittel fehlschlagen sollten. Italien hatte mit Abessinien Vereinbarungen über den Bau von Handelsstraßen von dem abessinischen Hochland nach dem Roten Meer und dem Indischen Ozean getroffen. In Rom beschwert man sich darüber, daß Abessinien indessen nichts dazu tue, die Vereinbarungen durchzuführen, es leiste vielmehr, unterstützt von der äußerst fremdenfeindlichen Bevölkerung, der friedlichen Durchdringung des Landes passiven Widerstand, wo es könne. Italien führt weiter Beschwerde über die Grenzstämme, die, dem Einfluß der Zentralregierung von Addis Abeba entzogen, Krieg auf eigne Faust führten. Wenn Abessinien bislang in seinem Widerstand gegen italienische Ansprüche still aber nachhaltig von Frankreich bestärkt wurde, so scheinen die römischen Abmachungen zwischen Laval und Mussolini einen Kurswechsel der französischen Politik zu bedeuten. Paris möchte vermutlich die nach Betätigung drängenden kolonialpolitischen Energien von Tunis und Westafrika ablenken und scheint sich deshalb entschlossen zu haben, den Italienern als Kompensation Abessinien, den letzten Brocken kolonialen Niemandslandes, oorzuwerfen. Vielleicht spielt dabei auch noch der stille Wunsch eine Rolle, Italien möge sich in ein Abenteuer einlassen, das seine militärischen Kräfte und finanziellen Mittel für eine Weile bindet und damit der französischen Politik in Europa, namentlich im Hinblick auf den südslawischen Bundesgenossen, aus der Klemme hilft. Abessiniens Stellung zwischen den Großmächten wird durch diese Schwenkung Frankreichs zweifellos schwieriger. England scheint in Rom im Sinne einer friedlichen Beilegung des Konflikts vorstellig geworden zu sein, aber wenn es Frankreichs Widerspruch künftig nicht mehr zu fürchten haben wird, könnte leicht der alte Teilungsplan wieder auftauchen, der der Unabhängigkeit Abessiniens praktisch ein Ende machen würde. Wie wenig der Völkerbund sein Mitglied Abessinien vor einem solchen Schicksal bewahren würde, haben wir ja bei der Abtrennung Mandschukuos von China gesehen, dessen Proteste in Genf praktisch zu nichts geführt haben. Gegen Abessinien macht nun aber Italien heute schon geltend, daß es seine Verpflichtungen als Mitglied des Völkerbundes nicht erfülle, da der Kaiser keineswegs die Oberhoheit über das ganze Land innehabe, da weiter nicht überall feste Grenzen beständen und da schließlich Abessinien auch heute noch ; den Sklavenhandel nicht unterdrückt habe, alles drei Einwände, die nach den Aufnahmebestimmungen eine Mitgliedschaft im Völkerbund ausschließen . würden. Die italienische Diplomatie wird also versuchen, aus diesen Argumenten namentlich in Lon- 1 don Kapital zu schlagen, um nach dem Einverständnis mit Frankreich auch Englands Billigung für eine schärfere Tonart Abessinien gegen- 1 über zu erlangen. Vorerst wird sich Rom aber , Franzosen, sich an den Buchstaben und Paragraphen des Versailler Vertrages zu klammern, wird in der nächsten Zeit wieder kräftig in Erscheinung treten. Dieser Mangel an realer Betrachtung und Einschätzung der Tatsachen ist der tiefere Grund dafür gewesen, daß alle Ansätze für eine dauerhafte Verständigung zwischen Berlin und Paris im Keime erstickt worden sind. Daboi wäre es das gegebene gewesen, die Erkenntnis von der „U n a n w e n tz- bar k e i t" des Versailler Vertrages in eine aktive Politik umzuwandeln. Der sogenannte Friedensver- •trag hat den Deutschen tatsächlich kaum irgendwelche Rechte gelassen; es gab in diesem Dokument „des Hasses und der Selbstsucht" kaum eine Stelle, die für Deutschland günstig war. Das, was an Aushöhlung des Versailler Vertrages seit 1920 geschehen ist, war die Frucht schwerer diplomatischer Arbeit und großer materieller Opfer. Ader, wenn je der Artikel 19 der Völkerbundsatzung Anwendung finden müßte, wonach „die Bundesversammlung von Zeit zu Zeit zu einer Nachprüfung unanwendbar gewordener Verträge auffordern kann, deren Aufrechterhaltung den Weltfrieden gefährden könnte", dann gilt das für den Versailler Vertrag. Denn die Befriedung Europas hängt — auch nach französischer Auffassung — davon ab, daß mit der Sicherheitsfrage auch die Rüstungsfrage gelöst wird. Das Problem Sicherheit (securite) ist von französischer Seite her zum Kernpunkt und zum Hemmschuh für gesunde Beziehungen zu Deutschland gemacht worden. Deutschland hat den französischen Wünschen und Befürchtungen schon zu einer Zeit in weitem Umfange Rechnung getragen, in der die der Locarno-Vertrag, wie es anscheinend Englands Wunsch ist, revidiert und erweitert werden soll, dann wird es sich auch darum handeln müssen, diese Bestimmungen, die sich am schärfsten gegen Deutschlands Sicherheit richten und die übrigens mit einer sachlichen Gleichberechtigung unvereinbar sind, zu beseitigen. Deutschlands ernster Wille ist es — schon im eigensten Interesse — an der Befriedung Europas nach Kräften mitzuwirken. Das kann aber nicht geschehen, wenn gewisse Paktsysteme — man denke an Ostpakt und Donaupakt — noch eine sinn- verwirrende Fülle von Unklarheiten enthalten, über die sich nicht einmal die nächsten Interessenten klar geworden sind. Vor allem sind alle Verträge mit Vorsicht zu genießen, in denen die Sowjetunion irgendwie mit im Spiele ist. Die Fäden der Moskauer Politik erstrecken sich über zwei oder gar drei Kontinente. Dazu kommt der Jmpevialis- mus, den man in dem Anspruch Rußlands auf Entfachung und Führung einer Weltrevolution zu erblicken hat. Kein Wunder, daß zu diesem Thema noch viele und sorgfältige Erkundigungen und Rückfragen notwendig fein werden. französische Rüstung und ihr Bündnissystem in aufsteigender Entwicklung sich bewegte. Die deutsche „Sicherheit" ist dagegen nur sehr mangel- haft. Dort, wo sie am stärksten bedroht erschien, ist sie durch das Locarno-Abkommen nur zum Teil gestärkt worden. Denn im Locarno-Abkommen sind leider die Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrages mit enthalten, die die demilitarisierte Chamberlain begrüßt die deutsche Antwort. Warum England seine Nnstungs-Ausgaben steigern mutz. London, 16. Febr. (DNB.-Funkspruch.) „Wir haben bereits von Deutschland gehört und wir wissen, daß es dieLuftpaktvor schlüge an- nehmen wird", mit diesen Worten wandte sich der englische Schatzkanzler Neville Chamberlain am Freitagabend in einer 23 e r f a m m = tun g in Birmingham an seine Hörer. „Wenn wir die deutsche Unterstützung erhalten können", so fuhr Chamberlain fort, „dann haben wir Aussicht auf Schaffung einer neuen Sicherheit in Europa, für die England einen großen Teil getan hat. Wir wissen, daß uns ein solches Abkommen einen wertvollen Schutz gegen Angriffe gemährt, Angriffe, durch die wir ebenso verwundbar sind, wie alle anderen Länder in Europa. Wenn wir den Beistand einer oder mehrerer der großen festländischen Luflstreilkräfle im Falle eines Angriffes auf unser Gebiet erhalten wollen, dann müssen wir auch in der Lage s e i n, im Falle sie angegriffen werden, ihnen eine entsprechende Hilfe zu leisten, wenn wir keine Luftflotte besitzen, die mit den Luftflotten der anderen Unterzeichnerstaaten des Lustpaktes vergleichbar ist, dann werden wohl mit einem verstärkten politischen Druck begnügen, um von Abessinien die wirtschaftlichen Konzessionen und die politischen Zugeständnisse und Sicherheiten zu erlangen, deren es zum Ausbau feiner ostafrikanischen Kolonien bedarf. Ob es indessen seine militärischen und finanziellen Kräfte dort in einem Abenteuer von sehr ungewissem Ausgang festlegen soll, wird es vermutlich noch einmal gründlich beschlafen. Reichsmimster Är. Goebbels Die der zu lavieren. häufige Erip die ©rf aliud sehr leid« allgen^raH degg und Kapitän z. S. Guse von der Reichs- ausgabe. - Nalpy Wa»oo . ne. « Marineleitung, der Polizeipräsident von Berlin, Asus unAkLurLts - Lharry ^erichosjen. In dem Kasienraum entspann sich ein wem Ue| CA ehW eine oerll Ites Weller Ansteckung ■jDibemie LWKchutz Frühjahrserscheinungen des Verlags Engelhorn. I. Engelhorns Nachf. Verlag, Stuttgart, kündigt folgende Neuerscheinungen für das Frühjahr 1935 an: Joseph Conrad: Taifun. Ungekürzte Volksausgabe. — Ralph Waldo Trine: Alle Tage — u _ l _ aut Artlm __ iVharrn stellen, an denen sie sich für kommende größere Aufgaben, die im öffentlichen und politischen Leben an sie herantreten, erproben kann. Nur eine solche Jugend wird vollenden können, was wir in schwerem Kampf begonnen haben. Es ist deshalb ein wunderbarer Gedanke der Reichsjugendführung und der Deutschen Arbeitsfront gewesen, in einem Leistungswettbewerb die Besten und Tüchtigsten aus der arbeitenden deutschen Jugend herauszusuchen und sie der gesamten Jugend als Beispiel vor Augen zu stellen. Damit erfüllt man ein eminent nationalsozialistisches Prinzip, denn hier entscheidet nur die Leistung. Der Minister würdigte dann die Durchführung des vorjährigen Reichsberufswettkampfes, in dessen Verlauf sich eine Million junger Arbeite r an 2000 Orten unter glänzenden Ergebnissen im Wettstreit betätigten und der auch den an sich negativen Erfolg zeitigte, daß 110 Betriebsführern die Berechtigung entzogen wurde, weiterhin Lehrlinge auszubilden. Mch Me Mer Wlund auf die Seite der Jugend, auch wenn sie irrt. Die Menschen, die den neuen Staat erobert haben, waren entweder junge Menschen oder sie haben sich immerdar als zur Jugend gehörig empfunden. Deshalb haben sie die Jugend auch hinter sich gebracht, und der Staat, den die deutsche Jugend erobert hat, ist unser Staat! Wir haben in ihm denjenigen Geist der Kameradschaft hineingetragen. der immer bei der Jugend gewesen ist. In keinem Lande gibt es so junge Führer und Minister, wie wir sie heute in Deutschland haben. (Stürmische Zustimmung.) heute trägt jeder junge Mann die Lhance zum höchsten Staatsbeamten in sich. Denn unser Staat beruht auf dem Fundament der Tüchtigkeit und der Leistung. Ist es nicht eine wunderbare Beruhigung für den Sohn des Volkes zu wissen, daß die Männer, die heute den Staat regieren, aus kleinsten Verhältnissen hervorgegangen sind und deshalb auch ein Verständnis für die Verhältnisse in den breiten Massen des Volkes haben und behalten werden! Mehr noch als in der Vergangenheit ruht ein Staat in der Zukunft. Deshalb gilt es, die junge Generation zu einer wirklichen Staatsjugend zu erziehen und ihr Aufgaben zu Der Reichsberufswettkampf 1935, so fuhr Dr. Goebbels fort, wird an 3 0 0 0 Orten in 50 000 Wettkampf st ätten für .2 50 B e - rufsgruppen durchgeführt. Die Ausfchei- dungskämpfe finden vom 18. bis zum 25. März statt. Die Endausscheidung, so rief der Minister unter stürmischem Beifall aus, wird i m Saargebiet stattfinden, dem wir damit zeigen werden, daß die Hitlerjugend national« fozialistifch ist. Im übrigen wird nicht nur die berufliche, sondern auch die körperliche, die geistige und die weltanschauliche Eignung mit in Betracht gezogen. Es wird also nicht nur der beste deutsche Jungarbeiter, sondern auch der beste junge deutsche Volksgenosse und Bürger gesucht. Wir suchen die ideale Verkörperung nationalsozialistischer Leistung, nationalsozialistischen Charakters und nationalsozialistischer Weltanschauung. Die hundert besten deutschen Jungarbeiter werden am 1. M a i die Ehre und die Freude haben, aus der Hand des Führers die Glückwünsche der ganzen Nation in Empfang zu nehmen. Wir wollen der deutschen Jugend für ihren Berufswettkampf den Mut geben, daß sie weiter durch st e h t, und die Gewißheit, daß sie niemals verlassen ist. Wir wollen ihr beweisen, daß sie in unserem Staate zu Hause ist. Unsere Politik ist erfüllt mit Kühnheit und Wagemut, sie ist eine junge Politik. Wir haben die Tugenden der Jugend uns zu eigen gemacht und sie übertragen auf das politische Gebiet. Deshalb ist es die Pflicht des ganzen Volkes, in dieser großen sozialistischen Aufgabe neben der Jugend zu stehen und zu wissen, daß die Jugend immer recht hat, auch wenn sie etwas falsch macht, denn es wird am Ende deshalb doch zum Guten ausschlagen. weil sie es lut aus jugendlichem Idealismus. So gebe ich der Jugend für ihren kommenden Wettkampf die Parole des Führers mit: Die Aufgabe ist gestellt — deutsche Jugend fange an! ruhen, sondern nun gilt es, mit neuen Kräften und mit ungeheurer Anspannung in d i e neue Arbeit hineinzugehen. Ich weiß, daß ihr alle eure Pflicht tun werdet, und so eröffne ich den zweiten Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend mit jener Parole, die ich euch in den Jahren des Kampfes einst gegeben habe und der ihr immer gefolgt seid: Durch Sozialismus zur Nation! Or. Ley, der Leiter der Deutschen Arbeitfront ^Bwterieit Hpnatmen Wei andern, oas Fieber. „Durch Sozialismus zur Nation." Reichsminister Dr. Goebbels eröffnet mit Dr. Ley und Baldur von Schirach den zweiten Reichsberufswettkampf der deutschen Lugend. Berlin, 15. Febr. (DNB.) Der zweite Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend wurde Freitag abend mit einer gewaltigen Kundgebung im überfüllten Berliner Sportpalast eröffnet. Vor dem Sportpalast hatten Abordnungen der Berliner HI. und des Jungvolkes mit brennenden Fackeln Spalieraufstellung genommen. Die Seitenhallen sowie alle Ränge und Balustraden des Sportpalastes waren bis auf den letzten Platz be= etzt. Gegen 20.30 Uhr betraten unter den Klängen des Badenweiler Marsches Dr. Goebbels, Dr. Ley und Baldur von Schirach den Sportpalast, umbrandet von dem Jubel der 20 000 Jungen und Mädel. In ihrer Begleitung sah man den Leiter des Reichsberufswettkampfes Obergebiets- ührer Axmann, den Stabsführer der Reichs- ugendführung Lauterbacher und den Jugendleiter der Deutschen Arbeitsfront Gebietsführer Langer. Das chorische Spiel „Ruf der Arbeit" leitete die Kundgebung ein. Mit erhobener Rechten grüßten dann die 20 000 hie Fahnen der Berliner Jugend bei ihrem Einmarsch, Voran die Blutfahne „Herbert Norkus". Reichsjugenbführer Baldur v. Schirach begrüßte bar auf Dr. Goebbels und Dr. Ley. Ihr, meine Kameraden, so rief der Reichsjugendführer dann aus, habt das stolze Werk des vergangenen Reichsberufswettkampfes zu einem großen Ende geführt. Ihr habt etwas Gewaltiges und Unvergängliches geschaffen. Aber es heißt nun, sprach über das Erlebnis der alten nationalsozialistischen Kämpfer, schilderte mit leidenschaftlichen Worten ihren Wea aus den Schützengräben des Weltkrieges zu Adolf Hitlers Sturmabteilunaen und erinnerte an den 14 Jahre langen Kampf Der nationalsozialistischen Bewegung, den er eines der gewaltigsten Heldenepen der deutschen Geschichte nannte. „Eins hat während der langen Jahre des Kampfes für Deutschland und Adolf Hitler immer wieder die Herzen emporgeriffen und zu neuem Mut entfacht: Der Glaube an das ewige Deutfcyland. So wollen wir nun auch durch diesen Reichsberufswettkampf dem Führer den Dank für (ein Wirken abftatten und der Welt beweisen, daß ein neues Deutschland entstanden ist, daß aus dem Deutschland des Klassenhasses und des Klassenkampfes, der Zerfleischung und der Uneinigkeit ein Deutschland der Gemem- ____ - ... schäft, der Einheit und des unerschütterlichen Willens nicht aufU ben Lorbeeren bieses Kampfes" auszu-1 geworben ist." Admiral von Trotha Ehrenführer der Marine-Hitlerjugend. Der Reichsjugenbführer Balbur von Schi rach wirb bem Führer bes Reichsbunbes beutscher Seegeltung, Staatsrat Abmiral von Trotha, me Eh r-enführer schäft b e r Mar ine - h 11- ler-Jugenb übertragen. Die Feier, Die am 19. b. M. im Sitzungssaal ber Reichsjugenbfuhrung ftattfinbet, erhält ihre befonbere Bedeutung durch die Anwesenheit hoher Vertreter ber Reichsmarine, der Polizei unb ber ©lieberungen ber Bewegung. Ihre Teilnahme haben zugesagt: ber Chef ber Reichsmarineleitung, Abmiral Raeber, ber Ches des Stabes ber Marineleitung, Kapitän z. S. D e n s ch , Abmiral Heusinger von W al - Abmiral von Levetzow, ber Führer ber SA- Gruppe Berlin-Branbenburg, Obergruppenführer von Jagow, ber Führer bes Felbjägerkorps, Oberführer Fritsch, sowie hohe Vertreter ber Partei unb bes Arbeitsbienstes. Mit bem Reichsjugenbführer wirb Abmiral von Trotha bas Spalier einer Ehrenformation ber Marine-HI., bie vor ber Reichsjugenbführung angetreten ist, ab- chreiten. Im Sitzungssaal ber Reichsjugenbfuhrung, )er mit ben Fahnen ber HI. unb ber alten Kriegslage bes Reiches geschmückt ist, überreicht bann ber Reichsjugenbführer nach einer Ansprache Abmiral von Trotha bie Urfunbe ber Ehrenführer- choft ber Marine-Hitler-Jugenb. Anschließenb spricht Abmiral von Trotha. Kunst und Wissenschaft. Große Ehrung eines Marburger Professors durch die Studenten. Dieser Tage brachte bie Marburger Studen- tenschaft bem verbienten unb hochgeschätzten Pro- essor ber Rechte, Dr. Erich Jung, bei seinem Ausscheiben aus bem Amte einen Fackelzug bar. Vor ber Universität hatten Stubenten, Dozenten unb Bürger sich zusammengefunden um „Papa Jung" eine Ehrung zu bereiten. Der Rektor, Prof. Dr Baur, bankte ben Stubenten für bie Feier- ftunbe unb beglückwünschte im Namen ber Universität Professor Jung. Die rege Anteilnahme ber Stubenten an biefer Feier zeige bie Verehrung unb Liebe ber jungen Generation zu ihrem alten Professor. Diese Einschätzung habe er erreicht durch seinen starken Kampf für bie Universität unb bie Bewegung. Der Führer ber Marburger Studenten- schaft. stud. jur. Gerharb Todenhofer, überbrachte ben Dank ber Stubentenschaft an Professor Jung für seine Arbeit als Wissenschaftler unb als aufrechter Deutscher. Er versicherte ihm, baß hinter biesem Typ bes Professors bie gesamte Stubentenschaft stehe unb bereit fei, mit ihm zu gehen; bie Marburger Stubenten neigten sich in Ehrfurcht vor ihrem Papa Jung unb wünschten ihm noch lange Jahre frohen Schaffens für bas neue von ihm miterkämpfte Deutschlanb. Professor Jung bankte für bie große Ehrung. Ihm sei es eine große Freude, baß bie Jugenb zu ihm, bem Alten, komme; bas sei ihm Beweis, baß er ben Weg zum Herzen ber Jugenb gefunben habe. Er schloß feine Ausführungen mit einem breifachen Sieg-Heil auf Volk unb Führer. — Professor Jung, am 1. Juli 1866 m Mainz geboren, begann seine akabemische Laufbahn 1897 als Privatdozent in Gießen unb würbe hier 1901 zum ao. Professor ernannt; er lehrte später I in Greifswalb und Straßburg, seit 1918 in Mar- i bürg. Professor Jung ist Alter Herr ber Gießener > stubentischen Gesellschaft „Kloster". erläuterte Programm unb Sinngebung bieses Wettkampfes. In ben hinter uns üegenben Jahren bes Kampfes um bie Macht hat sich gerabe bie Jugenb am opferbereite ft en unb am l ei - benfchaftlichften hinter bie Fahne bes Nationalsozialismus gestellt unb auch nach ber Machtergreifung hat sie als geeinte Jugenb so gehanbelt. Der deutschen Oeffentlichkeit gibt unsere Jugenb da- mit ein wunberbares Vordilb. Was vermag bemgegenüber ber ewige Meckerer unb Kritikaster! Ist es nicht ein wunberbares Zeichen sich neubilbenber Kamerabschaft, baß. gerabe bie Jugenb bie Parole bes Sozialismus auf ihre Fahnen geschrieben hat unb sich in ber beruflichen ß e i ft u n g vor ber Nation präsentieren will?, baß gerabe sie in einem Tüchtigkeitskampf untereinanber sich messen will, um zu beweisen, baß sie beanspruchen kann, ernst unb gerecht unb mürbig bewertet au werben? Wer wollte es ber Jugenb Derbenfen, baß sie kein Vertrauen zu Menschen hat, bie in ber Jugenb an sich schon einen Fehler sehen! (stürmischer Beifall), bie ber Jugenb immer nur mit aufreizenber Besserwisserei kommen unb meinen, baß man alt sein muß, um van ben Dingen etwas zu verstehen! Alt werben unb weise werben ist nämlich zweierlei! Weise werden immer nur wenige, aber alt werden wir alle! Wir sagen nicht, daß die Jugend recht hat, weil sie Jugend ist. Aber mit Recht treten wir für den Existenzkampf der Jugend ein und stellen uns bei der Auseinandersetzung zwischen jungem Wagemut und alter Entschlußlosigkeit immer schützen \ (hanftavin' ’ J PASTILIEW 4 Paris, 16. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Samstagmorgenpresse ist der Auffassung baß bte beutsche'Antwort zwar nicht als Verstanbigung gebeutet werben könne, baß sie aber auch keiner spateren Verstänbigungsmöglichkeit bie Tur verschließe. Besonders unangenehm empfunben wirb ber deutsche Hinweis auf bie ausgebliebene Abrüstung ber hochgerüsteten Mächte, em Beweis- grunb, ber sachlich nicht bestritten werben kann Im .Petit P a r i s i e n" urteilt, die deutsche Antwort sei von einer kaum noch „höflichen" (!) Kühl- heit unb entspreche somit schlecht bem einlabenben Ton ber Aufforderung zur Teilnahme an Verhandlungen. Die Antwort verwerfe die meisten englisch- franzöfischen Vorschläge nicht, sondern über gehe .sie mit Stillschweigen ober suche sie in Allgemeinheiten aufzulösen. — Das „Journal meint, die Nerven sehr vieler Franzosen wurden beim Lesen der deutschen Antwort sicher auf eine schwere Probe gestellt werden. Die Deutschen träten als fordernder Teil auf. Die „brutalste' (!) Anspielung sei diejenige, die die Verantwortlichkeit für das 2öettrüften auf bte Sieger abwälzen wolle. Das „Oeuvre" berichtet, Laval habe bie Presse darauf " hingewiesen, baß bie beutsche Antwort feine Möglichkeit ausschließe, bah sie aber auch nicht ben geringsten greifbaren Beweis des wirklichen Wunsches Deutschlanbs bringe am internationalen Leben mitzuarbeiten. Die beutsche Antwort taste absichtlich bie Gleichze111gk e 11 der ßonboner Bebingungen nicht an, obwohl bie Mehrzahl biefer Bebingungen im Wortlaut nicht berührt würben. „Oeuvre" rechnet mit einer balbi- gen Einlabung Sir John Slrnons zu einem Besuch in Berlin, wobei sich Deutschlanb burch Bescheibenheit seiner Kriegsflottenforbe- rungen um bie Gunst Englands bemühen werbe^ Das Blatt bes französischen Generalstabs, „E ch o de Paris" schreibt: Das einzia günstige, was man von ber beutschen Antwort sagen könne, sei, baß sie keiner Ablehnung gleichkomme. Im übrigen sei sie listig, zweideutig unb mit geistige n D or behalten ausg e f u 11 t- Deutschland wage ben englisch-französischen Plan nicht unmittelbar zu verwerfen, aber es werde ihm d ch g lingen, das System entweder zu verstümmeln oder bis zur Vollendung feinerJßorbemtuna Die Dinge auf bie lange Bank zu ch i eb e n. Laval gelinge es nicht, eine klare, bestimmte und st st e politische Linie zu finben. Er versuche immer wie- Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12 195. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb ©teinbrueferei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Kearton: Mein Hunb Simba. — Stijn Streu- vels: Prütske. Die Geschichte einer Kinbheit. — Carl H a e n s e l: Echo bes Herzens. Bericht unb Deutung. Aus aller Welt. Münchener Faschings-Gegenbesuch in Köln. In ben stützen Morgenstunben bes Freitag herrschte auf bem Münchener Hauptbahn- h o f ein frohes Maskentreiben; es hanbelte sich bei bem ungewohnten Silbe um bie Abfahrt ber Münchener zum Faschings - Gegenbesuch in Köln. Insgesamt 679 Teilnehmer nahmen ihre Plätze im Sonberzug ein. Ein mitlaufenber eisgekühlter Gepäckwagen barg eine stattliche Anzahl von Kisten mit Bierflaschen als Labsal für bie Reisenben unb Maßkrüge, bie zum Geschenk für bie Kölner bestimmt sinb. Prinz Karneval, Paul I. von Theatralien, erschien mit Gemahlin unb Gefolge in prunkvoller Gewanbung, würbe mit einem flotten Marsch begrüßt unb zu seinem Wagen geleitet. An ber Fahrt nach Köln nahmen u. a. Staatsminister Esser mit seinem Abjutanten teil. Pünktlich rollte ber Zug unter ben Klängen bes Siebes „Muß i benn..." aus ber Bahnhofshalle ins fröhliche Rheinlanb ab. Die Kölner Bürgerschaft bereitete ben Münchener Faschingsgästen auf bem Hauptbahnhof einen begeisterten Empfang. Kaum hatte Oberbürgermeister Dr. Riesen mit ben Gästen bie ersten herzlichen Hänbebrücke gewechselt, als sich ber Faschingszug in Bewegung setzte. Die Begrüßungsworte bes „Münchener Kindl" vor bem Mikrophon gingen in braufenbem Jubel völlig unter. Staatsminister Esser bankte herzlich für ben überroältigenben Empfang. Der Zug mit bem Ehrengeleit ber Aborbnungen aller Kölner Karnevalsgesellschaften zog bann, überall von Jubel begrüßt, zu ben Hotels, wo bie Münchener Gaste Aufenthalt nehmen. Am Abenb fanb im Gürjenich eine Begrüßungsfeier statt. Riefenfeuer in einer oberägyptischen Stabt — Sechs Tote. In Beni-Saleh (Oberägypten) ist burch eine urn- gestürzte Petroleumlampe ein mächtiges Feuer entstauben, bas in ben leicht gebauten, aus Schilfstroh und Nilschlamm errichteten Hütten reiche Nahrung fand unb so schnell um sich griff, baß sechs Personen ums Leben kamen. Ferner fielen große Mengen von Vieh und Geflügel dem Feuer zum Opfer. Drei Budapester Bankräuber zum Tobe verurteilt. Im Budapester „Gangster-Prozeß" wurden die drei Hauptangeklagten wegen Mordes zum Tode durch den Strang verurteilt. Es handelt sich hierbei um den nach amerikanischen Methoden durchgeführten UeberfaU auf eine der großen Zweigstellen ber Budapester Kommerzialbank. Die drei Hauptangeklagten waren mit vorachaltenem Revolver in ben Kassenraum ber Bankfiliale ein- gebrungen unb hatten ben Kassierer auf der Stelle W 6 " walle,dle sich matt und elend fühlen; Flaschen zu 1,95ßH,yORM,4,65RM/ Doppelherz-Dragees 1,50 gM. Zu haben in nachstehenden Drogerien: C. Seibel, Frankfurter StrH 0. Winterhoff, Kreuzplatz 9/10. Grünberg: Karl Schott u. samt!, Filialen. Lanbach: Solms-Laubacher Drogerie Karl Klein. 274V Nettes Mädel v. Laube, evaugel., Enbe 20, etwas Verm., wünscht nett. Herrn kenn, zu lernen zwecks Heirat a. liebst, kl. Beamten 0. Angest. Schr. Ang. mit Bild unt. 0572 an b. Gieß. Anz. Suche als Kameradin ein liebes nettes langes Mädel kl. schlanke, schöne Fig., gut erzog., ges. Beding.! Wenn auch aus armen Verhältn. Bin schwarzbl.,Mitte 30, Oberinsp. in fest Stell, 500 Mk. Eink. monatl.,zw. Heirat b. Verstehen. Ausf. Zuschrift. üb. Verhältn. bitte mit Bild unter 935D an d. Gieß. Anz. Vereine Giefeener Eisverein Sonntags von 10 12 Uhr, Montags von 20 %—22 Uhr: RollsMIanfen in b. Vollshalle. Mitglieber unb Zuschauer frei; Nichtmitglieber 10 Pfennig. Leih-Rollschuhe vorhanben. 934D LNT.V. Freit., 22. Febr., abends 8 V2 Utir, bei Faulstich, Bahnhofstraße Hanvt- Versammlnng. Tagesorbnung: 1. Einheitssatz., 2. Gaufest, 3. Turn- und Svielvlatz, 4. Verschiedenes. Die Vereinsmit» teilungen werb, künftig im Aus« Hangkasten, Sev tersweg 30,_jut Kenntnis b. Mitglieber gebracht. Der Vereins« visv führet. SlWWter Gießen. 929d Sonnt.,17.Febr., 19—22 Uhr: Auß. Ationnem. Kleine Preise! 0,50 ti. 2,50 Mk. Der goldene Pierrot. Operette in 8 Bilbern. Musik von W. W. Goetze. Di., 19. Febr., 20 6. 22.30 Uhrr Die Hosen des Herrn v.Vredow Mi., 20. Febr., 19.30 6.22 Uhrr Alt-Wien. Freit., 22. Febr., 20 ti. 22.30 Uhrr Gastspiel 4 Nachrichter: Nervensäge. Sa., 23. Febr., 20 ti. 22.15 Uhr, Christa, ich erwarte dich. Sonnt. ,24.Febr., 19 6. 22 Uhr: Der goldene Pierrot. Bekanntmachung. Die Anmeldung der mit Beginn des neuen Schuljahres (29. April 1935) schulpflichtig werdenden Kinder hat zu erfolgen: 783D 1. für alle Knaben: IHonfag, den 18. Februar 1935, 9 bis 11 Uhr, in ber alten Peftalozzischule, Wernerwall 8, 2. für alle Mädchen: Mittwoch, den 20. Februar 1935, 9 bis 11 Uhr, in ber Schillerschule, Schillerstraße 8. Bei ber Anmelbung ist ber Impfschein unb bei auswärts geborenen Kinbern auch ber Geburtsschein mitzubringen. Die Schulpflicht besteht für alle Kinder, bie bös zum 1. Mai 1935 bas 6. Lebensjahr vollenbet haben. Es können jeboch zu berselben Zeit auch solche Kinber angemelbet werben, bie bis zum 30. September 1935 bas 6. Lebensjahr vollenben, unb bie geistig unb leiblich als schulreif erkannt werben. Ein weiterer Termin für die Schulaufnahme findet nicht statt. Gießen, ben 7. Februar 1935. Stabkschulamt. I. B.: N e b e l i n g. In der heutigen Nachmittagszichung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 5000 M. 12 Gewinne zu 3000 M. 289984 351217 397375 28 Gewinne zu 2000 M. 90110 100273 119055 232704 298170 307953 24 Gewinne zu 1000 M. 125045 126136 173790 252760 302820 374997 376286 94420 165513 46857 68292 120724 155084 367032 378381 65164 72718 209278 247592 209192 86159 223909 121053 248926 337937 356599 392032 399179 136874 166765 198761 268419 12040 35727 52146 68284 88455 30849 50904 66966 82367 104849 119364 131786 147821 173174 189968 195277 205773 220402 233711 247846 261431 284096 293561 309744 339405 360744 371092 384891 145574 175691 247049 290810 387393 331287 358212 369355 382895 160495 178106 260289 312912 105150 119668 133978 143194 173344 190315 195492 208917 221519 234794 248735 262548 286687 298452 310204 341757 365385 373170 12569 16865 18008 21743 39110 44914 47194 50215 16841 104445 154181 177791 258915 300464 165601 180178 268116 319545 105209 120712 134677 167128 175400 190486 196604 212829 228279 236407 250129 266195 287430 303178 311447 346532 366723 375809 322287 351864 369276 376375 144783 169618 232009 286394 292180 293455 305872'309018 101871 110648 127496 137694 171937 184367 193362 202920 218036 229682 237275 252333 273869 107309 124894 137415 169201 177914 191206 197481 215749 228790 236970 251821 272217 291644 305327 317718 349540 368728 376053 3221 9413 9627 ' 9854 21770 50588 62812 81863 103576 116497 127662 138025 172997 187686 193996 . 206339 218096 231719 238641 254275 282662 52205 54587 56295 57715 69961 70123 72464 73168 89012 94352 98282 ----- 300 Gewinne zu 300 M. 11673 ----- ----- 80 Gewinne zu 500 M. 7355 13899 16101 25257 32303 33774 46603 64621 85381 123974 133747 —........— ------ 20 Tagesprämlen. *uTer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 205139 'Ä 3232m 362840^ 174793 188047 3m Gewinnrabe verblieben: 460 Tagesprämien. K" Mark, 2 Gewinne zu je 10U0000, 2 zu 2 $UJ™75000' 2 je 50000, 6 zu je *U 16 20000, 46 zu je 10000, 160 zu je b-00, 316 zu je 3000, 728 zu je 2000, 1578 zu je 1000, 3712 zu je 500, 14832 zu je 300 Mark. Nr. 40 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 16. Februar 1935 Wehr und Waffen. Fallschirme als Kampfmittel. -bon E K Beltzig. Der schnellen Steigerung der Geschwindigkeiten folgt nun die Sorge um die „Sicherheit des Fliegens". Die Ingenieure des Flugwesens wenden ihre ganze Aufmerksamkeit immer mehr den Vorrichtungen zu, die eine größtmögliche Sicherheit verbürgen. Hier steht an erster Stelle noch immer der Fallschirm, der „Rettungsring der L u f t". Die Amerikaner machten als erste den Versuch nicht nur einen Menschen, sondern gleich ein ganzes Flugzeug vom Fallschirm tragen zu lassen. Die beiden amerikanischen Kriegsflieger Major Hoffmann und Kapitän Streett erprobten den „Flugzeugfallschirm" schon vor Jahresfrist. In einer Höhe von 1500 Meter drosselten die beiden Flieger den Flugmotor auf die geringste Geschwindigkeit und öffneten den Riesenfallschirm, der das ganze Flugzeug tragen sollte. Erst nach einem Sturz von über 800 Meter füllte sich der Fallschirm so weit, daß er die Fallgeschwindigkeit des Flugzeugs bis auf vier Meter in der Sekunde abbremste. Die Maschine landete glatt. Dieser Versuch lehrte, daß ein Flugzeug von mehr als 1000 Kilogramm Gewicht einen so großen Fallschirm benötigt, dessen Verstauung in der Maschine unmöglich ist. Daher versuchten die amerikanischen Flieger eine andere Lösung zu erzielen. Sie bauten in ein großes Flugzeug eine Kabine ein, die durch einen Hebeldruck während des Fluges oder Sturzes der Maschine vom Flugzeug zu lösen war. Diese Kabine wurde mit einem eingebauten, großen Fallschirm versehen. Die Probe befriedigte vollkommen. Eineinhalb Sekunden nachdem der Pilot den Lösehebel zog, war die Kabine vom Flugzeug getrennt und wieder fünf Sekunden später öffnete sich der Kabinenfallschirm. Infolge der günstigen Erfahrungen mit den Fallschirmen machen die amerikanischen und französischen Militärflieger in jedem Luftmanöver die verschiedensten Versuche, um Sprengtrupps im Rücken der feindlichen Armee auszusetzen. Gegen Ende des großen Krieges wurden solche Landungen bereits praktisch durchgeführt. Am 20. Oktober 1918 landete der französische Major Evrard mit einem Begleiter und vielen Sprengstoff, Proviant und Nachrichtengerät mittels Fallschirmen in den Ardennen im Rücken der deutschen Front. Kleinere Zerstörungen, die dem französischen Major gelangen, brachten dem Etappenkommando von Fumay starke Beunruhigung. Interessant sind die Pläne des damaligen Oberbefehlshabers der amerikanischen Luftstreitkräfte in Frankreich, General William Mitchells. Er bat einen Monat vor dem Waffenstillstand den Höchstkommandierenden der amerikanischen Truppen in Europa, den General Pershing, um Ueber- lassung der ersten Division. Das Kommando sollte ihm im Februar 1919 anoertraut werden. Bis dahin wollte General Mitchell jeden Mann der Division mit einem Fallschirm ausrüsten. Im Februar sollte dann die ganze Division mit Flugzeugen über die erste Etappe der deutschen Truppen im Abschnitt Menin-Rose- lare gebracht werden und hier mit Fallschirmen landen. Durch besondere Lastensallschirme sollten dann große Mengen Maschinengewehre, Munition und Proviant an die gelandete Division abgeworfen werden. Für diesen Zweck wären zu dem genannten Zeitpunkt 200 Flugzeuge in dem Abschnitt startbereit gewesen. Mit Unterstützung eines gleichzeitigen amerikanischen Angriffs mit Bombengeschwadern, Geschützen und Maschinengewehren wollte General Mitchell diesen Sturm auf Loretto. Von Joachim von der Goch Zwanzig Jahre sind es her, seit deutsche Soldaten im Februar 1915 die Loretto- höhe nahmen, deren Name für immer im deutschen Volk unvergessen bleibt. Vom Grauen der Kämpfe dort, von der Seligkeit und der Schwermut des Sieges kündet kein Buch so wie „Der Baum von (Her y". Ihm entnehmen wir mit Erlaubnis des Verlages Albert Langen/ Georg Müller den folgenden Abschnitt: Die Vorbereitungen für den Sturmangriff auf Notre Dame de Lorette begannen. Auf dem wie ein Sieb zerlöcherten Hügel wurde jetzt Tag und Nacht fieberhaft gearbeitet, Pioniere kamen und halfen unseren Graben zur Sturmstellung ausbauen, es kam Holz in Fülle, die Grabensohle wurde mit Laufrosten belegt, Schützenkasten wurden eingebaut, Ausfallstufen angelegt. Das Hauptwerk vollzog sich unter der Erde. Eine auserlesene Truppe in Sprengung erfahrener Pioniere war in ununterbrochenen Schichten an der Arbeit, von den Sappenköpfen aus Minenstollen vorwartszu- treiben bis unter den feindlichen Graben. An vielen Stellen, den ganzen Höhenrücken entlang war die emsige Maulwurfsarbeit im Gange. Es galt den Feind die Westhänge hinunterzuwerfen und Die ganze Höhe in unseren Besitz zu bringen. Bas Aufregende war, daß der Feind dieselbe Absicht hatte und ebenfalls Stollen gegen uns vortrieb. Ich spürte, wie die Vorbereitung dieses Unternehmens meine Leute von Tag zu Tag mehr ergriff und die fast erstorbene Energie in ihnen weckte. Es traf Ersatz ein, die Reihen wurden aufgefüllt. Während der Ruhetage wurde der Sl'irm geübt. Auch im Schlammtal sah ich hellere Gesichter und bekam frische Antworten. Mit grimmiger Genugtuung erfüllte uns die Ankunft einiger schwerer Minenwerfer, die gute Arbeit leisteten, und die Regsamkeit unserer Artillerie, deren wohlgezieltes Feuer manchmal vor unseren Augen aus dem feindlichen Graben Material, Gerätschaften und menschliche Leiber in die Lüfte schleuderte. Die Spannung wuchs. Noch war der Tag des Sturmangriffs nicht bekanntgegeben, aber jeder wußte, daß er nahe bevorstand. Schon waren einige der Stollen unter dem feindlichen Graben angekommen. Ich ging mehrmals täglich in die langen unterirdischen Gänge, die von elektrischen Birnen schwach erleuchtet waren, und sah das Fort- Ich'-eiten der Arbeit, wie Rahmen sich an Rahmen "fügte An gewissen Punkten, wenn alles st'll w^r, konnte man, das Ohr an die Erdwand gedrückt, ein Teil der deutschen Front plötzlich von vorn und rückwärts angreifen. Der General fordert die Ingenieure des amerikanischen Flugwesens auf, sich der Verbesserung der Fallschirme energisch zu widmen, und diese soweit zu vollenden, daß mit ihnen stark besetzte Kabinen sicher gelandet werden können. Die Landstreitkräfte müßten in der Lage sein, eine durch Luftangriffe niedergekämpfte Stadt auch zu besetzen. Erst durch die Benutzung der Kabinen- An Bord des Kreuzers „Emden" Februar 1935. Die Geschichte lehrt, daß der Verband auf die Dauer stets die größten kriegerischen Erfolge gehabt hat, dessen Unterführer geschult waren, in jeder Lage selbständig im Sinne des gemeinsamen Befehlshabers zu handeln. In ganz besonderem Maße ist diese Erkenntnis zu beachten bei der Ausbildung des Offiziers- und Beamtennachwuchses der Reichsmarine, deren Aufgaben eine weitgehende Spezialisierung erfordern. Es ist weiterhin unerläßlich, daß sich die Soldaten so früh wie möglich in engem kameradschaftlichen und dienstlichen Zusammenleben kenne n I e r n e n , die sich später als Führer in den verschiedensten voneinander getrennten Tätigkeitsgebieten zum Nutzen eines gemeinsamen großen Zieles unbedingt verstehen müssen. Hierzu bietet die Kreuzerreise vor allem die beste Gelegenheit und unter diesem Gesichtspunkt sind die Kadetten zu gleicher soldatischer und charakterlicher Erziehung in einer Kadettendioision zusammengefaßt und sie werden nur da voneinander getrennt, wo die Spezialisierung in ihrer Ausbildung dienstlich nicht zu umgehen ist. Die fortgeschrittene Wissenschaft und Technik macht es unseren Kadetten nicht leicht, in dreieinhalb- jähriger Ausbildungszeit das zu erlernen, was der junge Offizier und Beamte als tägliches Brot in feinem Berufszweig wissen muß. Aber nur dann kann die Theorie Früchte bringen, wenn der Boden dafür durch praktisches Können vorbereitet ist. So steht an erster Stelle, und was erzieherisch besonders zu beachten ist, die eng st e Zusammenarbeit mit dem Matrosen und dem Heizer. Nur wer selbst den anstrengenden Seemanns- und Maschinendienst am eigenen Leibe erfahren hat, wer Freud und Leid mit unseren Besatzungen zusammen in ihrem dienstlichen Alltag erlebt hat, kann später als Vorgesetzter Befehle erteilen und für das Wohl seiner Untergebenen die notwendigen Wege finden. Daß der Kadett während der achtmonatigen Reise diesen Mannschaftsdienst nicht nur kennenlernt und mitmacht, sondern sich Mehlung der Mannschaft und 'seine anschließende Beförderung zum Fähnrich zu verdienen hat durch besondere Leistungen, durch Vorbild in Selbstzucht, energischem Zupacken bei jeder Arbeit, unermüdlichem Fleiß und strammer Haltung, auch wenn die Tropensonne noch so brennt, ist selbstverständlich. Schon hier beginnt für ihn d i e Pflicht des Vorlebens, wenn er auch erst der jüngste Soldat an Bord ist. Jeder Mann hat für die verschiedensten Stationen oder Rollen, wie wir hier an Brd sagen, wie zum Gefecht, zur Feuerbekämpfung, zum Schottenschließen und dergleichen mehr, seinen dauernden festen Platz. In diesen Schiffsdienst jst der Kadett fallschirme würde eine militärische Operation dieser Art möglich. Auch müßte die Versorgung der Besatzungstruppen mit Munition und Lebensrnitteln durch Fallschirme geschehen. In seinen interessanten Ausführungen hat General Mitchell auch gleich die Kosten solcher Fallschirme mit angegeben. Ein Fallschirm, der eine ganze Kabine mit sechs Mann und deren Kriegsgerät trägt, kostet ungefähr 2000 Dollar. zunächst einmal fest eingespannt. Die Seekadetten, Waffen- und Zahlmeisterkadetten bedienen i m Gefecht mit den Matrosen zusammen die Geschütze und Befehlsübermittlungsapparate, die Jngenieur- kadetten sind mit den Heizern zusammen auf Stationen an den Kesseln und Maschinen verteilt. Und da die Gefechtsrolle die Grundlage für alle Rollen an Bord ist, ergibt sich aus diesen Gefechtsstationen auch die Verteilung der Kadetten auf die übrigen Rollen. Während die Ausbildungszeit der ganzen Reife notwendig -ist, die Gefechtsstationen in allen Einzelheiten zu beherrschen, muß der andere Rollendienst schon zu der Seeklarbesichtigung funktionieren, tags und nachts, im Hellen und Dunkeln, denn die Sicherheit von Schiff und Besatzung hängt zum großen Teil davon ab. So beginnt der Kadett sein Kreuzerdasein mit Rollenexerzieren. Ein weiterer mit der übrigen Besatzung gemeinsamer Dienst ist das Reinschiff. Das enge Zusammenleben an Bord erfordert besondere Sauberkeit und nur, wenn alles blinkt, kann man sich als Kriegsschiff in einem fremden Hafen blicken lassen. So lassen wir denn unsere Kadetten jeden Morgen nach dem Frühstück bewaffnet mit Besen und Feudel über und unter Deck spritzen und fegen, in den Tropen barfuß und nur bekleidet mit einer Sporthose, oder sie wüten am Tage vor dem Einlaufen in einem Hafen mit Pinsel und Farbtopf, damit keine durch Seewasser verrosteten Stellen am Schiffskörper den guten Gesamteindruck beeinträchtigen. Weiterhin besetzten die Kadetten mit den Matrosen und Heizern zusammen tags und nachts alle Posten, die zur Führung des Schiffes in See, zum Wachdienst im Hafen und zur Bedienung Der Maschinen und Kessel notwendig sind. Das sieht leicht aus, ist aber bestimmt keine Kleinigkeit und man, cher Kadett löst im Anfang eine schwierige wissenschaftliche Aufgabe leichter, als diese praktischen Handgriffe. Es fällt eben fein Meister vom Himmel, am wenigsten bei der Seefahrt, und nur, wer mit einer jungen Kriegsschiffbesatzung zusammen gelernt hat, wird beurteilen können, wo seine Untergebenen später der Schuh drückt. Nun ein Ueberblick über die berufliche Spezialausbildung der Kadetten. Zeitlich stehen dafür am Vormittag zwei, am Nachmittag drei bis vier Stunden zur Verfügung. Das ist, dem allgemeinen Schiffsdienst hinzugerechnet, soviel, daß der Kadett eigentlich von morgens bis abends dauernd mit irgend etwas beschäftigt ist. Eine Bäderreise haben wir ja auch nicht unternehmen wollen. Der zu bewältigende Lehrstoff ist in einer Vorschrift der Bildungsinspektion festgelegt und wiederum steht die praktische Ausbildung vor der theoretischen. Sehen wir uns einige Gebiete kurz an. Navigation: Einführung in die terrestische Schiffsortbestimmung. Kenntnis der Seekarten, des Kompaßwesens und der nautischen Instrumente, Einführung in die Wetterkunde. Seemannschaft: Alle seemänischen Manöver, die mit einem Schiff gemacht werden können, werden durchgeübt, und jeder Kadett muß die Handhabung der hierzu notwendigen Anker-, Spills, Leinen und Ketten beherrschen. Kenntnis der Seestraßenordnung und vor allem Rudern in allen Booten und deren Handhabung. Ausbildung als Bootssteuerer in Ruder- und Krästbooten. Schiffskunde: Kenntnis des Schiffes bis in feine einzelnen Teile, ein Gebiet, von dessen Umfang sich der Laie keine Vorstellung machen kann. Dienstkenntnis: Beherrschung aller Themen, die sich mit Organisation und internen Einrichtungen der Marine und des Schiffes befassen. Elektrotechnik und Maschinenkunde:' Hauptsächlich für Ingenieur- und Waffenkadetten theoretischer Unterricht zum Verständnis der Vorgänge bei den. verschiedensten elektrischen und Maschinenanlagen. S i g n a l d i e n st: Erlernen des Winkens und Morsens und aller sonstigen Signal-Einrichtungen an Bord. Für die Zahlmeisterkadetten außerdem Einführung in die verschiedenen Zweige der Schiffs- Verwaltung-, Geldwesen und Beschaffung im In- und Ausland. Es könnte noch so manche Zeile mit der Auszählung des zu bewältigenden Lehrstoffes ausgefüllt werden. Und rechnet man dann noch Witterungseinflüsse wie Seegang oder Hitze dazu, dann kann dem Kadetten getrost zugestanden werden, daß er abends bei „Klar bei Hängematten" rechtschaffen müde unter oder in den Tropen an Deck in seine Hängematte steigt — wenn er nicht gerade Wache hat —. Soweit der Ausbildungsdienst an Bord, der, vielseitig und scharf, andererseits Pflege der Kameradschaft und Frohsinn nicht zu kurz kommen läßt. Er wird im fremden Hafen abgelöst durch belehrende Ausflüge ins Land und Besuche bei unseren Ausländsdeutschen. Und wer die Freude der zuletzt besuchten Pflanzer im Innern von Portugiesisch Westafrika miterlebt hat, nach langer Abwesenheit von der Heimat, wieder deutsche Soldaten zu sehen, wird den hervorragenden Wert gerade dieser Seite der Ausbildungsreise besonders anerkennen müssen. Ich möchte mit einem Hinweis darauf schließen, was uns Ausbildungsoffizieren diese Reise bedeutet: Die Erziehung unseres Nachwuchses, der die Männer stellen wird, die die Marine später leiten und führen sollen, denen wir einst das, was wir selbst mit Liebe und Begeisterung gehütet, gepflegt und vorwärts gebracht haben, zu treuen Händen übergeben müssen! „Infanterie von morgen." „Infanterie von morgen", unter diesem Titel ist jetzt eine ausgezeichnete deutsche Übersetzung von Liddel Harts „The Future of Infantry" erschienen. Captain Liddel Hart ist zusammen mit seinem Landsmann, dem englischen Generalmajor Fuller, der kompromißlose Vorkämpfer für die vollst ä n d i g e Motorisierung und Mechanisierung des neuzeitlichen Heeres. Im engen Rahmen kann nur Wichtigstes gesagt werden; auch ist zu beachten, daß Hart bei seinen Ausführungen die Heeresorganisation seines Landes in Betracht zieht. Liddel Hart kommt, auf den Erfahrungen des Weltkrieges fußend, zu der Ueberzeugung, daß eine Schlachtentscheidung weder durch marschierende Infanterie noch durch auf Pferde gesetzte Schützen zu erreichen sein wird. In einer motorisierten Welt hätten Menschen- Seeoffiziere Von morgen. Oie Neichsmanne schult ihren Nachwuchs auf Kreuzerfahrt um die Wett. Von Kapiianleuinant Trampedach. Pochen und Klopfen hören, es kam aus dem gegnerischen Stollen, der sich an uns vorbeiarbeitete. Unheimliches Wettarbeiten unter der Erde. Es ging um Tage! Ich konnte die kaltblütige Ruhe und unverwüstliche Laune unserer Pioniere nicht genug bewundern. Es waren Männer im Alter von dreißig bis vierzig Jahren, Westfalen, Märker, Ost- und Westpreußen, Leute von treuster Kameradschaft und einen wahrhaft göttlichen Humor. Ich sehe sie noch im Dämmer des Stollens hocken, August von Finowkahn, Theodor, den feuchtwitzigen Westpreußen, Hofmann aus Berlin-Wedding mit dem blonden Spitzbärtchen und dem Fabelgesicht, den Stummen mit der Hakennase und dem besinnlichen Lächeln, den freiheitsliebenden Bergmann aus der Essener Gegend, der voll Stolz von seinem Leben als Steiger erzählte. Fast unerträglich wurde die Spannung in den letzten Tagen vor dem Sturm. Ich bemerkte bei meinen vor kurzem noch so apathischen Leuten Aeußerungen einer düsteren, fast dämonischen Wildheit. es war wie der Schrei nach Rache für eine unsägliche Leidenszeit. Die Zerstörung eines Un- terftand"s im Schlammtal durch einen Volltreffer, wobei fünf unserer Kameraden bis zur Unkenntlichkeit zerrissen wurden, so daß die verspritzen Gehirne an den Wänden flehten, schürte die verhaltene Wut. Die Natur selbst schien unsere aufgeregte Stimmung zu teilen und steigerte sie noch, wechselnd zwischen Sturm und Schneetreiben und weichen lauen Winden, mitunter Schauspiele bietend von erhabener Großartigkeit. Ich entsinne mich des ergreifenden Eindrucks, den ein doppelter Regenbogen von wunderbarer flüssiger zitternder Helligkeit. auf dem bois de Bouvignv aufstehend und sich über die Lorettohöhe in eine schwarze Wetterwand hineinwölbend, eines Abends auf uns machte. Als mir am letzten Februar, in einer Vollmondnacht, drei Taae vor dem angefetzten Sturm, nach hinten zogen, überfiel uns ein Schneesturm, den ein tosendes Gewitter begleitete, und peitschte uns die Schloßen in den Rücken. Wieder umgibt mich jene Stunde, als ich um 2 Uhr morgens auf der Dorfstraße in Angres die Kornnanie um mich versammelte. Während her kurzen Ansprache, die ich hielt, kam mir zum Bewußtsein, wie sehr ich eins geworden war mit meinen Leuten, und alle Zweifel an der Richtigkeit meines Handelns, die mich oft gequält hatten, fielen ab von mir. Stumm rückten mir vor. Mit größter Lautlosigkeit nahmen wir Aufstellung im Graben. Keiner von uns wird je die zwei Stunden des Wartens vergessen unter den erbleichenden Sternen, mährend langsam das fable Licht eines trü- h>>n Tna<-5 h^aufhämmorte. 1Tnb wir wußten, fo standen acht Kompanien im Graben, Mann bei Mann, den ganzen Höhenrücken hinauf, alle wie wir fröstelnd, beklommen, die Minuten zählend. Um sieben sollten die Minen in die Luft gehen. Mit wildklopfendem Herzen stand man, die Uhr in der Hand. Der Zeiger rückte auf sieben Uhr. Immer noch blieb alles still. Eine Sekunde, zwei Sekunden. Eine grüne Rakete zischte empor. Dann erbebte die Erde, der Berg schien zu wanken. Alles drängte nach den Sturmleitern. Oft hatten wir Offiziere uns bang gefragt, würden die so furchtbar mitgenommenen Leute noch fähig sein, einen Sturm auszuführen? Und nun geschah, was die kühnste Hoffnung nicht auszudenken gewagt hatte. Ich habe nie Aehnliches erlebt. Es war, als wenn jedes erstorbene Röcheln und jeder vergessene Blutstropfen sich mit emporgeschwungen hätte auf die Brustwehr in der rasenden Begierde, dieses zwanzig Schritt breite Stück Erde, den Inbegriff aller ausgestandenen Qualen, endlich unter die Füße zu treten und zu überspringen. Ich war der erste auf meiner Sturmleiter, und doch, als ich oben stand und lassprang, war es, als würde ich von der Welle mitgerissen. Ich kam vorbei an zwei bis an die Hüfte in der Erde steckenden, schreienden und mit den Armen um sich schlagenden Franzosen. Ich sah einen breitschultrigen Alpenjäger dicht vor mir zum Wurf ausholen, ich entriß einem neben mir Hingestürzten das Bajonett und rannte es jenem in den Leib ... Der gesprengte Graben wurde überrannt, mit brausendem Hurra ging es weiter nach dem zweiten Graben. Was dort Widerstand leistete, wurde mit Handgranaten und dem Bajonett niedergemacht. Und weiter ging’s, vom Rausch des Stürmens fortgerissen, den Hang hinab und über einen dritten, unbesetzten Graben, bis wir am Fuß der Anhöhe standen. Vor uns dunstige Wiesen. Kein Schuß fiel. Kein Feind zu sehen. Wir sahen uns um. Ueberall kamen die Unsrigen den Hügel herab. Sieg! Sieg! Wir fielen uns um den Hals, lachten und meinten und küßten einander. Beinah unfaßbar erschien uns das Erlebte. Drei Gräben erobert, weit über das befohlene Ziel hinaus! Der ßorettoberg war unser! Unbegreiflich, daß wir ohne die geringste Störung uns hier in lichten Reihen aufstellen und uns eingraben konnten und in aller Ruhe nach rechts und links Verbindung aufnehmen konnten. Wie wurden die Meldungen begrüßt, die nach und nach einliefen, von der Zahl der Gefangenen und der Waffenbeute und den geringen Verlusten bei uns. Wie freudig und beglückt war der Batäillonsführer, der durch die Stellungen ging und uns dankte und uns die Hände schüttelte. Und meine Leute! Es war, als wäre ich von neuen Gesichtern umgeben. Wie heiß waren sie bei der Arbeit, wie klug und hell zeigten sie sich im Beobachten der leisesten Bewegungen. Der Feind schien völlig überrumpelt. Nervös und unsicher war das wenige Feuer seiner Artillerie. Schon hatten wir hüsthohe Gräben, als gegen Abend aus einem der Waldstücke vor Schloß Nou- lette ein kraftloser, verwirrter Gegenangriff vorbrach. Schwarze! Turkos! der Ruf ging von Mann zu Mann. Der Ekel, der sich in jenen Herbst- und Wintermonaten in der Brust des deutschen Soldaten angesammelt hatte, über die einem weißen Volk von einem anderen weißen Volk angetane Schmach und über den gottlosen Verrat am gemeinsamen Blut — wie äußerte er sich plötzlich mit elementarer Gewalt in meiner kleinen Schar. Es bedurfte keines Kommandos. Schnellfeuer! lief es durch die Reihen. Dann sprangen sie vor. Das Seitengewehr verschmähend, mit dem Kolben der umgekehrten Gewehre schlugen sie die entsetzt Flüchtenden nieder. Die Nacht kam. An die Brustwehr gelehnt und, die Hand am Gewehr oder am Hahn der Leuchtpistole in das Dunkel starrend, mal einnickend, mal uns wachhaltend mit Graben oder mit Gesprächen, so warteten wir den Morgen heran. Grauen beschleicht mich und unendliche Trauer erfüllt mein Herz, wenn ich der beiden Tage denke, die nun folgten. Der Sieg war uns zugefallen, aber was kostete es, das Gewonnene zu behaupten. Von diesen Tagen spricht keiner, mit Schweigen wie mit einer Schneedecke möchte man alles dort Geschehene einhüllen. Zwei Tage lagen wir fast ohne Schutz in einer Granathölle von nie geahnter Schrecklichkeit. Ihr Kameraden, mit denen ich dort lag, Leib an Leib, zitternd, todgeweiht, als Schild gebrauchend die Leichen unserer gefallenen Brüder, noch jetzt in meinen Träumen bedrängt mich eure von wahnsinniger Angst gehetzte Schar und sehe ich eure irren Blicke hilfesuchend auf mich gerichtet, Der nicht helfen konnte, und ich sehe uns in unserer Verlassenheit warten auf den Wiederbeginn des höllischen Feuers. Und immer wieder aufs neue erlebe ich die Stunde, als endlich in der bitten Nacht die Ablösung kam; wie Engel, vom Himmel herabgestiegen, erschienen uns die Grenadiere, die mit Holz beladen, in ihren schmucken Uniformen in die Stellung einzogen. Rückmarsch der zusammengeschossenen Kompanien, zum Teil ohne Offiziere, und dann gegen Mittag: unser Einmarsch in Lens bei klingendem Spiel, noch im Schlammkleid, stumm begafft von den Truppen und der herausgeströmten Bevölkerung; die Brust zum Sprengen erfüllt mit der Seligkeit des heimgebrachten Lebens, mit unbändigem Stolz und mit den Schauern einer fast untragbaren Schwermut. ü n d Pferdebeine ihren Sinn verloren. Hart will nun die Infanterie in schwere und leichte geteilt wissen. Die Aufgabe der schweren oder gewöhnlichen Infanterie beschränkt sich nur auf die reine Abwehr, zu der sie allein, befähigt ist. „Sie auf dem Schlachtfeld der Zukunft in einen Angriff zu hetzen, würde einfach eine Einladung an den Gegner bedeuten, sie niederzumetzeln." Hart will dem napoleonischen Grundsatz neuen Auftrieb geben, daß die entscheidende Kraft eines Heeres in der „Masse mal Schnelligkeit" ruht. Das Bataillon im Hartschen Sinne soll in seinen vordersten Einheiten auf Fahrzeugen vom kleinsten Austin-Typ befördert werden. Diese Infanterie -„Finger" haben vorzufühlen und müssen anstreben, jeden Widerstandsversuch rücksichtslos zu brechen. Bei kräftiger Gegenwehr genügt es jedoch nicht, mit dem „Finger" den Gegner umzustoßen — hie geballte Faust muß so schnell wie möglich zur vollen Wirkung kommen. Ein neuer, leicht beweglicher s. M. G.-Typ und Minenwerfer in kleinen Raupenfahrzeugen vom Cardon-Lloyd-Typ sind als „Faust" gedacht. Sobald festgestellt wird, daß der feindliche Widerstand nachhaltiger Natur ist, werden die Schützen zahlenmäßige Verstärkung und Unterstützung durch schwere Waffen benötigen. Hierzu ist eine Reserve, die zunächst, da sie gleichfalls über schnelle geländegängige Motorfahrzeuge verfügt, außerhalb der Feuerzone bereitgestellt. Das Hartsche Bataillon besteht also aus einer Kompanie Jäger — für die Hart sogar das l. M. G. ausgeschaltet wissen will und die mit einer Waffe ausgerüstet sein muß, die noch leichter als das jetzige Gewehr ist — auf leichten Geländewagen, ferner aus einer Kompanie mechanisierter Hilfswaffen und einer motorisierten Reservekompanie. Feuerstärke des Hartschen Bataillons: 4 bewegliche M. W., 33 neue s. M. G., 192 Gewehre (nur Scharfschützen!). Zahl der Fahrzeuge: 48 leichte Geländewagen, 27 Krafträder, 42 gepanzerte Geländewagen, 1 leichter Gepäckwagen. 4 leichte L. K. W., 5 mittlere L. K. W., 7 große Mannschaftswagen. Das so zusammengesetzte Hartsche Bataillon weist jedoch einen Mangel insofern auf, als es, trotz Motorisierung und Mechanisierung über panzerbrechende Waffen nicht verfügt. Was wir in Harts Absicht erblicken, kann nur folgendes fein: die Infanterie in neuzeitliche Kavallerie umzuformen und diese motc.nechanische Kavallerie wie einst wieder zur schlachtentscheidenden Waffe umzugestalten. Ob hierfür aber die Stoßkraft des Hartschen Bataillons ausreichen wird, muß berechtigt in Zweifel gezogen werden, da, wie gesagt, die panzerbrechenden Waffen völlig fehlen! Trotz allem: „Infanterie von morgen" gibt Anregung und verdient Beachtung. Mdr. „Dänemark vaagn op!" Oie Entwicklung des Nationalsozialismus in Dänemark. Von Ernst Siegfried Hansen-Apenrade. Von Nordschleswig ausgehend hatte die Clausen- Bewegung bald Zellen im ganzen Lande und zeigte sich der Oeffentlichkeit in einem Wochenblatt „N a t i o n a l - S o c i a l i st e n". Die Dänische National-Sozialistische Arbeiter-Partei baut sich auf aus Parteimitgliedern, aus der SA. und einer vor kurzem gegründeten Jugendorganisation „Danske Drenge" (D. D.). Die Parteimitglieder können passiv oder aktiv sein. Die Passiven sympathisieren mit der Partei und unterstützen geldlich die Arbeit, die Aktiven sind die Kämpfer der Bewegung. Die SA. hat besonders unter den Bauernsöhnen und Knechten starken Anhang gefunden. „D. D." ist noch im Anfangsstadium. Die ersten Arbeitspläne stehen noch im Zeichen starker Unerfahrenheit. Von großer Bedeutung ist die Gründung einer nationalsozialistischen Studentenorganisation in Kopenhagen. Sie ist zahlenmäßig stark. Dr. Clausen scheint sich als Führer durchzusetzen. Seine Reden sind mit beißendem Spott durchwürzt und versetzen die Zuhörer oft in beifälliges Lachen. Er versteht, seine Gegner durch Hieb und Stich mundtot zu machen. Seine Aussprache ist wie die des Volkes, zuweilen spricht er plattdänisch. Von Gestalt ist er ein Hüne; seine ganze Haltung strahlt eine überlegene Ruhe und Sicherheit aus. Anfangs glaubte er, der Führer müßte sich noch herausbilden — „ich will die Partei leiten, bis der Führer da ist" — aber „han er vokset med Bevae- gelsen" (er ist mit der Bewegung gewachsen) wie ein naher Mitarbeiter anläßlich seines Geburtstages von ihm sagte. Er steht heute im Bewußtsein seiner Anhänger als der kommende Führer Dänemarks da. Die Bewegung Dr. Clausens ist jedoch nicht die einzige. Unter dem jungen Dänen E j n e r B a a b e n ist eine Partei NDP. (Dän. National- Sozialistische Partei) entstanden, die — zahlenmäßig gering — noch in den Kinderschuhen steckt. Auch Ejner Baaben betont die Notwendigkeit, daß die Bewegung von Nordschleswig ausgeht. Eine dritte Gruppe ist die des Leutnants Thorsen. Er nennt sie „National-Socialistisk Abejds- faelleskaeb" und hat noch keine Parteibildung im eigentlichen Sinne herbeigeführt. Er hat Studienkreise errichtet (und zwar besonders zahlreich in Nordschleswig!), wahrscheinlich um die Stimmung vorzubereiten. Seine Arbeitsgemeinschaft steht wie die Einer Baabens an Bedeutung vorläufig vor der DNSAP. (Clausen) zurück. Es ist äußerst schwer zu sagen, wie groß die Möglichkeiten des Nationalsozialismus in Dänemark sind. Daß Möglichkeiten da sind, steht außer Frage. Sie zeigen sich klar in dem Lebensmut der dänischen nationalsozialistischen Organisationen. Allerdings wird der Nationalsozialismus sich n u r i m g r u n d- legend Weltanschaulichen mit dem deutschen vergleichen lassen. Denn das deutsche Volk ist durch die geschichtlichen Umstände (Weltkrieg usw.) ganz anders geformt als das dänische. Und das wird dem dänischen Nationalsozialismus vielleicht das größte Hinderns sein: das Fehlen eines großen Geschehens, das in seiner Furchtbarkeit auf jeden Volksgenossen Eindruck gemacht hat. Denn durch die Umstände hat das dänische Volk ungestört verspießern können. Das große Fragezeichen ist, ob eine nationalsozialistische Bewegung entstehen wird oder entstanden ist, die das dänische Volk aus dieser Herzverfettung herausziehen kann. Das ist die Zukunftsfrage des dänischen National- soziolismus. Im Kampf um die Jugend muß der dänische Nationalsozialismus eine Festung stürmen: die dänischen Volkshochschulen. Sie sind geradezu großartige Einrichtungen der Jugenderziehung und üben auf den jungen Menschen einen Einfluß aus, der ihn sein ganzes Leben nicht verläßt (in der nord- schleswigschen Grenzkampfetappe 1864—1920 erhielt eine Volkshochschule — Rödding später Askop — den Dänen ihre Jugend!). Diese Schulen, dessen Vater btr berühmte Däne N. F. S. Grundtwig ist, müssen dem Nationalsozialismus gehören. Erst dann wird ein großer und wichtiger Teil dänischer Jugend zu den neuen Fahnen strömen. — Nationalsozialismus in Dänemark — das bedeutet Nationalsozialismus im ganzen Norden. Wenn die Reibungsfläche und Kulturbrücke Nordschleswig den Funken herüberspringen läßt, dann zündet er in allen skandinavischen Ländern! Der Nationalsozialismus entspricht in seiner weltanschaulichen Grundlage nicht nur der deutschen Volksseele, sondern ist darüber hinaus der Ausdruck germanischen Fühlens und Denkens. Es ist daher besonders wissenswert, wie die Erhebung im Reich auf andere germanische Volkskörper gewirkt, hat. Ich will versuchen, eine Darstellung der Entwicklung des dänischen Nationalsozialismus und seiner Möglichkeiten zu geben. Schon früh zeigten sich in Dänemark Ansätze zur Bildung einer nationalsozialistischen Partei. Doch die verschiedenen kleinen Gruppen brachten es zunächst nicht zur Einigung. Die ersten Anfänge einer Organisation entstanden unter der Führung des Rittmeisters Lembke, doch er war nicht imstande sich als Führer durchzusetzen; er war besonders für den Kampf um den dänischen Arbeiter eine unmögliche Persönlichkeit. Immerhin hatte seine Parteibildung zur Folge, daß ein begabter Führer sich herausarbeitete: Dr. Fritz Clausen. Fritz Clausen ist Arzt in Baurup in dem abgetreten Gebiet Nordschleswig. Es ist bezeichnend, daß der Nationalsozialismus von einem Grenzland auszugehen scheint, ein Merkmal, das wir im deutschen Nationalsozialismus wiederfinden. Das Grenzland Nordschleswig ist die Reibungs» fläche, die den Funken der neuen Weltanschauung erzeugen soll, und die entscheiden wird, ob der Funke herüberspringt oder nicht. Fritz Clausen übernahm bald die Führung der DNSAP. (Dänische National-Sozialistische Arbeiter-Partei), die von Lembke gegründet worden war, und arbeitet jetzt schon vier Jahre an dem Auf- und Ausbau. Die Werbung wird stark behindert durch den noch nicht vollendeten Vorgang der U m g e st a l t u n g des Nationalsozialismus für dänische Verhältnisse. Erst wenn der Nationalsozialismus seine dänische Form gefunden hat, wird er starken Widerhall im dänischen Volke finden. MitKreuzer„Cmden"um die halbe: elf. Weihnacht in Kapstadt. Von Korvettenkapitän (3ng.) Weber*. IV. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! An Bord Kreuzer „Emden", Februar 1935. Nach einem achttägigen Seetörn stand Kreuzer „Emden" am 21. Dezember morgens 9 Uhr vor Kapstadt. Im Hintergründe liegt der „Tafelberg", das Wahrzeigen dieser südlichsten Stadt Afrikas. Bereits auf den ersten Blick erkennt man, daß dieser Ort seit dem Besuch der „Emden" im Jahre 1927 einen starken Aufschwung genommen hat, die Vororte am Rande der Tafelbucht, die sich früher deutlich vom Stadtzentrum abhoben, sind mit diesem heute zusammengewachsen, denn überall sind Häuserneubauten entstanden. Auf der Mole und am Pier warten, obgleich wir an einem Werktag einliefen, Hunderte von Deutschen, darunter auch Abordnungen aus der Umgebung und Vertreter der deutsch-afrikanischen Jugend, die eine ähnliche Uniform wie unsere Hitlerjugend trägt. Diese recht ansehnliche Menge erklärte sich aus der Tatsache, daß in Kapstadt und seiner näheren Umgebung etwa 3000 Deutsch- stämmige — unter ihnen 400 Reichsdeutsche — leben. Sofort nach dem Festmachen am Pier im neuen Hafen entwickelt sich ein reges Leben an Bord. Es ist kaum möglich, die vielen Fragen nach der Heimat zu beantworten. Und überall strahlen die Augen, wenn man von der ständig fortschreitenden Entwicklung auf allen Gebieten und von der Zucht und Ordnung, die zu Hause wieder ihren Einzug gehalten haben, spricht. Das Programm, das die deutsche Kolonie für unseren Aufenthalt vorgesehen hatte, war außerordentlich umfangreich. Aber nicht nur die Deutschen nahmen sich unser an, sondern auch Engländer und Afrikaner wetteiferten miteinander und wollten uns die Schönheiten der Umgebung und der Stadt selbst zeigen. Auch ich folgte der Einladung eines afrikanischen Farmers. Nachdem wir seine Weinplantagen, die Kelterei und das riesige Lagerhaus besichtigt hatten, kam natürlich das Gespräch auch auf Hitler. Man hört gern zu, wenn von dem neuen Deutschland und seinem Führer die Rede ist, zumal man an dem frischen und korrekten Auftreten unserer Männer sieht, daß doch wohl manches in dem Staate Adolf Hitlers anders fein muß, als man es sich bisher vorstellte. Wir schneiden solche Gespräche nie selbst an; aber ich glaube, daß wohl niemand unter uns ist, der nicht öfter um Auskunft über all diese Dinge gebeten wor- den ist. Am Heiligen Abend kamen vormittags Kinder der deutschen Schulen an Bprd. Sie wurden mit Kakao und Kuchen bewirtet und dann sangen sie Weihnachtslieder und trugen vaterländische Gedichte vor. Die Schulen und auch die Kirchen in Kapstadt und Umgebung leisten viel für die Erhaltung des Deutschtums in diesem Lande, und trotz bitterer Rückschläge während des Weltkrieges sind sie fetzt wieder in steter Aufwärtsentwicklung begriffen. So zählt z. B. die Sankt-Martini-Schule in Kapstadt, die 1933 ihr 50jähriges Jubiläum feiern * Vergleiche den letzten Artikel in Nr. 22 des Gießener Anzeigers vom 26. Januar. konnte, bereits wieder 140 Schüler und beabsichtigt, demnächst den Lehrplan bis zu einem Umfang auszubauen, der etwa unserer Prima-Reife entspricht. Weihnachten! Man muß sich an diesen Gedanken erst gewöhnen: Die Wärme, unsere weißen Uniformen, fremd klingende Laute auf dem Pier„ überhaupt das ganze Bild, alles will keine rechte Weihnachtsstimung auffomen lassen. Aber wenn man kurz nach dem Mittagessen durch die Decks geht und sieht, wie die Tannenbäume geputzt werden, wobei Weihnachtslieder gesungen werden, wenn man den Leseraum betritt, wo die vielen bunten Tüten klargemacht werden und es nach Pfefferkuchen und sonstigem Weihnachtsgebäck riecht, bann wird die Stimmung schon anders. Und als wir dann gegen Abend zum Gottesdienst vor den Lichterbaum auf der Schanz traten, da war es auch bei uns Weihnachten geworden. Nach dem Wegtreten wurde es ruhig im Schiff. Jeder stand vor feinem Gabentisch, wo die Pakete und die Post aus der Heimat von treuen Kameradenhänden hingelegt worden waren. Es ist eine stille Feierstunde, dieses Auspacken der Pakete und das Lesen der Briefe von den Lieben daheim. Die Gedanken eilen zu unseren Eltern, zu unferen Frauen und Kindern, zu unseren Geschwistern und Freunden! — Später geht der Kommandant, begleitet von den nicht zu den Divisionen gehörenden Offizieren durch das Schiff, wir drücken jedem die Hand und fühlen, daß wir, die wir immer gute Kameraden waren, heute zu einer Familie zusammengeschweißt worden sind. Lange, sehr lange sitzen wir noch zusammen und fingen und erzählen. Mit zu den schönsten Erlebnissen während unseres Aufenthaltes in der Hauptstadt der Kapprovinz gehörte der Besuch einer 100 Mann starken Abordnung in der Vlakte. Früher eine Sand- wüste, hatten deutscher Fleiß und deutsche Ausdauer sie zu den Ob st - und Gemüsegärten Kapstadts gemacht. Die Väter der Vlaktebauern stammen meist aus der Lüneburger Heide, ein kleiner Teil aber auch aus Westfalen, Brandenburg, Thüringen und Sachsen, woher sie in einer Stärke von 300 Männern und Frauen in den Jahren 1878 bis 1886 nach Südafrika auswanderten. Sie haben alle einfach und bescheiden angefangen und leben auch heute noch nicht im Ueberfluß, aber die stets gleichbleibende Absatzmöglichkeit ihrer Pro- duckte auf dem Kapstadter Markt gibt ihnen einen gesicherten Lebensunterhalt. Ihr Herz hängt an der alten Heimat, sie haben in allem deutsche Sitte und Kultur und die deutsche Sprache so bewahrt, wie man es wohl sehr selten findet. Besondere Verdienste hat sich um diesen Teil des Auslandsdeutschtums der Pastor Mohn ke erworben, der ein prächtiger Bauernpfarrer ist und den ich als alten Bekannten wieder begrüßen durfte. 3n East London. Unser nächster Hafen war East London, nur zwei Tage Seefahrt entfernt. In den Kapstadter Aufenthalt waren die Feiertage gefallen, viel Zeit für einen geregelten Dienstbetrieb war also nicht übrig geblieben. Aber jeher wird sich vorstellen können, daß auf einem Schiff, das Monate hindurch ohne Hilfe einer Werft oder sonstiger Reparaturbetriebe fahren soll, und das ein Ausbildungs- Blühende Clivia. Von Peter Bauer. Die Heimat ihrer Stammeltern ist das südlichste Afrika. Dennoch fühlt sich ihre Sippe — sie kommt in zahlreichen Spielarten vor — in unseren Zimmern sehr wohl und wird, da sie schon in den ersten Monaten des Jahres blüht, als eine der schönsten und vornehmsten Planzenzierden gepflegt und betreut. Ihr Wesen ist hoheitsvolle Würde. Sie verträgt keine Berührung mit fremden Dingen. Die Spitzen ihrer Blätter, von denen die Blüte in einem weit ausbiegenden Büschel wie von dem breiten Faltenwurf eines Königsmantels umgeben ist, gilben und -rosten, wenn sie irgendwo anstoßen. Dabei sind diese Blätter durchaus nicht zart und zimperlich, vielmehr haben sie schon von ihrer frühesten Jugend an eher etwas von der elastischen Härte dünner Stahlbänder als von der seidenen Weichheit schmiegsamer Gräser, von denen sie eine vergrößerte und vergröberte Abart zu sein scheinen. Wie in einer festen Faust sitzen die paarweis aufsprießen- den, eng ineinandergeschachtelten Blätter, die sich anfangs wie Daumen und Zeigefinger einander gegenüberstehen, bald aber nach allen Seiten abbiegen. Es ist, als ob sie eine unsichtbare Hand an ihren Spitzen niederzöge, und sie folgen, nachdem sie bis zur Armlänge ausgewachsen sind, in schönem Schwung. Sie haben inzwischen die Breite eines Degens erreicht, und man wird das Gefühl nicht los, daß sie aus ihrem Bogen jeden Augenblick zurückschnellen könnten. Das Grün, das von einem seidigen Firnis glänzt, dunkelt mehr und mehr nach, und die zarten Längsnerven treten bei den älteren Blättern, die ihre Ränder sanft auf- krempen, deutlicher hervor. Der Blütenschaft, der nicht rund ist, sondern zwei starke Kanten hat, scheint aus zwei einander zugebogenen Blättern zusammengesetzt. Sobald er den Büschel überragt, brechen aus ihm sternförmig die kleinen, fingerlangen Blütenstiele, von denen jeder, wie ein Leuchter seine Kerze, eine Blume trägt. Sie' hat die Form eines schlanken Trichters und prangt in zwei Farben. Am schönsten sind die in zarten Aquarelltönen leuchtenden Clivien. Wundervoll die ßelbe, mit dem zitronenfarbenen Herzen und der m Orange strahlenden äußeren Blumenhälfte. Jede Blüte ist aus sechs Blumenblättern gebildet, die sich allmählich immer weiter voneinander losen und den Trichter in einen strahlenden Stern verwandeln. Dabei treten die sechs Staubfäden mit den dicken Goldpollen und der sie überragende Stempel mit dem zart olioenfarbenen Narbenkrönchen mehr und mehr hervor. Bei der leisesten Berührung geben die Pollen ihren Goldstaub ab. Dem vornehmen abgeschlossenen Wesen der Clivia entsprechend ist auch ihr Duft unaufdringlich und erst in nächster Nähe witterbar. Sie hat es wie eine stolze Schönheit nicht nötig, damit zu locken, sondern schenkt ihren zarten herbsüßen Hauch nur dem, der ihren leisen Wünschen in Liebe dient. Sonderbare Sachen. Kulturgeschichte in Pillen gedreht. Von Peter Peppermint In der Preußischen Klassenlotterie fiel der Hauptgewinn — die genauen Daten sind mir nicht bekannt, aber es entspricht den Tatsachen! — zweimal auf dieselbe Nummer. Diese Nummer hatte außerdem die Eigenschaft, vorwärts und rückwärts gelesen gleich zu lauten. Es war 39 093. * Als die Stadt Leiden im Jahre 1575 von den Spaniern belagert wurde, erhielten die Bürger durch Brieftauben die Nachricht, daß der Prinz von Oranien zur Hilfe heranrückte. Den Brieftauben also verdankt die Stadt ihre Errettung, denn nun hielt man die Belagerung noch einige Tage aus. Diese Brieftauben wurden auf Befehl des Prinzen von Oranien bis an ihr Lebensende gefüttert, nach ihrem Tode aber einbalfamiert und im Rathaus zu Leiden aufbewahrt. * Im Soester Stadtrecht, das um 1150 herum schriftlich niedergelegt ist, steht zu lesen: „Es soll der Richter auf feinem Richterstuhl sitzen als ein griesgrimmenber Lowe, den rechten Fuß über den linken schlagen, und wenn er der Sache nicht recht könne urteilen, so soll er dieselbe einhundert- dreiundzwanzigmal überlegen." * Juristendeutsch aus den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, zu lesen auf Seite 252 des 1. Bandes der „Entscheidungen des Reichsgerichts in Zivilsachen". Was ist die Eisenbahn? Sie ist „ein Unternehmen, gerichtet auf wiederholte Fortbewegung von Personen oder Sachen über nicht ganz unbedeutende Raumstrecken auf metallener Grundlage, welche durch ihre Konsistenz, Konstruktion und Glätte den Transport großer Gewichtsmassen, bzw. die Erzielung einer verhältnis- mäßig bedeutenden Schnelligkeit der Transportbewegung zu ermöglichen bestimmt ist, und durch diese Eigenart in Verbindung mit den außerdem 3ur Erzeugung der Transportbewegung benutzten -caturkräften bei dem Betriebe des Unternehmens * * auf denselben 'eine gewaltige, je nach den Umständen nur in bezweckter Weise nützliche, ober auch »enleben vernichtenbe, unb die mensch- esundheit zu verletzende Wirkung zu erzeugen fähia ist." Uff! Ader dabei haben wir die Leser schon mit dem Satz verschont, der außerdem mitten drin in Klammern steht und die „benutzten Naturkräfte" näher erläutert! * Der römische Kaiser Clodius Albinus konnte mit nüchternem Magen 500 getrocknete Feigen, 100 Pfirsiche, 20 Pfund Trauben und 10 Melonen bewältigen. * Die Stiftungsurkunde von Unruh st adt im Kreise Bomst ist von einem Grafen Unruh unterschrieben. Obendrein aber hieß der erste Bürgermeister der Stadt, die den seltsamen Namen trug, Kummer, der erste Kämmerer Sorge. * Es gab einmal eine Zeit, in der es für unfein galt, an die Türen zu klopfen. Wer den Vornehmen markieren wollte und Einlaß begehrte, durfte nur kratzen. Damit aber die Fingernägel nicht litten, hing an den Türen der Zimmer der französischen Ludwige ein Kamm. * Wer kennt nicht das ZarenUed „Sonst spielt' ich mit Szepter, mit Krone und Stern" aus Lortzings Oper „3 ar und Zimmerman n"? Aus der Generalprobe zur Leipziger Erstaufführung wurde das Lied als völlig unwirksam gestrichen. Nur den dringenden Vorhaltungen Lortzings ist es zu danken, daß die Arie erhalten blieb. * Das einstige russische Garde-Regiment „Paul" hatte früher eine Regimentshebamme. Allerdings waren die Soldaten damals fast alle verheiratet unb dienten lebenslänglich. „Cleopatra." Dieser Film, ben die Paramount nach einem Manuskript von Walbernar £) o u n g unb V. Lawrence unter ber Regie von Cecil B. b e Mille gebreht hat, ist typisch für eine ganz bestimmte Gattung amerikanischer Filme: er setzt bie Linie fort, bie seinerzeit mit „Ben Hur" unb „König ber Könige" begonnen mürbe. Nachbem im Programm bas runbe Dutzenb ber solistischen Hauptbarsteller ! namentlich aufgezählt ist, folgt schlicht unb summarisch bie Bemerkung „unb weitere breitaufenb Mit- wirkenbe". Das ist bczeichnenb für ben Kolossalstil ber amerikanischen Historien, bie vornehmlich durch ihre Massen von Menschen, Material, Kostüm, Architektur und Ausstattung wirken. Und ganz folgerichtig ist die Regie von C. B. d e Mille in erster Linie eine Bewältigung bewegter Menschenmengen, sie gibt eine durchaus zunächst an das Auge sich wendende Folge von Szenen und Bildern. Die Ausstattung und der Aufwand, der hier getrieben wird, sind von einer Art, daß man versucht ist, das Ganze — einen Ausschnitt aus der antiken Geschichte, der den Zusammenstoß zweier Völker und zweier Welten schildern will — eine historisierende Kolossal-Revue zu nennen. Da gibt es nichts, was der Technik der Kamera und dem Willen des Regisseurs entzogen wäre: prunkvolle Paläste, Feste, Tänze und Aufmärsche; Cäsars Triumphzug und Cäsars Ermordung in einem gewaltig aufgetürmten Senatspalast; durch die Wüste jagende Streitwagen, die an die berühmten Pferderennen in „Ben Hur" erinnern; die ganze verschwenderische Prunkentfaltung der „Zauberin vom Nil", Schlachten zu Land, zu Pferd unb zu Fuß, und zur See, Belagerung mit ben alten Kriegsmaschinen unb Erstürmung einer Stabt burch bie römischen Legionäre. Immerhin muß eingeräumt werben, baß in ber „Cleopatra" ein wenig mehr Wert auf bie Ausgestaltung ber Einzelszene aelegt würbe, als bies in früheren, ähnlichen Kolossalfilmen von Hollywoob ber Fall war. Claubette (Tolbert spielt bie Titelrolle; sie ist rein äußerlich, als Typus, nicht schlecht gewählt, sie nimmt bie Aegypterin als Circe, als Sphinr aus dem Lande des Nils, als eine leidenschaftliche Fürstin der Liebe; am stärksten wirkt sie entschieden in den Szenen mit Antonius, während sie zuvor, als Partnerin unb Gegenspielerin Cäsars, ein wenig an die Cleopatra des Schauspiels von Shaw erinnert, obwohl sie unb ber Regisseur freilich nicht bie volle Unbefangenheit der Sehweife aufbringen, mit der Shaw an die historischen Dinge herangegangen war. Und man spürt doch auch immer wieder, nicht nur an dem Toilettenwechsel, der gelegentlich an eine Modenschau denken läßt, daß man es mit einer Schausvie- lerin zu tun hat, die in einem modernen Gesellschaftsstück ohne Zweifel bie aleiche ober sogar eine stärkere Wirkung erzielen würbe. Den Cäsar gibt Warren William knapp unb kalt, übrigens' in einer recht überzeugenben Maske. Komplizierter unb weicher, mehr auf bas Psychologische hin spie- lenb, Henry W i l c o r o n als Marc Anton. Von ben übrigen sind Jan Keith als Octavian, C. Au- brey Smith als Enobarbus und Getrude Michael als Calpurnia zu nennen. Rudolf Kopp schrieb die Musik; deutsche Regie: Kurt Steines. — Der Film läuft feit gestern im Lichtspielhaus; im Beiprogramm findet man einen Bildbericht von den Bootsmanövern eines Ozeandampfers, dazu die neue Wochenschau der Ufa. — Programm von großen Ausmaßen zu erledigen hat, recht erhebliche Arbeit zu leisten ist. So setzte der Divisionsdienst auch sofort nach dem Auslaufen wieder in Dollarn Umfange ein, wichtige Jnstand- ietzungsarbeiten in der Maschinenanlage wurden in Angriff genommen und nachts riefen die Schokten- dichtglocken jeden auf seine Station. In Gast London und seinem Hinterlande leben etwa 4000 bis 5000 Deutsche und Deutfchstämmize. Meist sind ihre Vorväter ehemalige Angehörige der Deutschen Legion, die unter der Führung des Barons von Sutterheim von den Engländern für den Krimkrieg 1856 angeworben worden waren. Bei ihrem Eintreffen am Bosporus hotten jedoch die Friedensverhandlungen bereits begonnen und man w-ar froh, daß sich die Söldner bereit erklärten, als Siedler nach Südafrika zu gehen. Leider ist ein beträchtlicher Teil dieses Auslandsdeutschtums verloren gegangen. Unter den Auswanderern befanden sich nämlich nur wenige Frauen und Mädchen, und so nahmen sich die Siedler englische und afrikanische Frauen. Da auch die aus diesen Ehen hervorgegongenen Kinder in nichtdeutsche Familien hineinheirateten, verschwand vielfach deutsche Art und Sitte. Es kommt hinzu, daß diese Auswanderer meist sehr arm waren und keine Mittel für die Unterhaltung deutscher Privatschulen oufbringen konnten. Führende Deutsche, die Kirchen und die NSDAP, geben sich aber die größte Mühe, den Untergang aufzuhalten, und auch wir glauben, unser Scherflein beigetragen zu haben. Wie in Kapstadt, so war auch hier der Empfang durch die Deutschen außerordentlich herzlich. Das traf aber auch für die Afrikaner zu, bei denen der hier lebende Deutsche hohes Ansehen genießt, weil man sieht, daß das deutsche Element mit seiner Zielstrebigkeit, seinem Fleiß und seiner Kultur für die Entwicklung des Londes wichtig ist. „Heute wollen wir einmal über Berlin nach Potsdam fahren", sagte einer der Anwesenden zu mir. Und das ist hier tatsächlich möglich: Die Einwanderer haben seinerzeit ihren Dörfern Namen deutscher Städte gegeben. Nett und gepflegt sehen diese kleinen Ortschaften aus, und rings um sie herum liegen in hügeliger, mit Buschwerk bewachsener Landschaft die Bauernhöfe der Deutschen. Nur zu schnell verlief auch hier die Zeit, und unter großer Teilnahme der Bevölkerung verließ am 12. Januar unser lieber Kreuzer „Emden" den Hafen und damit die Südafrikanische Union. Nächstes Ziel: Porto Amelia in Portugiesisch- I Ostafrika. Geschichten aus aller Welt Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Jede Woche eine Strafarbeit. (h) Peking. Professor Hsiao Chu-Wu hatte man nicht ganz zu Unrecht im Verdacht, ein Kommunist zu sein. Als man den Tatbestand mit den nötigen Unterlagen nach Nanking an die Nationalregierung meldete, war man in Peking sehr neugierig, was mit dem Professor wohl ausgestellt werde. Die Entscheidung war überraschend: Der Professor bleibt an der Universität wie bisher. Aber er hat in jeder Woche eine philosophische Arbeit gegen den Kommunismus zu schreiben! Dieser Artikel wird in den größten Pekinger Zeitungen veröffentlicht. Die Deduktion muß wissenschaftlich einwandfrei sein und den anaestrebten Zweck erreichen. Bei der Tüchtigkeit des Professors hoffe man, so heißt es in der Nankinger Stellungnahme, daß er sich durch seine eigenen Gedanken darüber klar werde, wie falsch sein bisheriger Weg war. „Weltreise" im eigenen Garten. (th) Neuyork. Der 58jährige frühere Zollbeamte Josua M. Trentle in einem kleinen Städtchen des Staates Neuyork befindet sich seit dem 1. November v. I. auf einer „Weltreise". Das kuriose dabei ist allerdings, daß Mister Trentle sein Städtchen überhaupt nicht verlassen hat! Seine Reise rund um den Aequator ist nämlich das Ergebnis einer Wette. Im Klub unterhielt man sich im vergangenen Herbst zufällig einmal über Fußmarschleistungen. Um eine angezweifelte Behauptung zu beweisen, erbot Trentle sich, trotz seines vorgeschrittenen Alters den Aequator zu Fuß zu umgehen. Weil es immerhin billiger und besser kontrollierbar sei, wolle er das am einfachsten in seinem eigenen Garten tun, versprach er. Der Aequator habe eine Länge von rund 40 000 Kilometer, sein Garten einen Umfang von rund 500 Meter. Diesen Umfang werde er vom 1. November ab täglich zu Fuß absolvieren, mit einer Kilometeruhr in der Hand und unter Zeugen, bis die Länge des Aequators erreicht sei. Das seien also 80 000 Spaziergänge um seinen Garten herum. Er glaube, täglich noch 40 Kilometer ,,schaffen" zu können, so daß er seine „Fußwanderung um die Erde" in etwa tausend Tagen also nicht einmal ganz drei Jahren, beendet haben werde. Er sei ja rüstig und gesund, und kein Unwetter werde ihn von der Ausführung seines Planes abhalten können. Einige Klubfreunde gingen daraufhin eine Wette ein, die Mister Trentle, wenn er sein Pensum tatsächlich vollbringen sollte, eine Nebeneinnahme von 4200 Dollar verschafft. Am 1. November, wie schon Ä, hat diese schnurrige Weltreise begonnen, und ig Februar hatte Mr. Trentle bereits 2900 Kilometer zurückgelegt. — Was manche Leute für Sorgen haben ... Schlecht belohnte Gutmütigkeit. (r) Buenos Aires. Wissen Sie nicht einen Posten für den Gefängnis- Direktor Souto, dem das Parahyba-Gefängnis in Nordost-Brasilien unterstand? Es muß eine Stellung sein, wo man einen gutmütigen Menschen braucht. Hätte sonst Direktor Souto zu Weihnachten und Neujahr 87 Sträflingen Urlaub gegeben? Es waren kleine und große Sünder, darunter z. B. auch der berüchtigte Pilao. Sie sind bis auf neun nicht heimgekehrt — trotz Ehrenwort und Unterschrift! Man wird verstehen, weshalb der Direktor nun eine neue Stellung sucht. Aber es kommt, wie gesagt, nur eine für weichherzige Menschen in Frage.. Feierliche Beisetzung einer Brieftaube. (-) London. Kürzlich wurde in London eine Brieftaube feierlich zu Grabe getragen. Mit ernster Miene folgten ihr mehrere ehemalige Feldsoldaten: Angehörige einer Batterie, die während des Krieges in Nordfrankreich stand und vom Schlachtenwirbel hin- und hergeworfen wurde. Kanoniere fingen eines Tages die jetzt beigesetzte Taube, die sehr rasch mit den Soldaten Freundschaft schloß. Sie wurde dem Nachrichtentrupp zugeteilt und brachte unermüdlich Befehle von den Kommandostellen nach vorn. Ihr war es zu danken, daß die Batterie, der sie angehörte, mit knapper Mühe der Gefangenschaft entging. Im letzten Augenblick traf sie in der Sommeschlacht mit dem Rückzugsbefehl ein. Kaum hatten die Kanoniere die Feuerstellung verlassen, da standen auch schon deutsche Sturmtrupps darin. Die Taube „Colonel Fearleß", wie sie vom ganzen Regiment ob ihrer Furchtlosigkeit genannt wurde, ließ sich durch kein noch so schweres Trommelfeuer abschrecken, ihren Dienst zu verrichten. Bei einem dieser Flüge verlor sie durch ein Ge- schoßsplitterchen ein Auge. Nach Beendigung des Krieges wurde sie mit nach England genommen und hier ist sie nun gestorben. Auf ihrem Grabstein steht: „Den Lebenden zur Erinnerung an einen kleinen heldenhaften Helfer britischer Kanoniere." So ein Lümmel! (Dr. D.) Stockholm. Von einer unglaublichen Flegelhaftigkeit war jener „Herr", der in einem Autobus sich gemüßigt sah, seine Füße hochzuheben und sie auf dem gegenüberliegenden Sitzpolster zu oerstauen. Dann lehnte er sich bequem zurück und besah sich die Aussicht. Daß seine Schuhe inzwischen das Kleid einer Dame ungebührlicherweise beschmutzten, schien dem Flegel ganz egal zu fein. Ihre schüchterne Bitte, er möge seine Tretwerkzeuge wieder wegnehmen, überhörte er gänzlich und starrte weiter interessiert aus dem Fenster. Die Dame wandte sich hilfesuchend an den Schaffner, und dieser forderte den „Kavalier" mit Amtsmiene, aber immer noch höflich auf, dem Wunsche der Dame zu willfahren. Es wäre wohl besser gewesen, wenn er dem Mann mit der guten Kinderstube mit einer saftigen Maulschelle Manieren beigebracht hätte. So hatte aber der Herr noch die Unverfrorenheit, einen zweiten Fahrschein für seine Füße zu verlangen. Begreiflicherweise ging der Schaffner auf diese etwas ungewöhnliche Forderung nicht ein, sondern verwies auf die Derkehrsordnung, nach der solches leider nicht erlaubt sei. Da lief dem Flegel die Galle über, er wurde fuchsteufelswild und machte eine fürchterliche Szene. Vor Gericht durfte er weiter toben. Aber da wollte er nicht Mehr. Da zahlte er stumm und verbissen seinen „Zusatzfahrschein", der allerdings nicht mehr einige Oere, sondern eine ganze Anzahl Kronen kostete. Keine Geheimnisse mehr! Personenwagen Opel 1,2 Eiter Vierzylinder. Dieses zehntausendfach bewährte Doll- automobil zu einem Preis, der nur möglich ist, weil der typ - in seinen örundzügen seit fahren nicht »verbesserungsbedürftig« - eine sehr hohe Auflage erzielt hat und Wech und üieferanten auf seine Herstellung restlos eingespielt stnd. 1,2 £tr. Limousine, zweitürig..........RfD 1850 £tr. Cabriolet-Üimoufme, zweitürig .. AM 1960 1,2 Ctc. 5pe)ial-£imouftne, zweitürig ... 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Denjenigen, Die früher einen schweren und entsprechend teuren Wagen befaßen, gibt er die Möglichkeit, für einen Bruchteil der einst aufgewendeten Mittel einen Wagen zu fahren, der kaum weniger bietet. 6 ^linder (2 Eiter) fakrgestell........AM 2800 6 Zylinder Limousine, viertürig........AM 3600 6 Zylinder Cabriolet, oiersthig, 2 fenster RM 4000 6 Zylinder Cabriolet, oiersthig, 4 fenster AM 4300 Sarhssthcr 6 Zylinder Limousine, sechssitzig, viertürig AM 4800 6 Zylinder Pullmann-Eimvustne, sechssitzig, viertürig, mit Zwischenwand...........RM 5000 6 Zylinder Cabriolet-Cimoufine, sechssitzig, viertürig...........................AM 5400 6 Zylinder Eanöaulet, sechssitzig, viertürig, auch als Droschke mit Aufpreis von AM 550 Ile ferb .» .. > • W1 5500 üblich wissen Sie - nachdem die Automobil-Ausstellung eröffnet ist - wie die verschiedenen wagen beschaffen sind, unter denen Sie 1935 die lüahl haben. Bei Ihrem Opel-Händler können Sie sich schon heute über jedes einzelne Modell erkundigen: ein bedeutender Vorteil für Sie. weil Sie ja vor allem solche wagen prüfen und erproben wollen, die Sie sich ohne Mühe leisten und die Sie mit flutjen fahren können. Sie werden sehen, dast Deutschlands größte Automobilfabrik an ihrem alten Brandsatz: »keine Experimente auf kosten der Käufer!« festhält. Das Bewährte wurde beibehalten, zum Vorteil für Sie; die einzelnen Modelle wurden verfeinert, vervollkommnet, das Fabrikations-Programm planmäßig ausgebaut, die Hauptmerkmale der einzelnen Typen aber sind die gleichen wie die der Zehntausende von Opol-löagen, die auch 1934 wieder ihre zufriedenen, begeisterten Besitzer fanden. Unboirrtes fortfehroiten auf dem einmal als richtig erkannten weg, Festhalten an dem Brandsatz: ausgeglichene Konstruktion, ehrlicher Begenwert und unbedingte Zuverlässigkeit, das sind die Bausteine des Opel-Erfolges, und das sind auch für Sie ausschlaggebende Sicherheiten beim kauf Ihres Opel-Wagens. OPEL DerUuverlWye fluf Der internationalen Automobil-flueftellung Berlin : Personenwagen fialle I, Stand 17 (Telefon J 3/5288). Castwagen fialle II. Stand 141 (Telefon 1 3/3500). Teile feUf 1L Sifll» IM Helefon 13/3244), üwoUM« Vl StliaO 634 IWjj J 1/26671 Kiefer- und Castwogen Opel 1,2 Eiter Eiefcriaagcn Der geeignete Wagen für zuverlässigen Lieferdienst. 1,2 Ltr. Lieferwagen-fakrgestell (lang, mit Vierganggetriebe)..........AM 1750 1,2 Ltr. Lieferwagen auf langem Fahrgestell AM 2150 Blitj'Eintonner - wendig und schnell, für Stadt- wie für Uber- tandoerhehr gleich gut geeignet. 1 Io fakrgestell............... 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Aus dem gleichnamigen Buch von Ludwig Manfred Lommel. 11.30: Kantate von Johann Sebastian Bach. „Nach dir, Herr, verlanget mich." 12: Mittagskonzert I der Dresdner Philharmonie. 13: Ein Arbeiter erzählt aus seinem Leben. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Kinderfunk. 15: Paulchen Neugebauer persönlich! 15.30: Deutsche Freiballon-Meisterschaft des Jahres 1935 in Darmstadt. Funkbericht aus der Gondel eines gestarteten Ballons mittels Kurzwellensender — Sprecher: Dr. Paul Laven. 16.05: Fußball-Länderspiel Deutschland — Holland. 2. Halbzeit. 16.50: Nachmittagskonzert. 18: Jugendfunk. 18.30: Um das goldene „Stimm"-Band. 19.15: Eine halbe Stunde Lachen mit Georg Ducker. 19.50: Sportbericht. 20.05: 4. Volkskonzert der Museums- Gesellschaft. 21 bis 21.25: „Vom wackeren Lanzer in Krieg und Frieden." Eine heitere Funkfolge. 21.30: 14. Meisterkonzert des deutschen Rundfunks. 22: Nachrichten. Montag, 18. Februar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch. — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I des Philharmonischen Orchesters Mannheim. 13: Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Jugendfunk. BdM.-Sport im Winter. 16: Nachmittagskonzert des Landesorchesters Gau Württem- berg-Hohenzollern. 18: Jugendfunk. 18.15: Bücher- funk. 18.30: „Sven Hedin, ein Freund des deutschen Volkes." Ein Lebensbild des schwedischen Forschers zum 70. Geburtstag. Aus persönlicher Erinnerung. Von Dr. Alfons Paquet. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Internationale Automobil- und Motorrad-Ausstellung 1935. Ein Funkbericht. 20: Nachrichten. 20.10: „Äm Glücksrad!" 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. gebeteten eine Freude machen, erstand einen Rosenstrauß, eine Torte und einen Ring mit einem allerdings falschen Edelstein. Damit begab er sich in die Wohnung der Nini, wobei er ungeachtet seiner Glatze mit jugendlichem Uebermut vor sich hersummte: „Ich bin der Schmetterling, der von Blume zu Blume flattert...!" Nini war leider nicht zu Hause, aber das Dienstmädchen bat .ihn, doch in das Wohnzimmer einzutreten und auf ihre Rückkehr zu warten. Lächelnd ließ Ottavio sich im bequemen Lehnstuhl nieder und blickte um sich. Da fiel sein Blick plötzlich auf einen Rosenstrauß, der auf dem Tisch stand, und auf eine Visitenkarte mit den Worten: „Der schönen Nini mit liebevollen Glückwünschen von Antonio M. Ottavio wurde schwarz vor den Augen. Verdacht und Eifersucht überwältigten ihn. Besonders, als er gar noch ein Etui entdeckte, das dem seinen mit dem neuerstandenen Ring nicht unähnlich war! In wilder Hast öffnete er es, und wirklich: es enthielt einen Ring — das genaue Gegenstück zu dem seinen. Außer sich vor Wut, hatte Ottavio nur den einen Wunsch: den Ring zu vernichten! Unglücklicherweise griff er dabei aber zu einem durchaus unangebrachten Mittel: er steckte ihn in den Mund, und in seiner blinden Hast verschluckte er ihn... Wenige Augenblicke später sah man den unglücklichen Helden unter Zurücklassung des Rosenstraußes und des Kuchens in das nächste Hospital eilen, halb erstickt und von nervösen Magenkrämpfen befallen. Das ist die Geschichte vom verschlungenen Ring. Sie ist übrigens nicht die einzige ihrer Art. Man denke an jenen eifersüchtigen Setzer in Ungarn, der alle Bleibuchstaben verschlang, die den Namen seiner ungetreuen Geliebten Mitzi bildeten. Rundfunkprogramm Sonntag, 17. Februar. 6.35 Uhr: Hafenkonzert. 8.20: Gymnastik. Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. Deutsches Schatzkästlein. 10.15: Chorgesang. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hoch- amt mit Predigt. Mittwoch, den 20. Februar. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Neu apostolische Gemeinden, Gießen. Händelstraße 1 — Ederstraße 13. Sonntag, den 17. Februar. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, den 20. Februar. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Oefsenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Geyer, Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Schott. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 17. Februar. Septuagesimä. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 17: Studienrat Dr. Unverzagt. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer; musikalische Abendfeier; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Bechtolsheimer; 20.15: Bibelstunde; Pfr. Anthes. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — Petruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrus- gemeinde; Pfr. Trapp. — Wieseck. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Alten Buseck. 9.30: Gottesdienst. — Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst. — Oppenrod. 9: Gottesdienst. — Steinbach. 10: Gottesdienst und Kollekte. — Albach. 12.30: Gottesdienst und Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte für die Sicherung der Ev. Kirche in den Grenzgebieten; 11: Kindergottesdienst (1. Abteilung). — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Daubringen. 13.30: Gottesdienst. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Klein- Linden. 10: Gottesdienst; 11: Klein-Gottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 10: Propst Knodt. 13: Kindergottesdienst; 14: Stiftsdechant Kahn. — Nieder-Vessin- gen. 10: Sttftsdechant Kahn. — Bettenhausen. 9.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 17: Kindergottesdienst. — Virklar. 13.30: Hauptgottesdienst. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst. — Trais-Münzenberg. 8.45: Gottesdienst. — I zu führen. Als die Ingenieure und Arbeiter bereits bestellt waren, um die Arbeiten aufzunehmen, erfuhr der Bürgermeister von Cuellar von der Absicht der Dalladolider Stadtväter und widersetzte sich zusammen mit der gesamten Bürgerschaft diesem „Raub". Tausende braver Bürger aus Cuellar und den umliegenden Dörfern ohne Unterschied des Standes eilten nach dem Wallfahrtsort, um die heiligen Wasser vor dem bösen Eingriff der Techniker zu schützen. Die Geschäfte, Werkstätten, Fabriken und sogar die Cafes stellten ihren Bettieb ein, damit ihre Arbeiter, Angestellten und Inhaber an dem Protestzug nach El Henar teilnehmen konnten, wo man die Ankunft der Dalladolider Ingenieure erwartete. Die hatten offenbar von der drohenden Haltung der Bewohner gehört und konnten durch ihr Fernbleiben noch rechtzeitig einer gewiß nicht glimpflich verlaufenen Bestrafung durch das verärgerte Volk entgehen. An Ort und Stelle wurde durch einen Rechtsanwalt von Cuellar eine Protestnote ausgenommen, deren energischer Ton der Stadtverwaltung von Valladolid die Lust an einer weiteren Verfolgung ihrer Pläne vergehen machen dürfte. Die heiligen Quellen von El Henar werden also vorläufig durch keine moderne Leitungsanlage nach Valladolid fließen. Der verschlungene Ring. (a. d.) Rom. Es handelt sich dabei nicht um einen Ring von verschlungener Schlangenform, sondern um einen, der verschlungen wurde. Und das ging folgendermaßen zu: Ottavio S., ein wohlbeleibter Vierziger, hatte sich sterblich in die schöne und junge Nini verliebt. Zu ihrem Namenstage wollte er seiner An- Das tapfere Schneiderlein. (l-o) Kowno. Schneidermeister B., wohnhaft in der Mickiewicz- Straße in Kowno, hält auf Ordnung. Und es verdient mitgeteilt zu werden, wie er kürzlich einem faulen Kunden Käufermoral beibrachte. Hatte sich da bei ihm ein junger Kavalier aus teurem englischen Stoff einen wunderschönen Anzug bauen lassen. Er war über den tadellosen Sitz hochbeglückt; nur das Bezahlen vergaß er ... Meister B. meinte von Lobsprüchen allein nicht leben zu können und -sann auf Rache. Als der Kunde, froh über die neue Kluft, durch die Straße flaniert, tritt der Schneider aus der Tür. Freundliche Begrüßung, unbefangenes Gespräch über das Hundewetter: Schnee mit Regen gemischt. Ei, da solle der junge Herr doch nur gleich in seine Werkstatt mit hinaufkommen, da habe er einen guten Schnaps, der gar herrlich wärme. Wer kann so freundlicher Einladung widerstehen? In der Werkstatt aber sieht sich der Gent alsbald von den fünf Gesellen und Lehrlingen umringt, die ihm voll Diensteifers Pelz und Mütze — und dann trotz seines Sträubens leider auch den neuen Anzug: Rock, Weste und Hose entreißen, bis er fluchend in Unterhosen dasteht. Erscheint Meister B. mit der Likörflasche und erklärt mit dürren Worten, daß er den Anzug nur gegen bar wieder ausliefern werde. Gibt ihm einen tüchtigen Schluck zum Trost und zur Erwärmung, und entläßt den Zähneklappernden dann, mit dem Pelz über der Unterhose, auf die unwirtliche Straße ... Die verschluckten Zähne. (wp) Prag. Kürzlich spielte sich in einer Prager Klinik folgender heitere Zwischenfall ab: eine ungefähr vierzigjährige Dame stürmte aufgeregt in das Ordinationszimmer des leitenden Arztes. „Herr Professor, ich muß augenblicklich operiert werden ... Ich habe nämlich mein Gebiß verschluckt!" Auf die verwunderte Frage des Professors, wie denn das möglich sei, der Fall komme ihm nicht ganz geheuer vor, erklärte die Dame empört: „Aber Herr Professor, gestern abend vergaß ich, mein Gebiß aus dem Mund zu nehmen, und als ich heute früh aufwachte, war es verschwunden. Ich muß es im Schlaf hinuntergeschluckt haben!" Der Arzt entschloß sich, die Dame zu operieren und ließ alles vorbereiten. Die Dame saß schon im Operationssaal, als in der Klinik ein Briefträger erschien und ein Telegramm abgab. Es war für die Dame mit dem verschluckten Gebiß und kam von ihrem Mann. Sein Inhalt lautete zur Ueberraschung aller: „Komme nach Hause. Gebiß unter dem Bett gefunden." Die Wirkung des Telegramms war erstaunlich: Mit einem Schlage war die Dame geheilt. Die Schmerzen, die das „verschluckte" Gebiß verursacht hatten, härten sofort auf. Zu der schnellen Heilung soll übrigens auch die große Heiterkeit, in die die Aerzte und das Personal im Operationssaal ausbrachen, bedeutend beigetragen haben ... Kampf um heilige Quellen. (v. gss.) Madrid. In der Nähe von Cuellar entspringen bei dem Wallfahrtsort El Henar einige Quellen, deren Wasser wegen seiner unvergleichlichen Heilkraft außerordentlich geschätzt wird. Um das Wasser auf bequeme Weise nutzbar zu machen, hatte die Stadtverwaltung von Valladolid auf Grund einer eingeholten ministeriellen Erlaubnis beschlossen, die Quellen durch eine Rohrleitung bis in die Stadt Hungen. 9.45: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — Wirberg. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Beltershain. 13: Gottesdienst; Kollekte. — Ober-Gleen. 9.30: Kindergottesdienst; 10.10: Hauptgottesdienst. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kindergottesdienst. Montag, den 18. Februar. Kirtorf. 20 Uhr: Gustav-Adolf-Frauenverein. Mittwoch, den 20. Februar. Münzenberg. 20 Uhr: Mädchenabend. — Ober- Gleen. 19.15: Bibelstunde. — Kirtorf. 20.30: Bibelstunde. Donnerstag, den 21. Februar. Münzenberg. 20 Uhr: Frauenabend. Evangelische Stadtmission. Sonntag, den 17. Februar. 13.30 Uhr: Sonntagsschule; 20.15: Evangelisa- tionsvortrag. Mittwoch, den 20. Februar. 20.30: Bibelstunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 16. Februar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 17. Februar. Septuagesimä. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. Der Rektor \ Die Gießener ( Abschnitt ihrer Studentenbund Nach her 2lt unö an bie 6tu chutreten, brad tien Veranden M zur Senntr ächtet worden si die Studente Zechend dem e Dr Hingabe tr starken Stoßtru, zu bilden und di zu erhalten. Sa' Gau-tzt Fasch V Stück K ^ lustig, aber 2es Sfe ward gr, 5 “bet die q( L'°ch-»°n Rrf) und ker tV? Ott , S billigte ' Q Nbh *e,ner Sä 'S* W AB 'st Ngss^°ßgar a|S Um 31 titnerl?-!8 MW,i;8- . iM ÄH’. -'Ken N wie ’ In der Neuen mittag die Wir , 1934/35 statt, reich vertreten, i viele erschienen. 6e.M p gedachte nach eir ft Orgel und < vergangenen S der Universität, der Verbundenh die Versammlur Der Rektor c ki vergangene tonnt, daß die 1596 Studiere: besucht wurde. Trotz der V zum öiudiu' an unserer gegangen, h schaff der . Heute morgen entschlief plötzlich und unerwartet mein innigst geliebter Mann, unser lieber treusorgender Vater, mein lieber Sohn,, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Hörle, Verwaltungssekretär S628V Ich gebe euch den guten Rat, kauft Möbel nur bei Sommeriad Qualität und niedrige Preise werden Referenzen meiner Kunden beweisen Rudolf Sommeriad Möbelwerkstätte, Beuern bei Gießen. Tel. Groß.-Buseck 53 Zum Modernisieren u.Um- arbeiten gebrauchter Möbel gebe ich fachmännischen Rat! 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Februar 1935. 938 D Für die gesamte Belegschaft der Städtischen Werke: Die Direktion Am Freitag, dem 15. dieses Monats, verstarb unser langjähriger Mitarbeiter Herr Verwaltungssekretär Ludwig Hörle Wir verlieren in ihm einen Kollegen, der sich in Pflichterfüllung erschöpfte. Wir werden ihm ein dankbares Gedenken bewahren. Nr. HO Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, lb. Zebruar 1935 „Dös is a Zigeinerin. Nur schön. Schaun s es an!" Aber das Finnerl kann sich nicht so rasch entschließen. Sie träumt von etwas Besonderem. Indessen ist Babett, die Köchin von Kommerzienrats, zur Ladentür hereingekommen und steht in ihrer stattlichen Fülle im Raum. Auch sie möchte dem Prinzen Karneval ihre Aufwartung machen und zwar in Begleitung ihres zaundürren Schneidermeisters Lampel. Gegensätze ziehen sich auch irn Fasching an. Der Babett hat es die weiße Seidenhose des Rosenkavaliers angetan. „Da wird's was Ham, mein i. Dafür san's a wengerl zu vollschlank, Fräulein Babett", sagt Frau Käsbohrer vorsichtig und mißt Babetts üppige Rundung, die in keinem Verhältnis zu der knappen Seidenhose steht, mit kritischen Blicken. Aber die Babett ist unbelehrbar und zieht strahlend mit der Hose ab. Auch das Finnerl hat etwas sehr Nettes gefunden, eine Pierrette in weiß-rot und kann außerdem noch drei Mark behalten. Frau Käsbohrer schlägt den Korbdeckel wieder über die Faschingsherrlichkeit und kehrt zufrieden zu Sauerkraut und Schmierseife zurück. R e d o u t e. In den Festsälen unserer Großbrauereien, wo an soliden Holztischen sonst ehrsame Bürger friedlich ihre Maß trinken, sitzen jetzt Pärchen und busseln. „In München kommen die Menschen wohl gleich paarweise auf die Welt, wie, Herr Nachbar?" fragt ein Herr aus Bremen. Die Kapelle spielt gerade ein „Prosit der Gemütlichkeit", und deshalb bekommt er keine Antwort. „Zum Weaner Walzer eine Münchener Maß und ein süßes Mädel, wie schön ist das", singt ein Student und ist eben im Begriff, seine holde Nachbarin brüderlich zu umarmen. Aber da erscheint der rechtmäßige Besitzer auf dem Plan und schreit ihn an: „Ja, wia hab'n ma's denn nacha? Was fallt denn Eahna net ein? Schämst di net, Rosa, mit an wildfremden Mensch anz'band'ln, bal ma'n Rücken kehrt!" „Geh, mach Mäus'!" „Hergeb'n tu i di net!" „Wer red't jetzt von hergeb'n? Grad Herleiha sollst mi' a wengerl, meint der Herr!" Die Rosa ist großzügiger als ihr Schatz, der gar keinen Spaß versteht, von einem Leihgefchäft nichts wissen will und sich sehr rasch wieder zu seinem Besitzerrecht zu verhelfen weiß. .. Mit dem damischen Fasching wird d G muetuch- kei't hin", brummt der Herr Grundlhuber. „Mir war's Starkbier a Haber." Wintersemester-Schlußfeier 4934/33 der Universität. - Der Rektor Professor Dr. Pfähler trägt den Geschäftsbericht vor. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) In der Neuen Aula der Universität fand gestern mittag die Wintersemester - Schlußfeier 19 3 4/35 statt. Die Dozentenschaft war sehr zahlreich vertreten, von den Studenten waren ebenfalls viele erschienen. Se. Magnifizenz der Jkffor Prof. Dr. Pfähler gedachte nach einer feinen musikalischen Darbietung für Orgel und Flöte (Temesvary) zunächst der im vergangenen Semester verstorbenen Angehörigen der Universität. Zum Zeichen der Anteilnahme und der Verbundenheit mit den Verstorbenen erhob sich die Versammlung von den Sitzen Der Rektor erstattete sodann einen Bericht über das vergangene Winterhalbjahr und gab dabei bekannt, daß die Universität im Wintersemester von 1596 Studierenden, einschließlich der Hospitanten, besucht wurde. Trotz der Beschränkungen für die Zulassung zum Studium sei die Zahl der Studierenden an unserer Universität nicht wesentlich zurück- gegangen. hier habe sich sicherlich die Eigenschaft der Universität als Landesuniversität erwiesen. Nach der Aufforderung an die Dozentenschaft und an die Studenten, immer für die Universität einzutreten, brachte der Redner dann die mannigfachen Veränderungen im Lehrkörper der Universität zur Kenntnis, die im einzelnen jeweils berichtet worden sind. Zum Schluß forderte der Rek-, tor die Studentenschaft und die Dozenten auf, entsprechend dem eindeutigen Aufruf des Führers zur Hingabe an sein Werk einen gemeinsamen starken Stoßtrupp in nationalsozialistischem Geiste zu bilden und diesen Stoßtrupp stets rein und stark zu erhalten. Sodann sprach der Gau-Studentenführer Walcher, Frankfurt a. M. Die Gießener Studentenschaft stehe in einem neuen Abschnitt ihrer Arbeit, und der Nationalsozialistische Studentenbund könne einen bescheidenen Anfang seiner Arbeit beschließen. Der nationalsozialistische Studentenbund stelle eine Organisation revolutionären Geistes dar. Die Hochschulen seien zuerst nationalsozialistisch gewesen. Eines sei hier festzuhalten: alle Erscheinungen der Zeit seien Anzeichen des jugendlichen revolutionären Willens, sich einen neuen Weg zu bahnen. Der deutsche Student sei ein Bannerträger Adolf Hitlers. Der NS.-Studentenbund solle Nlittelpunkt der Erneuerung des studentischen Lebens sein. „Wir sammelten deshalb Kameraden um uns, denen die Grundbegriffe des Nationalsozialismus beigebracht worden sind, damit jene Führer in den kleineren Stoßtrupps sein können." Wenn es innerhalb der Studentenschaft einmal Auseinandersetzungen gebe, so könne dem immer nur entgegengehalten werden, daß es bei gegenseitigem Vertrauen immer auch wieder einen Weg zur Einigung gebe. Der Führer wolle alle aufbauwilligen Kräfte vereinigt wissen. Der Weg der Bewegung und des deutschen Bottes solle gesichert werden. Die Gießener Studentenschaft habe einen Wechsel in ihrer Führung erlebt. Der Kurs, der nunmehr eingeschlagen worden sei, werde von jedem, der Bescheid wisse, anerkannt. Es gehe nicht um Personen, sondern um die Arbeit. Was der einzelne tue, sei seine Sache, er selbst sei dafür verantwortlich. Der Bewegung dürfe aber nicht geschadet werden. Es dürfe kein Gegeneinander-Arbeiten geben. Der neuen Führung der Gießener Studentenschaft sei das Bffste für ihre Weiterarbeit zu wünschen. Dem Willen des Führers sich bedingungslos zu unterwsrfen fei Aufgabe jedes Einzelnen. Möchten sich alle die Hand reichen zum Wohle des Volkes und zum Wohle der Bewegung. Oer Kanzler der Unwerfifäi, Prof. Or. Hummel, als Führer der Dozentenschaft betonte zum Schluß der Feier, daß die Dozentenschaft der Landesuniversität nunmehr ebenfalls der Standesorganisa- Münchener Faschings-Bilderbogen. Von Mara Ma'gander. Ein Stück Konfetti lag auf der Straße. Bunt und lustig, aber winzig klein. Da kam Prinz Karneval des Wegs daher und blies das kleine Konfetti mit dem warmen Atem seiner Fröhlichkeit an. Es wuchs, ward groß und zu einem riesigen Zelt, das sich über die ganze Stadt München spannte. Anfangs lächelten die Münchener noch ein wenig spöttisch und skeptisch über die Narretei; aber dann war es wie alle Jahre, sie ließen sich einwiegen in heitere Walzerklänge: Der Fasching ist da! — Kostümverleih. Sogar der Herr Grantlhuber holte seinen verschossenen roten Frack, der ihm dreißig Jahre treu gedient hatte, aus der Mottenkiste heraus und bewilligte seiner Frau fünf Reichsmark für ein Kostüm, das sich mit Hilfe der Schmuhgelder vorn Wirtfchaftsetat zu einer recht beachtlichen Stattlich- ieit auswuchs. Das Finnerl aber schlupfte m der Mittagspause rasch einmal hinaus über die Gasse zu Frau Käsbohrer, in deren kleinen Laden Prinz Karneval zwischen Persil und Schmierseife ein paar hübsche bunte Seidenfetzen gelegt hatte und das nun den stolzen Namen „Kostümverleih" trug. „Was Fesch's brauchet i, Frau Käsbohrer , meint das Finnerl ein wenig zaghaft und zitternd vor Seligkeit, denn sie ist erst siebzehn und es ist ihr erster, allererster Fasching. Der Toni, von drüben aus der Großgarage, hat sie eingeladen. Das Finnen ist Wassermädel in einer Wirtschaft und hat sich vom Trinkgeld zehn Mark erspart, die will sie dem Fasching zum Opfer bringen. ... „Wia vuil Geld haben's denn beisammen, Fral- lein Finnerl?" fragt die Käsbohrerin fachlich. Aber das Finnerl ist schlau. Sie verrät nichts von ihrem großen Schatz. „3'erft zeigen's, was da Ham!" Frau Käsbohrer murmelt etwas, was so viel heißen soll wie „G'schnappiges Ding, g'schnappiges vnd hebt ihre Schätze aus dem alten Reisekorb, der I neben der Heringstonne steht. „A wunderschöne Türkin hätt t da. Echt. Nur prima! Die hat 's Fräulein Marie ang'habt, die ido sich verlobt hat mit'n Herrn Schneider." „So a lange Hos'n. Da ka ma sich ja gar net Irütjrn." „Ja, wissen's, nadet können's net umanand- hupf'n." tion eingegliedert sei und so einer stark betonten lebendigen Gemeinschaft angehöre. Die bewegende Kraft müsse bei der Jugend liegen, die Mitarbeit der Weiteren sei aber durchaus und stets erwünscht. Gemeinsam mit den Studenten sollten die gemeinsamen Ziele verfolgt werden. Jung und Alt sollten harmonisch Zusammenwirken. Besondere Aufgabe der Hochschule sei es, lebendige Fühlung zum Volke herzustellen. Enge Verbindung sei, zum gegenseitigen Nutzen, bereits mit dem Arbeitsdienst angeknüpft worden. Im kommenden Semester harrten noch mehrere Aufgaben dieser Art der Hoschule. Die Hochschule müsse hineinwachsen in die Volksgemeinschaft. Das sei der Weg der Pflicht und der Treue, die wir unserem Volk stets zu erweisen hätten. In freiwilliger Gefolgschaft müßten wir zum Führer stehen und alle Aufgaben läsen, die uns durch ihn gestellt mürben. Mit dreifachem „Sieg - Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemeinsam gesungenen ersten Vers des Horst-Wesiel-Liedes wurde die Semester-Schlußfeier beendet. Einführung des neuen Führers des Studentenhundes in Gießen Gestern nachmittag wurden die Amtsträger des Studentenbundes Gießen in den Räumen des NSDStB. versammelt, um der Amtsübergabe der Hochschul-Gruppenführung beizuwohnen. Der Gau- studentenbundführer Walcher richtete an den bisherigen Hochschul-Gruppenführer Edler von Graeve herzliche Worte der Anerkennung für feine im Dienste der Bewegung und des Studentenbundes geleistete Arbeit. Er dankte ihm für den selbstlosen Einsatz während der letzten sieben Semester und bezeichnete ihn als einen Eckpfeiler der Bewegung an dem Frontabschnitt „Studentenschaft". Er sprach die Hoffnung aus, nach glücklicher Beendigung des Studiums feinen alten Kameraden wieder in der Front der aktiven Kämpfer der Partei begrüßen zu können. Sodann übergab Edler von Graeve fein Amt an den neuen Hochschul-Gruppenführer Stenger mit der Versicherung, daß er jederzeit bereit sei, seine langjährigen Erfahrungen im Kampf um die Huchschule dem neuen Führer zur Verfügung zu stellen. Der feierliche Akt schloß mit einem gemeinsamen Treuegelöbnis auf den Führer und seine Bewegung. Aus der Provinzialhauptstadt. Neues Adreßbuch von Gießen. Die lehr zahlreichen Aenderungen in den Adressen- verzeichniffen durch Zuzüge. Fort- und Umzüge innerhalb der Zeit von zwei Jahren machen die Heraus- gäbe eines neuen Adreßbuches dringend erforderlich. Zwecks Erzielung genauer Einträge in das neue Buch werden nunmehr die Haus- und Firmenlisten von den Vertretern des Adrehbuchverlages bei den Hausbesitzern abgegeben. Es dient dem Vorteil jedes Einzelnen und der Allgemeinheit, daß die Listen ohne jeden Verzug sorgfältig und eigenhändig ausgefüllt und zur Abholung bereitgelegt werden. Dämmerstunde im Dorfe. Die Wintertage bringen auf dem Lande manche stille Stunde. Das Leben läuft langsamer und bedächtiger. Und wenn der Tag vergehen will, ist auch die Hauptarbeit im Hause getan. Das Vieh ist versorgt, die Stalltüren werden verschlossen, die Kinder kommen von der Straße. Nun beginnt die schönste Stunde des Tages: die Dämmerstunde. Wir zünden nicht gleich die Lampe an, wir sitzen gern einige Zeit zwischen Licht und Dunkelheit. Das ist in der Stadt anders. Da erschlagen die hellen Lampen die schöne Dämmerstunde. Aus Schaufenstern und Fabrikräumen strahlt helles Licht. Die Menschen eilen noch hin und her, emsig und geschäftig. Auf dem Dorfe sind die Straßen dunkel, bald werden sie in tiefster Stille liegen. In den Häusern aber geht durch alle Räume ein leises Raunen, wenn der Tag vergehen will und die Nacht noch nicht da ist. Das ist die Schummerstunde, die zum Ausruhen und Rückschauen einfäbt. Alle Gegenstände um uns verschwinden langsam in der Dämmerung, bis sie die Dunkelheit ganz verschluckt. Es senkt sich dann ein Friede auf unser Gemüt wie ein linder Traum. Wir sitzen ganz still. Nur das Feuer im Ofen knistert. Wir sehen die Glut der Holzscheite. Das Licht des Feuers spiegelt sich auf den Gegenständen im Zimmer, die Schubladen der Kommode glänzen und geben merkwürdige Reflexe. Der Schein der Glut liegt auf den Stühlen, aber auch auf den Gesichtern. Wunderliches Spiel des Feuers! Da verlischt ein Scheit, es wird plötzlich ganz dunkel. Dann wieder flammt ein nachgelegtes auf. Das Spiel beginnt von neuem. Die Hausfrau kommt herein. Sie hat nach den Ferkeln gesehen, die in der letzten Nacht geboren wurden. Sie trocknet sich die Hände am Handtuch ab, ohne etwas zu sagen, und setzt sich zu uns. Also ist die Sache in Ordnung, denkt der Bauer. Zu sprechen braucht man in dieser traulichen Stunde nicht. Jedes hängt seinen eigenen Gedanken nach. Es ist die schönste Ruhe zwischen Tag und Nacht. Wir schauen zum Fenster hinaus. Auch dort verdämmert der Tag. Noch sehen wir den grauen Himmel und den Giebel des Nachbarhauses sich deutlich abheben. Aber nicht lange mehr, dann taucht auch er unter im Dunkel der Nacht. Alles ist schwarz. Nur das Feuer glüht weiter und wirft seinen roten Schein in das Zimmer. Ganz dicht beim Ofen sitzt der Großvater und raucht feine kleine Holzpfeife. Wir hören deutlich, wie er langsam den Rauch in die Luft bläst. Sehen können wir ihn nicht. Dann aber räuspert er sich und fängt an zu erzählen ... Der Zauber der Dämmerstunde beginnt nun erst recht. Die Kinder sitzen so still, wie am Weihnachtsabend. Sie wissen, daß jetzt ein schönes Märchen, oder ein Erlebnis kommt und daß der Großvater gut erzählen kann. Doch ehe er beginnt, geht die Türe noch einmal, und der Nachbar kommt. Er grüßt und fetzt sich still auf einen Stuhl. Dann fängt der Großvater an, langsam und bedächtig, seine Pfeife geht ihm nicht aus. Er erzählt aus feiner Jugendzeit, von den strengen Wintern, die er erlebt hat. In kurzen Sätzen schildert er vergangene Zeiten, geht auf einzelne Erlebnisse näher ein und malt uns so anschaulich und sicher ein Bild, daß wir es alle noch einmal miterleben. Aber die Zeit ist bald um. Die Hausfrau knipst das Licht an. Der Zauber der Dämmerstunde ist verflogen. Die Kinder stehen lärmend auf. Der Nachbar hat einige Fragen, und die Hausfrau stellt die Teller auf den Tisch. — Ich gehe sinnend nach Hause und freue wiest über die schönen Geschichten. Wenn alte Leute erzählen, muß ich immer an unterirdische Quellen denken, die irgendwo rauschen. In solchen Dämmerstunden dürfen wir manchmal einen Blick in die Tiefe tun, dürfen sehen, wie das sprudelnde Leben hervorquillt, und unbewußt werden vergangene Zeiten in uns lebendig, entführen uns aus der Gegenwart und geben uns dafür neue gesammelte Kraft. P. Daten für den 16. Februar. 1620:- Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, in Kölln a. d. Spree geboren (gestorben 1688); — 1826: der Dichter Joseph Viktor von Scheffel in Karlsruhe geboren (gestorben 1886); — 1834: der Naturforscher Ernst Haeckel in Potsdam geboren (ge- „Schau, Schätzer!, der Lampion schaut grab* her wia der Mond " „Grad a so . . ." Seliges Schweigen ... „So jung, wenn man noch a mal war, Herr Nachbar." „Ja, ja, 's is oiwei des gleiche." „Wenn am Sonntagabend die Dorfmusik spielt, dudli dudli dumm, dumm", jauchzt die Klarinette in den Saal. „Kommen's, Frau Kehrmvser, tanz ma noch Das Fest hat seinen Höhepunkt erreicht. Im Saal ist eine Hitze, die das Blut auf den Siedepunkt bringt. Der riesenhafte Ordnungsmann hat bereits wiederholt seines Amtes gewaltet und ein paar überhitzte Köpfe an die abkühlende Winterluft befördert. Man hat Walzer getanzt und schmalzige Tangos. Aber jetzt kommt das schönste. Die „Frassä" (Fran^aise), Münchens Faschings-Nationaltanz. Der ohnehin schon schummerige Saal wird noch um ein Grad dunkler. Scheinwerfer senden ihre bunten Strahlen und machen das reizvolle Bild der vielen Masken nur noch sinnverwirrender. Letzte Frassä! „'s ist mal bei uns so Sitte, chacun ä son gout." Die Paare drücken sich enger zusammen. Die strengsten Bande haben sich gelockert. Faschingsselig wirbelt es durcheinander. Sogar die kommen zusammen, für die sich den ganzen Abend über keine Gelegenheit fand. Jetzt tanzen sie vis-a-vis. „Verdrucken kennt i di, Madl!" „Weg mit die Finger von die Bilder." „Red koan Schmarrn daher." „Sie verwechseln die Begriffe, mein Herr. Das Fräulein ist mit mir gekommen." „Nacha geht's halt mit mir hoam." Die reizende Pierrette steht unschlüssig zwischen zwei Feuern. Beide Kavaliere gefallen ihr gleich gut Da wird's dunkel. Leise Musik. Heiße Küsse. Bayern hat gesiegt .. „Sakra, sakra, Madl, hoaß is da herin." Man weiß nicht, meint er den Saal oder seine heftig schlagende Männerbrust. Dann zieht er sie stürmisch fort in einen stillen Winkel. Während die Frassä in einem Landler ausklingt, fängt eine neue Liebe an. In der Ecke aber steht das Herzweh des Verschmähten. Heimfahrt. Wagen flitzen durch die hell erleuchteten Straßen. Husch, ein Blitzen und Funkeln, kaum geschaut, schon verweht. Ein wohlfrisierter blonder Frauenkopf, eine bunte Narrenkappe Ein kostbarer Pelz, eine schöne, ringgeschmückte Hand. Vorüber. Die Freude fährt durch die Stadt spazieren und mit ihr gepaart viel Jugend und Schönheit. So ist es zwischen acht und neun Uhr abends. Nachts aber und gegen Morgen, wenn die Sterns schon anfangen, langsam schlafen zu gehen, dann flitzen die Autos nicht mehr gar so rasch. Mein Gott, so ein Chauffeur hat doch auch ein Herz. Ein goldenes Münchener Herz. Der Heimweg ist eh so kurz. Billig ist er auch nicht. „Magst mi, Schätzer!?" „Ja!" Ein Busserl. Noch eins. Der Wagen rollt weiter. Man hört nicht viel aus seinem Innern. Nur leise gestammelte Liebesworte. So rasch ist man am Ziel. Und es fing doch erst grab an, schön zu werben. Der Mann am Volant ist biskret. Er roenbet sich nicht um. Sagt bann nur laut und deutlich: „Da wär' ma. Nymphenburger Straß ..." „Weiter." „Die hat's richti, die zwoa." Ihm kann's recht fein. Fahr ma halt weiter. Auffahrtsallee. Nymphenburg. Das Schloßrondel. Zurück. Die Heimfahrt ist schöner als der ganze Faschingsball. Dem Chauffeur tut's ja selber leid, daß auch das einmal ein Ende haben muß. Sein alter Wagen hat schon so manches erlebt. Er schüttelt sich auf der Heimfahrt, daß es in der Karosserie knistert vor Lachen über so viel selige Faschingstorheit. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Friedrich K o p s ch, Extraordinarius für normale Anatomie und Histologie an der Universität Berlin, ist zum ordentlichen Professor in Berlin ernannt worden. Professor Dr. Erich T i e d e, Extraordinarius für Chemie an der Universität Berlin, ist zum Ordinarius in Berlin ernannt worden. Professor Dr. Karl August E ck h a r d t, Ordinarius an der Universität Kiel, ist für die Dauer seiner Beschäftigung im Ministerium für Wissen- schäft, Erziehung und Volksbildung in gleicher Eigenschaft in die philosophische Fakultät der Universität Berlin berufen worden. Der. Günter H u w e r, Privatdozent für Frauenheilkunde an der Universität Jena, ist als Direktor der Universitäts-Frauenklinik an die Sun-^at-Sen» Universität in Kanton (China) berufen worben. Aufruf! Das Ideal des deutschen Volkes ist die Arbeit, sein Wille die Leistung und seine Sehnsucht der Friede. Wir rufen die deutsche Jugend zum 2. Reichsberufswettkamps vom 18. bis 23. März 1935. Wir find uns der Gefolgschaft unserer jungen Kameraden gewiß. Heil Hitler! Der Neichsorganisationsleiter der NSDAP, und Leiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley Der Iugendführer des Deutschen Reiches Baldur von Schirach Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Rust Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Darr6 Der Reichsminister des Innern Dr. Frick Der Reichsarbeitsminister S e l d te Eröffnung des Schaufensterwettbewerbs zum Reichsberufswettkampf am morgigen Sonntag in Gießen. Am Sonntag, 17. Februar, wird vormittags um 10 Ahr durch die Hiller-Jugend auf dem TU a r f(- plah der Schaufen st erwelt bewerb der jungen Kaufleute, der eine Teilaufgabe des Reichsberufswettkampfes vom 18. bis 23. März 1935 ist, eröffnet. Unter Mitwirkung einer HI.-Gefolgschaft und einer Gruppe des VdM. wird unter Beisein des Prüfungsausschusses und der Teilnehmer an dieser Teilaufgabe eine Feierstunde veranstaltet, bei welcher kurze Ansprachen von Vertretern der HI., DAF. und des Sachbearbeiters für den Schaufensterwettbewerb vorgesehen sind. Anschließend wird der Prüfungsausschuß die 30 gemeldeten Schaufensterdekorationen besichtigen. Die betreffenden Schaufenster sind durch Plakate gekennzeichnet. Die Dekorationen stehen in der Woche vom 17. bis 24. Februar zur Besichtigung. Die Preisträger werden im Laufe der Woche durch Anbringen von Ehrenurkunden in ihren Fenstern gekennzeichnet. de. storben 1919; — 1864: der Schriftsteller Hermann Stehr in habelschwerdt geboren. Daten füt den 17. Februar. 1600: der Philosoph Giordano Bruno aus Nola wird in Rom verbrannt (geboren 1548); — 1673: der französische Lustspieldichter Jean Baptiste Poque- lin Moliere in Paris gestorben ^geboren 1622); — 1854: der Großindustrielle Friedrich Alfred Krupp in Essen geboren (gestorben 1902). Amt für Beamte, Kreis Gießen. Schulungsveranstaltung des „Reichsbundes der Deutschen Beamten, Kreis Gießen" am Montag, 18. Februar, 20 Ahr, im Cafe Leib. Ich rechne auf disziplinierte Haltung der Beamten des Kreises Gießen durch vollzähliges Erscheinen. Auf die wegen der Teilnahme der Beamten an der Schulung behördlicherseits ergangenen An- ordungen wird hingewiesen. Redner: Stellvertr. Kreisamtsleiter Pg. G. Ulrich; er spricht über: Selbstbesinnung eines Volkes. Fachschaftsfahnen find mitzubringen. Gäste willkommen. Unkostenbeitrag wird diesmal nicht erhoben. Gez.: Heß, Kreisamtsleiter. Reichsbund Volkstum und Heimat. Ortsring Gießen. heute, 20.15 Uhr, heiterer Familien- abend im Katholischen Vereinshaus. Der nassauische Heimatdichter Rudolf Dietz bringt Ernstes und heiteres aus eigenen Mundartdichtungen. Unser Volkstanzkreis tanzt hessische und andere Volkstänze und bringt mancherlei Ueber- raschungen. Mitglieder zahlen 25 Pfennig, Nichtmitglieder 50 Pfennig Eintritt. Die Stickerei - Werkschau im Turmhaus am Brand bleibt bis einschl. Sonntag, 24. d. M. täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Morgen, Sonntag, um 11 Uhr und um 16 Uhr, führt die Ausstellungsleiterin, Frl. Peteler aus Hanau persönlich. Eintritt 10 Pfennig. Sozialismus der Tat im NSLB. Der Gauobmann des NSLB., Pg. Rings- Haufen (Darmstadt), hat eine Staffelung der monatlichen Beiträge angeordnet, wonach Mitglieder des NSLB. mit vier unversorgten Kindern in Zukunft nur noch die Hälfte des Beitrages bezahlen. Bei fünf und mehr Kindern werden nur 0,50 Mark entrichtet. Diese finanzielle Entlastung der Kinderreichen liegt ganz im Sinne nationalsozialistischer Bevölkerungspolitik. Theologische Prüfung in Gießen. ELP. Unter dem Borsitz des Landesbischofs der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen, Lic. Dr. Dietrich, bestanden 15 Kandidaten der evangelischen Theologie vor der evangelisch-theologischen Fakultät Gießen die Fakultätsprüfung. Fahrbahn-Verbreiterung auf der Reichsstraße Gießen - Frankfurt. Das Tiefbauamt der Provinzialdirektion Ober Hessen hat in den letzten Tagen, wie schon kurz berichtet, die Lieferung von Steinmaterial und die Vergebung von Arbeiten für eine Verbreiterung der Fahrbahn auf der Reichsstraße Gießen—Frankfurt ausgeschrieben. Die Fahrbahn wurde vor einigen Jahren, als man die starke Entwicklung des Kraftwagenverkehrs noch nicht voraussehen konnte und auch die zum Straßenbau verfügbaren Geldmittel nicht ausreichend waren, auf eine Breite von nur 5 Meter angelegt. Das starke Anwachsen des Autoverkehrs macht nun eine Verbreiterung der Fahrbahn um einen halben Meter nach jeder Straßenseite hin, insgesamt also eine Verbreiterung von 5 auf 6 Meter erforderlich. Diese Umbauarbeiten werden bei Vilbel beginnen und nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Geldmittel etwa bis in die Gegend von Butzbach vorerst durchgeführt werden. Die Fortsetzung bis Gießen muß einem späteren Zeitpunkt vorbehalten bleiben, wenn die erforderlichen Geldmittel bereitgestellt werden können. Ferner werden von der Straßenbauverwaltung der Prvinz Oberhessen auf der Landstraße Nieder- Wöllstadt—Ilbenstadt an Stelle der jetzigen Randstreifen aus Asphalt-Topeka Pflasterstreifen angelegt werden, da erstere durch den Verkehr zerstört und letztere haltbarer für den starken Fährverkehr sind. Wie wir auf Anfrage hören, steht für diese Arbeiten ein Kredit von 320 000 Mark zur Verfügung. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 16. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 12 bis 13, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grün- kohl 12 bis 15, Rosenkohl 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, der Zentner 3,20 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 18 bis 25 Pf., Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 60 bis 70, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 20, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. NSLB. Kreis Gießen, Fachschaft .Körperliche Erziehung", Zusammenkunft der Geländesport-Arbeits- aemeinschaft um 15 Uhr am Schützenhaus. — Stadttheater, 20 bis 22.30 Uhr (Deutsche Bühne): „Die Hosen des Herrn von Bredow". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Cleopatra". — Astvria- Lichtspiele, Seltersweg: „(Eimarron". — Reichsbund Volkstum und Heimat, 20.15 Uhr, im Kath. Voreinshaus, Heiterer Familienabend. — Reichstreubund, Unteroffizier-Korps des Standorts Gießen, 20 Uhr, auf der Liebigshöhe Abendunterhaltung. — Stickerei- und Spitzen-Werkfchau von 14 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brandplatz. — Spielvereinigung 1900, 20.11 Uhr im Cafs Leib, Großer Maskenball. — Sängervereinigung Wieseck, 19.61 Uhr, in der Gastwirtschaft Horrnann Großer Maskenball. — Tageskalender für Sonntag. NS.» Gemeinschaft ,Kraft durch Freude", 20 Uhr, Karnevalistisches Konzert. — Stadttheater, 19 bis 22 Uhr: „Der goldene Pierrot". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Cleopatra". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „(Eimarron". — Stickerei- und Spitzen- Werkfchau von 14 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brandplatz. — Stadttheater Gießen. Sonntag, 17. Februar, 19 Uhr, die Karnevalsoperette: „Der goldene Pierrot", 8 Bilder aus dem Kölner Karneval; Musik von Gvetze. Leitung haben: Wrede, Cuj6, Rabenau, Plank. — Dienstag, 19. Februar, 20 Uhr, das Komödienspiel: „Die Hosen des Herrn von Bredow" von Paul Beyer, Spielleitung: Heinrich Hub. — Mittwoch, 20. Februar, 19.30 Uhr, zum letzten Mal die Lanner-Operette: „Alt Wien"; Leitung: Wrede, Cuj6, Bäulke. — Donnerstag, 21. Februar, geschloffen. — Freitag, 22. Februar, einmaliges Gastspiel der Vier Nachrichter mit ihrem Stück: „Die Nervensäge". Die Vorstellung ist außer Abonnement. Anfang 20 Uhr. — Samstag, 23. Februar, 20 Uhr, geschlossene Vorstellung für die NS.-Kultur- gemeinde, Ring Deutsche Bühne — gerade Mitgliedsnummern — das Lustspiel: „Christa, ich erwarte dich" von Möller und Lorenz; Spielleitung hat Kurt Lüpke. — Der Goethe-Bund teilt uns mit: Am kommenden Mittwoch spricht auf Einladung des Goethe-Bundes 21 u g uft Winnig über das Thema „Dom Proletariat zum Arbeitertum". August Winnig, der ehemalige sozialdemokratische Arbeiterführer, später Oberpräsident von Ostpreußen, nach dem Novemberverrat ein leidenschaftlicher Kämpfer gegen den arbeiterfeindlichen Marxismus und Wegbereiter eines gefunden und geachteten nationalen Arbeitertums, war einer der vom alten System bestgehaßten Männer. Winnig gehört in die Reihe der großen erd- und heimatverbundenen Dichter der Gegenwart, als treuer Hüter und Mehrer der echten Güter unseres Volkstums. In feinen Dichtungen und Lebenserinnerungen kommt die ganze Lebensfülle und deutsche Innerlichkeit dieses Mannes zum Ausdruck. (Siehe heutige Anzeige.) ♦ * * Vom Kreisamt. Der Hilfsvollziehungsbeamte Leonhard Gaffga in Gießen wurde unter Berufung in das Beamtenverhältnis als Kreisvollziehungsbeamter angestellt. * * Nächste Woche keine Sprechstunden des Kreis schul amtes Gießen. In der Woche vom 17. bis 23. Februar fallen die Sprechstunden des Kreis- und Stadtschulamtes aus. * * D i e Museen im Alten und im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. * * Viehmärkte in Gießen. Am kommenden Dienstag findet hier Rindvieh-(Nutzvieh-)Markt statt, am Mittwoch wird Schweinemarkt abgehalten. * * StädtisHe Brennholz-Versteige- rungen finden am nächsten Montag, Mittwoch und Freitag statt. Näheres in der heutigen Bekanntmachung. ** Westerwald-Verein, Ortsgruppe Gießen. Man berichtet uns: Am Sonntag, dem 10. Februar, unternahmen wir unsere diesjährige Dekorierungswanderung. Bei herrlichem Sonnenschein marschierten wir zunächst in Richtung Windhof— Abendstern. Strichweise lag noch Schnee, worin die Sonn glitzerte, so daß ein Umblick auf unsere engere Heimat dem Auge Herrliches bot. Im Rücken unsere Heimatstadt mit dem Schiffenberg, ferner sehen wir sogar den Feldberg, weiter rechts den Stoppelberg. Vor uns erhebt sich majestätisch der Dünsberg. Davor lagern sich Gleiberg und Vetzberg. Das Auge wird nicht müde, immer wieder neue Flecken unserer Heimat zu schauen. Mutter Sonne Helma lächelt. Kriminalroman von Klothilde von Stegniann. Urheberrschtsschuß: Fünf-Tvrme-Verlag, Halle (©.). 8. Fortsetzung Nachdruck verboten! Er ergriff die Veilchen, öffnete lebhaft die Tür, die von dem Gesellschaftszimmer in einen kleinen Dorraum und von dort in die elegante Halle des Hotels führte. Wirklich, die junge Dame stand jetzt an der Rezeption. „Herr von Gernsheim?" fragte sie mit einer leisen Stimme. „Bitte, gnädiges Fräulein!" Der Portier gab einem Pagen einen Wink. „Herr von Gernsheim erwartet das gnädige Fräulein hier nebenan im Gesellschaftszimmer." Der Page ging ehrerbietig neben der schlanken jungen Dame in Trauer auf die Tür zu. Horst wollte erst seinem ersten Impulse folgen und Helma entgegengehen. Aber wiederum wollte er erst ihren Anblick auf sich wirken lassen, in einen gewissen Kontakt mit ihr kommen. Sie hatte einen schonen, mädchenhaften Gang, stellte er bei sich fest, aber etwas eigentümlich Unentschlossenes lag in der Art, wie sie die Füße setzte, jetzt auf die Tür zukam — Und der Blick, den sie ringsumher sandte, hatte etwas Angstvoll-Unwirkliches „Dort ist Herr von Gernsheim", meldete der kleine blonde Page ehrfurchtsvoll. Im gleichen Augenblick trat auch Horst rasch auf Helma zu. „Helma, kleine Schwester!" Seine Stimme klang tiefbewegt. „Daß du die erste bist, die mich in der Heimat begrüßt! Aber komm, komm, Helma!" Er zog sie eifrig an der Hand in das Gesellschaftszim- mcr. „Hier, Helma!" Er reichte ihr das violette, schwach duftende Büschel Veilchen. „Helma, mach doch den gräßlichen Schleier ab, ich sehe dich ja gar nicht." Ihre Hand zitterte, als sie langsam, wie zögernd, den Tvauerschleier fortzog. Angst, Bangnis lag in ihren goldbraunen Augen, als sie Horst anschaute Der stand und schaute selbstvergessen in das süße, blasse Antlitz, um das sich, unter dem kleinen Hut yervordrängend, die weichen Haare bauschten. Langsam schienen sich ihm die Züge des Kindes, mit dein er einst gespielt, dem er Bruder und Beschützer gewesen, zusammenzufügen — und dennoch war es ihm fremd, geheimnisvoll und rührend. Vielleicht lag das Fremde weniger in der Form des Gesichts, als in dem etwas Schwermütig-Versonnenen des Ausdrucks. Die Begegnung mit ihm schien sie gänzlich aus der Fassung gebracht zu haben; sie schaute ihn so tiefernst und bangend an, daß ihm das Herz weich wurde. „Kleine Helma" — er zog sie, die leise erschauerte unter seiner Berührung, an sich —, „du hast mir noch kein einziges Wort gesagt, ich habe nur durchs Telephon deine Stimme gehört. Sag es mir noch einmal: Willkommen in der Heimat!" „Willkommen in der Heimat, Horst", gab das Mädchen leise, wie einen Hauch, zur Antwort. „Und Dank für die schonen, schonen Blumen!" „Ach, das ist ja nur eine Kleinigkeit!" sagte er glücklich und lauschte dem sanften, weichen Ton der Mädchenstimme. „Oben in meinem Koffer habe ich noch andere Sachen für dich — Seidenstoffe, die die indischen Frauen gewebt haben, schone leuchtende Stoffe, wenn du die Trauer abgelegt haben wirst, Helma!" Er umfaßte die zarte, schüchterne Gestalt mit einem heißen Blick. Wie süß sie war in der eigentümlichen Scheu — mit dem süßen Oval des blassen, lieblichen Gesichtchens! Aber verändert war sie, sehr verändert! Als Kind hatte sie trotz aller Zartheit des Wesens etwas Entschlossenes und Offenes gehabt, etwas Furchtloses. „Warum bist du so scheu, Helma?" fragte er, sie sanft auf das kleine Sofa des Gesellschaftszimmers niederziehend. „Bin ich dir so fremd geworden, kleine liebe Schwester?" „Ja, fremd", flüsterte sie. Und plötzlich sah sie ihn groß an, ihre Augen füllten sich mit Tränen — schluchzend brach sie auf dem Sofa zusammen. „Aber Helma, kleine liebe Helma, was ist dir denn?" fragte er erschrocken. „Ist etwas geschehen? Hat dich der Tod meines Vaters so mitgenommen?" Sie sagte nur schluchzend irgend etwas, was er nicht verstehen konnte, aber er nahm es für eine Bejahung. „Armes Kleines!" Er strich liebevoll über die mckende Hand des Mädchens. „War ja auch schlimm genug für dich, alles so allein — das hat dich wohl verstört. Aber nun bin ich ja da, Helma — und wir wollen gemeinsam helfen, unfern Schmerz gegenseitig zu tragen — nicht wahr?" Da erhob das Mädchen ihren Kopf. Mit grübelndem Forschen sahen die Augen zu Horst auf, mit Grübeln, aber auch mit Vertrauen. „Hilf mir!" sagte sie leise — und sein Ja war wie ein Gelöbnis. 11. Kapitel. Lange saßen sie beide dann noch in einer Ecke des kleinen, behaglichen Raumes — Horst hatte Tee hereinbringen lassen — und plauderten von Vergangenheit und Zukunft. Das heißt, eigentlich war es Horst, der plauderte, der Helma an taufend kleine Erlebnisse aus der gemeinsamen Jugendzeit erinnerte. Immer lebhafter und wärmer wurde er dabei — unb merkte es in seinem Erinnerungseifer gar nu^t, daß seine Adoptivschwester eigentlich nur Zu- horerin war. Nur wenn er sie fragte; «Besinnst du dich noch auf das, und besinnst du dich noch auf jenes?", kam wieder dieser grüblerische Ausdruck in ihre Augen, als hätte sie die glückliche Jugendzeit beinah vergessen. Er schob es auf die Verstörung ihres Gemüts durch den plötzlichen Tod des geliebten Pflegevaters. Es würde doch eine Weile dauern, bis sich das zarte Gemüt Helmas wieder zurechtgefunden, fo schien es ihm. Man mußte sie ablenken, auf andere Gedanken bringen. Sie mochten wohl eine Stunde so geplaudert haben, da öffnete sich die Tür des kleinen Gesellschaftsraumes. Der kleine Boy von vorhin sah herein: „Verzeihung, Herr Doktor von Gernsheim wird am Telephon von Senhor Bastieni verlangt." Horst sprang hastig auf. „Entschuldige, Helma — den hab' ich ja ganz vergessen! Wie wäre es, wenn wir heute abend mit diesem Herrn, mit dem ich eine geschäftliche Besprechung habe, zusammen Abendbrot äßen?" Bei Nennung des Namens von Senhor Bastieni war eine eigentümliche Veränderung mit Helma vor sich gegangen — ein fieberhaftes Rot, wie von einer tiefen inneren Erregung, war auf ihre blassen, schmalen Wangen gekommen. Horst hatte es nicht bemerkt, da er sich dem Pagen des Hotels zugewandt hatte. „Gern", sagte sie mit einer eigentümlichen Lebhaftigkeit, „ich möchte gern ..." „Nun, das ist recht, Helma!" lobte Horst, der schon gefürchtet hatte, bei Helmas Schüchternheit auf Widerstand zu stoßen. „Ich sage also dann für heute abend zu. Verzeih, ich bin gleich wieder da." Er ging schnell hinaus in die Halle zum Telephon. Hätte er sich umgesehen, dann wäre er sicherlich sehr verwundert, wenn nicht erschreckt gewesen: Helma saß da mit starren Augen, in denen eine eigentümliche Bewußtseinlosigkeit lag — während ihre Stirn sich wie in angestrengtem Nachdenken zusammengezogen hatte. Nach wenigen Minuten kam Horst zurück. „Also Senhor Bastieni trifft sich um acht Uhr mit uns im Weinrestaurant von Pfordte. Er wollte eigentlich ins ,Trocadero', aber mit Rücksicht auf die Trauer, in der wir uns befinden, habe ich das abgelehnt. Was wollen wir nun noch solange beginnen, Schwesterlein?" „Wenn es dir recht ist, Horst, würde ich mich noch eine Stunde in meiner Pension ausruhen. Ich bin doch noch von allem, was gewesen ist, reichlich angegriffen — unb", sie sah an sich herunter, "ich muß mich wohl auch für ben Abend noch ein wenig umziehen." „3a, tu das, Helma", sagte er, „unb wenn du mir eine Liebe antun willst, lege ben fürcherlichen schwarzen Trauerschleier ab! Ich weiß, es ist so Sitte; aber ich weiß auch, baß mein Vater nichts haßte wie dies äußerliche Lurjchautragen der Trauer; sicher würbe er nicht zufrieben fein, wenn du dein liebes Gesicht unter diesem schwarzen Flor verbergen würdest." Er sah sie innig an; sie erschauerte unter feinem Blick. „Wenn du wünschest", sagte sie demütig, „dann gern. Ich habe auch für heute abend ein Abendkleid; es ist natürlich schwarz, aber ein wenig freundlicher als dieses." „Das ist recht, kleine Helma! Mache dich ein wenig hübsch, das heißt, noch hübscher", verbesserte sich Horst lächelnd. „Nun, du brauchst nicht verlegen zu werden — ich bin doch dein Kindheitsgespiele, dein Bruder sozusagen. Und ein Bruder darf feiner kleinen Schwester doch eine Schmeichelei sagen — nicht wahr?" Aber der Blick, ben er Helma babei zuwarf, hatte nichts von Brüderlichkeit an sich, war, ihm selbst unbewußt, heiß und werbend. Und es wurde ihm schwer, in den ruhigen Ton zurückzufallen. Eine eigentümliche Unruhe hatte ihn ergriffen — er war unsicher in Helmas Gegenwart. So war es ihm beinah lieb, daß sie selbst den Vorschlag gemacht, eine Stunde in ihre Pension zurückzukehren. Er mußte mit sich allein fein, mußte dies Zusammensinden mit Helma in sich verarbeiten. Er brachte sie in einer Taxe hinaus nach Uhlenhorst. An der Ecke wollte sie aussteigen. „Weiht du, es ist mir so peinlich, wenn die Leute sehen, daß mich ein junger Mann ..." Sie errötete heftig. „Unsinn — junger Mann?!" sagte er. „Ich bin doch kein junger Mann, ich bin doch dein Bruder!" Aber da sie schrecklich verlegen war, fügte er sich. „Auf heute abend, Helma! Ich erwarte dich pünktlich vor der Tür bei Pfordte .. Er half ihr aus dem Wagen, unb auf einmal küßte er ihr die Hand — diese kleine, weiche, hilflose Hand, von der sie ben Hanbschuh gezogen. Er atmete einen Hauch von zartem Veilchenbuft. Kam er von bem Deilchensträußchen, bas er ihr gebracht unb bas sie in ben Gürtel ihres Mantel gesteckt — war es ihr Parfüm? 3hm würbe auf einmal sehr weich unb sehnsüchtig zumute. Noch lange, als bie schmale, dunkle Silhouette des Mädchens schon verschwunden war, stand Horst und sah versonnen vor sich hin. Dann raffte er stch auf unb stieg in bas Auto, bas immer noch wartete. „Kleine Helma", sagte er vor sich hin, „kleine liebe, verschüchterte Helma!" Was war aus ihr geworden, seitdem er sie nicht wehr gesehen? Wie von einer inneren Angst getrieben schien sie. Aber nun war er ja da, sie zu behüten, zu schützen! (Fortsetzung folgt!) Obecheffen ess en? Der neue Zweikreis-Dreiröhrenr Empfänger SEIHT 325 Hann prüfen Sie den Seibt 325! Er ist der jüngste deutsche Empfänger. Gerade in seiner Klasse ist die gewaltige Leistungssteigerung im Empfängerbau am deutlichsten. Schon am Tage bringt er 15 bis 20 fremde Stationen! Trennschärfe, Klangfülle und Bedienungskomfort sind die eines Großempfängers. len zum Preise von 530 Mark. Hierbei wurde von den landwirtschaftlichen Vertretern darauf hingewiesen, daß auch der Eber wegen Inzucht abgeschafft werden müsse und aus gleichem Grunde die beiden Ziegenböcke durch andere zu ersetzen seien. Landkreis Gießen. I Allendorf (Lahn), 15. Febr. In der hiesigen Kirche sprach Missionar Ruff von der Basler Mission über sein langjähriges Wirken im Dienste der Mission in China. Er machte die Zuhörer mit dem dort herrschenden Elend bekannt, erläuterte das Familienleben, das so ganz anders ist als bei uns, und gab an Beispielen einen Einblick in die mühselige Arbeit der Missionare. Seine Worte hinterließen einen tiefen Eindruck und dürften manchen neuen Freund für die Arbeit der Mission gewonnen haben. Am Nachmittag sprach Missionar Ruff zu den Schulkindern. △ Beuern, 15. Febr. Heute feierten die Eheleute Melchior Lindenstruth und Frau im Kreise ihrer Kinder und Enkel in geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 76., seine Frau im 75. Lebensjahr. — Gestern wurde der älteste Einwohner unseres Ortes, Landwirt Kaspar Walter, im Alter von 91 Jahren unter großer Beteiligung der Bevölkerung zur letzten Ruhe bestattet.' Der Heimgegangene war weit über die Grenzen unseres Dorfes hinaus bekannt. Bis zu seinem 80. Lebensjahre versah er das Rechneramt der Spar- und Vorschußkasse Beuern in mustergültiger Weise. Das Vorstandsmitglied der Kasse Sommerlad ehrte den Verstorbenen durch einen warmen Nachruf und Kranzniederlegung am Grabe. _ .... <£ Reiskirchen, 13. Februar. Der hiesige Sturm 36/R 116 hielt einen Kameradschaftsabend im Saalbau von Gundrum ab. Alter Soldatengeist mit jungem nationalsozialisti- Der Führer als Pate. LPD. Fulda, 15. Febr. Beim neunten Kind des in Hattenhof wohnhaften Elektromonteurs Johann Weißenstein hat der Führer und Reichskanzler die Ehrenpatenschaft übernommen und den Eltern ein ansehnliches Patengeschenk gesandt. schule wird das Ballspiel in den Kursen eine gewisse Rolle spielen, um die Frau nicht zu verhärten, sondern ihr die angeborene Leichtigkeit und Anmut zu erhalten. Bekleidung: Turn-, Gymnastik- oder Badeanzug, leichte Turnschuhe. Allgemeine Körperschule (Jür Frauen und Männer). Die allgemeinen Körperschulungskurse laufen dauernd, d. h. durch das ganze Vierteljahr, und zwar einmal in der Woche. Die allgemeinen Körperschulungskurse sollen in erster Linie dazu dienen, allen Volksgenossen die Grundlage für die Wiedererlangung der ursprünglichen Beweglichkeit des Körpers zu geben. In den allgemeinen Kärper- schulungskursen wird der ganze Körper systematisch durchgearbeitet. Es wird bei keinem Teilnehmer und bei keiner Teilnehmerin irgendwelche Gewandtheit oder Geschicklichkeit vorausgesetzt. Je unbeweglicher er ist, se ungeschickter er sich anstellt, um so mehr gehört er gerade in diese Kurse. Jeder^ ob dick oder dünn, ob groß oder klein, ob alt oder jung, kann unbedingt mitmachen. Die Uebungen werden fast ohne Gerät durchgeführt. Eine Ueber- anstrengung des Einzelnen in diesen Kursen wird nicht vorkommen. Soweit es möglich ist, werden die Uebungen später auch mit Musikbegleitung durchgeführt. Bekleidiung: für Frauen: Badeanzug, Turnanzug, Gymnastikkittel, leichte Sportschuhe; für Männer: Sporthose evtl. Sporthemd, leichte Sportschuhe. Oie Deutsche Arbeitsfront NS.-Gemeinschast „Straft durch Freude^. Gemeinderat in Grünberg. + Grünberg, 15. Febr. Nachdem in der Sitzung vom 7. Februar die Einführung unseres neuen Bürgermeisters Wagner in feierlicher Weise vorgenommen worden war und mit Rücksicht darauf keine sonstigen Sachen zur Erledigung gelangten, galt die heutige Sitzung der praktischen Arbeit. Die beiden ersten Punkte der Tagesordnung, auf die vom Kreisamt empfehlend hingewiesen wurde, fanden in zustimmendem Sinne ihre Erledigung: 1. Beitritt der Gemeinde als körperschaftliches Mitglied zum Reichsbund für Deutsche Kriegsgräberfürsorge; 2. Bezug des „Reichssportblattes" durch die Stadt für anderthalb Jahre, bis zum Beginn der Olympiade. Dagegen wurde von der Bewilligung eines Zuschusses für eine demnächst herauskommende Sonderwerbeschrift des Landesverkehrsverbandes Rhein- Main, der je nach Größe des aufzunehmenden Textes 32,50 Mark, 39 Mark oder 48,75 Mark betragen soll, abgesehen. Dem Verkehrsverein, der zur Erneuerung seiner in den Anlagen und im Walde befindlichen Bänke um Überlassung von Holz bat, wurde mit Rücksicht auf sein gemeinnütziges Wirken 3 Raummeter Fichtennutzscheiter und 2 Raummeter Eichenknup- ^°D°s°"K°^essionsgesuch des Besitzers der „Oberen Ziegelhütte" wurde, da es sich um Uebergang einer schon immer bestehenden Wirtschaft tm Erb- gange handelt, befürwortet. Die eine Hebamme erhält die poften für ihre Teilnahme an einem Lehrgang m Mainz in Hohe von 33,30 Mark vergütet, dagegen wurde die Beschaffung von Instrumenten im Werte von 49,75 Mark vorerst zurückgestellt. Nachträgliche Genehmigung fanden die Abjchap fung des Stationsbullen zum Preise von 600 Mark und die Anschaffung eines neuen Vogelsberger Bul- tut ihre Schuldigkeit, und man fühlt sich zeitweise in den Frühling versetzt. Kurz vor Rodheim biegen wir rechts ab und gelangen in das Gleibachtal. Unser Weg schlängelt hinter dem Gleiberg her, und die Fensternischen der verfallenen Burg schauen uns träumerisch an, indessen ein Kamerad uns von alten Zeiten der Burgen Interessantes berichtet. Bald landen wir in Krofdorf, kehren ein und lassen den inzwischen knurrenden Magen auf seine Rechnung kommen. Fröhliche Lieder steigen, und dann treten wir den Heimweg an. Unser Weg führt den Wettenberg entlang bis an den Bahndamm, wo wir auf die Landstraße nach Gießen kommen. Gegen 16.30 Uhr landen wir im Vereinsheim, wo uns überraschenderweise von unseren Wanderschwestern mit Kaffee und Kuchen gedeckte Tische erwarten. Wieder fühlt man deutlich: „Wanderer sind eine Familie". Anschließend wechseln Musik, Heimatvorträge und schöne Wanderlieder. Bei fesselnden Worten unseres Ortsgruppenleiters nimmt dieser die Dekorierung von verdienten Wanderern vor, und zwar für 25 Wanderungen: Lore Kohl, Emmi Schmidt, W. Deibel, E. Bachmann, W. Hönig und M. Horn; für 50 Wanderungen: Hanna Mannel, W. Gerlach und R. Gelzenleuchter; für 75 Wanderungen: Georg Römer; für 175 Wanderungen: Georg Mader. Kamerad E. Bachmann und W. Kohlermann erhielten dann noch die Nadel für 10jährige treue Mitgliedschaft. Es folgten noch Vorträge, Gesang und unsere Hausmusik, und leider verrannen schnell die schönen Stunden im Kreise der „Wäller". ** Sonntagsrückfahrkarten zum Karneval in Mainz. Die Reichsbahndirektion Mainz teilt mit: Aus Anlaß der Karnevalstage in Mainz, 2. bis 5. März, können von allen Bahnhöfen im Umkreis von 100 Kilometer um Mainz MIT: Eisenkernspulen - Sperrkreis ■ Flutlicht- Linearskala - zwei Entbrummern ■ Entdampfer ■ Tonblende - Lichtnetzantenne - 3 Watt Endleistung Preis mit Röhren ohne Sperrkreis RM. 222 .usiU.L Sperrkreis RM. 5- Sonntagsrückfahrkarten (auch Vlankofonntagsrück- fahrkarten) nach Mainz Hbf., Mainz-Kaste! und Mainz-Süd ausgegeben werden. Die Karten gelten: zur Hinfahrt von Samstag, 2. März, 12 Uhr, bis Dienstag, 5. März, 24 Uhr (Beendigung der Hinfahrt), zur Rückfahrt von Samstag, 2. März, bis Mittwoch, 6. März, 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Amtsgericht Gießen. Der Milchhändler K. P. aus N. wurde durch Strafbefehl zu insgesamt 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Dagegen legte er Einspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte Ende August 1934 mit seinem Lieferwagen auf der Straße Gießen — Daub rin gen fuhr, ohne die rechte Seite ein^uhalten. In einer Kurve kam ihm ein Personenkraftwagen entgegen, der durch das verkehrswidrige Fahren des Angeklagten gegen einen Baum fuhr. Die Beweisaufnahme ergab nichts für eine Unschuld des Angeklagten, so daß es bei der obigen Strafe blieb. Der Angeklagte trägt außerdem die Kosten des Verfahrens. Sodann befaßte sich das Gericht mit der in Gießen wohnhaften Ehefrau E. M. Die Anklage legte ihr zur Last, am 15. Juli 1934 in Gießen ihre Stieftochter in roher Weise mißhandelt zu haben. Die ausgedehnte Beweisaufnahme — es waren etwa zwölf Zeugen geladen — ergab, daß die Angeklagte ihre Stieftochter geschlagen, getreten und an den Haaren herumgezogen hat. Das Gericht verurteille die Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten. Die Angeklagte, die schon wegen Körperverletzung vorbestraft ist, trägt die Kosten des Verfahrens. Briefkasten der Redaktion. St in G. Nach den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches ist die Miete regelmäßig postnumerando zu zahlen; lediglich bei entsprechender vertraglicher Abmachung kann der Vermieter die Miete im voraus verlangen. k. Z.» Eichweg. Die Frauen des Jahrgangs 1885 haben sich bisher zu einer eigenen Vereinigung nicht zusammengefunden. Eine Anzahl der Frauen dieses Jahrganges hat sich aber der Frauen-Fünfziger-Ver» einigung von 1884 angeschlossen. Führerin dieser Vereinigung ist Frau G. Weisel, Schottstraße 10. schein Vorwärtsdrängen ließ die Kameraden mit ihren Angehörigen einige genußreiche Stunden erleben, wie auch der Führer des Sturms, Oberscharführer Wendel, in seiner Begrüßung zum Ausdruck brachte. Gerade die Frauen sollten sich über die Unbequemlichkeit hinwegsetzen, wenn der Mann einmal öfters zum Dienst beansprucht wird, denn der Mann tue das nicht für sich, sondern für Deutschland. Und mitzuhelfen an dem inneren Auf- und Ausbau unserer Nation sei der größte Stolz und die höchste Aufgabe eines SA.-Mannes. Nach einem Gruß an den Führer und dem Gesang der Nationalhymnen nahmen die Vorführungen ihren Anfang. Umrahmt wurden die Darbietungen mit Musikvorträgen einer SA.-Kapelle. So brachten die Trupps Reiskirchen und Saasen einige kleinere Lustspiele zum Vortrag, während eine Turnerriege und ein Gesangsquartett ebenfalls sehr erfreuten. Zu später Stunde erschien noch, freudig begrüßt, der Führer des Sturmbanns, Obersturmbannführer Hahn (Laubach). Nach einem Gruß des Sturmführers richtete der Sturmbannführer herzhafte Worte an die Kameraden und deren Angehörige. Er erinnerte an die Zeit, in der er einmal vor Jahren in dem gleichen Saale gestanden hat, und verglich jene Zeit des Bruderkampfes mit heute. Heute sei es nur dem Willen und der Macht der Persönliches des Führers zu verdanken, daß sich alle, auch die damals noch gegen ihn standen, die Hand reichen und sich der großen Verpflichtung bewußt sind: SA.-Mann sein, heißt Deutschland tragen. Einzelvorträge, Kaffee und Weck, lustige Vorträge in Mundart, gemeinsamer Gesang und Tanz hielten die Kameraden und ihre Frauen noch lange beisammen. cxD Göbelnrod, 15. Febr. Der Gesangverein Eintracht veranstaltete bei Gastwirt Schultheiß einen Liederabend, der seine besondere Note durch die Mitwirkung einiger Mitglieder der Reichswehrkapelle Gießen erhielt. Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Vereinswalter Kern die Besucher, insbesondere die Vertreter der Partei und der Gemeinde, sowie den Kreiswalter des Kreises Ohm - Lumdatal, Berufsschullehrer Gengnagel (Grünberg). Das Programm war reichhaltig und recht mannigfaltig. Der Chor des Vereins fang unter Leitung von Lehrer Allen- d ö r f e r Chöre von Moldenhauer, Heinrichs, Cornelius, C. M. von Weber, Nagel und Moellendorf. Auch wurden Quartette und Duette und zwei gemischte Chöre mit Instrumentalbegleitung zu Gehör gebracht. Die Darbietungen wurden mit voller Hingabe gesungen und mit starkem Beifall ausgenommen. Ganz besonderen Anklang fanden die mit altbekannter Exaktheit wiedergegebenen Musikstücke der Reichswehrkapelle Gießen. + Grünberg, 15. Febr. Am heutigen Freitag fand in der hiesigen Oberrealschule unter dem Vorsitz von Oberschulrat Dr. Leip die Abschlußprüfung statt. Von 13 Prüflingen, die sich ihr unterzogen, erhielten 12 das Reifezeugnis. Q Kefselbach, 15. Febr. Der Gesangverein „Liederkranz" veranstaltete bei Sangesbruder H ö ch st einen wohlgelungenen und stark besuchten Unterhaltungsabend. Die Vortragsfolge brachte in rascher Abwechslung Chöre, Quar- tettvorträge und Volkslieder, die unter Leitung von Chormeister S ch o m b e r gesungen wurden und Zeugnis von der guten gesanglichen Leistung des Chores ablegten. Der Vereinswalter gab im Verlaufe des Abends einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins seit der Gründung im Jahre 1873. Humorvolle Gedichtvorträge, gemeinsam gesungene Lieder, zu denen auf der Bühne die entsprechenden lebenden Bilder gestellt wurden, unterhielten außerdem sehr gut. Der offizielle Teil endete mit einem Treugelöbnis zu Führer und Volk. Der Abend brachte allen Teilnebmern ein schönes Erlebnis. Allendorf a. d. Lumda, 15. Febr. Gestern feierten der hiesige Ortsbürger Heinrich K r i e b III. und seine Ehefrau Elisabethe, geborene Riedesel, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. An der Feier nahmen die Kinder, Enkel und Urenkel des Hochzeitspaares, sowie ein großer Teil der hiesigen Einwohnerschaft teil. Am Nachmittag wurde das Jubelpaar durch ein Ständchen der ersten Schulklasse unter Leitung von Lehrer Strack geehrt. Der Ortsgeistkiche, Pfarrer Andres, und eine Abordnung der hiesigen Frauenhilfe überbrachten die Glückwünsche und überreichten die Geschenke der hiesigen Kirchengemeinde und Frauenhilfe. Außerdem wurde das Paar überaus reichlich aus der Mitte der Gemeinde beschenkt. Der Jubilar steht im 89., die Jubilarin im 83. Lebensjahre. Beide erfreuen sich noch einer seltenen geistigen und körperlichen Rüstigkeit und Frische. K r i e b hat seine aktive Militärzeit im Dragoner-Regiment 23 in Darmstadt gedient. Den Krieg 1870/71 machte er in der Artillerie-Muni- tionskolonne mit. Vor dem Kriege 1870/71 war der Jubilar längere Jahre in Paris beschäftigt. Die Kenntnisse in der französischen Sprache, die er sich während dieser Zeit in Paris angeeignet hatte, haben ihm wertvolle Dienste geleistet, so daß er sehr oft als Dolmetscher verwandt wurde. Auch wurde er mehrere Male in diesem Kriege ausgezeichnet. — In den letzten Monaten wurde unter Leitung von Sturmbannarzt Dr. Kun z, hier, ein Sanitätskursus für die hiesige Frauenschaft abgehalten. Daß der Kursus reges Interesse erregte, geht daraus hervor, daß außer den acht verpflichteten Sanitäterinnen noch ungefähr 30 Frauen und Mädchen als Hörerinnen teilnahmen. Vergangenen Montagabend fand die Schlußprüfung statt, die zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausfiel. Eine kleine Nachfeier beschloß den Abend. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 15. Febr. Im großen Saal des „Hessischen Hofs" fand gestern ein Theaterabend statt, der von der NS.-Kulturgemeinde veranstaltet war und vom Frankfurt e r Künstlertheater für Rhein und Main ausgeführt wurde. Unter der Spielleitung von Fritz Richard Werkhäuser wurde das Drama von Max Halbe: „Der Strom" gegeben. Es war für alle, die der Aufführung beiwohnen konnten, ein hochbefriediqender Genuß, aaben doch die Darsteller ihr Bestes, um den schwierigen Rollen gerecht zu werden. Starker Beifall belohnte die Schauspieler für ihr erstklassiges Spiel. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß die an und für sich etwas primitive hiesige Bühne durch die Theatergruppe in effektvoller Weife hergerichtet war, so daß die ganze Darbietung ein wohlgelungenes, abgerundetes Bild bot. Kreis Büdingen. tz. Nidda, 15. Febr. Der Reichs rundfunk veranstaltete in unserer Stadt eine Werbekundgebung. Auf dem Marktplatz wurden Konzerte des Frankfurter Senders übertragen. Am Nachmittag wurden den Schülern leichtverftändliche Aufklärungen über den Rundfunk gegeben. Am Abend folgte eine große Menschenmenge im Gam- brinussaal den Ausführungen eines Ingenieurs des Reichsfenders Frankfurt über „Das Rundfunk- roefen und feine Entwicklung feit dem Jahre 1823." Bildliche Veranschaulichungen, einige kurze Tonfilme und die Verlosung eines Volksempfängers beschloßen den Abend. Kreis Alsfeld. Homberg, 15. Febr. Die NS. - Kulturgemeinde in der NS. -Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete in der Stadthalle einen interessanten Abend. Lehrer Schmoll (Elpenrod) sprach einleitend über das Wollen der „Romantischen Kleinkunst-Bühne" Berlin. Die Künstlertruppe, die den Abend ausfüllte, brachte sodann verschiedene naturgetreue Lebensbilder zur Aufführung. Man sah einen interessanten Tanz, ein lustiges Duett, ein schönes Spiel aus dem Jahre 1714, das bäuerliches Lebensgefühl gestalten wollte, ferner gefiel die Vorlesung eines Brandberichtes sehr gut, schließlich wohnte man auch einer Ballettstunde bei. Musikalische Darbietungen füllten die Pausen aus. Ein Hans-Sachs-Spiel, ein Volkslied in Frankfurter Gepräge, eine Vorlesung aus „Schnurren" von F. Timmermans und ein szenisch gestaltetes Volkslied rundeten das Programm ab. Die Darbietungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. st. Kirtorf, 15. Febr. Im Saale des Rathauses wurde ein Schulungsabend für Jung bauern abgehalten, an dem sich auch Amtswalter der PO. und der Deutschen Arbeitsfront beteiligten. Ortsbauernführer Pa. Friedrich L i e h r eröffnete den Abend. Dr. Lehr von der bäuerlichen Werkschule Alsfeld hielt einen Vortrag über das Thema „Was will die Erzeugungsfchlacht?" Der Redner gab in feinen mit großer Aufmerksamkeit entgegengenommenen Ausführungen eine Fülle von praktischen Anregungen für die wirtschaftlichere Ausnützung der landwirtschaftlichen Betriebsmittel Insbesondere setzte sich der Vortragende lebhaft für eine Intensivierung der Schafzucht ein. — Der hiesige Männergesangverein „Liederkranz" hielt bei Georg Stumpf I. seine Jahresversammlung ab. Vereinsführer Wilhelm Lather gedachte zunächst der im vergangenen Jahre verstorbenen Sangesbrüder Friedrich Pfeil, Theodor R e i ch m a n n und Heinrich L a t h e r I.; die Toten wurden mit einer Minute stillen Gedenkens geehrt. Im weiteren Verlaufe der Versammlung gab der Vereinsführer einen Ueberblick über das Wirken des Vereins und wies gleichzeitig auf die Aufgaben der deutschen Sänger im Rahmen des Deutschen Sängerbundes hin. Er ermahnte vor allem, sich regelmäßig an den Gesangsstunden zu beteiligen. Ferner wurde darauf hingewiesen, daß der Verein im Jahre 1936 sein 75jähriges Bestehen feiern kann. Der seitherige Vereinsdiener Heinrich Sprankel legte sein Amt nieder; an seine Stelle wurde Friedrich Kellner bestimmt. Ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland beschloß die Versammlung. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 15. Febr. Ein Unfall ereignete sich gestern Nachmittag in dem oberen engen Teil der Bahnhofstraße. Die Pferde eines dort haltenden Frachtfuhrwerkes scheuten und versuchten in Richtung nach dem Bahnhof auszubrechen. Beim Drehen des Fuhrwerks wurden zwei größere Schaufensterscheiben des Schuhhauses Brüggemann eingedrückt. Einige Häuser weiter kam das Gefährt durch das wagemutige Zugreifen des Fuhrmanns zum Stehen. Dabei verletzte sich das eine Pferd am Treppengeländer eines Hauses schwer an der Brust. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. In der kommenden Woche beginnen in unserer Stadt zwei Sportkurse des Sportamtes Frankfurt a. M. der NS.-Gemeinfchaft ,Kraft durch Freude". Am Mittwoch, 20. Februar, 20 Uhr, in der Turnhalle des Lyzeums, Dammstraße, ein Kursus Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen). Am Freitag, 22. Februar, 20 Uhr, in der Turnhalle des Lyzeums, ein Kursus Allgemeine Körperschule (für Männer und Frauen). Wer kann teilnehmen? Jeder Volksgenosse, gleichviel, ob Mitglied der Deutschen Arbeitsfront oder nicht, kann an den Sportkursen und sonstigen Einrichtungen (Vorträge, Sonderveranstaltungen) des Sportamtes teilnehmen. Nichtarier sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Kosten und Dauer des Kursus: DAF.-Gebühr 20 Pf., Normal-Gebühr 40 Pf. für den Abendkursus (etwa Vh Stunde). Anmeldungen, sowie Auskunft auf der Geschäftsstelle der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, Zimmer 10. Fröhliche Gymnastik und Spiele (ftur für Frauen). Ein Mann muß bis zu einem gewissen Grade für kräftigen Muskelaufbau sorgen. Eine Frau soll jedoch ihre körperliche Ertüchtigung durch andere Mittel und auf anderen Wegen suchen. Ihr liegt vielmehr die leichtere Gymnastik, die des Spielerischen nicht entbehren soll. Neben den rein gymnastischen Uebungen und einer leichteren Körper- SEIET 325t „ Ä nvit! |i • Verlangen Sie Prospekt S 325< DB. GEOBG SEIBT AG • Die Milchablieferung und Beschränkung des Verkaufs von Landbutier. Dom Milchwirtschaftsverband Hessen wird uns geschrieben: Durch die Entschließung des Herrn Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft, betreffend Außerkraftsetzung der Angebotspflicht für Uebernahmescheine bei der Butter- und Käseherstellung dur chlandwirtschastliche Hersteller, haben verschiedene, an der Herstellung von Landbutter interessierte Kreise bemüßigt gefühlt, irreführende, nur die landwirtschaftliche Bevölkerung beunruhigende Artikel in verschiedenen Tageszeitungen (nicht im Gießener Anzeiger. D. Red.) bringen zu lassen. Grundsätzlich wird hiermit festgestellt, daß der Milchwirtschaftsverband, und als dessen Untergliederung die Milchversorgunqsverbände, im Auftrage der Deutschen milchwirtschaftlichen Bereinigung (Hauptvereinigung) Berlin und diese wieder nach den Richtlinien des Herrn Reichskommissars für die Milchwirtschaft handeln und allein befugt sind, Anordnungen in milchwirtschaftlicher Hinsicht zu erlassen, alle von privater Seite gemachten Ausführungen aber jeglicher Grundlage entbehren. Es ist also nicht zutreffend, wie in oben erwähnten Artikeln behauptet wird, daß mit dem Fallen der Uebernahmescheine ab 1. Januar 1935 jegliche Beschränkungen des Landbutterverkaufs hinfällig find. Der Milchwirkschaflsverband und die Milchver- forgungsverbände als marktregelnde Verbände haben nach wie vor die Befugnis, auf Grund des § 8 der Satzung für Milchverforgungs- verbände (Reichsgefehblatt Teil 1 Tlr. 36, Jahrgang 1934) die Milcheinzugsgebieke festzulegen, die restlose Milchablieferung anzuordnen und darüber hinaus jeglichen Verkauf von Milcherzeugnissen über den eignen Bedarf zu verbieten. Es ist daher unbegreiflich, wie in solchen Artikeln gegen eine gemeinschaftliche Milchverwertungs- art einseitig Stellung genommen wird, und irgendwelche Verfügungen des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft gerade im gegenteiligen Sinne ausgelegt werden. Die Wichtigkeit, die Nahrungsfreiheit unseres Volkes unabhängig zu gestalten, erfordert das Einspannen aller Kräfte in eine gemeinsame Front zur Erringung dieses Zieles: jedes Einzelgängertum, geleitet von persönlichen Interessen, ist daher besonders verwerflich. Es wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß die bisherigen Anordnungen des Milversorgungsverbandes Rhein-Main und Kurhessen, Kassel, bezüglich Milchablieferung und Verbot des Landbutterverkaufes weiter bestehen bleiben, alle anderen Veröffentlichungen aber von nicht zu ständigen Stellen in dieser Hinsicht irreführend und die Milcherzeuger an diese gebunden sind. Nur dann können sich dieselben vor Schaden bewahren, da Zuwiderhandlungen nach dem Gesetz mit Geldstrafen geahndet werden. S.A.-'Spoti Fußball-Länderkamps Deutschland-Holland. Das Stadion zu Amsterdam ist am morgigen Sonntag der Schauplatz zum 14. Länderkampf'zwischen den National-Mannschasten von Deutschland und Holland. Dem Treffen wird in Holland wiederum ein starkes Interesse entgegen geb rächt. Man rechnet mit 60 000 Zuschauern, unter denen sich voraussichtlich auch 5000 Schlachtenbummler aus Deutschland befinden werden. Deutschland hat bisher gegen Holland 13 Länderspiele ausgetragen. Die Bilanz lautet dabei aber nicht günstig. Deutschland konnte nur 3 Spiele gewinnen und zwar in den Jahren 1924 und 1926. Verloren wurden 5 Spiele. Die übrigen endeten unentschieden. Das Gesamttorverhältnis lautet 29:26 für Holland. Die deutsche Nationalelf hat also am morgigen Sonntag eine ehrenvolle Aufgabe zu erfüllen und man hofft wohl nicht zu optimistisch, wenn man nach den eindrucksvollen Siegen der deutschen Mannschaft in der letzten Zeit mit einem Sstg unserer Elf rechnet, wenn dieser Sieg vielleicht auch nicht hoch ausfallen wird. Die deutsche Mannschaft wird in folgender Aufstellung antreten: Buchloh Stührck Busch Grämlich Münzenberg Zielinski Lehner Hohmann Conen Rohwedder Kobierski Holland hat folgende Mannschaft zur Stelle: van Gelder Smit Bakhuys Bente Wels van Heel Anderieffen B. Paauwe van Run van Diepenbeck Halle Die Leitung des Spieles liegt in Händen von Otto O l s s o h n, des bekannten schwedischen Schiedsrichters. Interessant ist es, einen Blick auf Hollands Länderspiel-Bilanz zu werfen. Bisher trug Holland 131 Fußball-Länderspiele aus, von denen 57 gewonnen werden konnten und 51 verloren wurden. Der häufigste Gegner Hollands war Belgien. Handball der Ganklaffe. Tufpo Kassel in Gießen. Am morgigen Sonntagnachmittag weilt die erste Mannschaft oes Turn- und Sportvereins Kassel zum fälligen Verbandsspiel in Gießen. Die Kasseler Mannschaft, die im vergangenen Jahr mit Wetzlar um die Gau-Meisterschaft kämpfte, mußte erst nach drei Spielen dieselbe an Wetzlar abtreten. In der diesjährigen Runde steht Kassel an zweiter Stelle hinter CT. Kassel mit nur 2 Punkten im Rückstand und ist als ernster Anwärter aus die Meisterschaft zu betrachten. In Kassel verlor 1900 das Vorspiel 6:3. Die Stütze der Mannschaft ist das Schlußdreieck sowie die Läuferreihe, die immer am Gegner kleben bleibt. Im Sturm sind die gefährlichsten Leute Wicke, Waldeck und Reifing II. Tuspo Kassel spielt dasselbe schnelle Kombinationsspiel wie CT. Kassel. 1900 wird mit folgender Mannschaft antreten: Enders, Birkenstock, Mann, Schott I., Cremers, Reist, Rebcher, Krüger, Schott II., Wlodareck, Funke. Hier liegt es am Sturm, durch schnelleres Abspiel sich frei zu laufen, frei zum Wurf vor das Tor zu kommen. Bei der Läuferreihe sowie bei der Verteidigung kommt es darauf an, den Mann zu halten. Auch der Tormann muß wieder etwas ernster bei der Sache fein. 1900 muß alles aus sich herausholen, wenn ein ehrenvolles Resultat erzielt werden soll. Die Mannschaft ist imstande dazu. Schiedsrichter Drolsbach wird das Spiel pfeifen. Münchholzhausen — VfB.-Reichsbahn la. Münchholzhausen hat für den kommenden Sonntag die la - Mannschaft des VfB.-Reichsbahn eingeladen. Die VfB.er haben in ihrem Spiel gegen den Tv. Kirchgöns bewiesen, daß sie Handball spielen können. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Mannschaft erstmals auf fremden Boden gegen die starke Turnerelf durchsetzen kann. BfB.-Reichsbahn Gießen. VfV.-Reichsbahn I — Marburg-Ockershaufen I. Da fünf Spieler von Germania Marburg plötzlich erkrankt find, sah sich die Vereinsleitung gezwungen, das Spiel abzusagen. Für sie spielt Marburg-Ockershausen in Gießen. Die Ockersyäuser stellen eine spielstarke Mannschaft ins Feld und nehmen in der Bezirksliga der Gruppe Marburg den dritten Tabellenplatz ein. Neben technischen Fähigkeiten besitzt die Mannschaft einen stark ausgeprägten Kampfeswillen, der seine Stütze in der guten körperlichen Verfassung der einzelnen Spieler hat. Die Gießener treten mit ihrer kompletten Mannschaft an, und sollten ein annehmbares Spiel liefern können. Bei Berücksichtigung der beiderseitigen Spielstärken, muß der Kampf als offen bezeichnet werden. Die zweite Mannschaft fährt nach Alten-Buseck und dürste schwer zu kämpfen haben, wenn sie den Sieger stellen will. Die erste Jugend tritt in Leihgestern gegen die Gleiche des Sportvereins an. Die Fvrmverbesserung der Gießener sollte sie befähigen, den Sieger zu stellen. Zweite Jugend und erste Schüler spielen in Wetzlar gegen die dortigen Sportfreunde. Sportverein 1920 Heuchelheim. Die 1. Mannschaft ist spielfrei. Die 2. Mannschaft erwartet zu Hause die 1. Elf vom Tv. Launsbach zum fälligen Derbandsspiel. Die Heuchelheimer hatten zu Anfang der Meisterschaftsspiele einen schlechten Start. Die Elf wurde aber im Laufe der Spielserie von einigen früheren Spielern der 1. Mannschaft unterstützt und arbeitete sich dann bis zur Tabellenspitze empor. Die Tabelle wird heute von Kinzenbach und Heuchelheim bei Punktgleichheit geführt. Wenn die Einheimischen mit dem seitherigen Geist weiterkämpfen, dürfte es nicht ausgeschlossen fein, daß diese Meisterschaft nach Heuchelheim kommt. Das morgige Treffen sollten die Einheimischen für sich entscheiden können. Schneelauf-Weittämpfe des Turngaues Hessen endgültig abgesagt. In Anbetracht des ungünstigen Wetters wurden die Schneelauf-Wettkämpfe des Turngaues Nord- heffen, die auf dem Hoherodskopf ftattfinben sollten und mehrfach verschoben werden mußten, engültig abgesagt. Rollschuhlaufen in der Dolkshalle. Da dieser Winter nur wenige Tage Eis gebracht hat, hat sich der Gießener Eisverein entschlossen, als Ausgleich das Rollschuhlaufen am Sonntagvormittag und Montagabend seinen Mitgliedern gegen Dorzeigen der Ausweiskarten kostenlos freizugeben. Hoffentlich wird von dieser Vergünstigung reger Gebrauch gemacht, zumal das Rollschuhlaufen ein vollwertiger Ersatz für Eisläufen dar- ftellt. (Man beachte die heutige Anzeige.) 40-Klm.-Dauerlauf im Taunus. Arn kommenden Sonntag wird im Taunus die letzte größere Skiveranstaltung, ein 40-km-Dauer- lauf, durchgeführt. Da ein 40 = km = Dauerlauf die größten Anforderungen an die Teilnehmer stellt, wurden nur Läufer über 23 Jahre zugelassen. Der Skigau XII/XIII kann aber mit den 24 abgegebenen Nennungen durchaus zufrieden fein. Der Start erfolgt um 8 Uhr auf dem Großen Feldberg, von da führt die Strecke über den Kleinen Feldberg, Glaskopf, Weilberg, Sellenberg, Schmitten, Weiltal, Senkelberg, Dillenberg, Galgenfeld, Sandplacken, von da zum Fuchstanz.und über das Rote Kreuz wieder zurück zum Sandplacken, wo die ersten Läufer um 11.30 Uhr erwartet werden. Die meisten Aussichten hat wohl der vorjährige Zweite, W. Schröder (Schneelaufklub Kassel), aber auch mit den Gebrüdern Schleicher und Knüttel vom Wintersportverein Gersfeld wird neben den Frankfurter Läufern stark zu rechnen sein. Kilian wieder Viererbob-Weltmeister. Die Viererbob-Weltmeisterschaften in St. Moritz wurden am Freitag mit den beiden letzten Läufen zu Ende geführt. Der deutsche Titelverteidiger Hans Kilian war auch diesmal wieder der Schnellste und wurde wiederum Weltmeister. Die 1611 Meter lange Bobbahn in St. Moritz war durch das warme Wetter etwas stumpf geworden, und es ereigneten sich auch einige leichte Stürze. Der zweite deutsche Vertreter, Grau (Berlin), mußte so durch einen Sturz mit seinem Bob „Deutschland II" ausscheiden. Der Weltmeister fiel wieder durch seine überaus gleichmäßigen Fahrten auf. Stuck fährt 320x267 Klm. Ein neuer Weltrekord. Die oberste nationale Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt (ONS.) gibt offiziell bekannt: „Hans Stuck auf Auto-Union stellte heute — vorbehaltlich der Anerkennung durch die AJACR. — auf der Strecke Viareggio—Lucca in der Klasse 3 bis 5 Liter einen neuen internationalen Klassenrekord über eine Meile mit fliegendem Start mit 320,267 Kilometer im Durchschnitt für die Hin- und Rückfahrt auf. Hierdurch wurde der bisher von Rudolf Caracciola auf Mercedes-Benz in der gleichen Klaffe gehaltene internationale Klassenrekord um 3,589 Kilometer verbessert." W Klaviere, 1 Harmoniums w sachgemäß u.vreisw. gestimmt u.rev. G.WX Gie&en, Ludwißstrahe 5p. Selent). 2403. Verkanlö.neu u gebr. Klav Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er« mäßigten Grund« preis von 5 pf. für die Millimeter« zette veröffentlicht Was wir schaffen was wir können, was wir bieten zeigt Ihnen unsere Leistungsschau im Cafe Leib am 20. und 21. Februar Geöffnet am 20. und 21. Februar von 15-18 Uhr Gleichzeitig findet an diesen beiden Tagen, abends 8 Uhr für unsere Gießener Mitglieder die Jahres-Versammlung statt und zwar am: 20. Februar für die Verteilungsstellen 2 Asterweg, 4Neuen- bäue, 29 KaiseraUee, 37 Am Kugelberg; 21. Februar für die Verteilungsstellen 1 Schanzenstraße, 3 Bleichstraße, 39 Liebigstraße, 11 Frankfurt Straße, 35 Rodheimer Straße. Außer der Geschäftsleitung spricht der Werbeleiter des Verbandes, Herr Meister, Heidelberg. Mitglieder, besucht die Leistungsschau Eurer Genossenschaft! Es ist Euer Werk! Für Unterhaltung ist gesorgt! 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Helsingsors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Reuyork ... und Vil- auf; 25.5 1.2 7.85 7.75 7.65 11.25 fahren wir zu Peters Union in Frankfurt kaufen uns neue Schläuche. In einem kleinen Tag ankündigte. Nach gut verbrachter Nacht ging es gemäß meinen Dispositionen. Peter verabfolgte uns zwei gute Schläuche, die uns freundlicherweise und in auffallend kurzer Zeit die Angestellten der Firma unentgeltlich einmontierten. Wenn man einmal in Frankfurt ist, so fährt man nicht gleich wieder weg, und es wurde Mittag, als wir der freundlichen Mainstadt Lebewohl sagten. „Der Platz des Wagenführers ist teilweise auf und teilweise unter dem Wagen." Von da ab hatten wir Ruhe vor Pneu-Defekten, aber zwischen Frankfurt und Darmstadt allerlei Ungemach mit dem Herz unseres Wagens, dem Motor. Gemächlich fuhren wir die schöne Straße von Frankfurt nach Mörfelden, als uns mit einem Male ein heftiges Maschinengewehr-Geknatter erschreckte, das aus der Haube unseres Motors herausdrang. Mir graute bereits vor einer größeren Panne, als mir meine Frau mit ihrem feinen Gehör erklärte, daß sie etwa hundert Schritte zurück etwas Metallisches hätte „rappeln" hören, wahrscheinlich hätten wir einen großen Teil unserer Maschine verloren. So war es auch, denn wir fanden an dieser Stelle das Auspuffrohr nebst Schalldämpfer. Unter dem Wagen liegend habe ich beides wieder angeflanscht. Es hat auch weiterhin gehalten. Dabei habe ich zum ersten Male die Weisheit des Lehrsatzes eingesehen: „Der Platz des Wagenführers ist teilweise a u f und teilweise unter dem Wagen." Bei der Weiterfahrt setzte kurz vor Mörfelden die Zündung aus, und alles Andrehen brachte Das Geschäft in Kälbern war bei anziehenden Preisen lebhafter. Agiere waren wieder nur wenig vorhanden, Spitzentiere erzielten einen Preis von etwa 52 Mark, int übrigen waren besonders B= und E-Kälber beachtet und um 2 bis 3 Mark höher. Auch geringe Tiere zogen etwas Nutzen, so daß die Notierung von D bis A sich auf 24 bis 48 Mark stellte. Der Markt wurde glatt geräumt, die Zufuhr betrug insgesamt 1516 (1444) Stück. Der Absatz am Schafmarkt wurde wieder weitestgehend von dem bevorstehenden Eintopf- Sonntag beeinflußt. Trotz wesentlich erhöhter Beschickung (424 gegen 225) nahm das Geschäft einen relativ lebhaften Verlauf, die Preise konnten sich etwas heben. Der Markt wurde geräumt. Am Schweinemarkt war das Geschäft mittel bis ruhig. Die etwas verminderte Zufuhr von 4018 ( 273) 'Stück war der Nachfrage angepaßt, so daß der Markt bei ziemlich gleichbleibenden Preisen ausverkauft wurde. Schwere und leichtere Schweine blieben vernachlässigt. 25.25 1.2 7.75 7-7 7.65 11 den Motor nicht in Gang. Zwei Frankfurter Chauffeure boten uns Hilfe an, prüften die Kompression, untersuchten und tadelten die Verwirrung unserer Kabelanschlüsse, zerbrachen mit einem Schraubenschlüssel versehentlich unsere Benzinleitung und verließen uns mit dem guten Rat, unsere Kabelschuhe gut zu putzen und die Benzinleitung mit einem Gummischlauch zu dichten. Sie hatten keine Zeit mehr und ließen uns allein. Für fünf Pfennig pro Mann ins Dorf! Unser weiteres Fortkommen verdankten wir einem vorüberkommenden Trupp Jungens, welcher uns (für fünf Pfennig pro Mann) in das Dorf — es war nicht weit etnfernt — hineinschoben. Meine gute Laune war für diesen Tag vergangen, und ich veranlaßte meine Frau, mit der Eisenbahn nach Ludwigshafen zu fahren, wohin ich andern Tags mit dem Wagen nachzukommen versprach. „Lh Wunder, er lief und lief... Als ich mich anderen Vormittags frühzeitig mit dem Wagen beschäftigte, ergriff ich die Anlaßkurbel, und „oh Wunder" er lief, ohne daß ich irgend etwas gemacht hätte, er lief auch nach Darmstadt, er lief durch die Bergstraße, und er lief auch noch nach Baden-Baden, wohin wir einen kleinen Abstecher über Speyer und Rastatt machten. Es ist mir nie klar geworden, was den Motor zu seinem widerspenstischen Verhalten tags zuvor veranlaßt hat. Der Wagen hat mir noch zwei Jahre für kleine Ausflüge treue Dienste getan. Don den Wagen, die ich im Laufe meiner 33jährigen Praxis weiter gefahren habe, ist eigentlich nicht viel zu erzählen. Ich konnte nur konstatieren, daß sowohl Automobilwerke, als Gummifabriken bemüht waren, dem Publikum von Jahr zu Jahr Besseres zu bieten. Besseres Material, bessere Straßenlage, zuverlässige Motore, Zugänglichkeit der maschinellen Anlage, schönere Karosserien und, die Hauptsache, billigere Preise. Man kann sagen, daß der deutsche Wagen heute eine Spitzenleistung bedeutet und mit jedem ausländischen Fabrikat erfolgreich konkurrieren kann. Hamburg-Amerika-Pakel .... Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschiff........... Norddeutscher Lloyd A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank .. Deutsche Bank und Discoato- Gesellschaft Dresdner Bank Reichsbank ........ ' * Reichsbahnaufträge für d i e Stein- i n b u ft r i e. In Würzburg fanden Besprechungen zwischen der Reichsbahn-Hauptverwaltung und der deutschen Steinindustrie über eine Gemeinschaftsarbeit, sowie über die Art der Aufträge von Schottersteinen für den Oberbau statt. Von den zuständigen Beschaffungsstellen sind die Aufträge zum Teil schon vergeben, oder werden in diesen Tagen vergeben werden. Insgesamt dürften sich die Aufträge auf 7 Millionen Tonnen belaufen. * Erneute Senkung der Bauglas- v r e i f e. Nachdem die Bauglaspreise bereits im April v. Js. um 5 v. H. gesenkt worden waren, hat der Verein Deutscher Tafelglashütten, Frankfurt am Main, nunmehr im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsministerium eine abermalige Ermäßigung der Preise für Bauglas um 5 v. H. mit Wirkung vom 11. Februar 1935 vorgenommen nhein-Mainische Mittaqsbörse. Tendenz: freundlich. Frankfurt a. M., 15. Febr. Die heutige Börse war im Anschluß an den gestrigen Verkehr weiter freundlich, eine nennenswerte Ausdehnung des Geschäftsumfanges trat aber nicht ein, da immer noch etwas Zurückhaltung sowohl bei der Kundschaft, als auch bei der Kulisse bestand. Durch vorteilhafte Nachrichten aus der Wirtschaft erhielt die Tendenz etwas Anregung. Man verwies auf die erhöhten Reichseinnahmen, auf die weitere Steigerung der Roheisengewinnung. An den Aktienmärkten war die Kursgestaltung etwas ungleich, doch traten nirgends 14.2 | 15 2 8 7.65 7.7 11.13 ändert." „Bis Bilbel und nicht weiter. beler Hotel frischten wir uns einigermaßen die Absicht, unsere Verwandten an dem gleichen Tag noch zu sehen, mußte aufgegeben werden. Aufgegeben wurde dagegen eine Postkarte nach Ludwigshafen, die unseren Besuch erst auf den nächsten 26 1.2 8.05 7.6 7.8 11 Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau Ilse Bergbau Genüsse Klocknerwerke . •. Mannesinann-Röhrea Herr Bankdirektor i. R. Müller erzählt uns von feiner ersten Autofahrt folgendes: Im Jahre 1901 erwachte in mir der Wunsch, einen mit eigener Kraft fahrenden pferdelosen Wagen zu ahren oder gar zu besitzen. Dieser Wunsch ließ mich nicht mehr los, bis ich nach einer Prüfung meiner bescheidenen finanziellen Mittel die Gelegenheit ergriff, einen kleinen, zum Verkauf gestellten, wohl schon an die zwei Jahre alten, aber noch ganz nett aussehenden Zweisitzer für wenig Geld zu erwerben. Mein erstes Auto! Der Wagen war ein konstruktiv nicht besonders geglücktes Versuchskind eines unbekannten Ingenieurs. Aeußerlich erinnerte er an den bekannten „Benz komfortable", nur daß der einzylindrige Motor nicht im Hinterteil des Wagens, sondern vorn angebracht war, von wo aus die Kraft der Maschine durch einen verschiebbaren Treibriemen auf drei mit der Hinterachse verbundene hölzerne Riemenscheiben übertragen wurde: Linke Scheibe: kleiner Gang, rechte Scheibe: großer Gang, mittlere Scheibe: Leergang. Rücklauf war bei dem kurzen Radstand nicht erforderlich; ebenso hatte man auf ein Differential der Hinterachse verzichtet und den Gummiverlust in Kauf genommen. Dagegen wirkten nach Art der alten Droschken zwei kräftige Bremsklötze direkt auf die Pneumatiks der Hinterräder, denen das offenbar auf die Dauer nicht besonders zuträglich war. „Morgen in fünf Stunden nach Ludwigshafen." Nachdem mir ein sachverständiger Freund die einzelnen Handgriffe erläutert hatte, machte ich selbst einen Fahroersuch, der mich höchlichst befriedigte. Schnell entschlossen erklärte ich meiner Frau: „Morgen besuchen wir unsere Verwandten in Ludwigshafen. Die Entfernung ist ungefähr 150 Kilometer und bei 30 Kilometer stündlich schaffen wir es in fünf Stunden; du kannst uns durch Postkarte Eine Stunde verging, zwei Stunden, noch mer nahte der Reparatur nicht; endlich erschien er mit der Ausrede, er hätte noch trocknen müssen (der Schlauch). „Aufmontiert und losgefahren, sodaß wir noch möglichst zum Kaffee nach Ludwigshafen kommen." Zwischen Butzbach und Vilbel hatten wir kurz nacheinander zwei Schlauchdefekte, die ich aber eigenhändig und ohne fremde Hilfe, allerdings mit IV2 Stunden Zeitverlust, beheben konnte. (Allmählich hatte ich mir schon etwas Hebung angeeignet!) Als schon die Hauser von Vilbel in Sicht kamen, ein Knall, und wieder ging die Luft und auch meine Geduld aus, so daß ich erklärte „bis Vilbel und nicht weiter". Morgen früh zum Mittagessen ansagen." Am folgenden Morgen 7 Uhr starteten wir, d. h. ich, meine Frau und unser schwarzbrauner, zu Schelmenstreichen immer geneigter Dackel, mit gutem, von keinerlei Sachkenntnis getrübtem Humor zur großen Tour. „Wohin so rasch?" An „Hettlers Eck" begrüßten uns zwei gut bekannte ältere Gießener Herren mit dem Ruf: „Wohin so rasch?" Kurzer Halt, Zweck und Ziel unserer Reise, und fort brausten wir im 10-KUometer-Tempo die Frankfurter Straße hinauf zum ftöhlichen Jagen. Aber schon bei Klein-Linden ereilte uns das Verhängnis: „Pneumatik-Defekt". Ich habe als alter Radfahrer schon viele Schläuche geflickt, aber so etwas von Mühsal hatte ich noch nicht erlebt. Dor allen Dingen mußte der Wagen angehoben und die Flügelschrauben gelöst werden. Mit zwei Montierhebeln ging man der Decke zu Leibe, die über die feste Felge heruntergewürgt werden mußte. Im Werkzeugkasten nach Flickmaterial suchend, fand ich eine kleine Tube halb vertrockneter Gummilösung und einige kleine, für Fahrradschläuche geeignete Gummiplättchen. Trotzdem ich gut geklebt hatte, traute ich der Reparatur, die etwa zwei Stunden in Anspruch nahm, nicht viel zu, und zwar mit Recht, denn kurz vor Butzbach ging die Luft aus. „Ohne Luft nach Butzbach." . 6 . 0 . 0 0 113.75 I 127 1 Nach kurzer Beratung: Fahrt ohne Lust nach Butzbach, dort haltbare Reparatur durch eine Werkstatt. Der Mann erwies sich aber in der Montage von Autoreifen nicht geschickter als ich selbst, so daß wir uns entschlossen, das Resultat lieber im „Hessischen Hof" in Butzbach abzuwarten und daselbst auch unser Mittagsmahl einzunehmen. (Unserm Entschluß stimmte unser Dackel mit einem regelrechten Freudensprung bei.) Während wir uns alle drei hier gütlich taten, erschienen die beiden Herren vom Hettler-Eck, uns, etwas überrascht aber freudig, mit dem Ruf begrüßend: „Ei Ihr seid ja noch da, wir meinen, Ihr wollt nach Luwigshafen." Antwort: „Plan g"- Buderus Deutsche Erdöl Gelsenkirchener Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Arn Brotgetreidemarkt hielt die leicht belebte Nachfrage nach Weizen noch an, wenn auch das Gesamtmaß der Mühlenkäufe wieder ruhiger geworden ist, nachdem in der Vorwoche etwas stärkere Deckungen vorgenommen worden waren. Inzwischen ist das Weizenmehl geschäft wieder merklich stiller geworden. Die Abrufe aus alten Ko netten blieben im ganzen gut. Der Roggen- absatz stand unter dem Einfluß des anhaltend schleppenden M e h l geschäftes, ferner hielten die Mühlen mit Rücksicht auf die Herabsetzung des Vermahlungssatzes um 4 v. H. gegenüber dem Vormonat im Einkauf stark zurück. Das Angebot der Landwirte wurde von den Provinzmühlen auch nur zum augenblicklichen Bedarf aufgenommen. In Hafer kam auch in dieser Woche kein nennenswertes Angebot heraus. Selbst die Koppelgeschäfte von Hafer gegen Futtermittel haben so gut wie ganz aufgehört. Kleines Tauschgeschäft entwickelte sich zuweilen in Biertreber gegen Hafer, wodurch erstere an den Getreidemärkten nicht zum Angebot kamen. Vom übrigen Futtermittelmarkt (Muh- lenadfälle) ist nichts Neues zu berichten. Rauhfutter lag geschäftslos. Heu wurde im Preise um 0,50 Mk. pro 100 Kilogramm auf 10,50 Mark ermäßigt. Größeres Augenmerk zog in der Berichtswoche der Gerstenmarkt auf sich. Brau- und Jndu- striegerste gehören bekanntlich zu den Agrarprodukten, die bisher von der Festpwisregelung ausgenommen worden sind. Der Preisunterschied gegen Futtergerste betrug hier bis zu 40 Mk. pro Tonne. Infolgedessen versuchte der Landwirt seine Gerste möglichst als Brau- ober Jndustriegerste abzusetzen, während Futtergerste fast nicht an die Märkte kam. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt Auf dem G r 0 ß v i e h m a r k t war der Auftrieb mit insgesamt 1279 (gegen 1165 in der Vorwoche) etwas stärker. Für Ochsen in schweren Qualitäten war die Nachfrage weniger gut, so daß hierfür die Preise um 1 Mark zurückgingen, auch nach Bullen zeigte sich keine stärkere Nachfrage, obwohl hierfür die letzten Preise ziemlich unverändert blieben. Lebhaft gefragt waren dagegen Kühe, die Nachfrage konnte nicht immer voll befriedigt werden. Die Preise haben hier eine durchschnittliche Höherbewertung von 2 Mark pro 50 Kilogramm Lebendgewicht erreicht, für beste Spitzentiere wurden darüber hinaus noch höhere Preise bezahlt. Färsen lagen ruhiger, wurden aber bei unveränderten Preisen geräumt. Schluß' Abendkurs stärkere Veränderungen auf. Weiter erholt waren Kunstseide AKU. auf feste Meldungen aus Holland mit 54,75 bis 55,50 (53,75). Fest lagen außerdem Zement Heidelberg mit 115 (113,75) und Deutsche Linoleum, die mit 134 (letzter Kurs 128,50, gestrige Taxe 133,25 G) zur Notiz kamen. Am Montan- markt erhielt sich Nachftage nach Mannesmann (plus 0,65 v. H.), während sonst die Kurse kaum verändert waren. Chemiewerte lagen still, IG. Farben 142,50 (142,65), Rütgerswerke 103,65 (103,75), Deutsche Erdöl 100,65 (100,50), Metallgesellschast 95,75 (95,50). Der Elektromarkt lag bei meist unveränderten Kursen fast geschäftslos, Siemens lagen mit 144,75 um 0,50 v. H. freundlicher, Bekula und Geffürel bröckelten bis 0,25 v. H. ab. Im einzelnen eröffneten Reichsbank 1,25 v. H., Moenus-Mafchinen 1 v. H., Gebr. Junghans 0,40 v. H. und Daimler- Motoren nach behauptetem Beginn (52,50) 0,25 v. H. schwächer, andererseits lagen Hapag 0,13 v. H., Zellstoff Waldhof auf die Auslassungen im Berliner Börsenprospekt 0,75 v. H. und Bank für Brauindustrie 0,50 v. H. fester. Renten lagen heute sehr still und hatten nur wenig veränderte Kurse. Etwa 0,13 v. H. höher setzten späte Reichsschuldbuchforderungen, Gemeinde- Umschuldung und Stahlverein-Bonds ein, Altbesitzanleihe blieben zu 112,40 und Zinsvergütungsscheine zu 90 v. H. unverändert. Im Freiverkehr waren Adlerwerke Kleyer zu 87,50 bis 88,50 (87,50) ge- 34 I 34.65 I 34 I 89.5 89.5 — -1124.25 1 -l Selten & Guilleaume 0 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 SchuckertKCo........... 6 Siemens8 Halske.... 7 Lahmeyer L Co 10 <% Oesterretchtjche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarisch» Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanlethe von 1911 4% Türkische Bagüadbahn-Anleihe Serie l..................... Schultheis Patzenhoser 0 Slku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 £ stoss Waldhof 0 stoss Aschaffenburg 0 iauet Gas .............. < Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum 0 Lrenstein S Koppel .. 0 Leonhard Tietz .............. y Cbade........... - , Accumulatoren-Fabrik........0 Contt-Gummi............... 0 Grttzner..............------ °| Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4| Süddeutscher Zucker.........8| fragt. Nach den ersten Kursen ergaben sich für einzelne Spezialwerte leichte Erhöhungen um etwa 0,25 bis 0,50 v. H., so bei Mannesmann und IG. Farben, auch Scheideanstalt zogen 0,50 v. H., Deutsche Linoleum bis auf 135,25 v. H. an, ferner tarnen Rhein. Braunkohlen mit 207,25 (205,50) zur Notiz. Im Verlaufe waren IG. Farben auf ein verhältnis- mäßig kleines Angebot um 1 v. H. auf 142 v. H. gedrückt, die übrigen Marktgebiete zeigten nur wenig Veränderung, Schuckert 100 bis 99,75 (99,75), AKU. 55 (55,50). Am Kassamarkt kamen Gebr. Röder auf die Dioidendenerhöhung mit 101 (98,75) zur Notiz. Tagesgeld blieb noch gefragt und wurde auf 3,50 (3,25) v. H. erhöht. Abendbörse sehr still. Im Hinblick auf den Wochenschluß bestand an der Abendbörse keine Unternehmungslust. Die Geschäftsstille war stark ausgeprägt. Orders der Kundschaft lagen nicht vor. Die Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Schluß nur wenig verändert. Leicht rückläufig waren Daimler Motoren, Kui soide AKU. und einzelne Montanwerte, dagegen waren Zement Heidelberg noch 0,50 v. H. und Deutsche Linoleum ebenfalls 0,50 v. H. fester, auch IG. Farben und Zellstoff Waldhof waren nach knapp behauptetem Beginn geringfügig höher. Bankaktien blieben unverändert. Im Freiverkehr galten Adler- werke 88,25 (88). Der Rentenmarkt lag fast geschäftslos, die Kurse blieben jedoch gut behauptet. Von Auslandswerten gingen 4 v. H. Schweizer Bundesbahn von 1912 auf 161,75 (164) zurück. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112,50, 7 0. H. Stahloerein 97,65, ReichsbahrEA. 118,50, 4 vH. SBB. von 1912 161,75, Braubank 113,50, Corn- merzbank 83,25, OV-Bank 83,75, Dresdner Bank 83,75, Gelsenkirchen 70,75, Phönix 55,90, Rheinstahl 96,50, Stahlverein 46,50, AKU. 53,75, Zement Heidelberg 116,50, Daimler 51,13, Deutsche Erdöl 100,13, Scheideanstalt 207, Deutsche Linoleum 136,50, Licht & Kraft 118,50, IG. Farben 141,50 bis 141,75, Gesfürel 114,50, Holzmann 84, Lahmeyer 119, Moenus 86,50, Schuckert 99,50, Zellstoff Waldhof 52 bis 52,50, Hapag 31,13. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 15. Febr. Bei unveränder- ten Preisen blieb die Marktlage im Frankfurter Eiergroßhandel stetig. Das Geschäft erfuhr weiterhin keine Zunahme, auch die Zufuhren hielten sich in verhältnismäßig engen Grenzen. Kühlhauseier sind nicht me-hr im Markt. Als einen gewissen Ersatz hierfür haben sich «die Anlieferungen aus den Ostländern etwas verstärkt, so daß billige Eier nach wie vor zu Haden sind. Es notierten in Psg. pro Stück frei Frankfurt a. M.: Deutsche Handelsklassen- eier S 13 dis 13% A 12'/2 bis 13, B 12, C 11 bis 11% D 10 bis 10)4. Flandern S 12'/« bis 12%, A 11% bis 12 B, 11'/« bis 11% C 103/« bis 11. Ungarn A 12, B 10% bis 11%. Rumänen C 10'/« bis 10% Jugoslawen C 10% bis 11. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 15. Febr. Trotz der wieder milden Witterung blieb der Butterabsatz klein. Die 1 Versorgungslage kann man als ausreichend bezeich- , nen, Holländische Butter blieb bei kleinen Zufuhren gut gefragt. Die Preise liegen weiter unverän- , dort. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise): Deutsche Markenbutter 143 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 142 bis 145, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125 bis 130, Kochbutter 115 bis 120, Holländ. Butter 146 bis 148. PbÄvv Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. Bries 2-463 58-20 54.23 1215 16.475 168.54 21-41 61.11 Schluß!. Mittag« börse 15.2 99.5 101.75 112.4 Schlußkurs 14.2. 99.5 101.5 112-25 Datum 4% Desgl. Sene ll ...... 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 414%Rumän.vereInh.Rentev.1913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2¥*% Anatolier ............. 84 I 85-75 I 116.5 - 127 | - I Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 6% efjem.7% Dt.Reichsanl.v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mü Auslos.-Rechten ............. Desgl. ohne Auslos.-Rechte 6% ehem.8°/<» Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12.................. 6y2% Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liqui......... Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ......... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie l^nit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Fran§. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank Gckldpfe. 16 unkündbar bis 1936 6¥t% ehem. 4%% Franks. Hyp.» Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6%% ehem. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe 6% ehem. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 8% ehem. 7% Pr. Landespfand- brtefanstalt, Pfandbriefe R. 10 Eteuergutsch. Verrechnungskurs. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. $ie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befch,offenen Dwidende an. - Re.chsbankd.-kont 4 v. S). Lombardzmssuß 5 °. H. Frankfurt cu M Berlin Frankfurt a. M. | Berlin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börs- Schluo- lurs Gchlußk. Mittagbörse Schlußkurs Gchlußk. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk. Mittaq- börke 14 2 152 14-2 152 Datum 142 15-2 14-2 15-2 8.4 — Mansselder Bergbau......... 0 92 92.25 92 92 5 4.25 4.45 4.4 Kokswerke .............. 0 — — 102-25 101.9 7-25 4-05 56.4 56.25 7-05 7 4.13 4-13 Rheinische Braunkohlen .....10 205.5 207.25 206 207.5 34-25 34-13 34.9 Rheinstahl ............ 0 Vereinigie Stahlwerke........ 0 96.5 47 96.5 46.5 97.25 46.75 96-9 46.65 Olavi Minen ........... ( 12.4 125 125 12-5 31-25 31.13 31.25 31 U Kaliwerke Aschersleben........ 5 105.5 106.25 105 106 — — 27-4 Kaliwerke Westeregeln........5 105-5 106 105 105-25 31.13 34.25 34 13 33-9 Kaliwerke Salzdetfurth.....V/2 150.5 — 151 150 86.25 87.25 114-5 87 114.25 87-25 115 I. G. Farben-Jndustrie.......7 142.65 141-75 142-5 141.9 82.75 83.25 82-5 83.25 Scheideanstalt......... 9 206 5 925 207 92-5 92-5 92-5 83-75 82.5 83-75 Rütgerswerke ............... 0 103.75 103.65 102-75 103-5 83-25 Metallgcsellschaft.............0 95-5 95-5 95.75 95 75 83164 165-25 164.75 14. Februar 15. Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Srief Geld Brief 0.638 0.642 0.638 0-642 58.17 58-29 58.17 58.29 0.194 0-196 0.194 0-196 3-047 3.053 3.047 3-053 54.28 54-38 54 22 54.32 81-26 81-42 81-27 81.43 12-155 12-185 12-145 12-175 5.367 5-377 5-36 5-37 16.42 16-46 16-425 16.465 168-19 168-53 168 28 168 62 21-20 21-24 21-20 21-24 0.709 0.711 0.707 0-711 5-649 5.661 5-649 5 661 6110 61.22 61.03 61-15 48 95 49.05 48.95 49 05 11.03 11-05 11.02 11-04 62-68 62 80 62-60 62.72 80.72 80-88 80-72 80-88 34.04 34-10 34-06 34-12 10-40 10.42 10-40 10-42 2.493 2.497 2.491 2.495 Berlin,15-Februar Geld Amerikanische Rvien.............. 2,443 Belgische Roten.................. 57 96 Dänische Roten ................. 54-01 12-11 Französische Roten............... 16.415 167-86 Italienische Roten................ 21.33 Norwegische Noten .......• • 60-87 Deutsch Lesterreich, i 100 Schilling — Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 62.38 Schweizer Noten................. 80 44 33 62 Ungarische 9lotee — Ihre Verlobung geben bekannt Baumwoll Leihgestern, den 4 6. Februar 1935 spricht über: 925D 0585 Adolf Schäfer und Frau TANZ 0603 Meseck, den 16. Februar 1935 Wilhelm Dorfeld 936 D 96 Gießen, Plockstraße 14-16 943 a MM Bffis 2323 * SlWMkMMk!! allen Farben führen wir in einer erstaunlich großen Auswahl. Sie finden: Adrehbuchder Stadt und des Kreises Giehen 1935 zu unseren bekannt niedrigen Preisen! 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Zur Erlangung einer einwandfreien Einwohneraufnahme ist es erforderlich, datz jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vornimmt. Nach einigen Tagen werden die Listen wieder eingefordert. — Es wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unterstützen. Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. z&zn Bauen Bbermamn, Sängervereinigung »Liederkranz-Heiterkeit« Vom Prolelarial zuis Arbeiterlnm Eintrittskarten: Bnndesmitglieder erhalten gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 1 bis zn zwei Plätzen freien Eintritt; Verbandsmitglieder (Kaufmännischer Verein, Kontrollabschnitt Nr. 9, Volkshochschule, NS.-Lehrerbund) zum Preise von 60 Pf. Nichtmitglieder zu 1.25 M.. Militär, Studenten und Schüler zu 40 Pf. bei Challier und an der Saalkasse. Sämtliche Plätze sind an diesem Abend unnumeriert vonRM.50 —an angefertigt Nähte absolut daunendicht E.Schoit,Gießen Kein Laden! Walltorstr. 24. ß37D Wieseck Sonntag, 17. Februar 1935: Stoffspezialhaus Bernard&Sohn Der Geschäftswelt jur Benachrichtigung, datz neben der Hausliste eine Firmen- liste abgegeben wird, die den geschäftlichen Notwendigkeiten für die neue Adretzbuchausgabe eingehend Rechnung trägt. Der eigene Vorteil aller Geschäftsleute ist es, datz fie diese Sonderliste sofort und vollständig ausfüllen; sie wird gleichfalls nach einigen Tagen wieder abgeholt werden. ■Wbilblechkonsfrukfionen Garagen * Stchltore Fahrradständer* Regale Große Mengen RESTE außergewöhnlich billig Maskenball findet am 2. März auf der »LiebigshÖhe« statt 907 D .ch benötige zu einem bestimmten Awecke eine Weltsammlung. Sie haben Gelegenheit ohne jegliches Rtsiro zu sammeln, denn ich nehme die fertigen Teile zu den entstandenen Kosten zurück. 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Februar 1935: TANZ Anfang 4 Uhr nachmittags Gutbesetzte Musik! Rest. Stadt Lauterbach Lieber Straße 57 osos HEUTE abend 8 Uhr Kappensitzung mit Konzert! Geöffnet bis 4 Uhr morgens Samstag, den 16. t-ebruar BunterÄbend Stimmungs-Kapelle und ?????? im „Thüringer Hof“ Hammstraße 7. 941 D WALDWEGEN Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatlichen Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln, dazu ein lebendiger und aufschlußreicher Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff Der Wald ist der Gesundbrunnen unseres Volkes, ist die Stätte, wo jedermann nach des Alltags Mühen und Sorgen Ruhe und Erholung findet. Seine große Lunge spendet dem erschlafften Körper neue Kraft und Frische. Sein geheimes Weben und sein stiller Zauber erheben die Seele zu Reinheit, Schönheit und Lebensfreude. Jeder Mensch hat ein Anrecht auf die Gaben des Waldes, die sich dem Naturfreund in einer unvergleichlich vielgestaltigen Lebensgemeinschaft bieten. Der Wald ist nicht nur eine Ansammlung von Bäumen, ein Stück Landschaft schlechthin. Er ist die Einheit eines mannigfaltigen Lebens und Webens. Jedes der ungezählten Wesen, vom stolzen Hirsch bis zum kleinsten Waldvöglein, von der ragenden Tanne bis zum taufrischen Pfeifengras, bietet dem offenen Auge und Ohr eine Fülle von Schönheit. Man muß sie nur erschauen und erlauschen. Zu solchem Schauen und Lauschen führt dieses wunderbare Buch, das jedem Menschen mit gesundem Sinn viel Freude bereiten wird und deshalb vor allem in der Bibliothek eines jeden Naturfreundes nicht fehlen darf. Trotz hervorragender Ausstattung auf holzfreiem Papier in künstlerischem Ganzleinenb., Gr.: 20x26 cm, nur RM.4.80. Das Buch ist in jeder Buchhandlung erhältlich. Bebilderte Werbeblätter kostenlos. 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