Nr.'Z Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, fb.Zanuar 1955 Lrlcheml täglrch, autzer Sonniaqs und (leiertags Beilagen: Die Illustrierte (Bie^ener Ramiltenblatter Heimat mVild Die Scholle Monars-vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Kernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift sür Drahtnach» richten Anzeiger Liehen poftfchecklonto: Srontfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfiiSls-vuch- und Steindruckere« R. tätige in Sietzen. 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Am heutigen Abend ist genau so wie am Tage davon nichts mehr zu merken und wir sehen an diesem Abend viele von denen, die noch morgens die Fäuste in den Taschen ballten, den Arm zum Gruß heben, und ihre Gesichter erhellen sich und in ihre Augen kommt ein heiliges Leuchten. Dies sind die wahrhaft Beschenkten dieses Tages. Dieser allgemeine Volksjubel ist so mitreißend, so ansteckend, daß sich niemand seiner magischen Wirkung entziehen kann. Jeder wird hineingerissen in den großen Strom, wird eingeschmolzen in dieses einzige, einige Volk, in das er hineinqeboren ist und aus dem er niemals herauskann. Mitten in dem Men- schsnstrom Arm in Arm mit den Saarländern englische, schwedische, holländische Soldaten mit großen verwunderten Augen, für sie ist dieser Tag ein so neuartiges Erlebnis, daß sie zu begeisterten Anhängern und Propagandisten des neuen Deutschlands wurden. Ein englischer Journalist brachte das zum Ausdruck, als er erklärte, daß die ganzen fremden Truppen in wenigen Wochen in die SA. eintreten würden, wenn sie bis dahin nicht abtransportiert seien. Das Saarland feiert ein Licht- und Fahnenfest von unerhörtem Ausmaß. Nichts ist mehr vorhanden von jenen, die bis zum Montag die Fäuste gegen Deutschland erhoben, die ganze Separatistenpresse hat ihr Erscheinen e i n g e st e l l t. An die Schaufenster der Läden hat man deutsche Zeitungen geklebt oder große Schilder: „Wegen Trauerfall geschlossen". Diese heilige Feier des Aufbruchs eines Volkes Ist nicht gestört von Rachegefühlen, nur die Liebe zur Heimat beherrscht den Tag und den Abend. Und es ist gutmütiger und harmloser Witz, der hier und da in mehr oder weniger drastischer Form einmal der Volksmeinung Ausdruck gibt. Richt der leiseste Zusammen st oh. nicht ein Schlag und ein böses Wort hat diese Feier getrübt. Die Polizei ist vollkommen von den Straßen zurückgezogen. denn die bewährte Disziplin der Deutschen Front ist so groß, daß keinerlei polizeiliche Gängelung notwendig ist. Dumpfe Trommelwirbel dröhnen, die Fanfaren der Jungvolk-Kapellen gellen, Trommeln und Pfeifen hört man dann schmettern, Marschmusik erklingt, die altrn h"iliaen Sturmbahnen d"r SA. werden im Zuge mitgetragen und die Ortsgruppenfahnen der NSDAP., und alle Straßen sind erfüllt von Liedern. Immer wieder hört man Hochrufe auf den Führer und auf Deutschland. Immer wieder erklingt das „Deutschland erwache" und dazwischen ab und zu die Frage: „Ri, ra, ro, wo ist der Status quo?" und die Antwort: „Ri ra rutsch, der Status auo ist futsch!" Ein Gruppe B d M. hat sich jene Be- hauvtunq des Separatisten Hoffmann zunutze gemacht, der sich bei der Auslandsmesse über den Wahlterror des Bundes deutscher Mädel beschwerte und führte ein Schild im Zuge mit „Terror - gruppe des BdM."; sie wird stets mit besonderem B"sfall "nd h"mv'-'stischen Zurufen empfangen. HI. „Drum, Matz Braun, meine nicht, das Saarland kriegst du nicht, wisch' dir die Tränen ab — mit Sandpapier!", dann ballt der Sprechchor: „Hört und svrecht: Recht bleibt R-cht, wahr bl-ibt wahr, deutsch die Saar!" Der Ordnungsdienst der Deutscb"n ^ront, in dem sich natürlich auch viele alte SA.-Männer befinden, tränt jene «B erb otsun Horm, die uns im R"ich aus einstiger Zeit noch so gut bekannt ist, weiße H'm- den und blaue Sturmmützen. Sonst siebt man niAts an Uniformen, nur die der Straßenbahner und Abordnungen in der Uniform der alten Saarbrücker Regimenter. .. _ , ~ t Die Kirch-n und Turme Saarbruk- f e n 5 tragen Lichterschmuck bis zu den TurmsMqen und das Ratbaus al-icht einem Marchenschlotz aus Tausend und einer Nacht. Es ist in eine belle Flut getaucht. Vom Keller bis zum Dackstirst Licht an nn ff " <> n e. Dra'.--N ans dem Platz eine unübersehbare Menge, an 40 000 bis 50 000 Menschen flauen sich hier, und am Platz vorbei fluten immer aufs neue die Feuerstrome der Fackelzüge. Auf dem Balkon sieht man den ehemaligen Vizekanzler von Papen. der zur Abslim- muug im Saargebiet weilt, und Oberbürgermeister Relkes. Und aus dem Gefühl der Stunde heraus halt der Gesandte von Vaven eine kurze Ansprache an das Volk, die aus- kllngl in die Worte: ..Ls lebe die Saar, es lebe das deutsche Volk, es lebe der Führer, es lebe das Reichl" Nun stehen mir oben hoch über Saarbrücken a u dem R e p p e r t s b e r a , der ebenfalls 3» einem Feuerberg an diesem Abend geworden ist, und haben bei blauem Himmel und Mondschein den Blick über die Stadt Saarbrücken und die vielen anderen Orte. Eben noch sahen wir einen Zug von Saarkumpels, die mit ihren Grubenlampen vom Fackelzua kamen. Nun umfängt uns die Nacht mit ihrem blausamtenen Mantel. Unten aus der Stadt tönt vielfältiges Brausen, und es ist, als ob ein gewaltiger Brand dort unten entfacht würde. Die Saar ist ein glutenber Strom. In ihr spiegeln sich Millionen Lichter. In diesem Strom fängt sich symbolisch noch einmal der ganze Jubel und die ganze Begeisterung, die heiße Liebe und das köstliche Erleben dieses Tages der Volksgemeinschaft. Und die Saar trägt es hinunter zur Mosel, und durch die Mosel flutet es zum Rhein hinein und in das weite deutsche Land, in das das Saarland heute heimkehrt. Oie Abstimmungskommission hat Saarbrücken verladen. Saarbrücken, 15. Jan. (DNB) Die vier Mitglieder der Abstimmungskommission verließen Saarbrücken am Dienstag um 19.10 Uhr in Richtung Straßburg. Sie erlebten also noch den großartigen Aufmarsch der Bevölkerung. Rings um den Bahnhof standen dicht gedrängt die Kolonnen mit den brennenden Fackeln und die Kapellen spielten vaterländische Weisen. Dies war der letzte Eindruck, den Der 15. Januar in der Reichs- Hauptstadt. Don unserer Berliner Redaktion. Ein Tag wie dieser ist für die Reichshauptstadt selten. Die Weihestunde des Rundfunks war noch nicht ganz zu Ende gegangen, da flogen die Fenster und Dachluken auf. Hunderttausende, Millionen von Fahnen schmückten innerhalb weniger Minuten die Straßen. Mit Tränen in den Augen beglückwünschten sich wildfremde Menschen. Und doch ist es keine Freude, die überschäumt. Es ist der ruhige Stolz, die tiefe Genugtuung, die innere Befriedigung der Pflichterfüllung, die jedermann gepackt hat. Zeitunashändler und Taxichauffeur, Hausfrau und SA"lk>nd, imh Geheimrat: siö alle sind überglücklich und zeigen ihr Glücklichsein. Im pompejanischen Saal des Propagandaministe- riiims hat Reichsm'nister Dr. Goebbels um die Mittagsstunde die Presse um sich versammelt. Tiefbewegt erscheint er allen. In seine Anforache hinein erklingen von draußen her die begeisterten Heil- rufe des Volkes. Vor ihm auf *Am Tisch fteh-m Grubenlampen von der Saar, ihm zur Seite siebt man Hne A^^'lunosl i^-r. rn^-'nUch- feiten des Auswärtigen Amtes und der Ministerien, einen Vertreter d-s Saarbevollmächtigten. Es ist eine Stunde des G"denkens, des Nachdenkens. Eine Stunde der Sammlung und des Atemholens. Und ergriffen, überwältigt von diesem großen Augenblick sind auch die Vertreter der Presse der Hauptstadt und des Reiches. Punkt 12 Uhr beginnt von allen Türmen der aroßen badt das feierliche Geläute der G l o ck " n. Es ist niemand unter diesen vier Millionen Manschen der Reichshauvtstadt. der sich in di"sem Augenblick nicht seines Deutschtums bewußt mürbe. Es ist ein ergreifenber Feiertag bes ganzen Volkes. Es ist ein Taa bes wahrhaften Sieges, ein Tag ber Volksgemeinschaft unb ber nationalen Soli- barität, ein Tag überroältigenber Freube. Reichsmimster Dr. Goebbels betonte eingangs, baß wohl selten in ben vergangenen zehn Jahren unsere Herzen so tief ergriffen unb so innerlich bewegt gewesen sinb, wie am heutigen Abenb, an bem bas deutsche Volk ben Brüdern an der Saar seine Dankbarkeit für ihre Treue bekundet. Heute kehrt eine ganze Provinz wieder zur Mutter Germania zurück. Es fehlen uns die Worte, um ber Freube. ber Dankbarkeit unb ber inneren Ergriffenheit Ausbruck zu geben, bie uns heute erfüllt. Das Reich ift zu gleicher Stunde erleuchtet von bem hellen Schein ber Fackeln unb von bem noch helleren Schein all der gläubigen, lodernden deutschen Herzen, die rund um bie Heimat einen Strahlenkranz ber Ergriffenheit unb ber Dankbarkeit aufgerichtet haben. Was hatte bie Welt von biefem Tage ber Entscheibung nicht nff-ig ormartet! Und was haben unsere Brüder unb Schwestern an ber Saar daraus gemacht! Die Feinde unseres Volkes hatten geglaubt, daß das bie Klippe fei, an ber bas Staatsschiff bes Nationalsozialismus nun enbgültig scheitern werbe. Alles hatte sich an der Saar zusammengefunden, was sich gegen Deutfchlandund den Na- tionalfozialismus verschworen hatte: Juden, Marxisten, Separatisten. Kommunisten unb Emigranten aus aller Herren ßänber Sie hatten sich ein Stellbichein gegeben, w-il sie glaubten, daß sich an diesem Streitobjekt zwischen Deutschland unb die Herren von ihrer Tätigkeit im Saar gebiet mitnahmen. Zum Abschieb hatten sich auf bem Bahnsteig der Präsident ber Regierungskommission, einige Minister sowie zahlreiche höhere Beamte ber Ab- stimmungskommission und ber Regierungskommstsion eingefunben. Im gleichen Zuge wie bie Mitglieder der Abst mmungskommission wurden die in 27 Kisten verpackten Stimmzettel nach Gens befördert. Bei den Opfern des Saarkampfes. Saarbrücken, 15. Jan. (DNB.) Angesichts des überwältigenden Sieges bes Deutfchtumes im Saargebiet war bie erste Fahrt bes stellver- tretenben Lanbesleiters ber Deutschen Front, N i e t- mann, in bie Gefängnisse Saarbrückens, wo er bie um ihres Deutschtums willen eingeterterten Volksgenossen besuchte, barunter ben zu sieben Monaten Gefängnis verurteilten alten Hausmeister ber ßanbesleitung ber Deutschen Front, Jäger. Er brückte ihnen beide Hänbe, brachte ihnen bas Ergebnis, unb bie Gefangenen waren vor Rührung fast stumm. Es wirb alles unternommen werben, um ihnen recht halb ihre Freiheit' unb bamit bie Möglichkeit zur Teilnahme an ben Siegesfeiern zu schaffen. Zahlreiche Betriebe schlossen, um ihren Angestellten unb Arbeitern bie Möglichkeit zur Teilnahme an ber großen Kunbgebung vor bem Reichstage möglich zu machen, die ber Höhepunkt bieses unvergeßlichen Tages werben sollte. Der Königsplatz bot mit seinen schneebebeckten, schönen alten Bäumen, bem Fahnenschmuck der umliegenden Bauten unb ber Lichterflut, bie gewaltige Scheinwerfer unb zahlreiche Jupiterlampen über die festlich geschmückte Freitreppe des Reichstags- gebäubes warfen, ein zauberhaftes Bilb Auf ben obersten Stufen vor bem Hauptportal waren bie ©tanbarten unb Fahnen ber Berliner SA., SS. unb P O. aufgebaut SS. säumte bie große Auffahrtstreppe, Felbjäger hielten bie Ehrenwache am Fuße ber Freitrepve, währenb vor bem Denkmal bes großen Kanzlers Bismarck bie Ehrenkompanie ber Reichswehr aufmarschiert war. In unabsehbarer Weite aber füllte ben Raum eine freubig bewegte Menschenmenge, bie sich nicht nur über ben ganzen Königsplatz erstreckte, sonbern bis zum Lehrter Bahnhof unb weit in bie Straßen des Tiergartens hinein, ja bis zum Potsdamer Platz. Auf ein Raketenzeichen leuchteten viele Zehntaulende von Fackeln auf unb hüllten ben riesigen Platz in ein festliches Licht. Es ift gewiß nicht, not- menbig, ben Jubelsiurm zu schilbern, mit bem ber Berliner Gauleiter Reichsminister Dr. G o e b b e l s. bei seiner Ankunft auf bem Königsplatz von seinen Berlinern empfangen würbe. Dr. Goebels erschien in Begleitung bes Reichswebrministers Generaloberst v. Blomberg, bes Chefs ber Heeresleitung General Frhrn. v. Fritsch, ber Reichsminister <5 e l b t e unb Frhr. v. Eltz-Rübenach, bes Polizeigenerals Daluege unb zahlreicher hoher SA.- und SS.-Führer. Nur nut Mühe konnte er sich Gehör zu seiner mitreißenden Ansprache verschaffen. die, immer wieder von wahren Beifallsstürmen unterbrochen, den Dank an die treue Saarbevölkerung und ein erneutes Bekenntnis Deutschlands zu einem Frieden ber Ehre unb ber Dauer enthielt. Frankreich noch einmal der Haß und der Dernich- tungswille dieser beiden Völker entflammen könnte. Es ist zwecklos, sich mit dieser Sorte von Menschen auseinanderzusetzen. Die Herren des Status quo sind Im Saargebief hausieren gegangen mit der Erklärung: Der sich zu Deutschland bekennt, bekennt sich zu Hitler! wir haben diese Parole aufgegriffen unb können nun mit tiefer Befriedigung fefffteUen, daß die 9lft/r v. h. saarländischer TUänner und Frauen, die am Sonntag ihre Stimme für Deutschland abgaben, sich darn't auch eindeutig zum Rationalsozialismus und zu unserem Führer bekannt haben. (Stürmischer Beifall.) Sie können nun nicht mehr sagen, die große Aebermacht des Rationalsozialismus rühre nur daher, daß er keine andere Deinung aufkommen lasse, weil er seine Gegner in die Konzentrationslager sperre. 3m Saargebiet hat es keine Konzentrationslager geoe^n. Die Freiheit war in weitester Form gewährleistet, und trotzdem ift das Bekenntnis zu Deutschland, zum Rationalsozialismus und zum Führer so überwältigend, daß es auch die Erwartungen eines Optimisten übertrifft Die Männer und Frauen, die ihr« Stimme für Deutschland abgaben, waren keine Kapitalisten. Es waren Menschen, die mit schwerer Tag- und Nachtarbeit ihr tägliches Brot verdienen, die ihre Kinder mit Sorgen unb Schmerzen ernähren unb manchmal ein ganz unb gar freubloses Leben führen. So hat sich wieber am Sonnag das Wort bes Dichters bewahrheitet, baß Deutschlands ärmste Söhne auch feine getreuesten sind jene mutigen Arbeitsmänner, die ba die Hoch fen und Maschinen verließen und sich zu Deutschland bekannten, sie sind die starken Säulen unseres Staates, sind bie Pioniere unseres Volkstums, sind die Vorbilder für die ganze Nation und sind auch Unterpfand für die Ewigkeit unseres Volkes. Solange das Reich von solchen Fäusten geschützt wird, ist es in sicherer Hut. Wenn wir daran denken, was wir geleistet haben, so können wir bei Gott sagen: Wir brauchen uns vor ber Welt nicht zu schämen. Wir sinb weitergekommen! Die Wcllt hat allmählich den Schlag vernommen, mh dem wir an das Tor einer gleichen Berechtigung klopfen und sie kann sich auf die Dauer der Forderung des Rechts und der Gerechtigkeit nicht widersehen. Sie muß einsehen lernen, daß so, wie wir d e n F r i e d e n wollen, wir auch unsere Ehre zu verteidigen und zu befestigen entschlossen sind. 3eht, nachdem die letzte territoriale Frage, die Deutschland mit Frankreich auszumachen hatte, Ihrer endgültigen Lösung nahestehl, ist es möglich, die Stimme des Friedens in Europa lauf und wirkungsvoll zum Erklingen zu bringen, eines Friedens, der auf der Ehre aller beruht, der die Rationen wirklich versöhnt und nicht wiederum den keim eines neuen Krieges in sich trägt, eines Friedens, den Danner von Ehre in der Tat mit vollem Herzen annehmen können. Wir bekennen es noch einmal laut und vernehmlich vor aller Welt. Dieses Volk will seine Aufbaben im Innern lösen unb es b e b a r f baxu eines Erlebens ber Ehre. Je länger es Dauert, bis wir ihn erreichen, um so fester wirb bann am Enbe bieser Friebe begrünbet sein. Männer unb Frauen von Berlin! Das Reich steht! Die Nation ist unerschütterlich, bas ganze Volk geeint unb geschlossen wie nie. In bieser Stärke unb inneren Einheit er» heben wir unsere Herzen unb unsere Hände_ unb rufen: Unser Reich, unser Volk unb unser Führer Siegheil! Festlicher Ausklana. Im Siegheil auf Reich, Volk unb Führer legten bie Hundertausenden erneut ein freubiges Bekenntnis der Treue ab. Dann stimmten sie bas Lieb bes Tages, bas Saarlieb, an. Noch erschüttert von ben Worten des Ministers, ergriffen von ber wundervollen Stimmung bieser nächtlichen Stunde, singen sie es wie einen festlichen Choral. Vom Siegeswagen auf bem Brandenburger Tor bis zum Schloß ein einziges wogenbes, brobelnbes, jubelnbes, fingenbes Mmfchenmeer. Die Absperrmannschaften haben Mühe, wenigstens bie mittlere Fahrbahn für den Zug ber Fackelträger freizumachen, ber sich wie ein gleiß-nb-s Banb burch bie herrliche Straße Unter ben Linden zieht, von Jubel umtost unb begleitet Der ganze Straßenzug erscheint wie bie leb mb Schlagaber ber Reichshauptstabt, in der bie höchste Siegesfreube pulst. Der Pariser Platz liegt im taghellen Licht ber Bogenlamven, bie Quabrtga leuchtet in magisch-grünem Licht, vom Reichstage her tasten nächtliche Scheinwerfer ben Himmel ab. Dieser Heerbann ber Fackelträger, ber sich ba durch bie Hunderttausenbe zieht, bietet einen Anblick von atemberaubmber Großartigkeit. Auf ben Baikonen ber internationalen Hotels brängen sich bie Gäste aus bem Sluslanbe, bie zu begeisterten Zeugen bieses sieghaften beutschen Erl"bens werben. Mit bem Fackelschein zieht eine Woge unbeschreiblicher Begeisterung burch bie Masten, erhobenen Armes grüßen sie bie ruhmreichen Fa*m"n und Standarten der Re'chswehr und aller Gliederun- aen hnr B"w"avng. Unb bie Tausende von Fackeln, von Männerfäusten gehalten, beleuchten bie Gesichter ber Marschierenben unb Zuschauer, an« d"nm -^'"Freude snr'cht, daß sie Zeuge bieser geschichtlichen Stunde sein bürfen. Schl^mmve im Lustgarten werben bis Fackeln zusammengeworfen. Gewaltig steigt bie Feuersäule in ben nächtlichen Himmel als das Sinnbild ber lodernden Liebe zu Heimat, Volk und Führer, die das aanze deutsche eint. M t klingendem Spiel ziehen die unabsehbaren Kolonnen ab, begleitet von den freudig bewegten Menschen, bie an biefem Tage mit ben Brübern an der Saar auf das inniafte verbunden waren, deren Herzen mit ihnen im glichen Takte sckstuaen und die, wie sie, bekannten: „Deutsch ist die Saar, deutsch immerbar!" DEottesdienste. In ben Sienstagabenbftunben füllten sich die evangelischen Gotteshäuser, bie aus Anlaß der Heimkehr unser-r IRrf-ber und Schw"stern von d"r Saar zu vaterländischen Dankgottesdiensten geöffnet waren. In ber lange vor Beginn üb erfüllten Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche sprach ber R e i ch s b i s ch o f zu der andächtigen G"meinbe. Gottes W°ae mit unserem Volke lägen sichtbar vor unseren Augen. Treue und Glauben, die unsere Volksamossen an ber Saar in wund-r- voller Weise bewährten, fänben heute ihren Lohn. Des Reiches Dank für Treue und Opfer. Der Sieg des Deutschtums an der Saar ifl auch ein Sieg des Aationatfozialismus. Dank, GMtvunsch und Hilfe seinen deutschen auf von Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Saarbrücken, 15. Januar 1935. des Grenzgebietes jegliche Betätigung der SA ivS. und anderer Gliederungen der NSDAP in einem Umkreis von 40 Kilometern strengstens ver- Auf eine Frage Lochners, ob Reichsminisler Frick befürchte, daß Frankreich die Rückgabe des Saargebiefes auf die lange Bank zu fchie- ben versuchen werde, erwiderke der Minister: Die deutsche Reichsregierung ist der Auffassung, dah sich Frankreich durchaus loyal verhalten und der Rückgliederung des Saargebietes keinerlei Schwierigkeiten machen wird. Wir unsererseits sind der Ueberzeugung, daß der 13. Januar 1935 der Ausgangspunkt einer neuen Epoche der Beruhigung und Befriedung Europas werden kann. Das Saargebiet soll dem Willen des Führers und Reichskanzlers Der Kyffhauserbundesführer, Oberst a. D. Reinhard, sandte dem Landesverband Saargebiet folgendes Telegramm: „Der Kyffhäuser- bund grüßt seine 35 000 Kameraden des Saar- gebletes dre heute zum Vaterlande heimkehrten, in kameradschaftlich treuster Verbundenheit. Ihr Frontkameraden habt 15 Jahre hindurch in heroischem De« Wrers Dank an Biirtfel. Huldiguugsschietzen auf dem Obersalzberq. München, 15. Januar (DRV.) Der „VB." meldet aus Berchtesgaden: Der F ü h r e r fuhr heute gegen 8 Uhr in Begleitung seines persönlichen Adjutanten, Obergruppenführer Brückner der Brigadeführer Schaub und Schreck und des Reichspressechefs Dr. Dietrich vom Haus Wachenfels nach Berchtesgaden, wo er in einem gesonderten Raum des Reichspostamtes d i e Reibung bes Saarbevollmächtigten, Gauleiter Bürckel, aus Neustadt a. d. H. entgegennahm und dann selbstzumdeutschenVolke an der Saar sprach. Um 13 Uhr traf in Obersalzberg, wohin der Führer inzwischen wieder zuruckgekehrt war, Ministerpräsident Göring ein, um seine Glückwünsche zum A b st immun g s s i e g zu überbringen. Gesandter von Papen übermittelte seine Glückwünsche tele- P b o n.1 ' aus Saarbrücken. Im Laufe des Nachmittags ging außerdem noch eine wahre F.! u t fernmündlicher und telegraphischer Glückwünsche aus allen Gauen des Reiches und von allen Schichten des deutschen Volkes ein. Dem Saarbevollmächtigten, Gauleiter Bürckel, hat der Führer und Reichskanzler telephonisch Es ist ein nationaler Feiertag im ganzen Saarland. Ein Tag, an dem sich Am Dienstagabend veranstalteten die Salzburger Weihnachts- und Gebirgsschützen, deren Ehrenmitglied bekanntlich der Führer ist, auf dem Obersalzberg ein Huldi- 6 ungsschi e ß e n. Auf der Terrasse seines Hauses wohnte der Führer dem Schießen bei und verfolgte aufmerksam mit Ministerpräsident Göring und den Herren seiner Umgebung das schöne, heimatliche Schauspiel. Hundertfach brach sich das Echo! Frankfui t a. M., 15. Jan. (LPD.) Die Frankfurter Bevölkerung war zur Saar-Siegesfeier dem Römerberg aufmarschiert, der im Lichte Scheinwerfern und Fackeln erstrahlte. Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP Dr Robert Ley, veröffentlicht folgenden Aufruf an die Volksgenossen im deutschen Saarland' Wir grüßen euch Bruder an der Saar! Ihr kehrt in ein neues und besseres Deutschland zurück, als ihr es verlassen habt. Besonders dir, Arbeiter drucken wir glückhaft und herzlich die Hand und du wirst ebenso einsehen wie die Millionen der deutschen werktätigen Volksgenossen, daß der Nationalsozialismus nicht kapitalistische Ver- klavung ist, sondern wahrhaft sozialistische Gemein- chaft. Faßt an und helft mit! Deutschland wird das ein, was ihr und wir alle aus ihm machen. Treue dem Führer — zur Sonne zur Freiheit!" Der „Kameradschaftsbund Deutscher P o l l z e i b e a m t e n" hat 50 Arbeiterfamilien oon der Saar zu einem 14tägigen kosten- 7c° J ern Erholungsaufenthalt in ihren Erholungsheimen eingeladen. Das Fahrgeld für die HlN- und Rückfahrt wird erstattet. * Als sichtbares Zeichen der untrennbaren Verbundenheit des Reiches mit dem Saargebiet hat der Berliner Polizeipräsident die bisherige Stresemannftraße in Saarlandstraße ?iefcr Straßenzug erschien als Trager des Andenkens an den Abstimmungstag für bef°nbers Fkignet, da sowohl der Potsdamer als auch der Anhalter Bahnhof, die Ausgangspunkte für die Zugnchtung nach dem Saargebiet, an dieser Straße gelegen sind. ' Die Rückgliederung des Saarlandes Eine Unterredung mit Re chsinnenminister Or. Frick. sprach sodann an fianb des bwlischen Wortes von dem Glauben, der Berge versetzen und unserem deutschen Volke die Wege aus der Nacht der Trübsal und der vielfachen Heimsuchungen, die in der vergangenen Zeitepoche hin- ter ihm lagen, in eine hellere Zukunft weise. Mit Dank gegen Gott, der unser Volk in seinem Führer segnet, erlebten die andachtsvollen Gemeinden die Dankgottesdienste. „Rehmen Sie anläßlich des wunderbaren Abschlusses der 15jährigen Trennung des Saar- gebietes vom Reich meinen aufrichtigsten Dank entgegen für die von Ihnen geleistete vorbildliche Arbeit. Ich bitte Sie zu- gleich, diesen Dank den Führern der Deutschen Front zu übermitteln. Sagen Sie ihnen, wie stolz und innerlich glücklich wir sind. Wit herzlichem Heilgruh 2hr Adolf Hiller." Nun ist es heraus: Das Deutschtum an der S a a r hat einen Sieg errungen, wie er überwältigender und vollkommener niemals hätte er. ungen werden können! Alle Menschen, die sich heute auf öen Straßen der Stadt Saarbrücken uaö draußen tch weiten Lande um die schöne Saar begegnen wissen, daß sie am 13. Januar nicijt nur für ihre engere Heimat gestritten und gesiegt haben. Und so nimmt es nicht wunder, wenn alle Gesichter leuchten, w^nn sich sonst fremde Menschen mit öem deutschen Gruß begegnen, wenn die Fenster weit aurgeriffen werden und aus dem Rundfunk die £Lan£e ^Saarliedes, des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-^iedes ins Freie klingen. So ist es nichts besonderes, wenn die Menschen auf den Straßen rasch Gruppen bilden, Fähnchen geschwun- gen werden und alles begeistert mit in die Heilrufe m DJ?r i,anfl ber nationalen Lieder einstimmt. Noch sind die letzten Worte im Rundfunk nicht Derriuna'm, die das Ergebnis dieser Überwältigenden Volksbefragung kundtaten, und schon werden überall tausend und abertausend Lich- t e r , die feierlich durch den dichten Nebel schimmern, entzündet. Schon grüßt derschwereSchlagder V locken dumpf durch die nebelverhangene Luft, der Klang der Glocken, die die Freiheit verkünden. Ueberall sammelt sich das Volk im Scharen immer lebhafter und dichter wird der Verkehr auf den Hauptstraßen, wo sich alles brüderlich kennt und grüßt an diesem historischen Tage. Tonfilmoperateure haben alle Hände voll zu tun, dieses einzigartige Schauspiel festzuhalten. Eine Nacht der Spannung ist vorüber, die über öer ganzen Welt, über dem ganzen Reich, über dem ganzen Saarland, vornehmlich aber über jenem Saal der „W a r t b u r g" gelegen hat, wo das Ergebnis durch dreihundert neutrale Zähler festgestellt ^rbR9»nnASruJ,er Q? man s'ch gedacht hat, waren die 528 000 abgegebenen Stimmen durchgezählt. Cs traten einige Stunden der Erwartung ein, in denen draußen auf den Gängen und oben auf den Xnbunen ein reges Hin und Her von Pressevertretern und Politikern herrschte. Ueberall wurden Meinungen und Schatzungen ausgetauscht, von keine über 88 o. H. hinausging, während die Separatisten sich bis zum letzten Augenblick bemüh- ten ihre Ziffern möglichst hoch zu halten. IanL beiL ^erliche Augenblick, an dem Präsident Rhode bekanntgab, daß die Abstimmung b e end e t sei und die Abstimmungskomis- sion ihre Tätigkeit abgeschlossen habe. Es folgten die Zahlen, von denen eine nach der anderen eine vernichtende Niederlage des S t a - tuS q u o verkündete. Kein Wunder, daß die an- wesenhen Deutschen in begeistertes Klat - nm uJ!b Bravorufe ausbrachen, die sich nach Berkundung des Gesamtergebnisses noch ver- jtarrten ... bem außergewöhnlichen Einfluß Frankreichs und feiner Anhänger dazu dienen, das Land zur Aeberführung an Frankreich reif zu machen. Unsäglich hat die Bevölkerung unter dieser Fremdherrschaft, die vielfach zur Schreckensherrschaft geworden war, gelitten. In dieser Leidenszeit, das wollen wir feststellen, hat das frühere System kaum jemals einen ernsthaften Versuch gemacht, wenig- Nens im Rahmen des Saarstatuts die Leiden der Saarbevölkerung zu mildern. Der Zeitpunkt der inneren Befreiung Deutschlands, der 30. Januar 1933, wurde für unsere Brüder an der Saar der Beginn neuer Unterdrückungsversuche. Verschärft wurde der Kampf gegen die NSDAP, im Saar- gebiet ausgenommen. Für unzählige Nationalsozia- listen im Saargebiet bedeutete das unerhörtes Leid und doch war jeder Nationalsozialist nichts anderes fein. . e Cmigrantenpest, die nun ausgetobt bat tat 5'^ "°bnqes den Kampf gegen das nationalsozia. bstische Deutschland zu schüren und in Gang zu halten. Eine mit fremdem Geld gegründete Dre!e war ledermann feit, der gegen Deutschland fpr - chen zeugen und handeln wollte. Die Schmähung S *1™ ? war m diesen Kreisen oberstes Gesetz iaa^n hUn6*fnr hanbP7"1“ au5 gesehen kann man lagen, daß für den Triumph des Landesverrats Ö .geschehen ist, was fremde Lage^ waren te n 3U tun überhaupt in der war der Widerstand der kreudeulschen Bruder und Schwestern. Ie härter der Druck, je starker die Faust gegen sie wütete, um fa ossen ste sich zusammen, um so reiner M Treue zu Deutschland in Erscheinung. Treue tritt um so klarer zutage, je mehr Prüfungen das Mutterland unterworfen wurde: der Kampf um die Befreiung im Innern spiegelte sich allezeit an der Saar wider. Auf die Frage des amerikanischen Korresponden. ten, wie sich die Reichsregierung zu den Status- 9 " 0 ' Befürwortern stellen werde, betonte Reichs- rninifter Frick, die Regierung sei willens, die Er- V£.rUni£7 restl 0 s zu halten, die sie am 4-3un‘ 1934 und am 3. 12. 1934 abgegeben habe sonach kelne Verf 0 lgungen oder Schlech- t e r ft e 11 u n g wegen der Haltung im Ab- 11 m m u n g s ka m p f vorgenommen würden. Die Neichsregierung werde einen großzügigenAr- ^V^^^choffungsplan sofort nach der Rückgliederung des Saargebietes durchführen um Erwerbslosigkeit im Saargebiet zu beseitigen. 4- er x ohl enabsatz des Saargebietes werde nach seiner Ueberzeugung glatt von statten gehen. — Die Frage, ob die Deutsche Front geschlossen in das nationalsozialistische Parteigebilde übernommen werde, verneinte Dr. Frick. Vielmehr werde jeder Lür ^ine Person in die oder ihre Gliederungen eintreten und sein Eintrittgesuch frei und ungezwungen abgeben fön- Das Saargebiet werde zunächst ein geschlossener Verwaltungsbezirk bleiben und im Zuge der Reichsrcform einem der neuen Reichsgaue eingegliedert werden. Relchsmmister Dr. G 0 e b b e l s sandte folgendes Telegramm an Gauleiter Bürckel: „Zu dem überwältigenden Saar-Sieg Ihnen und dem ganzen Saarvolk meine herzlichsten Glückwünsche. Ein so herrliches Bekenntnis deutscher Zusammengehörig- . wlrd unvergänglich in unsere G e - schichte eingehen. Sie können mit Stolz und Be- ftiedigung auf Ihren nun mit Sieg gekrönten Äampf öul-uckschauen. Mit Beglückung' und Dank- hrnhntimnfl bas M beutfd)e Bolk seiner hel- ®ruber und Schwestern an der Saar. Wir j aber, Ihre alten Kampsgenoss. . Doch das sind Erwägungen, die heute nicht so sehr im Vordergründe stehen. Heute erfüllt alle nur eine große und tiefe Freude! Wenn beute abend im Fackelzug die Grubenlampen der Bergleute die Laternen der Bauern und die Fackeln aufleuchten werden, dann ist dieser Zug eines Vol- kes nicht nur eine große Demonstration •U Baterland und Heimat, sondern gleichzeitig em Beweis dafür, daß d e r G e d a n k e d e r Volksverbundenheit, der Gedanke der G e- meinschaft über alles Trennende hinweg nir- Al--ler Snb ^ster Wurzel gefaßt hat, als in b'eser Sudwestecke Deutschlands, die 15 Jahre lang hart umkampft worden ist. Als heute morgen das Ergebnis verkündet wurde da verhüllte em dichter Nebel die Straßen Nur schwach schimmerten durch diesen Nebel die F a h - " 6 n b es neuen Deutschlands, die von der begeisterten Bevölkerung sofort gehißt wurden. Aber kaum eme Stunde später schwand der Nebel, und zur Stunde kämpft sich die Sonne durch. Die ? 0 n n e ö er JJr e i h e i t, die nach langen Jahren der Knechtschaft dem deutschen Saarvolk zum ersten Male wieder leuchtet. Der Reichs- und preußische Minister des Innern 2Jr- v r 1 cf hat an den Saarbevollmächtigten folgendes Telegramm gesandt: „Zu dem übermäßigem öen Sieg des Deutschtumes an der Saar, zu dem Sie durch Ihre rastlose aufopfernde Arbeit wesent- f,aben' ienbc Jhn°a herzliche * 5 r e i b e r r 0. Neurath hat ^°uleiter Bürckel, folgendes Telegramm ge- '^m Mutigen Tage, an dem das überwältigende Treuebekenntnis unserer Volksgenossen an mit Stolz. Freude und Dankbarkeit erfüllt drangt es mich. Ihnen meine und des Auswärtigen Amtes aufrichtigste Glückwünsche auszusprechen. Ich gebe beson- ders meiner Freude über die e r f 0 l g g e k r ö n t e ^hULa,2m^na ~breit ber letzten Monate «?h5brUx- wünsche Ihnen für die neuen Auf- b,'C 9b^er on ber Soor harren, den gleichen Erfolg, zum Segen von Volk und Heimat." gemäß nicht der Zankapfel, sondern die Brücke zwischen Frankreich und Deutschland sein. Reichsminister Frick erklärte weiter, daß die im Wommen vom 3.12 1934 festgelegte Zahlungs- !lrni ben Rückkauf der saarländi- schen Kohlengruben einschließlich einiger Z°llbahuh°fe dem Deutschen Reich devisenmaßig keine Schwie- r'Zke. en mache. Die Aufbringung der für die Umwcchslung der 900 Millionen Franken aufzu- wendenden Reichsmarkbeträge fei im Hinblick auf Die Hohe des deutschen Reichshaushaltes nicht schwer. ' Protestanten und Katholiken, Bergleute und Bauern, Angehörige verschiedener Parteien frühe- . rer Zeiten, die inzwischen in der Deutschen Front : Zusammengeschweißt worden sind, die Hände ^eichten. Es ist ein nationaler Feiertag, den das : deutsche Saarvolk, bodenständig von jeher, zunächst in seiner Familie begeht, aber nur noch wenige Qtunben trennen es oon einem kraftvollen! und gewaltigen Aufmarsch, der ein äußerer Ausdruck dieser Stimmung, dieser Begeisterung dieser Liebe und dieser Dankbarkeit ist, von dem das deutsche Saarvolk heute erfüllt ist. In dieser Stunde politische Erwägungen anzustel- Berlin, 16. Jan. (DNB) Reicksminill-7- tv halben h verfehlt. Aber man kann allent- Frick erklärte dem Chefkorrespondenten der ^880- ÄrE rc ®JnbruJbas ^ne mitnehmen: das un= ciated Press Lochner über die Rückaliederunn Sch al^pfn'V1!^ Volksbefragung muß zu- der Saar, die Reichsregierung könne dieRück? und » r dum Frieden gliederung des Saargebietes in kürzester Frist und zur Verständigung gewertet werden! bewerkstelligen. Die nach dem Aloifi-Berick>i nn hol ünd"in"d? Saarländer, und sie Völkerbundsrat vom 3. Dezember 1934 vorgesehene inb Jnx Riele.r Stunde fester denn je davon über- Mindestfrist von einem Monat mprho Erlül'lun?? aeb/n Wunsch rascher in genügen. Die Reichsregierung sei auch bereit CrfuIIung gehen wird, als manche es noch vor über etwa auftauchende hanöel5DoIitif(-hp ^rnn™ unb^fie komm/n' 6ih f° .bebP 3um Neich. mit Frankreich zu verhandeln. Die Deuftche^Front und sie kommen - das steht ,a bereits fest - habe alle Vorsorge getroffen um Z w i s ck e n Vfal/ d2ssb' rn^o^er.Grenzgau der fülle so gut wie unmögUch zu machen Auch bi 2-: 6x b^ff^. Gauleiter Bürckel gleichzeitig die Reichsregierung habe Maßnahmen ooraenonv Sckicksa^d-^o^ochügter nicht nur für das politische men, damit alle Zwischenfälle, soweit das ?rgend- b . Saarlandes m den vergangenen Mo- wie m ihrer Macht liegt, verhindert werden naten verantwortlich war, sondern der den Herzen So seien z. B. die (9ren3beam^en L "ohesteht Ändern sie aber in das Handhabung ihrer Anweisungen angehalßn und x.-./h beim kehren, als dessen Rennosentanten fie der alle Grenzstellen ziffernmäßig verstärkt worden hn?Tet;"nUte J.° ^on Herzen willkommen geheißen Gauleiter Bürckel habe als oberster SA-Führer hat erfüllen sie gleichzeitig eine außenpoli-'^ — - • • •' • dUS?er 111 d) e Aufgabe von gewaltiger Tragweite Sie dienen der Verständigung zwischen zwei aroßen Motionen, die nunmehr, nachdem die Fronten so eindeutig und fo klar feftgelegt sind, nur noch rascher und besser vonstatten gehen kann. lieber Parteigenosse Bürckel, voller Bewegung und Freude die Hand. Es lebe unser Führer!" Reichswehrminister Generaloberst von B l 0 m - benE9c an den Führer und Reichskanzler fol- gendes Telegramm gerichtet: „Deutsche Wehrmacht 6rußt das he.mkehrende Saarland Ä SÄ*SM und leinen Führer * ®er Generaldirektor der Reichsbahn Br. Dorv- m “ f I c r, jjat an die E i f e n b a h n d i r e k t i o n 8 aarb ruck e n folgendes Telegramm qedrahtet^ Zu dem überwältigenden Erfolg der Saarabstim- d'-^öa die treudeutfche thaltüng g,ef,®.1 “ te 1J*1n bahnsr einen hervorragenden ?,er.3,'$e Glückwünsche. Gleichzeitiq^danke K kur die Ueberfendunq der Treueqrlltze von Ihrer Kr eter. Di- Deutsche Reichsbahn und die gelamte d-utfche Eifenbahnerschaft freuen sich, die Saar- ln °""u°chster Zeit wieder mit der Pu u 1 f (f) c n Reichsbahn oereiniat ^u her ich neun Jahre lang de/Eisen- hnih Saarbrücken angehört t)abe, bin alück- ud), baldigst alle Beamten und Arbeiter der Saar- d^fö/nem SaQrfleb,et persönlich begrüßen .Der Reichsverband deutscher Offiziere sandte folgendes Telegramm an den Saar- bevollmächtigten, Gauleiter Bürckel: „Der Reichs- verband deutscher Offiziere beglückwünscht Sie Herz» lichst zu dem überwältigenden Ergebnis der Saarabstimmung zugunsten unseres geliebten deutschen Vaterlandes, das Ihrem unermüdlichen zielbewußten Wirken und der Treue der Saarbevölkerung zu verdanken ist. * Professor Dr. R e u t h - N i c 0 l u s s i hat als Führer des Südtiroler Deutschtumes an die Deutsche Front im Saargebiet ein Tele- flramm gerichtet, in dem er betont, daß sich alle Südtiroler mit den Saarländern am herrlichen Siege des Volkstumsgedankens freuen. . ♦ .Der Reichsschatzmeister der NSDAP., Schwarz, gift folgendes bekannt: Aus der Freiplatz- o 11 ft UN g — i t l e r - S p e N d e" — werden für oie Bevölkerung des Saargebietes 2 0 0 0 0 yrol1 P « e,auf b’c Dauer von je drei bis vier Wochen kostenlos zur Verfügung gestellt. ReichsftatrWter Gauleiter Sprenger hielt folgende Ansprache: Deutsche Volksgenossen! „Deutsch ist die Saar!" Dieses herrliche Lied, das aus tiefinnerster Bewegung durch einen Saarländer geschaffen wurde, und das den Brüdern und Schwestern an der Saar, dem ganzen deutschen Volk zum S oßgebet geworden ist, ist verklungen. Unsere Blicke wenden sich westwärts. Wir danken den S a a r d e u t s ch e n , die nie ein Volk für sich fein wollten, sondern die immer nur Deutsche waren und es ewig bleiben werden. Ihr Bekennt- nis am 13. Januar 1935, das felsenfeste Vertrauen der Zusammengehörigkeit und die gegenseitige Treue standen für Deutschland niemals in Zweifel. Der B e r t r a g d ° n Versailles war es, der unsägliches Leid über Deutschland gebracht hat der Den Strich zog und aus schier unversöhnlichem Haß die Saarbevölkerung loszureißen versuchte unter der Parole: Saarvolk ist nicht Deutschvolk. Alle Kenner der Verhältnisse an der Saar waren sich darüber klar, daß diese Behauptung des Versailler Diktats nurzurBemänte- lung diente für die Ausbeutung der R a t u r f ch Z h e dieses deutschesten Gebietes, vornehmlich der Saarkohle. Die Saar erhielt eine fremde Regierung, die Rechtsprechung wurde losgelöst von Deutschland und in Saarlouis internationalisiert, post und Eisenbahn überfremdet und eine neue Zollverwaltung eingerichtet. Alle diese Einrichtungen sollten im Geist von Versailles nicht nur eine 15 3a*»re lange Treuhänderschafk bedeuten, sondern bei num und männlicher Tat meitergefämpft für Freiheit und die deutsche Ehre; eure Treue bat gesiegt! Wir Kysfhäuser-Kameraden aus allen deutschen Gauen stehen Hand in Hand mit euch Befreiten, zu helfen, wo es nottut, und zu arbeiten für Das neue Deutschland der soldatischen Gesinnung." Der Bundespräsident des NSDFB. (Stahlhelm), “IäSÄSCä.38»;.,ÄSfflR f a y l %r folgendes Glückwunschtelegramm über» ■tanht: „Zu dem entscheidenden friedlichen deutschen Sieg an Der Saar dieaufrichtigstenGlück- wünsche der alten Front soldate n." Tag der Ireiheii - Tag der Heimkehr. Drohiberichi unseres ins Saargebiet entsandten Dr. Sch-n.-Sonderkvrrespondenten. Die Siegesfeier in Aankfnri. GauleiterSprenger spricht vom Hömerberg aus zum ganzen Gau Hessen-Nassau. Reichswalter des Reichsbundes der Dulderturn und männlicher Tat Deutschen Beamten, Hermann Neef, hat eure F " " 1 11 1 an die deutschen Beamten des Saargebietes folgen- ' Des Telegramm gerichtet: Aufs tiefste erfüllt von dem gewaltigen weltbewegenden Treuebekenntnis der Saarbevölkerung zu Deutschland und seinem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler grüßen Euch die Beamten des Reiches stolz, begeistert und dankbar mit dem Gelöbnis unwandelbarer Verbundenheit. besonderen Dank im Namen des Volkes für die glänzende und aufopfe- rungsvolle Arbeit ausgesprochen, die im Saargebiet geleistet wurde. Ferner übersandte er ihm folgendes Telegramm: Suftfportpräfibent La-rz-r sandle an den ?°°:b-°°llmachtigten folgendes Telegramme Die deutfchen Sportflieger übermitteln den deutfch-n an !>er Saar herzlichen Dank und Glück- w nfche zu ihrer mannbalten Tat. Hotten bald >n, drücken Ihnen, I flie^zu dürsem ' Saar M Frankreich seine Zuriilkhaltung ausgeben? (1 % Die preffe kündigt für heute eine Antwort Lavals an den Führer an. es Saar« ft Deutsche Volksgenossen! Feierlich hat der Tag begonnen. Das Glockengeläute von allen Türmen der Kirchen, ohne Unterschied der Konfession hat gemahnt, gerade diesen Tag ohne Ansehen der Herkunft, der Klasse, der Konfession, der wahren Volksgemeinschaft zu weihen. Durch Befremng vom Unterricht und Feiern in den deutschen Schulen 'st der Jugend die historische Bedeutung der SaarabstlM- munq vor Augen geführt worden, und die Klarheit und Reinheit, mit dem sich das Saarvolk zum Vaterland bekannt hat, als ewiges Fanal ins Herz gegraben worden. In ungeheuer vielen Betrieben und Behörden wurde der Tag feierlich begonnen und für den Nachmittag als Freizeit gestaltet. Die gesamte Bevölkerung hat die letzten Fahnen, die in ihrem Besitz sind, herausgeholt und geflaggt. Ganz Deutschland würdigt die Tat der Saar. Das neue Deutschland hat seine Symbole, das geeinte deutsche Volk seine Festtage aus dem Kampf herausgemeitzelt. Zu diesen Festtagen ist ein neuer gekommen: Der Tag der deutschen Treue, der 13. 3a- nuar 1935. Dieser Tag reicht weit hinaus in alle DZclt, denn so wie alle Welt am 13. Januar auf die Saar schaute, so geht durch alle Welt die Erkenntnis vom Erwachen der Deutschen und von der Treue der Deutschen, die durch keine Rot, kein Leid, mag es eine Generation dauern, erschüttert werden kann. Die Welt kann der Ge- schlo'senheit dieses deutschen Volkes ihre Achtung nicht versagen. Diese selbe Welt wird sich aber in diesem historischen Augenblick auch der Tat- sache nicht verschließen können, dah die Tat der Sammlung aller Deutschen die Tat des Führers Adolf Hitler ist. England wünscht die entspannte Atmosphäre zu nützen. auf Grund der Ergebnisse der Volksabstlm- mung vom 13. 3anuar zu fällen sind." Der Bericht des Völkerbundes erwähnt nicht die Tatsache, daß die Mitglieder des Dreier- Ausschusses in dieser Tagung einmütig f e st g e st e l l t haben, daß das Ergebnis der Saar- abstimmung selbstverständlich nur die eine Losung, nämlich die Rückkehr des Gebietes zuDeutschland, möglich macht. Der Dreierausschuh wird dem Völkerbundsrat indessen TMttwoch- nachmittag in aller Form die Wiedervereini- gung der Saar mit dem Deutschen Reich Vorschlägen. Dieser Antrag ist im Bericht des Dreierausschusses enthalten. Dagegen scheint es fest- zustehen, dah die Festsetzung des Zeitpunktes für die Rückkehr der Saar, ebenso wie die Regelung verschiedener anderer, mit der Rückgliederung verbundener Fragen, erst aus einer späteren Völkerbundsratssihung slatt- finden soll. Es besteht kein Zweifel, dah der Völker- bundsrat den Vorschlag seines Dreierausschusses g u t h e i h e n wird. seines Sieges einen eindringlichen Aufruf zur Befriedung- und Versöhnung in Europa erlassen hat. „Times" sagt, es werde allgemeine Erleichterung herrschen, daß die Saarländer sich s e l b st entschlossen und es nicht dem Völkerbundsrat überlassen hätten, an ihrer Stelle eine Entscheidung zu treffen. Es sei bemerkenswert, daß nur 46 000 Stimmen für das „Regime der Freiheit" abgegeben wurden, das „in der jetzigen Saarverwaltung verkörpert" fei. Für die Saarländer, wie für die Mehrheit im Reich sei Hitler gleichbedeutend mit Deutschland. Die Außenwelt wurde klug tun, sich mit diesem Gefühl abzufinden. Das Ergebnis der Saarabstimmung werde die Stellung des Führers noch weiter stärken. „Times" führt die Worte des Führers über die Gleichberechtigung und Deutschlands Bereitschaft zu enger Zusammenarbeit mit den anderen Nationen an und erklärt: Wenn dies wirklich seine Ansicht ist — und es besteht kein Grund, daran zu zweifeln — dann wird Hitler sich in Em- klang mit der britischen und französischen, der italienischen und anderen Regierungen befinden. Ministerpräsident F l a n d i n hat erklärt, daß die Mehrheit der Franzosen auf fortschreitende Besserung der französisch-deutschen Beziehungen hoffe. Bei solchen gegenseitigen Bekundungen guten Willens würde es wirklich tragisch sein, wenn eine übereilte Handlung oder eine unbesonnene Forderung das letzte Stadium dieser letzten territorialen Berichtigung zwischen den beiden Ländern stören würde. reich die Hand hin. Er habe von Wiederver. söhnung und Befriedung gesprochen, und Dr. Goeb« bels habe das Wort Annäherung gebraucht. Vor soviel Herzlichkeit bleibe Frankreich zurückhaltend, die Aeußerungen Flandins seien bezeichnend dafür. Man befürchte immer noch ein schlechtes Geschäft und vertrete die Ansicht, daß die Friedensangebote mit der Herstellung von Giftgasen unvereinbar seien. Sicherlich sei gewiß Dor- sicht am Platze, aber Zurückhaltung sei jetzt nicht mehr angebracht. Nachdem Deutschland Frankreich einlade, müsse die französische Regierung endlich einmal klipp und klar sagen, was sie wolle. Die Friedensaussichten, dis augenblicklich vorhanden seien, fordere die Aufgabe der bisherigen negativen Haltung. Sie Separatisten suchen in Frankreich Unterschlupf. Matz Braun will in Paris sprechen. — „Ami du Peuple" Protestiert. Paris, 16. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die marxistisch-kommunistische Einheitsfront in Paris kündigt für kommenden Freitag eine große Rede Matz Brauns an. Der geschlagene Führer der Separatisten im Saargebiet soll unter dem Protektorat der Liga für Menschenrechte sprechen. Der „Ami du Peuple" fordert die französische Regierung auf, den Emigranten aus Deutschland ein für allemal jede politische Tätigkeit in Frankreich zu untersagen und ihnen im Nichtbefolgungsfalle die Auslieferung an Deutschland anzudrohen. Matz Braun könne dann im Reich auf eigene Rechnung und Gefahr seine ruhmreiche Karriere als marxistischer Agitator fortsetzen, der von seinen eigenen Truppen verlassen worden sei. Wie Havas aus Forbach berichtet- haben 30 Saarländer bei Forbach die Grenze überschritten. Unter ihnen befinden sich mehrere Führer der Einheitsfront mit ihren Familien. In Forbach sei ein Sonderkommissariat für saarländische Flüchtlinge eingerichtet worden. Der Leiter der französischen Sicherheitspolizei hat einem Mitarbeiter des Petit Journal erklärt, daß die nach Frankreich hineingelassenen saarländischen Emigranten in der Gegend von Toulouse, wo für 5000 Personen Platz gemacht worden fei, untergebracht würden und ein weiterer Zustrom in der Gegend von Bordeaux. Es bleibe jedoch festzustellen, daß es sich nur um eine vor- läufige Unterbringung für Rechnung des Völkerbundes handele, der sich später mit der endgültigen Verteilung der Flüchtlinge zu beschäftigen habe. Genf, 15. 3an. (DNB.) Heber die heutige Tagung des Dreierausschusses für die Saar wird folgende amtliche Verlautbarung herausge- geben: „Der Dreier-Ausschuß für die Volksabstimmung im Saargebiet hat heute unter Vorsitz des Barons A l o i s i getagt. Der Ausschuß hat den Wortlaut des Berichts fest gelegt, den er morgen dem Völkerbundsrat o o r 1 e g e n wird Dieser Bericht enthält Vorschläge hinsichtlich der E n t s ch e i d u n g e n, die Eme Provokation. Heimburgcr setzt die wegen Meuterei verhafteten Emigrantenkommissare wieder em. 6 a a r b r ü Schwarzen Tee kann ich nicht vertragen, er regt mich zu sehr auf. 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Und doch hangt vieles, oft Entscheidendes an der jeweils rechten Beantwortung dieser Frage; je weniger man sie nur dem blinden Zufall Überläßt,, um so eigener wird der Charakter und die zukünftige Gestaltung unserer ^D°n 7rst-n Anstoß zur Wahl gibt sr-ilich schon oft irgendein äußeres Moment, etwa das bloße Vorhandensein des einen oder anderen Instrumentes im Haus: wo -in Klamer, eine Geige oder gar Flöt- in der Familie ist, da wird auch stets einer sein, der sich daran übt und das Instrument nM brachliegen läßt. Darüber hinaus aber stnd doch eine Reihe weitergehender Gesichtspunkte zu sichtigen, in erster Linie natürlich d>e Ne'gung zu bestimmten Instrumenten, wo eine solche erkenn bar ist: denn die Art und Starke der . scheu Veranlagung überhaupt, und M^ß lieh noch die Möglichkeit der Ergänzung ver- s ch i e öe n e r Instrumente zu kammermusi kalischem Zusammenwirken. Daß daneben auch die wirtschaftliche Frage heute nicht auszuschließen st, b-dars kaum besonderer Erwähnung, and-r°rstck- isi unter Umständen schon bei bescheidensten Mitteln ein Freude erweckendes Musizieren denkbar^ wenn man sich bei der Wahl des Instrumentes auch hierauf in entsprechender Weise einstellt. Allen Hausinstrumenten voran ' " Aus ziemlich schwerem ge'chtagenem xetg, oer mu 230 Gramm Mehl nur 170 Gramm sRtfaaX;arss..~~u. hoher Temperatur gebacken werden. Die elektrischen Waffeleisen sollten nie abgewaschen werden, weil der Teig sonst leicht anhaftet. Einfetten ist unnötig, nur wenn der Fall eintreten sollte, daß der Teig haftet, wird das Eisen mit ein wenig Butter ausgestrichen. Eine Stahlborstenbürste ist ausgezeichnet dazu ge- eianet, die Teigüberreste zu entfernen, am besten jedesmal bevor das Eisen nach Gebrauch völlig erkaltet ist. Zur Zubereitung von Waffeln ist ein gutes Grundrezept vonnöten, das durch kleine Abänderungen die verschiedensten Würzen hervorruft. W a f f e l t e i g : 230 Gramm Mehl, 2 Eier, 2 Teelöffel Backpulver, 4/s Teelöffel Salz, 170 Gramm Butter oder Schweineschmalz, % Liter Milch. Eigeib und Milch werden gesch'agen, Mehl, Salz und Backpulver werden in ein Gefäß durchgesiebt, eine Vertiefung in der Mitte gemacht und die geschlagenen ! Milch und Eigelb, die geschmolzene Butter oder das TSSS&ÄSiSfc SS rat Lt'SL Ml» ytiMSlS Ä'SäÄW Ä «rar-w* Inur an der richtigen Stelle einzusetzen. Die mo- Bauerssrau UtlO ^Oiretum. bernen Lehrmethoden, die z. B. den Klavierunter- richt meist von Anfang an mit Singen, Gehörübun- A>on _nU]tuU0. |gen u a verbinden, geben eine musikalische Grund- Bei unseren Vorfahren, den Germanen, war es läge, die selbst den nur Mittelbegabten in der Regel- x-A » npnt i*P fimi5arbeit die das Leben der Frau davor bewahrt, in den früher gerade auf dem Kla- b «h- Srhrnerf war das Zeichen des deut vier leider sehr viel verbreiteten Dilettantismus im a.;SSÄ LLL,SS&ff £ aus sie für Mann und Kind'Bratsche und Cello, stellen durch die zusätzliche For- Darum wurzelte die Frau vvn lEher tm ^olks- meiner Intonation zunächst etwas größere tum, weil ihr Bereich nicht die Welt ।außerhalb»der I an ba5 Gehör des Lernenden als das Familie war-^ sondern das‘ Älaoier. Bei ihnen steht naturgemäß das Erlebnis ist m erster Cime die Eigenart eines.^olk^tammes, Melodischen im Vordergrund, das zu einer un- einer Gegend zu verstehen. Es «st das Besondere Quelle musikalischer Freude entwickelt der Heimat im Hausbau, Einrichtung, Sprache, ^hen kann, schon im Alleinspiel und mehr noch Tracht und Lebensgestaltung, das Erbe der Der- gemeinschaftlichen Musizieren mit gangenhelt. Huterm dieses Erbes war vor allem!'äderen. Auch die persönliche Verbundenheit mit fcie Bauernfrau. nohorn»toru™ nnffmi öem Instrument ist hier gesteigert: die Geige, die der Wie war es ernst? Nach Ueberüeferung vollzog -eIer ^ägt, hält und umspannt, ist in höchstem sich die Klndererziehung lin Elternhaus, dal^- un^ in einem ganz besonderen Sinn sein die Schule lange Zeit nicht viel bedeutete. Neben ^bendiges Besitztum. Die Gegenwart hat gerade der mündlichen Belehrung erzog die Sitte, das Her- ' Streich- und andere Melodie-Instrumente zahl- kommen zur Sittlichkeit. „Unsere Vorfahren , fasit x^iche wertvolle Spielmusiken geschaffen, die neben Justus Möser, „hatten die Gewohnheit, kleine ’ Klötze an ihre Schlüssel zu binden, um sie nicht so leicht zu verlieren und wenn sie verloren waren, schnell wieder zu finden. Ebenso verfuhren sie auch r if < z /L / mit den nützlichen Wahrheiten, die sie Der Jugend ( tief einprägen wollten. Sie hängten jeder guten 1 V v'y 8 1 WH v y v 8 8 » Lehre ein Klötzchen an, damit sie ihnen wieder em- | fatt« ober 3« «d)ten 3eU ins Oebädjtnis treten pRAKTIgCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Das häusliche Unterhaltungsleben lag in den Händen der Frauen und Mädchen. Die Spinn st ube war einst die Stätte, wo neben der Arbeit Vergnügen und schlichte Erholung in Scherz und Ernst gepflegt wurde. Wo strenge Ordnung herrschte, war sie eine Heimstätte gemütlichen nachbarlichen Dorflebens im freudlosen Winter, eine Bewahrerin großer volkstümlicher Schätze, der Mittelpunkt aller Volksüberlieferung. Durch sie wurde Ortsgeschichte, Sage und Lied von Geschlecht zu Geschlecht fortgepflanzt. In ihr ist das Volkslied aufgewachsen und großgeworden. Man meint oft, das frühere Leben auf dem Lande fei ungemein langweilig und öde gewesen: die Abgeschlossenheit von der Außenwelt, ferne Zeitung, kein Radio, kein Sport, nichts als Arbeit und das Zusammenleben mit weniger bekannten Menschen! Und doch wußte damals das Volk die einfachsten Vorgänge des Lebens in feiner Art form-1 voll zu gestalten, mit religiösen und weltlichen Gebräuchen zu umkleiden. Von der Geburt bis zum Tode regelten Sitte und Brauch das Leben. Hundert alte Sttten, hundert Märchen und Lieder, hundert Hausmittel wären längst vergessen, wenn nicht die Trägerin der häuslichen Sitte, die Frau, all das im Haus Gehörte und von Jugend an Auf- genomnvne wie ein Heiligtum bewahrt und weiter I vererbt hätten. Und heute? Da hat nun die Bauersfrau eine schöne und segensreiche Aufgabe. Sie soll das gute Alte, das noch im Hause ist, bewahren Kommt eine junge Frau auf den Hosi dann räumt sie gerne aus, damit ihre neuen „schönen" Sachen Platz bekommen. Was im Bauernhaus dem Gebrauch oder G'schmack dienen soll, geht durch die Hande der Frau. Ihrer Wahl gemäß wird die W o h n u n g s - einridjtung angeschafft, sie hat für die Kl e i - d u n g der Familie Sorge zu tragen, sie wählt Geschenke aus. Von ihr hängt es fast ganz ab, was 1 Altes erhalten, was Neues angeschafft wird. „Vom Alten sollst du behalten, was gut ist und schön; was umgekehrt kein Lob wert — laß seitenwärts stehn." Wenn die Frau die rechte Einstellung zum Volkstum und zur Heimat hat, dann ist ihre Macht und ihr Einfluß groß. Zum Erbhof gehören nicht bloß die Eigenschaften, sondern auch die väterliche Ueber- lieferung, wie gesagt, das gute Erbe der Vorfahren in Wort und Dichtung, Einrichtung und Tracht- Das soll im Kern heimatlich bleiben bei aller Weiterbildung und Vervollkommnung. NACHMITTAGS AMNDS Nani>insMWastS-Mk. Zwei Dinge, die soviel miteinander zu tun haben wie Feuer uni) Wasser, nämlich die Rüstung und die Währungsstabilisierung, werden in der britischen und französischen Presse zu vereinen gesucht. Das ist, da man der britischen Presse wenigstens eine genaue Kenntnis der Währungslage nicht absprechen kann, Unsinn, aber soviel dürfte daran richtig sein, daß neben der Rüstung auch, und fein säuberlich davon getrennt, beim Besuche Flandins in London die Frage der Währungsstabilisierung eine Rolle spielt. Denn Flandin steht mitten im Kampf um die Aenderung der französischen Wirtschaftspolitik. Während Laval das Außenpolitische besorgte und die außenpolitischen Fragen alles überschatteten, hat Flandin die ersten Schritte in ein für Frankreich unbekanntes Wirtschastsland getan. Dabei spielt die Frage, ob man nicht auf Grund aller Erfahrungen jetzt zu einem festeren Verhältnis der Weltwährung kommen kann, natürlich die Hauptrolle. Der Dollar und das Pfund haben sich ausbalanciert und schwanken nur noch wenig. Der französische Franken müßte, wenn das jetzige Währungsverhältnis dieser beider Devisen anhält, ebenfalls in ein b e - stimmtes Verhältnis dazu gebracht werden. Denn sonst könnte die französische Entwicklung dahin führen, daß bei einem weiteren Schwanken der Weltwährungen Frankreich ebenfalls vom Goldstandard abgeht. Das will Flandin vermeiden, er wird daher einen festen Pfundkurs Vorschlägen und die Briten dürften nicht abgeneigt sein. Die Frage aber bleibt, wie sich die US A. dazu stellen, die zwar in der Praxis jetzt ihren Dollar ziemlich beständig halten, aber sich noch gegen eine Währungsstabilisierung sträuben, obgleich die Anleihepolitik der USA. um so größeren Anklang finden wird, je stabiler der Dollar sein wird. Die Bank von Frankreich ist durch einen Wechsel in der Leitung unter Druck von Flandin von dem starren Prinzip abgewichen, daß sie dem Staate nur Vorschüsse in Höhe von 3,2 Milliarden Franken gibt. Diese Bestimmung aus dem Stabi- lifierungssahr 1928 ist längst überholt. Der Staat braucht in den nächsten Jahree 10 bis 12 Milliarden Franken, und die Auflockerung in der Kreditpolitik der Bank von Frankreich ist von der Pariser Börse damit begrüßt worden, daß der Satz für Tagesgelder, für kurz- oder langfristige Anlagen herabgesetzt worden ist. Dabei bleibt der riesenhafte Unterschied zwischen Lebenshaltungskosten und Großhandelspreisen das Bestimmende. Flandin versucht, die Preisschere zu schließen, und beim Weizen und dem daraus erzeugten Brot ist er dem Ziele wesentlich nähergekommen. Dieser Deflationsdruck macht sich auch bemerkbar in dem Flandinschen Gesetzentwurf über die Syndizierung der französischen Industrien. Diese Jndustrievorlage bezweckt die Reinigung der französischen Wirtschaft. Jedenfalls läßt Flandin erbarmungslos große Werke zugrunde gehen, wenn sich, wie bei der bekannten Automobilfirma Citroen, herausstellt, daß ihre Methoden überholt sind und eine Rentabilität jetzt oder in künftigen Zeiten nicht erwartet werden kann. Auch in Frankreich sind die typischen Zeichen einer Scheinkonjunktur jetzt sterbereif. Hinzu kommt die Notwendigkeit, künftighin den Staatshaushalt, auch den für Rüstungsausgaben, mehr der wirklichen Steuerkraft Frankreichs anzupassen. Aber eine solche für französische Verhältnisse geradezu revolutionierende Tätigkeit kann Flandin mit einigermaßen Aussicht auf Ertolg nur dann beginnen, wenn durch feste Welt- währungen der französische Handel erleichtert wird. Daten für Mittwoch, 16. Januar. 1858: der Afrikareisende Eugen Zintgrasf in Düsseldorf geboren (gestorben 1897); — 1901: der Maler Arnold Böcklin in Fiesole gestorben (geboren 1827); — 1906: Marokkokonferenz in Algeciras (bis zum 7. April). Oie vier Wundechunde von Weimar. Erstaunliche Leistungen von „Sumpi" und „Kurwenal". — Aber was sagt die Wisienschast dazu? Don ©r. £. Küh e. Was würden Sie sagen, wenn Sie auf der Straße plötzlich ein Foxterrier anspräche und Sie fragte: „Wie spät ist es, bitte?" Wahrscheinlich würden Sie sich nach einem in der Nähe befindlichen Bauchredner umsehen. — Nun, aus Weimar wird von Hunden berichtet, die noch ganz andere Dinge vollbringen. Zwar verständigen sie sich nicht etwa durch menschliche Laute, sie bellen oder klopfen vielmehr, was sie sagen wollen, mit Hilfe eines bestimmten Systems, das der Partner der Unterhaltung natürlich kennen muß. Die Hunde — es sind vier an der Zahl — sind so unheimlich klug, daß sie in kurzem weltberühmt sein werden, vor allem, nachdem sogar deutsche Universitätsprofessoren sich mit ihnen erfolgreich unterhalten haben. Das alte Problem: können Tiere denken und können sie sich etwa gar in die geistige Sphäre des Menschen versetzen? taucht wieder auf. Die Forschung steht vor einer Frage von ungeahnter Auswirkung, so erkennt man, wenn man von den Berichten so namhafter Forscher wie Professor Plate, Jena, oder des Tierpsychologen Professor Schultze, Berlin, und des Münchener Universitätsprofessors Dr. Max Müller hört, die sämtlich mit den vier Weimarer Wunderhunden experimentiert haben. Das Alphabet in 2 Stunden. Zunächst muß man feststellen, daß offenbar die Luft in Weimar für die Entwicklung des Hundeverstandes außerordentlich günstig sein muß, denn die vier Hunde entstammen nicht etwa derselben Rasse, nein, sie gehören auch vier verschiedenen Besitzern. Es sind der Terrier L u m p i, der Dackel Kurwenal, der Pinscher Schnauz und die Dogge A s r a. Was diese vier Tiere haben pflegen. Er muß also ausführlich bellen, was Lumpi in vereinfachter Form klopfen kann. Eine kleine Vereinfachung liegt nur darin, daß er sowohl die Buchstaben a bis k als auch qu bis z mit je 10 Beklauten abmacht, nur die letzteren von rückwärts gerechnet. In Zweifelsfalle muß man ihn dann allerdings fragen, wie er es meint. Natürlich ist die Unterhaltung mit Kurwenal etwas anstrengend; man bedenke daß der Dackel, um ein normales dreisilbiges Wort auszusprechen, unter Umstän- den hundertmal bellen muß. Wollte er auf diese Weise eine mittlere Novelle vorlesen, so dürfte das auch der geduldigste Zuhörer nicht bis zu Ende erleben. Aber, man fragt den braven Hund eben nur Solcherlei: ob er gern Käse esse und was Keks sei. Darauf antwortet er rasch und korrekt. Sein Stilgefühl ist nicht besonders entwickelt, denn er meint, Käse schmecke „schön"! Dafür kennt er aber die Namen der Blumen, die seine Herrin mitgebracht erhält. Was ist damit bewiesen? Das sind alles Tatsachen, geprüft durch namhafte Gelehrte, also unbezweifelbar! — Was ist unbezweifelbar und was ist bewiesen? — Offenbar können die Hunde auf Fragen mittels Bellen und Klopfen sich verständlich machen. Wer antwortet aber? Der Hund? — Zunächst muß es nachdenklichen Kritikern auffallen, daß diese Hunde offenbar weit begabter sind als jedes so kluge Menschenkind, denn wo hätte jemals ein Mensch in zwei Stunden das Alphabet beherrschen gelernt. Aber selbst wenn man dem Hund ein erheblich besseres Gedächtnis als dem Menschen zubilligen will, weshalb fangen die klugen Hunde nicht von selbst ein Gespräch an, weshalb muß immer zunächst gefragt werden, wenn sie „sprechen" sollen, weshalb lassen sie sich nur vernehmen, wenn eine Belohnung in Gestalt eines Happens winkt? Kritischer Einwand. Einer der wissenschaftlichen Kritiker der Weimarer Hunde, Professor Friedrichs, Rostock, formulierte seine Einwände gegen die denkenden Hunde etwa so: Wenn man dem Lumpi einen Zettel Hinhalten würde, auf dem geschrieben steht: „Im Nebenzimmer steht eine Wurst, hole sie dir" und er würde dann ohne weitere Umstände ins Nebenzimmer laufen und tue Wurst holen, dann müßte man tatsächlich glauben, daß das Wundertier lesen könne. — So aber muß vor allen Dingen einmal darauf hingewiesen werden, daß die Hunde samt und sonders nur dann ihre'Fähigkeiten entfalten, wenn ihre Lehrer vor ihnen sitzen. Während der Unterhaltung sehen sie sie unverwandt an, wie von verschiedenen Besuchern beobachtet wurde. — Wenn Lumpi die Uhr liest, so liest seine Herrin gleichzeitig mit. Und diese kennt natürlich die Uhr. Was aber sein würde, wenn nur Lumpi allein auf die Uhr schauen dürfe, das ist leider noch nicht experimentell fest- gestellt worden. Ebenso ist es noch nicht vorgekommen, daß einer der Hunde ganz von sich aus, ohne Beisein seines Lehrers, etwas Hundemäßiges gesagt hätte, etwa: „Nachbars kurzhaarige Teckelhündin gefällt mir ausnehmend" — Nein, das ist noch nicht vorgekommen, und deshalb sei im Interesse einer objektiven wissenschaftlichen Forschung festgestellt: vorläufig ist nur bewiesen, daß die Weimarer Hunde ein besonders gutes Gedächtnis haben, und daß sie im Beisein ihrer Lehrer auf Fragen in ihrer Art antworten. Ob sie selbst antworten oder der Lehrer unbewußt durch sie, indem er ihnen irgendwelche kaum merkliche Zeichen gibt, das müssen erst weitere, sehr vorsichtig anzustellende Versuche zeigen. Vielleicht macht Kurwenal das ganze überhaupt keinen Spaß, vielleicht möchte Lumpi wieder bellen und herumtollen wie andere Hunde. — Die Wissenschaft wird jedenfalls das Rätsel von Weimar lösen. machen, das grenzt wirklich ans Wunderbare. Professor Müller teilte darüber kürzlich einem Journalisten mit, daß die Hunde wie die Kinder geschult werden und das Alphabet entweder in Bellautcn oder in Klopfzeichen lernten, sie brauchten dazu zwei Stunden. Lumpis Sprache sieht so aus: einmal mit der Pfote auf ein vorgehaltenes Brettchen klopfen = a, zweimal = b usw. bis z — fünfundzwanzig. Um nicht die ganzen langen Zahlen klopfen zu müssen, hat Lumpi oder vielmehr seine Lehrerin sich die Sache vereinfacht: er klopft die Zehner mit der rechten und die Einer mit der linken Pfote. Oer „abge pannte" Lumpi. Selbstverständlich kann Lumpi auch die Uhr lesen. Professor Müller hielt ihm seine Taschenuhr hin, die gerade 1 Uhr 12 Minuten zeigte und siehe da, Lumpi klopfte einmal links und zweimal rechts. Von der Visitenkarte Professor Müllers liest er das Wort „München" ab. Sodann entwickelt sich folgendes „Gespräch" zwischen dem Universitätsprofessor und dem Hunde. Seine Herrin fragt ihn: „Gefällt dir der Onkel?" (warum nennen übrigens ausgewachsene Hunde fremde Herren „Onkel"?) Lumpi antwortete freundlicherweise „geduldig". Auf die Gegenfrage Professor Müllers, warum er ihn denn für geduldig halte, erscholl es im Klopfdialekt: „Bin rabiat" und dann fügte er noch erklärend hinzu „abgespannt", also sozusagen ein Neurastheniker unter den Terriern. Wir erfahren dann noch, daß Lumpi gottseidank auch tollen und bellen kann wie ein gewöhnlicher Köter und daß ihm das sogar offensichtlich Spaß macht. Zum Schluß erklärte der Hund — leider nicht von selbst, sondern wiederum auf Anfrage — den Professor für einen „reizenden Mann" und bewie damit, daß er die menschliche Konversation durchau beherrscht. Kurwenal hat's schwerer. Was nun den ebenso berühmten und begabten Dackel Kurwenal angeht, so macht dieser mit Bellen, was Lumpi mit Klopfen zuwege bringt, er hat es allerdings insofern umständlicher, als Hunde zwar zwei Vorderpfoten, aber nur ein Maul zu Kaust Waren aus -em GaargebieN Die deutsche Saar kehrt heim ins Reich. Dankbar gedenkt das deutsche Volk der deutschen Brüder und Schwestern an der Saar. In fünfzehn Jahren bewahrte die deutsche Saar ihre Treue zum Mutterland. Während in Deutschland dank der national sozialistischen Regierung unter Führung Adolf Hitlers in den letzten zwei Jahren eine aufsteigende Entwicklung Platz griff, verschlechterte sich die Lage im Saarland von Jahr zu Jahr. trieben an der Saar und damit der Saarbevölkerung. Der deutsche Einzelhandel dankt der Saar für ihre Treue. Aufruf au die deutscheVerbraucherscbast (3). Der Durchschnittsbesuch der Gottesdienste betrug je Sonn- und Feiertag 73 Erwachsene (36 Männer und 37 Frauen) und 23 Kinder. Zum hl. Abendmahl gingen 254 Männer und 265 Frauen, die Zahl der Evangelischen beläuft sich auf zirka 360. trhrdMrbo Jladirirbten. Das Hauptamt NS.-Hago wendet sich mit folgenden Aufrufen an .die deutsche Oeffentlichkeit: An den deutschen Einzechandel. landes, wie Saarweine, Saarkohle, Saar-Eifen- maren und Saar-Steingutwaren, sind die hauptsächlichsten Güter, die im Reich verkauft werden. Deutsche Hausfrauen, verlangt deshalb bei eurem Kaufmann Saarerzeug- n if \ e ! Ihr bekundet damit auch euerseits die innige Verbundenheit mit dem Saarland und helft deutschen Betrieben an der Saar. Kircke und Schule. 5 Aldach, 15.Jan. Der Voranschlag der Evangelischen Kirche Albach für 19 3 5 - , v- ! wurde durch den Kirchenvorstand nach dem Entwurf Wir fordern deshalb den deutschen Einzelhandel I des Vorsitzenden angenommen. Gegen das Vorjahr auf. seine Verbundenheit mit den deutschen Brüdern wurden nur unwesentliche Aenderungen vorgenöm- und Schwestern an der Saar auch nach außen hin da- men. An der Kirche sollen nach dem Abschluß des Kir- durch deutlich sichtbar zum Ausdruck zu bringen, daß chenvorstandes, einige notwendige Reparaturen im alle Einzelhandelsgeschäfte, die Saarerzeugnisse füh-> Innern oorgenommen werden. Damit wird im ren, durch eine großzügige Propaganda in ihren Plane der Arbeitsbeschaffung auch die Kirchen- Lchausenstern für einen vermehrten Absatz Sorge gemeinde nach Maßgabe ihrer beschränkten Mittel tragen. Es kommen hier in erster Linie Kolonial- mit Hilfe der politischen Gemeinde ihre vaterländische waren- und Weinhandlungen, Eisenhandels- und! Pflicht erfüllen. Aus der kirchlichen Statistik Kohlenhandelsgeschafte in Frage. Es ist Ehrenpflichr desJahres!934 wird berichtet: es fanden statt eines jeden Betriebsführers im Einzelhandel, in 6 Taufen (im Vorjahr 5), 5 Trauungen (5), 10 Besemern Betrieb durch entsprechende Schaufenster- erbiaungen, darunter 2 in Gießen Verstorbene (6). dekoration und hinweisende Werbung die Verbun- Konfirmiert wurden 6 Kinder, 4 Knaben, 2 Mädchen denheit mit dem Saarland zu bezeugen. — ~ ~ ........... ...... Der deutsche Einzelhandel hilft den deutschen Be- Ganz Deutschland steht im Zeichen der Rückgliederung des Saargebietes ins Deutsche Reich. Durch eine großzügige Propaganda Hilst und wirbt der Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 16. Januar 1935. „ _ „ „ . . , , Dankgottesdienst aus Anlaß der Saarabstimmung, deutsche Einzelhandel für einen vermehrten Absatz I Gießen. Sladlkirche. 20 Uhr: Pfr. Becker. — 3o- von Saarerzeugnissen und bekundet damit herzliche hanneskirche. 20: Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Verbundenheit mit den deutschen Schwestern und Allen Friedhofs. 20: Pfr. Anthes. — Petruskavelle. Brüdern an der Saar. Die Erzeugnisse des Saar-120: Pfr. Trapp. — Mefeck. 20: Dankgottesdienst. Kleiner Wintergast. Von Oiemar Moer ng. Nun stecken wir schon tief im Winter. Die Feste sind vorüber, Schnee fiel und der Frost schlug seine eisigen Tatzen ins Erdreich, aber Freund Siebenpunkt lebt immer noch. Er denkt offenbar gar nicht daran, zu sterben oder sich etwa auch nur zum Winterschlaf niederzulassen. Freund Siebenpunkt ist einer jener kleinen mit roten, schwarzbepunkteten Flügeldecken ausgestatteter Käfer, die unter dem Namen Marienkäfer im Frühjahr zum Entzücken aller großen und kleinen Kinder die Natur bevölkern und die eigentlich jetzt, im Winter, als Sprößlinge wärmerer Jahreszeiten, hier absolut nichts zu suchen hätten, aber — nun, man sieht ja! Er war eines Tages eben einfach da. Er tauchte, es geschah im Herbst, unangemeldet in unserer Wohnung auf und ließ sich dort häuslich nieder. Er war ein ebensolches Wunder wie jener Falter, den wir im September des vergangenen Herbstes art der Tapete entdeckten und der offensichtlich gewillt war, dort feinen Winterschlag zu absolvieren. Jedenfalls rührte er sich nicht, wenn man ihn anhauchte oder kitzelte. Aber dann kamen einige unzeitgemäß warme Tage und der Falter verschwand ebenso geheimnisvoll, wie er gekommen - war. Wahrscheinlich hat er diesen Uebermut später mit dem bitteren Tode des Erfrierens bezahlen müssen. Siebenpunkt aber, bieder und schlau, weniger leichtsinnig jedenfalls als solch ein lockerer Vogel von Schmetterling, ist geblieben und es bekommt ihm zweifellos aufs Beste. Er leidet eben nicht an jenem Ueberfchuß von Phantasie, der den armen Falter in die trügerische Wärme sonniger Oktobertage lockte. Er läßt sich nicht uzen! Aber er hat, wie alle dicken Leute, Sinn für Humor und uzt mit dem größten Vergnügen andere. So liebt er es, von Zeit zu Zeit zu verschwinden. Er weiß offenbar, in welche Bestürzung er damit seine Hausgenossen versetzt und welche Aufregung er mit diesen Scherzen verursacht. Er weiß, daß wir ihn lieben und nur ungern missen. Und darum beginnt, zeigt Siebenpunkt sich wieder einmal zu Späßen aufgelegt und zieht sich also ins Unsichtbare zurück, denn regelmäßig ein großes Suchen. Tische, Stühle und Schränke werden gerückt, Kästen durchstöbert, die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt und jede Dielenritze genau mit der Taschenlampe abgeleuchtet, um den Verschwundenen auszuspüren. Wäbrend all dieser Aufregung sitzt Freund Siebenpunkt an irgend einer Stelle, auf die man nie kommen würde — er kennt unsere Wohnung tausendmal besser als wir selbst — und amüsiert sich köstlich über diese großen täppischen Wesen, die sich um ihn Sorgen machen. Man lebt einige Tage in nagender Ungewißheit, man gibt Siebenpunkt bereits rettungslos verloren — da, unerwartet und plötzlich, taucht er wieder auf, als sei nicht das Geringste geschehen. Sitzt stillvergnügt auf einer Fensterbank, unter einem Lampenschirm, auf einem Kaktus oder unter dem Deckel der Zuckerbüchse — Gott weiß, wie er dahin gekommen ist und wo er- sich die ganze Zeit über herumgetrieben hat. Er ist ein Kobold, auf dessen Foppereien wir immer wieder von neuem hereinfallen. Aber man kann ihm nicht böse sein. Denn er versteht es, seinen Eulenspiegeleien eine Grazie zu verleihen, die versöhnlich wirkt. Außerdem aber ist er ohne Zweifel ein guter kleiner Geist, ein Glückstierchen ober etwas ähnliches, und wenn es noch Prinzen, aber richtige, wie sie im Märchen vorkommen, gäbe, so könnte man ihn ohne weiteres für einen verzauberten Prinzen halten. Jedenfalls ist Freund Siebenpunkt unser Talisman. Wir sind von seiner glückbringenden Wirkung unbedingt überzeugt. Denn muß er sich nicht in irgend einer Weise dankbar zeigen, da wir ihm ein so gemütliches Winterasyl gewähren? Und ist er nicht, in der Dunkelheit der Wintertage, überhaupt ein kleiner Bote und Künder des Lichts, das siegreich gegen die Finsternis kämpft? Ein Bote des schon näher und näher rückenden Frühjahrs, dem Schnee und Eis und alle Nebel und Schatten zu weichen verdammt sind? Aber, dies ist unsere angstvolle Frage, wird er diese Zeit noch erleben? Er, der uns Glück bringt, unser Siebenpunkt, der statt einer Brotfliege in unserem Hause' offenbar für das nötige tägliche Brot sorgt, wird er inzwischen nicht elend verhungert sein? Denn wovon ernährt er sich eigentlich, unser winterlicher Hausgeist? Wovon lebt er, lebt er schon die drei Monate hindurch, ine wir ihn beherbergen? Es ist das reine Rätsel, und man mag darüber nochdenken, so lange man will, man kommt doch zu keinem Ergebnis. Wir wissen nicht einmal, von welcher Nahrung ein Marienkäfer in der ihm gemäßen Jahreszeit des Frühlings und Sommers sein Leben fristet, doch wird die Natur schon Dinge bereit halten, die den Bedürfnissen seines Leibes zugute kommen. Aber nun im Winter, in einer Wohnung, in der alle Bedingungen der Natur fortfallen? Es bleibt ein Geheimnis. Wir werden es nie erfahren. Aber fragen wir nicht danach, sondern seien wir lieber gläubig und geben wir uns damit zufrieden, daß Freund Siebenpunkt nichts anderes ist als ein geheimnisvoller kleiner Schutzgeist, der seine roten, schwarzbepunkteten Flügeldecken segnend über unsere Häupter breitet und uns vor aller Gefahr behütet. Streit um Sen „K entopp". Der Volksmund wirft plötzlich Worte und Ausdrücke ins Leben, die bald in aller Munde sind und über deren Ursprung und Bedeutung sich die Gelehrten dann die Köpfe zerbrechen. So ist in der „Zeitschrift für Deutschkunde" jetzt ein Streit um den „Kientopp" entbrannt. Hier war die kühne Behauptung aufgestellt worden, daß die merkwürdige Bezeichnung eigentlich ein „Personennamen" sei. Im Berliner Adreßbuch von 1912 finden sich verschiedene Namen, wie Kientvff, Kin- top usw., und so wurde versucht, die Bezeichnung des Kinos von dem Namen des Besitzers eines solchen abzuleiten. Dagegen wenden sich zwei Zuschriften von Hermann Kügler und Paul Sparmberg im neuesten Heft der Zeitschrift. Kügler betont zunächst, daß der Ausdruck nichts mit Topf zu tun habe. Zweifellos ist er in Berlin entstanden. Der Berliner bevorzugt Worte, die wegen ihres Klanges auffallen. Ein bezeichnendes Beispiel ist die „Polka-Kirche", der Gottfried Keller ein Gedicht gewidmet hat. Die Polka, der be* liebte Modetanz jener Zeit, mußte für alles herhalten, was man als stilvoll und fesch empfand. So sprach man auch von einer „Polka-Kneipe", einer „Polka-Frisur" usw. Aehnlich ist es mit dem Wort „Topp". Als das Vio-Liter-Glas Bier nur noch zehn Pfennige kostete, sprach man vom „Jroschen- Topp". Der Pferde-Omnibus, auf dem man eine Teilstrecke schon für 5 Pfennige fahren konnte, hieß „Sechsertopp". Zylinderhüte bezeichnete man als „Wichstöppe". Als die „Theater lebender Photographien" aufkamen, die nur zehn Pfennig Eintritt erhoben, sprach man von „Phototöppen", und so dürfte auch die überaus schwerfällige Bezeichnung Kinematographentheater bald in „Kintopp" abgekürzt worden sein, wobei das i lang ausgesprochen und dann das e eingefügt wurde. Sparmberg versucht eine andere Ableituna, indem er hie Redensart „auf den Topp gehen", d. h. im Theater die Galerie besuchen, heranzieht. Der Ausdruck kommt aus der Seemannssprache, wo Top oder Topp die Mastbaumspitze bedeutet. Der Topp ist im Theater der höchste Sitz. Diese Redewendung klang bei der Bezeichnung „Kientopp" mit an, da ja die Besucher des Kientopps zunächst dieselben waren wie die des „Topps" im Theater. Zweifellos hat das Wort einen spöttischen und verächtlichen Klang gehabt, der ihm ja auch heute noch anhaftet. Parade der Zinnsoldaten. Ein Bielefelder Bürger besitzt eine Sammlung von 6000 Zinnsoldaten (es gibt aber noch weit größere), die von dem Großvater, der den Krieg 1870/71 mitgemacht hatte, begonnen wurde. Dieser brachte es zu einer Sammlung, in der alle deutschen und französischen Typen aus diesem Kriege vertreten waren. Der jetzige Inhaber der Sammlung hat sie von dreitausend auf sechstausend Soldaten gebracht. In ihr finden wir auch den ©raten Häseler, Bismarck, den alten Kaiser, Moltke, aber auch die französischen Generale Mac Mahon, Wimpfen, Bazaine und natürlich auch Napoleon. Jede Schlacht des Krieges 1870/71 läßt sich unschwer mit diesen Zinnsoldaten darstellen. In vielen Kisten sind die beiden feindlichen Heere verpackt, um auf Wunsch zum unblutigen Kampf anzutreten. Hockschuinochrichten. Professor Dr. Franz Heidenreich, o. Honorarprofessor für Rassenkunde und Anthropologie an der Universität Frankfurt, ist an das Rockefeller- Jnstitut in P e i p i n g (China) berufen worden. In Letzizig ist der hervorragende Religionshistoriker und Orientalist der Universität Leipzig, Professor D. Alfred Jeremias im 71. Lebensjahr gestorben. Jeremias entstammte einer Herrnhuter Familie, die einen biblischen Namen angenommen hat. Er wirkte seit 1890 als Pfarrer in Leipzig, habilitierte sich 1905 für Religionsqeschichte und wurde 1922 zum außerordentlichen Professor ernannt Die Universitäten Leipzig und Groningen verliehen ihm die Würde eines Ehrendoktors der Theologie. Seine xeliaionswissenschaftlichen Werke, von denen wir „Das Alte Testament im Lichte des alten Orients", „Das Handbuch der altorientalischen Geisteskultur" und die „Allgemeine Religionsae- schichte" nennen, sind über die Kreise der Fachwissenschaft hinaus bekannt geworden. Professor Dr. Friedrich' S ch a f f st e i n , Ordinarius für Strafrecht an der Universität Leipzig, ist in gleicher Eigenschaft als Nachfolger von Professor Dr. von H e n t i g an die Universität Kiel berufen worden. Professor Dr. Hans-Heinrich Berg in Dortmund ist zum ordentlichen Professor für innere Medizin und zum Direktor der 1. Medizinischen Universitätsklinik der Universität Hamburg als Nachfolger von Prof. Brauer ernannt worden. ' Professor Dr. Hermann S e n f t l e b e n , Extraordinarius für Physik an der Universität Bres- l a u, hat den an ihn eraangenen Ruf als ordentlichen Professor an die Universität Münster angenommen. 6 c Je# fitr 12 bis über d> Stunde Mutter' der # auf d schenin Freu Der SÄ. be nach,! niarsch' beilonu fcen he langer all erk! Lewegl schäften Deutsch Ulenge1 deiner! Aus gewal Eine bebeutu Eine für 15 Deutsü unser Äubel Aubel Wc sind, Dörfc Milli land siche m hö $( m *?8t - Mei 9eben Dir öle< bi "*«, b Hundei Saar Wer H n rer e; das 6o e er fe wirb: 60 wurde Macht ®Ieii wie bii ^gen, "anzbo das ..6»t ’M Streb Joroo den i Jrie deutflk Nr. 13 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 16. Zanuar M5 I; i n i ff$ ■U W DEGLsAMH WWWWMWWWV . v Gießens Dank für den deutschen Sieg an der Saar. 20 000 Menschen auf Oswaldsgarten versammelt. pg. Klostermann Willens habe heute die Saarbevölkerung ab» Dille und das Gefühl der unbedingten Pg. Rio ft ermann bet der Ansprache auf DsmalDsgarten. Probe klaren gelegt. Der nicht zu leisten vermöge, vermöge allein der Wille. Die Weltvernunft habe das Saarproblem nicht ab» der nächtlichen Feierstunde herannahte, lieber den ganzen Platz hin bauten sich die langen Kolonnen der Kundgebungsteilnehmer auf. Ueberall sah man die Banner der Bewegung inmitten der Menschenmengen stehen. Rund um den Platz herum war in vielfacher Tiefengliederung eine weitere riesige Menge versammelt, voll Begeisterung und Freude über den schönen deutschen Sieg und getrieben von dem Drange, sich in die Reihen derer einzuordnen, die der deutschen Saar mit dieser nächtlichen Feier ihren Dank und ihre Huldigung darbringen wollten. Unmittelbar nach dem Eintreffen der langen Marschkolonne der gesamten Gießener SA. unter Führung des Standartenführers Lutter und nach der Aufstellung der politischen Leiter, die beide mit den Standarten und Fahnen unmittelbar vor dem Rednerstand postiert waren, begann die Kundgebung, an der schätzungsweise 20000 Menschen— eine in Gießen bisher noch nie erreichte Zahl — teilnahmen. Zunächst hörte man die Rundfunk-Uebertragung einer in Frankfurt gehaltenen Rede des Reichsstatthalters in Hessen, Gauleiter Sprenger, über die im politischen Teil unseres heutigen Blattes berichtet wird. Darauf wurden gemeinsam die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Anschließend hörte die Gießener Versammlung die nachstehende Rede von Nachdem am gestrigen Dienstagvormittag unmittelbar nach dem Bekanntwerden des gewaltigen deutschen Abstimmungssieges im Saargebiet alle Straßen von Gießen im Handumdrehen im Schmuck der Fahnen des Dritten Reiches pranaten und von 12 bis 13 Uhr feierliches Glockengeläute weithin über die Stadt ertönte, bildete in den folgenden Stunden die Heimkehr der Saar zum deutschen Mutterlands allenthalben den Hauptgesprächsstoff. Am Abend vereinigte dann die von der Kreisleitung der NSDAP, veranstaltete große Kundgebung auf dem Oswaldsgarten eine riesige Menschenmenge zur gemeinsamen Dankes- und Freuden feier. Der weite Platz und der als Sammelplatz der SA. bestimmte Landgraf-Philipp-Platz wurden bald nach 19 Uhr in immer stärkerem Maße Ziel der marschierenden Kolonnen und der in Scharen herbeikommenden übrigen Volksgenossen. In den Straßen herrschte ein Großbetrieb, wie man ihn seit langer Z»it nicht m°hr wahrnehrn-rn konnte. Ueberall erklang der Marschtritt der Formationen der Bewegung, der Vereine, Verbände, Betriebsbelegschaften usw., hörte man die Kampflieder des neuen Deutschland fingen und konnte gleichzeitig große Mengen von Zuschauern des fesselnden Anmarsches bemerken. Auf Oswaldsgarten wurde der Betrieb immer gewaltiger, je näher der Zeitpunkt der Eröffnung Verbundenheit zum deutschen Volke hätten alle Schwierigkeiten und Entbehrungen in den 15 Jahren fremder Unterdrückung überdauert. Der Rektor schilderte dann seine Eindrücke von dem Saargebiet, die er auf dem Rückmarsch 1918 dort hatte. Damals habe er beobachtet, was der letzte Händedruck des deutschen Menschen an der Saar dem letzten deutschen Frontsoldaten, der durch das Saargebiet zog, bedeutet habe. Denn alle hätten schon unter dem Eindruck gestanden, daß zwei Stunden, nachdem der letzte deutsche Soldat das Saargebiet verlassen hatte, die fremdländische Unterdrückung ihren Anfang nahm. Am Schlüsse seiner Ausführungen verwies Prof. Pfähler auf die erst vorgestern der Universität zugestellte Hitler-Büste, die ganz unbeabsichtigt jetzt zum ersten Male unsere Aula ziert, und kam dann auf die großen und fast unfaßbaren Leistungen unseres Führers zu sprechen. An jeden einzelnen richtete er den eindringlichen Appell, den heutigen Tag nicht an sich vorüberrauschen zu lassen, sondern diese einzigartigen Eindrücke auch in den Alltag hinein bei seiner Arbeit wirken zu lasten. Sein Sieg-Heil, in das alle Versammelten begeistert einstimmten, galt dem Führer, der den Saarländern eine Rückkehr in eine wahre Heimat und Volksgemeinschaft ermöglichte, und unseren Brüdern und Schwestern an der Saar, die so eindrucksvoll ihre Zugehörigkeit zum deutschen Vater- lande bewiesen hätten. Mit dem Deutschland- und dem Horst-Westel-Lied wurde die Kundgebung geschlossen. Die Gießener Universität feiert die Saarabstimmung. 2)ie Standarten und Fahnen der SA. und SS. im Schneegestöber vor dem Rednerstand. Die hellen Stellen im Bild sind Schneeflocken. (Aufnahmen: Photo-Pfaff.) „Die Saar kehrt hei ml" Dieses Leitwort tragen die Saarsieg-Briefmarken, die von der Reichspost in den Werten zu 3, 6, 12 und 25 Pfennig herausgegeben werden. Das Markenbild zeigt Deutschland als Mutter, die ihr heimkehrendes Kind — das Saargebiet — in die Arme schließt. den Aufmarsch stark interessiert und begeistert. Vielfach wurden den marschierenden Kolonnen herzliche Sympathiekundgebungen dargebracht. Den Abschluß der Kundgebung bildete auf dem Oswaldsgarten der Große Zapfenstreich. Während die aufmarschierten Formationen auf das Kommando „Stillgestanden!" in strammer Hal- tung verharrten, bereicherten der Spielmannszug und der Musikzug der Standarte 116 mit ihrem Spiel des Zapfenstreich den Abschluß der nächtlichen Feier in schönster Weise. Zum Schluß folgte das Treugelöbnis zum deutschen Vaterlande, das mit dem Gesänge des Deutschlandliedes im Rahmen des Zapfenstreichs von der riesigen Menschenmenge gemeinsam dargebracht wurde. Hierauf erfolgte der Abmarsch vom' Oswaldsgarten. wägen können, sonst hätte sie es nicht zu dieser ~ ' kommen lassen. Ein deutliches Bild des ritng bringen und wird unser Volk weiter hinaufführen. So danken wir heute allen Menschen, die uns dort drüben geholfen haben. Wir danken dem deutschen Volke für die-Einmütigkeit und für die Disziplin, die es bisher gezeigt hat. wir versprechen dem Führer, weiter so wie bisher hinter ihm zu stehen, ihm zu folgen, wohin er uns auch führen wird. Und so geloben wir 20 000 Menschen in Gießen heute unter diesem nächtlichen Himmel dem Führer fernerhin unwandelbare treue G e - f o l g s ch a f t und Disziplin, indem wir rufen: Deutschland, die deutsche Zukunft und der Führer Deutschlands Adolf Hitler Sieg-Heil! Mächtig erklangen die dreimaligen Sieg-Heil-Rufe der gewaltigen Versammlung über den Platz. Der Aackeizug. Nach der Rede des Kreisleiters traten die Formationen, mit der SA. an der Spitze, zu dem großen Fackelzug an. Vom Oswaldsgarten aus aing der Marsch durch die Neustadt, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Ludwigstraße, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Neuen Bäue, Schulstraße, Kirchenplatz, Walltorstraße, Asterweg, Werner-Wall zurück zum Oswaldsgarten. In Sechser-Reihen, zum Teil auch in Dreier-Reihen, ging der Marsch des außerordentlich langen Zuges in flottem Tempo durch die Straßen. Große Menschenmengen standen auf den Bürgersteigen und waren an dem imponieren» Deutsche Frauen, deutsche Männer! Eine Schlacht ist geschlagen, die mindestens so bedeutungsvoll ist, als die größten des Weltkrieges. Eine Schlacht ist gewonnen für die Saar und für Deutschland, die ihre Auswirkungen noch zeigen wird. 15 Jahre schmachteten Hunderttausende bester Deutscher unter der Fremdherrschaft. Ihr Leid war unser Leid. Heute, wo drüben im Saargebiet der Jubel hochbrandet, mischt sich in diesen Jubel der Jubel des ganzen deutschen Volkes. Wenn heute hier 20 000 Menschen versammelt sind, so finden wir auch Versammlungen in jedem Dörfchen, in jedem Flecken in allen deutschen Gauen. Millionen und aber Millionen haben sich in Deutschland zusammengefunden in dieser Weihestunde, um sich erneut dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen. Millionen und aber Millionen Herzen schlagen höher ob des gewaltigen Sieges, der an der Saar errungen worden ist. Millionen und aber Millionen rufen dem Führer die neue Gefolgschaft zu. So erleben wir, daß das Wort des Führers, das er feit einem Jahrzehnt gepredigt hat, Wahrheit wird: die deutsche Volksgemeinschaft. 60 Millionen Herzen und 60 Millionen Willen wurden von dem Führer zusammengeschweißt. Die Macht dieses Volkes muß dem A"slande die Gleichberechtigung abtrotzen. Wir müssen, wie bisher, die Zähne zusammenbeißen und dafür sorgen daß der Führer immer den nötigen Resonanzboden hat. Heute dürfen mir annehmen, daß das ganze deutsche Volk ohne Unterschied der Klassen, Stande und Konfessionen mit dem Führer eines willens ist. Wir dürfen annehmen, daß dieses Meer von Fahnen, das wir heute in Deutschland sehen, daß die hunderttausende Glocken, die heute die, Frechen der Saar eingeläutet haben, in der Welt nicht ohne Widerhall bleiben werden. Wir dürfen annehmen, daß nach diesem gewaltigen Bekenntnis zum Führer es überall in der Welt klar wird, daß das Deutschland von heute ein anderes ist. als das Deutschland von 1918. Der Führer hat erklärt, daß es von letzt ab keme Streitigkeiten mehr über Gebiete mit unserem barvolke geben wird. Er hat diesem Volke erneut den Frieden angeboten. Mr wollen in Frieden arbeiten, mir voll-n m Frieden das deutsche Volk zusammenfuhren. Wir sind der lieber» zeugung, daß auch mir Opfer bringen müssen. w haben diese Opfer schon gebracht und sagen heu . Jetzt ist Schluß! Wir sind ein Volk von Ehre geworden, die Ehre hat uns der Führer mieber g » geben. wir fordern heute mit der gleichen Inbrunst die Gleichberechtigung in der Welt, die man uns nicht versagen kann. So mar und so ist die Arbeit des F ü h r e r s die Voraussetzung gewesen für den herrlichen fchen Erfolg an der Saar. Und die Arbeit des Führers wird weiterhin dem deutschen Volke Erleichte» Am gestrigen Dienstagmorgen fand nach dem Gemeinschaftsempfang in der Neuen Aula der Universität eine Kundgebung anläßlich der Verkündung der Abstimmung im Saargebiet statt. Trotzdem erst einige Minuten vorher der Tag zum Dies academi- cus erklärt worden war und der Rektor und die Gießener Studentenschaft zu dieser Veranstaltung aufgefordert hatte, war die ganze Aula bis zum letzten Platz von Dozenten und Studenten angefüllt. Nach einem Orgelpräludium ergriff derZükirerderGiehenerGtudentenschast Bernhard Edler von Graeve das Wort und führte ungefähr folgendes aus: Wenn heute in allen deutschen Landen die Glocken erklängen, dann klänge es in unseren Herzen mit, daß die Söhne des Saarlandes mit dem heutigen Tage wieder zur Heimat zurückgekehrt seien. Es fei nicht leutfche Art, sich nur jubelnd hierüber zu erfreuen, andern man würde auch immer an den Ernst dieser Stunden denken. Jeder, der am Lautsprecher mitgehört habe, müsse das Gefühl gehabt haben, daß unser Führer, als er die Meldung von dem günstigen Resultat bekam, die Größe derhisto- rischen Stunde erfaßt hätte, in der sich wieder einmal erwiesen habe, daß alles, was zu einem Volk blut- und rassenmäßig gehöre, unzertrennlich verbunden sei. Ein Teil des deutschen Volkes habe seine Stimme erhoben, um vor der Umwelt zu bekunden, daß sie zu Deutschland gehörten. Obwohl bei den früheren Abstimmungen in Schleswig-Holstein, Ostpreußen und Schlesien es für viele von unseren Volksgenossen schwierig gewesen wäre, sich zu dem damaligen Deutschland zu dekenn-n, so haben sie trotzdem auch damals in tiefster Not sich offen zu Deutschland bekannt. Diesmal fei es für die Saarländer in dieser B-ziehung leichter gewesen, weil sie ja in ein Deutschland voller Zucht und Ordnung zurückkehren konnten. 3m Laufe der letzten zwei 3ahre habe Deutschland dem Ausland gegenüber schon öfters ein Treuebekenntnis zu Adolf Hiller und dem nationalsozialistischen Deutschland abgelegt, aber das Ausland hatte nur immer so darauf reagiert, daß all diese Wahlen und Volksentscheide unter Terror erzwungen worden waren. Die jetzige Abstimmung im Saargebiet bleibe deshalb von ganz besonderer Bedeutung, weil sich dort deutlich gezeigt habe, ohne daß von deutscher Seite direkter Einfluß ausgeübt werden konnte, daß unsere Brüder an der Saar rückhaltlos sich für das nationalsozialistische Deutschland bekannt haben. Wenn in der letzten Zeit viel von Frieden gesprochen und geschrieben worden sei, so stehe jetzt schon fest, daß 'Adolf Hitler weit über Deutschland hinaus als wahrer Friedensverkünde r netten m-rde. Nach der Rede des Führers der Gießener Studentenschaft, die mit großem Beifall ausgenommen wurde, sangen die Versammelten das Saarlied. Hierauf sprach Der jReffor der Landes-Universität pro?. Dr Pfah'er i der seiner Rede den folgenden Tagesspruch voran» - stellte: „Die Vernunft hat geleistet, was sie leisten ) kann, wenn sie das Gesetz finbet und aufstellt. Voll- j strecken muß es der mutige Wille und das lebendige - Gefühl." Dann sagte er u. a.: Was die Vernunft Aus her Provinzialhaupistadi. Phantasien am vereisten Fenster. Wenn es draußen kalt und drinnen schön warm ist, dann schlägt die Feuchtigkeit des Zimmers am Fenster nieder, nimmt Gestalt an und verwandelt sich in zierliche oder phantastische pflanzenartige Eisgebilde. Ist das nicht schön zu denken, daß aus dem Hauche unseres Mundes eine Eisblume entsteht, nein, eine ganze Wiese von lieblichsten Blumen, mehr noch: Urwälder mit rätselhaften Schlinggewächsen, Meere mit wogenden Algen und Steppen voller trockener, starrer Moose ... Mit breiten gefieberten Blättern wiegen sich bis Tanggewächse auf bem Fensterglas, weiß schimmernd ober durchsichtig grau. Dazwischen lugen abenteuerliche Wassertiere hervor, Fische mit wehenben Schleierschwänzen schweben vorüber. Dieses „Aquarium" liegt im untersten Teil bes Fensters. Ein Stockwerk höher wächst ein ganzer Tannenwalb. Die Zweige neigen sich unter ber Schneelast unb scheinen boch unenblich verästelt, manchmal ganz unbestimmt in ber Form, verzaubert, ein richtiger Märchenwald. Jetzt fängt er zu glühen an. Die Sonne blickt burch bas Fenster, 'ber Schnee auf ben Eistannen glitzert unb sprüht von golbenen Kristallen. Wir steigen weiter hinauf. In solchen Höhen wachen selbstverstänblich keine Bäume mehr. Nur Moose inben wir, übernatürlich groß unb babei zart und ein unb vielgestaltig gegliebert. Darüber hebt ein Gewirr von zierlichen Eisnabeln an, wie von einem bünnen SUft kreuz unb quer auf das Glas hinae- zeichnet, Muster für die reizendste, phantasievollste Filigranarbeit. Darüber ist das Schauspiel zu Ende. Erst noch dunstig dann ganz klar und nüchtern steigt die Fensterscheibe zur Decke auf. birgt aber in dem leeren Raum noch so viele Möglichkeiten für freie Gestaltung von neuen Eisgebilden, die. lricht vergänglich, vielleicht für Stunden, vielleicht für Tage, sich auf unserem Fenster niederlassen und dem ganzen Raum einen winterlich reizvollen Rahmen geben werden. Saar-Gedenkprägung der Bayerischen Gtaatsmüme »um 13. Mannar Die Industrie- und Handelskammer Gießen weist auf folgendes hin: Aus Anlaß der Abstimmung im Saargebiet hat die Bayerische Staatsmünze im Einvernehmen mit dem Saar-Bevollmächtigten des Reichskanzlers eine hochkünstlerisch ausgeführte Saar - Gedenkprägung aufgelegt, die mit besonderer Genehmigung durch ben Reichs- unb Preußischen Minister bes Innern zugunsten bes Saar-Hilfswerks bem öffentlichen Verkauf übergeben worben ist. Die Prägung ist in alter Fünfmarkstückgröße, !rt Feinsilber unb in Bronze ausgeführt unb zum Ort* ginalpreis von 6 Mark bzw 3 Mark bei allen Banken, Bankgeschäften und Sparkassen erhältlich sie kann auch unmittelbar bei ber Geschäftsstelle des Saar-Hilfswerkes. Berlin W 9, Voß-Straße 13. durch die offizielle Auslieferungsstelle, dem Banklmuse Joh. Witzig & Co., München 2 M, oder durch die Kammer bezogen werden. Da der Reinertrag dieser Ausgabe ungeschmälert für die mannigfachen Auf-, gaben des Saar-Hilfswerks vor und nach der Abstimmung verwendet wird, bittet die Kammer um .ausnahmslosen Bezug dieser Münze und für weitgehendste Werbung hierfür bemüht zu sein. Platzkonzert der ReichSwe rkapelle. Unsere Gießener Reichswehrkapelle gab am gestrigen Dienstagnachmittag um 16 Uhr vor dem Stadttheater aus Anlaß des deutschen Sieges an der Saar ein Platzkonzert. Die Leitung lag in den bewährten Händen von Obermusikmeister Ernst Krauße. Die ausgezeichneten musikalischen Darbietungen wurden von zahlreichen Zuhörern mit Aufmerksamkeit und Dankbarkeit verfolgt. Schafft Geldmittel für die Kinderlandversch ckung. Die Gauamtsleitung der NS.-Bolkswohlfahrt hat dieser Tage einen sehr interessanten Bildbericht über die Kinderlandverschickung im Jahre 1934 herausge- geben, aus dessen Verkauf die Unkosten der Verschickung gedeckt werden sollen. Das' schmucke Heft, das nur 15 Pf. kostet, darf in keinem Haushalt fehlen. Das Ergebnis der Eintopfgericht-Sammlung in Gießen. Die am vergangenen Sonntag durchgeführte Sammlung für das Eintopfgericht erbrachte in unsrer Stadt den Betrag von 3718,65 Mark. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinfchaft.Kraft durch Freude". Am Donnerstag, 24. Januar, kommt der vom Rundfunk bekannte Komiker Harry C o b l e r mit feiner Truppe in das Stadttheater Gießen zu einem großen Bunten Abend. Preise der Plätze: 0,60, 0,80, 1,00, 1,30 Mark. Kartenvorverkauf: Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, Zimmer 10. Berufshauptgruppen. — Fachgruppe Banken. Der für Mittwoch, 16. Januar, angesetzte Vortrag des Diplom-Handelslehrers Dr. Heun über „Hypotheken und Grundbuch im Arbeitsbereich der Bank" ist verlegt worden und findet nunmehr am Donnerstag, 24. Januar, um 20 Uhr im Ortsgruppenheim, Lonystraße 18, statt. Neubewertung der Sachbezüge beim Steuerabzug vom Arbeitslohn. Di) Industrie- und Handelskammer Gießen weist darauf hin, daß der Wert der Sachbezüge für die Zwecke des Steuerabzugs vom Arbeitslohn für den Bezirk des Landesfinanzamts Darmstadt mit Wirkung vom 1. Januar 1935 neu festgesetzt wurde. Die betreffende Bekanntmachung des Landesfinanzamts Darmstadt liegt der Kammer vor. Auskünfte können jederzeit eingeholt werden. Kriegerverem Gießen. Am Samstagabend hielt der Kriegerverein im Cafe Leib fein 61. Stiftungsfest ab. Als der erste Vereinsführer, Kamerad Landgerichtsrat Trüm- p e r t, sich zur Begrüßungsrede erhob, waren Saal und Galerie dicht besetzt. Kamerad Trümpert begrüßte die sehr zahlreich Erschienenen, insbesondere den Landesführer für Hessen des Kyffhäuser- bundes, Generalleutnant Fett aus Frankfurt am Main, die Abordnungen des Offiziers- und Unteroffizierkorps der Gießener Reichswehrgarnison, den Führer der Ortsgruppe Gießen des NSDFB. (Stahlhelm) Oberstleutnant Loppe, gedachte in ehrenden Worten der im letzten Jahre verstorbenen Kameraden, besonders des Ehrenvorsitzenden des Kyffhäuserbundes, Reichspräsident und General- feldmarschall von Hindenburg, und des langjährigen Gießener ersten Vereinsführers und Ehrenmitglieds Karl Mayer. Beim Gedenken der Verstorbenen spielte die Musik das Lied vom guten Kameraden. Der Redner betonte ferner, daß die Kriegervereine immer hinter dem Führer stünden. Süne Ansprache klang aus mit einem dreifachen Die Sturmfahne im Gaugebiet Hefsen-Aaffau. Das Gau Presseamt teilt mit: Die schwarze Sturmfahne der Kriegsopfer des Saargebietes geht auf ihrem Weg zum Führer auch durch das Gaugebiet Hessen-Nassau. Am 1 6. I a n u a r erreicht sie Frankfurt, um am 17. Januar den Weg durch Oberhessen zu nehmen. Aus untenstehender Aufstellung ist Ort und Zeit genau zu ersehen. Es ist Ehrenpflicht der deutschen Volksgenossen, wo immer es möglich ist, durch ihre Anwesenheit diesem Zeichen der Treue ihre Verbundenheit zu beweisen. 16. Januar: Z. Ueberg. KiloUhr Min. meter ab Sindlingen 20.24 3,8 an Höchst • 21.10 15 ab Höchst 21.25 an Frankfurt a. M.- Hauptbahnhof 23,08 25 8,6 17. Januar: Z. Ueberg. KiloUhr Min. meter ab Frankfurt 23.33 an Vilbel 1.56 15 ab Vilbel 2.11 8,4 an Okarben 3.48 10 ab Okarben 3.58 6,6 an Ober-Wöllstadt 5.17 10 ab Wöllstadt 5.27 4,6 an Friedberg 6.21 15 ab Friedberg 6 36 4,5 an Bad-Nauheim 7.30 15 ab Bad-Nauheim 7.45 8,3 an Nieder-Weisel 9.24 10 ab Nieder-Woisel 9.34 2,8 an Butzbach 10 09 15 ab Butzbach 10.24 8,1 an Lang-Göns 12.03 15 ab Lang-Göns 1218 3,8 an Großen-Linden 13.04 10 ab Großen-Linden 13.14 an Klein-Linden 14 00 10 3,8 ab Klein-Linden 14.10 an Gießen 14.58 15 4,0 Sieg-Heil auf Führer und Vaterland. Anschließend wurde stehend das Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied gesungen. Der Landesführer, Generalleutnant Fett, beglückwünschte den Verein zu seinem 61. Stiftungsfeste. Er betonte, daß er zwar sehr viele dringende Geschäfte zu erledigen habe, es sich aber nicht nehmen lasse, bei einem Kriegerfest in Gießen zu erscheinen, da bei ihm freundschaftliche Beziehungen zu der schönen Garnisonstadt Gießen und zu dem derzeitigen ersten Vereinsführer bestünden. Der General sprach ferner von der vorzüglichen Führung des Vereins, der die zweitbesten Schützen im Reichskriegerbunde habe, (nach Bochum komme Gießen). Den Schießleitern Albin Klein und Wagner sprach der Landesführer hohe Anerkennung aus für ihre M''he um die Ausbildung der Schützen, und überreichte dem Vereinsführer zwei wertvolle silberne Pokale als Schieß-Ehrenpreise. Gleichzeitig wurden die siegreichen Schützen geehrt. Ferner sprachen Glückwünsche aus: Herr Müller für die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsvereine und Herr Risch für den Marineverein. Letzterer überreichte dem Kriegerverein als Geschenk ein Bild des Emirats S^cr, ^es Siegers in der Seeschlacht am Skagerrak. Alle Redner gedachten der Brüder und Schwestern an der Saar und sprachen die Hoffnung aus, daß nun endlich der Tag gekommen sei, daß das Saargebiet zum deutschen Mutterland zurückgegeben werde. Kamerad Trümpert sprach allen Rednern Dank aus und nahm die Ehrenpreise und Geschenke in die Obhut des Vereins. Die Festfolge war sehr abwechslungsreich. Zwei Theaterstücke wurden gespielt, wobei das letztere: „Ein tapferer Soldat" geradezu wahre Lachsalven Oie schwarze Gturmfahne in Gießen. Die schwarze Sturmfahne der Kriegsopfer von der Saar wird am morgigen Donnerstag gegen 12 Uhr an der Kreisgrenze des Kreises Gießen, zwischen Kirch-Göns und Lang-Göns, eintreffen. Die Staffelmannschaft, die die Fahne zu tragen hat, wird an dieser Stelle gewechselt. Eine Fahnengruppe der Bewegung im Kreise Gießen übernimmt die Fahne und bringt sie im Verlaufe der Staffel nach Gießen. Um 14.58 Uhr wird die Fahne auf dem Landgraf-Philipp-Platz eintreffen. Dort wird sie in feierlicher Form an die nächste Staffelmann- Gedenkt der hungernden Tiere! Reichsbund Volkstum und Heimat Landschaft Rheinfranken-Rassau-hessen Fachamt Tierschutz. schäft übergeben. Pg. Älo ft ermann wird eine Ansprache halten Sämtliche Gliederungen nehmen an dieser Feier teil. Die Hitlerjugend, der BdM. und das Jungvolk werden auf allen Straßen, die von der Fahnenstaffel passiert werden, Spalier stehen und dadurch der Fahne ihre Ehrerbietung erweisen. Der Weg der Fahnenstaffel in unserer Stadt beim Einmarsch ist folgender: Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuzplatz, Sonnenstraße, Kanzleiberg, Brandplatz, Landgraf-Philipp-Platz,. Nach der feierlichen Uebergabe an die nächste Staffelmannschaft wird der Weg pünktlich um 15.13 Uhr über Land- grafen-Straße, Adolf-Hitler-Wall und Marburger Straße fortgesetzt. Heber Lollar, Bellnhausen, Marburg, Albshausen usw. wird die schwarze Sturmfahne in der Richtung nach Berlin weitergetragen, um dort am Donnnerstag, 24. Januar, abends, beim Eintreffen in der Reichshauptstadt dem Führer überreicht zu werden. auslöste. Die Damen Haase, Feußer und Büttner führten Tänze vor. Ein sehr schön zu Gehör gebrachter Gesangsvortrag von Karl Feußer fand besonderen Beifall. Für ununterbrochene 50jährige treue Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet: die Kameraden Konrad G e i tz , Heinr. Simon und Herrn. Schäfer, für 40jährige: Karl Amend, Aug. Fourier, Jak. Lamp, Heinr. Launspach, Rob. Meu- f e r, Herrn. Sandmann, Dr. med. Schäffer, Karl Petri und Karl Zink. Für 25jährige: Karl Junker. Wilhelm Klaus, Karl Rahn, Robert S ck i ch , Wilh. Schäfer und K. K l i n k l e r. Das Fest nahm einen gemütlichen Verlauf. Die Musik wurde ausgeführt von der Kapelle Weller- Krengel. Die Bühnen-Ausstattung wurde vom Möbelhaus Ernst Rau (früher Brück) gestellt. Anschließend verbrachte man noch einige vergnügte Stunden bei Musik und Tanz. vocnottzen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 19.30 bis 22 Uhr „Der König". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Regine". — Ober- hessischer Knnstoerein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr 1. Jahres-Ausstellung. — Reichs- treubunb: 20.15 Kameradschaftsabend im Unteroffiziersheim, Neue Kaserne. — Evangelische Stadtmis- fion: 10, 14.30 und 20.30 Biblische Vorträge. * ** Dankgottesdienste in Gießen. Aus Anlaß des deutschen Sieges an der Saar werden am heutigen Mittwoch in Gießen Dankgottesdienste abgehalten. Man beachte die kirchlichen Anzeigen in dieser Nummer. ** Baltikumkämpfer! Freikorps- kämpfer! Man schreibt uns: Alle Freikorpskämpfer, die in den Jahren Deutschlands tiefster (Er- nicbrigung 1918/23 für Deutschlands Freiheit und Ehre eingetreten sind, sammeln sich im Reichsverband der Baltikumkämpfer (Vereinigung ehemal. Grenzschutz- und Freikorpskämpfer). Anmeldungen sind zu richten an: Erhard Scherzer, Abschnittsführer für Hessen-Starkenburg, Darmstadt, Kittier- strahe 17. Große Strafkammer Gießen. Wegen versuchter Verbrechen im Sinne des § 176 Ziffer 3 RSLGB. wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit der H. W. aus Friedberg zu einer Gefängnisstrafe von 7 Monaten verurteilt. Das Gericht befaßte sich sodann mit dem ehemaligen Postbeamten Benedikt H a i n st a d t aus Oppershofen wegen Verbrechens im Amt. Der Angeklagte, der bei dem Postamt in Bad-Nauheim tätig war, nahm eine ganze Anzahl Briefe an sich, öffnete sie und schaffte sie beiseite. Nachdem der Vertreter der Anklage eine Zuchthaus st rase von 2 Jahren beantragte, erkannte das Gericht auf eine solche von 1 Jahr 6 Monaten. Kleine Strafkammer Gießen. Der F. B. aus Salzschlirf wurde wegen gewerbsmäßiger Wilderei und verbotenen Waffenbesitzes vom Amtsgericht in Schlitz zu 4 Monaten und 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Wegen der für die Wilderei erkannten Strafe legte die Staatsanwaltschaft gegen das vorinstanzliche Urteil Berufung ein. Das Gericht erkannte gestern auf 8 Monate und eine Woche Gefängnis. Or. Blank in das Oberpräsidium Hessen-Nassau berufen. LPD. D a r m st a d t, 15. Jan. Der Direktor der Hessischen Landesbibliothek Pg. Dr. Rudolf Blank (früher in Gießen) wurde mit Wirkung vom 1. Jan. 1935 als Oberschulrat in das Oberpräsidium der Provinz Hessen-Nassau, Abteilung höhere Schulen, nach Kassel berufen. Dr. Blank, ein geborener Oberhesse, wurde am 15. März 1933 als Referent für das höhere Schulwesen in das Hessische Kultusministerium berufen und am 1. Juli 1933 zum Oberschulrat ernannt. Seit dem 1. November 1933 war er Direktor der Hessischen Landesbibliothek. Oberheffen. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 14. Jan. Am Samstagabend feierte die Freiwillige Feuerwehr Klein-Linden in der Wirtschaft „Zum deutschen Hof" von Friedrich Rinn, dem einstigen Gründungslokal, ihr 4 0 j ä h r i g e s Best e h e n. Der erste Kommandant Fritz Müller begrüßte die Besucher, besonders den als Gast erschienenen Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen), u:ib gab dann einen Rückblick über die Geschichte d r freiwilligen Feuerwehr in den verflossenen vier Jahrzehnten. (Das Wesentliche aus der Geschichte der Wehr hatten wir bereits in der Donnerstagsnummer des „Gieß. Anz." gebracht.) Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier sprach über das Feuerlöschwesen der Gemeinde und den Aufstieg der Freiwilligen Feuerwehren in Stadt und Land, der in erster Linie der nationalsozialistischen Regierung zu verdanken fei. Er überbrachte neben der Wehr den noch lebenden anwesenden drei Mitbegründern, dem Ehrenkommandanten Karl Jung II., dem langjährigen ehemaligen Spritzenmeister Ludwig Schaum und dem verdeinstvollen ehemaligen Rechner Heinrich Ufer, die Glückwünsche der Kreisfeuerwebr- behörde und dankte besonders den Jubilaren für ihre fegenbringende Arbeit. Für die Gemeinde überreichte Bürgermeister Fischer jedem Jubilar unter Würdigung ihrer Verdienste einen Ruhesessel. Er bat die Geehrten, auch ferner der Wehr mit Rat 1 und Tat zur Seite zu stehen und versprach, auch von Seite der Gemeinde die Feuerwehr allzeit zu unterstützen. Im Namen der Jubilare dankte Ehrenkommandant Karl Jung II. für die Ehrungen. Oie arischen Völker Europas. Von profeflor Dr. Eduard Heyck GOS. Arier ist jetzt ein Rassewort geworden, womit man gleichzeitig die indogermanische Sprachfamilie bezeichnet. Sich selbst benannten nur die Eranier (Perser) und die Inder als Arier. Danach heißt das Land, wo die Perser wohnen, Airan, Eran, unrichtig Iran. Im Sanskrit der Inder kommt arja (von den Gelehrten international geschrieben „arya") für Götter und Menschen vor. Bei jenen bedeutet es hoheitlich, bei den Menschen hochstrebend, edel, andächtig. Die gleiche Wortwurzel, die „hoch" bedeutete, hatte das Germanische auch. Sie ist enthalten in Ermin, mit e, Eresburg, Erminonen, Emunduren. Ermin, dann auch Irmin, war den Deutschen ihr liebster Nebenname für den hohen Hilnmelsgott Tiu oder Ziu. „Wet tu, Jrmingot, obana ab Hevane", „du weißt, Jrmingott, oben vom Himmel", so ruft im Hildebrandliede der Alte den Himmels- und Schwurgott zum Eidzeugen an. In unberechenbarer Frühzeit waren die Jndo- germanen erst eine so kleine Menschengruppe, daß sie alle die gleichen Begriffe und Dinge kannten und in Laut- und Formenstand engverwandte Mundarten sprachen. Aus diesem Wortschatz, soweit er a 11 = gemeinsam ist, mit Ausscheidung jüngerer Entlehnungen, haben die Sprachforscher Schlüsse gezogen aus das geographische Wo der frühesten Arier. Alle haben das Wort Schnee, kannten vier Jahreszeiten und das Gewitter. Sie waren vertraut mit Eichen, Eschen, Espen, Birken, Weiden, Eiden und anderen Nadelhölzern: der hauptsächliche Baum war ihnen die Buche. Als bei der späteren großen Zerdehnung der Arieroölker die Hellenen nach Griechenland kamen, wo keine Buchen sind, nannten sie die dortige Speiseeiche, die ihnen ebenfalls Mastfutter gab, mit dem ihnen gewohnten Namen fagos oder fegos, sprachlich gleich dem lateinischen fagus (Buche) und dem germanischen lautverschobenen bot, Buche. Die Kurden im Süden Armeniens nannten mit dem Namen der vermißten Buche nun die Ulme. Die Inder in ihrem warmen Lande verwandten die mitgebrachte Wortwurzel von Schnee für das Zerfließen. Keine von den Ariern kannte von Haus aus Löwen, Hyänen, Kamele, Elefanten, aber sie wußten auch nichts von dem Reen, dem sogenannten Renntier. Oelbaum und Weinstock lagen außer ihres Horizontes. Sie waren schiere starke Leute, weil sie Milch tränten. Aber zahllose Bienen übersummten die Erikaheiden ihrer Heimatgegenden, und sie hatten es bald heraus, gewässerten Honig zu vergären, zu M e t (alt- indisch madhu), dem all-arischen, wenig gefährlichen Getränk, auch zum Mitnehmen auf die Jagd und die Viehweide, wo sie bei alldem den Hund hatten. Der „Reißer", der Wolf, bedrohte ihre Schafherden, deren Wolle sie mehr als die Pelze und Wildfelle schätzten. Ebenso züchteten sie das Rind. Sie bauten Nutzpflanzen und gewisse Getreidearten, was man auch im langsamen Nomadisieren mit Vieh und Wagen und Wohnzelten kann. S o sind die „Wanderungen" ihrer Zerdehnung zu denken, nicht als marschierende Massen. Die Zerdehnung zerriß die alten Fühlungen. Statt ihrer wuchsen sich Sondergruppen zurecht, die arischen einzelnen Völker, im Innern mit Untergruppen oder „Stämmen". Oestlich von Mitteleuropa treffen wir die Slawen und die ihnen nahestehende lettisch-litauische Gruppe. Ostwärts, ganz aus Europa heraus, in asiatische Gegenden gelangten nach China hinein die Jue-tschi amAltyn- Dag (die „Jndoskythen" altgriechischer Schriftsteller), I ferner Stämme von arischer Reinheit, die in den | Hochtälern Turkestans sitzen: südlicher und westlicher begegnen die Inder, Perser und andere Eranier, Kurden, auch die Armenier, denen die Sprache verblieb, doch kaum etwas vom arischen Geblüt. Arier waren die Skythen in der Ukraine, mit ähnlich aufschlußreichen Sitten, wie auch die Kurden sie altertümlich bewahrten. Die Südbewegung her Slawen hat die Skythen verdrängt. Gegen den Balkan drangen die Thraker vor. Ihnen gehörten auch die Daker zu, die gutenteils in den heutigen Rumänen drinstecken. Durch die Thrakerzone durch stießen etappenweise ebenfalls von Norden die Hellenen vor. Von ihren Stämmen blieben die Makedonier am altertümlichsten: ihre Einrichtungen und Sitten ähneln sehr den altgermanischen. Von der unarischen, schon alten Mischkultur des östlichen Mittelmeeres wurde am meisten der Jonierstamm beeinflußt. Am sprödesten und konservativsten hielten sich die Dorier. Des Odysseus alter Vater Laertes trägt im Homer noch feste Wadenstrümvfe, die sprachlichen zwei „Hosen" der Germanen. So sieht hier die nördliche Schutztracht noch in das gewechselte, südliche Kostüm der Hellenen hinein. Um die Adria und von dort auch in Süditalien setzten sich die Illyrier fest, nach einer nördlicheren Vorzeit, denen die Gräberfunde des „Lausitzer" Typus zugeschrieben werden. Die Albanesen werden ihnen zugerechnet, doch teilen Neuere diese auch den Thrakern zu. Von Norden drangen in die Apenninenhalbinsel sabellische, oskische, umbrische, latinische Stämme ein, die wir als Italiker zusammenfassen. Die Römer waren Latiner, unter zeitweiliger alter Herrschaft der nichtarischen E- trusker. Dadurch, daß der Stadtstaat Rom zur Weltherrschaft erwuchs, ist ein großer Teil Europas provinziell lateinifiert worden, zu „romanischen" Nationen heute, Rumänien, ganz Italien, Frankreich, fast halb Belgien, ganz Spanien, Portugal. Romanische Blutsverwandtschaft konnte aber dadurch nicht begründet werden. Gewaltig an Volkszahl wurden die Kelten, tapfere, rege, phantasie- volle, witzige Leute, für vieles begabt außer zu eigennationaler dauerhafter Staatenbildung. Sie erfüllten zeitweilig West- und Süddeutschland, Böhmen, Teile Ungarns, stießen nach Kleinasien vor (die Galater), besiedelten Gallien, Alpengegenden, Oberitalien, setzten sich unter den nichtarischen Iberern Spaniens fest, gingen nach Britannien und Irland hinüber. In Wales, Irland, Teilen Schottlands, in der Bretagne Frankreichs erhielten sich keltische Sprachreste. Aus ihnen ist jetzt der junge Freistaat Irland amtlich und besonders durch Unterricht bemüht, wieder eine nationale Sprache aufzuziehen. Was die German-m anlangt, macht sich jetzt eine Meinung geltend (Schuchhardt, Guntert), die Inhaber des Gebietes her „Großsteinaräber" um die üdwestliche Ostsee herum seien von Süden her indo- germanisiert worden, und dies habe die Germanen ergeben. Ein Beispiel, wie mit dem Zusammenmünden von Sprachwissenschaft, Anthrovologie und vorgeschichtlicher Altertümerkunde die Fragen erst verwickelt werden und zu Versuchslösungen führen. Fest steht die Ausdehnung der Germanen allseitig ringsum, in Skandinavien auf dem „Nord- weg", was zum Ländername wurde. Weiterhin kamen sie auch nach Britannien als Auswanderer und Eroberer, Sachsen, Angeln, Dänen, Normannen. Unter dem großen Zelt. Die Kapelle spielt einen langsamen Walzer und am Ende des großen Seils stehen hie Artisten, auf die Hunderte von Augenpaaren in gespannter Erwartung gerichtet sind. Die Musik wird schneller. In der Höhe erklingt hart und kurz ein „Fertig?" und der erste Sckritt wird aus das Seil gesetzt. Wieviel schwere Arbeit und wieviel Geduld und Härte gegen die eigene Person ist nötig gewesen, um die Leichtigkeit und vollkommene Anmut angesichts der dauernden Gefahr zu zeigen, in der der Seilkünstler schwebt! Immer wieder ist der Luftakrobat die Hauptanziehung der Vorstellung. Jeder der Anwesenden, und er selbst am genauesten, weiß, daß ein Fehltritt, eine unerwartete Erschütterung, den Tod bedeuten kann. Der berühmte Akrobat am Hochtrapez ist augenblicklich Alfred C o d o n a, der den dreifachen Salto ausführt. Der erste, der sich an dieser Höchstleistung der Trapezkunst versuchte, war der amerikanische Clown Gay ton, der im Jahre 1842 bei feinen Versuchen den Tod fand. 1845 fand der Engländer H o b b e s dasselbe Schicksal und auch der Amerikaner Amor mußte den Versuch mit dem Tode bezahlen. Im Jahre 1860 führte bann in Amerika Sutton den dreifachen Salto mit großer Vollendung vor. Aber ihn muß nachträglich die Ahnung der Todesgefahr doppelt gepackt haben, denn er hat das Experiment niemals wiederholt. Codona nun übt das Kunststück schon seit mehreren Jahren aus. Codona heiratete die Artistin Lilian L e i tz e l, die ebenfalls „unter dem Dach" arbeitete. Durch verschiedene Kontrakte wurde das Ehepaar gezwungen, an verschiedenen Orten aufzutreten. Die „fliegenden Codonas" traten in Berlin auf, während die Leitzel nach Kopenhagen verpflichtet war. Nach Ablauf des Engagements plante das Ehepaar, sich von der Bühne zurückzuziehen und in Kalifornien niederzulassen. Aber das Schicksal wollte es anders. Eines Abends, während ihres Aktes, riß das Seil der Lilian Leitzel. Sie stürzte in die Tiefe und erlangte das Bewußtsein nicht wieder. Als Alfred Codona Kopenhagen erreichte, war seine Frau schon tot. Die „Arbeit unter dem Dach" hat zu allen Zeiten ihre Opfer gefordert. Einer der Bonellis trat beim Training fehl und fiel achtzehn Meter tief in das Netz. Aber es konnte ihn nicht retten. Durch den gewaltigen Sturz konnte er sich auf dem Netz nicht halten. Er rollte über den Rand auf die Sägespäne am Boden des Zirkus und war auf der Stelle tot. Es ist interessant, daß die meisten Artisten unter oder in der Nähe des „großen Zeltes" geboren wurden. Von frühester Kindheit an erwartet sie harte Arbeit. Wenn der Junge ohne Furcht und ohne Schwanken über das Seil gehen kann, beginnt erst das eigentliche Training. Der berühmte R a ft e 11 i übte, als er schon lange in der ganzen W"lt bekannt war, noch täglich acht Stunden. Einige r iner Tricks hat er acht Jahre lang täglich zwei Stunden geprobt, bevor er sie dem Publikum zeigte. Bei den Artisten, die mit Tieren auftreten, ist Geduld das erste Erfordernis. Ein P^erd, auf dessen Rücken gefährliche Kunststücke, wie Saltos und andere Sprünge aus- geführt werden sollen, muß jahrelang für seine Aufgabe vorbereitet werden. Was es an erster Stelle lernen muß, ist dies: niemals den Schritt zu wechseln. Würde es das tun, so brächte es den Artisten fast immer in unmittelbare Lebensgefahr. Uebrigens werden für derartige Akte niemals leichte Reitpferde genommen. Sie würden nicht die Last tragen können, die ihnen zugemutet wird. Zuweilen hat ein solches Pferd eine ganze Familie auf dem Rücken zu tragen! Eine der bekanntesten Artistenfamilien kaufte ein Pferd von einem Milchkarren, und als es genügend eingeübt war, wurde es den Artisten so unentbehrlich, daß die ganze Familie beim Tod des Pferdes brotlos wurde. In S.A.-’Spoit Heuchelheim N — Rodheim I 5:1. Rodheim erschien in stärkster Aufstellung. Da bei den Einheimischen einige Spieler krank bzw. verhindert waren, mußte Ersatz aus einer höheren Mannschaft verwendet werden. Die Einheimischen zeigten recht ansprechende Leistungen. Rodheim stellte zwar eine Anzahl Einzel- känner, jedoch mangelte es an geschlossenen Leistungen. Die Tore fielen in kurzen Abständen. Bei Halbzeit lautete das Ergebnis 3:0. In der zweiten Hälfte gelangten die Gäste zu einem verdienten Ehrentor. Die 1. Jugend-Elf erzielte — mit zehn Mann spielend — gegen die gleiche Mannschaft von 1900 Gießen ein ehrenvolles Unentschieden 3:3. Erdal — Hohensolms! 4:1. Sonntag weilte die erste Fußballelf des Sportvereins Hohensolms in Erda zu Gast und mußte nach hartem Kampf eine verdiente 4:1-Riederlage hinnehmen Erda erwies sich als die technisch bessere Mannschaft und drängte den Gegner meist in seine Hälfte zurück, so daß er sich lange Zeit nur auf die Abwehr beschränken mußte. Selten fand sich der Sturm der Gäste zu voller Einheit. Ihre Angriffe scheiterten an der guten Abwehr des Gastgebers. Der Torhüter der Gäste bewahrte seine Elf vor einer noch höheren Niederlage Mit diesem Sieg hat Erda seinen Tabellenstand wesentlich verbessert. Ortsgruppenleiter Dr. Croßmann betonte, daß es das Verdienst der unermüdlichen Tätigkeit unseres Führers Adolf Hitler sei, daß auch bei der reiwilligen Feuerwehr ein Aufstieg möglich gewor- i den sei,' und schloß mit dem Sieg-Heil auf den . Führer. Der erste Kommandant verkündete noch, 'daß aus Anlaß des Jubiläums die beiden Feuerwehrleute Friedrich Germer und Friedrich H o l - l e r, die 21 Jahre lang keine Uebung ohne Entschuldigung versäumt haben, zu Löschmeistern befördert seien, ferner daß der Feuerwehrfachschüler Paul Müller zum Oberfeuerwehrmann ernannt sei. Ehrenmitglied Ludwig Schaum, der ehemalige Spritzenmeister, erzählte noch von dem Feuerlöschwesen aus dem vorigen Jahrhundert, als sein Vater und vorher sein Großvater das Amt eines Spritzenmeisters versehen. In echter Kameradschaft verbrachten die Wehr und ihre Gäste einige fröh- lige Stunden, dabei Erinnerungen aus alter Zeit aüstauichend. "Y" Watzenborn-Steinberg, 14. Jan. Am Samstagabend fand in der Wirtschaft „Zur goldnen Ruß" eine Bauernversammlung statt. Bürgermeister Schäfer begrüßte die Besucher, darunter Kreisbauerniührer D ö r r s ch u ck und Oberlandwirtschaftsrat Dr Lung (Gießen). Anschließend hielt Dr. Lung einen Vortrag über „Die Erzeugerschlacht — Dritte Welle." Der Redner gab gute Ratschläge für einen guten und gesunden Bauernstand. U. a. empfahl er den Anbau der wichtigsten Futterpflanzen und streifte die Wichtigkeit der Silos. Im Schlußwort betonte Oberlandwirtschaftsrat Dr Lung, daß das deutsche Volk soweit kommen soll, daß es von eigener Scholle ernährt werden kann, wie es der Wille unseres Führers ist. Bürgermeister Schäfer dankte dem Vortragenden für seine Ausführungen. Es schloß sich eine rege Aussprache an. Da einige Anfragen über Gräser und Boden gestellt wurden, beschloß man, im kommenden Sommer einen Wiesenrundqang zu unternehmen, um an Ort und Stelle alle Anfragen in der Praxis zu erläutern. — Aus dem Standes- amtsr'egister unseres Ortes ist zu berichten: Im vergangenen Jahre wurden in unserer Gemeinde 49 Kinder geboren-, zu verzeichnen sind 25 Eheschließungen und 13 Sterbefälle. (D Grüningen, 15. Jan. Im Markwald Grü- ningen - Dorf-Gill wurde die schwerste und älteste Eiche, deren Alter über 300 Jahre geschätzt wird, gefällt. Der Stamm hat an der Erde einen Durchmesser von 1.35 Meter, die Länge des Stammes beträgt 9,75 Meter. Zwei Holzhauer benötigten einen ganzen Tag, um die Eiche zu fällen. Der größte Teil wird als Werkholz verwendet. — Die Eintopfsammlunq am vergangenen Sonntag, die von der Hitlerjugend ausgeführt wurde, erbrachte den Betrag von 13 Mark. Die Saarplaketten „Treue um Treue" wurden durch den Ortsgruppenkassenwart restlos verkauft. $ Obbornhofen, 15. Jan. Die von der Leitung des Deutschen Sängerbundes getroffene Anordnung, daß am Abstimmungstage des Saar- gcbiets zum Zeichen der Verbundenheit mit dem deutschen Volke an der Saar überall von den örtlichen Gesangvereinen auf öffentlichen Plätzen G e - sangsvor träge stattfinden sollen, wurde auch hier befolgt Der Gesangverein „Frohsinn" unter Leitung seines bewährten Dirigenten Reinhold Glockengießer von hier trug an verschiedenen Plätzen unseres Dorfes einige gutgelungene Lieder vor. Besonders die schönen Lieder, die von Land und Leuten an der Saar Kunde aaben, fanden regen Beifall. Anschließend gedachte der erste Vorsitzende des Vereins, Theodor Kammer, des Abstimmunqstaqes und ermahnte alle Volksgenossen, den deutschen Menschen an der Saar, denen durch die Abstimmung nach Jahren der Trennung die Rückkehr ins angestammte Vaterland ermöglicht wird, auch weiterhin mit Herz und Hand treu zur Seite zu stehen. § ß u m b ci, 15. Ian. Für unsere notleidenden Volksgenossen wurden vergangene Woche 33,15 Ztr. Frucht abgeliefert. Gestern sammelte unsere NS.- Frauenschaft Wurst- und Speckwaren-, sie erhielt 50 Pfund und 3,50 RM. an Geld. Die Eintopf- ammlung am letzten Sonntag ergab 16,75 RM. Der Verkauf der Saarplaketten und Schriften brachte 6,00 RM. ein. Diese Gaben im Gesamtwert von 375 RM. wurden innerhalb einer Woche dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt. Kreis Iriedberg. pb. Butzbach, 14. Ian. Der A l i c e - F r a u e n- verein, Zweigverein vom Roten Kreuz hat einen Samariterkursus eingerichtet, zu dem sich 18 Teilnehmerinnen gemeldet haben. Der Unterricht wird von Medizinalrat Dr. Z i n ß e r im Saale des evangelischen Schwesternhauses erteilt. Ergänzend sei hier noch bemerkt, daß der Verein die seit langem einqeführten Nähabende weiterführt, die im Handarbeitssaale der Lahntorschule stattfinden. Im Laufe des vergangenen Jahres hat eine Umorganisation des deutschen Roten Kreuzes stattgefunden, die sich auch auf die Zweiqvereine ausgewirkt hat. So hat der seitherige jahrelange Gesämtoorstand des hiesigen Alicefrauenvereins sein Amt niedergelegt. Als Vorsitzende des Verein wurde Frau Luise Patz bestellt, die sich zur enaeren Mitarbeit in den geschäftssührenden Ausschuß erwählt brüche der Gäste wurd-n von dem guten Schlußtrio Wieseck abgewehrt. Bis Halbzeit stellte Wieseck das Resultat auf 3:0. Nach Seitenwechsel stellte Krofdorf um. Das Sviel war nun offener und auch Krofdorf kam einigemal gut durch, ließ jedoch den befreienden Torschuß vermissen. Mehr und mehr setzte sich dann Wieseck wieder burch und erhöhte in gleichen Abständen bis Schluß auf 8:0, während den Gästen selbst das Ehrentor versagt blieb. Vorher: Wieseck II — Lollar II 4:1. (Wir berichten noch darüber!) Vieleck II — Lollar II 4:1. Vorher standen sich diese Mannschaften im Rückspiel gegenüber. B-tt Beginn des Spieles war Wieseck mit nur acht Mann zur Stelle, während Lollar komplett antrat. Trotzdem hielt sich Wieseck gut und konnte, nachdem alle elf Spieler zur Stelle waren, die Führuna übernehmen. Kurz darauf erzielte Lollar den Ausgleich. Vor der Paufe übernahm Wieseck abermals die Führung. Nach Seitenwechsel drückte Lollar mehr, konnte jedoch nichts erreichen. Allmählich mürbe bas Spiel offener. Erst gegen Schluß hatte Wieseck wieder mehr vom Spiel und konnte noch zwei Tore erzielen. hat: Frau Arnold als Stellvertreterin, Rektor Dem als Rechner, Rektor Bach als Schriftführer. Kreis Bübingen. * Nidda, 15. Jan. Hofpächter Schuch auf dem nahegelegenen Hof Schleifeld schlachtete ein noch nicht zwei Jahre altes Schwein, das rund 8,60 Zentner Lebendgewicht hatte und allein 63 Pfund Schweineschmalz ergab. Der Hofpächter ist als hervorragender Schweinezüchter weithin bekannt. Kreis Alsfeld. --- Deckenbach, 15.Ian. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" veranstaltete am Samstagabend im Saale der Gastwirtschaft Haupt einen Familienabend. Nachdem der Kreiswalter des Kreises Ohm-Lumdatal des Deutschen Sängerbundes, Berufsschullehrer G eng nagel (Grünberg), einen Vortrag über den Zweck und die Ziele der Gesangvereine gehalten und Urkunden an Ehrenmitglieder überreicht hatte, bereicherte der Verein die Stunden durch schöne Liedervorträge sowie durch humoristische Darbietungen und lebende Bilder. Im übrigen blieb man in srohgestimmter Geselligkeit noch lange Zeit beisammen. Dank des deutschen Sports an die Saar. „Nachdem die Brüder und Schwestern von der Saar zu uns heimgekehrt sind ins Reich, nachdem die Schranken eines schmählichen Vertrages gefallen sind, ist es die Pflicht der deutschen Turn- und Sportbewegung, der saardeutschen Leibesübungen durch die Tat zu gedenken. Zu diesem Zwecke habe ich veranlaßt, daß vom Hilfsfonds für den deutschen Sport mit besonderer Unterstützung der Deutschen Turnerschaft und des Deutschen Fußball-Bundes 30 00 0 Reichsmark zur Verfügung gestellt werden. Diese Summe soll verwendet werden, um den Vereinen, die dem Druck ber, Frembherrschaft zu unterliegen brohten, neuen Impuls zu freudigem Leben zu geben. Lehrgänge im Reich und an der Saar und der turnerisch- sportliche Verkehr zwischen den Saardeutschen und dem Reich sollen damit unterstützt werden, um Kraft und Freude neuer deutscher Leibesübungen im Saargebiet Ausdruck zu verleihen. Kurz, die materielle Hilfe soll in Hallen und auf Plätzen des Saarlandes eine neues frohes Leben entfalten helfen. Das Saar-Hilfswerk des deutschen Sportes ist ein machtvolles Bekenntnis zu unseren Volksgenossen, die unter der Willkür einer Fremdherrschaft für das Vaterland kämpfen und aus deren Reihen viele tüchtige Kämpfer des deutschen Sports hervorgegangen sind. Mit Freude wollen wir die Möglichkeit begrüßen, einen kleinen Teil unserer Dankesschuld für die Saardeutschen abzutragen. Wie immer, wenn es gilt, Not zu lindem und Gutes zu tun, soll auch jetzt ber beutsche Sport in ber vorbersten Front stehen." Gez. von Tschammer und Osten, Reichssportfuhrer. Oie Gpie'e der Bezirksklafse Gruppe Marburq. In ber Bezirksklasse „Gruppe Marburg" beanspruchte das Spiel der beiden Tabellenführer VfB- Kurhefsen und FV. Wallau das Hauptinteresse. Der mit einer dünnen Schneeschicht bedeckte Wallauer Platz sagte den Marburgern sehr zu, so daß sie den vorjährigen Meister mit 3:1 Toren schlugen. Der Sportverein Bottenhorn hatte in Gladenbach einen schweren Stand, nur knapp mit 3:2 Toren konnte er die beiden Punkte an sich bringen. Der Gladenbacher Torhüter ist an der Niederlage nicht schuldlos. Wieseck standen sich beide Mannschaften im Verbandsrückspiele gegenüber. Obwohl der harte und mit einer leichten Schneedecke bedeckte Platz an die Smoler hohe Anforderunaen stellte, sah man ein flottes Spiel, in dem die Platzbesitzer tonangebend waren Krofdorf gab wohl alles her, doch waren die Gastgeber technisch besser und hielten hierdurch die Gälte zeitweise ganz in ihrer Hälfte fest. Mit Anstoß, der von den Gästen abgefangen wurde, konnte Krofdorf in kurzer Zeit einige Ecken erzwingen. Wieseck spielte zerfahren. Dann rourb» bie Elf zusehenbs besser unb bereits in ber 6. Minute konnte eine aut hereingegebene Ecke zum Führungstor einneföpft werben. In ber Folge lagen bie Platzbesitzer im Anarifs. Krofborf mußte zeitweise mit allen Kräften abwehren. Die romiaen Durch- Nach ausgeglichenem Spiel unb gleichwertigen knappsten aller Resultate Sieger. Alles in allem: Leistungen sicherte sich ber FV. Ockershausen gegen 1 ein ritterlicher Kampf, ber auch für bie Teutonen ben FV. Sarnau bie wertvollen Punkte. Besonbere Leistungen würben von keiner Mannschaft gezeigt. Die größte Ueberraschung gab es in Gemünben, wo der VfL. Biebenkopf eine 7:6 - Nieberlage ein1 tecken mußte. „FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Sportv. 05 Wehlar — FE. Watzenborn-Steinberg 1:0 (1:0). Die erste Mannschaft bes Sportvereins Wetzlar würbe in bem Punktekampf gegen bie Teutonen aus Watzenborn-Steinberg zur restlosen Hergabe ihres ganzen Könnens unb zu vollem Körpereinsatz gezwungen. Erst mit bem Schlußpfiff des Unparteiischen konnten sie sich als Sieger bezeichnen. Daß eine Niederlage von 1:0 auch für den Unterlegenen als ein Erfolg bezeichnet werden kann, trifft in diesem Spiel für die Gäste voll zu. Wetzlar trat in stärkster Aufstellung an, die Teutonen dagegen mußten ihren Torhüter ersetzen Die einheimische Mannschaft hatte Platzwahl und wählte die Sonne tm Rücken. Der Anstoß der Teutonen wurde abgefangen und schon lagen die Platzbesitzer im Angriff, aber die Hintermannschaft der Gäste klärte sicher. Wetzlar hatte vorerst eine kleine Feldüberlegenheit und in der 9. Minute konnten sie dann auch unverhofft zu ihrem ersten und einzigen Treffer einsenden. Der Ball, von Mittelstürmer Wohlgemut getreten, war nicht unhaltbar Wetzlar, das sich für einen eindrucksvolleren Sieg einsetzte, mußte aber nun im weiteren Verlauf des harten Kampfes einsehen, daß es einem gleichwertigen Gegner gegenüberstand. Auch die Teutonen hatten wiederholt Gelegenheit zum Ausgleich zu kommen und das Ergebnis hätte auch umgekehrt lauten können. Hatten die Platzbesitzer in der ersten Hälfte ein kleines Plus, so sah es nach Seitenwechsel für die Gäste verheißungsvoller aus. Der Platz war mittlerweile in einen trostlosen Zustand gekommen und an die Spieler wurden die höchsten Anforderungen gestellt. Die Teutonen warteten nun in der zweiten Spielhälfte mit gleichartigen Leistungen auf, jeder Spieler gab das Letzte her und zwangen den voraussichtlichen Meister, seinen kurzen Vorsprung zu verteidigen. Watzenborn- Steinberg überzeugte nun mit schönem Kombinationsspiel. Es war hier und da Gelegenheit gegeben, zum Ausgleich zu kommen. Der Sieg von 1:0 wurde von Wetzlar hart erkämpft und war bis zum Schlußpfiff stets umstritten. In hartem, aber fairem Kampf blieb der voraussichtliche Meister mit dem als Erfolg zu buchen Ist. Sie haben nun anschließend an den Sieg in Bissenberg, diesmal in Wetzlar den Beweis erbracht, daß sie jedem Gegner der Bezirksklasse gleichzustellen sind, aber in vielen Spielen dieser Serie von einem großen Pech verfolgt waren. Zußballabteilunq des Turnvereins Wieseck. wieseck I — firofborf I 8:0 (3:0). Nachdruck oerbotenl 9 Fvrttestung den von den Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.). Apparat. ,^)ier bei von Gersheim." „Hier ist Ria Velten. Ich mochte, bitte, Baron selbst sprechen." _ , „Bedaure sehr, gnädiges Fräulein. „ Der Herr Baron ist augenblicklich nicht zu Hause. „Wieder nicht zu Hause? Ja, wer soll btmn bas glauben? Schon zum dritten Male rufe ich heute an — gestern zweimal — immer dieselbe Antwort. Na, gut!" kam es entrüstet von der anderen Sette. Der alte Friedrich hörte noch, wie drüben anscheinend der Hörer wütend auf die Gabel gewvrs wurde. Dann legte er selbst den Hörer mit der ihm eigenen Behutsamkeit auf und schüttelte den grau „Hm, diese Damen! Sie sind alle so nervös heute. Und dabei ist es doch keine Lüge von mir. D Herr Baron ist doch wirklich heute morgen weg und bis jetzt nicht nach Hause gekommen Mit langsamen Schritten entfernte sich ber Alte Eine knappe halbe Stunde später schrillte die Türklingel durch das Haus. Friedrich war gerade Sie schloß die Augen. Heute abend wollte sie zeitig schlafen gehen. Mit dem Auto, das würde schon werden. Darüber wollte sie sich jetzt keine Gedanken machen. Es würde sich schon ein Käufer finden. „Bist du müde, Gerlinde?" fragte die Mutter herzlich. „Ja, Muttchen. Ich mochte bald zu Bett, weil es gestern abend schon jo spät war." „Spät?" Gisela horchte auf unb verfärbte sich ein wenig. „Wann seid ihr denn zu Bett gegangen?' „Um elf Uhr", sagte Gerlinde. Na eben!" In Giselas Gesicht kam wieder Farbe. „3d) kam halb zwölf; da schlieft ihr schon fest. Habt mich gar nicht kommen hören" Nein!" lachte Gerlinde. „Wenn ich schlafe, kann man mich weatragen, und Muttchen war wahrscheinlich auch sehr müde." Frau Steinbrück aber hatte das Gefühl, als schnüre ihr jemand die Brust zusammen. Sie wußte genau Gisela war um ein Uhr nach Hause gekommen. , <) Wo war sie gewesen? Warum belog sie Gisela? FünftesKapitel. Stürmisch klingelte in der Wohnung Günter Gersheims das Telephon Der alte Diener des Barons stürzte an dabei, mit recht viel Behaglichkeit auf feiner Stube das Mittagessen zu verzehren, da schreckte er auf. Einen Blick durch das Fenster, und er sah draußen vor der Vorgartentür eine elegante Dame stehen, die anscheinend eben dem rassigen Sport- zweisitzer entstiegen war, der vor der Gersheimschen Villa hielt. „Ich fresse einen Besen, wenn das nicht „Sie ist _ ja, ganz gewiß fresse ich da einen Besen", brummte der Alte vor sich hin und erhob sich. Aber er war ja noch aus der guten alten Zeit und hatte es darum nicht sonderlich eilig „Geduld, bas ist bie Hauptsache bei allen Dingens", pflegte er oft zu sagen. Günter von Gersheim kannte seinen Alten unb schätzte biefe Charaktereigenschaft entsprechen!). $atte er sich boch selbst manchmal, wenn er als junger Mann irgenbwie gewaltsam unb übereilt etwas ausführen' wollte, an ber Besonnenheit bes Alten ein Beisviel genommen. Inzwischen hatte bas Mäbchen geöffnet unb fragte höflich nach ben Wünschen ber Bejucherin „Der Herr Baron ist also roieber nicht zu Hause?" fragte Ria Velten mit mühsam unterbrücktem Unwillen. „Nein, leiber nicht, gnäbiges Fräulein!" „Nun — bas ist mir gleichgültig! Bitte, führen Sie mich ins Haus? Ich habe Zeit! Ich muß ben Baron bringenb sprechen unb warte bann eben hier, bis er kommt!" Dem iungen Mädchen stieg unwillkürlich eine dunkle Röte ins Gesicht ..Der Herr Baron empfängt aber keine Damenbesuche Niemals." Mehr brachte sie nicht hervor, denn Ria V°lten lachte höhnisch auf und drängte sich an dem Mädchen vorbei durch die Tür. Mit schnellen, sicheren Schritten durcheilte sie den Vorgarten Innerlich triumphierte sie, Ha — sie wollte es diesen Dienstboten schon zeigen, daß sich die künftige Baronin Gersheim nicht vor der Tür abweisen ließ. Vergärt folgte das Mädchen der Filmschauspielerin. Gegen diese herrische Art wagte sie nichts zu erwidern Der alte Friedrich empfing Ria mit gemessener Verbeugung. „Ich möchte ben Herrn Baron hier erwarten. Wir haben Dringenbes zu besprechen. Ich bin mit Baron Gersheim —" einen Augenblick zögerte Ria, bann aber sagte sie fest: „verlobt". Oh! Der Alte zuckte unwillkürlich zusammen. So? Also bie zukünftige Herrin? Unwillkürlich würben feine Verbeugungen tiefer unb sein Ton unterwürfiger, mähr-mb seine alten ehrlich-n Augen scheu Ria Veltens Gesicht streiften. In seiner roürbiaen, beinahe gravitätischen Art hals er Ria b"'w Ableaen b-r Garberobe unb öffnete bann bie Tür zum Empfangssalon. Nicht sehr lange saß Ria gebulbig in bem weichen, tiefen Sessel. Balb erhob sie sich unb schaute sich in bem vornehmen Raum um. Ein Lächeln ber Genugtuung huschte über ihre Lippen. Alles war hier kostbar, gebiegen unb ausgesucht schön. Nicht anbers hatte sie sich Gersheims Wohnung vorgestellt, unb boch war sie jetzt noch überrascht. Gepflegt unb geschmackvoll wie Gersheims Aeußeres war auch fein Heim. Rias Blick fiel auf bie Schiebetür, bie ins Nebenzimmer führte. Merkwürdig, wie mit magischer Gewalt schien Ria diese Tür anzuziehen. Vielleicht ... war Gersheim boch im Hause und ließ sich nur vor ihr verleugnen? Na — und wenn auch nicht! Schließlich war sie doch seine Freundin und konnte sich hier ein bißchen umsehen. Oh, Günter von Gersheim würde zwar Augen machen, wenn sie ihn in seinem eigenen Heim empfing; doch er hatte sich seit Tagen schon nicht mehr sehen lassen. Sie hielt die Ungewißheit einfach nicht mehr aus. Sie hatte sich vielleicht boch zu wenig beherrscht an jenem Tage im Mobedaus Merkur, gestanb sie sich jetzt ein. Ober.. sollte etwa bieser junge, blonbe Mannequin bahinter- stecken? War Gersheim ernstlich verliebt unb schob sie selber einfach ab? Ria Velten glühte innerlich. Wie es auch sein mochte — sie war bie letzte, bie so mir nichts bir nichts bas Felb räumen würbe. Sie schob bie Glastür auseinanber, unb — ihren Sippen entschlüpfte ein gebämpftes: „Ah!" Günter von Gersheims Arbeitszimmer. Wie im Empfanqsfalon bebeefte ben Boben ein bicker, riesenhafter Perser, ber jeden Schritt dämpfte. Ein mächtiger Diplomatenschreibtisch stand quer zu dem Fenster, auf dessen Brett Alpenveilchen in allen Schattierungen prangten. An den Wänden entlang zogen sich Bücherregale, in denen, genau nach ber Art georbnet, bie Bücher wie Hcllbaten ftanben. Eine ganz entzückende Couch, ein flacher Tisch und vier Klubsessel vervollständigten die schlichte und doch irgendwie behagliche Einrichtung dieses Raumes. Ria konnte sich nicht enthalten, an den Schreibtisch heranzutreten. Wenige Photographien standen da. Ria Velten fühlte sich beunruhigt. Dutzende von Photographien hatte sie schon Gersheim geschenkt. Ob die ihre auch einen Ehrenplatz auf feinem Schreibtisch gesunden hatte? Ihre Augen suchten, suchten... Nein! Nur vier Bilder standen da. Das eine zeigte ein altes, aber vornehmes Männergesicht, das andere das Gesicht einer alten würdigen Dame. „Seine Eltern!" lächelte Ria beruhigt; dann glitt ihr Blick weiter. Die dritte Photographie zeigte eine ganz jungä Frau mit einem Kindchen auf dem Arm. Ria fühlte, wie ihr Herz zu hämmern begann; aber doch griffen ihre zitternden Hände schon nach dem nächsten. Eine Amateuraufnahme! Aber gut gelungen. Eine weite, blühende Wiese, und auf der Wiese dasselbe Kind anscheinend — nur älter. Vielleicht zwei Jahre. „Unser Liebling Ursula!" hatte eine Frauenhand in zarten Zügen darunter geschrieben. Ria Velten überwand ihre Erregung. Eine böse Freude erfüllte sie plötzlich. War Gersheim vielleicht — verheiratet? Hatte er daheim vielleicht Frau und Kind, während er hier in Berlin den Junggesellen spielte? Das war wohl sein Geheimnis! Wieder griff sie nach dem Bild, das die junge Frau mit dem Kindchen darstellte. Ein feines, beinah madonnenhaftes Gesichtchen. Die Augen zeigten ein glückliches Leuchten — nur um ben Munb zog sich ein leiser Leibenszug... Ria brehte bas Bilb um — setzte ihr Herzschlag aus? Dieselbe zarte Frauenschrift hatte bie Worte darauf geschrieben: „Wohin sind die Tage des Glücks? Aber — wir wollen dankbar sein und tapfer um unseres Kindes willen! Deine Frau!" Ria Velten schreckte zusammen. Draußen hatte sie plötzlich Stimmen gehört. Kam Gersheim zurück? Mit nervöser Hast stellte sie die Photographien alle an ihren Platz zurück. Wenige Schritte und sie stand wieder drüben im Empfangsfalon. Auf- atmenb zog sie die Schiebetür hinter sich zu. In diesem Augenblick klopfte auch schon der Diener diskret und trat gleich darauf ein. „Der gnädige Herr ist soeben zurückgekommen unb lassen bas gnäbige Fräulein bitten, sich noch wenige Minuten zu gebulben." Ria hatte längst ihre Fassung zurückgewonnen. Jetzt sich nichts merken lassen! Gar nichts! Aber ba lag ja keine Gefahr bei ihr. Zu sehr war sie Schausvielerin. Ein Griff in ihr Chamäleon-Hanbtäschchen, unb mit geübter Hanb vertiefte sie bas künstliche Rot ihrer Lippen noch um einige Nuancen. Ebenso rasch glitt bie Puberquaste über Nase unb Wangen. Die schöne, interessante Frau fühlte sich in bester Stimmung. Sie hatte ja ihre Trümpfe. Mochte sich bie Sache entfalten. Unb wirklich vergingen nur wenige Minuten, bann trat Gersheim ein „Ah? Ria! Guten Taq, Ria! Was verschafft mir bie Freube beines Besuches?" Ria Velten lächelte ihr scharmant"s unb — wie sie so oft gehört hatte — unwiberstehliches Lächeln, obgleich ihr aeübtes Ohr sofort aus feinen Worten bie fühle Reserve heraushörte. (Fortsetzung folgt!) Vltzmar T — 1900 M. 1:3 (1:2). Durch eine Autopanne kamen die Gießener zu diesem Spiel einige Minuten nach 14 Uhr. Der Schiedsrichter weigerte sich, entgegen den Bestirn- mungen, das Spiel noch zu pfeifen. Ein Herr vom Platzoerein sprang ein, und die Gießener gewannen zur eigenen Verwunderung durch großen Eifer 3:1, obwohl sie nur neun Spieler zur Stelle hatten. ,1900 T. Jugend — Heuchelheim T. Jugend 3:3 (2:0). Hierbei hatten die Gießener ihren Gegner (wohl * auf Grund des 4:0-Dorsieges) gehörig unterschätzt. |91ad) anfänglicher 2:0-Führung ließen sie den Gegner auf 2:3 daoonziehen und nur mit vieler Mühe gelang bis zum Schluß das Unentschieden. Hauptversammlung der Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen. Die Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen hielt am Montag im Hotel Hindenburg ihre erste Hauptversammlung ab. Erschienen waren Vertreter der Vereine, die dem Reichsbund angeschlossen sind. Der Führer der Ortsgruppe Dr. Möckelmann, hieß die Teilnehmer willkommen, wies einleitend darauf hin, daß es im Reichsbund für Leibesübungen nicht darauf ankomme, die Interessen irgend eines Vereins oder eines Verbandes zu vertreten, sondern daß im RfL. durch eine gemeinschaftliche Arbeit der Sache des Sportes gedient werden solle. Nachdem einige Formalitäten erledigt waren, trat man sofort in die Beratung der Satzungen ein, die im Entwurf vorlagen. Diesem Satzungsentwurf sei das Wesentlichste entnommen: Der neugebildete Verein trägt den Namen „Ortsgruppe Gießen des Reichsbundes für Leibesübungen". Das Geschäftsjahr beginnt am 1. April und endigt am 31. März eines jeden Jahres. Die Ortsgruppe hat den Zweck, Aufgaben des Reichsbundes für Leibesübungen durchzuführen. Rein fachtechnische Fragen des Sports gehören nicht zu den Zuständigkeiten der Ortsgruppe. Der RfL. hat die Förderung des Turn- und Sportbetriebs und die Pflege des Gemeinschaftsgedankens innerhalb der örtlichen Turn- und Sportvereine durch gemeinnützige Einrichtungen (sportärztliche Beratung, Durchführung von Gemeinschaftsveranstaltungen usw.) zu übernehmen. Maßgebliche Mitarbeit an der kommunalen DerwaUung der Leibesübungen, Prüfung und Weitergabe von Darlehnsgesuchen der Vereine, Eingaben auf Steuermilderung, maßgebliche Einflußnahme bei der Regelung der Uebungsstättenfrage, Spielplatzbauprogramm, Uebungsstättenverteilung, bei der Festsetzung der Pacht- und Bäderpreise, der Turnhallengebühren usw. gehören ebenfalls zu den Aufgaben. Eine weitere Aufgabe des Reichsbundes ist die Durchführung der Prüfungen für das Reichssportabzeichen. Der Reichsbund hat sich außerdem um die reibungslose Zusammenarbeit mit den örtlichen Dienststellen und mit Organisationen zu bemühen. Die Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen ist keine amtliche Stelle und übt keinerlei behördliche Funktionen aus. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden die Beiträge festgesetzt: Vereine bis zu 50 Mitglieder bezahlen 5 Mark, von 50 bis 100 10 Mark, van 100 bis 250 18 Mk. und Vereine mit über 250 Mitgliedern 25 Mark Jahresbeitrag. Nachdem Dr. M ö ck e l m a n.n noch über eine Reihe von Einzelheiten der Arbeit in der.Ortsgruppe gesprochen und den engeren Ausschuß benannt hatte, kam man zum Punkte „Verschiedenes", der eine rege Aussprache brachte. Aus dem Kreise der Vertreter der Vereine wurden mannigfache Anregungen gegeben. Von verschiedenen Seiten wurde die Sportplatzfrage angeschnitten. Insbesondere wurde die Schaffung eines Schwimmbeckens als sehr erwünscht bezeichnet (möglichst schon zum Gau- fest am 2. bis 4. August), da die bisher zur Verfügung stehenden Einrichtungen den Vorschriften, die für die Durchführung von größeren Wettkämpfen gegeben sind, nicht entsprechen. Aus dem Kreise der Radfahrer wurde sehr bedauert, daß ein Plan, eine Radrennbahn zu schaffen, lediglich an der Platzfrage scheiterte. Da auch noch bei verschiedenen anderen Vereinen die Sportplatzfrage in irgendeiner Form aktuell wird, so wurde in der Versammlung der Gedanke erwogen, ob es in absehbarer Zeit möglich wäre, eine geschlossene große Gießener Sportstätte, ein Stadion zu schassen, das die Möglichkeit bietet, ohne besondere Schwierigkeiten auch größere Veranstaltungen durchführen zu können. Der Gedanke fand allgemeine Zustimmung. Inwiefern dieser Plan in die Wirklichkeit umgesetzt werden kann, ist abhängig von vielen Einzelheiten. Der Ortsgruppe Gießen des' Reichsbundes für Leibesübungen erwächst hier eine große und dankbare Aufgabe. Im weiteren Verlauf der Versammlung wies der Vertreter der Gießener Turnerschaft auf das 1. Gau- fest hin und forderte alle Vereine zur Beteiligung auf. Eingehend beschäftigte man sich ferner mit der Frage der Turnhallenmiete. Die Vereine sollen dem Verkehrsamt die für das Jahr 1935 geplanten Veranstaltungen melden, damit Beeinträchtigungen einzelner Veranstaltungen vermieden werden können. Mit Worten des Dankes schloß Dr. Möckelmann die Versammlung. Jahreshauptversammlung des Turnvereins 1862 Wieseck. Die fällige Generalversammlung des Turnvereins 1862 e. D. wurde im Vereinslokal Braun abgehalten. Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vereinsführer unserer deutschen Brüder und Schwestern an der Saar. Vereinsführer Dau - p e r t erstattete zunächst den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß das Jahr 1934 dem Turnen einen weiteren Auftrieb brachte. Bei all den vielen Veranstaltungen, die vom Verein gegeben und besucht wurden, konnten gute Erfolge verzeichnet werden. Hier seien u. a. erwähnt, das Schülertreffen auf dem Schiffenberg, die Reichsschwimmwoche, die Werbewoche der DT., verbunden mit Schlageter- gedenkfeier, die Reichswerbewoche „Gesunde Frauen durch Leibesübungen", Bezirksturnfeft in Friedberg, Kreisfest in Großen-Linden, verschiedene Mannschaftskampfe, ble Saartreuestaffel und Beteiligung an den politischen Feiern. Auch die Gesangsabteilung, sowie die Fußballabteilung haben sehr befriedigende Resultate erzielt. Der Verein konnte im verflossenen Jahr wieder viele neue Mitglieder aufnehmen. Die guten Beziehungen zur Schule bedürfen besonderer Erwähnung. Die Pflege des Altersturnens soll im kommenden Jahr wieder neu aufgegriffen werden. Den Bericht des Ober- turnwarts, der leider nicht anwesend sein konnte, hatte der Vereinsführer in seinen Ausführungen einbegriffen. Für den pflichteifrigen Dberturnroart Bernhardt, dem durch ein Mißgeschick diese Betätigung wohl auf längere Zeit unmöglich ist, wurde der langjährige Turner Hch. Römer als Vertreter zum Oberturnwart bestimmt. Der Bericht des Fußballwartes K. Schäfer lieh erkennen, daß nach Bereinigung einiger Schwierigkeiten, die Abteilung heute wieder gute Mannschaften stehen habe, die sich auch bei allen Serienspielen einen guten Platz gesichert hätten. Kassenwart Pau sch gab einen vorläufigen Kassenbericht, aus dem hervorging, daß der Verein einen günstigen Abschluß erreicht hat. Eine Neuwahl des Vereinsführers, die nach den zur Zeit noch bestehenden Satzungen zur Tagesordnung stand, zeigte das einmütige Vertrauen zu dem seitherigen rührigen und bewährten Turnsreund K. D a u p e r t. Der Vereinsführer gelobte, auch im neuen Jahr feine ganze Kraft für das Wohl des Vereins einzusetzen.' Er dankte noch allen seinen treuen Mitarbeitern und sprach 'den Wunsch aus, daß die gute Zusammenarbeit sich auch im neuen Jahr zum Segen des Vereins auswirken möge. Zeugwart Mandler wurde damit beauftragt, die Jnventuraufnahme in den nächsten Tagen vorzunehmen. Nach der Beratung einiger Veranstaltungen wurde die harmonisch verlaufene Versammlung mit dem ■ gemeinsam gelungenen Liede „Treu unserem Volke" und einem dreifachen „Gut Heil" auf unseren Führer und Reichskanzler Adolf Hitler geschlossen. Handball im Gau XII (Lahn-Dill) Vezirksklasse: Kurhessen Marburg — Tv. Münchholzholzhausen 8:3 (6:3). Eine empfindliche Niederlage brachten die Gäste aus Marburg mit. Die Platzherren boten eine gute Gesamtleistung. Zu Beginn des Spieles ging Münchholzhausen zunächst in Führung, mußte sich aber sofort im Anschluß den Ausgleich gefallen lassen. Marburg hatte, nachdem das Spiel durch je zwei Erfolge auf beiden Seiten 3:3 stand, etwas mehr vom Kampf. Durch Deckungsfehler der hinteren Reihen, die der Gegner geschickt ausnutzte, ließen sich die Gäste bis zum Wechsel noch drei Tore ins Netz werfen. Nach dem Wechsel flaute der Kampf ab und ergab nur noch zwei Tore für die Gastgeber. Tv. Lützellinden — MTV. Gießen 9:4 (6:2): Lützellinden revanchierte sich in diesem Sniel recht deutlich für die im Vorspiel erlittene 3:1-Nie- derlage. Das Spiel war hart und stand in der ersten Hälfte stark im Zeichen der Platzmannschaft. Die zweite Hälfte brachte den Gast etwas mehr ins Spiel, trotzdem war auch Lützellinden jetzt noch die klar bessere Mannschaft. Der Sieg ist in dieser Höhe vollauf verdient. Kreiskla^e I. T v. Atzbach — T v. Hörnsheim 4:4 (2:1). Das Spiel bot keine allzu großen Leistungen und Netz zunächst Atzbach in Führung gehen, bte Vts zum Wechsel mit je einem Erfolg auf beiden Seiten bestehen bHeb. Die zweite Hälfte brachte für die Gäste den Ausgleich. Beide Mannschaften kamen zu zwei Erfolgen und trennten sich mit einer gerechten Punkteteilung. Tv. Groh-Rechtenbach — Tv. Krof- d o r f 6 : 6 (5:1). Das Spiel sah in der ersten Hälfte die Platzmannschaft drückend überlegen. Die Elf kam auch zu einem entsprechenden Vorsprung, der in dieser Höhe verdient war. Nach der Pause kam der Gast zum Zuge und holte in regelmäßigen Abständen Tor um Tor auf. Mit dem Gleichstand trennten sich die Gegner. Tv. Heuchelheim — T v. Lang-Göns 18:3 (9:1). Heuchelheim gab jederzeit den Ton an. Die Tore waren Früchte einer guten Zusammenarbeit und fielen in regelmäßigen Abständen. Die Gäste hatten Ersatz eingestellt und boten eine schwache Leistung. Kreisklasse IL Tv. Lollar — Tv. Dorlar2:7 (1:0). Der Gast traf in Lollar auf harten Widerstand und fand sich in der ersten Hälfte durchaus nicht zurecht. Die Leistungen waren in dieser Zeit bei ihm sehr mäßig. In dieser Zeit sah es nicht nach einem Siege der Gäste aus. Der Erfolg für die Lollarer Mannschaft bestand ganz zu Recht. Nach dem Wechsel kam die Mannschaft besser ins Spiel und hatte bald den Ausgleich hergestellt. Einmal im Zuge, fielen innerhalb 10 Minuten vier weitere Erfolge, denen noch zwei weitere folgten. Lollar vermochte nur noch ein zweites Tor zu erringen. Tv. Launsbach — Tvgg. Ruttershau« s e n 6:4 (3:2). Ein flottes Spiel zeigten beide Mannschaften in Launsbach. Dem Spielverlauf entsprechend wäre ein Unentschieden am Platze gewesen, jedoch der sonst so gute Gästetorhüter hatte einen schwachen Tag. Tv. Garbenheim — Tv. Wetzlar II 6:4. In einem Gesellschaftsspiel trafen sich beide Mannschaften in Garbenheim. Es wurden keine guten Leistungen geboten. Garbenheim, siegte dem Spielverlauf entsprechend durch die bessere Gesamtleistung verdient. Um die Iugendgruppenmeisterschast des DFB., Gruppe Gießen. Am heutigen Mittwoch wird durch Auslosung bestimmt, wer von den drei Gruppensiegern, Spielvereinigung 1900 (1. Jugend), Leihgestern und Heuchelheim, am nächsten Sonntag auf dem Wald- sportplatz des VfB.-R. Gießen das erste Entscheidungsspiel auszutragen hat. Diejenige Jugendmannschaft, die das Freilos zieht, tritt am Sonntag darauf gegen die siegreiche Jugendmannschaft in den Kampf um die Jugendgruppenmeisterschast der Gruppe Gießen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung ) B. in TX. Das Verlangen des Vaters auf Zahlung des Lohnes über den 31. Dezember 1934 hinaus ist rechtlich vollkommen unbegründet, wenn die Kündigung ordnungsgemäß und fristgerecht erfolgt ist ober ein wichtiger Grund zur sofortigen Kündigung vorgelegen hat. Einer evtl. Klage können Sie mit aller Ruhe entgegensetzen. ■■■——obbw. .a» u. j. ‘.ma—i , i r uh-1 Vevbvanehevsenofferttchaft GieSen e. G. m. v. Vermögensbestandteile Jahresabschluß vom 30. Iuni 1934 Eigcvkapital und Verbindlichkeiten Anfangsbestand Zu aang Abgang Abschreibungen Endbestand v-H. | v.H. !. Anlagevermögen: 1. Unbebaute Grundstücke..... 2. Bebaute Grundstücke: Dem Geschäftsbetrieb d. Genossen- schäft dienend............. 1—2 Grundstückswerte zus..... 3. Maschinen u. masch. Anlagen RM. 8350,— 615520,— RM. RM. 254,— RM. 64720,— RM. 8096,— 550800,— RM. 558896,— 78783,- 77998,75 175297,— 81465,77 49443,30 922,38 138725,27 49,0 6,9 6,8 15,4 7,1 4,3 10,5 I. Geschäftsguthaben: l. der verbleibenden Mitglieder. 2. der ausscheidenden Mügl. ... IL Rücklagen (Reservefonds): 1. Gesetzliche Rücklage......... RM. 30000,— 114000,— RM. 265361,70 308,30 81229,25 19270,98 RM. 231151,57 372,50 RM. 231524,07 290132,44 11317,20 588337,80 36371,69 3848,27 20,3 25,4 0,9 50,0 3,1 0,3 256857,41 33275,03 6Z387U,— 2O4,— 64720,— 5820,— 6660,— 65569,— 734,— 2. A in.tR IV. V nhere mucklogen.......... ückstellnngen ............ 9000,— 6660,— 133800,— 29900,— 2285,91 400,— 150,— 710,— 3180,— 70366,91 28856,— 100796,05 265670,— 2739,— 100500,23 114702,15 3930,37 erlrindlichkeiten: 5. Betriebs- und Geschäftsein- 1. Grundstücksschulden: a) Auf Grundft. d. Genossenschaft last. Hypoth., soweit sie nicht Sicherungshypoth. 6. Kraftwagen............... 3—6 Einrichtungen zus........ 17936U,— 2685,91 860,— 102402,91 74286,25 3712,50 11 Beteiligungen (einschl. der zu Betelligungen bestimmt. Wertpapiere): 1. Beteiligung b. d. Reichsbund 2. Sonstige Beteiligungen..... 1 2 Bete iligungen zus. ....... 72966,25 4752,12 1320,— 280,38 1320,— 2.3 b 3.A fi |UIU, VZ>LUUU|U)ULULU UULL Rentenschulden.......... Spareinlagen mit Zinsen.. Sparmarken............ nzahlungen von Mitgliedern ir nnrh 2,1t TtpfprTihp Ma^pn. . 77718,37 1600,38 1 3ZO,— 2922,— 172375,— 4. Verbindlichkeiten auf Grund v. Warenliefergn. u. Leistgn.: a) bei dem Reichsbund...... dav. Verbindlich!, a. d. An- III. Umlaussvermögen: 1. Roh-, Hilfs- u. Betriebsstoffe. 2. Fertige Erzeugnisse, Waren .. 3. Der Genossenschaft zustehende Hypotheken, Grundschulden 0. Rentenschulden............ 1203,25 32778,15 3815,— 28751,52 792,51 48106,74 b nähme gezog. u. d. Ausstellung eigener Wechsel..... 4. Außenstände bei den Mitgl. 5. Schulden der Verteilungsstellenleitungen ............ 5. Bankverbmdlichkerten: a) bei dem Reichsbund...... dav. Verbindlich!, a. d. Annahme gezog. u. d. Ausstel- 114123,70 578,45 6. Sonstige Forderungen...... Unter 111 5—6 enthalt. Forderungen gegen Mitglieder des Vorstandes gemäß 33d Abs. 4 des Gen.-Ges....... 32778,15 5640,26 11024,89 b 6. E b lung eigener Wechsel..... bei Sonstigen........... eschäftsguthaben ausgeschie- »npr Mitglieder ..... 7. Bankguthaben b. d. Reichsbund (Kündig.-Gelder)..... 8. Guthaben bei Notenbanken u. Postscheckkonto............. V. Rückvergütung: 1. Aus dem Vorjahr noch nicht 346,19 36025,50 e chobener Rabatt.......... r k iqqq «ia 9. Kassenbestand ............. x/« uiuuju ] • v« vyv । woo 01 VT Voifcit. hie her IV. Posten, die der Rechnungs» abgrcnzuug dienen ........ ft bgrcnzung dienen......... VI. Verlust: mrä 1933/34.......... Aufwendungen Gen Er »ütit- und Verli rstrechm ing zur | |1161531,47|100,0 vilauz vom 30. Juni 1934 träge Der Vorstand: gez. E. Tietz, gez. P. Sä >neider, g 1161531,47 ?z. Somme: 100,0 ckorn. 1. Lohn und Gehalt ..... 2. Soziale Abgaben...... 3. Sachversicherungen.... 4. Zinsen............... 5. Miete ............... MM. 165170,77 24232,25 2558,— 26784,50 42597,50 4144,49 60682,46 RM. 326169,97 54750,78 167122,91 13207,20 v.H. 9,8 1,4 0,1 1,6 2,5 0,3 3,6 3,2 9,9 0,8 1. Waren-Rohertrag 2. Bäckerei-Rohertrag.... 3. Fleischerei-Rohertrag . 4. Zinsen und sonstige Ka° RM. 277428,6 54801,3 12101,6 RM. 7 5 344331,71 J z 51326,24 " 8914,64 17953,— 138725,27 v.H. Vorstehende Büanz wurde geprüft und dre Belege mit den Geschäftsbüchern übereinstimmend befunden. 2f) . Die Prüfungskommission des Aufsichtsrates: 0/4 gez. Braun, gez. Zimmer, gez. Arnold, gez. Schneider sen. 5390,4 3846,6 4515,4 37573,6 pitalcrträg n. Barabrna e.......... Mitgliederbewcguug Zahl der Anzahl der Gesamt- Gescnnt- 31 Mit- Geschäfts- Geschäfts- Haft- n'z glieder anteile guthaben summe u'° RM. RM. 1 n Stand am 30. Juni 1933 .. 10061 10061 224044 301830 ' Zugang 1933/34 ......... 195 195 7479 5850 o9 Abgang 1933/34.......... 77 77 372 2310 ' Stand am 30. Juni 1934 .. 10179 10179 23) 151 305370 Hiervon scheiden auf Grund dieser Bilanz zu Beginn d. neu. Geschäftsjahrs aus 77 — 372,50 — Die Geschäftsguthaben der Mitglieder hoben sich im Laufe des Ge- schäftsiahrs um 7107 R.^. vermehrt. — Tie Haftsummen der Mit- 6. Gebändeunkosten ..... 7. sonstige Sachunkosten.. 8. Steuern: a) Umsatzsteuer........ 6. *eeraut " . 35102,25 13777,26 5871,27 7. Gebaudeert 8. Außerordei 9. Außerordei Wendungen 10. Verlust: rag ....... üliche Ertr.. etliche Zu- bj Besitz-, Grundstücks-u. Ertragsteuern aller Art c) Sonstige Steuern ... v. Abschreibungen aus Anlagen: a) Bebaute Grundstücke. b) Maschinen und maschinelle Anlagen ...... c) Sonstige Einrichtung. d) Kraftwagen........ 64720,— 3180,— 70366,91 28856,— Verlust aus 1933/34.... 10. Sonstige und autzeror- dentl. Aufwendungen. glieder haben sich ge vermehrt. Die rückstä genüber dem Abschluß des Vorjahrs um 3540 RM. ndigen (bereits fälligen, aber noch nickt geleisteten) Geschäftsanteile betragen 70216 RM. 229A 561250,86 561250,86| 33,2 Einzahlungen auf bic Bei Darmträgheit, Ver. stopfung oder Verdauungsstörungen verlangen Sie immer die einzigartigen tfteininctten» Da» unschädliche p f I o n 2 I Feigen- Naturprodukt Erfolg verblüffend. RM 1.05 I 95 in Apotheken und Drogerien. Versuchspackung 2» Pf. 7107V Scheue nicht das wenige Geld. Weiß es doch schon alle Weit' Sollen jetzt die Hühner legen, MußcDuihnen HESA geben! c HESA-Eierlegemischfutter Samenhaus HESEMANN Gießen, Lindenplatz, Ruf 3851 Donnerstag, den 17.Fannar 1935» nachmittags 2 Nbr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal im Löwen, Neuenweg 28) zwangsweise gegen Barzahlung: 2 elektr. Kühlschränke, 1 Klavier, 1 Tevvich, 2 Büfetts, 1 Waschmaschine, 1 Kollier, 1 Armbanduhr, 1 Haarschneidemaschine,eine Frisiertoilette. 2 Sofas, 2 Sessel, iBücherschrank,3 Warenschränke, 2Grammophone,l Nähmaschine^ 3 Schreibtische,! Kommode, zwei Kleiderschränke, 1 Registrierkasse, 3 Ladentheken, 1 Vertiko, eine Chaiselongue, 1 Bechsteinflügel, 2 Stämme Kiefernholz,ISchreib- maschine. 255D Gerichtsvollzieher in Gießen sllllll Ludwigstratze 33, Tel. 3239. weil Sie plötzlich abgespannt und müde wurden, dann hilft als anerkanntes Kräftigungsmittel Doppelherz. Bei Schlaflosigkeit, Nervenschwäche^Aattigkeil _ _ Erschöpftsein und son- TAuj stigenSchwächezustän- WWW den als Kräftigungsmittel unentbehrlich. Flaschen zu 1,95 RM, 3,70 RM und 4,65 RM. Doppelherz-Dragees 1,50 RAA, Zu haben in nachstehenden Drogerien : C. Seibel, Frankfurter Str., 0. WlnterhoH, Kreuzplatz 9/10. Grtinberg: Karl Schott u. sämtL Filialen. Laubach: Solms-Laubacher Drogerie Karl Klein. 000V Nr. 13 viertes Blatt'Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)Mittwoch,W.Zanuar 1955 Gauleiter Vünlel meldet den deuMen Sieg. präsidentZthodeverkündei das Ergebnis. Der Saardevollmächtigte des Reichskanzlers, Gaulelter Joseph B ü r ck e l, vor dem Mikrophon bei seiner Meldung über das Abstimmungsergebnis, die er von Neustadt aus durch Rundfunk an den Führer und Reichskanzler richtete. (Telegraphiertes Bild.) WWW' L i B ? VV'v/ VZA/ ' M ■ ' ■■■ Der Präsident der Abstimmungskommission Rhode (Schweden) — am Präsidtumstisch stehend — beginnt mit der Verkündung des Abstimmungsergebnisses. — Am Tisch sitzend die übrigen Mitglieder der Abstimmungskommission. VW * V? ■ W' t 1 • W ELS ♦i H MW W *' 4 V 'yD- ■ LS /y i L t * H & << WA Schon auf der Fahrt durch das Saargebiet, dessen schöne Landschaft das weiße winterliche Kleid angelegt hat empfinden wir aufs neue mit Freude, wie deutsch und treu unsre Brüder und Schwestern an der Saar zum Reich stehen. Ueberall recken sich v 5 die Arme zum H.tlergruß entgegen; aus jedem Haus und jeder Hütte grüßen die Bewohner deutsch und winken, gerade als ob sie mit ihrer Herzlichkeit uns einen Ersatz für das Flaggen bieten wollten, das die hohe Regierungskommission untersagt hat. Aber viele wissen sich zu helfen. Manche hängen mit Bändern geschmückte grüne Kränze an die Fahnenstangen, bei onöeren mußte ganz zufällm ,vann<>n= wasche veranstaltet werden, und die Fahnen des Reich- und der Bewegung hängen auf der Wäscheleine Auf dem Balkon einer unmittelbar an der Bahnstrecke liegenden Wohnung steht ein großes Bild des Führers. Fast jedes Haus prangt im Schmuck von Tannengrün und Girlanden. ^eim Verlassen des Saarbrücker Hauptbahnhofs haben wir das zweifelhafte Vergnügen, einige Vertreter des Status quo zu erblicken. Da stehen zur Linken Gestalten, wie man sie hierzulande nur vor 1933 zu sehen bekam, mit roter Armbinde, verkommene Typen, sozusagen die Verkörperung der uns aus der Presse bereits bekannten Lügen und Gemeinheiten dieses Auswurfs der Menschheit. Zur Rechten stehen stramme und frische Ordner aus der Deutschen Front, die überall schnell und freundlich I zur Hand sind, wo es zu helfen gilt. Der Verkehr ist station Neunkirchen. Ich mußte mit mehreren meiner Landsleute noch weiter fahren, um zu meiner Heimat und zu meinem Abstimmungsbezirk zu gelangen. Mittlerweile war es Nacht geworden, und von weitem sahen wir schon die Kirchen von Mit- telbecksbach, deren riesige Kreuze im Lichterglanz erstrahlten. Gegen 18.15 Uhr hatte ich meinen Abstimmungs- bezirl Homburg erreicht. Bei einem Gang durch die Stadt sah ich Hornburg im Lichterglanz erstrahlen. Es gab kaum ein Haus, das nicht mit Lichtern geschmückt war. Auch hier waren die Kirchen mit großen Kreuzen versehen, die weithin ihr Licht in die dunkle Nacht erstrahlen ließen. Es war ein prächtiger Anblick. Eine große Spannung hatte sich der Bevölkerung bemächtigt; ab 21 Uhr läuteten sämtliche Glocken der beiden Kirchen. Am Wahltag, bereits um 8 Uhr, strömten schon die Wahlberechtigten zu ihren Wahllokalen, um ihre Stimme abzugeben. In den Straßen Homburgs herrschte reger Betrieb. Die Deutsche Front hatte bereits ihre' Kräfte eingesetzt, und Wagen um Wagen rollte nach den Abstimmungslokalen. Als ich meiner Abstim- mungspflicht genügen wollte, war der Andrang derart stark, daß ich 2V2 Stunden warten mußte. Aber überall wurde gut Disziplin gehalten. Ich selbst traf im Korridor des Abstimmungslokals einen Freund, den ich 15 Jahre nicht mehr gesehen hatte. Unwillkürlich grüßte ich mit erhobenem Arm — aber schon sah ich giftige Blicke auf mich gerichtet. Die Leute waren nicht damit einverstanden, daß die Disziplin, wenn auch unbewußt, gebrochen wurde. Zweimal sah ich im Laufe des Tages Panzerwagen durch die Stadt rollen, die Besatzung nahm für kurze Zeit an der Bürgermeisterei Aufstellung, um dann wieder zu ihrem Standort zurückzukehren. In den Wahllokalen und auch in näherem Umkreise außerhalb derselben herrschte größte Ruhe. Es wurde kaum gesprochen. Jeder war bemüht, sich seine Stimme gültig zu erhalten. Mit welcher Begeisterung die Frauen bei der Wahl waren, geht daraus hervor, daß in Homburg zwei Frauen wählten, die einen Tag zuvor ins Wochenbett kamen. In einem Sonderzug von Schaffhausen wurde von einer anderen Frau ein Kind geboren; der Fahrtleiter des Zuges und die Deutsche Front übernahmen die Patenschaft. Die in Homburg stationierten 100 Engländer bekam man fast gär nicht zu Gesicht, da sie in Alarmbereitschaft lagen und sich besondere Zwischenfalle nicht ereigneten. Der Außendienst wurde von der blauen Polizei und der Feuerwehr geregelt. Ebenso hatte ich Gelegenheit, dem Urnentransport von Homburg nach Saarbrücken beizuwohnen. Auf zwei Lastwagen, die von je zwei kleineren Kraftwagen vorn und hinten, mit Mannschaften besetzt, begleitet waren, wurden die Urnen transportiert. Daß die Leute auf den Straßen stehenblieben, um sich dieses seltene Ereignis anzusehen, läßt sich denken. Als ein besonderes Ereignis darf wohl verzeichnet werden, daß in meinem Svnderzua sich die Pflegerin aus der Kinderklinik Gießen, Frl. Luise Schüler, befand, die gerade am Abstirnrnungs- tage ihr 20. Lebensjahr erreichte, und somit wohl eine der jüngsten Abstimmungsberechtigten war. Als ich am anderen Tage in Neunkirchen meinen Sonderzug wieder übernahm, hatte sich beim Saarbrückens großer Tag Von Willi R Koch heute, am Samstag schon so stark, daß die Fuß. gänger im Einbahnverkehr vom Hauptbahnhof zur Stadt abgeleitet werden. Die stattliche Reichsstraße ist lediglich dem Zugang zum Bahnhof vorbehalten. Es wimmelt von Menschen; vereinzelt sieht man Angehörige der Besatzungstruppen. In den Schaufenstern ist mit viel Ueberlegung und Geschick das Verbot der Reichsfarben umgangen; so sieht man rote Tücher, darüber ein rundes weißes Deckchen, auf dem an Stelle des Hakenkreuzes ein Lorbeer- ftrauß ruht. Herzlich und gastlich wird jeder in dem ihm zugeteilten Privatquartier ausgenommen. Die Volksgenossen an der Saar wetteifern darin, es uns zugereisten Abstimmungsberechtigten schön und gemütlich zu machen, und schnell ist Freundschaft ge- schlossen. In ihren Erzählungen aus der langen Leidenszeit der Saar bricht immer wieder die Freude durch, ganz bald in das gemeinsame Vater- haus Deutschland zurückzukehren. Beispielhaft ist die Anhänglichkeit der Saardeutschen zum Führer und ihr Vertrauen auf ihn, zu dem auch sie mit 23er» ehrung aufschauen. Sie sprechen von ihm als dem Mann, der ihr Schicksal gewendet und die Voraussetzungen für die Erkenntnis der Welt geschaffen hat, daß das deutsche Land heute nicht mehr am grünen Tisch verschachert werden kann. Daß cs morgen gut ausgeht, weiß jedes Kind; das beweisen auch die in diesen Tagen verfrachteten Möbelwagen. Die Ratten verlassen das —nur für sie — sinkende Aus der Fahrt und in Homburg. Von polizeihaurüVnchtmeister Thum. Leiter der Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saarvereine. Don der Geschäftsstelle des Bundes der Saar- öereine, Berlin, wurde ich mit der Führung des Sonderzuges 15 beauftragt. Mit den Vorarbeiten hierzu, die ziemlich umfangreich waren hatte ich ungefähr drei Wochen zu tun. Insgesamt wurden von mir 850 Fahrscheine ausgegeben. Der Bezirk erstreckte sich auf die Orte ^rantenberg, Bad Wil- bungen, Treysa, Marburg, Gießen, Wetzlar, Biedenkopf, Siegen, Siegerland, Herborn, Dillenburg, Braunfels, Weilburg, Limburg, Montaubaur und Niederlahnstein Als' Begleitmannschaft wurden von der Gießener Sanitätskolonne vier Sanitäter, zwei Helterinnen und drei Aerzte gestellt, die alle während der Fahrt vollauf zu tun hatten, da durch die Aufregung über die kommenden Ereignisse sich viele kleinere ÜntäHe eraab^n Die Stimmung der Fahrgäste war ausgezeichnet. Auf allen Bahnhöfen wurden die Volksgenossen mit Musik und Ansprachen empfangen, und die Begeisterung wuchs von Stunde zu Stunde. Als man jedoch der Grenze näher kam, herrschte eine etwas unge w sie Stimmung da ja von der Abst'mmungskom- mission Empfänge im Saargebiet untersagt waren. In Mettlach erlebten wir jedoch eine angenehme Enttäuschung: Die Beamten und eine große Anzahl der Zivilbevölkerung hatten an der Sperre und auf der Straße Aufstellung genommen, um den Zug zu erwarten und beim Vorbeifahren mit Begeisterung den deutschen Gruß auszubringen. Die Häuser waren mit Fichtengrün geschmückt, die Fahnenstangen ebenfalls mit Grün geziert; anft " der verbotenen Fahne war sehr oft an den Fah 'nstangen ein F'ch.tenkranz befestigt. So ging es immer tiefer ins Saarland hinein. Die Spannung war gewichen, und überall sah man freudige und erwartungsfrohe Gesichter. Aus vielen Fenstern konnte man die Hakenkreuzfahne und die schwarzweißrote Flagge sehen, mit denen die .Saarländer uns zuwinkten. Ueberall standen die Menschen in großen Mengen an der Sperre, da sie sich laut Verbot nicht auf den Bahnsteig begeben durften. In Saarbrücken hatte die Begeisterung ihren Höhepunkt erreicht. Ein großer Teil der Fahrgäste verließ in Völklingen, Saarbrücken und Neunkirchen den Sonderzug, um bie verschiedenen Abstimmungsbezirke zu erreichen. Gegen 17 Uhr erreichte der Sonderzug die EndAbschied eine zahlreiche Menge am Bahnhof eingefunden. Auf allen Gesichtern stand helle Freude, und man hatte die Ueberzeugung, daß wohl jeder seine Pflicht erfüllt hatte. In meinem Zuge herrschte eine vorzügliche Stimmung. Auf den einzelnen Bahnhöfen sanden sich immer wieder neue Volksgenossen ein, die Begeisterung wollte kaum ein Ende nehmen. In Trier, Cochem, Niederlahnstein und vielen anderen Orten bildeten SA.- und SS.-Männer Spalier, Musikkapellen erfreuten uns durch vorzügliche Darbietungen und manche Ansprache wurde gehalten. Ueberall war es ein wah^c« Bild echter Volksgemeinschaft und Kameradschaft. Auch in Gießen wurde uns ein überraschend freudiger Empfang zuteil. Ich fühle mich verpflichtet, von dieser Stelle aus der Kreisleitung und der Bevölkerung von Gießen für den würdigen Empfang im Namen aller Saardeutschen nochmals herzlichst- zu danken. So wurde meine Fahrt ins Heimatland der Saar ein Erlebnis von großartiger Bedeutung, die unter dem Zeichen stand: „Alles für Deutschland !" Gießener Gaarlandfahrer berichten Eine Umfrage des Gießener Anzeigers. Scharfe Kontrolle beim Meten Der,Wartburg' ».«*.»«n. « »■ä'Ä.S’ “ “““““ *“*w Das Zä'htgeschä'st in der aribmg". Die Zählung der Stimmen, die im Festsaal des Hauses „Wartburg" in Saarbrücken an einzelnen Tischer; porgenommen würde. ‘ «ä Wirtschaft Liebe, die sie uns entgegenbrachten. Der Ortspfarrer stiftete für die Kolonne Gießen eine Bergmannslampe, in deren Fuß das Abstimmungsdalum ein- graoiert war und die Ortsleitung der Deutschen Front und das Rote Kreuz in Wiebelskirchen waren sehr für unser Wohl besorgt. Die Fürsorge aller unserer Quartierwirte läßt sich kaum in Worte fassen. Wir hatten Gelegenheit, die mustergültige Disziplin der Einwohner vor, während und nach der Abstimmung zu bewundern. Fahnen durften nicht gezeigt werden. Alles fügte sich der Anordnung. Am Tage vor der Abstimmung prangten die Fahnenstangen an den Häusern mit Tannensträußen oder Kränzen und hie und da auch mit Bergmannslampen behangen. In jeder Wohnung standen die Fahnen in Farben des Dritten Reiches bereit, um sofort nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses ihren Platz einzunehmen. Abends erstrahlten die Fronten fast aller Häuser im Lichte vieler kleiner Lampen oder Glühbirnen und nur bei ganz wenig Häusern, wo dies nicht der Fall war, wußte man, daß hier der Status quo zu Haufe ist. Das konnte aber die Stimmung, die feste Zuversicht an dem für Deutschland günstigen Ausgang der Abstimmung nichts ändern. Saargebiet gezählt werden, sind in regelmäßigen Abständen mit englischen Kavallerieposten besetzt; die „Wartburg" selbst ist rings von englischer In fanterie mit zahlreichen Maschinengewehren umstellt und in allen Stockwerken, selbst aus dem Dach, bewacht, während vor dem Portal Posten mit auf- gepslanztem Seitengewehr und eine Eskadron Aufstellung genommen haben. Von schwerbewaffneten Kraftfahrkolonnen werden die Urnen eingebracht. Mit der Begleitung find englische und italienische Truppen betraut. In gleicher Weise sind die Gleise und Brücken der Bahnstrecken gesichert, auf denen die Bahntransporte mit den Urnen aus den entfernter liegenden Gemeinden anrollen; man sieht die Posten auf der Ueberführunq bei Dudweiler und die Besetzung des Güterbahnhofs, auf dem die Umladung in Kraftwagen erfolgt. Diese strenge Bewachung ist erforderlich; weiß man doch, daß die Separatisten Sprengstoff besitzen und vor keiner Gewalttat zurückschrecken. Montag schlägt die Abschiedsstunde. Wir verlassen das schöne Saarbrücken mit der frohen Gewißheit, daß der Sieg unser sein muß und damit ein schreiendes Unrecht sein Ende gefunden hat. Das Saargebiet hat nicht umsonst geschmückt. Heute haben wir die Gewißheit, daß ein über Verhaften herrlicher Sieg errungen ist. Wenn der Frühling mit feiner Pracht an der Saar wieder Einzug hält und die Natur auferfteht, die sich dort besonders reich entfaltet, dann wird es nach vielen harten Jahren der Fron für unser Saarland wieder der erste deutsche Frühling der Freiheit sein! * Metallgesellschaft AG. Frankfurt a. M. In der AR.-Atzung der Metall gesell schäft AG. wurde die Bilanz per 30. September 1934 oorgelegt, die aus laufenden Geschäften einen Reingewinn von und manch dankbarer Händedruck erfüllte uns mit dem stolzen Gefühl, unsere schöne Aufgabe ßum Wohle unserer Volksgenossen und damit im Sinne unseres Führers und Schirmherrn des Deutschen Roten Kreuzes gelöst zu haben. änderungen nach beiden Seiten hielten sich zumeist innerhalb eines Prozentes. Für den Sonderzug Gießen—Neunkirchen zur Saarabstimmung stellte das Rote Kreuz das Sanitäts-Begleitpersonal. Vier Pfleger aus der Sanitäts-Kolonne und zwei Helferinnen des Alicefrauen- vereins vom Roten Kreuz übernahmen unter Leitung einiger Aerzte, die abstimmungsberechtigt waren, die Betreuung der hilfsbedürftigen Fahrtteilnehmer. Die Aufgabe war wohl eine der schönsten und dankbarsten. Mit den Hilfeleistungen für unsere Brüder und Schwestern war es uns vergönnt, ein bescheidenes Teil zu dem herrlichen Abstimmungsergebnis beizutragen. Es war uns möglich, alle als krank gemeldeten Abstimmungsberechtigten wohlbehalten am Abstimmungsort in weiterhelfende Hände abzugeben. Wieviel stilles Heldentum wurde doch von den uns anvertrauten Schützlingen aufgebracht!? Alte Mütterchen bis zu 80 Jahren, andere, die gerade vom Krankenlager aufgeftanden waren, werdende Mütter und eine Anzahl junger Mütter mit ihren Säuglingen haben die Anstrengungen der weiten Reife gerne und mutig auf sich genommen, nur um ihre Stimme, die vielleicht ausschlaggebend sein könnte, für Deutschland nicht verloren gehen zu lassen. So z. B. eine Frau, die in wenigen Tagen ihrer Niederkunft entgegen sah, scheute selbst die Gefahr einer eventl. Entbindung unterwegs nicht. Bald war das beste Einvernehmen mit unseren Schutzbefohlenen hergestellt und manches Wort des Dankes und Ausdruck der Zufriedenheit von den Betreuten war schönster Lohn für gern geleistete Arbeit. Das Endziel der Reife konnte ohne ernsteren Zwischenfall erreicht, und die letzten unserer Pflegebefohlenen im Bahnhof Neunkirchen den Kameradinnen und Kameraden vom Roten Kreuz in Obhut gegeben werden. Treue deutsche Kameradschaft der Neunkirchener Sanitätskolonne hals uns in kurzer Zeit alle zur Hilfe notwendigen mitgebrachten Materialien und Geräte für den Rücktransport sicherzustellen. Quartiere bezogen wir in Wiebelskirchen, einem größeren Dorf bei Neunkirchen. Die Einwohner dieses Dorfes fetzten sich zum größten Teil aus Arbeitern und Angestellten der umliegenden Gruben und Hüttenwerke zusammen. Was wir nun erleben durften, wird uns allen in schönster Erinnerung blieben. Freudig strahlten uns die Augen entgegen, denn jeder wußte, daß bei einem derartigen Einsatz nichts anderes als ein herrlicher Sieg erfochten werden konnte, der die Wiedervereinigung mit dem Mutterland bringt. „Mir wolle hemm", so klang es uns überall mit stolzer Zuversicht entgegen. Einer wetteiferte mit dem anderen, uns irgend etwas Gutes zu tun. „Ihr habt uns die Brüder und Schwestern aus dem Reich bringen helfen und wir vergessen nie, daß ihr uns damit im Kampfe für die Rückkehr zur Heimat geholfen habt." Diese Gedanken bewegten unsere Brüder an der Saar immer wieder und waren der Grund aller Die Arbeitstage im Bezirk des Landesarbe.tsamts Hessen. LPD. Die Pressestelle des Landesarbeitsamts Hessen teilt mit: Die saisonüblichen Entlassungen rufsgruppe war in erster Linie durch saisonbedingte Entlassungen der Offenbacher Portefeuilleindustrie verursacht. Die Zunahme schwankt in den einzelnen Arbeitsamtsbezirken zwischen 1622 (Arbeitsamtsbezirk Frankfurt a. M.) und 9 (Arbeitsamtsbezirk Niederlahnftein). Zwei von den 17 Arbeitsamtsbezirken hatten auch im Dezember noch eine Abnahme der Zahl der Arbeitslosen zu verzeichnen, und zwar Kassel um 1081 und Darmstadt um 137. Die Zahl der von der Reichsanstalt unterstützten Arbeitslosen ist den Zugängen im Dezember entsprechend gleichfalls gestiegen, und zwar schielten Ende Dezember 34 749 Personen Arbeitslosenunterstützung und 46142 Krisenunterstützung, gegenüber 28 529 bzw. 45 816 Ende November 1934. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen hat dagegen weiterhin von 42 775 auf 42 333 abgenommen. Bei Notstandsarbeiten waren 22 514 Arbeitslose beschäftigt, das sind 2081 mehr als Ende November vorigen Jahres. Die den sche Schweinehaltung. Die vorläufigen Zusammenstellungen des Statistischen Reichsamtes zeigen folgendes Ergebnis der Schweinezählung vom 5. Dezember 1934: Gefamt- fchweinebeftand 23,14 (Dez. 1933: 23,89) Millionen Stück, darunter Schlachtschweine (über V2 Jahr alt) 6,70 (6,28), Jungschweine (8 Wochen bis noch nicht V2 Jahr alt) 10,04 (10,35), Ferkel (unter 8 Wochen) 4,51 (5 13), trächtige Sauen 1,07 (1,23), davon Jungsauen 0,24 (0,31) Millionen Stück. Der Schweine- bestand vom 6. Dez. 1934 ist um 3 v. H. kleiner, als im Dezember 1933. Es bestätigt sich damit die Tendenz zu einer Verkleinerung der Schweinehaltung. Die über V2 Jahr alten Schlachtschweine weisen als einzige Altersklasse eine Zunahme gegenüber dem Vorjahre auf (6,5 0. H.). Alle übrigen Klaffen zeigen eine sich fortschreitend vergrößernde Abnahme. Entsprechend dieser Bestandsentwicklung wird das zur Zeit noch über Vorjahreshöhe liegende Schweineangebot im Laufe der nächsten Monate allmählich um ein Geringes hinter dem Rekordangebot des Vorjahres zurückbleiben. Diese Entwicklung ist die natürliche Anpassung der Schweineerzeugung an den geringeren Futteranfall der letzten Ernte. ♦ zugsaktien, sowie von 4 (0 v. H.) auf die 33,4 Mill. Mark Stammaktien vorgeschlagen werden, eine Ausschüttung, die dem Reingewinn aus laufenden Geschäften entspricht. Me n-Mainiscke Mittagsbörse. Tendenz: fest. Frankfurt a. M., 15. Jan. Das gewaltige Bekenntnis des Saarlandes zum Reich hinterließ auch an der Börse den denkbar stärksten Eindruck. Daß hierdurch ein bisheriger internationaler Störunos- faktor ausgeschaltet worden ist, steht außer Zweifel Am Chemiemarkt lagen Farbenindustrie mit 142,25 (143) bis 143 behauptet, fester waren noch Deutsche Erdöl mit 104,25 (104), und Metallgesellschaft erhöhten sich auf den inzwischen bekanntgewordenen Beschluß der heutigen Bilanzsitzung, wonach die Dividendenzahlung für die Stammaktien mit 4 v. H. wieder aufgenommen wird, auf 90 (89,50) v. H. Am Markt der Elektropapiere blieben die gestrigen Kurse zumeist gut behauptet, etwas fester lagen noch Felten, Siemens, Lahmeyer. Schlickert und Gesfürel bröckelten bis 0,50 v. H. ab. Für Montanaktien überwogen Kursbesserungen bis zu 0,65 v. H., besonders die Werte der Stahloereins-Gruppe wurden bevorzugt. Etwas schwächer lagen Harpener (—0,75 v. H.), Klöckner (—0,25 v. H.) und Buderus (—0,75 0. H.). Weniger spekulative Papiere, wie AG. für Verkehrswesen (82,25), Eßlinger Maschinen (69,50), Moenus Maschinen (85), Gement Heidelberg (111,50), Zellstoff Aschaffenburg (72,50) erhöhten sich bis zu 1,50 v. H., ferner gewannen AKU 1,13 v. H., Daimler, Deutsche Linoleum, Westdeutsche Kaufhof und Reichsbank bis 0,75 v. H. Der Rentenmarkt lag dagegen weiter fest, wenn auch die wesentlich höheren Vorbörsenkurse nicht mehr erreicht wurden. Altbesitz zogen auf 111,40 (111) an, ferner gewannen Kommunal-Umschuldung 0,40 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 0,25 v. H., Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,25, Zinsver- gütungsfcheine und Stahlverein-Bonds blieben etwa behauptet. Fest lagen Städte-Altbesitz mit 107 (106). Am Pkandbriefmarkt bestand bei bis 0,50 0. H. festeren Kursen weitere Nachfrage, insbesondere für Liquidationspfandbriefe. Stadtanleihen lagen ruhig und nur wenig verändert, auch Staatstitel zeigten meist behauptete Kurse. Auslandsrenten fanden nur wenig Interesse. Der Kassamarkt wies im ganzen noch feste Haltung auf, doch war die Haltung nicht ganz einheitlich. Sinalco blieben weiter stark gefragt, auch Seilindustrie Wolff und einige von der Mannheimer Börse übernommene Werte, wie ©inner, Durlacher Hof, Pfälz. Mühlenwerke und Bad. Rheinschiffahrt waren gesucht. — Tagesgeld unverändert 3 v. H. Keine Abendbörse. Wegen der Bedeutung des heutigen Tages hat der Börfenvvrstand angeorbnet, daß die Abendbörse ausfällt. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 15. Jan. Auftrieb: Ochsen 42 (zum Schlachthof direkt 7), Bullen 37 (1), Kühe 350 (5), Färsen 220, Kälber 346 (7), Schafe — (2), Schweine 765 (34). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 33 bis 35, b) 28 bis 32, c) 24 bis 27. Bullen b) 28 bis 30, c) 22 bis 27. Kühe a) 30 bis 34, b) 25 bis 29, c) 19 bis 24, d) 10 bis 18. Färsen, a) 35 bis 38, b) 30 bis 34, c) 26 bis 29, d) 22 bis 25. Kälber b) 36 bis 40, c) 27 bis 35, d) 18 bis 26. Schafe nicht notiert. Schweine b) 50 bis 53, c) 48 bis 52, d) 46 bis 51. Marktverkauf: Rinder schleppend, Ueberstand. Kälber ruhig, langsam geräumt. Schweine ruhig, Ueberstand. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 15. Jan. Arn heutigen Grvß- rnarkt wurden aus Anlaß der Saarfeierlichkeiten keine Notierungen feftgestellt. Ais SamtälsbeMer bei der Saarabstimmung Don Kolonnepsührer L Kräh. und hat die Zuversicht für eine weitere Förderung des europäischen Friedens nur noch verstärkt. Unter diesem Eindruck werden auch berechtigte Hoffnungen auf einen starken wirtschaftlichen Aufschwung des Saargebiets gehegt, die auf die Gesamtwirtschaft des Mutterlandes natürlich einen anregenden Emfluß selischaft, sowie auf Währungsgewinne entfielen. Aus dem vorhergegangenen Geschäftsjahr steht ein Gewinnvortrag von 527 082 Mark zur Verfügung. Der GV. am 18. Februar soll die Verteilung einer Dividende von 6 v. H. auf die 1,86 Mill. Mark Vor- Schifs. Nur über den Prozentsatz der deutschen Stimmen findet lebhafter Meinungsaustau ch statt. Sogar Ausländer aus den Abstimmungsgerichten bewegt diese Frage. Ein Norweger, der id) sehr lobend über die vorbildliche Geduld und Disziplin der Deutschen an der Saar ausspricht, hat auf 82 Prozent für Deutschland gewettet Zum Empfang der abstimmungsberechtigten Deutschen aus allen Erdteilen erstrahlen bei Eintritt der Dunkelheit die Hauptverkehrsstraßen und die Saarbrücken in Tausenden von elektrischen Flammen, und Scheinwerferlicht ergießt sich über das herrliche Barock der Ludwigskirche und das neue Rathaus in St. Johann, zwei Wahrzeichen der schönen und ur- deutschen Stadt Saarbrücken. Auf den Straßen flutet eine festlich gestimmte Menge deutscher Männer und Frauen, die aus aller Welt kamen, um ihre völkische Pflicht zu erfüllen. Rührend sind die Szenen des Wiedersehens unter alten Freunden; freudig bewegt erkennen sich Menschen, die Jahre, ja Jahrzehnte getrennt waren. Jetzt hat sie der Ruf des Vaterlandes zufarnrnengeführt. Das gesamte Saarland scheint eine große Familie geworden zu sein. Vor den Abstimmungsgebäuden steht man schon in den frühen Sonntagmorgenftunöen Schlange. Wohl keiner setzt fein Kreuz ins dritte Feld, ohne vorsichtig und gewissenhaft geprüft zu haben, ob der in der Zelle hängende Stift den von hoher Kommission verordneten Farbton schreibt, lieber allen liegt ein feierlicher Ernst; jeder ist sich der Bedeutung der Stunde vollauf bewußt. Kein Abstimmungsberechtigter spricht ein Wort; jeder hält den rechten Arm krampfhaft an der Seite, oder hat die Hand in der Tasche, um nicht durch unwillkürliche Erweisung des deutschen Grußes das Vaterland um eine Stimme zu schädigen. Bis zu fünf Stunden haben manche Berechtigte anstehen müssen, geduldig und freundlich, bis auch sie endlich dran- famen. Aber Tage hindurch würden sie so gestanden haben, wenn es fein müßte, denn es geht um die Heimat und um Deutschland! Wie groß der Siegeswille, nicht nur der Saarbevölkerung, sondern auch der aus dem Reich gekommenen Volksgenossen war, möge daraus hervorgehen, daß sich Fahrer von Krankenwagen, die Abstimmungsberechtigte nach Neunkirchen gebracht hatten, mit ihrem Wagen den ganzen Tag zur Verfügung stellten, um ortsanfäfjine (schwerkranke nach den Abstimmungslokalen zu befördern. Am Sonntag begegneten wir einigen Panzer- und Lastwagen mit fremdem Militär. Die Engländer, die am Abend mit starkem militärischem Amgebot die Wahlurnen zum Transport nach Saarbrücken abholten, schienen mit. . , , „...... ihrem Dienst recht zufrieden. Singend kamen sie auf 1 520 481 Mark aufweist. Außerdem erbrachte das ihren Lastwagen an und manches Scherzwort wurde; Geschäftsjahr außerordentliche Erträgnisse in Höhe vor Abfahrt mit den herumstehenden Schaulustigen! von 3 603 783 Mark, von denen 2 771 898 Mark auf gewechselt. Dem Ausspruch eines Engländers „Auf Gewinn aus Rückkauf von Pfund-Anleihen der Ge- W'.edersehen" wurde ein promptes ,.So fiehste aus!" ' r*m'L~C1 r ~"c Freund den Opa von der Saar zeigen konnte. An wenigen bemerkt, ein sehenswertes militärisches der zur Zeit noch bestehenden Grenze hatten wir Schauspiel dar, die Einbringung der in eigens \ alle unsere Pfleglinge (ein älterer schwerkranker hierzu hergestellten Kisten verpackten Urnen mit, Herr war in Saarbrücken zurückgeblieben) wieder den Stimmzetteln aus sämtlichen Abstimmungs-' in Obhut genommen. Alle konnten wieder in ihren lokalen. Die Zugangsstraßen zur „Wartburg" in Heimatbahnhöfen wohlbehalten abgeliefert werden Saarbrücken, wo die Stimmen aus dem gesamten Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zulegi veichiossenen Dividende an — Reichsvankdiskonl 4 0 H .yiun u. u. - <«1 Schluß- iurs Schlugi. Abend- W Schluo- turs Schlugt Mittag, börse Datum 14.1- | 15.1 14-1. 15.1- 6% Deutsche Reichsanlethe 0 1927 98.4 98-5 98.65 98-9 6% ebem.7% Ti. Reichsanl. v. 1929 5%% ?)ounfl-iMnleit)e von 1930 • — 99-4 99-8 99.75 100 Deutsche ’.,lnl..'2lblöf.«<3d)ul0 mti AuSlof.-Rechten ......... 111 110.4 111 110.13 Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ebem.8% Hess. Bolksstaal 1929 (rückzahlb. 102%) 99 99 98-75 99 6% Hess Landesbank Darmstadt Goto R. 12 96 96.5 96-25 5*/»% Hess Lanbes-Hypotheken- bank Darmstadt LUaui 96-75 Oberhcssen Provinz-Anleihe mit Ausloj.-Reckten Dealscke Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Ausloi.-Reckten 109.25 109-75 109 109-75 6% ehe in 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe 15 unkündbar bis 1935 96.25 96-75 96-25 6% ehern. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpfe 16 unkünobar bis 1936 96-25 96-75 tVi% ehem 4>/z% Franks Hyp.- Bank-Ligu.-Psandoriefe 96.5 97.25 6*/2% ehem V/2% Rheiniscke Hyp.-Bank-Ltau.-Golbpfe 97-5 98 97.5 98-5 «% ehem 8% Pr Landespfand, briefanstalt, Pfandbriefe R 19 97-75 98 97,75 98 •% ehem. 7% Pr Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 97-75 98 97-75 98 Steuergussch. BerrecknunggkurS 104.5 104.5 104-5 104-5 <% Oesterretchssche Goldrente 27-5 27-5 — 4,20% Lesterreichiscke Silberrente 1.1 1.3 — 1.3 *% Ungarische Goldrente 9 — 8-9 8-5 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8.75 8.65 8.75 8.45 4%% desgl. von 1913 8.75 8.65 8-7 8.9 6% abgest. Goldmexikaner von 99 11 10-9 11.2 11 4% Türkische Zollanleihe von 1911 - 4% Türkische Bagdaobahn-Anleihe Serie 1 ................... 8 8 — — ■au u. Schluß- kurs Schluß!. Abend- börie Schluß- furei Schlußk. Mittag- bör-e Datum 14.1 15-1- 14-1- 15.1 4% vesgt. Lene li 8 8 — _ 5% Rumän. vereint;. Rente v. 1903 4-6 4.6 4.6 4.7 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l9i3 6.5 6.5 6-8 4% Rumänische vercinh. Rente 4-3 4.35 4.4 4-3 2V4% Anatolier ............ 33-5 33-5 33 33-75 Hamburg-Amertka-Pake« .... 0 26-5 26.5 26-65 26-25 Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 — — 24.5 24.75 Hansa-Dampfschifs ........ Norddeutscher Lloyd ......... 0 — — — — 0 30.4 30 29.9 29.9 A.G. für 'Verkehrswesen Akt. .. 0 81.4 82-25 80-5 81.5 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 95.5 96 96-25 96-25 ssommerz- und Privat-Bank .. 0 74-5 75-25 74.25 75-25 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft .. ......... 0 78 73-75 78 78-75 Dresdner Bank.............. 0 79-25 80 79-25 80 Reichsbank ................ 12 154 154-75 153-5 15 v5 A.E.G...................... 0 29-75 29-9 29 29-65 Bekula............. 0 138.75 139 138-65 138-5 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 104-13 104 104.13 104-25 Licht und Kraft .... 6 117.5 117 117 116.75 gelten & Guilleaume...... 0 80.75 81.5 80.5 81-4 Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung 5 111-5 111.75 111.13 111-75 Rheinische Elektrizität ..... 5 111 110 110 110 (Wert & (So............ 6 100-5 100 100-25 99-25 Siemens L Halske............ 7 144-75 145 144-5 143-5 Lahmeyer L So............. 10 119.5 120 119-5 119.75 Buderus .................. 0 90 89-25 88-75 88.75 Deutsche Erdöl .............. 4 104 103-5 102-65 103-5 Gelsenkirchener.............. 0 67-25 67.9 66-9 67-4 Harpener ............... 0 101 100.25 100-25 100 Hvesch Essen—Köln-Neuessen .. 0 — 84-5 84-4 Ilse Bergbau .......... 6 150-13 — 150 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 120.13 120.75 120 121 Klvcknerwerke ............ 0 80.5 79 79.9 79-25 Mannesmann-Röhreo........ 0 77.9 78-25 77.4 77.75 vi an ui a. «Öerim Schluß- lurs edjiUB • Abend- bör>- Sch uß- turs e>d)iuur Mittag- bör c Datum 14.1- 15-1 14-b 15-1- Mansieloer Bergbau .. .. 0 90-5 91 90-5 90-5 Kokswerke ........ .. 0 — — 98 75 99.5 Phonir Bergbau...... .. 0 53,13 53 52-75 52-9 Rheinische Braunkohlen . 10 211 213 210 212 Nheinstahl ......... .. 0 92 92 92 91-13 Bereinigte Stahlwerke. .. 0 44.5 44.4 44.25 44.4 Ltavi Minen ....... . . ___ .. 0 12-75 13-13 12-75 13.4 Kaliwerke Aschersleben. .. 6 112-25 — 112-5 112 Kaliwerke Westeregeln . .. 5 111 112.5 110.5 112.25 Kaliwerke Salzdetfurth ..... iy. — 152-5 152-5 153.5 I. G. Farden-Jnoustrie 143 142-25 141-9 142-13 Sckeideanstalt........ .. 9 203 203 — Goldschmidt ......... .. 0 91-25 92 91 90 Rülgerswerke ........ .. 0 98.4 98-25 98-75 98-75 Metällgeiellschaft...... .. 0 89.5 90 88 90.5 s» Pb'ütvv Holzmann .... .. 0 81 82-5 81-25 81-75 Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.. .. 0 110-5 111 .. 0 - Schultheis Payenhoser .. 0 _ — 105-25 105.5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 50.9 51-25 51 51.13 Bemberg ..... .. 0 117-5 — 117-5 117 Zellstoff Waldhof ..... .. 0 50 49.5 49-5 49-5 Zellstoff Aschaffenburg .. 0 71.25 73 71-25 71-75 Dessauer Gas....... .. 7 — — 127 127-5 Daimler Motoren..... .. 0 49.5 49.65 49-25 49.13 Deutsche Linoleum .... .. 0 67-4 67.75 67-4 67-4 Crenftetn & Koppel ... .. 0 92-5 92 Leonhard Tietz ....... . .. . . .. 0 36-25 36-25 35-65 36-25 Ebade ........... ..10 — — 189 Aceumulatoren-Fabril. e e e • e .. 0 159-5 162 160 161-25 Contt-Gummi........ .. 0 145-75 145 145-5 145.5 Grtyner............. .. 0 27-65 - 27-65 29.65 Mainkraftwerke Höchst a.M.. .. 4 87-5 87-75 Süddeutscher Zucker .. .. 8 163 167 167 Lvmbardzinsfuß 5 0 H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU Banknoten. 14. Januar 15-3anucr r Amtliche Notierung mssiche Jlotie unq G ld Brief Geld 1 Brief Buenos Aire 0-628 0-632 0-628 0.632 Brüssel .... 58-22 58-34 58-20 58.32 Rio de 3an. 0-194 0.196 0-194 0-196 Sofia ...... 3.047 3-053 3-047 3.053 Kovenhagen. 54-38 54.48 54.32 54-42 Danzig..... 81-30 81-46 81-28 81-44 L'onoon..... 12-18 12.21 12-165 12-195 Helitngfors.. 5-375 5-335 5.37 5-38 Paris ..... 16-425 16-465 16.42 16.46 Holland ... 168-23 168-57 168-39 168-73 .Italien..... 21-30 21-34 21-30 21-34 Zcwan..... 0.709 0-711 0-708 0-7,0 Jugoslawien 5-649 5-661 5-649 5.661 cslo..... : 61-21 61-33 61-14 61-26 48.95 49.05 Lissabon ... 11-05 11.07 11-04 11-06 Stockholm.. 62-79 63-91 62-72 62-84 Schweiz ... 30-72 80-88 80-72 80-88 Spanien.... 34,02 34-08 34-06 34-12 Prag....... 10.40 10-42 10-40 10-42 Budapest .. — — — Reuyork... 2-485 2-489 2-493 2-497 Serlin,15-Zonuar Geld Srle Amentamime wüten............. 2-445 2-465 Belgische Noten.................. 57-99 58-23 Dänische Noten ............... 54.11 ■ 54-33 Englische Noten ................ . 12-13 12-17 Französische Noten.............. 16.38 16-44 Holländische Noten.............. 167-97 168-65 Italienische Noten................ 21-11 21-19 Norwegische Noten .............. 60.98 61 -22 Deutsch Lesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten ............... _ Schwedische Noten............... 62-50 62-76 Lckweizer Noten................. Spanische Noten................. 33-82 33-96 Ungarische Noten................