Nr. 241 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 15. Oktober 1935 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewatt Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrShl'sche Untverfitätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Siehrn. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh. Dereinbg.25°/„ mehr. Ermähigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf.» Mengenabschlüsse Staffel B Der Wahlkampf in England beginnt Gchahkanzler Chamberlain begründet Englands Völkerbundspolitik. — Die Aufrüstung als wichtigste Krage im Hintergrund. Genfer Bilanz. Von Dr. Hans von Malottki. Endgültiger Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund. Gewiß nur ein formaler Akt und lediglich juristische Bestätigung eines seit zwei Jahren praktisch bestehenden Zustandes. Als endgültiger Abschluß und Schlußstrich aber doch auch eine geschichtliche Position der deutschen Politik, von der sich der Blick über das Tagesgeschehen hinweg auf jene Ideen und gestaltenden Kräfte richtet, die dem Zusammenleben der Bölter zugrunde liegen. Auf der Friedenskonferenz hatte Wilson beharrlich um die Einbeziehung des Völkerbundes in die Friedensverträge gerungen. Das Jnkraftsetzen dieser Verträge sollte einem Instrument zum Dasein verhelfen, das mit seinen idealen Zielsetzungen sich wahrlich fremd genug in jener Welt das Hasses und hemmungslosen Siegerwahnes ausnahm. Gleichwohl, — man tat es, um den verstiegenen Menschheitsbeglücker loszuwerden und in dem beruhigenden Bewußtsein, daß die Wirklichkeit der Diktate sich als das stärkere Element erweisen würde. So wurde die Völkerbundssatzung Teil I des Versailler Diktates; Wilson war zufrieden und Clemenceau auch. Eine grausame Verirrung des Menschengeistes hatte zu allem anderen auch noch den Weg zum Frieden zerstört. Frieden, — das war von nun an Versailles. Friedenssicherung, — das war nicht ein der Dynamik des Völkerlebens Rechnung tragendes Verfahren, war nichts, was den Ausgleich der Gegensätze, die Beseitigung schreienden Unrechts zum Ziel hatte, war überhaupt nichts Zukunftweisendes, sondern die Organisierung der „gemeinsamen Aktion" zur unbedingten Aufrechterhaltung des Status quo, der Welt von Versailles. Von Anbeginn an war dem Völkerbund das Rückgrat gebrochen, war er nicht Instrument einer schöpferischen Fortentwicklung des Zusammenlebens der Völker, sondern lediglich Mittel für die Organisierung und Stabilisierung einmal geschaffener Machtverhältnisse unter Ausschluß, ja gegen die Mit- t e l m ä ch t e. Der Eintritt Deutschlands in die Genfer Liga, von allen Demokraten als Beginn einer Zeitenwende stürmisch gefeiert, änderte nichts daran; er verwischte nur nach außen den klaren Tatbestand unter einem Wust nebelhafter Phrasen. Unter der geräuschvollen Verkündung der Gleichheit der Nationen vor dem Genfer Gesetz konnte die Scheidung in Sieger und Besiegte nur um so besser aufrechterhalten, die Mißachtung feierlich proklamierter Menschenrechte um so ungestörter betrieben werden. Nackte Macht- und Jnteressenpolitik bediente sich mit Geschick jener demokratischen Weltbeglückungskulissen, die Wilson zum „Frieden" beisteuern durfte. Sieben Jahre deutsche Mitgliedschaft in Genf, — eine Kette von Enttäuschungen, eine Fülle offenen und versteckten Unrechts. Trotz allem eine vielleicht notwendige Durchgangsposition. Notwendig, um hinter die Geheimnisse dieses Apparates zu kommen, den Abstand zwischen Ideal und Wirklichkeit in seinem vollen Ausmaß zu erfassen. Nach außen war Genf ein juristisches S y st e m , das beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen in klarer vorher genau zu übersehender Weise funktionieren sollte; ohne Unterschied der Sache, ohne Ansehung der besonderen Umstände, ohne Rücksicht auf die jeweils beteiligten Staaten sollte der Paktbrecher gestraft und dem Recht zum Siege verholfen werden. Auch ohne die Verquickung mit dem Versailler Vertrag, auch ohne diese Belastung hätte ein solches System nicht funktionieren können. Denn es war blutleere Abstraktion und wirklichkeitsfremde Theorie, es negierte die konkreten Interessen der Staaten, es setzte sich über die natürliche Rangordnung und die verschiedenen Größenverhältnisse der Völker hinweg. Es gab z. B. Haiti gleiches Recht und gleiche Stimme wie der Weltmacht England, es setzte an die Stelle eines natürlichen Zusammenlebens und Lebenskampfes der Völker eine mechanistische Auffassung, die aus Nationen, aus lebenden Wesen automatisch funktionierende Puppen zu machen hoffte. Daß sich in der Praxis die lebendigen Kräfte und beherrschenden Großmachtsinteressen durchsetzten, daß Genf nicht ein ideales juristisches System, sondern Interessengemeinschaft der Siegermächte wurde, bestimmt und gelenkt von ihren höchst materiellen Erwägungen, daß es somit in der Stoßrichtung geg^n Deutschland arbeitete, — wer wollte sich darüber wundern? Daß dieses Genfer Instrument stets dann versagte, wenn deutsche Belange und Interessen auf dem Spiel standen, war nur die Kehrseite dieser Genfer Wirklichkeit, und die bitteren Erfahrungen, angefangen von der Abrüstung und den Tributen über die Minderheitenfragen bis zu Memel und der „Verurteilung" der deutschen Aufrüstung nichts anderes als zwangsläufige Folgen einer verfehlten Anlage. Nun fügt es der Zufall, daß das Ausscheiden Deutschlands aus Genf zusammenfällt mit einer fast beispiellosen Aktivität dieser Maschinerie, und die Presse der Völkerbundsmitglieder verfehlt nicht, mit einem Seitenblick auf Deutschland diesen Umstand für eine späte Ehrenrettung des Völkerbundes auszunutzen. Welch gewollte Kurzsichtigkeit! Was jetzt in Genf geschieht, spricht nicht für den Völkerbund und seine kollektive Idee, wohl aber für die Deutschland genügend bekannte Fähigkeit der französischen und englischen Diplomatie, sich des Gen er Apparates für d i e eigenen Zwecke z u bedienen und damit gerade die Ohnmacht des eigentlichen Genfer Gesetzes unter Beweis zu stellen. Nicht eine — nicht vorhandene — Autorität und moralische Kraft des Völkerbundes ist das Spe- Das Kabinett Baldwin fordert neue Vollmachten. London, 15. Oft. (DNB. Funkspruch.) Am Montagabend eröffnete der Schatzkanzler Neville Chamberlain in Glasgow den konservativen Wahlkampf. Er verteidigte den Beschluß der Regierung, Parlamentswahlen noch in diesem Jahre zu veranstalten, und bezeichnete einige der Fragen, in denen die Regierung um Erneuerung ihrer V o l l m a ch t en durch das englische Volk ersucht: ein neues Wehrprogramm, energische Behandlung der Frage der notleidenden Jn- dustriebezirke in Wales, Nordengland und Schottland, Unterrichtsreform usw. Chamberlain sagte: Die Ansicht ist ausgesprochen worden, daß wir die Neuwahlen bis nach Beendigung der jetzigen Krise, d. h. bis zum Frühjahr, aufschieben sollten. Aber wir stehen nicht am Ende, sondern am Anfang einer vielleicht sehr langen Periode von Schwierigkeit en, Zweifeln und Sor^n, in deren Verlauf es wiederholt Krisen sehr schwerer Art geben mag. Angesichts einer solchen Lage scheint es mir wesentlich zu foein, daß die Regierung des Landes mit nicht anzweifelbarer Autorität begleitet wird und genügende Sicherheit über die Stabilität ihrer Amtsführung erhält, um ihre Politik zu Ende führen zu können. Der Schatzkanzler erklärte, daß die britische Reaie- rung gegenüber Italien eine hilfsbereite Haltung gezeigt habe. Sogar jetzt, nachdem Italien die Feindseligkeiten eröffnet habe, sei die Tür keineswegs geschlossen worden. Es gehe nicht nur um das Schicksal Abessiniens, sondern auch um das des Völkerbundes. Wenn zuaelassen werde, daß Nationen, nachdem sie sich vc'.pfllchtt't hätten, nicht zum Krieg zu schreiten und das Gebiet von Bundesmitgliedern nicht zu verletzen, ungestraft diese beiden Versprechen brechen dürften, dann werde niemand mehr Vertrauen zum Völkerbund haben. Die erstaunliche Bekundung von Einigkeit in Genf sei eine Folge der Einsicht, daß es um grundlegende Fragen gehe. Der Völkerbund sei ein unvollkommenes Werkzeug, aber er werde eine gewaltige Körperschaft, wenn seine Mitglieder d e*n Beschluß zum gemeinsamen und wirksamen Vorgehen faßten. Seit dem Kriege habe in keiner Frage bei allen Parteien des Britischen Reiches eine so vollkommene Einmütigkeit geherrscht. Auch die Vereinigten Staaten hätten es deutlich gemacht, in welcher Richtung ihr Wohlwollen gehe. Wenn der Völkerbund in Stand gesetzt werde, den Krieg in Afrika zu begrenzen oder zu verkürzen, werde seinen Fähigkeiten neues Vertrauen und neue Achtung zuteil werden. Dieses Ziel sei wohl wert, einige Risikos einzugehen. Wenn der Völkerbund sich von seiner Aufgabe l o s s a g e, werde jede schwache Ration zunächst aufrüsten und dann ein Bündnis mit ihrem siärk- sten Nachbarn suchen. Der Friede Europas zifikum und der politische Kern im erregenden Geschehen dieser Tage, sondern die geschickte R e- g i e derer, die ihre machtpolitischen und wirtschaftlichen Interessen durch die Zwischenschaltung des Genfer Apparates auf die Plattform bedrohter Menschenrechte und idealer Zielsetzungen zu stellen wissen. Die absolut egozentrische Einstellung auch der englischen Völkerbundspolitik hat kürzlich der „Eve- ning Standard" fa formuliert: „der Völkerbund mußte ausprooiert werden. Der italienisch-abessinische Streit ist eine geradezu ideale Gelegenheit. Wenn der Völkerbund bei dieser Gelegenheit arbeitet, würde er um so besser arbeiten, falls Deutschland über die Stränge schlage. Wenn er nicht funktioniert, dann wird seine Nichtbrauchbarkeit ein für alle Mal erwiesen sein." Und P e r t i • nax, der Außenpolitiker des „Echo de Paris", stur aber aufrichtig in feinem Deutschenhaß, nannte es ein Unglück, daß man gegen Öen italienischen Freund die Genfer Maschine in Gang setzen müsse, die sich „im gegebenen Fall sehr nützlich gegen Deutschland auswirken könne." Zwei wichttge Folgerungen: Die gegenwärtige Völkerbundspolitik Englands und Frankreichs ist nichts Endgültiges, sondern hat den Charakter eines kühl betriebenen Experimentes; zum anderen handelt es sich gegenwärtig in Genf um eine Vorübung für weitere „Friedensstörungen", die man aus einer ganz bestimmten Richtung erwarten zu müssen glaubt. r . Was geschieht nun, wenn die Genfer Maschinerie jetzt nicht die Erwartungen vor allem Englands erfüllt? Welche Bewandtnis hat es mit jenem „gegebenen Fall", der ja nicht nur Herrn Pertinax allein viel mehr interessiert als der Krieg in Abessi- nien? In der ganzen Nachkriegszeit hat die englische Außenpolitik sich mehrerer Methoden bedient, sich auf Elemente recht verschiedener Natur werde dem Belieben der größten und stärksten Wacht ausgeliefert fein. Mussolinis Erklärung, daß er die Interessen Englands nicht schädigen wolle, fiele ins Leere, denn er begreife anscheinend nicht, daß eine Nation statt an ihre unmittelbaren Interessen an die der Allgemeinheit denken könne. Es scheine, daß Italien England trotz seiner Hilfsbereitschaft mit besonderer Abneigung betrachte. Dieses Gefühl sei zweifellos von den maßgebenden Stellen g e - steigert worden, aber es gehe um zu große Fragen, als daß England sich durch Angriffe aus seinen Charakter beeinflussen lassen könne. Wir stehen vor der Wahl, entweder in Genf eine letzte Anstrengung für Frieden und Sicherheit zu unternehmen, oder durch eine feige Kapitulation ein von uns gegebenes Versprechen zu brechen und uns der Verachtung unserer Nachkommen auszusetzen. Er wies auch darauf hin, welche Einigkeit zwischen Konservativen, Gewerkschaften, Geistlichen aller Konfessionen, Atheisten und sogar bei dem größten Teil der Arbeiterpartei in der Frage der Sühnemaßnahmen herrsche. Paris, 15. Oft. (DNB.) Ministerpräsident und Außenminister Laval empfing am Montagnachmittag den apostolischen Nuntius sowie den italienischen und den englischen Botschafter in Paris. Die Besprechungen sollen ganz der durch den italienisch-abessinischen Streit hervorgerusenen Lage gewidmet gewesen sein. In politischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß Laval vor seiner Abreise nach Genf geäußert habe, im geeigneten Augenblick Vorschläge für eine Einigung machen zu wollen. Die länger als einstündige Besprechung mit dem italienischen Botschafter und die fast zweistündige Besprechung mit dem englischen Botschafter habe dem Zwecke gedient, Möglichkeiten für eine Einigung zu finden und den Feindseligkeiten in Abessinien ein Ende zu setzen. Frankreich werde so, wie es Laval in Genf verkündet habe, seinen internationalen Verpflichtungen nachkommen. Wirtschaftliche und finanzielle Sühnemaßnahmen gegen Italien seien in Vorbereitung. Der französische Ministerpräsident habe aber trotzdem die Hoffnung für eine freundschaftliche Regelung nicht aufgegeben, seine Bemühungen seien anscheinend weiterhin auf eine derartige Lösung gerichtet. „Oeuvre" glaubt zu wissen, daß der französische Ministerpräsident vor der tatsächlichen Anwendung der Sühnemaßnahmen einen letzten Versuch unternommen habe, um eine friedliche Beilegung des Streitfalles herbeizuführen. Der Plan Lavals fei allerdings nicht bekannt. Man könne jedoch annehmen, daß er von der englischen Regierung das Versprechen zu erlangen suchte, die Sühnemaßnahmen zu Beginn nur mit gestützt. Bald überwog die Politik des selbständigen Handelns, getragen von der Besinnung auf die Stärke der eigenen Politik, bald trat diese imperiale Politik im Bunde mit einer engeren Bindung an Frankreich auf, dann wieder leitete sie die Idee der Zusammenarbeit mit den vier Westmächten, und schließlich rückte auch dieses Locarnomotiv im Bedarfsfälle sehr schnell in den Hintergrund zugunsten der kollektiven Völkerbundspolittk — je nachdem, wie Umstände und Interessen es bedingten. Auch die jetzt scharf herausgearbeitete Genfer Linie der englischen Polittk ist nichts Endgültiges. So sehr aus innerpolitischen Gründen der Stern Genfs auch augenblicklich strahlen mag — der Grenzen des Genfer Verfahrens ist man sich doch sehr wohl bewußt. Noch wartet man ab, aber im Hintergrund wird schon der Stellungswechsel vorbereitet. Die Aufrüstungskampagne und der englisch-französische Gedankenaustausch über festländische Verpflichtungen auf Gegenseitigkeit sind deutliche Symptome einer neuen Politik, die mit dem Argument der unzureichenden Sicherheit operiert. Und Frankreich, das klassische Land der Kollektivitätspolitik? Es zieht dieselben Folgerungen! Während nach außen das Loblied auf Genf erklingt, findet Herr Sauerwein, der Außenpolitiker des „Paris Soir", bereits das Genfer Verfahren lähmend und langwierig. „Frankreich könne deshalb nicht länger in der gefährlichen Lage einer Nation bleiben, deren sämtliche Sicherheitsvertrage im Rahmen des Völkerbundes abgeschlossen seien. Frankreich müsse seine Sicherheit auf greifbarerer Grundlage aufbauen." Ein erstaunlicher Tatbestand! Die Mächte, die auf der einen Seite den Gedanken der Genfer Kollektivität zum ausschließlichen Maßstab einer friedlichen Gesinnung machen, wenden sich auf der anderen Seite zweiseitigen Abmachungen — denn darum handelt cs sich — zu, um ihre Sicherheit außer- Die Regierung müsse die Ansicht des Landes nicht nur bezüglich ihrer Genfer Politik, sondern auch bezüglich der W e h r f r a g e in Erfahrung bringen. Sie sei zu der Entscheidung gekommen, daß England nicht länger auf die Abrüstung anderer Nationen warten dürfe, sondern die Mängel seiner eigenen Wehrmacht ausbessern müsse. Es sei nicht sicher, ob die Schwierigkeiten der letzten zwei oder drei Wonate eingetreten wären, wenn die Streitkräfte Englands stärker gewesen wären. Das Wehrprogramm müsse in einer viel kürzeren Zeit ausgeführt werden, als ursprünglich beabsichtigt. Das Schatzamt werde jede Ausgabe des Wehrprogramms sorgfältig prüfen, damit es keine Verschwendung und keine ungehörigen Gewinne für Industrielle gebe. Diese Streitkräfte würden nicht für einen An- gTiff gewünscht und würden das Windestmaß des Notwendigen nicht überschreiten. äußerster Vorsicht anzuwenden, während er den italienischen Botschafter aufgefordert haben dürfte, seine Regierung um die letzten Vorschläge zu bitten, die geeignet sein konnten, eine Ver - Handlungsgrundlage herzustellen. In der Umgebung des Ministerpräsidenten mache man keinen Hehl daraus, daß ein Mißerfolg dieses letzten Versuches eine sofortige und (trifte Anwendung des Paktes durch Frankreich nach sich ziehen würde. Auch alle anderen Blätter unterstrichen die Bemühungen Lavals zur friedlichen Beilegung des Krieges. Der „Jour" macht noch besonders darauf aufmerksam daß sich nunmehr auch der Heilige Stuhl für eine Versöhnungsaktion ins Mittel lege. Hierauf führt das Blatt den Besuch zurück, den der apostolische Nuntius in Paris dem Ministerpräsidenten abftattete. „Oeuvre" glaubt, daß die englische Regierung den Mussolini zugeschriebenen Plan von der Einverleibung der drei abessinischen Provinzen Tigre, Harrar und Ogaden nicht annehmen werde. In Genf glaube man, daß die römische Regierung in Paris angefragt habe, ob sie auf Frankreich hinsichtlich der Verteidigung des Brenner rechnen könne, falls diese Grenze — was das Blatt selbst jedoch für unwahrscheinlich hält — bedroht werden sollte, während sich die italienischen Truppen in Abessinien befänden. Man glaubt, daß die französische Regierung auf diese Anfrage überhaupt nicht geantwortet habe. Auch „Echo de Paris" gibt ein ähnliches Gerücht wieder, wonach sich Rom vorerst mit der Absicht trage, Frankreich um gewisse Garantien für Die Brennergrenze zu bitten. halb Genfs zu organisieren. Der Grundgedanke der Kollektivität, die gemeinsame Sicherheit aller auf der Grundlage der Gegenseitigkeit, soll ersetzt werden durch Separatabkommen, und eine einseitig über Deutschlands Kopf hinweg sich vollziehende Konsultation, verbunden mit militärischen Abreden, will sogar die Entscheidung über den „gegebenen Fall" in das subjektive Belieben der b 'den Partner setzen. Man kann in dieser Aus- t.-jlung des Kollektivitätsgedankens durch feine eigenen Vorkämpfer eine zwangsläufige Folge sehen, einen weiteren Schritt auf dem Weg der Selbstauflösung des Versailler S y - st e m 5, das in sich selbst den Keim seiner Zerstörung trägt. An der aggressiven, bedrohlichen Tendenz wird damit nichts geändert. Bestürzend aber wirkt die Konsequenz, die auf einen Fehler einen neuen, noch schlimmeren setzen will. Um so überzeugender erweist sich heute d i e Richtigkeit des deutschen Auszuges aus Genf. Während die zwischenstaatliche Methodik Versailler und Genfer Provenienz dank ihrer inneren Mängel verfällt, entwickelt die deutsche Außenpolitik einen unter Opfern geborenen neuen Stil zwischen st a al licher Zusammenarbeit. Während die ehemaligen Siegermächte die Gemeinschaft der europäischen Völker zerbrachen, während sie die geistige Solidarität Europas zerstörten, zeichnen sich die Konturen neuer zwischenstaatlicher Lebensformen ob, erfüllt Deutschland eine europäische Aufgabe, die in die Richtung eines neuen Gemeingefühls der europäischen Nationen weist. Wie alles Leben Kampf ist, so wird auch aus dem Leben der Völker nicht Kampf und Aufeinanderprall der Interessen zu bannen fein. Wohl aber kann dieser Ausgleich der Interessen und Lebensnotwendigkeiten unter ehrlicheren Wertungen in Angriff genommen und mehr und mehr mit den Gesamt» Laval macht einen letzten Versuch zur Einigung. Diplomatische Besprechungen in Paris.— Eine letzte Aussöhnungsaküon vor Inkrafttreten der Sanktionen. interessen der weißen Völker in Einklang gebracht werden, als es die Genfer Methodik im Zeichen der „Menschenrechte" vermochte. Wie wir heute Zeugen eines geschichtlichen Prozesses, eines Ringens absterbender und nach schöpferischer Gestaltung drängender Auffassungen vom Leben der Völker sind, so glauben wir an die schließliche geistige und praktische Bewährung einer neuen Zeit. SekKabmettswechsel inpolen Der Rücktritt des polnischen Kabinetts ist an sich kein Ereignis, das durch bestimmte politische Ursachen veranlaßt wurde und an das deshalb politische Folgerungen geknüpft werden könnten. Es galt längst als ausgemacht, daß der bisherige Ministerpräsident S l a w e k dem Staatspräsidenten die Demission des Gesamtkabinetts überreichen werde, nachdem er seine grundlegenden Arbeiten für den neuen staatsrechtlichen Aufbau Polens durch die Reform des Wahlgesetzes und die Bildung des neuen Parlaments nach den Wahlen zum Sejm und zum Senat beendet haben würde. Beides ist geschehen, und das polnische Parlament, dgs den Nachweis erbringen soll, daß die neue polnische Verfassung mit ihrer Mischung autoritärer Führung und parlamentarischer Formen praktische und pro- dukttoe Arbeit leisten kann, wird unter der Direktive einer neuen Regierung in Bälde zusammentreten. So sehr aber der Regierungswechsel im Zuge einer natürlichen Entwicklung liegt, so scheinen sich mit ihm doch Zwangsläufig gewisse polittsche Unterströmungen verbinden zu wollen, an denen weder die polnische Innenpolitik, noch die Außenpolitik arm ist. Nach der Beseitigung der alten Verfassung wurden die Regierungsgeschäfte unter dem gewaltigen Ansehen des Marschalls durch seine direkten Beauftragten, die sogenannte „O b e r st e n p a r t e i", geführt, der insbesondere der jetzt zurückgetretene Ministerpräsident S l a w e k und der Außenminister Beck angehörten. Ihr galt natürlich in erster Linie der Kampf der Opposition, die nach dem Tode des Marschalls die Regierung zu größerer Rücksicht nötigt. Dies scheint sich zunächst in der Zusammensetzung des neuen Kabinetts zu zeigen, obwohl sie sichtlich weniger von polittschen als wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus erfolgt ist. An der Spitze der neuen Regierung steht der bisherige Innenminister Koscialkowski, der sich zur Mitarbeit in den vorwiegend dringlichen wirtschaftlichen Fragen der Unterstützung des früheren Handelsministers Kwiatkowski versichert hat, der das Finanzministerium übernimmt. Beide gehören dem bisher ausschlaggebenden engeren Kreise Pilsudskis nicht an, und auch andere neue Namen zeigen, daß das politische Schwergewicht des neuen Kabinetts von der militärischen nach der zivilen, von den Trägern des Diktaturgedankens nach einer mehr „liberalen" Richtung verlegt worden ist. Diese Verschiebung hat an sich durchaus nichts Ausfälliges. Sie erklärt sich zur Genüge durch den ernsten Willen der Regierung, in fruchtbarer Zusammenarbeit mit dem Parlament die Lebensfähigkeit der neuen staatlichen Ordnung zu erweisen, wobei die Ausschaltung des prinzipiellen Kampfes der Opposition gegen die Oberstenpartei nützlich sein mag, vielleicht auch durch das Bedürfnis des Präsidenten, die neuen regierenden Männer mehr an sich und sein Vertrauen, als an eine Tradition zu binden. So wie die Dinge in Polen liegen, wird es jedoch nicht an Versuchen fehlen, diesen innenpolitischen Motiven auch solche der Außenpolitik hinzuzufügen. Solche sind nach dem Willen der neuen führenden Männer sicherlich nicht gegeben. Dies zeigt schon die Tatsache, daß die Weiterführung der Außenpolitik durch Beck überhaupt keiner Diskussion unterzogen wird, sondern als selbstverständlich gilt. Dennoch läßt sich nicht übersehen, daß in letzter Zeit die Angriffe gegen dieses Vermächtnis des verstorbenen Marschalls sich offener und heftiger hervorgewagt haben, als dies früher möglich war. So hat neulich die Bauernpartei, die im Sejm eine starke Stellung hat, entgegen ihrer bisherigen Beschränkung auf die Wahrung ihrer beruflichen Interessen in einer Entschließung die auswärtige Politik scharf bekämpft, indem sie die Voran- stellung des Bündnisses mit Frankreich und Rumänien forderte und den jetzigen Kurs beschuldigte, daß er die Stellung Polens zu den baltischen Staaten verschlechtert habe und nur im Interesse des adligen Großgrundbesitzes geführt werde. Diese agitatorischen Weisheiten sind sicherlich nicht auf den Feldern der Bauernpartei gewachsen, sondern von außen in sie hineingetragen worden; gewisse Wendungen verraten die intime Zusammenarbeit der in Polen sehr regen sowjetrussischen und französischen Agitation, die nach dem Tode Pilsudskis eine ihrer größten europäischen Aufgaben darin sieht, die Stellung Becks sturmreif zu machen. Die Umbildung des Kabinetts wird solche Hoffnungen, so trügerisch sie sich auch bisher erwiesen haben, neu hervorlocken und Paris und Moskau zu neuen Anstrengungen anspornen, um die deutsch-polnische Verständigung zu erschüttern, die sich als Barriere zwischen den sowjetrussisch-französischen diplomatischen und militärischen Mobilisierungsplan gegen Deutschland geschoben hat. Für das Gelingen solcher Pläne sind in der polnischen Außenpolittk keinerlei Anhaltspunkte gegeben. Sie gründet sich allgemein auf das polnische Bedürfnis, eine entsprechend seiner Größe und Bedeutung selbständige auswärtige Politik zu führen, deren einzelne Entscheidungen nicht durch Zugehörigkeit zu einem Bündnissystem oder einer Gruppe bestimmt werden, sondern einzig durch das in einer internationalen Frage liegende polnische Interesse. Daß dieses zu einer Verständigung mit Deutschland geführt hat, war ein Ergebnis einer solchen realpolitischen lieber» Prüfung der geographischen Lage, der aus ihr erwachsenden Möglichkeiten und des Gesamtzustandes der europäischen Politik. Da ein Teil dieser Voraussetzungen naturgegeben ist, ein anderer Teil sich in absehbarer Zeit nicht ändern wird, ist anzunehmen, daß auch die polnische Außenpolitik weder durch innenpolitische Verlagerungen, noch gar durch fremde Intrigen und Wünsche grundsätzljch beeinflußt werden wird. Sie hat es verstanden, Polen zu einem tragenden Pfeiler des europäischen Friedens zu machen und wird diesen Ruhm und Vorteil nicht so leicht wieder aus der Hand geben. Die neuen Miner. Die neuen Männer im polnischen Kabinett gehören zum engeren Kreise des Staatspräsidenten und genießen dessen besonderes Vertrauen. Der neue Ministerpräsident Marjan Zyndram- Koscialkowski ist 1892 im Kownoer Gebiet geboren, studierte in Petersburg und Riga, war seit 1920 Sejmabgeordneter, wurde 1930 Wojewode von Bialystok und seit 1934 Innenminister. Der neue Finanz mini st er Eugen Kwiatkowski ist 1888 in Krakau geboren und studierte in Lemberg und München Ingenieurwissenschaft. 1920 wurde er Hochschuldozent in Warschau, 1923 Direktor der Stickstoffwerke in Chorzow, 1926 bis 1930 war er Handelsminister. Als solcher ließ er sich besonders den Ausbau von Gdingen angelegen sein. Durch gemeinsame wissenschaftliche Arbeiten und persönliche Freundschaft steht er, dem Staatspräsidenten nahe. Da der Kabinettswechsel unter dem Gesichtspunkt einer aktiven Bekämpfung der drückenden Wirtschaftskrise erfolgte, ist Kwiatkowski eine der wichtigsten Persönlichkeiten des Kabinetts und wird, auch ohne daß er formell Vizeministerpräsident geworden ist, praktisch die Arbeiten aller wirtschaftlichen Ressorts entscheidend beeinflussen. Das wird dadurch erleichtert, daß der Handels- m in ist er, General Roman Gorecki, in sehr engen persönlichen Beziehungen zu Kwiatkowski steht. Der neue Innenmini st er, der bisherige Krakauer Wojewode Raczkiewicz, ist 1885 geboren und studierte Iura in Petersburg und Dorpat. Er war vor dem Kriege Rechtsanwalt in Minsk. 1921 wurde er Innenminister) war dann mehrere Jahre Wojewode von Nowogrodek und wurde 1925 zum zweiten Male Innenminister, von 1926 ab war er Wojewode von Wilna, von 1930 ab Senatsmarschall. Die neu ernannten Minister gehören fast durchweg zu den Männern, die sich als „Frontkämpfergeneration" bezeichnen, d. h. sie haben an der Freiheitsbewegung und an den Kämpfen Pilsudskis aktiv teilgenommen. K o s c i a l- kowski gehört dem Pilsudski-Kreise schon seit 1911 an. 1914 trat er in die Legion ein. Spätes gehörte er zu den Organisatoren der Pilsudjkischen geheimen Militärverbände. 1920 war er als Ab» teilunqschef an der Eroberung Wilnas beteiligt. Im Kabinett vertritt Koscialkowski den Links» flüqel. Er hat Beziehungen zu bäuerlichen Kreisen und ist Förderer des Ausgleichs mit den Ukrainern. R a c k ie w i c z und der Sozialminister Jaszczolt sind ebenfalls alte Pilsudfki-Kämpfer. Der Leiter des Kultusministeriums, Professor Chylinskl, hat sich nicht an der Pilsudski-Beweguna beteiligt. General Gorecki gehört der Pilsudski-Bewegung seit 1909 an. 1919 studierte er Armeeverwaltungs- fragen in Frankreich und war 1926 Abteilunyschef im polnischen Kriegsministerium. Seit 1928 ist er Präsident der Vereinigung der polnischen Frontkämpferverbände, deren Gründer er ist. pariser Verlegenheiten wie die von ÄalienMldei Besetzung her heiligen SiMAksum Es wird also ein heftiger Wirtschaftskampf entbrennen, dessen Ziel eine größere Unabhängigkeit Italiens von den Weltrohstoffmärkten sein wird. Der Ausgang dieses wirtschaftlichen und finanziellen Ringens läßt sich natürlich nicht mit Bestimmtheit voraussagen. Aber es ist klar, daß ein solcher Wirtgewinnen werde, die [o warm und Jo fest aus dem Auslande eingeführte Wolle sein werde. „Daily Telegraph" gibt zu, daß der finanzielle Boykott Italiens keine unmittelbare Wirkung haben dürfte, verweist aber auf den Zeitpunkt, wo die Ausgaben für einen kostspieligen Krieg Italien anleihebedürftig machen könnten. Das Blatt tritt der französischen Auffassung entgegen, daß die wirtschaftlichen Maßnahmen zunächst auf eine Einfuhrsperre wichtiger Rohstoffe nach Italien beschränkt werden sollten. Italien habe sich rechtzeitig und reichlich mit Rohstoffen versehen. Von wirksamen Maßnahmen könne also nur gesprochen werden, wenn dem englischen Vorschlag folgend, der stärkste wirtschaftliche Druck zur Anwendung komme. „Times" erklärt dagegen, es sei ganz vernünftig, zunächst einmal mit einer Rohstoffsperre zu beginnen. Die Maßnahmen des Völkerbundes seien nicht als Strafe gedacht, sondern zielten auf die Möglichkeit der baldigen Herstellung eines gerechten Friedens ab. Die Maßnahmen richteten sich nicht gegen Italien, sondern gegen den Krieg. — Der liberale „News Chronicle" findet die beschlossenen Maßnahmen noch zu milde und ruft nach Handelsblockade gegen Italien. — „Financial Times" meint, Italiens finanzielle Reserven reichten vermutlich für ein Jahr. Italiens schwache Stelle sei der Umstand, daß für kein Völkerbundsmitglied Italiens Waren unentbehrlich feien. Eine völlige Ausfuhrsperre aus Italien würde Italien einer solchen finanziellen Belastung aussetzen, daß es die weitere Aussichtslosigkeit eines Widerstandes gegen den Völkerbund erkennen müßte. Rom, 14. Okt (DNB.) Die heilige Kaiserstadt Aksum soll am Montag bereits von italienischen Truppen besetzt worden sein, ohne daß weitere Kämpfe stattgefunden hätten. Aksum mit seinen wichtigen Wallfahrtskirchen, ebenso die Verwaltungsgebäude und die auch in der weiteren Umgebung befindlichen Klöster sollen keinen Schaden genommen haben. Die heilige Stadt soll sich freiwillig ergeben haben. Die Notablen und die koptische Geistlichkeit sollen sich in feierlichem Zuge zum italienischen Kommando begeben und ihre Unterwerfung unter Italien- erklärt haben. Desgleichen sollen aus der weiteren Umgebung von Aksum zahlreiche Ortsälteste, Häuptlinge und Sendboten von Klöstern beim italienischen Kommando ebenfalls ihre Unterwerfung erklärt haben. Däs italienische Oberkommando prüft die Möglichkeit, die Truppen des Gouverneurs von Dfttigre und der mit ihm übergetretenen Häuptlinge, insgesamt 12 000 Mann, a l s Eingeborenenkorps unter italienischem Kommando gegen Abessinien einzusetzen. Bei den Kämpfen in der Umgebung von Adua seien 3500 Abessinier gefangen genommen worden, die in einem besonderen Lager untergebracht sind, und jetzt bei den Straßenbauarbeiten mithelfen. Das jetzt eroberte Gebiet von der Provinz Tigre umfaßt rund 4000 Quadratkilometer. Addis Abeba eine offene Stadt. London, 14. Oft. (DNB.) England hat die italienische Regierung auf diplomatischem Wege darauf aufmerksam gemacht, daß Addis Abeba und Diredawa offene, d. h. unbefe« ft i gte Städte seien, in denen sich große aus» ländische Niederlassungen befänden. Der Schritt dürfte mit den Bemühungen des Diplomatischen Korps in Addis Abeba Zusammenhängen, die beiden Städte gegen etwaige italienische Luftangriffe zu schützen. Der italienische Unterstaatssekretär S u v i ch hat der englischen Regierung mitteilen lassen, daß er die Vorstellungen^ zur Kenntnis nehme und die M i l i - tärbehörden hiervon benachrichtigen werde. Aehnliche Vorstellungen sind von den meisten übrigen, in Addis Abeba vertretenen Mächten erhoben worden. Oie Genfer Gankitonskonferenz beschließt Kredit und Wirtschafissperre gegenItalien. Oie Entführung des Generals Kutjepow. Wiederaufnahme der Untersuchung beantragt. P a r i s, 15. Okt. (DNB. Funkspruch). Der Rechts- beistand der Frau des im Januar 1930 entführten weißrussischen Generals Kutjepow hat beim Untersuchungsrichter die nochmalige Vernehmung des Pariser Kraftdroschkenführers Le Gall beantragt, der sich im April 1935 selbst als Teilnehmer an der Entführung des Generals bezichtigt hatte. Le Gall war es gelungen, aus der Verbrecherkolonie Cayenne zu entfliehen. Als er später in Lissabon verhaftet wurde, teilte er mit, daß er als Mitglied der französischen fommunifti- schen Partei von der GPU. den Befehl erhalten habe, den weißrussischen Gene- ral zu entführen. Er habe Ende Januar 1930 mit seinem Kraftwagen in -irrem VöKo-rt schaftskarnpf für die gesamte Weltwirtschaft größter Bedeutung sein wird. Die finanziellen Sühnemaßnahmen. Paris, 15. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Blätter sind angesichts des gestrigen Verlaufes der Genfer Beratung der Ansicht, daß sich das Lager derjenigen Mächte noch erweitern wird, die wie Oesterreich, Ungarn, Argentinien, Venezuela und Uruguay nur unter größten Vorbehalten den finanziellen Sühnemaßnahmen zugestimmt haben. Der offiziöse „Petit Parisien" wundert sich über die außergewöhnliche Beschleunigung, mit der man in Genf die Sühnemaßnahmen gegen Italien verabschiede. Diese Maßnahmen, die alle unter dem unmittelbaren Einfluß Edens angenommen worden seien, deuteten auf eine ausgesprochene Voreingenommenheit gegenüber Italien hin. Noch niemals habe der Völkerbund solche H a st an den Tag gelegt, und man müsse sich fragen, ob diese Uebereile mit der Pflicht reiflicher Ueberlegung und dem Ernst vereinbar sei, die sich eine solche Organisation auferlegen müßte. Man schreibe Eden die Absicht zu, ebenso rasch mit den Sühnemaßnahmen Nr. 3 zu handeln. Es schiene aber angebrachter, die wirtschaftlichen Maßnahmen etwas langsamer zu behandeln, um die Spannung zwischen Rom und dem Völkerbund nicht noch zu verschärfen und die Tür für einen neyen Versöhnungsversuch offen zu lassen. Das Echo in London. London, 15. Okt. (DNB Funkspruch.) Die Londoner Blätter äußern, soweit sie die Regierungspolitik im italienisch-abessinischen Streitfall unterstützen, ihre Zufriedenheit über die in Genf beschlossenen Maßnahmen wirtschaftlicher und finanzieller Art. Der Sanktionsausschuß des Völkerbundes hat bereits eine Reihe wirtschaftlicher Sanktionen gegen das zum Angreifer erklärte Italien beschlossen. Diese Sanktionen sollen Italien an zwei besonders empfindlichen Stellen treffen, nämlich an feiner Nohstoffknappheit und an feiner finanziellen Schwäche. Sie beschränken sich daher nicht auf die Sperre der Einfuhr von Kriegsmaterialien und Rohstoffen, sondern sollen sich auch gegen b i e Ausfuhr italienischer W a - r e n richten. Denn wenn es Italien gelingen würde, {eine Ausfuhr zu steigern, so würde es die Erlöse dieser Ausfuhr zum Bezug vonKriegs- material und Rohstoffen benützen können. Der Sanktionsausschuß, hinter dem ja vor allem England steht, weiß natürlich ganz genau, daß die Sperre der Kriegslieferungen nach Italien niemals lückenlos fein wird. Das haben ja bereits die Erklärungen, die Ungarn und Oesterreich zu der Frage der wirtschaftlichen Sanktionen in Genf abgegeben haben, deutlich bewiesen. Im Norden Italiens klafft also von vornherein eine breite Lücke in dem Sanktionsnetz. Dazu kommt, daß auch die übrigen Nachbarn Italiens, also besonders die Schweiz und Frankreich, nicht geneigt sein werden, die Sperre gegenüber Italien allzu streng zu handhaben. So- lanae Italien Geld und Devisen genug haben wird, dürfte es trotz aller Sperrmaßnahmen soviel Rohstoffe und Kriegsmaterial erhalten, wie es braucht und bezahlen kann. Die Engländer rechnen aber vor allem damit, daß Italien die Mittel zur Bezahlung der Bezüge ausgehen werden. Sie richten daher ihre Bemühungen auch auf eine Behinderung der italienischen Ausfuhr und was noch bedeutungsvoller ist, auf eine Absperrung Italiens von jeder Kreditgewährung. Hier kommen ihnen allerdings die hohe Auslands- oerscyuldung Italiens und die verhältnis- mäßig geringen Gold- und Devisende ft ä n d e der Banca d'Jtalia sehr zu Hilfe. Die italienische Presse beantwortet aber die Genfer Sanktionsbeschlüsse mit dem Hinweis auf die verstärkten Bemühungen Italiens, feinen Rohstoffbedarf durch die inländische Erzeugung zu decken. So teilte z. B. das „Giornale d'Jtalia" kürzlich mit, daß man in Italien Wolle aus Milch Die britischen Rüstungen in Aegypten. Kairo, 14. Okt. (DNB.) Die kriegerischen Vorbereitungen in Aegypten nehmen ihren Fortgang. Besprechungen zwischen der ägyptischen Regierung und dem britischen Oberkommissar werden als genügender Beweis dafür angesehen, daß ernsthafte Plane in Vorbereitung sind. Die englischen Wünsche sollen sich auf alle im Kriegsfall wichtigen Einrichtungen Aegyptens, also Heer, Eisenbahnen, Häfen usw., erstrecken. Ein Besuch im Fliegerlager von Abukir bei Alexandrien zeigt etwa 60 Kriegsmaschinen verschiedener Art. In der Bucht von Abukir liegen 10 große Wasserflugzeuge. Die Bevölkerung befindet sich in starker Erregung. Vielfach werden Angstkäufe getätigt, da man weiß, daß im Kriegsfälle manche Waren, wie beispielsweise Pettoleum, außerordentlich knapp werden. So tätigt auch die Eisenbahn Vorausbestel- langen an Kohlen. Genf, 14. Okt. (DNB.) Die Sanktionskonferenz hat am Montag den Vorschlag Nr. 2, der sich auf finanzielle S ü h n e m a ß n a h m e n bezieht, angenommen. In diesem Vorschlag wird empfohlen, finanzielle Operationen mit Italien zu verhindern. Die in sechs Punkte gegliederte Empfehlung umschließt u. a. die Unterbindung aller direkten und indirekten Darlehen und Kredite an die italienische Regierung, an öffentliche Körperschaften und natürliche und juristische Personen. Ferner soll die Zeichnung auf Anleihen zugunsten Italiens unterbunden werden. Darüber hinaus ist die weitere Erfüllung bereits abgeschlossener Darlehensverträge zugunsten Italiens zu unterbrechen. Außerdem fallen unter die zu verhindernden Finanzoperationen alle Aktienemissionen italienischer Körperschaften. Der ungarische Vertreter gab die Erklärung ab, daß für Ungarn, das nicht Geldgeber oder Schuldner sei, eine Beteiligung an diesen Maßnahmen nicht in Betracht kommt. Dieser Erklärung schloß sich der österreichische Vertreter an. Im übrigen bestand unter den Staaten Einverständnis darüber, daß die Sperrmaßnahmen sofort in Kraft gesetzt werden sollen. Nach Annahme des Vorschlages Nr. 2 erklärte der Präsident der Konferenz, daß die darin vorgesehenen Maßnahmen sich nicht auf humanitäre Schulden und auf Zahlungen an religiöse Körperschafte n beziehen. Die Konferenz billigte schließlich noch eine Auslegung durch den schweizerischen Delegierten, wonach sich die Bestimmung des Vorschlages nur auf neue Kredite und nicht auf alte und laufendeSchulden beziehen sollen. Ebenso sollen Zahlungen nach Italien zum Zwecke des Zinsendienstes oder der Kapitaltilgung nicht unter die Bestimmungen fallen. Die wirtschastlichen Sanktionen. Genf, 14. Okt. (DNB.) Der Arbeitsausschuß nahm einen Entschließungsentwurf über die wirt- schaftl ich e n Sühnemaßnahmen an, auf den sich die französische und die englische Delegation nach langen Verhandlungen geeinigt hatten. Dieser Entschließungsentwurf hat folgenden Inhalt: 1. Der Arbeitsausschuß beschließt, sofort die Anwendung der Maßnahmen zu prüfen, die sich auf eine Ausfuhrsperre auf Rohstoffe und Produkte beziehen, die für Italien zur Fortsetzung der Feindseligkeiten wichtig sind, sowie auf die Einstellung des italienischen Exportes nach den Mitgliedsstaaten des Völkerbundes. Er bildet zu diesem Zweck einen Unterausschuß. 2. Er beschließt gleichzeitig zu prüfen, in welcher Werse der Grundsatz der gegenteiligen e aemäß Artikel 16 Absatz 3 her Völkerbundssatzung seine Anwendung auf wirtschaftlichem Gebiet finden kann. Er bildet zu diesem Zweck einen zweiten Unterausschuß. 3. Der Arbeitsausschuß fordert die beiden Unter- ausfchüsse auf, ihre Arbeit mit größtmög - li chst.e r Beschleunigung durchzuführen. 4. Jeder der beiden Unterausschüsse wird die konkreten Schlußfolgerungen, zu denen er in einem Punkte gelangt ist, jeweils dem Arbeitsausschuß unterbreiten. In der Aussprache über diese Entschließung wurde u. a. betont, daß zweckmäßigerweise festgestellt werden sollte, welche Bedeutung der Handel mit Italien für jedes Land im Rahmen seines Gesamtaußenhandels habe. Besonderes Gewicht wurde auf die Warendurchfuhr nach Italien gelegt, wobei besonders der Haltung Oesterreichs und Ungarns, die in dem Arbeitsausschuß nicht vertreten sind, Beachtung geschenkt wird. England nndBelgien heben dasWaffen- ausfuhrverbot nach Abessinien auf. Genf, 14. Okt. (DNB.) Die englische Regierung hat dem Generalsekretär des Völkerbundes mittel» len lassen, daß sie beschlossen habe, die Ausfuhr von Waffen, Munition und Kriegsmaterial nach Abessinien zu gestatten. Für die Waffenausfuhr n a ch> Italien werde das Verbot beste h en bleiben. Evening Standard meldet, daß die Regierung von Abessinien bei der Bank von Aegypten einen Bettag von 600 000 Pfund hinterlegt habe, ber für den sofortigen Kauf von Waffen benutzt werde. Die belgische Regierung wird ebenfalls der Ausfuhr von Waffen nach Abessinien künftig ihre Genehmigung erteilen. Japan bleibt neutral. Tokio, 15. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der italienische Botschafter A u r i t i befragte den stellvertretenden Außenminister Schigemitsu über die Haltung Japans zu den Beschlüssen des Völkerbundes. Schigemitsu erklärte, daß Japan unverändert an seiner Neutralität fest» halte. Japan sei über die Beschlüsse des Völkerbundes amtlich nicht unterrichtet worden, insbesondere auch nicht darüber, wie der Völkerbund Den Artikel 16 im einzelnen anwenden wolle. Japan behalte sich daher gegenüber den Beschlüssen des Völkerbundes seine volle Handlungsfrei- h e i t vor, zumal für Japan keinerlei Bindungen gegenüber Genf mehr beständen. von Paris gewartet. Bald sei ein anderer Wogen dicht herangekommen. Zwei ihm bekannte GPU.-Beamte und eine unbekannte Frau hätten den bewußtlosen General heraus- gehoben und in seinen Wagen ge« bracht. Dann habe man ihm befohlen, n a ch Malo-les-bains zu fahren, wo der immer noch betäubte Kutjepow in eine Villa am Meer geschafft worden sei. Die polizeiliche Untersuchung ergab, daß gerade zur Zeit der Entführung Kutjepows ein Boot in Malo-les-bains gestohlen worden ist, das später am Strande wiedergefunden wurde. Dieses Boot könnte dazu gedient haben, den General nach Belgien oder auf ein auf dem offenen Meer kreuzendes Schiff zu schaffen. Man vermutet, daß Le Gall sich mit der Kutjepow-Entführung in Zusammenhang bringt, um seine Rückbeförderung in die Derbrecherkolonie Cayenne, wohin er wegen eines anderen Verbrechens gebracht worden war, vorläufig hinauszuschieben. Das amtliche Ergebnis der Memelwahlen. Memel, 14. Okt. (DRB.) Im Memeler Amtsblatt wird am Montag ein Beschluß der Wahlkommission vom 12. Oktober mit der Bekanntgabe der endgültig fest gestellten Abgeordneten des künftigen Landtages veröffentlicht. Danach entfallen 24 Abgeordnete auf die Einheitsliste und 5 auf die litauischen L i st e n. Insgesamt sind 1 962 061 gültige Stimmen abgegeben worden. Davon entfallen auf die Einheitsliste 1 592 604 Stimmen und auf die sechs litauischen Listen zusammen 369 457 Stimmen. 81,17 v. H. der Wähler stimmten also für die Einheitsliste. Mit dieser Bekanntgabe gilt die Wahl zum Landtag als abgeschlossen. Nunmehr läuft vom Tage der Veröffentlichung eine fünftägige Einspruchsfrist gegen die Rechtmäßigkeit der Wahl. Der Oberste Gerichtshof muß gegebenenfalls über Einsprüche im Laufe von 10 Tagen entscheiden. Wahlsieg der Liberalen in Kanada. Otaoa, 15. Okt. (DNB.-Funkspruch.) Die Wahlen zum kanadischen Bundesparlament brachten den Liberalen einen überwältigenden Sieg, die Tage des konservativen Ministeriums Bennett sind gezählt. Um 21.30 Uhr war der Stand der Parteien wie folgt: Liberale 113 (bisher 93) Sitze Konservative 23 ( „ 133) „ Splitterparteien 5 Bisher haben a ch t Kabinettsmitglieder ihre Sitze verloren. Der liberale Führer und voraussichtliche Ministerpräsident Mackenzie King wurde in Prinze Albert (Saskatchewan) mit beträchtlicher Mehrheit gewählt. Der gegenwärtige konservative Ministerpräsident Bennett ist in seinem Wahlkreis wieder gewählt worden. Die Ordnung der Gchlachiviehmärkte. Oer Reichskirchenaueschuß gebildet. Berlin, 14.Oft (DRB.) Der Reichs- und preußische 2H i n i ff e r für die kirch- Nchen Angelegenheiten hat die in der Verordnung vom 3. Oktober 1935 vorgesehenen Ausschüsse, nämlich den Reichskirchenausschuh und den preußischen Landeskirchenaus- s ch u h wie folgt gebildet: Neichskirchenaussckuß. Generalfuperinlendent L 2L D. Zöllner, Düffeldorf Landesbischof Diehl, Speyer Generalfuperinlendent L 2L D. Eger, Raumburg a. d. Saale Präsident koopmann, Aurich Oberlandeskirchenrat Dr. Mahrenholz, Hannover Oberkirchenrat hanemann, München Pfarrer Wilm, Dolgelin (Mark) Pfarrer kühner, Lohen (Ostpreußen). preußischer Landeskirchenausschuß. Generalsuperintendent 1. R. D. (Eger, Raumburg a. d. Saale Oberkonsistorialrat Kaminski, Königsberg Lpr. Superintendent Zimmermann, Berlin Superintendent Dr. Schmidt, Oberhausen (Rhld.) Domprediger Martin, Magdeburg Pfarrer Kühner, Löhen (Ostpreuhen). Die Zusammensetzung der Ausschüsse ist unter dem Gesichtspunkt erfolgt, einen in fich geeinten und daher z u fruchtbringendem k i r d)* lidjen handeln befähigten Kreis von Männern zu finden, die aus ihrer Grundeinftellunß tiefste Verantwortung für Kirche, Volk und Staat bewiesen haben. Die Au«» schüsse sehen sich daher aus bewährten Theologe» zusammen, die als kirchliche Vorkämpfer deutsche und nationalsozialistisch« Männer, Prediger und Führer im weltprotestantismus Anspruch aus alb gemeines Vertrauen erheben können. Die Bildung der Kirä^nausschüsse ist erfolgt, nach dem die zu berufenden Männer selbst in zweitägige« Beratungen unter f i ch vollständige Einmütigkeit über die Linien der künftigen inner- kirchlichen Arbeit und die Fragen des Verhältnisse» von Kirche, Volk und Staat erzielt haben. Das dem Reichsminifter für die kirchlichen Angelegenheiten in einer einstimmig gefaxten Erklärung vorgetragene Ergebnis der Beratung enthält dl» Grundlagen für eine förderliche Ge- ftallung der Lage und echten Befriedung des kirchlichen Lebens. Der Reichstirchenausschuh wird noch im Laufe dieser Woche zusammentreten. Er wird sich in einer Veröffentlichung über die Grundsätze für die Cöfung feiner hohen Aufgaben an das Kirchenvo 1 k wenden. löemequng in V5upen=yjcuimeug jiei es uu|, uuy uic v*-1 ° Ausführungen sich fast ausschließlich auf Vorgänge Die Verteidigungsrede des Dr. ZE Nn^e s. Ver vor dem Inkrafttreten des G e f e tz e s wiers begann mit einer scharfen Kri^k des Ausbur über die Aberkennung der Staatsbürgerschaft be-1 gerungsgesetzes, wurde aber sofort vom Vorsitzenden zogen, auf eine Zeit, in der der Nationalsozialismus in Deutschland noch nicht an der Macht war. Diese Feststellung ist deshalb wichtig, weil in der belgischen Presse immer wieder behauptet wird, daß das neue Deutschland vertraglich unzulässige Beziehungen zu der deutschen Volksgruppe im Gebiet von Eupen-Malmedy pflege. Der Anklagevertreter las dann zur Erhärtung seiner Behauptung, der Heimatbund sei darauf ausgegangen, das Gebiet von Belgien abzutrennen und es einer ausländischen Macht anzugliedern, ein Dokument vor, das bei den Haussuchungen Der Ausbürgerungsprozeß gegen -ievierHeimattreuen ausMalmedy Zwischen Iran (Persien) und der Türkei ist ein Nichtangriffspakt abgeschlossen worden. Die iranische Presse begrüßt den Pakt gerade im jetzigen Augenblick besonders. Bei dem Wetterleuchten im Westen müsse Iran im Interesse des Friedens im Osten am Völkerbund festhalten. In der Türkei sind die dort bestehenden zahl- reichen Freimaurerlogen aufgelöst worden. Die Maßnahme wurde am Sonntag in allen Städten des Landes gleichzeitig durchaeführt. Das Barvermögen und das Inventar der Logen wurde zugunsten des Staates beschlagnahmt. Die Beschlagnahme soll jedoch nur etwa 300 000 Mark erbracht haben. Die Statuten der Dolkspartei ver- Jn Möltenort an der Kieler Förde wurde ein großes Einfamilienhaus durch eine Explosion völlig zerstört. Durch den gewaltigen Druck barst das Haus an verschiedenen Stellen auseinander. Es entstand Feuer, dem das gesamte Mobilar zum Opfer fiel. Die Hausbewohner konnten sich glück- " „.ch ein Fenster ins Freie retten. Die ... Explosion konnte noch nicht einwandfrei festgestellt werden. In dem Hause war in den letzten Tagen ein Desinfekteur mit der Beseitigung von Milben beschäftigt gewesen. Zu diesem Zwecke wurde Schwefelkohle in flüssiger Form verwandt. Als der Desinfekteur das Haus verlassen hatte, kam es zu der Explosion. Man nimmt an, daß die Explosion auf irgendeine Weise mit der Desinfektion gefunden worden ist. Es handele sich, so erklärte er, um ein Schreiben des Sekretärs des Heimatbundes aus denz Jahre 1928. In diesem heißt es, daß zwischen der deutschen Volksgruppe und den abgetretenen Gebieten in Deutschland eine „kulturelle Brücke" aufrechterhalten werden müsse. Zu diesem Zweck sollten Reisen nach Deutschland erleichtert werden. Die Klagen der deutschen Presse über die wirtschaftliche und kulturelle Rot in den deutschen Grenzgebieten seien schädlich für die Stimmung unter der deutschen Be- vulkerung. Die Heimattreue Presse in Eupen-Mal- medy müsse unterstützt werden. Die kulturelle Lage des Deutschtums in Eupen-Malmedy müsse durch gute Filme, Einrichtungen von deutschen Büchereien usw. gestärkt werden. Der Staatsanwalt zog aus diesem „Dokument" die Behauptung, der Heimatbund habe sich unter dem Deckmantel kultureller Betätigung mit Politik beschäftigt. Als belastend bezeichnete er auch die V e r s ch i k - kung von Ferienkindern aus Eupen- Malmedy nach Erholungsstätten in Deutschland. Der in Eupen - Malmedy bestehenden Kameradschaftsvereinigung ehemaliger Kriegsteilnehmer und der Christlichen Volkspartei, in denen die Beschuldigten eine führende Rolle gespielt hätten, warf der Anklagevertreter antibelgische Gesinnung vor. Die Angeklagten hätten sich als schlechte Staatsbürger erwiesen. Ihre Ausbürgerung sei daher ein Gebot der nationalen belgischen Belange. sendungen vorher den zuständigen Kreisbauernschaften zu melden. Besteht Veranlassung, ein wenig bedachtes Derbrauchsgebiet stärker zu beliefern, so hat der Schlachtoieh-Derwertungsverband die Möglichkeit, entsprechend zu verfügen. Mit Preis- st eigerungen ist unter gar keinen Um- ständen zu rechnen. Es ist daher für den Bauern Pflicht, wenn er seine schlachtreif gewordenen Schweine laufend abgibt. Nur dann gelingt es die Großstädte besser zu versorgen, wenn in den ländlichen Bezirken eine fühlbare Einschränkung eintritt. Die vorgeschriebenen Strafbestimmungen werden bei Übertretungen rücksichtslos Anwendung finden. In Frankfurt a. M. fanden unter dem Vorsitz des Landesbauernführers Dr. Wagner und in Anwesenheit des Landesinnungsmeisters Zobel vom Metzgerhandwerk Sitzungen über die Ordnung des Schlachtviehmarktes statt, zu der jeweils die Kreisbauernführer und Kreishauptabteilungsleiter III bzw. die Kreisinnungsobermeister des Metzgerhandwerks sowie die Fachschaftsleiter geladen waren. Der Landeshauptabteilungsleiter III, Pa. Moses, erörterte die Maßnahmen, die von den Kreisbauernschaften bzw. den Metzgerinnungen zu treffen sind. Dabei streifte er die Frage des auf den Schlachtvieh- aroßmärkten eingeführten Festpreises sowie die Durchführung der Erfassung der Schlachttiere durch die Verteilerschaft (Handel und Genossenschaften) und die Handhabung der Schlachtkarten. In einer lebhaften Aussprache wurden die Anordnungen geklärt. Es ergab sich insbesondere aus den Worten, die der Landesinnungsmeister Zobel an seine versammelten Berufskollegen richtete, der einmütige Wille der Metzgerschaft, sich im Einvernehmen mit l den zuständigen Stellen der Landesbauernschaft und den Regierungsstellen restlos hinter die Aufgaben der Marktordnung sowie hinter die Durchführung | ber neuen Anordnungen zu stellen. boten das Vorhandensein anderer Organisationen, besonders solcher, die ihre eigentliche Entstehung im Auslande hatten und nach dorthin noch Verbindungen unterhalten. Aus aller Welt. Lutherischer Weltkonvent in Paris. Der 3. Lutherische Weltkonvent tagt in Paris. 24 Staaten find beteiligt, darunter auch Deutschland. In der Kirche vom Hl. Johannes fand ein gemeinsamer Gottesdienst statt. Die Predigt hielt Pastor Boury (Paris). Der Konvent wurde durch Pros. M o r h e a d (Neuyork) eröffnet Vertreter des französischen Luthertums sowie der Erzbischof E i d e m (Schweden) und die Abgesandten Chinas und Indiens überbrachten Grußworte. Den Eröffnungsvortrag hielt Landesbischof Meiser (München) über das Thema „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat". Einfamilienhaus durch Explosion zerstört. Lüttich, 14. Okt. (DNB.) Vor der Ersten Kammer des Appellationshofes in Lüttich wurde der Ausbürgerungsprozeh gegen die vier Heimattreuen Männer aus Malmedy, Joseph Dehottay und seine Söhne Peter und Heinrich Dehottay, sowie Paul Foxius, verhandelt. Die Anklage wirft den Beschuldigten vor, daß sie ihre Pflichten als belgische Staatsbürger schwer verletzt hätten. Sie hätten das Ziel verfolgt, die in Eupen-Malmedy geschaffene Ordnung umzustürzen und zu diesem Zweck einen hartnäckigen Feldzug gegen die Unversehrtheit des belgischen Staates geführt. Der Staatsanwalt hat gegen die vier Beschuldigten die Aberkennung der belgischen Staatsangehörigkeit auf Grund des Gesetzes vom 30. Juli 1934 beantragt Aufsehen erregte die Intervention des Präsidenten des europäischen Nationalitätenkongresses Dr. W i l s a n , die sich auf den Punkt der Anklage bezieht, der Joseph Dehottay vorwirft, daß er im Jahre 1934 an dem Kongreß der europäischen Minderheiten in Bern teilgenommen habe. Wilfan erklärt, die Tätigkeit des europäischen Minderheiten- kongresses gelte seit elf Jahren der Prüfung des Problems der Nationalitäten in einem Geist derZufammenarbeitzur friedlichen ßofung einer Frage, die fortdauernd die europäische I)iplo= matte beschäftige. Diese Organisation verbietet sich selbst statutengemäß jegliche Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten. Der Staatsanwalt erklärte dazu, was auch die Ziele des Minderheitenkongresses seien, er beanstande lediglich die Beweggründe, aus denen heraus Joseph Dehottay an diesem Kongreß teilgenommen habe. Der Anklagevertreter beschäftigte sich dann mit der Entstehung des Gesetzes über die Aberkennung der Staatsbürgerschaft. Er ging dabei jedoch nicht auf die staats- und verfassungsrechtlichen Einwände ein, die sogar im belgischen Parlament gegen dieses Sondergesetz erhoben worden sind. Auch bei dem Ueberblick über die Entwicklung der Heimattreuen Bewegung in Eupen-Malmedy fiel es auf, daß die unterbrochen, der erklärte, daß das Gericht zu einer Prüfung dieses.Gesetzes nicht befugt sei. Der Verteidiger erwiderte, daß er zu der rechtlichen Seite dieses Gesetzes deshalb sprechen müsse, weil er verhindern wolle, daß das Gesetz in seiner Handhabung nicht mit den Bestimmungen der Verfassung in Konflikt gerate. Dr. Jenniges wies darauf hin, daß aktive belgische Minister das Gesetz in schär fster Form verurteilt hätten. Es müsse ihm als Verteidiger erlaubt sein, das zu vertreten, was Mitglieder der Regierung ausgesprochen hätten. Das Gesetz, das im Parlament nur mit einer Mehrheit von sieben Stimmen zustande gekommen sei, sei deshalb besonders hart, wett bei einer Verurteilung keine B e r u f u n g s möglich k e i t vorhanden sei. Nur „schwere Verfehlungen", und zwar Handlungen, die in der Anklageschrift genau Umrissen sein müßten, würden von der Ausbürgerung betroffen. Solche Handlungen seien weder vom Staatsanwalt nachgewiesen, noch in der Anklage genau bezeichnet worden. Was man den Angeklagten vorwerfe, seien l e d i g l i chM e i n u n- gen, Gesinnungen und Ges ühle. Ein strafbarer Tatbestand im Sinne des Gesetzes sei nicht gegeben. Die Verhandlung wird am Dienstag fortgesetzt. zusammenhängt. 3m eigenen Steinbruch von einem Felsstück erschlagen. Der Steinbruchbesitzer Karl Schmitt in Bad Dürkheim begab sich unmittelbar nach einer Sprengung in seinem Steinbruch im Stadtteil Hardenburg an die Sprengstelle, um Nachschau zu halten. Dabei wurde er von einem Felsstück, das hängen geblieben war und sich nachträglich löste, erfragen. Schmitt war auf der Stelle tot. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Während eine westliche Luftströmung in Nord- und Nordoftdeutschland die Temperaturen in der vergangenen Nacht kaum noch abfinfen ließ, kam es bei uns infolge kräftiger Ausstrahlung stellenweise wieder zu leichtem Frost. Immerhin macht sich die vermehrte Feuchtigkeit in verbreiterter Nebelbildung bemerkbar, die voraussichtlich zunächst weitere Verstärkung erfährt. Heber England macht sich der Einfluß eines neuen Wirbels bereits wieder bemerkbar, der sich auch auf das Festland ausdehnen und uns dabei mit lebhafteren südwestlichen Winden noch einmal Witterungsbesserung bringen wird. Aussichten für Mittwoch: Zunächst vielfach nebelig und trübe, vereinzelt auch etwas Regen, dann wieder Aufheiterung, nachts nicht mehr so kalt, tagsüber bei lebhafteren südwestlichen Winden ziemlich mild. Aussichten für Donnerstag: Bei lebhafteren südwestlichen Winden im ganzen freundlich und ziemlich mild, aber nicht mehr durchaus beständig. Lufttemperaturen am 14. Oktober: mittags 13,7 Grad Celsius, abends 3,4 Grad; am 15. Oktober: morgens 0,6 Grad. Maximum 14,5 Grad, Minimum —1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Oktober: abends 6,9 Grad; am 15. Oktober: morgens 5,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7,1 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein» druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. München, 14. Okt. (Fwd.) Bei der in den letzten Wochen auf dem Schweinemarkt bestehenden gewissen Verknappung konnte festgestellt werden, daß eine gerechte Verteilung der vorhandenen Schweine nicht erfolgte. Die Hauptoereinigung der deutschen Viehwirtschaft hat daher angeordnet, daß alle Schlachtvieh schlachtenden und fleischumsetzenden Betriebe an Orten mit Viehmärkten den Bedarf ausschließlich auf dem Viehgroßmarkt zu decken haben. Der Ankauf auf dem Land ist für diese Betriebe nur mit besonderer Genehmigung des Schlachtvieh- Derwertungsverbandes zulässig. Dasselbe gilt auch für Fleischwarenfabriken. Die Metzger an Orten ohne Großviehmärkte dürfen nur an Hand eines von der Fleischerinnung im Einvernehmen mit der Kreisbauernschaft ausgestellten Schlacht- s ch e i n e s Schweine aufkaufen. Die Hauptvereinigung bestimmt, wann diese Anordnung auch auf die übrigen Diehgattungen ausgedehnt wird. Für den Ankauf von Schlachtschweinen durch Handel und Genossenschaften wird für das gesamte Reichsgebiet der Schlußscheinzwang eingefügt, um über die gehandelten Viehmengen und die gezahlten Preise eine Kontrolle zu haben. Die Schlußscheinhefte sind durch die Kreisbauernschaften zu beziehen. Auf den Großviehmärkten werden bei den Schweinen statt den bisherigen Höchstpreisen F e st - preise eingeführt. Die seitherige Höchstpreisfestsetzung hat dazu geführt, daß auch für die schiech- teren Güteklassen der Höchstpreis verlangt wurde. Durch die nun mit äußerstem Nachdruck durchgeführten Kontingentierungen der Schlachtungen besteht keine Veranlassung mehr, die festgesetzten Preise zu überbieten, da nur so viel Schlachtschweine ausgegeben werden, als tatsächlich Vieh vorhanden ist. Um den Verkehr mit Vieh durch Handel und Genossenschaften zu überwachen und nötigenfalls auch anders zu oirigieren, find alle V i e h v e r - macht. * Der Ministerialdirektor im Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern Dr. B u t t m a n n ist einstweilig in den Ruhestand versetzt und zum G e - neraldirektor an der bayerischen Staatsbibliothek in München ernannt worden. * Reichserziehunasminister Rust hat an den F ü h - rer der Deutschen Burschenschaft Rechts- anwalt Dr. G l a u n i n g folgendes Telegramm gesandt: Von der Auflösung der Deutschen Burscken- schäft und der Uebersührung der einzelnen Burschenschaften als Kameradschaften in den NSDStB. habe ich mit großer Befriedigung Kenntnis genommen. Ich spreche Ihnen zu diesem Entschluß meine Glück- wünsche aus. Die Deutsche Burschenschaft hat damit bewiesen, daß sie gewillt ist, an der nationalsozialistischen Aufbauarbeit an den deutschen Hochschulen Anteil zu nehmen. Der Reichsführer SS. Himmler stattete in Begleitung von Staatskommissar Dr. Li p p e r t dem Hauptamt für Volkswohlfahrt einen Besuch ab und besichtigte nach Begrüßung durch Hauptamtsleiter H i l g e n f e l d t mit großem Interesse die verschiedenen Abteilungen des nationalsozialistischen Wohlfahrtswerkes. Am Dienstag beginnen in Riga deutsch-lettische Verhandlungen über eine Vertiefung und Erweiterung des gegenseitigen Warenverkehrs. Die deutsche Abordnung wird von Botschaftsrat Hemmen (Auswärtiges Amt) geführt und besteht aus den Ministerialräten Forkel vom Wirtschaftsministerium, S ch e f h o l d vom Ernäh- rungsminifterium und Oberregierungsrat Scherer vom Reichsfinanzministerium. kleine potitifcbe 7iüd>rid)tcn. licherweise durch Polizeipräsident Graf Helldorf ließ als Leiter -^Flac5e-.er der Staatspolizeiftellen Berlin und Potsdam in den letzten Tagen mehrere Razzien in b e - kannten Verbrecherlokalen beider Bezirke durchführen, die von vollem Erfolg begleitet waren. Bei dieser Gelegenheit wurden auch verschiedene von der Polizei seit längerer Zeit beobachte kommunistische Drahtzieher unschädlich ge- 6fr Gib ihnen doch wenigstens so viel Licht, daß ihre schwere Arbeit etwas erleichtert wird. Dauernde Naharbeit bei schlechter Beleuchtung ist für die Augen anstrengend. Man Die 32seitige bebilderte Druckschrift »Vom guten Sehen bei künstlicher Beleuchtung ”senden wir Ihnen gern kostenlos. OSRAM, BERLIN 01? sind lasse sich vom Elektro-Fachmann beraten. ^Deine^ __ j Die neuen OSHA LAMPEN geben, je nach Größe, bis 20 Prozent mehr Licht• Verkehrstagungen in Lauterbach und Bad Salzhausen. Für das Gebiet Oberhessen-Dogels- berg hatte der Landesverkehrsverband R h e i n - M a in am Samstag und Sonntag eine Derkehrstaaung einberufen, die am Samstag für die Kreife Lauterbach und Alsfeld in Lauterbach, am Sonntag für die Kreise Gießen, Friedberg, Büdingen und Schotten in Bad Salzhausen im Kurhaus stattfand. Im festlich geschmückten großen Saale des Jakob- Sprenger-Hauses in Lauterbach hatten sich am Samstagnachmittag über 90 Volksgenossen eingefunden, und so war schon rein äußerlich das große Interesse an den Derkehrssragen für das Vogels- berggebiet zu erkennen. In Vertretung des Referenten für das Derkehrsgebiet Oberhessen-Vogelsberg, Bürgermeister Dr. Hamm- Gießen, "eröffnete Schriftleiter Schuster von der Stadtverwaltung Gießen die Sitzung, hieß die zahlreich erschienenen Vertreter der Behörden, der Partei und der Gemeinden willkommen und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß der Landesverkehrsverband Rhein- Main nun mit allem Ernst an die Werbung für Oberheffen und den Vogelsberg herangegangen fei. Insbesondere begrüßte er den Leiter des Verbandes Dr. R i e c z - Frankfurt, der das Hauptreferat auf dieser Tagung übernommen hatte. Dr. Riecz sprach über das Thema: „Die grundlegende Arbeit zum Aus- und Ausbau der Fremdenverkehrswerbung für den Vogelsberg." Er führte ungefähr folgendes aus: Es fei schon lange der Wunsch des Landesverkehrsverbandes gewesen, dieses schone und unberührte Gebiet des Vogelsbergs dem Fremdenverkehr immer mehr zu erschließen und dadurch anderen Volksgenossen zu einer Erholung in einem naturschonen Gebiet zu verhelfen. Das Ziel sei, den Vogelsberg als Reiseziel und Erholungsstätte heraus- zustellen. lieber die Schwere der vor uns liegenden Arbeit müsse man sich ganz im klaren sein, und es gelte alle aufbauwilligen Kräfte einzuspannen, um das große Werk zu vollbringen. Richt ohne weiteres könne ein vernachlässigtes Gebiet zu einem Verkehrszentrum werden, sondern der Aufbau habe organisch vor sich zu gehen. Selbst die größten Frem- denverkehrsorte hätten ebenso klein von unten anfangen müssen. Eine Methode, um die ersten Wege für eine erfolgreiche Werbung zu ebnen, sei die BiL düng einer Schicksalsgemeinschaft. So wie die Vertreter der Kommunen, der Partei, des Gaststättengewerbes und die Vertreter anderer Organisationen erschienen seien, so müsse gemeinsam an das Werk gegangen werden. Niemand dürfe sich ausschließen, selbst das letzte Dorf müsse an der Verkehrswerbung interessiert sein. Mit den einfachsten Mitteln müsse begonnen werden, nämlich die bodenständigen Sitten zu erhalten und zu fordern. Dann müsse für die Schönheit de r Städte und Orte Sorge getragen werden. Altes Kulturgut sei wieder herauszustellen, und die Jugend müsse man an dem guten Alten wieder interessieren. Auch müßten die Voraussetzungen geschaffen werden, damit der Fremde sich wohlfühle. Alte Wirtsstuben mit ihren trauten Kaminen und Ecken dürften nicht das Opfer einer falschen Modernisierung werden, sondern müßten als Eigenart erhalten bleiben. Ebenso müßten die Reste aus den Tagen der bodenständigen Gastlichkeit erhalten werden. Rur durch das Zusammenarbeiten von allen Stellen fei es möglich, den Fremdenverkehr, der bestimmt heute ein Wirtschaftsfaktor geworden sei, zu fordern. Das Gebiet Schwarzburg- Rudolstadt zeige die Bedeutung einer intensiven Verkehrswerbung, die es ermöglicht habe, im Som- merhalbfahr 1934 einen Umsatz von fast zwei Millionen Mark zu erzielen. Vor allem müsse das Eigenbrodeln einzelner Orte bei der Werbung aufhören. Vor der Machtübernahme sei jeder auf sich selbst angewiesen gewesen, habe nur für sich arbeiten und nichts für den Nachbar leisten wollen. Den Nutzen davon habe meist das Ausland gehabt, vor allem die Schweiz und Oesterreich. Trotz der gegnerischen Reklame, Deutschland nicht als Reiseziel zu benutzen, habe gerade der Fremdenverkehr von Ausländern nach deutschen Orten einen gewissen Aufschwung erlebt. Im nationalsozialistischen Staat seien nun in Deutschland 24 Landesverkehrsoerbände errichtet worden, die die verschiedenen Orte eines Gebietes zusammengefaßt, insbesondere bei einer ersprießlichen Werbung als Einheit vertreten würden. Diese staatlich anerkannten Landesverkehrsoerbände zerfallen wieder in einzelne Gebiete mit einem Gebietsreferenten, dessen erste Aufgabe es sei, für die Fremdenverkehrswerbung geeignete Leute mobil zu machen und die an der Verkehrsfrage interessierten Kräfte zu fordern. Der Landesverkehrsverband habe auch die Aufgabe der Werbung durch Prospekte für das ganz* Gebiet übernommen, denn erstens sei die Gewähr dafür gegeben, daß einwandfreie Bildhefte hinausgingen, und zweitens könne der Verband dank feiner Zuschüsse die guten Verkehrsführer in größerem Umfange ausstreuen. Eine Gemeinschaftswerbung fei bei allen Arten der Werbung besonders günstig. Außer der Herstellung von Bild- Heften und Anzeigen gebe es noch eine andere Möglichkeit der Propaganda, nämlich den Film. Aber ehe mit der Verschickung von Werbeschriften für ein Gebiet begonnen werden könne, müsse das betreffende Gebiet in Ordnung gebracht worden fein. Enges Zusammenarbeiten von Bürgermeistern, Ortsbauernführern und Lehrern müsse der Bevölkerung die Vorteile einer richtigen und erfolgreichen Werbung vor Augen führen, aber neben diesen materiellen Auswirkungen habe eine Verkehrsbelebung noch ideele und kulturelle Werte. Gerade der Fremdenverkehr fei besonders geeignet, eine Brücke zwischen Stadt und Land zu schlagen. Leider sei gerade das Gebiet des Dogelsberges wirtschaftlich sehr schwer mitgenommen worden, und es bedürfe jetzt dringender Hilfe. In langjährigem, zähen Ringen habe gerade die Bevölkerung des Vvgelsberges ihren Mann gestanden und sei schon früh als treue Kämpferin für die nationalsozialistische Idee aujaetreten, und so müsse auch in Zukunft dieselbe Bevölkerung mit eisenhartem Willen und in engster Zusammenarbeit für bas setzt gesteckte Ziel, den Vogelsberg dem Fremdenverkehr zu erschließen, immer eintreten. Die Ausführungen Dr. N l e c z' wurden mit großem Interesse verfolgt und ernteten lebhafte Zustimmung. Der Vertreter des Landesbauernführers fagke dem Verband die vollste Unterstützung der Can» desbauernschaft zu. Andere Herren, die im Laufe der Aussprache das Wort ergriffen, brachten noch einige Fragen und Anregungen, alle aber waren sich in ihren Ausführungen dahin einig, daß endlich etwas für den schonen Vogelsberg getan werde. Auf die Fragen bei der Aussprache antwortete Dr. Niecz zusammenfassend. Er gab bekannt, daß in nächster Zeit ein Werbeheft für den Vogelsberg erscheine. Mit großer Begeisterung wurde die Tatsache aufgenommen, daß der Vogelsberg zum Wintersportplah im Rhein- Main-Gebiet erklärt wurde. Mt dem Dank an Redner und an die Erschienenen wurde die erste Tagung in Lauterbach mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer geschlossen. Wie schon erwähnt, trafen sich die Vertreter aus den Kreisen. Gießen, Friedberg, Büdingen und Schotten am Sonntag in Bad Salzhausen. Auch hier war die Beteiligung sehr stark, der Verlauf des Treffens war ungefähr der gleiche, wie am Vortage in Lauterbach. Bis jetzt 10200 Neuaufnahmen bei der HZ. LPD. Frankfurt a. M., 14. Okt. Noch in den letzten Tagen der Propagandaaktion der hessen- nassauischen HI. war ein starker Zustrom sowohl zur Hitler-Jugend, als auch zum Jungvolk, und hier besonders, zu verzeichnen. Täglich meldeten die Banne und Jungbanne beträchtliche Neuaufnahmen. Lag bis Donnerstag die Zahl von 8100 Neuanmeldungen vor, so ist bis heute ein Anwachsen auf 10 200 erfolgt. Dieses Ergebnis kann noch nicht als endgültig bezeichnet werden, da die Aufnahmen am letzten Tag der Aktion, am Sonntag, noch nicht alle erfaßt sind. Statt besonderer Anzeige! Am 14. Oktober entschlief sanft unsere treue, herzensgute Tante Fräulein Emilie Hahn im Alter von 91 Jahren. Im Namen aller Hinterbliebenen: Gießen (Schiffenberger Weg 40), den 14. Oktober 1935. Sophie Hahn. Gießen (Kaiserallee 1411), den 15. Oktober 1935. 5909 D Trauerfeier: Mittwoch, den 16. Oktober, 15 Uhr, Neuer Friedhof. 5917 D 04419 Wieseck, den 14. Oktober 1935. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. Oktober, um 15 Uhr statt. 591OD und zum Bauen £in fcaltes £okal vertreibt die Säfte! Ruf 2145/2146 5775 A Anwscbneiden! 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen, insbesondere für die zahlreichen Kranzspenden und ehrenvolle Nachrufe danken auf diesem Wege herzlichst Kätha Haubach Wwe. und Kinder. Gießen, den 15. Oktober 1935. 3. B. H A-USER, GIESSEN _____AMOSWALDSCARTEN Warum krank sein? Gänzlich neue Wege auf dem Gebiet des Naturhei 1 verfahrens. Ueberraschende Erfolge! Warum Alterserscheinungen ? - Arterienverkalkung? - Gesunder Schlaf - Stuhlverstopfung in Tagen beseitigt - Erfolgreiche Behandlung von Hexenschuß, Rheumatismus, Gicht, Ischias, Asthma, Erkrankung der Luftwege - Nerven-, Magen-, Darm- und Herzbeschwerden — Nieren- u. Leberleiden, offeneBeine - Krampfadern - Zuckerkrankheit - Beschwerden der Wechseljahre. 59070 Verlangen Sie schriftlich kostenlos Aufklärungsschrift P. über Lebensquell. Lebensquell Anschr. M. Wicky. Wiesbaden, Gr. 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Kurz vor Spielschluß arbeitete sich Größte gut vor, und Siffling wertete das Zuspiel des Neckarauers zum dritten und entscheidenden Treffer für Baden a-us. Hannover einen Handball - Freundschaftskampf mit dem Gau Niedersachsen aus, zu dem folgende nordhessische Mannschaft aufgeboten wurde: Bockel (Kasseler Turngemeinde); Kleinwegen (Kurhessen Kassel), Diez (Kasseler Turngemeinde); Deist (86/09 Kassel), Stockhorst (Kurhessen Marburg), Püngel (Kasseler Turngemeinde); Schmidt (Kirchbauna), Wilhelm (Kasseler Turngemeinde), Pilgermann (Kurhessen Kassel), Dittmar ^Bettenhausen), Krüger (Gießen 1900). Ersatz: Ritter (Kurhessen Kassel), Buse, Dorgerloh (beide Kasseler Turngemeinde). Ergebnisse der Klubmeisterschasten der Spiekvereinigung 1900. Aktive. 100 Meter, Klasse I: 1. Felsing 11,6 Sek.; 2. Kilo 11,7 Sek.; 3. Herrmann 12,6 Sek. 100 Meter, Klasse II: 1. G. Koch 12,9 Sek.; 2, Linsemann 12,9 Sek.; 3. Mootz 13,7 Sek. 800 Meter: 1. Bepperling 2:06,6 Min.; 2. Peters 2:07,8 Mim; 3. G. Koch 2:12,3 Min. (30 Meter Vorgabe). 3000 Meter: 1. Richter 9:56,2 Min.; 2. G. Koch 9:57,8 Min.; 3. Bäcker 9:58 Min. Weitsprung, Klasse I: 1. Felsing 6,17 Meter; 2. Kilo 5,62 Meter; 3. Utoff. Krüger (1. Komp. JR. Gießen) 5,60 Meter. Weitsprung, Klasse II: 1. Herrmann 5,45 Meter; 2. Linsemann 4,88 Meter; 3. G. Koch 4,53 Meter. Kugelstoßen, Klasse I: 1. Feldw. Gugel (1. Komp. JR. Gießen) 13,52 Meter; 2. Kilo 12,86 Meter; 3. Felsing 11,29 Meter. Kugelstoßen, Klasse II: 1. Utoff. Krüger 11,57 Meter; 2. Herrmann 11,33 Meter; 3. G. Koch wesentliche Ereignisse. Auf der badischen Seite überragte die Läuferreihe, die Nordhessen hatten dafür in 'Sonnrein - Eufinger - L i p p e r t eine überaus sichere und schlagkräftige Verteidigung. An ihr zerschellten alle Angriffe der technisch klar besseren Badenstürmer. Der fünfte Eckball für Baden brachte aber doch den ersten Treffer. Der gut hereingegebene Ball landete im Strafraum Nordhessens. Ein Verteidiger wehrte mit der Hand, und Schneider nutzte den Elfmeter prompt zum 1:0 für Baden aus. Fünf Minuten später stand Damminger bei einem harten Flachschuß Sifflings günstig genug, um dem Ball den entscheidenden Dreh ins Nordhessentor geben zu können. Eine Viertelstunde vor der Pause war allerdings der Sturmführer Nordhessens, Main^, verletzt ausgeschieden, so daß während dieser enr- scheidenden Spielphase die Gäste nur zehn Mann im Felde hatten. Maintz kam zwar nach dem Wechsel wieder, aber er war nur noch bedingt spielfähig. Die Badener setzten auch nach der Pause ihre Feldüberlegenheit fort. Aber zunächst schossen die Nordhessen die Tore, denn Badens Angriff fand sich nicht zu geschlossenen Leistungen zusammen. Aus der Verteidigung heraus trugen die Gäste gefährliche Flügelangriffe vor. Kleim schoß so Mitte der zweiten Spielhälfte den ersten Gegentreffer, und Kammer! vernichtete wenig später mit dem Augleichstor die badischen Hoffnungen auf einen hohen Sieg. Im Endkampf bot sich dann Maintz eine ganz klare Chance zum Siegtor, aber der verletzte Spieler vermochte diese Nordhessens Handballelf gegen Niedersachsen. Gau Nordhessen trägt am 20. Oktober Eine Wiederholung solchen Theaters an sich verspricht die Komödie „Himmel auf Erd en" von Jochen Huth, die im Kleinen Haus erstaufgeführt wurde. Diese Flieger- und Ehekomödie im Stil des englischen Gesellschaftslustspiels ist zwar blaß in der Menschengestaltung, aber sie verrät die Bühnenerfahrung und den Rolleninstinkt des ehemaligen Schauspielers Huth. Bei unzureichender Besetzung würde sie sogar streckenweise langweilen. Im Staatstheater führte sie Gustaf Gründ- g e n s als Regisseur zu einem sensationellen Erfolg. Blitzende Wortgefechte, rasendes Tempo, Sprechtechnik in höchster Kultur und ein Spiel von schwebender Leichtigkeit ergaben eine Aufführung, deren lockernde Herterkeit darüber hinwegtäuschte, daß das Stück allenfalls Baiser mit Schlagsahne ist. Gründgens spielte selber den großen Journalisten, der sich in eine Ozeanfliegerin verliebt, aber die Ehe mit ihr zunächst nicht durchhält. Maria Bard, die Fliegerin, muß mit ihrem Flugkameraden Bill nach einjähriger Ehe erst mal nach Grönland fliegen, um sich von den seelischen Anstrengungen des ersten Jahres zu erholen. Das Zusammenspiel der Beiden ist theatralisch von letzter Vollendung. In das von Gründgens bestimmte Tempo fügt sich der prachtvolle Komiker Hans L e i b e l t als betriebsamer, romantischer Verleger ein, und Käthe Haack und Flockina von P l a t e n, beide dem Staatstheater neu verpflichtet, geben elegante scharf gezeichnete Figuren. Fest zupackend als Naturbursche Bill: Heinz Rippert. Das Ganze stellt sich dar als ein Tanz von Licht und Schatten um ein Etwas, das sich nie fassen läßt, das fließend und schaukelnd über den Zufälligkeiten Mit dem Monatsbeginn fängt die Volksbühne an. Friedrich B e t h g e s „M a r s ch der Veteranen" entstand aus den bekannten Vorgängen in Amerika, die vom Autor umgestaltet und in das Rußland der napoleonischen Kriege verlegt werden. So ergeben sich als die dramatischen Partner: hier die notleidenden und vergessenen Invaliden, die nach der Hauptstadt marschieren und den Ehrenso/d des Vaterlandes verlangen, dort die höfische Gesellschaft, die auf die Soldaten des Kaisers als auf Aufrührer schießen lassen will. Zwischen beiden Parteien steht der Generalgouverneur, ein Preuße, der noch unter dem großen Friedrich gedient h-tt: in seiner Auffassung von Recht und Pflicht svieqelt sich das Ethos. des Schauspiels, eines schlagkräftigen, fesselnden Theaterstücks. Unter der Leitung des Intendanten Grafen Solms eins sehr gute Aufführung. Mathias Wiemann und Fritz G e n s ch o w als Veteranen, Warner Schott als geschmeidiger Minister, Ernst Sattler als Gouverneur tragen zu dem stürmischen Erfolge bei. * Theater-Studio bedeutet Wagnis und Versuch am Neuen, Jugendlichen, Ungeklärten, und in diesem Sinne ist eine Dormittagsveranstaltung " des Deutschen Theaters in den Kammerspielen sehr berechtigt. Klaus Herrmann gibt in seinem „21 u g u ft u s Potter" die Gestalt eines „guten Menschen", eines reinen Toren, der von seinen falschen Freunden ausgenutzt und betrogen wird. Wie dieser Schwärmer nun durch eine Reihe von Enttäuschungen und Niederlagen geführt wird, um letzlich daran zu erstarken, ein Mensch für die Wirklichkeit zu werden, die Geliebte zu erringen und sein Glück zu machen, das geschieht teils mit einer entwaffnenden Naivität, teils mit großem Geschick, teils ausführlicher, teils in starker Verkürzung und komischer Zusammenraffung der Vorgänge: immer aber ist auf der Bühne Leben, Bewegung und dramatischer Antrieb. Ein neuer Regisseur, Werner Jacob, unterstützt eifrig das Tempo, neue Schauspieler — es seien nur Eugen Wallrath, Fritz N y g r i n, Herbert B r u n a r und Elsa M o l tz e r genannt — stellen sich vor. Das Publikum rief stürmisch nach dem jungen Autor. G.B. BundeSpokalkampf Nordhessen gegen Baden. Am vergangenen Sonntag wurde, wie wir gestern bereits kxurz berichteten, in Mannheim der Kampf Berlin, im Oktober. Es war zu begrüßen, daß — nach dem Kleinen Haus des Staatstheaters — nun auch eine zweite Bühne des,Berliner Westens dem ernsthaften Theater gewonnen wurde, als die Schauspielerin Agnes Straub das frühere Kurfürstendammtheater als Agnes-Straub-Theater eröffnete. Da sie einen wechselnden Spielplan oorführen will (keine Serien), hatte sie zunächst ein Programm aufzubauen und brachte btei Einstudierungen in vier Tagen heraus, eine beachtenswerte Leistung. Aber am ersten Abend enttäuschte alles. Sie hatte Grillparzers „S a p p h o" gewählt, um selbst die Heldin spielen zu können: kein empfehlenswerter Beginn, wie sich zeigte. Die Aufführung unter Wolfgang Lieben e'iners Regie schwankte zwischen Konversationsstück und übersteigerter Leidenschaftlichkeit, Agnes Straub selbst fand keine einheitliche Linie und bewegte sich zwischen privatem Bekenntnis und idealistischer Pathetik; mögen Grillparzers Verse auch schwach sein, sie bleiben Verse und sollten als solche gesprochen werden. Ungeschicklichkeiten in der Anordnung des Bühnenbildes, in der Abtönung der Stimmen, in der Angleichung an die Akustik des neuen Hauses kamen störend hinzu. Lag nach solchem Anfang die Frage, ob sich am Kurfürstendamm etwa ein Startheater auftun wolle, nicht gar so ferne, so wurde dieses Bedenken durch die nächsten Aufführungen zerstreut. In Ibsens „G e s p e n st e r n" — ausgezeichnet abgetönte Einstudierung von Friedrich Neubauer, den man leider jahrelang an keiner ernsten Bühne mehr gesehen hat — stand Agnes Straub als Frau Al- oing durchaus im Rahmen ihrer Truppe, sie holte ihre Wirkungen aus einer starken innerlichen Verhaltenheit und wuchs im letzten Akt zu einer bewegenden und erschütternden Größe: wir haben sie lange nicht so hingerissen und hinreißend erlebt. — Zwischen diesen Abenden lag Calderon de la Barcas muntere „Dame Kobold" in der einfallsreichen, lustigen und wirbelnd dahinfegenden Aufführung des Spielleiters Veit Harlan, in deren Mitte der jugendliche Komiker Hugo Schrader die Sancho Pansa-Figur eines Dieners stellte, mit der er den Abend siegreich entschied. Auch die anderen führenden Kräfte der Straub-Truppe haben sich in diesen Einstudierungen vorgestellt, es seien einstweilen nur. Sabine Peters und Otto Woegerer genannt. Das neue Theater scheint schon in Berlin eine ansehnliche Gemeinde zu besitzen; durch solche Aufführungen kann sie gesammelt und vermehrt werden. zwischen den Gaumannschaften von Nordhessen in den Bundespokalspielen Nachstehend der Kampfverlauf: Die erste halbe Stunde des Spiels Alte und neue Stücke in Berlin Theaterbrief aus der Reichshauptstadt. 9,44 Meter. Diskuswerfen: 1. Kilo 39,58 Meters 2. Feldw. Gugel 36,19 Meter; 3. Utoff. Krüger 30,07 Meter. Speerwerfen: 1. Felsing 44,89 Meter. 2. Utoff. Krüger 39,03 Meter; 3. Kilo 35,62 Meter. Fünfkampf, Klasse I: 1. Kilo 3066,6 Punkte (50 Meter in 6,2 Sek., 100 Meter in 11,7 Sek., Weitsprung mit 5,62 Meter, Diskuswerfen mit 39,40 Meter, Speerwerfen mit 35,62 Meter); 2. Felsing 3042 Punkte; 3. Utoff Krüger 2439,7 Punkte. Dreikampf, Klasse II (100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen): 1. Herrmann 1508,2 Punkte; 2. G. Koch 1203,6 Punkte. Jugend. Klasse A. 100 Meter: 1. Hungerland 12,2 Sek. (3 Meter Vorgabe); 2. Lehrmund 12,3 Sek. (vom Mal); 3. Volk 12,7 Sek. (vom Mal). 400 Meter: 1. Jmmel 62 Sek.; 2. Bonarius 62,6 Sek. Weitsprung: 1. Volk 5,40 Meter; 2. Lehrmund 5,05 Meter; 3. Jmmel 4,82 Meter. Diskuswerfen: 1. Lehrmund 29,92 Meter; 2. Volk 29,66 Meter; 3. Bonarius 26,32 Meter. Klaffe ß. 100 Meter: 1. Goß 12,4 Sek.; 2. Weihrauch 12,7 Sek.; 3. Oehlmann 13,6 Sek. Weitsprung: 1. Goß 5,35 Meter; 2. Weihrauch 5,15 Meter; 3. Oehlmann 3,90 Meter. Kugelstoßen: 1. Goß 12,32 Meter; 2. Weihrauch 10,78 Meter; 3. Oehlmann 6,85 Meter. Klasse C. 100 Meter: 1. W. Adolph 14,1 Sek.; 2. Korell 14,3 Sek.; 3. Haibach 14,6 Sek. Weitsprung: 1. Korell 4,40 Meter; 2. W. Adolph 4,25 Meter; 3. Haibach 4,20 Meter. Kugelstoßen: 1. Haibach 8,97 Meter; 2. Korell 8,57 Meter; 3. W. Adolph 6,33 Meter. Klasse D. 50 Meter: 1. H. Schmück 7,7 Sek.; 2. H. Adolph 7,8 Sek.; 3. E. Schneucker 8,1 Sek. Dreisprung: 1. H. Schmück 8,10 Meter (!); 2. H. Adolph 7,90 Meter; 3. E. Schneucker 7,80 Meter. Ballweitwurf: E. Schneucker 58,60 Meter (!); 2. A. Dinges 51,40 Meter; 3. Kühn 48,90 Meter. Klasse E. 50 Meter: Wehrum 8,7 Sek.; 2. Krüger 9,2 Sek.; 3. W. Schmück 9,8 Sek. Weitsprung aus dem Stand: 1. Krüger 1,63 Meter; 2. Wehrum 1,60 Meter; 3. W. Schmück 1,50 Meter. Ballweitwurf: 1. Wehrum 36 Meter; 2. Krüger 35,30 Meter; 3. W. Schmück 33,40 Meter. Frauen. 100 Meter: 1. Frau Bepperling 14,1 Sek. (3 Meter Vorgabe); 2. L. Diehl (vom Mal) 14,2 Sek.; 3. G. Guth 14,7 Sek. (3 Meter Vor- gäbe). Hochsprung: 1. L. Diehl 1,24 Meter; 2. Frau Bepperling 1,20 Meter; 3. G. Ockel 1,10 Meter. Kugelstoßen: 1. L. Diehl 9,10 Meter; 2. Frau Bepperling 7,34 Meter; 3. M. Ockel 6,73 Meter. Diskuswerfen: 1. Frau Bepperling 23,73 Meter; 2. G. Ockel 19,24 Meter; 3. M. Ockel 19,50 Meter. Die Ergebnisse der Dereins- Meisterschasten des Vf8./Reichsbahn. Aktive. Kugelstoßen: 1. E. Jakob 16,76 Meter. Weltsprung: 1. Jakob 5,34 Meter. 100 Meter: 1. R. Fischer 12 Sek. Speerwerfen: 1. Jakob 50,50 Meter. Frauen. 100 Meter: 1. Schmidt 14,2 Sek.; 2. Fischer 14,7 Sek.; 3. Weber 14,9 Sek. Weitsprung: 1. Fischer 4,05 Meter; 2. Weber 3,95 Meter; 3. Hilde Scholl 3,94 Meter. Kugelstoßen: 1. Schmidt 7,83 Meter; 2. Fischer 7,40 Meter; 3. Weber 6,56 Meter. Hochsprung: 1. Fischer 1,28 Meter; 2. Dapper 1,28 Meter; 3. Schmidt 1,15 Meter. Diskuswerfen: 1. Fischer 22,61 Meter; 2. Dapper 21,39 Meter; 3. Schmidt 20,18 Meter. Jugend-Klasse A. 100 Meter: 1. Huppert 12,2 Sek.; 2. Kröck 13,4 Sek.; 3. Wagner 13,4 Sek. Kugelstoßen: 1. Nies 11,46 Meter; 2. Huppert 8,75 Meter. 800 Meter: 1. Stürmer 2:23,3 Min. Weitsprung: 1. Huppert 5,22 Meter; 2. Nies 4,98 Meter; 3. Krpck 4,30 Meter. Di'skuswerfen: 1. Nies 31,67 Meter; 2. Huppert 25,78 Meter; 3. Krämer 23,80 Meter. Speerwerfen: 1. Nies 36,87 Meter; 2. Huppert 32,70 Meter; 3. Krämer 28,54 Meter. 1500 Meter: 1. Stürmer 5,07 Min. Hochsprung: 1. Nies 1,47 Meter; 2. Huppert 1,47 Meter; 3. Krämer 1,40 Meter. Hammerwerfen: 1. Nies 18 Meter; 2. Huppert 13,20 Meter; 3. Krämer 12,65 Meter. Jugend-Klasse B. 100 Meter: 1. Kley 11,9 Die Kirche Notre-Dame. Zu ihrem 700jährigen Bestehen. Von Ernst von Niebelschüh In diesem Jahre kann Frankreich das Jubiläum einer Ruhmestat begehen, die es in einem edleren Sinne unsterblich gemacht hat als manches kriegerische Ereignis, das heute mit pomphaften Worten und drohenden Ansprüchen über Gebühr verherrlicht zu werden pflegt. Diese Tat war ein Friedens- und Liebeswerk: die Vollendung der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Zwar hat das folgende, das 14. Jahrhundert weiter an dem Bau gearbeitet, vor allem die Fenster erweitert und der Kirche in ihrer ganzen Ausdehnung durch Einziehung der Strebepfeiler den zusammenhängendell Kranz von Kapellen hinzugefügt, auch den' herrlichen Querhausfassaden ihre jetzige Gestalt gegeben; im ganzen aber war doch 1235 mit der Fertigstellung der Westfront und dem Verzicht auf Turmhelme der Bau so weitgediehen, daß der 1163 in Angriff genommene Grundplan als verwirklicht angesehen werden konnte. Rodin hat einmal in einer poetischen Huldigung an den Genius der mittelalterlichen Baukunst die gotischen Kachedralen Frankreichs „die Mütter des Landes" genannt. Es gibt in der Isle-de-France. dem Kron- und Herzlande Frankreichs, größere und vielleicht auch noch schönere Dome als gerade Notre-Dame in Paris, aber es gibt keinen, der den Ehrennamen der Mutter mit größerem Recht führen könnte als sie. Wer das Wort „Mutter" ausspricht, hat das Gefühl der Verbundenheit mit den Ursprüngen des Lebens. Man weiß sich in den dunklen Falten eines solchen Wortes geborgen wie der gläubige Mensch des 13. Jahrhunderts unter dem Schutzmantel der Muttergottes oder den Kreuzgewölben der Kathedrale, dieses steinernen Symbols mütterlicher Liebeskraft. Fast alle großen frühgotischen Dome Nordfrankreichs sind in der Blütezeit der mittelalterlichen Marienverehrung errichtet, es find Notre-Dame-Kirchen, aber die Pariser ist es in einem so ausschließenden Sinne, daß es undenkbar wäre, in ihr etwas anderes als eine Offenbarung des Weiblichen, des Ewig-Weiblichen zu sehen. Auf ihrer Insel, auf der sie mit der Kraft ihrer steinernen Strebebögen dahinzurudern scheint wie ein reich befrachtetes Schiff, ist sie das Lebens- zentrum, der geheimnisvolle Keim der Riesenstadt, die in immer weiter gezogenen Ringen, Eitelkeiten auf Eitelkeiten häufend, um sie gewachsen ist, aber in all ihrem Weltsinn doch nie vergessen hat, von wo die Kraft ausstrahlt, die ihrem Dasein Adel und Sinn verleiht. Wer Paris kennt, macht stets die gleiche Erfahrung Man eilt durch die Boulevards und Vergnügungsviertel, man bewundert die Paläste und Parkanlagen, die Theater und Triumphbögen, man steht ergriffen vor dem Grabe des Kaisers und den Gemälden des Louvre, wie es einem aufmerksamen Reisenden ziemt, und findet doch immer wieder den Weg zurück zu dieser einzigartigen Kathedrale, an der sich die fieberhafte Unrast der Weltstadt wie unter einer heilenden Hand besänftigt. Man muß einmal im Dämmerlicht der buntverglasten Hallen das ruhige Atmen der Jahrhunderte erlebt oder von den hohen Turmstümp- fen in das Gewirr der Straßen und Dächer geblickt haben, um zu fühlen, wie eng das alles zusam- mengehört, wie die Mutter noch heute im Reigen ihrer Kinder steht, ihre Nachkommenschaft segnet und sich an ihrem Wachstum freut. Alle große Kunst ist religiös, insofern sie nie etwas anderes fein wird als Heiligung des Lebens, der Natur. Allein die Gotik von Notre-Dame ift gleichsam eine Darstellung der christlichen Religion selbst. Sie erzählt von einem Frankreich, das im frühen Mittelalter das Quellgebiet jeder geistlichen Reformbewegung im Abendlande war, das die erregten Gemüter zum Kreuzzug aufrief und dann, als die Zeit erfüllet war, in dem gläsernen Gerüstbau der Kathedrale das kostbare Gefäß schuf, das den ganzen nachantiken Glaubensinhalt so restlos in sich zu fassen vermochte wie ehedem der griechische Tempel den vorchristlichen. Es ist zwecklos, darüber nachzudenken, ob die französische Gotik im Zettlalter Philipp Augusts und des heiligen Ludwig mehr ein Ergebnis des rechnenden Kopfes oder des inbrünstigen Gefühls gewesen ist. Nur so viel wird man sagen können: ohne die eminente Begabung der Franzosen für die begriffliche Aufhellung eines Problems wäre das Wunder der Kathedrale nicht zustande gekommen. Nur ist damit nicht alles gesagt, denn das eigentliche Mysterium beginnt erst da, wo sich dem konstruktiven Verstand eine Kraft hinzugesellt, die höher ist als alle Vernunft, die Mechanik in sich selber wieder aufzuheben scheint und dem starren Stoff eine Bewegung andichtet, deren Sinn das Verlangen der Seele nach ihrem Ursprung ist. Dennoch: wie ausgerichtet, wie temperiert ist die Fassade von Notre-Dame! Mit einem Worte: wie klassisch! Steigende und lagernde Kräfte durchdringen sich wie Zettel und Einschlag in einem Gewebe, und die große Fensterrose über dem breiten Bande der Königsgalerie hat hier wirklich die Aufgabe, der ganzen'Schausette den geometrischen Mittelpunkt zu geben. Nun weiß man auch, warum — wie so oft an französischen Domen — die Türme nach Vollendung des ersten Geschosses plötzlich abbrechen, also der'krönenden Helme ermangeln. Der französische Sinn für das Maß hat sie unterdrückt, sie hätten das Gleichgewicht gestört. Ist das nicht jenes verborgene Hellas, das in der französischen Kunst immer wieder durchbricht, das Extravagante nicht duldet und im Zeichen der Waage das Heil sucht? Auch im Inneren sind die horizontalen Gliederungen stark betont, die Gewölbehöhen maßvoll zur Breite abgestimmt und die Pfeiler und Säulen von einer gewissen fleischigen Fülle, die an organische Körper denken läßt. Das alles ist so ungotisch (im strengen Sinne) wie es dem lateinischen Geiste Frankreichs angemessen erscheint. Und 'weil es so ist, weil das Klassische, die Regel überall den Ton bestimmt, verringern sich in Paris die Stilgegensätze wie nirgends sonst. Wer auf das Wesentliche sieht, kann in Perraults Lauorekolonnade, diesem Musterbeispiel eines klassizistischen Barocks, Züge entdecken, die sie als einen legitimen Abkömmling von Notre- Dame ausweisen. Die „mesure“ knüpft alles zusammen. Die glorreiche Heiligenversammlung der drei Westportale, in der Maria, ihre Mutter Anna und der richtende Christus den Vorrang einnehmen, hat durch die Verständnislosigkeit des 18. Jahrunderts und den Religionshaß der Revolution schwere Einbußen erlitten. Man hat die Lücken durch Restaurierungen zu schließen versucht, die viel Wissen, aber wenig Gewissen verraten. Was gerettet ist, entspricht der Würde dieses christlichen Parthenons. Der Preis gebührt aber doch wohl jenen Reliefs an den Türpfosten des Marienportals mit den Monatsbildern, in denen des Menschen Tun im Jahreslauf, seine Arbeit und seine unschuldigen Freunden unter den Schutz der Himmelskönigin gestellt sind. Jeder Mo- natsbeschästtgung entspricht ein Tierkreiszeichen des Firmaments; der Mensch sät und die Sonne segnet; so war es, so ist es, so wird es immer fein nach dem Willen einer aöttlichen Weisheit, die der christliche Mensch des Mittelalters nicht schöner verehren und darstellen konnte als in der Gestalt der Mutter und „Lieben Frau", der er seine Kirchen weihte. „DaS leuchtende Ziel." „One night of love" ist ein amerikanischer Film der Columbia Pictures Corporation, der unter dem Titel „Das leuchtende Ziel" in deutscher Sprache erscheint. Das leuchtende Ziel ist der Welterfolg auf der Bühne eines berühmten Opernhauses, — die letzte Station auf dem langen und dornenreichen Wege einer jungen und begabten Sängerin, die mittellos in einem italienischen Cafehaus ihre Laufbahn beginnt und das Glück hat, dort von einem sehr namhaften Gesangslehrer durch Zufall entdeckt zu werden. Das Glück erweist sich, aber vorderhand als eine zweifelhafte und mindestens nicht ungetrübte Gunst des Schicksals, denn die Ausbiloungs- methode des Maestro ist zwar gründlich, aber barbarisch, und das Mädchen ist nahe daran, das leuchtende Ziel für immer fahren zu lassen, zumal sie Gelegenheit hätte, statt ihres tyrannischen und groben Lehrmeisters, der ein besserer Sklavenhalter mit künstlerischem Ehrgeiz ist, einen netten jungen Mann zu heiraten, der sie ehrlich liebt. Aber gerade die Liebe und die Kunst, das ist einer der ersten Lehrsätze, die der jungen Schülerin beigebracht werden, dürfen nichts miteinander zu tun haben, sonst ist es aus. Nun, es erweist sich im Verlaufe des Abends, daß es keineswegs aus ist, obwohl es mehrmals so weit zu sein scheint. Denn in der Tat erzwingt der Meister nicht nur den Welterfolg für seine Schülerin, sondern gesteht ihr sogar, was allerdings niemand ahnen konnte, kurz vor dem „leuchtenden Ziel" seine Liebe — auf den ersten Blick. — Trotz der Synchronisierung kann der Film in Tempo, Aufmachung und Spielstil (Regie: Viktor Schertzinger) seine Herkunft aus den Columbia- Ateliers nicht verleugnen. Es wird stellenweise so schnell und so laut gesprochen, daß die Verständlichkeit beeinträchtigt wird. Dagegen kommen die großen Gesangspartien gut und klar heraus (übrigens handelt es sich auch um sehr bekannte Opernszenen). Grace Moore hat Gelegenheit, ihre großen und geschulten Mittel, fließende Spielroutine und Bühnensicherheit als Carmen und Butterfly ausführlich wirkungsvoll zur Geltung zu bringen. Tullio Corrn i n a ti als der diktatorische Pädagoge. Mona Barrie, Lyle Tolbot und Jessie Ralph sind vom übrigen Ensemble zu nennen. * Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Das Beiprogramm bringt einen Kulturfilm ,,Wo der rote Wein wächst", die Wochenschau und je einen Vorspann zu „Königswalzer" und „Vergiß mein nicht" (mit Gigli). —r— Hocksckvlnacknchien. Professor Dr. Hans Drexler, Extraordinarius für klassische Philologie an der Universität Br es» l a u, ist zum ordentlichen Professor in Breslau ernannt worden. Professor Dr. Alois Meesmann, Exttaordina» rius für Augenheilkunde an der Universität Ber - l i n, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Kiel ernannt worden. Professor Dr. Paul W u st r o w, Ordinarius für Zahnheilkunde an der Universität Greifswald, wurde an die Universität Erlangen berufen. Professor Dr. M. San Nicolo, Ordinarius für römisches und bürgerliches Recht an der Universität Prag, ift zum ordentlichen Professor an der Universität München ernannt worden. Professor Dr. Johannes Schmidt-Japing, Extraordinarius für systematische Theologie an des Universität Bonn, ist zum ordentlichen Professor in der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Bonn ernannt worden. im Handball im kreis N (Lahn-Dill) ten, bei der die Glücklichere gewann. Wirtschaft und Tv. To. den be- Tv. (2:1). Tv. Hausen — Tv. Ebersgöns 14:11 (7:6). Ein außerordentlich torreiches Ergebnis in einem vollkommen ausgeglichenen Spiel. Bei Hausen machte sich nur der Vorteil des eigenen Platzes bemerkbar. Tv. L i ch — Tv. G a r b e n t e i ch. Auch hier trat Garbenteich ohne Grund nicht an. Tv. Homberg — Tv. Romrod 5:7 (4:3). Trotzdem die Platzbesitzer vor der Pause noch in Führung lagen, waren sie am Schluß ziemlich abgekämpft, so daß die Gäste einen knappen aber verdienten Sieg feiern konnten. To. Alsfeld — Tv. Rieder-Ohmen 7:4 (6:2). Ganz so leicht, wie man angenommen hatte, ließ sich der Neuling Nieder-Ohmen doch nicht jchla- gen. Alsfeld hatte sogar zum Schluß noch alle Mühe, seinen Vorsprung zu verteidigen. Die Abendbörse war auf fast allen Marktgebieten nahezu geschäftslos. Die starke Zurückhaltung, die schon den Mittagsoerkehr kennzeichnete, hielt in vollem Umfange an, Hurnal jede Anregung fehlte. An den Aktienmärkten bröckelten die Kurse gegen den Berliner Schluß zumeist um 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Etwas fester lagen Kunstseide Aku Mandeln — Tv. Ehringshausen 9:4 (4:0). Herbornseelbach — Tv. Straßebersbach 3:11. Jugend. Grüningen — Tv. Lützellinden 6:4 Ein Spiel zweier gleichwertiger Mannschafweg 0,50 bis 1 v. H., Licht & Kraft sogar 3 v. H. Schwach lagen vor allem Montanpapiere, insbesondere Hoesch mit 90,50 (93), ferner gaben Stahl- verein 1,75 v. H., Mannesmann 1,50 v. H. und Klöckner 1 v. H. nach. Kunstseide Aku gingen auf 50,75 bis 50,50 (51,75), Zellstoff Waldhof auf 107,75 (109)- und Muag auf o9,50 (71,50) zurück, ferner büßten Westdeutsche Kaufhof 1 v. H. ein. Schifffahrtsaktien vermochten sich weiterhin zu behaupten und Bankaktien lagen geringfügig fester, so Reichsbank um 0,25 v. H. und Bank für Brauindustrie um 0,50 v. H. Nach den ersten Kursen setzten sich die Abschwächungen meist leicht fort, später wurde die Haltung etwas widerstandsfähiger. Verschiedentlich erfolgten auf dem ermäßigten Stand.kleine Rückkäufe, da die reinen Auslandsaktien, wie z. B. Chade, keine weiteren Abschwächungen aufwiesen. Der Rentenmarkt blieb bei sehr kleinem Geschäft behauptet, man nannte durchweg die ■ letzten Samstagskurse. Schwächer waren jedoch 6prozentige Stahlverein-Bonds mit 101,40 (102). In der zweiten Börsenstunde herrschte weiterhin Geschäftsstille. Nachdem vorübergehend verschiedentlich leichte Erholungen zu verzeichnen waren, bröckelten die Kurse späterhin angesichts der nicht mehr zu überbietenden Umsatzschrumpfung eher wieder auf den Anfangsstand ab. Erholt waren Waldhof mit 108,50 und 107,75, andererseits bröckelten AKU. weiter ab. Die später notierten Werte lagen zumeist um 1 bis 2 v. H. niedriger, außer Schuckert mit 119 (118,50). Renten lagen still und kaum verändert, matt waren aber Altbesitz mit 111,13 (111,50), während öprozentige Stahlverein um 0,25 v. H. erholt waren. Kommunal-Umschuldung bröckelten um 0,15 v. H. ab. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe notierten bei Abweichungen von 0,13 bis 0,25 v. H. unregelmäßig. Ausländsanleihen lagen still, etwas niedriger lagen Rundiunkproaramm. Mittwoch, 16. Oktober. 6 Uhr: Choral: Gottlob, ein Schritt zur Ewigkeit.— Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause 7.00: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bauernfunk. 9.15: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12.00: Mittagskonzert I. 13.00: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14.00: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Nachrichten 15.15: Sendepause. 16.00: Alte und neue Musik für Gitarre. 16.30: Aus Zeit und Leben: 1. Stimmen aus der bayrischen Ostmark; 2. Ein Pikkolo sucht Arbeit. 17.00: Buntes Nachmittagskonzert. 18.30: Herbstsonne über der Heide. Funkfolge. 19.00: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20.00: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. Brückenbau. Ein Hörbild von stolzer Arbeit. Von Heinrich Lersch. 20.45: Lachender Funk. 22.00: Nachrichten (anschließend auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Nachtmusik und Tanz. Tv. Krofdorf — Tv. Staufenberg 4:9. Krofdorf konnte auch auf eigenem Platz gegen Staufenberg nicht aufkommen. Wenn man allerdings berücksichtigt, daß die Gäste körperlich Vorteil waren, wird die Niederlage begreiflich. Herbornseelbach — Straßebersbach 0:5. 17 neue Motorrad-Weltrekorde. Auf der Bahn von Linas-Montlh6ry wurden eine Reihe von Weltrekorden aufgestellt. Mit einer 500-ccm-Solomaschine (FN) stellten die Belgier Cha- lier und Milhoux folgende neuen Höchstleistungen auf: 100 Kilometer: 33:32,72 Min. -- 178,862 Stundenkilometer; 2 0 0 Meilen: 1:53:18,65 Stunden = 170,435 Stundenkilometer; 2 Stunden: 238,106 Kilometer; 500 Kilometer: 2:59:24,40 Stunden = 167,218 Stundenkilometer; 3 Stunden: 501,643 Kilometer; 4 Stunden: 623,666 Kilometer; 5 Stunden: 779,768 Kilometer; 5 0 0 Meilen: 5:10:07,67 Stunden — 155,678 Stundenkilometer; 6 Stunden: 933,969 Kilometer; 10 0 0 Kilometer: 6:26:57,54 Stunden — 155,055 Stundenkilometer; 7 Stunden: 1034,573 Kilometer. Der Rekord über 200 Meilen ist gleichzeitig Bestleistung auch für die 750er-Klasse, die neue Höchstleistung über 2 Stunden gleichzeitig Weltrekord für die 750er- und 1000er-Klasse. Mit einer 350-PresterIonghi-Seitenwagenmaschine stellte der Franzose Bernardet folgende drei neuen Weltrekorde auf: 10 0 Kilometer: 43:21,92 Min. — 138,359 Stundenkilometer; 1 Stunde: 138,521 Kilometer: 100 Meilen: 1:10:51,47 Stunden = 136,273 Stundenkilometer. Ungarn. Valutapapiere konnten sich etwa auf ermäßigten Taxkursen des Wochenschlusses haupten. Tagesgeld war zum Medio etwas gefragt wurde auf 3 v. H. (2,75 v. H. erhöht. Abendbörse sehr still. Tv. Lana-Gons U — Tv. Holzheim 5.4 (2:3). Lang-Göns hatte, weil es Ersatz einstellen mußte, alle Mühe, gegen die aufstrebenden Holzheimer zu gewinnen. Tv. Lang-Göns I — S p v g. 1900. Das Spiel wurde nicht ausgetragen, weil die Gießener mit für die Jugend nicht mehr zugelassenen Spielern antrat. Tv. L o n d o r s — To. Wißmar 7:2. Die Einheimischen gewannen verdient, zumal Wißmar noch nicht über die nötige Spielerfahrung verfügt. S-k • 2 Lipphardt 13,2 Sek.; 3. Mädicke 13,3 Sek Hochsprung: 1. Kley 1,54 Meter; 2. A. Oehler 1,45 Meter- 3 Erich Oehler 1,42 Meter. 800 Meter: 1. Horst Mll 2:20,1 Min.; 2. Krämer 2:29 6 Min.; & Riegler, 2,33 Min. Kugelstoßen: 1. Kley 12,33 Meter 2 Schieferstein 9,85 Meter; 3. Boll 8,95 Meter. We'itsprung: 1. Kley 5,55 Meter; 2. Ernst Heller 4 99 Meter; 3. Erich Oehler 4,66 Meter. 1500 Meter: 1' Horst Möll 4:44,9 Min.; 2. Krämer 5,23 Min.; 3. Boll 5,54 Min. 3000 Meter: 1. Reinhold Krämer 10:38,1 Min. Speerwerfen: 1. Kley 35,45 Meter; 2 Erich Oehler 29,30 Meter; 3. H. Möll 28,90 Me- ter. Diskuswerfen: 1. Kley 37,87 Meter; 2. Möll 24 80 Meter; 3. Schieferstein 23,30 Meter. Jugend-Klasse C. 100 Meter: 1. Mootz 13,6 Sek.- 2. Schwarz 13,8 Sek.; 3. Büdenbender 14 Sek. Weitsprung: 1. Mootz 4,81 Meter; 2. Schwarz 4,72 Meter; 3. Büdenbender 4,13 Meter. Hochsprung: 1. Schwarz 1,41 Meter; 2. Mootz 1,35 Meter; 3. Bü- benbenber 1,30 Meter. Kugelstoßen: 1. Schieferstein 10 Meter; 2. Mootz 9,90 Meter; 3. Büdenbender 8,90 Meter. 800 Meter: 1. Theiß 2:40,8 Min. Diskuswerfen: 1. Büdenbender 26,82 Meter; 2. Mootz 25,90 Meter; 3. Schwarz 25,10 Meter. Iugend - Klasse v. 100 Meter: 1. Funk 15,3 Sek.; 2. Sturm 15,4 Sek.; 3. Wagner 16,2 Sek. Kugelstoßen: 1. Funk 8,60 Meter; 2. Friedmann 7,25 Meter; 3. Langsdorf 7,05 Meter. 50 Meter: 1. Sturm 7,9 Sek.; 2. Wagner 8,2 Sek.; 3. Funk 8,2 Sek. Weitsprung: 1. Funk 4,07 Meter; 2. Sturm 4,02 Meter; 3. Friedmann 3,58 Meter. Hochsprung: 1. Funk 1,20 Meter; 2. Wagner 1,10 Meter; 3. Rademacher 1,05 Meter. Ballweitwerfen: 1. Funk 54,50 Meter; 2. Sturm 51,40 Meter; 3. Wagner 42,60 -Meter. 800 Meter: 1. Sturm 2:48,8 Min.; 2. Wagner 2:48,9 Min. (Brustbreite zurück); 3. Rahn 2:58,9 Min. Oie Zndustne- unt> Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1169: Kabeltelegramme. Dringend erwünscht, Ueber- seetelegramme nur den deutschen Wegen zuzuleiten. Verzeichnis deutscher Funklinien und oeutscher Ueberfeefabeloerbinbungen liegt bei der Kammer vor. 1170: Bedeutende Gebührenermäßigung für Ferngespräche nach Niederländisch Indien. 1171: Büchersendungen nach Italien. 1172: Neue Bestimmungen für den Postanweisungsund Nachnahmeverkehr mit Litauen. 1173: Die endgültige Regelung des rumänischen Kompensationssystems. 1174: Zusätzliche Gegenseitigkeitsgeschäfte mit den Niederlanden. 1175: Genaue und pünktliche Abgabe der Export- oalutaerklärung unbedingt erforderlich. 1176: Verbot des Einbringens italienischer Banknoten nach Italien. 1177: Bekanntmachung KP 39 der Ueberwachungs- ftelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. 1178: Festsetzung der französischen Einfuhrkontingente für landwirtschaftliche Erzeugnisse für das 4. Vierteljahr 1935. 1179: Außerkraftsetzung der Meistbegünstigung zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten. 1180: Bekanntmachung KP 40 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle betr. Kurspreise. 1181: Umsatzsteuerumrechnungssätze aus Reichsmark für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel, Monat September 1935. Mein-Mainische Börse. INittagsbörse: schwach. Frankfurt a. M., 14. Oft. Die Börse eröffnete die neue Woche bei überaus kleinem Geschäft am Aktienmarkt in ausgesprochen schwacher Haltung. Angesichts der unsicheren weltpolitischen Lage herrschte allgemein starke Zurückhaltung. Die Bekanntmachung, wonach eine Mitnahme von Auslandswerten nur dann erfolgen kann, wenn die etücfe vor dem 1. Januar 1933 erworben wurden, wirkte über den Markt der Auslandswerte hinaus auch auf die übrigen Gebiete des Aktienmarktes, wenn auch nur ftimmungsmäßig. Bei der geringen Aufnahmeneigung genügten schon kleine Abgaben, um durchschnittliche Einbußen von 1 bis 1,50 v. H. herbeizuführen. IG. Farben ließen auf 149,65 bis 149,25 (151,40) nach. Elektroaktien verloren durch- Mebertafdjungen auf bet ganzen Linie. Der gestrige Sonntag brachte auf den Handballfeldern, trotzdem eine Anzahl Jugendspiele abgesetzt war, lebhaften Spielbetrieb. Daß unter diesen Umständen Ueberraschungen nicht ausblieben, ist nicht weiter verwunderlich. Gerade diese Ueberraschungen zeigen vor allem, daß die Mannschaften in Bezug auf Spielstarke immer gleichwertiger werden und daß auch oie Mannschaften der unteren Klassen sich immer weiter nach vorne arbeiten. Vezlrksklasse: Tv. Münchholzhausen — Tv. Heuchel- heim 10:6 (5:3). Das erwartete spannende Spiel kam zustande. Die Heuchelheimer entpuppen sich immer mehr als eine Mannschaft, die unbedingt bezirks- klassereif ist und die zumal auf heimischem Gelände noch manchen Punkt erringen dürfte. Das gestrige Spiel jedenfalls war ein neuer Beweis dafür. Es fehlt nur noch etwas an der notwendigen Verständigung der einzelnen Mannschaftsteile. To. R o t h — Tv. W e tz l a r 7:5 (5:4). Daß man verlieren kann trotz überlegen durchgeführtem Spiel, das haben die Wetzlarer gestern zu spüren bekommen. Dem Spielverlauf nach hätte es einen hohen Sieg der Gäste geben müssen. Die bestgemeintesten Angriffe scheiterten aber entweder an der guten Verteidigung oder dem Unvermögen des Sturmes, einen vernünftigen Schuß loszulassen. Tv. H o ch e l h e i m — Tv. L ü tz e l l i n d e n 7:5 (3:3). Die größte Ueberraschung des Tages kommt aus Hochelheim. Mit diesem Ergebnis hatte wohl niemand gerechnet, wenn man auch von vornherein einen spannenden Kampf mit einem knappen Ergebnis erwartete. Die Niederlage wird aber verständlich, wenn man weiß, daß die Gäste abermals mit zahlreichem Ersatz antreten mußten und die Einheimischen diese Schwäche ausnutzten und so ziemlich sicher gewinnen konnten. I. Preisklasse: Tv. Holzheim — Tv. Atzbach 9:6 (4:3). Holzheim ist wieder da. Das bewies das hervor- ragende Spiel vom vergangenen Sonntag. Atzbach so klar zu schlagen, verlangt schon ein gediegenes Können und fren in letzter Zeit besonders vermißten Einsatz aller Mannschaftsteile. In dieser Form kann Holzheim noch viel an der zukünftigen Gestaltung der Tabelle machen. Tv. Dornholzhause n—Tv. Groß-Rechtenbach 6:1 (3:3). Nach dem verheißungsvollen - Start zu Beginn der Runde, läßt Dornholzhausen wider Erwarten immer mehr nach. Woran es liegt, ist nicht verständlich. Man möchte annehmen, daß der eine oder andre Spieler zweckmäßig ausgewechselt werden sollte. In der seitherigen Zusammensetzung weiterzufpielen, dürfte verfehlt fein, zumal dann die Aussichten in Zukunft immer schlechter werden. Tv. Dorlar — Tv. Hörnsheim 5:11 (2:4). Hörnsheim bat's geschafft und damit bewiesen, daß es zur Zeit keinen Gegner zu fürchten braucht. In dieser Form muß der Endsieg kommen, zumal der Vorsprung in der Tabelle schon ganz klar ist. 2. Preisklasse. Tv. Krofdorf — Tv. Dutenhofen. Krofdorf trat ohne Grund nicht an und überließ so den Gästen kampflos die Punkte. Tv. Wetzlar II — Tv. Nauborn 4:8 (3:3). Mit diesem Sieg hat Nauborn aufs neue bewiesen, daß es zur Zeit wieder eine recht gute Mannschaft ins Feld stellt, die nicht nur auf heimischem Gelände, sondern auch auswärts gewinnen kann. Tv. Treis — Tv. Beuern 5:8 (1:4). Beuern spielt einen ausgezeichneten Handball und gewann das Spiel vollkommen verdient. Gegen das flüssige Stürmerspiel hatten die Einheimischen nur einen großen Eifer einzusetzen, der aber den Sieg nie gefährden konnte. To. Londorf — Tv. Wißmar 5:3 (2:0). Die Gäste mußten ohne ihren gesperrten Tormann antreten und verloren deshalb, zumal er nicht ersetzt werden kann, knapp aber verdient. mit 51 bis 51,25 (50,90), sowie Buderus mit SS (98,50), Conti Gummi mit 153 (152,50) und Deutsche Erdöl mit 103,75 (103,25). JG.-Farben gaben auf 149 25 (149,75) und Schuckert auf 118,25 (119) sowie Stahlverein auf 79,75 (80,40) nach. Arn Schiff- fahrtsrnarkt waren Hapag in größeren Betragen gesucht zu 16 (15,90), doch lag kein Angebot vor. 11 a notierten: Altbesitz 111,25, JG.-Farben- Bonds 123,40, Reichsbahn-VA. 122,75, Ungarn von 1913 8,70, dieselben von 1914 8,70, dieselben von 1910 8,60, dieselben Goldrente 8,55, Adca 73,50, Commerzbank 86,50, DD-Bank 87, Buderus 99, Harpener 110, Mannesmann 83,50, Rheinstahl 105,50, Laurahütte 19, Stahlverein 79,75, Aku 51 bis 51 25, Bekula 142, Conti Gummi 153, Deutsche Erdöl '103,75 Scheideanstalt 236, Deutsche Linoleum 145, Licht & Kraft 129,25, JG.-Farben 149,25, Fein- mechanik Setter 84, Gesfürel 123, Holzmann 89, Lahmeyer 129, Metallgesellschaft 106 RWE. 123, Schuckert 118,25, Siemens lö8, Sudd. Zucker 210, AG. für Verkehrswesen 76, Hapag 16. Frankfurter Schiachtviehmarkt. .Frankfurt a. M., 14. Okt. Auftrieb: Rinder 716 (gegen 804 am letzten Montagsmarkt), barunter 202 Ochsen, 63 Bullen, 331 Kühe, 120 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 2 Ochsen, 8 Bullen, 4 Kühe. Kälber 261 (244), Schafe 78, (48), Schweine 280 (413). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 7. Okt. 42), b) 42 (42), c) 42 (42), d) 37 bis 41 (38 bis 40). Bullen 3) 42 (42), b) 42 (42), c) 42 (41 bis 42), d) 40 bis 42 (38 bis 40). Kühe a) 42 (42), b) 41 bis 42 (40 bis 42), c) 34 bis 40 (33 bis 39), d) 25 bis 33 (23 bis 32). Färsen a) 42 (42), b) 42 (42), c) 41 bis 42 (40 bis 42), d) 39 bis 40 (37 bis 39). Kälber a) 70 bis 72 (67 bis 70), b) 63 bis 69 (60 bis 66), c) 56 bis 62 (53 bis 59), d) 48 bis 55 (44 bis 52). Lämmer und Hämmel b2) 45 (42), c) 43 bis 44 (40 bis 41), d) 40 bis 42 (—). Schafe e) 42 (—). Schweine a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54), d) 54 (54), e) 50 (50). Marktverlauf: Rinder flott, aus- verkauft. Kälber rege, ausverkauft. Hämmel und Schafe flott, ausverkauft. Schweine wurden zugeteilt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Okt. Der Getreidegroßmarkt nahm allgemein einen sehr stillen Verlauf. Durch die Zuweisungen der RfG. mit Mahlgut sind die Mühlen ausreichend versorgt, so daß weitere Aufnahmen nicht erfolgen. Das Angebot an Brotgetreide war ausreichend, aber nicht dringend. Der Futtergetreidemarkt liegt still und blieb ohne Angebot an Futterhafer und Futtergerste. Durch die feste Haltung für Braugerste finden auch mittlere In- dustriesorten Unterkunft, so daß für Futterzwecke nichts anfällt. Futtermittel lagen ruhig, Nachfrage bestand nach Kleie und ölhaltigen Artikeln, doch fehlte es an Angebot. Der Mehlmarkt nimmt einen normalen Verlauf. Von Rauhfutter haben sich Heu und Stroh weiter im Preise erhöht bei knappen Zufuhren. Es notierten: Getreide je Tonne, alles übrige fe 100 Kilogramm in Mark: Weizen W 13 201, W 16 204, W 19 208, W 20 210, Roggen R 12 164, R 15 167, R 18 171, R 19 173; Sommergerste für Vrau- zwecke 200 bis 210; Weizenmehl W 13 27,85, W 16 28,10, W19 28,10, W 20 28.45; Roggenmehl R12 22,65, R 15 23, R 18 23,45, R 19 23.70 plus 50 Df. Frachtausgleich; Weizennachmehl 17 bis 17.25, Weizenfuttermehl 13.50; Weizenkleie R13 10.65, W16 10,80, W19 11, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10.15, R 18 10.40, R 19 10,50 Mtwlenfestvreise ab Mühlenstation. Soyafchrot m. M. 16,20, Palm- kochen m. M. 16.80, Erdnußkuchen m. M. 18 30, Heu 7,50 bis 8; Weizen- und Roagenstroh brabfae» preßt 3,20 bis 3,40, Roggenstroh gebündelt 2,60 bis 2,80. Kartoffeln: gelbft. hiesiger Gegend 2,85 bis 2 90, weiß-, rot- und braunschaliae hies Gegend 2.60 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz ruhig. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 o.H Frankfurt 0.271. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß» kurs Schlutzk. Millagbörse Datum 12-10. 14.10 12-10. 14-10. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 i% Deutsche Reichsanl. von 1984 t>Vi% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 100,13 97,65 103 111,5 100,13 96 96,13 100,5 96,25 100,45 101 97 97 107,3 28 9 8,75 8,9 10,25 100 97,65 103 111,25 100,1 96 96,13 100,65 96,25 100,3 101 97 97 107,3 27 8,55 8,6 8,75 10 100,13 97,65 111,5 100,13 100,65 97 97 107,3 1,3 9 8,5 100,13 97,65 111,4 100,2 96 100,75 97 97 107,3 1,3 8,75 8,6 8,9 10,25 4XI.% Deutsche Reichspo Weisungen von 1934, 6% ehern.8°/«, Hess. Bolks (rückzahlb. 102%) ... ischatzan- I...... taut 1929 i¥t% ehern. Hessische So Darmstadt Gold R. 12 t>ya% ehern. Hess. Land thekenbank Darmstadt 4Vi7o ehem. 8% Darmst Landesb.Goldschuldve Oberhessen Provtnz-An Auslos.-Rechten ..... mdesbank es-Hhpo- Liaut ... Komm, cickr. R.6 ethe mit Deutsche Komm. Samm leihe Serie 1 mit Auslo 4h%ehem.8% Franks. H Goldpse. 16 unkündba 6%% ehem. 4Y2% Frar Bank-Ligu.-Psandbrie 6%% ehem. 4K% Hyp.-Bank-Liqu.-Gold 4'/,% ehem. 8% Pr. San briesanstalt, Plandbri 4Vf% ehem. 7% Pr.Lan briesanst., Gold Komr kteuergutsch.Berrechnur 4% Oesterretchilche Goll 4,20% Oesterreichtsche 4% Ungarische Goldrent <% Ungarische Staatsrer 4y,% desgl. von 1013 . 6% abgest. Goldmexikan 4% Türkische Bagdadbal Serie l............ •laBl. Aw .-Rechten yp.-Bank bis 1935 'ks. HYP.- le....... Rheinische Pfe..... despfand- :fe R. 19 despfand- n. Cbl.VI ß8!.85-89 reute.... -ilberrente ite v. 1910 er von 99 n-Anlethe Frankfurt o. M Berlin Frankfurt a. M. Scrfln Schluß, kurs Schluyk. Abend» börse Schluß« turs Schlußk. Mittag» börse Schlußkurs Schlußk. Abend- börse Schlußkurs Schlußk. Mittag, börse Datum 12-10. 14.10- 12-10- 14-10 Datum 12-10. 14-10- 12-10- 14-10. 4% vesgl. Serie 11 ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^r%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2^% Anatolier ............... Hamburg-Amertka-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Prioal-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconlo- Gesellschaft................0 Dresdner Bank.............. 0 Reichsbank ........ 12 A.S.S......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ........... 6y> Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co............... 4 Siemens L Halske............7 Lahmeoer L Co....... 7 5,75 8,5 4,85 38,75 16 18 78 111,75 87 87,5 88 172 37,9 142 110 104 123,5 123,65 169,25 128,5 100,5 104,25 111,25 93 125,5 89,5 85 4,75 38,5 16 18 76 111 86,5 87 87 172,25 37 142 109,5 129,25 103,75 123 123 118,25 168 129 5,75 8,65 4,75 38,5 15,9 17,9 78,5 111,25 87 87,5 88 173,25 37,65 142,4 110 131,75 104 124,25 130,5 124 119 169,75 129 5,6 8,55 4,75 38,75 15,9 28 17,5 76,25 112 86,5 87 87 172,25 36,9 142,25 108,5 129 103 123,4 129 122,5 119 168 129 Mansselder Bergbau.........8 KokSwerke .................. ß Phönix Bergbau.............o Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinslahl ................ ßy, Bereinigte Stahlwerke........ 0 Otavi Minen ..............o Kaliwerke Aschersleben........ß Kaliwerke Westeregeln........ ß Kaliwerke Salzdetfurth..... iya I G. Farben-Jndustrt«.......7 Schetdeanstalt...............9 Goldschmidt ...... 0 Rütgerswerle ................ Metallgelellschast............. 4 Philipp Holzmann......... 0 Zementwerk Heidelberg ......ß Cememwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Payenhoser ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer GaS ......... 7 Daimler Motoren.......... 0 117 214 106 81,75 19,25 131,5 151,4 238 104 113,5 107,5 90 117,25 130 51,75 104 109 80 95 116,25 214,25 105,5 79,75 19,5 131,5 125 149,25 236 103,75 113.5 106 89 116,75 130 51,25 103 108,75 79 94 117 115,75 213,75 107 81,65 19,5 125 183 151,5 104,5 114 107 90 104 51,75 103 108,5 80 126 95,4 145,25 81 23,5 281 174 154,5 I 30 1 210,25 117 114,9 214 105,5 80,4 19 131,5 125,5 183,25 149,75 104 113 105,5 89,5 103 50,9 101 108,25 79,25 125 93,5 145,5 80 23 282,5 172 152,5 29 Buderus ............. 0 Deutsche Erdöl ......... 4 Gelsenkirchen« .......... 0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Reuesseu .. 0 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhrn»........ 0 99 103,75 110 91 125 88,65 83,5 100,25 104,75 111,13 93 126 89,65 84,65 98,5 103,5 110,65 90,5 159,5 125,25 88,65 83,4 Deutsche Linoleum...........6 Lrenstein & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade.....................0 Accumulatoren-Fabrik.......18 Conti-Gummi............... g Gritzner.................... 0 Mamkrafrwerke Höchst O.M.... 4 Süddeutscher Zucker ......... | 144,75 23,65 283 173,5 153,75 I 30 1210,13 145 22,75 283 153 90,5 1 210 Deoifenmarkl Berlin — Frankfurt a. M. 12-Oktober 14-Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld Brief Buenos atre- 0,678 0,682 0,678 0,682 Brüssel .... 41,88 41,96 41,84 41,92 Rio de 3 an. 0,144 0,146 0,144 0,146 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,41 54,51 54,41 54,51 Danzig .... 46,81 46,91 46,81 46,91 London.... 12,185 12,215 12,185 12,215 Helsmgfocs. 5,37 5,38 5,375 5,385 Paris ..... 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland ... 168.45 168,79 168,45 168,79 Italien .... Japan ..... 20,24 20,28 20,24 20,28 0,711 0,713 0,711 0,713 3ugollawien 5,674 5,686 5,674 5,686 Oslo..... 61,18 61,30 61,18 61.30 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,05 11,07 11,05 11,07 Stockholm.. 62,82 62,94 62,82 62,94 Schwei, ... 80,95 81,11 80,95 81,11 Spanien... 33,92 33,98 33,93 33,99 Prag...... 10,28 10,30 10,275 10,295 Budapest .. — — Neuyork... 2,486 2,490 2,486 2,490 Bantnoten. Berlin,! 4.Oktober Gelb Bries----- Amerikanische Roten...... 2,438 2,458 Belgische Noten.......... 41,72 41,88 Dänische Noten ......... ******** 54,20 54,42 Englische Noten ........ 12,15 12,19 Französische Noten....... 16,325 16,381 Holländische Noten....... 168,03 168,71 Italienische Noten........ 19,46 19,54 Norwegische Noten ...... 61,02 61,26 Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling — Rumänische Noten ....... — Schwedische Noten....... 62,65 62,91 Schweizer Noten......... 80,77 81,09 33,57 33,71 Ungarische Note» ........ »••••••• ho! &■ 2° ße t)< di hl 2)1 Ä bi ui 6i le ha bei tra beü heu 2 Lu ni cm es dH bei vei bei ei Ti on Nl E bi $ b b ol 4 T eil kc 6: ei S ih m m m fpr Sei ff 1 mi Sc Dc Sa Mi ien ter Gä uni Sh uni In oei ■ M I t 17 ki lach E eine Leh Fra ein G dar di« lei Lii w« in stii QU s der Kii alt Ich bei ab bez N öie gine Lied htir N Dienstag, (5. Oktober (935 Nr.2§l Drittes vlatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nachdruck verboten! 17 Fortsetzung fand sich Bet- Sonntagsrock, neben Ihnen Gier wir beide. Wie ein Waldzwerg im der 'mal Ausgang hat, werde ich aussehen. Wunderschön? Nein, wunderschön Das Konzert begann. Der große Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Dem Geiger Pauli ging ein großer Ruf voraus, er stand dicht vor der Pforte, durch die man zur Weltberühmtheit hindurch muß. . Der Geiger war schlank und sehr jung. Sem Spiel riß zu großem Beifall hin. Aber noch größeren Beifall durfte Bettina buchen. Wie sie so dastand in dem hellgrünen Samtkleide, schlank und rank, das schmale Gesicht wundersam belebt von den großen schimmernden Augen, und die Rheinlieder sang mit jubelnder Stimme und lachendem Mund, da packte sie die rheinischen Menschen bei allem, was ihnen im Blut lag. Rheinländer waren sie ja fast alle, die hier saßen und den warmherganz recht gehabt, mein verehrter Herr Wilderling, eine bessere Verkünderin Ihrer Lieder dürften Sie kaum finden." Er dankte Bettina: „Ein Genuß war das eben für mich, und ich bin doch so Überladen mit Musikhören. Es ist mein Beruf. Ein Musikoerleger muß viel hören, viel verdauen. Manchmal wird mir flau davon, zu viel Ueberspanntes, aber auch zu viel Seichtes drängt sich heran. So was wie Wilderlings Lieder ist goldecht, volkstreu. In seinen Liedern pulst warmes Rheinlandblut, und Sie fühlen jedes Wort und jede Note im Herzen nach, das übt die besonders starke Wirkung auf den Hörer aus." „Sie fühlt jedes Wort nach und jede Note, weil sie ein echtes Rheinlandmädel ist", sagte Konrad Wilderling und nickte Bettina Wilderling zu. „Ihre Vorfahren bis in die fernste Vergangenheit sind Rheinländer gewesen, die Männer und die Frauen, genau wie meine Vorfahren, und wir hängen an unserm Stück Vaterland wie die Kletten. So lieb wir auch das ganze Deutschland haben, wir beide, Bettina und ich, gehören hierher wie der Ahmanns- häuser und der Rüdesheimer und wie die Loreley und meinetwegen wie der Mäuseturm." Alle mußten lachen, und dann erzählte Konrad I Wilderling von der alten Sage der Hochwalds, und । Bettina sang noch das seltsame Lied ihres alten Lehrers. Peter Starke, der breitschultrige Hüne, fröstelte ein wenig. Er fragte: „Sie sind noch nicht zwanzig Jahre? Sie schüttelte den Kopf. „Nein, erst um Ostern herum werde ich zwanzig." Sie dachte, sie würde nicht sterben, falls der alte Fluch wirklich Kraft gehabt und man daran glauben wollte, sie hatte ja einen Herzmann vor Tod be- ro(%orirab Wilderling sah still vor sich nieder und Peter Starke schwieg auch. Die beiden sannen wohl dem alten Sagenfluch nach. Sie lächelte: „Ich hab geträumt, der Fluch hätte ferne Macht mehr, ich fürchte mich nicht", und sie dachte, es gina ja niemand außer ihr etwas an, daß sie einen ,Herzmann vor Tod bewahrt'. Eine Stunde später ging Bettina heim und sie wurde begleitet von den beiden Herren, dem jüngeren riesengroßen und dem graulockigen alten Herrn. Beide wollten mit ihren Eltern etwas besprechen. Das Ergebnis war ganz in ihrem Sinne, die Eltern ; machten keine Einwendungen. ' Schon in vierzehn Tagen sollte das erste Kon- . zert stattfinden in Köln. Peter 'Starke arrangierte ■ das zusammen mit der Konzertdirektion Nobelmann i in Köln, die ihm ein paar Programmnummern freizigen volkstümlichen Liedern des alten Wilderling lauschten. Worte und Melodie waren so echt, so rheinisch, als hätte man sie schon ein ganzes Leben lang in der Brust mit sich herumgetragen, hätte sie selbst längst tief gefühlt, so wie man das Pochen des Herzens fühlt und die frische Luft, die man in die Lungen einzieht. Viele Lieder waren dabei, die konnten schon vor 100 Jahren am Rhein gesungen worden sein, die mochte der rheinische Wind schon über das sonnige Land geweht haben, als da droben auf den Burgen noch stolze Ritter zum Streite auszogen und schöne Edeldamen vor dem Bildstock der reinen Gottesmutter um gute Heimkehr der liebsten Männer beteten. Es waren Lieder, die kaum an eine Zeit gebunden schienen, die immer alt und immer neu waren. Man lauschte, man fühlte die Wärme des Volkstümlichen wie etwas, das zu einem gehörte, und der Beifall war wie ein Sturm, der die schlanke Bettina fortreißen wollte von der Seite ihres Begleiters, mitten hinein in das Publikum. Bettinas Wangen erglühten vor Freude, weil Konrad Wilderlings volkstümliche Lieder so sehr gefielen. Sie lächelte ihn an, der sich immer wieder dankbar verneigte und mit leuchtenden Augen ihrem Lächeln begegnete. Es ward ein ganz großer Erfolg, ein größerer, als ihn selbst der geschäftstüchtige Verleger erwartet, der sich die Propagandareise für die bisher ungedruckten Lieder Konrad Wilderlings ausgedacht und sie in die Wege geleitet. Und die schlanke junge Sängerin, die sich so damenhaft vor dem Publikum verneigte, bevor das erste Lied erwachte, wurde eine andere, während sie sang. Sie verwandelte sich in ein einfaches, liebliches Rheinlandmädel mit frohem Lächeln und blitzenden Augen. Beifall folgte den beiden überall, wohin sie auch kamen. In Frankfurt am Main las Hans Syden die Ankündigung des Konzertes. Er las sie mehrmals und schüttelte den Kopf. Unglaublich schien es ihm, daß Bettina Hochwald als Sängerin im Konzertsaal vor die große Oeffentlichkeit trat. Und es ging ihr schon ein Ruf voraus, das las er auch. Er nahm sich vor, das Konzert nicht zu besuchen, obwohl es ihn reizte. Er hatte noch eine große Dankesschuld gegen Bettina von jenem Frühlingstag her, als Dr. Diendorf die Waffe gegen ihn «• hoben. Sein Leben dankte er ihr. Die Schuld drückte ihn plötzlich schwer. (Fortsetzung folgt!)- Syden saß dann vielleicht unten im Saal, würde sie kaum wunderschön finden — nein, nicht. 20. Kapitel. Bettina fängt alle Herzen ein. tina nicht, aber fremd erschien sie sich. Doch Peter Starkes elegante Schwester hatte sie auch wunderschön genannt. Sie sann: In dem hellgrünen Kleid, mit den tiefen Wellen im Haar, würde sie auch eines Abends vor das Frankfurter Publikum treten und Hans gehalten hatte im Konzert des Geigers Pauli. Nobelmann war Peter Starkes Schwager. Alle Vorbereitungen klappten gut. Drei Tage vor dem Konzert bestiegen Bettina Hochwald und Konrad Wilderling den Zug nach Köln, wo Peter Starkes Schwester, Frau Nobelmann, Bettina behilflich war, die Konzerttoilette zu besorgen. Ein bekanntes Schneideratelier verkaufte ein Modellkleid an Bettina. Es war weder weiß noch schwarz, wie es sich der alte Musiker vorgestellt, es war aus mattgrünem Schimmersamt und kein Zierat war daran, außer einer großen Silberschleife, die unterhalb der linken Brust das feine Gefältel der Taille zusammenhielt. Das Haar wurde in tiefere Wellen gebannt, die nun den schmalen Kopf erst richtig umrahmten. Als sich Bettina dicht vor dem ersten Konzert dem alten Musiker in dem teuren Abendkleid mit der veränderten Haartracht zeigte, schaute er sie fast hilflos an. Er hatte Bettina immer schon sehr hübsch gefunden, aber daß sie so wunderschön sein konnte, bereitete ihm beinahe Sorge. Er brummte endlich: „Na, ein feines Paar sind Konrad Wilderling ging um die Vorstellung herum. . „Namen brauche ich wohl nicht mehr nennen lächelte er, „jeder weiß ja vom andern, wer es ist." Eine Riesenhand umspannte Bettinas Rechte und eine tiefe Stimme sagte: „Ich habe von Ihrem Lehrer schon so viel Lobendes über Sie gehört, Fräulein Hochwald, daß ich äußerst gespannt bin, ein Lied von Ihnen zu hören." Ein paar flüchtige Sätze wurden noch gewechselt, dann nahm Peter Starke Platz und Bettina trat neben Wilderling, der sich an das Klavier gesetzt Noten waren nicht nötig, keiner von beiden brauchte Noten bei den oft gesungenen Liedern. Schon präludierte der alte Musiker, eine Melodie drängte sich leicht betont hervor. Die sagte Bettina schon, welches Lied sie fingen sollte. Nun wogten Akkorde auf, es I war, als rausche der Rhein gegen felsige Ufer, und in die Akkorde hinein fang jetzt eine weiche Altstimme von bezauberndem Klang eine Jubelhymne auf den stolzen herrlichen Strom. Peter Starke, der Platz genommen, hielt förmlich den Atem an. Es schien ihm unbegreiflich, daß eine Künstlerin wie Bettina Hochwald noch hier in dem alten kleinen Städtchen lebte und gar nicht zu wissen schien, wieviel sie konnte. Mit dem Wort „gottbegnadet" wird oft Schindluder getrieben, dachte er, aber das Mädel mit dem seltenen Haar war gottbegnadet. Das eine einzige Lied genügte, um sich darüber ftar zu werden. Und wie natürlich sie fang. Kein Zieren, kein Kopfoerdrehen, ganz wunderbar waren Haltung und Stimme und Vortrag. Er rieb sich die Hände. Bettina Hochwald war die richtige Sängerin für die Lieder des alten originellen Kauzes, dem er zur Herausgabe feiner Lieder erst hatte zureden müssen wie einem Schwerkranken der Medizin einnehmen soll, der aber, nachdem er sich zur Herausgabe entschlossen, ganz aus Rand und Band geraten mar bei der Aussicht auf das Beriihmtmerden, auf Reifen und Selb. Noch zwei Lieder fang Bettina Hochwald ehe Peter Starke zufrieden schmunzelnd lobte: „Sie haben SmelKWoW Roman von Anny von panhuys Urheberrechtsschutz Auswärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. Alles Hilst dem WHW! Erfreulicherweise zeigt sich überall in Stadt und Land volles Verständnis und größte Bereitwilligkeit zur Mitarbeit für die Aufgaben des Winterhilfswerks 19 3 5/36. Die Werbung für dieses edle Hilfswerk zum Besten der notleidenden Volksgenossen ist rege im Gange. Die Sammler für d i e Eintopfspende am vorigen Sonntag gaben durch ihren persönlichen Einsatz beim Sammeln der Spenden treppauf und treppab erneut ein vorbildliches Beispiel dafür, wie man sich mit ganzer Kraft für die große Sache des WHW. betätigen kann. Daneben warben be- Einzahlungen für dasWmter- hilfswerk 1935/36 sind auf das Konto 2938 bei der Deutschen Bank und Dlskonto-Gesellschaft, Zweigstelle Gießen, oder auf unser Postscheckkonto Frankfurt a. 7N. 16114 zu tätigen. Kreisamtsleitung Gießen der NSv. kannte Redner der Partei in unserer engeren Heimat für das Hilfswerk: so sprach Kreispropagandaleiter Schmelz (Gießen) bei der Eröffnung des Winterhilfswerks in Klein-Linden, bei der in der Kundgebung unter dem Vorsitz des Ortsgruppenleiters Dr. Crößmann auch der Männergesangverein „Arion" und die Nationale Sängervereinigung durch prächtige Liedvorträge mitwirkten; in Allen- dorf (Lahn) sprach in einer Versammlung unter dem Vorsitz des Ortsgruppenleiters Dr. Crößmann aus dem gleichen Anlaß der Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront, Hermann Wagner (Gießen), ferner wurden bei dieser Veranstaltung Gedichte zu Gehör gebracht, Reigen und turnerische Darbietungen des Turnvereins gezeigt sowie von dem Gesangverein „Einheit" einige Chöre vorgetragen. Beide Kundgebungen stärkten den Willen zur opferfreudigen Mitarbeit am WHW. und brachten die Treue zu Führer und Vaterland durch begeisterte „Sieg - Heil!"-Rufe zum Ausdruck. In Mainzlar ergab die Sammlung vom Eintopf am vorigen Sonntag den Betrag von 46,50 Mark, in Dau bring en die Summe von 62,20 Mark und in Großen-Linden 177 Mark. Eintopf-Ergebnis ans drei (Siebener Ortsgruppen. Das Ergebnis der Sammlung vom Eintopfgericht am vorigen Sonntag in Gießen liegt bisher aus drei Ortsgruppen vor. In der Ortsgruppe Oft wurden 749,90 Mark, in der Ortsgruppe Süd 881,90 Mark und in der Ortsgruppe Nord 882,70 Mark gespendet. Das Ergebnis der Ortsgruppe Mitte steht noch aus. Das bisherige Ergebnis beläuft sich demnach auf den stattlichen Betrag von 2514,50 Mark. NSV., Ortsgruppe Giehen-Nord. Die für Oktober durchzuführende Pfundfamm- l u n g wird nicht am Dienstag und Mittwoch, sondern nur Mittwoch, 16. Oktober, durchgeführt. Aus der Provinzialhauptstadt. Oie alte Andres-Wirtin t- Heute nachmittag wird auf dem Gießener Friedhof eine Frau zur letzten Ruhe getragen, die ein Stück Alt-Gießen verkörpert hat: Frau A u g u ft e Weidig. Hunderten von Studenten war sie jahrzehntelang eine treu sorgende Mutter, und zahllosen Gießener Bürgern wird ihr Bild aus jenen Jahren wieder lebendig werden. Frau W e i d i g war am 22. Juni 1853 in Gießen geboren. Ihr Elternhaus ist das alte Fachwerkhaus Ecke Neuen Bäue und Sonnenstraße, an dem die Gedenktafel für Friedrich Gottlieb Welcker hangt. Sie verheiratete sich mit Karl Weidig, dem Sohn des bekannten Brauereibesitzers Andreas Weidig, und leitete die mit der Brauerei verbundene Gastwirtschaft „Zum Andre s". Freilich sah der „Andres", nach dem Frau Weidig den Namen „die Andrea" führte, damals anders aus als heute. An der Ecke 'Sonnenstraße und Erlengasse stand das Haus des Tapeziers B e p p - l e r. Daneben zog sich das Weidigsche Haus hin, das ob feiner Länge und geringen Breite von nur wenigen Metern von den Gästen als „R i e m e n" bezeichnet wurde. Hinter diesen beiden Gebäuden war Weidigs Brauerei errichtet. Nach 1880 wurden beide Häuser abgerissen und an ihrer Stelle der heutige „Andres" erbaut. Außer den Studententischen, z. B. der beiden Burschenschaften „Germania" und „A l e m a n - n i a", später auch noch der „F r a n t o n i a" und anderen Verbindungen wie der „A d e l p h i a" gab es dort den Tisch der „Zwölf 21 p o ft e l", echte alte Bürger Gießens — sie hießen so, weil sie mit der Pünktlichkeit einer Uhr sich von der „Andrea" verabschiedeten, wenn es 12 Uhr schlug — und den berühmten „Viereckig-Runden", einen viereckigen Tisch, an dessen einer Ecke ein Stück runder Tischplatte angefügt war; an ihm saßen meist Beamte und Offiziere. Einmal im Jahr braute Weidig des „Ale" genannte Bier. Der Ale - Anstich wurde von den Stammgästen und Studenten gefeiert, ein Fest, bei dem es hoch herging. Dazu kamen sogar Marburger Burschenschafter herüber, um die sog. „Schlacht bei Hanau" mitzuschlagen, bei der man im Reitsitz auf den Stühlen hockend durch das Lokal ritt. An solchen Tagen wurden riesige Mengen von „R i p p ch e n" und „H ö s ch e n" verzehrt. Finanziell Bescheidenere begnügten sich mit einem „h a l - 6en Hahn" — d. i. einem halben Handkäs — oder einer „Z i n n o b e r k i st e" — d. i. ein Brötchen mit Leberwurst für 15 Pf. An Markttagen saßen Bauern im blauen Kittel, Studenten mit Mütze und Band, Beamte und Handwerker am Tisch. Der Gehilfe der „Andre a" war der vor einigen Jahren verstorbene Besitzer des „Lotze- tagens" auf dem Seltersweg, Emil Freund. Semester für Semester hat „die Andrea" die Studenten betreut, die bei ihr verkehrten. Wenn einer Sorgen hatte, nicht nur wegen etwaiger Schulden, konnte er immer Rat und Beistand bei ihr finden. Noch bis in die letzte Zeit hinein stand mancher in Briefwechsel mit ihr und hat sie wohl auch gelegentlich in Kassel auf der Durchreise einmal besucht. Und dann freuten sie sich beide und sprachen von der Vergangenheit, von gemeinsamen Bekannten und Freunden, von jenen sagenhaften Friedenszeiten. Von ihren Kindern verheiratete sich die Tochter mit dem Rechtsanwalt Dupont, während der Sohn Karl ein Gastwirtschaft in Kassel betreibt. Dort lebte Frau Weidig von 1922 an.- Alle Kasseler, die in der alten Gaststätte von Jean Meister am Garde-du-Corps-Platz verkehrten, kannten „die G r v ß m u t t e r". Ungeachtet ihres Alters half sie hinter dem Schanktisch, ging zu den Gästen, um mit ihnen ein Weilchen zu plaudern, und wußte Bescheid um die besonderen Wünsche der Stammgäste. Wie ehedem in Gießen zu den jufigen und alten Gästen des „Andres", so verstand es nun in Kassel „die Großmutter" zu den Gästen ein ver- DertrauensDoUes, ja manchmal freundschaftliches Verhältnis anzubahnen. Selbst als in der letzten Zeit, .nachdem ihr von allen Seiten im Jahre 1933 zu ihrem 80. Geburtstag Glückwünsche zugegangen waren, körperliche Beschwerden ihre Beweglichkeit zu hindern begannen, ging sie noch von Tisch zu Tisch, um die Gäste zu begrüßen. In dem Buch der Bücher heißt es, wenn ein Menschenleben köstlich gewesen sei, dann sei es Mühe und Arbeit gewesen; dieses Wort gilt auch für Frau Auguste Weidig. In dem Raum, den ihr Lebensschicksal ihr zugewiesen hatte, hat „d i e Andrea" der Gießener, „die Großmutter" der Kasseler Zeit in nie versagender Pflichterfüllung Jahrzehnt um Jahrzehnt gearbeitet. Und ihre Arbeit war gesegnet, weil sie mithalf ihr Leben reich an Liebe und Seaen zu machen. Alle Gießener, die im „Andre s® ihren Schoppen tranken, werden an diese prächtige Frau zurückdenken, die für ihre Erinnerung ein Stück Alt-Gießener Geschichte darstellt. Dr. Wa. Vornoinen Tageskalender für Dienstag. DAF., Äreisroaltung Gießen, Reichsfachgruppe Hausgehilfinnen: 20 Uhr im Haus der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, Heimabend. — NSG. „Kraft durch Freude": 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Holzappel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das leuchtende Ziel". — Ober- hessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr Ausstellung Friesische Maler der Gegenwart, Kleintierplastik von Lily König. Stadttheater Gießen. Heute, 20 Uhr, als 3. Vorstellung im Dienstag- Abonnement der Uraufführungserfolg „Holzappel", ein luftiges Volksstück von H. A. Weber. Spielleitung Intendant Schultze-Griesheim. Ende 22.15 Uhr. Oberheffifche Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde. Morgen, Mittwoch, 16. Oktober, Vortrag von Dr. Anke! über „Die Nordseefahrt und das Ferienlager Gießener Biologen" Dazu Lichtbilder und eine Ausstellung. (Siehe heutige Anzeige^) AusparteiamtlichenBekanntmachungen Der NSLB. des Bezirks Lich gibt bekannt, daß am 19. Oktober eine Tagung der Arbeitsgemeinschaft „Körperliche Ertüchtigung" um 14 Uhr in der Turnhalle zu Lich ftattfinbet. Anschließend um 15 Uhr hält Lehrer H i l d im Rahmen der Fachschaft „Volksschule" einen Vortrag im „Holländischen Hof". Deutsche Arbeitsfront. Gau Hessen-Nassau. Verwaltungsstelle 19 Gießen. Betr.: BNtgliedsbuchumschreibung der R. B.G. 14 „Landwirtschaft". Laut Anordnung des Schatzamtes Berlin werden sofort sämtliche alten Bücher des ehemaligen Landarbeiter-Verbandes bzw. der Reichs-Betriebsgemeinschaft „Landwirtschaft" zur Umschreibung und Erstellung der neuen DAF.- Bücher eingezogen. Die einzelnen Ortsgruppen haben Anweisungen erhalten, sofort mit dem Einzug der Bücher zu beginnen und zugleich die 50 Rpf. Umschreibegebühr zu erheben. In den Büchern muß bis einschließlich Oktober 1935 geklebt fein. Sollten Mitglieder von einer Reichsbetriebsgemeinschaft in eine andere übergegangen fein und somit zwei Bücher besitzen, so sind beide abzuliefern. Für die abgelieferte Karte bzw. das Buch erhalten die Mitglieder eine Ersatzausweiskarte mit Unterschrift der Ortsgruppe. Reichsfachgruppe Hausgehilfinnen. Am Dienstag, 15. Oktober, 20 Uhr, findet im großen Saal des Hauses der Deutschen Arbeitsfront, Gießen, Schanzenstraße 18, ein Heimabend aller vier Gießener Ortsgruppen statt. Es spricht Kreiswalter der DAF., Pg. Wagner. Zu diesem Heimabend laben wir alle Hausgehilfinnen ein. Um den Abend gemütlich auszugestalten, werden wir Kaffee und Kuchen verabreichen. Der Unkostenbeitrag beträgt 30 Pfennig. Wir bitten Sie, die Hausgehilfinnen, die der Deutschen Arbeitsfront nicht angehören, zu diesem Abend mitzubringen. Im Interesse aller Hausgehilfinnen bitten wir um restloses Erscheinen. 40 Zahre im öffentlichen Oienff. (Aufnahme: Photo-Pfaff) Von der Polizeidirektion Gießen wird uns geschrieben: Am 15. Oktober vollendet der Polizeihauptwachtmeister der Schutzpolizei Wilhelm Naumann seine 40jährige Dienstzeit. Naumann trat am 15. Oktober 1895 beim damaligen 1. Hess. Infanterie-Regiment Nr. 115 ein und wurde am 10. Februar 1903 nach 8jähriger Militärdienstzeit beim Polizeiamt Gießen als Schutzmann übernommen. Der Jubilar hat sich während seiner nunmehr 40jährigen Dienstzeit als ein treuer, sehr gewissenhafter und zuverlässiger Beamter erwiesen, der gleicherweise bei seinen Vorgesetzten, wie bei seinen Kameraden im besten Ansehen steht. Sein Pflichtgefühl und immerwährender Fleiß, Eigenschaften, die Naumann besonders auszeichnen, waren bestimmend, ihm die Poften eines Gefängnisverwalters und Hausmeisters zu übertragen. Dem verdienten und allzeit beliebten Beamten, der noch in jugendfrischer Kraft seinem Amte vorsteht, wird für seine weitere Zukunft nur das Beste gewünscht. Konzertvereins-Winter 1935/36. Der Gießener Konzertverein bringt im Winterhalbjahr 1935/36 zunächst im November zwei Symphonie-Konzerte des verstärkten städtischen Orchesters unter Leitung von Prof. Dr. Temesvary, ferner ein Soliften-Konzert mit Gustav Bley (Bariton). Im Januar wird die Kammermusikvereinigung des städtischen Orchesters ein Konzert bieten, ferner ein Symphonie-Konzert des verstärkten städtischen Orchesters unter Leitung von Obermusikmeister Krauße folgen. Der Februar bringt Solisten- Konzerte von Georg K u I e n f a m p f f (Violine) und Wilhelm Backhaus (Klavier). Im März wird „Die Schöpfung" von Haydn vom Akademischen Gesangverein, dem städtischen Orchester und Solisten unter Leitung von Prof. Dr. Temesvary aufgeführt. Den Abschluß bildet im April ein Symphonie-Konzert des verstärkten städtischen Orchesters unter Leitung von Prof. Dr. Temesvary. NIVEA schaumend, ganz wundervoll im Geschmack Z2Q Feierliche Lossprechung der Friseurlehrlmge. Die Friseur-Innung für Stadt und Kreis Gießen, die im nächsten Jahre ihr 50jähriges Bestehen feiern kann, nahm am Sonntagabend im Cafä Leib die feierliche Lossprechung ihrer Lehrlinge vor. Der Saal war mit den Fahnen des Dritten Reiches und den blauen Fahnen des Handwerksstandes geschmückt. Die Veranstaltung war gut besucht. Unter den feierlichen Klängen der Kapelle Krengel öffnete sich der Bühnenoorhang, wobei die um die Jnnungslade gescharten Meister, Gesellen und Lehrlinge sichtbar wurden. In althergebrachter Weise entbot Obermeister Hans Götz Gruß und Willkommen an die zahlreich Erschienenen, besonders an den Kreishandwerksmeister S t ü h l e r, Kreisbetriebszellen - Obmann für das Handwerk Stein, die Lehrerin der Gewerblichen Fortbildungsschule, Frl. Mahls und die Vertreter der Innungen Wetzlar, Marburg, Herborn und Lauterbach. In seinen weiteren Ausführungen betonte er, daß die Innung mit einem alten Brauch nicht etwa die früheren Zeiten zurückrufen wolle, vielmehr die neue Gesellschaftsordnung, die nur Lehrlinge, Gesellen und Meister kenne, in jedem einzelnen Handwerker wirksam werden solle. In seinen Worten an die in den Gesellenstand aufzunehmenden Lehrlinge ermunterte der Obermeister zum Weiterstreben und zu rastloser Arbeit an sich selbst. Lossprechung vor der Jnnungslade. In feierlicher Weise wurden nun die Kerzen entzündet und unter ernsten We'chselsprüchen die Jnnungslade geöffnet. Der Obermeister nahm den sieben Lehrlingen das öffentliche Gelöbnis zu treuer Berufserfüllung, ehrlichem Lebenswandel und treuer Hingabe an den Führer ab. Sodann überreichte er ihnen für die Fähigkeit und als sichtbares Zeichen für den Meister den Gesellenbrief und gab ihnen die besten Glückwünsche mit auf den Weg. Er lenkte ihre Gedanken zu Gott und seiner Macht und gedachte nach überliefertem Brauch unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden der Toten, die starben, auf daß Deutschland lebe. Die feierliche Handlung schloß mit der Aufforderung zum obersten Gebot eines jeden Deutschen: alle Kraft dem Volk und Führer zu widmen. Der Gesang der Nationallieder folgte. Wie im Vorjahr, erhielt auch diesmal wieder der beste Lehrling eine Anerkennung und ein Diplom. In diesem Jahre war es Willi Z o d e l, dem der Vorsitzende der Prüfungskommission, Peter Dunkel, ein wertvolles Handwerksgerät überreichte. Der Fachschaftsleiter, Altgeselle Hch. Scher- muly, nahm die neuen Gesellen mit freundlichen Willkommensworten in den Gesellenstand auf und legte ihnen die großen Pflichten einer ernsten Berufsausführung dar. Er wies sie auf die Fortbildungsmöglichkeiten in den Lehrkurfen hin und ermahnte sie zum Besuch der Fachschaftsabende, damit sie hineinwachsen in die Gemeinschaft und in die Innung. Für die jungen Gesellen sagte Willi Z o d e l den Lehr- und Prüfungsmeistern Dank. Gesellenbriefe erhielten Elli Rockel, Lisbeth Lehrmund, Joh. Greb, Ludwig Hamel, Willi Braun, Hch. Schmidt und Willi Z o d e l. Der weitere Verlauf der Veranstaltung war dem Schau- und Werbefrisieren gewidmet, das unter Leitung des Fachobmannes für Modekunst Richard Koch stattfand. Eingangs zu den Arbeitstischen hatte die Friseurfachschule, die unter ihrem Lehrer Willy Trinkner auch in diesem Jahre wieder sehr gute Leistungen erzielen konnte, einige Haarkunstarbeiten, darunter das Gesellenstück von Frl. Elli Rockel, ausgestellt. Unter zahlreicher Beteiligung begann die Arbeit, der Obermeister Götz einige einleitende Worte widmete. Die Innung wolle beweisen, daß der „Balbier" aus dem Volksmund nicht mehr besteht, sondern der Friseur von heute den modernsten und fortgeschrittensten Beruf ausübe. Der deutsche Friseur, marschiere heute an der Spitze und konnte bei den internationalen Wettkämpfen in London und Brüssel nicht nur die ersten Preise erwerben, sondern der deutschen Haarkunst auch die Europa- und die Weltmeisterschaft erobern. Der Friseur wolle in der Zusammenarbeit mit seiner Kundschaft eine neue schöne, aber deutsche Haarmode finden und pflegen. Solchen Gedanken diente auch die Hebung, an der sich zahlreiche Meister und Gesellen beteiligten. Es wurden die ersten Anfänge von der Haarbearbeitung und der Perücken über die Herrenfrisur zu der Maniküre und bis zur eleganten Damenfrisur gezeigt. Unter den Händen der Haarkünstler entstanden einige sehr schöne Gesellschafts- und Tagesfrisuren. Im Mittelpunkt des Interesses stand eine moderne Brautfrisur. Für ältere Damen war eine tadellose Perückenarbeit zu bewundern. Ein gemütliches Beisammensein, bei dem Frl. Büttner mit einigen Tänzen aufwartete und die Kapelle Krengel fleißig musizierte, beschloß die Veranstaltung. Bienenzüchterversammlung in Gießen. Die Ortsfachgruppe Gießen der Reichsfachgruppe Imker im Reichsverband der deutschen Kleintierzüchter hielt gestern im Hotel Hopfeld ihre diesjährige Herbstversammlung ab, zu der sich eine stattliche Zahl Bienenzüchter aus dem Vereinsgebiet eingefunben hatten. Der Ortsfachgruppenoorsitzende, Gottl. Bodenbender (Gießen) wies nach der Begrüßung auf die vom Reichsbauernführer für alle angeschlossenen Verbände bestimmte Versammlungssperre bis zum Reichsbauerntag in Goslar hin und betonte, daß nun wieder mit voller Kraft die Belange der Imkerei in Wort und mit der Tat gefördert würden. Herr Bodenbender behandelte das erste Schulungsthema „Die Einwinterung der Bienen“ und führte u. a. folgendes aus: Die richtige Einwinterung sichert die beste Auswinterung. Haben wir zu Beginn des Bienenjahres dafür gesorgt, daß das Brutgeschäft nicht abriß, so ist ein genügend großer Stamm junger Bienen vorhanden zur Sammelarbeit im nächsten Frühjahr vorhanden. Weisellose Völker und solche mit alten Königinnen werden unter einer jungen Stockmutter vereinigt. Gegenseitige Erwärmung erspart Winterfutter. Auf jedes Volk sind 15 Pfund besten Kristallzuckers zu rechnen. Jedes Sparen rächt sich. Das Zuckerwasser wird im Verhältnis 1:2 Raumteilen handwarm gereicht. Jede Räuberei muß verhütet werden. Die Fluglöcher sind entsprechend zu verengen. Das Volk gilt als aufgefüttert, wenn bei Hinterladern alle Zellen gleichmäßig glänzen, bei Blätterftöcken muß der Imker auf die Erfahrung bauen. — Heber „Winkerpackung“ sprach Herr Pfeiffer (Launsbach). Seinen Ausführungen fei u. a. folgendes entnommen: Die Frage, ob man warm oder kalt einwintern soll, entscheiden wir der Futterersparnis wegen für warm. Das Bienenvolk bildet im Winter £tne Traube, um gleichmäßige Wärme zu erhalten. In der Mitte des Brutnestes beträgt die Temperatur + 35 Grad. Feuchtigkeit entsteht immer da, wo warm und kalt Zusammentreffen. Solche Stellen soll unsere Winterpackung vermeiden. Zu Ende Oktober müssen die wärmehaltigen Schutzmittel gegeben werden. Vorzügliches Packmaterial sind Filz- matten, deren hoher Anschaffungspreis sich durch hohe Lebensdauer doch bezahlt macht. Auch Strohmatten, Wellpappe und Papier sind als schlechte Wärmeleiter sehr zu empfehlen, während Heu und Grummet ungeeignet sind, weil sie schimmeln. Der Fachgruppenvorsitzende referierte dann noch über „Landwirtschaft, Obstbau und Bienenzucht“. Er führte etwa aus: Die Biene, kommt für alle Insektenblütler in den meisten Fällen als Befruchter in Frage. Der Wert, welcher durch die Bienen durch die Bestäubung entsteht, übersteigt das 20fache des Honigertrages. Kein Insekt ist im Frühjahr so zahlreich vertreten, wie unsere Honigbiene. Die Biene ist auch blütenständig, das beweist uns der Blütenstaub, den sie einträgt. Viele Obstsorten sind von Natur aus unfruchtbar und können erst Früchte ansetzen, wenn Pollen von einem andern Baum der gleichen Gattung auf die weiblichen Blütenteile gebracht werden. Der Bauer kann durch Anbau von Trachtpflanzen die Bienenweide verbessern und sich dadurch Höchsterträge im Samen- und Obstbau sichern. Im Rahmen der Erzeugungsschlacht muß mehr Eiweiß aus der heimischen Scholle erzeugt werden. Durch verstärkten Anbau von Leguminosen, Sonnenblumen, Landsberger Gemenge und Luzerne wird mehr eiweißhaltiges Futter erzeugt und gleichzeitig der Bienenzucht gedient. Ungemein wichtig für Landwirtschaft und Bienenzucht ist eine Verbesserung der Wiesen und Weiden, die durch reichliche Düngung mit Kali, Superphosphat und Kalk kleereicher werden. Durch das neue Fettprogramm ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Imkerei, Gartenbau und Bauernschaften gegeben. Die Vergrößerung der Anbauflächen für Raps, Rübsen und Flachs bringt neue Trachtquellen, die gerade in der Zeit der Hauptentwicklung der Völker reichlich fließen. Reichsjägermeister Hermann Göring hat die Anpflanzung von Weiden zur Niederwildhege und Bienenweide empfohlen und damit eine neue für die Bienen hervorragend gute Pollen- und Honigttachtge- legenheit vorgesehen. Herr Bodenbender (Gießen) erstattete hierauf einen interessanten Bericht über das abgelaufene Bienenjahr, das zu den schlechtesten der letzten 30 Jahre gerechnet werden muß. Die gute Heberwinterung und die günsttgen Verhältnisse im Monat April berech- ttgten zu den besten Hoffnungen bezüglich des Honigerttages. Der ungünstige Mai mit seinen kalten Regenschauern nach hellem Sonnenschein schwächte die Völker derart, daß die Flugbienen oft nicht zum Sammeln der Brutatzung ausreichten. Kaum hatten sich die Völker erholt, kamen neue Tage der Vernichtung. Wo das Winterfutter zu knapp gereicht wurde, stockte das Brutgeschäft, und es gab keine Honigernte. Im Laufe des Sommers blieb dann die Volksentwicklung aus, so daß auch kaum Schwärme fielen. Die meisten Imker brauchten die Schleuder nicht zu drehen. Einzelne Stöcke mit hochgezüchteten Weiseln machten eine Ausnahme. Die Marburger Rasse hat sich auch heuer wieder gut bewährt. Auch Sklenar und Stamm Ried haben alle Hoffnungen erfüllt, die man in sie fitzte. Welche von den drei Rassen die Zuchtrichtung der Zukunft werden wird, steht noch dahin. Mit einem Appell an die Versammlung, trotz der Fehlernte der. Bienenzucht in Treue anzuhangen bis das Ziel, das deutsche Volk mit deutschem Bienenhonig und die deutsche Industrie mit deutschem Wachs zu versorgen, erreicht sei, beschloß der Redner seine aufschlußreichen Ausführungen, wofür reicher Beifall gezollt wurde. Hnter dem Punkte Verschiedenes wurde die Einladung zum Reichsverbandstag der Kleintterzüchter in Leipzig besprochen, der Jahresbeitrag für 1936 auf 4,70 Mark festgesetzt und die Verhältnisse auf der Königinbelegstatton im Krofdorfer Forst behandelt. Die stattgehabte Seuchenrevision bei den Verein und Nichtmitgliedern ergab in einem Falle das Vorhandensein der Faulbrut. Von 28 Bienenstöcken des verseuchten Standes wurden 24 verbrannt. Nach Erledigung der reichhaltigen Tagesordnung wurde die Tagung in üblicher Weiss geschlossen. (Sportamt „Sraft durch Freude^. Großer Werbe-Wettbewerbl Jeder Inhaber der KdF.-Jahressportkarte kann sich an dem großen Werbe-Wettbewerb beteiligen. Die Bedingungen sind auf dem Sportamt, oder vor Beginn der Kurse bei den Lehrern in der Hebungsstätte erhältlich. Unter vielen Preisen nennen wir nur die Wertvollsten: Eine Acht-Tagefahrt mit KdF. nach dem Allgäu. Drei Drei-Tagefahrten mit KdF. nach dem Schwarzwald. Eine Tagesfahrt mit KdF. nach dem Taunus. Wer wirbt die meisten Teilnehmer? Verlegung eines Sportturfus. Der Kursus Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen, bisher Dienstags in derAlten Pestalozzifchule wird während der Schulferien in die Turnhalle der Schillerschule, Schiller- sttaße, von 20.30 bis 21.30 Uhr verlegt. heule finden folgende Kurse statt: Fröhliche Gymna st ik und Spiele, nur für Frauen: Von 20.30 bis 21.30 Hhr, Schillerfchule, Schillerstraße. Schwimmen: Von 20 bis 21 Hhr und von 21 bis 22 Hhr, Frauen und Männer, Volksbad. Hm 21 Hhr Abnahme des Schwimmens für das Reichs- fportabzeichen. Reiten: Von 21 bis 22 Hhr, Reitschule Schömbs. Neue KdF.-Sportkurfe: In Wiefeck: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen, Mittwochs von 20.30 bis 21.30 Hhr, Gasthaus Braun. In Großen-Bufeck: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer, Mittwochs von 19.45 bis 20.45 Hhr, Gasthaus Wagner. Für die Kurse in Gießen: Reiten, Hallentennis, SNgymnastik, Skitrockenkursus, Kleinkaliberschießen können Anmeldungen auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, Zimmer 8, abgegeben werden. Die Fahne der Hitlerjugend an der Höheren Privatschule Gießen. Heber 90 v. H. der Schuler und Schülerinnen sind in der hiller-Zugend. Da über 90 v. H. der Schüler und Schülerinnen der Höheren Prioatschule Gießen der Hitler-Jugend angehören, wurde am Freitag — wie uns von der Leitung der Höheren Privatschule Gießen berichtet wird — die Fahne der Hitler-Jugend in feierlicher Weise gehißt. Die Hitler-Jugend-Angehörigen der Schule warben bei dieser Gelegenheit um die restlichen 10 v. H. der Schüler und Schülerinnen, die noch nicht in die HI. eingegliedert sind. Die dienstältesten Schüler der HI., des JV. und des BDM. liehen die Hitler-Jungen und Mädel antreten. Mit dem Lied „Wir junges Volk" wurde die kurze Weihestunde eröffnet. Das Gedicht „Auch du" von Baldur von Schirach trugen einige Schüler als Sprechchor vor. Der stellvertretende Leiter der Schule, Pg. Walther, gab dann in kurzen Worten feiner Freude Ausdruck,. daß der Jugendwalter der Schule, Ernst W e e r t h , feine Anregung, einen Werbeappell für die HI. abzuhalten, sofort habe zur Tat werden lassen. Es sei erfreulich, daß über 90 v. H. der Schüler schon in der Front der HI. ständen. Mit Stolz könne die Schule von sich sagen, daß feit ihrem Bestehen (1932) keinem Schüler wegen seiner Zugehörigkeit zur HI. ober SA. irgendwelche Schwierigkeiten gemacht wurden. Es fei für Leitung und Lehrer eine Selbstverständlichkeit, die Arbeit der HI. in jeder Beziehung zu fördern. Werben jedoch könne am besten ein junger Mensch, der selbst in der HI. stehe, die Jugend, die noch nicht den Weg zur Jugend des Führers gefunden habe. Er dankte deshalb besonders Gefolgschaftsführer B ö tz, daß er sich zur Verfügung gestellt habe, einige Worte an die Schüler zu richten. Gefolgschaftsführer B ö tz ging von der Zersplitterung der Jugendbewegung vor der Machtergreifung aus. Es fei das Verdienst des Führers und der Führung der HI., die Jugend zu einer großen Bewegung zusammengefaßt zu haben. Er wandte sich gegen die Ewiggestrigen, die heute noch nicht einsehen wollten, daß in der Hitler-Jugend Großes und Hnvergängliches geleistet werde. Er wies auf die Verpflichtung hin, die der HI. aus der hohen Aufgabe erwachse, in- und außerhalb des Dienstes stets eine vorbildliche Haltung zu zeigen. Ein Vorbild für alle Hitler-Jungen und Mädel müßten die toten Kameraden fein. Wie sie für den Führer und ein großes Deutschland gefallen seien, müßten die Lebenden für Führer und Volk kämpfen, bis auch der letzte Junge und das letzte Mädel gläubige Kämpfer für die Idee des Nationalsozialismus geworden seien. Seine mit jugendlicher Begeisterung und großem Schwung vorgetragenen Worte verfehlten ihre Wirkung nicht. Während das Lied der Jugend erklang, ging am Mast die Fahne der Jugend hoch. Nach der eigentlichen Feier sprach.Gefolgschafts- fiihrer B ö tz mit den Jungen und Mädchen, die noch nickt in der HI. sind, und versuchte sie, zum Teil mit Erfolg, zum baldigen Eintritt zu bewegen. Leitung und Lehrer der Höheren Privatschule werden sich stets verpflichtet fühlen, jedem Schüler den Eintritt in die HI. nahezulegen und die Arbeit der HI. nachdrücklichst zu unterstützen. KameradschastSabend im Abifurienfen-Ansleselager. Wie vor einigen Tagen schon berichtet, fand in der vergangenen Woche im Gießener Studentenhaus ein Ausleselager der aus dem Arbeitsdienst entlassenen Abiturienten statt. Am Samstagnachmittag war den jungen Kommilitonen Gelegenheit gegeben, die schöne nähere Umgebung der alten Universitätsstadt Gießen kurz kennenzulernen. Nack der Rückkehr von dem Schulungslaaer Gleiberg fand am Abend im Saale des Hindenburg- haufis der Gießener Studentenschaft eine Abschlußfeier statt, die nochmals Prüfer und Prüflinge bei kameradschaftlichen Zusammensein vereinte. Der Lagerleiter Pg. Kießling begrüßte die zahlreich Erschienenen und kam zusammenfassend auf den ganzen Verlauf dieser Prüfung zu sprechen. Die diesjährige Prüfung unterscheide sich von der im vergangenen Jahre, weil diesmal gerade die Dozenten die wissenschaftliche Eignung begutachtet hätten. Im Namen des ganzen Lagers sprach er auch in diesem Sinne allen Beteiligten seinen Dank aus. Für die Professoren sprach bann Professor Dr. Eger, der besonders das gute Einvernehmen zwischen Dozenten und Studenten in Gießen seit jeher hervorhob. Dieses gegenseitige Vertrauen müsse auch künftig bestehen bleiben. Als Vertreter der Stadt Gießen richtete Bürgermeister Dr. Hamm einige Worte der Begrüßung an die Lagerteilnehmer und entwickelte in grundsätzlichen Ausführungen die Bedeutung der Hniver- sität für das ganze Leben der Stadt Gießen. Sein Wunsch ging dahin, möglichst viele der Abiturienten bald als Gießener Studenten hier begrüßen zu können. , Nach einem gemeinsam gelungenen Lied sprach noch der neue Studentenschaftsleiter und Hochschut- gruppenführer des NSDStB. Gießen, Pg. Fried » r ich zu den jungen Kameraden und gab die Parole für die kommenden Semester bekannt. Er betonte besonders, daß ein neuer Typ des nationalsozialistischen Studenten an der Hochschule heran« wachsen müsse und erklärte den Zweck und die Ausgaben des NSDStB. und des Kameradschaftshauses des NSDStB. Der Geschäftsführer des NSDStB., Dr. Her« mann, gab abschließend einen kurzen, aber grundsätzlichen Heberblick aus der Entwicklung der Deutschen Studentenschaft und der Korporationen. Nach frohem Lied und Wort fand kurz nach Mitternacht der Kameradschaftsabend seinen Abschluß. Kolonial-Werbeabend des Sparerbundes. Der Sparerbund Gießen, der schon wiederholt mit Veranstaltungen kolonialer Werbung hervortrat, schloß sich nunmehr korporativ der kolonialen Ar- beitsbemeinschaft an. Aus diesem Anlaß stand der diesjährige Familienabend am Samstag im „Hotel Hindenburg" im Zeichen eines Kolonial - Werbeabends. Vereinsführer Lorenz begrüßte die Mitgliedes und die Gäste aus den freundschaftlich verbundenen Organisationen. Er betonte, daß der Sparerbund in Erkenntnis der Wichtigkeit der kolonialen Arbeit der Arbeitsgemeinschaft beigetreten fei. Die Sparerbewegung habe, wie im Reich, auch in Gießen, neuen Aufschwung erhalten. Im Namen der Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung sprach anschließend Herr Tetzner, der sich anerkennend über das Interesse äußerte, das in Gießener Vereinen der kolonialen Frage geschenkt werde. Im Mittelpunkt des Abends stand ein interessanter Vortrag des ehemaligen Schutztruppenreiters I. I. Mohr, der in lebendigen Schilderungen von den großen Strapazen der damals noch jungen deutschen Schutztruppe im Hereroaufstand erzählte. In aufschlußreichen Darlegungen hörte man von den Hrsachen des Aufstandes, von der Form des Krieges im Busch, von dem Verlauf der Auseinandersetzung, schließlich auch von dem Charakter des Landes und der dortigen Bevölkerung. Zahlreiche Lichtbilder ergänzten den Vortrag. Im weiteren Verlaufe des Abends sprach der Landesgeschäftsführer Justizrat Lindt (Darmstadt) über „Die Stellungnahme des Sparerbundes zur Kolonial- und Wirtschaftspolitik". Ausgehend von der Bedeutung der Kolonien für Deutschland zitierte der Redner den Ausspruch eines hohen englischen Beamten in Kamerun, der erklärte, daß Deutschland neben den Pflanzungen auch bald ganz Kamerun zurückbekommen werde. Diese Anerkennung eines Engländers bestätige nicht nur den Erfolg unserer kolonialen Betätigung, sondern sie ermuntere uns dazu, das Gewissen der Welt wachzurufen gegen das Hnrecht, das uns auch auf kolonialem Gebiet angetan worden fei. Der Sparerbund stehe auf dem Standpunkt, daß Deutschland Gerechtigkeit widerfahren und ihm die Kolonien zurückgegeben werden müßten. Zum Schluß streifte der Redner die in Vorbereitung befindliche Gesetzgebung für den Kleinrentner. Dem von musikalischen Darbietungen der Hauskapelle ausgestalteten offiziellen Teil schloß sich gemütliche Hnterhaltung an. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 15. Oft. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis. 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (ausländische, holländische K. H. Kl. A) 12, (inländische, Handelsklasse C 11, B 12, Wirsing, das Pfund 6 bis 10, Weißkraut 4 bis 8, Rotkraut 8 bis 12, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20, Unter- kohlrabi 5 bis 8, Erbsen 20 bis 30, Rosenkohl 35, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 10 bis 20, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 45, Kartoffeln 4 Pf., der -Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 8 Pf., Aepfel 10 bis 25, Birnen 10 bis 20, Zwetfchen 15 bis 18, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70, Tauben, das Stück 50 bis 55, Rüste, das Pfund 35 bis 40, Blumenkohl, das Stück 10 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 12, Ober- kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bund 8 bis 15 Pf., Aepfel, der Zentner 12 bis 25 Mark. * ** Lehrauftrag an der Universität Gießen. Wie die Pressestelle der Philipps-Universität in Marburg mitteilt, ist Professor Dr. Leopold Zimmer! vom ReichserziehungsmiNister ersucht worden, im Wintersemester 1935/36 an der Jurist!» scheu Fakultät der Universität Gießen die Vertretung der dort frei gewordenen Professur für Straf- und Prozeßrecht wahrzunehmen. **25Jahre imDienste derStadtkasfs Gießen. Der Verwaltungsinspektor Ludwig Wagner kann am heutigen Dienstag auf eine 25jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Stadtkasse Gießen zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubilar ein Glückwunsch-, Dank- und Anerkennungsschreiben des Oberbürgermeisters Ritter übermittelt. Die Mitarbeiter ehrten ihn mit einem schönen Geschenk (Bild vom Gleiberg) und hatten außerdem feinen Arbeitsplatz mit Blumen geschmückt. Verwaltungsinspektor W a g n e r, der im 40. Lebensjahr steht und seit seiner Lehrzeit der Stadtkasse dient, erfreut sich bei feiner vorgesetzten Behörde, wie auch in weiten Kreisen der Bevölkerung allen Vertrauens. ** Silberne Hochzeit feiern am heutigen 15. Oktober die Eheleute Hausmeister Wilhelm Steuerwald, Klinikstraße 1; Weißbindermeister Wilhelm Feuerbach, Marburger Straße 30, und Schreinermeister Heinr. Jughardt, Sandgasse 17. ** Dom Fahrplan der Strecke Gieße n — Gelnhausen. Der Personenzug 558 zwischen Nidda und Gießen verkehrt vom morgigen Mittwoch, 16. Oktober, ab wie im Sommerfahrplan ab Nidda 6.16 Hhr, an Gießen 6.58 Hhr. ** Aufgehobene Straßensperren. Dom heutigen 15. Oktober ab ist die Straßensperre auf der Landstraße G i e ß e n — A l s f e l d , Ab- teilung Mücke—Ruppertenrod—Ermenrod, Abzweig Ilsdorf—Abzweig Elpenrod, aufgehoben. Vom mor- gigen 16. Oktober ab wird die Straßensperre auf ■ / JumBeifpiel: Krautwickel- früher sagte man Kohlrouladen! Für 4 Personen Ulr UM* L ‘L IS ILHHL1L » cmxU«di^8\°hc',’Plund O-hacktes Fleisch. 1 «Ingewelchtes Brötchen, 1 geriebene Zwiebel. 1 El. ■ ■■ f / 2 Eßlöffel (40 g) Fett. Selz und Maggi s Würze nach Geschmack. 1 Würfel Maggi s BratensoOe. ey ht c«m F / tW® abgelösten Blätter waschen und schnell abkochen. — Aus Fleisch, Brötchen, Zwiebel, El eine IULL5 LLLL nilLll KULnP >7770 nrflTPe / .F“l,ung herstelleD u"d mit Salz und Maggis Würze abschmecken. Die Kohlblätter mit dar Füllung ■■■•■■■■■ ****** ♦ i belegen.-zusammenrollen und mit einem Baumwollfaden umwickeln. Im Fett von allen Seiten anbraten, j heißes Wasser zugießen, und garschmoren. — Aus Maggi s Bratensoßenwürfel nach Vorschrift eine 1 Soße hersfelJen, jzu der.-Brühe der Krautwickel geben und damit zu einer sämigen Soße kochen. Ä WBeim Einkauf achte ich 1 immer auf die gelbe z j ISafienfrhiiffel 1 ’ im raten Feld! ■ MAGGI5 BratensoßeÄ der Landstraße LIch—Langsdorf ebenfalls aufgehoben. ** Jungvolk zieht aus zumGelände- spiel. Nachdem am gestrigen Nachmittag das Gießener Jungvolk mit allem Material in marsch- mäßiger Ausrüstung und mit einem stattlichen Handwagenpark auf dem vorderen Trieb zu einem Appell angetreten war, zogen heute am frühen Morgen die jungen Mannschaften wieder hinaus, um m der Richtung nach Reiskirchen ihr mehrtägiges Geländespiel durchzuführen. Die Jungen hatten bereits die Markierungen in Form von roten, weißen und grünen Armbinden angelegt, um sich als Gegenparteien kenntlich zu machen. Der ■bmk............................. MMMBasaraMaai Am 20. Oktober sammeln Zehntausende von Iungmädels des BD2ll. für das Winterhilfswerk Kinderwäsche und Kinderkleidung. Oeffnek Schränke und Truhen, spendet Kinderwäfche und kinderklelder am 20. Oktober für das DhW.t Morgen war. reichlich frisch, die Nebel hingen noch tief, die Jungens aber waren lustig und guter DinZe und freuten sich sichtlich auf die unterhaltsamen Tage. ** Radfahrwege und mehr Licht in der äußeren Frankfurter Straße. Seit gestern sind die in der Frankfurter Straße auf beiden Seiten neben den Bürgersteigen angelegten Radfahrerwege von der Klinikstraße ab bis zur Stadtgrenze an der Eisenbahnbrücke vor Klem-Lin- den für den Verkehr freigegeben worden. Ferner wurden die Verkehrsverhältnisse in der äußeren Frankfurter Straße durch die Anbringung weiterer Straßenlampen verbessert, die am gestrigen Montagabend zum ersten Male ihr Licht spendeten. Diese beiden wesentlichen Verbesserungen werden von den zahlreichen Straßenpassanten, insbesondere auch von den Bewohnern unseres Vorortes Klein- Linden, dankbar begrüßt. ** Familienfeier im Bauer schen G e - sangverein. Am Sonntag beging der Bauersche Gesangverein seine diesjährige Familienfeier auf der „Karlsruhe". In Vertretung des am Erscheinen verhinderten Vereinssührers Ley begrüßte der stellvertretende Vereinsführer A. Schneider die Sangesbrüder und die Gäste mit ihren Angehörigen, wobei er mit besonderer Freude betonte, daß außer den aktiven Sängern auch viele passive Mitglieder zu dieser Gemeinschaftsfeier erschienen seien. Weiterhin beglückwünschte der Redner den ältesten Sangesbruder des Vereins Georg Todt, zu seinem 82. Geburtstag, wobei er mit ehrenden Worten der großen Verdienste dieses Sängerveteranen um den Verein und das deutsche Lied gedachte. Anschließend brachte der Kreiswcckter des Deutschen Sängerbundes K. Müller die herzlichen Glückwünsche der Sängerschaft des Kreises an Georg Todt zum Ausdruck mit der Hoffnung, daß es dem Jubilar vergönnt sein möchte, auch weiterhin in aller Frische seine Kraft in den Dienst des deutschen Liedes zu stellen. Die Sangesbrüder ehrten ihren Senior mit dem musikalischen Sängerglückwunsch. In froher Stimmung, bei schönen Liedern und flottem Tanz vergnügte sich die Festgemeinschaft einige Stunden lang in bester Weise._________ ** Der Kavallerie.Verein hielt am Samstagabend im Vereinslokal „Hessischer Hof" seine Oktober-Monatsversammlung verbunden mit einem Kameradschastsabend ab. Der Vereinssichrer, Kam. Ernst Hartmann, begrüßte die zahlreich erschienenen Kameraden, besonders Wachtmeister Finke mit seinen Reitern vom Reiterzug des hiesigen Regiments. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß durch die Wiederaufrichtung der Wehrmacht auch der Verein eine stärkere Belebung erfahren möchte. Bei der Beratung organisatorischer Fragen wurde darum auch der Wunsch nach einer engeren Verbindung mit den aktiven Reitern ausgesprochen. Es ist beabsichtigt, die Kameradschaftsabende durch geeignete Vorträge zu beleben, bei denen die alten Kavalleristen ihre Kriegserlebnisse gegen die praktischen Erfahrungen der jungen Soldaten austauschen. Weiterhin kam die beabsichtigte Gründung eines Unteroerbandes Hessen im Waffenring der deutschen Kavallerie zur Sprache. Es ist auch in diesem Jahre eine Weihnachtsfeier geplant, die in einfachem Rahmen als Weiynachtsbescherung gedacht ist. Der Ver- einsführer berichtete von der Teilnahme an der Be- erdigung des Kam. K ö f i n g e r, Babenhausen, dessen Andenken in hergebrachter Weise geehrt wurde. In seinem Schlußwort gab Kam. Hartmann der Freude über die Wiedergewinnung der Wehrhoheit Ausdruck und feierte den Führer und Reichskanzler als den Retter der Deutschen und den Baumeister des Dritten Reiches, auf den er ein dreifaches, feurig aufgenommenes Sieg-Heil ausbrachte. Bei dem an- schließenden kameradschaftlichen Beisammensein kam der Rerterhumor zur Geltung. Oberheffen. Ehrung eines Feuerwehrveteranen. * Lollar, 11. Oktober. Die Freiwillige Feuerwehr Lollar hielt gestern abend im Beisein des Kreisseuerwehrinspektors Bouffier ihre Schlußübung ab. Nach dem Einrücken unter den Klängen ihrer eigenen Kapelle versammelte sich die Wehr zu einer außerordentlichen General-Versammlung in ihrem Vereinslokal „Zum Schwanen". Oberbrand-meister Rohrbach begrüßte die Kameraden. Sein Gruß galt besonders Bürgermeister Pg. Böhm, der sich hier zum ersten Male der Wehr vorstellte, Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier, dem Ortsgruppenleiter der NSDAP., Pg. Petra sch, und dem neuen Führer der Kapelle, Mey aus Gießen. Hierauf wurden Auszeichnungen verliehen für aktive Dienstzeit von 50 Jahren an Kamerad Otto M i ck e l, von 25 Jahren an Kamerad Otto Nuhn, und von 15 Jahren die Kameraden E. Frank, K. Frank, K. Krombach, W. Römer und Ludwig Geißler VII. Kamerad Bouffier sprach in längeren Ausführungen den Dank an die Jubilars aus. Bei dieser Gelegenheit kam der Redner noch einmal auf die Großkundgebung in der Volkshalle in Gießen am Vorabend zu sprechen, wobei er auf den Wert und den Sinn dieser Versammlung und ihren tiefen Eindruck hinwies. Bürgermeister Pg. Böhm fand herzliche Worte an den Kameraden Otto Mickel und überreichte ihm das vom Führer und Reichskanzler Adolf Hitler eigenhändig unterschriebene Dankschreiben mit folgendem Inhalt: „Sehr geehrter Herr Mickel! Aus Anlaß Ihrer am heutigen Tage vollendeten 50jährigen Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr Lollar spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche und zugleich meine besondere Anerkennung für die treuen Dienste aus, die Sie mit vorbildlichem Pflichtbewußtsein und in hingebender Arbeit für das Gemeinwohl geleistet haben. Mit deutschem Gruß! Gez. Adolf,H i tl e r. (Siegel) An Herrn Otto Mickel, Abteilungsführer der Freiwilligen Feuerwehr Lollar._______________ Oberbrandmeister Rohrbach überreichte einen kunstvoll gehaltenen Ehrenbrief, in dem die großen Verdienste des Kameraden Mickel gewürdigt wurden. Ferner sprachen noch Kamerad Heinrich Rohrbach und Ortsgruppenleiter P e t r a s ch. Letzterer brachte am Schluß seiner Ausführungen ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer aus, dem sich das Horst-Wessel-Lied anschloß. Die Kamerad Mickel zuteil gewordene große Ehrung hat er wohlverdient. Der Jubilar ist 50 Jahre aktiv in der Wehr tätig gewesen und hat während dieser langen Zeit bei keiner Hebung gefehlt, es sei denn, daß er durch Krankheit oder durch seinen Beruf verhindert gewesen sei. Wir wünschen Kamerad Mickel, der in rührenden Worten für die Ehrung dankte, daß er noch viele Jahre leben möge bei bester Gesundheit, Lebenskraft und Lebensfreude. Möge der Abend seines Lebens nur glücklich und leicht sein. — Die Feuerwehrkapelle unter Führung ihres neuen Kapellmeisters M e y aus Gießen verschönte den Abend. Mt dem Auto auf die Dahngleise gestürzt. LPD. Friedberg, 14. Oft. Am Sonntag gegen 23 Uhr ereignete sich auf der in der Nähe von Steinfurth befindlichen Eisenbahnbrücke der Main-Weser-Bahn ein schwerer Unfall. Ein Personenwagen aus Bad-Nauheim, in dem sich glücklicherweise nur der Wagenführer befand, stieß auf der Brücke gegen das Schutzgeländer, überschlug sich und stürzte sechs Meter tief auf die Eisenbahngleise. Zeugen des Unglücksfalles eilten sofort herbei und befreiten den wie durch ein Wunder nur leicht verletzten Wagenführer aus dem Wagen, in den er mit einem Fuße eingeklemmt war. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 14. Ott. Dieser Tage wurde einer der letzten Gründer des Männer- gesangvereins „21 r i o n", Sangesbruder Hch. Dormehl, zu Grabe getragen. 45 Jahre lang gehörte der. Verstorbene dem Verein an, der ihn schon vor langen Jahren für seine Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt hatte. Am Grabe sangen ihm seine Sangesfreunde den letzten Gruß/ und der Sprecher des Vereins würdigte unter Niederkegung eines Kranzes die Verdienste des Verstorbenen um den Verein und das deutsche Lied. — Aus Anlaß einer 25jährigen ununterbrochenen Tätigkeit al» Vorstandsmitglied im Männeraesangverein „Arion" wurde dem Sangesbruder Wilhelm Thon I. durch den Vertreter des Sängergaues XII die Ehrennadel des Hessischen Sängerbundes überreicht. )( Lollar, 14. Okt. Um von den im Lauf« dieses Monats zum Militär einrückenden Kameraden Abschied zu nehmen, versammelte sich am Samstag der Trupp 1 des SA. -Sturmes 2/116 zu einem Kameradschaftsabend in der „Bergschenke". Bei frohen Liedern und anregender Unterhaltung verlebte man einige fröhliche Stunden. T Albach, 14. Okt. Am Samstag wurde auch in unserem Orte ein Stürmerkasten eingeweiht. Die Formationen der Ortsgruppe Steinbach hatten am Stürmerkasten Aufstellung genommen. Stützpunktleiter L. Schäfer eröffnete die Kundgebung. Dann sprach Truppführer L. Barth, der in seiner Ansprache die Bedeutung der Rasse klarlegte. Ortsgruppenleiter Bürgermeister Rink (Steinbach) und Stützpunktleiter Schäfer sprachen darauf; dann wurde die Kundgebung in üblicher Weise geschlossen. Im Anschluß daran fand im Saale Lauer eine Filmaufführung statt. Der Saal war übervoll, und die Filme „Schwarzer Jäger Johanna", „Erntedankfest Bückeberg" u. a. fanden freudige Aufnahme. tn. Lang-Göns, 14. Okt. Am letzten Freitag wurden unsere hiesigen Feuerwehren (Frei« willige und Pflichtfeuerwehr) durch Alarm zu einer Hebung aufgerufen. In kürzester Zeit waren dis Wehren mit ihren Geräten angetreten und begannen ihre Arbeiten an dem angenommenen Brandherds (alte Schule in der Neugasse). Die Leitung hatte Brandmeister Wilhelm Lang. Die Hebung zeigte, daß unsere Wehren für alle Falle gerüstet sind auch im Ernstfall ihren Mann stellen werden. Für die tadellos durchgeführte Hebung sprach Beigeordneter Karl Faber den Dank der Gemeinde aus. > Lang-Göns, 14. Okt. Die Kartoffelernte ist in der Hauptsache beendet. Der Ertrag ist zufriedenstellend, wenn auch nicht so gut wie im Vorjahre. Zur Zeit sind die Bauern mit dem Einfahren der Dickwurz beschäftigt, eine Tätigkeit, die für unsere Gemeinde von besonderer Bedeutung ist; denn verhältnismäßig werden hier sehr viel Dickwurz gezogen, weil die Fläche der Wiesen nicht sehr groß ist. Die Dickwurz sind für unser Vieh das wichtigste Futtermittel. Die Keller reichen bei weitem nicht, um alle Vorräte zu fassen. Es werden deshalb zur Zeit überall im Felde große Mieten ausgeworfen, in denen die Dickwurz aufbewahrt werden. Diese Mieten werden mit Kartoffelkraut, Stroh und Erde abgedeckt. In ihnen, die sehr viele Wagenladungen aufnehmen können, halten sich die Dickwurz ausgezeichnet. — Auch in unterer Gemarkung hat der letzte starke Sturm großen Schaden angerichtet. Etwa 100 Obstbäume, allerdings meistens ältere, wurden umgerissen. Aber der Sturm hat auch an jüngeren Bäumen zahlreiche Aeste abgebrochen, daß diese Baume nun abgehauen werden müssen. Die Baumbesitzer sind damit beschäf- tigt, das Holz kleinzumachen und einzufahren. Hoffentlich wird nicht vergessen, für Nachpflanzungen zu sorgen. Jahresabschluß der Bezirkssparkasse Gießen Aktiva Bilanz für den 31. Dezember 1934 Passiva 37309.61 10400- 5044753..,9 | 288660.09 Summe der Aktiva an den eigenen Gewä ir- verband 8. Darlehen an öffentlich- rechtl. Körperschaften 1601358 56 6462419.71 940586.- 4689631.41 auf Postscheckkonto 3. Wechsel, » checke und unverzinsliche Schatzanweisungen a) Wechsel (darunter Einzugswechsel —)............. b) Scli atz wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Länder....................... 1. Kasse, fremde Ge’dsorten und fällige Zins- und Dividendenscheine .... 2. Guthaben hei de. Reichihank, bei Nokn- und Abrechnung-Banken sowie 99995 — 5.— 40000 — 890818.- 666228.89 71a 85.5'. . 710070.91 4 334 683.0< 230515.09 58145.- (davon aus der Aufwertung 249 648.39) a) Wechsel b) Sonst. kurzfr.Kredite c) Langfr. Darlehen __ Summe 9. Durchlaufende Kredite .. 10. Fällire Zinsforderungen. 11. Sonstige Forderungen.............................. 12 Aniwertnngsrechnnng a) Ausgleichsstock............ ........ .... -. b) Härtefonds Forderung gegen den Ausgleichsstock . . 13 Gebäude, Grundstücke und Einrichtungsgegenstände ' a) Eigene Verwaltungsgebäude der Sparkasse........ b) Sonstige Gebäude und Grundstücke.............. c) Einrichtungsgegenstände........................ 15 ""SrnTRi der eiB. Girozentrale n. b.'znitändigen Spirkassenverbaid 16. Posten der Rechnnngsabgrenzung..............................— 296803.33 296803.33 | b) Anleihen des eigenen Landes c) Anleihen der sonstigen Länder -- - - - - d) Schuldverschreibungen des Umschuldungsverbandes deutscher Gemeinden ................ e) sonstige Kommunale Wertpapiere f) sonstige Wertpapiere........................... 6 Langfristige Darlehen regen Hypothek (davon aus der Aufwertung 2547 6 8.35) a) auf landwirtschaftliche Grundstücke b) auf städtische Grundstücke ... Ayn«c* ci zinslose Zusatzforderungen gemäß V.O. vom 2/.9.1J3L 7. Darlehen (unter Ausschluß von 6,8, 9 und 3a ___ (davon aus der Aufwertung 462.2.,) a) geg.börsengängigeWertpapiere b) gegen sonstige satzungsmäßige Sicherheit ...... c) sonstige (ohne weitere Sicherheit) (ohne d) d) an Genossenschaften (§ 30 M S.) . Sum ne c) Schecke........... 4. Guthaben bei anderen deutschen Geldanstalten innerhalb 7Tagen fällig darüber hinaus bis zu 3 Monat, fällig nach mehr als 3 Monaten fällig Summe a) eigene Girozentrale 448 618.79 III 1 1 1020180.10 4468798.89 43014.30 28999 13 davon auf Li-Konto 32iX)i*00 — b) Sparkasse n....... c) Kommunalbanken. . d) and. öffentlich-rechtliche Banken ....... 43014 30 davon auf Li-Konto e) Privatbanken .. .. 28999.13 Summe 5. E gene Wertpapiere (dav a) Anleihen des Reichs .,520632.22 on aus der Aufwertur 1020180.10 ig 557196.94 — 649587.50 Kontokorrent-Kn dite Darlehen Summe 4038.85 9086.70 13125 55 1622507.14 90075.38 712582.52 14308.29 — 14308.29 640854.28 99162 08 — an sonstige Gemeinden u.Oemeinde- verbände an sonstige öff I.-rechtl. Körperschaften Summe RM. 61714.33 58922.74 37309.61 4540812.32 3009369.94 8063788.27 740016.36 5630217.41 154291.64 116335.17 140000- 25088.89 62000.- 85985,97 22725762.65 1. Spareinlagen (davon aus der Aufwertung 3225480.14) a) mit satzungs111äßiger Kündigung ................. 15269631.31 3786391.19 2. Depositen, Giro- nnd Kontokorrenteinlagen a) innerhalb 7 Tagen fällig................. b) darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig .. c.) nach mehr als 3 Monaten fällig.......... 1720616.20 149070.74 821418.66 3. Anleihen (für die Leihz nungskonten gegenübe Gläubiger ns gezahlt r deutsche innerhalb 7 Tage fällig wird) sowi o. Kreditzins darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig e Verrech- tituten: nach mehr als 3 Monaten fällig Summe a) Reichsbanklombd. . b) eigene Girozentrale c) Sparkassen....... (1) Kommunalbanken . e) and.Öf fentlich-i echt- liche Banken..... f) Privatbanken..... 1 1 Illg i.___________L Illi II Illi II 1. §111 11 a)-f) Geldanst. zus.. 100.- — 100.- g) eig.Gewährverband h) and.öffentlich-rechtliche Körperschaft.. 1 1 1 I _ — g) und h) zusammen — — — — i) sonstige Gläubiger. — — — — a)-i) Glaub.zusamm. 100- - — RM. 19056022.50 2691105.60 100.- 4. Akzepte . Durchlautende Kredite ...................................... 6. Aafwertun 'srechnnng a) Ausgleichsstock b) Härtefonds.....................................J__________ 7. Rückstellungen 8. Sicherheit-;- und sonst! e Rück’a-en a) gesetzliche Sicherheitsrücklage /ö4Ihd.iu b) .. Kursiücklage c) sonstige Rücklagen............................- 1 ■■u-ro.na 9. Posten der Rechnnngsabgrenzung 0. Gewinn...................................................— 82645.71 843901.99 51986.85 Summe der Passiva | 22725762.65 Bürgschafts(aval)verpflichtangen Verpflichtungen aas weitergagebenen Wechseln Gießen, den 31. Juli 1935. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates gez. Ritter. Der Sparkassenleiter gez. Hopfenmüller. Nach pflichtmäßiger Prüfung auf Grund der Schriften, Bücher und sonstigen Unterlagen des Be?riebes sowie der erteilten Aufklärungen und Nachweise ist festgestellt worden, daß die Buchführung und der Jahi esabschluß den ges^ und den einschlägigen Bestimmungen entsprechen, und daß im übrigen auch die wirr schaftlichen Verhältnisse des Betriebes wesentliche Beanstandungen nicht ergeben haben. Gießen, den 2. September 1935. Prüfungsstelle: Der Revisionsdirektor: gez. Macholdt Der Hüfsrevisor: gez. Kromm. Zu Nr. Ib 37534. J Der vorstehende Jahresabschluß für 1934 wird hiermit genehmigt .und dem Ver- wlltungsr^, Vorstand und Direktor die gesetzliche Entlastung erteilt. Darmstadt, den 3. Oktober 1935. Der Reichsstatthalter in Hessen - Landesregierung - Abteilung Ib Im Auftrag: gez. Weber. Restaurant Karlsruhe 4483 D Fahrradbereifungen bei Fahrrad - Bornemann , Gießen, Sonnenstraße 5. 626oA Mittwoch, den 16. Oktober 1935, 14 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe imBer- steigerungslokal „Zum Löwen", Neuenweg Nr. 28) zwangsweise gegen Barzahlung: HauS-, Laden- und Büromöbel neu und gebr., 1 Jagdgewehr, Bücher versch.Jnh., 4 Schreib- u. 4 Nähmaschinen, Fensterleder, Glanzbürsten,' gr. Post. Kleiderbügel, Bürsten, Pinsel, Wäscheleinen, Leder- u.Bastmarkttasch^ Besen, Schrubber, 4 Registrierkassen, 35 Psd. Bettfed., Möbelstoff, Damen-Sport-u. Spangenschuhe, Kinder - Reformschuhe, Dam.-Krayenstiefel, Herren-und Damenschäfte, Herren- u.Dam.- Stiefelschäfte, Ledergama.chen, 2Schuhm.-Nähmasch.,lSchäfte- ftevvmaschine, 1 gold. Uhr, zwei Pianinos, 1 Schrank- u. 2 Koff.- Grammophone, 1 Geige, 1 Personenwagen (Wanderer), drei Kassenschränke, 2 Radiogeräte. Vater 5919D Stellvertr. d. Gerichtsvollz. Bittorf in Gießen, Steinstr. 42, Tel. 3660. Haben Sie offene Füße? Schmerzen? Jucken? stechen l Brennen? Dann gebrauchen Sie die seit Jahrzehnten vorzüglich bewährte schmerzstillende Heilsalbe ßnnt'irin“ Erhältlich in den „VLNIariN . Artotheken. uhsV Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K. O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan- gaben u. ausführlichem Text. Mit einem teleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und G. Wolff. Ganzleinenband.............RM.4.80. Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und Sittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3.60. Die deutsche Landschaft Von E. L. Schellenberg. Br. RM.2.-, geb. RM.3.-. Zu beziehen durch jede Buchhandlung I Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde ^^^EGesamtaufkommen . . . 367,43 Millionen RM H '£*/' Anzahl der Betreuten 13,86 Millionen durchuhniit) Unkosten -es WHW nur 0,93% H-l Vie Eröffnung des Winterhilfswerkes 1935/36 fei zum Anlast genommen, um dem deutschen Volke Rechenschaft über die Leistungen im verflossenen Winter 1934/35 zu geben. wo ist -as Volk, -as sich rühmen kann, ähnliche Leistungen voUbracht AU haben! Mit Red)! hebt daher die Reichsführung des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes 1934/35 in ihrem Rechenschaftsbericht hervor, daß der Gedanke der Volksgemeinschaft „Einer für alle, Me für Einen" im Winterhilfswerk feinen höchsten sittlichen Ausdruck findet Der Bericht ist damit zugleich Zeugnis der Inneren Kraft und des Lebenswillens unseres Volkes. Die scheinbar toten Ziffern aber strahlen glutvolle Kraft aus und stellen die (Dpferfreudigheit des deutschen Volkes unter Beweis. Richt minder groß ist der Geist, der alle diejenigen beseelt Hot, die sich in den Dienst der grasten Sache gestellt haben, An geifern waren in den Wintermonaten durchschnittlich tätig gegen Entschädigung 5198 Volksgenossen, ferner waren ständig ehrenamtlich 308 262, gelegentlich 509258 Volksgenossen tätig; schliestlich haben RS-Zormationen, verbände und Organisationen 515617 Reifer eingesetzt. Insgesamt haben durchschnittlich über 1338335 freiwillige Helfer in -en Winter- monaten -em Winterhilfswerk ihre Kraft zur Verfügung gestellt. Jeder Kommentar ist hier überflüssig; die Ziffern sprechen vielmehr für sich. Richt weniger auffchlustreich find die Zahlen der nachstehenden Übersicht über die Aufteilung der zur Verteilung gelangten Sachspenden, die ein lebendiges Bild vom wirken des Winterhilfswerkes vermitteln. Aufteilung -er insgesamt verteilten Sachspen-en: Nahrungs- und Genußmittel Brennmaterialien.......... Bekleidung Gutscheine und Leistungen Öausbaltungsgegenftdnde Sonstige Sachspenden NM 131 871 019,45 79 553 482,90 74 579 669,43 58 476 131,77 6 712 896,56 5 892 904,45 Insgesamt 357 086104,56 Spen-enverteilungr NM 357 086 104,56 Unkosten ........ 3 407 325,89 360 493 430,45 Barbestände 1934/35 ..... 15067 739,41 ab Bestände 1933/34 ..... 8135 684,97 6 932 054,44 Gesamtaufkommen 1934/35 367 425 484,89 wer wurde betreut! vorn Winterhilfswerk ist ein austerordentlich groster Kreis von Volksgenossen erfastt worden. Ruch hier reden die Ziffern wieder eine beredte Sprache, was im einzelnen den kreis -er Selreuten anbelangt, so ergibt sich für die Arbeitslosen- und Krisenunterstützungsempfänger ein Gesamtdurchschnitt von 1320270, für die Wohlfahrtsunterstützungsempfänger eine Gesamtdurchschnittsziffer von 633 830. Die entsprechende Ziffer für Rentenempfänger beträgt 871909, für Kurzarbeiter 70 746, sonstige Betreute 1 436 548. Die Rubrik Familienangehörige der Betreuten weist die Ziffer von 9 533 268 auf. Insgesamt find durchschnittlich 13866571 Volksgenossen in den Wintermonaten betreut worden. Das deutsche Volk geht nunmehr in einen neuen Winter hinein. An alle wird daher wiederum der dringende Appell gerichtet, in den Kräften nicht nachzulassen, sondern vielmehr den gleichen Opfermut wie im vergangenen Jahr zu beweisen. Das staatliche Winterhilfswerk ist eingerichtet worden, damit alle diejenigen Volksgenossen betreut werden, die schuldlos in Bedrängnis geraten sind und die zum Teil nicht die Kraft aufbringen, um sich selbst zu helfen. Reichsminister Dr. Goebbels sagte in diesen Tagen sehr richtig. Saß wir heute noch garnicht ermeßen können, was Sas WHW für Sas deutsche Volk be-eutet. Rad)drüdtfid) fei aber ferner hervorgehoben, dast das Winterhilfswerk nicht als eine Geste, sondern vielmehr als ein fühlbares Opfer empfunden werden must. Gewist, es mögen wiederum asoziale Besserwisser auftreten, die sich über das viele Sammeln beklagen. Ihnen schleudern wir die Worte von Dr. Goebbels entgegen: ,3m Sammeln ist noch niemand gestorben, aber vielen ist dadurch das Leben erhalten worden/ Jeder Volksgenosse nehme diese Worte in sich auf und beweise durch den Sozialismus der Tat die Zugehörigkeit zur großen deutschen Volksgemeinschaft!