Hr.162 Erster 8M 185. Jahrgang Montag, 15. Juli 1935 Erfchemr tügltch, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimat tm Bild-Die Scholl. Monats'vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Kranlsurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dru* und Verlag: vriihl'sche UniverfilStrvuch- und Steindrucker«« «.Lange in Stehen. Schristleitung und SeschSftrftelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70 m m Breite 60Rpf.,Platzvorschrist oder schwieriger Satz 250/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen. Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B F'3 ü L W VW ix MMI ssSi w. Paris, 14. Juli (DNB.) Die Radikal- herzlicheren Empfang gefunden habe, als fozialisten von Lyon haben am heutigen bei den französischen Sowjet lungern. Nationalfest ihrem Beschluß gemäß nicht m i t (Er molk weiter gegen ben®ur9ertr,e9 unb gegen her Volksfront zusammen, sondern für den auswärtigen Krieg wirken. Nicht wer am lau ich eine Kundgebung abgehalten, bei der Eduard' testen schreie, verteidige am besten die Republik. Große Vesriedigung der presse blieb unverletzt, eritn aoer einen c i u s.. w - Die Gattin des Bundeskanzlers, Frau, Paris, 14. Juli. (DNB.) Der Nationalfeiertag hat in ganz Frankreich in den Abendstunden des Samstags mit dem üblichen Tanz auf offener Straße und allerhand Volksbelustigungen begonnen. Sonntag vormittag fanden große Truppenparaden in Paris und in allen bedeutenderen Garnisonstädten des Landes statt. Die Truppenschau in Paris hatte eine riesige Menschenmenge angelockt. Die Militärattaches der verschiedenen Länder wohnten in Uniform dem militärischen Aufmarsch bei, währenddessen mehr als 60 0 Flugzeuge in sieben Geschwaderkolonnen über der Hauptstadt kreuzten. In Paris haben in den ersten Nachmittagsstunden die Massenaufmärsche der Volksfront Frau Schuschnigg, die am Samstag tödlich ver- unglückte, mit ihrem neunjährigen Sohn Kurt, der verletzt wurde. (Scherl-Bilderdienst, Berlin Sw 68.) bei Linz einen schweren Krastwagenun- fall erlitten. Der Wagen des Bundeskanzlers stieß gegen einen Baum. Der Bundeskanzler wurde aus dem Wagen geschleudert, blieb unverletzt, erlitt aber einen Nervenchok. Herriot sprach. Der Staatsminister wurde wiederholt von kommuni st ischen (Elementen unterbrochen und ausgepsis - s e n. Herriot betonte seine und seiner Freunde Verbundenheit mit der Republik und v e r u rt e i 11 e den Faschismus von rechts und den Faschismus von links. Er behauptete, daß er unbedingt weiter für den Frieden arbeite. Auf kommunistische Zwischenrufe wußte der Redner keine andere Antwort zu geben, als die, daß er die Annäherung an d i e Sowjets verwirklicht habe und in Sowjetrußland einen Wien, 13. Juli. (DNB.) Bundeskanzler Dr. S ch u f ch n i g g hat auf der Fahrt nach feinem Urlaubsort in der Nähe von Ebelsberg tag um 15 Uhr statt. Schuschniggs Wagenführer vernommen. Versagen der Steuerung die Ursache des Unglücks. Wien, 14. Juli. (DNB.) Der Generalsekretär der Vaterländischen Front, Oberst Adam, gab in der Nacht zum Sonntag ergänzend bekannt, daß der Lenker des Autos, mit dem Bundeskanzler Schuschnigg verunglückte, vernommen werden konnte. Er stellte entschieden in Abrede, von einem Unwohlsein befallen worden zu fein. Es ist, wie Oberst Adam mitteilte, mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß e i n Steuerungsdefekt des Kraftwagens die Ursache des Unglücks ist. Der zertrümmerte Wagen wird von der Versuchsstation der Wiener Polizeidirektion für das Kraftfahrwefen untersucht werden. Oie Teilnahme des deutschen Gesandten. Der deutsche Gesandte von P a p e n , der Sams- tagmlttag um 14.40 Uhr nach Berlin abgewogen ist, hat noch kurz vor dem Start des Flugzeuges die Nachricht von dem schweren Unfall erhalten und vom Flugplatz aus ein Beileids- telegramm an den Bundeskanzler gerichtet. Vizekanzler Fürst Starhemberg wurde telegraphisch aus Italien, wo er zur Zeit auf Urlaub weilt, nach Wien z u r ü cf g e r u f e n. Ein für Samstag angesagter Ministerrat brauchte nicht mehr stattzufinden, da sich das Befinden des Bundeskanzlers Schuschnigg soweit gebessert hat, daß er in den verschiedenen staatlichen Angelegenheiten selbst Anordnungen treffen kann. Glück, daß eine Wagentür aufsprang, und er auf eine Wiese neben der Straße geschleudert wurde. Frankreichs Nationalfeiertag reibungslos verlaufen. Gute Disziplin bei den Massenaufmärschen beider Fronten in Paris.-Hiesige Beteiligung. Gröhes Interesse für die Militärparade. Schweres Autounglück des österreichischen Bundeskanzlers Frau Schuschnigg ein Opfer des Unfalls. von der Feuerkreuzlerkapelle beim Abmarsch gespielt, wurde von der Menge begeistert mitgesungen. Der Name de la Rocque wurde wiederholt im Chor gerufen, und die im Marschtritt abziehenden Feuerkreuzkolonnen stimmten ein in den Ruf: „Frankreich den Franzosen!" Das Bündnis mit Moskau. Herriot wird in Lyon von Kommunisten ausgepfiffen Herma Schuschnigg, wurde schwer verletzt, der Sohn leicht. Don den Begleitpersonen trug| der Fahrer lebensgefährliche Verletzungen da- j von; ein Kriminalbeamter wurde leicht verletzt. Die' Verunglückten wurden dem Krankenhaus in Linz zugefuhrt, wo Frau S u f ch n i g g i h r e n schweren Verletzungen erlegen ist. Ge aen abend hatte der Bundeskanzler sich fowett erholt, daß man ihm Mitteilung von dem Tod seiner Gattin machen konnte. Der Bundeskanzler hat jede Erinnerung an den Hergang der Ereignisse, a sogar an die Tatsache des Unfalls selbst, ver- loren Der Sohn des Bundeskanzlers, der starke Verletzungen im Gesicht erlitt, wurde operiert. Die Untersuchung des Kraftwagenlenkers durch die Aerzte ergab die Abstellung eines Sonnenstiches. Bundeskanzler Schuschnigg hat sofort nach Erhalt der Nachricht vom Tode seiner Frau den Wunsch geäußert, sogleich zu der Leiche feiner grau gefahren zu werden. Er fuhr dann nach Ebelsberg bei Linz und verweilte etwa eine Vier- telstunde an der Bahre. Daraus kehrte er in das Krankenhaus nach Linz zurück. Das Kraftwagen- Unglück ereignete sich gegen 13 Uhr Bei bem Wagen handelt es sich um einen geschlossenen 8-Zy- linder-Austro-Daimler-Wagen. Frau Dr. Schuschnigg war, wie jetzt bekannt wird, auf der ©teile tot. Der Bundeskanzler hatte das 3n Men. Wien, 14. Juli. (DNB.) Nachdem in Linz für die verunglückte Gattin des Bundeskanzlers Dr. Schuschnigg Trauergottesdienste abgehalten worden waren, an denen auch Bundespräsident M i k 1 a s teilgenommen hatte, erfolgte die lieber» ührung der Leiche nach Wien. Aus dem Wiener Bahnhof hatte sich die gesamte Bundesregierung unter Führung des Vizekanzlers Fürst Starhemberg eingefunden. Als erster entstieg dem Zuge Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, dem Vizekanzler Starhemberg erneut das Mitgefühl der österreichischen Bevölkerung zum Ausdruck brachte. Auf dem Bahnhof fand sodann eine stille Einsegnung statt. Darauf wurde der Sarg in einem Galaleichenwagen durch ein dichtes Spalier der vaterländischen Verbände Wiens zur Pfarrkirche nach Hietzing übergefuhn. Hinter dem Sarge schritten nächst dem Bundeskanzler und seiner Familie die Mitglieder der Regierung. Aus dem ganzen Wege stand die Menge dicht gedrängt und grüßte den Trauerzug entblößten Hauptes. — Die B e i s e tz u n g der -sterblichen Ueberrefte von Frau Schuschnigg findet am Diene- Paris tanzt. Paris, 15. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Pa- ttser Presse beglückwünscht Frankreich, daß der Na- üonalfeiertag des 14. Juli mit den großen politischen Kundgebungen der Linken und der Rechtsverbände würdig und ohne Zwischenfälle verlausen ist. Die Erleichterung ist um so spürbarer, als bis in bie letzten Tage hinein mit der Möglichkeit ernster Zusammenstöße gerechnet wurde, so daß die Regierung allein in Paris 10 0 0 0 0 Mann Militär und 50000 Polizisten in Bereitschaft gehalten hatte. Das Militär hat überhaupt nicht einzuschreiten brauchen und die Polizei konnte sich auf den üblichen Ordnungs- d i e n ft bechränken. Sie wurde dabei sowohl bei der Kundgebung der Volksfront wie bei dem Aufmarsch der Feuerkreuzler tatkräftig von dem Orb - nuiia. sdienst der Veranstalter unter« stützt, die augenscheinlich Wert daraus legten, das der Regierung gegebene Wort zu halten und keine Zwischenfälle herbeizuführen oder zu begünstigen. Die zahlenmäßige Beteiligung an den beiden Umzügen zeigte ein bedeutend größeres Aufgebot der Volksfront. p ...... Unter dem Eindruck der beiden aroßen politischen Kundgebungen, die im ganzen Lande Zweigversammlungen auslösten und unter dem Eindruck der Militärparade, die von der Bevölkerung mit Begeisterung ausgenommen wurde, versuchen die Blätter, Schlußfolgerungen für die Weiterentwicklung der Innenpolitik zu ziehen. Die Links- presse triumphiert. Sie sieht den Faschismus geschlagen. Leon Blum, der Sozialistenfuh- rer, will ihr nur noch einige Wochen Lebenszeit in Frankreich zubilligen, solange nämlich, bis Laval und seine deflationistische Politik Schriffbruch erlitten haben würden. Die Zeit bis dahin müsse genutzt werden, um ein positives Werk vorzubereiten, womit Leon Blum wohl an die Regierungsübernahme feiner Partei denkt. Die radikalfozialistifche „Republique" stellt Betrachtungen darüber an, ob d i e beiden verschiedenen Fronten, die am Sonntag m Frankreich demonstriert haben, unabänderlich seien, oder ob es nicht eine Vereinigung geben könnte. In beiden Lagern gebe es arbeitslose und hoffnungslose junge Menschen, gebe es Geschäftsleute, die vor dem Ruin stehen und notleidende Bauern. Man solle sich nicht hassen und gegenseitig zerfleischen, sondern einen gemeinsamen Plan ausstellen und ein neues Frankreich bauen. „Matin" sieht in dem diesjährigen 14. Juli eine Etappe in dem W i e d e r e r w a ch e n Frankreichs. Seit Jahren habe man nicht mehr den Ruf gehört wie am Sonntag auf dem Champs Elyfäes „Es lebe die Armee! — (Es lebe Frankreich!" „Journal" hält die Militärparade vom Sonntag für die „erhebendste feit 1919". Wo soll man das wahre Frankreich suchen? fragt das Blatt, bei der Volksfront ober bei der nationalen Front? Das wahre Frankreich fei eben in der Armee zu stnden. die in der Parade Macht und Ruhe ausgestrahlt habe. Der rechtsstehende „Jour" meint nüchtern, man müsse die aus d e r Provinz herbeigeholten Anhänger der Volksfront erst wieder nach Hause zurückkehren lassen, ehe die Regierung l>ie neuen Gesetzesvorlagen veröffentliche. Würde man die Verordnungen sofort bekanntgeben, fo bedeute das eine gefährliche Unvorsichtigkeit, denn man wisse, daß die extremen Elemente sich gegen jede Lohn- und G e h a l t s o e r m i n d e- r u n g wenden würde, und ebenso gegen jede Herabsetzung ber Pensionen, unb zwar mit bem Abwehrmittel bes Generalstreiks Währenb bie Politiker ihre Aussätze schrieben, tanzte ganz Paris auf ben Straßen bei ber vom Staat kostenlos zur Verfügung gestellten Musik bis zum Morgengrauen. am Bastille-Platz begonnen. Die Feuer- kreuzler unb anbere rechts st ehenbe Verbände waren gegen 16 Uhr am Denkmal des unbekannten Soldaten aufmarfchiert. Die Beteiligung auf beiden Seiten ist außergewöhnlich groß. Nach ben ersten Schätzungen sinb allein mehrere hunberttaufend Kunbgeber zum Bastille- Platz geströmt. Der starke polizeiliche Orbnungs- dienst brauchte nicht einzugreifen, ba die Leiter ber Kunbgebung von sich aus für bie Aufrechterhaltung der Ordnung sorgten. Als ber Abmarsch vom Bastille-Platz zum Platz der Nation begann, würben zahlreiche Rufe gegen den Faschismus, besonders gegen ben ftüfjrer ber Feuerkreuzler, Oberst be la Rocque, laut. Die Ordner schritten jedoch sofort ein. Unter dem der Marseillaise unb ber Internationale bewegte sich ein riesiger Zug burch bie von Polizeiketten stark gesicherten Straßen. Die Teilnehmer, bie den ver- schiedensten politischen unb gewerkschaftlichen Richtungen von ben Kommunisten bis zu den Radikal- sozialisten angehörten, führten viele Plakate mit, auf benen ihre Forberungen verzeichnet waren. Gegen 20 Uhr mar ber Abmarsch ber Volksfront vom Bastille-Platz beenbet. Abgeorbneter Dala - bi er hielt von der Terrasse eines CafShauses eine kurze Ansprache an bie Teilnehmer. Er beglückwünschte sie zu ber imposanten Kunbgebung, die der Welt beweise, daß der Faschismus in Frankreich nicht durchkommen werde. Als Daladier eine Autodroschke bestieg, wurde er begrüßt mit dem Rus: „Daladier an die Regierung!" Im JBup salo-Stadion fand eine von Tausenden besuchte Versammlung statt, die sich als „Hort des Friedens und der Freiheit" bezeichnete. Vertreter sämtlicher Linksgruppen aus ganz Frankreich ergriffen das | Wort, um bem „Faschismus" ben Kampf anzusagen uirb um ihren Willen zu betunben, bie Ergebnisse ber großen Revolution nicht zu lassen. Dem Aufmarsch ber nationalen Verbände am Triumphbogen wohnte u. a. der Kriegsminister Fabry bei. Hinter den Schwerkriegsverletzten marschierten die Feuerkreuzler unb anschließend in Blauhemden die Mitglieder der S o l l - barit^ Francaife. Der Zug wurde von der Menge die die Straße säumte, mit Beifall begrüßt. Großen Anklang fand besonders der Aufmarsch der Feuerkreuzler amTriumphboaen.wo Oberst de la Rocque Flammen auf bem Grabe Des unbekannten Soldaten anfachte. Die Marseillaise, Die Säule auf bem Platz ber Bastille in Paris, die zum französischen Nationalfeiertag mit leuchtenben Dekorationen geschmückt würbe. An biefer Stelle ftanb einst bie Bastille, bie an jenem schicksalsschweren 14. Juli 1789, bem Beginn ber Revolution, von ben Volksmassen erstürmt würbe. (Weltbilb-M.) Eine deutsche Ehrung für das portugiesische Heer. Rückgabe einer im Weltkrieg erbeuteten Fahne. Lissabon, 13.Juli. (DNB.) Der deutsche Ge- sandte Freiherr von Hoyningen-Huene überreichte in Begleitung bes Militärattaches, Korvettenkapitän Wever, im Schloß von Belem bie auf bem Schlachtf elb von Armen- tiöres am 11. April 1918 inmitten toter portugiesischer Solbaten aufgefunbene Fahne bes 4 portugiesischen Infanterie -Regiments in feierlicher Aubienz bem Staatspräsidenten, General Carmona. An bem Empfang, bei bem eine Kompanie Infanterie bie Ehrenbezeugungen erwies, nahmen Kriegsminister Pasfos e Souza, Außenminister Arminbo Monteiro unb eine eigens aus Sübportugal eingetroffene Offiziersaborbnung bes 4. Jnfanterie-Re- j giments unter Führung bes Regimentskomman- i beurs teil. ■ Bei ber Uebergabe ber Fahne führte ber Ge- fanbte u. a. aus, bie beutfche Regierung unb ms- befonbere ber Reichskriegsminister erachteten es als eine soldatische unb ritterliche Pflicht, diese Fahne, bie zwischen toten Solbaten bes Regiments aufgefun« ben unb mit bereu Blut benetzt war, 1 Dem Laube z u r ü ck z u g e b e n , bem biefe tapferen Krieger angehörten. Präsibent Carmona dankte sichtlich bewegt für diesen Akt deutscher Ritterlichkeit, der lebendigen Widerhall im portugiesischen Volk finden werde, und übergab die Fahne feierlich bem Kriegsminister. Anschließenb lud der deutsche Gesandte die Mitglieder der portugiesischen Regierung, bie Regimentsaborbnunq, sowie führende Persönlichkeiten ber beutschen Kolonie unb ber NSDAP, zu einem Essen ein. Die Fahne ist am Sonntag in feierlicher Form von bem portugiesischen Kriegsminister an ben ! Kommanbeur bes 4. portugiesischen Infanterie- \ Regiments übergeben worben. Bei ber Uebergabe ber Fahne hielt ber Kriegsminister eine Ansprache, in ber u. a. ausführte, baß bie Rückgabe ber Fahne durch bie deutsche Regierung nicht nur von großer Höflichkeit unb Ritterlichkeit i e u g e, fonbern auch einen Beweis für bie guten sreunbschastlichen Beziehun« gen zwischen Deutschlanb unb Portugal barfteöe. Eine Offiziersaborbnung wirb bie Fahne bem Militärmuseum in Lissabon übergeben. Die Hundertjahrfeier der deutschen Eisenbahn in Aiimberg. „Oie weltumspannende Kraft der Schiene ift ungebrochen." Gin Ehrenmal der gefallenen Eisenbahner. Nürnberg, 15. Juli. (DNB.) Die Jahrhundertfeier der Eisenbahn wurde am Samstagmittag durch einen Gedenkakt-für die gefallenen Eisenbahner im Der- kehrsmufeum eingeleitet. Die Wehrmacht, die eine Ehrenabteilung gestellt hatte, war durch Generalleutnant Ritter von Schobert und durch Oberst Weißenberger vertreten. An der Feier nahmen neben Oberbürgermeister Liebel zahlreiche Vertreter der Partei sowie eine Abordnung des Münchener Stadtrats und als Vertreter der ungarischen Bahnen Staatsrat Helvey teil. Nach der Ouvertüre zu Beethovens „Coriolan" sprach der mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnete Frontkämpfer Betriebsarbeiter Franz Taver Fand einen Prolog, der in das Gelöbnis der Eisenbahner ausklang, nach dem Vorbild der Gefallenen ihr ganzes Leben Volk und Vaterland zu weihen. Der ständige Stellvertreter des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn, Kl ein mann, erinnerte in seiner Ansprache an die Taten des deutschen Heeres im Weltkrieg und wies darauf hin, daß sich unter den 2 Millionen deutschen Gefallenen 25 573 Eisenbahner befinden. Adolf Hitler, der einfache Frontsoldat, habe die deutsche Freiheit und deutsche Ehre wiederhergestellt. So könnten wir sagen, daß unsere tapfere Helden nicht umsonst gefallen seien. Das Ehrenmal, das die Kameraden der Eisenbahndirektionen Würzburg und Nürnberg errichteten, gelte auch jenen Eisenbahnern, die in Erfüllung ihres Dienstes auf dem Ehrenfeld der Arbeit ihr Leben lassen mußten. Anschließend wurde die Gedenktafel enthüllt. Sie ist vom Reichsadler gekrönt, der ein Hakenkreuz im Lorbeerkranz hält, und trägt folgebne Inschrift: .Unseren Eisenbahnkameraden, die im Weltkrieg 1914 bis 1918 fürs Vaterland fielen und für den Beruf ihr Leben ließen — zum dauernden Gedenken — die Reichsbahndirektion Nürnberg." Präsident Geyer von der Reichsbahndirektion Nürnberg übernahm die Gedenktafel mit dem Versprechen, im Geiste der Toten weiter zu arbeiten Mit einem Sonderzuge der Deutschen Reichsbahn trafen über 100 Vertreter der deutschen und der ausländischen Presse in Nürnberg ein, um an der Eröffnung der A u s st e l l u n g „10 0 Jahre deutsche Eisenbahnen" tellzunehmen. Die außerordentlich umfangreiche Ausstellung zeigt in eindrucksvollster Weise die außerordentlich wichtige Stellung, die die Deutsche Reichsbahn im neuen Staat einnimmt, sie zeigt die gewaltige technische Entwicklung eines Jahrhunderts. Eine fast unendliche Fülle von Darstellungen aus wirtschaftlichen, sozialen, oerkehrstechnischen und allgemeinen Gebieten des Eisenbahnwesens gibt bereits die Jnnenaus- stellung „Die Reichsbahn in Bild, Wort und Zahl". Personen- und Güterverkehr, Fürsorgeeinrichtungen und Wohlfahrtswesen der Reichsbahn sind zeichnerische und statistisch erfaßt. Werkstättenwesen, Fernmeldewesen, Elektrifizierung, Motorisierung, Kraftfahrwesen usw. werden durch Modelle und reichhaltiges Anschauungsmaterial erläutert. Eine große Fahrzeugschau, die sich über zahlreiche Gleise erstreckt, bildet den Glanzpunkt der Ausstellung. Hier finden die modern st en Verkehrsmittel, die großen Stromlinienlokomotiven und Wagen das größte Interesse; die stärkste Dampflokomotive entwickelt 3000 PS. Hier steht auch der modernste, noch nicht in Betrieb genommene Aussicht s w a g e n der Deutschen Reichsbahn, ein außerordentlich bequem ausgestatteter Triebwagen, der nur aus Glas und Stahlrahmen besteht und Aussicht nach allen Seiten und sogar nach oben bietet. Der Wagen führt drehbare Sitze. Er ist für eine der wichtigsten Gebirgsstrecken bestimmt. für das Vaterland. Nach Kranzniederlegungen schloß die Gedenkfeier mit der Führerehrung. Wiedereröffnung des Verkehrsmuseums. Dem Gedenkakt für die gefallenen und im Dienste ums Leben gekommenen Eisenbahner reihte sich die feierliche Wiedereröffnung des Verkehrsmuseums an. Der Präsident der Reicksbahndirektion Nürnberg, Dr. Geyer, gab in seiner Begrüßungsansprache seiner Freude darüber Ausdruck, daß auch einige Eisenbahnveteranen der früheren Ludwigsbahn, darunter drei im Alter von über 80 Jahren erschienen waren. 100 Jahre nach der Eröffnung der Ludwigsbahn könne festgestellt werden, daß das deutsche Eisenbahnwesen sich prächtig entwickelt und sich alle technischen Fortschritte dienstbar gemacht habe. 1835 sei die Ludwigsbahn 7 Kilometer lang gewesen, heute umfasse das deutsche Eisenbahnnetz über 60 000 Kilometer. Das gesamte Ausland schätze Deutschlands Eisenbahnen als Musterbetriebe. Anschließend gab Dr. Geyer eine kurze Schilderung der Entwicklung des Derkehrsmuseums. Angesichts der kommenden Jahrhundertfeier der deutschen Eisenbahnen sei das Museum in allen seinen Teilen von Grund auf erneuert und durch weitere Ausstellungsstücke aus der neuesten Zeit erweitert worden. Oberbürgermeister Liebel umriß die wechselvolle Geschichte der Stadt Nürnberg vom Ausgang des Mittelalters bis in unsere Tage. Einer der Höhepunkte dieser Geschichte sei die Erbauung der Nürnberg—Fürther Ludwigsbahn auf Anregung und tatkräftige Förderung des Bürgermeisters Scharrer vor 100 Jahren gewesen. Mit warmen Wünschen für das Gedeihen der Deutschen Reichsbahn und für die Vervollkommnung des Derkehrsmuseums schloß der Oberbürgermeister seine Ansprache. Hierauf erklärte Präsident Geyer im Namen der Deutschen Reichsbahn das Verkehrsmuseum für wiedereröffnet. Anschließend besichtigten die Festgäste die Sammlunaen des Museums, die einen guten Ueberblick über die 100jährige Entwicklung der deutschen Eisenbahnen geben. Neben den neuesten Erzeugnissen der Gegenwart steht die ,Ludwigsbahn , eine getreue Nachbildung der vor 100 Jahren gebauten ersten deutschen Eisenbahn, die die Strecke Nürnberg- Fürth mit der damals „Staunen erregenden" Geschwindigkeit von 16 Stundenkilometern befuhr. Die Ausstellung, die größte Schau seit dem Bestehen der deutschen Eisenbahnen, wird bis Mitte Oktober dauern. Die große Reichsbahn-Aus ft ellung in Nürnberg wurde am Sonntagvormittag durch den Reichsverkehrsminister Freiherrn von E l tz - Rübe n a ch feierlich eröffnet. Man sah neben den Vertretern der Reichsregierung, der NSDAP, und der Reichsbahn Abordnungen des Reichsheeres, der Landespolizei und der Wirtschaft. Die Feier wurde eingeleitet mit dem Festmarsch von Richard Strauß. Dann hielt Generaldirektor Or. Oorpmüller die Begrüßungsansprache. Er führte u. a. aus: Es war an einem rauhen Dezembermorgen des Jahres 183», als eine aus England bezogene Lokomotive ihren „Dienst auf der sechs Kilometer langen Strecke Nürnberg — Fürth aufnahm. Wer hätte damals geglaubt, daß in hundert Jahren 25 000 Lokomotiven auf 69 000 Kilometer Eisenbahnen in Deutschland im Reichs- und Privatdienst laufen würden. Im kommenden Herbst soll eine große „Jubel- und D a n k e s f e i e r" an diefen Segen erinnern, der von Nürnberg-Fürth ausging. Die heutige Ausstellung soll ein Vorläufer sein für den kommenden Dankestag ganz Deutschlands. Wir haben in den Ausstellungshallen alles zufam» mengetragen, was uns an die große Vergangenheit erinnert und hinzugefügt, was eine hundertjährige Entwicklung aus jenen ersten Anfängen geschaffen hat. Die leider im Unverstand verschrottete erste „Adler-Lokomotive haben wir getreulich nachgebildet wieder erstehen lassen. Aus ihren 40 PS, 4 0 Kilometer Höchstgeschwindigkeit auf der sechs Kilometer langen Strecke sind jene gigantischen Dampflokomottven von 3000 PS und Geschwindigkeiten von 175 Kilometerstunden geworden, die eine Laufttrecke von über 300 Kilometer ohne Halt durcheilen können. Den damaligen Preis von 35 000 Mark steht der Wert von 200 000 Mark unserer modernen Dampfriesen gegenüber, Zu den Dampflokomottven haben sich die elektrischen Lokomotiven mit 6000 PS Leistungsmöglichkeit gesellt. Dazu kommen noch Triebwagen diesel-elektrischer und diesel-hydraulicher Bauart, die den Ihnen bereits bekannten „Fliegenden Hamburger" schlagen. Aber hinter all diefen Erfolgen steht der Mensch. Für ihn und seine Wohlfahrt zu sorgen, ist die Hauptaufgabe jedes Unternehmens. Mit 20 Bediensteten fing die Ludwigsbahn Nürnberg—Fürth an. Das war die U r z e l l e des neuen Berufsstandes der Eisenbahner. heute hat die Reichsbahn einen aktiven Personalbestand von 6 6 0 0 0 0 Volksgenossen, dazu kommen 15 6 0 0 0 Eisenbahnbeamte, die mit 1 80 0 0 0 ehemaligen Eisenbahnarbeitern sich des Ruhestandes erfreuen. Nimmt man dazu noch etwa 50 000 Bedienstete bei den Privatbahnen, so stellt sich das Heer der von den Eisenbahnen besoldeten Deutschen auf 1,2 Millionen. Einschließlich ihrer Angehörigen erhalten also ewa 3 Millionen Deutsche ihr Brot direkt aus dem Eisenbahnbetrieb. Aber damit ist der Einfluß der Eisenbahnen auf die Per- sonalwirtfchast des Landes noch nicht erschöpft. Für uns walzen die Arbeiter in den Stahlwerken die Schienen, in Lokomotiv- und Waggonbauanstalten baut eine große Arbeiterzahl unsere Fahrzeuge, in den Bergwerken graben für uns die Bergleute unsere kohle usw. Insgesamt verschaffen wir jährlich für durchschnittlich 1,5 Milliarden M. unseren Volksgenossen Arbeit und Brot. Anschließend hieß Oberbürgermeister Liebel die Gäste willkommen und legte dann ein leidensckaft- liches Bekenntnis zum deutschen Arbeiter der Faust ab, ohne dessen Wirken sich die hundertjährige Entwickelung der Eisenbahn nicht so großartig hätte gestatten können. Nach dem Oberbürgermeister sprach der Reichs- und preußische ÄerkehrS- minister Freiherr Elh-Rübenach. Die Ausstellung, so erklärte der Minister, soll ein Bild davon geben, was in Deutschland auf dem Gebiete des Eisenbahnwesens geleistet worden ist. Seiten wird sie dem Beschauer, was aus einer genialen Idee im Laufe der Zeit mit Tatkraft und Arbeitswillen entwickelt werden kann. Sie wird ihm die Erkenntnis vermitteln, daß die weltumspannende Kraft der Schiene noch nicht gebrochen ist, daß der Verkehr nach wie vor ihrer Dienste dringend bedarf und daß auch heute noch die Eisenbahn die hervorragendste Stellung unter allen Verkehrsmitteln einnimmt. Uns allen soll die Ausstellung ein Ansporn sein, weiterzuarbeiten und alle Kräfte anzuspannen für nützliche Arbeit zum Wohle unseres geeinigten Vaterlandes. Das wollen wir dem Führer unseres Volkes und Vaterlandes geloben, indem wir seiner gedenken mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" — Der Reichsverkehrsminister erklärte dann die Ausstellung für eröffnet. DieAusstelluW„MZchredeutscheEisenbchneli" Rückkehr -er Habsburger um keinen preis Oie Kleine Entente einig in der scharfen Ablehnung jeder Wiederherstellung der Habsburger-Monarchie in Oesterreich. Paris, 14. Juli. (DNB.) Heber das Ergebnis der Besprechungen, die König Carol von Rumä- men und Prinzregent Paul von Südslawien in Sknaw hatten, schreibt der Bukarester Berichterstatter des „Petit Parisien": Man habe die Unteil- barkeit der Kleinen Entente erneut bekräftigt. Die Gemeinsamkeit der Anschauungen sei durch eine telephonische Unterredung zwischen Trtulescu und Benesch bestätigt worden. Man habe mit großer Genugtuung von der Erhaltung der englisch-französischen S o l t b a r 11 ä t und von der Unterstützung Kenntnis genommen, die beide Länder der euro« paschen Sicherheit gewähren. Die Informationen, die Titulescu aus London und Paris mitgebracht habe, würden durch die letzte Rede Sir Samuel Hoares im Unterhaus bestätigt. Man habe für den Fall, daß der Friede in Mittel- oder Osteuropa in Oesterreich oder anderwärts bedroht werden sollte daseinzuschlagendeVerfahren in Aussicht genommen, das sogar in einem bewaffneten Eingreifen bestehen könnte. Rumänien, Südslawien, die Tschechoslowakei und sogar Ungarn würden sich einer Rückkehr d e r Habsburger widersetzen, die Wiederher st el- lung der Monarchie in Griechenland dürfte dagegen auf keine Bedenken stoßen. * Die „Prager Presse" weist mit Nachdruck ausländische Tendenznachrichten zurück, in denen behauptet werde, die Tschechoslowakei nehme angeblich keinen so entschieden ablehnenden Standpunkt zur Habsburger-Frage ein wie die beiden anderen Verbündeten der Kleinen Entente. Diese Vermutungen entsprängen dem Bestreben, die öffentliche Meinung Westeuropas irrezuführen und Mißtrauen unter den Staaten der Kleinen Entente zu erwecken. Das Blatt stellt fest, daß nicht nur die Möglichkeit einer Wiederkehr der Habsburger für jeden der Staaten der Kleinen En- tente völlig unannehmbar sei, sondern ebenso auch jegliche Erörterung in dieser Richtung. Au dem Standpunkt der Kleinen Entente in der Habsburger Frage habe sich seit Kriegsschluß nicht das Mindeste geändert, und die Wiederkehr der Habsburger werde man um keinen Preis zulassen. Auch die südslawische Presse beschäftigt sich eingehend mit der durch die Habsburger Gesetze in Oesterreich geschaffenen Lage. Die Belgrader Politika erklärte, daß der Legitimismus in Oe st erreich zum staatlichen Programm erhoben worden sei. Die Erklärung der Vaterländi- schen Front über die Möglichkeit, daß die Habsburger Krone noch einmal europäische Bedeutung ge- winne, sei der beste Beweis für die imperialistischen Absichten der österreichischen Monarchisten. Man müsse damit rechnen, daß die Wiener Regierung versuchen werde, Europa vor vollen- bete Tatsachen zu stellen. Da die Habsburger b e i der österreichischen Bevölkerung keinen Rückhalt hätten, würden sie gezwungen sein, außenpolitische Abenteuer zu suchen, um ihren wankenden Thron zu stützen. Die Agramer N o v o st i veröffentlichen zwei Auf- sötze gegen die Habsburger. Man müsse sich über die Wiener Regierung wundern, die die Welt für so einfältig halte, daß sie mit der Erklärung, die Habsburger Frage sei n i ch t aktuell, hervortreten zu können glaube. Die Kleine Entente habe in Laibach beschlossen, daß jeder Restauratlonsversucy mit der allgemeinen Mobilisierung beantwortet werden solle, und es sei kein 71 ”3Elchen dafür vorhanden, daß dieser Beschluß geändert worden sei. Kondylis in Südslawien. , J861grab, 1L Juli. (DNB.) Der stellvertre- tende gnechlsc^ Ministerpräsident und Kriegsmini- ster General Kondylis, der von Rom im slo- wemschen Badeort Selbes eingetroffen ist, hatte Sonntag eme Unterredung mit dem füb- flawlschen Ministerpräsidenten Sto- jandino witsch und wurde sodann von der Konlgin-Mutter in Audienz empfan- Deutschland und Frankreich. BotschafterFran^ois Poncet über den Wert r ter deutsch-französischen Verständigung. r 11 n, 14. Juli. (DNB.) Der französische Bot- , er Francois Poncet empfing in der sc..-;ösiscken Botschaft anläßlich des französischen Nationalfeiertages die französische Kolonie. In einer Ansprache verwahrte sich der Botschafter gegen die Behauptung, daß Frankreich im Abstieg begriffen sei. Frankreich leide nur unter den fruchtbringenden Wehen des Neubaues. Frankreich mache gegenwärtig eine jener Phasen durch, die im Laufe feiner Geschickte stets das Vorspiel eines neuen Aufschwunges gewesen seien. Auf die Dauer dulde es keine Vergewaltigung seines Gleichgewichtsempfindens und feiner Humanitätsansprüche. Was gestern wahr gewesen sei, werde auch morgen bleiben. In dem jetzigen Wirrwarr lasse Frankreich seine Ideale nicht fallen. Unsere Hoffnung, fuhr der Botschafter fort, daß Frankreich und Deutschland eines Tages zur Verständigung kommen werden, bleibt lebendig. Unsere Sorge, unsere wesentlichen Be- lanpe zu wahren und eine alte Erbschaft nicht gefährden zu lassen, verhindert uns nicht, den innigen Wunsch auszusprechen, daß endlich mit unterem großen östlichen Nachbarn die Beziehun- fl en gegenseitiger Rücksichtnahme und Achtung Zustandekommen, die d i e sicherste Grundlage des Friedens bilden Einige Anzeichen haben im Laufe der letzten Wochen den bewölkten Himmel etwas erhellt. Mit dem Bürgermeister von ßnon, der kürzlich eine Abordnung ehemaliger deutscher Frontkämpfer empfing, begrüßen wir diese „erste Schwalbe" als Boten einer besonderen Jahreszeit. gen. Am Samstag war er in Laibach mit dem südslawischen Kriegsminister Z ivko witsch zusammen 'troffen und hatte auch mit ihm eine längere Besprechung. Dienstag trifft Kondylis in Belgrad ein und wird vom Prinzregent Paul in Audienz empfangen werden. In politischen Kreisen nimmt man an, daß die Reise Kondylis nach Italien und Südslawien mit der beabsichtigten Wiedereinführung der Monarchie in Griechenland im Zusammenhang steht. SerLuiMnzugMAreml Äon unserem B.-Äerichterstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Memel, 2. Juli 1935. Memel und das ganze Memelgebiet stehen heutt im Zeichen einer riesigen, mit allen Mitteln geförderten Zuwanderung aus Großlitauen. Man kennt die alte deutsche Stadt kaum wieder. Zwar wies das Memeler Straßenbild schon seit Jahren in zunehmendem Maße Züge auf, die auf die ständige Litarttsierungspolittk hindeuteten: die litauischen Straßennamen, . die vielen Uniformen der fremden Soldaten, die jüdischen Händler und die Bettler von jenseits der alten russischen Grenze. Heute aber wird Memel förmlich überschwemmt von litauischen Eindringlingen, die — wie weiland die Hunnen — über Stadt und Land herfallen und buchstäblich alles zu vernichten drohen, was es im Memelgebiet noch an Kultur und Eigenleben gibt. Man sieht es diesen Menschen, die bei der Landtagswahl am 29. September^ in Massen gegen die Memelländer ins Feld geführt werden sollen, schon von weitem an, daß sie einer ganz anderen und fremden Welt entstammen. Abgerissen, 3um Teil in Lumpen gehüllt, mit wirr ins Gesicht hängendem Haar, ungewaschen und mit struppigen Bärten, — so lungern sie in den Straßen umher. Man möchte Mitleid haben mit diesen Menschen. Ihre litauischen Verführer haben ihnen den Himmel auf Erden im Memelgebiet versprochen. Stellungen in Hülle und Fülle, guten Verdienst, menschliche Behandlung. Alles Dinge, die es in Litauen schon längst nicht mehr gibt und eigentlich auch nie gegeben hat, wo heute der Ar- bettslose buchstäblich verhungert, obwohl das Land in landwirtschaftlicyen Erzeugnissen erstickt. Man hat sie förmlich mit Gewalt hierhergebracht, weil es der litauischen Regierung auf jede „Stimme' anko mm t, und nun stehen sie da ohne Arbeit und Geld, ohne Unterkunft und Verpflegung. Die Folge ist, daß das Bettelunwesen überhand nimmt, daß diese Menschen, vom Hunger getrieben, Ueberfäüe verüben, daß Arbeitslosenunruhen an der Tagesordnung sind und ganze Horden zum Schrecken der Bauern plündernd und raubenb das Land durchziehen. Und diese — man muß schon sagen — neuzeitlichen Hunnen werden nun im Schnellverfahren z u „Bürgerndes M e m e I g e b i e t s'; gemacht, sie sollen bei der Wahl zur Volksvertretung über das Schicksal des deutschen Memellandes entscheiden! Ist denn ein größerer Hohn auf die feierliche Einleitung 3um Memelstatut überhaupt denkbar, in der von dem „weisen Entschluß" der Mächte die Rede ist, „dem Memelgebiet Autonomie zu verleihen, um die Kultur und die überlieferten Rechte feiner Bewohner zu schützen"? ... Die Litauer haben versucht, die Tausende von- Zugewanderten in die Arbeitslosenfürsorge der Stabt Memel einzugliebern. Zum Teil find auch Unterstützungen gezahlt worden. Aber die Stadt Memel ist finanziell am Ende ihrer Kraft. Die Arbeitslosenunterstützungen müssen die Stadt ruinieren, ganz abgesehen davon, daß die Experimente des litauischen „Oberbürgermeisters" Simonaitis, der kürzlich durch den Großlitauer Gailius ersetzt worden ist, Hunderttausende gekostet haben. Wie lange wird es noch dauern, und es wird kein Pfennig Unterstützung gezahlt werden können, weder an die einheimischen noch an die zu- gewanderten Arbeitslosen. Dann ist die Katastrophe da! Auch an diesem Beispiel wird wieder einmal die Rechtlosigkeit Memels sichtbar. Als der Landtag vor Jahren ein Gesetz beschloß, das den Zuzug von Arbeitslosen aus Litauen e i n- schränken sollte, da wurde dieses Gesetz vom litauischen Gouverneur für nichtig erklärt. Eine entsprechende Polizeiverordnung des damaligen Direktoriums Schreiber mußte auf litauischen Druck ebenfalls aufgehoben werden. Selbst das jetzige litauische Direktorium Bruvelaitis hatte Bedenken gegen die überstürzte Masseneinwanderung und hotte die Zuzugseinschränkung wieder hervor. Die Folge war, daß Herr Bruvelaitis einen kräftigen Anpfiff vom Gouverneur bezog. Der „Hunnenzug" geht seitdem unaufhaltsam weiter! In der litauischen Hauptstadt K o w n o aber dürfen nur bie Arbeiter eingestellt werben, die minbestens brei Jahre in Kowno gewohnt haben. Kowno barf sich gegen ben Zuzug unerwünschter Elemente schützen. Memel nicht! Das deutsche Memel ist trotz der feierlich garantierten Selbstverwaltung der litauischen Invasion schutzlos preisgegeben! Trohalledem läßt bas Eingreifen der Memelgaranten weiter auf sich warten. Dor mehr als 14 Tagen wurde in der Auslandpreffe eine neue, diesmal energischer gehaltene Note der Unterzeichner des Memelabkommens angekündigt. Verschiedene Blätter wollten sogar ausführlich über den Inhalt der Note berichten können: Litauen solle vor bie Frage gestellt werden, entweder bedingungslose Wiederherstellung und Erfüllung der Memel- autonomie, oder aber Abänderung des Memelabkommens zu Hngunften Litauens. Man hat von dieser Note nicht mehr viel gehört. Wie es heißt, sollen bie Verhandlungen zwischen England, Frankreich und Italien noch nicht abgeschlossen sein. Mit andern Worten: die Mächte können sich offenbar wieder einmal nicht einigen, dem Recht zum Siege zu verhelfen, weil dieses Recht Deutschen zugute kommen solle. Kein Wunder, wenn die Litauer sich sehr schnell von dem Schreck, den die Ankündigung der Note ausgelöst hatte, erholt haben und nun erneut Rechtsbruch auf Rechtsbruch fügen; wenn sie außer den Masseneinbürgerungen von Großlitauern und der Ausbürgerung von Memeldeutschen auch noch ein entsprechendes „Wahlgesetz" zur Verfälschung der Wahl herausjugeben beabsichtigen; daß sie mit der Auflösung der Memeler Stadtverordnetenversammlung drohen; den memelländischen Beamten widerrechtlich die litauische Sprache aufdrängen und ihnen die Ausreise nach Deutschland verweigern; daß das Vermögen ländlicher Kreditanstalten beschlagnahmt und dadurch das Bauernelend noch vergrößert wirb. Kein Wunder auch, wen nach dem Muster des Kownoer Schandprozesses, dessen Opfer immer noch auf Erlösung warten, eine Reihe neuer p o ■ litischer Prozesse — man spricht von rund 200! — in Vorbereitung ist, um auf Grund irgend- welcher Denunziationen litauischer Spitzel, die sich zu Hunderten im Gebiet herumtreiben, rechtschaffene Memelländer vor Gericht zu schleppen. Gegen 20 dieser Prozesse haben bereits dieser Tage in Me- mel vor der litauischen Appellationskammer statt- gesunden. Selbst dieses — übrigens zur Aburtei- lung von Mernelländern gar nicht zuständige (Bericht — mußte in den meisten Fällen auf Freispruch erkennen, da sich die Beschuldigungen als frei erfunden herausstellten. Den Spitzeln mar es nur um die für jede Anzeige ausgesetzte Belohnung zu drei- Die Unruhen in Selsast Bel- Or. Ley über die Grundlagen der Gemeindepolitik. thmg. le von national oziauiriill)en u l «nr Geschichte des deutschen Bauerntums muß m orga- > Schafsen^vor Tue mehr für Deine Zähne: pflege Sie mit Chlorodont! ■ Zum orten, i ihrer en die otz die eijters* Mauer gekostet an- es nerten )ie ju- Kata« wieder rrmann ein solches 5. leutt tun gewesen! Und das nennt sich in Litauen Rechtsprechung! Bringen es die Memelgaranten, die sich rühmen, die ersten Kulturnationen der Welt zu fein, tatsäch- lich fertig, diesem europäischen Skandal auch weiterhin tatenlos zuzusehen? Opfer litauischeuLustizmordes Gegen ärztliche Anweisung erst in hoffnungslosem Zustand zur Operation eingeliefert. die und 'Ar. Land Man weil Mne“ beit Ler. wesen lunger ibjen. ganze d und ■ man Arten des ei der il des n ein I zum i dem .Hem n die )ewoh. Oie Zubiläumstruppenparade in England. London, 13. Juli. (WB.) Bei prachtvollem Wetter nahm der König am Samstagvormittag in führt einer 21b. wirr ^mit vtra. !«ien ihnen so schloß er, in der Politik und im politischen Leben ist alle Halbheit des Teufels. Mit diesem Richtspruch werden Sie alle Schwierigkeiten überwinden und stets den rechten Weg gehen. Gauleiter Sprenger, Gauleiter Sprenger auf dem Schliher- länder Trachten- und Heimatfest. alitir die Mi. der emel den die und 5 'M Mitarbeit des Volkes im nationalsozialistischen Staat Die britischen Frontkämpfer in Berlin. Herzliches Willkommen in der Reichshauptstadt/ Menschenmassen nicht gestört haben, ist es auch zu keinen Zusammenstößen der erregten memelländischen Bevölkerung, insbesondere der Bauernschaft, mit den litauischen Elementen gekommen. Zu dem Begräbnis waren Hunderte von Fahrzeugen erschienen. Der eindrucksvolle Begräbniszug war mehrere Kilometer lang. Die Erregung in der memelländischen Bevölkerung über den Fall Schirrmann ist um so größer, als nunmehr bekannt geworden ist, daß die in dem Motz, n einig vom klärt, es da« f litau- Selbst is hatte imanbe- wieder \% einen g. Der weiter! er bür- werden, :oDno den Zu- el nicht! garan- znvasion n der ten. Lor mdpresse lote der ^kündigt. Lid) über uen solle ingungS' Memel- Memelhat von es heG >, Frank' lossen n.nen R m Lecht Deut' er wenn ch au! Masten' er Au»' ein ent' bet ©a l der Aus' ominlung )iderrech' ihnen die lufter des “ „ riino °°b- i B ar a )hnBö^ auf dem Truppenübungsplatz Alderhot die Truppenparade über einen Teil der englischen Armee ab. Trotz der glühenden Hitze — das Thermometer erreichte im Laufe des Tages 29 Grad im Schatten — hatten sich 50 000 Zuschauer eingefunden, die den König, die Kömain und die königliche Familie jubelnd begrüßten. 2ln dem Vorbeimarsch, oer sich unter dem klingenden Spiel zahlreicher Militärkapellen vollzog, nahmen 9 0 0 0 Mann allerWaffengattunaen teil: Feldartillerie mit Pferd-, Maultier- und Traktorenbespannung, Kavallerie, Pioniere mit Pontons, das Signalkorps mit Funkentelegraphenlastwagen, Motorradfahrer, Garde- und Linieninfanterie, schwere Artillerie, schwere und leichte Tanks, Luftabwehrgeschütze und Scheinwerferabteilungen. Nach Beendi- aung Des Vorbeimarsches versammelten sich die Fahnenträger vor der königlichen Tribüne, und die eindrucksvolle Veranstaltung fand mit einem fachen Hurra auf den König ihren Abschluß. tag trat eine Entspannung ein, und um Mitternacht herrschte völlige Ruhe. Die Verlustliste der dreitägigen Unruhen ist hoch. Fünf Personen, darunter eine Frau, haben den Tod gefunden. 43 liegen mit Schußwunden im Krankenhaus und 32 mit anderen Verletzungen. In der Yorkstraße sind 12 Häuser in Brand gesteckt und 38 zerstört oder beschädigt worden. Im Süd-Bezirk wurde ein Kaufladen niedergebrannt und zwei Läden ausgeplündert und zerstört. Austaudsjugeud besucht Deutschland. Mit dem Dampfer ,La Coruna" der Hamburg- Süd trafen 102 jungen aus Brasilienund sechs aus Teneriffa m Hamburg ein, um am Deutfchlandslager der HI. teilzunehmen. Oberbannführer Oerzen begrüßte die Jungen im Namen der Reichsjugendführung und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß sie so zahlreich dem Rufe des neuen Deutschland gefolgt seien. Ab- schließend nahm der Leiter des Transportes, Dr. N e u b e r t, das Wort und gab eine kurze Schilde- rung der Reise und schloß mit dem Gelöbnis, daß alle dem neuen Deutschland Adolf Hitlers un- verbrüchliche Treue auch draußen im Auslande be- wahren würden. Die Jungen blieben in der Nacht auf dem Jugendherbergsschiff „Hein Godenwind", um dann im Deutschlandlager mit den bereits vor ihnen eingetroffenen Kameraden zusammenzutreffen. schiede bestehen. Diese Ansicht war falsch und gegen die Gesetze der Natur. Heute ist das Ziel, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenzuführen, erreicht. Früher gab es 61 verschiedene Verbände, heute nur noch Die Deutsche Arbeitsfront. Heute ist jeder deutsche Betrieb eine Ganzheit und eine Einheit. Dies gibt es in der ganzen Welt sonst nirgends. Wir dürfen unsere Kräfte nicht zersplittern in inneren Kämpfen, sondern müssen Zusammenhalten für den außenpolitischen Kampf. Wir erklären: Betrieb und Gemeinde sind eine Einheit. Wir können uns wohl über Einzelfragen unterhalten, und auch Verbesserungsvorschläge anhören, aber der Grundgedanke, die Einheit, muß bestehen bleiben. Die natürlichste, gottgegebene Einheit ist die Familie, die die Aufgabe hat. für Die Fort- Pflanzung der Rasse zu sorgen. Die zweite Einheit ist der Betrieb, der das tägliche Brot geben soll, die dritte Einheit ist die Gemeinde, die die Einheit des politischen Lebens darstellen soll. Das sind die drei Urzell en des Volkes und des Staates, und wir lassen sie von niemanden antasten oder zerstören. Der Marxismus riß das Leben auseinander, der Nationalsozialismus baut es auf in der Gemeinschaft, im Zusammenleben. Jedes Einzelwesen kann sein Schicksal nur in der Gemeinschaft meistem. Es gibt keine Unterschiede in der Konfession. Für jeden gilt nur die Frage: Willst du mit uns kämpfen als Kamerad in der Gemeinschaft? Dr. Ley schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler seine von den Versammelten mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Auf einer Tagung am Sonntagvormittag sprach Hauptamtsleiter Schön über „Sinn, Zweck und Aufbau der Aemter für Kommunalpolitik" und Reichsleiter Fiehler über „Die Aufgaben der Aemter für Kommunalpolitik in der kommenden Zeit". der Arbeiter war Ware auf dem Markt und die Bürger waren eine Gesellschaft, die dem König und dem Heer gegenüber fast ausschließlich kritisch und zersetzend wirkten. Hier sei auch gleich gesagt, was Hitler in seinem Buch „Mein Kampf" erwähnt „daß dynastisches Empfinden kein Nationalgefühl ist. Es kann sogar, wie in Frankreich 1789 und in Oesterreich, in schroffstem Gegensatz dazu stehen. Der Landesbauernführer bat Die Mitglieder Des Landesbauernthings, sich diese Gedanken anzueignen, Damit sie für alle Zeit Die Grundlage für ihr - - " : Augen hätten. Merken Sie sich das eine, bete. ♦ Der Führer sandte nachstehendes Tele- gram an Reichsminister Darr6: „Lieber Parteigenosse Darrt*. Nehmen Sie zu Ihrem heutigen Geburtstag meinen herzlichen Glückwunsch entgegen, verbunden mit meinem aufrichtigen Dank für Ihre geschichtliche Arbeit am deutschen Bauerntum. Gez. Adolf Hitler." Reichsminister Dr. Goebbels sandte an Reichsminister Darrt* folgendes Glückwunschtelegramm: „Lieber Parteigenofft Darr6. Zu Ihrem 40. Geburtstage übersende ich Ihnen meine aufrichtigsten und herzlichsten Glückwünsche für das große Aufbauwerk, das Sie auf Der Grundlage von Blut und Boden durchgeführt haben. Möge es Ihnen vergönnt fein, noch viele Jahre dem Führer in Treue zu Dienen. Mit Heil-Hitler Ihr Dr. Goebbels." sprach über Den Werdegang und Das Sern Des getarnten Deutschen Bauerntums. Die Deutsche Agrar- politik ist keine rein wirtschaftliche Frage, fonDern bestimmt das ganze Lebern der Nation, ist also in erster Linie sozialer Art. Beoolkerungspoli- tische und Rassenftagen spielen dabei eine ungeheure Rolle. An Hand vorgeschichtlicher jMtiungen urtb Ausgrabungen in vielen Teilen Deutschlands, die Kenntnis geben von bäuerlicher Kultur und Reli- An läßt sich di° Richtigkeit der durch Slbolf fiitler und seinen Reichsbauernführer Darrt* geführten nationalsozialistischen Bauernpolitik beweisen. Die nisch-rassischer Bettachtung des Volkscharakters und der Volksseele die Ursachen und die Zusammenhänge feststellen, die das deutsche Bauerntum im Laufe der Zeit aus seiner ihm wesenseigenen Bahn zu werfen versucht haben. Das Bismarckreich war kein Nattonalstaat. Der Bauer galt in der Stadt nur als bummer Tölpel unb als Grobian, deutschen Menschen hat ihn abgelöst. Adolf Hitler will auch heute den Einzelnen als freiwilligen Gefolgsmann haben." Am Sonntag früh erklangen in allen Dörfern des Schlitzerlandes die Weckrufe der Feuerweh r k a p e l l e n. Um 5.30 Uhr früh traten bereits die Mitglieder der Schützenvereine in den Wettstreit um die Königswürde. Gauleiter und ßanbesjägermeifter ©prenger überreichte persönlich dem neuen Schützenkönig die Königskette. Sonderzüge aus Frankfurt, Gießen und Fulda brachten Taufende von Besuchern herbei, die Zeugen des großen Trachtenfestzuges waren, der Szenen aus Dem bäuerlichen Leben, nach Jahreszeiten georbnet, barstellte. Anschließend fanb eine große Kunb gebung b er NSDAP, mit Kreisleiter und Landesobmann der Landesbauernschaft Seipel als Redner statt. Em Volksfest und eine großartige Bürgende- leuchtung beschlossen Das schöne Fest, dessen musikalischer Teil von dem Musikkorps der Landespolizei Darmstadt bestritten wurde. Tilsit, 13. Juli. (DNB.) Das Kirchdorf P l i ck e n (Kreis Memel), in dem Der in dem litauischen Zuchthaus verstorbene Schi------ als Lehrer angestellt war, hat noch nte Begräbnis gesehen wie am 12. Juli. Von nah und fern waren Tausende von Memelländern zusam- mengeftrömt, um den beliebten unb überall geachteten Lehrer, bessen Tob auf bas Verhalten Der litauischen BehörDen z u - rückgeführt wirb, bas letzte Geleit zu geben. Wo Die litauischen Polizeiorgane Den Zustrom Der „Giedingsehre." Weihe einer niederdeutschen Thingstätte. DIDenburg, 13. Juli. (DNB.) Die von Der NS.-Kulturgemeinde auf Anregung Des Reichs- ftatthalters Röver zur Erinnerung an Den denk- würDigen Freiheitskampf Der Stebinger Bauern ber Altenesch geschaffene niederbeutsche Kultstätte „Ste* bingsehre" auf bem Bockholzberg in der Nähe von Gruppenbühren wurde am Samstag in Anwesenheit von über 10 000 Menschen aus allen Teilen Niedersachsens feierlich eingewecht. Nach bem Einzug ber vielen hundert Fahnen der Bewegung hielt Gauleiter Röver die Weihe- rede, in der er u. a. ausführte: Wir begehen eine feierliche Stunde auf einer alten Kultstätte unserer Altvorberen. Hier unten an ber Weser in Der Schlacht bei Altenesch geschah im Jahre 1234 bas Grausame, baß beutsches Blut durch Deutsche vergossen würbe. Stebingsehre oll uns jebes Jahr hier versammelt sehen, barmt wir aus der Vergangenheit die Kraft und den Mut schöpfen, unbeirrbar bem Ziele Adolf Hitlers nachzustreben. Stebingsehre soll ein leuchtenbes Fanal fein, ein Mahnruf an den deutschen Menschen, einzutreten für die Ehre unb die Freiheit des Blutes und des Lebens unserer deutschen Nation, wie einst die Stedinger Bauern chr Blut gaben für ihre Ueberzeugung unb ihr Volkstum. Der Reichsamtsleiter ber NS.-Kulturgemeinbe Dr. Stang erklärte: Die Thingstätte solle e l n Mark st ein einer neuen beutschen Ku- turentwicklung, eines neuen Volkswillens fein, der das Andenken ber vor 700 Jahren hier ür ihre Ehre unb für ihr Recht gefallenen Ste- binger Bauern ehren soll. Alfteb Rosenberg Habben ©runbftein zu biefer Stätte gelegt. In seinem Geiste sei bicfes Werk begonnen worden, und in seinem Geiste soll es fortgeführt und gepflegt werden. — Die plattdeutsche Aufführung des Festspieles „De Stedinge", an der 300 Mitwirkende beteiligt waren, beschloß die Kundgebung. 40. Geburtstag des Reichsministers Darre. Glückwunschtelegramm des Führers. Berlin, 15. Juli. (DNB.) Reichsbauernführer Reichsminister R. Walcher Darre beging am 14. Juli 1935 feinen 40. Geburtsag. In den mehr als zwei Jahren feiner Tätigkeit als Reichsminister unb Reichsbauernführer hat er in ber gesamten beutfcfjen Landwirtschaft nationalsozial i st i- ch e s Gedankengut umfassend in b i e lat umgefegt. Die Erbhof-Gesetzgebung, biß Ent- schuldung des Bodens, die Neuschöpfung des Bauerntums und die Sicherstellung der Ernährung aus eigenem Boden sind in erster Linie fein Werk. Die Voraussetzungen für die schnelle und erfolgreiche Inangriffnahme dieses gewaltigen Reformprogrammes schuf er vorher in dreijähriger, zäher, von ber großen Oeffentlichkeit kaum bemerkter Arbeit als Reichsleiter des A g r a r p o l 11 i f ch e n Apparates der NSDAP., den er selbst am ' 1. August 1930 auf Anordnung des Führers grün- von lebhaftem Beifall begrüßt, führte bann u. a. aus: Die Geschichte des deutschen Volkes sei im Kern eine Geschichte des deutschen Bauerntums. Darum sei seine Erhaltung die Grund- forberung des nationalsozialistischen Staates, denn es stehe als völkererh«ltende Kraft der oölkerrnorbenden Seelenhalnmg der Großstadt gegenüber. Die Geschichte lehre auch, daß die besten Männer aller Staatsformen, auch jene bedeutenden Menschen, die großen Dynastien zur Seite standen, in erster ober zweiter Generation von Bauern kommen. So bilde der vom Reichsbauernführer R. Walther Darrs in schöpferischer Erkenntnis her- ausgestellte Gedanke von Blut und Boden die Grundlage für die Entwicklung unseres ganzen Volkes. „Darum, Bauernführer", so wandte sich Der Gauleiter an die Mitglieder des Things, „müssen Sie in diesem Gedanken bas Leitmotiv für ihre Arbeit sehen und Ihren Bauern die Erkenntnis vermitteln, daß chre Arbeit wohl schwer und hart ist, aber feine Bürde, sondern edles unb stol - z e s Werk im Dienste für bas Volk in Gegenwart und Zukunft." Der Gauleiter befaßte sich bann mit den Widerständen, die heute noch dem nationalsozialistischen Gedankengut von reaktionärer und jüdischer Seite entaegenbracht werden. Die Reaktion habe gar keine Ursache, heute ihr Haupt zu erheben und in völliger Unkenntnis des nationalsozialistischen Wesens monarchistische Gedanken wieder aufleben zu lassen, denn viele Monarchien verdankten chre Krönung einem schmählichen Landesverrat, wie die Zeit Napoleons I. beweise. Die Lösung ber Judenfrage sei lediglich Durch Erziehung des einzelnen Menschen zu erreichen. Auf wirtschaftlichem Gebiet geschehe das in hervorragendem Maße durch Maßnahmen, wie sie Der Reichsnährstand mit der Marktregelung ergriffen hat. Der Kampf um Blut und Boden sei ein Kampf, Der erst von unseren Nachkommen rest. los zu Ende geführte werde, und Der darum von jedem Bauernführer verlange, daß er feine Handlungen sorgfältig in Dieser Erknntnis ausrichte. —- Nach Dem Staffelschwur: „Wenn alle untreu wer- den so bleiben wir doch treu", und dem Horst- Wessel-Lied schloß Pg. Geiß Das Landesbauern. litauischen Zuchthaus befindlichen memelländischen Kameraden des Schirrmann sofort nach seinem Tode bei der Zuchthausoerwal- iung den Antrag gestellt haben, an der Leiche des Freundes eine stille Andacht gb- halten zu Dürfen. Die litauische Zuchthausverwal- tung hat selbst Diese Bitte rücksichtslos abgeschlagen unb es auch abgelehnt, bie zuständigen Rechtsanwälte zu benachrichtigen. Ferner ist be-I Bad Schandau, 14. Juli. (DNB.) Im Rah- fannt geworden, daß Schirrmann in bem 3ud)t- men &er Tagung ber Leiter bes Reichsamtes unb Haus in Mariampol etwa 14 Tage Cranf öcr Tauämter für Kommunalpolitik ber NSDAP, gewesen ist und der zuständige Arzt von vorn- sprach Oberbürgermeister Dr. Dr. Weidemann herein Die sofortige Ueberf ührung nach (Halle) über „Selbstverwaltung im nationalsoziali- Kown^o zwecks Operation angeorbnet fischen Führerstaat". Der Hauptstellenleiter für hatte. Die litauische Gefängnisverwaltung hat bie- Sieolungswesen, Stäbtebau und Arbeitsbeschaffung sen Antrag a b g e l e h n t. Der Arzt hat Darauf in ber Keichsleitung Der NSDAP. Pg. Harbers BefchwerDe eingelegt. Der Kranke ift erst abtrans- erstattete Bericht über Die vordringlichen Aufgaben portiert worden, als er sich in einem beroufctlofen, fDmmuna[er Siedlungspolitik. Auf einem Kamerad- also völlig hoffnungslosen Zu st and be- schaftsabend hielt Reichsorganisationsleiter Dr. Ley fanb. Als man ihn auf den Operationstisch legen eine ^de, in ber er barauf hinwies, baß im national- wollte, war er bereits verschieden. Der sozialistischen Staat auch bie kleinste Zelle bes Staa- ganze Fall stellt eine furchtbare Anklage gegen Die tß5, bic ©cmeinDe, neu aufgebaut werbe. Frü- litauische Herrschaft bar. Man Darf niemals Dabei Gemeinbe nur Die Stelle gewesen, die vergessen, Daß Schirrmann völlig unschuldig auszuführen hatte, was von oben, vom „grü- ab geurteilt worben ist unb Daß Der litauische nen aus, angeorbnet worben sei. Im national» Anwalt bei seiner Verteibigung feststellte, baß we- ozialistischen Staat werbe das Volk zu aller der der Staatsanwalt noch der Vorsitzende ober Hoheit herangezogen. Nichts ist gefährlicher ein Zeuge im Laufe bes mehrtägigen Prozesses cür einen Staat, als wenn sich feine Menschen heil' e n Namen des Lehrers S chir r ma nn fühlen und sich überflüssig Vorkommen. Wenn auch nur mit einem Wort erwähnt hatte. in einem Staat Meckerei unb Kritik herrschen, bann Dennoch wurde dieser Angeklagte ohne jede B e- fommt e5 daher, daß diese Menschen noch weisaufnahme zu vier Jahren Z u ch t 'feine Aufgaben haben und keine 23er- Haus verurteilt und dieses Schandurteil oC5 antroortung tragen. Wir vermeiden diese Kriegsgerichts hat das Oberste Gericht in Litauen Fehler und sagen jedem Volksgenossen: F a ß s e l b st sogar bestätigt. |mit an und übernimm eine Aufgabe. Wir regieren mit dem Volke, unb zwar nach natürlichen Gesetzen. Der Nationalsozialismus soll Einzug in jebe Gemeinbe halten. Das zu erreichen, ift weit mehr als einen Etat in Drbnung zu halten. Gemeindepolitik in unserem Sinne heißt, in bie unter st e Zelle des StaatesLebenhin- einbringen unb alle Mitbürger zur Mitarbeit heranziehen. Das Ziel ber Gemeinbe muß fein, a l s eine Ganzheit bazustehen. Wir müssen ein Volk werben. Eine Verbrude- rung zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer war früher undenkbar. Alle glaubten, daß es Gottes Wille fei, daß diese Klassenunter. London, 16. Juli (DNB. Funkspruch). In fast (Nordirland) blieb die Lage auch am Sonntag ernst. Die Ausschreitungen, in deren Mittelpunkt bie Porkstraße geftanben hatte, griffen auf ein Viertel im ©üben der Stadt über und auch hier kam es vielfach zu Schießereien, Brand st iftun- ?en und Plünderungen. Die Polizei, die urch Panzerwagen verstärkt worden war, nahm zahlreiche Verhaftungen vor. Am Abend bes ©onn- Berlin, 14. Juli. (DNB.) Am Sonntagnach- mittag trafen fünf Mitglieber der British Legion, des größten englischen Frontkämpferverbanbes, m Berlin ein. Bereits um 6 Uhr war ber Bahnsteig auf bem Bahnhof Friebrichsstraße von Anaehörigen ber Frontkärnpferbünbe und der nationalsozialistischen Gliederungen, sowie zahlreicher deutscher Frontkämpfer und Mitglieder der englischen Ko- lonie dicht besetzt. Die Menge begrüßte die englischen Frontkämpfer mit Heilrufen und dem deutschen Gruß. Die Deutschen Abordnungen hießen ihre englischen Ka- meraöen herzlich in ber Reichshauptstabt willkom- kommen Der Führer der englischen Abordnung,. , _ „ , .... . Matar F W C F e t h e r st o n e - G o d l e y , (LPD.) Schlitz, 14. Juli. Das diechahrige stellte darauf seine Landsleute vor. Dor bem Bahn- Trachtenfest m ber alten Burgenftabt Schlitz war Hof stand die Menge Kopf an Kopf. Mit erho- ein ©piegelbilb altubertommenen Brauchtums ber bener Hand grüßten die Deutschen, unter denen trachtentreuen Bewohnerschaft des Schlitz er- sich sehr viele ^Frontkämpfer mit Orden und Ehren- land es. Das Trachtenfest war mit einer Schau zeichen befanden, die englischen Gäste, die ebenfalls des feit Jahrhunderten bodenständigen Hand-, Ihre Orden unb Kriesauszeichnungen angelegt hat- werk s u n b G c ro er b e s , der weltbekannten ten Sichtlich bewegt bankten die englischen Front- und geschätzten Leinenwebereien, Seidenherstellung, kämpfer für diese überaus herzliche Aufnahme, die Töpfereien, Brauereien und Wurstfabrikation ver- ihnen von der Bevölkerung der Reichshauptstadt dunden. bereitet wurde. . ... e .„rhnf (Sauleifer Sprenger Die englischen Gaste nahmen im Hotel Kaiserhos TrnAto«. unb als Gäste der deutschen Frontkämpferbunde Woh- eröffnete auf dem Marktplatz das Trachten- und nuna 3m^gmPfangI?aum öes Hotels hieß der Heimatfest mit einer Ansprache vor allen ©liebe- ReiZsführer be/NSKOD. Dberlinbober, bie rungen ber Partei. Er stellte die Forderung des SLZKMS«Ä »JWVWÄ« ■* «■"«* ■ wSEÄ»! 'm« Kameradschastsessen englischer unö ^ßraus unb UTnrife die geleistete Arbeit ber Partei, deutscher Frontkämpfer in Kalkutta b^ampf um bie Kalkutta, 14. Juli. (DNB.) Anläßlich des englischen Frontkämpferbesuches in Berlin vereinig- ten sich am Samstag 52 englische und deutsche (21^ 1 Frontkämpfer im Deutschen Club in Kal- tutta zu einem Kameradschaftsessen. Zu Beginn ber Zusammenkunft wurde mit einer Mmute Des Trachtenfestes fand auch ein von Schweigens ber ©efal len en geb acht, nach- L^eLauernschaft einberufene5 ßanbV’ dem Trinkspruche auf Den Führer und auf ben W- . Schlitz unter bem Vorsitz bes lischen König ausgebracht worben waren Der P n Vadenrod statt, deutsche Generalkonsul führte aus, baß bie aus ge- -P0- meinfamem Fronterlebnis erwachsene g e g enf ei- LandeSbauernfÜhrer Or. WagNSr tige Achtung und Kameradschaft die' alten Soldaten zu den natürlichen und ehrlichen Vorkämpfern für Frieden und Verständigung unter den Völkern mache. Der Vertreter der englischen Frontkämpfer sprach von der Bewunderung, Die ihn unD seine KameraDen für Das Deutsche Heer und seine Führung im Weltkriege noch heute erfülle. Begrüßungstelegramme wurden an ben Führer und an den Prinzen von Wales abgesandt. Stabschef Lutze weist die Verleumdung der SA. zurück. Berlin, 13. Juli. (DNB.) Stabschef Lutze gibt zu der konfessionellen Hetze gegen die SA. folgende Erklärung ab, in der er die Verleumdungen entschieden zurückweist: „Wie bereits in der Tagespresse mitgeteilt wurde, ist die von staatsfeindlicher Seite gegen die SA. inszenierte konfessionelle Hetze kläglich zusam- mengebrochen. Die sofort eingeleitete Untersuchung der ruchlosen Tat hat einwandfrei ergeben, daß der Täter die Kirchenschändung nur zu dem Zwecke begangen hat, um die SA. zu diffamieren. Auch dieser neue Fall zeigt dieselben Methoden, wie sie seiner Zeit gegen die Männer des Hilfswerks Nordwest angewanot wurden. Es ist kein Zufall, daß diese verbrecherischen Verleumdungen gegen die SA. gerade i m Mün st erlaube und in Westfalen in Umlauf gesetzt wurden. Diese Fälle stehen nicht vereinzelt da. Sie sind Glieder in der Kette einer von gewissenlosen Quertreibern gegen den nationalsozialistischen Staat und seine Organisationen vor- aetragenen systematischen Hetze, die zu oranmarken ich vergangene Woche in Münster gezwungen war. Uns Nationalsozialisten ist die Ehre Höch st es Gut. Als verantwortlicher Führer der SA. lege ich schärf st e Verwahrung gegen die unerhörten Verdächtigungen der SA. ein. Die SA. ist nicht gewillt, ihren Ehrenschild widerspruchslos beschmutzen zu lassen und verlangt, daß die ganze Schwere des Gesetzes nicht nur diese Verbrecher treffen möge, sondern auch auf jene Hintermännner angewandt werde, als deren Werkzeuge wir die Täter ansehen müssen." Der Oammbau Husum-Aordstrand fertiggestellt. Im Rahmen des von Gauleiter und Oberprästdent Lohse in Angriff genommenen Zehnjahres- planes konnte nach zweijähriger unermüdlicher Arbeit der Nordstrander Damm, die Verbindung zwischen dem Festland bei Husum und der Insel Nordstrand seiner Bestimmung übergeben werden. Für den Bau des Dammes, der eine Sohlenbreite von 65 Meter und eine Länge von 2800 Meter aufweist, mußten 650 000 Kubikmeter Boden herangeschafft werden, wofür insgesamt 160 000 Tagewerke sowie rund 650 Arbeitskräfte erforderlich waren. In der Stadt Husum fand eine Morgenfeier statt, an der Vertreter des Staates, der Kriegsmarine, der Wehrmacht, der Bewegung und ihrer Untergliederungen sowie die Arbeiter, die bei den Dammbauarbeiten beschäftigt waren, teilnahmen. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde die Fahrt nach dem Nordstranddamm angetreten, wo als erster Redner ein Arbeiter der Belegschaft sprach. Der Leiter des Dammbaues dankte den Arbeitskameraden, die zum Gelingen dieses großen Werkes beigetragen haben. Abschließend hielt Gauleiter und Oberpräsident Lohse eine Ansprache. „In diesem Werk", so sagte er, „wird der Lebenswille der Nation, der 15 Jahre lang unterdrückt war, sichtbar zum Ausdruck gebracht. Man sieht in diesem gewaltigen Werk den schöpferischen Geist der nationalsozialistischen Bewegung und ihres Führers Adolf Hitler. Gauleiter Lohse durchschnitt dann mit seinem Wagen das Band, gefolgt von einer endlosen Wagenkolonne. Obergebietsführer Axmann Leiter des Jugendamts der OAF. Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, hat im Einvernehmen mit dem Reichsjugendführer Baldur von S ch i r a ch den Leiter des Sozialen Amtes der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Ariuk Axmann, zuM Leiter vös Jugendamtes der DAF. ernannt. Mit der Erneuung des Obergebietsführers Axmann zum Leiter des Jugendamtes der DAF. ist ein wesentlicher Schritt zur Vereinheitlichung der gesamten sozialen Jugendarbeit getan. Diese Vereinheitlichung, durch die die Leitung der gesamten Sozlalarbett In eine Hand gelegt wird, wird praktisch zu einer weiteren Vertiefung des Bündnisses von HI. und DAF. führen. Darin liegt die Bedeutung, die der Ernennung Axmanns beizumessen ist. war die Entlastung bei den Arbeitsämtern Mainz (—887), Limbura (—750), Hersfeld (—469) und Niederlahnstein (—432). In den Berufsgruppen wies den absolut stärksten Rückgang der Zahl der Arbeitslosen die Metallindustrie auf (—728); es folgt das Baugewerbe (—687), das Derkehrs- gewerbe (— 613), die Industrie der Steine und Erden (— 312) und die Landwirtschaft (— 304). Saisonmäßig bedingt ist das Ansteigen der Arbeitslosenzahlen in den Berufsgruppen Ledererzeugung und -Verarbeitung (+ 506), Bekleidungsgewerbe (+ 410) und Holz- und Schnitzstoffgewerbe (+ 204). 3n den Angestelltenberufen ist der Rückgang der Zahl der Arbeitslosen (— 968) beachtenswert. Auf die Arbeitslosenversicherung entfielen Ende Juni 19 252 Hauptunterstützungsempfänger, in der Krisenfürsorge wurden 50104 Hauptunterstützungs- empfanget betreut. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen betrug Ende Juni 30 810, das sind 1391 oder 4,3 v. H. weniger als Ende Mai. In der werteschaffenden Arbeitslosenhilfe waren Ende Juni 13 409 Notstandsarbeiter beschäftigt, gegenüber 20 042 Ende Mai. allem verpflichtet gewesen sei, den abessinischen Konflikt zu berücksichtigen, so hatte ihm im Augenblick mehr die französische als die deutsche Ansicht beschäftigt. Dies bedeute aber nicht die leiseste Aende- rung in den Anschauungen der britischen Regierung. 3n England herrsche Einigkeit darüber, daß eine Vier-Mächke-Fronl besser sei als eine Drel-Mächle-Fronl, und daß es nicht nur in Flollenfragen ein ungeheurer Vorteil fein würde, wenn eine noch ausgedehntere Front der Vereinbarung her- gestellt werden könnte. Aber es fei unmöglich, in jeder Rede jeden Gesichtspunkt ausführlich darzustellen. Aus aller Wett. Spielende Kinder verursachen ein Großfeuer in Halle. In Halle brach auf dem Privatgleisanschlußgelände der Firma Brandt ein Feuer aus. Die dort liegenden Benzinlager und Kohlensäureflaschen explodierten. Der Güterverkehr in Richtung Kassel—Leipzig—Thüringen mußte für einige Zeit eingestellt werben. Die elektrische Fahrleitungsanlage wurde durch Sprengstücke beschädigt. Das Feuer entstand dadurch, daß Kinder beim Spielen mit Streichhölzern einen strohbeladenen Wagen entzündeten. Nas Feuer hatte auf weitere Wagen und schließlich auf den Lagerschuppen der beachbar- ten Kohlensäurehandlung übergegriffen. Infolge der Hitze platzten die dort langernben Hunderte von Preß- gas- und Prehluftflafchen. Eine halbe Stunde lang erfüllten Detonationen die Lust mit einem Gettffs, das bald zu den wildesten Gerüchten Anlaß gab. Durch die weit umherfliegenden Bruchstücke von Preß« gasflaschen wurden die Löscharbeiten sehr erschwert. Als nach dreistündiger Arbeit der Feuerwehr bet Brand niedergekämpft schien, wurde inmitten bet brennenden Schuppen ein Lager von mehreren hundert Zentnern Karbid entdeckt, das jedoch dank dem aufopferungsvollen Einsatz zahlreicher Helfer, vor allem der Mannschaften eines nahegelegenen Arbeitsdienstlagers noch rechtzeitig geräumt werden konnte. Ebenso gelang die Sicherstellung von ebenfalls in der Nähe lagernden Benzinfässern. Richard Strauß zurückgetreten. Der Präsident der Reichsmusikkammer Dr. 3t Strauß hat den Präsidenten der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. Goebbels gebeten, ihn mit Rücksicht auf sein Alter und seine augenblicklich stark angegriffene Gesundheit von feinen Aemtern als Präsident der Reichsmusikkammer und als Vorsitzender des Berufsstandes der deutschen Komponisten zu entbinden. Reichsminister Dr. Goebbels hat diesem Ersuchen stattgegeben und Dr. Richard Strauß in einem persönlichen Schreiben feinen Dank für die geleistete Arbeit ausgesprochen. Gleichzeitig hat Reichsminister Dr. Goebbels den Generalmusikdirektor Professor Dr. Peter Raabe zum Präsidenten der Reichsmusikkammer und den Komponisten Dr. h. c. Paul Graene r zum Leiter des Berufsstandes der deutschen Komponisten ernannt. Elf Tote bei einem Autobusunglück. Ein Autobus, der 20 Personen aus der Umgegend von Antwerpen von einem Ausflug nach Baarlehertog (Holland) wieder in ihren Wohnort befördern wollte, stürzte in Turnhout bei dem Versuch, einem Radfahrer auszuweichen, in einen Kanal. Elf Personen, darunter der Wagenführer, wurden getötet, die übrigen zehn konnten gerettet werben. Wetterbericht des Reichswetterbfenstes. Ausgabeort Frankfurt. Die Wetterlage, die uns die vergangene Woche bescherte, zeigt jetzt eine merkliche Umgestaltung, voraussichtlich wird sich das Schönwetterhoch ganz auf den Ozean zurückziehen, und bei uns wird eine mehr westliche Luftströmung kältere aber auch feuchtere Luft heranschaffen. Etwas unbeständiges und immer noch ziemlich schwüles, aber nicht mehr fo heißes Wetter mit einzelnen vielfach gewittrigen Niederschlägen ist bei uns zu erwarten. Aussichten für Dienstag: Vielfach wolkig und immer noch schwül, aber nicht mehr so heiß, einzelne gewittrige Schauer, über Nordwesten auf Westen zurückgehende Winde. Aussichten für Mittwoch: Etwas unbeständiges Wetter mit einzelnen Gewitterschauern, aber zwischendurch wieder aufheiternd. Temperaturen am 17. Juli: mittags 28,6 Grab Celsiys, abends 19 Grad; am 15. Juli: morgens 16,8 Grad. Maximum 29,5 Grad, Minimum 12 Grad. — Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe: am 14. Juli: abends 26,6 Grad, am 15. Juli: morgens 21,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer: 14 Stunden. — Niederschläge: keine. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil i. 93.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 ,Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen. LPD. Frankfurt a. M., 14. Juli. Bei den Arbeitsämtern im Bezirk des Landesarbeitsamtes Hessen wurden Ende Juni 125 543 Arbeitslose gezählt, davon waren 14 307 oder 11,4 v. H. Frauen. In der Abnahme der Zahl der Arbeitslosen um 2084 kommt der Erfolg der Arbeitsschlacht im Monat Juni nur zum Teil zahlenmäßig zum Ausdruck, denn in der gleichen Zeit ist der Einsatz von Notstandsarbeitern planmäßig um rund 6500 verringert worden. Die Verminderung der Zahl der Arbeitslosen um 2084 gibt also den weiteren Aufschwung in der freien Wirtschaft nicht in ihrem vollen Umfange wieder. An der absoluten Abnahme waren die Männer mit 1251, die Frauen mit 833 beteiligt. Verhältnismäßig war die Abnahme der Zahl der Arbeitslosen bei den Frauen (—5,5 v. H.) aus faisonmähigen Gründen stärker als bei den Männern (—1,1 v. H.). Die Entwicklung in den einzelnen Arbeitsamtsbezirken war nicht gleichmäßig. Einer Abnahme um insgesamt 3421 Arbeitslosen in 11 Bezirken steht eine Zunahme um 1337 Arbeitslosen in 6 Bezirken gegenüber. Am stärksten Nach der Llnterhausrede Hoares. Sine englisch-französisch-italienische Besprechung über Abessinien. London, 15. Juli. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet: Die britische Regierung wünsche dringend, eine englisch-franzosisch-ita- lienische Besprechung am frühest möglichen Datum zustande zu bringen. Wahrscheinlich würde die Initiative am einfachsten von Laval ergriffen werden, falls er bereit wäre, die Der- antwortung zu übernehmen. Einiges deute daraufhin, daß Mussolini mit einer solchen Zusammenkunft einverstanden wäre, falls Gewißheit bestände, daß die zu erörternden Fragen eine aussichtsvolle Grundlage böten. — „Times" berichtet aus Rom, was Italien eigentlich im einzelnen von Abessinien verlange, bleibe derOef- fentlichkeit noch immer vorenthalten. Den Erklärungen Hoares entnehme man in Rom, daß kein Versuch unternommen werden solle, Italien vor der Welt zur Rechenschaft zu ziehen.Da man an eine Aenderung in der britischen Politik glaube, stehe die italienische Nation noch entschlossener als vorher hinter Mussolini. Es wäre auf jeden Fall verkehrt, zu glauben, daß das italienische Volk irgendwelchen Befehlen Mussolinis nicht folgen würde oder daß die großen militärischen Vorbereitungen Italiens nur ein riesiger und kostspieliger Bluff seien. „Times" sagt, die außenpolitische Rede Hoares habe nur in Deutschland aus begreiflichen Gründen eine kühle Aufnahme gefunden. Da zwischen Frankreich und Deutschland die Ansichten fo entgegengesetzt feien, fei es unvermeidlich, daß eine Regierung, die die Ansprüche beider Länder gleichmäßig zu behandeln suche, sich jedesmal das Mißfallen des einen zuziehe, sobald sie den Ansichten des anderen volles Gewicht gebe. Da Hoare vor Nähe Bahn und Klinik mö bl. Zimmer billig zu verm. 03007 Crednerstr. 18 I. | Vermietungen | Kl. Wohnung 2 Zimmer und Küche zu verm. Schr.Angeb.unt. 03006 a.d.G.A. Nach einem arbeitsreichen Leben ist unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmütterlein. Schwägerin und Tante Frau Katharine Kimmel geb. Weisenbach Im 80. 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Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. 4129d Der Vorstand. Gießen, den 15. Juli 1935. | Mietgesuche | Hilling 372Dt«iAStmmct evm.Bao z.miet. gesucht bis l.Okt. oder früher. Schr.Angeb unt. 4127D a.d.G.A. Gießen, den 15. JuH 1935» In tiefer Trauer: Oberstltn. Friedrich Stahl Lissi Wilhelm, geb. Stahl Herta Stahl, geb. Schwarz Zivil-Ing. Fritz Wilhelm Anni Kraatz, geb. Ludolph und Enkelkinder. Die Einäscherung findet Dienstag; den 16. JuH, um 15 Uhr, im Krematorium in Gießen statt — Die Urne wird im Stahlschen Erbbegräbnis In Darmstadt beigesetzt 03012 An den Folgen eines Unfalls entschlief sanft am 14. JuH unser geliebtes Mütterchen, meine gute Schwägerin, unser treues Ohmchen Frau Geheimrat August Stahl, geb. Kraatz Im 71. Lebensjahr. Vollbadewannen, Sitz-, Kinder- und Fußbadewannen in erstklassiger Ausführung, dabei aber sehr preiswert, gibt es bei 4. B. Häuser Am Oswaidsgarten 404i a Gießen - Ruf Nr.2145/2146 In tiefer Trauer: Ernst Müller und Frau Gretha, geb. Kimmel Gießen (Schillerstr. 27), Köln-Sülz (Marsiliusstr. 76), 13. Juli 1935, Die Trauerfeier findet Dienstag, den 16. Juli, um 2.30 Uhr in Gießen in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt 03010 leitesl™ oö.iniahhäog.Frau zu alle Dame ges.S ng.u. 03005.. o.G.A. ...und zum Bauen ,Mu Abermann Haben Sie offene Füße? @me WWWWWl Bersicherungsinstitut (gegründet 1857) sucht für oie Bezirke Fulda, Gießen und Hanau ehrliche und sieißige Mitarbeiter pepen wöchentliche Bezahlung. Einar- bettung erfolgt durch unseren Bezirks» lerter. Feste Anstellung bei Bewährung mcht ausgeschlossen. Offerten unter IS. G. S. 447 an Ala An- zeigen-Akt.-Ges., Nürnberg I. Uliv t ~ ' 5 iSsnsB Preise der Fahrgestelle 3300 RM an ab Werk Preise der Fahrgestelle daß Ihr Lastwagen die vier Grundbedingungen für lohnenden Transportverdienst erfüllt, d.h. • für Ihren Betrieb geeignet • im Lieferdienst zuverlässig • in Tragkraft und Tempo leistungsfähig und • wirklich wirtschaftlich ist. 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Die Musik, kapelle, die die Festteilnehmer bereits vom Schis, ftnbergertal autz bis zum Festplatz mit flotten Marschen erfreute, trug auch hier wesentlich zur m". Ä0sUng der Festgäste bei. Als Leiter des grüßteU e5 Ur &ie Vorbereitung des Festes be° Sobriföireffor i. X O. Bergen die Festgäste und führte u. a. folgendes aus Er freue sich, daß die Idee, das für alle zwei Jahre vorgesehene gemeinsame Fest in Form eines Waldfestes durchzufuhren, auf fruchtbaren Boden gefallen sei. Auch m Zukunft solle dieses Kamerad- fchaststreffen als Familienfeier in Gottes freier Natur durchgeführt werden. In einem solchen Zu- fammenslnden liege mehr, als man mit Worten aussprechen könne. Es (ei erfreulich, daß von allen Altervereinigungen Kameraden erschienen seien. Seit 33 Jahren fänden sich in Gießen die „Fünfziger" zur Kameradschaft und Volksgemeinschaft zusammen, das sei Tradition geworden. Bei diesen Zusammenkünften würden Erinnerungen aus der Jugendzeit aufgefrischt, alte Freundschaften erneuert, Kameradschaft und enge Verbundenheit ge- pflegt. In den 50er-Vereinigungen gäbe es keine Standesunterschiede. Die 50er-Vereinigungen feien ein Stück Tradition und Brauchtum. Warum sollte man in Gießen nicht etwas ähnliches durchführen, wie in anderen Städten, wo die Abhaltung von Trachtenfesten, die Veranstaltung von Festspielen usw. zur dauernden Einrichtung geworden seien. Er erinnere auch heute wieder an die Jugendfeste früherer Zeit, die leider seit Jahren nicht mehr durchgeführt worden seien. Als Ersatz sollten die gemeinsamen Fünfziger-Feiern dienen. Der Redner gedachte dann noch der in den letzten zwei Jahren verstorbenen Alterskameraden, zu deren Ehren sich die Festteilnehmer von ihren Plätzen erhoben, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielt. Weiter gab er davon Kenntnis, daß der frühere Oberbürgermeister Dr. Keller aus Gesundheitsrücksichten der Einladung nicht habe Folge (eiftth können, ebenso einer der ältesten Kameraden Lehrer i. R. Spitz. Zum Schluß brachte der Redner ein dreifaches „Sieg- Heil'" auf unseren Führer und Reichskanzler aus. Anschließend erfreute Heimatdichter Georg Heß, Leihgestern, mit einer Reihe von Darbietungen, die wesentlich zur Erhöhung der Stimmung beitrugen. Zunächst wartete er mit einem hochdeutschen Ge- dicht: „Ich grüße Euch" auf, um dann die Festteilnehmer durch eine Reihe von Dialektdarbietungen zu erfreuen. Zwischendurch ließ er gemeinschaftliche Volkslieder fingen, oder die Musik alte Tänze spielen. Im Laufe des Nachmittags wurden die Über 74 Jahre alten Kameraden durch eine Auszeichnung geehrt, während an die zahlreichen Kinder Brezeln verteilt wurden. Inzwischen war auch Oberbürgermeister Ritter auf dem Festplatz erschienen. Der Festleiter O. B e r- gen begrüßte ihn und brachte dabei zum Ausdruck, daß er sich freue, daß Oberbürgermeister Ritter der Einladung Folge geleistet hat. Er bekunde damit, daß er den Bestrebungen der Altersvereinigungen Verständnis entgegenbringe. Der Oberbürger- sei zwar noch nicht Fünfziger, werde es aber noch und hoffentlich in unserer Stadt. Er möge die Sache der Fünfziger in gleicher Weife fördern, wie fein Vorgänger. w..kX' . .$ ...... r ■ V ‘ Oberbürgermeister Bitter dankte für die Begrüßung und führte u. a. folgendes aus: Man hätte von vornherein annehmen tönen, daß er der Einladung Folge leiste, denn er sei Rheinländer und diese seien überall dabei, wo es fröhlich zugehe. Er sei aber auch deshalb gerne gekommen, weil er sich davon überzeugt habe, daß in den Gießener Fünfziger-Vereinigungen der Geist der deutschen Volksgemeinschaft gepflegt werde, für den er zehn Jahre in vorderster Linie gekämpft habe. Er freue sich, daß man in den Fünfziger- Vereinigungen bestrebt sei, die Gegensätze der einzelnen Berufe und Klassen zu beseitigen. Der Geist, der bei den Fünfziger-Vereinigungen herrsche, sei Gemeingut des deutschen Volkes. Sein „Sieg-Heil" galt dem deutschen Volk und der deutschen Volksgemeinschaft. Anschließend wechselten Musikvorträge, gemeinsame Lieder und Einzeldarbietungen in bunter Reihenfolge, bis die vorgerückte Zeit, zum Aufbruch mahnte. Es war ein schöner Tag, ein Tag echter Kameradschaft und Volksverbundenheit. Tödlicher Verkehrsunfall. Am gestrigen Sonntagmorgen gegen 7 Uhr ereignete sich in der Nähe von Lollar ein tödlicher Derkehrsunfall. Ein Motorradfahrer namens Joseph Dümont aus Diez an der Lahn fuhr mit feinem Kraftrad heftig gegen einen Baum und erlitt einen schweren Schädelbruch. Die Freiwillige Sanitäts- kolonne vom Roten Kreuz brachte den Verunglückten in die Klinik. Im Laufe des Nachmittags erlag der bedauernswerte Mann den erlittenen Verletzungen. Daten für den 16. Jul». 622: Hedschra (Flucht Mohammeds von Mekka nach Medina); — 1846: der Philosoph Friedrich Paulsen in Langenhorn geboren (1908 gestorben); — 1872: der norwegische Polarforscher Roald Amundsen in Börse geboren (1928 gestorben); — 1890: der Dichter Gottfried Keller in Zürich gestorben (1810 geboren). Ueberreichung der Erinnerungsmedaille für Bettung aus Gefahr. t 'M WM ... • ' - ftrationen gewinnt man ein Bild von den Rüstungen zur See, und man begreift, welch weittragende Bedeutung die für 1935 vorgesehene Seemächte- konferenz für alle beteiligten Staaten haben wird. Aus der Provinzialhauptstadt. Gedanken am Briefkasten. Da stehst du nun vor einem der kleinen Kästen, die die deutsche Reichspost weit über das ganze Reich gestreut hat. Ob du geschäftig, dringend atern- los durch die Straßenzüge der Großstadt hastest, ob du beschaulich in der Kleinstadt deiner.Tagesarbeit nachgehst, ob du geruhsam durch die Abendstille eines Dorfes pilgerst, immer begegnen sie dir, diese zuverlässigen, getreuen Helfer und Förderer, ja Beförderer deiner höchsteigenen, persönlichen An- gelegenheiten. Du magst ihnen anvertrauen, was du willst, pe dienen dir! Da magst du Handelsgeschäfte abzu- schließen haben, da magst du Hobe Gedanken der Wissenschaft auszutauschen haben, da magst du dich besorgt deinem Kinde, das fern von dir im Lebens- kampse steht, mitzuteilen haben, da magst du tausend Zärtlichkeiten zu verschwenden, zu versenden haben, einerlei: Der Kasten an der» Straßenecke oder an der Häuserwand nimmt alle Geheimnisse auf, er kümmert sich nicht um deine Seufzer, nicht um deine Tränen, nicht um dein Lachen, nicht um deinen Gewinn. Er dient dir rückhaltlos, ergeben, gehorsam, wie dir kein Mensch dient. Und er tut dies alles--im Tempo des Schnellverkehrs des 20. Jahrhunderts! Ueberlege dir! Du hast einen Brief geschrieben. Er ist wichtig, er ist eilig, er heischt Antwort. Du steckst ihn in deine Rocktasche. Du willst ihn auf dem Weg zum Dienst, zum Beruf, zum Geschäft oder nur abendlichen Unterhaltung in den Kasten werfen. Da tauchen Gedanken in dir auf. Oder da triffst du einen Bekannten unterwegs. Oder da liest du im Dorübergehen die Zeitung. Du steigst in eine Bahn, um zum Geschäft oder zum Theater zu kommen. Stunden der Arbeit, Stunden der Unterhaltung, Stunden des Fröhlichseins oder der Sorgen halten dich in Atem. Am nächsten Tag greifst du wie von ungefähr in die Rocktasche und hältst den zerknitterten Brief in deinen erstaunten Händen. Du hattest vergessen, ihn einzustecken... Wie anders der Briefkasten! Steckst du den sauberen, glatten, unzertnitterten Brief durch den Schlitz des Kastens, so weist du nun ganz sicher, ganz bestimmt, ganz ohne Zweifel: er ist am rechten Platz. Du weißt, daß er dann pünktlich zur Minute abgeholt wird: das er alsbald auf dem Tisch des Postamtes liegt; daß er seinen Stempel erhält; daß er geordnet und wohlverwahrt zum Zuge kommt; daß er weite, weite Strecken in ratternder Besorgtheit über Brücken, durch Tunnels, vorbei an Wiesen, Dörfern, Städten zurück- legt, bis er plötzlich durch Zauberkraft Halt macht. Du weißt wiederum, daß flinke Hände ihn abermals ergreifen; daß er in einem unabsehbaren Haufen von Gefährten abermals auf einen Post- tifch flattert; daß er dann in unvorstellbarer Kürze durch die Straßen des fremden Ortes getragen wird, bis er drei Treppen hoch, vorn links, wie von selbst, wie gar nicht anders möglich, in die Hand dessen kommt, der auf ihn wartet. Inzwischen aber bist du deiner Wege gegangen, hast dich um nichts gekümmert, was den Brief irgendwie anginge, hast gearbeitet, gerastet, geschlafen. Und — ist es nicht wie ein Wunder? — hast nach abermals einem Tage die gewünschte Arbeit in den Händen. Sieb'! So ist der Briefkasten! Vielleicht verstehst du nun, warum ich mitunter voller Gedanken vor einem Briefkasten stehe, und mir unbegreiflich erscheint, was doch alltäglich ist. H. D. Deutsche Arbeitsfront. Amt für Berufserziehung. Wirtschaftsgruppe Banken und Kredit. Am Dienstag, 16. Juli, beginnt im Hotel Hindenburg, abends 7.30 Uhr, eine Vortragsreihe „Der deutsche Außenhandel und seine Finanzierung". Referent ist Prokurist R. S t e r l y, Frankfurt a. M. Die Vortragsreihe soll sich über sechs Abende erstrecken und wird wöchentlich jeweils ein Vortrag stattfinden. Alle Mitglieder der DAF. können an dieser Vortragsreihe teilnehmen. Das Amt für Arbeitsführung und Berufserziehung der Deutschen Arbeitsfront ladet zu dem am Montag, den 15. Juli, abends 8.30 Uhr in dem Katholischen Vereinshaus stattfindenden Vortrag mit Tonfilmoorführung ein. Herr Fischer, Werbeleiter der IG.-Farbenindustrie, Frankfurt a. M., spricht über „deutsche Chemie-Werbung". Der Vortrag bietet die seltene Gelegenheit, interessante Details über Aufbau und Methoden einer modernen Uni- versal-Propaganda zu erfahren. In verschiedenen Städten fand der Vortrag bereits großen Zuspruch. Für alle Mitglieder der DAF. ist der Eintritt zu diesem Vortrag frei. Das Amt für Berufserziehung gibt auf Wunsch weitere Einladungen in der Geschäftsstelle, Lonystraße 18, aus. Der Tagesauftakt an den hessischen Schulen. Entsprechend einem Ausschreiben der Ober- sten Schulbehörde in Hessen vom 18. Oktober 1934 haben fast alle Schulen den täglichen Unterricht mit allgemeiner Körperschule, Lied und Tagesspruch begonnen. Die eingegangenen Er- fahrungs- und GestaUungsberichte zeigen überzeugend die freudige Aufnahme und das wertvolle Ergebnis. Der äußere Ablauf dieses Tagesauftaktes hielt sich im wesentlichen an die seinerzeit gegebenen Richtlinien. Nach den Sommerferien wird der Arbeitsbeginn an jeder Schule nach dem Sinn der Verfügung vom 18. Oktober 1934 vorgenommen. Dabei spielt in der Durchführung die Reihenfolge der Einzelteile keine Rolle. In welcher Art ein Leitspruch zu verwenden ist, ob täglich oder für mehrere Tage, bleibt ebenfalls freigestellt. Entsprechendes gilt auch für die Wahl des Liedes. Ueberall notwendig ist allein die innere Bereitschaft der Lehrkräfte und ihr vollster Einsatz, den körperlichen, seelischen und völkischen Kräften dieses Tagesauftaktes zum Durchbruch und zur Auswirkung zu verhelfen. Die Leitung des Arbeitsbeginns wird künftig nicht mehr auf die Turnlehrkräfte beschränkt. Weiterhin haben alle Lehrkräfte, soweit sie in der ersten Unterrichtsstunde beschäftigt sind, am gemeinsamen Tagesauftakt teilzunehmen. Es ist selbstverständlich, daß sie sich für einen ordnungsmäßigen und raschen Verlauf einzusetzen haben. Vornotizen. — Tageskalender für Montag: DAF.: 20.15 Uhr: Katholisches Vereinshaus, Lie- bigstrahe 20, Vortrag: „Textilwerbung der chemischen Industrie". — NSG. „Kraft durch Freude": 18 bis 19.15 Uhr, Schwimmen in der Badeanstalt des Männerbadevereins; 18 bis 20 Uhr: Tennis; 21 bis 22 Uhr, Reiten, Reitschule Schömbs, am Drandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Freut Euch des Lebens". ♦ ** „D er Raub der Sabinerinnen." Am Mittwoch, 17. Juli, kommt der Schwank. „Der Raub der Sabinerinnen" von Franz und Paul von Schönthan unter der Spielleitung Karl D o l ck s und mit Heinrich H u b in der Hauptrolle zur Aufführung. Die beiden Autoren unterhalten ihr Publikum. Es gelingt ihnen, mit einer Menge Einfälle eine Situation zu bauen, daß es nur immer zu lachen gibt. Spieldauer von 20 bis gegen 22.30 Uhr. ** Neue Drucksachenbestimmungen. Die Deutsche Reichspost hat die Bestimmungen für die Versendung von Drucksachen dahin erweitert, daß künftig den unter Umschlag versandten Drucksachen auch kleine Muster beigegelegt werden dürfen, die zur Ergänzung der Druckangabe dienen sollen. Danach werden also Glückwunsch-, Ansichtsund ähnliche Karten, auf denen kleine Stickmuster oder künstliche Blumen angebracht sind, unter Umschlag zur Versendung als Drucksachen zugelassen. Die Versendung derartiger Karten ohne Umschlag ist nicht zulässig. ** Der Umfang des Postscheckverkehrs im Juni. Die Zahl der Postscheckkonten ist im Juni um 1272 Konten auf 1058 969 gestiegen. Auf diesen Konten wurden bei 63,5 Millionen Buchun- Sen 10 309 Millionen Mark umgesetzt; davon find 475 Millionen Mark oder 82,2 vH. bargeldlos beglichen worden. Das Guthaben auf den Postscheckkonten betrug am Monatsende 570,4 Millionen Mark, im Monatsdurchschnitt 594,2 Millionen Mark. **Der Erste Deutsche Polizeihund- Verein e. 23. (PHV.) im Reichsverband für das deutsche Hundewesen (RDH.) erläßt in der Fachpresse die Ausschreibung für das am 7. und 8. September d. I. in Berlin-Bohnsdorf zur Durchführung kommende Reichs - Gebrauchshund ■ Turnier 1935. Der Leistungswettbewerb ist offen für Dienst- und Gebrauchshunde. Er soll der Förderung einer im Interesse des Nachwuchses an Diensthunden notwendigen Wesens- und Leiftungszuckt dienen. In den als Pflichtübungen ausgeschriebenen Mannschaftswettbewerben werden die allgemein von Hunden zu fordernden und liebwerten Eigenschaften wie Führigkeit, Wesensstärke und Ausdauervermögen einer strengen Prüfung unterzogen. Die Einzelwettbewerbe als Wahlübungen umfassen nahezu alle Derwendungsgebiete des Diensthundes unter Anlehnung an die praktische Arbeit. ♦♦Das Rauchverbot auf der Eisenbahn. In allen Zügen ist die Hälfte der Wagen oder Abteile sowohl der Polster- wie der Holzklasse, ohne Einrechnung der Frauenabteile, für Nichtraucher vorgesehen. In den Nichtraucher- und Frauenabteilungen, den Triebwagen ohne Raucherabteil sowie den v-Zügen, in denen durch Anschlag das Rauchen verboten ist, darf auch dann nicht geraucht werden, wenn die Mitreisenden ihre Zustimmung geben. Viele Nichtraucher empfinden das Reisen in Abteilen, in denen vor ihrem Einsteigen geraucht wurde, als unangenehm. Uebertretungen des Rauchverbots sind von den Zugbegleitbeamten von Amts wegen und nicht erst auf Beschwerde zu verfolgen. Bei Uebertretung des Rauchverbots ohne vorherige Verwarnung roicb eine Buße von 2 Mark erhoben; auch kann wegen Uebertretung bahnpolizeilicher Vorschriften Strafverfolgung statt- finden. Den Reisenden wird daher dringend empfohlen, im eigenen Interesse die Bestimmungen über das Rauchverbot zu beachten. Arbeiter, Bauer, Soldat! Ein Kameradschastsabend veranstaltet von der NSS.-^Krast durch Freude-'. Die Deutsche Arbeitsfront, NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete am Samstagabend im Caf6 Leib einen Kameradschaftsabend für Reichsheer und Arbeitsdienst, zu dem auch Arbeitsdienstführer 222 Schmidt- Marburg mit seinem Stab, der Kanzler der Universität Prof. Dr. Hummel, ein VerBeter des Reichsheeres sowie der Obmann des Arbeitsamtes Pg. H a n ß erschienen waren. Für die Ausgestaltung sorgte in erster Linie der Arbeitsdienst, während eine Reichsheerkapelle die musikalische Umrahmung bestritt. Der „Köniagratzer Marsch" bildete die (Einleitung zum ersten, dem Arbeiter gewidmeten Tell, den der Kreiswalter der NS.-G. „Kraft durch Freude" mit einem Willkommensgruß eröffnete. Sinnvoll gab ein Vorspruch „Kamerad, das war ein heißer Tag", der Freude auf den Feiertag, den der Arbeitssoldat sich selbst gestaltet, Ausdruck. Im Weihelied des Arbeitsdienstes „Heiliges Feuer" klang das stürmische Verlangen der Jugend nach der befreienden Tat für Deutschland an. Ein Sprechchor der Arbeitsmänner „Wir wollen die Heimat erhalten", bedacht und ekzentuiert vorgetragen, kündigte das Wollen der Arbeitssoldaten über die gemeinsam erlebte Arbeit zur Kameradschaft zu gelangen und selbstlos der Heimat, dem Volke zu dienen, an. Das gemeinsam gesungene Kampflied „Es pfeifst von allen Dächern" war dann die gemeinsame Bekundung der Tatbereitschaft bis zur restlosen Befreiung Deutschlands. Welche Schwierigkeiten und seelischen Hemmungen elbft in der eigenen Familie die ersten Arbeits- reiwilligen zu überwinden hatten, das deutete ras anspruchslose, aber aus jugendlicher Beaeiste- rung heraus entstandene Zeitstück aus dem Jahre 1933 des Kameraden Bierau „Einer will zum Arbeitsdienst" an. Der reiche Beifall bewies, daß es Anklang gefunden hatte. Den zweiten, dem Bauern gewidmeten Teil, bestritt der Heimatdichter Georg H e ß aus Leihgestern mit feinen eigenen Mundartdichtungen. Sein oft gehörter „Gruß des Bauern an die Städter" und die besinnlichere Nachtwächter-Studie im Dorf trugen ihm so starken Beifall ein, daß er sich zu einer Zugabe entschließen mußte. Mit dem heiteren „Besuch zweier Bauern aus dem Maskenball" bereitete er große Freude. Der Radetzkimarsch bildete die Ueberleitung zum letzten Teil. Der Arbeitsdienst sang zwei Volkslieder, bevor der Dramaturg des Stadttheaters Paul Nieren von Münchhausens Ballade von den alten Landsknechten im Himmel und effektvoller musikalischer Untermalung zum Vortrag brachte. Durch den reichen Beifall aufgemuntert, brachte nun auch Nieren aus eigenen Dichtungen „Heiteres aus dem Kasernenleben", zu Gehör, das gute Aufnahme fand. Da ein Zwischensviel aus den „KdF."-Reifen ausfiel, führte eine Musikfolge vom „Soldatenlieben und Soldatenleben" über den Schlußmarsch zum Ende des unterhaltenden Teiles. Bei Tanz und Spiel blieben Soldaten, Arbeitsmänner und Gäste noch einige Stunden gemütlich beieinander. Wirifchast. * 40 000 Schafe in Hessen. In aanz Süddeutschland gibt es heute rund 580 000 Schafe. Davon entfallen auf Bayern etwa 360 000, auf Württemberg 140 000, auf Baden und Hessen je 40 000. Rhein-Mainische Börse. Tendenz nnelnheittich. Frankfurt a. M., 13. Juli. An der Wochen- schluhbörse entwickelte sich mangels besonderer Anregungen nur kleines Geschäft. Die Kursgestaltung war uneinheitlich. Zum Teil kamen im Zusammenhang mit dem bekannten Schreiben des Centralver- dandes noch Derkaufsaufträge zur Ausführung, andererseits lagen auf der ermäßigten Basis wieder Kauforders vor. Im großen und ganzen bestand aber an den Aktienmärkten Zurückhaltung. Die Kursabweichungen hielten sich in verhältnis- mäßia engen Grenzen. Weiteres Angebot bestand in chemischen Werten. IG. Farben gaEn nach behauptetem Beginn 0,50 o. H., Scheideanstalt 0,50 v. H. nach, Goldschmidt waren mit minus 2 v. H. etwas stärker ermäßigt. Am Elektromarkt ließen Siemens 2,25 v. H., Felten 1,75 v. H., RWE. 0,75 v. H. und Akkumulatoren 0,50 v. H. nach, dagegen waren AEG. um 0,40 v. H., Schuckert um 0,75 v. H. und Mainkraftwerke um 0,25 v. H. erholt. Montanwerte waren zumeist etwas höher, insbesondere Stahlverein mit plus 1,65 v. H. Rheinstahl, Mannesmann, Harpener, Hoesch und Buderus zogen bis 0,75 v. H. an. Gut erholt waren auch Kunstseide AKU. mit plus 1,25 v. H., ebenso Daimler und Moenus Ma- jchinen mit je plus 1 v. H. Reichsbank notierten mit 187,50 bis 188 (187,75) wenig verändert. Schiffahrtsaktien bröckelten noch bis 0,65 v. H. ab, ferner büßten Allg. Lokal und Kraftwerke 2,25 ein. Nach den ersten Kursen überwogen infolge der Geschäftsstille meist leichte Abschwächungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Am Rentenmarkt war die Haltung etwas fester, doch erfuhr das Geschäft keine Ausdehnung, auch die Kurse wiesen nur minimale Veränderungen auf. Altbesitzanleihe lagen 20 Pf. höher, Industrie- Obligationen, Kommunal-Umschuldung, Zinsvergütungsscheine und späte Schuldbuchforderungen lagen gut behauptet. Von fremden Werten lagen 4prvz. Ungarn Gold 10 Pfennig hoher. Bei sehr kleinen Umsätzen blieb auch im Verlaufe die Kursentwicklung uneinheitlich, dach waren die Veränderungen nur klein. Reichsbank gingen auf 187,25 nach 188, Stahlverein auf 86,25 nach 86,90 zurück, dagegen waren IG-Farben auf 150,13 nach 149,75 und AEG. auf 44,50 nach 44,25 erhöht. Auf den übrigen Marktgebieten war die Entwicklung ähnlich. Matt lagen Deutscher Eisenhandel mit 101,75 (104,50), ferner büßten Lahmeyer 1,25 v. H. und Rütgerswerke 3,25 v. H. auf 118 ein, dagegen zogen Mansfelder auf 116,50 (115,25) an. Am Kassamarkt lagen Großbankaktien 0,50 v. H. schwächer. Jndustriewerte notierten uneinheitlich. Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitz auf 112,65 v. H. nach 112,70 ab, sonst blieben die Kurse unverändert. Gvldpfandbriefe lagen behauptet, ßiqui- bationspfanbbriefe, Stadtanleihen und Kommunal- Obligationen notierten vielfach 0,25 bis 0,50 v. H. fester. Staatsanleihen lagen ruhig, auch fremde Werte blieben still. Tagesgeld 3 v. H. Frankfurter Schlachtvlehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Juli. (Dvrbericht.) Auftrieb: 616 Rinder, darunter 44 Ochsen, 50 Bullen, 375 Kühe, 147 Färsen, 437 Kälber, 30 Schafe, 3718 Schweine. Es kosteten: Ochsen 36 bis 42, Bullen 36 bis 42, Kühe 22 bis 42, Färsen 34 bis 42, Kälber 32 bis 62, Lämmer und Hammel 32 bis 38, Schweine 45 bis 53 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine lebhaft, Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig. HunOfuntprogramm. Mittwoch. 17. Juli. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Musik am Morgen. 8: Übertragung nach Stuttgart. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9.15: Musik am Morgen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 1. Kommt uns besuchen! Fremdenwerbung einer Großstadt; 2. Stellengesuche der DAF. 14.50: Hörbericht aus der Probearbeit der Heidelberger Festspiele: „Der Weg ins Reich" (Wachswiedergabe). 15: Nachrichten. 16: Klaviermusik von Fr. Chopin. 16.30: Geschichte und Landschaft am Wege: Die Abteikirche zu Seligenstadt. 17: Buntes Nachmittagskonzert. 18.30: Das Leben spricht! 18.45: Saardienst. 19: Unterhaltungskonzert. 19.40: Bauernfunk. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. HI. erlebt deutsche Landschaft. 20.45: Lachender Funk. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.30: Nachtmusik und Tanz. 24 bis 2: Nachtmusik. Die hinter den Papieren Frankfurt 0.351. Berlin Schluß- hird Schluß'. Ifbenb« börse Schlußkur« Schluß'. Mittag« börse Datum 12 7 13 7 12 7 13-7- 6% Deutsche Reichkanleihe v. 1927 100,4 100,65 100,25 100,25 4% Deuljche Reichsanl. von 1984 97,25 97,25 97,5 97,5 6yt% Doung-Anleihe von 1930 .. 103,5 103,75 104 104 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Üuslos.-Rechten ............. 112,5 112,5 112,25 4'11% Deutsche RetchSvostschatzau- Weisungen von 1934, I....... 100,4 100,4 100,4 — 6% ef>em.8% Hess. Bolkrstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ <%% ehem. Hessische Lauderb an! Darmstadt Gold R. IS........ 97,25 97 97,25 97 98,25 96,25 — 6Vi% ehem. Hess. Lande»-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaut ... 101 101,25 — 4*4% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 92,5 — _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............ 126 125,5 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 116,25 118 116,25 116 4¥i% ehemL% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar dir 1935 96,25 96,25 —— — 6%% ehem. 44% Franks. Hpp.. Bank-Ligu.-Bfandbriese....... 101,25 101,4 5%% ehem. 44% Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe..... 101,5 101,25 101,1 101,5 44% ehem. 8% Pr. Landerpsand- briefanstalt, Pfandbriese R. 19 97 97 97 97 44% ehem. 7% Pr. Landerpsand- briesansl.» Gold Komm. C6I.VI 97 97 97 97 Vteuergutich.DerrechnungSk. 35-89 107,3 107,3 107,3 107,3 4% vesterretchische Golbrente.... 31,75 _ 31,5 _ 4,20% Lesterreichische Silberrente 1,75 — 1,75 1,7 4% Ungarische Goldrente ...... 10,9 10,9 10,9 11 4% Ungarische StaalSrente v. 1910 10,5 10,65 10,5 10,75 44% deügl. von 1913.......... 10,65 10,75 10,75 11 6% abgest. Goldmexikaner von 99 12,75 12,65 12,8 12,65 4°^Xuc(iid)e Bagdadbahn-Anlei-e Kurszettel i angeführten Ziffern gebe >er Berliner n die Höhe der zuletzt bejch Frankfurt a. 2R Serkin Schlußkurs Schluß'. Abendbörse Schlußkurs Schlußf. Mittag- börse Datum 12 7 13-7 127 13 7 4% deSgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 44%Rumän.veretnh.Rentev.lSlS 4% Rumänische vercinh. Rente .. 84% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Pakel .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........o A G. für Verkehr-welen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DiLconto- Gesellschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ........ zp A.L«....................... Bekula.................... jo Dektt. Lieferung-selellschast... 6 Licht und Kraft ..........«u Selten & Guilleaume.........O Gelellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ..... .. 5 Rhein. Wests. Elektr........... ©ändert ÄOc .............4 Siemens» HalSke............7 Lahmeyer»Co.............. 7 Buderus ...... 0 Deutsche Erd« ............... Gelsenkirchener............... Harpener...................n Hoesch Eilen—Köln-Neuessie» .. 0 Ilse Bergbau ............... e Ille Bergbau Genülfe ........4 Slöcknerwerke ......... 14 ManneSmann-Röhre» ........ 0 8 5,9 40 34 36,75 86 91,25 92,25 92,25 187,75 43,75 141,5 117 131 126 139,5 132 123 179,5 132 105 110,25 111,25 107,65 160 131,25 99,5 88,65 7,9 5,9 40 33 36,13 85,75 118 90,75 91,75 91,75 187,5 45,25 141,5 116,5 131,25 106,25 126 132 124,5 177,25 130,75 105,25 110,25 112,25 105,75 160 128,75 99 89,5 10,25 5,85 39,75 33,4 33 36,75 85,9 117,5 91,5 92,75 92,75 188,5 44,65 141,13 116,75 131,5 107,25 128,5 140 132,25 124,5 178,5 132 104,5 110,25 112,25 105,75 161 129,75 98,75 88,75 7,6 10,25 5,9 40,4 33,9 31,5 36,75 86 117,5 90,75 91,75 91,75 188,25 45 141,75 116 131,5 107 126,5 138,75 132,25 124,5 178 130,75 104,75 110,75 112,75 105,75 160 128,75 99 89,25 > Frankfurter Börse. Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 o. H., Jranffurt a. M. Serkin Schlußkurs Gchlußk. Abend, börse Schluß« kurs Schlußk. Mlttag- börse 'Datum 12.7 13 7 12 7 13.7 U.-nefelbet Bergbau......... 8 Kotswerke............. 5 Pbonir Bergbau.............O Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl ................84 Bereinigte Stahlwerke........O Olavi Minen ......... O Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.....74 I. G. Farben-Inbustri».......7 Scheideanstalt............. t Goldschmidt ......... O Metallgelelllchaft.............4 Philipp Holzmana...........O Zementwerk Heidelberg ...... 1 Eementwerk Karlstadt...... 4 Schultheis Payenhofer ....... 4 Mu (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................ O Zellstoff Waldhof ............O Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Ga» ...... 7 Daimler Motoren ............ O Deutsche Linoleum........... 6 Ctenftcin & Koppel ....... O Westdeutsche Kaufhof......... O Tbade................ 0 Aecumulatoren-FabrÜ....... 19 Lontt^ummi........... 8 Gripner....................0 Mainkraftwerke Höchst a.$L... 4 Süddeutscher Zurter......... O 115,25 226 110,75 85,25 17,5 126 124 194 150 233,5 110,5 121,25 114,25 93 118,5 - 63,75 118 120,5 89,25 93,9 166 35 174,5 157 38 94,25 193 116,5 111 86,9 17 123,5 192,5 151 233 109 118 114,75 92 118,75 135,5 64 117,25 119,5 88 94,75 166 34,75 291 174 157 37,75 94,5 192,5 114,25 121,65 226 111,25 86,25 17,5 126 122,5 194 150,9 108,4 119 114,5 h 111,75 64,5 118,25 119 89 143 94,75 167 89,5 34,75 288 174,5 157 H.» 193 115,75 121,5 221 112 86,65 17,4 125,65 123,13 193 150,9 108,5 119 114 93,25 113 64,75 117,75 120,25 88,75 142,5 95,25 167 88,75 34,75 291 174,9 156 38^9 190,5 Lombardzinsfuß 5 o. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 12.Juli 13. Juli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Arie Geld Brief Buenos arte-. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel .... 41,885 41,965 41,885 41,965 Rio de Ian. 0,139 0,14 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,85 54,95 54,82 54,92 Danzig..... 46,905 47,005 46,88 46,98 London ..... 12,285 12,315 12,275 12,305 Helsingfor«.. 5,415 5,425 5,415 5,425 Paris ...... 16,405 16,445 16,39 16,43 Holland .... 168,88 169,22 168,88 169,22 Italien..... Japan ...... 20,50 20,54 20,50 20,54 0,721 0,723 0,722 0,724 Jugoslawien 5,684 5,696 5,684 5,696 Oslo..... : 61,74 61,86 61,70 61,82 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,15 11,11 11,14 11,16 Stockholm... 63,33 63,45 63,30 63,42 Schweiz .... 81,19 81,35 81,12 81,28 Spanien.... 33,99 34,05 33,97 34,03 Prag....... 10,34 10,36 10,35 10,37 Budapest ... —— — Äeuuod ... 2,481 2,485 2,479 2,483 Bantnoten. gerHn,l3-3uH Gelb »rief Belgische Roten........... 2,431 41,72 2,451 41,88 Dänische Roten .......... 54,76 54,98 Englische Roten .......... 12,24 12,28 Französische Roten........ 16,35 16,41 Holländische Roten........ 168,46 169,14 Italienische Roten......... 19,86 19,94 Norwegische Noten ....... 61,49 61,73 Deutsch Lesterreich, i ICO Schillina Rumänische Noten........ — •— Schwedische Noten........ 63,08 63,34 Schweizer Noten.......... 80,89 81,21 Spanische Noten.......... 33,61 33,75 Ungarische Äotat......... Nr. 162 Drittes Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Montag, 15.)uli 1955 l L ■* )ebrsporlsahrt der Mtorstandarte 147 Gießen Start zur Wehrsportfahrt. (Start und Zielplatz war Oswaldsgarten.) Die Motorstandarte 147 Gießen hatte für Son- tag, dem 14. Juli, eine Wehrsportfahrt ausgeschrieben, zu der 18 Mannschaften mit etwa 100 Fahrern gemeldet waren. Am Samstag gegen 19.30 Uhr trafen bereits die Mannschaften ein und nahmen mit den Fahrzeugen auf dem Oswaldsgarten Aufstellung. Der Musikzug der Motorstandarte 147 konzertierte. Nach der Fahrzeugkontrolle versammelten sich gegen 9 Uhr die Mannschaften und NSKK.-Männer der hiesigen Stürme zu einem Kameradschaftsabend in der Turnhalle. Der Führer der Motorstandarte 147 Gießen, Sturmhauptführer Nagel begrüßte mit kurzen Worten die NSKK.-Männer, während der 60 Mann starke Musikzug für die nötige Unterhaltung sorgte. Gegen 24 Uhr bezogen die auswärtigen NSKK.-Männer die bereitgestellten Privatquartiere. Am nächsten Morgen um 6 Uhr erfolgte dann der Start der einzelnen Mannschaften in bestimmten Abständen, die, ab 14 Uhr — wieder hier erwartet wurden. Ein genauer Bericht über die Fahrt folgt. Rasch wird noch einmal der Verlauf der Strecke studiert. (Aufnahmen [2] Photo-Pfaff.) X Um die Gaunieisterschasten im Schwimmen. Bei rechtem Schwimmwetter gingen gestern die Meisterschaften im Schwimmen des Gaues XII des Reichsbundes für Leibesübungen in Gießen vor sich. Schon vom frühen Morgen an war die Müllersche Badeanstalt, die ohnedies das Ziel von vielen war die Erfrischung suchten, die Stätte eifriger Vorbereitung für den Austrag der Wettkämpfe. Die Mannschaften von 15 Vereinen und sonstigen sportlichen Gemeinschaften des Gaues trafen bereits zum größten Teil zu den noch am Vormittag gestarteten Rennen ein. Unter der Leitung des Gauschwimmwartes Löwe, Kassel führte der Gießener Schwimmvereln die Wettkämpfe durch. Die Abwicklung war flott und die recht zahlreich erschienenen Zuschauer kamen bei den abwechselungsreichen Kämpfen auf allen Gebieten des Schwimmsports auf ihre Kosten Den Auftakt der Vormittagswettkämpfe bildete das 1500- Kraulschwimmen für Männer, das in der 1. Klasse der Voraussage entsprechend zu einem Zweikamp, zwischen dem vorjährigen Sieger, Aichinqer, Kurhessen Kassel und Z.mme r G eße- ner SV wurde, während die übrigen vier Teuneh- mer der zweiten Klasse, ein offeneres Rennen bo en. Aichinger und Zimmer lagen bis zu 1400 Meter Schulter an Schulter, als Zimmer durch ein Miß- vetttändnis in der Streckenangabe veranlaßt wurde, die vorleßte Wende nicht mehr auszufuhren. Der in bester Form befindliche Kaffelaner brachte die Mer. sterfchaft daher im Endkampf unangefochten an sich. Ergebnis- 1500 Meter Kraulfchwimmen (Klaffe 1) 1 Aich nqer Kurheffen Kastel, 23:12,6; 2. Zimmer, Gießen" SV., 24:33. Klasse 2: 1. J°hn, Kurhesten «a»e[ 24'39 4; Werner, Turnverein 1846 Gießen, 25:08; 3 Adert, G.ehener SV., 27:02. Den weiteren Teil der Vormittagskampfe füllte ba5 Kunstspringen der Herren und Damen aus das am Nachmittag mit einigen restlichen Kür'springen in beiden Klassen zum Abschluß ge- brM *benbHerren überragte Schüler, Gießener SN die übrigen drei Teilnehmer bei weitem. Dem Gießener mag ^war ßer°Sprllnge insbesondere bei den Kürsprüngen nn* Sthmermteitsgrab und Ausführung, eine Ä ÄÄ. H lein Sieg zu keiner Zeit SiefenT Jß'124,34 "ißuntte'; Kirchhoff, Kasse. 4ÄÄ Ux SV., 73,47 Punkte. Das Damenspringen bestritten nur zwei Teilnehmerinnen: Fräulein Henkel, Marburger T.- u. Spo. 1860, gefiel außerordentlich und wurde unangefochten Siegerin mit 67,27 Punkten; 2. war Fräulein Pfund. Gießener SD., mit 39,50 Punkten. Sie Wettkämpfe am Nachmittag. wurden durch einen Aufmarsch aller Teilnehmer eröffnet. Nach Ausbringen des deutschen Grußes und des Schwimmerrufes folgte als erstes Rennen 100-Meter-Rückenfchwimmen für Frauen. Klasse 1 und 2 wurden nur von je einer Teilnehmerin bestritten. Gaumeisterin wurde Fräulein Fiedler, Marburger SV., mit 1:37,6 Min., in der 2. Klasse schwamm Fräulein D ü l f f e r, Kasseler SD., 1:44,2 Min. Mit die beste Besetzung des Tages wies das dann gestartete 100-Meter-kraulschwimmen für Männer aus. Aus den verschiedenen Läufen ging Aichinger, Kurhessen Kassel, als Sieger hervor. Die geschwommenen Zeiten verdienen bei Berücksichtigung der Bahnverhältnisse Anerkennung. Ergebnis: Klasse 1: 1. Aichinger, Kurhessen Kassel, 1:06 Min.; 2. Klemke, Kasseler SV., 1:07,6 Min.; 3. Herbert, Gießener SD., 1,11 Min. Klasse 2: 1. Happel, Kurhessen Kassel, 1:10,6 Min.; 2. Senning, Kurhessen Kassel, 1:11,9 Min.; 3. Paulus, Kasseler SV., 1:12 Min., 4. Kleinhanns, Kasseler SV., 1:13,2 Mn. Das ebenfalls außerordentlich stark besetzte 100-Meter-kraul für männliche Jugend zeigte erwartungsgemäß eine erfreuliche Entwicklung des Nachwuchses. Neben der beachtlichen Leistung des Siegers John, Kurhessen-Kassel, ist vor allem das zu den besten Hoffnungen berechtigende Abschneiden des jugendlichen Werner A l b o l d, Gießener SD., hervorzuheben. Ergebnis: 1. John, Kurhessen Kassel, 1.09,9 Minuten; 2. UHmann, Kasseler SD., 1.11,8; 3. Albold, Gießener SD, 1.14,7; 4. Schulz, Kasseler SV., 1.17; 5. Heinz Zimmer, Gießener SD., 1.17,5 Minuten. Das 200-Meter-Brustschwimmen für Frauen braute in der Klasse I Helga von Düring, Gießener SD., verdient die Meisterschaft mit 3.30 Min. In der zweiten Klasse war das Ergebnis: 1. Wirsing, Hanauer SD., 3.38,2 Min.; 2. Köhlinger Tv. 1846 Gießen, 3.43,6 Min.; 3. Dräute, Kasseler SV., 3.47,5 Minuten. Im 200-Meter-Brustschwimmen für Männer gab es eine Ueberraschung insofern, als in der zwei- ten Klasse von dem jugendlichen Peilstöcker, Marburger SV., eine neue Gaubestzeit mit 3.02,2 Min. herausgeschwommen wurde, die die Leistungen der Teilnehmer der I. Klasse erheblich übertraf. Ergebnis: Kl. I: 1. M e w e s , Gießener SV., 3.06,7 Min.; 2. Hagelganz, Kurheffen Kassel, 3.07,6 Min.; 3. Niemann, Gießener SD., 3.08,5 Min.; Kl. II: 1. Peilstöcker, Marburger SV., 3.02,2 Min.; 2. Sauer, Undine Groß-Auheim, 3.22; 3. Köhrer, Hanauer SD., 3.24,5 Minuten. Das 100-Meter-Brustfchwimmen für weibliche Jugend sah eine Gießenerin als Siegerin. Ergebnis: 1. Georg, Gießener SV., 1.44,2 Min.; 2. Fiedler, Marburger SV., 1.45,5 Min.; 3. Fisch, Bad-Nauheimer TG., 1.46,5; 4. Plank, Gießener SV., 1.49,2; 5. von Deschwanden, Tv 1846 Gießen, 1.50,7 Minuten. Die darauf ausgetragenen drei Staffelwettbewerbe hatten folgendes Ergebnis: 4-mal-100-Me- ter-Kraul staffel für Männer: 1. Kurhessen Kassel 4:47 Min.; 2. Kasseler SV. 4:49,2 Min.; 3. Gießener SV. (Herbert, Albold, Hechler, Zimmer) 4:52,6 Min.; 400-Meter-Lagen- staffel für Männer: 1. Kasseler SV. 6:39 Min.; 4-mal-100-Meter-Bruststaffel für Frauen: 1. Gießener SV. (Georg, Plank, von Düring, Schüler) 6:55,4 Min.; 2. Kasseler SV. 7:04,6 Min., 3. TV. 1846 Gießen (Köhlinger, Kampf, Lamm, Feuser) 7:14,6 Min. Das 100-Meter-Bru st schwimmen für männliche Jugend wurde eine Beute des Kasselaners Deutschmann, während im darauffolgenden 100-Meter-Rückenschwimmen für Männer und männliche Jugend die Gießener Revanche nahmen Ergebnisse: 100-Meter-Rückenschwim- men für Männer: Klasse I: 1. Schaum, Gießener Studentenschaft 1:25,8 Min.; Klasse II: 1. Horeyseck, TD. 1846 Gießen 1:26,2 Min.; 2. Opfer, Marburger SV. 1:30,8 Min.; 3. Steinmetz, Undine Groß-Auheim 1:40 Min.; 100- Meter-Bru st schwimmen für männliche Jugend: 1. Deutschmann, Kasseler SV 1:27,6 Min.; 2. Schunke, Wasserfreunde Fulda 1:32,8 Min.; 3. D ö p fe r, TV. 1846 Gießen 1:33,2 Min.; 100 - Meter - Rückenschwimmen für männliche Jugend: 1. Opfer, Herbert, Marburger SV. 1:37,7 Min.; 2. Oswald, TV. 1846 Gießen 1:41 Minuten Nach dem 100-Meterkraulschwimmen für Frauen mit dem Ergebnis 1. Nippe, Kasseler SV. 1:25,4 Min.; 2. Dülffer, Kasseler SD. 1:25,5 Min.; 3. Pfannenschmidt, Kasseler SV. 1:36,6 Min.; 4. v o n Deschwanden, TV. 1846 Gießen 1:44,4 Min., wurde das 400-Meter-kraulfchwimmen für Männer nochmals zu einem äußerst spannenden Wettkampf in beiden Klassen. In der 1. Klasse brachte Aichinger, Kurhessen, die 3. Gaumeisterschaft vor dem im Endkampf abfallenden Gießener Zimmer an sich; in der 2. Klasse wurde John, Kurhessen Kassel, Sieger, der damit ebenfalls in sehr beachtlicher Weise den 2. Sieg für sich buchen konnte. Ergebnis: Klasse I: 1. Aichinger, Kurhessen Kassel, 5:37,8 Min.; 2. Zimmer, Gießener SV. 5:49,7 Min.; Klasse II: 1. John, Kurhessen Kassel 6:11,4 Min.; 2. Werner, TV. 1846 Gießen 6:22,8 Min.; 3 Borhauer, Kasseler SV. 6:39,8 Minuten. Beschlossen wurden die Wettkämpfe durch zwei äußerst flott und abwechslungsreich gespielte Wasserbaitkämpke Während die Gießener Jugendmannschaft mit 1:5 die Jugendmannschaft Kassels in Überzeugender Gauschwimmfest: Wettbewerb im Kunstspringen. ■ • : Weise schlagen konnte, mußte die Gießener Herrenmannschaft von der Mannschaft Kurhessen Kassel eine 6:0-Niederlage hinnehmen. Im letzten Spiel gewannen die durch ihre schwimmerische Üeberlegen- heit und ausgezeichnete Balltechnik gefallenen Kurhessen zwar verdient, doch litt das Spiel gelegentlich unter der von der Kasseler Mannschaft hinein- getragenen Härte. Während der Pausen zwischen den Hauptwettkämpfen bot sich den Jüngsten der Gießener Schwimmerschaft Gelegenheit zum Wettkampf. Es wurde mit Eifer und teilweise auch mit erfreulichen Leistungen gekämkft. Ergebnisse: 50-Meter ° Br u st schwimmen für Knaben: 1. Becker, Gießener SV. 40,5 Sek.; 2. Emmel, Gießener SV., 41; 3. Ortwein, Gießener SV., 44,2 Sek. — 50-Meter-Kraulschwim- men f ü r Knaben: 1. Amend, Gießener SV., 37; 2. Müller, Gießener SV., 37,7; 3. Schreier, Gießener SV., 40 Sek. — 50 - Meter - Brust- schwimmen für Mädchen: 1. Paetow, Gießener SV. , 44,7; 2. Brünning, Gießener SV., 48,3; 3. Roth, Gießener SV., 51 Sekunden. Lebhaftes Interesse erweckte die Vorführung der von Herrn Ernst Müller, Gießen, konstruierten Wasserst!. Bekanntlich haben die von Herrn Geh. Rat Sommer, Gießen, in jüngster Zeit wieder aufgenommenen Arbeiten auf diesem Gebiet viel Beachtung gefunden. Die Konstruktion des Herrn Müller zeichnet sich, wie sich bei der Vorführung ergab, durch eine besonders leichte Handhabung und damit verbundene Steigerung der Geschwindigkeit gegenüber den seither bekannten Formen von Wasserskis aus. Es ist zu erwarten, daß die für die verschiedensten Zwecke geeignete neuartige Fortbewegungsmöglichkeit auf dem Wasser allmählich weitere Verbreitung finden wird. Beim Start zu einem der Schwimmwe ttkämpfe. (Aufnahmen [2j Photo-Pfaff.) kM A » 55 H E Berlin schlägt Cambridge. Regatta in Frankfurt a. M. Auf dem Main bei der Staustufe Griesheim war der erste Tag der 44. Internationalen Frankfurter Ruder-Regatta, der Samstag in mehrfacher Hinsicht kein Erfolg. Einmal hatten einige Absagen den sportlichen Wert herabgemindert, zum anderen war die Organisation keineswegs gut. Die Rennen selbst brachten spannende Kämpfe und Ueberraschungen. Den am wenigsten erwarteten Ausgang nahm der Doppelzweier ohne Steuermann. Einmal gab das einzige im Rennen befindliche Cambridge-Boot bei 800 Meter aussichtslos zurückliegend auf, zum anderen wurde der favorisierte Mannheimer RE. mit glatt drei Längen von der jungen Mannschaft Wieczorek-Langer vom Berliner RV. 1876 geschlagen. Aehnlich erging es im abschließenden Doppelzweier den Favoriten Hülling- hoff-Paul (Germania Frankfurt). Rüsselsheim siegte. Der erste Achter hatte der Verbandsmannschaft Berlin einen schönen Triumph gebracht. Nach ständiger Führung hatte Berlin die Cambridge-Mann sch ast mit einer Länge geschlagen. Im ersten Vierer dagegen unterlag Berlin der siegenden Verbandsmannschaft Würzburg und mußte auch noch RG. Germania Frankfurt vorlassen. Der zweite Tag. Ausgezeichnet besucht war die 44. Jnterrlationale Frankfurter Ruderregatta am zweiten Tag. Besonders die Achterrennen waren, wie am Vortage, äußerst spannend und die Zuschauer sahen ausgezeichnete sportliche Leistungen. Eine Ueberraschung gab es im Hauptrennen des Tages, dem Ersten Achter um den Germania-Preis, wo es den englischen Cambridge - Studenten gelang, den besten deutschen Achter, Olympia-Verbandszelle Berlin, knapp zu schlagen. Rach einem mörderischen Bord-an-Bord-kampf, in welchem stets die Gießener Berbandsmannschaft die Führung hatte, setzten sich die Engländer bei 1500 Meter mit 40er-Schlag an die Spitze des Feldes, dicht gefolgt von den Berlinern, die — durch die Besucher stark angefeuert — auf den letzten 200 Meter wieder an die führenden Engländer herankamen. Im Ziel konnte nur noch der Zielrichter den Unterschied zwischen den beiden Booten, der kaum 50 Zentimeter betragen haben dürfte, feststellen. Für Cambridge wurde eine Zeit von 5:45 gestoppt, während für die Berliner eine Zehntelsekunde mehr gemessen wurde. Eine weitere Ueberraschuna war die Niederlage der Berliner Verbandsmannschaft im Zweier mit Steuermann um ben Wanderpreis des Führers und Reichskanzlers, den der Hannoversche Ruderklub 1880 sicher gewann. Im Großen Einer hatte der favorisierte Rüsselsheimer F ü t h einen schlechten Start. Kaidel (Würzburg) kam zu einem leichten Siege. auf 50000 Dukaten geschäht: sie bestand nicht nur aus kostbarsten Kleidern und zahllosen Juwelen, sondern auch aus herrlichem Gold- und Silberge- rät, Teppichen und Spiegeln und feinstem Linnen» zeug, auf dem Wappen in kunstvollen Stickereien ausgeführt waren. Den Inventaren dieses Schatze- ist zu entnehmen, daß ein Gewand aus Goldbrokat mit einem in Silberrelief eingestickten Traubenmuster allein viele Tausende Dukaten kostete. Kaiser Maximilian, der stets in Geldverlegenheiten befindliche „letzte Ritter^, erhielt denn auch beträchtliche Summen. als er einige Jahre später die Gewänder und Juwelen, ja selbst die kostbare Wäsche seiner Gemahlin verpfändete. Roch im 18. Jahrhundert war die Ausstattung, wie sie durchschnittlich einer reichen Braut mitgegeben wurde, recht wertvoll. Wir besitzen aus dem Jahre 1780 die Aufstellung eine- „Trousieaus", wie er in vornehmen Kreisen für nötig gehalten wurde. Er bestand aus 72 Hemden, 72 Taschentüchern aus holländischem Leinen und 48 Battisttaschentüchern. 72 Baar Schuhen, 24 Unter* rocken. 72 Bettlaken und 48 Handtüchern. Das war an Wäsche gewiß noch mehr, als die mailändische Prinzessin dreihundert Jahre früher erhalten hatte. Sin gutes Beispiel für die Brautausstattung einer deutschen Prinzessin im 18. Jahrhundert bietet da- Inventar, das von der Aussteuer der Richte Friedrichs des Großen, Friederike von Dgyreuth, erhalten ist, die im Jahre 1748 den Herzog Karl Eugen von Württemberg heiratete. Sie bekam mit: .Ein zn 5 v. H. verzinsliches Kapital von 30000 fl. bei der Bayreuther Landschaft, viele Juwelen, Brillanten, sonstige Edelsteine, Perlen, so einen großen gestreckten Brillanten in Schnürkasten, 2 dito egale Brillanten in Schnürkasten, eine goldene Repetieruhr von schwarzem Agat mit 162 Brillanten samt einer dazu gehörigen, mit 550 Brillanten besetzten Equipage, eine goldene Minutenuhr mit einer tom* pakenen Kette und einem in Gold gefaßten Cachet von rotem Stein, eine Reihe Tabatieren, Ringe; Gold, und Silbergeschirr, darunter zwei ganz goldene Bestecke, das eine von 136 Cronen Gewicht, Geschenk der Königin-Mutter von Preußen, das andere 139 8/8 Gronen Gewicht, desgleichen des Herzogs, 1 silbernes vergoldetes Besteck, 1 silberne vergoldete Toilette, 1 silberne Toilette, wofür der Herzog eine ganz vergoldete schenkte, 2 große Spiegel in silbernen Rahmen, für 1200 fl. erlauft; Weißzeug und Bettwerk; reiche und andere Kleider, als 5 reiche Roben, ein Braut-Schlumperrvck; Spitzen und Galanterien, so 4 Robegarnituren, 2 garnierte Regli* g6s mit Brabanterspitzen, 2 Toiletten von Brüsseler Kanten; Bücher; an Wagen: 1 Reisewagen von blauem Plüsch mit goldenen Tressen.* Die 2In 4. 1885 I. — Frankfurt I. 7:8 Die Ergebnisse der B-fUaffe: In 3:8 5:7 4:12 7:2 4:15 4:6 die von drei 1885 bestritten rischen Wettkämpfen der verschieden' Ausschreibungen der einzelnen Go in einem handlichen Heft Brautausstattungen in alter Zeit. Während man heute eine einfache und zweckent- sprechende Aussteuer anstrebt - das Ghestandsdar- lehen ist dafür richtungweisend,-glaubte man in vergangenen Zeiten bei der Eheschließung durch eine prunkvolle Brautausstattung der Verwandtschaft und darüber hinaus auch einer weiteren Öffentlichkeit einen Beweis der Wohlhabenheit geben zu müssen. Die Aussteuer stand oft geradezu im Mittelpunkt des Hochzeitsfestes, denn von ihrem Glanz fiel ein Schimmer auf die Braut selbst; so zeigte man bei fürstlichen Heiraten dem Volk gern die Pracht des Schmuckes und der Einrichtung. Welche Verschwendung in den Zeiten der Renaissance in dieser Hin- sicht herrschte, beweist die Aussteuer, die die Richte des Herzogs Ludovico von Mailand, Bianca Maria Sforza, bei ihrer Vermählung mit Kaiser Maximilian erhielt. Die Kosten dieser Ausstattung werden Frankfurt I. — Frankfurt II. 5:3 1885 II. — Frankfurt II. 5:7 Feslleitung verfolge nur ein Ziel: ein (Sausest des neuen RfL. zu gestalten. Krofdorf I. — 1885 Wieseck I. — Krofdorf I. 1885 Gießen — Wieseck den Kämpfen der Jugend, chatten des Radfahrervereins 1885 I. — Frankfurt II. 1885 II. — Frankfurt I. 1885 I. -#*1885 II. Wohnungsausschuß hat sich der ihm gestellten Aufgabe mit Arbeitsfreude unterzogen. Die Beschaffung der Quartiere erfolgt in eng st er Zusammenarbeit mit der NS.-Dolks- Wohlfahrt, die sich in anerkennenswerter Weise mit allen ihr zur Verfügung stehenden Kräften in den Dienst der Wohnungswerbung gestellt hat. Neben einer erfreulich großen Zahl von Bürger- quartieren kommen noch Gemeinschasts- Unterkünfte in Frage, für die von großen Veranstaltungen her bestens bekannten Heidelberger Schnellbetten Verwendung finden. Für die letztere Unterkunftsmöglichkeit, für die der Quartiernehmer sich zweckdienlich mit einer Schlafdecke versieht, beträgt der Preis für die gesamte Festdauer nur 1,50 Mk.; das ist ein Betrag, der die ©^te^ung5Eojtet^etne5roeg^^6dL^nt^em^beiv DesGaubeaufttagtenRusanAlle! „Der Staat hat für die Hebung der Volksgesundheit zu sorgen durch Herbeiführung der körperlichen Ertüchtigung mittels gesetzlicher Festlegung einer Turn- und Sportpflicht, durch größte Unterstützung aller sich mit körperlicher Jugendausbildung beschäftigenden Vereine.* Eine solche Bejahung und Anerkennung, wie im Absatz 21 des Parteiprogrammes ausgesprochen, haben die Leibesübungen vorher niemals gefunden. Die nationalsozialistische Weltanschauung gibt der turnerischen und sportlichen Arbeit somit eine Zielsetzung, die wir erst nach aufopferndster und zähester Arbeit worden erreichen können, und es geht darum, dah jeder von uns sich als Verkünder der Idee betrachtet und von der hohen vaterländischen und nationalen Bedeutung, die die Herbeiführung der Ium- und Sportpflicht für die Förderung und Erhaltung unserer Volkskraft und somit unseres gesamten völkischen und staatlichen Lebens hat. Rur in einer großen, von einheitlichem Geiste und einheitlichem Dillen beseelten Gemeinschaft kann es uns gelingen, diesem Gedanken Anerkennung zu verschaffen. Der Reichssportführer hat vor ungefähr Jahresfrist das kleinliche Nebeneinander und Gegeneinander der Turn- und Sportverbande ausgeschaltet und die alles umfassende große Einheit durch Verkündung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen hergesiellt. Wit unserem Gaufest in Gießen wollen wir als Reichsbund erstmals vor die Oeffentlichkeit treten, um zu beweisen, daß das, was früher in Verbände zerfiel, nunmehr in den Fachschaften des Reichsbundes in Gleichberechtigung, gegenseitiger Anerkennung und treuer Kameradschaft Schulter an Schulter sieht. Ich erwarte von jedem Fachschaftsführer, daß er sich seiner hohen Verantwortung bewußt ist und im Blick auf das Endziel feine gesamte Gefolgschaft aufbietet, damit alle teilnehmen an den Gießener Tagen und dieses Fest in der Tat zu einem begeisternden und freudevollen Erlebnis unserer gesamten hessischen Sportler und Turner und unserer Gäste und Freunde wird, die herzlichst eingeladen sind und die, wie wir hoffen, gleichfalls in großer Zahl nach Gießen kommen werden. Der Beauftragte des Reichssportführers im Gau XII (Hessen): gez.: Weister. Wie löst die Gauseststadt die Llntettunstssrage? mter sind zusam - nichtigsten g, Unter» .irner, Fech- ___ die Fachämter richtete der Redner die Bitte, in den nächsten Tagen nochmals alles auf- zubieten, die Mitglieder für das 1. Gaufest mobil zu machen und zu so starker Beteiligung zu veranlassen, daß Gießen in den Tagen vom 2. bis 4. August ein wirkliches Gaufest des RfL., ein Fest der geeinten deutschen Leibesübung sehe. Beim ersten Gaufest des RfL. vom 2. bis August in Gießen ist eine sehr große Zahl von Turnern und Sportlern unterzubringen. Der Gießener Das l.Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen Dom 2. bis 4. August in Gießen. 50 Jahre Gießener Radfahlverein von 1885 Zweier-Ravball um den „Großen Zubiläumspreis'". Bahnradrennen am Sonntag. Briefmarken). Sitzung des Gauführerrings zum Gaufest. In Kassel trat am Freitagnachmittag unter Leitung des Gaubeaustragten H. Meister- Kassel der Gauführerring des Gaues XII. Hessen zu einer Sitzung zusammen, der auch der Vorsitzende des Gießener Hauptfestausschusses für das Gaufest des RfL., Andreas Reining, beiwohnte. In einer Besprechung der technischen Leiter konnte zunächst Klarheit über die Vorbereitungen, vor allem über die Ausschreibungen und die Beteiligung der einzelnen Fachämter am Gaufeste geschaffen werden. In der Gesamtsitzung machten Gaubeauftragter M e i st e r, DT.-Gauführer Brunst, Festvorsitzender Reining und Gauoberturnwart Paul wertvolle Mitteilungen über den Aufbau und den Verlauf des Gießener Gaufestes. Dabei wurden auch die Fragen der Unterbringung und der Festkarte zur Zufriedenheit aller Fachämter beantwortet. Gaubeauftrager Meister sprach in grundlegenden Ausführungen über die Einheit der deutschen Leibesübung im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen. Das 1. Gaufeft des RfL. in Gießen müsse die Verbundenheit aller, die Leibesübungen treiben, zum Ausdruck bringen. Es fei deshalb Ehrenpflicht, daß sich recht viele Mitglieder jeder einzelnen Fachschaft an der ersten Gemeinschaftsveranstaltung beteiligen. Hessen wolle mit gutem Beispiel vorangehen und in Gießen ein Wustergaufest gestalten in bezug auf den hündischen Gedanken innerhalb der Leibesübung. Es heiße nun, mit frischer Kraft und freudiger Hoffnung an die gemeinsame Arbeit zu gehen. DT.-Gauführer B r u n st - Vollmarshausen unterstützte die Ausführungen des Gaubeauftragten. Er betonte, daß die Turnerschaft wohl mit der Durchführung des Gaufestes vom Reichsfportführer beauftragt fei, daß sie auch ein Fest gestalten wolle, das vom Geist seiner Vorgänger, den großen Turnfesten, getragen sei. Damit sei nicht gesagt, daß das Gießener Gaufest ein Turnfest werden soll.____________________________________________________________________ Turnier beginnt am Freitag, 2. August, um 10 Uhr, auf den städtischen Tennis- platzen hinter dem Schützenhaus. Zur Austragung gelangen je ein Einzelspiel für Frauen und Männer, ein Doppelspiel für Männer und ein Doppelspiel für Männer und Frauen. Die Leitung hat Gaufachamtsleiter Major Seebohm, Festspiel beim Gaufest. Deutsches Dollen — Deutsche firaft Im Rahmen des Gaufestes' des RfL. im Gau Hessen, das in der Zeit vom 2. bis 4. August in Gießen zur Durchführung gelangt, wird am Sams- tag in der Dolkshalle das von dem bekannten Heimatdichter Georg Heß- Leihgestern verfaßte Festspiel „Deutsches Wollen — deutsche Kraft" aufge- führt. Etwa 400 Mitwirkende (SS., SA., HI., BdM., Turner, Turnerinnen, Sportler, Werkleute aus allen Berufen, Trachtengruppen aus dem ganzen Gaugebiet, Sänger ufw.) Dazu die Gießener Wehrmachtkapelle unter Leitung von Obermusikmeister K r a u ß e werden diese Abendveranstaltung zu einem großen Erlebnis gestalten. „Nacht über Deutschland" — so kann man den 1. Teil des Festspiels Überschreiben, der zum Aufbruch der Nation überleitet. Dann ziehen sie an unserem Auge vorüber, die Bilder deutschen Erwachens, all' die Menschen und Berufsgruppen, denen Adolf Hitler neuen Lebensmut und Aufbaufreude ins Herz senkte. Sinnvoll eingebaute gymnastische Uebungen und Reigen reden von Freude, Schönheit und Kraft. Malerische Trachtengruppen aus Schwalm, Rhön, Odenwald, Hüttenberg, Schlitzerland usw. künden von Brauchtum und Ahnentreue auf hessischer Heimatscholle. Ein auslandsdeutscher Turner erlebt die neue Größe feiner unvergeßlichen Heimat. Wirkungsvolle Bühnenbilder verstärken den Eindruck des Stückes, und stark im Glauben und Wollen klingt die Handlung aus in dem Erkennen: O, herrliches Deutschland — kannst nie untergehen!" Tennisturnier in Gießen. Im Rahmen des Gaufestes des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, das in der Zeit vom 2. bis 4. August in Gießen abgehalten wird, findet auch das 1. Gau-Tennisturnier statt. Das falls für die ganze Festdauer geltenden Betrag von 4,50 Mark für die Bürgerunterkunft, mit denen zum größten Teil auch freie Verpflegung verbunden fein wird, werden die Gemeinschaftsunterkünfte umgerechnet, um so auch hier ein Zeichen gegenseitiger Unterstützung in Erscheinung treten zu lassen. Alle Gäste, die nach der Feststadt kommen, werden Gießen wieder als eine gast- lich e Stadt kennen und schätzen lernen. Die Ausschreibungen. ter, Tennisspieler, Leichtathleten, Schwimmer, Schwerathleten, Schützen usw. erfahren darin, a n welchen Wettbewerben si e sich beteiligen können. Da die Vereine des RfL. bis Ende dieser Woche ihre Meldungen abgeben müssen, empfiehlt sich die umgehende Bestellung der „Ausschreibungen" beim Verlag Fr. Mohr in Hersfeld. Das 38 Seiten starke Heftchen kostet 25 Pfennig; jeder Turn- und Sportvereine des Gaues sollte es erwerben (Einsendung des Betrages in Bekrabbeln der Affen untereinander ist keine Körperpflege und kein Reinlichkeitsdrang, sondern eine Feinschmeckerei. Die Wissenschaftler haben festgestellt, daß — im Verhältnis zu anderen Tropentieren — die Affen sehr wenig Ungeziefer haben, und daß der Juckreiz bei ihnen weder von Flöhen noch von anderen un- freiwilliaen Mitbewohnern herrührt. Die Haut am ganzen Affenkörper sondert vielmehr Fett und Talg ab, jene Schuppen, die auch wir Menschen häufig auf unserer Kopfhaut haben. Die Schuppen sind salzhaltig, und weil alle Affen den Salzgeschmack sehr lieben, ist also nicht jener Rhesus der vom Schicksal Bevorzugte, der „gelaust" ri \ sondern der andere, der „lausen" darf. Er zupft sicy n»mlich die schmackhaften Schüppchen vom Pelz des andern und ver- schmaust sie genüßlich. Der Nachbar hält aus Egoismus still, denn bei ihm n*rb so der Juckreiz gemildert, und nach einer Weüe i.ceht er den Spieß um und futtert seinerseits die Salzplättchen vom Nebenmann. Um wenigstens einigermaßen vollständig die Körperpflege der Tiere zu umreißen, muß noch erwähnt werden, daß die afrikanischen Menschenaffen, Gorilla und Schimpanse, häufig mit belaubten Zweigen ihre Rücken peitschen, um so die lästigen Insekten 3u verjagen. Der Elefant, das Nashorn und viele Antilopen haben sogar Helfer bei der Körperpflege, Kuhreiher und Madenhacker, die auf dem Säugetierkörper entlang spazieren und die winzigen Schmarotzer aufpicken. Das Krokodil geht noch einen Schritt weiter im „Sich-Bedienen-Lassen"; es liegt tröge am seichten Fluhufer und sperrt den Rachen auf, damit ein kleiner Vogel hüpfend die Zahnpflege des Reptils übernimmt. Suhlen; Schweine sind vortreffliche Schwimmer; Brehm meldet, daß sie eine Wajferstrecke von 6 bis 7 Kilometer Länge leicht bewältigen. Es ist keineswegs nur Wohlbehagen und Lebensfreude, wenn sich auf der Koppel die weidenden Pferde plötzlich ins Gras werfen, die Beine himmelan strecken, Leib, Rücken, Hals und Flanken fchubbern. Hierdurch wird das Haarkleid gebürstet und von Ungeziefer befreit. Man sieht auch oft genug, wie ein Pferd mit den Zähnen eine juckende Stelle feines Fells bearbeitet. Hornträger haben es begreiflicherweise noch bequemer. Das schottische Hochlandrind kratzt sich fein langzottiges Fell mit den spitzen Enden der weit ausladenden Hörner, und es ist erstaunlich, wohin überall dieses naturgewachsene Reinigungsinstrument kommen kann, wenn man nur den Körper entsprechend verrenkt. Selbst' die Schwanzwurzel wird so gesäubert. Aber auch das Kamel weiß sich zu helfen. Seine langen Beine sind — fast möchte ich sagen — ein trefflicher Handersatz. Mit den Zehen kratzt es sich selbst hinter den Ohren, am Hals, überall dort, wo es diese Körperpflege durch Wälzen im Sande nicht schafft. Die unermüdlichsten Reinlichkeitfanatiker unter den Tieren sind ganz gewiß die Vögel. Der Marabu, die Ente, der Storch, ein Pelikan ebenso wie unsere einheimischen Waldvögel, sie alle bringen viele Stunden am Tage damit zu, jedes einzelne Federchen mit Hilfe des Schnabels zu kämmen, zu dürsten und zu glätten. Nur auf diese Weise erhalten sie sich ihre unbeschränkte Flugfähigkeit ober ihr Schwimmvermögen, — Eigenschaften, die ein Verfilzen des Gefieders nicht erlauben. Die Waffervögel müssen sich außerdem noch wasserdicht imprägnieren; sie holen mit dem Schnabel Fett aus der Drüse am Hinterleib und reiben damit die zuvor gesäuberten Federn ein. Wer hat nicht schon beobachtet, wie sich Ente, Gans und Schwan immer wieder im Wasser hochrichten, wild mit den Flügeln schlagen, dadurch die locker gewordenen Federn fortpusten? Auch Sonnenbäder nehmen die Vögel. Der Storch und der Stieglitz, das Rebhuhn und die Elster falten an warmen Sommertagen ober nach einem Gewitterregen wechselweise einen Flügel nach bem anbern weit auf; die Raubvögel, ber Adler unb ber ®eier, spreizen häufig sogar beibe Flügel zugleich, Damit sie Sonne unb Wärme restlos genießen können. Wenn man mit tierfreundlichen Laien über die Körperpflege der Tiere spricht, hört man fast stets unb in erster Linie bas Beispiel vom „Saufen ber Affen". Aber gerade hier stimmt es nicht; das emsige menge ft eilt worben, das aud allgemeinen Bestimmungen (Fest tunft usw.) für das Gaufest enthält. Tennisspieler, Leichtathleten, beiden Klaffen — gegen jede zu spielen. Ferner traten noch drei Jugendmannschaften des Radfahrervereins von 1885 auf den Plan und zeigten ansprechende Leistungen. Es starteten in der A-Klasse folgende Mannschaften: „Wanderlust" Frankfurt I. (Schreiber- Hofmann), „Wanderlust" Frankfurt II. (Möser- von Paris), Radfahrerverein 1885 Gießen L (Don-Ei ff-B aum), 1885 Gießen II. (Leibe l - W i ß n e r). Die Ergebnisse der A-ftlaffc: Oie Schützen beim Gaufest. Als der Ruf des Gaubeauftragten des Reichs- fportführers an das Fachamt Schießen erging, teilzunehmen an dem 1. Gaufest des Reichsbundes für Leibesübungen im Gau XII Hessen (2. bis 4. August in Gießen), da war es für unsere Schützen eine selbstverständliche Pflicht, diesem Rufe freudig zu folgen. Die Schützen blicken auf eine jahrhundertalte Festkultur zurück; sie haben schon immer Feste gefeiert, die im wahrsten Sinne des Wortes Volksfeste waren, und deshalb fand ber Gebaute ber Einyeit unb Volksgemeinschaft, wie er auf ber viel breiteren Grunblage bes Gaufestes des RfL. sichtbaren Ausdruck erhalten soll, bei ihnen sofort begeisterte Aufnahme. So ist zu erwarten, daß außer den Schützen, die sich an den Wettkämpfen beteiligen, in großer Zahl auch Festbe- sucher aus den Reihen unserer Schützenvereine bte Gießener Festtage miterteben wollen. Die Ausschreibung der Wettbewerbe des Gaufachamts Schießen, an denen außer den Schützen selbstverständlich auch jeder andere Sportler und Turner teilnehmen kann — sobald sein Verein dem RfL. angeschlossen ist — erstrecken sich auf Mannschafts- und Einzelschießen im Kleinkaliber-Schießen auf 50 Meter, und zwar in zwei Altersklassen, auf Schießen mit Wehrmannsbüchse auf 175 Meter, auf Schießen mit Scheibenbüchse auf 175 Meter und auf Pistolenschießen auf 50 Meter. Die näheren Angaben und Bedingungen sind aus dem Ausschreiben des Gaufachamts Schießen zu ersehen. Die Meldungen gehen an Oberstleutnant Frank- Lindheim in Hann.-Münden. Kleinkaliberschießen ist auch ein Bestandteil des auf dem Gaufest zum Austrag kommenden Hessenkampfes, eines Neunkampfes, auf den wir bei anderer Gelegenheit nochmals zurückkommen. Unb bas Fachamt Handball ... Auch das Fachamt Handball will dabei fein, wenn es gilt, beim Gaufest vom 2. bis 4. August die 'Einheit der deutschen Leibesübung zu bekunden. Es kommt am Festfonntag ein Städtespiel Gießen gegen Marburg zum Austra^ Da in beiden Mannschaften erste Kräfte der Gauklasse spielen werden, darf man mit einem hochwertigen Werbespiel für den Handballsport rechnen. Der Gießener Radfahrverein von 1885 beging am Samstag und am Sonntag mit zwei sportlichen Veranstaltungen fein 50jähnges Bestehen. Arn Samstagabend fand in ber Restauration Karlsruhe" ein Sommernachtfest statt, das die Mitglieder und Gönner bes Vereins sowie zahlreiche Gäste kameradschaftlich vereinigte. Im Garten war für die Radballwettkämpfe ein Spielfeld aufgebaut worden, das während des Verlaufes der zahlreichen Kämpfe stets dicht umlagert war. Tatsächlich wurden an diesem Abend wieder einmal außerordentliche sportliche Leistungen geboten, um so mehr, als die Deutsche unb Weltmeistermannschaft von „Wanderlust" Frankfurt a. M. am Start war und die Gießener Mannschaften zu äußersten Leistungen herausforderte. Es wurde ein Turnier ausgetragen, das von vier Mannschaften bestritten wurde, und zwar von den 1. und 2. Mannschaften des Frankfurter Radfahrerklubs „Wanderlust" und des Gießener Radfcchrer- vereins von 1885. Diese Mannschaften spielten als A-Klasse, während Mannschaften der Vereine Wieseck, Krofdorf und 1885 Gießen als B-Klasse ein Turnier austrugen. Jede Mannschaft hatte — in Der Reichsbundgedanke wird in der Führung ber Fachämter in seiner ganzen Größe unb Bedeutung erfaßt. Das geht eindeutig aus der erfreulichen Tatsache hervor, daß alle Fachämter unseres Gaues sich am Gießener Gaufest, dieser ersten großen Kundgebung der gesamten Leibes- Übung in unserem Gau, beteiligen werden, in der Mehrzahl auch an den sportlichen unb turnerischen Wettkämpfen der verschieden' n Art. Die Das Tier treibt Körperpflege. Von Paul (Zipper. Grundsätzlich kann man wohl sagen, daß in der ganzen Tierwelt Sinn für Reinlichkeit vorhanden ist, mal mehr, mal weniger. Man braucht nur einer Katze zuzuschauen, wie sie sich beim Ueberqueren der Straße peinlichst bemüht, ja nicht in eine Wasserpfütze zu treten; mit deutlichen Zeichen des Abscheues schlenkert sowohl der Löwe, das Puma, die Tigerin als auch der Hauskater die irgendwie beschmutzte Vorderpfote, und jedes dieser katzenartigen Geschöpfe wird nicht ruhen, bis der Schandfleck durch Waschen und Bürsten mit der Zunge wieder verschwunden ist. Körperpflege ist notwendig zur Erhaltung der Gesundheit. Im Sommer kann man überall beobachten, wie die Elefanten ber Zoologischen Gärten mit ihrem Rüssel Sand, Staub unb Erbe vom Boben auffegen, diese „Dusche" nach hinten schleudern, über Rücken und Flanken riefeln lassen. Das ist zunächst angenehm prickelnd; eine solche Massage lindert aber wahrscheinlich auch den lästigen Juckreiz der vielleicht spröde gewordenen Körperhaut. Doch weshalb araben sich die Elefanten mit den Vorderfüßen Löcher und Kuhlen in den Boden ihres Freigeheges? Weil sie dort kühlere Erde, feuchten Sand finden, sich damit an heißen Tagen überrieseln. Elefanten baden auch sehr gern, tauchen so tief, daß nur noch das dünne Schwänzchen über den Seespiegel ragt, unb immer roieber saugen sie ben Rüssel mit Wasser voll, bespritzen sich, trompeten vergnügt bei solch energischer Körperpflege. Auch in ber Freiheit schätzen viele Säugetiere ein sommerliches Bab, ber Rothirsch ebenso wie das wilde Schwein. Und wenn sie sich nachher in der Suhle wälzen, ihren Pelz mit Lehm unb Erbe ver» krusten, wesentlich breckiger aus bem Bab steigen, als sie oorbem waren, so ift auch biese „Schmutzerei" eine sehr wirkungsvolle Körperpflege: Schutz vor Stechfliegen unb Bremsen, ben schlimmsten Quälgeistern ber roilblebenben Tiere, nicht allein ber Schmerzen wegen, sonbern durch bie Eierablage, unb bie später ausschlüpfenben, äußerst gefräßigen Larven unb Maben, bie häufig sogar das Leven ihrer Wirtstiere gefährden. Von ben männlichen Wilbjchweinen, ben Keilern, wirb berichtet, baß sie sich nach bem Suhlen gern an harzreichen Bäumen scheuem. Der feuchte Schlamm verkrustet burch ben Har^zusatz mitsamt ben Borstenhaaren zu einem vortrefflichen Panzer, ber bei ben Brunftkämpfen burchaus stoßsicher wirkt. Auch unser Hausschwein liebt bas Baden und immer wieder in den Kampf ein. Die Veranstaltung brachte zunächst ein Fliegerrennen, oas sowohl in den vier Vorläufen wie auch in den beiden Zwischenläufen erbitterte Kämpfe um die ?ltcnJ^?5e brachte. Für die Entscheidung setzten Nch Gassenmeyer (Offenbach), Klinken, berg (Köln), Wollenschläger (Köln) und Kingma (Köln) durch. Im Entscheidungslauf sicherte sich Wollenschläger den Sieg. Im Vorgabefahren, Geyer (Offenbach) den Sieg vor Prinz (Köln). Die besondere Aufmerksamkeit galt naturgemäß auch wieder dem Vlannschaflsrennen nach Lechslageart, das diesmal die Fahrer über zwei Stunden m Anspruch nahm. Wenn man diesmal auch einige Fahrer vermissen mußte, die man gerne am Start gesehen hätte, so waren doch wieder ausgezeichnete Fahrer verpflichtet worden und das Rennen verlief nicht weniaer interessant, wie die vorhergegangenen. Die Mannschaften legten durchweg und fast während der ganzen zwei Stunden ein scharfes Tempo vor, dos m den Kurven kaum gemindert wurde. Höhepunkte waren die Spurtrunden, in denen das Aeußerste hergegeben wurde. Die Höchstzahl an Punkten aus Spurts erzielten der Gießener E. Muhl und Breuer (Frankfurt a. M.),' die mit 26 Punkten die höchste Wertung erreichten. Den Sieg errangen aber Gassenmeyer und Geyer (beide Offenbach), die zu ihren 25 errungenen Punk- ten aus Spurts noch einen Rundengewinn zu verzeichnen hatten, der für den Sieg ausschlaggebend wurde. An dritter Stelle folgten der dem Radfahrverein Gießen 1885 angehörende Dortmunder Reumann und der Wetzlar-Riedergirmeser Walter Göbel mit 20 Punkten. An dem Sieg von Gassenmeyer und Geyer ist bemerkenswert, daß beide Fahrer trotz eines heftigen Sturzes, zu Beginn der zweiten Stunde in glänzender Manier einen Rundengewinn erringen konnten. Erwähnenswert ist, daß der beste Berufsstraßenfahrer, der gegenwärtig die deutsche Liste der Berufsstraßenfahrer anführt, der Dortmunder Erich B a u tz in Gießen weilte und den Rennen mit aller Aufmerksamkeit folgte. Er war aus Dortmund gekommen, um seinen ehemaligen Klubkameraden Neumann zu besuchen, und ihn im Zweistundenmannschaftsfahren nach Kräften zu unterstützen. Ein schönes Beispiel sportlicher Kameradschaft! Die Sieger wurden mit schleifengeschmückten Blumensträußen ausgezeichnet. Oie Ergebnisse: Fliegerrennen: 1. Wollenschläger (Köln), 2. Geyer (Offenbach), 3. Kingma (Köln), 4. Klinkenberg (Köln). Vorgabefahren: 1. Geyer (Offenbach), 2. Prinz (Köln), 3. W. Göbel (Wetzlar-Niedergirmes), 4. Breuer (Frankfurt). Zweistunden-Mannschafts-Rennen: 1. Gassenmeyer - Geyer (Offenbach), 25 Punkte und Rundengewinn: 2. E. Muhl (Gießen) - Breuer (Frankfurt), 26 Punkte; 3. Neumann (Gießen) - Göbel (Wetzlar-Niedergirmes), 20 Punkte; 4. Wol- lenschläger (Köln) - K. Muhl (Gießen), 13 Punkte; 5. Schlösser - Kingma (Köln), 7 Punkte; 6. Prinz - Klingenberg (Köln), 5 Punkte, und Zacharias - Müller (Koblenz), 5 Punkte. Die beiden letzteren schieden allerdings 20 Minuten vor Schluß aus. Heinrich preiß-Gießen erringt die Gau- meisterschast im 100 km Gtraßenfahren Am gestrigen Sonntag nahm der bekannte hiesige Streckenfahrer Heinrich P r e i ß , der Bezirksmeister im Bezirk Gießen im Straßenfahren über 100 Kilometer an der Gaumeisterschaft über die gleiche Strecke in Kassel teil. Heinrich Preiß (RÄrclub „Germania" Gießen) konnte in dem Wettbewerb, der die Besten des Gaues vereinigte, Sieger werden. Er fuhr die Strecke in zwei Stunden 42 Min. wurden, siegte die Mannschaft Blum-Hermes vor Baum-Linkmann und Simon-Hilz. Einige Kämpfe der ^.-Klasse brachten überaus svannende Begegnungen. Das erste Spiel, der Kampf. der Gießener I. Mannschaft gegen die II. Mannschaft von Frankfurt endete mit einer überraschend hohen Niederlage der beiden Gießener. Wesentlich anders verlief das Spiel 1885 II. (Deibel- Wißner) gegen Frankfurt I. (Schreiber-Hofmann). Die Gäste gingen zunächst bis zu 5:0 in Führung. Die Hiesigen hatten bis dahin einen schweren Stand, wurden dann aber sichtlich besser. Deibel, keiner der Jüngsten mehr, wuchs über sich hinaus und erzielte in kurzen Abständen und zur großen UeberiHrschung der Weltmeistermannschaft 5 Tore denen die Gäste nur noch zwei entgegensetzen konnten. §ür die Gießener bedeutet dieses Ergebnis einen außerordentlichen Erfolg. Die II. Mannschaft des RÄsiahrervereins 1885 Gießen behauptete sich übrigens gegen die II. Mannschaft der Frankfurter ebenfalls sehr gut und erzielte das gleiche Ergebnis. Einen sehr dramatischen Verlauf nahm die Begegnung der beiden ersten Mannschaften. Das Spiel begann in einem kaum zu überbietenden Tempo. Die Gießener (Von-Eiff - Baum) waren zunächst tonangebend und gingen zur allgemeinen großen Ueberraschung mit 3:0 in Führung. Durch ein Selbsttor der Frankfurter kam das Spiel gar zu einem Stand von 4:0 für Gießen. Dann drehten die Frankfurter auf. Sie deckten nun sorgfältiger, griffen überlegter an und erzielten nun auch ihrerseits Tore. Der Stand des Spieles lautet dann im Einzelnen 4:1 für Gießen, 4:2, 5:2, 5:3, 5:4, 5:5. Dann gingen die Gäste in Führung: 5:6! Gießen glich dann aus. Also 6:6. Die Frankfurter erhöhten noch auf 6:8. Kurz vor Schluß gelang es den Einheimischen noch, auf 7:8 zu verkürzen, nachdem sie einige Chancen glatt vergeben hatten. In den übrigen Spielen setzten sich die ersten Mannschaften gegen die zweiten durch. Während einer Kampfpause zeigte Haas (1885 Gießen) im Einer-Kunstfahren fein hochentwickeltes Können. Im Rahmen des geselligen Teiles der Veranstaltung hieß der Führer des Jubiläumsvereins alle Teilnehmer des Abends herzlich willkommen. Er wies auf die fünf Jahrzehnte lange Arbeit des Gießener Radfahrer-Vereins im Interesse der För- berung des Radsportes hin und gab der Versicherung Ausdruck, daß auch in Zukunft in gleichem Geiste weitergearbeitet werde. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer, den Reichssportführer und den deutschen Radsport schloß der Redner seine Ansprache. Der Gaufachwart für Radfahren im Gau XII, Herr Eckart (Kassel) beglückwünschte den Verein zu feinem Jubiläum und überreichte eine schöne Fahnenschleife. Der Vereinsführer des Radfahrervereins Krofdorf beglückwünschte den gaft» gebenden Verein ebenfalls und gab der gegenseitigen fportkameradschaftlichen Verbundenheit Ausdruck. Er überreichte einen Fahnennagel. Der restliche Abend war dem Tanze gewidmet. Außerdem huldigte man im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten bei einem Preisschießen dem Schießsport. Das Vahnradrennen 2-SlundeN'Mannschasisrennen. — Erich Vauh, der beste deutsche Berufsstaffelfahrer in Gießen. Die Jubiläumsveranstaltung des Gießener Radfahrvereins von 1885 fand ihre Fortsetzung am Sonntagnachmittag auf dem Platz der Spielvereinigung 1900. Bahnradrennen, standen auf dem Programm und lockten wieder viele Zuschauer an, wenngleich die Besucherzahl des letzten Rennens nicht erreicht wurde. Die herrschende sehr warme Witterung mag schuld daran tragen. Für die Fahrer war die hohe Temperatur eine fühlbare Erschwerung. Trotzdem wurde ausgezeichnet gefahren. Besonders im 2-Stunden-Mannschastsrennen gab es interessante Kampfszenen. Leider waren mit dem gestrigen Rennen auch zahlreiche Stürze verbunden, die aber alle glimpflich verliefen. Die Fahrer griffen nach kurzen Wir fanden aueinanoer. Vornan von Klothilde v. Stegmann Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.) 2 Fortsetzung Nachdruck oerboten! „Aha, und wenn ich nun wieder Erbe Tante Albertas wurde, konnte ich diese zarten Bedenken ja fallen lassen und mich erneut mit Jutta verloben. Fein ausgedacht, weiß Gott! Aber ein wenig zu fein das Netz! Und ich werde es zerreißen." „Was wollen Sie tun, Herr Graf?" Veltheim richtete sich hoch auf: „Mit meiner Kusine Jutta mich einen Augenblick unterhalten, Herr Justizrat!" „Sie werden doch die Erbschaft nicht ausschlagen, Herr Graf?" ,Lch denke nicht daran, Herr Justizrat!" „So werden Sie sich mit Fräulein von Bergfelde aerloben?" „Daran denke ich noch weniger." „Aber um Himmels willen, bann begreife ich «icht. Die Klausel des Testaments —" • • spricht ausdrücklich davon, daß ich mich innerhalb eines Jahres verheiraten soll. Es war -hr zartfühlend von Tante Alberta, daß sie vor der Welt keinen Zwang auf mich ausüben wollte. 4ch weiß dieses Zartgefühl zu schätzen, Herr Ju- tizrat! Ich werde mich innerhalb eines Jahres r erheiraten, aber nicht mit meiner Halbkusine -lutta." »Mit wem denn um Himmels willen?" Dietrich Veltheim zuckte die Achseln: „Da fragen Sie mich zuviel, Herr Justizrat! Aber Ichließlich — es gibt ja genug Frauen auf der Oeft. So gut wie meine Kusine Jutta wird schon e ne sein. Oder sind Sie der Meinung, daß ich jcht noch an wahre Liebe bei meiner Kusine Jutta gauben darf? Sind Sie der Meinung, daß sie die liechte für mich wäre? Herr Justizrat, Sie kennen >7ich von klein an. Sie mMI-n, ich habe ein Herz, dus an Menschen glaubt und sich nach Liebe sehnt, lielleich. gerade, weil ich so einsam gewesen bin. Deil : f' ohne Eltern und Geschwister ausgewachsen bit. Glauben Sie, daß Jutta mir etwas von dem butte geben können, was ich von ihr erwartet bnbe?" Hustizrat Niemann sah Veltheim ernst an: „,Jch würde mir sonst kein Urteil über Fräulein a n Bergfelde anmaßen, Herr Graf! Aber da Sie »:ch alten Mann auf Ehre und Gewissen fragen, ich Ihnen ebenso ehrlich antworten: Ich habe &ire Verlobung mit Fräulein von Bergfelde mit Sorge gesehen. Ich habe niemals geglaubt, daß ^'äulein von Bergfelde ^.e inneren Qualitäten be- [cße, die Ihre Frau haben muß. So bin ich biinab froh, daß das Testament Ihnen einen Aus- n-sg läßt, Graf Deltheiml" Dietrich Veltheim atmete tief auf: „Weiß Gott, ich bin aufroh, Herr Juftizrat! Und nun zu Jutta. Ich sehe Sie doch dann noch, Herr Juftizrat?" Er nickte dem alten Herrn herzlich zu und ging rasch ...naus. 2. Kapitel. Jutta fuhr von ihrem Buch auf. Sie hörte endlich Schritte. Schnell fah sie noch einmal in den Spiegel, legte die weiche Welle des blonden Haares tiefer in die Stirn. Dann rief sie: „Herein!" Dietrich Veltheim trat rasch ein. Jutta tat, als führe sie erschreckt auf. „Oh, Dietrich, du?" Sie sah ihn verwirrt an. Dann sank sie wie kraftlos in den Sessel zurück. Sie legte die Hand aufs Herz: „Verzeih, daß ich dich nicht begrüße! Ich — ich", ihre Stimme klang wie erstickt von unterdrückter Bewegung, „ach, Dietrich —", ihre blauen Augen jüuren sich mit Tränen. Wie ein geängstigtes Kind sah sie zu ihm auf. Das zarte Gesicht schien in Schmerz und Sehnsucht erblaßt. Ihre ganze Erscheinung wirkte, wie sie jetzt Ca weich im Sessel saß, hinreißend, schön und zart. Aber Dietrich betrachtete Jutta mit kühlen Augen, so, wie man ein schönes Bild betrachtet, von dem man genau weiß, daß es in keiner lebendigen Beziehung zu einem selbst steht. Erstaunen war in ihm. Wie oft hatte er sich in den Monaten des Fernfeins ein Wiedersehen mit Jutta ausgemalt! 3n den einsamen Nächten in dem fernen Lande roar in den ersten Wochen die Sehnsucht nach Jutta wie ein fressendes Fieber in feiner Seele und in feinem Blut gewesen. Er hatte geglaubt, er könnte nicht ohne sie existieren. Er hatte sich krank ge- ehnt nach ihrem Munde. Nur die Erkenntnis, daß sie feiner Liebe nicht wert war, hatte chn gehalten. Nun fah er sie wieder. Sie war womöglich noch schöner geworden. Aber ihn hatten diese Monate verwandelt. Sein Blick war geschärft. Er fühlte, Jutta war nicht echt in dieser kindlichen Verwirrung. Irgend etwas war gespielt und auf Wirkung berechnet. Irgend etwas in dem Ausdruck dieser kindlich fein wollenden Augen, dieser flehend aufgehobenen Hände, diesem ganzen Schutzsuchenden und Hingebenden war Komödie. Wir wollen uns nichts vormachen, Jutta", ganz hart sprach er, ohne irgendeine Ueberieitung, was gesagt werden muß, muß gesagt werden. Ich habe von Herrn Justizrat Niemann die Bedingungen des Testaments gehört. Tante Alberta will mich zu ihrem Universalerben emsetzen. Ich glaube nicht zu irren, wenn diese Sinnesänderung Tante Albertas dein Werk ist!" _ Jutta schaute Dietrich unsicher an. Sie bemühte sich, den Ausdruck der Kindlichkeit festzuhalten. Aber darunter glomm ein Prüfen und Beobachten. Was hatte er? Blitzschnell änderte sich chre Taktik. Das Kind- Im Endspurt in einer Spitzengruppe von acht Mann mit zwei Radlängen Vorsprung sicherte er sich den Sieg. Zweiter wurde Trumpf (Kassel). Durch die Erringung dieser Gaumeisterschaft ist Hch. Preiß zur Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft berechtigt, die am 4. August in Berlin zum Austrag kommt. 6arroriola gewinnt den Großen preis von Belgien. Vor etwa 100 000 Zuschauern aus Belgien, Frankreich, Deutschland und Holland kam am Sonntag in Francorchamp bei Spa der Große Preis von Belgien für Automobile zur Durchführund- Am Start waren zehn Wagen; drei Mercedes, drei Alfa Romeo, drei Bugatti und ein Maserati. Carraciola fetzte sich sofort an die Spitze und fuhr die beste Runde in 5:35. In der zweiten Runde hatten sich von Brauchitsch und Fagioli auf den zweiten Platz vorgearbeitet. In der sechsten Runde gab bereits Wimille (Bugatti) auf. In der 15. Runde schied dann auch von Brauchitsch aus und Chiron rüste auf den dritten Platz. Fagioli (Mercedes) hielt den zweiten Platz dicht hinter Carraciola und mußte in der 23. Runde wegen Erkrankung aufgeben. Chiron ging nun auf den zweiten Platz. Brauchitsch übernahm den Wagen Fagiolis und nun begann eine Verfol- gungsfahrt auf Tod und Leben, bis Chiron überholt war. Bei dieser Jagd gab Dreysuß plötzlich erschöpft auf und ließ sich ablösen. Brauchitsch fuhr mit 5:23 bei dem Verfolgungsrennen mit 165,767 die schnellste Runde. Die beiden Deutschen fuhren das Rennen zum Schluß allein nach Hause, ohne die Reifen zu wechseln. Korpsführer Hühnlein an Daimler-Venz. Korpsführer Hühnlein sandte an die Direktion der Daimler-Benzwerke anläßlich des Sieges im Großen Preis von Belgien ein Telegramm, in dem er dem Werk und seinen Meisterfahrern Carraciola und Brauchitsch feinen Glückwunsch und feine Anerkennung zu dcßn neuen stolzen Erfolg ausspricht. Um den«.GroßenpreisvonDeutschland für Motorräder". 150 000 Zuschauer erlebten auf der neuhergerichteten Badberg-Sttecke von Hohenstein-Ernstthal den Kampf um den „Großen Preis von Deutschland für Motorräder", der von den besten Fahrern aus ad)t Nationen bestritten wurde. Wenn es Deutschland auch nicht glückte, in allen Klassen die Vorherr- schäft zu erringen, fo gab es doch für unsere Fahrer Ehrenplätze. Ganz groß war der Erfolg der Ve-Liter-DKW. Walfried Winkler und F. Kluge waren mit 114,8 und mit 114,4 Kilometerständen die weitaus Schnellsten. In den Klassen bis 350 Kubikzentimeter und bis 500 Kubikzentimeter siegten die Engländer Rusk mit 119,2 und Guthrie mit 126,8 Stundenkilometer. Richnow (Berlin) wurde in der 350-Kubikzenttmeter-Klasfe als bester Deutscher Dritter. Bei den Vr-Ltter-Mafchinen tarnen die NSU.-Fahrer Soenius und Rütt- chen auf den 3. und 4. Platz. Deutscher Sieg in der «.Military". Vom 11. bis 13. Juli fand in Döberitz die Generalprobe für die Olympia-Vielfettigkeitsprüfung 1936 statt. Von den 10 beteiligten Nationen konnte sich Deutschland, das vom ersten Tage an die Führung inne hatte, als Sieger behaupten. Der ostpreußische Wallach „Nurmi" unter Hptm. Stubbendorff konnte sich vor dem dänischen Schimmel Grey Friar (Lt. Grandjean) sowie zwei wetteren deutschen Bewerbern als Sieger durchsetzen. Am ersten Tage gelangte die Dressurprüfung auf dem Hof des Döberitzer Kavallerielagers zum Austrag. Schon hier konnte sich Nurmi unter Hptm. Stubbendorff vor Fasan (Rittm. v. Plötz), die beide dem Dielseitigkeitsstall der Kavallerieschule Hannover angehören, an die Spitze setzen. Auch am zweiten Tage, der die Prüfung im Geländeritt auf der Hindernis-Rennbahn von Ferbitz brachte, liche. Verängstigte wich. Sie schaute ihn jetzt sanft, aber offen an. „Dietrich, wir wollen dock alles in Ruhe be- sprechen! Steh doch nicht so finster da! Komm, setz dich her! Laß mich dir erzählen. Wir haben uns ja fo schrecklich viel zu sagen, seitdem wir uns nicht gesehen haben." Sie stand mit einer geschmeidigen Bewegung auf und trat auf ihn zu. Er aber wich einen Schritt zurück hinter den hohen Gobelinsessel. „Ich wüßte nicht, was wir uns feit unserem Abschied damals noch zu sagen hätten, Jutta! Ich bin auch nicht hergekommen, um Vergangenes wieder aufzurühren. Was gewesen ist, ist gewesen Bttte, beantworte mir meine Frage: Hast du Tante Alberta bestimmt, ihr Testament zu meinen Gunsten zu machen?" „Das habe ich, Diettich!" „Und warum, wenn ich fragen darf?" Jutta schlug die Augen voll zu Diettich auf: „Das kannst du fragen? Weil ich gutmachen wollte, Dietrich! Weil ich längst bereut habe, einmal kleinmütig gewesen zu fein, mich vor der Armut gefürchtet zu haben. Weil ich dich liebe, Dietrir' Da > hatte sie wie in Scham gesagt. Sie senkte blonden Kopf sehr tief. Im Licht der Stehlau. leuchtete ihr Haar wie zartes Gold auf. Die reine Linie ihres zarten Nackens hob sich weiß aus der dunklen Kreppumhüllung des Trauergewands. Aber Dietrich ließ sich von dieser Gebärde der Demut nicht einfangen. Ein langes Schweigen war zwischen den beiden Menschen. Jutta stand und lauschte fieberhaft. Wie lange würde er sie fo stehenlassen? Warum antwortete er nicht? Sollte es wirklich mit ihrem Einfluß auf ihn vorüber sein? Aber ein Mensch wie Diettich konnte eine Liebe nicht so schnell abtun. Er war ja ganz von ihr befefjen gewesen. Vielleicht war es der sogenannte männliche Stolz, der es ihm jetzt verbot, zu sagen, was er für sie fühlte. Da hob sie den Kopf: „Dietrich, mach' es mir doch nicht fo schrecklich schwer! Bist du mir noch böse? Laß doch alles vergessen sein, Diettich! Ich habe auf dich gewartet — in Sehnsucht. Ich habe bereut, Dietrich! Ich wurde erst glücklicher, als ich hier bei Tante Alberta etwas für dich tun konnte." „Für mich? Für d i ch hast du es getan. Schweig, unterbrich mich nicht!" Ein böser Blick auf den Augen, die eben noch so sanft und flehend geschaut, traf Dietrich. „Was fällt dir ein — ist das der Ton eines Kavaliers einer Dame gegenüber? Das hast du wohl in deinem Nomadenleben drüben in den un- zivilisierten Gegenden gelernt?" Auch die sanfte Stimme Juttas hatte jetzt eine verdeckte Schärfe. Aber Dietrich war diese Form des Gesprächs zwischen ihm und Jutta nur lieb. Jetzt war es wieder die Jutta, von der er sich ba- blieb der Sieger des Vortages vor Grey Friar (Lt. Gandjean-Dänemark) siegreich, während Fasan (Rittm. v. Plötz), der nach der Dressurprüfung den zwetten Platz einnahm, auf den fünften Platz verwiesen wurde. Der Schlußtag brachte einen Wettbewerb im Jagdspringen auf dem Turnierplatz in Döberitz. Der Kurs führte über 12 leichtere Hindernisse und als Höchstzeit waren 130 Sekunden vorgesehen. Es traten nur noch 21 Pferde an und nur acht Pferde machten Fehler. Nurmi unter Hptm. Stubbendorff blieb auch im Jagdspringen ohne jeden weiteren Minuspunkt und konnte somit den Sieg vor dem Dänen Grey Friar (Lt. Grandjean) an sich reißen. Die übrigen deutschen Vertreter tarnen im Gesamtergebnis an 3., 4. und 10. Stelle ein. «.Sturmvogel" gewinnt den Großen preis von Berlin. Das Ereignis des Deutschen Rennsportes war der am Sonntag in Berlin-Hoppegarten ausgetraaene international besetzte „Große Preis von Berlin". Das mit 38 000 Mark ausgestattete Rennen gewann der deutsche Derby-Sieger „Sturmvogel" aus dem Gestüt Schlenderhan, der von W. Printen in der hervorragenden neuen Bestzeit von zwei Minuten 44,8 Sekunden geritten wurde. Deutschland siegt im Europaschlußspiel um den Davispokal. Tschechoslowakei 4:1 geschlagen. Im Europaschlußspiel des Davispokal-Wettbewerbs holte Deutschland am Samstag in Prag eine 2:1-Führung heraus. Vor nur 4000 Zuschauern siegten auf der Hetzinsel die Deutschen v. C r a m m- Lund sicher in drei Sätzen über die Tschechen Menzel-Malecek. Dieser Kampf, in dem Gottfried von Cramm der bei weitem überragende Mann war, dauerte nur etwa 80 Minuten. Die Deutschen siegten sicher mit 6:3, 9:7, 6:4, obwohl sich die Tschechen verzweifelt wehrten. (Tramm schlägt Vlenzel. — Henkel besiegt Lasca. Vor etwa 6000 Zuschauern kamen auf der Hetz- infel in Prag am Sonntag die beiden Schlußfpiele im Einzel im Davispokal-Schlußfpiel zum Austrag. Deutschland kam hierbei zweimal zu Siegen und hat somit die Tschechoslowakei 4:1 geschlagen. Im ersten Treffen standen sich von Cramm und der Deutschböhme Roderich Menzel gegenüber, von Cramm mußte hart kämpfen, um den Sieg sicher- zustellen. Er befand sich zwar in überragender Form, aber auch Menzel bewies erneut, daß er erste internationale Klasse ist. Cramm wartete mit einem Endspurt auf, der da. diesmal sehr objektive Publikum begeisterte. Roderich Menzel hatte nicht mehr die Kraftreserven, um diesen? Tempo standzuhalten. So endete der Kampf 6:2, 6:4, 3:6, 5:7, 6:1 für den Deutschen. Henkel schlug C a s c a 2:6, 7:5, 6:4, 6:0. Zuerst sah es böse für Henkel aus. Ihm gelang im ersten Satz nichts und leicht gewann Casca mit 6:2. Schon im zweiten Satz wurde es anders. Henkel glänzte durch Stoppbälle und legte eine Sicherheit an den Tag, die feinen Gegner in Verwirrung brachte. Im letzten Satz war der Deutsche haushoch überlegen. ... und nun gegen 21S2L Am körnenden Wochenend trifft Deutschland nun in Wimbledon auf den Sieger der amerikanischen Zone, die Vereinigten Staaten. Der Sieger des Kampfes trifft dann in der Entscheidung auf den Pokalverteidiger England, der an den Ausschei- dungskämpfen befttmmungsgemäß nicht tellzuneh- men braucht. Deutschlands Schwimmer verloren g-gen Ungarn. Deutschlands Schwimmer verloren den Länderkampf gegen Ungarn, der am Sonntag im Budapester Kaiserbad abgeschlossen wurde, knapp mit 23:21 Punkten. Das Wasserballspiel endete 7:3 (4:2) mals in Haß und Zorn getrennt. Jetzt wich der letzte Zauber, mit dem sie ihn hatte betören wollen. Jetzt hatte er sich wieder in der Hand, jetzt wußte er nur das eine: abrechnen mit dem Geschöpf, das er einst so sinnlos geliebt, dessen Schönheit ihm Herz und Seele betäubt, und das doch nichts anderes war als ein kalter, berechnender Mensch. „Wenn ich mich im Ton vergriffen habe, liebe Jutta, dann bitte ich um Entschuldigung. Du hast recht, da drüben in unserer Wildnis ist man ein wenig gefellfchaftsunfähig geworden. Aber dafür hat man sich etwas errungen, was mir wichtiger scheint: Die Klarheit über gewisse Episoden im Leben und die Erkenntnis, daß es sich nicht lohnte, um gewisser Menschen willen sich beinahe das Leben zu nehmen. Und diese Erkenntnis, liebe Jutta, ist mir wertvoller als die sogenannten »guten Formen* eurer Gesellschaft." „Don was für einer Erkenntnis sprichst du?" „Daß einem Armut mitunter zum Segen ausschlagen kann! Wäre ich damals schon der Erbe Tante Albertas gewesen, oder hätte ich mich bei ihr lieb Kind gemacht, dann wäre heute zwischen uns alles anders." „Und du willst sagen, daß das ein Unglück für dich geworden wäre? Fühlst du nicht, wie du wich damit beleidigst?" All die Weichheit war nun aus Juttas Gesicht und Stimme gewichen. Ihre Augen glänzten bart Um ihren zarten Mund lag ein rachsüchtiger Zug. Sie fühlte, sie hatte verspielt. Aber nun wollte sie Dietrich wenigstens auch treffen. So ein Narr! So ein blinder Tor!. Was würde er beginnen, wenn die Erbschaft Tante Albertas an die Seitenlinie, an die Romberts fiele? Dann war er bettelarm und konnte sehen, wo er blieb. Aber die Tragweite dieser Dinge schien ihm tatsächlich nicht aufgegangen zu fein. Denn ganz ruhig sagte er jetzt: „Don Beleidigung kann keine Rede fein, Jutta. Es ist durchaus nicht meine Absicht, dich zu trän« ten. Ich will nur Klarheit zwischen uns schaffen. Allerdings, eine Verbindung zwischen uns wäre ein Unglück gewesen! Ich habe das Höchste und Schönste in dir gesehen. Ich habe einen Traum geträumt von einem Lebenskameraden, der mit einem durch dick und dünn geht. Der mit einem hungert. Mit einem darbt. Dem nichts gilt außer dem einen: Beisammen zu fein! Aber du fürchtetest dich davor, mit mir den Lebenskampf aufzunehmen. Du hast es nicht einmal versucht. Du hast gar feine Vorstellung davon gehabt, daß ein ehrenhafter Mann nicht um äußerer Vorteile willen zu Kreuze kriechen kann. Sonst hättest du nicht verlangt, daß ich mich Tante Albertas Willen füge." .Lächerlich diese großen Worte! Davon wird man nicht satt, lieber Dietrich. Du hast kein bißchen Lebensklugheit. (Fortsetzung folgt!) Oberheffen V Statt Karten! £ «P = 4124D ♦119 D Lichtspielhaus Gießen Heute Montag bis Mittwoch ein Ufa-Lustspiel: 4123A verreist ab 15. 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Obwohl man erst im Frühjahr durch die Spätfröste eine Mißernte ver« mutete, so kann man dieses Jahr doch mit einer Durchschnittsernte rechnen. Die Beeren werden hier von den Händlern das Pfund zum 18 bis 20 Pf. aufgekauft. Durch das Sammeln von Beeren haben viele Volksgenossen für einige Wochen lohnende Beschäftigung. Manderscheid Wutöschingen/Äaden 16.3u(i 1935 Unerhörter Schmiö - Lachen von Anfang bis Ende. Leo Slezak, er Ist ein Rausch der Komik. B. Z. Ida WQst und Eugen Rex machen das Vergnügen vollkommen. krels Wetzlar. * Launsbach, 15. Juli. Unser Einwohnet Johannes 5) ob ad) feiert am heutigen Montag in körperlicher und geistiger Frische seinen 85. Geburtstag. Der hochbetagte Mann ist das älteste Mitglied der hiesigen Ortsgruppe des Reichs« luftfchutzbundes. Er nimmt lebhaften Anteil an den Geschehnissen unserer Zeit. Praxis bis Anfang August geschlossen! Zhre Vermählung beehren sich anzuzeigen Walter Bonner Offenbach, Hanau und Kastel mußten sich mN MS- telplätzen begnügen. Erster Sieger der Oberstufe wurde Storch (Fulda). Neuer deutscher Rekord im Weitsprung. £eid)um-Steffin erreicht 7,69 Meter. Einen neuen deutschen Rekord im Weitsprung stellte L e i ch um -Stettin anläßlich der vor 4000 Zuschauern in Darmstadt ausgetragenen Olympia- prüfungskämpfe auf. Leichum sprang 7,69 Meter und überbot damit die alte Bestleistung um vier Zentimeter. aö* V‘ Dr. Marie Gürtler Aerztin Stent I euch f desJEefcens Kreis Alsfeld. ss. Grebenau, 12. Juli. Die vom F o r st a m t Grebenau durchgeführte Notstandsmaßnahme, Chaussierung des Börngeröder Weges nach Rimbach bei Schlitz, ist nunmehr beendet. Dom Arbeitsamt Gießen wurde nunmehr eine neue Notstandsmaßnahme von insgesamt 4435 Tagewerken genehmigt. Auch bei dieser Maßnahme handelt es sich wieder ausschließlich um Wegbauarbeiten, und zwar um die Chaussierung eines öffentlichen Weges von Lingelbach über Schwarz nach Lauterbach (Försterei Schwarz). Beschäftigt werden z. Z. 35 -beiter. Gleichzeitig wird auch von der Ge- r ' Grebenau eine Notstandsmaßnahme durch- o t. Sämtliche Arbeiten erstrecken sich auch bei dieser Maßnahme auf Wegebauten. Zur Chaussierung kommen zwei Wege im Ort (Jahnweg und Langwiesenweg), sowie Forsetzung der Ch'aussie- rung eines Feldweges. Beschäftigt werden in dieser Dr.C. Schott Zahnarzt jetzt Friedridistr. 34 praktiziert wieder für Bie Ungarn. '400Ö Zuschauer faßen spannende Wettbewerbe. Rhönturnfest auf der Wafferkuppe. 300 Sportler und Sportlerinnen traten am Sonn- sag auf der Wasserkuppe zum 28. Rhönturnfest an. Der Führer des Rhönturnfest-AusscMses, Oswald Milker (Fulda), hielt die Begrüßungsansprache. Nach einer schlichten Morgenfeier begannen die Wettkämpfe in den einzelnen Klassen, die sich bis in die Nachmittagsstunden hinzogen. Der größte Teil der Preise fiel an die Wettkämpfer aus Fulda, Hers- feto, Alsfeld und Lauterbach, die Teilnehmer aus rechten) stärker als die der Gegenseite Aus diesem Grunde weicht der Mensch meist naH rechts von der Geraden ab, läuft also die Krels^ die er nach dem Verirren beschreibt, im Sinnß des Uhrzeigers aus. Auch bei Tieren ließ sich nachweisen, daß das Uebergewicht an Muskulatur auf der rechten oder linken Seite entschied, ob di- Kreisbewegung nach Ausschaltung der Sinne ht Rechts- oder Linksrichtung verlief. Wer sich einmal bei einer Wanderung im Walde oder in einer eintönigen Gegend ohne besonders markante Orientierungspunkte verirrt hat, wird aus manchmal recht unangenehmer Erfahrung wissen, wie leicht man in solchen Fällen nach langem Umherlaufen wieder am Ausgangspunkt ankommt — der Verirrte ist im Kreise gegangen. Wie kommt das eigentlich? Die Wissenschaft hat sich in letzter Zeit mit dieser ja auch prak- tisch recht wichtigen Angelegenheit befaßt und ist dabei zu einigen überraschenden Feststellungen gelangt, die unsere Leser interessieren dürften. In seiner Erzählung „Herr und Knecht" behandelt Leo T o l st o i die Schlittenfahrt zweier Männer, die im Schneesturme die Orientierung verlieren und sich nach langer mühseliger Fahrt schließlich wieder auf dem Ausgangspunkte ihrer Reife finden; statt geradeaus sind sie.im Kreise gefahren. Tol- stoi hat damit eine Erscheinung in die Literatur eingeführt, die überaus häufig beobachtet werden kann. Besonders gefürchtet sind solche Ringwanderungen in der einförmigen Wüste oder in der wald- und wasserlosen Trockensteppe; wer in solcher Gegend vom Wege abkommt und sich verirrt, ist fast stets verloren. Wie es scheint, führt jeder Mensch ohne Ausnahme bei mangelnder Orientierungsmöglichkeit solche Kreisbewegungen aus, auch wenn er sich noch so energisch vornimmt, die gerade Richtung zu wahren. Das sind sehr merkwürdige und ausfallende Tatsachen; es konnte nicht ausbleiben, daß auch die Wissenschaft sie aufgriff und das Problem des Jm- Kreife-Wanderns zu lösen suchte. Zwei Fragen tauchen auf. Die eine: aus welchem Grunde ist der Mensch, wenn er keine Orientierungsmöglichkeit hat, ständig bestrebt, von der Geraden abzuweichen? Die andere: verfolgt die Natur mit diesen Kreisbewegungen einen bestimmten Zweck, kommt dieser Einrichtung eine Ausgabe im Plane der Natur zu? Es hat sich herausgestellt, daß keineswegs der Mensch allein die Eigentümlichkeit besitzt, zu solchen Kreisbewegungen zu neigen. Bei verirrten Pferden ist genau das Gleiche zu beobachten. So berichtet Professor G u l d b e r g von einem Schlittengefährt, das nachts auf dem Eise eines Sees in ein Schneegestöber geriet. Mangels jeder Orientierung ließ man das Pferd nach feinem Willen laufen; auch hier stellte sich die anscheinend unvermeidliche Kreisbewegung ein. Bei Hasenhetzen, Antilopenjagden usw. konnte immer wieder festgestellt werden, daß die Tiere die Neigung haben, nach einer bestimmten Richtung, in der Mehrzahl der Fälle nach rechts, abzuweichen. Auch ein ins Wasser gefallener Hund schwimmt zunächst, bis sich seine Verwirrung gelegt hat, stets im Kreise herum; erst nach einiger Zeit strebt er dem Ufer ober sonst einem Ziele zu. Durchwegs ergibt sich eine solche Kreisbewegung bei Tieren, deren wichtigste Sinne, Gesicht, Gehör, Geruch, man vorübergehend ausschaltete. Solche Versuche gelangen z. B. bei Katzen und Mäusen, bei Enten, Schwalben, Tauben, "ja sogar bei Fischen. * Unser Körper — und ebenso der aller höheren Tiere — ist bekanntlich nicht ganz symmetrisch gebaut, meist ist die rechte Körperseite etwas stärker entwickelt als die linke. So liegt bei den meisten Menschen der Schwerpunkt des Körpers nicht genau auf der Mittellinie, welche die rechte und die linke Körperseite voneinander trennt, sondern ein wenig rechts davon, weil das Gewicht der (bekanntlich rechtsseitigen) Leber nicht voll durch das Gewicht des auf der Linken gelegenen Herzens ausgeglichen wird. Zudem sind meistens die Mus - k el n der bevorzugten Körperseite (also zumeist der Missionsfest in Oorf-Sill. csd Dorfill, 13. Juli. Das Missionsfest, das seit etwa 70 Jahren jedes Jahr am zweiten Mitt- woch im Juli abwechselnd in Holzheim und Dorf- Gill gefeiert wird, hat auch in diesem Jahre feine alte Anziehungskraft wieder bewiesen. Ueber 2000 Fremde von nah und fern hatten sich trotz der Hitze zu dem Feste, das eines der größten christlichen Feste in Oberhessen ist, eingefunden. Pfarrer Laun - Hardt (Holzheim), der Leiter des Festes, begrüßte die Erschienenen und wies in einer kurzen packenden Ansprache auf die Bedeutung und die Notwendigkeit der Mission hin. Der Festredner, Pfarrer Daidt (Frankfurt a. M.) verstand es ausgezeichnet, die Herzen der Hörer für die Sache der Mission zu begeistern. Alsdann gab Missionsinspektor Viering (Barmen) einen umfassenden Bericht über die Lage der Rheinischen Mission in den einzelnen Missions- gebieten in Afrika, China und der Südsee. Nach einer Kaffeepause, in der die Auswärtigen aastlich bewirtet wurden, begann die Nachversammlung. Zunächst gab Missionar Diehl (Barmen), der jahrelang unter den Heiden wirkte, anschauliche Schilderungen von deren Not, aber auch von den großen Erfolgen der Mission. Das Schlußwort sprach Pfarrer W e • her (Altenstadt). Der Posaunenchor Dorf-Gill hatte sich wie immer in den Dienst der Sache gestellt, weiterhin verschönte der Gemischte Chor durch den Vortrag einiger Lieder das Fest. Daß das Werk der Mission auch in unserer Gegend unterstützt und gefördert wird, beweist auch bte reiche Kollekte. Ueber 500 Mark konnten an bie Barmer Mission abgeführt werben. Iäger-Appell für den Kreis Schotten. X Schotten, 13. Juli. Heute fand in der Turnhalle zu Schotten der erste Appell für die Jäger- fdjaft im Kreis Schotten statt. Der Saal war festlich-forstlich geschmückt. Sehr groß war die Zahl der Teilnehmer. Forstmänner, Jagdvorsteher, Jagdpäch- ter und viele Interessenten waren erschienen. Ein Waldhornquartett der hiesigen Forsterschüler eröffnete die Tagung. Kreisjägermeister, Oberforstmeister D e u st e r begrüßte die Erschienenen, vor allem auch die Gäste, den Stabsjägermeister des Landesjägermeisters, Oberforstmeister Schlicht, den Gaujägermeister, Oberforstmeister Nikolaus (Gießen), Oberbürgermeister Ritter (Gießen), sowie den Kreisjägermeister des Kreises Alsfeld, Oberforstmeister S i e p m a n n (Romrod). Der Stabsjägermeister, Oberforstmeister Schlicht überbrachte die Grüße des am Erscheinen leider verhinderten Landesjägermeisters, Gauleiters S p r e n - g e r. Eine neue Organisation, eine Einheit ist, so führte bann ber Redner aus, in der Deutschen Jä- gerschaft nunmehr durch das neue Reichsjagdgesetz geschaffen worden. Die Kreisjägerappelle sind ein Mittel zur Erziehung des echten waidmännischen Geistes und Pflege des Jägerbrauchtums. Ein echtes Jägerkorps mit einheitlichem Geist und Willen wird darin herangebildet. Ein kräftig aufgenommenes „Horridoh!" galt dem Reichsjägermeister Hermann Göring. Oberforstmeister S i e p m a n n (Romrod) sprach alsdgnn eingehend über „Die hegerischeDer- waltung unserer Rehwildbestände." Nicht nur eine Hege mit der Büchse, sondern vor allem auch eine Hege vor der Büchse sei anzustreben. Es sei fein Zweifel, daß das Rehwild rassisch herabgemindert sei. Der zum Teil schindermäßig betriebene Abschuß der sog. guten, „kapitalen" Bocke sei daran schuld. Das minderwertige Material sei dadurch zum Schaden des Nachwuchses erhalten geblieben. Der im neuen Reichsjagdgesetz eingeführte Abschußplan sei daher sehr zu begrüßen. Jeder Jä- ger sei nunmehr gezwungen, seinen Wildbestand jagdlich wirtschaftlich zu verwalten und wieder mehr rassisch zu heben. Ungeeignetes und Schwaches müsse zugunsten des vorhandenen Starken ausge- merzt werden. An Hand von vorgezeigten Stangen geschossener Rehböcke wies der Redner auf Fehler und Schwächen solcher minderwertiger Tiere hin. Es werde das meiste Rehwild auch jn einem viel zu frühen Lebensalter abgefchoffen. Der Referent teilte besondere, ausaestellte Grundsätze über den Abschuß mit. Reicher Beifall belohnte die sehr interessanten Ausführungen. Lwanssvevsteisevuns Dienstag, 16. Juli, 14 Uhr sollen r.,Löwen' hier, Neuenweg 28 bzw. an.Drt ».Stelle (Bekanntgabe in oo»g. Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: Haus-, Laden- und Büromöbel aller Art, 1 Ausstellungs- u. Kassenschranke, Schreib-, Polier, Näh-, unb Bandschleifmaschine, 1 Mikroskop, mehrere Lupen, Ra- dws, 1 Schleifbank, 1 Gaskamin, Anzugstoffe, Klaviere, Registrier- u. Ladenkasse, Eisschränke, Oefen, 2 Steppdecken, 8 Pelzmützen, ein Motor, 1 Massageavparat, mehrere •spiegel. ,.,.D Bestimmt: 400 Rollen Krepp- P.cwier, mehr. Flurgarderoben, ein Tisch- und Schrank-Grammophon. Scharmann, Gerichtsvollz.,Gießen Wernerwall 33 Telefon 3108. U^KUIUU — | , — _ Verlag | Zahnarzt Dr. Konter Verlin-Lichterselüe I Wahrscheinlich spielt — wenigstens beim Menschen — noch eine andere Erscheinung hier herein, nämlich die sog. „Aeugigkeit", die ein Gegenstück zur „Händigkeit" — der Ueberlegenheit der rechten oder linken Hand — bildet. Auch die beiden Augen des Menschen sind nämlich nicht „gleichberechtigt", sondern eines der Augen, meist das rechte, ist s o z u • sagenführend. Man kann das durch einen recht interessanten Selbstversuch sehr einfach feststellen. Man fixiere einen Gegenstand an der Wand, etwa einen Nagel ober auch eine Türkante, mit beiden Augen und halte nun den Zeigefinger so vors Gesicht, daß er sich direkt vor dem betreffenden Gegenstand zu befinden scheint. Schließt man nun das linke Auge und hält nur das rechte offen, so bemerkt man keine oder nur eine geringe Veränderung. Schließt man aber das rechte Auge unb öffnet dafür das linke, so scheint der Zeigefinger plötzlich um ein beträchtliches Stück nach links zu rücken. (Bei ,Linksäugern" verhält es fick natürlich gerade um- gekehrt.) Es gibt beim Menschen ungefähr dreimal so viel Rechts- als Linksäuger. Zweifellos hängt mit dieser „Rechtsäugigkeit" diel Tendenz zusammen, bei fehlender Orientierung nach rechts abzuweichen. Eine ganze Reihe von Beobachtungen sprechen hierfür: ausgeprägt Rechtsäugigtz halten meist beim Gehen die rechte Schulter etwaa vorgeschoben und neigen dazu, den rechten Fuß stärker nach auswärts zu setzen als den linken; schoq aus dieser Haltung beim Gehen ergibt sich die Nei, aung, nach rechts abzubiegen. Bemerkenswert eve scheint in diesem Zusammenhang auch die Beobachtung, daß Türschilder sehr häufig rechts angebracht sind; in Theatern kann man feststellen, daß von zwei nebeneinanderliegenden Treppenaufgängen bei weitem der rechte bevorzugt wird. Eine wissenschaftliche Untersuchung solcher Personen, die de« linken Aufgang benutzten, hat ergeben, daß unte# ihnen die „Linkser" gehäuft auftraten. Diese Tatsachen haben zweifellos stark dazu beigetragen, daß in der Mehrzahl aller Länder das Fahren auf der rechten Seite der Fahrbahn Vorschrift geworden ist. * Die Tendenz, Kreisbewegungen zu beschreiben, besitzt offensichtlich bei zahllosen Lebewesen eine derartig allgemeine Verbreitung, daß man sich mit Recht die Frage vorlegen muß, ob diese Erscheinung nicht einen „Sinn" habe. Und in der Tat wird diese Frage bejaht werden müssen. Der nor» wegische Forscher Guldberg hat gezeigt, daß mit Hilfe der Kreisbewegung Wildtiere, die sich von ihrer Herde verirrt haben, ganz automatisch wieder auf diese stoßen, daß Kücken und andere Tierjunge, wenn sie bei ihren ersten kurzen Wanderungen außerhalb des Wahrnehmungsbereichs ihrer Mutter kommen, sich dadurch von selbst wieder zurückfinden. Der I n - stinkt des Muttertieres scheint um diese Tatsache zu wissen, denn man hat beobachtet, daß es in solchen Fällen keineswegs nach dem Verirrten auf die Suche geht, sondern nur Locktöne ausstößt und am gleichen Platze verharrt. Tatsächlich finden so bie Jungen fast stets ohne weiteres zur Mutter zurück. Dies also scheint des Rätsels Lösung zu sein: die zunächst höchst merkwürdige und scheinbar recht unzweckmäßige Kreisbewegung erweist sich bei näherem Zusehen als eine in vielen Fällen sehr wichtige und lebensnotwendige Einrichtung der Natur! Walö- weben Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waides in Bildern 150 eigene Naturaufnahmen aus demTier- undPflanzenleben der heimatlichenWaldes in herrlichem Kupfertief- druck mit einem auf- lchlichreichen Einfüh. rungriext o. K Gerhard und ®. Wolff Dieses Buch führt uns mitten hinein in den Wald mit seinen groben und kleinen Geschöpfen und zeigt, wie wir beobachten und mit offenenAuaen durch die Natur gehen sollen. Die Tier- u. Pflanzenwelt in ihrer natur- wahren Vielgestaltigkeit tritt demBeschauer in bildhafterSchönheit vor Augen und wird zumErlebnis.Preis in Leinen geb.NM.4,80 Ditte verlangen Sie kostenlos unsere debil- dertenWerbeblätter!- DasBuch ist durch jede Buchhandlung z. bez. Dberforftmeifter Deufter hielt alsdann einen Vortrag über das neue Reichsgesetz. Er sprach eingehend über das eigentliche Jagdrecht, dem das Jagdcmsübunasrecht der Jagdpächter, bzw. Jagdberechtigten gegenüberstehe. Der Jägernot, die Ablieferungspflicht von Wild, Jagdeinrichtungen, Wildfolge, Jagdschutz, Wildschaden, Wildhandelsordnung — alle diese Fragen berührte der Redner eingehend, dem reicher Beifall gezollt wurde. Gaujägermeister Oberforstmeister Nikolaus richtete an die Jäaer und Heger einen roarmyi Appell. Der Jäger stehe heute vor neuen jagdlichen Verhältnissen, er müsse sich mit allen neuen Bestimmungen vertraut machen, vor allem auch mit dem Geist des neuen Jagdgesetzes. Alles, was zur Reinhaltung der Raste des Wildes, wie auch der Jägerschaft notwendig ist, muß geschehen. Die Wahrung der Interessen der Jäger liegt bei dem Landesjägermeister, Gauleiter Sprenger in den besten Händen, auf den der Gaujägermeister ein kräftiges Horridoh! ausbrachte. Oberforstmeister Deuster besprach noch einige Fragen und Anordnungen, Versicherung, Bekämpfung der wildernden Hunde und Katzen. Kreis- veterinärarzt Dr. Metz, Schotten, wies auf die kostenlose Möglichkeit der Untersuchung des Wildes auf Trichinen hin, die unbedingt geschehen müsse. Kreisjägermeister D erster schloß die anregend verlaufene Versammlung mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer. Je ein Vers der deutschen Lieder wurden gesungen. Im Anschluß an die Tagung besprach Forst» meister O st h e i m , Laubach, die von ihm ausgestellte, reichhaltige Sammlung Rehgehörne, die im Gräflichen Lauoachschen Revier im vergangenen Jahr geschossen wurden und die auch die Degeneration des Rehwildes bestätigte. Eine Hochzüchtung des Rehwildes fei daher mit allen Mitteln cmzu- ftreben. Jäger jein, heißt Heger fein, erst Heger, bann Jäger. Landkreis Gießen. y Watzenborn-Steinberg, 15. Juli. Am Samstagabend fand im Saale „Zum goldenen Stern" eine Ortsbauernversammlung statt. Ortsbauernführer Pg. Heinrich Schäfer begrüßte die Erschienenen, und gab einen Erlaß des Reichsnährstandes bekannt. Zwecks Sicherstellung der Ernährung unseres Volkes aus eigener Erzeugung soll der Verkauf des Brotgetreides geregelt werden. Jeder Erzeuger muß neben der Große feiner Anbaufläche auch die voraussichtliche Menge des zum Verkauf stehenden Getreides (Roggen und Weizen) angeben. Die Ablieferung erfolgt dann in drei Abschnitten, die ihnen jeweils bekanntgegeben werden. Dazu werden ihm die Kontingentmarken ausgehändigt, ohne die der Bauer nichts verkaufen kann und die er beim Verkauf von Getreide abgeben muß. Neuerdings können auch die Betriebe unter 5 ha (20 Normalmorgen) vor dieser Regelung Gebrauch machen. Getreide, das zu Futterzwecken bestimmt ist, wird von dieser Maßnahme nicht betroffen. — Hieran anschließend wurde die Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Watzenborn-Steinberg abgehalten. Vorsitzender Lehrer Rätter erstattete Jahresbericht und Rechnungsablage. Der Verein zählt 117 Mitglieder. Sodann berichtete der Vorsitzende über die Jahresversammlung des Bezirksobftbau- verbandes in Gießen. Dann wurde die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen. c\d Ederstadt, 14. Juli. Dieser Tage stürzte eine hiesige Bauersfrau beim Füttern so unglücklich, daß sie einen Armbruch erlitt und sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. — Die Genossenschaftsdreschmaschine war in den letzten Tagen schon in voller Tätigkeit. Die zuerst geerntete Wintergerste konnte gleich gedroschen werden. Der Körnerertrag ist zufriedenstellend. Auch Roggen und Sommergerste reifen durch den warmen Sonnenschein sehr schnell. Die Sauern werden in dieser Woche überall mit dem Schneiden beginnen können. — Die hiesige Wasserversorgung hat durch die lange Trockenheit stark nachgelassen, so daß unsere Gemeinde, genau wie im Vorjahr, unter großem Wassermangel zu leiden hat. Jeder unnütze Wasserverbrauch, sowie das Begießen der Gärten mußten verboten werden. drum bevorzugen wir die rechte Hand?' Verirrte laufen im Kreise. — „Rechtser^ und »Linkser^. Don Do. p. Dölfner. Eingekocht für den Winter So sollten Sie es auch machen, damit Sie auch später noch Sommer-Früchte und Gemüse haben. Zuverlässige Einkochgläser und Apparate sorgen dafür, daß nichts verdirbt Und diese guten Helfer bekommen Sie bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 4565A Gießen - Ruf Nr. 2145/2146