Nr. 112 Erster Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 15. Mai |955 Grfchemt täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimattm Bild - DieScholle Monatr-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernfprechanschliiffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach. richten. Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drum und Verlag: vrühl'sche Universttats vuch- und Zteindruckerei R.Lange in Stehen. 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Die Reichsautobahnen verdanken ihre Entstehung der ganz persönlichen Initiative des Führers, der mit intuitivem Blick die ungeheuere wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Motorisierung des Verkehrs erkannt hatte und unmittelbar nach der Machtergreifung ohne Zögern daran ging, die Voraussetzungen für eine moderne Entwicklung des Autoverkehrs, wie ihn andere Länder bereits in weit höherem Maße besaßen, auch in Deutschland zu schaffen: Die Straßen, die allen Anforderungen eines gesteigerten Autoverkehrs gewachsen sein müssen. Aber als die nationalsozialistische Regierung diese Aufgabe in Angriff nahm, plante sie etwas ganz neues. Richt nur einem gesteigerten und beschleunigtem Verkehr sollten brauchbare Straßen geschaffen, sondern die deutsche Landschaft mit ihrer Mannigfalt und Schönheit sollte dem modernen Menschen, der nun einmal mit dem Auto verwachsen war, erschlossen werden. Wie gerade diese beiden Aufgaben vereinigt werden und ihre Erfüllung finden, zeigt schon die kurze Teilstrecke zwischen Frankfurt und Darmstadt, die am kommenden Sonntag als erste des über ganz Deutschland gespannten Netzes neuer Autobahnen dem öffentlichen Verkehr freigegeben werden sollen. Daß dies so bald schon gelingen konnte, dankt das deutsche Volk nächst der Schöpfertat des Führers vor allem auch der aufopferungsvollen Pflichterfüllung der vielen Tausende am Werk beteiligten Arbeitskameraden, die vom leitenden Ingenieur bis zum Mann der Schippe und Axt unermüdlich ihr Bestes gaben, damit die Idee des Führers zur Tat werden konnte und der Tag, an dem der erste Teil des großen Werks seiner Bestimmung übergeben werden soll, ein Festtag für das ganze Rhein- Mai-Gebiet werden kann. Die Organisation der Reichsautobahn. In einer von der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda einberufenen Presse-Konferenz wurden über das Werk der Reichsautobahnen wie über den Verlauf des Staatsaktes am 19. Mai interessante Mitteilungen gemacht. Direktor bei der Reichsbahn P ü ck e l von der Obersten Bauleitung der Reichsautobahn schilderte zunächst den organisatorischen Aufbau der Gesellschaft Reichsautobahn, deren enger Zusammenhang mit der Reichsbahn bekannt ist. Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen bestimmt als oberste Reichsbehörde die Linienführung der einzelnen Strecken und erteilt der Gesellschaft Reichsautobahnen den Auftrag zur Ausarbeitung der Pläne. Er bestimmt die Ausgestaltung der Bahn, den Arbeitsbeginn und das Tempo der Arbeit. Im Bereich der Obersten Bauleitung Frankfurt a. M. unter ihrem Leiter, Direktor P ü ck e l, sind folgende Autobahnstrecken in einer Gesamtlänge von etwa 300 Kilometer im Bau: 1. Frankfurt a. M.—Mannheim—Heidelberg; 2. Heidelberg—Karlsruhe; 3. Karlsruhe—Stuttgart bis in die Nähe von Pforzheim; 4. Umgehungsstraße bei Kaiserslautern als Teil der Strecke Mannheim—Kaiserslautern—Saarbrücken; 5. Frankfurt—Gießen—Alsfeld. Für die Durchführung der Arbeiten sind im Bezirk der Obersten Bauleitung Frankfurt a. M. Bauabteilungen in Frankfurt a. M., Darmstadt, Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Kaiserslautern, Bad Homburg und Butzbach eingerichtet. Auf der Strecke Frankfurt a. M.— Mannheim — Heidelberg, die in ihrem ersten Teilstück vor der Eröffnung steht, sind im übrigen Verlauf von Darmstadt bis Mannheim und Heidelberg die Erdarbeiten und die Brückenbauten nahezu beendet. Zwischen Heidelberg und Karlsruhe sind die Erdarbeiten und die Brückenbauten ebenfalls im Gange. Auch der Bau der Autobahn um Kaiserslautern, bei dem größere Felsmassen gelöst werden müssen, schreitet schnell voran. Aus der Strecke Frankfurt a. M. — Alsfel d sind die Erdarbeiten und die Brückenbauarbeiten größtenteils im Gange. Das technische Werl Direktor Pückel schilderte dann den Gang der Vorarbeiten. Um möglichst viele Arbeitskameraden beschäftigen zu können, wurden die Erdarbeiten ausschließlich und die übrigen Arbeiten so weit es nur möglich war, mit der Hand in mehrschichtigem B.e trieb ausgeführt. Die Erdmasten wurden in Lagen von 70 bis 80 cm eingebaut und um möglichst schnell einen Beharrungszustand bei den aufgeschütteten Dämmen zu erreichen, wurden die Schichten durch Rammplattenschläge verdichtet. An einem Raupenbagger angehängte 21/a bis 3 Tonnen schwere Eisenplatten sausen auf jede Schichtstelle fünfmal herab und bewirken dadurch ein solches Zusammenpressen des Erdmaterials, daß weitere Setzungen nicht zu befürchten sind. Auf den so vorbereiteten Erdkörper wird die Betondecke oder der Unterbau der Schwarzdecke aufgebracht. Besonders angelegte Materialbahnhöfe gestatten die Entladung der für die Herstellung des Deckenbetons erforderlichen Steinmengen, Sandmassen und Zementsäcke. Von Zwischenlagern oder aus Silos heraus werden die Zuschlag st offe im vorgeschriebenen Korn- gröhenverhältnis in die Loren gefüllt, die dann zu den über der späteren Fahrbahn beweglichen Mischmasch i n e n gefahren werden. Nach Zugabe der Zementmenge und Mischung des Betons übergibt die Mischmaschine den Beton besonderen Verteilermaschinen, die jede Fläche der Fahrbahn in Längs- und Querrichtung bestreichen können. Zur Erzielung der notwendigen Dichte und damit auch Güte des Betons sind Stampfmaschinen eingesetzt, die auch gleichzeitig die ebene Oberfläche der Fahrbahn Herstellen. In den Beton eingelegte Matten aus Baustahlgewebe erhöhen die Widerstandsfähigkeit des Betons und nehmen die auftretenden inneren Spannungen, sowie auch einen Teil der Biegespannungen auf. Fugeneinlagen gestatten den Betonplatten freie Beweglichkeit bei ihrem vdn der Temperatur abhängigen Bestreben zur Ausdehnung bzw. Zusammenziehung. Im vollendeten Zustand erreicht die Autobahn eine Kronenbreite von 24 Meter. Je 7,50 Meter breite Fahrbahnen sind durch einen fünf Meter breiten Mittelstreifen getrennt und an den Außenseiten von einem je ein Meter breiten Bankett - und Grün st reifen eingefaßt. Interessante Maßstäbe. Um einen Begriff von der allein im Bereich der Obersten Bauleitung Frankfurt a. M. geleisteten Arbeit von rund 7'A» Millionen Kubikmeter Erd- und Felsbewegung, von der Lieferung und dem Ein Mb von der ersten Teilstrecke. Die Station Darmstadt der Reichsautobahn. — (Aufnahme: Spannring, Frankfurt.) Das Programm für den Staatsakt am ly.Äiai. Im Anschluß an die Pressekonferenz erfolgte eine Besichtigungsfahrt bis nach Darmstadt und zurück. An der Stelle, an Kilometer 0,1, an der der Staatsakt vor sich gehen wird, machte Oberregierungsrat G u t t e r e r vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, der bewährte Organisator aller früheren großen Staatsakte, die Preffe mit dem Verlauf der Feier am 19. Mai bekannt. Auf dem großen von herrlichem Wald umgebenen freien Platz werden von zahlreichen Fahnenmasten die Flaggen des Reichs die Bedeutung der Stunde künden. Von einer Rednertribüne aus wird der Vertreter der Reichsregierung, der die Strecke dem Verkehr übergeben wird, zu den angetretenen Volksgenossen und zu den Vertretern der Regierung, der Behörden, der verschiedenen Dienststellen, der Industrie usw. sprechen. Auf den beiden Fahrbahnen werden i n ungefähr 170 Lastkraftwagen sämtliche Arbeiter, die am Bau der Strecke Frankfurt — Darmstadt beteiligt waren, Zeugen der Eröffnungsfeierlichkeiten sein. Dahinter werden Abteilungen des NSKK. und des DDAC., sowie 150 Fahrzeuge der deutschen Automobilindustrie, und zwar 50 Motorräder, 50 Personenwagen und 50 schwere Wagen Ausstellung nehmen Nach einem Musikstück meldet der General- i n s p e k t o r für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, dem die Eröffnung vornehmenden Vertreter der Reichsregierung, daß die Straße fertiggestellt ist. Darauf wird Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger die Begrüßungsansprache halten. Im Anschluß daran ergreift Generaldirektor Dorp- müller als Vorsitzender der Gesellschaft Reichsautobahnen das Wort. Schließlich wird ein Arbeiter, der am Bau der Autobahn beschäftigt war, kurze Ausführungen machen. Zum Schluß wird der Vertreter der Reichsregierung das Wort zu einer längeren Ansprache ergreifen. Der Festakt an der Eröffnungsstelle wird um 12 Uhr beginnen und gegen 12.50 Uhr beendet sein. Dann wird der Vertreter der Reichsregierung seinen Kraftwagen besteigen und ein an der etwa 100 Meter nach Süden zu gelegenen Stelle 0,0 über die ganze Bahn hinweg gespanntes Band mit dem fahrenden Auto durchreißen. Hinter dem Wagen des Regierungsvertreters werden die Wagen weiterer Mitglieder der Regierung und einiger Reichsleiter folgen. Unmittelbar im Anschluß setzen sich die 170 Lastkraftwagen mit den Arbeitern in Gang. Dahinter kommen dann die Wagen des NSKK. und des DDAC. sowie die Automobile der Industrie und zum Schluß die Fahrzeuge der geladenen Ehrengäste. Dann geht die Fahrt 21 Kilometer südlich b i s Darmstadt. Dort wird der Wagen mit dem Vertreter der Regierung zur Seite ausbiegen und die nachfolgenden Fahrzeuge werden vor dem Vertreter der Regierung oorbeidefilieren. Die Rückfahrt erfolgt über die Eröffnungsstelle hinaus nach Norden zu bis zur Autobahnbrücke über den Main. Dort am Ufer des Mains schließt sich ein V o l k s s e st an, bei dem alle Arbeiter, Angestellten, Techniker, Beamten und Direktoren, die am Bau beteiligt waren, in echter Volksgemeinschaft zusammen sein werden. Außerdem nehmen an dem Volksfest Delegationen von sämtlichen anderen Baustellen der deutschen Autobahnen teil. Zeugen der Feierlichkeiten werden zu beiden Seiten der 21 Kilometer langen Strecken Hunderttausende von Volksgenossen sein, die in zahlreichen Sonderzügen durch die NSG. „Kraft durch Freude", durch die Organisationen der Partei usw. aus dem Gau Hessen-Nassau und aus den benachbarten Gauen nach Frankfurt transportiert werden. Durch zahlreiche an der ganzen Strecke aufgestellte Lautsprecheranlagen werden sie an dem historischen Akt der Eröffnung unmittelbar teilnehmen können. Die Reichssendeleitung wird über den Kurzwellensender von den einzelnen Punkten aus Schilderungen der Feier geben. Da zahlreiche Bahnhöfe in allernächster Nähe der Autobahn den Transport der Zuschauer bis direkt an die Autobahn gestatten, so wird es für keinen Volksgenossen, der Zeuge des historischen Aktes sein will, eine besondere körperliche Anstrengung erfordern, sich daran zu beteiligen. Verbrauch von rund 20 000 Tonnen Stahl und Eisen, 70 000 Tonnen Zement, 500 000 Tonnen Kies und Sand, 200 000 Tonnen Schotter, Packlage und Pflastersteinen und schließlich von der Herstellung von 170 000 Kubikmeter Beton für Bauwerke und 400 000 Quadratmeter Decken aus Beton und 125 000 Quadratmeter Schwarzdecken zu erhalten, müßte man folgende Betrachtungen anstellen: Würden die g e l ö st e n E r d m a s s e n in einen einzigen Zug verladen, wobei jeder Muldenkipper 2 Kubikmeter fassen müßte, dann ergäbe sich eine Bauzuglänge von 8500 Kilometer, was dem Flugwege des Luftschiffes „Graf Zeppelin" von Friedrichshafen nach Lakehurst (USA.) entspricht. Ein Eisenstab von 9 Millimeter Durchmesser um den Aequator gespannt, würde genau so viel wiegen, wie die verarbeiteten Stahl- und Eisenmengen. Wenn jeder Einwohner von Hessen, ganz gleich ob Kind oder Greis, oder Mann oder Frau, einen Sack Zement zu den Baustellen tragen würde, dann erst wäre die bisher verbrauchte Zementmenge erreicht. Die Kies- Schotter-, Packlage- und Pflastersteinmengen in 1000-Tonnen-Schiffe verladen, ergäbe einen Schiffszug von Frankfurt a. M. bis nach Aschaffenburg. Wenn jeder deutsche Volksgenosse einen fünf Pfund schweren Vetonklotz zu der Autobahn bringen würde, dann erst wäre durch das Zusammensetzen dieser 65 Millionen Klötze das im Bereich der Obersten Bauleitung Frankfurt a. M. fertiggestellte Betonfahrbahnstück erreicht. Würde man mit den für die Bauwerke verarbeiteten Betonmassen eine vier Meter hohe und 50 Zentimeter starke Mauer errichten, dann könnte die Stadt Frankfurt a. M. mit Sachsenhausen und sämtlichen zum Stadtkreis gehörenden Vororten mit einer geschlossenen, 87 Kilometer langen Mauer umgeben werden. Eme erste VesichtMngsfahri. Die Teilnehmer der Pressekonferenz machten dann eine Fahrt über die Strecke der Autobahn, die am 19. Mai dem Verkehr übergeben werden soll. Dabei ergab sich, daß eine der größten Aufgaben der Jngenieurkunst, die Autobahn und ihre Kunstbauten wie Brücken, Wärterhäuser, Richtungspfeiler usw. so in die Landschaft einzu- passen, daß sie nicht als Fremdkörper, sondern als mit der Natur verwachsene Gebilde erscheinen, hier vorbildlich gelöst ist. Bei der Bepflanzung des Mittelstücks zwischen den beiden Fahrbahnen und den Böschungen rechts und links ist alles getan worden, um irgendwelche Eintönigkeit zu vermeiden. So wurden hübsche Hecken- und Sträuchergruppen zusammengestellt, die durch ihr verschiedenartiges Grün dem Auge des Autofahrers Ruhe und Erfrischung bieten und der umgebenden Landschaft angepaßt sind. Gerade jetzt im frischen Maiengrün, überhöht von ernsten Dunkelgrün der Tannen des großen Waldes, der sich viele Kilometer zwischen Frankfurt und Darmstadt hinzieht, bietet sich die neue Autobahn besonders vorteilhaft dar. Dabei ergeben sich auch für den Besucher ganz neue Blicke durch die Einschnitte der Bahn und auf die sich im Hintergrund prächtig aufbauenden Berge des Taunus und des Odenwaldes, ein ungemein reizvoller Gesamteindruck, besonders auch für den Autofahrer, der hier auf der neuen Bahn nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Schönheit sucht. Auch die andern Autobahnen in gutem Fortschreiten. Mustergültige Arbeitslager Berlin, 14. Mai. (DNB.) Anläßlich der Eröffnung der ersten fertiggestellten Reichsautobahnstrecke Frankfurt a. M—Darmstadt fanden auf allen Teilstrecken der Reichsautobahnen Besichtigungen statt. Die Besichtigung verschiedener Bauabschnitte auf der Strecke Berlin-Stettin wurde durch den Generalinspektor des deutschen Straßenwesens Dr. Todt geführt. Allein in dem Bauabschnitt Bernau sind innerhalb eines Jahres 220 000 Tagewerke geleistet morden. In diesem Abschnitt stehen gegenwärtig 1330 Arbeiter. 80 derartige Baustellen sind heute im ganzen Reich in Betrieb, und 100000 Volksgenossen finden hier Arbeit und Brot. Besonders eindrucksvoll find die Arbeiten am Hohen zollernka- n a l. Mit außerordentlicher Vorsicht mußten hier die Gründungsarbeiten für den großen Brückenbau oorgenommen werden. Man mußte b i s 16 Meter unter den Kanalspiegel gehen, um auf guten Boden zu kommen. Riesige Montagegerüste sind aufgebaut, auf denen jetzt die Brückenteile genietet werden, die später über den Wasserlauf eingefahren werden. Einen hervorragenden Eindruck von der Fürsorge, die den bei den Bauten beschäftigten Arbeitern zuteil wird, bot die Besichtigung des bei Werbellin eingerichteten großen Arbeitslagers. Der Führer selbst gab den Auftrag zu dem Bau. In drei mustergültig eingerichteten Baracken sind rund 200 Arbeiter untergebracht. Nach hartem Tagewerk finden sie hier Geselligkeit und Unterhaltung bei Theater- und Kinooorführungen, Kon» zert und Sport. Sie nehmen ihr Essen in einem Hellen, sauberen und luftigen Speiseraum ein. Nach diesem Vorbild sind bereits 108 Arbeitslager eingerichtet. Bolschewistischer Blutterror gegen Deutsche in der Sowjetunion. Todesurteile wegen Annahme von Hilfe gegen den Hunger. Berlin, 14. 2Uai (DJU5.) Die österreichische Presse bringt in den Morgenblättern folgende Meldung: „Dem interkonfessionellen und übernationalen Hilfskomitee unter Vorsitz Seiner Eminenz Kardinal Inniher geht soeben folgende Nachricht zu: In der Sowjekukraine wurden die Pastoren Voldemar Selb aus Dnjepropetrowsk und Friedrich Deutschmann aus Hochstedt zum Tode verurteilt und harren jetzt der Vollstreckung dieses Urteilsspruches. 21 Pastoren befinden sich im Gefängnis. Der bekannte evangelische Probst Birth aus Charkow und Pastor Baumann wurden zu je zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Im ganzen Gebiete der Sowjetunion sind jetzt nur noch etwa zwanzig evangelische Pfarrer im Amte." Die Pastoren Selb, Birth, Deutschmann und Baumann sind sämtlich Deutsche. Vie wir erfahren, sind noch weitere Todesurteile gegen Deutsche in der Sowjetunion verhängt worden, die sämtlich aus der jüngsten Zeit stammen und wegen der Annahme von Hunger- Hilfe aus dem Auslande bzw. wegen der Bitte um Hilfe gefällt worden find: Die Bauern Derkfen Kieffen, Heinrich Raas, Neusatz bei Odessa, Johannes Hirsch, helenental bei Odessa, Michael Röhrig, Straßburg (Ukraine), Re gehr, Altonau (Kreis Melitopol) sind sämtlich zum Tode verurteilt worden. ♦ Wie das Gedröhn von Alarmglocken sollten die Schreckensurteile bolschewistischer Gerichte gegen deutschstämmige Geistliche und Bauern allen Völkern in den Ohren klingen. Ganz Europa müßte sich angesichts dieses Blutspruchs voller Entsetzen aegen ein System aufbäumen, das nur um seiner selbst willen existiert und immer wieder Menschenleben vernichtet, um seine Blutgelüste zu befriedigen. Was haben denn die Geistlichen und die Bauern überhaupt verbrochen? Ihre deutsche Abkunft und ihr Fleiß waren es in erster Linie, die ihnen den haß der alles gleichmachenden und zerbrechenden Bolschewisten zuzog, dann aber auch ihre Treue zum Christentum und schließlich die Annahme von deutschen Gaben, die ihnen über eine sowjetrussische Einrichtung zugeleitet wurden oder zugeleitet werden sollten. Zumeist werden die reichsdeutschen Gaben unterschlagen, so daß die hungernden sie nicht zu Gesicht bekommen. Auf Tod haben die bolschewistischen Gerichte wegen dieses „Verbrechens", Gaben angenommen oder um Gaben gebeten zu haben, erkannt. Liegt in diesem Urteil nicht eine b e - wußte Kampfansage des Bolschewismus an die westliche Kultur und Zivilisation, ist dieses Urteil nicht ein gellendes Signal an alle Bolschewiken, über jeden Geistlichen und jeden anderen Menschen herzufallen, der aus hunger von einer Einrichtung Gebrauch macht, die die Moskauer' Regierung nicht zuletzt auch der Versorgung hungernder Russen durch ihre im Ausland lebenden Angehörigen zur Verfügung gestellt hat? Aber der aus Menschenhaß geborene Vernichtungswille, mit dem sich, was immer ein psychologisches Rätsel bleiben wird, Frankreich militärisch verbündet hat, braucht Blutopfer. Er nimmt sie, wo er sie findet, wenn auch die Vertreter dieses Systems in Genf vom Frieden säuseln und die 'Milde selbst sein wollen. Schmachvoll war es schon für die europäischen Nationen, die Trennungswand zwi- schen sich und dem Bolschewismus einzureißen, noch schmachvoller aber ist es, tatenlos dem Toben der roten Henker zuzusehen, ja darüber hinwegzusehen und so zu tun, als ob es sich hier um „rein inner- russische" Angelegenheiten handelt. Obwohl es sonnenklar ist, daß die Kremlpolitiker nur deswegen ihre bekannte europäische Politik treiben, damit diese „innerrussischen" Zustände eines Tages „i n n e r e u r o p ä i s ch e" Verhältnisse werden. Mussolini zum Konflikt mit Abessinien. Bisher kein diplomatischer Schritt dritter Mächte. — Italiens militärische Schlagkraft in Europa gesichert. Rom, 14. Mai. (DNB.) Der italienische Senat hat am Dienstagnachmittag den Voranschlag für das Kolonialministerium genehmigt. Wie bereits in der Kammer gab Staatssekretär L e s s o n a auch vor dem Senat einen Ueberblick über die Entwicklung der italienisch-abessinischen Beziehungen und betonte dabei nochmals, daß die Lage in den Grenzgebieten der italienischen Kolonien in Ostafrika sich andauernd verschlimmere. Die Ursache sei in der inneren Verfassung Abessiniens zu suchen. Die europäischen Mächte, die in den letzten Jahren Addis Abeba gegen nichtabessinische Stämme südlich und westlich von Abessinien haben ungestört schalten und walten lassen, hätten eine furchtbare Verantwortung auf sich genommen, da damit ein Zustand permanenter Gefahr für die Nachbar- ko l o n i e n entstanden sei. Italien sei an Abessinien die meist interessierte Macht. Die englische Regierung werde, wie Staatssekretär Lessona ironisch meint, ihre persönliche Meinung eines Tages durch lange Listen blutiger Zwischenfälle und Umtriebe abessinischer Banden in Kenya, Sudan und Britisch-Somaliland noch vorlegen können. Weiter betonte Lessona wieder den Friedenswillen und die Verhandlungsbereitschaft Italiens, aber auf jedes Entgegenkommen Italiens fei Abessinien immer angriffslustiger geworden, so daß sich auf wiederholte Herausforderungen weitere militärische Vorbeugungsmaßnahmen als notwendig erwiesen. Es sei alles geschehen, um die Stellung Italiens in Ostafrika zu sichern und zu erhalten. Mussolini ergriff dann zum erstenmal öffentlich zur abessinischen Orage unvermutet das Wort und erklärte in aller orm und unter lebhaftem Beifall des Senats, daß alle von Italien für notwendig erachteten Truppen noch Ostafrika verschickt werden. Niemand dürfe sich das „unerträgliche" Schiedsrichteramt anmaßen, um wegen des Charakters und des Umfanges der italienischen Vorbeugungsmaßnahmen dreinzureden. Niemand anders als Italien selbst könne in dieser ganz heiklen Frage Richter sein. Im einzelnen dementierte Mussolini mit aller Bestimmtheit das Gerücht eines englisch-französischen Schrittes in Rom. Schon das Wort „Schritt" sei im höchsten Grade unangenehm. So sehr auch jenseits der Grenzen einige einen solchen „Schritt^ wünschen mögen, Tatsache sei, daß kein „Schritt" erfolgt ist, und sehr wahrscheinlich werde er auch in Zukunft nicht erfolgen; denn es bedürfe keiner diplomatischen Verfahren von Art eines „Schrittes", um von Italien die ausführlich begründete Darlegung seines Standpunktes zu erhalten, falls man das wünsche, und zwar rein auf dem Wege der Freundschaft. Tiefergriffen danke Italien jenen, die sich anscheinend mehr als brüderlich um die militärische Schlagkraft Italiens kümmern, die durch einen eventuellen Konflikt in Ostafrika geschwächt werden könnte. Diesen so eifrigen und selbstlosen Ratgebern, die die Anwesenheit Italiens in Europa für unerläßlich halten, könne man antworten, daß Italien der gleichen Ansicht sei. Aber gerade weil es in Europa anwesend sein wolle, wolle es in Afrika den Rücken vollkommen gedeckt haben. Schon wegen der großen Entfernungen — 4000 Kilometer nach Erythräa und 8000 Kilometer nach Somali — habe Nom die kategorische Pflicht, zur rechten Zeit Vorkehrungen zu treffen. Dazu könne gesagt werden, daß bis jetzt die Zahl der abgereisten A r b e i - t e r vielleicht d i e der Soldaten übersteige. Italien habe Besprechungen mit Abessinien nicht von der Hand gewiesen, sondern Addis-Abeba seine Bereitschaft zur Ernennung der Vertreter Italiens in einem Schlichtungsausschuß mitgeteilt. Bei den beträchtlichen abessinischen Rüstungen, den weit gediehenen Vorbereitungen zur Mobilisation und hauptsächlich bei der in Addis-Abeba und besonders bei den untergeordneten Häuptlingen vorherrschenden italienfeindlichen Stimmung dürfe man sich aber keinen Täuschungen hingeben und noch weniger falsche Hoffnungen erwecken. Was Europa und etwaige plötzlich eintretende Ereignisse betreffe, bestätigte Mussolini, daß Italien für die ganze notwendige Zeit die drei Jahrgänge 1911, 1913 und 1914 und dazu alle sofort verfügbaren Reserven der Klasse 1912 unter den Waffen halten werde. Er glaube, eine Gesamtstärke von 800 000 bis 900 000 Mann Truppen sei zur Gewährleistung der Sicherheit Italiens ausreichend. Diese Truppen seien vollkommen eingegliedert, hätten ohne Uebertreibung die beste Stimmung und seien mit immer moderneren Waffen der italienischen Kriegsindustrie ausgerüstet, die seit einigen Monaten im vollem Umfang beschäftigt sei. Gestützt auf seine gesamte Streitmacht zu Lande, zu Wasser und in der Luft werde Italien mit einer Politik bewußter Mitärbeit mit allen größeren und kleineren Mächten Europas fortfahren, um jenes Gleichgewicht und jene Verständigungen zu erlangen, ohne die die Welt und der europäische Kontinent in die Brüche gehen müßte. Der militärische Apparat Italiens, schloß Mussolini, bedrohtniemand, sondern schützt vielmehr den Frieden. Das Geschäft von Rom. Der französisch-italienische Tauschhandel über Afrika. „Time s" führt das Vorgehen Italiens auf den am 8. Januar in Rom unterzeichneten französisch-italienischen Pakt zurück. Die italienischen Kriegsoorbereitungen gingen weit über das hinaus, was durch die eigentliche Ursache des Streites gerechtfertigt erscheine. Seinerzeit haben England, Frankreich und Italien in einem Drei- rnächteoertrag Öen Status quo in Abessinien gewährleistet und sich verpflichtet, in dieser Hinsicht keinen Schrittohne gemeinsame Beratung zu unternehmen. In Rom jedoch haben zwei von den Unterzeichnermächten andere Abmachungen beschlossen. Die dritte Macht, G r o ß b i t a n n i e n, konnte diese Vereinbarung nicht stören, ohne die überragenden Interessen europäischer Befriedigung zu gefährden, die der Tag von Rom sicherstellen sollte. Seit den Tagen, in denen einst der Dreimächtevertrag über Abessinien zustande kam, habe sich die Lage in Ostafrika von Grund auf geändert. In Südwest -Arabien habe das wirtschaftliche und kulturelle Ansehen Italiens ungeheuer zugenommen, seit Commendatore Casparini vor 20 Jahren den Freundschaftsvertrag mit dem Imam von Jemen abgeschlossen habe. Die friedlicheOurchdringungAbessiniens von dem einer energischen italienischen Verwaltung unterstehenden Jtalienisch-S o m a l i l a n d in Südosten habe gleichen Schritt gehalten mit der Entwicklung von Erythräa, das Abessinien im Nordosten umschließe. Längs der Grenze zwischen Jta- lienisch-Somaliland und Abessinien habe das Gebot Italiens sich Geltung verschafft in Gebieten, wo den Stammeshäuptlingen mehr an persönlichem Vorteil als an Treue lag. Der Pakt von Rom habe diese neue Stellung Italiens in Ostafrika stillschweigend anerkannt. Er sei ein Tauschhandel gewesen. Die Vorkehrungen zum Schutze der österreichischen Unabhängigkeit hätten im Interesse beider Länder gelegen. Die Abtretung eines Stückes des unfruchtbaren Küstengebietes von T i b e st i in Westafrika habe lediglich die überfällige Durchführung einer V e r tr a g s p s l i ch t bedeutet. Sie könne nicht als angemessene Entschädigung für Die künftige Aussaugung der Heimattreuen italienischen Einwohner von Tunis durch Frankreich betrachtet werden. Viel greifbarer und wertvoller dagegen feien Die Bestimmungen, die die Italienisierung von Ostasrika begünstigten. Die Abtretung eines französischen Küstenstreifens an der Straße von Bab el Mandeb, die Anerkennung der italienischen Oberherrschaft über die Insel Dumeira, die die enge Wasserstraße beherrsche, und die Ueberlassung einer beträchtlichen Zahl von Anteilscheinen der Eisenbahn Djibuti Addis-Abeba, die 80 v. $). des gesamten Handels von Abessinien befördert, das seien solide Vorteile, die Italien in Südwest-Arabien und in ganz Abessinien zum Ansehen gereichten. Diese Vorteile und ihre Weiterentwicklung allein kämen als Ausgleich für die großen Opfer in Betracht, die Italien Frankreich in Tunis gebracht habe. Herzliche Begrüßung Mackensens bei seiner Oonaufahrt durch Oesterreich. Linz, 14. Mai. (DNB.) Generalfeldmarschall von Mackensen hat von Passau aus seine Donaufahrt nach Budapest angetreten. Das ungarische Schiff „Sophie", das in Oesterreich nirgends anlegen wird, wurde bei seiner Durchfahrt durch Oberö st erreich überall begrüßt. An den Ufern der Donau, in den | größeren Märkten wie Aschach und Otterhetm und vor allem in Linz, hatten sich Tausende von Volksgenossen eingefunden, die durch laute Heilrufe und Tücherschwenken den Feldmarschall begrüßten. In einer Bucht der Donau hatte sich eine Gruppe von Ruderbooten in Form eines Hakenkreuzes ausgestellt. Wien wird das Schiff erst nach Mitternacht passieren. Die Polizei hat starke Abordnun- gen nach Nußdorf entsandt, wo die Donau in das Stadtgebiet von Wien eintritt, doch fand sie keinen Anlaß zum Einschreiten. Geschloffene deutsche Front für die Memelwahlen. M e m e 1,14. Mai. (DNB.) Die Vertreter der vier deutschstämmigen Landtagsparteien im Memelland, der Landirtschaftspartei, der Memelländischen Volkspartei, der Sozialdemokratischen Partei und der Arbeiterpartei haben in gemeinsamer Sitzung beschlossen, zu den auf den 29. September festgesetzten Wahlen in geschlossener Front aufzutreten und nur mit einer einzigen Liste in den Wahlkampf zu gehen. Die französisch-sowjetrussische Allianz. Auch wirtschaftlicher und kultureller Ausbau. - Moskau soll die antimilitaristische Propaganda der französischen Kommunisten abbremsen. Laval bei Stalin. Moskau, 14. Mai. (DNB.) Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion M o - l o t o f f gab am Dienstag zu Ehren des französischen Außenministers Laval ein Frühstück, an dem die Vertreter der Sowjetregierung, unter ihnen Außenkommissar Litwinow und sein Stellvertreter Krestinski, sowie der französische Botschafter A l p h a n d und noch weitere Mitglieder der sowjetrussischen Regierung teilnahmen. Nach dem Frühstück fand eine freunoschaftliche Aussprache zwischen Molotoff und Laval statt. Laval wurde auch von Stalin empfangen. An der Unterredung, die ungefähr zwei Stunden dauerte, nahmen Litwinow, Botschafter A l p h a n d, der Botschafter der Sowjetunion in Paris, Potemkin und der Generalsekretär des Außenministeriums teil. Laval gab dem Sonderberichterstatter folgende Erklärung: Die etwa 4Vrstündigen Besprechungen während des heutigen Tages mit Stalin sind nicht nur in wärmster Herzlichkeit verlaufen, sondern waren von einer echten Intimität getragen. Das Frühstück gestaltete sich zu einem Liebesmahl wahrer Freundschaft. Im Verlaus der Besprechungen mit Stalin haben wir im Geiste engster Zusammenarbeit sämtliche diplomatischen Fragen des Augenblicks besprochen." Laval erklärte sich weiterhin t i e f g e r ü h r t über den Empfang, der ihm von den russischen Behörden und der Bevölkerung zuteil geworden sei. Am Mittwoch, unmittelbar nach den letzten Besprechungen werde eine gemeinsame Mitteilung ausgegeben werden. ♦ „Der Tag, den Laval im Kreml verbracht hat" schreibt die Außenpolitikerin des „Oeuere" aus Moskau, „hat den französisch-sowjetrussischen Pakt endgültig besiegelt. Der Besuch Lavals bei Stalin ist von ausschlaggebender Bedeutung. Beide Staatsmänner haben sich darüber ausgesprochen, ob dieser Pakt eine Allianz im eigentlichen Sinne des Wortes sei, und sind zu dem Schluß gekommen, daß es im Grunde genommen tatsächlich eine regelrechte Allianz sei, wenn auch in neuer Form. „Oeuvre" und andere Blätter melden, daß jetzt der Pakt nach wirtschaftlicher, militärischer, politischer und kultureller Richtung hin ausgebaut werden wird. Für den Sommer seien Verhandlungen zwischen den General st üben beider Länder in Aussicht genommen. Die Frage des von Sowjetruß- land und Frankreich gewünschten Beitritts Deutschlands und Polens zu dem Ostpakt sei eingehend besprochen worden. Die Aktionsfreiheit beider Vertragspartner dürfe jedoch dadurch in keiner Weife beeinträchtigt werden. Beide könnten keine Forderung Polens zulassen, die die Unterzeichnung von Abkommen zwischen Rußland und seinen Nachbarstaaten behindere. Der Ausbau der sowjetrussisch-französischen WirtschaftsbezieHungen über den ursprünglich vorgesehenen Rahmen hinaus sei ebenfalls in Betracht gezogen worden. Wahrscheinlich werde Frankreich Sowjetrußland Handels- erleichterungen gewähren. Der kulturelle Austausch durch Verbreitung der französischen Sprache in Sowjetrußland, der Austausch von Professoren, die Errichtung von Konsulaten usw. seien als notwendig anerkannt worden. Man hält es sogar für möglich, daß Laval, dessen Besuch im Vatikan viel beachtet worden sei, die Frage der Beziehungen der katholischen Kirche zu Rußland angeschnitten habe. Dem Außenpolitiker des „Echo de Paris", der Laval auf feiner Reife begleitet, ist der militärische Geist in Sowjetrußland aufgefallen. Er fragt nach dem militärischen Wert der Roten Armee und ist besorgt, ob auch die industrielle Ausrüstung sowie das Verkehrswesen mit Sowjetrußlands Anspruch, eine starke Militärmacht zu sein, im Einklang stehe. Besonderen Wert legt „Petit Parisien" auf die angeblichen Zugeständnisse, die Stalin den französischen Wünschen hinsichtlich der E i n ft e 11 u n g ö e r kommunistischen Propaganda in Frankreich gemacht habe. Die Sowjetregierung werde eine feierliche Erklärung über die Notwendigkeit der Landesverteidigung in Frankreich Herausgebern Die Sowjetregierung, die bei ihren Massen das diplomatische Abkommen mit Frankreich mit der Notwendigkeit einer bewaffneten Verteidigung des Friedens rechtfertige, könnte dann die antimilitaristische Propaganda in Frankreich nicht mit ihrer Autorität decken. Das wäre unfreundschaftlich und unlogisch zugleich gewesen. Die Tatsache, daß W o • roschilow an den Besprechungen t e i l g e n o m « men hat, sei der schlagendste Beweis, daß man in Sowjetrußland dem Ausbau der französischen Streitkräfte ganz besondere Beachtung schenkt. Dor der Erweiterung der französisch-sowjetrussischen Beziehungen im Sinne eines Bündnisses warnt besorgt die „Republigue". Wenn der französisch-sowjetrussische Pakt ergänzt werden müsse, so sagt das Blatt, dann nur durch ein Sy st em von Sicherheitsabkommen und Rüstungsbeschränkung. An diesem System müsse dann nicht nur Polen, sondern auch Deutschland teilnehmen. Das Blatt ist der Ansicht, daß das Abkommen mit Sowjetrußland die Wiederaufnahme der internationalen Aussprache mit Deutschland erleichtern könnte. Auf sich selbst angewiesen, habe sich Frankreich vor einer Aussprache mit Deutschland fürchten können, jetzt aber, da es der Freundschaft mit Sowjetrußland sicher sei, könne es fester auf treten, diesen Vorteil müsse man nutzen. - Vo einer Allianz wider d i e Natur, die nur ein Ungeheuer erzeugen werde, spricht die „Action Franchise", die mit anderen sowjetfeindlichen Blättern jede Gemeinschaft mit dem roten Rußland scharf verurteilt. das beweist das Material, das im Karl-Liebknecht- festgestellt, daß sich gerade atheistische Kommunisten 25imh bem ^eren Heim der KPD. in Berlin, aottesleugnerische Marxisten, die früher aus bef ? und das den Fachdezernenten der Kirche ausgetreten waren, nunmehr in irgendeiner Politischen Polizei fremder Staaten bekannt ge- konfessionellen Organisation kämpferisch betätigen macht worden ist. lunb den Kirchenstreit zu schüren bemühen. !Dod) fast zugleich mit dem Niederbruch Deutfd)« lanbs begannen auch die Versuche zu einer JR et- tung vor dem Chaos. Erfolg in diesem Streben konnte nur ein Mann erringen, der selbstver- ländlich Frontkämpfer war und außergewöhnliche politische Begabung und politischen Instinkt besaß, der aus eigener Anschauung und aus eigenem Erleben die Psyche der Menschen genau fannte, die zu erfassen und in ihrem Denken umzustellen seiner Ueberzeugung nach erste Notwendigkeit war: Die Masse der Handarbeiterschaft. Adolf Hiller glaubte fanatisch an sein Volk und besonders auch an den deutschen Arbeiter, den er im Felde so opferbereit, tapfer und treu gesehen hatte. Im Glauben an dieses Volk {teilte er dem Materialismus der Zeit einen neuen Idealismus entgegen. Er lehrte, daß Nationalismus und Sozialismus einander ergänzende Begriffe sind. die Wahrheit über das neue Deutschland in einem Lande künden zu können, dessen Haltung während des Krieges in Deutschland unvergessen sei. Rudolf Heß gab dann einen Ueberblick über das Werden des Nationalsozialismus und schilderte den unheilvollen Einfluß, den die an vielen maßgebenden Stellen im Staat und in der Wirtschaft stehenden Juden im Deutschland der vornationalsoziali- tischen Zeit ausgeübt haben. Weiter kennzeichnete er das damit parallel laufende Anwachsen des Dolche w i s m u s. „Die Entwicklung des jüdischen Einflusses war einer der maßgebenden Faktoren für die Verfallserscheinungen, die, wenn der National- ozialismus nicht im letzten Augenblick Einhalt geboten hätte, wirtschaftlich im Kampf aller gegen alle, kulturell im Nihilismus, taatspolitifch in der Anarchie, kurz in einem Zustand enden mußte, den wir als Bolschewismus bezeichneten. Wie von Deutschland als dem erhofften zweiten Land der Weltrevolution der Bol- chewismus weitergetragen werden sollte, das beweist das Material, das im Karl-Liebknecht- Sendbote der Wahrheit. Oer Stellvertreter des Führers spricht inStockholm über das neue Deutschland. Zur Verankerung seiner Ideen und zu ihrer syste- matischen Verbreitung im Volke schuf er die NSDAP. Und diese Partei erreichte in 15 Kampfjahren die innere Wandlung des deut chen Volkes, bie Voraussetzung ist für den Erfolg d. Arbeit, die heute in Deutschland von den Trager Stockholm, 14. Mai. (DNB.) König G u - st a f V. von Schweden hat den Stellvertreter )es Führers, Reichsminister Rudolf Heß, in Begleitung des deutschen Gesandten Prinzen zu Wied und seines Adjutanten L e i t g e n s heute vormittag um 11.30 Uhr in einer Privat- audienz empfangen. Die Audienz dauerte eine halbe Stunde. Nach dem Empfang auf dem Schloß besichtigte Reichsminister Heß in Begleitung der Gattin des deutschen Gesandten, Prinzessin zu Wied, und seines Adjutanten einige Sehenswürdigkeiten von Stockholm und hielt abends vor der Deutsch-Schwedischen Vereinigung in Stockholm einen Vortrag über das neue Deutschland. Er dankte einleitend der Deutsch-Schwedischen Vereinigung dafür, daß sie es ihm ermöglicht habe, vor einem ausgesuchten Kreise in Schweden zu sprechen. Er freue sich, ouiieb, uie x>oraub|egung |ur Den Erfolg Der Arbeit, die heute in Deutschland von den Tragern der hitlerischen Weltanschauung, des Nationalsozia- lismus, geleistet wird. Der Zusammenschluß des Volkes über alle bisher trennenden Weltanschauungen, Klassen, Stände, Parteien und Einzelstaaten hinweg in einem Reich ist zur Tatsache geworden. Den Gegnern sind die Angriffspunkte für ihre zersetzende Tätigkeit genommen. Nur ein letzter Angriffspunkt ist noch nicht ganz ausgeschaltet. Dies sind die konfessionellen Gegensätze. Demgemäß haben sich auch alle Gegner in der Austragung des künstlich hervorgerufenen Kir» ch^ nst re it es, zusammengefunden. _ Wir haben haben nur ein Interesse: Wenn schon sonst alle Gegensätze geschwunden sind, menigftens die Gegensätze der Konfessionen zu verschärfen und einen Gegensatz zwischen dem Staat und den verschiedenen Kirchen zu schaffen. Der Rationalsozialismus will, daß wie einst unter Friedrich dem Großen, „jeder nach seiner Fasson selig werde". Der na- tionalfozialistifche Staat gibt den Kirchen, was der Kirche ist, die Kirchen haben dem Staate zu geben, was des Staates ist. Darüber hinaus steht der nationalsozialistische Staat den inneren Zänkereien der Bekenntnisse uninteressiert gegenüber. Von diesem Grundsatz können uns auch noch so viele im Ausland tendenziös verbreitete falsche Vachrichten über den Kirchenstreit in Deutschland nicht abbringen. Vachrichten, die nur den einen Zweck verfolgen, gegen den vationalsozialismus im Auslande zu wirken, nachdem so viele andere Lügen ihre Wirkung verloren haben, weil die Tatsachen gegen sie sprachen. Als Krönung der gewaltigen Anstrengung um Deutschlands Wiederaufbau und zugleich als Voraussetzung für den Bestand des Ganzen ersteht das neue deutsche Volkgheer. Nach der Feststellung, daß das ideale Ziel der Erhaltung des Fnedens für Deutschland zugleich eine sachliche Notwendigkeit sei, fuhr Rudolf Heß fort: „Der Führer ist Frontkämpfer! Und ich bin ja auch Frontkämpfer, und fast alle anderen Mitarbeiter des Führers sind ebenfalls Frontkämpfer des furchtbarsten Krieges aller Zeiten. Wir wissen, was der Krieg bedeutet, und lieben deshalb den Frieden. Wir wissen, daß der Weltkrieg 15 Millionen Tote gefordert hat. Wir wissen ober auch, daß der Friede um so besser gesichert ist, je weniger etwa abenteuerlustige Nachbarn das Gefühl haben können, daß der Einmarsch in deutsches Land ein militärischer Spaziergang sei." Wie der Führor selbst betonte, braucht Deutsch- land um seiner Waffenehre willen kei- n en K r i e g zu führen, denn es hat sie n i e v e r - loren. Daß aber ein neuer Krieg die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse, welche die Folgen eines früheren Krieges sind, nicht zu bessern vermag, sondern endgültig das Chaos herbeiführen müßte, ist eine für jeden deutschen Politiker selbstverständliche Einsicht. Der Stellvertreter des Führers schloß seine Rede mit der Betonung, Deutschland wolle keinen Krieg, sondern den wahrhaften Frieden. Göring vertritt -en Führer bei der Beisetzung pilsudskis. Berlin, 14. Mai (DRV.) Bel den in Warschau und Krakau staktsindenden Beisehungsfelerlichkeilen für Marschall Pilsudski hat der Führer und Reichskanzler den Ministerpräsidenten General der Flieger Göring mit seiner Vertretung beauftragt. 3n der Begleitung von Ministerpräsident General Göring beftnden sich als Vertreter der deutschen Wehrmacht ein General des Reichsheeres, ein Admiral der Reichsmarine, ein General der Reichsluflwaffe sowie der deutsche Botschafter in Warschau und zwei Adjutanten des Ministerpräsidenten. Dank an den Führer. Berlin, 14. Mai. (DNB.) Auf das Beileidstelegramm des Führers und Reichskanzlers zum Ableben des Marschalls Pilsudski hat der polnische Staatspräsident Moscicki mit einem Telegramm geantwortet, das in Ueberfetzung wie folgt lautet: „Ich bitte Euer Exzellenz, meinen tiefbewegten Dank für die so herzlichen Worte entgegenzunehmen, die Sie zu dem schmerzlichen Verlust, den die polnische Nation soeben in der Person des Marschalls Pilsudski erlitten hat, an mich und die polnische Regierung zu richten die Güte hatten. Der Verstorbene hat sich mit voller Hingabe darum bemüht, die guten und für die Sicherung des europäischen Friedens so wertvollen Beziehungen zwischen unseren beiden Völkern glücklich zu festigen. An der Vahre des Marschalls. Die sterblichen Ueberreste Pilsudskis sind im großen Salon des Schlosses Belvedere, der in eine Totenkapelle umgewandelt wurde, aufgebahrt. Der Tote trägt die Marschallsuniform mit dem großen Band des Ordens virtuti militari. Der Katafalk ist mit purpurrotem Tuch bedeckt, das das Zeichen des weißen Adlers trägt. In einer Nische befindet sich die Urne, die das Herz des Marschalls umschließt. Daneben liegen der Säbel des Verstorbenen und die Legionärsmütze aus der Kriegszeit. Die gefalteten Hände des Toten halten ein Heiligenbild der wundertätigen Gottesmutter von Dftrabrama in Wilna, der der Marschall seine besondere Verehrung entgegenbrachte. Zu Häupten des Katafalks stehen drei Standarten der alten polnischen Armee umflort. Die eine aus dem Jahre 1831, die zweite aus dem Jahre 1863 und die dritte — eine Standarte der polnischen Legionen — aus dem Jahre 1914. Ein Strauß weißer Rosen von den beiden Töchtern des Marschalls liegt auf dem Sarge. Am Katafalk stehen Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten mit gezogenen Degen. Unabsehbare Abordnungen von allen Einheiten der Armee strömen mit ihren Kommandeuren an der Spitze nach dem Schloß Belvedere und grüßen zum letztenmal ihren obersten Kriegsherrn. Bis in die späte Nacht dauerte der Zustrom der Warschauer Bevölkerung zum Schloß Belvedere an. Entblößten Hauptes und schwei- gend harrten Tausende, bis sie in der langen Schlange der Wartenden an den Tisch in der Vorhalle gelangten, auf dem das große Beileidsbuch zur Eintragung aufgelegt war. Vier Bücher waren schon am Montag eng mit Tausenden von Namen gefüllt. Selbst als schon die Tore des Schlosses geschlossen waren, harrten noch Hunderte lange aus, um durch einen Blick auf das Belvedere ihrer Trauer Ausdruck zu geben. pilsudskis letzte Stunden. Warschau, 14. Mai. (DNB.) Die Blätter bringen Einzelheiten über die Krankheit und die letzten Lebenstage des Marschalls Pilsudski. Danach waren die Aerzte des Marschalls schon seit einigen Monaten wegen der Verschlechterung des Aussehens Pilsudskis beunruhigt, zumal sie dieses nicht allein auf die Nierenkrankheit zurückführten. Am Karfreitag bekam der Marschall einen schweren Leberanfall. Man berief sofort Professor Wenckenbach aus Wien, der Leber- und Magenkrebs feststellte. Am letzten Freitag erst trat bann plötzlich eine gefährliche Verschlimmerung im Befinden ein. Professor Wenckenbach wurde zum zweiten Male mit einem Flugzeug geholt. Der Zustand des Marschalls war bei seinem Eintreffen bereits hoffnungs- l o s. Am Morgen des 12. Mai empfing Marschall Pilsudski die letzte Oelung. Er verlor auch bereits zeitweise das Bewußtsein. Gegen Mittag schwand das Bewußtsein völlig. Am Sterbebett weilten neben der Familie und den Aerzten die Generäle Wieniawa-Dlgoszewski, Skladkowski und Rydz- Smigly. Aus der Umgebung des Marschalls wird erzählt, das er bereits feit dem Jahre 19 30 die langsame Verschlechterung seines Gesundheitszustandes empfand. Seitdem war er bestrebt, Männer seines Vertrauens an sich heranzuziehen, die die Lücke nach feinem Tode ausfüllen könnten. Besondere Aufmerksamkeit schenkte Pilsudski bis zum letzten Augenblick den Fragen der Außenpolitik. Noch am 10. Mai ließ er sich von Minister Beck eingehend über b i e Warschauer Besprechungen mit Laval berichten. Pilsubski hat ein Testament hinter- lassen, bas erst nach ber Beisetzung eröffnet werben soll.. Die Gemahlin Pilsubskis soll infolge bes er« schlitternden Erlebens von ben Aerzten zu bringen» ber Schonung veranlaßt worben sein. Das Urfeil im Berner Zionistenprozeß. Bern, 14. Mai (DNB.) Das Gericht fällte am Dienstagnachmittag, bem 14. Verhanblungstage bes Prozesses um bie „Protokolle ber Weisen von Zion", bas Urteil. Danach steht bas Gericht auf bem Stanb- punkt, baß ber Beweis bafür, bie Protokolle seien im Auftrage einer geheimen Mischen Weltregierung versaht worben, nicht erbracht worben sei. Die Protokolle seien geeignet, Haß gegen bie Juben zu verbreiten, bie als Schweizer Bürger unter bem gleichen Schutz wie bie Christen ftänben. Die Protokolle seien als Fälschung und Plagiat anzusehen und fielen ebenso wie die Vor- und Nachträge der Ausgabe von Fritsch unter Artikel 14 bes Bernischen Gesetzes über bie Schunbliteratur. Gleichzeitig würbe bas von ben Klägern beanftanbete Flugblatt bes Bunbes nationalsozialistischer Eibgenossen sowie einige Nummern ber Zeitung „Der Eibgenosse" für gesetzwibrig erklärt. Demgemäß würben verurteilt ber wegen Verkaufs ber „Protokolle" währenb einer Versammlung Angeklagte Schnell (Bern) zu einer Buße von 20 Franken, ber frühere Lanbesfuhrer bes Bunbes nationalsozialistischer Eibgenossen, Fischer (Zürich), wegen eines Aufrufes bes Bunbes unb bes Inhalts einiger Nummern ber Zeitung „Der Elb- genoffe" zu einer Buße von 50 Franken. Die Kosten bes Verfahrens werben ben beiben Verurteilten auferlegt, soweit bas Verfahren sie betrifft. Die übrigen brei Angeklagten, bie nur als Vertreter ihrer Organisationen vor Gericht ftanben, würben freigesprochen unb ihnen eine Entschäbigung zugebilligt. Vor Eintritt in bie Verhandlung gab ber Richter eine Erklärung ab, aus ber sich ergab, baß ber Sachverstänbige Fleischhauer beim Bunbes- präfibenten Minger beswegen vorstellig geworben war, weis ber Sachverstänbige Loosli in seinem Gutachten Deutschlanb unb bie R e i chs- regierung angegriffen hat, ohne baß ber Richter bies beanftanbete. Der Bunbespräsibent fjabe im Beisein bes Vorstehers bes Polizeibeparte- ments, Motta, bem Richter bies mitgeteilt, ber nunmehr erklärte: „Sollten in bem Gutachten Looslis Stellen vorgekommen fein, burch bie Deutfchlanb unb bie Reichsregierung angegriffen werben, so spreche ich Herrn Oberstleutnant Fleischhauer hiermit mein Bebauern aus." Aus ber Urteilsbegründung fei folgenbes hervorgehoben: Es fei nqch Ansicht bes Gerichtes burch bie Gutachten bewiesen, daß bie Protokolle von Jolys Dialogen abgetrieben seien. Joly habe mit feinem Werk nicht das ihm jetzt unterschobene Ziel gehabt. Der Versuch, bie Autorschaft Achad Haams nachzuweisen, fei mißglückt, nachbem alle Zeugen übereinftimmenb ausgesagt hätten, baß ber Inhalt ber Protokolle feiner geistigen Einstellung nicht ent« spreche; ebenso sei es nicht gelungen nachzuweisen, baß bie Protokolle auf einem 1897 gleichzeitig mit bem Zionistenkongreß tagenben Kongreß bes Bnei- Briß-Orbens beschlossen seien. Der Beweis ber Echtheit aus ber sog. inneren Wahrheit, b. h. ber Uebereinftimmung ber Moral ber Protokolle mit ber bes Talmubs ober ber Geisteseinstellung ber Juben sei abwegig. Mit Zitaten lasse sich alles beweisen. Der Verurteilte Schnell legte burch feinen Anwalt sofort Appellationsbeschwerbe ein, so baß ber Prozeß auch noch bie nächste Instanz beschäftigen wirb. Bei bem Berner Zionistenprozeß fjat es sich um eine rein schweizerische Angelegenheit gehanbelt. Verurteilt würben Schweizer Staatsbürger, weil sie bie „Protokolle ber Weisen von Zion" vertrieben hatten, bie vom Bestehen einer geheimen Mischen Weltregierung ausgehen. Trotzbem ist ber Verlauf bes Der Tag der Hunderttausend. Erste Vorbereitungen zum Gautag Hessen-Nassau in Darmstadt. Auf ber Pressekonferenz ber Lanbesstelle Hessen-Nassau bes Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganba, bie im wesentlichen ber Eröffnung ber Reichsautobahn gewibmet war, machten Gaupreffeamtsleiter W o w e r i e s unb Gauorganisationsleiter Wellenkamp nähere Ausführungen über ben am 1. und 2. Juni in Darmstadt geplanten Gautag Hessen-Nas- f a u. Der Gautag solle keine Nachahmung des großen Nürnberger Parteitages sein, sondern sei dazu bestimmt, die Möglichkeit einer engen Fühlungnahme zwischen ber Partei unb ihren Gliebe- rungen mit ber Oeffentlichkeit zu bieten. Daher liege auch ber Schwerpunkt in ben großen öffentlichen Veranstaltungen, zu benen bereits heute so zahlreiche Anmelbungen oorlägen, baß man heute schon ben Gautag als ben Tag ber 100000 bezeichnen könne. Am Samstag werbe ber Gautag burch zahlreiche Sonbertagungen ber einzelnen ©lieberungen eingeleitet werben. So werbe eine Tagung ber alten Kämpfer bes Rhein-Main-Gaues ftattfinben unter Vorsitz bes Gauleiters, ferner eine Tagung für Rasfenforschung unter Vorsitz bes Pg. Gros. Am Abenb werde im Großen Haus ein klassisches Stück aufgeführt werden. Die NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet ein großes Volksfest. Der Sonntag wird mit turnerischen Wettkämpfen der HI. beginnen. Auf einer Tagung ber Wirtschaftsführer bes Rhein-Maingebietes am frühen Morgen wirb ber Leiter ber Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, sprechen. Von 9.30 bis 10.30 Uhr finbet eine Führertaaung aller ©lieberungen statt. Dann beginnt ber Aufmarsch zu bem großen Appell, ben Gauleiter Sprenger unb Dr. Ley auf bem Exerzierplatz abnehmen werben. Um 15 Uhr finbet bann ein Vorbeimarsch statt, ber etwa 17 Uhr beenbet fein bürste. Am Abenb wirb bas Volksfest ber NS.-Ge- meinschast „Kraft burch Freube" wieberholt, bas sich um bas Schloß unb ben Parabeplatz gruppieren wirb unb mit einem großen Feuerwerk sein Enbe finbet. Prozesses auch in Deutfchlanb mit Aufmerksamkeit verfolgt worben. Das Urteil hat nach bem Vrozeß- oerlauf, in bem bie Mischen Zeugen tagelang in breitester Form gehört, bie ber Beklagten aber abgelehnt würben, aber auch nach ber Art, wie bie Sachverstänbigengutachten bewertet worben sinb, nicht überrascht. Daß ber Richter vor Eintritt in bie Spruchverhanblung eine Ehrenerklärung gegenüber bem deutschen Sachverständigen abgeben mußte, spricht für sich. Zur Entscheibung ftanb nicht bie Echtheit ober Unechtheit ber Protokolle, über bie bas Amtsgericht nach bem Beweisaufwanb nicht befinben konnte, unb über bie allein bie historische Forschung zu ent» scheiben hat, sonbern nur bie Frage, ob bie von ben Beklagten verbreiteten Aufrufe unb Veröffentlichungen unter ben Artikel 14 bes Berner Gesetzes über bie Schunbliteratur fielen. Im übrigen ist seitens ber Verteibigung ber Verurteilten sofort Appellationsbeschwerbe eingelegt worben. Es ist zu hoffen, baß bie übergeorbnete Instanz, falls sie sich mit ber gleichen Fragestellung befassen sollte, ihre Entschei- bung auf Grunb einer ausreichenben Beweisaufnahme fällen wirb. Iwei-Lahresprogramm für die britische Lustaufrüstung Verdreifachung der heimischen Lufistreitkräfte. London, 15.Ulfll (DRB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet: Die Pläne für die Verstärkung der britischen Luftwaffe, die diese Woche vom Kabinett geprüft werden fallen,.sehen eine Verdreifachung der heimischen und annähernd eine Verdoppelung der gesamten britischen Lufistreitkräfte in der ganzen Welt binnen zwei Jahren vor. Die gegenwärtige Stärke beträgt: Heimatschuh 43 Geschwader mit 490 Flugzeugen; überseeische Einheiten, Flugboote und Warineflugzeuge 50 Geschwader mit 530 Flugzeugen, zusammen 93 Geschwader mit 1020 Flugzeugen. Dem aufgestellten Plan zufolge soll die Stärke der Luftflotte im April 1937 betragen: heirnatfchuh 128 Geschwader mit 1460 Flugzeugen, überseeische Einheiten, Flugboote und Marineflugzeuge 50 Geschwader mit 530 Flugzeugen, zusammen 178 Geschwader mit 1990 Flugzeugen. Die Zahl der Maschinen, die ein Geschwader bilden, wechselt je nach der Klasse. Von Maschinen mit einem Motor bilden in der Regel je 12 ein Geschwader, von Maschinen mit mehreren Motoren je 10; einige der Flugbootsgefchwader umfassen nur drei bis fünf Maschinen. Das Blatt weist darauf hin, daß dieser Plan, falls er vom Kabinett unverändert angenommen wird, die britischen Lufistreitkräfte auf die höhe der französischen in Europa und Rord- a f r i k a bringen würde und daß Deutschland in absehbarer Zeit die gleiche Stärke haben werde, falls es sie nicht schon besitze. Es werde unverzüglich ein schnelles, schweres Bombenflugzeug von großem Aktionsradius entworfen und gebaut werden, das den Leistungen der deutschen Bombenflugzeuge gewachsen sei. Mitgliedersperre auch für HL. und BdM. München, 15. Mai (DNB. Funkspruch). Im „Völkischen Beobachter" veröffentlicht ber Reichs- schatzmeister ber NSDAP, folgenbe Verfügung: „Die berzeitig bestehenbe Mitgliebersperre wirb im Einvernehmen mit bem Stellvertreter bes Führers unter Hinweis auf meine biesbezüglichen Verfügungen bis zu einer enbgültigen Regelung auch auf Angehörige ber Hitler - Iugenb sowie bes Bunbes beutfcher Mabel ausgebehnt. Vorstehenbe Verfügung tritt mit bem Tage ihrer Verkünbung in Kraft. Meine politische Nachrichten. Der Reichsmini st er ber Finanzen, Graf Schwerin von Krosigk, ist von einem Erholungsurlaub zurückgekehrt unb hat feine Dienst- geschäfte roieber übernommen. ♦ Der Reichsminister ber Justiz, Dr. Gärtner, hat in bie amtliche Kommission für bie Aufstel ° lung eines Strafvollzugsgesetzentwurfes ben Generalftaatsanwalt Ministerialrat Dr. Christians in Olbenburg berufen. Manila, 14. Mai. (DNB.) Aus ben bisherigen Berichten über bie Volksabstimmung auf ben Philippinen geht hervor, baß bi e Anhänger ber neuen Verfassung, bie nach zehnjähriger Gültigkeit zur völligen Unabhängigkeit ber Philippinen von USA. hinüberleiten soll, eine ungeheure Mehrheit errungen haben. Oie Eröffnung der Brücke über den Kleinen Belt. DNB. Frebericia, 14. Mai. Unter starker Beteiligung ber bänischen Oeffentlichkeit würbe am Dienstagnachmittag bie Brücke über ben Kleinen Belt eingeweiht. — Die gelabenen ©äste aus Kopenhagen, die Regierung mit Minifterpräsibent Staumng an ber Spitze, Mitglieber bes Diplomatischen Korps, unter ihnen ber beutsche © e - fanbte in Kopenhagen Freiherr von Richthofen, zahlreiche Mitglieder des Reichstages unb Vertreter ber Behörben waren in zwei Blitzzügen nach Mibbelfart beförbert worben, ©egen 13.30 Uhr traf an Borb bes Königsschiffes „Danebrog" König Christian X. in Begleitung bes Prinzen W a l b e m a r unb bes Prinzen Georg von Griechenlanb in Mibbelfart ein. Auf bem Festplatz würbe ber König von der vieltausendköpfigen Menschenmenge mit lautem Hurra begrüßt. Nachdem der König und feine Begleitung auf einer besonderen Tribüne Platz genommen hatten, hielt Verkehrsminister Friis-Skotte eine Ansprache, in der er die Geschichte der Entstehung bes Bauplanes seit dem Jahre 1883 schilderte. Die Brücke stelle den größten bisher in Dänemark zur Durchführung gekommenen Brückenbau dar. Hervorragend tüchtige deutsche und dänische Ingenieurfirmen hätten bie Arbeit gemeinsam ausgeführt. Die Brücke wirb in einer international sehr unruhigen Zeit eröffnet. Eine Brücke über ein allen Nationen offenes Fahrwasser ist ein Zeichen bes Friebens. Es zeigt bas volle Vertrauen eines kleinen friebüebenben Lanbes barauf, baß sein Friebenswille international anerkannt wirb, unb baß fein Frieben nicht gestört werben wirb. Der König gab ber Bewunberung über ben bei bem Bau ber Brücke geleisteten technischen Einsatz Ausbruck unb erklärte bie Brücke für eröffnet. Punkt 15 Uhr zerriß ber Triebwagen bes Königs ein am Brückenkopf gespantes ©eibenbanb. Währenb ber Fahrt über bie Brücke ertönten laut bie Sirenen von etwa 10 Dampfern, bie sich unterhalb ber Brücke eingefunben hatten. Punkt 15.10 Uhr traf ber Blitzzug am neuen Bahnhof in Frebericia ein. Der König trat bann bie Fahrt zu einem Besuch Norbschleswigs an. Aus aller Wett. Aufsehenerregende Vücherdiebstähle In der Universität Köln. — Der Täler verhaftet. Seit bem Jahre 1930 verschwanben aus ben Büchereien ber Universität Köln fortgesetzt wertvolle Lehrbücher, ohne baß es gelang, Des Diebes habhaft zu werben. Die Kriminalpolizei konnte nunmehr ben Täter, einen 27jährigen lebigen stellungslosen Mittelschullehrer aus Köln- Bayenthal festnehmen. Bei ber Festnahme war ber Dieb, ber wöchentlich 10—15 Bücher aus ben ßefefälen ber Universität entroenbet hatte, im Besitz von sechs größeren wissenschaftlichen Werken, bie er am gleichen Tage aus ber Bibliothek des Deutschen Seminars entwendet hatte. Eine Durchsuchung seiner Wohnung förderte weitere 185 Lehrbücher bedeutender Schriftsteller zutage, die ausnahmslos Eigentum der Universität waren. Einen großen Teil der gestohlenen Bücher hat der Dieb an Buchhändler und Antiquare in Köln und Bonn verkauft. Die Namen dieser Aufkäufer gab der Täter bekannt. Einige von ihnen gaben daraufhin die Bücher aus eigenem Antrieb ber Universitätsbücherei zurück, anbere werben sich wegen Hehlerei zu verantworten haben. Weiter würben im Besitz bes Festgenommenen mehrere hunbert einzelne Seiten von wissenschaftlichen Werken gefunben, bie er aus bem Lehrmaterial herausgerissen hatte. Auch hat sich ber Dieb ber gewinnsüchtigen Urfunbenfäl- fchung schulbig gemacht, inbem er auf Verlangen einzelner Buchhänbler falsche EiyentuMsbescheini- gungen über bie angebotenen Bücher beibrachte. Solche Bescheinigungen hatte ber Dieb mit falschen Namen unterschrieben. Bootsunglück in Rordschteswig. — Lin Ruderer ertrunken, vier andere vermißt. Fiirtt Mitglieder des Deutschen Ruderklubs „Germania^ in Sonderburg hatten am Sonntag eine Sternfahrt angetreten, von der sie nicht zurückkehrten. Die Befürchtung, daß das vermißte Boot bei der aufgekommenen steifen Brife gekentert ist, hat sich jetzt bestätigt. Die Fahrzeuge, die sich auf die Suche begaben, haben das vermißte» Boot kieloben treibend aufgefunden. Die Leiche eines der Vermißten konnte von ihnen geborgen werden. Don den übrigen vier Insassen Des verunglückten Bootes fehlt Dagegen noch jede Spur. Eisenbahnunglück in der Mandschurei. — Vier Tote, 21 Verletzte. Der Moskau—Wladiwostok-Expreßzug stieß 200 Kilometer östlich von Charbin (Mandschurei) mit einem Güterzug zusammen. Vier Personen wurden getötet und 21 verwundet. Der Zug wurde völlig zerstört. Wer schneller bräunen will, nimmt Leokrem ! D e t Erich Deichert, Weickartshain. bleiben. Deutscher Caritas-Volksiag 1935 .«»das einzig» im 88. Lebensjahre heute zu sich in die Ewigkeit abzurufen. 3. 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Keine Ursprungszeugnis«, • >andern nur Zeugnisabschriften dem Bewerbungsschreiben beilegen! — Lichtbilder undBewerbungsunter- lagen müssen zur Vermeidung von Verlusten aus der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerber« tragen! ZweckSBekümpsungoer Schwarzarbeit türmen Arbeits-Ange- bote von Handwerkern nur mit Namensnennung n. unter Vorlage de-Gewerbenachwetses ausgenommen werden. Verlag desStebeoerAnzetgers Hllllllllllllllllllllllllllll SttßM6W < kürÜeaMlaad delt. Deine Spende unterstützt die Arbeit der Can« tas und damit wertvolles Bemühen für das Volk und seine Zukunst! ging der Dampfer in See. Wie da mit Tüchern und Händen gewinkt wurde, aalt es doch, einige Tage das Festland zu verlassen, nur von dem wogenden Meer umgeben. Welch eine Freude, aus glänzendem Meeresspiegel zu fahren und nur an Fröhlichkeiten zu denken. Die Weser-, Norderney- und Borkum-Feuerschiffe waren passiert und die offene Nordsee erreicht. Die Seekrankheit hatte bald mehrere Landratten für kurze Zeit befallen. Reges Leben war aber dennoch auf dem Dampfer. Konzert, Kino, Gesellschaftsspiele wechselten in bunter Reihenfolge ab. In sämtlichen Räumen waren frohgestimmte Menschen zu sehen. Abends konnte bis 24 Uhr auf dem fahrenden Schloß das Tanzbein geschwungen werden. Auch der 1. Mai wurde in würdiger Weise gefeiert. Eine HoQölinotor 8-10PS (Jung) i. gutem Zustand ru verkauf. [02106 Crednerstr. 1611 In wem Nischen Gut wohlhabend! Proletarier In den ( polnische 6; den. An fei: nisch qespro und Schuler Der Mm' und mit sei! Das Lan! Mer der S russische Ra haben das wohl kaum sich und las sie nicht $ war, wenn leben und machen. Ui auf ruj geht wirtsc man den nalistische man die n mehr polni Traum vor Man schieb/ ober 2lrjf . Geld. Das -ist 19. März 18 Sein Vater einer alten am Aufstau! der geheime rawiews ha liche Verm Brand hat Mit tiefen W Sichdu K sich nicht IG unter i Eisen werser hat. Die F Bauplatz in der Goethestr. 1155 qm einzeln und getrennt zu verkaufen. 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Um 23 Uhr ging es dann endgültig nach der Heimat, wo wir am Sonntag, 5. Mai, wieder ankamen. Ich glaube, jedem, der die Urlaubsfahrt mitmachen durfte, wird diese in steter Erinnerung Schnelldampfer *COLUMBUS< größte» deutsche« Erholung» » ch i J f h^eöühdahhbwfnWdeOemen Qastylah! fiftltetafoloWtnte Bücheriisch. — HerbertKranz:.Luxemburg, Brücke zwischen deutsch und welsch mit Karten und Bildern. Kart. 1,50 Mark. Verlag Grenze und Ausland, Berlin W 30. — (55) — Das Büchlein zieht einen anschaulichen Querschnitt durch das Grenzland des Westens und behandelt besonders die Probleme, die sich aus der eigenartigen Zwischenlage Luxemburgs im Schnittpunkt zweier großer Staatsgebiete ergeben. , Friedrich den. Qst n wenn er q tonen zu einen leere „2a der I Narrheit t doch, eine 3u verschw Wer hat j, nadj ihre" &• Majest Adolf? Ma d°nn bebai Llrlaubsfahrt mit „Kraft durch Freuds Erlebnisse auf der Hochseereise nach Süd-England. hihihi iiiiiiii Hiiiiiiii leib e Näherin für Kleider und Wäsche, die aus Gesundheitsgr. nicht immer sitz, möchte, ffndet geeignete Stellung per sofort o.svät. in kleinem feinen Haushalt. Selb. rnußb.tägl.Putz- u.Waschhilfe den Haushalt führen und kochen könn. Nur sol.Mädchen gesetzt. Alters w. Bewerb.m. Lichtbild unt. 2931V an d. Gieß. Anz. einreichen. Illlllllllllllllllllllllllllll Landwirt und Gemeindevorsteher a. D. Johannes Borck Veteran von 1866 und 1870/71 la MM5 LMbsimen "SS -'S bs S‘S" ein Wilna MfMur nicht bei °i der.Beze'^ Wochen lew regiert der - Auf dem Wrawiew, mit »en ? fertiiH“®“ . aart*” ten -in««", Freuden. -W unterbringL Der Gras A Die Gutsbes Runde 2aue stehen, mit k stfioitoeoiei (Kiesten. 2847D Tonn., 16. Mai 20 bis 22 Uhr ».Borstest.) ulturgem. Nirm Deutsche Bühne. Kein Kattenverk. Ter Nobelvreis. Komödie i. 4Akt von Hjalmar Bergmann. feilen, b( ,,lm 5Ban Weg Erkrankung mein. Mädchens suche ich ein durchaus tüchtiges in all.Hausarbeiten erfahrenes Mdchen das auch kochen kann. [2939D SrauBernard, lockstr. 16 I. Et. ro^J5 ein Gesetzen um einen 3 SJ bewillic ?°uer aber' daß e &bunt" ^"ularrat f. n“9- und 1* di- Sius P'°° sS1 d-i 8eLB L lewer J Mltrat °d°ch abge «n d 9«tabe i* ein. ffr,a)L Mats! Bremen -FunchalJMadeira -Las Palma» Tan ger-Litt ab on-r illagarcia-Cowet- Bremen Auskunft und Prospekte durch untere Vertretungen und NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN In Gießen: H.Kretzschmar, Seltersw.24 In Rad-Nauheim: Reisebüro Robert Capelle, Adolf-Hitler-Straße In Wetzlar: Wilhelm Fischer, Inh. Christ. 2926V Heberling, Lahnstraße 20. Dom 18. bis 24. Mai wird die Caritas im ganzen Reiche eine Haus- und Straßensammlung abhalten. „Caritas" ist nicht allen Volksgenossen ein geläufiger Begriff. Man versteht darunter sowohl hilfreiche Gesinnung gegenüber der Not des Nebenmenschen, als auch den organisatorischen Zusammenschluß aller Werke der Nächstenliebe, die unsere katholischen Volksgenossen zur Behebung bestehender Not im Laufe der Jahrzehnte schufen. In Würdigung des Wertes christlicher Liebestätigkeit und in Berücksichtigung der Leistungen der caritativen Organisationen für das Volksganze haben Staats- und Parteibehörden dem Deutschen Caritasverband diese Sammelwoche genehmigt. Der Deutsche Caritasverband ist als Gesamtvertretung der katholischen kirchlichen Liebesarbeit Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenoerbände der freien Wohlfahrtspflege, die unter der Führung des Hauptamtes für Volkswohlfahrt steht und die einheitliche und planwirtschaftliche Gestaltung der Wohlfahrtspflege im nationalsozialistischen Staat zum vornehmsten Ziele hat. Ihre religiöse (nicht konfessionelle) Grundhaltung hindert die Caritas nicht, allen hilfreich zu sein. Ihr Wahlspruch „Tuet Outes allen" ist allezeit Praxis, nicht graue Theorie. Selbst in Berücksichtigung der Tatsache, daß die NSV. in kurzer Zeit zu einem wirkungsvollen Werkzeug zur Abwehr der Not geworden ist, sind die Leistungen der Caritas überaus eindrucksvoll. Die Caritas unterhält u. a.: 1602 Anstalten der Gesundheitsfürsorge (Krankenhäuser, Heilstätten, Heime für Mutter und Kind, Erholungsheime, Heilanstalten, Gebrechlichenheime). 1147 Anstalten der Erziehungsfürsorge (Erziehungsheime, Fürsorgeerziehungsheime, Fürsorgeheime, Heime für Berufstätige und in Ausbildung Begriffene). 1225 Einrichtungen der wirtschaftlichen Fürsorge (Altersheime, Heime für Strafentlassene, Wanderer usw.). 154 Krippen und Eigenheime. 6303 Fürsorgestellen, ambulante Pflegestationen. 4135 Kindergärten und Horte. 10 715 Unterstützungsvereine, Sekretariate, Cari- tasausschüsse. Was in diesen Einrichtungen an Volkswerten geschaffen oder erhalten bzw. wiederhergestellt wird, läßt sich schwer, am wenigsten in Zahlen ermessen. Jeder Statistik unzugänglich ist die Arbeit der Caritas in der Behebung religiös-sittlicher und geistiger Not. Und doch liegt darin ihre besondere Sendung und Stärke. Wenn in diesen Tagen Sammlerinnen und Sammler vor dich hintreten, wisse, daß es sich um nichts Geringfügiges, oder gar Nebensächliches han- Lehr: mäddien (mögl. schulfrei) ver sofort gesucht. 02111 Bayerisches Schokoladenhaus Seltersweg 37. Tüchtiges, solid. Mädchen nicht unter 17 I./ gesucht. 2S3iv PaulineZengler Pestalozzischule In d.Eichgärten. Mahagoni-Malz. Jüüg zu verkauf. Zu erfragen in der Geschäftsst. d. Gieß. Anz. o2ioL Junge, flotte Stenotypistin mit guter Schulbildung ver sofort gesucht. Kaufmänn. Ausbildung nicht Beding. Schriftl. Angebote mit Lebenslanf u. Zeugnisabschr. unter 2928V an den Gieß. Anz. 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Mai: mittags 14,7 Grad Celsius, abends 10,9 Grad; am 15. Mai: morgens 5,7 Grad. Maximum 14,9 Grad, Minimum 1,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. Mai: abends 15,3 Grad; am 15. Mai: morgens 12,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8,2 Stunden. — Niederschläge 1,7 mm. Bekanntmachung. Der Feldweg, der den Flugplatz in nord-südlicher Richtung durchschneidet, wird vom 15. bis einschlieh- üch 17. Mai 1935 für jeglichen Verkehr (auch für Fußgänger) gesperrt. 29216 Gießen, den 13. Mai 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Ferien! Eine Freude für jeden Deutschen. Wie groß war meine Freude, als ich zu der H 0 ch s e e - Urlaubsreife mit „Kraft durch Freude" eingeladen wurde. Welch' ein Glück. Acht Tage lang unter fröhlichen Menschen weilen und die tägliche Arbeit ruhen zu lassen. Der Tag des Abfahrens wird heiß ersehnt. Endlich ist es soweit. Am 27. April, um 23 Uhr, werden wir von den Arbeitskameraden aus Frankfurt und Umgebung mit stürmischen Heil-Hitler-Rufen herzlich willkommen geheißen. 939 frohgestimmte Menschen fahren von Hessen-Nassau mit. Die Fahrt geht durch grünende Felder, schattige Täler und Wälder über Kassel-Hannover, durch die Lüneburger Heide nach Bremen. Hier erwartet uns schon ein wohlduftender Frühstückstisch. Hei, wie das mundete! Nach kurzer Rast fuhren wir mit einer Fähre um Bremen herum, um Hafenanlagen und sonstige Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus zu sehen. Nachdem wir das Mittagessen eingenommen hatten, begann die gemeinsame Besichtigung der Hafenstadt. Der Marktplatz mit dem Rolanddenkmal, das Verwaltungsgebäude des Norddeutschen Lloyd, die Börse u. v. a. Besonderes Interesse erweckte der Dom mit seinen altertümlichen Fenstern und seinen Altertümern aus dem 15. Jahrhundert. Auch der Bleikeller, der manche Mumie faßt, wurde besichtigt. Der Ratskeller konnte wegen Zeitmangels nicht besucht werden. Um 17 Uhr ging es weiter nach Bremerhaven. Mit Musik wurden wir vom Bahnhof abgeholt und zu unserem bereit- stehenden Dampfer gebracht. Kaum hatten wir das Abendessen eingenommen, da machte sich jeder mit seiner Schlafstätte vertraut, denn der Körper verlangte doch auch einmal Ruhe. Mit „Freut euch des Lebens" wurden wir um 7 Uhr geweckt. Nun konnte das Schiffsleben beginnen. Nach dem Kaffeetrinken machten wir mit einem kleinen Dampfer eine Fahrt durch den Hafen in die Tiergrotten von Bremerhaven. Ein kleiner zoologischer Garten war hier zu sehen. Seelöwen, Eisbären, Waschbären, Seewölfe u. a. m. Auch der Riesendampfer „Bremen" wurde in allen Teilen besichtigt. Dann ging es zurück zu dem Urlaubsdampfer „Der Deutsch e". Ein Amtswalter der DAF. sprach einige Worte und brachte ein dreifaches Siegheil auf unseren Führer aus, dem wir es auch zu verdanken haben, daß wir solche Freudenreisen machen können. Während die Kapelle das Deutschland- und das Horst^Wessel-Lied spielte. Ordentlich. 02093 schulentlassenes Mädchen für vormittags z. 1. Juni gesucht. Vorzustell. Donnerstag 6-7 Uhr. Wilhelmstr. 24III Mädchen nicht mehr fort- bildungsschulpff., für tagsüber gesucht. Zu erfrag, in 0. Geschäftsst. d. Gß. Anz. 02112 Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Öen übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlagr Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.--G., fämllich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr# Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 vtt mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültige Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick In die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durcherweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde .1 L-Js* iMi 4sl. ASM tief gebaut 2923D (Funker & Ruh) billig abzugeben. Wo? sagt dieGe- schäftsst. d. G. A. illesSilbepgeld sowie Gedenkmünzen zu verk. Schr. Anfr. unt. 02109 a.d. G.A. KleineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. nur CfC-FULS artige,wirk» same Präparat zur völligen Beseitigung. RM3.~ ,3 50. Probetube 1.60. Gegen Pickel, Mitesser Venu» Stärke A — Ärztlich empfohlen. DrogerieWinterhoff, Kreuzpl. 9/10 MWGlMMeMglW Donnerstag, 16. Mai, 20.30 Uhr, im Caf6 Leib. - Es spricht: Werner Schurnitz-Berlin über MM MlUM«« Eintritt 30 Pf., Erwerbslose frei. | Mietgesuche | Garage f. gröberen Personenwagen, in der Stadtmitte gesucht. Schriftl. Preis-Angebote unter 2938D an den Gieß. Anzg. Stellenangebote Kräft. Junge als Gchreiner- lehrling sofort gesucht. Schriftl. Angeb. mit Zeugnisabschriften u.02102 an d. Gieß. Anz. Lehrling f. Lebensmittelgeschäft sofort gesucht. Schr. Angebote m. Zeugnisabschrift. unt. 2935Da.d.G.A. Schulentlassener Zunge f. leichte Garten- arbeitundBoten- y°" Gustav Koch, Weserstraße 20. Gießen, Saarbrücken, den 15. Mai 1935. Q2110 Frau Minna SchichWwe. Familie Alfred Klein. Statt Karten! Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen herzlichsten Dank. Nr. 112 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 15. Mai <955 Aus pilsudskis Kindheit und Lugend. Das entscheidende Kapitel in der Lebensgeschichte eines großen Mannes. Von Friedrich Wilhelm von Oerhen. Der Auf st and von 1863 ist zu Ende. Hunderttausend russische Soldaten, ausgerüstet mit Gewehren und Munition, mit der modernen Artillerie einer damaligen Armee, haben in länger als einem Jahre den verzweifelten Widerstand von ein paar tausend schlecht ausgerüsteten, unausgebildeten polnischen Patrioten niedergeschlagen. Die Gefängnisse in Polen und in Litauen sind überfüllt. Die Kriegsgerichte arbeiten mit Doppelschichten. Ueberall im Lande stehen Galgen, und gen Osten ziehen täglich die traurigen Züge der Deportierten, angetrieben von den Knutenschlägen der eskortierenden Kosaken. In Wilna regiert als Gouverneur des Zaren Graf Murawiew. Aber das Volk nennt ihn nicht bei diesem Namen. Es kennt ihn nur unter der Bezeichnung, die er sich gleich in den ersten Wochen seines Regimes erworben Hot: in Wilna regiert der Henker. Auf dem Lande draußen herrscht bittere Not. Murawiew, der Henker, hat sein besonderes System, mit den polnischen und litauischen Gutsbesitzern fertigzuwerden. Auf jedem Gutshof werden ein paar Dutzend Kosaken oder andere russische Soldaten einquartiert. Dort leben sie herrlich und in Freuden. Der Gutsbesitzer mag sehen, wie er sie unterbringt und verpflegt. Aber das ist nicht alles. Der Graf Murawiew hat einen ausgeruhten Kopf. Die Gutsbesitzer müssen eine Sondersteuer zahlen. Runde Dauerkontribution für alle, die im Verdacht stehen, mit dem Aufstande von 1863 auch nur sympathisiert zu haben. In wenigen Jahren sind viele Hunderte von polnischen Gutsbesitzern wirtschaftlich am Ende. Aus wohlhabenden Familien sind mehr oder weniger Proletarier geworden. In den Städten sieht es nicht anders aus. Die -polnische Sprache ist von den Straßen verschwunden. An keinem öffentlichen Ort darf ein Wort polnisch gesprochen werden. Vor Gericht, in Kirchen und Schulen ist Russisch allein die erlaubte Sprache. Der Kaufmann im Laden muß mit seinen Kunden und mit seinen Angestellten russisch sprechen. Das Land ächzt unter der Faust des Henkers. Aber der Mensch will leben. Die, an denen der russische Rachefeldzug persönlich vorbeigegangen ist, haben das Gefühl, daß gegen diese Gewalt doch wohl kaum etwas zu unternehmen ist. Sie ducken sich und lassen am liebsten niemanden merken, daß sie nicht Russen sind. Sie wollen vergessen, was war, wenn man ihnen nur die Möglichkeit läßt, zu leben und vielleicht auch sogar ihre Geschäfte zu machen. Und siehe da: Sie merken, daß man auch auf russisch Geld verdienen kann. Es geht wirtschaftlich irgendwie aufwärts. Weshalb soll man den neu beginnenden Wohlstand durch nationalistische Experimente gefährden? Weshalb soll man die russischen Herren reizen? Man spricht nicht mehr polnisch. Man denkt nicht mehr an den alten Traum von einem unabhängigen polnischen Reich. Man schiebt das alles beiseite und ist Geschäftsmann oder Arzt oder Rechtsanwalt. Und verdient sein Geld. Das ist die Atmosphäre, in die hinein am 19. März 1867 Josef P i l s u d sk i geboren wird. Sein Vater ist ein aufrechter Mann, der Sproß einer alten polnisch-litauischen Adelsfamilie. Er hat am Aufstand von 1863 teilgenommen als Kommissar der geheimen Nationalregierung. Die Kosaken Mu- rawiews haben ihn geplagt. Das ehemals recht stattliche Vermögen ist zusammengeschmolzen. Ein Brand hat fast das Letzte vernichtet. Mit tiefem Ingrimm sieht Pilsudskis Vater das feige Sichducken vieler seiner Landsleute. Er macht es sich nicht so leicht wie die andern. Er kann nicht jetzt unter der Faust des Henkers all das zum Eisen werfen, wofür er bisher gelebt und gekämpft hat. Die Frau an seiner Seite, Maria P i l - s u d s k a , ist ihm eine tapfere und niemals versagende Kameradin. Sie sieht und fühlt das Elend um sie herum. Aber sie bleibt aufrecht und gibt nicht nach. Ihre Kinder sollen wissen, daß sie Polen sind; ihre Kinder sollen ein polnisches Elternhaus haben, und die Großen aus der polnischen Geschichte sollen ihren Söhnen Vorbilder für ihr späteres Leben werden. In Wilna besucht der junge Pilsudski das Gymnasium. Schon nach den ersten Schultagen sieht die Mutter, wie das Kind immer gedrückter wird. Sie weiß, wie diese russischen Schulen aussehen und welcher Geist in ihnen herrscht. Aber es hilft nichts. Ihr Sohn muß da hindurch. Jeder Privatunterricht ist streng verboten. Er könnte ja polnisch sein. Und so beginnt der erbitterte Kampf der Maria Pilsudska gegen diese russische Schule. Dieser Kampf ist ein Jahre langer ständiger Kleinkrieg um die Seele ihres Sohnes. Josef Pilsudski trägt die Uniform eines russischen Gymnasiasten. Seine Lehrer sind Russen, die die Aufgabe haben, aus polnischen Kindern russische Staatsbürger zusammenzuprügeln. Diese Lehrer unterziehen sich ihrer Aufgabe mit verbissener Energie. Die ganze Schule ist voll von der Atmosphäre gegenseitiger Abneigung, gegenseitigen Mißtrauens, gegenseitiger Spionage. Wenn während der Pause zwei oder drei der Kinder in irgendeiner Ecke zusammenstehen, dann pirscht sich heimlich der Lehrer heran, um zu hören, ob die Jungens nicht vielleicht untereinander doch polnisch sprechen. Und wehe ihnen, wenn ein polnisches Wort gehört wird. In den Stunden russisch, immer nur wieder russisch. Den unglücklichen Jungen zerspringt fast der Kopf, aber nicht darauf kommt es an, sondern es geht allein um die Frage, ob man mit Schulunterricht polnisches Blut in russisches verwandeln kann. Das Schlimmste aber ist der Geschichtsunterricht. Man hat in Petersburg im Unterrichtsministerium für die russischen Schulen in Polen und Litauen besondere Geschichtsbücher zusammengestellt. Und in diesen Geschichtsbüchern wird alles, was an die Geschichte des polnischen Volkes erinnern könnte, mit Bedacht in den Schmutz gezogen. Niemand, der Kinder kennt und Kinder liebt, wird darüber verwundert sein können, wenn Josef Pilsudski viel später einmal einem seiner Biographen von dieser Schulzeit als fast von dem Schrecklichsten, was er erlebt habe, erzählt hat. „Meine ganze Schulzeit", so sagt er, „war eine einzige dauernde Qual. So tief hat sich das bei mir eingegraben, daß ich heute noch, wenn ich einmal einen schlechten Traum habe, von jenen russischen Lehrern träume, die mit all ihren Gemeinheiten meine Kindheit systematisch zu vergiften versuchten." Gegen diese Schule kämpft Maria Pilsudska. Abends, bei dicht verschlossenen Fenstern und Türen, nimmt sie ihren Sohn auf den Schoß und erzählt ihm von der Geschichte Polens. Sie spricht zu ihm wie zu einem Großen. Es ist irgendwie unmöglich, kindlich zu sein, wenn sie die Augen dieses Jungen sieht. Sie erzählt ihm von dem Bauern P i a st, der König von Polen wurde. Sie spricht von den Zügen Boleslaws des Kühnen, dessen Reich und Einfluß von der Elbe bis ans Schwarze Meer reichte. Sie erzählt von Kasimir dem Großen, dem Bauernkönig, der ein hölzernes Polen vorfand und ein gemauertes zurückließ. Sie zeichnet all die Bilder einer großen Vergangenheit aus der Zeit der Jagellonenfürsten, und diese Bilder sind schön und erhaben. Sie sind vielleicht manchmal ein wenig zu freundlich. Aber das ist notwendig, denn es geht ja darum, das russische Gift unschädlich zu machen. sich, sich zu straffen. Aus ihm wird kein weicher Bürger werden. Er wird nicht zu denen gehören, die ihr Polentum vergessen, um bequemer Geld verdienen zu können. Die Saat, die das Elternhaus gepflanzt hat, ist gut und stark. Und eines Tages wird sie aufgehen und Frucht tragen. Noch ehe Josef Pilsudski seine Wilnaer Schulzeit-abgeschlossen hat, trifft ihn ein schwerer Verlust. Im Alter ufln noch nicht ganz vierzig Jahren stirbt seine Mutter. Die Trauer über den Tod dieser Frau, die seinem Leben Inhalt und seiner bitteren Kindheit Licht gegeben hat, ist unendlich groß. Aber dieser junge Pilsudski wird durch den Schicksalsschlag, so schwer er ihn auch empfindet, nicht aus der Bahn geworfen. Irgendwo im Unterbewußtsein spürt er, daß die russischen Unterdrücker auch das Leben der geliebten Mutter auf dem Gewissen haben. Josef Pilsudski bezieht die Universität Charkow, um Medizin zu studieren. Nicht für lange. Nach knapp einem Jahre zwingen ihn die russischen Polizeibehörden, die Stadt zu verlassen. Man hat ihn in Verbindung mit Studentenunruhen gebracht, und obwohl nicht das Geringste nachzuweisen ist, genügt der Verdacht, um die' Relegation von der Universität herbeizuführen. Pilsudski kehrt nach Wilna zurück, gerät in Wilna in einen Kreis von jungen polnischen Intellektuellen, die sich sehr intensiv mit dem Studium sozialistischer Fragen beschäftigen. Diese jungen Studenten und Kaufleute verschlingen in geheimen Zusammenkünften alles, was ihnen an sozialistischer Literatur irgendwie erreichbar ist. Bei dichtverschlossenen Türen und hinter verhängten Fenstern diskutieren sie nächtelang, und immer klarer schält sich bei manchen von ihnen die Erkenntnis heraus, daß dieser Sozialismus vielleicht einmal eine Waffe in dem Kampfe des polnischen Volkes um seine Freiheit werden könne. Noch ist das alles bei den meisten dieser jungen Menschen und auch bei Pilsudski unklar und verschwommen. Im Jahre 1887 findet ein junger russischer Student Zutritt zu dem Kreise Pilsudski und seiner Freunde. Er kommt aus Petersburg und gehört einer Geheimverbindung russischer anarchistischer Studenten an. Dort in Petersburg spielt man mit dem Gedanken eines Attentates auf den Zaren Alexander III. Der Petersburger Student hat den Auftrag, Verbindung mit den Wilnaer polnischen Sozialisten aufzunehmen und sie zur Teilnahme zu gewinnen. Josef Pilsudski, dem man später immer wieder vorgeworfen hat, daß er ein hoffnungsloser Romantiker sei, ist einer der wenigen, die ganz klar und kalt ablehnen. Vergeblich versucht der Russe, ihn zu überzeugen. Pilsudski hört sich alles an, was der Petersburger Student zu sagen hat. Aber dann schüttelt er wieder und wieder den Kopf. „Sie vergessen", so erklärt er, „daß wir Polen sind. Uns interessiert vor allem und ganz allein der Kampf gegen das System der russischen Unterdrückung unseres Volkes. Uns geht es nicht um das Leben dieses oder jenes Zaren. Das Elend, die geistige Knechtung der polnischen Arbeiter und Bauern sind für uns das Primäre und nicht irgendein Wechsel in der russischen Regierung. Sie, mein Lieber, werden nicht die Garantie übernehmen können, daß der Nachfolger Alexander III. in der polnischen Frage einen andern Standpunkt einnehmen wird als der jetzige Zar." Der Petersburger Student fährt schließlich unverrichteter Dinge wieder zurück. Pilsudski ist der Meinung, daß die Gefahr eines sinnlosen Attentates damit vermieden ist. Doch das ist ein Irrtum. Einer aus dem Wilnaer Kreise, Titus P a s z k o w s k i, ist von der Idee des Attentates so erfüllt, daß er, ohne seine Freunde darüber zu unterrichten, Verbindung mit den Petersburger Verschwörern aufnimmt. Er übernimmt es sogar, für den geplanten Bombenanschlag den notwendigen Sprengstoff zu besorgen. Er glaubt, dazu in der Lage zu sein, weil er von Beruf Apotheker ist und auf diese Weise ziemlich unauffällig sich die notwendigen Chemikalien verschaffen kann. sberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 22 Fortsetzung Nachdruck verboten! Er war ehrlich genug, sich zu gestehen, daß nur Liebe diese Wandlung vollbracht haben konnte. Liebe zu ihm? Hatte sie ihn geliebt, als sie seinen Numen annahm? Hatte ihre Liebe seiner ganzen Verachtung standgehalten? Es mußte so sein. Vor ihm saß ein anderes junges Menschenkind, als das, das er einst gekannt. Aus der verwöhnten Tochter war ein liebender, aufopferungsfähiger Mensch geworden, aus dem Luxusgeschöpf, wie er sie einst genannt, ein Mädchen, das das Leden nicht mehr vertändelte, das gern und willig Pflichten auf sich nahm. „Liane", sagte er, sich gewaltsam zu Worten zwingend, „es wird Zeit, daß wir uns für die vielen Einladungen, die an uns ergangen find, endlich revanchieren. Ich bin auch kein Freund von allzu viel Geselligkeit, und so ist es wohl am besten, wenn wir alles auf einmal erledigen. Veranstalte einen Maskenball ober ein Kostümfest — was bu willst. Ich bente, wenn bu dich an Frau Wide- mann wendest, wird sie das Richtige schon finden. Sie hat Talent und Freude, Feste zustande zu bringen. Ich werde nicht viel Zeit haben, mich darum zu kümmern, werde sicher auf die Reise gehen müssen. Aber bu hast bich ja schon oft als gute Gastgeberin gezeigt, baß ich mich auf bich verlassen kann." Liane nickte nur. Seltsam, daß er gerade jetzt an eine Einladung dachte, die sie allerdings schuldig waren. Sie stand auf, räumte den Tisch ab. Noch bevor sie das Zimmer verließ, sagte sie leise: „Fred, wenn die Einladung dann vorbei ist und du nicht für großen Verkehr bist, ziehe ich mich etwas zurück! Die Abende mit dir allein und mit Ernst sind mir viel lieber!" „Und was willst du anfangen, wenn ich fort bin?" „Oh, mir wird die Zeit nicht lang. Da ist mein Haushalt, der mir Freude macht, da ist das Blindenheim, wohin ich gern mit vollen Händen gehe, da sind Bücher, die ich lesen möchte, und wenn es Sommer wird, gibt es wieder einen Tennisplatz und das Schwimmbad." „Wie bu willst, Liane! Ich möchte bich nur froh unb zufrieben sehen!" „Ich bin ganz zufrieben!" antwortete sie, nahm das Tablett und verließ das Zimmer. * Seit diesem Tage war es, als ob sich alles gegen Fred verschworen hätte. Ganz plötzlich schien sich bas Glück von ihm gewandt zu haben. Der Geschäftsgang wurde noch zögernder, die allgemeine Geschäftslage blieb schlecht. Der Konkurs eines aroßen Unternehmens traf die Firma empfindlich. Der amerikanische Vertreter erwies sich als immer unzuverlässiger. Es nützte wenig, daß Fred bas Geschäftslokal in Frankfurt aufzulösen gedaclste. Die Verluste, die er von anderer Seite empfing, warey durch kleine Einsparungen nicht mehr wettzumachen Das Schlimmste aber war, daß Fred den Glauben an sich selbst verloren, daß ihm jede Zuversicht dem Schicksal gegenüber abhanden gekommen war. Es gab Stunden, in denen es ihn Vermessenheit dünkte, die Leitung der Scholzschen Fabrik übernommen zu haben — Stunden, in denen er sich verzweifelt fragte, womit er sich dem Freunde geqenüber verantworten sollte, wenn dieser sein Kapital plötzlich zurückverlangte. Im Vertrauen auf seine Tüchtigkeit hatte er es einst erhoffen; ein ebensolches Vertrauen hatte Franz Scholz ihm entgegengebracht. War es denkbar, daß er fein Versprechen nicht einlösen konnte? Er war in den ersten Monaten des neuen Jahres viel unterwegs; aber es waren immer nur Spritztouren, bie er unternahm, bie ihn regelmäßig Samstags nach Haufe führten. „Du verlierst kostbare Zeit!" sagte der Freund. „Warum fährst du nicht, wie du vorhattest, über ben Ozean Ueberlaß bas deutsche unb ausländische Geschäft anderen, sie werden vielleicht weniger Erfolg haben als du! Drüben gibt es aber mehr zu retten als ein paar größere Orders!" Fred lehnte sich in seinem Schreibtischstuhl zurück, sein Antlitz hatte die gesunde Farbe verloren, er sah müde, zergrübelt aus. „Ich kann jetzt nicht fort", stieß er hervor. „Bangst du um Gerda?" „Eine Reise nach Amerika würde viele Wochen in Anspruch nehmen; was hier inzwischen geschehen könnte, wäre nicht zu überblicken." „Hast du Kitty denn micberaefehen? Hat sie versucht, sich dir zu nähern? Weißt bu über» Haupt, baß sie noch hier ist?" „Sie ist hier, verlaß bich braus! Sie zieht langsam, unsichtbar ihre Fäben um ihr Opfer, um es befto sicherer einzufangen!" „Freb, es ist falsch, als ob du sie fürchtest!" „Sie wird mein Leben vernichten, wie es ihr schon einmal gelang!" „War damals viel verloren? Bautest du dir nicht aus den Trümmern des alten Lebens ein viel reicheres auf?" „Ich war so vermessen zu glauben, man könnte die Vergangenheit ausstreichen. Sie wirft immer Schatten, Ernst —- immer. Was wäre damals aus mir geworden ohne deine rettende Hand? Du zogst mich empor, bu meintest es gut, unb ich war töricht genug, an mich zu glauben." „Fred, was finb bas für Gedanken! Willst du nun gänzlich versagen? Willst du zusehen, wie es weiter mit dem Geschäft bergab geht? Kannst du es vor deiner Frau verantworten, wenn du die Reise unterläßt? Ich bleibe doch hier, ich verspreche dir, über Gerda zu wachen. Ich bin zu schwerfällig in fremden Sprachen, ich versage auch der Kundschaft gegenüber gänzlich, sonst würde ich dir diese Reise gern abnehmen. Laß mich also an deiner Stelle hier." Fred schien mit Entschlüssen zu kämpfen. Erst nach einer Weile sagte er: „Du hast recht, mich zu mahnen. Laß die Festlichkeit in meinem Hause vorüber sein, dann werde ich reisen." — Diese Festlichkeit traf Fred fast unvorbereitet. Er war bie ganze Woche verreist gewesen und stand am Samstag gegen Abend ziemlich verwundert in ben fast leeren Räumen bes unteren Stockwerks, bas zum Empfang ber Gäste gerüstet war. Frau Widemann hatte ihre Sache gut gemacht. In bunte, luftige Karnevalsräume waren die Zimmer verwandelt, strahlende Lichterfülle lag über dem Festsaal ber Villa mit bem erhöhten Musikpodium, während die Nebenräume in rotes unb violettes Licht, wunberschön abgeftimmt, getaucht schienen. Im Hause würbe es langsam lebenbig. Schritte unb Gelächter ertönten auf ber Treppe, verloren sich in bem unteren Stockwerk. Musik klang herauf, ber fröhlichen Stimmen würben mehr, ausgelassenes Lachen würbe hörbar. Es würbe Zeit, baß er sein Zimmer verließ, vielleicht suchte ihn Liane schon mit ängstlichen Augen. Er zog langsam ben Domino über, nahm die Larve vor die Augen, wußte nicht recht, ob er lachen ober ärgerlich sein sollte und schlüpfte vorsichtig, um nicht gesehen zu werden, aus seinem Zimmer. Er kam unauffällig in die Garderobe, die an diesem Tage in den ersten Stock verlegt worden war, stieg mit lässigen Schritten die Treppe hinunter. Die Diele unten mar belebt; er erkannte sofort Frau Widemann, in dem ihr sehr gut stehenden Kostüm einer schwedischen Bäuerin. Uebrigens war ihre Stimme auch unverkennbar; sie schwebte schon wieder über dem ganzen Geplauder. Er mußte lachen. „Halt, schöner Freund, wohin?" tönte eine Stimme neben ihm. Das war Irene, erriet er ganz sicher. Sie trug ein blinkendes, schmucküberladenes Phantasiekostüm. Es konnte gar keine andere dahinterstecken als die sich immer zu kostbar kleidende Irene Lechner. Das könnte dir so passen!, dachte Fred und zog eine Grimasse. Er zuckte mit den Achseln, bedeutete ihr, daß er sie wieder verstanden hatte, noch einen Laut hervorbringen konnte. Der Mummen- schanz machte ihm nun aber plötzlich Spaß. Er trat schnell in ben Saal, ein Knäuel lachender, sich drängender Menschen kam ihm entgegen. Eine Frauenstimme — wer war das doch gleich? — quietschte ein wenig aus dem Mittelpunkt dieses Knäuels heraus. „Durchlässen, bitte, bitte!" flehte die Stimme. Die Person kämpfte energisch um ihre Befreiung. Endlich kam eine reizende kleine Herzdame zum Vorschein, wollte lachend entweichen, rutschte plötzlich aus und fiel Fred in die Arme. „Ei — wen haben wir denn da?" fragte er lachend und nahm sie fest in seine Arme. Sie stemmte sich erschrocken gegen ihn. Unzweifelhaft — solch ängstlich erschrockene Augen hatte nur eine, nur eine hatte dieses reizende blonde Wuschelhaar, das sie zwar unter einem großen Herz, das ihren Kopf fast bedeckte, anders als sonst trug. Es war Liane. Im wurde plötzlich aanz warm. Er hielt ihre schlanke, zierliche Gestalt im weißen Svitzenkleid in den Armen, drückte sie fest an sich. Sie wehrte sich fast verzweifelt; aber er ließ sie nicht los. „Wie das arme Herzchen klopft!" sagte er lachend „Kind, Kind, für so viele Herzen bist du nicht eingerichtet!" Nun hatte sie ihn erkannt. Wie hätte sie auch seine Stimme nicht erkennen sollen? Sie sah aus scheuen Augen zu ihm auf. Ehe sie sich versah, hatte er ihre Maske ein wenig gelüftet unb küßte sie fest auf den Mund. „Du aehft ja aufs ganze, mein Lieber!" lachte eine spöttische Stimme neben ihnen. Es war wie- der Irene. Liane entfloh mit zitternden Knien. Sein Kuß brannte auf ihren Lippen; es mußte also doch Wirklichkeit gewesen sein, daß er sie geküßt hatte. Fred wandte sich der schillernden, glitzernden Dame zu. „Nicht auf alle Masken darf man solch eine kühne Attacke wagen — manche stechen, an anderen bleibt man hängen. Du könntest mich armen Sterblichen mit deinem schimmernden Glanz blenden." „Du haft deine Sprache merkwürdig schnell wie- bergefunben. Ich mochte ben Versuch wagen, ob bu bas Licht beiner Augen ebenso schnell wieber- erlangst!" „Würbe bir baran liegen?" Sie hängte sich in seinen 2lbn, ihre Augen sprühten ihn an, verhalten klang -ihre Stimme: .Mir würde nur an der Blendung liegen." „Gib acht, ich halte nicht still?" „Ich werde es schon zwingen!" Sie tanzten zusammen, unverwandt ruhte der Blick der schönen Frau auf ihm. (Fortsetzung folgt!) durch Vebergießen mit 7prozentiger Karbottneum- lösung. Am meisten werden Pflaumen- und Sütz- kirschenbäume von den Käfern beflogen; dann folgen Nuß-, Weiden-, Apfel- und Birnbäume. Man schüttelt die Käfer am besten von den Bäumen morgens zwischen 4 und 9 Uhr, da sie dann wegen der Morgenkühle steif sind und sich nicht an den Blättern halten können. Große Strafkammer Gießen. Weden Betrugs und Urkundenfälschung wurde der 5- Sch. aus Salzschlirf vom hiesigen Schöffengericht zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem wurde ihm auf die Dauer von 2 Iahten die Berufsausübung untersagt. Gegen dieses Urteil verfolgte der Angeklagte das Rechtsmittel der Berufung, das jedoch verworfen wurde. Der Angeklagte vertrieb angeblich Bilder des Führers. Er ließ sich jeweils eine Anzahlung geben, die Lieferung blieb jedoch aus. Außerdem änderte er an einem Motorrad, das er kaufte und das der Kraftfahrsteuer unterlag, den Rauminhalt, um es der Steuer zu entziehen. Der F. D. aus Nidda unterschlug einen Betrag von über 1000 Mark. Der Angeklagte war in vollem Umfang geständig. Das Gericht erkannte auf 8 Monate @ e f ä n g n t s unter Anrechnung der seit 21. Februar verbüßten Untersuchungshaft. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit befaßte sich die Kammer mit dem Karl Wolf aus Steinheim, der wegen Verbrechens im Sinne des § 176 Ziff. 3 RStGB zu 1 Jahr 4 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Der gegen den Angeklagten erlassenen Haftbefehl bleibt bestehen. Er wird jedoch auf Grund der von ihm geleisteten Sicherheit nicht in Untersuchungshaft verbracht. Die Ordnung des Brotmarktes. Ortsüblich: fünf Brotsorten. Die Regelung der Getreidewirtschaft war vom Erzeuaer zu den Mühlen durchgeführt und mußte demgemäß auch zur Ordnung des Brotmarktes führen. Das Brotgesetz, das in den Jahren 1931 und 1Ö32 ergangen ist, hat kürzlich eine Aenderung erfahren, die den Weg für die neue Brotmarkt- orbnung freigemacht hat. Darin ist eine Festlegung der zulässigen Brotsorten ergangen, die für „Spezial brot* einen Genehmigungszwand einführte und für die „ortsüblichen" Brote fünf bestimmte Sorten zur Einführung brachte. Die S p e z i a l b r o t e, die in den großen Städten, aber auch in vielen Gegenden Süddeutschlands eine gewisse Vielfältigkeit zur Auswahl brachten, haben zu einem gewissen Konkurrenzkampf im Bäckereigewerbe geführt. Deshalb ist die Einschränkung erfolgt. Das Gewicht des frischen Brotes muß stets durch 250 teilbar fein, und das einzelne Brot muß mindestens 750 Gramm wiegen, sofern es mindestens zu 20 o. H. aus Roggen her- gestellt ist. Alle übrigen Brotsorten müssen mindestens 500 Gramm Gewicht haben. Das Gewicht ist auf dem Brot für den Käufer leicht erkennbar anzv^ek-en. Brot, das in Packung abgegeben wird (Vollkornbrot ufw.) darf, sofern es in Scheiben geschnitten ist, nur in Mengen von 125, 250 und 500 Gramm verkauft werden. Auch hier muß das Gewicht auf der Verpackung angegeben sein. Das „ortsübliche Brot", das ebenfalls gekennzeichnet fein muß, ist in fünf Sorten gegliedert worden: Roggenschrotbrot (Zeichen S mit 2 v. H. Beimischung von Weizenmehl), Weißbrot (Zeichen W ohne Zusatz von Milch, Fett usw.), Roggenmischbrot (Zeichen RM) und Weizenmischbrot (Zeichen MW). Der Begriff „Mischbrot" wird nach den örtlichen Gewohnheiten auszulegen sein. Die Brotmarktordnung behandelt auch die Preise, ohne jedoch starre Vorschriften zu erlassen. Die Preisbemessung wird auf ihrem jetzigen Stande gehalten, auch Preisherabsetzungen können untersagt werden, wenn damit eine erhebliche Schädigung des Gewerbes verbunden würde. Die Handelsrabatte für Wiederoerkäufer dürfen nicht mehr als 12 v. H. betragen, ausgenommen find lediglich Spezialbrot und Mischbrot, für das höhere Sätze zulässig sind. Ein Wiederoerkäufer, der Rabatt in Anspruch nehmen will, muß jedoch in der Woche mindestens 30 Brote im Gesamtgewicht von 80 Pfund verkaufen. Diese Bestimmung soll dazu dienen, die Abwanderung der Kundschaft vom Bäckerladen in andere Handelsgeschäfte zu vermeiden. Ausbau der Zagdbehördeu und der Zägerschast im Kreise Gießen. Die Pressestelle des Kreisjägermeisters für den Kreis Gießen teilt uns mit: Zur Durchführung der ihm übertragenen Aufgaben hat der Kreisjägermeister folgende Einteilung des Jagdkreises Gießen vorgenommen: Der Jagdkreis Gießen wird in 6 Hegeringe eingeteilt: 1. Hegering Gießen: Alten-Buseck, Annerod, Daubringen, Friedelhausen, Gießen, Großen- Buseck, Heibertshausen, Heuchelheim, Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis, Trohe, Wieseck. Hegeringleiter: Oberforstmeister Lipp in Gießen. 2. Hegering © r ü p b e r g: Beltershain, Burkhardsfelden, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Hattenrod, Lindenstruth, Lumda, Queckborn, Reinhards- hain, Reiskirchen, Saasen mit Bollnbach, Stangenrod, Winnerod. Hegeringleiter: Rechtsanwalt B e i l st e i n in Grünberg. 3. Hegering Grüningen: Albach, Allen- dorf a. d. Lahn, Dorf-Gill mit Hof-Gill, Eberstadt, Garbenteich, Großen-Linden, Grüningen, Hausen, Holzheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Leihgestern mit Neuhof, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn- Steinberg mit Ober-Steinberg. Hegeringleiter: Förster Schäfer in Dorf-Gill. 4 Hegering Lich: Arnsburg, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Hungen, Inheiden, Langsdorf, Lich mit Mühlsachsen, Hof Albach und Kolln- hausen, Muschenheim, Nieder-Bessingen, Obbornhofen, Trais-Horloff, Utphe mit Feldheim. Hege- ringleiter: Hofpächter Brückmann in B^klar. 5. Hegering Londorf: Allendorf a. d. Lda., Allertshausen, Bersrod, Beuern, Climbach, Geilshausen, Kesselbach. Londorf, Odenhausen mit Hof Appenborn, Rüddinqshausen, Weitershain. Hegeringleiter: Forstmeister Ar n o l d i in Londorf. 6. Hegering Röthges: Ettingshausen, Langd, Lauter, Münster mit Hessenbrückerhammer, Nonnenroth, Ober-Bessingen, Rabertshausen II mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof-Graß, Röthges, Steinheim, Stockhausen, Villingen, Weickartshain. Hegeringleiter: Förster Bsttteron in Röthges. Die Hegeringleiler sind die Vertreter des kreis- jägermeifters in ihrem Dienstbezirk. Alle in diesem gelegenen Reviere sind ihrer Aufsicht unterstellt. Sie haben ferner die Aufgabe der weidmännischen Erziehung und Fortbildung derjenigen Jäger, die in ihrem Bezirk wohnen. Zur Erfüllung dieser Aufgabe sind sie gehalten, regelmäßige Zusammenkünfte zu veranstalten. Zur Teilnahme daran verpflichtet sind alle Inhaber entgeltlicher oder unentgeltlicher Jagdscheine, die in dem Hegeringbezirk ihren Wohnsitz haben. Erwünscht ist im Interesse der gedeihlichen Zusammenarbeit auch die Anwesenheit solcher Jäger, die zwar in einem anderen Bezirk wohnen, aber in dem fraglichen Hegeringbezirk ihr Revier haben. Auch die Durchführung der vorgeschriebenen jagdlichen Pflichtschießen, mit denen noch im Mai begonnen wird, ist ihre Sache. Jeder Jäger schießt in dem Hegeringbezirk, in dem er wohnt. Von Zeit zu Zeit werden alle Jagdscheininhaber des Kreises durch den Kreisjägermeister zu einem Jägerappell zusammengerufen werden. Der erste Appell findet am Samstag, 25. Mai, um 15.30 Uhr pünktlich auf der Liebigshöhe statt. Alle im Kreise Gießen wohnenden Jagdschein-Inhaber sind zum Erscheinen verpflichtet. Nichtkreiseingesessenen Pächtern von Revieren, die im Kreise liegen, wird die Anwesenheit dringend empfohlen. Sämtliche Bekanntmachungen des Kreisjägermeisters und der Hegeringleiter erscheinen in den amtlichen Jagdverkündigungsblättern (Jagdzeitungen). Jeder Jäger ist verpflichtet, van ihnen Kenntnis zu nehmen. Oberheffen. Diamantene Hochzeit. * Grünberg, 15. Mai. Der Weichenwärter i. R Joh. ® ö r n e r t und Frau Elisabeths Katharina, geb. Römer, können am morgigen Donnerstag, 16. Mai, in körperlicher und geistiger Frische im Kreise von 5 Kindern und 3 Enkelkindern das Fest der diamantenen Hochzeit begehen. Der alte Herr ist in unserer Stadt der letzte noch unter uns weilende Veteran des Krieges von 1870/71. Bad-Nauheimer Lubiläumsplakette. * Bad-Nauheim, 15. Mai. Anläßlich seines hundertjährigen Bestehens hat Bad- Nauheim von der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meißen eine Jubiläumsplakette in Böttcherporzellan Herstellen lassen, die jeder Kurgast erhalten wird. Erfreuliches vom neuen Kahrplan. tn Lang-Göns, 15. Mai. Der neue Fahrplan, der heute in Kraft tritt, bringt für die Strecke Gießen—Frankfurt a. M. einige sehr e r - freuliche Neuerungen. Die Fahrgelegenheiten von hier nach Gießen sind von seither 15 Zügen auf 19 erhöht worden. Erwähnenswert ist auch, daß zum ersten Mal der Eil z u g hier in Lang-Göns und in Großen-Linden hält. Er fährt von Lang-Göns ab 10,13, Großen-Linden 10,18, in Gießen an 10,25 Uhr. Er ist zuschlagspflichtig, wird aber sicher manchen Reisenden sehr angenehm fein, da der seitherige Zehnuhr-Zug auf 9,15 Uhr vorverlegt wurde. Von den 19 Zügen, den nach Gießen fahren, verkehren drei nur am Werktag, zwei nur Sonntags und einer am Tag nach dem Sonntag. In der Richtung nach Frankfurt fuhren seither 10 Züge, in Zukunft sind es 14, davon zwei nur an Werktagen. (Die beiden ersten am Morgen.) Ein Zug, der 13.47 Uhr, bzw. 13.54 (am Samstag) hier abfährt, geht nur bis Butzbach, alle anderen fahren durch bis Frankfurt. Man kann also sagen, daß wir von Lang- Göns aus fast stündlich nach Gießen fahren können. In der Richtung nach Frankfurt sind die Fahrtgelegenheiten auch bedeutend verbessert worden. Von 12 Uhr ab bis 20 Uhr verkehren 8 Züge, bann kommt allerdinas eine große Pause, da der letzte Zug nach Frankfurt erst um 23 Uhr hier abgeht. 40 Jahre Keuerw»hr in Birklar. * Birklar, 15. Mai. Am kommenden Sonntag, 19. Mai, begeht die hiesige Freiwillige Feuerwehr die Feier ihres 40jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß findet am Vormittag hier eine Ausschußsitzung des Kreisverbandes statt. Mittags um 12 Uhr wird eine große Feuerwehrübung unter Beteiligung der Motorspritzen von Lich und Langsdorf, sowie der Sanitätskolonne abgehalten. Um 14 Uhr wird sich ein Festzug durch die Ortsstraßen nach dem Festplatz in Bewegung setzen, ferner ist die Verleihung von Ehrenzeichen vorgesehen. Den Abschluß des Tages wird ein Volksfest bilden. Die Feuerwehrkapelle Lich stellt die Musik. Sängertreffen in Homberg. «es Homberg, 14. Mai. Am Sonntag fand hier eine Tagung der Gesangvereine des nördlichen Teiles des Ohm-Lumda- Tal-Sängerkreises statt, an der 10 Vereine teilnahmen Den Auftakt bildete am Vormittag das Wertungssingen in der Stadtholle, zu dem Musikdirektor Dr. Werner (Frankfurt a. M.) als Wertungsrichter erschienen war. Jeder Verein mußte einen Pflichtchor singen, anschließend einen selbstgewählten Chor zum Vortrag bringen. An dem Wertungssingen beteiligten sich die Vereine von Maulbach, Geilshausen, Ober-Ofleiden, Homberg, itt: as leistet die Deutsche Arbeitsfront? LPD. Frankfurt a. M., 14. Mai. Eine der volkstümlichsten Einrichtungen ist die N S G. „Kraft durch Freud e". Schon einige Zahlenbeispiele lassen dies deutlich erkennen: Das „Amt für ißeran Haltungen" führt im Gau Hessen-Nassau allmonatlich 400 bis 600 Theater- und Filmabende, Konzerte und Bunte Abende durch. Es erfaßt damit jeweils 150 000 bis 200 000 Volksgenossen. 2000 Tagesengagements mit Künstlern und Musikern waren im ersten Vierteljahr 1935 nötig, und über 100 000 Mark kamen in der gleichen Zeit an die Mitwirkenden zur Auszahlung. Auch das „S p o r t a m t" hat trotz seines erst kurzen Bestehens bereits stattliche Beteiligungsziffern aufzuweisen. Zur Zeit lernen allein in Frankfurt a. M. 500 Volksgenossen mit „Kraft durch Freude" das Schwimmen, während in Gymnastikkursen wöchentlich etwa 1500 Frauen erfaßt werden. Die laufenden Reitkurse haben etwa 100 Teilnehmer. Innerhalb eines Vierteljahres konnten 150 Sportkurse zum Abschluß gebracht werden. Zur Zeit beschäftigt das Sportamt 40 Sportlehrer. Ganz gewaltig sind die Leistungen des Amtes für „Reise-Wandern-Urlau b". So konnte der Gau Hessen-Nassau in den Monaten Mai bis-» November des vergangenen Jahres nicht weniger als 160 000 Menschen mit Sonderzügen bewegen. Das Jahr 1935 wird diese Leistungen noch weit übertreffen, sind doch allein 72 achttägige Urlaubsfahrten vorgesehen. Die gewaltigen wirtschaftlichen Auswirkungen in den Urlauber-Aufnahmegebieten zeigen sich in Hessen-Nassau besonders im Odenwald, sowie an der Lahn und im Rheingau. Besonders eindrucksvolle Zahlen weist das A m t „Schönheit der Arbeit" auf. Don rund 3400 rhein-rnaimschen Betrieben über 20 Monn wurden bereits ein Drittel besichtigt mit dem Erfolg, daß etwa 3 Millionen Mark für Verschönerung der Ar« beitsftätten, sanitäre Anlagen, Speiseräume und Grünanlagen in den Fabriken ausgegeben wurden. Im ganzen Reich betrugen die Aufwendungen hierfür bereits die stattliche Summe von 100 Millionen Mark. Sind das nicht Leistungen, auf die jeder deutsche Arbeiter stolz fein kann? Jeder soll daran teilhaben, und deshalb gehört auch der letzte Mann in die Gemeinschaft aller Schaffenden: d i e Deutsche Arbeitsfront. Anmeldungen nehmen alle DAF.-Betriebswalter, sowie die DAF.-Ortswaltungen entgegen. Deckenbach, Elpenrod, Bleidenrod, Nieder-Gemün- den, Appenrod und Allendorf. Nach der Mittagspause marschierten die Vereine geschlossen unter Dorantritt der Musik und der Fahnen nach dem Ehrenfriedhof, wo nach einem Chorgesang des Silcherchors Homberg dessen Vereinswalter Ihm der für Deutschlands Freiheit und Größe gefallenen Toten gedachte und zu ihren Ehren einen Kranz niederlegte. Anschließend sprach der Sängerkreiswalter Gengnagel (Grünberg), der gleichfalls der Toten gedachte und anschließend die Weihe des neuen Danners des nilcherchor Homberg vornahm. Nach einem Schlußchor marschierten die Vereine geschlossen zum Marktplatz. Sängerkreiswalter Gengnagel hielt nunmehr an die Vertreter der Partei und der Stadt, an den Wertungsrichter und an die Sänger eine Ansprache, in der er die hohen Ideale des deutschen Liedes betonte und die Sänger eindringlich ermahnte, allezeit in der Pflege des deutschen Lieds unermüdlich zu sein. Weitere Ansprachen hielten Ortsgruppenleiter Damm und Bürgermeister Schweiler. Anschließend wurden unter Leitung des Kreischormeisters Dönges (Merlau) zwei Massenchöre vortrefflich zu Gehör gebracht, sodann dem Sänger Karl Pabst I. vom Gesangverein „Eintracht" (Nieder-Gemünden) für 25jährige ununterbrochene aktive Mitarbeit im Vereinsvorstand eine schöne Ehrung bereitet. Sodann begaben sich die Sänger nach der Stadtballe, um hier die öffentliche Kritik des Wertungsrichters Dr. Werner entgegenzunehmen. Der Kritiker besprach dabei mit anerkennenden Worten das ernste Streben der Vereine, denen er das Zeugnis ausstellte, daß sie bei dem Wertungssingen ihr Bestes geboten hätten. Jedem Verein wird außerdem noch eine schriftliche Kritik seiner Leistungen zugehen. Mit Ansprachen des Sängerkreiswalters Gengnagel und des Der- einswalters Ihm (Homberg) fand der offizielle Teil der Tagung seinen Abschluß. Die übrigen 28 Vereine des Sängerkreises Ohm- Lumda-Tal treffen sich zum Wertungssingen am 2. Juni in Lehnheim. Landkreis Gießen. — Steinbach, 15. Mai. Die Muttertag- sammlung ergab hier 38 Mark, der Abzeichenverkauf 30 Mark. Die Sammlung und der Verkauf wurden von der NS.-Frauenschaft unter Mitwirkung der Evang. Frauenhilfe durchgeführt. In A l - bad) führte die NS.-Frauenschaft die Sammlung durch, für Abzeichen gingen ein 8 Mark, durch Haussammlung 10 Mark. 'cp Ruttershausen, 14. Mai. Am Sonntag fand, eine schöne gemeinsame ©alb feier der Evangelisch-Kirchlichen Frauenhilfe von Staufenberg und Ruttershausen im hiesigen Walde statt. Freundliche Helfer aus unserer Gemeinde hatten Bänke, Tische, Kaffeekessel usw. hinausgefahren, geschickte Hände hatten die Tische geschmückt, und bald dampfte der Kaffee und mundete gut in der würzigen Waldluft. Auch einige Männer hatten sich eingefunden und natürlich die Schuljugend, mit Kränzen geschmückt, vollzählig. Gemeinsame Lieder, viele Gedichtoorträge von Kindern und Müttern, Bewegungsspiele, die Anlaß zu viel Heiterkeit gaben, wechselten miteinander ab. Nach kurzer Andacht erklang das schöne Abschiedslied „Kein schöner Land in dieser Zeit". Alt und jung zog dann befriedigt in georbnetem großen Zuge durch den Frühlingswald heimwärts. § Mainzlar, 14. Mai. Der hiesige Rad- fahrerverein hielt am Samstag bei Gastwirt Fr. Koch dahier eine Versammlung ab. Der Vorsitzende, Hch. Seipp, gab die neuen Einheitssatzungen bekannt. Anschließend folgte eine Besprechung über eine Wanderfahrt. — Nachdem sich unser Ort in den letzten Jahren durch Neubauten, besonders in der Hachborner Straße und im Eichwea, immer mehr erweiterte, zeigt sich erfreulicherweise auch jetzt wieder eine rege Bautätigkeit. So ist in der Lollarer Straße z. Z. ein Haus fertig- gestellt und ein Neubau in Angriff genommen. Bahnhof steht ein weiterer Neubau m Arbeit. Auch im Eichweg dürfte in Kürze wieder mit der Errichtung eines Hauses zu rechnen sein. — Die am Sonntag durchgeführte Listen - Haussamm - l u n g ergab in unserem Ortsgruppengebiet Mainz- lar-Daubringen-Staufenberg den Gesamtbetrag von 74,90 RM., und zwar brachten die einzelnen Orte folgende Beträge auf: Mainzlar 41,00 RM., Dau- bringen 6,10 RM. und Staufenberg 27,80 RM. Auch der am Tage vorher durchgeführte Plakettenverkauf zeigte ein gutes Ergebnis. O Äef fei bad), 14. Mai. Die hiesige Spar- und Vorschußkasse hielt ihre Generalversammlung für das 56. Geschäftsjahr (1934) bei Mitglied Heinrich Schomber ab. Direktor Schmidt begrüßte die zahlreich erschienenen Genossen, gedachte der im Laufe des Geschäftsjahres verstorbenen Mitglieder, ebenso des plötzlich verschiedenen Kreisbauernführers D ö r r s ch u ck. In dem von dem Rechner erstatteten Geschäftsbericht wurde darauf hingewiesen, daß bas abgelaufene Geschäftsjahr die im Jahre 1933 begonnene Aufwärtsbewegung fortgesetzt habe. Dies fei insbesondere ein Verdienst unserer heutigen nationalsozialistischen Regierung unter der zielbewußten Führung unseres Reichskanzlers und Führers Adolf Hitler. Durch die Verminderung der Arbeitslosigkeit fei die Kaufkraft des Volkes gestiegen, was sich in einer Vermehrung des Konsums und Verbrauchs günstig auswirkte und so Handel, Handwerk und Gewerbe geschäftlich belebte. Dies habe sich wiederum günstig auf den Geschäftsverkehr der Kasse ausgewirkt; so sei in diesem Jahre, seit der Krisenzeit des Jahres 1931, zum ersten Male die Bilanz wieder um etwa 30 000 Mark gestiegen, der Gesamtumsatz um 120 000 Mark. Die ausgeliehenen Darlehen gegen Hypothek und Schuldsein betragen 311 133,55, solche in laufender Rechnung 273 534 Mark. Der Wertpapierbesitz besteht zum größten Teil in Reichs- anleihen-Ablösungsschuld mit Ausland-Rechten. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder betragen 30 820 Mark, die gesetzlichen Reserven 24 132 Mark. Die Rückstellungen 23 500 Mark. An fremden Geldern, Spareinlagen und lfd. Rechnung sind der Genossenschaft 520 864,37 Mark anvertraut. Diese Einlagen sind im letzten Jahre um 22 000 Mark gestiegen. Die Abhebungen zu Bauzwecken und Jnstand- setzungsarbeiten und die zu diesem Zwecke neu bewilligten Kredite betrugen im Laufe des Geschäftsjahres 30 000 Mark. Aus diesen Zahlen ist ersichtlich, welche Bedeutung eine Kreditgenossenschaft für die heimische Wirtschaft hat. Der Mitgliederstand ist 305 mit 310 Anteilen und 310 000 Mark Haftsumme. Es folgte der Bericht des Aufsichtsrats mit den Vorschlägen zur Verwendung des Reingewinnes, sowie der Bericht über die gesetzliche Revision. Sämtliche Berichte und Vorschläge zur Verteilung des Gewinnes wurden von der Versammlung ohne Widerspruch genehmigt. Statutenänderung erfolgte insofern, als das neue Einheitsstatut des Reichsverbandes für Kreditgenossenschaften angenommen wurde. Unter Verschiedenes wurden noch einige -geschäftliche Fragen erledigt, insbesondere von dem Vorstand auf die Bedeutung des Sparens hingewiesen, hierbei auf die Einrichtung der Erbhofsparbücher und der Reise-Sparkarte „Kraft durch Freude" Bezug genommen. D Lich, 14. Mai. Der Ortsring L i ch des L a n d s ch a f t s b u n d e s Volkstum und Heimat unternahm in Gemeinschaft mit dem hiesigen Zweigverein des Vogelsberger Höhen- Clubs einen M a i g a n g. Zu diesem Gang in den herrlichen, im schönsten Frühjahrsschmuck prangenden Licher Stadtwald hatte sich eine stattliche Anzahl Mitglieder und Gäste eingefunden. Farstrat Otto Zimmer (Lich) hatte in anerkennenswerter Weise die Führung übernommen. Er führte die Teilnehmer durch die Distrikte Konzebühl, Zappen- au, Graudorn, Mönchköpfe u. a. und gab hierbei Auskunft und ausführliche Erklärungen über die verschiedensten Gebiete der Forstwirtschaft, über Waldkulturen, Besamung, Pflege des Waldes usw. Mit großem Interesse verfolgten die Teilnehmer die lehrreichen Ausführungen des Forstfachmannes und hatten während der Wanderung auch Gelegenheit, den prächtigen Buchenbestand der Zappenau, eine besonders schöne und außergewöhnlich starke Wey- muthskiefer im Distrikt Graudorn und die bekannte Kanzeleiche in der Zappenau kennen zu lernen. Der Ortsringleiter, Rektor L. Erb, sprach am Schlüsse der fast dreistündigen Wanderung, Forstrat Z i m- mer den Dank aller Teilnehmer aus. Kreis Friedberg. * Butzbach, 14. Mai. Auf der Oesterreichifchen Siegerausstellung am 4. und 5. Mai in Wien wurde der deutsche Schäferhund „Samson v. Holzheimer E i ch w a l d" Jugendsieger. Züchter ist A. Diehl, Butzbach, Bismarckstraße 1, Besitzer Polizei-Inspektor H. S ch r e t t l - Inns- bruck. Kreis Alsfeld. # Aus dem oberen Ohmtal, 14. Mai. In der Nacht zum Dienstag trat hier starker Strahlenfrost auf, dcr besonders am Roggen erheblichen Schaden anrichtete. Wo beim Roggen schon die Aehren sprossen, sind diese völlig erfroren, ebenso die Blätter, die durchweg gelb angelaufen sind. Verschiedentlich dürfte der Frost bei dieser Getreideart die Ernte sehr schwer geschädigt haben. Auch auf den Wiesen hat der Frost erneut feine unerfreulichen Spuren hinterlassen und die Aussichten auf die diesjährige Heuernte noch mehr verschlechtert. Die Dickwurzsaat geht nur in verschwindendem Maße auf, die Bauern sind gezwungen, sog. Kerndickwurz ins freie Land zu setzen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. ss. Grebenau, 14. Mai. Die vor einiger Zeit im Bezirk des Forstamts Gießen eingefangene Auerhenne wurde damals auf Anordnung des Gaujägermeisters, OberforstmeisterNicolaus-Gießen, an das Forstamt Grebenau geschickt, da in den Staatswaldungen dieses Forstamts und auch in den Graf Götzschen Waldungen von Schlitz heute noch Auerwild als Standwild vorkommt. Die fragliche Auerhenne wurde nun von Forstmeister Dr. Barth auf den Balzplätzen, wo das Auerwild immer steht, ausgesetzt. Schon nach etwa fünf Tagen wurde diese Auerhenne, die auch beringt worden war, von einigen Waldarbeitern in der Nähe des Dorfes Grebenau gesehen. Am nächsten Tage wurden und die Henne in dem Dorf Udenhausen, wo sie inzwischen hingeflogen war, auf den Dächern eingefangen und dem Forstamt Grebenau wieder zugestellt. Da die Fürstl. Jsenburgsche Forstverwaltung in Wächtersbach wieder Auerwild in ihren Wäldern einführen möchte, wurde die Henne nunmehr an diese Verwaltung geschickt und dort in einer großen Voliere ausgesetzt. Falls die Henne jetzt Eier legt und brütet, könnte man die Einführung des Auerwildes in den Fürstl. Isen- burgschen Waldungen in Wächtersbach als gelungen ansehen. S.Jfxfpor/ Warum Rudern? Volle hundert Jahre schon wehen von den Bootshäusern der deutschen Rudervereine, von den Booten der deutschen Ruderer Flaggen und Wimpel lustig im Winde. Wenn dieser älteste aller deutschen Sportzweige heute weit über hunderttausend Volksgenossen vereint, wenn das Rudern in Deutschland eine Entwicklung nahm, wie sie kein anderes Land der Erde, nicht einmal England, das Ursprungsland sportlichen Ruderns, aufzuweisen hat, dann muß es damit eine besondere Bewandtnis haben. Wir rudern, weil es schön ist! Rur wer sein Vaterland richtig kennt, kann es wirklich lieben. Deutschland ist schön, am schönsten aber, wenn man es sich auf dem Wasser erwandert. Flotter Ruderschlag führt vorbei an stillen Wäldern, verträumten Dörfern, an Bergen, Burgen und Schlössern, an den großen Städten, in denen das Lied von der deutschen Arbeit dröhnt. Das Erleben der Natur schenken uns Wasser und Schilf, sinkende Nacht am Lagerfeuer norm Zelt, silberglitzernde Wellen oder brausender Sturm. Das Auge, ja der ganze Mensch genießt die ständig wechselnden Eindrücke der Natur, frei vom lästigen Zwang der Kleidung, mit Freude und Frohsinn im Kreise gleichgesinnter Kameraden. Der Ruderer liebt sein Vaterland mit heißem Herzen, weil er seine vielgestaltige Schönheit unauslöschlich in sich ausgenommen hat. Wir rudern, weil es gesund ist! Unbegrenzte Ausnutzung von Wasser, Sonne und Luft, die über den Wasserflächen immer von einer besonderen Frische ist, das ist das erste. Restlose Durcharbeitung des ganzen Körpers von der Fußspitze bis zum Nacken — mit den Armen rudert man am wenigsten! — das ist das zweite. Rudern kennt keine Einseitigkeit; es erfaßt den ganzen Menschen. Es ftörft die Muskeln, aber auch Herz, Lunge und Kopf. Das beweisen die „Alten" im deutschen Rudersport, die auch mit 70 Jahren noch frisch und gesund jahrein, jahraus Riemen und Skull schwingen. „Wer rudert, lebt lange"! Für jede Altersstufe bietet das Rudern reiche Betätigungsmöglichkeiten. Fast immer geht der Weg über das Wanderrudern zum Rennrudern, und vom Rennrudern wieder zurück zum Wanderrudern ... Rudern ist Leibesübung und Sport zugleich, geeignet für jung und alt, für Mann und Frau. Wir rudern, weil es zum Kämpfen erzieht! Rudern bedeutet Kampf. Kampf nicht nur wider den Gegner auf der Rennstrecke, wo jeder das Letzte aus sich herausholt, sondern auch Kampf gegen Naturgewalten, gegen Strömung, Wind und Wellen, Kampf aber auch gegen die eigene Bequemlichkeit, Unentschlossenheit und Nachgiebigkeit. Rudern bedeutet Unterordnung! Die Mannschaft ist alles, der einzelne nichts. Mehr als 600 Bootshäuser nennen die deutschen Ruderer zwischen Saar und Memel ihr eigen. Es sind Kameradschaftshäuser im besten Sinne des Wortes. In ihnen herrschen Kampfgeist, Ritterlichkeit, Freundschaft und Disziplin, also echtes Soldatentum. Und weil wir wissen, daß soldatische Erziehung unser Volk groß gemacht hat und allein wieder groß machen kann, darum rudern wir! Wir kämpfen, rudern und — siegen! Mehr als 30 000 Männer und Frauen, Jungen und Mädchen, gehen heute alljährlich an den Start der Regattabahn zum frohen, freien Wettkampf im Ruderboot. Hunderttausende legen jährlich viele Millionen Kilometer auf Wanderruderfahrten zurück. Diese gewaltigen Zahlen beweisen eindringlich, daß der Rudersport zum deutschen Volkssport geworden ist. Das Märchen von seiner Kostspieligkeit gehört der Vergangenheit an. Der Breitenarbeit der Massen entsprechen auch die Spitzenleistungen der deutschen Ruderer. Noch niemals sind sie ohne Sieg von den Olympischen Spielen heimgekehrt! 1900 in Paris, 1912 in Stockholm, 1928 in Amsterdam und 1932 in Deutschlands schwerster Notzeit in Los Angeles: stets ging die deutsche Flagge siegreich am Mast empor. Auch für 1936 kennen die deutschen Ruderer ihre Aufgabe, die „Olympiasieg im eigenen Lande" heißt. Sie arbeiten fchon lange auf dieses Ziel hin, still und mit zäher Energie im Winter wie im Sommer, ohne viel davon zu reden. Darum kommt zum Rudern! Rudern ist kein Sport der Sensationen und der Weltrekorde, kein Sport der Zuschauermassen. Rudern verlangt den ganzen Menschen, es ist der Sport der selber Tätigen. Wer einmal in den Bann dieses herrlichsten Wassersports gezogen wurde, wird ihn nie mehr aufgeben wollen, wird zeitlebens mit ganzem Herzen an ihm hängen. Darum auf, den Versuch und den Anfang dazu gemacht. Glückwunsch des Korpsführers Hühnlein. Korpsführer Hühnlein, der Führer des deutschen Kraftfahrsportes, sandte an die Daimler- Benz AG. anläßlich des deutschen Sieges im Großen Preis von Tripolis folgendes Glückwunsch-Telegramm: „Die erfolgreichen Ergebnisse des Großen Preises von Tripolis für Deutschland erfüllen mich mit stolzer Fkeude. Ich beglückwünsche die Daimler-Benz AG. zu diesem außerordentlichen Erfolge. Hühnlein, Korpsführer." Silbemeplakette bei derKurheffenfahrt Bei der Kurhessenfahrt der Motorbrigade Hessen des NSKK., über deren Verlauf wir gestern bereits berichteten, wurde SS.-Obersturmführer Ruhl von der Gießener Motorstaffel l/II (Beifahrer SS.- Oberscharführer Schütte), der auf einem Kraftwagen bis 1100 ccm an dem Wettbewerb teilnahm, mit der Silbernen Plakette ausgezeichnet. Zu diesem hervorragenden sportlichen Erfolg ist zu bemerken, daß in der von Obersturmführer Ruhl bestrittenen Klasse keine Goldene Plakette erreicht wurde. Die Strecke, die die beiden Fahrer zu bewältigen hatten, war besonders schwierig, sie be- stand zum Teil aus Hohlwegen mit stark überhängenden Bäumen, das Gelände war noch dazu sekjt steinig. Um so höher ist der sportliche Erfolg zu bewerten. Kußball-Länderkamps Deutschland-Tschechoslowakei. Die deutsche Elf. Die deutsche Fußball-Mannschaft, die am 2 6. Mai in Dresden den Länderkampf gegen die Tschechoslowakei bestreitet, wurde jetzt wie folgt aufgestellt: Jakob (Jahn Regensburg); Janes (Fortuna Düsseldorf), Tiefe! (Eintracht Frankfurt); Grämlich Eintracht Frankfurt), Goldbrunner (Bayern München), Zielinski (Union Hamborn); Lehner (Schwaben Augsburg), Lenz (Borussia Dortmund), Conen (FV. Saarbrücken), Siffling (SV. Waldhof), Fath (Wormatia Worms). Die Elf der Tschechen Folgende Spieler wurden von der Tschechoslowakei aufgestellt: Klenovec (Sparta Prag); Kostalek, Cytroky (beide Sparta Prag); Vodicka Slavia Prag), Bouzek, Srbek (beide Sparta Prag); Hrouska, Faczinek (beide Sparta Prag), Sobotka, Kopecky, Puc (alle Slavia Prag). Kurze Sportnotizen. Sechs Millionen Lira, der Hauptgewinn der beim Großen Autopreis von Tripolis veranstalteten Lotterie, fielen auf das im Besitz eines kleinen Steuerbeamten aus Rom befindliche Los der Serie, die mit dem Namen des Siegers Cara c c i o l a verbunden war. Der glückliche Italiener erhielt für das Los, das 12 Lire gekostet hatte, den Riesengewinn von 6 082 000 Lire (1 290 000 Reichsmark). * Olympia-Prüfungen der deutschen Leichtathletinnen werden im Rahmen des „Tag Der Leichtathletik" am 2. Juni in Ulm, Krefeld, Leipzig und Hamburg veranstaltet. In Ulm sind die Besten der Gaue Baden, Württemberg und Bayern, in Krefeld die der Gaue Westfalen, Niederrhein, Mittelrhein, Nordhessen und Südwest versammelt. LLOYD 4 r- < Stoffspezialhaus 20. Juni - 5. Juli, 6. Juli - 22. Juli ❖ Statt Karten 31 ci CARLNowarK Gießen, den 15. Mai 1935 GIESSEN SELTERSWEG 81 reise B BP für den Platz Giefsen ab Mai 1935. Besondere Preislisten werden nicht mehr zugestellt iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihuiiiih 2932 A Photo - Kino - Kreuzplatz 9. macht das. Der Glanz übertrifft 0.83 Vorstehende Preise verstehen sich für 1 Zentner fre UN HABER- CARL HEINZ SCHLÜTER Haben Sie offene Füße? 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Filmen ist nicht teurer wie photographieren! Wenn Ihnen dieses unglaubhaft vorkommt, dann lassen Sie sich’s bitte bei mir im Laden zwanglos erklären und vor führen! Donnerstag, den 16. Mai 1935, nachmittags2Uhr.versteig.ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Verstekgerungölokal im Löwen,Neuenweg Nr. 28 dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Personenwagen, 5 Chaiselongues, 2 Kühlschränke, 1 Bücherschrank, 2 Standuhren, 4 Schreibtische, 3 Sessel, 2 Sofas, ICautsch, f 1 Grammophon, 1 Registraturschrank, 3 Warenschr., 3 Schreibmaschinen,2 Klaviere,1Trumeau- spiegel, 1 Vertiko, 1 Küchenbüfett, 1 Öüiter, 1 Tischchen, 30 Flaschen ?7?Etallvub, Autopolitur,Schnner- ol,1 Ladentheke,! 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Ma! 1155 Wehr und Waffen. , Oie Etappe. lieber die unveraleichlichen Taten unserer Frontkämpfer sind wir durch die vielen Veröffentlichungen der Kriegs- und Nachkriegszeit fortlaufend unterrichtet, aber über die gewaltigen Arbeitsleistungen der Etappe und der in dieser tätig gewesenen Offiziere, Mannschaften und Helfer besitzen wir nur geringe Mitteilungen, vielfach sogar unzutreffende. Der Begriff „Etappe" hat in Krieg und namentlich bei Ausbruch der Revolution einen unangenehmen Beigeschmack erhalten. Heute, 17 Jahre nach Beendigung des Krieges fordert die Gerechtigkeit, einmal einen kurzen Blick auf diesen Zweig der Kriegsführung zu werfen und der Männer zu gedenken, die ihre ganze Kraft in den Dienst der Etappe gestellt hatten Vielfach stellte man sich vor, daß die Tätigkeit der Etappe sich in der Hauptsache auf Bewachung der Gefangenen, Sicherstellung von Eisenbahnen, Brücken und Straßen, Material- und Munitionstransporten im besetzten Gebiet erstreckt habe, vergißt aber dabei, welche ungeheure Bedeutung die Etappe für unsere gesamten Kriegshandlungen hatte. Der Weltkrieg hat auch auf diesem Gebiet gegenüber früheren Kriegen ungeahnte Veränderungen gezeitigt. Man kann die Etappe gewissermaß mit den Adern des menschlichen Körpers vergleichen, die diesem Leben und Nahrung zuführen müssen. Das Versagen eines einzelnen Stranges kann in der Front zur Katastrophe führen. Die Massenheere eines Napoleon I. gingen 1812 in Rußland zugrunde, weil die Etappe versagte. Ein Vergleich zwischen den Kriegen des 19. Jahrhunderts und dem Weltkrieg läßt ohne weiteres erkennen, welche ungeahnte Ausdehnung das Etappenwesen bei unserem Millionenheer von 1914—18 erfahren hat. - Gewaltige Bahnbauten mußten im besetzten Gebiet zum Nachschub, zur Rückbeförderung und zum Vorschieben von Menschen, Material, Munition und Ausrüstungsgegenständen gebaut oder wieder in Stand gesetzt werden. Unterkunftsräume, Munitionsdepots, Sanitätsdepots, Pionierdepots, Barackenlager, Verpflegungsstellen, Entlausungsanstalten, Badeeinrichtungen, Wäschereien und Bäckereien, Soldatenheime, Feldbüchereien, Kranken- und Erholungsheime, Wechselstuben mußten errichtet werden. Auch der Landwirtschaft im besetzten Gebiet wurde in erhöhtem Maße Aufmerksamkeit geschenkt, einmal um die Heimat nach Möglichkeit zu entlasten, dann aber auch, um die kämpfende Truppe unmittelbar mit landwirtschaftlichen Produkten versehen zu können. Große Gemüseplanta- gen, z. B. im Bereich der 7. Armee, wurden i. I. 1916/17 angelegt, mit deren Hilfe man die Truppen mit Sauerkraut versehen konnte. Hühnerfarmen, Schweinezuchtanstalten, Molkereien, Obstverwertungsanstalten, die das berühmte „Heldenfett" lieferten, Getreidetrocknungsanstalten, Strohaufschließungsanstalten, die für Pferde und Rindvieh ausgezeichnete Nahrungsmittel erzeugten, Brauereien, Mineralwasserfabriken, Heringsräuchereien, Tierkörperverwertungsanstalten wuchsen aus dem Boden. Gewaltige Industrieanlagen erstanden, um beschädigte Geschütze, landwirtschaftliche Maschinen usw. wieder verwendungsfähig zu machen und auch dadurch die Heimat zu 'entlasten. Steinbrüche zur Lieferung des Materials für Eisenbahn- und Straßenbau wurden erschlossen, Sägewerke und Schreinereien, die ihr Material aus den französischen Wäldern bezogen, Ofengießereien zur Herstellung der bekannten Schützengrabenöfen errichtet. Daß man in einem Gebiet, wo alles militärisch organisiert war, auch der Sammlung von Altmaterial volle Aufmerksamkeit schenkte, namentlich zu einer Zeit, wo in der Heimat alles Material ay Gold, Silber, Kupfer usw. abgegeben werden mußte, ist selbstverständlich. Knochen, Lumpen, Metalle, Flaschen und alle nur irgendwie verwertbaren Abfälle wurden systematisch gesammelt, geordnet und der Heimat zugeführt. Auch in Feindesland fanden die Sammlungen durch die Jugend unter deutscher Aufsicht statt, z. B. von Brennesseln, die waggonweise in die Heimat gingen, um dort als Faserersatzstoffe Verwendung zu finden. Um nur einige Zahlen anzuführen, so wurden in einem engbegrenz- ten Gruppengebier der 7. Armee nördlich von Laon im Juli 1917 an Blei 10 000 Kilogramm, an Zink 11 000 Kilogramm, Eisen 8230 Kilogramm, Papier 880 Kilogramm, Lumpen 1700 Kilogramm, Brennesseln 1084 Kilogramm und 2650 Flaschen in die Heimat verfrachtet. Kunstschätze, namentlich solche aus den Kampfgebieten wurden nicht etwa, wie unsere Feinde behaupteten, sinnlos vernichtet oder nach Deutschland geschafft, sondern gesammelt, verpackt, inventarisiert und an einzelnen Stellen so aufbewahrt (z. B. in Fourmies), daß sie später ihren rechtmäßigen Besitzern wieder hätten zugestellt werden können, wenn der Krieg eine andere Wendung genommen hätte. Auch der Geldverkehr wurde durch die Etappeninspektionen so geregelt, daß alles nur irgendwie erfaßbare Gold und Silber der Heimat zugute kam. Der deutsche Soldat wurde mit deutschem Geld bezahlt, um ihm aber einen Anreiz zu bieten, erhielt er in den Wechselstuben für 100 Mark nicht kursmäßlg 125 Franks, sondern 132,50 Franks m französischen Stadtbons. Die Franzosen mutzten entweder in deutschem Gold- und Silbergeld oder in Scheinen der Banque de France 3y9jen- In rührender Weise hat die deutsche Militärverwaltung auch für die Pflege der Graber der gefallenen Kameraden — auch ber gefallenen Feinde — gesorgt. Hier fei nur der feindliche Friedhof in Laon und der große Garde-Friedhof in Le Sourd erwähnt, wo auch die französischen Kameraden eine würdige Ruhestatt fanden. Das mutz ganz besonders hervorgehoben werden, weil aus französischer Seite nicht immer in gleicher Weise gehandelt wurde. Wenn man dia. Tätigkeit der Etappe, die hier nur andeutungsweise behandelt werden konnte, überblickt, so muß man — auch der Voreingenommene — erkennen, daß für das geistige und leibliche Wohl der im Kampfe oder in Ruhe befindlichen Kameraden, für den Kranken und Erholungsbedürftigen und für die Ehrung der Toten alles getan wurde, was in Menschenkraft stand, daß alle Hilfskräfte hes Landes in landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher und industrieller Beziehung restlos ausgenutzt wurden, und daß dabei, trotz aller durch den Krieg bedingten Härten, auch für die eingeborene Bevölkerung, oweit dies nur irgend möglich mar, gesorgt wurde. Daß dies auch von der Bevölkerung anerkannt wird, kann man aus den zahlreichen Berichten von Besuchern der alten Kampf- und Etappenstätten entnehmen, die oft in rührender Weise von ihren alten Quartierleuten empfangen werden. Wir hätten den Krieg niemals so lange erfolgreich führen können, wenn uns nicht die Hilfskräfte des besetzten Gebietes, sowohl an Menschen, wie an Material, zur Verfügung gestanden und deutscher Ordnungssinn und deutsche Organisation diese Kräfte nicht systematisch ausgewertet hätte. Wir haben dadurch unsere heimische Wirtschaft geschont und konnten sie ohne nennenswerte feindliche Beeinflussung voll ausnutzen. Eines ist allerdings nicht zu leugnen, daß der Bazillus der Zersetzung sich gegen Ende des Krieges zuerst in der Etappe bemerkbar machte. Dadurch wurde der Front der Rückhalt genommen. Diese Tatsacke beweist aber, wie bedeutungsvoll eine tadellos aufgezogene Etappe für die Kampffront ist, daß Front und Etappe schicksalmäßig verbunden sind. Daß auch in den z. T. sehr gemütlich eingerichteten Soldatenheimen der Humor nicht fehlte, dafür zum Schluß ein Beispiel aus der Gegend von Laon. Dort prangte im Lesezimmer folgender Spruch: Kamerad, tritt ein, ein Heim soll's sein — Und nicht, bedenke, ’ne wüste Schenke. Nimm ab die Mütz, dann komm und sitz. Gemütlich und friedlich und sauf nicht und rauf nicht Und fing nicht und spiel nicht, sei sauber und nett. Spuck nicht aufs Parkett, benimm dich genau. Als ob deine Frau hier schalte und walte — Du kennst ja deine Alte. L. G. grauen Linien vorgehen. Jetzt brechen auch die Regimenter der 52. Res.-Div. aus den Gräben hervor und folgen der den Flaschen entströmenden grüngelben Gaswolke, die über das Gelände kriecht. Ueberall gehen jetzt Schützenlinien und Sturmkolonnen vor. Vorne sieht man einschlagende Granaten, am Himmel Flieger und rings um sie Schrapnellwolken, ein Lärm bricht los wie noch nie und über all dem liegt die Abendsonne eines zur Neige gehenden Frühlingstages. Die erste Stellung ist überrannt und schon gehen die ersten Gefangenen wankend nach hinten. Sie stöhnen, ringen nach Luft und geben ihren Mageninhalt von sich. Die Bahnlinie Langemarck—Ppern wird überschritten. Die Verbände kommen durcheinander. Jetzt heulen von Boesinghe jenseits oes Kanals Granaten herüber, auch Gewehrfeuer flackert in der rechten Flanke auf. aber es geht unaufhaltsam weiter. Schon sind die Artilleriestellungen erreicht. Der Feind ist vollkommen überrascht. Pilkem wird durchschritten und bald ist das dem Regiment gesteckte Ziel, die Höhen südlich Pilkem, erreicht. Es ist noch nicht ganz 7 Uhr. Da das Flankenfeuer von rechts zunimmt, graben sich die Kampanien ein. Dom Feind ist hier kaum was zu merken. Es wird Der deutsche Gasangriff bei Wem. 22. April 1915. Von Dr. Wilhelm Lehmann. Reihen, Munition wird legt, i b. h. auf den gerollten Mantel wurden zehn, die Masse. Um 1? Uhr endlich ist es soweit. Zuerst.oei ncy^er ^usav^iung em -oenoung oer Jeere Sandsäcke und das Kochgeschirr geschnallt. Der sieht man drüben bei der 46. Res.-Dw. ine seid- an der Westfront hatte herbeifuhren tonnen. Tournister wurde mit Namen versehen und blieb zurück. Gegen 12 Uhr nachts: Alarm. In der Reservestellung des Regiments und im Ruhequartier in Dijfwegen ging es zunächst zu wie in einem Ameisenhaufen. Ueberall treten die Kompanien an und ordnen sich, beim Schein von Taschenlampen werden Handgranaten, Spaten und Drahtscheren und eiserne Portionen verteilt; weiße Armbinden — zur Unterscheidung von Freund und Feind werden ausgegeben. Allmählich kommt Ordnung in die Peterson" genannt. Unsere Division (52. Res.-Div. des XXVI. Res.- Korps mit den Res.-Jnf.-Regimentern 236 bis 240) lag mit Anschluß rechts an die 46. und links an die 51. Res.-Div. in den Niederungen des Haanebeek nördlich Langemarck an der Straße nach Koekuit. Don dem geplanten Unternehmen ahnte man an der Front zunächst nichts. Es wurde im Ruhequartier in Vijfwegen fleißig exerziert und an der Musterstellung bei Stadenberg eifrig „Angriff" und Einbruch "in die feindliche Stellung" geübt. Die in Umlauf gesetzten „Parolen" lauteten auf Bewegungskrieg im Osten. Sie wurden nur zu gerne geglaubt, denn man hatte von den nassen und verschlammten flandernschen Gräben die Nase voll. Anfang April hörte dann auch die Truppe von dem geplanten Unternehmen. Bald kamen die ersten Gasflaschen aus dem Depot bei Kortemarck vorne an, wurden nachts durch Trägertrupps in die vorderste Linie geschafft, dort einqegraben und durch Sandsäcke gegen Beschuß geschützt. Hand in Hand damit gingen andere Vorbereitungen. Die Truppenverbände wurden näher zusammengezogen, Belehrungen über Gaskampf fanden statt, es erfolgte die Ausgabe von Mundpäckchen zum Schutz gegen Gas, Material wurde bereitgestellt usw. Am 14. April waren die Vorbereitungen beendet und schon am Abend dieses. Tages kam der Befehl zur Bereitstellung. Sturmgepäck wurde zurechtge- Der Versuch der deutschen Obersten Heeresleitung, im Herbst 1914 in Westflandern die feindliche Front zu durchbrechen und bis zu den französischen Kanalhäfen oorzustoßen, war gescheitert. Der Vormarsch der neugebildeten 4. Armee unter dem Herzog Albrecht von Württemberg stieß bei Ppern auf eine sich in der Richtung auf das Scheldebecken entwickelnde französisch-englische Offensive. Zu blutigen und verlustreichen Kämpfen im Oktober und November waren die Freiwilligen-Regimenter der neuaufgestellten Reservekorvs auf der Westflandern nachgesehen, jeder Mann bekommt noch einen Leinenstreifen mit 70 Patronen um den Hals, und dann gebt's hinein in die Nacht, nach vorn. Drüben beim Feind ist alles ruhig. Er ahnt anscheinend nichts von unseren Vorbereitungen. Wir wissen heute, daß Feld- rnarschall French in jenen Tagen einen Angriff von Südosten aus der Gegend von St. Eloi und Zillebeeke erwartete. Dort fanden auf beiden Seiten Sprengungen statt, und wie angebannt starrte man im englischen Hauptquartier dorthin, ohne die von Norden drohende Gefahr zu merken. Beim Vorrücken fällt hier und da bei der Artillerie ein Schuß. Von Zeit zu Zeit tastet ein Scheinwerfer das Gelände ab, und wie immer gehen Leuchtkugeln hoch. Neben den nach vorn strebenden Infanteriekolonnen schaffen auch die Pioniere auf der Feldbahn Material nach den Gräben. Feldküchen und Sanitätswagen stehen bereit, Verbandsplätze sind kenntlich gemacht und Sauerstoffrettungsgerät ist zur Stelle. Größte Ruhe ist befohlen und kein Licht darf gemacht werden. Die Verbindung reißt ab. „Ausbleiben" heißt es. Unterwegs müssen Schießblenden ausgenommen werden. Jeder hastet weiter, um den Anschluß nicht zu verlieren. Vereinzelte Gewehrschüsse peitschen von drüben herüber. Plötzlich wird der Befehl zum Halten durchgegeben und die. Blenden werden niedergelegt. Das Unternehmen ist abgesagt, denn der Wind hat plötzlich umge- schlagen. Es geht zurück und beim Morgengrauen .sind die Kompanien wieder in ihren Reserve- und Ruhestellungen. Einige Tage vergehen, ohne daß sich etwas ereignet. Die Ablösung innerhalb des Regiments erfolgt in der gewohnten Weife zwischen Graben, Reserve- stellung und Ruhequartier. Am 18. April, einem Sonntag, erfolgt nachts der zweite Alarm. Diesmal scheint es wirklich ernst zu werden. Von Staaden her erscheint ein Matrosenregiment, das das Marinekorps zur Unterstützung abgegeben hat. Aber auch diesmal versagt der Wind und gegen Morgen kommt der Befehl zum Rückmarsch. Es ist schon hell, als die bereitgestellten Bataillone abrucken, aber zum Glück verbirgt der aufsteiqende Morgennebel dem Feind die Truppenansammlung. Zwar erregen dann einige von den Pionieren vergessene Laufstege das Interesse der feindlichen Artillerie, aber sie beruhigt sich bald wieder. Man bat anscheinend drüben immer noch keinen Verdacht geschöpft. Wir wissen heute, daß um diese Zeit das Unternehmen dem Feind schon bekannt war. In der Nacht vom 13 auf 14. April war der Musketier August Jäger vom Res.-Jnf.-Reg. 234 zum französischen 4. Jäger-Reg. bei Langemarck übergelaufen und hatte dem Feind den geplanten Gasangriff verraten — bekanntlich ereilte ihn noch sein Schicksal und er wurde 1932 vom Reichsgericht in Leipzig zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Merkwürdigerweise erfolgte trotz sofortiger Meldung nichts. Man hielt bei den höheren feindlichen Kommandostellen das Ueberlaufen und die Aussagen Jägers für eine absichtliche Täuschung, um die Aufmerksamkeit ab-- zulenken. Die kommenden Tage herrscht auf deutscher Seite eine fast unerträgliche Spannung. Wann endlich wird die Geschichte zum Klappen kommen? Man hat volles Vertrauen zu dem Unternehmen. Bis zum Gruppenführer herab hat jeder die Karte im Kopf und kennt das Ziel auf das er los muß. Aber dies blinde Alarmieren wirkt zermürbend auf die Truppe. Wieder vergehen zwei Tage, ohne daß etwas erfolgt. Am 21. kommt der dritte Alarm und um 1 Uhr nachts steht alles bereit. Zunächst durchziehenden Geländewelle steckengeblieven und hatten sich eingegraben. Der Bewegungskrieg war jetzt auch hier zum Stillstand gekommen, man war zum Stellungskampf übergegangen. Die Front verlief von der Küste aus in südlicher Richtung der Pser und dem Ppernkanal entlang bis Steenstraate, sprang dann in weitem Bogen nach Osten vor und erreichte erst südlich Ppern bei Hollebeeke wieder den zur Lys führenden Ppernkanal, um von hier die alte Richtung aufzunehmen. Diese brückenkopf- artige feindliche Stellung, zu der von Ppern aus radial mehrere Straßen und Bahnlinien führten, bildete eine ständige Bedrohung der deutschen Stellungen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Gegner sich wieder stark genug fühlten, um die günstige Ausfallstellung zu einem neuen Vorstoß in Richtung Brüssel-Gent zu benutzen. Dem galt es zuvorzukommen. Obwohl an anderen Teilen der Westfront heftige Kämpfe tobten, beschloß die Oberste Heeresleitung, den Ppernbogen einzudrücken und die drohende Gefahr zu beseitigen. Hierbei sollte zum ersten Mal als neues Kampfmittel aus Flaschen abzublasendes C h l o r g a s angewandt werden. Auf die Kunde von gastechnischen Vorbereitungen bei den Alliierten — französische Pioniere hatten bereits Bromessigester-Gewehrgranaten angewandt — griff man deutscherseits ebenfalls zum Gas. Zuerst sollte der Angriff an der Südseite des Ppernbogens ausgeführt werden, man änderte aber Ende März aus meteorologischen Gründen den Plan und verlegte das Unternehmen an die Nordseite in den Abschnitt des XXIII. und XXVI. Reservekorps zwischen Bixschoote und Poelkapelle. Die technische Ausführung wurde dem neu aufgestellten Pionierregiment Nr. 35 Übertragen, nach seinem Kommandeur „Gasregiment durchqegeben, daß Steenstraate und Het Sas vom XXIlL Res.-Korps genommen und der Kanalübergang besetzt ist. Auch links sind Erfolge errungen worden, Langemarck ist in deutscher Hand und zur Zeit wird noch um die Uebergänge über den Haanebeek gerungen. Der deutsche Angriff hatte die feindliche Front in einer Breite von 5 Kilometer aufgerissen. Am wirkungsvollsten war die Gaswolke im Abschnitt unserer Division 7, die gegenüberliegende französische 87. Territorialdivision war restlos zurückge- slutet und erledigt. Der französische General M o r° dacq — damals Brigadegeneral im Abschnitt Langemarck — schreibt in seinem Werk „Le Drame de l’Yser“: „Seit Kriegsbeginn war ich in Lothringen und bei Arras Zeuge vieler Paniken, aber nie mußte ich ein ähnliches Schauspiel einer so vollkommenen Auflösung mit ansehen ... Es war die günstigste Gelegenheit für die Deutschen, vorzustoßen, ihren unerhofften Erfolg auszunützen, sie hatten nur noch offene Türen einzurennen. Zum Glück für die Verbündeten blieben die Deutschen stehen." Ein Zuavenregiment, das rasch über den Kanal geworfen wurde, griff während der Nacht noch an, aber ohne Erfolg. Als der Tag graute, waren die zu Hilfe gerufenen englischen Truppen eingetroffen und füllten die Lücke. Morgens standen schon zehn frische Bataillone östlich des Kanals zum Einsatz bereit. Die günstige Gelegenheit war verpaßt. Die kommenden Tage und Nächte brachten wütende Gegenangriffe, die aber alle in unferm Feuer zusammenbrachen. Das Armee-Oberkommando verlegte jetzt den Schwerpunkt des Kampfes mehr nach links und versuchte bei St. Julien und Kerrse- laere die kanadischen Stellungen einzudrücken. Wohl brachten diese Kämpfe noch Geländegewinn, aber der große Erfolg, den damals jeder zum Greisen nahe' sah und zwar mit vollem Recht, wie die gegnerischen Veröffentlichungen heute beweisen, blieb aus. Das Unternehmen war, so äußerte sich der Generalstabschef des XXIII. Reservekorps, „wie ein Feuerwerk verpufft". Der Erfolg des Gasangriffs bestand am ersten Tag in 1800 französischen und 10 englischen Gefangenen, 51 Geschützen und etwa 70 Maschinengewehren. Nach Abschluß der an den Gasangriff sich anschließenden Kämpfe war schließlich ein Geländegewinn von 12 Kilometer in der Breite und vier Kilometer in der Tiefe zu verzeichnen. Die feindlichen Angaben über ihre Verluste allein durch Gas (15 000 Mann, darunter 5000 Tote) haben sich, wie Hanslian in feinen Arbeiten über den chemischen Krieg und den Gasangriff im ^pernbogen nachweift, als zu Propagandazwecken gemachte Uebertreibungen herausgestellt. Die Gründe dafür, daß der Gasangriff über einen Anfangserfolg nicht hinauskam, find nach neueren Untersuchungen verschiedener Art. Zunächst hatte man bei der Obersten Heeresleitung wegen der Abhängigkeit des Gaskampfes vom Wetter wenig Vertrauen zu der neuen Waffe und hatte sie auch für die große Durchbruchsschlacht in Galizien deshalb abgelehnt. So dann hatte das Blasoerfahren verschiedene Mängel gezeigt. Es wurde sehr von der Bodenbeschaffenheit beeinflußt und wirkte nicht gleichmäßig. An dem von der Sonne erwärmten Boden blieb die Gaswolke zu wenig haften und ferner hatten die bei Häusergruppcn entstehenden Luftwirbel das Gas nach oben getrieben. Diese Mängel waren besonders im Abschnitt der 51. und 46. Res.-Div. in Erscheinung getreten und hatten deren Vorgehen sehr erschwert. Man hat wohl deshalb im weiteren Verlauf d-'s Krieges das Blasverfahren ganz aufgegeben und nur noch das Schießen von Gasgranaten angewandt. Daß der Angriff, der im Morgengrauen unternommen werden sollte, erst gegen Abend er. folgen konnte, war ebenfalls sehr ungünstig. Dis hereinbrechende Nacht mußte ihm ein Ende setzen, zumal die an den Stellungskrieg gewöhnte durch das lange Warten ermüdete Truppe den Anforderungen eines Nachtgefechts nicht ganz gewachsen mar. Der Hauptgrund lag aber im Fehlen aus« reichender Reserven zum Ausbau des überraschenden Erfolges. Der Stabschef des Herzog Albrecht, General Ilse, erklärt, bei der Obersten Heeresleitung die Bereitstellung von Reserven beantragt zu hoben, jedoch habe General Falkenhayn dies abgelehnt. Demgegenüber steht die Aussage des Generals von Hülsen, damals Generalstabschef des Marinekorps, wonach das Armee-Oberkommando eine ihm vom Marinekorps angebotene Division zurückgewiesen habe. Hierüber Klarheit zir schaffen, ist Sache der kriegsgeschichtlichen Forschung. Wohl jeder aber, der diesen Tag miterlebte» war überzeugt, daß hier eine neue Waffe, der man bei der Führung wie bei der Truppe zunächst mit heißt es abwarten. Der Morgen bricht an, aber nichts erfolgt. Die Truppen müssen, so gut es geht, Deckung nehmen, die Gräben sind überfüllt. Um 10 Uhr wird durchgegeben, vor Nachmittag sei kein günstiger Wind zu erwarten. Man döst vor sich hin und wartet weiter. Um 16 Uhr neuer Befehl: Ab .., r, . rc , . , . 17 Uhr bereithalten. Es kommt wi-der Leben inl^l^raucn gegenpberftanb, einen Erfolg batte, der die Masse. Um 1? Uhr endlich ist es soweit. Zuerst, bei richtiger Auswertung eine Wendung der Lage Aff v Triivt I & < » 15 SJS & irischast. Oie Lndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 770: Diejenigen metallverarbeitenden Firmen der ersten Verarbeitungsstufe (im Sinne des §2 der Anordnung 30 vom 29. 4.1935), die bisher ihre Anträge auf Erteilung einer Bedarfsbescheinigung für unedle Metalle unmittelbar an die Ueberwachungsstelle richteten (Großverbraucher), werden aufgefordert, die Formulare für die Meldung von Verbrauchszahlen für 1934 bei der Jnduftrie- und Handelskammer anzufordern. Die Meldung der Verbrauchszahlen muß innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Inkrafttreten der Bekanntmachung (7. Mai 1935) an die Ueberwachungsstelle für unedle Metalle erfolgen. Auf Grund der Bekanntmachung 6 darf weiter derjenige, der einen Ausfuhrver- • brauchsfchein beantragt, unter gewissen Voraussetzungen auch den Ausfuhrbedarf eines Betriebes dritter Verarbeitungsstufe, der sein Abnehmer ist, berücksichtigen. Er darf dies jedoch nur insoweit tun, wie der Abnehmer ihm zuvor auf ordnungsgemäßem und vollständig ausgefülltem amtlichen Vordruck der Ueberwachungsstelle die schriftliche Zusicherung beigebracht hat, daß er die bestellten Erzeugnisse tatsächlich und ausschließlich zu Zwecken seines nachweisbaren Ausfuhrbedarfs benötigt und die für die Herstellung seiner Ausfuhrerzeugnisse benötigten Materialien, Bestand- oder Zubehörteile weder aus eigenen Beständen entnehmen kann, noch auf Grund anderweitiger erteilter Aufträge zu erwarten hat. Die für diese Erklärung erforderlichen Vordrucke, die die Bezeichnung „Ausfuhrbedarfserklärung" tragen, sind ebenfalls bei der Kammer erhältlich * * 7 prozentigetürkische Schuldverschreibungen von 193 3. Der Verwaltungsrat der aufgeteilten öffentlichen Schuld des früheren Ottomanischen Reiches, Paris, teilt mit, daß der am 25. Mai d. I. fällige Halbjahreskupon mit 18,75 f. Franks für die über 500 Franks lautende neue Schuldverschreibung vom Fälligkeitstage ab eingelöst wird. Gleichzeitig teilt der Verwaltungsrat mit, daß er auf Grund seiner Vollmachten gemäß dem Vertrage vom 22. April 1933 beschlossen hat, den französischen Franken als Währung für die Bezahlung des am 25. November d. I. fälligen Kupons beizubehalten. * Wanderer-Werke Schönau b. Chem- n i tz. Die Gesellschaft konnte in 1934 eine wertmäßige Umsatzsteigerung von 75 v. H. gegenüber dem Vorjahre erzielen. Ebenso konnte die Gefolgschaft erheblich vermehrt werden. Nach Vornahme von 1,86 (0,46) Abschreibungen auf Anlagen, sowie 0,05 (0,04) anderen Abschreibungen verbleibt ein Gewinn von 1131110 (741 814) RM., der sich um den Gewinnvortrag auf 1412 060 (866146) RM. erhöht. Hieraus werden 8 (6) v. H. auf die StA. und 6 v. H. auf die DA. ausgeschüttet. Der vorhandene Auftragsbestand sichert der Gesellschaft Beschäftigung auf Monate hinaus. Die Verwaltung sieht der Entwicklung des Geschäftsjahres 1935 mit Vertrauen entgegen. * Adlerwerke. — Betriebsüberschuß u m 20 n. H. erhöht. Die Verwaltung der Adlerwerke in Frankfurt gab in ihrem Berichtsauszuge den Betriebsüberschuß mit 5,5 Mill. RM. an und bezifferte den vorjährigen Betriebsüberschuß mit 3,7 Mill. NM., den Nettoüberschuß mit 1,6, dem sie als vorjährigen Nettoüberschuß 0,8 Mill. RM. gegenüberstellte. Man mußte annehmen, daß in dem endgültigen Bericht dazu eine Erläuterung erfolgt. Nunmehr berichtigt sie den vorjährigen Betriebsüberschuß in 4,36 und den Vorjahresnettoüberschuß in 1,4 Mill. RM. Der Betriebsüberschuß erhöhte sich also in 1934 um 20 v. H. I^hein-Mainische Miitagsbörse. Aktien nachgebend. Frankfurt a. M., 14. Mai. Die Börse verkehrte am Aktienmarkt in außerordentlich stiller Haltung. Von der Kundschaft lagen nur wenig Aufträge vor, während die Kulisse zu einigen Verkäufen schritt. Infolgedessen bröckelten die Aktienkurse überwiegend etwas ab, zumal Anregungen fehlten. Der Appell des amerikanischen Finanzministers, der für eine internationale Währungsstabilisierung eintrat, fand starke Beachtung. Das Geschäft war so klein, daß Erstkurse zunächst kaum zustande kamen. Am Chemiemarkt gingen IG. Farben um 0,40 v. H. und Scheideanstalt um 0,50 v. H. zurück. Von Elektrowerten setzten Siemens 1 v. H. und AEG. 0,25 v. H. niedriger, Felten 0,50 v. H. höher ein, Schuckert lagen behauptet. Am Montanmarkt gaben Buderus 0,50 v. H., Ilse Genuß 1 v. H., Mannesmann, Stahlverein und Rheinstahl bis 0,50 v. H. nach. Gut behauptet blieben Harpener mit 105 (104,75). Für Zellstoffwerte zeigte sich kleines Interesse, Aschaffenburger gewannen 0,40 v. H. und Waldhof 0,13 v. H. Bon sonstigen Werten eröffneten Daimler 1,25 v. H., Holzmann 1 v. H., Zement Heidelberg 0,25 v. H. und Reichsbank 0,13 v. H. niedriger. Gut behauptet lagen AKU. und Norddeutscher Lloyd sowie AG. für Verkehrswesen. Am deutschen Rentenmarkt zeigte sich etwas Anlagebedürfnis, das Geschäft blieb aber ebenfalls klein. Altbesitzanleihe gewannen 0,25 v. H., Zinsvergütungsscheine 0,15 v. H., Kommunal - Umschuldung und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen gut behauptet. Von fremden Werten waren Mexikaner leicht befestigt, ebenso Rumänen. Die Börse zeigte auch in der zweiten Stunde keinerlei Geschäftsbelebung, da die Zurückhaltung anhielt. Infolge der starken Gefchäftsstille bröckelten die Aktienkurse meist weiter etwas ab. Auch die später zur Notiz gekommenen Werte lagen bis zu 1 v. H. schwächer, lediglich Rheinische Braunkohlen konnten sich um 2 v. H. auf 225 befestigen. IG. Farben gingen auf 144,40 (144,65) und Daimler auf 89,75 (90,50) zurück. Am Rentenmarkt blieben deutsche Anleihen gut behauptet, Zinsvergütungsscheine lagen nochmals 5 Pfennig höher. Der Pfandbriefmarkt lag still, aber gut behauptet, einzelne Liquidationspfanobriefe gingen leicht zurück. Stadtanleihen waren allgemein etwas angeboten und gaben bis 0,50 v. H. nach. Von Industrie-Obligationen blieben 6 v. H. Stahlverein mit 101,65 behauptet, 4,50 v. H. zogen auf 92,90 (92,65) an. Auslandsrenten lagen still und unverändert. Im Freiverkehr zeigte sich kleines Interesse für russische Vorkriegsanleihen, die Kurse lagen allerdings kaum verändert. Adlerwerke Kleyer waren etwas gesucht und zogen bis auf 91 (89,50) an, im übrigen wiesen die Freiverkehrswerte keine Veränderung auf. Tagesgeld 2,50 v. H. Abendbörse behauptet. Auch im Abendbörsenverkehr war die Geschäftsstille wieder stark ausgeprägt, da Anregungen und vor allem Aufträge fehlten. Infolgedessen war die Stimmung eher etwas freundlicher, die Kulisse bekundete verschiedentlich etwas Rückkaufsneigung. Die im Mittagsfchlußverkehr eingetretenen leichten Erholungen konnten sich gut behaupten, darüber ergaben sich teilweise noch leichte Erhöhungen, so bei Harpener, Schuckert, Deutsche Linoleum und IG. Farben: letztere setzten zunächst mit 144,75 (145) ein, zogen aber später auf 145,25 an. Am Kaffa- markk waren Lux. Intern. Bank weiter gesucht, Taxe 6 v. H. Geld (5,25)). Der Rentenmarkt war stark vernachlässigt und hatte meist nominelle Kurse aufzuweisen. Auch fremde Werte lagen sehr still, aber unverändert. U. a. notierten: Altbesitz 116, 6 v. H. Stahlverein 101,65, Reichsbank 161,50, Bank für Braü- industrie 116,75, Commerzbank 93, DD.-Bank 94,25, Dresdner Bank 94,25, Buderus 97,13, Harpener 106,50, Mannesmann 79,50, Rheinstahl 107,50, Stahlverein 80,50, AKU. 54, Betula 136, Conti Gummi 150,25, Scheideanstalt 218, Deutsche Linoleum 161,90, Licht und Kraft 124, IG. Farben 144,75 bis 145,25, Gesfürel 120,25, Goldschmidt 97,75, Holzmann 91,50, Iunghans 89, Laymeyer 123, Metallgesellschaft 98, Schuckert 109,40, Siemens 159,50, Südd. Zucker 168,50, Hapag 32,40, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123, 4 v. H. Rumänen 4,40, 5 v. H. innere Mexikaner 6,10, 3 v. H. do. 5,25, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 165. 'Rinhermorff in Gießen Auf dem gestrigen Rinder-Nutzvieh-Markt in Gießen standen 1032 Stück Großvieh, 369 Fresser und 230 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 400 bis 520 Mark, 2. Qualität 280 bis 360, 3. Qualität 160 bis 210: Schlachtkühe a) 250 bis 400, b) 100 bis 180; Rinder, %= bis ^jährig 90 bis 140, %■- bis 2jährig 140 bis 260, tragend 200 bis 400 Mark; Kälber, das Pfund Lebendgewicht 28 bis 38 Pf. Ausgesuchte Tiere über Notiz. — Marktverlauf schleppend, Ueber- stand: gute Milchkühe gesucht. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 14. Mai. Der Gemüfemarkt verzeichnete im allgemeinen gutes Angebot. Spargel und Kopfsalat waren sehr stark zugefahren, dagegen standen Karotten und Gelbe Rüben alter Ernte nur knapp zum Verkauf. Preise für letztere merklich gestiegen, im übrigen meist etwas rückläufig. Geschäft schleppend. Es notierten im Verkauf an den Kleinhandel: Blumenkohl (Treibhaus), Stück 30 bis 60, Steige ä 10 Stück 5,50 bis 6 (holl.); Erbsen 28 bis 30 (ital.); Gelbe Rüben 8V2 bis 10; Salatgurken (Treibhaus), Stück 25 bis 50, 40 bis 55 (holl.); Karotten (alte) 12 bis 15, neue (Treibhaus), Bündel 15 bis 20; Kohlrabi I, Stück 15 bis 20, II 8 bis 12; Lattich und Schlüpfer 25 bis 40; Rettich, Bündel 10 bis 50; Rote Rüben 2 bis 4; Spargel la 40 bis 42, Ilb 35 bis 38, b 32 bis 35, c 24 bis 25; Spinat 16 bis 20; Frühwirsing 16 bis 18, 8 bis 10 (holl.); Zwiebeln 12 bis 15 (ägypt.) Obst: Deutsche Aepfel waren nur noch gering angeboten, amerikanische und australische dagegen reichlich. In Treibhaus-Erdbeeren verzeichnete man zunehmendes Angebot bei nachgebenden Preisen. Sonst ergaben sich bei langsamen Geschäft keine Aenderungen. Bananen zogen jedoch bei knappen Zufuhren weiter stark an. Eßäpfel 45 bis 52, Tiroler 50, Amerikaner (rot), Kiste 40 Pfund 19,— bis 22,—, do. (gelb) 18— bis 22,—, Australier 18,— bis 22,—; Apfelsinen (blond) 17 bis 20 (span.); Bananen, Kiste 25 Pfund 12,— (Jam.), 10,— bis 11,— (Bros.). Adam Opel AG., Rüsselsheim. In der gestern in Rüsselsheim abgehaltenen GV. der Adam Opel AG., bei der das volle AK. vertreten war, wurde die Bilanz, sowie die Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 1934 einstimmig genehmigt. Aus dem Gewinn werden 11,4 Mill. Mark zur Abdeckung des aus den Jahren des Niederganges stammenden Verlustvortrages verwendet; weitere 2 Mill. Mark werden der gesetzlichen Reserve zugeführt; die Spitze von rund 6000 Mark wird auf neue Rechnung vorgetragen. Zu stellvertretenden Vorstandsmitgliedern wurden der Konstruktionsleiter Otto B y ck h 0 f f und der Einkaufsleiter Otto C. Mueller ernannt. lieber GV. und AR.-Sitzung werden noch folgende Einzelheiten bekanntgegeben: Die Gefchäftsentwlcklung in den ersten vier Monaten des taufenden Jahres war überaus befriedigend. Der Jnlandabfatz betrug 31 916 Wagen, gegenüber 15 647 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Auch der Auslandabfatz konnte trotz aller Schwierigkeiten beträchtlich (um rund ein Drittel) gesteigert werden; in den ersten vier Monaten 1935 wurden 3876 Wagen (2843 in der gleichen Vorjahreszeit) exportiert. Die (Erb- und Bauarbeiten für das neue Werk Brandenburg sind in vollem Gange. Die Fertigstellung und Einrichtung der Gebäude ist für den Herbst des Jahres geplant. Die für Brandenburg vorgesehene Produktion von Lastkraftwagen dürfte noch vor Jahresende in Gang kommen. Der zur diesjährigen Automobil- ausstellung in Berlin erstmalig gezeigte Typ „Olympia" hat auch auf den Ausstellungen in Genf, Amsterdam und Barcelona großes Interesse und Nack- frage hervorgerufen. Die ersten hundert „Olympia^- Wagen rollen in diesen Tagen von den Bändern ab. Am 23. April verließ der 400 000. Opelwagen das Werk Rüsselsheim. Der erste wurde gebaut im Jahre 1898 — der 400 000. also 37 Jahre später. Die Opelproduktions- entwicklung dieser Jahre vermittelt einen interessanten Einblick in das Fortschreiten der Motorisierung Deutschlands überhaupt: Für die Herstellung der ersten 100 000 Wagen waren 30 Jahre (1898 bis 1927) erforderlich, die zweiten Hunderttausend wurden in 2% Jahren (Anfang 1928 bis Mitte 1930) gebaut, das dritte Hunderttausend erforderte — hier zeigt sich der Krisenrückschlag — 3% Jahre, die vierten Hunderttausend wurden am 7. Februar 1934 in Angriff genommen und konnten in der außerordentlich kurzen Zeit von nur 14% Monaten hergestellt werden. Preußen. Oer Führer als Chrenpate LPD. Straßebersbach (Dillkreis), 14. Mat. Bei der neunten T o-ch ter des Formers Karl K n ö b e l hat der Führer und Reichskanzler die Ehrenpatenschaft übernommen. In einem Schreiben ließ der Führer mitteilen, daß fein Name neben denen der anderen Taufpaten in das Kirchenbuch eingetragen werden soll. Fahrlässiger Hochverrat. LPD. Frankfurt a. M. Wegen fahrlässigen Hochverrats gemäß § 85 des StrGB. verurteilte das Schöffengericht den 72jährigen Georg Müller zu sechs Monaten Gefängnis. Der Angeklagte war ein Mitläufer der KPD., und es schwebten schon zweimal Verfahren gegen ihn in politischen Dingen. Diese Verfahren wurden niedergeschlagen, nachdem der Angeklagte versprochen hatte, daß er gegen den neuen Staat nichts mehr unternehmen werde. Dieses Versprechen hielt er nicht. Er gab eine nach außen getarnte kommunistische Hetzschrift gegen d i e SA. weiter, wollte sie aber nicht gelesen haben. Das Gericht war der Ansicht, daß es sich bei dem Angeklagten um keinen harmlosen Menschen und dummen Schwätzer handele, sondern um einen Mann, der voller Bosheit steckte. Kreis Wehlar. c?o Hörnsheim, 14. Mai. Gestern verstarb im Alter von 88Jahrender hiesige Landwirt und Gemeindevorsteher a. D. Johannes Bork. Er war der älteste Einwohner und letzte Veteran vom Feldzug 1870/71. Als Gemeindevorsteher hat er über zwei Jahrzehnte die Geschicke unserer Gemeinde mit Tatkraft, Sorgfalt und Klugheit geleitet. Sein stets gerechter Sinn und seine Besonnenheit sicherten ihm bei allen Einwohnern und bei den vorgesetzten Be-' Hörden Achtung, Anerkennung und Ansehen. Vorsteher Bork hat es verstanden, bei größter Sparsamkeit die Gemeinde zu einer günstigen Entwicklung zu bringen. Unter feiner Verwaltung wurde im Jahre 1908 die Feldbereinigung in Angriff genommen, später wurde das elektrische Ortsnetz und die neue Schule gebaut. Neben seiner Tätigkeit als Gemeindevorsteher war er über vier Jahrzehnte erster Beigeordneter des Amtes Groß-Rechtenbach, Mitglied des Kreisausschusses und Mitglied des Landwirtschaftskammerausschusses für die Rheinprovinz. Als kerndeutscher und frommer Mann hat er auch regen Anteil am kirchlichen Leben genommen. So war er lange Jahre Mitglied des Presbyteriums der hiesigen Kirchengemeinde, dem er bis zu feinem Ende angehörte. < Hörnsheim, 14. Mai. Die Geldfamm - l u n g anläßlich des Muttertages, die hier von Mitgliedern des Evangelischen Jungfrauenvereins Dorgenommen wurde, ergab 24,20 RM. od Lützellinden, 14. Mai. Die Schafhaltung in unserer Gemeinde, die in den letzten Jahren stark zurückgegangen war, hat dank einiger Liebhaber in' Erkenntnis der volkswirtschaftlichen Notwendigkeit der Förderung der Schafzucht wieder einen Aufschwung erhalten. Durch die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung für die Rohstoffversorgung der deutschen Wollindustrie wird eine Vermehrung der Schafbestände für notwendig gehalten, die auch in unserer Gemeinde erzielt wurde. Die hiesige Schäfereigesellschaft hat bereits einen Zugang der Schafe zu verzeichnen. So wurden im Jahre 1933 rund 190 bis 200 Schafe gehalten, im Jahre 1934 bereits 250 Stück. Um eine gute Nachzucht zu ermöglichen, find bereits etliche Böcke aus der Hochzucht Westfalen angefchafft worden. Auch ist die Schafhaltung auf das vom Kreisschafzuchtoerband ausgestellte Zuchtziel abgeftellt und somit die Rentabilität der Schafzucht gesichert. Um der Schafhaltung weiter fördernd zur Seite zu stehen, muß die Futtergrundlage erweitert und dazu der Schafhaltung alle geeigneten Plätze, Hütungen und Freiflächen zur Verfügung gestellt werden. Kreis Biedenkopf. § Gladenbach, 14. Mai. Die anläßlich des Muttertages von der NSV. veranstaltete Listensammlung ergab den Betrag von 67,55 RM. Der Plakettenverkauf ergab 59,60 RM. Kleine Strafkammer Gießen. Der F. St. aus Kirtorf wurde vorn Amtsgericht Homberg wegen Sachbeschädigung zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Dagegen legte der Angeklagte Berufung ein. Die gestrige Hauptverhandlung ergab, daß der Angeklagte ein fremdes Huhn, das sich auf feinen Hof verlaufen hatte, erschlagen hatte. Die Berufung des Angeklagten wurde kostenfällig verworfen. Amtsgericht Gießen. Wegen fahrlässiger Körperverletzung wurde der Siegfried Isenberg aus Gießen durch Strafbefehl zu 50 Mark Geldstrafe, evtl, zehn Tagen Gefängnis, verurteilt. Der Angeklagte kam mit feinem Personenkraftwagen in Richtung Klein- Linden—Gießen. Nachdem er die Bahnüberführung passiert hatte, fuhr er auf einen in derselben Richtung fahrenden Arbeitsdienstmann auf, den er schwer verletzt in die Klinik brachte und sich dann der Polizei stellte. Gegen den Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. Nach Schluß der gestrigen Beweisaufnahme erging Beschluß, daß die Entscheidung in einer Woche ergeht. Saturn 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 61/z% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4‘/*% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ef)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ........... 4'/r% ehein. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6y2% ehem. Hess. Landcs-Hypo- thekenbank Darmstadt Siaui ... 4¥i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverichr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auölos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4¥a% ehem.8% Franks. Hpp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4%% Franks. Hyp.° Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 5y,% ehem. 4y3% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 4 '/2% ehem. 8% Pr. Landespfand- briSfanstalt, Pfandbriefe R. l'J 4%% ehem. 7% Pr.Landeüpfand- briefcmst., Gold ftomm. £61.VI Steuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y2% desgl. von 1913.......... 5% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... Kurszettel i)er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe 0er zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. .yrannurt a.M. Berlin Frankfurt a. Ul Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schluß- furd 00)11161. Abend- dörse Schluß- lurs c-chluyl. Mittag- börie Schluß- turs Schlußk. Abendbörse Schluß- Mrs Schlußk. Mittagbörse Schluß- kurs Schlußk. Abend- Schluß« Schlußk. Mittag. 13.Mai 14Ma> 13.5 14.5 13.5 | 14.5 Datum 13 5 14 5 13-5 | 14.5 Datum 13-5. 14.5 13-5 ; 14.5 Amtliche Notierung Geld | Srlef Amtliche Notierung Geld | Brief 100 96,75 102 115,9 100,5 98 96,25 100,5 92 121,5 115,75 96 100,7 101,13 96,75 96,75 100 96,9 101,9 116 100,5 98,25 96,25 100,5 92 122,5 116 96 100,9 101 96,75 96,75 100,25 97 116 100,5 98 o = i 1 1 1 1 S - ISS 4% desgl. Serie 11 ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/2%Rumän.vereinh.Rentev.i9i3 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2*4% Anatolier ...... Hamburg-Amenka-Pakei o Hamburg-Südam. Dampfschiff . o Norddeutscher Lloyd .........o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesestschaft................o Dresdner Bank..............o Reichsbank ............... 12 9,75 4,75 7 4,35 38,25 12.75 35 36,75 111 93,4 94,25 94,25 161.9 9,5 4,75 4,4 38,25 32,4 35 86,5 111 93 94,25 94,25 161,5 10 4,8 7 4,5 37.9 32,65 27,5 34,9 87 111 93,4 94,25 94,25 161 65 10 4,8 7,13 4,45 38,5 32,5 28 34,75 86,75 111 93 94,25 94,25 161,5 Mansfelder Bergbau......... 8 Koks werke.................. 5 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl ................ 314 Vereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....?y2 3. G. Farben-Industrie....... 7 Scheideanstalt............ 9 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke ................ Metallgesellschaft.............4 108,5 223 107,25 80,4 18,75 122 121,25 166 145 .19,5 98,5 98,25 92,5 54,13 111,25 114,9 84,65 1,75 163 35,5 291 148.5 92 168,5 108 225 107,5 80,5 18,75 121,75 122 166 145,25 218 97,75 113,5 98 91,5 115,75 54 114,75 85 90 161,9 35 162 150,25 36,65 92 1684 108,75 117,25 222 108 80,5 18,75 121,75 121,75 166 145,4 98 113,75 98,25 92,75 109,25 54,5 111 115 85 125,25 91,4 162,5 87,5 35,25 291,5 162 148 36,5 168,5 108,5 117,25 225,5 107,75 80,25 18,65 122,5 122 166,5 145 97,25 113,5 98,25 91,75 108,75 54,25 110 115 85,5 125 89,75 160,75 85,5 35,25 294 162,5 150,4 36,65 168,5 Buenos Sttto. Brüssel..... Rio de Ian. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanten.... Prag....... Budapest ... Neuyork ... 0,658 41,98 0,199 3,047 54,28 46,85 12,155 5,365 16,37 168,23 20,53 0,715 5,649 61,09 48,95 11,03 0,662 42,06 0,201 3,053 54,38 46,95 12,185 5,375 16,41 168,57 20,57 0,717 5,661 61,21 49,05 11,05 0,658 41,98 0,199 3,047 54,13 46,80 12,12 5,345 16,37 168,23 20,53 0,713 5,649 60,92 48,95 11,00 0,662 42,06 0,201 3,053 54,23 46,90 12,15 5,355 16,41 168,57 20,57 0,715 5,661 61,04 49,05 11,02 62,63 80,50 34,01 10,37 2,490 116 96,25 101,4 96,76 96,75 116 96,25 101 96,75 96,75 A.E.Ä......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschast... 5 Licht und Kraft .........6 y2 Felten L Guilleaume......... O Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co............... 4 Siemens & Halske............7 Lahmeyer L Co.............. 7 38,2b 135,4 107,5 124,25 95,13 120,25 127,5 108,65 160,5 123,4 38 136 106,5 124 95,65 120,25 127,75 109,4 159,5 123 38,4 135,25 107,25 124,13 95,25 120,4 128 109 160 >22 96,75 108 104,75 96,25 154,5 127,9 91,65 79,75 38,4 135,9 105,75 124,25 96 120,25 127 109,25 160 122,5 97,75 109,65 106,25 95,75 153,75 127,5 91,5 79,9 PHUtpp Holz mann...........O Zementwerk Heidelberg ......5 Cementwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Patzenhoser ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg................. 0 Zellstoff Waldhof............0 62,68 80,33 33.94 10,35 2.486 62,80 80,49 34,00 10,37 2,490 Banfnoten. 62,51 80,34 33,95 10,35 2,486 __________Derlin,i4.Mai________ Geld 23 rief ' Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ............... 7 Amerikanische Noten............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. 2,438 41,82 53,92 12,085 16,31 167,81 20,01 60,71 62,30 80,11 33,48 2,458 41,98 54,14 . 12,125 • 16,37 168,49 20,09 60,95 62,54 80,43 33,62 106 27,5 106 27,65 106 27 106 28,1 Buderus ................... 0 Deutsche Erdöl....... 4 96,4 108 104,75 128,5 91,25 79,5 97,13 109,75 106,5 152,75 127,5 91 79,5 Deutsche Linoleum...........6 Orenstein & Koppel ..........O Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade......................0 Accumulatoren-Fabrü....... 12 Conti-Gummi .............. g Gritzner....................0 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutsch« Zuck« ...... Englische Noten ................. Französische Noten............. Holländische Noten......... 1,25 7,95 7,75 7,8 13,65 9,75 1,2 7,95 7,65 7,65 14 9,5 1,2 8 7,75 7,85 13,75 1,25 8,05 7,65 7,65 14,13 Gelsenkirchener.............. Ö Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neiiessea .. 0 Ilse Bergbau ............... g Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhren ....... O Italienische Noten................ Norwegische Noten ............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schillina Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................ Ungarische Noten................