185. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ur. 65 Erstes Blatt 185. Jahrgang Kettig, 15. März 1955 Heimat lm Bild Die Scholle ■ ■ M HZ M W W M ■ ■ ■ ■ ■ M ™ W M W M JF H für Anzeigen von 22 mm Monatr-Vezugspreis: ■ ■ ■■ |Z 17 ■ ■ WZ ■ /■ QH ■ ■ ■ »< ■ Breite 7 Rpf., für Text. Mit 4 Beilagen RM. 1.95 ■■ W ■ M W MM ■■■ ■ Z JH ■ ■ MM > M W M^ ■ anzeigen von 70mm Brette H£* iS v/|vl|VIIVI JV^WIV#' Ö(*,ÄS Kf v -*r infolge höherer Gewalt _ __ _ _ „ # # ** Stellen-, Derems-, gemein. LWL General-Anzelger für Oberheffen WZW nchten: Anzeiger Stehen V V » • » l behördliche Anzeigen 6Rpf. vruck und Verlag: vrühl'sche UnwerfitStsvuch- und Zteindruckerei H. Lange in Giehen. Schristleitung und GeschSfttftelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffelt Heute beginnt die Heeresdebatte in der französischen Kammer. Di- ****-** Flandin wird die Vertrauensfrage stellen den "scher - Biidmaterndiensi Der fettigen Beistand f a k ultativ zu machen. Jahrgänge ausfüllen müsse, um Krieg zu vermeiden. Propaganda für die zweijähngeDienstzeit Ueberall kann man jetzt in Frankreich solche Plakate sehen, die mit dem Schlagwort „Das Vaterland und der Frieden ist in Gefahr" di« Zustimmung der Bevölkerung zu der Einführung der zweijährigen Dienstzeit herbeizuführen suchen, um dadurch den Geburtenausfall des Weltkrieges in den kommenden rekrutenmageren Jahren auszugleichen. Die Propaganda, die besonders vom 'Kriegsministerium betrieben wird und die Unterstützung der Rechten und der Presse der Rüstungsindustrie findet, arbeitet besonders mit dem Schlag- wort, daß man die fehlenden zwei erleben. Die Aufnahme der deutschen Erklärung über die Luststreitkräste. Paris, 15. März. (DRB.-Funkspruch.) „Matin" verzeichnet das Gerücht, daß am Donnerstag ein Meinungstausch zwischen den diplomatischen Kreisen Frankreichs, Italiens und Belgiens über die deutschen Maßnahmen zur Schaf- fung einer Luftstreitmacht stattgefunden haben, „Paris Journal" spricht von einem Meinungsaustausch zwischen Paris, London und Rom. Der „Excelsivr" erklärt, die amtliche Bestätigung der Schaffung einer deutschen Luftstreitmacht habe keine diplomatische Verwicklung geschaffen, die die Reise der englischen Minister nach Berlin hätte verzögern können. Wahrscheinlich wird die einseitige Kündigung einer Bestimmung des Versailler Vertrages keine andere Rückwirkung in London und Paris ausläsen, als die Erinnerung an die in der französisch-englischen Erklärung vom 3. Februar enthaltenen Grundsätze. reden wolle,- wie 1913 bei der Einführung der dreijährigen Dienstzeit. Pichot stellt des weiteren dann folgende Fragen: „Wenn Deutschland, dessen Bevölkerung sechzig Millionen Menschen beträgt, 200 000 Menschen mehr einstellt, was wird Frankreich dann tun? Wird es die vierjährige Dienstzeit einführen, wenn Deutschland die allgemeine Wehrpflicht einfuhrt? Was wird man uns dann vorschlagen? Und endlich: Wenn Deutschland unter Bezugnahme auf die sowjetrussische Bedrohung so argumentiert wie das militärische und amtliche Frankreich, wenn es also eine Abwehrarmee gegen 900 000Mann schlagbereit halten wird? Was würden unsere maßgebenden Stellen alles von uns verlangen? Man hat uns 1913 erklärt: Führt die dreijährige Dienstzeit ein, dann gibt es keinen Krieg. Und wenn es zum Kriege kommt, dann wird er siegreich ausgehen. Wir haben den Krieg gehabt. Wir haben Nordfrankreich räum en müssen. Noch 50 Monate Kampf waren nach der.Marneschlacht nötig, um den Gegner zur Aufgabe der Partie zu zwingen. Wenn der Plan von 1913, wenn die Doktrin von 1913 wieder die Oberhand gewinnt, dann antworten wir mit einem glatten N e i n." allen Zwischenfällen vorzubeugen, wird ein um« angreicher polizeilicher Ordnungsdienst um das Kammergebäude herum eingerichtet. Die Frontkämpfer sind verschiedener Meinung. Der Führer der Frontkämpferorganisation Feuerkreuz, Oberst de la Rocque, hatte bereits Donnerstag abend seine Anhänger zu einer Massenversammlung aufgerufen, in der er für die „gesetzliche Er Höhung der Dien st ze i t" eintrat, da sie allein des französischen Volkes würdig sei. Der Abgeordnete verwahrte sich gegen die mögliche Niederschlagung eines entsprechenden Ge- etzes, indem er unter dem Jubel seiner Anhänger lusführte: „Niemand ist so sehr dafür geschaffen, die schwersten Bürden zu überwinden, wie der Franzose, vorausgesetzt, daß er von Führern geleitet werde, die seiner würdig sind." Gegen die 2jährige Dienstzeit schreibt Pichot, einer der Führer der ehemaligen Frontkämpfer im „Oeuvre". Er betont, es erscheine besonders bedenklich, daß man heute einer Dienstzeiterhöhung mit denselben Argumenten das Wort Eden fährt von Berlin nach Moskau und Warfchau weiter. Oie englifche presse sieht die Schwierigkeiten für einen Ostpakt. Aus der in britischem Besitz befindlichen Insel Malta wurde der italienische Staatsangehörige Arnaldo B e r n a r d i n e l l i, der im Dezember v. I. unter Spionageverdacht verhaftet worden war, für schuldig befunden, sich Nachrichten verschafft zu haben, die für einen Feind wertvoll fein könnten. Diese Nachrichten habe er auch weitergegeben. Er wurde zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Reichsbank hätte in diesen Tagen zwei Gedenktage begehen können: am 14. März waren es 60 Jahre her, seit die Reichsbank gegründet wurde, und am 13. März jährte sich zum fünf* te n Mal der Tag, an dem die Reichsbank von den Sonderbestimmungen zugunsten der Reparationserfüllung befreit wurde. Vor wenigen Tagen hat die Reichsbank ihren Geschäfts* bericht für das abgelaufene Jahr veröffentlicht und darin wichtiges Material zur Beurteilung der Wirtschafts-, Kredit- und Währungslage beige* steuert. Die Reichsbank war lange Zeit e i n d o m Reich geleitetes I n st i t u t. Da sie gegenüber dem Reich keinen eigenen Willen besaß, konnte sie sich auch nicht sträuben, in den Jahren 1919 bis 1922 alle Reichs schatzwechsel zu diskontieren, die ihr vom Reichsfinanzministerium vorgelegt wurden. Da keinerlei Aussicht bestand, daß das Reich je aus regulären Einnahmen dis Reichsschatzwechsel einlösen könne, lief die uferlose Diskontierung von Reichsschatzwechseln auf „u n hegten d t en Notendruck" hinaus: sie trieb die Geldwertung und die Geldüberschwemmung („Inflation") immer weiter. Als dann aber im Jahr 1922 die Reichsbank autonom gemacht wurde, war das Unheil schon so weit fortgeschrit* ten, als daß die Entwicklung rückwärts revidiert werden konnte. Als dann aber im November 1923 d i e Rentenmark ins Leben gerufen wurde, konnte die Reichsbank sich auf Grund der Autonomie gegen Ansinnen des Reiches auf Bereitstellung weiterer Barmittel w e h r e n. Die Autonomie der Reichsbank ist auch über die eigentliche Ren parationszeit (1924 bis 1930) aufrechterhal* t e n geblieben. Die einschneidendste Umwandlung hat dos ursprüngliche Reichsbankgesetz durch die G e s e tz • gebung vom August 1924 erfahren. Die deutsche Regierung hatte sich verpflichtet, auf Grund des Reparationsplanes der internationalen Sach* verständigen vom 9. April 1924 („Dawesplan") eine Reihe von einschneidenden Gesetzen zu erlassen. Sie wurden vom deutschen Reichstag am 30. August 1924 Verschiedene Kammerfraktionen haben die Frage der Militärdienstverlängerung erörtert Bei den Radikalsozialisten stießen die Meinungen heftig aufeinander. Der ehemalige Ministerpräsident D a l a d i e r, der den linken Flügel vertritt, war der Ansicht, daß die Frage der Landesverteidigung nicht allein durch die Militärdienstzett gelost werden könne, sondern vor allem durch eine m o d e r n e Organisierung des Heeres und der Ma- terialbeschaffung. Er wies außerdem aut die Möglichkeit der N e u v e r p f l l ch t u n g von ausgedienten Rekruten hin und forderte feine Fraktionskollegen auf, k e i n e r lei D• i e n ft • zeiterhöhung anzunehmen, solange alle anderen Möglichkeiten nicht erschöpft seren. Aber auch dann käme eine Anwendung des Artikels 40 des Militärdienstgesetzes erst für das kommende Jahr in Frage. Staatsminister Her not erklärte dagegen, er glaube nicht, daß man jemals a) Neuverpflichtungen bei noch so hoher Lahnung das jährliche Loch von 120 000 Rekruten werde stopfen können. Der ehemalige LuftfahrtmiNlsttr d^rre C o t lenkte die Aufmerksamkeit auf d'e Notwe d werden könne, sondern daß man sich auch mtt anderen Maßnahmen beschäftigen must-, um eine moderne Organisierung des bun^uM ren. Die Fraktion habe Vertrauen zur Req,°runtt. daß sie diese Maßnahmen p^° und dem Par ° ment ° n t s p r e ch e n d e « "' "bereit dle breite. In diesem Geiste set bie F Maße Regierung zu ermächtigen. Art k-1 4° tn b.m , «Dtafi. gendienstzeitgesetzes erfordere. Die Fraktion ba. &P40 M una-Änd. Die Fraktion fordert Gefäße-°iib» die Durchführung der zweijährigen sprechende Erklärungen abzugeben. Di- Sozialistifche und die Kommu- n i st i s ch e Partei haben ihre Anhänger zur Massenkundgebung gegen die Er- h ° h u n g d ° r D i e n ft z e t t au gerufen. Die erste dieser Massenversammlungen soll heute abend tn einem großen Pariser Versammlungslokal statt- sinden Angesichts der Erhitzung der Gemüter ist es nicht ausgeschlossen, daß besonders streitsüchtige Ele- mente sich einen Weg nach der Kammer zu bahnen versuchen, in der die Aussprache über bie Dienstzeit recht stürmisch zu werben verspricht. Um ßonbon, 14. März. "d. fo daß Mr bei Stunde SW n,,nbefter pWen. Cs 'edieLoml te? ‘!S Ntig, llcntz cto* Hi, Ö *Uq . 5 0 fern L, ltlor s zusammensetzen soll, bedeutet diese Einrichtung, die gibt die Gesellschaft zur Förderung der polnischen auch im Widerspruch zum Memel st atut Kunst im Ausland einen Empfang für den Kunst im Ausland einen Empfan; Präsidenten der Reichsschrifttumskammer. der x A der Fürsten in der Aeußeren, von den Bolschewisten beherrschten Mongolei auf die der Inneren Mongolei doch etwas ernüchternd gewirkt, so daß die Aussichten der Sendboten Mandschukuos wesentlich besser sind. Gelingt es, die Innere Mongolei zum friedlichen Anschluß zu bringen, dann können die in Hsinting, der Hauptstadt Mandschukuos wirkenden japanischen Kräfte einen ihrer größten Erfolge verbuchen. War in Paris ein Anschlag auf Schuschnigg geplant? In der Vormittagssitzung der Kammer wird Oie Liquidierung -er Revolution in Griechenland. Cholesterin- und lecithinhaltig v7 steht, eine völlig einseitige Maßnahme gegen das Memelgebiet. Die Einseitigkeit des neuen Gesetzes geht auch daraus hervor, daß das Statut- Gericht nur von drei Instanzen angerufen werden kann, und zwar von dem Präsidenten des Direktoriums, der jetzt der Litauer Bru- rechtsstehende Abgeordnete Henriot seine Inter- pellation über die Zwischenfälle beim Empfang des österreichischen Bundeskanzlers Schuschnigg begründen. Staatsminister Herriot soll als Vertreter des in Algerien weilenden Innenministers die Interpellation beantworten. „Le Jour" behauptet, die Regierung habe ein Schriftstück aus österreichischen 'Terroristenkreisen, das klar beweise, daß ein Anschlag auf die österreichischen Gäste geplant gewesen sei. Das Blatt versichert, daß die Regierung sich mit einer solchen Begründung nicht aus der Angelegenheit ziehen könne. Wenn das amtliche Frankreich nicht mehr in der Lage sei, einen ausländischen Minister oder einen ausländischen Fürsten mit voller Sicherheit zu empfangen, dann möge das ohne Umschweife zugegeben werden. Einseitiges »Schiedsgericht" für Memel. K o w n o, 14. März. (DRB.) Der litauische Staatspräsident hat ein sogenanntes Statut-Gericht zur Regelung von Streitigkeiten eingesetzt, die sich aus der Anwendung des Memelstatuts und den Maßnahmen des Gouverneurs und des Landtages ergeben. Da das neue Gericht sich lediglich aus litauischen Richtern unter dem Vorsitz des Präsidenten des Kownoer Obertribunals „Prinz von Homburg" als Oper. — Graener-Uraufführung in der Berliner Staatsoper. Die Spannung, mit der das musikalische Berlin der Uraufführung „Prinz von Homburg" entgegensah, löste sich in einen großen Erfolg für Paul G r a e n e r auf. Die Staatsoper hatte ihre besten Kräfte eingesetzt und feierte mit einer Uraufführung von beispielloser höhe der Leistungen einen Triumph, der sich würdig in die Reihe der Großtaten dieses Hauses einordnet. Das Publikum zollte schon vor der Pause starken Beifall, der nach .)er Gefängnisszene zur Begeisterung anwuchs und am Schluß Sänger, Dirigenten, Bühnenbildner, Regisseur und Komponisten unzählige Male vor den Vorhang ries. In einer Seitenloge des festlich ge- timmten Hauses wohnte Ministerpräsident Göring der Ausführung bei. Athen, 15. März. (DRB. Funkspruch.) Zur Durchführung ihres innenpolitischen Befriedungs- werkes hat die Regierung eine Reihe einschneidender Maßnahmen beschlossen. Die Kammer soll aufgelöst werden, da die meisten Abge- or beten der Opposition wegen ihrer Teilnahme an dem Aufstand verhaftet wurden oder geflohen sind. Dem Senat wird verboten, sich zu versammeln, weil die Mehrheit der Senatoren Anhänger von Deniselos ist. Später soll der Senat durch einen Beschluß der Nationalversammlung, die zur Abänderung der Verfassung einberufen werden soll, überhaupt aufgehoben werden. Ferner ist in Aussicht genommen, alle reaktionären Beamten, besonders die höheren, aus den Ministerien und den Banken, sowie aus Heer, Marine und Luftfahrt zu entlassen, kurzum alle Dienste von ungeeigneten Elementen zu reinigen. Die K o st e n der Niederwerfung des Aufstandes werden vom Finanz- Minister auf 500 Millionen Drachmen geschätzt. Aus aller Wett. Alain-fränkische Jugend am Grabe Rudolf Bertholds. Am 15. März, dem Todestage des ruhmreichen deutschen Kampffliegers Hauptmann Rudolf Berthold, des Führers und Gründers der „Eisernen S ch a r", der 1920 in Harburg (Elbe) von Kommunisten in einen hinterhalt gelockt und bestialisch ermordet wurde, legte die Hitlerjugend feiner fränkischen hei- mat an feinem Grabe auf dem Berliner Invaliden- friedbof einen Kranz nieder. Die Abordnung der main-fränttschen Jugend, die Bannführer Schmidt führt, wurde von einer Ehrengefolgschaft des Gebietes Berlin begleitet. Sie führte die Freikorpssahne der Eisernen Schar Bertholds mit, die ihr am 14. Juli 1934 anläßlich der Anwesenheit des Reichsjugendführers Baldur von Schirach in Würzburg durch den Gauleiter von Main-Franken, Dr. Hellmuth, anvertraut wurde. Eine hochherzige Stiftung. v e l a i t i s ist, dem Memelgouverneur und dem litauischen Justizminister, während dem Memelländischen Landtag und den anderen autonomen Behörden oder Parteien dieser Beschwerdeweg verschlossen bleibt. Der tiefere Sinn des „Statut-Gerichtes" ist offenbar der, daß die Litauer, da sie auf die Dauer den Landtag nicht übergeben hönnen, etwaige Beschlüsse des Landtages durch das neue Gesetz von vornherein gegenstandslos machen wollen und daß die Memelländer bei allen autonomen Streitfragen ins Unrecht gesetzt werden sollen. Eingreifen der Bundesregierung in den Gouverneursstreit in Buenos Aires. B u e n o s A i r e s, 15. März. (DNB. Funkspruch). Die argentinische Bundesregierung beschloß, in den Streit in der Provinz Buenos Aires einzugreifen, um „die verfassungsmäßigen Gewalten aufrechtzuerhalten". Dieser Beschluß bedeutet, daß die Amtsenthebung des Gouverneurs der Provinz Buenos Aires, Martinez de h o z, gemäß der Entscheidung des Provinzial« Parlaments durchgeführt wird. Der Bundes- interoentor, Oberst M a r q u e z, hat sofort mit dem Vizegouverneur von La Plata, R a u l D i a z, Fühlung genommen, um seine Amtseinführung vorzubereiten. Die faschistischen Legionäre hielten noch um Mitternacht in La Plata den Regierungspalast besetzt, jedoch ist es unwahrscheinlich, daß sie es auf eine ernste Auseinandersetzung ankommen lassen, nachdem sich die Bundesregierung gegen Martinez de hoz entschieden hat. Englische Bomber als Verkehrsflugzeuge. London, 14. März. (DNB.) Evening Standard meldet, daß mehrere englische Firmen zur Zett sehr schnelle Flugzeuge Herstellen, die zu- nächst im Verkehrsdienst eingesetzt werden sollen, aberalsBombenflugzeuggebaut sind, so daß sie s o f o r t a u ch m i l i t ä r i s ch o e r- wendet werden können. Während die schweren Bomber der englischen Luftflotte zur Zeit etwa 270 Stundenkilometer zurücklegen, wurden diese neuen „Verkehrsflugzeuge" eine Geschwindigkeit von mindestens 320 Stundenkilometern erzielen. Es gebe besonders eingerichtete Fabriken, die die Bombengestelle, Zielapparate und Ma chinen- qewehranlagen für diese Flugzeuge berelthielten. Es handele sich dabei um eine neue gefährliche Form des Rüstungswettrennens. Um Die Innere Mongolei. Im Fernen Osten ist es wieder ruhig geworden, aber an die Stelle der bewaffneten Macht ist jetzt der Diplomat, getreten, der das erreichen soll, was dem Soldaten bisher unerreichbar blieb. Dazu gehört der Anschluß der Inneren Mongole i an das junge Staatswesen M a n d s ch u - k u o. Das in Frage kommende Gebiet ist zu riesig, als daß es Sinn hätte, Militär von einer Station zur anderen vorzuschieben. Die Sendboten Mandschukuos arbeiten viel mehr mit der Kunst der Überredung, um die nomadisierenden Stämme langsam gefügig zu machen und sie dahin zu bringen, die Oberhoheit Mandschukuos anzu- erkennen. Offenbar hat diese Taktik schon Erfolge gezeigt. Jedenfalls wird bekannt, daß mongolische Fürsten bereit sein sollen, eine Vereinigung der Inneren Mongolei mit Mandschukuo in Form einer Petition an den mandschurischen Kai- s e r zu fordern. Aber die mongolischen Fürsten werden auch von der anderen, der sowjetrussischen Seite her bearbeitet. Nur hat das Schicksal Generaldirektor Dr. H a h l a ch e r hat anläßlich seines 25jährigen Jubiläums als Vorsitzender der Rheinischen Stahlwerke in Duisburg- Hamborn eine große Stiftung gemacht, indem er die ehemalige durch die Inflation aufgezehrte Rhein ft ayl - Jubiläums st iftung durch eine persönliche Stiftung mit eigener Rechtspersönlichkeit und einem Vermögen im Werte vvn rund 1 Million Reichsmark unter dem Namen „Rheinstahl - Haßlacher - Jubiläums - Stiftung" erneuert hat. Die Stiftung will die enae Verbundenheit Dr. Haßlachers mit seinen alten Arbeitskameraden in den Werken von Rheinstahl zum Ausdruck bringen und bedürftigen Gefolgschaftsmitgliedern eine Unter ft ützung in Notfällen aus den Erträgnissen der Stiftung sichern. Eine 5000 Jahre alle Begräbnisstätte bei Lhalons-sur-lNarne freigelegl. In der Nähe von Chalons-sur-Marne wurde bei Erdarbeiten in einem Kreidefelsen eine 2,56 Meter lange und 2,50 Meter breite Grotte freigelegt, die, wie die vielen aufgefundenen menschlichen Knochen und Steinwerkzeuge beweisen, als B e • gräbnisstätte gedient hat. Das Alter der Grotte wirb auf 5000 bis 6000 Jahre geschätzt. Lin weiteres Opfer des Lawinenunglücks in Oesterreich geborgen. Nach mühevoller Arbeit konnte nunmehr ein weiteres Todesopfer des Lawinenunglücks in den Niederen Tauern geborgen werden. Es ist die Skiläuferin Erika Littrow. Man hofft, daß die beiden noch vermißten Opfer jetzt ebenfalls geborgen werden können. Der Graben, der durch den Lawinenschnee vollkommen ausgefüllt ist und in dem die Leichen gesucht werden müssen, ist etwa 10 Meter tief, wodurch die Arbeit sehr erschwert wird. Drohende Meuterei französischer Banjo-Sträflinge im Keim erstickt. In dem Zwischenlager der französischen Banjo- Sträflinge in La Rochelle, wo 320 Verurteilte auf ihre Abbeförderung nach Guyana warteten, kam es zu einem Meutereiversuch. — Etwa sechzig Gefangene traten in den Hungerstreik und weigerten sich, die ihnen aufgetragenen Arbeiten zu leisten. Sie wollten dadurch die Raucherlaubnis und ihren beschleunigten Abttansport nach Guyana durchsetzen. Der Gefängnisdirektor ließ die Rädelsführer in Einzelhaft legen und erstickte auf diese Weise die Bewegung im Keime. Vergebliche Suche nach den im Kaspischen Meer ak^zetriebenen russischen Mischern. Die Suche nach den im Kaspischen Meer auf Eisschollen treibenden Fischern ist bis- 1 her ergebnislos geblieben, obwohl auch an der Küste Nachforschungen eingeleitet werden sind, ob sie irgendwo gelandet sind. Ein Flieger aus Astrachan hat die eine der Eisschollen aufgefunden, aber von den 78 Fischern und Pferden, die sich auf ihr befanden, kein Lebenszeichen entdecken können. Ob die Fischer ums Leben gekommen sind ober ob sie sich haben retten können, konnte bisher nicht fest- gestellt werden. Drei saubere Brüder. — Zahlreiche Aulodiebstähle und Uebersälle In Berlin aufgeklärt. Der Berliner Kriminalpolizei ist es gelungen, etwa 30 Kraftwagendieb st ähle, die in den letzten Wochen in Berlin erfolgt waren, aufzuklären. Bei den Tätern handelt es sich um drei Brüder, die auch auf offener Strafte Uebersälle auf Fußgänger ausführten. — Bei einer Haussuchung bei dem Verdächtigen Alfred K l e e • mann fand man u. a. eine Menge von Koffern und Kraftwagenzubehörteilen. Dieser Fund lieft darauf schließen, daß Kleemann an Autodiebstählen beteiligt gewesen fein mußte. Nach anfänglichem Leugnen gab er acht vollendete und siebzehn versuchte Kraftwagendiebstähle zu. Der Verhaftete ge- stand schließlich ein, mit seinen beiden Brüdern „zu- . fammenzuarbetten". Man beobachtete sie und konnte ■ sie festnehmen. Es stellte sich dabei heraus, daß alle : drei seit Anfang März in Berlin auch eine Reihe • geheimnisvoller Uebersälle auf offener Straße aus- ; geführt hatten, bei denen sie regelmäßig einen ■ Kraftwagen benutzten. Auch die Braut des Hans . Kleemann war an den Räuberfahrten beteiligt. Sie ■ wurde im Berliner Westen in einem Kino ausfindig I gemacht und verhaftet. Or.Frick über dieReichsreform Lübeck, 14. März. (DNB.) In einer Rede in Lübeck betonte Reichsinnenminister Dr. Frick zur K i r ch e n s r a g e , daß der Streit ein Ende haben müsse. Unerschütterlich fest stände die Rechtsgültigkeit der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche vom Juli 1933, die Kirchenwahlen vom Juli 1933, die aus diesen Wahlen hervorgegangenen kirchlichen Verwaltungskörper der Synoden und die Wahl des Reichsbischofs durch die Nationalsynode. Nach einem Hinweis auf die Erfolge der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik umriß Dr. Frick das große Werk der Reichsreform: Wir haben heute nur noch eine Regierungsgewalt, das ist die des Reiches. Die heutigen Länder sind lediglich noch Verwaltungsbezirke und Selbstverwaltungskörper. Die Reichsreform ist aber eine Arbeit, die sich bei ihrer Größe naturgemäß auf eine längere Zeit erstrecken wird. Die sehr wichtige Frage der territorialen Neugliederung des Reiches wird m i t aller erdenklichen Sorgfalt geprüft und entschieden werden; denn wir wollen etwas Vollkommenes schaffen, das Bestand haben soll auf Jahrhunderte hinaus. issenschafi. mit neuen Illustrationen nach Federzeichnungen von Olas Gulbransson, und „Jozef Filsers Bries- wexel", illustriert von Ed. T h ö n y. — Don den „Kriegs brieten gefallener Studenten" wird zur Zeit das 100. Taufend ausgeliefert. 100 Jahre Vad-Rauheim. — Lin Sommer festlicher Veranstaltungen. Das hessische Staatsbad Bad-Nauheim blickt in diesem Jahre auf fein hundertjähriges Bestehen zurück. Aus diesem Anlaß sind während des ganzen Sommers festliche Veranstaltungen geplant, die ihren Höhepunkt in der Jubiläumsfeier am 30. Juni und 1. Juli sind en werden. Eine Aufführung der 9. Sinfonie von Beethoven, unter Leitung vvn Generalmusikdirektor W. Stöver, leitet Die Feier ein, der am nächsten Tage ein Staatsakt im Sprudelhof und abends em Feuerwerk folgen. Im Rahmen der zahlreichen künstlerischen und gesellschaftlichen Veranstaltungen sind u. a. Gastspiele des Landestheaters Darmstadt, der Frankfurter Oper und des Mainzer Stadttheaters vorgesehen. Die Generalmusikdirek- toren Pros. Hermann Abendroth und Eugen I o ch u m , die Solisten Prof. Georg Kulen- f ampff, Elly Ney u. a. werden Gastkonzerte geben. Am 27. Mai wird ein Heimatsviel „Der Schachtmeister" von Carl P i o r k o w (Bad-Nau- Heim) aufgeführt, am 23. Juni veranstalten hessische Bauern ein Trachtensest mit Volkstänzen und «gelängen. Am 8. Juli ist ein Tanzturnier mit Länderwettstreit Deutschland—England, vom 5. bis 12. August ein Internationales Schachturnier der Jungmeister vorgesehen. Ein Musikfest am 22. und 23. August wird Werke- bet jungen rhein- mainischen Komponistengeneration zu Gehör bringen. — In der Kolonnade sind u. a. eine G e - mälde-Ausstellung von Meisterwerken des 19. Jahrhunderts, eine Kollektivausstellung Munch- ner Künstler, eine Ausstellung von Werken hessischer Künstler (anläßlich des Trachtenfestes) und eine Ausstellung der Staat!. Porzellan- Manufakturen Berlin und Meißen vorgesehen. Stund lieft in Warschau aus eigenen Werken. Zu Ehren des Präsidenten der Reichs- schrifttumskammer, Dr. Hans Friedrich Blunck, der in Warschau weilt, gab der deutsche Botschafter von Moltke einen Empfang, bei dem Blunck aus eigenen Werken las. An dem Empfang nahmen neben dem Dizeminister des Auswärtigen, Grafen Szembek.und anderen Vertretern des amtlichen Polens führende Perfön- lichkeiten der literarischen und künstlerischen Kreise der polnischen Hauptstadt teil, darunter Mitglieder der Akademie für Literatur, Professoren der Warschauer Universität, Vertreter der Gesellschaft 3ur Förderung der polnischen Kunst im Ausland usw. Blunck wird noch eine Vorlesung aus eigenen Wer- fen im deutschen Klub halten. Arn Samstag des alten Plans einer Erweiterung der Internationalen Rohstahlerportgemeinschaft durch den Beitritt Englands wesentlich kompliziert. Mitte April sollen in Brüssel neue Verhandlungen zwischen der englischen und den kontinentalen Eisenverbänden geführt werden. Dagegen ist es gelungen, die zwischen dem deutschen Rohrenverbande und dem saarländischen Mannes- mannwerk in Baus bestehenden Meinungsverschiedenheiten durch einen Schiedsspruch beizulegen. * Zu den großen deutschen Jndustrieunternehmun- gen, die trotz aller Handelserschwerungen ihre Ausfuhr zu erhöhen vermochten, gehören auch die Continental-Gummiwerke in Hannover. Sie können über eine mengenmäßige Steigerung des Auslandgeschäfts im letzten Jahre berichten. Allerdings war dieses Geschäft teilweise verlustbringend, wurde aber trotzdem getätigt, um Devisen für die deutsche Volkswirtschaft und zusätzliche Beschäftigung für die Gefolgschaft des Werks zu schaffen. Damit ist bewiesen, daß der deutsche Export bei genügender Opferbereitschäft der Industrie und entsprechender Förderung durch die öffentliche Hand wesentlich ausgedehnt werden kann. Durch die Beschlagnahme des Eigentums der Aufrührer im Werte von über einer Milliarde Drachmen hofft man jedoch, alle Wunden, die der Aufstand geschlagen hat, heilen zu können. Meldungen, nach denen in Griechenland eine Bewegung begonnen hätte, um die Monarchie wieder einzuführen, werden offiziös als unrichtig bezeichnet. Vor allem fei nicht wahr, daß die Volksmenge, die am Dienstag ihrer Freude vor dem Hause des Ministerpräsidenten Tfaldaris Ausdruck gab, Bildnisse des Königs ober königliche Embleme mit sich geführt habe. Es wurden lediglich Plakate mitgeführt, die die strenge Bestrafung der am Aufstand Schuldigen, insbesondere von Veniselos, verlangten. Gegenüber den vvn einer ausländischen Agentur verbreiteten Meldung über einen schweren Kampf bei Drama betont die Athener Telegraphenagentur nachmals, daß seit Mittwoch in ganz Griechenland d i e Ruhe vollständig wiederhergestellt ist. England wünscht Beilegung des Abessinienkonsiikts. La ndo n-15. März. (DNB.-Funkspruch.) „Daily Telegraph" schreibt, die Nachricht, daß die italienisch- abessinischen Verhandlungen stockten, haben in London tiefes Bedauern ausgelöst. Großbritannien habe bei beiden Regierungen einen weiteren E i n i g u n g s v e r s u ch angeregt. Abessinien scheine aber entschlossen, sich endgültig aus den Völkerbund zu verlassen. Aber w e - der Großbritannien noch Frankreich, die beiden anderen europäischen Großmächte, die an diesem Teile Afrikas interessiert seien, seien der Ansicht, daß der Völkerbund nochmals fähig sein werde, eine so günstige Lage für Abessinien zu schaffen, wie vor sechs Wochen in Genf. Wenn die Angelegenheit vom Dölkerbundsrat untersucht werde, dann werde sozusagen zwangsläufig festige stellt werden, daß die abessinische Eskorte, die man dem englisch-abessinischen Grenzausschuß unvermutet beigegeben habe, sehr herausfordernd gehandelt haben. Durch mehr als 160 Kilometer äußerst gefährlichen Gebietes habe der Ausschuß ohne jede Eskorte reifen müssen. Erst als die Grenzbereisung fast zu Ende und nur noch 50 Kilometer zurückzulegen gewesen seinen, seien plötzlich 650 abessinische Soldaten eingetroffen, um für den Schutz der Kommission zu sorgen. Bei der Ankunft vor Halual hätten sich die Abessinier in einer (Entfernung von 30 Meter von dem italienischen Posten ein gegraben. In dieser Stellung seien sie nach mehr als eine Woche nach ;ber Abreise des Ausschusses geblieben. In London s«i man der Ansicht, daß die Abessinier mit ihren Bemühungen zur Herbeiführung einer ichiedsgericht- lichen Entscheidung keinen Erfolg haben würden. Kunst und Das neue hessische Landgrafen-Museum In Kassel. Das neue hessische Landgrafen-Museum, bas in ben umgebauten Räumen der Alten Kunst- akabemie in Kassel eine roürbige Stätte gefunben hat, wird nach den bisherigen Plänen im Mai feierlich eröffnet werden. Reichskultusminifter Dr. Rust hat in seiner Eigenschaft als preußischer Kultusminister dem Plan 3ur Schaffung dieser neuen musealen Stätte sofort seine Zustimmung erteilt. Mit der Ueberführung der Kunstschätze, die in dem neuen Museum ihre Heimat finden sollen, ist bereits begonnen worden. In dem Landgrafen-Museum werden alle jenen Kunstschäke zusammengetragen, die zur Geschichte der hessischen Landgrafen in besonderer Verbindung stehen. Dazu gehört die Gemäldegalerie, die die Bilder sämtlicher hessischen Fürsten und ihrer Familien umfaßt und in ihrer Art eine einzigartige Illustration der Für- stengeschichte eines deutschen Landes darstellt: Beträchtlich sind die Werte, die sich in der großen und kostbaren Porzellan- und Majolikensammlung befinden, die in verschiedenen Museen und Schlössern aufbewahrt werden. In den Schätzen des Museums wird zum ersten Male plastisch sichtbar, welchen kulturellen und künstlerischen Reichtum bas Hessen- lanb seinen tunftliebenben unb in allen Wissenschaften bemanberten Fürsten aus früheren Jahr- hunoerten verbankt. Frühjcchrsneuerscheinungen des Verlages Müller/Lcmgen in München. Der Verlag Georg Müller/Albert Langen in München kündigt folgende Neuerscheinungen für das Frühjahr 1935 an: Will Vesper: „Der ent- fesselte Säugling". Eine komische Geschichte für Erwachsene. — Trygve Gulbr aussen: „llnb ewig rauschen die Wälder". Ein Roman unter Nordlandsbauern. Aus dem Norwegischen übersetzt von E. de Boor. — Ernst Wiechert: „Hirtennovelle". — Veronika Lühe; „Die Chronik des Amtsschrei- bers von Thorshafen". — Paul Ernst: „Verfall und Neuordnung". Eine Auswahl kulturpolitischer Aufsätze. — „Helden, Hirten und Haiduke n". Montenegrinische Dolksgeschichten. Gesammelt und übertragen von Prof. Gerh. Gese - mann. — Herbert Cysarz: „Berge über uns", ein kleines Alpen-Buch. — Nis Petersen: „Verschüttete Milch". Roman aus der irischen Aufstcmbs- bewegung. Uebersetzt von Peter Jerusalem. — H. Friedrich Blunck: „Der Flammenbaum", Balladen. — C. O. Jatho: „Wanderer auf Gottes Strom" (mit Federzeichnungen). — Aino Kallas: „Sankt Thomasnacht". — Josef Ponten: „Die Stunde Heidelbergs". — Gerhard Schumann: „Die Lieder vom Reich". — Karl E s ch e- r i ch :' „Biologisches Gleichgewicht", eine Rede. — Wilhelm Schäfer: „Johann Sebastian Bach , eine Rede. — In Neuauflagen erscheinen u. a. von Ludwig Thoma die „Lausbubengeschichten Leupin-Lreme unö Seife / vorzügliches Hauwflegemittel, I seit langen fahren bewährt bet d Flechte-Hautjucken /A Ansschlag, Wundsein usw. jr,» Drogerie WinterboffKreu-vl.10: p u Löwen-Trog.W.KilbingerNachs., Die vier Löwen-Drog 318V Neuheiten des ^eirwlch I | //II ^ocKsWev Frühlings 1508A Zwi | Verkäufe | Gesucht f. sofort ein kräftiges 7/32 PS Wdchen Mercedes-Benz in allen landw. Jjzl^bu3 Sirdopf nehmen? 1496A am Markt 439* darum gebtdoppdi! \ommerxpronen Haben Sie offene Füße? K SN 5 Gebr. 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Reichsberufswettkampf! Die Jugend aller Berufe zeigt und beweist in der Woche vom 18. bis 23. März ihr Können. in gutem Hause zu vermiet. moD Horst Wess.-W. 39 II. Hier sehen Sie es! Das ist die sogenannte billige Emaille. An ihr werden Sie keine Freude haben. — Ein guter Topf dagegen kostet wohl wenige Pfennige mehr, hält aber dafür dreimal so lange. Deshalb für Ihre Küche nur das gute Qualitäts-Emaillegeschirr. Sie bekommen es preiswert bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 1456 Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 t Wist Seifen w V...- aus - Dr.Thompson's Limousine VorfÜhr.-Wagen mit Garantie zu günstig. Beding, zu verkauf, oioee Näheres durch AeilsH Kraft Marb. Str. 68. Antreten zur Heldengedenkfeier nm 17.3.35 9 Uhr,Kirchstraste an der Feuer- wache. Fahnenschar 8.45 Uhr bei Kam.Schwender Steinstr. 71. Anzug: Bundesanzug. Antret, aller Kameraden, aust. denjenigen die in ander. Berbänd. eine Führerstellung inne haben, ist Pflicht. isoaD Ter stellvertr. Ortsaruvven- führer. 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März. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik. 7: Fruh- konzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9.15: Konzert. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13.15: Mittagskonzert II. Neues vom Tage. 14.30: Die besten Schallplatten der Woche. 15: Jugend packt an! 1. Wir gehen durch die zusätzliche Berufsschulung der DAF. Ein Gang mit dem Landsshandwerksmeister Gamer und dem Landes- obmann der NSBO., Becker. 2. Alle müssen mit! Letzter Appell des Gebiets-Sozialamtsleiters der HI., Bannführer Heini Jung, an alle Eltern, Meister und die Jungarbeiterschaft. 16: Nachmittagskonzert. Alte Tänze um 1900. 18: Stimme der Grenze 18.20: Stegreifsendung. 18.35: Wir schalten em! Das Mikrofon unterwegs. 18.50: Präsentier- und Parademärsche der Garnisonen des Sendebezirks des Reichs,enders Frankfurt. 20.15: Großer bunter Abend. 22.15: Argonnerwald um Mitternacht. Die Geschichte eines Soldatenliedes. 23: Nachtmusik. 24: Glockengeläute der Dome Frankfurt, Mainz, Worms, Speyer, des Münsters in Freiburg und des Trierer Doms. Schmerzen? Jucken s Sechen ? Brennen? Dann gebrauchen Sie die feit Jahrzehnten vorzüglich bewährte schmerzstillende Herlfalbe Rnn+arin“ Erhältlich in den jyUcniCirlll ■ Apotheken. !4»sV Berlin, 14. März. (Fwd.) In der Generalver. fammlung der Reichsbank führte Reichsbankprasi- dent Dr. Schacht aus, daß er sich grundsätzliche Bemerkungen, wie in den früheren Generalversammlungen diesmal ersparen könne, da er in ferner letzten Rede auf der Leipziger Fruhiahrsmesse alles Notwendige gesagt habe. In genereller liege ihm aber daran, einen maßgebenden Gesichtspunkt herauszustellen: Wenn auch die einzelnen Maßnahmen, die die Reichsbank ergriff, nicht immer im Gesamtzusammenhang in Erscheinung treten, so könne es, wenn man zurückblicke, doch keinem Zweifel unterliegen, daß sich in der ganzen kapifalrnarklpolitik der Reichsbank eine absolut einheitliche Linie abzeichne. Dr. Schacht gab darauf einen kurzen Ueberblick über die am Kapitalmarkt ergriffenen Maßnahmen. Die Einsetzung der Kommission für die Kontrolle des Kapitalmarktes im Mai 1933 verfolge den Zweck, nur solche Emissionen an den Kapitalmarkt heranzulassen, die im öffentlichen Interesse liegen. Im Oktober 1933 kam dann die Bankgesetznovelle, die die Reichsbank in den Stand setzte, auch auf dem offenen Markte einzugreifen. Im Ium 1934 wurde die Neubesitzanleihe beseitigt und durch Auflegung der 4prozentigen Umschuldungsanleihe em Um ficherheitsfaktor aus dem Markt herausgenommen. Durch die Umwandlung der Roggen- und Weizenanleihen in Reichsmark-Anleihen wurden w e tte re Momente der Stabilität in den Markt hineingetragen. Weitere Marksteine waren das Anleihestockgesetz, die Neuordnung des Borsen- wefens das Gesetz über das Kreditwesen. Dazu komme die Verlängerung der Hypothekenfälligkeiten. Mit all diesen Maßnahmen war endlich der Zustand erreicht, der eine Krönung der Vorarbeiten ermöglichte, indem man im Januar 1935 allgemeinen Rentenkonversion schreiten konnte und im Februar zur Senkung der Bankzinsen. Die effektive Wirkung dieser Maßnahmen auf dem Geldmarkt fand ihren Ausdruck darin, daß j der Sah für tägliches Geld, der im Dezember ! 1933 5,52 v. h. betrug, in regelmäßigen Herab- I fehungen bis zum Februar dieses Jahres auf I 3,86 v. H. herunterging. Am Aktienmarkt be- theorie und der Organ-Theorie schrieb und den K a i s e r nicht als über dem Staat stehend, sondern als Organ bes Staates bezeichnete. Die Verhaftung erfolgte unter dem Verdacht kommunistischer Umtriebe. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Auvgabeort Frankfurt. Das europäische Hochdruckgebiet hat sich weiter abgeflacht und seinen Schwerpunkt von Skandi- navien nach Polen verlagert. Sem Einfluß auf unser Wetter ist immer noch vorherrschend und be- dingt freundlichen, heiteren Witterungscharakter, wenn auch mit langsam wachsender Neigung zur Bewölkungsbildung gerechnet werden muh. Die Tagestemperaturen werden weiter anftelgen. Aussichten für Samstag: Morgens stellenweise dunstig oder neblig, sonst im wesentlichen noch freundlich, heiteres, mittags warmes Wetter, vorwiegend südöstliche Winde. Aussichten für Sonntag: Wolkigeres, aber im ganzen noch freundliches und für die Jahreszeit warmes Wetter. Lufttemperaturen am 14. März: mittags 11,5 Grad (Celsius abends 3,4 Grad; am 15. März: morgens —1,1 Grad Maximum 12,4 Grad, Minimum —1,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 14. März: abends 3,4 Grad; am 15. März: morgens 1,5 Grad. — Sonnenscheindauer 8,8 Stunden. Wintersport. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —3 Grad, 180 cm Gesamtschneehöhe, gekörnt; Ski und Rodeln ^A?pen. Garmisch-Partenkirchen: Heiter, —3 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, Firnschnee; Ski und Rodeln sehr gut.____________ Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thynot. für den übrigen Teil- Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck- verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Derlagr Prühl'iche llniversitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämllich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig« Seltersweg 69. Weg. Umzugs tu verkaufen: Gr. Ausziehtisch, Fliegenschrank, Stebmangel, Kinder - Schreibpnlt, Spiegel, Garten - möb.,Blnm.-Bank, Blumenkrippe, Gartenstehlelter, Obstpresse, Ein* machtOpfe.Bfieh.- Brett, Klavierstuhl,Grammoph., mandoline, Rodelschlitten. 01071 I Kirchstr. 1. Jagdhund schwarz mit weißer Brust zugelaufen. Geg. Erstattung der Unkosten ab- tubölen bei (1501 d voslfkelle Annerod Telefon 2389. Kleine politische Nachrichten. Di- wichtige Ausgabe der Betreuung der Landarbeiter im Reichsnährstand muß von einem gerade mit diesen Fragen eng per- knüpften Fachmann in zweckmäßiger und verstand- nisvoller Weise behandelt werden. Reichsbauern- sührer Darr6 hat daher den Sonderbeauftragten für Landarbeiterfragen, Staatsrat Reinke, von den Fübrungsaufgaben als Leiter der Relchshauptabter- lung I entlastet und zum Leiter der Rerchshaupt- abteilung I den bisherigen Landesobmann der Landesbauernschaft Ostpreußen, Mathias H a t d n , berufen Zum Landesobmann der Landesbauernschaft Ostpreußen wurde der Hauptabteilungsletter I der Landesbauernschaft Ostpreußen, Ench Spreck- s ch e n, ernannt. k Zum ersten Male weilte am Donnerstag d e r Stellvertreter des Führer s Reichsmmi- fter Rudolf H e ß in der Marinestadt Wilhelmshaven. Rudolf Heß war Gast der Relchsmarme, die ihn zu 'einem D o r t r a g vor den Offizieren und Beamten der Marinestation der Nordsee gebeten hatte. Freitag wird er den E h ren fri ed - h o f besuchen und die Marinewerft besichtigen; um 13 Uhr begibt sich der Minister nach Kiel. Die „Westfälische L a n d e s z e i t u n g " in Dortmund berichtet, daß ihr Vertreter in Rom, Arnim Richard, auf Anweisung des Halte- nischen Innenministeriums aus Italien aus- aewiesen worden sei mit der Begründung, er habe über den italienisch-abessinischen Konflikt tn subjektiver und einseitiger Weise berichtet. Richard sei innerhalb 36 Stunden nach 32 stündiger Sistte- 'rung abgeschoben worden.* Das österreichische Bundeskanzleramt hat das seinerzeit verfügte und zuletzt mit Wirksamkeit bis 16. März 1935 verlängerte Verbot der Verbreitung aller im Deutschen Reiche erscheinenden Tageszeitungen und gewisser Zeitschriften im gleichen Umfange um weitere drei Monate verlän aer t. Heber- tretungen werden mit Strafen bis 2000 Schilling oder drei Monaten Arrest geahndet. * Großes Aufsehen erregt in Tokio die Verhaftung des 23jährigen Sohnes des bekannten Staatsrechtlers Professor Dr. M i n o b e, der über den Gegen- satz zwischen der sogenannten Souveränitäts- hWawellen Zum neuen Kleide Eine schöne Frisur; Drum laß Dich bedienen Beim Fachmann nur! WalterWahl Spezial-Damen Salon Bahnhofstraße 63. mcD Stadt Mainz Heute abend: MesSMIW mit Konzert 15020 M10 Uhr Wenneif m mit firaut Bis 4 Uhr nachts geöffnet! [Stellengesuche] Gebild.,tüchtiges Fräulein in Haushalt und Kinderpflege erfahren, suchtWir- kungskreisingut. Fam. od. frauenlosem Haushalt. Gute Zeugnisse. Sckr.Angeb.unt. 01060 an d.G.A. Junges Mädchen aus gutem Geschäft, sucht für sofort Stellung im Verkauf. Perfekt i.Steno- gravb.u.Schreib- maschine. Schr. Ang. u. 01067 an den Gießen. Anz. Carl Sommer Gießen ,5"A Bahnhofstraße 2 7 Arbeiten erfahr. Hofgut Mühlsachsen bei Lich. isoeD Aelteres, tüchtig. 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Keine Ursprungszeugnisse, Nr. 63 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag.lZ.MrzMZ herrschen späterhin große Teile der Handlung mufb kalisch entscheidend. Sa wird die Musik hier geradezu ein Bestandteil der Handlung (in anderem Sinne freilich als zuvor in der „Symphonie der Liebe"). Im Mittelpunkt steht die Herzensgeschichte und der jähe Aufstieg einer jungen Sängerin aus der Masse des Chores zu einer ersten Rolle im vollen Schein» werferlicht. Andere Motive und Schauplätze spielen hinein und beleben den Eindruck, und das Ganze steigert sich mit der filmisch sehr geschickt aufgenommenen Brandkatastrophe im vollbesetzten Theater zu einer fast sensationellen Wirkung. Aber Froelich als Reaisseur zeigt auch in anderen Szenen, was er mit der Kamera zu leisten vermag: wenn' er etwa das herzhafte und vielfältig bewegte Bild einer herbstlichen Reitjagd in die Handlung einschneidet, die an sich wenig mit solchen Episoden zu tun hat; oder mit den ausklingenden Fiebertraumphantasien, in denen sich musikalische und bildhafte Elemente überschneiden. Der Gesamteindruck wird ein wenig beeinträchtigt durch den Umstand, daß es sich um einen älteren Film handelt, dem klanglich noch gewisse Härten seiner Entstehungszeit anhaften, und der überdies einige „Löcher" aufweist, so daß der Beschauer sich die Uebergänge selbst kombinieren muß. Dagegen hat die Spielleitung eine sehr gute Besetzung zusammengestellt: Gustaf Gründgens, mittlerweile zum Berliner Staatsschauspieldirektor avanciert, gibt einen nervösen, zweifelhaften, zweideutigen und intriganten Charakter mit der ganzen virtuosen Geschmeidigkeit und Glätte seines in vielen Sätteln gerechten Darsteller- tums. Gustav Fröhlich macht einen jungen, artigen Liebhaber, ohne Arg und Falsch, sympathisch und frisch-natürlich, wie man ihn kennt. In der weiblichen Hauptrolle: Alexa von Eng ström, jung, blond, kouragiert, darstellerisch und aesanglick ihrer nicht leichten Partie durchaus gewachsen. Aucy sonst sind eine Reihe tüchtiger Kräfte am Werk: die R o v o t n a singt z. B. eine Kette graziöser Koloraturen; Falken st ein, längst verstorben, taucht wieder einmal in einer seiner typischen, leicht komischen Chargenrollen auf und erinnert an manche Begegnung mit ihm, als er noch auf den Brettern stand und unter den Lebenden wandelte. Für den rein musikalischen Teil wurden gute Berliner Orchester- und Gesangskräfte eingesetzt. — Der Film läuft seit gestern mit einem unterhaltsamen Vorprogramm im Lichtspielhaus. Hochschulnachrichten. Professor Dr. Hans Duhm, Extraordinarius für alttestamentliche Wissenschaft an der Universität Göttingen, hat einen Ruf als Ordinarius an die Universität Breslau erhalten. Dr. Ethelberg Stauffer, Privatdozent für neuteftamentliche Theologie an der Universität B o n n, ist zum ordentlichen Professor in Bonn ernannt worden. Land der Bürgerlichkeit. Eindrücke von einer holländischen Steife. Von Walter Seydlih. Der Holländer unserer Zeit wird nicht zum Revolutionär geboren. Er erhält meist den B e - sitz in die Wiege hinein, und er wird ein ganzes Leben geruhsam daran arbeiten, diesen Besitz zu halten und aus zu bauen. Das englische Sprichwort „My home is my castle“ hat nirgends einen so inneren Wert wie in den Niederlanden, wo jedermann, so scheint's, Besitzer eines Hauses und damit Besitzer bürgerlichen Glückes ist. Wie im Lande der Bauer an die Scholle gebunden ist, so der Bürger in der Stadt an sein Haus. Dieser selbstverständliche Besitz schafft eine Stimmung der Zufriedenheit, wie sie kaum noch in anderen Ländern angetroffen wird. Der individuelle Besitz ist hier der Grundpfeiler stetiger Entwicklung. Das gilt für den einzelnen wie für die Familie. Und das hat erst recht für das gesamte Staatsleben Gültigkeit. Menschen, die wenig zu gewinnen, aber alles zu verlieren haben, sind Gegner jeder Umwälzung. In Holland hätten die meisten Menschen nur zu verlieren. Denn es ist kaum jemand aufzufinden in diesem Land der Bürgerlichkeit, der nicht in dieser oder jener Form Eigentümer wäre. So bleibt die Masse meist schon aus diesen Erwägungen revolutionären Bestrebungen nur schwer zugänglich, wenn nicht verschlossen. Das Bild verändert sich auch kaum dort, wo mit großwerdender Industrie die Masse des A r b eite r t u m s wuchs. Auch der Arbeiter blieb — trotz einer starken Sozialdemokratie! — allgemein der Bürger. Und mögen sich heute die Arbeiterzeitungen wild revolutionär gebärden — ihre Leser sind nichts als geruhsame niederländische Untertanen, die von bürgerlichem Besitz und bürgerlichem Glück träumen. Dieser Zug wird von den Regierenden gestützt. Die Erkenntnis, daß der Besitzer von Grund und Boden, daß der Bürger, der im eigenen Haus den Familienstand gründet, der treueste Staatsanhänger ist, hat überall Früchte getragen. Gute Löhne für die Arbeiter, anständige Gehälter für die Angestelltenschaft, eine gesunde Lebensbasis auch für die Beamten — das sind Tatsachen, die auch heute aelten. Der Sinn für den Wert eigenen Besitzes konnte nicht besser geweckt werden als so. Die Motive zum Klassenkampf fehlen vielfach, weil eben die Arbeiter oder Angestellten nicht nur Arbeiter oder Angestellte sind, sondern sich im weiteren und höheren Sinne a l s Bürger eines Staates fühlen. Dieses Hiel scheint in erster Linie durch die Gemeinsamkeit des Besitzes erreicht zu sein. Das schließt nicht aus, daß der Parteihader groß ist, daß die Wogen des politischen Kampfes hochgingen, daß — wie vor Monaten in Amsterdam — kommunistische Agitatoren Arbeiter auf die Barrikaden schicken konnten. Das sind Ausnahmeerscheinungen. Wo es um wesentliche Entscheidungen geht, steht der Holländer hinter dem Staat und hinter der Königin, die noch immer der sicherste Garant für eine ruhige, aber auch in allen Zügen vorwärtsgevichtete Politik ist. Selbst der Gang durch die holländischen Großstädte wie Amsterdam und Rotterdam ist angefüllt mit jener Bürgerlichkeit und jener Beschaulichkeit, die das Leben in Holland kennzeichnen. Sie haben sich überall Ausdruck verschafft. Die Häuser sind geruhsam — kleinstädtischen Formats. Wie sie gepflegt werden, wie man sie putzt, das umschließt all die Liebe, mit der die Holländer ihren Besitz behüten. Die Wohnungen selbst haben viel von dieser Heimlichkeit u,nd Gemütlichkeit, die wir im deutschen Hausstand schätzen und liebgewonnen haben. Die Büros, Geschäftshäuser, Banken sind rein äußerlich Zeugen eines soliden und wohlhabenden Kaufmannsstandes. Eine gesunde Bodenständig- keit und Heimat liebe spricht aus allem — auch aus der Kleidung der Menschen und den Auslagen in den Schaufenstern. In Modespleen gibt es da nicht viel zu sehen ... Und an einer Erscheinung darf nicht vorübergegangen werden, weil sie all das bestätigt, was hier für die Bürgerlichkeit und fast kleinstädtische Beschaulichkeit gesagt wurde. Das sind die F e n st e r s p i e g e l, die an fast keiner Wohnung auch der Großstadt fehlen. Man kann es nicht sehen, aber man fühlt es, wie hier hinter den Scheiben gutmütige aber etwas neugierige Bürgerinnen sitzens die durch den Fensterspiegel das Leben in der Straße und das Treiben ihrer Mitmenschen beobachten. Schließlich ist das auch kein schlechtes Zeichen, wenn der eine am anderen nicht völlig teilnahmslos vorübergeht. Dafür ist das holländische Mutterland auch zu klein, ja, so klein, daß man sich selbst in den Handels- und Verkehrszentren Amsterdam und Rotterdam oft in eine kleine deutsche Stadt zurückversetzt fühlen könnte. So beschaulich, so harmlos, so grundanständig mag hier alles erscheinen ... Regelmäßig erklingen die heiteren Glockenspiele der Turmuhren über der Stadt, heiter wie die Gesichter der Menschen. Die Elendsbilder des Südens bleiben uns erspart. Auch die Reihen eines städtischen Proletariats sind fast unsichtbar. Dieses Land der Bürgerlichkeit könnte kurz davor stehen, in seiner Ruhe und Beschaulichkeit an der Zeit und ihren großen Umwälzungen vorüber- z u g e h e n. Aber diese Gefahr wird gebannt. Es gibt trotz allem in Holland gewaltige und kühne Ausblicke. Mit den ausfahrenden Schiffen geht der Blick aus dem kleinen Holland in die große Welt, in jene Teile der Erde, die Holland a l s Kolonien betreut, in jene Gebiete, die erst die Grundlage zum Wohlstand im Mutterland geschaffen haben. Das Bild der holländischen Regierungsstadt ist seltsam geprägt. Den Haag oder s ' G r a v e n - Hage, wie der Regierungssitz in anderer Lesart heißt, hat nicht das wogende Auf und Ab, das Getriebe der Hafenstädte Rotterdam und Amsterdam. In diesen Städten fühlt man den Pulsschlag des ganzen Landes; dort steht die rege Betriebsanikeit an der Spitze. Den Haag dagegen ist die Stadt der Pensionäre; hier finden die Alten den ruhigen Lebensabend. Holland hat viele dieser Pensionäre, die ihren Lebensabend in Ruhe und Gemächlichkeit verbringen. Alles, was an Beamten aus den Kolonien zurückströmte, hat sich für den des Lebens meist in s'Gravenhage niedergelassen. Das gilt auch vielfach für die freien Berufe. So bietet die Stadt Den Haag in der Tyt ein seltsames Bild — das Bild einer Stadt nämlich, die nicht von der Arbeit,' sondern von den Ruhegehältern und Renten ihrer Einwohner zu leben scheint. Den Haag gleicht einem einzigen großen Kurort. Dieser erste Eindruck mag leicht verzerrt sein, aber er trifft im wesentlichen den Kern. Den Haag ist der Verwaltungs- und Regierungsplatz und damit die Beamten ft abt des Landes. Es ist darüber hinaus die Pensionärsstadt, deren Wohlhabenheit aus der Kultiviertheit des Lebens hier spricht. Manchmal kann man sich unwillkürlich m das europäische Viertel einer überseeischen Kolo nialstadt versetzt fühlen. Und wenn irgendwo offenbar wird, daß im Hintergrund holländischen Lebsns und holländischer Arbeit die Kolonien stehen, dann in dieser Stadt. Gewiß sind R o t t e r- b am und Amsterdam Welthäfen. Gewiß sind diese beiden Städte die Zentren des Handels und'des Verkehrs. Gewiß ist auch, daß von hier aus die DerbinckUngen kaufmännischer und wirtschaftlicher Art bis in das ferne indische Kolonialreich streben. Aber das sind Eigenarten, die zu jedem Hafen gehören, die für jede Hafenstadt gelten. Im Haag dagegen ist ein Stück des Kolonialreiches nach Holland selbst verpflanzt. Jedem zweiten Menschen hier stehen Jahrzehnte der Arbeit unter anderm Klima und anderer Sonne auf die Stirn geschrieben. In keiner andern holländischen Stadt trifft man weiter so zahlreich die Farbigen und auch die Mischlinge an wie hier. Die Zahl derer ist nicht gering, die aus Nieder- ländsch-Indien die Eingeborene als Frau ins Mutterland heimführten. Die rassische Verschmelzung, die im Kolonialreich draußen vielfach zu verzeichnen war, findet hier also nicht selten die Fortsetzung. Die Durchsetzung der Eingeborenen mit europäischem Blut wurde angestrebt und auch durchgeführt in der Absicht, draußen das weiße Element schnell zu stärken, um daraus wiederum machtmäßige Vorteile zu ziehen. Die Europäer sind naturgemäß auch heute noch in Niederländisch- Indien zahlenmäßig nur sehr schwach vertreten im Vergleich zu den Millionen und aber Millionen von Eingeborenen vieler Rassen. Aber die Bemühungen, holländisches oder schlechtweg europäisches Gedanken- und Kulturgut in das Kolonialreich zu verpflanzen, sind doch nicht ohne Erfolg geblieben. So sind die Holländer heute stolz darauf, in ihren Kolonien nicht nur als Kaufleute oder Handelsmänner, Landwirte oder Farmer, nicht nur als Derwaltungsbeamte oder Soldaten zu wirken, sondern darüber hinaus als Lehrer, Aerzte und Missionare. Welches große Reich das kleine Holland zu verwalten hat, mag aus einigen Ziffern dargelegt werden. Niederländisch-Jndien hat etwa die gleiche Bevölkerungsziffer wie Deutschland. Allein auf Java leben vierzig Millionen Menschen, Eingeborene, Chinesen, Mischlinge, Europäer usw. Die Zahl derer, die im übrigen holländischen Ueberseebesitz zu Hause sind, wird jetzt mit rund zwanzig Millionen angegeben. Der Anteil der weißen Rasse ist dabei Zu den 10 000 unmittelbar durch die Eisenbahn dem Verkehr angeschlossenen Orten Deutschlands können nach Vollendung des deutschen Straßennetzes noch etwa weitere 40000 Ortschaften der regelmäßigen Beförderungsmöglichkeit von Personen und Gütern im unmittelbaren Anschluß an die Kraftverkehrslinien teilhaftig werden. Die brave alte Landstraße, die sich durch das Zeitalter der Schiene schon bedenklich dem Verfall genähert hatte, wird durch dey Motor im nie geahnten Glanze der Reichsautobahnen wie ein Phönix aus der Asche Wiedererstehen. Da lohnt es sich auch wohl einmal, einen ganz kurzen Einblick in die (Aeschichte der Straße in deutschen Landen zll tun. Ihre ältesten Vorgängerinnen im westlichen Europa haben ein höchst ehrwürdiges Alter; sie sind schon als Wege von Wanderungen aus dem südlichen Frankreich nach Nordwestdeutschland und Mitteldeutschland vor etwa 15 000 Jahren nachweisbar. Denn mit dem, sehr lange vor dieser Zeit einsetzenden Beginn des Rückzuges der Vergletscherung nach Norden setzte auch das Zurückweichen des Renntieres ein, das wiederum einen Teil der Menschen nach sich zog, die ja wesentlich ihm die Fristung ihres Lebens verdankten. Auch nur klein. Im ganzen leben in Niederländisch-Jn- dien heute etwa 240 000 Europäer, also nicht mehr als in einer mittleren deutschen Großstadt und nur halb so viel wie etwa im Haag. Die Einwohnerzahl des holländischen Koloniallandes übertrifft die des Mutterlandes um fast das Zehnfache. Von den sechzig Millionen, die Niederländisch-Jndien bevölkern, kann man jedoch nur — von den Europäern abgesehen — vier Millionen als Alphabeten rechnen. Und von diesen wiederum beherrschen nur etwa 230 000 das Holländische. Diese Ziffern können jedoch die Kulturarbeit des Mutterlandes für feinen Kolonialbesitz nicht schmälern. In Tausenden von Schulen, in mehreren Universitäten — unter anderm in Batavia — sind holländische Lehrmeister und Lehrmeisterinnen für die Sache des Mutterlandes tätig. Es sind ungeheure Werte, die Holland all- jährlich aus feinen Kolonien bezieht. Man macht sich den besten Begriff davon, wenn man feststellt, daß alle Güter, die das Mutterland als Kolonialgüter verbraucht, nur etwa fünfzehn Prozent der gesamten Kolonialproduktion ausmachen. Für bte übrigen fünfunbachtzig Prozent hat Holland feine Abnehmer zu suchen. Diese Tatsache läßt vom holländischen Standpunkt naturgemäß etwa eins autarkische Konstellation Holland-Niederländisch-Jn- bien als Unmöglichkeit erscheinen. Hollanb ist also auf einen regen Hanbel unb Austauschverkehr angewiesen, und es befindet sich natürlich jetzt in einet schwierigen Lage, wo in der ganzen Welt die autar* kischen Gedanken an Raum und Bedeutung gewonnen haben. Der holländische Markt ist bis heuts für zahlreiche industrielle Produkte aufnahmefähig gewesen. Wie lange diese Lage andauern wird, wird nicht zuletzt davon abhängig sein, wieweit ausländische Markte holländischen Gütern geöffnet bleiben« Daß Deutschland und Holland schnell zu neuen Vereinbarungen gekommen sind, daß sich schließlich auch die Lösung für den gegenseitigen Verrechnungsverkehr gefunden hat, ist wohl der beste Beweis dafür, in wie hohem Maße beide Länder von der Notwendigkeit fteundschaftlichen Zusammengehens überzeugt sind. war für deren wachsende Zahl wohl die Unterkunft in den vorhandenen Höhlen zu knapp geworden. Naturgemäß erstreckte sich die Entstehung solcher durch Rastplätze und neue Siedlungen mit zurückgelassenen Stein- und Knochengeräten gekennzeichneten Wege der Wanderungen auf sehr lange Zeiträume, wie man sich denn auch z. B. die germanischen Völkerwanderungen als ein langsames Vorrücken von zahlreichen Geschlechterfolgen in die Räume neuer Daseinsmöglichkeiten vorzustellen hat. Zwei dieser ältesten Wege führten aus dem heutiaen südlichen Frankreich von den Stämmen der Aurignac-Kultur in der Dor- dogne über das heutige Westfalen in Richtung auf die Unterweser nach Norden und in das heutige Thüringen. Aus dem Norden Deutschlands nach Süden strahlten, ebenfalls schon in altersgrauen Zeiten, und auch durch wirtschaftliche Triebkräfte ins Leben gerufen, die alten Handelswege des Bernsteins, der äußerst begehrten Handelsware, von der Ostsee aus bis tief nach Asien und Afrika hinein. Ausgrabungen alter Bernsteinstücke lassen darauf schließen, daß diese alten Straßen sich in Anlehnung an die noch heute vorhandenen Gegebenheiten der Erdoberfläche, also der Flüsse und Ge- Von vorzeitlichen Wanderwegen zur Reichsautobahn. Aus der Geschichte der deutschen Landstraße. Zwischen Winter und Frühling Von Carl 3. Luther, München. Der Verfasser erzählt morgen in Gießen „Don weißen Bergen und wilden Wassern". Wundersame Tage dürfen wir jetzt genießen. Tage, die in stillem Leuchten vom Morgen bis zum Abend wandern — schneeige Wolken im reinsten Blau und zwischen uns und den hohen weißen Bergen ein Rauschen aus Tannenwald und Wildbachschlucht und warme Sonnenflut über allem, — Tage, deren Poesie der Dichter in wenig Worte zu fesseln weiß, wenn er sagt: Es tropft und taut vorn Hüttendach im leisem Laut. Dann wieder Tage voll Windesbrausen, wo die wilde Jagd der Wolken und Nebelfetzen vor den Fenstern vorbeibraust, durch ächzende Tannenäste sich mehr und mehr zerfetzt und zerreißt, wo der Sturm am Hüttendach rüttelt und durch den Kamin poltert. Ein sengender Sonnenstrahl fällt dann und wann durchs tanzende Chaos der Nebelgespenfter und beleuchtet die schmutzig-olivgrünen, aperen Rasenflächen, die sich da und dort schon em wenig aus dem Schnee wagen, oft die wunderlichsten Figuren bildend, in denen ein geschultes Auge mst etwas Phantasie Tier- und Menschengestalten sieht und die deshalb da und dort vom Volk besondere Namen erhalten haben; denn viele sind alljährlich zu gewissen Zeiten der Tauperiode in gleicher charakteristischer Form sichtbar. Nichts bezeugt deutlicher und augenfälliger den gewaltigen Xitanenfampf zwischen Winter und Frühling als die Zeit der Ausaperung im Gebirge und vor allem das Bild der Ausaperung selbst. Wenn sich da in den Bergen nordseits der Winter mit ungeheuerlichem Tatzengriff festgekrallt hält, indes südseits auf grm nen Wiesen schon die Primeln blühen, wenn durch schattige Mulden und tiefe, Tobel kilometerlange Schneeschlangen über die im ersten Grün sprossenden Grashänge strecken, bann arbeiten Sßinter unb Frühling gemeinsam auf einer ungeheuerlichen Riesenleinwand bas Motiv bes gewaltsamsten Jahreswechsels aus. Bedächtig setzt zu Beginn des Wettstreites die Sonne auf die vom Winter in monatelangem Fleiß besorgte Weißgrundierung regellos zerstreute satte Farbfiecken und Bänder, das Graugelb der apergeleckten Felsen, das Dunkle der schneefreien Tannenwälder und das saftige Grün einer' frischen Grasnarbe. Immer mehr deckt sich das winterblaue Bild mit den Farben der Frühlingspalette. Dann kommt dann und wann und immer häufiger der Föhn, um in pastosem Auftrag mit einer Riesenspachtel das Bild des Winters zu verändern, der seinerseits in hellen, kalten Nächten sich immer wieder den zersetzenden Einflüssen seiner Gegner entgegenstemmt unb oft noch mit Sturm unb Schnee von vbenher ben satten lenz- lichen Farbenauftrag Meder deckt. Tag für Tag hat dieses lebende Riesenbild ein anderes Gesicht, immer aber ist es gewaltig. Und nie gelingt es dem Frühling, auch wenn er späterhin den Sommer zur Hilfe nimmt, die vom Winter aufgesetzten Lichter, der von allen Jahreszeiten doch der großzügigste Künstler ist, ganz zu verdunkeln. Der Schnee ist vergänglich und doch ewig. Unter den Einwirkungen der Sonne beginnt die Ausaperung zumeist oben auf ben Berggipfeln, bie an sich, wenigstens in ben Voralpen, infolge ber Verwehungen mit einer geringeren Schneelage be- beckt sinb. Dann folgen ber Sonne befonbers ausgesetzte, sübseits liegenbe Bergrippen unb Buckel, Felsköpfe unb Sumpfwiesen. In wenigen Tagen ist die geschlossene Schneebecke angeftessen, aber bis bie ©übfeiten ganz schneefrei sinb, vergehen Wochen. Die Zeit ber Ausaperung ist nun keineswegs, wie man annehmen möchte, eine schlechte Sportzeit, ganz im Gegenteil! Für Skitouren eigentlich bie beste. Unb es ist ein gar vergnügliches Streifen burch bie Berge, wenn man nordseits nicht nur Schnee, sondern oft sogar noch den besten Pulverschnee hat, südseits aber teils auf nassem Firnschnee gleitet ober mit geschulterten Skiern über apere Hänge schreitet, ist es ein wonniges Rasten auf hohen von ber Sonne schon braun gerösteten Gipfeln zu hören, wie in ben 'Wölbern ber ©übfeiten schon bie Vögel gar luftig fingen, unb schön ist es zu sehen, wie norifeits bie Freunde in flüssiger ©pur in bie Täler hinabgleiten. Ob sonnig, ob roinbig, biese Tage sinb, was kümmert bas ben Schnee! Er wanbert bergauf. Aprilwetter, ber Winter ist um. Wie haben wir ihn liebgewonnen, ben alten Mann im weißen Haar — ben ewig jungen Tollkopf mit blitzenbem Auge unb kunstgeübter Hanb. Wer war es wohl, ber bas häßliche Wort vom Totenkleid ber Erbe, vom Leichentuch bes Wmters ersann? Ein Sohn ber Berge gewiß nicht. Ein Mann ohne Aug und Herz muß es gewesen fein, einer, ber nie bas Spiel bes Lichtes an Fels unb Firn, nie bie granbiofe Architektur ber winterlichen Gebirgswelt gesehen, ben nie das Göttliche einer alpinen Winterlandschaft beglückend durchschauert hat. Im Nebel ber weiten Ebene, hinterm Ofen hervor kam biefer fröftelnbe Vergleich. Der Winter ist um. Aber barf man es wagen, ungestraft jetzt schon so zu sprechen? Weiß ich, ob er, bem ich heute ein Valet nachblase, mir nicht diese Nacht noch einfen Flockenwall vor die Hüttentüre schüttelt, ob er nicht morgen die Tannen wie zur Weihnachtszeit schmückt und hohe Mächten m den Weg stäubt. Gewiß wird ers tun, noch manchmal. Aber seine Macht ist gebrochen, die Sonne verlangt ihr Recht. Bergfrühling? Ein wunderlicher Geselle. Was er heute zum Knospen und Leben erwärmt, läßt er morgen wieder erfrieren, als ob er selber n cht genug Kräfte zum Leben hätte. Unb ist boch so sieghaft. Mit offenem Groll fällt er gegen bie Skiläufer aus, bie feiner allsonntäglich lachen unb Ab- schiebsbesuche machen. Will sie des Morgens mit bretterhartem Harsch abweisen und weiß nicht, daß sie dem mit Fell und Steigwachs trotzen, weicht den Schnee zur Mittagsstunde auf, daß allenthalben die Wasser rieseln, mit ©onnegluten und Lichtreflexen, die Blindheit und Gletscherbrand erzeugen sollen und Fanns boch nicht wehren, baß bie blitzblank gewachsten. Skier sich spielenb im Schwünge brehen unb ihre Führer sich im Schutze ber Schneebrillen unb Gletschersalben behaglich „köchteln" lassen. Mit größtem Vergnügen erinnere ich mich der vielen Skibummeleien im Frühling. Am allerschön- sten aber war es damals, als die Anlagen der Stadt in prangender Lenzherrlichkeit standen, die Kastanien schon ihre Lichter aufsteckten und die Leute von den „ganz narrischen" und den „ganz spin- neten" sprachen, als wir an diesem schönsten Frühlingstag mit geschulterten Bretteln zum Bahnhof zogen. Ein Kahn trug uns sachte über den abend- stillen Schliersee, an dessen Ufern schon die ersten Sommergäste lustwandelten. Eine Stunde zu Fuß im Wald bergan, dann konnten wir anschnallen und in tagheller Mondnacht, seltsam durchzuckt vom Widerschein eines fernen Wetterleuchten, weiter- gleiten, der Skihütte zu, die bann unser Stützpunkt war für ben herrlichsten Sport- unb Naturgenuß, für Gipfeltouren unb ftunbenlanges Ueben im kühlen Walb, für Sonnenbäber mit luftigen Schneeballschlachten, beren berbfte Geschosse bem galten, ber ba freoclnb ins Hüttenbuch geschrieben: Der Winter ist um! Wir fahren zu Tal. Es bleibt uns ja auch feine anbere Wahl. Wenn ber Krokus blüht. Wenn bie Maisonne glüht Unb Gletscherbrand das Gesicht verhunzt Und auch das Wachsein ganz umfunft, Wenn salzig und zäh Am Hange der Schnee Dir jeden Schwung zum Stemmbogen macht Unb bas Murmeltier, vom Schlaf erwacht, Deinen Sturz verlacht. Dann soll, ich fag's ganz unverhohlen, Der Teufel ben ganzen Skilauf holen! „Sranb in der Oper.* Dieser Film, aus ber Werkstatt von Carl Froelich, hat mit bem Drama von Georg Kaiser nichts zu tun, sondern geht ganz eigene Wege; er führt, im Gegensatz zu jenem Schauspiel vom großen Brande der Pariser Oper, unmittelbar auf und hinter die Bühne — das immer dankbare und beliebte Theater- und Kulissenmotiv ist breit aus» gesponnen, darstellerisch und technisch-photographisch gründlich ausgeschöpft —: man erlebt also hier ganze Wagner-Szenen, teils vom Parkett, teils von ber Kulisse aus, und bie berühmte Barcarole unb andere Motive aus „Hoffmanns Erzählungen" be Wirtschaft mo= eine Nuance fteundlicher. Altbesttzanlekhe mit 112,13, kprozentige Stahloerein mit 99, 4,5prozentige Stahloerein mit 92 und Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 120 blieben unverändert Am Aktienmarkt entwickelte ftd) m Auto- werten wieder lebhaftes Geschäft, insbesonder- Daimler Motoren mären gesucht und avancierten sehr schnell von anfangs 96,13 (94,75) auf 97,75. Adlerwerke Kleyer wurden mitgezogen und erhöhten sich trotz des Dementis der Auto-Union hinsichtlich einer wahrscheinlichen Dividendenzahlung auf 89 (88). Ueberwiegend fester lagen ferner Elektro- aktien, wobei Bekula 0,65 v. $)., Gesfürel 0,40 v. H., Schuckert 0,25 v. $)., Lechwerke 0,50 v. H. und Sie- mens 1 o. H. anzogen. AEG. blieben mit 33,90 unverändert. Chade A—C kamen mit 204,50 zur Notiz. Von Montanwerten wurden Stahlverein wieder beachtet und zogen auf 76,50 bis 76,75 (76,40) an, leicht befestigt waren außerdem Harpener mit plus 0,65 v. $)., Rheinstahl mit plus 0,13 v. H. und Rheinische Braunkohlen mit plus 1 v. 5). Otavi Minen notierten 12,13 (12,40) und Mansfelder 92,75 (92,90). Chemische Werte lagen sehr still. IG. Farben 140,65 (140,90), Rütgerswerke 104,75 (105), Deutsche Erdöl uno 99,50, dagegen waren Goldschmidt weiter gefragt und auf 96,75 (96,50) erhöht, da sich Gerüchte über eine Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 5 v. H. erhielten. Sonst setzten ein: Reichsbank 167 (167,65), Hapag 31,75 bis 31,50 (31,90), Bemberg 118,25 (118,75), AG. für Verkehrswesen 82,75 (82), Aschaffenburger Zellstoff 80,90 (80,50), Moenus Maschinen 85,25 (84,50), Eß- lingen Maschinen uno. 66,50. An dem Aktienmarkt war die Umsatztätigkeit im Teil der Tagespresse erfolgte Mitteilung, wonach Einzelhandelsgeschäfte, sowie Kleinhändler ohne jegliche Einschränkung wieder Eier vom Erzeuger aufkaufen könnten, ist falsch. Es ist jeder, der nach dem Sinn des Gesetzes nicht als Verbraucher gilt, z. B. Detailgeschäfte und Eierhändler, verpflichtet, nur solche Eier zu handeln, die einen Uebernahme- schein passiert haben. Wer Eier beim Erzeuger aufkaufen will, muß nach wie vor im Besitz eines Uebernahmescheins sein. Einzig und allein berechtigt dieser Uebernahmeschein oder ein Sammler- ausweis, der auf Antrag eines Uebernahmeschein- inhabers ausgestellt wird, zum Aufkauf von Eiern. Sammlerausweise berechtigen nur zum Aufkauf für den Auftraggeber, der Besitzer eines Uebernahme- scheines sein' muß, jedoch nicht zum Handel mit Eiern. Jeder, der gegen diese Bestimmungen verstößt, läuft Gefahr, durch eine gerichtliche Bestrafung zur Ordnung gebracht zu werden. Wochenbericht vom Frankfurter Droduktenmarkt. Die nunmehr schon seit geraumer Zeit anhaltende Zurückhaltung der Mühlen im Einkauf von Brotgetreide vermochte sich auch in der Berichtswoche nicht zu lösen. Am W e i z e n m a r k t hat sich das Angebot aus der näheren Umgebung etwas verkleinert, was wohl auf den Wiederbeginn der Feldarbeiten zu- rückzuführen ist. Andere Herkünfte, insbesondere aus Norddeutschland, fanden keine Aufnahme, obwohl die Preise bis zu 3 Mark per Tonne unter dem gültigen Festpreis angeboten wurden. Einige Kauflust zeigte sich jedoch für mitteldeutschen Weizen zu allerdings möglichst später Lieferung, jedoch auch nur dann, wenn er ohne nennenswerte Qualitätsaufgelder offeriert wurde. Für Roggen hat sich die Kauflust noch nicht gebessert, während das Angebot sich eher verstärkt hat, da besonders aus Hessen seitens der Landwirtschaft größere Ablieferungen vorgenommen wur- 171,50. Frankfurter Schlacbtviehmarkt Frankfurt a. M., 14. März. Auftrieb: Rinder 7 (Fegen 2 am letzten Donnerstagsmar°t), zum Schlachthof direkt zugeführt wurden 4 Ochsen, 3 Bullen, 50 Kühe und 6 Färsen. Kälber 1218 (881), Schafe 282 (102), Schweine 410 (403). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 51 bis 54 (am 7. März 53 bis 54), b) 44 bis 50 (45 bis 52), c) 37 bis 43 (39 bis 44), d) 27 bis 36 (30 bis 38). Lämmer und Hämmel b2) Weidemast- hämmel 37 bis 38 (37 bis 38), c) mittlere 35 bis 36 (35 bis 36), d) geringere 32 bis 34. Schafe e) beste 34 bis 36 (34 bis 36), f) mittlere 30 bis 33 (30 bis 33), g) geringe 24 bis 28 (24 bis 29). Schweine al) 49 bis 52, a2) 49 bis 52, b) 49 bis 52 (49 bis 52), c) 47 bis 51 (47 bis 52), d) 45 bis 50 (45 bis 50). Marktverlauf: Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Hämmel und Schafe mittelmäßig, geringer Ueberstand (6 Schafe). Schweine mittelmäßig, ausverkaust. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 1187 Viertel Rindfleisch, 226 ganze Kälber, 22 ganze Hämmel, 628 halbe Schweine. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 62 bis 66, c) 58 bis 62. Bullenfleisch b) 56 bis 60. Kuhfleifch b) 48 bis 54, c) 34 bis 42. Färsenfleisch b) 62 bis 66, c) 58 bis 62. Kalbfleisch b) 67 bis 75, c) 61 bis 67. Hammelfleisch b) 70 bis 75. Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: roher Speck aus hiesiger Schlachtung unter 7 Zenttmeter 68 bis 72, Flomen 80 bis 85. Marktverkauf: langsam. über die Elbe bei Hamburg an Stelle der unzuläng- । lichen Wasserstraßenbeförderung, und erst 1872 wur- : den die Bahnlinien von Bremen und Hannover ■ über die neuerbaute Eisenbahnbrücke nach Hamburg durchgeführt, nachdem die politische Umwälzung auch in Hannover den Blick erweitert hatte. Im Mittelalter waren die Wege Deutschlands in schlechter Verfassung, von der man sich heute kaum eine Vorstellung machen kann. Auch waren sie bekanntlich sehr unsicher, so daß der Handelsverkehr, der erst mit der Städtegrundung im 11. Jahrhundert größeren Umfang annahm, sich auf ihnen nur unter dem Schutz Bewaffneter be« wegen konnte. Der internationale Verkehr, der nach den Kreuzzügen die Güter des Orients vorwiegend auf den Wasserwegen über Rußland an die Ostsee oder auf dem Landwege über Italien nach dem Norden bewegt hatte, benutzte soweit möglich Deutschland als Durchgangsland. Soweit er über den Gotthardpaß ging, suchte er gern die Rheinwasserstraße mit der Wirkung, daß Köln die größte Stadt Norddeutschlands wurde. Mit dem zunehmenden Wohlstand wuchs auch der Bin- nenverkehr über die Landwege, die sich im Anschluß an den Handel von Süden über den Brenner nach Augsburg hier in drei Richtungen gabelten. Mit der Rolle der engeren Handelsverknüpfung zwischen Ober- und Niede'rdeutschland übernahmen sie damit die ebenso bedeutsame zwischen dem Mittelmeer- und dem atlantischen Gebiet. Sie sollte später zur Zeit der Deutschen Hanse und noch mehr zur Zeit der Entdeckung Amerikas von umwälzender Bedeutung für diese beiden Gebiete werden. Die drei erwähnten Gabelungen verliefen von Augsburg nach Nordwesten über Nürnberg und Mainz auf die Rheinstraßen, nach Norden über Nürnberg—Erfurt—Lübeck zu den skandinavischen Ländern und nach Nordosten über Regensburg Prag in Richtung auf Polen und Rußland. Bemerkenswert ist, daß Lübeck, der nördlichste Punkt der kontinentalen Nord—Südverbindung, in deren Schnittpunkt mit der alten großen Seestraße lag und noch heute liegt, die von dem Ostwestverlauf der Ost- und Nordsee gebildet wird. Ganz kurz wollen wir zum Abschluß dieses nur flüchtigen Einblicks an die Kohlenwege d e s Ruhr gebiets erinnern, die in Entstehung und Ausbau auch einen besonderen Abschnitt in der Geschichte der deutschen Landstraße darstellen. Dem prüfenden Blick drängt sich immer wieder die Verbundenheit der großen Landverbindungen mit der Bodengestaltung in ihrer zwangsläufigen - Führung auf. Und wenn sie jetzt in neuem für lange Zeiträume berechneten Gewände, den höchsten Anforderungen unserer anspruchsvollen Zeit genügend, wieder erstehen, so wollen wir daraus erkennen, daß sie ebenso der Gesetzlichkeit unseres i heiligen Bodens verfallen sind wie wir alle mit ■ ihnen. Sm. * Maingaswerke A G., Frankfurt am Main. Die Maingaswerke AG., Frankfurt a. M. (Majoritätsbesitz des 30 Millionen Mark Aktienkapitals überwiegend bei der Stadt Frankfurt, der Rest bei Offenbach a. M.), verzeichnet 1934 einen geringen Absatzrückgang auf 69,92 (70,29) Millionen Kubikmeter. Während der Absatz in Frankfurt noch um 0,8 v. H. anstieg, hat der Offenbacher Absatz den erwähnten Rückgang verursacht. Es ist, wie allgemein in der Gaswirtschaft, eine Verbrauchsumlagerung erfolgt durch den Rückgang im Haus- haltsverbrauch (in Frankfurt a. M. 41,69 Millionen Kubikmeter gegenüber 42,89 i. 23.), während anderseits der Jndustrieverbrauch anstieg, so in Frank- furt auf 11,99 (10,36) Millionen Kubikmeter. Der Einnahmeausfall an dem geringeren Gasabsatz wurde einigermaßen durch gestiegene Erträgnisse aus dem Absätze der Nebenprodukte ausgeglichen. Der Schuldenstand der Gesellschaft wurde weiterhin vermindert. Wie der Fchd. hört, dürsten auch für 1934 wieder 6 v. H. Dividende verteilt werden. * Neue Motorschiffe für die Ham- burg-Rhein-Linie. Die Hamburger Reederei Ernst Ruß hat für die Hamburg-Rhein-Linie-GmbH. zwei Motorschiffe von je 1400 Tonnen Tragfähigkeit bei den Howaldtwerken-AG. in Hamburg und bei den Lübecker Flenderwerken-AG. in Auftrag gegeben. Beide Motorschiffe werden nach den Erfahrungen der fünf bisher im Hamburg-Rhein-Dienft beschäftigten Dampfer erbaut und werden den dernften Typ der Rhein-Seeschiffe darstellen. den. Die Aufnahmeneigung der Landmühlen hat sich s । noch nicht nennenswert gehoben. Norddeutsche Rog- < gen waren trotz wesentlich ermäßigter Preise nichts unterzubringen. , „, V Auf dem Futter getreidemarkt hat sich wenig geändert. Hafer ist weiterhin nur im Austausch gegen andere Futtermittel zu haben, bei der fortbestehenden Knappheit solcher Artikel waren Abschlüsse aber nicht möglich. Auch Futtergerste war kaum angeboten, so daß die anhaltend dringende Nachfrage keine volle Befriedigung fand. Bei Mühlenabfällen und Kraftfutter- mitteln hat sich ebenfalls nichts geändert. Das Angebot blieb außerordentlich knapp, Umsätze waren kaum zu verzeichnen. Im Meh lge schäft trat kaum eine Besserung ein, es wurde fast nur der laufende Bedarf gedeckt, Roggenmehl war kaum verkäuflich. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt Trotz höherer Beschickung nahm das Schlacht- viehgeschäft auch in dieser Woche einen verhältnismäßig lebhaften Verlauf, vereinzelt vermochten sich nochmalige Preisbesserungen durchzusetzen. Angesichts des höheren Preisstandes und unter Einwirkung der größeren Zufuhren machte sich eine gewisse Zurückhaltung bemerkbar, trotzdem wurden die einzelnen Märkte ausverkauft, wenn auch etwas langsamer als in der Vorwoche. Für das noch rege Geschäft am Großviehmarkt gab die qualitativ gute Beschickung den Ausschlag, und besonders Bullen und Färsen fanden bei bis 2 Mark höheren Preisen Absatz. Ochsen erhöhten sich um 1 Mark, Kühe behielten den letzten Preis. Von dem Gesamtzutrieb von 1194 (in der Vorwoche 1124) wurden 40 v. H. ausgeführt. Kälber konnten trotz merklich erhöhter Zufuhr (1769 gegen 1371) ihre festen Preise behoup- ten und wurden nach relativ lebhaftem Geschäft geräumt. Hämmel und Schafe sanden angesichts des Eintopf-Sonntags bei unveränderten Preisen lebhaften Absatz und die Beschickung von 357 (141) Tieren wurde geräumt. Arn Schweinemarkt steht einer Preisbesserung nach wie vor die nur unbefriedigende Qualität im Wege. Bei gleichbleibenden Preifen wurde der Auftrieb von 4228 (4177) Tieren nach mittlerem Geschäftsgang nahezu geräumt. birge, entwickelten, wie das überall und bei allen 1 Wegen zu beobachten ist. Die Ursache für die Ent- I stehung solcher Handelsstraßen bildete im wesent- । lichen der Austausch von begehrten oder lebensnotwendigen Rohstoffen, wie schon das Wort „vermehren^ in sich den Begriff des gegenseitigen Hin > und Her birgt. So dienten demselben Zweck auch in vorgeschichtlicher Zeit z. B. die Eifenhandels- wege des Siegerlandes, auf denen em Austauschverkebr mit den Nachbargebieten und in Richtung auf die uralte Kulturstraße des Rheins stattgefunden hat. Diese alten Wege bezeugen zugleich wohl die älteste industrielle Tätigkeit größeren Umfanges in Deutschland. Deutschland war infolge seiner großen zusammenhängenden Wald-, Moor- und Bruchgebiete sehr lange ein wegarmes Land und zusammenhängende — ober „Durchgangsstraßen", wie man heute sagen würde — waren in alter Zeit natürlich nur selten, weil darin schon ein Schutz lag. Alle Wege schmiegten sich soweit möglich unter Umgehung der großen Erhebungen und unter Benutzung der Pässe den Tälern an, soweit sie begehbar waren, so daß die Verkehrsrichtung vielfach durch den Lauf der Flüsse oder der Talsenkungen vorgezeichnet wurde. Wenn dagegen tiefgelegene Wald- und Sumpfniederungen hier den Verkehr behinderten, entstanden möglichst nahe am Rand der Bergzüge die Rand- oder Bergstraßen, deren bekannteste in Westdeutschland die alte Heerstraße des Hellwegs ist, der jetzt wieder als Reichsautobahn in neuem Glanz ersteht. Schon in ältester Zeit war er der Verbindungsweg zwischen dem Niederrhein über den Harz nach dem Osten und auf ihm marschierten die Franken in das Land der Sachsen em, während die Römer vorzüglich für ihre Einfälle die Lippe benutzten. Die heute sehr verkehrsreiche Emscher-Linie war bis in die neuere Zeit infolge Versumpfung für den Verkehr unbrauchbar. Es gibt eine Reihe von Wegen in Deutschland, die schon vor 1000 Jahren nachweisbar sind, und es ist bekannt, daß unsere Vorfahren, an deren astronomischen Kenntnissen und Ortsbestimmungen kein Zweifel mehr bestehen kann, auch über ein verhältnismäßig gutes Wegenetz verfügten. Ein bemerkenswertes Beispiel für die Verkehrsbehinderung durch Versumpfung bildet die Lage des heutigen Hamburg, an dessen Stelle schon vor Gründung des Bistums im Jahre 804 eine Niederlassung der Ureinwohner an der Alster vorhanden war. Die Elbe gestattete dort infolge ihrer 8 bis 9 km breiten Versumpfung keinen Uebergang von Nord nach Süd für den Handelsverkehr auf dem Landwege, der vielmehr von Lüneburg und Bardowiek aus die schmalen llebergänge bei Lauenburg und Geesthacht aufsuchte in Anlehnung an die große von Süden heraufkommende Salz st raße sowie unterhalb Hamburgs bei Stade. Erst um 1800 gestattete eine brauchbare Straßenbrücke den Verkehr Verlaufe klein, auch in Daimler Motoren, die allerdings bis auf 98,25 anzogeä, wurde das Geschäft merklich, ruhiger. Die Kurse zeigten im übrigen meist etwas Besserung, besonders erhöht waren AG. für Verkehr auf 84,50 (82,75), außerdem gewannen Metallgesellschast 1 v. H., AEG. 0,25 v. H. Schuckert 0,25 v. H IG. Farben 0,13 v. H. und Chade zogen auf 205 an. Schwächer waren Ilse Genuß mit 124,75 (126,75), Conti Linoleum 153,50 (154) und Hanfwerke Füssen mit 79 (79,50). Am Kassamarkt waren Jnag gesucht, Taxe 38 (1. K. 34). Abendbörse fester. Die Abendbörse nahm für Aktien einen überwiegend festeren Verlauf, die Umsatztätigkeit war in manchen Werten ziemlich lebhaft. Bevorzugt wurden wieder Spezialwerte, in denen sich sowohl die Kundschaft als auch die Kulisse stärker betätigte. Neben Daimler-Motoren, die auf 98,75 bis 99,40 (98,50) anzogen, traten Reichsbankanteile mit 168,25 (167) mehr hervor, wobei die Ausführungen in der Generalversammlung einen günstigen Eindruck hinterließen. Beachtung fand, daß die Dividende an Ausländer transferiert wird, ferner daß man auch für die zukünftigen Jahre die Dividende verdienen werde. Außerdem erhielt sich für AEG. lebhaftere Nachfrage mit 35 bis 35,40 (34,50), ebenso für IG. Farben mit 141 bis 141,25. Daneben waren noch Stahloerein mit 76,90 lebhafter. Westdeutsche Kaufhof erholten sich auf 38,75 (38,50). Auf den übrigen Marktgebieten lagen die Berliner Schlußkurse gut behauptet. An den variablen Rentenmärkten blieb das Geschäft bei meist unveränderten Kursen sehr klein. Von Kassarenten waren Stadtanleihen und Pfandbriefe weiter befestigt, außerdem fetzten Schutzgebietsanleihen ihre Befestigung bei lebhafteren Umsätzen fort. Von fremden Werten erhöhten sich 4 v. H. Schweizer Bundesbahn um 1 v. H. auf Mein-Mainische Mittaasbörse. Ueberwiegend freundlich. __ Frankfurt a. M., 14. März. Wenn auch die Haltung wieder nicht ganz einheitlich war und die Publikumsbeteiligung am Aktienmarkt klein blieb, zeigte die heutige Börse doch eine überwiegend freundliche Tendenz. Die Umsatztätigkeit hat indes keine nennenswerte Ausdehnung erfahren, zumal besondere Anregungen aus der Wirtschaft nicht vorlagen und auch die Kulisse sich im allgemeinen noch abwartend verhielt. Beachtung fand, daß der englische Ministerbesuch nunmehr endgültig auf Ende März festgelegt wurde. Am Rentenmarkt machte sich im Hinblick auf dem Kupvn-Termin im April weitere Anlagebedarf aus der Kundschaft bemerkbar, was auch auf die Gesamtbörse nicht ohne Einfluß blieb. Insbesondere am Pfandbriefmarkt erhielt sich zu den gestrigen Kursen Nachfrage. Don variablen Werten eröffneten späte Reichsschuldbuchforderungen bei etwas lebhafterer Nachfrage mit 98,13 (98), auch Zinsvergütungsscheine und Kvmmunal-Umschuldung lagen Oie Reichsbahn im Jahre 1934 im Vergleich mit 1933 und 1929. Im öffentlichen Güterverkehr der Reichsbahn hat die Aufwärtsentwicklung 1934 angehalten. Die Anzahl der beförderten Tonnen stieg um 20 vom Hundert gegenüber dem Vorjahre. Der Aus- landverkehr war in 1934 ebenfalls lebhafter als im Vorjahre. Die Zahl der insgesamt gestellten Wagen war um 12 v. H. größer als im Vorjahre, dagegen um 23 v. H. geringer als 1929. Der Personenverkehr hat gegenüber dem Vorjahre insgesamt um 9 vom Hundert zugenommen. Hinter 1929 blieb der Verkehr insgesamt noch um 31 v. H. zurück. Die gefahrenen Personenkilometer weisen eine Steigerung von insgesamt 16 v. H. gegenüber dem Vorjahre auf. Hinter 1929 blieben die Leistungen um 26 vH zurück. Die mittlere Reiseweite stieg um 6 v. H. gegenüber 1933 und um 8 v. H. gegenüber 1929. Im Fernverkehr ging der Anteil der zweiten Klasse im Berichtsjahre allgemein zurück. Die Zug- , besetzung besserte sich gegenüber dem Vorjahre. Es wurden je Zug 9 v. H. und je Personenwagenachse 6 v. H. mehr Personen befördert als 1933. Das Gesamtpersonal wurde in 1934 um rund 37 500 Köpfe verstärkt. An Beamten waren rund 3000 Köpfe weniger vorhanden als 1933. Auch an Zeit- und Aushilfsarbeitern wurden rund 18 500 weniger eingestellt als im Vorjahre. Dafür fanden aber rund 59 000 Arbeiter mehr eine ständige Beschäftigung. Die Einnahmen lagen allgemein in 1934 um 14 v. H. höher als im Vorjahre. Im Vergleich zum Jahre 1929 war noch ein Einnahmeausfall von insgesamt 38 v. H. vorhanden. Die Einnahmen aus dem Personen- und Gepäckverkehr blieben um 36 v. H., die aus dem Güterverkehr um 39 v. H. und die sonstigen Einnahmen um 40 v. H. zurück. Der Handel mit Giern. LPD. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Die in vielen Fachzeitschriften, sowie in einem Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Sranffurt a. M. 3erfin Frankfurt 0.201. Berlin Schlupkurs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schluß!. Millag. b5rfe Odium 3 3 14 3 13-3 14 3 6% Deutsche Reichsan leihe v. 1927 100 — 100 99,9 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,25 96,25 96,25 96,25 6’/i% Doung-Anleihe von 1930 .. 101,9 102,4 102,5 102,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 112,13 112,4 112,25 112,5 4*/e% Deutsche ReichSpostschahan- tocUunocn von 1934, I....... 99,5 99,5 99,9 99,8 6% et)em.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 97,5 97,5 97 97,13 4ft% ehern. Hessische Landesbank Darmstadt (Holb R. 12........ 96,5 96 6y,% ehern. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 99,75 100 — 4%% ehern. 8% Darmst. Komm. Landesb.KoldschuIdverschr. R. 6 93 93,9 —- Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. —— — — Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113,5 113,5 113,13 113,4 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,5 96,75 96,25 —• ß%% ehern. 4%% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 100.13 100,25 _ 6yz% ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 100,25 100,4 100,4 100,4 4 y2% ehern. 8% Pr. Landeöpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97 97 97 97 4y,% ehern. 7% Pr. Landespfand. briesanst., Gold Komm. Obl.V 97 97 97 97 Eteuergutsch.BerrechnungSk. 35-39 105,9 105,9 105,9 105,9 4% Oesterreichische Goldrente... 28 — 28,25 I 28,5 4,20% Oesterreichische Stlberrente 1,15 1,2 1.2 7,8 7,8 7,85 7,8 4% Ungarische Staatsrente v. 191C 7,4 7,3 7,4 7,4 4%% deogl. von 1013......... 7,4 7,5 7,4 7,4 6% abgesll Goldmexikaner von 9k 10,5 10,5 10,5 10,4 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih« Serie l................... fl.5 8.5 8,65 — Frankfurt a. M Berlin Schluß« kurs Schlugt. Abend- börse Schluß« lure Schluß!. Mittag» börse Datum 13-3 14 3. 13 3 14.3 4% desgi. Serie 11 ............ 8,5 8,5 — — 5% Rumän. vercinh. Rente v. 1903 4,3 4,3 4,35 4,35 4y»%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vercinh. Rente .. 2 V*% Anatolier ............... 7,13 —— 6,7 6,7 4 4 4 4 35,65 35,5 35,75 35,9 Hamburg-Amertka-Paket .....0 31,9 31,5 31,9 31,4 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 —— — 27,5 — Norddeutscher Lloyd .........0 34,75 34,5 34,9 34,13 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 82 84,5 82,75 84,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 111 110 110,5 109,75 Commerz, und Privat-Bank ... 0 82,75 82,75 82,5 82,75 Deutsche Bank und Disconto- 83,25 Gesellschaft................0 83,25 84 84 Dresdner Bank..............0 83,25 84 83.25 84 Reichsbank ................ 12 167,65 168,25 166.5 167 A.E.G.............. 0 Bekula.................... 10 33,9 141 35,4 140,75 34,13 141,13 34,5 140,75 Elektr. Lieferungsgesellschaft... b 109,75 109 109,5 109 Licht und Kraft ........... 6% 120 120,75 120 121 Felten & Guilleaume......... 0 88,75 88,75 88,75 89 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 116,5 116 116,75 116,4 Rheinische Elektrizität ........5 — — 115 —■ Rhein. Wests. Elektr.......... 6 — — — — Schuckert L Co............... 4 101,25 101,5 101,25 101,75 Siemens & Halske............7 140,5 141,5 140,75 141 LahmeyerLCo.............. 7 120.25 120,25 121,25 120,75 BuderuS ...................0 Deutsche Erdöl ..............4 92,9 99,5 92,5 99,5 92,9 99,25 92,5 99,13 Gelsenkirchener..............0 — — —— Harpener................... 0 98 99 98,13 98,75 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. ( — —— 87,25 87,5 Ilse Bergbau ............... ( 149,5 — 150 146 Ilse Bergbau Genüsse........6 126,75 125,25 126 125 Klöcknerwerkc ......... ty, 86,25 85,75 86 86,25 ManneSmann-Röhrea........ 78,25 78,4 78,5 Schluß« kurs Schluß!. Abend- börse Schluß- kurs Schluß!. Millag- «börse Datum | 13-3 14.3 13 3 14 3 ManSselder Bergbau....... .. 8 92,9 92,75 93 93 Kokswerke ................ .. 5 — — 105,65 105,75 Phönix Bergbau........... .. 0 — — — — Rheinische Braunkohlen .... 12 — 211 207,5 211,5 Rheinstahl ................ »y- 95,9 96,25 96,25 96,75 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 76,4 76,9 76,4 76,65 Otavi Minen ............. .. o 12,4 12,13 12,25 12,13 Kaliwerke Aschersleben...... .. 6 111 111 111 111 Kaliwerke Westeregeln...... Kaliwerke Salzdetfurth..... .. b — 111,5 111 IVi 145 145 145 145 I. G. Farben-Jndustrie..... 7 140,9 206,75 141,25 140,9 141 Scheideanstalt............. .. 9 206,75 — —— Goldschmidt .............. .. 0 96,5 97,25 96,75 97,25 Rütgerswerke ............. .. 4 105 104,75 105 104,75 Metallgesellschaft........... .. 4 90.25 91,25 90.25 91,25 Philipp Holzmann ......... Zementwerk Heidelberg .... .. 0 . 88 88,25 88,5 88,25 .. 6 115,25 115 Cementwerk Karlstadt....... .. 4 127 127 Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 104,75 104,9 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 52 52,4 52,75 52,5 Bemberg................. .. 0 118,75 118 119 118 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 111 111 110,9 110,9 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 80,5 80,25 80,9 80,25 Dessauer Gas ............. .. 7 —— — 126,5 123,5 Daimler Motoren......... .. 0 94,75 99,4 94,9 98,5 Deutsche Linoleum........ .. 6 151 151,25 151 151 Orenstein L Koppel ....... .. 0 — 85 85 Westdeutsche Kaufhof...... .. 0 18,65 38,75 38,9 38,5 Chade................... .. 0 204,5 205 204 Accumulatoren-Fabrik..... . 12 — 159 — Conti-Gummi ........... .. 8 153 154 153 154 Gritzner................. .. 0 1 37,65 1 36,75 1 38 | 37,13 Mainkrastwerke Höchst a.M. ... 4 1 & - Süddeutscher Zucker i 1 169 1 T67 M8 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Hl. 13.März 14.März Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Dries Geld »rief Buenos Sire- 0,653 0,657 0,653 0,657 Brüssel..... 58,17 58,29 58,17 58,29 Rio de Jan. 0-200 0,202 0,200 0,202 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 52,23 52,33 52,58 52,68 Danzig..... 81,11 81,27 81,11 81,27 London ..... 11,695 11,725 11,775 11.805 HelsingforS.. 5,165 5,175 5,195 5,205 Paris ...... 16,43 16,47 16,43 16,47 Holland .... 168,26 168,60 168,25 168,59 Italien..... 20,98 21,02 20,85 20,89 Japan ...... 0,689 0,691 0,693 0,695 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 58,79 58,91 59,19 59,31 Men....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 10,62 10,64 10,69 10,71 Stockholm... 60,31 60,43 60,72 60,84 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80.88 Spanien.... 33,95 34,01 33,95 34,01 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... — — — Neuyork ... 2,469 2,473 2,478 2,482 Banfnoten. LerNn,l4.M<5rz Geld »riet Amerikanische Noten.............. 2,43 2,45 Belgische Noten.................. 57,96 58,20 Dänische Roten ................. 52,38 52,58 Englische Noten ................. 11,74 11,78 Französische Noten............... 16.42 16,48 Holländische Noten............... 167,83 168,51 Italienische Noten................ 21,06 21,14 Norwegische Noten .............. 59,03 59,27 Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten............... — —— Schwedische Noten............... 60,51 60,75 Schweizer Noten................. 80,44 80,78 Spanische Noten................. Ungarische Not« ............... 33-jM 3W Nr. 63 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Zreitag.lS.März MS Aus der Provinzialhauptstadt. Der blühende Saselnußstrauch. Der Haselnußstrauch galt schon bei unseren Vorfahren, den alten Germanen, als ein heiliger Strauch: sie hatten ihn dem Donar, ihrem Donnergotts, geweiht. Selbst in den Jahren, nachdem das Christentum bei ihnen Eingang gefunden hatte, war man seiner Zauber- und Wunderkraft immer noch bewußt. Aus seinen Zweigen und Rutentrieben schnitt man vor allen Dingen das unentbehrliche Werkzeug der Schatzgräber, die Wünschelrute. Man alaubte mit ihrer Hilfe Quellen auffinden, Schätze heben, ja sogar Hexen und Diebe bannen zu können. Wenn auch heute dieser Aberglaube größten-! teils verschwunden ist, so sind es dennoch mancherlei Beziehungen, die uns mit diesem fast unscheinbaren Strauch in Wald und Flur verknüpfen. Wenn nämlich jetzt „die Hasel wieder stäubt", so ist un= । sere Brust wieder von Frühlingshoffen erfüllt: denn: „Mit Eis bedeckt ist noch der See, Noch herrscht im Walde Winterschweigen, Sieh, da fällt Goldstaub auf den Schnee Von der blühenden Hasel Zweigen." Der Axtschlag der Holzhauer ist kaum verklungen, so steigt die Sonne in immer größer werdenden Kreisen am Tage über den Horizont. Sie beginnt, die Mutter Erde anzuwärmen. Wenn dann noch, sei es nur an einigen Tagen, wieder die „linden Lüfte" erwacht sind, dann bleiben auch die Kätzchen unseres Haselnußstrauches, die bislang starr und steif in ihrer walzenförmigen Gestalt nach allen Seiten von den Zweigen abstanden, nicht mehr länger im Winterschlafe. Ihre Spindel beginnt, sich zu strecken, wird länger, weich und biegsam. Bald hängen die braunen Kätzchen troddelartig nach unten: sie schimmern in gelblich grünen Farbtönen und werden mit dem bereits knospenschwellenden, verträglichen Nachbar, dem Flieder, zu den ersten Verkündern des nahenden Frühlings. Beim leisesten Windhauche sehen wir die reifen Kätzchen an ihren kurzen Stielen sich bewegen, wie aus ihnen kleine Wolken gelben Blütenstaubes stieben, wie der Staub verweht wird und sich nach einiger Zeit auf Aeste, Zweige und Halme berabsenkt. Unser Haselstrauch blüht zu einer Zeit, in der noch die ganze Natur unbelaubt ist, denn sonst würde das Blätterdach dem Winde den Zutritt zu den schmiegsamen Kätzchen verwehren, die Narben der weiblichen Blüten verdecken und den Staub somit von ihnen obhalten. Sind die Kätzchen reif und zum Stäuben fertig, so warten sie bis milde Witterung herrscht, und eine etwaige Regenzeit zu, Ende ist. Bei völliger Windstille rieselt der gelbe Staub aus den Staubbeuteln, jedoch nicht zur Erde, da sein Zweck sonst unerfüllt blieb, sondern lagert sich jeweils auf der Rückseite der wagrecht stehenden Kätzchenschuppen ab, die nach oben tellerartig ausgehöhlt sind. Hier bleibt er liegen, bis ein Windhauch sie abholt und ausstreut. Dann können wir sehen, wie lichte, gelbe Wölkchen trockenen Dlütenstaubes durch die Zweige des kahlen Haselstrauches in die klare Winterluft hinaus wirbeln. Dann heißt es im Volksmunde: „Die Hasel stäubt." Unseren Frühlingsboten hat die Natur nicht mit reichen Gabeü ausgestattet, wie die meisten Blüten und Blumen. Ihm fehlt eine weithin leuchtende Dlütenfarbe, der süßschmeckende Nektar und der berauschende Duft. Sie alle sind ja auch für den Haselstrauch nicht notwendig, denn kein Bienlein oder irgend ein anderes Insekt vermag zur Dorfrühlingszeit sein warmes Winterlagen zu verlassen, um als Gegengabe des Bestäubens mit Honig oder Blütenstaüb reichlich belohnt heimzukehren. Heftige Winde oder gar Stürme liebt die Hasel !ur Blütezeit nicht; sie entführen ihr den Blütentaub nur nach der einen Windrichtung. Er soll ich doch nach allen Seiten verbreiten. Auf ihn war- M, 1 / Y . '.F N *> Szenenbild aus der Erstaufführung der Oper „Salambo" von Lukas Böttcher unter der musikalischen Leitung des Komponisten am Gießener Stadttheater Titelrolle: Maria Perry (Mitte oben); Spielleitung: Paul Wrede: Bühnenbild: Karl Löffler. — (Aufnahme: Winterhoff.) ten schon die weiblichen Blütenteile, Die mittlerweile aus der Knospenspitze hervorgebrochenen, schön hochroten Griffel, mit pfriemenförmigen, umgebogenen Narben, die verhältnismäßig sehr groß und mit winzigen Härchen dicht besetzt sind, so daß man sie als „Staubfänger" gar nicht besser bezeichnen konnte. Nur. beim genauen Hinsehen kann man sie erst erkennen. Jede, der bis zu einem Dutzend zusammengeballten weiblichen Blüten treibt zwei genannte Fäden nach oben, die alle wie ein kleiner Büschel erscheinen. Wir sehen also, daß Staubgefäße und Stempel auf verschiedene Blüten verteilt sind, die sich, wie beispielsweise beim Kürbis, auf derselben Pflanze befinden. Aus diesem Grunde bezeichnen wir den Haselnußstrauch als eine einhäusige Pflanze. Wie schon gesagt, gelangt ein großer Teil des Blutenstaubes nicht an seinen Bestimmungsort. Aber je mehr Staub erzeugt und vorhanden ist, um so größer ist doch auch die Möglichkeit, daß er beim Niederfallen die Narben trifft, sei es nun die des eigenen oder des benachbarten Strauches, denn gewöhnlich kommt der Haselnußstrauch in Wäldern oder Hecken in größeren Beständen vor. Die weiblichen Kätzchen bewahren den männlichen Staub im Innern während der oft noch kalten, regnerischen Zeit auf, bis der ersehnte Frühling endgültig eingezogen ist. Dann erst geht die eigentliche Befruchtung vor sich: Die am Grunde der Knospenschuppen schlummernden rundlichen Fruchtknoten schwellen unter dem Einfluß der Frühlingssonne an. Ihre Wand wird zur holzigen Schale und die Samenknospe zum Kerne der Haselnuß. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Urlaubszug in die Pfalz vom2 3. bis 3 0. März. Fahrtkosten 29,50 Mark. Schlußtermin für die Anmeldung: 16. März. Die Pfalz hat bekanntlich das wärmste Klima in Deutschland, und so wird diese erste Frühlingsfahrt zweifellos den Teilnehmern viel Freude bereiten. Während in anderen deutschen Gebieten noch hoher Schnee liegt, melden sich hier in dem größten Weinbaugebiet Deutschlands bereits die ersten Boten des Frühlings. Besonders die Dorderpfalz hat ein geradezu tropisches Klima, und so kommt es auch, daß hier alljährlich Mandeln und Feigen unter der warmen Sonne zur Reife kommen. Edles Obst aller Art wird in großen Mengen geerntet. Die Bäder und Heilstätten der Vorderpfalz sind wegen ihrer klimatischen Vorzüge so beliebt und wirkungskräftig. Die Pfalz hat das größte zusammenhängende Waldgebiet Bayerns. In dieses Gebiet führt die Fahrt nach dem bekannten Städtchen Neustadt a. d. Hardt und Hambach. Neustadt a. d. Hardt ist der Mittelpunkt des pfälzischen Weinhandels. Weinlandschaft und Waldgebiet vereinigen sich hier zu einem harmonischen Bild. Schöne alte Fachwerkbauten und die gotische Stiftskirche zeugen von der Tradition dieser Stadt. Die Pfalz ist das größte Burgenland Deutschlands und zahlreiche alte Burgruinen künden von längst vergangener Zeit und von einer hochstehenden Kultur. Ein Tag des Aufenthaltes in der Pfalz wird zum Besuch und zur Besichtigung der alten Dom- und Kaiserstadt Speyer benutzt. Speyer ist die älteste Siedlung am Oberrhein und sein Kaiserbom ist der älteste romanische Kirchenbau Deutschlands. Noch viel zu unbekannt ist dieses Land, und es ist eine dankbare Aufgabe, dieses Gebiet für den Urlaubsverkehr zu erschließen. Urlaubszug insAllgäu vom3 0. März bis 7. April. F a h r t k o st e n 3 3,50 Mark. Schlußtermin für die Anmeldung: 15. März. Während in anderen deutschen Gebieten der Frühling schon seinen Einzug hält, ist im Allgäu noch immer Gelegenheit zum Wintersport gegeben. Wieder ist Pfronten das Ziel der Fahrt. Schon die Anfahrt wird hier für jeden Teilnehmer ein Erlebnis bedeuten. Durch den Schwarzwald geht es nach Friedrichshafen, wo die Zeppelinwerft besichtigt wird, dann am Bodensee entlang nach der schönen Jnselstadt Lindau im Bodensee. Erst nach diesen beiden Zwischenstationen wird die Fahrt in das eigentliche Urlaubsgebiet, das Allgäu, angetreten. Ausflüge an den Felshängen des Alpenlandes werden am Tage die Urlauber beschäfttgen, soweit sie nicht durch Wintersport ihre Erholung suchen. Heimatabende werden Bevölkerung und Urlauber Landessielle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Bolksauf- klärung und Propaganda im Adolf-Hitler-Haus in Frankfurt a.M. Die Landesstelle gibt bekannt, daß sie ihre Dienst- räume jetzt nicht mehr in der Bürgerstrahe 9—11, sondern im Adolf • Hitler - Haus. Frankfurt a. 21L, Gutleutstraße 8—12. 2. Stock, hat. (Postschließfach Nr. 1685). Die Telephonanschlüsse 33336/37 bestehen weiter. Degen geschäftlicher Ueberlastung wird darum gebeten, notwendige dienstliche Besuche bet dem Leiter der Landesstelle und seinen Referenten im eigenen Interesse rechtzeitig telephonisch oder schriftlich anzumelden. zusammenführen. Während die Hinfahrt durch den Schwarzwald erfolgt, wird die Rückfahrt über Ulm — Stuttgart — Heidelberg führen. Amt für Beamte, Kreis (Hießen. Während der dienstlichen Abwesenheit des Kreisamtsleiters Pg. Georg Heß übernehme ich ab 15. März 1935 die Leitung des Amtes für Beamte und des Reichsbundes der Deutschen Beamten, Kreis Gießen. Sprechstunden (nur in dringenden Fällen, sonst die Ortswalter und Fachschaftsleiter zuständig): Dienstags und Freitags von 18 bis 20 Uhr, Gießen, Johannesstraße 15 p. Meine Privatanschrift: Gießen, Liebigstraße 103, Heil Hitler! Gustav Ulrich. Die Fachschaft Reichsbahn Gießen veranstaltet am Samstag, 16. d M, im Saale d-'s Restaurants Faulstich, Gießen, Bahnhofstraße 59, einen Schulungs- und Kameradschaftsabend. Erscheinen aller dienstfreien Kameraden ist Pflicht. Beginn 20 Uhr. Michsbunb DolkStum und Heimat. Ottering Gießen Heute abend, 20.15 Uhr, im Kaufm. Vereinsbaus, Tierschutzversammlung mit Vortrag von Dr. Keller und D i p l o m v e r t e i - l u n g an treue Tierpfleger. Unsere Mitglieder und Gäste sind willkommen. Eintritt frei! Verfassunggebende Bezirkssynode der Bekenntnisgemeinschast Oberhessens. Am 11. März fand in der hiesigen Friedhofskapelle die verfassunggebende Bezirkssynode der Bekenntnisgemeinschaft Oberhessens statt, an der Vertreter von etwa 50 Gemeinden teilnahmen. Ober- kirchenrat Daumiller aus München, der am Vorabend für Pfarrer A u s f e l d in der Johannes- kirche gepredigt hatte, und Pfarrer V e i d t (Frankfurt a. M.) sprachen zu Beginn der Synode herzliche Grußworte zur Synode, die von Landgerichtspräsident i.R. Neuenhagen eröffnet und geleitet wurde. Am Vormittag wurde in voller Einmütigkeit der geschäftliche Teil erledigt, indem nach einem vor- ausgegangenen Bericht Die Bildung der Synode unter Annahme einer ihr vorgelegten Satzung er- y/cc/rt*'Ka£4- gegen spröde Haut Nachdruck verboten! 5. Fortsetzung Die Ifflandstöchter und ihre Freier. Vornan von J. Schneider Foerstl Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau L Sa. in der Woche. Dann kamen die Examina: Jedes bestand ich mit eins und Dem Vermerk: Vorzüglich. Die Stellung, die ich Dann auf Empfehlung hin bekam, war es weniger. Für Hochschule hat es nie gereicht. Ich wollte nicht wieDer sechs Freitische pro Woche. Durch Zufall — ich habe einen Ertrinkenden aus einem Kanal geholt — hat ein Manager entdeckt, daß ich fürs Wasser nicht geschaffen sei. Na, und warum soll ich's nicht sagen — ich trete nächste Woche im großen Rekordwettschwimmen mit Nieß- ling an." „So etwas", entfuhr es Margot verblüfft. „Eigent- lich schade." . Seine Frage klang ebenso verblüfft. „Warum Denn?" „Weil Sie Dann, wenn Sie als Sieger hervorgehen sollten, niemanD mehr kennen roerDen." „Möglich", gab er zu. Sie suchte herauszuklügeln, wie es gemeint war. „Der Mensch wirb zuweilen über Nacht ein anderer", ergänzte James. Merkwürdig, dachte sie, nahm den Bademantel über und ging nach der Kabine. Wie sonderbar er manchmal war. Sie fand keinen Ausdruck für das Rasche, von einer Minute zur andern Wechselnde in seinem Charakter. Vielleicht hing das mit seinem baldigen Wetttampf zusammen Jeder hatte eben andere Sorgen. Als Margot wieder zurückkam, saß James Pick auf dem Platze, den sie vorher eingenommen hatte und blinzelte in Die Sonne. Auch er war bereits fertig angekleidet. „Ihr Männer habt es gut", sagte sie, auf ihn herabsehenD, „Ihr braucht wenigstens keine SeiDenstrümpfe." „Sonst haben Sie keine Sorgen?" scherzte er „Augenblicklich nicht. Aber das genügt ja " „Natürlich", meinte er mit leichtem Spott. „Sei- denstrümpfe sind ein vollkommen unentbehrliches Requisit für eine Dame von heute Meine Mutter hat noch gestrickte getragen Grob gestrickt, mit Doppelter Ferse und einem Rändchen in blauer, schwarzer oder roter Wolle, je nachdem. Ich weiß es noch ganz genau. Heute geht das nicht mehr." Sie lachten beide und sahen etwas unsicher voneinander weg. „Ich fahre nächstens mit meinem Vater an Den Rhein", erklärte Margot ihren Wunsch nach SeiDen- ftrümpfen. „Meine VerwanDten Dort sinD schwerreich unD vornehm unD weiß Gott was noch alles." „UnD Der Vetter ist jeDenfalls reizenD!" Sie hörte Den feinen Unterton heraus unD ließ Den Blick auf Der Wasserfläche ruhen. „Ja, er ist reizenD", sagte sie leichthin. „Es wäre eine glan- ienDe Partie für Klaudine." „Warum nicht für Sie, Margot?" Sie hob langsam Den Kopf und sah ihn voll an. ,Man soll nicht zu neugierig sein, James. Können wir morgen noch einmal trainieren?" „Training! Training und wieder Training!" sagte James Pick und wickelte eine Binde um sein rechtes Fußgelenk. „Glauben Sie mir, Fräulein Iffland, jedes Königtum will erkämpft fein, auch das des Sportes." Margot faß auf Der obersten Treppenstufe des großen Bassins und ließ entmutigt Den Kopf hangen. Gestern habe ich Die Dreitausend Meter in zehn Minuten gemacht. Heute habe ich schon fünf Sekunden länger dazu gebraucht. Morgen werde ich's überhaupt nicht mehr auf dreitausend^ Meter bringen. Das Dumme ist, daß Rießling—'" „Kennen Sie Rießling?" siel ihr James Pick lebhaft in Die ReDe. „Nicht? - Dann roerDen Sie eine große Überraschung erleben. „Wegen seiner Tüchtigkeit?" . Auch — Aber noch mehr wegen feiner Figur. Eigentlich müßte man lagen, wegen feines Figürchens: Wie Filigran. Zart, fern, kapriziös Mehr Frauen- als Männertyp. Aber Muskeln hat er unD eine AusDauer unD ein Training, einfach fabelhaft. Margot nahm Die blaue Gummihaube ab und strich das feuchte Haar zurecht. Hande und Gesicht waren sehr rot. Die Temperatur des Wassers betrug infolge der letzten kalten Tage kaum dreizehn ManhläooQ von3bis20v-H-erhaltensiewwieder- naCnidSSB holten Veröffentlichungen einer Anzeige! Für 400 000 Francs sind bereits Karten zum Fußball-Länderkampf Deutschland — Frank- reich im Pariser Prinzenpark-Stadion vorverkauft. Man rechnet damit, daß der Einnahmerekord von einer halben Million Francs noch übertroffen wird. * Die Winnipeg Monarchs wurden in London erneut geschlagen. Sie verloren am Dienstagabend gegen die Wembley Lions knapp mit 0:1 (0:0, 0:1, 0:0). , Portugals Fußball-Verband hat an den DFB. die Einladung gerichtet, im Anschluß an Ein Fußball-Kursus für den Nachwuchs der Extra-Klasse wird vom DFB. unter Leltung von Reichstrainer Nerz im April m Duisburg abgehalten. 23 *** c QU ^55 bas Rückspiel gegen Spanien im Jahre 1936 Ixt Lissabon einen Länderkampf gegen Portugal auszu- tragen. . Sir Malcolm Campbell, der erfolgreiche Auto-Weltrekordfahrer, feierte biefer ^se seinen 50. Geburtstag und fein 25iahriges Rennfahrer-Ju- E 4> E Volkstümliche Naturwissenschaft In reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick In die Geheimnisse des Naturgeschehens und aamitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher" Hugo BermQhler Verlag • Berlln-Llchterfelde «38^ 5 3 -q B 3 S'S S'S- | $ und Gewissenhaftigkeit, mit der bei uns alles an- gepackt würde. Die Sportanlagen, die geschaffen worden seien, seien über jedes Lob erhaben und legten dafür Zeugnis ab, wie die deutschen Sporl- führer, insbesondere der Reichssportfuhrer, in vorbildlicher Zusammenarbeit das deutsche Sportwesen auf*baut unb damit dem Wunsche des Führers entsprochen hätten. Bezeichnend sei der Olympia- Geist in Deutschland, in dessen Zeichen heute der gesamte deutsche Sport stehe. Die Olympia-Ausstellung habe ihm bewiesen, daß sich das deutsche Organisations-Komitee alle Erfahrungen früherer Olympischer Spiele zunutze gemacht hat und auf dieser Basis könne man gewiß sein, daß die Spiele 1936 in Berlin ein einzigartiger Erfolg werden würden. Die Besichtigung der Arbeiten auf dem Reichssportfeld habe ihm den Eindruck vermittelt, daß hier eine Anlage entstehe, wie sie die Welt bisher noch nicht gekannt habe. Es fei ihm unmöglich, irgendeine Kritik an diesem Riesenbauwerk zu üben. Alles sei mit peinlicher Genauigkeit unter Berücksichtigung der praktischen Seite in Angriff genommen worden. Alles in allem war der IOC.-Präfident begeistert von den Vorbereitungen, besonders von den Anlagen auf dem Reichsfportfeld. Die Aeußerungen des Grafen beweisen, daß der deutsche Sport auf dem richtigen Wege ist. Oie Zugendfahrt 1935 des Deutschen Kanu-Verbandes auf Fulda und Weser Der großangelegten Saar-Moselfahrt der DKD.- Jugend 1934 wird 1935 eine Fulda-Weser- fahrt folgen, die am 20. Juli in Kassel beginnt. Höhepunkte dieser Fahrt ins „grüne Herz Deutschlands" werden neben dem Besuch der Städte Kassel, Hannoversch-Münden und Hameln, neben Land- ausflügen auf die Weserburgen und in den Solling ein Besuch des Hermannsdenkmals und der Externsteine sein. Der Schriftsteller Grimm, der Verfasser von „Volk ohne Raum", der seinen Wohnsitz im Weserland hat, wird gebeten werden, zur beut, schen Kanujugenb zu sprechen und ihr von der Geschichte dieses Landes zu erzählen. Als Abschluß der Fahrt steigt in der Rattenfängerstadt Hameln eine Jugendregatta. Wie im vergangenen Jahr, so wird auch diesmal die Bootsfahrt haupffächlich in den großen Mannschaftskanadiern ausgeführt, deren Zahl Jett der Saarfahrt und der damit verbundenen Werbung für das „Wanderboot der Jugend" sich bedeutend vermehrt hat. 3 6? 5 2»:3 E V B§W 30 G7 un SS Meldet sofort'^ Emilien- jWeHeH/>'* OFA. - Sportlehrer Leinberger beim Zugendführer-Wochenendlehrgang in Gießen. Nachstehend soll in kurzen Umrissen bekannt- gegeben werden, auf welche Art und in welcher Form der Leinberger-Kursus, der zur Ausbildung der Jungführer (Jungmannschaftsführer) durchgeführt werden soll, stattfindet. Am Samstag, 15 Uhr, erfolgt Flaagenhissuna mit Wahlfpruch und Eröffnung des Lehrganges durch Kreisjugendführer W. P r e s b e r, Stockhausen (Lahn), sowie einer Begrüßungsansprache durch Kreisfußballführer Hugo Henkel, Gießen. Im Anschluß daran folgen Ordnungsübungen, Grund- Übungen der Körperschule für Fußball, Grundform für Lauf, Wurf und Sprung, durch Bundessport- lehrer Leinberger. Mit einem Vortrag über das Jugendführertum, über Kameradschafts- und Heimabende sowie über die Theorie der Fußballtechnik und -taktik wird der erste Tag beschlossen. Die gemeinschaftliche Uebernachtung erfolgt in der Umkleidehalle des VfB.-Reichsbahn Gießen. Der Sonntag beginnt mit Flaggenhiffung und mit dem Wahlspruch, danach wird ein Waldlauf als Bedingungstrainina mit Spielform durchgeführt, dann erfolgen wieder Ordnungs- und Grundübungen. Nach dem gemeinschaftlichen Mittagessen wird Bundessportlehrer Lemberger seine jugendlichen Kameraden einweihen in die Ballschule, die Fußballtechnik sowie Erklärungen geben über die Taktik; diese Anleitungen werden durch praktische Vorführungen ergänzt. Am Schlüsse der Veranstaltung erfolgt die Bestätigung der Jungführer sowie die Ueberreichung der vom. Deutschen Fußball-Bund herausgegebenen Jungführerabzeichen. Der VfB.-Reichsbahn hat alle erforderlichen Vorbereitungen für die Ausgestaltung des Kursus übernommen. Alle Vereinsführer sowie diejenigen, die an der Jugendarbeit interessiert sind, werden zur Teilnahme aufgefordert. OeutschlandsOlympia-Äorbereitungen mustergültig. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Graf Baillet-Latour, der z. Z. in Berlin weilt, äußerte sich einem Vertreter des DNB.-Sportdienstes gegenüber über die Olympischen Spiele 1936. Er bewundere bei den Vorbereitungsarbeiten für die Olympischen Spiele vor allem die Gründlichkeit perübung in Verbindung mit weltanschaulicher Schulung erfüllt. Das SA.-Sportabzeichen ist nicht das Vorrecht eines bestimmten Verbandes. Es soll vielmehr dem Streben der gesamten deutschen Jugend innerhalb und außerhalb der Organisationen der Bewegung und des Staates nach wehrhafter Körpertüchtigkeit in nationalsozialistischem Geiste Richtung und Ziel sein. Die Neustiftung des SA.-Sportabzeichens durch den Führer bringt keine Aenderung des Wesens des Abzeichens. Der vom Führer mit dem Erlaß von Ausführungsbestimmungen betraute Chef des Stabes der SA. hat angeordnet, daß bis auf weiteres alle Angelegenheiten des SA.-Sportabzeichens von der Dienststelle für das SA.-Sportabzeichen, Berlin W 35, Friedrich-Wilhelm-Straße 5, und ihren Außenstellen, deren Anschriften vorläufig noch bestehen bleiben, erledigt werden. Schon heute stammen die Träger des Abzeichens, über 200 000 an der Zahl, aus allen Schichten des Volkes, allen Berufsgruppen, allen Ständen und den verschiedensten Verbänden. Sie alle haben das SA.-Sportabzeichen nicht einer einmaligen, viel' leicht zufälligen Leistung zu verdanken, sondern, bevor sie zur Leistungsprüfung kamen, mußten sie mehrere Wochen nach genau festgelegtem Plan unter den Augen ihrer Kameraden und Führer nicht nur ihre körperliche Leistungsfähigkeit und manche anderen Fertigkeiten steigern, sondern sich auch als ganze Kerle zeigen. Wer das SA.-Sportabzeichen, dieses Geschenk des Führer an die deutsche Jugend, erwirbt, hat sich als tätiges Mitglied in das Buch der Volksgemeinschaft eingetragen und sich ihr verpflichtet. Kurze Sportnotizen. Als Rekord anerkannt wurde die Leistung von Gisela Arendt (Nixe Charlottenburg) mit 1:09,2 Minuten im 100-Meter-Kraul-Schwimmen, aufgestellt am 24. Februar in Kassel. EO ^3 u c £ - E JQ E Ä vH Die Fußballfreunde Deutschlands und Frankreichs sehen gespannt dem kommenden Sonntag entgegen, an dem im Prinzenpark-Stadion in Paris der dritte Fußball-Länderkampf Deutschland Frankreich vor sich gehen wird. Wir zeigen hier oben den deutschen Mittelsturm, der den Angriff vorzutra^n hat, von links nach rechts: S i f f l i n g (Halbrechts), Conen (Mittelstürmer), R o h w e d d e r (Hawlinks). Die unteren drei Spieler werden Frankreichs Dor schützen; von links nach rechts: van -vooren (rechter Verteidiger), Thöpot (Torwart), Mattier (linker Verteidiger). Preußen. .Ms 0^5^ S’Sh E St 'S 3 ■ MDMA 6» C' tDcrlt* 1500 D WWW - V- t