Nr. 2 Erstes Blatt 185. Jahrgang Dienstag. r5.?anuar ms (Er|d)emi tag Md), außer Sonntags und feiertags Betlaaen: D,e Illustrierte Gie euer tfamihenblatter Heimat m Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gero all Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift ’ür Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen postschecktonto: Kroniturt am Main 11686 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen 0ru6 und Verlag: vrühl'sche UniverfitSIr vuch- und Steinörutfcrd «.Lange in Gießen. Schristle'tung und Geschöstrftelle: §»ulftrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mrltagsnurnmer bis8' ,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Npf., für Text- an^eigen von70mm Breite vORpf.,Platzoorschrift ober schwieriger bat) 25"/„ mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Nps.,Famllienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Npf. Mengenabschlüsse Staffel B Der Sieg des Deuischiums an der Saar. (Senf, 15.1. (ONB.-Kunkspruch ) Kurz nach 8 Uhr werden hier die offiziellen Endziffern -er Saarabstimmung bekannt: Von rund 540000 Abstimmungsberechtigten haben 528704 abgestimmt, darunter 476089 für Deutschland, 46613 für -en Status quo, 2083 für Frankreich, 901 Stimmen waren ungültig und 1256 Stimmzettel weiß. Triumph der Treue. Das ist das Wunderbare an diesem 13. Januar: unter den Augen der ganzen Welt, mitten im hellsten Licht der Weltöffentlichkeit, legte ein deutsches Land den Beweis ab dafür, daß alle die Märchen und Lügen und Verleumdungen, daß alle die unwahrscheinlichen Greuel- und Schreckensmeldungen, alle die Emigranten- und Separatistenphantasien nichts sind als Erfindung und Trug. Die ?Zresfe aller Völker der Erde, Delegierte aus den ernsten Ecken der Zivilisation, Gesandte aus aller Herren Länder: sie erlebten den nationalen Aufbruch des Saarvolkes mit eigenen Augen; sie sahen diefts Wunder an Disziplin, dieses Meisterwerk an Organisation und Einsatzbereitschaft, diesen kompakten und geschlossenen Willen eines zielbewußten, seiner selbst sicheren Volkes. Sie sahen das Werden des Dritten Reiches in jenem letzten Zipfel der deutschen Nation, in dem bisher noch nicht aller Unrat hinweggefegt war, weil die schützende Hand des Völkerbundes noch über den Landes» Verrätern schwebte. Die Väter des Versailler Vertrages haben geglaubt, mit dem 13. Januar den Schlußstrich unter ihr Werk der Zerstörung setzen zu können. Noch vor einem Jahre war man in den Kreisen der französischen Bergwerksdiektion guten Mutes. Als die Drahtzieher der marxistischen Einheitsfront die Mär verkündeten, Deutschland werde mit bewaffneter Hand ins Saargebiet einfallen, und als darauf die französischen Heeressäulen zur lothringischen Grenze vorstießen: wer hätte nicht gefürchtet, daß vielleicht die Mächte der Zerstörung doch noch obsiegen würden? Es ist anders, ganz anders gekommen! Die freie, geheime und unbeeinflußte Wahl mußte nicht vor der SA. und Adolf Hitler geschützt werden, sondern einzig und allein vor den nur noch geringen Terrorgruppen des Bolschewismus. Die internationale Polizei, die mit Zustimmung des Führers ins Saargebiet eingerückt war, erwies sich zwar nicht als notwendig, um die Ordnung aufrecht zu erhalten, sondern um den Burgfrieden vor den roten Umstürzlern zu bewahren. Nicht das Deutschtum drängte seinen Willen seinen Gegnern auf, sondern diese, auf kümmerliche Reste zusammengeschmolzen, machten den kläglichen Versuch, in letzter Stunde mit einem Wust von längst durchschauten Alarmgerüchten den Sieg der deutschen Sache zu verhindern. Der 13. Januar brachte einen Triumph der Disziplin. Gegen alle sorgfältig ausgetüftelten Schikanen der Abstimmung, gegen ein kompliziertes System von Schlingen und Fallen siegte der organisierte Wille einer bis ins kleinste disziplinierten Masse. Don den Schneeschauflern im Gebirge, die den Weg für Autos und Fahrräder freimachten, bis zu den Erholungsreisen für die überangestrengten Volksgenossen an der Saar; von den Fremdenführern und Quartiermachern bis zu den „Bleistiftguckern" und den Krankenschleppern gab es nichts, das vergessen worden wäre, nichts, wo nicht in erster Linie und in Reserve ein Beauftragter der Deutschen Front gestanden hätte, um zur gegebenen Sekunde einzugreifen. Vor den Augen vieler hundert kritischer Bericht- erstatter rollte eine M e i st e r l e i st u n a d e u t- scher Organisation ab, rote sie dte Welt noch nicht gesehen und bisher nicht geglaubt hat. Das Märchen vom deutschen Chaos ging in die Bruche. Die Lüge vom deutschen Terror stob m alle Winde. Journalisten und Politiker verkündeten m fremden Zungen das deutsche Hosianna roo sie noch vor roe- . nigen Tagen „Kreuziget ihn!" gerufen hatten Sie konnten sich überall davon überzeugen rote das deutsche Volk inWirklichkett aussteht; daß es ohne inneren und äußeren Zwang der Stimme seines Blutes lauschte; daß em freiwilliger, noch nie geahnter Ausbruch Tatsache wurde, an den der internationale Journalismus und die internationale Diplomatie niemals geglaubt haben. Dieser 13. Januar bedeutet die große Ilsen» düng der deutschen Außenpolitik. Er ist zugleich ein Sieg des Willens und des Glaubens wie ein Triumph der Disziplin und der Organisation. Die Leidenschaftslosigkeit des Saarve> kes hinsichtlich der außenpolitischen Grundfragen ist geradezu begeisternd. Jeder einzelne, leber Mann, rede Frau hat den großen Plan des Führers verstau den und gebilligt, aus einer Entscheidung des Has» ses eine solche der Versöhnung und der Verständigung zu machen Es ist, als ob d letzte unter ihnen sich bewußt geworden wäre, paß er Propagandist des deutschen Vaterlandes zu sem habe. Und die Behutsamkeit, die Herzlichkeit und Einfachheit, mit dem durch den deutschen Runosu und durch die Presse der Tag der Entscheidung do» bereitet und schließlich geschildert wurde, tft minder als ein Meisterstück der Disziplin und des Willens anzusehen und zu werten. Das ganze deutsche Volk hat der Welt gezeiat, wie es in Wirklichkeit um seine Seele bestellt ist. Dte Das deutsche Wunder ist vollendet worden an diesem Tage der Saar-Mstimmung. Der 13. Januar wird innerpolitisch und außenpolitisch von einer ungeheuren Tragweite fein. Die Wucht der nationalen Demonstration wird sich auf die Gestaltung der Weltpolitik auswirken. Denn jetzt weiß die Welt wirklich und unverblümt, wie es um uns bestellt ist. Das Eis der Verständnislosigkeit ist auf- gebrochen, das Netz der Lüge ist zerrissen. Die Welt ist von ihrem schlimmsten Albdruck befreit. Die Tore zur Verständigung sind weit geöffnet. internationalen Aufpasser an der Saar hatten nicht nur mit der Saarbevölkerung selbst zu tun, sondern sie trafen außerdem auf 50 000 Deutsche aus dem Dritten Reiche, auf Leute, die ohne Maulkorb und außerhalb von Konzentrationslagern umherliefen. Und auch an diesen Deutschen konnten sie ihre Ansichten über das neue Deutschland revidieren, konnten sich überzeugen, daß zwar in inneren Fragen noch manches zu klären ist, daß aber alles zurücktritt vor der gebauten Demonstration des völkischen Willens der Außenwelt gegenüber. Der Wrer heiß! das Saarland willkommen. Der Dank der Nation. - Oer entscheidende Schritt zur Versöhnung ist geschehen Im Anschluß an die Verlesung des Abstimmungsergebnisses im Saargebiet richtete Gauleiter Joseph B ü r ck e l von Neustadt aus folgende Ansprache an den Führer: Mein Führer! Wir stehen alle im Banne des welthistorischen Augenblicks, da ein Volk seine eigene Sprache spricht. 528 000 Deutsche haben ihre gültige Stimme in die Waagschale der Geschichte gelegt. Davon haben sich 9 0,5 Prozent aller gültigen Stimmen z u ihrem Vaterlande bekannt. So ist- diese Sprache ehern und eindeutig, weil sie das Echo des Gesetzgebers selbst ist. Die Welt mag sie verstehen, diese Sprache in ihrer Klarheit und. Eindringlichkeit. Sie hallt über die Grenzen und möchte einen tausendjährigen Kampf als endgültig beendet erklären und aller Welt verkünden: „Der Rhein ist Deutschlands Strom und nicht Deutschlands Grenze." Zwei Nachbarreiche aber wollen zur Ruhe kommen, um in Ehren dem Frieden der Welt zu dienen. Mein Führer, in tiefster Ergriffenheit darf ich die Deutschen von der Saar an den Altar unserer Eiuheits- und Schicksalsgemeiufchaft führen. Dieses Volk hat die deutsche Prüfung bestanden. Und damit zugleich ein Bekenntnis abgelegt zum neuen Deutschland der Kraft, der Treue und der Ehret Dieses Bekenntnis ist geadelt durch die Jahre nationaler, seelischer und wirtschaftlicher Not. Dazu versuchte internationaler politischer haß, alles llndeutsche zu organisieren gegen das eigene Vaterland. Das Volk blieb stark und voll Inbrunst und Liebe bei Volk und Heimat. Erschütternd sind die Zeugnisse deutscher Treue vorn 13. Januar. Eine Frau sank in einem Wahllokal tot gewesen und wir alle es sind und bleiben werden! So spreche ich euch denn als des deutschen Volkes Führer und des Reiches Kanzler im Namen aller Deutschen, deren Sprecher ich in diesem Augenblick bin, den Dank der Nation aus und versichere euch des Glückes, das uns in dieser Stunde bewegt, da ihr nun wieder bei uns sein werdet als Söhne unseres Volkes und Bürger des neuen Deutschen Reich s. Ls ist ein stolzes Gefühl, von der Vorsehung zum Repräsentanten einer Nation bestimmt zu sein. In diesen Tagen und in den kommenden Wochen, da seid ihp, meine Deutschen von der Saar, die Repräsentanten des deutschen Volkes und des Deutschen Reiches. Ich weiß, ihr werdet so wie in der Vergangenheit unter den schwersten Umständen auch in den nun kommenden Wochen glücklichster Siegesfreude nicht vergessen, daß es der heißeste Wunsch mancher wäre, noch nachträglich an eurer Rückkehr in die große Heimat einen Makel feststellen zu können, haltet daher auch setzt höchste Disziplin! Das deutsche Volk wird euch dafür um so mehr danken, als durch euer Einstehen eine der am schwersten tragbaren Spannungen in Europa beseitigt wird: Denn wir alle wollen an diesem Akt des 13. Januar einen ersten und entscheidenden Schritt sehen auf dem Wege einer allmählichen Aussöhnung, jener, die vor 20 Jahren durch Unzulänglichkeiten in den furchtbarsten und unfruchtbarsten Kampf aller teilen ae- taumett sind. Eure Entscheidung, deutsche Volks- Der Saarbevollmächügie Vürckei meldet dem Führer den Sieg des Saarvolkes l i ch e n Beitrag zu der so notwendigen Vefrie- düng Europas die Erklärung abzugeben, daß nach dem Vollzug eurer Rückkehr das Deutsche Reich keine territorialen Forderungen en Frankreich mehr ff eilen wird! Ich glaube, daß wir damit auch den Mächten gegenüber unsere Anerkennung ausdrücken für die im verein mit Frankreich und uns getroffene loyale Ansehung dieser Wahl und ihre im weiteren Verlauf ermöglichte Durchführung. Unser alter Wunsch i ft es, daß dieses deutsche Ende eines so traurigen Unrechts zu einer höheren Befriedung der europäischen Menschheit beitragen möge. Denn: So groß und unbedingt unsere Entschlossenheit ist, Deutschland die Gleichberechtigung zu erringen und zu sichern, so sehr sind wir gewillt, uns nicht jenen Aufgaben z u entziehen, die zur Herstellung einer wahrhaften Solidarität der Nationen gegenüber den heutigen Gefahren und Nöten erforderlich ist. Ihr, meine deutschen Volksgenossen von der Saar, habt wesentlich dazu beigetragen, die Erkenntnis über die unlösliche Gemeinschaft unseres Volkes und damit über den inneren und äußeren Wert der deutschen Nation und des heutigen Reiches zu erschließen. Deutschland dankt euch hierfür aus Millionen übervoller Herzen! Seid gegrüßt in unserer gemeinsamen, teuren Heimat, in unserem einigen Deutschen Reich! GanzDeuWand ein Fahnenmeer Reichspropagandanrinister Dr. Goebbels im Rundfunk. Nach der Rede des Führers sprach Reichsminister Dr. Goebbels im Deutschen Runofunk. Er führte aus: Deutsches Volk! Die Entscheidung ist gefallen. Unsere deutschen Brüder und Schwestern haben in den Städten und Dörfern des Saargebietes mit dem Stimmzettel unsere deutsche Heimat verteidigt. Sie sind Pioniere deutscher Treue und deutschen Volkstums gewesen. Männer und Frauen aller Stände und Berufe haben vor der ganzen Welt bekannt: Dieses Land ist deutsch, und deutsch soll es ewig bleiben! Wir antworten ihnen: So wie ihr uns die Treue gehalten habt, so werden wir zu euch in Treue und brüder - - licher Verbundenheit st e h e n. Ein 15jähri- ger Kampf um deutsches Land hat damit seinen glorreichen und siegreichen Abschluß gefunden. Das Reich öffnet weit seine Tore, um das Saarvolk zurück zum Mutterlande zu holen. Bewegt erheben wir unsere Herzen zu Gott, der unserem Kampfe um deutsches Land so sichtbar seinen Segen gegeben hat. Aus Not und Bedrückung ist Vaterlandsliebe und Opserbercitschaft, Volksgemeinschaft und nationale Solidarität geboren worden. Den Deutschen aller Zeiten eine große Erinnerung und feierliche Mahnung. ' Aus Anlaß des überwältigenden Saarsieges hat der Reichs- und preußische Minister des Innern folgendes angeordnet: Am Dienstag, dem 15. Januar, flaggen die Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden und der Körperschaften des öffentlichen Rechts sowie die öffentlichen Schulen. Diese Anordnung gebe ich hiermit amtlich mit dem Hinzufügen bekannt, daß eine schriftliche Benachrichtigung der Behörden nicht erfolgt. Ich gebe ferner davon Kmntnis, daß die Leitung der Evangelischen Kirche, sowie die zuständigen Stellen der Katholischen Kirche im Deutschen Reich veranlaßt haben, daß am Dienstag, dem 15. Januar, von 12 bis 13 Uhr, d i e Glocken sämtlicher Kirchen läuten. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda fordert das ganze deutsche Volk auf, sich der Beflaggung weit und breit in Stadt und Land sofort anzuschließen. In einer halben Stunde muß ganz Deutschland in ein Flagge n - meer verwandelt sein. Diese Beflaggung ist Ausdruck unserer Freude über den großen nationalen Sieg und unseres Dankes an die bewährte vaterländische Treue unserer Brüder und Schwe- stern an der Saar. Heute feiert ganz Deutschland. Ueberall Schulfeiern und abendliche Dank- knndgebnnoen anaeardnet. Der Reichs» und Preußische Mim st er für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat folgenden Erlaß heraus- gegeben: Nachdem die Volksgenossen an der Saar _________ ...... _ sich eindeutig zum nationalsozialistischen Deutschland genoffen von der Saar, gibt mir heute die Möglich- bekannt und damit ihren Willen kundgetan haben, (eit, als unseren opfervolleu geschicht- ordne ich an: In allen Schulen und Hoch- zusammen. Sie durfte sich zu ihrem Deutschland bekennen. Dieses Glück brach ihr das Herz. Eine andere Mutter starb vor Erregung, noch bevor sie die Wahlzelle erreichte. Ein 92jähriger marschierte 18 kilomteer weit auf vereister Straße, um feine deutsche Pflicht zu erfüllen. Ein nahezu 80jähriger lehnte es ab, sich zur Wahlurne fahren zu lassen und sagte: „3d) habe beim Gardegrenadier- regiment Nr 1 gebient“ Lr wollte zu Fuß dabei fein, wenn die abgefprengte Kompanie „Saar“ sich durchschlägt zum Heimatregiment „Deutschland“. Aus China kommt eine saardeutsche Mutter. Sie ist 16 Tage unterwegs durch Sibirien, wo ihr Zug zwei Tage im Schnee und Eis fteckenblieb. Sie will heim und dabei fein, wenn ihre Heimat der Welt die Frage nach dem deutschen Charakter beantwortet. In einem kleinen Ort bei Saarbrücken ringen zwei Menschen mit dem Tode. Das Herz wäre ihnen gebrochen, hätte man sie nicht auf der Tragbahre an die Wahlurne gebracht, wo sie unter Tränen vielleicht ihre letzte Pflicht erfüllten! Einem alten Mütterchen fällt bei der Uebergabe des Stimmscheines dieser aus den zitternden Händen. Der Vorsitzende erklärt die Stimme für ungültig. Das Mütterchen aber erklärt schmerzlich weinend, daß sie im Krieae zwei Söhne verloren habe und nun noch um die Stimme komme, die doch diesen beiden gehöre. Das, mein Führer, sind die von der Saar! Ihre Sehnsucht i ff Deutschland! Ihr Glaube ist Deutschland! Ihre Treue ist Deutschland! Adolf Hitler, fei Dn ihr Schirmherr. Denn Du bist ja Deutschland! Unser Deutschland! Der Führer spricht. Berchtesgaden, 15. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Nach der Rede des Gauleiters Bürckel hielt der Führer und Kanzler des Deutschen Reiches über alle deutschen Sender folgende A n- spräche: Deutsche! Ein 15jähriges Unrecht geht seinem Ende entgegen! Das Leid, das man so vielen hunderttausenden von Volksgenossen an der Saar in dieser Zeit zugefügt hat, war das Leid der deutschen Nation! Die Freude über die Rückkehr unserer Volksgenossen ist die Freude des ganzen Deutschen Reiches. Das Schicksal hat es aewollt, daß nicht überlegene Vernunft diesen ebenso sinnlosen wie traurigen Zustand beendete, sondern der Buchstabe eines Vertrages, der der Welt den Frieden zu bringen versprach und doch nur endloses Leid und ununterbrochenes Zerwürfnis im (Befolge hatte. Um so größer ist unser Stolz, daß nach 15jähriger Vergewaltigung die Stimme des Blutes am 13. Januar 1935 i h r machtvollstes Bekenntnis aussprach! Wir wissen es alle, meine lieben Volksgenossen und Volksgenossinnen an der Saar: Denn heute in wenigen Stunden im ganzen Deutschen Reich d i e Glocken laufen werden, um dadurch äußerlich die uns erfüllende stolze Freude zu bekunden, dann verdanken wir dies euch Deutschen an der Saar, eurer durch nichts zu erschütternden Treue, eurer Opfergeduld und Beharrlichkeit, genau so wie eurer Tapferkeit. Weder Gewalt noch Verführung bat euch wankend gemacht in dem Bekenntnis, daß ihr Deutsche seid, wie ihr es stets Sie die Auszählung des Mflimmuugsergebnisses * vor sich ging Wetten a b Ausgang der igkeit dieser Angaben. Als die Behörde in der l Um 5.30 Urnen und wesentlichen Saarbrücken, 15. Ian. (DNB.) Im Laufe des Wonlagabend wurde der Saarbrücker Polizeibehörde bekannt, daß das sogenannte für die Ab- timmung von Herrn Wachts angeworbene Sonderkommando, das aus 120 Wann besteht und in der Ulanenkaserne in der Mainzer Straße nntergebracht ist, einen Putsch vorhabe. Führer des Putfches war der vor einigen Tagen wegen seines brutalen und einseitigen Vorgehens gemaßregelte Hauptwachtmeister G r u m b a ch, ferner die Lmigrantenpolizeibeamten Ger icke und L h r i st. Line sofort von der zuständigen Behörde durchgeführte Untersuchung ergab die Rich- fur Zu stunden nur spärlich vertretenen staunenden välkerung eine exakte Wachablösung führen. Funkspruch.) an dem das vom Vaternationalen Feiertag. Saarbrücken, 15.Jan. (DNV. 19 und 21 Uhr zu großen Kundgebungen aus Anlaß des Saarsieges. Diese Kundgebungen können in Demonstrationsmärschen, Fackelzügen, Vorbeimärschen und Ansprachen bestehen. Sie beginnen oder enden zweckmäßigerweise auf dem größten Platze der Stadt, wo der zuständige hoheitsträger zu den versammelten Massen spricht. An den G a u s i tz e n geschieht das durch den zuständigen Gauleiter. In dieser Rede wird der Freude und der Dankbarkeit des ganzen deutschen Volkes für die bewährte nationale Treue des Saarvolkes Ausdruck gegeben. Stimmen beendet. Uhr morgens war die Leerung der die Auszählung der Stimmzettel im beendet. Jetzt beginnt die Ge- schulen des Reiches wird sofort eine kurze, würdige Schulfeier veranstaltet, die unserer Freude und unserer Verbundenheit mit der Saar Ausdruck gibt. Der weitere Unterricht und die Vorlesungen fallen am heutigen Tage aus. Der Reichspropagandaleiter der NSDAP, gibt für alle Gaue folgende Anordnung bekannt: Der Aufforderung zur Beflaggung wird binnen einer halben Stunde in Stadt und Land in überwältigender Form Folge geleistet. Die Bevölkerung versammelt sich heute, Dienstag, den 15.Januar 1935, etwa in der Zeit zwischen ) geschlossen werden über den v „ Wahl. Auch die Diskussionen in den Gängen sind sehr lebhaft. Diese ganzen Vorgänge beleuchten wieder einmal schlagend die sogenannte Unparteilichkeit der Regierungskommission des Saargebietes, insbesondere das Treiben des Direktors des Inneren, Heimburger, unter dessen Schutzherrschast die genannten Emigranten in die Polizei eingestellt worden sind, und unter dessen Schutzherrschaft sich jene Zustände in einigen Abteilungen der Polizei entwickeln konnten, die jetzt zu diesen Putschabfichten geführt haben. Deutlich und klar kann aber auch gesagt werden, daß d i e alte bl aue Polizei ebenso wie die Landjäger des Saargebietes jelbstver- Vei der Auszählung konnte man sehr bald erkennen, wie ungeheuer groß der Erfolg der Deutschen Front ist. Die Stimmzettel werden je nach den drei Möglichkeiten Status quo, Frankreich und Deutschland in drei Kartons verteilt. In den Karton „Frankreich" wurde nur selten ein Stimmzettel gelegt, dann und wann in den Karton „Status q u o“, während sich in dem Karton „Deutschland" die Stimmzettel sehr schnell ganz erheblich häuften. Gegen 20 Uhr, nachdem drei Stunden der Zählung vorbei sind, gibt es an einem der Tische des Kreises Neunkirchen-Ottweiler eine Sensation. Die er sie französische Stimme (!). Sie wird gebührlich herumgereicht und bewundert. Auch an anderen Tischen sind Stimmen für Frankreich gar nicht oder nur in einstelligen Ziffern ab= gegeben worden. Am Tisch des Kreises Homburg sieht man eine einzelne Stimme für Frankreich, an einem Tisch des Kreises St. Ingbert deren zwei. Die Zahl der abgegebenen ungültigen Stimmen ist zwar zur Gesamtzahl gesehen nicht hoch, jedoch höher als man zunächst vermutet hatte. Dabei ist festzustellen, daß offenbar in einem Wahllokal von mehreren Personen hintereinander ein rot schreibender Stift benutzt worden ist. Jedenfalls ist eine Reihe von Stimmzetteln, in denen das Kreuz für Deutschland mit rotem Stift gemacht worden ist, als ungültig aussortiert worden. Für ungültig erklärt wurden auch Stimm- Be- vor- Nun ist der große Tag angebrochen, Saarland nach Ißjähriger Trennung land heimkehren darf ins Reich. Der Morgen ist Nach der Rede des Präsidenten R o d h wurde mit der Leerung der Urnen begonnen. Zunächst wurde auf jedem Tisch eine Urne entleert. Die enthaltenen Srimmumschlage wurden gezählt und mit den in versiegelten Beuteln befindlichen Protokollen verglichen und abgeftimmt. Auf den Urnen, deren Schlösser verklebt und versiegelt waren, sah man noch die Unters chriftender Wahl- Vorsteher und Beisitzer. Die Stimmumschläge wurden nach bestimmten Grundsätzen gehäuft und unterteilt. Nachdem die Zahl der Stimmzettel mit der in dem Protokoll angegebenen Zahl der abgegebenen Stimmen in Uebereinstimmung gebracht worden war, wurde eine zweite Urne entleert und mit ihr ebenso verfahren. Darauf wurde der Präsident Rhode eröffnet die Stimmzählung. Saarbrücken, 14. Jan. (DNB.) Am Montag kündigte schon mittags in der Nähe des evangelischen Gemeindehauses Wartburg die große Masse der dort stehenden Autos und der dorthin flutende Menfchenstrom den bevorstehenden B c - ginn der Stimmenauszählung an. Man sah die bekannten Persönlichkeiten der A b st i m - mungskom Mission, Polizei, Landjäger, Uni- sormm der verschiedenen Länder, Engländer, Italiener, Schweden, dazu die ausländischen Polizeioffiziere mi* ihrem roten Mützenrand. Im Hause selbst waren schon gegen 16.30 Uhr Hunderte von Pressevertretern eingetroffen, die Galerie war fast überfüllt. Links waren große Jupiterlampen aufgestellt: ein Teil der Tribüne war den Filmoperateuren überlassen. Ferner hatte sich eine Reihe von Photoleuten an der Brüstung postiert. Auf der Bühne stehen die Tische der Abstimmungskommission, deren Mitglieder bereits anwesend sind. Man bemerkt ferner d i e drei Vertreter der Reichsregierung, Oberregierungsrat Dr. Vollert vom Reichsinnenministerium, Regierungsrat W e st h o f f und Bürgermeister D ü r r f e l d, ferner die drei französischen Auf der erhöhten Tribüne der Abstimmungskom- mifsion, auf der sämtliche Mitglieder der Abstim- mungskommission, Rhode, Henry, de Jongh, Miß Wambaugh und der Generalsekretär Hellstedt Platz genommen haben, erhebt sich der Präsident N h o d e zu einer kurzen feierlichen Begrüßungsansprache. Unter lautlosem Schweigen des gefüllten Saales führt Rhode folgendes aus: Die Volksabstimmung im Saargebief hat im Verlaufe des gestrigen Tages programmmäßig und in vollständiger Ordnung statkgefunden. Die Urnen sind bei Wahrung aller Vorsichtsmaßnahmen in die Wartburg eingeliefert worden. Die S t i m m z ä h - lung durch neutrale Skimmzähler beginnt. Ich wünsche den Herren Stimmzählern guten Verlauf ihrer mühsamen und verantwortungsvollen Arbeit. Die Abstimmungskommission steht Ihnen zu allen Auskünften und zur Entscheidung von Zweifelsfällen zur Verfügung. Nachdem die Bevölkerung des Saargebietes während der Abstimmung soviel Ruhe und Würde an den Tag gelegt hat, zweifelt die Abst-mmungskommifsion nicht daran, daß s i e auch in der Folgezeit ihre Haltung bewahren wird, bis das Ergebnis bekannt ist und bis der Völkerbunds- r a t auf Grund dieses Ergebnisses seine e n d - gültigeEntscheidunggefällt hat. Sie wird dadurch beweisen, daß sie sich der Bedeutung der Stunde bewußt ist. Die Stimmzählung beginnt. Die StinumMMg beginnt. zur Deutschen Front übergetretenen Bergarbeiter» führers Jakob Hannes in den Ausstand getreten war, herrscht an diesem Morgen Hochstimmung. Die ganze Belegschaft hört gemeinsam mit der Bevölkerung die Verkündung der Abstimmungsergebnisse. Der Freiheitstag ist da. In einem Schaufenster werden die Hüllen von zwei Bildern genommen, die bisher mit Tüchern versehen waren; reserviert bis zum 13. Januar. Hinter den Tüchern aber befanden sich öie Bilder Hindenburgs und des Führers. An Häusern sieht man Verse: „Status quo, du bist k. v.", oder in Anlehnung an den Namen des Präsidenten des Regierungskömmission Inschriften: „Knox out". Aus einem Lokal tönt Musik und eine Stimme ruft: „Noch einmal den Status-quo= Marsch!" Dann hört man es: „Muß i denn, muß i denn zum Städtele hinaus!" Matz Braun, der geschlagene Feldherr, ist nun der Lächerlichkeit preisgegeben. Und so steht an einem Zaun, von Kinderhand geschrieben: „Matze Braun ist ein Clown" und man kann hier wieder einmal mit Recht sagen, daß Kindesmund die Wahrheit spricht. An anderer Stelle wieder ist zu lesen: „Status quo hat ausgespielt, Matz hat nebenbei gezielt." Und von jenen Zifferblättern, die in Neunkirchen an Fahnenstangen befestigt waren mit der Inschrift: „Fünf Minuten vor 12" kann nun der Zeiger auf 12 gestellt werden: Der Freiheitstag i st da. Und jenes Schild, das eine andere Fahnenstange zierte: „Es geht auch so", kann, nun durch eine richtige Fahne ersetzt werden. Die Verkündung des Ergebnisses. Um 8 Uhr früh in der „Wartburg". Vor der „W a r t b u r g" sind auf der Mittel- Promenade Stricke gezogen, hinter denen sich eine große Menschenmenge staut. Vor dem Hause, wie immer, die englischen Posten im flachen Stahlhelm und mit aufgepflanztem Bajonett. Drinnen geht es ZU wie in einem Ameisenhaufen. Aufgeregt sammeln sich die Stimmzähler im großen Saal und die ausländische Presse verteil sich auf die Räume, in denen in deutscher, französischer und englischer Sprache das Ergebnis bekanntgegeben wird. Es ist 7.50 Uhr. Im Hause „Wartburg" sind nun die Galerien dicht gefüllt. Und m dem weiten Rund des Saales, wo einigermaßen Ordnung geschaffen worden ist, hat sich ebenfalls ein zahlreiches Publikum eingefunden. Auf der Bühne sitzen die Herren von der Abstimmungskom- m i s s i o n , die Mitglieder der Regierungskommission und die Vertreter Deutschlands und Frankreichs. Nochmals werden die Lautsprecheranlagen überprüft. Die Jupiterlampen werden eingeschaltet, und die Filmoperateure machen sich kurbelbereit. Ein Riesenausgebot an Photographen zückt die Kamera, und Hunderte von Journalisten stehen mit Block und Bleistift bereit, um die Ergebnisse zu notieren. Jetzt steht Präsident Rhode auf. Die Funksprecher künden den Beginn der Sendung an. Prä- sident Rhode nimmt die ersten Blätter mit dem Ergebnis in die Hand. Nun beginnt er die Verkündung der Freiheit des Saarlandes. Jnhaltder beiden Urnen vermischt, um das Ergebnis einzelner Gemeinden unkenntlich zu machen. Neben jedem Tisch waren je nach der Größe des Stimmbezirks zwei bis sechs Urnen aufgestellt, sozusagen auf Vorrat. Die entleerten Urnen wurden genau daraufhin untersucht, ob sie noch Stimmzettel enthielten und dann in den Keller geschafft und dafür neue Urnen heraufgebracht. Separatistische puischabWen des polizestonderkommandos Mchls vereitelt Oie Führer geflüchtet. — Waffen sichergesiellt. stündlich wie immer i f) r e Pflicht tun und mit allen diesen Dingen nichts zu tun haben. Schon seit längerer Zeit herrscht im Gegenteil in der alten Beamtenschaft eine erhebliche Erbitterung wegen der Bevorzugung der Emigranten, die sowohl bei der Beförderung als auch bei der Vergebung von Kommandos in jeder Weife den alten Beamten vorgezogen worden find. Zu diesen Vorgängen gehört auch eine Führerbesprechung, die Matz Braun für den späten Abend einberufen hatte und die mit den Putsch- absichten dieser -kleinen separatistischen Polizeikommandos zusammenhängt. Es ist nicht von der Hand zu weisen, daß der für Dienstag früh an- gesetzte Empfang der Auslandspresse ebenfalls mit diesen Dingen in Verbindung steht. Dazu passen wie die Faust aufs Auge die geradezu brutalen Drohungen der separatistischen Presse am Montag, daß sie auch trotz des Abstimmungsergeb- nisses das Saargebiet niemals zu Hitler lassen würde und daß ihre Parole: „Nie zu Hitler!" auch weiterhin bestehen bleibe. Sie würde es zu verhindern wissen, daß das Saargebiet nationalsozialistisch werde. Man kann angesichts dieser ganzen Lage den Präsidenten der Regierungskommission, Herrn Knox, nicht von der Schuld fteisprechen, jegliche Aufsichtspflicht versäumt zu haben und so die Entwicklung von Zuständen möglich gemacht zu haben, die im höchsten Grads bedenklich sind. Selbstverständlich besteht durchauch keine akute Gefahr für das Saar gebiet; denn die vorhandenen Polizeikräfte langen bei weitem aus, um auch den leisesten Umsturzversuch sofort unmöglich zu machen. Immerhin find derartige Vorgänge dazu geeignet, die Bevölkerung aufs böchffe zu beunruhigen. Es wäre Aufgabe des Präsidenten der Regierungskommission ' gewesen, einer solchen Beunruhigung der Bevölkerung mit allen Mitteln vorzubeugen und sie zu verhindern. Ein Zwischenfall. Separatistischer Redakteur versucht bewaffnet der Stimmauszählung beizuwohnen. Saarbrücken, 14. Jan. (DNB.) Als der Redakteur Schulte der separatistischen „Volksstimme" am Montag die Wartburg betreten wollte, wurde bei der Leibesvisitation bei ihm eine Waffe beschlagnahmt. Der Redakteur des „Journal", Eduard H e l e y, wurde aus der Wartburg verwiesen, weil er offenen Widerstand gegen öie Leibesvisitation leistete. Man ging nun noch sehr viel st r e n g e r bet der Leibesvisitation vor. Besonders unbarmherzig war man gegen Damen, denen man es am ehesten zuzutrauen schien, möglicherweise eine Bombe zu werfen. Jede Dame mußte ihre lieber- schuhe ausziehen, den Hut absetzen, die Taschen wurden vollkommen geteert und die Manteltaschen nach irgendwelchen gefährlichen Dingen durchsucht. Verschiedene Französinnen widersetzten sich sehr energisch dieser peinlichen Untersuchung, hatten jedoch bei den streng ihren Vorschriften folgenden Roten-Kreuz-Schwestern keinen Erfolg. Ulanenkaserne eingreifen wollte, ergriffen G r u m - bad), Christ und Gericke die Flucht, sind in den frühen Morgenstunden jedoch zusammen mit den Beamten Wagner, Edelmut, Paul und Loriot, sämtlich deutsche Emigranten, verhaftet worden. Unter den Verhafteten befindet sich außerdem d i e Freundin des berüchtigten Emigrantenkommis- sars Wachts, Elfe Haas. In den späten Abendstunden traf in der Ulanenkaserne der Leiter der Saargebietspolizei, der Engländer Wajor Hennessy, ein und nahm hier eine Untersuchung vor. Die Beamten wurden zusammengeholt und vernommen und verhört. Ferner wurden dieWaffen sichergestellt. Es heißt, daß von den 120 Beamten mindestens 90 Emigranten sind. Im Zusammenhang mit diesem Vorgang steht ein Aufruf der separa- tistischen Einheitsfront vom Wontagvormittag, in dem zur Bildung eines f o genannten Ordnerdienstes der Separatisten aufgefordert wird. Ganz zweifellos sollte dieser Ordnerdienst m i f polizeilichen Waffenbeständen bewaffnet und dann in d i e Polizei eingereiht werden. Das separatistische Polizeikommando hatte die Absicht, im Lause der Nacht die Wacht an sich zu reißen, die alte blaue Polizei zu entfernen und die Separatisten zu bewaffnen. Sicherlich hat auch der ehemalige polizeigewaltige Polizeikommissar Wachts, der seit einigen Tagen in Forbach jenseits der Grenze sitzt und keine Dienste mehr macht, mit diesen Vorgängen in Verbindung gestanden. zettel, die offenbar dem Status quo galten und auf denen das Kreuz nicht in den Kreis gemacht wurde, sondern einfach die Worte Deutschland und Frankreich durchgestrichen waren. Auch diese Zettel sind selbstverständlich ungültig. Man kann im übrigen sehr gut von der Galerie aus an den einzelnen Tischen mitzählen und sich so einen Einblick in die Stimmung schaffen, und man sieht immer wieder, daß das Ergebnis für Deutschland sehr günstig sein dürfte. Arn Tisch des Kreises Hornburg und St. Ingbert ist die Zahl der Status-quo-Stirnrnen besonders gering. Es kommt vor, daß eine halbe Stunde lang überhaupt nicht eine einzige Status- quo - Stimme ausgezählt wird. Die Kontrolle ist scharf, und die neutralen Stimmzähler arbeiten mit aller Anstrengung. Man kann dabei bemerken, daß die Schweizer, die ja ebenso wie die Deutschen ein besonderes Organisationstalent besitzen, sich sogar Kuoertschneidemaschinen und Rechenmaschinen mitgebrscht haben. Gegen 20 Uhr hat das Interesse der in- und ausländischen Presse etwas nachgelassen. Es sind aber immer noch über 100 Journalisten im Saale anwesend, und ein nicht geringer Teil davon will die ganze Nacht durchhalten. Das durch die militärische Besetzung bedingte Lagerleben, der lebhafte Verkehr auf den Gänyen, das Treiben in den Restaurants ufw. erweckt für den Berliner Erinnerungen und Vergleiche mit den Sechstagerennen, bei denen in den Räumen des Berliner Sportpalastes ein ähnliches Treiben herrscht. Es kommt hinzu, daß vielfach von den Ausländern Llm 4 W früh in der,Wartburg'. Das Zählgeschäft geht in Hemdsärmeln weiter. Die (Stimmung im Hause „Wartburg" ist in den frühen Morgenstunden ausgesprochen matt. In den Korridoren und den Sälen sind zahlreiche Personen auf Stühlen eingeschlafen, und selbst die Polizeibeamten, die den heute für deutsche Augen so ungewohnten Gummiknüppel tragen, lehnen verschlafen an den Wänden. Die Sensation dieser Morgenstunden ist ein englischer Offizier in Meß-Unikorm, eine enge Hose mit breiten roten Biesen, steifem Smokinghemd und einer knallroten kurzen Aermelwesie, em jarben- prächtiger Anblick, der allgemein ausfällt. Die Telephonbeamtinnen, die im Laufe der Nacht weit über 1000 Verbindungen haben Herstellen müssen, sind abgekämpft. Die Anordnung, daß am Dienstag auf etwa zwei Stunden alle Telephonleitungen gesperrt werden, gibt doch zu größten Bedenken Anlaß, da dadurch S a a r - brücken vollständig abgeschnitten ist. Im Saal selbst schimmert jetzt der ganze Boden blau. Viele Tausend von leeren U m - schlügen sind einfach auf den Boden geworfen worden, da die großen Mengen gar nicht mehr ordnungsmäßig förtgedracht werden konnten. Die Stimmenzähler im Saal sind ebenfalls nach nunmehr elfftünbiger Arbeit reichlich ermattet. Es wird zwar gut für ihr leibliches Wohl gesorgt, aber sie haben keine rechte Zeit, in Ruhe zu essen. Im Saal herrscht eine f a ft unerträgliche Schwüle: Alle arbeiten in Hemdsärmeln, und trotzdem nicht geraucht werden darf, was von nicht wenigen sehr unangenehm empfunden wird, ist die Luft im Saal blau wie zum Schneiden. Die einzige Abwechslung in den Gängen bildet das Austauchen der englischen Patrouillen und Wachablösungen, die martialisch und mit eiserner Entschlossenheit die Trepven herauf- und heruntervoltern und der in den Morgen- noch nebelverhängt, aber schon um 6 Uhr läuten öie Glocken öes Saargebietes öen Freiheitstag an, unö öie Frühgottesöienste öer katholischen Kirchen finö überfüllt. Geht man durch die Straßen öer StäÖte, so sieht man an allen Häusern zahlreiche Fenster hell erleuchtet. An öiesem Tage, an öem öas Saarlanö sein Schicksal erfährt, finö öie 800 000 Saaröeutschen zu Frühaufstehern gerooröen. Unö um 7 Uhr morgens herrscht auf öen Straßen schon reger Verkehr. In öen Hotels hat man ebenfalls um öiefe frühe Stunöe noch nie solchen Trubel gesehen. Alles ist bereits in öen Frühstückssälen versammelt. Die Lautsprecher werben ein = ge ft eilt, man zückt Bleistift unö Notizbuch und wartet nun gespannt auf öas, was kommen fall. Die Deutsche Front hat an vielen Stellen G e - meinschaftsempfang vorbereitet. Es gibt große Schul- unö Fabriksäle, in öenen Lautsprecher aufgestellt finö, Öamit jeher, auch jene, öie nicht im Besitz eines Radioapparates finö, öer Verkün- öung öes Ergebnisses teilhaftig werben unö bann Gauleiter Bürck<>l unb anschließenb baran ben Führer unb Dr. Goebbels hören kann. Die Stimmung ist auf einem Höhepunkt angelangt, her schlechterdings nicht mehr zu übertreffen ist. Man ist in biesen Wochen im Saargebiet Superlative gewöhnt gewesen, aber es zeigt sich, baß es immer noch roieber eine Steigerung gibt. Die Schulen, Geschäfte unb Betriebe finb geschlossen. Die Saarkumpels finb an biefem Morgen nicht in bie Grube eingefahren, fanbern sammeln sich in ihren reich geschmückten Orten zum Abhören bes Abstimmungsergebnisses. Ueberall sieht man, wie bie Fahnen st ang en von Blumengewinden bekränzt und in Ordnung gebracht werben, benn sofort nach Bekanntgabe bes Abstimmungsergebnisses wirb bas Saargebiet ein einziges 'Flaggenmeer (ein. Es wirb bann so aussehen, wie es am 13. Januar nicht aussehen bürste. In ben Schaufenstern sieht man überall Silber bes Führers, bes Gauleiters Bürckel unb von Reichsminister Dr. Goebbels. Auch bie ersten Hakenkreuzfähnchen finb schon in ben Schaufenstern zu sehen. Bis heute morgen galt bas Flaggenverbot. Aber nun, mit ber Bekanntgabe bes Ergebnisses, ist es a u f g e h o b e n unb bas Saarvolk barf — enblich — feinen Gefühlen ben Ausbruck geben, ber ihm bisher verwehrt war. Draußen im Lande selbst finb bie Zechentore bekränzt, Tan- nengeroinbe um bie Hochöfen gerankt. Waghalsige haben oben auf ben steilen Dächern ber Fabriken Fahnen gehißt. Auch auf ber Grube „Pascal", auf ber bie Belegschaft gestern wegen Entlassung bes famtabbition unb bie sorgfältige Nachprüfung ber Einzelzählung. Erschöpft von zwölfstün- biger Arbeit verlassen bie Stimmzähler allmählich ben Saal, um sich vor ber Bekanntgabe bes Ergebnisses noch ein wenig zu erholen. Der Saal macht ben Einbruck, als sei eine Papierflut auf ihn niebergegangen. Dazwischen stehen öie großen Zähltische, eine große Zahl von leeren Urnen unö leeren Zählkartons. Die englischen Solöaten, bie bie ganze Nacht über ben Transport ber Urnen besorgten, finb verschwunben. Auf ber Bühne ist bie Abstimmungskommission eifrig an ber Arbeit, um nunmehr bas Gesamtergebnis zu ermitteln. Vor bem Tisch steht bas Gewirr ber Mikrophone, burch bie Präsident Rhobe um 8 Uhr ber ganzen Welt mitteilen wirb, baß bie Deutsche Front einen überroältigenben Sieg errungen unb daß fast bas ganze deutsche Saarvolk sich zu Deutsch- lanb bekannt hat. Die Galerien füllen sich allmählich roieber etwas. Die Filmoperateure beginnen ihre Apparate einzullellen unb zu prüfen, um ja ben großen Augenblick ber Bekanntgabe bes Ergebnisses nicht zu verfehlen. Mitten in biefem Stilleben aus Tischen, Papier, Kartons unb Urnen aber steht ein einsamer Stimmzähler mit einem Teller Suppe in ber Hanb, unschlüssig, wo er ihn nun in biesem Wirrwarr niebersetzen soll. Die einzelnen Wahlprotokolle finb gesammelt unb fertiggemacht worben. Es ist a l l e s in schönster Orbnung. Die Zahl ber ungültigen Stimmen ist, wie der Augenschein ergibt. Das Gesamtergebnis wird ermittelt Um 5.30 Uhr war die Auszählung der außerordentlich gering und der Stapel der Deutschland abgegebenen Stimmen häuft sich großen Bergen. Hochstimmung im ganen Saarland. Festlich geschmückt für den heutigen Ergebnis in Prozenten Sie Einzelergebniffe in den Abstimmungsbezirken Das Saargebiet vor neuen Aufgaben und gegebenenfalls nicht gegen die Anhänger des Zeit hat der' Irrsinn blutiger Auseinandersetzun- Kommerzienrat Röchling über die Rückgliederung. — Verständigung mit Frankreich. in dieser Hinsicht optimistisch. Man dürfe annehmen, daß alles ohne Reibungen vor sich gehen werde. Angesichts des beiderseitiaen guten Willens fei man zu der Annahme berechtigt, daß die zu treffenden Entscheidungen keine unangenehme Ueberraschung bringen würden. Selbst durch eine vollständige Rückkehr des Saargebietes zu Deutschland wären für Frankreich noch nicht alle Fragen gelöst. Eine dringende Lösung erheische z. B. das Problem der saar - ......'en Flüchtlinge. Der „Petit i" rechnet damit, daß einige Tage ge- 0% 102 besonders unter den hiesigen Italienern größte Empörung heroorgerufen. Auf der Reise nach Genf. Saarbrücken, 14. Jan. (DNB.) Unter Führung des Landesleiters der Deutschen Front P i r r o haben sich die Mitglieder des Landesrates Röchling, Schmelzer und Levacher nach Genf begeben. Dic Abstimmungskommission begibt sich am Dienstag um 19 Uhr unter Mitnahme der in Holzkisten verpackten Stimmzettel in einem Sonderzug nach Basel, wo sie übernachten wird. Mittwoch früh tritt sie die Weiterfahrt nach Genf an, um dem Völkerbund amtlich die Beendigung ihrer Arbeit zu melden. Eine interessante Erinnerung. Oberst House über das Zustandekommen des Saarstatuts in Versailles. Washington, 15. Jan. (DRB.-Funkspruch.) Die amerikanischen Blätter geben einmütig der Ueberzeugung Ausdruck, daß die überwältigende Mehrheit der Saarbeoölkerung für die Rückkehr zum Deutschen Reich gestimmt hätte. Das Fehlen nennenswerter Unruhen während der Wahlausübung hat tiefen Eindruck hinterlassen. Die Blätter glauben diesen Umstand der Anwesenheit der internationalen Truppen zuschreiben zu können. Dies wird als ein großer praktischer Erfolg des Völkerbundes gebucht. In der Zeitschrift „Liberty" berichtet Oberst House darin, daß Wilson mit der sofor- tig'en Abreise gedroht habe, als Foch und Clemenceau darauf bestanden, daß das Saar- becken an Frankreich angegliedert werde. Wilson Habe sich auf das entschiedenste g e - weigert, „urdeutsches Land" an Frankreich auszuliefern. Er, House, habe damals die Kompromißlösung vorgeschlagen, die das Saarbecken dann dem Völkerbund unterstellte. Hierauf schreibt der Verfasser wörtlich folgendes: „Rachsucht und Gier der Alliierten waren damals stärker als ihre angebliche Friedensliebe. Und selbst diese Kompromißlösung, die nunmehr auch die Abstimmung herbeigeführt hat, hat 15 Jahre hindurch w i e ein Mühl st ein am Halse Europas gehangen. Die Hoffnungen Frankreichs, während dieser Zeit die Saar der deutschen Heimat entfremden zu können, haben sich nicht erfüllt. Ein wahrlich düsteres Schicksal würde sich an Europa erfüllen, wenn aus der jetzt erfolgten Abstimmung nicht ganz klar und ein- : deutig Folgerungen gezogen und die Saarländer nicht endlich an Deutschland zurückgegeben werden würden." Saargebiet kostenlos auf Urlaubsreisen zu schicken. Die Reisen werden auf das ganze Jahr 1935 verteilt, und zwar sollen schon in diesen Wochen Fahrten in die schönsten Wintersportgebiete Deutschlands starten. Auch an den Seereisen der RSG. „Kraft durch Freude" werden die Saarländer teilnehmen und mit den Dampfern der „Kraft-durch-Freude"-Flotte, die Woche für Woche von Hamburg und Bremen auslaufen, ihren Urlaub auf einer Nordlandreise verleben. He verberg stiftet freies Studium für 20 bedürftige Saardeutsche. Paris beugt sich den Tatsachen. Paris, 15. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die französische Presse, die die Öffentlichkeit Ais vor kurzem auf ein u m st r i t t e n e s Ergebnis der Saarabstimmung vorbereitet hatte, sieht sich vor der undankbaren Aufgabe einer Umstellung von haltlosen Voraussagen auf die nackten Tatsachen. Wenn einige Blätter auch noch fortfahren, von äußerem Druck und unzulässiger Beeinflussung zu sprechen, so besteht bei der Mehrheit doch nicht der geringste Zweifel mehr an dem überwältigenden Sieg der Deutschen Front. In fettgedruckter Schlagzeile verzeichnet eine Reihe von Pariser Morgenblättern die eindeutige Entscheidung der Saar für die Rückgliederung an das Reich. D'Ormesson erklärt im „Figaro" hierzu, daß die Gerüchte von dem moralischen „Terror" nicht genügten, dieses Ergebnis zu erklären. Die Saarbevölkerung habe für das Vaterland gestimmt, weil das Vaterland unsterblich sei. Der Sonntag stelle für Hitler einen beachtlichen Erfolg dar. Im „Echo de Paris" bedauert der Saarbrücker Sonderberichterstatter des Blattes nochmals, daß Frankreich den Kampf um die Saar nicht nur ohne Gewinn, sondern auch ohne Eleganz verloren habe. Das Blatt fordert als letzte Genugtuung, daß der Regierungsausschuß zumindest bis zur letzten Minute seine Pflicht tue und die ihm vom Völkerbund übertragene Aufgabe erfülle. Im marxistischen „Populaire" erinnert Leon Blum dar'n, daß B r i a n d in seinm letzten Jahren den Versuch unternahm, die Saarfrage i m voraus freundschaftlich zu regeln. Beide Regierungen hätten damals eine Verständigung gewünscht, sie sei aber an dem Widerstand der großen französischen Me- tallind ustriellen gescheitert. Wenn die Saar-Abstimmung unter so gefährlichen Bedingungen für den Frieden habe beginnen müssen, so sei das ihre Schuld. Stark in den Vordergrund tritt die Frage der nächsten Zukunft und in diesem Zu- sammenhange die Aufgabe d e s Völkerbundes unmittelbar. Der „Matin" zeigt sich auch Dereinmung mit Frankreich., _ 10% 302 ** 403, 502 V 602 702 7 502 902 «02 getan. Die Franzosen werden mit diesem Land s o I w enig glücklich werden wie wir es ge- < worden sind; aber das mögen sie mit Elsaß- Lothringen abmachen. Mit der Entscheidung für Deutschland haben wir das Unsrige zur Befriedung Europas getan. Möge Frankreich das Seine tun! Wir machen ihm durch unsere Abstimmung den Weg frei zu einer großzügigen Verständigung mit dem friedlichen deutschen Volk, das nur um die Gleichberechtigung innerhalb der europäischen Staaten kämpft. Wir sind dasVolkderMitte; wir haben uns durchgerungen und abgekehrt von Marxismus und Gottlosigkeit, wir haben einen neuen Weg gezeigt, auf dem nicht nur wir, sondern auch andere Völker in friedlicher Zusammenarbeit aufwärts gehen können. Nicht die Vernichtung unserer Kultur durch den barbarischen Bolschewismus, sonderen Aufbau auf christlicher ^Grundlage, anknüpfend an alles das, was die weißen Brüder der Erde groß gemacht hat, ist unser Ziel. Wir sind überzeugt, daß es auch der übrigen Welt zum Heil gereichen wird, wenn sie uns auf dem eingeschlagenen Weg folgt! Schafft Arbeitsplätze für Volksgenossen von der Saar. Ein Aufruf des Saarbevollmächtigten an die Unternehmer im Reich. Neustadt a. d. H., 14. Jan. (DNB.) Das Büro des Saarbevollmächtigten des Reichskanzlers gibt bekannt: In Tausenden von Zuschriften haben unsere deutschen Volksgenossen aus dem Reich Hilfe für die Saarbevölkerung angeboten. Wir I richten nunmehr an alle Unternehmen im Reich die Bitte, dem einen oder anderen arbeitslosen Volksgenossen des Saargebiets wieder einen Verdienst und damit eine Le- I bensmäglichkeit zu geben. Mehr als 40 000 arbeitslose Volksgenossen stehen im I Saargebiet auf der Straße. Hier zu helfen, ohne daß dadurch Volksgenossen ihre Arbeitsstätte ver- I lieren, ist jetzt erste Pflicht. Mitteilung bzw. B e - lkanntgabe von Arbeitsplätzen, gleich I welcher Berufe, bitten wir an das Büro des Saarbevollmächtigten des Reichskanzlers in Neustadt an der Hardt zu richten.* Eine großzügige Stiftung gibt das Fürsorge- amt der Reichsleitung der NSD AP. bekannt. Das Fürsorgeamt stiftete für Angehörige der Deutschen Front 15 0 0 0 Freiplätze (freie Unterkunft, Verpflegung und Bahnfahrt) im Reich. 1000 Saarländer fahren kostenlos mit „Kraft durch Freude". Berlin, 14. Jan. (DNB.) Der Schöpfer der NSG. ,Kraft durch Freude" Dr. Ley hat das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub beauftragt, 11000 besonders bedürftige und verdiente Arbe i t ska m e raden aus dem Das nationale Gefühl unseres Volkes an der Saar ist, so schreibt Kommerzienrat Röchling im „Saarbrücker Abendblatt schon immer stark gewesen. Wie unsere Vater durch einmütigen Beschluß der Bewohner Saarbrückens am 11. Juli 1815 es durchsetzten, daß unser Gebiet zu Preußen kam, ein Beschluß, an dem bie 2JI)nen aller Familien, die heute noch im Saargebiet Bedeutung und Einfluß besitzen, teilgenommen haben, genau so forderte jetzt das Volk an der Saar seine Rückkehr zu Deutschland. . . f Gewiß bringt die wirtschaftliche Umstellung neue Ausgaben, und unser Verhältnis zu Frankreich in wirtschaftlicher Hinsicht muß neu- geregelt werden, aber wir wissen ganz 9*aau, B Frankreich in den letzten zehn Jahren, nachdem der Zollgürtel um unser Gebiet immer enger und enger geschlossen wurde, aus unserem Gebiet g r o B Vorteile gezogen hat als wir aus dem I ' zösischen Absatzmarkt. Wir wissen, daß Frankreich ein Kohleneinfuhrland ist, daß es mindestens ein Drittel seines Kohlenbedarfs aus dem Ausland bezieht, davon weit nuo als die Hälfte über die uns naheliegende französische Ost grenze. Frankreich hat sich auch ohne weiteres bereiterklärt, einen sehr großen Tell o für die Kohlengruben von Deutschland zu zahleno Kaufpreises in Saarkohlen anzunehmen, eine Menge, die sich in einem Zeitraum von fünf Die Führung der Universität Heidelberg gibt folgendes bekannt: Im Kampf um die Erfüllung deutschen Wollens im Westen erkennt die Universität Heidelberg die Betreuung deutschen Geisteslebens an der Saar als ihre Aufgabe. Sie gibt 20 bedürftigen Saarländern die Möglichkeit freien Studiums und wird darüber' hinaus die Arbeit derer sicherstellen, die . ,an der Hochschule deutscher Forschung und deut- ren auf über 2 Millionen Tonnen im jjjer Erziehung dienen wollen. Weiter^ist^uns bekannt, daß die schwierige Lage Kleinlich? Rache der französischen Landwirtschaft durch die QM „Rohrbacher HaNNSs". wachsende Fortentwicklung der gewaltigen nord- " ' . afrikanischen französischen Besitzungen noch schwie- Saarbrücken, 14. Jan. (DNB.Die fr an riqer werden muß. Aus all dem folgt, daß Frank- z o s l s ch e G r u b e n o e rwaltu n g teilt mit, reich kein Verhandlungspartner ist, der leichtfertig daß der durch seine Rede am Frankfurter Reichs- eine handelspolitische Verständigung sender auch außerhalb des Saargebietes bekannt- mit Deutschland sabotieren kann, an der wir als gewordene „Rohrbacher Hannes ..ü0.n n ' Grenzgebiet gegen Frankreich naturgemäß lassen worden ist mit der Begründung, daß er starkinteressiert sind. Nachdem, die Franzosen sich mit u n 3 u t r e f f e n ö e n 21 n g a b en U r - Haben erkennen müssen, daß angesichts des festbe- l a u b erschlichen habe. Daraufhin sind, wie gründeten Dritten Reichs und seiner Führung, die die Grubenverwa tung selbst zugeben muß von nach menschlichem Ermessen keine Aenderung er- 292 Ar b e i t s k a m e r ad e n bes ?W? f warten lassen, die Saarentscheidunq am 13. Januar Hannes am Montag nur 37 jur Slrbeit auf endgültig gegen ihre These ausfallen der Grube erschienen. Blatt inbex mit soviel Blut' getränkten Geschichte Die Einheitsfront hat am 60'1^110^11111^ aern b e nSri" “enVollen, ist nicht Zweifel- scher S p r a che zu vertreiben d.e an ine Kaltem, haft Die alte unfriedliche Generation in Frankreich scheu Soldaten die lächerliche Aufforderung richte- ist abaetreen die Dahn ist frei. Für lange ten, sich mit der Einheitsfront solidarisch zu erklären qr aogerreien, u 1 e -o ) \ __noaohononFHfo nicht aeaen die Anhanaer des « « Vw°uMuny,mib DeutKchiuiid m Beibehaltung der gegellwüvtiaen Uechtsovdmmg (Status quo) 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% öO% 90% E qen'Äe"unf rIn »BI«Trn auf u« «Vrafta*. »er Status quo normen. Diese Flugblätter konnten Rkre^ bat durch den enbqültiqen Verzicht aus baldigst von den oerantroortlidjen ttahemfdjen ^.11= i ff ( n & Q n t h r i n a e n einen der mutigsten tärbehörden beschlagnahmt werden und haben, la n di sch e Schritte zur Versöhnung mit dem französischen Volk da ihr Ursprung einwand,rei feftgefteüt worden ist, ißarifien \\ o CD es- -- r- □ e >S Nr. der Ab Bezirke Namen der Kreise und Bezirke Zahl de Abstimm Berechtigt Für Vereinigu mit Deuts chla Für Status q Für Vereinigu mit Frankrei 1 I. Saarbrücken-Stadt ... 88 596 73 761 10 413 286 II. Saarbrücken-Land .... 138158 121 632 12 303 657 2 Bischmisheim (Brebach) .... 14 836 12 467 1483 52 3 Dudweiler ............... 16 999 14 483 2129 66 4 Friedrichsthal............. 10108 9157 697 14 6 Gersweiler............... 5174 4 514 532 37 5 Heusweiler............... 8165 7 702 315 23 7 Kleinblittersdorf .......... 3 470 3 006 336 42 8 Ludweiler................ 7 831 6 687 837 127 9 Püttlingen............... 13 898 12 201 1230 50 10 Quierschied............... 8 661 8184 . 292 27 11 Sellerbach................ 9 723 8 938 610 28 12 Sulzbach................. 15 675 13 642 1634 56 13 Völklingen................ 23 618 20 651 2 208 135 III. Saarlouis........... 95 598 85 230 7 561 768 16 Bettingen................ 7 782 6 950 640 14 15 Berus (Bisten)............ 3 880 3 553 191 41 27 Beus (Schmalbach)........ 9 407 8 702 511 49 18 Dillin'gen ................ 9 469 8 347 904 57 19 Fraulautern.............. 7 786 7177 432 29 20 Ittersdorf................ 2 825 2415 238 84 21 Lebach .................. 3 707 3 474 161 17 22 Lisdorf.................. 6 281 5 554 547 71 23 Nalbach.................. 6191 5 387 705 13 24 Oberesch................. 2 683 2312 223 71 25 Rehlingen................ Saarlouis................ 4154 3 676 332 41 14 11443 9 622 1120 139 26 Saarwellingen............ 6 416 5 810 547 20 28 Wallersangen............. 4 394 3 681 579 57 17 Wardgaasen-Differten...... 9180 8 570 431 65 IV. Merzig.............. 24 813 25 362 1380 66 39 40 6 474 6 096 260 18 Hilbringen .............. 3 666 3 324 243 17 38 Merzig-Stadt........... 5 740 5 497 550 15 41 Merzig-Land.............. 3 777 3 542 173 5 42 Mettlach ................. 5 156 4 903 154 11 V. 3t. Wendel .......... 22176 20 629 1130 27 44 Alsweiler................. 9 381 8 856 335 11 45 Namborn................. 3 038 2 877 116 4 43 St. Wendel-Stadt......... 5 397 4 861 424 9 46 St. Wendel-Land ......... 4 360 4 035 255 3 VI. Ottweiler............ 100 770 90 877 6 782 152 31 Eppelborn................ 11271 10 782 246 25 35 Illingen................. 12 689 11485 968 32 29 Neunkirchen.............. 29 518 25 530 1321 35 30 Ottweiler................ 5 092 5 335 657 4 32 Spiesen ................. 9 125 8142 768 8 33 Stennweiler-Schiffweiler ... 10 075 9 016 782 26 34 5 272 4 997 184 6 36 Wemmetsweiler........... 7 128 6 397 687 14 37 Wiebelskirchen............ 10 600 9 193 1 179 2 VII. .Homburg............ 31446 28 387 2171 42 68 Altheim ................. 641 ) 69 Böckweiler ............... 391 । 2 525 110 5 70 Breitsurt ................ 1 000 72 Einöd-Jngweiler.......... 1034 424 71 Brenschelbach............. 436 13 73 Erbach-Reiskirchen ........ 3 505 3178 293 6 74 Höchen .................. 849 814 21 •— 67 6 622 6 658 789 9 75 Iägersburg .............. 1479 1358 104 — 76 Kirkel-Neuhäusel .......... 1689 1 561 106 — 77 Limbach-Niederbexbach .... 3 056 2 786 250 — 78 Medelsheim.............. 893 782 86 3 79 Mimbach ................ 497 490 4 — 80 Mittelbexbach............. 4 302 4011 222 5 81 82 83 3 586 3 390 144 12 715 671 29 2 Webenheim .............. 751 739 10 — VIII. St. Ingbert.......... 37 743 33867 3057 126 48 Aßweiler................. 1508 1435 51 2 49 Ballweiler ............... 547 463 68 50 Bebelsheim .............. 1008 962 38 — 51 Bierbach................. 727 | 1300 124 5 52 Blickweiler................ 730 160 79 247 123 53 54 55 56 Blieskastel .......*........ Bliesmengen-Bolchen...... Ensheim................. Hassel ................... 1568 1228 2 872 1 399 1 370 1 106 2 541 1263 3 13 22 4 57 58 Laichkirchen .............. Niederwürzbach........... 1126 1764 1 065 1683 47 65 4 59 Oberwürzbach............. 7T4 682 24 — 60 Ommersheim............. 1351 1 276 u2 61 Ormesheim .....-........ 956 908 40 2 62 Reinheim ................ 1 182 992 156 10 63 Rohrbach................. 2 509 2 279 204 3 64 47 Rubenheim .............. 887 869 15 3 St. Ingbert.............. 15 001 13 085 1493 54 65 Wolfersheim.............. 343 322 18 —■ 66 Wörschweiler.............. 323 266 53 — nügen würben, um in Genf die im Zusammenhang mit der Saarabstimmung zu leistende Arbeit zu erledigen, so daß am Ende der Woche die Mitglieder des Dölkerbundsrates wieder auseinanüer- gehen könnten. Die fireiwmen im Saargebiet. Fast l1/2 Millionen Arbeitslose im Lahre 1934 weniger. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Dezember. Berlin, 14. Jan. (DNB.) Alljährlich wird der Beschäftigungsgrad im Dezember stark durch die jahreszeitlichen Einflüsse bestimmt. Dieser natürliche winterliche Einfluß wirkte sich auch in diesem Jahre im Dezember, wenn auch i n a b - geschwächtem Maße, auf den Beschäftigungsstand aus. Die Zahl der von den Arbeitsämtern betreuten Arbeitslosen betrug — nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung — am 31. Dezember 1934 2 604 000, die Dezemberzunahme 252 000. Im Dezember 1933 betrug die Zunahme 344 000, im Jahre 1932 418 000, und die vorhergehenden Jahre wiesen für den Monat Dezember noch weit stärkere Zugänge auf. So schließt das Jahr 1934 mit einer Gesamtabnahme der Arbeitslosigkeit um fast IV2 Millionen. Nach dem großen Erfolg des ersten Jahres der Arbeitsschlacht ist dieses günstige Ergebnis des Jahres 1934, das unter ungleich schwierigeren Berhältnissen erkämpft wurde, b e - sonders hoch zu bewerten. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Dezember geht zu fast 95 v. 8). zu Lasten der Männer. Schon aus diesem überwiegenden Anteil der männlichen Arbeitslosen an der Zunahme ist der starke' Einfluß zu erkennen, welchen die Außenberufe auf diesen winterlichen Abschnitt der Beschäftigungslage ausgeübt haben. Nie Dank her Deutschen Arbeit Berlin, 14. Jan. (DNB.) Nachdem der Reichs- organisationsleiter Dr. Robert Ley angeordnet hat, daß aktive Politische Leiter in Wirtschaftsunternehmungen kein Aufsichtsratsmandat innehaben sollen, hat er selbst als Konsequenz dieser Anordnung sein Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender der Bank der Deutschen Arbeit AG. niedergelegt. Ebenso sind aus dem Aussichtsrat der Bank aus- geschieden die Pg. Albert F 0 r st e r, MdR., Rudolf Schmeer, MdR., und Walter Schuhmann, MdR. In einer außerordentlichen Generalversammlung wurde der vor kurzem zum Geschäftsführer der Deutschen Arbeitsfront ernannte Pg. Bankdirektor Karl Müller zum Präsidenten der Bank der Deutschen Arbeit AG. und zugleich zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats bestellt. Neu in den Aufsichtsrat gewählt wurde der Leiter der Rechtsabteilung der DAF. Pg. Rechtsanwalt und Notar Dr. Gustav D ä h r e n. Das Oiszipiinaverfahren gegen Professor Barth. Köln, 12. Jan. Der Vorsitzende der Dienststrafkammer für den Regierungsbezirk Köln teilt mit: „Die vielfach in der Presse erschienene Behauptung, der evangelische Theologieprofessor Dr. Barth aus Bonn sei wegen seiner Haltung gegenüber der Leistung des neuen Beamteneides aus dem Dienst entlassen worden, ist unzutreffend. Professor Barth mußte vielmehr wegen einiger politisch bedenklicher Aeuße- rungen, wegen Verweigerung der Lei- stung des deutschen Grußes in der Vorlesung an der Universität und wegen seiner für einen deutschen Beamten und Jugenderzieher nicht tragbaren Ablehnung des neuen Staates entlassen werden. Die Frage der Eidesleistung hat nur eine ganz untergeordnete Rolle gespielt. Auch hat es sich in dem Verfahren nicht um die Entscheidung über einen Konflikt zwischen staatlichen Ansprüchen und dem Willen Gottes gehandelt. Universitätsprofessor Barth hat gegen das Urteil der Dienststrafkammer noch die Möglichkeit der Berufung an das Oberverwaltunqsgericht, so daß seine Dienstentlassung noch nicht endgültig ist." ■W>< r? J W t- * : M / 1 WM - -, W ■■■ ■ /' / /• W W;;,, VW * y i J;'* WW - I A W r. V-4 4^1 - V s ■ Zs VT' 1 Br * * AW Uv Der Transport der Wahlurnen nach Saarbrücken erfolgte auf Lastautos der internationalen Polizeitruppen unter militärischer Bewachung. Die Urnen waren für diesen Transport sorgfältig versiegelt worben. Aus aller Welt. Oie deutsche Kurzschrift. Berlin, 14. Jan. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Mini st er des Innern erläßt folgende Bekanntmachung über die Deutsche Kurzschrift: Um Mißverständnissen und Zweifeln zu begegnen, stelle ich als der für dieKurzschrift allein zuständige Mini st er nochmals entgegen anders lautenden Mitteilungen ausdrücklich fest: Die Deutsche Kurzschrift, früher Deutsche Einheitskurzschrift genannt, ist endgültig als einzige für Deutschland amtlich anerkannt. Ihre Kenntnis wird grundsätzlich von jedem Beamten, Beamtenanwärter und Angestellten im Verwaltungsdienst bei den Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden und Körperschaften des öffentlichen Rechts verlangt. Für N e u e i n st e l l u n g e n ist sie Vorbedingung. Jeder, der im Staatsdienst tätig werden will, muß sie sich rechtzeitig aneignen. Jungvolk muh Winterkleidung trogen! Der Führer des Jungvolks im Gebiet 3, Berlin, hat an die Jungbannführer einen Befehl erlassen, in dem es u. a. heißt: Es wird allen Jungvolkführern zur Pflicht gemacht, bei starker Kälte die kurzen Hofen durch^ine andere zweckentsprechende wärmere Kleidung ersetzen zu lassen. Die lange Winterdiensthose des Jungvolks oll, soweit irgend möglich, eingeführt werden. Da diese Winterdiensthose auch außerhalb des Dienstes getragen werden darf, wird eine Anschaffung für viele Eltern durchaus möglich sein. Wo aber dennoch im Augenblick die neue Winterdiensthose nicht beschafft werden kann, müssen die Führer mit allen Mitteln andere Wege suchen, ihre Jungen vor den Gefahren der Jahreszeit zu schützen. Voraussetzung ür jed^n Außendienst müsse eine gesunde und vernünftige Kleidung sein. G'aatssekrptär a. O. von Jagow 1. Am 11. dieses Monats ist der Staatssekretär a. D. Gottlieb von Jagow im 72. Lebensjahre gestorben. Aus dem preußischen Verwaltungsdienst hervor- gegangen, wurde er 1895 der Botschaft in Rom zugeteilt, 1896 zum Legationssekretär ernannt und an die Gesandtschaft in München überwiesen. Danach war er bei den Gesandtschaften in Hamburg und im Haag und bei der Botschaft in Rom tätig und wurde 1906 Vortragender Rat im Auswärtigen Amt, 1907 Gesandter in Luxemburg und 1909 Bot- chafter in Rom. 1913 wurde er zum Staatssekretär im Auswärtigen Amt ernannt und erhielt am 22. November 1916 den erbetenen Abschied. Staatsekretär von Jagow hat dem Reich auf allen Posten ausgezeichnete Dienste geleistet. Ein dauerndes ehrenvolles Gedenken ist ihm sicher. Reichsgesandler cl D. von haniel f. Nach kurzer schwerer Krankheit verschieb in München der frühere Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Reichsgesandter a. D. Dr. Edgar H a - niel von Heimhausen im Alter von 64 Jahren Während des Kriegs bekleidete von Haniel den Posten eines Botschaftsrates in Washington, wo er bis zum Eintritt Amerikas in den Weltkrieg tätig war. Er fand dann Verwendung im Auswärtigen Amt und wurde nach dem Zusammenbruch der Friedensdelegation zugeteilt, zu deren Vorsitzendem er am 20. Juni 1919 ernannt wurde. Nach seinem Rücktritt als Vorsitzender dieser Delegation erfolgte seine Ernennung zum Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Im Januar 1923 übernahm von Haniel die Vertretung der Reichsregierung in München. Der hauptmann-Prozeß. Die dritte Verhandlungswoche im Hauptmann-Prozeß begann mit der weiteren Vernehmung des Sachverständigen Osborn. Der Sachverständige wiederholte die Ansicht, daß Hauptmann die Lösegelbbriefe geschrieben habe, und erklärte, die Beweise seien unwiderlegbar und überwältigend. Der Verteidiger Reilly nahm Osborn darauf in ein Kreuzverhör. Er wies auf zahlreiche in den Lösegeldbriefen stehende Buchstaben hin, die Osborn nicht in seine Handschriftentafel ausgenommen habe. Reilly unterbreitete ferner eine angeblich von Fisch geschriebene Postkarte. Osborn gab zu, daß eine gewisse Ähnlichkeit bestehe. Die Handschriften seien aber zu verschieden, als daß man sagen könnte, sie seien von der gleichen Person geschrieben. Der Handschriftensachverständige Eldridge Stein erklärte gleichfalls, daß er Hauptmann für den Schreiber der 14 Lösegeldbriefe halte. Wegen eines Schneeballs erschossen. Als in Rohrbach bei Sinsheim im Badischen einige junge Leute Schneebälle warfen, trafen sie versehentlich auch einen älteren Mann aus Epfenbach, der in Rohrbach zu Besuch weilte. In seiner Erregung holte der Getroffene zu Hause ein Gewehr und gab auf die jungen Leute einen Schuß ab, durch den der 20jährige Zoller von Rohrbach getötet wurde. Todesopfer eines Aulounfalls auf glatter Straße. Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der Straße zwischen Oberzwehren und Niederzwehren bei Kassel. Ein mit drei Personen besetzter Kraftwagen aus Homberg geriet auf der Fahrt nach Kassel infolge der Glätte ins Schleudern und rannte gegen einen Baum. Durch den wuchtigen Anprall erlitt ein 30jähriger Lagerist aus Kassel einen Schädelbruch, an dem er bald darauf st a r b. Der Kraftwagenführer wurde herausgeschleudert und erlitt schwere Wunden im Gesicht, an Armen und Beinen; er wurde einem Krankenhaus zugeführt. Der dritte Insasse kam mit dem Schrecken davon Zwei Kinder beim Schlittschuhlaufen eingebrochen und ertrunken. In Herbrum bei Leer in Ostfriesland brachen die beiden Kinder des Landwirts Scheper, im Alter von 7 und 11 Jahren, beim Schlittschuhlaufen auf dem Eise ein und ertranken. Obwohl sofortige Hilfe zur Stelle war, hatten Wiederbelebungsversuche keinen Erfolg. heldenhafte Rettungstat eines deutschen Schiffspassagiers in der Bucht von Vigo. Die Ortsgruppe Vigo der NSDAP, gibt über die Rettung eines spanischen Zollbeamten durch einen deutschen Passagier folgenden dramatischen Bericht: In der Bucht von Vigo herrscht stürmischer Seegang. Der brasilianische Dampfer „Si- quera Campos^ ist abgefertigt, lichtet die Anker und dreht zur Ausfahrt. Durch eine Unachtsamkeit ist der spanische Zollsoldat Ramon Perez Moldes nicht rechtzeitig von Bord gekommen und wird vom I Fallreep des Dampfers derart gegen die Schiffs- | wand geschleudert, daß er besinnungslos in die hochgehende See fällt und in das Schraubenwasfer treibt. Jede Rettung erscheint unmöglich. Da stürzt sich ein deutscher Passagier, ohne eine’ Sekunde lang der eigenen Gefahr zu gedenken, in den schäumenden Gischt des Schraubenwassers und entreißt im letzten Augenblick den leblosen Körper des Verunglückten dem Wasserwirbel. Ein herbei- eilendes Boot nimmt beide auf. Das Opfer war nicht vergebens. 24 Stunden lang lag der Zollsoldat besinnungslos, dann kehrte er zum Leben zurück, gerettet und seiner Familie wiebergegeben durch den waagemutigen Einsatz eines Deutschen. Alle Fragen, die man an den Retter stellte, schnitt er mit Der ebenso schlichten wie drastischen Bemerkung ab: ,Hch will nicht in die Zeitung kommen. Das tut man eben, ab er davon redet man nicht." Die spanischen Behörden stellten aus der Passagier- lifte fest, daß es sich um den Hamburger Emll Gack handelte. In ritterlicher Weise besuchte wenige Tage später eine Offiziersabordnung den deutschen Konsul in Vigo und sprach ihm im Namen des gesamten spanischen Zollwächterkorps ihren Dank aus. Sie teilte mit, daß der Regierung in Madrid ein Bericht über das heldenhafte Verhalten des deutschen Passagiers zugegangen sei. Der Mörder des afghanischen Gesandten hingerichtet. Im ©trafgefängnis Plötzensee bei Berlin ist der am 18. September 1900 geborene Afghane Kamal Syed h i n g e r i ch t e t worben, ber von bem Schwurgericht in Berlin wegen Srmorbung b e 5 afghanischen Gesanbten in Berlin zum Tobe verurteilt worben ist. Syeb hatte sich, um seinen seit Monaten gefaßten Entschluß, ben Gesanbten zu ermorben, zur Ausführung zu bringen, mehrmals in bas Haus ber afghanischen Oe- lanbtschaft begeben, um eine günstige Gelegenheit zur Ausführung seines Planes zu erlangen. Als er am 6. Juni 1933 sich zu biesem Zweck wieber in ber Gesanbtschaft aufhielt, kam ber Gesanbte bie Treppe herunter, um eine Ausfahrt zu machen. Syeb trat ihm mit erhobener Pistole entgegen und streckte ihn burch einen löblichen Schuß nieber. -- \ Meine politische Nachrichten. Der Führer unb Reichskanzler hat ben Referenten im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Dr. jur. Zaubert zum Mitglied des Volksgerichtshofes ernannt. ♦ Die italienische Regierung hat verfügt, daß bi« Leiter ber Carabinirie-Stationen in Sübtir 0 l bie beutsche Sprache lernen müssen, um mit ber Bevölkerung verkehren zu können. * Wie aus vatikanischen Kreisen verlautet, soll bas wieberhott angefünbigte Konsistorium in ber Fastenzeit abgehalten werben. Nach bem Tobe bes letztoerstorbenen englischen Karbinials Bourne sind zur Zeit 18 Karbinalshüte frei. Das Karbinalskollegium besteht nunmehr aus 26 Italienern unb 25 Auslänbern. ♦ Die große Rohrleitung, bie bas Irak» Petroleum nach bem Mi11elmeer beför- bert, ist in Kirkuk burch ben König feierlich eröffnet worben. Die im ganzen 2400 km lange Leitung burchfchneibet fünf verschiebens Hoheitsgebiete. Ihr Bau hat zwei Jahre gebauert unb zehn Millionen Pfunb gekostet. Die Linie gabelt sich bet ber Abzweigstelle Kirkuk. Ein Zweig enbet in Tripoli in Syrien, ber anbere in Haifa. Die Jahresleistung soll 4 Millionen Tonnen betragen. Wettervoraussage. Die Zufuhr milber ozeanischer Luft hat sich unter Abschwächung ber Westströmung fortgesetzt, konnte aber bei ber bei uns noch allgemein liegenben Schneebecke keine nennenswerte Erwärmung herbeiführen. Die vergangene Nacht brachte sogar bei Aufheiterung vielerorts erhebliche Strahlungsfröste. Da sich ber Luftbruckanstieg gerabe über bem Festlanbe zur Zeit noch fortsetzt, ist ein stärkeres Eingreifen ber über Norbeuropa hinwegziehenden Tiefdruckwirbel auf unser Wetter vorerst unwahrscheinlich. Aussichten für Mittwoch: Abgesehen von Frühnebel wolkig bis aufheiternd unb im ganzen trocken, Temperaturen tagsüber über Null, nachts vielerorts Frost. Aussichten für Donnerstag: Zunächst noch wenig Aenberung, nachts Frost. Lufttemperaturen am 14. Januar mittags 1,8 Grab Celsius, am 14. Januar abenbs 0,6 Grab; am 15. Januar morgens — 0,4 Grab. Maximum 1,9 Grab, Minimum — 1,6 Grab. — Erbtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 14. Januar abenbs 0,1 Grab; am 15. Januar morgens 0,3 Grad Celsius. — Nieberfchläge 0,6 Millimeter. Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr Friebrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyrwi. für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Jnbalt der Anzeigen Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: fPrühl'id)«' llnioersitots Buch und Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Für Fackelzüge fabeln in all. Größen besonders preiswert Htfi Jloll Gießen i238ü) Mänsbnrg 7 Ruf-Nummer 4073. ÄeÄfleÄ55l SANA 0.8. W.Z^ empfiehlt ab Laben 222D alle anbere Sorten b i l l i g st bei Ä.^owKachsolgev Mäusbura 15. Telefon 3612. Lehrling nut guten Schulzeugnissen unb deutlicher Handschrift für alsbald ober später auf kauf in. Büro einer Großhandlung in Gießen gesucht selbstgeschriebene Angebote mit Zeugnisabschriften unter 232D an den Gießener Anzeiger Mittwoch, den 16. Januar 1935, nachm. 2 Uhr, versteigere ich bo-- hier, Neuenweg 28 „3um Löwen" zwangsweise gegen Barzahlung: 1. Bestimmt: 1 Schlafzimmer unb 1 Bücherschrank (beide neu), 2 Photo - Apparate, 9 Bände Meners Lerikon, 6 Bde. Gustav Freitag „Bilder aus d. deutschen Vergangenheit", 1 Herr.-Fabrr. 2. An Ort unb Stelle (Bekanntgabe im obigen Lokal): 1 Personenwagen, 1 Schuhmacher- Nähmasch., ISchüftestevvmasch. Lederwalz., Nähmaschinen, Registrierkassen, Büfetts, 2 Piani- nos, Kassenschränke, Kleiber- u. Wäscheschränke, 1 Materialien- u. 1 Eisschrank, 1 Vertiko, 1 Flur- garber., 1 Truhe, Sofas, Chaiselongues, Sessel, Tische, Spiegel, Uhren, Grammophone, Radio- gen'ite, 1 Oelaemälde, 88 Lieferungen „Handbuch d. Literaturwissenschaft", 1 Partie Schäfte unb Stiefel, 200 Mistbeetfenster. «»walb, 234 0 Stellvertr. des Gerichtsvollziehers Funker, Gießen, Wieiecker Weg 16. Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpre s von 5 Pf. für die Millimeterzelle veröffentlicht Haben Sie eine? Einfach ideal ist die = Holzstoff-Abwaschwanne | Das Geschirr klappert da- | rin nicht und das Wasser 1 bleibt viel länger warm. | So eine Wanne brauchen | Sie. Dann gibt’s noch | Fußbadewannen, Küchen- | Schüsseln, Tabletts, Brot- | körbe aus Holzstoff f sehr preiswert bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten H9 A Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Saben Sie offene Füße schmerzen t zucken ? stechen t trennen ? Tann gebrauchen Sie die eit Jahrzehnten vorzüglich bewährte 'chmerzü'llende veilfnlbr Erhältlich IN den „mnuuilll . Avotheten. W25V Vermietungen Schöne, helle 2-Zimmer-Vohog. mit Küche usw. zu vermieten. Schriftl. Angeb. unt.235Dan den Gießen. Anzeig. , 2 leere Zimmer evtl möbliert, m. Heizung z. verm. Au erfrag, in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 239(3 | Mietgesuclie"| Einfach möbl. Zimmer von jung. Dame gesucht. Schriftl. Ängeb. unt.0210 andenGieß.Anz. Gr. Laden mitNebenräum. inbest.Berkebrs- laae sof. zu miet gesucht. Schriftl. Äng.rn. Preis u. 240D and.G.A. 3-Zimrner- Wohnung mitZubehör von jung. Ehepaar v. 1. od.l5.Februar spät. 1. März gesucht. Schriftliche Angebote unter 0200a.b.Gießen. Anzeiger erbet. Leeres Zimmer zu miet, gesucht. Schr.Ang.m.Pr. unt. 0208 an den Gießen. Anzeig. Stellenangebote Saub. u. ehrlich. lilädLen sofort oder zum 1. ftebr. gef. 0206 £uöro.flftr 101. wichtiges S"USMUll gesucht. 0209 Scltersweg 40. Keine Ursprungszeugnisse, andern nur Zeugnis ob'thdften dem Be merbungsictireiben bei 'egen' - Licbtbiide> undBewerbungsunter apen mühen zur Ser Meldung von '^eriuften auf der '»ücveire >/?a men und Anjchrift bee Bewei Here 'ragen' Verkäufe 5 vrima 13 Wochen alte Ferkel zu verkaufen. Karl Schäfer Saasen. 0205 tostßinlliW sehr gut erhalten, zu verkauf. 0203 A. Förster Bahnhofstraße. Piano gebraucht, zu kauf, gesucht. Schr.Angeb.unt. 0204a.d.Gießen. Anzeiger erbet. Bremiholz-Bersteigerung. Donnerstag, den 17. Januar, vormittags 9.30 Ubr an saugens, werden im Billinger Gemeinde- Wald aus den ftorftorten Buchwald, SchlaghauS unb Blaustück versteigert: 341 Rm. Buche-Scheit, 22 Rm. Eiche-Scheit, 48 Rm. Buche-Knüppel, 193 Rm. Eiche-Knüppel, 80 Rm. Fichte-Knüppel, 9 Rm. Kiefern, 50 Rm. Buche-Stöcke, 273 Rm. Buche - Stammreiser, 80 Rm. Buche-Aftreisig. 241d Zusammenkunft am Waldeingang Villingen-Hungen Bürgermeisterei Bittingen. Zimmer. Gesucht vonvens. Beamten kleines Haus mit anliegendem Garten ob. Feld gegen bar zu raufen, ober zu mieten. Eventl. hierfür geeignet. Baugelänbe. Schr.Angeb.unt. 221D a. d. G.A. Verschiedenes jwetftitelcmprangoer Lchwarzardeii können Arbeite An e* bete von Handwerkern nur mit Namensnennung u. an e Vorlage beeG weibenachwei es au fltnomnr n wcrdcn. Le lag «»esSrebenerAn eiaer StMWlek Gießen 20*0 Das für heute angefetzte 14. Dienst. Ab. Ter König fällt aus! «Siehe Notiz., Mittw., lll.Jan^ 19.30 bis 22 Ubik 14.Mittw.-Abon. Gewöhn!. Preise Ter König. Dranta v. Herrn. v. Bötticher. Ihre Geschäftsdrucksachen ■tauen die Verbindung her zu Ihren Erzeugnissen Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor. wie man Briefbogen. Briefumschläge. Postkarten. Rechnungen.Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert auf gepflegte Drucksachen I Wir bieten eie Ihnen BrUhl’eche Druckerei, Schulstr. 7, Ruf 2251 Dien§tag/5.Zanuar 1955 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 12 Zweites Blatt Grund- be- da Selbst- treuen die sich Reichsminister und Beamten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Des Führers Wille ist verfassungsmäßig unumschränkt. Damit er ihn auf gleichen Wegen und in gleicher Weise an jeder Stelle des Reiches zum Ausdruck und zur Wirkung bringen kann, bedarf es ganz selbstverständlich auch einer Neugliederung des Reiches. Schon auf dem ersten Parteitage nach der Machtergreifung hat der Führer verkündet: „Die nationalsozialistische Bewegung ist nicht der Konservator der Länder der Vergangenheit, sondern ihr Liquidator zugunsten des Reiches der Zukunft." Seit dem September 1933 stand also das Ziel fest. Der nationalsozialistische Staat fühlt sich aber im Innern machtpolitisch so untermauert, daß er durch keinerlei Ueberstürzun- gen technische Schwierigkeiten und Verwirrungen zu schaffen braucht. Er kann in sicherer Ruhe einen Schritt nach dem anderen gehen, schmerzlos überleiten und immer durch die eine Maßnahme die Voraussetzung für die nächste schaffen. Eben erst sind wieder zwei wesentliche Schritte vorwärts getan worden, einmal durch die Vereinigung der Ernährungsmini st erien im Reich und in Preußen, die nach einheitlicher Regelung der Marktpolitik auch die Einheit der Verwaltung sichert, und zum anderen durch die Uebernahme der Justizverwaltung in den Ländern auf das Reich. In Preußen besteht heute nur noch das Finanzministerium als wichtiges Fachministerium neben dem gleichen Freunde, die mich beide schrecklich gern mögen. Aber wenn ich mit dem einen etwas unternehme, ist der andere traurig. Und da hab ich mich Weihnachten so geärgert — wir wollten auf die Zugspitze —, daß ich gesagt habe: Schluß, das nächste mal fahr ich ganz allein, Punkt — fertig!" Hannes warf mir einen bedeutungsvollen Blick zu. „Und so bin ich eben allein hergefahren." „Das haben Sie auch ganz recht — vielmehr: da hast du auch ganz recht", sagte ich und ärgerte mich, daß ich mich so dumm versprach. — Ich sah, daß Hannes ihre Hand vorsichtig ergriff und streichelte, das gab mir einen Stich Aber ich ließ mir nichts merken. „Prost, alter Schwede", sagte ich lachend und trank ihm zu, damit er seinen Aluminiumbecher ergreifen und ihre schmale Hand loslassen mußte. Ich blickte ihm freundlich ins Gesicht, aber in seinen Augen war ein Glanz, daß ich augenblicklich unsere alte Freundschaft und Sissns Geschichte von ihren beiden Freunden in der Stadt vergaß und mir nichts sehnlicher wünschte, als ihn unter irgendeinem Vorwand hinaus in die kalte Nacht schicken zu können. Dann erzählten wir uns reihum Geschichten, sangen noch einmal das Lied von dem alten Junaen, der nicht weich werden sollte und es mochte 2 Uhr sein, als die Frage des Uebernachtens aufgeworfen wurde. „Also, da wollen wir einmal Gnade für Recht ergehen lallen und ihr dürft hier bleiben, obgleich euch der Weg zur Sieben-Hütten-Alm aar nichts schaden würde", sagte die Gazelle großmütig. „Aber wer nicht schläft, kommt vor die Tür, verstanden?" Ihre Stimme ließ keinen Zweifel aufkommen, daß sie uns beide gegebenenfalls am Kragen ergreifen und hinaussetzen würde. Sie breitete unsere Decken über das Heu — ein Bett gab es hier nicht — „rechts Hannes — links Abbn — Mitte Silln" befahl sie. „Ich glaube das Licht lassen wir brennen", meinte Hannes, und wir waren einverstanden. Da lag sie nun zwischen uns und überließ jedem eine Hand Die Kerze flackerte in der Hüttenlampe drüben an der Wand, ich fühlte mich warm und geborgen. Der Wind rüttelte gegen das Dach, es roch nach Fichtenholz, Punsch und Skiwachs und ein ganz klein wenig auch nach — wie hieß es doch — es fiel mir nicht ein — richtig, nach San- delholz-Seife. — Da träumte ich schon, fuhr in Schußfahrt einen Hang hinab. Die Sonne schien, tiefer Pulverschnee funkelte ..Abby!" weckte mich plöklich sanft eine flüsternde Mädchenstimme — Sissys Stimme. Ich wußte nicht, wieviel Uhr es fein mochte „Die beiden Freunde in der Stadt waren gelogen. Ich habe nämlich gar kein-n!" Sie lächelte mir zu und die Freude machte mich ganz hell wach. „Liebe kleine Sifsy", flüsterte ich glücklich, „ich hab —" „Abby", rief da eine klare Stimme hinter ihr, nur dies eine Wort sagte mein Freund, und ich verschluckte rasch alles Liebe, was ich Sissy sagen wollte. „Hannes", antwortete ich und meine Stimme war nicht weniger klar und fest als die seine, denn ich wußte, daß unsere Freundschaft wichtiger war. „Gute Nacht, Sissy", setzte ich noch hinzu. „Das ist so eine Sache — die Hütte ist nicht wirtschaftet. Sind Sie Sektionsmitglieder?" also, die etwa zwischen deutschen Kriegsschiffen und ihren Heimathäfen ausgetauscht wurden: Funk« sprüche ferner, die von Zeppelinen und U-Booten an Kriegsschiffe oder Küstenstationen gegeben wurden; weiter auch drahtlose Anweisungen der deutschen Regierung an die Vertretungen int neutralen Auslande und dergleichen wichtigstes Material mehr. Es war natürlich kein Kinderspiel, sich aller jener Raffinements zu erwehren, mit denen unsere Techniker und fT-Männer arbeiteten. So z. B. wurde seit dem Jahre 1916 jede Nacht um 12 Uhr der deutsche Code-Schlüssel geändert; eine Vorsichtsmaßnahme, die nur zu begründet war, und die doch nicht ausreichte, um das Geheimnis unseres militärischen und politischen Nachrichtenverkehrs zu bewahren. Man hat viel davon gesprochen, die deutschen Codes seien während des Krieges verraten worden oder durch Dummheit in feindliche Hände gefallen. Es mag sein, daß hin und wieder auch auf diesem Wege die Codeschlüssel in den Besitz Sir Ewings gelangt sind; im übrigen arbeitete ec aber mit seinem zuletzt auf 50 Mann gestiegenen Spezialistenkorps ganz auf eigene Faust; und zwar mit nachhaltigem und nicht abzuleugnendem Erfolge. . So z. B. war er es, der durch „drahtlose Spionage" in den Besitz des Staatsgeheimnisses kam. wonach Staatssekretär Zimmermann dem Staate Mexiko ein Bündnis gegen die Vereinigten Staaten angeboten hatte. Diese Meldung, von Presse und Diplomatie in größter Form herausgebracht und entsprechend kommentiert, trug nicht zum mindesten dazu bei, daß USA in den Weltkrieg eintrat und ihn schließlich mit entscheiden half. Aber auch die Grundlagen zur S k a g e r ratsch l ach t wurden durch Abteilung 40 geliefert, wenn man den eigenen Auslassungen Sir Ewings Glauben schenken darf. Er habe, so führte der Chef der drahtlosen Spionage aus. eines Tages abgehört und entziffert, daß die deutsche Hochseeflotte beabsichtige, die englische Ostküste anzugreifen. Als Gegenstoß sei dann auf Grund seiner Meldungen die englische Hochseeflotte ebenfalls ausgelaufen, und der und da ... , Sie sollte uns den Satz tröstlich beenden, aber statt dessen lachte sie hell auf und ihre Stimme war so gläsern, daß mir der klirrende Frost wieder in unliebsame Erinnerung kam. Sie hatte gut lachen Und zu allem Ueberlluß auch noch strahlend weiße Zähne, obgleich sie mir auch ohnedies schöner als die schönste Frau erschien, die mir je in einem Türrahmen gegenübergestanden war. Weiche Lammfell-Pantoffeln an ihren Füßen vermochten es nicht, ihren Gang zu verunstalten und hi» Härte des Wintersportes hatte der Zartheit ihres Kinderteints nichts anzuhaben vermocht. Ihre Augen — da stieß Hannes mich an. Er hatte keine Lust, die Unterhaltung allein zu führen. Nach dem Essen ergriff sie die Ziehharmonika, und es wurde ein ganz großer Abend, denn wir brauten noch einen Grog und wurden sehr ausgelassen Wir stießen mit unseren Feldbechern an. „Ich heiße Sissy", sagte das Mädchen und wir entschuldigten uns, daß wir so unhöflich gewesen waren, uns nicht vorzustellen. „Wollen wir „Du" zueinander sagen, ja? Ihr werdet doch trotzdem artig sein." Und als wir das hoch und heilig beteuert hatten, spielte Sissy noch einmal das schöne Lied „Wir haben die ganze Welt gesehen". „Jnteressiert's euch eigentlich gar nicht, warum ich hier ganz allein auf der Hütte bin? Ich meine ohne irgend einen Bekannten " „Natürlich interostiert uns das sehr." habe nämlich in der Stadt zwei gute Die wenigsten Menschen werden die Bedeutung jener Todesnachricht zu würdigen gewußt haben, die vor wenigen Tagen durch den Draht in alle Welt verbreitet wurde: Sir Alfred Ewing, Präsident der „British Association“, Mitglied der meisten bedeutenden wissenschaftlichen Gesellschaften des englischen Jnselreichs, Universitätsprofesjor, bedeutender Ingenieur, Physiker und besonders guter Kenner des Magnetismus, ist nach einem rastlosen, arbeitsreichen und erfolgreichen Leben dahingegangen. Er wurde 79 Jahre alt; ein beneidenswertes Alter. Sir Alfred besaß einen großen wissenschaftlichen Namen. Schon mit jungen Jahren wurde er als Ingenieur an die Universität Tokio berufen, wo er 15 Jahre lang als Dozent tätig war. Man verdankt ihm wertvolle Arbeiten auf dem Gebiete des Elektromagnetismus; er hat dieses Teilgebiet der Physik sowohl theoretisch rote praktisch durch wertvolle Ergebnisse bereichert und durfte schon sehr früh Anerkennung und Ehrungen aller Art einheimsen, die vielen anderen Erfindern und Gelehrten Zeit ihres Lebens versagt bleiben. Aber alles das wäre nicht ausreichend, um ihn als einen der wichtigsten Männer zu bezeichnen, deren sich England im Weltkriege bedienen durfte. Doch im Nebenberuf — als privater Liebhaber und Sachverständiger — war er Spezialist für d i e Entzifferung von Geheimschriften und verschlüsselten Telegrammen. Es gibt, wie er es selbst oft behauptete und bewies, auf der Welt keine Methode der Codifizierung von Nachrichten, die nicht irgendwie aufzulösen wäre: wenn man nämlich, rote Sir Ewing, über die nötige Erfahrung, die nötige Geduld und Intelligenz und ... über die notwendigen Mittel verfügt. Alle diese Voraussetzungen erfüllte der „drahtlose Spion des Weltkrieges" in geradezu idealer Weise, nachdem ihn das britische Marineamt nach Kriegsausbruch mit der Leitung der geheimnisvollen „Abteilung 40" betraut und ihm einen ganzen Stab von Mitarbeitern zur Verfügung gestellt hatte. Diese ominöse Abteilung befaßte sich ausschließlich damit, alle abgefangenen Chiffredepeschen zu entziffern, die zumeist auf drahtlosem Wege einliefen; Funk spruche „Freilich. . , . „ „Na, kommen Sie jedenfalls mal rem. Wir traten ein und wunderten uns. daß weder Freunde nach Freundinnen waren Ich fand es sehr tapfer, mitten in der Nacht zwei fremde Männer einzulassen und hätte das bestimmt nicht getan, wenn ich ein Mädchen gewesen wäre. Und noch dazu so ausgesprochen hübsch? Wir hängten unsere Sachen an den Ofen. „Der Wind ist so eisig und der Weg so weit Oer Chef der Abteilung 40. Englands „drahtloser Spion des Weltkrieges" ist gestorben. vom organischen Wachstum des staatlichen Lebens. Sie lehnt darum rein papierene Konstruktionen ab, und es muß ihr widerstreben, die lebendige Entwicklung der Nation in das Stahlkorsett einer starren Verfassung zu pressen, deren Abänderung immer sehr große Schwierigkeiten bereiten würde, wenn Lebensnotwendigkeiten der Nation es erfordern. Mit Recht verweist der Minister auf das e n g l i f ch e B e i f p i e l. Das Insel- reich hat heute auch keine geschriebene Verfassung; die politischen Formen und Rechte und Gewohnheiten haben sich vielmehr in Anpassung an das Wachstum des Staates herausqebildet. Zum anderen kann Dr. Frick auf den Legalitätseid verweisen, den der Führer seinerzeit im Leipziger Reichswehrprozeß geschworen hat. In der Tat ist die gewaltige politische Umformung in den staatsrechtlichen Formen der Weimarer Verfassung vor sich geaanqen, wenngleich sie sich inzwischen über deren Geist und Sinn so hinweggehoben hat, daß von ihrem Wesen nichts mehr übrig geblieben ist. Die entscheidenden Etappen des Weges sind in dem Gleichschaltungsgesetz, in dem Reichsstatthalter- qesetz, in dem Gesetz über den Neuaufbau des Reiches und schließlich im Reichsreformgesetz zu sehen, das am Jahrestage der Machtübernahme, am 30. Januar 1934 — durchaus entsprechend den formalen Bestimmungen der Weimarer Verfassung — vor Reichstag und Reichsrat einstimmig beschlossen wurde. Dieses letztere Gesetz bezeichn-t der Reichsinnenminister mit Recht als die Magna Charta des Dritten Reiches und als die m *■ läge der neuen Reichseinheit. Im Sinne der Führeridee tpar es eine Verständlichkeit, daß nach dem Tode des Eckehards der Nation alle Vollmachten, in bisher das Reichsoberhaupt und der Kanzler teilten, in einer Hand vereinigt wurden. Der Führer ist nun gleichzeitig völkerrechtlicher Vertreter des Reiches, Vorgesetzter — nicht mehr nur Vorsitzender — der Reichsregierung, aller „Dum didel dum, didel dum ... „Werd' nicht weich, alter Junge, werd' nicht weich!" Wir beschlossen, die Sieben-Hütten-Alm Sieben- Hütten-Alm sein zu lassen. „Glaub' mir doch, schone Mädchen gibt s auch sonst auf der Welt, werd' nicht weich, alter Junge, werd nicht weich!" Und klopften gemeinsam an die Tur. Eine junge Skiläuferin öffnete, und aus der Hütte strömte uns Wärme und Gemütlichkeit entgegen. „Ski Heil, wie steht es, können wir hier übernachten? Bis zur Sieben-Hütten-Alm ist es noch so weit." Kameradschastsabeud der Führer der Wehrmacht und der SS Freundschast. Don Martin Engelmann. Seit zwei Jahren waren wir Freunde und wenn wirklich einmal etwas kam, was unserer Freundschaft auf den Leib zu rücken drohte, eine Meinungsverschiedenheit, schlechte Laune oder eine Frau, bann sagte ich bloß „Hannes" und er sagte „Abby" und es war wieder in Ordnung. Das war so eine alte Sitte; aber ich gestehe ehrlich, daß in jener Nacht alles nur viel ernster war, als sonst, und deshalb unsere Freude noch größer, als die beiden Worte „Hannes" und „Abby" ihre Wirkung auch diesmal nicht verfehlten. . Wir wollten zur Sieben-Hütten-Alm — nut Skiern natürlich — durch das Gamstal, über das Spitzkar, hinüber zum Ochsenkar und dann auf der Sieben- Hütten-Alm übernachten. Leider war es ausgesprochen bitter kalt und windig. Skiläufen, wenn einer müßf , sagte Hannes seufzend, „jeder töt' sagen: Eine solche Barbarei, das von einem Menschen zu verlangen! Und kopfnickend folgte ich feiner Spur Eisig blies der Oftwind über den Gamstalsattel und sehnsuchtsvoll dachte ich an krachende Buchenscheite in einem holländischen Kamin, an einen dampfenden Kupfer- kessel. dem der animierende Duft heißen Punsche- enmir9'{Hegen den endlosen Berg hinaus in die schwarze Nacht. „Mit dem gemütlichen Abendbrot auf der Sieben-Hütten-Alm wird s auch nicht mehr viel werden" knurrte Hannes, als wir endlich zum Ochsenkar traversierten und die Uhr im Schein eines kurz aufflammenden Zündholzes elf zeig . Nach einiger Zeit war links unterhalb des gespurten Ueberqangs eine kleine Hütte zu erkennen. „Was meinst du, mal Hinschauen? fWWM S ä zu können und unter dem eisigen Nordwmd davon zu segeln. Vergnügt klapperte irgend etwa-. n me nein Rucksack. Dann standen wir vor der Hu»° . Altes flaue, wie hab' ich dich geführt? fragte Hannes. Das war natürlich heftig übertrieben denn nicht nur die Entdeckung der Hütte, sondern auch der Vorschlag, sie näher zu begutachten. Aber die Situation stimmte mich Snoßmutig gen y. das nicht zu ermähnen. Aus den Fugen geschauielten Tür nämlich schimmer e ein Lichtschein, aus dem kleinen Ziegelschornstem stieg e n lieblicher, wärmeversprechender Rauch — eine neue ,, ' qung für Rauch entdeckte ich m meinem kaltenH-r zen - und aus der Hütte klang wehmütig das Ge- dudel der. Ziehharmonika. Hannes löste die Bindung feiner Skier. IDrinnen sang eine Mädchenstimme: „Das Spiel mit dem Feuer." Im neuen Programm des Lichtspielhauses läuft seit gestern als Hauptfilm ein Lustspielchen der Ufa unter dem Titel „Das Spiel mit dem Feuer". Das auch auf dem Theater beliebte und des öfteren abgewandelte Thema: Ein recht glücklich verheirateter Mann in den besten Jahren wird von feiner Frau auf eine nicht ganz alltägliche Weife von einer kleinen Entgleisung kuriert, die ihm halb wider Willen zugestoßen ist, aber immerhin ziemlich peinliche Folgen für die drei Haupt- beteiligten zeitigt. Diese drei sind Paul Hörbiger, aus vielen ähnlichen Situationen (im Film) wohlbekannt, Trude Marlen, seine gescheite blonde Frau, und Elga Brink, die diesmal dazu verdonnert wurde, einen reichlich affektierten Operettenstar mit vielen Launen zum Besten zu geben. Regie führt der bekannte Komiker Ralph Arthur Ro- b e r t s. Musik dazu von W-"mer B o ch m a n n. Außerdem gibt es die neue Wochenschau; eine reizvolle Fahrt auf der Isar von der Quelle bis zur Mündung; einen Vorspann zu dem neuen Film „Regine" mit Luise Ullrich und Adolf Wohlbrück. Hochscbulnacbrichien. Der Privatdozent Dr. Boris R a j e w f k y an dec Universität Frankfurt ist zum ordentlichen Professor in der Naturwissenschaftlichen Fakultät für das Lehrfach der physikalischen Grundlagen der Medizin und zum Direktor des Unioersitätsinstituts für dieses Gebiet ernannt worden. Professor Dr. Carl August Fischer, Extraordinarius für Staatswifsenschaften an der Universität Hamburg, ist zum ordentlichen Professor an dec Universität Königsberg ernannt worden. Dr. Heinrich Hunke, stellvertretender Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft und Wirt- fcbaftsbeauftrnqter der NSDAV des Gaues Berlin, wurde zum Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Berlin ernannt Professor Dr. Hans F. K. Günther, der bekannte Rassenforscher der Universität Jena ist zum Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft ernannt worden. Reichswehrminister Generaloberst von Blorckderg veranstaltete für den Reichsführer der SS. Himmler und für die SS.-Obergruppen- und Gruppenführer einen Bierabend, an dem auch die Befehlshaber "der Wehrkreises Von links. General Ri t te r v on Lee b , Oberbefehls hoher im Wehrkreis II — der Chef der Heeresleitung, General der Artillerie Freiherr d. y r 1t f d) -Reichsführer Himmler — Reichswehrminister Generaloberst v. B l o m b e r g — Staatssekretär ÄWen'Staoteminiftertum Körner - der Ches der Marineleitung Adm.ral Dr. h. c. Raeder. ______________ Ressort im Reich. Bald werden wir so weit sein, daß das Problem Preußen kein Problem im Sinns des Einheitsstaates mehr ist. Damit wäre dann eine entscheidende verwaltungsmäßige Schwierigkeit für die Neugliederung des Reiches beseitigt, deren Umrisse der Reichsinnenminister in seiner jüngsten Veröffentlichung auf- gezeichnet hat. Wir erfahren jetzt, daß sich die Neugliederung nicht genau an die Grenzen der bisherigen Parteigaue halten foll. Die Zahl der Reichsgaue wird wesentlich geringer fein. Sie sollen im Durchschnitt drei bis vier Millionen Eih- wohner zählen, lieber ihre Abgrenzung ist auch schon damit viel gesagt, daß sie sich weitestgehend mit Den für bte Wehrmacht notwen- btgen Gliederungen decken sollen. Dec leitende Gedanke dabei ist offenkundig. Es soll in allen Bezirken des Reichs bei der Durchführung des Führerwillens eine weitgehende Harmonie der Zu- sommenarbeit der staatlichen, politischen und militärischen Stellen verwirklicht werden. Wie dabei dec Satz zur Auswirkung gelangt, daß die Partei den Staat befiehlt, das erläutert Minister Frick noch einmal in dem Sinne, daß der Staat seine Kraft und seinen Willen und die Führerpersönlichkeiten aus der Bewegung entnimmt, daß aber jede Stelle nur der Führerschaft innerhalb ihres Bereiches ver- antwortlich ist, weil ja alle drei Bereiche bei dem einen Führer zusamm-nlaufen und von ihm ihrs Anweisungen und Befehle erhalten. Wrerstaa« und Einheitsstaat Die Begriffe des Führerstaates und des Einheitsstaates bedingen sich gegenseitig. Was der Reichsjustizminister Dr. G ü r t n e r bei der Uebernahme Der bayerischen Justizverwaltung auf bas Reich sagte, daß nämlich die Frage des Ein- heitsrechtes seit 1933 nur noch eine solche der Methode und des Tempos gewesen sei, gilt für alle öffentlichen Lebensgebiete. Wenn in der nationalsozialistischen Staatsidee die Forderung verwurzelt ist, daß der Wille eines Mannes in gleich vollkommener Weife in der Millionenstadt wie im letzten Gebirgsdorf zur Auswirkung gelangt, so setzt das am Ende des Weges eine staatsrechtliche Form voraus, in der von der höchsten Stelle des Staates aus über die verschiedenen Grade der staatlichen, parteimäßigen und militärischen Führerschaft durchaus gleichartige Verästelun- g e n zu dem Volksgenossen in der Reichshauptstadt und in einem verlorenen Heidewinkel führen. Daß die gefühlsmäßigen und geistigen Grundlagen des Führerstaates, die verschworene Verbundenheit und die unbedingte Gefolgschaftstreue der Führerpaladine im weitesten Umkreis gegeben sind, das hat die Kundgebung in der Berliner Staatsoper eindrucksvoll gezeigt. Die staatsrechtliche Form, die Gewähr dafür bietet, daß die Grundidee durch kommende Jahrhunderte hindurch gültig und wirksam bleibt, ist noch nicht endgültig geschaffen. Eine Veröffentlichung des Reichsinnen- minifters Dr. Frick zeichnet nun jedoch ihr Bild in ganz klaren Umrissen auf. Dr. Frick fetzt sich zunächst mit der Auffassung auseinander, die von der nationalsozialistischen Revolution die sofortige Vernichtung der Weimarer Derfassungsurkunde und ihren Ersatz durch eine neue Verfassung auf der Grundlage des Programms erwartet hatte. Die nationalsozialistische Weltanschauung bekennt sich zur Auffassung TT ^656- Zusammenstoß km Skagerrak sei die Folge davon gewesen. Daß der Entzifferungsdienst aber auch andere wichtige und eigenartige Ausgaben zu erfüllen hatte, das beweist die A n e k d o t e v o n d e m „f r i s i e r - t e n T a s ch e n k a m m". Eines Tages, so wird dieser Vorgang geschildert, fiel der Abteilung 40 ein Taschenkamm in die Hände, der einem auf neutralem Schiff aufgegriffenen Päckchen entstammte, das nach Berlin adressiert war. Um die Zähne des unscheinbaren Taschenkammes war ein Bindfaden geschlungen, scheinbar ohne jeden Zweck; schließlich gelang es aber festzustellen, daß es sich dabei um eine raffinierte Notenschrift handelte, deren Entzifferung 9 / * P h. Holzmann AG., Frankfurt a. M. Die Gesellschaft hat die Erdarbeiten für den Umgehungskanal bei Halle voM Preuß. Kanalbauamt Halle in Auftrag erhalten. Das Objekt beläuft sich auf 1,32 Millionen RM. Die Bauzeit ist bis Ende Dezember 1936 vorgesehen. Mein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz: fest. Frankfurt a. M., 14.Jan. Der ruhige Verlauf der Saar-Abstimmung fand in der ersten Börse der neuen Woche seinen Niederschlag in einer durchaus festen und zuversichtlichen Tendenz. Das Geschäft war allerdings nur aus manchen Spezialgebieten lebhaft, während es im allgemeinen einen wider Erwarten ruhigen Verlauf nahm. Don der Kundschaft lagen noch keine größeren Aufträge vor, dadurch wurde auch die Kulisse, die am Wochenschluß etwas stärker vorverkauft hatte, in ihrer Unternehmungslust etwas gehemmt. Verschiedentlich erfolgten auch kleine Realisationen, so daß die.Kursentwicklung am Aktienmarkt zwar überwiegend fest, aber doch etwas uneinheitlich war. Die durchschnittlichen Kurserhöhungen lagen bei 0,50 bis 1 v. H. Von chemischen Werten eröffneten IG. Farben mit 140,65 (139,75), dann bis 141, Metallgesellschaft mit unverändert 87 v. H., dagegen gaben Goldschmidt aus unbekannter Ursache um 1,50 v. H. nach, Deutsche Erdöl blieben zu 102,25 (102,50) nur knapp behauptet. Der Elektromarkt setzte seine am Wochenschluß eingetretene Befestigung fort, und zwar stellten sich meist Gewinne von 0,25 bis 0,50 v. H. ein, nur Bskula lagen 0,25 v. H. leichter und Gesfürel mit 110,50 unverändert. Montanaktien tendierten gleichfalls weiter fest und zwar einige Papiere sehr deutlich, so Mansfelder Bergbau 90,50 (88,25), Gelsenkirchen 66,50 (65,25), Mannesmann 77,75 (76,75), ferner lagen Phönix und Stahlverein je 0,50 v. H. höher, wogegen Klöckner und Harpener je 0,25 v. H. nachgaben. Don Einzelwerten eröffneten u. a.: Rsichsbank 154 (153,25), AG. für Verkehrswesen 81,40 (plus 1 v. H.), Hapag 26,40 (26), Zellstoff Aschaffenburg 71,25 (71), Deutsche Linoleum 67,40 (67), Handwerke Füssen 65 (plus 0,65 v. H.) und Moenus-Maschinen bei wieder größerem Umsatz mit 83 (plus 1,25 v. H.). Am Rentenmarkt wurden Kommunal-Umschuldung und Altbesitz mit je plus 0,40 v. H. lebhaft umgesetzt, Zinsvergütungsscheine zogen auf 90 (89,75) an, anderseits lagen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 99,40, Stahlverein- Bonds mit 94,13 und Reichsbahn-VA. mit 117,25 um je 0,25 v. H. leichter. Von fremden Werten Ungarische Goldanleihe auf 8,65 (8,40 v. H.) erhöht. Im Verlaufe blieb die Haltung auf der ganzen Linie fest, das Geschäft wurde aber ruhiger, zumal von einer stärkeren Beteiligung der Kundschaft nichts zu verspüren war. Immerhin stiegen Farbenindustrie auf 141,50 (141), Schuckert auf 100 (99), Buderus 88,75 (86), Eßlinger Maschinen 68 (66), Rütgers- werke 99 (97,75), im übrigen betrugen die weiteren Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Arn Kassamarkt blieben Sinalco stark gesucht, Taxe 95 (l. K. am 12. Jan. 85), ferner Seil Wolff 51,50 (50,50). Am Rentenmarkt erhöhten sich Altbesitz auf 110,75 (110), Kommunal-Umschuldung blieben bei verhältnismäßig lebhaftem Geschäft unverändert, auch im übrigen lagen die ersten Kurse behauptet. Reichs- bahn-DA. 117,40 (117,25.). Fest lagen außerdem S^ädte-Altbesitz mit 105,25 bis 106 (104,50), Deko- sama I etwa 109,25 (107,60). Goldpfandbriefe blieben unverändert, während Liqidationspfandbriefe und Kommunal-Obligationen bis 0,50 v. H. anzogen. Stadtanleihen lagen bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Von Reichsanleihen 4prozentige von 1935 95,50 (95,40). Am Auslandsrentenmarkt lagen Schweizer Bahnanleihen 2 bis 3 v. H. höher, ferner 4 v. H. Rumänen 4,20 (3,90). Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert. Abendbörse lebhaft und fest. In Erwartung des Ergebnisses der Saarabstimmung hat sich die Zuversicht an der Abendbörse noch verstärkt Bei lebhaftem Geschäft war die Tendenz auf allen Marktgebieten sehr fest, wobei auch die in letzter Zeit infolge der Zurückhaltung nicht stärker zur Geltung gekommenen günstigen Wirt- das Rätsel einer Spionage -Organisation löste. Man sieht: Sir Swings Posten war nicht nur interessant und schwierig, sondern militärisch und politisch gleichermaßen von höchster Verantwortung und Bedeutung. Er war ein Meister seines Fachs, ein wahrer Sherlock Holmes der drahtlosen Verbindungen geworden; und zu den wissenschaftlichen Ehrungen, die er schon besaß, gesellten sich während des Krieges und nach dem Friedensdiktat von Versailles der kriegerische Lorbeer, obwohl der Gelehrte niemals, einen Schritt ins Kriegsgebiet getan hatte. schaftsnachrichten einen günstigen Eindruck hinterließen. Zunächst war das Geschäft nur auf wenige Spezialwerte beschränkt, im Verlaufe setzte sich aber allgemein eine beachtliche Umsatztätigkeit bei anziehenden Kursen durch. Besonders lebhaft waren IG. Farben mit 142 bis 143, ferner Metallgefell- fchaft mit 89 bis 89,50 (88) im Hinblick auf die morgige Bilanzsitzung, aus der man die Wiederaufnahme einer 4prozentigen Dividende erwartet. Im Durchschnitt betrugen die Kurserhöhungen gegenüber dem Berliner Schluß 0,50 bis 1 v. H. Stärker erhöht waren einige Montan- und Elektroaktien wie Buderus (plus 1,25 v. H.), AEG. (plus 1 v. H.) und Rheag (plus 1 v. H.). Gegen Schluß der Börse wurde das Geschäft wohl etwas ruhiger, die Kurse blieben aber auf allen Marktgebieten voll behauptet. Am Kassamarkt gewannen Odenwald Hartstein 1 v. H. (95), ©inner Grünwinkel 1,50 v. H. (94,50), auch Bankaktien waren weiter leicht befestigt. Der Rentenmarkt lag für die seither lebhaften Großwerte demgegenüber ruhiger, dsch war die Haltung ebenfalls weiter fest. Höher lagen noch Altbesitz, Kommunal - Umschuldung, Reichsbahn- Vorzugsaktien und Stahlverein-Bonds. Kommunal- Umschuldung bröckelten am Schluß jedoch leicht ab. Am Kassarentenmarkt notierten Pfandbriefe und Stadtanleihen bei kleinem Umsatz 0,25 bis 0,50 v. H. höher. Fest lagen Mannheimer Altbesitz mit 107 (106). Don Auslandsrenten waren Ungarn stärker gefragt und fest, ferner gewannen 4 v. H. Schweiz. Bundesbahn mit 157,25 0,75 v. H. Es notierten u. a.: Altbesitz 111, 6 v. H. Stahlverein 95, 6 v. H. Stadt Mainz von 1926 90,40, 6 v. H. Stadt Darmstadt von 1928 93, 6 v. H. Franks. Hyp. Bank Gold R 1 bis 15 96,50, SVs v. H. do. Liquidation 96,50, 6 v. H. Rhein. Hyp. Bank Gold R 18 bis 39 97,50, Schutzgebiete alle 10,25, 4 v. H. Ungarn Gold 8,90 bis 9, 4 v. H. Rumänen 4,20 bis 4,30, Commerzbank 74,50, vv-Bank 78,50, Reichsbank 154, Buderus 90, Gelsenkirchen 66,90 bis 67,25, Kali Aschersleben 112,25, Harpener 101, Phönix 53,13, Stahlverein 44,50, AEG. 29,25 bis 30, Cem-mt Heidelberg 110,50, Daimler 49,50, Deutsche Erdöl 104, Scheideanstalt 203, Licht und Kraft 117, Bekula 138,75, IG. Farben 142 bis 143, Felten 80,75, Gesfürel 111,13 bis 111,50, Junghans 77, Lahmeyer 119,50, Metallgesellschaft 89 bis 89,50, Rheag 111, Schuckert 100,50, Westdeutsche Kaufhof 36,25, Zellstoff 50, Reichsbahn- Vorzugsaktien 117.50 bis 117,65, Hapag 26,50, Nordd. Lloyd 30,40. Tagung der Gau -Giudentenbundsführer. LPD. Frankfurt a. M., 14. Jan. Nachdem der Gau-Studentenbund Hessen - Nassau, in dem fünf Hochschulen und 18 Fachschulen zusammengefaßt sind, unter Pg. Walchers Führung feine äußere Form erhalten hat, fand im Sitzungssaal des Adolf- Hitler-Hauses die erste Tagung der Stn- dentenbundsführer statt. Gauamtsleiter Pg. W a l ch e r zeigte in einer kurzen, eindrucksvollen Rede die Ziele des Gau-Studentenbundes, dessen Zweck es sei, einen neuen Studententyp zu erziehen, der sich von dem früheren liberaliftischen Kollegbummler dadurch unterscheide, daß er eine Persönlichkeit darstelle. Im Rahmen dieser Arbeiten seien zuerst die Ausgaben, die das Kameradschaftshaus "nd hie politische Schuluna stellten, zu lösen. D"r Gau-Studentenbund werde die Korporationen nicht ausrotten, sondern versuchen, aus ihnen eine neue Erziebungsgemeinschaft zu bilden. Es sei Ziel des NSDStV., einen Orden zu schaffen, auf den die Partei und die Volksgemeinschaft später bei der Belebung von Führerstellen zurückgreifen. Der NSDStB. werde sich in studentenpolitischen Fragen einer äußersten Toleranz befleißigen, dort aber mit — —J Frankfurter Schlachtviehmarkt. _ Frankfurt a. M., 14. Jan. Auftrieb: Rinder 1320 (gegen 1128 am letzten Montagsmarkt) darunter 482 Ochsen, 129 Bullen, 382 Kühe, 327 Färsen. Kälber 611 (734), Schafe 105 (139), Schweine 4161 (3470). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 36 bis 38 (am 7. Januar 37 bis 39), b) 31 bis 35 (32 bis 36), c) 26 bis 30 (27 bis 31), d) 22 bis 25 (23 bis 26). Bullen a) 35 (35 bis 36), b) 30 bis 34 (31 bis 34), c) 25 bis 29 (26 bis 30), d) — (22 bis 25). Kühe a) 32 bis 34 (32 bis 35), b) 26 bis 31 (27 bis 31), c) 20 bis 25 (20 bis 26), d) 15 bis 19 (12 bis 19). Färsen a) 38 bis 39 (38 bis 39), b) 33 bis 37 (33 bis 37), c) 27 bis 32 (28 bis 32), d) 21 bis 26 (23 bis 27). Kälber a) — (44 bis 50), b) 34 bis 42 (36 bis 43), c) 27 bis 33 (30 bis 35), d) 18 bis 26 (20 bis 29). Lämmer und Hämmel b2) 36 bis 37 (36 bis 37), c) 34 bis 35 (33 bis 35). Schafe nicht notiert. Schweine al) 50 bis 53 (50 bis 53), a2) 50 bis 53 (50 bis 53), b) 48 bis 53 (48 bis 53), c) 46 bis 52 (47 bis 53), d) 44 bis 52 (45 bis 51), gl) 43 bis 48 (45 bis 49), g2) 35 bis 42 (38 bis 43). Marktoerlauf: Rinder gedrückt, Ueberstand (66 Ochsen, 10 Bullen. 9 Kühe und 45 Färsen). Kälber schleppend, geräumt. Hämmel und Schafe langsam, bei Schafen 19 Stück Ueberstand. Schweine schleppend, 396 Stück Ueberstand. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 526 Viertel Rindfleisch, 88 ganze Kälber, 38 ganze Schafe, 124 Schweinehälften. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 60 bis 64, c) 54 bis 58. Bullenfleisch b) 56 bis 58. Kuhfleisch b) 42 bis 48, c) 28 bis 38. Färsenfleisch b) 60 bis 64, c) 54 bis 58. Kalbfleisch b 62 bis 70, c) 56 bis 62. Hammelfleisch b) 70 bis 75, Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: Roher Speck aus hiesiger Schlachtung unter 7 Zentimeter 65 bis 70, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf: kuhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 14. Jan. Am Getreide- großmarkt blieben Futtergerste und Hafer bei sehr geringem Angebot stark gesucht, ölhaltige Futtermittel wurden kaum noch angeboten. Auch Kleie war sehr knapp, lediglich bei Abnahme eines gewissen Quantums von Mehl gaben die Mühlen etwas Ware ab. Brotgetreide war mäßig angeboten und wurde verhältnismäßig leicht ausgenommen. Das Mehlgeschäft blieb im ganzen genommen schleppend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen WIX 205, W XIII 209, WXVI 213, Roggen RIX 165, R XIII 169, R XV 173, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste GIX 167, G XI 170, G XII 172, Hafer H XIII 165, H XIV 167, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200, Weizenmehl W XIII und W XVI 27,15 plus 50 Pf. Frachtausgleich, Roggenmehl RXIII 23,60, R XV 24 plus 5Ö Pf. Frachtausgleich. Weizennachmehl 16 50, Weizenfuttermehl 13, Weizenkleie W XIII 10,66, W XVI 10 87, Roggenkleie RXIII 9,90, R XV 10.14, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Soyaschrot mit Monopolzuschlag 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14.50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Trockenschnitzel 9.50 bis 9,90, Heu 11, Weizen- und Roggenstroh d^ahtgepreßt ober gebündelt 5 bis 5,40. nachhaltigster Schärfe eingreifen, wo gegen die lebendigen Grundsätze des Nationalsozialismus verstoßen werde. Zwischen den Hoch- und Fachschulen unseres Gaugebietes dürfe es in Zukunft keine Gegensätze mehr geben, sondern beide Bildungsstätten hätten die Aufgabe, sich gegenseitig zu befruchten. So könnten gerade die Kunstschulen z. B. für die Ausgestaltung der studentischen Kameradschaftshäuser besondere Sorge tragen, denn das Kameradsdiaftsb^us sei seine Schlafstätte, sondern Wohnung der Studierenden, in der sie sich heimisch fühlen müßten. Werde die gemeinsame Arbeit von Hoch- und Fachschulen richtig durchgeführt, dann werde sie zum Nutzen und Frommen des gesamten Volkes neue Früchte tragen. Auto von einem Güterzug mitgeAtteist. LPD. Oberursel, 14. Jan. In der Nähe des Bahnhois Oberursel, an dem ungesicherten Bahnübergang der Straße Frankfurt—Oberursel, ereignete sich am Samstagnachmittaq ein Verkehrsunfall, der leicht verhängnisvolle Folgen hätte haben können. Ein Frankfurter Personenauto, das mit vier Personen besetzt war, wurde von der Lokomotive eines G ü- terszuges der Lokalbahn erfaßt, etwa 80 Meter mitgeschleift und fast völlig zertrümmert. Von den Insassen des Autos erlitt eine Frau nicht unerhebliche, aber zum Glück keine ernstlichen Verletzungen. Der Lenker des Autos erlitt leichtere Verletzungen, während die beiden anderen Insassen mit dem Schrecken davonkamen. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 14. Januar. Der Kyffhäuser-Bund, Ortsgruppe Rodheim, hielt am Sonntag im Benderschen Saale eine Nachmittagsversammlung ab, zu der auch die Nachbarvereine Bieber und Vetzberg geschlossen er= । schienen waren. Der Vereinsführer O. Müßener begrüßte die Kameraden, ermahnte sie, im neuen Jahre zu neuem Eifer und gab bann das Wort dem Kam. Rektor Wieder (Burgsolms) zu einem Vortrage über die germanische Vorgeschichte. Herr W., der uns Rodheimern als hervorragender Kenner der germanisch-deutschen Geschichte von früheren Vorträgen bekannt ist, hielt auch dieses Mal feine Hörer bis zum Ende im Bann. Mit herzlichem Dank an den Redner und einem begeisterten Gruß an den Führer schloß der Kam. Vorsitzende die Versammlung. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. X Wieseck, 14. Jan. Vom 6. bis 13. Januar fand in unserer Kirche eine Evangelisation statt. Missionar Walther behandelte an den beiden ersten Abenden die Frage: „Welches ist der richtige Glaube?", am Dienstag: „Die Herrlichkeit des Wortes Gottes", am Mittwoch: „Bist du ein friedfertiger Mensch?". Die beiden nächsten Abende galten der Frage; „Brauchen wir Vergebung der Sünden?" Die Woche hatte zum Ausklang die Frage: „Kannst du vergeben und vergessen?" Bei dem Hauptgottesdienst am letzten Tag wirkte die Chyrschule unter Leitung von Lehrer Schneider mit und bot zwei Chöre. Die Predigt von Missionar Walther hatte das Thema: „Der Segen des Sonntags und unserer Kirche für unser deutsches Volk und Vaterland." In der sich anschließenden Missionsstunde machte der Basler Missionar mit der zahlreich erschienenen Schuljugend „eine Reise nach Kamerun". Der Nachmittag mit der Frage: „Wie kann meine Ehe ganz glücklich werden?" war nur für Eheleute und Verlobte bestimmt. In der Schlußversammlung war das Thema: „Eine selige Botschaft für verlorene Menschenkinder". Der Besuch wuchs ständig, am stärksten war die Schlußversammlung mit 300 Erwachsenen besucht. Während die Kollekten der beiden Hauptgottesdienste den von der Kirchenbehörde bestimmten Zwecken zugeführt wurden, konnten Mifsionar Walther als Gaben für b:' Mission 61,10 Mark mitgegeben werden. Rundfunkproqramm Donnerstag, 17. Januar: 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk: Volksliedsingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderstunde. 16: Nachmittaqskonzert. 18: Deutsche Gespräche: „Erlebte Landschaft". 18.20: Neue deutsche Dichtung: Franz Büchler, „Licht von innen". 18 35: Katechismus für Sprachsünder. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Zeitfunk bringt: Tagesspieg"!. Nachrichten. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert. 21.30: Das Haus zum Schwan. Erinnerungen an einen großen Frieden. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Volksmusik. 23: Tanzmusik. 24. bis 2: Nachtmusik. Kunst und Wissenschaft. Die Sängerin Marcella Sembrich f. Im Alter von 76 Jahren ist die berühmte Opernsängerin Marcella Sembrich in Neuyork einem Herzschlag erlegen. 1858 als Tochter eines Musiklehrers geboren, wurde sie frühzeitig ausgebildet und trat schon mit 12 Jahren als Pianistin und Geigerin öffentlich auf. Später wurde sie Sängerin, lebte seit 1878 abwechselnd in Berlin und Dresden und sang an fast allen großen Bühnen Europas, 1883/84 auch in Amerika, wo sie jetzt gestorben ist. Marcella Sembrichs weicher und strahlender Sopran genoß internationale Berühmtheit und kam vor allem in den großen Mozart-Rollen und den italienischen Opernpartien zu wundervoller Entfaltung. 1909 zog sich die Sängerin von der Bühne zurück und gastierte nur noch gelegentlich in Konzerten. Von ihren Schülerinnen sind vor allem Maria I e r i tz a und Dufolina Giannini zu nennen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Öie Hohe der zuletzt beschloßenen Dividende an — Relchsvankdiskoni 4 o H Lombardzinsfuß 5 v H. .V(UII U. v. - .-e> ÜH u 'er .ran ur a. Heriw Devijenmorkl Berlin — Frankfurt a. M Gchluß- kurs ÖOtlUyi. Abend« bSri Gchluv- lur» Sanum Mittag börfe" Schluß« rurd Schoßt. Abend« börfe Schluß- kurS Scnlußk. Mittag« börfe Schluß- kurü ea)iun>. Abend« bör> Sch uß» kurS Rheinstahl ................. Cr Bereinigte Stahlwerke........0 Ltavi Minen ..............ü Kaliwerke Aschersleben....... 5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G. Farven-Industrie....... 7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ........ 0 Rittgerswerke .............0 Metallgesellschaft............ 0 PbAvo Holzmann...........0 Zementwerk Heidelberg ...... o Cementwerk Karlstadt......... 0 Schultheis Patzenhoser ....... 0 Aku tAllgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg ................. 0 Zellstoff Waldhos ............o Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer Gas .......... 7 Daimler Motoren............0 88-25 52 210 91-5 43.5 11-75 110-75 111 152 140-25 200-5 91-25 97-75 87 80-25 110 124 49-5 49-25 71 48.65 67 34.5 189 156.25 143 28.25 iS 90-5 53,13 211 92 44-5 12-75 112-25 111 143 203 91-25 98-4 895 110-5 50.9 117-5 50 71.25 49-5 67-4 36-25 159-5 145-75 27-65 87-5 163 89-75 97-75 52-25 210 91-25 43-4 11.9 110-5 110-25 152-5 140-4 90-25 98 86.5 1 "i? 103 49.75 49-25 70-5 136 48.65 67.65 89-5 34-65 130 158 144.5 27-9 90-5 98 75 52-75 210 92 44-25 12-75 112-5 110.5 152-5 141-9 91 98-75 88 81-25 105-25 51 117-5 49 5 71-25 127 49-25 67-4 925 35-65 160 145-5 27-65 Hamburg«Amerika«Paket ..... 0 Haniburg-Südam. Dampfschiff 0 Hansa-Dampfjchiss .......o Norddeutscher Lloyd ........ 0 A.G. für Berkebrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Privat-Bonk .. 0 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft............... o Dresdner Bank.............. 0 Reichsbank ................ 12 A.S.G....................... Bekula..................... o (Sieht. Lieferungsgesellschafl... 6 Licht und Kraft 6 Fetten & Guillearnne........ 0 Gesellsch.f.lLlektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 6 Schuckert L Co..... 6 Siemens & Halske............ 7 Lahmeyer L Eo............. io Buderus ....... o Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener.............. 0 Harvener ............... o Hoesch Eisen—Köin-Neuessea .. o Ilse Bergbau ............ 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ............0 Mannesmann-Röhreo........0 Lissabon ... Stockholm... Schweiz ... Spanien.... Budapest .. Reuyork... Berlin,14.Januar Geld Brie- Amenranitme Belgische Note Dänische Note Englische Note Französische 9 Holländische 91 Italienische 91 Norwegische 9 Deutsch Cefte Rumänische 91 Schwedische 91 Schweizer No Spanische Not Ungarische No vtoien.............. n.................. n ................. 2-437 58-01 54-17 12-145 16-38 167.81 21-11 61-05 62-57 80.44 33-78 2.457 58-25 54-39 12-185 16.44 168.49 21.19 61-29 62.83 80-76 33-92 Deutsche Linoleum...... 0 Lrenstein & Koppel .......... 0 Leonhard Tietz .......... 0 Cbave......................10 Aecumulatoren-Fabrik........ u Conti-Gummi...............0 Grttzner.................... o Mainkraftwerke Höchst O.M.... 4 Süddeutscher Zucker.........8 oren............... oten............... oten................ oten .............. rretch, ä 100 Schilling oten............... oten............... en................. en................. teo ................ Amtsverkündigungsblatt für die provinzialdirekiion Oberheffen und für das Kreisami Gießen fflritbeint Di-nswp unö •5reitafl 15. ZüNUar 2!ur durch die Pn» zu beziehen. Inhaltsüberjichl: Bekämpfung der Tuberkuloje. - Inventuroerkuuf 1935. - Geburtstag Ernst Moritz Arndts. - Dienstnachrichien. Bekanntmachung. Betr.: Bekämpfung der Tuberkulose. Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenkranke in der Medi- riniicken Batik mit finden für die Besucher aus den Landgemeinden des Kreists^Gießen nicht mehr Montags, sondern jeden Dienstag oon 16 bis 17 Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung find bedürfen einer Ueberweifung des Arztes >n d,e Lungenfurforgestelle. Unbemittelte werden unentgeltlich beraten. Gießen, den 8. Januar 1935. Kreisamt Gießen (Kreisfürsorgeamt). J.B.: Grein. Betr.: Wie oben. An bie Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, Vorstehendes ortsüblich bekanntzumachen, Interessenten entsprechend zu bedeuten und Unbemittelten eine entsprechende Bescheinigung auszustellen. Gießen, den 8. Januar 1935. Kreisamt Gießen (Kreisfürsorgeamt). I.V.: Grein. Betr.: Geburtstag Ernst Moritz Arndts. An die Schulvorstände des Kreises. Am 26. Dezember 1934 sind 165 Jahre seit der Geburt Ernst Moritz Arndts verstrichen. Ich ordne daher an, daß an allen Schuleni in würdiger Weise dieses Mannes gedacht wird, der in einer Kit Uefster Erniedrigung und höchsten Aufbauwillens einer der großen Künder putschen Wesens und Vorkämpfer deutscher Erneuerung war. Daneben haben die weltanschaulichen Unterrichtsfächer im Rahmen ihrer Arbeit sein Wollen und Tun der Jugend lebendig zu machen. Gießen, den 10. Januar 1935. Kreisschulamt Gießen. I. V.: N e b e l i n g. Bekanntmachung. Betr.: Jnoenturverkauf 1935. Im Anschluß an unsere Anordnung zu Ziff. IV,1 vom 22. Dezember 1034 lAVBl. Nr. 66) geben wir weiter bekannt, daß nach ^ner JJtinefi= lung des Herrn Reichswirtschaftsministers und Preußischen Munsters für Wirtschaft und Arbeit auch mit dem Einsatz der Filmwerbung für die Jnventurverkäufe bereits am Samstag, dem 26. Januar, ab 16 Uhr, begonnen werden kann. Gießen, den 9. Januar 1935. Kreisamt Gießen. I.V.: Weber. Dieustuachrichteu des Kreisamts. Die Abteilung Ib (Innere Verwaltung des Hessischen Staatsministers hat dem Münsterbaukomitee in Ulm a. d. Donau die Erlaubnis erteilt, 6000 Lose zu je 0,50 RM. der 10. Geldlotterie SU Gunsten des Mun ers in Ulm in der Zeit vom 19. Dezember 1934 bis 7. Juni 1935 im Volksstaat ^^Der^eU^nku/r1 * * * * 6 * * Rudolf Kämmerer aus Obbornhofen wurde zum stell- vertreteiäen Wiegemeister der Gemeinde Obbornhofen bestellt und ver- PfIftad Schaaf aus Kesselbach wurde zum Beigeordneten für die Ge- ^^Die EUfabelh^Magdalene Weller aus Heuchelheim wurde als Hebamme für die Gemeinde Heuchelheim verpflichtet. Dienrtag, 15. Januar 1955 I Deutsche sich zusammenfinden nur um Deutschlands willen! m heute eine deutsche Zeitung schrieb, „es eine Wallfahrt im Saargebiet", eine deutsche Zeitung schreibt, es sei eine ahe religiöse Stimmung im Saarfestzustellen gewesen, wenn wir das hören, wissen wir, daß seit tausend Jahren zum Male das verwirklicht worden ist, was früher immer erzählt und gesagt hat und icht richtig erfassen konnte: nationale Einigkeit Deutschlands, daß anal ist das Gefühl jedes deutschen Men- i, in Deutschland seine Heimat zu haben, Bewußtsein, zusammengeschweißt und zu- nengeschmiedet zu sein, das Bewußtsein, mmen aufzuerstehen oder zusammen unterzugehen. er Abschnitt an der Saar, der uns heute ufatmen läßt, weil vielleicht damit der letzte i r m a u f den Versailler Vertrag t ist, weil der Versailler Vertrag e g e g e n st a n d s l o s ist, läßt in uns das wach werden, daß wir Deutsche unsere dadurch wieder erhalten haben, otr alle von dem Bewußtsein durchdrungen u r Deutsche zu sein. !f Hitler hat es fertig gebracht, aus Kom- isten und Deutschnationalen, aus Wirt- lsparteilern und Zentrnmsleuten eine zige verschworene Gemein sch aft herzustellen. das ist das Große unserer Zeit, daß wir le mit erleben dürfen, es ist für uns noch , das Bewußtsein zu haben, selbst mitgewirkt en. Und wenn rauhe Männer, die seit Jahr- i im Kamps um Deutschland standen, heute verden, dann ist das der Beweis dafür, daß »eutsche Seele und das deutsche Gemüt sich nmengefunden haben, geweckt und geführt ) den größten Deutschen aller Zeiten: Adolf Hitler. Gedanke an Deutschland, der Gedanke bar» iß es nur ihm möglich war, seit tausend i, dieses deutsche Schicksal zu schmieden und men, löst in uns ein einiges Gefühl der d e aus, ein einziges Gefühl der Dank» MW , MM ®rud bet Brübl fch°n D ni ° - r, N ä.«. H und 51 ei n b t u d «r «l. X. 2anfle. Diesten. Aber es sind doch auch einige Dinge besprochen , worden, oon denen auch der Laie vielleicht gern . einmal etwas hört. Dazu gehören die Betrachtungen über das Aussehen und den Preis des künftigen Volkswagens und über die Gestalt der Kraftwagen, die später einmal die Reichsautobahnen bevölkern werden. Wir wollen zuerst die zweite Frage erörtern, well sie auch auf die Gestalt des Volkswagens von Em- luß ist. Da die Geschwindigkeiten auf den Autobahnen recht beträchtlich fein werden, so spielt der L u f t w i d e r st a n d der Kraftfahrzeuge eine große Rolle. Man muß daher zu Bauformen kommen, die die Erreichung hoher Geschwindigkeiten bei anZe- mesfenem Brennstoffverbrauch überhaupt erst mog- bekannt, daß eine runde Scheibe von 6 Meter Durchmesser bei ihrer Bewegung senkrecht äu ihrer Fläche ebensoviel Luftwiderstand hat wie Us ganze Luftschiff „Graf Zeppelm". Woher fommt9 das? Nun es kommt einmal daher, daß die Lull vor der Fläche stark verdichtet, vor allen Dingen aber hinter che! Fläche sehr stark verdünn wird, well nicht schnell genug Luft von der Selle her hinter die Fläcke emstrornen kann Bei der ftnrrn eines Luftschiffes aber wird die Luft von der Luftschiffspitze geteilt und kann hinten an dem schlanken Heck allmählich wieder Mammem eßen ohne daß dort irgendwo ein " kann. Daraus folgt, daß man !chnellfahren°e xra„ wagen in ihrer äußeren Form der Gestalt der Luftfchiffe an paff en. das heißt 1« lu!‘ WÄ man"de^Lftmiderstand einer Scheibe °om Querschnitt einer Limousine — 1 fetzt. 1° ' .. Luftwiderstand eines offenen Kraftwagens nut ÖWSJtfÄ*«® S FÄ fchnittform ohne die bei emem Kraftwagen nun einmal unvermeidlichen vorstehenden Telle Daraus geht also hervor, welchen ungeheuren Lin fluß die Gestalt des Kraftwagens auf den Luft Werstand und damit auf die Motorgroße und den Brennstoffverbrauch hat. ftrebungen der Reichsregierung angepaßt sein, llso vier bequeme Sitze haben, damit man auch feine Kinder Darin mitnehmen kann. Ein solcher Wagen wird ungefähr 1500 Mark kosten, und man wird den Preis vielleicht mit der Zeit infolge der Masfenanfertigung auf 1200 Mark senken können, wenn man auf die Windfchnittigkeit verzichtet. Das wird in vielen Fällen möglich fein. Immerhin aber wird man mit dem Wagen, wenn man ihm Wuid- schnittform gibt, bei einer Motorleistung oon nur 25 Pferdestärken Geschwindigkeiten bis zu 120 Kilometer in der Stunde erreichen können. Es wird also wohl darauf hinauslaufen, daß man die Aufbauten in zwei Formen kaufen kann, nämlich als für den Luftwiderstand einigermaßen günstige Limousine und etwas teurer in WmÜ- fchnittform für die Benutzung auf den Reichsautobahnen. , „ ,, , , Man hofft den B e t r t e b s st o f f v e r d r a u ch beim Volkswagen so gestalten zu können, daß man für einen Kilometer 6 bis 7 Pfennig braucht. Wie Dies aber in Zukunft werden wird, läßt sich noch nicht genau Voraussagen, da man noch nicht genau weiß, ob wir vielleicht zu ganz anderen Betriebsstoffen kommen werden, als wir sie letzt haben. Man denkt dabei hauptsächlich an im Waaen selbsterzeugtes Gas, wie Holzgas, oder in Flaschen mll- geführtes Gas oon hohem Heizwert, z. -o. an Propangas. Dadurch kann vielleicht noch eine Verbilligung eintreten. Immerhin muß man auch beim Volkswagen einschließlich Abschreibung, Verzinsung und Betriebskosten (Versicherung, Kraftstoff und Oel, Reifenabnutzung, Reinigung und kleine Ausbesserungen) mindestens 60 bis 70 Mark im Monat rechnen. Man kann ungefähr annehmen, daß für Öen Wagen so viel aufzuwenden ist wie für Die ^SAbstverstänblich ist die Zukunst des Kraft, wagens der elektrische Antrieb, und es ist natürlich auch auf der kraftfahrtechnischen Tagung über elektrische Wagen gesprochen worben. Aber die Verwendbarkeit der elektrischen Wagen beschränkt sich heute doch nur auf ganz bestimmte Zwecke, nämlich aus Wagen, die innerhalb einer Stadt verkehren. Der elektrische Antrieb für andere Zwecke kommt erst in Frage, wenn wir entweder rniui, uaö lieg Oie zDinoiajninjorm I^on oei we|em- lich geringeren Geschwindigkeiten als 60 Kilometer lohnt. Für die hohen Geschwindigkeiten auf Autobahnen ist sie die allein mögliche Gestalt, unb es muß darauf geachtet werden, daß nirgends Telle, wie Laternen, Türgriffe, Nummernschilder, aus dieser Form heroorragen. Es ist sogar wichtig, daß die Fenster vollständig bündig in der Außenhaut liegen, weil sonst dort bremsende Luftwirbel ent» s Die' Windschnittform hat übrigens noch einen großen Vorzug, der namentlich für den Selbstfahrer nicht zu unterschätzen ist: Die wind- schnittigen Wagen bleiben sauber. An den bisherigen Wagen herrscht sowohl an den Sellenwanden wie namentlich hinter den Wagen em Unterdrück, in den aller Staub usw. eingesaugt wird. Wer \ereine, Thum, bringt in der Schlußkundeil-Rufe auf die deutsche Saar aus. Pfaff.) klektrizitätsspeicher bekommen, der auf klei- aum in wirtschaftlicher Weife sehr viel mehr ität zu speichern gestattet, als dies jetzt mög- oder wenn wir Stoff auf ganz andere als jetzt in Elektrizität umwandeln lernen, as find Dinge, die noch in weitem Felde mit denen wir deshalb noch nicht rechnen Vorläufig kommt nur der mit Benzin oder Dieselöl betriebene Wagen in Betracht, der mehr und mehr Windschnittform annehmen, das heißt vorn etwa halbkugelförmig fein und nach hinten in eine schlanke Spitze auslaufen wird. So werden die Wagen ausfehen, die auf den Reichsautobahnen dahinfaufen werden, und dazwischen werden vielleicht noch einzelne Wagen bisheriger Formen mit der Schneckenaeschwindigkeit oon 80 bis 90 Kilometer in der Stunde, also mit der unserer O-Züge, Dahinkriechen. Unfreiwilliges St'ergefecht an Z*ord. Das Deck eines Schiffes wird allgemein als Gebiet des Landes angesehen, dessen Flagge cs trägt, und deshalb kann man auch von einem Stierkampf auf deutschem Boden sprechen, der sich an Bord des Hamburg—Amerika-Dampfers „Cordillera abgespielt hat. Das Schiff beförderte u. a.^eine An- 30^1 Stiere, die für "in» Arena in Südamerika bestimmt, und an Deck hinter Holzzäunen unter- geviacht waren. Das Schiff geriet auf hoher e>e in einen schweren Sturm, der die Schutzzäune bald fortspülte und die durch den Orkan sehr erregten Stiere befreite. Die Fahrgäste flüchteten angsterfüllt in ihre Kabinen und die Sllere waren unumschränkte Herren des einen Decks. Unter den Passagieren befand sich auch der bekannte spanische Torero Ramel Qrteaa bor zusamm°n mit der d"utfck"n Schills- mannschaft den Kampf mit den wütenden Tieren aufnahm. Es gab keinen Kampf, wie ihn die ©panier in der Arena zu sehen gewohnt sind, die Tiere brauchten nicht erst gereizt zu werden, denn das waren sie schon, sie durften auch nicht getötet werden, sondern sie mußten eingefangen werden. Das gelang endlich auch nach langen Bemühungen, Da der Torero das Laffo ebenso meisterhaft zu hanD- haben verstand wie den Degen. Ohne die wirksame Unterstützung unserer blauen Jungs wäre ihm Das jedenfalls nickt gelungen. Passagiere, die von Der Kommandobrücke, wo ihnen die Stiere ia nicht nacy- fteigen konnten, dem Einfangen zufahen, waren voll des Lobes über den Mut und die Geschicklichkeit, die die Schiffsmannschaft an den Tag legte. Sämtllcke Stiere erreichten ohne die geringste Verletzung Den amerikanischen Kontinent. Zusammenstoß im Skagerrak sei die Folge dc gewesen. Daß der Entzifferungsdienst aber auch an wichtige und eigenartige Aufgaben zu erfüllen h das beweist die A n e k d o t e v o n d e m „f r i s i ten Taschenkam m". Eines Tages, so wird ser Vorgang geschildert, fiel der Abteilung 40 Taschenkamm in die Hände, der einem auf nei lern Schiff aufgegriffenen Päckchen entstammte, nach Berlin adressiert war. Um die Zähne des scheinbaren Taschenkammes war ein Bindfaden schlungen, scheinbar ohne jeden Zweck: schließliä lang es aber festzustellen, daß es sich dabei um raffinierte Notenschrift handelte, deren Entziffe Wi * PH. Holzmann AG-, Frankfurt a Die Gesellschaft hat die Erdarbeiten für den gehunHskanal bei Halle vom Preuß. Kanalba Halle in Auftrag erhalten. Das Objekt beläufi auf 1,32 Millionen RM. Die Bauzeit ist bis Dezember 1936 vorgesehen. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz: fest. Frankfurt a. M., 14.Jan. Der ruhige lauf der Saar-Abstimmung fand in der ersten s- der neuen Woche seinen Niederschlag in einer d aus festen und zuversichtlichen Tendenz. Das Ge war allerdings nur auf manchen Spezialgek lebhaft, während es im allgemeinen einen i Erwarten ruhigen Verlauf nahm. Von der L fchaft lagen noch keine größeren Aufträge vor durch wurde auch die Kulisse, die am Wachens etwas stärker vorverkauft hatte, in ihrer 11 nehrnungslust etwas gehemmt. Verschiedentlic folgten auch kleine Realisationen, so daß dieJ entwicklung am Aktienmarkt zwar überwi fest, aber doch etwas uneinheitlich war. Die i schnittlichen Kurserhöhungen lagen bei 0,50 v. H. Von chemischen Werten eröffneten IG. F mit 140,65 (139,75), dann bis 141, Metallgesell mit unverändert 87 v. H., dagegen gaben schmidt aus unbekannter Ursache um 1,50 o. H. Deutsche Erdöl blieben zu 102,25 (102,50) nur I behauptet. Der Elektromarkt setzte seine am Wi schluß eingetretene Befestigung fort, und zwar ten sich meist Gewinne von 0,25 bis 0,50 v. H nur Bekula lagen 0,25 v. H. leichter und Ge mit 110,50 unverändert. Montanaktien tend gleichfalls weiter fest und zwar einige Papier deutlich, so Mansfelder Bergbau 90,50 (88,25) senkirchen 66,50 (65,25), Mannesmann 77,75 fi ferner lagen Phönix und Stahlverein je 0,50 höher, wogegen Klöckner und Harpener je 0,25 nachgaben. Von Einzelwerten eröffneten Reichsbank 154 (153,25), AG. für Verkehrs 81,40 (plus 1 v. H.), Hapag 26,40 (26), Z. Aschaffenburg 71,25 (71), Deutsche Linoleum (67), Handwerke Füssen 65 (plus 0,65 v. H. Moenus-Maschinen bei wieder größerem Umsc 83 (plus 1,25 v. H.). Am Rentenmarkt w Kommunal-Umschuldung und Altbesitz mit je 0,40 v. H. lebhaft umgefetzt, Zinsvergütungs zogen auf 90 (89,75) an, anderseits lagen Reichsschuldbuchforderungen mit 99,40, Stahl! Bonds mit 94,13 und Reichsbahn-VA. mit um je 0,25 o. H. leichter. Von fremden Werte garifche Goldanleihe auf 8,65 (8,40 v. H.) erhc Im Verlaufe blieb die Haltung auf der ; Linie fest, das Geschäft wurde aber ruhiger, von einer stärkeren Beteiligung der Kundschaft zu verspüren war. Immerhin stiegen Farbenin auf 141,50 (141), Schuckert auf 100 (99), B' 88,75 (86), Eßlinger Maschinen 68 (66), Ri werke 99 (97,75), im übrigen betrugen die w Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Am Kass> blieben Sinalco stark gesucht, Taxe 95 (l. 12. Jan. 85), ferner Seil Wolff 51,50 (50,50) Am Rentenmarkt erhöhten sich Altbesitz auf (110), Kommunal-Umschuldung blieben bei v nismäßig lebhaftem Geschäft unverändert, a' übrigen lagen die ersten Kurse behauptet, l bahn-VA. 117,40 (117,25.). Fest lagen aus S^ädte-Altbesitz mit 105,25 bis 106 (104,50), sama I etwa 109,25 (107,60). Goldpfandbries ben unverändert, während Liqidationspfan- und Kommunal-Obligationen bis 0,50 o. H. ar Stadtanleihen lagen bei kleinen Veränderung einheitlich. Von Reichsanleihen 4prozentige vo 95,50 (95,40). Am Auslandsrentenmarkt Schweizer Bahnanleihen 2 bis 3 v. H. höher, 4 v. H. Rumänen 4,20 (3,90). Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert. Abendbörse lebhaft und fest. In Erwartung des Ergebnisses der Saar mung hat sich die Zuversicht an der 2lbenöbor|e noch verstärkt Bei lebhaftem Geschäft war die Tendenz auf allen Marktgebieten sehr fest, wobei auch die in letzter Zeit infolge der Zurückhaltung nicht stärker zur Geltung gekommenen günstigen Wirt- yctoDöiö., einen uiucn Sch uß» kurs ecniuet Mittag- böre 12.Januar 14-Januor Amtliche Notierung G ld | Brief mtliche Rotie una Geld | Brief Datum 12-h j 14-1 12-1. 14.L Datum 12.1. 14.1. O.'tum 12-1- 14-1 12-t-__ 14-1- 12-1 14-1- Buenos Aire- Brüsjel .... Rio de Jan. Sofia...... Kopenhagen Danzig..... London ..... HelstngforS.. Paris ..... Holland ... Italien..... 3 ar an..... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon ... Stockholm.. Schweiz ... Spanien... Prag......- Budapest .. Reuyork... 0-628 58-22 0-194 3-047 54-51 81-30 12-210 5-39 16-425 168-30 21-30 0-710 5-649 61-36 18-95 11-08 62-94 80-72 34-01 10-40 2-487 0-632 58-34 0-196 3-053 54-61 81-46 12-240 5-40 16-465 168-64 21-34 0-712 5-661 61-48 49-05 11-10 63-06 80-88 34-07 10-42 2-491 Zanknoten 0-628 58-22 0-194 3-047 54-38 81-30 12-18 5-375 16-425 168-23 21-30 0-709 5-649 61-21 48-95 11-05 62-79 80-72 34,02 10-40 2-485 0-632 58-34 . 0-196 3-053 54-48 81-46 12-21 5-385 16-465 168-57 21-34 0-711 5-661 61-33 49-05 11-07 63-91 80-88 34-08 10-42 2-489 6% Teutiöe Reichsanleihe v 1927 6%ef)ein.7%Tt. Jleidjsanl.D. 1929 6Yt% Doung-Änleihe vvn 1930 Deutsche Anl.-Ablös..Schuld mit Auslos.-Rechten ...... Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 t>Y2% Hess LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Liaui Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. An leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehem 8% Franks. Hyp.-Bani Goldpse 15 unkündbar bis 1985 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bani Goldpse. 16 unkündbar bis 193« 6yz% ehem 4y,% Franks Hyp.- Bank-Liau.-Psanvbnese b'/r% ehem 4*/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Goldpse. 6% ehem 8% '13t. Landespfandbriefanstall, Pfandbriefe R 19 6% ehem 7% Pt. Landespfand- briefanstall, Pfandbriefe R. IO Steuergutsch. BerrechnungskurS t% Oesterretchijche Goldrente 4,20% Oesterreichifche SUberrente 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Staatsrenie v 1910 4V2% desgl. von 1913 6% abgest Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe vvn 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe verte 1..................... 98-25 99-4 109-65 98.5 96 96-25 107-6 96-25 96-25 96-13 97-25 97-5 97.5 104.5 28 1.1 8-4 8-25 8,15 II.13 93.4 99.4 111 99 96 96.75 109-25 96-25 96.25 96.5 97-5 97-75 97-75 104-5 27-5 1.1 9 8.75 8.75 11 8 98-65 99.4 109.65 98.5 96 107-5 97.25 97-5 97.5 104-5 8.65 8.3 8-25 11 8.3 98.65 99.75 111 98.75 96-25 109 96-25 97-5 97,75 97.75 104-5 8-9 8-75 8.7 11.2 4% desgl. Serie h 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^%Rumän.oereinh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente . 214% Anatolier .............. Hamburg-Amerika-Paket ..... O Hamburg-Südam. Dampfschiff O Hansa-Dampfschiff .......O Norddeutscher Lloyd ......... O A.G. für Berkebrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz, und Prioat-Bank .. O Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ O Dresdner Bank...... O Reichsbank ................12 A.E.G......................O Bekula...... O Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft . ...... 6 Felten & Guilleaume........ O Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 6 Schuckert L Co.............6 Siemens L Halske............ 7 LahmeyerLEo............. 10 Buderus ....... O Deutsche Erdöl .............. 4 Gelsenkirchener.............. O Harvenet ...............O Hoesch Eisen—Köln-Neuessea .. O Ilse Bergbau ............ 6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...........O Mannesmann-Röhrea........O 8 4.5 3.9 33-75 26 29-65 80-4 95-25 73-5 77.5 78-5 153-25 28-5 138.25 102.13 116-25 80 HO.5 108 98.5 143.5 117.75 86 102-5 65-25 100-75 120 80 76-75 8 4-6 4-3 33-5 26.5 30.4 81-4 95-5 74-5 78 79-25 154 29-75 138.75 104-13 117-5 80-75 111-5 111 100-5 144-75 119-5 90 104 67-25 101 150-13 120-13 80-5 77-9 6-3 4-05 26.25 24-25 29-75 80-25 96 73.5 77.5 78-5 153-25 28-5 137-9 102.5 115-75 80.4 110.9 109-5 98-75 143-75 118 87-25 103 67-65 100.65 83-4 120 79-5 76-65 4-6 6.5 4.3 34 26-65 24.5 29.9 80-5 96-25 74-25 78 79-25 153-5 29 138-65 104-13 117 80-5 111.13 110 100-25 144-5 119-5 88-75 102-65 66-9 100-25 84-5 150 120 79-9 77-4 Mausietoet Bergbau......... O Kolstverke ............... O Phönix Bergbau............. o Rheinische Braunkohlen ..... V> Rheinstahl .................0 Bereinigte Stahlwerke........o Ltavi Minen ..............O Kaliwerke Aschersleben.......; 5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% I. G. Farben-Jndustrie....... 7 Scheideanstalt.......... 9 Goldschmidt ................ o Rütgerswerke ...............O Melällgciellschaft............; 0 Pb'üivv Holz mann...........O .Zementwerk Heidelberg ......o Cementwerk Karlstadt.........O Schultheis Patzenhofer ....... O Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg ............. O Lellstvsf Waldhos ............O Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas .......... 7 Daimler Motoren ............O Deutsche Linoleum...........O Ottenstein & Koppel ..........o Leonhard Tietz ......... O Ebade......................10 Aeeu mulatoren-Fabrik........o Conti-Gummt........ O Grttzner....................O Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker.........8 88-25 52 210 91-5 43-5 11-75 110-75 111 152 140-25 200-5 91-25 97-75 87 80.25 110 124 49.5 49-25 71 48.65 67 34-5 189 156-25 143 28-25 87 165 90-5 53,13 211 92 44-5 12-75 112-25 111 143 203 91-25 98-4 89-5 81 110^5 50-9 117-5 50 71-25 49-5 67-4 36-25 159.5 145-75 27-65 87-5 163 89-75 97-75 -52-25 210 91-25 43-4 11-9 110-5 110-25 152-5 140-4 90-25 98 86-5 103 49-75 49-25 70-5 136 48-65 67-65 89-5 34.65 130 158 144-5 । 27.9 90-5 98-75 52-75 210 92 44-25 12-75 112-5 110.5 152-5 141.9 91 98-75 88 81-25 105-25 51 117-5 49 5 71-25 127 49-25 67-4 92-5 35-65 160 145-5 27-65 Serl!n,14.Ionuar Amentannme Roten.............. Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten .............. Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten...... ... .. Seid 2-437 58-01 54-1? 12-145 16-38 167-81 21-11 61-05 62-57 80-44 33-78 grie1 2-457 58-25 54-39 12-185 16-44 168-49 21.19 61-29 62-83 80-76 33-92 Nr. 12 Drittes Blatt Dienstag, 15. ZanuarlW Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Die Ankunft der Saar-Abstimmungsberechtigten auf dem Gießener Bahnhof. Der Gedanke an Deutschland, der Gedanke bar» Freude aus, ein einziges Gefühl der Dank genommen. saardeutschen Amtswalter einen Elektrizitätsspeicher bekommen, der auf kleinem Raum in wirtschaftlicher Weise sehr viel mehr Elektrizität zu speichern gestattet, als dies jetzt möglich ist, oder wenn wir Stoff auf ganz andere Weise als jetzt in Elektrizität umwandeln lernen. Aber das sind Dinge, die noch in weitem Felde liegen, mit denen wir deshalb noch nicht rechnen können. Vorläufig kommt nur der mit Benzin oder Dieselöl betriebene Wagen in Betracht, der mehr und mehr Windschnittform annehmen, das heißt vorn etwa halbkugelförmig sein und nach hinten in eine schlanke Spitze auslaufen wird. So werden die Wagen aussehen, die auf den Reichsautobahnen dahinsausen werden, und dazwischen werden vielleicht noch einzelne Wagen bisheriger Formen mit der Schneckenaeschwindigkeit von 80 bis 90 Kilometer in der Stunde, also mit der unserer v-Züge. dahinkriechen. !ln°reiwi»iges St'ergefecht an ?ori>. Das Deck eines Schiffes wird allgemein als Gebiet des Landes angesehen, dessen Flagge cs trägt, und deshalb kann man auch von einem Süer- kampf auf deutschem Boden sprechen, der stch an Bord des Hamburg—Amerika-Dampfers „Cordlllera abgespielt hat. Das Schiff beförderte u.a. eine An- 3ahf Stiere, die für -in» Arena in Südamerika bestimmt, und an Deck hinter Holzzäunen unter» gewacht waren. Das Schiff geriet auf hoher in einen schweren Sturm, der die Schutzzäune bald fortspülte und die durch den Orkan sehr erregten Stiere befreite. Die Fahrgäste flüchteten angsterfüllt in ihre Kabinen und die Spiere waren unumschränkte Herren des einen Decks. Unter den Passagieren be- land sich auch der bekannte spanische Torero Ramel Orteao d-r zusamm"n mit der bmffdrn Schnfs- mannschaft den Kampf mit den wütenden Tieren aufnahm. Es gab keinen Kampf, wie ihn die Spa», nier in der Arena zu sehen gewohnt sind, die Tiere brauchten nicht erst gereizt zu werden, denn das waren sie schon, sie durften auch nicht getötet werden, sondern sie mußten eingefangen w-rden. Das gelang endlich auch nach langen Bemühungen, da der Torero das Lasso ebenso meisterhaft zu handhaben verstand wie den Degen. Ohne die wirksame Unterstützung unserer blauen Jungs wäre ihm das jedenfalls nickt gelungen. Passagiere, die von der Kommandobrücke, wo ihnen die Stiere ja nicht nachsteigen konnten, dem Einfangen zusahen, waren voll des Lobes über den Mut und die Geschicklichkeit, die die Schiffsmannschaft an den Tag legte. Sämtliche Stiere erreichten ohne die geringste Verletzung den amerikanischen Kontinent. Der Führer der Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saarvereine, Thum, bringt m der Schlußkund» qebung auf dem LandgraftPhilipp-Platz die Sieg-Heil-Rufe auf die deutsche Saar aus. (Aufnahmen: Photo-Pfaff.) Die nationale Einigkeit Deutschlands, daß national ist das Gefühl jedes deutschen Menschen. in Deutschland seine Heimat zu haben, das Bewußtsein, zusammengeschweißt und zusammengeschmiedet zu sein, das Bewußtsein, zusammen aufzuerslehen oder zusammen unterzugehen. Dieser Abschnitt an der Saar, der uns heute froh aufatmen läßt, weil vielleicht damit der letzte Ansturm auf den Versailler Vertrag geglückt ist, weil der Dersaillpr Vertrag heute gegen st andslos ist, läßt in uns das Gefühl wach werden, daß wir D e u t j ch e u n s e r e Ehre dadurch wieder erhalten haben, weil wir alle von dem Bewußtsein durchdrungen sind, nur Deutsche zu sein. Adolf Hitler hat es fertig gebracht, ans Kommunisten und Deutschnationalen, ans Dirt- schaftsparteilern und Zentrumsleuten eine einzige verschworene Gemeinschaft herzustellen. Und das ist das Große unserer Zeit, daß wir das alle mit erleben dürfen, es ist für uns noch größer, das Bewußtsein zu haben, selbst mitgewirkt zu haben. Und wenn rauhe Männer, die seit Jahrzehnten im Kampf um Deutschland standen, heute weich werden, dann ist das der Beweis dafür, daß die deutsche Seele und das deutsche Gemüt sich zusammengefunden haben, geweckt und geführt durch den größten Deutschen aller Zeiten: Adolf Hitler. Zahnen heraus zur Feier des großen deutschen Sieges an der Saar! Gießen huldigt und dankt den Saar-Abstimmungsberechtigten Begeisterter Empfang am Bahnhof und in der Stadt. Der Empfang am Bahnhof und der Einzug in die Stadt werden in der Lokalgeschichte von Gießen alle Zeit unvergeßlich bleiben — das war ein gewaltiges Erleben, würdig des unvergänglich großen Geschehens am letzten Sonntag an der Saar! Abstimmungsberechtigte von der Saar! Ganz Deutschland dankt Ihnen aus übervollem Herzen für all das, w a s Sie Deutschland, was Sie der Bewegung und was Sie den deutschen Menschen getan haben! Dieses kleine Land liches Bild. Von 23 Uhr ab versammelten sich auf dem Bahnsteig 1 die Mitglieder der Kreisleitung, an ihrer Spitze der Kreisleiter K l o ft e r m a n n mit feinem Stellvertreter Hopfenmüller, weiter die Amtswalter der PO. Die SA.-Standarte 116 war durch Standartenführer Lutter mit feinem Adjutanten, Obersturmbannführer fünfer, ferner durch den Musikzug und Spielmannszug der Standarte und durch drei auf dem Bahnsteig ausgestellte Ehren- stürme mit Fahnen vertreten. Don der SS. waren neben den Absperrungsmannschaften vor allem noch zu bemerken die SS.-Standartenführer I a k o b e r und Ruhl. Die Stadt Gießen war durch Oberbürgermeister und Kreisleiter z. b. D. für Gießen- Stadt Ritter vertreten, das Kreisamt Gießen vertrat Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s , die Provinzialdirektion Provinzialrat Vogt. Ferner waren noch eine Anzahl weiterer Behörden durch ihre Leiter vertreten, ebenso sah man Männer der Leitung der Freiwilligen San-itätskolonne vom Roten Kreuz. Pünktlich um 23.30 Uhr lief ber Sonderzug in die Bahnhofshalle ein. Die Abstimmungsberechtigten wurden von dem Spielmannszug und dem Mufikzug ber SA. mit den Klängen des Saarliedes und von der Menschenmenge mit dem Hitlergruß empfangen. Im Nu kam die Begeisterung allenthalben zum Durchbruch. In herzlichster Weise wurde den Heimkehrern der Wlll- kommengruß entboten und sie dann, von frohen Kundgebungen der Volksgenossen begleitet, durch die Bahnhofshalle zum Bahnhofsplatz geuhrt. Auch hier wurde ihnen von der riesigen Menschen- Nun macht sich zwar der Luftwiderstand hauptsächlich erst bei Geschwindigkeiten von über 6 0 Kilometer in der Stunde wesentlich bemerkbar, um aber mit zunehmender Schnelligkeit außerordentlich stark anzusteigen. Dabei ist aber zu bedenken, daß man häufig auch aegen Öen ffimb fahren muß, wobei die Windgeschwindigkeit der Waqengeschwindigkeit hinzuzurechnen ist. Daraus folgt daß sich die Windschnittform schon bei wesentlich geringeren Geschwindigkeiten als 60 Kilometer lohnt Für die hohen Geschwindigkeiten auf Autobahnen ist sie die allein mögliche Gestalt, unb es muß daraus geachtet werden, daß nirgends Telle, wie Laternen, Türgriffe, Nummernschilder, aus dieser Form hervorragen. Es ist sogar wichtig daß die Fenster vollständig bündig tn der Außenhaut neaen, weil sonst dort bremsende Luftwirbel ent- Dk' Windschnittform hat Übrigens noch „rnften Vorzug, ber namentlich für den Selbstfahrer nicht zu unterschätzen ist: Die wind- toni tigen Wagen bleiben sauber An den bishen- Wnaen herrscht sowohl an den Seitenwanden den Wagen ein Unterdrück, M den aller Staub uf=>. eingefaßt wird. Wer je. mnfs in einem offenen Wagen mit Windschutz- Lewe gefa re7 ist weiß ja, daß dieser Staub bis hinter die Windschutzscheibe gelangt, und baß bre tRpnnher der Hintersitze nach einer solchen Fahrt Esehen wie die Müllerknechte. Am windschnittigen Wagen dagegen strömt die vorn zerteilte saubere San der ganzen Wagenoberflache bis Zur hintersten Spitze entlang und gestattet es dem Staub nicht hochzukommen und sich festzusetzen. Bei sehr schnellfahrenden Wagen muß man noch besondere Maßnahmen treffen, die die Fahr- licke rheitbei Seitenwind verbürgen. Bei ehr schnellem Fahren haften die Räder nicht mehr o feft auf der Straße wie sonst, well sie durch die ger ngste Unebenheit hochgeschlagen werden. Es a aber noch hinzu, daß der vom Kraftwagen hochgeworfene Fahrwind das Dach des Kraft wagens gewissermaßen hochsaugt, und zwar mit ®ner Kraft, die mehrere hundert K.kgramm betragen kann. Es gibt deshalb bei solchen Fahrten Augenblicke, wo ber ganze Wagen schwebt unb deshalb genau wie ein Luftschiff vom Sellenwmd abgetrieben wirb: bas kann so well gehen, baß e sich quer stellt. Was bies bei solchen Geschwindigkeiten bebeutet, kann man sich leicht ausmakn. Diese Schwierigkeiten kann man baburd) mtIbe^ baft man den Wagen hinten m t1 5J offen versieht wie sie ja auch die Luftschiffe haben, und nötigenfalls nach hinten anfteigenbe Flachen an- ordnet, die den Wagen auf die Fahrbahn drücken, da sie ja infolge ihrer Stellung gerade umgekehrt wirken, wie die hebenden Flügel eines Flugzeugs. Wird man nun dem Volkswagen auch diese Gestellt geben? Nun, der Volkswagen soll unter keinen Umständen minderwertig werden, und zwar einfach aber gut ausgeftattet sein; er muß natürlich auch den bevölkerungsfreundlichen Bestrebungen der Reichsregierung angepaßt sem, - U ganze Luftschiff „Graf 3eppehn ■ Wah r kommt das? Nun es kommt einmal daher, datz oie Luft vor der Fläche stark verdichtet, vorallenDin gen aber hinter der Flache sehr stark verdünn wird, weil nicht schnell genug Luft von der s her hinter die Fläche einstromen kann. Bei °°r Form eines Lustschiftes aber wird die Lust von der Lustschifsspitze geteilt und kann hinten an dem Wanken Heck allmählich wieder »usammens eßen, ohne daß dort irgendwo ein N kann. Daraus folgt daß man st ° l t d - r Lukitschi ss°e °"np°W°n"' das heißt ste luft- idÄ man°"denÄustwiderstand einer Scheibe vom Querschnitt einer Limousine - 1 OJ mit Luftwiderstand eines offenen Kraftwagens m fdmittform ohne bie bei einem Kraftwagen einmal unoermeiblichen vorstehenben Te'l a Daraus geht also hervor, welchen ungeheuren lluk bie Gestalt Des Kraftwagens auf den Luft- wiberftanb unb bamit auf bie Motorgroße unb ben | Brennstoffverbrauch hat. Schon lange vor bem Eintreffen bes Sonberzuges hatten sich auf bem Bahnhofsplatz, in der Bahnhofshalle unb ber oberen Bahnhofstraße, sowie in ber Liebigsiraße große Menschenmengen aufgestellt, um den Heimkehrern von ber Abstimmung trotz ber mitternächtlichen Stunbe ben herzlichsten Gruß barzubringen. In ber Bahnhofshalle hatte bie mit der Absperrung beauftragte SS. alle Hände voll zu tun, um durch die Menschenmauern hindurch eine Gasse freizuhalten, bie bem Derkehr ber Reisenben unb bem Abmarsch ber Stimmberechtigten Raum geben mußte. Ebenso war bie SS. auf bem Bahnsteig, je näher ber Zeitpunkt ber Ankunft bes Zuges kam, immer reichlicher mit ber Absperrung in Anspruch---, «v , t iI Mittlerweile marschierten auf bem menge herzlicher Gruß zuteil. Sondergericht in Gießen Sache von anderen gehört haben will. Nun hinaus in die köstliche Luft! Wenn unsere Abend. Fackelzug mitmarfchierenden Verbände müssen sich die Fackeln selbst besorgen. Diese Formationen treten ebenfalls um 19.45 Uhr auf Oswaldsgarten an. Antreten sämtlicher Formationen der SA. um 19.30 Uhr auf dem Landgraf- Vhilipp-Plah. Von dort in geschlossenem Auge Marsch zum Oswaldsgarten. Vach der Kundgebung Fackelzug durch folgende Straßen: vom Oswaldsgarten durch die Neustadl, Kaplans- gasse, Settersweg, Frankfurter Straße, Liebigstrahe, Ludwigstraße, Gartenstraße, Neuen Baue, Schulstraße, Kirchenplah, Lindenplah, Asterweg, Merner- wall, zurück zum Oswaldsgarten. Anschließend auf Oswaldsgarten großer Zapfen st reich. Die S A. tritt in großem Dienftanzng ohne Mantel an. ' . 1 . . " ' vcycu JJIUL |U/CU UHU JAU II LUUtril JJIU llUtltlllS Heroen versagen, wenn mir nicht mehr em und aus Londorf unter der Leitung von Herrn N i ck e l. Die wissen, wandern wir hinaus in die winterliche Land- Teilnehmer blieben noch lange bei nachfolgendem ffiW holen uns dort neue Kraft und frohen Konzert in angeregtester Stimmung beisammen. >?le. Schönheit der, Beim Abschied brachte man den scheidenden Künst» L ndlchast und die überwältigende Ruhe, sie werden fern nochmals herzlichen Beifall für den schönen uns mit tun Wir Pnnnoti in nnf nfton ffünnon v ' IUI 1 1 \ 1 des Führers Bürckel angesagte Gesamtergeb- n i 5 starke freudige Erregung aus. Ergriffen lauschten die Anwesenden seinen Ausführungen. Einen tiefen, nachhaltigen Eindruck hinterließ der W i l l - kommengruß des Führers an das Saarvolk, dessen tiefe, aus der Rede heraus zu hörende Ergriffenheit, sich auf die Zuhörer übertrug. Am Schluß der Uebertragung brachte Bürgermeister Dr. Hamm auf den Führer, dem das Resultat zu danken ist, ein dreifaches Sieg-Heil aus. Auch in der Stadtpost war ein Lautsprecher angebracht, an dem die Beamten und das Publikum mithören konnten. uns gut tun. Wir können ja auf allen Wegen wandern, kein Schmutz, kein Sumpf wird uns mehr hindern. Den Abschluß des Abends bildete eine Szene „Rundfunk in Londorf" der Herren Geiger, Nieren, Bolck. Eingerahmt wurde das Programm von schneidigen Märschen und Musikstücken des Musikvereins schen unmittelbar als etwas Wesensverwandtes anspricht und wie diese daraus neue Kraft und neuen Lebensmut für eigenes Schaffen und eigene Ge- meinschaftsgestaltung gewinnen. In den Lagern der wehrhaften Mannschaft legt die nationalsozialistische Volkstumsarbeit durch Gemeinschaftsgestaltung den Grund zur sozialistischen Volkskameradschaft. Es könnte nichts als oberflächliche Betriebsamkeit herauskommen, wen man versuchen wollte, Gemeinschaften und Gemeinschaftsformen aus dem Boden zu stampfen, statt in stiller und besonnener Arbeit die Voraussetzungen für ihr organisches Wachstum zu schaffen. Der Kampf um den neuen deutschen Menschen wird in jedem Einzelnen ausgetragen, nicht von Organisationen! Jedes Lebensbild muß von seinen Trägern vorgelebt werden! Wenn irgendwo, so wird in der nationalsozialistischen Volkstumsarbeit der Einsatz des ganzen Menschen gefordert. Kaninchenausstellung in Grünberg. + Grünberg, 14. Jan. Der hiesige Kanin- chenzuchtverein veranstaltete von Freitag bis Sonntag in der Turnhalle eine Lokalschau. Die Ausstellung zeigte etwa 90 Tiere von den verschiedenen Rassen, sowie eine Anzahl selbstbereiteter Felle und Pelzsachen einzelner Züchter. Von Erwachsenen wurde die Ausstellung hauptsächlich am Sonntag besucht, während die Schulen sie am Freitag und Samstag besichtigten. Dabei übernahm der als Preisrichter tätige Züchter B e h r e n d (Marburg) die Führung, indem er den Schülern die einzelnen Rassen erklärte und auf die Bedeutung der Kaninchenzucht und ihrer Erzeugnisse: Fleisch, Felle und Wolle hinwies. Nachfolgend bringen wir das Ergebnis der Preisverteilung. (Abkürzungen: EP.--Ehrenpreis: 1. P. = erster Preis; 2. P. = zweiter Preis; 3. P. = dritter Preis). Weiße Riesen: Minna Oswald, EP. Deutsche Widder: Karl Wagner, 1. P. Franz. Silber: Hans Frank, EP., 1. und 2. P., (dreimal). Große Chin- chilla: Hch. Röder, EP. (dreimal); Paul Friedrich, 1. P., 3. P. Weiße Wiener: Hans Keller, EP.; Gg. Wegen schwerer Beschimpfung der Reichsregierung und der SA. wurde der Hermann S ch r ö - Zehn Leitsätze der nationalsozialistischen Volkstumsarbeit. schleifen sie und kommen schon morgens mit geröteten Wangen und leuchtenden Augen in die Schulklasse. Im Stadttheater fand der Gemeinfchafts empfang der städtischen Betrie.bsge Vom Reichsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken-Nassau-Hessen, wird uns geschrieben: « Der Erbstrom unseres Volkes, an den wir mit tiefster Seele gebunden find, muß von uns in neuen Formen unserer Gegenwart gestaltet werden. Die nationalsozialistische Volkstumsarbeit will, an- knüpfend an das überlieferte Volksgut und Brauchtum, an der schöpferischen Gestaltung eines gegenwärtigen Gemeinschaftslebens im neuen Reiche milarbeiten. Die nationalsozialistische Volkstumsarbeit wendet sich nicht an das ungegliederte Volk schlechthin, sondern an feine organisch gewachsenen Gliederungen: die Stämme und Stände. Ein neues Volk wächst nur von unten, und wenn es uns nicht gelingt, Arbeitertum und Bauerntum zum Fundament des neuen Reiches zu machen, dann ist alle Arbeit vergebens! Indem wir die nationalsozialistische Volkstumsarbeit in den Werktag unseres Volkes hineintragen, erleben und erfahren wir, wie sie die deutschen Men- Die Kreisleitung teilt uns soeben — um 9.15 Uhr — die nachstehende neue und endgültige VerfügungzurFeierdes großendeut- schen Sieges an der Saar am heutigen Dienstagabend in Gießen mit: Am heutigen Dienstag, 15. Januar, um 2 0 Uhr, findet auf Oswaldsgarten eine große Kundgebung der gesamten Bevölkerung von Gießen, aller Gliederungen der Partei, aller Vereine, aller Verbände ufw. statt. Es ipr.cht pg. Ktostermann. Anschließend großer Fackelzug der gesamten SA., aller Gliederungen der Partei, aller Verbände und Vereine. Die Gießener Ortsgruppen treten mit allen politischen Leitern und mit Fahnen um 19.45 Uhr aus Oswaldsgarten an. Zum Fackelzug sind 200 Fackeln für die PO. bestellt. Die Gliederungen der Partei und die übrigen im Große Kundgebung der gesamten Bevölkerung aller Gliederungen der Partei, aller Vereine, Verbände usw. auf Oswaldsgarten Oie neue Landschaft. Wenn man lange Zeit auf einen guten Freund gewartet hat und er endlich mit großer Verspätung doch ankvmmt, dann ist die Freude doppelt groß. Wir schütteln ihm immer wieder die Hände und versichern ihm, welche Freude er uns durch sein Kommen bereitet hat. Gerade so geht es uns dieses Jahr mit dem Winter. Wie lange hat er gezögert mit seinem Erscheinen! Wir lebten ohne Sonne, wir erblickten jeden Morgen einen grauen Himmel, wir gingen durch Nebel und regenschwangere Lust, wir erkälteten uns und suchten das warme Zimmer. Fast in jedem Hause lag ein Kranker. „Wenn doch endlich einmal ein klarer Frost käme!" so seufzte man. Und nun ist er da. Alles hat sich verwandelt. Häuser, Bäume und Wege haben eine weihe Decke. Sanft und weich hat der Schnee alles verhüllt. Was einst grünte und blühte, dann aber schwarz und starr dastand, das glänzt nun im Schmuck des reinen Schnees. Die alten verkrüppelten Bäume am Straßenrand sind wie von einem Traum umsponnen. Die Schatten der Aeste erscheinen warm und blau. Und wie kräftig weht uns die scharfe Luft ins Gesicht! Tief atmend bleiben wir stehen. Sie tut uns wohl, diese frische, reine Winterluft. Die Schlittschuhe kommen an das Tageslicht, werden nachgesehen und geölt. Schon sind viele uns ooraus- geeilt in die Berge. Dort an den schneebedeckten Abhängen mit den langen Hölzern erlebt man den Winter am schönsten. Die größte Freude haben freilich die Kinder. Sie sind schon froh, wenn auf Pfützen und Gossen das blanke Eis fest ist. Da Oberhessen. »Kraft durch Freude" in Londorf. * In Lo n d o r f fand am Samstag in der Volkshalle ein großer Bunter Abend statt, der von der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltet wurde. Die Volkshalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Das Schneewetter hatte auch viele auswärtige Besucher nicht abgeschreckt. Die Vortragsfolge war sehr abwechslungsreich und wies jenes Niveau auf, das den Richtlinien der NS.-Gemeinschaft „KdF." entspricht. In rascher Folge zwischen Ernstem und Heiterem wurde gediegenes Kulturgut deutscher Dichtung und Kleinkunst in Wort, Ton und Ausdruck vermittelt. Um die Mitwirkung machten sich besonders Damen und Herren des Gießener Stadttheaters verdient. Den Auftakt des Abends bildete ein zusammen- gefaßter Bericht des Kreisobmanns der NS.-Kultur- gemeinde, Karl Christ, über Erreichtes und Zukünftiges. Dann rollten pausenlos und kurzweilig 3 Stunden Programm ab. „Wach auf du deutsches Land" und drei Volkslieder brachten der stimmstarke Gesangverein „Frohsinn" unter der bewährten Leitung des Dirigenten Herrn Kasten in prächtigem Vortrag zu Gehör. Gert Geiger las mit restloser Ausschöpfung Verse von Annacker und ein mahnendes Gedenken an den 13. Januar 1935. Von der heiteren harmlos-fröhlichen Seite lernte man den Künstler im weiteren Verlauf mit „Plaudereien zum Alltag" kennen. Seine gemütvolle Art brachte ihm schnell allseitige Sympathie und herzliche Anerkennung. Der Bassist Richard Stahl fang ein Rheinweinlied und „Deutschland — erwache!"; das volle Organ sowie die feine Art des Vortrags machten feine Darbietungen zu einem schönen Erlebnis. Am Klavier fand der Sänger in Herrn Kasten einen verständnisvollen Begleiter. Hilde Plank tanzte, entzückend im Temperament und Kostüm, zwei Tänze. Die noch jugendliche Tänzerin hat nicht nur Grazie, sondern auch ein äußerst sicheres Gefühl für Rhythmus. Karl Volck, bei feinem Auftreten herzlich begrüßt, rezitierte „Geschichten um Friedrich den Großen" und von Friedrich Stolze den „Parre Kännche". Der Künstler wußte sich in seiner humorvollen Behäbigkeit bald Raum zu schaffen für ein mitgehendes Schmunzeln und verstehendes Lachen. Kein Wunder, daß feine Vorträge Behaglichkeit und herzliche Wärme aufkommen/ ließen. Herr Nieren wirkte als Ansager und wußte durch seine launige Art sofort die Verbindung zwischen Bühne und Zuhörern herzustellen. Sehr eindrucksvoll gestaltete sich der Vortrag von Detlef von Lilienerons „Pidder Lyng", der am Vortage der Saar-Abstimmung be- onders tiefen Eindruck machte. Humorvolle Darbietungen in Versen und in Prosa brachten ihm ebenfalls viel Beiiall. barkeit, das wir dem Führer gegenüber haben müssen. So schwören wir auch heute, wie schon oft, aus tiefstem herzen diesem einzigen Deutschen Gefolgschaft, diesem einzigen Deutschen Treue, diesem einzigen Deutschen d i e Disziplin, die die Saarländer 15 Jahre lang und in den letzten Tagen wieder bewiesen haben. Diesem unvergleichlichen Führer Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil! Mit starker Begeisterung nahm die riesige Menschenmenge auf dem Bahnhofsplatz das dreimalige Sieg-Heil auf den Führer als Treugelöbnis und Huldigung auf. Anschließend wurden die ersten Verse des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschland- Liedes gesungen. Brausend erklangen die Gesänge über den weiten Platz zum nächtlichen Himmel empor. Der Marsch in die Stadt. Dann wurde zum Marsch in die Stadt angetreten. An der Spitze schritt die SS., ihr folgten der Spielmannszug uno Der Mupkzug der SA.- Standarte 116 unter Musikzugführer Herr- mann, dann kamen die Fahnen der Ehrenstürme der SA., anschließend die abstimmungsberechtigten saardeutschen Männer und Frauen mit dem Leiter der Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saaroer- eine, Polizeihauptwachtmeister Thum, an der Spitze. Ihnen schlossen sich die Ehrenstürme der SA. und die obengenannten weiteren Formationen der Bewegung sowie beiderseits und am Schlüsse eine riesige Menschenmenge an. Unter der flotten Marschmusik der SA. ging der Zug durch die obere Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuzplatz, Son- nenftraße zum Landgraf-Philipp-Platz. Ueberall während des Marsches wurde den saardeutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen von der in den Straßen stehenden Menschenmenge ein herzlicher Empfang bereitet, der ebenso wie die Begrüßung am Bahnhof die dankbare und starke Verbundenheit der Gießener Bevölkerung mit der deutschen Saar zum Ausdruck brachte. polizeihauplwachtnmster Thum als Führer der Ortsgruppe Gießen des Bundes der Saarvereine hielt nach der Ankunft auf dem Landgraf-Philipp-Platz eine kurze Ansprache, in der er der Bewegung und ihren Gliederungen, sowie allen übrigen Volksgenossen herzlichst für den erhebenden Empfang dankte. Er betonte sodann, die Saardeutschen hätten freudig die Abstimmungsschlacht an der Saar für Deutschland geschlagen, um auch dadurch unserem Führer Adolf Hitler zu helfen. Jeder Deutsche möge sich an dem Saarvolk ein Beispiel nehmen. Zum Schlüsse brachte der Redner ein von der Menge freudig aufgenommenes dreimaliges Sieg-Heil auf das treue deutsche Volk an der Saar aus. Gemeinsam wurde dann der erste Vers des Saarliedes gesungen. Damit fand die feierliche Einholung der saardeutschen Brüder und Schwestern in Gießen ihren Abschluß. Aus der provinzialhaupistadi. Oer deutsche Sieg an der Saar. Mit großer Freude vernahm man heute früh auch in Gießen die prächtige Kunde von der Saar. Jubelnden Herzens wurde überall der überwältigende Sieg der gerechten deutschen Sache begrüßt. Spontan kamen als äußere Zeichen der Freude über den deutschen Sieg im Saargebiet die Fahnen heraus. Die Glocken unserer Kirchen tönten mit jubelndem Klang über die Stadt. Noch lange sah man dann Volksgenossen in Gruppen beieinander- stehen, insbesondere auch vor dem Nachrichtenaushang an unserem Geschäftshaus, und mit frohem Gesicht das schöne Ergebnis der Abstimmung besprechen. Im Stadttheater fand für alle Beamten, Angestellten und Arbeiter der Stadtverwaltung ein Gemeinschaftsempfang statt, über den uns folgender Bericht vorliegt: Gemeinschastsenipfang im Gtadttheater. Heute kein Theater! Die Intendanz des Stadttheaters teilt uns soeben mit: Um allen Dienstag-Abonnenten und Theaterbesuchern die Möglichkeit zu geben, an den anläßlich des Saar-Sieges stattfindenden Kundgebungen teilzunehmen, lassen wir die Dienstag-Abonnent-Dor- fteUung ausfallen. Die Abonnenten haben Gelegenheit, die gleiche Vorstellung „Der König" am Mittwoch, 16., und Freitag, 18. Januar, zu besuchen. Festgeiäute in der Diözese Mainz. LPD. Das Bischöfliche Ordinariat Mainz hat unterm 13. Januar eine Verordnung herausgegeben, die bestimmt, daß nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses durch die Rcichsregierung ein feierliches Glockengeläute (mit mehrmaliger Unterbrechung) in allen Pfarr - und Filialkirchen der Diözese stattfindet. Dornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Spiel mit dem Feuer". — Oberhessischer Kunstverein, „Turmhaus am Brandplatz: 16 bis 17 Uhr 1. Jahresausstellung. — Evangelische Stadtmission: 10, 14.30 und 20.30 Uhr Biblische Vorträge. Und wenn wir am Abend körperlich müde, aber innerlich erfrischt zurückkehren, beim Hellen Glanz der funkelnden Sterne^ dann freuen wir uns schon auf den nächsten Morgen. So wirkt ein echter, starker Winter. Wegfall der Vertrauensmänner der Anaestelltenversicherung. Mit dem 31. Dezember 1934 sind die bisherigen Organe der Angestelltenoersicherung fortgefallen. Es endete damit auch die ehrenamtliche Tätigkeit der Vertrauensmänner der Angestelltenverficherung und deren Ortsausschüsse. Anträge auf Leistungen und Heilfürsorge der Angestelltenoersicherung sind daher künftig unmittelbar an die Reichsversicherungsanstalt in Berlin-Wilmersdorf, Ruhrstraße 2, ZU richten. Der Leistungsantrag kann auch beim Dersicherungsamt oder bei jeder anderen deutschen Behörde gestellt werden. Wünscht der Versicherte oder Betriebsführer Beratung ober Auskunft über Fragen der Angestellten- oersicherung, fo stehen ihm hierfür auch die örtlichen Rechtsberatungsstellen der Deutschen Arbeitsfront zur Verfügung, denen die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte die für- die Stelluna von Anträgen notwendigen Vordrucke ufw. auf Anfordern zuleiten wirb. Deutsche Arbeitsfront. Berufshauptgruppen — Berufsgruppe der Techniker. Am Dienstag, 15. Januar, spricht um 20.30 Uhr im Hotel Hindenburg, Seltersweg, Regierungs- Baurat Steinbach über das Thema „Aus der Bohrtechnik". Berufung nach Columbien. Wie wir hören, hat der columbianische Unterrichtsminister an den Studienrat Dr. Karl Glöckner in Gießen einen Ruf zur Leitung des höheren Schulwesens der Republik Columbien (Südamerika) ergehen lassen. In dem Berufungsschrei- betr wird besonders hervorgehoben, daß auf diesem Posten ein weithin fruchtbares Wirken im Schulaufbau Columbiens möglich fein werde. Herr Studienrat Dr. Glöckner war bereits in den Jähren 1924 bis 1930 im Unterrichtswefen der Republik Columbien tätig. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 15. Jan. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, frische Landeier 12 bis 13/ Eier (ausländische) 10 bis 13, (inländische Kühlhauseier) 10 bis 13, Wirsing (grün), das Pfund 10, Weißkraut 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 10 bis 12, Rosenkohl 20 dis 25, Feldsalat 70, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 20 bis 40, Schwarzwurzeln 22 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Aepfel, das Pfund 10 bis 15 Pf., junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 85 Pf., Gänse 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 35 bis 50, Salat 20, Endivien 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 30 Pf. * ** Geschäftsjubiläum. Am heutigen Dienstag, 15. Januar, kann Herr Jean Arnold im Schipka-Paß auf das 40jährige Bestehen feines Unternehmens zurückblicken. Herr Arnold steht im Alter von 78 Jahren feinem Geschäft noch in voller Rüstigkeit vor. der aus Gießen, der sich seit 26. Dezember v. I. in Untersuchungshaft befindet, zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte, der nach feinen eigenen Angaben etwa 10 Jahre der KPD. angehörte und auch heute noch in feinem Innern Kommunist ist, gab an, bei der Tat betrunken gewesen zu fein. Die Beweisaufnahme hat jedoch nicht ergeben, daß er so betrunken war, daß er nicht mehr wußte, was er tat. Der Peter Reber, zur Zeit in Untersuchungshaft, übte am 2. Dezember 1934 in Düdelsheim in der übelsten Weise Kritik an den Maßnahmen der Reichsregierung. Er verbreitete in außergewöhnlich lebhafter Weise Greuelmärchen, die dazu angetan wären, Unruhe in der Bevölkerung zu stiften. Er wurde zu vier Monaten Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft verurteilt. Der Johann G e r st l aus Landshut, ohne festen Wohnsitz, verbreitete Greuelmärchen über das Konzentrationslager Dachau. Er wurde dafür zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Strafer- fchwerend kam in Betracht, daß der Angeklagte erheblich vorbestraft ist und die Behauptungen dazu angetan waren, das Ansehen des nationalsozialistischen Staates schwer zu schädigen. Wegen Beleidigung der Reichsregierung stand der Otto Bolitsch aus Rohrbach vor den Schranken des Gerichts. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagte am 24. Dezember v. I., an dem Tage, an dem die Beleidigungen fielen, erheblich betrunken und auch über eine nach feiner Auffassung unberechtigte Forderung der Verwaltungsbehörde sehr erregt war. Da dem Angeklagten nach Auffassung des Staatsanwalts das Bewußtsein der Verächtlichmachung der Reichsregierung fehlte und da er sich schon frühzeitig zur nationalsozialistischen Bewegung bekannte, beantragte der Vertreter der Anklage wegen groben Unfugs sechs Wochen Haft, die mit der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Das Urteil lautete auf drei Wochen Haft, die mit der Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Hackler (Darmstadt) befaßte sich das Sondergericht gestern in Gießen zunächst mit einem Wanderburschen namens Becker, der wegen schwerer Beleidigung des Ministerpräsidenten Göring und des Reichsministers Dr. Goebbels, außerdem wegen Bettelei zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis und sechs Wochen Haft verurteilt wurde. Schließlich wurde die Ueberroeifung in ein Arbeitshaus angeordnet. Der Karl Schröder aus Leihgestern wurde zu 80 Mark Geldstrafe, hilfsweise acht Tage Gefängnis, verurteilt. Der Angeklagte, der ein Seifengeschäft betreibt, kam auf feiner Geschäftsreise auch nach Griedel. Dort behauptete er, die Qualität der Seife werde schlechter. Auf diese Weise glaubte er, seine alten Seifenbestände besser abfetzen zu können. In der Begründung betonte der Vorsitzende, daß die Behauptung des Angeklagten wohl dazu angetan sei, das Ansehen der Reichsregierung zu gefährden, jedoch habe er keine politische Tendenz mit dem Ausspruch verfolgt. Der Julius Schierling aus Geilshausen stellte am 7. Dezember 1934 in Stangenrod gegenüber einem Zeugen die unwahre Behauptung auf, der ehemalige Kreisleiter Dr. Harth aus Allendorf a. d. Lda. fyabe das Kruzifix aus der Kirche ent- . . / - - o - . fernen wollen, weshalb der frühere Bürgermeister meinfchaften statt, zu der Beamte, Angestellte feinen Rücktritt erklärt habe. Die Beweisaufnahme und Arbeiter unter Führung von Bürgermeister Dr. ergab, daß die Behauptung des Angeklagten voll- H amm erschienen waren. Die Bühne schmückte das > kommen erfunden war, was insbesondere von dem Hakenkreuz. Auf dem Souffleurkasten war der Ra-früheren Bürgermeister und auch dem Ortspfarrer dloapparat aufgebaut. Bis zum 1. Rang war der bekundet wurde. In feinem Plädoyer machte der Besucherraum dicht besetzt. Auch die Betriebsgemein- Staatsanwalt darauf aufmerksam, daß der Ange- schaft des Stadttheaters war mit Intendant König klagte im heutigen Staat lediglich Gastrechte ge- vollzählig anwesend. Bis zum Eupfang ver- nieße und sich von der Politik vollkommen fern- kurzte Musikubertragung die Zeit. Mit großer halten müsse. Er beantragte sechs Monate Gsfäng- Spannung wurde die Ankündigung der Gesamküber-; niS. Das Gericht erkannte auf eine Ge fängnis- tragung erwartet. Während die Worte des Leiters strafevondreiMonaten unter Anrechnung der Abstimmungskommission Rhode sehr reserviert von vier Wochen erlittener Untersuchungshaft, in- angegort wurden, löste das von dem Beauftragten dem es dem Angeklagten zugute hielt, daß er die des Führers Burckel anaefaate G e f (3 TTT t P T Ci P h: ffnrhß nnn nnXnr AH Xvl k aUam *** • tf mußten. Kreis Büdingen. 'JlüdiDriid oerbolen! 8 tforneftung noch nicht. kannt. Den Kasienbericht, der mit einem Ueberschuß von ca. 50 RM. endete, erstattete der Kassierer Wilhelm Grieb. Die Kasse wurde von den Mitgliedern Karl Faber und Ernst Z e i ß geprüft und für richtig befunden, worauf dem Kassierer, sowie dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt wurde. Den Kontrollbericht über den Besuch der Singstunden gab der 2. Vereinsführer Wilh. Kleindienst bekannt. Es wurde dann beschlossen, in diesem Jahre wieder einen Familienabend zu veranstalten. Der Dereinsführer gab noch einen kurzen Rückblick über das abgelaufene Jahr. Er sprach allen denen, die ihm im vergangenen Jahre mit Rat und Tat treu zur Seite standen, insbesondere dem lieben Dirigenten Georg Same s für seine unermüdliche Tätigkeit im Verein, den herzlichen Dank aus. Mit drei- fachem Sieg-Heil auf das deutsche Lied, unser geliebtes Vaterland und unseren Führer Adolf Hlt- ler , sowie dem Gesang des Deutschlandliedes und des chorst-Wesfel-Liedes fand die gutoerlaufene Versammlung ihren Abschluß. — Die Eintopfer- sparnisse vom Sonntag, die vom BdM. gesammelt wurden, brachten den Ertrag von 53,60 tz. Nidda, 14. Jan. In unserem Städtchen von etwa 2600 Einwohnern wurden im Jahre 1934 23 Ehen geschlossen (1933: 27) und 34 (22) Kinder geboren. Demgegenüber sind 30 (21) Sterbefälle da er früher schon einmal sich ähnliche Unredlichkeiten hatte zuschulden kommen lassen, der Polizei übergeben. cxd Ettingshausen, 14. Jan. Bei der Hol z- oersteigerung wurden gute Preise erzielt. Es kosteten pro Raummeter: Buchenscheite 8 bis 9 RM., Buchen-Stammknüppel 7 bis 8 RM., Buchsnknüppel 5,50 bis 6,50 RM., Kiefernknüppel 3 bis 4 RM., Fichtenknüppel 3 bis 4 RM., Buchenwellen erzielten je 50 Stück 8 bis 9 NM. ■y Großen-Linden, 14. Jan. Gestern fand die Jahreshauptversammlung des Eisenbahnoereins Großen-Linden und Umgegend im Saale des Gasthaus „Zur Linde" statt. Nach der Begrüßung durch den Vereinsführer, Reichs- bahnsekretär Daniel Spehrer, fand die Ehrung der Mitglieder Ludwig Hantel, Karl Junker und Wilhelm Weber statt, die 25 Jahre im Dienste der Reichsbahn stehen. Zur Erinnerung wurden den Jubilaren Gedenkblätter überreicht. Anschließend erstattete der Vereinsführer den Jahresbericht. In drei Fällen hatte die Bezirksfürsorge hilfespendend eingegriffen, und mehreren in Not geratene Vereinsmitgliedern war Unterstützung Gerlinde konnte nicht einen Finger rühren. Schweigend sah sie zu, wie Lotte den Deckel hob und... „Ah!" Der kostbare Fehmantel lag darin, den Gerlinde gestern vorgeführt, und wegen dessen sie heute von Ria Velten so häßliche Worte gehört hatte. „Süßes, er schenkt dir diesen herrlichen Mantel. Linde, du Glückspilz, er ist in dich verliebt! Ach, du bist ja beneidenswert glücklich!" Sie überstürzten sich in ihren Beteuerungen. Gerlinde aber stand unter ihnen steif wie em Pfahl. Plötzlich aber legte sie den Kopf auf bte Tischplatte und brach in lautes Schluchzen aus. „Das wagt er mir zu bieten — dieser fremde Mensch, der mich gar nicht kennt, und den ich nicht kenne. Einen Pelzmantel wagt er mir zu schicken ... Was denkt er von mir?" Kind, beruhige dich doch!" tröstete die blonde Erna, obgleich sie sich gestehen mußte, daß sie Gerlinde S^inbrück überhaupt niete begriff. Sie hatte ihrer Meinung nach selig sein müssen Gerlinde aber beruhigte sich nicht. Vielleicht war auch zuviel auf sie einqestürmt in den wenigen Tagen, nachdem ihr Leben vorher so ganz ruhig und gleichmäßig verlaufen mar * „Hier kann nur Fraulein Scholz helfen , sagte Lotte endlich. Selbst ihr Mundwerk war jetzt am Versagen. v _ f. . Inzwischen aber geschah etwas anderes. Gerlinde wurd- in die Direktion gerufen. Sie erschrak furchtbar. Dann aber raffte sie sich auf, spülte das verweinte Gesicht mit eiskaltem Wasser und stürzte hinaus. t Der Abteilungschef aus der Pelzwarenabteilung hatte natürlich den außerordentlichen Vorgang gemeldet. .. .. . Liebes Fräulein Steinbruck", empfing sie der Pr'ovagandachef, der sie damals engagiert hatte, mit freundlichem Gesicht, „Sie haben ja schon allerhand erlebt, seit Sie bei uns hier eingetreten sind. Gerlinde lächelte. Das fand sie allerdings auch. Zunächst das große Glück mit dem Auto und jetzt — ich meine heute — schenkt Ihnen ein Kunde von uns diesen herrlichen Pelzmantel. Ich hoffe, daß Sie sich recht gefreut haben. Das kommt doch wirklich nicht aNe Tage vor." Gerlindes Gesicht aber hatte sich im Moment verwandelt: ,Verzeihen Sie, bitte, vielmals, aber ich kann em solches Geschenk nicht annehmen. Niemals!" kam es fest von den feinen Mädchenlippen. „Donnerwetter!" Der Propagandachef pfiff durch die Zähne. Das Mädchen fing an, ihm zu impo- > nieren. Jede andere hätte wahrscheinlich einen Luftsprung gemacht vor Freude, und diese hier lehnte kategorisch ab. , , . ■ Ich hoffe, daß Sie sich die Angelegenheit noch ein- l mal überlegen. Es ist nicht nur einer unserer besten Kunden, den wir dadurch, daß Sie ablehnen, ver- > Holzheim, 13. Jan. Am Samstag fand die Holzversteigerunq im hiesigen Gemeind^ und Markwald statt. Die Preise waren ziemlich hoch. Der Durchschnittspreis betrug für zwei Raummeter Buchenscheitbolz 23 RM., Buchenknuppel 16 RM., 50 Buchenwellen 7 bis 10 RM. — Am Samstagabend fano die diesjährige Generalversammlung des Gesangvereins „Harmonie" im Vereinslokal bei Gastwirt und Dirigent Sarnes statt. Nach ein"M schön vorgetragenen Chor eröffnete der Vereinsführer, Landwirt Heinrich Jung, die Versammlung. Dann gedachte der Vereinsführer der Verstorbenen des vergangenen Jahres, wobei sich alle Anwesenden von ihren Plätzen erhoben. Den Jahresbericht gab Schriftführer Denhardt be- Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). Der Abteilungschef war zum zweiten Male an diesem Tage sprachlos. Endlich wagte er einzuwerfen: „Wann dürfen wir den Mantel dem gnädigen Fräulein zusenden?" Jetzt lächelte Gersheim wie ein Junge. „Nein, nicht so... Sie haben ja gesehen, daß die Dame feinen Wert mehr auf diesen Mantel legte. So möchte ich ihn derjenigen schenken, für die er fast gearbeitet zu sein scheint: der jungen Dame, die ihn gestern und auch heute vorsührte." „Wie meinen Herr Baron? Verzeihung, habe ich recht verstanden? Der jungen Dame, die..." „Ja, derselben. Wie heißt sie?" „Fräulein — Fräulein Steinbrück." Der Abtei- lun'qschef war ganz nervös. Das hatte er noch nicht erlebt, solange er bei der Firma war. So etwas Buß, EP. (zweimal), 2. P. (zweimal), 3.P. (zweimal): Otto Kreuder, EP., 1. P. Japaner: Walter Horst, EP. (dreimal), 1. P. (dreimal), 2. P. (dreimal) 3. Preis (zweimal). Alaska: Hch. Röder, EP. (zweimal) 1. P-; Minna Oswald, EP.; Konrad Biedenkopf, l.P-, 2. P- (zweimal): H. Keller, 2.P. Ga Buß, 3. P. Marburger Feh: Paul Friedrich, 1 Preis. Gelbsilber: Karl Wagner, 1. P. (zweimal), 2 Preis. Schwarzloh: Ehr. Stühler, EP. (zweimal) 1 D 2. P. (zweimal); Karl Henkel, 1. Preis; Karl Repp, 1-P-, 2. P. Russen: Karl Repp, 2. P. (zweimal). Angora: Walter Horst, EP., l.P. (dreimal), 2. P-; Christian Stühler, 2. Preis. Ergebnisse der Jugendgruppe: Havanna: Hans Buß, 3. P. Alaska: Heinz Röder, I.P.; Hermann Hagen, 1. P., 2. P.; Otto Schönhals, 2. P. Marburger Feh: Hans Buh, 2. Preis. Schwarzsilber: Hans Buß, l.P. Braunsilber: Emil Buß, l.P. (zweimal). Schwarzloh: E. Buß, l.P. Deutsche Widder: Walter Wagner, 3. P. Hermelin: Emmi Horst, l.P. (zweimal). Landkreis Gießen. = Wieseck, 14. Jan. Die hiesige Ortsbauern schäft hielt am Samstagabend im Saale der Wirtschaft Keller die erste Winterversammlung ab, um Aufklärung über die vom Reichsnährstand eingeleitete Erzeugungsschlacht zu erhalten. Nach herzlichen Begrüßungsworten durch den landwirtschaftlichen Ortsfachberater Rodenhausen sprach Landwirtschaftsassessor Dr. Lutz von der Bäuerlichen Werkschule Gießen über das Thema: „Die zweite Welle der Erzeugungsschlacht." Er führte u. a. aus: Die Erzeugungsschlacht will eine Erhöhung der Erträgnisse des deutschen Bodens und damit eine Verbesserung des deutschen Kulturlandes überhaupt. Wenn dann noch durch die Maßnahmen des Arbeitsdienstes die Millionen Hektar ungenutzt liegenden Sumpf- und Moorgeländes innerhalb der Reichsgrenzen anbaufähig gemacht sein werden, wird das deutsche Volk schollenährig geworden sein. Eine solche voll ausgenutzte Landwirtschaft wird nicht nur eine Stärkung des Binnenmarktes bedeuten, sondern auch das stärkste Rückgrat der erneut im Aufblühen begriffenen deutschen Industrie sein. Bis zur Machtübernahme durch die neue Regierung wurden der deutschen Volkswirtschaft alljährlich gewaltige Geldmittel zur Einfuhr ausländischer Futtermittel entzogen, die oft eine Milliarde Mark überschritten. Viele dieser vornehmlich eiweißhaltigen Futterstoffe können durch einheimische ersetzt werden. Mehr als seither müssen die Wiesen, die Mütter des Ackers, in Pflege genommen und neben einer richtigen Regelung der Wasserverhältnisse eine planmäßige Düngung durchgeführt werden. Auch dem Klee- und Luzernebau muß der Bauer mehr Aufmerksamkeit widmen. Um die Grünfuttermittel in Zeiten des Ueberflusses vor dem Verderben zu retten und deren Nährwert zu erhalten, sind Siloanlagen notwendig, bei deren Errichtung seitens der Reichsregierung Zuschüsse gewährt werden. Nötig ist auch eine richtige Fütterung, da nur vom Leistungsfutter Erträge zu erwarten sind. Mehr und mehr muß der deutsche Bauer auch wieder den Anbau von Oel- und Gespinstfaserpfanzen betreiben. Während noch um 1870 250 000 Hektar mit Flachs bebaut waren, sind,es jetzt noch kaum 3000. Der Redner erntete für seine klaren Ausführungen reichen Beifall. In der Aussprache wurde noch manche Frage geklärt. Nach herzlichen Dankesworten an Redner und Versammlung wurde die Tagung durch Ortsbauernführer Rodenhausen in üblicher Weise geschlossen. * Albach, 14. Jan. Am gestrigen Sonntag veranstaltete der Kaninchenzuchtverein im Saale der Gastwirtschaft Will seine dritte lokale Ausstellung. Die Leitung lag in Händen des 1. Vorsitzenden Karl Hermann, der am Nachmittag in Anwesenheit von Vertretern der Behörde, d-r Schule und zahlreich erschienenen Gästen aus Albach und den umliegenden Ortschaften bte Ausstellung eröffnete und im Namen bes Vereins seinen Dank aussprach für bte von ben Mitgliedern gut beschickte unb von Einwohnern unterstützte Ausstellung. Anschließenb hielt ber Mitbe- „Unb bu willst ihn nicht behalten? Linde, du bist ein Schaf!" Giselas Augen flammten. „Siehst du denn nicht, daß er in dich verliebt ist? Er schenkt dir noch mehr. Alles, was du willst. Küken, dann denk an deine arme Schwester!" „Nein, Gisa, denk wie du willst! Ich nehme (eine Geschenke an von einem fremden Manne. Die Rosen hätten mich gefreut und der Brief auch ... Gerlinde atmete tief. Sie ahnten ja nicht, rote sehr sie sich über die Rosen unb ben Brief gefreut hatte. „Nein, Gerlinbe, niemals nimmst bu so etwas an — niemals! Ober ich würde mein Kind nicht mehr kennen." Jetzt war die Mutter nicht die blasse, versorgte Frau, jetzt war sie die einstige Komtesse von Nyssen, in der der ganze Stolz ihres Blutes lebendig war. Gerlindes Augen leuchteten. Wir vornehm die Mutter jetzt aussah, wie schön in ihrem Stolz! „Ihr kommt bestimmt nicht weiter. Ich weiß nicht, woher ihr beide das habt. Bettelarm und stolz rote die Grafen Daß Muttchen eine geborene von Nyssen ist, dafür können mir nichts kaufen, unb davon finb mir bisher noch niemals satt geworden, wenn Linde ietzt nicht das Geld verdiente als Mannequin und sie nun dieses fabelhafte Glück gehabt hätte", haftete Gisela heraus. Mutter unb Gerlinde wechselten einen Blick, den Gisela aber wohl erhascht hatte. „Sihr braucht euch nicht heimlich anzuaucken. Macht, was ihr wollt. Uebrigens, ich habe auch eine Ueberraschung. Untere Meisterin hat mir ein Engagement in der Verdi-Diele verschafft. Ich tanze dort vom Ersten an jeden Abend drei Soloeinlagen. So — das itt mein Anfang!" „In der Verdi-Diele? Hat das Haus einen guten Ruf?" fragte die Mutter schon wieder ängstlich. . ..Ja, Muttchen. Da kannst bu ganz ruhig sein. Dort verkehrt sehr gutes Publikum", antwortete Gisela. Die Mutter seufzte heimlich. Warum konnte nur nicht einmal alles gut und ruhig sein? Jetzt hätte man aufatmen können. Ein wenig sorgloser wieder leben. Unb nun: Gisela machte ihr mehr Sorge, als sie es Gerlinde anvertrauen konnte. „Ja, unb rote soll ich es mit bem Auto machen, Muttchen? Vielleicht ist sein Angebot höher, als ber wirkliche Wert bes Wagens ist? Ich will mir nichts fch-'nten lassen, auf keine Weife." Gerlinbe sah bte Mutter fragenb an. „ßinbe, mit bir kann man sich überhaupt nicht mehr verstehen. Mach, was bu willst, aber bas eine kann ich bir schon jekt sagen: Zu febem kommt nur einmal das große Glück. Wenn du es jetzt nicht festhältst, bann ist es weg, und du guckst hinterher , eiferte Gisela schon wieder. Die Schwester aber schwieg. Sie suhlte, Gisela hatte unbewußt die Wahrheit gesprochen. Sie konnten sich auch nicht mehr verstehen. Das, was Gisela Glück nannte, war für Gerlinde kein Glück. (Fortsetzung folgt!) Gedenkt der hungernden Tiere! RNchsbund Volkstum unb Heimat Landschaft Rheinfranken-Vassau-hesfen Fachamt Tierschutz. NIVEA mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack Eine Stunde vor Geschästsschluß brachte ein Boy einen herrlichen Strauß dunkelroter Rosen und ein riesenhaftes Paket in ben „Sptegelfaal , wo die Mannequins gerabe probierten. „Für Fräulein Steinbrück", sagte er mit verschmitztem Lächeln unb überreizte Gerlinbe einen Bries, ber markige, vornehme Schriftzuge hrug. „Eine kleine Aufmerksamkeit für bie nutzlosen Bemühungen heute mittag, unb bte ergebensten Grüße. m „ Günter Freiherr von Gersheim. Gerlinbe hatte das Kuvert geöffnet und starrte fassungslos auf die Zeilen. Die Kolleginnen umbängten sie unb schauten ih über bie Schulter. „Kinber, bie Welt geht unter! Lotte Mehnert war außer sich. „Gersheim ist m unsere Süße DßL$ör’ auf, Lotte!" Zum ersten Male sahen bie Mädchen die sonst so sanfte Gerlinde erregt. Einen Augenblick waren sie verdutzt, doch bann lachten sie um so schallenber. , „Unb unsere Süße in ihn. Oh, gestern n ch konnte sie nicht begreifen, baß ... Unb heute t Lotte nahm eine Schere, unb schwups, ehe Gerlinbe es verhinbern konnte, hatte sie bie Schn bes großen Pakets zerschnitten. Das war \a ein Karton ber eigenen Firma? RM. für bas Winterhilfswerk ein. j) Lich, 14.Jgn. Der Alicefrauenverein L i ch bereitete am Samstag ber Bevölkerung einen erhebenben Abend eigener Art des Frohsinns unb der Heiterkeit in der bis auf ben letzten Platz besetzten Turnhalle. Nach einleitenden Musikvorträgen der Kapelle Schmidt unb verschiebenen Gesangsvorträgen des Frauenchores Lick unter Leitung von Frl. M. Jäger wurde unter Der Spielleitung der Prinzessin Elisabeth von Solms- Hohensolms-Lich der Schwank „Kathrinche von Garbenteich will heiraten", ein Spiel drolligster Einfälle, ungezwungener Heiterkeit und Laune zur Aufführung gebracht. Das Kathrinche in feiner Naivität (allen Lichern noch in lebhafter Erinnerung von dem im Sommer 1933 im Schloßgarten stattgefundenen Volksfest, und damals, wie heute in natürlicher, herzgewinnender Weise von der Prinzessin Elisabeth dargestellt) brachte schon durch sein originelles Aeußere, insbesondere jedoch durch seine zwergfellerschütternden Einfälle und Einwände immer wieder die Lachmuskeln der Zuschauer in Bewegung. Auch bie übrigen Darsteller wußten ihren Rollen bie rechte Note zu geben, so baß am Schlüsse bes Spieles allen Mitwirkenben reicher Beifall zuteil würbe. Der Ortsgruppenamtsleiter ber NSV., Pg. Lehrer Nickel, richtete im Anschluß an bie Aufführung noch eine kurze Ansprache an bie Besucher, in ber er ben Spielern ben Dank im Namen ber NSV. aussprach unb gleichzeitig noch einmal auf ben 13. Januar, ben Abstimmungstag im Saarlanb, hinwies. Als Treuegelöbnis erklang bte gemeinsam gesungene erste Strophe bes Saar- liebes. Der Reinertrag ber Veranstaltung fließt bem Winterhilfswerk zu. Kreis Schotten. LPD. Schotten, 14. Jan. In bem Kreisort Efchenrob hat sich in ben letzten Tagen die Grippe so stark ausgebreitet, baß bie Schule zunächst auf brei Tage geschlossen werben mußte. Mehr als zwei Drittel ber Schulkinber sind erkrankt. Bei ben .Holzhauern ist ber Ausfall an Arbeitskräften burch bie Krankheit so groß, bag mehrere Holzhauerrotten zusammengelegt werben burch ben Verein zuteil geworben. Als Verbinbungs- mann zwischen der Eisenbahnfürsorge unb NSV. hat ber Vereinsführer ben Reichsbahnbetriebsassistenten Pg. Heinrich G ü m b e l ernannt. Die Mitglieberzahl hat sich seit bem Vorjahre von 324 auf 331 erhöht. Vier Mitglieber finb im Jahre 1934 gestorben. Ihr Anbeuten wurde in üblicher Weise geehrt. Der Kassenbericht ergab ein günstiges Bild. Als Ausflugsort ist in diesem Jahre Bad Ems vorgesehen. Dem Winterhilfswerk wurde ein ansehnlicher Betrag überwiesen. Das Mitglied Ludwig Langsdorf dankte im Namen der Versammlung dem Vorstand für seine mühevolle Arbeit. Der Vereinsführer hob in seinem Schlußwort die gewaltigen Leistungen der Eisenbahnen in unserem deutschen Vaterlande hervor. Hierbei erinnerte er noch einmal an die ungeheure Inanspruchnahme des Materials unb ber Bediensteten während des Weltkrieges. In zäher Arbeit sei nach den Reparationslieferungen von Lokomotiven und Eisenbahnwagen und den Verschleiß des noch verbliebenen Betriebsmaterials mit dem Wiederaufbau begonnen worden. Heute fei die deutsche Reichsbahn, dank der unermüblichen Tätigkeit aller Bebiensteten wieder das vorbildliche und sicherste Verkehrsunternehmen geworden. Die Eisenbahnvereine hätten hierbei schon seit der Gründung ihre Aufgabe, sozial zu wirken und ihre Mitglieder im nationalen Sinne zu erziehen, stets mustergültig erfüllt. Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer und das VaterlaM) unb mit bem Gesang bes Deutschlanb- unb Horst- Wessel-Liedes sand bie Versammlung ihren Abschluß. letzen könnten, sondern — ich glaube, Sie könnten auch einen Mantel gebrauchen." , „Ich brauche keinen Pelzmantel. Niemals! Es ist mein letztes Wort. So leib es mir tut, Herr Doktor, Ihnen wibersprechen zu müssen, aber ich glaube, bafj das Verletztsein eher auf meiner Seite liegt. Wie kommt ein fremder Herr dazu, mir solche Geschenke zu machen?" Gerlinde sprach jetzt ganz flüssig. Doktor Hermann, der Propagandachef, staunte immer mehr. Dieses kleine Mannequin hatte nicht nur bas Aussehen, sondern auch die Art einer jungen Dame aus den allerersten Kreisen. Es war ihm unmöglich, hier noch ein Wort zu sagen. Im stillen mußte er dem jungen Mädchen, vor dem seine Achtung gewaltig wuchs, recht geben. ,Ich kann Ihre Entscheidung nicht beeinflussen, Fräulein Steinbrück. Ich kann Ihnen nur ben Rat geben, sich alles noch einmal zu überlegen. Vielleicht beschlafen Sie bie. Sache erst mal, ehe Sie etwas Voreiliges tun." Damit war für ihn bie Unterrebung beendet. . „Vielen Dank", sagte Gerlinbe teife unb ging ba- °°,.iin fonberbares Geschöpf", murmelte der Mann. ..Aber wenn unsere Mäbels alle so viel Charakter hätten, stäube es besser um sie." Gersheims Brief steckte Gerlinbe mit einem legen Seufzer in ihr Täschchen. Und die Rosen? Si» überlegte, doch dann sagte sie sich, baß die Mutter die Blumen so liebte; unb rocnn sie ihr alles erzählte, mürbe sie wohl auch verstehen. Doch den Mantel ...? Soviel Ne Kolleginnen auch drängten. Gerlinde blieb bart. Keinen Blick warf sie mehr dahin. So hänofe ihn Lotte weg unb gab Fräulein Sckolz den Schlüssel zu bem Schwank, in bem sie den kostbaren Mantel verwahrt hatte. Mit Gerlinde bat sich nvt einem Schlage olles aeänbert", saoten die fünf Mannequins aus bem Modehaus Merkur. „Bei uns ist es interessant geworden. Jeden Tag vgssiert was." Nur Gerlinde selbst dachte anders. Gewiß, sie baffe viel erlebt. So viel wie nie zuvor. Aber in ihr hatte sich nichts geändert. Oder doch? Wollte sie es sich selbst nicht eingestehen, daß her Blick von Gersheims Augen ihrem Herzen Ne Ruhe genommen hatte? Ihr Herz hatte gefühlt daß seine Augen traurig blieben, auch wenn sein Mund lachte. Und ihr Herz litt unter diesem seltsom"n Widerspruch, wenn ihr Verstand auch baoeoen stritt unb immer roteber sagte, daß sie dieser fremde Mann nicht interessiere, unh daß sie sehr böse auf ihn sei. Als sie an diesem Abend heimkam, war die Schwester anwesend. .Siehtt bu, Muttch-n, ick habe immer gefaat: Wir erobern uns bie Wett, ßinbe so. ich so — jebe auf ihre Weise", saote Gifela ungestüm. "Dann aber rourh» sie immer ersteunter, als Gerlinde ihnen bas Erlebnis bes heutigen Tages erzählte. grünber, Ehrenmitglied Ludwig Gerhard, einen Vortrag über ben wirtschaftlichen Wert ber Klein- tierzucht. Für bie Bewertung ber Kaninchen war Preisrichter Ullrich- Gießen gewonnen. Sein Urteil hatte folgenbes Ergebnis: Belg. Riefen: Karl Hermann 1. unb 3. Preis. Groß-Chinchilla : Heinrich Hahn 1. unb 2. Preis; ßubroig Neeb II. 2. unb 3. Preis. Rheinische Schecken: Wilhelm Stumpf Ehrenpreis. Japaner: ßubroig Arnolb 2. Preis. Schwarz-Silber: Wilhelm Stumpf Ehren- unb zwei 2. Preise; Wilhelm Schmibt unb Jakob Burk je einen Ehrenpreis; Wilhelm Will unb Karl Schmibt je einen 1. Preis; ßubroig Becker 1. unb 3. Preis; Karl Happel zwei 2. Preise; H. Koch 3. Preis. Hollänber : Michael Then 3. Preis. Das Diplom bes Reichsverbanbes deutscher Kleintierzüchter erhielt Wilhelm Stumpf für beste ßeiftung. rog. Großen-Buseck, 14. Jan. Der Gesangverein „Heiterkeit-Sängerkranz" Großen-Buseck hielt im Vereinslokal bei Gastwirt Wilhelm Wagner seine Generalversammlung ab. Der Vereinsführer Wilhelm Seipp berichtete zunächst über bie Rechnungsablage. Die Kasse, bie von bem Rechner ßubroig Schneiber in mustergültiger Weise geführt würbe, wies einen guten Bestand auf. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Da von den beiden Vereinsdienern Heinrich Kloos und Wilhelm Pfeiffer letzterer fein Amt niedergelegt hatte, wurde Heinrich Kloos für das Dieneramt allein verpflichtet. Der Verein zählt gegenwärtig 63 aktive Sänger. Der Chorleiter, Konrad Nicolai, sprach im Verlause bes Abenbs über bie Bebeutung bes Gesangs unb forberte alle Mitglieber auf, auch für bie Zukunft regelmäßig , unb pünktlich bie.Gesangsstunben zu besuchen. Mit | dem Gesang bes 'Saarliebes unb mit breimaligem „Sieg-Heil!" auf ben Führer unb Volkskanzler Adolf Hitler schloß ber Dereinsführer bie Versammlung. — Der Turnverein 1899 Gr o - ßen-Buseck hielt seine Generalversammlung ab. Nach bem gemeinsam gesungenen ßieb „Turner auf zum Streite" begrüßte ber Vereinsführer Größer die Teilnehmer. Er gedachte kurz der im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder, des Reichspräsidenten von Hindenburg unb ber Gefallenen bes Weltkrieges. Schriftführer Damm berichtete fobann über bie Arbeit bes vergangenen Jahres. Oberturnwart Stephan richtete ben Appell an bie Turner, sich immer regelmäßig an ben Turnftunben zu beteiligen. Schatzmeister Henß gab ben Rechnungsbericht bekannt, ber in Orbnung befunben würbe. Sobann mürbe Turnbruber Karl Hahn als Stellvertreter bes Vereinsführers, ferner als Diet- unb Jugenbwart vom Vereinsführer ernannt. In feiner kurzen Ansprache legte Karl Hahn bie Arbeit ber DT. klar. Mit „Sieg-Heil!" auf Volk unb Führer würbe bie Versammlung geschlossen. § Mainzlar, 14. Jan. Die am vergangenen Sonntag von ber NSV. burchgeführte Eintopf- [ammlung ergab in unserem Orte ben Betrag von 43 Mark. — Am Sonntagnachmittag hielt ber hiesige Männergesangverein bei Gastwirt Friebrich Koch seine Generalversammlung. In ber Aussprache würbe ber mangelhafte Besuch ber Ge sangstunben, sowie bie finanzielle ßage bes Vereins besprochen. Mit bem festen Willen, bas Stück Kulturgut, bas burch bie Pflege bes ßiebes unb ber Sangeskunst von bem Verein geleistet wirb, auch fernerhin zu erhalten unb weiter zu förbern, behielt ber seitherige Vorsitzenbe ßubroig ßemp weiterhin bie Führung. + Treis (ßumba), 14. Jan. Heute früh geriet bas Benzinauto Olex beim Begegnen mit einem Personenauto in ber Nähe ber Kirche ins Gleiten unb fuhr mit aller Gewalt gegen das Rathaus, wobei bte Sübwanb eingedrückt würbe. Die Schulbfrage ist noch nicht geklärt. — Dieser Tage täuschte ber Geselle eines hiesigen Bäckers, umbieUnterschlagungvon Kunbengelbern zu verbecken, einen R aub - überfall vor, ber ihn zwischen Mainzlar unb hier betroffen haben sollte. Bei ber polizeilichen Vernehmung gab er ben Schwinbel zu unb würbe, Auf Skiern im hohen Vogelsberg. Der $of)e Vogelsberg prangt seit einer guten Woche im Winterkleid. Der Winter hat also, wenn auch spät, sichtbar Einzug gehalten, obwohl er nach dem Kalender längst hätte energischer auftreten müssen. Die Schneedecke auf dem Hoherodskopf war zuerst nur bescheiden: 15 Zentimeter! Das machte auf die Skiläufer noch keinen großen Eindruck. Bei einer so leichten Schneedecke tun jedem einigermaßen „Zünftigen" die Skier leid. Zudem es auf dem Hohe- rodskopf mehr Steine gibt, als im Klubhaus Würstchen zur Skisuppe. Nachdem nun aber Ende der vergangenen Woche noch etwa zehn Zentimeter Schnee gefallen waren und für die Nacht zum Sonntag noch einige Zentimeter in Aussicht standen, so gab es kein Halten mehr, insbesondere nicht bei jenen, die zu Weihnachten Skier bekommen hatten und darauf brannten, sie einzuweihen. Eine stattliche Anzahl der Freunde des Wintersports unserer Stadt fuhr schon am Samstag, die Mehrzahl, viele Hunderte, aber am Sonntag zu früher'Stunde. Die Post mußte allein fünf Omnibusse zur Verfügung stellen, die bis auf den letzten Platz besetzt waren. Viele andere benützten die Eisenbahn. Von Frankfurt aus fuhr ein Sonderzug nach Hartmannshain, der mit etwa 400 Personen besetzt war. In rascher Fahrt ging es durch das winterliche Oberhessen. Mit Befriedigung wurde festgestellt, daß die Schneedecke kräftiger wurde, je näher man dem Ziele kam. Breungeshain, das sonst so stille Dörfchen, umzogen von leichten Nebelschleiern, war, als die Omnibusse in dqs Dorf ratterten, plötzlich von heiterem und surbenbuntem Leben erfüllt Rasch wurden die Skier vom Verdeck abqeladen, nach „Mein" und „Dein" verteilt und nachdem in den einzelnen Gruppen von Freunden und Bekannten, die sich immer wieder in selbstverständlicher Kameradschaft bilden, entschieden worden war, ob gleich angeschnallt wird oder nicht, begann der Aufstieg. Ob der Hoherodskopf am besten mit oder ohne Skier erklommen wird, ist schon fast eine Doktorfrage. Die einen behaupten, ohne anzuschnallen erstiege sich der Berg leichter, andere sagen, im Brustton der Ueberzeugung, daß es mit den Skiern an den Füßen schneller und leichter geht. Schneehöhe und Schneefestigkeit, Skier gewachst oder nicht gewachst, spielen dabei aber die ausschlaggebende Rolle, nur werden sich viele nicht klar darüber. So konnte man am Sonntag wieder feststellen, daß jene, die angeschnallt hatten, auf halber Höhe abschnallten, um zu Fuß weiter zu gehen, und andere, die zu Fuß begannen, glaubten, auf Skiern mußte es besser gehen. In Breungeshain war die Sicht noch einigermaßen gut Aber mit zunehmender Höhe wurde der Nebel immer stärker und oben war das Clubhaus erst zu sehen, wenn man fast mit der Nase darauf stieß. Gegen mittag, wurde es zwar etwas heller, aber das, was der Segelflieger eine „Knofe" nennt, das blieb trotz des immer stärker werdenden Windes So fiel man zunächst nach dem anstrengenden Aufstieg im weichen Schnee in das Lokal, um eine Tasse Kaffee zu trinken und dann erst ging es richtig los. Die Skier an den schweren Schuhen waren nach der langen Pause zuerst etwas ungewohnt, aber bald war es allen, die jedes Jahr auf dem Hoherodskopf zu finden sind, wieder liebe und vertraute Sache, mit den langen Brettern umzugehen. Man sah übrigens viele neue Gesichter. Die Wintersportwerbewoche, die im November statt- fand, erwies sich hier als Bombenerfolg. Außerdem scheint die Jugend mehr und mehr zu fühlen, daß der Skisport durch die geforderte ausgeglichene körperliche Betätigung und durch die Verbindung mit dem Naturerlebnis eine ideale Form des Sportes darstellt. Die Aniängerkurse, die von den Lehrern des Deutschen Skioerbandes abgehalten wurden, wiesen denn auch eine starke Beteiligung auf. Insbesondere die „blutigen" Anfänger waren sehr zahlreich. Es ist eine unterhaltsame Angelegenheit, zuzusehen. Außerdem kann man selbst noch etwas dabei lernen, auch wenn man sich auf den Skiern sicher glaubt. Schließlich aber ist die Rennwiese auch für einige Schußfahrten für Stemmbögen und Schwünge da, die die meisten mehr oder weniger reibungslos hinter sich brachten, bevor sie sich auf einen Ausflug begaben, der bei einer Skitour in den Vogelsberg nicht fehlen darf. Größere Ausflüge zu unternehmen war für den, der den Vogelsberg nicht gart/$ genau kennt, schwieriger. Der Nebel verwehrte neidisch jeden Blick auf über 20 Meter Entfernung, so daß man leicht in die Gefahr kommen konnte, sich zu verirren. Um die Mittagszeit fielen dann die Sportbegeisterten über das fällige Eintopfgericht her, das in rauhen Mengen gekocht worden war Leider gingen frühzeitig die Würstchen aus. Der Clubhauswirt mußte zahlreiche Verstärkung feines Personals herbeiholen, um dem Ansturm der Hungrigen standhalten und begegnen zu können. Friedlich wurde um jeden Stuhl in den Räumen des Clubhauses gekämpft. Inzwischen hatte ein heftiges Schneetreiben eingesetzt. Aber Nebel und Schnee vermochten die Stimmung nicht zu beeinträchtigen. Des Wetters wegen blieb auch niemand länger als nötig im Clubhaus fitzen, denn die Stunden auf Skiern waren zu wertvoll So verzogen sich viele in die Waldschneisen; der Taufstein und der Bismarck- turm waren trotz halsbrecherischem Aufstieg ein beliebtes Ziel, und im Anschluß daran machten dann viele die einzigartige schöne und lange Schneisenabfahrt in der Richtung nach der Herchenhainer Höhe. Zwischen tiefverschneiten Tannen glitt man in verhaltenem Tempo zu Tal, oftmals gebückt unter tiefherabhängenben Zweigen'hindurch, erlebte dabei allen Reiz einer urgesunden Bewegung und die Schönheiten des winterlichen Waldes Die ganze Landschaft und die Menschen in ihr hatten am Sonntag etwas Schemenhaftes an sich, weil der Nebel mit schweren Schleiern alles zu verbergen suchte und nur das unmittelbar Nahe klar ernennen ließ. Nichtsdestoweniger war der Tag für alle, die dabei fein konnten, ein schönes Erlebnis, wenn auch nicht zu leugnen ist, daß dieser Sonntag fe. KM 3 I V M.• || - ; IN : 7 6 'z# \ 7 ■ z Links oben: Diel Leben im Dörfchen Breungeshain. — Rechts oben: Wanderfahrt durch den winterlichen Märchenwald. — Links unten: Im verschneiten und rauhbereiften Wald. — Rechts unten: Vor der Heimfahrt; allzu rasch vergingen die Ctunben. bei strahlendem Sonnenschein und dunkelblaue» Himmel noch einiges mehr hätte geben können. In den Nachmittagsstunden verdichtete sich der Nebel wieder mehr und als die Zeit der Abfahrt von Zug und Omnibus herannahte, vollzog sich die Abfahrt vom Hoherodskopf mit aller angebrachten Vorsicht, weil es kaum möglich war, die vielen Terrassen am Hang auch nur auf geringe Entfernung zu überblicken. Besonders schön gestaltete sich aber eine Abfahrt auf kleinem Umweg und in einem Gelände, das noch nicht so von Skispuren durchfurcht war. Da sanken die Skier tief ein und in der weichen Fülle des Schnees wie im dichten 'Nebel erstarb jeder Laut. Es herrschte ein tiefe Stille, die nur hin und wieder durch einen orientierenden Ruf der Kameraden unterbrochen wurde. Diese Ruhe wurde erst abgelöst, als die Häuser von Breungeshain in Sicht kamen, wenn man sich zu einer Tasse Kaffee in die engen Räume der Bau- erngasthöfe drängte und bann schließlich im Omnibus saß, der die Sportler wieder nach Hause brachte. Viele fuhren trotz des die Landschaft beherrschenden Nebels auf bekannten Straßen über den Gackerstein nach Schotten ab, um von dort aus die Heimreife anzutreten. In gemeinsam gesungenen Liedern, die das Rattern des Motors und des Wagens übertönen mußten, klang der Tag aus. Viele werden, so Petrus will, am nächsten Sonntag wieder hinausfahren in die Berge und dabei die Kraft gewinnen, die unser Alltag fordert. Gpielvereinigung 1900 Gießen. Ein weiterer Sieg der Cigaelf gegen Frohnhausen 4:2 (3:1). Vorweg sei gesagt: 1900 siegte auf Grund der besseren Leistungen verdient. Den Sieg konnten die recht eifrigen Gäste nie gefährden. Das Spiel war sehr fair. Schlarb im Gießener Tor machte durch den glatten schneebehangenen Ball ein Eigentor und hätte unter normalen Verhältnissen auch den zweiten Treffer gehalten. Don Anbeginn an verlegten die 1900er das Spiel in des Gegners Hälfte. Einige schlecht getretene Eckbälle verpufften wirkungslos. Der Führungstreffer der Gießener kam ganz überraschend, denn es sah nicht so aus, daß Wilhelmis langer Flachschuß noch in die äußerste Ecke des Froynhäusers Tor rollen ‘ würde. Ein Prachttor war der zweite Gießener Erfolg. Von Hammer exakt hereingegeben und von Schmelz mit dem Kopf weitergelenkt, besorgte Jäger ebenfalls durch Kopfstoß den Rest unhaltbar in die äußerste obere Ecke. Nach längerem Feldspiel machte dann der Gießener Hüter das erwähnte Eigentor. Im Anschluß an einen geschlossenen Angriff der Einheimischen kam Dörr in aussichtsreiche Schußstellung. Ruhig und placiert verwandelte er sicher zum 3:1 für 1900. 1900 hatte bis zum Seitenwechsel Sonne und Schneefall gegen sich. Nachher war das schönste Wetter. Eine Erlahmung des gegnerischen Widerstandes trat deshalb auch nicht ein. Vor allem die Verteidigung war sehr auf dem Posten. Nach einem abgeschlagenen Angriff der Gießener kam der Ball zu Dörr, der mit famosem Schuß in die äußerste Ecke zum 4:1 für Gießen einschoß. Auch weiterhin waren die Blauweißen tonangebend. Der erwähnte Handstrafstoß aus out 20 Meter Entfernung führte dann zum zweiten Gegentreffer der Dilleute, die damit recht aufgemuntert wurden, und manchen energischen Angriff vortrugen. Dann setzte sich aber ' der Platzverein wieder durch und die Gäste mußten schwere Abwehrarbeit verrichten, um das gün- Iftige 4:2-Ergebnis zu halten. Schiedsrichter Gernet i (Groh-Karben) bot eine gute Leistung. Ergebnisse der Fußball-Kreisklassen. Erda — Hohensolms 4:1; Burasolms II — Soff. Wetzlar II 1:1; Werdorf — Wetzlar II 4:2; Wieseck !— Kroidorf 8.0; Wieseck II — Lollar II 4:1; jVfB. III — Londorf 2:0; Leihgestern — VfB II • 3:5; Hermannstein — Tgde. Wetzlar II 5:4; Spir. z Wetzlar — Nauborn 10:1; Heuchelheim II — Rod- heim 5:1; Vetzberg — Fellingshausen 2:5; Naunheim — Aßlar 0:2. Kochamt für Handball (Kreis VIII) Schiedsrichteransehungen für den 20. Januar. Wißmar — Launsbach (Becker, Gießen); Dorlar — Ruttershausen (Engel, Lützellinden); Holz- heim II. — Krofdorf II (Krausch); Krofdorf — Hochelheim (Jacobi, Dornholzhausen); Sportverein Wetzlar — Dornholzhausen (W. Zörb, Großen-Lin- den); Groß-Rechtenbach — Atzbach (Schneider, Münchholzhausen). Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Clara Lindig. Grieben (Weserstraße 20), den 15. Januar 1935. Klein-Linden (Lahnstraße 3), Gießen, Frankfurt a. M.. 15. Januar 1935. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 16. Januar, nachmittags 2 y2 Uhr statt 0207 lllllllllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllllllllllllllll Familie Wilhelm Krombach Wieseck, den 14. Januar 1935. 236 d 237 D llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Heuchelheim. Lancaster, den 14. Januar 1935. Die Beerdigung findet Mittwoch, 16. Januar, mittags 1 Uhr. vom Trauer hause Brauhausstraße 59 aus statt Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben I öchterchens sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Kaspar Weller IV. und Kinder. Frau Elisabethe Weller, geb. Klein gestern im 78. Lebensjahre in die Ewigkeit abzurufen. Ata Anzeigen-Akfiengesellschast 'Annahme von Anzeigen rür alle Zeitungen und Zeitschriften Gießen / Schulttvatze £ Todesanzeige Heute morgen V?9 Uhr entschlief sanft infolge eines Schlagantailes meine liehe Frau, unsere gute Mutier. Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabethe Rinn, geb. Kröck im 69. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Rinn X. Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift f. das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften u. ihre Anwendung i" Naturschutz, Unlerricht, Wirtschaft und Technik Herausgeber: Dr. Oskar Prochnow „Der Natu1 forscher“ ist die allgemein- ver-tä dliehe,hochwertigena'urwisscn- schaitl ehe Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvoll., die bei hervorragender Ausstattung nicht auf oberf läch • liehen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Oer Na turfor scher ‘ bietet Beiträge in B Id und Wort von angesehenen u. bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten der Naturwis-en schatt. Preis: vierteljährlich nur RM. 2 50 Probehefte u Werbeblätter kostenlos! Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Die Trauerfeier findet Mittwoch, den 16. Januar, nachmittags 3 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt 233 d Am Sonntag, dem 13. Januar 1935, abends 8 Uhr, entschlief nach schwerem Leiden mein lieber Sohn, unser guter Bruder Ernst Lindig. Vermeiden Sie den „Waschtag“ MangelwBschePfd 25 Diese drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien» Drucksache oietet ihnen in zeni- retchen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren Billigst die BrOhl'sche Druckerei Schulsir. 7. Ruf 2251 Kohlen Koks Briketts Eiform Happel&Co. MJhl8tr.18,Ruf3925 Hurra I Das ist die Lösung! Endlich bin ich meine alte unmoderne Kamera los. Photo-Wlnterhoff hat sie zurückgenommenl Jetzt habe ich die neueste Rollfilm-Kamera von 230a Photo Kreuzplatz 9 .... und zum Bauen übermann.