185. Jahrgang Der amtliche Text des pariser Vorschlags Die umstrittene Kriedensformel Die Parlamentswahlen in England und dev Streit um Kampfbünde und Finanzausgleich in Frankreich hatten eine Zeitlang die allgemeine Auf. merkfamkeit von den diplomatischen Weiterungen des Abessinien ko nfliktes abgelenkt. Den beteiligten Mächten ist dies gewiß nicht ungelegen gekommen. Mit der Anberaumung des 12. Dezem- her als Termin für den Wiederzusammentritt des Achtzehnerausschusses, der engeren Sanktionskonfe- renz des Völkerbundes, hatten sie sich ja selber eine Frist gesetzt, deren Ablauf nach der einen oder nach der anderen Seite Entschlüsse von ihnen forderte. Frankreich und England haben also hinter dem Vorhang der innerpolitischen Attraktionen fast unbemerkt" ihre Afrika-Sachverständigen sich zusam- mensetzen lassen — Mr. P e t e r s o n vom britischen Kolonialamt begab sich zu diesem Zweck nach Paris — und es wurde nun in ausgiebigen Beratungen hinter verschlossenen Türen versucht, eine Formel ausfindig zu machen, die die Möglichkeit bieten sollte, mit den eigentlichen Parteien des Konflikts Italien, Abessinien und dem Völkerbund in Der« Handlungen über einen Friedensschluß einzutreten. Sollte also der Vorschlag überhaupt Aussicht auf Annahme als Verhandlungsgrundlage haben, so mußte er einmal Italien mehr bieten, als der im Sommer von Mussolini als undiskutabel adge- lehnte Plan der Pariser Konferenz und der aus diesem Plan fußende Vorschlag des Genfer Fünfer- ausschusses. Er durfte aber anderseits Italien nicht soviel zusprechen, daß Abessinien ihn ablehnte oder — was noch schlimmer sein würde — der Völkerbund ihm nicht zustimmen konnte, ohne seine bisher im Abessinienkonflikt eingehaltene Lime zu verlassen und damit sich selber zu desavouieren. Es war also nur ein sehr schmaler Pfad, den die Sachverständigen zwischen Szylla und Charybdis I hindurchsteuern mußten, wollten sie allen Parteien sehen hat, geht jedenfalls beträchtlich über den Plan des Fünferausschuffes vom vergangenen Sommer hinaus. Im Norden möchte man ihm allerdings, wohl mit Rücksicht auf die Nachbarschaft des Tana- Sees und des Nilquellqebiets wie auf die amha- rische Bevölkerung dieses Landstrichs, nicht die ganze Provinz Tigre geben, die Italien für sich beansprucht, sondern nur den von italienischen Truppen besetzten nordöstlichen Streifen mit den Städten Adua und Adigrat, aber unter Ausschluß der den Abessiniern heiligen Stadt Aksum, dazu einen Teil der Dan akil wüste im Nordosten, also kein sehr verlockendes Angebot. Um so großzügiger soll im Süden verfahren werden. Nicht nur einen großen Teil der von dem Neous schon nrHrfach offerierten Ogadenwüst-s soll Italien Auch Paris hat wenig Hoffnung. Paris, 14. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Presse stellt die Verblüffung fest, die der Plan mit seinen großen Zugeständnissen an Italien in Völkerbundskreisen hervorgerufen hat und verhehlt nicht, daß es schwieriger denn je sei, aus der Sackgasse herauszukommen. Don einem Abbruch der kriegerischen Handlungen in Afrika wagt kein Blatt zu sprechen. Manche Blätter sagen bestimmt voraus, daß der Dölkerbundsrat den Plan nicht übernehmen werde. Frankreich und England würden vom Völkerbund einen richtigen Auftrag zur Fortsetzung ihrer Bemühungen erhalten, oder der Völkerbundsrat werde einen Ausschuß einsetzen, um eine Regelung herbeizuführen. Der dem französischen Außenministerium nahestehende „Petit Parisien" allerdings entdeckt an dem Plan sogar Vorzüge, das Ansehen des Völkerbundes werde sehr gefestigt aus der Angelegenheit hervorgehen, wenn die Parteien den Plan annähmen. ^Oeuvre" hält es dagegen für sicher, daß der Völkerbundsrat den Plan nicht einmal er« London, 14. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Genfer Berichte der Londoner Morgenpresse sind durchweg in einem außerordentlich pessimistischen Ton gehalten. Die „Times" gibt die allgemeine Ansicht dahin wieder, daß der Pariser Friedensplan in Genf bereits als toter Buchstabe betrachtet werde. „Daily Telegraph" meldet, es scheine sicher zu sein, daß weder Abessinien noch der Völkerbundsrat die Friedensvorschläge annehmen werden. Der Rat werde voraussichtlich d i e Ergreifung der L> e l s a n k t i o n e n gegen Italien beschließen. Besonders stark sei der Widerstand der kleineren Staa t e n , wie der Balkanländer und der kleinen Entente. Man halte es für nicht ausgeschlossen, daß Litwinow seine Zustimmung von der Ratifizierung des französisch - sowjetrussischenVer träges abhängig mache. Man sei der Meinung, daß die Pläne nicht durchgeführt werden könnten, wenn sie Abessinien endgültig a b l e h n e. Der Duce werde die Vorschläge als Verhandlungsgrundlage a n n e h m e n. Er hoffe, dadurch Z e t t z u gewinnen und eine Aufschiebung der Oelsanktio- nen zu erreichen. In der Zwischenzeit könne Marschall Bado gl io einen Sieg erfechten, was die Stellung Mussolinis stärken würde. „Morning Post" meldet aus Genf, daß auch die britischen Dominien gegen die Pariser Vermittlungsvorschlage durch den Völkerbund seien. Diese Tatsache habe m Gens besonderes Aufsehen erregt. Vernont Bärtle tt schreibt in der „News Chronicle", daß sich die Entrüstung in Genf beinahe ausschließlich g e g e n Großbritannien richte. Die einzige Hoffnung, das Ansehen des Völkerbundes zu retten, fei, daß Eden mutig vor den Völkerbundsrat tritt und einfach erkläre, der Plan müsse jetzt f a l l e n g e l a s - s e n werden, nachdem ihn Abessinien abgelehnt Die in dem Beistandsplan vorgesehenen Behörden sowohl in der Hauptstadt als in der reser-. vierten Zone würden es als eine ihrer wesentlichen Pflichten betrachten, die Sicherheit der italienischen Untertanen und d i e freie Entfaltung ihrer Unternehmungen zu garantieren. Die englische und die französische Regierung werden sich gern dafür verwenden, damit diese Organisation, deren Einzelheiten vom Völkerbund ausgearbeitet werden sollen, die Interessen Italiens in diesem Gebiet m vollem Umfange schützt. Abweichend von diesen Berichten meldet Reuter aus Genf, daß kein Mitgliedsstaat des Vol- kerbundesrates wünsche, in direkten Gegensatz zu England und Frankreich zu geraten und sich gleichzeitig der Ent rüst u n g I t a- liens auszusetzen. Man zweifele daher kaum daran, daß der Friedensplan in der Volkerbunds- ratssitzung einstimmig, wenn auch mit einigen Stimmenthaltungen an genommen werden würde. Man werde jedoch vermutlich eine direkte Abstimmung zu vermeiden suchen. Möglicherweise werde Laval die Einsetzung eines neuen Ausschusses zur Beratung der Vorschläge beantragen. gerecht werden. Peterson ist anscheinend mit verschiedenen Entwürfen der Sachverständigen zwischen Paris und London hin- und hergependelt, aber in ein ent- cheidendes Stadium sind die Verhandlungen offenbar erst getreten, als der britische Staatssekretär des Aeußeren, Sir Samuel Hoare, auf der Reise in einen winterlichen Erholungsurlaub in Paris Station machte und in Besprechungen mit Laval dek Friedensformel die letzte Prägung gegeben hat. Hoare ist bann nach der Schweiz weitergefahren, um dem Schlittschuhsport zu huldigen, während der Friedensvorschlag dem britischen Kabinett zur Genehmigung übermittelt wurde. Es sollte über ihn solange nichts verlautbart werden, wie er nicht den treitenben Parteien hatte vorgelegt werben können. Aber in Paris hat man bis bahin nicht dicht- halten können, vielleicht auch gar nicht wollen, benn bei bem großen Einfluß, ben ber Quai d'Orsay auf die französische Presse ausübt, märe es mehr als sonderbar gewesen, wenn grabe bie bem Außenministerium nahestehenben Blätter ihren Lesern mit kaum untereinanber abweichenben und ins einzelne gehenden Informationen über ben Friebensvorschlag hätten aufwarten können, ohne damit dem geheimen Wunsch des Quai d'Orsay zu entsprechen. Wenn Laval bie Absicht gehabt haben sollte, burch bas Bekanntwerben ber Vorschläge Englanb festzulegen, so hat er sich boch wohl über bie" Wirkung ber Indiskretionen auf bie öffentliche Meinung Englanbs, auf bie Stimmung in Genf unb schließlich auf bie parlamentarische Opposition im eigenen Lanbe ein völlig ialsches Bilb gemacht. Wie sehen nun biese Vorschläge aus, die eine so lebhafte Diskussion hervorgerufen haben? Der eben bekanntgegebene amtliche Text unterscheibet sich nicht wesentlich von bem, was durch die Indiskretionen der Presse bisher schon durchgesickert war. Man hat in der Richtung einen Ausweg aus der verzwickten Lage gesucht, baß für Abessinien ein Zugang zum Meer geschaffen werben soll, unb zwar soll Italien bie eritreische Hasenstabt Assab abtreten samt einem an Abessinien fallenben schmalen Gebietsstreifen im Stil des polnischen Korribors zwischen Ost- unb Westpreußen, ber den Hafen mit bem Hinterland verbinden soll. Italien bat schon im Sommer diesem Vorschlag mit ber Behauptung lebhaft wibersprochen, daß ein solcher Hafen in abessinischem Besitz eine Kontrolle der Waffenzufuhr nach Abessinien gänzlich unmöglich machen werde und deshalb eine Befriedung des Landes niemals erreicht werben könne, bie Grenzgebiete ber italienischen Kolonien würben also auch künftighin UeberfäUen bewaffneter abessinischer Stämme ausgesetzt sein. Auch Frankreich ist früher mit Rücksicht auf seinen eigenen Hafen Dschibuti unb bie französische Bahn nach Abbis Abeba von biesem Plan eines eigenen abessinischen Zugangs zum Meer nicht gerabe entzückt gewesen. Es scheint aber nun seine Bebenken zurückgestellt zu haben, unb es ist wohl auch anzunehmen, baß Italien seinen Wiberspruch nicht aufrechterhalten wirb, ist es boch so gut wie bas einzige Zugestänbnis, bas bie Pariser Friebenssormel den Abessiniern einräumt. Was man für Italien vorge« Ht. 292 Grifts Blatt 185. Jahrgang Samstag, U- Dezember 1935 /TIa€*a**a**M**aa*AAM Heimat im Bild-Die Scholle ■ »HM ■ M W WkZ IV llly I W ■ ■ H Ä flF ■ ■ B I Ä I für Anzeigen von 22 mm M-M vnvnvllvl ZUnvlUvl MW von °inzeln^NuE>°m Ermäßigt- Grundpreise: ZDK General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Sietzen V I • behördlicheAnzeigenSRpf. St«t.ÄÄ'i«ii686 Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätsvuch- und Steindruckerei «.Lauge in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 1 M-ng°n°bWM staffeiB Schlechte Stimmung in Gens. Geringe Aussicht auf Annahme des Jriedensplans durch den Völkerbund. örtern werbe. Sollte er gemäß Abessiniens Wunsch vor bie Dolkerbundsversammlung kommen, dann werde die Lage sowohl für Abessinien wie für den Völkerbund noch weniger gefährlich werden, denn zahlreiche Staaten, vor allem die Bal- kanftaaten, die kleine Entente, die skandinavischen Staaten und Holland würden sicher gegen den Pariser Plan Stellung nehmen, der in völligem Widerspruch zum Gei st e des Völkerbundes stehe. Das einzige Ergebnis des Pariser Planes sei, daß er Italien g e ft a 11 e n werde, ben Krieg fortzusetzen, ohne baß die Oel- maßnahmen gegen Italien in Kraft gesetzt wurden. „Journal" meint, daß der Plan keine Belohnung für den Angreifer bedeute, denn die gebietsmäßigen Zuwendungen seien nicht großer, als man sie vor Beginn der Feindseligkeiten ins Auge gefaßt habe, ja, zum Teil geringer, als die jetzt bereits eroberten Gebiete, wenn man an Aksum und an einen Teil von Tigre denke. Der Plan stelle auch keinen Verrat am Völkerbund dar, denn er sei ja in Genf vor- bereitet und nur wieder aufgenommen unb ver- vollstänbigt worben. Insofern müsse man höchstens eine ungünstige Rückwirkung von Italien befürchten. Die Ar b e i t e r o p p o s 11 i 0 n wird am Montag । sich über bie enbgültige Form ihres Angriffes gegen die Regierungspolitik einigen. „Daily Expreß mel- bet die Opposition würde sich auf das äußerste an- ■ strengen, um eine große Mißtrauensentschließung gegen die Regierung zu erzielen. Auch unter den Regierungsanhängern wurde eifrig geworben, um sie zu veranlassen, gegen die Regierung zu stimmen. Das Arbeiterblatt „Daily Herald" berichtet, daß weiterhin täglich Hunderte von Briesen und Telegrammen entrüsteter Wähler bei konservativen und oppositionellen Abgeordneten und sogar bei Regie- runqsmitglieöern einlaufen. „Daily Telegraph meldet, Sir Samuel Hoare sei vollkommen darauf vorbereitet, dem Sturm der Kritik gegenuberzu- treten Er werde das Unterhaus ins Vertrauen ziehen, und ihm dietatfächlicheSt ä r k e Der Heeres-, Flotten- und Luftstreit- kräfte darlegen, die die Völkerbundsmitglieder zur Verteidigung der Dölkerbunds- satzungen einsetzen könnten. Reuter berichtet, daß die britische Regierung von den drei Möglichkeiten, nämlich Annahme, Abänderung oder Ablehnung des Planes endgültig die zweite Möglichkeit, d. h. eine Abänderung befürwortet. Hebet die innere Vorgeschichte dieser Vorschläge werde von der Regierung nach wie vor strengstes Stillschweigen beachtet. Es bestehe jedoch Grund zu der Annahme, daß Sir Samuet Hoare der Möglichkeit gegenüberstand, daß die Erklärung eines Oelausfuhrverbotes durch den Völkerbund den Krieg mit Italien bedeuten wurde In diesem Falle hätte England infolge der Schwierigkeiten bei der Mobilmachung b fran3öfifd>cn firiegsfloftc nicht auf foforfige französische llnterstühung rechnen können Cacal habe bdonf, bah bie sranzahsche Alotte nicht vor Ablauf van 14 Tagen mobil gemach! werben konnte. Mm biese groß- Gefahr, auf bie ber italienische Botschafter in Paris ben französischen Ministerpräsidenten hingewiesen habe, zu vermeiden, habe Hoare bem französische Standpunkt nachgegeben. Die rechtskonservativen Zeitungen „Morning Post" unb „Daily Mail" unterstützen nach wie vor die Pariser Vorschläge Sie fordern bie Regierung auf, bem Ansturm ber „pazifistischen Feu>r sresser" nicht nachzugeben, denn, so meint „.wo ning Post", es gebe ur die Regierung nur Die Wahl zwischen biesem Verhalten unb K r i e g mit Italien. „Daily Mail" nenangt, dah die Unterhaus-Aus,prache am kamm°nd°n Donnerstag alsGeheimsitzung abgehalten werde, damit Baldwin die Abgeordneten von den Tatsachen, die zu den Pariser Vorschlägen tuhrt-n, in Kenntnis setzen könne. In der schar,en B°rur. t e i l u n q ber Friebensvor chlage ist sich Die „x i in es" einig mit ben Oppositionszeitungem «e schreibt u. a., ber volle Wortlaut der Vorschläge bestätige ben Einbruck, baß man aut batb »oel finien an Italien aushanbigen wolle Die Aufnahme bes Planes in der ganzen Welt, mit lichen Vorschläge feien noch lchl'MM-r ° Vorauslaaen Sie feien ein Plan für eine xchuj räuberei größten Ausmaße-, Sollte eine italienische wenigen Jahren von einer italienischen Kolonie nicht mehr zu unterscheiden Sir Samuel Hoare tritt vor das Llnterhaus. Der Minister wird selber den Friedensplan gegen die Angriffe des Parlaments verteidigen L o n b o n, 14. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter stellen fest, daß sich die nun auch amtlich veröffentlichten französisch-englischen Vpr- schlüge zur Beilegung bes italienisch-abessinischen Streites von den vorher in der französischen Presse darüber erschienenen Mitteilungen kaum unter- scheiden. Die Presse sieht der Unterhaus- Aussprache am Donnerstag mit erhöhter Spannung entgegen. Besonders wird hervorgehoben, daß der Außenminister Sir Samuel Hoare trotz eines bei einem Sportunfall in ber Schweiz gebrochenen Nasenbeins nach London zurückkehren unb seinen Kritikern im Unterhaus gegenübertreten werbe. „Hoare wird sich einem Sturm gegenüber sehen" ober „Wachstube Entrüstung über den Pariser Betrug" lauten bie Schlagzeilen mehrerer Blätter. Das liberale „Heros Ehronicle" meldet, dah sich die Forderung nach dem Rücktritt Sir Samuel Hoares stündlich verstärke. Die „Revolte" unter den Regierungsanhängern breite sich weiter aus, und der Regierungseinpeitscher hätte sich sogar veranlaßt gesehen, mit der Ditte an die Opposition heranzutreten, eine Ab - st i m m u n g am kommenden Donnerstag zu vermeiden. Baldwin und Eden seien be- st ü r z l gewesen, als Anfang der Woche das volle Maß der pariser Vereinbarungen durchsickerte, Eden habe sogar m i t dem Rücktritt gedroht. Auch der Schahkanzler Reville Chamberlain und Lord Halifax seien gegen das pariser Abkommen. Rom, 13. Dez. (DNB.) Die franzosisch-eng- ■ lischen Vorschläge, die am Freitagabend in Rom ! veröffentlicht wurden, enthalten — nach amtlicher : Mitteilung — als wesentlichen K e r n f o l- aende Grundlagen für eine freundschaftliche Beilegung bes italienisch-abessinischen Konfliktes: 1. Gebieisausiüusch: a) Abtretung bes östlichen Ti gr e an Italien. Die Grenzen biefes Gebietes sollen im Süben jenseits des Flusses Geva verlaufen und im Westen durch eine nordsübliche Linie bestimmt werben, die zwischen Aksum, bas Abessinien verbleiben würde, und Adua liegt. b) Grenzberichtigung zwischen Dana- k i l und Eritrea, bei der im Süden Aus ja und bas für einen abessinischen Zugang zum Meere not- wenbige eritreische Gebiet ausgenommen bleiben. c) Grenzberichtigung zwischen Oga- ben unb Italienisch-Somali, bie von dem Grenzschnittpunkt zwischen Abessinien, Kenia unb Italienisch-Somali (also in ber Nähe von Dolo) ausginge, in norböstlicher Linie verlaufen unb Webi-Scebili bei Ibbolo schneiden, zwischen Gvrra- hei und Varandab verlaufen und im Schnittpunkt ber englischen Somaligrenze im 45. Längengrad enden würde. Die den Stämmen von Englisch-Somali gehörenden Weid- und Brunnenrechte, die in den Italien zugewiesenen Gebieten liegen, sollen gewährleistet bleiben. d) Abessinien erhält einen Zugang zum Meer in absoluten Besitz, und zwar werde Italien einen Gebietsstreifen entlang ber Nordgrenze von Französisch-Somali mit bem Hafen von Assab abtreten. Die englische Regierung unb bie französische Regierung werden Sorge dafür tragen, von : der abessinischen Regierung dafür Garantien zu er- ' halten, daß bie Verpflichtungen, bie ihm für bie er- 1 morbenen Gebiete in bezug auf Sklaverei unb ! Waffenhandel obliegen, erfüllt werben. j Il.Ausdehnungs-u.SjedluWszone i Die französische und bie englische Regierung l schlagen vor bie Bildung einer Italien vorbehalte- i nen wirtschaftlichen Ausdehnungs- zvne in Südabesjinien. Diese Zone soll be- Die Kontrolle ber abessinischen Verwaltung in biefer Zone würbe unter der Souveränität des Kaisers von ben Instanzen ausgeübt werben, bie in einem vom Völkerbund auszuarbeitenden B e i - standsplan vorgesehen werden. Italien hätte bei diesen, die einem ber bei ber Zentralregierung eingesetzten Delegierten unterstellt würben, einen überroiegenben, ober nicht ausschließlichen Anteil. Der Delegierte, ber italienischer Nationalität sein könnte, würbe bem ersten Delegierten des Völkerbundes beim Kaiser von Abessinien unterstellt werben. Dieser letztere Delegierte wäre nicht Staatsangehöriger einer ber an Abessinien grenzenben Mächte. grenzt sein im Osten von ber neuen Grenze zwischen Abessinien unb Jtalienisch-Somalilanb, im Norben vom 8. Breitengrad, im Westen vom 35. Längengrad und im Süden von der Grenze zwischen Abessinien und Kenia. Innerhalb dieser Zone, bie einen integrierenben Bestanbteil Abessiniens bilden wird, würde ausschließlich Italien Wirtschaftsrechte genießen, bie von einer privilegierten Gesellschaft verwertet werden konnten, die unter Vorbehalt der von Eingeborenen ober Auslänbern erworbenen Rechte bas Eigentumsrecht auf die unbesetzten Gebiete, das Ausbeutungsmonopol für Bergwerke, Wälder usw. zuerkannt erhielte. Diese Gesellschaft hätte die Verpflichtung, zum wirtschaftlichen Aufbau bes ßanbes beizutragen und einen Teil seiner Gewinne in sozialem Interesse zugunsten der eingeborenen Bevölkerung zu verwenden. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Das neue Gesetzgebungswerk des Reichskabinetts Gesundung des Rechisanwallsflandes. sein Klima und in seinem nord- Ar- Im den die be- viele Bewerber zugelassen werden, daß für sie die Möglichkeit besteht, sich eine b e s ch e i - de ne Lebenshaltung zu verschaffen. Im einzelnen Gerichtsbezirk wird ein Rechtsanwalt nur zugelaffen, wenn die Zulassung einer geordne- bensjahres Voraussetzung sein. Das neue Gesetz beseitigt nun ab 1. April 1936 die Altersgrenze für alle um 60 und 50 v. S). durch eine Kriegsdienstbeschädigung in ihrer Erwerbsfähigkeit beeinträchtigten Frontkämpfer. Dies wird von den Angehörigen der alten Wehrmacht dankbar begrüßt werden. Der Führer und die Reichsregierung, der zahlreiche Frontsoldaten als Reichsminister angehören, zeigen damit, daß sie sich mit den Front- kameraden des Weltkrieges in Treue verbunden fühlen. Die erneute Hervorhebung der kriegsbeschädigten Frontkämpfer erhält noch dadurch eine besondere Bedeutung, daß sie zu einem Zeitpunkt kommt, in dem der Wehrdienst wieder allgemeiner Ehrendienst geworden ist. Besoldungsgesetz für den Reichsarbeitsdienst. Zurückhaltende Beurteilung in Italien. Mailand, 14. Dez. (DNB. Funkspr.) Die norditalienische Presse hält sich bei der Erörterung der englisch-französischen Vorschläge sehr zurück. „Cor- riere della Sera" schreibt, das italienische Volk wisse, daß sein Schicksal in festen H ä n - den liege. Italien gehe seinen Weg ohne ihn zu ändern. Es kenne seine Lage sehr gut und weise jeden billigen und gewagten Optimismus zurück. Die Antwort der abessinischen Regierung an den Völkerbund zeige, daß sie in einer Haltung verharre, die von vornherein jede ernste Erörterung ausschließe. Der Re- gus suche auf jede Art eine Klärung zu verhindern, da er selbst nicht zu dem kleinsten Zuge- ständnis bereit sei, das eine Beilegung der Streitigkeiten herbeiführen könnte. Die Lage erlaube keine übereilten und oberflächlichen Urteile und noch weniger Voraussagen. Unzweifelhaft seien in der internationalen Lage einige neue Elemente aufgetaucht. Aber tatsächlich bleibe die Lage noch unverändert, da die Sühnemaßnahmen noch sortbestehen und Italien seine Vereidigung fortführe. „Popolo d'Jtalia" legt das Schwergewicht auf btt Sühnemaßnahmen. Bedeutende Wafsenliefe» r u n g e n seien noch nach Abessinien unter* wegs. Wenn auch die Vorschläge auf eine Bei* legung der Streitigkeiten abzielten, so könnten die Waffen dieser „Völkerbundskonterbande" ein neues Aufflackern des Krieges bringen. Solange habe aber Italien das volle Recht, Verstärkungen zum Schutze seiner eigenen Kolonien dorthin zu schicken. Der Aegus beantragt Einberufung der Dölkerbundsversammlung. Genf, 13. Dez. (DRB.) Der Kaiser von Abessinien hat, ohne allerdings eine förmliche Antwort auf die englisch-französischen Vorschläge zu erteilen, die Einberufung der Völkerbundsversammlung zur Prüfung der neuen Lage beantragt. Der Generalsekretär hat geantwortet, daß der Rat für nächsten Mittwoch einberufen sei, um von den Vorschlägen der beiden Regierungen Kenntnis zu nehmen. Mit Rücksicht darauf halte es der Präsident der Versammlung für zweckmäßig, das Ergebnis dieser Beratung abzuwarten und erst dann über den abessinischer Antrag zu entscheiden. Wege wird die Zahl der deutschen Rechtsanwälte im Laufe der Jahre auf ein gesundes Maß festgesetzt werden. Die Ausbildung des Bewerbers wird so vertieft, daß er vom Beginn seiner Tätigkeit als Anwalt an den hochgespannten Anforderungen des neuzeitlichen Rechts- und Wirt- schaftslebens seines Volkes gewachsen ist und auch im zwischenstaatlichen Verkehr erfolgreich mit den Anwälten des Auslandes in Wettbewerb treten kann. Es ist kein Zufall, daß die am höchsten entwickelten Anwaltsgruppen des benachbarten Auslandes eine mehrjährige besondere Probe - und Ausbildungszeit für Rechtsanwälte kennen. Das neue Gesetz sieht deshalb einen dem Werdegang des Richters entsprechenden, auf die Eigenart des freien Anwaltberufes zuge- schnittenen Probe- und Anwärterdienst vor. Der Assessor hat sich um die Uebernahme in den anwaltlichen Probedienst zu bewerben, in den nur so viel Assessoren übernommen werden, als erfahrungsgemäß später zur Anwaltschaft zugelassen werden können. Der Assessor wird für ein Jahr einem von der Rechts- anwaltskammer als geeignet vorgeschlagenen Rechts- anwalt zum Probedie-nst überwiesen. Den Probedienst überwacht der Oberlandesgerichtsprä- sldent. Rach Ablauf wird der Assessor in den An- wärterdienst übernommen und wiederum einem Anwalt überwiesen, bei dem er regelmäßig drei Jahre bleibt. Während dieser Zeit führt er die Bezeichnung „A n w a l t s a s s e s s o r". Als solcher untersteht er der anwaltlichen Ehrengerichts- barfeit und der Aufsicht und dem Rügerecht der Organe der Rechtsanwaltskammer. Rach außen hin hat er die berufsrechtliche Stellung des ihn ausbildenden Anwalts, kann also z. B. bei den Kollegialgerichten auftreten, bei denen der Anwalt zuge» lassen ist. Während des Probe- und Anwärterdienstes erhält der Assessor dieselben Bezüge wie die im staatlichen Probe- und Anwärterdienst beschäftigten Assessoren. Die Vereinbarung höherer Bezüge, etwa für besondere Leistungen, ist nicht ausgeschlossen. Assessoren von hervorragender Eignung kann der Probedienst abgekürzt oder erlassen und der Anwärterdienst abgekürzt werden. Im letzten Jahre des Anwärterdienstes kann sich der Anwaltsassessor um seine Zulassung als Rechtsanwalt bewerben, liebet die Zu- mit westlich des Rudolf-Sees in nächste Nachbarschaft zum Sudan kommen, was den Engländern die Zustimmung zu diesem Projekt gewiß nicht erleichtert haben dürfte. Man hat sich für dieses Gebiet ein Regime ausgedacht, das zwischen Völkerbundsmandat und Protektorat liegt. Abessinien soll zwar im Besitz des Landes bleiben, aber unter einem Völkerbundskommissar, der keiner der interessierten Großmächte angehören soll, soll ein Italiener Verwaltung und Sicherheitsdienst in dem oben umschriebenen Gebiet ausüben, das einer italienischen Gesellschaft zur alleinigen wirtschaftlichen Durchdringung eingeräumt werden würde. Man weiß nicht genau, ob während der Beratungen der Sachverständigen von Paris oder London aus mit Italien oder Abessinien Fühlung genommen wurde. Anscheinend nicht. Wenn trotzdem der in der italienischen Oeffentlichkeit gegen die Dölkerbundssanktionen und gegen ihren britischen Motor heftig grollende Donner der Empörung immer schwächer wurde und in den letzten Tagen einer aufmerksam lauschenden Stille gewichen ist, so ist wohl anzunehmen, daß der Friedensvorschlag, wie er durch die Indiskretionen der französischen Zeitungen durchgesickert war, den Italienern mehr bot, als man in Rom anscheinend erwartet hatte. Allerdings läßt die neue Pariser Formel das Hauptziel des italienischen Feldzuges, die Verbindung zwischen Jtalienisch-Somaliland und Erythräa nämlich, ebenso unberücksichtigt, wie die früheren Pläne, denn von der Provinz Harrar, die durch Klima und Höhenlage ähnlich begünstigt ist wie das abessinische Kernland, ist auch in dem neuen Vermittlungsoorschlag keine Rede. Aber durch eine Abtretung der von den italienischen Truppen besetzten Teile von Tigre und Danakil im Nordosten würde dem militärischen Prestige Italiens Genüge getan, während das im Südwesten Italien zugedachte Kolonisationsgebiet anderthalb Millionen italienischen Siedlern Raum geben soll. Mussolini hat jedenfalls den Friedensvorschlag aus den Händen der Botschafter Englands und Frankreichs entgegengenommen und seine sorgfältige Prüfung zugesagt. In Addis Abeba haben die Gerüchte von der neuen Friedensformel natürlich die entgegengesetzte Wirkung gehabt wie in Rom. Abessinien fühlt sich von seinen bisherigen Freunden verraten und verkauft. Man empfindet dort die Vorschläge um so bitterer, als sie nach abessinischer Meinung in krassem Widerspruch zu den tatsächlichen militärischen Erfolgen Italiens ständen und von der Souveränität Abessiniens und der Unversehrtheit seines Gebiets, — früher eine conditio sine qua non für jeden Vorschlag, dem England seine Unterstützung lieh — in der neuen Frieoens- sormel nicht mehr viel übrig lasse. Abessinien hat in seinem Widerstand gegen die Pariser Friedensformel drei nicht zu unterschätzende Verbündete gefunden. Der mächtigste ist d i e öffentliche Meinung Englands. Die britische Oeffentlichkeit fühlt sich durch den Laval- Hoare-Plan düpiert. Sie sieht in ihm einen eklatanten Widerspruch zu den Grundsätzen, auf die die Regierung sich in der Behandlung des Abessinienkonflikts festgelegt hat und mit denen sie eben erst den Wahlfeldzug bestritten hat. Selbst in konservativen Kreisen hat sich das peinliche Gefühl, in Paris von den Franzosen übertölpelt zu sein, bereits zu erregten Anfragen im Unterhaus verdichtet. Man spricht auch offen davon, daß es innerhalb des Kabinetts nicht unerhebliche Meinungsverschiedenheiten über die von Hoare aus Paris übersandte Friedensformel gegeben habe und nur die Furcht vor einem Rücktritt des Außenministers das Kabinett vor wesentlichen Aenderun- gen abgehalten habe. Der Hauptgrund für die entrüstete Aufnahme, die der Pariser Plan in der englischen Oeffentlichkeit auch über den engeren Kreis der begeisterten Sanktionsfreunde hinaus gefunden hat, ist wohl das Gefühl, mit der Zustimmung zu diesem Vorschlag den Völkerbund im Stich zu lassen und damit den Versuch einer Aktivierung der Völkerbundsidee zur Sicherung des Friedens mit eigener Hand zum Scheitern zu bringen. In konservativen Blättern wird sckon angebeutet, welche Gründe das Kabinett zu seiner Hal- tung bewogen haben könnten. Einmal soll Hoare in Paris den Eindruck bekommen haben, daß er trotz der Zusage Lavals praktisch kaum mit der Unter- stützung der französischen Flotte werde rechnen können, falls Mussolini die Verschärfung der Sanktionen mit einem Angriff auf die britische Mittelmeerflotte beantworten werde. Zum anderen soll man im Kabinett die Ueberzeugung gewonnen hoben, daß die in Aussicht genommene Sperre der Oelzufuhr nach Italien ohne die äußerst fragliche Mitwirkung Amerikas ins Wasser fallen müsse, da weder Rumänien noch Sowjetrußland Lust gezeigt haben, den italienischen Markt den Sanktionen zuliebe der amerikanischen Konkurrenz auszuliefern. Das steht allerdings im Widerspruch zu der Haltung, die gerade diese Staaten in Genf einnehmen. Denn die Kleine Entente und Sowjetrußland find dort die entschiedensten Gegner einer Politik, die auf Kosten der Völkerbundsautorität den Jta- : lienern goldene Brücken bauen will. Hier in Genf ist nämlich Abessinien ein weiterer Bundesgenosse Aus Anlaß der neuen Gesetze zur Behebung der Not der Anwaltschaft veröffentlicht Reichsminister der Justiz Dr. Gärtner in der „Deutschen Justiz" eine Verlautbarung, in der es heißt: Die Not der Anwaltschaft hat in den letzten Jahren solche Ausmaße angenommen, daß die Existenz eines großen Teiles dieses Berufsstandes unmittelbar bedroht erschien. Es ist begreiflich, daß deswegen aus Kreisen der Anwaltschaft ein sofortiges Eingreifen des Staates verlangt wurde, und zwar in der Form irgendeiner Staatshilfe. Eine solche Lösung würde jedoch zu keiner wirksamen Besserung geführt haben, weil sie außeracht gelassen hatte, daß es sich bei der wirtschaftlichen Existenz des Anwaltsstandes nur um einen Ausschnitt aus dem großen Gesamtproblem der gerechten inneren Umschichtung unseres Volkes mit dem Ziel der Anpassung an den verengerten Lebensraum und die knappen noch vorhandenen Lebensmöglichkeiten handelt. In diesem weiteren Sinne hat die Reichsregierung helfend eingegriffen. Die Stellung des Rechtsanwaltes ist durch die Eingangsworte des neuen Gesetzes klar bestimmt: Der Rechtsanwalt ist der berufene, unabhängige Vertreter und Berater in allen Rechtsangelegenheiten. Sein Beruf ist kein Gewerbe, sondern Dien st am Recht. Die Rechtsanwaltschaft so zu erhalten, daß sie ihre hohe Aufgabe erfüllen rann, erachtet die Reichsregierung für ihre ernste Pflicht. Sie sieht in dem jedes Bedürfnis über steigenden Zu ström zur Anwaltschaft eine schwere Gefahr für den Berufsstand und darüber hinaus für die gesamte Rechtspflege. „Um dieser Gefahr zu begegnen, und den Nachwuchs vor unausbleiblichen Enttäuschungen zu bewahren, schlägt die Aenderung der Rechtsanwaltordnung drei Wege zu diesem Ziel ein: Die Ausbildung der Rechtsanwälte. Zur Anwaltschaft werden in Zukunft nur s o beitsarzt, Oberstarbeitsarzt führen, die den Rangstufen des Oberfeldmeisters bis Oberstarbeitsführer entsprechen. Weitere Gesetze. Das Reichskabinett genehmigte weiterhin ein Gesetz über die Aenderung des Besoldungsgesetzes und einen Ergänzungsplan zur Reichsbesoldungsordnung, die durch die Uebernahme und Einstufung von Beamten der Länder auf das Reich notwendig geworden find. Durch ein Gesetz über d i e Zuständigkeit der Amtsgerichte in Vermögensrecht* ltchen Streitigkeiten wird die Wert* grenze auf 5 0 0 Mark (bisher 1000 Mark) heruntergesetzt. Noch dem Gesetz zur Verhütung von Mißbräuchen auf dem Gebiete der Rechtsberatung wird ein Konzessionszwang für jede Art von Rechtsberatung festgesetzt. Durch Das Gesetz zur Aenderung der Rechtsanwaltsordnung soll der schweren Notlage des Rechtsanwaltsstandes gesteuert werden. Das Gesetz zur Förderung der Energiewirtschaft soll den notwendigen öffentlichen Einfluß in allen Angelegenheiten der Energieversorgung sichern, volkswirtschaftlich schädliche' Auswirkungen des Wettbewerbes verhindern, einen zweckmäßigen Ausgleich durch Verbandswirtschaft fördern und durch alles dies die Energiewirtschaft so sicher und billig wie möglich gestalten. Das Gesetz über Spar- und Girokassen, Kommunalkreditinstitute sowie Giroverbände und Girozentralen sieht eine Verlängerung der mit Jahresende ablaufenden Ermächtigung zur Neuorganisation des Sparkassenwesens bis 31. Dezember 1936 vor. Durch das Maß- und Gewichtsgesetz findet eine Zusammenfassung einer ganzen Reihe von Gesetzen und eine E r w e i t e r u n g der E i ch p f l i ch t statt. Das Gesetz über Aenderung des Reichsgesetzes über das Kreditwesen bringt Ergänzungen, für die sich ein Bedürfnis ergeben hat. Insbesondere beziehen sich diese auf die Bestellung und Abberufung r*"i Liquidatoren und die Erledigung von Beschw durch das Aufsichtsamt. Durch das Gesetz üb Auflösung von Zwecksparuntern aiungen werden die Mobiliar-Zwecksparun..r- nehmungen aufgelöst und ihre Geschäfte unter Mit» Wirkung des Reiches liquidiert. Am Schluß der Kabinettssitzung, der letzten in diesem Jahr, sprach der Führer und Reichskanzler den Mitgliedern des Reichskabinetts feinen Dank für die im verflossenen Jahr geleistete Arbeit und seine besten Wünsche für das neue Jahr aus. erwachsen. Die kleineren Mächte, ohnehin sckon beunruhigt durch das lange britisch-französische tete- ä-tete hinter verschlossenen Türen, sind über das, was sie nun als Ergebnis dieser Pariser Aussprache zu hören bekommen haben, nicht minder entrüstet als die öffentliche Meinung (Englcnbs. Sie fühlen sich wieder einmal zu Zuschauern degradiert, die man zwar als Chor verwendet, wenn gegen eine widerspenstige Großmacht — früher war es Japan, bann Deutschland unb nun Italien — ein Verbikt gefällt werben soll, bie aber rücksichtslos vor vollenbete Tatsachen gestellt werben, sobalb bas höhere Interesse Frankreichs ober Englands eine politische Schwenkung erforberlich macht. Auch Laval, vermutlich der Vater der neuen Friedensformel, hat Schwierigkeiten bekommen. Die Linke, eben erst in den innerpolitischen Fragen durch die Haltung der Radikalsozialisten an die Wand gedrückt, wittert eine neue Gelegenheit, das Kabinett Laval zu berennen. So ist es dem französischen Ministerpräsidenten gewiß nicht schwer ge= uxxitea, bie Katttt Sd-as yt «stechützüll, w, um bie Entrüstung ber kleineren Dölkerbunbsrnächte und bie Erregung im eigenen Lanbe zu beschwichtigen, bie Entscheibung über bie Brauchbarkeit ber Pariser Friebenssorrnel anstelle bes ursprünglich vorgesehenen Fünferausschusses (Spanien, Frankreich, England, Polen unb bie Türkei) bem Völker- bunbsrat selber zugeschoben hat. Da ferner über bie Verhängung ber Oelsperre noch kein Beschluß gefaßt werben soll, ehe nicht bie Antworten Italiens unb Abessiniens auf ben Friedensvorschlag eingegangen sinb, hat man mieber einmal Zeit gewonnen, worauf es biesrnal auch Englanb befonbers anzukommen schien. Prekär wirb bie Lage aber, wenn Italien ben Vorschlag annehmen sollte, ben Frankreich unb Englanb ihm unterbreitet haben, ohne sich zu vergewissern, ob auch ber Völkerbund, als dessen Beauftragte beibe Mächte sich ja nur ausgeben, ihren Plan billigt. Ministerpräsident B a l b - w i n hat im Unterhaus erst vor wenigen Wochen bie Unzulänglichkeit ber gegenwärtigen Völkerbunds- konstruktion. lebhaft beklagt unb bavon gesprochen, baß ber Völkerbunb, wie man ihn zu Kriegsenbe erträumt t)abe, immer noch feiner Verwirklichung harre. Die gegenwärtige Situation, in bie Frankreich und England den Völkerbund hineinlaviert haben, scheint uns für die von Baldwin erhoffte Verwirklichung des wahren Völkerbundsideals allerdings wenig verheißungsvoll zu fein. hier erhalten, sondern auch ein wirtschaftliches Reservat als Siedlungs- und Kolonifationsgebiet, das sich im Norden bis zum 8. Breitengrad, also bis ungefähr hundert Kilometer vor die Tore von Addis Abeba, und im Westen bis $um 35. Grad östlich von Greenwich, also noch über den den Rudolf-See durchschneidenden Meridian hinaus erstrecken würde. Man will Italien also hier zur ausschließlichen wirtschaftlichen Betätigung ein Gebiet zusprechen, das von den hamitischen Galla- und Kaffavölkem bewohnt ist, bie sich im Gegensatz zu den herrschenben Amharas zum Islam bekennen, und das durch feine Höhenlage, ' ' durch feine Bewässerung zumindest westlichen Teil sich für die Ansieblung von Europäern zweifellos eignen würbe. Italien würde da- Gesetz festgelegte Besoldungsordnung paßt sich den befonberen Verhältnissen bes Arbeitsdienstes an; bie Gehaltssätze liegen etwa in ber Höhe ber G e- hälter von Reichsbeamten. Jnsbesonbere unterliegen diese Gehälter, mit Ausnahme derjenigen für Truppführer, durchweg ben Kürzungen nach ben bekannten, für bie Beamten gelten» ben brei Gehaltskürzungsoerordnungen, fino also von vornherein als um 19 bis 23 v. H. gekürzt zu betrachten. Das neue Besolbungsgesetz legt gleichzeitig die Dienstbezeichnungen der Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes neu und endgültig fest. Es find dies vom „Arbeitsmann" an über Vormann, Obervormann zum Truppführer auffteigenb, folgende Führerdien ft grade: Truppführer, Obertruppführer, Unterfeldmeister, Feldmeister, Oberfeldmeister, Oberstfeldmeister, Arbeitsführer, Oberarbeitsführer, Oberstarbeitsführer, Generalarbeitsführer, Obergeneralarbeitsführer, Reichsarbeitsführer. Die Amtswaltergrabe beginnen mit bem „Amtswalter" im Range bes Felbmeifters; es folgen auffteigenb ber Oberamtswalter, Hauptamtswalter, Stabamtswalter unb Oberstabsamtswalter. Die im Reichsarbeitsbienst hauptamtlich tätigen Aerzte werben bie Bezeichnungen Arbeitslagerarzt, Arbeitsfelbarzt, Arbeitsarzt, Dberar- Berlin, 13. Dez. (DRB.) Amtlich. In der heutigen Kabinettssitzung wurde zunächst das G e - setz über bie Reichsärzteordnung ver- abschiebet, wonach die Reichsärztekammer eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes, bie Vertretung ber beutfchen Aerztefchaft ist. Das Gesetz enthält Bestimmungen über bie Berufspflichten und bie Berufsordnung ber Aerzte unb über bie Zuständigkeit der ärztlichen Berufsgerichte sowie über die Staatsaufsicht. Ferner wurde eine Aenderung bes Gesetzes betreffend bie Schlachtvieh- unb Fleischbeschau beschlossen, wonach in Oemeinben über 5000 Einwohnern mit ber Leitung der öffentlichen Schlachthäuser in Zukunft tunlichst nur approbierte Tierärzte betraut werden sollen. Ein Gesetz über die Verpachtung u n d Verwaltung öffentlicher Apotheken bestimmt, daß Apotheken, bie für Rechnung ber Witwe ober ber minberjäbriqen Kinder des verstorbenen Inhabers weitergeführt werben, für bie Dauer dieser Zeit grundsätzlich an einen approbierten Apotheker zu verpachten sind. Dasselbe hat zu geschehen, wenn die Verwaltung der Apotheke Mängel aufweist. Die Veräußerung von Rießdrauchrechten. Das Gesetz über bie Veräußerung von Nießbrauchrechten und beschränkten persönlichen Dienstbarkeiten soll wirtschaftlichen Bedürfnissen Rechnung tragen. Falls das Recht einer juristischen Person zusteht, geht künftig bei Ueber- tragung des Vermögens ber juristischen Person auf einen anberen im Wege der Gesamtrechtsnachsolge auch der Nießbrauch und die beschränkte persönliche Dienstbarkeit auf ben anderen über, wenn ber lieber» gang nicht ausdrücklich ausgeschlossen wirb; es wirb weiter, wenn ein von einer juristischen Person betriebenes Unternehmen übertragen wird, auch bie Übertragung bes Nießbrauchs ober ber beschränkten persönlichen Dienstbarkeit unter ber Voraussetzung zugelassen, baß bas Recht ben Zwecken bes Unternehmens zu dienen geeignet ist. Verlängerung von Maßnahmen im Kapttalverkehr. Das Dritte Gesetz über einige Maßnahmen auf bem Gebiet bes Kapitaloerkehrs sieht eine abermalige Verlängerung ber Fristen für bie auf Grunb ber seinerzeitigen zwangsweisen Herabsetzung ber Zinsen festgeschriebenen Kredite, aber auch eine neue Auflockerung vor. Der Gläubiger kann bei bem zustänbigen Amtsgericht beantragen, ihn von ber Stillhalte- pflicht freizu stellen. Währenb es aber bisher Sache bes Gläubigers war, nachzuweisen, daß seine wirtschaftliche Lage die Freistellung von ber Stillhaltepflicht erforberte, soll in Zukunft ber Gläubiger an ber Stillhaltepflicht nur bann festgehalten werben, wenn ber Schulbner seinerseits den Nachweis führt, baß er auch beim Einsatz aller Kräfte nicht in ber Lage ist, bas Kapital zurückzuzahlen. Ist ber Schulbner nicht zur Rückzahlung bes ganzen Betrages imftanbe, so soll bas Gericht prüfen, ob eine planmäßige Schulden- t i 1 g u n g burch Festsetzung von Äbzahlungsraten ober burch bie Umwandlung von Fälligkeitshypotheken in Tilgungshypotheken möglich ist. Von den Gläubigern wird erwartet, daß sie in Fällen, in denen eine sachliche Notwendigkeit zur Zurückziehung des Kapitals nicht besteht, das Kapital den Schuldnern auch weiterhin belassen. Das gilt namentlich für die Anstaltsgläubiger, insbesondere Hypothekenbanken, Sparkassen unb Versicherungs- Unternehmungen, bie einroanbfret gesicherte Hypotheken auch weiterhin stehen lassen werben. Die Re- gelang bezieht sich auf Forberungen unb Hypotheken, ür bie bie Äünbigungsfperre für zinsgesenkte Forberungen aus ber Notverorbnung vom 8. Dez. 1931 ober bie gesetzliche Hypothekenstunbung ber Naiver- orbnung vom 11. Nov. 1932 gilt. Die burch das zweite Kapitalverkehrsgesetz vom 20. Dez. 1934 ge- । troffene Regelung ber Aufwertungsfälligkeiten, bie noch bis zum 31. Dez. 1936 läuft, wirb burch bas 1 neue Gesetz nicht berührt. Reugeflaltung der Frontzulage. Das Gesetz über Sicherungen auf bem Gebiete ber Reichsversorguna sieht vor, allen um 60 unb 50 v. H. in ihrer Erwerbsfähigkeit beein- rächtigten Kriegsbeschädigten ohne Unter- chieb bes Alters oie Frontzulage zu gewäh- ren. Bisher wurde die Frontzulage nur ben über 50 Jahre alten ober ben um mehr als 70 v. H. in ihrer Erwerbsfähigkeit beeinträchtigten Frontkämp- ern gewährt. Das Kernstück des Gesetzes vom 3. Juli 1934 war die Einführung einer Front- Zulage für unsere versorgungsberechtigten Frontkämpfer. Da jedoch dieses Ge- etz auch unaufschiebbare Verbesserungen für die Kriegshinterbliebenen durchführen muhte, war bie uneingeschränkte Gewährung ber Frontzulage zunächst nurfür alle um minbeftens 70 p. H. in ihrer Erwerbsfähigkeit ge» chäbigten Frontkämpfer möglich; für alle übrigen versorgungsberechtigten Front- v..v ............... v___„___„______o______ _ iämpfer rmchts tiw ÄoUaa-uug bes $(k öe* teu Rechtspflege dienlich ist. Auf diesem Das Gesetz über die Besoldung ber Angehörigen bes Reichsarbeitsoien st es ermöglicht bie Einglieberung aller hierfür in Frage kommenden Führer bes nationalsozialistischen beitsbienftes in ben Reichsarbeitsbienst. Reichbesoldungsgesetz erscheinen also nun neben Solbaten ber Wehrmacht unb ben Beamten Angehörigen bes Reicksarbeitsdienstes als eine fonbere Gruppe von ©taatsbienern. Die im neuen Heue Bestimmungen für die Rechtsberainng g des Derant- Vor dem Rücktritt Masaryks «I***fc«— i-a™™«*». fügen. Die Meldung ist bis zum 31. Januar 1936 durchzuführen. Die Wehrbezirkskommandos erteilen weitere Auskünfte. Sudetendeutschen Partei glaubte verzichten zu kon- nen, hatte er sich bestimmt geirrt. Diese Entwicklung hat sich heute schon ergeben, denn es sind ja rein tschechische Blätter sowohl auf der Linken wie auf der Rechten, die auf die Schlüsselstellung der Partei Konrad Henleins Hinweisen. Unerfreuliches aus Litauen. Deutscher Schuldirektor einer litauischen Grenzstadt verhaftet. Mörder zum Tode verurteilt. Dom Schwurgericht Kottbus wurde der 42jährige polnische Staatsangehörige Wladislaus Zelasny wegen vorsätzlicher Tötung zum Tode und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Zelasny, der ein vielfach mit Zuchthaus und Ehrenverlust vorbestrafter Verbrecher ist und auch von polnischen Gerichten wegen verschiedener Verbrechen gesucht wird, war am 13. Juli in ein Haus des Dorfes Eantdorf bei Spremberg eingebrochen. Als sich ihm die Wohnungsinhaberin, die 23jährige Frau M e tz i g , entgegenstellte, schoß er sie kaltblütig nie- der. Zelasny konnte nach langer Fahndung festgenommen werden, als er die polnische Grenze überschreiten wollte. Vorher hatte er an der Grenze ein Postamt ausgeraubt. und ihren Widerruf entscheidet der Landgerichtspräsident, gegen dessen Entscheidung die Beschwerde an den Oberlandesgerichtspräsidenten gegeben ist. Die Vorbereitung der Entscheidung liegt den Amtsgerichtsvorständen ob. Für derzeit als Rechtsberater tätige Personen gelten die bisherigen gewerberechtlichen Vorschriften b i s zum 3 0. Juni 19 3 6 weiter. Erläuterungen Freißlers. Staatssekretär Freisler erklärte zur Neuordnung des Rechtsanwaltsstandes den Presfever- tretern u. a., daß erhebliche Mißstände, die sich in der Rechtsbetreuung der Bevölkerung bereits seit Jahren ausgewirkt hätten, in einem immer fühlbarer werdenden Maße zerstörend auf die Rechtspflege, vor allem auf den Anwaltsstand, einzuwirken drohten. Es sei bekannt, daß der Rückgang der Geschäfte der Justizbehörden, vor allem der Gerichte, sehr erheblich gewesen sei und fortschreite. Die Ursachen beruhten teilweise darauf, daß die Befriedung der Be- völkerung in ihrer einheitlichen Grundeinstellung und die Friedensbemühungen der NSDAP, und der ihr angeschlossenen Verbände vielfach zur gütlichen Erledigung von Meinungsverschiedenheiten rechtlicher Art führten, die Prozesse überflüssig machten. Wenn die Entwickelung beim Rechtsanwaltstand so wie bisher weiterge- gangen wäre, dann hätte Deutschland gegenüber einer Zahl von zur Zeit 18 000 Rechtsanwälten in sieben Jahren etwa 39 000 bis 42 000 Anwälte gehabt. Die neue Rechtsgesetzgebung könne in keiner Weise nur zugunsten der Rechtsanwaltschaft ange- sehen werden, sondern in gleicher Weise komme in ihr die Betreuung des Justiznachwuchses und die Interessen der gesamten Rechtspflege zum Ausdruck. lafsung entscheidet der Reichsminister der Justiz im Einvernehmen mit dem Reichsführer des BNSDJ. Sie Aeich-reWanwaNSlammer Die Anwaltschaft hat an Stelle der bisherigen einzeln nebeneinander bestehenden Anwaltskammern und der provisorisch errichteten Reichsrechtsanwalts, kammer eine einheitliche OrganiIa t i o n erhalten, die neu Reichsrechts a n w alts- tammer, die alle bei deutschen Gerichten zuge- lassenen Anwälte umfaßt und nach dem Führer- grundsatz aufgebaut ist. Die neue Gliederung knüpft an die bewährte Tradition der bisherigen Vertretungskörperschaften an. Die Ueberleitung geschieht unter tätiger Mitarbeit der erprobten und erfahre- nen Mitglieder der bisherigen Reichsrechtsanwalts- kammer' und der bisherigen Anwaltskammervor- neue Reichsrechtsanwaltskammer um- wer gebunden. Die Reichsrechtsanwaltskammer un- saßt als Gesamtkörperschaft alle bei deutschen Ge- terliegt der Reichsaufsicht, die der Relchsmmlster richten zugelassenen Rechtsanwälte. Sie wird nach! der Justiz ausübt. Berlin, 13. Dez. (DNB.) Der vom Führer und Reichskanzler berufene Ehrenausschutz der Adolf-Hitler-Spende für das deutsche Handwerk trat am 13. Dezember 1935 zu einer Sitzung im Haus des deutschen Handwerks zusammen. Unter Vorsitz von Dr. W i l - l u h n, Ministerialrat in der Reichskanzlei, und in Anwesenheit von Reichskommissar Dr. W i e n b e cf, Reichshandwerksmeister W. G. Schmidt, Generalsekretär Dr. Schüler und Pg. Karl Z e l e n y wurde über die Verteilung der Spenden- betrage für das laufende Rechnungsjahr beschlossen. Der Ehrenausschuß nahm die Verteilung in der Form an, daß der Gesamtbetrag in gleichen Anteilen von je 50 Mark durch die eine Minderheit bildet, das ist einstweilen nur die besondere Eigenart der Tschechoslowakei. Um über diesen Mangel hinweg zu kommen, wurde nicht etwa ein tschechischer, sondern ein tschechoslowakischer Staat gegründet, wobei ausdrücklich bemerkt werden muß, daß sich die Slowaken nicht etwa der tschechischen Sprache bedienen, sondern eine eigene Sprache slawischen Gepräges besitzen. Auf das Selbstbestimmungsrecht, das von den Siegerstaaten so feierlich verkündet worden war, wurde bei der Gründung der Tschechoslowakei schon deshalb verzichtet, weil sich sonst ein Staatsgebilde von lebensfähigem Umfang überhaupt nicht ober doch nur schwer hätte bilden lassen. Auf die Anwendung wurde von den Siegerstaaten verzichtet, also nicht von den Nationalitäten in der Tschechoslowakei mit Ausnahme des Staatsvolkes der Tschechen selbst, die auch keine Ursache hatten, auf das Selbstbestimmungsrecht für ihren Staat zu bestehen. Es war auch Dr. Benesch, der nach dem Kriege aus den Nachfolgestaaten den Kleinen Verband bildete, aber nicht deshalb, um den Donauraum wirtschaftlich lebensfähig zu gestalten, sondern deshalb, um für Frankreich eine Rücken- deckung machtpolitischer Art im Donauraum zu bilden. Dr. Benesch gehört parteipolitisch zy der Gruppe der tschechischen Nationalsozialisten, die aber links gerichtet ist, zumal in ihr auch sehr starke marxistische Zutaten vorhanden sind. Weil Dr. Benesch der Vertrauensmann des Staatspräsidenten Masaryk ist, weil er sich ferner international durch seine diplomatische Gewandtheit und Anpassungsfähigkeit ein gewisses Ansehen erworben hat, so war und ist es möglich, daß er auch dann immer Außenminister blieb, wenn in Prag Politiker aus i den Rechtsparteien die Regierung bilbeten. ausmacht, baß Dr. H o b z a ein Slowake ist, ber aber als solcher immer eine gewisse Sonderstellung eingenommen hat. Es ist aber wesentlich eine Rechtsgruppe, die die Regierung Dr. Hod- zas trägt, eine Gruppe also, die nicht unbedingt mit Dr. Benesch parteipolitisch verbunden ist. Allein das wäre weiter nicht schlimm, wenn es nicht für die Tschechoslowakei eine politische Frage ersten Ranges gäbe, deren Lösung unmittelbar erfolgen muß. Diese Frage besteht darin, daß Präsident Masaryk zurücktreten will, daß als sein bevorzugter Nachfolger vielfach, aber nicht überall, Dr. Benesch ailt. Non Dr. Benesch als Staatspräsident wollen die tschechischen Agrarier nichts wissen, aber sie sind auch mit benachbarten Gruppen parlamentarisch nicht stark genug, um einen Staatspräsidenten nach ihrem Gefallen zu wählen. Tatsächlich haben die tschechischen Nationalsozialisten bisher so etwas wie das Zünglein an der parlamentarischen Waage gebildet, denn weder eine Rechtsregierung, noch eine erklärte Linksregierung war und ist ohne die nationalsozialistische Gruppe möglich. Die Linksparteien von den Kommunisten bis zu den Naimnalsozialisten stnd aber auchnichtftarkgenug, um Dr. Benesch als Staatspräsidenten durchdrucken zu tonnen nn ben tschechischen und slowakischen Zeitungen obne Unterschied der Parteifärbung wird nun auch unwirsch zugegeben, daß der Ausschlag nun b -1 Öen Sudetendeutsche n K o ini r a b S) e n ■ l, i ll5 liege Das kann e,n Schreckschuß sein, der non links nach rechts und umgekehrt gefeuert wird. Aber es hilft auch nichts, daß die parlamentar,. fchen Verhältnisse heute fo verworren sind, weil die «»eckiilchen Parteien an der Tatsache immer wieder Jorüberaefjen, daß die Sudetendeutschen eine so starke parlamentarische Gruppe bilden, daß schon : ' “ staatspolitischen Gründen die Mißachtung tue- ser Grupp" ein Fehler ist und bleibb Als Dr. ‘ Hodza vor einigen Woche» auf bu Mtarbert bet Am Freitag wurde ein Anschlag auf das Gebäude der deutschen Gesandtschaft i n K o w n o verübt. Zwei Täter warfen mehrere Steine gegen die Fenster des Gebäudes, roobei vier Dvppelfensterscheiben zertrümmert wur- den. Die Polizei verhaftete zwei Tater, zwei litauische Juden. Das litauische Außenmimste- rium hat der Gesandtschaft ihr Bedauern über den Vorfall ausgesprochen. * Freitag wurde in Kowno eine sowjetrussische Buchaus st ellung eröffnet, deren Schirmherren der sowjetrussische Außenkommissar der sowjetrussische Gesandte, der litauische Außenminister und der litauische Bildungsminister sinb. Bei den Eröffnungsansprachen wurde von dem sowjetrutzi- schen Gesandten und dem litauischen Bildungsmini- fter die fortschreitende Entwicklung in benJul.tu» reiten und freundschaftlichen Beziehungen beider Staaten betont. Eintritt von Freiwilligen in das Heer 1936. Meldeschluß: 31. Januar 1936. Allgemeine Versammluncs'uhe bis 15. Januar 1936 Berlin, 13. Nov. (DNB.) Der Reichspropagandaleiter der NSDAP., Reichsminister Dr. Goebbels, gibt bekannt: „Mit Rücksicht auf bie vor uns liegenden Feiertage ordne ich hiermit eine allgemeine V e r s a m m l u n g s r u h e für bie 3 eit vom 15. Dezember 1935 bis 15. Januar 1936 an. Diese Ruhepause betrifft alle öffentlichen Versammlungen unb Kunbgebungen. Nicht eingeschlossen sinki bie Weihnachtsfeiern ber NSDAP., ihrer Glie- berungen unb angeschlossenen Verbände sowie die Filmvorführungen der Amtsleitung Film der Reichspropagandaleitung." Adorf-Hitler-Spende für das deutsche Handwerk. Nicht gar so unvermittelt wie das zunächst schei- nen könnte haben sich die innerpolitischen Gegensätze in der Tschechoslowakei zu- n'svitzt. Nach außen tritt das dadurch hervor, daß Ministerpräsident Dr. H o d z a zurucktreten wi , daß aber ber Staatspräsident Masaryk sich weigert, das Angebot anzunehmem Das hat gute Gründe, denn tritt Hodza zurück, so wird es zu nächst nicht so einfach sein, eine neue Negierung zu bi(ben Und zwar deshalb nicht, weil bei dieser B l- bnna auch noch andere Dinge mitsprechen und Mit- freien al* nur parlamentarische und gar Partei- ’SpS M-I-ryk ist nämlich hochbe- i &X" 7ö?nemStaaÄräsident Mcharyk ist immer ein Kämpfer gewesen, er bat insbejon bere im Kriege und unmittelbar nach dem Kriege für die Gründung des tschechoslowakischen Staates Ungewöhnliches geleistet. Es ist schon so, dß, dem tschechischen Volke nicht die überragende Per. föniichkeit Masaryks zur Verfügung gestanden hatte, es sehr wenig wahrscheinlich gewesen.wäre>, ni |a ris und London, vor allem aber in ^O'ymgion Neigung und Förderung für Gründung mes tschechoslowakischen Staates zu finden Daß der wissenschaftliche Ruf, den Staatspräsident Masaryk sich vor dem Kriege auch international erwerben formte, nur dadurch möglich wurde, daß er seine Bücher und Schriften in deutscher Sprache veroffent lichte, sei nur beiläufig bemerkt. In der Tätigkeit, bie barauf angelegt war, ben Staatsverbanb ber österreichischen Doppelmonarchie ,u sprengen, würbe Staatspräsibent Masaryk vor- Nchmlich °°N Dr. Benefch Unterstützt daß es durchaus folgerichtig war, wenn nach bem Zusammenbruch bes Habsburger Staates neben Staats« Xbent Masaryk Dr. Benesch bas wichtigste ^faatsamt in ber Tschechoslowakei übernahm. Dies wichtigste Staatsamt war unb ist nicht etwa bie Ministrpräsidentschaft, sondern das Min st h.a äeufiern, weil es sich sofort nach der Gründung des tschechoslowakischen Staates als • «y^nafraae herausstellte, ur den reichlich eine Lebensfrage hera^^^ Anerkennung zu ttnben D^ß es In einem Staat unterschiedliche Na- 8°NE.N «L., kommtauch lonft mEuropaoor tag aber irr einem Staat oai Kowno, 13. Dez. (DNB.) Der Direktor der Deutschen Mittelschule in der litauischen Grenz- stadt Kybarti, Abrorneit, und seine Frau wurden verhaftet und in das Gefängnis von Wilko- wifchki übergeführt. Gleichzeitig wurde ber Schulverwaltung vorn öilbungsminiftenum in Kowno mitgeteilt, baß Abrorneit feines Amtes enthoben ei. Die Verhaftung Abromeits, ber Memel- länber ist, geht auf einen bereits erlebigten Zwischenfall zurück. Dor einiger Zeit hatte sich Abrorneit unb feine Frau über bie Grenze nach Eydtkuhnen begeben. Sie kehrten m bem Augenblick zurück, als ber Grenzübergang für bie Nachtzeit gerabe geschlossen würbe. Hierbei geriet Abrorneit mit einem litauischen Grenzbeamten, ber ihm ben Grenzübertritt verwehrte, in einen Wortwechsel. Abrorneit mürbe mit 50 Lit 0 e l b ft r a f e belegt. Damit war ber Zwischenfall seinerzeit erlebigt. Nun sinb Abrorneit unb seine Frau wegen angeblicher Beleibigunc litauischen Volkes nochmals zur —.-— Wartung gezogen worben. Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Noch immer wirb bie Witterung Deutschlanbs burch bie Zufuhr kalter Festlanbluft, bie mit einer Dftftrömung herangeführt wirb, bestimmt. Es herrscht baher über bem europäischen Festlanb in großer Ausbehnung Frost, ber sich in Deutschland in den Niederungen — von einzelnen Ausnahmen abgesehen — in mäßigen Grenzen gehalten hat. Inzwischen hat sich die vom Atlantik ausgehende Wirbeltätigkeit verstärkt unb ben sich norblich von uns heranziehenben Hochbruckrücken abgebaut. Ein burdjgreifenber Witterungsumschlag ist für uns aber vorerst noch nicht bamit oerbunben. Aussichten für Sonntag: Zunächst wolkig bis aufheiternb, späterhin auffommenbe Nieber- schlagsneigung, veränberliche Winbe, Fortbauer bes Frostes. Aussichten für Montag: Voraussichtlich unbeftänbigeres Wetter mit Nieberfchlagsneigung, nicht mehr ganz so kalt. Lufttemperaturen am 13. Dezember: mittags —2,2 Grab Celsius, abenbs —3,1 Grab; am 14. Dezember: morgens — 3,5 Grab. Maximum —1,2 Grab, Minimum — 4,1 Grab. — Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Dezember: abenbs 0,5 Grab; am 14. Dezember: morgens 0,3 Grab. — Sonnenfchembauer 4,5 Stunben. Mnlerfporl-Wetternachrichlen. Vogelsberg. Hoherobskopf: bebeckt, —12 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, verharscht, im Wald Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Herchenhainer Hohe: bewölkt, —8 Grad, 28 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, verharscht, Ski und Rodel gut. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —9 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe, fein Neuschnee, verharscht, ©fi und Rodel gut. , Prag, 13. Dez. (DNB.) Der Präsident der tschechoslowakischen Republik Masaryk hat sich zum Rücktritt von seinem Amt entschlossen. Samstag 12 Uhr sind Ministerpräsident Dr. Hodza, Kammerpräsident M a l y p e t r unb Senatspräsident Dr. Soukup nach Schloß Lana, dem Sitz Masaryks geladen. Eine Nachricht über das Ergebnis dieser Audienz wird in den Nach- mittagsstunden ausgegeben werden. Die W ay l bes neuen Präsidenten wird Mittwoch, den 18. Dezember, im Wladislaw-Saal der Jßrager Burg stattfinden. Für Samstag werben Kundgebungen der Prager Bevölkerung erwartet. . Die Prager Abendzeitung erklärt, aus wiederholten Aeußerungen des Staatspräsidenten Masaryk fei bekannt, bah er seinen Schuler unb Mitarbeiter ben Außenminister Dr. Ebuarb Benesch als seinen Nachfolger wünsche. Die tschechische rechtsoppositionelle Natio na le De r • Einigung habe aber anberen tschechischen Parteien ben Vorschlag gemacht, ben Professor ber Botanik an ber l Dr. Bohumil Nemec, für bie Präsidentschaft kan bibieren zu lassen. Professor Nemec ^ Vorsitzender des tschechoslowakischen Natlonalra es, er war früher tschechischer nationaldemokratlscher Senator. Aus aller Wett. Schweres Explosionsunglück in einem Vronzewerk. Eine schwere Explosion, die ein Großfeuer zur Folge hatte, ereignete sich in der Nacht zum Sams» tag * in der Bronzefabrik Neumühle bei Altenberg in der Nähe von Nürnberg. Mehrere Fabrik- gebaube liegen in Trümmern, bie Seitenwänbe sind herausgebrückt worben. Die Blechbächer würben weit fortgeschleubert. Drei Personen würben unter bem Mauerwerk begraben. Ein Schwerverletzter unb ein Toter konnten gebor- । en werben, währenb ein Toter noch unter ben 'rümmern liegt. Die Explosionsursache konnte bisher noch nicht festgestellt werben. 9:8 für Euwe vor bem Schlußspiel um die Wettmeisterfchuft. In Amsterbam mürbe bie 29. Partie, bie vorletzte im Kampf um bie Schachwe11meisterschaff zwischen Aljechin unb E u w e gespielt. Aljechin, ber bie weißen Steine spielte, eröffnete mit bem Königsbauern. Euwe anroortete zur allgemeinen Ueberraschung mit ber sog. „Aljechin-Der- teibigung". Jrn Mittelspiel opferte Euwe einen Bauern, um eine Remis-Aussicht zu bekommen. Aljechin hielt ben Bauern bis zum Enbfpiel, machte bann aber einen Fehler, ber es Euwe gestattete, eine Remis-Stellung herbeizuführen. Nach dem 41. Zuge würbe bie Partie mit sicheren Remis-Aussichten abgebrochen. Tags barauf würbe bann bie Partie schließlich nach 9 weiteren Zügen als Remis gegeben. Der Stanb ber Meisterschaft ist nunmehr 9:8 für Euwe bei 12 Remis-Partien. Die letzte Partie wirb in Amsterbam gespielt. Die drei „Richter der Hölle" in Paris. nationalsozialistischen Dermaltungsgrundsätzen von ihrem Präsibenten geführt, ber ehrenamtlich tätig ist unb vom Reichsminister ber Justiz im Einvernehmen mit bem Reichsführer bes BNSDJ. auf fünf Jahre berufen wird. Das Präfibium berät ben Präsibenten in ben laufenben Verwaltungsgeschäften unb wirb in ber gleichen Weise berufen wie ber Präsibent. Der Beirat besteht aus bem Präsidium unb allen Präsibenten ber einzelnen Rechtsanwaltkammern in ben Oberlandesgerichtsbezirken. Er soll in besonderem Maße Bindeglied zwischen Führung unb Gefolgschaft sein. Die Rechtsanwaltskammern in den Oberlands- gerichtsbezirken sind Dienststellen der Reichsrechtsanwaltskammer, deren Aufgaben sie in ihrem Amtsbezirk zu erfüllen haben. Sie sind an bie gesetzmäßigen Weisungen ber Reichsrechtsanwaltskam- Die berufsmäßige Rechtsbesorgung durch Nicht- und Halbjuristen und durch solche Dolljuristen, die einer standesrechtlichen Aufsicht nicht unterstehen, beruhte auf dem üeberalen Grundsatz der Gewerbefreiheit. Das neue Gesetz hebt die Frage aus dem Bereich gewerbepolizeilicher Behandlung heraus und unterstellt sie der Justiz. Das neue Gesetz macht die geschäftsmäßige, gleichviel ob Haupt- ober nebenberufliche, entgeltliche ober unentgeltliche Rechtsbesorgung von einer Erlaubnis abhängig, bie unter ben Gesichtspunkten ber persönlichen Zuverlässigkeit, ber fachlichen Eignung unb bes Bebürsnisses erteilt wirb, unb örtlich gebunben ist. Zu ben allgemeinen staatlichen Betreuunys- a u f g a b e n gehört ebenso wie auf bem Gebiete ber Heilkunbe, auf gewissen Gebieten bes Bauwesens, ber Technik usw. so auch auf bem G e - biete ber Rechtspflege, bie Volksgenossen vor ben für ben einzelnen zumeist nicht erkennbaren schweren Gefahren zu schützen, bie aus ber Inanspruchnahme n i ch t sachkunbiger ober unzuverlässiger Personen erwachsen. Ferner: Wenn ber Staat einen aufs sorgfältigste ausgebilbeten Rechtswahrerstanb geschaffen hat, unb ihn burch stanbesrechtliche, gebüh- renrechtliche unb ähnliche B i n b u n g e n in ber Berufsausübung im Interesse ber Rechtspflege gewissen Schranken unterwirft, so ist er es biefem Be- rufsftanbe schulbig, ihn gegen ben Wettbewerb einer berartigen Binbungen nicht unterworfenen, gewerblich eingestellten Berufsgruppe zu schützen. Aus ber ersten Ausführungsverorbnung ist her- vorzuheden, baß I u b e n bie Erlaubnis nicht e r - teilt wirb, unb baß gewisse 93 o r ft r a f e n grunb- sätzlich bie Versagung ber Erlaubnis zur Folge haben, lieber bie Erteilung ber Erlaubnis dürftige unb mürbige Hanbwerkej noch Dor Weihnachten zur Auszahlung gelangt. Winterhilfsspende der Wehrmacht. Berlin, 13. Dez. (DNB.) Am Tage ber Natio- nalen Solibarität würben von ber Wehrmacht in allen Stanborten innerhalb ber Kasernen unb militärischen Liegenschaften So nb e rsamm- lungen zugunsten ber Winterhilfe burchgeführt. Als E r g e b n i s ber Sammlungen in ber Wehrmacht konnten bem Winterhilfswerk 139 463,03 Mark überwiesen werben. Berlin, 13. Dez. (DNB.) Das Reichs- friegsminifterium gibt bie Bebmgungen für ben Eintritt von Freiwilligen in bas Heer im Herbst 1936 bekannt. U. a. heißt es ba: Der nächste Einstellungsterm n ist Anfang Oktober 19 36. Für bie Einstellung kommen nur Wehrpflichtige vom v o 11 enbeten 18 bis zum vollenbeten 25. Lebensjahr in Frage. Bewerber aus ben Geburtsjahrgangen 1915 bis 1918 werben im Herbst 1936 nur bei befonberer Eignung eingestellt unb nur, wenn sie länger a l s 1 Jahr im Heere bienen wollen. Die Angehörigen bieser Geburts- jahrqänge müssen vor Einstellung in bas Heer ihrer Arbeitsbien st pflicht genügen. Für Fahnenjunker— auch im Sanitäts- und Veterinärkorps — gelten ebenso wie für Anwärter einiger Sonderlaufbahnen im Heer besondere Die drei „Richter d e r H o 11 e" treten zum großen Mißvergnügen der Pariser Postbeamten wie- ber in Erscheinung. Im vergangenen Jahre bereits befanben sich unter ben Postsenbungen viele Päckchen mit E x p 1 o s i v st o f f e n. Allen biesen Senbungen waren vervielfältigte Schreiben verworrenen Inhalts beigegeben. Die Polizei glaubte, baß ein Geistesgestörter am Werke war. Es gelana ihr jeboch nicht, ihn ausfinbig zu machen. Jetzt sind plötzlich wieder in brei Poststellen Explosionen von „Mu- ftern ohneWert" erfolgt. Die Untersuchung ergab, baß es sich in allen Fällen um kleine Höllenmaschinen ber gleichen Art wie im »ergangenen Jahre hanbelt. Sie sinb so eingerichtet, baß sie beim Deffnen ber Päckchen erpichteren sollen; sie gingen jeboch sämtlich vorzeitig in Knall und Flammen auf, als die Postbeamten sie abstempelten. Die unangenehmen Sendungen waren wieder von einem Brief ber „Drei Richter ber Hölle" begleitet. Verletzt würbe burch bie Explosion niemanb. Ein Postbeamter hat sich lebiglich ein großes Loch In bie Hose gebrannt. Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. 2). 21. XI. 35: 11030. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Stein- bruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehk Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf* mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Bestimmungen. , , _ Die Einstellung ist in ber Regel nur bei Truppen- teilen möglich, beren Stanbort in ber Nähe bes Wohnsitzes bes Bewerbers liegt. Diese Einschränkung gilt nicht für Freiwillige, bie ihren Wohnsitz in Der entmilitarisierten Zone haben. Bevorzugt eingestellt werben: Bei motorisierten Truppenteilen Bewerber, bie an einem Lehrgang einer Motor-Sportschule ber NSKK. bereits teilgenommen ober sich zur Ableistung eines solchen Lehrganges vor Diensteintritt verpflichten; bei berittenen unb bespann- ten Truppenteilen Bewerber, bie ben Reiterschein besitzen; bei ben Pionieren Be- werber, bie Schiffer sinb ober wassersportliche Vorbilbung nachweisen können. Noch nicht gemusterte Bewerber melben sich persönlich bei ihren zustänbigen polia etlichen Melbebehörben, Bewerber in ber entmilitarisierten Zone ausschließlich bei ber für ihren Wohnsitz zustänbigen unteren ErsatzbeHorbe. Dem Einstellungsgesuch ist bei bereits gemusterten Bewerbern bes Jahrganges 1915 ber Muste - rungsausweis, bei solchen bes Jahrganges 1914 Musterunasausweis unb Ersatz- n Rechtsparteien die Regierung onoeien. 1 M » f *\ i n T hoi noch nicht aemufterten S JMS.VK «WS W, ,S. Ä” Ä Zu Beginn das neuen Jahres Der billige Brennstoff ZURÜfdntätysftbih mit allen Büro- Stets vorrätig bei 7252 V Tüchtiges Halbtags Mädchen f0W2Äig- zum 1. Jan. 36 Zweckspar-Fachleute «Treuhänder • Wirtschaftsberater Wir haben Wir bieten 7256 A Wäschetruhen Verlangt m €rno Mk. Mk. Zu Weihnachten das zuverlässige Schöne Geschenke zu Weihnachten!! Knaur Weltatlas . Hansa Weltatlas. Was der Drogist zu Weihnachten empfiehlt zu verk. [7265D Landw. Konrad Römer,Göbeln- rodb. 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Und wenn diese Freude auf den Geber zurückstrahlt, darf er sich für alle Mühe, die ihm das Suchen nach einem Geschenk gemacht hat, reichlich belohnt fühlen. Wir vergessen nur allzu leicht: auf den Marktwert des Geschenkes kommt es nicht an, wenn wir nur verstehen, ihm einen seelischen Wert zu geben. Wenn wir verstehen, dem Geschenk Sprache zu verleiben, daß es dem Empfänger deutlich sagt: ich soll dir eine Freude machen! Die stellt sich dann sicher ein. Die Freude, Die nicht daran denkt zu fragen: was hat es gekostet? Sondern die den guten Willen des Gebers höher einschätzt als Gold und Edelstein. Es könnte doch nichts schaden, wenn wir unsere Weihnachtstische, auch da, wo die Mittel nicht beschränkt sind, etwas mehr nach diesem Grundsatz aufbauten, als nach dem der Menge. Der Glaube, man müsse nur recht viel schenken, dann komme die Freude schon, ist trügerisch. Am schwierigsten wird die Kunst des Schenkens da, wo der soziale Unterschied groß ist. Es ist ein kümmerlicher Glaube, man könne denen, die selbst nichts haben, dadurch Freude machen, daß man sie an der Freude Reichbeschenkter teilnehmen läßt. Es gibt nur eine Art, dem, der selbst nicht schenken kann, die Annahme von Geschenken zur Weihnachtszeit leicht zu machen. Das geschieht, indem sie ihm im Namen der Volksgemeinschaft geboten werden! So versteht die Winterhilfe die Kunst des Schenkens. Sie teilt nicht Almosen aus, wobei die Wohltat des Spenders vielleicht eine größere Rolle spielt, als die Bedürfnisse des Empfängers; sie wirkt ausgleichend im Namen der Majestät des Volkes, von dem wir alle ein Teil sind. Indem sie von denen fordert, die geben können, und denen spendet, die entbehren müssen, erkennt sie auch diesen ein Recht auf Freude zu. Und daß ihnen dieses Recht, im Namen der Volksgemeinschaft, durch die Tat ausdrücklich zugebilligt wird, das ist vielleicht das wertvollste Geschenk, das auf ihren Weihnachtstisch gelegt werden kann. folgreich. Im Frühjahr 1919 sah es sogar aus, als ob feiste Kräfte zu einer Vereinigung mit denen von General Denikin (dem Führer der antibolschewistischen Truppen in Südrußland) kommen könnten. Sasonow (der ehemalige zaristische Außenminister) war damals bei mir in London, und es war möglich, durch ihr Erklärungen von „Das vierte Siegel." Als Agent des britischen Geheimdienstes im zaristischen Rußland während des Weltkrieges. - Aus den Erinnerungen des Außenministers Sir Samuel Hoare. gekommen, so wollen sie nicht nur empfangen, sondern auch schenken. Mütter und Väter, Großmütter und Großväter, Onkel und Tanten werden überrascht mit dem, was fleißige Kinder und Enkel und Neffen und Nichten ihnen in tiefster Heimlichkeit als Ueberraschung zugedacht haben. Fritz Reuter, der große niederdeutsche Dichter, dessen 125. Geburtstag wir kürzlich gefeiert haben, war kein Freund davon. Siehe seine überwältigend komische Geschichte „Wat bi ne Aewerraschung rute kamen kann". Sie handelt davon, wie der Ratsherr Zarnekow für einen gestohlenen Kutschbock vier Stück zu Weihnachten bekam, und wie Reuters Mutter beinahe drei Brillen auf einmal geschenkt bekommen hätte. Aber wer das mit so herzhaftem Lachen erzählen kann, dem glaubt man den Zorn auf das Ueberraschtwerden nicht recht. Was bliebe denn auch von der Weihnachtfreuoe, wenn die Heimlichkeit nicht dabei wäre? Daß es da auch Dubletten geben kann, nimmt ein guter Vater oder Onkel mit Humor in Kauf. Schlimmer als das ist jedenfalls der Nützlich- keits-Fanatismus. Wohlgemerkt, wenn kein Zwang dazu besteht. Aber wir sind da vielleicht nur auf einen falschen Weg geraten. Uns ist die Menge des Geschenkten wichtiger geworden als die Art des Gegebenen! Und weil doch die Menge tunlichst auch da Eindruck machen soll, wo die Mittel nicht gerade verschwenderisch vorhanden sind, so werden die nützlichen Dinge, die ohnedies gerade fällig wären, mit auf den Weihnachtstisch gepackt. Aber Kinder haben ein feines Gefühl für den frommen Betrug, der darin liegt, und schreiben „bas Nützliche" von dem, was sie bekommen haben, stillschweigend ab. Und nicht nur „das Nützliche", sondern erst recht „das Vernünftige". Wer kennt sie nicht, die gestrengen Väter, die es nicht vertragen können, wenn ihre Kinder zu Weihnachten „unvernünftige" Wünsche äußern! Sie versuchen sie ihnen auszureden, sie lehnen sie mehr oder minder entschieden ab, und sie werden böse, wenn das Kind sich für das „vernünftige" Geschenk, das es an Stelle des heiß ersehnten bekam, nicht dankbar erweist. Das Kind lebt in einer anderen Welt als die Erwachsenen. Was die vernünftig nennen, findet das Kind oft recht unvernünftig. Und was der Erwach' ne als unvernünftg verwirft, dafür hat das Kind von seinem Standpunkt aus oft gute Gründe, wenn es sie auch nicht aussprechen kann. Wer wirklich Freude machen will, wird das berücksichtigen. Und wenn er einen ganz heißen Weihnachtswunsch heraus gebracht hat, so wird er nicht in erster Linie fragen: ist er vernünftig oder unvernünftig? Sondern er wird fragen: geht es oder geht es nicht? Das strahlende Gesicht, womit ein Kind die Erfüllung eines Wunsches quittiert, worauf es zu hoffen kaum gewagt hatte, ist unendlich vielmehr wert, als das stolze Bewußtsein, als Vater wieder einmal recht „vernünftig" gehandelt zu haben. Und wir Erwachsenen wenn wir in stillen Stunden ehrlich gegen uns selbst sind — ertappen wir uns nicht auch dabei, daß es gerade die gewissermaßen u n vernünftigen Wünsche sind, wo- Koltschak über seine Absicht, eine Konstituierende Versammlung einzuberufen, wenn er siegreich durchdringen werde, zu erlangen, die die Alliierten voll befriedigen. Aber noch einmal im Verlauf seiner Karriere sollte in dem Augenblick, in dem der Erfola in Reichweite schien, Verrat und Korruption seine Pläne zerstörten. Ganz abgesehen von den Schwierigkeiten seiner Lage, diente ihm seine Umgebung sehr schlecht. In einem Bürgerkrieg von der Art, wie er im Gange war, gab es wenig zuverlässige Freunde und überall sehr viele Feinde. Im Oktober 1919 zerbröckelte die Front, die ein paar Wochen vorher so fest geschienen hatte. Eine der Armeen war auf die Seite der Bolschewisten übergetreten, während die tschechische Legion so durchsetzt war vön extremistischer Propaganda, daß sowohl Offiziere wie Mannschaften erklärten, sie wollten nicht mehr kämpfen und hätten nur noch ein Interesse daran, über Wladiwostok in ihr soeben befreites Vaterland zurückzukehren. Schließlich war Koltschak mitten in Feindesland bei einer kleinen Station, 250 Werst von Irkutsk, mit 15 000 Mann und einem Schatz von 400 Millionen Rubel gestrandet. Seine Lage war sehr kritisch und wurde durch die Schwäche oder den Irrsinn anderer verzweifelt. Was dann folgte, untersucht man lieber nicht allzu genau, denn ein alliierter, wenn auch nicht ein britischer Offizier, übergab ihn und feinen Schatz den Tschechen, und die Tschechen lieferten ihn den Bolschewisten aus. Das Ende war daraufhin unvermeidlich. Die Schlußtragödie spielte sich i n I r k u t s k ab, wo die Bolschewisten einen Scheinprozeß inszenierten. Ich gebe einen Bericht darüber mit den Worten von Zeugen, deren Aussagen niedergelegt sind. „Wie war seine Haltung bei der Untersuchung?" wurde der Richter später gefragt. „Seine Haltung war die eines Kriegsgefangenen, des Befehlshabers einer Armee, der die Schlacht verloren hat, und so gesehen, wahrte er eine vollendete Würde. Er wollte auf keinen Fall seine Freunde kompromittieren." Als sein Todesurteil ausgesprochen wurde, stellte er die Frage an den Gerichtshof: „Ist das ein richterlicher Spruch oder ein militärischer Akt?" Als das Schützenkommando ankam, schrieb er mit dem Fuß „Lebt wohl" in den Schnee, steckte sich eine Zigarette an und bereitete sich vor zum Tode. „In allem war er ein Held", gab der Richter zu. „Sogar für feinen Henker?" „Aber sicher!" Im Laufe der Zeit sickerte die Nachricht von seinem Tode auch nach Moskau durch, und ein Mann beschimpfte ihn auf der Straße. „Du sollst nichts gegen Koltschak sagen", schrie ein anderer; „er hat gegen uns gekämpft und darum mußte er vernichtet werden, aber er war ein feiner Ker l." Als einmal grundlose Anklagen wegen Grausamkeiten, die im Bürgerkrieg begangen worden waren, gegen ihn erhoben wurden, fegte Lenin sie mit ■ der Antwort beisse: „Es ist dumm, Koltschak verantwortlich zu machen. Das ist die gewöhnliche de- > mokratische Ausrede. Koltschak hat mit den Mit- ' teln gearbeitet, die er vorfand." ! Diesen Zeugnissen füge ich nichts weiter bei. Wie es der Moskauer Arbeiter sagt: „Er war ein feiner ’ Kerl", und wie fein sibirischer Henker erklärt: „Er ; wahrte eine vollendete Würd e". Nach ' Lenins eigenem Zugeständnis war er dazu geboren, . Menschen zu führen, und scheiterte nur, weil das ’ Instrument, das ihm zur Verfügung gestellt wurde, ; so brüchig war. Kottschaks Ende. Aus Sir Samuel Hoares Erinnerungen an die Zeit feiner Tätigkeit als Leiter des englischen Geheimdienstes in Rußland während des Weltkrieges, die in deutscher Ausgabe unter dem Titel: „Das vierte Siegel", imNibelungen-Verlag GmbH., Berlin, erscheinen, bringen wir nachstehend seine Schilderung des tragischen Endes, das Admiral Koltschak, der Führer der Weißen Armee in Sibirien, in seinem Kampf gegen die Bolschewisten gefunden hat. Eines Tages kam eine Schar Matrosen und verlangte den Degen des Oberbefehlshabers. Koltschak lieh sie in Paradeaufstellung auf Deck antreten und hielt ihnen eine solche Rede, daß sie sogleich wünschten, sie wären nicht gekommen. „Ihr besitzt die Frechheit", schloß er, „meinen Degen zu verlangen. Ich erhielt ihn in Port Arthur im Kampfe für mein Vaterland. Ihr werdet ihn niemals bekommen." Und schloß, indem er feinen Degen mit den Bändern vom Heiligen Georg ins Meer warf. Die Matrosen schlichen davon und tauchten den ganzen nächsten Vormittag danach. Sie waren entschlossen, ihn seinem Eigentümer wieder zuzustellen. Trotz dieses persönliches Triumphes war es Koltschak ganz klar, daß die Lage hoffnungslos war. Außerdem verlangte die Provisorische Regierung, deren Mitglieder ihr Bestes getan hatten, um seine Autorität zu zerstören, seine Anwesenheit in St. Petersburg. Sein Kommando hatte aufgehört zu existieren, so verließ er Sebästopol, um zu sehen, was er in der Hauptstadt erreichen könnte. Auch dort taten Kerenskij und seine Kollegen alles, was in ihrer Macht stand, die Anstrengungen, die I er für die alliierten Interessen unternahm, zu hm- ran unser Herz hängt? Sind wir dem Schicksal, dieser strengen Gouvernante, nicht viel dankbarer dafür, wenn es uns ausnahmsweise einmal einen unvernünftigen Wunsch erfüllt als wenn es uns mit noch so viel „nützlichen" Gaben bedenkt? Das Schick- al nimmt sich eben nur zu selten die Mühe, sich beim Schenken auf unfern Standpunkt zu stellen. Aber dafür sind wir ja Menschen, daß wir, wenn wir einer des anderen Schicksal spielen, das tun können! Und machen doch so selten Gebrauch davon! Wie viele Geschenke verfehlen nicht ihren Zweck, dem Empfänger Freude zu machen, weil der Geber ich nicht die Mühe gegeben hat, sich in die Lage des anderen hineinzudenken! Wie viele Menschen bestehen nicht eigensinnig darauf, daß, was ihnen Freude machen würde, es dem andern auch machen müsse! Und schelten den anderen eine undankbare Seele, wenn er sich nicht über etwas freuen will, dem. Sie fürchteten ihn so, daß sie ihn schließlich aufforderten, Rußland zu verlassen. Auf der Suche nach militärischen Dienstmöglkchkeiten ging er nach England, dann nach Amerika, bann nach Japan. Endlich, im Frühjahr 1918, wurde er von den Direktoren der chinesischen Osteisenbahn gebeten, die Organisation der Verteidigung der Linie zu übernehmen. Diese Aufforderung führte ihn nach Sibirien, und damit fing das letzte und tragische Kapitel seiner Karriere an. Sibirien war damals in einem Zustand völligen Durcheinanders. Die Bolschewisten bedrohten die Eisenbahnlinien, Abenteurer, die sich untereinander bekämpften, plünderten das Land, und Regierungen, die nur auf dem Papier bestanden, intrigierten gegeneinander. Unter solchen Umständen wurde ein Mann wie Koltschak an einer wichtigeren Stelle gebraucht als die Fernöstliche Eisenbahn ihm bieten konnte. Es ist also gar nicht überraschend, daß er sehr bald und gegen feinen Willen überredet wurde, die Pflichten eines Verteidigungsministers in dem, was sich Sibirische Regierung nannte, zu übernehmen. Im Verlaufe des Sommers 1918 erkannte Europa und Amerika in ihm zwangsläufig den Führer der antibolschewistischen Bewegung an. Während der nächsten sechs Monate war er in den Anstrengungen, die er inmitten der so auseinanderweichenden Ansichten seiner Kollegen und in dem allgemeinen Chaos machte, sehr er- Die Kunst des Schenkens. Von £)r. Paul Harms. Es geht auf Weihnachten und Weihnachten ist bas Fest des Schenkens. Es ist das Fest, wo auch der verhärtefte Junggeselle zur Einsicht kommt, daß der Mensch nicht um seiner selbst willen da ist, sondern um der andern willen. Weihnachten ist niemand mehr zu bedauern, als wer keinen Menschen hat, dem er eine Freude machen kann. Denn wer das ganze Jahr gewöhnt war, nur sich selbst Freude zu machen, der fühlt am Heiligen Abend, wie leer sein Dasein geblieben ist. Weihnachten ist das Fest der Kinder. Kinder haben immer Wünsche, aber zu Weihnachten haben sie ein Gewohnheitsrecht, Erfüllung ihrer Wünsche, oder wenigstens einiger davon, zu fordern. Und Kinder sind kaum zum Bewußtsein ihrer selbst Paket mit Liebe. Von Felix Riemkasten. Es ist einfach nicht wahr, daß es so ist; es ist aanz anders. Wer das nicht erlebt hat, wer das nicht empfinden kann, der ist zu bedauern, leid ttm kann einem so ein Mensch. Das sind dann die, die schon meinen, sie hätten einem etwas geschenkt, roenn sie einem etwas schenken. In Wirklichkeit ist es aber gar kein Geschenk gewesen, es war nur etwas eilig Hingeschmissenes em Gekauftes em Abqeliefertes. Ein richtiges Geschenk will ausdrücklich geschenkt sein. Und was ist das, „schenken i Bon den Muß-Geschenken wollen wir hier nicht reden, von jenen Geschenken also, die man machen muß, denn macht man sie nicht, so wirt) man halb sehen was man davon hat. Sierger unö Aufregung und eine lebenslängliche Nörgelei hat man davon Um das zu vermeiden, geht man hm, kauft etwas, packt es ein, schickt es ab ober tragt es selber hm - bio öauvttacke ist, baß es von dir abgeliefert worden ist Das sind die Muß-Geschenke. Es sind Tribute Zwangsabqaben, Pflichtlieferungen. Wie' aber steht es mit jenen Gaben, die du tat- Älich hast geben wollen, gerne gegeben, mit ffin gegeben? Jene Sächelchen die dich vorher hnth FranE gemacht haben bei der Qual der Wahl? h°lb k _%ine^ nicht wahr, und wenn du dir vorstellst, daß Ernestine also so sitzt, so für sich hm, sie ahnt noch gar nichts, und du du reibst die schon die ^ände du hast eine verflixte und beinahe bis an Rührung grenzende Vorfreude bei dem bloßen Gedanken an Ernestine, und gut sein willst du ihr /vielleicht sogar allerlei wieder gutmachen, wie?) — und da also,' aus dieser Stimmung einer Seele heraus gebiert sich das wahre, echte, richtig schone Ge- schenk für Ernestine. Es soll ihr gegeben sein, 'Lude' soll es wecken, eine Hilfe soll es ihr geben, aut sein soll es, es soll zum mindesten em en Gruß bestellen von Seele zu Seele, von Mensch zu Mensch. Oder die Heben Kinder wollen ihren lieben Eltern eine Freude machen. Sie ahnen diesmal wohl zum ersten Male, was das all' die Jahre hindurch aus sich gehabt hat an Uebermenschlichkeit: Eltern fern, Kinder haben, Kinder durchbringen! Und nun schämt man sich förmlich, erst heute zu solcher beginnenden Einsicht zu gelangen. Man steht ganz ärmlich da vor ihrem langen Leben und weiß nicht, wie man es anfangen soll, ihnen mit diesem Paket- chen hier sozusagen sagen zu wollen 3«^ hauchen, nicht wahr daß sie so gute Eltern ge wesen sind. Und dies also nicht etwa als Dank, sondern ... na, das wißt ihr, wie ... Und eine alte, ergraute, einsame Mutter, die nichts hat als ihre übergroße Liebe, ihre weltweite Erinnerung an altvergangene Tage — sie sagt sich: „Und ein Paket schicke ich ihnen doch! Auch wenn sie es zehnmal verboten haben, ich soll das nicht!" Und nun ertütert und klamüsert sie sich irgendeinen winzigen Murks aus, den sie schenken wird. Das Porto ist bald mehr wert als der Inhalt, denn Arbeit rechnet eine Mutter nicht. Und das kommt nun an. Es wird euch aufs Herz schlagen wie mit Hammergewalt. Für alle diese Geschenke — denn dies allem sind die wahren Geschenke — kommt nun das Wesentlichste hinzu, das Eigentliche, das ganz Große, das simpel und selbstverständlich offen ist für alle guten Herzen und ewig unzugänglich für alle, die so guten Herzens leider nicht sind Die Art, wie ... Der Bogen dabei. Feine Leute sagen „die edle Geste". Populär gesprochen: Schon allein die Art, wie es angepackt ist. Mit Papier. Mit Sinn. Mit Tannengrün. Mit Liebe. Mit Verständnis, mit Zartsinn, mit einem Geschmack, der aus dem Gefühl kommt, beileibe nicht aus dem bloßen Geschick. Zwei Paar grobe Strümpfchen für das Kleine hat Großmutter gestrickt. Mit ihren zitterigen, trä- nigen alten Augen, mit ihren knotigen, harten Fingern, und ob man die Strümpfe tragen kann, bas weiß Goft, denn in der Mode sind solche Strümpfe nicht. Aber Großmutter hat nichts anderes machen können. Und solche sind die Strümpfe, es wäre überhaupt manches besser in der Welt, wenn man solche Strümpfe aus dicker Wolle ungeniert zu tragen wagte. Aber nicht darum geht es uns. Nein, das Unvergeßliche an dieser Gabe liegt in der Verpackung. Hier sieht man, welche Summe von Liebe in dem alten Herzen lebendig ist. Wer kann das je vergelten, ja, wer konnte das nur einmal ermessen? Und wir sind Schweinehunde, nichts als Schweinehunde sind wir, so kalt und spöttisch wie wir sind, so mißtrauisch und so weltklug Hat die alte Frau da also den Pappkarton innen ganz weich ausgelegt mit einem Seidenpapier, das mit Wolle gefüttert ist. Dann hat sie kleine goldene Sternchen hingeftreut, dann ein paar grüne Zweiglein und vier kleine Pfefferkuchem Danach kommt eine Lage Seidenpapier hübsch bestreut mit Mustern weihnachtlicher Art. Noch einmal P efferkuchen, fünf Stück, und endlich dann die Strümpfe. Zugebunden mit einem Goldband, oben darauf ein Herz. (Ach, als ob nicht ohnehin schon alles „Herz" wäre, nichts als. Herz, und da hilft gar nichts, gar nichts weiter. Schweinehunde find wir!) Und oben drauf der Brief, den sie an uns gekrakelt hat. „Meine lieben Kinder!" — Seht ihr, sie könnte dieses Paket nie anders als zu Weihnachten geschickt haben. Es ist kein Paket. Es ist etwas ganz anderes. Wir können es nicht alle, und nicht immer so schön machen, wie Großmutter es gemacht hat. Wir können nicht jeden, den wir beschenken wollen, in solchem Unmaße lieben und lieben, wie Großmutter, die sich mit ihrem ganzen Leben an uns klammert, aber einen Teil davon ... Ein hübsches Päckchen könnten und sollten wir allemal noch zustandebringen. Es muß von selber sprechen können, das Päckchen. Es muß sagen können: „Das hier sollst du haben. Es ist nicht nur so herausgekauft aus dem Laden, wir haben auch erst einmal selber unsere Freude daran gehabt, haben es bann eingepackt, und das Einpacken war uns keine lästige Arbeit, sondern ein kleines Fest, ein kleines diebisches Vergnügen. So, wie wir es hineinpraktiziert haben. Blatt für Blatt, mit Zweiglein und Papier geziert, bestreut mit hübschen, Heben Zutätlein, so wirst du es nun auspacken, immer langsam, immer achtsam, und vielleicht wirst du dabei vor dich hinmurmeln: „Gott, nein, aber wie das hübsch ist, so nett, so Heb!" Und wenn du dabei sachte ahnen kannst, wie sehr es uns ge» freut hat, bann ... ja, bann hat es uns gefreut, unb bann war bas Geschenk Gott sei Dank auch wirklich ein Geschenk, auch für b i cf)! Runbfrage an alle, mit einem zwinkernben Auge: „Begriffen?" Hilfsbereitschaft. Sie tarnen zu zweit an den D-Zug, das alte Mutter! und die junge, lebfrische Tochter. Die Alte half dem hübschen Ding voll mütterlichen Stolzes noch beim Einsteigen. „Gelt, mach's gut, Mädel! und __halt dich brav!" Sie konnte gar fein Ende finden. Mit einmal merkt sie, daß ja die Hauptsache vergessen wurde. „Ha, dein Koffer! hab i ja no da!" er chrickt die Alte. „Wart no, i bring bir’s rein!" — Und das graule stieg die steilen Stufen zum Wagen empor und brachte das kleine Gepäckstück herein. „Jessas, Mädel" — meinte sie dabei — „daß du fort willscht, — das geht garnet in mein alten Kopf!" Eifrig verstaute sie den Koffer, bemerkte aber gar nicht, daß sich der Zug langsam in Bewegung setzte. „Ja, i muaß aussteige! Schaffner!" Es war nichts mehr zu machen. Der Bahnhof glitt vorüber — die Landschaft. Schneller, immer schneller —! Der Schaffner kommt, „Fahrkarten, bitte!" — „3 ha kein Geld bei mir!" stammelte die Aermste. „Ha no," zuckt der Schaffner die Achseln, „gezahlt muß werden!" Ganz verzweifelt stand die alte Frau im Gang des Zuges. Um keinen Preis wallte sie ins Abteil kommen. Ob sie nun dachte, daß „stehend" die Fahrt billiger komme, ober ob sie ohne Fahrkarte sich für unberechtigt hielt, Platz zu nehmen? Eine temperamentvolle Dame (Künstlerin?) hatte all ben unbehilflichen Jammer mit angesehen. Tröstend ging sie zu dem schluchzenden alten Mütterchen auf den Gang hinaus und sagte herzlich: „Ich Helf Ihnen schon. Passen Sie nur mal auf!" „So," sagte sie ins Abteil zurückgekehrt zu ihrem Reisegenossen, „der Frau muß geholfen werben! Das wäre ja noch schöner!" Sie lieh sich von dem nächsten Herrn dessen Hut und sagte lachend: „Zur Belohnung kommen Sie auch zuerst dran!" und hielt ihm den Hut hin. „Vertrauen ehrt," meinte der und, legte zwei Mark hinein. „Und Sie, gnä« digste Frau," wandte sie sich an die nächste Dame, „werden doch sicher die brave Frau auch nicht im Stich lassen!" Wieder 2 Mark. Als die kleine Sammlung beendet war, sogar der gutmütige Schaffner hatte fein Scherflein gegeben, hatte die arme Frau so viel Geld, daß sie nicht nur nach Hause fahren, sondern sogar noch in Stuttgart übernachten konnte! — So geschehen auf der Strecke Bruchsal—Stuttgart 1935! F. Br. Hochschulnachrichten. Der nichtbeamtete außerordentliche Professor Dr. AdolfDabelow an der Universität Marburg ist beauftragt worden, in der Medizinischen Fakultät der Universität München vom Wintersemester 1935/36 ab die Vertretung der durch das Ausscheiden von Professor Wassermann freigewordenen Professur für Anatomie zu übernehmen. Der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung unb Volksbildung hat ben Dozenten Dr. Hans Georg Gabamar an ber Marburger Universität mit ber Vertretung bes beurlaubten vrbentlichen Professors Dr. Erich Frank (Philosophie) für das Wintersemester 1935/36 beauftragt. Ferner wurde der Dozent und Studienrat Dr. phil. habil. Ludwig Zimmermann in Marburg beauftragt, ab sofort die in der Philosophischen Fakultät der Universität Erlangen durch das Ableben des Professors Brandt freigewordene Professur für neuere unb neueste Geschichte, einstweilen vertretungsweise zu übernehmen. Silberner Sonntag der großen Auswahl wegen selbstverständlich zu D Am Markt Das Fachgeschäft für Damen- und Mädchenkonfektion 7273 A Miele die Generalvertretung: 7269 V Fachmann! 71700 praktische Weihnachtsgeschenke! T230A 4.50 3.95 5.90 4.90 7.50 7236D 5.50 S.90 von 7.50 Ohne Gewähr Nachdruck verboten 1.25 2. Ziehungstag 12. Dezember 1935 5.75 Ön der heutigen Vormittaaszlehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen 5.90 2.75 Taschentücher, Krawatten, Gamaschen in bekannt großer Auswahl! Gießen 6891 D G/ESSEN *MXMJSBUQG lö 7279 A Korsetten 7294 A C. Röhr & Co Korsettengeschäft W. Hornung. 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Str. 24. 56 Gewinne zu 500 M. 20188 23625 32742 33952 43145 46605 54517 64643 82626 83467 96143 123142 135330 140294 152664 174151 176965 186512 215553 248581 290042 319336 835576 840295 346916 363618 382150 387113 42 Gewinne zu 500 M. 22595 34348 48042 63637 90483 146073 158156 174288 180413 201201 208899 208900 223333 253656 276810 320278 341323 354652 357405 393537 395647 160 Gewinne zu 400 M. 4117 4306 5784 22676 24431 25933 30035 38478 40306 43316 46408 56837 57191 68699 77923 79188 84760 ----- 90792 ----- ------ ------ ------ 204 Gewinne zu 400 M. 3026 5008 14352 17176 19588 25931 33383 40458 45550 46464 47506 50494 66781 66079 67275 71744 71822 72634 76581 78778 82829 91685 94641 95526 100789 107530 ------ 124502 ------ ------ ------ die erfreuen! 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Man hatte alle Mittel versucht, um ihm das Geheimnis zu entreißen, woher dies Gold stammte, das die Quelle seines Reichtums geworden war, aber man konnte ihm nicht ein Wort abringen. Als er starb, glaubte man, er habe seine Kenntnisse dieses Goldschatzes mit ins Grab genommen. Erst nach dreißig Jahren wurde sein Geheimnis gelüftet. Der alte John hatte nämlich auf seinem Totenbette seiner Frau die Stelle des Goldlagers anoertraut, ihr aber das Versprechen abgenommen, das Geheimnis des Stammes während ihres ganzen Lebens zu bewahren. Sie hielt treu ihr Gelübde, und erst, als sie ihr letztes Stündlein h"erannahen fühlte, machte sie ihrem Schwiegersohn Mitteilung, dem jetzigen Häuptling des Stammes. Dieser glückliche Erbe des Geheimnisses verlor keine Zeit, um sich in den Besitz des verborgenen Reichtums zu setzen und brachte ebenfalls reiche Goldschätze mit, wie der alte John vor dreißig Jahren. Die Folge davon war, daß ein wilder Ansturm nach den wüsten Gegenden einsetzte, bei dem Bergwerkssachoerständige, Mineralogen, Goldsucher und Abenteurer aller Art die Abhänge und Höhen des Grand Range durchforschten in der Hoffnung, ein neues Dorado zu finden. Aber all ihr Suchen blieb vergeblich. Im Osten Roms, in der Nähe des Luftfahrtministeriums, wurde vor kurzem eine neue Unwerfttatsstadt einaeweiht, über die wir in einem Aufsatz eingehend berichtet haben. Dieses Luftbild gibt einen Ueber- blick über die ausgedehnten Anlagen. — (Scherl-Bilderdienft-M.) Randglossen zur kleinen Zeitgeschichte Von Ernst v. Aiebelschüh. Mit der Adventszeit beginnen in den Großstädten die Weihnächtsausstellungen für Kinderspielzeug. Aber kann man hier wirklich noch von „Spielzeug" reden? Denn was da in den Warenhäusern mit Hilfe eines technischen Apparates, der hinter jeder Beschreibung zurückbleibt, der Aufnahmefähigkeit des Kindes zugemutet wird, scheint durchaus geeignet, die schon genug bedrohte künstlerische Phantasie des Großstadtkindes vollends zu ersticken. Es ist oft wie in einem falschen Märchenlande, wo die Seele nicht gesammelt, sondern bis zur Marter zerstreut wird: Tausende von Puppen aller Art, wie kleine Damen und Herren gekleidet und natürlich auch so handelnd, d. h. zu mondänen Tanzgesellschasten, Sommernachtsumzügen, Hochzeiten und sonstigen Festivitäten zusammengestellt, selbstredend alles mechanisch bewegt und durch eine ohrenbetäubende Grammophonplattenmusik überlärmt. Das natürlichste Bedürfnis und Recht des unverbildeten Kindes, am einfachen Spielzeug die eigene Bildekraft zu entwickeln, wird in diesen Schaustellungen, in denen ein Eindruck den anderen totschlägt und der Anschauungssinn nirgends ruhen darf, geradezu mit Füßen getreten. Wenn man auch anerkennen muß, daß die Leistung als solche nicht selten ein Höchstmaß von Geschmack und Erfindungsgeist darstellt. Aber nicht davon ist hier die Rede, sondern von der Wirkung auf das Kindergemüt. Und die kann in den meisten Fällen nicht anders als verheerend sein. Bon jungen Menschen, die im empfänglichsten Alter und in der erwartungsvollsten Zeit des Jahres, wo sich das Herz mit allen Poren dem Weihnachtsgeheimnis öffnen möchte, in solcher Weise seelisch durchgepeitscht werden, kann man schwerlich annehmen, daß sie einmal eine Kunst herbeiführen helfen, die mehr als ein Mittel zu immer neuer und raffinierterer Nervenaufreizung sein will. Auf Grund eingehender chemischer Untersuchungen hat vor kurzem der ärztliche Leiter eines Laboratoriums in Texas den genauen Handels- wert eines normal gewachsenen Menschen ermittelt. Löst man nämlich einen menschlichen Körper von rund 150 Pfund Gewicht in seine Bestandteile auf, so ergibt sich, daß er „eine Quantität Wasser enthält", die gerade ausreicht, um zwei Bettlaken damit zu waschen; genügend Eisen, um einen großen Nagel zu schmieden; Kalk in ausreichender Menge, um einen Hühnerstall zu weißen, und genug Schwefel, um die Flöhe eines nicht all zu großen Hundes damit zu töten". Alle diese Substanzen würde man in einer Drogerie für genau 98 Cents kaufen können; also, folgert unser kundiger Thebaner, ist der Mensch 98 Cents wert! Gut, daß wirs nun endlich wissen, andernfalls wir womöglich immer wieder in den Fehler verfallen würden, Menschen wie Platon, Raffael und Goethe, ja den Menschen überhaupt, dieses angebliche „Ebenbild Gottes", nach Kriterien abzutaxieren, die uns unverbesserlichen Idealisten um so sicherer dünkten, je weniger sie von dem Gedanken an die praktische Auswert- barfeit der chemischen Lebensstoffe abhängig waren. Um dem italienischen Volke in seinem Kampf gegen die Sanktionen ein Beispiel der Opferbereit- schäft zu geben, hat Mussolini die sofortige Einschmelzung fast aller in seinem persönlichen Be- sitz befindlichen Mussolinibüsten angeordnet. Die italienischen Waffen- und Munitionsfabriken werden sich also wohl eine zeitlang über mangelnden Rohstoff zur Herstellung von Fliegerbomben Zeitschriften. — Die Süddeutschen Monatshefte (München) unternehmen es in ihrem Dezemberheft „Deutsche Kunst", ein besonders wichtiges Gebiet unseres kulturellen Lebens zu behandeln. Eugen Hönig, der Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste, leitet mit einem Hinweis auf die Forderung, daß die Kunst dem ganzen Volke dienen und daher zum Volke zurückfinden müsse, das Heft ein. Die künftigen Aufgaben des Künstlers steht Hubert Wilm in der Versammlung aller um eine gemeinsame erhabene Idee, in der Schäftung einer längst verlorengegangenen Einheit der Künste unter der Führung der Baukunst. Die Möglichkeit einer Wiederbelebung gewisser Schaffensgebiete deutet der Präsident der Münchener Künstlergenossenschaft Karl Rosner an. Fritz Nemitz unterstreicht die Rechtfertigung des Kritikeramtes aus der sachlichen Ergriffenheit und der Verantwortung für das Ganze. Gustav Steinbömer behandelt „Die neuen Aufgaben der Museen". Eine andere Gruppe von Auf. sätzen gilt den sichtbaren Zeugen neuen schöpfen« schen Gestaltens. Zahlreiche Abbildungen ergänzen das Wort. Hans Friedrich Bluncks Weihnachts- l erzählung rundet das reichhaltige Heft. blöden Unvernunft einer teuflischen Besessenheit. Und obgleich Monsieur Alphonse es bei der Wiederholung ganz gewiß nicht wollte, obgleich er sich vor dem Auftreten noch zehnmal selber zuraunte: Nicht Gattin! Göttin! Göttin! — als er vor Clotilde niederfiel, da tönte es laut und vernehmlich von seinen Lippen: Sei meine Gattin? Tödlich erschrocken sprang er auf seine Füße und stammelte, ganz von Sinnen, zur landgräflichen Loge hingewandt: „Nein, nein, nicht so — ich weiß ja, Korl Statthalter erlaubt es nicht!" • Nun allerdings war der Skandal da. Das Gekicher der Bürgersleute unten im Parterre erstarb bei dem leisen Entrüstungsschrei, den oben in ihrer Loge die Landgräfin ausstieß, ehe sie mit ihren Damen, aufrauschend wie ein hochgehendes Hühnervolk, hinauseilte. Der Landgraf aber, Korl Statthalter selbst, trat an die Brüstung vor, stieß seinen Stock gewaltsam auf den Fußboden und bornierte in das Haus hinunter: Das Theater ist geschlossen! Und es war und blieb geschlossen, so daß es mit dem Schleswiaer Hoftheater ein für allemal vorbei war. Das Jammern des Direktors nützte ebensowenig, wie die Audienz, die Demoiselle Clotilde als Abgesandte der ganzen Truppe beim Landgrafen nachsuchte. Er empfing sie zwar und übergab ihr ein Geldgeschenk, mit dem die Gesellschaft sich über die nächsten acht Tage hinweghelfen konnte; aber allen Bitten, das Weiterspielen zu gestatten, blieb er unzugänglich, ließ sich auf keinerlei Erklärungen ein sondern beharrte mit eherner Miene auf seinem Befehl: Geschloffen! Als Demoiselle Clotilde aber danach gesenkten Hauptes über den Schloßhof ging stand er hinter den Vorhängen seines Fensters'und sah ihr nach, bis der Schleier, der ihr vom Hute wehte, unter dem Tor verschwunden war. Das Geheimnis der Indianerin. Um manchen Goldfund rankt sich eine abenteuerliche Geschichte. Da gab es Goldgräber, die einen reichen Fundort nicht wiederfinden konnten, obwohl sie sich genaue Karten ausgezeichnet hatten und andere nahmen ihr Wissen um unerschöpfliche Goldadern mit ins Grab, ohne daß man je er uhr wo sie jene märchenhaften Reichtümer entdeckt hatten, von denen sie einst erzählten. Ungewöhnlich ist jedoch, daß jemand dreißig Jahre lang das Geheirm nis eines solchen Fundortes hütete. Es handelte sich um eine Indianerin, die Squaw des Häuptlings der Shoshone-Jndianer John Kmg. John King oder , Creek Johnny", wie er allgemein genannt wurde, ■ war dadurch berühmt geworden daß er eines . Tages mit großen Goldklumpen und viel Goldstaub Das Deutschtum in Spanien Von unserem v. Gß'Berichterstatter. selbst hegte nicht den Wunsch, ihrer Tugend nahezu- I treten; aber er wollte das Bild, das er von ihr im Herzen trug, auch nicht von einem andern getrübt sehen. Derselbe Fürstenstolz, der ihn von der schonen Frau sernhielt, verlangte zu gleicher Zeit den unantastbaren Ruf der Hofschauspielerin. Nun gab es bet der Gesellschaft einen jungen Komödianten, der zumeist der schönen Clotilde Gegenspieler war. Er war selbst ein bildhübscher Bursche, wurde auf dem Theaterzettel Monsieur Alphonse genannt, war aber auch ein guter Deutscher, und verliebte sich, wie billig, nach wenigen Tagen des Zusammenspielens heftig in die schöne^Kollegin. Wenigerstolz als der Landgraf, und wohl auch leidenschaftlicher, machte er seinerseits kein Hehl aus seinem Verlangen, und da Demoiselle Clotilde längere Zeit bei ihrem kühlen Lächeln blieb, das sie seiner stürmischen Werbung entgegensetzte, so faßte er den Entschluß zu einem recht frechen Komödiantenschlag. Denn so heiß die Liebe in seinem Blut brannte, sie war ihm doch auch Schauspiel und Rolle; dazu kam der unausrottbare Drang des Schauspielers, die eigenen narrischen ftäben in bas Gewebe bes Dichters hmemzuschmug- qeln, unb so nicht nur auf die Hörer, sondern auch auf die Mitspieler zu wirken, die in den Kulissen Heben- Selbstentblößungswut und Hanswursterei m Lins. Als er eines Tages vor Clotilde niederzufallen und auszurufen hatte: Sei meine Göttin!, da sagte er dem ganzen Hause vernehmich: Sei meine Gattin' — Er hatte nun allerdings nicht ganz den Erfolg, den er erhofft hatte, indem die Mehrzah der Zuschauer die Verwechslung der Worte gar nicht bemerkte. Der Landgraf aber, der jedes Stuck las, ehe es gespielt wurde, und den seine seltsame Elfer, sucht hellhörig machte, war wütend, ließ den Schau- Spieler nach der Aufführung zu sich kommen, kan- ielte ihn derb ab unb drohte ihm mit der sofortigen Entlassung, wenn er sich noch einmal herausnehmen sollte, Demoiselle Clotilde mit seinem üblen Geschwätz zu belästigen. Soweit wäre alles gut gewesen, denn dem braven Monsieur Alphonse war vor dem fürstlichen Zorn der Schreck mächtig in die Glieder gefahren, unb er sagte sich, baß er boch besser daran täte bie schone Clo- tilbe bei ihrem kühlen Lächeln zu lassen, als selbst eines schönen Tages ohne (Engagement auf ber kalten, winterlichen Landstraße — wer jagt wo» bin'- — zu walzen. Aber bas Wort vom Fttich ber bösen Tat hat nirgenbs eine unheimlichere Geltung als auf ber Bühne Jedes falsche Wort, bas sich beim Lernen in ben Kopf bes Schauspielers emgeschlichen hat, ist unsterblich. Nichts Hilst bie Verbesserung bes Regis eurs, nichts sounbso viele Proben — bei ber Ausführung kommt es wieber, unweigerlich, mit ber Schiwanderungen in den spanischen Bergen, im Sommer größere Bergtouren durchgeführt. Die deutschen Schulen, vor allem in Madrid und Barcelona, sind vorbildliche Lehranstalten, im deutschen Sinne organisiert und aufgebaut, im deutschen Geiste geleitet und zugleich Rechnung tragend der hohen Kultur des spanischen Gastvolkes. Man übertreibt nicht, wenn man sagt, daß die deutsche Oberrealschule, in Madrid wie in Barcelona, die auch unter Spaniern und anderen Ausländern anerkannt hervorragend st en Bildungsanstalten sind, die überhaupt in Spanien existieren. Allgemeine Freude löst in den deutschen Kolonien stets Besuch aus der Heimat aus. Gleichgültig, ob es sich um deutsche Studentengruppen handelt, die auf einer „Weltreise" durch spanisches Land ziehen und den Landsleuten draußen mit deutschen Volksliedern, Theatervorführungen oder Jiu-Jitsu-Künsten frohe Stunden bereiten, oder ob es die Besatzung eines deutschen Handelsschiffes ist, die an ben Kamerabschaftsabenben ber Partei teilnimmt — eine Einrichtung, bie früher völlig unbekannt war, heute aber selbstverständlich ist. Gleich, ob es sich um „amtlichen" ober „unerwarteten" Besuch hanbelt: immer gibt er Veranlassung zu gemeinsamen Veranstaltungen, in benen deutsches Wesen, beutsche Art gepflegt unb ber Gedanke der Volksgemeinschaft geadelt wird. Wenn an nationalen Feiertagen von der Heimat entsandte Redner den Ausländsdeutschen den Gruß des Führers bringen, wenn sie mit überzeugender Kraft und mahnender Eindringlichkeit vom neuen Deutschland erzählen, von dem gewaltigen Aufbauwerk und der Arbeit, die noch vor uns liegt, wenn diese Männer dann vor den Augen des allen verderblichen politischen Witterungseinslüssen ausgesetzten Auslands- Korl Statthalter. Von Otto Anihes. Lanqe Jahre faß der Landgraf Karl van Hessen als dänischer Statthalter über Schleswig-Holstein ans Schloß Gottorf. Er war ein ausnehmend vornehmer und stolzer Herr unb hielt Hof in einem großartigen Stile, was er nicht nur seiner Stellung, fonbern noch mehr seiner Frau schuldia zu sein glaubte, bie eine Tochter bes Dänenkomgs selber war unb als solche stets sechsspännig fuhr wahrend er, ber Landgras, seinem Range entsprechend, nur mit vier Pferben burch Stabt unb Land kutschierte. Er mar auch sehr fromm, befaßte sich aber mchtsdestv- weniger mit allerlei geheimen Wissenschaften, wobei er mitsamt bem berühmten Grafen St. Germain, ben er an feinen Hof gezogen hatte, einstmals um em Haar in bie Lust geflogen wäre. Bei aller Pracht- liebe unb allem fürstlichen Selbstbewuhtsem besaß er boch auch wieber einen ausgesprochenen Wirtschasts- finn, burch ben es ihm gelang, mit ben von bem batw scheu Nabelgelb seiner Frau ersparten Summen sich so nach unb nach bie große Herrschaft Hessenstem zu- sammenzukaufen. Unb schließlich war er trotz aller dieser wunberlichen Mischungen seines Wesens ober vielleicht gerabe barum — bei seinen Schleswig Holsteinern sehr volktümlich, unb ber gemeine Marn sprach vertraulich von ihm nicht anbers als von e- o r l Statthalter". . . " Den Glanz seiner Hofhaltung zu erhöhen^ berief er nun einmal eine Schauspieltruppe nach Schleswig, unb so kommt es, baß Schleswig m seiner Geschichte auch auf ein Hoftheater Hinweisen kann, bas für eine furie Zeit in seinen Mauern bestauben hat. Lange ^allerdings - wir gesagt - di.° h-rrüchkett n.cht aebauert- unb baran war ein lächerlicher Vorfall ttfjulb, an bem man wie in einer Nuß bas ganz MHam venwickte Wesen bes Schauspielers sowohl als amt) bie^merkwürbigen Gefahren höfischen Kunst- b triedes erkennen kann. Bei jener Gruppe nämlich ZNZWWZ ni4?mtnnÖcrnef)r?üt4tige 31* 'meU,en5 ^Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) ( Mabrib, Enbe November 1935. ‘ Die bewußte Pflege bes Deutschtums, das gesell- 1 schaftliche und soziale Zusammengehörigkeitsgefühl, ' wie man es m den deutschen Kolonien Spaniens antnfft, ist mit der früheren Zeit, als es noch eine ' Unmenge von Vereinen unter den Deutschen gab, bie sich förmlich Konkurrenz machten unb ein gemeinsames großes Ziel nur in begrenztem Umfange kannten,nicht zu vergleichen. Die NSDAP., bie in Spanien auch schon vor der Machtübernahme mehrere Stützpunkte hatte, machte dieser Zerrissenheit unter ben Deutschen sehr balb ein Enbe. Die Schwierigkeiten, bie bie einzelnen Ortsgruppen- unb Stützpunktführer babei zu überroinben, bie Voreingenommenheit, gegen bie sie zu kämpfen hatten unb zum Teil noch heute gerade bei den sogenannten „verspanierten" Deutschen zu kämpfen haben, hat sie zu Pionieren des Auslandsdeutschtums gemacht. Die Partei hat in Spanien mehrere hundert Mitglieder; sie sorgt für die politische Schulung der deutschen Volksgenossen und vermittelt ihnen in Kameradschaftsabenden, Schulungskursen und Versammlungen durch Heimatfilme und Vorträge nationalsozialistisches Gedankengut. Träger des gesellschaftlichen Lebens ist die Deutsche Arbeitsfront, die auch in Spanien auf dem besten Wege ist, jeden beruflich tätigen deutschen Volksgenossen durch ihre feingliebrige Organisation zu erfassen und zu betreuen. Nicht nur in ben großen Ortsgruppen in Barcelona unb Mabrib herrscht eine außerorbentlich rege Tätigkeit. Auch in ben kleineren Ortsgruppen Valencia (über 100 Mitglieber!), Bilbao, Sevilla, Malaga usw. weiß jeder Deutsche, wohin er gehört. Jede Ortsgruppe betrachtet es als ihren sehnlichsten Wunsch, ein eigenes Heim zu besitzen. Sie hält ihre Zusammenkünfte, solange die finanziellen Mittel zur Errichtung eines solchen nicht ausreichen, bei irgendeinem Berufskameraden ab, ber feine Räume für diesen Zweck gern zur Verfügung stellt. Wo — zum Teil unter persönlichen finanziellen Opfern ber Parteigenossen unb Arbeitskameraden — ein Heim geschaffen wurde, da entspricht es besonders hinsichtlich Gemütlichkeit unb geschmackvoller Ausstattung allen Ansprüchen. Gerabezu vorbildlich ist bas M a - briber Heim, wo man an weißgebeckten und blumengeschmückten Tischen — was man gerade in spanischen Restaurants vermissen muß — zu mäßigen Preisen zu Mittag und zu Abend essen kann. Die Schulungszimmer und der große Versammlungsraum mit einer Bühne dürften wohl die Bewunderung selbst recht verwöhnter Berufskameraden aus ber Heimat finden. In den Heimen der größeren Ortsgruppen herrscht allabendlich reger Betrieb. Kurse für Sprachen, kaufmännische unb technische Lehrstunben, Vorträge für die einzelnen Berufsgruppen, politische Scyulungs- und Aus- flärungsoorträge, bie in die nationalsozialistische Ideenwelt einbringen, geben jedem einzelnen Volksgenossen das geistige unb weltanschauliche Rüstzeug, das er auf seinem Vorposten im zluslanbe für den Kampf um Deutschlanbs Weltgeltung braucht. Höhepunkte im Kolonieleben bilben bie nationalen Feiern. Sie werben von der Partei durchgeführt unb gestalten sich stets zu einem großen Treuebekenntnis zu Führer und Reich. Zahlreiche Rabioveranstaltunge naus ber Heimat werben gemeinsam im Heim gehört. Das gesellige Leben, besonbers unter den jüngeren Deutschen, ist stark ausgeprägt. Neben zahlreichen beruflichen unb weltanschaulichen Jnteressengemeinscha - ten bestehen Sportabteilungen vom Segel- sluq bis zu Fußball unb Tennis. Siege über spa- nilche Mannschaften sind ein Beweis für die Spiel- stärke unb die guten Leistungen ber auslanbsdeut- schen Sportler. Im Winter werden gemeinsame deutschen das Lügengebäude jener Neider Deutschlands Zusammenstürzen lassen, dann spürt auch der verstockteste, ber „verspanierteste" Deutsche, baß sich gegen früher gewaltig viel geändert hat unb baß es sich schon „lohnt", zusammenzuhalten unb eine unzerreißbare Einheit mit ber Heimat zu bilben. In ber letzten Zeit macht sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt in Spanien eine bedauerliche Tendenz bemerkbar: zahlreiche, vor allem jüngere Deutsche verlassen ihren bisherigen Po st en. Da sie wirtschaftlich und ideell im Ausland keine Befriedigung finden, kehren sie in die Heimat zurück. Diese Volksgenossen, die einen außerordentlich wertvollen Faktor für die deuftchen Wirtschaftsinteressen in Spanien darstellen, können aber f a st nie durch einen Nachschub aus der Heimat ersetzt werden, da die von der spanischen Regierung für Ausländer vorgeschriebene Arbeitserlaubnis nur in Ausnahmefällen erteilt wird. Jeder in die Heimat zurückkehrende Deutsche, der in Spanien in den Wirtschaftsprozeß eingegliedert war, ist ein Verlust für die deutschen außenwirtschaftlichen Interessen. Um einer solchen Bewegung Einhalt zu bieten, faßt die Deutsche Arbeitsfront das Uebel bei der Wurzel an und bemüht sich, die noch unbefriedigenden Aufttiegs- und Verdienstverhältnisse für ihre Mitglieder zu verbessern. Es würde zu weit führen, wollte man auf die zahlreichen deutschen Einrichtungen eingehen, die für den Ausbau der geistigen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Spanien und Deutschland sorgen (deutsch-spanische wirtschaftliche Vermittlungsstelle, Deutsche Handelskammer für Spanien u. a.), Einrichtungen, bie Deutschland, sein Wesen und Werk dem spanischen Volk nahebringen und dem Deutschen in der Heimat und draußen ben Weg zum Verständnis Spaniens ebnen sollen. Die Deutschen bilden eine geschlossene Einheit in Spanien und den Grundstock für einen fruchtbaren deutschspanischen Jnteressenaustausch zum Nutzen und Frommen beider Länder. »iii^ Elektro- essoV A Herde M W praktisch — preiswert Bezug d.d. Fachhandel Sondernde Gesellen >'m „Haus des Handwerks <1 /✓ Kinderbücher zu Weihnachten Geschichten aus aller Welt r cn-rc ri r 1 ,— , ' “ I v 1 1« »■ *• S- y V HU U H . J > C I II ll Ul U 6 L IT vfs Buffeltrerben veranstaltet, bei dem nicht we- Löwe. Mit Bildern des Verfassers. Buchausstat- ck mger als 2000 Düffel m einen riesigen Corral tung von Friedrich H e i n r i ch s e n. Ganz!. 4,20 a getrieben wurden. Ein Scharfschütze juchte sich dann Mark. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — kc von einem Anstand die schwächsten Tiere aus und (351) — An Hand der geschichtlichen Quellen schil- kc schoß sie eins nach dem andern ab. (Die Indianer dert Chomton Leben und Schicksal Heinrichs des ei pflegten die Büffel freilich anders zu jagen.) Löwen: von der elternlosen Jugendzeit und den F Das große Buffelschlachten ist angeblich notwen- ersten Kämpfen um das väterliche Erbe, über die fn Kalender und Almanache Das große Büffelschlachten ist angeblich notwendig geworden, weil die Büffelherde im Lauf der Zeit zu groß für den Park geworden ist. Auch in '144 Seiten — 8 Bilder. Preis 80 Pf. — (510) — Der diesjährige „Ausritt 1935/36" des Verlages Langen/Müller in München zeugt wieder für die Fülle dichterischen Reichtums, die hier zusammengestromt ist, sie offenbart sich überzeugend in den zahlreichen Beiträgen dieses auch in der Auswahl wertvoller Autorenbilder und Handschriftenproben sorgfältig und geschmackvoll ausgestatteten Büchleins. Da sind in erster Linie wieder die großen Autoren vertreten, deren Werke schon zu den bleibenden Werten der deutschen Dichtung gezählt werden: E. G. Kolbenheyer, Hans Grimm, Paul Ernst, Wilhelm Schäfer und Emil Strauß. Zu ihnen gesellen sich dann nicht weniger bekannte Dichter wie Friedrich Griese, B l u n ck, I o h st, W i e ch ert, Aloerdes, von Mechow, Per- E o n i g und Will Vesper. Unter den Lyrikern von Rang bleiben vor allem Georg B r i t t i n g , Hermann Claudius, Josef Weinheber, Gerhard Schumann, E. W. Möller, Hans L e i f- SrC , J”lb ®rna Diaas zu erwähnen. Aiich die Ausländsdeutschen, deren sich der Verlag von jeher besonders fürsorglich annimmt, kommen mit zwei (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Zwei Worte Abessinisch. (h. k.) Addis Abeba. Das Ende der dreihundert Wale. E. Bl. Kapstad t. . Ein einzigartiges Schauspiel konnte man vor einiger Zeit an der afrikanischen Küste, nicht weit von Kapstadt, erleben. Ein Schwarm von Walen hotte sich während eines Sturmes zu weit ans Ufer gewagt. Als die Wellen immer höher gingen, gelang es einer großen Zahl der Tiere nicht mehr, die offene See zu erreichen. Sie wurden vielmehr von den Wogen gegen die Klippen geworfen. Verzweifelt versuchten die Wale sich der Gefahr zu entziehen, aber allmählich wurden sie an den scharfen Felsen zerfetzt. Nicht weniger als 300 Wale fanden dabei den Tod. Da die Küste, an der sich diese Tlertragödie abspielte, völlig verlassen ist, konnten die Kadaver nicht einmal geborgen und verwertet werden. Nur ein einziger Fischer war Zeuge des Schauspiels gewesen. Zehntausend Händedrücke. A. Bl. Washington. Der Mann, der vor der angenehmen Aufgabe steht, zehntausend Hände schütteln zu müssen, ist m i’ir'id) Roosevelt, der Präsident der Vereinigten Staaten. Roosevelt hat für die zehntausend Händedrücke allerdings ein paar Wochen Zeit, er kann sie nämlich auf die sogenannte Gesellschaftssaison verteilen, die vom 10. Dezember bis zum 18. Februar dauert. In dieser Zeit finden im Weißen Haus fünf Staatsempfänge statt, auf denen jeder Amerikaner das Recht hat zu erscheinen. Auf jedem Empfang entfallen also immerhin noch 200 Händedrücke, und die Erinnerung daran ist jedem Amerikaner heilig. Wer einmal bei einer solchen Gelegenheit im Weißen Haus war und dem Präsidenten die Hand geschüttelt hat, gilt in seiner Heimat dann als „der Mann, der den Präsidenten kennt", wenn dieser Mann natürlich auch keine Gelegenheit gehabt hat, an den Präsidenten ein anderes Wort beiden (347) \. — „Ausritt 1 935/36". Almanach des Der- und Artilleriegeschosien nicht zu beklagen haben, wenn wir freilich auch Grund zu der Annahme haben, daß Abessinien die Ehre, in Bälde mit ehemaligen Mussolinibildnissen bombardiert zu werden, schwerlich nach Gebühr zu würdigen weiß. Der zeitgenössischen italienischen Kunst dürfte aus dieser patriotischen Maßnahme kein Schaden erwachsen. Dagegen hört man jetzt, wenn auch zunächst mehr gerüchtweise, von einer Nachricht, die ungleich alarmierender wirkt. Bekanntlich gibt es in Italien ein strenges Ausfuhrverbot für historisch wertvolle Kun st werke, das seinerzeit erlassen wurde, um der drohenden Massenabwanderung edelsten Kulturguts in das Ausland einen Riegel vorzuschieben. In internationalen Handlertreisen glaubt man jetzt damit rechnen zu dürfen, daß sich der Staat unter dem Druck der Geldknappheit zu einer Aufhebung oder doch weitgehenden Lockerung der Ausfuhrsperre bereit finden lassen werde, sofern diese Kunstoerkäufe dazu dienen, der italienischen Nationalbank Devisen zuzuführen. Sollte sich das Gerücht bewahrheiten, so sind die Folgen gar nicht abzusehen, besonders wenn man bedenkt, daß der noch immer beträchtliche italienische Privatbesitz in seiner Verkaufslust bisher nur durch die Verkaufsunmöglichkeit gezügelt worden ist. ♦ Das jungfräuliche Erröten gehört, wie es scheint, heute genau so der Vergangenheit an wie das Zündnadelgewehr, die Pferdebahn oder andere schöne Dinge, auf deren Besitz unsere Vorfahren einmal so stolz waren. Jedenfalls will ein englischer Geistlicher während seiner zweiundzwanzigjährigen Amtstätigkeit im Weinberge des Herrn die Beobachtung gemacht haben, daß bei den Trauakten vor dem Altar das Erröten der Braut gänzlich aus der Mode gekommen sei. Er hat also offenbar eine Art Statistik des Errötens geführt, aus der unweigerlich hervorgeht, daß die berühmte Stelle in Schillers Lied von der Glocke, „Mit züchtigen, verschämten Wangen sieht er die Jungfrau vor sich stehn", als überholt zu betrachten ist (was sich natürlich auf die Wangen bezieht). Seit vielen Jahren, so bemerkt er, habe er bei den Bräuten weder Schüchternheit noch Verlegenheit beobachten können; wenn aber einer bei dem Auswechseln der Ringe erröte, so sei es höchstens — der Bräutigam gewesen! Da haben wir's — die Umwertung 'der Wertei Denn einer muß doch erröten, dieweil eine — Otto Boris: Addi. Eine Storchenge- schichte. Mit 61 Zeichnungen von Prof. Walter Klemm. Ganzleinen 4,20 Mk. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. — (350) — Addi ist ein Stör, chenknabe, den ein ostpreußischer Maler — ein Ori» zinal unter den Menschenkindern — betreut. Kaum kann seine Pflegevater genügend Frösche und Mai» käser für den Freßsack erjagen. Später bekommt er im Hofe seinen Platz zur großen Aufregung des Federvolkes. Viel Mühe machen die ersten Flugversuche vom Dachfirst in den Hof. Sein Pflegevater sorgt dafür, daß Addi den Anschluß an seinesgleichen bekommt. Auf einer nahen Wiese findet eine Stor- chenversammlung statt dort wird Addi mit viel Geklapper von seinen Eltern und Geschwistern be- m-üßt mit d->nen er im August nach Afrika startet. Der Flug führt über den Bosporus, dem Stell- dichein aller Störche Europas, und über die Pyramiden in die Steppe Ostafrikas. Nach vielerlei Abenteuer kehrt Addi im März glücklich wieder zu feinem Pflegevater zurück. Das Storchenleben ist in so vergnüglicher Weise geschildert, daß auch der Leser ücb auf Flügeln des Frohsinns erhebt und die Wunder der weiten Welt miterlebt. Weintrinken aus Zeit. , (ns) Athen. Aus Anlaß der Freudenfeste, die zur Zeit in Athen fällig sind, wird mancher Humpen schönen roten Weines dort getrunken werden. Aber die Griechen machen sich wegen der Kosten, die aus dieser Zechfröhlichkeit entstehen können, wenig Gedanken. Es gibt nämlich eine alte griechische Sitte die sich alle Freunde des Rebensaftes zunutze machen. Der Wein ist so billig in Griechenland, daß es für die Eigentümer einer Weinstube unklug wäre, den Wein in Gläsern oder Flaschen zu verkaufen. Man erhebt einfach eine Sitzgebühr und gestattet dem Gast, für diesen festen Betrag soviel zu trinken, wie er in jener von ihm gekauften Zeit zu schlucken vermag. Die Grenzen sind gerau auskalkuliert. Und selbst wenn einmal ein besonders trinkfester Mann naht, so machen die Weinstubenbesitzer dennoch das große Geschäft, denn dafür wirft es den anderen schon beim zweiten Humpen um. ehrwürdige Ueberlieferung es verlangt und ein wohlerzogener junger Engländer genau weiß, daß, wo der weibliche Teil versagt, der männliche ritterlich einzuspringen und so die Situation zu retten verpflichtet ist. Dies ist die Zeit der Denkmalsumzüge. Alles ist bodenständig geworden, nur die Denkmäler nicht. Aber sie haben gute Gründe für ihre Wanderlust Das vorige Jahündert hotte bekanntlich eine merkwürdige Neigung, öffentliche Stand-, bilder meist da aufzubauen, wo sie nicht hingehören,^ d. h. wo sie für die Raumbeziehungen eine empfind-1 liche Störung bedeuten. Man denke nur, um ein paar besonders krasse Beispiele zu nennen, an die Kopie des Rauchschen Friedrichsdenkmals im Park von Sanssouci, oder an das Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms I. auf dem Hamburger Rathausmarkt. Man hat sie versetzt, und mit Recht. Nun ist auch der begreifliche Wunsch Friedrich Wilhelms Hl., mit seinem Reiterstandbild mitten im Berliner Lustgarten den Verkehr nicht zu behindern, erfüllt I worden, und jedermann wird zugeben müssen, daß! der Herrscher jetzt am Rande des weiten Platzes seine raumgliedernde Aufgabe sehr viel besser er-I füllt. Allerdings: eine radikale Lösung des Berliner! Lustgartenproolems wäre nur durch Beseitigung! des Domes möglich, ein Ziel, das zwar zu wün-I fchen, vorderhand aber nicht erreichbar ist. Doch bleiben wir bei dem Denkmal. Seine Wan-I Mit Bildern von Prof. Max Bernuth. Halblei» nen 2,40 Mark. K. Thiemanns Verlag, Stuttgart. — (349) — Pastenaci, der ebenso als Äorgeschichts- forscher, wie als spannender Erzähler geschätzt wird, schildert hier, wie eng die antike Kultur mit der Kulturwelt des Nordens, mit den Germanen, verbunden war. Rückschauend berichtet der Gode, der Priester des Sonnenheiligtums in der Tucheler Heide im alten Westpreußen, wie schon vor mehr als vier Menschenaltern vor ihm germanische Stämme, durch die Klimaverschlechterung gezwungen, sich im Süden eine neue Heimat suchten Ausgehend von dem Skythenfeldzug des Perserkönigs Dareios, erzählte der Gode von Aio und ©am» barra, von Sigrun und Edita, deren Schicksale seltsam durch das in die Erde versenkte Gold aus Kleinasien verbunden waren. ' chrer stärksten Vertreter, Erwin Wittstock und ' Heinrich Z i l l i ch, zu Wort. So runden sich die i zahlreichen, zum Teil noch unveröffentlichten Bei- ‘ irägc und Proben aus neuen und demnächst erschei- 1 nenden Büchern zu einem in seiner vielfältigen Buntheit dennoch geschlossenen Bild der dem neuen Kulturwillen der Nation verpflichteten Dichtung. — Athenaion -Kalender „Kultur und ' N a t u r" 1 93 6 Als Abreißkalender eingerichtet, mit einem farbigen Titelbild, 183 Abbildungen und einem Preisausschreiben. 1,95 Mark. Akademische Verlagsgesellschaft Atbenaion m. b. H., Potsdam — (520) — Ein Hauskalender, wie er fein soll; er besticht durch den Zusammenklang von Unterhaltung und Belehrung, durch seine Stoffülle und vor allem durch sein schönes Bildmaterial. Alle Zonen der Erde sind in ihm vertreten, alle Epochen der Geschichte, unsere Zeit und unser Leben, und alles geschmackvoll angeordnet, zum beschaulichen Verweilen zwingend. Dabei kommt das praktische Leben nicht zu kurz: Wetterregeln, Reime und willkommene Gartenratschläge dienen ihm neben einer Fülle kleiner Essays, Anekdoten, ernster und heiterer Sprüche. Ein originelles Preisausschreiben fehlt nicht bei diesem Kalender, dessen farbiges Titel- bild schon anziehend wirkt. — ElliPetersensHunde - undKatzen- ka lende r 193 6. Ein künstlerischer Wochenab» reißkalender mit 65 Tierbildern Preis 1,95 RM., Verlag Knorr & Hirth G. m. b. H., München. — (362) Der Hunde- und Katzenkalender zählt heute ZU den beliebtesten Abreißkalendern Der Jahrgang 1936 ist wieder vortrefflich geglückt. Auf seinen wundervollen Kunstdruckbildern der besten Tierphotographen geben sich Doggen, Pudel, Schäferhunde, Terriers, Teckel, Spitze, Pinscher, Schnauzer, Hauskatzen, Siam- und Angorakater ein friedliches Stelldichein. Wir sehen Tiere und Kinder im gemeinsamen Spiel und beobachten seltene Tierfreundschaf- ttn, beispielsweise den Kater Bubel, der eine weiße Maus seine Freundin nennt. Andere Bilder zeigen treffliche Studien eindrucksvoller Tierphysiognomien, Katzen, die wie Affen klettern und wie Fische schwimmen. Eine Reihe geglückter Bilder stammen von Preisträgern des letzten Photowettbewerbs, zu dem auch heuer wieder den Liebhaberphotographen hohe Geldpreise ausgesetzt sind. Jede Woche gibt es ein neues schönes Kalenderbild, begleitet von einem knappen, einfallsreichen Text. Im holländischen Dörfchen Völkel bei Üben drangen Einbrecher während der Abwesenheit des Eigentümers in das Haus des Landwirtes v. d. P., ~ , em, um seine Behältnisse ein wenig zu „revidieren". ™ Der Insel-Almanach a u f das Jahr Ihnen war näwlich zu Ohren gekommen, daß v d J 9 3bcr vertraute Jahresbegleiter aller Freunde P. vor einigen Tagen durch einen Verkauf einer be9 ^sisel-Derlags ist d e r dreißigste Band in großen Wiese viel Bargeld eingestrichen hatte Der ?er Neihe, die em wesentliches Stück Geschichte Bauer war jedoch so schlau gewesen, bei seinem deutscher Dichtung und Buchkunst umschließt. Als Weaqano alles Geld zu sich zu stecken, und so hat- t 'Inb bie!em Jahrgang die Vorsprüche der ten die Diebe das Nachsehen. Truhen und Kästen Almanache von 1906 bis 1935 oorangestellt. Diese waren völlig leer, und um sich zuwenwstens irgend ^rsprüche zeigen auf besondere Art die Verbunden- wie schadlos zu halten, statteten die Eindringlinge ^ des Verlags mit der Zeit, zugleich aber auch der Speisekammer einen Besuch ab wo sie sich die Beständigkeit gegenüber den Pflichten und Aufeingemachtem Obst, ein paar Speckseiten und einem 9°ben' b‘e ,m allerersten Vorspruch ausgesprochen großen Vorrat an Pfefferkuchen gütlich taten, den waren: Nettestes bewahrt mit Treue, Freundlich der Bauer für die Nikolausbescherung eingekauft ausgefaßtes Neue —. Altes und Neues vereint auch hatte. Als v. d. P. nach Hause kam, merkte er A^nach auf das Jahr 1936, der neben Probe- natürlich sofort, daß ?r während seiner Abwesenheit Ducken aud ben neuen Büchern des Verlags un- von ungebetenen Gästen aufgesucht worden war. veröffentlichte Beiträge der Verlags-Autoren ent- Er hatte es jedoch nicht erst nötig, den „veldwach- ^tt, darunter ein Stück aus einer m Vorbereitung ter', den Dorfpolizisten, zu benachrichtigen. Denn ^slndlichen Tagebuch-Dichtung von Hans Caroffa als er infolge der Aufregung jenen bekannten Weg Sdjijöerung eines erwachenden Tages in der antreten mußte, den sogar die Großen dieser Erde ^eppe Madagaskar von Friedrich Schnack, von zu Fuß zurückzulegen pflegen, drang ihm aus der be™ «innen Sillanpacae „Wehmut des ersten Baulichkeit mit dem herzförmigen Türausschnitt ein ~cvnee5 unb '. Die Schlacht von Hastings" von jammervolles Stöhnen und Wimmern entgegen Es Neinhold Schneider. Der Almanach ist mit acht war der Haupttäter, der so schluchzte, ein Bursche Abbildungen geschmückt. Die Holzschnitte für den von neunzehn Jahren, der sich an den Nikolaus- "^ 7^8 und das Kalendarium schuf Fritz Kredel. Pfefferkuchen übergegessen hatte. Seine beiden “ (347.) Mittäter konnten, nachdem er ein Geständnis ab-\, ~ „Ausritt 1 935/36". Almanach des Ver- gelegt hatte, sofort unter ähnlichen Umständen und 'a^es Albert Langen/Georg Müller in München, m ähnlicher Lage festgenommen werden.. ° M ----- ersten Kämpfen um das väterliche Erbe, über die ruhmvollen Heerfahrten an der Seite des Kaisers, bis zu der unausbleiblichen Auseinandersetzung mit den Fürsten und dem Oberhaupt des Reiches, bis zum bitteren Ende. Die Kriegskunst der Zeit mit ; k . . os-t,. -i -/ ”u — I— m.v ihren gewaltigen Wurfmaschinen, Heldentum )agd und das Abschießen bestimmten Anlagen ab- deutscher Ritter, List und Tücke im Kampf, Glau- brannten, rettete den Büffeln für ein weiteres bensstärke und Glaubensnot, die würgende Pest, 3 9hi?ahon bmn:» rc n s c Gerüchte und Gesichte, hingebungsvolle Treue und Aus den Buffelfellen werden die bekannten schleichender Verrat, ackernde und kämpfende deutsche Relterpollzlsten slanadas, die sogenannten Mounties, Bauern im eroberten Slawenland — und mitten ivrr- rmmn • eilten, wahrend das Fleisch ZU darin die ragende Gestalt des Herzogs, den sein billigen Preisen m den Städten verkauft werden Volk den „Löwen" nannte. °U' — KurtPastenaci:DergoldeneFisch. Pfefferkuchen als Drebesfalle. | Eine Erzählung aus der germanischen Frühzeit, (im) Amsterdam. Mancher Journalist oder Agent einer europäischen Verbandsstoff- oder Waffenfabrik ließ es sich gewiß nicht träumen, eines Tages in die Abgründe abessinischer Sprachwissenschaft hinabsteigen zu müssen. In Addis Abeba aber verrät man heute bereits ' ein höchst bequemes Rezept, um eine vollkommene Kenntnis des Abessinischen vorzutäuschen. Man braucht nur ganze zwei Worte zu kennen, um sich über die schwierigsten Situationen hinwegzusetzen. Das eine Wort heißt „ischinaga" und bedeutet soviel wie „vielleicht morgen". Wenn jemand seinen Diener beauftragt, einen Gang auszuführen, dann antwortet der Diener bestimmt „ischinaga". Sofern jemand ein Telegramm über die Radiostation von Addis Abeba Hinausfunken lassen will, erfährt er in 90 von 100 Fällen, daß das Telegramm erst „ischinaga" gegeben werde. Braucht ein Journalist eine Information oder mochte er eine Besichtigung m°-> -hm alles zu, betont ..... H.u„ ,ul „„ v„r[ yeIDOroen ijt. zium in aber, daß die Auskunft erst „ifchlnaga gegeben der Wainwright-Refervation sollten in diesem Jahr l auch die Besichtigung frühestens i Büffel abgeschossen werden, und zwar gleich tau- „ischinaaa erfolgen burfe^ 3n einigen der jetzt send, und nur der Umstand, daß alle für die Treib- berausgegebenen abessinischen Wörterbüchern steht jagd —v ; -• ' - - für „ischinaga" als Uebersetzung einfach „morgen" angegeben. Aber der tiefere Sinn ist: „vielleicht morgen". Die Betonung liegt dabei auf vielleicht, denn im Durchschnitt dauert der Ablauf von heute bis „ischinaga" gewöhnlich 80 bis 100 Stunden, also gut vier Tage! Ist man durch die Verschleppungen des „ischinaga" in eine unangenehme Situation geraten, so ist das eben „tschik-tschik, dies ist das zweite Wort, das jeder in Abessinien kennen muß. „Tschik-tschik" bedeutet irgend etwas Unangenehmes, eine Störung einen Zwischenfall. Mit „tschik-tschik" kann man ewen Todesfall meinen, ab^r auch Leibschmerzen. „Tschik-tschik ist für die Abessinier ebensogut Mussolini wie etwa ein gebrochenes Bein. 2Benn man bei einer klaren Frage, die man -'Nicht richtig" verstand, antwortet und „ischinaga" vor sich hinmurmelt und nachher etwas von „tschik- tschik" flüstert, dann wird jeder Abessinier erstaunt anerkennen, daß die Weißen wahre Teufelskerle sind und vorzüglich das Abessinische in den ver- schiedenen Dialekten beherrschen. Denn ischinaga und tschik-tschik findet man in allen Dialekten wieder. derung hat nun auch das Denkmal Schillers, eine der volkstümlichsten Schöpfungen von Begas, dazu bewogen, den angestammten Platz vor der Freitreppe des Schinkelschen Schauspielhauses auf dem Gendarmenmarkt zu verlassen und in dem nach Schiller benannten Volkspark im Wedding ein hos- entlich dauerndes Quartier zu beziehen. Der Dich- cr hat sich vor dem Theater ja eigentlich nie so Wttterungseinflüsten,namentüch^^ währ^nd^ des! Kauen^nor^in^Äl^ ,6ef)Jn 1 b empfin9 ^ie 40 S3!l?-nb^0e^ttcJ* bic aus allen deutschen Winters, wo er regelmäßig mit einem Holzver- ?auen vor einem halben Jahr nach Berlin gewandert waren. Die Wanderburschen waren größtenteils schlag eingedeckt werden mußte, was den Berlinern °bC? Ir{aÄ* "schienen und berichteten über ihre Erlebnisse auf der Anlaß zu zahllosen Denkmalswitzen gab. ^Dtan «q27m ® 1 b^.a.b be« 06^^11 befannt, baB i m 3 a f) r e braucht also keine sentimentale Träne zu meinen, 1936 tf)re Prüfungen mit „sehr aut" und „gut" bestanden haben, zumal Schiller am Wedding, wo er unter den, erneutaufdieWanderunggehen werden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) Bäumen des Parks geschützter steht, keinen Unterstand mehr zu beziehen braucht, sondern sich auch in Regen und Schnee frei ergehen kann, ohne Schnupfen zu bekommen. . ~ _ — N. W. Gogol: Taras Bulba, der Ko- saken Häuptling. Deutsche Ausgabe von Erich Otto. Buchschmuck von F Müller-Münster. 143 Seiten. 21. Anton & Co., Verlag, Leipzig. — (302) — Die berühmte Erzählung des russischen Dichters, der hier in bewegten Bildern die Kämpfe .,. , . , ... iber Kosaken gegen die Polen und den Untergang 3U Achten als das typische: „How are you, Mr. bes tapferen Taras Bulba schildert, vermittelt ein u . . . . . Stück Geschichte, bas heute von der jungen Genera- Roosevelt wird in der „season außerdem noch tion gerne gelesen werden wird. erhebliche gesellschaftliche Verpflichtungen haben. — Theodor Mügge: Die freien Die Bankette, Musikempfänge und sonstigen Veran- B a u e r n. Erzählung aus dem norwegischen Volks- staltungen bnngen es mit sich, daß das Präsidenten- leben. Buchschmuck von Wilhelm R e p s o l d. 135 (Hjepaar im Lauf dieser Wochen mindestens drei- Seiten. A. Anton & Co., Verlag, Leipzig. — (301) tausend Personen zu Gast haben wird. — Die fesselnde geschichtliche Erzählung führt in die Das Büffelschlachten von Wheatfield. wechseloollen Kämpfe Norwegens um seine Befrei- a 7 un9 Don fremdem Joch und um seine Selbständig- e. x. A‘ ^Montreal. kett; die Geschichte entrollt ein anschauliches Bild utne lettene Jagd, die an alte Jndianerzetten er- vom Leben eines uns verwandten Volkes und emp- E«J?sIlb- ÖIXfer im Elchinsel-Park bei stehlt sich als fesselnder Lesestoff für die Jugend. c.^"oda statt. j Hier wurde ein gro-1 ~ — Wer nej Chomton: H e i n ri ch der Schon wieder sammeln? Der „Land-Wasser-Zepp" fährt auf dem Rhein. Von Unterbannfübrer Hans Falk helles Licht aber fällt auf die Tage der Ju- Wer wollte dem strahlenden Bitten eines Ein M ren Tränen nach Haufe, hegt's und Handwerksarbeit auf den WethnachlsW! iei» MiWWiiiMi d^ianqaute onneqieicm ■ SPBMflD a - a : u anoaüte erfineq(ei.a 228000 Mark am letzten Eintopf- sonn^ag im (Hau He^en-7!alsau. ’S****"-. gend. Wer wollte dem strahlenden Bitten eines Pimpfen oder Jungmädels widerstehen? Die HI. wird in einem Großeinsatz für das WHW. und damit die notleidenden Männer und Frauen unserer großen Volksgemeinschaft ihren Sozialismus der Tat beweisen. Ihre Fanfaren, ihre Trommeln rufen drei Tage zum Kampf gegen wasserdicht. Auf der Landstraße entwickelt das Fahrzeug mit seinem 50-?8-Motor eine Geschwindigkeit von etwa 100 Kilometer, während die Schraube im nassen Element eine Schnelligkeit von 30 bis 35 Kilometer erzielt. Der Wagen ist außerdem mit einer Wasserpumpe ausgerüstet, die notfalls bis zu 20 Liter pro Minute auswerfen kann. Die neue Konstruktion hat ihre Leistungsfähigkeit kürzlich bewiesen, als die Oppenheimer Fähre streikte. Da wurde der Wagen zur Personenbeför- derung über den Rhein eingesetzt. Der Konstrukteur konnte kürzlich sein neues Modell auch dem Führer und dem Stabschef Lutze vorführen, die sich anerkennend über diese Leistung äußerten. Wenn es nun auch viele gibt, die sich von kleinen Tierquälern zu großen Menschenquälern entwickelt haben, so gibt es doch tausendmal mehr die Besseren, die aus innerem, blutsmäßlgem Antrieb der Kameradschaft leben. Unser Volk ist heute die herrlichste Kameradschaft der well, unübertroffen in feinem Opfer- sinn. Aufgabe der politischen Führung ist es, diesen Sinn zu erhalten, zu vertiefen. Unter dieser Ueberschrist bringt die „N e w - Y o r -- fer Staatszeitung" vom 2. Dezember, das bekannte, deutschsprachig gedruckte Blatt der Deutschamerikaner, einen Bericht über die 5 0-Jahrfeier des Schottener Männerchores in New- York. Dem Bericht entnehmen wir folgendes: LPD. Frankfurt a. TL, 13. Dez. Nach dem jetzt vorliegenden vorläufigen Ergebnis der E i n - topffammlungam Sonntag, 8. Dezember, wur- den in unserem Gau an diesem Tage insgesamt AmörmtzmiwaK DdnScfdimk Das Bild zeigt den Konstrukteur: Sturmhauptführer Trippel, mit Begleitung in seinem neuen „Land-Wasser-Zepp" auf dem Altrhein. — (DNB.-Heimatbilderdienst. Photo: Trippel.) ein flügellahmes, junges Schwälbchen unter bitte- — ••**) päppelt es wi"der auf. Das heißt Im unbewußt lebenden Kinde liegt Gutes und Böses: Aendern kann man nichts, aber das Schlechte unterdrücken, das Gute wecken und stärken, das kann man. Schottener Sänger im goldenen Kranze Bürgermeister Menget als „deutscher Weihnachtsmann". Amtsgericht Gießen. Vor den Schranken des Gerichts standen gestern der H. N. und der B., beide aus Gießen. Die Angeklagten entwendeten in einer hiesigen Gastwirtschaft einem Gäst aus der Hinteren Hosentasche einen Füllfederhalter. Durch Strafbefehl erhielt N. 40,— Mark Geldstrafe bzw. 8 Tage Gefängnis, B. eine Woche Gefängnis. Dagegen legten beide Widerspruch ein. In der gestrigen Hauptverhandlung leugneten die Angeklagten hartnäckig. Durch die Beweisaufnahme wurden sie jedoch überführt. Das Gericht erkannte gegen N. auf eine Woche, gegen B. auf 2 Wochen Gefängnis. Die Angeklagten hatten außerdem die Kosten des Verfahrens zu tragen. Herstellers eines Weihnachtsgeschenkes entsonnen, weil oft eine Verbindung zu dem oder jenem Handwerker fehlte und weil mancher Volksgenosse nicht wußte, an wen er sich zweckmäßig wenden sollte. Es ist selbstverständlich, daß in der Zwiesprache mit dem Handwerker auch das Geschenk entstehen kann, das dem persönlichen Geschmack gerecht wird. Das Handwerk wird durch seine Organisation bemüht sein, die Verkaufsgelegenheiten verstärkt auszunützen. In Läden von Handwerkern sollen diejenigen Dinge, die Handwerksarbeit sind als solche durch besondere Schilder gekennzeichnet wer- den Plakate und entsprechender Schmuck werben das kaufende Publikum aufmerksam machen. Einzelhandelsgeschäfte werden, soweit sie Hanbwerks- arbeit im Laden führen, ebenfalls das Plakat zeigen. Ferner wird das Handwerk durch Anzeigen in den Tageszeitungen sprechen. In den Llchtjplel- Häusern sollen Werbefilme laufen. Schließlich aber hofft das Handwerk durch eine besondere Neuerung zum Kauf von Weihnachtsgeschenken aus Hanbwer- kerhänden anzuregen, und zwar durch den und den Stammbaum der Familie Weitz, der bis weit ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Vorher hatte schon Präsident Kuhn nach feiner Begrüßungsansprache den Ehrenpräsidenten ausgezeichnet durch das Jubiläumsgeschenk des Chores, eine von Franz Eue ausgeführte Bronzeplakette mit dem lebenstreuen Abbild des Beschenkten und einer herzlichen textlichen Widmung. Für 50jährige aktive Sängerschaft im Nordöstlichen Sängerbund überreichte ihm der Verbandspräsident Jacob Mebus zusammen mit dem gleichaltrigen Sängerveteran Frank 3E. Riester den Ehrenbrief des Nordöstlichen Sängerbundes. Den Reigen der Gratulanten beschlosien die Mitglieder des Schottener Damenoereins unter Führung von Frau Carl I. Kuhn, die allen aktiven Sängern zum Jubiläum Erinnerungsnadeln überreichten. Dr. Seyfarlhs Appell. Von Präsident Kuhn wurden ferner vorgestellt Dr. H. U. G r a n o w als Vertreter des deutschen Generalkonsulats, der die Glückwünsche Dr. B o r- chers' und der deutschen Regierung übermittelte, und in seiner mit großem Beifall aufgenommenen Ansprache darauf hinwies, daß mit der Pflege deutschen Liedes und Kulturgutes auch die Bindung an das politische Schicksal der alten Heimat von der deutschamer'kanischen Sängerschaft stets hochaehal- ten worden sei. Dr. G r a n o w schloß seine Ausführungen mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf das deutsche Volk, seinen Führer und seine Zukunft. Dr. Seyfarth, der Präsident des Nordöstlichen Sängerbundes, richtete an die deutschstämmige junge amerikanische Generation einen kernigen Appell, sich gerade heute, wo wieder alles Deutsche verdammt wird, mutig zu ihrer deutschen Abstammung zu bekennen. Unter dem Beifall des Hauses erklärte er: „Wir sind hier als Bürger unserer Wahlheimat Amerikaner von ganzem Herzen geworden, aber wir haben nicht und werden auch in Zukunft nicht das Land und das Volk vergessen, das uns geboren hat. Wir haben nicht die Kritik der Feinde des Deutschtums verdient, sondern können Dankbarkeit von jedem Mitbürger erwarten, für das, was wir durch die Werte des deutschen Liedes und deutscher Musik diesem Lande geschenkt haben." In 'diesem Sinne wies der Redner auf die nach deut- schem Vorbild ausgebauten Glee-Clubs hin, die sich die Pflege deutschen Liedgutes, wenn auch mit englischem Text, zu eigen gemacht haben. Chor auf gesanglicher Höhe. Der gesangliche Teil des Jubiläumsabends bedeutete für den 50 Mann starken Chor und feinen wackeren Chormeister Peter Boergermann einen neuen großen Erfolg nach 50jähriger, ehrenvoller Sängertradition." Hunger und Kälte. Und sie wird diese Pflicht selbstverständlich tun. Frieren? Sicher friert man, wenn man lange steht, aber andere frieren noch mehr. Ein paar Stunden hungern? Andere hungern noch länger! Aber was will das alles besagen, wenn wir ganz im Stillen einen Vergleich ziehen mit dem, was unsere Soldaten im Krieg ertrugen? Und dieses Sammeln, das ist unser Krieg, der Kampf gegen Hunger und Kälte! Die fammeln, das find die jüngsten politischen Soldaten Adolf Hitlers! Mag fein, daß heute manche aus einer guten Gewohnheit spenden — dieser Jugend gegenüber kann auch der gleichgültigste sich nicht verschließen. Denn wenn einen junge, strahlende Buben- und Mädelaugen anlachen und bitten, dann gibt man nicht nur, sondern gibt gerne. Und wenn die Hitlerjugend zum Sammeln aufmarschiert und sich so ein kleiner Pimpf bemüht, tapfer mit den Großen Schritt zu halten, dann — ja, dann marschiert er geraden Wegs in das Herz auch des verstocktesten Menschenfeindes hinein. Volksgenosienf HI. bittet euch für Vrüder in Not! Schon wieder fammeln? Ja, immer und immer wieder! Ls lebe die Nation! Weihnachtsgutfchein für Handwerksarbeit. Was hat es mit diesem neuen Gutschein auf sich? Er stellt kein Wertpapier dar im üblichen Sinne, sondern lediglich eine Urkunde, in der sich derjenige, der die Absicht des Schenkens hat, dem Beschenkten.--.. gegenüber verpflichtet, eine bestimmte Handwerks- 2 2 7 6 3 3,1 5 _ fteöung gefertigte Geschenk wird etwas ganz Einmaliges sein Aber auch viele fertige Gegenstände werden häufig die persönlich schaffende Hand des Meisters oder des Gesellen erkennen lassen Der Gutschein, der für das Weihnachtsgeschenk aus den Händen des Handwerks geschaffen worden ist, ist nicht irgend ein kühler, nüchterner Schein, sondern eine künstlerische Arbeit. Der Gutschein- ist geschmückt mit einer ausgezeichneten Wiedergabe eines großen Kunstwerkes aus dem Mittelalter. Das Bild stellt eine weihnachtliche Holzschnitzerei des bekannten Würzburger Meisters Tilman Rie - menschn'eider dar, und zwar einen Ausschnitt aus dem berühmten Creglinger Altar. Im Vordruck ist die Möglichkeit gegeben, auf diesem Gutschein aufzuschreiben, welche Handwerksarbeit hinter diesem Gutschein steht. Der Gutschein ist zum Preise von 15 Pfennigen in Papiergeschäften, bei den Kreishandwerkerschaften, bei den Innungen und bei den Handwerkern zu haben. Ein Geschenk durch einen solchen Gutschein ist nicht nur eine schöne, praktische Weihnachtsgabe, sondern auch Arbeitsbeschaffung. Hier kann gleichzeitig zum Ausdruck gebracht werden, daß unseren alten ehrwürdigen Handwerkern, denen das deutsche Volk vieles zu verdanken hat, alle Sympathien gehören. LPD. Darmstadt, 13. Dez. Schon im vergangenen Jahre erregte es Aussehen, daß ein kleines, zweisitziges Auto die Landstraße von Darmstadt nach dem Altrhein zufuhr, nicht auf die Fähre lossteuerte, sondern direkt ins W a s -- s e r fuhr, wo es, anstatt unterzugehen, seine Bahn zog. Dieser kleine Silberfisch war das erste Modell des „Land-Wasser-Auto s", wie es ©türm« Hauptführer Trippel- Darmstadt konstruiert hatte. f Diesem ersten Wagen ist ein zweiter gefolgt, und nun stellt sich schon Modell 3 vor, das ein ganz neues Gesicht aufweist. Der braune Wagen ist ein großer Sechssitzer, ganz aus Stahl und „Was. schon wieder sammeln? Ei du meine Güte, die waren doch erst vor vierzehn Tagen da? so wird mancher Spießer fragen, wenn vom 18. bis 22. Dezember der kämpferische Einsatz der HI. für das Winterhilfswerk erfolgt. Nun, wir wissen, es gibt Leute die uns nicht verstehen. Mancher (ernte bekanntlich nie. Daran gewöhnen wir uns, genau so wie an die fürchter- lich-mitleidsgetränkte Frage, die an viele Pimpfe gerichtet werden wird, wenn sie sammeln: „Na, Kleiner, frierst du denn nicht, wenn du hier stehst?" Der „Kleine" wird diese Frage lächelnd überböten — das alles hat für ihn einen „Bart". Wenn alles sammelt, sammeln auch die Pimpfe und Jungmädel, ist doch klar! In diesem „schon wieder" liegt der mehr ober minder offene Vorwurf des Zwanges. Nein, die angesetzten Sammlungen sind kein Zwang, sondern die organisierte Gelegenheit zum Opfern. Opfern könntest du auch so, meinst du? Gewiß! Nur, wie selten denkt man daran ohne äußeren Anstoß! Seien mir doch ehrlich! In jedem Menschen, auch dem Besten, steckt etwas, was der Soldat den inneren Schweinehund nennt. Wenn wir 20, 30 oder gar 40 Pf. für ein Glas Bier, eine Tasse Kaffee ober ein kleines Stück Torte ausgeben, bann fällt uns nichts babei ein — wenn aber eine Sammelbüchse auftaucht, überlegt ber „Schweinehund" sofort, ob er es „finanziell verantworten" könne, daß er bauernb 10 Pfennig usw. Sozialismus ber Tat ist ja nicht nur eine Sache des Herzens, fonbern auch eine Sache ber Erziehung! Wie ist benn das bei den kleinen Kindern? Dasselbe Kind, das eben noch — es hat ja noch keinen Verstand — in natürlicher Neugierde und Grausamkeit einem Insekt die Beine auszupft, trägt vielleicht wenige Minuten später Ate erster Sprecher von Präsident Carl I. Kuhn vorgestellt und jubelnd begrüßt, ließ Bürgermeister Menget, ein hervorragender Redner, vor seinen Hörern das Bild der Heimatstadt mit ihren Jugenderinnerungen erstehen, dankte den Schottenern Neu- yorks für die in 50 Jahren bewiesene Treue und Anhänglichkeit und gab ein persönliches Glückwunschschreiben des Reichsstatthalters des Gaues Hessen-Nassau bekannt. Als Festgeschenk der Stadt überreichte er dem Jubiläumschor ein prachtvolles, gerahmtes Oelgemälde von Schotten, das Meisterwerk eines heimatlichen Künstlers, zusammen mit einem weiteren Heimatmotiv, als Geschenk ber Provinzialverwaltung Oberhessen und einem seltenen Originalstich aus bem Jahre 1650. Hessischer San- gerbunb unb Schottener Männerchor Schotten ließen burch ben Ehrengast ben Neuyorker Landsleuten je eine künstlerische Ehrenurkunde überreichen unb ber gleichnamige Heimatchor ernannte Ehren- präsibent Charles Weitz, Präsident Carl I. Kuhn unb Chormeister Peter Börgermannzu Ehren- mitgliebern unter Aushänbigung der goldenen Ehrennadeln. Als Festgeschenk eines heimischen Komponisten erhielt der Chor außerdem die Partituren von zwei Heimatchören. Auch die Schottener Damen hatten die alte Heimat nicht vergessen: Frau Charles Weitz und alle Mitglieder des Damen« vereine erhielten als Erinnerungs-Geschenke wertvolle Mokkatassen mit einem „weißen Falken im blauen Feld", bem Wappen ber Stadt. Elternhaus und Heimaterde. In tiefer Ergriffenheit lauschte das Haus, als sich bann Bürgermeister Mengel in seiner Ansprache dem treuesten Sohn ber Stabt Schotten, bem 80jäh- rigen, weißhaarigen Grünber des Chores und Ehrenpräsidenten Charles Weitz zuwandte. Für ihn, ber noch heute nach 50jährigem aktiven Dienst für bas beutsche Lieb in jeber Singstunbe feines Chores vertreten ist, bebeutete ber Jubiläurnsabend bie Erfüllung seines Lebenstraumes. Bürgermeister Menget überreichte dem verehrten Sängerveteran der Schottener als persönliches Geschenk ein Original- Aquarell seines Elternhauses in Schotten, eine Silberschale, gefüllt mit Heimaterde vom Vogelsberg, Doppelt schenkt, wer persönlich schenkt! Besonders wertvoll gibt, wer in liebevoller Einfühlung Wünsche und Bedürfnisse des anderen errät und erfüllt, wer das Schöne mit bem Praktischen verbindet und Dinge auf ben Weihnachtstisch legt, die nach dem Fest nicht vergessen sind, sondern im täglichen Umgang mit ihnen immer wieder an ben Geber erinnern. Wer barüber nachbenkt, wird sich auch des Handwerkers erinnern. Leider hat man sich in den ver- gamenen Jahren allzu selten des Handwerkers als leiftung durchführen zu lassen. Der Gutschein lautet । nicht auf eine bestimmte Wertsumme, er erhält viel- i mehr erst seinen Wert dadurch, daß der Schein von dem Schenkenden ausgefüllt und dem Beschenkten unter den Weihnachtstisch gelegt wird. Außerhalb des Gutscheins muß eine Vereinbarung zwischen dem Handwerksmeister und dem Schenkenden getroffen sein. Ein Beispiel läßt erkennen, auf welche Art und Weise ber Gutschein Freude bringen soll: Angenommen eine Tochter möchte ihrer Mutter den Pelz, der seit langem im Schranke liegt, zeitgemäß umar- beiten lassen, da sich die Mutter von sich aus, der Ausgabe wegen, dazu bisher nicht entschließen konnte. Die Tochter wird sich mit dem Kürschner verständigen, ihn den Preis festlegen lassen und möalichst sofort bezahlen. Nun füllt die Tochter ben Gutschein aus, den Mama unter dem Weihnachtstisch vorfindet. Die Mutter wird darüber glücklich sein, denn ein lanqgeheater Wunsch geht ihr in Er- üllung. Nach Weihnachten wird sie zum Kürschner gehen unb ihm den Pelz zur Umarbeitung bringen. Diese Beispiele ließen sich beliebig vermehren. Die Möglichkeiten, ben Handwerker als Freuden- bringer für bas Weihnachtsfest einzuschalten, sind sehr vielseitig, und es bedarf eigentlich nur des guten Willens unb des Nachdenkens, wie es am besten geschieht. Der Handwerker gestaltet schöpferisch, er vermag Wünsche individuell zu berücksichtigen, er kann Kulturpionier sein, er kann so auf breiterer Basis beitragen zur Erneuerung und Beseelung unseres deutschen Lebens unb er kann zurückführen zum Verständnis für wertvolle Handarbeit. Das auf Be- „Jene Hunderte von Festgästen, die gestern abend in der Neuyorker Turnhalle dem Auftakt zum goldenen Jubiläum des Schottener Männerchores bc*- wohnten, konnten sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Schottener in diesem Jubiläumsjahr dem Kalender um einige Wochen vorausgeeilt waren. Denn es schien, als ber große Festakt begann, als oerbänben bie Schottener gleichzeitig mit bem Ium- läumskonzert bie diesjährige Weihnachtsfeier in ber großzügigsten Form. Kem anberer spielte zur Üederraschung bes Jubiläumschores unb aller Besucher ben ^Weihnachtsmann" als ber Ehrengast ber alten Heimat, Bürgermeister Erwin Mengel, ben bas oberhessische Stäbtchen Schotten nach Neuyork entfanbt hatte, um ben freuen Söhnen ber Stabt zur Feier bes 50jährigen Bestehens ben Dank unb bie Glückwünsche ber alten Heimat zu überbringen. Schier unerschöpflich schien ber Gaben- ack, mit bem Stabtdehörbe, Heimatchor unb (Gütige Organisationen ben Herolb ihrer Wünsche über Den Ozean geschickt hatten. Diesmal wieder VOLZ-Geschenke Viele Wege führen zu uns 7315 A Begehrte Weihnachtsgeschenke sWer 7288 A sieti im Laden das zeigen, was Sie interessiert. 7073 d Optiker Geller, Gießen, am Bahnhof in überreicher Auswahl im Volz-Qualitäten sind stets willkommen Volz-Vorteile macht man sich gern zu Nutzen Volz-Auswahl macht den Besuch zur Freude Volz-Prelse machen das Schenken leicht f BEI REGEM / UND KÄLTE L DE6 llßER. M SCHUH Zu Gelegenheits-Preisen. Zahlung nach Wunsch! Besichtigen Sie bitte meine 3 Schaufenster und lassen Sie Teppiche Brücken Läufer Bettumrandungen Diwandecken Kelle Sie finden die große Auswahl bei Geschenke,die die Weihnachfsfreuile überdauern! 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R. im Alter von 61 Jahren. In tiefer Trauer; Familie Karl Fischer Familie Heinrich Luh Familie August Böcking Familie Wilhelm Weber Luise Luh Großen-Linden, Espa, Klein-Linden, t-* 1- T 1 den 14, Dezember 1935. Pauline Luh nebst allen Angehörigen Die Beerdigung findet Sonntag, den 15 Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus Steinweg 34 aus statt. Steinbach, den 15. Dezember 1935. 7276 Dl ThalisiaBflltOüriel u.-Mieder Seltersweg 52 Ruf 4174 Zurück zur 7! a t u r ! BröM'asJie Brüskere!, Schufst rase 7*. Antti 2251 Wieseck, Gießen, den 14. Dezember 1935. Die trauernden Hinterbliebenen: Adolf Seibert, Zugführer i. R., u. Familie Ferdinand Seibert, Reichsbahnsekr., u.Familie - Lina Seibert Wwe., geb. Jakobi, u. Familie Gustav Seibert, Schreinermeister, tu Familie. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 15. Dezember, nachmittags 2% Uhr, vom Trauerhause Kirchstraße aus statt. für jede Figur das entsprechende Modell in allen Preislagen Wir beraten Sie Wir entwerfen Wir drucken gut Ist die billigste! Unverbindliche Anprobe und fachliche Beratung im THALVSfA- Hygiene - Anschl. - Reformbaus GUSTEL SCHLUMBERGER Thalisia-Bdslenlaller in 7 verschiedenen Modellen FKH suhl- Rpgipn SchUfrim.Kintabetten. LIJU Holz- ÄldlCll StaMfedet-u Anftoflematt an afle.Teiuhig. Ketal. fre EocnmöbelMrtk Suhl/Th. Gießen (Ludwigstraße 39), am 13. Dezember 1935. Die Bestattung findet am Montag, dem 16. Dezember, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 7312D Die Beerdigung findet Montag, den Iß.Dezember, nachmittags 37»Uhr, statt. ------ 7298 D Nur die beste Drucksache neben der Zeitungsanzeige kann Ihre Werbung wirksam unterstützen. Gerlng- wartige Drucksachen schaden mehr als L'o nützen, bet heft ep*re# Sie bei Herausgabe der besten Drocksaohet ete im blühenden Alter von 20 Jahren durch einen schnellen Tod entrissen. In tiefer Trauer: Peter Balser und Frau Helene, geb. Albrecht Ernst Balser Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Im Namen der Verwandten: Brigitte Flick Antoinette Flick Statt besonderer Anzeige. Gestern abend ist unsere liebe Schwester und Tante Luise Flick, Lehrerin i. R. sanft entschlafen. Edelste FormschöDheit Wunderbar formbildend und formerhaltend sind: Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß wurde uns am Donnerstag, 12. Dezember, unser treuer, hoffnungsvoller Junge, mein guter Bruder Walter Balser MöoeeNr 1 Damenfasdw GroßeAuswahl in Stadttaschen mit Reißverschluß, Volleder, schon von RM. 2.65 an. Hermann Röhrig Lederiiandlimg Heute morgen entschlief sanft unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Tante Frau Elisabethe Seibert, geb. Bernhardt im Alter von 85 Jahren. Vertiefung naturkundlichen Wissens erhöht die Freude an der Natur Die hochwertige naturkundliche Monatsschrift für Anspruchsvolle, vielseitig, allgemeinverständlich, dod) wissenschaftlich zuverlässig, ist: Oer Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft u. Technik Beiträge ans solgendcnGebieten: Allgemeine Lebenskunde, Vererbungslehre, Rassenkunde, Menschenkunde, Heilkunde, Tierkunde, Tierseelenkunde, Pflanzenkunde, Vorgeschichte, Erdgeschichte, Erdkunde, Himmels-, Wetter- und Meereskunde, Physik, Chemie, Lichtbildwesen, Technik, Wirtschaft, Naturschutz Jeden Monat ein reichbebildertes tfeft m bester Kunstdruckausstattung Bezugspreis: Vierteljährlich (drei Hefte) nur Reichsmark 2,50, Einzelheft Reichsmark 1,00 Verlangen Sie das bebilderte Werbeblatt und ein Probeheft kostenlos! Gießen, Neustadt 43 --- l-.— 7217AJ lttiMiliÜiniUHIHIIIIillllllllllllllHIIIIHIIIIIIIIHIIIIIIIIIIII!lil|l|jlJjiy£m|||j£|' Ziersische Minheim Bahnhontr.vl. Puppenreparaturen werd, noch fachmännisch u. bill. ausgeführt. M.Gregori Kirchenvlat; 12, (Sing. Kaplanei- gasse. [05333 Restposten Svielwaren zu jed. Preis ab- zng. ab Montag, dem 16. 12. 35. Lndwigstr. 59 p. 7259 D iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimf Eisenbahn-Fahrbeamten-Verein. Unser Mitglied Reservezugführer i. R. Heinrich Luh ist gestorben. Die Beerdigung findet am 15. d. M., nachm. 3 Uhr in Großen-Linden statt-WirbittenalledienstfreienKollegen, sich recht zahlreich zu beteiligen. Im Dienst befindliche Kollegen in Uniform und mit Vereinsabzeichen. Der Vereinsführer. -------- 7324 D Besonders vorleilhafle Geschenke die Frende bereiten I Herren-Taghemden Herren-Nachthemden Herren-Schlafanzüge Farbige Herren - Hemden mit festem Kragen, kleine Karomuster, moderne Farbstellung Mk. 8.60, 7.40, 5.90 Farbige Herren - Hemden mit losem Kragen und Reservestoff für Ersatz-Manschetten. Besonders reichhaltig ausgemusterte Serien Mk. 8.60, 7.40, 6.30 Weibe Popelinhemden, durchgemust, mit loser Manschette und 1 Paar Reserve- Manschetten Mk. 7.90, 6.50 Herren - Schlafanzüge, warme Flanellqualitäten, moderne Streifen, mit elastisch. Bund Mk. 9.80, 7.80 Herren-Schlafanzüge, Popelinstoffe, besonders schöne Ausmusterung, mit elast Bund Mk. 12.80, 9.80 Popelinstoffe, Bemberg - Kunstseidenstoffe für Herren-Hemden 7201 D Friedridi Levennann Seltersweg 71 Bielefelder Herrenwäsche arru 8r?art6 Nr. 292 vierte; Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zamrtag, (4. Dezember (935 Die Glockengießer von Ginn. Ein altehrwürdiges Handwerk unserer Heimat. ■ ■ H * | - ©ie Glocken im Kirchturm als Rufer zum Gottesdienst. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Die Glockengießer von Sinn im Dilltal sind eine alte Familie R i n ck e r, die ununterbrochen seit vier Jahrhunderten ihre Glocken gießt. Urkundlich kann sie nachweisen, daß der Vorfahr Hans Rmcker schon im Jahre 1590 ein Glockengießer war; er goß damals für die Kirche in Netphen, Kreis Siegen, eine große Glocke, die 2626 Pfund wog, und als sie vor einigen Jahren zersprang, wurde sie von den Nachfahren ihres Meisters in Sinn umin diese Halle kommt, vermeint in einer Kirche zu stehen. So sonderbar still ist es darin. Gewiß — da arbeiten Männer! Sie kneten, modellieren, messen, lautlos und still, verloren in der Arbeit. Sand dämpft ihre Schritte. „Wenn Sie die alte Glockengießerei sehen wollen, kommen Sie!" sagt Herr R i n ck e r. Wir kriechen durch eine Mauerbresche in einen dunklen Raum hinein. Das ist die alte Glockengießerei, die der Urgroßvater anlegte. Eine mächtige Gießgrube, ein baumdickes Holzgestühl aus Rollen und Balken zum Lastenbewegen hängt darüber. Ein aus Backstein gemauerter Schmelzofen, dessen Stichloch gleich an der Grube liegt. In dieser altersgrauen Werkstatt wurde mit Holz gefeuert und auch die Glocke in der Grube geformt. Der alte Ofen hat zwei Züge, die die Flamme gleichmäßig auseinanderzogen: in der inneren, wie auch in der äußeren Konstruktion gleicht er bald einem Backofen. Im Winkel stehen noch die langen Spieße, mit denen der Guß am Stichloch reguliert wurde. Altes.Gerät, Spieße, Kellen, Schöpfeimer, Zangen, Schablonen und Taue lagern ringsum im Dunkel. Wie kostbares Erbgut wird die alte Werkstatt in Ehren gehalten. Die neue Halls wurde im Jahre 1921 errichtet. Den Ofen mit der Oelfeuerung stellten die Rinckers im Jahre 1927 auf. Sie haben feit den 70er Jahren, in den letzten sechzig Jahren also, eine gewaltige Arbeitsleistung vollbracht: über 7000 Glocken wurden gegossen, davon 2000 für Ungarn. Die meisten Glocken wurden nach den Kriegsjahren gegossen. Viele deutsche Glocken, aus Kupfer und - ■>< gegossen. Die Glockengießerei in Sinn lag ursprünglich in Aßlar am Eingang des Dilltales, anno 1759 verzogen die Rincker nach Leun an der Lahn; seit 1817 sind sie in Sinn. — Zwei Brüder betätigen sich heute in der Glockengießerei, die in ihrer Art einzig dasteht. Einst und jetzt. Wir betreten eine hohe Halle. Vom Eingang links liegt eine Grube, übermannstief, quadratisch ausgeschachtet. Neben der Grube steht der Gießofen mit dickem Bauch. Er hat eine Oelfeuerung — man sieht die Oelschläuche unter dem Bauch. Das Glockenmetall wird von einer Oelflamme geschmolzen und nicht mehr von der schwalchenden Flamme des Fichtenholzes. Ringsum eisernes Gebälk, Gleitschienen, Laufkatzen, hängende Trossen. Werkbänke stehen an der einen Wand, längs der anderen reihen sich Sockel, niedrig gemauert, rund, kegelförmig. Einige tragen lehmverkleisterte Glockenkerne, an denen der Kernmacher wirkt. Mitten in der Halle lagern fünf Glocken mit silberblankem Schein; ein Jungarbeiter putzt und bimst sie. Ein dunkles Singen! Wir blicken uns erstaunt um. Ein Industriebetrieb ist sonst lärmend und laut, doch wer Zu unseren Bildern: Bilder links (von oben nach unten): Der Schmelzofen mit Oelfeuerung. (Aufnahme: Husch, Wetzlar.) — Der Guß verläuft in Ordnung. (Aufnahme: Weber.) — Rechts nebenstehend: Die im Jahre 1555 zu Mecheln gegossene und 1933 bei Rincker umgegossene Glocke. Bilder rechts (von oben nach unten): Aufnahme eines alten graphischen Blattes: Die Glockengießer waren auch Stückgießer. — Der aufgemauerte Glockenkern als erster Teil der Form. — Die halbaufgetragene falsche Glocke (Modell) und Kern. — Der fertige Glockenmantel mit aufgesetzter Krone. — Ausnahmen: Husch, Wetzlar.) Zinn, aus Bronze, waren dem Krieg geopfert worden. Die Kriegsglocken wurden aus Stahl gemacht. Der Friede wurde mit wenigen und stählernen Glocken eingeläutet. Als in den NachkrieZsjahren sich die Bestellungen häuften, stellten Ringers zeitweise alle zehn Tage 25 Glocken her. Das will etwas besagen. Dazu waren mehrere Modellfelder notwendig, wo Kerne und Forme langsam entstehen. Sechs Wochen und länger dauert das Werden einer Glocke. Aber zwischen Einst und Jetzt besteht, wie in der Betriebsanlage, in der Arbeitsweise ein starker Unterschied. Ja, Friedrich Schiller, dessen Lied mit dem Glockenguß beginnt, hat nicht den wichtigsten und merkwürdigsten Teil des Glockengießens besungen, nämlich den Werdegang der Glockenform. Der Guß selbst ist sozusagen der Punkt auf dem i. wie die Glocken werden. Eine Gemeinde braucht ein neues Geläute, und der Pfarrer benachrichtigt den Glockengießer. Er erscheint am Ort und erkundet den Ton des schon vorhandenen Geläutes. Hat er die Schwingungszahlen errechnet, macht er feine Vorschläge. Die Gemeinde hat dann darüber beraten, erteilt ihm den Auftrag, und er kann beginnen. Aus der äußeren und inneren Kurve des Querschnittes der Rippe hat er den Ton bzw. die Jnnenstimmung der Glocke berechnet. Nun zeichnet er die Kurve auf ein Brett auf, schneidet die Zeichnung peinlich genau aus und hat so die Schablone gewonnen; sie wird an einer Spindel befestigt, in den aus lufttrockenen Lehmsteinen hohl aufgemauerten Glockenkern eingesetzt. Der Kernmacher oder Former bewirft den gemauerten Kern mit Lehm, überzieht ihn Schicht für Schicht, bis der Raum zwischen Mauerung und Schablonenhöhe sich setzt. Weil jede Schicht' trocknen muß, bevor er die nächste auftragen kann, brennt ein Feuer im Hohlraum des Kernes. Mit dem Wachsen der Form wird die Schablone entsprechend genau ausgeschnitten. Die letzten Lehmschichten sind dünn und leicht, um die Form glatt zu machen, denn sie prägt die Innenwand ' der Glocke. Nun steht das Kerngebilde, das die Innenwand der Glocke formt, und um es zu isolieren, reibt man es mit Buchenholzasche ein. Was nun darüber kommt, ist die falsche Glocke, ein Modell «us Lehm, steif und mager angemacht. Das Ganze muß trocknen und danach erkalten; das Feuer heraus. Jetzt wird der Rindertalg aufgetragen, aus dem die Zierleisten zu ziehen sind. Auch die Inschriften und Reliefs, in Gips gegossen oder aus Wachsplatten geschnitten, BL Metall schießt hervor. Gelb, rot mit blauem Schein fließt es durch die Rinnen, und schon raucht der erste Glockenhenkel, steigen blaßrauchend die Windpfeifen, die die Füllung anzeigen. Die Gußschlacke schwimmt obenauf, erstarrt blau, grau im Gießkanal. Hat die erste Glocke das Metall geschluckt, schleust man es in die zweite, weiter in die dritte, vierte, und bevor man es erfaßt Hut, ist das Metall /•K- werden auf die Talg- schicht aufgesetzt und bepinselt mit dem dünnen Zierlehm, der eine ausgeprägte Kontur verleiht. Die Hand, die das alles macht, muß fein und sicher arbeiten. Nun steht die Form aus Kern, Modell und wächsernem Zierrat. Noch fehlt die Form und das Negativ für die Außenwand. Wiederum wird Lehm aufgetragen. Um die Form legt sich ein dicker Mantel, und noch feucht, wickelt man eine Bandage darum. So kann der Lehm weder reißen, noch sich werfen. Damit alles trocknet, kommt das Feuer wieder in den Kern hinein. Jetzt stehen Kern, falsche Glocke und Mantel fertig. Aber die Krone aus sechs Henkeln fehlt und erst wenn sie das Werk krönt, setzt man die Windpfeifen ein, aus denen beim Guß die Luft entweicht. Zum Schluß wird die ganze Form richtig ausgebrannt. Dabei schmelzen Talg und Wachs heraus, und ein feiner Zwischenraum entsteht: im Mantel aber sind jetzt Schmuck und Inschrift negativ ausgeprägt. Der Mantel wird abgehoben, die falsche Glocke vom Kern geschält, der Kern mit Erde ausgestampft, der Mantel wieder aufgestülpt. Wo die falsche Glocke saß, wird die glühende Glockenspeise hineinfließen. Der Glockenguß wjrd bereitet. „heule soll die Glocke werden.. Sechs Wochen lang wurde an der Form gearbeitet. Der Kran hebt die ganze Form vom Sockel und setzt sie in die Grube. Nebeneinander stehen mehrere Formen, mit Erde verpackt, fest zugestampft, sonst könnte sich beim Guß der Mantel heben. Nur die Windpfeifen bleiben sichtbar. In die Glockenkrone ist ein Loch hineingebohrt, das den Guß aufnimmt. Ueber dem gestampften Boden sind Rinnen gemauert. Mit grellem Sausen stößt die Oelflamme in den Ofen hinein. Oben hat er ein Loch, aus dem wie aus einem Drachenmaul die Flamme, das Gas und der Rauch mit fauchendem Ventilatorengeräusch wirbelnd entweicht. Im Ofen ist das Kupfer geschmolzen, das schneller schmelzende Zinn hinzugetan. Bei 1200 Grad hat die Glockenspeise den richtigen Hitzegrad erreicht. Der Feuermann fährt mit einem langen Kratzer und dann mit einem Balken darin herum. Heiß brodelt der glühende Brei auf. Dem Ofen wird eine Probe entnommen. Der Lehmkno- verflossen. Zehn Minuten sind vergangen, alles ist vorbei und gewesen. — Drei Tage bleibt der Guß in der Grube, erstarrt und erkaltet. Dann graben sie die Glocken heraus und schlagen den Mantel in Stücke, entfernen den Kern. So ist die Glocke geworden. Geputzt und gewaschen wie ein neugeborenes Kind, liegt sie silberblank in der Halle und wartet auf das Joch und den schmiedeeisernen Klöppel. Jetzt kann sie klingen. Ein Sachverständiger prüft ihren Ton. Aus Gestein der Erde ist nun Klang und Form geboren. Irgendwo wartet ein Turm, ein Dorf, eine Stadt, ein Land auf den erzenen Mund ber Zeit. Altes und neues Geläute. Wie Paten zum Taufkind, stehen die Glockengießer zu ihrer Glocke. Getreu wie Gesellen zum Meister stehen die lebenden Rinckers zu den Vorfahren. Obwohl sie selbst meisterhafte Glocken gießen ten im Gußloch wird herausgebrochen, es liegt frei. Fertig! Schon ist alles bereit. Eins in eins greift die Arbeit von den fünf Männern, die da wie auf dem Sprung stehen und wissen, was sie zu tun haben. Der Guß macht sie zu einem Körper, einem Wissen und Wollen. Die Gießbrücke wird zwischen Ofen und Gießfeld geschraubt. Mit mechanischen Winden wird der Ofen gekippt. Der Augenblick ist da. Mit ruhiger Stimme sagt Rincker: „In Gottes Namen denn!" Langsam neigt sich der Ofenbauch herüber. Im Guhloch glüht es auf, der Brei schwappt, da» Tageskalender für Sonntag. ,im Gegenteil, sich für den heutigen Staat Außer die schneit. suche des Rindes und die Sterilität der Stuten Der Stadttheater-Spielplan vom 15. bis 22. Dezember. Aus dem Gießener Stadttheaterbüro wird uns Die kleine geschrieben: Sonntag, den 15. Dezember, von 15 bis 18 Uhr, ^os-I außer Abonnement, das Weihnachtsmärchen: „Der von W. Burggraf. Leitung: Karl garten einen Gemeindeabend ab. Auf yeutige Anzeige sei hingewiesen. Gportamt „Kraft durch Freude". Morgen: Skifahrt zum hoherodskopft Abonnement. Stadttheater Gießen. Vorstellung des Weihnachtsmärchens „Der Muck" fällt heute Nachmittag wegen der Vorbereitungen zum Tanzgastspiel Mary Wigman aus. Von 20 bis 22 Uhr einmaliges Tanzgastspiel der weltberühmten Tänzerin Mary Wigman mit ihrer Tanzgruppe. Die Vorstellung ist außer Abonnement. Gemeindeabend der Lulhergemeinde. Die Luthergemeinde hält am morgigen Sonntag, 3. Advent, 20 Uhr, in der Turnhalle am Oswalds- NS.-G. „Kraft durch Freude": Skifahrt zum Hoherodskopf, Abfahrt 7 Uhr ab Ludwigsplatz. — Stadttheater: 15 bis 17.45 Uhr „Der kleine Muck', 19 bis 22 Uhr „Der Vogelhändler". — .Gloria- Palast, Seltersweg: „Es flüstert die Liebe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Leichte Kavallerie . — Heimatvereinigung „Schiffenberg": 17 Uhr Familienzusammenkunft mit Weihnachtsfeier auf dem Schiffenberg. — Reichsfachgruppe Imker e. 23., Ortsfachgruppe Gießen: Versammlung im Hotel Hopfeld. — Luthergemeinde: 20 Uhr Gemeindeabend in der Turnhalle am Oswaldsgarten. .— Turmhaus am Brandplatz: 11 bis 13 Uhr Weihnachts-Ausstellung oberhessischer Künstler. — wurde allen Mädels gedankt, die dazu beigetragen hatten, den Abend auszugestalten und zu verschönern. Gesangverein und Liebbaberorcheffer. SBK. Wie auf dem Gebiet der Vokalmusik der Gesangverein die Betätigungsform des mehrstimmigen Laiensingens ist, so ist das Liebhaberorchester die Form des gemeinsamen instrumentalen Musizierens, soweit es über die Kammermusik hinaus» geht. Beide sind vereint im Amt für Chorwesen und Volksmusik innerhalb der Reichsmusikkammer, das sowohl den Deutschen Sängerbund, den Reichsverband der Gemischten Chöre wie auch die Volksmusik als Fachschaft umfaßt. Die Laienorchester können unter Umständen für die Gesangvereine höchst wertvolle Bundesgenossen sein. In vielen Fällen wird die Heranziehung von Berufsorchestern aus mancherlei Gründen nicht möglich sein, wenn der Gesangverein ein größeres Werk mit Orchester aufführen will. Nachdem über die Betätigung der Laienorchester bisher manche Unklarheit geherrscht hat, erließ die Reichsmusikkammer nunmehr in den letzten Tagen eine Verfügung, die die Tätigkeit der Laienorchester genau regelt. Aus dieser Verfügung geht hervor, unter welchen Voraussetzungen dis Mitglieder der Fachschaft Volksmusik öffentliche Konzerte veranstalten dürfen. „Die Genehmigung", heißt es in der Verfügung u. a., „wird erteilt, wenn in dem betreffenden Ort keine Berufskapelle besteht und die musikalische Leitung der Kapelle in den Händen eines Berufsmusikers liegt." Außerdem darf eine Schädigung der Erwerbsmöglichkeiten der Be» rufsmusiker nicht eintreten, wobei zu berücksichtigen ist, daß jährlich zwei Konzerte auch ohne diese Voraussetzungen veranstaltet werden dürfen. Für dig Mitwirkung von Mitgliedern der Fachschaft Volksmusik mit Gesangvereinen gelten folgende Bestimmungen: Eine im Rahmen eines Gesangvereins bestehende Orchesterabteilung ist berechtigt, bei den Konzertveranstaltungen des Gesangvereins mitzuwirken. Für die Mitwirkung eines anderen Laien» orchesters bei der Aufführung von Chorwerken ist die Genehmigung des Landesleiters der Reichs» musikkammer einzuholen. Die Genehmigung ist zu erteilen, wenn der Verein durch Vorlage von Belegen nachweist, daß die Hinzuziehung eines De- rufsorchesters nicht möglich ist. — Dadurch ist die Stellung der den Gesangvereinen angeschlossenen Orchesterabteilungen genau geregelt. Sie haben also keinerlei Schwierigkeiten bei ihrer Arbeit zu befürchten. Auch die Mitwirkung eines anderen Orchesters, etwa einer befreundeten Orchestergesell« schäft, wird unter gewissen Voraussetzungen gestattet. Mit dieser Verordnung sind die zahlreichen Unklarheiten aus dem Wege geräumt, die bisher der Zusammenarbeit von Laienorchester und Gesangverein im Wege standen. Gießener Dochenmarktprelfe. * Gießen, 14. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische), ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 8 bis 12, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 8 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 10 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 30 bis 50, Zwiebeln 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis : 30, Kürbis 5 bis 7, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf.. : der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., der Zentner 10 bis 30 Mk., Birnen, das Pfund 12 bis 25 Pf., Nüsse 45 bis 55, jungt - Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk, Suppenhühner 80 bU und dafür über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt find. Jede Glocke, die hinausgeht, muß ein fertiges Meisterstück sein, muß den Meister loben, wenn es im Lande erklingt. Und wenn sie einmal ein sogenanntes Galeriestück liefern mußten, nach fremden Vorschriften gestaltet, oder einem schlechten Stil entsprungen, so erinnern sie sich dessen mit einem Schauder. Wenn ihnen freie Hand gelassen wird, kommt stets der echte Wille zur Formung an | der Glocke zum Vorschein. Jede Zeit sucht die ihr gemäße Form zu er» reichen. Jede Zeit hat auch ein eigenes Verhältnis zur Glocke. Schiller greift mit seinem Lied von der Glocke ins bürgerliche Leben, läßt die Glocke künden, was drunten tief dem Erdensohne das wechselnde Verhängnis bringt. Und Jahrzehnte später dichtet Konrad Ferdinand Meyer in natur- froher Weise: „In den Lüften schwellendes Ge- dröhne, leicht wie Halme biegt der Wind die Töne ..." Und ein Moderner nennt sie: „Ihr eifer» nen bellenden Hunde der Luft!" Dessen ungeachtet stehen noch an den heute gegossenen Glocken die alten Bibelsprüche. Doch auch sie sind in der Auswahl anders geworden. Die Zeit klingt mit. Die meisten Glockensprüche sollen Unheil beschwören, andere preisen und loben. Die schönste Schrift ist die handgeschnittene. Mönche Glocken gibt es, die allein schon durch ihr prächtiges Gewand erfreuen. Bei Rinckers wurde 1933 eine zersprungene Glocke aus Mecheln (Flandern) umgeao^ sen, die im Jahre 1555 gegossen und ein Musterbei- kleine Muck w spiel mittelalterlicher Gieß- und Schmuckkunst war. Volck. Von 19 bis 22 Uhr, außer Abonnement, Der Schmuck wirkte wie eine Filigranarbeit und der Operettenschlager: „Der Vogelhändler" von Karl wurde beim Umguß genau so herrlich wieder hin- Zeller, in der völlig neuen Bearbeitung der Mün- gebracht. Kürzlich stellte man ein Glockengeläut für chener Fassung. Musikalische Leitung: Paul Wal- Erbach im Odenwald her: eine Amerikanerin aus ter, Spielleitung: Paul Wrede, Tänze: Thery einer vor drei Menschenaltern ausgewanderten, längst im Orte vergessenen Familie stiftete sie. Die, Glocke in einem Orte bei Gelnhausen, die beim | Einläuten des Saarabstimmungssieges zersprang, wurde durch eine neue ersetzt, die in Sinn gegossen wurde. Außerdem lagert das Metall, etwa 17 000 Kilogramm, für ein Geläute von sieben Glocken für Völklingen im Saarland, wozu Kommerzienrat H. R ö ch l i n g den Glockenstuhl stiften wird. Um Glocken rankt sich ein Kranz von Sogen und Legenden. Einst wurden die Glockengießer auch Stuckgießer genannt, denn sie gossen auch Geschütze. Manches Brauchtum beim Glockenguß hat sich durch Jahrhunderte hin erhalten. An manchen Orten findet man noch kleine Weiher, die einst als Glockengußgruben dienten. Denn in alter Zeit hatte der Glockengießer keine feste Werkstatt: er zog umher und goß die Glocken am Ort. Für den Ort war dies ein Fest, und an dem Tage wurde Brot oder der sogenannte Glockenweck verteilt, und weiterhin zur Erinnerung an jedem Jahrestag. Dem Glockengießer schenkte man kunstvolle Erinnerungsblätter und dankbare Anerkennungen. Davon haben die Rinckers in Sinn eine ganze Menge einheimsen und ansammeln können. J. H. Das lehrt uns schon ein Rückblick in die Vergangenheit, als der lichtgeschmückte Tannenbaum erst dabei war, sich aus der bunten Lichterpyramide vor Jahrhunderten zu entwickeln. Und selbst die früher vorherrschende Krippe mit dem Christkinde mochte nicht aus die bunten Farben verzichten. Ein! Morgen 'früh, pünktlich um 7 Uhr, fährt'ein Om- „Weihnachtsgesangelem aus dem 16. Jahrhundert nj&U9 der NSG. „Kraft durch Freude" nach Breun- kann sich nicht genug tun, die Krippe recht bunt geshain. (Abfahrt Ludwigsplatz.) Verpflegung ist darzustellen, denn das schönste Kind liegt ja tn iljr: mihubringen. Auf dem Hoherodskopf werden Ski- „Dein Haupt ist Gold und kraus dein Haar, kurse für Anfänger und Fortgeschrittene durchge- Die Lippen rot, die Augen klar. führt. Dein Leib schneeweiß wie Elfenbein, Die Kosten betragen für Fahrt und Skikursus» Da Saphir eingefasset fein. Gebühr 3 Mark. Dein' Händ' sind Hyazinthen voll, Alle Volksgenossen können an dieser Fahrt teil» Sie riechen über die Maßen wohl ...!" nehmen. Alle Teilnehmer müssen Inhaber der einsetzte*. Doch, da er seine 5 Monate weg hat, | ... drehen sie das Zeitungsblatt um mit dem Gefühl, daß Gottes Wege eben wunderbar sind. Worauf weitsichtige Leser nach dem Schnupftuch greifen und sich den Kneifer putzen. Denn unter den Namen in der Spendenliste für das Winterhilfswerk findet er P. Jos. Mobs, der am 16. Oktober 1935, also nicht ganz zwei Wochen vor der Gerichtsverhandlung, 500 Mk. angewiesen hat." Der Verteidiger des Angeklagten hat auch beim Sondergericht nicht vergessen, auf diese hochherzige Handlung hinzuweisen, so daß der Richter wirklich kein Motiv zur Tat finden konnte. Aber wir glauben das Motiv zu kennen, aus dem die Seifenfabrik 500 Mark an das Winterhilfswerk überwiesen hat. Wir erwähnen den Fall, um deutschen Richtern an Hand eines klassischen Schulbeispiels zu zeigen, wie man sich oft über ein Problem unnütz den Kopf zerbrechen kann. Aufbauende Meckerer gibt es nämlich nicht, selbst wenn sie mit dem größten Betrag auf der Spendenliste stehen." Auf Grund dieser Ausführungen kann bei dem unbefangenen Leser der Eindruck erweckt werden, als habe sich das Sondergericht durch den Nachweis einer Spende für das Winterhilfswerk über 500 Mark kurz vor der Verhandlung des Sondergerichts irgendwie beeindrucken lassen, und es sei mit Rücksicht hierauf zu der Feststellung gelangt, es fehle ein eigentliches Motiv für die Handlung des Angeklagten. Demgegenüber muß feftgefteöt werden, daß nach dem von dem Verteidiger in der Hauptverhandlung gebrachten Nachweis und nach den der Justizpresse« stelle vorliegenden schriftlichen Unterlagen die erwähnte Spende über 500 Mark für das Winter- Hilfswerk sich durchaus im Rahmen der Spenden der Firma P. I. Möbs für das Winterhilfswerk, die HI., die SA. und SS. hält und auch nicht hinter diesen Spenden der Firma in den vorhergehenden Jahren zurückbleibt. Es ist denn auch im Urteil des Sondergerichts auf die Zahlung der 500 Mark kurz vor der Verhandlung in keiner Weife abgestellt. Die hier in Betracht kommenden Sttafzumef- sungsgründe lauten vielmehr: „Der Angeklagte ist zusammen mit seinen Brüdern Inhaber einer Seifenfabrik und genießt das beste Ansätzen. Er hat den Welt- frieg mit Auszeichnung mitgemacht, wurde zweimal verwundet uno zum ©ernennten befördert. Aus den von ihm überreichten Belegen geht hervor, daß er mehrfach in großzügiger Weife das Winterhilfswerk mit namhaften Beträgen unterstützt, Gliederungen der NSDAP., z. B. die SS. und HI., Geldspenden zugewendet hat und ihnen durch Zurverfügungstellung seines Autos behilflich war. Er macht einen ruhigen Eindruck und kann wohl nicht als Staatsfeind gelten, so daß ein eigentliches Motiv für feine Aeußerungen nicht ge» gefunden werden kann. Offenbar hat er unter Dem Einfluß des genoffenen Weines Bemerkungen gemacht: die er bei klarer Ueberlegung niemals geäußert hätte, obwohl er nach Angaben der Zeugen nicht betrunken ober angetrunken war. Die Aeußerungen sind auch nicht in einer besonders gehässigen Art vorgebracht worden, andernfalls die Zeugen sich wohl geweigert hätten, sich weiterhin mit ihm zu unterhalten, vielmehr ist ihnen erst später klar ge- Jm schlesischen „Christkindliede" ist der Engel KdF.-Jahressportkarte sein. Wer dieselbe noch nicht weiß, das Christkind aber bunt gekleidet: sie fahren besitzt, muß sie zum Preise von 30 Pf. erwerben, in einem schönen Wagen der ist mit lauter Gold FortbildUNgSkursUS dkS ReichS- und Silber beschlagen . Voll von buntem Glanz, _ , o- z x der ganz sommerlich-sinnbildlich vom harten, weiß- t>CrP0n0C5 OCt VCUt|u>Cn <£tCrär$tC. 16 bis 17.30 Uhr Waldlauf und Gymnastik auf dem Universitätssportplatz. — Stadttheater: 15 bis 17.45 Uhr „Der kleine Muck". 20 bis 22 Uhr Tanz- qastspiel von Mary Wigman. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Es flüstert die Liebe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Leichte Kavallerie". — Turmhaus am Brandplah: 17 bis 19 Uhr Weihnachts-Ausstellung oberhessischer Künstler. Groß-Kundgebung in Gießen am heutigen Samstag, 14. Dezember.-Beginn: 20.15 Llhr. Ls spricht: Gauleiter Sprenger Die Volkshalle ist geheizt! Eintritt frei! Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß sämtliche Gliederungen und angeschlossenen Verbände dafür zu sorgen haben, daß ihre Mitglieder geschlossen an dieser Kundgebung teilnehmen. Die auswärtigen Ortsgruppen sorgen sich für andere Iahrgetegen- heiten, soweit die fahrplanmäßigen Züge nicht benutzt werden können. Sämtliche fahrplanmäßigen Züge sind an diesem Abend verstärkt. Alle Volksgenossen der Stadt und des Kreises Gießen, auch diejenigen, die nicht Mitglieder einer Gliederung oder eines angeschlossenen Verbandes der Partei sind, werden nochmals zu dieser Kundgebung eingeladen. Kreisleitung Gießen der 7IGOAP. worden, daß in den Worten des Angeklagte^ eine Beleidigung des Führers zu erblicken fei. Es ergibt sich hieraus, daß die in dem Bericht der Zeitschrift „Das Schwarze Korps" gezogenen Schlüffe, soweit sie sich auf die deutschen Richter int allgemeinen und die im Sondergericht tätigen Richter im besonderen beziehen, der Grundlage ent* behren." Die Wärmestube der Sanitätskolonna wieder eröffnet. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in unserer Stadt, die sich schon in vieler Hinsicht um die Allgemeinheit sehr verdient gemacht ha^ eröffnet mit dem heutigen Tage wieder ihre Wärmestube, die jedermann aufsuchen kann. Da neben einigen Tageszeitungen auch Zeitschriften aufliegen, wird den Besuchern Gelegenheit gegeben sein, sich während des Aufenthaltes in der Wärmestube auch geistig zu unterhalten. Es ist sehr erfreulich, daß ich die Freiwillige Sanitätskolonne auch in diesem Winter wieder zu diesem Hilfswerk entschloß, das von manchem Volksgenossen sehr begrüßt werden wird. Der Sanitätskolonne gebührt für diese Maßnahme Dank und Anerkennung. Oer Nikolaus bei der Kreisjugend- waltung der OAF. Am Sonntag, am gleichen Tage, an dem bet dritte Reichsberufswettkampf eröffnet wurde, kam — wie man uns berichtet — der Nikolaus zu der werktätigen Jugend. Die Mädels hatten diesmal eingeladen und auch olle Vorbereitungen getroffen und in vorbildlicher Weife Kuchen und Derlofungs- gegenftänbe gestiftet. Der große Festfaal in bet Schanzenstraße 18 war reich geschmückt unb dis Junggenossen und »innen waren herbeigeeilt, um bi« Nikolausfeier mitzuerleben. Die Kreisjugenbreferentin. Elif. Wall, begrüßt« alle Erschienenen, besonbers ben Bannführer bet HI., Erich S ch r e i b e r, ben Kreiswalter ber DAF. Wagner, bie Gaureferentin, Gretel Reichert, ben Kreisjugenbwalter Dr. Rich. S ch m i b t, fernet bie zahlreichen Gäste. Gerabe bie Anwesenheit von Reichsheerangehörigen und Arbeitsdienstpflichtigen zeigte bie Einheit ber neuen Jugenb. Unb bann gings los! Zwei alte Tanten, die beiben Junggenossinnen Joh. Schmitz unb Elfr. Wilke, benen ber Kalk schon verbächtig in ben Knochen saß, befangen ihr« Hunbe und Katzen. Aber kurz darauf stellten sich di« beiden verjüngt vor als jugendfrische Tänzerinnen, die reichen Beifall für ihre Darbietungen ernteten. Sodann spielte bie Junggenossin Jrmgarb Schalch auf bem Klavier bie „Wasserspiele" von Smith, wofür man auch reichlich Beifall spendete. Anschließend stellten sich zwei fahrende Gesellen — es waren die Jgn. W. W e b e r und Marg. irinfaus — in Hosenrollen vor und lieferten luftige Lieder auf der Hand- unb Munbharmonika. Bei bem Lieb „Horch, was kommt von brausten rein" polterte der Nikolaus in den Saal, mit Säcken schwer beloben. Als erstes würbe bie Kreijugenbreferentin burch ben Kakao gezogen. Auch verschiedene andere mußten mit feiner Nute Bekanntschaft machen, auch ber Kreisjugend- walter, ber sich sehr kameradschaftlich für einen guten Verlaus bes Abenbs einfetzte. Ein Knusperhäuschen, bas unter der Leitung von Frl. Erika Heinrichs angefertigt wurde, erregte allgemeine Bewunderung und wurde amerikanisch versteigert. Zum Schluß Aus Der proviuzialhaupistadt. Dom bunt geschmückten Lichterbaum. V. A. Auch unser treuer, alter Weihnachtsbaum I hat seine „Moden". So hat sich in ben letzten Jahr» zehnten die auf ben ersten Blick vielleicht künstle» I rifch erscheinende Sitte herausgebildet, ben weih»! nächtlichen Tannenbaum nur mit weißsilberigem Schmucke zu putzen. Und gewiß bringt der matte Goldglanz der Kerzen, der auf grünen, weißblinkenden Zweigen liegt, die Illusion eines beschneiten Waldbaumes im Licht der Sterne unb des Mondes vor unsere Augen. So geschmackvoll vielleicht solch ein Weihnachtsbaum ist, so wenig hält sein Aussehen aber vor bem alten Sinnbilbsgedanken bes Weihnachsbaumes ftanb. Denn sollte er eine Win- terlanbschaft in bie Stube verpflanzen? Ober sollte er nicht vielmehr ben Sommer mit feiner Buntheit in bas winterliche Haus hineinretten und uns zur Julzeit ben Glauben an das wiederkehrenbe, blumenlockende Licht im Herzen erhalten? Ganz gewiß ist es also ein rechter Gedanke unserer Voreltern gewesen, wenn sie den Tannenbaum bunt schmückten, wenn sie mit farbigen Kugeln und Ketten an Stamm und Geäste die Erinnerung unb Vorfreude an blühende Bäume hervorriefen, und wenn sie durch vergoldete Aepfel die Vorstellung spätsommerlich reifender, goldgelber Früchte erweckten. Diese vielen bunten Dinge, bie man ehebem zumeist noch baheim in ben Adventswochen aus Papier, Zischgold und Holz, aus wirklichen Früchten und Hausgebackenen Küchlein wie Zuckerwerk herstellte, gestattete der Phantasie eine unbegrenzte Betätigung. Heute sind es vorherrschend die Glasbläser des Thüringer Waldes, die in mühselig-arbeitsfroher Heimarbeit uns für geringes Entgelt den Baumschmuck darreichen, der in Gold unb Blau, in Grün, Rot, Silber unb vielen Farbtönen als eine rechte Zierbe bes bunten Lichterbaumes bie Kinberherzen au entzücken vermag. Denn beim schlichten Gemüt siegt bas buntfrohe Weihnachtsbäumlein über ben noch so ästhetisch unb majestätisch aufgeputzten, aber doch winterlich kalten Silberbaum. kalten Winter sich abheben soll, muß beshalb auch Am 7. und 8. Dezember fand — wie man uns em rechter Weihnachtsbaum sein, damit er seine heute berichtet — in den Instituten unb Kliniken Aufgabe erfülle: I ber Veterinär-Medizinischen Fakultät ber Univer- „Denn Fruchte und Blumen und Spiel und fität Gießen ein Fortbildungskursus des Reichs- _. . Gewand, verbandes der Deutschen Tierärzte unter sehr starker Die fallen Hermeder aus freundlicher Hand. Beteiligung statt. Es wurden Vorträge mit Demon- Unö siehe, auf (Erben in trauriger Zeit, trationen über folgende Themen gehalten: Pro- Wann s wintert im ©arten, wann s friert und esfor Dr. K ü st: „Neues über die Trichomonaben- Schultheis. — Dienstag, 17. Dezember, von 20 bis 23 Uhr, Erstaufführung von Verdis Mesiter- oper: „Maskenball". Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: ber Intendant. Die Vorstellung gilt zugleich als 12. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. — Mittwoch, 18. Dezember, von 15 bis 18 Uhr, bas Weihnachtsmärchen: „Der kleine Muck". Leitung: Karl Volck. Außer Abonnement. Von 19.30 Uhr bis gegen 22.30 Uhr: „Der Waffen- schmieb", komische Oper von Lortzing. Musikalische Leitung: Paul Walter, Spielleitung: Heinz Weiser. Die Partie bes Grafen fiiebenau singt Gustav Bley. Die Vorstellung gilt zugleich als 12. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. — Freitag, 20. Dezember, bleibt bas Theater geschlossen! — Samstag, 21. Dezember, außer Abonnement, von 15.30 bis 18.30 Uhr, das Weihnachtsmärchen: „Der kleine Muck" von W. Burggraf. Leitung: Karl Volck. — Sonntag, 22. Dezember, beginnt bas Weihnachtsmärchen um 15 Uhr. Spielleitung: Karl Volck. Außer Abonnement. Von 19 bis 21.15 Uhr zum letzten Mal bas luftige Volksstück: „Holzappel" von H. A. Weber. Spielleitung: ber Jntenbant. tierärzteführer Ministerialdirigent Dr. Weber burch feinen Besuch aus, ber im Anschluß an ben Kursus die Institute und Kliniken der Veterinärmedizinischen Fakultät besichttgte. Zu dem Kursus sowie zur damit verbundenen Tagung des Reichsverbandes der Deutschen Tierärzte, Gau Hessen- Nassau, die von dem Gauobmann Dr. Wirth geleitet wurde, waren außer den Dozenten der Fakultät auch der Gauobmann für Kurhessen Dr. 23 e i e r und die Regierungsvertreter Dberoeterinarrat Dr. Küthe (Darmstadt) und Oberregierungsrat Dr. Schipp (Wiesbaden) erschienen. 3u der Sondergerichtsverhandlung gegen Franz Möbs. Die Iustizpressestelle Darmstadt er- sucht uns um die Veröffentlichung folgender Zeilen: „Zu dieser Verhandlung und dem ergangenen Sonoergerichtsurteil hat die Zeitschrift der SS. „Das Schwarze Korps" in seiner Ausgabe vom 5. b. M. Stellung genommen. Es wirb in Beziehung auf bie Begründung bes Urteils u. a. ausgeführt: „Das Gericht befaßte sich mit dem Franz Mobs aus Gießen, ber wegen schwerer Belei- btgung bes Führers zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt würbe. Straf» mildernb kam in Betracht, baß sich der Angeklagte bisher nicht staatsfeindlich betätigte, im Gegenteil sich für den heutigen Staat einsetzte unb bas Motiv der Tat unbekannt ist. Die wackeren Gießener werden diesen Schieds- vruch mit Genugtuung gelesen haben. Wenn ie auch nicht recht verstehen wollen, wieso )er Mobs, ber den Führer schwer beleidigte, Erblühet gar herrlich ein himmlischer Baum: «Professor Dr. Bolz: „Narkose bei Haustieren"^ Es zieren ihn Aepfel mit goldenem Saum!" Professor Dr. Zwick: „Infektiöse Anämie des Dornotizen Pferdes", Professor Dr. Standfuß: „Bedeutung SiÄ”S.»"?iJÄ NSDAP., Kreis Gießen: 20.15 Uhr große Kund-1 Pathologischen Anatomie der weiblichen Gefchlechts- gebung in der Volkshalle, es spricht Gauleiter organe des Rindes". Sprenger — NS.-G. „Kraft durch Freude":! Den zweiten Teil des Kursus zeichnete der Reichs- W> lenk Kommunalpolitische Tagung in Alsfeld Der Stickstoff-DOnger MM Tl LtnL i »I Beim Einkauf Ihrer BlcnlOhrQDISirDIllKn Weihnachtsbücher ]m Gebrauch gegen ZUCKERKRANKH.,GICHT, BLASEN-U. NIERENLEIDEN, NERV.MAGENLEIDEN. laben Sie offene Füße? Vornehm I Geschmackvoll/ Persönlich/ Dteae drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billiget die Brühl’sche Druckerei 22S1 190 Pf„ Gänse 1 bis 1,20 Mk., Enten 1 bis 1,10 , Mk., Tauben, das Stück 60 bis 70 Pf., Blumenkohl : 10 bis 50, Endivien 5 bis 12, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf., ■<" Rein natürlich Preiswert ** Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) hielt im „Pfälzer Hof" seine | letzte Monatsoersammlung in diesem Jahre ab. Der | Dereinsführer H. Kostorz gab nach Erledigung , flrbßits vesctiaffunyr L Lose- 'em bet )e, tam zu der diesmal hoffen ^MNgS« i In bet unb bie t utnbit begrüßt- )rer bet er DAA ichert, t, ferner 'heit von Prägen Inb bann Landesverbandsführer sprechen wird. Dann gab der Vereinsführer eine gedrängte Uebersicht über die durch den Weltkrieg ausgelösten weltpolitischen Probleme. Die Idee oes Führers hat neue Erkenntnisse für die ganze Welt wachgerufen. Die Ostdeutschen werden keinen Augenblick zögern, pflichtbewußt am Aufbauwerk des Volkes rnitzu- arbeiten, dessen Wohl in keinen anderen Händen besser geborgen sein könnte als in denen des Führers. Nfmnen 1 der Kalk Wn ihr- tensichbi- inzerinnen, n ernteten. dCchalih on Smith, e. Anschlie» - es waren aus —in 'er auf der eb „hoch r Nikolaus Als erstes i Kakao ge» : mit seiner kreisjugenb' einen guten lerhäuschen, einrichs 'wunberung um Schluß hekgetragen । gu ner« Darmstadt in Wetzlar eingefunden hatten. Der festlich geschmückte Eisenbahnzug passierte, nachdem unterwegs die in polizeilicher Hinsicht gemachten wenigen Ausstellungen an Ort und Stelle geprüft waren, zuerst den neuen Bahnhof Kinzenbach — den einzigen der Strecke — und machte in dem neugebauten Bahnhofsgebäude zu Lollar einen längeren Halt, wo sämtliche Beteiligte „von dem geschmackvollen inneren Ausbau des neuen Bahnhofsgebäudes angenehm überrascht waren." Nach der Rückkehr nach Wetzlar vereinigte sämtliche Teil- nehmer ein gemeinschaftliches Mittagessen im „Herzoglichen Hause". Diese sog. Kanonenbahn B e r l i n—K inzenba ch—M e tz wurde am 15. Oktober 1878 dem Verkehr übergeben. Täglich verkehrten in jeder Richtung nur zwei Züge, heute sind es an Werktagen sechs, an Sonntagen nur drei. Die Länge dieser Zweigbahn Lollar—Wetzlar beträgt 18 Kilometer. Für den direkten Verkehr nach Berlin mußte Wetzlar noch bis zum Jahre 1880 einen Bedarf an Fahrkarten in Gießen lösen. Nun ruhte der Bahnbau im Kreise Gießen fast 20 Jahre. 1896 wurde die eingleisige Nebenbahn L o l l a r—G rünberg in Angriff genommen. Die Strecke G r ü n b e r g—L o n d o r f erbaute die Großherzoglich Oberhessische Eisenbahn-Direktion Gießen und eröffnete sie am 1. August 1896; die Strecke ßonbor f—L ollar erbaute die Königliche Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. und eröffnete sie am l.Juni 1902 Ihre Länge beträgt 26,75 Kilometer und ihre größte Neigung 1:70. Zum Bau der Biebertalbahn, des „Bieberlieschens", erhielt die „Allgemeine Deutsche Kleinbahn-Aktien-Gesellschast in Berlin" auf 90 ZIEHUNG: 21. u. 2 2. DEZEAABE R M.1 6 0 0 0 00 Gewinne, Jbse xll 'RlL.l-Doppeltos-xju.'RLb.'lr übeccdL *xjib haben/. Das Eisenbahnnetz im Kreise Gießen Zur Hundertjahrfeier der deutschen Eisenbahn. und Jugendschriften denken Sie an Buchhandlung Keißner letzt Mhusburg 19 Telefon 3312. ocmi terstunden Päckereien ohne besondere Einlieferungs« gebühr an, auch die Annahmeschalter werden dem Bedürfnis entsprechend vermehrt. Die Sendungen sollen aber nicht nur recht« zeitig zur Weihnachtsfeier eintreffen, sie sollen auch unversehrt und richtig in die Hände des Empfängers gelangen, um die Festfreude nicht zu beeinträchtigen. Dazu ist natürlich gute Verpackung und Verschnürung nötig; nicht mehr widerstandsfähige Pappschachteln oder gar nur schwache Papierumhüllungen sind zwar immer, erst recht aber im Weihnachtsverkehr eine völlig ungeeignete Verpackung. In den Bahnpost- und Kraftwagen müssen die Sendungen übereinander- Mercedes Mk. 186.- schonf.montl. M.8.30 FranzVoßlACo., Gießen Seltersweg 44 lfl1 a Bericht jtyhcn %im Q8e tnh 'fontii -chmerzen? Jucken? stechen? trennen? Dann gebrauchen Sre ,ie seit Jahrzehnten vorzüglich be- wahrte schmerzstillende Heilsaloe ,6entarin“. Ä&Ä räMr. ilmufit der inehrstiimi- iberorchchr len Musizie- stik hinaus. Chorwejea wfittammer, , ben Reichs« ch die Volks« kaienorchester ksangvereinr n vielen Fal« mfsorchestern n sein, wenn mit Orchester ’täHfliinflJw eit geheM .mehr in den Tätigkeit der 7 SBerfüflimfl f »I*1 >neN'flunfl' erteilt/2 melle besteht ielle in dm ßerdew darf ten der Be- - diese Vor« n Für die ch°stD°l^ ibe DeM. yveremr w* at bei ben Zns * deren LaM horrorrken " der .n« b bi» ]Xt h,ren Dr* D^totfeL -dlr-L iwr Gießen hat es verstanden, im Laufe des ersten Jahrhunderts deutscher Eisenbahnen ein weitverzweigtes Netz von Bahnen durch seinen Kreis zu ziehen. Schon 1850 war es mit Kassel, 1852 auch mit Frankfurt verbunden. Durch die Eröffnung der Köln-Gießener Bahn im Jahre 1862 und der Lcchn- bahn im Jahre 1863 war Gießen schon ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt geworden. Zum Bau der Main-Weser-Bahn, die den Main mit der Weser, Frankfurt mit Kassel, verbinden sollte, wurde schon am 6. Februar 1845 ein Staatsvertrag abgeschlossen, demzufolge das Kurfürstentum Hessen, das Großherzogtum Hessen und die Freie Stadt Frankfurt die Bahn zu erbauen hatten. In vier Jahren war das große Werk vollbracht. Das Jahr 1849 sah die erste Strecke, K a s - j e l—W abern , in einer Länge von 33,9 Kilometer in der Vollendung, 1850 erfolgte der Anschluß bis Gießen, im gleichen Jahre auch der Ausbau der südlichen Strecke Frankfurt— Butzbach. Die Verbindung zwischen Gießen und „ Butzbach machte langsame Fortschritte; 1851 wurde "B utzba ch—L a n g - G ö n s und erst 1852 das letzte Stück bis Gießen dem öffentlichen Verkehr übergeben. Wie staunten die zahllosen Menschen, die z. T. von weither zur Weihe gekommen waren, als die ersten Dampfungetüme auf der 198 Kilometer langen Main - Weser - Bahn vorübersausten. Ein Wunder menschlicher Erfindungskunst fuhr durch das Land! Doch manche falteten die Hände zum stillen Gebet, da sie in dem dampfenden Eisenbahnzug Zauber- und Teufelswerk erblickten. Nun kamen die alten Postkutschen in Wegfall, die vielen Post- pferde konnten versteigert werden. 1866 ging der kurhessische und der Frankfurter Anteil, 1880 auch derjenige von dem Großherzogtum Hessen auf Preußen über. Die wichtigsten Stationen der Main- Weser - Bahn sind Frankfurt, Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach, Gießen, Marburg und Kassel. In der Zo-.t der Erbauung der Main-Weser-Bahn lauchten auch schon Pläne zum Bau der Bahnen Gieße n—K oblenz und Gieße n—D illen - bürg— Siegen aus. Zum Bau einer Lahnbahn ' hatte sich 1850 ein Central-Eomitä mit dem Sitz in Limburg gebildet. In demselben Jahre wurden auch schon Vermessungen und Nivellierungen zwecks Baues der Lahnbahn vorgenommen. 1853 begannen die Vorarbeiten und Veranschlagungen der 'ir)iN-Lahn-Bahn, die die Köln-Mindener-Eisenbahn- Gesellschaft übernommen hatte. Im August 1856 fand eine Lokal-Revision der Projekte der Deutz- Gießener-Eisenbahn statt. Doch Anfang 1858 brach infolge allerlei Schwierigkeiten die Köln-Mindener ' Gesellschaft die Projektierungsarbeiten der Dillbahn ab. Am 19. März 1858 fragte die Stadtverwaltung Gießen bei der Nachbarstadt Wetzlar an, was an diesen Gerüchten Wahres sei und was die Stadt tun wolle, da das Königlich Preußische Gouvernement, müde der Schwierigkeiten, die Fortsetzung des Bahnbaues durch das Dilltal und die Verhandlungen mit dem Herzoglich Nassauische Gouvernement abgebrochen habe. Es wurde damals Ichon der Plan einer Hinterlandbahn von Siegen nach Marburg erwogen, zum großen Schaden" für Wetzlar und Gießen. Beide Städte unternahmen Schritte, um die Fortsetzung der Bahnarbeiten durch das Dilltal zu erreichen. Es geschah 1860. Inzwischen hatten die Projektierungsarbeiten der Lahn bahn, die die Herzoglich Nassauische Regierung baute, auch im Kreise Wetzlar bis nach Gießen hin gute Fortschritte gemacht. Im Februar 1861 sand die landespolizeiliche Lokal-Revision des Lohn-Eisenbahn-Projektes statt. Der Bau und die Eröffnung der Bahn von Köln nach Gießen erfolgte in Teilstrecken: 1859 Deutz—Eitorf, 1860 Eitorf—Wissen, 1861 Wissen—Bürbach und 1862 Bürbach—Gießen. Diese letzte Strecke wurde am 14. Januar 1862 dem Verkehr übergeben. Die ganze Strecke der Köln-Gießener-Eisenbahn hatte eine Länge von 165,99 Kilometer. Jenseits Dillenburg umfährt sie in mächtigem Bogen den Hickengrund. Bei Würgendorf überschreitet sie in einer Höhe von 416,07 Meter die Wasserscheide zwischen Lahn und Sieg. Ihre Höhenlage beträgt in Gießen 165,84, bei Würgendorf 416,07 und bei Köln nur noch 45,11 Meter. Ihre größte Neigung beträgt 1:80. Gebaut durch eine Eisenbahn-Gesellschaft, ging sie 1880 in Verwaltung und Betrieb der Preußischen Staatseisenbahnen über. Auch Der Bau und die Eröffnung der L a h n« bahn erfolgte in Teilstrecken: Am 14. Oktober 1862 erhielt die Strecke Limburg—Weilburg, am 10. Januar 1863 das Reststück bis Gießen die Weihe. Ihre Höhe fällt von Gießen mit 165,07 Meter auf 72,32 Meter bei Niederlahnstein. Ihre größte Neigung macht 1:250 aus. Infolge Einverleibung des Herzogtums Nassau in Preußen ging die Lahnbahn 1866 in den Besitz der Preußischen Staatsbahnen über. In ihrer ganzen Länge von 116 Kilometer fährt sie durch das herrliche Tal der Lahn, die sie auf 20 Brücken überschreitet; zwischendurch verkriecht sie sich 18 mal im dunklen Schoß der Erde in Tunnels. Anfänglich fuhren nach und von Limburg täglich nur vier Züge, zwei vormittags, zwei nachmittags. Allenthalben wurden die zahlreichen Postpferde verkauft, in Wetzlar allein 38 Stück. Es war weiter eine „Lenne-Lahnbahn" projektiert,die vonAltena überAltenhunden—Laasphe und Biedenkopf gehen sollte. Um ihren Endpunkt an der Lahn bemühten sich Marburg, Gießen und Wetzlar. Der Handelsverein Gießen wandte sich 1871 an das deutsche Reichskanzleramt mit der Bitte, diese Bahn über Rodheim in Gießen ausmünden zu lassen, damit die westfälischen Kohlen von hier mit der Main-Weser-Bahn weiter nach dem Süden transportiert werden könnten. Das Biebertal besäße solche Schätze von hochprozentigen Eisenerzen, die mittels Fuhrwerks wegbefördert werden müßten, „daß es in ganz Hessen, ja vielleicht in ganz Deutschland keine zweite Straße gäbe, die durch Transporte so belastet wäre, wie die Straße Gießen—Rodheim." Im Biebertal ergaben, wie Bergmeister Riemann (Wetzlar) in einem Gutachten hervorhob, sechs Eisensteingruben im Jahre 1869 639 426 Zentner Erze. Bei einer Bahnverbindung Biedenkopf—Laasphe zu den an der oberen Lahn gelegenen Hüttenwerken könnten noch weitere zehn Gruben in Betrieb genommen werden. In dieser Bahnfrage trug indessen Marburg den Sieg davon. Das Jahr 1869 brachte dem Kreise Gießen zwei Bahnen: Am Westrand des Vogelsberges enlang läuft die eingleisige Hessische Staatsbahn von der Lahn bis an die Kinzig. Das erste Stück Gie - ß e n—H ungen wurde 1869, das übrige Stück Hunge n—G e I n h a u f e n 1870 in Betrieb genommen. Sie hat eine Länge von 69,73 Kilometer, ihre größte Neigung macht'1:80 aus. Die wichtigsten Stationen sind: Gießen, Lich, Hungen, Nidda und Büdingen. Die ,.Oberhessische Eisenbahn-Gesellschaft in Gießen", di- 1864 konzessioniert war, erbaute die eingleisige Bahn von Gießen bis Fulda, von der Lahn bis an die Fulda. 1869 konnte die Strecke Gieße n—G rünberg, zwei Jahre später die Strecke bis Fulda den Personen- und Güterverkehr aufnehmen. Ihre Länge beträgt 105,91 Kilometer. 1875 erwarb sie der Hessische Staat. Nach dem glorreichen Ausgang des Krieges gegen Frankreich tauchte der Plan einer strategischen Bahn Serif n—M e tz auf, die über Lollar projektiert war. Im Sommer 1874 begannen die Ans- führungsarbeiten von Lollar nach Wetzlar. Am 10. Juli 1878 erfolgte die landespolizeiliche Abnahme dieser Linie, wozu sich Vertreter der Königlichen Regierung zu Koblenz, der Königlichen Eisenbahn-Direktion zu Frankfurt und Kassel, sowie des Großherzoglich Hessischen Finanzministeriums zu MW gestapelt, an Unterwegsorten oft in verkürzter Haltezeit ein», aus- oder umgeladen werden, sie müssen also einem gewissen Druck gewachsen sein. Die Aufschrift muh recht haltbar angebracht werden, die Anschrift des Empfängers vollständig und deutlich fein, auch die Anschrift des Absenders darf auf keiner Sendung fehlen. Obenauf in jede Sendung ist außerdem ein Doppel der Aufschrift xu. legen, damit die Sendung auch dann ihr Ziel erreicht, wenn die äußere Aufschrift verlorengehen sollte. Wenn die Postkunden in dieser Weise verständnisvoll Mitarbeiten, wird sich der Weihnachtsverkehr zu ihrer Zufriedenheit und zur Genugtuung der Postbeamtenschaft glatt und reibungslos abwickeln. Jahre die Konzession für Personen- und Güterver-1 ------ Das Weihnachtspaket wie Beiträgen der Bücher, Wcrren- eingangsbücher, Revisionen, Em- ricktung u.überwachung vonBuch- süyrungen,Aufstellung v.Bilanzen und Anfertigung von Steuererklärungen werden sorgfältig und gewissenhaft ausgefübrt. Schr. Ang. urrr.05102 a.d. Gieb»Ans. erbeten. ÄxL | 50, V nC f)13 55, chühl^ geschäftlicher Fragen eine Uebersicht über die in 'wiefern Jahre geleistete Arbeit, die erfolgreich verlaufen ist. Nach der organisatorischen Aufbauarbeit soll im folgenden Jahre die propagandistische Werbung für die Ostprovinzen durch geeignete Dorträge in größerem Rahmen erfolgen. Als größere Veranstaltung zu Beginn des kommenden Jahres ist )ie feierliche Überreichung der Ehrenzeichen für \e Abstimmungsteilnehmer vorgesehen, bei der der Das Urteil in dem Oevisenprozeß Heymann. LPD. Mainz, 12. Dez. In dem Devisen- strafverfahren gegen die Inhaber der betrügerischen jüdischen Weinfirma Heymann, Mainz, verurteilte die Große Strafkammer den 59jährigen Karl Heymann und den 58jährigen Heinrich Heymann wegen fahrlässigen Devisenvergehens in zwei Fällen zu je 5 0 0 Mark Geldstrafe bzw. zehn Tagen Gefängnis. Im übrigen wurden sie freigesprochen. Julius Heymann wurde auf freien Fuß gefetzt, Karl und Heinrich Heymann bleiben wegen Deraehen gegen das W e i n g e f e tz noch in Haft. Karl und Heinrich Heymann haben einem Inländer zugunsten eines Ausländers Zahlungsmittel ausgehändigt. Weihnachten steht vor der Tür und wieder gilt es, Weihnachtspakete zu verschicken; wird es doch nur wenige Haushalte geben, in denen alle Angehörigen die Zeichen der Liebe und des Gedenkens persönlich überbringen können. Wohl in jeder Familie werden ferne Verwandte, Freunde und Bekannte mit einer Weihnachtsgabe bedacht und hoffentlich wird auch fo manchem arbeitslosen oder bedürftigen Volksgenossen eine Weihnachtsfreude bereitet werden. Selbstverständlich sollen die Geschenke den Weihnachtstisch schmücken; sie müssen also rechtzeitig dem Empfänger zugehen. Hierfür hat die Deutsche Reichspost wieder in weitestem Umfange Vorsorge getroffen; ihre Verkehrsmittel und ihr Personal sind jedem Paketansturm gewachsen. Außergewöhnliche Postverbindungen auf der Bahn und auf Landwegen sind eingerichtet und die Wagen und Zustellkräfte vermehrt worden. Bei aller Vorfreude sollten die Absender von Paketen, Postgütern und Päckchen aber auch bedenken, daß Witterungsverhältnisse (plötzliche Schneefälle, Eisbildung usw.) den Verkehr namentlich auf der Landstraße erheblich behindern und daß gerade vor dem Fest leicht Verspätungen auftreten können. Darum sollte man feine Weihnachtspäckereien nicht erst in allerletzter Stunde einliefern. Die Postanstalten nehmen schon, um die Einlieferung zu erleichtern, während des Weihnachtsverkehrs nach Möglichkeit auch außerhalb der Schal-1 waltungsinspektor Dippel! (Alsfeld) über die Rechnungslegung der Gemeinden nach der Deutschen Gemeindeordnung. Der Vortragende erläuterte die einschlägigen Bestimmungen der Gemeindeordnung unter besonderer Hervorhebung der Abweichungen gegenüber dem seitherigen Recht. Als besonders bemerkenswert wurde erwähnt, daß die Rechnung nach dem 1. April 1935 von dem Bürgermeister zu legen und die Entlastung von der Aufsichtsbehörde auszusprechen ist. In seinen weiteren Ausführungen über das eigentliche Rechnungswesen erörterte der Redner in eingehender Weise die gesamte Handhabung des Rechnungsverfahrens und des Kastenwesens der Gemeinden auf Grund der Urkunden und Belege. Alsdann sprach Kontrollbeamter Funk (Alsfeld) von der Landesversicherungsanstalt Hessen über die wichtigsten Bestimmungen der Invalidenversicherung. Der Redner betonte die engen Beziehungen zwischen der Gemeindeverwaltung und der Invalidenversicherung. Er wies dabei auf die Wichtigkeit der Aufklärungsarbeit der Bürgermeister hin, besonders bei dem Umtausch der Öuittungskarten und bei der Stellung der Rentenanträge. Die Bürgermeister könnten durch geeignete 'Ueberwachung in vielen Fällen verhüten, daß erworbene Anwartschaften zum Schaden der Versicherten und der Gemeinde verlorengingen. Redner behandelte sodann die hauptsächlich für den Erwerb und den Verlust der Anwartschaft von Rentenansprüchen zu beachtenden Vorschriften. Die an den Vortrag sich anschließende rege Aussprache bewies das starke Interesse für diesen Verhandlungsgegenstand. Unter Mitteilungen gaben Kreisobmann Dr. Dölsing und die Sachbearbeiter des Kreisamts verschiedene Verfügungen und Anweisungen der Landesregierung aus den einzelnen Zweigen des Verwaltungswesens bekannt. Der Kreisobmann schloß die mehrstündige, von regem Interesse begleitete Arbeitstagung, mit dem Treugelöbnis für den Führer. kehr, von Preußen am 2. Juni 1897 und von Hessen am 15. Dezember 1897. Ihre Eröffnung erfolgte am 19. August 1898. Durch ihre Verbindung mit dem erzgesegneten Biebertal erhielt Gießen nur eine winzige Teilerfüllung der großen Wünsche hinsichtlich der obenerwähnten Lenne-Lahnbahn. Diese dampfbetriebene Kleinbahn mit einer Spurweite von einem Meter folgt dem Tal des Bieberbaches und liegt mit wenigen Ausnahmen bis zum Ende auf der Rodheimer Landstraße. Sie steigt nur 40 Meter an (Bieber 197,81 Meter). Ganz auf hessischem Gebiet liegt die ehemalige Hessische Staatsbahn H u n g e n—M ücke , eine eingleisige Nebenbahn von 24,84 Kilometer Länge. Die Hessische Bauabteilung Nidda erbaute die Strecke Hunge n—L aubach und eröffnete sie am 1. Juni 1890. Die Königliche Eisenbahn-Direktion Frankfurt erbaute die Linie ß a u b a ch—M ücke, die am 1. April 1899 ben Verkehr aufnehmen konnte. Ihre höchste Steigung erreicht sie bei Freienseen mit 277,90 Meter. Die Butzbach-Licher-Eisenba h n-Aktien« Gesellschaft in Berlin, die für jede von ihr in Oberhessen zu erbauende Bahn die Konzession auf 50 Jahre erhielt, erbaute im Jahre 1904 die eingleisige Bahn B u h b a ch—L i ch , 19,20 Kilometer lang, 1907 die Linie L i ch—G rünberg mit 18,98 Kilometer Länge, 1908 die Linien Griedel—Bad- Nauheim und Butzbach—Oberkleen. Noch heute ist die Gesellschaft im Besitz dieser Bahnen. Bei diesem schon vor beinahe 30 Jahren abgeschlossenen Eisenbahnnetz wird es angesichts des jetzigen Baues der Reichsautobahnen bis in weite Zukunft hin wohl sein Bewenden haben. »iS dq 'M, dL >(°6, 6as : »erben =l‘ Erhältlich: Fachhandel - Gaswerk Gießen 7110 a } Alsfeld, 13. Dez. Am gestrigen Donnerstag hielt die Kreisabteilung Alsfeld im Deutschen Gemeindetag unter dem Vorsitz des Kreisobmanns, Bürgermeister Dr. 23 ö (fing, ihre letzte diesjährige Arbeitstagung ab, bei der fast alle Bürgermeister des Kreises Alsfeld anwesend waren. Als erster Referent der Tagung sprach Bürgermeister Dr. Hamm (Gießen) über Zweck und Organisation des Landesverkehrsverbandes Rheln-Naln. Der Redner betonte, es sei notwendig, daß sich auch die kleinste Gemeinde an den Bestrebungen zur Hebung des Fremdenverkehrs beteilige, da die Gemeinden eine unlösbare Schicksalsgemeinschaft bilden. Die Hebung des Fremdenverkehrs könne nur in langsamer, steter Arbeit erfolgen. Vor übereilten Werbungsmaßnahmen sei zu warnen. Es sei dabei falsch, einfache, gute, ländliche Gaststätten modernisieren zu wollen. Neben der wirtschaftlichen Seite des Fremdenverkehrs, der erhebliche Summen in die Wirtschaft bringe, habe dieser auch eine ideelle Seite, indem sich die einzelnen deutschen Volks- stämme dadurch näher kennenlernen. Der Redner erläuterte sodann die Organisation des Landes- Verkehrsverbandes Rhein-Main, der in beftimmte Gebiete eingeteilt ist, an deren Spitze je ein Gebietsreferent stehe. Das Gebiet Oberhessen umfasse die sechs Kreise der Provinz Oberhessen und den Kreis Wetzlar. Die örtliche Propaganda fei Sache des Verkehrsoereins. Dem Landesoerkehrsverband liege die Hebung des Fremdenverkehrs im Vogelsberg ganz besonders am Herzen. Als besondere Aufgaben der örtlichen Verkehrswerbung bezeichnete Dr. Hamm den technischen Verkehr, die Schönheit des Ortes und die Leistungen des Gastwirtegewerbes. Der Redner bat um Unterstützung der Bestrebungen des Landesverkehrsverbandes durch die Bürgermeister und regte den Beitritt der Gemeinden zu dem Verbände an. Von Interesse war dabei die Mitteilung, daß der Landesverkehrsverband seine Arbeit im engen Zusammenschluß mit der Landesbauernschaft leistet. Als nächster Referent der Tagung sprach 23er- Am 14., 15. und 16. Dezember sammeln die carifatioen verbände (Caritas, Innere lUiffion, Rotes kreuz) für das WhW. Opfert alle für die kranken und Altersschwachen! Küchenwaagen Tafelwaagen Dezimalwaagen Gewichte aller Art Waagen-Schmidt Löberstraße 19 6886 d Vermählungs-Anzeigen tieieii Bctthi'sche Dteckerefc Schwefelsaures Ammoniak im fflonatuezbr. KM. 7.70 ie Zentner Im ganzen Hause KÖHLER froher Weihnachtsgeist! 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Im Mittelpunkt der Feier stand eine Rede des Gauleiters und Reichsstatthalters Eprenger, in der er unterstrich, daß es die Absicht dieser Ausstellung und ihres Leiters, des Architekten E. zß. Müller, sei, die deutsche Arbeit wieder.auf eine schöpferische Grundlage zu stellen. Im Zeitalter der Maschine sei die Arbeit mechanisiert und der künstlerischen Gestaltung entrückt worden. So seien z. B. heute viele Handwerker nicht mehr in der Lage, nach Anregung eines Kunden einen eigenen Entwurf über ein Gerät herzustellen. Dieser Verflachung und Entfettung der Arbeit gelle es entgegenzutrelen und überkommene Anhöhe gediegener Wertarbeit in den Handwerkerfamilien aufzugreifen und weiterzuführen. Die Besteller sollten ihre Wünsche äußern, damit die kunstvolle Handwerksarbeit wieder zu ihrem ursprünglichen Sinn geführt werde. Auch die Vielgestaltigkeit der deutschen Volkskunst je nach der Landschaft müsse beibehalten werden. Folge man dieser Richtlinie, so werde es auch wieder zur Belebung des Arbeitsgedankens kommen. Der Arbeitsdienst habe diesen Gedanken bereits bei der Erstellung seiner neuen Halle im Arbeitsdienstlager Eschollbrücken in die Tat umgesetzt. Er werde die Mechanisierung der künstlerischen Handarbeit bekämpfen. Im neuen Jahre werde er auch die Frage bereinigen, daß im Gau nebeneinander drei Einrichtungen sich der gleichen Aufgabe widmen, das Institut für Volkskunde und Arbeitsbildung, der Reichsbund für Volkstum und Heimat und eine Abteilung des Reichsnährstandes. In Zukunft werde derjenige verantwortlicher Träger dieser Absichten sein, der sich in dieser Arbeit bewährt habe. Gauleiter Sprenger schloß mit einem Hinweis auf das Lied der Jugend: Erde, Glaube und Wille schaffen das Neue, womit er die Ausstellung für eröffnet erklärte. Anschließend sprach der Ausstellungsleiter Architekt E. W. Müller, der dann die Gäste durch die einzelnen Abteilungen der Ausstellung geleitete. Oberheffen. Heil Hitler! Auch in Kamerun! = Bad - Nauheim, 14. Dez. Eine rege Tätigkeit entfaltet zur Zeit die hiesige Abteilung der Deutschen Kolonialgesellschaft. Der Plan der Errichtung einer Kolonial-Ehren- burg am Johannisberg hat das koloniale Interesse in weiten Kreisen der Bevölkerung neu belebt Das zeigte sich auch in dem guten Besuch der gestrigen Mitgliederversammlung, in dessen Mittelpunkt ein Lichtbilderoortrag von Universitätsprofessor i. R. Dr. K r a e m e r über Reiseerlebnisse in Kamerun stand. Prof. Kraemer war vor Jahresfrist einer Einladung ehemaliger Schüler von der Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim gefolgt, die jetzt im englischen Mandatsgebiet von Kamerun als deutsche Kolonialpioniere tätig sind. In einer im Druck erschienenen sehr fesselnden Plauderei „Heil Hitler! Auch in Kamerun!", die die Reiseeindrücke in ausgezeichneter Schilderung widergibt, weiß Prof Kraemer viel Neues und Wissenswertes über unsere Kolonie Kamerun zu erzählen. Er hat daselbst unsere Kolonialdeutschen, bei denen er überaus herzliche Aufnahme gefunden, kennengelernt als Männer und Frauen, die trotz der feindlichen Presse treu zur mächtigen Bewegung im Reich Adolf Hitlers stehen. Professor Kraemer schreibt: „So haben sich in Kamerun auch schon die Deutschen zur Partei zusammengefunden, die trotz der erschwerenden Entfernungen sich öfters einmal zu einem vaterländischen Abend vereinen. Das wirkt hier, in dieser Umwelt, ergreifend. Heil Hitler! Und so freut es einen um so mehr, wenn man das glücklichere Gesicht des heutigen Deutschland in diesem dunklen Erdteil schildern und preisen darf. Das war ja auch mit der Sinn und Zweck meiner Reife." Auch in feinem Vortrag zeigte sich Professor Kraemer als ein Meister der Schilderung von Land und Leuten in Kamerun. Ob er von der gastlichen Ausnabme bei den deutschen Farmern, von der wirtschaftlichen Bedeutung der Kolonie, von tier- züchterischen Beobachtungen oder von seinen Autofahrten durch die herrliche Landschaft erzählte, immer fand er mit feinen humorgewürzten Ausführungen den lebhaften Beifall der dankbaren Zuhörer. Herrliche Aufnahmen aus dem Natur- und Wirtschaftsleben Kameruns, die im Lichtbild gezeigt wurden, ergänzten noch die lebendige Schilderung. Dr. med. Hahndorff, der Vorsitzende der hiesigen Abteilung der Kolonialgesellschaft, sprach in seinen Dankesworten den Wunsch aus, daß Prof. Kraemer seinen hochinteressanten Vortrag noch an recht vielen Orten halten möge. Mit dem Wunsche, daß unserem Führer die Rückgabe unserer Kolonien an uns gelingen möge und mit einem Treuebekenntnis zum Führer klang der Abend aus. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 14. Dez. Das Stad11hea - ter Gießen wird, wie alljährlich, auch diesmal am Neujahrstage in der hiesigen Turnhalle ein Gastspiel geben. Zur Aufführung ist die bekannte komische Oper von Albert Lortzing „Der Waffenschmied" vorgesehen. Die Spielleitung liegt in Händen von Heinz Weiser, die musikalische Leitung hat Kapellmeister Paul Walther. Das Werk wird in der Originalbesetzung und mit gleichen Bühnenbildern, wie im Stadttheater, zur Aufführung gelangen. $ Alten-Buseck, 13. Dez. Die Viehzählung hatte hier folgendes Ergebnis: 352 Milchkühe, 228 Jungvieh, 46 Pferde, 531 Schweine, 175 Ziegen, 2373 Hühner, 40 Gänse und 25 Bienenvölker. * Annerod, 13. Dez. Dieser Tage zog sich eine hiesige ältere Frau beim Reisigbrechen an einem Unterarm eine kleine Verletzung zu. Nach einigen Tagen trat Wundrose auf, so daß die Frau nach Gießen zur Krankenhaus-Behandlung gebracht werden mußte. Der ärztlichen Behandlung und der Pflege gelang es, die Frau am Leben zu erhalten. Der Fall zeigt aber erneut, daß man selbst kleinen und unscheinbaren Wunden Aufmerksamkeit entgegenbringen muß. △ Annerod, 13. Dez. Gestern abend fand im Lokal des Gastwirtes K. W a 11 b o 11 die A d - ventsfeier der NS. - Frauenschaft statt. Hierzu waren die Mitglieder der Evangelischen Frauenhilfe eingeladen. Die Tische waren weißgedeckt, mit Lichtern, Adventskränzen und Tannengrün hübsch geschmückt Die Mitglieder und Gäste waren zahlreich erschienen, die Kreisfrauenschaftsleiterin, Frau W r e d e (Gießen) sowie der Stützpunktleiter und der Ortspfarrer nahmen an der Feier teil. Die Frauenschaftsleiterin Frau R o h w e d e r begrüßte mit herzlichen Worten und wünschte einen guten Verlauf des Abends. Nach gemeinsamem Gesang des Weihnachtsliedes „Stille Nacht" hielt die Kreisfrauenschaftsleiterin eine Ansprache. Dabei betonte sie die Pflichten |eber guten Nationalsozialistin und gab ihrer Freude über die gemeinsame Feier der NS.-Frauenschaft und der Evangelischen Frauenhilfe Ausdruck. Ebenso gemeinsam solle auch die Arbeitsleistung auf den Gebieten der Weltanschauung, der Mütterschulung, der Kindererziehung, Volks- und Hausgemeinschaft und der Leibesübung fein. Anschließend wurden die Pflichtsätze der NS.-Frauenschaft verlesen, sowie fünf neue Mitglieder verpflichtet. Danach traten nacheinander vier junge Mädchen auf, die brennende Kerzen trugen, Gedichte herfagten und die vier Adventssonntage barfteUten. Es würben bann abwechselnb Weihnachtslieber, Volkslieber unb Gebuchte vorgetragen. Sobann würbe bem reichlich gestifteten guten Kuchen unb Kaffee fröhlich zugesprochen. Der Stützpunktleiter wies in einer kurzen Ansprache barauf hin, baß bie Frauen für bie Festbäckerei sparsam im Butterverbrauch sein sollten, um ben arbeitenben Volksgenossen auch hier zu Helsen. Zum Schluß sprach ber Ortspfarrer seine Auch die caritatibcn Verbände kämpfen mit uns gegen Hunger und Kälte! Darum helft ihnen helfen! Kreisführung Gietzen des Winterhilfswerks Freube unb Dank aus für bie Einlabung. Er betonte, baß NS.-Frauenschaft unb Evangelische Frauenhilfe gerne Hanb in Hand arbeiten wollten unb jeber Nationalsozialist nach bem Wunsche bes Führers unb bes Reichsministers Kerr 1 auch ein aufrichtiger Christ fein soll, wie es in einem Vortrag zum Ausbruck gekommen ist: „Mein Leben für Hitler, meine Seele für Gott!" Mit breifachem „Sieg-Heil" auf unseren Führer unb bem Deutsch- lanb-Lieb schloß bie schöne, wohlgelungene Feier, bei ber auch alle Kranken unb Alten bes Ortes be- bacht würben unb sogar noch reichlich für bie Kin- ber übrig blieb. * Burkharbsfelden, 13. Dez. In. Zukunft wirb unsere Gemeinbe Aufträge nur noch an biejenigen Betriebe vergeben, beren Betriebsführer unb Gefolgschaft geschlossen in ber Deutschen Arbeitsfront stehen. wg. Großen-Buseck, 13. Dez. Im Rahmen bes Dolksbilbungswerkes ber N S G. „Kraft durch Freube" fanb in ber Gastwirtschaft „Zum kühlen Grunb" eine Veranstaltung statt, bie viel Wissenswertes vermittelte. Einleitend zeigte Lehrer Jung einen Film unter dem Titel „Das Sensenschmieden". Drtsroart der NSG. „Kraft durch Freude", Böhme, der die Veranstaltung leitete, gab sodann dem Redner des Abends, dem Leiter der Hessischen Hauptstelle für Pfanzenschutz in Gießen, Dr. Tempel, das Wort. Der Vortragende beschäftigte sich an Hand zahlreicher Lichtbilder mit der Bekämpfung bes Kartoffelkrebses unb bes Kartoffelkäfers. Er empfahl befonbers die Züchtung unb Anpflanzung krebsfester Sorten Im weiteren Verlauf bes Abenbs sprach Diplom- Lanbwirt Steven über bie Erzeugungsschlacht. Ortsgruppenleiter unb Bürgermeister Rebholz beschloß bie Versammlung mit breifachem „Sieg- Heil!" auf ben Führer Adolf Hitler! — Die jüngste Eintopfgerichtsammlung erbrachte in unserer Ortsgruppe den beachtlichen Betrag von 125,75 Mark. Auf Großen-Buseck entfielen 85,35 Mark, auf Burkhardsfelden 28,70 Mark und auf Oppenrod 11,70 Mark. § Mainzlar, 13. Dez. Bei dem von der hiesigen Krieger- und Schützenkameradschaft durchgeführten Opferschießen wurden insgesamt etwa 20 Mark aufgebracht und dem Win- terhilfswerk überwiesen. Z M a i n z l a r , 13. Dez. Die hiesige Orts- gruppenroaltung der DAF. hielt im Saale bei Gastwirt Müller eine Versammlung für bie Mitglieber ber DAF. aus ben Orten Daubrin- gen, Staufenberg unb Mainzlar ab. Einleitenb würbe gemeinsam bas Lieb „Volk ans Gewehr!" gesungen. Drtsgruppenroalter Vogel hieß bie Teilnehmer willkommen. Sobann sprach ber Geschäftsführer ber Kreiswaltung Gießen ber DAF., Pg. Jung, über frühere Wirtschaftsepochen, ben Handwerkerstand, bas Jnnungswesen; er stellte bem bas Wesen ber industriellen Betriebe und ihre Arbeitsteilung gegenüber, kennzeichnete den Klassen- kampf der Vergangenheit und den heroischen Kampf unseres Führers Adolf Hitler um die Gleichberechtigung des deutschen Arbeiters im deutschen Volke, beschäftigte sich mit dem Sinn der Betriebsgemeinschaft, mit den Vertrauensräten und mit den großen Zielen der Deutschen Arbeitsfront, zum Schluß forderte er zur restlosen Pflichterfüllung bem Führer unb bem Vaterland gegenüber auf. Ortsgruppen» waltet Vogel schloß bie Versammlung mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer. Gemeinsam wurde bann bas Horst-Wessel-Lieb gesungen. O Staufenberg, 13. Dez. Das Winterhilfe-Schießen ber hiesigen Kriegerkamera b s ch a f t würbe bieser Tage abgeschlossen unb ber aufgebrachte Betrag bem Winterhilfswerk überwiesen. * Grüningen, 13. Dez. Am Mittwochabenb fanb in unserer Kirche ein 23ortragsabenb bes Evangelischen Bunbes statt. Pfarrer G o n t r u m - Watzenborn-Steinberg sprach über bas Thema „Deutschglaube ober Christusglaube?" In parfenben Ausführungen fetzte er sich im einzelnen mit ben Angriffen unb Beweisgrünben ber Gegner auseinanber. Mit bem Lutherlied fand die Kundgebung ihr Ende. Z Lich, 12. Dez. Auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Brauerei Jhring- Melchior in Lieh konnte der Maschinist Paul Säuberlich von hier zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden dem Jubilar von seinen Arbeitskame- raben unb aus allen Kreisen ber Bevölkerung zahlreiche Glückwünsche übermittelt. Kreis Friedberg. -+- Butzbach, 13. Dez. Gestern abenb kurz nach Einbruch ber Dunkelheit ereignete sich auf ber Straße Butzbach—Lich, in ber Nähe ber ©riebeler Wasserhäuser, ein Autounfa11, ber zum Glück glimpflich verlief. Ein Kraftwagenführer wollte einen richtigfahrenben Radfahrer überholen, wobei er plötzlich ein unbeleuchtetes, nicht mit Rückstrahler versehenes Pferdefuhrwerk bemerkte, dem er nicht mehr ausweichen konnte. Um ein größeres Unglück zu verhindern, riß der Wagenführer fein Auto nach ber Seite unb rannte mit voller Wucht gegen einen Baum, woburch bas Auto sehr stark be= schäbig! unb bie beiben Insassen verletzt würben. — Heute wurden durch das hiesige Winterhilfswerk ein Eisenbahnwagen mit Weihnachts- paketen nach Offenbach und Umgegend verladen. Sämtliche umliegenden Dörfer hatten ebenfalls ihre Pakete hierher befördert. Die Zahl der Pakete betrug in Butzbach 280, Gambach 71, Griedel 58, Nie- der-Weifel 58, Rockenberg 52, Münzenberg 46, Kirch- Göns 32, Hoch-Weifel 30, Oppershofen 30, Pohl- Göns 27, Fauerbach 23, Bodenrod, Haufen, Maibach, Trais-Münzenberg je 7 und Münster 6, zusammen 742 Pakete. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 13. Dez. Das sog. „Coal- les'sche" Anwesen am linken Ohmufer im Oberdorf (Besitzer Heinrich Kratz) ist der ä 11 e ft e Fach- roertbau in unserem Dorfe. In den Längsbalken über der Haustüre ist die Inschrift: „M. Anno Domini 1515 L" eingemeißelt, die sicherlich bas Baujahr kennzeichnet. Demnach würbe das Gebäude 420 Jahre alt sein. Was die beiden Buchstaben „M" am Anfang unb „L“ am Schluß bebeuten, läßt sich so leicht nicht feftfteUen. Es kann sein, baß es bie Anfangsbuchstaben bes Erbauers ober bes bamaligen Zimmermanns finb. Ein weiterer Zeuge altertümlicher Bauart sinb bie zum Teil noch vor- hanbenen, in Blei gefaßten sechseckigen Butzenscheiben, bie man heute überhaupt nicht mehr finbet, es sei benn, baß sie aus alten abgebrochenen Gebäuden in neuere versetzt würben. Das aus Eichenholz erbaute Gebäude (Wohnhaus) ist noch sehr gut erhalten. Der Träger des Dietrich-Eckart-Vreises Der Schriftsteller Thomas W e st e r i ch aus Wensen- balken bei Hamburg, ber am 12. Mai 1879 in Hamburg geboren würbe, erhielt ben biesjäbrigen Dietrich-Eckart-Preis. — (Weltbilb-M.) Preußen. Kreis Wetzlar. <£ Rodheim a. d. Bieber, 13. Dez. Gegenwärtig finben an ber Biebertalbahn bei ber Kreuzung ber Straße Robheim—Gießen süblich Bahnhof Robheim Gleiserneuerungen statt, woburch ber lebhafte Straßenverkehr nach Gießen vorübergehend beengt wirb. Der Zugverkehr Gießen—Bieber wird durch Umsteigen vor dem Bahnhof Rodheim aufrechterhalten. Die Bauarbeiten Noch fünf läge! f)J. sammelt für bas WHW.! Ritter-Jugenb — latjugenb! dürften im Laufe des heutigen Tages beendet fein. — Auch in der diesjährigen Adventszeit läßt es sich die hiesige NS.-Frauenschaft nicht nehmen, die ältesten Mütterchen ber Gemeinbe durch sreunbliche Gaben ber Liebe zu beglücken. Die alten Bolksgenossinnen werben in ihren Wohnungen aufgesucht unb ein Stück Abventsschimmer bort hineingetragen. Aufhebung der Bauschule Bingen. LPD. D a r m st a b t, 12. Dez. Durch eine Maßnahme bes Reichs wirb bie Anzahl ber höheren technischen Lehranstalten in ein gewisses Verhältnis zur Bevölkerungszahl eines Landes gebracht. Dor ber Machtübernahme bestauben in Hessen brei höhere Bauschulen, unb zwar in Darmstabt, Offenbach unb Bingen. 1934 würbe bie Schule in Offenbach auf» gelöft und in die Bauschule Darmstadt eingealie» bert. Das gleiche geschieht jetzt mit ber seit nahezu 40 Jahren bestehenben Bauschule in Bingen, unb zwar mit Wirkung vorn Beginn bes Sommersemesters 1936 ab. Die <5tubierenben in Bingen können ihr Stubium auf ber Adolf-Hitler- Bauschule in Darmstabt beenben. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 15. Dezember. 3. Advent. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Psr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinbe; Pfr. Becker; 17: Propst Knobt; Beichte unb hl. Abenbmahl für bie Matthäusgemeinbe. — Johanneskirche. 8.15: Pfr. Ausfelb; Militärgottesbienst; 9.30: Pfarraffi- ftent Weber; 11: Kinberkirche für bie Johannes- gtmeinbe; Pfr. Ausfelb; 17: Pfr. Bechtolsheimer; Beichte unb hl. Abenbmahl für bie Lukasgemeinbe; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrassi- ftent Zschau. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Anthes. — pefrusfapeüe. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Siechenhaus, Gießen. 9: Gottesdienst; Pfr. Weisel, Heuchelheim. — heil- unb pflegeansialt, Gießen. 10: Gottesdienst; Pfr. Weisel, Heuchelheim. — Wieseck. 9.45: Pfarrassistent Zschau, 11: Kinberkirche.— Alten-Buseck. 10: Gottesbienst.— Trohe. 13: Gottesbienst. — Albach. 12.30: Gottesbienst. — Steinbach. 10: Gottesbienst. — Annerod. 13: Gottesdienst. — Rödgen. 10: Gottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; Chinamissionar Michelfelder von der Basler Mission; Kollekte; 11: Kindergottesdienst beider Abteilungen durch Missionar 'Michelfelder; 17: Lichtbildervortrag für die Kinder; Chinamissionar Michelfelder; Kinderopfer; 20: Lichtbildervortrag durch Chinamissionar Michelfelder; Gabe für die Mission. — Kirchberg. 10: Gottesdienst. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Treis an der Lumda. 10: Hauptgottesdienst; Kollekte; 11: Katechismuslehre. — Klein-Linden. 10: Gottesdienst; 11.15: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Naumann. — Rieder-Bessingen. 10: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; Kollekte; 13.30: Kindergottesdienst. — Bettenbausen. 9.30: Hauptgottesdienst; 19.30: hl. Abendmahl für die jüngeren Gemeindemitglieder. — Münzenberg. 11: Gottesdienst; 14.30: Teilnahme der Mädchenschar am Nieder-Weiseler Advent-Treffen; 20: 3. Adventsabendgottesdienst. — Trais-Münzen- berg. 9: Gottesdienst; 18.30: 3. Adventsabendgottesdienst. — Hungen. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Langd. 10: Gottesdienst, anschließend Kindergottesdienst. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst; 14: Kindergottesdienst. — Ober-Gleen. 10: Haupt- gottesdienst; 9: Kindergottesdienst. — Reinhards- hain. 10: Gottesdienst. — Beltershain. 12.15: Gottesdienst, anschließend Feier des hl. Abendmahls für die Jugend. — harback. 14.15: Gottesdienst. Montag, den 16. Dezember. Kapelle des Alten Friedhofs. Gießen. Saal des Aniverfitatssportplatzes, Am Kugelberg 80. 20 Uhr: Bibelftunde. — Kirtorf. 20: Gustav-Ädolf-Frauenverein. Dienstag, den 17. Dezember. Klein-Linden. 20 Uhr: Weihnachtsfeier der Frauenhilfe. Mittwoch, den 18. Dezember. Gießen. Stadtkirche. 20 Uhr: Abendandacht. — Klein-Linden. 20: Adventsandacht. — Kirtorf. 20: Bibelftunde. Donnerstag, den 19. Dezember. Ober-Gleen. 20 Uhr: Bibelftunde (Standesamt). Reuapostolische Gemeinden. Handelstraße 1 — Ldersiraße 13. Sonntag, den 15. Dezember. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, den 18. Dezember. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Baptistengemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 15. Dezember. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Adventsseier. Donnerstag, den 19. Dezember. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Christliche Gemeinde „Zu den Mühlen 2“. Sonntag, 15. Dezember. 10 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. Dienstag, 17. Dezember. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetstunde. Evangelische Stadtmission, Löberftraße 14. Sonntag, 15. Dezember. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 13.30: Sonntagsschuir 20.15: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, 18. Dezember. 20.30 Uhr: Bibelftunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 14. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 15. Dezember. 3. Adventssonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; Militärgottesdienst; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.15: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 18. Dezember. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Oefsentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringende« Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. S t a d t p o st a m t: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500 Aerzte : Dr. Geyer, Dr. Wolf. Zahnarzt: Dr. Buchinger. A p. o ich s k e: Hirsch-Apotheke. 3 > AnsMnlte erteilen die MiWlieder üBrElektrogemeinlchaft Neuzeitliche __ Optiker Brillen Beller gut angepaßt am Bahnhof Lieferant aller Krankenkassen eis»D Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr.7 Statt Karten! VitoEiisa Das praktische Geschenk im Dezember 1935 LL. 7233 C Ihrs Vermählung geben bekannt WINTER-REISEN 1935/36 7ioaD 67- 7305 A fflünthner-liinöl-Shiben FRANKFURT A/MAIN 69. 69. Müncheberg Mark) Kaiser-Wilhelm-Institut Verlin-Wilmersdorf Naffauische Straße 5 I Trockenes kurzgeschnittenes Tannen- wssD ünmoeiioU liefert Sägewerk Weller,Leihgestern Zu haben in nachstehenden Drogerien : C. Seibel, Frankfurter Str., 0. Wlnterhoü, Kreuzplatz 9/10. Grttnberg: Karl Schott iu sämtl. Filialen. Laubach: Solms-Laubacher Drogerie Karl Klein. 7075V MÖBELFABRIK KARL HAHN POLSTERWERKSTÄTTE A. WEHRHEIM Löberstraße IT DOPPELHERZ Unsere Ausstellung Goethestraße 6 ist sehenswert Wilhelm Glitsch Käthe Glitsch, geb. Oöpfer Margot Metz Or. 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Dezember 1935 OJlXfport Kurzlehrgang für Vereinsdietwarte in Großen-Linden. Dieser Tage fand in der Kreisführerschule zu Großen-Linden der erste Kurzlehrgang für Vereins- dietwarte des Unterkreifes Giehen statt. Kreisdiet- wart Dr. Römer führte eingangs in das Dieb wesen und in die Dietarbeit im Reichsbund für Leibesübungen ein. Rektor Siegfried (Großen- Linden) sprach dann in längeren Ausführungen über Nationalsozialismus und Wehrmacht. Er zeigte in klaren Linien die Entwicklung der Wehrmacht, ihre Stellung im heutigen Staat und die Grundlagen, die Nationalsozialismus und Wehrmacht zusammenführen. Am Abend fand gemeinsam mit dem Turnverein Großen - Linden ein Kameradschaftsabend statt, über den wir bereits berichteten. Nach dem Frühsport am Sonntag wurde den Teilnehmern an Hand von Lichtbildern der tiefe Sinn und die große Bedeutung der Erbgesundheitslehre für unser Volk gezeigt. Anschließend sprach Kreis- schulungsleiter Michel in einem längeren Vortrag über die Grundgedanken des Nationalsozialismus. Die große Aufbauarbeit in einem neuen Staat, die augenblicklichen politischen und wirtschaftlichen Fragen wurden klar in ihrer Bedeutung und Auswirkung für die zukünftige Gestaltung unseres staatlichen Lebens herausgestellt. Am Mittag schloß Dr. Römer den Lehrgang. Er forderte die Vereinsdietwarte auf, weiterhin treu zu dem Jahnschen Gedanken zu stehen und ihn hineinzutragen in die größere Deutsche Turnerschaft, deren Aufbau nun vollendet wird in dem Reichsbund für Leibesübungen. 1900zum Handball Gauligaverbauds- fpiet in Marburg. Am Sonntag weilen 1900s Handballer beim VfB.-Kurhessen in Marburg. Die Blauweißen stehen dabei vor keiner leichten Aufgabe. Denn die Marburger haben in letzter Zeit eine auffallende Formoerbesserung an den Tag gelegt. So konnte sich der Gaumeister Casseler Turngemeinde nur mit letzter Anstrengung die beiden Punkte sichern, während die Eschweger auf eigenem Platz eine Niederlage einstecken mußten. Die Marburger Mannschaft setzt sich fast ausschließlich aus Soldaten zusammen, die körperlich ausgezeichnet disponiert sind und zumeist Über eine reiche Spielerfahrung verfügen. Der bekannteste Mann ist der Stürmer Schirakowsky. Die 1900er hinterließen am Sonntag gegen Bettenhausen einen guten Eindruck. Mit der gleichen Leistung müßten sie auch in Marburg bestehen können. Da man jedoch auf Steines und wahrscheinlich auch aus Krüger, die erkrankt bzw. verletzt sind, verzichten muß, wird dies immerhin in Frage gestellt. 1900s zweite Mannschaft muß nach Hausen. Fußball der heimischen Mannschaften. Die Bezirksklaffe am Sonntag. Niedergirmes — VfB.-Reichsbahn Gießen, 1900 Gießen — Sinn, Watzenborn-Steinberg — Frohnhausen, Dillenburg — SV. 05 Wetzlar. Die Dillenburger verbessern von Sonntag zu Sonntag ihre Position. Wir glauben daher, daß die Wetzlarer schon eine große Leistung aufbringen müssen, wenn nicht Dillenburg die Punkte zu Hause behalten soll. (Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 — BL. Sinn. Am Sonntag empfängt die Spielvereinigung 1900 den Ballspielclub 1924 Sinn zum Rückspiel. Das Vorspiel in Sinn endete 1:1, obwohl 1900 damals, besonders in der zweiten Halbzeit, überlegen war. Mehrfacher Ersatz, mangelnde Stürmerleistungen der Blauweihen und zahlreiche Abwehrarbeit der Platzbesitzer waren der Grund dafür, daß ein anderes Resultat nicht zustandekam. Inzwischen haben sich die Verhältnisse wohl etwas zu Gunsten der Platzbesitzer gebessert. Die Blauweißen sind im Verlaufe der Pflichtspiele etwas reifer geworden in ihren Leistungen. Wenn dies auch nicht in überzeugenden Siegen zum Ausdruck gebracht werden konnte, so ist zu berücksichtigen, daß die Mannschaft Sonntag für Sonntag in anderer Besetzung antreten mußte. Auch am kommenden Sonntag wird die Elf eine Aenderung erfahren müssen. Wilhelmi, der keinen Urlaub erhalten kann, muß ersetzt werden. Dafür hofft man jedoch Clement einsetzen zu können. Von der Hintermannschaft wird, falls auch für Kleinbell die Spielerlaubnis eintrifft, Heilmann in den Sturm vorrücken, so daß die Mannschaft folgendes Aussehen hätte: Fischer; Zeiler, Lippert; Mank, Kleinbell, Schäfer; Günther, Clement, Schmelz, Heilmann, Henkelmann. Diese Elf müßte für einen glatten Sieg gut sein, denn sämtliche Vorteile sprechen für sie. Den einen Fehler darf sie jedoch nicht wieder begehen, daß sie, wie am vergangenen Sonntag, den Gegner unterschätzt. Gerade Sinn ist nicht die Mannschaft, die sich einschüchtern läßt. In der Elf stehen verschiedene ehrgeizige Spieler, die vor dem Schlußpfiff kein Spiel aufgeben. Besonders der Sturm besitzt in den beiden Außen die gefährlichsten Leute. Auch die Hintermannschaft ist sehr solide. Hier ist es der Tormann, der durch fein kluges Stellungsspiel und sicheres Fangvermögen schon manchen Punkt für seine Mannschaft sichergestellt hat. Für die Blauweißen heißt es daher, von allem Anfang an die Maschine auf volle Touren zu stellen. Als Schiedsrichter amtiert Krug, Friedberg. 1900 II — Rodheim. Rodheim, am vergangenen Sonntag von VfB. kräftig hereingelegt, dürfte auch hier keine große Chance haben, denn die Reserve der Blauweißen ist zur Zeit ebenfalls in guter Form. Grüningen — 1900 III. Auch hier dürfte ein Sieg der Blauweißen möglich fein, wenn es die Junioren verstehen, sich nicht von dem Gegner verwirren zu lassen. VfB.-5ieicksbayn Gießen. Die erste Mannschaft in Niedergirmes. Mit dem Derbandsspiel gegen Niedergirmes eröffnen die Gießener die Rückrunde. Es wäre verkehrt, aus dem Tabellenplatz des Gastgebers Rückschlüsse auf feine Spielstärke ziehen zu wollen. Die Niedergirmeser haben bis jetzt auf eigenem Gelände immer gute Leistungen gezeigt. Dem Gastgeber fehlt ein Sturm mit der nötigen Durchschlagskraft. Es ist klar, daß gegen diesen spielstarken Gegner die Gießener Mannschaft, die offensichtlich sich in einer Krise befindet, nicht viel Aussicht auf Erfolg hat. Die Gießener haben ihre endgültige Mannschaft noch nicht zusammengestellt. Trotzdem wird man in Anbetracht der Wichtigkeit des Spieles die stärkste Aufstellung herausbringen. VfB.R. II — Heuchelheim I. Die Heuchelheimer stellen zur Zeit eine spielerisch und körperlich gute Mannschaft ins Feld. Demgegenüber sind auch die Gießener besser geworden. Man kann mit einem Spiele gleichwertiger Mannschaften rechnen. BfB.-R. III — Steinbach I. Den Gästen sollte es dieses Mal nicht leicht fallen, ihren Dorspielfieg zu wiederholen. Die erste Jugendmannschaft fährt am Sonntag zum Freundschaftsspiel nach Klein-Linden. Die zweite Jugend hat in Krofdorf zum letzten Pflichtspiel der Vorrunde anzutreten. Die dritte Jugend ist spielfrei, ebenso die erste Schülerelf. Die zweite Schülermannschaft fährt mit der ersten Jugend, auch zum Freundschaftsspiel, nach Klein-Linden. , FC.Teutonia" Watzenborn-Gteinberg Watzenborn-Steinberg — Frohnhausen. Auf eigenem Platze empfängt die 1. Mannschaft der Teutonen die gleiche aus Frohnhausen zum Nachrundenverbandsspiel. Bei den Einheimischen ist in letzter Zeit zweifellos eine kleine Formoerbesfe- rung feftzuftellen. Obwohl gegen Spielvereinigung 1900 in Gießen Lang, Euler, O. Burger und Jung fehlten und gegen Naunheim Fett und O. Burger nicht mit dabei sein konnten, wurden annehmbare Resultate erzielt. Aller Poraussicht nach steht aber am kommenden Sonntag wieder Fett im Sturm, so daß nur noch 1 Mann zu ersetzen bleibt. Der Sturm der Teutonen dürfte daher an Durchschlagskraft gewonnen haben. Der Gegner ist aber auf keinen Fall zu unterschätzen. Als langjähriger Be- zirksklassenverein haben die Gäste sehr viel Spielerfahrung und verfügt die Mannschaft auch über ansprechendes Können. Ihr derzeitiger Tabellen- stand dürfte dies am deutlichsten beweisen. —Schiri Pfeil, Marburg, wird zum erstenmal in Watzenborn- Steinberg als Spielleiter auftreten. Die 2. Mannschaft der Teutonen fährt zum ersten Verbandsspiel der Nachrunde zu der ersten Mannschaft des Turnvereins Allendorf a. d. Lahn. Das Vorspiel in Watzenborn-Steinberg konnte Allendorf knapp gewinnen. Der Sieger dieses Zusammentreffens ist nicht vorauszusagon, da beide Mannschaften bisher mit wechselndem Erfolg kämpften. Die Jugend- sowie die Schülermannschaft sind spielfrei. Fußball der Krersklaffen. 1900 II — Rodheim (Kleemann, Bisfenberg); VfB -R. II — Heuchelheim (Holzapfel, Lich); Gro- ßen-Buseck — Lollar (Küster,Berghausen); Grünberg — Leihgestern (Koob, Garbenheim); Bissenberg II — Oberbiel (Wolf, Allendorf); Wetzlar II — Ulm (Rüspeler, Gleiberg); Stockhausen — Albs- haufen (Bocher, Gießen); ViB.-R. III — Steinbach (Rohrbach, Gießen): Allendorf — Steinberg II (Decker, Garbenteich); Lich — Garbenteich (Knietsch, Wetzlar); Grüningen — 1900 III (Gerhardt, Steinbach); Wißmar — Launsbach (Rüspeler, Gießen); Alten-Buseck — Vetzberg (Schmidt, Krofdorf); Lollar II — Fellingshausen (Müller, Rüddings- hausen); 1846 Gießen — Rodheim II (Happel, Steinberg); Geilshausen — Londorf (Kreiling, Gießen); Großen-Buseck II — Lollar III (Körber, Gießen); Daubringen — Flensungen (Bender, Fellingshausen); Großen-Linden — Klein-Linden (Gesellschaftsspiel; Laux, Garbenteich). Grünberg erwartet Leihgestern. Die Gäste haben viel von ihrer früheren Spielstärke eingebüßt, auch liegt ihnen der Platz in Grünberg nicht, so daß ein knapper Sieg der Platzherren möglich sein sollte. Steinberg II muß zum Rückspiel in Allendorf antreten. Spannend dürfte der Lokalkampf Wißmar gegen Launsbach werden, zumal Launsbach erstens die Niederlage des. Vorspiels wettmachen will und zweitens durch den Sieg des Vorsonntages gestärkt den Kampf bestreitet. Wer hier Sieger wird, ist nicht vorauszusagen. Vetzberg sollte wenig in Altem Buseck zu bestellen haben und hat alles daranzu- setzen, daß das Ergebnis nicht zu hoch ausfällt. Die Gießener Turner empfangen in Rodheim II einen Gegner, der sie nicht zur Hergabe ihres Könnens zwingen sollte. Scharf wird in Geilshausen gekämpft, denn im Vorspiel siegte Londorf. Der kleine Platz hat schon vielen Mannschaften zu schaffen gemacht; es ist leicht möglich, daß auch Londorf die Punkte dort lassen muß. Flensungen muß zum Tabellenführer und hat nichts zu bestellen. Im Gesellschaftsrückspiel treffen Großen-Linden und Klein- Linden zusammen. Hier dürfte der Platzverein dis bessere Aussicht haben. Sportverein 1920 Lollar. Der kommende Sonntag sieht wiederum alle bret aktiven Mannschaften des SV. 1920 im Kampfe«, Und zwar spielen: Großen-Buseck I — Lollar I. Großen-Buseck II — Lollar III. Lollar II — Fellingshausen I. Die erste Mannschaft unternimmt zusammen mit der dritten Elf die Reise zum Verbandsspiel-Rivalen Großen-Buseck. Schon Jahr für Jahr waren beide ersten Mannschaften jeweils in der Spitzengruppe zu finden und kämpften mit wechselndem Erfolge gegeneinander. Großen-Buseck steht auf dem zweiten Tabellenplatz und dürfte den Lollarer das Siegen nicht leicht machen. Die Mannschaft selbst tritt in ihrer besten Aufstellung an: K. Ziegler; E. Hörstel, K. Naumann; F. Sommer, F. Geißler, L. Römer; A. Ziegler, K. Gabriel, A. Löhr, A. Kreiling, W. Ziegler. Diese Mannschaft ist in allen Teilen gleich gut besetzt und versteht bis zum letzten Augenblick zu kämpfen. Das Spiel selbst dürfte erst mit dem Schlußpfiffe entschieden sein. Die zweite Elf tritt auf eigenem Platze der ersten Elf von Fellingshausen gegenüber und sollte wohl den Sieger stellen können. Die dritte Elf wird in veränderter Aufstellung die Reise nach Großen-Buseck antreten. Da einige Spieler krank sind und andere an die zweite Elf abgegeben werden mußten, wird die Mannschaft aus älteren Spielern ergänzt werden. Man hofft, daß sie ehrenvoll besteht. Ä. f. 5t Lich. VfR. 1920 Lich I — Garbenleich I. Am morgigen Sonntag empfängt die erste Mannschaft des VfR. Lich die gleiche vom Sportverein Garbenteich zum fälligen Verbandsspiel. Bei diesem Treffen wird Garbenteich beweisen müssen, daß der Sieg, den sie im Vorspiel für sich buchen konnten, verdient war. Allerdings steht ein Sieg noch nicht fest, da Lich in letzter Zeit an Spielstärke gewonnen hat. Handball im kreis VIII lLahn-M. Für den kommenden Sonntag steht wieder eine Reihe wichtiger Spiele auf dem Programm. Während in einzelnen Staffeln die Meisterfrage bereits geklärt ist, kämpfen die anderen noch hartnäckig um die Spitze. Aber gerade dieser Kampf bis zum Schluß zeigt, wie ausgeglichen die beteiligten Mannschaften sind. In der Vezirksklasse stehen sich gegenüber: TV. Wetzlar — TV. Münchholzhausen Mtv. Gießen — TV. Hochelheim TV. Heuchelheim — Tuspo. Marburg. Münchholzhausen geht einen schweren Gang. Es dürfte ihm kaum gelingen, sich auch nur einigermaßen zu behaupten. Wetzlar, zur Zeit wieder außerordentlich in Form, ist eben die Mannschaft, die nächst Lützellinden die meisten Aussichten für den Staffelsieg hat. Der Mtv. wird keine Mühe haben, die in ihrer Spielstärke immer mehr zurück- gehenden Turner aus Hochelheim sicher niederzuringen, zumal auch das Vorspiel bereits hoch gewonnen ging. — Ein interessantes Treffen ist in Heuchelheim zu erwarten. Die Einheimischen werden natürlich alles auf eine Karte fetzen, um aus dem Unentschieden des Vorspiels einen Sieg werden zu lassen. — In der I. Kreisklasse werden spielen: TV. Holzheim — TV. Groß-Rechtenbach. In Holzheim werden zwei Mannschaften aufeinandertreffen, von denen beide bis zum letzten um den Sieg kämpfen werden. Denn für beide steht viel auf dem Spiel. Gewinnt Holzheim, so behält es Anschluß an die Spitzengruppe, verlieren die Gäste, so haben sie keine Möglichkeit mehr, an die Spitze zu kommen. Nach der derzeitigen Form zu urteilen, hat Groß-Rechtenbach die meisten Chancen. TV. A tz b a ch — TV. Hörnsheim. Dis Spitzenstellung der Platzmannschaft ist zur Zeit sehr stark erschüttert. Zu dem Punktverlust vom vergangenen Sonntag kann sehr leicht ein weiterer hinzutreten, zumal Hörnsheim darauf bringt, die im Vorspiel erlittene Niederlage auszugleichen und das umso leichter fertig bringen dürfte, als Atzbach Ersatz in seinen Reihen hat. — In der II. Kreisklasse sind angesetzt: Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. Wetzlar II: Die Allendörfer müssen, wenn sie vorne bleiben wollen, alles daransetzen, daß sie dieses Treffen gewinnen. Hoffentlich ist sich die Mannschaft dessen be- Nicht müde werden, Annelies! Vornan von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. 10. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Nein, ich bin dir nicht böse!" sagte er und sah mit tiefem Aufatmen zum Himmel auf, der sich plötzlich aufzuhellen begann. Der Regen ließ nach, so schnell, wie er gekommen war. Noch tropfte es von den Bäumen, aber die silbergrauen Striche da draußen wurden dünner und dünner. „Ich glaube, wir haben Glück gehabt!" fuhr Günter erleichtert fort und trat zum Wegrand vor. „Wir kommen wirklich um das restlose Aufweichen." Es wurde heller und heller. Bald glänzten die Strahlen der durchbrechenden Sonne auf den feuchten Blättern. Vogelstimmen begannen ringsum wieder zu erschallen. Es war wie ein Erwachen. „Wirklich, wir haben unverdientes Glück!" erwiderte Mia mit plötzlich veränderter Stimme. Sie zog Günters Rock wieder aus und half ihm hinein. „So, vielen Dank! Und nun wollen wir machen, daß wir weiterkommen. Ich habe Appetit auf eine Tasse Kaffee. Du auch?" „Ich auch! Dann also los!" Sie gingen. Mia schien mit einem Male wieder eine andere geworden zu sein. Sie plauderte lebhaft und unbefangen, und es gelang ihr wiederholt, Günther ein herzhaftes Lachen abzulocken. Er war ihr dankbar dafür. Die Gartentifche in der Waldmühle waren noch leer; sie waren bei dem plötzlich einsetzenden Regen von den Gästen fluchtartig verlassen worden. Aber die Veranda und die Gastzimmer waren dicht besetzt. Mia und Günter mußten mit einem Platz auf der Veranda, dicht am Eingang zum Restaurant, fürliebnehmen. Günter sah sich um, als man sich gesetzt und den Kaffee bestellt hatte. Bekannte wa- ren nicht zu entdecken, wie er erleichtert feststellte. Gut so, es war nicht notwendig, daß man ihn mit Mia zusammen sah. Mit der vorrückenden Zeit leerte sich die Veranda allmählich. Sie verließen ihren Platz und setzten sich in eine Ecke im Hintergrund. Günter fühlte sich dort geborgen und freier, man brauchte nicht jedes Wort abzuwägen und immer in der Erwartung zu sitzen, von Bekannten gesehen zu werden. Das war wirklich kein angenehmer Zustand gewesen. Wie ein Verbrecher in der Furcht vor dem Ertapptwerden kam man sich vor. Lag denn wirklich eine Ursache dazu vor? Was war denn schon dabei, wenn man hier mit einer schönen Frau zusammensaß, die man zufällig getroffen hatte, und die man vielleicht nicht wiedersehen würde! Man unterhielt sich doch ganz harmlos, tat niemandem ein Unrecht damit. Niemandem...? Günters Stirn zog sich plötzlich zusammen, ohne daß er es wußte. Mia bemerkte es wohl, stellte aber keine Frage. Um ihn abzulenken, machte sie ihn auf eine Wandergruppe aufmerksam, die in einiger Entfernung vorüberzog. „Es ist wirklich schön hier", sagte sie nach einiger Zeit mit einem flüchtigen Blick auf die schmale, kostbare Armbanduhr. „Hast du noch eine Stunde Zeit für mich? Ich möchte gern hier zu Abend essen. Aber — du wirst ja wohl zum Essen erwartet?" Ihr Blick war ganz ruhig, aber Günter wich ihm aus. „Allerdings", erwiderte er zögernd und unentschlossen. „Aber — schließlich wird man ja auch mal ohne mich essen können, es ist ja nichts Ungewöhnliches. Ich bin öfter mal geschäftlich verhindert. Ich könnte ja mal anrufen, damit man wenigstens Bescheid weiß und nicht unnötig auf mich wartet..." „Oh — das wäre wirklich schon! Tu es, Günter! Wer weiß, wann und ob wir uns noch mal Wiedersehen werden . . ." Er streifte ihre merkwürdig verschleierten Augen mit einem unsicheren Blick. Dann erhob er sich stumm und begab sich in das Gastzimmer. Er mußte warten, die Telephonzelle war besetzt. In leichter Unruhe ging er ein paar Schritte auf und ab. War es wirklich richtig? War es wirklich gut? Da wurde die Zelle frei. Er trat ein und schloß die gepolsterte Tür umständlich hinter sich, als müßte er noch ein paar Augenblicke Zeit gewinnen. Dann trat er an den Apparat. Sein Kopf war unfrei, als er mit unsicherer Hand die Nummer ein» stellte. Korbinian Sartoris meldete sich auf den Anruf. Günter atmete auf. Ebensogut hätte Annelies am Apparat fein können... „Du, Onkel Korbinian?" „Ja. Was gibt es?" „Ich wollte nur Bescheid sagen, daß ich zum Abendbrot nicht zu Hause sein werde. Wartet also nicht auf mich! Ich habe Bekannte getroffen." „Ich weiß." Günter stutzte. „So...?" „Jawohl. Laß dich nicht zu lange aufhalten. Hier find nämlich auch noch Leute, die Wert auf deine Gesellschaft legen — und Anspruch darauf haben." Ein knackendes Geräusch im Apparat, dann war alles still. Korbinian Sartorius hatte angehängt. Günter stand einen Augenblick wie vor den Kopf geschlagen da. Onkel Korbinian wußte Bescheid. Man war also doch gesehen worden? Von wem aber? Und sollte man sich dadurch abhalten lassen? Man konnte nicht zurück, ohne sich von Mia zu blamieren. Und außerdem... Er reckte sich in den Schultern. Na, auch gut! Wie Trotz kam es über ihn. Mit festen Schritten kehrte er auf die Veranda zurück. Mia sah ihm mit glänzenden Augen entgegen, in denen nur schwer verhüllte Erwartung lag. „Nun, erledigt? Ist der Urlaub verlängert?" „Von mir aus, wohlverstanden!" „Brav von dir. Man darf sich nicht dauernd an der Kandare halten lassen. Und warum sollen wir denn nicht auch mal ein paar Stunden für uns haben! Es ist doch kein übertriebener und ungesunder Egoismus, wenn wir das mal für uns verlangen. Also stelle mal eine vernünftige Abendkarte zusammen. Oder soll ich dir das abnehmen? Soll ich die Bestie füttern, wie es sich gehört?" „Walte deines Amtes!" stimmte er mit pathetischer Gebärde zu. Sie wählte die Speisenfolge aus, auch den Wein, und sie bewies dabei Geschmack und Erfahrung. Lächelnd hieß Günter alles gut. Seine trotzige Stimmung hielt nicht lange an, immer wieder einmal tauchte in ihm die Frage auf, woher Onkel Korbinian wußte — und was er eigentlich wußte. Aber Mia ließ ihm nicht Zeit zum Nachdenken. Auch der Wein, der ebenso vorzüglich war wie das Essen, hob die Stimmung und ließ alle Fragen und Bedenken verlöschen. Er überhauchte alles mit seinem würzigen Duft und feinem edlen Feuer. Es war wundervoll, hier zu sitzen und an nichts zu denken, was außerhalb des Kreises dieser Stunde lag. 4. Kapitel. Man war nahezu mit dem Essen fertig, als draußen auf dem breiten Wege vor der Veranda ein Wagen vorfuhr, dem vier Herren entfliegen« Günter sah zufällig hinaus und stutzte plötzlich. Der eine von ihnen, der Breitschulterige, Hellblonde —- war das nicht Schulenburg? Das würde allerdings fatal sein! Die Herren schienen sich in sehr animierter Stimmung zu befinden. Mit lebhaften Gesten kamen sis die Stufen herauf und sahen sich nach einem geeigneten Platz um. Und jetzt sah Günter, daß es wirklich Schulenburg war. Ausgerechnet der! Der schon am Nachmittag auf dem Sattelplatz Zeuge davon gewesen war, daß man sich kannte und miteinander den Rennplatz verlassen hatte. Und über« Haupt ... Da hatte auch Schulenburg das Paar im Hintergründe entdeckt. Er schien im Moment überrascht, dann zog ein verständnisvolles Lächeln über sein Gesicht. Er winkte zu Günter hinüber und machte eine Verbeugung, die Mia galt. Die anderen drei hatten sich inzwischen gesetzt, sie wurden aufmerksam und sahen gleichfalls herüber. Da ließ Schulenburg sich nieder, sie sprachen miteinander. Es war deutlich zu fühlen, daß Mia und Günter den Gegenstand der Unterhaltung bildeten. Günter war mit einem Male die Stimmung verdorben. Mia bemerkte es sofort, wenn er sich auch bemühte, es nicht fühlbar werden zu lassen. „Wer war das?" forschte sie. „Ein Bekannter. Großer Pferdeliebhaber, überhaupt Sportmensch. Im übrigen aber nicht sehr angenehm, mir wenigstens nicht. Man wird nicht recht klug aus ihm. Wir treffen uns selten mal; aber ich weiß bis heute noch nicht, wovon er eigentlich lebt." „Es ist dir wohl unangenehm, daß er uns zusammen gesehen hat?" Günter bemühte sich, ein gleichgültiges Gesicht zu zeigen, und fuhr mit der Hand durch die Luft. (Fortsetzung folgt!) wnßt und spielt etwas besser zusammen als am vergangenen Sonntag. To. Nauborn — Tv. Dutenhofen: Obwohl Dutenhofen am vergangenen Sonntag hoch gewinnen konnte, steht noch nicht fest, wie dieses Zusammentreffen enden wird. Nauborn ist auf eigenem Platz sehr schwer zu schlagen. Tv. Londorf — Tv. Treis: Nach dem Ergebnis des Vorspiels zu urteilen, wird Londorf keine Mühe haben, diesen Lokalkampf für sich zu entscheiden. Tv. Hausen — Sportv. 1 9 00 Gießen II: Hausen soll, wie verlautet, zur Zeit eine sehr spielstarke Mannschaft ins Feld stellen, die sicher der gewiß nicht schlechten Gießener Vertretung schwer zusetzen wird. To. G r ü n i n g e n — Tv. Lich: Hier treffen zwei Gegner aufeinander, die ungefähr gleichwertig sind. Es ist deshalb mit einem äußerst spannenden Kampf zu rechnen, dessen Ausgang entscheidend für den Stand der Tabelle sein wird. To. Homberg — Tv. Nieder-Ohmen Tv. Bernsfeld — Tv. B u r g-Ge münden Tv. Katzenfurt — To. Straßebersbach. Homberg sollte sicher gewinnen. Auch Burg-Gemünden hat keine Mühe, bei dem Neuling Bernsfeld die Oberhand zu behalten. Anders wird es dagegen in Katzenfurt werden. Hier geht es um vieles. Beide Mannschaften stehen punktgleich an der Spitze. Die arößeren Aussichten, Sieger zu bleiben, sollte Katzen- furt haben. An Iugendmannscbaften sind noch iin Kampf: To. Münchholzhausen — To. Wetzlar Sportv. 05 — To. Dutenhofen To. Lich — Tv. Lang-Göns Tv. Holzheim — Tv. Garbenteich Tv. Ruttershausen — Tv. Krofdorf. Fußball ter Studenten. Universität Gießen gegen Oberrealschule Gießen 6:2 (2:0). Wer geglaubt hatte, daß die Fußballmannschaft der Universität gegen die Oberrealschüler verlieren würde, wurde eines anderen belehrt. Denn gleich von Anfang an diktierten die Hochschüler das Spiel änd erzielten bis zur Pause zwei Tore. Nach bei Pause wollte die Oberrealschule mit allen Mitteln den Ausgleich erzwingen, aber gegen die gute Abwehr der Universität konnte der körperlich schwache Sturm des Gegners nicht zu Erfolg kommen. Die Universität hatte einen guten Tag. Der neue Torhüter Mayer war sicher in allen Lagen und Hüfner kaum zu schlagen. In der Läuferreihe lieferten der Mittelläufer und der linke Läufer ein schönes Spiel. Die Oberrealschüler hatten das Pech, auf einen gut aufgelegten Gegner zu stoßen. Auch die glänzende Leistung Schäfers als Verteidiger konnte die Niederlage nicht verhindern. Dem Spiel stand Schiedsrichter Deibel als guter Leiter vor. Wirtfchast. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviebniarkt. Der Frankfurter Schlachtoiehmarkt verzeichnete in der abgelaufenen Woche eine allgemeine Steigerung der Zufuhren. Die Beschickung der Nindermärkte ist vollkommen normal und mehr als ausreichend, vor allem ist aber eine weitere e r - hebliche Zunahme des Angebots von Schweinen festzustellen. Diese Tatsache dürfte in den nächsten Wochen weiter anhalten, so baß schon mit Beginn des neuen Jahres mit durchaus ausreichenden Mengen gerechnet werden kann. Auch die Qualität des zugeführten Schlachtviehes erfährt eine steigende Besserung. Die einzelnen Märkte nahmen bei ziemlich unveränderten Preisen einen lebhaften Verlauf. Am Großviehmark standen insgesamt 1385 (873) Stück zum Verkauf. Der Markt wurde nach lebhaftem Geschäft geräumt, nur in geringen Kühen verblieb bei etwas nachgebenden Preisen etwas Ueberstand. Die Zufuhr an Schweinen stellte sich auf insgesamt 3760 (2388), wobei die geschlachteten Tiere miteingerechnet sind. Die Zuteilung konnte daher etwas großzügiger vorgenommen werden. Mir Kälber gaben die Preise bei mittelmäßigem Geschäft infolge der stärkeren Zufuhr (1261 gegen 1091) etwas nach. Auch für Hämmel und Schafe bröckelten die Preise für geringe Qualitäten geringfügig ab; die Beschickung war mit 372 (528) schwächer, aber völlig genügend. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Wie erwartet, hat sich das Angebot in Brotgetreide etwas verstärkt. Die Landwirtschaft, die ihre Herbstarbeiten nahezu abgeschlossen hat, brachte etwas größere Mengen an den Markt. Die Absatzmöglichkeiten an die Mühlen blieben ziemlich unverändert, für Weizen bestand weiterhin befriedigende Aufnahme, bevorzugt würbe der gute hessische Weizen, während sud- und mitteldeutsche Sorten wenig gern genommen wurden. Außerdem erhielt sich Nachfrage für Kleberweizen, der aber nicht angeboten war. Für die Aufnahme von Roggen kommen auch weiterhin nur die Landmühlen in Frage, während die größeren Mühlen noch von den früheren Ein- deckungen versorgt sind. Nichtkontingentierter Weizen und Roggen zu Futterzwecken lagen dagegen weiter sehr still, allerdings kam auch kein größeres Angebot an die Märkte. Das Angebot in Futtergerste und Futter- Hafer blieb nach wie vor sehr knapp, während die Nachfrage dringend war. Das Geschäft in Braugerste blieb mangels entsprechenden Angebots gering, obwohl seitens der Verarbeiter noch Bedarf besteht. Für die hercms- kommende gute Ware werden daher auch weiterhin feste Preise angelegt. Auch Industriegerste war nur knapp angeboten. Bei den preisgebundenen Futtermitteln — Kleie, Oelkuchen, Sojaschrot, Zuckerfuttermittel — überwiegt nach wie vor die Nachfrage das Angebot, wenn auch durch die Zuteilungen der unmittelbare Bedarf meist gedeckt wird. Am hiesigen Markt erwartet man die Verteilung der Dezember-Rate von ölhaltigen Futtermitteln. Kleie wurde in kleinen Mengen von Frankfurter und Wormser Mühlen abgegeben. Reichlich angeboten bleiben Nachmehle und z. T. auch Futtermehle. Am M e h l m a r k t bleibt der Abruf der besseren Weizenmehle gut, die Hinteren Brotmehle haben gleichfalls noch gutes Geschäft, obgleich diese wegen der Feiertagsbäckerei etwas weniger verbraucht werben. Der Absatz von Roggenmehl bleibt normal, die hiesigen Landmühlen haben angesichts der eingeschränkten Tätigkeit der norddeutschen Mühlen etwas besseres Geschäft als bisher. Bevorzugt wird auch weiterhin die Type 815. Rauhfu11er liegt bei knappem Angebot weiter fest; Heu 8,50 bis 9,00 (8,00 bis 8,50), gebündeltes Stroh 3,50 bis 3,70 (3,20 bis 3,40) Mark je 100 Kilogramm. Die Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1351: Anordnung BG 9 der Ueberwachungsstelle für Baumwollgarne und -gewebe (Festsetzung der Verarbeitungsmenge). * * Der Jnlandsbesitz an Schweizerfrankenbonds. Die Wirtschaftsgruppe Privates Bankgewerbe gibt bekannt, daß die Schweizerische Kreditanstalt, Zürich, nunmehr alle bis einschl. 1. Dezember 1935 fällig gewesenen Zinsscheine deutscher Schweizerfranken-Anleihen einlöst. Zinsscheine späterer Fälligkeit können jeweils zum Zahlungstermin zur Einlösung eingereicht werden, da die Schweizerische Kreditanstalt nunmehr in der Lage ist, alle eingehenden Zmsscheinsendunaen ohne weiteres zu bewältigen. Nur bei großen Fälligkeiten kann eine gewisse Verzögerung in der Versendung der 4proz. Schuldverschreibungen eintreten. Hhein-Maimsche Börse. Mitlagsbörse knapp behauptet. Frankfurt a. M., 13. Dez. Die Börse lag wieder nahezu ohne Umsätze. Die seit Tagen herrschende Zurückhaltung hielt an, auch die Kundschaft hält sich weiterhin vom Geschäft fern. Die vor- liegenoen günftigen Nachrichten aus der Wirtschaft blieben bei der starken Geschäftslosigkeit ohne Einfluß auf die Kursentwicklung. Am Aktienmarkt überwogen erneut leichte Abschwächungen, und auch die Rentenmärkte lagen gefchäftslos und zumeist etwas schwächer. Gut behauptet lagen IG. Farben mit 146,25 (146) und Reichsbankanteile mit 176,13 (176,25). Arn Montan- martt eröffneten Stahlverein, Rheinstahl, Buderus und Mannesmann 0,25 bis 0,50 v. H., Hoesch Eisen 0,90 v. H. niedriger. Behauptet blieben Ilse Bergbau Genuß und Harpener. Elektroaktien erfuhren ebenfalls meist Rückgänge, so verloren AEG. 0,50 v. H., Lahmeyer und Elektr. Lieferungen je 1 v. H., Lechwerke 0,75 v. H., Gessürel, RWE., Licht & Kraft und Felten konnten sich behaupten. Schwächer lagen Zellstoff Waldhof mit 114,65 (115,75), während Aschaffenburger mit etwa 79 (78,25) und Feldmühle Papier mit etwa 113,75 (113,50) etwas anzogen. Im einzelnen eröffneten Rütgerswerke nach Pause mit 110 (112), ferner büßten Deutsche Linoleum etwa 2 v. H. ein, Moenus gaben 0,40 v. H., Nord- deutscher Llond 0,25 t>. § itri Kunstseide MU. 0,13 o. H. nach. Am Rentenmarkt eröffneten Altbesitz mit 110 (110,25), Kommunal-Umschuldung gingen auf 87,60 (87,75) zurück. Zertifizierte Dollar-Bonds verloren bei geringem Geschäft etwa 0,50 v. H. Späte Reichsschuldbuchforderungen blieben mit 96,90 und Zinsvergütungsscheine mit 91,10 behauptet. Am Auslandsrentenmarkt bröckelten Mexikaner weiter ab, 4 o. H. Gold 7,80 (8,20). Trotz der anhaltend starken Geschäftslosigkeit war die Haltung in der zweiten Börsenstunde wider- tandsfähig und die Kurse blieben in den meisten Fällen unverändert. IG. Farben hatten bei kleinen Umsätzen Schwankungen mit 146,25 bis 146 bis 146,25, Scheideanstalt notierten etwas höher mit 213,50 (213). Schwächer lagen Siemens mit 163 (164,50), sonst wiesen die erst später notierten Werte kaum Veränderungen zum Vortag auf. Deutsche Linoleum aber schwächer mit etwa 135 (137,25). Auch am Rentenmarkt traten keine Veränderungen mehr ein, Zinsvergütunasscheine bröckelten etwas ab auf 91 nach 91,10. Goldpfandbriefe, Stadtanleihen und Kommunal-Obligattonen sowie Industrie-Anleihen lagen still und behauptet, ßiqui- dations-Pfandbriefe notierten teilweise etwas höher. Don fremden Werten kamen 5 v. H. äußere Goldmexikaner mit 13 (13,50) und 5 v. H. innere Silber mit 5,40 (5,65) sowie 4 v. H. Unaarn Gold mit 9,25 (0,30) zur Notiz. — Tagesgeld war gefragt und erhöhte sich auf 3,25 (3) v. H. Abendbörse zurückhaltend. An der Abendbörse herrschte abwartende Haltung. Infolgedessen hielt sich das Geschäft in sehr engen Grenzen, zumal da Aufträge auch weiterhin fehlten. Kursmäßig ergaben sich keine stärkeren Veränderungen, wenngleich die etwas höheren Mittagsschlußkurse nicht ganz behauptet blieben. IG. Farben gaben unter Schwankungen auf 146,50 (147) nach, auch Elektrowerte waren teilweise leicht angeboten und bröckelten 0,25 bis 0,50 v. H. ab, ferner verloren Gedr. Junghans 1 v. H. auf 77,75, andererseits waren Stahlverein etwas höher mit 73 (72,50). Außerdem blieben Zellstoff Aschaffenburg zu 80 v. H. gesucht, Angebot lag nicht vor. Der Rentenmarkt lag völlig gefchäftslos, die ermäßigten Mittagskurse blieben unverändert. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 109,90, 6 v. H. Krupp Obi. 103,75, 4,5 Hess. Ldsbk. KO. R. 2,3 93, 5 v. H. Bulgar. Tabak 8,50, 4 v. H. Rumänen 4,85, 5 v. H. innere Mexikaner 5,40, 4 v. H. Gold von 1904 7,75, 4,5 v. H. Irrigation 7,40, Commerzbank 83,50, DD-Bank 82, Dresdner Bank 82,50, Reichsbank 175,50, Harpener 101, Rheinstahl 101.50, Stahlverein 73, AKU. 52,40, BMW. 116,50, Be- kula 133,50, Bemberg 100, IG. Chemie Basel volle 165, Contt Gummi 155,75, Scheideanstalt 213, Deutsche Linoleum 135,25, Licht & Kraft 132,50, IG. Farben 146,50 bis 146,40 bis 146,50, ©effürel 122,50, Goldschmidt 105, Holzmann 86,50, Junghans 77,75, Metallgesellschaft 110, Moenus 78, RWE. 129,50, Süddeutsche Zucker 196, Reichsbahn- Dorzugsaktien 123, Hapag 14,75. Frankfurter 06ff- und GemLIemarkk. Frankfurt a. M., 13. Dez. Trotz des Frostes blieben die Zufuhren an Gemüse mehr als ausreichend. Obwohl die Nachfrage ziemlich lebhaft war, verblieben Ueberftänbe in Karotten, Spinat und Feldsalat und einigen Wurzelgemüsen. Für Rosenkohl gaben die Preise etwas nach, sonst blieben sie unverändert. U. a. notierten: Blumenkohl St. 10—35, Steige 9—18 Stück 4,00—4,50 ital., Eska- rol 5—12, Feldsalat groß 25 bis 35, dto. klein (Mist- beet) 50—70, Gewürze! g. Bdl. 25—35, Karotten 3—5, gelbe Kartoffeln 3,40—3,60, Kohlrabi 4—6, Meerrettich 35—45, Rosenkohl 18—22, Rotkraut 5—8, Sellerie je n. Gr. 5—30, dto. 50 Kilo 8,00 bis 12,00, Spinat 10—12, Schwarzwurzeln 15—22, Teltower Rübchen 10—14, Haus-Tomaten 30—35, Freiland-Tomaten 10—12, Weißkraut 4V-—67z, Wirsing 4—9, Weiße Rüben 6—7, Zwiebeln 10 bis 117z. Am Obstmarkt blieben die Zufuhren allgemein gut. Beste Ware war gut gefragt, während Durchschnittsware bei leicht nachgebenden Preisen Ueber- stände verzeichnete. Goldparmänen la Auslese wurden bis zu 40,00 RM. per Zentner bezahlt. U. a. notierten Aepfel I 25—30, II 18—22, Wirt- schaftsäpfel 14—18, Goldparmänen 20—30, Luiken 18—22, Grau Renetten 20—25, Schafsnase 13—18, Apfelsinen blond 17—22 span., kernlos 20—28 span., Birnen I 22—25, II 18—20, Kochbirnen 13 bis 16, Mme. Berts 20—25, Haselnüsse 28—35 ital.. Mandarinen 20—25 span., Trauben, Steige ca. 20 Pfd. netto 7,00 Almeria, Walnüsse 35—45 ital., 30—35 rumän., 30 jugoslaw. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 13. Dez. Das etwas gestei- Gerte Angebot in deutschen Frischeiern findet schlank Aufnahme. In Kühlkauseiern hat das Angebot weiter nachgelassen, so daß der erhöhte Bedarf vor den Weihnachtsfeiertagen nicht immer voll befriedigt werden konnte. Man rechnet in den nächsten Tagen mit stärkeren Anlieferungen. Die Preise blieben bei lebhaftem Geschäft unverändert. Deutsche und ausländische Handelklasseneier: S 12,25 bis 12,50, A 11,50 bis 11,75, B 10,75 bis 11, C 9,75 bis 10, D 9,25 bis 9,75. Kühlhauseier: A 10,25 bis 10,50, B 9,50 bis 9,75, C 9 bis 9,25. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 13. Dez. Infolge der erhöhten Zuteilungen von Margarine hat sich die Lage am Buttermarkt leicht entspannt. Die angelieferten Mengen haben sich zwar noch nicht wesentlich verstärkt, immerhin konnte der Bedarf etwas reichlicher als bisher befriedigt werden. Außerdem rechnet man, daß für den noch anhaltenden Weihnachtsbedarf Sonderzuteilungen erfolgen werden. Bei lebhaftem Geschäft blieben die Preise unverändert. Deutsche Markenbutter 145 bis 148, deutsche feine Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molke- reibutter 142, Landbutter 125; Holländische Butter 145 bis 148. Die Preise verstehen sich für 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. als Großhandelspreis' an den Kleinhandel. Rundfunkprogramm. Sonntag, 15. Dezember. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9: Katholische Morgenfeier. 10: HJ.-Funk. 10.30: Chorgesang. 11.10: Bekenntnisse zur Zeit. 11.30: Olympisches Berlin. 12: Mittagskonzert: Opernkonzert. 13: Musik am Mittag. 14: Kinder- ftunbe. Kasperle auf dem Weihnachtsmarkt. Von Petra Albinger. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deutsche Scholle. Besuch einer bäuerlichen Werkschule. Ein Funkbericht. 16: Nette Sachen aus Köln. 18: HJ.-Funk. 18.30: Deutscher Advent (Ursendung). Vier musikalische Sätze von Anton Stingl nach altdeutschen Adventsliedern. 19: Südwestdeutsche Erzähler stellen sich vor. 19.15: Ewiger Struwwelpeter. Ein Buch um das Leben. 19.55: Sportbericht. 20: Großer Bunter Abend. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Sportspiegel des Sonntags. 22.45: Großer Bunter Abend. 24 bis 2: Nachtkonzert. Montag, 16. Dezember. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gyrnnasttk. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten. Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 15.45: Konzert. 16.30: Mitten im Advent. Eine Funkfolge mit Texten zeitgenössischer Dichter. 17: Nachmittagskonzert des Landesorchesters Gau Württemberg- Hohenzollern. 18.30: HJ.-Funk. Das Lied von der Treue! Hörfolge von Evi Diehl. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Aus deutscher Seele. Llldwig van Beethoven. 21.30: Vom Tage, vom heute gewesenen Tage. Eine Funkfolge vom Feierabend. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: Stegreiferzäylung. Von Dr. Paul Laven. 22.30: Kammermusik. Ludwig van Beethoven. 23.10: Orchestermusik von Jean Sibelius. 24 bis 2: Symphoniekonzert. Dienstag, 17. Dezember: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnasttk. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 8.45: Bauern funk. 10.15: Schulfunk. Deutsche auf Grenzwacht im Banat. Hörfolge von Horst Becker. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht: 50 Jahre deutsche Ernte! Aus einer Untersuchung über die Steigerung der Erträge. 15.15: Aus dem Leben der Frau. Gespräche in einer kleinen Stadt. Funkfolge. 16: Konzert. 1. Kompositionen von Albert Loesch. 2. Kompositionen von Bernhard Köhler. 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: „Der Turm brennt ..." Aus der Chronik des Frankfurter Domes. Kurzhörspiel von Karl Braun. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Das Erzgebirgische Reiterlein. Funkbericht von der Herstellung des Weihnachtsabzeichens des WHW. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation — Die Hermannsschlacht. Von Christtan Dietrich Grabbe. 21.15: Gehobenes Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.25: Vom Schauinsland: Sil. berbergwerf. 23: Musik zur späten Nacht. 24 bis 2 Uhr: Nachtkonzert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beichlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Aran.iur Ser..i Schluß» für« Schlugt. tUbcnb» bSrl- Schluß» tunt Schluß! Miiiag- bör-'e 'diu.n 12 12 13 12 12-12 13 12- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,5 100,13 100,5 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97 97,13 97 97 6%% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ublds.-Schuld mit 101,5 101,5 101,65 101,65 ÜluSlos.-Rechten ............. 110,25 109,9 110,25 109,9 4‘/t% Deutsche Reichöpostschahan Weisungen von 1934, I....... 100,13 100,13 100.5 100,5 6% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4Vi% cdcm.8% Hessische Landes bani Darmstadt Gold R. 12.... 97 — —— — 96,25 96,25 ___ — 5yt% ehem. 4Yt% Hess. Lande«. Hypothekenbank DarmstadlLioui 100,5 — — — 4*/,% chcm. 8% Darmst. Komm Landcöb.Goldschuidverkchr R.6 92,5 92,25 — Oberhellen Provinz-Anleihe mit Auslol.-Rechten ............ 116 116 116,5 117 Deutsche Komm. Cammelabl. An leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 112,1 —— 112,4 112,6 4y»%ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96,25 96,25 — — 6%% ehem. 4y2% Franks. Hyp. Bank-Liqu-Psandbriese.....'.. 100,85 100,9 - — &y2% ehern. 4'/,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ... 100,9 101 101 101 4y»% ehem. 8% Pr. Lande-pfand> briefanstaU, Pfandbriese R. 19 97 97 97 97 4y,% ehem. 7% Pr. Landespsand- brtesanst., Gold Komm. Cbl.VI 97 97 97 97 Steuergutsch.DerrechnungSk. 84-38 107,75 107,75 107,75 107,75 4% Oesterrelchische Goldrente... 28 — 27,13 27,75 4,20% Oesterreichische Silbenente 1,25 1,25 1,25 1,25 4% Ungarische Goldrente....... 9,3 9,25 9,3 9,3 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 #y2% desgl. von 1913.......... 9,2 9 9,1 9,13 9,25 9,13 9,3 9-2 6% abgest. Goldmexikaner von 99 13,5 13 13,5 13 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... ee» ■■ z anksurt a.ZDL Berlin Schluß« für« Schlug'. Abend» böri Schluß» fürs todiiuBt. Mittag» bör-e Oatum 12 12 13-12 12 12 13 12- 4% vesgl. Serie ll ........... — — — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 5,9 5,9 5,9 5,8 4y2%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 8,65 8,65 8,9 8.55 4% Rumänische vereinh. Rente - 4,85 4,85 4,8 4,8 2%% Anatolier ...... Hamburg-Amerika-Paket ..... 0 14,75 14,75 15 15 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 —— — 25 25 Norddeutscher Lloyd ......... 0 16,5 16,13 16.13 16,13 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 85 84 84.75 84.75 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 113 113 113.5 113 Commerz- und Privat-Bank ... O 83,75 83,5 83,75 83,5 Deutsche Bank und Disconto» GeseUschast................ 0 82,5 82 82,5 82 Dresdner Bank.............. 0 83 82,5 83 82,5 Reichsbank ................ lr 176,25 175,5 176 176 A.EG...................... 35 Bekula................... 10 134 13L5 134*25 35134 Elektr. LieferungSgeleUschaft... 5 110,25 109,25 110,5 109,5 Licht und Kraft ........... 6% 132,25 132,5 132,5 132,75 Fellen & Guilleaume......... 4 105,75 106,25 106 106.25 Gesellsch.f.Eiektr.Unternehmung 6 123 122,5 123,4 123 Rheinische Elektrizität ........ 6 126 124,75 126 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 129,25 129,5 129,65 130,4 Schubert & Co............... Siemens L Halske............ 7 164,5 163,5 163,25 164 Lahmeyer L Co.............. 7 120,5 120,5 120,5 120 Buderus .................. 4 94 93.5 93,25 93,25 Deutsche Erdöl ............. 4 104 113.75 103.75 104 Harpener.................. O 101 101 101 101,5 Hoesch Eisen—Köln-Reuessen . 3 80.9 80,25 79,75 80,25 Ilse Bergbau .............. 6 157 157 157,5 157 Ilse Bergbau Genüsse....... 6 125,5 125,75 125,25 125,75 Klöcknerwerkc ............. 8 78 77,75 78 78 Manneömann-Röhren....... 0 76,25 76,25 76,25 76,4 Sranffun a. Ul. 25erun Schluß» fürs Schluß!. Abend- börse Schluß» fürs Schluß!. Mittag« börie Datum 12 12. 13 12- 12-12 13-12- Mansfelder Bergbau....... .. 6 117,5 — 117,25 117 Kokswerke ................ .. 6 —- — 112,5 112,75 Rheinische Braunkohlen .... 13 210,5 210 210,5 210.5 Rheinstahl ................ .. 4 101,75 101,5 101,5 102 Bereinigte Stahlwerke...... .. O 72,25 72,65 72,25 72,5 Ctatii Minen ............. .. O 17,75 17,5 17,5 17,5 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 — —— — 124 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 — — 117,75 116,25 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% 186 185 186 185,5 I. G. Farben-Jndustrie..... Ccheideanstalt............. .. 7 146 146,5 146,4 146,75 .. 9 213 213 — — Goldschmidt .............. .. 5 104,75 105 104,75 105 Rütgerswerke ............. .. 6 — 110 111 110,75 Metallgesellschaft........... .. 4| 110,13 110 110,75 110,25 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... .. 4 86,25 86,5 86 86,75 .. 7 116,25 116 — Cementwerk Karlstadt....... .. 6 128 128 — Schultheis Patzenhofer..... .. 4 — 100,13 100,25 51 tu (Allgemeine Kunstseide) .. O 52,25 52,4 52,25 52,5 Bemberg................. .. 5 101 100 101 100 Zellstoff Waldhof .......... .. 5 115,75 115,25 115,25 115 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 78,25 80 78,5 79,5 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 120 119,9 Daimler Motoren.......... .. O 89 88,25 88.5 88,13 Deutsche Linoleum......... -. 8 137.25 135,25 136,65 134,5 Crenftcin & Koppel ........ .. O —— — 74 73,5 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 25 24.9 24,9 24,9 Cbade .................... ?7. 288 286 288.25 286.5 ülccuinnialoren-Fabrik...... 12 — —— 168,5 169 Eonti-Gummi............. 8 156 155,75 156,25 155,75 Sritzner........... .. O | 26,5 26 Wainlraftwerke Höchst a.M.. .. 4 87 87 - Süddeutscher Zucker....... . 10 1198,25 196 1 198 Devisenmarkt Berlin — - Frankfurt a.M. 12. Dezember 13. Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 35ricl Geld Dries Buenos Alre 0,680 0,684 0,680 0.684 Brüssel .... 41,87 41,95 41,91 41,99 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,66 54,76 54.69 54,79 Danz,g..... 46,80 46.90 46,80 46,90 London.... 12,24 12,27 12,245 12,275 Heljingfor» .. 5,395 5,405 5,395 5.405 t'ari» ..... 16,41 16,45 16,43 16,47 Holland ... 168,33 168,67 168,31 168,65 .Italien .... 19,98 20,02 19,98 20.02 Zaoan ..... 0,714 0,716 0,714 0,716 Zngoüawien 5,644 5,656 5,644 5.656 £«lo..... : 61,46 61,58 61.49 61.61 Wien...... 48,95 49,05 48.95 49,05 ifinabon ... 11,105 11,125 11,11 11,13 -tockholm.. 63,11 63,23 63,14 63,26 -chwetz ... 80,54 80,70 80,62 80,78 Lvanien... 34,02 34,08 34 02 34,08 ftaa...... 10,29 10,3 10,30 10,32 Budapest .. — 'ieuyork .. 2,486 2,490 2,486 2,490 Banknoten öeriu.,i3.Z)ejembtr • . । £>rn «merikannche Roten....... 2,438 2,458 Belgilche Roten........... 41,77 41,93 Dänische Roten .......... 54’50 54 72 Englische Roten .......... 12,21 12,25 Französische Roten........ 16.38 16,44 Holländische Roten........ 167,89 168,57 . Italienische Roten......... —— —— Norwegische Noten ....... 61,33 61,57 Deutsch Lesterreich, 4 1OO Schilling — — Rumänische Roten........ — Schwedische Noten........ 62,97 63,23 Schweizer Noten.......... 80,44 80,76 Spanische Noten.......... 33,66 33.80 Ungarische Noten......... —— s Bücher unter dem Weihnachtsbaum erlebten. Siebenundsiebzig und was — Werner Ber Geb. 5,80 Mark. Die Herzogin von Sagan —e. bestimmten. Die Geschichte eines jungen Mdchens —y— falten begann. 1935-36 AEG 1 üeutschlondmeister ♦ Weltmeister ♦ TI» AEG EG ; & 'M — Marie von Bunsen: Talleyrands Nichte, die Herzogin von Sagan. Mit 6 Bildtafeln. Preis in Leinen geb. 5,50 Mark. Deutsche Verlagsanstalt in Stuttgart. — (503) — Herzog Peter von Kurland, der vor der großen Katharina aus seinem baltischen „Gottesländchen" ins preußische Thronlehen Sagan hatte weichen müssen, hatte vier Töchter, die alle in der europäischen Gesellschaft um die Wende des 18. Jahrhunderts eine Rolle gespielt haben. Aber zu einer geschichtlichen Berühmtheit hat es nur die jüngste der vier „kurländischen Grazien" gebracht, von der in diesem Buch die Rede ist. Coopers ausgezeichnete Talleyrand-Biographie hat uns wieder ins Gedächtnis zurückgerufen, mit welchem Recht die Herzogin von Sagan als „Talleyrands Nichte" in die Geschichte eingegangen ist. Sie hatte aus reinen Nützlichkeitserwägungen den oberflächlichen und unbedeutenden Neffen des damals schon berühmten französischen Staatsmannes geheiratet, nachdem sich eine Ehe mit dem polnischen Fürsten Czartoryski, dem Busenfreund des Zaren Alexander, als unmöglich herausgestellt hatte. Die Ehe mit dem jungen Talleyrand blieb leer und bald trennten sich die Gatten gänzlich. Dorothea von Sagan fand für ihr nach Geist und Charme dürstendes Gemüt beim alternden Onkel Ersatz für das, was ihr der Neffe nicht hatte bieten können. Aber im Herzen des Vielgeliebten mußte sie erst die eigene Mutter verdrängen, um dann bis zu seinem Lebensende die erklärte Herrin seines Hauses und seiner Liebe zu sein. Im berühmten Pariser Hotel Talleyrands in der Rue St. Florentin und in dem schönen Schloß Valen^ay stand sie dem erlesenen Zirkel geistreicher Frauen und Männer vor, die Talleyrand namentlich in der Zeit seiner erzwungenen Untätigkeit während der bourbonischen Restauration um sich versammelte. Marie von Bunsen, selber aus altem Diplomaten-Geschlecht, hat aus der Schilderung dieser Jahre in ihrer Biographie Dorotheas ein kleines kulturgeschichtliches Kabinett- bandelt von der menschlichen Verbundenheit sieben ehemaliger Schulkameraden, die nach Jahren der Trennung in einem einsamen Waldgasthaus ein frohes Wiedersehn feiern und reihum die Erlebnisie austauschen, die ihrer frühen Jugend Inhalt und Richtung gaben und ihnen zum Schicksal wurden. Abwechjelungsreich und mannigfaltig sind die berichteten Ereignisse, Vie den Leser vom ersten Satz an in ihren Bann schlagen. Neben kurzen, von besinnlicher Heiterkeit erfüllten Anekdoten stehen die Schilderungen einiger düsterer und leidenschaftlicher Begebenheiten. Bund und abenteuerlich sind die vor uns ausgebreiteten Schicksale und ungewöhnlich die Menschen und Landschaften, die in ein« so echte und nur ihnen eigene Atmosphäre hineingestellt sind, daß man sie unmittelbar wahrzunehmen glaubt. Kräftig ist die Sprache, behaglich der Humor, beherrscht die Leidenschaft des siebenbürgischen Er- deutsche Luftfahrer erzählen. Mit 98 Bildern. 384 Seiten. Geb. 4,40 RM. C. Bertelsmann Verlag, GEISTER KLASSE Deutsche Erzähler. — Walter von Molo: Ein Deutscher ohne Deutschland. (Verlag Holle & Co., Berlin.) Preis geb. 5,80 Mark. — (324) — Der historische Roman Walter von Molos, der den Kampf Friedrich Lists gegen die deutsche Kleinstaaterei, für ein deutsches Eisenbahnwesen und deutsche Weltstellung schildert, erschien vor vier Jahren und hat seitdem beträchtliche Auflagen erlebt, so daß, nachdem sein Titel fast ein geflügeltes Wort geworden ist, über das Buch nichts weiter gesagt zu werden braucht. Es erscheint jetzt in neuer, handlicher und billiger Ausgabe, eben zu der Zeit, da Deutschland des hundertjährigen Bestehens seiner ersten Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth gedenkt. ~ ™ .Der Groß- Dann kommen die großen Fahrten, die Flugerpedi- tionen nach Afrika. Er reist mit Dr. Fancks Grönland-Expedition hinaus in die Arktis und rettet mit seinem Flugzeug Dr. Sorge aus dem ewigen Eis. Das alles und vieles andere erzählt Übet von seinem Leben. Er erzählt es, wie Soloaten sprechen, schlicht und ohne Schnörkel und mit einem sympathischen Zwingern in den Augenwinkeln, durch das er andeutet, daß er sich selbst gar nicht so furchtbar wichtig nimmt. So ist es ein ehrliches, tapferes und männliches Buch geworden. — Werner von Langsdorfs: Flieger zählers. — Hans Franck: Die Pilgerfahrt nach Lübeck. Eine Bach-Novelle. 93 Seiten. Holle & Co. Verlag, Berlin. — (415.) — Hier wird erzählt, wie der 20jährige Arnstädter Organist Johann Sebastian Bach im Herbst 1705 sich zu Fuß auf die 450 Kilometer weite Reise nach Lübeck machte, um dort den alten und berühmten Buxtehude Orgel spielen zu hören und sich zugleich als sein Nachfolger um die Organistenstelle zu St. Marien zu bewerben. Er gelangt auch nach zwölftägigem Marsch wahrhaftig ans Ziel, und die erste Begegnung des jungen Sebastian mit dem greisen Meister in der Marienkirche ist von solcher Art, daß sie beide einander erkennen, alsbald miteinander zu musizieren anfangen und Bachs Aufenthalt im Haufe Buxtehudes sich nach und nach viel länger hinzieht, als das Konsistorium in Arnstadt ihm für diese Reise Urlaub gegeben hat. Jedoch: so bedeutsam die „Pilgerfahrt" für den jungen Bach wie für den alten Buxtehude erscheinen muß, — aus der Lübecker Organistenstelle wird nichts, weil die Bewerbung mehrere Haken hat, und weil Bach sich nicht entschließen kann, „die achtundzwanzigjäh. rige Anna Margareta Burtehudin als Knochen- beilage in Kauf zu nehmen . Er kehrt also — nach beweglichem Abschied von seinen Lübecker Gast- und Musikfreunden — mit erheblicher Verspätung, abermals zu Fuß, ins Thüringische heim, wo er alsbald von seinem Gräflich Schwarzburgisch Arn- städtischen Konsistorio angeklagt und verhört wird wegen beträchtlicher Urlaubsüberschreitung, wegen seines mitllerweile „in Verwahrlosung geratenen" Orgelspieles und schließlich auch wegen Musizierenr in der Kirche mit einer „frembden Jungfer. Das ist zuviel für Johann Sebastian; er verläßt Arnstadt und hat das Glück, in Mühlhausen eine neue Stelle zu finden, wo er an der Kirch« Divi Blasii die „Kunst des Orgelschlagens" ausüben kann und auch sogar mit der „frembden Jungfer", nämlich seiner leibhaftigen Base Maria Barbara (die alles andere ist als „Knochenbeilage"), unter himmlischer Musik getraut wird. — Diese Geschichte ist von Hans Franck — den unsere Leser seit langem als Mitarbeiter im Feuilleton kennen und schätzen — in guter Manier, mit behaglicher Breite, nicht ohne Humor und Feingefühl erzählt: von einigen Wert- schweifigkeiten und sprachlichen Eigenwilligkeiten abgesehen, eine angenehme und nicht nur für musikalische Leser anregende Lektüre. ~-y— — Friede H. Kraz«: Deutsche Weihnacht. Fünf Erzählungen. Preis gebunden 1,10 Mark. Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh. — (540) — Fünf Erzählungen voll zarter Stimmung. Wenn drei Brüder zur verlassenen Schwester pilgern, wenn ein Kind im russischen Schnee seine letzte Christnacht erlebt oder gar der Wurzner den Heiland verbrennt und der Schwedensoldat die kleine papistische Madonna schlägt, — sie sind ja doch alle nur rauhe Hirten und Könige aus dem Morgenland, die demütig die Knie beugen vor dem mütter- lichen Geheimnis deutscher Weihenacht. neuen Beginn, — zur Arbeit in der Stille nach einer langen, unruhigen und im Grunde unbefriedigenden Wanderung zu den Wundern der Welt. (Hermann heißt dieser Jugendfreund, und es ist vielleicht nur ein Zufall, daß er den Nachnamen mit Anton Reiser, dem Helden eines berühmt gewordenen Romans aus dem 18. Jahrhundert gemein hat.) Wir können uns denken, daß mancher mit den oft grausamen Schicksalen dieser Anna Linde nicht recht fertig wird oder sich innerlich nicht einverstanden erklären kann; wir glauben auch, daß ein neuer und vielleicht wichtigerer Roman erst beginnen müßte, wo dieser abbricht und endet. Aber gewiß ist, daß der Lebens-Ausschnitt, der hier beschrieben wurde, gut geschrieben wurde, gescheit, geschickt und technisch sehr sicher, dabei, was wertvoller ist, aus einem erfreulichen Fundus menschlicher und künstlerischer Bildung, Einsicht, Reife und Lebenserfahrung heraus. Das rein Gegenständliche, das Gerüst und Gerippe der Fabel ist übrigens in einer Besprechung schneller und einfacher zu umreißen als das Drumherum und Nebenbei, auf das es der Erzählerin aber sehr anzukommen scheint; wir meinen nicht einmal die oft schwer überschaubare Fülle von Gesichtern und Gestalten, die den Roman bevölkern, und von denen viele, wenn nicht die meisten, undeutlich, schattenhaft oder nur mit ein paar Konturen eingeführt und also nicht immer leicht zu greifen sind. Der „Gang der Handlung" ist stark durchsetzt mit Gespräch und vor allem mit Reflexion, mit Betrachtungen, Empfindungen und einer gewissen „Moral", — wenn man das Wort in diesem Zusammenhang richtig verstehen will. Auch glauben wir beim Lesen zu spüren, daß das Buch aus einer künstlerischen Sphäre hervorging, in einem Malerhause entstanden ist, und wir freuen uns — neben anderm — an der Empfindlichkeit und Delikatesse, mit der gerade künstlerische Probleme dieser Entwicklung umschrieben und geschildert werden. Wie weit die Lebensgeschichte, über das eigentliche Thema hinaus, das einen einzigen jungen Menschen in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt nun auch ins Allgemeine sich ausweiten läßt dergestalt, daß in der Geschichte dieses einen zugleich die Geschichte aller oder doch vieler von uns sich spiegelt, die Entwicklung also einer ganzen Generation oder der bürgerlichen Gesellschaft vor dem Kriege, — das wagen wir nicht zu entscheiden: dies kann wohl nur von Lesern beurteilt werden, welche tiefer und bewußter in der Vorkriegswelt wurzeln als wir, deren Leben damals erst eben sich zu ent- könig „angekratzt" wird, oder dem unverwüstlichen Stamer eine Rakete unter der Sitzfläche schmort! Da spricht die große Leistung eines Transsibirienfluges und dann wieder der Stolz auf die Güte deutschen Materials. Da kommen sie zu Wort, die großen Kanonen der Vorkriegszeit: Süring, der Stratosphärenflieger im Freiballon, Kätchen Paulus als Fallschirmpilotin 1893 (besonders den älteren Frankfurtern noch gut bekannt) und manche andere. z)em Luftpassagier von heute machte noch nachträglich angst und bange werden, wie dies bei den „Zünftigen" manchmal zugegangen ist. Und wozu all die Namen der Nachkriegszeit nennen, die doch heute in aller Munde sind? Die Ozean-, Sport- und Transportflieger bis hin zum „Führer des Führers" Flugkapitän Bauer; nicht zu vergessen unsere Gütersloh. — (537) — Kein Fliegerlatöin, sondern. rers oiuyiupiiuii ou wahre Erlebnisse! Da wechselt Spannung mit Hu- jüngsten Segelflieger, mor, — etwa wenn Udet beim Filmen vom Wüsten-1 - tyrann und das _ Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (438) — Dies Buch ist die Geschichte eines Tyrannen der Renaissancezeit, der in souveräner Herrschaft ein Staatsgebilde lenkt. Ein Mord, dessen Geschehen im Dunkeln liegt, wird dem Leiter der Sicherheitsbehörde Nespoli zur Aufklärung anvertraut; er bürgt mit seinem Leben für die Aufdeckung des Verbrechens. Der entstehende Konflikt zwischen Leben und gestellter Aufgabe bringt eine ganze Stadt in Verwirrung. Ein undurchdringliches Labyrinth von Verdächtigungen, Versuchungen und Verwirrungen findet seine überraschende Lösung in dem Bekenntnis des Großtyrannen. Bergengruen hat in den Rahmen seiner svannenden Handlung die tiefsten Fragen menschlichen Daseins eingesponnen; die Fragen der Herrschaft, der Gerechtigkeit und der Sünde. In scharf geschliffenen Dialogen wird um ihren Inhalt, ihren Sinn und um den ihnen innewohnenden Wert gerungen. Sein Werk ist aber auch ein echtes Zeitgemälde der Renaissance. Ber- gengruens Gestalten tragen die schärfsten Kontraste in sich, die gante Fülle des Lebens der Renaissance. — Erwin Wi11stock: D i e Freundschaft von Kockelburg. Die Erlebnisse der Sieben. Leinen 5,50 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1935. — (374) — Dieses Buch — Francesco Petrarca: D i e Triumphe auf das Leben und den Tod der Monno Laura. Deutsch von Benno Geiger. 109 Seiten. Im Phaidon-Verlag, Wien, 1935. — (484) — Zu den berühmten und in der Weltliteratur verklärten Liebespaaren gehören der italienische Renaissance- Dichter Francesco Petrarca (1304—1374) und seine Madonna Laura. Ihr, die übrigens verheiratet und, wie es heißt, Mutter von elf Kindern war, sind die „Trionfi" gewidmet, ein Alterswerk Petrarcas, eine Dichtung in Terzinen, die sich in zwölf Kapitel und in sechs Motivkreise gegliedert: wir lesen hier vom Triumph der Liebe, der Keuschheit, des Todes, des Ruhmes, der Zeit und der Göttlichkeit; alle sechs zusammen aber waren als eine Einheit empfunden und im Stile der Zeit als Hymnus zum Preise der Geliebten gedacht. Diese Form wird dem heutigen Leser gewiß erstaunlich Vorkommen; er wird die große Terzinenfolge vielleicht ein wenig besser begreifen, wenn er am Ende der kurzen Einführung liest, wie diese Triumph-Gesänge gemeint und zu verstehen sind: „...So triumphiert die Liebe über den Menschen; die Keuschheit über bie Liebe; der Tod über beide; der Ruhm über den Tod; die Zeit über den Ruhm; die Göttlichkeit über die Zeit. Die Reihe dieser sechs Triumphe ist aber gleichzeitig ein einziger Triumph für Laura." Man sieht, es ist eine unserem Empfinden fremd gewordene, romantische und auch schon humanistische Welt, in welche die Dichtung Petrarcas einfuhrt; sie zu lesen, ist zweifellos auch heute noch von Reiz, ob- wohl die Lektüre nicht ganz einfach ist und beispielsweise recht eingehende Kenntnisse in der klassischen Mythologie voraussetzt. Den reinsten Genuß wird ohne Zweifel die Lektüre im Urtext vermitteln; die vorliegende Uebersetzung von Geiger bemüht sich — mit wechselndem Erfolg — um eine unserm Empfinden und Sprachgefühl entsprechende Eindeutschung, die dennoch das Original nicht vergewaltigt. — Die Abbildungen sind der florentini- schen Ausgabe von 1499 entnommen; die Gesamtausstattung des Bandes ist durchaus großzügig und vornehm. y stück gemacht. Ihm reiht sich ebenbürtig an die ungemein plastische Darstellung des Hoflebens im England Wilhelms IV., bei dem Talleyrand als Botschafter Ludwig Philipps beglaubigt war und als hoher Siebziger mit der Versöhnung des orleani- stischen Regimes mit dem revolutionsfeindlichen Europa sein diplomatisches Meisterstück vollbrachte. Es ist fast eine chronique scandaleuse, die hier Marie von Bunsen vom Hof von St. James unter dem letzten König des Hauses Hannover entwirft, aber sie trägt wie überhaupt das ganze Buch durch das geschickte Einflechten von Zitaten aus zeitgenössischen Briefen, Tagebüchern und Memoiren den Stempel quellenmäßig gut belegter Echtheit. Nach Talleyrands Tod fließt Dorotheas Leben in ruhigere Bahnen. Nur einmal noch erfüllt eine große Liebe ihr Herz. Fürst Felix Lichnowsky, der liberale Aristokrat, in der Politik wie in der Liebe gleich temperamentvoll und vielseitig, erobert sich einen festen Platz im Herzen Dorotheas. Doch ein schrecklicher Tod unter den Flintenschüssen eines aufgehetzten Pöbelhaufens in Frankfurt macht diesem Verhältnis ein schnelles Ende. Dorothea verbringt den Rest ihrer Tage in dem herrlichen Besitz ihres Thronlehens Sagan, im Winter führt sie in Berlin ein großes Haus, auch zu dem geistreichen Friedrich Wilhelm IV., einem Freund ihrer frühesten Kindheit, ist sie wieder in engere Beziehungen getreten, später verband sie Freundschaft mit der Prinzessin Augusta von Weimar, der ersten deutschen Kaiserin. So wenig wie ihr die Ehe jemals etwas hatte sein können, so herzlich war ihre Zuneigung zu Kindern und Enkeln, in deren Kreis sie ihren Lebensabend zubrachte. Man wird das Buch Marie von Bunsens aus der Hand legen, bereichert um ein Stück interessanter Kulturgeschichte des vergangenen Jahrhunderts und um den Einblick in die große Welt einer Epoche, in der schöne und geistvolle Frauen vielleicht zum letzten Mal in der Geschichte den Charakter der politischen „Salons" Heue und alle Gedichte. — AlmanachderDame. Zweite Folge aus- erwählter Gedichte. 86 Seiten. Gebunden 2 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin. — (553) — Wir haben über das Ergebnis des diesjährigen Lyrik-Preis- ausschreibens der „Dame" im November bereits berichtet. In dem dieser Tage erschienenen Almanach wird nun die Ernte gesichtet und gesammelt: von den rund zehntausend Gedichten, die auf Bewerbung eingereicht worden waren, sind hier fünfzig der besten ausgewählt und der Öffentlichkeit übergeben worden; darunter befinden sich die preisge- frönten und auch einige außerhalb des Wettbewerbs eingereichte. „Sie treten", wie das Geleitwort sagt, „jo gesammelt, nicht mit dem Anspruch auf, ein erschöpfendes Bild vom gegenwärtigen Stand deutscher Lyrik zu vermitteln. Aber sie können doch als bedeutungsvoller Teil in diesem Bild mit dazu beitragen, den nie verlierbaren Reichtum tiefen Gefühls, feelrfcher Erlebnisbereitschaft und Hingabefähigkeit, der gerade in der lyrischen Dichtung unfern Zeit und unseres Volkes sich offenbart, ... sichtbar zu machen ..." Das ist gelungen, und es darf wohl auch als erwiesen gelten, daß der bei der zweiten Ausschreibung unternommene Versuch geglückt ist, durch die Hervorkehrung bestimmter Themengruppen oder Motiokreise ohne Zwang die allgemeine Richtung zu weisen und gewisse Anregungen zu vermitteln. Das Ergebnis spiegelt sich deutlich genug in den einzelnen Abschnitten des Almanachs: Weltgefühl — An die Heimat — Lieder der Liebe — Landschaft und Jahreszeiten — Arbeit und Gemeinschaft. Das Register bringt recht aufschlußreiche, kurze Angaben über die landschaftliche Herkunft und die generationsmäßige Zugehörigkeit der Dichter und Dichterinnen; die jüngste von diesen ist die erst 1918 in Berlin geborene Unterprirnane- rin Susanne Harich. Und auch sonst ist das Bild von erfreulicher Vielfalt der Begabungen, Kräfte und Temperamente; das kleine Buch vereinigt angesehene und gesicherte Namen wie Bergengruen, Britting, Bröger, Claudius, Kasack, Pleyer, Schnack und von der Dring mit denen der Jungen, eben Bekanntgewordenen oder noch Unbekannten. Die Leser des Feuilletons werden in diesem Almanach manchen unserer Mitarbeiter wiederfinden und begrüßen. Uebrigens ist der kleine Band verlegerisch mit soviel Siebe und Geschmack ausgestattet, daß er sich, wohlfeil wie er ist, als ein apartes und anmutiges Weihnachtsgeschenk schon äußerlich empfiehlt. — Editha Klipstein: Anna Linde. Roman. 468 Seiten. Ganzleinen 6,80 Mark H. Goverts Verlag, Hamburg 1935 — Edttha Klip- stein, die Gemahlin des in Laubach lebenden, geschätzten Malers und Graphikers, von der uns bisher nur hier und da Aufsätze und Abhandlungen literarischen Charakters zu Gesicht gekommen sind, legt mit diesem Roman ein erstes großes Werk vor, ein Buch, das nach Umfang und Inhalt gewichtig und anspruchsvoll genannt werden muß. Es ist, das sei gleich gesagt, keine leichte Lektüre, eine anspruchsvolle vielmehr, die allerhand voraus- ictzt, sich an ernsthafte und zum Nachdenken bereite Leser wendet und diese zur Auseinandersetzung zwingt. Das Thema des Buches wird von jeder- mann, der in literarischen Dingen ein wenig Bescheid weiß, ein männliches Thema genannt werden; und obwohl ber Roman, wie an vielen Einzel- heUen untrüglich zu spüren wäre, aus einer weiblichen Hanb kommt, jo barf man hinzufügen, baß eine Fabel wie diese, an der sonst Männer sich zu erproben und zu bewähren pflegten, mit einer bis zuletzt erstaunlich gleichbleibenben Kraft ber Ueber- schau und ber Gestaltung gegliebert unb bewältigt würbe. „Anna Linbe" ist bie Geschichte eines jungen Mädchens, und zwar, um das Stichwort zu bringen, ein Erziehunas- und Entwicklungsroman; die Geschichte eines Lebens ober eines Lebensbeginns, ber Bericht von einer Menschwerbung. Anna Linbe ist bie Enkelin eines liebenswürdigen, alten Pfarrers, Abkömmling eines guten, bürgerlichen, beutschen Hauses vor bem Kriege, über den Durchschnitt begabt, aufgeschlossen unb nachdenklich, welt- unb lebenshungrig, in allem, was sie benkt, tut unb empfinbet, ganz sie selbst, eine unfertige kleine Person (Persönlichkeit soll sie erst werden), mit vielen guten Anlagen und natürlich auch vielen Schwächen. Den Weg der Anna Linde verfolgen wir nun an der Hand ber Erzählerin: einen Weg zu sich selbst, zum Sinn ihres Lebens, unb wie es nicht anders fein kann, führt dieser Weg über Höhen unb Tiefen, bis wir mit ber Heldin ans Ziel ober an ein vorläufiges Enbe, also zu einem neuen Anfang gelangen Denn siehe, ber Weg die- jcs Mädchens zu sich selbst ist ein einziger, großer Umweg; es bleibt ihr nichts erspart, sie scheitert mit ihrer Kunst, an ihrer Ehe, ja an den meisten Menschen, bie sie auf ihrem Wege begleiten ober ihn kreuzen; nur einer, ein Jugenbsreunb, welcher ber rechte Begleiter für immer gewesen märe unb auch hätte sein können, zwingt sie burch sein einfaches Da-sein, burch sein unaufbringliches Vorbllb unb die unangreifbare innere Geschlossenheit seines Wesens zu einem neuen Lebenswillen unb zu einem ♦ Europameister - Zwei Flieaerbücher. — Ernst Udet: Mein Fliegerleben. 184 Seiten, mit 80 Bildern. Ganzleinen 4,80 RM., broschiert 3,50 RM. Verlag Ullstein, Berlin — (523) — „Ueber uns — die Fliegerei!" war das Gesetz, unter bem er angetreten, unb „lieber mir — bie Fliegerei!" ist noch heute Ubets Wahlspruch. 1907 baut der Elfjährige seine ersten Flugzeugmobelle, zwei Jahre später grünbet er mit Gleichaltrigen ben „Aero-Club München 1909" unb springt in Nie- deraschau mit einem von ihm selbst konstruierten Gleitflieger zwei Meter hoch in bie Luft unb fallt zum Jubel der bayerischen Dorfjugend auf die Nase. In den ersten Tagen des Weltkrieges tritt er als freiwilliger Motorradfahrer ein, ein Jahr darauf ist er bei ben Fliegern, zwei Jahre später hat er den „Pour le merite", unb am Enbe des großen Völkerringens ist er der erfolgreichste überlebende Kriegsflieger, „as des as", den Besten der Besten von allen Deutschen nennen ihn die Franzosen. Die Revolution zerschlägt ihm alles, aber er kapituliert nicht. 1920 befliegt er die erste Luftpoststrecke München—Wien unb legt ben Grunbstein für ben Udet- - Flugzeugbau-München, bem wir unter anberem bas beste beutsche Schulflugzeug, ben „Flamingo" verdanken. Mit wenigen Jnflationsmark in ber Tasche fährt er für seine Firma hinüber nach Südamerika. 3 "WWW Giefeen Neuenweg 10 Denlsches Roles Kreoz, Sanilätskolonne Gießen IQualitäts-Möbel nur vom Fachmann 7280D 7278V Wärmestube 2.75 2.95 3.50 Der Kolonnenfttbrer. eröffnet. sehr preiswert 1.65 ab 69 ab 16.— 7139 A 7229 A CÄRLIMOWACK früher: Haus der Handarbeit 7215 A GIESSEN SELTERSWEG 81 Gebt Kahl, Kohlenhandlung ©earünbet 1870 Lelevlwn 2287 Praktische preis werteWefii^dii^aben! 731OD Berthold Kühne RKafi^VkuM Kreuzplatz 15 Kreuzplatz 15 Seit 185 Jahren Textilhaus 7260 D 5)yx. (ilber-tonnkg^w bei .Eß JNHABER: CARL HEINZ SCHLÜTER Werbe-Drucksachen bei Brllhl. 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