185. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Nr. 240 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, 14. Oktober 1935 A G r an3Ci9‘" ”Ä: gamÄtt« 4 Ak Ä ▲▲ jA AA AA Ak A ▲ jA A A| bisS-LuDrbcÄutag" Heimat im Bild Die Scholle ffl IVk H 1 WWT ■■ W M Ml M A ■ Grundpreise für 1 mm hohe Monatr-Vezugrpreis: B H W ■ WJF HÄ BF ■ ■ ST ■ J | G RI I ■ für Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 ■ W W ■ Bk IhV B B Br B Jf B B B B H B Br B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte „ 1.80 K ■ Bk ■ H W H Wk H A. JM ■ W MA Wk H W ■ anzeigen von 70mm Breite Zustellgebühr .. „ -.25 W W B B W W 50 Rpf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ” ■ ■ ^F ■ ▼ ^F ^F ^F ▼ ■ ” W ^F ” ”^H ^F ^F vorh.Bereinbg.25°/o mehr. KF V ccitot. erunbprdfc: -ZZL Seneral-Anzeiger für ©berljcffen MW Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6 Rpf. Stonifnrt am Main liess Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr Such- und Steindruckerei «.Lauge in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel B Die Hitlerjugend Hessen-Aaffaus vor dem ReichsjugendWrer. Zwanzigtausend Jungen und Mädels marschieren in Limburg auf.—Ein großer Tag der Gtaatsjugend Heffen-Naffaus. 9. November wieder erstehe, in dem sie mächtig waren. Das Werk, das der Führer begonnen hat, ruht auf eueren Schultern, und auf euch kommt es an, ob dieses Werk für alle Ewigkeit Bestand hat. Und ihr müßt euch auch nun verpflichtet fühlen, daß das ungeheuere Opfer, das nicht nur in den Toten des Krieges und der Bewegung besteht, nicht vergeblich gebracht worden ist. Ihr müßt in den Opfern eurer Eltern für euch, eurer Vorkämpfer in der Bewegung eine Verpflichtung sehen, die euch zwingt, denselben Weg zu gehen, den sie einst gegangen sind. Diese Pflicht ist euer heroisches Schicksal. Ihr werdet einst von denen, die nach euch kommen, danach gemessen werden, ob ihr die Kraft hattet, auch im Letzten einig M sein. Es ist das Vertrauen, das das ganze Deutschland zu euch hat, das Vertrauen eines anständigen und guten Deutschland, das durch die nationalsozialistische Bewegung verkörpert wird, daß ihr niemals die Erwartungen enttäuscht, mit denen die ganze altere Generation auf euch schaut, und daß ihr nie die Pflicht verletzt, die in jenen 21 Treue heute und immerdar? Oer Oberbefehlshaber des Heeres weiht das Bremer Ehrenmal. Limburg, 14. Okt. (Eigenbericht.) Hitlerjugend, Jungvolkjungen und BDM.-Mädels marschierten gestern in Limburg, sie bekannten sich erneut und eindrucksvoll zum Führer und zur Nation und jubelten dabei ihrem Reichsjugendführer zu, der nach Limburg kam, um in wegweisenden Worten zur Staatsjugend unseres Gebiets zu sprechen. Dem Tag von Limburg ging ein großartiges Flammenzeichen voraus, in dem die Sinnrichtung unserer Jugend zum Großen und Erhabenen eindeutig zum Ausdruck kam. Um 21 Uhr am Samstagabend brannten im Umkreis von 2 Kilometer um die Stadt Feuer auf, und von diesem Kreise aus liefen Lichtlinien sternförmig in das Land, so daß sich von hochgelegenen Punkten aus ein großartiger Anblick bot. Schon in den frühen Morgenstunden klang dann in den flaggengeschmückten Straßen und Gassen der alten Stadt überall der Marschtritt der Hitler- Jugend, der Pimpfe, der Mädels, die mit der Eisenbahn, zu Fuß und auf Kraftfahrzeugen an- kamen. Um die Mittagsstunde waren 20 000 Jungen und Mädels in der Stadt, sie sammelten sich an verschiedenen Punkten, um dann von dort aus in geschlossenen Kolonnen zum Platz der Kundgebung, zum Eduard-Horn-Park zu marschieren. Exakt und pünktlich vollzog sich der Aufmarsch: zur festgesetzten Stunde füllte eine riesige Heerschar der Staatsjugend den herrlichen Wiesenplan im waldumrandeten Talkessel. Masten mit großen Fahnen der HI. umrahmten das Feld, die Farben Rot und Weiß hoben sich leuchtend vom Grün der umgebenden Natur ab. Im Blickpunkt des Platzes war in schöner Harmonie mit der Umgebung ein interessanter, fast burgenartig gestalteter "Aufbau geschaffen worden, eine große Balustrade für den Spielmanns- und Fanfarenzug der Pimpfe und ein Kommandoturm. Der Aufbau bestand durchweg aus ungeschälten Stangen wie sie der Wald gab und selbst die Hoheitsabzeichen waren aus dem gleichen natürlichen Material geschaffen worden. So kam auch in diesem Bauwerk in starkem Maße die von der Hitler-Jugend erstrebte Bodenständigkeit zum Ausdruck. Hoch über dem Talkessel hatte auf einem Felsen eine Fahnengruppe Aufstellung genommen, die im Blickpunkt aller stand unb. so sinnfällig immer wieder daran erinnerte: die Fahne ist mehr als der Tod! Geduldig harrte die Jugend nun der Ankunft ihres Führer, der gegen 14.30 Uhr erschien, begleitet von dem Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, dem Gauarbeitsführer F a a tz unb dem Stab der Reichsjugendführung. Kaum wurden die Versammelten des Reichsjugendführers ansichtig, da brach ein Jubel los, den kein Kommando bannen konnte. Immer wieder klangen Heilrufe auf. Das „Heil Kameraden!" des Reichsjugendführers und sein „Heil Kameradinnen!" fanden ein brausendes Echo. Nachdem dem Reichsjugendführer die angetretene Jugend gemeldet war und nachdem er die Reihen der Staatsjugend auf dem Weg zu den Tribünen der Ehrengäste durchschritten und dann mit dem Gauleiter Platz genommen hatte, fand zunächst eine würdige Feier zur Ehre der im Kampfe für Deutschland Befreiung gefallenen Hitler-Jungen statt. Das gesprochene Wort, das Wort im Sprechchor, volles wuchtiges Orgelspiel in getragenem Rhythmus und ernster Melodie, Fanfarenrufe, Trommelwirbel und die Mitwirkung der 20 000 — das alles klang zu einem Eindruck zusammen, dem sich niemand der Teilnehmer an dieser Feier entziehen konnte. Einzigartig schön die von Orgelspiel untermalte Verlesung der Namen der Gefallenen der Hitlerjugend! — Anschließend gelangte ein symbolisches Chorspiel zur Aufführung, das in einem Bekenntnis zu Führer, Volk und Vaterland ausklang. So wie die vielen Tausenden von Jungens und Mädels, so verfolgte auch der Reichsjugendführer die Darbietung mit ge- fponnter Aufmerksamkeit. Anschließend sprach der Reichsjugcndführer Baldur von Schirach. Bremen, 13. Okt. (DNB.) Das Bremer Ehrenmal für die im Weltkrieg und in der Nachkriegszeit für ihr Vaterland gefallenen Helden ist am Sonntag in feierlicher Weise eingeweiht worden im Beisein des Oberbefehlshabers des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, des regierenden Bürgermeisters H e i d e r , des Bremer Senats, sowie von Vertretern der Wehrmacht, der Bewegung und der Behörden. Das Denkmal, das auf der noch über dem Osterdeich und die Wasser sich erhebenden Altmannhöhe steht, ist den 10 000 gefallenen Bremern geweiht. Vor der eigentlichen Einweihungsfeier hielt im Bremer Dom Landesbischof Lic. Dr. Weidemann einen Gottesdienst ab. Auf dem Osterdeich hatten je eine Ehrenkompanie der Wehrmacht, der Kriegsmarine und der Landespolizei neben einem Ehrensturm der SA. Aufstellung genommen. Heber dem Ehrenmal kreiste eine Flugzeugstaffel. Regierender Bürgermeister H e i d e r gedachte mit bewegten Worten der Gefallenen des Weltkrieges, den 10 000 gefallenen Bremer Söhnen, derer, die Bremen vom roten Terror befreiten und der Kämpfer für das Dritte Reich. Ihnen allen, die fielen, sei dieses Denkmal gesetzt. Sodann sprach Landesbischof Weidemann das Vaterunser, worauf die Musik die Weise vom guten Kameraden anstimmte. Der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie, Freiherr von Fritfch, gab feiner Freude Ausdruck, diese Weihestunde mit- erleben zu können. Dieses Ehrenmal sei geweiht den gefallenen Söbnen einer Stadt, die unser aller Brüder roareif. So, wie sie gelitten und ge^ stritten, so hätten viele Tausende als Freikorpsmänner und als zielbewußte Kämpfer der Bewegung gehandelt. Alle hätten für ein großes Ziel gestritten: für ein großes, einiges und sauberes Deutschland. Dieses Ziel werde immer auch unser Ziel bleiben. In der Nacht der deutschen Hoffnungslosigkeit seien zwei Lichter aufgestiegen, das stahlharte Wollen d.er deut- s ch e n Freiheitskämpfer, die sich um die Fahne eines Mannes scharten, und das stille und verbissene Ringen der deutschen Armee um die Erhaltung echten deutschen Soldatentums. Der große Feldherr Hindenburg habe uns hier den Weg zur deutschen Pflicht gewiesen. So seien diese beiden Lichter zu einem beruht, die heute nicht unter uns stehen können, weil sie sich opfern mußten im Kampf um das, was heute hier Gestatt gefunden hat. Ich sage euch diese ernsten Worte, meine Kameraden und Kameradinnen, weil wir ja nicht nur eine Jugend der Fröhlichkeit sind, eine Jugend, die sich bewußt ist ihrer wunderbaren Gemeinschaft und des freien Lebens, das sie heute führen darf, sondern weil wir auch eine Jugend sino, die eine große Tradition zu erfüllen hat, von der Gewaltiges erwartet wird. Ihr habt euch dieser Fahne angelobt, und ihr wollt, lieber zugrunde gehen, als diese Fahne verlieren. In diesem Geiste kämpfen wir, die Jugend des ganzen Deutschen Reiches, für den Führer aller Deutschen. In diesem Geiste sind wir entschlossen, alles auf uns zu nehmen, wie einst, wenn wir nur in Ehren vor der deutschen Geschichte bestehen können. Wir bekennen das als eine Jugend, der Deutschland höher steht als alles andere. Und wir bekennen es, indem wir an den Mann denken, dessen Namen wir tragen. Wer Adolf Hitler dient, dient Deutschland. Wer Deutschland dient, dient Gott! Adolf Hitler Sieg- Heil! Sieg-Heil! Sieg-Heil! Mit dem Liede der Jugend: „Vorwärts, vorwärts", fand die große Kundgebung ihr Ende. Den Abschluß des Tages bildete der Vorbeimarsch des BDM., des Jungvolks und der Hitler-Jugend auf dem Adolf-Hitler-Platz, der von einer riesigen Menschenmenge umlagert war. Begeistert marschierte die Jugend vor dem Reichsjugendführer und bewies ihm durch ihr geschloffenes und diszipliniertes Auftreten, daß sie unerschütterlich und treu zum Führer Adolf Hitler, zur Bewegung und zum Vaterlande steht. einzigen geworden und seien, angefacht durch bi Willen Abolf Hitlers, schließlich zu einer gro* ßen Flamme geworben. Unsere Verpflichtung sei es, im Angesicht bieses Ehrenmals bafür zu sorgen, baß biese Flamme niemals roteber erlösche. Wir wollen, so schloß General von Fritsch, auf bem Wege unserer Kameraben weiterschrei- t e n. Wir danken ihnen aus heißem Herzen und danken dem Manne, der die Flamme der deutschen Einigkeit entfacht hat. Wir geloben ihm im Gedenken an unsere Kameraden unverbrüchliche Treue heute und immerdar. Der Schöpfer der neuen Einheit, der Begründer der neuen Wehrmacht und unser deutsches Vaterland: Sieg- Heil! Begeistert stimmten die Teilnehmer der Feier in den Ruf ein. Von Tausenden gesungen erklang das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied. Darauf wurden von zahlreichen Organisationen und Abordnungen Kränze an dem Ehrenmal niedergelegt. Oer gesteigerte Postverkehr. Gleich den Einnahmen der Reichsbahn sind auch die der Poft ein wichtiger Maßstab für die gesamtwirtschaftliche Konjunktur. Je größer die Umsätze und Erträge der Wirtschaft sind, desto mehr steigert sich der Postverkehr. Aus dem Bericht der Reichspost für das Rechnungsjahr 1934/35 ergibt sich nun, daß der Postverkehr auf fast allen Gebieten bedeutende Fortschritte gemacht bat Der Briefversand ist um 1,1 v. H., der Paketversand um 4,6 v. H. gegenüber dem Vorjahre gestiegen. Die Zahl der Gespräche im Fernsprechverkehr hat um 5,2 Prozent zugenommen, die Zahl der aufgegebenen Postanweisungen hat sich um 4 v. H. erhöht. Eine Ausnahme bilden nur der Telegrammverkehr, der um 5,7 v. H. zurückgegangen ist, sowie der Versand von Nachnahmen und Postaufträgen, der ebenfalls eine kleine Verminderung aufweist. Dagegen hat sich der Postscheckverkehr in besonders erfreulichem Maßstabe belebt. Die Zahl der Buchungen hat um 9,7 v. H., der gesamte Betrag, der bewegt worden ist, sogar um 17,9 v. H. zugenommen. Der Kraftpostverkehr hat sich ebenfalls günstig entwickelt. Die Zahl der von der Kraftpost beförderten Personen stieg von 59,8 auf 65 Millionen. Die Zahl der Rundfunk teilnehmer erhöht sich ständig. Kurz, der allgemeine Aufstieg der deutschen Wirt- ! schäft ist der Reichspost auf den wichtigsten Gebieten ihrer Tätigkeit in befriedigendem zugute gekommen. Die Betriebseinnahmen sind um mehr als 20 Millionen Mark auf insgesamt rund 1,66 Milliarden Mark gestiegen. Der ausgewiesene V e r- l u ft, der wesentlich auf die umfangreiche Beteiligung der Reichspost an der Arbeitsbeschaffungsaktion der Reichsregierung zurückzuführen ist, hat sich von 222 Millionen Mark im Vorjahr diesmal auf 26,6 Millionen Mark vermindert. Dabei sind aber 150,7 Millionen' Mark an das Reich abgeführt worden, so daß in Wirklichkeit überhaupt kein Ver- ' lüft, sondern ein Gewinn erzielt worden ist. Was das bedeutet, läßt sich nur dann richtig beurteilen, wenn man in Betracht zieht, daß die Reichspost zum Zwecke der Ankurbelung der Wirtschaft im Zuge des allgemeinen Belebungsprogramms der Reichsregierung bedeutende Tarii- j e n k u n g e n durchgeführt hat. Diese sind durch die Verkehrszunahme voll ausgeglichen worden. Das Vorgehen hat sich also als nützlich und richtig erwiesen. Denn es hat durch Stärkung der Wirtschaft eine Derkehrszunahme erzielt, deren Erträge die von der Reichspost gebrachten Opfer aufgewogen Haden. Die im Zusammenwirken mit der Reichsregierung erreichte Gesundung der deutschen Wirt- schast hat auch die Finanzen der Reichspost gesünder gemacht. Der Reichsjugendsöhrer spricht zur Lugend Hessen-Nassaus. Wenn wir uns hier zu einer schlichten Feierstunde zusammengefunden haben, dann wollen wir uns in dieser Stünde das Gelöbnis geben, daß wir niemals mehr die Wiederkehr einer Zeit der Ehrlosigkeit, der Schande, des Kampfes aller gegen alle, die Zeit der Hoffnungslosigkeit und grenzenlosen Not dulden wollen, und daß wir entschlossen und rücksichtlos dafür eintreten wollen, daß der Geist der jungen Gemeinschaft, der hier in unseren jüngsten Pimpfe lebt, der Gei st der ganzen Nation werde, und daß die Einigkeit, die hier in diesem Aufmarsch zum Ausdruck kommt, künftig Deutschland sei. So wie hier heute auf diesem Platz eine Jugend zusammensteht, die weder katholisch noch protestantisch ist, sondern e i n- s a ch deutsch, so wird einmal ein ganzes Volk zusammenstehen. Man wirft uns vor, wenn wir solches wollten, bann seien wir gottlos, seien Feinde der Vorsehung und seien damit eine Jugend ohne alle Zucht. Wir alle wissen, wir stehen nicht hier um g e g e n Gott zu kämpfen, sondern wir sind hier angetreten, weil wir meinen, damit den W l l- len Gottes zu erfüllen. Gott hat nicht befohlen „deutsche Jugend gehe hinein in die konfessionellen Verbände und kämpfe gegen Adolf Hitler und somit gegen das deutsche Volk", sondern Gott hat uns^ befohlen: „Steht zusammen, kämpft für Adolf Hitler, kämpft für unser deutsches Vaterlos. Und wenn ihr das tut, dann erfüllt ihr meinen Willen. Mr haben nichts anderes gewollt und wollen auch in Zukunft nicht anderes, als aus dieser Jugend eine Gemeinschaft ohne arm und reich zu machen, eine Gemeinschaft des Nationalsozialismus im höchsten Sinne. Wir wissen, daß es die geschichtliche Aufgabe der deutschen Jugend ist, eine Gemeinschaft zu sein, die nichts mehr zu trennen vermag. Und wir verstehen den Appell unseres Führers, der von uns verlangt, daß wir alle die zusammenführen, die einst gegeneinander gestanden haben. Und wir verstehen es, wenn der Führer von uns verlangt, dah wir diesen seinen Willen durchführen. Und wenn man uns vorwirft, es ist dieses Werk der Einigung noch nicht vollendet — doch, meine Kameraden und Kameradinnen, die besten der deutschen Jugend, sie haben sich uns angeschlossen. Und in dieser Jugend gibt es dies alles nicht mehr, was einst war, diesen Standesdünkel und dieses Proletariertum auf der anderen Seite — diese Überheblichkeit des Besitzes und diese grenzenlose Not der Besitzlosen. Nicht mehr diese Jugend, die auf der einen Seite in Fetzen, auf der anderen Seite in kostbare Gewänder gehüllt ist. Hier trägt alles d i e gleiche Tracht, hier ist alles in einer einzigen Uniform. Wenn selbst die Kanzeln mißbraucht werden, um diese Einigkeit zu zerstören, dann denkt daran, daß auch ihr Prediger seid, und daß auch ihr Verkünder seid des ewigen Willens. Aber es ist schon so,, sie wollen nicht, daß Deutschland einig wird. Sie wollen ihre Sonderinteressen über das Wohl der Nation setzen. Sie wollen, daß das Deutschland des Kampfes für Ehre unb Freiheit zerfalle unb zerbreche, bamit jenes erlogene Deutschland von einst, das Deutschland des ,r Blick über den Platz der Kunbgeoung nn Eouard-Horn-Park zu Limburg. 20 000 Jungen und Mädel Horen den Reichsjugendführer. (Aufnahmen [2]: Neunel Gießener Anzeiger.) WWW W Ä< 1 > M FS/iX «• l W r> ^ffM YM MO UM *i $ ÄL Das Reichslust fahrtministerium in Berlin im mit folgenden Worten: erfchütterlich sein wie unser Wille ist, dem Vaterland zu dienen, damit es ein Volk der Stärke, eine Nation der Ehre und ein Reich der Herrlichkeit bleibe". Mit einem Spruch des Baumeisters und des Poliers wurde der Festakt in der Säulenhalle Michstnnenminister Dr. Frick spricht in Saarbrücken und Trier. und tapfer Hamstern. Das ist überall das gleiche. Wenn sich vorübergehende Schwierigkeiten ergeben sollten, so haben wir unseren Führer, der weiß, daß die Schwierigkeiten, die kommen können, nicht größer sein können, als der Wille und die Kraft, sie zu überwinden. steht, dann muß das Volk, die Gefolgschaft, st a r sein. (Jubelnde begeisterte Zubedeuten die kleinen, alltäglichen Ministerpräsident Goring in Weißenfels Weihe der Kampfbahn »Karl ©Bring". Trachten, die Elektriker, Glaser, Maler, Steinmetze, die Arbeiter der Beton- und Eisenbetonfirmen und die Bauarbeiter mit ihren Polieren. Als die 5000 m den festlich geschmückten Sportpalast einzogen, begrüßte sie die Kapelle mit flotten Marschwelsen. Bald durchzog der Duft von Sauerkohl und Eisbein den weiten Saal. Um 6.30 Uhr erschienen die Reichs- Minister Göring und D a r r 6, mit stürmischem Jubel begrüßt. Der saarländische Weißputzer Jacob Kind sprach der Bauleitung im Namen der Gefolgschaft aller Firmen seinen Dank für diesen Richtschmaus aus. Er trank auf das Wohl des gesamten deutschen Volkes und des Führers. Der Bauherr, General Göring, sprach seinen Dank aus an je- den, der an diesem Neubau seine Hand geregt hat. Großer Jubel brach aus, als er bekanntgab, daß zu der bereits verteilten Rauchportion noch 30 000 Zigarren und 50 000 Zigaretten zur Verteilung kommen werden. Der Trinkspruch des Ministers klang aus in den Worten: „Ich trinke auf das Wohl Eurer Arbeit und Eurer Gesundheit; dem Bau und seiner Arbeiterschaft ein dreifaches Sieg-Heil!" Noch viele Stunden der besten Laune hielten Arbeiter und Minister, Handschaffende und Geistesarbeiter zusammen. Selbstauslösung des deutschen Wissen- schaster-Derbandes. Berlin, 12.DEL (DNB.) Der Deutsche Wissen- schafter-Verband teilt mit, daß er mit Wirkung vom 12. Oktober 1935 seine Auflösung voll- zogen hat. Der Derbandsleiter erklärt, der Führerrat des Deutschen Wissenschafter-Verbandes sei zu der Ueberzeugung gelangt, daß die nationalsozialistischen Aufbaukräfte des Verbandes segensreicher für unser Volk und Vaterland in der Partei und ihren Gliederungend zum Ansatz ge- bracht werden könnten. stimmung!) Was bedeuten Sorgen, die Nöte, die jeden einzelnen unserer Volksgenossen bedrücken, gegen die riesenhafte Sorge, gegen die Seelen- und Herzensnot, die auf der Führung lasten. Die nationalsozialistische Regierung sieht nur das eine große Ziel vor Augen, das deutsche Volk frei und glücklich zu machen. Weil der Führer wacht, ist das neue Reich entstanden. Wenn die Sorge fast unerträglich erscheint, dann müssen wir immer wieder hinausgehen ins Volk, durch die Hunderttausende der jubelnden Volksmassen, und wir müssen Gott danken, daß er uns für würdig befunden hat, für dieses Volk zu arbeiten, zu kämpfen und zu siegen. Euer Glaube, euer Vertrauen und eure Liebe sind die Kraftquellen, die wir brauchen, um zum Segen des Volkes schaffen zu können. Was bedeuten gegen die gewaltigen Leistungen des Nationalsozialismus die hier und da auftretenden Sorgen des Alltags. Selbst in England, dem Land, das über die größten Rohstoffquellen der Welt verfügt, sind vorübergehend die Fette knapp geworden, denn auch in diesem Lande gibt es ängstliche Hausfrauen, die Ich glaube, deutsche Volksgenossen, es ist niemand unter uns, der nicht froh ist, daß der Führer vor zwei Jahren diesen entscheidenden Schritt getan hat. Denn dem angeblichen Zweck des Völkerbundes, Frieden und Versöhnung unter den Völkern zu schaffen, ist er In seiner bisherigen Existenz in gar keiner Weise gerecht geworden. Wan kann sogar sagen, daß der Völkerbund sogar die Ursache und derErreger neuerkriege ist. Unser krieg, den wir führen, ist der krieg gegen Hunger und kälte. Wir wollen nichts anderes als unser eigenes Volk erobern. Reichsminister Frick befaßte sich dann mit den kirchlichen Fragen unb erklärte dabei: Christus hat gesagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt". Und in jenes Reich wird sich auch der Nationalsozialismus niemals einmischen. Das ist eine Aufgabe, die der Kirche allein überlassen bleibt. Was aber weltliche und politische Dinge angeht, so ist dafür allein zuständia und maßgebend die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und der nationalsozialistische Staat. Wenn wir diese klaren Zuständigkeitsgrenzen von beiben Seiten einhcüten, wird es niemals zu ernsten Zwistigkeiten kommen. Ein Reichsgesetz, das verfassungsmäßig angenommen wurde, hat Geltung für alle. Es können dabei auch für keinerlei kirchliche Instanzen irgendwelche Ausnahmen gelten. Wenn der Staat ver- Der Baumeister, Professor Dr.-Jng. Sagebiel, verlas eine Urkunde, die zum Gedenken an diesen feierlichen Akt von Reichsminister General Göring unterzeichnet und in eine Bronzekassette eingelegt wurde. Außerdem wurden eingelegt die wichtigsten Kulturreden des Führers, die Baugeschichte des Reichsluftfahrtministeriums/ Silbermünzen, Briefmarken, ein Säckchen mit beim Bau gefundenen Bernstein, Tageszeitungen, die Bildnisse des Führers, des Reichsministers General Göring und des Professors Sagebiel sowie ein vollständiger Grundriß des Baues. Die Kassette wurde darauf in den Fußboden versenkt und eine schwere Marmorplatte darübergestülpt. Dann tat der Oberbefehlshaber der Luftwaffe General Göring den Hammerschlag ■■ ' ' ‘ "" ' : „Möge dieser Bau so un- unser Wille ist, dem Vater- Das Richtfest des Reichslustfahrtministeriums Görings Weiherede: Sinnbild der Krast des neuen Reiches. Stabschef Lutze vor der saarländischen SA. Saarbrücken, 13. DEL (DNB.) Die saarlän- dische SA. erlebte am Sonntag anläßlich des Be- suches des Stabschefs Lutze einen großen Tag. Auf dem im Flaggenschmuck prangenden großen Aufmarschfeld in Saarbrücken standen in großem Viereck angetreten drei Standarten des Saarlandes: 30 Saarlouis, 70 Saarbrücken und Reserve 70 mit der SA.-Marine. Als Stabschef Lutze auf dem Befreiungsfeld erschien, erstattete ihm Ober- führer Caspary Meldung. Nach einer Ansprache des Stabschefs verlas Gruppenführer L u y k e n die Eidesformel, die von den 16 000 SA -Männern mit einem „Ich gelobe" bestätigt wurde. Danach begab sich der Stabschef zum Rathaus, wo ihm der Oberbürgermeister als Ehrengabe der Stadt eine Grubenlampe überreichte. Der Stabschef trug sich in das Goldene Buch ein und legte am Ehren- mal Kränze nieder. In den Mittagsstunden fand der Vorbeimarsch der 16 0 0 0 SA- Käme r a d e n vor dem Stabschef statt. In Homburg wurden 5000 SA.-Männer feierlich vereidigt. Nach der Rückkehr des Stabschefs fand ein großer Fackelzug der SA. mit Zapfenstreich statt. beendet. . Anschließend begaben sich die Ehrengäste zum < eigentlichen Richtfest im Mittelhof des Gebäudes und in dem nach dem ' Preußenhaus zu sich anschließenden Garten. Der , Bauleiter Professor Sagebiel wies zu Beginn , darauf hin, daß mit den eigentlichen Bauarbeiten erst gegen Ende Februar begonnen worden sei. Wenn heute nach einer Bauzeit von rund acht Monaten dieses Gebäude nun im Rohbau nahezu vollendet dastehe, so sei das nur unter Anspannung aller Kräfte und mit dem Einsatz von vielen tausend fleißigen Arbeitern und Handwerkern möglich gewesen, die mit voller Hingabe sich dieser großen Aufgabe gewidmet hätten. Dann sprach der Zimmerpolier Hecht, der die bekannte Hamburger Zimmermannstracht trug, den Richtspruch. Darauf ging die 20 Zentner schwere prächtige Richtkrone unter den Klängen des Niederländischen Dankgebetes langsam an der Front des Gebäudes hoch. Als die drei Strophen verklungen waren, hing sie hoch über dem Bau. Die Strahlen der Sonne ließen das Tannengewinde und die bunten im Winde flatternden Bänder in herrlicher Pracht erstrahlen. Heichsminister der Lustfahrt General Göring führte bann u. a. aus: Alle, bie in biesern Augenblick hier stehen, werben sich bewußt sein, baß sie an einem einzigartigen Ereignis teilnehmen. Zum ersten Male feiern wir hier das Richtfest für ein gewaltiges Staatsgebäude, das im Sinne Adolf Hitlers und im Geist des Nationalsozialismus entstanden ist, für ein Gebäude, das Sinnbild der Kraft des neuen Reiches ist. In wenigen Monaten entstand hier ein Bau, zu dem in früheren Zeiten allein das Feilschen der Parteien schon die doppelte Zeit in Anspruch genommen hätte. Wir sehen wieder einmal, daß es nicht darum geht zu reden, sondern zu arbeiten unb z u werken, leidenschaftlich unb unermüblich. Ein kühner unb schlichter Bau ist hier erstanden, festgefügt wie die Gemeinschaft unseres Volkes. So — wie wir mit heißem Herzen wünschen, daß Sturm und Wetter diesem Gebäude niemals einen Riß zufügen, der es sprengen könnte, so wollen wir auch hoffen, daß unsere Gemeinschaft in aller Zukunft zusammenhält. Es soll sich auch im deutschen Volk nicht der geringste Riß zeigen, in dem Mißtrauen unb Neid sich einnisten könnten, um das gewaltigste Werk schließlich zum Bersten zu bringen. Dieses Haus ist aber auch ein Symbol für bie Neugeburt unserer Luftwaffe unb ihres vorwärtsftürmenden Geistes. Wir haben dieses Instrument, das man uns einst zerschlagen hat, wieder erstehen lassen, unb heute schirmt eine starke unb kühne Luftwaffe das Reich. Sie findet hier eine konnte, weil der Nationalsozialismus kam, well unser Volk des wunderbaren Gedankengutes unseres Führers teilhaftig wurde, jener herrlichen Idee, die uns der Führer aus den Sternen holte, um sie einem Volk zu geben. Möge aber ebenso auch ieder beschämt aus diesem Hause schleichen, der dieses Gedankengut nicht versteht ober ber sich nur in seinem eigenen Innern an der Reinheit unserer Idee versündigt. Weiter gedachte ber Minister auch des alten preußischen Kriegsministeriums, das an der Stelle des letzten sich jetzt erst noch erhebenden Neubaues stand. In jenem Bau, so betonte er, saßen einst die großen Männer aus den Freiheitskriegen, und es herrschten dort Pflicht, Gehorsam und Arbeit. Wir übernehmen so ein gutes Stuck bester preußisch-deutscher Tradition und wollen noch aus den Fundamenten dieses Hauses dis Kraft nehmen, um fo wie jene Männer in Pflichttreue dem Vaterland zu dienen. Das Deutschlandlied und das Horst-Weffel-Lied schlossen die Feier ab. Dann formierte sich der Festzug. In bunter Folge marschierten bie einzelnen Arbeitsgruppen der Betriebe, die an dem Neubau beteiligt sind, die Arbeiter ber Abbruchfirmen, die Zimmerleute in ihren Von Saarbrücken aus unternahm Reichsinnen. Minister Dr. Frick eine Fahrt durch den W e st - m a r k - G a u K o b l e n z - T r i e r. Alle Dörfer und Gemeinden prangten im Flaggenschmuck uno überall wurde ber Reichsminister von ber Beoolke- rung herzlich begrüßt. An verschiedenen Stellen be- ichtigte ber Minister Landeskultur arbeiten und Strahenbauten. In Trier hatten von der Porta Nigra bis zum Markt die Ehrenformationen der Bewegung Aufstellung genommen. In einer Rede auf dem Palastplatz ging ber Reichsmimster aus die allgemeine wirtschaftliche Lage ein, wobei er betonte, bah Lohnerhöhungen auf der einen Seite unb Preissteigerungen auf ber anderen Seite uns in den Sumpf der Inflation hineinführen würden. Wir sind in den vergangenen zweieinhalb Jahren rücksichtslos gegen alle vorgegangen, die der Volksgemeinschaft schaden, nicht nur gegen den Marxismus sowie geaen den Kastengeist und Klassendünkel, sondern auch gegen den Zwiespalt, der vom Zentrum seligen Ange- denkens in unser Volk hineingetragen worden ist. Wir verlangen die Entkonfessionalisie- rung des gesamten öffentlichen und politischen Lebens. Leider ist diese Erkenntnis noch nicht in alle Kreise gedrungen. Wir oer- langen, daß bie Kirche sich auf ihrem eigenen Ge- biet betätigt. Der Minister ging bann auf bie Nürnberger Gesetze ein sowie auf die bevorstehenden Eheberatung^ und Ehetauglichkeitsgesetze wonach in Zukunft in Deutschland nur noch solche Ehen ge- chlossen werden dürfen, die einen gesunden Nachwuchs garantierten. Generationen kamen und gingen, aber das deutsche Volk solle ewig bestehen. Am Abend fand im Zioilkasino am Kornmarkt ein kameradschaftliches Zusammensein statt. Die umliegenden Gebäude waren reich illuminiert Dr. Frick gab seiner großen Befriedigung über den glänzenden Verlauf der Massenkundgebung sowie über bie vorzügliche Stimmung unb den vorbildlichen nationalsozialistischen Geist ber Bewohner des Westmarkengaues Ausdruck. Saarbrücken, 13. DEL In Saarbrücken hielt der Reichsinnenminister Dr. Frick eine bedeutsame Rede. Er erklärte u. a.: Wir sind uns darüber einig, daß das Saarland in seiner heutigen Verfassung, wie es der Versailler Vertrag schuf, so schnell wie möglich verschwinden muß, d. h., daß es an ein größeres Gebiet angeschlossen werden muß. Es ist ja seinerzeit die Entscheidung des Führers dahin gefallen, daß das Saarland nach feiner Rückgliederung am 1. März nicht wieder auseinanderfallen soll. Das war für bie erste Zeit ber Rückglieberung; jetzt aber wirb bie Frage aufEommen, was geschehen soll. Ich glaube, wenn auch bie Reichsreform noch einige Zeit auf sich warten lassen wirb — ber Führer allein wirb Oiefen ZeitpunEt bestimmen — so wird es boch nötig sein, bieses Lanb möglich st balb mit einem anberen beutschen Lanb, einem benach- barten Lanb, mit bem es schon bisher in engsten wirtschaftlichen unb kulturellen Beziehungen ftanb, nicht nur wie jetzt parteiorganisatorifch, fonbern auch staatspolitisch in engen Zusammenhang zu bringen. Alle biefe Fragen werben von ber Reichsregierung mit Gewissenhaftigkeit geprüft unb vom Führer in letzter Linie entschieben werben. Die ganze Dell hallt augenblicklich von Krieg unb Kriegsgeschrei wiber. Rur bas angeblich frledenstörenbe Deutschland befindet sich in völliger Ruhe. Vor nunmehr zwei Jahren hat der Führer den Austritt aus dem Völkerbund erklärt. Am nächsten Hlontag wird | dieser Austritt auch formell rechtskräftig. B e r l i n, 12. OkL (DNB.) Das Richtfest größten Ausmaßes, das st in Deutschland begangen wurde, feierte am Samstagnachmittag die 5000 Mann starke Belegschaft desNeubauesdesReicks- luftfahrtministeriums gemeinsam mit dem Bauherrn, dem Reichsminister ber Luftfahrt General Göring, in Gegenwart zahlreicher Ehren- gäste auf dem Neubau in der Wilhelmstraße. Riesige Hakenkreuzbanner umsäumen den Rohbau; kleine Richtkränze krönen die Masten. Besondere Ausschmückung hat die Säulenhalle an der Wilhelm- Ecke Leipziger Straße erfahren. Don der breiten Front hebt sich wirkungsvoll vom schwarzen Tuchgrund das neue Hoheitsabzeichen der Flieger, ein fliegender silberner Aar, ab, der in den Fängen ein Hakenkreuz hält. 20 Meter lange Hakenkreuz- banner flankieren dieses Kunstwerk. hier fand die feierliche Einmauerung einer Vronzekaffelle statt. Weißenfels, 13. Okt. (DNB.) In Weißenfels fand in Gegenwart des preußischen Ministerpräsidenten General ber Flieger Göring die Weihe der Kampfbahn statt, die den Namen des verstorbenen Bruders des Ministerpräsidenten Karl Göring trägt. Im Rathaus fand zunächst die Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes an den Ministerpräsidenten statt. Unter den Ehrengästen sah man auch die Witwe des Bruders des Ministerpräsidenten Ministerpräsident Göring erklärte, daß er die ihm erwiesene Ehrung auch auf seinen verstorbenen Bruder beziehe, ber in Weißenfels als Polizeimajor in treuer Pflichterfüllung gegen bie rote Gefahr gekämpft unb auch im fernen Ostafrika bas Vaterland vertre- ten habe. In feiner Rebe im Stabion erklärte ber Ministerpräsident u. a.: Drei Jahre erst liegen hinter uns feit ber gewaltigen Erhebung unseres Volkes. Noch vor wenigen Jahren würbe bie Weltpolitik auf bem Rücken bes deutschen Volkes gemacht. Jetzt ist Deutschland ein Reich der Kraft, und das Volk steht herrlich da in feiner Geschlossenheit unb kraftvoll in feinem Wollen, stark in ber Behauptung seiner Gemeinschaft. Es ist wieder ein Volk geworden, bas gläubig unb vertrauend in die Zukunft sieht unb Gott dankt, baß es ihm den herrlichen Mann geschenkt hat, unseren Führer Aböls Hitler! Ein neues Volksheer, in bem sich bie Kraft ber Nation zusammenballt, schirmt unb schützt das Land. Wieder erleben wir eine heroische Auffassung, weil die Gefolgschaft immer so ist wie die Führung. Wenn an der Spitze ein Adolf Hitler Verbot des Niggerjazz im Rundfunk. Auf der Qntenbantentagung im Münchener Funkhaus machte Reichssendeleiter Hadamovsky Ausführungen über die Gestaltung des Winterpro- gramms des Rundfunks. Er erklärte u. a.: Mit dem heutigen Tage spreche ich ein endgültiges Verbot bes Niggerjazz für den gesamten beut- schen Rundfunk aus. Dieses Verbot ist kein Symptom für eine irgendwie geartete Auslandsfeindschaft vielmehr reicht der deutsche Rundfunk allen Völkern die Hand zum freundschaftlichen Kultur- unb Kunst- austausch. Was aber zersetzend ist unb bie Grund- läge unserer ganzen Kultur zerstört, bas werden wir ablehnen. Zwischen dem Präsidenten ber Reichs- musikkammer und dem Leiter des Berufsstandes deutscher Komponisten, der Hitlerjugend, dem Reichsverband deutscher Rundfunkteilnehmer unb der Reichssendeleitung wurde die Schaffung eines Prüsungsausschusfes für deutsche Tanzmusik vereinbart. Dieser Ausschuß entscheidet über die Aufführung eines Werkes. Ein gleichfalls mit den maßgebenden Leitern unseres Musiklebens besprochenes Programm soll im ganzen Reich einer gesteigerten Pflege deutscher Tanzmusik dienen. Der Reichssendeleiter stellte die Notwendigkeit der reinen U n t e r f) a 11 u n g s a r « beit im Rundfunk heraus und begründete, daß der Rundfunk eine Tradition pflege aber auch dem Volk lebendig machen kann. „Wir haben es mit unseren Beethoven- unb Wagner-Senbungen unter Beweis gestellt. Wir werben es mit ben 25 Sendungen unseres Mozart-Zyklus abermals zeigen." Die Rundfunkhörer suchen aber im allgemeinen in erster Linie im Rundfunk Entspannung von ber Arbeit des Alltags, all' bas, was wir „Unterhaltung" nennen. Das ist nichts Minderwertiges, sondern vielmehr die Voraussetzung für das Ansetzen großer künstlerischer, politischer unb erzieherischer Wirkungen überhaupt. Soeben beginnt die neue Folge der „Zwölf-Meister-Konzerte", in denen deutsche Komponisten von Welttuf und einige unserer besten Komponisten eigene Werke dirigieren. Parallel damit läuft eine Sendefolge, die uns das symphonische Schaffen von Richard Strauß unter Leitung des Meisters vermittelt. fügt, baß bie öffentlichen Körperschaften bie Flagge des Reiches hissen, so können wir auch verlangen, baß die Kirchen an den nationalen Feiertagen die Hakenkreuzfahne hissen. Der Redner beschäftigte ich bann eingehender mit ben in Nürnberg er- offenen Gesetzen und kündigte dabei an, datz m kürzerer Zeit bie Ausführungsbestimmungen er- lassen würden. Man werde auch weiter daran denken, durch eine gesetzliche Regelung eme Einschränkung ber wirtschaftlichen Betätigung ber Juden durchzuführen, um damit allen Ei n z e l a kti o n e n oorzu- beugen. Zentrale, einen geistigen Sammelpunkt, von bem aus die Ströme der Kraft bis in bie letzte Staffel unb die letzte Kompanie ausstrahlen. Das Gebäude soll aber auch sein eine Hülst ä 11 e nationalsozialistischen Geistes- gutes. Möge sich jeder, der in ihm arbeitet, stets bewußt -fein, daß dies alles nur geschaffen werden I t ( n b li ff !< u ü l I ( t l i i b n 2 e i Di s mi be w sc ro rt D Di< G G 1 ? w IN flen ber mü fer del, Lbs Der W Slb A hö hä an} Se li 3t( wo zui M dir bet Fo noi ick tre: geb di n 6 G sck ve Don rcn Atz! nch hlQE Nni o a d Hebei yöbet unb Sfpri gnn fr, ftiir nist ruh für eno L f'chi ’m England drängt in Genf auf Beschleunigung der Sanktionen. Genf, 13.DEL (DNB.) Die Finanzsachverständigen des Sanktionsausschusses haben sich über einen Entschließungsentwurf für finanzielle Sühnemaßnahmen geeinigt, der am Montag dem Arbeitsaus- schuß der Konferenz zur Beschlußfassung unter- breitet und dann veröffentlicht werden soll. Auf eng- lischer Seite wird angenommen, daß diese Maßnahmen schon am Montag in Kraft treten können. Es fanden auch zwischen dem französischen und dem englischen Wirtschaftssachverständigen im Beisein Edens Besprechungen über die Frage wirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen statt. Dabei wurde vereinbart, daß die Frage der Einbeziehung gewisser kriegswichtiger Schlüssel- erzeugnisse gleichzeitig mit derjenigen eines allgemeinen Boykotts italienischer Wa- r e.n geprüft werden soll. Auf englischer Seite wird erwartet, daß die letztgenannten Maßnahmen alsbald untz die Rohstoffsperre wenigstens in gewissem Umfange gleichfalls in einigen Tagen wirksam werden kann. Zur Ausarbeitung eines Sühnemaßnahmeplanes für Rohstoffe wird ein Ausschuß eingesetzt werden, der sich auch mit dem von verschiedenen Staaten verlangten Z o l l aus- gl e i ch beschäftigen soll. Der Genfer Berichterstatter der „Time s" teilt mit: Bisher seien die Arbeiten zur Vorbereitung der finanziellen Maßnahmen schnell vorwärts gegangen und hätten sich viel einfacher gestaltet als die Vorarbeiten für die wirtschaftlichen Maßnahmen, bei denen zahlreiche Fallgruben vorhanden seien. Die französischen Dölkerbundsvertreter hätten den Auftrag erhalten, das von den Verteidigern der Dölkerbundsfatzung vorgeschlagene Vorgehen zu schwächen und zu verzögern, aber wenn eine Abstimmung unvermeidlich sei, mit den Engländern zu stimmen. Die Vorkämpfer des Gedankens, daß wirtschaftliche und finanzielle Sühnemaßnahmen eine wirksame Antwort auf Krieg darstellen könnten, hätten eine angenehme Ueberraschung gehabt. Es habe sich herausgestellt, daß die Anwendung eines Ausfuhrverbotes für wichtige Artikel nach Italien nicht so viel Zeit beansprucht habe, wie die britische Abordnung befürchtet habe. „Daily Telegraph" berichtet: „Am interessantesten sind vielleicht die von England und Frankreich gespielten Rollen. Edens Bemühungen sind darauf gerichtet gewesen, sicherzustellen, daß der Völkerbund, falls er überhaupt handelt, schnell und wirksam vorgehe. Er ist dadurch ganz von selbst zum Führer der Ländervertreter geworden, die jetzt den Plan für ihr Vorgehen ausarbeiten. Seine Stellung ist dieselbe, die früher meistens von Frankreich eingenommen worden ist. Frankreich ist jetzt mehr Bremser als Wagenführer. Die Haltung Polens sei enttäuschend. Oberst Beck soll sich gegenüber den verschiedenen Vorschlägen hauptsächlich um Aufschub bemüht haben. Polen stehe aber mit seinen Bedenken keineswegs allein da. Laval habe den am Samstag abgereisten Baron A l o i s i dringend aufgefordert, feinen ganzen Einfluß in Rom zur Geltung zu bringen, um Mussolini zu einer Bekanntgabe seiner Mindest- bedinaungen für einen Frieden zu veranlassen. Bisher seien der französische und der britische Botschafter mit ihren Bemühungen in dieser Richtung ganz erfolglos gewesen. Zuverlässige Sachverständige glaubten, es werde neun Monate erfordern, um Italien durch bloße wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen zu erschöpfen. die italienische Heeresleitung drei Gefangenenlager eingerichtet. General de Bono ist zur Besichti- aungsreise in das von den italienischen Truppen besetzte Gebiet abgereist und wird in 2(bua nach einer religiösen und militärischen Zeremonie das Denkmal einweihen, das neben der Inschrift zur Er- innerung an die 1896 in Adua gefallenen Italiener das Datum des 6. X. XIII der faschistischen Zeitrechnung trägt. Es wurde von der Division Gavi- nana aus Italien nach Adua mitgeführL Kriegsvorbereitungen am Roten Meer London, 14. Okt. (DRB. Funkspruch.) Aus Aden wird berichtet, daß der Imam von Jemen die militärische Bewachung und die Befestigungen an der Küste v e r st ä r k e, besonders an den Ha- fenstädten Hodeida, Mokka und Schech Said. Dies wird in Zusammenhang gebracht mit der Ablehnung des italienischen Ersuchens, Schech Said als Genesungsstätte für italienische Soldaten benutzen zu dürfen. In Addis Abeba lebende Araber wollten die arabischen Frauen und Kinder aus Sicherheitsgründen nach Aden schicken. Ihre Einreise wurde jedoch von den britischen Behörden ab gelehnt, da Aden bereits umfangreiche Kriegsvorbereitungen trifft. Auf den die Stadt und den Hafen umgebenden Höhen werden Fliegerabwehrae sch Ütze aufgestellt. Die in Aden ansässigen Frauen und Kinder mußten bereits die Stadt verlassen. kerbundsversammlung sind stets gemeinsam gewesen, wie auch unser Handeln stets gemeinsam sein wird. Die Freundschaft zwischen Frankreich und Großbritannien ist die unentbehrliche Voraussetzung des Erfolges. Damit meine Aufgabe erleichtert wird, fordere ich von allen Franzosen V e r st ä n d n i s. Die Franzosen brauchen nur g e - r e ch t zu bleiben, um ihre Ruhe und ihre Kaltblütigkeit zu bewahren." „An unsere englMen Freunde" P a r i s, 14. Okt. (DRB. Funkspruch.) Der halb- amtliche „Petit P a r i s i e n" veröffentlicht unter der Ueberschrift: „An unsere englischen Freunde' einen Artikel, der wahrscheinlich von maßgebender Stelle beeinflußt worden ist. Diele Franzosen befürchteten, daß der Nachdruck mit dem man sich englischerseits für die Sühnemaßnahmen einsetze, den unerschütterlichen Entschluß verberge, eine Versöhnung unmöglich zu machen, Mussolini politisch zu töten und wenn möglich b i s zum Kriege zu gehen, um dieses Ziel zu erreichen. Deshalb gebe es Engländer, die glaubten, die Versöhnungsversuche Lavals im Zusammenhang mit irgendwelchen dunklen Plänen bringen zu müssen, die sich gegen England und gegen den Völkerbund richteten. Es gebe aber in Paris feines dunklen Pläne. Es gebe lediglich den Willen, jede Gelegenheit zu ergreifen, um dem Drama, das England Italien und Italien dem Völkerbund gegenüber stelle, ein Ende zu machen. Das Blatt fährt fort: „Die englische Flotte hat ihr Vorhandensein bewiesen. Sie kann ohne Gefahr ihre Stützpunkte wieder aufsuchen. Sie würde dadurch der englischen Vorrangstellung sogar einen Dienst erweisen." In Verhandlungen liege der Schwerpunkt der ganzen Angelegenheit. Seit Monaten habe man nicht zu verhandeln gewußt. Man habe zwar gesprochen und manchmal sogar zu viel gesprochen. Manzbabe sich aber mißverstanden, oder sich Tchliehlich gegenseitig verdächtigt. Es gebe aber in London keinen teuflischen Plan, der darauf hinausgehe, den Ministersessel Mussolinis abzusägen. Das Echo in Rom. Rom, 14. Oft. (DNB.) Das Hauptinteresse der römischen Sonntagspresse liegt bei den Genfer Beratungen. Mit unverkennbarer Genugtung wird auf die Interessengegensätze hingewiesen, die, wie man hier erwartet hatte, sich bereits in der Frage der wirtschaftlichen Sühnemahnahmen sehr störend bemerkbar gemacht hätten. „Voce d'Jtalia" verwahrt sich gegen die von Eden immer wieder geäußerten Freundschaftsbeteuerungen gegenüber Italien, die man in Italien nur als l ä - ch erlich empfinden könne. Die Haltung der englischen Regierung, nicht aber des ganzen englischen Volkes fei gegenüber Italien schlechtweg feindlich. Die englischen Kriegsschiffe im Mittelmeer lehnen es bereits ab, den Gruß italienischer Schiffe zu erwidern. Aus dem italienisch-abessinischen Kolonialkrieg sei eine Weltfrage geworden, indem eine Bewegung gegen das faschistische Italien ingang gekommen fei, das man nur deshalb zerstören wolle, weil Italien heute wieder ein seiner Rechte und seiner Stärke bewußter Staat geworden sei. Der italienische Gesandte sestgenommen. GrafBinci hat die Abreise aus AddisAbeba verweigert. Addis Abeba, 12. Okt. (DNB.) Die für Samstag vormittag in Aussicht genommene A b - reife der italienifchen Gesandtschaft ging unter dramatischen Umständen vor sich. Das Gesandtschaftspersonal erschien mit einstündiger Verspätung am Bahnhof. Der Gesandte GrafBinci befand sich nicht darunter, er hatte sich vielmehr in den Keller der Gesandtschaft e i n g e s ch l o s s e n. Er hat sich trotz mehrfacher Aufforderung geweigert, aus Addis Abeba abzureisen. In seiner Gesellschaft blieb auch der Militärattache C a l d e r i n i zurück. Der für das Personal der Gesandtschaft bereitgestellte Sonderzug hat Addis Abeba um 11 Uhr verlassen. Als sich der Zug schon in Bewegung setzte, sprang der zweite Sekretär de Grenet plötzlich aus dem Zug und entfernte sich. Man fand ihn in einem Restaurant. Er wurde gewaltsam in den nächsten planmäßigen Zug gebracht und von einer Wache bis zur abessinischen Grenze begleitet. Graf Vinci hat eine schriftliche Erklärung abgegeben, die lautet: „Ich Endesunterzeichneter erkläre, daß ich aus eigenem W illen in Addis Abeba geblieben bin, weil mein Bestreben, zwei meiner Handelsvertreter noch zu erwarten, seitens der abessinischen Regierung keine Unterstützung gefunden hat. Ich erkläre, daß ich mich freiwillig keiner Maßnahme der abessinischen Regierung unterwerfen werde." Der Gesandte wurde am Samstagnachmittag festge - n o m m e n. Die abessinische Regierung sandte ihm die Mitteilung, daß sie ein Privathaus für ihn und den Militärattache Calderini vorbereitet habe und daß er dem Ueberbringer dieser Antwort und seiner Gefolgschaft sofort fMgen müsse. Vinci wurde im Hause des Ras Desta Damton, eines Mitgliedes der kaiserlichen Familie, untergebracht. Das Gebäude der italienischen Gesandtschaft wurde geschlossen. Wie verlautet, hat der Kaiser die Absicht, den italienischen Konsul und den Handelsvertreter Italiens in Maaallo, die noch eine Woche Reise vor sich haben, mit Flugzeugen nach Addis Abeba zu befördern, um die Haft des italienischen Gesandten abzukürzen. Der Gesandte würde dann gemeinsam mit den beiden italienischen Vertretern aus Magallo abgehoben werden. Kabinettswechsel in polen. Beck bleibt als Außenminister. Warschau, 12. Oft. (DRB.) Ministerpäsident Slawek hat dem Staatspräsidenten seinen R ü ck- tritt erklärt. Slawek ist noch zu Lebzeiten des Marschalls Pilsudski Ministerpräsident geworden mit der Aufgabe, die neue Verfassung zum Abschluß zu bringen und die Wahlen zum neuen Parlament durchzuführen. Nach Beendigung der Uebergangsperiode zwischen alter Verfassung und neuer Verfassung, hätte es schon der seit rund 10 Jahren eingehaltenen Tradition entsprochen, daß die Leitung der Regierung wechselte. Seit langem ist es der Wunsch des Staatspräsidenten, ein Kabinett unter dem besonderen Gesichtspunkt der Durchführung eines großzügigen W i r t s ch a f t s p r o - gram ms zu berufen. An die Spitze des neuen Kabinetts wird Minister Koscialkowski treten. Dem neuen Kabinett gehören ferner u. a. an: Außenminister: Oberst Beck (wie bisher); Innenminister Raczkiewicz (früher Senatsmar- schall, zuletzt Wojwode von Krakau); Kriegsminffter: General Kafprzycki (wie bisher); Finanzminister: der ehemalige Handelsminister K w i a t k o w- ski; Handelsminister: General Gorecki (bisher Direktor der Staatlichen Wirtschaftsbank und Leiter des Polnischen Frontkämpferoerbandes). Das Kabinett Koscialkowski, schreibt „Gazeta Polska", wird von der Oeffentlichkeit m i t Vertrauen begrüßt werden. Sowohl der Ministerpräsident wie eine Reihe der Minister gehören zu denen, die eine hervorragende Rolle in den militärischen und politischen Kämpfen um den Wiederaufbau Polens gespielt haben. Die Anknüpfung eines Vertrauensverhältnisses zwischen Regierung und Oeffentlichkeit werde nicht schwierig sein, wenn das Programm der Regierung tlar und überzeugend sein werde, und wenn ihm wirkungsvolle Taten folgen. — „Kurjer Po- ranny" begrüßt es, daß die Neubildung des Kabinetts die Unsicherheit der lieber- gangszeit beendet und die Möglichkeit gegeben fei, alsbald wichtige Entscheidungen für die drängenden wirtschaftlichen Fragen zu treffen. — Das Militärblatt „Polska Zbrojna" schreibt, die neue Regierung werde den wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten um so mutiger entgegen- treten können, als sie nicht mehr alle die Hemmungen zu bekämpfen habe, die sich bei dem früheren Verfassungssystem für die Arbeiten der Regierung ergaben. — Die nationaldemokratische O p» positiv nspresse sagt, die Aenderung des Kabinetts sei nicht von großer Bedeutung, obgleich in Polen grundsätzliche Änderungen notwendig seien. Amerikanische Ilugdienststiitzpuntte in der Südsee. Washington', 14. Oft. (DNB. Funfspr.). Das Handelsluftfahrtsamt hat drei f lei ne un- bewohnte Koralle ninfeln südlich und sud- westlich von Honolulu in der letzten Woche für die Vereinigten Staaten in Besitz genommen. Die Inseln sollen als Stütz - punfte für den beabsichtigten Flugdienst von San Franzisfo über Hawai nach Australien und Neuseeland ausgebaut werden. Die Inseln sollen dem Verwaltungsbezirf von Hawai unterstellt werden. Die Bekanntmachung erfolgte gleichzeittg mit der Meldung über die erfolgreiche Landung des ersten ame- rifanifdjen Postflugzeuges in Guam, das die 155 Meilen lange Strecke von der Weko- infel nach Guam in zehn Stunden und elf Minuten zurückgelegt hat. öte Christenverfolgungen in Gowjetrußland. Erschütternder Bericht eines schwedischen Blattes. Stockholm, 13. Okt. (DNB.) Unter der Heber- schrift „Das Märtyrertum unserer Glaubensbrüder unter dem Bolschewistenterror" schildert Nyha Dag- ligt Allehanda auf Grund eines Tatsachenberichtes von Vertrauensmännern aus Ostkarelien und Ingermanland die verzweifelte Lage und die Verfolgung insbesondere der' lutherischen Finnen in diesen Gebieten. In Ostkarelien sei von 120 Kirchen nur eine einzige übrig geblieben, und in den 32 lutherischen Gemeinden Ingermanlands seien nur zwei Priester und vier Prediger belassen worden. Die übrigen Kirchen seien in Lust- und Tanzlokale verwandelt und die meisten Priester verschleppt worden. Die Kinder würden in den bolschewistischen Schulen zur Verachtung jeder Religion erzogen. Allein in den Monaten April und Mai dieses Jahres seien aus den genannten Gebieten etwa 160 000 Menschen von Haus und Hof vertrieben und namentlich nach Turkestan und Kasakstan verschickt worden. Das gleiche Schicksal erlitten auch andere nichtrussische Volksteile, die ebenfalls ihres Glaubens wegen von ihrem Heimatboden versagt würden. An ihre Stelle würden Bauern aus dem Innern Rußlands angesiedelt. Das Blatt erklärt, daß Sowjetrußland, das ja jetzt Mitglied des Völkerbundes sei, daran denken müsse, daß es auch moralische Pflichten zu erfüllen, habe. Es wäre sehr wünschenswert, wenn Schweden seinen Einfluß im Völkerbund zur Linderung der Not verfolgter Glaubensbrüder geltend machen würde. Zusammenschluß deutscher evangelischer Kirchen Südosteuropas. Wien, 12. Okt. (DNB.) Die Vertreter der deutschen evangelischen Kirchen von Rumänien, Oesterreich, der Tschechoslowakei und Jugoslawien haben in Wien folgende Entschließung gefaßt: Im Bewußtsein ihrer Verantwortung vor Gott und der engen Verbundenheit untereinander im Glauben und Schicksal haben sich die Leitungen der deutschen evangelischen Kirchen von Rumänien, Oesterreich, der Tschechoslowakei und Jugoslawien zu einer Arbeitsgemeinschaft z u s a m m e n g e s ch lo s s en, um alle für die Sicherung ihres äußeren Bestandes und für die innere Festigung notwendigen Schritte im engsten Zusammenwirken zu tun. In der Erkenntnis der hohen Bedeutung der vollen (Entfaltung der religiösen und kulturschöpferischen Kräfte des evangelischen Geistes erachten sich die genannten Kirchenleitungen berechtigt und verpflichtet, zur Ausübung solchen Dienstes innerhalb der menschlichen Gesellschaft und der Staaten, denen sie angehören, von allen gesetzlich statthaften Mitteln Gebrauch zu machen. Sie erklären die Geschicke dieser Kirche in gegenseitiger brüderlicher Anteilnahme wachsamen Auges zu verfolgen und jeder etwaigen Hemmung oder gar Gefähr düng des Protestantismus innerhalb dieses europäischen Raumes solidarisch entgegenzutreten. Sie werden vor allem die gemeinsamen Belange des evangelischen Christentums des bezeichneten Raumes vor den großen kirchlichen Weltverbänden, aber auch im Appell an das Weltgewissen vertreten. Teuerungswelle in Holland. Amsterdam, 13. Oft. (DNB.) Seit mehreren Wochen machen sich in Holland st a r k e Preis- fteigerungen für Lebensrnittel bemerkbar. Vor allem die Fleisch-, Fett- und Speckpreise sind in einer Weise gestiegen, daß sich weiter Kreise der Bevölkerung eine große Beunruhigung und Unzufriedenheit bemächtigt hat. In der Stadt Arnheim sind z. B. die F e 11 p r e i s e im Vergleich zum Sommer um rund 10 0 v. H. geftiegen. In Maastricht hat sich die Stadtverordnetenversammlung eingehend mit diesen Preiserhöhungen befaßt. Hierbei kam große Entrüstung darüber zum Ausdruck, daß in einer Zeit, in der von der Regierung eine allgemeine Herabsetzung der Lebenshaltung gepredigt wird, um die holländischen Inlandspreise in Uebereinstim- mung mit den niedrigeren Weltmarktpreisen zu bringen, die Bevölkerung für die wichtigsten Artikel des täglichen Bedarfs, in erster Linie Brot, Fleisch und Fett, stets steigende Aufwendungen zu machen habe. Es wurde auch festgestellt, daß die Steinkohlenpreise in jüngster Zeit um etwa 3 Gulden für 1000 Kilogramm erhöht worden seien. Es wurde an den Magistrat 'das Ersuchen gerichtet, bei der Regierung wegen dieser Vorgänge dringliche Vorstellungen zu erheben. In mehreren 23er- braucherversammlungen und in Zusammenkünften von Schlächtern und Viehzüchtern wurden schwere Vorwürfe gegen die Krisenpolitik der Regierung erhoben, wobei die Ansicht ausgedrückt wurde, daß die seinerzeit von der Regierung zur Stützung der Landwirtschaft errichteten Krisenzentralen viel zu kostspielig arbeiteten und die staatlichen Ueberwachungsmaßnahmen die Lebensmittelpreise' unnötig verteuerten. Diese Kritik kommt auch in der Presse stark zum Ausdruck. Chaos auf dem sowjetrussischen LebensmitteSmartt. Leningrad, 12. Okt. (DNB) Es erweist sich immer mehr, daß die chaotischen Zustände, die in der sowjetrussischen Ernährungslage herrschen, durch die Abschaffung der Lebensmittelkarte nicht behoben, sondern noch verstärkt wurden. Eine umfangreiche Kontrolle der städtischen Lebensmittelgeschäfte, die in Leningrad vorgenom- men wurde, hat nicht nur zu der Feststellung geführt, daß nicht im entfernte ft en genügend Lebensrnittel aur Versorgung der Bevölkerung vorhanden sind, sondern auch das überraschende Ergebnis gezeitigt, daß für Fleisch, Butter, Fische usw. die verschiedensten Preise bestehen, und daß zahlreiche Lebensmittelgeschäfte eigenmächtig'zu erheblichen Preis« Steigerungen geschritten sind. Schließlich wurden auch in zahlreichen Geschäften minderwertige Waren verkauft. Die Leiter oer Trusts für Fleisch, Butter und Fischversorgung haben darauf strenge Verweise erhalten. Außerdem wurde die Staatsanwaltschaft angewiesen, die Derantworttichen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Gouverneur von Ost-Tigre unlerwirst sich den Italienern. Oenkmalsweihe in Adua in Anwesenheit de Donos. Asmara, 12. Okt. (DNB.) Im Hauptquartier des Generals de Bono ging der offizielle Unterwerfungsakt des Gouverneurs des östlichen Tigre- Gebietes vor sich, des Halle Selassiö G u g s a. Gugsa war in europäischer Generalsuniform erschienen und war voll bewaffnet. Er erklärte Pressevertretern, daß er bereit fei, auf der italienischen Seite zu kämpfen. Er sei stets e i n Freund Italiens gewesen. Er hoffe, sein Gebiet mit italienischer Hllfe zivilisieren zu können. Gugsa sprach die Ueberzeugung aus, daß sämtliche ihm unterstehenden Truppen seinem Beispiel folgen würden. Die Provinz M a k a 11 e kann deshalb nach italienischer Auffassung als von den Italienern erobert gelten. Fast sämtliche Bewohner A d u a s sind zurückgekehrt und haben sich den Behörden gestellt. Die mefften hatten an ihren Häusern Zettel hinterlassen mit der Bitte, nichts anzurühren. Durch die Unterwerfung des Ras Selafsie Gugsa kam ganz Ost-Tigre in Italien i f cf) c Hände. Der Ras ist schon längst als Jtaliensreund bekannt gewesen, und der Negus wollte treue Truppen zu ihm entsenden, um ihn zum Eingreifen gegen Italien zu zwingen. Dadurch wurde der Abfall des Ras beschleunigt. Es fft allerdings noch nicht bekannt, ob alle Gefolgsmannen des Ras mit ihm gemeinsame Sache machen. Die Folgen dieses politischen Sieges Italiens sind auch noch nicht abzusehen. Aus den 1500 Abessiniern, die mit Ras Gugsa auf die italienische Sette übergetreten find, wurden irreguläre Truppen gebildet. Für die 500 abessinischen Gefangenen hat Die französische Politik in Schwierigkeiten. VeabsichtigtEnglanddenAbbruch der Beziehungen? Paris, 14. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der Genfer Sonderberichterstatter der Agentur Havas meldet, daß sich der englische Minister (Eben mit der Absicht trage, sich Mitte der Woche nach London zu begeben, um seiner Regierung Bericht über die letzten Beschlüsse des Völkerbundes zu erstatten. Der Berichterstatter behauptet, daß sich die englische Abordnung eingehend mit dem Gedanken eines Abbruches der diplomatischen Bezieh u n g e n mit Italien befasse. Hierbei hoffe sie von den Dominien und auch von einigen anderen Mächten, insbesondere von Holland, unterstützt zu werden. Wenn jedoch eine solche Maßnahme vorgeschlagen würde, so werde sie auf den starken Widerstand anderer Staaten stoßen, weil mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen auch jede Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Italien aufgegeben werden müsse. Laval sucht zu beruhigen. Die französisch - englische Zusammenarbeit die Grundlagen seiner Politik. Paris, 13. Okt. (DNB.) Angesichts der Mißstimmung, die sich gegen England geigt, hat es Ministerpräsident Laval für angebracht gehalten, beruhigend einzugreifen. In einer Erklärung der Agentur Havas, bringt er zum Ausdruck, daß jedes „Mißverständnis" über die Loyalität der französisch- englischen Beziehungen der Sache des Friedens nur schaden könnte. „Die Lage ist zweifellos heikel. Aber die französisch-englische Zusammenarbeit, die sich in Genf in größter Herzlichkeit bestätigt hat, wird im Interesse des Friedens fortbeste h e n. Denjenigen, die militärische Sühne- maßnahmen befürchten, kann ich sagen, daß in meinen Unterhaltungen mit den englischen Ministern davon niemals die Rede gewesen ist. In Uebereinftimmung mit den Völkerbundssatzungen haben wir die Maßnahmen wirtschaftlicher und finanzieller Art ins Auge gefaßt, deren Einzelheiten gegenwärtig von den Sachverständigen geprüft werden. Für diejenigen, die versucht sein könnten, uns in Gegensatz zu England zu stellen, füge ich hinzu, daß England niemals selb - ständig und außerhalb des gemeinsamen Volker- bundsrahmens hat vorgehen wollen. Unsere Erklärungen vor dem Völkerbundsrat und vor der Völ« pre issteigerungen in Estland. Reval, 12. Ott. (DNB.) Seit einiger Zeit wird auch in Estland ein 21 n ft e i g en f a ft aller Preise für Bedarfsgegenstände und Lebensmittel verzeichnet. Die außerordentlich schlechte Ernte dieses Jahres hat auf dem eftländifchen Lebensmittelmarkt starke Preissteigerungen hervor- gerufen. Der Butterpreis ist etwa 25 bis 3 0 d. H. gestiegen, das gleiche gilt für Eier, Brot, Käse und Milch. Die Preise für Schuhwerk stiegen um 10 bis 15 v. 5). Das Anziehen der Zuckerpreise auf dem Weltmarkt hat dazu geführt, daß die Bevölkerung in großem Maße 2l n g st k ä u f e vornimmt, fo daß einzelne kleinere Lebensmittelläden bereits Mangel an Zucker verzeichnen. Butterknappheit in England London. 12. Off. (DRV.) Infolge der Vutter- knappheif ist, wie „TRotning Poff“ meldet, der Verbrauch von Margarine in England um 20 v. H. in den letzten 'zwei Monaten g e st i e g e n. Die englischen Mindestpreise für Butter haben von 9 pence auf 1 Schilling und 1 pennt) für das pfund angezogen. Der Margarinepreis hat sich um 1 pennt) erhöht. Englische Bergarbeiter im Hungerstreik London, 12. Okt (DNB.) Ein Lohnstreit, der für englische Verhältnisse ungewöhnliche Formen angenommen hat, wird zur Zeit in dem Bergwerk Nine Mile Point in Südwales ausgetragen. Dort haben 150 Bergarbeiter der Grubenleitung mitgeteilt, daß sie das Bergwer^ nicht eher verlassen würden, bis ihre Forderungen bewilligt seien. Gleichzeitig sind sämtliche 150 Bergleute in d e n Hungerstreik getreten. Der Streik richtet sich in der Hauptsache gegen die Weigerung des Arbeit- gebers, 88 Bergleute, die gewerkschaftlich nicht organisiert sind, zu entlassen. Am Grubenausgang sind stärkere Polizeikräfte zusammengezogen worden, um Zwischenfälle zu verhindern. Das Bergwerk war vor sechs Jahren der Schauplatz eines blutigen Zusammenstoßes, bei dem die Polizei mit der Waffe eingreifen mußte. Großer Erfolg des ersten Eintopfsonntags in Berlin. Es war ein glücklicher Gedanke, an den E i n - topffonntagen auf den großen Plätzen der Reichshauptftadt Gulaschkanonen aufzufahren und hie^ das Eintopfgericht zu verabreichen. Diese Neuerung des öffentlichen Eintopfessens gestaltete sich zu einem ganz großen Erfolg. Ueberall waren die Plätze festlich hergerichtet und von der Bevölkerung mit Fahnen und Blumen liebevoll ausgeschmückt. SA.-Kapellen spielten flotte Marschweisen. An vielen Stellen gaben führende Männer der Bewegung und der Behörden ein gutes Beispiel und nahmen ihr Mittagessen aus der Gulaschkanone ein. Die Rationen waren in kurzer Zeit ausverkauft. Am ersten Eintopfsonntag machten 12 Gulaschkanonen ein „gutes Geschäft" im Dienste der wohltätigen Sache. Im November sollen schon 20 und später vielleicht noch mehr angeheizt werden, um das schmackhafte Mittagessen für die Bevölkerung zuzubereiten. Im Winter wird das Gemein- fchaftsessen in Sälen durchgeführt werden, und zwar jeden Monat an anderer Stelle, um jeden einmal Gelegenheit zu geben, am öffentlichen Ein- topfessen teilzunehmen. Inzwischen waren die 75 000 Helfer nicht untätig und legten ihre Listen in den Wohnungen vor. Nach den vorläufigen lieber« sichten sind in Berlin allein auf Grund der Listensammlungen etwa 375 000 Mark aufgekommen. Das sind etwa 40 000 Mark mehr als zur gleichen Zeit am ersten Eintopf-Sonntag im Winterhilfswerk 1934/35 ermittelt wurden. Aus aller Welt. Schiffsuntergang auf der Ooggerbank. 15 Seeleute ertrunken. In der Rächt zum Freitag ist, wie von der Em- dener Heringsfischerei mitgeteilt wird, auf der Doggerbank der Emdener Dampferlogger A. E. 117 in schwerem Sturm gesunken. Aller Wahrscheinlichkeit nach haben bei dem Unglück 15 Wann der Besatzung den Tod in den Wellen gefunden. Die erste Rachricht vom Untergang des Schiffes brachte der Emder Logger A. E. 88, der am Sonntag mit dem einzigen Ueberlebenden in Emden eintraf. Bei dem schweren Sturm konnten nur zwei Besahungsmitglieder durch den Logger A. E. 88 gerettet werden. Einer von ihnen, der Matrose Kramer, ist auf der Fahrt nach Emden infolge der erlittenen Strapazen g e st o r b e n. Der untergegangene Logger hatte 16 oder 17 Mann an Bord, so daß mindestens 15 Mann den Seemannstod gefunden haben dürften. Der Ueberlebende heißt Schoonhoven und stammt aus der Gegend von Bückeburg. Der Logger sank auf 55 Grad Rord und 3 Grad 25 Minuten Ost. Man vermutet, daß das Schiff in der Rächt mit einem Wrack z u - sammengestoßen ist' Schweres Explosionsunglück auf einer französischen Schiffswerft. Auf der größten französischen Schiffswerft Pen- hoet in Saint Nazaire ereignete sich in der großen Kesselschmiede eine folgenschwere Explosion, durch die 3 Arbeiter getötet und 11 so schwer verletzt wurden, daß man bei sieben von ihnen jede Hoffnung aufqegeben hat, sie am Leben zu erhalten. Etwa 200 Arbeiter waren mit dem Schweißen der Kesselnähte für das Linienschiff „Straß- bourg" und den Panzerkreuzer „Georges Leygues" beschäftigt, als plötzlich aus bisher noch nicht fest- gestellter Ursache eine der großen Sauerstofflaschen explodierte. Unter den Arbeitern entstand eine P a- n i k. Durch den ungeheuren Lärm, den die Explosion verursacht hatte, aufmerksam gemacht, stürzten die Arbeiter aus den anderen Werkstätten herbei und begannen sofort mit den Rettungsarbeiten. Ein Arbeiter wurde mit zerschmetterter Schädeldecke neben der explodierten Flasche aufgefunden. 13 andere lagen mit meist lebensgefährlichen Verletzungen neben dem großen Kessel, mit dessen Schweißung sie beschäftigt waren. Zwei von ihnen sind bereits auf dem Wege nach dem Krankenhaus gestorben. Nach den bisherigen Untersuchungen vermutet man, daß der Gummischlauch, der die Sauerstoff-Flasche mit dem Schweißapparat verbindet, aus bisher unbekannter Ursache Feuer gefangen hat und dieses Feuer das Hauptoentil der Flasche erreichte, woraus die Explosion erfolgte. Explosion auf russischem Motorschiff fordert vier Todesopfer. Auf dem sowjetrussischen Motorschiff „Woroschilow" ereignete sich zwischen Norderney und dem Weser-Feuerschiff eine schwere Explosion im Maschinenraum, bei der eine Anzahl Personen erheblich verletzt wurde. Auf die 8O5-Rufe des Schiffes hin ejste der auf der Fahrt von Neuyork nach Hamburg befindliche amerikanische Dampfer „President Roosevelt" zu Hilfe und übernahm vier Mitglieder der Besatzung, die schwere Verbrühungen erlitten hatten. Das Motorschiff ist von Schleppern der Reederei und Bergungs-AG. Hamburg in den Hamburger Hafen ei'ngeschleppt worden. Don den vier bei der Explosion schwer Verletzten, die der amerikanische Dampfer „President Roosevelt" an Bord genommen hatte, sind drei auf der Fahrt nach Hamburg gestorben; der vierte ft a r b bald nach der Einlieferung ins Hafenkrankenhaus. Für den Ehemann drei Wochen Gefängnis abgesessen. Das Schöffenbericht in Harburg - Wilhelmsburg hatte sich mit einem Fall zu beschäftigen, der in der Geschichte der Strafprozesse vermerkt zu werden verdient. Auf der Anklagebank saß eine 23jährige Harburger Ehefrau, die auf Veranlassung ihres Mannes eine Gefängnisstrafe von drei Wochen, die wegen eines Eigentumsvergehens gegen ihren Mann verhängt worden war, a b - .gesessen hatte. Die Frau hatte sich zu diesem Zweck in Männerkleidung gesteckt. Obwohl sie während der Strafverbüßung in einer Gemein- schaftszelle mit neun anderen Häftlingen untergebracht worden war, ist ihr die Täuschung gelungen. Zum Verhängnis wurde ihr erst eine Aufnahme, die ein Amateurphotograph gelegentlich der Beschäftigung der Häftlinge bei Außenarbeit gemacht hatte. Nach Entlassung aus der Strafanstalt war die Frau zu dem Photographen gegangen und hatte ihn, nachdem sie ihm den wahren Sachverhalt erzählt hatte, um einen Abzug gebeten. Auf diese Weise kam das Täuschungsmanöver auch zu Ohren des Staatsanwaltes. In der Verhandlung gab die Frau an, durch Drohungen und widerholte Mißhandlungen ihres Mannes zu dem Aufenthalt im Gefängnis gezwungen worden xu sein. Das Gericht erhielt keinen Anhaltspunkt dafür, daß die Angaben der Frau nicht auf Wahrheit beruhten. Der Mann hatte die Aussage verweigert. Das Gericht erkannte daher unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse nur auf eine Geldstrafe in Höhe von 50 Mark. Gegen den Ehemann ist bereits ein Verfahren eingeleitet. Der Kampf um die Schachweltmeisterfchaft. Im Schachwettkampf um die Weltmeisterschaft zwischen A l j e ch i n und Euwe wurde in Delft die fünfte Partie gespielt, in der Aljechin die weißen Steine führte. Sie wurde nach interessantem Kampf remis. Der Stand des Wettkampfes ist: Aljechin 3%, Euwe 1%. Verwegener Fluchtversuch amerikanischer Zuchthäusler. Vier Sträflinge des Zuchthauses in Chester im Staate Illinois (USA.) unternahmen einen nicht alltäglichen Fluchtversuch. Nach Ueberroälti« gung des Wärters hatten sie sich des Proviantwagens des Zuchthauses bemächtigt und waren mit dem Wagen, um auf diese Weise das verschlossene Tor aufzubrechen, gegen d i e Pforte des Zuchthauses gerast. Der Versuch war geglückt. Ein anderer Sträfling, der sich auf dem Gesängnis- hos befand, war dabei von den Ausbrechern umgefahren und verletzt worden. In wahnsinnigem Tempo rasten dann die Sträflinge die Landstraße entlang, prallten jedoch mit einem Privatwagen zusammen. Ein Insasse des Privatwagens erlitt bei diesem Zusammenprall schwere Verletzungen. Infolge des Zusammenstoßes konnte der Zuchthauswärter, der sich sofort mit einem anderen Wagen auf die Spur der Ausbrecher gesetzt hatte, die Sträflinge wieder einfangen. Dabei gelang es einem der vier Verbrecher zu entkommen. Kunst und Wissenschaft. Die deutsche Amazonas-Expedition bricht auf. Nachdem nach mehrwöchigen Verhandlungen mit der brasilianischen Regierung sämtliche Genehmigungen für die deutsche Forschungsreise ins Amazonas-Gebiet erteilt und Schulz- Kampfhenkel sich sofort nach Para zurückbegeben hatte, wurden dort am Ausgangspunkt der Unternehmung die letzten Vorbereitungen getroffen. Eine bei der Zufammenfüguna des Expedittonsflug- zeuges festgestellte schwere Beschädigung einer Tragfläche konnte von den Expeditionsmitgliedern selbst behoben werden. Im September fanden die ersten Probeflüge statt. Zum ersten Male wurde das Hakenkreuz von einem deutschen Sportflugzeug über der Mündung des Amazonasstromes gezeigt. Der Gouverneur der Provinz Para Dr. Jofä M a l - ch e r sowie der General Daltro F i l h o , statteten der Expedition einen Besuch ab, wobei Gerd Kahle ihnen die Maschine im Fluge vorführte. Das gesamte große Gepäck der Expedition ging schon Mitte September nach Armanduba an der Mündung des Rio Jary ab. Schulz-Kampf- Henkel verließ Para, um 250 Kilometer stromauf die Zwischenlandung der zwei Tage später folgenden Maschine vorzubereiten und von dort mit Gerd Kahle weiter nach Armanduba zu fliegen. Von dort werden in kurzer Zeit weitere Meldungen erwartet. Iugendrechtsseminare > an den Universitäten Bonn und kiel. Die Verhandlungen zwischen dem Reichserziehungsministerium und der Hitlerjugend haben, wie die sozialpolitische Zeitschrift der HI. „Das junge Deutschland" mitteilt, nunmehr zur erstmaligen Einrichtung von Jugendrechtssemi- naren an den Universitäten Bonn und Kiel geführt. Diese Seminare sollen das gesamte Jugend- recht von der theoretischen und praktischen Seite her erfassen. Praktisch soll diese Arbeit in der Weise vorgenommen werden, daß an den neuen Seminaren die rechtlich bedeutsamen Tatbestände durch eigenes Kennenlernen, durch Vorträge von bekannten Prak- tifern der Strafrechtspflege, Strafvollstreckung usw. unmittelbar aus dem Leben geschöpft werden. Die theoretische Arbeit soll sich so vollziehen, daß nach Feststellung des gegenwärtigen Rechtszustandes in gemeinsamem verantwortungsvollen Zusammenwirken die schöpferischen Hochschulkräfte herausgearbeitet werden. Das Jugendrechtsseminar ist im Rahmen der deutschen Hochschule die Stätte, in der das Jugendrecht mit den Methoden der Wissenschaft verarbeitet und weiterentwickelt und der Typ des kommenden Jugendrechtlers herangebildet wird. Die Durchführung des Jugendrechts-Seminars, mit dem im kommenden Wintersemester in Kiel begonnen wird, ist Professor Dr. S ch a f f st e i n übertragen worden. Dasselbe Seminar wird im Sommerseme- fter 1936 von Prof. Dr. von Heutig in Bonn abgehalten werden. Geplant ist, zunächst ein Seminar für Jugendarbeitsrecht und ein solches für das Jugendpflegerecht einzurichten. Hans Grimm spricht in Amerika. In diesen Tagen ist Hans Grimm in Amerika eingetroffen, um zum „Deutschen Tag" anläßlich der 250. Jahresfeier der ersten großen Deutschen-Ein- roanberung vor den Deutschamerikanern in Neuyork die Gedenkrede zu halten. Hans Grimm, der selbst lange Zeit in der Fremde lebte, ist wie fein anderer Dichter berufen, im Namen des gesamtdeutschen Dolfes zu sprechen. Der seiner „Amerikanischen Rede" voranstehende Leitspruch „Das ganze Deutschland soll es sein" umschließt das Bekenntnis der lebendigen Verbundenheit des neuen Reichs mit den Ausländsdeutschen, die draußen in aller Welt für die Ehre des Vaterlandes einftehen und aA diesem denkwürdigen Tage erneut ihre Liebe und Treue zur alten Heimat bekunden. Während der kommenden Wochen wird Hans Grimm in den bekanntesten Städten der Vereinigten Staaten aus seinen dichterischen Werken lesen: ein Künder deutschen Geistes und Wegbereiter des neuen Volkes, das sich seiner Volkheit bewußt ist. 14 Iahre Herder-Institut in Riga. Die private deutsche Hochschule in Riga, das Herder-Institut, konnte dieser Tage auf eine 14jährige erfolgreiche Tätigkeit als Lehr- und For- fchunasanstalt in Lettland zurückblicken. Aus kleinsten Anfängen hat sich dieses Institut, besonders unter der langjährigen Leitung des Rektors Prof. Dr. Dr h. c. Wilhelm K 1 umberg, zu einem Mittelpunkt des deutschen kulturellen Lebens in Lettland entwickelt. Anläßlich der 14-Jahrfeier sprach der Rektor Prof. Dr. Blumberg und gab einen Bericht über die Tätigkeit der Heröer-Gesellschaft und des Herder-Jststituts. Die Worte des Rektors klangen aus in einer Vertrauenskundgebung zu dem derzeitigen lettischen Ministerpräsidenten Dr. Ulmanis. In den letzten zwei Semestern ist das Herder-Institut von zusammen 423 Studenten und 219 freien Hörern besucht worden. Am Herder- Institut sind neben 32 deutsch-baltischen Lehrkräften letttändischer Staatsangehörigkeit auch neun reichsdeutsche Professoren tätig. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Auch die Nacht zum Montag brachte bei heile« rem Himmel starke Ausstrahlung, so daß es in den Niederungen vereinzelt wieder zu leichtem Frost kam, während die Berae höhere Temperaturen aufwiesen. Zu gleicher Zeit setzte sich auch über Nordeuropa äußerst lebhafte Wirbeltätigkeit fort, die bei uns zwar feinen durchgreifenden Einfluß nehmen, voraussichtlich aber eine Zufuhr etwas feuchter Luft bringen wird, welche die Neigung zu Nebelbildung begünstigt. Der Hochdruckcharakter bleibt aber dabet erhalten. Ausfichten für Dienstag: Neigung zu Dunst- und Nebelbildung, sonst roolfig bis aufheiternd, nachts nicht mehr so kalt, Mittagstemperaturen etwas niedriger als bisher, meist westliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Abgesehen von Nebelbildung wieder etwas freundlicheres Wetter. Lufttemperaturen am 13. Oktober: mittags 14,5 Grad Celsius; abends 5 Grad; am 14. Oktober: morgens —0,9 Grad Celsius. Maximum 14,5 Grad, Minimum —1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Oktober: abends 8 Grad; am 14. Oktober: morgens 5,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8,5 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Statt Karten. Frau Auguste Weidig Wwe im vollendeten 82. Lebensjahre. In tiefer Trauer: ALFRED Mod. Damenkleiderstoffe / Modewaren 5905 A Kassel, Garde-du-Corps-Platz 6, Langenlonsheim. 5894 D Handarbeiten Wo? Stellengesuche) Zg.WtzW Gebildet. 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Division verlief der Uebergang, besonders dank der ausgezeichneten Anordnungen des Kom- siegreiche Durchführung des Donauübergangs bei Semendria brandenburgischen und kurhessischen Pio- geschwindigkeit war überraschend gering an der Unterstromseite, sie betrug dort nur 1 Meter in der Sekunde. Der Gegner störte weder die Erkundungen, noch die Vorbereitungen. Außerordentlich klein war die Zahl der eingesetzten Pioniere; die 6. Division verfügte über die 3. und 5. Pi. 3, die 25. Reserve-Division über die 1. und 2. Res.-Pi. 11, dazu 2/3 österreichische Pi.-Ko. An Pontons lagen bereit, gleichmäßig verteilt auf beide Divisionen je 26 Ganzpontons und 6 deutsche sowie 41 österreichische Halbpontons, dazu je ein Motorboot und etwa 30 österreichische Zillen. Für späteres Uebersetzen standen drei Schleppzüge mit Fassungsvermögen für 3000 Mann Infanterie bereit. Der Beginn des Ueberfetzens wurde auf den 9. Oktober, 3.45 Uhr, festgelegt, um das erste Uebersetzen einschl. der Rückfahrt, das sechs Kompanien je Division gleichzeitig herüberbringen sollte und mit lVr Stunden berechnet war, noch vor Tagesanbruch erfolgen zu lassen. Das Wirkungsschießen der Artillerie setzte bereits am 7. Oktober, 15 Uhr, ein. Viele durch die kurze Zeit der Vorbereitungen bedingte Reibungen und starker Regen in den beiden letzten Nächten hatten zur Folge, daß bei der 25. Reserve-Division der lieber« gang mit starker Verspätung begann, in die Helligkeit kam und so mit Verlusten abgewiesen wurde. „Schon rötlich die Kartoffeln sind Vor 20 Jahren. Oer Donauübergang bei Semendria. — Eine Ruhmestat deutscher Pioniere. Von Major Beffel. 20 Jahre sind vergangen seit einer der gewaltig- sten Pioniertaten aus der großen Zeit des Weltkrieges. Unter dem Oberbefehl des Generalfeldmarschall von Mackensen setzten branden- burgische und kurhessische Pioniere des 3. und 11. Pionier-Bataillons als Einleitung des serbischen Feldzuges das III. Armeekorps mit der 6. ID. und 25. RD. bei Semendria über den mächtigen Strom der Donau und halfen damit die Grundlage schaffen für die Operation, die den siegreichen verbündeten Armeen „sozusagen mit der Uhr in der Hand" das ganze Königreich Serbien in die Hand brachte. Die ernste Bedrohung Konstantinopels im Frühjahr 1915 stellte die Mittelmächte gebieterisch vor die Forderung, eine u n • mittelbare Verbindung zu dem türkischen Bundesgenossen herzustellen. Dem stand Serbien im Wege. Die Militärkonvention zwischen Deutschland, Oesterreich - Ungarn und Bulgarien vom 6. September 1915 erst gab den Ausschlag, den serbischen Feldzug zu beginnen. Am 16. September erhielt Generalfeldmarschall v o n M a ck e n s e n in Allenstein die Anweisung für die neugebildete Heeresgruppe Generalfeldmarschall von Mackensen. Sie lautete: „Aufgabe des Generalfeldmarschall von Mackensen ist, d i e serbische Armee zu schlagen, w'v erste findet und baldmöglichst die Verbindung über Land zwischen Ungarn und Bulgarien zu öffnen und zu sichern." Ihm wurde unterstellt die österreichische 3. Armee, der als deutsche Truppen das XXII. Reservekorps und die 26. ID. angehörten, die 11. Armee unter General der Artillerie von Gollwitz mit dem III. Armeekorps, dem IV. Reservekorps und X. Reservekorps sowie einer österreichischen Landsturmaruppe und die 1. bulgarische Armee. Der Angriff sollte mit der 3. und 11. Armee von Norden her über die untere Save und Donau beiderseits der Mo- erhielt 8.30 Uhr vormittags Befehl, den Angriff aufzugeben, um unmittelbar rechts von der 6. Division, wo der Uebergang im flotten Fortschreiten war, eingesetzt zu werden. Bis 6.30 Uhr war bereits das ganze Infanterie-Regiment 64 mit 12 Mafchinen- Gewehren übergesetzt. Nach Einsatz bet Schleppfähre und Bau von Fähren, die von den Pionieren mit der Hand gerudert wurden, waren bis 18 Uhr über» gesetzt bei 6. Division: 10 Bataillone, 10 Maschinengewehr-Kompanien, 3 Batterien mit teilweiser Bespannung. 3 Gebirgs-Minenwerfer-Abteilungen; bei 25. Reserve-Division: 7 Bataillone. 1 Maschinengewehr-Kompanie, 1 Batterie, eine ausgezeichnete Leistung und ein Beweis für die hervorragende Or- ganisation der Truppe und der leitenden Pionier- Offiziere. Bis 24.10. abends war von 6. Division die gesamte Infanterie mit Maschinengewehr-Kompanien die ganze Feldartillerie mit 1 Maschinengewehr- Kompanie und I. Staffel der Gefechts-Bagagen, von 25. Reserve-Division gleichfalls die ganze Infanterie und Feldartillerie bis auf Teile der 1. Maschinengewehr-Kompanie übergesetzt. Vom^ 13. bis 15. 10. herrschte die berüchtigte Kossova (Südoststurm), die jegliches weitere Uebersetzen unmöglich machte und auch Brückenbau mit dem normalen Brückengerät ausschloß. Ab 16.10. lief wieder geregelter lieber« setzbetrieb, jedoch ohne den Einsatz der Ruderfähren. Eine besonders herangeführte österreichische Schleppschiffbrücke wurde am 19. und 20. 10. eingebaut — jetzt erst bestand eine feste Verbindung von Ufer zu Ufer. Der Angriff über das gewaltige Hindernis der Donau war gelungen. Wenn auch der Widerstand des Feindes dank der überlegenen Wirkung unserer Artillerie gering gewesen war, so daß die Verluste nicht schwer waren, so bleibt doch allein die technische Durchführung ein Ruhmesblatt in der Geschichte der deutschen Pio - niere; neben voller Hingabe aller Waffen ist die Die Kartoffel in Anekdote und Dichtung. zawa, mit der bulgarischen Armee von Ost en her mit linkem Flügel auf Nisch geführt werden, um möglichst rasch in das Innere Serbiens vorzudringen. Hierzu war der Donau - und Saveüber- g a n g zu erzwingen, „von 3. Armee mit Hauptkräften bei Belgrad, mit einem schwächeren Teil Kupinowo", von 11. Armee „bei Ram-Bazias, mit einer Nebenabteilung in Gegend Semendria unter Scheinunternehmungen bei Orsova", Beginn der Operation voraussichtlich 6. Oktober, für die bulgarische Armee frühestens fünf Tage später. Im Rahmen der 11. Armee war dem III. Armeekorps für den Angriff über die Donau der Abschnitt G r o ck a bis zur Morawa - Mündung zugewiesen mit der Aufgabe, sich in den Besitz von S ejn endria und den Höhen südwestlich der Stadt zu setzen — ihm war, wie der Chef des Generalstabs der Heeresgruppe Generalmajor von S e e ck t am 4. Oktober an die Oberste Heeresleitung meldet, „die schwierigste A u f g a b e " in der Heeresgruppe zugefallen. Die Lage der Semendrianer Insel, die von eigenen Truppen besetzt war, forderte zum Uebergang unter ihrem Schutze auf. So befahl das Generalkommando III Angriff um beide Spitzen der Insel herum, und zwar 25. Reserve-Division westlich (Oberstrom) und 6. Infanterie- Division ostwärts (Unterstrom) mit je zwei Regimentern in vorderer Linie. Das gesamte Aufmarschgelände war einzusehen, Anmärsche, Bereitstellung aller Artillerie usw. muhte bei Nacht geschehen; nur die unmittelbaren Pioniervorbereitungen am Ufer waren durch die dichtbewaldete Insel der Sicht entzogen. Die alte Feste Semendria war besetzt und beherrschte das Gelände, jedoch konnte bei der stark überlegenen Artillerie des Angreifers mit ihrem Niederkämpfen gerechnet werden. Die Flußbreite betrug 800 bis 1200 Meter. Die Strom- Die nützliche Knollenpflanze, die im 16. Jahrhundert als südamerikanischer Fremdling nach Europa gekommen ist, hat durchaus keinen so nüchternen Lebensweg, wie wir das heute von der unscheinbaren und uns längst selbstverständlich gewordenen Erdfrucht annehmen. Im Gegenteil: zur Zeit ihres Auftretens ging es recht lebhaft um sie zu, sie spielte in die hohe Politik hinein, es kam zu regelrechten Kartoffelkomödien, und selbst die Dichtung nahm sich ihrer in begeisterten Lobpreisungen an. Es scheint in fast allen europäischen Ländern nicht einfach gewesen zu sein, die Bauern über den Wert der Kartoffel aufzuklären. Alexander von Humboldt berichtet zwar, daß sie in Lancashire bereits zu Ende des 17. Jahrhunderts im Großen angebaut worden ist, und in Sachsen war sie nachweislich ebenfalls schon 1718 verbreitet, aber Friedrich der Große hatte einige Jahrzehnte später noch große Mühe, seine schlesischen und pom- merschen Untertanen mit diesem wichtigen Nahrungsmittel bekanntzumachen. Wie Joachim Nette l b e ck in seiner 1821 zu Halle veröffentlichten Lebensbeschreibung erzählt, ließ der Monarch 1745 einen großen Frachtwagen voll Kartoffeln an die Gartenbesitzer von Kolberg verteilen und, während die merkwürdigen Knollen auf dem Rathaus von Hand zu Hand gingen, Anweisungen über den zweckmäßigsten Anbau öffentlich verlesen. Man war jedoch äußerst mißtrauisch und schüttelte, nachdem man sie hinreichend berochen und beleckt hatte, erstaunt di- Köpfe. „Die Dinger riechen nicht und schmecken nicht, und nicht einmal die Hunde mögen sie fressen" hieß es. ___________________ Der erste Versuch des fürsorglichen Landesvaters war also kein rechter Erfolg, und erst die Mißernten und Hungersnöte der Jahre 1770/71, 1793 und 1817 ebneten der Kartoffel in Preußen den Weg. Bisweilen gelang der „Widerspenstigen Zähmung" nur durch eine List. So soll sich Lud- w i g XVI. lange vergeblich bemüht haben, sie in Frankreich einzuführen, aber die Bauern wollten kein Land für die Anpflanzung hergeben. Da kam der Chemiker Parmentier auf den Einfall, eine größere Bodenfläche in der Nähe von Paris mit Kartoffeln zu bauen, und als der Herbst heran- gekommen war, ließ er mit großem Lärm bekanntmachen, daß jeder Diebstahl an den wertvollen Früchten mit harten Strafen belegt werden würde. Außerdem wurden Wächter bestellt, die in den Tagesstunden fleißig die Felder beaufsichtigten, die sich nachts aber befehlsgemäß zurückzogen, um der inzwischen neugierig gewordenen Bevölkerung ausreichende Gelegenheit zu strasbaren Handlungen zu geben. Dieses Mittel hat glänzend gewirkt, erzählt die Geschichte. Es wurde so viel gestohlen, wie man sich nur wünschen konnte, und zwanzig Jahre später blühten überall die Kartoffelfelder. Die Dichter haben schon verhältnismäßig früh eine Lanze für den Gast aus der südamerikanischen Fremde gebrochen. 1780 preist Matthias Claudius sie in seinem „Wandsbeker Boten" mit dem Kartoffelliede: „Schön rötlich die Kartoffeln sind Und weiß wie Alabaster, Sie däun sich lieblich und geschwind Und sind für Mann und Frau und Kind Ein rechtes Magenpflaster." Eine derartige Lobpreisung war nicht vereinzelt. Der badische Dorfschullehrer Samuel Friedrich Sauter, von dem übrigens auch das „Lied vom braven Dorfschulmeisterlein" stammt, ist der Der» fasser eines einst weitbekannten und vielgesungenen Kartoffelliedes, das zum erstenmal im Jahre 1811 in einer in Heidelberg erschienenen Sammlung seiner Gedichte herauskam. Diese Ode hatte die ansehnliche Länge von neunundzwanzig Versen; man konnte sie überall hören, mit besonderer Vorliebe wurde sie von Drehorgelspielern auf Jahrmärkten in einer ebenso einprägsamen wie eintönigen Melodie gespielt. Eine Kostprobe wollen wir uns wenigstens gestatten, der Anfang lautet: „Franz Drake hieß der brave Mann, Der vor zweihundert Jahren Don England nach Amerika Als Kapitän gefahren. Und der, als er zurücke kam Von feinen weiten Reisen Die guten Dinger mitgebracht, Die wir Kartoffel heißen. Europa sollte diesen Mann Auf allen seinen Auen, Wo es nur je Kartoffeln pflanzt, Ein goldnes Denkmal bauen. Seitdem wir diese Knollenfrucht Im Deutschen Reiche sehen, Kann keine große Hungersnot Durch Mißwachs mehr entstehen ..." Das Denkmal wurde 1853 in Offenburg in Baden errichtet, obwohl Humboldt 1814 bereits nachgewiesen hatte, daß Drake dieser Ruhm nicht gebührt; wem das Verdienst, die Kartoffel bei uns eingeführt zu haben, wirklich zukommt, ist wohl noch immer nicht einwandfrei festgestellt. Jagdgesetz und Treibjagden. Die Pressestelle des Gaujägermeisters für die Provinz Oberhesfen teilt mit: In der Tagespresse sind nicht von den zuständigen Iagdbehörden veranlaßte Mitteilungen über neue Bestimmungen für Treibjagden erschienen. (Der „Gießener Anzeiger" hatte jenen Bericht nicht veröffentlicht. D. Red.) Es mag sein, daß dabei Anordnungen von rein lokaler Bedeutung verallgemeinert worden sind. Um eine Verwirrung in den betroffenen Jägerkreisen zu vermeiden, wird daraus hingewiesen, daß es derartige Bestimmungen mit allgemeiner gesetzlicher Gültigkeit nicht.gibt und daß die veröffentlichten Bestimmungen für den Iagdgau Oberhessen jedenfalls keine Gültigkeit haben. Das bedeutet im einzelnen, daß die Zahl der Teilnehmer an einer Treibjagd nicht nach oben begrenzt ist, daß ferner der Kreis- jägermeifter keinen Einfluß auf den Tag der Treibjagd hat, also eine vorherige Meldepflicht nicht besteht, und schließlich, daß auch die Zahl der Hunde, die dazu zur Stelle sein müssen, nicht festgelegt ist. Bei der Verschiedenartigkeit der verschiedenen Jagdbezirke ist eine derartige Schabionisierung gar nicht möglich. Es ist Sache der Iagdbehörden, die Jagd- ausübung in ihrem Dienstbezirk zu überwachen und im Einzelfalle einzuschreiten, wenn sich Mißstände Herausstellen. Dazu gibt das Reichsjagdgesetz genügend Handhaben. Vereinfachtes Enteignungsverfahren in Hessen. Mit sofortiger Wirkung ist ein vom Reichsstatthalter in Hessen als Führer der Landesregierung und mit Zustimmung des Reichsinnenministers beschlossenes neues „Gesetz über ein vereinfachtes Enteignungsverfahren" in Kraft getreten, während gleichzeitig die Verordnung vom 6. November 1923 über ein vereinfachtes Enteignungsverfahren zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit außer Kraft gesetzt wird. Nach Artikel 1 des neuen Gesetzes kann der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — für Unternehmen, die aus Gründen Gießener Gtadttheater. Kultur- und Werbeveranstaltung der NSG. „Kraft durch Freude". Als Auftakt für die kulturelle Winterarbeit im Kreise Gießen veranstaltete die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" am Sonntagvormittag eine Kultur- und Werbeveranstaltung im Stadttheater. Eine seine und zarte Musik Friedrichs des Großen in drei Sätzen, in denen Flöte und Streicher die Melodie führen, leitete die Morgenfeier festlich ein. Dann trat der Kreiswalter der DAF., Pg. Wag- ne r, zu einer Ansprache vor den Vorhang, in der er u. a. Folgendes ausführte: Wir Haden mit der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" dem deutschen Menschen die tausend- fälligen Schönheiten Deutschlands erschlösse^ und haben ihn dadurch wieder mit dem Volke verwur- zelt. Der Nationalsozialismus ist eine Weltanschauung; sie i)at ein großes Ideal, ein Hochziel- das heißt Deutschland. Niemand ist für sich selber da, sondern all unser Tun und Denken mutz auf dieses Hochziel ausgerichtet sein. Auch in seiner Freizeit darf niemand sich selbst und damit unkontrollierbaren Einflüssen überlassen bleiben. Deshalb schufen wir die gewaltige Organisation „Kraft durch Freude". Aus der Freude sollen wir die Kraft finden, mit dem harten Alltag fertig zu werben. Es gibt kein Paradies auf Erden, aber wir wollen die Not aus sieghafter, froher Bejahung gemeinsam meistern. Wir wollen den deutschen Menschen wieder mit den ewigen Werten der deutschen Kultur in Verbindung bripgen. Eine Kunst, die das Volk nicht versteht, ist keine Kunst. Kunst ist Ausdruck unseres Kampfes um die Erhaltung unseres Wesens. Es ist kein Zufall, daß unser Winterprogramm im Theater eröffnet wird, denn das Theater gehört dem Arbeiter genau so wie dem Universitätsprofessor. Deshalb mußt du, deutscher Arbeiter, auch ins Theater kommen. Es geht um die Erhaltung unserer Kultur, die uns allen gehört. Arbeit ist der Sinn und Inhalt unseres Lebens. Wir wollen stolze und selbstbewußte Menschen mit starkem Gefühl für ihre Ehre. Das brauchen wir, um als Volk leben zu können. Wir wollen das Leben und die Freude fanatisch bejahen So wollen wir in der NS.-Gemeinschast ‘Straft durch Freude" uns als Diener am Werke unteres großen Führers und an unserem geliebten deutschen Volke fühlen. — Die Ansprache wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Es folgte dann die Aufführung der dramatischen S»ene Schach dem Zaren von Wilhelm M ü^l e'r- Schuld. Wir haben dieses Werk an- läßlich seiner Ursendung als Hörspiel durch die Ad- teilung Kunst des Reichssenders Frankfurt »m Frühjahr an dieser Stelle eingehend gewürdigt. Es handelt sich hier, wie man sich entsinnen wird, um die dramatische Gestaltung einer weltgeschichtlichen Entscheidungsstunde. Die Szene -spielt 1812 in Petersburg am Zarenhofe. Ein Kriegsrat beleuchtet die militärische Lage. Der Schatten Napoleons fällt drohend über Rußland. Schon steht er vor den Toren von Moskau. Am Zarenhofe herrscht Wankelmut und Unentschlossenheit. Da erwächst dem Zaren und seinen Ratgebern im Freiherrn von Stein, der als Verbannter in Petersburg lebt, fast wider ihren Willen ein mächtiger Verbündeter, dem französischen Welteroberer aber ein fanatisch hassender und dennoch kluger Gegenspieler. In einer Zentralszene zwischen Stein und dem Zaren gelingt es dem „Baron aus Preußen", den Kaiser zu einem entscheidenden Entschluß aufzurütteln: Stein zeigt dem Zaren die elementaren Naturgewalten, Sturm, Schnee, Frost und Feuer als seine mächtigsten Verbündeten wider Bonaparte; sie werden den Untergang des Eroberers besiegeln. Der Kaiser, endlich überzeugt und von der glühenden Beredsamkeit Steins überwunden, macht diesen zu seinem Sprecher. In messerscharfen Sätzen lehnt der Freiherr das Angebot des französischen Unterhändlers mit einer unversöhnlichen und grimmigen Kampfansage ab: der Wille seiner verbündeten Gegner und die Naturgewalten des Frostes und des Feuers werden dem Siegeszuge des Eroberers ein schreckliches Ende bereiten. — So rundet sich die historische Szene zu einer lebendigen, von Kraft und Gegenkraft dramatisch geführten Entscheidung, zum eindrucksvollen Bilde europäischer Schicksalswende, mit knappen und markanten Stichen vor den Hörer und Zuschauer hingestellt. * Die Spielleitung des Intendanten Schultze- Griesheim arbeitete im Gesamtaufbau die bei« den wichtigsten, einander korrespondierenden und die Waage haltenden Szenen zwischen Stein und dem Zaren, und zwischen Stein und dem sranzö- sischen General als Abgesandten Napoleons klar und überzeugend heraus. Die Schauspieler ordneten sich dem Willen der Regieführung willig unter. Herr Lüpke ent- wickelte übersichtlich als Sprecher im Kriegsrat die Voraussetzungen für die beiden folgenden großen Dialoge. Herr Neuhaus gab den Freiherrn vom Stein: scharf und schroff, oft verletzend und ätzend in seiner unangreifbaren Argumentation, aber immer mit klarem Ueberblick über Tatsachen und Notwendigkeiten, ein glühender und beschwörender Verfechter seiner guten Sache. Ueberzeugend entwickelte auch Herr von S p a l l a r t die Gestalt des Zaren, der sich nach langem Sträuben und Schwanken, nach schwerem inneren Kampf von tatenloser Bewunderung zum befreienden Entschluß durchringt. Herr Geiger gab, elegant und diplo- matisch, zuletzt mit mühsam bewahrter Haltung, den französischen General. — * Die Hörergemeinde folgte mit gesammelter Aufmerksamkeit und dankte mit kräftigem Beifalls Oberhessischer Kunsiverein. Friesische Maler der Gegenwart. Der Oberhessische Kunstverein beginnt feine Winterarbeit mit einer Ausstellung von Werken friesischer Maler der Gegenwart. Der Katalog verzeichnet 18 Künstlernamen mit insgesamt 88 Bildern; dabei sind die verschiedensten Techniken vertreten — Oel, Aquarell, Zeichnung, Radierung — und so ergibt sich, in mehrfacher Hinsicht, ein vielfältiges und abwechslungsreiches Bild. Dennoch wirkt der Gesamteindruck, im Sinne der Ausstellungsleitung, durchaus einheitlich und in sich geschlossen: man sieht hier eine deutsche Landschaft von ausgesprochener Eigenart im Spiegel ihrer bodenständigen Kunst. Die Ausstellung ist also nicht nur um ihrer künstlerischen Qualitäten an sich bemerkenswert, sondern, worauf wir heute entschiedenen Nachdruck legen, als ein Zeugnis ftammes« mäßiger Sonderart; so läßt diese Schau, im Ganzen betrachtet, durchaus ein Bild von der Landschaft und dem Menschenschlag, von der Kultur und der Bauweise, von der Tier- und Pflanzenwelt Frieslands gewinnen. Ein immer wiederkehrendes und eigentliches unerschöpfliches Grundmotiv ist natürlich das Meer mit Küste und Strand; immer wieder finden sich ein hoher Himmel, getürmte, vom Sturm geballte oder zerrissene Wolken, weites flaches Küstenland, Spiel von Wind und Wellen, Backsteingotik, Fischerhäuser und Bauernhöfe, Dünen, Marschkanäle und Mühlen, buntes ostfriesisches Vieh, Schiffe, Fischer- boote und Möoen. Aus solcher Aufzählung mag man etwa den landschaftlichen Motivkreis der Ausstellung ableiten. Innerhalb dieses Kreises bleibt dem einzelnen Maler, je nach Sehweise, Tempe- rament und Technik, noch Spielraum genug, sein Erlebnis von Landschaft und Menschen auf seine persönliche Art zu künstlerischem Ausdruck zu verdichten. * So malt etwa Hans Weidemann in leuchten- den Aquarellfarben einen flammenden Sonnenuntergang ober ein düster hingeducktes Küstendorf am Abend. Anna Martens zeigt in groß angelegten Bildern ohne alle Staffage die aus Wolken, Sand und spärlicher Vegetation zusammengesetzte Strandlandschaft in ihrer Abgeschlossenheit, Weite und Höhe. Lockerer, bewegter und farbiger wirken die Aquarelle von Jan O e 11 j e n (Sylt, Weser und Jade). In den Halliglandschaften von Willy Graba sind Ernst und Größe dieser Natur lebendig empfunden und in der sparsamen Wasserfarben-Technik eindringlich erfaßt. In lieblichem Gegensatz zu solcher Herbheit erscheinen die zart aquarellierten Blumenstücke von Fritz Hafner, Veilchen und Schneeglöckchen, Anemonen, Tulpen und Tazetten. Von Ingwer Paulsen haben wir uns den hellen, kräftig getönten, fett hingespachtelten „Dorfweg" gemerkt; von K. Sartorius ein Aquarell „Brandseeschwalben", das den bewegten Zusammenklang von Kreatur und Landschaft überzeugend zum Ausdruck bringt. Emma Ritter fei mit einem nobel und großlinig geführten Städtebild „Danzig", den leuchtenden Architekturen aus Jever und mit dem charaktervollen Bildnis eines alten Küstenfiscbers genannt. Als Gegenstücke dazu dürfen der „Alte Schmied" von Jakob Albert und sein „Besuch auf der Hallig" gelten, die beide, wie uns scheint, den norddeutschen Menschenschlag in treffenden Beispielen erfassen. Die „Ballade" von Hans Feddersen wirkt in ihrer dunklen Wucht und herben Gedrungenheit wie eine malerische Improvisation über ein Thema von Storm oder Liliencron. Poppe Folkerts steuert zwei kräftige, figürlich bewegte Radierungen bei: Bühnenarbeiter und Rettungsboot. Wie ein Leitmotiv der ganzen Schau wirkt sein großes Bild „Das Meer". Sehr geschlossen in der Komposition präsentiert sich der einsame Bauernhof im „späten Licht" von Paulsen. Hell und freundlich daneben die Landschaft „Arn Kanal" von Marie Krüger. Eines der schönsten und repräsentativsten Stücke ist für unser Gefühl „Hallig Gröde" von Albert Johannsen, eine großartige, wirklich großzügig gesehene und gemalte norddeutsche Landschaft. Klein von Diepold behandelt die helleren und wärmeren Elemente einer im Grundton kargen und melancholischen Szenerie. Stimmungsvolle Einzelmotive bieten auch „Im Hümmling" von Warring und die Kanalbilder von Petrick und Roskamp, während die „Ziegelei" von H o b e i n in ihrer finsteren Sachlichkeit einen fast unheimlichen Eindruck hinterläßt. — Lebendig bewegte, kleine Tierplastiken von Lilly König, von denen wir kürzlich in der Illustrierten des Gießener Anzeigers einige Proben mitteilten, ergänzen, obwohl sachlich und landschaftlich nicht in diesen Kreis gehörig, das Gesamtbild heiter und anmutig. ♦ Die Ausstellung wurde am Samstagnachmittag der Oeffentlichkeit übergeben. -y- des öffentlichen Wohles besonders beschleunigt durch- geführt werden müssen, durch Erlaß ein vereinfachtes Enteignungsoerfahren anordnen. Gründe des öffentlichen Wohles find insbesondere dann gegeben, wenn Arbeitsgelegenheit zu beschaffen ist oder wenn Notstände zu beseitigen oder abzuwenden sind. Die Artikel 2 bis 6 behandeln die verein- fachte Derfahrensregelung, wobei den Kreisdirektoren eine sehr wesentliche Rdlle zugewiesen wird. Alle Entscheidungen und Entschließungen ergehen, wie Artikel 7 bestimmt, in Beschlußform. JtunOfimfproflramm. Dienstag, 15. Oktober. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. Deutsche Schulen im Ausland. Zusammenstellung: Guido Waldmann. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus Dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.15: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. Frauen in Oberhessen. 15.45: Nordische Lieder und Klaviermusik. 16.45: Der Himmel im Oktober. Was uns ein Meteor verkünden kann. Vortrag von Prof. E. Sittig, Frankfurt a. M. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Wie di- Schreibmaschine erfunden wurde. Plauderei von Franz Franziß. 19: Reichssendung: Der Schauplatz der olympischen Segelregatta. Vorbereitungen für 1936 in Kiel. 19.30: Märchenouver- türen. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Alte und neue Operettenklänge. 20.30: Windstärke 13, ahoil Heiteres Hörspiel. 22: Nachrichten (auch aus dem Sende- bezirk). Sportbericht. 22.20: Dom Rhein zum Warndt. 22.45: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Oie Beschäftigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern. Die Anzeigenpflicht beachten! Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mit- geteilt: r . _ Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die Bestimmungen der §§ 16 und 26 der Arbeitszeitordnung und 154 Absatz 2 bis 4 der Gewerbeordnung, betreffend die Anzeigepsticht von Arbeite- rinnen und jugendlichen Arbeitern vor dem Beginn ihrer Beschäftigung, nicht mehr in der gehörigen Weise beachtet werden. Die Arbeitgeber der nachstehend ausgesührten Betriebe werden deshalb in ihrem eignen Interesse ersucht, die angeführten Bestimmungen in Zukunft zu beachten und Arbeiterinnen und jugendliche 14» bis 16jährige Arbeiter vor dem Beginn der Beschäftigung bei der Polizeidirektion (Gewerbeabteilung) anzuzeigen, da sonst Strafmahnahmen in Erwägung gezogen merken müssen. Die Anzeige muß enthalten: Namen des Betriebs, die Wochentage, an denen die Beschäftigung statt- finden soll, den Beginn und das Ende der Arbeits- zeit und der Pausen sowie die Art der Beschäftigung. Die Anzeigepflicht besteht für: 1. Betriebe mit mindestens zehn Arbeitskräften (§ 16 der Arbeitszeitordnung). 2. Hüttenwerke, Zimmerplätze und andere Bauhöfe, Werften, sowie für Werkstätten der Tabak- industrie, kurz für alle Betriebe, in denen elementare Kraft (Dampf, Wind, Wasser, Gas, Luft, Elek- trizität usw.) verwendet wird, auch wenn in der Regel weniger als zehn Arbeitskräfte beschäftigt werden (§ 16 Absatz II der ArbeitszeitordnunH)._ 3. Ziegeleien und über Tag betriebene Brüche und Gruben, wenn in chnen m der Regel mindestens fünf Arbeitskräfte beschäftigt werden. 4. Werkstätten mit weniger als zehn Arbeitskräften, in denen a) die Anfertigung oder Bearbeitung von Männer- und Knabenkleidern (Röcken, Hosen, Mänteln il dergl.) im großen erfolgt; b) Frauen- uni) Kinderkleidung (Mäntel, Kleider, Umhänge u. dergl.) im großen oder a-us Bestellung nach Maß für den persönlichen Bedarf der Besteller angefertigt oder bearbeitet wird; c) Frauen- und Kinderhüte besetzt (garniert) werden; d) die Anfertigung oder Bearbeitung von weißer Wäsche im großen erfolgt. Von der Anzeigepfttcht sind befreit: 1. Dollständia: Apotheken, Handelsgeschäfte, in denen Arbeitskräfte nicht in einem zu dem Handelsgeschäft gehörigen Betriebe mit der Herstellung oder Bearbeitung von Waren beschäftigt sind, Heilanstalten und Genesungsheime, Musikaufführunaen, Schaustellungen, Theaterunternehmungen oder sonstige Lustbarkeiten; Gärtnereien, das Gast- und Schankwirtsgewerbe, das Derkehrsgewerbe. 2. Hinsichtlich der männlichen jugendlichen Arb eiter: a) Motorwerkstätten mit weniger als zehn Arbeitern, sofern sie zum Handwerk gehören; b) alle Betriebe der Bäcker und solcher Konditoren, in denen neben den Konditorwaren auch Backwaren hergestellt werden, sofern sie nicht in regelmäßigen Schichten arbeiten, für die Sir- beiter, die unmittelbar bei der Herstellung von Waren beschäftigt sind. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden nach § 27 der Arbeitszeitordnung bestraft. Der Vogelschuh in Hessen. Oie Jahreshauptversammlung des Vogelschutzvereins für Hessen. (Sonderbericht des „Gießener Anzeigers".) Unter dem Vorsitz des hessischen Landesforst. Meisters Staatsrat Dr. h. c. Hesse tagte am gestrigen Sonntag im Hotel Fürstenhof zu Büdingen der staatlich autorisierte Vogelschutzoer- ein für bas Land Hessen. In dem vollbesetzten Saale überwog die grüne Farbe, ein Beweis, daß sie als offizieller Träger des Natur- und Vogelschutzgedankens mit an erster Stelle steht. Nach den Begrüßungsworten des Chefs der hessischen Staatsforstoersammlung an die Spitzen der Partei, der Behörden usw. wurden Wünsche für die Tagung daraebracht, insbesondere von dem Stellvertreter des Landesjägermeisters, Oberforstmeister Schlich, von der Kreisleitung Büdingen als Beauftragten der Partei, den drei Gaujäger- meistern der Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen, dem Kreisamt Büdingen und dem Vertreter des Reichsbundes für Vogelschutz in Deutschland. Letzterer sprach zugleich im Namen der 84jährigen Vorkämpferin für Natur- und Vogelschutz in Deutschland Frau Lina H ä h n e l, die zur Zeit, trotz ihres hohen Alters, an der Tagung der deutschen Ornithologischen Gesellschaft in Berlin teilnimmt. Aus dem folgenden Geschäftsbericht, erstattet von Geschäftsführer Schäfer, ging hervor, daß hinsichtlich der praktischen Vogelschutzarbeit des letzten Jahres Rheinhessen am besten abgeschnitten hat. Der Bericht gab gleichzeitig das neue Programm bekannt, das von jetzt ab mehr Verl auf praktisch wirksamen Vogelschutz unter gleichzeitiger Ergänzung der ideellen Volksschulung legen wird. Es wird in Zukunft auch mehr Wert auf die Unterstützung der Forschung gelegt werden. Das bare Vermögen beträgt zur Zeit 6170 Mark. Davon sind für die nächsten Ziele u. a. folgende Ausgaben vorgesehen: für praktischen D o - gelschutz 500 Mark, für die drei in den drei Provinzen stationierten Vogelschutz st ationen eine jährliche Zugabe von 300 Mark, weiterhin für Winterhilfswerk, Beiträge an Reichsorganisationen usw. ebenfalls 500 Mark. Da dem Landesverein für die nächste Zukunft große Aufgaben gestellt sind, wurde die Neuwahl des Führerrales nach den Gesichtspunkten der gestellten Aufgaben vorgenommen. Aus Zweckmäßigkeitsgründen ergab sich eine Aufteilung der Kräfte in die Provinzzugehörigkeit. Es wurden in den Führerrat berufen: Als Führer: Landesforstmeister Staatsrat Dr. Hesse, als Vertreter: Ministerialrat Dr. Ur ■ stadt. Für die Provinz Starkenburg: Ministerialrat Ringshausen, Darmstadt; Prof. Dr. Dr. Seitz, Darmstadt; Oberstudiendirektor Dr. Bei- finger, Darmstadt; Landwirtschaftsassessor Dr. Rothmann, Frankfurt; Güteraufseher Knörn- s ch i l d, Eberstadt; Förster Lehr, Darmstadt. Für die Provinz Oberhessen: Dr. Karl Rudolf Fischer, Gießen; Forstrat Dr. Zentgraf, Lauterbach; anstatt des durch die Gaujägermeistergeschäfte überlasteten Oberforstmeisters Nicolaus, Gießen, der ein eifriger Förderer des Natur- und Dogelschutzgedankens ist, ein noch zu benennender Vertreter des Reichsnährstandes. Für die Provinz Rheinhessen: Forstmeister Klemm, Bingen; Forstrat Nebel, Alzey; Forft- assessor Waldeck, Mainz; Obersekretär Göbel, Mainz; Kreisobstbauinspektor Mazarin, Worms; Justizinspektor Koch, Oppenheim. Darauf wurde als nächster Tagungsort Heppenheim bestimmt, da die Landesregierung beabsichtigt, die dortige Ziegeleigrube bis dahin in eine mustergültige Naturwarte zu verwandeln. In der Aussprache war wesentlich, daß sich der Leiter der Pflanzenschutz st elle Gießen, Dr. Tempel, in seiner Eigenschaft als Landesbeauftragter für die Ueberwachung der Westgrenze Hesiens bei dem drohenden Einbruch des Koloradokäfers bereit erklärte, die ihm zur Verfügung stehenden 1000 Vertrauensmänner gleichzeitig auch für die Belange des Vogelschutzes einzufetzen. Der Hauptinhalt der Tagung wurde bestritten von Drei programmatischen Vorträgen. Zuerst sprach Professor Dr. S ch m i d t g e n über „Vogelschutz im Obstbau und Landwirtschaft". Sodann kam der volkskundliche TeU zu Wort in dem Vortrag des Kreisjägermeisters Rokhmann (Erfelden), der mit wundervollen Lichtbildern als Beigabe in den Na- turzauber unseres einzigen hessischen Naturasyls, des Kühkopfes, einführte. Nach Tisch sprach der Ornithologe am Forstmstitut der Landesunioersität, und staatliche Vertrauensmann für Naturschutz, Dr. Karl Rudolf Fischer (Gießen) über feine Erfahrungen bei Ginbürge- rungsversuchen, besonders bei Uhu s. Weniger auf die Ergebnisse eingehend, als auf die Methode, gab er Richtlinien für die vom Reichsforstmeister ein- geleüeten gleichlaufenden Versuche in anderen deutschen Gauen. Auch gab er Kenntnis davon, daß er gemeinsam mit Dem Grafen Solms-Lau- bad) beabsichtige, nach dem gelungenen Uhu-wiedereinbürge- rungsversuch die Viederausiedlung des Kolkraben im Vogelsberg zu versuchen. Don besonderem Interesse ist Die Tatsache, Daß nach Der Gemeinschaftsbesprechung Staatsrat Hesse Die Genehmigung gab, Daß auch in Gießen eine Vogelschuhslelle mit Lehrberech- tigung errichtet werben soll. Die Mittel werben zur Verfügung gestellt. Führungen Durch eine angeschlossene Vogelschutz- ausstellung, sowie Durch Die Vogelschutzanlage in der Nähe von Bübingen bildeten eine wertvolle Ergänzung Der Vorträge. Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Am FranMirter Getreidegrohmarkt blieben die Umsätze auch in dieser Woche klein. Etwas größeres Geschäft verzeichnete lediglich Der Braugerstenmarkt. Am Brotgetreidemar kt ist das Angebot der Landwirtschaft in kontingentiertem Weizen und Roggen weiter klein. Indessen sind die Anlieferungen so. Daß sie für Den zur Zeit nur kleinen Bedarf Der Großmühlen, Die hinreichend versorgt sind, mehr als ausreichen, zumal laufend Angebot des Handels an Die Großmärkte gelangt. Wetter a u e r Weizen wurde verschiedentlich, insbesondere an die süddeutschen Grotzmühlen, unter- gebracht. Der Absatz in Roggen bleibt günstiger, wobei Die LanDmühlen fast ausschließlich als Abnehmer in Frage kommen. Weizen und Roggen außer Kontingent bleibt schwer verkäuflich. Am FuttergetreiDemark besteht nach wie vor großer Bedarf, Der jedoch nur unzureichend gedeckt werden! ann, Da von Den Erzeugern kein Angebot vorliegt. Hafer ist noch leichter als Futter- gerfte zu haben, wenngleich aus Dem hiesigen Bezirk kaum Angebot vorlag. Der Handel versorgte sich daher meist mit Den vorliegenden Angeboten aus Ostdeutschland, wobei sie im Preise ziemlich hoch liegen, weil sie durch Vorfrachten und zuweilen auch mit Qualitätsaufschlägen belastet sind. Futtergerste blieb mangels jeglichen Angebots ohne Umsatz. Die feste Haltung Des Braugerstenmark- t e s blieb bestehen. Soweit gute Qualitäten, also eiweißarme Sorten, Vorlagen, wurden sie von Den Verarbeitern zu festen Preisen glatt aufgenommen. Am hiesigen Markt notierte man erstmals Sommergerste für Brauzwecke mit 20 bis 21 Mark je 100 Kilogramm, vielfach wurden auch 21,50 Mark und für pfälzische Braugersten auch mehr erzielt. Auch Jndustriegerste findet gute Kauflust, hauptsächlich vom Niederrhein zu etwa 20 Mark je 100 Kilogramm. Der Futtermittelmar kt nahm einen ruhigen Verlauf. Nachfrage bestand in der Hauptsache nach Kraftfuttermitteln; man wartet die Zuteilungen für Die nächste Zeit ab, nachdem der dringendste Bedarf durch die Verteilung im September befriedigt wurde. Außerdem ist Kleie nach wie vor gesucht, während Angebot völlig fehlt. Futter- und Nachmehle haben bei reichlichem Angebot schleppendes Geschäft. Schnitzel, Biertreber und Malzkeime fehlen ober stellen sich für Den Landwirt zu teuer. Melassemischfutter finden einige Nachfrage, doch liefern Die Fabriken meist nur Mischungen mit leichten Trägern. Durch Die kürzlich erfolgten Zuteilungen an ölhaltigen Futtermitteln Dürften aber balD schwerere Mischungen an die Märkte kommen. Rauhfutter hat unverändert feste Haltung. Hiesiges Heu wird kaum angeboten; Der Preis mit 7,50 Mark für 100 Kilogramm ist recht fest. Für Stroh haben Die Preise erneut angezogen. Draht- gepreßtes Weizen- und Roggenstroh kostet nunmehr 3 bis 3,40 Mark (in der Vorwoche 2,50 bis 2,60), gebündeltes 2,60 bis 2,80 (2,50 bis 2,60). Das kleine Angebot kann leicht untergebracht werden. Am M e h l m a r k t besteht nahe dem Monatswechsel laufendes Bedarfsgeschäft. Weizenbrotmehle werden gut gekauft, während feine Vorzugsmehle nur schweren Abzug haben. Das Roggenmehlge- schäft verläuft weiterhin befriedigend, auch bei Den hiesigen Mühlen, obwohl Die Konkurrenz Der oft- Deutschen Mühlen wirksam bleibt. Flotte Umsätze verzeichnete Die Type 815, Dagegen wirD 997 kaum beachtet. Nhein-Mainifche Börse. Still. Frankfurt a. M., 12. Okt. Die Börse lag am Wochenschluß völlig geschäftslos. Die Zurückhaltung Der Kundschaft, Die schon während Des ganzen Wochenverlaufs zu beobachten war, hielt unvermindert an. Die Kurse zeigten am Aktienmarkt nur geringe Abweichungen, Doch war Die Kursentwick- hing stark von Zufälligkeiten abhängig, Da OrDcrs nicht Vorlagen. Zunächst kam nur ein ganz kleiner Teil Der Papiere zur Notiz. So eröffneten IG. Farben mit 151,13 (151,65), Gesfürel mit unoer- ändert 123,50, RWE. mit 123,65 (124,13), Leck- werke Augsburg mit 96,50 (96). Matt lagen Lah- meyer mit etwa 128,50 (131,50). Don Montanpapieren setzten Mannesmann mit unverändert 85 und Hoesch mit 93,50 (93) ein. Schwach lagen von Zellstoffaktien Waldhof mit 108 (110,50). Don Bank- aftien gingen Reichsbank auf 172,50 (173) und Bank für Brauindustrie auf 121 (121,50) zurück. Schiffahrts- und Verkehrswerte lagen behauptet. Der Rentenmarkt lag gleichfalls nahezu geschäftslos. Die Haltung blieb jedoch freundlich. Etwas fester lagen späte Reichsschuldbuchforderungen mit 96,40 (96,13). Altbesitzanleihe eröffneten mit unverändert 111,40, auch Zinsvergütungsscheine mit 90,20 und Kommunal-Umschuldung lagen behauptet. Auch im Verlaufe blieb das Geschäft auf allen Märkten äußerst gering und nennenswerte Kursoeränderungen traten nicht ein. Waldhof konnten sich mäßig, und zwar auf 108,75 nach 108, erholen, andererseits gaben Kunstseide AKU. weiter nach auf 51,75 nach 52,13. Die später notierten Papiere lagen uneinheitlich bei geringen Veränderungen; auf den meisten Gebieten lagen selbst in der zweiten Börsenstunde noch keine ersten Notierungen vor. Renten lagen später sehr ruhig und unverändert. Goldpfandbriefe lagen bei kleinstem Umsatz behauptet. Liquidationspfandbriefe notierten teilweise 0,13 bis 0,25 v. H. höher, aber Nassauische Landesbank bröckelten weiter auf 100,50 (100,65) ab. Stadtanleihen lagen zumeist höher, so 6 v. H. Darmstadt von 1926 mit 89,75 (89), von 1928 mit 91,25 (91), 6 v. H. Heidelberg von 1926 mit 88 (87,50). Am Auslandsrentenmarkt waren Schweizer Bundesbahn-Anleihen durchweg stark angeboten, man nannte bis zu 4 v. H. niedrigere Taxen. Tagesgeld unverändert 2,75 v. H. Frankfurter Schlachtvlehmartt. F r a n k f u r t a. M., 14. Oktober. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 716 Rinder (202 Ochsen, 63 Bullen, 331 Kühe, 120 Färsen), 261 Kälber, 78 Schafe, 280 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 38 bis 42 Mark, Bullen 38 bis 42, Kühe 22 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 36 bis 42, Kälber 46 bis 70, Härnrnel 40 bis 45, Schafe 36 bis 40, Schweine 54 Mark. — Marktverkauf: Rinder sehr lebhaft, Kälber rege, Härnrnel und Schafe sehr lebhaft, Schweine wurden zugeteilt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse 151,5 151,9 90 90 90 90,5 117 117,25 130 130 Banknoten. 28,25 28 28,25 154,9 153,75 29,5 30 Grchner 01 210 I 210,25 100,25 104,75 95,5 146 100,5 104,25 111,13 92,75 101 105 0 0 0 7 0 6 0 0 0 12 24,5 294 23,65 283 173,5 153,75 151,4 238 104 113,5 107,5 104,5 114 107 52,75 105 110,5 79,75 51,75 104 109 80 104,25 114,5 107 105 52,4 104 110,5 80,25 127 95,25 146 81,5 24,65 293,5 111 93 158 124,75 90,5 85 Schultheis Patzenhoser ....... 4 Aku < Allgemeine Kunstseide) .. O vuderu» ..... Deutsche Srddl Gelsenkirchener 101 >05,25 125 90,25 85 111,25 93 104 51,75 103 108,5 80 126 95,4 145,25 81 23,5 281 174 154,5 111,13 93 95 144,75 Mainlraftwerke Höchst a.UL... 4 Süddeutscher Zucker ...... tj 9,1 8,75 9 10,5 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterretchtsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente ....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4Yt% Deeffll. Don 1913 ...... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn.Anleihe Serie t..................... I 9. Färben-Industri» Schetdeanstall........ Goldschmidt ......... Rütgerswerke ........ Metallgesellschaft...... Harpener Hoesch Eisen—Köln-Neuester« Ilse Bergbau Ille Bergbau Genüsse Klöcknerwerke....... Mannesman n-Röhre» Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. Bl. 126 89,65 84,65 Die hinter Öen Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befch lofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H-, Lombardzinsfuß 8 o. H. 27 1,3 9 8,5 Bemberg........... Zellstoff Waldhof .... Zellstoff Aschaffenburg Desjauer Gas ....... Daimler Motoren . ... Deutsche Linoleum ... Orenftetn & Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Ehade .............. Acrum ul atoreu-Fabrik Eonti-Gummi ...... 125,5 89,5 85 9,05 8,7 9,1 10,25 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. 9 8,75 8,9 10,25 71151,65 9 238 O, 104 4 114.5 4j 106,75 I Frankfurt a. M. Serkin Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mliiag- börse Datum 11.10. 12-10- 11-10. 12.10. ManSfelder Bergbau .. — 117 117 117 Koks werke ........... ....... 6 116,9 115,75 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen ....... 6 .....12 215 214 214,13 213,75 Rheinstahl ........... .....ßi/, I07.5 106 107,5 107 Bereinigte Stahlwerke. .......Ö 81,75 81,75 82,25 81,65 Olavi Minen ....... .......0 19 4 19,25 19,5 19,5 Kaliwerke Aschersleben. .......6 131 131,5 132 Kaliwerke Westeregeln. .......5 126 125 Kaliwerke Salzdetfurth .....7H 183 — 184 183 .Frankfurt a-M. 8erlm Frankfurt a. jR »trltn Gchluß- hird Schlußt. Abend- börse Schlußkurs Schlußt. mittag« börse Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schluß- turs Schlußk. Mittagbörse Datum 11.10. 12.10- 11.10. 12-10. Datum 1110. 12-10. 11-10- 12.10 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1904 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtt 100,13 97,5 103,25 111,4 100,13 96,5 96,13 100,5 115,3 96,25 100,3 100,75 97 97 107,3 100,13 97,65 103 111,5 100,13 96 96,13 100,5 96,25 100,45 101 97 97 107,3 100,13 97,65 111,4 100,2 115 100,9 97 97 107,3 100,13 97,65 111,5 100,13 100,65 97 97 107,3 4% de«gl. (Serie II ............. 5,75 8,45 4,8 39,13 16 18 78,5 111,75 87,5 88,25 88,25 173 37,65 142,25 110,5 132,65 104,5 123,5 133,5 124,13 119,5 169 131,5 5,75 8,5 4,85 38,75 16 18 .78 111,75 87 87,5 88 172 37,9 142 110 104 123,5 123,65 169,25 128,5 5,9 8,45 4,8 38,5 15,75 28,25 18 79 112 87,5 88,25 88,25 173 38 142,4 110,75 132,65 104,75 123,75 123,5 120 168,75 130,5 5,75 8,65 4,75 38,5 15,9 17,9 78,5 111,25 87 87,5 88 173,25 37,65 142,4 110 131,75 104 124,25 130,5 124 119 169,75 129 5% RumSn. vereinh. Rente v. 1903 4!4%Rumän.vereinh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... 4*/•% Deutsche Reichspostschatz an- Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 «rückrablb. 102°,'1........... Hamburg-Amerika-Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd ......... O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz« und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................O Dresdner Bank...... O Reichsbank ...... 12 LE.»......................O Bekula................ io Elektr. LieferungSgeiellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume.........O Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........b Rhein. Wests. Elektr..........e Schuckert L Co............... 4 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co.............. 7 4y.% ehem. Hessische La Darmstadt Gold R. 12 Wi% ehem. Hess. Land thekenbank Darmstadt 4V,% ehem. 8% Darmst Landesb.Goldschuldve Oberhessen Provtnz«Anl Auslos.-Rechten ..... Deutsche Komm. Sammk leihe Serie 1 mit Auslo 4 etjem.8% Franks. H Golvpse. 15 unkündbar 6*/,% ehem. 4*4% Frar B ank-Ltqu.-Pfandbrie 6%% ehem. 4*4% Hyp.-Bank-Liqu.-Gold 4y>% ehem. 8% Pr. 8an vriefanstalt, Psandbrik 4H% ehem. 7% Pr.Lan briesanst., Gold Komn Steuergutsch.Berrechnun ndeSbank c«-Hypo- Limit ... Komm, schr. R.6 eihe mit läbl. Än> .-Rechten yp.-Bank bi» 1935 ff. HhP.- Nheintsche Pfe..... oerpsand- se R. 19 deSpsand- i. Lbl.VI Qit 85-39 11 .Oktober 12-Okiober Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung »rief Geld | Brief Buenos Arre-. 0,678 0,682 0,678 0,682 Brüssel..... 41,89 41,97 41,88 41,96 Rio de Ian. 0,144 0,146 0,144 0,146 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 54,40 54,59 54,41 54,51 Danzig .... 46,81 46,91 46.81 46.91 London.... 12,185 12,215 12,185 12,215 Helsingfoc«. 5,37 5,38 5,37 5,38 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland ... 168,43 168,77 168.45 168.79 Italien.... 20,24 20,28 20,24 20,28 Japan ..... 0,711 0,713 0,711 0,713 Jugoslawien 5,674 5,686 5,674 5.686 LSlo..... 61,17 61-29 61,18 61,30 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49.05 Lissabon... 11,05 11,07 11,05 11,07 Stockholm.. 62,81 62,93 62,82 62,94 Schweiz ... 80,97 81,13 80,95 81,11 Spanien... 33,94 34,00 33,92 33,98 Prag...... 10,305 10,325 10,28 10,30 Budapest .. — — Reuyork ... 7,486 2,490 2,486 2,490 Serlin, 12.Oktober Geld Lriek Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.......... ....... 41,76 41,92 Dänische Noten ................. 54,20 54,42 Englische Noten ................. 12,15 12,19 Französische Noten ............... 16,325 16,385 Holländische Noten............... 168,03 168,71 Italienische Noten................ 19,46 19,54 Norwegische Noten .............. 61,02 61,26 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling —- —— Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 62,65 62,91 Schweizer Noten................. 80,77 81,09 Spanische Noten................. 33,56 33,70 Uugarlsche stoten — Ur. 240 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger'für Gberheffenj Montag, (4. Oktober (935 Aus der Provinzialhauptstadt. An das Gießener Publikum! Von Intendant Schultze-Griesheim Am 1. Oktober eröffnete das Stadttheater Gießen unter der neuen Leitung mit einer Aufführung von Kleists Schauspiel „Der Prinz von Homburg" die neue Winterspielzeit 1935/36. Dem allseitig anerkannten, bedeutungsvollen Beginn folgten in der ersten Spielwoche zwei Erstaufführungen und eine Uraufführung, Die ebenso wie die Eröffnungsvorstellung den Namen des Stadttheaters Gießen bis weit über die Grenzen der heimatlichen Provinz hinaus lobend bekannt machten. In meiner Ansprache vor dem festlich versammelten Hause des Eröffnungsabends habe ich die Ziele der kommenden Spielzeit mitgeteilt. Die Erfüllung unserer hochgesteckten Ziele gegenüber der Kunst ist uns aber bei allem ehrlichen Willen, Wollen und Können nur möglich, wenn wir von allen freudige Mitarbeit erwarten dürfen. Jeder dürfte klar erkannt haben, daß als natürliche Folge der Entwicklung unseres Theaters durch Neueinführung der eigenen Oper in dieser Spielzeit mit der Vergrößerung der künstlerischen Arbeit unsere Verantwortung und Verpflichtung gewachsen ist, daß wir aber diese gesteigerten Ansprüche auch vollauf und restlos erfüllt haben. Wir haben mit dem allseitig — sowohl in der Heimatpresse, wie auch der führenden Presse Deutschlands — anerkannten Auftakt bewiesen, daß gefaßte Vorurteile durch nichts mehr berechtigt sind. Jeder, der in städtischen, staatlichen ober privatwirtschaftlichen Diensten steht, muß sich nunmehr, nach diesen Beweisen unseres Könnens, angelegen fein lassen, nicht mehr abwartend beiseite zu stehen, sondern durch ständigen Besuch beizutragen an dem weiteren Ausbau der mit dem innersten Leben der Volksgemeinschaft verbundenen Kulturstätte. Nachdem die neue Spielzeit so verheißungsvoll eingesetzt hat, möchte ich all denen danken, die Vertrauen zu uns hatten, möchte mich aber auch an all die wenden, die vielleicht aus voreingenommenen Bedenken den Weg noch nicht zu uns gefunden haben. Ein bewährter und beliebter Darstellerstamm rundet sich durch eine Reihe neuer Gesichter zu einem arbeitsfrohen und für sein Publikum begeisterten Ensemble von frischer Spielfreudigkeit. Theaterbau, Darsteller und lebendig gestalteter Spielplan erscheinen im schönen Rahmen eines auch äußerlich festlich gestimmten Abends. Was mir auf der Bühne schaffen und Sie als freudig mitgehende Besucher erleben, ist ein wichtiger Beitrag Ruf und Namen der Stadt Gießen in unserem 'Vaterlande zu erhöhen. Darum stehe keiner mehr abseits. Ich appelliere an Sie für meine Mitarbeiter und für das meiner Obhut anvertraute Theater. Wenn Sie alle unsere Arbeit durch regelmäßigen Theaterbesuch unterstützen, werden Sie alle mit dazu beitragen, das Stadttheater Gießen in seiner aufwärtsgehenden Entwicklung sicherzustellen. Bei den geringen Abonnementspreisen ist der Theaterbesuch für den Erwerbstätigen keine Geldfrage mehr, sondern nur noch eine Frage der Gesinnung. Jeder, der bisher noch gezögert hat, melde sich darum noch heute zum Abonnement an! Wenn auch jetzt schon die Zahl der Abonnenten gegen das vorige Jahr stark gestiegen ist, so fehlen doch noch viele, denen der ständige Theaterbesuch Pflicht und Freude sein müßte. Dornotizen. Tageskalender für TUonfag. NSG. „Kraft durch Freude": 18 bis 19 Uhr Tennis auf den städtischen Tennisplätzen am Schützenhaus; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schörnbs, Brandvlatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das leuchtende Ziel" — Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund): 20.15 Uhr im Studentenheim Lichtbildervortrag: „Kreuz und quer durch das Schlesierland". . ‘1-3* V ft - diese Reseroistenabzeichen serer Stadt. Das vistenstöckchen, die vistenflasche, die vistenblume usw. dabei zum ersten Reser- Reser« Reser- kamen Male Nach vielen Jahren verlassen wieder Reservisten unsere Gießener Kaserne. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) nach langen, langen Jahren wieder zum Vorschein. Und fröhliche junge Menschen trugen Soldaten, junge Reservisten, die sich so innig mit ihrer Garnisonstadt Gießen verbunden fühlen, daß der größte Teil von ihnen am liebsten weiterhin hier in Arbeit und Brot bleiben möchte. Aber auch die Heimatstadt oder das traute Heimatdorf haben doch ihre starken Reize, und so zieht der Reservist „frohgemut der Heimat zu". strahlend einher, schwangen sie bei frohem Gesang von Soldatenliedern auf einem vollgepfropften Lastkraftwagen während der Heimfahrt, tranken einen guten Reservistenschoppen und plauderten lachend von der Heimkehr zu Muttern, die sich sicherlich freuen werde, wenn sie nunmehr „ihren Liebling" wieder zu Hause habe. Glückliche „alte" „Und wenn Reserve Ruhe hat, Dann hat Reserve Ruh". Sogar „eiserne, ganz eiserne Ruh", wie uns Reservisten am Samstagmittag am Bahnhof mit lachendem Gesicht besonders betonten. Und in dieser „eisernen Ruh" belebten die „alten" Soldaten, die am Samstag in unserem Standort als Reservisten zur Entlassung gekommen waren, mit allen Abzeichen des „ehrwürdigen alten Knochens" die Straßen unSammeltag für Kinderkleider und Mderwäsche. Ein Aufruf der Gauführung Hessen-Nassau des WHW. Am 2 0. Oktober stellen sich alle Jungmäbels des VDM., Gau Hesien-Rasiau, der Winterhilfe zur Verfügung. Sie werden von Haus zu Haus gehen und euch, deutsche Volksgenossen, bitten, was ihr an Kinderkleidern und Kinderwäsche entbehren könnt, dem Winterhilfswerk zuzuführen. Die Gauführung des WHW. bittet darum, die Jungmädels, die sich dieser schweren Aufgabe aus freien Stücken unterzogen haben, nicht von der Tür zu weisen. Schon seht wollt ihr, deutsche Volksgenossen, das zurechtlegen, was ihr den am 20. Oktober erscheinenden Jungmädels geben wollt. Strahlende Kinderaugen und mit de« Gaben bedachte Volksgenossen werden euch den Dank nicht versagen. Wir bitten und appellieren nochmals an alle, die in der Lage sind, uns zu unterstützen. Also am 20. Oktober großer Sammeltag für Kinderwäsche und Kinderkleidung der Gauführung Hessen-Aassau des WHW. unter Mitwirkung Tausender Jungmädels des VD2N. Gauführung Hessen-Aassau des WHW. An alle Vereine undDerbände inHessen Der Landespressedienst meldet aus Darmstadt: Sämtliche Vereine und Verbände werden ersucht, in Zukunft bei Einberufung von Versammlungen in der Presse oder in Einladungsschreiben die Namen der Redner cknzugeben und dem Geheimen Staatspolizeiamt mitzuteilen. Oer Kartoffelbezug in Hessen. Die Zentralabteilung der Hessischen Landesregierung gibt folgende Bekanntmachung der Preisüberwachungsstelle betreffend den Bezug von Speisekartoffeln durch den Verbraucher beim Erzeuger bekannt: „Im Interesse eines ungestörten und erleichterten Bezugs von Speisekartoffeln durch den Kleinverbraucher (Verbraucher im eigenen Haushalt) bei dem Erzeuger direkt ist dieser unmittelbare Bezug in Menge und Form keinen Beschränkungen mehr unterworfen. Ein Schlußscheinzwang ist hier nicht vorgeschrieben, ebensowenig ein Zwang zur Aushändigung von Verkaufsoestätigungen und ähnlichem. Der Erzeuger ist auch nicht gehindert, auf Wochenmärkten seine Ware dem Verbraucher anzubieten. Beschränkung auf bestimmte Mengen, die der Erzeuger nur auf dem Wochenmarkte verkaufen durfte, fallen, soweit sie bisher bestanden, weg. Dagegen hat der H a u s i e r handel mit Kartoffeln (einschl. des Hausierangebots durch Zeitungsinserate) für die Erzeuger auch künftighin zu unterbleiben. Das Aufsuchen von Winterbestellungen (also für den Einkellerungsbedarf) fällt nicht unter dieses Verbot." Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1935/36 Ortsgruppe Gießen-Aord. Die für Oktober durchzuführende Pfund- fammlung wird nicht am nächsten Dienstag und Mittwoch, sondern nur Mittwoch, den 16. Oktober, durchgeführt. Deutsche Arbeitsfront. kreiswaltung Gießen. Reichsfachgruppe Hausgehilfinnen. Am Dienstag, 15. Oktober, 20 Uhr, findet im großen Saal des Hauses der Deutschen Arbeitsfront, Gießen, Schanzenstraße 18, ein Heimabend aller vier Gießener Ortsgruppen statt. Es spricht Kreiswalter der DAF., Pg. Wagner. Zu diesem Heimabend laden wir alle Hausgehilfinnen ein. Um den Abend gemütlich auszugestalten, werden wir Kaffee und Kuchen verabreichen. Der Unkostenbeitrag beträgt 30 Pfennig. Wir bitten Sie, die Hausgehilfinnen, die der Deutschen Arbeitsfront nicht angehören, zu diesem Abend mitzubringen. Im Interesse aller Hausgehilfinnen bitten wir um restloses Erscheinen. Deutsche Arbeitsfront. AS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude"» Kreis Gießen. Alle Quartiergeber werden hiermit aufgefordert, die gelben Quartierscheine bis spätestens Mittwoch auf der Geschäftsstelle Schanzenstraße 18 einzulösen. (Sportamt „straft durch Freude". Großer preis-Wellbewerd! Tausende Männer und Frauen stehen den Leibesübungen noch aus irgendeinem Grunde fern. Die Sportämter der NSG. „Kraft durch Freude" haben es sich zur Ausgabe gemacht, aufklärend und werdend für die Leibesübungen zu wirken und das große Ziel zu erreichen: ein kraftvolles und gesundes Volk! Jeder Inhaber einer KdF.-Iahressportkarte kann dazu beitragen. Das Gausportamt hat für Diejenigen, die bis zum 28. Oktober 1935 Die meisten neuen Teilnehmer werben, wertvolle Preise ausgesetzt: 1. Preis: eine 8-Tagefahrt mit KDF. nach Dem Allgäu; 2.— 4. Preis: je eine 3-Tagesfahrt mit KDF. nach Dem SchwarzwalD; 5. Preis: eine Tagesfahrt mit KDF. in de« Taunus; 6. —10. Preis: freie Teilnahme an einem geschlossenen Sportkursus. 11. —15. Preis: freie Teilnahme an einem offenen Sportkursus. Wer wirbt die meisten Teilnehmer? Teilnahmebedingungen an Dem Wettbewerb sind auf Dem Sportamt. Schanzenstraße 18 unD bei Den Lehrern in allen Kursen erhältlich. Verlegung eines Kursus! Der Kursus Fröhliche Gymnastik unD Spiele, nur für Frauen, bisher Dienstags in Der Alten Pesta- lozzischule, muß währenD Der Ferien in die Turnhalle Der Schillerschule, Schillerstraße, von 20.30 bis 21.30 Uhr verlegt werden. Am Wontag finden folgende Kurse statt: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen: Von 19.45 bis 20.45 Uhr, Großen- Buseck, Gasthaus Wagner. Reiten: Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schörnbs. Landschastsbund Volkstum und Heimat Ortsring Gießen. Voraussichtlich am Dienstag, 29. Oktober, findet die feierliche Eröffnung unserer Winterarbeit im Katholischen Vereinshaus statt. Unser Landschaftsleiter, Ministerialrat Ringshausen, spricht. Der Bund heimattreuer Schlesier lädt unsere Mitglieder ein zu seinem Lichtbildervortrag über das Schlesierland am Montag, 14. Oktober, 20.15 Uhr im Studentenheim. Eintritt 35 Pfennig. Richtlinien für die Weinwerbewoche. Die Bürgermeisterei Gießen macht für Die Weinwerbewoche, Die vom 19. bis 27. Oktober ftattfinbet, auf folgenDes aufmerksam: 1. Die Weinwerbewoche wird von „der Geschäftsstelle der Weinwerbewoche" gemeinsam mit „Kraft durch Freude" durchgeführt. 2. In der Weinwerbewoche wird Patenwein von notleidenden Winzergemeinden ausgeschenkt. Die Stadt Gießen hat die Patenschaft für Oppenheim am Rhein und Gap-Odernheim übernommen. 3. Die Patenweine werden besonders als solche gekennzeichnet mit Etikett oder Halsschleife. 4. Die Geschäftsstelle Der Weinwerbewoche hat Die Patenweine van Den genannten (BemeinDen geschlossen bezogen. Infolgedessen find alle Bestellungen von Gastwirten, WeinhänDlern usw. auf Paten- meine bei Der Geschäftsstelle aufzugeben. 5. Als Patenweine Dürfen nur zusätzlich bezogene 1934er Naturweine aus Den beiDen genannten Ge- meinben bezeichnet werben. Wer alte Bestänbe ober anbere Weine als Patenwein bezeichnet unb verkauft, macht sich strafbar. Gießener Gtadttheater. Tanzgastspiel Harald Kreutzberg. Lehär: „Paganini". i. „Der Welt bester Tänzer" — sv würbe er ange- fünDigt. Wir haben versucht, biesen zwar anspruchsvollen, aber auch sehr allgemeinen Titel ein wenig zu charakterisieren: Hans Jürgen Wille hat vor einigen Tagen im Feuilleton einen Umriß Der tänzerischen Erscheinung HaralD Kreutzbergs gegeben unD manchen, Denen Der Name Doch kaum ein Begriff war, eine, wie wir glauben, recht einleuchtende Vorstellung von diesem Menschen vermittelt; wir finden jedenfalls, daß der kleine Aufsatz, der die Prvgrammlosigkeit und die reine, musikalische Intuition im Schaffen Kreutzbergs unterstrich, eine glückliche Einführung und Vorbereitung des Tanzgastspiels war, Das wir am Samstag hier zu sehen bekamen. Er begann mit Dem Königstanz von Reger: sehr pathetisch, unD es mag sein, Daß manche bei Diesem impulsiven Auftakt zunächst eine leise Enttäuschung nicht unterDrücfen konnten, weil hier Das Pantomimische unD ein, sagen wir: theatralisches Element des Tanzes stärker herausgearbeitet war, als man nach Der Wigman-Schule erwarten Durfte. Schon schärfer profiliert wirkte Das LanDsknechtslieD von Wilckens: eine prachtvoll belebte Figur, in Deren Ausformung Das Trommler- unD Fahnenschwenker- Motiv rhythmisch geschickt einbezogen unD aufgelöst war; nur schien uns im Mittelteil Die Musik mit dem Thema sich nicht völlig zu Decken. Aber Dann: Die Romanze, eine bezaubernDe kleine Mozartmusik, ganz zart, ganz leicht unD schwebenD roieDergegeben; ein Hauch vom unsterblichen Rokoko noch in Den Pastellfarben Des Kostüms; hier war Der Tanz, selbst im einfachen, beschwingten Schreiten, in Der Tat ein Schweben auf Der Melodie. — Dann folgte, als elegante Humoreske, Das spanische StraßenlieD von Albeniz, sehr schnell, sehr bewegt im Wirbel Der kleinen Schritte, auch technisch übrigens mit einer erstaunlichen Sicherheit durchgebildet. Der Höhepunkt Des Gastspiels aber war für unser Gefühl die „Beweinung" von Reger. Hier war zu sehen, was Kreutzberg wirklich kann, was er schöpferisch im absoluten Tanz zu gestalten vermag. Diese Beweinung wirkte wie eine vollkommen durchmodellierte Plastik. Die Hände allein, wahrend der kauernde Körper noch verhüllt und unbewegt ist, nehmen Die Musik entgegen, nehmen sie auf unD formen sie — Dergestalt Daß keinerlei Verführung oDer Ablenkung Durch Kostüm, sinnfälliges Motiv oder einen einschmeichelnDen MeloDiebogen mitspricht. Nicht Das geringste ZugestänDnis ans Publikum; nur Die tänzerische Bewältigung eines strengen unD einfachen Themas: Beweinung. Ein Tanz „an sich". Der auch formal eine bezwingenDe Lösung erfuhr in Der rhythmischen RunDung vom Anfang zum EnDe hin unD mieDer zum Ausgangspunkt zurück. — Nur von Der Palucca haben wir bisher eine so Dollenbete unD ausgereifte Leistung gesehen. * Aus Dem Stand entwickelte sich der Ungarische Tanz von Brahms, aus einem sanften Wiegen hin und her, das den Rhythmus der Begleitung aufnimmt, zum großen ausgreifenden Schwung. Doch sah man hier nichts von Der üblichen, konventionellen CsarDas-Raserei, fonbern Der Tanz blieb noch in Der stärksten Bewegung beherrscht unD konzentriert; bestechenD als tänzerijcher Einfall Der weit ausholende Schleifschritt, der unmittelbar in den scharf taktierten ungarischen Rhythmus überspringt. Nach der Pause sahen wir zunächst den Tanz des Zeremonienmeisters aus Gozzis „Turandot", jenen berühmten Tanz, Der Kreutzbergs internationalen Ruf begründet hat: man begreift sofort Die barocke unD phantastische Theaterwirkung, Die zum Stil Des Märchenspieles vorzüglich paßt, unD man Denkt sich sogleich um Den abgemessenen Figurenzirkel herum die ganze Fülle einer bunten und bewegten Szenerie. Der „Tanz des Hofnarren" aus dem Ballett „Don Morte" von Wilckens ist aus dem Kauern zu einem Furioso Der Bewegung unD in Der Bewegung zum uralten Tänzer-Spiel mit Der Maske gesteigert, — aber Der bleibenDe EinDruck war hier Doch roeDer Die Maske noch Das Furioso, sonDern eine einfache, eDle unD ganz verhaltene Körpergeste vor Dem Dunklen Hintergrund fast ohne Bewegung. Brahms' „Gesang Der Nacht": ein Largho in Violett, beseelt unD vergeistigt im ruhigen Fluß Der Bewegungen, Denen Die Schwingung des weiten unD weichen GewanDes wunDervoll nachgibt; ein schönes BilD, ein ästhetischer Genuß. * Drei luftige Tänze für Kinder bildeten den Schluß. Die „Kleine Pastorale" von Poulenc zeigt Kreutzbergs liebenswürdigen Sinn für Humor in allerlei drolligen Einfällen, etwa wie er das an sich belanglose Requisit Des Schäferhutes improvisatorisch in Die Tanzfigur einbezieht und gewissermaßen mitspielen läßt. Der „fröhliche Faun" von Reinitzer: ein neckisches Capriccio, worin das schon erwähnte Spiel mit Der Maske als Scherzo-Motiv spielerisch mieDer ausgenommen roirD. Zuletzt Das „fesche Herrchen"; entzückenD, wie hier ein wahrhaft abgeklapperter Wiener Walzer in souveräner Laune unD sprühenDem Temperament in Schwung unD Sprung aufgelöst roirD: Triumph Der überlegenen tänzerischen ErfinDung über Den banalen Anlaß. * Es gab rasenDen Beifall unD mehrere WieDer- holungen, zuletzt als viertes KinDertänzchen Den „Flotten Spanier" von Casella. Die Leute klatschten, trampelten unD konnten sich kaum entschließen, aufzustehen unD nach Hause zu gehen. — Am Flügel wirkte FrieDrich Wilckens als feinfühliger unD taktvoller Begleiter. II. Nicolo Paganini, geboren 1782 in Genua, gestorben 1840 in Nizza, verDankt feinen Ruhm in erster Linie einem von allen Zeitgenossen beraum Derten virtuosen Geigenspiel. Sein Lieblingsinstrument, eine Guarnerius, vermachte er Der VaterstaDt; seinem Sohn hinterließ er ein Vermögen von zwei Millionen Franken. AußerDem muß er Das gewesen sein, was man eine Dämonische oDer jeben- falls faszinierenDe Persönlichkeit nennt, nicht nur ein brillanter Musiker, sonDern auch ein FreunD unD Liebling schöner Frauen. 1805 raurDe er als Kapellmeister unb erster Geiger an Den Hof Des Fürsten von Lucca verpflichtet, wo er Drei Jahre geblieben ist. * Dieses UmstanDes hat sich Das Textbuch (von K n e p l e r unD Ienbach) bemächtigt unD aus Der flüchtigen Begegnung Des Meisters mit Der Schwester Napoleons, Der Fürstin Maria Anna Elisa von Lucca unD Piombino, eine Liebesgeschichte gemacht, Die freilich Durch Die Wankelmütigkeit Des auch für Die Primabonna der fürstlichen Oper schnell entflammten Musikers unb' burch das Eingreifen Napoleons ein vorzeitiges und dramatisches Ende findet. Die Fabel, die sich um diesen Tatbestand gruppiert, ist nicht besonders ertragreich; sie wird belebt und getragen von der breit angelegten, stellenweise recht anspruchsvoll instrumentierten Musik Lehars, dem mit Paganinis Triumphlieb im zweiten Akt („(Bern hab' ich bie Frauen geküßt") in ber Tat ein melobiöses Kabinettstück unb einer ber populärsten Operettenschlager ber neueren Zeit überhaupt gelang. Mit ber musikalischen Leitung ber Aufführung stellte sich ber neuverpflichtete zweite Kapellmeister Ernst Bräuer sympathisch vor: er holte aus ber bantbaren Partitur bie Glanzstellen wirksam heraus, hielt ben Klangkörper füllig beisammen unb blieb geschmeibig mit ben Bühnenvorgängen im Kontakt. Die szenische Leitung hatte Herr H u b, ber in Ausstattung unb Aufmachung bes Liebesabenteuers, auch mit allerhanb effektvollen Beigaben nicht sparte; boch hätte ber etwas langatmige Mittelakt für unser Gefühl konzentrierter gespielt raerben bürfen. Don Herrn Löfflers Dekorationen gefielen uns bie fübliche Szenerie bes ersten unb die romantische Schmugglerschenke des dritten Aktes am besten. Herr Keim gab Der großen Konzertszene Die ersorDerliche Dämonische Beleuchtung. Als Ballettmeisterin stellte sich Li I h l e n f e ID t mit Der choreographischen Leitung unD mit mehreren Solotanzeinlagen erfolgreich vor. Das Geigensolo im Mittelakt, eine Originalkomposition Paganinis, raurDe von Konzertmeister Kerzisnik mit technischer Eleganz unD Sicherheit gespielt. Rudolf Hille in Der Titelpartie nahm Den Paganini nicht so sehr vom Dämonischen her, sonDern als einen zierlichen, noch jugenblichen unD impulsiven Liebhaber unb Musikanten; sein schlanker Tenor, anfänglich etwas verbeckt unb verhalten, sang sich halb frei unb kam mit bem berühmten Liebe im zweiten Akt, bas weniger auf strahlenbe Höhe als auf ein einschmeichelnbes Piano angelegt war. recht vorteilhaft zur Geltung. Maria Perry gab eine elegante, kokette unb kapriziöse Fürstin unb zeigte sich gesanglich im Duett bes zweiten Aktes unb mit ihrem ßiebeslieb „Alle Himmel öffnen sich" von ber besten Seite. * Herr Linbt spielte ben sanft vertrottelten Pim- pinelli ganz auf komische Effekte unb erhielt beson- bers für feine improvisatorische Paganini-Parobie viel Beifall. Sehr angeregt unb lustig, ohne alle Primadonna-Manieren, fang unb tanzte Cisfi Henckell bie Bella (Biretti. Hub erschien als General Graf Höbouville aus Paris unb sah beinah aus wie ber große Bonaparte persönlich. Dom Ensemble seien noch 23 o I cf s Impresario unb Wilhelm Greif in ber Episobenrolle Des buckligen Beppo mit Auszeichnung erwähnt. Das Publikum erwies sich als Dankbar unD über* aus beifallsfreuDig. Fast alle größeren Gesangs* und Tanznummern mußten wieDerholt werDen. hth. j Fachschaststagung der Zollbeamten. Abschiedsfeier für drei Berufskameraden. Die Fachschaft Reichszollverwaltung im Reichsbund der Deutschen Beamten, Kreis Gießen, hatte ihre Mitglieder für Samstaanachmittag zu einer Fachschaftstagung in den „Bayerischen Hof" zu Gießen eingeladen. Mit der politischen Schulung wurde im Verlaufe der Versammlung die Abschiedsfeier für die in den Ruhestand versetzten Berufskameraden, Oberzollrat Horn und die Zollsekretäre Kopp und Haberkorn, verbunden. Rach einem flotten Marsch einer kleinen Haus- kapelle begrüßte der Fachschastsleiter Zollsekretär Manikowski die stattliche Versammlung, insbesondere den Landesfinanzamtsdirektor Mohr und die drei scheidenden Berulskameraden. Sodann erinnerte er daran, daß die Berufskameraden Heß und H a l b - r o t h vom Reichsstatthalter in Hessen Gauleiter Sprenger zu Ratsherren der Stadt Gießen ernannt wurden, und er betonte bei seinem Glückwunsch an diese beiden Kameraden, die Fachschaft sei stolz darauf, daß zwei Parteigenossen des Haupt- Zollamts Gießen in diese Ehrenämter berufen worden seien. Kreisabteilungsleiter, Zollinspektor Ulrich hielt anschließend einen fesselnden Vortrag über „Die drei Grundformen der Berufsarbeit." Er stellte seine Betrachtungen in eine enge Wesensverbundenheit mit den drei scheidenden Berufskameraden, denen die Arbeit auch immer der tiefere Sinn ihres Lebens war. Sodann legte er dar, daß die Arbeit als Fluch empfunden wird von den Menschen, die sich dabei ausgebeutet fühlen, oder die keine innere Beziehung zu ihrer Arbeit haben, daß sie aber als Segen wirkt, wenn sie den Menschen innerlich ganz aus füllt, dadurch seinem Leben einen höheren Sinn gibt und ihn mit seiner Leistung dem Ganzen des schaffenden Volkes verbindet. Als die drei Grundformen der Berufsarbeit wirken zusammen zum Aufbau unserer Volkskultur: der Bauer, der Handarbeiter und der geistige Arbeiter. Der Bauer stehe am Urspruna, seine Arbeit sei die Grundlage für alle andere Berufsarbeit. Das gelte nicht nur deshalb, weil er der Nährftand sei, sondern auch, weil er seelisch den tiefsten Quellen )es Volkstums am nächsten stehe. Durch mancherlei Hinweise auf die Gegegebenheiten und festen Bindungen des bäuerlichen Lebens und Wirkens zeigte der Redner die innige Verwurzelung des Bauerntums mit der heimatlichen Erde, mit seiner Tradition, dem Glauben und den Gebräuchen, mit den festen Lebensformen und der charaktervollen Lebensführung deutlich, und er machte damit offenbar, daß von diesen starken und guten Grundlagen aus „das Bauerntum wie aus einem ewigen Born der Stadt dauernd körperlich und seelisch gesundes Blut zuführt". Das Leben des Dauern stelle am reinsten von allen Berufen ein einheilliches Ganzes bar, ein Abbild des gesamten Volkslebens, und es habe die Mission, der Volkskultur die Ursprünglichkeit zu schenken, die sie vor Entartung schütze. Aber auch der Handwerker und Arbeiter habe seine große Kulturaufgabe, auch seine Tätigkeit gehe schließlich auf den Ursprung zurück und lasse ihn in dieser Hinsicht hinter dem Bauer nicht zurück- stehen. Dem Arbeiter habe eine zweite Macht sein Gepräge gegeben; wie den Bauer die Arbeit an der Natur forme, so den Arbeiter die Technik, die der Mensch geschaffen habe. Der Redner beleuchtete sodann das Problem „Maschine und Mensch" und die daraus entstandene Gefahr der Entseeluna des Menschen, stellte einer überaus düsteren Betrachtung dieses Problems durch Oswald Spengler ein glaubensstarkes und beherzigendes Wort des Führers am diesjährigen 1. Maifeiertag gegenüber, der im Gegensatz zu Spengler betonte: „Nicht Untergang des Abendlandes muß es heißen, sondern Wiederaufstieg der Völker dieses Abendlandes!", und stellte weiter den Gedanken der sozialen Verbundenheit, den wahren deutschen Sozialismus nach dem Grundsatz: „Einer für alle, alle für einenz eindrucksvoll heraus, um zum Schluß dieses Abschnitts zu betonen: „Bauer und Arbeiter sind aufeinander angewiesen, und sie gehören nebeneinander als Pfeiler unserer Volkskultur". Deren Vollendung sei die Ausgabe des geistigen Arbeiters, der sich deswegen aber nicht über Bauer oder Arbeiter erhaben fühlen dürfe. Der geistige Arbeiter schaffe ebenfalls aus einem Ursprünglichen, aber er müsse sich bewußt sein, daß er ursprünglich bleibe nur in enger Verbindung mit der Wirklichkeit. Dazu bedürfe es der beiden anderen Stände. So wie er materiell nur leben könne durch die Arbeit der anderen, so könne er seelisch wirklich lebendig sein nur dann, wenn er etwas von der urwüchsigen Kraft des Bauern und der starknervigen Kraft des Arbeiters in sich aufnehme. Wenn er das nicht könne, wirke sein Geist immer auflösend. Besitze er dagegen diese Volksverbundenheit, so sei er 3u dem großen Werk berufen, das Zusammenleben der Staatsbürger zu einheitlicher Kultur zu steigern und aus der lebendigen Gegenwart heraus die großen geistigen Ideale zu gestalten. Zum Schlüsse sprach der Redner noch über die Aufgaben und Verpflichtungen des Berufsbeamtentums. Er wies dabei auf die für das Berufsethos der deutschen Beamten richtungweisenden Worte des Führers vom 23. März 1933 hin und forderte, bei der Schaffung des nationalsozialistischen Menschen, eines neuen Bauern- und Arbeitertyps auch einen nationalsozialistischen Beamtentyp zu schaffen. Es reiche keineswegs für jeden Posten aus, daß man als Nationalsozialist im Kampf gestanden habe. Ein echter Nationalsozialist habe schon immer dafür gekämpft, das Parteibuch durch menschliche Bewährung und Leistung abzulösen; das galt in der Kampfzeit, das gelte auch noch heute. Charakterfestigkeit, Diensttreue und Uebereinftimmung mit den Zielen des nationalsozialistischen Staates seien beim Beamten selbstverständliche Voraussetzungen. Dazu kämen die fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, ferner müsse sich jeder Beamte innerhalb seiner Behörde und innerhalb der Beamtenschaft als Glied einer Arbeitsgemeinschaft erkennen. Er dürfe nicht die Schichtung der verschiedenen sogenannten Beamtenkategorien als das wichtigste betrachten und Scheidewände aufrichten zwischen diesen Kategorien, sondern sich vor Augen halten, daß die gesamte Verwaltung und Beamtenschaft eine einzige große Arbeitskameradschaft im Dienste des deutschen Volkes darstelle. So hätten sich alle schaffenden Menschen zusam- menzufinden in der Volksgemeinschaft als Schick- salsgemeinschaft, die alle Deutschen umschließe. Jeder müsse sich vollkommen einstellen in den Aufbau unseres Volkes und auch Opfer bringen im Dienste an feiner Vollendung. (Lebhafter Beifall.) Nach einer musikalischen Darbietung, bet der das Largo von Händel in schöner Weise zu Gehör gebracht wurde, fand die Verabschiedung der drei pensionierten Berufskameraden ihre Einleitung mit einer Ansprache des Landesfinanzamtödireklors Mohr. Im Namen des Landesfinanzamtspräsidenten und der Landesfinanzamtsbehörde übermittelte er den Pensionären, Oberzollrat Horn und Zollsekretär Kopp und Haberkorn, in herzlichen Worten den Dank und die ehrenvolle Anerkennung für ihre langjährigen treuen Dienste, sowie die herzlichsten Wünsche für ihren Ruhestand. Er gab sodann einen kurzen Abriß des Lebensganges der drei scheidenden Berufskameraden und hob dabei hervor, daß sie zu ihrer Freude die Wiedergeburt Deutschlands durch unseren großen Führer Adolf Hitler erlebt hätten und eingedenk der innigen Verwurzelung des Beamten im Dritten Reich, in dem es keine Scheidung mehr zwischen Beamten und den übrigen Volksgenossen gebe, auch im Ruhestand weiter für Führer, Volk und Vaterland am Werke des friedlichen deutschen Wiederaufbaues arbeiten würden. Oberzollinspettor Kümmel sprach anschließend über den tiefen Sinn der Kameradschaft und Voksgemeinschaft als Grundstein für Den Aufbau des Dritten Reiches, über den großen Wert des engen Zusammenstehens und des gegenseitigen Verstehens aller deutschen Brüder und Schwestern, und er forderte, daß diese guten Grundlagen insbesondere bei den Berufskameraden durch die Gemeinsamkeit ihrer Arbeit und die innige Verbundenheit in ihrer Arbeitsgemeinschaft immer lebendig wirkende Kraft haben müßten. Niemals dürsten die Worte „Kameradschaft" und „Volksgemeinschaft" zu Schlagworten werden, bei denen sich viele nichts dächten, vielmehr müßten sie allezeit aufrichtiges Bekenntnis und starke Tat sein. In dieser Verbundenheit, Treue und Gehorsam werde, so versicherte der Redner dem Landesfinanzamtsdirektor Mohr, die Berufskameradschaft der Zollbeamten unserem Führer Adolf Hitler immer folgen in unerschütterlichem Vertrauen und ihm helfen bei der Verwirklichung seiner hohen Ziele. Sodann wandte sich der Redner noch mit herzlichen Worten der kameradschaftlichen Verbundenheit an die drei in den Ruhestand tretenden Berufskame- raben, denen er vorbildliche Kameradschaft und treue Pflichterfüllung nachrühmte und sodann die besten Wünsche ihrer Kameraden mit auf den Weg gab. Oer Kreisamtsleiter des Amtes für Beamte, Oberzottinspektor Heß, gab anschließend in seiner Ansprache einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Er betonte dabei u. a., daß vor der Zeit der Bonden- Herrschaft der Beamte beim deutschen Volke hoch angesehen war und in den Reihen des Beamtentums Pflichtgefühl, Disziplin und ein hochentwickelter Chrenstandpunkt herrschte. Weiter skizzierte er den furchtbaren Niedergang, den die Zeit des überwundenen politischen Systems auch in den Reihen des Beamtentums hervorrief, sowie die ungeheure Zersplitterung innerhalb der Beamtenschaft selbst. Dann rief er ins Gedächtnis zurück, daß schon während jener furchtbaren Zeit e i n Mann erstand, der furchtlos gegen alle Mißstände im deutschen Vaterlande den Kampf aufnahm und ihn zum Siege führte, der zum Schmied der deutschen Einheit wurde und den nun endlich Millionen begriffen haben: Adolf Hitler. In großen Zügen erinnerte der Redner dann an die Wiederherstellung eines sauberen Beamtentums, das durch Adolf Hitler wieder zu Ansehen gebracht und geeint wurde. Dann sagte der Redner weiter: Dfr neue Staat ist Nicht mehr etwas, was neben dem Volk und neben der Bewegung besteht, sondern er ist ein Werkzeug der nationasozialistischen Weltanschauung. Leider gibt es noch Beamte, denen der Nationalsozialismus noch ein unbeschriebenes Blatt ist. Nationalsozialismus ist Volksgemeinschaft. Das Wort zerfällt in Nationalismus und Sozialismus. Sozialismus ist eine Ueberzeugung, die einen ganzen Menschen ausfüllen muß. Er ist hart wie Granit, hat mit Wehleidigkeit oder Almosengesinnung nichts zu tun. Er ist eine einfache Lehre der Vernunft. Wahrer Sozialismus verlangt im Verkehr unter- einander sich nicht als Angehöriger von Klassen oder Ständen, sondern in erster Linie als Volksgenosse zu fühlen. Das Schicksal des einzelnen Berufsstandes und des einzelnen Berufsgenossen ist an das Schicksal der Volksgemeinschaft gebunden. Wer Sozialist sein will, dem muß die Nation über alles gehen. Kein wahrer Nationalismus ohne soziales Fundament. Nationalismus und Sozialismus schließen sich nicht aus. Sie sind in Wirklichkeit ein und dasselbe. Wenn wir Beamte uns dies stets vor Augen führen, dann wird die nationalsozialistische Weltanschauung bald in uns Fuß fassen und unsere ganze Arbeit einen anderen Zweck erfüllen. Wir werden dann nicht mehr außerhalb der Volksgemeinschaft stehen, sondern mitten drin als Fahnenträger des Dritten Reiches. Heute noch wird hin und wieder der volksfremde Bürokratengeist innerhalb gewisser Teile der Beamtenschaft gegeißelt. Der Beamte hat die Pflicht, zu seinem Teil daran mitzuwirken, daß dieser Geist endgültig verschwindet, damit das erstrebte Verständnis des gesamten Volkes für das Berufsbeamten, tum vollständig Wahrheit werden kann. Der Typ des unpolitischen Beamten muß beseitigt werden. Die deutsche Beamtenschaft muß derart zum Nationalsozialismus erzogen, werden, daß sie das nationalsozialistische Gedankengut in sich aufnimmt, um wirklich ihre Dienstpflichten erfüllen zu können. Ein Beamter ohne nationalsozialistische Weltanschauung wird mit der fortschreitenden nationalsozialistischen Gesetzgebung kaum mehr seinen Dienst versehen können. Ein nationalsozialistischer Staat braucht zu seinen Repräsentanten Beamte, die von seiner Wesensart erfüllt sind. Wenn wir uns bemühen, in diesem Sinne an uns zu arbeiten, dann wird, diese Abschiedsfeier von unseren altbewährten Berufskameraden, denen ich für ihr ferneres Wohlergehen das beste wünsche, 2H. d. J.b.: Zakober, $ 5.-0berffutmbannffieret. ein Erinnerungstag werden, der uns stets mahnt, in Treue, Kameradschaft und Opferwilligkeit als Vollzieher der Staatsgewalt unsere Pflicht zu tun zum Wohle für das deutsche Volk durch den Glauben an Adolf Hitler, der uns unser Selbstvertrauen wieder gab. Fachschaftsleiter Manikowski überreichte so- dann den drei scheidenden Berusskameraden als äußeres Zeichen der kameradschaftlichen Verbundenheit und zur Erinnerung an das gemeinsame Wirken je ein schönes Bild vom Gleiberg. Oberzottrat Horn als Sprecher der scheidenden Berufskameraden brachte hierauf deren herzlichen Dank für die zahlreichen Beweise der Anerkennung und der treuen Kameradschaft zum Ausdruck. Er dankte dem Landesfinanzamtsdirektor für fein Erscheinen, weiter auch den zahlreichen Pensionären, die von weither, aus der Provinz zu dieser Feier gekommen waren. In einem kurzen Rückblick wies er auf die starke Ausdehnung der Arbeit beim Hauptzollamt Gießen im Verlaufe des letzten Jahrzehntes hin, die trotzdem ohne Personaloermehrung von der Beamtenschaft in vorbildlicher Weise bewältigt wurde. Allen Berufskameraden sprach er seinen yerzlichen Dank für die treue und vertrauensvolle von echter Kameradschaft erfüllte Mitarbeit aus, und er bat sie, die scheidenden Kameraden in guter Erinnerung zu behalten, wie auch sie stets gerne an die Zeit der gemeinsamen Arbeit zurückdenken würden. Iachschastsleiter, Zollsekretär Manikowski schloß sodann nach dem Badenweiler Marsch den offiziellen Teil der Feier mit dem Gelöbnis, allezeit dem Befehl des Führers zu folgen, in treuer Be- rufskameradschaft und Volksgemeinschaft zusammenzustehen und mit voller Hingabe die Berufspflicht zu erfüllen, damit das Werk Adolf Hitlers zum Wohle von Volk und Staat feine Vollendung finde. In dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer Adolf Hitler stimmte die Versammlung begeistert ein. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel- Liedes gesungen. Einige Stunden kameradschaftlichen Beisammenseins hielten die Berufskameraden noch in bester Stimmung mit einander vereinigt. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1166: Bekanntmachung KP 37 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1167: Ausdehnung des unaariscken EinfuhrbewU- ligungsverfahrens auf zahlreiche Erzeugnisse. 1168: Bekanntmachung KP 38 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. HZ. an die Krönt! Die höchste Ehre des deutschen Zungen ist es. der Zugeud anzugehören, die den Namen des Führers trägt. Der größte Stolz der deutschen Zugend ist es. die Uniform zu tragen, die der Führer seiner Zugend gegeben hat. Es gibt nur noch eine Zugend. die Hitler-Zugend. und jeder deutsche Zunge, der im Dienst der hitler-Zugend seine Pflicht tut. dient seinem Volke. Wer abseits steht, scheidet sich selbst aus der Kameradschaft der deutschen Zugend und damit aus der deutschen Volksgemeinschaft aus. Klostermann, Kreisleiter. Was der Frontsoldat im Felde ersehnt was die SA. begonnen. soll die Hitler-Zugend vollenden: Sie soll schassen ein geeintes deutsches Volk aus freier Scholle! Der Führer der Standarte 116. Lutter. Standartenführer. Denn aus euren Reihen kommen einst die SS.-Wänner der Zukunft! Wir grüßen und rufen euch zu: Weiter! Richt stehenbleiben! Immer nur e i n e r Fahne, immer nur e i n e m Führer nach, mit fanatischer Liebe und Treue, dann gibt es nicht ein Unmöglich, wenn man sein Volk, seine Heimat, sein Vaterland, sein Ideal, seinen Führer liebl und nur will! So wie ihr es bis zur heutigen Stunde getan habt! Der Führer der 83. SS.-Standarte. ** Das Fest der silbernen Hochzeit feiern am Dienstag in körperlicher und geistiger Frische Herr August Zerbe und Frau, Krof- Dörfer Straße. Herr Zerbe ist schon immer treuer Bezieher Des Gießener Anzeigers. *♦ D i e Herb st messe hatte am gestrigen Sonntag bei Dem herrlichen Wetter einen Riesenbetrieb zu verzeichnen. Nicht nur aus Der Stadt, sondern auch aus zahlreichen Orten der Umgegend strömten Die Besucher in großer Menge zu Den SehenswürDigkeiten auf OswalDsgarten. In Den umliegenDen Straßen Drängte sich Die Volksmenge schon sehr stark, aber noch größer war das Ge- dränge auf dem Platz selbst, auf Dem man sich nur Durch langsames Schieben unD Drängeln vom Platz bewegen konnte. Mit Diesem starken Besuch, Der auch sehr flottes Geschäft brachte, sand die Herbst, messe einen erfolgreichen Abschluß. ** Ein Verkehrsunsall ereignete sich am gestrigen Sonntagnachmittag an Der Ecke fieber« straße / Gartenstraße. Der 42jährige Maler Heinrich B u ch m a n n aus Eisenach fuhr mit seinem Motor« rab gegen Die Straßenbahn unD kam Dabei zu Fall. WährenD er selbst leDiglich einen Bluterguß im rechten Fuß erlitt, mürbe seine Frau, bitz auf Dem Soziussitz saß, schwerer in MitleiDenschaft gezogen. Sie würbe zu BoDen geschleubert, von ber Straßen» bahn erfaßt unb einige Meter mitgeschleift. Dabei erlitt bie bebauernsroerte Frau eine erhebliche Verletzung am rechten Fuß sowie Fleischverletzungen an ber rechten Hanb. Beibe Verunglückte mußten burch bie Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in bie Chirurgische Klinik gebracht werben. Auftakt zum Gallusmarki in Grünberg. 4- Grünberg, 14. Okt. Seit Der 450-Jahrseier unseres Gallusmarktes, Die im Jahre 1931 stattfand, hat sich als Brauch gebildet, alljährlich Den Markt Durch einen HeimatabenD einzuleiten. Daß Diese von Marktausschuß und Stadtverwaltung gemeinsam durchgeführte Veranstaltung sich großer Beliebtheit erfreut, bewies wiederum der diesjährige Heimatabend, ber am gestrigen Sonntag in Der Turnhalle stattfand und einen sehr starken Besuch aufwies. Bürgermeister Wagner bezeichnete in feiner Begrüßungsansprache den Heimatabend als Fa- minenfeft Der ganzen StaDt unD wies Darauf hin, baß bie diesjährige Veranstaltung im Jahre ber roiebergemonnenen Wehrfreiheit unseres Vater» lanbes unter Dem Begriff Soldatentum stehen solle. Im ersten Teile des Abends brachte Lehrer B ö ch e r, ber Leiter ber hiesigen Ortsgruppe ber NS.-Kriegsopferoersorgung, einen fesselnben Vortrag über „Grünberg in Kriegszeiten". Wir hörten hier von den mancherlei Kriegszeiten, bie mit ihren Nöten unb Drangsalen seit der im Jahre 1186 erfolgten Erbauung der Burg auf Dem „Grünen Berge" über unsere engere Heimat Dahin« gebrauft find. Dreißigjähriger Krieg mit Dem Pest« iahr 1635, Das 1224 Bewohner Grünbergs Dahin- raffte unD BranDschatzungen unserer StaDt von Schweben unD Kaiserlichen brachte; Siebenjähriger Krieg mit Dem Gefecht bei Atzenhain am 21. März 1761, Die Napoleonischen Kriege, Die 22 Grünberger Söhne als Opfer auf allen Schlachtfeldern Europas forDerten, Den unseligen BruDerkrieg 1866, ber ben Prinzen AlexanDer von Hessen als Führer bes VIII. BunDeskorps in Grünberg im Quartier („Milben Mann") sah, den Krieg 1870/71, Der 34 Grünberger unter Die Fahnen rief, wovon Drei Den Hel- Dentob starben, unb enblich ben Weltkrieg, ber mehrere Hunbert von Grünberg zur Verteibigung ber Heimat ausziehen ließ unb über 60 Opfer forberte. Im zweiten Teile bes Abenbs ftanben im Mittelpunkt brei Szenen aus Dem SolDatenleben: „3n der Kaserne", „Ans Dache", „3m Manöver". In trefflicher Weise hat es Der Verfasser Dieser Drei BilDer, Oberveterinärrat Dr. Karl Stein (Friedberg), ein geborener Grünberger, verstanden, das Leben und Treiben während der Soldatenzeit zu schildern. Als ebenso gelungen kann die Aufführung bezeichnet werden, die unter der Leitung von Pro- pagandaleiter Hrch. Schmidt stand, während als wirkungsvolle Darsteller sich eine Anzahl SA.-Män» ner betätigte. Während schon in dieser Bühnenvorführung einzelne Lieder aus dem Soldatenleben erklangen, wurde bas Bilb noch vervollstänbigt burch eine Anzahl mit Musikbegleitung gemeinsam gelungener Soldatenlieder: „Die stolze Infanterie", „Argonnerwalb", „Setzt zusammen Die Gewehre" unb „Wann mir Owerhesse Solbctte roe’rn". Ebenso war auch ber musikalische Teil Des Abends, ber vom Musikverein bestritten würbe, rein auf militärische Stücke, wie Märsche unb bgl. abgestimmt. $euer in Krofdorf. * Krofdorf, 14. Okt. Hier brach am gestrigen Sonntagabend in Der Scheune Der Frau Wwe. Schleenbecker im sog. JuDenhof an Der Rod- Heimer Straße Feuer aus, Dem Die Scheune mit allen Heu- unb Stroh Vorräten 3um Opfer fiel. Die Flammen griffen auch auf bas angrenzenbe Wohnhaus über, besten Dachgeschoß erheblich deschäbigt würbe. Dem tatkräftigen Eingreifen ber Feuerwehren von Krof- borf, Vetzberg unb Robheim gelang es durch ihre aufopferungsvolle Arbeit, dem verheerenden Element Einhalt zu gebieten, so daß weitere alte Nachbargebäude vor Schaden und Zerstörung bewahrt wurden. Das Rindvieh unb bie Schweine konnten zum Glück rechtzeitig aus ben Ställen getrieben werben. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) D. G. 5. Eine bei dem Einzua bereits vorhandene Lichtleitungsschnur, bie auch bei einem etwaigen Auszug in ber Wohnung verbleiben wirb, braucht von bem Untermieter nicht bezahlt zu werben. Der Mieter hat bie Kosten für bie Anlegung eines neuen elektrischen Lichtzählers zu tragen. — Die Brenn- ftunbenbauer einer 25kerzigen Birne von ein Kilowatt entspricht einer Dauer von 40 Stunben. 0. H. in G. Soviel bekannt ist, unterliegen die Neubauten für eine Reihe von Jahren nicht der ©onbergebäubefteuer, fnnbern es sind lediglich Grundsteuern zu zahlen. Mittel aus Reichsburgschaft werden nicht gewährt; dagegen übernimmt bas Reich bie Bürgschaft für erst- unb zweitstellige Hypotheken. Die Reichsbürgschaft für eine zweit- stellige Hypothek wird in der Regel bis zu 35 v. H. des über bie erststellige Hypothek hinausgehenden Betrages (40 v. H. bes Bau- unb Bodenwertes) übernommen. Der Zinssatz beträgt zur Zeit für das Jahr VA v. H. unb 1 o. H. Tilgung zuzüglich ersparter Zinsen. SJL-tfpoit (4:1). Tv. und ins Tor rutschen. gebens Leiter. schieden 3:3 (2:1). Durch diesen Punktgewinn ist Bad-Nauheim vom letzten Platz weggekommen, den Bad-Nauheim vom letzten Platz weggekommen, nunmehr der Spielverein Kassel einnimmt. Tv. Tv. 11:7 8:5 8:11 Tv. Tv. Tv. Tv. Tv. Tv. 1:0 2:0 2:1 Zutzbab-Ergebnisse der Bezirksklasse. Naunheim — Frohnhausen 5:2. Dillenburg — Sinn 4:2. Watzenborn-Steinberg — VfB.-R. Gießen 1:5. Bissenberg — Niedergirmes 2:2. Die körperliche Ueberlegenheit der Gäste war so stark, daß die Kleinen der Blauweißen nie eine Chance besaßen, dem Spiel eine andere Wendung Gau Bayern: 1860 München — FC. 05 Schweinfurt Bayern München — FC. Bayreuth . . 1. FC. Nürnberg — BC. Augsburg . . 2. Kreis kl ässe: Wetzlar II — Tv. Nauborn 4:8 (3:3); Treis — Tv. Beuern 5:8 (1:4); Hausen — Tv. Ebersgöns 14:11 (7:6); Mandeln — Tv Ehringshausen 9:4 (4:0); Herbornseelbach — Tv. Strabebersbach 3:11. Jugend: Lang-Göns II — Tv. Holzheim 5:4 (2:3); Grüningen — Tv Lützellinden 6:4 (2:1); Lang-Göns I — 1900 Gießen (ausgefallen). Lettland mit 3:0 (1:0) geschlagen Oer 54. deutsche LLnderspielsieq. Tv. Holzheim — Tv. Atzbach 9:6 (4:3); Tv. Dornholzhausen—To. Gr.-Rechtenbach 6:10 (3:3); ~ Dorlar — To. Hörnsheim 5:11 (2:4). To. Homberg — Tv. Romrod 5:7 (4:3); ~ Alsfeld — Tv. Nieder-Ohmen 7:4 (6:2); Handball-Gauliga-Kämpfe in Nordhessen. Spvgg. 1900 Gießen — Spielverein Kassel Tv. Kirchbauna — BfB. Kurhessen Marburg Kurhessen Kassel — CT. Kassel........ Handballsieg der 1900er gegen Spielverein Kassel. Spvgg. 1900 I — Spielverein Kassel I 11:7 scheinungen zeigten sich bei Gießen. Das torreiche Treffen endete mit einem gerechten Unentschieden. Handball im Kreis Lahn-Vill(GauXII) Die Ergebnisse des Sonntags. Bezirksklasse: To. Hochelheim — Tv. Lützellinden 5:7 (3:3); Münchholzhausen — Tv. Heuchelheim 10:6 (5:3); 1. Kreisklasse: Der erste Länderkampf gegen Lettland, der zugleich der erste Länderkampf war, der in Königsberg zum Austrag gelangte, brachte Deutschland erwarteterweise seinen 54. internationalen Sieg. Die Letten, die sich äußerst tapfer wehrten, mußten mit 3:0 (1:0) die deutliche technische und taktische Ueberlegenheit der deutschen Reichsmannschaft anerkennen. Für Königsberg war der Länderkampf gegen die Letten das sportliche Ereignis des Sonntags. Aus dem ganzen deutschen Osten waren die Sportfreunde zusammengeströmt, und schon lange vor Beginn des Kampfes umsäumten über 15 000 Zuschauer die Kampfbahn im Horst-Wessel-Stadion. Die hochgespannten Erwartungen der Besucher wurden nicht enttäuscht. Beide Mannschaften zeigten gute Leistungen, besonders die Letten erwiesen sich als äußerst spielstark. Es war gut, daß unsere Mannschaft in ziemlich ftorter Aufstellung angetre- ten war, gegen eine schwächere deutsche Elf hätten die Letten leicht zu einem Unentschieden oder aar zu einem Siege kommen können. Die deutsche Mannschaft mußte ganz aus sich herausgehen, um überzeugend abzuschneiden. Es sei vorweg gesagt, daß Torwart, Verteidiger und Läufer allen Ansprüchen gerecht werden konnten. Weniger zufrieden war man mit den Stürmern, von denen nur Lenz (Dortmund) und Bökle (VfB. Stuttgart) dank ihres großen Spieleifers hervorstachen. Fußball um den Bundespokal. Die Ergebnisse. Frankfurt: Südwest — Niederrhein 2:1 (1:0). Mannheim: Baden — Nordhessen 3:2 (2:0). Köln: Mittelrhein — Württemberg 2:1 (2:0). Breslau: Schlesien — Bayern 1:1 (1:1). Berlin: Brandenburg — Mitte 1:0 (0:0). Stettin: Pommern — Sachsen 1:0 (0:3). Hannover: Niedersachsen — Westfalen 3:1 (1:0). Baden schlägt Nordhessen 3:2 (2:0). Im Mannheimer Stadion hatten sich bei herrlichem Fußballwetter rund 10 000 Zuschauer eingefunden, die für das Bundespokalspiel zwischen den Fußballgauen Baden und Nordhessen wohl durchweg mit einem glatten Sieg der Badener gerechnet haben dürften. Sie kamen auf ihre Rechnung. Zwar fiel der Sieg Badens nicht so hoch aus. Vor einer nicht allzu großen Zuschauerzahl stan- den sich gestern auf dem 1900-Sportplatz die Gauliga • Handballmannschaften der Spielvereinigung 1900 und des Spieloereins Kassel gegenüber. Die Einheimischen wurden mit den spielstarken Gästen besser fertig als man erwartet hatte. Das Spiel begann sogleich reckt flott und sah die Kasseler etwas eher am Ball. Ein zu weites Aufrücken des linken Gießener Verteidigers nutzten sie aus und gingen 1:0 in Führung. Die Freude währte jedoch nicht lange. Denn die 1900er kamen jetzt immer besser in Fahrt. Ihr sehr gut aufgelegter Halb- linker Krüger wartete im Anschluß an gut oor- getragene Angriffe mit vier prächtigen Toren auf. Für die übrigen Gießener Stürmer boten sich zwar auch noch Torgelegenheiten, jedoch wurde in der Hitze des Gefechts manches versiebt. Die Mannschaft des Spielvereins Kassel hielt indessen das Spiel offen. Durch die gut arbeitende Gießener Hintermannschaft wurden jedoch die Angriffe rechtzeitig abgestoppt. Nach Halbzeit versuchten die Kasseler mit aller Macht, eine Wendung herbeizuführen. Als sie nach wenigen Minuten auf 4:2 aufgeholt hatten, schien es, als sollten ihre Bemühungen von Erfolg sein. Es stellte sick jedoch heraus, daß sie. taktisch der Situation nicht immer gewachsen waren, und 1900*5 Mittelstürmer Steines konnte in wenigen Minuten wieder den Vorsprung seiner Mannschaft auf 6:2 ausdehnen. Die Gießener Hintermannschaft bekam immer wieder Arbeit. Da sie nicht durchweg so sorgfältig arbeitete, wie in der ersten Halbzeit, kamen die Gäste zu zwei weiteren Erfolgen. Allerdings hatte Schüler (1900) inzwischen den Kasseler Hüter zum siebentenmal zur Kapitulation gezwungen. Die Einheimischen trugen nun wieder eine Anzahl schöner Angriffe vor. Da diese von der gegnerischen Verteidigung regelwidrig abgestoppt wurden, waren die verwirkten Strafwürfe ein An- laß, das Resultat zu verbessern. Krüger besorgte dies auch prompt, indem er zwei Strafwürfe in schöner Manier verwandelte. Der Kampfeseifer der Gäste war jedoch keineswegs gebrochen. Durch Weitwürfe kamen sie wieder auf 9:5 bzw. 10:7 heran, bis dann in der letzten Spielminute ein 1900er- Gegentreffer das Endresultat herstellte. Zur Mannschaftskritik ist zu sagen, daß die unterlegene Elf ihr Bestes gab, gegen die routinierten 1900er aber doch nicht ganz ankommen konnte. Die Mannschaft des Siegers verdient ein Gesamtlob. Allerdings muß gesagt werden, daß in der Hintermannschaft noch etwas mehr gegenseitiges Verständnis Platz greifen muß, während dem Sturm noch etwas graziösere Arbeit, auch im Wurf auf das Tor, zu wünschen wäre. Schiedsrichter B o p f (Nieder-Weisel) arbeitete unauffällig und korrekt. Handball im DfB -Reichsbahn lufpo Marburg I — VfV.'R. I 14:14 (2:8). Nachdem die Handballmannschaft des VfB.°R. in den Derbandsspielen einen schlechten Start hatte (Spielerabwanderung) fuhr man mit gemischten Gefühlen nach Marburg. Das Spiel in Marburg zeigte aber, daß sich die Hiesigen wieder gefunden haben. Die Gießener traten mit Balser, Schneller, Sommer, Baganz, Ferger, Schirmeister, K. Rinn, Heberer, Deuker, Herrmann und Klas an. Vom Spielbeginn ab drückten die DfBer gleich auf das Tempo und konnten die Marburger Turner in gleichen Abständen achtmal schlagen. Der Sturm arbeitete gut zusammen. Besonders Herrmann war der Mann, der immer wieder eine Lücke in der gegnerischen Verteidigung fand. Die zweite Halbzeit stand im Zeichen der Marburger. Müdigkeitser- VfB.-Neichsbahn (Siepen. Die Ligamannschaft errang in Steinberg einen verdienten 5:1-Siea. Die Gießener zeigten endlich wieder einmal Leistungen, die weit über den bis jetzt in dieser Deroandsspielserie gezeigten standen. Besonders der Sturm zeigte ein ideenreiches Spiel, dem die Steinberger nicht gewachsen waren. Die zweite Mannschaft verlor in Heuchelheim er- wartungsgemäh nach einem sehr spannenden Spiele mit 5:2 Toren. Die dritte Mannschaft wurde in Lich mit 5:0 Toren geschlagen. Jugeudfutzball. DfB.-K 1. Igd. — 1900 1. Igd. 4:3 (3:2). Schüler: Tv. Allendorf (Lahn) — Tv. Dutenhofen 7:4 (3:1); Tv. Lang-Göns — Tv. Holzheim 0:12 (0:7). Leichtathletik der Gp.-Dg. 1900. Guter Verlauf der Klubmeisterschaften. Die gestern stattgehabten internen Vereins- kämpfe der Spielvereinigung 1900 brachten bei annehmbarer Beteiligung guten Sport. Bei der Bewertung der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, daß infolge der vorgeschrittenen Jahreszeit kaum noch Traininasmöglichkeiten bestanden. Besonderes Inter- esse nahm der Fünfkampf der Aktiven (bestehend aus 50 Meter, 100 Meter, Weitsprung, Diskus- und Speerwerfen) in Anspruch. Kilo gewann ihn knapp mit 3066,6 Punkten vor Felsing (3042 Pkte.). Ergebnisse folgen. Leichtathletik-Vereinsmeisterschasten des DfJ.-Neichsbahn. Am Sonntag hielt der VfB.-Reichsbahn seine internen Dereinsmeisterschaften ab. In der Klasse der Aktiven waren nur wenig Mitglieder am Start. Die erzielten Ergebnisse sind daher auch recht schwach. Die Jugendlichen und die Frauen waren dagegen sehr gut vertreten und warteten auch mit sehr guten Resultaten auf. Besonders die Jugend vollbrachte sogar am Schlüsse der Saison noch einige Bestleistungen. (Die Ergebnisse folgen.) Fußball der Gauligamannschasten. Uordhessische Meisterschaftsspiele. Der Tabellenführer der nordhessischen Gauliga, Hessen Hersfeld, blieb auch am Sonntag weiter ohne Punktverlust. Spielverein Kassel hatte gegen die „Hessen" in Hersfeld nicht viel zu bestellen und unterlag mit 3:1 (1:0) Toren. Danach fuhrt Hessen Hersfeld die Tabelle mit 10:0 Punkten vor Germania Fulda mit 8:4 Punkten an, die in Kassel gegen .Kurhessen" nur zu einem knavpen 1:0 - (0:0) - Sieg kam. Im dritten Meisterschaftsspiel des Sonntags trennten sich die beiden Neulinge SV. Bad - Nauheim und Kurhessen Marburg unent- Die neu aufgestellte dritte Jugend brachte es e die zweite mit 2:1 Toren zu schlagen. Beide ischaften zeigten wenig. Die Schülermannschaft siegte in Steinberg mit 9:1 Toren. Sie war dem Gastgeber um Klassen überlegen und spielte wie sie wollte. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 II — AL. Grohen-Buseck 1:2 (0:2). Dieses Spiel durfte nicht verloren gehen, auch wenn die Mannschaft nicht in der vorgesehenen Aufstellung antreten konnte. Bei etwas mehr Einsatzbereitschaft einzelner Spieler hätte es zum Sieg reichen müssen. Der schwächste Teil der Mannschaft war der Sturm, der sich nie zu einer geschlossenen Aktion zusammenfinden konnte. Läuferreihe und Verteidigung taten, was sie tun konnten. Der Tormann verdient ein besonderes Lob, da er verschiedene Bälle hervorragend hielt. 1900 III — VfR. Lich II 9:0 (4:0). 1900s III. gewann wie sie wollte. Die Gäste konnten nie ernsthaften Widerstand entgegensetzen. 1900 I. Jgd. - VfB.R. I. Jgd. 3:4. Die erste Jugend zog sich ehrenvoller aus der Affäre, als es erwartet wurde. 1900 II. Jgd. — Allen-Buseck 1. 3gb. 1:4 (1:2). denn die Gäste gaben sich nur knapp 2:3 (0:2) geschlagen, aber dafür entschädigte mehr als genug ein prächtiger Kampf mit beiderseits guten Leistungen. Die Badener, in deren Sturm es einige Derjager gab, mußten gegen Schluß recht hart um den Sieg käknpfen, den ihnen die zahlenmäßig geschwächten Nordhessen keineswegs leicht machten, lieber den Verlauf des Kampfes berichten wir noch. Französische Ehrung für den deutschen Rennfahrer Earacciola Dem erfolgreichsten Autorennfahrer von 1935, dem deutschen Mercedes-Fahrer Rudolf Earacciola, wurde am Samstag bei einem großen Festessen des Französischen Automobilklubs zu Ehren der Vertreter des Internationalen Automobil-Club- Derbandes die goldene Medaille des Verbandes verliehen. Von den 11 großen Preisen der europäischen Länder hat Earacciola auf Mercedes allein sechs errungen. „preis der XI. Olympiade." Lin neues deutsches Autorennen. Aus der Pariser Tagung der Sportkommission der AJACR. wurde Deutschland auf Antrag der Obersten Nationalen Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt ein neues Rennen übertragen. Es wird unter der Bezeichnung „Preis der XL Olympiade" am Donnerstag, dem 30. Juli, unmittelbar vor Beginn der Olympischen Spiele Berlin 1936 auf der Avus durchgeführt werden. Lehrgangsarbeit im Turngau Hessen. Den Lehrgängen im Männerturnen in Gießen und im Frauenturnen in Marburg am vergangenen Wochenende folgen weitere Lehrgänge der einzelnen Fachgebiete. Am heutigen Samstag und morgigen Sonntag werden die Fechter in Fulda unter Leitung von DT.-Gaufechtwart und Fechtwart im Gaufachamt für Fechter, Heinz Lengemann (Kassel), einen Vorfechter- und Kampfrichterlehrgang durchführen, an dem jede Fechtabteilung des Gaues mit ein bis zwei Fechtern oder Fechterinnen teilnehmen wird. Müde und abgespannt? .. auf Kaffee Hag umstellen! Die Gäste vom Trieb muhten nach einer längeren Erfolgsserie sich für dieses Mal geschlagen bekennen. Beide Mannschaften zeigten ansprechende Leistungen. Bei den DfB.ern war die Hintermannschaft nicht in gewohnter Form und ist durch ihr zu weites Aufrücken nicht ganz schuldlos an den Gegentoren. Sturm und Läuferreihe waren gut. Bei den Gästen sah man eine einheitliche Gesamtleistung. Der Halbrechte des VfB. brachte seine Mannschaft in Führung und schoß, nachdem die 1900er ausgeglichen hatten, auch das zweite Tor. Die VfB.er waren bann stark überlegen und erhöhten auf 3:1. Kurz vor Halbzeit schoß 1900 das zweite Tor. Nach Wiederbeginn drückten die Gäste leicht und stellten den Ausgleich her. In einem packenden ----- -r-;- - Endkampf schossen die VfB.er eine Minute vor zu geben. Zu allem Unglück verhaft der Tormann Schluß das Siegestor. Der Schiedsrichter Hof - den Gästen noch zu den beiden ersten Toren. Auf- mann (Wieseck) war für dieses Spiel der ge- genommene Balle ließ er uen Händen entgleiten WUelMMel. Roman von Anny von panhuys Urheberrechtsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H.» Berlin SW 68. 16 Fortsetzung Nachdruck oerbotenl Bettina war wirklich erschrocken. Nicht im entferntesten hatte sie an so ein Angebot gedacht. Sie wollte mit einem Nein antworten, aber von vorhin, als der alte Herr die Städte aufgezählt, schien der Name Frankfurt am Main noch immer in ihr nach- , zuklingen, Öranffurt am Main! Dort lebte Hans Enden, wenn er nicht gerade für seine Firma verreist war oder Rennen fuhr. So eine ganz kleine törichte Sehnsucht war mit einemmal in ihr, Hans Syden könne, wenn sie sänge, ihren Namen in der Zeitung lesen und das Konzert besuchen. Sie durfte sich dann wenigstens einbilden, er säße im Saal, und sie wollte dann wunderschön aussehen. Sie dachte an seinen Kuß und wie er danach gesagt: Nicht böse sein, Bettina, ich weiß nicht, warum ich das eben tun mußte. Bettina glaubte ein Bild vor sich zu sehen. Sich selbst in einem großen Saal, von Beifall umbraust, während irgendwo unter den vielen Konzertbesuchern einer saß-- Bettina wollte sich selbst verspotten, weil sie so törichtem Zeug in ihrem Kopf Raum gab, aber das Bild wich nicht. Der alte Herr drängte: „Darf ich mit Ihren Eltern sprechen? Es würde außerdem eine gute Einnahme für Sie sein, Sie könnten ein nettes Stück Geld mit nach Hause bringen." Bettina überlegte jetzt ganz nüchtern. Die letzte Aussicht gefiel ihr nicht übel. Es war in letzter Zeit im Geschäft nicht alles so gegangen wie sonst. Ihr Vater machte manchmal ein sorgenvolles Gesicht und hatte erst gestern gesagt: „Wenn wir im Laufe des Winters ein paar tausend Mark gewännen oder erbten — denn auf andere Weise kommen wir ja nicht dazu —, könnte das nicht schaden." Bettina fragte: „Glauben Sie, lieber Herr Wilderling, daß ich ein paar tausend Mark verdienen könnte, wenn ich sänge?" , Selbstverständlich, die Schallplattensache bringt doch auch gut ein", versicherte der Gefragte. „Uebrb acns werde ich mich darüber genau bei dem Der- leger erkundigen. Geschäft ist Geschäft! Er wohnt in der Krone', und es wäre ihm lieb, wenn er Sie heute noch hören könnte, möglichst bald. Ich habe ihm aber auch allerhand von Ihnen vorgeschwärmt." Bettina war plötzlich unternehmungslustig. Die Eltern würden ihr sicherlich kein Hindernis in den Weg legen, und sonst hielt sie hier nichts zurück. Sie sann: Es müßte sehr schön sein, etwas von der Welt zu sehen, zu reifen, heute hier zu fingen und morgen dort. Eines Abends aber würde sie in Frankfurt am Main singen. Unten im Saal saß dann Hans Syden, und sie wollte wunderschön aussehen. So schön, daß ihm ihre Schönheit weh tat. Sie fuhr sich über die Stirn. Sie war ja verrückt, solchen Unsinn zufammenzuphantasieren. Wunderschön könnte sie ja gar nicht sein, höchstens leidlich hübsch, und wenn sie das erreichen wollte, mußte sie sich noch ganz besonders Mühe geben. Konrad Wilderlings Augen blitzten wie die eines Zwanzigjährigen. „Ich stelle mir die Reise quer durch Deutschland herrlich vor. Sie fingen, ich begleite Sie. Ihr Mund streut meine Rheinlieder aus, wie der Wind weiße und rosige Blütenblätter ausstreut. So wie die weit übers Land wirbeln, so wirbeln meine Lieder über ganz Deutschland." Er wiegte den Kopf hin und her. „Ein Narr war ich, daß ich mich so lange gewehrt habe gegen das Berühmtwerden. Bettina, ich freue mich unbändig auf die Fahrt." Er sah sie an. Wie blaß und schmal ihr Gesichtchen war. Ganz durchsichtig vor Blässe. Sie krankte heim- I lich an ihrer Liebe zu Hans Syden und dachte, kein Mensch wüßte darum. Aber rühren durfte man an j so etwas nicht. Behüte — Er lächelte: „Wie würde auch Ihnen die Künstlerreise gut tun. Ich stelle mir vor, Sie treten in einem schwarzen oder weißen Samtkleide auf. Wissen Sie, es müßte eins von ganz fabelhaftem Schnitt fein, und in Ihrem Haar, neben dem Knoten, wie hin- gcweht hinter das Ohr, sollte eine brennende Rose liegen oder wenigstens etwas Flimmerndes. Große Brillanten zum Beispiel könnten gleichfalls sehr wirkungsvoll sein." Bettina lächelte. Nun fing der liebe alte Herr auch schon an zu phantasieren. Sie meinte: „Vielleicht kaufen wir für mein Haar als Schmuck ein paar große Brillanten. Ich stelle mir vor, in der Größe von Taubeneiern dürften sie im Haar schon leidlich stark blitzen und funkeln. Was kommt es denn auf ein paar hunderttausend Mark oder meinetwegen auf eine halbe Million an. Bei den Aussichten!" Er mußte lachen. „Sie haben recht, Bettina, ich habe dummes Zeug geredet. Und wie Sie sich für die Konzerte kleiden, das wird sich schon finden. Die Hauptsache ist, sehr schön müsien Sie ausfehen, dar- auf bestehe ich." Er nahm ihre Hand. „Darf ich jetzt mit Ihren Eltern reden?" Bettina schlug vor, das noch zu verschieben und erst abzuwarten, ob ihr Gesang auch den Erwartungen des Musikverlegers genüge. Er wurde fast böse. „Als ob daran zu zweifeln wäre! Entzückt wird er sein. Wenn ich fest davon überzeugt bin, es gibt keine bessere Sängerin für meine Lieder, dann stimmt das. Ich muß das wissen." Er bat: „Kommen Sie zu mir in ungefähr einer halben Stunde, Bettina. Ich hole inzwischen den Verleger ab, zu Hause bei mir wollen wir ihm zeigen, was wir können." Er fragte ängstlich: „Oder haben Sie jetzt etwa keine Zeit? Es wäre schade." ,Lch habe Zeit und ich werde kommen", erwiderte Bettina. Er riet: „Machen Sie sich ein bißchen extra fein, tun Sie mir den Gefallen. Bei solchen Leuten ist das angebracht, glaube ich." Er ging dann, sagte im Laden noch zu Frau Hochwald: „Ich habe Bettina gebeten, zu mir zu kommen, ich möchte, daß sie ein paar neue Lieder von mir singt." Frau Hochwald nickte: „Ja, ja!" aber als sie bann zu Bettina ins Hinterzimmer trat, meinte sie: „Ich gönne dir ja das Singen, Kind, und die Freude daran auch, aber Wilderling holt dich einfach hier weg, als wenn es sich um wer weiß was für wichtige Dinge handelt. Ich höre feine Lieder sehr gern, doch manchmal denke ich, wenn sie wirklich besonders wertvoll wären, würden sie doch gedruckt. Daß er das nicht will, kann ich nicht verstehen. Ich glaube eher, er sagt das nur, weil er niemand findet, der sie herausgeben will und mir fällt dabei die Geschichte vom Fuchs und den Trauben ein. „So wie du, Mutter, werden im Städtchen noch viele denken", antwortete Bettina, „aber es ist wahr, er hat bis jetzt jedes Angebot zur Herausgabe seiner Lieder ausgeschlagen." Sie sprach nun ein wenig lauter: „Jetzt hat er wieder so ein Angebot erhalten, darüber hat er eben mit mir geredet. Das Angebot wird er aber nicht ausschlagen, sondern annehmen Wenn ich nachher wiederkomme, werde ich dir wohl mehr darüber erzählen können." Sie ging hinaus in ihr kleines Zimmer und zog ihr hübschestes Kleid an. Es war noch nicht kalt, die ersten Herbsttage am Rhein sind oft so herrlich wie Frühlingstage. Also konnte sie das leichte schwarze Tuchkleio mit dem großen weißen Kragen aus Glasbatist anziehen ohne Jacke oder Mantel. Das Kleid war ziemlich neu und gut gearbeitet. Das Haar hatte Bettina sehr lose aufgesteckt und die schwarzen Jettnadeln, die den kleinen Knoten sesthielten, hoben noch die Helle der seltenen Haarfarbe. Bettina bettachtete sich mit prüfenden Augen in dem Spiegel, der über der Nußbaumkommode hing. Sie übte scharfe Kritik an sich, fand, ihr Gesicht war zu schmal, die Augen fast zu groß und das Haar zu farblos. Ihre Freundin Gretel war schon seit Monaten fort. Mit Großchen Jutta auf RAsen. Die wollte alte Bekannte besuchen und der Enkelin ein Stück Deutschland zeigen. Manchmal kam eine Ansichtskarte von Gretel. Vom Bodensee, aus München, ober von sonst irgendwo. Sie hatte Gretel um die große Reise beneidet, nun bestand auch für sie die die Aussicht auf eine längere Reise. Sie blickte noch einmal in den Spiegel. Sie gefiel sich gar nicht. Um ihre Lippen lag ein Zug, der war so eigen, der störte. Früher war er nicht dagewesen. Er mochte sich hier festgesetzt haben, seit Hans Syden sie geküßt, ohne Liebe geküßt. Nur so — in flüchtiger Frühjahrsstimmung, aus einer Laune heraus. Sie wandte sich von ihrem Spiegelbild ab und ging zu Konrad Wilderling. Einen Hut setzte sie nicht auf. 19. Kapitel. Bettina singt Probe. Konrad Wilderling wohnte schon seit langen Jahren in der kleinen schmalen Gasse bei derselben Wirtin, die er manchmal ein bißchen großsprecherisch seine Wirtschafterin nannte. Ein großes Zimmer nach dem gartenartigen Höfchen zu, dessen Hauptzierde ein mächtiger alter Lindenbaum war, nannte er seinen „Musiksaal", daneben lag fein schmales Schlafstübchen. Als Bettina bei ihm eintrat, stand mitten im Zimmer Peter Starke. Groß war er, hatte mächtige Schultern und dichtes blondes Haar, das schwer zu bändigen war Ein bißchen breitspurig stand er da, kniff die hellblauen Augen ein und sah Bettina musternd an. Nur den Bruchteil einer Sekunde brauchte er, um zu wissen, wenn Bettina Hochwald so gut fang wie sie aussah, entsprach sie vollständig seinen Erwartungen. War das ein apartes Menschenkind? Das Haar, das blasse Bernsteinhaar, war schön und die schimmernden, hellbraunen Augen waren auch schön, das schmale Gesicht aber hatte fast zu ebenmäßige Züge, die statuenhaft gewirkt hätten, wenn nicht Klugheit sie belebt. Der Mund war nicht klein, aber die Lippen hatten kühnen, kräftigen Schwung. ‘ (Fortsetzung folgt!) Alle drei Fechtarten werden durchgenommen. Fach- amtsleiter Casmir wird als Lehrkraft den bekannten Frankfurter Fechtmeister 213 ar a stellen. Ein vom Fachamt 5 (Schwimmen) genehmigter DT. -Schwimmlehrgang findet am 19. und 20. Oktober in Kassel unter Leitung von DT.-Gau- schwimmwart Franz Sauer (Gießen) statt. Damit verbunden ist die Tagung der Kreisschwimmwarte der DT. Gaufachamtsschwimmwart Erich L 0 e w e (Kassel) wird im Verlaufe des Lehrganges einen Vortrag halten über „Die Wettkampfbestimmungen des RfL.". Ein Lehrgang für turnerische Pressearbeit wird am 2. und 3. November in Hers- f e l d in Verbindung mit den zu gleicher Zeit daselbst stattfindenden Gerätemeisterschaften durchgeführt. Im Tennis wurden bereits Lehrgänge durchgeführt im Nordbezirk und im Südbezirk (Butzbach). Auch in den Turnkreisen hat die Lehrgangsarbeit bereits allenthalben eingesetzt. Für die Winterarbeit in den Vereinen werden durch die Lehrgänge und Dorturnerstunden wertvolle Anregungen gegeben. Reit- und Zchrtumier in Gießen. Der Derkehrsverein Gießen, die Reiterstandarte 14 7 Gießen und der Reitersturm 6/147 veranstalteten am vergangenen Samstag und am gestrigen Sonntag ein Reit-, Spring- und Fahrturnier, Das in sportttcher Hinsicht einen schönen Erfolg brachte. Die Wehrmacht beteiligte sich zahlenmäßig sehr stark mit guten Pferden und ebenso guten Reitern, die SA. war nicht weniger gut, wenn auch nicht so zahlreich vertreten, die Reit- und Fahroereine hatten ihre aussichtsreichsten Mitglieder gemeldet. Auch einige Kinder beteiligten sich und zeigten sich im Sattel überraschend sicher. Der erste Tag. Den Auftakt bildeten am Samstagnachmittag die Vorprüfungen zu verschiedenen Wettbewerben. In erster Linie war es der Geländeritt zur Vielseitigkeitsprüfung, zu der zahlreiche Meldungen abgegeben worden waren. Die Wehrmacht stellte hier 13 Reiter und Pferde, die als erste in Abständen von etwa 5 Minuten einzeln auf den 5 Kilometer langen Kurs geschickt wurden. SA. und Reitervereine waren gut vertreten. Der Geländeritt führte vom Startplatz aus in das Heuchelheimer Feld, fast durchweg auf Feldwegen voraus. Die Reiter hatten dabei etwa zehn Hindernisse von etwa je 80 cm Höhe zu überwinden, über Gräben zu setzen, die an markierten Stellen zu passieren waren. Fehler, Zeit und Stil bestimmten die Wertung und den Sieger. Die letzte Hindernisse waren kurz vor dem Ziel zu nehmen. Die Zuschauer, die dem Wettbewerb mit großem Interesse folgten, hatten sich an den Plätzen der verschiedenen Hindernisse im Feld aufgestellt und gewannen hier am besten Eindrücke von Pferd und Reiter. Die Prüfung nahm geraume Zeit in Anspruch. Im Anschluß daran sah man die Kinder auf dem Pferd, vier Mädchen und einen Jungen, die nach dem Kommando des Reitlehrers S ch ö m b s in schöner Disziplin ihre Pferde innerhalb der Bahn bewegten. Mit besonderer Fpeude verfolgte man die gymnastischen Hebungen auf den Pferden, die den Teilnehmern selbst sichtlich großen Spaß bereiteten. Die Pferde wurden von den Kindern in verschiedenen Gangarten yorgeführt, und man tonnte dabei erkennen, daß die Jugendlichen die Pferde sehr gut zu beherrschen vermochten. Den Abschluß der Wettbewerbe am Samstag stellten verschiedene Dressur-Vorprüfungen dar, die sich vor kritischen fachmännischen Augen abspielten und Reiter und Pferd zu äußerster Disziplin der Bewegung herausforderten. Am Sonntag. Die sportlichen Darbietungen am gestrigen Sonntagnachmittag standen auf guter Höhe. Insbesondere in den Sprmgwettbewerben wurden von Roß und Reiter vielfach sehr gute Leistungen gezeigt. Ein schöner Sprung. Von den Reiterinnen stand wieder, wie schon beim Frühjahrs-Reitturnier, Frl. Lommatzsch, Marburg, unbestritten an der Spitze, sie übertraf auch manchen Reiter durch ihre schneidige und elegante Reitkunst ganze erheblich. Die Rennen verliefen glatt und fänden lebhaftestes Interesse der nach vielen Hunderten zählenden Zuschauermenge. Hervorragendes sah man auch bei den Fahrkonkurrenzen, bei denen die Herrichtung von Pferden und Wagen, wie auch die Arbeit der Pferde und ihre Lenker große Sorgfalt offenbarten. Herrliches Herbstwetter begünstigte den Verlauf der schönen sportlichen Veranstaltung in vorteilhafter Weise. Die Ergebnisse. Vielseitigkeitsprüfung der Wehrmacht: 1. Uffz. Ludecke auf „Marwitz"; 2. Uffz. Lochmann aus „Freiherr"; 3. Gefr. Wagner auf „Nita"; 4. Uffz. Adam auf „Martha"; 5. Gefr. H. Schmidt auf „Ernst". Vielseitigkeitsprüfung der SA. und der Reit - und Fahrvereine: 1. 1. Sturmf. v. Gustedt auf „Wotan"; 2. Frl. Lommatzsch auf „Altmark"; 3. Alfred Kasel auf „Kolibri". Geländeritt der Wehrmacht: 1. Gefr. Hänel auf „Einbrecher"; 2. Ogefr. Dangendors auf „Jugendliebe". Geländeritt der SA. und der Reit- und Fahrvereine: 1. Frl. Rinn auf „Attila"; 2. SA.-Mann Kowalzik auf „Olaf". Kinderabteilung: 1. Erika Schömbs auf „Pascha"; 1. Christa«Schreiner auf „Tassila"; 2. Ilse Fischer auf „Kreuzritter"; 2. Erika van Bentheim auf „Fritz"; 2. Wilhelm Brückmann auf „Sissy". SA. - Abteilungsreiten: 1. Abteilung II; 2. Abteilung I; 3. Abteilung III. Dressurprüfung A: 1. Trupps. Haussauer auf „Olaf"; 2. Frau Jutzi auf „Ecco"; 3. SA.-Mann Lenz auf „Max". Dressurprüfung L Wehrmacht: 1. Uffz. Hahn auf „Grille"; 2. Uffz. Lochmann auf „Freiherr"; 3. Uffz. Hahn auf „Nichtsnutz". Dressurprüfung L SA. und Reit- und Fahrvereine: 1. Sturmf. v. Gustedt auf „Bodo"; 2. Frl. Lommatzsch auf „Altmarkt"; 3. SA.-Mann Kowalzik auf „Attila". Jagdspringen, Klasse A, Wehrmacht: 1. und 2. Ogefr. Dangendors auf „Erneco" und auf „Jugendliebe"; 3. Gefr. Hänel auf „Einbrecher". Jagdspringen, Klasse A, S A. und Reit- und Fahrvereine. 1. Frau Jutzi auf „Ecco"; 2. SA.-Mann Kowalzik auf „Olaf". Jagdspringen, Klasse L, Wehrmacht: 1. Unteroffizier Lochmann auf „Freiherr". Jagdspringen, Klasse L, S A. und Reit - und Fahrvereine: 1. Frl. Lommatzsch auf „Altmark"; 2. Paul Büttel auf „Ecco"; 3. Sturmführer v. Gustedt auf „Kolibri". Schaufahren: 1. Brauerei Jhring-Melchior („Konsul", „Gerda", „Gregor", „Günther"); 1. Emil Schmoll („Minka" und „Cäsar"). ' Fahrkonkurrenz: (zwei Abteilungen): Einspänner: 1. Herr Schlüter mit „Silberglanz"; 1. Hans Bepler (Großen-Linden) mit „Lina". Zwei- spännig: Gespann der 13. Kompanie „Erika" und „Neidhardt"; 2. Schütze Bergh mit „Kamilla" und „Nimrod". pflege des Schmetterlingsstiles im Deutschen Schwimm-Verband. Als die ersten Nachrichten von einer neuen Art des Brustschwimmens vor mehreren Jahren aus Amerika eintrafen, stand man diesem sogenannten Schmetterlings-Stil zunächst sehr skeptisch gegenüber. Man wollte von einer neuen Art des Brustschwimmens nichts wissen, schon deshalb nicht, weil seit Jahren das Gerücht im internationalen Schwimmsport umlief, daß das Brustschwimmen sowieso g»n,3 abgeschafft werden würde. Diese Meldung hat sich natürlich nicht bewahrheitet, aber der neue Stil ist auf dem besten Wege, die Welt zu erobern, eine Umwälzung steht bevor, wie sie seinerzeit für die Hand-über-Hand-Schwimmer die Umstelluna auf den Kraulstil bedeutete. In allen Schwimmsport treibenden Ländern geht man daran, dem neuen Bruststil stärkste Förderung angedeihen äu lassen, hat doch die Praxis gelehrt, daß auf diese Art die Zeiten erheblich verbessert werden können. Den Beweis dafür hat erst in jüngster Zeit der Bremische Schwimm-Verband erbracht mit seinem erfolgreichen Rekordversuch in der 10X50-Meter- Bruststaffel. Don den beteiligten zehn Schwimmern haben neun den Schmetterlingsstil angewendet. Die Praxis hat weiter ergeben, daß sich für die neue Schwimmart nicht nur die Spezialisten im Brustschwimmen, sondern auch die Krauler besonders gut eignen. Der Deutsche Schwimm - Verband setzt sich besonders nachhaltig für die Pflege und Aus- breitung des neuen Stiles ein. Er bereitet einen Sonderlehrgang vor für alle diejenigen, die im Laufe des Winters 100 Meter einwandfrei in 1:17, bzw. 200 Meter in 3:00 und darunter schwimmen. Die gleiche Vergünstigung soll auch den Kraulschwimmern zuteil werden, die mit einer Leistung von 2:22 über 200 Meter aufwarten. Kurze Sportnotizen. Ein Gedenkstein für Rud. Oeltzschner wurde an der Absturzstelle bei Selb in Oberfranken eingeweiht. Der zum Gedenken an den diesjährigen Rhön-Sieger gesetzte Findling trägt die Inschrift: „Dem Rhön - Sieger 1935 Rudolf Oeltzschner am 1. August 1935". Reiter der SA. im Wettbewerb. (Aufnahmen [3]: Photo-Pfaff.) Kinder zeigen ihre Geschicklichkeit bei gymnastischen Uebungen auf Pferden. r * . - <• ■■ \ 1 f -• • >V’>' - fr - Harald Kreutzberg in Gießen. Harald Kreutzberg in feinem ungarischen Tanz. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.) Oberhessen. Kreis Alsfeld. —.— Homb er g, 10. Oft. Zur Zeit herrscht tn der Dorstadt rege Tätigkeit. Der Straßenteil wird zur Pflasterung vorbereitet. Das notwendige Material wurde bereits vor geraumer Zeit angefahren. Vorgesehen ist eine Verbreiterung der Straße, die Kurven werden überhöht und neue Randsteine gesetzt. Auch das Straßenprofil wird erhöht. Mit der Veweist Verbundenheit mit den bedürftigen Volksgenossen! Spendet für das Dinterhitfswerk! eigentlichen Pflasterung hat man in dieser Woche begonnen. Der Verkehr ist während der Dauer der Arbeit umgeleitet. — Dieser Tage hielt hier ein Luftschutz-Lehrtrupp einen Kursus ab. Der Jugend soll demnächst die Bedeutung des Luftschutzes durch ein Puppenspiel nahegebracht werden. ^Neuhaus bei Homberg, 11. Oft. Welche Gefahren manchmal Gartenarbeiten in sich bergen, zeigt folgender Unglücksfall. Ein hiesiger Angestellter war mit feiner Frau im Garten beschäftigt. Beim Ausziehen einer Bohnenstange drang die Stange der hinter dem Ehemann stehenden Frau ins Auge. Die Verletzung war so erheblich, daß die Ueberführung der Verunglückten in die Klinik zu Gießen erforderlich wurde. st. Kirtorf, 11. Oft. In der jüngsten Stadtrat s s i tz u n g erfolgte die Vereidigung der Rats- Herren und des zweiten Beigeordneten, die anschließend ihre Anstellungsurfunden durch den Bürgermeister überreicht befamen. Zu Beginn der öffentlichen Sitzung sprach Bürgermeister Pg. L a t h e r über die neue Deutsche Gemeindeordnung. Im geschäftlichen Teil der Sitzung billigten die Ratsherren den Derfauf eines zu schwer gewordenen Gemeindebullen und den Anfauf eines neuen, ebenso stimmte man der Vorlage zu, die die Abschaffung eines Gemeindeebers auf dem Wege der Versteigerung und die Neuanschaffung eines solchen der Rasse „Deutsches Edelschwein" vorsieht. Der Bürgermeister erstattete Bericht über die diesjährige Obstoerwertung von den gemeindlichen Obstanlagen, die den ansehnlichen Betrag von über 1700 Mark einbrachten. Es wurde weiter beschlossen, die Bürgersteuer nach dem Satz der Vorjahre 100 v. H. beizubehalten. Ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer und das Reich bildete den Abschluß der Sitzung. £ Kestrich, 10. Oft. Im Verhältnis zu früheren Jahren ist der Erlös aus der Obstbaumernte der Gemeinde wesentlich niedriger. Die Gemeinde hat im Frühjahr 30 Kirschbäume angepflanzt, jetzt sollen noch 30 Aepfelbäume gepflanzt "werden. — Bürgermeister, Beigeordnete und Gemeinderäte wurden durch Regierungsrat Dr. L 0 tz in ihr Amt nach der neuen Gemeindeordnung eingeführt. Bürgermeister Seim wurde in seinem Amt bestätigt. 1. Beigeordneter Heinrich Schott VII., 2. Beigeordneter Otto Horst; Gemeinderäte wurden: Hch. Bläser, Otto Müller, 2Hbert Steuernagel, Otto Geiß und Hugo Geiß. 3 MARK je Klasse für 1/t Los — 1 OOOOO RM dem Hauptgewinner! PREUSS.-SÜED. KLASSENLOTTERIE iplele In der Ziehung 1. Kl. 18. u. 19. Okt .1935 Lose zu haben bei den Staatl. Lotterieeinnehmern Legler Flimm Hindenburgwall 5 Walltorstr. 63 und deren Mittelsperson Buchacker _______Neuenbäue 11 Ma AilzetgeN'AMengesMKasi Annahme von Anzeigen für alle Hettunaen 11 ?,etticbntten Gießen / Gchulstraße 7 Zwanssvevsieigevung Dienstag, den 15. Oktober 1935, 14 Uhr, sollen im „Löwen" dahier, Neuenweg 28, bzw. an Crt u.Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: 6832 Haus-, Laden- und Büromäbel aller Art, 1 Kassenschrank, ein Bücherschrank, 2 Klaviere, zwei Eisschränke, 2 Oesen, 1 Grammophon, 1 Auto, 1 Goniometer, zwei Ferngläs., 1 Schleifbank, 1 Radio, lSchreib-,!Polier-, 1 Nähmasch., 1 Reaistr.-u.Ladenk., Anzugstone, versch.Drucker.-Einr.u.Schrstten. Bestimmt: Flur garderob.,S chrank- grammoph., 1 Ferngl., 1 Oelge- mälde, 2 Massageavv., 1 Kaffe e- behälter, 300 Roll.Krevv-Pavier. Qphapmann Gerichtsvollz.inGießen, Oblldl 111(11111, Wernerw.33,Tel.3108. (Ein Quell der Freude für den Naturfreund Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Dusch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der nie- deren Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben und ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Professor Dr. Deegener. Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfol- gen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. Aus der Freube am Beobachten ist ein wertvolles naturgeschichtliches Urkundenbuch geworden, das hervorragend geeignet ist, die Liebe auch zum kleinsten Na- turgeschehen zu erwecken. Aart. 3,90, geb.4,80. - Ditte verlangen Sie kostenlos unsere bebilderten Werbeblätter! Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen! 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