Samstag, H. September 1935 Ur. 215 Erstes Blatt 185. Zahrgang Eichener Anzeiger 1 A 8» in von er ,0 ■5 KZ VI Viunuuuuitu uiiguiin ............ U-- — -V , —r----- ■ , __. , , . - . . .. ,, 11 $:ez aber die Ernährung des Volkes nicht gefahr- es hat daraus nur Die Sicherheit geschöpft, um |hi konnte. Mit großem Nachdruck betont der Füh-' seine Absicht zu verwirklichen, in Frieden und o L chmucken Trachten Aufstellung genommen, ein farbenfrohes Bild. In den ersten Reihen der Tribüne selbst nahmen die führenden Männer der 5 <6 (D Ei » D 3 3 o -o - 23- ■> % 25 e n deutschen Landschaften in ihren Bewegung Platz, unter ihnen die Ehrengäste, diesen Reihen auch die NS.^Schwestern. Oie lieichsfrauenschastsführerin Frau Gertrud Scholz-Klink rer feine Entschlossenheit, an dem Lohn- und Preisgefüge nicht rütteln zu lassen und jeden. Versuch gewissenloser Elemente, eine neue Inflation heraufzubeschwören, rücksichtslos niederzuschlagen. Der Versuch, den deutschen Ausfuhrhandel zu heben, wird fortgesetzt werden, aber soweit es ihm nicht gelingt, die Mittel zum Einkauf von Rohstoffen auf den Weltmärkten hereinzuholen, wird die Erzeugung eigener Werkstoffe mehr und mehr die deutsche Wirtschaft von der Einfuhr ausländischer Rohstoffe unabhängig machen. Erregte im vergangenen Jahre das erste große Auftreten der erdbraunen Massen des Arbeitsdienstes in Nürnberg und sein Herausstellen durch den Führer als Gemeinschaftsschule des deutschen Volkes die besondere Aufmerksamkeit, so steht diesmal die neu errichtete Wehrmacht, das junge deutsche Volksheer im Mittelpunkt des Parteitags, dem sie ja schon bei der Namensgebung „Parteitag der Freiheit" Pate gestanden hat. Mit welch liebevollem Interesse und mit welch rührender Fürsorge das deutsche Volk in allen seinen Teilen das Werden seines jungen Heeres verfolgt, zu dessen Wiedererstehuna der kühne Entschluß des Führers am 16. März dieses Jahres den Grundstein gelegt hat, das haben die Truppen aller Waffengattungen gerade eben bei den ersten großen Herbftübungen der Wehrmacht in allen Teilen des Reiches erleben dürfen, die das Glück hatten, Schauplatz der Manöver zu sein. Nun wird in den nächsten Tagen die Wehrmacht in. Nürnberg vor ihrem Obersten Befehlshaber, dem Führer und Reichskanzler, vor ihren höchsten Vorgesetzten, vor den ersten Vertretern von Staat und Bewegung, vor Hunderttausenden von Zuschauern als den Repräsentanten des ganzen deutschen Volkes Zeugnis ablegen von dem Geist, der sie beseelt. „Die Armee ist unser kostbarstes und stolzestes Eigentum", erklärt die Proklamation des Führers vor dem Parteikongreß, Hüterin und Trägerin einer einzigartigen Tradition, der stärkste Schild des Friedens über Freiheit und Arbeit der Nation für alle Zukunft. Dank feiner aus eigener Kraft wieder gewonnenen Wehrfreiheit hat Deutschland aufgehört, ein wehrloser Spielball fremder Mächte zu sein. Aber sind im Gegenteil der Ueberzeugung, daß die europäischen Nationen ihr durch Ueberlieferungen, durch geschichtliche und wirtschaftliche Notwendigkeiten gekennzeichnetes, geregeltes und bestimmtes Eigenleben führen müssen, wenn nicht zum Schaden einer unvergänglichen Kultur Europa als Gesamterscheinung zugrunde gehen soll". Und Alfred R o - s e n b e r g ergänzt in seiner Rede vor dem Parteikongreß das nationalsozialistische Wunschbild von einem neuen Europa. „Wir hoffen", so sagt er, „daß sich aus den Kämpfen unserer Zeit organisch umgrenzte Nationalstaaten entwickeln und daß diese im eigenen Wesen ruhenden Nationalstaaten ein System zur Sicherung alles dessen bilden, was wir mit Stolz europäische Kultur nennen, zur Sicherung der Lebensnotwendigkeiten der weißen Rasse, zur Abgrenzung der Lebensgebiete dieses weißen Menschentums gegenüber den wertvollen Rassen und Völkern anderer Erdteile." Rosenbergs programmatische Sätze, auf der Erkenntnis der Ungleichheit der Rassen und Völker fußend, bedeuten nicht nur eine scharfe Absage an den gleichmacherischen, kulturfeindlichen, das organische Völkerleben zerstörenden Bolschewismus, sondern sind auch ein Bekenntnis dessen, was Deutschland dem eben wieder in Genf lebhaft erörterten Gedanken einer „kollektiven Sicherheit" an die Seite zu stellen hat. Nicht ein konstruiertes System von Sicherheitspakten, die sich vielfältig überschneiden und Völker in Verstrickungen ihnen fernliegender Interessen hineinzuziehen drohen, sondern ein aus der Erkenntnis der Zweckmäßigkeit ehrlichen Zusammenarbeitens gewachsenes System der Sicherheit organisch umgrenzter und miteinander versöhnter Nationalstaaten als Schlußstein einer langsamen Entwicklung. So haben die ersten Tage des Parteikongresses auch dem Ausland bereits reiche Anregung gegeben. Hoffen wir, daß die Fruchtbarkeit des nationalsozialistischen Gedankenguts auch für die Befriedung Europas erkannt wird, ehe es zu spät ist. Dann würde der Nürnberger Parteitag der Freiheit auch im europäischen Sinne ein Meilenstein werden für die Befreiung des Abendlandes von den drohend heraufziehenden Wolken eines allesver- nichtenden Bolschewismus, der nur von der Uneinigkeit der europäischen Völker hoffen kann, seine Drachensaat aufgehen zu sehen. Nürnberg, 13. Sept. (DNB.) In der Luit- poldhalle trat am Freitagabend der Kongreß der NS.-Frauenschaft zusammen. In der riesigen Halle strömten die Amtswalterinnen der NS.-Frauenschaft aus allen deutschen Gauen zu- ammen, und schon eine Stunde vor Beginn der Tagung mußte die LuitpoldHalle, in der wohl an die 30 000 Frauen und Mädchen versammelt waren, geschlossen werden. Vielen war es nur noch möglich, auf dem Platz vor der Halle durch Lautsprecher die Feierstunde mitzuerleben. Im Quergang vor der Ehrentribüne, die das mächtige leuchtende Hakenkreuzbanner abschließt, hatten junge deutsche Mädchen aus al- besonders marxistischen Parteien der Fall war, bann liege der Grund in einer anderen Würdigung der Frauen. Wir sehen in der Frau die ewige Mutter unseres Volkes und die Lebens-, Arbeits- und auch Kampfgefährtin des Mannes. Die sogenannte „Gleichberechtigung" der Frau, die der Marxismus fordere, sei in Wirklichkeit keine Gleichberechtigung, sondern eine Entrechtung der Frau: denn sie ziehe die Frau auf ein Gebiet, auf dem sie zwangsläufig unterlegen sein werde, weil sie die Frau in Situationen bringe, die nicht ihre Stellung, weder dem Manne noch der Gesellschaft gegenüber, festigen, sondern nur schwächen könnten. Bei den germanischen Nationen habe es nie etwas anderes gegeben als die Gleichberechtigung der Frau. Beide Geschlechter hatten ihr Recht, hatten ihre Aufgaben, und diese Aufgaben waren einander vollkommen gleich würdig, gleichwertig und damit ebenbürtig. Wenn in marxistischen Ländern heute Frauen» b a t a i l l o n e aufgestellt würden, bann könne man nur sagen: Das wird bei uns niemals geschehen! Es gibt Dinge, die macht der Mann und für die steht er allein ein. (Stürmischer Beifall.) Ich würde mich schämen, ein deutscher Mann zu sein, h = 5 « 2 s» 's! Jliufter der Söhne und Achter unseres Volkes zu sein ist der höchste Adel der deutschen Frau. geleitet von Hauptamtsleiter Hilgenfeldt, betritt sodann die Halle. Nach dem Kaisermarsch ° e 3® Ip" -C a ;ö5 Die Frau im uaiionalsozialisiischeu Deutschland. Der Führer spricht auf dem Kongreß der NG.-Frauenschast in der Nürnberger Luitpoldhalle Nürnbergs Botschaft. Die Wett hat sich daran gewöhnen müssen, die Pirteitage der NSDAP, anders zu bewerten als tue Veranstaltungen, die früher im demokratifch- PFlamentarifchen Deutschland und heute noch in in Demokratien des Westens zwar unter dem glei- cfjui Namen, aber in Form und Inhalt grundver- ftieden mehr Tummelplatz für die Auseinander- fßungen der Parteihäuptlinge mit einer unbotmäßi- ijd Gefolgschaft waren als einer klaren Zielsetzung »<>. politischen Kurses dienten. Wenn heute die Welt iri gespannter Aufmerksamkeit ihre Blicke nach 9i irnberg richtet, so weiß sie, daß es dort keine fttzfindigen Debatten, keinen Kuhhandel hinter den Ällissen, keine wachsweichen Entschließungen gibt, ft dern wohlerwogene, an dem Gedankengut der rinonalsozialistischen Weltanschauung ausgerichtete HD alle Lebensbezirke der Nation umspannende Kindgebungen, die für ein ganzes Volk durch den Qttfchluß feines Führers bindende Leitsätze für sein xnitisches Handeln auf allen Gebieten werden. Der Uichsparteitag. ist die großartige Schau der rnacht- rillen Entfaltung aller aufbauenden Kräfte des na- lalfozialistifchen Deutschlands. Die großen Or- Nmisationen, deren geballte Kraft am sinnfälligsten 6( Erneuerungswillen der Nation repräsentieren, scheinen vor dem Führer, die Beauftragten der Pirtei für die Ausgestaltung aller Bezirke des poli- 11$en und kulturellen Lebens im Sinne der natio- Nljsozialiftischen Weltanschauung legen Rechenschaft nl von der geleisteten Arbeit und berichten über 93ine die noch der Bewältigung harren. Die Na- tim steht nach einem Wort von Rudolf Heß an eisern Meilenstein ihrer Geschichte, sie blickt um sich, rickwärts auf die Wegstrecke, die sie nach dem firnen Entschluß des Führers durch eine Gefah- rezone ohnegleichen mit zusammengebissenen Zäh- nc: zur Erkämpfung ihrer Wehrfreiheit zurückge- [e:: hat, vorwärts auf ein weites Feld, das noch i)t Sämanns harrt, auf Aufgaben und Pläne, tuen Bewältigung der gesammelten Kraft von Ge- roationen zu Generationen bedürfen wird. In diesem zwiefachen Sinne des Rechenschafts- tmchts und der Aufgabenstellung will auch die $Mße Kundgebung des Führers betrachtet Bteben, mit deren Verlesung durch den Sprecher Lc Bewegung, Gauleiter Adolf Wagner, nach > Mtehende'm Brauch der Parteikongreß eröffnet Mide. Die folgenden Vorträge der Reichsleiter trugen fachliche Ergänzungen zu den wesentlichsten inSber Proklamation bereits aufgestellten Punkten. Mmen wir den innerpolitischen Rückblick voraus, ft stellt die Kundgebung des Führers mit Recht die wittanschauliche erzieherische Mission der Bewegung in Iben Mittelpunkt der Arbeit des zurückliegenden Scires. Die innere Festigung der Partei ,cch der lleberroinbung der letzten Folgen der Juni- Nmolte und die Absteckung der neuen Arbeitsge- tiue gegenüber der.Armee, der neu errichteten <5_ule * des nationalsozialistischen Staates, schufen iH tP»2 553 er’nß' r. d < s :.O r. Rauschender Beifall dankte der Reichsfrauenführerin. Der Vortrag von Liedern von 500 Mädchen des Frauenarbeitsdienftes füllte die Zeit bis zum Erscheinen des Führers. Von draußen künden die Heilrufe das Kommen des Führers und nun pflanzt sich schon vom Ende der Halle der Jubel fort, durch den ganzen weiten tiefen Raum und erfüllt diesen mit mächtigem Brausen, als der Führer Frau Scholz-Klink begrüßt und aus ihrer Hand einen prächtigen Blumenstrauß empfängt. Die Arbeitsdienstmädchen erfreuen den Führer mit einem schonen Liede und freudig bewegt dank der Führer. Dann tritt er auf die Rednertribüne und spricht zu den deutschen Frauen. Der Führer trat einleitend der Meinung entgegen, daß die Würdigung der Frau durch den Nationalsozialismus nicht ebenbürtig sei der Würdigung, die die Frau durch andere weltanschauliche Bewegungen erfahre. Diese Auffassung könne nur von Menschen kommen, die keine Ahnung davon besitzen, welch ungeheure Rolle die Frau gerade in unserer Bewegung gespielt habe. „IM glaube, ich würde nicht hier stehen, wenn nicht vorn Anbeginn unseres Kampfes an viele, sehr viele Frauen sich mit dieser Bewegung innerlich verbunden gefühlt hätten und für sie vom ersten Tage an eingetreten wären." Wenn der Nationalsozialismus der Frau nun trotzdem eine andere Stellung gegeben habe, wie es bei den liberalen und gewaltigen Aufgaben gestellt hat, braucht Frauen, denen diese Fragen so stark zum Erlebnis geworden sind, daß sie fähig sind, sie in jedem Fall aus den Volksnotwendigkeiten heraus mitzulösen. Wenn der Nationalsozialismus seine Aufgabe darin sieht, im ernsten und verzagtesten Volksgenossen wieder den Willen zu seiner eigenen Kraft zu wecken und den Glauben zu seiner eigenen Kraft zu stärken, dann schafft er damit die Voraussetzung zu einer religiösen Wiederbesinnung unseres Volkes. Wenn die Gewalt Gottes erst allen zum Erleben im Alltag wurde und sie verpflichtet Zur absoluten Wahrhaftigkeit, Ehrfurcht und Demut, Fröhlichkeit und Kraft, dann sind wir an der Stelle, wo Nationalsozialismus und Religion in jeder Form sich begegnen. Wir wissen dann auch, daß, wenn schwache Menschen die verschiedenen Formen benützen wollen, um Menschen eines Volkes gegeneinander auszuspielen, wir mit aller Kraft unserer Seele uns dem entgegenstellen werden. Unter diesen Gesichtspunkten stellen wir Frauen uns unter das Gesetz des Nationalsozialismus. Alle Arbeit, die wir leisten, ist der Ausdruck dieses Wittens zu einander. Unser alleiniger Befehlsträger ist die Liebe zu unserem Volk. Unser Volk hat Gestatt gewonnen m unserem Führer, darum schenken wir ihm alle Arbeit! Freundschaft mit seinen Nachbarn zu leben. Deutschland ist eine Insel im brodelnden Meer politischer und sozialer Unruhen. Deutschland wünscht nichts anderes, als in Ruhe feiner gewaltigen inneren Aufbauarbeit nachgehen zu können. Und nur, wer uns darin zu stören versucht, wird uns zu unerbittlichen Feinden haben. In Moskau sitzen die Drahtzieher einer über die ganze Wett ihre Fang- arme spannenden Organisation der Völkerverhetzung und Volkszersetzung. Wer im Ausland die Warnung des Führers vor dem tödlichen Gift des Wettbolschewismus in der letzten großen Reichstagsrede mit ungläubigem Lächeln beiseite geschoben hatte, mag inzwischen durch die unverhüllte Darlegung der meltreoDlutionären Ziele und verbrecherischen Methoden auf dem Moskauer Kongreß der kommunistischen Internationalen eines Besseren belehrt worden sein. Nürnberg und Moskau bedeuten zwei Wetten, die durch Abgründe voneinander geschieden sind. Was in Nürnberg an großärtigen Leistungen nationalsozialistischen Aufbaus in der Proklamation des Führers wie in den Vorträgen feiner ersten Mitarbeiter mit ruhigem Selbstbewußtsein der Weltöffentlichkeit zur Beurteilung unterbreitet wurde, muß auch jedem Ausländer, der sich seine Unbefangenheit bewahrt hat, den fundamentalen Gegensatz klar werden lassen, der das nationalsozialistische Deutschland von der Wett des Bolschewismus trennt. Während in Moskau Pläne geschmiedet werden und Propagandamethoden gepredigt werden, die aus fanatischem Haß gegen die Kultur des Abendlandes geboren, den Volkern Europas den Bürgerkrieg bringen und durch einen Zusammenprall der kapitalistischen Mächte die kommunistische Wettrevolution auslösen sollen, wird auf dem nationalsozialistischen Parteikongreß in Nürnberg der Prozeß der inneren Gesundung eines Volkes umrissen, das nichts Höheres kennt als feine Ehre und Freiheit und nichts sehnsüchtiger wünscht, als in Frieden, Eintracht und Zusammenarbeit mit seinen Nachbarn feine großen Aufgaben zu losen, die die Vorsehung ihm als Volk der europäischen Mitte und Bollwerk europäischer Kultur gegen die bolschewistischen Mächte der Zerstörung gestellt hat. „Der Nationalsozialismus", so sagt die Proklamation des Führers, „hegt gegen keine der europäischen Nationen eine aggressive Absicht. Wir Richard Wagner eröffnete Hauptamtsleiter Hilgen- eldt mit kurzen Worten die Tagung und erteilte der Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink das Wort. Sie verweist darauf, daß als erster Weg zum Herzen der deutschen Frauen unser Reichsmütterdienst gebaut wurde. A m Mutter- t a g übergab uns das Volk für diese Arbeit 3,5 Millionen Mark zu treuen Händen. Wenn wir nun in einigen Monaten in einem der ehemals rötesten Stadtteile Berlins, im Wedding, unsere Reichsmütterschule eröffnen werden, dann freuen wir uns, eine Stätte bereit zu haben, an der man ehen kann, wie wir unsere Ausgaben losen. In der Verfolgung unserer Aufgaben wandten wir uns zuerst an die Mütter unseres Volkes, so ergab sich ganz folgerichtig das Nachrücken jener Generation, die den Müttern zunächst steht: d i e zwischen 18 und 25 IahreNH Wir haben die Forderungen der Arbeitsdienst pflicht ür das Mädel zuerst einmal dort gestellt, wo Frauen in vorderster Linie unsere heutige Haltung bewußt zu wahren haben: bei der berufstätigen Frau und dort zuerst wieder bei der Frau auf der Hochschule. Die deutsche Stu- b'entin hat sich dieser Forderung auch bereitwillig unterworfen. Trotzdem wird gerade hier unsere größte Arbeit auf Jahre hinaus wohl noch darin bestehen, die Studentin immer wieder hineinzustellen in die Lebenswirklichkeiten unseres Volkes. Unseren Frauen an den Hochschulen wollen wir immer wieder sagen, daß die deutsche Frau an der Hochschule ihre geistigen Fähigkeiten mit derselben Demut in den Dienst ihres Volkes zu stellen hat, mit der die Handarbeiterin und die Mütter der Nation ihren Dienst erfüllen. Bei der Frauenarbeit in der Fabrik begegnen wir noch zutiefst den Spuren eines 14= jährigen Abdrosselungsversuches an unserer Volks- 3i innere Zerrissenheit der Nation, an deren en Worten des Reichsorganisationsleiters wendet ich der Führer unter atemloser Stille an seine alten und jungen Mitkämpfer aus der Politischen Organisation. Die Ansprache des Führers. Parteigenossen, so führt der Führer u. a. aus, wieder erfüllt uns das große Erleben des höchsten Festes der Bewegung, des Parteitages zu Nürnberg. Partei heißen wir uns und find doch Deutschland! Deutschland in seiner Einigkeit, Deutschland in seinem neuen Willen, in seiner neuen Lebensauffassung, und auch in seiner neuen Tatkraft. Partei heißen wir uns, weil dieses Deutschland in dieser Bewegung, in diesen Meuchen seinen geistigen und willensmäßigen Mittelpunkt besitzt. Es ist nicht möglich, 68 Millionen Kopf an Kopf an einem Platz zu vereinen, und trotzdem stehen etzt vor mir nicht 150 000 oder 180 000 Leiter der nationalsozialistischen Partei, sondern in Euch steht jetzt vor mir Deutschland, das deutsche Volk. Denn dieses deutsche Volk von heute, es hat nur Euren Willen. Ihr seid ihm heute vorgesetzt als lebendige Führung des Volkes. Es ist für mich tiefbewegend, immer wieder an diesen Tagen meine alten treuen Kampfgefährten aus den langen Jahren unseres Ringens um mich zu sehen. Die es mit einem unerhörten Mut und einem einzigartigen Glauben unternommen haben, gegen eine Welt von Meinungen, Vorstellungen und Auffassungen anzutreten und ein neues Deutschland zu schaffen. Ihr seid jene Garde gewesen, die einst gläubigen Herzens mir folgte. Ihr seid meine ersten Anhänger gewesen, die an mich geglaubt haben. Und Ihr seid damit des deutschen Volkes gläubig ste, treueste und beste Söhne gewesen. Und es ist nicht nur für Euch schön, an einem solchen Tag einmal im Jahre die Führer der gesamten Bewegung vor Euch zu sehen und den Wann zu sehen, dem Ihr Euer Schicksal anvertraut habt. Es ist für mich genau so schön, Luch, meine alten Kämpfer, wiederzusehen und in Eure Augen schauen zu können. Es ist für uns alle auch notwendig, daß wir über all dem, was das Schicksal mit uns vor hat, n i e den W e a vergessen, den wir gehen mußten, um an diese Stelle hier zu kommen. Es ist für uns Führer gut und heilsam, immer wieder in diese unzähligen treuen alten Gesichter blicken zu können, lenen Deutschland alles zu verdanken hat, denn n i ch t d e r V e r st a n d ist es gewesen, der Deutschland aus der Not erlöst hat, sondern eure Gläubigkeit ist es gewesen, euer Herz, euer Gefühl, euer Wille ist es gewesen, ihr habt mitge- yolsen, und ihr habt es erreicht. Für mich seid ihr die politischen Offiziere der deutschen Nation, m i t mir verbünd en auf Gedeih und Verderb, so wie ich mit euch verbunden bin auf Gedeih und Verderben. Der genialste Heerführer, er wird feine Gedanken und Pläne nur verwirklichen können, wenn er ein durch und durch überlegenes Instrument besitzt. Und daß ich Deutschland eroberte, verdanke ich diesem Instrument, das in der nationalsozialistischen Bewegung und in ihren Organisationen geschaffen wurde. Ist nun dieser Kampf abgeschlossen? Die Eroberung der Macht ist ein Vorgang, der n i e , n i e b e - endet wird. d. h. wenn irgendwo, dann gilt hier der Grundsatz: Was du ererbt hast, erwirb es stets aufs neue, um es zu besitzen; es ist keinem Volke in der Geschichte die Befreiung geschenkt worden, es wird auch keinem Volke die Freiheit als Geschenk erhalten bleiben! Immer und immer muß dieses kostbare Gut seine fortgesetzte Bewahrung finden. Und dazu sind wir Nationalsozialisten entschlossen! Wir kommen in der Periode der zweiten großen Aufgabe, der fortgesetzten Erziehung unseres Volkes und der Hebet- wachung unseres Volkes. Der Erziehung mit dem Zweck, uns alle und unser deutsches Volk immer mehr in die Welt der nationalsozialistischen Idee hineinzuführen, und der Ueberwachung, um fortgesetzt wachsam zu prüfen, daß nirgendwo ein Rückschritt oder gar ein Verfall stattfindet. Uns soll nicht das Schicksal der Welt treffen, die im Jahre ISIS abge- löft wurde. So wie wir hier Jahr für Jahr zu diesem Generalappell zusammentreten wollen, so halten wir fortgesetzt Appelle ab über die deutsche Nation. Und das ist notwendig. Ihr seid ganz besonder, vom Schicksal bevorzugt worden; denn eure Schule war die Schule des Kampfes, sie hat euch ausgebildet. Die deutscheJugend aber muß inölt Schule der Alten gehen. Sie kann dabei etwas lernen: Die Bedeutung des Menschen nach einem höheren Gesichtspunkt zu messen als de« seiner Herkunft, seines Berufes, seines Standes. W, würde Deutschland sein, wenn die Wiederauferstehung der Nation hätte warten müssen auf Die, die einst glaubten, zur Führung der Nation berufen zu sein? (Ungeheurer Beifall.) Es gibt nur eine einzige Berufung, die nur im Kampfe selbst sichtbar wird. Zieht das Banner auf Des Mutes, der Opferwilligkeit, der Hingabe und paßt auf, wer sich um dieses Banner schart, und die, die von dem Banner angezogen werden, die sind berufen, ein Volk zu führen und sonst niemand. (Brausende Beifallsstürme.) Die Krafi des Idealismus Hai gesiegt. Wir bestimmen unseren Weg, wir bestimmen die Zeit dieses Weges, allein feiner von uns bestimmt mehr das Ziel: Das ist uns Gesetz! (Tosender Bei- fall.) Es gibt in Deutschland einige Menschen, die glauben, daß ein Volk und ein Staat nichts anderes ist als eine tote Maschine, die nur nach Vernunftsgesichtspunkten betrieben werden kann. Sie haben nicht verstanden, daß diese 68 Millionen Menschen niemals durch Befehl so zu regieren wären wie durch den Appell an den inneren Instinkt und durch den Apvell an ihr Gewissen. (Starke Beifallskundgebung.) Wo stünden wir, wenn wir nicht den Weg gefunden hätten zur Seele unseres Volkes! Was hat uns hierher geführt, warum stehen wir hier, warum werden wir im nächsten Jahre, warum wird die deutsche Jugend jetzt und wieder hier stehen? Weil es besohlen wird? Nein: Welt das Herz es ihnen befiehlt! Weil sie an die Bewegung glauben und an ihre Führung! (Die Hunderttausende jubeln dem Führer zu.) Die Kraft des Idealismus hat allein diese weltbewegenden Taten vollbracht. Wenn es für die Wacht des Idealismus noch eines größeren Beweises bedurft hätten dann ist es diese Bewegung. An ihrem Anfang stand das Wort Idealismus, nicht Ueberlegung im rechnerischen Sinne! Was konnte ein Mann, der es als einziger unternimmt, gegen eine Welt von Gegnern aufzutreten, was konnte der erwarten? Ich habe es gewagt, weil ich glaubte, den Herzschlag meines Volkes zu kennen, und ich habe mich nicht darin getäuscht. (Nicht enden« wollender rauschender Beifall und stürmische Heil« rufe.) Und ihr alle habt das einst gespürt; denn an jeden einzelnen von euch ist eines Tages die Ueberlegung herangetreten; nicht der klügelnde Verstand, sondern eine innere Stimme hat euch jedem eines Tages befohlen. Die Vernunft, die müßte euch abraten, zu mir zu kommen, und nur der Glaube allein hat euch den Befehl gegeben, Welch ein Idealismus, aber auch welche Kraft des Idealismus! Gruß au das junge Volksheer. Wir, die wir in diesem Jahre als unser stolzestes Glück die Wiederherstellung unserer einzigartigen Armee erleben durften (brausende Zustimmung), wir wissen alle, ihre letzte und größte Stärke findet sie im Volke, das sie trägt. Denn niemand braucht nötiger den Idealismus als der Soldat. Wenn je die Stunde, die schwere, ent- scheidungs- und entsagungsvolle Stunde an ihn herantritt, was allein kann ihn dann hatten: Nur das Wort Glaube, Idealismus. Wan täusche sich nicht! Alle sonstigen halben Wittel find klein gegenüber der Gewalt dieser Bestimmung, dieser inneren Stimme. So sind wir heute besonders glücklich, daß wir in unserer Witta zum erstenmal die Vertreter und die Vertretung unseres neuen deutschen Volksheeres sehen (erneut stürmische Zustimmung), des Heeres, aus dem wir alle einst fast ausnahmslos hervorgegangen sind, und dem das deutsche Volk in Zukunft wieder seine Söhne übergeben wird zu treuen Händen, auf daß sie wieder tapfere, ordentliche, zuverlässige und sichere Menschen werden. Wir wissen, unser Heer erzieht sie nicht zu einem kriegerischen Militarismus, so wenig wie wir es je getan haben. Es erzieht sie nur zu zuverlässigen, anständigen Volksgenossen, die sich in der Stunde der Not und Gefahr in Treue mit der Nation verbunden fühlen, und wenn je das Schicksal sie vor die härteste Prüfung stellen würde, tapfer und an« ständig dann bi e Freiheit ihres Volkes verteidigen. Das ist der Sinn der Neuschöp« fung unserer Wehrmacht. Nicht um Angriffskriege zu führen, ist sie entstanden, sondern um unser Volk zu schützen und zu verteidigen, um nicht Deutschland noch einmal in ein trauriges Los verfallen zu lassen, wie wir es hinter uns 15 Jahre lang ertragen mußten. Nicht um unferei Völkern die Freiheit zu nehmen, sondern um uiv f e r e deutsche Freiheit zu schützen, des« halb ist sie da. (Tosender Beifall.) Diese Armee aber, sie wird um so natürlicher ihr schweres Am! erfüllen können, je gesünder der junge deutsche Man« ist, den sie von uns erhält. Und das ist unsere Ausgabe mit, den deut« schen Mann p o l i t i s ch , s a u b e r u n d r e in zu erziehen, so daß er dann wirklich ein kraft« volles Glied unserer Volksgemeinschaft wird, uni daß er auch etwas in sich aufnimmt von diesem reinen großen Idealismus, der die Zeit des Kampfes um die deutsche Freiheit beherrschte. Denn solange dieser Idealismus in Deutschland besteht, roirh Deutschland nie vergehen! (Die bis ins Innerste bewegten Zehntausende der Politischen Leiter berei" tejt dem Führer eine stürmische Huldigung.) Die Neichstagssihung wird auf all« deutschen Gender übertragen. Berlin, 13. Sept. (DNS.) Die Reichslagssihun^ die am Sonntag um 21 Uhr in Nürnberg stattfindÄ, wird auf alle deutschen Sender übertragen. Der Fackelzug der politischen Leiter vor dem Führer. N 6-£ !üel 1'0 HM dnr mit ;ia M 13T iM IM im wt tin Uin !«l km fta ;'/c hfl bm M rid toi U r:.a nr II tse I« 'JAt IIU tirä !) Inte LdL itzt! im litt kn Viele Tausende Politische Leiter — jeder deutsche Gau hatte 300 Politische Leiter entsandt — zogen am Donnerstagabend in einem Fackelzug an dem Führer vorüber. — Man sieht auf unserem Bilde links den Zug der Fackelträger durch die Straßen Nürnbergs. Rechts: Der F ü h r e r grüßt die Politischen Leiter. (Scherl-Bilderdienst-M.) I ■ • HA ; ... ■M. ' , ____________■ P'* V ■ : ne üei Irn Me teil not !W 1:1 h: chr| €3B‘ M irn M toe1 tot W Uni 'S frei friei Ule «peil ,'e sieht es in der Wirtschaft aus? irc zu drosseln. — * nu® biflung. * war, bisher abgelaufenen danach aus allen Kreisen des Sparerpubli- sehr groß und man trägt sich mit dem Ge- ttl Bringe von 100 Mark aufwärts gezeichnet und die Brächlung in Raten erfolgert kann, ist die Nach- f bll 09 MU In Dänemark ist der Tag zwischen den am Export interessierten Bauern und der Regierung im vollen Gange. Der V a l u t a st r e i k, d. h. die Weigerung, Devisen abzuliefern, um dadurch die Regierung zum Nachgeben zu zwingen, ist jetzt in Kraft getreten. Die Bauern wollen auf eine Sen- kung des Außenwertes der Dänenkrone hinaus, die ihnen den Absatz ihrer Erzeugnisse in England erleichtern soll. Dadurch, daß die Bauern ihre einkommenden Devisen — in erster Linie Pfunde — nicht abliefern, hoffen sie den Kronenkurs zu drücken und damit ihre von der Regierung nicht bewilligten Wünsche durchzusetzen. Für die dänische Volkswirt- chaft im Ganzen bedeutet diese „Selbsthilfe" eines Wirtschaftszwerges natürlich eine schwere Schä- Aus aller Wett. Zwei Bergsteiger an der Zugspitze tödlich abgestürzl. Der 23jährige Hermann D e b u s aus Haiger, der sich in Garmisch-Partenkirchen aufhielt, unternahm mit einem Münchener Touristen eine Bergpartie auf die Zugspitze. Unterwegs stürzten beide ab und fanden den Tod. Drei Todesopfer eines INolorradzufammenstohes. Auf der Hindelanger Straße bei Sonthofen (Allgäu) stießen an einer völlig übersichtlichen Stelle zwei Krafträder in hohem Tempo gegeneinander. Die Fahrer des einen Motorrades, die Geschwister W e s ch aus Hindelang, wurden auf der Stelle g e • tötet. Der Lenker des anderen Fahrzeuges, der Engländer I. M. Allen aus Deal, wurde ins Krankenhaus Sonthofen eingeliefert, wo er inner- hglb einer Stunde verschied. Mhke und Gehälter gestattet werden, da die eine Achtung automatisch die andere im Gefolge haben Härle. In dieser Hinsicht ist also die denkbar größte »ichrheit gegeben. Bis zum 16. September läuft d ie Zeichnung ) Oft neu en 4,5prozentigen und vom 5. Jahre ab rMsbaren Reichsanleihe über 500 Millionen Df.®1. Wir haben den Zweck dieser Anleihe bereits ^tjmzeichnet. Sie dient zur Konsolidierung eines Ms,s der Schulden. Da die Schatzanweisungen im Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitäts-Duch- und Stein- druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. tft Dr«islitt« Nr.3 mm 1935 «fittta. in deutschen Hütten. Unter den in der Berichtswoche herausgekom- irlntn Abschlüssen von I n d u st r i e g e s e l l- f t e n sind zwei besonders interessant, weil sie d» !Börse angenehme Dividendenüberraschungen bMien und gleichzeitig ein günstiges Licht auf die CkiLWslage der betreffenden Wirtschaftszweige rnefin. Es handelt sich einmal um die Faber- $|eii st i f t - G r u p p e, die nach mehreren verlust- riikihm Jahren für 1934 die Dividendenzahlung mit 6 v. H. wiederaufnehmen kann. Besonders e che.ilich ist es, daß an dieser günstigen Wendung d!!os!A uslandsgeschäft nicht unbeteiligt u« iiafc sich der Export in den bisher abgelau SEirrniten des Geschäftsjahres 1935 noch wesentlich Elle: entwickelt hat. Auch die ausländischen Tochter- grll'chaften haben günstig gearbeitet. Der andere M betrifft die NSU-D-Rad Neckarsul- th ! Fahrzeugwerke A G., die nach der vor- j< iiri.gen Sanierung 5 v. H. Dividende verteilen nM. 'Der Motorradabsatz dieser Gesellschaft hat sich 19.4 mengenmäßig um 146 o. H. erhöht, der Fahr- r :itr satz um 89 v. H. Das Ausfuhrgeschäft, das IJItmur wenig belebt werden konnte, hat im neuen E^Lftsjahr eine Besserung gezeigt. — * i M H Erzeuger von natürlichem und künstlichem ■ C? iSstoff haben sich nach langen Verhandlun- I a:er nunmehr endlich auf drei Jahre geeinigt. Der I des neuen Abkommens ist einmal ein gegen- I fi drf ?r Schutz der Heimatmärkte, sodann eine Auf- I t e liu ngdes Weltmarktes, wobei allerdings W eilt» wichtiger Markt wie die Vereinigten Staaten fiur yiQ! ^Amerika ausgenommen ist, weil Chile hier Svnderverträgs unb günstige Frachtlage eine 3r der Proklamation des Führers auf dem Rittberger Parteitage wurde mit großer Offenheit !, Rraif hingewiefen, daß der schlechte Ernte- , Msfall des Jahres 19 3 4 der deutschen Er- , nihiungswirtschaft erhebliche Schwierigketten be- 11 r-Tite hat. Wenn trotzdem die Versorgung des deut- t ifaen Volkes mit den lebenswichtigen Nahrungs- nrittiln sichergestellt worden ist, so ist das eine Lei- Wflinc die nicht unterschätzt werden darf. Auch diese buMi ist erfolgreich überwunden worden. Wir haben in snite fett Jahre eine Ernte, die w e s e n tl i ch besser bj®s We vorjährige ist. Auch der Stand der Hack- ablf üch t e ist nach den neuesten Berichten im gan- noxm -echt befriedigend, zumal Ende August größere b>gmmengen gefallen sind, die vorher sehr ent- Mdihil worden waren. Die Kartoffelzufuhren haben chstfi) «wesentlich gebessert, und die Aussichten der , MMartoffelernte werden sehr günstig beurteilt. Die U|(®e|reidernte insbesondere wird wesentlich grö- iMr uls die vorjährige sein. Die Versorgungsstockun- yiMN mf einigen wenigen Gebieten der Ernährungs- hmirtchaft werden bald beseitigt sein. Besonders be» pgcd-ut. ngsvoll aber ist es, daß in der Führerprokla- Mitirn nochmals die Erklärung abgegeben wurde, 'Jeie vsrde weder eine Erhöhung der Preise noch der pl astischen Schätzungen des Auslandes, die die gjbc'ne Reichsschuld auf mindestens 18 Milliarden Mfesrnark angeben, weist der Reichsfinanzminister niid) daß infolge der Ankurbelung der Wirtschaft d vdlr Vechselumlauf nur seit Anfang 1933 bis Mitte illtilO von 6,7 auf 11,2 Mlliarden gestiegen sei. Die WLter? Dichtungen des Reiches beliefen sich auf rund >kmf BLnr Milliarden Mark Mitte 1935, wenn Die italienischen Kriegsvorbereitungen führen zwangsläufig zu steigenden Ansprüchen an die Staatsfinanzen Italiens und damit auch an den Kreditmarkt, sie führen weiter zu einem steigenden^ Druck auf die Zahlungsbilanz und damit auf die । Währung. In oiejem Zusammenhang konnte die neuerliche Diskonterhöhung der Bank von Italien (von 3,5 auf 4,5 v, H ), die am 9. September vorgenommen wurde, nicht überraschen. Ihr Hauptzweck ist offenbar die Einschränkung der privaten Kreditansprüche. Wechselbestand und Kreditvorschüsse der italienischen Notenbank haben sich in den letzten Wochen sehr beträchtlich erhöht, und auch die vorangegangene Diskont- erhöhung hat diese Entwicklung nicht abstoppen, wenn auch wohl etwas verlangsamen können. Es bleibt abzuwarten, wieweit die Diskontschraube überhaupt geeignet ist, die mit der Vorbereitung eines Krieges Hand in Hand gehende Kreditausweitung uneinnehmbare Stellung besitzt. Außerdem ist die Entschädigung festgelegt worden, die an die einzel- | nen Produzenten für die Einschränkung ihrer Er-' zeuaung bzw. für den Verzicht auf Ausfuhr gezahlt wird. Chile ist eine bestimmte Einfuhr seines Salpeters in die Heimatmärkte der europäischen Stickstofferzeuger zugesichert worden, nach Deutschland beispielsweise 3,5 v. H. des deutschen Stickstoff-Jn- landabsatzes. Der Stickstoff-Weltmarkt, der durch die heftigen Preiskämpfe der Erzeuger von synthetischem Stickstoff untereinander und mit Chile in den letzten Jahren immer wieder erschüttert wurde, hat damit zunächst Ruhe, was auch die deutsche chemische Industrie begrüßen wird. ^"biiritn, nur bestimmte Zuteilungen vorzunehmen. ' glän^enbe Erfolg dieser Anleihe zeigt, daß die (ji Spttcr volles Vertrauen in die eingeschlagene Wirt- " schctfspolitik haben übrigens hat die Nürnberger amation des Führers noch einmal kurz und piinl g wiederholt, daß die Mark unter 'allen Um« Ein internationaler Pool zur Hochhaltung oder I Steigerung der Preise eines für den Weltmarkt I wichtigen Produkts ist immer ein gefährliches und I zweischneidiges Unternehmen. Denn erstens pflegen I Preiserhöhungen den Verbrauch zu vermindern und I die Konsumenten zur Verwendung von anderen I Stoffen zu veranlassen. Ein Minderverbrauch wird I aber früher aber später Produktionseinschränkungen I erzwingen. Zweitens aber reizen die hohen Preise! Außenseiter zur Steigerung ihrer Erzeugung an | oder lassen sogar neue Außenseiterproduktionen I entstehen und großwerden. Denn kein Monopol ist I so lückenlos, daß es nicht durchbrochen werden kann. I Das hat jetzt auch der mächtige internationale Zinnpool erfahren müssen, der alle großen Zinnerzeugungsländer umfaßt, und dem es daher in der Zeit des Niedergangs der Metallmärkte gelang, die Zinnpreise auf einem verhältnismäßig hohen Stande zu erhalten. Aber außerhalb des Pools gab es noch die gering geschätzten chinesischen Zinnerzeuger. Diese freuten sich darüber, daß der Zinnpool die Weltmarktpreise hochhielt, und sie benützten die günstige Gelegenheit, um ganz im stillen ihre Produktion zu steigern und die Poolpreise zu unterbieten. Das gute Geschäft lockte die schlauen Chinesen. Und jetzt stellt sich heraus, daß ihre Außenseiterproduktion schon sehr viel größer ist, als der Oeffentlichkeit bisher bekannt war. Denn während in dem Bericht des Inter-1 nationalen Zinnausschusses die chinesische Außen- seiter-Zinnerzeugung im Jahre 1934 auf 5560 Tonnen veranschlagt mar, hat sie, wie jetzt festgestellt worden ist, in Wirklichkeit bereits mehr als 12 000 Tonnen betragen. Und sie ist noch immer im Steigen, da die chinesischen Sinnminen ständig neue Arbeitskräfte einstellen. Der internationale Pool kommt hierdurch in eine sehr schwierige Lage, denn der Zinnverbrauch ist infolge der überhöhten Preise unbefriedigend, und ein Teil des Bedarfs wird nun auch noch von den billiger arbeitenden chinesischen Außenseitern gedeckt. Den Poolmitgliedern aber bereitet die Finanzierung der von dem Pool aus dem Markt genommenen großen Zinnmengen beträchtliche Kosten, und außerdem müssen sie ihre Produktion entsprechend der Kontingentsvorschriften des Pools einschränken. Es scheint, daß nach dem Bekanntwerden der großen chinesischen Außenseiterproduktion ein Teil der Poolmitglieder der Lasten müde geworden ist. Das internationale Zinnkartell ist stark unterhöhlt. Die Chinesen aber lachen sich ins Fäustchen, denn der große Pool hat ihnen durch seine Hochhaltung der Zinnpreise die Ausdehnung ihrer Zinnproduktion sehr erleichtert. Q^iitten gesichert wird, daß wir mit stabilen Preisen wJtmb 3öf)nen rechnen und das deutsche Volk vor dem [Traufen Verbrechen einer Inflation, die gerade die ^"Mpvier und die in Lohn und Gehalt Stehenden , i bewahrt bleibt. 5' 18 Whrend in feiner letzten Rede auf der Leipziger 'der Reichsfinanzminister Graf Schwerin r.'bn Krosigk keine Zahlen über den Stand der "^d-tutjhen Reichsschulden gab, hat er jetzt in dta Zeitschrift „Die deutsche Volkswirtschaft ge- neures Material darüber gegeben. Entgegen den E inne 2) Produktion eigener Werkstoffe, . fopbille ti der Führerproklamation besonders eingehend ! bicho:delt worden ist, macht ständig Fortschritte. Im »TüeslDhrtechnischen Verein hat Professor Dr. Bentz üii'kÄrzlich berichtet, daß bisher 10 5 Erdölboh - , rtzkiZ e n mit Reichshilfe durchgeführt worden felfer An zahlreichen neuen Stellen feien bedeutende Vorkommen nachgewiesen, und durch die Zu- xnr enarbeit der einzelnen Bohrfirmen sei eine $E3o|i: des Vertrauens geschaffen worden, so daß M Erfahrungen jetzt in ganz anderer Weise als ftrüljcr ausgewertet werden könnten. — Die Unter- ja Berg- und Hüttenwerke, haben eine 23er- bi ptpelung der Blei-, Zink- und Kup- 'Förderung aus der Grube Rammelsburg „..-Mostar beschlossen. Hier wie auch auf dem Hütte: n: rk Oker soll eine erhebliche Erweiterung der SterEbsanlagen vorgenommen werden. Dor allem tr: ri) eine neue Zinkhütte gebaut werden, die NM seinem ganz neuen Verfahren metallisches Zink eichen soll. Das Ziel, das unbeirrt verfolgt wird, ist! )b- Steigerung der Erzeugung deutschen Metalls n Irmin die Steuergutscheine, Arbeitswechsel usw. zu- fli'ftÜnir enrechnet, und aufzusammensechs Mi l- uricl lot b e n, wenn man die Arbeitsbeschaffungswech- • L-feil dr Reichsbahn und Reichspost hinzu- ^rirtfyj-t. Da wir aber eine Milliarde davon bereits u tri bir Reichsschuld verbucht haben, beläuft sich die ,: ztzMiche Verpflichtung des Reiches auf vier bzw. AwMsMilliarden, die gesamte Schuldenzunahme _be- 9 fohmgl nur sechs Milliarden Reichsmark. Von den M.Z«S> Milliarden, die das Reich, die Länder und bis Jemeinden schulden, wovon 15,3 Milliarden dtrOttit auf die Länder und Gemeinden fallen, werden , rimoid) und nach Teile konsolidiert und damit ,,, siW)»ie Befürchtungen ober Gehässigkeiten des Aus- b JMs erledigt. Denn die Zunahme der geheimen ' ArfouRmna ist durchaus im Rahmen des Herge- .^bkiitten und überschreitet die Grenze der Sparsam- -***' Notwendigkeiten nicht. 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Samstag, 14-September |955 215 Zweites Blaff Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) ?dei'.; «über soll hier der Versuch unternommen werden Bolschewismus in seine Urelemente zu zer- ’S 8'11 Vi w "Eil? .Km raße 835.? d b aikvc feit verstümmelt, und die Leichen beraubt. Während der Bolschewistenherschaft des Juden Bela Kun, der in Wirklichkeit Aron Cohn heißt, wurden 1919 in Budapest 20 Geiseln ermordet, während der Oktober-Revolution in Spanien wurden unter Führung der Kommunisten in Oviedo acht, in Turon 17 Gefangene erschossen, 38 Gefangene wurden zum Schutze eines kommunistischen Angriffes auf die Kaserne Pelayo an die Spitze der Aufständischen gestellt und ein Teil von ihnen erschossen. Furcht- und grauenerregend wird diese blutige Liste, wenn man ihr die fast unglaubhaft erscheinenden Zahlen des kommunistischen Massenmords hinzufügt. Als klassisches Vorbild Mionen Ermordeier und Verhungerter bezeichnen den blutigen Weg des Bolschewismus Der Kommunismus ifl der Todfeind der europäischen Kultur gilt hier die Pariser Kommune aus dem Jahre 1871. Der jüdische Tschekist Vela Kun hat ihr ein gleichwertiges blutiges Experiment zur Seite gestellt in den im Juli 1922 in der Krim vollzogenen Erschießungen von 60 000 bis 70 000 Menschen. Im städtischen Krankenhaus Alupka wurden 2 72 Kranke und Verwundete auf Vahren hinausgetragen und vor den Toren der Anstalt erschossen. In der Provinz Kiangsi wurde eine Million Menschen von Kommunisten getötet, und sechs Millionen Menschen haben ihr hab und Gut verloren. All diesen blutigen und grauenerregenden Vorgängen setzt der Massenmord in Sowjetrußland s e l b st die Krone auf. Die Zahl der Hingerichteten muß in den ersten fünf Jahren der Sow- jetherrfchaft auf rurtt 1 860 000 Menschen geschätzt werden, davon 6000 Lehrer und Professoren, 8800 Aerzte, 54 000 Offiziere, 260 000 Soldaten, 105 000 Polizeibeamte, 48 000 Gendarmen, 12 800 Beamte, 355 000 Intellektuelle, 192 000 Arbeiter, 815 000 Bauern. Der Sowjetstatistiker Oganowsky gibt die Zahl der verhungerten Bauern in den Jahren 1921/22 selbst mit 5,2 Millionen Menschen an. Der österreichische Kardinal-Erzbischof Jnnitzer schätzt die Zahl der Verhungerten in der Sowjetunion auf Millionen. Der Erzbischof von Canterbury sagte im Oberhaus, es seien „eher sechs Millionen als drei Millionen". Das ist die blutige Praxis eines hysterischen und verbrecherischen politischen Wahnsinns, der sich in jedem Lande und Volke in denselben schauderhaften Vorgängen wiederholen würde, sofern ihm die Möglichkeit dazu irgendwie gegeben würde. Es wäre müßig, demgegenüber auf die Disziplin und großherzige Milde zu verweisen, die der Nationalsozialismus bei der Verwirklichung seiner revolutionären Ziele hat obwalten lassen. Das ist die „verzweifelt ähnliche Form des Aufbaues", die dem Artikelschreiber der englischen Zeitung als eine „befremdende Erscheinung" zwischen Nationalsozialismus und Bolschewismus in die Augen springt. Aber nicht genug mit diesen Tatsachen: Revolutionen ko st en Geld, Propagandafeldzüge in der ganzen Welt müssen finanziert werden. Der Bolschewismus beschafft sich die Mittel dazu auf seine eigene Weise. Stalin selbst leitete bekanntlich im Sommer 1907 den Bombenanschlag auf einen Geldtransport der Staatsbank in Tiflis, wobei über 30 Menschen umkamen. Die geraubten 250 000 Rubel wurden Lenin, der sich damals in der Schweiz befiel einer bolschewistischen Weltrevolution fein mühte. Nur in den Staaten, in denen der Bolschewismus durch neue nationale Prinzipien endgültig überwunden wurde, erhoben sich warnende Stimmen, die allerdings von der mit Vernichtung bedrohten bürgerlichen Welt belächelt und als übertriebene Gespenstersehereien abgetan wurden. Wenn DeutsHland, im Zeichen des Nationalsozialismus gereinigt und geeinigt, diesen Kampf gegen die internationale Bolschewisierung der Welt an der Spitze aller gleichgerichteten Gruppen führt, so ist es sich darüber klar, daß es damit weit über den nationalen Zweck hinaus eine Weltmisfion zu erfüllen hat, von deren glücklichem Ausgang das Schicksal aller Kulturvölker abhängt. In Deutschland fielen über 300 Nationalsozialisten kommunistischem Einzelterror zum Opfer. Am 30. April 1919 wurden im Hof des Luitpold-Gymnasiums in München zehn Geiseln, unter ihnen eine Frau, auf Befehl des kommunistischen Terroristen Eglhofer und unter Verantwortung der jüdischen Sowjetemissäre Levien, Levine-Nissen und Axelrod von hinten erschossen, bis zur Unkenntlichsand, für revolutionäre Zwecke zur Verfügung gestellt. Am 17. Januar 1908 wurde der Jude Wallack-Meer, der eben noch unter dem Kamen Litwinow Ratspräsident des Völkerbundes war, bei dem Transport des geraubten Geldes in Paris verhaftet. Auf diesem durch Einzelterror, Geiselmord, Mas senmord, Raub und Brand, Streik, Straßenschlych» ten und bewaffnete Aufstände, durch Spionage und Heereszersetzung aufgelockerten Boden erhebt die kommunistische Weltpropaganda ihr fratzenhaftes und verlogenes Haupt. Eine Idee und Bewegung, die mit solchen verwerflichen und abscheulichen Mitteln die Macht erobert und die Macht zu behalten versucht, kann sich auf die Dauer nur durch Lüge, Verleumdung und Heuchelei behaupten. Sie sind die typisch bolschewistischen Propagandamethoden, die je nach Bedarf in verschiedener Tonstärke zur Anwendung kommen. And wenn religiöse Auseinandersetzungen, die in Deutschland aus tiefsten Gewissensnöten heraus entstanden, aber nie- mäls zu einer Leugnung der Religion an sich führten, von harmlosen oder böswilligen Kritikern in Vergleich gesetzt werden zum programmatischen Atheismus der bolschewistischen Internationale, so sei demgegenüber nur auf wenige Beispiele in Theorie und Praxis des Kommunismus verwiesen: Im Programm der Kommunistischen Internationale wird frank und frei erklärt, dah „der Kampf gegen jede Art von Religion hartnäckig und systematisch" geführt werden müsse. Lenin sagt im vierten Band seiner Werke: „Die Religion ist das Opium des Volkes. Die Religion ist eine A r t geistiger Fusel!" Bucharin erklärt auf dem 2. Kongreß der Gottlosen: „Die Religion muß mit aufgepflanztem Bajonett erobert werden," Der Jude Gubel- mann, der unter dem Kamen Jaroslawski Führer des Bundes der kämpfenden Gottlosen in legen und ihn der deutschen und europäischen Oeffent- lichkeit vollends demaskiert zu zeigen. Fehlurteile, wie die vorhererwähnten, greifen am wesentlichen vorbei; denn während der internationale Kommunismus alle nationalen und rassischen Bedingtheiten, die von der Natur gegeben sind, aufzuheben versucht, während er im Eigentum die primärste Ursache des kapitalistischen Verfalls der Weltwirtschaft sieht, er es demgemäß in einer großangelegten und raffiniert und brutal durchgeführten Enteignungsaktion systematisch expropiiert, während er den Wert der P e r- sönlichkei-t nicht wah? haben will und ihn in einem hohlen und lebenfeindlichen Massenidol unterzumengen bestrebt ist, während er alle idealistischen höherstrebenden Regungen der Menschen und Völker durch ein stumpfes und ödes materialistisches Prinzip aufhebt und ertötet, sieht der Nationalsozialismus im Eigentum, Persönlichkeit, Nation, Rasse und Idealismus jene Kräfte, die jede menschliche Kultur tragen und grundlegend bestimmen. Der Bolschewismus geht bewußt auf die Revolutionierung aller Völker aus. Er trägt in sich eine aggressive internationale Tendenz. Der Nationalsozialismus dagegen beschränkt sich auf Deutschland und ist weder als Idee noch als Praxis Exportware. Der Bolschewismus verneint die Religion als Prinzip, grundsätzlich und von vornherein. Er sieht in ihr nur ein „Opium für das Volk". Der Nationalsozialismus dagegen verficht in feiner Toleranz den Bekenntnissen gegenüber einen gottgläubigen und transzendentalen Idealismus, der der Rassenseele eines Volkes von Natur aus entspringt. h In 8( Hai tnilit- Gies U W 5, sein: IM d.G, alter, ite eben jefud ig.u M ii m. i, tftl» str.; Nürnberg, 13. Sept. (DNB.) Am Freitag- TOttiittag nahm der Parteikongreß des Reichs- swritages der Freiheit in Anwesenheit des Führen feinen Fortgang. Auch diese Kongreßtagung ** -cito im Zeichen der Darstellung des nationalsozia- !kl slichen Ausbaues, insbesondere in der Sozial- [ .nid Finanzpolitik im Gegensatz zum chaotischen * 'Mtboischewismus. Nach dem Einzug der Stan- 'Uli: ar_n und der „Freischütz"-Ouvertüre erteilte Mhrend der Kalionalfozialismus eine neue 5'ffung und Formung der europäischen Kultur ir die Wege leitet, ist der Bolschewismus die Kkmpfansage des von Juden geführten inter- tinonalen Untermenschentums gegen di Kultur an sich. Er ist nicht nur anfibürger: ir, er ist antikulturell. Er bedeutet in der letzten Konsequenz die absolute V rnichtung aller wirtschaftlichen, sozialen, slintlichen, kulturellen und zivilisatorischen Er- rligenschasten des Abendlandes zugunsten einer rv.irzellosen und nomadenhaften internationalen Mschwörerclique, die im Judentum ihre Re- z>k sentpnz gefunden hat. Dieser großangelegte Dirfud), die Kulturwelt aus den Angeln zu tzcheu, wirkt sich um so gefährlicher aus, als ii( Kommunistische Internationale es feit jclrt mit einer meisterhaften Verftellungskunft vefftanden hat, gerade aus jenen europäischen Ii'elligenzkreisen große Teile zu ihren Be- frfitzern und Schrittmachern zu machen, deren fische und geistige Vernichtung das erste ie Entlarvung des Weltbolschewismus Oie große Rede des Reichspropagandaministers Or. Goebbels vor dem Parteikongreß. Illli i^ihsleiter Vormann als erstem Redner D r. Iosbbels das Wort. ;; Dr. Goebbels spricht. tlifang August dieses Jahres brachte eine der mafgebendsten englischen Zeitungen unter dem Titel „3ik’i Diktaturen" einen Leitartikel, in dem der tiu e und angesichts der Sachlage allerdings voll- fibmnen gescheiterte Versuch unternommen wurde, angeblich in die Augen fallenden Aehnlichkeiten f)en dem russischen Bolschewismus und dem i eh en Nationalsozialismus nachzuweisen. Der ! 'chser glaubte feststellen zu können, daß heute oeiden einander entgegengesetzten Wahrzeichen Bolschewismus und des Nationalsozialismus i'ib i Regierungsformen wehen, die in ihrem we° i ’ j i lachen Aufbau einander ähnlich und in vieler je iibce: Gesetze — die ihre Grundpfeiler find — ein- an gleich feien. Der Verfasser hat sich nicht ein- nalibie Mühe gegeben, die wesentlichsten'und fun- .u*) tüliin ntalften Grundsätze weder des Nationalsozia- “ Lisins noch des Bolschewismus zu studieren. Dem- Der Führer begrüße die ^Irbeitömannei toi-* Ang. qÄ Die Totenehrung. — (Aufnahmen 14]: Photo-Pfaff.) 'arte igTkk peiü ennd! *n 6! dlB, ?n 6 s: AM M llhöl on 2! Jinj glinp ffeete 6M em* >e.L int.5ä Ml" * erleid'' Straft 8 IIP 4fö(fr .. - ’itrf : Ml, W, ■ W! Ifere^f w X *l i i ©-h Der Führer begrüßt die Führer des Arbeitsdienstes. Der Vorbeimarsch der Fahnengrnppen. MWSW 'räften in Deutschland ist gegen das rote Gist immun Samstagnachmittag 15 Uhr. Sondertagungen Eindrucksvolle Zahlen irken der OAF von dem Or. Leys Vechenschastsbericht. vember neu jur, den jungen Studenten sich zu entscheiden haben, ob sie Angehörige des Studentenbundes werden oder einer Korporation beitreten wollen. Die Aufgabe des Studentenbundes sei es, den politischen Studenten Der Widerhall des Parteitags im Ausland. der Sowjetunion lfk, schreibt: „Wir sind verpflichtet, jegliche religiöse Weltanschauung zu zerstören". — „Wenn man für den Sieg einer bestimmten Klasse 10 Millionen Menschen umbringt, wie es der letzte Krieg getan hat — so jnufj es gemacht werden, und es wird gemacht. .»Der Gottlose", das monatlich erscheinende Zen- Iralorgan des Bundes der kämpfenden Gott- losen, schreibt am 6. November 1930: „Wir wer- den alle Kirchen der Welt in Brand stecken, wir werden Gefängnisse in Trümmer schlagen". Das ist der Kommunismus ohne Maske, seine Theorie, seine Praxis und seine Propaganda. Diese nüchterne und leidenschaftslose Aneinanderreihung gibt ein Bild, so grauenerregend und furchtbar in seinen Auswirkungen. dah jeder Kulturmensch schaudernd davor zurückschrecken mutz. Diese Lehre zur ..Befreiung des Proletariats vom Joch des Kapitalismus" ist der fchlimmfte und butalste Kapitalismus, den man sich vorftellen kann, erdacht, geführt und geleitet von der Inkarnation des mammoniftifchen und materialistischen Denkens, dem internationalen Judentum in allen Ländern der Erde. Das ist kein soziales Experiment, das ist nichts anderes als der grotzangelegte Versuch des Judentums zur Expropriierung und Depossedierung der arischen Oberschicht in allen Nationen und ihren Ersah durch die jüdische Unterwelt. Die sich hier als Apostel einer neuen Lehre und Befreier der bedrückten Menschheit auffpielen. sind in Wirklichkeit Figuren der Anarchie und eines chaotischen Zusammenbruchs der gesamten Kulturwelt. Das hat nichts mehr mit Politik zu tun und darf deshalb auch nicht nach politi- fchen Matzstäben gemessen werden. Das ist Verbrechen unter politischer Maske. Das gemeinnützige Wirken der NSV Das Winterhilfswerk ein Denkmal deutscher Opferbereitschast. ,... aus das Niveau einer Verbrecher-Organisation herabgesunken. unnormal gewesen wäre, wenn die NationalsoZ^ listen nicht den Parteitag dazu benützt hätten, nicht nur die eigene öffentliche Meinung zu mob>' lisieren, sondern die ganze Welt auf d>' rote Gefahr aufmerksam zu mache» Der Aufmarsch der politischen Leite» der Parteiorganisationen hat auch bej den franF fischen Sonderberichterstattern wieder einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Der „Man« sagt u. a., es sei einer der eindrucksvoll ft e n Tage gewesen, der einen Markstein in N* Geschichte des neuen Deutschlands darstelle. leitenden Männer des Reiches, so schreibt der So« Die Theorie dieses politischen und wirtschaftlichen Wahnsinns wurde erfunden von dem Juden Kart Mordechai, genannt Marx, Rabbinersohn aus Trier. Eine Abzweigung davon entstand im Gehirn des Juden Ferdinand Las alle, Sohn des aus Loslau stammenden Juden Chaim W°lfsohn, der sich in Lotzlauer, dann m Lasel und zum Schluß in Lasalle umbenennt. Der Arbeits- minister der Pariser Kommune war der Subeßeo Fränkel, ein Freund von Marx der indische Terrorist Karl Cohen, der am 7. Mar 1866 Unter den Linden zweimal auf Brsmarck feuerte. Hilfswerk wurden 16 617 681 Menschen betreut und insgesamt 358136 040,71 Mart aufgebracht. Daz zweite Winterhilfswerk betreute 13 866 571 Mew ichen und hatte ein Gesamtaufkommen von 367 425 484,89 Mark. Insgesamt brachte also das deutsche Volk in beiden Wintern 725 Millionen Mk. Dagegen zeigt ein Blick nach Rußland daß dort unter der Herrschaft des Bolschewismus bis. her 11 Millionen Menschen Hunaers gestorben sind. 1338335 ehrenamtliche Helfer und Helferinnen betreuten die Bedürftigen. An Bargeld wurden 212 945 209,06 Mark aufgebracht. Der Gebrauchswert der gesammelten unb verteilten Sachspenden betrug 110 463 619,53 Tlart. Der Anteil der Derwaltungskosten am Gesamtaufkom- men des Winterhilfswerks beträgt nur 0,93 o. h. Lebensmittel - Gutscheine wurden imWerte von 30 668 976 Mark ausgegeben. 43 591 341 Freitische wurden gewährt. Hauptamtsleiter Hilqenfeldt druckte die bestimmte Hoffnung aus, daß auch der Ruf zum Winterhilfswerk 1935/36 bei jedem Volksgenossen Widerhall finden werde. Der Kongreß schloß sich durch lebhaften Bei all nachdrücklich dem Dank des Redners an die Millionen unbekannten Sammler der RSD. an, denen neben dem Opfergeist des deutschen Volkes m erster Linie das erfolgreiche Wirken des Winterhilfswertes zu danken ist. Durch die kurze Skizzierung der skandalösen Gesundheits- und Wohlfahrtsoerhalt- nisse in Rußland wurde die Bedeutung der Leistungen der RSD. noch unterstrichen Das Der- sprechen Hilgenfeldts, daß die NSV. auch im hinter 1935/36 sich wiederum mit allen Sri den Dienst des Winterhilfswerkes stellen werde, wurde mit besonders starkem Beifall ausgenommen. Der Führer dankte dem Redner unter dem Bei- fall des Kongresses durch einen Händedruck, Reichs- । [eiter Bormann vertagte den Kongreß auf Starker Eindruck in Paris. Paris, 14. Sept. (DNB. • Funkspruch.) Die französische Presse unterstreicht bei der Betrachtung des gestrigen Verlaufes der Nürnberger Partei- tagung in erster Linie b i e Ausführungen ü d*n D r. Goebbels. Sämtliche Blätter bringen Auszüge aus den Ausführungen des Reichspropagandaministers, die sie zum größten Teil mit der Ueberschrift versehen: „Dr. Goebbels rechnet mit dem Kommunismus ab". Das „Journal" meint, daß es nach der Tagung der Komintern, die fast ausschließlich auf Kosten Deutschlands gegangen sei, ReichsorganisationsleiterDr. Ley gab einen Rechenschaftsbericht über die Leistungen der Deutschen Arbeitsfront. Er führte u. a. aus: In meiner vorjährigen Rede kennzeichnete ich die Uebernahrne der Gewerkschaften und die Heber- führung derselben samt ihrer wirtschaftlichen Unternehmungen in die Deutsche Arbeitsfront. Sie wurde ab 1. Oktober 1934 zu einer Einheitsoraanisation mit einem Verwaltungsapparat, einer Kassenfüh» rung und einer Beitragseinziehung zusammengeschlossen. Bei den früheren Gewerkschaften ergaben sich pro Mitglied und pro Monat 1,98 Mark Verwaltungskosten. Bei der Deutschen Arbeitsfront betragen die Unkosten pro Mitglied und pro Monat 38 Pf. Dadurch war es uns möglich, den Durchschnittsbeitrag von 3,60 Mark bei den früheren Gewerkschaften auf 1,52 Mark bei der Deut- sehen Arbeitsfront h e r a b z u s e tz e n und die Seift u n g e n trotzdem bedeutend zu erhöhen. Die Gesamteinnahme der Deutschen Arbeitsfront in dem vergangenen Jahre beträgt 310 877154 Mark. Von unserem gesamten Beitragsaufkommen zahlen wir nicht weniger als 34 Prozent in Form dieser Unter» stützungen. Gewiß eine Zahl, die sich sehen lassen kann! Unsere Bargeldunterstützung beträgt im Jahr an 100 Millionen. Die Zahl der Einzelmitglieder hat im letzten Jahre eine erhebliche Steigerung um 4 737 925 Einzelmitglieder erfahren. Die Berufserziehung und die Berufs- fach presse kostete uns im vergangenen Jahre 30 Millionen Mark. Dafür erhielt jeder Arbeiter Abgrund ihrer vollkommenen Vernichtung zu- rückrih. Wöge nicht nur die Nachwelt, sondern auch die Witwelt die Gröhe dieser historischen Mission erkennen und getreu der Lehre, die in ihr enthalten ist, zu handeln sich entschlichen. Wir als die getreue und gehorsame alte Parteigarde des Führers aber sind glücklich, dah wir in diesem entscheidendsten Kampf, den die Weltgeschichte jemals sah, unter feinen Fahnen stehen durften. In der englischen „Zusammenstellung von Berichten über den Bolschewismus in Nußland , vorgelegt dem Parlament auf Befehl Seiner Majestät im April 1919, ist besonders bezeichnend der Bericht Nr. 6. Wir entnehmen ihm u. a.: Sir M. Findley an Mr. Balfour, Telegramm: Beifolgend der Bericht des niederländischen Gesandten in Petrograd über die Situation in Rußland: „3n Moskau hatte ich wiederholte Male Interviews mit Tschitscherin und Karachan. Die ganze Sowjetregierung ist auf das Niveau einer Verbrecher - Organisation herabgefunken. Die Bolschewiken sehen ein, dah ihre Zeit vorüber ist, und haben eine Karriere verbrecherischen Wahnsinns begonnen. Die Gefahr ist nun so groh, dah ich es für meine Pflicht halte, die Aufmerksamkeit der britischen und aller übrigen Regierungen auf die Tatsache zu lenken, dah, wenn nicht unver- züglich dem Bolschewismus in Ruhland ein Ende bereitet wird, dieZivilifationder ganzen Welt bedroht ist. Ich glaube, dah die fofortigeUnterdrückung des Bolschewismus von allergrößter Wichtigkeit für die Welt ist, selbst von noch größerer als die Beendigung des noch tobenden Krieges, und, falls nicht der Bolschewismus im Keime erstickt werden sollte, wird er zwangsläufig in der einen oder anderen Form sich über Europa verbreiten, da der Bolschewismus von Juden organisiert und geleitet wird, die an keine Nation gebunden sind und deren einzige Aufgabe darin besteht, die bestehende Ordnung der Dinge zu ihrem eigenen Vorteil zu zerstören. Die einzige Möglichkeit, durch die die Gefahr abgewandt werden könnte, wäre eine g e- meinfame Aktion aller Machte." 1934, Nr. 260—B, im Artikel »Laser Moissejewitsch Kaganowitsch - Stalins Vertreter und rechte Hand" u. a.: „Er ist ein großer Mensch, dieser Laser Moissejewitsch — er wird einst herrschen über das Land der Zaren... Seme Tochter, die bald 21 wird, ist jetzt Stalins Frau... Und er ist ,gut zu Juden' - Laser Molsseiewitsch... Ihr seht, es ist gut, einen Mann an entscheidender Stelle zu haben." In den obersten Gremien der UdSSR, sind von 50 maßgebenden Funktionären von Partei und Staat über 20 Juden und nur etwa 17 Russen, bei einem Anteil des Judentums an der Gesamtbevölkerung der UdSSR, von 1,8 v. H. Das Sport amt in der NS.-Gemeinschast Kraft durch Freude" verzeichnet m dem Berichtsjahr nicht minder schöne Ergebnisse Große Erfolge hat auch das „Amt Schönheit der Arbeit erwirkt. Auf dem Gebiet der Volksbildung sind mehr als Achtungserfolge erzielt worden. 150 Vo ks- bildungsstätten und Volkshochschulen werden unterhalten. und betreut. Kunst, Musik und ^.Heater wurden den breitesten Massen zu niedrigsten Preisen zu- gänglich gemacht. Die drei V e r s i ch e r u n g s i n st i t u t e „Volksfürsorge", „Deutscher Ring" und „Deutscher Der- icherungskonzern" sind restlos saniert worden. Die Bank der Deutschen Arbeit nahm im Berichtsjahre einen gewaltigenAusschwung. Die Bilanzzisfern betrugen im April 1933 100 Millionen, Ende 1933 156 Millionen, Ende 1934 303 Millionen Mark. Trotzdem dieses vergangene Jahr infolge der Uebernahme der Verbände und der Umstellung auf die Einheitsorganisation der Deutschen Arbeitsfront erhöhte Anforderungen an die Fi- nanzkraft der Deutschen Arbeitsfront stellte, betragt das'effektive Vermögen, der Ueberschuß der Aktiven über die Passiven, bei allerschärfster Abschreibung heute 250 Millionen. Davon 62 Millionen in bar und vierteljährlich greifbar. Der Etat ist re st los ausgeglichen und gestattet am 1. Oktober 1935 eine monatliche Rücklage von 4 bis 5 Millionen. Die in Warschau erscheinende, unter den jüdischen Zeitungen Osteuropas führende jiddische Tageszeitung „Der Moment" bringt am 13. November I Hier darf es kein Paktieren geben, denn tue Gefahr, die Europa bedroht, kann über Nacht als furchtbares Weltunglück über alle zivilisierten Nationen hereinbrechen. Staaten, die damit ihren Frieden machen, werden schon in kurzer Zeit von der Erfahrung belehrt werden, daß nicht sie den Bolschewismus zähmen, sondern daß der Bolschewismus sie unter feine Botmäßigkeit bringt. Wer mit dem Bolschewismus paktiert, der wird von ihm zugrunde gerichtet werden. Nichts liegt uns ferner, als anderen Völkern und ihren Regierungen Vorschriften zu machen ober auch nur JRat- schläge erteilen zu wollen. Wir mischen uns nicht in ihre inneren Verhältnisse hinein. Wir sehen nur die Gefahren, von denen Europa bedroht ist, und erheben unsere warnende Stimme, weil wir die Gröhe dieser Gefahren erkannt haben. Wir haben sie ganz und gar überwunden. Es ist vielleicht das größte Verdienst, das der Führer sich über feine deutsche Mission hinaus um die ganze Menschheit erworben hat, daß er dem Ansturm des Weltbolschewismus in Deutschland einen Damm entgegensetzte, an dem sich die Wellen dieser asia- tisch-jüdischen Schmutzflut gebrochen haben. Die Nation ist immunisiert gegen das Gift der roten Anarchie. Die Geschichte wird einmal* dem Führer das Zeugnis ausstellen müssen, dah er durch die Niederwerfung des Bolschewismus Deutschland vor der akutesten und tödlichsten Gefahr rettete und damit die ganze abendländische Kultur vom seine Fachpresse k o st e n 1 o s , und zum anderen wurde eine Reihe von Lehrgängen und Kursen für zusätzliche Berufsschulung durchgeführt. Durch das „Amt für Arbeitsführung und Berufserziehung wurden im letzten Jahre 2 320 548 Arbeiter und Angestellte geschult. Der B e r u f s w e t t k a m p f war in diesem Jahre doppelt so stark beschickt wie im vorigen Jahre. Nicht weniger als 2 640 000 Menschen nahmen unsere Rechtsberatung im vergangenen Berichtsjahr in Anspruch. Neu errichtet wurde in diesem Jahr das „Amt für V o lk s gesund hei t". Das „Amt für Ausbil- düng" setzte sich für die Durchführung und Gestaltung der Betriebsappelle und der Werk- scharen ein. Wenn auch seine Arbeit sich nur mühsam durchkämpfen konnte, so ist der Erfolg doch sehr bedeutend. Im Januar 1934 starteten wir die • ersten Betriebsappelle. 1500 Betriebe nahmen den Gedanken auf. Im März waren es schon 3280, im Juli dieses Jahres bereits über 7000. In ihrer tiefen Wirkung immer nachhaltiger werden d i e Arbeiten oes Sozialamtes und der Reichsbetriebsgemeinschaften. Bei allen neuen Tarifordnungen arbeiteten diese Aemter maßgeblich mit. zu schaffen, der die Idee des Nationalsozialismus nicht nur verstandesmäßig erfaßt hat, sondern von dem Geist dieser Bewegung bis ins Letzte durchdrungen und -immer bereit ist, sich einzusetzen für das deutsche Volk und seinen obersten Führer. Gonderiagnng der RG.« Kriegsopferversorgung. Nürnberg, 14. Sept. (DNB.) Jrn Kulturver- einshaus gab der Leiter des Kriegsopferamtes her NSDAP., Reichskriegsopferführer Pg. Hans Ob er- linbober ein Bild von der geleisteten und einen eindrucksvollen Ausblick auf die kommende Arbeil der NSKOV. Oberlindober wies darauf hin, dah die baldige Verwirklichung der Einheit des Soldatentums gerade im neuen Deutschland erstrebt werden müsse. Die nationalsozialistische Regierung habe bereits im vorigen Jahre gesetzlich fest' gelegt, daß die Versorgung der deutschen Frontsoldaten und ihrer Hinterbliebenen neu geregelt wird. Daß das Tempo dieser Neuregelung bestimm! wird von den vordringlichen Aufgaben, wie f« durch die Arbeitsbeschaffung und die Sicherheit dei Nation gegeben seien, finde bei allen Kameradei vollstes Verständnis. Im Namen der alten Front soldaten und Kriegsopfer dankte Oberlindober de« Führer aus tiefstem Herzen für die Wiederhersm jung der deutschen Wehrhoheit, durch die die deuW Soloatenehre wiedergewonnen sei. Es habe in bw Herzen aller Frontsoldaten größte Befriedigung ausgelöst, daß der Appell des Führers und feines Stellvertreters bei den Frontkämpfern bec ganzen Welt ein Echo fand. Denn gerade das Zusammenwirken der Front' Kämpfer bilde einen wichtigen Markstein auf dem Wege zur wahren gegenseitigen Achtung der Soifer und damit zum wahren Frieden. Mit beij Gelöbnis, Führer und Volk treue Kämpfer zu ble" ben, damit nach uns ein starkes und glückliche- deutsches Volk lebe, schloß der Reichskriegsopfer' . führer feine Rede. Reichsamtsleiter Derichsweiler eröffnete die Tagung und gab als erstem Redner Reichsleiter Rosenberg das Wort. Seine Ansprache war ein Appell an das deutsche Gewissen der Hochschule und eine scharfe Kritik an den Leistungen der gleich- geichalteten Wissenschaft. Der nationalsozialistische Student sei ein Garant der wirklichen Erneuerung der deutschen Hochschule n. Die weltanschauliche Ausrichtung des Studentenbundes werde an erster Stelle dazu beitragen, die Erstarrung an den deutschen Hochschulen zu beenden und endgültig den Trennungsstrich unter Auffassungen zu ziehen, die in das Reich des Mittelalters gehören. Der Führer des NS.-Dozentenbundes Ministerialdirektor Dr. Schultze legte ein Bekenntnis der Kameradschaft von Dozent und Student ab, die auf verschiedenen Arbeitsgebieten dem gleichen Ziele zu- strebten. Reichsamtsleiter Derichsweiler gab den Rechenschaftsbericht über das erste Jahr der Arbeit des neugegründeten Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes. Insbesondere befaßte er sich mit den Verbands- und Korporationsfra- Mt ehrlicher Bewunderung für die Erfolge des Werkes der Deutschen Arbeitsfront nahm der Kon- arefc diese Rechenschaftslegung aus. Insbesondere d,e Darlegung der Leistungen der NS.-Gemeinschast Kraft durch Freude" und des Werkes des Amtes "SchönheH der Arbeit" fand stärksten Beifall. 3m Anschluß an den Tätigkeitsbericht legte Dr. Ley em überaus eindrucksvolles pe r f o n lich es Be. tenntnis zum deutschen Arbeiter ab. Er sprach über das Kapital an Vertrauen, durch das der deutsche Arbeiter wieder zu seinem Volke gefunden habe. „Ich komme gerade von der Saar", so sagte er, „von jenen Menschen, die zuletzt zu uns gekommen sind. Ich war bei den Bergleuten unten in der Grube, wo man nur gebückt und auf dem Bauche rutschend die schwere Arbeit verrichten kann, und ich habe überall das gleiche gefunden, ein ungeheures Vertrauen und eine ungeheure Hoffnung. Ich kann daher nur das Eine sagen: der Bolschewismus mag in der Welt reden, was er will, den deutschen Arbeiter bekommt er niemals wieder." Langanhaltender Beifall folgte dieser Erklärung der sich noch vervielfachte, als der Führer ihm dankend I Die Hand reichte. Mit fieberhafter Spannung ist der Kongreß der großen Rede gefolgt. Stürmische Pfuirufe gaben der Empörung der Massen Ausdruck, als Dr. Goebbels einige besonders grauenhafte Schandtaten des Kommunismus in Deutschland und in aller Welt mit scharfen Worten geißelte. Sein ungeschminktes und in allen Einzelzügen durch unwiderlegbares Tat- sachenmaterial belegtes Bild über den Weltbolschewismus löste immer wieder nachhaltigste Zustimmung aus, insbesondere bei den überaus treffenden Formulierungen des Redners: „Die bolschewistische Internationale ist die jüdische internationale ist Verbrechen unter politischer Maske! — Am Schluß seiner Rede brausten minutenlange Heilrufe empor, als er der genialen Tat des Führers gedachte, der die bolschewistische Gefahr für immer vom deutschen Volke gebannt und gleichzeitig einen festen Wall gegen ihr schleichendes Gift 'aufgerichtet hat. Das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub in der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude" hat seit seinem Bestehen 5 Millionen Menschen befördert. Davon konnten fast 3 Millionen Volksgenossen einem längeren Erholungsurlaub von 7 bis 10 Tagen zugeführt werden. 200 000 Menschen sind in den Genuß einer Seereise gekommen. An Wochenendfahrten beteiligten sich 2 Millionen, an Wanderungen 500 000 Volksgenossen. Der Hauptamtsleiter der NS.-Volkswohlfahrt, 1 Hilgenfeldt, sprach dann über die Leistungen des Winterhilfswerks und der NSV. Die NS.- Volkswohlfahrt, die aus dem Grundsatz der naho- nalsozialistischen Weltanschauung „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" geboren ist, umfaßt heute 4 728 809 Mitglieder in 841 Kreisen und 22138 Ortsgruppen und Stützpunkten mit 8677 hauptamtlichen und 520 384 ehrenamtlichen Kräften. Sie stellt damit die größte W o h l f a h r t s o r g a n i s a t i o n der Welt dar. , v Ausgangspunkt und Ziel aller Arbeit der NS.- Volkswohlfahrt ist d i e d e u t s ch e F a m i 1 i e. Hier ist das große Hilfswerk „M utter und Kind der stärkste Wesensausdruck bevölkerungspolitischer, gesundheitsfürsorglicher und erzieherischer Art. Heute ind 18195 Hilfs- und Beratungsstellen für „Mut- ter und Kind" innerhalb Deutschlands errichtet, in denen 45 940 ehrenamtliche und geschulte Helferinnen arbeiten. Im Rahmen der Erholungsfürsorge dieses Hilfswerkes wurden bis jetzt 78 559 Mütter mit 2 049 334 Erholungstagen verschickt. Von der wirtschaftlichen Hilfe wurden rund 628 000 Familien erfaßt. Zur Durchführung des Hilfwerkes wurden ferner 1292 Kindertagesstätten errichtet, in denen 666 800 Kinder betreut wurden. Darüber hinaus wurden 6 51 Erntekindergärten eingerichtet. Für Mütter und Kleinkinder wurden im Rahmen des Hilfswerkes insgesamt 34 734 256 Mk. aufgewandt. Ergänzend wurde eine besondere Bette n b e s ch a f f u n g durchgeführt, mit bfln Ziel, jedem deutschen Menschen sein eigenes Bett zu geben. Die NSV. verteilte 528 624 Betten. Der Anteil der NSV. an der Kinderlandverschickung betrug 279 819 von insgesamt 1335 517. Die Leistung entspricht einem Werte von 56 Millionen Mark. Das vom Führer ins Leben gerufene Winter- hilf swerk ist ein Denkmal der Opferbereitschaft des ganzen deutschen Volkes. Im ersten Winter« Gonderiagung des NG.-Giudenienbundes. Nürnberg, 14.Sept. (DNB.) Der NS.-Studentenbund, der auf dem diesjährigen Parteitag 3um ersten Male als besondere Gliederung der NSDAP, auftritt, hielt im ehrwürdigen Katharinenbad am Freitag eine Sondertagung ab. gen. Der endgültige Schlußstrich, so betonte der Redner, wird unter die Entwicklung durch eine Verfügung gezogen, die der Studentenbund herausgibt und die besagt, daß die a m 1. N o- ' ' ' 'e kommen- derberichterstatter des „Journal", hätten das Gefühl für die Masse. Das deutsche Volk er- dulde nicht das Regime, sondern fordere es. Sein Herz schlage im Einklang und der Geist denke nur an Einheit. Es sei wunderbar und ungeheuerlich zu gleicher Zeit. Niemand habe das Recht, zu behaupten, dah die Begeisterung nur anscheinend vorhanden fei. oder der Gehorsam erzwungen werde. Nein, die Aufrichtigkeit springe ins Auge. Ganz Deutschland denke wie sein Führer. Es sei wahrscheinlich, dah noch niemals in der Geschichte ein Staatschef eine solche Homogenität der Gedanken und eine solche Elnstlmmlgkelt zustande gebracht hätte. Der Sonderberichterstatter des ..Figaro" ist der gleichen Auffassung und schreibt, man müsse sich unter das Volk selbst mischen, um festzustellen, dah es an Hitler glaube, weil es an ihn glauben wolle, und diesen Glauben an den Führer brauche. Englische Slatterstimmen. London, 14. Sept. (DRB. Funkspruch.) Die englische Presse bringt heute wieder ausführliche Meldungen über die Ereignisse in Nürnberg. Insbesondere werden die Rede von Dr. Goebbels und die Ansprache des Führers an die Frauen-Organifationen und an die Amtswalter angeführt. Die Rede von Dr. Goebbels nennt „Daily Telegraph" einen erstaunlichen Angriff gegen die Führer Sowjetrußlands. „Daily Mail" schreibt: Die 120 000 Amtswalter standen Schulter an Schulter und der Donner ihrer dreifachen „heil!" bei der Ankunft Hitlers zeigt ihre Ergebenheit für den Führer und seine Lehre. In Nürnberg werden die besten Köpfe der Partei herangezogen, um die Lehre des Nationalsozialismus darzulegen. Dr. Goebbels habe eine Ab- rechnung über die schwarzen Tage des Bolschewismus in Deutschland und anderswo und über die schrecklichen Hinrichtungen in Rußland gegeben. Frankreich betont in Genf seine Solidarität mit England und dem Völkerbund. festsleht. Ich habe die schönste fiohVI zession, die die Welt seit längerem Zeit gesehen hat. und ich bin sehr stolz, sie bekommen zu haben. Rickett hob hervor, daß er ni ch t im gerin g- st en an Politik interessiert sei und daß keine Regierung an ihn heran getreten sei. Deshalb hätte auch kein Staat sich Sorge wegen seiner Handlungsweise machen sollen. DD er im englischen Auswärtigen Amt vorsprechen werde, wisse er noch nicht, da man sich bisher noch nicht in diesem Sinne an ihn gewandt habe. Aus die Frage, ob er die Konzession irgendwelchen anderen britischen oder amerikanischen Interessenten anbieten werde, erwiderte Rickett: Rein, die Konzession gehört völlig mir, aber die gegenwärtige tage wird mich natürlich zu eingehenden Erwägungen veranlassen. Ich hoffe, daß die Konzession möglichst sofort ausgebeutet wird, trotz der Unruhen, die anscheinend bevorstehen, und die meine Pläne in keiner Weise berühren werden. wird." Der britische Außenminister in Genf chung des Völkerbundes treffe Die Rede Hoares habe Bekenntnis Englands zum heitssystem gebracht, kein -r' Frankreich selbst, ein vorbehaltloses kollektiven Sicher- Land habe m l t Sir Samuel Hoare bei seiner Rede vor der Dölterbundsversammlung in Genf über den italienisch- abessinischen Konflikt. — (Weltbild-M.) Der Widerhall in London 3m allgemeinen befriedigt, aber noch keine volle Klarheit. Unter Hinweis auf den gegenwärtigen Konflikt erklärte er. der Rat unternehme jetzt einen letzten Versuch. Die Aufgabe sei schwer, aber noch sei nicht alle Hoffnung ge- fchwunden, eine Lösung zu finden, die die berechtigte italienische Erwartung befriedigen könnte und mit der Achtung vor der Souveränität eines anderen Völkerbundsmitgliedes vereinbar fei. Zwischen England und Frankreich bestände in dem Streben nach dieser Lösung keinerlei Uneinigkeit. Wir sind alle durch eine Solidarität verbunden, die unsere Pflicht festlegt. Unsere Verpflichtungen stehen im Völkerbundspakt; Frankreich wird sich ihnen nicht entziehen. Nach der Rede Lavals sprach sehr entschieden und ndrucksvoll der südafrikanische Vertreter. Er er- ärte, daß es sich um eine dreifache Gefahr handele: Ae EingeborenenvölkerAfrikas würden aufaereizt und militarisiert, die Stellung der Weißen auf diesem Kontinent werde bedroht und das angreifende Land stürze sich selbst in ein Abenteuer. Wenn man ein Verbrechen gegen den letzten noch bestehenden selbständigen Staat Afrikas begehe, so sei zu befürchten, daß Afrika wie bisher in seiner langen dunklen Geschichte nichts vergessen und nichts vergeben werde. Der Vertreter Südafrikas schloß mit einem dringenden Appell an Mussolini, in dieser elften Stunde anzuhalten und zu überlegen. Zustimmung in Paris. Paris, 14. Sept. (DNB. Funksvruch.) Die Genfer Rede Lavals findet in der gesamten Morgenpresse ohne Unterschied der politischen Richtung e t list i m m i g e Billigung. „Echo de Paris weist auf die Auswirkungen hin, die die nunmehrige Stellung Frankreichs haben könne, falls Italien die letzten Dermittlungsvorfchläge des Fünfer-Ausschusses ablehne. Die Stresa-Front würde selbst den beschränktesten gemeinsamen Sühnemaßnahmen nicht standhalten und gerade von diesem Gesichtspunkt aus müsse man feststellen, daß Laval eine Wahl getroffen habe. „Journal" erklärt, Laval habe in seiner Rede die Grenze angedeutet, über die selb st die größte Freundschaft nicht habe. Die „Times" schreibt, Laval habe nunmehr die letzte Spur eines Zweifels über seine Stellungnahme zur Dölkerbundssatzung beseitigt. „Die begeisterte Unterstützung der französischen und briti- schn Politik durch die anderen Nationen des Völkerbundes bedeutet, daß in Zukunft ein überlegtes und gerechtes Urteil in einem internationalen Streit mit Autorität ausgestattet sein wird." Selbst jetzt hoffe Laval noch, so meint das Blatt weiter, daß die Zusammenarbeit mit Italien nicht zu Ende sei, was auch durch das soeben mlt- geteilte gemeinsame Vorgehen der drei Mächte in der Memelfrage bestätigt werde. Dieser Akt der Zusammenarbeit sei an sich eine Ermutigung, aber die Beachtung der Verträge, die durch dieses Vorgehen unterstrichen werde, müsse sich notwendigerweise auf jedes Land auswirken, das seine konkreten Verpflichtungen mißachte, selbst wenn es Italien sei. Wenn Mussolini nicht jeden „Sinn für Gleichgewicht" verloren habe, dann sollten die energischen Worte Lavals ihn überzeugen, daß für sein Land viel mehr durch eine rechtzeitige Zusammenarbeit mit Großbritannien und Frankreich gewonnen werden könne, als London, 13. September. (DNB.) Der englische Außenminister Sir Samuel Hoare traf Freitag nachmittag wieder in London ein. Hoare bezeichnete die Rede Lavals als eine „sehr gute Rede". Es sei ihm ein großes Vergnügen gewesen, Laval persönlich kennen zu lernen und Tag für Tag mit ihm zusammenzuarbeiten. Die Rede Lavals hat auch in der englischen Presse ein langes und nachhaltiges Echo hervorgerufen, lieber die eigentliche Bedeutung der Erklärung des französischen Ministerpräsidenten ist man sich allerdings noch keineswegs völlig einig. Die Ansichten der Blätter schwanken zwischen heller Begeisterung, daß Frankreich sich n u n m e h r endgültig auf die Seite Englands und des Völkerbundes gestellt habe, und zwischen der Auffassung, daß Laval sich auch diesmal in kei - ner Weise in der einen oder anderen Richtung, und jedenfalls nicht auf eine Beteiligung Frankreichs an Sanktionen f e st g e l e g t hinausgehen könne. Der „Jour" stimmt den Erklä- rungen Lavals insbesondere deshalb zu, weil er es vermieden habe, eine durchaus einseitige Haltung einzunehmen. Die Hauptsache sei, daß man heute nicht mehr an militärische Sühnemaß- nahmen denke, sondern sich auf wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen beschränken werde. „Ere Nouvelle", das Blatt Herriots, schreibt, Laval habe mit Recht darauf hingewiesen, daß Frankreich sowohl der italienischen als auch der englischen Freundschaft treu bleibe, zumal diese beiden Freundschaften im Zeichen der Treue zum Völkerbund in Einklang gebracht werden könnten und müßten. Der Marxistenführer Läon Blum begrüßt es in seinem Blatt, dem „Populaire , daß sich Laval auf die Seite der Verteidiger desVölkerbundes gestellt habe. Das „Oeuvre zeigt sich hinsichtlich des weiteren Verlaufes der Angelegenheit recht skeptisch. Es bestehe nur sehr wevig Hoffnung, zumindest den Anfang eines italienischen Feldzuges in Abessinien vermeiden zu können. Die rechtliche Grundlage für das in Abessinien zu er- richtende Regime suche man in den Vorschlägen, die der Völkerbund erst 1933 für die Republik Liberia ausgearbeitet habe, der man damals einen Kommissar des Völkerbundes sowie einige hohe Beamte des Völkerbundes habe zur Seite stellen wollen. durch eine „unsinnige Politik", die von diesen Landern abgelehnt werden müsse. „Morning Post" schreibt: „Die Unabhängigkeit Oesterreichs geht den Völkerbund mm- bestens soviel an, wie die Unversehrtheit Abessiniens. Es kann für England keine feine Unterscheidung mehr zwischen Ost- und Westlocarno geben. Wenn Oesterreich bedroht wurde, hätten wir dieselbe Verpflichtung." „Daily Mail" bezeichnet die Rede Lavals als einen „diplomatischen Bluf f". Laval habe sogar die Sanktionen endgültig in die Luft gesprengt. Er wisse, daß seine Auslegung der Ei klärung Sir Samuel Hoares nicht engen o m - m e n werde. — „Daily Expreß" erklärt, daß Italien durch Lavals Rede unberührt sei und darauf geantwortet habe: „Wir marschieren unter allen Umstände n". Die Oppositionsblätter begrüben die Erklärungen Lavals. „News Chromcle schreibt: „Laval hat sich endgültig festge- legt, und er kann jetzt -von dieser Verpflichtung nicht mehr zurückweichen, ohne die Ehre seines Landes mit unauslöschlicher Schande zu beflecken . — „Daily Herold" sagt: „Es ist jetzt sicher, daß Mussolini, wenn er sich in das abessinische Abenteuer einläßt, auf den kollektiven Wider- stand der 'organisierten Welt treffen Weiter erklärte Rickett, es sei nicht richtig, daß die abessinische Regierung auf Grund der Konzession eine Anleihe erhalte, um damit Kriegsmaterial zu kaufen. Die Konzession sehe keinerlei Anleihe oder sonstige Geldgewahrungen vor. Er wisse nichts davon, daß seine Konzession an die italienische Regierung übertragen werden solle. Was mit ihr geschehe, würden allein seine amerikanische Freunde zu entscheiden haben. Seine Konzession sei vom Kaiser genehmigt wo^en und trage die Unterschrift des zuständigen Ministers. Die Konzession sei heute noch genau so gültig, wie zur Zeit der Unterzeichnung. Sturmzeichen. Verdoppelung der Versicherungsprämien für den ägyptischen Außenhandel nach Ostafrika. Kairo. 14. Sept. (DNB. Funkspruch.) Angesichts der unsicheren Lage der Weltpolitik ift d > e Nackiraae nach Baumwolle neuer Ernte s?hr schwach. Die Ausfuhrkaufleute m Alexandria sind aufgefordert worden, Kriegs - schaden-Dersicheruntzen für die Uebersee- Sendungen abzuschließen. Die agyp.tischen Vertreter der großen Versicherungsgesellschaften haben von ihren Mutterhäusern die Anweisung erhalten, für Warentransporte nach Ostafrika d o p v e l ti e P r a- m i e n zu erheben. Die Börse in Älexandna ist durch diese Maßnahmen stark in Mitleidenschaft $ Der Kommandant der britischen Flotte in Alexandria, Vizeadmiral Fro b es, betonte bei einem Essen zu Ehren des Ministerprastdenten, daß alle Maßnahmen zur Sicherheit A e g y P - tens auf dem Meere und m der Luft ge tro s- f e n seien, um alle unvorhergesehenen Ereignisse berücksichtigen zu können. Auf Grund dieser Matz- nahmen könne kein feindliches Schiss oder Flugzeug Aegypten erreichen. Oie Memelgarantiemächte erheben Protest in Kowno. Unparteiische Durchführung der Landtagswahlen gefordert. London, 13. Sevt. (DNB^) Nach einer Mel- düng des amtlichen Londoner Pressefunks bestätigt es sich daß die drei Garantiestaaten des Mernel- . statuts Frankreich, Großbritannien und , Italien bereits gestern ernste Vorstellun - aen bei der litauischen Regierung im . Hinblick auf die Durchführung der M e me (er > Landtaqswahlen erhoben haben. Danach sollen die Wahlen unparteiisch durchgefuhrt wer- . den, und es soll von den kürzlich eingefuhrten Aen- , derungen des Wahlgesetzes kein falscher G e- : b D°ie"^och?nz^itschrif^^Spectator" warnt die , Gar antie möchte, den Ernst der Lage, die in- , folge der litauischen Drohungen entstehen konnte, zu übersehen. Es handele sich um eine A ngele - genheit des Völkerbundes; denn zuerst habe sich die Botschafterkonferenz und später hatten sich England, Frankreich, Italien und Japan der Memelangelegenheit angenommen. Litauen sei es nun klar geworden, daß es nur einen Weg gebe, die Oberhoheit über bas Mernelgebiet zu behalten, nämlich ein erneutes Bestreben, das Abkommen, das der deutschen Bevölkerung vom Memel- land die Autonomie gebe, reibungslos wirksam werden zu lassen. Stattdessen stelle das litauische Regiment im Memelgebiet eine M i - schung von H e r a u s f o r d e r u n g e n und Ungerechtigkeiten dar und die britische Re- aierung habe ihre Mißbilligung bereits zum Ausdruck gebracht. Wetterbericht des Relchswetterdlenstes. Ausgabeort Frankfurt. An der Vorderseite eines neuen bei England ankommenden Atlantikwirbels dringt unter Druckfall und Regenfällen feucht-warme Meeresluft über Frankreich nordostwärts. Sie wird auch unserem Bezirk voraussichtlich in der Nacht zum Sonntag Verschlechterung und besonders im Norden auch Regentätigkeit bringen. Danach kann zunächst wieder mit Besserung, wenn auch nicht regensicherem Wetter gerechnet werden. Aussichten für Sonntag: Nach Regen- tätigkeit, die voraussichtlich in der Nacht zum Sonntag vornehmlich den Norden unseres Bezirkes trifft, im ganzen wieder freundlicheres Wetter, wenn auch nicht durchaus regensicher. Bei lebhaften südwestlichen Winden mäßig wann. Lufttemperaturen am 13. September: mittags 21,1 Grad Celsius, abends 15 Grad; am 13. September: morgens 17,4 Grad. Maximum 22,2 Grad, Minimum 10,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe - am 13. September: abends 15,5 Grad; am 14. September: morgens 14,5 Grad. — Sonnenscheindauer Rickett hält an seiner Konzession fest. London, 14. Sept. (DNB. Funkspruch.) Nach seinem Eintreffen auf dem Flugplatz Croydon gewährte Rickett Pressevertretern eine Unterredung über die mit ihm abgeschlossene Oelkonzession in Abes- firnen. Die Frage, ob er die gegenwärtige politische Lege als ein Mittel zur Erzielung der Konzession benutzt habe und ob er sich bei seinen Verhandlungen der möglichen politischen Folgen für England bewußt gewesen sei, verneinte er. Als ein Pressevertreter ihn fragte, was nach ferner Ansicht infolge des Vorgehens der amerikanischen Regierung jetzt mit Der Konzession geschehen werde, erwiderte Rickett: Ich glaube, daß die Konzession vollkommen Lavals Rede. Genf, 13. Sept. (DNB.) Unter starkem Andrang der Vertreter des Publikums und der Presse nahm die Dölkerbundsversammlung Freitag vormittag die Erklärung des französischen Ministerpräsidenten Laval entgegen. Die knappen aber deutlichen Ausführungen wurden immer wieder von starkem Beifall Der Delegierten unterbrochen. Laval begann mit der Feststellung, daß Frankreich dem Pakt treu bleibe und sich seinen Verpflichtungen nicht entziehen könne. Seine vorbehaltlose Zustimmung zu den Völkerbundsgrundsätzen entspreche der Begeisterung ebenso wie Der nüchternen Ueberlegung. Die französische Delegation habe alles getan, um die moralische Autorität des Völkerbundes zu stärken. Vom Genfer Protokoll im Jahre 1924 bis zur Abrüstungskonferenz habe sie den Gedanken der kollektiven Sicherheit immer verteidigt. Alle Verträge Frankreichs führten über Genf oder nach Genf: Locarno, die Verträge mit der Kleinen Entente, mit Sowjetruß- land' und die römischen Abkommen. Alle Schwä- mehr Befriedigung als Frankreich diese Erklärung entgegengenommen. Die englisch-französische SoHDcrtitäf in der Uebernahme gemeinsamer Verantwortung werde für den Völkerbund Epoche machen. Laval betonte sodann die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit mit England zur Aufrechterhaltung des Friedens und erinnerte an das Kommunique vom 3. Februar, dessen Verwirklichung seinerzeit auf Schwierigkeiten gestoßen sei. Sollte sich jetzt der schöne Traum verwirklichen? Frankreich fürchte den Krieg nicht, aber es hasse ihn. Es sei ein Land, das trotz seiner militärischen Tugenden von wirklichem Friedenswillen beseelt sei. Frankreich wende sich gegen niemand, es wolle den Frieden unter Mitarbeit aller. Laval kam Dann nochmals auf das Abkommen vom 7. Januar zurück und erklärte, er habe damals mit Mussolini nicht nur im Interesse der beiden Staaten, sondern auch im Interesse des Weltfriedens alles geregelt, was zwischen den beiden Staaten gestanden habe. Er habe nichts versäumt, um diese Einigungspolitik zwischen Frankreich und Italien immer wirksamer zu gestalten. Er wisse, daß Mussolini bereit sei, an dieser Zusammenarbeit festzuhalten. J »1 ß MEISTER K LAS S E Deutschland meister I.B 4I.IÜ1-I1! !1 rm-~1637 ♦ ssuropameister ♦ ■WHn.i.iii.iiAfftnrnHi rm- > jS.-~ ♦ Weltmeister ♦ W.» 305- Statt Karten! Der Herbst beginnt! Ihre Vermählung geben bekannt Bonn a. Zftfy, Niebuhrfkraße 35 Homberg (Oberhessen) Der Lindenwirt. 14. September 1935 5229 D 5253 A llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll 5208 D ©fahffltcbl F1 Nervös-Erschöpfte CnaTialkiirancfnlf Hnfhoim i Tanni Aul Dich kommt es an! 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Kein Bieraufschlag. lieh gereift und hat es Italien das neue 3u- aendvolk gegeben, das Mussolini als Doraus- ehung seiner kühnen Politik für notwendig hielt? Don außen ist diese Frage schwer zu beantworten. Mussolini scheint sie zu bejahen, indem er die Staatenwelt des Völkerbundes, England als die führende und mit seinen Interessen am meisten an ihr haftende Macht, und ganz zu Duldung oder Kamps herausfordert. Der bewährte und zuverlässige Weizen für alle besseren Böden ist Hochzucht Strubes Dickkopf Winterweizen Spezialkuranstalt Hofheim i. Taunus 3 bei Frankfurt a. M. ,577V Stammabonnement? erhalten 32 Vorstellungen aller Kunstgattungen an je einem bestimmten Tag der Woche sparen durchschnittlich bis 30 Prozent gegenüber den Tagespreisen sparen Zeit Annerod Am Sonntag, dem 15. September Nachkirmes bei Gastwirt Engelhardt Aut zur Kirmes nach Holzheim Es ladet ein Die Burschenschaft Erna Sad< die deutsche Nachtigall Herbert Ernst Groh der große Tenor singen am 19. Oktober 1935,20 Uhr, ihre Glanzrollen in der Volkshalle zu Gießen. Volkstümliche kleine Preise! 5191 D Beginn des Winterkursus Montag, den 30. September, 8% Uhr Gefällige Anmeldungen werden entgegengenommen Tanzschule Will Leiter: Paul Will, Löberstr. 12 --------------------------2L0 Ein Toter, zwei Schwerverletzte bei einem Steinbruchunglück. Im Steinbruch Winterhausen bei Würzburg ereignete sich ein schwerer Unfall, dem ein Men- Es laden'ein: 5218 D Burschenschaft „Edelweiß“. Ichenl-b-n zum Opfer fiel. Durch Plötzlich h°r°b- stürzende Gesteinsmassen wurde der 40 yabye alte Steinbrucharbeiter Heller aus Ochsenfurt so schwer verletzt, daß er alsbald starb. Em anderer Arbeiter erlitt Quetschungen am ganzen Körper, einem dritten wurden mehrere Fmger abgequetscht. Die beiden Schwerverletzten wurden m das Wurz burger Krankenhaus eingeliefert. Acht Tote beim Absturz eines amerikanischen Flugzeugs. Ein amerikanisches Verkehrsflugzeug P etwa 50 Meilen von der Stadt Panama entfernt ab ge> ft ü r z t und explodiert. Die acht Insassen wurden getötet. fassung alles Vorhergehenden, wobei der Gegensatz „so war und so ist es heule“ besonders hervorgehoben wird. Weiter ist der Ausstellung eine Schau der städtischen Betriebe (Gas und Wasser) und der Geag mit elektrischen Geräten usw. angeschlossen. Em« letzte Gruppe „Wirtschaftlichkeit im Haushalt" wird von der NS. - Frauenschaft im Verein mit der Darmstädter Frauenschaft gezeigt. Die Ausstellung dauert bis zum 13. Oktober. Sis wird im Rhein-Mairx - Gebiet nu« in Darmstadt gezeigt werden. Illegale Flugschristen muffen abgeliefert werden. LPD. Darmstadt, 13. Sept. Vom Schöffenge- richt wurden ein Darmstädter und ein Frankfurter Einwohner zu G e f ä n g n i s st r a f e n von 7 bzw. 4 M 0 n a t e n verurteilt, weil sie illegale Flugschriften, die sie zugesteckt bekamen, nicht ab- lieferten und den Mann, der sie ihnen gab, nicht a n z e i g t e n. Sie wurden so milde behandelt, weil sie sich seither weder politisch betätigten, noch ihnen kommunistische Gesinnung nachgewiesen werden konnte. Ihre Strafen sind durch die Untersuchungshaft verbüßt. Darf man auf der Autostraße wenden? LPD. Frankfurt a. M., 13. Sept. Eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung für den Verkehr auf den Autostraßen fällte der Einzelrichter. Ein Zeuge war mit seinem Auto auf der Umgehungsstraße gefahren und kam plötzlich auf den Gedanken, zu wenden. Dabei wurde sein Wagen von einem andern Auto angefahren, und es gab Verletzte und Beschädigungen. Der Lenker des nach- kommenden Fahrzeuges wurde angeklagt, und die Verhandlung spitzte sich zu der Frage zu, ob man auf einer Straße, die ausschließlich für den Auto- verkehr bestimmt ist, wenden darf. Das Gericht sprach den Angeklagten frei, denn ein Wenden sei grundsätzlich nicht erlaubt. Wenn jemand wenden wolle, so müsse er das in einer Seitenstraße tun oder sich vorher überzeugen, daß auf Hunderte von Metern kein Auto herannahe. Das aber habe der Zeuge nicht getan. Den Angeklagten treffe infolgedessen kein Verschulden. Oie Jugend Italiens und der Krieg. Mussolini und der Faschismus haben sich durch das Propaganda-Schlagwort vom preußischen Militarismus, gegen den angeblich der Krieg und in den Nachkriegsjahren das sinnlose Zerstörungswerk der Entente gerichtet waren, nicht abhalten lassen, ein nationales Erziehungssystem unter soldatischen Gesichtspunkten und mit kriegerischen Zielen aufzubauen, wie es die Welt noch nie, sicherlich nicht seit den Zeiten Spar- tas gesehen hat. Der Vorwurf des Militarismus hat, wenn überhaupt, nur dann einen Sinn, wenn man ihn als Durchdringung auch des bürgerlichen staatlichen Lebens mit militärischem Geiste begreift. Noch vor ganz kurzer Zeit hat der englische Ministerpräsident Baldwin im Unterhaus seiner Sorge über die militärische Erziehung der deutschen Jugend Ausdruck gegeben, ohne zu ahnen, daß Grund zur Besorgnis für die Staatenwelt des Völkerbunds, der den in der Geschichte genügend dis- kreditierten Gedanken einer internationalen Kon- tingentsarmee zum Schutze gegen einen nationalen Militarismus vergeblich zu beleben versucht, von einer ganz anderen Seite gegeben war. Es ist das tragische Versehen der englischen Staatsmänner, daß sie bei Betrachtung der europäischen Vorgänge für Deutschland einen Zeißstecher, für Italien ein ganz gewöhnliches Opernglas gebrauch- ien, so daß sie letzt einigermaßen erstaunt vor dem eigenartigen Wandel der italienischen Szenerie der Speise- u. Einmach-Essig Für Gesunde und Kränke I Einspaltige | werden zum ermäßigten ■ft . ■ Grundpreis von 5 Pf. für die MGSnanZeigßD Milllmeterzeile veröffentlicht! was über die geographisch-militärischen Grundlagen der Landesverteidigung Schülern oorgetragen werden kann. Mit der Abhaltung der Universitätsvorlesungen sind Offiziere betraut, die den Professoren gleichgestellt sind. Das Hören dieses Fachs ist, wie in den Schulen, obligatorisch und Voraussetzung für jedes Zeugnis oder Diplom. Sein Ziel ist etwa eine philosophische Abrundung der erworbenen temni=’ scheu und organisatorischen Kenntnisse des Militärischen durch Vorlesungen wie „Das Wesen des Krieges als politische und soziale Erfthemung , „Die Vorbereitung der Nation auf den Krieg , „-oegrtff des integralen Krieges". Mit der Einführung des militärischen Unterrichts in den Schulen hat der faschistische Staat die schon länger bestehende organisatorische Erfassung der Iw gend durch die Jugendoerband e unterrichtlich und erzieherisch überbaut. Es bleibt ihnen die körperliche Ertüchtigung und Vorbereitung zum eigentlichen 'Militärdienst und für die 18- bis 21iahrigen, (für diejenigen, die sich zum Flieger, Telegraphisten usw. ausbilden lassen wollen, in den fasci di com- battimento, den Kampfstaffeln der Partei), eine vormilitärische Ausbildung, die nach einem Programm des Kriegsministeriums 'durch die faschistische Miliz erteilt wird und in theoretischer und praktischer Vorausbildung zum Militärdienst besteht. Dieser Unterricht umfaßt zwei Jahreskurse von 4 und 6 Monaten, im ganzen 40 Lektionen von je drei Stunden und wird mit Rücksicht auf die Ansprüche der Kirche auf den Sonntag, am „f a schift i s ch e n Samstag" erteilt Hand in Hand mit dieser „paramilitärischen" Ausbildung geht die vom Staat geförderte Einrichtung von Schießständen durch Vereine und Gemeinden und die Gründung von Schützenvereinen nach Schweizer Muster unter der Aufsicht der Militärbehörden. Die Einrichtung und Gliederung der Jugendorganisationen, der „Söhne der Wölfin", der „Balilla" und der „Vorhut" ist oft geschildert und bekannt; sie umfassen die Jugendlichen vom 8. bis 18. Jahre und haben im ganzen einen sportlichen, körperlichen und disziplinären Erziehungszweck. Die Jugend Italiens ist heute, wenn sie mit 21 Jahren zum aktiven Militärdienst herangezogen wird, im großen und ganzen vollzählig durch diese Maschine des faschistischen Erziehungssystems gegangen. Sie ist vom frühen Kindesalter bis zum 18. Jahre körperlich trainiert und im faschistischen Geiste diszipliniert: von 1932 an sind jedes Jahr annähernd eine Million 18jähriger in die vormilitärischen und etwa 200 000 in die Ausbildungskurse für die Spezialwaffen eingetreten; der unterrichtliche Aufbau in den Schulen und Hochschulen liefert die moralische und geistige Substanz gleicherweise für den Soldaten, den Unterführer und für die obere Führerauslese. Ein großartiges Schema für die Verwirklichung des Gedankens „ein Volk in Waffen", ist hier entworfen und mit diesem Jahre vollendet worden. Wir schreiben das Jahr 1935, für das der Duce vor 13 Jahren, am Anfang feiner staatlichen Laufbahn, die große Krise für Europa vorausgesagt hat. Ist es ein arithmetischer Zufall oder das Glied einer unerhörten Kalkulation, daß es von diesem Jahr an — dreizehn Jahre Faschismus und acht Jahre als Anfang der faschistischen Erziehung ergeben das militär- dienstpflichtige Alter von 21 Jahren! — keine militärische Jugend mehr in Italien gibt, die nicht den Stempel des fasch i st ischen Staates erhalten hat? Ist das Erziehungswerk, das organisa- Wir bringen neue Stoffe in großer Auswahl ALFRED in allen Preislagen Auskunft über Preise, den Spielplan und die Künstler erteilt die Theaterkasse, Johannesstr., werktäglich von 10-13 Uhr; Tel. 2930 Eröffnungsvorstellungen Dienstag, den 1. Oktober, Kleist: „Der Prinz von Homburg“ Mittwoch, den 2. Oktober, Vulpius u. Roberts: „Hau-ruck!“ Freitag, den 4. Oktober, Mozart: „Cosi fan tutte“ Sonntag, den 6. Oktober. H.A.Weber: „Holzappel“ (Urauff.) Dein Abonnement erhält dasTheater! _____ ___________ 5332 D LPD. Darmstadt, 13. Sept. In der städtischen Festhalle zu Darmstadt wird am Samstag die Ausstellung „Volk und Wirtschaft", die von dem Verein Deutscher Ingenieure, der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda und der Stadt Darmstadt veranstaltet wird, eröffnet. Die Ausstellung stellt die größte technische Lehrschau dar, die zur Zeit in Deutschland gezeigt wird, und soll, wie aus dem Vorwort des Oberbürgermeisters, Kreisleiter Wamboldt, zu dem Ausstellungsführer hervorgeht, die Zusammenhänge der Volkswirtschaft und ihre Einwirkungen zeigen. Die Ausstellung „Dolf und Wirtschaft" ist derart übersichtlich und leicht verständlich, daß jeder Besucher reiche Anregungen mit nach hause nehmen wird. Sie vermittelt klar das Derstehen der wirtschaftlichen Maßnahmen und Zusammenhänge. Bei der heutigen Pressebesicht-igung erläuterte Diplomingenieur B i b e r g e r bei einer Führung durch die Ausstellung die zehn einzelnen Gruppen. Zunächst wird die Erde mit ihren Schätzen und dem Menschen erfaßt. Die zweite Gruppe, die Entwicklung des Wirtschaftsgebarens, gibt in symbolhaften Darstellungen einen chronologischen Ueber- blick vom Beginn des Wirtschaftens bis zur heutigen arbeitsteiligen Wirtschaft. Die nächste Gruppe umfaßt die wichtigen Fortschritte in Naturwissenschaft und Technik. Eine weitere Gruppe „Das deutsche Volk von heute" vermittelt die allgemeine Einführung in volkswirtschaftliche Vorgänge mit einer Ueberficht über die Struktur unseres Volkes. Weiter schließt sich eine Gruppe an „Der Mensch und sein Bedarf", in der die Geldbewegung in anschaulicher Weife gezeigt wird. In diese Gruppe gehören auch die Untergruppen „Nahrung, Kleidung und Wohnung", „Körperliche und geistige Ausbildung" und die Gruppe „Bedürfnissteigerung". Weitere Gruppen befassen sich mit der Gütererzeugung, dem Güteraustausch und der Wirtschaftlichkeit im Haushalt. Eine besondere zusammenfassende Gruppe befahl sich unter der Heberschrifl „Nationalsozialismus baut auf" mit den volkswirtschaftlichen Maßnahmen der Regierung zur Neugestaltung und Stärkung der deutschen Wirtschaft. Diese Gruppe bildet den Abschluß und die Zusammen- ^Als der Faschismus die Macht im Staate ergriff, stützte er sich auf seine bewaffnete Partei 0 r g a - nisati 0 n und auf die stille Duldung der Königlichen Armee. Das Volk, Bürgertum, Wirtschaft, Arbeiter, die durchlaufende Schicht der „Intelligenz", waren mit der nationalen Revolution zum Teil begeistert mitgegangen, zum Teil standen sie mit den Händen in der Tasche abseits. Im ganzen ein unsicherer und wandelbarer Faktor für ein Regime, das sich auf die Dauer einzurichten gedachte, in einem Lande, das an politische Wandlungen gewöhnt war. Bestand versprach für die Gegenwart nur die Gewalt, für die Zukunft die Er- ziehungund Gewinnung der Jugend. Der Faschismus ging sofort, aber in vorsichtigen Etappen an dieses Werk heran, dessen Ziel und Ende das „Volk in Waffen" ist und dessen Schluß- tein erst am 1. Februar dieses Jahres durch die ge- etzliche Verkündung eines Lehrprogramms - ü r den militärischen U nterr icht in den Schulen und Universitäten gelegt wurde. Dieses stammt bezeichnenderweise von dem General Gra - g i an i, der als der fähigste und schneidigste Führer der Armee gilt. Als Leitgedanke der Neuerung wurde in einem Zirkular an die Unterrichtsverwaltungen durchgegeben, daß es gelte, jede unterschiedliche Auffassung zivilen und militärischen Lebens, der bürgerlichen und militärischen Einrichtungen, aus den Vorstellungen der Jugend fernzuhalten; die militärische Erziehung soll ein militärischer Bestandteil der allgemeinen Erziehung werden. Das Programm baut sich in die vorhandenen Schultypen, Volksschule, höhere Schule und Hochschule oder Universität ein und umfaßt in den beiden ersten alles, was über die Armee, ihre Organisation und Gliederung, ihre -vi- — Stellung im Leben der Nation, ihre Geschichte, und I torisch erst m diesem Jahr abgeschlossen wurde, Inner Wieseck Sonntag, den 15. September TBNZ 5217D bei Gastwirt Wilhelm Dorfeld Donnerstag/19. Sept. 20*/< Uhr Vortragsabend des Evangelischen Bundes (Pfarrer Thiel, Berlin) 5257V „Stellung unö HufgoDe des BDflng. Biuiües Im Dritten Helfl). Klein-Linden Gasthaus zur Deutschen Eiche Sonntag, den 15. September 35 Hachklrmes Es ladet ein: Nr. 215 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Samstag, 14. September 1955 Die GA fährt nach Nürnberg. Standartenführer Lutter prüft den Anzug der Nürnberg-Fahrer. -- X v X V f '■ * •*<* ■> T äF**. x. /'< Am gestrigen Freitag um 17.45 Uhr sind die Nürnberg-Fahrer der Gießener SA., gemeinsam mit SA.-Formationen aus der Gegend von Marburg und aus anderen Kreisen der Provinz Oberhessen, in einem Sonderzug zum Reichsparteitag abgefahren. Am Vormittag versammelten sich die SA.-Kameraden der Fahrtgemeinschaft auf dem SA.-Platz vor dem Standartengebäude in Gießen, wo noch einmal eine gründliche Nachprüfung der Uniform und der Marschausrüstung vorgenommen wurde. Anschließend vereinigten sich die Nürnberg-Fahrer zum gemeinsamen Mittagessen im Cafe Leib, wobei die herzliche Kameradschaft in der SA. wiederum eindrucksvoll zu Tage trat. Die Stunden bis zum Antreten zur Abfahrt waren dann mit einem kameradschaftlichen Beisammensein ausgefüllt. Um 16.30 Uhr traten die Fahrtteilnehmer auf dem SA.-Platz vor dem Standartengebäude in langer Kolonne an. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Musikzugführer Herrmann erschien, und Punkt 17 Uhr nahm Standartenführer Lutter von Obersturmbannführer Bender die Meldung der Nürnberg-Fahrer der SA. der Standarte 116 entgegen. In Gegenwart einer großen Menschenmenge, die am Standartengebäude mit größtem Interesse den Vorgängen zuschaute, wurde dann unter den schneidigen Marschklängen des Musikzuges der Marsch zum Bahnhof angetreten. Ueberall in den Straßen, die von den SA.-Kameraden unter dem Kommando des Standartenführers Lutter durchschritten wurden, standen die Volksgenossen und Volksgenossinnen in großer Zahl, um den Marschierenden ihren Gruß darzubringen. Viele herzliche Zurufe konnte inan bei dieser Gelegenheit vernehmen, in reichem Maße wurden die marschierenden SA.-Männer auch mit Blumen beschenkt. Es war ein erhebendes Bild der deutschen Volksgemeinschaft und der starken Ver- Hinein in den Sonderzug. — (Aufnahmen [2]: Photo-Pfaff, Gießen.) T --- e '/V J ■ F ' > n.S^Oemeinfthaft „firaft durch freute" NS.-Gememschaft „Kraft durch Freude", Kreis Gießen. derzug b.ekannt: ab an Mainz-Kastel ab 19.12 * Wetzlar Dutenhofen Gießen Großen-Linden Lang-Göns Hinfahrt: 7.39 Uhr 7.55 „ 8.17 „ 8.29 „ 8.36 „ 10.15 „ Rückfahrt: an 20.56 Uhr „ 21.09 „ „ 21.18 „ „ 21.34 „ „ 21.40 „ Vetr. Fahrt an den Rhein am 15. September 1935: Nachstehend geben wir den Fahrplan für den Son- Koblenz Das Schiff geht ab Mainz-Kastel 10.30 Uhr. Die Fahrt wird in Aßmannshausen unterbrochen. Das Mittagessen wird auf dem Dampfer eingenommen. Orts- und Vetriebswanderwarte von Gießen, Lollar und Heuchelheim! Am Sonntag, 22. September, findet eine Wanderung nach dem Dünsberg statt. Treffpunkt ist in Bieber am Bahnhof. Abfahrt mit der Biebertalbahn in Gießen ab 8,20 Uhr, Sonntagskarte —.80 Mark, oder mit dem Rad 8 Uhr ab Lahnbrücke. Rucksackverpflegung. Die Wanderung geht von Bieber nach dem Dilnsberg, dann nach Frankenbach durch das Strupbachtal nach Bieber. Führer: Wan- derwart Paul Werner, Lollar. Meldungen über die Teilnehmerzahl bis Donnerstag, den 19. September, auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18. Fehlanzeige erforderlich. Sportamt „Kraft durch Freude^. heute folgende Kurse: Leichtathletik: Von 17 bis 19 Uhr, für Frauen und Männer, Universitätssportplatz. Ina Seidel. Zum 50. Geburtstage Der Dichterin am 15. September. Vor fünf Jahren erschien „D a s W u n s ch k i n d" von Ina Seidel, ein Roman von riesigem Ausmaß und ungewöhnlichem inneren Gewicht. Der Erfolg, der ihm im Laufe der Jahre zuteil wurde, hat die Dichterin in die vorderste Reihe des deutschen Schrifttums der Gegenwart geruckt. „Das Wunschkind" ist kein Gegenwartsroman, sondern em historischer, dessen kulturgeschichtliche und menschliche Bedeutung weit über den Rahmen der in ihm behandelten Epoche hinausgreift. Er urnfaht eine Zeitspanne von zwanzig Jahren, die Zeit von 1792 bis 1813, er umfaßt das Leben nicht nur des jungen Christoph Echter von Mespelbrunn, nein, das Leben überhaupt, das Leben mit all feinen Gewalten und Mächten, seinen Höhen und Tiefen feinen Freuden und Leiden. Wenn irgendwo, so ist in diesem Roman das gewaltige Unternehmen gegluckt, alle die tausendfachen Beziehungen und Faden des Lebens einzufangen. Eine über die Maßen erstaunliche dichterische Leistung! Bis zum Jahre 1912 geht die erste Idee der Entstehung des Werkes zuruck, und die seitdem von Ina Seidel gestalteten Probleme sind gleichsam als dessen Vorläufer und Wegbereiter zu betrachten. Die Dichterin selbst bezeichnet neben dem „Wunschkind" ihren 1922 erschienenen ersten Roman „Das Labyrinth" als wesentlich. Die Beziehung zwischen beiden ist in der Tat schon äußerlich auffallend. Es ist in beiden Werken vor allem die Stadt Mainz, die eine hervorragende Rolle spielt und „Das Labyrinth" endet dort, wo „Das Wunschkind" anhebt, in der Revolutionszeit 1792 und 1793. Aber „Das Labyrinth" beschränkt sich auf die Darstellung des Lebensromans des Weltreisenden Georg Forsters, eines ungeklärten, richtungslosen, schwierigen Charakters; freilich konnte an der Gestaltung dieser historischen Persönlichkeit schon damals die meisterhafte Sicherheit, mit der die Dichterin ihre Mittel handhabte, ins Auge fallen. Es konnte ihre untrügliche psychologische Begabung, ihre anschauliche Bildhaftigkeit, es konnte die stoffliche Dichte auf- -allen — alles Eigenschaften, die sich dann im Wunschkind" so außerordentlich bewährt haben. Sehr bemerkenswert auch mochte schon damals die Art sein wie sie ihr Thema zu fassen wußte; sie scheute vor keinen Tiefen, vor keinen seelischen Schwierigkeiten zurück, und die Gestalt ^r Therese Forster, eine an Hysterie grenzende Haltlosigkeit verkörpernd, darf gleichsam dafür als Beispiel genommen werden, wie Ina Seidel schon zu Beginn ihres dichterischen Weges Macht hatte auch über die Verwirrungen und Abirrungen der Seele. Dies hat sie dann mehrfach bestätigt. In ihrem Roman „Brömfeshof" (1927) erzählt sie die Geschichte des lange nach Friedensschluß heimkehrenden Kriegsgefangenen Conrad Brömse, „den altere Stiefschwestern in den Jahren feines Per- schollenseins aus dem Erbhof verdrängt haben und ihre Ansprüche dann in einer Art von mutterrechtlich begründeter Erdbesessenheit verteidigen". Auch Scherl-Bildmaterndienst die Gestalten dieser Schwestern erscheinen in meisterhafter Glaubwürdigkeit vor dem Leser. Eine Erzählung „Renee und Rainer" gab der Dichterin 1929 Gelegenheit, in klarer Linienführung und Linienverschränkung erstmals das Verhältnis einer Mutter zu ihrem Sohn darzustellen, den sie in Abhängigkeit von sich sieht und den sie zur Selbständigkeit erziehen möchte. Erziehungsprobleme werden hier gestreift, aber sie treten vor der Bildhaftigkeit der Gestaltung zurück. Gerade diese Tatsache'kennzeichnet auch wieder das Gesamtwert Ina Seidels: Daß sie immer von bestimmten Problemstellungen ausgeht und durch die Gestaltung selbst die Probleme zu lösen, d. h. aufzulösen vermag in unmittelbar durch die Anschauung wirkende Darstellung. Aehnliches ist auch von ihrem letzten Roman „Der Weg ohne Wahl" zu sagen, der ein Geschwisterschicksal von merkwürdiger seelischer Verflechtung zum Vorwurf hat und diese Verflechtung in eine klar strömende Musik zu wandeln vermag. Wirrnisse entwirren sich, nachdem sie bis ins Letzte durchleuchtet und durchforscht wurden; es ist eine fast männliche Art, die Ina Seidel hier entwickelt, jedenfalls ist bei ihr frauliche Herzenswärme immer mit klarer und gründlicher Verstanddesarbeit vereinigt. Sie hat nicht nur erfahren, was Leid und Dunkel find, sie hat sie auch durchdrungen, hat nach dem Sinn des Leides gefragt und ist nicht ohne Antwort geblieben. So erhielten ihre Werke den köstlichen Glanz der hohen Reife und des Ernstes. Ein unter dem Titel „Dichter, Volkstum und Sprache" erschienener Band von Vorträgen und Aufsätzen legt davon Zeugnis ab, daß sich die Dichterin auch Rechenschaft zu geben versuchte unter den Umfang und das Ausmaß ihres kulturellen Daseins. Sie nimmt Stellung zu zeitgenössischen Köpfen der Literatur (Ricarda Huch, Lulu von Strauß und Torney, Wilhelm von Scholz usw.), sie geht in einer neuen Abhandlung „Mein Erlebnis mit Adalbert Stifter" persönlichen Verwurzelungen nach, sie faßt noch einmal in einem Aufsatz „Revolution in Mainz" zusammen, was ihr für die beiden großen Romane „Das Labyrinth" und „Das Wunschkind" als historischer Hintergrund gedient hat. Auch eine nur flüchtige Würdigung aber darf neben der Romandichterin die Lyrikerin nicht übersehen, die durch ihre Gedichte, vor allem den zuletzt erschienenen Band „Tröstliche Begegnung" bewiesen hat, daß sie die Nachbarschaft der bedeutendsten Dichter unserer Zeit nickt zu scheuen hat. w. K. Oie Zähne des Prinzen von Wales. Auch ein Thronfolger des britischen Weltreiches kann Zahnschmerzen bekommen und genötigt fein, einen Zahnarzt aufzusuchen. Dies Mißgeschick passierte Eduard, dem Prinzen von Wales, einmal während eines Aufenthaltes in Wiesbaden. Er begab sich also zu einem berühmten Arzt der Zahnheilkunde. Doch vermochte auch dieser den erkrankten Zahn nicht zu retten, der Zahn mußte gezogen werden und leider auch die beiden benachbarten Zähne. Der Prinz von Wales schickte sich mit Fassung in das Unvermeidliche und überstand die unangenehme Operation recht gut. Kurz nach dem Weggang des Prinzen kam ein Geschäftsmann, der in Wiesbaden einen großen Laden mit Reiseandenken besaß, zu demselben Zahnarzt. Der Arzt erzählte dem Kaufmann von dem prinzlichen Patienten. Der Geschäftsmann bat sich unter einem Vorwand die dem Prinzen gezogenen Zähne aus und erhielt fie auch. Schon am nächsten Morgen prangte hinter der blitzenden Spiegelscheibe des geschäftstüchtigen Kaufmanns ganz vorn in großer Aufmachung, auf rotem Samt, als „Andenken an Wiesbaden" — ein Zahn des Prinzen von Wales. Die im Kurort weilenden Amerikanerinnen drängten sich begeistert vor der Auslage, fanden die Sache äußerst smart und eine Stunde später hatte der prinzliche Zahn trotz seines hohen Preises bereits eine Liebhaberin gefunden. Bald darauf erschien im Schaufenster eines anderen Geschäftes ebenfalls ein „verbürgt echter Zahn des Prinzen von Wales" als Reiseandenken. Der Prinz erfuhr von der Sache, war darüber durchaus nicht entzückt und befahl einigen Herren seiner Umgebung, sofort in der Stadt Umschau zu halten und, sofern sie noch irgendwo auf ein derartiges „Andenken" stoßen sollten, dieses schleunigst und ohne Aufsehen aufzukaufen. Die Herren zogen los und wenige Stunden später kamen sie wieder zusammen. Jeder brachte ein sorgsam in zartes Seidenpapier gewickeltes Päckchen zum Vorschein, das er um teures Geld in der Stadt erstanden hatte. Als man die Päck- cken aufwickelte und den Inhalt zählte, waren es zusammen achtundvierzig „verbürgt echte" Zähne des Prinzen von Wales. E. T. Verlassene Stadt am Tanganjika-See. Der Kommandant Nino del Grande, der jetzt von einer wissenschaftlichen Expedition zur Erforschung von Schlangengiften aus dem ostafrikanischen Hinterlande nach Nairobi zurückgekehrt ist, berichtet, am Ufer des Tanganjikasees die Reste einer aus- gestorbenen größeren Stadt entdeckt zu haben, die vor etwa fünf Jahrhunderten geblüht haben muß, von einer in diesem Gebiete beachtenswerten hohen Stufe der Zivilisation und Baukunst zeugt und deren ursprünglichen Einwohner wahrscheinlich die Vorväter des Wamburustammes sind, der heute in etwa achtzig Kilometer Entfernung von dieser alten Stadt wohnt. Die Stadt hat eine Länge von sieben und eine Breite von zweiundeinhalb Kilometern, ist von einer kunstvoll geschichteten Stadt mauer umgeben und enthalt mehr als 4000 steinerne Häuser mit je drei bis vier Stuben und Mauern von der Dicke eines Meters. In einem Tale in der Nähe konnte Nino del Grande auch den Begräbnisplatz der Stadt ausfindig machen, dessen Gräber mit richtigen Grabsteinen, allerdings ohne Aufschrift, geschmückt sind. Tennis am Sonntagvormittag; Von 8 bis 9 und 9 bis 10 Uhr auf den Städtischen Plätzen am Schützenhaus. * „kdA."-Sport im Herbst und Wintert Neben den bisher eingerichteten Kursen: Allgemeine Körperschule, Fröhliche Gymnastik und Spiele, Reiten, Schwimmen, Reichssportabzeichen, Leichtathletik, Tennis, werden in den Herbst- und Wintermonaten noch folgende 'Kurse eingeführt: Waldlauf, Hallentennis, Skigymnastik, Ski-Trocken- kursus und Kleinkaliberschießen. Auskunft erteilt das Svortamt KdF., Schan^enstraße 18, Telephon 2919. Sprechstunden von 8 bis 13 Uhr. Gesund und spannkräftig durch Leibesübungen mit „Kraft durch Freude"! Weihnachtszeugniffe erst nach dem Fest. Die neue Bestimmung, daß es jetzt auch in Hessen wieder Schulzeugnisse zu Weihnachten geben soll, hat manchem Schüler das Herz in die Hosen sinken lassen. Wie wird da der Gabentisch aussehen, wenn Fritz immer noch „knapp genügend" im Rechnen als schwarzen Fleck im Zeugnis stehen hat und Else es mit ihren Nudelfingerchen bei den Handarbeiten nur zu einem „im ganzen gut" brachte, während die Mutter in allen Nadelarbeiten doch so geschickt ist? Eltern und Kinder wären in eine verzwickte Lage gekommen. Zur Beruhigung kann mitgeteilt werden, daß die Weihnachts-Schulzeugnisse erst nach dem Fest ausgegeben werden. Oas Theater hat mich überzeugt! Aus dem Büro des Stadttheaters wird uns geschrieben: „Ich wollte eigentlich nicht, aber ich abonniere doch!" Diese und ähnliche Worte hören wir gerade in den letzten Tagen erfreulich oft. Auch unseren Werbern begegnet man allenthalben mit diesen zustimmenden Aeußerungen. Gewiß, man sieht den regelmäßigen Theaterbesuch als eine der kulturellen Pflichten des Staatsbürgers gegenüber dem Vaterland an; auch hat man persönlich das Bedürfnis, in der Woche wenigstens einmal durch Theaterbesuch das gemeinsame Erlebnis wahrer Feierstunden zu haben. Vielleicht bin ich zwar früher Abonnent gewesen, aber in den letzten Jahren wollte ich nicht mehr gebunden sein. Ich nahm mir vor, hier und da Einzelkarten zu kaufen; es wurde nichts daraus, es kam immer „etwas dazwischen". Ging ich jedoch mal ins Theater, dann war es nicht dasselbe wie früher. Der Platz, den ich gern gehabt hätte, war vergriffen. Ich saß als Fremder zwischen Fremden. Die Künstler waren mir auch zum größten Teil fremd. Kurz und gut, der Genuß war ungetrübt — als ich noch ständiger Abonnent war, meinen gewohnten Platz hatte und mich um nichts zu kümmern brauchte. Ich will und muß das Theater wieder besuchen, aber nur als Abonnent. Ich freue mich schon auf die festlichen Abende im Theater, auf Anregung und Ausspannung im arbeitsreichen Winter. Ich freue mich auf das regelmäßige Zusammentreffen mit meinen Bekannten, außerhalb des Alltags, in festlicher Umgebung. Ich freue mich darauf, wieder in lebendige Verbindung zur Kunst und zur Künstlerschaft zu kommen. Ich will wieder mitsprechen können, wenn vom Theater die Rede ist. Ich will teilnehmen an den großen Ereignissen der kommenden Spielzeit und nicht zurückstehen, wo andere sich zusammenschließen. Ueberzeugt hat mich das hübsche und inhaltreiche Werbeheft, denn dadurch erfuhr ich die Pläne und Absichten der neuen Theaterleitung, lernte die neuen Mitglieder kennen, wußte über den in Aussicht genommenen Spielplan Bescheid und vernahm die nicht unbeträchtliche Preissenkung und die bequemen Zahlungsbedingungen. 32 Vorstellungen aller Kunstgattungen an einem bestimmten Tag der Woche, bis zu 30 Prozent Ermäßigung gegenüber den Tagespreisen, dazu ständig meinen guten Platz und im Verhinderungsfälle noch Umtauschmöglichkeit. Ich brauche nicht an der Kasse au stehen und erspare mir alle diese zeitraubenden Unbequemlichkeiten und letzten Endes sogar noch Merger und Verdruß. Dazu als Abonnent das beglückende Gefühl: auch mein Abonnent erhält das Theater! Diesen Gedankengängen hängt man stets nach in den letzten Wochen und Tagen vor Beginn einer neuen Spielzeit. Und besonders vor Beginn dieser Spielzeit des Stadttheaters Gießen unter der Leitung des neuen Intendanten. Es gibt dann nur eine Antwort: noch heute werde ich Abonnent und suche alle Freunde, Verwandte und Bekannte zu überzeugen. Die Theaterkasse gibt über alle Fragen Auskunft, und zwar werktäglich von 10 bis 13 Uhr, ober telephonisch unter der Nummer 2930. Künstler von Weltruf gastieren in Gießen. Vom Reichsoerband Deutscher Rundfunkteilneh- mer, Kreisgruppe Gießen, wird uns geschrieben: Am 19. Oktober veranstaltet der RDR.-DFTV., Kreisgruppe Gießen, in der Volkshalle zu Gießen ein Konzert, für das zwei Solisten von Weltruf verpflichtet sind: Erna Sack, Koloratursopran, vom Staatstheater Dresden und der Tenor Herbert Ernst Groh, Berlin. Zwei Künstler, die jedem Volksgenossen durch Rundfunk, Film und Schallplatte keine Unbekannten mehr sind. Wer möchte biefe Künstler, bie ihm durch künstliche Ton- und Bildwiedergabe längst bekannt sind, einmal persön- lich kennenlernen und ihrem unerreicht künstlerischen Gesang lauschen. Die Begleitung der Künstler und die musikalische Umrahmung, bie auch auf einem hohen künstlerischen Niveau steht, hat bas verstärkte Stäbtische Orchester unter ber Stabführung von Kapellmeister Paul Walter übernommen. So verspricht diese Veranstaltung ganz bedeutend zu werden. Die Eintrittspreise sind so gehalten, daß jedem Volksgenossen der Besuch möglich ist. Wir verweisen auf die Voranzeige in unserer heutigen Ausgabe. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 14. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 11 bis 12, (inländische, ungekennzeichnet) 10 vis 11, Wirsing, das Pfund 9 bis 12, Weißkraut 8 bis 12, Rotkraut 10 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 15 dis 20, (gelb) 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 Pf. bis 1 Mark, Rhabarber 8 bis 10 Pf., Kürbis 6, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln 4 bis 4Vg Pst, der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Frühäpfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfirsiche 40 bis 50, Brombeeren 40 bis 45, Preiselbeeren 40 bis 45, Birnen 10 bis 30, ZweUcyen 11 bis 15, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 5 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 4 bis 25, Einmachgurken 1 bis 2, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 8 ms 12, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 15 bis 40, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag: NSG. „Kraft durch Freude": 16.30 bis 17.30 Uhr Leichtathletik auf dem Universitätssportplatz, Am Kugelberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Heilige und ihr Narr". — Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Heilige und ihr Narr." * ** Ein Achtzigjähriger. Am gestrigen Freitag,-13. September, konnte der Telegraphenassistent t. R. Daniel Becker in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag feiern. Der Jubilar ist feit dem Jahre 1884, also seit 51 Jahren, Leser des Gießener Anzeigers. ** Eine Achtzigjährige. Am kommenden Montag, 16. September, kann Frau Katharina H i l l g ä r t n e r Wwe., geb. Zecher, Hammstraße 13, in geistiger und körperlicher Frische ihren 80. Geburtstag feiern. ** Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet in Gießen Rindvieh-(Nutzoieh-) Markt statt, am Mittwoch folgt Schweinemarkt. (Siehe heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei.) ** Die Ehestandsdarlehen. Im Gießener Anzeiger Nr. 212 vom Mittwoch, 11. September, veröffentlichten wir einen Artikel über dis Ehestandsdarlehen, dessen Einleitung durch eine an verkehrter Stelle eingesetzte Zeile unklar wurde. Der Sinn des Satzes wird klar, wenn die dritte Zeile der ersten Spalte als neunte Zeile gelesen wird. ** Die Mitteilung von Todesursachen durch Standesbeamte. Die Akten der Standesbeamten enthalten ebenso wie die Kirchenbücher häufiq Angaben über die Todesursachen Verstorbener. Diese Angaben sind aber vielfach insbesondere dann unzuverlässig, wenn ihnen eine ärztliche Bescheinigung nicht zugrunde liegt. Anderseits könnte ihre unbeschränkte Bekanntgabe unter Umständen auch eine Gefährdung der ärztlichen Schweigepflicht bedeuten. Die Standesbeamten werden daher in einem Erlaß des Reichs- und Preußischen Innen- Ministers angewiesen, bei der Mitteilung von Todesursachen an Privatpersonen größte Zurückhal- tung zu üben. Insbesondere würden Mitteilungen an Versicherungsgesellschaften und sonstige Stellen, die sich ihrer im gewerblichen Interesse bedienen wollen, nicht in Frage kommen. Den Nachkomme« oder sonstigen Angehörigen der Verstorbenen seien die Todesursachen nur dann mitzutellen, wenn ein ausreichender Grund für die Bekanntgabe nachge- wiesen werde und nach der Persönlichkeit des An- tragstellers die Gewähr dafür geboten werde, daß er die Angaben nicht mißbräuchlich benutzt. ** Sonntagstarten 3 u r „1. Frankfu r- ter Gast wirte messe". Die vom 21. bis 29. September auf dem Festhallenge ände zu Frankfurt a.M. stattfindende „1. Frankfurter Gastwirts- messe" hat einen sehr nachhaltigen Anklag gefunden. Aus diesem Grunde gibt die Deutsche Reichsbahn während der ganzen Dauer der Ausstellung von allen Bahnhöfen im Umkreis von 100 Kilometer um Frankfurt a. M., sowie von etwa 40 größeren weiter entfernt liegenden Orten Sonntagsrückfahrkarten mit dreitägiger Geltungsdauer aus. Die «arten haben zur Rückfahrt nur Gültigkeit nach Abstempelung durch die Ausstellungsleitung. putz- und Flickstunde bei der: ehrmacht. Ein Bild aus der Gießener Kaserne. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) MU T| I M Wie schlägt das Herz des alten Soldaten, wenn er diese Worte hört! Welch köstliche Erinnerungen an frohverlebte Stunden kehren ihm ins Gedächtnis zurück. „Auch du hast sie mitgemacht, diese Putz- und Flickstunde, haft genäht, gewaschen und geflickt, und am anderen Morgen beim Antreten gebangt und gebebt, ob der strenge Blick des Kompaniefeldwebels, der durch sieben Wände gehen kann, vielleicht ausgerechnet an dir noch ein Fleckchen finden könnte." Ob es auch heute noch so ist, heute, wo das Kleid des Soldaten grau und unempfindlich ist? Betrachten wir also einmal eine Putz- und Flickstunde bei unserer jungen Wehrmacht. Kaum ist der Außendienst des Nachmittags beendet, da kündigt auch schon ein Klingelzeichen oder die schrille Pfeife des Unteroffiziers vom Dienst ihren Beginn an. Einen Augenblick wird es ruhig auf den Fluren. Doch schon hört man den Schritt des von Stube zu Stube gehenden aufsichtshabenden Feldwebels. Gerade hat er die dritte Stube betreten. Der bei feiner Korporalfchaft anwesende Unteroffizier, der Korporalschaftsführer, meldet ordnungsgemäß. Die Tische aneinandergestellt, die Rückseite der Tischplatte nach oben, sitzen die Leute mit einer „Kop- vellange" Abstand nebeneinander. Fleißig reiben die Hände den Wollappen auf dem Koppel hin und her, denn der Herr Oberfeldwebel ist glücklich, wenn er seine sonst so strengen Gesichtszüge im Glanze eines gut geputzten Koppels noch einmal so schön widerspiegeln kann. (Der goldfunkelnde Messingputz der Vorkriegszeit hat einem intensiven Lederputz mit Spiegelglanz Platz machen müssen.) Und so sitzen sie am Tisch, die grauen Kameraden, und glätten, reiben und polieren mit nimmermüden Händen das Lederzeug, jeder von dem gesunden Ehrgeiz getrieben, am andern Morgen der Beste zu fein. Prüfend geht das Auge des Unteroffiziers von Mann zu Mann, ob sie auch alles praktisch und richtig machen. Fast jeder hat sein besonderes Mittelchen. Der eine reibt mit der Kehrseite der „Erdalschachtel". Ein anderer nimmt die Kante seiner Bürste, wieder ein anderer hat sich ein abgerundetes Holz gefertigt. Auch finden wir Koppelglätter, diss kaufbar sind, Koppelwachs und dergleichen. Ist der Lederputz der Ausrüstungsstücke beendet, geht es an den Anzua. Was gibt es hier nicht alles zu flicken. Der lange Christian, dem jede Drillichhose zu eng und zu kurz ist, hat sie natürlich beim Vormittagsdienst wieder zerrissen. Was hilft's? Zu Hause hat ihm die Mutter alles wieder zurechtgeflickt, Jetzt hat er unter der Anleitung feines Korporalschaftsführers in ganz kurzer Zeit gelernt, wie man die Nadel führt. Hinten in der Ecke steht Ludwig und betrachtet sich feine Strümpfe. Der letzte Marsch hatte sie zu sehr mitgenommen. Vier Finger der rechten Hand schauen nun neugierig aus dem Strumpf heraus. Schadet's was? Heran mit dem Stopfei, und schon hebt und senkt sich die Spitze der Stopfnadel. Kein adio • Photo 163 D ■ ■ Seltersweg 67 UM1 Telephon 3170 Herbst um das Dorf. ' Don H. A Weber. H. A. Webers Volksstück „Holzappel^ wird zu Beginn der neuen Spielzeit am Gießener Stadttheater uraufgeführt. Kühe wandeln langsam wie dumpfe Blöcke in nebligen Pferchen, rote grauenvolle stumme Schemen, bis ein stumpfer muhender Ton aus dem dampfenden Rachen strömt. Heber den nahen baumlosen Buckel wehen gespenstische schwarze Bewegungen: gebückte Menschen, die Kartoffeln aus- machen. Em ferner Rus fängt sich in den gefalteten Nebeln. Die roten Beeren der Eberesche liegen wie kleine Pilze am Wege im kurzen ©ras, die Distel, Herbst- blume, schimmert dazwischen. (Binfterreijer und hellglattes Schlehengebüsch kochen im Nebeldampf. Ein ausgefahrener nasser Fleck leuchtet rot im Weg. Hier tritt Eisen zutage. Es sieht aus wie eine Wunde. Quer durch die lastenden Wiesen- führt ein Weg zum Wald. Das Gehen ist hier wie auf Gummi. Peitschenknall springt wie ein Schuß in den Morgen. Aber es ist, als wollte das Land nie mehr erwachen. Herbstzeitlosen stehen mit ihrer weißlick-blauen Kälte zu Hunderten im blassen Gras. Em Bach rauscht auf feiner immerwährenden Fahrt, fern, es kann auch ein naher Wald im Wind fein. Aber es weht kein Wind. Der Wind ist in die Nebel zerronnen wie ein Strom in einen riesigen Sumpf. Der Weg hebt sich zu einer kleinen Brücke. Das Wasser fließt kalt unter dem Steinbogen weg. Schmutziggrau starren die kleinen Rieddschungeln im Bach. Die äußersten sind immer in unberechenbaren Zuckungen bewegt. Ein krummer Stamm verschalt den Widder der kleinen Brücke. Jenseits der Brücke greift ein blitzzerspaltenes Baumgerüst in den Dunst wie eine gichtige Hand. Haselgestrupp taucht plötzlich und verworren auf. Einzelnes Blatt sinkt vom Zweig. Zwei Mäuse spielen am Weghang. Wo oer Bach vom Hügel hinunterstürzt, ist eine Mühle. Seltsam ruhig ist das Haus. Ich gehe quer durch den Hof, meine Schuhe klopfen hart an die Steine, aber niemand läßt sich sehen. Nur aus der Tiefe eines Schuppens sieht mir ein bärtiges Gesicht nach, eben, als ich den Hof verlasse. Der Weg führt am Waldrand vorüber, lehnt sich mrrnchmal schräg an den dichten Tannenstand, sinkt in ein kleines Tal, steigt wieder an, streift an einem tiefen Hang hin, an dessen Fuß sicy Wiesen wellen. Ueberall stößt der gewachsene Fels durch den duftenden Humus. Das Gestein ist schleimig-glatt. Ein Apfelbaum steht am Rain. Ungeerntete Früchte verderben im Gezweig. Durch das verworrene Haar dichter Tannenstände bricht ein Tier. An einer sumpfigen Wiese finde ich Rehspuren. Ein Hirsch orgelt. Der Tag geht in die schwere Melancholie des Abends. Die Sonne treibt greifbar nah und rot im grauen Lee bewegter Nebelsümpfe. Das Bumbooi. Von Hans Friedrich Blunck Es gibt manch unterschiedliche Arten von Booten, die sich im Hamburger Haien herumtreiben. Es gibt Fahrzeuge, die sich tagsüber gründlich abrarfern und zur Vesperzelt ordnungsmäßig vor Anter gehen und Ruhe pflegen. Es gibt aber auch Boote, die tagsüber schläfrig an der Kette liegen, als ginge sie das Leben und Treiben ringsum durchaus nichts an, die erst nachts erwachen, sich in der Richtung auf die Schuten bewegen und vorsichtig Umwege machen, wenn die blinkenden Lichter der Polizei- barfaffe auftauchen. Es gibt schließlich auch Mittels dinge, die weder Kohlen fischen gehn, noch sich wirk- lich abrarfern, tagsüber, in denen aber ein man- bernber Händler sitzt und von Schiff zu Schiff fährt, um feine Ware loszuwerden. Das sind die Bumboote. Klaus Brocks Bumboot war etwas reichlich klein, und man wußte nie recht, wo er all das Mehl, die Rosinen und den Rum verstaute, den er den Schiffen verkaufte oder gelegentlich durch den Zoll brachte. Am wenigsten aber wußte man, wie das Boot seinen Besitzer faßte, denn Klaus Brock ist ein baumlanger Bursche, ber auf jebem Schiff noch eine gute Heuer bekäme, wüßte man nicht, daß er fo erbärmlich trinkt. Aber ein gutmütiger Kerl ist er babei, ber gern alle Späße ber Schiffer über sich ergeben läßt, wohl eine halbe Stunde lang, bis er Plötzlich mit einem Angebot in Rum ober Rosinen kommt und so freundlich und versöhnt dazu nickt, daß den Ewerführem ihr rauhes Herz ob soviel Duldsamkeit schlägt und sie ihm halb freundschaftlich irgend etwas abnehmen. Dann holt Klaus Brock mit tiefernstem Gesicht feine Gewichte, schlenkert die kleine Waage hin und her und zerrt und legt zu, bis der argwöhnischste Schiffer seine Schale schwer herabsinken sieht und zufrieden das Geld aufzählt. Und trotzdem — niemand wußte warum —- man sagte, daß Klaus Brock nicht ganz ehrlich zu Werk ginge, und konnte es ihm auch keiner nachweisen, so munkelte man doch allerlei und war mißtrauisch, wenn das kleine schwerbeladene Boot kam und vom Wrlckruder Klaus Brocks lange, etwas gebückte Gestalt heraufkletterte. Bis fein alloersöhnendes Lachen und das breite Grinsen über die gemütlosen Worte, bie man Ihm entgegenrief, Klaus Brock roieber als bieberen, wackeren alten Bumbootsmann erkennen Hetzen. Peter Kölln behauptete zwar mit Bestimmtheit, er habe an Land einmal nachwiegen lassen und habe bestimmt statt drei Pfund Farbe nur 2% Pfund bekommen. Seitdem mied Klaus Brock Peter Köllns Ewer, wurde ärgerlich, wenn er ihm vor den Steven kam, und konnte fast jähzornig werden, wenn jemand von den 3 Pfund Farbe anfing. Ja, als Karl Jwerfen vom Schlepper „Elbe 9" einmal behaupten wollte, Ihm fei es genau so gegangen, sprang Klaus Brock so wütend auf, um dem andern zu Leibe au gehen» daß er zum erstenmal lieber« gewicht bekam und der Länge nach in die spritzende Elbe fiel. Im übrigen war das Bumboot eine ber beliebtesten Erscheinungen im Hafen. Wenn irgendwo etwas gestohlen war — Klaus Brock wußte Be- scheib. Wenn Kindtaufe war, Klaus Brock kam mit ber Harmonika — gegen gute Gastfreundschaft natürlich! Wenn jemand verkaufen wollte, wenn jemand heiraten mußte, wenn jemand sterben sollte, Klaus Brock wußte Rat. Er wußte die schwierigsten Stücklein mit dem Zoll zu erfinden — wußte die Schankerlaubnis zu regeln, ohne daß die Polizei etwas merkte. Und wenn Sturm im Hafen war ober bas Treibeis kam und kein Mensch vom Ewer herunterkommen konnte — Klaus Brock kam hinüber und brachte Rum und Zucker für die trostlosen Stunden. Das ging auch lange gut, recht lange sogar, fast ZU gut; penn selbst die gleichgültigsten Schiffer sahen etwas ängstlich drein, wenn Klaus Brock, ohne grade nüchtern zu sein, mitten in der Eistrift aufrecht in seinem schaukelnden Kahn stand, mit tiefsinniger Miene tue Gewichte auf bie Waagschale legte, ausschwenkte, mit einem Wrickschlag an die Reling kam und die Ware hinüberreichte. Bls^lhn eines Tages das Schicksal ereilte. Als er Karl Jwerfen, mit dem er sich wieder vertragen hatte, ein gut Teil Bandwerk, Gummi und Zigarren wagemutig hinüberreichen wollte, hob eine Welle den Schlepper hoch, drückte das Heck auf das Bum- boot und duckte es im nächsten Augenblick unter Klaus Brock hatte im nächsten Augenblick die Reling ergriffen und kletterte scheltend und pudelnaß an Bord. Jwersen griff nach dem Bootshaken und stocherte im Wasser, aber vom Bumboot und feiner Last war nichts mehr zu sehen und zu fischen — rein nichts mehr. Nur die Gewichte schwammen nach oben ... Roter Mann und „Steuer Vogel". In der Salzwüste von Utah, einem ber Felsen- qebirgsftaaten von Norbamerika, unternahm' der berühmte eüglische Rennfahrer Sir Malcolm Camp- b e 11 eine Reihe neuer Rekorbversuche, ba er dort die günstigste Rennstrecke ausfinbig gemacht zu haben glaubt. So hat er benn auch schon beim ersten Anhieb seinen Weltrekorb von 445 auf 482,5 Kilometer in der Stunde verbessert. Bei diesem Rennen hatte er eine Zuschauerschaft, wie man sie sich romantischer kaum vorstellen kann. Da das Land weithin Wüste ist und Ackerbau nur mit Hilfe künstlicher Bewässerung ober unter Benutzung des sogenannten Trockenfarmsystem betrieben werden kann, so ist das Land nur dünn besiedelt. Die Kunde von dem Auftauchen eines englischen Rennfahrers mit seinem geheimnisvollen „Blauen Vogel" hatte sich dennoch in Windeseile verbreitet, und von nah und fern kamen in vorsintflutlichen Automobilen, aber auch mit Pferdefuhrwerken und Karren, die Farmer mit ihren Familien herbeigefahren, um sich dies seltene Schauspiel mit anzusehen. Auch die Cowboys von den Viehweiden kamen herbeigerit- ten, in verwegener Tracht, wie wir sie zuweilen noch in Filmen zu sehen bekommen. Die seltensten Gaste aber waren die Nachkommen der Ureinwoh- er selbst, Angehörige des Jndianerstammes, die dem Land seinen Namen gegeben haben. Etwa dreitau- send Indianer leben hier noch in einem ihnen zu- geroiefenen Territorium, und auch sie verschmähten es nicht, Campbells Rekordversuchen beizuwohnen. Wahrend die Cowboys es nicht an ermunternden Zurufen und kritischen Aeußerungen fehlen ließen, sahen die Indianer nicht weniger aufmerksam aber 'm.^Ötzier Gelassenheit dem rasenden Flug des o !?.uen Vogels" über der Salzwüste zu. Seltsamere Zuschauer hat sicherlich noch kein Autorennen gehabt, und es berührt uns eigenartig, daß jene Bewohner ber Einsamkeit Zeugen eines neuen Welt- reforbs wurden. Sicherlich wird der Besuch des unternehmungslustigen Rennfahrers aus England auch nach feiner Rückkehr in den Gesprächen beim Lagerfeuer noch lange eine Rolle spielen. Die aber sicherer Sieger den Platz einem die Die in die diese als knapper verlassen. Den schwersten DfB.-ReichSbahn Gießen. VfB.-R. — Wehlar-Riedergirmes. HAUS-u.KüCHENGERÄTE SPIELWAREN Geöffnet 8,O-18 Uhr, am 25.9. bis ]3K den Vorführungen der Wehrmacht. 16.45: „Goethes Singspiele." Anläßlich der Frankfurter Neuaufführung des Singspiels „Lila", Vortrag von Dr. Ernst L. Stahl. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: Reichs:---- Erfolg kommen werden. 2. Srelsklaffe: Allendorf (Lahn) — Krofdorf Garbenteich — Ebersgöns Lich — Hausen Grüningen — 1900 II. Wißmar — Treis (Lda.) Ehringshausen — Strahebersbach Herborn — Mandeln Katzenfurt — Herbornseelbach Burg-Gemünden — Nieder-Ohmen. Die Jugend tritt erneut in Aktion, und zwar tritt sie morgen nachmittag auf eigenem Platz zum Jugendmannschaftskampf an, zu dem auch der VfB.- Reichsbahn gemeldet hat. litärkonzert. Dazwischen Kurzberichte vom Biwak der Wehrmacht aus der Zeppelinwiese. 21.30: Reichsparteitag der Freiheit 1935: Großer Zapfenstreich vor dem Führer. 22.30: Musik zur „Guten Nacht", Konzert des Funkorchesters. 24 bis 2: Nachtmusik. Gang dürfte wohl bie~ zweite Mannschaft gehen, denn 1846 Gießen verfügt über eine äußerst spieltüchtige und -starke Mannschaft. Die Lollarer müssen die stärkste Aufstellung wäh- len, wenn sie ein ebenbürtiges Spiel liefern wollen. Daß auch die Lollarer II spielen kann, hat sie schon in unzähligen schweren Spielen bewiesen. Die dritte Mannschaft hat in Treis einen ebenbürtigen Gegner. Vielleicht gibt der eigne Platz den Gießener eröffnen die Derbandsspielrunde 1935/36 mit dem Spiel gegen Wetzlar-Niedergirmes. Die Gäste haben sich in den Aufstiegspielen erfolgreich durchgesetzt und sind Neuling in der Bezirksklasse. Diese letztere Tatsache darf die Gießener , „ ielchspar- teitag der Freiheit 1935: Schlußkongreß in der Festhalle. 20.30: Reichsparteitag der Freiheit 1935: Mi- Wenn auch Dornholzhausen schon schöne Erfolge erzielt hat, so wird seine Spielstärke selbst auf eigenem Platz nicht ausreichen, um die zur Zeit in bester Form spielenden Gäste niederzuhalten. — Hörnsheim ist gezwungen, mit Ersatz anzutreten. Die Aussichten sind deshalb sehr gering, einen Sieg zu erringen. — Das Treffen in Niedergirmes sollte nach den schwankenden Leistungen der Gäste bereits entschieden sein. Denn es ist kaum anzunehmen, daß sie auch bei einigermaßen gutem Spiel zu tig. sind. Die 2. Garnitur von Lang-Göns wird in Garbenteich nicht gewinnen können. Interessant versprechen die Begegnung in Münchholzhausen und das Lokaltreffen in Wetzlar zu werden. Ehemann in der übel st en Weise zu- richtete, mißhandelten die übrigen Angeklagten die wehrlose, schwache Frau, stießen ihr gegen die Brust und belegten sie mit den unflätigsten Ausdrücken. In ihren Plädoyers betonten sowohl der Amtsanwalt, als auch der Vertreter der Nebenkläger, daß es unglaublich sei, wie sich die Angeklagten in der heutigen Zeit noch zu benehmen erdreisteten. Es sei schade, daß das Gesetz keine P r ü g e l st r a f e zulasse, die die einzige und gerechte Sühne für ein derartig rohes und verabscheuungswürdiges Verhalten darstelle, wie es die Angeklagten an den Tag gelegt hätten. Das Gericht erkannte gegen Rösser auf 6 Mona t e, gegen Kreiling auf 5 Monate, gegen Leib auf 4 Monate, gegen Eisenhuth auf 3 M o n a t e und gegen die übrigen Angeklagten auf je 1 MonatGefängnis. Trotz der Unbestraft- heit der Angeklagten sah sich das Gericht zu diesem Strafmaß veranlaßt. Die Angeklagten tragen außerdem die Kosten des Verfahrens, einschließlich der der Nebenklage. JRunhfunfproflramm. Sonntag, 15. September. 6 Uhr: Bremer Hafenkonzert an Bord des Weserdampfers „Deutschland". 7.45: Reichsparteitag der Freiheit 1935: Aufmarschappell der SA., SS., des NSKK. in der Luitpold-Arena. 10: Mittaaskonzert. 10.30: Kinderfunk. 11.25: Reichsparteitag der Freiheit 1935: Funkberichte vom Vorbeimarsch der Formationen vor dem Führer auf dem Adolf-Hitler- Platz. 13: Dom Deutschlandsender: Reichssendung: Deutsche Morgenfeier der HI. 14: Chorgesang. 14.55: Reichsparteitag der Freiheit 1935: Vorbeimarsch der SA., SS. und des NSKK. vor dem Führer auf dem Adolf-Hitler-Platz. 16: „Durch die Wälder, durch die Auen ...", beschaulicher und höchst ergötzlicher Sonn- tag-Nachmittags-Spaziergang. 18: Jugendfunk: Mädels im deutschen Wald. 18.30: Mit dem Rundfunk- Uebertragungswagen zum Manöver des Wehrkreises 9 Kassel in Grafenwörth. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Sport. 20: Volksmusik. 20.30: „Karo-König , eine Komödie mit ernstem Hintergrund von Ludwig Metzger. 22.20: Sportspiegel des Sonntags. Montag, 16. September. Albach — Atzbach Dornholzhausen — Dorlar Groh-Rechtenbach — Hörnsheim Wetzlar-Niedergirmes — Garbenheim. Die Atzbacher werden keine Chance haben, Albach zu einem Erfolg zu kommen, zumal sich Einheimischen immer mehr als eine typische „Heim-Mannschaft" erwiesen haben. — In dem zweiten Spiel hat Dorlar die größten Aussichten. Ausschlag. Turn- und Sportgemeinde Rodheim a. d. Bieber. Rodheim I — Wiefeck l. Eine angenehme Ueberraschung bereiteten die Einheimischen ihren Anhängern im Spiel gegen Wieseck. Wieseck wurde allgemein als sicherer Sieger erwartet. Daß man auch gegen einen Neuling mit nur neun Mann schlecht gewinnen kann, dürfte Wieseck zur Genüge erfahren haben. In der ersten Hälfte konnten sich die Gäste noch einigermaßen behaupten und das Spiel offen gestalten. Nach dem Wechsel wurden sie ganz in ihre Hälfte eingeschnürt und konnten sich nur noch auf die Abwehr beschränken. Ergebnis 9:0! Rodheim Jgd. — Launsbach Jgd. 7:1 Das Ältersturnen in Lich. Am morgigen Sonntag feiert der Turnverein Lich das Jubiläum seines 75jährigen Bestehens. Aus diesem Anlaß wurde das diesjährige Treffen der Altersturner dem Turnverein Lich zur Durchführung übertragen. Die Turnbrüder in Lich haben für diesen Tag alles auf das Beste vorbereitet und werden den älteren Turnbrüdern aus dem Kreise 8 (Lahn-Dill) mit samt ihren Familien einige schöne Stunden bereiten. Noch sind sicher allen Altersturnern die schönen Stunden in bester Erinnerung, die im vorigen Jahre die Kameraden in Braunfels vereinigte. So soll es wieder werden! Ein recht zahlreiches Erscheinen zum Alterstreffen im schönen Städtchen Lich wäre für den gastgebenden Verein eine große Freude. günstigen Resultat. Die 2. Mannschaft der Teutonen empfängt ebenfalls zum 1. Verbandsspiel auf eigenem Platze die 1. Mannschaft von Allendorf a. d. Lahn. Heber ben ' Ausgang dieses Treffens ist eine Vorhersage nicht! möglich. Die 2. Elf hätte Aussichten, auch diese Serie gut durchzustehen, doch müßte sie sich weit mehr — und dies besonders jeder Einzelne — schon vom ersten Spiel ab für ein erfolgreiches Beginnen einsetzen. Jugend- und Schülermannschaften beginnen erst am 22. September die Punktspiele. Kreisklasienspiele des Sonntags. Grünberg — Lollar (Kaletsch, Wetzlar); Heuchelheim — 1900 II (Keller, Naunheim); VfBR. II gegen Leihaestern (Zutt, Wetzlar); Stockhausen gegen Leun (Wolf, Allendorf); Burgsolms — Albshausen (Wolf, Bissenberg); Steindorf — Bissenberg II (Koob, Garbenheim); Aßlar — Wetzlar II (Kleemann, Bissenberg); Nauborn — Hermannstein (Böcher, Gießen); Steinberg II — Allendorf (Sack, Heuchelheim); Grüningen — Garbenteich (Offenbacher, Gießen); VfBR. III — Grohen-Linden (Kreiling, Gießen); Tv. 1846 Gießen — Lollar II (Hofmann, Wieseck); Fellingshausen — Krofdorf (Wissemann, Lollar); Launsbach — Wißmar (Grote, Mainzlar); Vetzberg — Alten-Buseck (Gerhardt, Steinbach); Flensungen — Daubringen (Niersbach, Wetzlar); Treis — Lollar III (Hilledrecht, Großen- Buseck); Großen-Buseck II — Grünberg II (Körber, Alten-Buseck); Geilshausen — Rüddingshausen Jugendklasse: Tv. 1846 Gießen — Lang-Göns I. Londorf — Krotdorf Herborn — Dillenburg Katzenfurt — Straßebersbach Lützellinden — Holzheim Garbenteich — Lang-Göns II. Münchholzhausen — Dutenhofen SpD. Wetzlar 05 —- Tv. Wetzlar. Zusammenziehen, nein, richtig gestopft wird! Auch der Ludwig hat's gelernt. Ganz still sitzt Schulze, der sonst so laut ist, am Tisch: „Hätte^ich doch meine Tasche nicht offen gelassen! Diese Arbeit hatte ich mir sparen können" denkt er und emsig befestigt er wieder den Knopf, der ihm heute früh so „bosroib lig" abgetrennt wurde. Müller hat einen schweren Marschstiefel zwischen die Knie geklemmt und versucht, seinen Namen in das harte Leder zu nahen. „Verdammter Stiwwel", brüllt er endlich, „letzt hob ich doch schonn die dritt Rodel abgebroche und $roaa Stich sinn erst drin"! Aber alles Fluchen hilft nichts; Ausdauer läßt auch einem Jnfantenestiefel einen Namen einverleiben. r . So sehen wir jeden bei seiner Beschäftigung. Aus einer Nachbarstube erschallt der Gesang eines echten Soldatenliedes. Denn die Putz- und Flickstunde wird auch gleichzeitig zum Einstudieren der Marschlieder verwandt. Hier kann man sie hören, die alten Wei- |cn, die schon Vater und Großvater in ihrer aktiven Dienstzeit gesungen haben. Auch neuere Marschlieder und besonders die unseres unvergeßlichen Hermann Löns dringen an unser Ohr. So geht langsam die Putz- und Flickstunde ihrem Ende zu. Der klug gewordene Müller III, der gestern nicht glauben wollte, daß ein Kompaniefeldwebel auch einmal zwischen die Patronentaschen schauen kann, überprüft noch einmal ziemlich genau diese verräterische Stelle. Währenddessen schielt schon Friedrich, der ewig Hungrige, mit feuchten Augen nach dem Teller mit den Abendportionen, die mittlerweile der Stubendiensthabende beim Fourier empfangen hat. Nun ist der Dienst beendet, der gemütliche Teil des Tages folgt, der ausklingt in dem Lied: „Soldatenleben, ei, das heißt lustig fein." Feldwebel Burkart 7. Kompanie J.-R. Gießen. Amtsgericht Gießen. In der gestrigen Sitzung hatte sich das Gericht mit neun jungen Burschen zu befassen, deren Benehmen in der heutigen Zeit einzigartig dasteht. Auf der Anklagebank saßen die Angeklagten Rösser, Kreiling, Leib, Eisenhuth, 23o 12, Opper, Hildebrandt, Benner und Haas, sämtlich aus Wieseck. Die Angeklagten besuchten am ersten Osterfeiertag die Badenburg. Nachdem sie dort erheblich dem Alkohol zugesprochen hatten, warfen sie das in ihre Hände fallende Geschirr, wie Gläser, Messer, Gabeln ufro. a uf die Bahngleise. Nachdem sie dadurch erheblichen Sachschaden angerichtet hatten, belästigten sie auf ihrem Wege nach Wieseck friedliche Spaziergänger in der gemeinsten Weise. Als der Anführer der Gesellschaft (Rösser) zwei des Weges kommende Zeugen nach ihrem Herkommen fragte und diese berechtigterweise die Antwort schuldig blieben, schlug er ihn en mit der Faust ins Gesicht. Daraufhin fielen die übrigen Angeklagten ebenfalls über die beiden wehrlosen Leute her. Nachdem diese „Heldentat" vollbracht war, näherte sich ihnen ein Ehepaar, das auf dem Heimweg begriffen war. Als sich der Angeklagte Rösser der nichtsahnenden Ehefrau' unsittlich näherte und ihm der Ehemann selbstverständlich eine Ohrfeige gab, begann ein allgemeiner Angriff auf das Ehepaar. Während ein Teil der Burschen den am Boden liegenden 1. frankfurter 6 aftroirtsmeffe ® frankfurter THeffe VOM 21 - 29 SEPT. 1935 FRANKFURT AM MAIN WW FESTHALLENGELÄNDE VOM 22.-25. SEPT. 1935 Geöffnet'täglich von 10-19 Uhr • Reichsbahn-Sonntagskarten v.- Messe des kaufkräftigen Südwesters ! Fährst,sermc5igunpen cu^erRe^sb^n. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk: Am Waldesrand. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bauernfunk. 12: Schloßkonzert des Niedersächsischen Sinfonieorchesters. 14.15: Mitten im Werktag: Sozial- und Wirtschaftsdienst in bunter Folge. 15.25: Neichsparteitag der Freiheit 1935. Funkbericht von „$G.2eufrmia" Watzenborn-Steinberg U Watzenborn-Steinberg — Frohnhausen. mit zu den besten im Gau zählt und die in der Am morgigen Sonntag beginnen in der Gruppe S°h> der abgegebenen Meldungen ebenfalls an der Gi-ß-n-Dill die Verbands, piele der Bezirk-klaste. Spitze march.-rt.werden die »N-ullnge einen Die Ligamann,chaft der Watzenborn-Steinberger tchw-r-n Stand haben D.e Ergebmffe der letzten Teutonen mutz zum 1. Berbandsfpiel die Reife nach °Uerbmgs b-w-st-n, daß em traffer Unter- Frohnhausen antreten. Die dortige ßigamannfdjaft Web 9ar nid)t besteht und daß auch hier Post- ist als ein äußerst spielstarker und auf eignem «""Stampfe au erwarten stnd. Hoffentlich bch-r- Platze als sehr schwer zu überwindender Gegner ztgen dte Spieler all das, was ihnen au Beginn bekannt. In her vorjährigen Serie erkämpfte sich »orben tft, bann wirb neben dem rem spie- die Platzmannschaft einen ansehnlichen Mittelplatz l-rischen auch der Erfolg der Werbung nicht aus- in der Tabelle. Vergangenen Sonntag nahm die oleiden. Mannschaft an den Turnierspielen auf dem Platz Spiele der vezirksklafse. der Splelvereiniguna 1900 in Gießen teil und he« § och e lh e i m Tv Heuchelheim, wi-q abermals ihr Können Gleich zu Beginn der Runde kommen b-ie beiden 1 trE K 2 7 . ..... ., Neulinge zusammen und es wird deshalb schon in- Die Elf der Teutonen unterschätzt ihren Gegner pressant sein, festzustellen, wer der Stärkste von am kommenden Sonntag nicht und nimmt den ^^n ist. Nach den Ergebnissen der Letztzeit 3u Kampf außerordentkich ernst: doch durste die Mann. t n, möd)te man den Gästen die größeren Sie. ^astsausstellung mit Happel: K. Schmandt Fett; gesaussichten einräumen. Buß, H. Schmandt, E. Burger: Jung, Lang, Fischer, " z; f B. > R. Gießen - Tv. Münchhola- Haas und O. Burger die Gewahr für ein ^ren- k a u'( e n D6 We Nnh,wischen komplett antreten ö0?es^ÄMi>en bieten. Es ist ohne weiteres eine r'önne'n entzieht sich unserer Kenntnis. Soviel be- w-f-ntliche Formoerbesierung der gesamten Els feft- (annt ift die Mannschaft durch Spielerabwan- austellen und so rechnet man - ohne den Gegner bcr 'n 'n Stärke verloren. Aber auch Munch- au unterschätzen - gemessen an dem m den letzten holzhausen hat bis jetzt noch nicht wieder die Form ?nrtre?^nh,CnCliamn^H|1Ch,rU!ma?n?*oHrDOm ergangenen Jahr. Eine Voraussage au tres. Dorragenben Kampfgeist der Mannschaft Mit einem | fßn m^re Der|e^t IMv. — Lützellinden. In der diesjährigen Verbandsrunde, die für die Bezirksklasfe am Sonntag beginnt, trifft der Mtv. auf folgende bekannte Mannschaften: Tv. Lützellinden, Tv. Münchholzhausen, Tv. Hochelheim, Tv. Heuchelheim, Tv. Roth, Tuspo Marburg und VfB.- Reichsbahn Gießen. Man kann wohl mit Recht behaupten, daß die Spielstärke-in dieser Gruppe Ziemlich ausgeglichen ist, und daß es der Mtv. m dieser spielstarken Klasse schwer haben wird, erfolgreich au bestehen. Im ersten Spiel am kommenden Sonntag treffen die Männerturner in Lützellinden auf einen Gegner, den man recht wohl zu den Favoriten für die Meisterschaft zählen darf. Die Gastgeber sind als kampferprobte, technisch sehr gute Mannschaft bekannt, die auf eigenem Platze kaum zu schlagen ist. In Anbetracht dessen wird der Mtv. sich schon in guter Form präsentieren müssen, wenn er ehrenvoll bestehen will. Die Mtver müssen sich unter allen Umständen kämpferisch mehr ! einsetzen, als in der letzten Verbands runde. I. Kreisklasse: Krofdorf, das im vorigen Jahr noch 1. Kreisklasse spielte und jetzt freiwillig abgestiegen ist, wird alle Mühe haben, in Allendorf zu Sieg und Punkten zu kommen. Wenn die Platzbesitzer alle Register ihres Könnens anziehen, sollte es sogar zu einem ausgeglichenen Kampf kommen, der vielleicht durch den Vorteil des eigenen Platzes entschieden wird. — Ebersgöns besitzt noch nicht die Erfahrung, um in Garbenteich viel zu ernten. Wir rechnen mit einem sicheren Sieg der Gastgeber. — Lich sollte auf eigenem Platz wohl in der Lage sein, die Oberhand zu behalten, zumal die Gäste in ihren Leistungen etwas zurückgegangen sind. — Grüningen wird, wenn 1900 in stärkster Aufstellung antritt, selbst auf eigenem Platz um eine Niederlage nicht herumkommen. — Wißmar sollte in der Lage sein, auf eigenem Platz gegen die Treiser, die erstmalig wieder mitwirken, zu gewinnen. Die Platzbesitzer werden aber gut daran tun, die Gäste nicht zu unterschätzen. — Ehringshausen gegen Straßebersbach ist eine Begegnung, über die wenig gesagt werden kann. Beide Mannschaften sollten ziemlich gleichstark sein. Auch Herborn gegen Mandeln wird einen ausgeglichenen Kampf sehen, während Katzenfurt den Gästen aus Herbornseelbach haushoch überlegen ist. Nieder- Ohmen hat in Burg-Gemünden wenig zu bestellen. Die beiden Reserven von Hochelheim — Heuchelheim spielen vor den 1. Mannschaften beider Vereine. Eine Voraussage ist schlecht zu geben, da über Spielstärke wenig bekannt ist. Jugend der 1846er ist neu zusammenaestellt. Sie wird deshalb gegen die zur Zeit wohl spielstärkste Jugend des Kreises — die 1. von Lang- Göns — wenig ausrichten können. — Krofdorf hat in Londorf Aussichten, Herborn sollte auf eigenem Platz zu einem Erfolg kommen, ebenso auch Katzenfurt. Lützellinden — Holzheim ist wieder offen, zu- mal beide Mannschaften sich vollkommen gleichwer- Sportverein 1920 Lollar. Der morgige Sonntag sieht alle drei akttven Mannschaften des Vereins auswärts. Die erste Mannschaft spielt in Grünberg. Die Spielstärke der Grünberger ist zur Genüge bekannt. Daß die Lollarer mit allem Ernst bei der Sache sein müssen, wenn sie keine Enttäuschung erleben man. Immerhin dürfte, wenn Lollar reift nach Grünberg und sollte sich den „ . , _..M_____ Sieg sichern können. Heuchelheim hat bewiesen, daß aber nicht zu einer Unterschätzung des Gegners die Mannschaft wieder im Kommen ist. 1900 II verleiten. Das Pokalturnier der Spielvereinigung wird hier vor eine schwere Aufgabe gestellt. Leih- 1900 war eine geeignete Gelegenheit, sich von der gestern spielt in Gießen gegen DfB.-Reichsbahn II. Spielstärke der Niedergirmeser zu überzeugen. Die Beide Partner sind gleichwertig. Allendorf trifft auf dort gezeigten Leistungen der Gäste lassen sie als Steinberg II. Allendorf hat ein kleines Plus. In beachtliche Gegner erscheinen. Die Gäste spielen Grüningen steigt das Spiel Grüningen gegen ©ar» einen auf Erfolg eingestellten zweckmäßigen Fuß- benteich. Garbenteich sollte einen knappen Sieg er- ball und verfügen über die nötige Härte und ringen können. Man ist gespannt, wie sich die Durchschlagskraft. Die Gießener Mannschaft hat Mannschaft des Tv. 1846 Gießen gegen Lollar II nach der Sperre eine stark verbesserte Mannschafts- anläßt; ein Sieg liegt durchaus im Bereich der form gezeigt. Sie wird in stärkster Aufstellung Möglichkeit. Krofdorf versagte am vergangenen antreten müssen, wenn sie sich vor einer lieber- Sonntag und wird gegen Fellingshausen zu be« raschung sichern will. Man erwartet einen span- weisen haben, ob die Niederlage Zufall war oder nenden Kampf. Die Gießener sollten einen knap- nicht. Vetzberg erwartet Alten-Buseck. Die Gastgeber pen Sieg erringen. sollten zu einem knappen Sieg kommen. Flensungen VfB.-R. II — Leihgestern L und Daubringen stehen gleichstark im Feld. Treis In diesem Spiel müssen die Gießener alles auf- empfängt Lollar III und dürfte das Spiel gewinnen. bieten, um die Scharte des Dorsonntags auszu- T)rei 1 QOOCt wehen. Die Gäste Haden ihre Mannschaft stark ... verjüngt und sollten sich der größeren Routine der für VU>rOl)CnCtt rCprdfCtltütlv. Platzbesitzer beugen müssen. Auch in technischer morgigen Leichtathletik-Gaukampf Südwest Beziehung dürften die Hiesigen den Gästen ein (@au XIII) gegen Nordhessen (Gau XII) wirken in Plus voraushaben. der Nordhessen-Mannschaft folgende Mitglieder der VfB.-R. III — Grohen-Linden I. Spieloereinigung 1900 mit: Feldwebel O. Gugel, Die Gäste haben in der letzten Zeit beachtliche H. Jung und A. Kilo. Die einzelnen Disziplinen Ergebnisse erzielt, die sie als starken Gegner er- werden von je zwei Vertretern der beiden Gaue bescheinen lassen. Trotzdem erwartet man die Gast- stritten. So stehen im Diskuswerfen den beiden geber als knappen Sieger, zumal sie den Vorteil 1900em Kilo und Feldwebel Gugel der deutsche des eigenen Platzes haben. Meister 1935 dieser Konkurrenz, Lampert (DSC. VfV.-ri. I. Jugend — Sportverein Wetzlar Saarbrücken), und Junker (Stadtsportv. Frank- I. Jugend. furt) gegenüber. Lampert, der in diesem Jahre Beide Mannschaften treffen in einem Gesell- schon die 50-Meter-Grenze überworfen hat, ist in schaftsspiel auseinander. Man darf gespannt sein, Mainz so klarer Favorit, daß Kilo sich lediglich wie d!e neu zusammengestellten Mannschaften sich wird darauf beschranken muffen, den Abstand nicht in diesem Spiele behaupten. allzu groß werden zu lassen. Feldwebel Gugel, der , v durch seine Knieverletzung noch nicht wieder an ©ptcfocrtlttiguttg 1900 Gießen. seine vorjährige Form hat anknüpfen können, wird Erste« Verbandslviel in Sinn Junker nicht so ohne weiteres abschütteln können. , 7 « , « „ • . Im Kugelstoßen, wo Gugel ebensolls störtet, wird Dos erste V-rb°nd-lpi°l der B-airkskl°st° tn berk. .^ ähnliches Bild -rgeben. Mit Lampert wird Gruppe Gießen suhrt die Mannschaft der Spie - (n ^ster Linie Luh (BfS.-’R.) auseinan- Vereinigung ism nach Sinn, Die Els der Spiel, ijmufetien haben. Bei den Stabhochspringern ver- vere,Tilgung, die bisher in den Verbandsspielen stets H, Jung (1900) und Werner (W-ilmun. nur knapp um den Sieg der Klasse kam, wird dies- k^r) di- nordhessischen Farben, Beiden wird es mal gut tun, von Anfang an die Spie - ernstjuU ' „ llber den alten Kämpen Reeg au nehmen und die Punkte nicht ohne Not vergeben. L ” In Sinn braucht nicht verloren zu werden. Die w - .. SSsBsB Start der Kreisktaffe des Fachamts Handball, Wenn auch das Ergebnis sehr hoch ausfallen wird, Arn kommenden Sonntag beginnen die alljähr- denn die Gastgeber verstehen zu kämpfen, fo sollte ljchen Verbandsspiele, die in diesem Jahre eine man doch mit einem Erfolg der Gießener Elf rech- ausgezeichnete Besekung erfahren haben. Nicht nur nen dürfen. rein zahlenmäßig, sondern auch in Bezug auf die 1900 bestreitet das erste Verbandsspiel mit der Spielstärke der einzelnen Mannschaften ist ein Mannschaft: Schmidt; Zeiler, Lippert; Mank, Langs- ganz beachtliches Plus festzustellen. Das trifft bedarf, Glitsch; Wilhelmi, Koch, Birkenbiel, Jäger und sonders für die erste Kreisklasse zu, die, erstmalig Heilmann Leider fehlt Schmelz in der Mannschaft, einer Staffel zusammengefaßt, eine Besetzung der ihr sicherlich im Sturm zu etwas mehr Durch- erfahren hat, wie nie zuvor. In der Spielstärke der schlagskraft veryolsen hätte. Der Erfolg müßte aber einzelnen Mannschaften ist hier kaum ein Unter» auch so zu erzielen sein. t schied festzustellen, so daß also mit äußerst erbtt- Die zweite Mannschaft der Spielvereinigung tritt terten Kämpfen gerechnet werden muß. Aber auch in Heuchelheim zum Verbandsspiel an. d-ie einzelnen Staffeln der zweiten Kreisklasse sind wollen, das weiß , , . die Lollarer erste Mannschaft einigermaßen komplett antritt, nach den bisyer gezeigten Leistungen (Heyer, Treis); Burgsolms II — Niedergirmes II (ßittb, Wetzlar); Oberyhorf — Waldgirmes (Scharf, Wetzlar); Spfr. Wetzlar II — Spfr. Wetzlar III (Dörr, Werdorf); Aßlar II — Wetzlar III (Knapp, Werdorf). Oberheffen Kirchliche Nachrichten m oer naßeren umgeuung ungcuuui tuuiuc, |uu . abgenommen, gelagert und anschließend geriffelt werden. Für weiter entfernt liegende Orte werdens Ludwig Bräuning, Landwirt Lindenstruth, den 13. September 1935. 5242 D 5196 A 13903 Titglich und zum Bauen Zu haben In den Fachgeschäften. ^IESSEM-HINDENdukdiWU-jq 52.6 A dzTisf Vieh FLIESSEN BRAND-PLATZ früher Brückl ____________5088 D I 5088 'TEXTILHAUSj «WM Crepe-Relief, Taft-Schotten, MfelewerkeA.G. Gütersloh/Wesifalen Crepe-Faille, Taft-Changeant, Lassen Sie Ihre Photos vom letzten Sommer doch mal ver großem I — Das gibt herrliche Bilder und sie sind ja so-o-o billig! Sie werden über die Wirkung des vergröberten Bildes sehr erfreut sein. Fragen Sie dieser- halb Ihren Photo-Fachmann Ihre Geschäfts- Drucksachen •teilen dleVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen. 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September, um 2.30 Uhr in Lindenstruth statt. die sich mott und elend fühlen« keinen Appetit hoben, on nett vösen Kopfschmerzen leidenz nachts nicht schlafen können, soH len als Nervenkräftigungsmittel dfe Doppelherz nehmen. ^F^uVEs macht die Nervet* wwtl widerstandsfähig und erhält sie gesund. Flaschen zu L95 RM, 3,70 RM und 4,65 RM, Doppelterz-Dragees 1,50 RM* Zu haben in nachstehenden Dro Serien: C. Seibel, Frankfurter Str. 0. Winterhoff, Kreuzplatz 9/10.. Grttnberg: Karl Schott u. sämt! Filialen. Latibach: Solms-Lau bacher Drogerie Karl Klais. y*v Todesanzeige. Heute mittag entschlief nach langem Leiden in der Klinik zu Gießen im Alter von 71 Jahren unser lieber Vater Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ernst Bräuning. Preußen. Schießübungen bei Ebersgöns. * Wetzlar, 14. Sept. Arn 16., 17. und 18. September täglich von 7.30 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr finden in der Nähe von Ebers gons Schießübungen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist das Gelände südlich Ebersgöns, südlich Oberkleen und ostwärts von Kleeberg. Die Straßen Ebersgöns—Kleeberg und Ebersgöns- Hausen, letztere soweit der Kreis Wetzlar in Frage kommt, werden an diesen Tagen für jeglichen Der- kehr polizeilich gesperrt. Das gefährdete Gelände wird durch Posten abgesperrt und muß eine Stunde vor Beginn bis eine Stunde nach Beendigung des Schießens von jedem Verkehr freibleiben. Die Bevölkerung wird daraus hingewiesen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat. Gefängnis wegen Hühnermißhandlung LPD. Wetzlar, 13. Sept. In dem Kreisvrt Frankenbach hatte ein älterer Einwohner Streit mit einem Nachbarn, weil dessen Hühner in seinem Grundstück herumstreiften. Um die Hühner zu vertreiben, warf er mit Steinen nach dem Federvieh und verletzte mehrere Tiere. Außerdem streute er giftiges Futter aus, so daß eine Anzahl Hühner verendete. Nun hatte sich der Hühner- feind wegen Tierquälerei vor Gericht zu ver- | antworten, das ihn zu 3 Wochen Gefängnis verurteilte. Bekanntmachung. Die nächsten Viehmärkte finden statt: Dienstag, den 17. September 1935: Rindvieh- (Nuhvieh) THarft; Auftriebszeit von 7 bis 8 Uhr vormittags; 5202C Mittwoch, den 18. September 1935: Schweinemarkt: Austriebszeit von 8 bis 9 Uhr vor- MgettitipleM Ludwig Kohlermann IV. Inh.: L. Heiderich, Bleichstraße A Daselbst kann auch gekeltert werdet ttflhmnifhinp RM. ns - gegen Barzahlung. IllilJIllUlUJIUv Weltmarke, fabrikneu, volle Gar., Sud) (Ulf Teilzalil., wöchcntt. Mk. 1.50 mit entfvr uffchlag. 1. Rate Oktober, Lieferung sofort frei Haus ohne Anzahlung. Altmaschine in Zahlung. 03872 A. Düll Seltersweg 55, Seitenbau (toof) Bohnerwadis lose, la Qualität, weiß, orange, braun ’/2 Pfund 25 Pfennig Paul Läufer, Gleisen Wagengasse (Nähe Marktplatz) — Ruf 202S 5247 Photo - Kino Kreuzplatz 9 Annahmestellen an Bahnstationen eingerichtet. Die Lagerräume fassen etwa 2000 Zentner Flachs. Kreis Friedberg. LPD. Vilbel, 13. Sept." Auf der Fahrt von Frankfurt nach Vilbel wurde der Arbeiter D a h - mer unweit der Kiesgrube bei Vilbel mit seinem Fahrrad von einem Auto erfaßt, zu Boden geschleudert und schwer verletzt. Er mutzte [ns Krankenhaus eingeliefert werden, wo er bald darauf verstarb. Kreis Schotten. (D Schotten, 13. Sept. Auf Veranlassung der hiesigen Ortsgruppe des Evangelischen B u n- d e s sprach der Generalsekretär des Evangelischen Bundes Pfarrer Thiel aus Berlin m der hiesigen Stadtkirche über das Thema „Der Protestantismus im Ringen um Heimat, Familie und Glauben". An Hand zahlreicher Beispiele charakterisierte der Redner das Wirken des politischen Katholizismus in der verflossenen Systemzeit und seine Versuche, auch in der Gegenwart auf die alte Linie zurückzufinden und stellte demgegenüber die positive Arbeit des Protestantismus mit feiner hohen Wertung der ewigen Güter Heimat und Vaterland, Ehe und Familie und Glaube. Dekan Widmann hatte- Gruß- und Schlußwort übernommen. «inen Monat Gefängnis und ein MA). !än zu einer Woche Sesängnis verurteilt. Kreis Wetzlar. ♦ Dutenhofen. 14. Sept. Das 9 Jahre alte Söhnchen des Landwirts Fritz H a h n ethtt bet einem unqlücklichen Sturz einen Unterschenkel- brud). Der bedauernswerte Junge wurde in bie Klinik nach Meßen gebracht. Süßer Apfelmost ab Montag täglich frisch Kelterei Schäfer Bleichstraße 8. 5845D Auszeichnung der 7IGKK. Lich durch Korpsführer Hühnlein. )) Lich, 13. Sept. Der Führer des Nationalsozialistischen Kraftfahrerkorps, Korpsführer Hühnlein, hat durch eine Verfügung vorn 1. September dieses Jahres dem Motorsturm 5/M147 in Lich in Anerkennung der Pflichttreue und seiner Leistungen ein Motorrad (NSU.-Maschine) verliehen. Der Motorsturm 5/M 147 ist der einzige Sturm der Motorstandarte 147, dem diese Auszeichnung zuteil wurde. Fahnenflüchtiger beantragt Ehrenkreuz Der Landespressedienst berichtet: Eine Dreistigkeit, die beispiellos dasteht, leistete sich der Jude Julius Schirling in Geilshausen. Als einer der ersten beantragte er die Verleihung des Ehrenkreuzes für Kriegsteilnehmer. Es stellte sich bei genauer Nachprüfung heraus, daß Schirling im August 1917 an der französischen Front zum Feind übergelaufen war und deswegen vom Kriegsgericht für fahnenflüchtig erklärt wurde. Nach dem Zusammenbruch wurde er amnestiert. Trotzdem besaß der Jude die Frechheit, das Kriegs el)renkreuz zu beantragen, was nun nach 'Bekanntwerden dieser Tatsachen selbstverständlich abgelehnt wurde. Landkreis Gießen. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 15. September. 13. nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Propst Knodt; zugleich Schluß-Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30: Studienrat Dr. Unverzagt; 11: Kinderkirche für die Markusgemeink, Studienrat Dr. Unverzagt. — Iohannesttrche. 8. Pfarrer Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neu- konfirmierten der Johannesgememde; 9.30: Millionär Walther; 11: Kinderkirche für die Lu as- gemeinde, Missionar Walther; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrer Müller. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30; 10.45: Kinderklrche für die Luthergemeinde. — Petmskapelle. 9.30: Pfarrer Trapp; im Anschluß Schluß-Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde. 5<101 oer Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde, Pfarrer Ausfeld. — Wieseck. 9.30: Gottesdienst. — Alten-Vuseck. 10.30: Gottesdienst — Al- bach. 13: Gottesdienst, Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesdienst und Christenlehre. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Christenlehre; ^-^Gottesdienst aus Anlaß der Herbsttagung des Kretsver- bandes der Eoangel. Frauenhilfe, Pfarrer Dr. Hey- mann (Langsdorf), Kollekte; 16: Nachfeier in der Kirche, Kollekte. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre fjir die weibliche Jugend. — Daub- ringen. 20.15: Gottesdienst. — Lollar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 9: Eröffnungsgottesdienst für den Konfirmanden-Unterricht, Kollekte; anschließend Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10: Gottesdienst mit Christenlehre. — Garbenteich. 10: Gottesdienst; anschließend hl. Abendmahl. — hausen. 13: Gottesdienst, anschließend hl. Abendmahl. — Lich. 8: Stiftspfarrer Naumann; 9.30: Stiftspfarrer Kahn, Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst. — Nieder-Vessingen. 9.30: Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 8.45: Jugend-Gottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — INünzenberg. 10.30: Gottesdienst mit Kollekte; 13: Christenlehre; 14: Traugottesdienst mit Kollekte; 21: Frauenabend. — Trais - Alünzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Kollekte und Christenlehre. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst; 20.30: Frauenhilfe. — Langd. 10: Gottesdienst und Kindergottesdienst. — wirberg. 10: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Beltershain. 12.30: Gottesdienst, anschließend Christenlehre und Kollekte. — Kirtorf. 11.15: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienft. — Ober-Gleen. 9: Kinder- gottesdienst; 10: Hauptgottesdienst. illlllllllllllllllHIIIIIIIIII Bollsfflmlime Mut- EenWsl iir reichbebilderten, leichwerständl. 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Das Fest der Goldenen Hochzeit begingen heute die Eheleute Ludwig Seipp VII. in bester Gesundheit. 21m Donnerstag gegen 18.30 Uhr nahm die m o t o r i - fierte S t r a ß e n p o l i z e i zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit am Ausgang nach Kirchberg zu eine Kontrolle des um diese Zeit recht starken Verkehrs vor. Dabei mußte wieder festgestellt werden, daß die polizeilichen Vorschriften, besonders hinsichtlich des Rückstrahlers, der meist falsch angebracht war oder ganz fehlte, keine Beachtung finden. — In Kirchberg fand die feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts statt. Die Zahl der diesjährigen Konfirmanden aus den Gemeinden Lollar, Daubringen, Mainzlar, Staufenberg und Ruttershausen beträgt insgesamt 104 (54 Knaben und 50 Mädchen). Es ist feftzustellen, daß sämtliche Knaben und nahezu alle Mädchen der nationalsozialistischen Jugend angehören. * Geilshausen, 14. Sept. Der etwa 30 Jahre alte Arbeiter Wilhelm Scho mb er von hier erlitt bei seiner Arbeit eine schwere Handverletzung und mußte zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden * Bellersheim, 14. Sept. Ein Nebenbau der früheren Chemischen Fabrik wurde von der Bäuerlichen Hauptgenossenschaft „Rhein-Main- Neckar" zu dem Zweck erworben, ihn als Lagerraum für den im Rahmen der Erzeugungsschlacht angebauten F l a ch s zu verwenden. Der Flachs, der in der näheren Umgebung angebaut wurde, soll hier ine reichhaltige Auswahl in schönen, modischen Herbst-Stoffen wie Bouclä-Diagonal, Cotelö-Romain, Cloque Das führende Möbelhaus bringt für jeden Geschmack formvollendete Modelle in allen Preislagen Eigene Werkstätte für Polsterei Meine 10 Schaufenster sind abends beleuchtet I Optiker Biedenkopf Schulstraße 5 03890 das Spezialgeschäft für Aupen-Optik Lieferant aller Krankenkassen. 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Evangelische Stadtmission (Loberstrahe 14). Sonntag, den 15. September. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 20.30: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, den 18. September. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Reuapostolische Gemeinden Gießen. Händelstraße 1 — Ederstraße 13. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, 18. September. 20.30 Uhr: Gottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, 14. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 15. September. 14. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht mit Segen. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 10: Hychamt mit Predigt; 14.30: Vortrag und Andacht. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.15: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, 18. September. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. veffentticher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringend«, Notfällen Telefon 01. w , Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Seit« ^Ha^üptpostankt: Beschränkter Schalterdienst 8 obtp’oflamt: Für Schließfachabholer f bis 13 Uhr. ~ , r Ae/xn Sanitätskolonne: Telefon 2500. 21 erste: Sanitätsrat Dr. Schliephake, Dr. Neu- mann-Spengel. Zahnarzt: Dr. Breuning. Apotheke: Engel-Apotheke. Zurück. 5224 D Vermählungs-Anzeigen , - .....- - liefert Brühl'sche Druckerei 'IlllllllUIIIIIIUIIIIIimilllilllüllllliliiililllllliiiliü HAU5 DER GUTENj Qualitäten 3\ tssolutr W.v* “ EM , ' > > ^nS'.., ? - r MI. A W; ,. FDW ' / <•< . ’■ 1 ■---- * ”?*» 'z ._.. "w^ - fisTkraff Resser. " R | I Ft. 215 vieüer Blatt Giehener Anzeiger lGeneral-Anzetger für Oberhejftn» achlichkeit und Romantik an Gießener Tankstellen. Kraftfahrer und sein Auto. — Tankftellenleiter erzählen.-Lu der Reparaturwerkstatt. 8am§tag,i4.§eptrmber 1955 n Der gleichartige, mehr oder weniger umfangreiche Betrieb an unseren Gießener Tankstellen bietet sich, (Aufnahmen [7]: Neuner, Gießener Anzeiger.) für des Zum Lob der Frauen aber läßt sich sagen, daß sie meist gar keine schlechte Fahrerinnen sind, daß sie es auch nicht so eilig haben wie die Männer und auch ruhig und sicher zu steuern vermögen. Ein schönes Auto und eine schöne Frau sind aber häufig nur durch den weiblichen Wunsch zur ästhetischen Harmonie miteinander verbunden, weniger durch sachliche Notwendigkeiten. Ganz abgesehen davon, daß es natürlich auch Frauen gibt, die sich im Erwerbsleben des Autos bedienen müssen. Kraftfahrzeug - Reparaturwerkstätten gibt es in unserer Stadt ebenfalls eine stattliche Anzahl. Sie aufzuzählen erscheint an dieser Stelle wohl unnötig. Erwähnenswert ist aber, daß sich darunter Betriebe befinden, die über 20 bzw. über 40 Arbeitskräfte dauernd beschäftigen können. Auch hier fährt ein Wagen nach dem andern vor. Oft ist der Mangel in Minuten beseitigt, und der Fahrer braucht sich nicht in Ungeduld zu verzehren. Aus einem anderen Wagen aber muß vielleicht der ganze Motor herausgenommen und überholt werden. Wenn man in eine dieser Werkstätten kommt, wird man oft einen oder mehrere der Mechaniker auf dem Bauche oder auf dem Rücken liegend unter den Fahrgestellen vorfinden. Andere sind angelegentlich mit dem Motor beschäftigt. Hier hat einer zu feilen, zu prüfen und wieder zu feilen, dort ist ein anderer damit beschäftigt, auseinandergenommene und gereinigte Teile wieder zusammenzufügen. Die Tätigkeit ist ungemein vielseitig. Bei dieser Gelegenheit sei besonders erwähnt, daß der in der Reparaturwerkstätte tätige Mechaniker über ein grundsolides handwerkliches Können verfügen muß. Mit Montage allein wäre hier nichts getan. Darüber herrschen in weiten Kreisen der Bevölkerung häufig falsche Vorstellungen. Daß in den Dienststellen großer Automobilfabriken umfangreiche Ersatzteillager unterhalten werden, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Zu den größeren Reparaturwerkstätten gehört in jedem Falle auch der Abschleppdienst. Verschiedene Gießener Firmen sind damit ausgerüstet. Es handelt sich dabei in der Hauptsache um einen stets startbereiten Spezialwagen, der mit viel Werkzeugen, insbesondere mit Hebewerkzeugen, ausgerüstet ist und mit dessen Hilfe der verunglückte Wagen von der Straße rasch zur Werkstätte gebracht werden kann. Es versteht sich fast von selbst, daß in den modernen Kraftfahrzeug-Reparaturwerkstätten eine Arbeit geleistet wird, die in hohem Maße, wenn auch indirekt, der Verkehrssicherheit dient. Mit Hilfe von raffinierten optischen und mechanischen Prüfgeräten werden Differenzen von tausendstel Millimeter festgestellt und behoben, Betriebsstoffverbrauche geprüft und reguliert, Zündkerzen auf ihre Leistung nachgesehen und dergleichen mehr. Aber neben all den großen und zuverlässigen Hilfsmitteln, die die Technik diesem Gewerbe an die Hand gibt, bedarf es immer wieder der auch hier unersetzlichen empfindsamen, mit Fingerspitzengefühl begabten menschlichen Hand, wenn es gilt, Schäden kaum merkbarer Art zu beheben. An Tankstellen und in vielen Werkstätten schaffen in diesem Geiste und in herzlicher Verbundenheit mit der Sache, mit oft erstaunlicher Hingabe an das Werk auch in unserer Stadt viele Hände. Manchem dieser Helfer des Autofahrers, der in schlichtem, ölbefleckten Arbeitsanzug seiner Pflicht nachgeht, ist seine Arbeit fast ein Sport. Sie alle sind auf ihre Art Helfer an der Erhaltung von Volksvermögen und somit Diener an der Volksgemeinschaft. Hinter den Hunderttausenden von Fahrzeugen, die die Straßen der Städte und die Landstraßen beleben, steht wie eine Garde das Heer der Fachleute, die ihr Teil dazu beitragen, dem Auto seine überragende Bedeutung im Verkehrswesen zu gewährleisten. t*r Kraftfahrer, das Auto und die Tankstelle sinh ein Dreiklang der Gegenwart, eine sinn- und ^ckoerbundene Gemeinschaft, eine Verbindung roh Geist und Materie, des Lebens und der Bewe- « uri, und des Dienstes an den Menschen und an Iler Dingen. Es soll hier nicht von der Geschichte ÜierÄutos gesprochen werden, die ja viele Volks- -lenssen bewußt erlebt haben, wohl aber von den j'akn Verhältnissen zwischen Kraftfahrer und Auto, *:cn2fahrer und Tankstelle, Auto und Reparatur- refftatt usw Bei näherem Zusehen merkt, man l\s illf einmal, daß das Auto gar keine so sehr jiftiüche, oder kühl-moderne Angelegenheit ist, son- Fen ein Ding, dem man sehr wohl Empfindungen i.ni Zustände andichten kann, das seine Bedingt- j eil n und Gesetze hat, ja beseelte Materie ist. Man iiu nur einmal mit einem der Männer sprechen, Ti« m Dienste des Autos und ihrer Kunden stehen, -!ie äglich mit Fahrzeugen umgehen, die Erfahrun- । er mit dem Auto und ihren Besitzern in sich ver- iifcen und zu erzählen wissen. Aus der Wechsel- I ez hung des Menschen zum Kraftfahrzeug er» «ebln sich die verschiedenartigsten Betrachtungen. ♦ steckt. Und jeder Kraftfahrer, der Betriebsstoff haben will, wird mit ruhiger Selbstverständlichkeit gewandt und rasch bedient. Dabei wird von den aufmerksamen Leuten an der Tankstelle nicht nur Benzin nachgefüllt und das Geld kassiert, der Kunde soll vielmehr auch wissen, daß man sich ernsthaft um den Wagen bekümmert. Da wird rasch der Luftdruck in den Reifen geprüft und die Luft ergänzt, der Wasserstand im Kühler nachgesehen, die Schutzscheibe gereinigt und was dergleichen Aufmerksamkeiten mehr sind. Links oben: Deien und Luftpumpen, Arbeiten für den Lehrling. — Rechts oben: An einer Gießener Tankstelle. — Mitte links: Der Abschleppdienst, eine wichtige Aufgabe der Reparatur - Werkstätten. — Mitte rechts: Ein Privatkraftwagen auf der Hebebühne. Leichtere Arbeit am Fahrgestell. — Links: Bei der Arbeit an einem schweren Lastkraftwagenmotor. — Unten links: Hier . scheint ein ganz besonders schwieriger Fall vorzuliegen. — Unten rechts: Charakteristikum der Tankstelle: Betriebsstoff-Pumpen und Delflaschen- Batterien. — Autofahrer ist nun einmal, so hören wir i:erfl)iebene Inhaber unserer Gießener Tankstellen i.ni Reparaturwerkstätten sagen, ein Mensch von I esinderer Art. Eines der hervortretendsten Kenn- (- eiten ist es, daß er nie Zeit hat. Es eilt beis inr schlechterdings immer. Dabei ist auffällig,, las die Autofahrer, deren Wagen die höchsten Ki- I)N tergeschwindigkeiten hergeben, es am allereilig- sier haben. Es wäre vielleicht einmal eine Doktor- rrbi t, die Frage zu untersuchen, warum die Menschen r iWiTer Zeit bei allem Zeitgewinn durch die Ge- s chll ndigkeit ihrer Fahrzeuge doch immer weniger jeii haben. Wie unerträglich ist es dem Kraftfah- ier,nDenn der Wagen einmal bockt oder gar streikt, iiirni der Schaden nicht an Ort und Stelle behoben 'ritten kann, wenn gar der Wagen abgeschleppt Ott en muß und in die Reparaturwerkstatt wan- llcri Da ist es dann dem Handwerker des einschlä- L|||n Gewerbes das tägliche Bild, daß der Wagen- a (jeftier nicht von seinem Fahrzeug weicht, von einem 1 M auf den anderen tritt und drängelt. Aber riet Mechaniker darf sich dadurch nicht aus der Ruhe hlirnen lassen. Manche Autobesitzer sind miß- t|ai sch und bleiben beim Wagen, vielleicht well j)ier nimmt die Frankfurter Straße den ersten Platz ein. Der Verkehr ist dort sehr erheblich, und es ist keine Seltenheit, daß eine der dortigen Tankstellen allein im Laufe eines Tages von etwa 120 Fahrzeugen in Anspruch genommen wird. In den Reparaturwerkstätten an den Ausfallstraßen gehen täglich oft bis zu 35 Wagen durch. Wagen um Wagen fährt vor. äetzt der rassige Sportzweisitzer, dann der schwere Lastkraftwagen, hier ein Fahrzeug älteren Datums, dicht dahinter die elegante, moderne deutsche Limousine, oder das schwere amerikanische Tourencar. Motorradfahrer schnurren heran, tanken einige Liter Benzin und brausen wieder ab. Wie oft gibt es hier schnittige Formen und feine Farben zu sehen, wie oft kann man die saubere deutsche Werkmannsarbeit bewundern, die in den Wagen Die großen Tankstellen sind recht universell und praktisch eingerichtet. Verschiedentlich findet man die großen hydraulischen Hebegeräte für Leistungen von 3000 und mehr Kilogramm, mit denen die Wagen leicht und rasch emporgehoben und so besser behandelt werden können. Die mit der Hand betriebene Luftpumpe kennt man kaum mehr; gereinigt wird mit einem starken Wasserstrahl oder mit Del unter starkem Druck. Die Betriebsstoffmengen, die den Tankstellen zur Verfügung stehen, sind gegen Blitz- und Feuersgefahr in jeder Hinsicht gesichert in großen Tanks unter der Erdoberfläche untergebracht. Tanks von 3000 bis 5000 Liter Inhalt sind keine Seltenheit. Eine der Gießener Tankstellen hat Tanks von 15 000 Liter Fassungsvermögen zur Verfügung. fie fürchten, er könnte zur Seite gestellt und erst s insbesondere an den größeren Tankstellen und Werkstätten, wie ein Kaleidoskop dar. Tankstellen pfle- später repariert werden. | huhch, umc «m Viele Fahrer haben, so hörten wir weiter, ein cm meist an den Ausfallstraßen der Stadt zu liegen, ausgesprochen feines Gefühl für den Motor,........ ~ die Funktionen der vielseitigen Mechanismen Wagens. Viele verstehen in der Tat viel von ihrem Fahrzeug, hauptsächlich dann, wenn sie es schon längere Zeit steuern. Sie können meist rasche und klare Auskunft darüber geben, was dem Wagen fehlt. Solche Leute hören, wenn sie am Steuer sitzen, wie Luchse auf die leisesten verdächtigen Geräusche des Motors. Mit solchen Kunden wird auch am liebsten gearbeitet, denn sie verlangen nichts Unmögliches. Derjenige aber, der ohne inneren Kontakt zu feiner Maschine am Steuer sitzt, meckert gerne und macht oft Schwierigkeiten, wo gar keine zu sein brauchen. Abschließend zu diesem Kapitel „Fahrer und Auto" hört man, daß ein großer Teil der Fahrer ein sehr herzliches Verhältnis zum Fahrzeug hat, das ja schließlich auch einen erheblichen Wert darstellt. Hm! Bei den Frauen ist das etwas anders! Die meisten Frauen, die am Volant sitzen, haben nach Ansicht vieler Fachleute kein allzu großes Verständnis für das Auto an sich, verstehen nichts von der komplizierten Mechanik und — geben das unumwunden zu. Ueber jene, die es nicht zugeben, fo tun „als ob" und dabei mächtig „angeben", lächelt der Fachmann meist schon beim dritten Wort. (Selbstverständlich nur für sich und in sich hinein!) x Neils & Kraft d) Abschleppdienst Gießener Biologen an der Nordsee Ein schon lange gehegter Plan ist in diesem Jahre m ersten Male Wirklichkeit geworden: G letze. Geschichten aus aller Wett dauerte nicht lange, da trat er dienstlich er „Disko" in Verbindung. Es wurden Be- und es Nachdruck verboten! 20 Fortsetzung. Nun, aller- nach- (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Liebe auf der kurzen Welle. Aber auch die beiden Mädchen sprachen wenig. Die schüchterne Evi hatte einen Gedanken, der sie sehr beschäftigte und ihr doch zugleich Angst ein- jagte. Sie schämte sich vor den Klinkes. Sie hatte niemals gedacht, daß sie sie Wiedersehen würde, und nun kam es ihr erst recht zum Bewußtsein, welch merkwürdigen Eindruck ihre Absage auf Johnie gemacht haben mußte. Er hatte ihr zwar freundlich die Hand gereicht, und sie hatte nicht das Gefühl, daß er ihr nicht verziehen hatte. Aber doch hatte sie den festen Vorsatz, mit ihm zu spre- chen und ihm zu erklären, wie alles damals gekommen war, und warum sie unbedingt geglaubt hatte, sie könne nur einen reichen Mann heiraten. Er sollte das wissen, früher würde sie keine Ruhe haben. Und sie mußte ihm also noch heute bei der ersten Gelegenheit sagen, daß sie ihn unter vier Augen sprechen müsse. Preston!" .. , Sie merkte b« Ironie in seiner tiefen, männlichen Stimme nicht, sondern nahm es für bare Münze. Wie ärgerlich, daß gerade jetzt Monika und Em Arm in Arm aus einem Seitenpfad elnbogen und sich ihnen anschlossen. Aber schließlich glaubte sie ,a genug zu wissen. Oh, sie würde diesen Gerling schon noch dieser kleinen, langweiligen Person abjagen! Und selbst wenn es ihre Absichten auf Johnie Klinke endgül- tig stören würde. Es gab andere reiche Männer — eine Shirley Preston ging nicht verloren! Aber es gab augenblicklich nur einen einzigen begehrens- werten Manp, und das war Gerling. Sie betraten den schönen Schloßpark. Buntes Laub deckte schon den Boden. Leuchtend blanke, wie polierte Kastanien von sattem Rotbraun leuchteten dazwischen in voller Schönheit auf. die Erfüllung nicht so schwer zu erreichen Frau Preston ..." „Ist das Ihre Ansicht, Herr von Gerling? das freut mich. Meine Freunde haben mir dings immer einen unwiderstehlichen Scharm gesagt. Aber weiß man es denn? Und glauben Sie mir, Herr von Gerling, wenn eine Frau liebt, wird sie bescheiden und zweifelt an ihrem Wert." „Aber das haben Sie doch nicht nötig, Frau ihn. „Don Erinnerungen kann man nicht leben, Herr von Gerling. Man muß auch hoffen und wünschen." Gerling langweilte das Gespräch, doch er wollte es nicht allzu unhöflich abbrechen. „Nun, wenn eine schöne Frau wünscht, so dürfte '' ~ ..... - - »- •' sein, das seltene Vergnügen und atmete in tiefen Zügen die reine Luft ein. Sie hatten diesmal keinen Chauffeur mitgenommen. Gerling steuerte den Wagen, und neben ihm saß Johnie, während die Damen im geräumigen Fond Platz Genommen hatten. Auf den Vordersitzen Frau Klinke und Frau Preston, die trotz des warmen Wetters einen prächtigen Pelzmantel trug, und Monika und Evi nebeneinander. Frau Preston bemühte sich, mit Frau Klinke ein Gespräch aufrechtzuerhalten, doch die war sehr einsilbig. Unter den kleinen Mühen quollen die braunen und die blonden Löckchen hervor, und sie erblickte bald das eine, bald das andere Profil. Und die beiden Mädchen, die sich so wunderbar ähnlich sahen und vielleicht beide bestimmt waren, in Johnies Leben eine Rolle zu spielen, ließen ihre Gedanken nicht los. Zu jedem kommt einmal das Glück. Lftoman von Ellen Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) Gerling sah sie etwas spöttisch an. „Dafür merke ich mit Vergnügen, daß Sie heute wieder ganz diejenige geworden sind, als die wtt Sie zuerst kannten. Die traurigen Erinnerungen, die Sie in den letzten Tagen quälten, scheinen Ihnen nicht mehr weh zu tun..." Shirley Preston warf einen feurigen Blick auf Dampfboot ruhig seine Bahn, eine dünne Rauchfahne hinter sich lassend. Endlich gelang es Frau Preston, Gerling em wenig zu isolieren. Sie konnte ihre Erregung kaum meistern. e>te fing jeden Blick auf, den er auf Em warf, und sie'beobachtete jede scheue Antwort in Evis großen Kindesaugen. Und gerade daß es ihr schien, als vermeide dieses Fräulein von Tanner fast ge- flissentlich, in Gerlings Nähe zu kommen erschien ihr als Einverständnis der beiden. Und dabei fühlte sie, wie ihre Leidenschaft für Gerling ständig wuchs. Maud hatte recht, roehn sie im allgemeinen über ihre glühende Liebe zu dem ober jenem Manne lächelte unb sie als Strohfeuer bezeichnete. Aber so begehrenswert wie bieser Mann, war ihr noch keiner erschienen. Sie preßte bie Hänbe zu- Jammen, um ihre Haltung zu bewahren. „Sie sinb so wortkarg, Herr von Gerling? "Muß man immer sprechen? Fühlen Sie benn nicht auch biefen wunderbaren Frieden der Natur, die sich zum Winterschlaf rüstet, aber jetzt noch einmal in den strahlendsten Farben aufglüht?" „Aber natürlich, Herr von Gerling. Ich finde es . wunderschön. Aber auf Sie scheint es ungünstig . zu wirken, Sie machen einen ganz melancholischen ! Eindruck." Sie fuhren an Starnberg vorbei. Die Badeanstalt leuchtete in der Sonne, und die Fahne war noch gehißt; aber auf den Planken lag eine einzige braune Gestalt, vermutlich der Schwimmeister, ausgestreckt und blinzelte in die Sonne. Der schöne Ort war schon ganz leer von Sommerfrischlern. Sie entschlossen sich, bis Feldafing zu fahren. Dort gab es einen ruhigen Wirtsgarten, vor dem sie anhielten. Eine kleine, dunkeläugige Kellnerin kam gelaufen, half Frau Klincke beim Aussteigen unb schleppte sofort Tücher herbei. Sie bestellten Kaffee. Frau Preston beherrschte auch jetzt bas Gespräch. Faste alle anberen waren einsilbig. Dann schlug Frau Klinke ber Jugend einen «einen Spaziergang vor. Sie selbst hatte Zeitungen mitgenommen, saß behaglich, in ihre Tücher einge« hüllt, in ber warmen Sanne unb spielte, wie sie selbst sagte, „mal gern ein bißchen alte Frau". In ber Nähe lag bas Dorf Garatshausen mit bem einfachen Schloß, wo einmal bie spätere Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, als sie noch bie kleine bayrische Prinzessin Sissy gewesen war, ihre fröhliche, sorglose Jugend verbracht hatte. Sie schlugen ben Weg am Wasser ein. Sanft unb friedlich plätscherten bie Wellen, hier unb ba ertönte ein Dogelgeschrei. Aber ber See, ber ,m Sommer immer voll kleiner, bunter Ruberboote unb stolzer Segelboote, war jetzt fast leer. Nur ganz brüben, am anberen Ufer entlang, zog bas richte ausgetauscht. Eines Tages gerieten alle Telegraphisten auf ben Schissen an der Grönland kch in Aufregung: von der Station im Eise war gefunkt worden: „Liebst du mich?" und „Disko" hatte geantwortet: „Ja, natürlich". Der Amerikaner arbeitete auf einem Kurzwellensender, wahrend bas Grönlandschiff auf langer Welle antwortete, alle Grönlandtelegraphisten hatten also, wie man verstehen wird, fieberhaft zu tun, um die weitere Kor- respondenz zwischen den beiden zu verfolgen, oa immer auf andere Wellen umgewechselt werben mußte. Wie der Telegraphist des Schiffes „Hans Egede" später dem Amerikaner mitteilte, war er furchtbar anstrengend, jeden Tag in solchem Tempo die Spulen auszuwechseln. Aber es soll sich gelohnt haben ... ________ Der große Tourenwagen stand schon vor dem Hotel, als Evi von Tanner ein wenig atemlos an- kam. Muttchen hatte gar nicht gefragt, wohin sie sobald nach dem einfachen Mittagbrot eilte, sondern hatte sie nur lächelnd betrachtet. Trotzdem kam sie ein wenig spät. Monika stand schon da unb wartete auf sie. „Gut, daß Sie kommen!" „Ach, ich habe mich so beeilt, Fräulein von Inne- mann. Unb jetzt fällt es mir schwer aufs Herz. Werde ich auch wieder zur Zeit zurück sein können?" „Ja! Sorgen Sie sich nur mcht. Ick habe schon gesagt, daß Sie pünktlich in der Stadt (ein müssen." „Aber störe ich damit nicht den übrigen Herr- schäften das Vergnügen?" „Nein, nein! Frau Klinke verträgt die Nebel beim See nicht unb zieht es auch vor, zur Zeit in der Stadt zurück zu sein. Machen Sie sich doch kerne Sorge, Evi! Ich darf dock Evi sagen — nicht wahr? Und'du mußt Monika sagen... Und nun wollen wir drinnen melden, daß du endlich da bist. Es ist ja schade um jeden Augenblick, den wir in der Stadt verbringen." .. Als Frau Klinke Evi die Hand reichte, errötete diese tief. Sie wußte ja, daß Frau Klinke von ihrer Absage an Johnie wußte. Johnie selbst konnte sie auch nicht recht ansehen. Sie begriff ja jetzt erst, was sie ihm damals angetan hatte. Man stieg schnell ein. Bald war man aus der Stadt heraus und fuhr durch die schöne, bunt- belebte Herbstlandschaft. Mit Entzücken genoß Evi Evchen stand erschrocken auf. Sie hatte am Fenster gestanden, regungslos, und wußte nicht, wie lange sie schon vor sich hinträumte. „Komm einmal her, mein Kind!" Prüfend strich ihr die Mutter das Haar aus der Sttrn. „Du kommst mir so verändert vor, Evchen. Was ist das nur mit dir?" „Ach. Muttchen, was sollte es denn sein?" Nein, sie durfte der Mutter nichts erzählen. Mutt- chen würde mit ihr leiden und konnte ihr nicht helfen. Nein, sie mußte ihr Geheimnis ganz fest in ihr Herz verschließen. „Hat mein kleines Mädchen Geheimnisse vor ihrer Mutter? — Nein, Evchen, sprich nicht. Jeder Mensch hat manchmal Erlebnisse, die er erst mit sich selbst ins reine bringen muß. — Ick) weiß doch, daß ich meiner Tochter vertrauen darf. Evi fegte den Kopf an die Wange der Mutter. Hier war ihre Heimat. Und sie nahm sich vor, später Muttchen alles zu erzählen. Später — bis dieses herrliche Erlebnis wieder aus ihrem Leben geschwunden war, bis es wieder nur den Alltag gab und den Kampf um das Stückchen tägliche Brot... • kleinste Anzeichen wechselvollen biologischen Ge- fchebens richtig zu deuten. In glücklicher Werse konnte all diese Arbeit mit bem Erleben der großen Landjchaft von Meer unb Insel unb mit ber Erholung verknüpft werben. Auch wir haben viel ge. Fabel - aber nicht ohne Planktonneß auch mir haben am Strande gelegen - aber meist mit ber Luve über bie Nutkante gebeugt aud) uns sah man durch Dünen. Heide und Geholze streifen - aber nie ohne Feldglas und Kamera. Neben her Arbeit im G-länb- und an ben Mikroskopen liefen zwei biologische Kurse in Form von täglichen Lichtbilbervortrag-n uni> an. chließenden Aussprachen einher, die von Privat- -dozent Dr. Wulf An k el Gießen, abgehalten wur- den. Eine Woche war der T r e r w e l t d e r N o . d. ee unb des Wattenmeeres gewidmet, die in ihren Vertretern, ihren Beziehungen zuden ver, schiedenen Lebensräumen und m Wammey. chluß zu Lebensgemeinschaften 06^1^ rour^ In acht weiteren Vortragen wurde em - riß der modernen V e r e r b u n g s l e h n geboten und gezeigt, inwiefern sie die Voraus, etzuna schafft und die Waffen lrestrt für eme ziel- bewußte Erbgutpflege am deutschen Volke. Dir zahlreich teilnehmenden Lagergaste aus allen Be- rufsschichten dankten dem Vortragenden und den ihm-behilflichen Gießener Studenten durch eine besonders lebhafte und unablässige Mitarbeit. Die Gießener Biologen beginnen, nach Hause zu- rückgekehrt, eigentlich erst jetzt die fast übergroße Fülle der Erlebnisse und Eindrücke zu überschauen und auszuwerten, die ihnen die Wochen an der deutschen Küste geboten haben. Bereichert smb sie auch „materiell", wenn man Präparate, Photographien, wissenschaftliche Notizen so bezeichnen will. Ein im Lause des Oktober gemeinsam nut der Ober- hessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde ge- planter Lichtbildervortrag und eine Ausstellung sol- len von den wissenschaftlichen Ergebnissen Rechen- schäft ablegen, lieber dem so Gewonnenen steht die Ausweitung des Lebensbildes „Deutschland , bie wohl jeder an sich erfahren hat und zu dem auch der Wurm im Wattenschlick, die Qualle tm brau- senden Meer und ber schreienbe Seevogel am einsamen Sträube gehören. Besonbers froh aber gedenken alle Teilnehmer der Nordseefahrt ber tarne. rabschastlichen Gemeinschaft, bie alle ohne Aus- nähme vom ersten bis zum letzten Tage zusammen- schloß unb bie in mehr als einem Falle sich wett über die Phrase hinaus ernstlich zu bewahren^ hatte. Festlande; fallen dann die Fluten und ist das Wetter einigermaßen günstig, kann man dennoch zu Fuß, wenn auch nicht gerade ttockenen tfußes, die Küste erreichen. Aus diesem Wege gelangten wir in eineinhalbstündigem Marsch über bie Watten mit sinkender Sonne nach S ch i l l i g und von dort nach Wilhelmshaven zurück. Die Fülle der Eindrücke dieser Tage war fcht überwältigend und unter ihnen spielen die nicht die geringste Rolle,' die wir m Wilhelmshaven, der Marinestadt, selbst gewinnen konnten. Der glückliche Zufall ist au preisen, der uns das Panzerschiff „Deutschland im Hafen an- treffen ließ, so daß wir es unter sachkundiger Führung besichtigen konnten. Ferner durften wir die Kriegsmarinewerft besuchen — keiner von uns hätte solche Größe und Schönheit des Werks geahnt, zu dem sich hier Mensch und Maschine oer- einigen, um Deutschland stark zu machen. Mit Dankbarkeit und Staunen nahmen mir ferner unter ber Führung von Dr. Lüders vom Strombau- amt ber Marine Einblick in bie Tätigkeit der W as - serbauversuchsanstalt. Kein planloser, Kräfte verschwendender Kampf wirb gegen bie (Bemalten bes Meeres geführt: am Modell und nut bem Rechenschieber mirb jeber Damm unb lebe Buhne zunächst auf günstigste Wirkung von Form unb Lage geprüft, ehe an die Ausführung tm Gro- ßen, im Fahrrvasser draußen oder an der Küste ge- spielen. Eine ganz neue Art biologischer Arbeit erfor- berte bie Untersuchung bes Strandgutes, ußas hier an tierischem unb pflanzlichem Antreibsel unb an Resten zu finden ist, muß nicht nur ertaniu merben — rnelche Fülle neuer Formen boten sich dem Binnenländer! — es verrät auch seinen Werdegang und sein Schicksal, roenn man gelernt hat, gymnastik und Morgendad beginnende Tageseinteilung, Anregung und Erholung tn den gemeinsamen Veranstaltungen mit den übrigen Lagerkame- raden und Kursleitern. Für die Biologen stand ein Arbeitsraum zur Verfügung, das Zoologische Institut Gießen hatte die Ausrüstung mit Mikroskopen und sonstigen Instrumenten gestellt. Hier war setzt das Hauptquartier, von dem aus die mannigfachsten Unternehmungen ihren Ausgang nahmen unb zu bem mir immer mieber Zurück kehren konnten, um bas Erbeutete, Gesehene unb Erlebte zu verarbeiten. Ein Tagesausflug galt bem Ueberblick über ben Aufbau der Insel und der Kenntnis ihrer geologischen Schichten, ein anderer führte nach der nördlich vorgelagerten damschen Insel Röm. Ein Besuch auf der dänischen Dogel- schutzinsel Jordsand, den die dänischen Ornithologen entgegenkommendermeise gestattet hatten, vermittelte starke Eindrücke von dem reichen Dogelleben auf dieser kleinen einsamen Hallig, die em Dvgel- märter-Robinson betreut. .. Die reichste zoologische Ausbeute ermöglichten mehrere Fahrten auf bie 21 u ft e r n b a n f e im Snlter Wattenmeer unter ber bewahrten Führung von Detlef Dethlefs bem Letter ber Sylter Austernfischerei. Die „Lebensgemeinschaft Austernbank" ist für uns Zoologen em klassischer Begriff — hier mar Gelegenheit Geboten, ihre Zusammensetzung gründlich kennenzulernen, der Lehr- buchmeisheit burch ben Augenschein Inhalt zu geben. Nicht nur um die Vermehrung unserer Formenkenntnis aber war es uns zu tun; wenn irgend möglich murden die gefangenen Tiere in ihren Lebensäußerungen tagelang in Aquarien beobachtet. Die auf Öen Austernbanken erbeuteten Seeigel ermöglichten es, mehrmals im Laboratorium bie künstliche 23 ef r u d) tun q bes Seeigeleies durchzuführen unb im Anschluß daran bie Entmicklung über eine Reihe von Tagen zu ver- folgen — ein biologischer Grundversuch, der einen unvergeßlichen Eindruck von den Vorgängen vermittelt, die am Beginn jedes Einzelmesens sichen und die sich bei allen Lebewesen, auch beim Menschen, in grundsätzlich gleicher Art und Werse ab- zum ersten Male Wirklichkeit gemoröen: Gieße- ’ n e r Biologen konnten eine Nordseefahrt ■ unb cmschließenb ein Ferienlager auf Sylt i burchführen. Das Unternehmen, zu bem sich bie 1 Ortsgruppe Gießen bes Deutschen Biologenverban- des, bie Biologische Fachschaft unb bas Zoologische Institut ber Universität zusammengeschlossen hatten, nahm seinen Anfang in Wilhelmshaven. Dort unterhält bie Senckenbergische Naturforschenbe Gesellschaft, Frankfurt a. M., seit einigen Jahren l eine Forschungsanstalt „Senckenberg am Meer", bie : heute bereits zu einem unentbehrlichen Wissenschaft- lichen Stützpunkt für alle geworben ist, bie tm Wattenmeer geologisch, ober biologisch arbeiten wollen. Dankbar gebenden die Gießener der großzügigen Unterstützung und Gastfreundschaft, die sie hier erfahren haben. Unter der Führung des augenblicklichen Leiters von Senckenberg am Meer, Dr. Hän tz f ch e l, wurde die Lebewelt des Wattenmeeres zunächst tm Inneren des Jadebusens, in unmittelbarer Nahe von Wilhelmshaven, studiert. Bootfahrten unb Wattengänge bei Niebrigwasser fanben ihre (Ergänzung in Vorträgen unb Vorweisungen in ben vor- trefflich ausgestatteten Arbeitsräumen ber Anstalt. Ein ganzer Tag würbe braußen auf Wangeroog verbracht, ein ftunbenlanger Marsch entlang bem fonnenflimmernben Norbstranbe vermittelte die ersten Eindrücke von freier Nordseeküste, vom Vogelleben und von dem vielfältigen hier ange- fpülten tierischen und pflanzlichen Strandgut. Abends, am Ziele, dem riesigen als Jugendherberge ausgebauten „Westturm", wurden wir landsmän- nisch begrüßt: hier haust Heuer als Vogelwart Studienassessor Hellmuth Henning aus Gie- ß e n; der Gang durch das Vogelschutzgebiet, den wir noch am Abend unter seiner Führung machen konnten, vermittelte einen starken Eindruck von der oft schweren, aber auch durch Erfolg belohnten Vogelschutzarbeit: Ganze Wolken von Seevögeln erhoben sich vor unseren Tritten von den Nestern! Von Wangeroog aus wurde am nächsten Morgen Oldoog erreicht, eine kleine, am Eingänge des Jadebusens gelegene Insel, der Mittelpunkt eines Sternes von Menschenhand errichteter Dämme, die strahlenförmig nach allen Seiten das Watt durchziehen. Der Kampf, den hier die „Schlengenarbeiter" gegen Strömungen, Wellenschlag und wandernde Sande der Nordsee führen, gilt der Verteidigung des lebenswichtigen Fahrwassers der Jade. Kaum jemand in Deutschland weiß etwas von der hier geleisteten entbehrungsreichen Arbeit, wenigen nur ist es vergönnt, diese ganz eigenartige „Landschaft" meilenweiter Sand- und Schlickflächen zu erleben, die zweimal täglich austauchen unb zweimal tpieber unter ben grauen Fluten der Nordsee verschwinden. Der Dank der Gießener Biologen, die hier einen ganzen Tag zubringen durften, gilt vor allem ber Reichsmarine, deren zuständige Behörde nicht, nur bie Erlaubnis zum Betreten ber Insel und ber Bauwerke gewährte, sondern auch die Fahrzeuge zu Wasser unb zu „Lande" zur Verfügung stellte: Auf den kilometerlangen Dämmen von Dlboog laufen Schienen, die, sobald die Flut sie fr ei gibt, von Schmalspurzügen befahren werden können. Mit einer solchen „Eisenbahn" gelangten wir an alle für uns wichtigen Punkte, sie führte uns rechtzeitig bei fteigenbegi Wasser zur „Schlengenbude", Der auf hohen Stelzen stehenden Behausung der Schlengenarbeiter, die während bes Hochwassers unb bei Stürmen Obdach und Zuflucht bietet. Kilometerweite Wasserflächen trennen bei Hochwasser Oldoog vom gerade am Horizont noch sichtbaren Ein prachtvoller Schäferhund kam schnuppernd angejagt, aber sogleich rief ihn eine Stimme zurück, und ein alter Mann mit gesundem, freund- sschem Gesicht näherte sich und fragte, höflich seine Mütze ziehend, ob die Herrschaften bas Schloß be- sichtigen wollten. „Ach, bas gibt es boch sicher njcht viel zu sehen! Shirley haßte es, jetzt in bämmerigen, muffigen, unbewohnten Räumen herumzugehen unb Staub zu schlucken. _ Aber Johnie witterte boch immer etwas Interessantes, unb bie anberen waren ebenfalls einver- stauben. , „ Es gab aber wirklich nickt viel zu sehen. Es war ber länbliche fürstliche Besitz einer begüterten Familie, unb nur einige alte Bllber unb wenige, besonbers schön erhaltene Brokate konnten das Auge bes Kenners feseln. Dann aber betragen sic den geräumigen Bibliothekssaal. Nicht alle Bücher waren eingeschlossen, es standen auch einige auf ben. Regalen, und Johnie konnte es sich nicht versagen, sie in die Hand zu nehmen und darin zui blättern. Er stieß einen leisen Ruf des Entzückenn aus. Das Buch, das er in der Hand hielt, eine Sammlung alter Münchener Stiche, hatte er (W: seit langem gesucht. Er wandte sich an den Kastellan: I „Würden Sie mir gestatten, daß ich mir dieses Buch genauer betrachte?" Der Mann, den ein langes Leben Menschenken^ nis gelehrt hatte, betrachtete ihn einen AugenbÄ prüfend, dann nickte er: „Es ist eigentlich nicht erlaubt, und ich muß c- auf meine eigene Gefahr tun. Ader ich vertrau- dem Herrn, daß dem Buch kein Schaden geschieht^ „Ganz gewiß nicht — ich bürge mit meinen Namen. Hier ist meine Adresse, und ich will jc auch nichts anderes, als mich hier eine Weile nid derfetzen und das Buch durchsehen. Sie sehen, er ist vollkommen unbeschädigt; die einzelnen Blatte- sind nicht nur eingeheftet, sondern auch numeriert! und ich werde nachher selbst darauf bestehen, da° Sie es genau überprüfen. Ich will mir nur eint?1 wichtige Notizen machen, die für den Fortschrit meiner kunstgeschichtlichen Arbeit von Wert \W- werden." „Dann wollen wir nicht stören", sagte Gerling. Johnie Klinke zog sich sogleich einen Stuhl zuki Fenster und vertiefte sich in das kostbare Werk. < Die anderen gingen wieder in den Park zuri^ und spazierten langsam auf den breiten Wegen ad und ab. Aus einer Seitenallee kam wieder der Schafe-' Hund angestürzt. Shirley Preston stieß eine-J ängstlichen Schrei aus. Sie griff dabei wie und“ sichtlich nach Gerlings Arm und zog ihn schn^ weiter „Bitte, bitte, kommen Sie — ich fürchte mich vor Hunden!" - Monika aber blieb stehen und hielt dem Hui» ruhig die offene Handfläche hin, die er aufmen1 sam beschnupperte, um bann mit einer zärtliche Bewegung ben mächtigen Kopf an Monikas Än* zu reiben. „Komm, bu schöner Hunb, komm nur! Wa^ einmal, vielleicht habe ich etwas Zucker bei mir." (Fortsetzung folgt!) gangen mirb. Gegen Ende des Wilhelmshavener Aufenthaltes vereinigte ein kameradschaftlicher Abend die Gießener Biologen mit den Mitgliedern des Biologenverbandes in Wilhelmshaven unter der Führung von Dberftübienrat Dr. N i tz s ch k e. Die folgenden vier Tage sahen die Exkursion auf Helgoland. Hier hatte die Biologische Anstalt einen Arbeitsraum unb alle ihre muftergulhaen Hilfsmittel zur Verfügung gestellt, ein reicher Ar- beitsplan würbe unter ber Leitung ihrer wissenschaftlichen Beamten abgewickelt, von denen bie Gießener besonders Dr. Hertling zu Dank ver- pflichtet sinb. Fangfahrten in die nächste Umgebung der Insel wechselten mit Ausflügen zur Ebbezeit in das Felswatt ab, bann roieberum würben die erbeuteten Tiere und Pflanzen im Laboratorium mikroskopisch betrachtet, zergliedert, gezeichnet und photographiert und so ein Einblick erhalten in bie reiche und eigenartige Lebewelt auf dem Felssockel von Helgolanb unb in ihre Beziehungen zu ber hier gegebenen Umwelt. In bem in diesen Tagen besonbers reich besetzten Schauaquarium wurde jebe freie Minute verbracht, unb bei den abenblichen gemeinsamen Gängen auf bem Ober- lanb konnte bas Treiben der Lummen am Cum- menfelfen beobachtet werben, ber einen kleinen Abglanz vorn Leben norbischer Vogelinseln vermittelt. Ein Nachmittag war ber Vogelwarte geroib- met; Dr. Schilbmacher gab einen Einblick in die Tätigkeit dieser Abteilung der Biologischen Anstalt, die mit den mannigfaltigsten und modernsten Methoden an ber Aufklärung bes Vogelzuges arbeitet, unb führte uns burch bas Museum und in ben Fanggarten, in bie berühmte „Sapskuhle". Ein kameradschaftlicher Biologenabend erhielt [eine besondere Note durch die Anwesenheit von Darmstädter Biologen unter der Führung von Professor L i st und vereinigte alle Hessen mit den wissenschaftlichen Beamten der Anstalt. Von Helgoland fuhren die Gießener nach Sylt. -----. - f JmNordseelagerKlappholttal, im Nor- ohne indes ein Wort Miteinander zu sprechen. Aus den der Insel, inmitten des Naturschutzgebietes ge- Grönland errichtete dann Oscanyan seine Station, legen, wurde die 2trbeit nunmehr in neuer Form und es dauerte nicht lange, da trat er lnenpucy fortgesetzt. Das Lager bot die straffe, mit Früh- — mit der „Disko" in Verbindung. Es wurden Be- B. Kopenhagen. Det amerikanische Radiotelegraphist Paul Os- canyan, der den amerikanisch-norwegischen Piloten Solberg auf dem Flug Amerika—Norwegen begleitete, ist zu Besuch in der dänischen Hauptstadt em- getroffen. Er wohnt bei feinen Schwiegereltern, unb aus bie em Anlaß wirb mieber bie schone Geschichte seiner Verlobung mit ber Dänin Astrib Funber erzählt. Die beiben trafen sich vor mehreren Jahren auf bem bänischen Grönlanbschiff ,Disko , auf bem bie junge Kopenhagenerin als Telegraphistin arbeitete. Der amerikanische Kollege mar Teilnehmer an der „Grönlanb-Expebition Hobd". Telegraphist unb Telegraphistin sahen einanber mit Wohlgefallen, In dem Gnadengesuch, das Eli El Chehawai bei m Gericht von Kairo einreichte, betonte er aus- dem Gericht von Wirtschaft Weiterer Rückgang der Arbeitslosen im August Oie Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Bezirk des Landesarbeitsamtes Hessen. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt •••« Datum 4% vesgl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4^r%Rumän.vereinh.Renteo.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ............... Fwd. Die Reichs-Straßenverkehrsordnung hatte besondere Anforderungen für die Güteeigenschaften von Vollgummireifen festgesetzt und für die Voll« gummireifen aller Art (sogenannte hochelastische Vollgummireifen) Auslauffristen vorgesehen, die für Kraftwagen — von Ausnahmen abgesehen — bis zum 1. Oktober 1935 laqfen sollten. Wie soeben bekannt wird, hat der Reichs- und Preußische Der- kehrsminister einen Erlaß herausgegeben, in dem er im Interesse eines möglichst wirtschaftlichen Gummi- ----- ----- Verbrauchs bekanntgibt, daß die aa den Rädern oder! Waggonbezug (ohne Sack). A.E.G ® Bekula 1° Cicltx. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und fttafi ■ • • 6H Felten Ä Guilleaume......... 0 Gesellsch.s.Elektr.llnternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests. Elektr « Schuckeri L ............... * Siemens L Halske.< Lahmeoer LEo.............." Schlußkurs 129- Frankfurt a. M. | Berlin Schluß« kurS Schluß!. Abend« börse Schluß« kurs Schluß!. Mittag« börse Datum 12 9 13 9 12-9 139_ ManSselder Bergbau.........• Kokswerke ..................6 Phönix Bergbau.............O Rheinische Braunkohle« ..... 12 Rhcinstahl..............8% Vereinigte Stahlwerke........O Otavi Minen ..... O Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........ 6 Kaliwerke Salzdetfurth ..... 7% I. G. Farben-Jnbustrte....... 7 Scheideanstalt............... 9 Goldschmidt ...... O Rülgerswerke ......... 4 120,5 222 <11,5 12,25 19.4 130 186 155,65 240 109,9 116 112,5 95 117,75 221,5 110,5 80,65 19,25 135 129 185 154,25 240 108 115,5 111,75 94,5 116,_5 120 118,5 222,5 111,4 82,25 19,4 136 131 186 155,65 109,75 116,4 112,9 118,75 116 221,75 110 4 80,9 19 135,25 129,5 185,9 154,4 107,5 115,4 112 Philipp Holz mann ...........O Zementwerk Heidelberg ...... 6 Cemenlwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Patzenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 Zellstoff Waldhof ............ O Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 6 Orenstetn S Koppel ..........O Westdeutsche Kaufhof.........O Ehade................ 0 Acrumulatoren-Fabrü....... 15 Conti-Gummi............... 8 Grttzner.............. l Mainkraftwerke Höchst O-DL... 4 Süddeutscher Zucker ......... 1 58,75 32,5 9,25 152 /7,5 280 158 I 33,5 1 208 58,5 115 113,75 83 97,9 151,5 26,75 286 174 156,5 I 33,25 99 I 207 110,5 59,4 116,5 83,13 130.65 99 152 86 27,4 288 174 158 1 33J 1 209 108,25 58,75 113 113,75 83,13 129 98,5 151,5 85 26,9 286,25 174 157 I 33 I 208,5 12. September 13 September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Bries 0,668' 0,672 0,668 0,672 41,92 42,00 41.92 42,00 0,139 0,141 0,139 0,141 3,047 3,053 3,047 3,053 54,78 54,88 54,78 54,88 46,82 46,92 46,82 46,92 12,265 12,295 12,265 12,295 5,405 5,415 5,405 5,415 16,375 16,415 16,375 16,415 167,83 168,17 167,73 168,07 20,30 20,34 20,30 20,34 0,722 0,724 0,721 0,723 5,664 5,676 5,664 5,676 61,61 61,73 61,61 61,73 48,95 49,05 48,95 49,05 11,12 11,14 11,12 11,14 63,26 63,38 63,26 63,38 80,84 81,00 80,84 81,00 33,94 34,00 33,94 34,00 10,27 10,29 10,27 10,29 2,486 2,490 2,486 2,490 101,25 100 101,13 101,13 97,4 97,4 97,4 97,4 102,4 102,9 102,25 102,5 111 110,75 111 111,13 100,2 100,15 100,2 100,3 97 97 97 96,65 96,75 96,75 — — 100,5 100,5 — — — 92,5 - — — 130,25 - — 114,5 115 114,75 114,75 96,75 96,75 - — 100,65 100,5 - - 100,65 100,3 100,25 100,25 97 97 97 97 97 97 97 97 107,3 107,3 107,3 107,3 30 29 29,13 29 — — —— 1,5 9,6 9,5 9,75 9,55 9,75 9,5 9,65 9,55 9,75 9,45 9,65 9,5 11 10,75 — 11 — — — — 2,438 2,458 41,72 41.88 54,62 54,84 12,23 12,27 16,325 16,385 167,31 168,99 19,46 19,54 61,45 61 69 — — — —— 63,09 63,35 80,66 80,98 33,58 33,72 — — in den Häusern ist es kaltl Wir wollen unsere Äotier ^Daunen liefern preiswert: 5243 A 5223 A w / I A// * M * Am Oswaldsgarten — GIESSEN — Ruf-Nummer 2145/2146 5192 V Baugenossenschaft 1894 e. ®. m. b. H. zu Giehen Aktiva Bilanz am 31. Dezember 1934 Passiva Edgar Aktiva RM. RM. 3232,61 121486,34 Fuß 160617,95 32856,70 8500,— 1925547,76 V. 13303,65 646,26 Bettenfachgefchäfi Aufwendungen RM. 39929,15 5461,74 Polstermöbel 6210D 181974,07 Mitgliederbcwcgnng itn Jahre 1934: 65 183 O182D f* । w” p Jkl Ludwigstraße 16 Telephon 3531 FRIED. LINKER & SOHN 3SH9P 22753,59 137864,36 Fteppdecfien Federbetten bereitet mir immer wieder Freude.... schreibt uns einer unserer Kunden. — Auch Sie können diese unermüdliche Mitarbeiterin leicht erwerben. Schon iür Mk 7.90 monatl.bei 28596,85 15949,40 74127,46 3247,— 1. Mieteinnahmen, einschl. Mietzuschüsse 2. Zinsen nnd sonstige Kapitalerträge 3. Austerordentliche Erträge empfehlen. Alle Preislagen sind vorrätig RM. 5000,— 2171357,14 30,40 5. Zinsen........................ (>. Außergewöhnliche Aufwendungen 7. Gewinn: Reingewinn im Geschäftsjahr .... Garagen Wellblechbauten Fahrradständer Jagdhütten Siegener Akt.-Ges-fürEisenkonstnikt, Brückenbau u. Verzinkerei Ä Geisweid i.W.,Postf. 246 ÄRA 16129,83 12467,02 Ehestands-Darlehensscheine werden in Zahlung genommen I Sämtliche Betten und Polster-Möbel werden in eigener Werkstätte hergestellt und übernehme ich für meine Arbeiten weitgehendste Garantie Emil Beck, Gießen Betten- und Polstermöbel-Werkstätten Bahnhofstraße 56, neben Hotel Schütz jedoch noch weiter geführt, festgestellt bei Beremigung der Genossen-Liste .... 87 183 MetaUbettstellen von M. 19.50 bis 38.- p. Stück Steppdecken von M.16.50 bis M. 49.— per Stück Dannensteppdecken von M.57.- bis M.88.-p.Stck. Deckbetten, Kissen, Federn n. Dannen i.j.Preisl. Chaiselongues M. 34.—, 39.-. 45.-, 54.- per Stück Chaiselongnedecken, Conches, Polstersessel, Sofas, LänferstoHe, Teppiche in allen Ausführungen und Preislagen 3431,72 2030,02 dienen .................... VI. Gewinn: . rr „• r Reingewinn im Geschäftsjahr . Hochzucht Breustedt's Schladener Winter-Roggen (Deutscher Ringroggen) Hochzucht Carstens Dickkopf Winter-Weizen Nr. 5 Hochzucht Strubes General v. Stocken Winter-Weizen Hochzucht Friedrichswerther Berg Winter-Gerste Mitgliederbestand am Schluffe des Geschäftsjahres 1934 726 Mitgl. mit 966 Ant. Gießen, am 31. Mai 1935. «Der Vorstand: H. Schneider. R. Hahn. E. Dietz. G. Hamann. W. Werner. 55661,33 6489,61 539,82 3435,53 450,— 1891181,22 19315,61 2042,70 4058,23 Malralzen 3-teilig, mit Kopfteil Seegrasfüllung M.24.-, 28.-, 30.- per Mattatze. Wollfüllung M.28.-, 32.-, : 6.- per Matratze, Kanokfüllung M. 48—, 58.-, 68.- per Matratze Schlaraffia-Einlagen u. ähnl. Arten mit Spiralfedereinlagen M. 69.-, 76.- bis HO.- p. Matratze Roßhaarfüllungen in verschied. Preislagen. Die Geschäftsguthaben sämtlicher Mitglieder haben sich im Laufe des Geschäftsjahres um RM. 8478,20 vermehrt. Der Gesamtbetrag der Haftsumme beläuft sich auf RM. 289800,—, also RM. 35400,— weniger als am Ende des Vorjahr. Die rückständigen fälligen Mmdest- zahlungen auf d. Geschäftsanteile betrageii am Schlüsse des Ge- schäftsjabres 1934 RM. 9440,— der Douerbrandhecd erspart das feueranmochen, er hält Dauerbrand — und zwar mit allen festen Brennstoffen—. Und auch die Entaschung geschieh! völlig sauber. Oberlegen Sie, welchen Brennstoff Sie verfeuern wollen. Bet der hohen Ausnutzung im Douerbrand» herd wird wirtschaftliches Kochen, Braten, Backen, Heizen z. B. mit heizkräftigen Steinkohlen der Ruhr, der Reviere Aachen, Saar und mit hochwertigen Eiform- und Nußbriketts ermöglicht lllllllllllllllllilllliiiiiiillllllllllllllllllllillllllllllll Fahrrad-Beleuchtungen bei Fahrrad - Bornemann, Gießen, Sonnenstraße 5. 626oA tiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii 5212 A in g: Ruf 4165 Neustadt 5 Gießen 5. Spareinlagen ... 7. Sonstige Schulden . Posten, die der Rechnungsabgrenzuug Niederhausen Bahnhofstraße. 5003 A TEMPO D 200 12 Zentner Tragkraft Mercedes Mk. 182.- schonf.montl. M.7.90 FranzVoOliCo., Gießen Seltersweg 44 . V. Obstpflücker, Stehleitern Keltern, Obst- und Kartoffelhorden cio^^-Kostp^-. MBÄZ I. Anlagevermögen: 1. Unbebaute Grundstücke Abschr.: 2000,— RM. RM. 2. Wohngebäude: , a) Bis I.Jan. 1924 erbaut 185816,— Abschr.: 2830,— RM. b) Nach I.Jan. 1924 erbaut 1981146,14 Abschr.: 35095,75 RM. c) Erwerbshäuser 4395,— Abgang: 8352,50 RM, 3. Geschäftseinrichtung Zugang : 11,40 RM. Abschr.: 3,40 „ II. Umlaufsvermögen: , , r 1. Eigene Hypotheken und Darlehen..... 2. Rückst. Mieten, Gebühren, Forderungen 3. Kassebeftand....................... 4. Bankguthaben............ ........ III. Posten, die der Rechnungsabgrenzung dienen ...................— 2255817,48 Gewinn- und Verlustrechnung Beschwerden?Da™ zu 3,38L LThöt-Gießen Fernspr. 3252 Lieferant aller Krankenkassen I 14662,47 2255817,48 Erträge RM. - 159522,50 2984,02 19467,55 k. £5 Stoffspezialhaus 'b ’ ; Bernard&Sohn ■sransTii vn6ie — Ä,1OUlElll Seltersweg Das große Spezial-Haus für gute Herren- und Knaben-Kleidung und eigene Schneiderei. Saison Eröffnung Auch Herrenkleidung hat bereits ihre Mode. Sie bringt zwar keine extravaganten Ueber- treibungen, aber in der Musterung der Stoffe, der Form der Modelle, zeigt das Haus Köhler was Deutschlands bedeutendste Modell-Schneiderwerkstätten Neues der Saison" geschaffen. Die Auslagen reden eine deutliche Sprache. Sie sehen die Moden im Wandel der Zeit. ar.