ltr.188 88 Zweiter Blatt Lietzener Anzeiger tSenerai-Anzetger für fflbctticficn) Mittwoch, >4. »ngnft >955 Aus dem Reiche der Krau. Mütter, die fingen... Von Elfriede Bast. „Wer die Welt am Stab durchmessen, wenn der Weg in Blüten stand..der hat nicht nur Berge und Täler, Wälder und Felder, Dörfer und Städte durchwandert, der hat auch Menschen darinnen gefunden, wie wir sie nicht alle Tage sehen. So sah ich vor wenigen Tagen eine Mutter mit ihren drei Kleinen, das Jüngste an der einen, die beiden Aelteren an der andern Hand, singend durch die Felder gehn! Ich hielt auf einem Baumstumpf Rast, ihren Blicken durch einen Strauch verborgen. Da hätte ich Maler sein mögen, um das schöne Bild auf der Leinwand festzuhalten; doch nur ein Meister hätte dieses vermocht. Im Arbeitskleid, mit gestreifter Schürze und leuchtend-buntem, nach hinten gerutschtem Kopftuch, so daß das dunkelblonde Haar sichtbar war, mit geröteten Wangen und leuchtenden Augen, so schritt die Frau dahin, das Kleinste ein wenig nach sich ziehend. Die beiden älteren Kinder, mit Korb und Vesperkanne versehen, bemühten sich, tapfer mit der Mutter Schritt zu halten, dem Takt des Liedes folgend. Hell mischten sich ihre frohen Kinderstimmen mit dem reinen Ton der Frauenstimme, und auch das Allerkleinste versuchte, sein Stimmchen zu erheben. Es glitt manchesmal dabei aus in eine Terz oder Quart tiefer, doch das tat der Singe- freudigkeit keinen Abbruch! „Die singen oft, wenn sie zum Felde gehest", dachte ich — und blickte chnen lange, lange nach, denn es lag ein Leuchten auf dem Weg, den sie gegangen... „Mütter, die singen..ging es mir immerfort durch den Sinn, und ich mußte an viele denken, die das Singen verlernt haben! Verlernt haben? Ja, viele, denen das Leid die Kehle zugeschnürt, daß kein Ton mehr hindurchmochte: doch auch viele, die es nie mehr aeübt haben und noch mehrere, die es nicht der Mühe wert hielten, sich damit zu brassen und es anderen überließen, mit ihren Kindern zu singen. Ist eine singende Mutter eine so eltene Erscheinung geworden, daß sie einen so tiefen, nachhaltigen Eindruck auf einen macht? Leider ja, immer noch — auch in der heutigen Zeit noch, in der man wieder bemüht ist, die Mutter dem Innerlichen des Lebens zuzuführen! Es gibt auch heute noch Gegenden in Deutschlands schönsten Gauen, wo man sich verängstigt umsieht, ob man nicht als „zu laut auffällt", wenn einmal das Herz mit einem durchgeht und sich im Liede Bahn bricht! Dort, wo eine Mutter nicht mehr singen kann oder mit ihren Kindern nicht mehr singt, stimmt etwas nicht in ihrem Leben! Wie ist es, wenn ihr mechanisch und vergrübelt euren häuslichen Obliegenheiten nachgeht und plötzlich findet ein euch wohlbekanntes Volkslied den Weg zum Herzen? Erft hört ihr zu — und aus dem Hören wird ein leises Mitsummen und daraus erwächst ein Mitsingen, dos euch leicht und froh das Herz befreit! Das ist wie ein Sonnenschein, der den Tag überflutet und alle guten Geister sind mit dem Liede eingezogen und Damit die Freude, die mit neuerstandenen Kräften die trüben Gedanken erwürgen und hinauswerfen, die sich in dunklen, unbeobachteten Stunden eingeschlichen haben! Ganze Wolkenmassen scheucht das Singen vor der Sonne fort! Und damit hat die Freude am einfachen „Da-sein" Einzug gehalten und mit ihr ist die Erkenntnis des herrlichen „Mutter-sein-dürfens" neu erstanden, um derentwillen es sich allein schon lohnt, zu leben. In jeder Frau lebt die echte Freude am Gesang und es ist nicht schwer, sie xu erwecken und zu fördern. Keine Zeit war wie die heutige dazu angetan, das Singen in der Familie, in Heimat und Vaterland zu fördern! Gelegenheiten werden unzählige dazu geboten — aber auch keine Zeit war wie die heutige dazu geeignet, aus den wirtschaftlich und wissenschaftlich geschulten Müttern auch singende Mütter zu machen! Ihr vergebt eurer Würde nichts, ihr lieben Mütter, wenn ihr mit euren Kindern singt und spielt und die heiteren Stunden ihrer Kindheit teilt. Sie werdens euch danken, denn im ganzen Leben werden sie voll Innigkeit der frohen Mutter und des lustigen Vaters gedenken, die mit ihnen singen konnten und sich ein junges, lachendes Herz bewahrt haben! Von den Kinderliedern, denen die Kinderreime und Spiele folgen, geht es aufwärts zum Volkslied und von da zum Volkstanz und zum Brauchtum, welches der heimische Gau umschließt. Kein krampfhaftes Suchen nach geeigneten Liedern darf die Familie mehr hemmen, die auf Spaziergängen und in froher Runde im Gesang Erholung und Ent- fpannung sucht. Die singende Mutter muß wieder die Quelle dieses Volksgutes werden. Dort, wo die Mütter ihren reichen Schatz an Kinderliedern, Reimen und Märchen aus ihrer eigenen Kindheit weitergeben, leaen sie den Grundstein zu inniger Familienverbundenheit. Singende Mütter, die sind es, die uns wieder nottun — und sie sollten in jeder Mütter-Schulung dazu geschult werden, denn sie sind ein wertvolles Gut für bte Zukunft unseres Volkes! Der „Rasch-Groschen" Ich glaube, älle Mütter haben das schon erlebt, und immer wieder ist es in der Kinderstube zum Problem geworden: der Groschen für das Zuckerwerk! Vielleicht erinnern wir uns selbst an unsere Jugend, wie wir mit sehnsüchtigen Blicken vor dem Sützigkeitenladen standen und die Herrlichkeiten betrachteten. Roch heute können wir nicht begreifen, wie uns der süße „Pfefferminzbruch" oder die Bruchschokolade so gut geschmeckt haben können, daß wir dachten, es hinge die Seligkeit davon ab. Aber Kinder haben ein unerhörtes Bedürfnis nach Süßigkeiten. Der kindliche Körper braucht zum Aufbau Zucker, viel mehr Zucker als der Erwachsene. Deshalb ist eine spartanische Erziehung, die dem Kind alle Süßigkeiten versagt, nicht angebracht, und die Gier nach den verbotenen Dingen wird immer größer. Trotzdem soll man gerade in bezug auf den „Rasch-Groschen" die gute Mittelstraße einhalten. Besonders Schulkinder haben oft die Angewohnheit, wenn sie aus der Schule kommen, kurz vor dem Mittagessen sich den Magen mit billigen Süßigkeiten vollzustopfen. Daß dann das Mittag- essen nicht schmeckt, ist ju selbstverständlich. Hier handelt es sich nur um eine dumme Angewohnheit, mit Strenge und Disziplin wird Abhilfe geschaffen. Das intereffiert die Hausfrau! Helle Sommerkleidung bedarf besonderer Pflege. Helle Sommerkleidung ist empfindlich, und nur bei größter Pflege können die einzelnen Bekleidungsdetails während der ganzen warmen Jahreszeit ansehnlich bleiben. Die großen Frauenhüte zum Beispiel bedürfen nach jedem Ablegen pfleglicher Behandlung. Der Hutkopf wird mit Seidenpapier ausgestopft und muß mit der Oeffnung nach oben liegen. Rur auf diese Weise bleibt der Hut vor dem Verbiegen bewahrt. Batist-, Seiden- und auch weiße Strohhüte müssen nach dem Nachhause- kommen sogleich entstaubt werden, da sich der Schmutz sonst einfrißt. Bleiben trotzdem Schmutzstellen sichtbar, so entfernt man sie mit weichem Radiergummi oder einer nicht zu frischen Brotkrume. Derbere weiße Strohhüte lassen sich mit lauwarmem Wasser, in dem geringe Mengen von Kleesalz und Schwefelblüte aufgelost wurden, reinigen. Weiße Pelzkragen an Sommermänteln nehmen ganz besonders an Halsausschnitt Schmutz an. Man behandelt sie mit Magnesiapulver. Das Pulver wird auf die betreffende Stelle gestreut, leicht verrieben und dann durch Schwenken entfernt. Die weißen Einsätze an Wildlederschuhen werden mit Rauhpapier gereinigt. Es hat den Vorteil, das Wildleder nicht anzugreifen. Weihes Kalbleder, das sich an Sommerschuhen und sommerlichen Gürteln befindet, kann mit ungekochter Milch behandelt werden. Bedingung ist, daß man diese Flüssigkeit nur sparsam auf Wattebäuschchen aufträgt, um die Grenzen zwischen Schuh und Einsatz nicht zu berühren. Will man die weißen Einsätze farblich auf- frischen, so bedient man sich am besten gut angespitzter Kreide. Ein sauberes Löschblatt vermag beim Verreiben der Kreide aute Dienste zu leisten. Die in diesem Sommer sehr modernen weißen Ansteckblumen benötigen ebenfalls sachgemäßer Pflege. Ein Benzinbad erweist sich in den meisten Fällen als zweckmäßig. Bestehen die Blüten jedoch Es ist ja wie immer im Leben: das Verbotene lockt. Wenn man den Kindern nicht gestattet, sich ab und zu einmal Süßigkeiten zu kaufen, dann erwacht die Sehnsucht und eine quälende Gier! Gibt man den Kindern aber regelmäßig Süßigkeiten, in wohlabgemessenem Maß, dann werden sie nie denken, daß ihnen etwas vorenthalten blieb, und die Sehnsucht nach den nicht erreichbaren Schätzen wird nachlassen. Der Groschen für die Süßigkeiten soll also keinen schwerwiegenden Erziehungsfall in die Kinderstube bringen. Es gibt natürlich Kinder, die ausgesprochen naschhaft veranlagt sind. Hier muß man zunächst einmal untersuchen, ob in der sonstigen Ernährung des Kindes nicht ein Fehler vorliegt, und ob die Gier nach Süßigkeiten nicht wirklich einem körperlichen Bedürfnis entspricht. Es gibt ja auch Kinder, die leidenschaftlich gern Eierschalen essen, nur aus dem gesunden Instinkt heraus, daß ihrem Körper nicht genügend Kalk zugeführt wird. In der Kinderklinik in Halle war einmal ein kleiner Junge, der zu Hause immer die Kohlenkästen leerte, der den Brikettstaub verzehrte, wie andere Kinder Schokolade! Geschadet hat ihm bas nicht — als die Ernährung des Kindes von der Klinik aus planmäßig vorgenommen wurde, unterließ der Junge das Kohlenessen ganz von selber. Kinder, die naschhaft sind, müssen zur Ordnung gerufen werden. Wenn die Mutter weiß, daß dem Kind genügend Süßigkeiten im Lauf des Tages zu- aeführt werden — es kann auch in Form von Fruchtfäften und Obstsalaten bestehen und braucht nicht immer nur Keks und Schokolade zu sein —, dann ist es nicht notwendig, daß das Taschengeld in Bonbons angelegt wird! Aber ab und zu einmal einen Groschen für Pfefferminzbruch — bas ist nicht schlimm. Denken wir boch baran, wie wir als Kinber so gern mal in ben Zuckerwarenlaben gingen, unb wie uns gerabe bas am besten gefiel, was am süßesten unb buntesten war! B. L. as fallen wir tragen i PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS ' J Für den Spätsommer zeigen unsere Vorschläge ein einfaches Wollkleid mit einer Jacke und einem kurzen Mantel. Das Kleid ist aus leichter, weicher ultramarin- blauer Wolle mit hochrotem Ledergürtel. Die Falten sind hinten unb vorn burchgehenb eingelegt; her Schoß unb bie ben halblangen Aermeln angeschnittenen Kollerteile sinb burch viereckige, mit bem Kleib- material bezogene Knöpfe bem Vorberteil aufgeknöpft. Die kurze, enganliegenbe Jacke (in ber Mitte) ist aus großgewaffeltem weißem Piquä. Die großen Aufschläge sinb ben Vorberteilen angeschnitten, ben breiviertellangen Aermel schließt eine weite Stulpe ab. Der große blaue Filzhut hat bie neue, hinten stark fallenbe Ranbfvrm mit bem Heibfamen, in biesem Falle weißen Nackenschleier. Schuhe, Hanb- tasche unb Handschuhe sind blaues Leder, während bie Phantasieblumen im Ausschnitt ber Jacke aus bem Material bes Kleibes geschnitten sinb. Die brei Jackenknöpfe sinb mit Piquö bespannt. Der kurze unb sehr weite Mantel aus ebenfalls weißer Wolle (links) ist in K i mo no f o r m mit fallenben Aermelnähten geschnitten. Der Kragen ist ben seitlichen Vorberbahnen angeschnitten, über bie bie mittleren Vorberbahnen mit ben Taschen übergreifen. Alle Nähte sinb breit abgesteppt. Die kleine Mütze in Haubenform ist aus dem gleichen Stoff wie bas Kleib gearbeitet. H. aus Samt, so kommen Abreibungen mit weicher Bürste bei gleichzeitigem Aufbämpfen in Frage. Zeitmaße, auf bie es ankommt. Eine achtstünbige Schlafbauer ist bas minbefte, wessen ber berufstätige Mensch bebarf, um leiftungs- fähig zu bleiben. Wer biefe Frist verkürzt, treibt Raubbau an feiner Gesunbheit. Die oft gehörte Ausrebe, man könne mal länger aufbleiben unb ben oerjäumten Schlaf bei Gelegenheit nachholen, ist stets ein Zeichen von Leichtsinn Schlat läßt sich nicht nachholen. Das sich schließlich einftellenbe ungewöhnliche Schlafbebürfnis ist bereits ein Zeichen von Krankheit. Unb wo biefe Platz griff, tritt schon Schaben auf. Ein Schulkinb unter elf Jahren muß zehn, ein über elf Jahre altes minbeftens neun Stunben schlafen. Da Schulkinber in ber Regel um sieben Uhrm orgens aufstehen müssen, was ein vorheriges Wecken von einer Viertelstunbe bebeutet, so sollten kleinere Schulkinber, ba auch bis zum Einschlafen eine gewisse Frist verstreichen pflegt, halb nach acht, größere gegen neun Uhr zu Bett gehen. Eltern, bie bas unterlassen, begehen einen ber schwersten Erziehungs- unb Gesunbheitsfehler. Das Mittagsschläfchen, dessen gesundheitlicher Wert für arbeitende, nervöse und schwächliche Personen einwandfrei feststeht, braucht sich niemals über eine halbe Stunde zu erstrecken Man soll sich aber nicht früher als fünfzehn Minuten nach eingenommener Hauptmahlzeit hinlegen. Zwischen Hauptmahlzeit und bem Beginn sportlicher Betätigungen müssen unbebingt ein unb’ eine halbe Stunbe vergehen. Dies gilt befonbers vom sommerlichen Schwimmen, beffen Gefahren bei stark überfülltem Magen immer noch unterschätzt werben. Die Morgengymnastik ber arbeitenben Frau bauert zehn Minuten. Die halbe Zeit wirb auf Atem-, bie übrige auf bie Verbauung förbernbe Rumpfübungen verwenbet. Wirb beim sommerlichen Spaziergang im Freien systematisches Tiefatmen betrieben, so läßt man beim Ein- unb Ausatmen jebesmal zehn Sekunben verstreichen. „Wir wollen gepflückt sein!" Von Therese Wagner, Wiesbaden. Ueberlegte Vvrratswirtschaft ist für bie Sicherung unseres Dbftbebarfs in biesem Jahre ganz beson- bers wichtig. Leiber ist bie Dauerobsternte in vielen Gauen ebenso unbefriebigenb wie bie nur strichweise gute Zwetschenernte. Das bebeutet, baß wir anbere Quellen für uns ausfinbig machen müssen, um unseren Vorrat an Obstkonserven zu erhalten. Die reiche Brombeerernte steht vor ber Tür, etwas später liegt bie Reife ber schwarzen H o - unber« ober Flieberbeeren. Beibe sinb im wahrsten Sinne bes Wortes „Freiobst", bas uns wie im Märchen anruft: „Wir wollen gepflückt fein, wir sinb reif unb bie Sonne spiegelt sich in unseren buntlen Beeren!" Brombeeren werben gewiß gerne von ben Hausfrauen als Gelee, Marmelabe unb als köstlicher Brombeerfirup unb -füßmoft verwenbet. In früherer Zeit war es selbftverftänblich, baß bie gute Hausfrau einen Vorrat an Brombeeren beschaffte. Zum Segen für bie Dolksgesunbheit halten auch bie Bewohner unserer Küstengebiete an ber guten, alten Gewohnheit fest, einen reichlichen Vorrat an Holunbersaft ober luftgetrockneten Beeren in ben Winter zu bringen. Leiber ist Holunber, beffen Blüten man zu mebizinischen Zwecken unb zum Ausbacken kennt, in ber Küche ber Hausfrau aus Mittel-, Süb- unb Westbeutschlanb so gut wie unbekannt. Die in naßkalter Jahreszeit so roärmenbe Ho- lunbersuppe kann also nach guter, alter Art bereitet werben. Kein Holberstrauch barf ungenutzt bleiben, wenn auch für bas Abschneiben ber Kolben in öffentlichen Anlagen ober gar in Privatbesitz erst bie Erlaubnis eingeholt werben muß. Hier wäre ein bankbares Felb für bie NS.-Frauenschaft unb bie NSV., aber auch für bie festen Lager bes weiblichen Arbeitsbienstes, wo für bie ftänbige Verpflegung Sorge getragen werben muß. Kein Obst eignet sich zum Vermischen mit Zwetschen so gut wie Holunber. Die nur eben reifen, aber nicht mehr grünen Beeren werben abgestreift, gewaschen unb abgetropft, bis zum Kochen gebracht unb abgekühlt burchgegossen Den zuerst ablaufenben Teil nimmt man z u Saft unb Süßmost, ben schwerer tropfenben Saft zu Gelee, bem man Saft von unreifen Falläpfeln (Spätsorten sinb geleestoffreicher) zusetzt. Man rechnet auf 1 Piunb Saft 300 Gramm Zucker. Will man Gelee als .Hustenheil- mittel" ohne Apfelsaft kochen, so sinb % Pfunb Zucker je Pfunb Saft nötig Es ist vorzüglich, ben Brombeeren aus letzter Ernte ben Saft ber ersten Holberbeeren hinzuzufügen. Das so erreichte Aroma kommt in heißen Suppen unb Getränken am günstigsten zur Geltung. Wer gar zur Suppe einen Teil Apfelsüßmost ober Apfelwein nimmt, wirb auch bie Gegner ber Suppe überzeugen können, baß sie nicht nur ein gefunbes, fonbern auch wohlschmeckendes Gericht ist. Alle, bie in naßkalter Zeit ober im Frost braufeen zu arbeiten haben, werben ben Wert ber heißen Suppe halb erkannt haben Man kocht ben zuckerlos pasteurisierten Saft mit Wasserzusatz, Zucker, etwas Nelke unb nach Belieben Anis, binbet mit Roggen- ober Kartoffelmehl, läßt kleine abge- stochene Grießmehl- ober Eierklößchen barin gar werben unb gibt bann erst ben Apfelmost ober Wein in bie vom Feuer genommene Suppe unb genießt Vollkornbrot bazu. Die heiße Fliebersuppe ist bie Leibspeise ber werkenben Bevölkerung ber beut» schen Küstenlänber unb ber bärtigen Bauern bei un- gefunbem Wetter. Ebenso trinkt man, braußen durchnäßt unb burchgefroren, ben heißen Labetrunk aus Fliebersirup. Wenn man bebenft, welche Rolle ber Holberstrauch bei unseren germanischen Vorfahren spielte, wie man von ihm Gesunbheit erwartete unb alles Ungefunbe unb Krankhafte burch ihn loszuwerben bachte, so erhellt baraus, baß bte Heilkraft bes Holunbers nicht von ungefähr kommt, fonbern bafe bie Kenntnis berfelben uralt ist. Was mache ich ein? Gefüllte Einmachgläser sinb mieber ber Stolz ber Hausfrau! Rezepte aus Großmutters Zeiten kommen zu Ehren! Aber bamit allein ift’s nicht getan! Sparsames unb gutes Einkochen erforbert viel Erfahrung! Das soeben neu erschienene „Gelbe Einmachbuch" von Elly Petersen (Verlag Knorr & Hirth G. m. b. H., München) erläutert alles von Grunb auf unb bringt über 300 bewährte unb erprobte Rezepte! Mit Erlaubnis bes Verlags bringen wir baraus folgenben Abbruck: Pfirsiche. Pfirsiche ergeben bas feinste Kompott. Man kaufe nicht bie frühen Sorten, bie sich nicht vom Kern lösen. Man kaufe ausgereifte, aber nicht zu weiche Pfirsiche. Sie werben geschält unb halbiert. Von ben Steinen einige aufgeklopft unb bie inneren Kerne ohne Haut miteingelegt. Die Pfirsichhälften sollen schön in bie Gläser gepackt werben. Pflaumenmus. Recht reife Zwetschen entfernen. Ohne Zucker in einem großen flachen Topf, zuerst auf starkem Feuer, bann auf ganz milbem, unter fortwährenbem Rühren bick einfachen. — Es spritzt sehr ftarf, bes- halb ziehe man Hanbschuhe an! Wenn das Zwetschen- mus fest geworben ist, in Steintöpfe füllen. — Nach Erfalten Rumpapier barüber unb zubinben. Birnen. Die feinste Birne zum Einfachen ist unbebingt bie „Williams Christbirne". Die ,^angreßbirne" ist ihr ähnlich. Diese Früchte werben mit einem Bronze- messer ober einem anderen rostfreien Messer geschält, halbiert und das Kernhaus vorsichtig entfernt. Damit sie nicht braun werden und dadurch unansehnlich, empfiehlt Weck „eine Schüssel mit einem in Salzwasser getauchten Tuch auszulegen und die geschälten Birnen damit zu bedecken". Hat man genügend für ein Glas geschält, ordnet man sie hübsch hinein und übergießt sie mit der Zuckerlösung. — Nicht in Wasser liegen lassen, auch nicht in Essigwasser! — Kleinere Birnen läßt man ganz oder schält den Stengel, damit sie zierlicher aussehen. Größere Birnen fann man auch vierteln und das Kernhaus entfernen. Birnen müssen sorgsam hergerichtet werden, damit die Früchte ansehnlich roirfen. Sie müssen auch vorsichtig in breite Gläser gepackt werden. Obacht geben, bafe man für jebes Glas Birnen im gleichen Reifegrad aussucht! Sie schmecken nicht gut, wenn eine Birne weich, die nächste hart ist. Apfelgelee. Zum Apfelgelee i .uh man unreife Aepfel nehmen. Aus reifen Aepfeln kann man kein Gelee kochen. Für diesen Zweck wird meistens das billige Fallobst gewählt. Dieses ist dann auch gewöhnlich eine Mischung von verschiedenen Aepfeln. Und Apfelgelee wird am besten aus einer Mischung von Sorten. Besser als aus einer Sorte. — Die Aepfel waschen, bis das Wasser ganz klar bleibt. Sie dann auf einem Holzbrett mit einem rostfreien Messer in Stücke schneiden. Stiel und Blüte und alles Madige entfernen. Die geschnittenen Aepfel in einen weiten Topf geben. Mit überstehend Wasser, ohne zu rühren, weich kochen lassen. Am Tag darauf Aepfel auf Seihtuch geben, damit der Saft durchläuft. — Ist aller Saft durchgetropft, so lasse ich erst den Saft auf ein Drittel bis auf die Hälfte einkochen. Denn durch das Einkochen des Wassers wird das Apfelgelee röter und schmeckt fruchtreicher. Den Saft dann wiegen und den Zucker nach Gewicht dazugeben. Aufs Feuer stellen. Der Zucker soll aufgelöst sein, bis der Saft wieder kocht. Unter sorgfältigem Abschäumen kochen lassen, bis der Saft ganz klar geworben ist, und die Probe auf einem Porzellanteller » zu gelieren beginnt. — Heiß in vorgewärmte Geleegläser. — Abgekühlt, Rumpapier darauf und zu- binden. Der Zusatz von gespaltener Vanille oder etwas Zitronenschale verfeinert den Geschmack. Gurken, Es ist wichtig, zu Senf- und Zuckergurken die ganz großen, langen und dicken Einmachgurken zu kaufen. Sie erscheinen im Moment nicht billig, sind aber viel billiger als die mindere Ware. Denn die großen dicken Gurken haben dickes Gurkenfleisch, das kernig ist — während das Fleisch der dünneren Gurken dünn ist und nach dem Soeben lappig wird. Zu Senfgurken kann man öfters sogenannte „Sa- mengurfen" billig kaufen. Das sind reife Gurken, von Denen die Gärtner das Innere herausgenommen haben, um den Samen zu trocknen und äu benützen. Solche Gurken sind preiswert. Man kauft sie bereits in hohlen Hälften. — Zum Gurkenschälen eignen sich die gewöhnlichen Kartoffelschäler. Mit ihnen jchält man die Gurken gleichmäßiger als mit einem gewöhnlichen Messer. — Warum legen wir die Gewürzzutaten an die Gurken und an die Kürbisse in Mullbeutelchen? Der Grund dafür ist: die Köpfe der Nelken — die kleinen runden Körper — geben einen Farbstoff ab. Und dadurch würden die hellen Gurkenstücke schwarzsleckig. — Wenn wir uns aber die Mühe machen und von jeder Nelke den Kopf abschneiden, dann brauchen wir die Gewürze nicht in Beutelchen zu tun. Eigentlich wirkt aber ein gut- gepacktes Gurkenglas sauberer, wenn nicht überall die Nelken und die Zimtstücke herumschwimmen. — Der Senfbeutel ist ein Beutel aus weißem Stoff, der genau die Oberfläche des Topfes deckt, auf dem er liegen soll. Er wird einen Zentimeter dick mit gelben Senfkörnern gefüllt. Gurkenzeii. Man sollte die Zeit der frischen Gurken gut aus- nutzen und sie häufig auf den Tisch bringen. Gurken sind gerade im heißen Sommer ein zu bevorzugendes Nahrungsmittel. Sie wirken kühlend für Magen, Darm und Blut. Wegen ihres hohen Wasserreichtums ist die Gurke wenig nahrhaft, sie hat anderseits einen außerordentlich hohen Gehalt an Basen und ist aus diesem Grunde besonders gesund. Für die Dicken sind Gurken geradezu ideal, da sie sehr kalorienarm sind und jeden Fettansatz verhindern. Magenkranke, oder auch solche, die einen schwachen Darm haben, führen oft an, daß sie Gurken oder Gurkensalat nicht vertragen können. Das liegt aber meistens wohl daran, daß manche Hausfrauen den Gurkensalat noch nach dem alten Verfahren bereiten, die Gurken einsalzen, sie stundenlang stehen lassen und dann ausdrücken. So zubereitet, kann der Gurkensalat für die meisten Menschen nicht bekömmlich sein. Ein weiterer Fehler, der Unbekömmlichkeit verursacht, besteht auch oft darin, daß gerade Gurken nicht klein genug gekaut werden. Viele schlucken die dünnen Scheiben beinahe ungekaut hinunter. Da verursacht allerdings Gurkensalat Magen- und Darmbeschwerden. Es ist zu betonen, daß Gurken auf Nieren, Darm und Lunge günstig einwirken. Sie vermögen sogar Nierensteine zu lösen. Auch Zuckerkranken reicht man Gurken, da sie die Zuckerausscheidungen herabsetzen. Gurkensalat bereitet man zweckmäßig so, daß man zuerst die Soße bereitet und dann erst mittels Gurkenhobels die frisch gehobelten Scheiben hineinlegt. Für eine Gurke rechnet man einen halben Löffel Essig, einen Löffel Del, wenn man nicht vorziehen sollte, ihn mit Zitronensaft anzurichten. Gehackte Petersilie, Dill und Schnittlauch verbessern ganz wesentlich den Geschmack. Salz und Pfeffer dürfen nicht fehlen. Etwas Senf zum Gurkensalat genossen, trägt zur besseren Verdaulichkeit bei. , Man sollte sich aber nicht auf Gurkensalat be= r ra^cn‘ ^as Kochbuch sieht die verschiedenartigsten Gemüse und Speisen aus Gurken vor. Namentlich gebackene Gurken sind ein guter Fleischersatz Dieses Gericht läßt sich billig Herstellen, da hierzu nur Butter und geriebener Käse nötig sind. Die geschälten halbierten Gurken werden in eine gut mit Butter eingefettete Auflaufform gelegt und mit Butterflöckchen und geriebenem Käse bestreut und etwa eine Stunde gebacken. Man kann hierzu noch eine pikante Soße reichen. Vorsicht bei Beffeverwertung. Der Grundsatz guter Hausfrauen ist es, in ihrem Haushalt nichts „umfommen* zu lassen. Das ist an sich sehr löblich, kann aber, namentlich im Sommer, sehr leicht zum Verhängnis werden. Man kann nicht genug davor warnen, jeden Speiserest auf alle Fälle noch zu verwerten. Das ist Sparsamkeit am falschen Platze, denn außerordentlich viel Fleisch-, Wurst-, Pilzvergiftungen sind auf diese Resteverwertung zurückzuführen. Manchmal sind sie ganz harmloser Art und haben nur leichte Unpäßlichkeit, Uebelsein, Kopfschmerzen im Gefolge. Aber Hunderte von schweren Vergiftungen, die oft tödlichen Ausgang haben, sind die Folge von der Sparsamkeit am falschen Platze. Eine der meist harmloseren Vergiftungen ist auf den Genuß von gekochten Kartoffeln oder Kartoffelspeisen zurückzuführen. Kartoffeln müssen im verarbeiteten Zustande in längstens 2 4 Stunden gegessen werden. Kartoffeln ent- halten ein Gift, das bei längerem Aufbewahren im gekochten Zustande in Erscheinung tritt. Auch vor Kartoffelkeimen kann man sich nicht genug in acht nehmen. Das gleiche gilt für keimende Zwiebeln. Pilzvergiftungen sind nicht immer auf giftige Pilze zurückzuführen. Oft erfolgen sie, wenn man ein Pilzgericht a u f m ä r m t, oder aber, wenn gepflückte Pilze zu lange liegen. Wenn man ein Pilzgericht in nicht zu langer Frist nochmals aufwärmen will (es darf sich aber hierbei nur um Stunden handeln), so darf es in der Zwischenzeit nicht in einem Emaillegeschirr aufbewahrt sein. Es muß in Porzellan oder einem irdenen Gefäß verwahrt werden. Dasselbe gilt für alle säuerlichen Gemüse, wie Sauerkraut, Rotkohl. Bei Kompotten gilt die Vorschrift, daß sie — ein Aufwärmen kommt ja da nicht in Frage — niemals in Emaille-, Aluminium- oder Nickelgefäßen verwahrt werden. Nur in Glas oder Porzellan soll man sie kaltstellen oder aufheben. Konserven dürfen in geöffnetem Zustand niemals in der Büchse verwahrt werden. Nicht einmal ein paar Stunden darf man sie in der Büchse belassen. Sollten von Konserven Reste verbleiben, ist dafür zu sorgen, daß sie innerhalb 12 bis 18 Stunden, wenigstens im Sommer, gegessen werden. In der Aufbewahrungszeit darf man sie nur in Porzellan ober Steingut belassen. Die größte Vorsicht ist bei Fischen anzuempfehlen. Fische sind im Sommer ohnehin mit Vorbehalt zu genießen. Sowie sich der leiseste Nebengeschmack bemerkbar macht, oder aber der Geruch nicht ganz einwandfrei ist, sollte man von einem Genuß Abstand nehmen. Ebenso wenn sich in der Farbe der Fische ein Symptom bemerkbar macht. Fischkonserven, namentlich solche, die mit Del konserviert werden, sind im Sommer stets sehr rasch zu genießen und sogleich aus der Büchse zu entfernen. Del und Blech gehen sehr schnell eine chemische Verbindung ein, die gefährlich für unsere Gesundheit werden kann. Von den Fleischsorten ist im Sommer Kalbfleisch am raschesten dem Fäulnisprozeß ausgesetzt. Ist man gezwungen, Fleisch für den nächsten Tag aufzubewahren, sollte man es trotz Eisschrank kurz anbraten oder ankochen. — Wochenend- und Aussiugsverpflegung. Hon & Grabow Die richtige Speisenauswahl fürs Wochenende oder für den Ausflugstag macht der Hausfrau gewöhnlich viel Kopfzerbrechen. Außer belegten Broten und der mit Kaffee gefüllten Thermosflasche fällt ihr in der Regel nichts Neues ein. So ergibt sich an diesen Tagen häufig eine Gleichförmigkeit des Essens, das in allwöchentlicher Wiederholung bargeboten wird. Dies ist falsch; denn auch die im Freien einzunehmende Mahlzeit läßt sich mit ein wenig Mühe und Nachdenken ebenso reichhaltig gestalten wie jede andere. Ein Picknick sollte ganz besonders genußreich sein und kleine Ueberraschungen bieten. Die Ansicht, daß im Freien ohnehin alles gut schmeckt, ist nicht stichhaltig. Dbwohl sie zutrifft, deutet sie dennoch auf Ausflüchte und Entschuldigungen vor sich selbst hin. Die wichtigste Vorbedingung für die richtige Wochenendverpflegung besteht darin, daß sie nicht durstig macht. Das Essen muß sättigen und lange Vorhalten, denn frische Luft macht hungrig. Auch darf eine solche Mahlzeit nickt mehr kosten, als dies an andern Tagen der Fall zu sein pflegt. Schließlich muß sie leicht transportierbar und auck nach längerer Wanderung weder zerbröckelt, noch unansehnlich erscheinen. Kuchen, Brot usw. werden am besten in Pergamentpapier gewickelt und überdies in ein feuchtes Tuch geschlagen. Legt man sie dann in eine Dose, so ist Die Gefahr des Austrocknens (auch bei zweitägigem Ausfluge) beseitigt. Den Aufstrich verpackt man gesondert in kleine Aluminiumdosen. Das in der Thermosflasche befindliche Getränk bleibt besonders frisch, wenn man zuhause, kurz vor dem Einfüllen, ein Stückchen keimfreies Eis hineintut. Zitronentee, Malzkaffee und Buttermilch erfrischen sehr. Die Vorzüge kalter Kakaomilch liegen in ihrer stärkenden und sättigenden Wirkung. Sommerliche Süßspeisen, vornehmlich Grießschnitten, Flammeri, aber auch gebackene Käseklöße, Käsenudeln, zu denen man Salat reichen kann, erweisen sich als vorteilhaft zum Mitnehmen. Kompott, mit harten Eiern vermischter Kartoffelsalat, Fruchtgrütze, Vanillemilch und Mandelpubding müssen ebenfalls erwähnt werden. Wer nur an belegte Brote und den üblichen Kaffee mit Kuchen gewöhnt ist, wird eine solche Abwechslung am Wochenende oder Ausflugtage als besonders angenehm empfinden. Bobkostsalat. Die ganz jungen Blätter von Spinat, Löwenzahn, Gartenkresse, Gartensauerampfer, frische Kräuter, Selleriegrün, Schnittlauch, junge Zwiebel, Kerbel werden gehackt, nachdem sie gewaschen und getrocknet wurden. Aus saurer Sahne, Salz und etwas geschmolzener Pflanzenbutter wird eine Marinade bereitet, in der die Salatblätter gründlich durchgeschüttelt werden. Schü. Etwas vom Umgang mitElektro-Haushaltgerälen Von Hanna Hermann Fast jede Hausfrau verwendet heute ein elektrisches Bügeleisen, einen Staubsauger oder sonst irgendein elektrisches Haushaltgerät, um die Zeit zu sparen und sich die Hausarbeit zu erleichtern. Die elektrischen Haushaltgeräte sind heutzutage zwar außerordentlich betriebsicher, aber wie bei allen von Menschenhand gefertigten Geräten kommen auch bei ihnen hin und wieder einmal Störungen vor, die meistens auf natürliche Abnutzung oder unsachgemäße Behandlung zurückzuführen find. Deshalb ist es recht nützlich, wenn sich die Hausfrau bei kleinen Störungen selbst zu helfen weiß. An motorisch angetriebenen Elektrogeräten, Staubsaugern, Haartrocknern, Windfächern z. B. bemerkt man nach längerem Gebrauch oft ein Ouitschen oder Zwitschern. Das ist ein Zeichen dafür, daß die auf dem drehbaren Teil des Motors schleifenden Kohlenstifte bis zum Ende abgenutzt sind und ersetzt werden müssen. Unbedingt falsch und für das Gerät schädlich ist es, das zwitschernde Geräusch durch Deien beseitigen zu wollen. Die neuen Kohlenstifte kann jede Hausfrau, die mit einem Schraubenzieher umzugehen versteht, selbst einsetzen. Wie es gemacht wird, läßt sie sich am besten gleich beim Kauf des Gerätes vom Fachmann zeigen. Außerdem steht es in der Gebrauchsanweisung. Dort ist aber auch vermerkt, daß man es gar nicht bis zum „Ouitschen" kommen lassen darf, sondern die Kohlen schon erneuern soll, wenn sie bis auf etwa drei bis vier Millimeter abgenutzt sind. Bei Elektrowärmegeräten kann es Vorkommen, daß einmal der Heizkörper durchbrennt. Meistens liegt die Ursache in einer Ueberhitzung durch unsachgemäße Behandlung. Selbst für den besten Wasserkocher und für den besten Tauchsieder ist es auf die Dauer schädlich, wenn er häufig für längere Zeit im trockenen Zustand eingeschaltet ist. Auch ein Bügeleisen soll man nicht längere Zeit unbenutzt unter Strom stehen lassen, denn darunter leidet, ganz abgesehen von der Stromoerschwendung, der Heizkörper und sehr oft auch die Unterlage des Bügeleisens. Also, Hausfrauen, schaltet Elektrowärmegeräte immer rechtzeitig aus. Ist der Heizkörper einmal durchgebrannt, so kann die Hausfrau selbst nichts daran ausbessern, während der Fachmann das Gerät meistens schnell und für wenig Geld wieder in Drtmung bringen kann. Die meisten Störungen entstehen allerdings nicht an den Geräten selbst, sondern an den Zuleitungsschnüren. Besonders bei Schnüren, die viel bewegt werden, wie die Zuleitungen von Bügeleisen, Tauchsiedern, Staubsaugern usw. scheuert sich häufig die Isolierung mit der Zeit durch. Es empfiehlt sich deshalb, die Schnüre von Zeit zu Zeit darauf anzusehen, ob die Isolierung noch in Drbnung ist. Bemerkt man Stellen, an denen die Isolierung schon beschädigt ist, dann ist es am besten, die Schnur gleich dem Elektrofachmann zur Ausbesserung zu geben, denn ist die Schnur erst einmal bis auf den Leitungsdraht durchgescheuert, besteht die Gefahr, daß man beim Berühren des Gerätes in Wohnräumen mit Holz- oder Linoleumböden einen zwar meist ungefährlichen, aber immerhin unangenehmen Schlag bekommt, oder daß es Kurzschluß gibt. Bei einer ordnungsgemäß instandgehaltenen Installation ist ein Kurzschluß vollkommen ungefährlich, weil die Sicherung sofort durchbrennt und die Lei- tung vor Schaden schützt. Jeder Techniker wird gerne bereit sein, der Hausfrau einmal das Auswechseln von durchgebrannten Sicherungen zu zeigen, damit sie es im Bedarfsfälle selbst vornehmen kann. Einige Ersatzsicherungen sollte man immer griffbereit vorrätig halten, damit man im Falle eines Kurzschlusses nicht erst Zeit mit dem Holen einer neuen Sicherung versäumen muß. Besonders bewährt haben sich in dieser Beziehung die automatischen Sicherungen, bei denen man nur auf einen Knopf zu drücken braucht, um sie wieder betriebsfertig zu machen. VDR. beim Sport. Unsere Iungmädet bekommen einen „Gruppenball^. Gestern bekam unsere Jungmädelgruppe ein großes Paket. Es war eine richtige kleine Kiste. An die Mädel der Jungmädelgruppe Dst stand daraus geschrieben und der Paketmann hatte es am Morgen unserer Führerin gebracht. Mit einem Bollerwagen haben wir es dann zum Heim gezogen, denn wir wollten es doch in unserem Heim auspacken. Lies hatte herausgefunden, daß es vom Untergau kam. Was da bloß drin war? „Hoffentlich nicht olle Akten", sagte Liselotte. Aber die gingen uns Jungmädel doch gar nichts an, die konnten wir doch nicht gebrauchen. Wir hockten uns alle in Hücksken auf die Erde im Kreis und unsere Führerin saß in der Mitte und packte vorsichtig die Kiste aus. Erst kam ’ne Menge Papier, dann kam Holzwolle und als wir vor lauter Aufregung schon gar nicht mefyr sitzen konnten, kam nochmal Papier und ein Brief an die Jungmädel in Dst. Wir fanden ja alle daß man den Brief lesen konnte, wenn die K,ste ausgepackt sei, aber unsere Führerin las ihn doch erst, und darin stand mit Schreibmaschine geschrieben: An die Jungmädel der Jungmädelgruppe Dst. „Liebe Jungmädel! Ihr habt neulich auf dem deutschen Jugendfest so fein geturnt und habt alle eine Nadel erhalten. Weil Ihrs so gut gemacht habt und wir uns so darüber gefreut haben, schicken wir Euch heute dies, es gehört der, ganzen Jung- mäbelgruppe. Turnt weiter so fleißig, damit Ihr alle^ recht gesunde und kräftige Jungmädel werdet." Und bann kam der Name unserer Jung- mädeluntergauführerin und sogar ein Stempel. Was in dem Paket war, wußten wir ja nun immer noch nicht, aber etwas ganz besonderes und etwas wunderschönes mußte es sein. Wir wurden ganz zappelig vor Aufregung. Gretel packte wieder Holzwolle aus und endlich zog sie unter schrecklichem Freudengeheul der Jungmädelgruppe Dst, was meint ihr nun, einen richtigen, großen Medizinball hervor. Er ist noch viel schöner, als unserer in der Schule. Daß wir jetzt nicht mehr unser Märchenspiel machen konnten, wie wir es eigentlich vorgehabt hatten, werdet ihr sicherlich einsehen. Im Nu hatten mir uns vor unserem Heim zu Dreien aufgestellt und die Lies in der vordersten Reihe trug feierlich den Ball. Wir haben alle drei Minuten umgewechselt, denn wir wollten ihn doch alle einmal tragen, und dann wurde er auf Bollmanns großer Wiese gleich richtig eingeweiht. Unsere Führerin sagte uns noch, daß wir alle sehr froh und stolz sein dürften und daß wir sicher viel Freude an ihm haben würden, an unserem Gruppenball. Und dann haben wir Fangball gespielt und so fein ist das noch die gewesen als mit unserem neuen Ball. Und morgen ist Sportnachmittag, da freuen wir uns noch viel, viel mehr als sonst darauf. Heute sind wir alle im Heim zusammengekommen und haben unserer Jungmädeluntergauführerin einen langen Brief geschrieben, weil sie uns doch den Ball geschickt hat und wir uns so über ihn gefreut haben. E i n Jungrnäoel. Man muh sich nur zu Helsen wissen So dunkel war es noch draußen, als heute morgen das grelle Pfeifen, unser allmorgendlicher Weckruf, durch das Haus gellte. Der Himmel war grau und goß große Eimer Regen auf unsere Sportwiese. Was nun? Verschlafen sanden mir uns in der Halle ein, stellten uns auf und guckten immer mieber in ben Regen draußen; es mar nichts mit dem Dauerlauf rund um die Wiese draußen, und zur Turnhalle konnten mir doch auch N'cht rennen, das mar doch zu roeit für den Früh- fport. Also? Na hoffentlich ..nichts roie in die betten" meldet sich jemand schüchtern. Aber damit mar's nichts. Ein paar Kniebeugen in der Halle, unfer Muskelkater errnachte, au weh. Wieder standen mir in einer Linie, mordsneu- gierige schon auf das, was nun kommen sollte, unb es kam. Erst ein fröhliches Lämmerhüpfen den ganzen Flur entlang, dann stolzierte gravitätisch em langbeiniger Storch über ben Gang, ein Frosch pupfte luftig, unb ein langer Regenwurm kroch Im Dorskinderhort. MW SM V WW f 1 ■ Unter ben Aufgaben, mit denen die nationalsozialistische Dolkswohlfahrt im Sinne einer gesunden Bevölkerungspolitik der deutschen Familie dient, betreut auch das segensreiche Hilfswerk „M utter und Kind" in Tagesstätten diejenigen Land- unb Dorfkinder, deren Mütter und Eltern erwerbstätig sind. In diesen Heimen herrscht besonders in den Tagen der Ernte fröhliches Leben. Unser Bild aus einer solchen Kindertagesstätte, die in einer früheren Schnitterkaserne vor Berlin entstand, zeigt die Kleinen, wie sie zu häuslichen Arbeiten angehallen werden. Das Abwaschen und Abtrocknen macht ihnen sichtlich Freude. (Scherl-M) langsam und schleppend und sogar stöhnend über den Erdboden. Wieder in einer Linie antreten; wir marschieren über den Flur zurück zur Treppe, nun war unser Muskelkater futsch und nun sollte unser Frühsport vielleicht schon vorbei sein. „So nun steigt mal alle ganz gemächlich die Treppe hinauf, aber bitte die Beine so hoch heben, daß euer Knie bei jedem Schritt an das Kinn ballert" rief unsere Sportwar- tin uns zu. Beim ersten Mal verunglückten wir alle, mir lachten zuviel, beim zweiten Male sahen mir ein, daß die Sache gar nicht so lächerlich mar, sondern eine feine Uebung, die in die Knochen ging. Dann mußten mir locker und leicht und zierlich die Treppe hinaufsteigen, das mar beinahe noch schmieriger. Wir sahen bei unseren zierlichsten Schritten oft noch tolpatschig und steif aus, mir mußten ein paarmal hinauf und hinunter, bis unsere Beine locker waren. „Hopp Mädels, nicht so langsam, spielt mal Dsterhas, aber leicht und leise und nicht so aufstampfen wie ein Elefant!" Zuerst wackelte das ganze Treppenhaus und dröhnte, als marschierten Soldaten in die Kaserne ein, aber zum Schluß konnten schon einige fast lautlos hinaufhoppeln. Seid ihr schon mal als zusammengeklappte Taschenmesser eine Treppe hinaufgestiegen? Ich glaube nicht, wir haben das auch zum ersten Male in unserem Lager an unserem verregneten Frühsport fertig bekommen: Das ging so: ganz tief bücken, Rücken gestreckt, die Hände fassen die Fußgelenke, und nun nix wie aufi! Au, zog das in Den Knochen, Der Muskelkater rückte wieder in bedenkliche Nähe. Nun noch wie die wilde Jagd auf allen Vieren vorwärts und rückwärts rauf und runter die Treppe, bis unsere Beine und Arme wieder ganz zappelig und locker waren. Tief ausatmen, an der Tür zum Hof, und tüchtia die Glieder ausschlenkern. Unser Frühsport im Regen ist beendet, und fein mar es, man muß sich nur immer zu helfen wissen. Gefängnis wegen Nötigung eines Bürgermeisters. Mainz, 13. Aug. (LPD.) Vor der Großen Strafkammer hatte sich gestern die 36jährige Appolonia Schulz aus Winkel wegen Nötigung zu verantworten. Am 31. Mai 1935 erhielt der Bürgermeister von Bechtheim einen anonymen Brief, in dem er aufgefordert wurde, binnen acht Tagen zu bewirken, daß der evangelische und der katholische Pfarrer wieder in ihr Amt eingesetzt würden bzw. in den Drt zurückkehren dürften, widrigenfalls der Bürgermeister und noch zwei andere meuchlings erschossen würden. Die Nachforschungen ergaben, daß dieser Brief auf der Schreibmaschine des katholischen Pfarrhauses geschrieben wurde unb daß die katholische Gemeinde- und Krankenschwester Appolonia Schulz Die Schreiberin mar. Sie leugnete Dies auch nicht und mollts Die Sache zunächst allein auf sich nehmen. Im Laufe Der Untersuchungen nannte sie jedoch den 61jährigen Georg Wagner II. als den, der ihr das Konzept Dieses Briefes gegeben habe. W. leugnete dies aber mit größter Bestimmtheit, und Da keine Tatzeugen vorhanDen unD Das Konzept vernichtet war, konnte gegen ihn ein SchulDbemeis nicht erbracht werDen. Er rourDe daher freigesprochen, während die Schwester wegen versuchter Nötigung zu 5 Monaten Gefängnis abzüglich zwei Monate ver- bnßter Haft verurteilt wurde. Der Staatsanwalt, der nach den Zeugenaussagen, die die Schwester als überaus fleißig, opferfreudig und hilfsbereit schilderten, und sie insbesondere keiner Lüge für fähig gelten, bie Angeklagte für glaubwürdig hielt, hatte gegen Wagner 9 Monate und gegen die Schwester 4 Monate Gefängnis beantragt Kirchliche Nachrichten Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 14. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. # Donnerstag, den 15. August. Fe st Mariae Himmelfahrt. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Komrnu- Ü-Ou: 9- Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Pre- Digt; 14.30: Andacht mit Segen. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit predigt. — Cid). 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hoch- amt mit Predigt. ttr.188 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien) Mittwoch, (4. August 1935 38,2 Millimeter Regen in 24 Stunden. Aus der Provinzialhauptstadt. Faltboote im Wafferrettungswesen. Das Faltboot und das Rettungswesen sind nach Ansicht der meisten Menschen zwei Dinge, die keinen Zusammenhang haben. Man wird im allgemeinen nur selten von der Rettung eines Ertrinkenden mit dem Faltboot hören. Und doch hat die Praxis bewiesen, daß das Faltboot sowohl für den Rettungsdienst, wie auch für die Einzelrettung geeignet ist. Bei der Hilfeleistung bei Ertrinkenden mit dem Faltboot wird man nicht einfach die Vorschriften für die Rettung durch die gewöhnlichen Wasserfahrzeuge übertragen können. Das Faltboot erfordert ganz besondere Dorsichts- und Verhaltungsmah- nahmen. Richt jedes Faltboot wird in gleicher Weise für die Aufgabe der Wasserrettung geeignet sein. Ob das Faltboot zur Rettung geeignet ist, entscheidet hauptsächlich die Breite, d. h. die Kentereigenschaften des Bootes. Wanderboote, die durchschnittlich eine Breite von etwa 90 Zentimeter haben, sind für das Rettungswesen geeignet; dagegen dürften Sport- und auch Rennfaltboote mit einer Breite von unter 50 Zentimeter nur in äußersten Fällen zu Rettungszwecken verwendbar sein. Die Verwendung von Faltbooten im Wasserrettungswesen eröffnet neue Wege zur Bekämpfung des nassen Todes. Das Faltboot befährt auch Gewässer, die von keinem festen Boot befahren, die jedoch sehr fleißig von Badenden benutzt werden, und es hat dadurch öfter die Aufgabe, Ertrinkenden Hilfe zu leisten. Das Faltboot dürfte auch bei der Aufstellung von gut durchorganisierten Rettungswachdiensten gute Verwendung finden. Die erste Grundbedingung für jeden Faltbootfahrer, der einem Ertrinkenden Hilfe leisten will, ist Bewahrung eiserner Ruhe und schnelle Entschlußkraft. Die Geistesgegenwart wird erst das glückliche Gelingen einer Rettung ermöglichen. In den meisten Fällen wird das Faltboot nur dazu dienen, den Retter schnell und ohne Kraftanstrengung an die Stelle des Unglücksfalls zu bringen. Dort wird dann der Retter das Boot verlassen und den Verunglückten durch Schwimmen retten müssen. Aus diesem Grunde ist es auch wünschenswert, daß jeder Faltbootfahrer nicht nur ein Schwimmer, sondern auch Retter sein soll. Der Grundschein der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft müßte die niedrigste Prüfung im Rettungsschwimmen jedes Faltbootfahrers sein. Wird bei breiten Faltbooten oder auch bei sonstigen Umständen dem Ertrinkenden Hilfe mit dem Boot geleistet, so muß vorerst darauf geachtet werden, daß der Ertrinkende keine Gelegenheit hat, sich an einer Breitseite an das Boot zu klammern. Vorteilhaft ist es, Faltboote mit einem kleinen Rettungsring, Luftkissen oder einem sonstigen Gegenstand auszurüsten, die einen Ertrinkenden leicht über Wasser halten können. Im Notfall wird auch eine Leine oft den Zweck erfüllen müssen. Man werfe Luftring oder -kiffen, die an einer Leine an dem Boot befestigt sind, dem Ertrinkenden zu. Sobald er sich daran angeklammert hat, versucht man, auf dem kürzesten und schnellsten Wege das Ufer zu erreichen. Hat man keinen Gegenstand zum Zuwerfen bei der Hand oder ist ein schnelles Anlandkommen nicht möglich, so kann man den Versuch machen, mit dem Bug oder Heck des Faltbootes in die Reichweite des Verunglückten zu gelangen, damit er sich daran festhalten und dann so ans Ufer gebracht werden kann. Wie schon erwähnt, wird in den meisten Fällen nur ein Hineinspringen ins Wasser und dann die Rettung durch Schwimmen möglich sein. Beim Hineinspringen ins Wasser müssen die Hände aufgestützt und vorsichtig eine Flanke ins Wasser gemacht werden. Ist das Boot nur einsitzig, so muh man es treiben lassen und erst später ans Ufer holen. Beim Zweisitzer übernimmt der im Boot Sitzengebliebene die Fürsorge für das Boot und kann außerdem noch durch Zuwerfen von Leinen oder Zureichen eines Paddels oder durch Heranfahren mit dem Bug oder Heck den Retter unterstützen. Ob das Hereinheben des Verunglückten über den Im Laufe des gestrigen Nachmittags, etwa von 16 Uhr ab, setzte erneut Regenfall ein, der seitdem, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung zwischen 20 und 21 Uhr, während der ganzen Nacht andauerte und zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen, gegen 9 Uhr heute früh, noch im Gange ist. Der durchweichende Regen hat dem stark ausgetrockneten Boden eine sehr beachtenswerte Menge Feuchtigkeit gebracht, die u. a. an dem von gestern bis heute früh ganz ansehnlich gestiegenen Wasserstand der Wieseck zu ^kennen ist. Die Wetterstelle Gießen des Reichsamtes für Wetterdienst gab uns heute vormittag auf Anfrage die nachstehend verzeichneten Niederschlagsmengen an: Vom Chemischen Untersuchungsamt der Provinz Oberhessen wird uns geschrieben: Es erscheint angebracht, daß jeder Käufer, besonders bei dem starken Verbrauch während der heißen Sommermonate, darüber unterrichtet ist, welche Sorten Speiseeis hergestellt und feilgehalten werden. Denn es hat jeder Käufer ein Reckt darauf, zu wissen, wie die einzelnen Speiseeissorten zusammengesetzt sind und welchen Nähr- und Genußwert sie haben. Seit dem Jahre 1933 ist eine Verordnung über Speiseeis in Kraft, die sehr genaue Bestimmungen über Zusammensetzung und Bezeichnung von Speiseeis enthält, die aber nicht weniger als sieben Sorten Speiseeis kennt: 1. Kremeis, 2. Fruchteis, 3. Rahm- oder Sahneeis, 4. Milchspeiseeis, 5. Eiskrem, 6. Einfach Eiskrem, 7. Kunstspeiseeis. Don diesen sieben Sorten'sind in hiesiger Gegend vier am häufigsten im Handel anzutreffen, nämlich Kremeis, Fruchteis, Milchspeiseeis und Kunstspeiseeis. Deshalb sollen auch nur diese vier Sorten näher beschrieben werden. 1. Kremeis. Dieses wird meistens in Hotels, Cafös und Konditoreien als Konditoreieis angeboten unter der Bezeichnung Vanilleeis, Schokoladeeis, Nußeis usw. Für diese Kremeissorten müssen auf ein Liter Vollmilch mindestens sechs Eier verwendet werden. Bezüglich ihres Nährwertes nehmen so hergestellte Eissorten die erste Stelle ein, sie sind auch entsprechend teurer. Eine künstliche Färbung, die einen nicht vorhande- denen Eigehalt vortäuscht, ist verboten. 2. Fruchteis. Dieses findet sich als Zitroneneis, Erdbeereis, Himbeereis usw. im Verkehr und muß 20 Prozent Obstbestandteile enthalten. Ein Zusatz von Milch oder Eiern wird gesetzlich nicht verlangt, gibt jedoch dem Eis einen höheren Nährwert. 3. Milchspeiseeis. Dieses Eis enthält als Hauptbestandteil Vollmilch. Bug oder über das Heck in das Boot in der Praxis möglich ist, bleibt vorläufig abzuwarten. Ebenso wird erst die Praxis zu beweisen haben, ob das Hereinheben eines Verunglückten bei zwei neben» einanderliegenden Faltbooten, die durch Paddeln, Masten oder Stangen gegen das Kentern gesichert sind, durchführbar ist. Bei Uebungsversuchen wurde dieses Verfahren mit Erfolg durchgeführt. Den Leitsatz: „Jeder Faltbootfahrer ein Schwimmer und jeder Faltbootfahrer ein Retter!" muß der Faltbootfahrer beherzigen _____________P- W. Dienstag von 7.25 bis 14.25 Uhr: 3,2 Millimeter, von 14.25 bis 21.25 Uhr: 16,7 Millimeter, von 21.25 bis Mittwoch 7.25 Uhr: 18,3 Millimeter, insgesamt also innerhalb von 24 Stunden 38,2 Millimeter Regen. Eine ähnlich hohe Niederschlagsmenge hatten wir am 28. Juni 1935 mit 34,7 Millimeter zu verzeichnen (Gewitterregen), dann ist rückschauend auf den 8. Juli 1926 mit 73,8 Millimeter Niederschlagshöhe zu verweisen. Diese anhaltenden Niederschläge sind im Hinblick auf unsere Kartoffelversorgung und das Wachstum der nicht minder wichtigen Rüben sehr zu begrüßen. Ein Zusatz von Eiern ist gesetzlich nicht erforderlich, so daß Milchspeiseeis im allgemeinen nicht den Nähr- und Genußwert der Kremeissorten erreicht. Eine künstliche Färbung ist jedoch, wie bei Kremeis, verboten. 4. Kunstspeiseeis. Diese Sorte soll die Möglichkeit geben, ein billiges Eis herzustellen. Und so sind auch nicht nur künstliche Farbstoffe, sondern auch künstliche Aromastoffe zugelassen. Die Verwendung von Milch und Eiern wird gesetzlich nicht verlangt, so daß in den meisten Fällen dem Käufer ein Kunstprodukt aus Wasser, Zucker, künstlichem Aromastofj und etwas Farbe verabfolgt wird. Entsprechend dem billigen Preis und der Zusammensetzung ist der Nährwert von so hergestell- tem Kunstspeiseeis auch nur gering. Ausammensassend kann gesagt werden, daß im allgemeinen die Kremeissorten bezüglich Nährwert und Preis an der Spitze stehen. Den mittleren Platz nimmt das Milchspeiseeis ein, während das Kunstspeiseeis die billigste Sorte mit dem geringsten Nähr- und Genußwert zu sein pflegt. Das Gesetz stellt also für jede Art von Speiseeis bestimmte Mindestanforderungen, verlangt aber auch, daß jede Eissorte genau nach ihrer Herstellung und Art äußerlich gekennzeichnet wird, z. B. Vanilleeis, Schokoladeeis, Erdbeereis, Milchspeiseeis, Kunstspeiseeis. Eine einfache Bezeichnung „Eis" oder „Gefrorenes" deutet auf ein hochwertiges Erzeugnis der Kremeissorten hin und läßt den Käufer auch ein solches erwarten. Die Verordnung über Speiseeis enthält noch eine ganze Reihe von Bestimmungen spezieller Art. So wird z. B. verlangt, daß nur abgekochte Milch zur Herstellung von Speiseeis verwendet werden darf. Sämtliche Bestimmungen hier aufführen zu wollen, würde den Rahmen dieser Zeilen überschreiten und auch nicht das Interesse der Allgemeinheit finden. Es soll hier nur darauf ankommen, den Konsumenten von Speiseeis in aller Kürze aufzuklären und ihm eine Möglichkeit zu bieten, falschbezeichnetes Eis zurückzuweisen und sich so vor Schaden zu bewahren, zumal heute noch eine große Anzahl Speiseeis nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht. Rechtzeitig Karten für den „Fliegenden Frankfurter" bestellen. LPD. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. teilt mit: Die Anmeldungen zu Fahrten mit dem „Fliegenden Frankfurter" der Reichsbahn nach Berlin und zurück laufen so zahlreich beim Mitteleuropäischen Reisebüro im Frankfurter Hauptbahnhof ein, daß empfohlen roirt), die Voranmeldungen für diese Fahrten so früh wie möglich zu tätigen. Die regelmäßigen Fahrten des „Fliegenden Frankfurter" werden am 15. August aufgenommen. CRubolf Hille. Oer neue Spieltenor des Stadttheaiers für Oper und Operette. 4 > „Mein ,Jall war stärker als der Eltern »Nein!*. Beginnen wir sogleich dort, wo es Sie interessieren wird. Denn was vor diesem Stimmentscheid liegt, ist wie bei fast allen Menschen — alltäglich. Nach vollendeter Ausbildung am Wiener Konservatorium wurde ich als lyrischer Tenor verschickt: Mährisch Ostrau, Linz a. d. Donau, Bern, Wien, Schönbrunner Schlohtheater. Dann wurde Reiselust und Wandertrieb in mir übermächtig und ich pilgerte gen Amerika, in ein anderes Land. Erst ans Deutsche Theater nach Neuyork und dann ans Deutsche Theater nach Chikago. Aber dann hielt's mich dort auch nicht mehr und ich machte als lyrischer Tenor und Tenorbuffo eine Operntournee mit, die mich durch ganz Mittel-, Nord- und Westamerika führte. Heimweh nach Europa brachte mich 1932 zurück und ich fand Engagement am Salzburger Stadttheater. Letzte Spielzeit war ich als Gast am Volkstheater München tätig und habe außerdem in Frankreich und in der Schweiz oft gastiert. Nebenher konnte ich des öfteren am Rundfunk München fingen. Also immer auf Tournee, immer guter Dinge, immer bereit für die Kunst. Mit diesem Wahlspruch fteure ich guter Hoffnung Gießen an. Ein kräftiges toi-toi-toi der kommenden Spielzeit." Eine Ausstellung von 15 Kilometer. Am 24. August öffnen sich die Tore der großen Ausstellung „Die Rhein-Mainifche Wirtschaft" auf dem Festhallengelände zu Frankfurt a. M., die ein ausgezeichnetes Bild der Rhein-Mainifchen Wirtschaft vermittelt. Wenn man die Ausstellung durchwandert und jeden Stand besichtigt, so hat man einen Marsch von 15 Kilometer hinter sich. Rucksackverpflegung ist aber nicht notwendig, da überall im Gelände preiswerte Erfrischungsmöglichkeiten vorhanden sind. 463 D Seltersweg 67 Telephon 3170 Wieviel (Sorten Speise-Eis gibt es? Radio uhl (Sin kleiner Pechvogel. Don Christian Munt. Man geht aus dem Dorf an der Pferdeweide vorbei, dort wo der Tümpel ist, in dem die kleinen Dorfjungen Feuersalamander fangen oder Kaulquappen. Etwas weiter sieht man schon die Mäher bei der Arbeit. Als wir an einen Kreuzweg kommen, sehen wir ein niedliches Bild. Mitten im Weizen steht ein kleines Mädchen, scharrt mit seinen nackten Füßen im Staub und sucht anscheinend etwas. Sie trägt knallrote Schleifen an ihren gelben Stoppelzöpfen. In der Hand hält sie ängstlich einen Tonkrug gefüllt mit Brombeeren. Da steht die kleine Person mutterseelenallein auf dem Feldweg und späht auf den Boden. Sucht sie eine verlorene Beere oder ärgert sie etwa Ameisen, die ihr in den Weg geraten sind? Wir beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen und gehen auf sie zu. „Guten Tag, mein Fräulein", fangen wir unsere Unterhaltung an. „Suchen Sie vielleicht etwas?" Ein Blick auf den Boden belehrt uns rasch, daß keine einzige Ameise weit und breit zu sehen ist. Aber ein weiterer Blick in das Gesicht des Mädchens belehrt uns gleichzeitig, daß ihr Kummer sehr groß sein muß. Denn schon beginnt sie zu meinen. Dicke Tränen rollen aus ihren Augen. Es muß etwas Entsetzliches passiert sein. Was ist denn los? Wir sind uns einig, daß wir dem kleinen Pechvogel helfen wollen, und fragen sie nach dem Grunde ihres Kummers. Unter vielen Schluchzern und Tränen erfahren wir endlich, daß fie etwas verloren hat, und daß Mutti sehr schimpfen wird, aber sehr. Die Lage wird ernst. Mutti wird schimpfen? Das ist doch allerhand. Wir werden mächtig aufgeregt und bestürmen das Fräulein mit unserer Teilnahme und mit Fragen. Was ist denn um Himmels willen verloren? Eine Mark. Was bitte? Eine Mark, huhu. „Wo hast du sie denn verloren?" — Hier. — Also hier." Nun beginnen mir zu suchen. Wir kriechen auf dem Feldweg herum und menden jedes Wegerichblatt und jeden Grashalm um. Es ist eine entsetzliche Hitze. Kätchen hilft uns suchen. Sie zeigt nach rechts, dort muß die Mark liegen, mir suchen rechts. Dann zeigt fie nach links, nein, dort müsse sie sein. Wir suchen links. Meine Frau mird leicht ungedul- big, als mir nach langem Suchen mit krebsroten Köpfen uns mieber aufrichten. Die Mark hat boch keine Beine, fie muß doch hier liegen. Ein Brot und ein Paket Kerzen sollte Kätchen kaufen —, bas arme Kätchen. Meine Frau übernimmt jetzt das Kommando. Sie befiehlt, daß mir uns alle drei nebeneinander aufstellen, ausschmärmen und planmäßig den Weg ad- suchen. Meine Frau ist sehr energisch, aber die Suche verläuft durchaus ergebnislos. Keine angenehme Ueberrafchung, besonders, roenn im Dorf das Mittagessen auf einen märtet. Die Kirchenglocke hat schon eins geschlagen. Schließlich geben mir die Suche auf. Ob denn die Mark nicht wo anders liegen könne? — Doch, das märe möglich. Ich mundere mich, mie freundlich meine Frau fein kann. Wo Kätchen denn die Mark zuletzt gesehen habe? — An den Brombeeren, erinnert sie sich. — So, so, an den Brombeeren. — Mir mird schwach, ich sehe im Geiste, mie mir in der Mittagshitze dornenzerkratzt in den Brombeeren herumkriechen! Aber meine Frau ist klug. „Wo mar sie denn die Mark?" Kätchen überlegt angestrengt, ihr sommersprossiges Näschen zieht sie kraus, aber es fällt ihn nicht ein. — Ob sie die Mark im linken Händchen getragen habe oder im rechten, he? — Kätchen blickt träumerisch auf ihre kleinen braunen Fäuste, dann starrt sie uns ratlos an und sagt: nein. Meine Frau ist gar nicht so klug, stelle ich zu meiner Vermunderung fest, mie? Aber sie hat Geduld mit dem Kind. Sie nimmt den Brombeernapf stellt ihn auf den Boden, ergreift Kätchens linke Hand und fragt: „War fie hier, Kätchen?" — „Nein", antmortet Kätchen. Meine Frau ergreift Kätchens andere Hand und fragt: „War die Mark in dieser Hand, Kätchen?" — Kätchen blickt versonnen auf die Hand und bann heiter auf meine Frau und jagt: „Nein". Meine Frau hat es aufgegeben. Ich aber beuge mich zu ihr und frage fie eindringlich, mo denn diese böse Mark gesteckt habe. Kätchens Gesicht erhellt sich plötzlich und sie zeigt auf den Brombeernapf. Ein Gedanke durchzuckt mich, ha! 3d) breite mein Taschentuch aus, schütte bie Brombeeren aus und richtig: Auf dem Boden des Napfes liegt die Mark! „Da hätte man aber lange suchen können!" Kätchen ist glücklich, sie lacht über ihr ganzes Kindergesicht, nimmt Napf und Mark und trollt sich und verschwindet eilig im Weizen. Ich aber spreche sanft zu meiner Frau, mie man mit Ueberkgung bas Schicksal zu meistern imstande sei. Ja, ich plustere mich etrnas auf und mache mich kostbar vor ihr. Aber als mir schon beim Mittagessen sitzen, fragt sie mich spitz, rnas ich denn getan hätte, roenn in dem Napf keine Brombeeren gewesen wären, sondern Marmelade? Ich muß gestehen, daß ich etwas verdutzt war und von etwas anderem sprach ... Eine Stadt ohne tödlichen Autounfall. Auch in England wird über das Anschwellen der tödlich verlaufenen Autounfälle in den letzten Jahren lebhaft Klage geführt, und das Verkehrsministerium erprobt feit langem die verschiedenartigsten Abwehrmittel, um der durch den Kraftwagenverkehr verursachten lebensgefährlichen Verkehrsunsicherheit zu steuern. Mit um so größerem Interesse ist im ganzen Land die Nachricht aufgenommen worden, daß die Stadt Sunderland, eine Großstadt von zweihunderttausend Einwohnern, während des vergangenen 'Jahres nicht einen einzigen tödlichen Autounfall zu verzeichnen hatte. Der englische Verkehrsminister hat den Bürgermeister von Sunderland, wie in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" mitgeteilt wird, in einem Schreiben gebeten, ihm über bie Methoden Auskunft zu geben, denen dieses erfreuliche Ergebnis zugeschrieben werden kann. Die Maßnahmen bestanden in einer Vermehrung der Verkehrs- p o st e n und in einer Herabsetzung der G e - schwindigkeiten im Ortsverkehr, vor allem aber in einer umsichtig geleiteten Propaganda, die sich besonders auf die Heranwachsende Jugend erstreckte. An die Schulkinder im Alter von sechs bis dreizehn Jahren wurden von den Beamten der Polizei mehr als dreißigtausend Flugzettel mit leicht verständlichem Text und anschaulichen Bildern verteilt. Die Verkehrserziehung der Erwachsenen erfolgte in erster Linie durch Lichtbilder und Aufklärungsfilme, die in Theatern der Stadt während der Pausen gezeigt wurden. Den Autofahrern selber klebte man auf die Windschutzscheibe ihrer Wagen Zettel mit „Zehn Geboten", in denen die wichtigsten Verhaltungsmaßregeln zusammengefaßt waren. Ausgezeichnete Erfahrungen hat man in Sunderland mit den „Sicherheitswochen" gemacht, die mehrfach im Jahre veranstaltet worden find. Während dieser Zeit erteilte bie Polizei den Jugendlichen an den Straßenkreuzungen praktischen Unterricht. — Jeder, der von einem Autounfall betroffen worden war, bekam eine Reihe von Aufklärungsschriften ins Haus geschickt. Der Bürger- meister von Sunderland hofft, den begrüßenswerten Rekord in der Verkehrssicherheit auch im nächsten Jahr halten zu können. Zeitschriften. — „Die Kun ft", Monatshefte für Malerei, Plastik und Wohnkultur (Verlag Bruckmann, München) bringt in ihrem Augustheft eine Fülle köstlichen Bildmaterials und wertvoller Aufsätze, so u. a. eine Abhandlung von Ulrich Christoffel „lieber die Große Münchener Kunstausstellung 1935" mit vielen hervorragenden Bildwiedergaben. „Persönliche Erinnerungen an Paul Cszanne" geben einen interessanten Einblick in die Wesensart dieses großen Meisters. Verkäufe aus großen amerikanischen Privatsammlungen sind der Anlaß zu einer Betrachtung von Professor Dr. Hans Tietze über „Amerikanisches Kunstjammeln von heute". Hier werden die Umstände klargelegt, welche zu einer bemerkenswerten Umformung des amerikanischen Kunstsammelns führen. „Die Wandgemälde der deutschen Romantiker im Casino Massimo zu Rom" machen den Leser mit wertvollen Hinterlassenschaften deutscher Künstler bekannt. Schöne Brunnenbilder enthält die Veröffentlichung „Brunnen an Hamburger Staatsbauten" von dem Leiter des Hamburger Bauwesens Fritz Schumacher. Der zweite Teil, der die moderne Wohnkultur behandelt, bringt eine Reihe schöner Aufnahmen der Innenarchitektur des Dampfers „Scharnhorst" des Norddeutschen Lloyd mit Erläuterungen von Gerhard Ludwig Milau. Neben Abbildungen moderner Landhäuser und schöner Entwürfe der Metallwerkstätte der Schule Reimann, Berlin, findet der Leser in den Aussätzen „Möbel und Wohnraum" von Hans Eckstein und „Die Gestaltung kleiner Gärten" von Hans Beckstein viel- fache praktische Anregungen. Wie der künstlerische Gedanke auch dem Alleinstehenden ein Helfer und guter Freund sein will, zeigt der Aussatz „Behagen im Junggesellenheim" mit Entwürfen von Leonie Pilewski, Wien. Hochschulnachrichien Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, ist der ordentliche Professor Dr. Erich Schwinge in Halle a. d. S. in gleicher Eigenschaft in die rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Marburg berufen worden. Der Dozent Dr. med. Emil Lehnarzt ist zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Universität zu Frankfurt a. M. ernannt worden. Eine Morgenzeitung gibt es schon lange nicht mehr; Du langst deine Auslands-Fernsehscheibe her, Sportkurse „Krast durch Freude". „Leibesübungen sind weder an Lebensalter, noch an körperliche Geschicklichkeit gebunden. Sie fordern nichts, als daß einer frohen Herzens hingeht, mit- spielhaus, Bahnhofstraße: „X 27". — Circus M V J: 15.30 und 20.15 Uhr Vorstellung. Oie Deutsche Arbeitsfront TlS-Gemeinschast »Kraft durch Freude". Keine Ehe zwischen Ariern und Nichtariern. Dem bekannten Beschluß des Amtsgerichts Wetzlar hat sich auch das Amtsgericht Bad Sulza angeschlossen (Entscheidung von 8. Juli 1935). In den Gründen heißt es: Der Antragsteller ist Mischen Blutes, die Verlobte Arierin. Zur Zeit besteht rein formalgesetzlich ein Verbot der Eheschließung zwischen Ariern und Nichtariern noch nicht. Trotzdem kann ein Standesbeamter nicht gezwungen werden, die Eheschließung zwischen Ariern und Nichtariern oorzuneymen, da durch eine solche arisches Blut ver- mischt und für alle Zukunst, vom völkischen Standpunkt aus betrachtet, unbrauchbar gemacht wird. Eine derartige Ehe verstößt gegen die wichtigsten Gesetze des Staates, die die Reinhaltung und Pflege des deutschblütigen Volkes bezwecken. Eine derartige Ehe ist deshalb durch und durch unsittlich, und es kann von einem Beamten nicht verlangt werden, daß er zu einer solchen Handlung, dem Aufgebot, seine Hand bietet. Nach einem inzwischen ergangenen Runderlaß des Reichs- und Preußischen Minister des Innern vorn 26. Juli 1935 haben nunmehr die Standesbeamten in allen Eheschließungsfällen, in denen es ihnen bekannt ist, oder nachgewiesen wird, daß der eine Beteiligte Dollarier, der andere Volljude ist, das Aufgebot oder die Eheschließung zurückzustellen. Deutsche Beamtenkrankenversicherung. Fwd. Die Deutsche Beamtenkrankenversicherung, Dersicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Sitz Koblenz, hielt in Eisenach ihre diesjährige Vertreterversammlung ab. Die Anstalt, die eine Gründung der Beamtenschaft ist und 30 Jahre besteht, hat sich macht und damit seinem Willen Ausdruck gibt, sich gesund und leistungsfähig, kraftvoll und schön zu erhalten." Der Reichssportführer von T s ch a m - mer und Ost en. Die Sportämter „Kraft durch Freude" wenden sich vor allem an die Volksgenossen der Faust und der Stirn, die bisher den Weg zur körperlichen Ertüchtigung durch regelmäßig und vernünftig betriebene Leibesübung nicht fanden. Deshalb kommt alle! Glaube nicht, daß du zu alt, zu schwächlich oder zu ungelenkig bist! Unsere Sportlehrer werden dich langsam an die Leibesübungen gewöhnen und dir deine etwa vorhandenen Minderwertigkeitskomplexe in der ersten Stunde nehmen. Je ungeeigneter du dir selbst vorkommst, um so eher solltest du an unserem fröhlichen Uebungsbetrieb teilneh- men, denn dort bist du unter deinesgleichen. Sieh dir den nächsten Uebungsabend einmal an, er wird dir bestimmt viel Freude bringen. Für dich hat der Sportamt-Stützpunkt Gießen folgende Kursusarten eingerichtet: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer gemeinsam. Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Schwimmen, für Frauen und Männer gemeinsam. Leichtathletik, für Frauen und Männer gemeinsam. Reichssportabzeichen, für Frauen und Männer gemeinsam. Reiten, für Frauen und Männer gemeinsam. Tennis, für Frauen und Männer gemeinsam. Laß dir noch heute von deinem Orts- oder Be- triebswart „KdF." ein Sportprogramm neben. Es unterrichtet dich über alles. Oder komm selbst einmal zum Sportamt, Schanzenstraße 18. Dort wird dir gern vormittags jede Auskunft erteilt, und du wirst in allen Dingen beraten. Macht alle mit! Achtung! Verlegung des Areltagsreilkurfes. Zeit wird morgen bekanntgegeben. Oben nimmt dich ein Super-Prioat-Autogiro auf, und haft du gemütlich kaum Platz genommen, bist du im Büro auch schon angekommen. Du drückst sofort mit sorgenvoller Miene auf den Knopf der elektrischen Fernschreibmaschine. Dom Parkometer berichtet die Bilder-Ton-Platte wer gestern abend noch alles angerufen hatte. Alsdann sprichst du selber durchs Mikrophon über London nach San Franzisko mit Meier und Sohn, und an der Scheibe, wie Meier jetzt mit dir spricht, siebst du fein verdächtig schlaues Fuchsgesicht. Mit sowas soll man nun Geschäfte machen! Das sind so Sachen! Das sind so Sachen! Inzwischen flog dein jüngstes Söhnchen zur Schule. Dort sitzt es auf einem beweglichen Stahlrohrstuhle und wird durch Lautsprecher darüber unterrichtet wie sich der Erdball entwicklungsgemäß geschichtet; warum die alten, überflüssigen Eisenbahnschienen, mit Moos bewachsen, als Fußweg für Leute dienen, die sich entweder kein Flugzeug leisten können, ober sich nicht mal einen Stromlinienwagen gönnen; warum auf Füßen nicht, wie angeblich vor Jahren, Dampfer mit Schornsteinen, Schiffe und Kähne fahren, warum heut alles, geprüft und seit langem bewährt, im Raumschiff durch das verkehrsgeregelte Weltall fährt. warum unsere Großeltern noch keine Erfahrung von Robotbedienung und synchetischer Nahrung. Das alles wird durch Rundfunk gelehrt. Dann wird durch Lichtsignale das Telechrom erklärt, das die veraltete elektrische Uhr ersetzt. Die Schäle»- werden anschließend zuguterletzt noch in d Museum für Weltumwandlung gehn, um schnell die sagenhafte letzte Kuh zu sehn, die in ihrem angeblich idyllischen Erdenleben persönlich noch Milch in erstaunlichen Mengen gegeben, und zwar Milck. die nicht mal, wie heute, synthetisch war! Und sowas gab es--Das ist doch wunderbar! Puck. Große Strafkammer Gießen. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelte das Gericht gegen den H. F. aus Gießen und verurteilte ihn wegen Verbrechens im Sinne von § 176 Z. 3 RStGB. zuzehnMonaten Gefängnis. Amtsgericht Gießen. Der G. D. aus Gießen fuhr mit feinem Lieferwagen die Rodheirner Straße in Richtung Heuchelheim. Ihm entgeaen kam ein Motorradfahrer. Obwohl dieser das Dorfahrtsrecht hatte, bog D. nach links ein, um zu tanken. Bei dem Zusammenstoß wurde der Motorradfahrer so erheblich verletzt, daß er in die Klinik gebracht werden mußte. Durch Strafbefehl wurde D. mit einer Geldstrafe von 20 RM. belegt, die im Uneinbringlichkeitsfalle mit vier Tagen Gefängnis zu verbüßen ist. Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein. Die Entscheidung wurde auf eine Woche ausgesetzt. ** Die Zustellung der zusätzlichen Bescheide über die kommunale Sonder st euer für das Rechnungsjahr 1935 (Anleihebeträge) betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei Gießen in unserem heutigen Anzeigenteil. Die Steuerpflichtigen seien auf diese Bekanntmachung besonders hingewiesen. Straßensperre. Die Prooinzialstraßl Allendorf — Londorf wird wegen Bauarbeiten vom 15. August ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über Nordeck oder Climbach—Allertshausen. ** Vorbildlicher Gemeinschaftssinn. Die Firma Tiefbauunternehmung Ludwig Schneider- Heuchelheim, die in unserer Stadt an verschiedenen Bauarbeiten beteiligt ist und etwa 250 Arbeiter beschäftigte, läßt feit April täglich aus einer besonderen Kaffeeküche Kaffee und Tee, manchmal auch Fleischbrühe, kostenlos an ihre Gefolgschaftsmitglieder verabreichen. Diese wissen den vorbildlichen Gemeinschaftssinn des Betriebsführers dankbar zu schätzen. ♦* Fahrt ins Blaue der Betriebsgemeinschaft der Firma Sack & Jug- hard Gießen-Windhof. Man berichtet uns: Auf Einladung der Betriebsführung unternahm dis Betriebsgemeinschaft der Firma Sack & Jughardt K.-G. mit Familienangehörigen am vorigen Sonntag eine Betriefsfeier in Form einer Fahrt ins Blaue. Betriebsführung, Gefolgschaft und Familienangehörige folgten mit Interesse der Fahrleitung, die die Teilnehmer über Krofdorf, Rodheim, Fellingshausen, Frankenbach, Erda und Hohensolms in die Nähe des Altenbergturms mit herrlichem Blick auf Schloß und Ort Hohensolms führte. Hier verbrachten die Teilnehmer einige recht frohe Stunden bei einem kräftigen Mittagessen, Kaffee, Kuchen und Bier. Humoristische Verträge, Preisschießen und sonstige Gesellschaftsspiele für Jung und Alt wechselten in bunter Reihenfolge ab. Viel zu schnell gingen die Stunden dahin, und schon mahnte die Zeit zum Aufbruch. In froher Fuhrt brachten bi< Wagen des Betriebes die Teilnehmer wieder zurück. Der Betriebsführung und den freiwilligen Helfern weiß die Gefolgschaft Dank für die schöne Fahrt und die kostenlose Verpflegung. Ein Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler beschloß den in jeder Beziehung genußreichen Sonntag. Früherer Abend. Merklich nehmen die Tage nun schon ab. Wieder müssen wir erkennen, daß wir uns des Sommers Ende, dem beginnenden Herbst nähern — wieder, denn, obwohl sich jedes Jahr dasselbe wiederholt, es ist uns doch im Augenblick des Gewahrwerdens stets wieder' neu. Und neues Bewußtsein kehrt in einer besinnlichen Stunde bei uns ein: das Be- wußtsein, daß der Höhepunkt der Jahreszeit überschritten ist. Herbslliches Ahnen wird überall rege. In sonnigen Mittagsstunden können wir wohl diese nachdenkliche Stimmung mit einem Lächeln verjagen, indem wir freudig auf die uns noch umgebende sommerliche Pracht weisen. In der Sonne leuchten ja die Dahlien noch einmal so schön! Aber wenn die Dämmerung kommt, wenn die frischen Winde über die leeren Felder streichen und die Herbstzeitlosen zum ersten Male aus dem Teppich der Mesen schimmern, wenn leichte Nebel darüber hinwallen, bann gibt es keinen Zweifel mehr, und die Natur, die sich zu ihrem Feierabend rüstet, läßt leise, schwermütige Melodien erklingen, Melobien vom Abschiednehmen des Sommers. So stehen wir in her Wende zweier Jahreszeiten, gehören beiden an und möchten doch die eine noch nicht von uns lassen, möchten noch so viel vom Sommer kosten dürfen, als er nur geben kann. Doch bie Tage verrinnen, ehern vollendet sich das Gesetz des Jahres. Blick in die Zukunst. Ein Robot-Mädel, genannt die elektrische Trine, bringt dir zum Frühstück die oorgeschriebenen Vitamine. aus kleinen Anfängen zur zweitgrößten privaten Krankenversicherung Deutschlands entwickelt und zählt heute 540 000 Versicherte. Die Vereinheitlichung der Krankenversicherungseinrichtungen der Beamtenschaft ist von ihr im vergangenen Jahre fortgesetzt wor- den. Die soziale und volkswirtschaftliche Bedeutung der durch die Anstalt vermittelten Krankenfürsorge spiegelte sich in ihren Abschlußzahlen wider. Im Jahre 1934 sind rund 20 Mill. Mark zur Auszah- lung gebracht worden. 85.7 v. H. der Beiträge sind unmittelbar an die Versicherten zurückgeflossen, wozu noch die Rückstellungen für die erst im Laufe der Zeit fällig werdenden Ansprüche, z. B. Sterbegeld, treten. Die Verwaltungskosten sind mit 10,09 v. H. der Beiträge und Eintrittsgelder außerordentlich niedrig, obgleich sich der Verein bemühte, durch die Neueinstellung von 250 Volksgenossen, durch Jnstandsehungsarbeiten an seinem Hausbesitz, In- ventaranschaffungen usw. die Arbeitsbeschaffungsbestrebungen der Reichsregierung zu unterstützen. Zur Förderung des Eigenheimbaues gibt die Anstalt neuerdings an ihre Mitglieder Hypotheken aus. Das Vermögen des Vereins beträgt gegenwärtig 12,7 Mill. Mark. Für die Beitragsrückgewähr an diejenigen Mitglieder, die den Verein nicht oder nur in geringem Umfange in Anspruch genommen haben, stehen außerdem 1,9 Mill. Mark zur Verfügung, die im Laufe des Jahres rückvergütet werden. Als Aufsichtsrats-Vorsitzender wurde der Reichswalter des Reichsbundes der deutschen Beamten, Haupt- amtsleiter H. Neef, wiedergewählt. vornottzen. — TageskalenderfürMittwoch: NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Dolksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — LichtAchtung! Hausgehilfinnen! Da die Dersammlungssperre auch für den Monat August verlängert worden ist, müssen Die Heimabende auch in diesem Monat noch ausfallen. Der nächste Heimabend kann daher erst am Dienstag, 3. September stattfinden. Der Zirkus der 7000 hat uns für Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront Karten mit 50 o. H. Ermäßigung zur Verfügung gestellt. 1. Platz statt 1,90 nur 1 Mark.; 2. Platz statt 1,50 nur 0,75 Mark. Schlußoorstellung: Mitt- woch, 14. August. vmnibusfahrten am Sonntag, 18. August. 1. Fahrt nach Königstein im Taunus (Fahrpreis mit Mittagessen 4 Mark). 2. Fahrt durch Oberhessen (Fahrpreis mit Mittagessen 4,50 Mark). 3. Fahrt ins Lahntal (Fahrpreis mit Mittag- essen 4,50 Mark). Meldeschluß für obige Fahrten: Mittwoch, 14. August. Die Heidelbergfahrl am 25. August muß wegen zu geringer Beteiligung ausfallen. Rheinfahrt am 14. September. An diesem Tage veranstalten wir unsere zweite diesjährige Rheinfahrt. Die Fahrt geht mit dem Zuge bis Mainz-Kastel, von Dort mit dem Schift nach Rüdesheim, in Rüdesheim ein längerer Aufent- — -......—----- ... . - halt, von Rüdesheim mit dem Schift nach Koblenz, und alles, was irgendwie von Wert oder Gewicht. 1Qn Koblenz mit der Bahn nach Gießen. — Fahr- bringt dir der Nachrichten- und BUtzbild-Bericht ,reis einschließlich Mittagessen: 5,50 Mark. Schluß- Dann gehts mit Rolltreppe zum Dach im (Bgmnaftit- . term{n: i. September. NIVEA! mild, leicht schäumend, ganx wundervoll im Geschmack M fanden ineinander. Vornan von Klothilde v. (Stegmann. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.) 27 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Dietrich ging inzwischen in immer schnellerem Tempo die Straße entlang. Er hatte das Empfinden, er mußte fliehen — vor der fürchterlichen Wahrheit, die sich ihm da offenbart hatte. So hatte Jutta diesmal nicht gelogen. Marlen war hier in diesem Hotel gewesen — mit einem Unbekannten. Sie war schlecht genug, seinen guten Namen in den Schmutz zu ziehen. Aber nun war es zu Ende. Er würde Die Scheidung einreichen, so schnell wie möglich. Zuvor aber mußte er wissen, wo sie war; er mußte es ihr ins Gesicht schleudern, was er von ihr dachte, wie er sie verachtete. Er würde erst ruhig werden, wenn er ihr Auge in Auge gegen- überstand! — Es war ihm auch jetzt völlig gleichgültig, was andere von ihm und seiner Ehe denken mochten. Marlen selbst scheute sich ja nicht, seine Ehe herabzuziehen. Keine Regung war in seinem Gesicht, als er den Beamten beim Einwohnermeldeamt befragte, welches die Wohnung der Gräfin Marlen Veltheim wäre. Nach Hinterlegung einer Auskunftsgebühr bekam er den gewünschten Bescheid: „Gräfin Marlen Velcheim: Werder bei Berlin, Eaputherstrahe 34d." Dietrich stutzte. Warum hatte sie ihren Aufenthalt so weit draußen gewählt? Vermutlich hatte sie noch eine Wohnung in der Stadt — oder das da draußen war eine schloßähnliche Besitzung. Sie mußte auf sehr großem Fuße leben. Sonst wäre es unmöglich gewesen, daß sie in der kurzen Zeit schon so viel Geld abgehoben hatte. Dietrich sah auf die Uhr. Es war halb zehn Uhr. Wenn er ein Auto nahm, würde er vielleicht Marlen jetzt antreffen. Anmelden wollte er sich nicht. Vielleicht brauchte sie dann Ausflüchte, um der Unterredung zu entgegen. Er rief ein Auto an und gab die Adresse. Der Wagen fuhr durch die verkehrsreichen Geschäftsstraßen Alt-Berlins. Dietrich hatte Die Augen ge- schlossen. Der Lärm, das Hupen, das unaufhörliche Dorüberhasten von Menschen und Gefährten ermüdete ihn. Er atmete auf, als der Magen nun die Chaussee nach Potsdam erreicht hatte. Hier war es still und schön. Nur wenige Fuhrwerke kreuzten jetzt vormittags die Potsdamer Chausiee. Die Bäume standen hoch und still. Ab und zu mischte sich in ihr spätes Sommergrün schon em erster, goldener Schein. Die Wasser der Havel strahlten blau auf. Der Himmel war klar. Ein paar kleine Svmmerwölkchen trieben fröhlich mit dem leichten Winde dahin. Dietrich aber say von all der Schönheit nichts. Eiskalte Entschlossenheit und Empörung hatten ganz von ihm Besitz genommen. Er sehnte den Augenblick herbei, in dem er Marlen seine Verachtung ins Gesicht schleudern konnte. Sie fuhren durch ein paar freundliche Orte mit hellen, kleinen Dillen und schmucken Mauerhäusern. Jetzt war er an der Caputherstraße angelangt. „Halten Sie hier!" befahl Dietrich. „Wieviel macht es?" Er zahlte den Fahrpreis und befahl dem Chauffeur, zu warten. Er wollte die paar Schritte bis zu Marlens Wohnung zu Fuß zurücklegen. Suchend fah er sich um. Das fah hier nicht nach großen Villen aus. Hier waren nur noch kleine Bauernhäuser, Gärtnereien und kleine Lauben inmitten von weiten Gemüse- und Blumenkulturen. Die Nummernschilder bestanden zum Teil nur aus kleinen Pappstücken mit einer primitiven Aufschrift. 34a las Dietrich, b, c. Nun machte der Weg eine kleine Kreuzung. Er befand sich jetzt völlig zwischen Gärten, die in der vollen Pracht des Spätsommers blühten. Dahlien standen hoch da und wandten ihre leuchtenden Blumengesichter der Sonne zu. Nelken, Leokoien, Spätrosen blühten in überschäumender Fülle um ein kleines, weißes Sommerhäuschen. Dahinter dehnten sich Blumen- unb Gemüsefelder, Inmitten dieser Pracht stand eine junge Frauengestalt. Sie hatte eine große Arbeitsschürze um. Ein weißer Helgoländer verdeckte einen Teil ihres Gesichts. Jetzt bückte sie sich nieder und jätete offenbar Unkraut zwischen ben Blumen aus. Ihre schlanke, geschmeibige Gestalt war voll von der Sonne beleuchtet. Gerade wollte Diettich sie anrufen und fragen, ob sie ihm Auskunft über Marlen geben könnte. Er mußte hier fehl am Orte fein. Wie hätte Marlen hier wohnen sollen? Hier war doch offenbar eine Gärtnerei. Da richtete sich die Frauengestalt auf. Aus dem weißen Sommerhäuschen hatte eine Männerstimme geklungen, die irgend etwas gerufen hatte. Jetzt wandte sich die Frau voll um. Sie bemerkte Öen hmter der Linde Verborgenen nicht. Aber Dietrich sah, es war Marlen. ®as tat sie hier? Was bedeutete das alles? Sie schien hier wirklich zu Hause zu sein. Jetzt rief sie mit heller Stimme: „Ich komme gleich." Diettich sah, wie sie eine Gartenschere von einem kleinen Werktisch nahm und von den schönsten Ro- sen einige abschnitt. Jetzt erschien in der Tür des kleinen Häuschens ein junger Mann. Er hatte einen Automantel an und trug eine Reisetasche in der Hand. Marlen eilte auf den jungen Mann zu. Deut- lich hörte Dietrich sie sagen: „Hier, Georg, die Blumen sollen dich ein ganzes Stück begleiten! Aber meine Gedanken begleiten dich noch viel weiter!" Der junge Mann strich Marlen zärtlich über das blonde Haar, von dem sie den Gartenhut abgenommen hatte. „Ich dank' dir, mein Liebes!" Seine Stimme schwang klar und deutlich durch die Sommerhift. „Und nun wollen wir uns den Abschied nicht zu schwer machen." Dietrichs Herz erstarrte in einer talkn Wut. Er sah, wie Marlen und der junge Mann sich umarmten und küßten. Wie Marlen den Mann immer wieder zärtlich umfaßte. Nun war ihre Stimme schwer von Tränen. „Bleib gesund und komm, so schnell du kannst, zu mir zurück!" „Marlen", sagte der junge Mann, auch er schien nun sehr bewegt, „warum willst du nicht mitkom- men? Es wäre doch zu schön gewesen, Marlen!" „Nein, nein, das geht nicht", hörte Dietrich Mar- len traurig, aber bestimmt sagen. „Du weißt, ich bin ja nicht frei." „2ch rufe dich heute abend noch an, Marlen, und schreibe dir alle Tage", versprach der junge Mann. Dann gingen sie beide eng umschlungen der Gartenpforte zu. Dietrich stand hinter dem Baum verborgen. Er hätte hervorstürzen mögen. Aber er war wie ae- lähmt. Es war ihm, als tanzten feurige Wirbel vor feinen Augen. Alles verschwamm undeutlich. Er sah nur noch, wie der junge Mann in ein kleines Auto stieg, das seitlich der Gartenpforte hielt. Marlen beugte sich noch einmal zum Wagen herüber. Sie konnten sich offenbar nicht voneinander trennen, die beiden. Denn noch einmal umarmten sie sich innig. Dann stand Marlen allein, sah dem Wagen nach. Ihr weißes Tuch winkte, bis nur noch eine Staubwolke in der Ferne zu sehen war. 21. Kapitel. Diettich stand immer noch wie gelähmt hinter dem Baum. Er sah Marlens Gesicht ganz nahe vor sich. Es trug den Ausdruck eines tiefen Schmerzes. Jetzt schluchzte sie einmal auf, drückte das Tuch vor die Augen, stand einen Augenblick in schlaffer Haltung und wandte sich bann müde zum Gehen. Da schrie sie auf. Diettich war mit einem harten Schritt hervorgetreten. Sie starrte ihn an wie ein Gespenst. Ihr Gesicht war schneeweiß. Dann sagte sie leise: „Du hier?" „3a — ich! Und gerade zur rechten Zeit, um deinen Abschied von diesem Herrn mit anzusehen." Abscheu, Verachtung, Wut standen in Dietrichs Augen. Marlen sah ihn an. Im Augenblick begriff sie, was er dachte. Eine glühende Blutwelle schoß in das eben noch so bleiche Gesicht: „Was erlaubst du dir zu glauben?" Schneidend kam es zurück: „Was ich mit eigenen Augen gesehen habe. So hatte Jutta doch recht mit dem, was sie mir gesagt hat." „Jutta?" Marlen flüsterte es tonlos. „Jawohl, sie hat dich mit diesem Herrn, von dem du dich eben zärtlich verabschiedet hast, zusammen gesehen. Ihr ginget zusammen ins Hotel ,5ßeftpart<. Leugnest du das etwa vielleicht auch? Dann will ich dir sagen: Ich habe bereits im Hotel festgestellt, daß Juttas Angaben wahr sind. Ober willst du nüber- sprechen?" Mit Marlen war eine jähe Veränberung vorgegangen. Als sie Dietrich wiedergesehen, war in ihr etwas Unbeschreibliches aufgebrochen. Nach dem ersten Schreck hatte sie eine sinnlose Hoffnung gehabt, er wäre zu ihr zurückgekommen. Er hätte auf irgendeine geheimnisvolle Weise sein Unrecht eingesehen. Irgendeine Stimme des Herzens hätte chn zu ihr geführt. Da kam die ungeheuerliche Anschuldigung, da fiel Juttas Name. Nun wurde ja alles klar. Dietrich wartete nur auf eine Gelegenheit, sich von ihr zu befreien. Sicher hatte er sich Jutta wieder genähert, und Jutta war bereit, feine Frau ■ zu werden, wenn er frei wäre. Da brach alles in ihr zusammen, was an plötzlicher Hoffnung, an Lebenskraft in ihr gewesen war. Nichts blieb als die Scham über diesen Schimpf nichts als die tiefe, entsagende Liebe. Dietrich wollte sich von chr trennen. Aber mußte er dazu diesen Weg wählen, der sie erniedrigte? Sie mußte es ihm leicht machen. Dies hier mußte so schnell wie möglich zu Ende kommen. Sie wäre sonst zusammengebrochen. „Was hast du mir zu sagen?" fragte sie mit Aufbietung aller Kraft. Schneidend kam Dietrichs Antwort: „Du hast mir damals versprochen, daß du meinen Namen achten wirst. Es war das einzige, was ich von dir verlangte. Auch dieses Versprechen hast du gebrochen. Es ist vorbei zwischen uns. Ich tarn Ijierber, dich um die Scheidung zu bitten. Jetzt aber brauche ich nicht mehr zu bitten, jetzt fordere ich die Scheidung. Du wirst alles nähere von meinem Anroalt hören. Rechne nicht auf meine Großmut! Wenn du dich weigern solltest, werde ich mich nicht scheuen, ben Scheidungsgrund offen vor Gericht zck nennen. Dann mag alle Welt ihn erfahren." Da richtete sich Marlen hoch auf. Das war zuviel. Sie liebte Dietrich über alles In der Welt. 2lber auch von dem geliebteften Menschen burftt man sich dies nicht mehr bieten lassen. „Du hast nicht nötig, mir zu drohen, ich willige in alles ein." (Fortsetzung folgt!) Kleine Strafkammer Gießen. Der G. St., zur Zeit in Untersuchungshaft, wurde wegen Bettelei vom Amtsgericht Friedberg zu vier Wochen Haft verurteilt und die Ueberweifung in ein Arbeitshaus angeordnet. Gegen die letzte Maßnahme legte der Angeklagte Berufung ein. In der gestrigen Hauptverhanolung wurde die Berufung des Angeklagten mit der Maßgabe zurückgewiesen, daß drei Wochen der erlittenen Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet werden. RunSsurikprogramm. Donnerstag, 15. August. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Morgenmusik. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Buntes Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Buntes Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. 16.30: Einmaleins für Gartenfreunde. Nützliche Betrachtungen eines Dichters. 16.40: Große Deutsche erleben Heimat und Welt. „Mit einer Karawane durch die Wüste Mesopotamiens". Don Helmuth von Moltke. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: „Das Taubertal". Eine Reiseschilderung von Erika Buhlmann. 19: Unter- daltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Rak I startet zum Mond. Hörspiel. 21.10: Kurhessische Abendmusik. 21.45: Morgen beginnt die große deutsche Rundfunkausstellung 1935. Dr. Kurt Berendt. Missionsfest auf dem Wirberg. [4- Wirberg, 12. Aug. Gestern fand hier wieder das alljährliche Wirberger Missions- f e ft statt. Das schöne Wetter hatte eine sehr große Anzahl von Gästen von nah und fern angelockt, so oaß das Gotteshaus die Besucher kaum fassen konnte. Missionar Walther aus Gießen hielt den F e st g o t t e s d i e n st und gab im Anschluß an das Wort Apostelgeschichte 10, 47 und 48, in anschaulicher Weise Einblicke in die Tätigkeit der Herde mnifsion. Nach dem Gottesdienst und der Kaffeepause fand die Nachoersammlung auf dem Sandgarten neben der Kirche statt, dem Platz, aus dem früher das Kloster stand. Pfarrer Volz begrüßte die Teilnehmer am Fest, insbesondere Dekan Schmidt aus Grünberg, Missionar Walther und Frau K r e u d e r, die Leiterin der evangelischen Frauenhilfen des Bezirks Gießen. Dann sprach Dekan Schmidt zu der Versammlung über Sinn und Zweck der Mission. Sie ist die Lebensäußerung der lebendigen christlichen Gemeinde, die dem Wort ihres Herrn, das zur Mission aufruft, gehorsam ist. Die christliche Botschaft ist allen Völkern und Rassen gegeben, um ihnen den rechten Weg zu Gott in Jesus Christus zu zeigen. Darauf sprach Missionar Walther, zunächst antnüpfend an die Ausführungen des Vorredners, um dann Eindrücke und Erlebnisse aus seiner Wirksamkeit auf dem Missionsfeld zu geben. Die musikalische Umrahmung der Feier lag in den Händen von Lehrer Müller aus Reinharoshain und Wilhelm Stark zu Wirberg. Mit Gebet und Segen schloß das schöne Missionsfest. Die Kollekte für die Mission ergab 35,05 Mark, di« fteiwillige Merspende ergab in Saasen 30, in Reinhardshain 52, in Dellershain 66, in Göbelnrod 60 und in Harbach 78, also zusammen 286 Eier. Zum Naturschutzgebiet erklärt. ♦ Alsfeld, 13. August. Auf Antrag der oberen Forstbehörde hat das Kreisamt Alsfeld den sog. Heidebera in der Gemarkung Kirtorf zwecks Erhaltung des dort vorkommenden Wacholderwuchses, sowie der für die oberhessische Landschaft besonders charakteristischen Degetations- form zum Naturschutzgebiet erklärt. Eine neue katholische Kapelle in Alsfeld. ♦ Alsfeld, 13. Aug. Am vergangenen Sonn- tag weihte die k a t h o l i s ch e G e m e i n d e, die seit etwa 45 Jahren ihre Gottesdienste im Saale einer ehemaligen Gaststätte abhielt, eine durch die Opferwilliakeit der Gemeinde und durch die Mithilfe des Bonifazius-Vereins erstellte neue Ka- pelle. Zu der Einweihungsfeier hatten sich die Mitglieder der katholischen Gemeinde, Vertreter von Behörden und Schulen, sowie viele auswärtige Gäste eingefunden. Domkapitular Schumacher von Mainz nahm die feierliche Weihe der Kapelle vor und hielt dann die Festansprache. Schottener Sommermarkt. X Schotten, 13. Aug. Auch der heutige Markttag des Schottener Sommermarktes erfreute sich eines sehr guten Besuches. Heute fand der Schweinemarkt statt. Aufgetrieben waren 608 Schweine. Die Preise betrugen für Ferkeln von sechs bis acht Wochen 19 Mark, acht bis zehn Wochen 24 Mark, zehn bis dreizehn Wochen 28 Mark, Einleger 50 bis 60 Mark. Da die Preise hoch lagen, ging der Handel anfangs etwas schleppend. Es verblieb etwas Ueberstand. Zu dem Krämermarkt hatten sich noch weitere Stände eingefunden. Der eigentliche große Krämermarkt und das Volksfest finden morgen, Mittwoch, statt. Landkreis Gießen. § Mainzlar, 13. August. Die vom BDM. durchgeführte Pfundsammlung für August des NSV. - Opferringes ergab in unserem Orte 26 Pfund Mehl, 20 Pfund Reis, 2 Pfund Bohnen, 2 Pfund Linsen, 1 Pfund Nudeln, 3 Pfund Grieß, 2 Pfund Kaffee, 1 Pfund Erbsen, 1 Pfund Wurst und 1 Pfund Zucker, zusammen 59 Pfund. — Die Druscharbeiten (Dreschmaschinenbesitzer Wagner) sind in vollem Gange. Der Körnerertrag ist als gut zu bezeichnen. D Weickartshain, 13. Aug. Der Landwirt Wilhelm Peter und Frau Maria, geborene Biedenkopf, begingen das Fest der goldenen Hochzeit. — Im Jahre 1932 wurde der Neubau unserer Kirche fertig gestellt. Infolge GeDknapp- heit konnte damals eine neue Kirchenuhr nicht angeschafft werden. Die dafür erforderlichen Geldmittel sind im Laufe der Zeit durch freiwillige Spenden und allsonntägliche Kollekte soweit aufgebracht worden, daß nunmehr die Uhr angebracht werden tonnte. Seit drei Tagen kündet ine neue Kirchenuhr mit ihrem Schlag den lauschenden Einwohnern die halben und vollen Stunden an. kreis Bübingen. Nidda, 13.August. Der im nahen Kohden wohnende Gastwirt Wilhelm Koch, einer alt» 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportnachrichten. 22.20: Unterhaltungskonzert. 23: Zeitgenössische Musik (14). 24 bis 2: Nachtkonzert. Freitag, 16. August. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Blasmusik. Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10: Sendepause. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Der Volkssender überträgt aus der Sendehalle 1: Die Eröffnung der 12. großen deutschen Rundfunkausstellung 1935. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. Suez-Kanal — eine teure Durchfahrt! 15: Nachrich- richten. 15.15: Für die Frau. 16. Kleines Konzert. 16.30: Berühmtheiten in Wachs. Eine kleine Plauderei aus der Kulturgeschichte des Panoptikums. 16.45: Als Zuschauer beim Stierkampf in Spanien. 17: Nachmittagskonzert aus Sendehalle 2. 18: Kumpels aus dem Kohlenpott senden in Berlin. 18.30: Jugendfunk. Schabernack und Narreteien. Eine Hörfolge. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert des kleinen Funkorchesters. 19.40: Wir Frauen besuchen die Rundfunk-Ausstellung. Don Paula Werckmeister. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Ludwig van Beethoven: Märsche und Tänze. 20.50: Der Fußtritt dem Genie. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportbericht. 22.20: Sportschau der Woche mit Funkberichten von den akademischen Weltmeisterschaften in Budapest. 23: Christoph Columbus. 23.30: Die Landschaft spricht. Alemannische Heimat: Der Breisgau. 24 bis 2: Nachtkonzert. eingesessenen Familie entstammend, vollendete in diesen Tagen das 8 0. Lebensjahr. Leider läßt sein körperliches Befinden zu wünschen übrig. Im Auftrage des Kyffhäuserbundes wurde ihm, dem langjährigen Mitglied des Kriegervereins, vom Kameradschaftsführer der Kriegerkameradschaft Nidda, Kamerad Helfrich, als Geburtstagsgeschenk ein Hindenburgbild überreicht. ch Nidda, 13. Aug. Der hiesigen W a s s e r l e i - t u n g, deren Quellen in der Gemarkung Michelnau liegen, mußten im Laufe der Jahre noch einige Quellen zugeführt werden. Trotzdem kann zeitweilig der Wasserbedarf nicht völlig gedeckt werden. Da eine Erweiterung des Quellgebietes zur Zeit unmöglich ist oder andere Hilfsmaßnahmen auf Schwierigkeiten stoßen, so versucht man auf einem anderen Wege einen sparsameren Wasserverbrauch zu erreichen. Es sollen zunächst bei den Verbrauchern von großen Wassermengen Wassermesser angebracht werden. Auf Grund der hierdurch gemachten Erfahrungen behält sich der Gemeinderat weitere Entschlüsse wegen der allgemeinen Einführung von Wassermessern vor. Gegenwärtig liegt auf der Bürgermeisterei ein neuer Satzungsentwurf über die veränderte Wasserbezugsordnung offen. Einzelne Stadtteile sind schon längere Zeit mit Kanalisation versehen, andere werden bald folgen. Dadurch erwies sich die Aufstellung einer Ortssatzung über Kanalisation und Kanalgebühren als notwendig. Nach dem zur Zeit aufliegenden Entwurf ist es für jeden Hausbesitzer Zwang, sein Haus an die Kanalisation anschließen zu lassen. Kreis Schotten. 0 Hartmannshain, 13. Aug. Das Vater- Bender-Heim, das dem Reichsverband deutscher Jugendherbergen von dem Vogelsberger Höhen-Club überlassen wurde, war bisher während des ganzen Sommers recht gut belegt. Bis jetzt haben rund 4000 Uebernachtungen stattgefunden. Die noch von dem DHC. mit einem Kostenaufwand von 10 000 Mark mit elektrischem Pumpwerk versehene Wasserleitung gibt trotz des trockenen Sommers reichlich Wasser. Kreis Alsfeld. -er. Ho mb e rg, 13. Aug. Die 7.Kompanie des Infanterie-Regiments Gießen lag, wie gemeldet, hier in Quartier. Der Kommandeur des II. Bataillons hat nun an die Bürgermeisterei Homberg das nachfolgende Dankschreiben gerichtet: „Nach Rückkehr in die Garnison ist es mir eine angenehme Pflicht, Ihnen und der Gemeinde Homberg den besten Dank auszusprechen für die freundliche Aufnahme, die das Bataillon bei Ihnen gefunden hat. Durch die guten Quartiere und durch die Erinnerung an die geradezu rührende Art und Weise, in der sich die Gemeinde Homberg der Soldaten angenommen hat, hat die Truppe die Anstrengungen des Manövers mit Leichtigkeit ertragen. Hierfür meinen besonderen Dank." Große Ernievorräte durch Schadenfeuer vernichtet. LPD Bingen, 12. August. Bei Dromersheim entstand nachmittags an der Dreschmaschine auf freiem Felde während der Arbeit ein großes Schadenfeuer, wobei Fruchtvorräte im Werte von zusammen etwa 50 000 Mark vernichtet wurden. Geschädigt ist durch diesen Brand eine ganze Anzahl Dromersheimer Landwirte. lieber die Ursache des Brandes ist noch nichts bekannt. Beim Versuch, seine Dreschgarnitur zu retten, erlitt der Besitzer der Dreschmaschine schwere Brandwunden und mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Staubexplosion in einer Wormser Fabrik. Zwei Todesopfer. Worms, 12. Aug. (LPD.) In der Chemischen Fabrik „Delta" ereignete sich Sonntag gegen 4 Uhr beim Reinigen einer Maschine eine Staubexplosion. Bei dem dadurch aus- brechenden Brand kam ein Arbeiter in den Flammen um. Ein zweiter Arbeiter erlitt so schwere Verbrennungen, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Dort ist er kurze Zeit später gestorben. Sachschaden ist nicht entstanden, ebenso ist die Fortführung des Betriebes nicht gestört. Die Ursache Des Unglücks ist noch nicht ermittelt. Oie Sperrzeit im Frankfurter Hauptbahnhof. LPD. Frankfurt a. M., 12. August. Der Frankfurter Hauptbahnhof wird schon seit mehreren Jahren in den Nachtstunden von 1 bis 3 Uhr geschlossen gehalten. Während dieser Zeit finden nur solche Personen durch den Mitteleingang Zutritt, die aus einem triftigen Grunde den Bahnhof betreten wollen. Neuerdings hat es sich als notwendig herausgestellt, diese Sperrzeit bis um 4.30 Uhr zu verlängern. Es sollen dadurch Personen ferngehalten werden, die zu so später Nachtstunde den Bahnhof aufsuchen in der Hoffnung, dort noch alkoholische Getränke zu erhalten, oder die aus einem anderen Grunde dort Unterschlupf suchen. Reisende und Personen, die Reisende abholen, zum Zuge bringen ober aus einem anderen triftigen Grunde das Bahnhofsinnere aufsuchen wollen, werden durch die Neuerung natürlich nicht behindert. Völliger Ausschluß der Juden in Langenselbold. Hanau, 13. Aug. (LPD.) Der Bürgermeister der Gemeinde Langenselbold hat eine Bekanntmachung erlassen, in der es u. a. heißt: „In Zukunft wird den Juden der Zuzug in unsere Gemeinde untersagt. Ebenso ist den Juden der Neuerwerb von Hausund Grundbesitz innerhalb der Gemeinde zu verweigern. Zur Benutzung der Gemeindewaage und des Zuchtviehstalles können Juden nicht mehr zugelassen werden. Gleichfalls werden Juden von der Teilnahme an Verpachtungen ge- W. Neumann-Gießen Fünfter beim „Großen Straßenpreis von Essen". Am vergangenen Sonntag beteiligte sich der Fahrer Willy Neumann vom Gießener Rab- fahreroerein von 1885 beim Großen Straßenpreis von Essen. Neumann traf hier auf schärfste Konkurrenz. Nicht weniger denn 200 Fahrer hatten ihre Meldungen abgegeben. Darunter allein fünfzehn Fahrer der Nationalmannschaft. Die 8-Klasse, die eine Vorgabe von sechs Minuten erhalten hatte, konnte erst nach einer Fahrstrecke von 100 Kilometern eingeholt werden. Die Fahrer hatten sehr unter der Hitze zu leiden und stiegen des öfteren ab, um ihre Flasche wieder zu füllen. In den Ruhrbergen wurde das Feld gesprengt, und so brachte der sehr gefürchtete Kühlendahler Berg die Vorentscheidung. Ein Feld von sechs Fahrern, unter denen sich auch W. Neumann befand, erreichte zuerst die Tönnisheider Höhe. Trotz der rasenden Talfahrt konnten verschiedene Fahrer wieder aufschließen. Vier Kilometer vor dem Ziele versperrte eine geschlossene Bahnschranke den Fahrern den Weg und so schlossen sich noch einige Fahrer der Spitzengruppe auf, so daß sich jetzt 14 Fahrer für den Endspurt vorbereiteten. Hier stellte wieder der vorjährige Meister S ch e l - l e r sein großes Spurtvermögen unter Beweis, und ließ den früheren Berufsfahrer P f a f f r a t h knapp hinter sich. Von der dichtauf folgenden Spitzengruppe passierte Neumann als dritter das Zielband, und wurde somit 5. Sieger in dem Großen Straßenpreis von Essen. Er hat hiermit den Beweis erbracht, daß er sich von seinem schweren Sturze wieder gänzlich erholt und sich in seine alte Form zurückgefunden hat. Oie Vadwettmeifterschasten in Brüssel. Die Rad-Weltmeisterschaften in Brüssel brachten am Sonntag die erste Entscheidung mit den Endläufen der Flieger. Bei den Amateuren konnte endlich der deutsche Meister Toni Merkens (Köln) seinen bisherigen guten Leistungen die Krone auf» setzen und den Weltmeistertitel erringen. In den beiden Endläufen mit dem Holländer van Vliet blieb der Kölner einmal siegreich, den ersten Lauf hatte van Vliet gewonnen. Im Entscheidungslauf siegte dann Merkens, womit er sich den Weltmeistertitel sicherte. Bei den Berufsfahrern mißlang dem deutschen Meister Albert Richter der Anlauf auf die Weltmeisterschaft erneut. Er mußte sich wiederum dem Belgier Scherens beugen. Weltmeister im Sechser - Rasen- Radball wurde wieder Deutschland, vertreten durch den RV. Wanderlust (Frankfurt a. M.). Die Deutschen schlugen Frankreich bei den in der Nähe von Antwerpen stattgefundenen Kämpfen hoch mit 6:1 und Belgien mit 7:3. »Wanderlust" wieder Weltmeister im Zweier-Radball. Die Radball-Wettbewerbe bei den Weltmeister- schäften wurden in Antwerpen mit den Spielen um di« Weltmeisterschaft im Zweier-Radball fortgesetzt und beendet. Wie bei den Kämpfen um die Sechser-Meisterschaft waren auch diesmal kaum Zuschauer anwesend. Teilnehmer waren neben den deutschen Titelverteidigern Schreiber-Blersch noch die Mannschaften von Belgien, Frankreich und der Schweiz. Im Endspiel standen sich Deutschland — Schweiz gegenüber. Bis zur Pause hielten sich die Schweizer gut, die Deutschen hatten nur eine knappe Führung von 3:2 herausgeholt. Nach dem Wechsel spielten die Frankfurter aber ihr gewohntes Spiel und mit 8:3 (3:2) wurde der Gegner ab- Heinz Sandrock Weltmeister im Turnen. Mit der sechsten und letzten Uebuna, dem Springen über das Längspferd, rouroen die Turnwettkämpfe bei den Studenten-Weltfpielen in Budapest abgeschlossen. In diesem Wettbewerb wurden die deutschen Turner von den Kampfrichtern sehr benachteiligt. Einzelmeister wurde der Ungar Toth vor seinen Landsleuten Kecskemethy und Mogyrossy. Als erster Deutscher folgte Heinz S a n d r o ck auf dem vierten Platze. Der Westdeutsche konnte sich aber in der Gesamtwertung nach seinem guten Abschneiden in allen sechs Hebungen als erfolgreichster Einzelturner mit 104 Punkten den ersten Platz und damit die Weltmeisterschaft sichern. Ein großer Erfolg im Brustschwimmen. Im Budapester Kaiserbad wurden die Meister- chaften der Schwimmer fortgesetzt. Als erste Ent- cheidung stand das 4 00 - Meter • Kraul- chwimmen der Männer auf dem Programm. Erwartungsgemäß gab es hier einen ungarischen Sieg und zwar durch den bekannten L e n g y e l in 5:02,2 Minuten. Emen großen deutschen Erfolg gab es dann im 200-Meter-Bru st schwimme n , wo die drei ersten Plätze an Deutschland fielen. Der Gladbecker Paul Schultze, der mit seinen Landsleuten Weigmann und Kohler die ersten Bahnen auf gleicher Höhe zurückgelegt hatte, ging auf den letzten 25 Metern zum Endspurt über und gewann. Riederlage im Wasierball. Auch das zweite Spiel unserer Wasserballer ging verloren. Im Kampf gegen die Tschechen mußte in der ersten Halbzett Lenkitsch zweimal aus dem Was» meindeeigener Grundstücke und Holzversteigerungen im Gemeindewald ausgeschlossen. Ferner können die Gemeindebackhäuser Juden nicht mehr zur Verfügung gestellt werden. Wer von der deutschen Bevölkerung mit Juden geschäftlich ober privat Verbindungen unterhält, wird von der Vergebung gemeindlicher Aufträge für die Zukunft ausgeschlossen. Unterstützungsempfänger, die mit Juden irgendwie in Verbindung stehen oder treten, verlieren den Anspruch auf Unterstützung durch die Gemeinde." Goldschmidt „liefert nach Abessinien". Ein betrogener Kriegsgewinnler. LPD. Frankfurt a. M., 13. Aug. Der Jude Ludwig Goldschmidt in Frankfurt a. M., Schu» mannstraße 10, legte seinen Rassegenossen G. S. dadurch hinein, daß er ihm vorspiegelte, er habe größere Lieferungen von Verbandstoffen an Abessinien auszuführen. Selbstverständlich war der Jude G. S. sofort für ein derartiges Geschäft zu haben und händigte Goldschmidt 10000 Mark aus. Der „Lieferant" des Negus suchte inzwischen mit diesem Gelds das Weite. gefertigt. Schreiber und Blersch erhielten je vier Tore. Die Frankfurter, die bei Den Deutschen Meisterschaften in Erfurt überraschend dey deutschen Meistertitel verloren hatten, konnten sich damit in der Weltmeisterschaft wieder erfolgreich durchsetzen. In den Vorspielen hatten die Frankfurter Belgien und Frankreich geschlagen, die beiden Nattonen mußten sich auch den Schweizern beugen. Die Ergebnisse: Deutschland — Belgien . 10:2 (3:0) Deutschland — Frankreich 9:5 (3:2) Schweiz — Belgien . . 12:3 (5:0) Schweiz — Frankreich . 7:4 (2:1) Deutschland — Schweiz . 8:3 (3:2) Deutschlands Fahrer für die Fernfahrt Berlin-Warschau. Zum zweiten Male wird in der Zeit vom 25. August bis 1. September die Radfernfahrt Berlin—Warschau als Länderkampf zwischen den deutschen und polnischen Sttaßen-Amateuren durchgeführt. Im Vorjahre konnte Deutschland bekanntlich nicht nur einen überlegenen Gesamtsieg, sondern auch den Sieg in allen Etcchpenzielen erringen. In diesem Jahre schickt nun der Deutsche Radfahrer- Verband wieder seine besten Amateure ins Rennen, und zwar wird die Mannschaft im Gegensatz zur ersten Fahrt auf zwölf Mann beschränkt fein. Jeder einzelne Fahrer wird im Gesamt-Einzel- Klassement gewertet und die vier Besten jeder Etappe für den Länderkampf. Unter den zwölf Fahrern, die die Fahrt in diesem Jahre bestreiten werden, waren sieben schon im Vorjahre mit dabei. Natürlich sind auch der diesjährige deutsche Meister Böhm- Berlin und der Sieger des Vorjahres H a u s ro a l b • Chemnitz in ber deutschen Mannschaft vertreten. Die deutsche Mannschaft: L ö b e r - Schweinfurt, Weiß- Berlin, K r ü ck l - München, Hauswalb» Chemnitz, R u h l a n d - Köln, L e p p i ch - Cosel, H u p f e l d - Dortmund, Böhm- Berlin, W i e r z « Klein-Auheim, W ö l k e r t - Schweinfurt, Meier» Berlin, Wendel- Schweinfurt. Ersatzleute sind Heller- Schweinfurt und Die- d e r i ch - Dortmund. Die Polen haben bereits eine engere Auswahl getroffen, ihre Mannschaft namentlich aber noch nicht bekanntgegeben. Zwei deutsche Motorradsiege. Beim Großen Motorrad-Preis von Schweden, der am Sonntag auf der 14,52 Kilometer langen Rundstrecke bei Saxtorp ausgefahren wurde, beteiligten sich auch verschiedene deutsche Fahrer mit dem größten Erfolg. In den Klassen bis 250 ccm und bis 350 ccm gab es zwei deutsche Doppelerfolge. Bei den „Kleinen" siegten die beiden DKW.- Fahrer Walfried Winkler und Arthur Geiß mit großem Vorsprung vor dem Engländer Man- ders auf Excelsior. Walfried Winkler benötigte 2:53:51,7 Std. für die 348,48 Kilometer lange Strecke. In der Klasse bis 350 ccm hatten am Schluß die beiden Berliner Rudgefahrer R i ch n o w und Petruschke die ersten Plätze inne. Richnow fuhr mit' 3:15:25,8 Std. für die 406,56 Kilometer und einem Mittel von 123 Stdkm. auch den absolut besten Tagesdurchschnitt heraus. Kurze Sportnotizen. Einen Weltrekord stellte ber Stuttgarter Schäfer bei einer Schwerathletikveranstaltung in Ebersbach/Fils auf. In ber Febergewichtsklasse bewältigte ber Schwabe im Olympischen Dreikampf 580 Pfunb unb außerbem schuf er einen neuen Re- korb im beibarmigen Stoßen mit 250 Pfunb. elispiele in Budapest. fer unb betbe Male nutzte ber Gegner bles zu erfolgreichen Torwürfen aus. Nach ber Pause spielten die Deutschen besser, es haperte aber im Angriff unb außerbem war ber tschechische Torhüter kaum zu überroinben. Erst bei 3:0 holte Fischer einen Treffer auf, bie Tschechen stellten aber durch ein weiteres Tor ben alten Abstanb unb bas Enbergeb- nis von 4:1 her. Rotraud von Wachter Weltmeisterin im Florett. Als meüerer Wettbewerb wurde in Budapest das Fechten fortgesetzt. Die erste Entscheidung fiel im Florettfechten der Frauen. Die bekannte Münchnerin Rotraud v. Wachter gab in der Endrunde kein Gefecht ab und wurde ungeschlagen mit sechs Siegen Weltmeisterin. Zwei weitere deutsche Tett- nehmerinnen, Frl. Hetzer und Frl. Mälzer, belegten ben vierten unb sechsten Platz. Hinter Frl. von Wachter belegten bie Dänin Berbing unb bie Ungarin Horoarth ben zweiten unb britten Platz. Äm Männer-Florettfechten sinb sämtliche beutschen Teilnehmer bereits in ber Vorrunbe aus- geschieben. Fußball gegen England 2:2 (0:1). Deutschlcmb bestritt sein erstes Fußballspiel im Rahmen ber Stubentenweltspiele am Dienstag. Die englische Stubentenmannschaft spielte überaus hart. Die Englänber gingen in ber 12. Minute in Füh- rung unb hielten blefen Vorsprung bis 20 Minuten vor Spielenbe. Um biefe Zeit fiel bann burch ben Offenbacher ßlnbemann ber beutsche Ausgleich, aber zwei Minuten später führten die Briten wie- ber 2:1. Nicht lange banach schoß Lindemann zum zweiten Male ben Ausgleich. Tagung des Schwimm-Verbandes. Im Anschluß an die Schwimm-Meisterschaften hielt der Führerrat des Deutschen Schwimm-Der- bandes in Plauen eine außerordentliche Verbands- taaung ab, deren kurze, aber inhaltsreiche Tages» ordnung schnell und in größter Einmütigkeit er» ledigt wurde. Nach den Begrüßungsworten durch den Verbandsführer Georg H a x-Berlin wurden die einzelnen Jahresberichte verlesen und gebilligt. Dann wurden die Verbandssatzungen in der entsprechend den Reichsbund-Satzungen geänderten Form angenommen. Die einstimmige Entlastung der Verbandsführung war eine schöne Dankesbezeugung für die in zwei erfolgreichen Jahren geleistete Arbeit. Dem Verbandskämmerer Hebekeler wurden die Ehrenurkunde und das Goldene Ehrenzeichen des Verbandes als höchste Auszeichnung verliehen. Nach einer kurzen Schlußansprache war die harmonisch verlaufene Tagung beendet. Oie Gruppenspiele im Gchlag- und Faustball. Am Sonntag wurden in mehreren deutschen Städten Ausscheidungsspiele für die Deutschen Sommerspiel-Meisterschaften (Faustball und Schlagball) durchgeführt, die am 31. August und 1. September In Hannover ausgetragen werden. Von den Titelverteidigern befinden sich die beiden Faustballmeister Mtv. Braunschweig (Männer) und Eimsbüttel (Frauen) nicht mehr im Rennen; sie blieben schon in ihren Gauen auf der Strecke. Nur der Schlagballmeister „Gut-Heil" Arbergen konnte sich auch diesmal wieder für die Entscheidung durchsetzen. In den beiden Faustball-Altersklassen wurden im letzten Jahre keine Meister ermittelt, die letzten Titelträger waren beim Deutschen Turnfest 1933 in Stuttgart der JG.-Sportverein Frankfurt (bis 40 Jahre) und der Turn- und Fechtklub Ludwigshafen (über 40 Jahre). Von ihnen stehen die Pfälzer wieder mit in der Entscheidung, während der IG-Sportoerein seinen Gaumeistertitel an den Frankfurter Tv. 1860 abtreten mußte. Eine amerikanische Anerkennung. William M. Henry, der technische Direktor der Olympischen Spiele in Los Angeles, kehrte an Bord des Lloyddampfers „Bremen" aus Deutschland nach Neuyork zurück. Er stellte fest, daß er nach einer vierwöchigen Prüfung der Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Berlin überzeugt sei, daß die Olympia 193 6 d i e erfolgreichste sein werde, die jemals abgehalten wurde. Auf Befragen erklärte Direktor Henry, er habe in Brüssel eine Unterredung mit dem Präsidenten des Jnternatiockklen Olympischen Komitees gehabt, der ihm sagte, daß es keine Judenfrage ?äbe. Die an den Olympischen Spielen im Jahre 936 teilnehmenden Athleten würden nach ihrer Ankunft aus den verschiedenen Ländern klassifiziert und nicht danach, ob sie Juden, Katholiken ober Protestanten seien. Vor der großen Grünauer Regatta. Die Aussichten in den einzelnen Rennen. Grünau 1935 — zugleich die nächste Etappe auf dem Wege, dessen Ziel die Olympia-Regatta ist — wirb bie nächste große Kraftprobe ber Ruberer. Dieselben 13 Nationen, bie im vorigen Jahre in Luzern Dabei waren, starten auch in Grünau, unb nichts könnte bie Richtigkeit ber in biesem Jahr unter energischer und zielbewußter Führung geleisteten Arbeit der Olympia-Vorbereitung besser bescheinigen als ein überzeugender Erfolg in Grünau. Diesmal ist Deutschland auch, nachdem der Riemenzweier m. St. auf unserer Meiesterschaftsregatta eingeführt worden ist, in allen sieben Bootsgattungen vertreten. Im Einer startet mit Dr. Buhtz ein Skuller, ber nach seiner Erkrankung im vorigen Spätsommer in biesem Jahr wieber die Deutsche Meisterschaft gewann unb baher Deutschland an Stelle des vorjährigen Europameisters Schäfer vertritt. In dem Schweizer Meister Stu dach, ber den Henley-Sieger Rufli auf ber Lanbesmeisterschaftsregatta schlagen konnte, in dem Zweiten von Luzern, dem Polen Derey, dem bewährten Kuller Saurin, vielleicht auch dem Italiener T u z i, dem Ungarn K o z m a, dem Tschechen Straka u. a. wird er jedoch keine leichten Gegner finden. Das Deutsche Olympia-Giadion wächst. irj:« El W D8 Nachdem der untere Tribünenring des Olympia- Stadions zu Berlin mit seinen 41 Reihen von Betonstufen nahezu fertiggestellt ist, hat der Bau des oberen Ringes begonnen. Die beiden Ringe sind voneinander durch einen um das ganze Rund herumführenden Umgang abgesetzt, der nach dem Stadioninnern zu geöffnet ist. Er bietet den Zuschauern Schutz bei schlechtem Wetter; in ihm werden auch Läden für den Berkaus von Zeitungen, Erfrischungen usw. eingerichtet. Unmittelbar über ber Reihe kleiner Pfeiler, hinter der der Umgang liegt — sie ist auf dem Bilde deutlich zu sehen — werden bie 30 Betonstufen bes Oberringes beginnen. Sie steigen bis zur Höhe ber großen Muscyelkalk- pfeiler im Hintergründe des Bildes auf, die den Oberring auf der Außenseite des Stadions tragen sollen. Insgesamt werden 136 solcher Pfeiler errichtet, jeder ist 13,5 Meter hoch. Der Höhenunterschied vom Spielfeld, das 11 m unterhalb des zu ebener Erde befindlichen mittleren Umganges liegt, bis zur Oberkante des Oberringes beträgt 28 m. Die Entfernung der höchstsitzenden Zuschauer von der Laufbahn, in der Waagerechten gemessen, beträgt durchschnittlich 60 m. Sehr gut hat sich auch die Doppelzweier» M a n n s ch a f t des Berliner Ruderclubs angelassen, so daß sie schon in eine so schwere internationale Prüfung geschickt werden kann, in der sie U. a. auf die Mannschaften Italiens, Ungarns, Südslawtens und nicht zuletzt Frankreichs trifft. Interessant wird auch fein, wie sich die überraschend Deutscher Meister gewordene Zweier o.6t. - Mannschaft des Dresdner RV. mit der internationalen Konkurrenz, darunter Hungaria (Budapest), Laga (Delft, Holland), Polen, Dänen, Italiener und Jugoslawen, abfinden wird. Eine so ausgezeichnete Mannschaft wie der Zweier m. St. des Berliner Hellas wird in der Entscheidung dieses Titels gegenüber Pannonia (Budapest), Buzin- tore (Venedig), Franzosen und Polen bestimmt ein gewichtiges Wort mitzureden haben. Deutschlands überragende Vierermannschaft Würzburg sollte, wenn sie beide Vierer-Rennen bestreitet, in FC. (Zürich), Olonie (Mailand), Hungaria (Budapest), (Vierer o. St.) bzw. in dem langjährigen Europameister Bullino (Italien), CA. (Nantes, Frankreich), in Ungarn, Holländern usw. starke Gegner finden. Das wichtigste Rennen der Regatta, der Achter, wird in der Berliner Verbandsmannschaft einen aussichtsreichen Bewerber haben, neben dem der Züricher Achter, die Mannschaften Italiens, Ungarns, nach ihnen Hollands, Dänemarks u. a. zu nennen sind. Kurze Sportnotizen. Beim Schleizer Dreiecksrennen am kommenden Sonntag werden 149 Starts in den Meifterfchaftsläufen und Ausweisfahrer-Rennen erfüllt werden. 105 Meldungen entfallen allein auf die Meisterfchaftsläufe der Solo- und Beiwagenklassen. * Für bie Europameisterschaften im Freistil-Ringen, bie an den Tagen vom 5. bis 7. September in Brüssel ftattfinben, liegen nunmehr bereits bie Melbungen von 13 Nationen vor. ♦ Beim Verbener Reitturnier kam am Montag als Hauptkonkurrenz das Jagdspringen der Klasse 1 um den Rittmeister-von-Bernekow-Preis zur Entscheidung. Sieger wurde Oberleutnant Brinkmann auf „Flucht" vor Frau Liane Rüdels auf „Alraune". ♦ Frl. Krauß und Frl. Dollinger, die beiden besten deutschen Sprinterinnen, werden am 31. August in Krakau und am 1. September in Posen an den Start gehen. Bei einem „Amerikaner-Sportfest" in Biarritz übersprang der OL^.-Leichtathlet Johnson im Hochsprung 2,01 Meter. ♦ Beim Reitturnier in Serben a.b.Aller war bie Rekordzuschauerzahl von 13 000 zu verzeichnen. Sieger in der Hauptkonkurrenz, einem schweren Jagdspringen der Klasse Sa, wurde H. Frick auf „Koralle" nach dreimaligem Stechen gegen die von Unterwachtmeister Weidemann gerittene „Preisliste". 100 Satire Verlag Velhagen & Klasing. Seit hundert Jahren gibt es wohl keinen Deutschen, der nicht aus den Büchern des Verlages von Velhagen & Klasing Belehrung und Unterhaltung geschöpft hätte. In der Jugend lernte der Deutsche aus den Fibeln und Lesebüchern, aus den deutschen, englischen unb französischen Schulausgaben unb ßefgbogen, bie, immer von neuem nach ben Ansprüchen der fortschreitenden Zeit gewandelt, dem Verlag seit mehreren Menschenaltern die Führung auf diesem Gebiet gesichert haben, und versenkt sich mit heißen Wangen in die Abenteuergeschichten, von denen die ältesten wie Wöris- höfsers „Onnen Visser" und „Robert der Schiffsjunge" mit Niemanns „Pieter Maritz" und Noel- dechens „Unter dem roten Adler" bis auf den heutigen Tag beliebt geblieben sind. Die Atlanten von Velhagen & Klasing vermittelten dem Schüler zuerst eine Vorstellung unseres Planeten und führten ihn mit Putzgers Historischem Schulatlas in die Geschichte der Völker ein. In unzähligen Häusern fand der junge Mensch als kostbaren Besitz des Bakers Andrees großen HatibattaZ böf, bas Kartenwerk, bas bei seinem ersten Erscheinen in ben achtziger Jahren ein Welterfolg wurde und das, immer wieder verbessert und ergänzt, noch heute ein Ruhmesdenkmal unserer geographischen Wissenschaft ist. Wohin sich immer die geistigen Interessen des Erwachsenen wandten: mit Notwendigkeit stieß er auf Velhagen & Klasingsche Werke. Die fünfbändige Weltgeschichte von Oskar Jäger, die erste, die nicht mit Phantasiebildern, sondern urkundlich treu illustriert worden ist, wurde unzähligen Deutschen dank der Gründlichkeit und Anmut ber Darstellung ein zuverlässiger Führer zu vaterländischer Geschichtsauffassung. Wer sich einen lieber» blick über bie Kunst aller Zeiten und Völker verschaffen wollte, sand in Rosenbergs „Handbuch der Kunstgeschichte" eine klare unb gründliche Darstellung. Seit vielen Jahrzehnten ist Robert Koenigs Deutsche Literaturgeschichte mit ihrem Bilderschmuck ein Hausbuch geblieben. Nicht minder verbreitet sind bie reichillustrierten Einzeldarstellungen zur Welt- unb zur Kunstgeschichte, zur Kulturgeschichte unb zur Erbkunbe, die zu ben eigentümlichen Schöpfungen bes Verlages gehören und zu deren Bearbeitern die bedeutendsten Gelehrten zählen. Trotzdem sind es keine Bücher, die sich nur an einen kleinen Kreis fachlich Gebildeter wenden. Es war von jeher die Kunst von Velhagen 8z Klasing, die Männer der Wissenschaft zu allgemeinverständlichen Darstellungen zu veranlassen. Sie haben sich immer als Mittler zwischen Wissenschaft unb Leben angesehen. Trotz großer Erfolge auch auf dichterischem Gebiet — es sei nur an Eckart von Nasos Reiterroman „Seydlitz" erinnert — ist Velhagen 8z Klasing vornehmlich ein dem praktischen Leben dienender Verlag, und so liegt es durchaus in seiner Richtung, daß er auch ber Frau Bücher bietet, ohne bie sie nicht auskommt. Zu seinen nachhaltigsten Erfolgen zählt das Kochbuch von Henriette Davidis. Seit 71 Jahren ist der Verlag auch als Herausgeber von Zeitschriften erfolgreich. Er begann mit dem „D a h e i m", das sich als Familienblatt schnell eine angesehene Stellung erworben hat. Vor 50 Jahren stellte der Verlag dem „Daheim" eine zweite Zeitschrift zur Seite: „V e l h a g e tt 8z Klasings Monatshefte", die ihren besonders festlich gestalteten Jubiläumsjahrgang mit dem im August erscheinenden Septemberheft beginnen, eine Kulturzeitschrift hohen Ranges und denn- noch in Bild und Wort für bie weitesten Kreise des Volkes bestimmt und mit Dank und Treue von ihnen ausgenommen. „Parteitag der Freiheit." i "0. M Der Führer und Reichskanzler hat dem Reichsparteitag 19 3 5 das Geleitwort „Parteitag der Freiheit" verliehen. Das große Geschehen von der Wiedererlangung der deutschen Wehrfreiheit in diesem Jahre durch ben Entschluß bes Führers bringt Professor Klein (München) in ber diesjährigen Plakette des Reichsparteitags zum Ausdruck, indem er unter dem Hoheitszeichen den Führer mit feinen Soldaten zeigt. — (Presse-Illustrationen Hoffmann-M.) Lichtspielhaus ■ Gießen Heute letzter Tag: 4628 A Marlene Dietrich in X 27 Ab Donnerstag bis einschließlich Sonntag: tin jiuujeS Mädchen junger Mann Ein lustiger Unterhaltungsfilm, I in dem das berühmte Ehepaar I Anny Ondra — Max Schmeling I die Hauptrollen spielen. Im Beiprogramm: Zar u. Zimmermann I (Orch.: Berliner Philharmoniker) I sowie Lustspiel und Ü!a-Tonwocheuschan I Anfangszeiten 4.6u.8.30,Sonntags ab3Uhr | Ala Anzeigen-Attiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschristen Gietzen / Sebulttvatze ? Gewinuauszug 5. Klafft 45. Preußisch-Süddeutsche (27L Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H 5. Ziehungstag 13. August 1935 3n der heutigen Vormittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 30000 M. 138837 6 Gewinne zu 5000 M. 174070 235677 277872 8 Gewinne zu 3000 M. 34101 59445 236653 384810 18 Gewinne zu 2000 M. 29672 35059 40732 160765 197103 222170 294684 300063 389728 „ 56 Gewinne zu 1000 M. 4888 22501 28741 62761 92773 106918 128400 129992 131505 132833 161129 165965 178902 187748 192897 201110 204839 236703 242469 243931 263006 279573 297844 345775 348321 392386 394769 395028 74 Gewinne ju 500 M. 4918 5894 32296 34363 67308 78934 102669 103455 113080 131518 134692 151124 154480 179336 205880 232025 235659 236161 240023 254659 259363 289187 298110 302192 309505 312450 319660 324429 325612 326092 331225 333508 335306 370391 376125 376076 379699 Gewinne zu 300 M. 313 6916 8979 9818 10443 11446 11850 12837 14749 17555 18041 18127 18573 21788 23716 24710 26046 27111 27211 28429 31235 32830 36272 38092 39246 40658 42085 46084 47351 47697 47973 48058 50777 64472 61891 66982 68390 69206 71401 72176 79612 80997 83085 89510 90252 92266 92613 96) 81 86796 98387 100288 101650 103231 104628 105900 106385 107574 108134 109265 109305 109987 110890 113392 115421 117108 117322 117864 123890 124223 124498 126629 128781 129086 129344 130805 133706 134831 135695 135709 137447 137488 140755 142658 144707 147126 148274 149181 149738 150019 150055 151272 154696 155699 158688 158851 160884 161827 162019 162538 166859 171345 172639 176165 176748 177895 184169 184463 184695 186890 191321 194697 198584 200106 200290 202495 205387 210146 215011 218320 218542 218760 218982 219866 220663 221505 227522 231067 231129 231717 232086 232576 233639 235295 237812 239090 239369 246060 246754 247058 247387 248676 248778 249610 253635 259097 259769 260237 262826 265056 265254 269008 270090 271914 275454 277849 284584 285972 286484 286824 287482 287976 293950 294411 295649 299063 300186 301344 302298 306311 306372 310835 312856 313921 321691 324666 326078 329425 331526 332233 333234 333260 333503 334715 338288 339436 340914 341050 341457 341663 341812 342241 344175 345409 350062 352387 353498 355232 355643 358709 358961 363947 364571 364998 366054 366679 368673 369573 370177 370225 370530 374407 375630 376208 378488 380291 380418 382284 382906 387722 389389 389664 392594 393626 393862 395090 397351 399092 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 137896 4 Gewinne zu 3000 M. 12630 269800 18 Gewinne zu 2000 M. 52133 85230 133299 182424 236144 247676 303794 325646 370483 34 Gewinne zu 1000 M. 9533 23808 39883 68270 87634 106383 122347 197464 219809 237632 249503 274963 283785 304969 338933 365330 381092 108 Gewinne zu 500 M. 15624 16398 23435 26011 61524 63121 63814 66274 67574 71253 89443 104224 107038 109722 113913 117363 143489 143909 150389 157440 158311 164012 183098 185663 206791 213184 222537 235361 236957 247007 252790 269868 285345 293506 300018 303184 312807 313729 318386 318403 319005 322245 331713 335864 344056 349145 353473 354584 362586 363300 378792 380142 392581 394900 284 Gewinne zu 300 M. 1051 9505 10123 12034 12897 14026 14338 21769 22720 22827 25163 25859 27702 27705 30900 31638 32346 36943 44435 45482 46099 46441 50027 50601 51476 52602 54003 54084 56863 59967 60658 69110 69479 78397 79739 80253 84802 86672 88446 91986 93626 95251 101392 102964 105032 106451 115895 117479 120557 121236 121967 122231 134266 134819 135483 135616 140790 140985 144243 144659 145681 149499 156296 162958 167264 174454 174724 177310 178780 180557 183936 184296 186040 188335 197914 198675 208049 211473 214379 218613 220490 221711 226658 233613 240162 242605 245521 247085 259878 271350 274861 275501 276754 278253 281724 282262 294013 294933 294980 295401 298345 299578 300300 301360 303858 304321 304504 309598 312154 313219 317163 318254 319433 320660 324728 325388 325422 326930 329192 330966 332566 333872 335789 336762 337878 344108 348614 351124 352951 353860 354429 354541 357298 359270 366000 371147 373756 377340 385127 389676 393140 398163 Im Gewinnrabe verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 4 zu je 80000, 14 zu je 20000, 86 zu e 10000, 168 zu je 5000, 342 zu je 8000, 802 zu e 2000, 2464 zu je 1000, 4040 zu je 500, 16176 zu je 300 Mark. Bekanntmachung. Nachbern bie Zustellung ber zusätzlichen Bescheibe über bie komm. Sonberfteuer für bas Rj. 1935 (Anleihebeträge) an bie Steuerpflichtigen bzw. Empfangsberechtigten ftattgefunben hat, wird als Tag, an dem die sämtlichen Bescheibe als zugestellt zu gelten haben, der 3. August 1935 hiermit festgesetzt. Diejenigen Steuerpflichtigen, die bisher einen zusätzlichen Bescheid nicht erhalten haben, werden aufgefordert, dies alsbald beim Städtischen Rechnungsamt im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 9, anzuzeigen. 4627C Gießen, den 9. August 1935. Bürgermeisterei Gießen: Ritter. Jetzt einftocfien! Einkoch-Apparate Einmach- und Geleeglflser Fruchtpressen aller Art Saftbeutel, Saftflaschen usw. Edgar Borrmann s Gießen, Neustadt 5, Ruf 4165 4637 A MWeinü! i Billige Bezugsauelle in bestge- ’8—30. .u- Preisen schleppend. U. a notierten: Aepfel I 18 Jranrfurt a. M Serlin 12 8 I G. Farben-Jndustrie Schetdeanstalt........ 7' 159,75 I 95,65 I 95 I 123 - I 133 I - I 96 Banfnoli jahre. Llnschliehttch der für das Iahr aufgelaufenen Zinsen und sonstiger durch Umbuchungen 36,25 101,5 203 die um um 30 1,45 10,5 10,5 10,65 11,9 31,5 1,75 10,3 10,5 10,65 11,75 o 0 0 0 6 0 0 0 12 107,9 114,65 117,5 105 175 132,5 101,5 93,5 16,9 18 87,75 119 90,75 90,4 90,4 189,4 11,75 6,25 8,65 5,13 40,5 0’ 5 9 0' 64,25 120,25 120 89,25 101 167,25 30,65 283,5 186 161,5 161 241 113,5 120,25 116 37 102 206 159,9 112 120,9 114,5 160,75 113,65 121 37,4 206,5 irundlage wird das Kreditanerkannt und kontrolliert o 4 0 0 0 6 6 95 123 133 112,65 63,25 119,9 89,5 136,75 100,5 159,5 89,13 30,4 286 175,25 160 37,4 20 63,4 118 120 89,5 100,25 160 30,13 286 185 160,75 240 112 114,25 Auf dieser gesur gewerbe, das vom Goldschmidt .... Rütgerswerke ... Metallgesellschaft. 42 141,5 119,25 137,75 109 131,75 145 138 129,5 187 137,75 113 64 120,75 120,75 89,25 137 101 166 89 30,4 285 185 161,5 Schluß« kurs getragen werden soll. — Hauptversammlung Gesellschaften am 30. August. o Schuckert LCo. Siemens & Halske, LahmeyerLTo. verursachter Vestandsveränderungen haben Gesamtspareinlagen im vergangenen Jahre rund 730 Millionen Mark, im Jahre 1933 582,2 Millionen Mark zugenommen. 31,5 1,7 10,75 10,6 10,8 aten kaum Aenderungen Blumenkohl St. 25—45, Mein-Mainische Börse. Miltagsbörse überwiegend fest. Frankfurt a. M., 13. Aug. Die Börse gen durchweg 0,50 bis 1 v. H., nur Südd. Zucker gaben auf 206 (207,50) nach, während gegen den Berliner Schluß die Haltung wohl nicht ganz einheitlich, aber ebenfalls noch etwas fester war. Beachtlichen Umsatz hatten IG. Farben mit 161 bis 161,25 bis 161 (160,75). Stark erhöht waren nochmals Deutsche Linoleum mit 167,25 (164,25 Frankfurt bzw. 166 Berlin), ferner erhöhten sich Metallgesellschaft auf 115,75 bis 116 (114,75). Montan- und Elektropapiere lagen ruhiger, dagegen blieben Kunstseidenwerte beachtet, AKU. 64,50 bis 64,25, Bemberg 120,25 (119,50). Sonst notierten am Aktienmarkt u. a. (in Klammern gesetzte Kurse sind Berliner Schlußkurse): Reichsbank 190 (189,50), Mannesmann 95 (94,75), Hoesch 105,25 (104,75), Stahlverein 88,50 (88,13), Rheinstahl 117,75 (118), AEG. 42 (41,90), Bekula 142,40 (142,13), Daimler 101 (unverändert), Deutscher Eisenhandel 109 (109,40), Licht 6- Kraft 138,50 (139), Gesfürel un- verändert 133, Goldschmidt 113,50 (113,65), Holzmann 95,65 (96), Rheag 148,75 (149), RWE. 138,90 (139), Schuckert unverändert 131,50, Eßlingen Maschinen 86,50 (86 Frankfurt), Scheideanstalt unverändert 241, Hanfwerke Füssen 90,75 (90,50 Frankfurt). Renten lagen weiterhin sehr ruhig. Etwas höher einige Stadtanleihen, 4,50 v. H. Darmstadt von 1928 94 (93,50), 4,50 v. H. Dresden von 1926 89,25 (89), 4,50 o. H. Frankfurt wertbeständig von 1926 91,50, 4,50 v. H. Mainz von 1926 93,25 lagen unverändert. Sonst notierten: Altbesitz 111,65, 6 v. H. Krupp 104,50 (104), IG. Farben-Bonds 131,75 (unverändert), 4 v. H. Ungarn Gold 10,40 (10,40), 4,50 d. H. Rhein. Hyp. Gold R. 2 bis 4, 18 bis 25 und R. 26 bis 30 je 96,75 (unverändert). Grttzner................... Mainkraftwerke 85c6ß (LDL* Süddeutscher Zuck«........ Fwd. An der Bewegung der Spareinlagen hat man schon früher ablesen können, wie die Volksgesamtheit über die Staatsleitung, über staatliche, wirtschaftliche und kulturelle Zustände denkt. In der im Jahre 1934 zu beobachtenden stetigen und starken Zunahme der Einlagen bei den deutschen Sparkassen liegt ein starker Vertrauensbeweis des Volk eszurStaatsführung, die sich in dem Namen Adolf Hitler verkörpert. Dieses Vertrauen durchklingt den jetzt veröffentlichten Bericht über das Geschäftsjahr 1934 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. In allen Monaten des Jahres 1934 überstiegen die Einzahlungen bei den Sparkassen die entsprechenden Ziffern des Vorjahres. Den gestiegenen Einlagezuflüssen stand eine im Vergleich zum Vorjahre erhöhte Auszahlung von Sparguthaben gegenüber. Diese Tatsache ist als Zeichen einer gesteigerten Belebung der Wirtschaft zu werten. Die mit den Sparkassen verbundenen Bevölkerungsschichten, vor allem der Mittelstand in Stadt und Land, mußten zur Bereitstellung von Eigenkapital für Maßnahmen der Arbeitsbeschaffung in verstärktem Umfange auf Sparguthaben zurückgreifen. So ist es verständlich, daß der Einzahlungsüberschuß im Jahre 1934 318 Millionen Mark gegenüber 367 Millionen Mark im Vorjahre betrug. Die aus der monatlichen Einlagestatistik gewonnenen Ziffern geben jedoch kein völlig zutreffendes Bild über die Spareinlagenentwicklung der letzten Jahre. Die vordem gesondert geführte Aufwertungsrechnung ist erst im August 1934 vollständig in sämtliche Sparkassenstatistiken einbezogen worden. Velrachlel man die Spareinlagen im 3teu- geschäfl und die Aufwerkungsspareinlagen als Einheit, so erhält man für die Gesamtspareln- lagen im Jahre 1934 einen Einzahlungsüberschuß von 253,0 Millionen Mark gegenüber einem solchen von 218,9 Mill. Mark im Vor- 31 1,6 10,4 10,4 10,4 11,9 Hamburg-Amertka-Paket ..... Hamburg-Südam. Dampfschiff . Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen 2Üt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft................ Dresdner Bank.............. Reichsbank ................ Ilse Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ....... Mannesmann-Röhre» Die Depositen-,Giro- und Kontokorrenteinlagen sind innerhalb des Unterbaues der gesamten Sparkassenorganisation von 1638 auf 1800 Mill. Mark gestiegen. Faßt man die Spareinlagen und die „sonstigen Einlagen" zusammen, so ergibt sich für die Sparkassen allein eine Steigerung der Gesamteinlagen im Jahre 1934 von 13,2 auf 14,1 Millarden Mark. Die aufwärts gerichtete Einlagenbewegung hat über die im Jahre 1933 gemachten Ansätze hinaus zu einer weiteren Belebung des Kreditgeschäftes geführt. Nicht weniger als 145,4 Mill. Mark. — verteilt auf 632 000 einzelne Kredite — konnten von den Sparkassen in den Dienst der Arbeitsbeschaffung gestellt werden. Auch im laufenden Jahre hat die günstige Entwicklung bei den Sparkassen angehalten. So betrugen die Spareinlagen (zuzüglich der Giroeinzahlungen) im April 1935 = 13 Milliarden Mark Ende Mai insgesamt 15 Milliarden Mark. Damit ist der Stand von 1913 mit dem bisher höchsten Betrag von 18 Milliarden Mark annähernd erreicht. Bemerkenswert ist die Verschiebung, die sich in der Art der Anlage ergeben hat: die kurzfristigen An- lagen haben sich zugunsten der langfristigen erheblich vermindert. Der Einzahlungsüberschuß überstieg im ersten Halbjahr 1935 denjenigen von 1934 um 153,8 Mill. Mark. In der Hauptsache ist dies auf die Steigerung der Einkommen zurückzuführen. Eine stürmische Aufwärtsentwicklung hat der Spargiroverkehr genommen. Wurden 1932 = 65 Mill. Posten abgewickelt, so stieg diese Ziffer 1934 auf 99 Mill, und dürfte 1935 die Zahl von 100 Mill, weit überschreiten. A.tL.G....................... Bekula.................... io Eleklr. LieferungsgeleNschaft... b Licht und itraft ........... 6% Selten & Guilleaume......... o Gesellsch.f.Elektr. Unternehmung 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests. Elektr..........6 4 7 7 Die Frage wird häufig aufgeworfen, in welcher Weise und von wem die Gelder für die großen Aufgaben aufgebracht werden, die der national- sozialistische Staat in Angriff genommen hat. Arbeitsprogramme von ungeahnter Größe wurden aufgestellt, mehr als fünf Milliarden Mark zur Ingangsetzung und Durchführung dieses Riesenprogramms bereitgestellt. Für jeden, der offenen Auges diese Entwicklung beobachtet, sind die Erfolge sichtbar, die sich in der Verminderung der Arbeitslosenziffer und der ungeahnten Belebung des Baumarktes, in der Hebung des Konsums, in der Erhöhung der Steuereinnahmen usw. bemerkbar machen. Für diese Erscheinungen mußten aber doch erst einmal die Vorbedingungen geschaffen, nämlich die Mittel bereitgestellt werden, um das Wirtschaftsleben wieder in Gang zu bringen. Wer in unserer schnell lebenden Zeit nur wenige 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4V3% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... Devisenmarkt Berlin f- Frankfurt a. 2TL wieder überwiegend fest, das Geschäft hat aber angesichts der nur kleinen Kundschaftsbeteiligung kaum eine Belebung gegenüber den letzten Tagen erfahren. Die Umsätze erreichten meist nur Mindestmaß, da auch die Börse selbst kaum mit Käufen auftrat. Die feste Haltung einiger Spezialpapiere gab jedoch dem Aktienmarkt allgemein etwas Anregung. Deutsche Linoleum waren besonders gesucht und zogen bei nur kleinem Umsatz auf 164,13 (160) an, während Conti Linoleum Zürich nur etwa behauptet blieben. Lebhafteres Geschäft entwickelte sich wieder in Autowerten, speziell für Daimler zu 101 bis 101,50 (101,25), Adlerwerke Kleyer etwas mitgezogen und 106,50 (106). Chemische Werte lagen später bis 1 v. H. höher, wobei die Feststellung einer anhaltenden Ausfuhrsteigerung für deutsche Chemikalien anregte. Am Elektromarkt waren Tarifwerte fest, Bekula 142,50 (141,50), Rheag 147 (145), fer- ner gewannen Licht & Kraft 0,75 0. H., Felten und Schuckert je 0,50 v. H. AEG. waren etwas angeboten und geben 0,40 v. H. nach. Montanaktien notierten zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. fester, Ilse Genuß plus 1 v. H. Sehr fest lagen ferner wieder Südd. Zucker mit 206,50 (203) bei allerdings sehr kleinem Geschäft. Zellstoffwerte blieben nur knapp gehalten, ferner bröckelten Hapag 0,25 v. H., Holzmann 0,50 0. H. und Junghans 0,25 v. H. ab. Deutscher Eisenhandel verloren 1,50 v. H. auf 108,50 v. H. Mäßig höher lagen AKU., Hanfwerke Füssen und Reichsbank. Der Rentenmarkt war wieder sehr still und fast unverändert. Altbesitzanleihe 111,65, Zinsner- gütungsscheine 90,90 und späte Reichsschuldbuch, forderungen 97,40. Kommunal-Umschuldung bröckelten um etwa 5 Pfennig ab. Auslandsrenten lagen ebenfalls ruhig, 4proz. Ungarn Gold zirka 10,60 (10,50), 4proz. Rumänen 5,20 (5,13). Im Verlaufe blieb die Börse fest und das Ge- PhUivv Holzmann Zementwerk Heidelberg Lementwerk Karlstadt.. schäft war vorübergehend etwas lebhafter. JG- Farben erhöhten sich auf 160,50 nach 159,75, Stahl- oerein auf 88 nach 87,40, Aku auf 63,75 nach 63,50, Nordd. Lloyd auf 18,13 nach 18 und Moenus auf 89,40 nach 89. Auch sonst ergaben sich meist durchschnittliche Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Sehr fest lagen Rheag mit 148,50 nach 147, Bemberg mit 119,75 nach 118, dagegen gingen Deutsche Linoleum auf Realisationen auf 163,25 (164,13) zurück. Daimler lagen mit 101,25 ruhiger. Renten blieben dagegen vernachlässigt, laaen aber behauptet. Am Pfandbriefmarkt zogen Rhei- nische Hyp. Gold auf 96,75 (96,65) an, im übrigen zeigten die Kurse keine Veränderungen bei sehr kleinem Geschäft. Von Stadtanleihen gewannen Mainzer von 1926 0,40 v. H. auf 93,25, während sonst die gestrigen Kurse in Geltung blieben. Industrie- und Umtausch-Obligationen lagen still. Kurzfristige Werte blieben gesucht. Don Ausländern fielen Ungarn Gold auf 10,35 (10,60) zurück, Mexikaner lagen gut behauptet, 5prozentige äußere Gold 11,90, 5prozentige innere Silber 5,75. Don unnotierten Werten erhöhten sich Pokorny auf 110 (109), Verein. Deutsche Metall auf 130,25 (130). Tagesgeld blieb zu 2,75 v. H. unverändert. Abeudbörse weiter befestigt. Die Abendbörse brachte am Aktienmarkt weitere Befestigungen. Gegen die Frankfurter Schlußnotierungen betrugen die Steigerung Jahre zurückblickt, der wird sich erinnern, daß die Privat wirtschaft infolge der Krisenzeit und mangels jeglicher staatlichen Unterstützung gar nicht die Entschlußkraft und auch nicht die Mittel aufbringen konnte, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, wieder „anzukurbeln", wie der Ausoruck lautet. Hier mußte also der Staat eingreifen, und er hat, wie erwähnt, fünf Milliarden Mark für dieses Programm flüssig gemacht. Woher aber ist diese große Summe genommen worden? Das ist die Frage, die immer wieder auftaucht. Sie wurde beschafft durch Steuergutscheine, Zinsoergütungsscheine, Reichsschatzanweisungen und Arbeitsbeschaffungs-Wechsel. Bei dieser Geldbeschaffung hat in erster Linie die Reichsbank mitgewirkt. Sie hat wenigstens bei Beginn der großzügigen Unternehmungen die Hauptlast getragen. Aber auch das private und öffentliche Kreditgewerbe, die Ban- nahmen zu. Das waren die Quelkn, aus denen den Banken und Sparkassen wiedey Gelder zuflossi die sie dann wieder in Gestalt /teuer Kredite bi Wirtschaftsleben zuführen fonntii. Dieser geschilderte Kreislauf 4es Geldes brachte Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt bejch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. $). Schultheis Patzenhoser ....... 4 Whi (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Zellstoff Waldhof ............0 Zellstoff Aichafsenburg ....... 0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum ........... 6 Crenftcin & Koppel ..........0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chabe................. 0 ölecumulaloren-Fabrst.......12 Tonti-Gummi............... 8 fen, Sparkassen, Versicherungs-Gesellschaften waren hierbei beteiligt, indem sie Die vo/genannten Kreditpapiere aufnahmen und der Wirtschaft in Gestalt von flüssigen Mitteln wieder zufuhrten. Langsam, aber mit einer unbedingten Folgerichtigkeit nahm die Arbeitslosigkeit ab, die Beschäftigung von Groß- und Kleinindustrie, der Handwerks und Gewerbe» treibenden nahm zu. Das Arbeitseinkommen stieg langsam aber ständig durch die Ajiederbeschäftigung von Millionen Arbeitsloser. Die ppartätigkeit und damit die Einkommens- und Lermögensbildung * Rekordzulassungszahl neuer Straft» fahrzeuge im Juli. Die von uns veröffentlichte Feststellung von privater Seite, daß im Monat Juli ein Rekord in der Zulassung neuer Kraftfahrzeuge erreicht wurde, wird jetzt durch die amtlichen Unterlagen bestätigt. Im Monat Juli kamen 42 346 Kraftfahrzeuge neu in den Verkehr, was einer Steigerung von 7 v. H. gegenüber dem Vormonat und von 55 v. H. gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat entspricht. Davon waren 19 257 Personenkraftwagen (im Vormonat 17 416), 4776 Lastkraftfahrzeuge (im Vormonat 3911), wobei wieder ein besonders starkes Anwachsen der Dreiradfahrzeuge (um 26 v. H. auf 1499) zu verzeichnen ist, 650 Zugmaschinen (im Vormonat 448), 252 (286) Kraftomnibusse und 17 411 Krafträder (im Vormonat 17 556). * Kapitalumstellung bei Harpen ein- stimmig genehmigt. In der außerordentlichen Generalversammlung der Harpener Bergbau AG., Dortmund, wurden die Anträge der Verwaltung auf Zusammenlegung des Stammkapitals von 90 auf 60 Millionen Mark gegen Neuausgaben von substanzgesicherten 4,5prozentigen Teilschuldverschreibungen an die Aktionäre in Höhe von 30 Millionen Mark einstimmig genehmigt. Ferner wurde beschlossen, die 300 000 Mark Vorzugsaktien, die von der Gesellschaft erworben worden sind, einzuziehen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Fr. Flick begründete die Kapitalumstellung damit, daß durch die gegenüber der Vorkriegszeit veränderte Absatzlage des Steinkohlenbergbaues die Gesellschaft wahrscheinlich auf Jahre hinaus nicht in der Lage fein werde, eine angemessene Dividende zu verteilen, wohl aber in Form der Obligationszinsen eine gewisse Mindestverzinsung gewährleisten könne. Durch die Umwandlung eines Teiles des Aktienkapitals in Obligationen werde auch die Möglichkeit geschaffen, im Laufe der Jahre das Gesamtkapital von Harpen (Aktien plus Obligationen) den neuen Verhältnissen am Weltkohlenmarkt anzupassen. * Deutsche 21 f r i t a r e e b e r e i e n leiden unter Pfundentwertung. Die beiden durch Interessengemeinschaft verbundenen Afrikareedereien, die Woermann-Linie AG. und die Deutsche Ost- Afrika-Linie, legen nun ihre Geschäftsberichte für 1934 vor. Beide Gesellschaften klagen darüber, daß der Pfundkurs, der im Laufe des Berichtsjahres gegenüber 1933 durchschnittlich etwa 1,30 RM. für das Pfund Sterling noch weiter rückläufig war, die Betriebsergebnisse trotz guter Ausnutzung der Gesamttonnage infolge der Zunahme im Waren- und Pasfagierverkehr außerordentlich ungünstig beeinflußte. Die Gewinn- und Derlustrechnung beider Unternehmungen schließt mit einem neuen Verlust von je 770 297 RM., um den sich der Vorjahresverlust auf je 1 480 194 RM. erhöht und so vor- es mit sich, daß etwa 50 Pro/ent der fünf Milliarden Mark von der Reichsback, der Rest von privaten und öffentlichen Kredit- )nd Spar-Instituten übernommen werden konnte, jftan hat berechnet, daß im Jahre 1933 und in 134 die Banken aller Art etwa 3/< Milliarden Reichimark an Arbeitsbeschaffungs-Wechseln und ebÄsoviel an Schatzwechseln, Schatzanweisungen ujd reichsgarantierten Wechseln verschiedener Herftnst aufgenommen haben, zusammen also 1,5 Mliarden Reichsmark. Die Sparkassen konnten annifjernb 600 Millionen Reichsmark Schatzanweisungn aufnehmen. Die Höhe der von diesen Jnstmten übernommenen Steuergutscheine und Zinsvtgütungsscheine kann ^nit Sicherheit nicht angegegelen werden, aber auch hier handelt es sich um gart namhafte Summen. So hat also neben dem Saat das gesamte Kreditgewerbe zur Lösung des irbeitslosenprogramms seinen Teil beigetragen. I Man hätte ja, wie manchs glaubten, die Aufbringung der fünf Milliarden /Reichsmark durch Inanspruchnahme des Kapitocharktes bewerkstelligen können. Dieser Weg wur aber von feiten der maßgebenden Stellen mitboller Absicht nicht gewählt, weil nach der Kriseiüberwindung der Kapitalmarkt gar nicht die Kr^t dazu aufgebracht hätte und weil damals auch da ertrauen fehlte, das zur Aufbringung so außerordsitlich hoher Summen unbedingte Voraussetzung esen wäre. Die jetzt eingetretene, loben angedeutete Kräftigung des Kapitalmärkte/ führte zur Zinsherabsetzung auf 4V2 Prozeft eine Tatsache, die ganz zweifellos zu einer großn Entlastung der Gesamtwirtschaft geführt hat. 7 Diese weitschauendem Maßnahmen der Reicbs- regierung lassen jetzt te Möglichkeit zu, daß die Privatwirtschaft die ftatliche, öffentlich-rechtliche Finanzierung immer nchr ablösen kann. Das Anleihestockgesetz und das steichsgesetz über das Kreditwesen sind weitere Mrksteine in dieser Entwicklung und werden der sttgfristigen Finanzierung der Wirtschaft die Wege pnen. Banken, Sparkasse^ öffentlich-rechtliche Kreditinstitute erhalten oomBtaat unter gleichzeitiger Anerkennung ihrer gleickhäßigen Nützlichkeit Aufgaben von hoher volkswirtsiaftlicher Bedeutung zugewiesen, wie die Reichsbäk in ihrem letzten Geschäftsbericht ausdrücklich Nerkannt hat. Der Enquete- Schlußbericht, der dftgefetzliche Grundlage für das Reichsgesetz über dk Kreditwesen bildete, sagt: „daß die private Jniptive mit eigener Verantwortlichkeit die zweckmäsgste Organisation der Kreditstitute darstellt, wem zugleich durch eine (inzwischen verwirklichte) entsprch?nde Gestaltung der Aufsicht dem Gesamtinteress^ ricksichtslose Geltung verschafft wird." । Datum 4% desgl. Serie II ............. 6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903 4y2%$Rumän.üeiein6.fRenteD.1913 4% Rumänische vercinh. Rente .. L^% Anatolier ............... wird, an die von,ehnte Aufgabe, die wirtschaftliche Belebung zu 'finaleren, Herangehen können. Das Angebot am Dbfmarft war nicht besonders stark, Birnen und Zwetschen wurden mehr angeboten. Frühmirabelle haben nachlassende Zi fuhren. Das Geschäft ve ief ziemlich langsam, die Buderus ................... Deutsche Erdvl .............. Gellenkirchen«.............. Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Reuesseu .. 25, Tomaten I 18 bis 20, II 12—14, holl. I 19—22 bulgar. II 14—15, Weiß- kraut 7—8, Wirsing 11—fe, Zwiebeln 5,75—6, hinein. U. a. notierten: Busch-Bohnen 13—15, Stangen-Bohnen 16—20, Erbsen 20—35, Salat-E rfen 2—6, Einmach-Gur- fen (Essig) 100 Stück 0,1—1,10, Salz-Gurken 1,40 bis 1,60, Karotten 4,5 6is F, Kartoffeln, Erstlinge 5,5 Preise waren wenig oeräi ert. Ausl. Weiche und Trauben reichlich angeboh. Geschäft bei fallenden Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 by,% Doung-Anteihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4*/i% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... «% ehem.S% Hess. VolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4y,% ehem. Hessische LandeSbank Darmstadt Gold R. 12........ 6%% ehem. Hess. Landes-Hypothekenbank Darmstadt Liout ... 4y.% ehem. 8% Daimst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R. 6 vberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSIoj.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bcmk Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 lh% ehem. 4y,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 5H% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4Vi% ehem. 8% Pr.Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4H% ehem. 7% Pr. Landespfand. briesanst., Gold Komm. £61.VI Eteuergutlch.PerrechnungSk. 85-89 L. G. Frankfurter Obst und Gemüsemarkt. Frankfurt h. Ä, 13. August. Arn G e > rnüsernarkt herrscht weiterhin sehr starkes Angebot von Gurken, aus Bohnen standen reichlich zum Verkauf, im übrifen waren die Zufuhren genügend. In CinrnaaGurken war das Geschäft befriedigend, sonst nahrnes einen schleppenden Verlauf, besonders Bohnei waren kaum verkäuflich. Für Kartoffeln, B men und Tomaten ließen die Preise nach, sonst Frankfurt a.201. Berlin Schluß- turS Schluß!. Abend- börsc Gchluß- turs Schluß!. Mittag- bSr!e 12.8. 13.8 12-8 13.8. 97,75 103,25 97,75 103,75 101,25 98,13 104 101,25 98 111,65 111,65 111,75 111,7 100,4 100,4 — 100,4 97,75 97,75 — 97,5 96,5 96,5 — — 101 101 — — 93 93 — — 128,5 128,5 — - 115,65 115,5 115,5 115,65 96,65 96,65 — — 101,13 101,1 — - 101,5 101,25 101,9 101,9 97 97 97 97 97 107,3 97 107,4 97 107,3 97 107,4 Frankfurt a. M. Serkin Schlußkurs Schluß!. Abend- bSrse Schluß- kurü Schluß!. Mittag. bSrsc Datum 12.8. 13.8. 12.8. 13 8 Mansfeld« Bergbau .. .......8 118,5 118 118 113 Kokswerke ........... ....... 6 —- 122,75 122,65 Phönix Bergbau...... .......0 — — Rheinische Braunkohlen ..... 12 225 225,5 225 226,13 Rheinstahl ........... .....8% 116,5 117,75 116,75 118 Vereinigte Stahlwerke. 88,5 87 88,13 Otavi Minen ........ .......0 18 18 18 18,25 Kaliwerke Aschersleben. .......5 135,5 136 136 135,75 Kaliwerke Westeregeln . .......5 130,5 130,5 131,4 Kaliwerke Salzdetfurth .....1V1 200,25 200,25 Schluvl. Abend. Höfte Schlußkurs Schluß!. Mittag- börsc 13.8. 12-8 13.8. 11,75 — — 6,25 6,2 6,25 8,5 8,7 8,5 5,2 5,2 5,2 40,5 40,6 40,5 16,65 16,65 16,65 — 27,5 28,5 18,13 18,25 18,13 87,5 87,5 87 119,25 119,5 119,5 91,4 90,75 91 91 90,25 90,75 91 90,25 90,75 190 189 189,5 I 42 42 41,9 I 142,4 141,65 142,13 i 119,5 119 119,5 i 138,5 138 139 ! 109,9 109,5 110 133 132 133 148 75 145,5 149 138,9 138,4 139 I 131,5 130,13 131,5 i 187 186,75 187 1 137 137,75 138 1 109 108 109 115,13 114,5 115,13 —— — — 118 117,75 118 105,25 105 104,65 | 175 — I 133,75 133 133,5 101,75 101,5 101,75 j 95 93,75 94,75 12-August 13. August Amtliche Geld | Rotierunl Sri| Amtliche Notierung I Geld 1 Brief Buenos Atrer 0,663 0,6s 1 0,663 0,667 Brüssel .... 41,87 41 J 41,85 41,93 Rio de Ian. 0,139 0,14 0,139 0,141 Sofia..... 3,047 3,0s 3,047 3,053 Kopenhagen 54,96 55,d 54,96 55,08 Danzig .... 46,93 47,q 46,93 47,03 London ..... 12,31 12,3 12,31 12,34 HelsingforS.. 5,425 5,43 5,425 5,435 Paris ...... 16,415 16,45! 16,415 16,455 Holland .... 167,58 167,9 167,58 167,92 Italien..... 20,33 20,31 20,33 20,37 Japan ...... 0,724 0,724 0,725 0,727 Jugoslawien 5,684 5,691 5,684 5,696 Oslo..... ; 61,87 61,99 61,87 61,99 Men....... Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... 48,95 11,16 63,46 81,14 49,03 11,1« 63,58 81,30 48,95 11,16 63,46 81,10 49,05 11,18 63,58 81,26 Spanien.... Prag....... Buvapey ... Neu york ... 34,01 34,07 34,01 34,07 10,29 2,478 10,31 2,482 10,29 ! 2,477 10,31 2,481 ___ Berlin, 1Z. August Geld ' Äriei - Amerikanische Noten.............. 2,429 41,72 ! 54,91 112,275 116,365 167,16 1 19,46 ! 61,66 2,449 41,88 55,13 12,315 16,425 167,84 19,54 61,90 Belgische Noten...........j,’’”’ Dänische Noten ............... Englische Noten ........ Französische Noten............... Holländische Noten...........”” Italienische Noten................ Norwegische Noten .......... Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilltna Rumänische Noten......... 8 Schwedische Noten....... ... i 63,24 80,87 x 33,65 63,50 81,19 33,79 Schweizer Noten............. Spanische Noten............. Ungarische Roten ...ee.weeeee.w