Nr.136 Erstes Blatt 185. Jahrgang 5reitag,14 3uni 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimat tm Dlld • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe »nter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrankfurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unioerfitätsvuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. 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Aber selbst wenn Briand recht gehabt haben sollte, so wäre dies das erste und letzte Mal gewesen, daß der Völkerbund, statt wie in der Regel Konflikte zu schüren, einen Streitfall von friedenbedrohender Bedeutung aus der Welt geschafft hätte. Gerade die Tatsache, daß soeben im Gran C h a c o ein Friedensabschluß zustande gebracht werden konnte, nachdem sich die beiden streitenden Parteien, Bolivien und Paraguay, in der „Grünen Hölle" beinahe ausgeblutet haben, läßt auf dem Hintergrund des zielbewußten Vorgehens der übrigen südamerikanischen Staaten die vollkommene Hilflosigkeit und Ohnmacht des Genfer Völkerbundes noch einmal in der hellsten Beleuchtung erscheinen. Natürlich hat der Völkerbund versucht, sein Prestige in dieser Angelegenheit zu retten. Er hat vor zwei Jahren eine seiner berühmten Kommissionen eingesetzt, die sich nach Südamerika begab und dort fast das ganze Jahr hindurch zwischen den Hauptstädten der beiden streitenden Länder hin und her gereist ist, ohne daß es ihr jedoch möglich geworden wäre, zu verhindern, daß Bolivien und Paraguay sich weiter zerfleischten, bis die Zahl der Toten die Vier- telmillion überstieg, was verhältnismäßig, gemessen an der Bevölkerungsstärke, eine größere Opferzahl an Menschenleben bedeutet, als sie der Weltkrieg von den beteiligten Mächten gefordert hat. Erst vor kurzer Zeit, am Ende der jüngsten außerordentlichen Völkerbundsversammlung, mußte sich der Völkerbund zu dem Eingeständnis bequemen, daß er mit seiner eigenen Macht und mit seinen Einflußmöglichkeiten am Ende sei, und daß die einzige Chance, dem Blutvergießen ein Ende zu bereiten, darin bestehe, daß man den direkt beteiligten Mächten, das heißt also, den Staaten Südamerikas allein, die Jnittative überlasse. Der Dölkerbundskommission ist es allerdings einmal gelungen, einen Waffenstillstand auf dem Papier herbeizuführen, der aber sehr bald wieder gebrochen wurde. Die Konferenz der füdamerika- nischqn Staaten in Buenos Aires dagegen, die schließlich an Stelle des von Genf aus versuchten moralischen Drucks" tatsächliche machtpolittsche Momente einzusetzen hatte, brachte es in verhaltms- mäßig kurzer Zeit zuwege, die Kampfhahne zu trennen. Die wundervoll ausgearbeiteten platonischen Vor chläge der Genfer Kommission blieben in ihrer Wirksamkeit auf die Räume beschränkt, in denen fte von den Angestellten des Völkerbundes aufs Papier gebracht wurden. In fünf Wochen dagegen haben die Vertreter Argentiniens, Chiles, Brasiliens und Perus, denen sich noch ein weiterer aus den Bereinigten Staaten zugesellte, die Kampfhähne zum Frieden zu bringen gewußt. Gerade gemessen an per Genfer Ohnmacht, die in dem letzten Bericht des Völkerbundes mit offener Resignation zum Ausdruck kam, wird das große Verdienst der amerikanischen Diplomaten in dieser Angelegenheit erhöht. Der Konflikt zwischen I t a l i e n und A b e s s i ° n i e n gibt den anderen aktuellen Anlaß, um die Autoritätslosigkeit der Genfer Institution auf bem Gebiete zu beleuchten, das der Völkerbund selbst als seine ureigenste Ausgabe bezeichnet hat. Die Spannung, die zwischen London und Rom emgetreten ist, ist allein auf die Tatsache zurückzusühren, daß die englische Politik von dem Genfer Prestige ^u retten suchen muß, was überhaupt zu retten ist. Denn nur aus dem Weg über den Völkerbund kann England gegenüber den Dominions noch eine Politik vertreten, die sich nicht gänzlich von den europäischen Dingen zurückzieht. Nun scheint es aber auch m diesem Falle, als ob die einzige Moglichkett, den Frieden zu retten und damit auch den Bruch Zwl- schen London und Rom zu vermeiden nur auf Wegen gesucht und gefunden werden kann, die abseits von Genf verlaufen. Man kann es einfach nicht riskieren, den abessinischen Konflikt vor das Genfer Forum zu bringen. Die s^re Folge wäre gewesen, nachdem Mussolini sich mit feinen Reden so stark festgelegt hat, daß Italien dem Beispiel Japans gefolgt wäre, das bekanntlich dem Völkerbund den Rücken gekehrt hat, als eine Genfer Kommission durch ihren Mandschukuo-Dencht der japanischen Auffassung nicht m genügender Weise Rechnung trug. Auch hier mußte mit den alten Methoden der diplomatischen Bemühungen mit machtpolitischem Hintergrund die Verständigung gesucht werden. In diesem Falle scheint die französische Politik in aller Stille besonders aktiv gewesen zu sein. Am Quai d'Orsay besorgte man, daß die „Entente von Stresa", auf die man dort so großen Wert legt, in die Brüche gehen könnte. Es scheint, das man von Paris aus sowohl die Engländer, als auch die Italiener an besonders verwundbaren Stellen fassen konnte. Aber wenn auch der in Paris zur Schau getragene Optimismus sich als berechtigt erweisen sollte, so wird das nur ein neuer Beweis dafür fein, daß man den Frieden nur erhalten kann, wenn man einen ernsten Streitfall dem Völkerbund möglichst fernhält. Ribbentrop wieder in London. London, 13. Juni. (DNB.) Botschafter von Ribbentrop ist am Donnerstag um 18.55 Uhr im Flugzeug, von München kommend, im Flughafen Croydon eingetroffen. Reichsarbeitskammer in der Arbeitsfront. Weitere Aufgaben für den Aufbau. Berlin, 13. Juni. (DNB.) Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, der nach mehrwöchiger Krankheit völlig genesen ist, legte am Donnerstag in Berlin auf einer Tagung der Gesamtfüh- rerschaft der Deutschen Arbeitsfront grundlegend das Wesen der Deutschen Arbeitsfront und die Aufgaben der nächsten Zeit dar. Die großen Probleme, so führte Dr. Ley u. a. aus, um die wir ringen, brauchen zu ihrer Vollendung eine beträchtliche Zeit. Es darf daher niemand ungeduldig werden. Wir befinden uns jetzt in der Phase des Aufbaues, bei der wir uns jeden Schritt, den wir tun, genau überlegen müssen. Während sich die Partei von jeglichen 3nter- esseneinflüssen freihalten muh, muh in der Deutschen Arbeitsfront diese Interessenwahrung klar und deutlich zum Ausdruck kommen. Die Interessen sind vorhanden und können nicht geleugnet werden, soweit sie gesund und berechtigt sind. Die Menschen müssen ihre Interessen in der DAF. am besten gewahrt sehen. Die Deutsche Arbeitsfront hat die Ausgabe, wirklich die Organisation aller schaffenden deutschen Menschen zu werden. Sie will aber auch keine Zwangs- organisation sein. 3m Gegenteil will sie durch die Freiwilligkeit eine Auslese schaffen, die aber die überwiegende Mehrheit unseres Volkes erfassen muh. Die Arbeitsfront muh wie ein Magnet alle schaffenden Menschen an sich ziehen. Die Deutsche Arbeitsfront wird die Einheit, die die Partei bildet, im Volke selbst exerzieren, den Gemeinschaftsgedanken als oberstes Gesetz durchsetzen, außerdem aber eine gerechte Wahrung der Interessen gewährleisten. Als n ä ch st e Aufgaben, an die die Deutsche Arbeitsfront herangeht, sind zu nennen. 1. Immer mehr Möglichkeiten zu schaffen, daß die Menschen der Arbeit den Weg zueinander finden. Dazu dienen die Wirtfchaftskam- m e r n , die Arbeitsausschüsse und die Arbeitskammern. 2. Die Organisation eines Forschungsinstituts, das rein wissenschaftlich sich mit den Problemen der Arbeit befaßt. 3. Ein Ehren-, Beschwerde-, Disziplinär- und Rechnungshof soll die Willkür des Einzelnen nach Möglichkeit ausschalten und die Gewähr dafür bieten, daß alle Dinge bestmöglichst geordnet sind. 4. Eine Geschäftsordnung zu schaffen, die vorbildlich sein wird. Das Forschungsinstitut wird sich unter vielem anderen mit der in dem Mai-Aufruf betonten Frage des gerechten Lohnes befassen. Unter Lohn sei nicht nur der materielle zu verstehen, sondern überhaupt die soziale Stellung des Menschen. Es sei ebenso entscheidend, ob sich der Einzelne in seinem Beruf zufrieden und glücklich fühle. Zum Schluß seiner Ausführungen gab Dr. Ley einen umfassenden Ueberblid über die Finanzlage der Deutschen Arbeitsftont, aus dem hervorging, wie gesund die Finanzlage der Deutschen Arbeitsfront ist. Zwei Zahlen sollen das beweisen: Die Deutsche Arbeitsfront zahlte allein im Monat März 1935 10,5 Millionen Mark an Unterstützungen. Im ersten Vierteljahr 1935 wurden rund 28 Millionen Unterstützungen ausgezahlt, ohne Berücksichtigung der Leistungen für „Kraft durch Freude" usw. r f Im Verlauf seiner Rede verlas Dr. L e y folgende Anordnung zur Bildung der Reichs- arbeitskammer in der DAF. Auf Grund der Verfügung des Führers vom 24 Oktober 1934 betr. Festlegung des Aufgabengebietes der Deutschen Arbeitsfront und zur Sicherung der in der Vereinbarung zwischen dem Reichs- wirtschaftsminifter Schacht, Reichsarbeitsminister Seldte und mir vorn 26. März 1935 vorgesehenen sozialen Selbstverwaltung aller schaffenden Deutschen wird nachfolgende Anordnung erlassen: Mit sofortiger Wirkung wird die Reichsarbeitskammer (RAK.) gebildet. Ausführungsbestimmungen: 1. Die Reichsarbeitskommer wird vom Reichsleiter der DAF. geleitet. 2. Mitglieder der RAK.: Als Mitglieder der RAK. werden vom Reichsleiter der DAF. berufen: a) die Leiter der Reichsbetviebsgemeinschaften, b) die Gauwalter der DAF., c) Einzelpersonen, d) die Leiter der Aemter des Zentralbüros der DAF. 3. Die Reichsarbeitskammer hat vom Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront übertragene Aufgaben zu bearbeiten. 4. Allgemeines. a) Der Verlauf der Sitzungen der RAK. wird von einem Protokollführer protokolliert, b) die Geschäfte der RAK. werden durch eine Abteilung der Geschäftsführung des Zentralbüros der DAF. geführt. Gez.: Dr. R. Ley. Die Bildung der Arbeilskammern in den Bezirken regelt folgender Erlaß: In Ergänzung meiner Anordnung vom 1. Juni dieses Jahres betr. Bildung der Reichsarbeitskammern ordne ich die Bildung der folgenden Arbeitskammern an: 1. Arbeitskammer Ostpreußen, Sitz Königsberg. 2. „ Schlesien, Sitz Breslau. 3. „ Berlin-Brandenburg, Sitz Berlin. 4. „ Pommern, Sitz Stettin. 5. „ Nordmark, Sitz Hamburg. 6. „ Bremen, Sitz Bremen. 7. „ Niedersachsen, Sitz Hannover. 8. „ Düsseldorf, Sitz Düsseldorf. 9 „ Westfalen-Lippe, Sitz Dortmund. 10. „ Rheinland, Sitz Köln. 11. „ Hessen, Sitz Frankfurt. 12. Arbeitskammer Mitteldeutschland-Magdeburg, Sitz Magdeburg. 13. „ Mitteldeutschland-Weimar^ Sitz Weimar. 14. „ Sachsen, Sitz Dresden. 15. „ Bayern, Sitz München. 16. „ Baden, Sitz Karlsruhe. 17. „ Württemberg, Sitz Stuttgart. 18. „ Saarland-Pfalz,Sitz Saarbrücken. Ausführungsbeftimmungen. 1. Die territorialen Gebiete der Arbeitskammern entsprechen den 18 Wirtschaftsbezirken. 2. Die Leiter der Arbeitskammern werden durch Sonderverfügung bekanntgegeben. Als Mitglieder der Arbeitskammern werden auf Vorschlag des Leiters der jeweiligen Arbeitskammer vom Reichsleiter der DAF. berufen: a) außer dem Leiter alle zum Gebiet der Arbeits- kammer noch gehörenden Gauwalter, b) von jeder Reichsbetriebsgemeinschaft je ein Gaubetriebsgemeinschaftswalter, sofern die Reichsbetriebsgemeinschaft im Gebiet der Arbeitskammer vorkommt, c) auf Vorschlag des Leiters der Arbeitskammer können Kreiswalter der DAF. als Mitglieder berufen werden, d) Einzelmitglieder, e) je ein Abteilungsleiter der bzw. einer Gau- waltung der DAF. (innerhalb des Bezirkes) analog den Aemtern des Zentralbüros der DAF. Allgemeines: a) Der Sitz der Arbeitskammer ist der Ort der Gauwaltung, die sich am Sitze der zuständigen Wirtschaftskammer befindet, b) die Sitzungen der Arbeitskammer sind zu protokollieren, c) die Tagesordnung ist dem Reichsleiter der DAF. vorher vorzulegen, ebenso ist ein Protokoll in zweifacher Ausfertigung nach jeder Tagung einzureichen. Gez.: Dr. R. Ley. Englischer Frontkämpfer-Besuch Mitte Inti. London. 14. 3um. (DNB. Funkspruch.) Die Abordnung des englischen Front- kämpfer-Verbandes „British Legion" wird am 13. 3 uli von London nach Deutsch- l a n d a b r e i s e n. Sie wird sich aus dem Vundes- führer Major Fetherston Godley. dem früheren Bundesführer Oberst L r o s f i e l d und zwei oder drei weiteren Mitgliedern der „British Legion" zusammensehen. Die Absicht der Abordnung wird dahin angegeben, daß sie die Frage prüfen wolle, ob frühere feindliche Länder zur Entsendung von Vertretern zur nächstjährigen Konferenz der „British Legion" eingeladen werden könnten. Weltkonferenz der ehemaligen Kriegsteilnehmer? London, 13. Juni. (DNB.) Wie aus Melbourne berichtet wird, hat die Geste des Prinzen von Wales gegenüber Deutschland den Vorschlag, eine Weltkonferenz der ehemaligen Kriegsteilnehmer einzuberufen, wieder aufleben lassen. Dieser Vorschlag war vor einiger Zeit von dem Frontsoldatenverband des australischen Bundesstaates Viktoria gemacht worden. Er soll aber damals von dem britischen Reichs- bunb ehemaliger Soldaten mit einer kleinen Mehrheit ab gelehnt worden sein. Franlensührer Streicher an die Engländer. Nürnberg, 13. Juni (DNB.) Mister Range von der „Daily Sketch" befragte am Donnerstag Frankenführer Julius Streicher über feine Meinung, die er über die Rede des Prinzen von Wales habe, da feine Zeitung gerade auf eine Aeußerung des Gauleiters Streicher großen Wert lege. Der Frankenführer gab darauf die folgende Erklärung ab: „Die offene und mutige Rede des Prinzen von Wales ist auch i m Franken- lande mit großer Genugtuung ausgenommen worden. Frontkämpfer sind Männer, die durch den Einsatz ihres Lebens das Wissen haben, daß sie die Tat lieben. Wo Frontkämpfer sich die Hand zur Freundschaft reichen, muß den Völkern, aus denen sie stammen, Glück werden. Wir würden uns freuen, wenn wir die englischen Frontkämpfer bei ihrem Besuch in Deutschland auch in Nürnberg, der Stadt der Reichsparteitage, begrüßen könnten." Willkommengruß an die englischen Frontkämpfer. Berlin, 13. Juni (DNB.) Zur Rede des englischen Thronfolgers auf der Pfingsttagung der britischen Frontkämpfervereinigung British Legion erklärt der R e i ch s v e r b a n d deutscher Offiziere: „Der Reichsverband deutscher Offiziere begrüßt die Ausführungen des Prinzen von Wales aufs wärmste. Wir alten Soldaten kennen den "Krieg und wünschen daher seine Wiederholung nicht. Die englischen Frontkämpfer, die das Dritte Reich Adolf Hitlers kennenlernen wollen, werden dem RDO. als der Spitzenvertretung der Offiziere usw. der alten Wehrmacht sehr willkommen sein. Graf von der Goltz, Generalmajor a. D. und Verbandsführer des RDO." — Im Anschluß hieran ging an den Prinzen von Wales folgendes Telegramm ab: „Prinz of Wales. Offiziere des alten Heeres heißen beabsichtigten Besuch britischer Frontkämpfer in Deutschland kameradschaftlich willkommen. Reichsoerband deutscher Offiziere, Generalmajor Graf von der Goltz." Zur Rede des Prinzen von Wales nimmt der NS. Deutsche Frontkämpferbund Oiplomaten-Empfang beim englischen Außenminister London, 14. Juni. (DNB.) Außenminister Sir Samuel Hoare empfing in den beiden letzten Tagen die Besuche der in London akkreditierten Botschafter und Gesandten der ausländischen Mächte. Die Besuche galten einer e r ft e n persönlichen Fühlungnahme zwischen dem neuen Außenminister und den diplomatischen Vertretern. Warnung an Litauen. Paris, 13. 3unL (DNB.) Die französische, englische und italienische Regierung bereiten, wie das „Echo de Paris" mitteilt, eine neue gemeinsame Roke an Litauen vor. 3n dieser sollen sie sich mit dem ablehnenden Bescheid, den Litauen auf die erste Rote in der Memels rage erteilt hatte, nicht einverstanden erklär«, und zu verstehen geben, datz die litauische Diktatur, falls unglückliche Ereignisse eintreten sollten, nicht auf ihre Unterstützung rechnen dürfe. Litauischer Schühenverband erhält militärischen Charakter. K o w n o, 13. Juni. (DNB.) Die litauische Regierung hat ein Gesetz verabschiedet, wonach der bisherige Schützenverband in eine vom K r i e g s m i n i st e r i u m geleitete und dem Armeeführer unmittelbar unterstellte Organisation umgewandelt wird. Auch im übrigen erhält die Organisation völlig militärischen Charakter. Die Mitglieder des Verbandes werden in militärische Formationen, wie Kompanien, Schwadronen, Batterien usw., zusammengefaßt und einer streng militärischen Disziplin unterworfen. In den Verband werden Personen beiderlei Geschlechts vom 16. Lebensjahr ab ausgenommen. Den Führer des Verbandes erwählt der Staatspräsident aus den Reihen der höheren Offiziere. Die Kriegskommundanten sind gleichzeitig dis Pszirtsführsr in der Provinz. Frankreich zahlt auch die jetzige Kriegsschuldenrate nicht. Paris, 14. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die französische Regierung hat, wie das „Petit Journal" mitteilt, ihren Botschafter in Washington angewiesen, zu erklären, daß Frankreich aus den bekannten Gründen die am 15. Juni fällige Kriegsschuldenrate nicht zahlen werde. Die amerikanische Regierung hatte, wie üblich, an diesen Fälligkeitstermin erinnert. Weitere französische Goldtransporte nach London und Brüssel. Paris, 14. Juni. (DNB. Funkspruch.) Auf bem Flugplatz Le Bourget wurden am Donnerstag 12 000 Kilogramm Gold im Werte von 20 Millionen Franken nach London und Brüssel verfrachtet, ein Beweis, daß der G old ab* fluß weiter anhä11. (Stahlhelm) in seiner Bundeszeitung „Der Stahlhelm" in einem längeren Aufsatz Stellung. Es heißt darin: „Wir stellen diesen Fortschritt in der Frontkämpferoerständigung mit besonderer Freude und Genugtuung fest, weil der NS. Deutsche Frontkämpferbund (Stahlhelm) von jeher den Standpunkt vertreten hat, daß die Frontsoldaten aller Länder dazu berufen und imstande sind, einen tatsächlichen Frieden zu garantieren, weil sie sich kennen und achten und damit die Voraussetzungen für eine ehrliche und dauerhafte Versöhnung zu erfüllen." Echo in Belgien. Brüssel, 13. Juni. (DNB.) Unter der Ueber- schrift „Eine sensationelle Rede des englischen Kronprinzen für deutsch-englische Verständigung" begrüßt der „S t a n d a a r d", die Zeitung der flämischen Katholiken, die Rede des Prinzen von Wa- l e s, die unzweifelhaft eine Tat von großer internationaler Bedeutung sei. Das Blatt erinnert daran, daß Eitler wiederholt den ehemaligen Gegnern Deutschlands die S)onb zur Versöhnung hingestreckt habe, und daß England nach der letzten Reichstagsrede des Führers im Gegensatz zu Frankreich sofort Verhandlungen mit Deutschland ausgenommen habe. Dann sagt das Blatt: „Wir sind der Hleinung, daß eine Initiative, wie die des Prinzen von Wales uns dem Endziel näher bringt, als Dutzende von internationalen Konferenzen. Die im frankophilen Fahrwasser segelnden Blätter können ihre Verlegenheit und Enttäuschung nicht verbergen. Die der Rüstungsindustrie nahestehende „Etoile Belge" fragt, ob der Appell des Prinzen von Wales opportun gewesen sei. Das Blatt meint etwas betreten, man sei von der anderen Seite des Kanals bisher mehr gesunden Sinn gewöhnt gewesen. Oie militärische Ausbildung englischer Schüler. London, 13. Juni. (DNB.) Der Prinz von Wales wandte sich am Donnerstag in einer Rede vor 500 Schülern in Berkhamstead gegen die Kreise in England, die der Abschaffung der vorbereitenden Ausbildung auf die Offizierslaufbahn an den höheren S ch u len in Großbritannien das Wort reden. In seiner Rede sagte der Prinz u. a.: „Wir leben in einer sehr interessanten Zeit. Um eine Gemeinschaft herzustellen, bedarf es der Hilfe von Menschen aller Geistesrichtungen. Aber es ist mir immer unverständlich, wie gewisse Leute — und ich möchte sie irregeleitete oder sogar verschrobene Menschen nennen — der Ansicht sein können, daß der einzige Weg, dem Gefühl des Abscheus vor einem Krieg und vor dem verheerenden Unglück, den ein neuer Krieg der ganzen Welt bringen würde, Ausdruck zu geben, darin besteht, diese Form gesunder Disziplin und Ausbildung entweder abzulehnen oder, wenn die Betreffenden Amtsstellen bekleiden, zu verbieten. Welchen Lebensweg ihr auch geht oder beschreiten werdet, ihr müßt euch der Disziplin unterwerfen. Das kann nicht besser geschehen, als durch die gesunde Ausbildung, die die Kadettenanstalten an allen unseren englischen Schulen vermitteln." Rußland gegen den Lustpakt für Westeuropa. Vergebliche Vorstellungen in London. London, 14. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily herald" meldet, die Räteregierung habe bei der britischen Regierung Vorstellungen wegen des geplanten we st europäischen Luftpaktes erhoben. Rußland befürchte, daß der Luftpakt jetzt abgeschlossen werden könne, ohne daß man auf die Erfüllung des Gesamtprogramms des Londoner Protokolls vom 3. Februar d. 3. warte. Es habe daher England um Zusicherungen gebeten, daß der Grundsatz der Gleichzeitigkeit nicht aufgegeben werde. Die englische Regierung habe diese Versicherung jedoch nicht gegeben. Kammennterpellation über die französisch-russischen Beziehungen. Paris, 14.Juni (DNB. Funkspruch.) Wie bereits berichtet, hat ein Abgeordneter, der bekannte Schwerindustrielle Fernand Laurent, eine Interpellation über die französischrussischen Beziehungen eingebracht. In seinem Schreiben an den Außenminister betont er, daß ein großer Teil der Oeffentlichkeit nicht länger schweigen könne. In der Regierungserklärung habe Laval auf die „vernünftige" französische Außenpolitik angespielt. Gewiß müsse man den persönlichen Bemühungen des Außenministers Anerkennung zollen, aber gleichzeitig ausführliche Vorbehalte hinsichtlich der „Vernünftigkeit" des französisch-sowjetrussischen Paktes machen. Besichtigung der französischen Ostbefestigungen. Paris, 14.Juni. (DNB. Funkspruch.) Kriegsminister Fabry und die Heeresausschüsse des Senats und der Kammer weilen gegenwärtig in der Ostbefestigungszone zur Besichtigung der Grenzverteidigungsanlagen. Auch die G e n e - rolstabschefs der Tschechoslowakei, Südsla- wiens und Rumäniens sind in Straßburg eingetroffen, wo sie vom militärischen Gouverneur empfangen wurden. Rumänien hat kein Interesse an Llnterssützungspakten. Bukarest, 13. Juni. (DNB.) Die Nachrich- ten, daß Verhandlungen zwecks Abschluß eines rumänisch-sowjetrussischen Unterstützungspaktes nach Art des frcmzösisch- fowjetrussischen und des tschechoslowakisch-sowjetrussischen Abkommens schweben, sind neuerlich hier aufgetaucht und halten sich mit Hartnäckigkeit. Diese Nachrichten werden von zuständiger rumänischer Seite ebenso wie bisher als unrichtig bezeichnet. In Wiederholung bisheriger Festellungen wird gesagt, daß Rumänien kein Interesse an der Unterzeichnung eines Unter st ützuygspak- t e s habe und sich mit dem jetzigen Vectra g s z u st a n d , der die besten Beziehungen zu Sowjetrußland ermögliche, durchaus begnüge. In politischen Kreisen wird zu den erwähnten Nachrichten noch hinzugefügt, daß die Rückgabe eines Teiles des seinerzeit nach Moskau überführten rumänischen Staatsschatzes, sowie die feierliche Ueberführung der Gebeine des in Rußland gestorbenen Fürsten der Moldau Dimitric Cantemir nach Rumänien dazu dienen sollen, die vorbereitende Atmosphäre für die Verhandlungen zu einem Unterstützungsabkommen zu schaffen. Auch diese Auffassung wird aus dem rumänischen Außenministerium als durchaus unzutreffend be- zeeichnet. Friedliche Lösung der abessinischen Frage? Mussolini über seine Politik gegenüber Abessinien. Paris, 14. 3unl (DRV. Funkspruch.) Mussolini hat am Donnerstag eine Mitarbeiterin des „E x c e l f i o r" empfangen. 3m Verlaufe der Unterredung kam auch der a b e f f i n i f ch - i t a - lienifche Streitfall zur Sprache. Der Duce führte hierzu aus: „Die abessinischen Angelegenheiten werden ihren logischen Abschluß finden. Italien bestimmt sein Geschick selb st. 3ch habe das im Parlament erklärt, ich kann meine Worte nur bestätigen. Die gesamte o st a f r i k a - nische Frage hängt zusammen mit der Haltung, die jeder europäische Staat bei dieser Gelegenheit einnehmen wird, indem er uns nicht nur oberflächliche, sondern tatsächliche Freundschasl bezeugt. Wir haben militärische Maßnahmen ergriffen und werden solche auch weiterhin ergreifen. Trotzdem haben wir einem Schiedsgericht- und Ausgleichsverfahren zugestimmt, das sich auf die ausschließliche Prüfung des Zwischenfalls von llal-Ual beschränken wird. Denn dieser Zwischenfall war das Alarmzeichen für eine Lage, die seil 3ahren immer ernster wurde. Bereits seil 1929, ich betone dies, hat Abessinien begonnen, sein Heer mit Hilfe europäischer Ausbildungsoffiziere neu zu ordnen. Die Bedrohung, der unsere ostafrikanische Grenze ausgesetzt ist, ist nicht erst im Entstehen begriffen. Sie ist tatsächlich vorhanden und wird immer größer. Sie zwingt uns, die Frage der italienisch-abessinischen Beziehungen von Grund auf aufzurollen. Daß wir ein Volk sind, das kolonisieren, organisieren und ein Land befrieden kann, beweisen die Verhältnisse in Libyen." Territoriale und wirtschaftliche Zugeständnisse Abessiniens? London, 14. 3unL (DRB. Funkspruch.) Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" berichtet, daß man in London und Paris während der letzten 48 Stunden eine größere Bereitschaft der italienischen Regierung feslgestellt habe, eine friedliche Regelung mit Abessinien zu suchen. Der französische Botschafter in Rom sei mit endgültigen Vorschlägen nach Paris gekommen, wonach 3 t a l i e n alle Gedanken an die Entsendung einer militärischen Expedition nach Abejjinien aup geben würde. Berichte aus Rom, daß die abessinische Regierung bereit sei, gewisse Gebietsstreifen an 3talien abzutreten, schienen augenblicklich unbegründet zu sein, sie stellten mehr den Wunsch der italienischen Regierung, als die tatsächliche abessinische Einstellung dar. Es sei jetzt sicher, daß 3talien die Schuhherrschaft über Abessinien wünsche, obwohl dieser Vorschlag von Addis-Abeba nicht bestätigt werde, hingegen treffe es zu, daß der abessinische Kaiser zu weitgehenden Zugeständ- nifsen an 3talien bereit sei, und zwar sowohl, was Gelegenheiten für die Entwicklung seines Landes betreffe, als auch bezüglich einer italienischen Kolonisation in gewissen Gebieten. Erst in den letzten Tagen habe die italienische Regierung Zeichen der Bereitschaft gezeigt, Zugeständnisse, die durch friedliche Verhandlungen erzielt werden können, zu erwägen. Der aus Rom stammende Bericht, daß ein diplomatischer Meinungsaustausch über die Grundlagen einer möglichen Regelung zwischen Paris, London und Rom im Gange seien, sei jedoch unrichtig. Der diplomatische Mitarbeiter der „M o r n i n g P o st" meldet, die britische und die französische Regierung seien der Ansicht, daß wirtschaftliche Zugesländnifse an 3 fallen keineswegs unvereinbar mit de r abesfinifchen Unabhängigkeit wären. Es fei daher gut möglich, daß England und Frankreich baldigst den abessinischen Kaiser zu überzeugen suchen, daß eine versöhnlichere Stellungnahme zu den wirtschaftlichen Be- strebungen Italiens in seinem eigenen Interesse sei. Italien würde bereit sein, als Gegenleistung die Versicherung abzugeben, daß es keine Absichten gegen die abessinische Unabhängigkeit habe. Man halte es für möglich, daß Verhandlungen für eine Aenderung der Verträge eingelei- tel^ werden könnten, die es Italien ermöglichen würde, feine beiden Kolonien miteinanderzuverbinden, die landwirtschaftlichen Schätze der abessinischen Provinz Ogaden zu entwickeln, das Handelsabkommen mit Abessinien aus- zunühen und das Wasser des Blauen Rils für die italienischen Bewasserungspläne in Erythräa zu verwenden. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily he- xald" glaubt zu wissen« datz zur Zeit ein von Italien ausgehender neuer Plan zur Regelung des italienisch - abessinischen Streitfalles in London, Paris und Rom ernsthaft erörtert wird. Danach würde Italien ein bestimmtes Versprechen abgeben, keinerlei militärische Maßnahmen gegen Abessinien zu ergreifen und die Grenz fragen durch ein Schiedsgericht regeln zu lassen. Abessinien würde den Italienern den Bau einer Eisenbahn von Massaua (Erythräa) nach Mo- gadlscio (Somaliland) gestatten, die westlich an Addis Abeba vorbeiführen würde, fo daß sie die französische Eisenbahnlinie von Addis-Abeba nach Tschibutt nicht kreuzen würde. Diese Konzession stehe nach italienischer Ansicht mit den Bestimmungen des Vertrages von 1906 in Einklang, der das Gebiet westlich von Addis-Abeba als eine Zone anerkannt habe, in der Italien besondere Interessen hat. Zum Schuhe der geplanten italienischen Bahn verlangten die Italiener die Errichtung einer „Eisenbahnzone" auf beiden Selten der Bahnstrecke, die von Polizei beseht und unter italienische Verwaltung gestellt werden solle. Die französische Regierung sei diesen Vorschlägen günstig gesinnt, während die britische Regierung sie noch prüfe. Die Ansichten der abessinischen Regierung seien bisher noch nicht in Erfahrung gebracht worden. - ■ X, V W-- . ... W- Die Parade der 3. mobilisierten Division „Sabaudia" vor Musiolinl. Während der Pfingstfeiertage besichtigte der Italienische Ministerpräsident Mussolini die in ©ar» dinien stehende 3. mobilisierte Division „Sabaudia" in Cagliari. Bei dieser Gelegenheit hielt der Duce eine aufsehenerregende Rede, in der er jegliche fremde Einmischung in die Pläne und Absichten Italiens zurückwies. — Man sieht hier Mussolini beim Ab schreiten der Front, rechts im Vordergrund Flugzeug-Abwehrgeschütze. Ein Teil dieser Truppe hat sich bereits nach Afrika eingeschifft. — (Weltbild-M.) Das Urteil im Rundfunk-Prozeß. Berlin, 13. Juni. (DNB.) Im Rundfunkprozeß, der seit dem 5. November 1934 die 6. Große Strafkammer des Berliner Landgerichts beschäftigt, verkündete der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Rosemann, am Donnerstag folgendes Urteil: Der Angeklagte Korte, früherer kaufmännischer Direktor der Westdeutschen Rundfunk-A.-G., wird freigesprochen. Gegen den Angeklagten Otto wird das Verfahren im Falle des Astoria-Essens auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 7. August 1934 einge- st e l l t. Im übrigen erfolgt Freisprechung. Gegen den Angeklagten Dr. Erwin Jaeger, Direktor der Mitteldeutschen Rundfunk-A.-G., wird das Verfahren in den Fällen „Funkwerbung" und „Rusa"-Aktien wegen Verjährung e i n g e st e l l t. Der Angeklagte wird im übrigen frelgef pro- chen. Der Angeklagte Bredow, Staatssekretär a. D. und früherer Reichsrundfunkkommissar, ist der aktienrechtlichen Untreue in vier Fällen — Darlehen Flesch, Weiterzahlung des Gehaltes Flesck in Frankfurt a. M., Trennungsvergütung Flesch und Vertrauensspesen Flesch — sowie der Beihilfe zum Parteioerrat des früheren Rechtsanwalts Dr. Frey schuldig und wird zu einer Gesamt- strafe von 6 Monaten Gefängnis und in den Fällen der Untreue zu Geldstrafen von 500, 1500, 2500 und 500 RM. verurteilt. Die Freiheitsstrafe und die Geldstrafen sind durch die Untersuchungshaft verbüßt. Im übrigen wird auch dieser Angeklagte freigesprochen. Der ehemalige Geschäftsführer der Reichsrundfunkgesellschaft, der 47jährige Angeklagte Dr. Kurt Magnus, ist der aktienrechtlichen Untreue in den beiden Fällen Weiterzahlung des Gehalts Flesch in Frankfurt a. M. und Trennungsvergütung Flesch schuldig und wird zu einer Gesamtstrafe von 5 M o- naten Gefängnis und zu Geldstrafen von 1500 und 2500 RM. verurteilt. Auch bei diesem Angeklagten sind die Freiheitsstrafe und die Geldstrafen durch die Untersuchungshaft verbüßt. Im Falle Darlehen und Vorschüsse Flesch in Frankfurt a. M. wird das Verfahren wegen Verjährung eingestellt. Im übrigen wird auch der Angeklagte Magnus freigespröchen. Der 37jährige frühere Runkfunkintendant Dr. med. Hans Flesch ist der aktienrechtlichen Untreue in fünf Fällen — Trennungsvergütung, Vorschüsse und Darlehen, Mietszuschuß und Garagenmiete, Bewirtungs- und Reisekosten und Vertrauensspesen — sowie der Beihilfe zum Parteiverrat durch den früheren Rechtsanwalt Dr. Frey . schuldig und wird zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr G e - f ä n g n i s und in den Fällen der Untreue auch zu Geldstrafen von 3000, 500, 5000, 1000 und 1500 RM. verurteilt. Die Untersuchungshaft wird mit 11 Monaten auf die Freiheitsstrafe angerechnet. Im übrigen wird der Angeklagte Flesch freigesprochen. Der Angeklagte Dr. Felix Kohl, früherer Direktor der Mitteldeutschen Rundfunk-A.-G. ist der aktienrechtlichen Untreue in zwei Fällen — Aufgeld Jäger und Astoria-Essen — schuldig und wird zu einer Gesamtstrafe von 7 Wochen Gefängnis und zu Geldstrafen von insgesamt 2000 RM. verurteilt. Die Strafen gelten als verbüßt. Im Falle Radio-Fachverband wird das Verfahren wegen Verjährung eingestellt. Im übrigen wird auch dieser Angeklagte freigesprochen. Der frühere Direktor der Schlesischen Funkstunde A. G. Emil Z o r e k ist der aktienrechtlichen Untreue im Falle „Autofahrten Zoreks" schuldig und wird zu 6 Wochen Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 2000 RM. verurteilt. Die Frei- heitsstrafe gilt als verbüßt. Im übrigen wird auch er freigesprochen. Die Kosten des Verfahrens fallen, soweit auf Strafe erkannt ist, den verurteilten Angeklagten, soweit auf Freisprechung oder Einstellung des Verfahrens erkannt ist, der Staatskasse zur Last. Die Urteilsbegründung. In der Begründung des Urteilsspruchs betonte der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Rose- mann, daß der Rundfunkprozeß alles andere, nur kein sogenannter politischer Prozeß gewesen jei. Das Gericht hatte hier keine politischen und keine kulturellen Fragen zu entscheiden. Seine Auf« gaben bestanden ausschließlich darin, zu entscheiden, ob sich die Angeklagten als Leiter der Rundfunkgesellschaften der ihnen zur Last gelegten Zuwiderhandlungen gegen die Strafvorschriften des Strafgesetzbuches und des Handelsgesetzbuches schuldig gemacht haben oder nicht. Wenn das Gericht, fuhr der Vorsitzende fort, nur zu einem Teil den Strafanträgen der Staatsanwaltschaft gefolgt ist, wenn das Verfahren vom Standpunkt der Anklagebehörde ein mageres Ergebnis gehabt hat, so besagt dies nichts gegen die Berechtigung und Notwendigkeit der Anklageerhebung. Der Zugriff war trotzdem kein Fehlgriff und die auf das Verfahren verwendete außerordentliche Mühe war nicht nutz- und zwecklos. Das Gericht stimmt hinsichtlich des äußeren Tatbestandes und der Rechtsauffassung im wesentlichen mit der Staatsanwaltschaft überein, nicht jedoch überall in der Auswertung und Würdigung des inneren Tatbestandes, der gerade bei der Untreue von besonders strafrechtlicher Bedeutung für die Feststellung der Schuld ist. Daher konnte das Gericht nicht überall da, wo es die Staatsanwaltschaft getan hat, die volle Ueberzeugung von der Schuld der Angeklagten gewinnen. Dabei sind die Grundsätze einer geläuterten nationalsozialistischen Rechtsanschauung vom Gericht nicht außer acht gelassen worden; aber auch diese erfordern den klaren Beweis der Schuld. Und so wird häufig in der Urteilsbegründung die Feststellung wiederkehren, daß ein ausreichender Schuldbeweis nicht geführt werden konnte und die Angeklagten daher in diesen oder jenen Fällen mangels Beweises freigesprochen werden mußten. Der Vorsitzende ging dann ausführlich auf die Organisation des Rundfunks und die Funktionen der einzelnen Angeklagten ein im Zusammenhang mit den ihnen zur Last gelegten Straftaten. Bei der Würdigung der Stellung der einzelnen Angeklagten in den Vorständen und Austichtsräten der Rundfunkgesellschaften kam der Vorsitzende zu dem Ergebnis, daß die Angeklagten eine weit größere Verantwortung der Allgemeinheit und der Reichspost gegenüber hatten, als sie sonst den Aufsichtsratmitgliedern einer privaten Erwerbsgesellschaft auferlegt ist. Das sei für die Feststellung des Vorliegens von handelsrechtlicher Untreue in diesem Verfahren von Bedeutung. Der Vorsitzende ging dann auf die einzelnen Anklagepunkte ein. Der Baufall habe die Gemüter mit Recht besonders erregt wegen der Skrupellosigkeit und Gemeinheit der Gesinnung, mit der leitende Angestellte des Rundfunks beim Verkauf des Doxhauses sich auf Kosten der Rundfunkgesellschaft bereichert haben. Der in diesem Falle allein angeklagte Dr. Magnus habe sich vom Verdacht d^r Korruption nicht vollständig reinigen können; em dringender Tatverdacht sei geblieben, aber andererseits sei ein ausreichender Schuldbeweis nicht geführt worden. Magnus habe also in diesem Falle freigesprochen werden müssen. Beim Parteiverrat des ins Ausland geflüchteten Rechtsanwalts Dr. Frey im Zusammenhang mit dem Prozeß Scharnke wegen des Schlüsselromans „Wir schalten um" hätten sich Dr. Bredow und Dr. Flesch der Beihilfe schuldig gemacht. Eine Anstiftung sei bei Dr. Frey nicht erforderlich gewesen, denn er habe von sich aus alles unternommen, was ihm Geld einbrachte. Eine schuldhafte Beihilfe liege aber vor, denn Bredow und Flesch hätten genau gewußt, welche Unmoralität darin lag, dem Prozeßgegner seinen Anwalt abzujagen. Bredow und Magnus hätten sich weiter den Wünschen des leichtsinnigen, hemmungslosen Geldausgebers Flesch gegenüber in einer Weise nachgiebig und willfährig gezeigt, die strafrechtlich nicht zu verantworten sei. Sie hätten seine unbilligen Ansprüche immer befriedigt, obwohl auch nach den Gehaltskürzungen das Einkommen von Dr. Flesch das eines Reichsministers überstieg. Zu einer Iren- nungszulage, als Dr. Flesch seine Frankfurter Jn- tendantenstellung mit der besser bezahlten Berliner Jntendantenstellung vertauschte, habe nicht der mindeste Anlaß bestanden. Zur Frage des Strafmaßes führte der Vorsitzende aus, Dr. Flesch sei am schwersten zu bestrafen gewesen, weil bei ihm neben dem Vorwurf der Pflichtwldrigkeit auch der Vorwurf des Eigennutzes. Aus aller Welt als Vertreter des leutnant von Brau segnen HMru z Furchtbares Explosions-Llnglück in einer Sprengstoff-Fabrik bei Wittenberg Bisher 22 Tote, 75 Schwerverletzte, 300 Leichtverletzte. Am Donnerstag hat die M a r i n e v o l k s w o ch e bei unverändert schönem Wetter und starkem Besuch ihren Fortgang genommen. In Gegenwart des Reichsministers Rust, der auf dem Kreuzer „Königsberg" aus Ostpreußen eingetroffen war, erfolgte der Start der interessanten Segel-Pokal- Wettfahrt. Gegen Mittag setzte der Riesenmenschenstrom zum Stadteil Wik, wo die Schau- darbietungen und E x e rz i e r ü b u n g e n stattfanden, in verstärktem Maße wieder ein. Die Darbietungen der M a r i n e k r a f t f a h r e r auf dem Kasernenhof in der Wik zeigten, daß unsere blauen Jungen auf jedem Gebiet, auch auf scheinbar entfernter liegenden, ihren Mann zu stehen wissen. Eine neue Schaudarbietung war ein Manöver der 1. Räumboot-Halbflottille. Es war ein imponierendes Bild, wenn die kleinen Schiffe in schnurgerader Reihe oder in Kiellinie hintereinander angebraust kamen. Am Nachmittag wurden auch die Marine-Schwimm-Mei st erschaften in der Marine - Schwimmanstalt an der Seydlitz- brücke durchgeführt. Beim Kunstspringen waren Sprünge in hervorragender Form vom 12-Meter- Brett aus durchaus keine Seltenheit, so daß die be- geisterte Menge immer wieder reichen Beifall spendete. Ein Erlebnis besonderer Art war abends der Zapfenstreich auf dem Flotten-Flaggschiff „Schleswig-Holstein", das sich wie das Panzerschiff „Deutschland", der Kreuzer „Königsberg" und die „Leipzig" durch ihre strahlende Lichterkette vom Wasser abhoben. Im Fackellicht hatte die Kapelle des Flotten-Flaggschiffes auf der Schanze Aufstellung genommen. Als der Badenweiler-Marsch gespielt war, leitete das Locken der Spielleute den Zapfenstreich ein. Feierlich ertönte der Choral „Ich bete an die Macht der Liebe" über das Wasser, und als nach abermaligem Locken der Spielleute die Nationalhymnen erschollen, erhoben sich überall die Hände zum Gruß. Es war ein prachtvolles Bild, das sich im nächtlichen Kieler Hafen mit seinen erleuchteten Schiffen bot. schäftsgebaren des Rundfunks gewesen sei. Er hätte allen anderen ein Vorbild in der Sparsamkeit sein müssen, aber er habe seine eigenen Vorschriften nicht befolgt. Auf Dr. Magnus treffe dasselbe zu. Er sei aber für die einzelnen Straffälle härter zu bestrafen, denn er sei der geistige Vater für die Gewährung unzulässiger Zuschüsse an Dr. Flesch gewesen. Im Anschluß an die Urteilsbegründung verkündete der Vorsitzende noch den Gerichtsbeschluß, daß der Haftbefehl und der Haftverschonungsbeschluß für Dr. Flesch aufrechterhalten bleibe. Jedoch falle die Meldepflicht und die Aufenthaltsbeschränkung fort, da Fluchtverdacht nicht mehr gegeben sei. Tausende aus der Manne-Volksivoche in Kiel Schweden gewinnt die zweite Segel-Wettfahrt. DasküustigeOssizierskorpsdrsVeurlaubleustandes der Reichslufiwaffe. Ein Merkblatt. lichstes Beileid und den Ueberlebenden der Katastrophe meine besten Wünsche. Dr. Robert Ley, Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der DAF. DAF. flaggt halbmast. Berlin, 14. Juni. (DNB.) Dr. Ley hat so- eben folgende Verfügung erlassen: „Mit tiefer Trauer steht has ganze schaffende Deutschland an den Bahren der Opfer des Reinsdorfer Explosionsunglücks. Die Deutsche Arbeitsfront roirb ihre Verbundenheit durch die Tat beweisen. Als äußeres Zeichen unserer innigen Kameradschaft mit dieser schwer heimgesuchten Gefolgschaft ordne ich an: Sämtliche Dienststellen der DAF. setzen sofort die Arbeits- frontfahne bis einschließlich des Beisetzungstages der Opfer halbmast. Zum Dienstanzug wird auf fünf Tage Trauerflor angelegt. Dr. Robert Ley, Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der DAF. vorläufig können außerdem Offiziere d. v. werden: a) Ehemalige aktive und Reserve-Offiziere der alten Wehrmacht (Heer und Marine), die über entsprechende Sonderausbildung verfügen, falls ihre Eignung feststeht. Sie müssen sich nach erfolgter Ernennung zum Reserveoffizier bei der Fliegerund Luftnachrichtentruppe zur Ableistung von drei Hebungen, bei der Flakartillerie zur Ableistung von zwei Hebungen verpflichten. b) Dor längerer Zeit aus dem Reichsheer oder der Reichsmarine ausgeschiedene aktive Offiziere mit entsprechender Sonderausbildung, falls ihre Eianung feststeht. (Einstellung nur bei Flakartillerie uno Lustnachrichtentruppe.) Verpflichtung zur Ableistung von 2 Hebungen innerhalb 4 Jahren, in Ausnahmefällen innerhalb 6 Jahren nach erfolgter Ernennung zum Reserveoffizier ist erforderlich. c) Ehemalige Soldaten der alten Wehrmacht (Heer und Marine) sowie der neuen Wehrmacht, ohne Offizierdienstgrad aber mit dem Dienstgrad eines Portepee-Hnteroffiziers (Alter in der Regel nicht über 40 Jahre), falls auf Grund 8- bis 12wöchiger Hebung bei der Flakartillerie oder Luftnachrichtentruppe ihre Eignung festgestellt wird und sie sich verpflichten, nach Ernennung zum Offizier d. B. im 1. und 2. Jahr je eine Hebung von vier Wochen Dauer abzuleisten. d) Bei der Fliegertruppe Persönlichkeiten, die bis Ende 1934 eine abgeschlossene fliegerische Ausbildung bei Ausbildungsstellen der Luftfahrt erhalten und sich dauernd in fliegerischer Hebung gehalten haben. Flugzeugführer müssen mindestens den Flugzeugführerschein BI besitzen. Persönlichkeiten ohne militärische Vorbildung dürfen das 35. Lebensjahr, ehemalige Soldaten ohne Offizierdienstgrad in der Regel das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben. Nach sechsmonatiger militä» rischer und fliegerischer Ausbildung und Ableistung der 3 Reserveübungen für die Ungedienten bzw. dreimonatiger militärisch-fliegerischer Ausbildung und Ableistung von 1—3 Reserveübungen für die ehemaligen Soldaten, müssen sie sich zur Ableistung von 4 weiteren Hebungen innerhalb 8 Jahren nach erfolgter Ernennung zum Reserveoffizier verpflichten. Anträge sind schriftlich nur an das für den Wohnort des Bewerbers zuständige Wehrbezirkskommando zu richten. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden wurden darauf durch Generalleutnant von B r a u ch i t f ch , Bundesleiter Dr. Steinacher und Dr. Ern st Kränze für die Wehrmacht, für den VDA. und für das Auslandsdeutschtum niedergelegt. Sodann sprach Bundesleiter Dr. Steinacher. Hindenburg sei seit dem Jahre 1917 Ehrenführer und Ehrenvorsitzender des VDA. gewesen. Er habe in den entscheidenden Jahren die Aufgabe des VDA. geschützt und erhalten, wofür ihm Dank gebühre. Heute nehme der VDA. Abschied von seinem Ehrenführer. Sodann gedachte Dr. Steinacher der Toten, die in Ostpreußen und darüber hinaus vom hohen Norden bis zum Schwarzen Meer gefallen find. Anschließend brachte Dr. Steinacher, nachdem die Ehrenkompanie das Gewehr präsentiert hatte, auf den Führer und das ganze deutsche Volk ein dreifaches Siegheil aus. Es folgte das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Unter klingendem Spiel zogen die Jungen und Mädel zurück nach Hohenstein, um von dort aus ihre Wanderfahrt durch das schöne Ostpreußen fortzusetzen. Schwedische und finnische Auslauschschüler besuchen Deutschland. Die Deutsche Pädagogische Auslandstelle im Deutschen Akademischen Austauschdienst hat auch in diesem Sommer einen umfangreichen Aus- tauschdienst mit den nordischen Lände r n durchgeführt. Nachdem vor einigen Tagen eine Gruppe von 150 finnischen Schülern und Schülerinnen in Berlin eingetroffen ist, kamen jetzt im Sonderzug aus Saßnitz rund 4 0 0 schwedische Austauschschüler an. Eine weitere Gruppe von 100 Teilnehmern hatte sich vom schwedischen Gesamttransport bereits in Saßnitz abgezweigt, um nach Hamburg, Lübeck, Bremen und Stettin zu fahren. Die Schüler und Schülerinnen verbrachten einen Tag gemeinsam in Berlin. Sie legten einen Kranz am Ehrenmal nieder und waren mit Angehörigen der HI. und des BdM. zusammen. Dann ging die Fahrt in die verschiedensten Gebiete des Reiches, u. a. nach Württemberg, weiter; ein kleiner Teil bleibt in Berlin selbst. Afrikaflieger Schwabe in TNünchen gelandet. Auf dem bei München gelegenen Flugplatz Ober« wiesenfeld landete der Afrikaflieger Karl Schwabe Damit ist der dritte Afrikaflug des deutschen Sportfliegers beendet. Die Landung vollzog sich in aller Stille, nur der Sohn des Fliegers war anwesend. Kein Wasser auf Gurkensalat trinken! Ein 35jähriger Mann in Kassel brach auf dec Straß« plötzlich bewußtlos und mit Anzeichen einet: und der Gewinnsucht zu erheben sei. Entlastend sei aber für ihn die Tatsache, daß die zuständigen Auf- sichtsorgane Bredow, Magnus und K n ö p f k e seiner offensichtlichen Hemmungslosigkeit nicht nur nicht entgegengetreten seien, sondern ihn z. T. die gebratenen Tauben geradezu in den Mund geschoben hätten. Bei Dr. Bredow seien irgendwelche eigennützigen Motive nicht festgestellt worden. Wo er sich schuldig gemacht habe, sei das aus allzugroßer Nachgiebigkeit und Schwäche geschehen. Strafverschärfend sei aber zu berücksichtigen, daß er der eigentliche Leiter des ganzen deutschen Rundfunks und als solcher ganz besonders verantwortlich für das Ge- Volksdeutsches Gedenken am Tannenberg-Denkmal. Hohenstein, 13. Juni. (DNB.) Die Ost- landtagung des VDA. fand ihren Ausklang in einer Gedenkfeier im Tannenberg- Denkmal, der Ruhestätte des Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg, der seit 1917 Schutz- und Schirmherr des VDA. war. Die weite Fläche im Innern des Denkmals war von Zehntausenden von Mädchen und Jungen des VDA. mit ihren Wimpeln und Bändern erfüllt. An hohen Masten flatterten Fahnen, rechts und links loderten aus Opferschalen Flammen zum Himmel. Nach dem Einmarsch der Ehrenkompanie des Allensteiner Infanterieregiments mit den Hin- denburgfahnen unter den Klängen des Badenweiler Marsches begann der Festakt. Dabei sprach der kommandierende General im Wehrkreis I General- Wieder Ruhe in Wittenberg. Wittenberg, 14. Juni. (DNB.) In den späten Abendstunden ist in Wittenberg wieder vollständige Ruhe eingekehrt. Die Erregung, die sich unmittelbar nach der ersten Explosion der Bevölkerung bemächtigt hatte, wurde sehr bald durch das sofortige Eingreifen der PoUzei beschwichtigt, und die Bevölkerungskreise aus Wittenberg und der näheren Hmgebung beruhigten sich allmählich wieder. Da sehr viele Arbeiter aus den betroffenen Betrieben und den anliegenden Arbeitsstätten nach der ersten Explosion ihre Arbeitsplätze verlassen hatten und sich nicht sofort wieder einfanden, war es zunächst verhältnismäßig schwer, einen Heberblick über die Zahl der Opfer zu gewinnen. Don den etwa 300 Leichtverletzten konnte der größte Teil nach Anlegung von Notverbänden wieder in die Wohnungen entlassen werden. Die ärztliche Betreuung der Verletzten ging verhältnismäßig glatt vonstatten, da sehr bald nicht nur sämtliche Aerzte aus Wittenberg aufgeboten waren, sondern auch au5 der näheren und weiteren Hmgebung, so auch aus Berlin und Leipzig Aerzte herbeigerufen wurden. In den umliegenden Ortschaften und m Wittenberg selbst haben die Explosionen im wesentlichen nur Sachschaden angerichtet. Personen sind hier nicht zu Schaden gekommen. MeiWgramme. Berlin, 13. Juni. (DNB.) Reichsmimster Dr Goebbels hat an den Betriebsführer der Westfälisch-Anhaltinischen Sprengstoffabrlk in Nemsdorf bei Wittenberg nachstehendes Beileids- telegramm gerichtet: Zu dem furchtbaren Explosionsungluck m Rems- tai bei dem is viel» brav, toeitex itit L-dm Entstehungsursache noch unbekannt. Wittenberg, 13. Juni (20.30 Uhr). (D3tB.) heute gegen 15 Uhr ereignete sich in Reinsdorf bei Wittenberg bei der Firma Westfälisch-Anhaltinische Sprengstossabrik (Wasag) ein E x p l o s i o n s u n - glück, bei dem ein Teil des Betriebes stark beschädigt wurde. Die Ursache ist bisher nicht festzustellen. Nach der ersten Explosion entstand ein B r a n d, in dessen Verlauf sich w e i t e r e E x p l o- stonen ereigneten. Die letzte Explosion erfolgte um 18 Uhr. Die Brandstelle war erst gegen 20 Uhr zugänglich. Nach den letzten Feststellungen wurden bisher 2 2 Tote geborgen. Weitere 30 Arbeiter werden noch vermißt. Es besteht leider wenig Hoffnung, daß diese Vermißten noch lebend geborgen werden können. Außerdem wurden bisher 75 Schwerverletzte und 300 Leichtverletzte gezählt. Bei den Leichtverletzten handelt es sich aber vielfach um ganz leichte Verwundungen, fo daß viele schon morgen oder übermorgen wieder ihrer Beschäftigung nachgehen können. Der erste Eindruck in Wittenberg. Zu dem Unglück meldet uns unser Sonderbericht, erftatter folgende Einzelheiten: Gleich die erste Detonation kurz vor 15 Uhr, der ein mächtiger Donnerschlag folgte, hatte in dem acht Kilometer entfernten Wittenberg eine außerordentliche Wirkung. In der näheren Umgebung des Werkes und sogar in den nach Reinsdorf zu liegenden Straßen gingen die Schaufensterscheiben einiger großer Geschäfte in Trümmer, aus den höheren Stockwerken fielen verschiedentlich Scherben auf die Straßen und verletzten einige Passanten. Durchgehende Pferdefuhrwerke vergrößerten noch die Verwirrung. .. Die erste Explosion hatte mehrere Brande zur Folge, die in verschiedenen Zeitabschnitten met= tere Detonationen hervorriefen. Schon nach 20 Minuten kamen die ersten Verletzten - Transporte aus dem Werk. Es schien sich vorwiegend um Verletzungen durch Steine und Konstruktionsteile zu handeln. Sämtliche privaten Kraftwagen der Stadt wurden aufgeboten, alle Aerzte, auch aus der weiteren Umgebung, alarmiert. Als das Paul-Gerhordt-Stift in Wittenberg überfüllt war, wurden die Verletzten bereitwillig in Prwat- wohnimgen aufgenommen. Die Transportfähigen wurden in die Nachbarstädte, zum Teil bis nach Halle gebracht. Der größte Wert wurde darauf gelegt, die Familien der Verletzten so schnell wie möglich zu benachrichtigen. Das war deshalb sehr schwierig, weil der größte Teil der Gefolgschaft in der weiteren Umgebung von Wittenberg, selbst in den Nachbarkreisen wohnt. Etwa nach einer Stunde tarnen die ersten Reinsdorfer Arbeiter ganz verstört nach Wittenberg. Wie immer in solchen Fällen tauchte eine Fülle von unbegründeten Gerüchten auf, doch vermochten die Sicherheitsorgane, Polizei, die SA. und Technische Nothilfe, die Bevölkerung zu beruhigen und davon zu überzeugen, daß für sie keine Gefahr mehr bestand. Die Geschäfte in Wittenberg jchlos- Ub im Lauis des Nachmittag?, An der LlnglückssMe. Eine erste Besichtigung der Unglücks- ft ä 11 e , die in weitem Umkreise aus Gründen der Vorsicht abgesperrt ist, ergab, daß die verbreiteten Gerüchte weit übertrieben waren. Es ist auch nicht etwa das ganze Werk, sondern nur ein einzelner Teilbetrieb von dem Unglück betroffen worden. In den anderen Fabrikteilen und Anlagen ist glücklicherweise nur Gebäudeschaden zu verzeichnen. Der Gesamtbetrieb des Werkes erleidet im wesentlichen keine Unterbrechung, es bedarf in der Hauptsache lediglich einiger Restaurierungsarbeiten an dem äußeren Bild der Gebäude. Die Unfallstelle selbst ist noch in den späten Nachtstunden in dichten Rauch gehüllt, aus dem ab und zu noch Feuerschein hervordringt. Nach der ersten Explosion trat sofort die Wer k- seuerwehr in Tätigkeit und nahm sich der Verwundeten an. In kürzester Zeit trafen auch die Wehren aus Wittenberg und der Umgegend ein, ferner Sanitätsmannschaften, Aerzte sowie SA.- und SS.-Mannschaften, die zum größten Teil gar nicht mehr einzugreifen brauchten und sofort in weitem Umkreis Absperrungen Vornahmen sowie die Bevölkerung der näheren Umgebung, die verständlicherweise zunächst stark besorgt war, be- rühigte. Inzwischen zog die Schutzpolizei Postenketten und sperrte die Straßen um das Werk herum ab, damit niemand in die Gefahrenzone kam und der Verkehr für die Mannschaften und Rettungswagen reibungslos verlaufen konnte. DNB. Heber das künftige Offizierkorps des Beurlaubtenstandes der Reichsluftwaffe wird folgendes Merkblatt veröffentlicht, das in den einleitenden Abschnitten die bereits bekannten Bestimmungen über die Auswahl des Offizierkorps und ihre Voraussetzungen enthält. Der weitere Teil besagt u. a., daß Offiziere d. B., die zum fliegenden Personal der Fliegertruppe gehören, die Verpflichtung haben, ich durch luftsportliche Betätigung in fliegerischer Hebung zu halten. Für die aus dem aktiven Dienst ausscheidenden Unteroffiziere: 1. Soldaten, die bei der Fliegertruppe und Luftnachrichtentruppe nach freiwilliger 4^jähriger Dienstzeit ausscheiden und auf Grund ihrer Leistungen und Persönlichkeit bei der Entlassung aus dem aktiven Dienst zum Reserveoffizier-Anwärter und überzähligen Unteroffizier der Reserve ernannt worden sind, leisten nur die 2. und 3. Reserveübung von je 4 Wochen Dauer im 1. und 2. Reservejahr ab. Pflichtübungen als Offizier d. B. = 2 Hebungen innerhalb 4, in Ausnahmefällen innerhalb 6 Jahren nach erfolgter Ernennung zum Offizier d. B., die erste Hebung von 6 Wochen, die zweite Hebung von 4 Wochen Dauer. 2. Unteroffiziere, die nach zwölfjähriger Dienstzeit aus der Reichsluftwaffe ausscheiden, können, sofern ihnen nach 10^jähriger Dienstzeit die Eignung zum Reserveoffizier-Anwärter zugesprochen worden ist, zur Ernennung zum Offizier d. B. vorgeschlagen werden. Sie müssen sich verpflichtet haben, bei der Fliegertruppe (fliegendes Personal) bis 8 Jahre nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst alle 2 Jahre eine Hebung von 4 Wochen Dauer bei der Fliegertruppe (Flugzeug- und allgemeines Personal), der Flakartillerie und Luftnachrichtentruppe innerhalb 4 Jahren, in Ausnahmefällen innerhalb 6 Jahren 2 Hebungen, die erste Hebung von 6 Wochen, die zweite Hebung von 4 Wochen Dauer, abzuleisten. Für die aus dem aktiven Dienst ausscheidenden Offiziere: Die aus dem aktiven Dienst ausscheidenden Offiziere der Fliegertruppe, Flakartillerie und Luftnachrichtentruppe können zu den Offizieren d. B. ihrer Waffengattung überführt werden, sofern Eignung in jeder Hinsicht noch vorhanden ist und die ausscheidenden Offiziere sich zur Ableistung der erforderlichen Hebung verpflichten. Reichskriegsministers, der zu feinem Bedauern der Tagung nicht habe beiwohnen können. Nachdem der Redner auf die Wiedergewinnung der deutschen Wehrhoheit hingewiesen hatte, erinnerte er an die Schlachten von Tannenberg in den Jahren 1410 und 1914. Das Blut der besten Söhne des deutschen Volkes habe diese Erde getrunken, sie sei geweihter Boden. 1924 habe hier der Sieger von Tannenberg, der Führer der feldgrauen Millionen im Weltkriege, Generalfeldmarschall von Hindenburg, den Grundstein gelegt zu diesem Mahn- und Ehrenmal. Seine Türme blickten als Wahrzeichen soldatisch-heldischen Geistes weit hinaus in das Land. 1927 habe von dieser Stelle Hindenburg als Reichspräsident die Kriegsschuld- lüae widerrufen und bei dieser Gelegenheit an das in Parteien zerrissene deutsche Volk die Mahnung zur Einigkeit gerichtet. Die Vorbedingung zur Erfüllung seiner Worte sei im Frühjahr 1933 unter Adolf Hitler geschaffen worden. Am 27. August desselben Jahres habe der Dolkskanzler Adolf Hitler in feierlichem Staatsakt den Sieger von Tannenberg ehren lassen. Ein Jahr später habe das deutsche Volk an dieser Stelle den letzten Ab- schied von dem verewigten Feldmarsckall, dem Vater des Vaterlandes, genommen. Alle sollten sich stets das Wort des verewigten Feldmarschalls als Richtschnur für ihr Leben nehmen: Die Treue ist das Mark der Ehre. Alle sollten treu sein gegen ihr Volk, ihre Heimat und sich selbst. Die Kränze, die jetzt an der Gruft niedergelegt würden, ehrten auch die Millionen Deutscher, die in aller Welt im Kampf für das Deutschtum ihr Leben Die Segelwettfahrten um den Internationalen Marinepokal auf der Kieler Föhvde wurden mit der zweiten Wettfahrt fortgesetzt. Mit strahlendem Sonnenschein und nicht allzustarkem Nordwest waren die besten Segelbedingungen gegeben. Die Schweden, die schon am Vortage nur eine Sekunde hinter dem siegreichen deutschen Boot eingekommen waren, konnten diesmal knapp gegen Polen und Dänemark als Sieger über die Ziellinie gehen. Schon vom Start kamen die schwedischen Offiziere am besten weg und vergrößerten ihren Vorsprung auf dem ersten Rund- gang ganz beträchtlich. Nach der Wettfahrt legte Dänemark gegen Polen Protest ein, da Polen, als beide Boote auf gleicher Höhe lagen, nicht rechtzeitig ausgewichen war. Der Protest wurde Zugunsten Dänemarks entschieden, so daß Dänemark somit auf den zweiten Platz vor Polen kam. Auf der Kreuzstrecke konnten sie den Vorsprung halten. Polen hatte sich unter Land an dem anfänglich an zweiter Stelle liegenden deutschen Boot „211 a i r" vorbeigeschoben. Beim Wenden zum zweiten Rund- ganq kollidierte die „Atair" mit der Tonne und mußte bestimmungsgemäß ausscheiden. Der Kampf um die Führung zwischen Schweden und Polen ging bei der zweiten Rundung der Dreiecksbahn weiter. Erst kurz vor dem Ziel gelang es den Schweden mit „Bellatrix" an den Polen vorbeizukommen und mit einer Zeit von 1:54:19 siegreich zu bleiben. Holland, das gestern wegen Havarie hatte aufgeben müssen, wurde im letzten Augenblick noch von „Riegl" (Dänemark) abgefangen. Das Ergebnis der zweiten Wettfahrt: 1. „Bellatrix" (Schweden), 2. „Riegl" (Dänemark), 3. „Polaris (Polen), 4. „Aldebaran" (Holland), 5. „Atair" (Deutschland) ausgeschieden. — Nach den zwei Wettfahrten liegen Deutschland und Schweden vor Polen und Dänemark. Die dritte Wettfahrt bringt, wenn sie mit einem Siege der beiden erstgenannten Nationen endet, schon die Entscheidung. lassen mußten, spreche ich Ihnen meine wärmste und aufrichtigste Teilnahme aus. Die Opfer dieser Katastrophe sind als Soldaten der Arbeit auf dem Felde der nationalen Ehre gefallen. Das deutsche Volk wird ihr Andenken hoch und heilig halten. Den Hinterbliebenen bitte ick mein tiefes Mitgefühl, den Verletzten meine oeften Wünsche zur baldigen Wiederherstellung übermitteln zu wollen. Reichsminister Dr. G o e b b e I s." Dr. Ley hat an den Betriebsführer der Westfälisch-Anhaltinischen Sprengstoffabrlk in Reinsdorf bei Wittenberg folgendes Telegramm gerichtet: „Mit tiefer Erschütterung höre ich von dem großen Hnglück, dem so viele brave deutsche Arbeiter zum Opfer gefallen sind. Sie sind für Deutschland gestorben, bas ganze Deutschland trauert um s i e. Was die Deutsche Arbeitsfront zur Abwendung der durch das Unglück entstandenen schlimmsten Not tun kann, soll geschehen. Ich habe zunächst die Heberweisung von 50 000 Mark verfügt. Bitte übermitteln Sie den Angehörigen der Opfer mein aufrichtigstes, herz- schweren Vergiftung zusammen. Der Mann wurde sofort in ein Krankenhaus transportiert, wo sich herausstellte, daß er nach dem Genuß von Gurkensalat Selterswasser getrunken hatte. Aamilienkalastrophe in der Lüneburger Heide.— Zwei Knaben ertrunken. — Der Vater verübt Selbstmord. Der Böttchermeister Warnten aus Soltau (Lüneburger Heide) hatte mit seinem achtjährigen Sohn Otto ein Boot gemietet, um eine Bootsfahrt auf der Böhme zu machen. Die Beiden waren etwa rund 250 Meter von der Anlegestelle entfernt, als sie am Ufer zwei Freunde des Otto Warnten trafen, der seinen Vater bat, sie mitfahren zu lassen. Beim Einsteigen kam das leichte Boot so ins Schwanken, daß es kenterte und die Insassen ins Wasser fielen. Der Knabe Warnten und sein Freund Kahn ertranken, während der Vater den zweiten Freund seines Jungen retten konnte. Die Eltern Warnten nahmen sich das Unglück so zu Herzen, daß sie beschlossen, durch Gasvergiftung gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Die Mutter konnte gerettet werden, während der Vater schon tot war, als man in die Wohnung eindrang. Großer Schlag der Berliner Sittenpolizei. — Zehn „rNassagesalons" geschlossen. Die Zentralstelle zur Bekämpfung unzüchtiger Bilder und Schriften beim Landeskriminalpolizeiamt Berlin hat dieser Tage einen großen Schlag gegen zahlreiche als „ M a s s a g e s a l o n s " getarnte Unternehmungen höchst zweifelhaften Charakters geführt und zehn solcher Salons geschlossen. Schon seit einiger Zeit war es den Beamten der Zentralstelle aufgefallen, daß es im Berliner Verkehrszentrum in einigen sog. „Massagesalons" schon in den Nachmittagsstunden ein lebhafter Personenverkehr herrschte. Auch liefen mehrfach Anzeigen ein. Man nahm diese Salons nun genauer unter die Lupe und stellte fest, daß sie einen durchaus bordellartigen Charakter angenommen hatten. Um die Besitzer zu überführen und das anständige Gewerbe nicht in Mißkredit zu brinaen, wurde überraschend und schlagartig von den Kriminalbeamten in den Räumen von zehn solcher Salons eine Durchsuchung vorgenommen. Man fand alle Vermutungen bestätigt. Die Inhaber und die dort beschäftigten „Assistentinnen" mußten schleunigst den Weg zum Polizeipräsidium antreten. In einigen der „Unternehmen" wurden auch noch eine Menge pornographischer Schriften und Bilder vorgefunden. Die Salons wurden selbstverständlich sofort geschlossen. Inhaber und „Assistentinnen" sehen ihrer gerichtlichen Bestrafung entgegen. Von derselben Dienststelle wurden ferner zwei Buchhandlungen in der Friedrichsstadt wegen Verkaufs von unzüchtigen Bildern und Schriften durchsucht. Bei der Durchsuchung der Ladenräumlichkeiten konnte zahlreiches derartiges Material beschlagnahmt werden. Die Inhaber sehen einer empfindlichen Bestrafung entgegen. Kindertragödie. Ein zehnjähriger Knabe beging in der Nähe von Nakel (Posen) Selbstmord, weil er beim Spiel auf der Landstraße einen Freund so unglücklich gestoßen hatte, daß dieser von einem vorbei- fahrenden Kraftwagen getötet wurde. Piscator sowjetrussischer Staatsangehöriger. Eine Anzahl deutscher Kommunisten und Salon- bolfchewrsten, die von der Reichsregierung a u s - gebürgert worden sind, haben bei der Sowjetregierung um die Verleihung der Sowjet- staatsangehörigkeit nachgesucht. Einem Teil der in Deutschland Ausgebürgerten, darunter dem berüchtigten ehemaligen Regisseur der Berliner Volksbühne Erwin Piscator, ist das sowjet- russische Bürgerrecht auf ihren Antrag hin ver- lieheck worden. Schweres Unwetter in der Baschkiren-Republik. Im Belobeisker Bezirk in der Baschkiren-Republik richtete ein starker Orkan große Verheerungen an. Durch Hagel schlag wurden die Saaten zum Teil vernichtet. Eine große Menge Vieh ist zugrunde gegangen. Auch Verluste an Menschenleben sind zu beklagen. Durch einen Wolkenbruch wurde Baumaterial 10 Kilometer weit weggeschwemmt. Bäume wurden entwurzelt. Die Regierung hat außerordentliche Hilfsmaßnahmen für die getroffenen Gebiete angeordnet. Wolkenbrüche und Ueberschwemmungen in Natal. — Die Hauptstadt Durban von der Außenwelt völlig abgeschnitten. Die Hauptstadt von Natal, Durban, ist infolge riesiger Wolkenbrüche und Ueberschwemmungen völlig von der Außenwelt abgefchnitten. Alle Verkehrsverbindungen, auch die von der See her, sind unterbrochen. Die Straßen um die Stadt, sowie an der Küste sind völlig unbrauchbar. Hunderte von Einwohnern haben ihre Wohnungen aufgeben müssen. Die Regenfälle dauern noch an. Den eigenen Sohn erschossen. In einem Dorf bei Nieszawa erschoß ein polnischer Bauer seinen Sohn, da dieser sich weigerte, auf Befehl des Vater sich von seiner erst vor zehn Tagen geheirateten Frau zu trennen, die dem Vater nicht gefiel. Nie Rechtslage von Güdwestafrika. EineZusicherungderSüdafrikanischenUnion Genf, 13. Juni. (DNB.) Der Mandatsausschuß des Völkerbundes hat in seiner Donnerstag-Sitzung den Jahresbericht der Regierung der Südafrikanischen Union über das Mandatsgebiet Südwestafrika für das Jahr 1934 geprüft. Bei dieser Gelegenheit erklärte der Administrator des Mandatsgebietes, Conradi, auf eine Anfrage, daß die Mandatsmacht nicht beabsichtige, irgendeinen Schritt, der die Rechtslage des Gebietes berühre, zu unternehmen, ohne engste Zusammenarbeit mit dem Mandatsausschuß und daß sie unter keinen Umständen den Ausschuß vor eine vollendete Tatsache stellen werde. Japan, China und Nußland. Tokio, 13. Juni. (DNB.) Der japanische Kriegsminister H a j a s ch i ist in K o r e a eingetroffen. Er erklärte, daß die gegenwärtige Lage keine Verminderung der Militärausgaben in Mandschukuo zulasse. Der Kriegsminister kündigte ferner eine Heeresorganisation mit st ä r- kerer Konzentrierung der Truppen unter Loslösung von der Polizei an. Optimismus gegenüber der Sowjetunion, erklärte Hajaschi, sei u n b e r e ch t i g t, da ihre friedliche Haltung nur wegen der Ergänzung der Rüstungen vorgetäuscht werde. Wie weiter gemeldet wird, haben die militärischen Vorbereitungen Japans für das Vorgehen in Nordchina bereits am 9. Juni begonnen. Bis zum 11. d. M. haben 13 Truppentransporte die Stadt Schanheikwan an der Bahnstrecke Mukden—Peking passiert. Das erste japanische Truppentransportschiff ist am Mittwochvormittag in Tangku eingetroffen. Die Truppen wurden in zwei Eisenbahnzügen nach Tientsin gebracht. Für Freitag ist der Besuch eines japanischen Flugzeuggeschwaders aus Jehol in Peking angekündigt. Am Donnerstag hat eine Massenflucht aus Peking eingesetzt. An Stelle der bisherigen Gelassenheit ist große Nervosität getreten. Englisches Kanonenboot auf Grund gelaufen. London, 13. Juni. (DNB.) Ein seltsamer Unfall ist dem englischen Kanonenboot „H a st i n g s" zugestoßen. Auf der Fahrt durch das Rote Meer wurde an Bord bei einer Katze, die einige Matrosen Bißwunden beigebracht hatte, Tollwutverdacht festgestellt. Aus diesem Grunde versuchte der Kapitän, Port Sudan auf schnellstem Wege zu erreichen, um die in Frage kommenden Mannschaften ärztlich behandeln zu lassen. 60 Meilen vor Port Sudan lief das Kanonenboot auf Grund. Es mußte Mittwochnachmittag von der Besatzung aufgegeben werden.. Die gesamte Ausrüstung der „Hastings" wird am Donnerstagabend von einem Schwesterschiff des Kanonenbootes nach Port Sudan gebracht werden. Munition und wertvolle Vorräte sind bereits in der vergangenen Nacht mit Hilfe von Pontons gelandet worden. Die Wasserverdrängung der „Hastings", die 1929 vom Stapel gelassen wurde, beträgt etwas über 1000 Tonnen. Japan und die Ilottenbesprechungen in London. London, 13. Juni. (DNB.) Der japa- nische Botschafter in London überreichte am Donnerstag Japans Antwort auf die Rückfrage Englands, welchen Standpunkt Japan zu dem bisher erzielten Ergebnis der deutfch- englischen Flottenbesprechungen einnehme. In unterrichteten englischen Kreisen wird die japanische Antwort ebenso wie die mündliche Antwort der Vereinigten Staaten als günstig bezeichnet, lieber die Haltung Italiens und Frankreichs, die als Mitunterzeichner des Washingtoner und des Londoner Flottenvertrages von Großbritannien ebenfalls um Mitteilung ihrer Ansicht ersucht worden sind, liegen noch keine Nachrichten vor. Militärische Borbildung für österreichische Beamte. Wien, 14.Ium. (DNB.) Der Bundestag beschloß heute eine Reihe von Gesetzen, darunter eines, daß die Aufnahme in den öffentlichen Dienst an die Bedingung einer militärischen Ausbildung knüpft, und ein anderes, durch das in Graz eine neue Militärmittelschule errichtet wird. SA.-Führertagung in Bad Schandau. Dresden, 13. Juni. (DNB.) Am Freitag, Samstag und Sonntag findet in Bad Schandau unter Vorsitz des Stabschefs Lutze eine Tagung sämtlicher Obergruppen- und Gruppenführer der SA. statt. Die Teilnehmer treffen am Donnerstagabend in Bad Schandau ein. Aus Danzig ausgewiesen. Danzig, 13. Juni. (DNB.) Die Pressestelle des Polizeipräsidiums teilt mit: „Der lettische Staatsangehörige Theodor Loewy ist durch Verfügung des Polizeipräsidenten mit Frist von drei Tagen aus dem Gebiet der Freien Stadt Danzig aus- gewiesen worden." Loewy war Herausgeber der jüdischen Zeitschrift „Danziger Echo" und wurde vor einigen Tagen wegen Pressevergehens und wegen Verstoßes gegen Verordnungen des Senats in Haft genommen. Meine politische Nachrichten. Der französische Minister für nationale Erziehung, Marcombes, ist am Donnerstagvormittag in Paris in dem Augenblick an einem Herzschlag gestorben, als er zu dem um 10 Uhr im Elysee stattfinden- den Ministerrat den Sitzungssaal betreten wollte. Der Ministerrat ist wegen des plötzlichen Todes Marcombes' auf Freitag verschoben worden. Abstammungsnachweise für Wehrpflichtige. Nach den Musterungsbestimmungen muß der Dienstpflichtige u. a. seine Geburtsurkunde und den Nachweis über die Abstammung mitbringen. Es ist also neben der ohnehin geforderten Geburtsurkunde des Dienstpflichtigen, in der die Namen und die Religion feiner Eltern eingetragen fein müssen, auch die Vorlage der Geburtsurkunden der Eltern notwendig. Aus den Geburtsurkunden der Eltern muß neben dem Namen der Großeltern auch die Religion der Großeltern ersichtlich fein. Die Heiratsurkunde der Eltern genügt nicht, weil in dieser die Religion der Großeltern nicht eingetragen ist. Ausgestellt werden die Urkunden für die nach dem 1. Januar 1876 Geborenen vom Standesamt des Geburtsortes, für die vor dem 1. Januar 1876 Geborenen vom Pfarramt des Geburtsortes. Ist ein Dienstpflichtiger bereits im Besitze eines amtlich beglaubigten Ahnennachweises, Ahnenpasses oder Stamm- oder Ahnentafel usw., so genügt selbstverständlich die Vorlage eines solchen Ausweises neben seiner Geburtsurkunde. Kunst und Wissenschaft. Zur Lebensgeschichke von Max Orlh. Der in Frankfurt a. M. lebende hessische Dichter Max Orth teilt uns im Anschluß an die in Nr. 132 des Gießener Anzeigers vom 8. und 9. Juni erschienene Besprechung seines Gedichtbandchens „Tage der Stille" mit, daß darin einige biographische Daten, die viele unserer Leser interessieren dürften, nicht enthalten seien. Obwohl diese Daten nicht unmittelbar in den Zusammenhang der genannten Besprechungen gehören, wollen wir sie heute an dieser Stelle gern nachtragen: Orth entstammt einer Gießener Familie, fein Vater wurde dort geboren. Im Februar 1895 kam er mit seinem Vater, der als mittlerer Gerichtsbeamter die Wanderung Gießen—Altenstadt—Butzbach—Gießen zu machen hatte, von Butzbach nach Gießen, besuchte dort das Realgymnasium und studierte dortselbst bis zum Jahre 1904. Nach dem kurz zuvor erfolgten Tode seines Vaters gab er mit Ablauf des Wintersemesters 1903/04 gezwungenermaßen fein Studium auf, ging als Einjährig-Freiwilliger zum Infanterie-Regiment 115, dann zu den Luftschlffern nach Berlin-Reinickendorf und von dort nach Afrika. polnische Kunst in Frankfurt a. M. Dieser Tage wird im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt eine Ausstellung polnischer K u n st eröffnet. Diese Ausstellung umfaßt verschiedene Richtungen und Gebiete der polnischen Kunst aus den letzten 40 Jahren. Sie hatte einen Riesenerfolg in Berlin und München und steht unter dem Protektorat der hervorragendsten Persönlichkeiten der deutschen und polnischen Regierungen. Vom Starkstrom getötet. Lpd. Westerburg, 13. Juni. Der Monteur der Koblenzer Straßenbahn - Gesellschaft Ernst Schüler war am Dienstagabend bei der Mühle Hohensayn im Transformatoren Haus mit dem Auswechseln von Isolatoren beschäftigt. Bei der Arbeit muß er der Hochspannung zu nahe gekommen sein, denn er blieb an den Drähten hängen und wurde auf der Stelle getötet. Der Verunglückte war erst kurze Zeit verheiratet. Wetterbericht des Reichswelferdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Begünstigt durch die starke Erhitzung über Mitteleuropa beginnen sich von Westen her flache Störungen nach Deutschland hin zu entwickeln. Der Witterungscharakter bleibt dabei im ganzen freundlich, doch besteht eine größere Bereitschaft zu gewittrigen Niederschlagen. Aussichten für Samstag: Im ganzen noch freundlich, doch ziemlich schwül und vielerorts auch Auftreten von gewittrigen Niederschlägen, in Richtung veränderliche Winde. Aussichten für Sonntag: Häufig aufheiternd und tagsüber warm und schwül, Neigung zu gewittrigen Regenfällen. Lufttemperaturen am 13. Juni: mittags 23,9 Grad Celsius, abends 15,8 Grad: am 14. Juni: morgens 16,6 Grad. Maximum 24,2 Grad, Minimum 10,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Juni: abends 20,2 Grad; am 14. Juni: morgens 16,7 Grad. — Sonnenscheindauer 14,6 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'iche Universitäts-Buch- und Slemdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Siebentägige dazu den Schlüpfer Seiden-Trikot-Hemdchen, n qa maschenf. Ware, Restpost. ILÖU dazu den Schlüpfer ÄrfcrlenverKalKang hohen Llutdruck, Rheuma, Htcht und zum Bauen 7O11L) 10 69 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die veröffentlicht Ala Anzeigen-Miengesellschaft Annahme von Anzeigen für nlle Zeitungen n Bemchntten Gießen / Schulstraße Z mit M.S. »MONTE PASCOAL« Fahrpreis 1? an elnschl.voller YOH RM. Bordverpflegung auch während der Liegezeit des Schiffes In London verschwinden sicher durch Frucht*« Schwanenweiß Die Hautrelnigt.belebt u.erfrischt Schönheitswasser APHRODITE Drog. Winterhoff, Kreuzplatz 10 Tücht., gesundes Mädchen wegen Verheiratung des langj. jetzigen z. 1. Juli a. spät, für Küche und Haus i. klein. Haushalt gesucht. Schr.Angeb.unt. 02535 and.G.A. nurvon solch., die schon i.bess.Häus. tätig waren. 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Juni, nachmittags 5 Uhr, in die Mtillersche Bade-Anstalt zur Besprechung eingeladen. 02534 ProIessoFDr.Sommer. Turnverein v.1846 Giessen Sonntag,16.6.35 nachm.ab 16 Uhr Familien- ZnmenkiiDlI auf der Karlsruh Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. ?584d Der Berenrsf. Einweichen oder Schmutz lösen? Soll beim Einweichen nur das Wasser welch werden — oder soll sich der Schmutz in der Wäsche kräftig auflösen? Eine kräftige Schmutzauflösung erreichen Sie mit einem gewöhnlichen Einweichmittel nicht — dazu brauchen Sie vielmehr ein Mittel, das außerdem besonders auf den Wäscheschmutz wirkt. Ein solches Mittel ist Burnus — denn mit seinen milden Drüsensäften löst es kräftig den Kitt, der den Schmutz an die Wäsche- safer bindet. Jbn Morgen ist das Einweich- wasser ganz schwarz, weil aller Schmutz schon im Wasser schwimmt. Sie brauchen weniger Seife, Waschmittel, Feuerung und Arbeit. Große Dose Burnus 49 Pfennig, überall zu haben. Gutschein b 16112 fln Äugnst Jacobi Darmstadt Senden Sie mir kostenlos eine Versuchs Packung Burnus. Name____________ ©rt__ ---- Nr. 136 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 5reitag/4.Zuni (935 Tanz, die Sprache des Lebendigen. eine Bedrängnis bemerkt haben, eilig zu ihren Gefährten, rennen mit geöffneten Kiefern äußerst erregt in Spirallinien umher, richten ihren Hinterleib Warum tanzen die Stere?-z/(Sine Aeußerung, die man nicht verhindern kann". Don Or. p. Marburg. Die berühmte Tänzerin Mary W i g - mann wurde einmal gefragt, was eigentlich „Tanz" fei. Sie antwortete: „Tanz ist jene Aeußerung, die man nicht verhindern kann". Eine Antwort, die man kaum wissenschaftlich nennen kann — und doch ist auch durch die Wissenschaft niemals eine treffendere Erklärung gegeben worden. Der Völkerkundler hat die verschiedensten Tanzkulte studiert, der Zoologe beschrieb die anmutigen Tanzspiele der Vögel und Insekten. Warum tanzen alle Völker, alle Rassen, warum tanzen auch die Tiere? Alle die Deutungen, die man dem Tanz gab, sind zwar nicht falsch, aber doch recht ungenügend, lückenhaft. Wir finden überall Kriegstänze, Spiele des erwarteten Sieges. Einen ähnlichen Sinn haben die I a g d t ä n z e um die erlegte Beute. Wir kennen die mannigfaltigsten Formen der religiösen Tänze: Maskentänze, die um die Gunst der Verstorbenen oder der Götter werben, Zaubertänze, mystische Tänze, in denen Dämonen herbeigelockt oder gebannt werden. In der künstlerischen Gymnastik unserer Zeit wird getanzt, um Seelisches zum Ausdruck zu bringen, und wir tanzen um des geselligen Vergnügens willen. Und endlich ist es die Liebeshoffnung und Liebeswerbung, die dem erd- aebundenen Körper Flügel und Bewegung verleiht. Aber damit ist der Sinn des Tanzens noch nicht restlos erfaßt. Der wirkliche U r t r i e b des Tanzens hat zunächst gar keine Absicht, keinen Zweck. Der lebendige Körper erhebt sich zur bewegten Form, eben weil er lebt, weil er nicht anders kann. Der lebensvolle Augenblick treibt unseren Körper zu schwingender, springender Bewegung. Und damit begreifen wir auch jene triebhafte Bewegung, die das Tier mit dem Menschen gemeinsam hat. Der Hund, der rein aus Freude am Leben dahinrast in seinem Sausewahn, zeigt uns, was eine wird der Spektakel, toller und toller das Drauflos- laufen, bis sie nahezu ekstatisch durcheinander schwirren und übereinander weghüpfen. Diese Tiere zeigen, wie die zunächst triebhaften Gebärden eines einzelnen von den anderen Tieren verstanden werden, wie die Gesten des Eintänzers die Zuschauer anstecken. Das ist dann wohl auch der Sinn der eigentlichen Werbungstänze. Die Männchen der Springspinnen zum Beispiel schaukeln von einer Seite zur andern und halten das erste Beinpaar steif in die Höhe, dann tanzt der Freier lebhaft um die aufmerksam zuschauende Geliebte herum, die endlich an dem wilden Treiben Gefallen findet und mitmacht. Solche Werbungskünste haben manche Forscher veranlaßt, geradezu von „Be st e ch u n g s m ä n n ch e n" zu reden: bei den Tanzfliegen sind es die Weibchen, die den Reigen eröffnen. Von Zeit zu Zeit kommen einige Männchen mit einem Hochzeitsgeschenk in Gestalt einer eben gefangenen Mücke, die der Bräutigam vorsichtig mit seinen Mittelbeinen festhält und seinem auserwählten Weibe darbietet. Dieses Verführungsmanöver ist um so wunderbarer, als die pflanzensaftsaugenden Männchen für sich niemals tierische Nahrung holen! Die männlichen Schimpansen stampfen mit den Beinen und schlagen mit der flachen Hand rhythmisch auf den Boden. Das zuerst weniger tanzlustige Weibchen dreht sich dann um seine eigene Körperachse und nimmt an dem „Schuhplattl-Klatschen" teil. Fische, Molche, Schlangen schmiegen sich zärtlich aneinander, jagen und peitschen sich mit den Schwänzen. Bei manchen Insekten haben wir in den letzten Jahren Tänze kennengelernt, die als V e r st ä n - digungsmittel bezeichnet werden können. Hier ist es nicht die Liebe, die zum Tanze begeistert, sondern Hunger und Lebensgefahr. Manche Ameisen Südamerikas stürzen, wenn sie irgend- in die Höhe und stecken mit ihrem Tun alle Insassen des Baues an, bis der ganze Ameisenstaat alarmiert ist. Anders aber ist ihr Gebaren, wenn sie eine F u t t e r st e l l e entdeckt haben. Da läuft das Tier ruckweise mit zuckenden Bewegungen durch den Stock, stößt alle Genossen heftig an, die gleich die steppenden Schritte miimachen und so das ganze Nest in Aufregung versetzen. Hieraus ziehen alle aus, um nach dem Futter zu suchen. Zu dieser „Tanzsprache" gesellt sich dann noch eine „T a st s p r a ch e", indem sich die Tiere mit ihren Fühlern beträllern; sie telegraphieren sozusagen. Das erstaunlichste aber hat neuerdings der Münchner Zoologe Professor Frisch auf dem Film festgehalten: die Tanzsprache bei den Bienen. Auch hier verkündet eine Biene durch einen Tanz, daß sie Nahrung gefunden hat. Mit trippelnden, schnellen Schritten dreht sich das Tierchen auf einer Stelle im engen Kreise bald rechts, bald links herum, inmitten der anderen Bienen. Diese nehmen bald an diesem Rundtanz teil, indem sie ihre vorgestreckten Fühler an den Hinterleib der Vortänzerin anschmie- aen. Alle Schwenkungen werden eifrig mitgemacht, so daß die Tänzerin bei ihren Bewegungen gleichsam einen Schwanz von Bienen hinter sich hersührt. Dieser Tanz wird aber nur dann ausgeführt, wenn Blütenhonig in großen Mengen entdeckt worden ist, also meistens nur am Morgen, weil da die Honigbehälter der Blumen noch voller Nektar sind. Außer diesem Rundtanz gibt es noch einen anderen Tanz im B i e n e n st o ck. Er wird von den Pollensammlerinnen ausgeführt, wenn die Blumen der Umgebung reichlichen Blütenstaub liefern. Denn auch diesen brauchen die Bienen zur Nahrung. Da wird emsig in Form einer kleinen „8" herumgewirbelt, am auffallendsten aber ist hierbei die eigentümliche Schwänzelbewegung des Hinterleibs. „Schwänzeltanz" heißt diese Mitteilung im Gegensatz zum „Rundtanz" der Nektarsammler. Jeder neue Einblick in das Staatsgetriebe dieser Insekten ist reizvoll, diese Tanzsprache ist aber wohl das anmutigste, was wir in der letzten Zeit von den Bienen erfahren haben. solche Aeußerung ist, die man nicht verhindern kann. Zum Tanze wird die Bewegung offenbar dann, wenn die Gebärde irgendwie einem Gesetz, einem bestimmten Rhythmus gehorcht. Der Flug der Mücke, die auf ihre Beute zueilt, ist noch kein Tanz. Aber das muntere Auf und Nieder des Mücken- schwarms am Sommerabend ist Tanz. Und ein Tanz ist es auch, wenn die Männchen der Eintagsfliegen während der Dämmerung über dem Wasser im munteren Spiele tollen, während die Weibchen am Ufer sitzen, um sich nur gelegentlich zu erheben und dabei ein Männchen aus dem Reigen zu entfuhren. Das Durcheinander- und Urnern« andergaukeln der Schmetterlinge ist Bewegung des- hemmungslos lebenden Körpers und durchaus nicht nur Liebesspiel. Ebenso ist das Jagen und Haschen der Vögel Freude am Sickbewegen, wie auch ihr Gesang nichts bnderes isk als Lebens- Überschuß. Denn der Vogel singt doch zunächst deswegen, weil es ihm gefällt, und besonders Papageien begeistern sich geradezu an ihrem ohrenbetäubenden Kreischen. Nach diesen Betrachtungen können wir auch versuchen, den Liebestanz der Vögel zu deuten. Auch er ist dst Betätigung eines überschäumenden Lebensgefühls, das ja gerade zur Brunstzeit einen Höhepunkt erreicht. Der Strauße n h a h n spreizt sei,ne zitternden Flügel und um- tän^elt seine Braut mit komischen Schritten. Dann wirft er sich auf den Boden, schlägt die Flügel auf und nieder, reckt den Hals weit nach hinten und peitscht mit dem baumelnden Hinterkopf, laut klatschend und wie im Takt, bald die rechte, bald die linke Flanke. Allgemein bekannt ist die Balz unseres Bi r k h u h n s und des Auerhahns. Die Präriehühner Nordamerikas versammeln sich in Gruppen zu zwanzig Tieren auf einer Anhöhe; einer der Hähne rennt mit gesenktem Kopfe, waagerechten Flügeln und energischem Stamvfen über den Boden, wobei er ein gurgelndes Krähen ausstößt und seinen Schwanz lebhaft schüttelt. Alsbald fallen die anderen mit ein; es beginnt ein Stampfen, Trommeln, Scharren und Krähen, lauter und lauter Fachamt für Sandball. Schiedsrichter-Anwärter - Kursus. Die ursprünglich für kommenden Sonntag festgesetzte Zusammenkunft muß dringender Umstänoe wegen auf Samstag, 15. Juni 1935, nachmittags A Uhr, (Bayerischer Hof) vorverlegt werden. Besondere Benachrichtigungen ergehen nicht mehr. Kilo (1900) auch bei den Olympra- prirfungskämpfen in Hannover. Am kommenden Samstag und Sonntag nehmen die Prüfungswettkämpfe zur Aufstellung der Olyrn- ^ia-Leichtathletikmannschaft ihren Fortgang. Sie linden an vier Orten statt: in Krefeld (für die Kurzstreckler), in Hannover (für die Hürdenläufer, Stab- springer und Werfer), in Kassel (für die Mittel- und Langstreckler) und in Leipzig (für die Springer und Hammerwerfer). Durch das Fachamt für Leichtathletik ist bereits eine sehr strenge Sichtung für diese Kämpfe vorgenommen worden. Für manche Disziplinen ist kaum mehr als ein halbes Dutzend Spitzenkönner aus dem ganzen Reich beordert worden. Um so erfreulicher, aber auch um so verantwortungsvoller ist es daher für Arthur Kilo von der Spielvereinigung 1900 Gießen, in diese auserlesenen Felder eingereiht worden zu sein, sind doch Leute wie der Diskusweltrekordmann Schröder (Magdeburg), der Zehnkampfweltrekordmann Sievert (Eimsbüttel), der deutsche Rekordmann im beidarmigen Diskuswerfen Fritsch (Berlin), dann 'Lampert (Wuppertal), Meyer (Hannover), R e y m a n n (Kiel), Würfelsdobler (München), Stück (Berlin), Groß-Fengels (Berlin), B i ck e r (Hannover), B ö v e r s (Bremen) und L e i t g e s (Trier) am Start. Angesichts dieser starken Konkurrenz wäre zu erhoffen, daß das Hinden- burgstadion in Hannover für Kilo bei den Prüfungskämpfen derselbe glückliche Boden wäre wie im Jahre 1932, als er bei den Deutschen Meisterschaften mit 45,56 Meter Diskus sicherer Zweiter hinter Hirschfeld wurde. Großes Doikspreisschießen in Gießen. Auf feinen Schießständen am Schützenhaus veranstaltet der Schützen-Verein Gießen E. V. am kommenden Sonntag ein großes Volkspreisschießen, an dem sich jeder ehrbare Volksgenosse beteiligen kann. Den Schießsport in weiteste Kreise zu tragen ist Zweck und Ziel dieses Wettbewerbs. Gleichzeitig soll der alte Brauch, die Schießkunst zur Volkskunst zu machen, neu erstehen. Durch Stiftung zahlreicher wertvoller Preise hat der veranstaltende Verein dafür Sorge getragen, daß sich die Mühe der am Wettbewerb Beteiligten lohnt. Die Preise sind im Schaufenster der Fa. Adam Reinig (norm. C. Sartorius), Seltersweg 30, ausgestellt. Durch die Beschaffung neuer, automatisch anzeigender Scheiben ist weithin die Garantie gegeben, daß Irrtümer bei der Leistungsbewertung ausgeschlossen sind. Einweihung einer neuen Sportanlage in Bad-Nauheim. Am kommenden Sonntag, 16. Juni, wird in Bad- Nauheim die „von Tschammer und Osten-Kampfbahn" eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Damit hat das Weltbad endlich eine seinem Ansehen entsprechende Sportanlage erhalten, die in bezug auf ihre wundervolle Lage im Hochwald und ihre Hermann von Wißmann. 3uvn 30. Todestage des deutschen Kolomaipioniers Als im Sommer 1905 die Nachricht in die Welt hinausging, daß Hermann von Wißmann auf einem Jagdausflug in Steiermark so schwer verunglückt sei, daß an seinem Aufkommen gezweifelt werden müsse, sah man mit banger Erwartung weiteren Nachrichten entgegen. Am 16. Juni folgte dann die Mitteilung, daß der kaum Zweiundfünf- zigjährige auf feiner Besitzung Weißenbach den Verletzungen erlegen sei. Einer der bedeutendsten Erforscher des „schwarzen Erdteils" war auf der Höhe seines an Abenteuern und Gefahren so reichen Lebens dahingegangen, ein Kolonialpionier, der die deutsche Fahne in zähem Ringen bis tief ins Innere Afrikas vorgetragen hatte. Der junge Füfelierleutnant Wißmann, der von sich zuerst hatte reden machen, als er kurz nacheinander drei Menschen unter eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens errettete, studierte eifrig die Schriften der berühmten Afrikaforscher Schweinfurth und Stanley, deren Taten damals die Welt erfüllten. Aber er ahnte nicht, daß ihm bald schon ein Zufall den Weg eröffnen sollte, in die Welt hinauszuziehen und es diesen Männern in Gesinnung und Tat gleichzutun. In Rostock lernte Wißmann 1879 den Afrikareisenden Pogge kennen, der gerade mit der Ausrüstung einer neuen Expedition nach Jnnerafrika beschäftigt war. Im Gespräch mit Pogge faßte Wißmann den Plan, sich dieser Expedition anzuschließen, und es gelang ihm auch einen zweijährigen Urlaub zu erwirken. In zäher Arbeit ergänzte er in wenigen Monaten seine Kenntnisse auf der Universität und auf der Seemannsschule in Rostock, um im Februar 1881 mit Pogges Expedition die Reise anzutteten. Da Pogge auf dem Weg zum oberen Kongo schwer erkrankte und zurückgelassen werden mußte, siel Wißmann ganz unerwartet die Aufgabe zu, allein in das unerforschte Gebiet vorzudrmgen. Es gelang ihm, die kürzeste Verbindung zwischen dem oberen Kassai und dem oberen Kongo zu finden und als erster Forscher Zentral-Asrika in westöst- licher Richtung zu durchqueren. Bei seiner Rückkehr sah er sich bereits in der Reihe jener Forscher, deren Name weithin Geltung und Ansehen hatte. Bald eröffnete sich ihm die Aussicht, eine neue, vom König Leopold II. von Belgien angeregte Expedition ins Kongogebiet zu unternehmen. Nachdem er am Ufer des Luluafluffes die Station ßuluaburg errichtet hatte, trat er auf feinem Stahlboot, von einer Anzahl großer Kähne begleitet, die Fahrt auf dem Lulua an. Er gelangte dann in den Kaffai und nach der Einmündung dieses Flusses in den Kongo, auf dem er bis Leopoldville hinunterfuhr. Damit hatte er den ganzen Lauf des Kaffai-Fluffes kennengelernt und das verzweigte Netz feiner südlichen Nebenflüsse entschleiert. Dabei hatte er viele unbekannte Gebiete erschlossen und eines der Rätsel des schwarzen Erdteils gelöst. Im Jahre 1886 durchquerte Wißmann nochmals Südafrika bis zur Sambesi-Mündung. Die Mühen und Entbehrungen auf dieser Reise waren aber für ihn tu schwer gewesen, er kehrte 1887 schwer erkrankt zurück und suchte zunächst auf Madeira Er- ijüiung. Hier erreichte ihn die Nachricht, daß der arabische Aufstand in Deutsch-Ostafrika ausgebrochen war. Wißmann wurde zum Reichskommissar ernannt und beauftragt, den Ausstand niederzuschla- gen. Von geringen deutschen Hilfskräften unterstützt, schuf er sich in größter Eile eine zuverlässige Truppe aus Eingeborenen, besiegte die Rebellen und wußte durch geschickte Behandlung der Eingeborenen den Frieden in der deutschen Kolonie wiederherzustellen. Dieser Geschicklichkeit im Umgang mit den Eingeborenen verdankte er einen großen Teil seiner Erfolge; die Schwarzen waren ihm treu ergeben und folgten ihm blindlings auch in die größten Gefahren. Für seine Verdienste wurde Wißmann in den Adelsstand erhoben. 1891 legte er das Reichskommissariat nieder. Nun wurde ihm eine neue, nicht minder schwere Aufgabe gestellt, die er mit Feuereifer in Angriff nahm. Er ollte den nach ihm benannten Wißmann-Dampfer nach dem Dictoria-Njassa transportieren. Unter Ueberroinbung unzähliger Schwierigkeiten brachte Wißmann das Schiff in Tausenden von einzelnen Traglasten glücklich an seinen Bestimmungsort und gründete am Njassa-See die Stadt Langenburg. Zum erstenmal wehte die deutsche Flagge von einem deutschen Schiff auf einem innerafrikamschen See. 1895 wurde Wißmann zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika ernannt, aber schon im folgenden Jahr zwang ihn.Krankheit, sein Amt niederzulegen. Er unternahm noch verschiedene Reisen, die ihn nach Sibirien und dann noch einmal nach Südafrika führten. 1899 zog er sich auf seine Besitzung Weißend ach bei Lietzen in der Steiermark zuruck. Oer allerliebste Fluggast. Don Walter Seidlih, Barcelona. Ich habe seinen Weg genau verfolgen können. In Berlin, draußen auf dem Zentralflughafen Tempelhof, konnte man ihn zuerst entdecken, als plötzlich zwischen Koffern und Kisten ein wehmütiges Wimmern erscholl. Richtig: da stand zwischen der Flugfracht ein kleines Brettergehäuse, das die etwas lieblose Aufschrift trug: „Ächtung, lebender Hund!" Von dem war vorerst allerdings wenig zu erspähen, und auch das in seiner Zaghaftigkeit herzerweichende Gewimmer wäre sicher längst vergessen, wenn es nicht bald ein Wiedersehen mit dieser kleinen Bretterkiste und ihrem lieblichen Inhalt gegeben hätte. Das war einige Stunden später, in Stuttgart, wo ein paar Gäste der Lufthansa kurz vor dem Weiterflug nach einem Zeitvertreib Umschau hielten. Plötzlich waren sie um diese kleine Kiste versammelt, die schon quer durch Deutschland transpor- tiert war, und nun muß man feststellen, daß nicht einmal der hübschen Ärgentinierin, die mit uns reifte, soviel Aufmerksamkeit geschenkt wurde wie dem Inhalt dieses Kistchens. Zunächst gab es naturgemäß einige Vorbehalte, ob man sich ohne Erlaubnis an fremdes Frachtgut heranmachen dürfe ... aber die Tierliebe siegte, ein paar Drahtnägel lösten sich und damit die Verstrebungen des Deckels. So war der mit „Achtung, lebender Hund!" deklarierten Fracht der Weg frei gegeben, und mit einem aufjauchzenden Gebelle sprang ein reizender kleiner Fox-Terrier an das Licht des Tages. Ein ganz junges allerliebstes Tierchen wurde da sozusagen vor' unseren Augen neugeboren. Und so gebärdete es sich, daß es eine helle Freude roor. Dieses Spiel wiederholte sich noch mehrmals. Und wenn dieses Viehchen in seinem jungen Dasein schon einmal gereift sein sollte, so bestimmt nicht in so angenehmer, ja rührend liebenswürdiger Gesellschaft wie auf diesem Flug. In Genf vergaß ein Dutzend Flugpassagiere an Stelle eines ausgefallenen Mittagessens die sonst obligatorische Fleischbrühe einzunehmen, und später in Marseille, wo die Maschine wieder zwischenlandete, verschmähte selbst der männliche Teil der Fluggäste den guten französischen Kognak, der hier bereitzustehen pflegt. Und nur dieser junge Pimpf, dieses lustige Hundegeschöpf technische Ausgestaltung weit und breit nicht ihresgleichen haben dürste. Tief in den Waldboden eingeschnitten, zeigt sie auf der einen Seite die auf sechs Terrassen befindlichen Sitzplätze, über diesen Terrassen das schmucke Klubhaus mit seinen Umkleide-, Bade-, Dusch- und Wirtschaftsräumen und auf der anderen Seite das vorschriftsmäßige Sportfeld mit dem Fußballgelände, der großen Laufbahn, den verschiedenen Sprungbahnen und um all dies herum die Stehplätze Die neue Sportstätte wird fortan „Don-Tscham- mer-und-Osten-Kampfbahn" heißen. Der Neichssport- führer hat ihr seinen Namen gegeben, weil er nicht nur ein Freund des Sports, sondern auch ein Freund unseres Bades ist. Man wird auf dieser neuen Kampfstätte ausgezeichneten Sport sehen, aus dem das Repräsentativspiel der Auswahlmannschaften der Gaue Mitte und Oberhessen hervorragt. Die Sportkämpfe beginnen bereits um 14.30 Uhr mit einem Handball-Auswahlspiel des Kreises 11 gegen Kreis 8. Omnibuspendelverkehr vom Bahnhof zur Kampfstätte ist eingerichtet. (Siehe auch die heutige Anzeige!) Gau Nordhessen — Gau Hlitte. Der Gau Mitte, der in einem beispiellosen Sie- aeszug als „Außenseiter" den DFB.-Pokal gewann, hat für die nächste Woche drei Freundschaftsspiele in Süddeutschland abgeschlossen. Zuerst spielt der Pokalsieger am Sonntag, 16. Juni, in Bad- Nauheim gegen den Gau Nordhessen, am Mittwoch, 19. Juni, ist in Stuttgart der Gau Württemberg der Gegner und am Samstag, 22. Juni, folgt in Mainz das Revanchespiel mit dem Gau Südwest, der bekanntlich als Verteidiger des DFB.-Pokals schon in der Vorrunde vom Gau Mitte ausgeschaltet wurde. Der Gau Mitte hat mit der Mannschaftsaufstellung für die Süddeutschlandreise lange gewartet und nun, nachdem ein der Talentsucye dienendes Probespiel in Apolda mißlang, die gleiche Mannschaft aufgestellt, die die Mehrzahl der siegreichen Pokalspiele bestritt. Die Aufstellung lautet: Tor: Tschach (Gelbrot Meiningen); Verteidiger: Riechert (Viktoria 96 Magdeburg), R. Müller (VfL. Halle 96); Läufer: Werner (1. SV. Jena), Böttger (Sportfreunde Halle), Tetzner (Wacker Halle); Stürmer: Schüßler (1. SV. Jena), H. Müller (Sv. Steinach 08), Staudinger (Mühlhausen 99), Reinmann (Germania Ilmenau), Schlag (Wacker Halle). 400 Flieger in Hirzenhain. Olympia-Ausscheidungswettbewerb im Segelflug. Die Fliegerlandesgruppe XI Darmstadt ist der Veranstalter eines Ausscheidungswettbewerbs für die Teilnahme am Olympiawettbewerb der Rhön, der in den Tagen vom 16. bis 22. Juni auf dem Gelände der Segelflug-Haupt- prüfungsfteUe Hirzenhain vor sich gehen wird. In den Ausscheidungswettbewerb teilen sich auf Anordnung des Präsidiums des Deutschen Luftsportoerbandes die drei westdeutschen Fliegerlandesgruppen Darmstadt, Westfalen und Rheinland, so daß mit einer Belegschaft von Flugmaschinen, Piloten und den dazugehörigen Startmannschaften zu rechnen ist, wie sie in diesem Umfange bisher* nur auf der Wasserkuppe in Erscheinung getreten ist. Der diesjährige Rhönsegelflugwettbewerb fällt bekanntlich mit den Ausscheidungswettkämpfen zur Olympiade 1936 zusammen. Es sind daher in Hirzenhain in der kommenden Woche Leistungen zu erwarten, die alle bei früheren Gelegenheiten gezeigten in den Schatten stellen werden. Den Siegern aus dem Hirzenhainer Wettbewerb wird erst die Teilnahme an der Endausscheidung auf der Wasserkuppe offen» stehen. Von der Größe der Veranstaltung kann man sich eme Vorstellung machen, wenn man erfährt, daß nicht weniger als 25 Hoch- lei st ungsmaschinen startbereit sind. Rund 400 Flieger, darunter allein 80 aus dem Bereich der Landesgruppe Darmstadt, werden in diesen Tagen Hirzenhain bevölkern. Die Vorbereitungen zu dem Wettbewerb, dessen Leitung in den Händen des Segelflugreferenten der Fliegerlandesgruppe Darmstadt, Dr. Ouvrier, liegen wird, sind in vollem Gange. Gestern weilte der Leiter der Abteilung Segelflug im Präsidium des Deutschen Luftsportverbandes, Flugkapitän Röhre, in Hirzenhain, um die vorhandenen Eintrug die Schuld daran. „Que precioso!", rief ein über das andere Mal der alte mit uns reisende Spanier aus, und man weiß doch, daß sonst der Svanier kein großer Tierfreund ist. Die hübsche Frau aus Detroit, die auch dabei war, versäumte keine Gelegenheit, nach „food" für ihren „pretty little dog" umherzupirschen. Und der Rest gab sich alle Mühe dem Tierchen die nötige Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Wir trafen flugplanmäßig in Barcelona ein. Da haben wir — wirklich schweren Herzens — von unserem amüsanten Reisebegleiter Äbschied nehmen müssen. Die Kiste wurde wieder gut vernagelt, und es war ein ähnliches Bild wie zuerst in Tempelhof. Aus der Gegend des Fluggepäckes drang ein jämmerliches Gejaule zu uns herüber. Aber weder wir, noch die Fluggesellschaft oder der Chauffeur, der uns jetzt vom Flughafen in die Stadt bringen sollte, haben mit der schlaglochzerfressenen Straße oder der Lebhaftigkeit dieses Fluggastes gerechnet. Unterwegs geschah dann das Unglück ..'. Unser Freund war mit der übrigen Fracht auf dem Deck des Autobusses untergebracht worden, und da müssen sich aus irgendeinem Grunde die Bretterwände der Hundekiste gelöst haben. Wir wurden wieder einmal heftig durch ein Schlagloch geworfen, als unser gemeinsamer Freund in hohem Bogen vom Dach des Wagens auf die Straße geschleudert wurde. Es wäre müßig, die erregten Stimmen wiederzugeben, die sich hier gegen den Chauffeur wandten und die anklagend barlegten, wie Aufmerksamkeit und Sorgfalt auf einem weit über 1000 Kilometer langen Luftweg gewaltet hätten und wie ausgerechnet hier, auf dieser kurzen Autofahrt das Unglück verzeichnet werden müßte — Die Geschichte hat doch noch ein glückliches Ende gefunden, wenn es auch zunächst schien, als ob der armen Hundeseele die letzte Stimde schlagen m-5.sse. Ich habe mich nach seinem Schicksal erkundigt. Ein paar Tage gute Pflege haben ihn wieder reisefähig gemacht, und in der Zwischenzeit ist unser Freund, der Hund, wohlbehalten (wiederum als Fluggast, versteht sich) in seiner neuen Heimat eingetrosfen. Ich habe die Anschrift seines Herrn vergessen. Es war ein gottverlassenes Nest auf den Kanarischen Inseln, wo ja wohl genug Muße herrscht, um sich von den Anstrenaungen, Aufregungen >.'nb einer Pn' ' ^?ise zu erholen. Üt.li uni* Wirtschaft bot Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Äerlln granffurt a. M Berlin Frankfurt üii Mich * kW unb (eitl 5taiie. ist *ennei ?n den ft ye9en[Q Mehl. Renbe, , - P° !" -- be y° nt A' »'S «SS 4/x% ehcm. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Lbl.VI Sleuergutkch.Berrechnüngsk. 35-89, 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oeslerreimische Silberrente 4% Ungarische Goldrente ...... 4% Ungarische Staawrente v. 1910 4/t% desgl. von 1913 5% abgesl. Goldmexilaner von 99 4% Türkische Bagdaobahn-Anleihe Serie t richtungen in Augenschein zu nehmen. Der Eroff- ' nungsfeier am Sonntag werden führende Persönlichkeiten des deutschen Luftsports beiwohnen, auch die i Gauleitung der NSDAP, wird vertreten sein. Gute Segelflugleistungen in Hornberg. An Pfingsten wurden von der Segelfliegerschule Hornberg im Schwarzwald aus zwei ausgezeichnete Leistungen vollbracht. Der Feuerbacher Kraft flog mit feinem Segelflugzeug „Musterle" über eine Strecke von 250 Kilometer nach dem thüringischen Städtchen Schmalkalden und erreichte damit die bisher größte Weite von Hornberg aus, denn Segelflüge von 250 Kilometer Länge waren noch nicht zu verzeichnen. Eine bisher ebenfalls noch nicht erreichte Leistung gelang dem Leiter der Segelfliegerschule, Segelflugkapitän Wolf Hirth, der vom Hornberg aus im Zielflug die Teck ansteuerte. Zreundschastskampf im Ningen. Gießen — Alsfeld. Arn kommenden Sonntagnachmittag empfängt die Ringermannschaft des 1. Kraft- und Sportklubs 1893 den VfK. 09 Alsfeld zu einem Freundschaftskampf. Der Kampf wird auf dem Gelände der Gartenwirtschaft Pulvermühle ausgetragen. Alsfeld stellt eine äußerst kampfstarke Mannschaft, die jetzt schon mehrere Jahre die Gaumeisterschaft im Gau Nordhessen innehat. Beim Vorkampf in Alsfeld muhte sich die einheimische Mannschaft knapp dem Gaumeister beugen. Die Gießener Mannschaft tritt in stärkster Aufstellung an, so daß ein ausgeglichener Kampf zu erwarten ist. Die Tagesform der einzelnen Ringer wird für den Sieg den Ausschlag geben. Die Mannschaften treten sich in folgender Aufstellung gegenüber: Alsfeld: Bantamgewicht: Schuhmann, Federgewicht: Schott, Leichtgewicht: Kister!., Weltergewicht: Steinbach, Mittelgewicht: ©cf) emb er, Halbschwergewicht: Schwalm, Schwergewicht K i ft e r II. Gießen: Bantam, Walter!., Federgewicht: Funk, Leichtgewicht: Klotz, Weltergewicht: Detter, Mittelgewicht: Krombach, Halbschwergewicht: Bello ff oder Walter II., Schwergewicht: Emmerich. Geänderte Aufstiegsspiel-Termine. Im Gau Nord Hessen ist die Entscheidung in der Gruppe Nord vertagt worden. Das für den 16. Juni angesetzte Treffen zwischen Kurhessen Marburg und FC. Großalmerode ist auf den 30. Juni verschoben worden. Am 16. Juni spielen nur TSV. Neuhof und BV. 06 Kassel. Die restlichen Spiele werden wie folgt abgewickelt: G r u p p e N o r d : 16. Juni: TSV. Neuhof — Kassel 06; 23. Juni: Kassel 06 — FC. Großalmerode; 30. Juni: Kurhessen Marburg — FC. Großalmerode. Gruppe Süd: 23. Juni: SV. Klemstem- heim — SV. Wetzlar. Fußball in Detzberq. Vetzberg I — Fellingshausen I 4:0 (2:0). Am zweiten Pfingstseiertag weilte Fellingshausen in Vetzberg zu Gast. Der Anfang des Spieles zeigte die Gäste etwas überlegen, nach kurzer Zeit konnte jedoch Vetzberg durch einen Elfmeter in Führung gehen. Dann fanden sich die Platzbesitzer besser und führten ein schönes Zusammenspiel vor, das bis zur Halbzeit zu einem zweiten Tore führte. In der zweiten Halbzeit versuchten die Gäste vergeblich, das Ergebnis zu ändern, sie konnten sich aber gegen die Platzbesitzer nicht behaupten. Diese erzielten noch zwei weitere Tore. In diesem Spiele zeigte Vetzberg wieder einmal, daß es nicht zu unterschätzen ist. Deutschs in der i Heinde zu W (en: (ich'" SP*1! N «lt in'1,1 (id]i ®u uni Um- fatit« 1 Ächtung alle M1 in M der Dff'8 demiker in den t Unterfi feit in je den französischen Aristokra nieinsame sich in de wie in dk gefühlt h seststeller ideale u bestimm mit Ehr den obe oemei der in nafen etwas sc trifft dbi fische der span einen bej besondere verbindet cher Bre spanische der ärmi Nentnerü Diese 3 Beweis einer Vo oerständl als Ang Es wär Haltung man bet recht hä fallen hat er di wahrt un Einflüsse, stil von fallen ur ihr Dchi ihrer daß der in seiner und Ri, scheu Le Dereiufc was wi liche Rü Deutschlc Welt Hit besonder, bete, wo rung gep Schluß- ö Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschiossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v.H. 13.6- 100,13 97,2 102,4 114,25 100,25 98,5 96,5 100,5 92,25 126,5 115,25 96,13 100,8 101 96,75 96,75 106,3 I 34,13 12,13 12 | 12,4 14 126 I 100,25 97,25 102,5 113 100,3 98,5 96,5 100,5 92,25 126,25 Oie Fndustne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 866: Neuregelung des Reiseverkehrs mit Rumänien. 867: Einführung der Devisenzwangsbewirtschaf- tung in Danzig. 868: Italienische Bestimmungen über die Einfuhr von bereits bezahlten Waren. 869: Italienische Vorschriften für die neuerdings bewilligungspflichtigen Einfuhrwaren. Zusammenschluß der Süßwarenwirtschast. DNB. Durch die in Nr. 60. des Reichsgesetz- blattes vom 12. Juni veröffentlichte Verordnung über den Zu sammenschluh der Süßwarenwirtschaft wird die im Zuge der Reichsnährstands-Gesetzgebung in Angriff genommene Marktregelung auf einen weiteren Wirtschaftszweig ausgedehnt. Nachdem durch die Verordnung vom 27. November 1934 die Zuckerwirtschaft (Zuckerrübenanbau, Zuckererzeugung, Zuckerhandel) neu geordnet war, ergab sich die Notwendigkeit, die Sühwarenwirtschaft als wichtigsten Großverbraucher von Zucker nach gleichen Grundsätzen und Richtlinien zu lenken. Gemäß der Verordnung sind die Betriebe, die gewerbsmäßig Süßwaren (Kakaoerzeugnisse, Zuk- rerroaren und Dauerbackwaren) Herstellen oder gewerbsmäßig mit Süßwaren oder Rohkakao handeln, zusammengeschlossen. Als Händler werden auch diejenigen Betriebe angesehen, die den Verkauf von Süßwaren oder Rohkakao vermitteln. Aufgabe des Zusammenschlusses ist es, zur Angleichung der Erzeugung an den Bedarf die Erzeugung von Süßwaren nach Art, Menge und Beschaffenheit; zu regeln. Er kann Vorschriften über die Beschaffenheit, die Aufnahme und die Verwendung von Rohwaren erlassen und insbesondere den Bezug von Rohkakao regeln. Die dauernde oder vorübergehende Stillegung der Mitgliedbetriebe kann ebenso angeordnet werden, wie die Beschränkung der Erzeugung auf bestimmte Erzeugnisse. Schließlich gibt die Verordnung die Berechtigung, den Absatz von Süßwaren zu regeln und mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtfchaft volkswirtschaftlich gerechtfertigte Preise und Preisspannen für Süßwaren und Rohkakao festzusetzen. m Die Neuerrichtung von Erzeuger- oder Verteiler- betrieben und die Wiederaufnahme eines nicht nur vorübergehend eingestellten Betriebes dieser Art sind genehmigungspflichtig. Für den Einzelhandel gilt diese Vorschrift jedoch nicht. Die näheren Rechtsverhältnisse des zentralen Zusammenschlusses regelt die vom Reichsbauernführer mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft zu erlassende Satzung. Wie in jedem lUmerttantfdje Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten .......-......... Französische Noten ...... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten ......... Schweizer Noten Spanische Note» Ungarische Kot« Oatum 1 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 b'/2°/o Doung-Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablos.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 4‘/i% Deutsche Reichspostschatzan. Weisungen von 1934, l....... 6% ehem.8% Hess. Bollsstaat 1929 (^ackzahlb. 102%) ............ 4/i% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 6y2% ehem. Hess. Landcs-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4/i% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provtnz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4y,% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Gvldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5yt% ehem. 4/t% Franks. HyP.- Bank-Liqu.-Psandbriese....... 6y2% ehem. 4-4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse 4/i% ehem. 8% Pr. Landespfandbriesanstall, Psandbriese R. 19 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend- börse Schluß« für» Schluß!. Mittag« börse Oatum 12-6 13.6 12 6- 13-6. Schluß« hin# Schluß. Abcnd- börse Schluß« turs Schlußk. Mittagbörse, Oatum 12-6- 13-6. 12-6- 13-6. 4°4 deSal. Serie 11 ............ _ —- 14,25 — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 7,45 7,65 7,4 7,75 4y,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 — 10,25 9,85 10,4 4% Rumänische vereinh. Rente 6 6,225 6 6,3 2 i/t% Anatolier ............. 38,13 39,5 38,25 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 33,5 33,13 33,4 33,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 27,25 —— Norddeutscher Lloyd ......... 0 34,75 35 35,13 34,65 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 91,5 91 91,13 90,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 120,5 120,5 120,75 120,25 Commerz, und Privat-Bank ... 0 92,75 92 92,5 92 Deutsche Bank und Drsconto- Gesellschaft................ 0 94,75 94,5 94,75 94,5 Dresdner Rank.............. 0 94,75 94,5 94,75 94.5 Reichsbank ................ 12 176,5 177 176,4 178 A.E.G...................... 0 45,65 45,5 45,4 45,75 Bekula.................... 10 138,75 139,25 138,75 138,9 Elektr. LieferungSgeiellschast... 5 115,5 115,5 115,13 114,5 Licht und Kraft ........... 6y. 129,25 129,25 129,75 129 Felten & Guilleaume......... 0 101,25 102,25 103 102 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung 5 128,75 127,75 128,9 128 Rheinische Elektrizität ........ 5 131 130,5 130,5 130 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 128,25 128,25 128,25 128,25 Schuckert L Co............... 4 121,25 120 121,75 121 Siemens & Halske............ 7 179 177,5 179,25 177,65 Lahmeyer L Co.............. 7 130 130,65 129,5 130,65 Buderus ................... 0 105,75 106,5 106,9 105,75 Deutsche Erdöl ............. iu 112,5 113,5 112,25 Gelsenkirchener............. 0 — Harpener .............. c 114 112,5 114,5 112,75 Hoesch Eisen—Köln-Neueste» . — — 103,9 103,75 Ilse Bergbau - 165 165 166 Ilse Bergbau Genüsse....... , 130,65 132 131,25 131 Klocknerwerke ............. i/ 99,5 99 99,5 99 Mannesmann-Röhr« ..... ( H 88,5 87,5 88,5 68 12.Juni 13-Juni Amtliche Notierung Geld | »rief Amtliche Notierung Geld | Brief Schluß- kurü Schlußk. Mittag- bönc 12.6. . 13-6. 100,13 100,13 97,4 97,4 102,25 102,65 112,9 113,75 100,13 100,13 98,75 98,75 96,5 — — — — — — — 115,13 115,13 — — — — 101,3 101,5 96,75 96,75 96 75 96,75 106,3 106,3 13,75 1 34,75 1,85 1,85 12,3 12,1 12,13 12,3 12,25 . 12,5 13,8 Buenos Btre. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Ian. 0,149 0,151 0,149 0,151 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,67 54,77 54,68 54,78 Danzig..... 46,68 46,78 46,72 46,82 London ..... 12,235 12,265 12,245 12,275 Helsingforö.. 5,395 5,405 5,395 5,405 Paris ...... 16,33 16,37 16,34 16,38 Holland .... 167,40 167,74 167,67 168,01 Italien..... 20,51 20,55 20,51 20,55 0,720 5,649 0,722 5,661 0,721 5,649 0,723 5,661 Jugoslawien LSlo.....: 61,53 61,65 61,55 61,67 Wien....... 48,95 49,05 11,13 48,95 49,05 Lissabon.... 11,11 11,115 11,135 Stockholm... 63,14 63,26 63,15 63,27 Schweiz .... 80,77 80,93 80,82 80,98 Spanien.... 33,81 33,87 33,89 33,95 Prag....... 10,305 10,325 10,335 10,355 Budapest ... —— Neuyork ... 2,478 2,482 Bantnolen 2,479 2,483 117,25 117,5 125 117,65 125,25 235 232 233 113,5 114,9 113,4 84,25 85,25 84,5 18 17,9 17,65 123,25 123,13 123,65 124.25 123,5 122,75 — 176 176 151,13 153,4 152,13 237 — —— 105 105,75 105 125,5 124,13 124,75 109 108,4 109 97,75 98,25 98 119,5 135 _ 112,9 111,9 66,75 66,25 67 127,5 127,25 127 120 119 120,5 89 89 89 —— 135 134,25 93,75 94,9 93,5 165,75 165,5 165,75 — 90 90 37,4 36,5 37,4 • 295 294 294 174,5 174,5 174,75 155,25 155 154,5 40,75 1 41 1 £ 95,75 189 1 186 ! 189 Geld Äries 2,431 2,451 41,82 41,98 54,47 54,69 12,21 12,25 16,28 16,34 167,25 167,93 19,92 20,00 61,34 61,58 —- _ — 62,93 63,19 80,59 80,91 3342 33^ Hr.136 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) §reitag,!4-)uni 1955 Aus der Provinzialhauptstadt ^ie vrokiqe Riviera von Cannes und Nizza, sich kreuz und quer durch Städte und Dörfer der rarnn. nnn neffern kommt, ist fast verwaist, abenteuert. In der inneren Beute, die einer heim- foll, bilden sich schon langfam die großen Linien eines Lebensstiles, der mit allen alten Formen aufräumt, die sich vor dem neuen Geist nicht rechlferti« gen können, und dessen schmucklose Natürlichkeit nicht mehr bürgerlich ist und auch nicht proletarisch, nicht preußisch und auch nicht bayrisch, sondern gemeinsam deutsch in jenem verbindlichen Sinne, in dem man von einem französischen oder englischen Lebensstil sprechen kann. Ideologie des Nationalsozialismus bieten sich ihr die geeigneten geistigen Waffen und praktischen Handhaben. Von drei Seiten wird das Problem in Angriff genommen: bei der Jugenderziehung, bei den Berufs - und Feierab endorgani- s a t i o n e n und bei den gemein {amen F e st e n und Feiern der Nation. Und obwohl wir erst am Anfang des großen Verschrnelzungs- und Umprägungsprozesses stehen, der die früher zerrissene deutsche Nation zu einer lebendigen Einheit gestalten dein nicht lieben. Ein besonders beliebter Niststrauch ist die dichtwachsende Alpenjohannisbeere, die noch dazu gar keine Pflege braucht. Mit Efeu, Knöterich oder wildem Wein berankte Mauern enthalten ebenfalls oft Nester. Die weitaus beliebteste Brutstätte ist jedoch die Weißdornhecke. In ihr findet sich häufig alle zwei Meter ein Nest. Ist der Friedhof von einer Mauer umgeben, dann lassen sich dort „Niststeine", das sind künstliche Nisthöhlen aus Zement, einbauen. Einige Nisthöhlen an den Bäumen, eine Trink- und Badestelle mit flach aus- laufenden Rändern für den Sommer und ein wettergeschützter Futterplatz für den Winter vervollständigen die Einrichtung. Man achte auf herumstöbernde Kinder und besonders auf Vogelsteller, die gerade auf Kirchhöfen gern ihre Stellnetze oder Fangkäfige im Gebüsch verborgen anbringen, oder die Wasserstellen mit Leimruten umstecken. Der Vogelfang ist in Deutschland gesetzlich verboten, leider aber im Geheimen immer noch viel mehr im Schwung, als der Unerfahrene ahnt. So läßt sich ohne große Kosten mit etwas Liebe zur Sache in vielen Städten und Dörfern ein wahres Paradies für unsere Vogelwelt schaffen. Sicherlich wird sich meist ein naturliebender Pfarrer, Lehrer oder Friedhofsbeamter finden, der die Ausgestaltung und Beaufsichtigung gern übernimmt Bringt doch diese Arbeit soviel Freude und Anregung, daß sie sich dadurch schon selbst belohnt, ganz abgesehen von dem großen Verdienst um die Erhaltung der allbeliebten Vögel im Naturganzen als Schmuck der Heimat und als wertvolle Helfer im Kampf gegen die Insektenplage. In den auf den Kirchhöfen entstandenen zahlreichen Schutzgebieten könnten die bedrängten Vögel ungestört brüten und sich so vermehren, daß weiter im ganzen Land eine allmähliche Zunahme zu erhoffen ist. Die Vogelfchutzstation Seebach. Kreis Langensalza, steht dabei gern mit kostenloser Beratung zur Verfügung. Sie versendet auch Flugblätter über die verschiedenen Vogelschutzarbeiten, darunter Anleitung zum Selbstbau von Nistkästen und Futterstellen und Anweisung für das Einbauen der Nist- steine. In vielen Fällen werden die örtlichen Vogelschutz- und Heimatvereine bei der Einrichtung der Anlage sicherlich gern behilflich sein, ebenso die in der Nähe wohnenden Mitarbeiter der Vogelschutzstation, die überall im Reich nachgewiesen werden können. NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd. Einzug der hilfskaffenbeiträge von den im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnenden SA.-Männern. Alle Angehörigen der SA., NSKK., Reiter-SA., Marine-SA. und SS., soweit sie nicht Parteigenossen sind und im Bereiche der Ortsgruppe Gießen- Süd wohnen, entrichten ihren Hilfskassenbeitrag für das 3. Vierteljahr 1935 am Montag, 17. und Dienstag, 18. Juni, zwischen 20.30 und 23 Uhr in der Gastwirtschaft „Zum Tannhäuser", Frankfurter Straße 81. Nichtbezahlen des Hilfskassenbeitrags an diesen Abenden hat Abmeldung bei der Hilfskasse in München zur Folge. ________________________ Heimstätten derVögelaufdem Friedhof. Von Dr. Karl Maysseld Versuchs- und Musterstation für Vogelschutz, Seebach. Die Verminderung eines großen Teiles unserer heimischen Vogelwelt wird allgemein beklagt. Bei einigen Dogelarten, wie bei den herrlichen Raubvögeln und bei den Bewohnern der Moore und Sümpfe, wird es recht schwierig sein, diesen Rückgang aufzuhalten. Viel leichter ist es dagegen, unserer Kleinvogelwelt zu helfen. Nicht der Vogelfang im Süden ist der Hauptgrund für das immer weitere Verschwinden unserer schönsten Sänger, sondern das Fortschreiten der intensiven Kultur in Forst- und Landwirtschaft engt ihnen die Lebensmöglichkeiten mehr und mehr ein. Ueberall werden die alten Bäume gerodet; damit wird den Spechten die Gelegenheit zum Bau ihrer Nisthöhlen genommen. Mit den Spechten leiden dann aber auch alle die anderen Höhlenbrüter unter der Wohnungsnot, wie die Meisen, Kleiber, Baumläufer, Rotschwänze, Fliegenschnäpper und Stare. Ihnen kann man jedoch leicht durch Anbringung künstlicher Nisthöhlen helfen. Recht wenig geschieht dagegen für die Hege der Strauchbrüter, und gerade das ist sehr schade, denn zu ihnen gehören unsere lieblichsten Sänger, wie Nachtigallen, Grasmücken und Hänflinge. In immer weiterem Umfang werden die Hecken der Gärten durch Zäune ersetzt. Jedes Fleckchen der Flur sucht der Bauer für feine Saaten auszunutzen und beseitigt oft rücksichtslos alles, was ihm dabei im Wege ist. So fallen denn auch hier die Hecken, der Rain wird von Gebüsch gesäubert und jede Wasserstelle wird trockengelegt, ohne Rücksicht darauf, daß dadurch die Nistgelegen- heiten für die Vögel und die Zufluchtstätten für das Wild mehr und mehr zusammenschmelzen. Die Anlage besonderer Vogelschutzgehölze, wie sie der Altmeister des Vogelschutzes, Frhr. v. Berlepsch, so erfolgreich erprobt hat, erfordert aber Platz. Niemand opfert für diesen Zweck gern ein Stück Kulturland, zumal ja auch aller verfügbare Raum zur Erzeugung von Nahrungsmitteln gebraucht wird. Und doch ist es so einfach, unseren bedrängten Singvögeln einen willkommenen Zufluchtsort zu schaffen. Mit wenig Mitteln läßt sich aus jedem Kirchhof in Stadt und Land ein ideales Schutzgelände Herrichten, ohne daß darunter feine Würde als Ruhestätte der Toten leidet. Im Gegenteil, das Gesamtbild läßt sich durch verständnisvoll eingefügte Hecken und Strauchgruppen wesentlich verschönern. Die herrlichen, parkartig angelegten neueren Friedhöfe in Berlin, Hamburg, Hannover und Lübeck sind dafür die besten Beweise. Auf fast jedem Friedhof sind wohl schon einige Lebensbäume und Eiben (Taxus) vorhanden. Durch alljährliches Entspitzen ihrer Außentriebe im August oder September erzielt man bei ihnen einen dichten Zweigaufbau. In gleicher Weise lassen sich auch junge Fichten zu dichten Niststräuchern heranziehen und dauernd auf einer Höhe von etwa 2 Meter halten. Höher nisten nämlich die meisten Strauchbrüter nicht. Gerade in solchen Fichten sind nach unseren Erfahrungen die Nester recht gut gegen Katzen geschützt, die anscheinend die stachligen Na- das Goldene Horn. ...... , ,, Den fünfen Schiffen gehört die halbe alte Welt, zwar nur mit ihren Küsten und klemen Trips in Innere; sie verhelfen dazu, Begriffe zu faffem ® soll mir keiner sagen, daß er in Spanien war, wenn i°r in SaKelona bünterie! Und trotzdem mar er dort Mann kanns nicht leugnen. 2>enn wer em Panb erleben will, der wird sein Schiff verlassen, der nimmt einmal vorlieb mit Unbesuemlich^iten (big gibt es kaum auf solchen Schiffens der schlagt Ausgewanderten schnell genug zur Feierabendfenti- ! Mentalität: es verriet sich bald nur durch die Pflege । des deutschen Liedes, durch die Vorliebe für Heimat- ! liche Speisen und Getränke und das Festhalten an । dem hergebrachten Weihnachtsfest. Wir Deutschen haben bis vor kurzem keinen 1 Menschentypus und keinen Lebensstil hervorbringen können, der ähnlich vorbildliche und verbindliche । Kraft für die eigene Nation besessen hätte wie etwa ; der Typus und Stil des Gentleman für den Engländer. Wer durch Deutschland reifte, konnte hundert Ansätze zu einem deutschen Lebensstil entdecken und keine Erfüllung. Es gab immer nur landschaftliche und ständisch bedingte Sonderformen, deren vorbildliche Wirkung sich niemals auf das ganze Volk erstreckte, wenn sie auch über ihre Ursprungsbereiche hinausging. Der hanseatische Kaufmann und Patrizier, der preußische Offizier und Beamte, der süddeutsche Kleinbürger, der ost- elbische Junker, der Industriearbeiter/der Korporationsstudent, der Wandervogel, der Angestellte — diese verschiedenen Gestalttypen bezeichnen ebenso viele durch innere und äußere Haltung, durch Wertung und Ideale voneinander unterschiedene Lebensstile des deutschen Menschen, wie sie sich im Laufe der Geschichte herausgebildet haben und bis heute wirksam find. Das Besondere und Verhängnisvolle an diesem Nebeneinander war das Fehlen eines verbindenden Elementes zwischen den einzelnen Lebensstilen und Gestalttypen. Sie wirkten nicht wie Zweige und Sprößlinge desselben Baumes, sondern schienen eher von gegensätzlichen Kräften genährt: die Kraft zwischen Akademiker und Arbeiter, zwischen Kaufmann und Offizier, zwischen Aristokrat und Wandervogel war bei uns viel tiefer als sonst bei den meisten Kulturnationen. Die Tendenz zur Sondertümelei, zur Betonung von Stand, Beruf und Klaffe, die Herrschaft eines falsch aufgefaßten volksfremden Bildungsideals, der Einfluß ausländischer Gesellschaftsformen, die Entartung des Feudalismus, die Heraufkunft einer volksfeindlichen Arbeiterideologie — das alles hatte dazu beigetragen, natürliche Unterschiede unnatürlich zu vergrößern. Es fehlte in Deutschland jede Spur eines common sense, jede tiefere Einheit in den Lebensäußerungen der Nation; und die Führungsansprüche, die etwa vom Preußisch-Soldatischen gestellt wurden, reichten begreiflicherweise nicht zu einer Durchdringung aller Lebenssphären aus. Hier, in dieser Zerrissenheit unseres Gemeinschaftslebens, in der so vielfach bedingten Fremdheit zwischen den Angehörigen der einzelnen Stände und Berufe, liegt einer d e r Brennpunkte des Volksgemeinschaftsproblems. Die Aufgabe, die uns heute gestellt ist, ist die Prägung eines neuen deutschen Menschentypus und eines deutschen Lebensstiles, der in Abwandlungen und Abstufungen für das ganze deutsche Volk verbindlich ist. Die Entwicklung bei uns treibt seit dem Weltkrieg in diese Richtung, und dies erleichtert alle jene Maßnahmen, die heute von den verantwortlichen Führern des neuen Staates ergriffen werden, um die große Aufgabe zu bewältigen. In der Frontkameradfchaft des Weltkrieges zerfplitterten zum erstenmal die dünnen, glasharten Wände, die den Deutschen vom Deutschen trennen. Die Nachkriegsjahre zerstörten unendlich vieles an bürgerlichen Vorurteilen und ließen, am stärksten in der jungen Generation, einen Willen zur neuen Schlichtheit und Natürlichkeit in den Lebensformen aufkommen, der die ' Unterschiede der Klassen und Stände einebnete. ’ Sport und Technik schufen Gemeinsamkeiten, ; die früher nicht möglich waren: in den K amp f- ; gemein schäften derer, die um Deutschlands > Wiedergeburt rangen, galt von vornherein nur ; der Volksgenosse und Kamerad. Heute ist die Erziehungsarbeit am deutschen Men- • schen auf die breiteste Grundlage gestellt; m der^ deren Glanz von gestern kommt, ist fast verwaist, und mit ihr schlummert Monte Carlo. Zwischen Toulon und Juan les Pins find ein paar Orte, wohin sich Anspruchslose flüchten, wenn sie durch das rasche Wachstum von Antibes vertrieben wurden. Und trotzdem vergißt man die Bucht von Nizza kaum, die abends wie von einem Sternkranz ihrer Lichter weitgeschweift das Meer umsäumt. Eine andere Riviera hat sich in Dalmatien erschlossen, eine nicht verbaute Küste mit tausend Inseln und mit Städten, Dörfern, Nestern, wo noch ungezählte Badeorte wachsen können. Hier ist Land für Maler und Poeten ud Naturvaganten; es gibt Hotels mit Tanztee; man kann in venezianischen Palästen wohnen und man kann bei Leuten mieten, die schon daran gewöhnt find, Fremde zu betreuen. Abenteuerliche Landschaft wartet hinter dieser Küste: an der Bucht von Cattaro »st .es der Lovcen mit Montenegro; zehn Stunden fahrt die Bahn zwar von Ragusa aus, um Mostar zu erreichen, und zehn weiter- Stunden sind e-. tu? earajeoo __ ganz allmählich wird die türkische Phantastik dieser Städte wahrgenommen. dieser Orient ,n Europa, der eigentlich Balkan ist, und dennoch eine andere Welt beweist. Hier ist Neuland. Unsere Väter haben die Alpen entdeckt die Schweiz und Tirol, und die Jugend steht ihnen nicht nach, sie gleichfalls zu erwandern. Oft sieht man auf den Pässen sehnsuchtsvolle öanbenugenb die nach Süben pilgert; aber viel Jugenb strebt heute nach Norben. Die Welt ist kleiner geworben, feitbem uns schnelle Schiffe burch ben Urlaub tragen, unb es finb keinesfalls allein Devisenparagraphen bie uns auf ben deutschen Boben ber Urlaubsschiffe weifen, bie Schiffe machen bas Rennen. Sie fahren zur Mitternachtssonne unb an bie Seen von Finnland, sie ziehen tief in See an Oftenbe vorbei, wo untere Väter mit Pluberhosen vornehm babeten. Diese Schiffe anfern vor Portugal unb vor Teneriffa, sie laben uns ein paarmal in Afrika aus unb wie- ber ein, nachbem wir bie Wüste gerochen Wir grüßen bie Balearen unb erleben panische Kathedralen, wir bummeln in Marseille unb Genua sehen Rhobos unb Sizilien unb — wenn es Zeit unb Beutel möglich machen — Griechenland unb Hochschulnachrichten. Professor Dr. Debye, Orbinarius für Physik an ber Universität Leipzig, hat einen Ruf an die Universität Berlin erhalten. Professor Dr. Martin Winkler, ao. Professor für mittlere unb neuere Geschichte, insbesondere für osteuropäische Kulturgeschichte an ber Universität Königsberg, erhielt einen Ruf an bie Universität Wien. Professor Dr. W. Prion, Orbinarius für Betriebswirtschaftslehre an ber Technischen Hochschule Berlin, hat einen Ruf an bie Universität Bonn abgelehnt. _________ trägt, liegt ber tiefe Sinn bes Reisens, nicht in Ansichtskarten ober Photobilbern. Niemals ist mir bieser Sinn so stark unb fast zu sagen schmerzlich klar geworben, als beim Abschieb eines alten Lehrers, ber auf bie Lofoten zurückfuhr, auf jene weltentfernten Inseln, bie in ber Dämmerung des Nordens fast vergessen liegen. Er kam aus Deutschland. „Don allem Deutschen", war fein letztes Wort, „hat mich Ihr Goethe" — („Ihr" Goethe, fagte er) — „in meinem Leben am weitesten begleitet. Ich mußte deshalb die Reise tun, um seine Orte zu erkennen." Mit diesen Orten meinte er die deutsche Welt, nicht nur die Orte Frankfurt, Straßburg, Leipzig, Weimar; er meinte jenes Deutschland, von dem so viele, bie manches Auslanb kennen, kaum bie größten Stäbte kennen, geschweige benn bas Lanb. Man ist babei, in Deutschlanb alte Lanbschaft neu zu sehen. Man hat ben Schwarzwalb neu entbecft, fährt an ben Rhein, ber unverkitscht erlebt sein will, man fährt nach Franken unb man schwärmt von Oberbayern. Es geht vom Bvbensee ein Wort: „Wer einmal ba war, ber kommt bas zweite Mal, unb dann kommt er von selber immer roieber." Der deutsche Osten ist ein neues Ziel, nicht nur bie Nehrung, wo bie Segelflieger horsten, nicht nur Nibben, nicht nur bas (teile Samlanb mit feiner starken Brandung; bie Wälber unb bie Seen finb es, bie auf einmal in ben Reiseplänen stehen. Kleine Dörfer an ber Ost- unb Nordsee werben plötzlich Babeorte. Alte Landschaft, die man nur im Zug durcheilte, wird auf einmal wert befunden, aufgesucht zu werden und beglückt erlebt der Mensch der Städte ben Sommer auf bem Lanbe, irgendwo, in einem kleinen, unbekannten Ort, ber keine Aussichtspunkte ober Attraktionen hat unb bennoch mitten in ber Welt liegt, bie ihm kaum bewußt war, bie er unversehens in feiner Sehnsucht aufgestöbert hat. Merkwürdige Vorstellungen von der Erdgestalt. Es ist uns kaum vorstellbar, baß es im zwanzigsten Jahrhundert noch Menschen geben sollte, bie nicht an bie Kugelgestalt ber Erbe glauben. Ein halbes Jahrtausend vor Christus vertraten die ionischen Philosophen die Ansicht, daß die Erde eine im Wasser schwimmende Scheibe fei, auf deren Rand das Himmelsgewölbe ruht. Während sie sich noch ganz vom Augenschein leiten ließen, lehrten Pythagoras und Aristoteles schon bie Kugelgestalt ber Erde. Damit war diese Anschauung aber keineswegs für alle Zeiten feftgelegt, sie ging später wieder verloren, und noch im 16. Jahrhundert unserer Zeitrechnung tauchten Gelehrte auf, die diese Lehre bestritten. Die Mehrzahl der Gebildeten war doch davon überzeugt, daß wir auf einer Erdkugel leben. Dennoch gab es sogar um die Wende des zwanzigsten Jahrhunderts noch Zweifler, die sich durch kein Argument überzeugen lassen wollten. Die Mitglieder der amerikanischen Sekte der „Zeletiker" ober Wahrheitssucher sind hier zu nennen, die behaupteten, die Erde hätte die Form einer Scheibe. Sie gaben eine eigene Erdkarte heraus und äußerten sich in einer eigenen Zeitschrift ausführlicher über ihre Lehre. Sonne, Mond und Sterne bewegen sich nach ihrer Ansicht über einer ftillstehenden Erde, die im Meer liegt; worauf sich nun das Meer ausbreitet, wird nicht weiter erörtert. Eine andere Sekte, die ebenfalls zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts noch viele Anhänger zählte, behauptete, daß die Erde eine stillstehende große Kugel sei, und daß wir nicht auf dieser Kugel lebten, sondern von ihrem Innern. Inmitten dieser großen Kugel sollte das Sonnensystem angeordnet sein, außerhalb der Kugel aber tiefste Dunkelheit herrschen. Zu den merkwürdigsten Vorstellungen von der Gestalt ber Erbe gehörte im Altertum bie Ansicht, baß fie eine Art von Trommel wäre. Daran hat wohl jener Gelehrte gebacht, ber ernsthaft die These vertrat, daß die Erde sechseckig sei. Er schrieb eine lange Abhandlung über seine Erkenntnis und nannte hierfür viele, feiner Meinung nach zwingende Gründe. Nach einer anderen Idee, die auch noch in unserem Jahrhundert vertreten wurde, ist die Erde kreisel- förmig und dreht sich um einen Punkt. Die Anhänger dieser Ansicht geben au, daß die Erde einst Kugelgestalt gehabt habe, aber sie meinen, durch den Abkühlungsprozeß wäre sie eingefallen. Als anschauliches Beispiel dafür geben sie die Tendenz der Berge an, spitz zuzulaufen. Nach einer alten asiatischen Vorstellung ist dagegen die Erde em großer Schwamm von ganz unregelmäßiger Form, der auf dem Meere schwimmt. Die Seen sind nur Deffnungen des Schwammes, durch die das Wasser sickert. Lebensstil und Volksgemeinschaft. Von Werner Klau. Wer als Auslandsdeutfcher zum erstenmal nach Deutschland kam oder wer als Reichsdeutscher Jahre in ber Fremde weilte unb nun, zurückgekehrt, bie heimischen Verhältnisse aus einem neuen Abstand zu sehen vermochte, mußte bis vor kurzem feststel- len: wir Deutschen besitzen keinen einheitlichen Lebens st il. Was jeben Englänber, jeben Spanier, jeben Russen, jeben Franzosen, aber vielfach auch bie Angehörigen ber kleineren Völker zuerst mit ihrer Nation oerbinbet: bie selbstverstänb- liche Gültigkeit gewisser arteigener Lebensnormen unb Umgangsformen, bie gleiche, gemeinsame Lebenshaltung aus Instinkt unb Züchtung — fie fehlte bem Deutschen. Stärker als alle Unterschiebe von Besitz unb Bilbung wirkte sich in Deutschlanb ber Unterschieb ber Lebensstile aus: ber Offizier, ber Arbeiter, ber Kaufmann, ber Akademiker hatten bis jetzt kaum etwas Gemeinsames in ben Formen unb Normen ihrer Lebensführung. Unterschiebe sinb freilich eine Selbstverstänblich- keit in jebem sozial bisferenzierten Volkskörper; auch ben französischen Gelehrten trennt vieles vom französischen Bauern, unb ber englische Matrose unb Aristokrat werben auf ben ersten Blick wenig Gemeinsames haben. Aber wer genauer Hinsicht, wer sich in ben Rhythmus fremben ausländischen ebenso wie in ben Rhythmus eigenen deutschen Lebens ein- gefühlt hat unb Vergleichsmöglichkeiten besitzt, wirb feststellen, baß im übrigen Europa gewisse Lebens- ideale unb Vorstellungen von bem, was man in bestimmten Lagen zu tun unb zu lassen hat, was mit Ehre unb Würde vereinbar ist und was nicht, ben oberen wie den unteren Schichten des Volkes g e m e i n f a m sind, und baß bort im Grunde j e - ber in seiner A r t dem gleichen nationalen Vorbildtypus nach ftrebt. Das ist etwas schematisch und vergröbernd ausgedrückt, es trifft aber einen wesentlichen Tatbestand. Der englische Gentleman, der französische Bougevisrentner, ber spanische Caballero repräsentieren nicht nur einen bestimmten sozialen Stand ihrer Nation; die besonderen „Tugenden", die sich mit diesen Gestalten verbinden und sie bedingen, beherrschen in vielfacher Brechung auch das ganze Volk. Jeder spanische Vagabund hat etwas vom Caballero, und ber ärmste französische Arbeiter trägt heimliche Rentnerideale im Herzen. . Diese Verbindlichkeit gewisser Vorbildtypen tft em Beweis für die innere Geschlossenheit einer Volkskultur; sie gibt dem einzelnen jene selbstverständliche Haltung, die ihn überall in der Welt als Angehörigen einer bestimmten Nation ausweist. Es wäre übertrieben zu sagen, daß diese eigene Haltung dem Deutschen seit jeher gefehlt habe, aber man bemerkt doch, daß der Deutsche im Ausland recht häufig dem fremden Vorbild verfallen ist. Nur wo er g e s ch l o s s e n f i e d e l t e, hat er durch Jahrhunderte das eigene Volkstum bewahrt und hier erst, im Abwehrkampf gegen fremde Einflüsse, einen unverkennbar eigenen Lebensstil von prägender Kraft entwickelt: die Deutsch- balten und die Siebenbürger Sachsen verdanken ihr Dasein nur der zusammenhaltenden Wirkung ihrer besonderen Lebensform. Aber bezeichnend tft, daß der baltische und siebenbürgische Lebensstil sich in seiner eindeutigen Prägung stark von der Vielfalt und Richtungslosigkeit des bisherigen binnendeut- fchen Lebens unterscheidet und keineswegs nur als Vereinfachung und Steigerung dessen gelten kann, was wir in Deutschland sehen. Der selbstverständliche Rückhalt durch verbindliche Lebensformen, den Deutschland seinen Söhnen geben konnte, bie in die Welt hinauszogen, war eben zu gering. Wo keine besondere auslandsdeutsche Haltung sich herausbil- bete, wo nur die mitgebrachte deutsche Ueberhefe= rung gepflegt wurde, verblaßte das Deutschtümler Kleines Reise-Mosaik. Don Otto Nombach. Ein Mann, den ich in München kannte, hatte die Gewohnheit, um alle Seen Oberbayerns herum- miauten- er brachte jeben Urlaub damit hin. So fief bewegte ihn die Landschaft I-tner Welt, dahier sie bis ins einzelne erforschte. Erst dann fuhr er fröhlich über den See. Er hat, obwohl er gut bestallt war, die alte Sehnsucht nach Italien nie verspürt. Er blieb im Lande. Ein junger Freund, den ich m München habe, ist eines Nachts spurlos verschwunden. Mit sechzig Mark in der Tasche und mit einem Fahrrad, das nicht zu den besten gehörte, hat er Italien erobert, drei Wochen lang, hat den Vesuv zu Fuß erstiegen, in Olivenhainen übernachtet und mehr im Herzen mitgebracht, als mancher mit der besten Kamera erraffen konnte. Er war der Bruder jenes Mannes, der um die Seen lief. Diese schicksalshafte Sehnsucht nach Italien, die sich seit Jahrhunderten mit immer wieder anderem Sinn und anderen Formen wiederholte, ist keine Mode. Aber die wahre Sehnsucht betunbet sich anbers. Ein bänischer Pfarrer, den ich m Orvie o traf, hat mir im Speisewagen durch Toskana Verse Dantes vorgetragen und mich nachts :noch m Verona auf bie Piazza delle ^de geschleppt, wo er mit glänzenden Augen baftanb, Abschieb nehmend weil e? in ber nächsten Woche roieber auf ber Kanzel seiner kleinen Fischennsel stehen mutzte. Den anbern Typ sah ich in Taormina: einen Mann aus Neuyork, ber ben herrlichsten Blick, den ich ie sah, ben Blick auf ben Aetna hinter ben Säulen des griechischen Theaters, umranbet vom Jonischen Meer, mit ruhigster Sachlichkeit aufnahm, sich medersetzte und seine Zeitung las. Italien ist bisweilen ein Land ber Mode, immer aber ist es bas Lanb ewiger Einkehr. Hinter bem Brenner beginnt schon ber Hauch bes Südens, der in ben tirolischen Gärten von Bozen unb Meran jene seltsame Mischung hervorbringt, bie aus bem Gegensatz ber üppigen Täler unb ber eisigen Bergwelt entsteht. Dieser Zweiklang ist es, ber bie Seen zwischen ben letzten Schwellen ber Alpen unb ber Ebene des Po zum Inbegriff südlicher Schönheit erhob, sei es der tief gebettete Comersee ober ber Gardasee, der in bie Ebene verklingt, sei es ber See von Lugano mit seiner wechselreichen Szenerie ober ber Lago Maggiore mit seinen Borromäischen Inseln, bie sich nirgenbroo wieberholen können. Die Gestabe bieser Seen sinb es vorzugsweise, bie zur besonberen Lockung würben, bie neben ber Küste bes Ligurischen Meeres unb bem zarten Stranb von Rimini zur Diskussion gezogen werben, wenn man nach Italien unb doch nicht ganz in seinen Stiesel hineinfahren will. . . _____ Nachdruck verboten! 9 Fortsetzung Magdalena sah erstaunt zu ihm auf. Wie anders war heute der Ton seiner Stimme! Nichts Herrisches mehr in Wort und Blick. Ein stiller, gesammelter Ausdruck der Güte, die sofort in ihr alle Bangigkeit nahm. Er stand mit dem Hut in der Hand vor ihr. „Wenn Sie einen Augenblick Platz nehmen wollen, Herr von Mackenroth!" räumte sie ihre Blumen weg. Mit einer Verbeugung folgte er ihrer Aufforderung. Einen Augenblick saßen sie stumm nebeneinander. Die Befangenheit wollte wieder in Magdalena aufsteigen. Da sagte Eckehard von Mackenroth: „Gnädiges Fräulein, es ist mir wie ein Wink des Schicksals, daß ich Sie hier allein treffe! Ich weiß, Sie sind Frau von Stechow eine treue Freundin! Darf ich ganz offen etwas mit Ihnen besprechen?" Magdalena Nichte: „Gern, Herr von Mackenroth! Was gibt es?" Eckehard zögerte einen Augenblick. Sollte er seine ganzen Befürchtungen hier vor Magdalena ausbreiten? Aber vielleicht war es besser, als sofort mit allem zu Barbara zu kommen. „Gnädiges Fräulein, ich bin gerade auf dem Wege Zu Frau von Stechow! Es ist in der Nacht wieder ein Unglücksfall in unseren Ställen geschehen. Die Zuchtstute — Sie kennen sie doch ...!" „Die Liese?" fragte Magdalena erschreckt. „Was ist mit ihr?" „Das Tier ist heute nacht plötzlich verendet." „Aber wie ist denn das möglich? Gestern nachmittag war ich doch vor Beginn des Festes noch mit Barbara auf der Pferdekoppel. Da freuten wir uns noch über Liefes Uebermut und Kraft. Das wird Barbara sehr nahe gehen." „Das fürchte ich auch, gnädiges Fräulein! Auch mir ist es sehr nahe gegangen. Und das Schlimmste dabei ist: ich habe einen Verdacht!" Magdalena sah ihn fragend an: „Was für einen Verdacht, Herr von Mackenroth?" Eckehard blickte sich um: „Gnädiges Fräulein, ich fürchte, daß hier auf dem Gut Kräfte am Werke sind, um Frau von „Das ist noch immer kein Grund, gegen einen unschuldigen Menschen derart verletzend zu sein." Eckehard sagte es mit finsterer Stirn. All die Empörung und die Scham der Erinnerung stiegen geheuer. Es könnte ein planmäßiger Vernichtungsfeldzug sein, der da begonnen hat." Magdalena war ganz blaß geworden: „Aber um Himmels willen, wer sollte daran ein Interesse haben? Barbara ist doch eine so gerechte Gutsherrin und sorgt so für das Wohl ihrer Leute. Glauben Sie, persönliche Rachsucht?" Eckehard zuckte mit den Schultern: „Persönlich vielleicht nicht, mein gnädiges Fräulein. Aber die deutschen Besitzer sind hier gewissen Kreisen ein Dorn im Auge. Vielleicht möchte man die Güter allmählich selbst erwerben." „Niemals wird Barbara sich zwingen lassen, ihr Besitztum aus der Hand zu geben." „Das ist es ja eben. Aber vielleicht versucht man sie zu schädigen, bis sie der Dinge müde wird." „Aber dann ist es doch Ihre Pflicht, Herr von Mackenroth, meiner Freundin unverzüglich von Ihrem Verdacht Mitteilung zu machen." Eckehard nickte: „Darum spreche ich ja zuvor mit Ihnen, gnädiges Fräulein. Frau von Stechow hat aus irgendwelchen Gründen ein Mißtrauen gegen mich. Es gab schon einmal eine kleine Auseinandersetzung zwischen dem Oberinspektor Rockesch und mir wegen der Obduktion eines auf rätselhafte Weise verendeten Tieres. Da hat sich Frau von Stechow auf die Seite des Oberinspektors gestellt. Ich konnte nichts sagen. Rockesch ist mein Vorgesetzter und Frau von Stechow meine Arbeitgeberin. Darum wollte ich Sie bitten, mit Frau von Stechow einmal in Ruhe zu sprechen, wenn ..." „Wenn was, Herr von Mackenroth?" Der Mann zögerte einen Augenblick. Dann sagte er leise: „Wenn ich nicht mehr hier bin." „Sie wollen von hier fort, Herr von Mackenroth?" „Ich glaube, es ist das Beste, mein gnädiges Fräulein. Frau von Stechow scheint mit mir nicht zufrieden zu sein, soviel Mühe ich mir auch gegeben habe — und ich bin nicht der Mensch, der sich auf die Dauer eine Behandlung wie die von gestern abend gefallen läßt." Da faßte Magdalena impulsiv beide Hände Eckehards. Flehend sagte sie: „Sie dürfen nicht gehen, Herr von Mackenroth. Ich bitte Sie: Tun Sie es nicht! Ich weiß nicht, was Barbara dazu bringt, gegen Sie so eigentümlich zu sein. Aber glauben Sie mir, es ist nicht Barbaras wirkliches Wesen. Sie hat irgendeinen tieferen Kummer. Vielleicht hat sie das Unglück, das sie getroffen hat, noch nicht überwunden." Kamm verkennst!»« mich, Barbara? Roman von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) Stechow zu schädigen. Die Häufung von Todes- , r_____o ____ fällen in unserem Viehbestand find mir. nicht gun^rviedex m ihm (U& Magdalenas Stimme war sehr zart und weich, ass sie jetzt meinte: „Sollte es nicht Situationen geben, Herr von Mackenroth, in denen ein Mensch irgend etwas tut, nur um seinen eigenen Kummer zu betäuben?" Eckehard stutzte. Vielleicht hatte Magdalena recht. Hatte er nicht selber Magdalena gestern an sich herangezogen, nur um Barbara zu zeigen, daß er nicht an sie dächte? Schwer sagte er: „Sie haben recht! Man tut vielleicht manches aus Kummer oder aus Verzweiflung, was man bei ruhiger Ueberlegung unterlassen würde. Aber dennoch halte ich es für. besser, wenn ich Frau von Stechow mein Abschiedsgesuch unterbreite. Ein solcher Besitz hier erfordert das Zusammenfassen aller Kräfte in der Arbeit. Wenn Mißtrauen zwischen Menschen besteht, kann die Arbeit nicht fruchtbar werden. Darum ist es besser, ich gehe!" Wieder streckte Magdalena Eckehard die Hände entgegen? „Ich bitte Sie, übereilen Sie nichts, Herr von Mackenroth. Gerade, wenn Sie jetzt glauben, daß hier auf dem Gut irgend etwas Unrechtes geschieht, ist es Ihre Pflicht, zu bleiben." „Wenn eine andere aber diese Pflichterfüllung nicht wünscht?" „Dann ist es dennoch Ihre Pflicht, Herr von Mackenroth." In Magdalenas zartem, weichem Gesichtchen stand eine ernste Mahnung. Ihre sanfte Stimme klang entschieden. Eckeharo hatte die Hände des jungen Mädchens ergriffen. Ihre Worte hatten ihn tief ergriffen. Sie hatte recht, diese junge Magdalena Gerwig. Er mußte persönlichen Schmerz und persönliche Kränkung unterdrücken. „Sie haben mich zur richtigen Zeit gemahnt, Fräulein Gerwig. Solange mich Frau von Stechow behalten will, werde ich bleiben. Hier meine Hand darauf!" Fest lagen die Hände der beiden Menschen ineinander. „Auf gute Kameradschaft?" fragte Eckehard. Magdalena nickte. Sie sah ihn strahlend an. Selbstvergessen ruhten Eckehards Auaen auf Magdalenas Gesicht. Wenn man ein solches Mäd- chen hätte lieben können — sanft, weich, voll innerer Harmonie! Warum mußte man fein Herz an einen Menschen verlieren, der einem ewig unerreichbar war, und der einem deutlich zeigte, wie tief man unter ihm stand? Aber er wollte jetzt nicht daran denken. Die Mahnung Magdalenas mußte ihm Richtschnur fein. Magdalena hatte mit heißem Erröten den nachdenklichen Blick des Mannes in sich aufgenommen. Er sollte sie nicht so ansehen. Darm kam wieder jene eigmtüockchs Unruhe Deutsche Arbeitsfront. Amt für Berufserziehung. Das Amt für Berufserziehung gründet eine Kurzschrift-Vereinigung, die allen Mitgliedern der DAF. offensteht. Aufgabe dieser Kurzschrift-Vereinigung ist es, die Teilnehmer einzuführen in die Praxis der Redeschrift, um durch intensive Hebungen zu Höchstgeschwindigkeiten zu gelangen. Für diese Ausbildung wird lediglich ein Monatsbeitrag von 0,50 RM. für die Teilnehmer der Kurzschrift- Vereinigung erhoben. Anmeldungen werden in der Geschäftsstelle des Amtes für Berufserziehung, Gießen, Lonyftraße 18, entgegengenommen. Wirtschaftsgruppe Tabakindusirie. Die Vortragsreihe „Entstehung und Verarbeitung des Tabaks" wird am Samstag, 15. Juni, fortgesetzt. Beginn um 16 Uhr im Kaufm. Vereinshaus, Gießen, Wernerwall. Gleichfalls findet eine Besprechung wegen des geplanten Besuches des Tabakforschungsinstitutes in Forchheim statt. Reichsbelricbsgemeinschaft Handwerk. Sternfahrt durch Gießen. Am kommenden Samstag, 15. Juni, kommen 258 Sternfahrer der Fachgruppe Holz durch Gießen. Die Sternfahrer werden morgens um 7.45 Uhr im Cafe Leib verpflegt. Die Kosten der Verpflegung wurden von der Gießener Innung der Schreiner übernommen. NG.-Gemeinschast„Krast durch Sreuöe" Die Rheinfahrt am 23. Juni. Wie schon wiederholt bekanntgegeben wurde, veranstaltet die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am Sonntag, 23. Juni, die erste Rheinfahrt des Jahres 1935. Die Fahrt geht mit der Bahn von Gießen nach Niederlahnstein, von dort aus mit dem Schiff nach Bingen, nachmittaas mit dem Schiff wieder zurück nach Niederlahnstein, von wo aus die Heimfahrt angetreten wird. Wir haben also die Möglichkeit, die schönste Strecke unseres deutschen Rheines stromauf und -ab zu fahren. In Bingen oder gegenüber in Aßmannshausen oder Rüdes- heim kann die Mittagszeit verbracht werden. Eine große Kapelle wird uns begleiten und uns auf dem Schiff und in Bingen mit einem Konzert erfreuen. Der Gesamtfahrpreis beträgt 5 RM. Mittagessen geht extra, es kann im voraus bestellt werden, Preis 80 Pfennig. Noch 200 Anmeldungen können angenommen werden. Mit der Anmeldung ist sofort der Betrag einzuzahlen. Andere Anmeldungen find ungültig. Fahrt zum Nürburgring. Am 28. Juli findet auf dem Nürburgring das Entscheidungsrennen um den großen Preis von Deutschland statt. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, einen Sonderzug entweder im Anschluß an den Zug Offenbach oder direkt laufen zu lassen. Die Fahrtkosten belaufen sich auf etwa 7 RM. Wir bitten Interessenten, sich umgehend zu melden, damit wir einen Ueberblicf bekommen. Eine Betriebsfahrt! An einem der letzten Sonntage unternahm die Belegschaft des Dampfsägewerkes Abendstern ihre schon seit langem geplante Betriebsfahrt. Die Fahrt wurde zusammen mit der NS. Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Amt Reisen, Wandern und Urlaub ausgearbeitet. Die Kosten zu der Fahrt wurden zur Hälfte vom Betriebsführer, zur anderen Hälfte aus einer von der Gefolgschaft schon feit langer Zeit geführten Reisekasse bestritten. Morgens schon um 4.45 Uhr ging die Fahrt von Abendstern über Rodheim—Bieber—Waldgirmes. Hier wurden jeweils die einzelnen Gefolgschaftsmitglieder eingeladen, und dann ging es weiter über Wetzlar, Braunfels nach Weilburg. Dort wurde das Schloß besichtigt, es ging vorbei an der Unglücksstelle des zweiten Zeppelins nach Neuweilnau. Hier gab es ein ordentliches Frühstück, lieber wundervolle Taunusberge wurde die Fahrt bei frohen Liedern nach dem Feldberg und weiter über Königstein, Bad Soden nach Frankfurt am Main fortgesetzt. Es war mittlerweile Mittag geworden, ein gemeinsames Mahl sah die Teilnehmer im Börsenkel- „Tierseuchenbekämpfung durch Tierseuchensorschung." Herr Professor Dr. Zwick sprach gestern abend im Hörsaal des Deterinärhygienischen und Tier^ seucheninstituts über „Tierseuchenbekämpfung durch Tierseuchenforschung". Dieser Vortrag fand in der Reihe der Vorträge, die unter der Bezeichnung „Wissenschaft im Dienst des Volkes" von der Universität und der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" in diesem Semester veranstaltet werden, statt. Professor Dr. Zwick führte zu dem Thema u. a. ungefähr folgendes aus: „Das Wesen, die Entstehung, und, die Bekämpfung der Tierseuchen seien in der ' Bevölkerung wenig bekannt. Man höre wohl zuweilen, daß Tiere verenden infolge einer Seuche, ab$r man mache sich gar feinen Begriff, welcher Schaden für den Besitzer und für die Land- und Volkswirtschaft dadurch entstehe. Alljährlich entstände ein Schaden von vielen Millionen Reichsmark. Gerade In Deutschland, wo die Haustiere auf ziemlich engem Raum lebten und wo der Viehverkehr durch handel und Wandel sehr stark fei, sei die Möglichkeit der Ansteckung gegeben. Selbstverständlich trage das herdeweise Halten der Tiere auch zur Vermehrung der Tierseuchen bei. Die populärste Seuche sei die Maul- und Klauenseuche, die im Jahre 1919 auf 1920 in einem sehr großen Umfange geherrscht habe und der eine Menge Vieh zum Opfer fiel. Eine andere Seuche sei die Tuberkulose unter dem Rinderbestand. Jedes vierte bis fünfte erwachsene Rind fei tuberkulös, so hoch sei der Prozentsatz dieser Krankheit unter den Rindern. Durch die Seuche des ansteckenden Verwerfens werde die Tierzucht schon in ihrer Wurzel stark geschädigt, denn die Tiere bekämen so keinen gesunden Nachwuchs, weil die Tiere, die wirklich trotz dieser Krankheit das Licht der Welt erblicken, bald nach der ^Geburt in den meisten Fällen wieder eingingen. ' Aus diesen Beispielen ersehe man, wie groß die Wertverluste, die durch Infektionskrankheiten verursacht seien, wären. Die Bekämpfung der Seuchen fei Aufgabe der Forschung. Erst wenn man durch die Forschung genau über Wesen der Seuchen orientiert sei, dann könne man auch mit Erfolg gegen die Seuchen Vorgehen. Robert koch, dem Begründer der Bakteriologie, gebühre der Hauptverdienst, denn er habe neue Wege in der Bakteriologie durch Züchtung der Erreger auf Nährböden und durch Kolonienbildung außerhalb des Körpers gezeigt. Der Redner erklärte dann an Hand des Milzbrandes zuerst den Stand der Wissenschaft vor dem Auftreten Robert Kochs, dann die neuen Methoden, die Robert Koch fand. Da der deutsche Staat bei Verenden eines Tieres an Milzbrand eine Entschädigung zahle, so sei es Ausgabe der Deterinärmedi- ziner, diese Krankheit genau zu diagnosieren. Der Milzbrand käme nur in bestimmten Gegenden vor und vornehmlich da, wo Kadaver verscharrt oder wo Gerbereien und Wollspinnereien vorhanden seien. In den Kulturländern habe der Milzbrand dank der veterinärpolizeilichen Vorschriften immer mehr abgenommen. Durch Impfung werde heute ein größerer Schaden verhütet, weil dann die Tiere gegen den Milzrand immun gemacht würden. An Hand von Bildern und praktischen Versuchen zeigte Prof. Zwick fehr deutlich, wie man durch das Eindringen in das Wesen einer Krankheit sie wirksam bekämpfen kann. Als weiteres typisches Beispiel hierzu diente der Schluß seines Vortrages, der die Tuberkulose behandelte. Auch hier sei es wieder Robert Koch gewesen, der den Schwindsuchterreger entdeckt habe und dann auch Wege zur wirksamen Bekämpfung zeigte. Viele Versuche muhten angestellt werden, bis es auch hier gelungen fei, die Erreger zu züchten. Die Färbemethoden und die Nährböden, die bei dem Milzbranderreger anaeroenbet worden seien, hätten bei den Tuberkelbazillen versagt. Heute sei man nun in der Lage, durch Tuberkulin festzustellen, ob Tuberkulose latent vorhanden sei. Am Schlüsse seiner interessanten Ausführungen zeigte Herr Prof. Zwick noch im Lichtbild die einzelnen Erreger, ihre Züchtung und ihr Einwirken auf gesunde und kranke Tiere. Der Dortrag, der aus der Arbeit des veterinär- hygienischen Instituts berichtete, wurde mit großem Interesse verfolgt und mit Beifall ausgenommen. ler in bester Laune versammelt. Dann begab man sich weiter zur Reichsautobahn. Man kann sich kaum ein Erlebnis oorstellen, das eindringlicher als dieses gewaltige Bauwerk von dem Aufbau- und Friedenswillen des Führers spräche. In Staunen und Bewunderung standen alle auf der Brücke und blickten auf die weite Straße und die Gedanken aller zogen mit der Straße durch das ganze deutsche Vaterland. Es ist unmöglich, die Eindrücke wiederzugeben, die wir in dieser Stunde empfingen! Dann fuhr man wieder zurück nach Frankfurt, und zwar wurde nun der Zoologische Garten besucht und in froher Stimmung durchwandert. Da der größte Teil der Gefolgschaftsmitglieder aus Landbewohnern bestand, hatten diese natürlich das größte Interesse für die Tiere und ihre Lebensgewohnheiten. Dann ging es wieder zurück bei frohem Gesang. Müde vom vielen Sehen, aber im Herzen voll Kraft und Freude, ging dann spät abends alles auseinander. Nächsten Montag: Musterunqsbeginn in Gießen. Vor der zuständigen Stelle, dem Wehrbezirkskommando Gießen, beginnen am nächsten Montag die Musterungen. Die Musterungen der Jahrgänge 1914 und 1915 finden in der Stadt Gießen vom 17. Juni ab jeweils in der Zeit von 8.30 Uhr an im Wehrbezirkskommando Gießen, Liebigftraße 16, nach folgendem Plane statt: Es melden sich die Dienstpflichtigen, deren Familiennamen beginnen: von A bis Bi: „ Bl bis Fl: „ Fo bis He: „ Hi bis Ko: „ Kr bis O: „ P bis S: „ Sch, St und T: „ U bis Z: am 17. Juni 1935, am 18. Juni 1935, am 19. Juni 1935, am 21. Juni 1935, am 24. Juni 1935, am 25. Juni 1935, am 26. Juni 1935, am 27. Juni 1935. Oie Blutgruppenbestimmung bei der Wehrmacht. Durch den Erlaß des Oberbefehlshabers des Heeres ist im Heer die Blutgruppenbestimmung eingeführt worden. In diesem Zusammenhang Und die Mitteilungen bemerkenswert, die Dr. Biedermann im „Deutschen Aerzteblatt" gemacht hat: „Die Deutschland umgebenden Mächte haben die großen Vorzüge der Bluttransfusion besonders nach dem Kriege erkannt und sind bemüht, rechtzeitig die nötigen Maßnahmen zu ergreifen. So wird in Frankreich die Blutgruppenbestimmung bei den Rekruten ebenso wie in Jugoslawien gefordert, außerdem noch die Bereitstellung von Spendern und Transfusionstrupps mit Aerzten, die motorisiert fein sollen, um sofort überall eingesetzt werden zu können. Auch Rußland bestimmt bei jedem Rekruten die Blutgruppe und läßt sie in den Paß eintragen. Es ist also auch für Deutschland dringend geboten, alles Erforderliche für den Kriegsfall zu tun, und zwar durch die Be- ftimmung dek. Blutgruppen bei sämtlichen Angehörigen des Heekes — mit Eintragung der Gruppe in den Militärpaß ober Eintätowieren in den Arm — durch rechtzeitige Schaffung von Spendertrupps mit besonders auf die Bluttransfusion eingearbeiteten Aerzten, um nicht das letzte Mittel unversucht zu lassen zur Rettung deutscher Volksgenossen." Jahreshauptversammlung des Gießener Lesehallen-Vereins. Der Gießener Lesehallen-Derein, der im Neuenweger Tor eine Volksbücher- und im Selterstor die Zeitungslesehalle unterhält, hielt gestern in der Universitäts-Bibliothek seine Jahreshauptversammlung ab. Der Vereinsführer, Universitäts-Professor Dr. Eger, gedachte der verstorbenen Mitglieder Rentner August Schwan und Kohlenhändler Fischer, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Er sprach von dem regen Gebrauch der Einrichtungen und hob die unter Anleitung der Landesberatungsstelle für das Volksbüchereiwefen in Darmstadt ausgeführten Anschaffungen neuerer Literatur hervor. Die starke Beanspruchung der Lesehalle läßt erneut die Frage nach einem größeren Raum aufkommen. Der Schriftführer Studienrat Dr. Krauß gab Kenntnis von einem Schreiben des Leiters der Darmstädter Landesberatungsstelle Dr. F u h r. Frl. Vogt erstattete Bericht zunächst über die Frequenz der Bücherlesehalle, die 530 Leser verzeichnen kann, 15 824 Bände im letzten Geschäftsjahr ausgeliehen hat und über insgesamt 9350 Bände verfügt. Der Bücherbestand ist in den letzten Monaten um größere Anschaffungen im Werte von über 1000 Mark vermehrt worden, so daß ein Gesamtbestand von annähernd 10 000 Büchern vorhanden ist. Bei der Bücherausleihe macht sich die stärkere Nachfrage nach Literatur der Bewegung und des Weltkrieges bemerkbar. In der Zeitungslefehalle ist der Zei- tungsbeftanb zufammengefchmolzen, obgleich auch hier ein guter Besuch zu verzeichnen ist. Der Mangel an Darmstädter, an oberhessischen und einiger Zeitungen des angrenzenden preußischen Gebietes wird Mauert. Bankdirektor Grießbauer wies in feinem Rechenschaftsbericht auf den bedauerlichen Rückgang des Mitgliederbestandes hin, der auf 66 Mitglieder anaelangt fei. Dementsprechend sind auch die Einnahmen gesunken. Einschließlich oes städtischen Zuschusses betrugen die Einnahmen rund 2700 Mark, die Ausgaben rund 2866 Mark. Rund 1500 Mark der Ausgaben entfielen auf Neuanschaffungen. Auch von 1250 Mark Kasfenbestand sind 1070 Mark im laufenden Jahr für Bücherkäufe verwandt worden. Einschließlich eines Vermögensrestes verfügt- der Verein noch über ein Gesamtvermögen in Höhe von 5121,53 Mark. Weitere Bücher sollen aus Vermögensbeständen angefchafft werden. Bei der Lesehalle betragen die Einnahmen einschließlich des städttschen Zuschusses 1264 Mark, die Ausgaben, in denen etwa 409 Mark für Zeitungsgelder enthalten sind, 1240 Mark. Ein Vermögen ist nicht vorhanden. Nachdem dem Rechner Entlastung erteilt worden war, dankte der Vereinsführer auch Frl. Voat und deren Mitarbeiterinnen für die hingebende Arbeit. Für die Neuwerbung von Mitgliedern werden dementsprechende Schritte bei Gießener Firmen und auch bei der DAF. unternommen werden. Der Mitgliederbeitrag beträgt 2 Mark im Jahr. Die mit neuzeitlicher Literatur auf gefüllte und ge- « Bibliothek entspricht allen Anforderungen euzeit und verdient besondere Beachtung in weitesten Dolkskreisen. Dereinsführer Professor Dr. Eger betätigte Bankdirektor Grießbauer als Rechner, Studienrat Dr. Krauß als Schriftwart, Bibliotheksdirektor Universitäts-Professor Dr. Velke und Universitäts-Bibliothekar Professor Dr. Koch als Beiräte. Direktor Velke sprach dem Dereinsführer Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit aus. über sie. Um ihre Befangenheit zu überwinden, griff sie nach dem Strauß, der erst halb fertig in ihrem Schoß ruhte. „Nun muß ich mich aber beeilen", scherzte sie, „wenn ich den Strauß für den Frühstück-tisch fertig haben will." „Darf ich Ihnen zureichen?" fragte er. Sie nickte. Da ergriff er die weißen Margueri- ten, die blauen Kuckucksblumen, den Mohn und die zarten Gräser. Sie hätte nie geglaubt, daß seine Hand so behutsam fein konnte. 12. Kapitel. Barbara von Stechow war kurz nach Magdalena erwacht. Erstaunt sah sie auf die Uhr. Es war bereits eine Stunde über ihre gewohnte Zeit. Die Zofe hatte sie nicht geweckt. Offenbar hatte sie geglaubt, daß die Herrin heute nach dem Fest ein wenig länger ruhen wollte. Schnell zoa Barbara sich an. Um 9 Uhr kam ja gewoynheitsgemäß Oberinspektor Rockesch ober Mackenroth zum Bericht zu ihr. Da wollte sie doch wenigstens mit Frühstücken fertig fein. Im Badezimmer hantierte die Zofe leise und kam jetzt nach kurzem Klopfen herein. „Darf ich die Jalousien Hochziehen, gnädige Frau?" Barbara nickte. Sie dehnte sich noch einen Augenblick in den Kissen, indes die Zofe die Jalousien hochzog. Sofort war der Raum von strahlendem Sonnenlicht erfüllt. „Ein wunderbarer Morgen heute", sagte das Mädchen. „Darf ich der gnädigen Frau das weiße Kleid herauslegen?" Barbara nickte. Während die Zofe nebenan im Ankleidezimmer an den Schränken hantierte, warf sie ihren hellgrünfeidenen Morgenrock um. Es war ein Geschenk eines Vetters aus Tokio und zeigte auf dem fanftgrünen Grunde kunstvoll gestickte Zweige von Apfelblüten, in denen kleine Vögel faßen. Im Badezimmer war das Bad bereits gerichtet. Es duftete sanft nach Kölnisch Wasser und Badesalz. Barbara machte sich schnell fertig. Dann kam sie ins Ankleidezimmer zurück. Bald stand sie fertig angekleidet uno prüfte sich noch einmal vor dem Spiegel. Dann ging sie hinunter. „Haben Sie Fräulein Gerwig schon gesehen?" fragte sie den Diener Franz, der gerade mit den frisch gefüllten Blumenschalen in den Eßsaal gehen wollte. „Fräulein Gerwig war vor einer halben Stunde da und ist in den Park gegangen. Soll ich sie rufen?" „Nein — danke, Franz. Ich gehe schon selbst. Sagen Sie der Mamsell, daß der Kaffee herausgebracht werden kann? _ (Seötonü WU _ an der Bergstraße ist erweitert worden. Sie hat Die Erfolge der Eleklro-Gas-Fronl des Rhein-Min-Gebiels im Winter 1934/35 02540 tigl Nachlässe holten VerüiiaDtlichuDgeo einer AnzeigeI Hüll Willi Werbe-Drucksachen 02538 yMßiMfcNH sie sorgt für volles Haar neu entstanden bzw. ausgebaut worden. Für unsere Jugend kann niemals genug geschehen. Deshalb wenden wir uns an alle Volksgenossen mit der Bitte, dem Reichsverband für deutsche Jugendher- beraen die notwendigen Mittel zur Erfüllung seiner Aufgaben zur Verfügung zu stellen. Am 15. und 16. Juni finden Opfer- und Werbetage für das deutsche Jugendherbergswerk statt. Es darf keinen Deutschen geben, der seiner Verbundenheit mit der Jugend unseres Volkes nicht auch durch eine Spende Ausdruck gibt." DNB. Anläßlich des Reichswerbe- und Opfertages des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen am 15. und 16. Juni haben die Reichsminister R u st, Dr. Goebbels, Göring, Darr6, Dr. Frick, Kerrl, Seldte, Graf Sckwerin von Kro - sigk, Freiherr von Eltz-Rübenach und Dr. G ü r t n e r sowie der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, folgenden Aufruf unterzeichnet: „Aus der Notwendigkeit heraus, unserer wandernden Jugend Heimstätten zu schaffen, wurde die Idee folgen die Mainkraftwerke AG. in Höchst, das Elektrizitätswerk Rheinhessen AG. in Worms, das U e b e rl a n d w e r k Oberhessen in Friedberg, alle mit einem Umsatz von über 200 000 Mark. Die Gaswerke des Rhein-Main-Gebiels melden insgesamt einen Umsatz von rund 1,75 Millionen Mark, womit sie das statistisch erfaßbare Ergebnis des Vorjahres noch um 0,50 Millionen Mark übertreffen. An Gasgeräten haben sie im Rahmen der Elektro- Gas-Front während des letzten Winters im Verein mit den anderen Mitgliedern der Gasgemeinschaf- ten u. a. abgesetzt: 8821 Gasherde (im Vorjahr nur 1225) und 741 kombinierte Herde, 890 Badeöfen und Druckautomaten, 1125 Schnellwassererhitzer (im Vorjahr 810), 365 Heizöfen und Waschmaschinen (im Vorjahr 50). Weitaus an der Spitze stehen die Main-Gaswerke AG. in Frankfurt a. M. Es folgen Mainz, Darmstadt, Höchst, Wiesbaden. Alle Umsatzzahlen finden naturgemäß ihren Niederschlag in den Veränderungen der Arbeitslosenkurve. Eine genaue ziffernmäßige Analyse des Rückganges der Erwerbslosen ist indessen aus technischen Gründen leider nicht möglich. Immerhin ist die Zahl der erwerbslosen Installateure während des Winters nicht nur gehalten worden, sondern um ein beträchtliches gesunken. Besonders wichtig für die Beurteilung der Auswirkungen der Aktion der Elektro-Gas-Front erscheint die Feststellung, daß auch die den Elektro- und Gasgemeinschaften angeschlossenen mittleren und kleinen Betriebe eine wesentliche Stützung er- n seinem Rückgang Mitglieder die Ein- schen Ju« 00 Mark, )00 Mark gen. Auch Mark im t worden, rfügt der höhe von aus Ser« i der Lese« ^eßlich des Ausgaben, gelber ent« n ist nicht überwinden, halb fertig scherzte ft, rühstück-tlfch ins. : .^uen. " in der xchlnm. Mssor 'iglieder Wandler 'eise ge. aud) der un9 der 'renvefen neuerer )ung der m große« Vermeiden Sie den „Waschtag“ Mangelwä8ChePfd.26d einiger Gebietes r. , i Marguert' Mohn und jlaubt, daß nieder. Hoffen wir, daß jetzt endlich die Beteiligten die nötigen vorgeschriebenen Jsolierungsmaß- nahmen genau durchführen, damit endlich der Scharlach, der seit einem halben Jahre hier umgeht, aufhört. 00 Steinbach, 14. Juni. Am gestrigen Donnerstagvormittag fanden im Saale des „Ritter" die durch den Bau der Reichsautobahn und die notwendig gewordene Teilfeldbereinigung erforderlichen Wahlen statt. Da der vor- liegenoe Wahlvorschlag nicht die Zustimmung der beteiligten Grundbesitzer fand, wurde ein abgeänderter Wahlvorschlag mit großer Mehrheit angenommen. In die Kommission wurden entsandt: Ortsdauernschaftsleiter Hch. Ludwig Balser und Pg. Altbürgermeister Jakob Krämer II., Stellvertreter SA.-Sturmführer Th. Müller und Landwirt Otto Karl Gerhard. Ins Schiedsgericht wurden berufen die Bürgermeister von Annerod und Garbenteich. — Da das Ergebnis der kürzlich vorgenommenen Jagdverpachtung, ult worden Doat und be Arbeit. rben bem> :men und ton. Der W- Die und ge- orberungen jadjtung in cofesfor Dr. lauer als schriftwart, Dr. Belke Dr. Koch rt Bereins- e geleistete PREISE: 1.80 u. 3.35 ^2.Liter 5.40 Links: Die neueingerichtete Jugendherberge im landschaftlich reizenden Dambachtal bei Wiesbaden. Diese neue Jugendherberge, in der 250 Betten vorhanden sind, zählt zu den schönsten im ganzen Rheingau. — Rechts: Die Jugendherberge Heppenheim an der Bergstraße ist erweitert worden. Ste hat jetzt zirka 70 Betten. Heist dem deutschen Zugendherbergswerk! Aufruf zum Reichswerbe- und Opfertag 1935 des Deutschen Lugendherbergswerkes München, Dortmund, Gießen, den 13. Juni 1935. Die Beisetzung fand aufWunsch des Verstorbenen in der Stille statt. ?“«für > S.. “Iw Gruppe Mr« ertrUpp5 Arbeite. AW wobei nur die seitherigen Jagdpächter ein Angebot gemacht hatten, der Gemeinde zu gerinn war, wurde der Zuschlag nicht erteilt. Da sich noch andere Jäger für die Ja ad interessieren, hofft man ein angemesseneres Ergebnis zu erzielen. tn. Lang-Göns, 14. Juni. In diesen Tagen sind es 50 Jahre, daß Frau Elisabeth W e n« z e l Wwe. als Hebamme in den Dienst der Gemeinde eintrat. Sie hat während dieser langen Zeit immer gewissenhaft und pflichteifrig ihr Amt ausgeführt und weit mehr als tausend Kinder „gebracht". Ihr zu Ehren soll deshalb am 7. Juli eine kleine Feier in der Turnhalle abgehalten werden, die sicherlich gut besucht wird, schon auch aus dem Grunde, weil Frau Wenzel vier Tage später, am 11. Juli, ihren 7 0. Geburtstag feiern kann. Kreis Schotten. * Schotten, 13. Juni. Dor einem halben Jahr wurden aus einem Schuppen in einem S t e i n b r u ch bei Schotten eine Feldschmiede Kraftfahrer schützt das Wild! Ein Appell des Reichsjägermeisters. Die jährlichen Wildverluste, die durch Ueberfah- ren mit Kraftfahrzeugen vor allem nachts entstehen, sind dauernd im Zunehmen begriffen. Die außerordentliche Ausdehnung des Kraftfahrzeugverkehrs w der Zeit feit der Machtergreifung, hat diese unserem deutschen Wild drohende Gefahr immer mehr gesteigert, so daß Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die dem Wildstand drohenden Schäden zu mildern. In vielen Fällen ist das Ueberfahren von Wild, welches plötzlich die Fahrbahn überqueren will, unvermeidlich. Es muß aber darauf hingewiesen werden, daß in zahlreichen Fällen Unachtsamkeit obar Mutwillen des Kraftfahrzeugführers vorliegt. Häufig läßt sich ein Ueberfahren bei einiger Vorsicht vermeiden. Das Wild bleibt normalerweise vom Scheinwerfer geblendet ruhig auf der Straße stehen ober flieht die Fahrbahn entlang. Durch Abblenden und Verringerung der Fahrgeschwindigkeit, evtl, auch durch Hupen, ist es stets möglich, das Wild von der Fahrbahn zu vertreiben. Reichsjägermeister Hermann Göring ist der festen Ueberzeugung, daß es nur eines Appells an die Einsicht der Kraftfahrer bedarf, um die geschilderten Mißstände abzustellen. Die im Reichsjagdgesetz und dem Tierschutzgesetz verankerte Stellung des deutschen Volkes zum Tier ist so eindeutig, daß kein Zweifel daran besteht, daß sich auch die Kraftfahrer sicherlich bemühen werden, alles zu vermeiden, was nur den Anschein von Rücksichtslosigkeit dem Tier gegenüber erwecken könnte. Vornotizen. des deutschen Jugendherbergswerkes geboren. In jahrzehntelanger Arbeit ist hier ein Werk entstanden, welches vorbildlich für die ganze Welt ist. Der nationalsozialistische Staat betrachtet es als eine seiner wesentlichsten Aufgaben, die Verbindung des deutschen Menschen zur Scholle und zur Heimat wieder herzustellen und die Jugend aus den Steinwüsten der Städte zur Natur zurückzuführen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, muhte das deutsche Jugendherbergswerk ausgebaut werden. In allen Teilen des Reiches sind Jugendherbergen — Tageskalender f ü r Freitag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21.15 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frischer Wind aus Kanada". — Ober- hessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: 20 Uhr c. t. im Hörsaal des Botanischen Instituts Sitzung der Naturwissenschaftlichen Abteilung gemeinsam mit der Biologischen Fachschaft der Universität. — Gießener Wohnungsbau-Genossenschaft e. G. m. b. H.: 20 Uhr Generalversammlung im Gebäude der Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H. (Kraus- .• müllerfaal). ** Geschäftsjubiläum. Am morgigen Samstag, 15. Juni, kann Herr Ludwig Brat- fisch, der alleinige Inhaber der von ihm gegründeten Tuchgroßhandlung, Gießen, Bahnhofstraße 42, das Jubiläum eines 25jährigen Bestehens seines Geschäftes feiern und gleichzeitig auch auf eine 45- jährige Reisetätigkeit zurückbllcken. Mit unermüdlichem Fleiß und in vorbildlicher Pflichterfüllung brachte er sein Geschäft auf die heutige Höhe. Seine umfangreichen Fachkenntnisse und seine reichen Erfahrungen verschusen ihm das volle Vertrauen seiner Kundschaft. Mit dem Personal seiner Firma hält der Jubilar schöne Kameradschaft. ** Eine Zweiundachtzigjährige. Am kommenden Sonntag, 16. Juni, kann Frau Sophie -Sick, Wwe., Hammstraße 7, ihren 82. Geburtstag feierp. Die hochbetagte Frau ist eine treue Leserin des Gießener Anzeigers. ** Unfall. Gestern gegen 14.30 Uhr ereignete sich an der Ecke Licher Straße und Anneröder Weg ein Unfall, der leicht schlimmste Folgen nach sich ziehen konnte. Ein Kraftwagen, dessen Führer an- fchoinend die Herrschaft über das Fahrzeug verloren hatte, als er in den Anneröder Weg einbiegen wollte, durchbrach eine dichte Hecke und fuhr bann die Böschung hinab in den dahinterliegenden Hausgarten bis kurz vor das Haus. Der Kraftwagen erfaßte auf dieser Fahrt die gerade im Garten tätige Frau Margarete Laudenbach und riß sie ein Stück mit. Die bedauernswerte Frau erlitt habet eine Gehirnerschütterung, sowie Verletzungen an den Beinen. Die Verunglückte mußte sofort durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Ihr Befinden gibt glücklicherweise zu keinerlei Bedenken Anlaß. Die Insassen des Kraftwagens kamen nicht zu Schaden. ** Straßensperren. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die Wegestrecke von der Abzweigung der Straße nach dem Ortsteil Bieber bis zur Ortsgrenze im Zuge der Straße Gießen— Gladenbach vorn 17. bis 22. Juni für jeglichen Verkehr polizeilich gesperrt. Die Umleitung erfolgt innerhalb des Ortsberinges. — Wegen der Ausführung von Gleisumbauarbeiten am Bahnhof zu Echzell ist die Provinzialstraße Echzell—Bisses am 21. und 22. Juni gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Grundschwalheim. — Wegen der Ausführung von Arbeiten an der Reichsautobahn wird die Provinzialstraße Ober-Roßbach—Köppern (Landesgrenze) an der Kreuzungsstelle mit der Reichsautobahn für die Dauer von sechs Wochen halbseitig gesperrt. ** Wieder billige Sonderzüge zu denBerlinerFunktagen. Wie im vergangenen Jahre, werden auch in diesem Jahr die billigen Sonderzüge des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer anläßlich der Großen Funkausstellung in Berlin wieder verkehren. 6000 Personen allem aus dem Gau Hessen-Nassau benutzten im Vorjahre diese günsüge Gelegenheit, an den Veranstaltungen, Tagungen und Führungen durch Berlin und Potsdam teilzunehmen. Aufgebaut auf ten Erfahrungen des Vorjahres, ist dte Organisation diesmal noch vereinfacht und verbessert worden, so daß jedem Teilnehmer für wenig Geld LPD. Frankfurt a. M., 13. Juni. In der „Rhein-Mainischen Wirtschafts-Zeitung" stellt der Referent der Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainifche Wirtschaftsgebiet Dr. Emil S t u d t fest, daß auch im letzten Winter der Elektro-Gas-Front ein voller Erfolg belieben war. Während im Winter 1933/34 Reichszuschüsse und Zinsvergütungsscheine in Höhe von insgesamt 38 v. H. gewährt wurden, hätten im vergangenen Winter keinerlei öffentliche Mittel ähnlicher Art mehr zur Verfügung aestanden. Dennoch habe der Präsident des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstags, Professor Lüer, im Auftrag des Gauleiters Reichsstatthalter Sprenger die zweite Elektro-Gas-Hront im Gau Hessen- Nassau durchgeführt. Die von den Werken gemeldeten Umsahzahlen seien noch um über eine Million Mark gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Vornehm i Geschmackvoll! Persönlich/ Oteee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Famllien- Drucksache cietet Ihnen in zahlreichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 , Magdalena r Es war Seil. » ■ luite I« iemWi". io« W601? 16 ®' .ijftens mit leist ,n, g"E men Men* 3’IOUK strahlendes sagte das ü das we'ft int,er L lvar um- K- * r u"6 w« Äotib ft »am n l DOr h eilE ter- an Q den rade ty den s-r? , „ selbst- Statt jeder besonderen Anzeige. Am 1. Feiertage entschlief sanft unser lieber, Vater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Onkel Herr Rentner Ernst Jughard im 93. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Im einzelnen werden folgende Ergebnisse mitgeteilt: Die Elt-Gemeinschaft Rhein-Main, Arbeitsgemeinschaft der größeren Elektrizitäts-Versorgungs- Unternehmunqen im Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebiet, schließt mit einem Gesamtumsatz von 3 725 507 Mark ab. Sie setzte im Rahmen der Elektrd-Gas-Front (ohne Erfassung der Zahlen für Mainz, Wiesbaden, Fulda, Gießen und Oberscheld) im Zusammenwirken mit den übrigen Mitgliedern der Elektro-Gemeinschaften u. a. 4406 elektrische Herde und Speicher ab, im Vorjahr nur 1500, versah etwa 4500 Altwohnungen mit elek- Irischen Installationen, im Vorjahr 3500, und verkaufte für rund eine halbe Million Mark elektrische Kleingeräte. Den größten Umsatz weisen die Städtischen Elektrizitätswerke in Frankfurt a. M. und. die Hessische Eisenbahn AG. in Darmstadt auf. Es fahren haben. ein Höchstmaß an Unterhaltung, interessanten Darbietungen und Erholung geboten wird. Die Son- derzüge verkehren in der Zeit vom 17. bis 25. August und sind so gelegt, daß je nach Wunsch ein Zug mit einem Aufenthalt in Berlin von drei Tagen oder einer Woche gewählt werden kann. Anmeldungen nehmen die Kreisrundfunkstellen entgegen, die auch nähere Auskunft erteilen. Oberhessen. Neues Heim für die HL. = Steinbach, 13. Juni. Hier sand die Einweihung des im Dachgeschoß der neuen Schule geschaffenen Heimes der HI. statt. Die PO., der Gemeindevorstand und die HI. hatten sich im neuen Heim versammelt. Ortsgruppenleiter Bürgermeister H. Rink hielt die. Einweihungsrede und übergab das Heim der HI. Stadtratssitzung in Butzbach. pb. Butzbach, 13. Juni. In der gestrigen Stadtratsjitzung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Dem Verkauf des Bauplatzes des Armenfonds Flur VIII Nr. 551 an Frl. Minna Knabenschuh und Moritz Bender zum Preis von 3 RM. pro Quadratmeter wird zugestimmt. Dem Antrag des Julius Schmidt auf Erteilung der Konzession für Schankwirtschaft für die „Wil- helmshöhe" stehen Bedenken nicht entgegen, die Bedürfnisfrage wird bejaht. Ebenso wird dem Antrag auf Ueberschreibung der Wirtschaftskonzession des Vaters des Julius Sommerlad auf letzteren im Haufe Weifeler Straße 34 zugestimmt. Zur Behebung der dringendsten Wassernot ist in den letzten Wochen ein Anschluß an das Griedeler G e m e i n d e w a s s e r w e r k ausgeführt worden. Die Stadt Butzbach ist dadurch in der Lage, wenn ihre Quellen nicht ausreichen, täglich bis zu 300 Kubikmeter Wasser von der Gemeinde Griedel zu beziehen. Die Kosten des Anschlusses betragen 2500 RM. Mit der Ausführung des Anschlusses erklärt sich der Rat nachträglich einverstanden. Georg D a h m e r beabsichtigt, auf seinem Gelände in der Kleebergerstraße am Waldrand zwei Wohnhäuser zu erbauen. Die beiden Baugesuche werden genehmigt. Landkreis Gießen. X W i e s e ck , 13. Juni. Morgen kann in körperlicher und geistiger Frische unser Mitbürger Spengler Wilhelm Größer, Rabenauerstraße 7, seinen 8 0. Geburtstag feiern. <£ Steinbach, 14. Juni. Der hier immer noch herrschende Scharlach — auch in dieser Woche wurde ein neuer Fall bekannt — hat leider nun auch ein blühendes junges Menschenleben als Opfer gefordert. Der Schüler Otto Haas, 11 Jahre alt, der einzige Sohn feiner Eltern, starb in der Klinik zu Gießen an» einer schweren Sepsts, die vermutlich die Folge des Scharlachgiftes gewesen ist. Unter großer Beteiligung der ganzen Gemeinde und der Schulklasse, die ihrem Kameraden auch ein Lied am Grabe sang, wurde der so jah Dahingeraffte gestern zu Grabe gebracht Einige Kameraden, die mit 25 anderen Jungvolkiungen gegenwärtig im Lager zu Grünberg weilen, waren zur Beerdigung erschienen und legten einen Kranz Heute nacht entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 67 Jahren unsere herzensgute, treusorgende Mutter Frau Eduard Rupp Witwe geb. Schäfer. In tiefer Trauer« Die Hinterbliebenen. Gießen, den 13. Juni 1935. Die Trauerfeier findet statt am Samstag, dem 15. Juni, 11 Uhr vormittags, in der Kapelle des Neuen Friedhofs. "“'.Ze"."SEBALDS HAARTINKTUR L und ein über drei Zentntzk schwerer Amboß gestohlen und fortgeschleppt. Nach monatelangen Ermittlungen gelang es nunmehr, als Täter zwei Einwohner eines benachbarten Dorfes zu ermitteln, die den Diebstahl eingestanden. Die Feldschmiede hatten sie umgearbeitet, während sie den drei Zentner schweren Amboß im Garten vergraben und Salat darüber gepflanzt hatten. 4 Groß - Eichen, 13. Juni. Wie wir erfahren, ist Landwirt Otto Fuchs zum Bürgermeister unserer Gemeinde ernannt worden. Er wird demnächst in sein Amt eingeführt werden. Der seitherige Bürgermeister Heinrich Faust, trat wegen hohen Alters freiwillig zurück. — Otto Fuchs ist am 24. Mai 1892 geboren, gehört also der Frontkämpfergeneration an. Er ist Mitglied der SAR. Wir wünschen ihm eine recht lange, gesegnete Amtszeit zum Wohle unserer Gemeinde und unseres Vaterlandes. * Groß-Eichen, 13. Juni. Das sechsjährige Töchterchen des hiesigen Arbeiters E l l e r i ch erlitt durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des rechten Oberschenkels und mußte in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden. O Eschenrod, 13. Juni. Die Eheleute Kirchenvorsteher Heinrich Schuchard I. und Katharine, geb. Böcher, können am 14. d. Mts. das Fest der goldenen Hochzeit feiern. krsis Alsfeld. ss. Grebenau, 13. Juni. Am 2. Pfingstfeier- tag hielt, wie fast alljährlich, d^r hiesige Kriegerverein sein diesjähriges Preisschießen auf dem herrlich im Walde gelegenen Schießplatz im Schwarzenbachsgraben ab. Mittags marschierten sämtliche Vereine von Grebenau mit Fahnenbealei- tung (unter Vorantritt der Kapelle Stein- Grebenau) nach dem Festplatz. Geschossen wurde mit Kleinkaliberbüchsen auf 5Ö Meter. Hierbei erhielten nachstehende Personen folgende Preise: 1. Preis Karl Eifert-Schwarz 34 Ringe, 2. Pr. Ernst Nagel- Grebenau 34 R., 3. Pr. Konrad Habermehl-Eulersdorf 34 R., 4. Pr. Peter Dörr-Schwarz 34 R., 5. Pr. Karl Euler-Lieben 33 R., 6. Pr. Karl Döring-Grebenau 33 R., 7. Pr. Hermann Hölscher- Grebenau 33 R., 8. Pr. Konrad Dörr-Udenhausen 33 R., 9. Pr. Johannes Hamel II. - Udenhausen 33 R., 10. Pr. Georg Peter-Schwarz 32 R., 11. Pr. Karl Rüffer-Grebenau 32 R., 12. Pr. Karl Becker- Grebenau 32 R., 13. Pr. Konrad Becker-Eulersdorf 32 R., 14. Pr. Heinrich Stroh-Eifa 32 R., 15. Pr. Karl Renker-Grebenau 32 R., 16. Pr. Karl Schmidt- Grebenau 32 R., 17. Pr. Wilhelm Klee-Eifa 31 R., 18. Pr. Johannes Habermehl-Schwarz 31 R., 19. Pr. Werner Wilker-Grebenau 31 Ringe. Während des Schießens trug die Kapelle Stein zur Unterhaltung einige Konzertstücke vor. Abends fand noch in der sehr geräumigen Turnhalle Tanzbelustigung statt. — Bei der vor einiger Zeit in der Gastwirtschaft Krug- Grebenau stattgefundenen öffentlichen Verpachtung des Staatsjagdbezirks Nr. 10 des heff. Forstamts Grebenau mit einer Gesamtfläche von Der Film wirbt für die Reichsautobahn. Filmaufnahmen in Gießen. Zahlreiche Zuschauer folgen der Arbeit der Filmleute. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.) |' z. I ft I: / Gestern mittag wurde in Gießen gefilmt. Das Schauspiel, das kleine Theater, das sich dabei bot, fand viele Zuschauer. Den Film an sich können wir zwar täglich sehen, eine Filmaufnahme ist aber in unserer Stadt etwas Seltenes. Man lernte dabei einmal jene Arbeit kennen, deren Ergebnis uns im Film so ganz ohne Mühe erscheint, so flüssig sich darbietet und vor der Leinwand nur selten erkennen läßt, wie weit der Weg und wie groß die Arbeit ist, die hinter einem solchen Bildstreifen steckt. Am gestrigen frühen Nachmittag wurden zwar nur einige Szenen gedreht, sie nahmen aber ziemlich Zeit in Anspruch, und die Zuschauer kamen auf ihre Rechnung. Es handelte sich darum, Szenen für einen Film aufzunehmen, der der Werbung für die Reichsautobahn dienen fall. Im einzelnen ging es darum, daß eine selbstverständlich sehr hübsche Dame mit sehr blondem Haar von einem gut aussehenden Herrn abgeholt und zu einem großen Autoausflug eingeladen und nun herzlich begrüßt werden sollte. Die Szene wurde vor einer Villa in der Wilhelm- straße verschiedentlich geprobt und photographiert, und diese „Handlung" wurde von den Zuschauern mit unverhohlenem Interesse verfolgt. Das Interessanteste war dabei das Drum und Dran der Filmaufnahme, von der unser Bild einen Eindruck gibt. Auch in einigen Straßen der Stadt wurden Aufnahmen gemacht. über 1000 Hektar Wald und Feld wurde je Hektar 52 Pf. geboten. Den Zuschlag als Höchstbietende erhielten die früheren Pächter Rudolf Brinker und Gustav G ü t t l e r aus Elberfeld-Wuppertal. Kreis Lauterbach. Lpd. Lauterbach, 13.Juni. Ein 24 Jahre alter Mann aus dem Kreisort Allmenrod machte auf grauenhafte Weise seinem Leben ein Ende. Er steckte sich eine Dynamit-Sprengpatrone in den Mund und brachte sie zur Entzündung. Durch die ungeheure Explosion wurde ihm der Körper vollständig zerrissen. Die Ursache zu der gräßlichen Tat soll in zerrütteten Familienverhältnissen liegen. Kreis Wetzlar. I Aus dem Kleebachtal, 11. Juni. Die Heuernte hat vereinzelt begonnen, da durch die wochenlange, kalte, nasse Witterung der Graswuchs sehr zurückgeblieben war. Während der erste Klee- schnitt im allgemeinen gut ausfiel, fehlt bei der Grasernte das Untergras. Die Winter- und Sommerfrucht zeigt einen guten Stand. Auch die Kartoffeln kommen gut aus der Erde. Die Ob st aussichten dagegen sind weniger günstig. Unsere Hauptobstart, der Apfel, hat besonders m den Tallagen durch Frost gelitten, so daß me Blüten in Knospenform erfroren sind. Die Ernte dürfte weit unter mittel bleiben. Noch mehr haben die Birnen vom Frost gelitten, so daß nur eine geringe Ernte zu erwarten ist. Die Zwetschen sind wesentlich besser durch die Blüte gekommen, doch ist der Behang, namentlich in den tieferen Lagen, nicht sehr stark, während in höheren Lagen eine gute Ernte zu erwarten ist. Süßkirschen ergeben Mißernte, weil vollständig vom Frost zerstört; Sauerkirschen dagegen hängen gut. Von dem Übrigen Steinobst ergeben Pflaumen und Renekloden geringen Ertrag, während Mirabellen etwas besser stehen, aber noch keine Mittelernte erbringen. Die Walnußernte ist fast überall, selbst in Höhenlagen, durch Frost vernichtet. Pfirsiche gibt es ebenfalls nur wenig. Don dem Beerenobst sind die Johannisbeeren am besten durch die kalte Zeit gekommen. Die Ernteaussichten liegen stark über Mittel. Die Stachelbeeren dagegen bleiben ziemlich stark unter Mittel. Die Erdbeeren haben in der Blüte ebenfalls durch Frost Not gelitten. Die zuerst erschienenen Blüten hatten schwarzen Fruchtboden, em Zeichen des Frostschadens. Jedoch kamen nachher noch reichlich gesunde Blüten, so daß mit einer leidlichen guten Ernte gerechnet werden kann. Auch die Himbeeren scheinen durch die Kälte gelitten zu haben, denn die Entwicklung der Blütentriebe ist gegen sonstige Jahre recht kümmerlich. Alles in allem haben wir mit einer mäßigen Obst- ernte zu rechnen. £ Rodheim a. d. B., 13. Juni. In diesen Tagen ist hier mit dem Grasschneiden begonnen worden. Die Wiesen, die infolge des späten Frühlings einen recht dürftigen Eindruck machten und eine mäßige Heuernte verhießen, haben sich in den letzten Tagen prächtig entwickelt und werden einen guten Heuertrag liefern. Auch die Winterfrucht steht gut im Halm und verspricht für unsere Gegend — günstiges Sommerwetter vorausgesetzt —* eine gute Ernte. Leider haben die Hackfrüchte bisher nicht befriedigende Entwicklung genommen, insbesondere hat der Landmann Schwierigkeiten, mangels ausreichender Bodenfeuchtigkeit das Gemüse (Dickwurz) in die Erde zu bekommen. Das Gartengemüse leidet auch an hartem Boden und Ungeziefer, entwickelt sich aber angemessen." Die Obsternte dürfte in diesem Jahre hier nicht an die üblicher Erträge herankommen. * Frankenbach, 13. Juni. Der 29jährigs Bergmann Albert H o f von hier erlitt bei seiner , Arbeit einen Unfall. Er mußte mit Quetsch u n g e n der Brust nach Gießen in die Klinik I gebracht werden. IBAXO-'NAWIHIEJIM Am Sonntag, dem 16. Juni 1935 Mioog derv.Tschammerund OMqMs 14.30 Uhr: Handball-Auswahlspiel des Kreises 11 gegen Kreis 8. In der Pause 4x 100 - Meter - Staffel um den Preis des Städtischen Verkehrsamts 15.40 Uhr: Sportfeldweihe 16.00 Uhr: Fußball - Repräsentativspiel des Gaues Nordhessen gegen den deutschen Pokalmeister Gau Mitte. In der Pause Tänze der Turnerinnen. Eintrittspreise siehe Plakate. 353uD Mrburger Festspiele 1935 Feierliche Eröffnung: Samstag, 15. Juni, 20,30 Ubr, im Schloßvar ktHeater, mit bei Was Sie auch als Geschenk geben möchten, das Pas- . sende werden Sie be- k V stimmt unter den / vielen preiswerten J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 2972 a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 MM Pickel, Flechten und Hautausschlag verschwinden durch llköhinol lterba-Seife St. 58 Pfg., verstärkt 90 Pfg. Zur Nachbehandlung Herba- Creme. (54 u. 75 Pfg.) „Ein Gommernachtstraum" (Erstaufführung) Weitere Aufführungen: 3636d Sonntag, 16. Juni, 20,30 Uhr: „Ein Sommernachtstraum" Drenstag, 18. Juni, 20,30 Uhr: „Ein Sommernachtstraum" Mittwoch, 19.Juni, 17,00 Uhr: „Hans-Sachs-Spiele" (Erstauff.) Mittwoch, 19. Juni, 20,30 Uhr: „Ein Sommernachtstraum" Donnerstag, 20. Juni, 20,30 Uhr: „Ein Sommernachtstraum" Freitag, 21. Ium, 20,30 Uhr: „Ein Sommernachtstraum" Samstag, 22. Ium, 20,30 Uhr: „Ein Sommernachtstraum" Sonntag, 23. Ium, 17,00 Uhr: „Hnns-Sachs-Sviele" Sonntag, 23. Juni, 20,30 Uhr: „Ein Sommernachtstraum" Dienstag, 25. Juni, 20,30 Uhr: „Die lustigen Weiber von Windsor" Mittwoch, 26. Juni, 17,00 Uhr: „Hans-Sachs-Smele"^"^^^^""^> Mittwoch, 26. Juni, 20,30 Uhr: „Die lustigen Weiber von Windsor" Donnerstag, 27. Juni, 20,30 Uhr: „Die lustigen Weiber von Windsor" Freitag, 28. Juni, 20,30 Uhr: „Die lustigen Weiber von Windsor" Samstag, 29. Juni, 20,30 Uhr: „Ein Sommernachtstraum" Sonntag, 30. Juni, 17,00 Uhr: „Hans-Sachs-Spiele" Sonntag, 30. Juni, 20,30 Uhr: „Die lustigen Weiber von Windsor" Aend. Vorbehalten. Der Svielvlan für Juli wird noch bekanntgegeben. ElseliWn-Vereiii (Siefien. Die Sonderzüge am 16. u. 23. Juni fahren ab: Zug 1 Wagen 1 bis 20: Abfahrt 8.15, Bahnsteig 1 Zug 2 Wagen 21 bis 41 «v m/Wahrt 8.25, Bahnsteig 2 Die Rückfahrt erfolgt in Nieder- ~ lahnstein: 02542 Zug 1 um 20.05, Zug 2 um 20.15. Schöner Laden in erster Lage mit angrenz. Raum zu mieten gesucht für ein Spezialgeschäft. Schriftl. Angebote sind zu richten unter 3537V an den Gießener Anzeiger. KtemeAnzeigen Im Gießener Anzeiger werden von Tausenden beachtet und gelesen. 3-Zimmerwohnung mit all. Zubehör in nächster Nähe Gießens (Bahnstation) ab 1.Juli oder später zu vermieten. Schr. Angb.unt. 02539 andenGieß.Anz. Gut möbl. Zimmer AUm 1.7. 8.0. 02560 Alieenstr. 36 III. I Mietgesuche 2Zioini'Hiii. mit Küche, in ruhiger zentraler Lage von jung. Ehepaar per 1.7. gesucht. Schriftl. Angeb. u. 02533 andenGieß.Anz. BAD-NAUHEIM AK Künsller ^Programm, schönste TcutzstäMe! ________Emin ff frei M.2600 0 0Q. Zwangsversteigerung ^7 Am Montag, dem 1. Juli 1935, vormittags 10 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutsteifchftraße Nr. 1 — Zimmer 221 —, die den a) Schneider, Karl, Dritter, in Gießen zu XA und b) Schneider, Pauline, geb. Döpfer, dessen Ehefrau, zu Yt zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band II, Blatt 69: Flur I, Nr. 493/i0, hofreite in der Steffansmark (Bleichstraße Ar. 5), 332 qm, Schätzungsbetrag - 22 580,—RM. Flur I, Ar. 32B/i0, Hofreitegrund in der Steffansmark, 11 qm, Schätzungsbetrag = 165,— „ = 34 040,— RM. XA dessen Ehefrau, Zusammen -- 22 745,— RM. Gießen, den 16. Januar 1935. « 35270 Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Zwangsversteigerung K 71/34 Am Montag, dem 1. Juli 1935, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gut- fleifchftraße Nr. 1, zweites Obergeschoß, Zimmer 221, die nachstehenden Grundstücke versteigert: 35260 a) Grundbuch für Gießen, Band XV, Blatt 707: eingetragen auf den Namen: a) Müller, Ludwig, der Vierte, zu b) Müller, Karoline, geb. Müller, zu % Flur I, Nr. 8758/10, hofreite Bahnhofstraße Ur. 54 (in der Scheppeneck), 188 qm Schätzungsbetrag b) Grundbuch für Gießen, Band XV, Blatt 706: eingetragen auf den Namen: a) Jakob, Siegmund, zu A, b) Jakob, Emilie, geb. Levi, dessen Ehefrau, zu XA, c) Müller, Ludwig, der Vierte, zu XA, d) Müller, Karoline, geb. Müller, dessen Ehefrau, zu XA, hier jedoch nur die dem unter c und d Genannten zugeschriebenen ungeteilten Anteile (nämlich je A): Alur I, Jlr. 875Vio, hofreike- grund (in der Scheppeneck), 64 qm, A Schätzungsbetrag - 960,— „ _ , Zusammen = 35 000,— RM. Gießen, den 2. Mai 1935. Im Auftrage des Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Y v 'Mltlllliujl Eine Ph ofo • Mo r k zum Sonntag, das ist eine besondere Mark. Man legt sie am Samstag vertrauensvoll dem Photohändler auf den Ladentisch. Man nimmt am gleichen Nachmittag und am Sonntag früh alle Kräfte und alle Kunst zusammen, um acht Siege heimzubringen. Man gibt die Spulen am Montag früh halb zuversichtlich, halb bangend zum Entwickeln. Und dann am Abend, wenn die Negative und die Abzüge das unwiderrufliche Ergebnis enthüllen, - ja dann weiß man bestimmt, wie gut es war (oder wie gut es gewesen wäre), sich vorher ein bißchen zu erkundigen. Jemand zu fragen oder in der Zeitung zu lesen, was der neue orthochromatische „Kodak"-Film „S.-G." leistet. Denn bei ihm kann man sich in der Belichtungszeit ruhig mal etwas irren: sein großer Belichtungsspielraum gleicht manchen Fehler aus. Es braucht nicht mal Sonnenschein zu sein, im Gegenteil! Regen gibt auch gute Bilder. Die Farbenwiedergabe ist tonwertrichtig, Lichthöfe sind ausgeschlossen. Und alle diese unübertroffenen Eigenschaften bekommen Sie für nur eine Mark. Kodak Kommt es Ihnen aber nicht auf 20Pfennig an, dann nehmen Sie den panchromatischen Feinkornfilm „Panatomic". Das macht sich bestimmt bezahlt, denn mit ihm sind Sie für alle Aufnahmen bei Tage und bei Nacht, daheim und draußen gerüstet! KODAK A. G., BERLIN SW 68