Nr.lst Erster Blatt 185. Jahrgang Dienstag, tf. Mai Erscheint täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimattm Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnilk und Verlag: vriihl'sche UniverfitätL-vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. 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Meine besten Wünsche begleiten Sie, aber... nennen Sie mich Herr!" Wie jeder wahrhaft große Revolutionär, so hat auch der Schöpfer des neuen Mythos des polnischen Volkes den Weg vom Parteimann zum Staatsmann in dem gleichen Augenblick vollendet, in dem er die Macht übernahm. Nun ruht der Mann, der mit seinem eckigen Schädel, dem widerspenstig überhängenden Schnauzbart und den buschigen Brauen eigenartig an Nietzsche erinnerte. Im Schlosse Belvedere am Ende der großen Aleja Ujazdowska in Warschau, wo er in den letzten Jahren wie ein Einsiedler lebte, ohne nach außen hin, auch dem polnischen Volke gegenüber, noch irgendwie hervorzutreten, aber ohne doch gleichzeitig die Staatsführung an den entsprechenden Punkten aus der Hand zu lassen. Eine feste und entscheidende Größe ist aus dem Spiel der europäischen Mächte ausgeschieden, und die Frage, die sich A für Polen und für die Welt an der Bahre in Belvedere erhebt, ist, ob er sein Werk so vollenden konnte, daß der Weg des von ihm neugeschaffenen Staates nach innen und nach außen als so festliegend angesehen werden kann, daß wesentliche Erschütterungen auf ihm nicht zu befürchten sind. Der Marschall, der sein Leben jetzt vollendet hat, hat einmal von dem Begriff der polnischen Freiheit sarkastisch gesagt, daß sie „in den Köpfen von 28 Millionen Polen in 28 Millionen von einander abweichenden Fassungen vorhanden ist". Pilsudski hat sich in einem harten und zähen Kampf gegen diejenigen seiner Landsleute durchsetzen müssen, die als bewußte Slawen und als Todfeinde des Deutschtums einen polnischen Staat unter Einschluß der deutsch-polnischen Gebiete im Rahmen des russischen Reiches anstrebten und die gleichzeitig in Paris das Mekka der europäischen Zivilisation erblickten. Pilsudski hat im Gegensatz zu vielen seiner revolutionären Landsleute niemals die Atmosphäre der westlichen Boulevards gesucht. Er blieb im Grunde immer bäuerlich verwurzelt in dem Teil des Raumes zwischen den Karpathen und dem Baltischen Meer, aus dem auch der Nationalheld Kosciuszko hervorgegangen ist. Den wurzellosen Revolutionären, die in dem nationaldemokratischen Führer D m o w s k i ihren stärksten Vertreter und damit den ewigen Gegenspieler Pilsudskis hatten, stellte sein erdhastes Wesen immer eine tiefe Verachtung des spielerischen Intellekts und eine unbedingte Vertretung der soldatischen und völkischen Machtidee gegenüber. Als er darum im Jahre 1926 sich zum zweitenmal anschickte, Polen aus der drohenden Zersetzungsgefahr im parlamentarischen Korruptionskampf zu erneuern, da wurde für ihn an Stelle des zaristischen Rußland der l i b e r a l i st i s ch e Parteien- st a a t der Gegner. Bezeichnend für sein Wesen ist es, daß er als der frühere Führer der polnischen Sozialdemokraten stolz darauf war, daß er das marxistische Evangelium, das „Kapital" von Karl Marx niemals auch nur mit den Händen berührt habe. Das, was seine früheren Parteigenossen in Rußland auf dem Wege zur Verwirklichung dieses Evangeliums getan haben, mußte ihm immer in tiefster Seele em Greuel bleiben. Darum konnte es ihm nicht schwer fallen, in seiner antirussischen Einstellung in gleicher Weise wie dem Zarismus so auch dem Bolschewismus gegenüber zu verharren, von der ausgehend ihm immer die Schöpfung eines gegen Rußland gerichteten völlig freien und unabhängigen Polen vom Baltischen Meer bis zum Dnjepr vorgeschwebt hat. Die Frage, wie weit er sein Werk vollendet hat, wie weit er in der schöpferischen inneren Neugestaltung Polens und in der dauernden europäischen Zielsetzung gekommen ist, ist eine Schicksalsfrage von europäischer Bedeutung. Allerdings ist es ihm noch kurz vor seinem Tode gelungen, die letzten Widerstände zu überwinden, die der verfassungsmäßigen Verankerung des neuen autoritären Staates und der Befreiung von parlamentarischen Parteien entgegenstanden. Aber eines hat er doch nicht zuwege gebracht, was Adolf Hitler und Mussolini vermochten. Er hat den neuen polnischen Staat nicht auf die Grundlage einer machtvollen Volksbewegung und damit nicht auf die begeisterte Zustimmung der Massen stellen können. Im Sinne des italienischen und des deutschen Vorbildes hat er nie um die Seele seines Volkes gerungen. Dazu fehlte ihm schließlich, als er nach zu langen Jahren des Berufsrevolutionärs zum Staatsmann wurde, die jugendliche Spannkraft. Er war sein Leben lang mit den Sozialisten gegangen und vermochte, als er mit ihnen brechen wollte, nicht noch einmal in kühnem Anlauf die Schöpfung einer von einer Idee erfüllten und begeisterten Volksbewegung ins Auge zu fassen. Er gründete seine Macht auf seine L e g i o n e n , auf die Armee und auf seine treu ergebenen Paladine, den K re i s der „O b e r st e n", dem sowohl der polnische Staatspräsident wie auch .der Außenminister Beck und Pilsudskis Nachfolger auf dem Posten des Kriegsministers, General Kasprzycki, entstammen. Die Frage erhebt sich, ob diese „Obersten" so stark und so vollkommen in dem Wesen und in den Zielen des verstorbenen Marschalls verwurzelt sind, um den Weg gradlinig fortführen zu können zu einem Staatswesen auf Lavals Besuch in Moskau. Moskauer Trinksprüche. Das „Friedenswerk" als Aushängeschild. Moskau, 14. Mai. (DNB. Funkspruch.) Außenminister Litwinow gab Montagabend zu Ehren des französischen Außenministers Laval ein Essen, an dem fast alle Volkskommissare teil- nahmen. Litwinow begrüßte Laval im Namen der Sowjetregierung und erklärte u. a., der Besuch gewinne eine besondere Bedeutung dadurch, daß er unmittelbar dem Abschluß des zwischenstaatlichen Paktes folge und seine feierliche Bekräftigung darstelle. Wir können, fuhr Litwinow fort, mit aller Entschiedenheit erklären, daß der von uns abgeschlossene Pakt ein Friedenswerk darstellt. Sein Kennzeichen ist es, daß seine Verfasser von dem heiße st en Wunsche beseelt sind, es möge sich nie die Notwendigkeit zu seiner Anwendung ergeben. Dieses Ziel kann dadurch erreicht werden, daß der Pakt als Beweis des festen Willens zweier mächtiger Staaten Europas angesehen wird, aktiv und gewaltsam den Frieden zu schützen. Die zweite Pakteigenschaft ist die, daß er nicht nur gegen niemand gerichtet ist, sondern keinen einzigen Staat vom Beitritt a u s s ch l i e ß t, der an der Verwirklichung dieser Ziele interessiert ist. Als Werkzeug des Friedens bekräftigt und verschärft der Pakt zu gleicher Zeit ein anderes Friedenswerk, die Völkerbundssatzung, deren notwendige Ergänzung er bildet. Ich gestatte mir, die Hoffnung auszusprechen, daß der Pakt nicht das Ende, sondern der Anfang der Zusammenarbeit der Sowjetunion und der französischen R e p ub l i k darstelle, und zwar einer noch engeren und wohltuenderen Zusammenarbeit, damit allen Völkern die stetige und ruhige Entwicklung im Rahmen eines unverletzlichen Friedens gewährleistet wird. Autzenminister Laval. antwortete: Wir haben ein Werkzeug des Friedens geschaffen. Zwei große Staaten haben freiwillig ihre Anstrengungen vereinigt, nicht nur, um ihre eigene Sicherheit zu schützen, sondern auch, um der Sache des allgemeinen Friedens zu dienen. Die Ideale unserer Länder sind nicht die gleichen. Aber sie sind geeint burd) hie ftarfen Bande der Friedensliebe. Aus dem Fuße der Gleichberechtigung sind die Verhandlungen geführt, ist der Pakt abgeschlossen und sind die gegenseitigen Verpflichtungen übernommen worden. Wir würden es gern sehen, wenn a n - dere Länder an dem friedlichen Aufbauwerk t e i l n e h m e n würden, das so notwendig ist. Jedes Land hat eigene Bestrebungen und gleichzeitig sorgt jedes Land für den Schutz seiner Ehre und seiner Würde. Aber jedes Land hat die Pflicht, seinen Beitrag zur internationalen Sache der Solidarität zu liefern. Eben deshalb, weil der Friede unteilbar ist, müssen und werden wir unseren Appell an alle Länder und alle Regierungen richten — so lange, bis dieser Appell gehört werden wird. Die Wirklichkeit. Militärische Absprachen werden folgen. — Der Unsicherheitsfaktor Polen. Paris, 14. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Der Außenpolitiker des „Echo de Paris", der die Reise Lavals nach Moskau mitmacht, erklärt, der Abschluß des französisch-sowjetrussischen Paktes sei erst d i e negative Seite eines Werkes, aus dem man im Lause der Zeit auch positive Ergebnisse zu gewinnen hoffe. Der Vertrag fei geschaffen, da die „deutsche Gefahr" den Zusammenschluß aller Volker notwendig mache, die die Verträge verteidigen wollten. Ein solcher Zusammenschluß bleibe aber unwirksam ohne Moskau. Das sei allen vor Augen zu führen, die von Zweifeln befallen seien oder Kritik übten. Man habe sich mit dem Vertrag gegen das etwaige Wiederaufleben der d e u t s ch - r u s f i f ch e n Rapallo-Politik gesichert und „der Reichswehr für den Kriegsfall d i e ungeheuren Hilfsquellen S o w j e t r u ß l a n d s entzo- g e n". Nach dem Urteil von ausgezeichneten Sachkennern genüge dieses Ergebnis sowie die Notwendigkeit, der Kleinen Entente eine Stütze im Osten zu geben, vollauf zur Rechtfertigung dessen, was geschehen sei. Dies ist die negative Seite. Ueber die positive Seite würden die kommenden Monate oder Jahre entscheiden. Sie sei äußerst heikel und verwickelt. Die früher ober später ein- setzenben Generalstabsbesprechungen würben nur bann erfolgreich sein, wenn vorher viele an- b e r e Fragen geklärt seien. Hierzu gehöre b e r Faktor Polen. Durch ben Tob Pilsubskis sei eine neue Lage geschaffen. Lavals Ver- hanblungen in Warschau seien ziemlich unfruchtbar gewesen. Beck habe sich nicht bas geringste Versprechen ablocken lassen. Der wahre Lenker ber polnischen Außenpolitik sei nun von ber Bühne abgetreten. Da bürfe man mit Recht fragen, ob bie ziemlich paraboxe Diplomatie Warschaus bie bisherige Richtung beibehalten werbe. Mit Pil- subski verschwinbe ber Traum eines ukrainischen Reiches, ber Traum von Kiew, ber Warschau in bie Arme Berlins getrieben habe. Auch „Oeuvre" betont, baß bas Ableben Pilsubskis für bie französisch- sowjetrussischen Beziehungen von ausschlaggebenber Bebeutung werben könnte. Mit bem Marschall verschwinbe für Polen ber Traum einer Eroberung russischen Gebietes. Rußlands Vorknegsschulden. Ein neuer Plan zur Befriedigung französischer Gläubiger. Paris, 13. Mai. (DNB.) Seit bem Abschluß bes französisch - sowjetrussischen Beistanbspaktes herrscht unter ben französischen Inhabern russischer Vorkriegsanleihen lebhafte Mißstimmung barüber, baß ihre Forberungen unberücksich- trat geblieben finb. Die Finanzzeitung „Le Capital^ will jetzt erfahren haben, baß zuständige französische Stellen bereits mit der sowjetrussischen Regierung in einen Meinungsaustausch darüber eingetreten sind. Der Plan gehe dahin, Sowjetrußland einen Kredit von fünf Milliarden Goldfranken zu eröffnen, den die Sowjetunion für Auftragserteilungen an bie französische Inbustrie verwenben solle. Die Rückzahlung bieses Krebites solle in etwa 20 Jahren burd) erhöhte Jahresraten erfolgen. Der Mehrbetrag mürbe bann jeweils ben französischen Besitzern russischer Vorkriegsanleihe nzur Verfügung gestellt werben. Wie hoch ber jeweilige Ueberschuß sein soll«, stehe noch nicht fest. Die Meerengenfrage. Paris, 14. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der türkische Außenminister hatte in Bukarest mit bem bortigen sowjetrussischen Gesanbten eine Aussprache über bie türkisch-russischen Beziehungen. Hauptsäch- lich soll bie Meerengenfrage erörtert worben sein, bie bereits auf ber Balkankonferenz angeschnitten worben war. In gewissen biplomatischen Kreisen wirb versichert, baß bie Vertreter Rumäniens, Griechenlanbs unb Sübslawiens beschlossen hätten, bie Türkei in ihren Forberungen z u u n t e r st ü tz e n. An der Bahre pilsudskis W a r s ch a u , 14. Mai. (DNB. Funkspruch.) Die sterblichen Ueberrefte Pilsubskis werben am Donnerstagabenb vom Beloebere-Schloß zur Kathebrale übergeführt unb bort 36 Stunben öffentlich aufgebahrt. Damit wirb ber Bevölkerung ber Hauptstabt Gelegenheit gegeben, an ihrem toten Marschall vorbeizugehen. Das feierliche lotenamt wird der Kardinal- Erzbifchoi von Warschau abhalten. Die Zeit des Trauergottesdienstes ist von der Ueber- sührung nach Krakau abhängig, die erst am Donnerstagabend festgesetzt und bekanntgegeben wird. General Wieniawa-Dlgoszewski hat sich im Flugzeug nach Krakau begeben, um dort die Vorbereitungen für die Beisetzung und für die Trauerfeier in der Kathedrale auf dem Wawel, einem Hügel, auf dem auch das Schloß steht, zu treffen. Voraussichtlich am Donnerstagabend werden die sterblichen Ueberrefte des Marschalls in dem mit einem Glasdeckel versehenen Sarg vom Schloß Belvedere in die St. - Johannis-Kathedrale in Warschau übergeführt werden. Dadurch kann dann die Bevölkerung in ber Nacht zum Freitag unb am Freitag selbst unb in ber Nacht zum Samstag bis zum frühen Morgen von bem polnischen Nationalhelben Abschieb nehmen. In ber Kathebrale werben am Sarge Generäle unb Unteroffiziere ber Wehrmacht bie Ehrenwache halten. Der T r a u e r g o 11 e s b i e n ft vor ber Ueberführung bes Sarges zum Bahnhof, bie wahrscheinlich Samstag vormittag erfolgt, wirb von Karbinal K a k o w f k i gehalten werben. Vom Warschauer Hauptbahnhof soll ber Zug mit bem Sarge bann in langsamer Fahrt mit Aufenthalt auf allen Bahnhöfen nach Krakau geführt werben. Das Belvebere-Schloß, bas von Pilsubski bewohnt würbe, soll zu einem Pilsubski-Museum aus» gestaltet werben. Deutschlands Teilnahme. DerFührer drückt auch derWitwePilsudskis sein Beileid aus. Berlin, 13. Mai. (DNB.) Der Führer unb Reichskanzler hat an bie Witwe bes ver- ewiaten Marschalls Pilsubski Frau Alexanbra Pilsubska bas nachstehende Beileibstelegramm gerichtet: „Die Trauernachricht vom Ableben Ihres Herrn Gemahls Sr. Exz. bes Marschalls Pilsubski hat mich aus bas Schmer glich st e berührt. Nehmen Sie, hochverehrte, gnäbige Frau, unb Ihre Familie ben Ausbruck meiner tiefemp- funbenen Anteilnahme entgegen. Dem Heimgegangenen werbe ich stets ein bankbares Gebenken bewahren. Abolf Hitler, Deutscher Reichskanzler." - j i i X Scherl-Bildmaterndienst Ein historisches Bild, das Marschall Pilsubski (X) im Jahre 1914 inmitten polnischer Legionäre zeigt, an deren Spitze er gegen Rußland kämpfte. dem Boden einer völkisch-revolutionären Idee und in einer dauerhaften autoritären Form. Es ist bezeichnend, daß skeptische Stimmen gegenüber der ungestörten Fortführung der großen Staatsidee des Verstorbenen sich in einigen französischen Blättern angedeutet finden. Unseres Er- achtens ist jedoch jede Gewähr gegeben, daß keinerlei „D i a d o ch e n k ä m p fe" um das Erbe des Marschalls entstehen werden. Die Fortführung der außenpolitischen Linie Polens ist durch die Person des Obersten Beck genau so gewährleistet wie durch die Person des Ministerpräsidenten S l a w e k, die beide dem Verstorbenen sehr nahe geftanben haben. Es ist auch bezeichnens wie weit ber Geist selbstänbigen Denkens unb Hanbelns aus ber Persönlichkeit bes Marschalls auf bie maßgeblichen Männer Polens übergegangen ist, bie noch in ber Nacht bes Hinfcheibens Pilsubskis bie von ihm inne» gehabten Aemter des Kriegsministers unb bes Generalinspekteurs ber Armee sofort mit erprobten Offizieren besetzten, bie bas besonbere Vertrauen bes großen Toten hatten. Der Schmerz, ben Polen beim Ableben bes Marschalls empfinbet, wirb vor allem auch in Deutfch- l a n b geteilt. Denn bieser Schöpfer bes mober« nen polnischen Staates, ber Erfüller polnischer Groß- machtträume unb schlichte Mensch hat burd) seine Wenbe zum neuen Deutschlanb mit Hitler zusammen einen Friebensblock geschaffen, ber von allen Mächten befehbet wirb, die in ber Zerteilung, in ber Gewalt unb in ber Haßpolitik ber Pariser Diktat bas Heil sehen unb bas Unheil verewigen wollen. Mit bem polnisch-deutschen Abkommen wurde bas Kriegsbeil zwischen zwei Nationen begraben, die seit Jahrhunderten durch mißverstanden unb mißgeleitete Interessen ihr wahres Heil vergaßen unb sich bekämpften. Josef Pilsubski hat burd) seine Tat, Polen nicht nur bie außenpolitische Selbststänbigkeit gegeben, bie feitbem fern von Pariser Lenkungskünsten bie Großmacht Polen zu einem Aktioum europäischer Friebenspolitik machte, fonbern er hat burd) biefe kühne Wirklichkeitspolitik bewiesen, baß er mehr war als ein Militär, nämlich ein Staatsmann größten Formates mit Jbeen, bie weltenfern liegen ber Kleinlichkeitswelt ber üblichen Diplomatie. Josef Pilsubski hat Polen ben Weg gezeigt, ber burd) eine für unbenfbar gehaltene Verstänbigung mit Deutschlanb bem Lanbe bas Bewußtsein gibt, einen aktiven Kern alles europäischen Geschehens zu bilben. Er hat mit ber polnischen Gewohnheit gebrochen, Hilfe von auswärts zu erflehen, er war ber Mann ber Tat, unb so überragte sein Bilb alles polnische Geschehen ber Gegenwart. Was er gewollt, wirb von seinen Mitkämpfern fortgeführt werben, weil es ber politischen Vernunft unb ben wohlverstandenen Interessen Polens entspricht. Londo tyronicti" oatioen auf trauliche Be ßin London kathedrale h Barnes, der er u. a. nung in Er der Der Form r e v Wohlergehei ein großer laß zu berei sollte unsen ostemichischl nien und ai die Entfach kein Ersatz die Nation Der Bisch einen Bei Er befurch in dieser; barer erw> der Natil Heerende ! lige Steril li'gung dm Ko |5IM' ‘ 6> SA geittf( Ü s*' * * n« sjlierung Staaten am «wK USA. - » Anteil 21 erhalten- Staaten duri lahm legten, Produktion Staaten bea Silber a wenden. De 1934 im W mäßig weiteres vorzuziehen. wehrmini OerNG -Etudentenbund in Frankfurt Die Politik des Balkanbundes W a h l - Einwohnern haben die Mehr- davon gern. verl. d. Seine-Departements 4 Unbestimmt 24 2 52 33 3 8 57 16 40 4 9 39 4 17 61 20 51 4 1 6 1929 35 1 4 1 nur in Gemeinden 90 169 15 33 222 51 146 9 3 0 der seit heit erhalten: Parteien Kommunisten Altsozialisten Neusozialisten Sozialrepublikaner Radikalsozialisten Unabhängige Radikale Linksrepublikaner Volksdemokraten Rechtsrepublikaner (Marin-Gruppe) Rechtskonseroatioe Unabhäng. Sozialisten Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers stattete der Chef der Präsidialkanzlei, Staatssekretär Dr. Meißner, heute vormittag dem polnischen Botschafter Exzellenz L i p s k i einen Besuch ab, um die tiefempfundene Anteilnahme des Führers und Reichskanzlers an dem schweren Verlust, der Polen durch den Tod des Marschalls Pilsudski betroffen hat, zum Ausdruck zu bringen. Aus Anlaß des Ablebens des Marschalls Pilsudski flaggen die Gebäude der Präsidialkanzlei, des Reichstages und sämtlicher Reichsministerien heute und am B e i s e tz u n g s t a a e halbmast. Der Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg hat an den Generalinspekteur der polnischen Armee, Divisionsgeneral Rydz-Smigly in Warschau, folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Ew. Exzellenz spreche ich anläßlich des Ablebens des großen Patrioten und Soldaten, des Marschalls Pilsudski, im Namen der deutschen Wehrmacht mein aufrichtiges Beileid aus." und dem NSDStB. ein Abkommen getroffen worden, wonach jeder an einer Hoch- und Fachschule Studierende HJ.-Mann dem NS.-Studentenbund angehören werde. Um die Geschlossenheit von Hochschul- und Fachschulstudenten weiterhin zu dokumentieren, werde man den Universitäten und Technischen Hochschulen die Technischen Fachschulen anschließen. Die gesamte Fachschaftsarbeit werde in Zukunft gemeinsam mit den NS.-Berufsorganisa- tionen und den wenigen nationalsozialistischen Hochschullehrern geleistet werden. Andererseits werde in Zukunft auch nur derjenige Angehörige einer NS.-Berufsorganisation sein können, der schon vorher in irgendeiner Parteigliederung, in diesem Falle dem NS.-Studentenbund, gearbeitet habe. Der Hauptstellenleiter für politische Erziehung Pg. M ä h n e r sprach über die Fachschaftsarbeit des Studentenbundes; anschließend referierten die Leiter der Fachgruppen Volkswirtschaft, Juristen, Techniker und Kunststudenten über ihre besonderen Arbeitsgebiete. Ueber die Presse- und Propagandaarbeit in Verbindung mit der Rundfunktätigkeit sprach Pg. Hildebrandt, während Pg. K r e - m e r über die Kulturarbeit berichtete. Die Fragen der Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen wurden von L. Machwirth behandelt. Danzig zum zweiten Male durch einen früheren polnischen Generalkonsul in Königsberg besetzt werden, denn auch Minister Pape verwaltete dieses Amt in Königsberg vor seiner Berufung nach Danzig. Die Gültigkeit der Danziger Wahlen wird angefochten. Danzig, 13. Mai. (DNB.) Die Danziger Oppositionsparteien — Deutschnationale, Zentrum, Sozialdemokraten und Kommunisten — haben vor dem Danziger Obergericht die Gültigkeit der Wahlen zum Danziger Volkstag vom 7. April 1935 angefochten. Die Entscheidung über die Anträge wird beschleunigt durchgeführt werden, weil im Falle einer Ungültigkeitserklärung innerhalb drei Monate Volkstagsbehauptet 38 136 12 25 165 35 106 5 Oer Berner Z'vnistenprozeß. Bern, 13. Mai. (DNB.) In der Montagsver- Handlung des Zionistenprozesses begründete der zweite Anwalt der Beklagten die Anträge auf Frei- prechung. Er betonte im Hinblick auf das Bemühen der Kläger, die Verhandlung auf die politische Linie zu verschieben, daß er weder den Nationalsozialismus noch das Dritte Reich vertrete, sondern lediglich einen Schweizer Bürger, der gegen das Gesetz verstoßen haben soll. Der Anwalt stellte sich dann schützend vor den Sachverständigen Fleischhauer und legte zur Frage der inneren Wahrheit des Gutachtens und der Protokolle eine neues bemerkenswertes Dokument vor. Es handelte sich dabei um ein Schreiben des südslawischen Metropoliten Antonius, der als Haupt der rechtgläubigen russischen Kirche außerhalb der Grenzen der Sowjetunion auf Grund genauer Kenntnis des Inhalts der jüdischen Religionsbücher und der Rolle des Weltjudentums versichert, daß der Sinn und die Richtung der Protokolle der Weisen von Zion in vieler Hinsicht den Lehren und der Weltanschauung des Weltjudentums entspricht. Er halte es für möglich, daß entsprechende Richtlinien in den führenden Kreisen des Weltjudentums vorhanden sind und stellt fest, daß, wie es besonders die Revolution in Rußland gezeigt hat, die Handlungen ttüd BMMnges &£ Judentums häufig jonUZozm LPD. Frankfurt a. M., 13. Mai. Auf der Reichstagung des NS.-Studentenbundes sprach der Gauleiter Hessen-Nassau, Reichsstatthalter Sprenger. Er erklärte, die deutsche Jugend werde dereinst Bauherr des Deutschen Reiches sein und diese Aufgabe könne nur erfüllt werden, wenn die studierende Jugend im Rahmen der ihr gesteckten Aufgaben besonderen Anteil an dem Wiederaufbau deutschen Geistes und Kulturlebens nähme. Der Studentenbund als Bestandteil der Partei wird dem Leben an der Hochschule sein Gepräge geben und die gesamte Studentenschaft an Deutschlands hohen Schulen gestalten. Der Studentenbund wird zu dieser Arbeit der weltansckaulichen Schulung alle Studierenden, auch wenn sie nicht Parteigenossen und Mitglied des Bundes sind, heranziehen. Jeder andere Weg wird dazu führen, daß die Studentenschaft nicht den Weg der Gesamtheit des Volkes geht. Der Reichsamtsleiter des NS.-Studentenbundes, Pg. Derichsweiler betonte, daß der Studentenbund heute die alleinige Verantwortung für die politische Erziehung der studierenden Jugend habe, es sei klar, daß der NSDStB. als Gliederung der Partei die Richtlinien seiner Arbeit niemals zur Grundlage einer Diskussion machen werde. Vor kurzem sei zwischen dem Reichsführer der Hitlerjugend Die Unterzeichnung des französisch-italienischen Luftfahrtabkommens wird in Paris lebhaft begrüßt. Man kündigt an, daß die gemein- ame Luft ft recke Rom — Paris bereits am 1. Juni in Betrieb genommen würde und in 5 Stunden zurückgelegt werden könnte. Die Frage des Südamerikaoien st es habe man vorläufig zurückgestellt. General Denain habe auch über die Bedingungen für eine trategische Zusammenarbeit beider Länder oorgefühlt, ein diesbezüglicher Vertrag sei aber nicht abgeschlossen worden. Die Verhandlungen hierüber würden in Paris und London fortgesetzt werden. Es sei falsch, von einem besonderen französisch-italienischen Luftpakt zu sprechen. Ein solcher für sich bestehender Pakt komme schon deshalb nicht in Frage, weil er nach den Vereinbarungen von Stresa in ein allgemeines Abkommen eingegliedert werden müsse, daß auch Deutschland, England und Belgien umfasse. Der Sieg des Kommunismus in Frankreich. Das endgültige Ergebnis der französischen Gemeindewahlen. der Verwirklichung dieses Werkes in Zusammenarbeit mit allen im Protokoll vom 7. Januar bezeichneten Ländern ihre Unterstützung zu leihen. Diese Interessen sind einer eingehenden Prüfung unterzogen worden, die nicht nur eine völlige Uebereinstimmung der Ansichten in allen Fragen ergab, sondern auch eine untrennbare Gemeinsamkeit der vier Staaten der Balkan-Entente. Der Rot stellte ferner fest, daß die notwendigen Bedingungen für eine günstige Entwicklung der Währungen und demgemäß eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse vorliegen. Auf Grund dessen hat der Rat beschlossen, erstens Verstärkung des Warenaustausch e s innerhalb der Balkan-Entente wie gegenüber dritten Staaten, zweitens Erweiterung und Verbesserung der Verkehrsmittel, drittens Hebung des Verkehrs und viertens Prüfung banktechnischer Fragen. Im Zusammenhang hiermit beschloß der Rat zahlreiche Maßnahmen wie Aufstellung klarerer und einfacherer Wirtschaftsregeln, Zusammenarbeit der Ausfuhrbehörden und Veranstaltung von Messen und Ausstellungen zur besseren Kenntnis der nationalen Erzeugnisse. Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Plan eines Po st abkommens geschenkt. Ferner wurde der Plan eines Luftabkommens gebilligt, wodurch regelmäßige Luftverkehrslinien eingerichtet, der Reiseverkehr in der Luft ausgebaut und eine Zusammenarbeit zwischen den Handelsluftflotten hergestellt werden soll. In der Frage der Schaffung einer Balkan-Bank ist ein türkischer Vorentwurf von den Währungsbanken geprüft worden, deren Gouverneure künftig mindestens einmal jährlich zu einer Sitzung züsammen- treten sollen. Der Sch'ußbmcht der Bukarester Tagung. B u k a r e st, 14. Mai. (DNB.) Die Konferenz des tändigen Rats der Balkan-Entente hat am Montagnachmittag ihre Arbeiten beendet. Die vier Außenminister Titulescu, Rüschtü Aras, Maximos und der Stellvertreter des südslawischen Außenmini- ters Puritsch wurden von König Carol in gemein- amer Audienz empfangen und begaben sich darauf ins Ministerium des Aeußeren zurück, wo der Ratspräsident Titulescu den amtlichen S ch l u ß b e- r t cf) t verlas. In diesem heißt es: Der ständige Rat der Balkan-Entente prüfte zunächst eingehend die allgemeine Lage in Europa und gelangte zu der befriedigenden Feststellung, daß die Lage auf dem Balkan keinerlei Anlaß zur Beunruhigung gebe. Ganz im Gegenteil hat der Rat die Ueberzeugung gewonnen, daß der Zeitpunkt für eine Verstärkung und E r - Weiterung der Tätigkeit der Balkan- Entente auf dem Balkan nahe beoorstehe. Man kam übereinstimmend zu der Erkenntnis, daß die allgemeinen und besonderen Interessen der Balkanstaaten nur durch Zusammenarbeit aller Länder ohne Ausnahme und im besonderen mit der Kleinen Entente im Hinblick auf die Sicherung des Friedens in Europa gewahrt werden konnten. Der Rat begrüßte mit Freude den Abschluß des französisch-sowjetrussischen Beistandsvertrages, in dem er die Grundlage der künftigen Gestaltung der Sicherheit in Osteuropa sieht. Bezüglich der römischen Abkommen ist die Balkan-Entente bereit, falls ihren berechtigten Interessen Rechnung getragen wird, wählen durchgeführt werden müßten. Die Argumente der Oppositionsparteien stehen indes auf so schwachen Füßen, daß sich das Danziger Obergericht keinesfalls zu einem so weittragenden Entschluß, wie die Aufhebung der Wahlen, wird entschließen können. Gleichzeitig haben die Danziger Oppositionsparteien mehrere Beschwerdeschriften an den Danziger Völkerbundskommissar gerichtet, in denen sie die Gültigkeit der Danziger Volkstagswahlen anfechten. Der Kommissar hat sich Vorbehalten, diese Beschwerden auf die Tagesordnung der Genfer Ratstagung setzen zu lassen^ Die Beschwerden sind zum Teil sehr umfangreich.Es ist dem Senat der Freien Stadt Danzig nicht möglich gewesen, innerhalb acht Tagen nach Zustellung Stellung zu nehmen. Er wird sich daher gegen eine Behandlung dieser Frage bereits auf der kommenden Völkerbundsratssitzung wenden. Der Pariser Stadtrat, einen Kommunisten zählte, wird achtVertreter Moskaus aufweisen, während die Sozialisten von 10 auf 5 zusammengeschmolzen sind. Besonders bezeichnend ist in Paris die Niederlage des Bor- fihenben des Nationalen Frontkämpferverbandes (UNC) Lebecq, der von der marxistisch-kommunistischen Einheitsfront geschlagen wurde. Das Wahlbündnis zwischen diesen beiden Parteien hat sich fast überall zugunsten der Kommunisten ausgewirkt. „Paris Midi" bezeichnet den Wahlerfolg der äußersten Linken als eine ernste Warnrlng an die bürgerlichen Parteien, die sehr rasch vernichtet werden würden, wenn sie sich nicht zu gemeinsamem Vorgehen zusammenschlössen. Das Land fordere eine solche Tat. Nach soviel Enttäuschungen und Beunruhigungen sei alles andere der alten, unfähigen uno verfaulten Politik Scherl-Bildmaterndienst Pilsudskis Nachfolger im Kriegsministerium wurde General Zbigniew Kasprzycki. Oie polnischen Offiziere in Berlin. Berlin, 13. Mai. (DNB.) Auf Einladung des Reichswehrministeriums ist, wie bereits gemeldet, eine Abordnung von fünf hohen polnischen Offizieren unter Führung des Kommandeurs der polnischen Kriegsakademie, General Kutrzeba, in Berlin eingetroffen. Die Abordnung, die aus Anlaß des Ablebens Marschalls Pilsudski Trauer angelegt hatte, legte am Montagmittag am Ehrenmal Unter den Linden einen prachtvollen Kranz mit einer umflorten Schleife in den polnischen Farben nieder. Im Anschluß daran schritt General Kutrezeba mit dem Kommandeur des Wachregiments Oberst von Kaiser die Frönt der zur Ablösung angetretenen Wachkompanie ab. Englische Betrachtungen. London, 14. Mai. (DNB. Funkspruch.) Zum Tode des Marschalls Pilsudski schreibt „Daily Telegraph", bei der Vorahnung seines Endes habe der Marschall weitgehende Vorsorge getroffen, und infolgedessen brauche man keine innere Krise und sicher keine Aenderung der Außenpolitik zu erwarten. In Moskau werde Laval sich zweifellos vor allem bemühen, das hartnäckige Mißtrauen, mit dem sich Rußland und Polen einander hinsichtlich ihres Einflusses in den baltischen Staaten, besonders in Litauen betrachten, zu beseitigen. — „Mornina Post" sagt, aus dem Tode Pilsudskis werde sich vielleicht eine wichtige Aenderung der internationalen Lage ergeben. Der Marschall habe es ständig a b a e l e h n t, sich in den französischen Plan für die Einkreisung Deutschlands hinein ziehen zu lassen. Hätte er sich dem Ostpaktplan Bartbous angeschlossen, so wäre Polen verpflichtet gewesen, auf der Seite Frankreichs und Rußlands zu kämpfen. Der Widerwille des MarfchallsgegendenPaktfei durch feinen Haß gegen Rußland vergrößert worden. Polen begann bereits einzusehen, daß die Rolle des Schiedsrichters, die Großbritannien nur mit großer Schwierigkeit spiele, für ein Land von Polens Umfang und Lage unmöglich sei. Es sei zu erwarten, daß Polen künftig gegenüber den Verhandlungen über Organisierung der Sicherheit weniger Zurückhaltung zeigen werde. Die Tatsache, daß Lavals Besuch in Warschau mit dem Tode des Marschalls zusammengefallen fei, fei in mancher Beziehung bedauerlich, aber vom französischen Standpunkt aus günstig, da sich Frankreichs Einfluß in einem Augenblick stärke, wo Polen genötigt sei, eine Lage neu zu erwägen, die es in bas Lager der an ber Aufrechterhaltung ber jetzigen Grenzen interessierten Nationen treiben werbe. Neuer diplomatischer Vertreter polens in Danzig? Königsberg t. P., 13. Mai. (DNB.) Wie verlautet, soll ber biplomatische Vertreter ber Republik Polen in Danzig als Gesanbter in Prag ober Brüssel Verwenbung finben. Als sein Nachfolger wirb ber polnische Generalkonsul in Königsberg Dr. Marchlewski genannt. Marchlewski, ber oorbem polnischer Generalkonsul in Neuyork war, ist als Beamter aus ber preußischen Schule hervorgegangen. Währenb bes Krieges war er als nichtkriegsverwenbungsfähig beim Magistrat ber Stadt Danzig. Er hat bann aus gesunbheitlichen Grünben um seine Entlassung nachgesucht. Falls die Entsendung Dr. Marchlewskis nach Danzig Tatsache werben sollte, würbe ber Posten bes polnischen diplomatischen Vertreters fo Im Kreml bürste man am Montag mit hohn- voll überlegenem Lächeln ben telegraphischen Bericht der Sektion Frankreich der Kommunistischen Internationale über den propagandistisch äußerst wertvollen Ausfall der Gemeindewahlen entgegengenommen Haden. An demselben Tage, an dem der französische Außenminister zum Freundschaftsbesuch in Moskau eintraf, eroberten die bolschewistischen „Freunde" mehr als 40 Rathäuser in Frankreich. Aber die Wahlen haben gezeigt, daß überall das kommunistische Element erheblich an Boden gewonnen hat und daß Paris, wie sich eine französische Zeitung ausdrückt, bereits von einem „roten Gürtel" umgeben ist. Die Gefühle des Triumphes, die die französischen Kommunisten ebenso wie die Drahtzieher in Moskau beherrschen, sind nur zu gut zu verstehen. Daß die Sozialisten Leon Blums als „Verbündete" der französischen Kommunisten mitgeholfen haben, ihren Todfeinden, den Bolschewisten, den Weg zu ebnen, ist nichts anderes als ein sichtbares Zeichen des Verfalls im sozialistischen Lager. Von nun ab werden die Kommunisten in Frankreich ganz anders vorstoßen als bisher. Die Arbeit wird ihnen auch wesentlich durch das Bündnis der Sowjetunion mit Frankreich erleichtert. Wenn auch Moskau feierlich versichert haben dürfte, alles zu unterlassen, was nach aktiver Unterstützung des Kommunismus aus- sieht, so wird es sich daran doch nicht halten. Aber auch das amtliche Frankreich wird sich ernsthaft nicht zur Wehr setzen können, weil es, ob es will ober nicht, sofort mit dem sowjetrussischen Bundesgenossen in Streit geraten würde. Diese Verquickung ist die Stärke der Bolschewisten in Frankreich. Jetzt ist der Augenblick gekommen, der Klarheit darüber bringen muß, ob sich das französische Volk vom Bolschewismus verschlingen lassen ober ihn überwinden will. Entscheidet es sich für den letzten Weg, dann wird es genötigt sein, gegen den Kommunismus mit den gleichen Waffen zu Felde zu ziehen, die wir gebrauchten und deret- wegen wir von Frankreich kritisiert wurden. Das Ergebnis der französischen Gemeindewahlen ist ein Warnungssignal. Es ist der erste Lohn, den Moskau für das russisch-französische Bündnis zahlt! Französisch-italienische Lustverkehrskonvention. ErstesErgebnisdcrBesprechungenDenains in Rom. Rom, 13. Mai. (DNB.) Zwischen dem französischen Luftfahrtminister Denain und Mussolini ist eine Konvention über die Einrichtung von Luftfahrtlinien unterzeichnet worden. / In einer amtlichen Mitteilung heißt es, daß diese Konvention die Politik herzlichen Einvernehmens zwischen ben beiben Regierungen bestätige unb eine enge Zusammenarbeit zwischen ber französischen unb ber italienischen Luftfahrtgesellschaft feststelle. Diese Zusammenarbeit betreffe insbeson- bere bie Eröffnung ber Linie Rom — P a- r i 5 unb ben Plan einer beiderseitigen Verbindung zwischen Tunis und Tripolis, sowie die Organisation von Landungsstellen auf italienischem Gebiet für die französische Luftlinie Marseille — Beirut. Staatssekretär General Valle und Luftfahrtminister Denain hätten auch zahlreiche Besprechungen über die Bedingungen gehabt, unter denen die in London und in Stresa geplante allgemeine gegenseitige Luftschutzkonvention verwirklicht werden konnte. Im Verlauf eines weiteren Meinungsaustausches seien die technische Zusammenarbeit der französischen und ber italienischen Luftwaffe wie auch bie Maßnahme einer eventl. Verstänbigung über bie Sicherstellung biefer Zusammenarbeit geprüft und beschlossen worden. Die Besprechungen eien in einer Atmosphäre ber größten Herzlichkeit vor sich gegangen unb hätten von neuem die Freundschaft der beiden Länder bestätigt. „Der Kommunismus, die Partei der Diktatur und des Terrors, die vaterlandsfeindliche Partei ist ber Nutznießer ber Gemeinberatswahlen", ruft er« schreckt über bas Anschwellen ber kommunistischen Bewegung ber „lemps“ aus. „Daß ein ber- artiges Ergebnis beunruhigenb sein muß für biejenigen, bie auf bie Erhaltung ber nationalen Ueberlieferung bebacht finb, ist selbstverstänblich. Aber es ist auch beunruhigenb für bie Erhaltung bes Regimes, für bie Demokratie unb selbst für jene, bie diese zu oerteibigen glaubten unb meinten, sie müssen sich wegen eines imaginären Faschismus Zur Wehr setzen." In diesem Urteil steckt der Vorwurf an jene radikalsozialistischen Kreise, die trotz ber parlamentarischen Bindung Herriots an das Konzentrationskabinett Flandin für die marxistischen Kandidaten überall eingetreten sind, wo es galt, der sogenannten Reaktion den Garaus zu machen. Der „Ami du Peuple" ruft warnend aus, der kommunistische Vorstoß muß allen guten Bürgern, die nach der nationalen Erneuerung streben, zur Lehre dienen. Es ist höchste Zeit. Der Graben wirb immer tiefer. Der gefunbgeblie» bene Teil ber Nation muß sich aufraffen, um Frankreich vor b e m Schlimmsten z u bewahren. Wir stehen vor bem tragischen Dilemma, entmeber Trikolore unb Regime ber Freiheit ober blutrote Wahrzeichen unb kollektivistische Zwangsarbeit. „Echo be Paris" meint, bas Volk habe sich gegen bie Regierung ausgesprochen und erwartet, daß bie parlamentarische Atmosphäre eine grundlegend Aenderung er- Die Teilnahme der deutschen Minderheit. Der Deutsche Volksbund hat zum Tode des Marschalls Pilsudski an den polnischen Ministerpräsidenten folgendes Beileidstelegramm gesandt: „In tiefster Anteilnahme trauert mit der Regierung und der polnischen Nation die deutsche Bevölkerung Schlesiens an der Bahre des ersten Marschalls Polens Joseph Pilsudski. Deutscher Volksbund für Polnisch-Schlesien." Am Dienstag oder Mittwoch wird der Deutsche Volksbund eine öffentliche Trauerkundgebung für Marschall Pilsudski veranstalten. — Die Jung- deutsche Partei für Polen hat ihrer Anteilnahme zu dem Ableben des Marschalls in einem Beileidstelegramm an den Staatspräsidenten Aus- druck gegeben. Sie ehrt das Andenken an den Mitschöpfer des deutsch-polnischen Verständigungswerkes durch eine Trauerfeier, die am Sitz der Bewegung -in Bielitz veranstaltet wird. daß eine Aussprache über bie refvrm demnächst in der Kammer stattfinden werde Man weist darauf hin, daß die Forderung nach Aenderung des Wahlgesetzes schon von Doumergue erhoben worden ist, und daß das Ergebnis der Gemeinderatswahlen die Notwendigkeit einer Beschleunigung dieser Reform bestätige. Paris, 13. Mai. (DNB.) Das Innenministerium gibt am Montagabend folgendes endgültiges Wahlergebnis bekannt: Von insgesamt 858 Gemeinden über 5000 Einwohnern haben die Mehr- Jn parlamentarischen Kreisen wird ber Ausgang Der Gemeinberatswahlen lebhaft erörtert. In ben Wanbelgängen ber Kammer würbe bas starke Anwachsen bes kommunistischen Flügels befonbers bemerkt. Man betont, baß bie parlamentarische Lage baburch nicht zwangsläufig beeinflußt werden brauche, doch jet anzunehmeü« £0£xi& men dem Inhalt der sogenannten Protokolle der Weisen von Zion entsprechen. Zur Frage der Straffälligkeit der Angeklagten führte der Verteidiger noch aus, daß die Täter in gutem Glauben gehandelt hätten, der durch das Gesetz geschützt werde. In der Nachmittagssitzung gaben die drei anwesenden Beklagten ihre Schlußerklärungen. Oberstleutnant Haller wandte sich sehr energisch gegen die Vermutung, daß er eine Verbindung mit deutschen Nationalsozialisten habe oder gar je Geld aus dem Auslande bezogen habe. Das Urteil wird am Dienstagnachmittag verkündet. Amerikas Währungspolitik. Keine einseitige Dollarstabilisierung. N e u y o r k, 14. Mai (DNB. Funkspruch). Im Rundfunk erklärte Finanzsekretär Morgenthau, Amerika wolle einer internationalen Währung s° st a b i l i s i e r u n g keine Hindernisse in den Weg legen. Dagegen sei es keinesfalls bereit, von sich aus eine einseitige Dollar st abi- lisierung durchzuführen, die die Vereinigten Staaten auf den Stand des Jahres 1932 zurückbringen würde. Amerika besitze jetzt die gesündeste Währung der ganzen Welt. Die Finanzpolitik der USA. sei lediglich von dem Willen bestimmt, den Anteil Amerikas am Welthandel zu erhalten. Die Behauptung, daß die Vereinigten Staaten durch die Goldanhäufung den Welthandel lahm legten, sei falsch, da die vermehrte Goldweltproduktion dem entgegenstehe. Die Vereinigten Staaten beabsichtigten, in erhöhtem Maße Silber als Währungsmetall zu verwenden. Der Außenhandel der USA. sei im Jahre 1934 im Verhältnis zu den beiden Vorjahren wertmäßig gestiegen. Viele Anzeichen ließen eine weitere Besserung des Welthandels erhoffen. Eine politische predigt. London, 13. Mai. (DNB.) In der St. Pauls- kathedrale hat der Bischof von Birmingham, Dr. Barnes, am Sonntag eine Predigt gehalten, in der er u. a. erklärte: „Es steht fest, daß die Spannung in Europa nicht weichen wird, solange nicht der Versailler Vertrag in irgendeiner Form revidiert wird, denn es ist für unser Wohlergehen von lebenswichtiger Bedeutung, daß ein großer Staat wie Deutschland keinen Anlaß zu berechtigtem Groll hat. Aus diesem Grunde sollte unsere Regierung Verhandlungen über das österreichische Problem, die früheren deutschen Kolonien und anderes einleiten. Innere Wohlfahrt und die Entfachung vaterländischer Leidenschaften sind kein Ersatz für eine erfolgreiche Staatsführung, die die Nation gerechterweise erwarten kann." Der Bischof prophezeite für die nächsten 25 Jahre einen Bevölkerungsrückgang in England. Er befürchte, daß sich das minderwertige Element in dieser Zeit des Bevölkerungsrückganges fruchtbarer erweisen werde als der wertvolle Grundstock der Nation. Die Schwachsinnigkeit nehme verheerende Ausmaße an. Die Vorschläge auf freiwillige Sterilisierung warteten immer noch auf die Billigung durch die Regierung. Konservative Unzufriedenheit mit Simon. London, 14. Mai (DNB. Funkspruch). „News Ehronicle" verzeichnet einen Angriff von Konservativen auf Sir John Simon und über eine vertrauliche Besprechung von 100 bis 140 Parteimitgliedern, die mit der Außenpolitik wegen ihrer an- aeblichen Unklarheit unzufrieden sind. Sir Austen Chamberlain soll einen Dreimächtepakt zwischen England, Frankreich und Italien befürwortet haben. Für Dienstag ist nun dagegen eine private Zusammenkunft der Anhänger Simons angesetzt. In den Wandelgängen des Unterhauses soll man der Ansicht gewesen sein, angesichts der jetzigen internationalen Lage sei es verfehlt, wegen der Außenpolitik eine Kabinetts krife herbeizuführen. sei zu keiner Mobilisierung geschritten und verpflichte sich, sich dem Schiedsspruch unparteiischer Richter zu unterwerfen. Der neue Appell schließt mit der dringlichen Aufforderung an den Völkerbundsrat, nach Artikel 15 eine friedliche Regelung der Streitfrage zu sichern, damit die politische Unabhängigkeit und Unversehrtheit des abessinischen Staatsgebietes geachtet und gegen jeden Angriff aufrechterhalten werde. Die Gemeinschaft studentischer Verbände. Berlin, 13. Mai. (DNB.) Nachdem vor kurzem die Deutsche Sängerschaft und die Deutsche Turnerschaft in die Gemeinschaft studentischer Verbände eingetreten sind, ist nun- mehr auch die Deutsche Burschenschaft in die Gemeinschaft studentischer Verbände ausgenommen worden. Die Gemeinschaft studentischer Verbände umfaßt nunmehr 19 Korporationsoerbände (etwa 900 Korporationen) mit einem Mitgliederbestand von insgesamt 210 000 jungen und alten Korporationsstudenten. Devisenverbrechen bei katholischen Orden. Berlin, 13. Mai. (DNB.) Die I u st i z - presse st elle Berlin teilt mit: Die durch einen Sonderbearbeiter der Staatsanwaltschaft Berlin getätigten Ermittlungen haben den Verdacht umfangreicher Devisenverschiebun- g e n bestätigt. Gegen eine Reihe von Orden sind die Ermittlungen soweit gefördert worden, daß bereits Anklage erhoben ist oder in Kürze erhoben werden wird. In der ersten Sache steht Ende dieser Woche Termin vor dem Schöffengericht Berlin an. Aus aller Wett. Fernsehen über weile Entfernungen. — Eröffnung der öffentlichen Fernfehstelle in Potsdam. Vor ungefähr einem Monat erst wurde im Reichspostmuseum in Berlin die erste öffentliche Fern seh stelle eingerichtet. Das außerordentliche Interesse, das diese Einrichtung erweckt hat, zeigt sich darin, daß in den anderthalb Stunden .Vorführungszeit an manchen Tagen bis zu 3000 Besucher gezählt werden. Die schnelle technische Fortentwicklung auf diesem Gebiet hat dazu geführt, daß jetzt bereits die erste öffentliche Fernsehstelle außerhalb Groß-Berlins, und zwar inr Gebäude der Reichspostdirektion in Potsdam der Oeffentlichkeit übergeben werden konnte. Dieser ersten Vorführung von Fernsehbildern auf weite Entfernung — über 20 Kilometer — wohnten etwa 200 Vertreter der deutschen Presse bei. Oberpostrat Dipl.-Jng. Dr. B a n n e i t s vom Reichspostzentralamt in Berlin, der seit acht Jahren grundlegende Forschungen auf dem Gebiet des Fernsehwesens leitet, sprach über die Bedeutung dieses weiteren Schrittes in der technischen Entwicklung. Während bisher nur ein Abstand von 6 Kilometer überwunden wurde, sei es jetzt gelungen, mehr als 20 Kilometer Entfernung zu überbrücken. Es habe Mühe und Arbeit einer großen Anzahl von Technikern gekostet, ehe diese neue Anlage gezeigt werden konnte. Das Problem des Fernsehens sei heute bei weitem noch nicht endgültig gelöst, wenn man auch zu einem gewissen Abschluß gekommen sei. Es gebe noch eine Anzahl von Mängeln, die zu beseitigen feien; die Abessinien im Spiel -er Mächte. Steht eine französisch-englische Protestaktion in Rom bevor? London, 13. Mai (DNB.) „Times" bestätigt, daß die britische und die französische Regierung sehr beunruhigt über den Stand des Streites zwischen Italien und Abessinien sind. Von der französischen Regieruna sei in London angeregt worden, in Rom und Addis Abeba gemeinsam die schnelle Bildung des Versöhnungsausschusses $u befürworten, damit dieser bei Eröffnung der Völkerbundstagung am 20. Mai bereits arbeite. Die britische Regierung stehe diesem Vorschlag wohlwollend gegenüber, denke aber an noch dringendere Vorstellungen. Man sehe es als äußerst bedauernswert an, daß die italienische Regierung sich so tief in Ostafrtkafragen verwickeln lasse $u einer Zeit, wo d i e Lage in Europa kritisch und wo enge Zusammenarbeit zwischen den europäischen Regierungen besonders wünschenswert fei. Das halbamtliche „ Giornale d'J t a l i a " befaßt sich unter der Überschrift „Nutzloser Lärm" mit der „eigenartigen Alarmstimmung" in einem Teil der französischen und mehr noch der englischen Presse und stellt zu den auch von der „Times" wiedergegebenen Gerüchten fiber einen bevorstehenden englisch - französischen Schritt fest, daß ein solcher Schritt bis jetzt nicht erfolgt sei. Auch glaubt das Blatt, daß die beiden befreundeten Regierungen weit entfernt seien von einer solchen Absicht, die nur schlecht mit dem legitimen Recht Italiens zur Verteidigung seiner bedrohten Interessen in Übereinstimmung zu bringen wäre. Eine derartige diplomatische Intervention könnte nur die immer feindseliger werdende Stim- mung Abessiniens gegenüber Italien noch weiter verschärfen, wie das bereits durch die wenig kontrollierte Intervention eines Teiles der englischen Presse zu Gunsten Abessiniens und durch die Rüstungslieferungen geschehen sei. London und Paris werde sicherlich diese elementare Wahrheit nicht entgehen. Wir glauben nicht, so schreibt das Blatt weiter, daß man in Paris und London ernstlich eine diplomatische Aktion plane, die nur zu einer Verschärfung der Lage führen könnte. Es wäre bedauerlich, wenn eine so glückliche Freundschaft, die Italien mit Frankreich verbinde, und eine Tradition dauernder guter Beziehungen wie die italienisch-englischen unter solchen Umständen a u f eine harte Probe gestellt werden sollten. Die Mahnung, Italien solle die europäische Lage nicht aus den Augen verlieren, erübrige sich. Italien wisse, welche historische Ausgabe ihm im Donauraum zufalle und beabsichtige gewiß nicht, darauf zu verzichten. Gerade zu diesem Zweck seien die wohlbekannten italienischen Maßnahmen getroffen worden. Das italienische Volk sei gegenüber diesen Pressemanövern sehr empfindlich. Sie könnten in diesem heiklen Augenblick sehr unangenehme Schatten auf die internationalen Beziehungen werfen. Solidarität und Freundschaft seien etwas sehr Wesentliches, sie könnten auf dem europäischen und afrikanischen Feld nicht verschiedene Formen einnehmen. England hat sich vor einigen Jahren des Sudans angenommen, der nach und nach in eine riesige Baumwollplantage verwandelt wird. Entgegen dem Willen der Aegypter hat die britische Verwaltung die Quellflüsse des Nils für die Bewässerung oieses unübersehbaren Gebietes herange- zogen. Sie hat sich nicht im geringsten um die leidenschaftlichen Proteste Kairos gekümmert, ist vielmehr ihren eigenen Weg gegangen, muß jedoch jetzt feststellen, daß das italienische Interesse an Abessinien einen unangenehmen Beigeschmack für England besitzt. Denn einer der wichtigsten Quellflüsse des Nils, der Blaue Nil, entspringt im abessinischen Hochland. Seine Wassermengen sind aber für England von erheblicher Bedeutung. Wenn sie auch nicht unmittelbar den Sudan-Pflanzungen zugute kommen, so sind sie doch für Aegpten, das von den Fluten des Nils lebt, sehr wertvoll. Nun sieht es aber so aus, als ob Italien die Absicht habe, aus Abessinien das zu machen, was der Sudan im Rahmen des britischen Weltreiches ist, eine großartige Baumwollplantage, die ihre Wasservor- räte dem Blauen Nil entnehmen könnte. Es würde den Engländern mehr als unbequem fein, wenn Italien aus Abessinien ein Baumwollkankurrenz- unternehmen machen oder auch nur einen Einfluß auf die für Aegypten lebensnotwendige Bewässerung des Niltals ausüben würde. Der Gedanke, daß' sich in der Flanke des afrikanischen Besitzes Englands die Italiener breit machen könnten, ist also den Briten wenig sympathisch. Wenn es also zunächst nur wirtschaftliche Gründe sind, die sie veranlaßt haben, in ihrer Presse ernste Töne gegen Italien anzuschlagen, und sich gleichzeitig um eine italienisch-abessinische Aussöhnung zu bemühen, so kann es doch vom Nilwasser her unter Umständen noch zu einem scharfen Disput zwischen London und Rom kommen. Abessiniens Beschwerde an den Völkerbund. Genf, 13. Mai. (DNB.) Die abessinische Regierung hat beim Generalsekretär des Völkerbundes erneut Beschwerde erhoben gegen die militärischen Maßnahmen der italienischen Regierung, besonders gegen die Entsendung zahlreicher Truppen und größerer Mengen Kriegsmaterial nach den italienischen Kolonien. Die offiziellen Reden, die diese Vorgänge begleitet haben, lassen keinen Zweifel an den feindlichen Absichten der italienischen Regierung. Abessinien habe schon zu wiederholten Malen auf die Gefahren solcher Maßnahmen für den Frieden hingewiesen.Verantwort- liche politische Persönlichkeiten Italiens haben die Absicht Italiens angekündigt, mit Abessinien ein für allemal ein Ende zu machen. Abessinien ister ition iuer abakj CIGARETTENFABRIKEN ALTONA-BAHRENFI leiten üMWß lahtäÄ^^ te BM-Scherrtn im DurMeuchtungsapparat Auf dem Wege eines natürlichen Gärungsprozesses erfolgt eine stetig fortschreitende Reinigung der Tabakblätter, bis sie nach Abschluß der Fermentation in der Durchleuchtung eine klare Durchsicht ergeben» ERNTEN 30 BIS 32 ♦ MUSTERCIGARETTEN * MISCHUNGSNUMMER R 6 oINI wird ausschließlich ohne ius folgenden Distrikten: xEBi. Aktaneffr. ^wrgi.F!ÄernillT sGun H.F.ÄPH. F. REEMTSMA Oie Ciga reffert sq methoden. die zuf karyagen enseres technischen Muster bjr völlig neuen Methoden hergestellt fer dieser Mischung beruht darauf, daß Diese Cigaretten werden m den FaWikai Betriebes in Altona-Bahrenfeld nacn^i Der ungewöhnlich zarte und reine Cha? sämtliche Tabake zweimal^tijwitwyt »ready frp &Mrf^e \ Mundstück hergestellt pfe^l^pt^lenlerte^tlml^l^ai Fabrikations- •erteiluog auf Saal Sold Als ^inbeton"^ Äls unb [eine mit *1. 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Anschließend fanden Fernsehvorführungen statt, lieber den Ultrakurzwellensender Witzleben begrüßte die Ansagerin des Fernsehsenders die Gäste der Eröffnungsfeier. Es wurde der Tradition Potsdams entsprechend ein Teil des Ufa- Tonfilms „Flötenkonzert in Sanssouci" vorgeführt; Otto Gebühr selbst gab in der Uniform des großen Königs vom Fernsehsender aus die Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generale vor der Schlacht von Leuthen wieder, und schließlich wurden Tonfilmaufnahmen des historischen Ereignisses vom 21. März 1933 in Potsdam gezeigt. Der Präsident der Reichspostdirektion Potsdam, Geheimer Postrat Dr. T r i l o f f, sprach der Presse den Dank der Deutschen Reichspost aus für das allseitige Interesse an der Fortentwicklung des Fernsehens. Die Vorführungen des Fernsehsenders wurden, wenn sich auch vereinzelt kleine Störungen zeigten, in Ton und Bild ausgezeichnet übermittelt. Die Einrichtung dieser zweiten öffentlichen Fernsehstelle zeigt, daß die Deutsche Reichspost unentwegt an der technischen Fortentwicklung auf diesem Gebiete arbeitet und rechtfertigt die Erwartung, daß durch die Zusammenarbeit der Reichspost mit der deutschen Industrie in absehbarer Zeit auch die Empfangsapparate einfacher gestaltet und zu er - schwinglichen Preisen abgesetzt werden können. Großes Grubenunglück in Schantung. — 400 Arbeiter ertrunken. Tsingtau, 14. Mai. (DRV. Funkspruch.) Am Montag ereignete sich in einem Bergwerk bei Tszet- schwan an der Zweiglinie der Schantung-Bahn nach Boschan etwa 80 Kilometer östlich von Tsinangku ein schweres Grubenunglück. Infolge eines Wassereinbruches ertranken an 400 chinesische Arbeiter und ein japanischer Ingenieur. Das Wasser stieä in den Stollen einen Meter je Sekunde, da d i e Pumpen infolge Kurzschlusses außer Betrieb gesetzt wurden. Man glaubte bereits die ganze Belegschaft in Stärke von 600 Mann verloren, aber glücklicherweise gelang es Freiwilligen, in einem Nachbarstollen nach längerer Zeit 200 Bergleute zu retten. Das Bergwerk wird von einer chinesisch-japanischen Gesellschaft geleitet. TNassenvergiftung russischer Arbeiter durch Methylalkohol. — 14 Tote, zahlreiche Erblindete. In Belgorod bei Kursk, südlich von Moskau, wurden 51 Arbeit nach dem Genuß von Methylalkohol ins Krankenhaus eingeliefert. 14 Arbeiter sind sofort g e ft o r b e n, der größte Teil der übrigen ist erblindet und liegt in hoffnungslosem Zustande darnieder. Es ist eine Untersuchung eingeleitet worden, um festzustellen, auf welche Weise die Arbeiter in den Besitz des Methylalkohols gekommen sind. Schwere Sturmschäden in Ostchina. — 20 Tote. Ostchina wurde in den letzten Tagen von einem schweren Sturm heimgesucht, der 20 Tote forderte. Am schwersten betroffen wurde die Hauptstadt der Provinz Kiangsu, Tschönkiang, wo zwölf Personen getötet wurden und drei Dampfschiffe sowie 200 Dschunken unter gingen. Ein britisches Kanonenboot wurde losgerissen, und viele Häuser wurden zerstört. Auch in Sutschu ist der Sachschaden sehr groß. Die Fernsprech- und Telegraphenwund en. Die übrigen Fahrgäste, die im Wagen saßen, mußten die Fensterscheiben zerschlagen, um ins Freie zu gelangen. Dabei zogen sich einige Autoinsassen Schnittwunden zu. Die drei Schwerverletzten wurden nach Anlegen von Notverbänden in das Erfurter Krankenhaus gebracht, die anderen sechs konnten in ihre Wohnorte gebracht werden. Der Omnibus ist völlig verbrannt. Beim Spielen von Sondmassen verschüttet. — Ein Knabe getötet. In Charlottenburg ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Auf einem unbebauten Grund- stück bauten mehrere Knaben einen Unterstand. Plötzlich gaben die oberen Sandmassen nach und begruben einen 13jährigen Schüler. Die Feuerwehr konnte den Knaben zwar bald bergen, doch hatte er so schwere Verletzungen erlitten, daß er im Krankenhaus bald nach seiner Einlieferung st a r b. Einige andere Jungen erlitten leichtere Verletzungen und konnten in ihre Wohnungen entlassen werden. Feuersbrunst zerstört ein rumänisches Städtchen. lieber Nacht ist die kleine rumänische Stadt Targu Sulita durchweinen sich schnell ausbreitenden Brand fast völlig vernichtet worden. Das Feuer zerstörte 160 Häuser und mehrere Getreidemagazine. Der Schaden wird auf 100 Millionen Lei geschätzt. Todesopfer sind bei dem verheerenden Brand nicht zu beklagen. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereich der Einfuhr polarer Luftmassen kam es in der Nacht zum Dienstag in Deutschland zu verbreiteten Ausstrahlungsfrösten. Inzwischen ist vom Norden her starke, anhaltende Tiefdruckstro- mung bis zu den deutschen Küstengebieten vorge- drungen, die sich auch bei uns vorübergehend bemerkbar machen wird. Sie wird die Zufuhr frischer Polarluft Herstellen. Aussichten für Mittwoch: Nach starker Bewölkung, zum Teil mit Niederschlägen, wieder mehr wechselnde Bewölkung, mit vereinzelten Schauern, bei lebhaften, von Norden und Nordosten eindringenden Winden neue Abkühlung. Aussichten für Donnerstag: Zunehmende Aufheiterung bei zunehmenden Winden von Norden und Nordosten her, Neigung zu vereinzelten Schauern. Lufttemperaturen am 13. Mai: mittags 11,9 Grad Celsius, abends 4,8 Grad; am 14. Mai: morgens 2 Grad. Maximum 13 Grad, Minimum —1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Mai: abends 14,7 Grad; am 14. Mai: morgens 10,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 13,9 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyrivt für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantworllich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag- Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Verbindungen sind außer Betrieb gesetzt. 700 Häuser sind einge stürzt und Tausende von Bäumen entwurzelt. Oberst Lawrence schwer verunglückt. Der durch sein abenteuerliches Leben bekannte englische Oberst Lawrence, der während des Weltkrieges als Führer der aufständischen Araber berühmt wurde und bei den afghanischen Wirren eine ungeklärte Rolle spielte, verunglückte am Montagvormittag mit seinem Motorrad in der Grafschaft Dorset und mußte in ein Krankenhaus gebracht werden. Er hat einen Schä- delbruch erlitten. Im Jahre 1927 hatte Lawrence seinen Namen in Shaw geändert und hatte bis vor kurzem als gemeiner Sol - bat in der britischen Luftstreitmacht Dienst getan. Flammentod eines alten Mannes. In Mühlburg bei Bad Kreuznach fand man einen 70jährigen Invaliden in seinem Schlafzimmer mit schweren Brandwunden t o t auf. Die eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß der Greis des Nachts (ein Bett verlassen hat und dabei mit der brennenden Petroleumlampe in Berührung gekommen fein muß, so daß das Nachtgewand Feuer fing und der alte Mann den Tod in den Flammen fand. holländisches Personenauto in einen Fluß gestürzt. Alle vier Insassen tot. Bei der Ortschaft St. Michielsgestel (Nordbrabant) ereignete sich ein schweres K r a f t w a g e n Unglück, bei dem vier Personen ums Leben kamen. Ein Personenkraftwagen stürzte bei dem Versuch, einen großen Autobus zu überholen, in den neben der Straße herlaufenden Dommel-Fluß und versank sofort im Wasser. Um den Kraftwagen bergen zu können, mußte erst ein Kranwagen herbeigeholt werden, was eine Dreiviertelstunde in Anspruch nahm. Inzwischen waren die vier Insassen erstickt. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Unverantwortlicher Leichtsinn. — Ein Autobus in Flammen. — Drei Schwerverletzte. Bei Weißensee (Thür.) ereignete sich ein schweres Brandunglück, das durch unverantwortlichen Leichtsinn verursacht wurde. Als ein Omnibus neuen Brennstoff aufnehmen wollte, setzte ein Mitreisender in unmittelbarer Nähe des offenen Tanks ein Streichholz in Brand. Im gleichen Augenblick entzündete sich das Benzin, und wenige Sekunden später ergriffen die Flammen den ganzen Wagen. Der Krastwagenführer, der sich neben dem in Brand geratenen Tank befand, erlitt ebenso wie zwei andere Mitfahrende schwere Brand- Die Sangcmartffämpfer in Marburg. Am vorigen Samstag und Sonntag trafen sich in Marburg fast 3000 ehemalige Angehörige des „Grünen Korps" (26. Reservekorps), um der schweren Kampftage bei Langemarck zu gedenken. Nach Begrüßungsworten des ehemaligen Korpsführers Amtsgerichtsrat Dr. Braß (Köln) sprach der letzte Kommandierende General des „Grünen Korps", Generalleutnant a. D. v o n W a 11 e r , der den treuen Zusammenhalt des Korps heroorhob. Scherl-Bildma tem dienst Amtsgerichtsrat Dr. Braß gab unter lebhaftestem Beifall bekannt, daß der Führer auf das Treuegelöbnis des „Grünen Korps" mit einem Telegramm geantwortet habe, in dem er den Tagungsteilnehmern kame?adschaftliche Grüße übermittelte. Eine für alle Tagungsteilnehmer unvergeßliche Weihe- ftunbe war die Heldenehrung im Schloßparktheater, die unser Bild zeigt. PREISE:' 1.80 u. 3.35 i/2 Liter 5.40 PREISE 1.80 u. 3.35 ^2 Liter 5.40 2914 A Ein ledhetei 2908 D Rodheim a. d. Bieber, den 14. Mai 1935. 02089 lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll wieseck, den 14. Mal 1935. 2904 D Gießen, den 13. Mal 1935. 02090 Ruf 2145/2146. — Reichhaltiges Lager in Herden führender Fabriken, insbesondere der beliebten Roeder-Herde! Briefumschläge bei Brühl, Gießen Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 15. Mai, nachmittags 4 Uhr statt. Blüthner- piano nur RM. 1150- Alleinvertreter: Aug. Förster Bahnhofstratze71 gegründet 1876 Ruf 3367. [02084 A Die schöne Gaststätte von gutem Ruf Die gutbürgerliche Küche Ä Die gepflegten Auerhahn-Biere 2917A Vereinszimmer u. Kollegs für jede Veranstaltung Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Haus, geb. Haus. ZweckLSelümpluagoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange- bote von Handwerkern nur mit Tlamensnea. nvog u. unter Vorlage besGcwerbenachweises ausgenommen werden. Verlag ^esGiebcnerAnzeigers Gleisen (Bleichstrafee 11), den 14. Mal 1935. Die Beerdigung findet in aller Stille statt Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer Heben Entschlafenen sagen wir hiermit allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schmidt -7.fi. HAUSER, GIESSEN ______AM OSWALDSGARTEN Am Sonntag, dem 12. Mai, mittags 1 Uhr, entschlief sanft nach längerem Kranksein meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Margarete Best, geb. Zeife im Alter von 59 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Best Restaurant Zum Andres Vermeiden Sie den „Waschtag“ MangelwäschePfd.25^ Naßwäsche... Pfd.18,3 (Trockengewicht) Großwäscherei Edelweiß Gießen <,i - Ruf 3487 Am 12. Mai verschied unerwartet infolge eines Unglücksfalles mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Onkel und Schwager Karl Haus im Alter von 37 Jahren. konnten nur |ol sein, als der El wurzelte. Mit i mußte das Chc 0( W vemoct m "Mde tro datWn Tmps BcmiihmM i deutschen der Geist abti sam werden, manifestieren setzen. Wer2 Von Der Wettbei Reichsn Kieler■ Die Glasmc Ätzens farbige: Men Fen,te $)en Zweck, dc rum einzula «WM eine i pSÄ SHf S’fit ■«Öft v,/Wenr her ÄS fern« dP,eI der üi »eilet St «Ä SJ** tat 1 6e?Ss Ich« er ÄMe blon,:*te dq '!l bi» J?ufei ihre Mw Dies?.'Nen Arbeitsvergebung. Auf Grund der Retchsverdingungsordnung sollen im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: Für Verbreiterung, Kurvenregulierung und Vorprofilierung auf der Provinzialstraße Treis—Allen- darf a. d. Lda.: die Lieferung von 2100 cbm Stücksteinen, 1000 cbm Walzschotter, 100 cbm Basaltsplitt, 400 cbm Schlämmsand, 28 m Zementrohre; die Ausführung von 1050 cbm Erdaushub, 400 qm Fahrbahnaufbruch, 7150 qm Stijckbau, 10 500 qm Vorprofilierung, 400 Fuhrwerksstunden, 4 Quer» durchlüffen sowie 3600 qm Gräben- und Bankettregulierung. 2830D Angebotsvordrucke sind, soweit Vorrat reicht, ab Ittonfag, den 13. d. M.» nur vormittags auf unserem Büro, Gießen, Hitlerwall 371, erhältlich, woselbst die Bedingungen und Pläne einzusehen sind. Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift: „Submission Treis—Allendors a. d. Lda." bei uns bis zum Samstag, dem 18. Mal, vormittags 10 Uhr, portofrei einzureichen. Angebote ohne Aufschrift auf dem Umschlag werden nicht berücksichtigt. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 10. Mai 1935. Provinzialdirektion Oberhessen Tiefbau. steigt dem Onkel MoUig in die Nase, wenn er in die Küceh tritt. Und das Wasser läuft ihm im Munde zusammen, sieht er die tüchtige Hausfrau die schönsten Gerichte auf dem neuen Roeder-Gasherd kochen und braten. Das war doch ein guter Grift, als er zu der Firma Häuser am Oswalds- garten ging und den schönen Herd in die Küche stellen ließ. Seitdem ist ein ganz anderer Zug im Hause, denn die Liebe geht nun einmal durch den Magen. Sollte die Laune noch so rosig sein, ein gutes Mittagsmahl, gekocht auf dem Roeder-Gasherd, macht sie noch rosiger. Das sollten auch Sie sich zu Herzen nehmen und Sie sollten es nicht versäumen, sich solch ein notwendiges Möbelstück anzu- sehaffen. Kommen Sie ruhig einmal in unsere umfangreiche Ausstellung. Sie finden dort die neuesten Modelle praktischer Gas- und Küchenherde. Sie sind auch nicht all zu teuer. Wir erwarten Sie. Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Baus trauen achtet auf die Gesundheit eurer Füße. Birkenstocks Fußbett“ erhält die Füße gesund! Beratung und Anprobe: Bermann Röhrig, LedephaDdlnng Gießen, Neustadt 43. 2712 a Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgange meiner lieben Frau, unserer guten Mutter sagen wir unseren herzlichsten Dank. Johannes An und Kinder. Nr.M Zweiter Blatt MeßenerAnzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Dienstag, H. Mai (935 Soldaten einer Ldee. Von Viktor Lutze, Chef des Stabes der SA. Als Adolf Hitler Politiker wurde und seinen Kampf um Deutschland begann, war er Soldat. Als unbekannter Gefreiter hatte er den Weltkrieg mit allen seinen Leiden und Bitternissen an der Front erlebt. Wie bei vielen seiner Kameraden hatte sich in diesem Fahr auch in seiner Seele ein Umbruch in der Anschauung des Lebens und aller seiner Dinge vollzogen, eine völlige Umwertung der Reihenfolge der sonst in der bürgerlichen Welt anerkannten Anschauungen und Begriffe. Im Angesicht des Todes blieb nur das Echte und Wahre im Menschen von Bestand. Die Aeutzerlichkeiten der Zivilisation fielen von ihm ab wie die Schlammkruste von Uniform und Helm. Was blieb, das war die nackte Menschenseele mit all ihren Fehlern und Tugenden, und was die deutsche Front durch viereinhalb Jahre hindurch in diesem Grauen und Dreck des feindlichen Vernichtungswillens bestehen ließ, das waren die ewigen Werte deutschen Soldatentums: Ehre, Treue, Pflichterfüllung, Gehorsam und Kameradschaft. Seitdem germanische Krieger über Europa zogen, seitdem germanische Heerscharen von Europa aus die Kultur und Zivilisation in die Welt trugen und mit ihrem Schwert und Schild beschirmten, waren diese Tugenden ihre Leitsterne. Und im Umbruch dieser Werte an den Fronten des Weltkrieges brach das ursprüngliche deutsche Wesen sich wieder Bahn; es begann die deutsche Revolution! Ein neues Lebensgefühl trug der Soldat von der Front mit in die Heimat: soldatische Haltung. Und als das Frontheer in die Heimat zurückströmte, da wurde der grelle Gegensatz offenbar zwischen Werten dieses Soldatentums und der geistig-seelischen Zersetzung der Heimat. Voll brennender Scham erlebte Adolf Hitler, wie jüdische und andere volksfremde Elemente ungehindert ihr verbrecherisches Unwesen in Deutschland treiben durften und moralisch und politisch die deutsche Volksseele vergiften konnten. Unter dem Vorwand, für die „Freiheit der Menschenrechte" und für die „Befreiung des unterdrückten Arbeiters" zu kämpfen, wurde der nachweislich vom Feind bezahlte Novemberverrat im Gewände des Marxismus unter dem Deckmantel zentrümlicher Tolerierung legalisiert und der todwunden kämpfenden Truppe der Dolch in den Rücken gestoßen. Ohnmächtig, gaserblindet mußte Adolf Hitler erleben, wie in der Stunde höchster nationaler Not das Zentrum und die marxistischen Parteien das tiefere religiöse Empfinden deutscher Menschen und die echte Sehnsucht nach einem sozialen Ausgleich aller schaffenden Deutschen zur Durchsetzung ihrer internationalen Parteiinteressen mißbrauchten und in der Revolte vom November 1918 dem Soldaten an der Front das blanke Schwert zerbrachen. Dabei wurde dem Führer eines klar: dieser größte aller weltgeschichtlichen Zusammenbrüche, der nach einem unerhört siegreichen Kampf an allen Fronten den deutschen Soldaten zur Kapitulation zwang, konnte nur geschehen, weil sich der deutsche Mensch in seinem Denken und Fühlen und in seiner politischen Organisation von den Grundgesetzen seines ureigenen Wesens und den organischen Werten seiner Rasse abgewandt hatte und einem System huldigte, das ihm innerlich fremd war. Der Pluralismus der Demokratie und die Freizügigkeit des Liberalismus konnten nur solange im deutschen Volke von Bestand sein, als der Staat in den altgermanischen Tugenden wurzelte. Mit dem Zusammenbruch dieses Rahmens mußte das Chaos eintreten. Oer Geist der Front. Nicht vermochten es aber die äußeren und inneren Feinde trotz heftigster Bekämpfung aller soldatischen Empfindungen und Regungen, trotz der Bemühungen um eine „moralische Abrüstung" des deutschen Volkes, den Geist der Front zu zerstören, der Geist aber kann niemals für sich allein wirksam werden, er braucht einen Körper, um sich zu manifestieren und einen Willen, um sich durchzusetzen. Der Führer und sein Stabschef. — (Aufnahme: G. Haller.) In dem unbekannten Gefreiten des Weltkrieges flammte der leidenschaftliche Wille empor, diesem Geist, der seine Kameraden an der Front und ein ganzes Volk um seiner Ehre willen zu den höchsten Opfern befähigt hatte, einen Körper zu schaffen, ein Instrument, mit dem die Schmach des Novemberverbrechens wieder gut gemacht und dem Deutschen seine Ehre wieder erkämpft werden könnte. Bei der damaligen Lage schien ihm ein taugliches Mittel zur Durchsetzung seines Willens eine Gemeinschaft jener Menschen, deren Charakterwerte und soldatische Tugenden sich im Schützengraben offenbart hatten. Adolf Hitler schuf mit einigen seiner Kriegskameraden die Partei. Die Partei sollte das Instrument sein, mit dessen Hilfe er das Glaubensbekenntnis des nationalen Sozialismus in die Herzen und Hirne der deutschen Menschen einhämmern wollte. Faust gegen den Terror. Dies Erkennen nutzte die seit dem November 1918 herrschende schwarz-rote Koalition mit allen ihr zu Gebote stehenden privaten und staatlichen Machtmitteln rücksichtslos aus, um jedem ihrem Wollen nicht gsnehme politische Willenskundgebung und die Aufklärung des Volkes im Keime zu ersticken. Die Organisationen des Marxismus beherrschten unumschränkt die Straße und damit das gesamte politische Leben. Wollte Adolf Hitler nicht von vornherein darauf verzichten, einst die praktischen Folgerungen aus seiner Lehre zu ziehen, so mußte er dem Terror der anderen ebenfalls mit der Faust begegnen. Daher bildete er zum Schutze der Aufklärungsarbeit seiner jungen Partei eine kleine Ordnergruppe. Der erste großangelegte Versuch der Maxisten, den jungen Nationalsozialismus im Keime zu ersticken, scheiterte an dem unerhörten Kampfgeist dieser Truppe, die dann in Tausenden von Straßen- und Saalkämpfen sich das Recht auf die Straße erzwang. Seitdem die ersten 46 Mann 800 Marxisten aus dem Felde schlugen, tragen wir als Anerkennung des Führers den Namen „Sturmabteilung" — SA. Seit jenem Tage, hat die SA. ihrem Namen Ehre gemacht uno in opferreichstem, 14jährigen Ringen der Partei die Straße, dem Führer die politische Handlungsfreiheit und dem deutschen Soldaten der Front seine Ehre erkämpft. Ein Soldat begann das Werk. Adolf Hitler begann sein Werk als Soldat. Auf den soldatischen Grundpfeilern des deutschen Charakters baute er das Wesensgefüge seiner Idee und Partei auf. In den soldatischen Tugenden ermg er die Mannschaften der SA. und in ihnen sollen weiterhin nach seinem Willen die kommenden Generationen erzogen werden, um so ein für allemal au verhindern, daß die einheitliche politische Linie Des Nationalsozialismus einmal irgendwie abgebogen werde. Im Nationalsozialismus schuf Adolf Hitler eine Synthese von Nationalismus und Sozialismus, auf deren Grundlage die Ueberwindung des Klassenkampfes auf der einen und des Standesdünkels auf der anderen Seite möglich war. Zwei eherne Gesetze waren Ausdruck dieser Synthese: Die Ueberwindung des Eigennutzes durch den Geist der Gemeinschaft und die Volkwerdung in dieser Gemeinschaft. In den braunen Bataillons haben diese beiden Ideale zuerst Gestalt angenommen. In der SA. ist die Volksgemeinschaft keine schöne Phrase, hier steht tatsächlich der Arbeiter neben dem Prinzen, der Student neben dem Angestellten und Handarbeiter, der Bauer neben dem Beamten alle im schlichten Braunhemd, gleich: in Reih und Glied. Lebende Gemeinschaft. Tausende von Arbeitern hätten den Weg zur deutschen Nation nie gefunden ohne die SA. Die SA. ging in ihre Elendsquartiere, ihre Stempelstellen, holte sie von der. Straße hinweg: in ihre Reihen. Sie suchte die Diskussion und konnte überzeugen. Sie siegte durch die Ehrlichkeit ihres Wollens und durch die Kraft ihres Glaubens. In Tat und Beispiel, in Kampf und Blut wurde in der SA. die soldatische Forderung Adolf Hitlers lebendige Wirklichkeit, wuchs in Kampf und Not ein neuer Menschentyp: Der Soldat einer Idee. Was von oben durch die Kaiser des Mittelalters, durch einen Friedrich den Großen und Bismarck nicht vermocht wurde, geschah durch die typenbildende Kraft der SW-mäßigen Erziehung im Nationalsozialismus von unten: Die Herausstellung eines neuen deutschen Menschentyps, in dem sich die soldatischen und politischen Kräfte des germanisch-deutschen Wesens verkörpern, und die Vollendung der Revolution sehen wir in der immer klareren Ausprägung dieses neuen Menschentyps in immer größerer Zahl. Der Nationalsozialismus steht erst am Anfang. Wir denken in langen Zeitperioden. Die erste Periode war die des Kampfes um die Macht und ihre Festigung im Staate. Sie ist abgeschlossen. Die zweite Periode beginnt. In ihrem Mittelpunkt steht einzig und allein der deutsche Mensch. Die SA. hat in den hinter uns liegenden Jahren des Kampfes in der Einschmelzung des aus allen Lagern ihr zuströmenden Menschenmaterials ihre ganz besondere Eignung und Befähigung zur Erziehung im nationalsozialistischen Sinne erwiesen: Sie wird weiter wirken in der Formung des neuen Menschen: als Vorbild und Erzieher, Damit der Nationalsozialismus nicht allein Lippenbekenntnis bleibe, sondern lebendige Lebensform werde. Rudolf Heß in Stockholm. Stockholm, 13.Mai. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß ist mit seiner Frau, dem deutschen Gesandten Prinz zu Wied, Reichsärzteführer Dr. Wagner, sowie Professor Haushofer in Stockholm eingetroffen. Die beiden Stockholmer Abendblätter „Nya Daglight Allehanda" und „Aftonbladet" bringen Aeußerungen, die der Reichsminister während der kurzen Zwischenlandung in Malmö den schwedischen Pressevertretern gemacht hat. Rudolf Heß wies u. a. darauf hin, daß es fein erster Besuch in Schweden und, gleichzeitig seine erste Ausland s f a h r t fei, die er a l s R e i ch s m i n i st e r unternommen hätte. Der Grund seines Besuches sei eine Einladung, im Hause der schwedischen Gesellschaft einen Vortrag über das neue Deutschland zu halten. Der Vortrag, der am Dienstagabend stattfindet, soll durch Teile des Films „Triumph des Willens" ergänzt werden. Das Interesse für den Vortrag ist ungemein groß. „Nya Daglight Allehanda" bringt seine Meldung mit der Heberschrift „Hitlers nächster Mann in Stockholm" und hebt besonders die Tatsache hervor, daß er ein „ausgeprägter Friedensfreund" sei. Zur Bekräftigung hierfür werden einige Sätze aus seiner Königsberger Rede an die Frontkämpfer angeführt. Keine „G-andarien der Arbeii". Berlin, 13. Mai. (DNB.) Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat folgende Anordnung getroffen: Es ist mir gemeldet worden, daß einige B e - triebsgemeinschaften „Standartender Arbeit^ eingeführt haben. Ich untersage dies hiermit. Begriff und Bezeichnung „Standarte" sind und bleiben der SA. und SS. vorbehalten. CREME: 15 Pf.—RM 1.00 / DL: 35 Pf.-RM 1.20 Aus derWettstatt des Glasmalers Von Erhard Monk, Marburg. Der Verfasser ist der erste Preisträger im Wettbewerb um die Glasmalereien des Reichsmarine-Ehrenmals in Laboe an der Kieler Förde. Die Glasmalerei ist die Kunst des Zusammensetzens farbiger Gläser. Im Gegensatz zu den einfachen Fensterverglasungen hat das Buntfenster den Zweck, das Tageslicht nur gedämpft in den Raum einzulassen. Die Mosaikgläser verwandeln das grell einfallende Licht in Farbwerte. Wie em Teppich eine Maueröffnung verschließen und zugleich schmücken kann, so soll auch em Glasfenster dem Jnnenraum zur Geschlossenheit und Verschönerung verhelfen. Wie der Glasmaler die einzelnen bunten Gläser zusammensetzt, ist entscheidend für die Leuchtkraft des Fensters; der geringste Fehlgriff, ein falscher Farbton kann die Einheit des Werkes zerstören. Die Entwicklung der einmal gefaßten Idee in der zeichnerischen Komposition und in der farbigen Harmonie bestimmt den künstlerischen Wert des Fensters. Nachdem der Künstler in mehreren Skizzen die Idee festgehalten hat, zeichnet er mit Kohle rem linear den Karton: das Fenster in natürlicher Größe. In diesem Karton ist nun ^on jeöes farbige Stück, das man später in dem Glasfenster sieht, fest Umrissen, wie auch jede Einzelheit, zum Beispiel der Ausdruck eines Gesichtes, bis ins letzte durchgearbeitet ist. Nach dieser künstlerischen Arbeit beginnt der erste technische Arbeitsgang. Für jedes eingezeichnete kleine Stückchen muß eine Papierschablone angefertigt werden, nach der später das Glas geschnitten werden kann. Zu diesem Zweck wird mit Hilfe von Blaupapier die ganze Kartonzeichnung auf Schablonenpapier durchgepaust. Da aber die Kartonzeichnung schmale und breite Linien aufweist, muß der Glasmaler bei der Pause darauf achten, daß er mit seinem dünnen und spitzen Pausstift genau die Mitte dieser Linien einhält. Die auf dem Scha- blonenpapier entstandenen schmalen Linien werden mit einem Messer, das zwei dicht nebeneinander parallel laufende Klingen hat, ausgeschnitten. Jetzt ist die Zeichnung auf dem Schablonenpapier in all ihre kleinen und allerkleinsten Teilchen zerlegt. Diese einzelnen Stückchen müssen aber wieder so nebeneinander gelegt werden, daß das Ganze der Kartonzeichnung entspricht Jetzt „stimmt"- der Künstler das Fenster, das heißt: für jede Schablone wählt er aus des farbigen Hüttengläsern den passenden Ton. Dies ist nach der Zeichnung die wichtigste künstlerische Arbeit, die sehr starke Sammlung und Vorstellungskraft verlangt. Denn dem Glasmaler muß bei der Auswahl eines jeden Farbtons ständig vor Augen sein, wie dieser in der ganzen Komposition stehen wird. Ist für ein Schablonenstück das richtige Gigs gefunden, so wird es mit einem Diamanten danach geschnitten und an seinen Platz gelegt. Nach Beendigung dieser Arbeit werden die Gläser abgewischt und an die entsprechenden Stellen der Kartonzeichnung aufgelegt. Mit der Glasfarbe, dem Schwarzlot, malt der Künsller den Gläsern die leicht durchschimmernde Zeichnung auf. Wenige Stunden muß diese Farbe trocknen, dann beginnt das „Aufwachsen" auf die Staffelei. Diese gleicht einer Schaufensterscheibe, die dicht am Atelierfenster gegen das Tageslicht aufgestellt ist. Stück für Stück klebt der Maler mit Wachs an die Staffelei und baut sich auf diese Weise behelfsmäßig sein ganzes Fenster zusammen. Jetzt kann er überprüfen, ob die von ihm aus- gewählten Farbgläser nach seinem künstlerischen Entwurf zusammenstimmen. Dem Werk fehlen aber noch Schattierungen innerhalb der einzelnen Gläser. Um diese zu erreichen, wird das ganze Fenster mit einer graubraunen Farbschicht überzogen. Ist der Heber» zug getrocknet, wischt der Künstler mit Daumen ober Handballen von der Heberzugsschicht so viel weg, daß sie nur dort stehen bleibt, wo sie zum Schattieren und Abstufen wichtig ist. Die verschiedenartige Anwendung dieser Heberzugstechnik bietet dem Maler unbegrenzte künstlerische Möglichkeiten. Vorsichtig werden die Gläser von der Staffelei genommen und in einem besonders konstruierten ifen gebrannt. Bei diesem Vorgang brennt die aufgemalte Farbe in das Glas ein; um ein einwandfreies Einbrennen zu erzielen, ist große Erfahrung notwendig. Erst am nächsten Tage sind die Gläser so weit abgekühlt, daß sie mit Hilfe von Bleiruten zusammengefügt werden können. Jetzt ist das Glasfenster — das je nach Größe in einzelne rechteckige Felder untergeteilt ist — soweit fertig, daß es an feinen Bestimmungsort gebracht und eingesetzt werden kann. Diese kurze Schilderung mag gezeigt haben, welche Mühe die Herstellung eines Glasgemäldes erfordert und wie sehr künstlerisches und handwerkliches Können zusammengehen müssen, um ein vollendetes Werk zu schaffen. Es kann kein Zweifel bestehen, baß auch bie Schöpfungen ber großen mittelalterlichen Meister nur aus biefcr innigen Verschmelzung von handwerklichem und künstlerischem Können geboren wurden. „Nie Katz' im Gack." Dieses Lustspielchen, ausreichend gerade für einen harmlos unterhaltenden Abend oder Nachmittag, wurde von Johs. F e t h k e nach einem ungarischen Stück von S z i l a g y i und E i f e m a n n in ein deutsches Drehbuch umgewandelt und von Richard E i ch- b e r g mit allerlei schwankhaften Späßchen verziert und in munterer Laune gekurbelt: es ist, alles in allem, die Geschichte eines kleinen und hausbackenen Mädchens, das sich in einen eifrigen und eiligen Sportsmann Knall und Fall verliebt hat. Dieser wilde Rennfahrer macht sich aber wenig aus Frauen, und wenn er eine feines Blickes würdigt, dann muß sie mindestens sportlich interessiert sein und „Benzin im Blut haben". Eine schauderhafte Vorstellung, nebenbei bemerkt; aber es ist sozusagen das Stichwort für Magda Schneider, die hier um einer Leidenschaft willen jäh „erblondet" und auch sonst erstaunliche Verwandlungen durchmacht. Gelegentlich läßt ihr die Rolle sogar einen Augenblick Zeit, den Zuschauer daran zu erinnern, daß sie mehr kann, als unverbindliche Lustspielfiguren spielen, ein bißchen fingen und einen Csardas tanzen. (Diesmal nicht mit Benzin, sondern mit Tokaier im Blut.) Vor langer Zeit hat sie eine wirkliche Leistung gezeigt — in „Liebelei" —, und man würde sich freuen, diese Darstellerin wieder einmal vor eine ähnliche Aufgabe gestellt zu sehen. Theo Lingen macht den Heiratsvermittler und wirkt, obwohl er nichts Neues bringt, stellenweise unwiderstehlich komisch. Albach- R e 11 y als eleganter Sportsmann, Tina Eilers, Julie S e r d a und M e y e r i n ck seien noch genannt. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Vorher sieht man den Anreißer zu der Operette „Polenblut". Aus der Wochenschau interessieren Bildberichte von der Berliner Maifeier, aus Abessinien und vom Turniersieg unserer Offiziers in Nizza. —r— Kolonialerwerbung im Jahre 1669 durch einen Hanauer Grafen. Obwohl wir leider unsere durch rastlosen Fleiß in einen blühenden Zu stank» versetzten Kolonien nicht mehr besitzen, ist es nicht uninteressant, zu erfahren, daß schon im Jahre 1669 Friedrich Kasimir, Graf von Hanau-Lichtenberg, den allerdings seine Zeitgenossen als einen gar „wunderlichen Herren" bezeichnen, eine Kolonialerwerbung vorgenommen hat Allerdings hat die Sache ein unrühmliches En^e genommen. Immerhin ist der joigang, der mehrere Jahrhunderts zurückliegt, lesenswert. Friedrich Kasi- mir hatte im Jahre 1647 die Regierung der Grafschaft Hanau-Lichtenberg angetreten und alsbald, 24 Jahre alt, die um 20 Jahre ältere Witwe des Grafen Philipp Moritz, Sibvlle Christine von Anhalt-Dessau, geheiratet. 1656 nahm er den durch sein satirisches Werk bekannt gewordenen Johann Michael M o - scherosch in seinen Dienst. Zwei Abenteurer, Joh. Joachim Becker und Friedrich Kretzschmar, trafen etwas später ein, die den Grafen Friedrich Kasimir beredeten, mit der Westindischen Kompanie zu Amsterdam einen Vertrag abzuschließen, nach welchem er in Südamerika einen Landstrich (30 Meilen längs der Küste und 100 Meilen landeinwärts) zwischen dem Amazonenstrom und Orinoko zu ewigem Lehen erhalten sollte. Alles Land längs der Küste, das binnen zwölf Jahren nicht bebaut sei, solle an die Gesellschaft zurückfallen. Die Erwerbung sollte „Neu- Deutschland" oder „Hanauisch-Jndien^ genannt werden. In der staatlichen Kunsthalle zu Karlsruhe ist seinerzeit ein Historienbild gefunden worden, das im Jahre 1669 von dem Gräflich-Hanau ischen Hofmaler I. D. Welker gemalt worden ist und in allegorischer Weise die genannte Kolonialerwerbung durch den Grasen Friedrich Kasimir im Jahre 1669 dar- fteilt. Merkur läßt durch einen dem Grafen von der Holländisch-Westindischen Kompanie geschenkten „an- golischen Mohren" die Schätze der neuen Kolonie überreichen. Graf Friedrich Kasimir, der, wie die damaligen Räte selbst erklärten, gar willfährig und geneigt war, sich durch eigennützige Leute zu allerh md höchst schädlichen Handlungen verleiten und verführen zu lassen, war durch diese Hnternehmung in große Geldverlegenheit geraten und versetzte daher seinem Freunde, dem Landgrafen Georg Chri - st i a n von Hessen-Hamburg das Amt Rodheim für 9000 Taler, die dem Grafem jedoch bald von einem anderen Abenteurer für ein Wachsfigurenkabinett abgelockt wurden. Im Jahre 1672 hat der Graf Friedrich Kasimir von Hanau sein „Königreich am Ornoko" dem König von England anbieten lassen, der auf den Handel jedoch nicht einging. Weiteres ist über das Schicksal der Erwerbung nicht bekannt geworden. Hochschulnachrichten. Der Observator Professor Dr. Werner Kol» Hörster an der Hniversität Berlin ist zum ordentlichen Professor in der Berliner Philosophischen Fakultöt ernannt worden. Professor Dr. G. I a n d e r , Extraordinarius für anorganische Cb^mi"> an der Hniversität Göttin- .gLn , i|t zum ordentlichen Professor an der Universität Greifswald ernannt worden. Die Sonne von Marathon. Wasser und Wein, Touristen und Amerikafahrer in Griechenland. Athen, im Mai. Eine unerbittlich heiße Sonne, die auf uns brennt! Das Wasser kocht im Kühler des Autos. Aus dem beinahe klebrigen Asphalt der alänzenden Straße brodeln unangenehme Gerüche. Kein Wind in dieser Senke hinter Athen. Erst ein wenig weiter, wenn wir den Kamm der kleinen Hügelkette erreicht haben werden, könnte es sein, daß uns die frische Seebrise ereicht. Risse ziehen sich jetzt schon im Mai durch den kargen Lehmboden, über den noch vor einigen Wochen die Fluten mächtiger Regengüsse sich ergossen. Mit einer unerhörten Kraft hatte das Wasser alles, was in dem Boden an Keimen verborgen lag, zu neuem Leben aufgerissen. Zwei Monate hindurch strotzten diese Felder von Grün und Blüten. Dann aber kamen die Ueber- gangstaye im April und im Anfang des Mai. Jene niederdrückenden Tage, die den deutschen Touristen so mitnehmen. Tage, in denen jede Sicht vermauert ist von einem undurchdringlichen festen Dunst, da die Luft schwer wie Rebel und heiß wie der Schirokko auf den Lungen liegt. Dies ist schon die Sonne des Orients. Sie wird jetzt unaufhörlich Tag um Tag mit einem unbarmherzigen Feuer über dem Pentelikon auftauchen und über den sanften Hügeln von Salamis untergehen. Sie wird auch den letzten Hauch von Feuchtigkeit aus diesem Boden saugen, ihn steinhart machen und die Risse zu tiefen Gletscherspalten weiten. Schon ziehen die Bauern rechts und links von der breiten, mit fast brodelndem Asphalt bedeckten A u t o st r a ß e auf die kargen, goldgelben Felder, um die Gerste zu ernten. In den Weinbergen kocht schon die Sonne die noch kleinen Trauben. Aber silbrig und glitzernd stehen die Oliven in kleinen Hainen vereint in der prallen Sonne. Rur noch aus Rinde scheinen sie zu bestehen, gebeugt von der Hitze, von den Stürmen, Jahrhunderte alt. Grün leuchtet es, zwar -immerhin ein wenig verstaubt, nur dort, wo Wasser aus dem Boden quillt. Kein Wunder, wenn Quellen schon im Altertum heilig waren, da dieses Land noch bedeckt war mit schützendem Baumbestand, und der Wald ein unerschöpfliches Wasserreservoir darstellte. So fahren wir hinaus, da wo in den heiligen Hainen von Eleusis noch Quellen fließen, dahin, wo jetzt mit uns viele glänzende Privatwagen fahren. Rach Eleusis, wo die vornehme Welt Athens sich unter den prächtigen uralten Bäumen lagert, wo man badet und diesen sonderbaren griechischen Wein trinkt, der für alle nordischen''Tou- risten fast ungenießbar ist ... Rur den Griechen blieb es vorbehalten, ihre schweren, herrlichen Weine durch einen Zusatz von Bitterstoffen so zu vergällen, daß sich ein nordischer Gaumen sofort verzieht, wenn er damit in Berührung kommt. Ein vorsichtiger und erfahrener Ober wird auch sofort den Gast fragen, ob er griechischen oder Exportwein haben will. Aber in kleinen Wirtshäusern abseits der großen Autostraßen wird man kaum anderen als diesen vergällten Wein zu trinken bekommen. Wein und harten, aber ausgezeichneten Käse und fast stets, wenn der Ort in der Nähe der Küste liegt, einen ebenso guten Fisch zusammen mit dem grauen Gersten- b r o t. Da haben wir schon beieinander, was dieses Land den breiten Massen bietet. Wir würden aber ein Unrecht tun, wollten wir die unendlichen Mengen von Zwiebeln vergessen. Man braucht nur einmal in glühender Hitze mit den Hafenarbeitern vom Piräus zusammen in der elektrischen Schnellbahn zwischen Piräus und Athen, die Siemens vorbildlich gebaut hat, zu sitzen und man wird wissen, ein wenig penetrant zwar, wovon sich die breiten Massen nähren... Aber in Eleusis wandeln nur die gepflegtesten Erscheinungen der ausländischen Kolonie und die reichsten der griechischen Gesellschaft. Die Mädchen aus den breiten Schichten dieses Volkes, das einen stark albanisch-slawischen Einschlag aus den vielen Völkerwanderungen über dies Land hin besitzt, sind anmutig, trotz einer frühzeitigen Korpulenz, und von starker Rasse. Unter den Frauen der reichen Stände dagegen sieht man häufig jene klassischen Profile, jene bestechend vornehmen Typen, die unzählige Verzückte des Nordens besungen haben. Ihren höchsten Glanz wird die Athener Gesellschaft aber erst gegen Herbst entfalten, wenn die reichen Griechen aus Alexandrien, aus Malta, aus Zypern und all den verstreuten Siedlungen in die Heimat kommen. In den Zeiten der Konjunktur nach dem Kriege, da alles, was intelligent und strebsam war, in den Hafenorten, nach London und den Vereinigten Staaten zog — wo in der Welt sitzen keine Griechen im Tabak- und Zigarrenhandel? — illuminierte sich diese zerstreute Hauptstadt Athen, trugen alle Schiffe im Piräus Festwimpel und Lampions zu Ehren der heimkommenden A m e r i k a f a h r e r, die die im Ausland gesammelten Reichtümer der Heimat zutrugen. Es ist eine eiserne Pflicht für jeden jungen Mann, erst dann zu heiraten, wenn er seinen Schwestern das H e i r a t s g u t erarbeitet hat — Sitte ist hier weitaus stärker als Gesetz! Diese Jahre 'sind längst vorbei, aber immer noch ist trotz der entsetzlichen Devisenschwierigkeiten der Kapitalzustrom groß. Athen ist heute sicherlich die billigste Großstadt Europas. Alle Kräfte werden jetzt auf die Kolonisation des eigenen kargen Bodens konzentriert. Wasser halten und Wasser schaffen! Dies ist die Hauptaufgabe in diesem Lande. Eine unendlich anspruchslose und zähe Bevölkerung kann überall da angesetzt werden, wo sich Wasser findet. Vielleicht, daß dann wieder einmal aus den kahlen Bergen von Hellas jene wild und wasserreichen Waldberge werden, die die Sänger und Dichter einer unerhörten Kunstepoche unsterblich gemacht haben ... Wirtschaft. Die Induftrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 759: Kleinverbraucher sind von der Meldepflicht der Verbrauchszahlen 1934 an die Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle befreit. 760: Wiederaufnahme des Postanweisungs-, Nachnahme-, Postauftrags-, Postüberweisungs- und Gebührenzettelverkehrs nach Luxemburg ab 15. Mai. 761: Warenproben mit Handelswert und mit zollpflichtigem Inhalt im Verkehr mit Britifch- Jndien fortan zugelassen. 762: Zahlungsverkehr mit dem Ausland. Fester Umrechnungskurs im deutsch - schweizerischen Verrechnungsverkehr (100 frs. = RM. 80,80). 763: Aenderung der Zollerhebung in Belgien infolge der Währungsabwertung. 765: Bezahlung von Unterlieferungen an Frankreich. 766: Richtpreisanordnung XIX für unedle Metalle vom 10. Mai 1935. 767: Bedeutende Frachtermäßigung für Mineralöle und -fette. 768: Die Umrechnungskurse im Postverkehr mit Danzig. 769: Vorübergehende zollfreie Einfuhr ausländischer Fahrzeuge im Reiseverkehr mit Frankreich. * * Adlerwerke, vorm. Heinrich Kleyer A. - G., Frankfurt a. M. lieber die Bilanzsitzung vom 11. Mai wird jetzt folgendes mitgeteilt: Für 1934 ergibt sich ein Betriebsüberschuß von (alles in Mill. RM.) 5,5 (3,7), Anlageabschreibungen 2,6 (2,0), andere Abschreibungen 0,1 (0,4), Wertberichtigung 0,4 (—), Besitzsteuern 0,9 (0,5), so daß ein Nettoüberschuß von 1,6 (0,8) verbleibt. Der GD. am 8. Juni wird vorgeschlagen, davon 1,5 der neu zu bildenden gesetzlichen Reserve in Höhe von 10 v. H. des Grundkapitals zu überweisen. Durch diesen Vorschlag wird im ersten Jahre nach der Sanierung der Weg für künftige Dividendenzahlungen geebnet. Nach den Bestimmungen über die Kapitalherabsetzung i. e. F. darf eine Dividende erst nach Neubildung der Reserve mit 10 v. H. des Grundkapitals bezahlt werden, was jetzt erreicht ist. Der Jahresumsatz 1934 wird mit 64,2 (47,7) beziffert. Aeußere Kennzeichnung von Lebensmitteln. Vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und vom Reichsinnenminister ist eine Lebensmittelkennzeichnungsverordnung herausgegeben worden, in der im einzelnen verschiedene Lebensmittel aufgeführt werden, die der Kennzeichnungspflicht unterliegen, sofern sie in Packungen oder Behältnissen an den Verbraucher abgegeben werden. Ohne die vorgeschriebene Kennzeichnung dürfen diese Lebensrnittel in den Packungen oder Behältnissen nicht feilgehalten, verkauft oder sonst in den Verkehr gebracht werden. Die Kennzeichnung hat der Hersteller oder derjenige anzubringen, der Lebensmittel aus dem Zollausland einführt. Falls ein anderer das Lebensmittel unter seinem Namen oder seiner Firma in den Verkehr bringen will, hat dieser andere die Kennzeichnung anzubringen. Auf den Packungen oder Behältnissen müssen u. a. an einer in die Augen fallenden Stelle in deutscher Sprache und deutlich sichtbarer, leicht lesbarer Schrift angegeben sein: Der Name oder die Firma dessen, der das Lebensmittel hergestellt hat, der Inhalt nach handelsüblicher Bezeichnung, der Inhalt nach deutschem Maß ober Gewicht zur Zeit der Erfüllung oder nach Stückzahl. Die Vorschriften dieser Verordnung gelten auch für die aus dem Ausland eingeführten Lebensmittel. Die Verordnung tritt am 1. Juni 1935 in Kraft. Nhem-Mainifche Mittagsbörse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 13. Mai. Die Börse eröffnete zum Wochenanfang in sehr stiller und uneinheitlicher Haltung. Die Kundschaft beteiligte sich kaum am Geschäft, nur in wenigen Spezialwerten lagen kleine Orders vor, die Kulisse übte starke Zurückhaltung. Besondere Anregungen lagen nicht vor, immerhin wurde die Verlängerung des Lee- Higginson-Kredits mit Befriedigung vermerkt, insbesondere wegen der Ermäßigung des Zinsfußes von 4 auf 3,5 o. H. Am Aktienmarkt hielten sich die Kursveränderungen — von wenigen Ausnahmen abgesehen — meist innerhalb eines Prozentes. Stärker gedrückt waren AG. für Verkehrswesen mit minus 2,25 v. H. auf 86, da über die Dividendenaussichten noch jede Mitteilung fehlt. Etwas lebhafteres Geschäft hatten am Chemiemarkt IG. Farben, die zunächst um 1 v. H. auf 146 stiegen, später aber angeboten waren und noch unter das Wochenschlußniveau auf 144,75 zurückfielen. Deutsche Erdöl erhöhten sich um 1 o. H. und Metallgesellschaft um 0,25 v. H. Arn Elektromarkt lagen einige Spezialwerte weiter fest, so Rhein. Elektro mit 127,50 (126,50) Elektr. Lieferungen mit 107,50 (106), Licht & Kraft mit 124,50 (123,75), Lahmeyer mit 123 (122) und Schuckert mit 109,25 (108,75). Siemens blieben zu 160 behauptet, während AEG. 0,40 v. H. und Felten 0,25 v. H. verloren. Montanaktien lagen uneinheitlich und überwiegend etwas schwächer, so Harpener, Stahlverein und Laurahüte bei Rückgängen bis 0,90. Fest lagen Ilse Genuß mit plus 1,50 v. H. und Mansfelder mit plus 2 v. H. Buderus und Mannesmann zogen bis 0,50 an, Rheinstahl lagen behauptet. Von Zellstoffwerten gewannen Aschaffenburger 0,90 v. H., Waldhof lagen gehalten. Im übrigen eröffneten u. a. Junghans 1,25 v. H., Daimler 0,25 v. H. und AKU. 0,13 v. H. höher, andererseits Bemberg 0,75 v. H., Hanfwerke Füssen 0,25 o. H. niedriger. Holzmann, Feinmechanik Setter und Nordd. Lloyd blieben behauptet. Am Rentenmarkt hielt sich das Geschäft in sehr engen Bahnen. Altbesitzanleihe, späte Reichsschuldbuchforderungen und Kommunal-Umschuldung lagen unverändert, Zinsvergütungsscheine waren weiter gefragt und auf 89,90 bis 90 v. H. (89,85) erhöht. Von fremden Werten eröffneten Anatolier I und II mit 37,90 (37,65) und 5 v. H. innere Mexikaner mit 6 (5,95). Angesichts der herrschenden Geschäftsstille bröckelten die Kurse im Verlaufe überwiegend ab, zumal in manchen Werten etwas Angebot herauskam. IG. Farben hielten sich bei 144,75 behauptet, dagegen verloren Stahlverein 0,75 v. H., Daimler Motoren 1 v. H. und die übrigen Papiere meist 0,25 bis 0,50 v. H. Scheideanstalt kamen 2 v. H. niedriger zur Notiz, andererseits lagen Deutsche Linoleum 1,25 v. H., Rhein. Braunkohlen 2,25 v. H. und Chade D 3 Mark fester. Am Rentenmarkt gingen Altbesitzanleihe um 0,25 v. H. auf 115,65 zurück, sonst ergabqp sich bei den variablen Werten keine bemerkenswerten Aenderun- gen. Der Pfandbriefmarkt zeigte bei stillem Geschäft meist unveränderte Kurse. Stadlanleihey bröckelten überwiegend etwas ab. Industrie-Obligationen lagen ruhig, aber meist gut gehalten. Fremde Werte waren fast ohne Geschäft. Im Freiverkehr gingen Adlerwerke Kleyer auf den dividendenlosen Abschluß auf 89,50 bis 90 (91) zurück. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse sehr still. * Nachdem im Mittagsschlußverkehr auf die abermalige Ermäßigung des Prioatdiskontsatzes um 0,13 v. H. auf 3 v. H. auf den meisten Marktgebieten eine laichte Erholung eingetreten war, herrschte an der Abendbörse starke Geschäftslosigkeit. Aufträge der Kundschaft fehlten vollkommen, auch die Kulisse verblieb in ihrer starken Zurückhaltung. Infolgedessen ergaben sich gegen den Berliner Schluß überwiegend leichte Rückgänge, die allerdings nur Bruchteile eines Prozentes betrugen. Die Tendenz war nur knapp behauptet. IG. Farben ermäßigten sich auf 145 nach 145,40, ferner Rheinstahl um 0,75 v. H. auf 107,25, Scheideanstalt um 0,50 v. H. auf 219,50. Gut behauptet btieben nur Schiffahrtswerte. Der Kassamarkt lag ebenfalls still, von Bankaktien ermäßigten sich Commerzbank auf den Berliner Stand von 93,40 (93,50). Der Rentenmarkt blieb von der Diskontermäßigung unberührt und stagnierte nahezu vollkommen, allerdings konnten sich die Kurse hier besser behaupten. Zinsvergütungsscheine lagen mit 90 v. H. (89,95) noch mäßig höher. Auslandsrenten lagen still und kursmäßig behauptet. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 115,90, 6 v. H. Stahlverein 101,65, Reichsbahn-VA. 123, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 167, 3,50 v. H. do. 157, 4 v. H. Rumänen 4,35, 5 v. H. innere Mexikaner 6, 5 v. H. äußere Gold 13,65, Adca 83,75, Commerzbank 93,40, DD.-Bank 94,25, Dresdner Bank 94,25, Harpener 104,75, Mannesmann 79,50, Rheinstahl 107,25, Stahlverein 80,40, AKU. 54,13, AEG. 38,25, Bekula 135,40, Conti Gummi 148,50, Scheideanstalt 219,50, Deutsche Linoleum 163, Licht & Kraft 124,25, IG. Farben 145,25 bis 145, Gessürel 120,25, Goldschmidt 98,50, Hanfwerke Füssen 81,50, Holzmann 92,50, Junghans 90, Metallgesellschaft 98,25. $ranffurter SdjladitmehmarfL Frankfurt a. M., 13. Mai. Auftrieb: Rinder 1203 (gegen 867 am letzten Montagsmarkt), darunter 250 Ochsen, 85 Bullen, 665 Kühe, 203 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 3 Kühe. Kälber 699 (673), Schafe 25 (12), Schweine 3800 (3802). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 6. Mai 42), b) 41 bis 42, (41 bis 42), c) 38 bis 40 (37 bis 40), d) — (—); Bullen a) 42 (42), b) 39 bis 41 (41 bis 42), c) 35 bis 38 (37 dis 40), d) 30 bis 34 (—); Kühe a) 40 bis 42 (41 bis 42), b) 34 bis 39 (37 bis 40), c) 27 bis 33 (32 bis 36), d) 20 bis 26 (24 bis 31); Färsen a) 42 (42), b) 41 bis 42, c) 39 bis 40 (39 bis 40), d) — (35 bis 38); Kälber a) 57 bis 60 (60), b) 49 bis 56 (51 bis 59), c) 40 bis 48 (42 bis 50), d) 30 bis 39 (32 bis 41); Lämmer und Hümmel b2) Weidemast 39 bis 40 (40); Schafe nicht notiert; Schweine al) — (—), a2) 48 bis 50 (48 bis 51), b) 46 bis 50 (46 bis 51), c) 45 bis 50 (46 bis 50), d) 42 bis 48 (42 bis 49), e) 39 bis 43 (38 bis 46), f) — (—), gl) 41 bis 46 (43 bis 48), g2) 35 bis 40 (38 bis 42). Marktverlauf: Rinder lebhaft, Kühe ruhig, lieber» stand; Kälber ruhig, ausverkauft; Hümmel und Schafe ruhig, Ueberftanb; Schweine ruhig, nahezu ausverkauft. Ueberftanb: Rinder 134, darunter 15 Ochsen, 1 Bulle, 116 Kühe, 2 Färsen, Schafe 9, Schweine 38. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 1222 Viertel Rindfleisch, 198 halbe Schweine, 101 ganze Kälber, 18 ganze Hümmel, 4 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70, Bullenfleisch b) 68 bis 74, Kuhfleisch b) 54 bis 60, c) 40 bis 52, Färsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70, Kalbfleisch b) 74 bis 82, c) 68 bis 72, Hammelfleisch b) 75 bis 78, Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren. Roher Speck unter 7 cm 60 bis 65, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf mittelmäßig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Mai. Für Brotgetreide bestand nur wenig Nachfrage, besonders Roggen blieb vernachlässigt. Das Mehlgeschäft war sehr klein. Im Hinblick auf den neuen Mehlschlußschein bestand stärkere Zurückhaltung, da man erst die Auswirkung der neuen Verordnung abwartet. Infolgedessen hält der Handel mit Neuanschaffungen zurück. Von Futtermitteln blieben ölhaltige Artikel, sowie Kleie stark gesucht, ohne daß entsprechendes Angebot vorlag. Von Futtergetreide war Eosin- Weizen und Futterroggen reichlich angeboten. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 9 210, W13 214, w 16 218; Roggen R9 170, R13 174, R15 178, Großhandelspreis der Mühlen des genannten Preisgebiets; Futtergerste G9 172, G il 175, G12 177, Hafer H13 170, H14 172, Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Weizenmehl W 13 27,70, W 16 28,15; Roggenmehl, Type 997, R13 23,80, R 15 24,20, Type 815 R 13 24,30, R 15 24,70, plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25; Weizenfutterfehl 13,50; Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13, Roggenkleie R13 10,20, R15 10,44, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation; Soya- schrot mit Monopolzuschlag 13; Palmkuchen m. M. 13,30; Erdnußkuchen m. M. 14,50, Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation; Treber 18,50; Trockenschnitzel 9,70 bis 10,20; Heu 10; Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 4,80 bis 5. Kartoffeln: Industrie hiesiger Gegend 3,40 (3,30), gelbfleischige hiesiger Gegend 3,10 (3). Tendenz fest. Schweinemarkt in Alsfeld. § Alsfeld, 13. Mai. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 466 Ferkel aufgetrieben, darunter 224 Hündlerschweine. Es wurden bezahlt: für sechs bis acht Wochen alte Tiere 25 bis 30 RM., acht bis zehn Wochen alte 30 bis 35 RM., für Läuferschweine 35 bis 40 RM. Der Handel war im allgemeinen güt. Es verblieb ein Ueberftanb von etwa 80 Tieren. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.2)1. Berlin Frankfurt Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 35 88,25 35 86,75 35 87,75 34,9 87 6y,% ehem. Hess. LandeS-Hypo. thekenbank Darmstadt Liaui ... 4*/a% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.GoldschuIdverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. — — 110 93,5 94,75 94,75 161,9 111 93,4 94,25 94,25 161,9 110 93,65 94,75 94,75 161,9 111 93,4 94,25 94,25 161,65 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 116,5 115,75 116,13 116 A.E.G......................0 38,65 38,25 38,65 38,4 4H% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6yz% ehern. 4ya% Franks. Hyp.- Bank-Ltgu.-Pfandbriefe....... 96 96 96 96,25 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 135,75 106 135,4 107,5 135,9 105,75 135,25 107,25 100,8 100,7 Licht und Kraft ........... 6y, Felten L Guilleaume.........0 123,75 95,25 124,25 95,13 124 95,5 124,13 95,25 6¥i% ehern. iya% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... AYi7o ehem. 8% Pr. Landespkand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 101,13 96,75 101,13 96,75 101,5 96,75 101,4 96,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ...... 5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co......... 4 121 126,5 108,75 160 122 120,25 127,5 108,65 160,5 123,4 120,4 126 108,5 159,25 122,5 120,4 128 109 160 122 4ya% ebcm. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Öbl.VI Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39 96,75 96,75 96,75 96,75 LahmeyerLCo...... 7 106 106 106 106 4% Oesterreichtsche Goldrente.... 28 27,5 28 27 Buderus ....... ...... 0 Deutsche Erdöl .............. 4 96,5 108 96,4 108 96,9 108,25 96,75 108 4,20% Oesterreichische Silberrente — 1,25 1,2 Gelsenkirchener...........". ö 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8 7,75 7,95 7,75 8 7,75 8 7,75 Harpener...................ö Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 106,25 104,75 106,65 96,75 152 127,5 92 104,75 96,25 154,5 127,9 91,65 0,75 4'i% desgl. von 1913.......... 7,9 14 7,8 13,65 «fr 7,85 14 7,85 13,75 Ilse Bergbau ............... g Ilse Bergbau Genüsse........8 Aöcknerwerke „........... 151,5 127 91,5 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 128,5 91,25 9e® 23»25 re,5 80,13 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend- börse Gchluß- kurs Schlußk. Mittag- börse Datum 11-5. 13.5. 11.5. 13-5. Mansfelder Bergbau......... 8 107,5 108,5 107,5 108,75 Kokswerke.................. 6 —— 117,75 117,25 Phönix Bergbau ............ 0 —— — Rheinische Braunkohlen ..... 12 220 223 220 222 Rhetnstahl................8 y2 108 107,25 108,13 108 Vereinigte Stahlwerke........ 0 81,25 80,4 81,4 80,5 Otavi Minen ............... 0 18,6 18,75 18,65 18,75 Kaliwerke Aschersleben........ 5 122 122 122 121,75 Kaliwerke Westeregeln........ 5 120,5 121,25 121 121,75 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% — 166 165 166 3- G. Farben-Jndustrie....... 7 145 145 145,25 145,4 Scheideanstalt............... 9 222 219,5 —— Goldschmidt ................ 0 98,5 98,5 99 98 Rütgerswerke............... 4 114,13 — 114,13 113,75 Metallgesellschaft............. * 98 98,25 98,5 98,25 Philipp Holzmann........... Zementwerk Heidelberg ...... Cernentwerk Karlstadt......... r 92,5 116,75 92,5 92,75 92,75 Schultheis Patzenhofer ....... 4 — — 110,65 109,25 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 54,65 54,13 55,25 54,5 Bemberg................... 0 112 111,25 112,25 111 Zellstoff Waldhof............ 0 115,25 114,9 115 115 Hellstoff Aschaffenburg ....... 0 84 84,65 4,25 85 Dessauer Gas ............... 7 — — 125 125,25 Daimler Motoren............ 0 92,5 91,75 92,25 91,4 Deutsche Linoleum........... 6 162 163 162,5 162,5 Orenstein L Koppel .......... 0 — 88,65 87,5 Westdeutsche Kaufhof......... 0 35,75 35,5 35,9 35,25 Chade ...................... Accumulatoren-FuLrik....... 0 288 291 290 291,5 12 —» 162,5 162 Conti-Gummi............... 8 149,25 148,5 149,25 148 Gritzner............ 0 36,5 - - 36,5 Mainkraftwerke Höchst a.M..„ 4 92 92 — - Süddeutscher Zuck« e 16&Ö 168,5 1 NM 168*6 Devisenmarkt Berlin - - j rankfurt a.M. 11.Mai 13-Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Atre 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel.... 41,98 42,06 41,98 42,06 Mo de Jan. 0,199 0,201 0,199 0,201 Sofia..... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen 53,94 54,04 54,28 54,38 Danzig.... 46,85 46,95 46,85 46,95 London.... 12,08 12,11 12,155 12,185 HelsingforS. 5,33 5,34 5,365 5,375 Paris ..... 16,38 16,42 16,37 16,41 Holland ... 168,18 168,52 168,23 168,57 Italien.... 20,53 20,57 20,53 20,57 Japan..... 0,710 0,712 0,715 0,717 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo..... 60,71 60,83 61,09 61,21 Wien...... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 10,965 10,985 11,03 11,05 Stockholm.. 62,29 62,41 62,68 62,80 Schweiz ... 80,39 80,55 80,33 80,49 Spanien... 33,95 34,01 33.94 34,00 Prag...... 10,36 10,38 10,35 10,37 Budapest .. — — Neuyork... 2,486 2,490 2,486 2,490 Banknoten. Berlin, iZ.Mai Geld Bries Amerikanische Noten....... 2,438 2,458 Belgische Noten........... 41,82 41,98 Dänische Noten .......... Ä Ä « — Ä — — 54,07 54,29 Englische Noten .......... 12,12 12,16 Französische Noten........ Holländische Noten........ •...... 16,31 167,81 16,37 168,49 Italienische Noten......... e • ä ä • ä ä 20,01 20,09 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling 60,88 61J2 Rumänische Noten........ — _ Schwedische Noten........ 62,46 62,72 Schweizer Noten.......... 80,10 80,42 Spanische Noten................. UiwW Lioteu 33>47 33^1 Kr.M Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Overheffen) Dienstag, 14. Mai (935 Trachtenhochzeit in Niederkleen. Aus der Provinzialhauptstadt. Die Braut in Tracht. < '^X/Äs.v-, 4. i 1 - . * U W > < / ilW ■ V«« ; • M O Niederkleen, 12. Mai. Gestern fand hier unter Beteiligung fast des ganzen Ortes und auch vieler auswärtiger Zuschauer eine Trachten- Hochzeit statt, allem Anschein nach wohl die letzte oder eine der letzten in der alten schönen Hüttenberger Tracht. Wohl sind noch einige junge Trachtenträgerinnen vorhanden, und Die Ortsgruppe Niederkleen für Volkstum und Heimat pflegt und wahrt aufs beste die Tradition der Hüttenberger Tracht. Aber trotz alledem lehrt die Erfahrung der letzten Jahre, daß manche Braut noch kurz vor ihrer Verheiratung sich anders trägt. Vielfach ist hieran nicht die Braut, sondern der Bräutigam schuld, der wünscht, daß die Braut fürder „firnehm" oder lang und nicht mehr kurz gehen soll. Bei der gestrigen Hochzeit hat der alte starke Hang zum Herkömmlichen, der die Bewohner des Hüttenbergs besonders auszeichnet, sowie der Sinn, festzuhalten am Volkstum und Brauchtum, von der nationalsozialistischen Bewegung und nationalsozialistischen Weltanschauung erneut ins Licht gestellt, den Sieg davongetragen. Es war ein stattliches Paar, das gestern die Dorfstraße entlang schritt. Johann Bauer aus Braunegg (Niederösterreich) und Anna Meier, die Tochter eines hiesigen Landwirts. Ein großer Teil der Dorfbewohner,' sowie der SA.-Motorsturm standen dem Paare Spalier auf dem Wege zum Traualtar. Der Ortsgeistliche hatte seiner Traurede das Wort aus Johannes 16, 22, zugrunde gelegt: „Euer Herz soll sich freuen und eure Freude soll niemand von euch nehmen". Das Hochzeitsfest nahm den üblichen Verlauf. Interessant anzublicken für den Städter mögen die Kuchen gewesen sein, die bei dem Kaffeetrinken nicht zerschnitten, sondern ganz aufgetragen werden. Der Hochzeitsgast schneidet sich selbst den Kuchen ab, den er verzehrt. Von dem „Waase Küche", der, wie es schon Abbicht in seiner Chronik schreibt, „zu den Ergötzlichkeiten der Hüttenberger gehört", erhält fast das ganze Dorf; insbesondere wird aber hierbei der Kranken, Armen und Alleinstehenden gedacht. Eine Reihe von Ehrungen wurde dem jungen Paare zuteil, von denen besonders ein Geschenk des SA.-Motorsturmes hervorgehoben sei, war doch Johann Bauer ein unerschrockener, unentwegter Vorkämpfer im Hüttenberg für die nationalsozialistische Bewegung, seit Anfang 1930 in der Partei, in der SA. und jetzt im SA.-Motorsturm. Blick auf den Hochzeitszug. — (Aufnahme: Theo Steeg, Wetzlar.) n Gespräch mit einer Schelle. Mitternacht ist's. Im rötlichen Licht meiner Lampe, die das Krankenzimmer nur matt erhellt, glänzest du, kleine, runde, schwarze Schelle, tröstend aus dem Helldunkel der drohenden Wand. Was sinnst du, kleine Schelle? Wartest du auf meine Hand? Dein kleiner, elfenbeinfarbener Mund ist gelb geworden im Lauf der Tage und Nächte, in denen du still gewartet hast, bis eine Hand deine silberhelle Stimme ertönen ließ. Viele Hände waren es. Allzuviele. Alte und junge, geduldige und ungeduldige, fieberheiße und kühle. Deine Stimme blieb sich nicht immer gleich, nicht wahr, kleine Schelle? Manchmal riefst du ganz zart und leise, um die heilige Stille der Nacht nicht grausam zu zerstören, manchmal mußtest du zwei- oder dreimal rufen, schrill und laut. War es, wenn du um Hilfe riefst? War es, wenn der Schmerz den Leib sich aufbäumen ließ? War es, wenn die Angst vor dem Messer des Arztes die Seele schüttelte? War es, wenn die tröstende Stimme der Schwester die quälenden Schatten der langen, langen Nacht verscheuchen mußte? War es, wenn ein Kinderweinen das Herz zerriß? Oder ein Frauenschrei durchs Haus schrillte, als sich ein neues, süßes Leben zum Lichte durchrang? Komm, elfenbeinerner Mund, rufe auch mir die Schwester herbei, daß sie mit einer kleinen weißen Zauberpille meinen Augen den Schlaf schenke, den sie so sehr ersehnen, liebe, kleine Schelle. E. L. Stoltenberg. Dre SerienorDnuno Der Reichsstatthalter in Hessen — Abteilung II — hat an die Direktionen der höheren Schulen und an die Kreis- und Stadtschulämter folgende Verfügung gerichtet: Zur einheitlichen Regelung des Schuljahres ordnen wir nach den Richtlinien des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung folgendes an: Die Gesamtdauer der Ferien beträgt weiterhin 85 Tage. a) Die Osterferien bleiben für dieses Jahr wie bereits verfügt bestehen. b) Die Psingstierien dauern eine Woche. Schulbeginn am 17. Juni. c) Die Sommerferien dauern 40 Tage und erstrecken sich für alle Schulen in den Städten Darmstadt, Mainz, Gießen, Offenbach, Worms, Friedberg, Bad-Nauheim und Bensheim vom 8. Juli bis 17. August. d) Die Herbstferien dauern für alle Schulen der genannten Städte eine Woche. Letzter Schultag 12. Oktober, Wiederbeginn des Unterrichts am 21. Oktober. e) Die Weihnachtsferien dauern vom 23. Dezember bis 6. Januar. Für alle übrigen Orte des Landes sind die Sommer- und Herbstferien nach dem Stand der Erntearbeiten im Einvernehmen mit den Schulämtern festzulegen. Sie dürfen die Zeitdauer von sieben Wochen insgesamt nicht überschreiten. Oie Beflaggung der Dienstgebäude. Der Reichsstatthalter in Hessen — Zentralabteilung — bringt allen unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbänden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts einen Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern vom 17. April 1935 über neue Beflaggungsvorschriften, die bei allen Flaggenanordnungen der Reichs- oder Landesregierung genau zu befolgen sind, zur Kenntnis. In dem Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern wird bestimmt: (1) Für die Beflaggung von Gebäuden und Gebäudeteilen, die von staatlichen und kommunalen Verwaltungen, Anstalten und Betrieben, von sonstigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, sowie von öffentlichen Schulen benutzt werden, gelten bis zur endgültigen Regelung der Reichsfarben folgende Bestimmungen: (2) Auf den Gebäuden find wie bisher die Hakenkreuzflagge und die schwarz-weiß-rote Flagge (auf Reichsdienstgebäuden die Reichsdienstflagge oder die schwarz-weiß-rote Flagge) gemeinsam zu hissen. Der Hakenkreuzflagge gebührt die erste Stelle. Bei Vorhandensein nur eines Flaggenmastes ist an ihm die Hakenkreuzflagge zu setzen, während die schwarzweiß-rote Flagge an der Hauptfront des Gebäudes auszuhängen ist. Sind zwei Masten vorhanden, so wird die Hakenkreuzflagge rechts, die schwarz-weiß- rote Flagge links gesetzt, vom Innern des Gebäudes aus mit' dem Blick zur Straße gesehen. Bei Vorhandensein von drei Masten ist rechts und links die Hakenkreuzflagge, in der Mitte die schwarz-weiß-rote Flagge zu setzen. Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, die bisher eine eigene Flagge führen, können diese an Stelle der zweiten Hakenkreuzflagge zeigen. (3) Die Gebäude der Wehrmacht setzen wie bisher nur die Reichskriegsflagge. (4) Die Beflaggung beginnt um 7 Uhr morgens und endet bei Eintritt der Dunkelheit. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Der Lebensmittelopferring der Ortsgruppe Nord veranstaltet am Mittwoch und Donnerstag eine Lebensmittelsammlung. Die Hausfrauen werden gebeten, die Lebensmittelpakete bereitzuhalten. ♦ Zur Eröffnung der Reichsautobahn Frankfurt — Darmstadt am 19. M a i werden 2 Sonderzüge fahren, deren einer um 7,55 Uhr in Grünberg, 8,04 Uhr in Saasen, 8,10 Uhr in Reiskirchen, 8,16 in Großen-Buseck. 8,21 Uhr in Rödgen und 8,41 Uhr in Gießen abfährt und um 10,45 Uhr in Walldorf ankommt, während der andere Zug um 6,20 Uhr in Gießen, 6,31 Uhr in Großen-Linden, 6,38 Uhr in Lang-Göns abfährt und 8.30 Uhr in Mitteldick ankommt. Die Rückfahrt der Züge erfolgt ab Wolldorf um 17,05 Uhr bzw. ab Mitteldick um 17,57 Uhr. Die Fahrkarten sind nur über die Ortsgruppenleiter der PO. zu beziehen AG.-LehrerSund, Gießen. Mittwoch, 15. Mai, 15.30 Uhr im Singsaal des Realgymnasiums: Bezirks - Versammlung der Fachschaft „Höhere Schule". 1 Eine Unterrichtsstunde; 2. Aussprache. Fachgruppe Mathematik und Naturwissenschaften. Donnerstag, 16. Mai, 16 Uhr im Physiksaal des Realgymnasiums. Studienrat Fischer: Das Lichtmeßverfahren. Studienreferendar Stork: Experimentelle Darstellung der Gesetze des Wechselstroms. KMFHSe HAH w M jetzt in der luftleeren Dose: stets frisch wie am Tage der Röstung IMkWMM.... Roman von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 21. Fortsetzung. Nachdruck verboten! „Ich muß noch heute abend zurück sein, Gerd- chen! Ich kam so früh, daß wir wenigstens ein paar Stunden für uns haben sollten. Auf Wiedersehen, Mutter!" Er reichte seiner Mutter die Hand, wollte sich von Gerda verabschieden. Sie trat mit ihm zur Tür. „Ich begleite dich noch schnell!" „Du bleibst hier, Gerda! Es fehlte noch, daß du dir nochmals schmutzige Schuhe holst!" widersprach die Mutter. „Die paar Schritte lohnen sich wirklich nicht, Gerüchen!" tröstete er, als sie auf der Diele standen. „Nächsten Sonntag komme ich wieder — diesmal dauert es nicht so lange." Sie schlang die Arme um seinen Hals und küßte ihn stürmisch. „Ja, komm bald wieder!" Er nahm ihr Gesicht in beide Hände und sah ihr tief in die Augen. „Behalte deinen Papa lieb, Gerdchen!" entfuhr es ihm mit gepreßter Stimme. „Immer!" antwortete sie, ohne ihn loszulassen. „Immer!" „ Er fühlte Nässe auf seinen Wangen. „Gerda , sagte er betroffen, „was ist denn? Du weinst?" „Nimm mich mit dir, Papa! Nimm mich mit!" „Es geht doch nicht, Gerdchen!" antwortete er nur, küßte sie noch einmal auf die Stirn. Dann riß er sich los und eilte, ohne sich umzusehen, davon. Es war ganz dunkel geworden, als er in Frankfurt einfuhr. Vor einem großen Miethause machte er halt. Er verließ das Auto und trat eilends ins Haus. Im zweiten Stockwerk blieb er stehen und klingelte. Eine ältere Frau öffnete. „Ach, Herr Morland! Treten Sie nur ein, Herr Schroder ist zu Hause!" Schon auf der Schwelle kam ihm der Freund entgegen. „Du, Fred? Dich hätte ist nicht erwartet! Treibt dich die Langweile?" Sie traten in den Raum. Ernst hatte hier zwei möblierte Zimmer für sich: ein Schlafgemach und ein Musik- und Arbeitszimmer, wie er es selbst nannte. Es war, als ob man in das Zimmer eines Gelehrten oder eines Künstlers trat. Große Büchergestelle zeigten sich an den Wänden, das Klavier war geöffnet, Noten lagen herum, der Schreibtisch war mit Büchern bedeckt. Fred ließ sich schwer in den Sessel vor dem Schreibtisch fallen. Er schwieg, eine übergroße Müdigkeit kam über ihn. „Was hast du, Fred? Warum kommst du zu so ungewohnter Stunde?" Fred stützte den Kopf in die Hand — er sagte nur drei Worte: „Kitty ist hier!" „Sie ist hier? Wo? Was will sie?" Fred richtete sich in dem Sessel auf. „Ja, da fährst du zusammen, wie ich gestern zurückfuhr, als sie plötzlich in der Gesellschaft bei Lechners vor mir stand. Wir sind beide keine guten Komödienspieler, können von ihr lernen. Sie ist ganz die große Weltdame geworden, die ihr immer vorgeschwebt hat, ist so schon, so verführerisch wie einst; sie war sehr liebenswürdig, sehr unterhaltend, und nur ihr Blick hat mir gesagt, daß sie noch nicht vergessen hat." Ernst setzte sich dem Freunde gegenüber. „Was kann sie wollen?" „Das wird sich zeigen. Sie kann vielerlei wollen. Vielleicht genügt es ihr, den Mann wieder an sich zu fesseln suchen, der einmal an ihre Liebe und Treue geglaubt hat. Vielleicht will sie ihn auch nur treffen. Sie ist Witwe, keine Rücksichten verbieten ihr mehr, sich um das Kind zu kümmern. Vielleicht ist auch ein leises Muttergefühl in ihr erwacht. Vielleicht treibt sie auch nur die Neugierde." „Fred, sie hat kein Recht auf das Kind!" „Recht, Recht! Kann ich Gerda vor ihr schützen? Kann ich sie bewachen? Kann sie sich Gerda nicht nähern, sie langsam und sicher an sich locken?" „Gerda wird ihrem Werben standhalten; sie liebt dich!" „So habe ich gedacht — bis heute? Heute weiß ich, daß sie auch das Blut der Mutter in sich trägt!" „Ach, Fred, nun siehst du Gespenster!" „Ich sehe nur klar! Gerda vermißt die Mutter, ist unglücklich, mochte aus dem kleinen Ort hinaus, will Leben um sich haben, Vergnügungen!" „Sie ist dein Kind, Fred! Hat es dich nicht hinausgelockt? Warst du einer der Ruhigsten?" „Sieh sie dir doch mal an. Die Ähnlichkeit mit Kitty wird dir auffallen. Ihr ganzes sicheres Benehmen gleicht der Mutter, ihr..." „Sei doch froh, wenn sie die natürliche Slnmut, der Mutter geerbt hat, deren beschwingten Geist teilt. Beides in rechte Bahnen zu lenken, mar dir vorbehalten. Du hast es verstanden." „Du willst mich trösten, Ernst, mich beruhigen! Du weißt, wie ich an Gerda hänge. Was soll ich tun, wenn sie von meiner Mutter fortstrebt? Wenn sich die beiden nicht verstehen? Gerda wird immer älter, wird meiner Mutter immer fremder werden. Wem aber hätte ich sie sonst anvertrauen sollen?" Eine Pause entstand. Auch Ernst wußte nichts zu sagen. „Sie wird mir entgleiten, ganz gewiß, wird der Mutter folgen, weil sie der Großmutter entgehen will", fuhr Fred endlich erregt fort „Sie wird nur zu bald fühlen, daß die Mutter ihr das bietet, wonach ihr Sinn steht." „Ich habe nie Leichtsinn und Oberflächlichkeit bei Gerda bemerkt. Sie hat ein weiches Herz, ist für alle Eindrücke empfänglich. Sie braucht Liebe, Verstehen; bei dir hat sie beides gefunden, bei deiner Mutter fehlt es daran." „Willst du meiner Mutter einen Vorwurf machen?" Ernst stand auf, trat zu dem Freund und nahm dessen Hand. „Ich wüßte einen Ausweg, Fred! Sprich mit deiner Frau!" „Mit Liane?" Unwillig stieß Fred die Hand fort. „Ja, mit ihr! Sie ist nicht mehr das mutwillige, trotzige Kind, das sie war, als du ihr deinen Namen gabst. Bringe ihr Gerda, du gäbst ihrem Leben einen Inhalt, den sie braucht. Sie hätte das rechte Verständnis für das Mädchen, würde ityre Freundin, ihre Vertraute. Sie würde dir das Kind erhalten, du hättest sie immer um dich, brauchtest nach keinen Ausflüchten mehr zu suchen, die du innerlich verabscheust." „Wie kann ich mit Liane über Gerda sprechen, wo ich ihr erst meinen Namen geben mußte?" „Sie wird verstehen? Du beurteilst sie falsch, wenn du glaubst, daß sie kleinlich, daß ihr an dem Urteil der Menschen etwas gelegen ist. Leid hat sie reif gemacht. Sie weiß nichts von Selbstsucht, sie ist die Güte, die Herzlichkeit selbst." Fred sah den Freund mit staunenden Augen an. „Du sprichst gut von Liane, sprichst, als ob du sie liebtest!" „Ja — wenn ihr Herz nicht dir für alle Zeiten gehören würde, ich würde versuchen, sie für mich zu gewinnen!" „Wie soll sie mich lieben! Sie hat nie Gutes von mir erfahren!" „Liebe fragt nicht danach? Man kann sie mit Fsißen treten, sie wird dennoch bestehen bleiben. Lerne Liane erst kennen, und du wirst sehen, welch treues, aufopferndes Herz in ihrer Brust für dich schlägt?" — ) Fred lenkte das Auto nach Hause. Das Wetter war noch schlechter geworden. Ein heftiger Sturm hatte sich erhoben, der den Regen an die Scheiben des Autos peitschte. Fred fühlte sich von Kälte und Nässe zusammenschauern. Er war froh, als Lianes Haus endlich vor ihm lag. Wie ausgestorben kam ihm die Villa vor, nur aus einem Fenster schimmerte mattes Licht in die Dunkelheit. „Du bist es, Fred?" klang Lianes, erstaunte Stimme an fein Ohr. Ja!" antwortete er kurz zurück, legte den feuchten Mantel ab und kam die Treppe herauf. „Hast du schon zu Nacht gegessen? Soll ich dir Tee machen?" fragte sie, ohne daß eine Frage in ihrem Blick gelegen hätte. „Gegessen habe ich noch nichts, und für einen Tee wäre ich dankbar!" antwortete er und ging an ihr vorüber. In seinem Zimmer zog er sich vom Kopf bis zu den Füßen um und fühlte sich etwas behaglicher, als er kurze Zeit darauf in das Wohnzimmer trat. Behagliche Wärme kam ihm entgegen. Liane aber war nicht in dem Raum. Sie mußte in dem Lehnstuhl am Kamin gesessen haben, der neuerdings ihr Lieblingsplatz war. Die große Stehlampe neben dem Sessel brannte, auf dem Sitz lagen Seidenreste und Bänder, auf dem Sims des Kamins standen Bücher. Fred fröstelte noch immer; er trat an den Kamin. Sein Blick streifte die Bücher. Es waren Einführungen in Wagners Werke. Er mußte lächeln. Aha, sie ging in Ernsts Schule. Merkwürdig, daß die kleine Liane daran Gefallen fand. Vorsichtig hob er die Bänder von dem Sessel, um sich zu setzen. Er hielt ein reizendes Kinderhäubchen in Händen. Ob es für das Blindenheim bestimmt war? Seltsam, wie ihn die Kleinigkeiten rührten, wie sich die Behaglichkeit des Zimmers ihm mitteilte. Er ließ sich müde in den Sessel sinken Auch Liane hatte sich umgekleidet. Sie kannte nun schon seine Vorliebe für alles Helle, und ihr war, als ob sie an diesem Abend mithelfen müsse, den Schatten zu verwischen, der auf ihm lag. „Du mußt entschuldigen, wenn es ein bißchen lange gedauert hat und ich dir serviere'" sagte sie zögernd. „Ich habe die Mädchen fvrtgeschickt. Sie freuen sich immer so sehr, wenn sie zusammen ausgehen können. Ich brauche sie ja auch nicht." „Du bist ganz allein im Hause?" fragte er verwundert. „Gibst du den Mädchen jeden Sonntag Ausgang?" „Ja!" erwiderte sie leise und schüchtern. „Und du bleibst immer zu Hause?" „Ja!" entgegnete sie, noch zaghafter als vorbin. „Aber warum denn, Liane? An Geselligkeit fehlt es dir doch nun wahrbaftig nicht! Bleibst du denn so gern zu Hause? Warst du immer so einsam? Ich dachte, zu Lebzeiten deines Vaters hättet ihr sehr oft Gäste bei euch gesehen. Warum hat sich das so völlig geändert?" „Gäste hatten wir wohl, aber Einladungen sehr selten! Papa hatte wenige gute Freunde, die oft kamen, ich einige Freundinnen, die uns ohne Aufforderung besuchten. Tante kam sehr selten, Papa verstand sich nicht besonders mit ihr Aber bitte, nun kannst du Platz nehmen!" Wie zierlich der Tisch gedeckt war, wie appetitlich Wurst, kaltes Fleisch und Käse aufgetraaen war! Wirklich — die kleine Liane hatte viel gelernt. Er betrachtete sie gerührt, entdeckte zum ersten Male, daß sie auffallend hübsch war. Sie hatte ein sehr feines Gesicht, in das wieder einige Fords gekommen mar. (Fortsetzung folgt!) Das Gauiag-Abzeichen. ^toerbesch^ Für den Gautag-Hessen-Nafsau in D a r m st a d t am 1. und 2. Juni 1935 ist das Gautagsabzeichen aus Leder hergestellt worden. Es ist wohl eines der künstlerischsten Abzeichen, die bisher überhaupt geschaffen wurden. Es wurde von Schülern der Kunstgewerbeschule Offenbach a. M. entworfen, die dafür eine Prämie des Gauleiters erhielten. Da das Abzeichen aus Leder heraestellt ist, wird sowohl der Lederindustrie als auch der Heimindustrie geholfen, da der Rand des Abzeichens mit einer Lederschnur umstochen ist, was nur durch Heimarbeit hergestellt werden kann. Iahrestagung der Hochschulgesellschast. Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschulgesellschaft) hält am kommenden Samstag, 18. Mai, im Unwer- sitätsgebäude ihre Hauptversammlung und Festsitzung ab. Der Verwaltungsrat wird um 15 Uhr Zu seiner Sitzung zusammentreten, der um 17 Uhr die Hauptversammlung in der Kleinen Aula folgen wird. Um 17.30 Uhr wird im Großen Hörsaal die Festsitzung beainnen, in deren Mittelpunkt ein Vortrag von Professor Dr. R e i n w e i n (Gießen) über „Neue Fortschritte in der Behandlung von inneren Krankheiten" stehen wird. Das Collegium musicum der Universität unter Leitung des Universitäts-Musikdirektors Professor Dr. Temesvary wird vor und nach dem Vortrage Kompositionen von I. S. Bach zu Gehör bringen. Gießen auf der Ausstellung „Oie Rhein-Mainische Wirtschaft" in Frankfurt. Vom 24. August bis 8. September veranstalten die Verkehrsabteilung des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages, der Landesverkehrsoerband Rhein- Main und die Messe- und Ausstellungsgesellschaft in Frankfurt a. M. eine große Ausstellung „Die Rhein-Mainische Wirtschaft". Die Ausstellung, die die Bedeutung des Rhein-Mainischen Wirtschasts- bezirkes für die gesamte deutsche Volkswirtschaft sinnfällig und umfassend vor Augen führen will, wird sowohl von namhaften Unternehmungen als auch von den einzelnen Städten beschickt. Auch die Stadt Gießen wird auf dieser Ausstellung mit einem Stand versehen sein und in der Hauptsache das Liebigmuseum, die Universität, Gleiberg und Schiffenberg betreffende Schaustücke ausstellen. Gerade eine Ausstellung aus dem Liebigmuseum ist für diese Schau sehr wertvoll, da ja von Liebig die Entwicklung der chemischen Industrie in bezug auf Volksernährung und Landwirtschaft ausging. Abschiedsvorstellung des Stadttheater-Orchesters. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am heutigen Abend kommt die Oper „Madame Butterfly" von Puccini zum letztenmal zur Aufführung. Gleichzeitig verabschiedet sich in dieser Spielzeit das gesamte Stadttheater-Orchester mit dieser Aufführung von seinen Theaterfreunden, um den Sommer über dem ehrenvollen Ruf und der künstlerischen Verpflichtung als Bad Homburger Kurorchester Folge zu leisten. Mit Bedauern sehen wir für den Sommer unsere tüchtigen und rührigen Musiker von uns Abschied nehmen, aber mit Freuden wissen wir von ihrer neuen künstlerischen Tätigkeit und hoffen auf ein Wiedersehen im kommenden Theaterwinter. Aerztetagung in Bad-Nauheim. Am Sonntag, 16. Juni, findet in Bad-Nauheim die 73. Versammlung mittelrheinischer Aerzte statt. Im Hörsaal des Balneologischen Universitäts- Institutes halten folgende Professoren Vorträge: Professor Gänßlen (Frankfurt a. M.) über „Moderne Behandlung der Blutarmut"; P/ofessor Reinwein (Gießen) über „Erkennung und Behandlung desKomadiabeticum"; Professor Martini (Bonn) über „Kreislauftherapie bei akut fieberhaften Erkrankungen"; Professor S ch e l l o n g (Heidelberg) über „Behandlung des akuten kardialen Lungenödems". Heber „Neuere Bestrebungen in der Schmerzbekämpfung" wird Professor Kirschner (Heidelbera) sprechen. Professor A. W. Fischer (Gießen) folgt mit einem Vortrag über „Nieren- und Blasentuberkulose". Zum Schluß spricht Professor von Jaschke (Gießen) über „Stillschwierigkeiten und ihre Bekämpfung in der Praxis". Daneben finden Führungen durch die Bade- und Kuranlagen, das Balneologische Universitäts-Institut und das W. G. Kerckhoff-Institut statt. Für die Frauen der Teilnehmer ist eine Autofahrt nach dem idyllischen oberhessischen Bad Salzhausen vorgesehen. Billige Ostlandfahrt. Wer möchte nicht die deutsche Ostmark kennen- lernen? Jenes Land mit den weiten Räumen, bedeckt vom wogenden Meer der Brotfrucht, dunklen Laubwäldern, oder blitzenden Seen? Brennpunkte deutscher Geschichte locken: das Ordensschloß der Marienburg, das treue Danzig, die Krönungsstadt Königsberg, das Tannenbergmal des größten deutschen Feldherrn, dazu das blaue Ostmeer mit Dünen und ragender Steilküste, das Land des Bernsteins. Ein kerndeutsches Volk wohnt dort, hält an der Ostmark die Wacht. Sie zu stärken, gilt es; ihnen soll die unlösliche Verbundenheit des ganzen deutschen Volkes mit feiner Ostmgrt fmMllig vor Augtzrr geführt werden. Das ist der tiefe innere Sinn der heurigen Pfingfttagung des Dolksbundes für das Deutschtum im Ausland (VDA.). Aus allen deutschen Gauen werden sie kommen, begeisterte Jugend, erprobtes Alter, Tausende und aber Tausende werden unter dem blauen Wimpel des VDA. erneutes flammendes Bekenntnis ablegen zur Volksdeutschen Einheit. Welcher volksbewußte Deutsche möchte dabei fehlen? Jeder kann teilnehmen; durch sachgemäße Organisation, zahlreiche Sonderzüge mit größtmöglicher Ermäßigung sind die Kosten für die Ostlandfahrt auf das geringste Maß gesenkt. Es dürfte selten wieder eine so billige Möglichkeit geben, Ostpreußen kennenzulernen. Der hessische Sonderzug fährt Mittwoch, 5. Juni, abends in Frankfurt a. M. ab und kommt Sonntag, 16. Juni, zurück. Dazwischen liegen 10 Tage reichsten Erlebens, eindrucksvollster Kundgebungen, unvergeßlichen Schauens: Marienburg, Königsberg, Danzig, Zoppot, Tannenberg, Masuren sind Glanzpunkte der Fahrt. Jeder Volksgenosse kann an der Fahrt teilnehme n. Die Anmeldungen müssen allerdings sofort, spätestens bis 15. Mai bei der nächsten VDA.-Gruppe, oder beim Landesverband Hessen des VDA., Darmstadt, Landgraf-Philipps- Anlage 7, Fernruf 2208, vorgenommen werden. Dort wird auch jede gewünschte Auskunft gern erteilt. Möchten recht viele Volksgenossen den Ruf des Ostens hören und sich der Bekenntnisfahrt in die Ostmark anschließen. Verhängnisvolle Spielerei — Oberhefsische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Morgen, Mittwochabend, gemeinsam mit der Ortsgruppe des Deutschen Biologen-Verbandes Versammlung im Hörsaal des Zoologischen Instituts. (Siehe heutige Anzeige.) ** Der Eichgärtenweg ist wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten vom 13. Mai ab auf die Dauer von 3 Wochen von der Wolfstraße bis zum nächsten Querweg für den gesamten Fahrzeugver- kehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** Sine Werbung der NS. - Kriegsopfer - Versorgung wird zur Zeit von der Ortsgruppe Gießen durchgeführt. Es handelt sich darum, die Ortsgruppe durch den Beitritt aller Kriegsbeschädigten, Kriegerhinterbliebenen und Frontsoldaten weitgehend zu stärken, damit den Aufgaben der NS.-Kriegsopferveriorgung wirksame Förderung aus dem Kreise der Kriegsteilnehmer zuteil werden kann. Der Beitritt ist frei. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich. ** Preußisch - Süddeutsche Staatslotterie. Die Ziehung der 2. Klasse der laufenden (45./271.) Lotterie findet am 22. und 23. Mai statt. Schluß der Erneuerung 15. Mai. ** Kraftfahrzeug-Innung der Provinz O b e r h e s s e n. Dieser Tage fand, wie uns verspätet berichtet wird, im Caf6 Leib in Gießen ein sehr gut besuchter Lehrfilm-Vortrag über die Knorr-Bremse statt. Mit den Meistern, Gesellen und Lehrlingen des Kraftfahrzeughandwerks waren Angehörige des Reichsheeres, SA., SS., Reichsbahn und Reichspost der Einladung zu dem lehrreichen Vortrag gefolgt. Landesinnungsmeister Pg. Aß, mann begrüßte die Versammlung mit herzlichen Worten und dankte den Veranstaltern des Lehrvor- trages für die gute Gelegenheit, auf diesem Wege den Schatz des beruflichen Wissens bereichern zu: können. Der Redner betonte, er werde auch in Zukunft bestrebt sein, derart aufklärende und für jeden an der Motorisierung Deutschlands mitarbeitenden Volksgenossen lehrreiche Filmvorträge in Gießen zu veranstalten. Auf diesem Wege habe jeder Angehörige des Kraftfahrzeughandwerks gute Gelegenheit, fein fachliches Wissen zu bereichern, um dann allen Ansprüchen der Kraftfahrer gerecht werden zu können. Mit einem Treugelöbnis zu Führer und Reich schloß der Redner seine sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen. ** Leichenländung. Gestern mittag wurde in der Nähe des Bootshauses des früheren Vereins Rudersport eine männliche Leiche aus der Lahn ge» ländet. Der Mann, dessen Personalien bekannt sind, wurde schon seit acht Tagen vermißt. Offensichtlich liegt Freitod vor. ** Unfall einer Greisin. Gestern wurde die 78 Jahre alte Frau Wilhelmine Dietz, Bahnhofstraße 5 wohnhaft, mit Verbrennungen am rech- ten Bein und einem Oberschenkelbruch in das Krankenhaus eingeliefert. Die bedauernswerte Frau ist das Opfer eines Unfalles in ihrer Wohnung ge» worden. Kreis-Werwngssmgen desSängeckeises Gießen Oberheffen SorgSMMltzS, SM &£ MkVSndsWdW ÖU* * Klein-Linden, 13. Mai. Um die Mitglieder mit den Schönheiten der näheren Umgebung bekanntzumachen, hatte der Turnverein Klein- Linden 1889 durch seinen Wanderwart Ernst Weigel für den letzten Sonntag eine Tageswanderung angesetzt. Der Weg führte die Teilnehmer durch die Frühlingspracht der blühenden Bäume über Allendorf (Lahn) nach Münchholzhausen, dann durch den taufrischen Hochwald hinauf zum Stoppelberg bei Wetzlar, von wo aus es den Mitglie- dern 6et herrlichstem Wetter vergönnt mar, eine prachtvolle Fernsicht zu genießen. Unter den blühenden Bäumen des Kirschenwäldchens wurde längere Rast gemacht und bann der Abstieg nach Wetzlar — Stadttheater Gießen. Heute 20 Uhr Wiederholung und letzte Aufführung der Oper: ^Madame Butterfly" von Puccini; Leitung haben Der Sängerkreis Gießen im Gau XII (He ffen - Darmstadt) des Deutschen Sängerbundes veranstaltet sein Kreis- Wertungssingen am 19. Mai, 26. Mai und 23. Juni in drei Gruppen. Das Wertungssingen beginnt stets um 9.30 Uhr, der Aufmarsch zur öffentlichen Kundgebung erfolgt um 13.30 Uhr, die kritische Besprechung schließt sich ab 15 Uhr an. Im einzelnen ist über die Einteilung der Vereine für das Wertungssingen folgendes zu berichten: Gruppe III am 19. Mai in Wieseck, Saalbau Hormann. Leitung: Sangesbruder Schäfer Sängeroereinigung 1925; Referent Mufikober- lehrer H. Samper, Darmstadt. Es singen in dieser Gruppe: Gesangverein Heiterkeit-Sängerkranz Großen-Buseck; Gesangverein Ruttershausen; Liederkranz Treis a. d. Lda.; Liederkranz Odenhausen a. d. Lahn; Gesangverein Daubringen; Sängervereinigung Alten-Buseck; Germania Lindenstruth; Gesangverein Staufenberg; Liederkranz Climbach; Sängervereinigung Lollar; Eintracht Wieseck; Turn- und Gesangverein Lollar; Sängerkranz Bersrod; Germania Großen-Buseck; Polyhymnia-Liederkranz Beuern; Gesangverein Mainzlar; Sängeroereinigung Wieseck. Gruppe I am 2 6. Mai in Heuchelheim, Turnhalle. Leitung: Sangesbruder B e p l e r, Liederkranz. Referent: Musikdirektor K n e t t e l, Bin- mit Schußwaffen. Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt folgenden Polizeiberickt mit: Der 16jäyrige G. und der 16jährige Sch., die seit einem Vierteljahr befreundet sind, trafen sich Sonntag nachmittag mit einem 14jährigen Mädchen B., das noch sein elfjähriges Schwesterchen bei sich hatte, nach oorausgegangener Verabredung an der Ecke Goethe-Stephanstraße. Die beiden Jungens hatten am Vormittag schon eine Radtour miteinander gemacht. Als sie sich trennten, sagte G. zu dem andern: „Heute Mittag bringe ich einmal die Dinger mit". Gemeint waren damit ein Armeewalzenrevolver und eine Mauserpistole, die der vor einigen Jahren verstorbene Vater des G. aus dem Felde mit nach Hause gebracht hatte. Ohne daß die Mutter etwas davon merkte, packte der Junge die beiden Waffen in eine Aktentasche und nahm sie Sonntagnachmittag mit. Nachdem sich die vier, wie verabredet, an der Ecke Goethe-Stephanstraße getroffen hatten, gingen sie zuerst nach dem Kugelberg und von da nach dem Nizza in den dort links der Schiffenberger Straße gelegenen Wald. Es wird etwa 17 Uhr gewesen sein. Sie setzten sich zwischen einem Tannenschlag und einer Schonung ins Gras und unterhielten sich. Bei dieser Gelegenheit nahm Sch. die Waffen aus der Aktentasche und spielte daran herum. Durch das unvorsichtige Hantieren ging plötzlich ein Schuß aus dem mit zwei Patronen geladenen Walzenrevolver los. Die Kugel drang dem G., der dicht neben den anderen saß und sich gerade etwas nach dem Mädchen herumgedreht hatte, in den Rücken. Sch. veranlaßte sofort, daß die Rettungwache verständigt wurde, die dann auch alsbald erschien und den Schwerverletzten nach Anlegung eines Notverbandes in die Klinik überführte. Vorher hatte Sch. die beiden Waffen unter dem Laub im Walde versteckt, sie konnten aber noch in der Nacht aufgefunden werden. Die Beteiligten versuchten zuerst die Sache so hinzustellen, als sei plötzlich aus dem Hinterhalt ein Schuß gefallen, wodurch G. verletzt worden sei. Es liegt Fährlässigkeit vor. Reichstreubund Gießen. Der Kameradschaftsabend des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten, Ortsgruppe Gießen, am vorigen Samstag im „Aquarium" galt in erster Linie der Berichterstattung über die Reichstagung am 4. und 5. Mai in Saarbrücken. Vereinsführer Bill begrüßte die Kameraden und ihre Angehörigen und hob sodann die große Bedeutung die- er ersten Tagung des Reichstreubundes an der Westgrenze des Reiches hervor. Bei dieser Tagung, an der etwa 30 000 Kameraden aus allen Teilen des Reiches teilnahmen, war die Ortsgruppe Gießen mit rund 100 Mitgliedern und Angehörigen vertreten. Dereinsführer Bill gab hierauf einen Ueberblick über den Verlauf der Tagung, wobei er über die Fahrt, den außerordentlich herzlichen Empfang, die Kundgebung und die dabei gehaltenen Ansprachen eingehend berichtete. Er schloß eine Ausführungen mit einem Treugelöbnis zum Bundespräsidenten Schwede, zum Reichswehrminister und zum Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht, dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Kamerad Friedrich ergänzte die Darlegungen durch die Besprechung beruflicher und organisatorischer Fragen. Kamerad Ritte.r, der als Transportführer tätig war, dankte für die Unterstützung der Kameraden bei der Erfüllung biefer Aufgabe. Im Namen ber Fahrtteilnehmer vom Bunb heimattreuer Schlesier bankte ber Vereinsführer Kostorz vcm ber Gießener Ortsgruppe den Kameraben vom Reichstreubunb für bie Vermittlung biefer Fahrtgelegenheit. Der Kamerab- chaftsabenb würbe mit breimaligem Sieg-Heil auf den Führer unb Reichskanzler Abolf Hitler unb dem Gesang ber ersten Verse bes Deutschlanb- unb des Horst-Wessel-Liebes beenbet. Gießener Dochenmarkkpreise * Gießen, 14. Mai. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfunb 1,50 Mk ßanbbutter 1,40 bis 1,42 Mk., Matte 25 Pf., Käse,' das Stück 5 bis 10, Eier (inlänbische) 8 bis 9, Wir- ing (gelb), bas Pfunb 18 bis 20, (grün) 25 bis 30, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 28 bis 35, Gelbe Rüben (alte) 15 bis 18, (neue), bas Bünbel 25, Rote Rüben, bas Pfunb 10 bis 15, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 15 bis 20, Spargel 40 bis 65, Mischgemüse 15 bis 20, Tomaten 90 Pf. bis 1 Mk.' Zwiebeln 25, Meerrettich 40 bis 60, Schwarzwurzeln 20 bis 45, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mk., Aepfel, bas Pfunb 40 bis 60 Pf., Honig 45, Blumenkohl 65 bis 70, Salat 12 bis 30, Salatgurken 50 bis 60, Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Rettich, bas Bünbel 20 bis 55, Rabieschen 10 bis 15 Pf. vornottzen. — TageskalenberfürDienstag. NSG. "Kraft burch Freube": 18 bis 20 Uhr auf bem Universitäts-Sportplatz Sport- unb Spielnachmittag. — Stabttheater Gießen: 20 bis 22.45 Uhr: „Madame : Butterfly". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die : Katze im Sack". Ein tragischer Unglücksfall. 00 Steinfurth, 13. Mai. Am Sonntag- nachmittag ereignete sich an ber Eifenbahnbrücke über bie Main-Weferdahn ein tragischer Unglücks fall, bem ein blühenbes Menschenleben von 30 Jahren zum Opfer fiel. Die Frau bes hiesigen Rosenzüchters Heinrich R o - fenbetf er wollte mit dem Fahrrab zum Zahnarzt nach Bab-Nauheim. Durch bas Gefälle ber Straße unb ben starken Seitenwinb gelang es ber Frau nicht, bie fast rechtwinklige Kurve auf bie zu schmale Bahnbrücke zu nehmen, unb sie rannte gegen bas an biefer Stelle kaum 1 Meter hohe Gelänber. Durch bie Wucht bes Anpralles würbe sie über bas Gelänber etwa 9 Meter in bie Tiefe auf ben Bahnkörper gesch leu- b e r t, birekt auf bie Stirnseite einiger bort liegender Holzschwellen, so baß sie gräßlich verstümmelt unb mit gebrochenen ©Hebern liegen blieb. Die sofort herbeigerufenen Sanitätswachen von hier unb Bab-Nauheim brachten bie Sterbenbe noch zum Krankenhaus, wo ber Tob inzwischen eingetreten war. Die Verblichene hinterläßt außer ihrem Mann unb einem 9jährigen Mäbchen einen erst 7 Wochen alten Säugling. Die Brücke ist in ihrem jetzigen Zustcmbe bei bem regen Verkehr völlig unzulänglich, zumal sie mit bem Straßenzug eine 8-Kurve bilbet, ein zu nichtiges Schutz- gelänber hat unb in ber Mitte ber Brücke unmöglich zwei Autos einanber vorbeifahren können. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linben, 13. Mai. Am Sonntagnachmittag würbe bie im 87. Lebensjahre stehenbe Frau Marie Lotz, geb. Faber, eine ber ältesten Frauen unserer Gemeinbe, zu Grabe getragen. Drei Monate vor ihrem Tobe, am 6. Februar b. I., konnte sie noch mit ihrem Manne bas seltene Fest ber eisernen Hochzeit begehen. — Am Sonn- tagabenb hielt bie Evangelische Frauen- h i l f e im Saale ber Kleinkinberschule ihre bies- jährige S ch l u ß f e i e r ab. Der Vorsitzende, Pfarrer Bremmer, erstattete ben Jahresbericht. An den Vereinsabenben bes verflossenen Winters würben gemeinsam bie Bücher „Der Streiter Gottes", eine Erzählung aus dem Leben Luthers von Schröer, und „Berta Strattmann" von Klara Heite- fuß gelesen. Ferner gelangten einige Gebote unseres Lutherschen Katechismus zur Besprechung. Die Kollekten der Abende wurden dazu benutzt, notwendige Anschaffungen und Reparaturen für die Kleinkinderstation vorzunehmen. Der Schlußabend erfuhr eine besondere Bereicherung durch Gedichtvorträge einiger Mädchen unb Chorbarbietungen bes Mäbchen- unb Frauenchors ber evangelischen Kirchengemeinde. Um das gute Gelingen des Abends hatten sich namentlich die beiden Schwestern der Kranken- unb Kleinkinberstation verbient gemacht. Den Sommer über finben bie Zusammenkünfte ber Mitglieber monatlich nur einmal statt. gen. Es fingen in biefer Gruppe: Germania Heuchelheim; Bauerscher Gesangverein Gießen; Teutonia Heuchelheim; Sängeroereinigung Lieberkranz- Heiterkeit Gießen; Sängervereinigung Entracht-Har- monie Klein-Linben; Einheit Allenborf (Lahn); Sängerlust Oppenrob; Frohsinn-Quartettverein Gießen; Germania Burkharbsfelben; Heiterkeit Anne- rob; Liebertafel Launsbach; Germania Wißmar; Großscher Männerchor Gießen; Lieberkranz Heuchelheim; Konkorbia-Harmonie Röbgen; Arion Klein-Linben; Gesangsabteilung bes Vereins beut» scher Lokomotivführer Gießen; Harmonie Reiskirchen. Gruppe II am 2 3. Juni in Großen-Lin- ben, Turnhalle. Leitung: Sangesbruber Wenzel, Germania. Referent: Mustkbirektor Döbert, Bensheim. Es fingen in biefer Gruppe: Viktoria Garbenteich; Eintracht Watzenborn-Steinberg; Eintracht Grüningen; Eintracht Hausen; Eintracht Leihgestern; Sängervereinigung Albach; Eintracht Steinbach; Frohsinn Lang-Göns; Germania Watzenborn-Steinberg; Germania Großen-Linben; Sängerkranz Watzenborn-Steinberg; Germania-Lieber- kranz Kirch-Göns; Frohsinn Garbenteich; Lieberkranz Leihgestern; Harmonie Großen-Linben; Ju- genbfreunb Watzenborn-Steinberg; Germania Steinbach; Gesangverein Abam Jsheim Grüningen; Germania Lang-Göns. z genb bie schöne Gelegenheit geboten, sich an einem gerade ftattfinbenben Frühlingsfest zu erfreuen. Mit ’ ber Bahn würbe bann ber Rückweg angetreten. ' freudig bewegt von ben schönen Eindrücken ber ’ Wanberuna erreichten bie Wanberer gegen Abend ' wieder unser Dorf. Die nächste Wanberung finbet am Himmelfahrtstag statt unb führt nach Kloster ■ Arnsburg. > $ Alten-Buseck, 13. Mai. Am Sonntagnach- ; mittag hatte bie Schwester ber Kleinkinber- > schule zu einer Frühlingsfeier unserer Kleinsten ; eingelaben. Schwester Berta begrüßte bie zahl- > reich erschienenen Gäste, Eltern unb Freunbe ber > Klemen, mit herzlichen Worten. Mit einem passen- . den Frühlingslieb würbe bie Feier eingeleitet. Dann , zeigten bie kleinen Schauspieler ihre Künste. Es war außerorbentlich reizvoll, wie anmutig bie Kleinen in ihren bunten Kleibchen unb Kostümen die verschiebenen Blumen unb Vögel barstellten. Sinnvolle Frühlingsspiele, Reigen unb Gesänge wechselten in bunter Reihe ab. Zum Schluß bankte unser Ortsgeistlicher, Pfarrer Naumann, auch im Namen aller Anwesenben, ber Schwester Berta für ihre große Mühe unb für all bie Liebe, mit ber sie dieses gut gelungene Kinberfest zur Ausführung gebracht hatte. Mit großer Begeisterung nahmen bie Kleinen bann noch bie gefpenbeten Brezeln in Emp- fang, unb bie strahlenben Kinberaugen bewiesen, baß es für sie ein rechter, froher Frühlingstag gewesen war. § Mainzlar, 13. Mai. Die hiesige Sparkasse hatte ihre Mitglieber am Samstagabenb in das Lokal bes Gastwirtes Heinrich Vogel IV. zur Generalversammlung eingelaben. Der Vor- sitzenbe bes Aufsichtsrates L. Vogel eröffnete bie Versammlung. Anschließenb folgte bie Rechnungsablage burch ben Rechner Wilh. DH. Schlapp. Die Geschäftslage zeigte guten Fort chritt unb Aufstieg. Die burch Auslosung ausge djiebenen Vor- ftanbsmitglieber Heinrich Pflüger unb Fr. Becker würben einstimmig wiebergewählt. Die Versammlung würbe mit breifachem Siegheil auf den Führer geschlossen. — Am selben Abenb fanb gleichzeitig in ber Wirtschaft „Zum Schwanen" ein Kamerabschaftsappell ber SAL. unb ber Krieger kamerabschaft Mainzlar (im Kyffhäuserbunb) statt. Kamerabschaftsführer Wag- n e r machte u. a. auf ben Beginn bes Vereinsschießens am Sonntag auf bem hiesigen Schieß- ftanb unb auf bie Reichskriegertagung in Kassel aufmerksam. + Treis a. b. L., 13. Mai. Die Krieger- kamerabschaft „Germania" hielt gestern abenb bei Kamerab Nickel ihre Hauptversammlung ab, bei welcher ber Vorsitzenbe, nachbem bes ver- ftorbenen Kameraben Heinrich Schaaf in üblicher Weise gebacht war, ben Jahresbericht erstattete unb an Stelle bes verstorbenen Rechners bie Abrechnung vortrug. Der Verein zählt 47 Mitglieber. Es würbe beschlossen, ben Schießstanb Herrichten zu lassen unb bas Vereinsschießen roieber in Schwung zu bringen, lieber bie Drbnung bes Schießwesens berichtete Schießleiter W. Euler. Nach Erlebt- gung einiger geschäftlichen Angelegenheiten würbe zum Besuch bes Reichskriegertages bes Kyffhäuser» Verbanbes in Kassel vom 6. bis 8. Mai aufgefordert unb mehrere Anwerbungen erzielt. s Lang-Göns, 14.Mai. Auf einem von der hiesigen NS. - Frauenschaft veranstalteten Abenb sprach gestern in ber Turnhalle die bekannte Gaureferentin der Abteilung Auslanbsdeutschtum, Ruth Sch u h m a ch e r, über unsere früheren Kolo- men Die Rebnerin, bie selbst mehrere Jahre in Deutsch-Süb-West gelebt hat, verstand es, in zu ÄNLtzg gcheMu Wortöü Äs ßiftög» » fetiM re^W)' l*L ' Miel unb 1 W* P k 6 IU QUd) i'csi, IW Bananen eSä hfl« ein ftö Lolley. Wr&L Dank cEx AenS' Minear r 91& W? hie grau ÄS t* .(Her bei ZA Mand aus dm K'S'i» Mich, 13- Frauenwerk Ä den und die Ml Steins Saalbau nachmittag e -ion Frauen und folgt und nahm ' M Blumen gesch alsbald der in ( unb Kuchen aufg« lein begrüßte in sprach über die meinsam gesungen Gesängen, die Ki Darbietungen bei ’ Zeit nur allzu Kahn aus Br Worte bedeutenl vor und brachte aus. Die Leit LSchäfer, b seine Aufgaben jen ein. Mit l Nessel-Lied wm Den kranken ui 1 Wern wurde W. )( Lich, mchermeister Phi M seinen 84. ( seine Ehefrau tag in voller töip 80. Geburtst überbrachte die evangelischen Ge Eedenkblatt der der derzeitige merhausen- togstind aus A * Lich,13. Schmidt von fall eine so Fußes, daß er verbracht werd, cvv Langs tag bsging hie: mit feiner Ehef !*er goldene '".großer geis Feier liefen Gl statthalter in h munalen Behör bensjahr, seine .Butzbach !,er Zigeui "rch Buhboch. ? geschlossenen ^Polizei ein. Fahrzeuge fiftiei !U5- daß nicht t waren, UN !" größeren Zeit btt«Wn r I Jibijn .3 beiter Vr? eilli9 bt’ »’ "Nd.t 20 Bnn "des, SÄ SS tnirb i, SÄ’ EL ■Mljgj M Preußen OJlxfpont eich; Sieber» Linden; Ju» mania Stein» ningen; Ter» PQ9 vurd, L, lQbn ne,; R ?""* Ä alsbalD der in großen Mengen gestiftete Kaffee und Kuchen aufgetragen wurde. Pfarrer C r ö n- le in begrüßte in herzlichen Worten die Gäste und sprach über die Bedeutung des Tages. Bei ge- ^Darbietungen der Kapelle Schmidt verging die Zeit nur allzu rasch. Zum Schluß las Dechant Kahn aus Briefen und Büchern anerkennende »onntagnach- ntinben :er Kleinsten zte die zahl- Freunde der inem pafien« geleitet. Dann Künste, inmutig bis id Kostümen [ darstellten, nb Gesänge ichluß dankte ann, auch vester Berta iebe, mit der Ausführung nahmen die ein in (W n bewiesen, iiitftag ge» Hessischer Salat. I Pfund Kartoffeln, '/< Pfund Sülzwurst (Preßkopf), 1 saure Gurke, I feingeschnittene Zwiebel, 2 Eßlöffel 6t, 2 Eßlöffel Essig, 1 Taffe Doffer, 1 Teelöffel Maggi's Würze, Pfeffer und Salz. Die Kartoffeln in der Schale kochen, schälen und in Scheiben schneiden. Darüber eine Marinade aus Essig, 6t, Wasser, Salz, Pfeffer, Zwiebel und Maggis Würze gebLü. Die Durst und die Gurte schnitzeln, alles gjst. vermengen und Liehen IMen» MAGGI'WÜRZE ipiwWHM&faut füv- OtyfpML, 114t, d rech. L’" d°r Stau Mitun, 6„ 4fum ba» S* Werb» ZArer Ult) ,l1'8 ’«w Mark Einnahme und 1546,44 Mark Ausgabe für dieses Jahr einen Fehlbetrag von 217,73 Mark *• ausweist, der bei der nächsten Beitragserhebung ausgeglichen werden soll. Die Rechnung wurde ein- timmig genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Bei der Vorstandswahl wurde der bisherige Vorstand auf drei Jahre wiedergewählt. Rach Bekanntgabe der Satzungen wurde'die Versammlung von dem Vorsitzenden in der üblichen Weise ge- chlossen. — Lich, 13. Mai. Die im deutschen mtracht Leih- uucl uie xjcueuiung ue» -cuye». x?ei ge- inh . xi-n,Hme*-iam gesungenen Liedern, schönen Gedichten und noen; bän-i "Gesängen, die Kinder vortrugen, und musikalischen naniQ:ßieber» f - - - - - - 1 . ' - \t Spat* agabend in ogel lV. Der Bor» öffnete die »echnungs- Schlapp- t und Aus« enen Don und 3r' sahlt. D>e iegheil auf Ibend fand Danen" ein M inzlar D ter ® 5 Dereins' en Schieb' ‘in * kriege^' e(t geftem Ammlung n des o/' in üblich^ tattete und lbrechnuA ieder- richten । Sch"?!! hießseV ich Srled -en lvukde l °on M I -ss rti Sie schilderte kurz, wie es heute in den Kolonien ,'ussieht, wie sich die Deutschen langsam, aber, da je immer noch entrechtet sind, nur schwer empor«- titelten können. Immerhin sind beute schon in )eutsch-Süd-West ein Drittel aller Weißen Deutsche (stma 18 OOO), in Deutsch-Ostafrika sind es weniger, iber auch hier bilden die Deutschen (4 bis 5000) ein Drittel der Europäer. Auch die früheren Kolonien Eamerun und Togo wurden kurz behandelt. Die rwesenden Hausfrauen wurden darauf hingewie- n, daß sie auch deutschen Kaffee aus Ostafrika und rutsche Bananen (etwa ein Viertel aller eingeführ- n Bananen stammen von deutschen Farmen aus amerun) kaufen sollten. Sie würden dadurch die eutschen dort, die schwer um ihr Dasein zu kämp- n haben, unterstützen. Zum Schluß wies die Red- liierin auf die Worte des Führers hin, der sagte, daß ein sich ausdehnendes Volk, wie das deutsche, unbedingt Kolonien haben müsse. Anschließend wurden Lichtbilder gezeigt, die von der Rednerin aufgenom- DDAC. Die xu lösenden Aufgaben waren schwierig und wurden Durch die Verhältnisse im Gelände noch erschwert. Die Fahrt diente in erster Linie dazu, den jungen Fahrernachwuchs im Gelände zu schulen. Daß sich dieser Nachwuchs gegen die geschulten Männer der Wehrmacht durchzusetzen vermochte, ist ein erfreuliches Zeichen der Erfolge im Kraftfahrkorps, die durch die Mitarbeit der NSKK.-Män- ner in ihren Einheiten gezeigt werden. Der Start, zu dem der Schirmherr dieser Veranstaltung, Gauleiter und Staatsrat >W e i n r i ch , in Kassel um 10 Uhr nach der feierlichen Flaggenhissung das Zeichen gab, erfolgte gruppenweise. Die Bedeutung der Veranstaltung wurde durch die Teilnahme von Persönlichkeiten aus Partei, Heer, Regierung und Polizei unterstrichen. Die ersten Fahrer kamen gegen 16 Uhr bereits von der Strecke zurück. Es sind etwa 20 v. H. der teilnehmenden Fahrzeuge unterwegs ausgefallen. Dieser Ausfall ist jedoch im Verhältnis zu der Schwierigkeit der Fahrt nicht groß, während er anderseits die Schwierigkeit der gestellten Aufgaben entsprechend beleuchtet. Deutsche Handball-Meisterschaften. Die Paarungen für die Vorschlußrunden zur Deutschen Handball-Meisterschaft der Männer und Frauen wurden nunmehr bekanntgegeben. Es treffen sich bei den Männern am 26. Mai: In Leipzig: Spfr. Leipzig — Hindenburg Minden ((Hütter-Berlin). In Magdeburg: Polizei Magdeburg — SV. Waldhof (W. Schramm- Dresden). Bei den Frauen spielen ebenfalls am 26. Mai: In Mannheim: VfR. Mannheim — SC. Eharlottenburg (H. Walter-Harburg). In Hamburg: Eimsbüttel — Fortuna Leipzig (A. Jakob-Kassel). Handball-Länderkampf Deutschland—Schweiz. Für den am 19. Mai in Augsburg stattfindenden ersten Handball-Länderkampf zwischen Deutschland nien worden waren und den Vortrag vortrefflich ergänzten. Gen Dank der Versammelten sprach Bür- lermeister Wenzel aus, außerdem versprach die Führerin der NS.-Frauenschaft, Frl. S ch w i n n, auch die Frauen sich mit warmem Herzen für >en kolonialen Gedanken einsetzen würden. Die Ver- ammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. A Eberstadt, 13. Mai.. Am Samstag hielt iie hiesige Pferdeversicherung ihre dies- ährige Generalversammlung im Gasthaus „Zum ldler" unter Leitung des Vorsitzenden Ferdinand ! ö b r i ch ab. Der Rechner Georg S ch m a n d t erstattete zunächst den Kassenbericht, der bei 1328.71 48 Sommerlager des Obergaues Hesien-Nassau. LPD. Frankfurt a. TL, 12. Mai. Heute sind an den schönsten Stellen unserer Heimat achtzehn Sommerlager des BDM. -Obergaues Hessen-Nassau eröffnet worden. Die ersten 500 Mädel sind hinausgezoaen, um für acht Tage in froher Gemeinschaft im Lager zu sein, sich neue Kraft und Freude aus dem Erlebnis der festen Kameradschaft zu schöpfen. Voller Erwartung kamen die Mädel in den einzelnen Lagern an, aber schon nach den ersten Stunden waren sie ganz zu Hause und fühlten sich sehr wohl. Nun freuen sie sich alle auf oie acht Tage draußen in frischer Luft bei Sport und Wertarbeit und frohem Singen. Frisch und froh werden sie wieder in ihre Arbeit zurückkehren und das frohe stolze Bewußtsein der großen Gemeinschaft mitnehmen, in der wir alle stehen und für die wir alle schaffen. Den ganzen Sommer über werden Mädel draußen in den Lagern sein. Die Führung des Obergaues 13 ist froh, daß es gelungen ist, diese Lager aufzuziehen, und dankt allen, die geholfen haben, die Häuser zu finden oder andere Schwierigkeiten zu überwinden. Besonderer Dank gilt der NSV. für ihre Hilfe. Auch den Arbeitgebern der Mädel gebührt Dank, die ihnen für diese acht Tage Urlaub gegeben haben. Sie haben damit bewiesen, daß sie Sozialismus der Tat üben. Der BdM. hat mit diesen Sommerlagern eine große Aufgabe übernommen. Er wird sie lösen, und dann wird er wieder einen Schritt vorangekommen sein im Schaffen fürs Ganze, für das Volk und feine Zukunft. 18 Sommerlager künden von dem ernsten Arbeitswillen der Mädel im Obergau Heffen-Naffau. Zuchthaus wegen fortgesetzter Amtsunterschlagung LPD. Marburg, 13. Mai. Vor der Großen Strafkammer in Marburg hatte sich' der beim Postamt in Treysa (Bezirk Kassel) beschäftigte Hans S. aus Treysa zu verantworten. Der Angeklagte soll in der Zeit vom Juli 1933 bis Januar 1935 Urkunden gefälscht und in die Bücher und Register falsch eingetragen, Postanweisungen und Einzahlungskarten gefälscht bzw. beiseite geschafft haben, um sich einen Vermögensoorteil zu verschaffen, mehr als 4000 Mark unterschlagen und Rechnungen falsch geführt und unrichtige Abschlüsse vorge^egt haben. Bei Der Vernehmung des Angeklagten ergab sich die unglaubliche Tatsache, daß er das alte ft e eheliche Kino, das kurz nach feiner Verheiratung geboren wurde, 13 Jahre lang verheimlicht und in einer Anstalt untergebracht hat. Als Grund hierfür gibt er an, daß die Eltern und Verwandten feiner Frau sehr streng gewesen feien. Der Angeklagte ist in vollem Umfang geständig. Damit seine Taten nicht entdeckt wurden, trug er die Postanweisungen oder Zahlkarten nicht in die vorgeschriebenen Bücher ein oder machte falsche Eintragungen. Beschwerdebriefe, die wegen Nichteingang des Geldes an das Postamt geschrieben wurden, fing er ab und beantwortete sie selbst oder vernichtete sie. Als Motiv zur Tat bezeichnet er die vielen Schulden, die er gehabt habe. Das Urteil lautete wegen fortgesetzter erschwerter A m t s u n t e r s ch l a- g u n g auf eine Zuchthaus st rafe von einem Jahr sechs Monaten und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren. Eine Verurteilung wegen Urkundenfälschung wurde vom Gericht fallengelassen, da die Register und Kassenbücher keine öffentlichen Bücher sind und nur im Postdienst verwandt werden. Vorsicht beim Auslegen von Gift. LPD. Marburg, 13. Mai. Durch das Auslegen von Gift ist in der Gemarkung Bürgeln den Taubenbesitzern großer Schaden entstanden. Viele Tauben und sonstige Vögel sind eingegangen, ohne daß man wußte, was die Ursache war. Auch das hier beheimatete Storchenpaar ist von dem Auslegen des Giftes schwer betroffen worden. Der eine Storch ist bereits eingegangen. Der andere Storch weilte die ganze Nacht an der Stelle, wo der Storck) verendete und hat dann die Stadt verlassen. Aucy zahlreiche Katzen sind in der letzten Zeit durch Vergiftung eingegangen. Jetzt hat sich herausgestellt, daß ein Mann i m Felde Gift a u s g e l e g t hatte, ohne vorher die polizeiliche Genehmigung hierfür einzuholen. Einbrecherbande festgenommen. LPD. Frankfurt a. M., 13. Mai. Vor einigen Tagen wurde ein Einbruch in der Welßfrauen- straße in ein R u n d f u n k g e s ch ä f t verübt. Die Täter fliegen an der Fassade des Hauses hoch und in das im ersten Stock gelegene Geschäft ein. Entwendet wurden eine Anzahl Rundfunkgeräte, die die Täter auf die Straße hinabließen und mit einem Auto abtransportierten. Als Täter wurden ermittelt und festgenommen der 31jährige Hans B., der 24jäh- rige Willi N. und der 23jährige Hans B. Die größte Anzahl der Apparate konnte wieder herbeigeschafft werden. In den letzten Monaten wurden in Frankfurt a. M. mehrere solcher Einbrüche in gleichartige oder ähnliche Geschäfte ausgeführt. Es besteht der dringende Verdacht, daß die.Festgenommenen auch für diese Einbrüche in Frage kommen. Die Ermittlungen in dieser Richtung sind noch nicht abgeschlossen. Worte bedeutender Männer über ihre Mütter vor und brachte ein Siegheil auf den Führer aus. Die Leiterin der NS.-Frauenschaft, Frau L. Schäfer, berichtete über den Mütterdienst und seine Aufgaben und lud zu den verschiedenen Kursen ein. Mit dem Deutschland- und dem Horst- Weffel-Lied wurde die Veranstaltung geschlossen. Den kranken und am Erscheinen verhinderten Müttern wurde eine Kuchengabe ins Haus geschickt. )( Lich, 13. Mai. Nachdem der Ehemann Schuhmachermeister Philipp O ß w a l d vor wenigen Tagen seinen 8 4. Geburtstag verlebte, konnte seine Ehefrau Helene, geb. Dietz, am Samstag in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 8 0. Geburtstag feiern. Stiftsdechant Kahn überbrachte die Glück- und Segenswünsche der evangelischen Gemeinde und überreichte ein schönes Gedenkblatt der Landeskirche Nassau-Hessen, das der derzeitige Propst von Oberhessen, T r o m - merhausen - Frankfurt a. M., dem Geburtstagskind aus Anlaß des Tages gewidmet hatte. * L i ch, 13. Mai. Der Fuhrmann Karl Ludwig Schmidt von hier erlitt bei einem Unglücks- f a 11 eine so erhebliche Quetschung des rechten Fußes, daß er nach Gießen in das Krankenhaus verbracht werden mußte. oo Langsdorf, 13. Mai. Am gestrigen Sonntag dsging hier der Landwirt Christian Heil III. mit feiner Ehefrau Margarete, geb. Bausch, das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Jubilare stehen in großer geistiger Frische. Außer der kirchlichen Feier liefen Glückwunschschreiben von dem Reichsstatthalter in Hessen sowie den staatlichen und kommunalen Behörden ein. Der Jubilar steht im 74. Lebensjahr, seine Frau ist 73 Jahre alt. Kreis Friedberg. Butzbach, 13. Mai. (LPD.) Gestern kamen vier Zigeunerwagen in geschlossenem Zug durch Butzbach. Da nach dem Gesetz Zigeuner nicht in geschlossenen Trupps umherziehen dürfen, schritt die Polizei ein. Als man die vier alten klapprigen Fahrzeuge sistierte und untersuchte, stellte sich heraus, daß nicht weniger als 36 Personen drinnen waren, unter ihnen allein 27 Kinder aller Altersklassen. Die braunen Nomaden wurden in größeren Zeitabständen Wagen für Wagen wieder abgeschoben. Kreis Bübingen. $ Nidda, 13. Mai. Seit ungefähr 4 Wochen fino die vor einiger Zeit wegen Einspruchs verschiedener Anlieger unterbrochenen Arbeiten zur Verlegung und. teilweisen Verbreiterung der Beundestraße wieder im Gange. Etwa 20 Volksgenossen sind zur Zeit mit der Verlegung der Wasserleitung und der Kanalisation beschäftigt. In Kürze sollen noch große Erdbewegungen ausgeführt werden, hieraus kann das Steinmaterial Verwendung finden. Durch den Ausbau dieser Straße wird bevorzugtes Bauland erschlossen werden, das fast zur Hälfte schon mit Wohnhäusern bebaut ist. Bis die gesamten Bauarbeiten zum Abschluß gekommen sind, werden noch mehrere Monate verfließen. Z N i d d a, 13. Mai. Die hiesige Ortsgruppe des V H C. unternahm am Sonntag mit 38 Teilnehmern eine planmäßige Frühwanderung über Michelnau durch nordostwärts gelegene ausgedehnte herrliche Waldungen mit gepflegten Straßen bis zur sog. „Dicken Eiche", einem gewaltigen Naturdenkmal fast am Ausgang des Waldes in der Nähe von Eichelsdorf. Diese Eiche hat in Brusthöhe einen fter Dr. Völsing statt, an der auch der stellvertretende Ortsgruppenleiter der NSDAP, teilnahm. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g wies in seiner Ansprache darauf hin, es sei eine der beschämendsten Erscheinungen des vergangenen Regierungssystems gewesen, daß man Den Kriegsteilnehmern des Weltkrieges und den Opfern des Krieges die ihnen gebührende äußere Ehrung und Dankbarkeit nicht habe zuteil werden lassen. Es sei das Werk des Führers, daß er ihnen ihre Ehre wiedergegeben habe. Das ganze Volk sei dem Führer hierfür dankbar. Mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht habe der Führer dem ganzen deutschen Volke seine Ehre und Gleichberechtigung wiedergegeben. Dies erfülle auch alle Kriegsteilnehmer mit besonderem Stolz. Den toten Kameraden des Weltkrieges wurde ein stilles Gedenken gewidmet. Alsdann erfolgte die Aushändigung der Ehrenkreuze. Unter den Kriegsteilnehmern befand sich auch eine Frau, der das Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer verliehen wurde. Die Frau war als Schwester während des Weltkrieges im Felde tätig gewesen. Die schlichte, aber würdige und eindrucksvolle Feier wurde mit einem Treuaelöbnis für den Führer und Reichskanzler geschlossen. und der Schweiz wurden folgende Mannschaften aufgestellt: Deutschland: Dipp (Eßlinger TSV.); Pfeiffer (Pol. Darmstadt), Brohm (VfR. Schwanheim); Rutschmann (SV. Waldhof), Kohn (Stuttgarter Kickers), Stahl (Pol. Darmstadt); Goldstein, Hirsch (beide SpVgg. Fürth), Spengler (SV. Waldhof), Spalt, R o 11) e r m e l (beide Pol. Darmstadt). Schweiz: Gysi (Basel); Stammbach (Basel), Herkenrath (Zürich); Gantenbein (Zürich), ©treib, Simon (beide Basel); Köpfli (Zürich), Mischon (Bern), Hufschmied (Basel), Schmid (Zürich), ©ei» terli (Zürich). Zum Schiedsrichter des Treffens wurde I. Marquardt-Eßlingen bestimmt. Guter Meldungseingang für die Nat. Wettkämpfe der Spielvgg.1900. Zu den am kommenden Sonntag stattfindenden Nationalen leichtathletischen Wettkämpfen der Spielvereinigung 1900 Gießen liegen bereits zahlreiche Meldungen vor. Fast alle Leichtathletikoereine von Rang aus den Gauen Nordhessen und Südwest werden mit ihren besten Könnern vertreten sein. Genannt seien hier die Frankfurter Vereine JG.- Sportverein, SC 1880, Postsportverein, ferner Polizei Darmstadt. Kassel ist durch das ausgezeichnete Material der Hessen-Preußen vertreten. Recht erfreulich ist auch die Beteiligung der Vereine aus dem Gießener Bezirk (Marburg, Frankenberg, Diez, Weilburg, Wetzlar, Heuchelheim usw.) Mit namhaften Vereinen aus dem Reichsgebiet schweben noch Verhandlungen. So gut wie sicher ist die Teilnahme starker Mannschaften des OSV. Dortmund-Hörde und des Deutschen Sportclubs Saarbrücken. Um den Vereinspokal des DFB. Für die erste Vorschlußrunde um den Vereinspokal des DFB. hat der Sportwart der Gaugruppe 3 (Gau Mitte, Nordhessen, Württemberg und Bayern), Dr. Haggenmiller - Nürnberg folgende Spiele für den 19. Mai im Gau Nord- Hessen angesetzt: SC. Wirges — SpVgg. Hadamar, Reichsbahn Dillenburg — Gießen 1900, SV. Niederzwehren — SpVgg. Kassel, Tura Kassel — Sport Kassel, FC. Groß-Almevode — Kassel 03, Hessen Lichtenau — Kurhessen Kassel, SV. Eckels- Hausen — SuFV. Bottenhorn, VfR. Büdingen gegen SV. Neuhof, Eintracht Windecken — VfB. Friedberg, SV. Klein-Steinheim — SpVgg. Lan- genselbold, Germania Groß - Krotzenburg — Germania Fulda, Borussia Fulda — Olympia Fauerbach, Bachrein oder Alsfeld — Hessen Hersfeld. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 verliert mit einer Ersahmannschasl in Marburg. Man wollte die Marburger Sportfreunde nicht im Stich lassen, sonst hätte man diese Begegnung in letzter Minute noch absagen müssen. Nachdem Lippert vom DFB. am Freitag nach Köln gerufen worden war, erfolgte am Samstag der Ausfall von Dörr, infolge Krankheit, ferner war auch noch H o r z am Sonntag dienstlich verhindert. Von der Elf des Vorsonntaas waren nur noch Schmidt, Zeller, Heilmann, Wilhelmi, Birkenbihl und Kaps mit von der Partie. Die Niederlage kommt aber gerade in erster Linie auf die Vertreter der ersten Mannschaft, das muß hier offen ausgesprochen werden. Wenn diese Spieler mit dem Eifer und Ehrgeiz bei der Sache gewesen wären wie die Ersatzspieler, dann hätte das Spiel einen anderen Ausgang genommen. Der Gastgeber hatte in Ballbehandlung und Spielanlage den Gießenern nichts voraus. Das Feldspiel war auch jederzeit verteilt und bot jeder Partie die gleichen Chancen. Was aber grundverschieden war, das war die Entschlossenheit des Germanensturms in Toresnähe und das hilflose Spiel der Blauweißen in denselben Situationen. Wilhelmi überbot sich direkt im Auslassen der besten Torchancen, es fehlte ihm der nötige Ernst und die erforderliche Erkenntnis der gebotenen ungünstigen Lage. Andere Mitspieler liehen sich in der zweiten Spielhälfte davon anstecken. Zugegeben, daß sich das Glück in der ersten Halbzeit auf Seiten der Marburger geschlagen hatte, man darf aber trotzdem das Spiel nicht zur Farce werden lassen. Bis zur Pause hatte 1900 Vorteile im Feld spiel. Germania schoß aber bei einigen schnellen Durchbrüchen an der aufgerückten Gießener Verteidigung vorbei drei Tore, während den Gästen nichts gelang, obwohl sich zahlreich Gelegenheit dazu bot. Schon bald nach Halbzeit wechselte Kaps aus der Verteidigung, die damit ihren letzten Rest Sicherheit verlor. Dauernde Mißverständnisse lösten sich ab. Germania nutzte diese Verwirrung geschickt aus und kam leicht, fast kaum ohne Widerstand zu finden, zu fünf weiteren Treffern. Schmidt im 1900-Tor hatte einen schwarzen Tag. Er machte diesmal grundlegende Fehler und half damit, die Unsicherheit zu erhöhen. Mehr als die Hälfte der Marburger Treffer war mit Bestimmtheit zu verhindern und haltbar. Bei den Gießenern zeigten nur Koch und Rinderknecht restlosen Einsatz und gutes Können. Koch stach besonders hervor; er lieferte ein famoses Spiel und dürfte als der Beste auf dem Felde angesprochen werden. Die kompletten Gastgeber konnten trotz des hohen Sieges auch nicht überzeugen. Sie trafen auf einen schwachen Gegner mit uneinheitlicher, energieloser Mannschaft und waren obendrein außerordentlich vom Glück begünstigt. Schiedsrichter Rößler (Cölbe) paßte sich der schwachen Leistung an. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. wieseck I — Men-Buscck I 5:1. Zum Freundschaftsspiel standen sich am Sonntag auf dem Wiesecker Waldsportplatz diese Mannschaften gegenüber. Wieseck trat zum erstenmal nach längerer Pause in neuer Aufstellung Den komplett erschienenen Nachbarn gegenüber. Mit Anstoß Der Gastgeber zogen Diese in schöner Kombination vor Das Tor Der Gäste unD übernahmen sofort Die Führung. Wenige Minuten Darauf stanD Das Resultat bereits 2:0 für Wieseck. Das Spiel mürbe nun für kurze Zeit verteilter, jeDoch kamen Die Gäste nicht über Die gute Abwehr her VerteiDigung Der Platzbefitzer hinaus. Auf Der Gegenseite erzielte Wieseck eine Anzahl Ecken, konnte jeDoch bei Der Umfang von etwa 8 Meter, einen Durchmesser von über 2 Meter, eine Hohe von etwa 12 Meter bis zum ersten Kronenansatz unh eine Gesamthöhe von wohl 32 Metern. Man schützt den Gesamtinhalt auf 60 Kubikmeter und das Alter auf mindestens 500 Jahre. Nach menschlichem Ermessen sind die Tage des Riesen gezählt, denn der Zahn der Zeit läßt die Spuren der beginnenden Vergänglichkeit deutlich erkennen. Bei der Fortsetzung der Wanderung nur durch Wald bis vor Nidda genoß man an zahlreich lichten Stellen des Höhenwaldes eine Oae Aussicht, einerseits nach dem nahen berg unb anderseits bis zum Gleiberg und Dünsberg bei Gießen. Kreis Scholten. * Schotten, 14. Mai. Am morgigen Mittwoch um 15 Uhr findet hier im Hause „Hubertus" eine Versammlung des NSLB. Bezirk Schotten statt. Kreis Alsfeld. ■ Alsfeld, 13. Mai. Hier fand in dem würdig geschmückten großen Saale des „Deutschen Hauses" die Ausgabe von etwa 200 weiteren Ehren- kreuzen des Weltkrieges durch Bürgermei- Kavorttensiege im Handball. AlleVorschlutzrunden-Teilnehrner ermittelt Jrn Kampf um die Deutschen Handball- meisterschaften 1935 der Männer und Frauen sind am vorigen Sonntag, wie erwartet, alle Vorentscheidungen gefallen. Die vier Favoritenmannschaften der Männer Pol. Magdeburg, Sportfreunde Leipzig, SD. W a l d h o f und Hindenb. Minden gewannen ihre Spiele und sicherten sich damit Gruppensieg und Teilnahme an der am 26. Mai stattfindenden Vorschlußrunde. In der Zwischenrunde der Frauen gab es ebenfalls die erwarteten Siege. Der Titelverteidiger Eimsbüttel gewann in Magdeburg gegen den einheimischen Frauen-SC. und auch der Sieg des SC. Eharlottenburg in Berlin über Prussia Samland Königsberg stellt eine Ueberraschung dar. Der VfR. Mannheim siegte glatt über den Kölner BC. unb Fortuna Leipzig warf den Südwest-Gaumeister Eintracht Frankfurt aus dem Rennen. In der ebenfalls am 26. Mai stattfindenden Vorschlußrunde stehen also der Titelverteidiger Eimsbüttel, SC. Eharlottenburg, VfR. Mannheim und Fortuna Leipzig. Glänzender Verlauf der Kurheffenfahrt 1935. Die Kurhessenfahrt der N S K K.- Motorbrigade Hessen wurde am Sonntag unter sehr starker Beteiligung durchgeführt. 175 Fahrzeuge waren zum Mannschafts- und Einzelwettbewerb am Start in Kassel. Der Verlaus der Fahrt war reibungslos. Besonders hervorzuheben ist die rege Beteiligung der Wehrmacht, die mit Fahrzeugen verschiedener Klassen am Start erschien. Im übrigen beherrschte das Feld das Kraftfahrerkorps mit seinen Motorrädern und Wagen, neben der Landespolizei und den Teilnehmern der SS., der HI. und des erein« h» rn,luu>u,uluy die Mütter unserer gefallenen Hel- ivnie sSr den und Die Mütter von 4 und mehr Kindern in Jtei5' Steins Saalbau zu einem Unterhaltungs- t nachmittag eingeladen. Eine große Anzahl «der 9« ' DOn grauen und Müttern war der Einladung ge» r nfolgt und nahm an den weiß gedeckten und schön 'e' Viktoria ®IuiPen geschmückten ^Tischen Platz, auf Denen '"berg; Ein. ■jania fyu, UMI Xeuto. ■ wbertrajn. Mnrachtchav ■«Herein Tie» UM Anne, Irkran??' Frauenwerk vereinigten Verbände hatten urv aen- ter Führung der RS. Frauenschaft gestern . On nacknnittaa Die Mütter unterer aefnflenen (Zel- h W' ft1"* P für ioM ps Metooo Ein deutsches Dogelparabies Natururkunden von den Halligen u. vom Wattenmeer von P. F. Weckm ann- Wittenburg Einfuhrend.Textvon Prof.Dr.F.Dietrich Mit 64 Kunstdruck- tafeln. — Broschiert RM. 3.—, gebunden RM 4.—. ,DasBollendetste,was man anNaturtreue und zugleich künst- gnevM.i«** lertscher Medergabe verlangen bann.- Photo-Deobachter Werbeblati bostenl. Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder vom Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Sie benötigen einen neuen Gasherd? Die Wahl# wird Ihnen nicht schwer fallen, wenn Sie sich in meinen Schaufenster-Auslagen Marktstraße 10, Hinden- bnrgwall 20 und in der Ausstellung „Caf6 Leib" von den hervorragenden Konstruktions - Eigenschaften eines JU NO-Gasherdes überzeugt haben. Lassen Sie sich den Herd in meinem Verkaufs - Lokal Marktstraße 10 praktisch vorführen. Emil Pistor Nacht, Marktstraße 10 zahlreichen Abwehr der Gäste nichts Zählbares erreichen. Kurz vor Halbzeit konnte der Hüter der Gastgeber auf der Torlinie den Ball halten, doch entschied der Unparteiische Tor. Halbzeit 2:1. Nach Seitenwechsel war Wieseck zeitweise stark überlegen. Schon nach zwei Minuten erhöhte Wieseck auf 3:1. Wenige Minuten später konnte nur die Hand des Verteidigers der Gäste das sichere Tor verhindern. Der Elfmeter brachte das vierte Tor. Alten-Bufeck strengte sich vorerst noch mächtig an, fiel aber dann mehr ab. Auch das fünfte Tor konnte nur durch Handspiel verhindert werden, so daß es durch Elfmeter erzielt werden mußte. Gegen Schluß ließ das Spiel merklich nach, so daß es bis Schluß bei obigem Stande blieb. Vorher standen sich die Jugendmannschaften beider Vereine gegenüber. Wieseck mit nur zehn Mann lieferte den Gästen ein schönes Spiel und konnte bei Schluß mit 1:0 Toren als knapper, aber sicherer Sieger das Feld verlassen. DfB.-Reichsbahn Gießen. VfB.R. II — Sportfreunde Wehlar II 2:2 (0:1). Zu diesem Spiel war der angesetzte Schiedsrichter ausgeblieben, ein Herr des Platzvereins leitete das Spiel. Ein regulär erzieltes Tor wurde nicht geoeben. Aus diesem Grund spielten die Gäste sehr lustlos, und erst als sie mit 2:0 im Hintertreffen lagen, rafften sie sich auf und erzwangen tn der letzten Viertelstunde den Ausgleich. Auch dieses Spiel wurde sehr hart ausgetragen. Wagner war der Schütze beider Erfolge. Fußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Kinzenbach Jugend — Tv. Allendorf (Lahn) Jugend 4:1 (0:1). Zu einem Rückspiel war die Jugendelf der Allendorfer am vergangenen Sonntag in Kinzenbach zu Gast. Beide Mannschaften traten unvollständig an und zeigten in der ersten Hälfte, bei verteiltem Spielverlauf, recht gute Leistungen. Auf einen Fehler der Hintermannschaft des Gastgebers konnte der Gast in dieser Zeit mit einem Tor die Führung übernehmen. Nach der Pause kam Kinzenbach bald zum Ausgleich. Die Gäste ließen nunmehr stark nach und mußten sich bis zum Schluß noch drei Tore gefallen lassen. Kurze Sportnotizen. Abgesagt wurde das für den 19. Mai nach Hanau vorgesehene Fußballspiel zwischen den Gaumannschaften von Nordhessen und Bayern. Die Schwimmer des SV. Saarbrük- k e n trugen am Wochenende einen Klubkamps gegen den SV. 1909 Neuwied aus. Bei den Männern lautete das Ergebnis 3:3, bei den Frauen siegte Neuwied überlegen mit 5:0. Im Henckel-Rennen, der ersten klassischen Pferdesport-Prüfung dieses Jahres, siegte Sturmvogel unter W. Printen vor Goldthaler und Artischocke. Das Rennen, das mit 21500 Mark ausgestattet war, wurde in Hoppegarten gelaufen. Der Toto zahlte für den Sieg Sturmvogels 15:10 Mark. Contefsina war nicht am Start. Handball im Gau XII (Lahn-Dillkreis) Scherl-Bildmaterndienst So fiel das erste Tor für Spanien. Der große Fußball-Länderkampf zwischen Deutschland und Spanien in Köln endete mit der ehrenvollen Niederlage der deutschen Mannschaft von 2:1. Dieser seltene Schnappschuß zeigt, wie das erste Tor für Spanien fiel. Es war ein Kabinettstückchen des Mittelstürmers Langara. Durch den deutschen Mittelläufer Münzenberg (rechts) angegriffen, erwischte Langara, am Boden liegend, das Leder und schoß es an dem sich vergeblich werfenden Buch loh vorbei ins Tor. Gau Nordhessen, Gauklasse. Das letzte Verbandsspiel der Gauklasse, ein Wiederholungsspiel Tura Kassel — Tuspo Bettenhausen, kam nicht zustande, weil Bettenhausen es vorzog, nicht anzutreten. Damit hat Tura die beiden Punkte kampflos gewonnen, die aber die Mannschaft vor dem Abstieg nicht mehr retten. Aufstiegspiele (Bezirksklasse). In Kesselstadt standen sich zum letzten Aufstiegspiel der Bezirksklasse T v. K e s s e l st a d t und Kurhessen Marburg, 10:11 (7:4), gegenüber. Die Einheimischen verloren nach einem überaus spannenden Spiel knapp, aber verdient. Obwohl sie noch bis zur Pause 7:4 und wenig später sogar 8:4 führen konnten, ließen sich die Gäste nicht aus der Ruhe bringen, wurden sogar zusehends besser und kamen erst in den letzten Minuten zu ihrem 11. und Siegestor. Nachdem nun in Marburg der dritte Vertreter des 2. Bezirks für die Gauklasse feststeht (im Bezirk 1 steigt Spielverein Kassel auf), setzt sich die Gauklasse für die kommende Spielzeit aus nachstehenden Mannschaften zusammen: 1. CT. Kassel, 2. 86/09 Kassel, 3. Tuspo Bettenhausen, 4. Kurhessen Kassel, 5. Tv. Wetzlar, 6. Tv. Kirchbauna, 7. To. Eschwege, 8. Spv. 1900 Gießen, 9. Spielverein Kassel und 10. Kurhessen Marburg. Kreisklasse II. Wir hatten schon im Vorbericht gesagt, daß die Gießener Männerturner in ihrer derzeitigen Form einen starken Gegner abgeben, hatten aber mit einem Sieg, und zumal in dieser Höhe, nicht gerechnet. Die Platzbesitzer hatten gerade in den beiden letzten Spielen gezeigt, daß mit ihnen zu rechnen ist, und ihre Leistungen gaben zu berechtigten Hoffnungen Anlaß. Nach dieser Niederlage ist sogar die Aussicht auf einen der beiden ersten Plätze in weite Ferne gerückt. Die Gießener spielten einen Handball, daß es eine Lust war. Ihre Mannschaft wies keinen schwachen Punkt auf, und so mußten die Gastgeber, obwohl sie in der ersten Halbzeit noch ' einigermaßen Widerstand leisten konnten, immer mehr die Ueberlegenheit der Gäste anerkennen. Der To. Katzenfurt zog es vor, in Dorlar nicht anzutreten, und so kamen die Einheimischen zu zwei billigen Punkten. Die Spielleitung wird sich allerdings mit dem Fall des Nichtantretens noch zu befassen haben. Bezirksauswahlspiel in Butzbach. Die beiden Auswahlmannschaften lieferten sich einen überaus spannenden Kampf, der den zahlreichen Zuschauern einen Einblick in die Spielstärke des Bezirks 2 (Gießen) gab. Dor allem konnte auch die Spielleitung — obwohl eine Anzahl Spitzenkönner abgesagt hatte — sich die notwendige lieber« sicht über das Spielermaterial schaffen, die erforderlich ist, um die Mannschaften für die weiteren Spiele normieren zu können. Von den beteiligten Spielern stachen besonders hervor die beiden Torleute Sommerkorn und Fischer, die beiden Verteidiger Bär winkel und Krämer, die Läufer Schrodt, Hantel und Fritzel und die Stürmer Strauch, Allendörfer, Schirokow s k i und W l o d a r e k. Die endgültige Mannschaft ist noch nicht bekannt. Freundschaftsspiele. Tuspo. Butzbach I — Tv. Wetzlar komb. 16:10 (8:6). Die Gäste waren nicht nur ersatzgeschwächt, sie waren auch durch die Mitwirkung in dem vorausgegangenen Auswahlspiel z. T. so ermüdet, daß sie Nicht geistreiche Schwächlinge, nicht Muttersöhnchen sind es, die die Zukunft unseres Volkes garantieren, sondern Menschen, die widerstandsfähig sind und selbständig den Kampf des Lebens bestehen. Sie werden geformt in den Zeltlagern der Hitlerjugend! den ausgeruhten Platzbesitzern nicht den nötigen Widerstand entgegensetzen konnten und so eine hohe Niederlage hinnehmen mußten Tv. Dutenhofen — Pol. Wetzlar II 12:11 (5:2). Obwohl die Gäste nur mit 10 Mann antraten, waren sie den Einheimischen ein gleichwertiger Gegner. Es wurde sehr anständig gespielt, so daß der amtierende Schiri ein leichtes Amt hatte. To. DutenhofenJgd. — Tv. Münchholz- li a u s n I g d. 10 : 3 (7 : 0). Der Ausgang kommt überraschend. Der Sieg der Platzbesitzer ist auch in dieser Höhe verdient. Tv. Garbenteich — Tv Hausen 15:7 (7:1). Die Gäste enttäuschten, während die Einheimischen, seit langer Zeit wieder zum erstenmal spielend, ein ausgezeichnetes Spiel vorführten. In dieser Aufstellung wird noch mancher Gegner ihre Ueberlegenheit anerkennen müssen. To. Garbenteich — Tv. Albach0:3(0:3). Die Gäste stellten die bessere Mannschaft, die auch verdient gewann. Tv. Dornholzhausen — T v. Groß- Rechtenbach 9:2. Die Gäste traten mit zahlreichem Ersatz an und mußten sich aus diesem Grunde gegen die in sehr guter Form spielenden Platzbesitzer eine hohe Niederlage gefallen lassen. Tv. Krofdorf — Tv. Launsbach 12:10. Wie schon das Ergebnis besagt, kam ein spannendes Spiel zustande, in dem die Platzbesitzer glücklicher Sieger blieben. Man sah auf beiden Seiten gute Leistungen, die zu den besten Hoffnungen für die Zukunft Anlaß geben. Tv. Lützellinden — Tv. Atzbach 13:2(8:0). Mit 4 Mann aus der 1. Mannschaft — der Rest waren Spieler aus der 2. Mannschaft — konnten die Einheimischen wieder einmal ihre derzeitige Form unter Beweis stellen. Sie siegten in einem schnellen, aber etwas einseitigen Spiel wie sie wollten. Bei den Gästen ist der Eifer zu loben, den sie trotz der Niederlage bis zum Schluß behielten. Tv. Lich — T v. Grüningen. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. Trotz- ddem kam ein Spiel zustande, das außerordentlich schnell war. Der bessere Sturm der Gäste und einige Schnitzer der Licher Verteidigung verhalfen Grüningen zum Sieg. Tv. Lich Jgd. — Tv. Grüningen Jgd. 4:4 (2:2). Ein Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften, das auch den gerechten Ausgang nahm. Tv. Wißmar — Tv. Staufenberg 7:2 (3:0). Beide Mannschaften lieferten sich ein stottes Spiel, das von den Platzbesitzern dank der größeren Spielerfahrung sicher gewonnen wurde. Die Mannschaft der Gäste wies Schwächen auf, die erst durch intensives Training überwunden werden können. Tv. Lollar — Tv. Treis 5:9 (4:5). Die Gäste haben in diesem Spiel erneut ihre derzeitige Form unter Beweis gestellt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. L. A. 10. Die Antwort auf Ihre Frage lassen Sie sich am besten im Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung in Gießen, Senckenbergstr., mündlich erteilen, da eine Erörterung der Kartoffel- abbaufrage in wenigen Sätzen nicht möglich ist. Grundsätzlich ist zu sagen, daß auf manchen Böden die Saatkartoffeln schnell abbauen, d. h. in ihren Erträgen schon nach einmaligem Anbau stark nachlassen. In solchen Fällen bezieht man zweckmäßig jedes Jahr so viel anerkanntes Saatgut, um mit der Ernte davon seinen Saatgutbedarf im nächsten Jahr decken zu können. Bücheriisch. — Im Verlagshaus Darmstadt, Wolfgang Schröter, Darmstadt, erschien „Mein Fahrgäste- B u ch". Preis 60 Pf. — (40) — Die Gefahren sogenannter „Gefälligkeitsfahrten" sind noch Zicht allen Fqhrzeughaltern bekannt. Das „Fahrgäste- Buch" soll dem verständlichen Sicherheitsbedürfnis des Fahrzeughalters, wie auch der Psyche des Fahrgastes Rechnung tragen. Wenn das Büchlein sich einführen sollte, werden die mancherlei Sorgen des Fahrzeughalters wenigstens um die Sorge, bei Unfällen vom gutwillig mitgenommenen Fahrgast in Anspruch genommen zu werden, gemindert sein. — Dr. Karl Willing: Der Gei st Spartas. X, 160 Seiten. Ganzleinenband 2,70 Mark. Langenscheidtsche Verlagsbuchhandlung (Prof. G. Langenscheidt) GmbH., Berlin-Schöneoerg. — (17) — Das Buch schildert, wie das alte Sparta seins Söhne und Töchter erzog, wie der Geist nationaler Disziplin und Selbstaufopferung sich in ihrer Lebensführung ausprägte und in weltgeschichtlichen Taten bewährte. Der äußeren Form nach ist das Buch eine Zusammenstellung von Übersetzungen aus den klassischen griechischen Geschichtsschreibern Herodot, Thukydides und Tenophon, in die an paffenden Stellen Abschnitte aus anderen antiken und modernen Schriftstellern (Aristophanes, Euripides, Plato, Aristoteles, Plutarch, Pausanias, Cicero; Ranke, Eduard Meyer, Wilcken, Werner Jäger) eingefügt sind. Die einzelnen Stücke sind stets durch Ueberleitungen verbunden, die den zeitlichen und sachlichen Zusammenhang. zwischen ihnen Herstellen. Eine Einleitung zum ganzen Werke unterrichtet über die völkischen und politischen Voraussetzungen des Spartanergeistes. So ist ein aufschlußreiches Buch entstanden, das die Ideale des Spartanertums klar herausstellt. Oberh. Gesellsch. f.Natur- a. Heilkunde Naturwissenschaft!. Abteilung gemeinsam mit dem Deutsch. Biologenverb., Orlsßr.Diehen Sitzung am Mittwoch, dem 16. Mai, 20.15 Uhr, im Hörsaal des Zoologischen Instituts, Bahnhofstr. 84. Privatdozent Dr. Ankel: 1. lieber den Biologen verband. 2. Die Entwicklung d. zoologisch. Abbildung im Zusammenhang m. d. Reproduktionstechniken. Mit Lichtbild. u.Vorweisungen. Gäste willkommen. 29osD Die Vors.W.E. Ankel n. Henneberg. Mittwoch, 15. Mai, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dah.,Neuenweg28, zumLowen,zwangsw.gegenBar- zahlung (bezw. an Ort u. Stelle): Haus-, Laven-, und Büromöbel versch. Art, 1 Jungvolktrommel, 1 Schrank, 1 Koffergrammophon, 1 Wasch- u. 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