Nr. 38 Erster Blatt 185. Zahrgang Donnerstag, U. Februar 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Gießen postschecktonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Drutft und Verlag: Brühl'sche UniverfitStsvuch- und Zteindruckerei «.Lange in Stehen. 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Ich befahl, allen Ballast und Brennstoff fallenzulassen, und die Tanks sielen achtern vom Mittelschiff. Ich erhielt dann die Mitteilung, daß die Gaszelle Nr. 1 unter der Schwanzflosse verloren sei, daß das Heck auseinanderfalle und schließlich, daß auch Gaszelle Nr. 2 verloren sei. Ich versuchte, das Schiff in der Nähe der Kreuzer auf der Höhe von Point Sur zu wassern, aber ich konnte die Oberfläche erst kurz vor der Wasserung sehen. Das Schiff landete mit dem Heck zuerst, ohne Geschwindigkeit zu besitzen. Alle Mannschaften begaben sich in die Gummiboote, und wir sahen das Schiff schließlich sinken. Die Stimmung war ausgezeichnet. Alle Mannschaften hatten bei dem Alarm Zeit, Rettungsjacken anzulegen." Wiley hat bei den Marinebehörden einen ausführlichen Bericht über das Unglück eingereicht, in dem er sich jedoch für außerstande erklärt, die Ursache des plötzlichen Loslösens von G a s am Heck der Ballonhülle anzugeben. Großes Interesse erregt eine Meldung aus Hartford (Connecticut), wonach Karl Arnstein, der Chefingenieur der Good Pear Zeppelin Company, am Dienstag kurz vor dem „Macon"-Unglück, gelegentlich einer Gerichtsverhandlung erklärt hat, daß die beim Bau der „Macon" verwendeten amerikanischen R o h st o f f e nicht die von den deutschen Konstrukteuren im Jahre 1928 festgesetzte Güte gehabt hätten. Der Absturz derHtmmelskömgm. Bei den Flottenmanövern im Stillen Ozean ist das größte Luftschiff der Welt, die „Macon", abgestürzt. Ein hilfloses Wrack liegt auf dem Meeresgründe, und nur die Verwendung des unbrennbaren Heliumgases, dieses kostbaren Elements, rettete der Mannschaft das Leben. Die Aamerikaner ' haben mit jener Vorliebe für Uebertreibungen dieses Luftschiff die Himmelskönigin genannt. Pitt pflegte den Oesterreichern nachzusagen: sie kommen immer um ein Jahr, eine Armee, eine rettete der Mannschaft das Leben. Die Amerikaner leiden unter diesem Fehler nicht. Vielleicht kommen sie zu früh. Als vor wenigen Tagen die Luftfahrtkommission des amerikanischen Kongresses den Bau neuer Zeppelinkreuzer beschloß, wurde darauf verwiesen, daß die Häufung der Unglücksfälle in der amerikanischen Luftflotte der mangelnden Ausbildung der Mannschaften zuzuschreiben sei. Im Gegensatz zur deutschen Methodik, die sich bei den Fahrten unserer Zeppeline über die ganze Welt zeigte, ist der Amerikaner etwas leichtsinnig in der Benutzung der technischen Hilfsmittel. Das Fahrpersonal benutzt die Luftschiffe, ohne genügend vorgebildet zu sein, und daher werden selbst nach amerikanischem Urteil Unglücksfälle hervorgerufen, die sonst zu vermeiden gewesen wären. Als die am 2. April 1933 erbaute „ Akron " im Gewittersturm auf das Meer gedrückt wurde, sind zum ersten Male diese Klagen erhoben worden. Der große Verlust — 74 Opfer erforderte die Katastrophe — lenkte die Aufmerksamkeit auf die schlechte Ausbildung der Luftschifführer, und es wurde die nur zu begründete Klage laut, daß die Führung ganz falsche Manöver angeordnet batte, die die Katastrophe geradezu Herst ä n d e zurückzuführen sei. Dies werde treffend durch die Tatsache widerlegt, daß das deutsche Luftschiff „Graf Zeppelin" zahllose Male in Ge - witter und Orkane gerat en sei, ohne Schaden zu nehmen. Der Untergang der „Macon" müsse somit auf andere Ursachen zurückgeführt werden, die von dem holländischen Luftschiffsyndikat eingehend untersucht werden würden. Will Amerika weilerbauen? Widersprechende Meinungen. — Roosevelt will Eckeners neuen Zeppelin abwarten. N euy ork, 14. Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Atlanta in Georgia berichtet wird, erklärte der Vorsitzende des oom Präsidenten Roosevelt eingesetzten Luftfahrtausschusses, Clark Howell, daß er trotz des Unglückes der „Macon" die Empfehlung feines Ausschusses zum Bau eines Luftschiffes für einen in Zusammenarbeit mit deutschen Luftschiffen zu betreibenden transatlantischen Verkehr aufrecht erhalte Howell wies dabei auf Dr. Eckeners unzählige erfolgreiche Fahrten hin und sagte: „Wenn es die Deutschen können, können wir es a u ch." Handelsminister Roper warnte vor einem übereilten Urteil und teilte mit, daß er hinter den Empfehlungen des Luftfahrtausschusses stehe. Der M a r i n e a u s s chu ß des Repräsentantenhauses hat einstimmig eine öffentliche Untersuchung der „Macon"-Kata- strophe beschlossen, die sofort nach Beendigung der vom Marineamt eingeleiteten Untersuchung begonnen werden soll. Präsident Roosevelt hat bestimmt, daß vorläufig kein Ersatzbau in Auftrag g e - geben werden soll. Er wies darauf hin, daß man für das gleiche Geld etwa 5 0 Flug - zeuge für weite Erkundigungsflüge bauen könne. Man tue daher besser daran, auf weitere Versuche mit Luftschiffen zu verzichten. Dies bedeute nicht notwendigerweise das Ende dieser Art Luftfahrzeuge in den Vereinigten Staaten. Die amerikanische Regierung werde weiterhin Heliumgas her - stellen, aufspeichern und an die Wissenschaftler der ganzen Welt zu Forschungszwecken abgeben. Aber einstweilen werde die Regierung keine Luftschiffe für militärische oder roirt-- schaftliche Zwecke vom Bundeskongreß anfor- Berlin, 14. Febr. (DNB.). Der Luftschifführer Hans v. Schiller erklärte dem Friedrichshafener Berichterstatter des „Völkischen Beobachters" zur Katastrophe des amerikanischen Luftschiffes „Macon", das Vertrauen zur Luftschiffahrt könne dadurch nicht erschüttert werden. Er werde nach wie vor mit voller Ruhe und allem Vertrauen in die Sicherheit des Luftschiffes den „Graf Zeppelin" führen. Schließlich könnten Unfälle überall vorkommen, warum wolle man bei dem Luftschiffunglück gleich Folgerungen ziehen? Wir hier in Friedrichshafen, so schloß Luftschifführer v. Schiller das Gespräch, sind voll des tiefsten Bedauerns über die Katastrophe, die unsere amerikanischen Kameraden betroffen hat, tiger und erfahrener Kommandant, als den ich Commander Wiley kenne, nicht imstande zu sein glaubt, etwas Positives über die Ursache zu sagen. Wenn ich recht unterrichtet bin, hat Commander Wiley von Brüchen im Achterteil des Luftschiffes gesprochen, und es ist dann auch weiter mitgeteilt worden, daß zwei Gaszellen im Achterschiff dabei beschädigt wurden. In der Tat scheint mir dieses die einzig mögliche Erklärung zu bieten, zumal über ähnliche Vorkommnisse auch bei d e r „A k r o n" b e - richtet wurde. Ich lehne absolut die Meinung ab, als ob das Luftschiff durch d en Sturm auf das Wasser geschleudert worden sei und ich glaube deshalb, daß aus der Katastrophe der „Macon" irgendwelche Argumente gegen die Möglichkeit eines Luftschiffverkehrs nicht abgeleitet werden können. Der Vorsitzende des holländischen Syndikats für die Errichtung einer Luftschiffverbindung mit Niederländisch-Jndien, A. Bronsing, erklärte Pressevertretern, daß das Vertrauen, das das Syndikat' in Luftschiffe als Verkehrsmittel fetze, durch den Untergang des amerikanischen Luftschiffes „Macon" keineswegs erschüttert worden sei. Es dürfte ausgeschlossen sein, daß diese Katastrophe lediglich auf ungünstige Witterungsum- aber unsere Hingabe und unser Vertrauen zu un- ins Wanken ge- nicht möglich, etwas Bestimmtes der Katastrophe auszusagen, wenn ein so tü ch - Das Vertrauen zur Lustschiffahrt kann nicht erschüttert werden. Eckener und Schiller zur Katastrophe der „TRacon". Das amerikanische Marineluftschiff „Macon", das bei einer Uebungsfahrt an der Westküste der Vereinigten Staaten, etwa 16 Kilometer westlich von Point Sur (siehe Karte) manövrier- unfähig wurde niedergehen mußte und in den Fluten versank. Die „Macon die zweimal so groß wie der deutsche „Graf Zeppelin" war, stand unter dem Kommando des Kapitäns W i l e n (im Ausschnitt), der bereits den Untergang der amerikanischen Luftschiffe „Akron und „Shenanhoah" erlebt hatte. beiführten. Ob sich bei der „ M a c o^n " Aehnliches ereignete, steht noch nicht fest, jedenfalls läßt aber 1 die Ausbildung der Führung und Mannschaften sehr viel zu wünschen übrig. Die gewaltigen Flottenmanöver im Pa- | zifik haben ihre besondere Bedeutung. Die Armada, : die riesenhafte amerikanische Schlachtflotte, ist an i der kalifornischen Küste versammelt, um zu er- < proben, wie im Ernstfälle ein Angriff abgewehrt werden könnte. Die Giganten der Vernichtungsindustrie, die Großschlachtschiffe, die flinken Kreuzer, die hurtigen Torpedoboote, die Unterseebootswaffe vereinen sich mit Luftgeschwadern, und über diesem Kriegsspiel stand die riesenhafte „M a c o n", das einzige Marineluftschiff der Vereinigten Staaten, die Himmelskönigin, von der aus alle Bewegungen der Fahrzeuge gelenkt werden sollten. Der gewaltige Segler der Lüfte, der 208 000 Kubikmeter Inhalt hatte, 235 Meter lang war und eine Durch- schnittshöhe von 44,7 Meter besaß, sollte die Probe dafür geben, daß diese Kriegsluftschiffe im Ernstfall Verwendung finden könnten. Aber im Kampf gegen starke Böen war dieses Wunderwerk der Menschenhand fast hilflos; immer wieder wurde das Lenkluftschiff durch Gegenwinde zurückgetrieben. Trotzdem kämpfte es sich durch, bis eine noch unaufgeklärte Explosion es zerschmetterte. Diese Explosion ist das große Geheimnis. Was explodierte? Denn das Luftschiff war mit unbrennbarem Heliumgas gefüllt. War es Munition? Waren es Luftbomben? Wie war es möglich, daß diese Explosion stattfand? Jedenfalls wurde so das Luftschiff zerstört, das am Himmel wie eine ständige Bedrohung Japans und ein Schutz der abendländischen Kultur und Zivilisation leuchtete. Damit ist die Frage aufgeworfen, ob überhaupt die Kolosse der Marine-Luftschiffe einen militärischen Wert haben. Deutschland hat während des Krieges die Zeppeline dazu verwandt, um Luftangriffe vorzunehrnen. Aber trotz aller Heldenhaftigkeit und Erprobtheit der Besatzungen sind diese ungefügen Luftsegler doch zumeist den flinken feindlichen Flugmaschinen zum Opfer gefallen oder sie wurden durch die Flugabwehrkanonen aus dem Reich niedergeholt, das sie souverän zu beherrschen schienen. In den Vereinigten Staaten aber hat man diesen Luftkreuzern immer g i g a n tij d) e r e Ausmaße gegeben. Man hat geglaubt, durch die Unbrennbarkeit des Gases, durch eine Häufung der Ausmaße, durch die Armierung mit Schnellade- tanonen, Maschinengewehren und Luftbomben so etwas wie Schlachtschiffe der Lust ZU bauen und hat nicht berücksichtigt, daß diese Luft- kreuzer eine große A n g r i f f s f l a ch e den kleinen Flugzeugen bieten, und daß ihr ^9ams- mus doch zu fein ist, um mit voller Sicherheit die Robustheiten des modernen Krieges zu ubenvinden. Der Verlust dieses größten Kriegsluftschiffes der Welt wirft Fragen auf, die zum Teil nur dMemgen beantworten können, deren Beruf darin besteht, den Wert oder Unwert von Vernichtungsmaschinen zu beantworten. Man muß immer festhalten, daß die „Macon" ein Instrument war, gebautK J Zwecke des Krieges. Für die friedliche Luftschiffahrt hat die Vernichtung der „Macon" daher keine Bedeutung. Ruhig und sicher stiegen deutsche Zeppeline über Land und Meer seit Jahren. Sie dienen de^n Frieden und der fried^en Verbindung der Völker. Sie sind daher eine Waste des Friedens, während die „Macon' dem Gegenteil diente. Der Kommandant über den Hergang des Unglücks. Washington, 13. Febr (DNB.) Der Kommandant des verunglückten Luftschiffes „Macon Wiley hat von Bord des Kriegsschiffes, das ihn gerettet hat, folgende Funkmeldung an das Flottendepartement in Washington gesandt: fMonterey PornfSum & ■ Ä Santa Cn«8 ■■ ■ dern. Mit Interesse sehe man in Amerika den Flügen Dr. Eckeners mit dem neuen Zeppelin im nächsten Sommer entgegen. Die amerikanische Marineleitung werde Dr. Eckener jede Unterstützung gewähren, denn von seinen Flügen werde man v iel lernen können und ein verläßliches Bild davon erhalten, ob die Wiederaufnahme des Luftschiffbetriebes in Amerika zu empfehlen fei. Man dürfe nicht vergessen, so betonte Roosevelt, daß die „Macon" vier Tage hintereinander in der Luft gewesen sei, bevor das Unglück sich ereignete und daß andere Länder auch viel Pech mit ihren Luftschiffen gehabt hätten. Man dürfe schließlich nicht vergessen, daß die Luftschiffe im Kriegsfälle bestimmte sehr wichtige Ausgaben zu erfüllen hätten. Das letzte Wort über das Schicksal der Luftschiffe fei sicher noch nicht gesprochen, nur halte es die Regierung angesichts des tragischen Unglücks der „Macon" für richtiger, zunächst weitere Der- uche Dr. Eckeners abzuwarten. Osrige Debatte in England. 'Hohe Anerkennung für Eckener und den Zeppelinbau. London, 14. Febr. (DNB. Funkfpr.). Der Der- lüft des amerikanischen Riesenluftschiffes „Macon" wird in der englischen Oeffentlichkeit,die die Katastrophe b e 5 „ R 101" im Oktober 1930 keineswegs vergessen hat, ausführlich besprochen. Natürlich wird auch verschiedentlich die Frage erörtert, ob Luftschiffe nicht bereits als veraltet zu betrachten seien. Die „Times" glaubt, daß die Zukunft des amerikanischen Luftschiffbaues abhängen werde von der Antwort auf die Frage, ob Konstruktionsfehler für den Unfall verantwortlich waren. Es werde sich vielleicht zeigen, daß der Zeppelin- typ doch der beste sei, — der alte „Gras Zeppelin" setze seinen stolzen Flug fort und werde bald einen jüngeren und größeren Gefährten haben. Im Gegensatz hierzu erklärt „Daily Telegraph", gewisse Sachverständige glaubten nach wie vor an die Zukunft des Luftschiffes, aber dem Laienauge erscheine es, daß ein Kapitel in der Eroberung der Luft zu Ende gehe. „Morning Post" weist auf die Leistungen des wundervollen „Graf Zeppelin" hin und sagt, die Deutschen hätten Grund, auf den konstruktiven Genius Dr. Eckeners stolz zu sein. Das Blatt ist der Meinung, daß Luftschiffe für Militärzwecke nicht geeignet seien und läßt es dahingestellt bleiben, wie es mit ihrer Verwendbarkeit für Handelszwecke stehe. Es bemerkt, man könne mit einiger Huldigung an Dr. Eckener hingeben, daß die gemachten Erfahrungen noch keinen endgültigen Schluß erlaubten. Inmitten feiner Meldungen über die „Macon"- Katastrophe veröffentlicht der Star die fettgedruckten Worte „Graf Zeppelin" fliegt immer noch. — Er ist der Veteran unter den Luftschiffen. Er hat das reife Alter von sieben Jahren erreicht. — Er überquert den Atlantik regelmäßig, ist über die Arktis geflogen und um die ganze Welt gereift! Der „Evening Standard" spricht unter Hinweis auf Deutschland und den „Graf Zeppelin" feinen Glauben an die Zukunft der Derkehrsluftschiffahrt aus. Die moderne Entwicklung der Schwerölmotoren werde den Luftschiffbau unterstützen. Das Handelsluftschifs sei außerdem auf Grund leistungsfähiger Funkvorrichtungen in der Lage, Schlechtwettergebiete zu umgehen. Die „Evening News" vertritt die Ansicht, daß nur d a s Flugzeug Zukunftsaussichten habe, und daß sich England daher auf den Flugzeugbau beschränken solle. Der Konstrukteur des früheren englischen Luftschiffes „R 100", Kommandant Sir Denniston B u r n e y , erklärte: „Meiner Ansicht nach ist die Verwendung des Luftschiffes berechtigt. Rian braucht nur an das Beiispiel des ,Graf Zeppelin' zu denken, der den Atlantik 9 0 m a l überquert und keinerlei Mißgeschick hatte." Der Präsident des englischen Luftfahrtwesens Oberstleutnant Moore- Brabazon sagte: „Es gibt zwei Anschauungsschulen in der Luftschiffrage: „Aus der einen Seite steht d i e Zeppelinschule, die außerordentlich erfolgreich ist, auf der anderen Seite stehen alle übrigen, die außerordentliche Mißerfolge hatten. Es ist schwer festzustellen, warum alle anderen außer Deutschland an diesem Problem scheiterten. Noch keine Einigung zwischen Italien und Abessinien. Rom, 13. Febr. (DNB.) Der abessinische Geschäftsträger ist.von Staatssekretär S u - v i ch im Auswärtigen Amt empfangen worden. Eine Unterredung mit Mussolini ist vorerst nicht vorgesehen. Eine Einigung über die Bildung neutraler Zonen ist noch nicht erfolgt. In italienischen Kreisen wird die Verhandlungsbereitschaft Roms von neuem unterstrichen, aber zugleich auch dem Zweifel Ausdruck gegeben, daß der Kaiser von Abessinien in der Lage sei, eine wirksame Kontrolle über d i e Grenz st ä m m e auszuüben. Die italienische Regierung hat ihren Gesandten in Addis Abeba beauftragt, Verhandlungen mit der abessinischen Regierung einzuleiten, die eine genaue Grenzziehung in dem umstrittenen Gebiet zum Gegenstand haben. Dabei soll auch erörtert werden, ob es möglich ist, eine Vereinbarung herbeizuführen, um die Gefahr weiterer bewaffneter Zusammenstöße zu verhindern. Dem römischen Berichterstatter des „Petit Pari- sien" erklärte der abessinische Geschäftsträger in Rom, gelegentlich des Neujahrsempfanges des diplomatischen Korps habe der König von Italien ihm erklärt: „Seien Sie versichert, daß Italien in keiner Weise daran denkt, Abes- K ad Görings Staatsbesuch in Bremen des dten- sischen Botschafter Potemkin hatte, große Bedeutung bei. Nach dem „Petit Parisien" soll der sowjetrussische Botschafter vollkommen beruhigende Versicherungen erhalten haben. Frankreichs Stellung hinsichtlich des Ostpaktes bleibe unverändert und fest. Der Ostpakt sei einer der H a u p t t e i l e des geplanten diplomatischen Mechanismus, den man nach dem Eingang einer deutschen Antwort in Bewegung setzen werde. Der „Excelsior" ist noch deutlicher: Laval habe angeblich dem sowjetrussischen Botschafter erneut die Versicherung gegeben, daß die französische Regierung gemäß dem französisch-russischen Protokoll von Genf keine Sonderverhandlungen mit Deutschland aufnehmen werde, solange nicht der O st pakt abgeschlossen sei. Zu dem Bündnis von Hitler-Jugend und Arbeitsfront zur Durchführung dieser einzigartigen Aktion tritt die Reichsregierung s e l b st hinzu. Das Ideal ihres tätigen Aufbaues ist das Ideal des deutschen Volkes und der deutschen Jugend: die Arbeit. Staat, Bewegung und Volk sind sich einig in der Freude an dem wiedererwachten Berufsethos und der Arbeitsfreude einer Jugend, die in einer vergangenen Epoche nichts anderes als das Geldverdienen oder die Stempelstelle kannte. So ist es selbstverständlich, daß mit der Reichsregierung auch das gesamte deutsche Volk Anteil nimmt an der gewaltigsten Demonstration des Willens zur L e i st u n g , den die deutsche Jugend je abgelegt hat. Betriebsführer, Handwerksmeister, Berufsberater — alle, die unmittelbar am Arbeitsleben der jungen Generation beteiligt sind, werden dem Einsatz der Reichsminister nicht nachstehen, sondern dem Bunde von Jugend und Staat ihre Betriebe als Wettkampf st ätten öffnen, ihre Lehrlinge nach nationalsozialistischen Grundsätzen ausbilden und den Adel der Leistung, der sich im Berufswettkampf zeigt, zu achten wissen. Das ganze Deutschland soll es sein! • Die Sehnsucht des deutschen Volkes ist der Friede. Dort, wo andere Jugendorganisationen Im hauptmann-Prozeh in Flemington (USA.) ist der Angeklagte Hauptmann wegen „7N ordes er st en Grades" zum Tode verurteilt. Der Richter hat die Hinrichtung auf die am 18. Mär; beginnende Woche festgesetzt. Sie erfolgt auf dem elektrischen Stuhl. Die Beratung der Geschworenen vor der Urteilsverkündung dauerte 11 Stunden. Der Vorsitzende, Richter Trenchard, hatte den Geschworenen in einem mehr als einstündigen Vortrag die einzelnen Zeugenaussagen und die Behauptungen der Verteidigung nochmals zusammengefaßt. Richter Trenchard erklärte: Falls Sie finden, daß der Angeklagte den Mord bei dem Einbruch verübt habe, wäre es ein „Mord im ersten Grade", obwohl die Tötung unbeabsichtigt gewesen sei. Falls ein berechtigter Zweifel daran besteht, daß der Angeklagte den Mord beging, muß er freigesprochen werden. Falls Sie den Angeklagten des „Mordes ersten Grades" schuldig erkennen, können Sie in Ihrem Wahrspruch die lebenslängliche Gefängnisstrafe empfehlen, falls jedoch bei den Geschworenen irgend ein vernunftgemäßer Zweifel an irgendwelchen Aussagen besteht, dann müssen die Geschworenen solche Aussagen zurückweisen. — Der Wahrspruch der Geschworenen lautet: „Schuldig des Mordes ersten Grades ohne mildernde Umstände." Sämtliche Geschworenen machten bei ihrem Eintritt in den Gerichtssaal einen stark erregten Eindruck. Der Obmann verlas den Wahrspruch mit zitternden Händen. Einige weibliche Geschworenen weinten. Das Todesurteil wurde am Mittwoch kurz vor Die Sicherung vor -en Gefahren -es Lustkrieges. Französische Generale begrüßen ein Locarnoabkommen zur Lust. Berlin an. Am Ausgang der Böttcherstraße, in der die Zusammenkunft stattgefunden hatte, vor dem Bahnhof und auf dem Bahnsteig hatte sich eine große Menschenmenge eingefunden, die dem Ministerpräsidenten mit stürmischer Begeisterung ein herzliches Lebewohl zurief. 15 Jahre deutscher Freiheitskampf, trotze Gedenkfeier zum 15. Jahrestag der Programmverkündung der NSDAP. München, 14. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Traditionsgau München-Oberbayern der NSDAP., von dem aus die nationalsozialistische Freiheitsbewegung ihren Vormarsch in Deutschland antrat, wird den Tag der 15jährigen Wiederkehr der Verkündung des nationalsozialistischen Programms durch den Führer am 24. Februar in feierlicher Form begehen. Vormittags um 11 Uhr wird in einer nationalsozialistischen Weihe- Lin her Tonhalle in München Gauleiter Adolf Wagner sprechen. Um 20 Uhr findet * ni Af b r ä " h a u s - F e st s a a l, &er Stätte, wo der Führer am 24. Februar 1920 das Programm oer« . ^tmcilsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei verkündete eine große Kundgebung statt unter dem Motto: „15 Jahre deutscher Freiheit s k a m p f". Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Pg. Rudolf H e ß, wird von dieser Stelle um 20 Uhr die Vereidigung aller politischen Leiter Deutschlands, der Führer der HI., des Jungvolks, des BdM. und des Arbeitsdienstes, die nach dem 2 4. Februar 1933 ernannt worden sind, vornehmen. Von 20.30 Uhr ab findet im gleichen Saal die große Parteigründungsfeier statt, die Zeugnis dafür ablegen wird, daß die unerschütterliche Treue derer, die in den frühesten Anfängen der Bewegung dem Führer gefolgt sind, heute die Treue des ganzen deutschen Volkes geworden ist. Teil- nahmeb.erechtigt an der großen Kundgebung im Hofbrauhaus-Festsaal sind die Parteigenossen die gleichzeitig im Besitz des Blutordens und des Goldenen Ehrenzeichens der Partei sind. Zührertagung des TiSDStB. in München. widerte, daß es die Pflicht der nationalsozialistischen Führer fei, immer wieder ins Volk zu gehen und in den Frontabschnitten das Vertrauen der deutschen Männer und Arbeiter zur Idee des Führers zu festigen. Nur bei dieser Wechselwirkung von Vertrauen von Volk und Führer könne der Nationalsozialismus seinen dauernden Bestand sichern. Der wirkliche nationalsozialistische Führer müsse sich klar darüber sein, daß er der erste Diener des Staates sein muß. Nur dadurch zeige er den Wert einer kraftvollen Persönlichkeit. Dem Ministerpräsidenten wurde dann in der Guldenkammer des alten Rathauses der Ehren- trunk der freien Hansestadt Bremen geboten. Dann begab sich der Ministerpräsident zurAktien- gesell schäft „Weser", wo er zunächst die Werftanlagen besichtigte und mit besonderem Jnter- Zse die technischen Einrichtungen sich erklären ließ. Die Maschinenhalle war mit den Belegschaften der bremischen Betriebe und Werkstätten bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Ministerpräsident bie$y«Uä, -Snd «ft ergreifen könne. In Fachkreisen sei man überzeugt, daß es niemals zu einem unbeschränkten Luftkrieg kommen werde, und zwar sowohl aus technischen Gründen wie auch aus der Erwägung heraus, daß man die S y m p a - thiender übrigen Weltnickt gern ver- scherzen wolle. Der Londoner Luftpaktplan sei nicht etwa als ein Einverständnis der Wehrlosigkeit gegenüber Luftangriffen, sondern als eine Vorbeugungsmaßnahme aufzufassen. England erprobt neue Kampfflugzeuge. L o n d o n, 13. Febr. (DNB.) In M a r t l e s h a m H e a t h werden in nächster Zeit mit s e ch s n e u e n Kampfflugzeugtypen interessante Versuche angestellt werden. Die neuen Modelle stellen ein Zwischending dar zwischen dem bisher schnellsten Typ, dem Gontlet-Doppeldecker, der in einer Höhe von 5000 Meter eine Stundengeschwindigkeit von 370 Kilometer erreicht, und dem „K a m'p f - f l u g z e u g der Zukunft" mit einer Geschwindigkeit von annähernd 480 Kilometer, dessen Erscheinen gegen Ende dieses Jahres erwartet wird. Nur eines der sechs neuen Flugzeuge ist ein E i n d e ck e r. Man meint in britischen Militärkreisen, daß dem Doppeldecker wegen seiner größeren Manövrierfähigkeit, die auf seine gedrungene Gestalt und seine kleineren Tragflächen zurückzuführen sei, der Vorzug gebühre. Man glaubt sogar, daß die bisherige Ueberlegenheit der Eindecker in der Schnelligkeit durch eine geeignete Bauart übertroffen werden könne. Andererseits macht sich auch eine Bewegung zugunsten des Eindeckers bemerkbar, die mit der Vorliebe für einziehbare Untergestelle und Räder zusammenhängt. Von den Doppeldeckern findet besonders einer Beachtung, bei dem der Motor hinter dem Sitz der Flieger eingebaut ist. Der Propeller ist mit ihm durch eine lange Metallwelle verbunden. Zweck dieser Anordnung ist, dem Flugzeugführer ein möglichst weites Gesichtsfeld zu sichern. Alle sechs Flugzeugtypen sollen als T a g - und Nachtkampfmaschinen verwendet werden Arbeit, Leistung, Friede! Der Aufruf zum zweiten Reichsberufswettkampf -er -eutschen Jugend. s i n t e n anzugreifen." Am Tage der Ankunft des französischen Außenministers Laval in Rom habe der König dem abessinischen Geschäftsträger aufs neue die Versicherung gegeben, Italien denke nicht daran, sich in Abessinien auf ein Abenteuer einzulassen; Italien und Abessinien würden stets Freunde bleiben. Drei Tage später habe Mussolini dem abessinischen Geschäftsträger den Willen der Regierung bestätigt, an dem zwischen Italien und Abessinien seit 1928 bestehenden Freundschaftsvertrag nichts zu ändern. Oer Ostpakt und die Londoner Abmachungen. Paris, 14. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Presse mißt einer Unterredung, die der französische Außenminister Laval am Mittwoch mit dem rus- Mitternacht gefällt. Der Richter wollte schon angesichts der Uneinigkeit der Geschworenen nach Hause gehen, um dort zu warten, als plötzlich der Sheriff ankündigte, daß der Spruch der Geschworenen nach fünfmaliger Abstimmung zustandegekom- men sei. Die Türen des großen Saales wurden geschlossen. Staatsanwalt und Verteidiger nahmen ihre Plätze ein, und kurze Zeit darauf betrat Hauptmann mit seinen Wächtern den Saal. Er war bleich, sein Gang war unsicher. Er nahm in der ersten Bankreihe Platz. Frau Hauptmann erschien einen Augenblick später. Dann traten die zwölf Geschworenen ein. Auf die Frage nach dem Inhalt des Wahrspruches antwortete der Obmann mit zitternder Stimme: „Schuldig, schuldig ' Mordes er st en Grade s". Es folgte Ti stille. Dann sprach Richter Trenchard die entscheidenden Worte: „Bruno Richard Hauptmann, Sie sind des Mordes ersten Grades für schuldig befunden worden, und nach dem Gesetz müssen Sie zu einer vom Gericht bestimmten Zeit die Todesstrafe erleiden." Im Augenblick der Urteilsverkündung schwankte Hauptmann leicht und machte eine Bewegung, als ob er sprechen wolle, dann drehte er sich langsam um und begab sich, von seinen Wächtern begleitet, nach seiner Zelle. Frau Hauptmann brach in Tränen aus und schluchzte laut. Der Verteidiger Lloyd Fischer sprach ihr Mut zu und versicherte, daß er den Fall zu einem glücklichen Ende führen werde. Man erwartet, daß der Verteidiger Berufung gegen das Todesurteil einlegt. Die Berufungsverhandlung würde jedoch nicht vor Mai stattfinden. „M ünche n, 13. Febr. (DNB.) Wie der „Völkische B-obachter meldet, ocrfammelten sich zum Abschluß des Wintersemesters 1934/35 in München die ® a u. l^d-nt-nb und führen, um durch ihr- Arbeitsberichte das Ergebnis der Semesterarbeit klar, zustellen. Das zu Ende gehende Semester war eine Zeit eines völligen Neuaufbaues des Studenten- bundes Es galt, organisatorisch Außerordentliches zu leisten, und der herzliche Dank des Reichsamts, leiters Derichsweiler an seine Mitarbeiter im ganzen Reiche bewies feine Zufriedenheit mit dem Geleisteten. Die Arbeitstagung legte die endgültigen Richtlinien der Erziehungsarbeit für die kommende Zeit fest. Der Hauptstellenleiter für politische Hauptmann „wegen Mordes ersten Grades" zum Tode verurteilt. Keine mildernden Umstände — Hinrichtung für März festgesetzt. — Berufung gegen das Urteil? Berlin, 13. Febr. (DNB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Dr.Go ebbe l s, der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust, der Reichs- minisier des Innern, Dr. Frick, der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Darre, der Reichsarbeitsminister, Seldte, der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, und der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, veröffentlichen zum 2. Reichsberufswettkampf folgenden Aufruf: „Das Ideal des deutschen Volkes ist die Arbeit, fein Wille d i e Leistung und feine Sehnsucht der Friede. Wir rufen die deutsche Jugend zum zweiten Reichsberufswetkkampf vom 18. bis 23. Wärz 1935. Wir sind uns der Gefolgschaft unserer jungen Kameraden gewiß. Heil Hitler! ♦ Die Pressestelle des Reichsberufswettkampfes schreibt zu dem Aufruf: Durch den freiwilligen Einsatz der Jugend wird der bevorstehende Reichsberufswettkampf getragen. Er ist keine Maßnahme der Regierung, sondern seine Triebkräfte ergeben sich aus dem beruflichen E r t ü ch t i g u n g s w i l l e n der deutschen Jugend. Seine Durchführung liegt in der Hand verantwortungsbewußter Jugendführer. Die Reichsregierung aber bekennt sich zu den fruchtbaren Kräften, die aus der Jugend heraus ein Werk schöpferisch gestalten, das in Der gesamten Welt nicht seinesgleichen findet. Führende Mitglieder der Regierung und die Leiter der beiden Organisationen, die als Träger des Berufswettkampfes bekannt sind, rufen die Jugend zum Wettkampf. Im ganzen Reich aber haben die Wettkampfleitungen ihre Vorbereitungen getroffen, und die Jungarbeiterschaft selbst steht dank der zusätzlichen Berufsschulung der Wintermonate gerüstet zum Kampf um die beste berufliche Leistung. Der Aufruf der Reichsregierung ist ein lebendiges Zeugnis für die Harmonie zwischen Jugend und Staat, deren Gegensätzlichkeit durch die nationalsozialistische Bewegung und ihre Staatsführung erstmalig überwunden wurde. Dieser Staat ist selbst Jugend. Er bekennt sich freudig zu ihrem freiwilligen Einsatz- und Arbeitsdrang, der sich aus der Selbftführunq der Jugend ergibt. Er unterstützt diese Jugend aber auch mit allen Mitteln, schafft die Voraussetzungen, auf denen die Zukunft der Nation zum Nutzen und Segen des gesamten Volkes ihre Arbeit aufbauen kann. Breme y, 13. Febr. (DNB.) Die Hansestadt Vremen stand am Mittwoch im Zeichen des Staatsbesuches des preußischen Mmisterpräsidenten. Auf dem Domshof hatten Abteilungen der Landes- polizei, des Deutschen Luftsportverbandes, des Ar- bettsdienstes, des NSKK., der SS., SA und des N-s.-Frontkämpferbundes Aufstellung genommen. Gegen />10 Uhr traf Ministerpräsident Göring em, stürmisch begrüßt von der Menge. Der Mini- sterprasideut schritt die Fronten der Formationen av und begab sich dann zum Empfang ins Rathaus, wo Relchsstatthalter und Gauleiter 'Carl R ö v e r den Gast willkommen hieß. Bremens regierender Bürgermeister H e i d e r erinnerte an die Zeit, wo kurz vor der Machtübernahme durch den National- sozialismus Hermann Göring in Bremens Mauern Kampfrede für die Bewegung Adolf Hitlers a le” v v Hertte gegenüber einem der treue- ften Kampfer des Führers gelobe der Bremer, daß die Treue zu Deutschland und seinem Führer fein Panier fein falle. Ministerpräsident Göring er- Deutschland.3' Mächte aus - die Gebiete 3 Ostpreußens Grenzen zu läufig besch biet, das zu hüt" nahmen, nien nahm, o der sie dann länder, Fran wurde deut heraus«^ die den W mungsrecht de sonst in Ser; knauserig, wei noch schädigen • Urach zu ihnen über die Begriffe Vaterland und Volk und ihre überragende Größe. Es war immer so in der Geschichte, daß, wenn die Führung des Volkes stark ist, auch das Volk stark wird. Denn nur die Führung bestimmt das Schicksal der Nation und damit übernimmt sie eine riesige Verantwortung vor Gott und dem Volk und, was wichtiger ist, vor der Zukunft des Volkes. Der Führer hat im deutschen Volke die urewige Idee wieder erweckt, daß Volk zu Volk und Blut zu Blut gehört, daß der letzte und ärmste unserer deutschen Arbeiter uns hunderttausendmal mehr gelten muß, als der höchste Ausländer, der nicht unseres Blutes ist. Es gibt nur eine Rettung, nur eine Auferstehung Deutschlands, wenn die beiden Lager verschwinden, die sich Jahrzehnte zerfleischt haben. Wir Nationalsozialisten haben vor Gott und vor der Zukunft des Reiches die Verantwortung für das Schicksal Deutschlands übernommen. Zwei Jahre liegen hinter uns und es ist von uns allen gearbeitet worden wie noch nie. Heute dürfen wir mit Stolz das Haupt erheben, denn wir haben Deutschland wieder frei gemacht. Zum Schluß forderte Göring die Arbeiterschaft auf, darüber zu wachen, daß das Band des Vertrauens, das Führer und Gefolgschaft zusammenschließt, niemals zerreißt. Werdet nicht klein, seht über die alltäglichen Sorgen hinaus und sehet das Große, das in den beiden letzten Jahren geschaffen wurde und das was es noch zu schaffen gilt. Wir alle gehören zusammen, vertraut dem Führer und uns denn Euer Schicksal ist das unsere. Nach der Kundgebung fuhr Ministerpräsident Göring mit Reichsstatthalter Röver unter dem Jubel der Bevölkerung nach Bremerhaven zur Besichtigung des Lloyddampfers „Europa" An Bord wurde er von dem Betriebsführer des Norddeutschen Lloyd, Dr. F i r l e , und Kommodore Scharf herzlich willkommen geheißen. Dann begrüßte der Ministerpräsident die Mannschaft des Schiffes sowie die Rettungsmannschaft der „Dresden". Stark müsse wieder die Handelsflotte werden, die eine ruhmreiche Tradition habe. Der deutsche Seemann sei ein wichtiges und wertvolles Glied des deutschen Volkes. Hinter der stolzen Flagge der Handelsflotte stehe eine stärkere und größere, die Fahne des Deutschen Reiches. Der Norddeutsche Lloyd hat von jeher Hervorragendes geleistet und feine Pflicht erfüllt. Die beiden letzten Rettungen aus Seenot durch deutsche Seeleute waren ein Zeichen der Stärke der deutschen See- fahrt. Er hoffe, daß die deutsche Flotte in stetigem Aufbau Schiff an Schiff reiht. Die letzten beiden Stunden seines Besuches in der Freien Hansestadt Bremen verbrachte Ministerpräsi- dent Göring im engsten Kreise von Vertretern der Partei, des bremischen und oldenburgischen Staates und der Bremer Wirtschaft im Klub zu Bremen Nach der Begrüßung durch den Präsidenten des Clubs Pg. Thiele antwortete der Ministerpräsident m einer längeren Rede, in der er mahnende Worte an Die bremischen Wirtschaftsführer richtete. Kurz nach Mitternacht trat der Ministerpräsident mit dem fahrplanmäßigen Zuge die Rückreise nach Paris, 14. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Seit den Londoner Vorbesprechungen über ein Luftsicherheits- abkommen beschäftigt sich die öffentliche Meinung in Frankreich stärker mit Der Frage Des Luftschutzes. 9m „Excelsior" findet sich eine Aeußerung Des Luftministers General Denain, Der es begrüßt, Daß in LonDon zum erstenmal Die Völker de'sonDere Maßnahmen zur Beschwörung Der L u f t g e f a h r erwogen hätten. Von BeDeutung sei, daß Frankreich Dabei als ersten Partner EnglanD gefunden habe. Die schlimmsten Befürchtungen, die die Hauptstädte Der einzelnen Länder wegen der Fortschritte auf dem Gebiete Der Bombenflugzeuge hegen könnten, würden beseitigt werden können durch Luftabkommen, Deren 9nhalt um so bestimmter lauten müsfe, als Der Einfluß Der Luftwaffe ausschlag - gebenDer geworben sei. Der „Figaro" besprich! eine mit Genehmigung des Marschalls Petain abgegebene Erklärung Des Generals D u chdn e, Der Den Posten eines G e - ralinspekteurs Der VerteiDigung zur Luft bekleidet. General Duchene wies auf Die Plötzlichkeit eines etwaigen Luftangriffes hin und empfahl vor allem Vorbeugungsmaßnahmen zur Verhütung einer Panik. Man könne nicht Daran denken, Hunderte Milliarden für Den Bau von betonierten UnterftänDen für die Allgemeinheit auszugeben: Der wirkliche Luftschutz beruhe vielmehr auf Der Vorbereitung des Abtransportes Des Teiles der Bevölkerung Der großen StäDte, Der Dort pickst unbedingt bleiben muß, nach benachbarten Ortschaften, Die weniger zentral liegen. Holland und der Lustkrieg. Haag, 14. Febr. (DNB.) Bei Der Verabschiedung Des Haushaltsplanes Des Ministeriums für UanDesoerteiDigung nahm Minister Dr. Deckers im Parlament noch einmal zu Der Frage Stellung, ob HollanD gegen Luftangriffe zu ver- t e i D i g cn sei. Er wanDte sich entschieDen gegen d'e von mehreren KammermitglieDern vertretene Auffassung, Daß man gegen Luftangriffe ovl o le wehrlose Zivilbevölkerung machtlos sei, unD Daß man höchstens Zwangsmaßnahmen gegen Die Bevölkerung Des anDeren LanDes nur eine äußere Disziplin und solDatische Kenntnisse anerzogen bekommen, hat Die Deutsche JugenD aus sich heraus eine JugenDbewegung aufgebaut. Die Die 9ugenD führt. Nicht auf Den Schlacht- felDern wirD Diese nationalsozialistische Jugend ihre Probleme lösen. Zu einem solchen Wettkampf taugt sie nicht. Anden friedlichen Stätten der Arbeit, an den Werkbänken der Betriebe, erprobt sie und mißt sie sich im Wettkampf. Ihr Leistungs- und Kampfwille gilt aus freiwilligem Einsatz heraus den Werken des Friedens und Aufbaues. Gibt es einen gewaltigeren Ausdruck des Friedenswillens einer Nation als Den Friedenswillen Der JugenD, Der' aus Den Sägen unD Hämmern Der zum frieDlichen Wettkampf angetretenen Jungen unD MäDel spricht? Gibt es eine stärkere Sicherheit für anDere Nationen als Die Sehnsucht einer Deutschen JugenD nach Frieden unD Den Willen zum inneren Aufbau? Die Deutsche Reichsregierung ist sich Der Gefolgschaft Der Deutschen JugenD, ihrer „jungen Kameraden", gewiß. Ihr Wille zum FrieDen findet in Dem Wettkampf Der Jugend an Der Werkbank ihren bereDten Widerhall. Deutsche JugenD, rüste zum Wettkampf! Zeige unD beweise Dein Können! Die Welt schaut auf d i ch — möge sie Dir in Deinem frieDlichen Wettkampf, in Deiner Geschlossenheit unD Deinem Verantwortungsbewuht- sein Folge leisten. mellänber wi Busch. Drei ' Laube, bann Gebiet an L gekartetes Sp jchen Ban! schwerbewassn den Horben, i len, geradezu den Die Me Leibeigenen ( gehen verani tonische Will Kownoer Pr tigungspoliti legt wurde. 21m 15.3' der fr»"« rtf« Reich ausgeil Llocken- beschlossen'/ . Re bas R. 1mitt hl1204 »Sv f’ehWml <1Ti & zum Danzig Mische ffraf Antrag auf Moltstage bes Eintrages im Danziger L heit verfügt, in Aussicht get hatte in einem daß es angesic Partei nid) Dom Senatspi unmittelb Zentrumsparti gebrachten $ führen, das Bevölkeri nicht in der $ nach Abände zukommen, n stören und f Bevölkerung! erscheine es Danziger B embeutil Zu lassen. | Kleine .Die Woc 'ft auf Befek verboten M ganz al "geizenden jungen Qe( wandte. ^rhfefs ganz £ 3üt,rCne it. * her Sa (t* ii“ § ws® TELE FUN KEN Sefolg- Kame- ’et in iljren iifte dein chtzr einer ouht- n der dem eine Blini-- ein ntnissü d aus it, dis acht« iugenö stampf itten triebe, f. Ar illigem ) Auf- ck des edens- häm- etenen tariere jnsucht d den pleiter findet tte, roa gramm -rpartei t unter gdtt h. ).) Der iijern listische )eutsch' i Wie- istischen ■uar in 11 Uhr bed I, wird gung 5, der nd des ruar Don große leugnis Treue er Be- Treue Teil' qebung enol'sen, -dens 15 der sind, nach. .tten 'alisti- \ der K zu Kunst und Wissenschast Mü. freundlichen Beifall danken. Aus aller Welt Gedenket der hungernden Sögel 1 Schuht die Tiere vsr der Wie! geschlossen. Sinngemäß ist auch der Lobedabund der Chöre und Musikgilden der Pflegschaft „Sing- und Spielkreise" im Reichsverbad der gemischten Chöre Deutschlands eingegliedert.) — der Reichsverband hat einen Pauschalvertrag mit der Stagma (Staatlich genehmigte Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Urheberrechte) abgeschlossen. Die dem Reichsverband angeschlossenen Chöre sind dadurch in der Lage, auch zeitgenössische Werke ohne Sonderabgaben zu musizieren. Alle Sing- und Spielkreise Deutschlands — gleichgültig, ob sie selbständig sind oder im Rahmen einer größeren Organisation bestehen — werden aufgefordert, sich pflichtgemäß beim Reichsverband der gemischten Chöre Deutschlands e. V., Berlin W 57, Bülowstraße 10, anzumelden. INünchner Uraufführung: „Hauptmann Fabian" von Alfred Günther. Das dreiaktige Schauspiel „Hauptmann Fabian" von Alfred Günther erlebte in den Münchner Kammerspielen in der alleinigen U r - aufführung für Deutschland eine freundliche Aufnahme. Der Dichter nennt sein Schauspiel einen Versuch der dramatischen Variation des kostbaren Themas „Die Marquise von O." Heinrich von Kleists, in der er nicht den absonderlichen und abenteuerlichen Fall, sondern nach seinen eigenen Worten „die unentrinnbare Formel für das Schicksal Mann und Frau" sieht. Alfred Günther folgt Kleist in den Bahnen der Novelle bis zu dem Ausgang des dramatischen Konflikts, den Kleist „um der gebrechlichen Einrichtung der Welt willen" versöhnend zur Lösung gelangen läßt, während der Dramatiker den Konflikt tragisch dadurch ausklingen läßt, daß Hauptmann Fabian, der Graf der Novelle, seine Schuld mit dem Tode sühnt. So läßt der Dramatiker nicht das Schicksal der Marquise, sondern die Tat des Grafen zum Mittelpunkt des niedergeschlagen worden ist. Die Todesursache wird erst durch die Leichenöffnung festgestellt werden. Schwere Bluttat eines Geistesgestörten. Eine schwere Bluttat ereignete sich in Lübben (Spreewald). Vermutlich in geistiger Umnachtung versuchte der 50 Jahre alte Otto Bresse seinen 31 Jahre alten Sohn und dessen Schwägerin, dem jungen Ehemann wegen Erkrankung seiner Frau die Wirtschaft führte, mit einem Beil zu erschlagen. Das Fräulein wurde an Kopf und Brust schwer verletzt und in bewußtlosem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Seinem Sohn brachte Bresse schwere Verletzungen am Arm bei, so daß auch er Aufnahme im Krankenhaus suchen mußte. Nach der Tat begab sich Bresse in sein Zimmer und verletzte sich dort mit einem Messer am Hals so schwer, daß er nach kurzer Zeit st a r b. Alädchenmord und nächtliche Brandstiftung im Dorf. Im Dorf Schwarme im alten Kreis Hoya (Hannover) wurde ein Mord verübt. Als der Dauer Glander mit seiner Frau nachts von einem Besuch heimkehrte, fanden sie ihre 16jährige Tochter Anna im Bett liegend tot aus. Das Bett brannte, doch konnte das Feuer bald gelöscht werden. Nach den bisherigen Ermittlungen liegt Mord vor. Die Angelegenheit wird noch geheimnisvoller durch einen Brand, der gegen Morgen die große Scheune eines Vieh fehlt Futter, und über dem Feuer geschmolzener Schnee dient als Trinkwasser. Der spanische Minister für öffentliche Arbeiten ist wegen dringender Hilfsmaßnahmen angerufen worden. Der Breslauer Sindermord. — Voruntersuchung gegen Höll eröffnet. Aus Antrag der Staatsanwaltschaft hat der Untersuchungsrichter beim Landgericht in Breslau gegen Herbert Höll wegen Verdachtes des Mordes und zugleich Sittlichkeitsverbrechens an den Geschwistern Otto und Erika Fehse die gerichtliche Voruntersuchung eröffnet. Zugleich ist gegen den bisher in Polizeihaft befindlichen Höll Haftbefehl vom Untersuchungsrichter erlassen worden. Der Mord an den Kindern wurde am 6. Juni 1926, einem Sonntag, begangen und hat in der Breslauer Bevölkerung großen Schrecken ausgelöst. Bei Höll wurden, wie schon gemeldet, in seiner Dachkammer umfangreiche stenographische Aufzeichnungen gefunden, in denen mehrmals der Vorname Erika vorkam. Bluttat in Oberschlesien. — Muller und Sohn unter Mordverdacht verhaftet. In einer der letzten Nächte ereignete sich in Konstadt (O.-S.) eine ruchlose Bluttat. Der Besitzer des Gasthauses „Zur Eisenbahn" wurde in der Küche seiner Wohnung tot aufgefunden. Der Verdacht der Täterschaft richtete sich sofort gegen den Sohn des Getöteten, der mit seinem Vater in der letzten Zeit in dauerndem Unfrieden lebte. Der junge Mann und die Frau des Gastwirts wurden verhaftet. Es wird angenommen, daß der Gastwirt im Verlaufe eines Streites von seinem Sohne Wieder ein schweres Eisenbahnunglück in der Sowjetunion. Nach einer Meldung aus Baku (Kaukasus) ereignete sich bei der Station Mineralnie-Wody ein schweres Eisenbahnunglück. Eine Lokomotive rannte wegen falscher Weichen st ellung mit einem Güterzug zusammen, der aus Tankwagen bestand. Infolge des heftigen Anpralls entgleiste ein Teil der Wagen und legte sich quer über das Nebengleis. In diesem Augenblick nahte der Expreß aus Baku und raste in voller Fahrt in die Wagen hinein. Nach den bisherigen Meldungen sind drei Lokomotiven und sechs Wagen zerstört. In der amtlichen Mitteilung wird'nicht gesagt, ob auch Menschenleben zu beklagen sind. Die politische Polizei hat zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Grippe-Epidemie in Madrid. Der diesjährige strenge Winter in Spanien und die nicht für so niedrige Temperaturen eingerichteten Wohnungen haben in Madrid eine Grippeepidemie zur Folge gehabt, die besonders unter den Schulkindern stark um sich gegriffen hat. Es gibt Schulklassen, wo von 50 Kindern nur vier zum Unterricht kommen. Durchschnittlich fehlen etwa 30 bis 40 v. H. der Schüler. In den Ministerien, den Büros und Werkstätten ist der Personalausfall ebenfalls erheblich. Die feit vielen Tagen infolge der außergewöhnlichen Schneefälle vollständig von der Umwelt abgeschnittene nordspanische Stadt Reinosa befindet sich in größter Not. Bei einer Temperatur von 16 Grad Kälte beginnen die notwendigsten Lebensmittel sowie die Kohlen knapp zu werden. Für das reichen nach Holland gekommenen deutschen K o m m u n i st e n , die von hier aus neue kommunistische Zellen in Deutschland zu bauen und in enger Zusammenarbeit mit den holländischen Kommunisten im Lande ihrer Gastgeber politische Unruhen hervorzurufen suchen. * Das Breslauer Sondergericht, das in Glatz tagte, verurteilte nach dreitägiger Verhandlung den 32jäh- rigen tschechoslowakischen Staatsangehörigen Rudosf Menzel wegen Vergehens gegen das S p r engst o f f g e s e tz und Vergehens gegen die Verordnung zum Schutze von Staat und Volk in Tateinheit mit Einbruchsdiebstahl im Rückfall zum Tode. Menzel hatte in Schlesien über 30 Einbrüche begangen und u. a. die Einbrüche in den Postämtern Wartha und Ludwigsdorf ausgeführt, wobei er versucht anderen Bauern in Asche legte. Bei diesem Feuer, das auf B r a n d st i f t u n g schließen läßt, wurden Spuren festgestellt, die vom Glanderschen Hof zu der Scheune führten. Spuren aus der Scheune heraus waren nicht festzustellen. Es wird vermutet, daß der Mörder sich in der Scheune umgebracht hat. Drei Tage in der Gewalt chinesischer Piraten. Das Abenteuer, das der englische Dampfer „ T u n g ch o w " mit 70 englischen Schulkindern an Bord zu bestehen hatte, war trotz des glücklichen Ausganges doch ernster, als es zunächst angenommen wurde. Den chinesischen Piraten, die sich, wie das häufig geschieht, als Passagiere an Bord des Schiffes eingeschlichen hatten, gelang es tatsächlich, für drei Tage die vollständige Gewalt über das Schiff an sich zu reißen. Sie haben sogar versucht, das Schiff zu tarnen, um die Verfolger abzulenken. Die Schornsteine wurden neu gemalt und der ursprüngliche Schiffsname durch die japanische Bezeichnung „Toyo Maru" ersetzt. Als britische Marineflieger über dem Schiff auftauchten, hielten die Chinesen es für geraten, die Flucht zu ergreifen. Dazu bemächtigten sie sich einer Dschunke, in die auch die Beute verladen wurde. Fischdampfer „Blain“ mit 13 Blann verloren. Der Fischdampfer „Main", der, wie bereits berichtet, feit seiner Ausreise aus Wesermünde vermißt wurde, muß als verloren gelten. Nach Telegrammen aus Stavanger (Norwegen) ist in der Nähe der Küste ein Rettungsboot des Fischdampfers „Main" leer angetrieben worden. Auch bei Jaederen find Bootstrümmer ans Land gespült worden, die wahrscheinlich zu der untergegangenen „Main" gehören. Der Fischdampfer „Main" war 252 Bruttoregistertonnen groß. Die Besatzung, die aus 13 Mann bestand, stammt zum größten Teil aus Ostpreußen und ist feit Jahren im Dienst der Reederei gewesen. Sechs norwegische Fischer ertrunken. Eine Drontheimer Fischerflotte, die bei schönem Wetter ausgelaufen war, wurde auf hoher See vom Sturm überrascht. Die meisten Boote konnten unter großen Schwierigkeiten den Hafen wieder erreichen. Sechs Fischer fanden den T o d in den Wellen. Glück und jähes Ende eines Jagers. Der 29jährige Jagdhüter Karl Augst in Altenkirchen (Westerwald) begab sich dieser Tage auf dis Fuchsjagd. Auf die Lockpfeife hin kamen dem Jäger bald zwei Füchse ins Schußfeld, von denen einer im Feuer blieb. Aus Freude über fein Jagdglück erlitt der Mann, der kurz vor der Hochzeit stand, einen Herzschlag, der feinem Leben ein Ende fetzte. Er wird am Tage seines 29. Geburtstages zu Grabe getragen. Interessante Funde beim Bau einer Rheinbrücke. Bei den Arbeiten im Senkkasten am Maxauer Rheinbrückenbau stieß man in einer Tiefe von 2 und von 7 Metern unter der Strornsohle auf Baumstämme, die zerkleinert und stückweise durch die Schächte und Luftschleusen befördert werden mußten. In der gleichen Tiefe wurden auch bei der Gründung der Widerlager Baumstämme gesunden. Das Holz soll 10—15 000 Jahre alt sein. Genauere Untersuchungen werden durch die geologische Landesanstalt in Karlsruhe oorgenommen werden. Die Arbeiten an den Pfeilern und Widerlagern werden in etwa drei Monaten beendet fein, wenn keine längere Unterbrechung durch Frost eintritt. Zahlreiche Todesopfer des Methylalkohols im Staate Neuyork. Der von gewissenlosen Schmugglern im Staate Neuyork abgesetzte Methylalkohol hat weitere Todesopfer gefordert. So starben in Utica 17, in Gloversville bisher 32 Personen. Weitere 20 Personen, an denen die Symptome des schleichenden Todes festgestellt werden konnten, wurden in besonders errichtete Baracken gebracht, wo die Aerzte sich bemühen, die Eingelieferten am Leben zu erhalten. »iehung, Maehner, gab die Lager des Sku- Dentenbunbes bekannt, die in den am 15. Februar beginnenden Ferien stattfinden sollen. Einem zentralen Schulungslager in der Reichsführerschule der NSDAP, in Bernau werden in je« dem Gau örtliche Sckulungslager folgen, eine Erziehungsarbeit, Die im Juli und August in den großen Ferien fortgesetzt werden wird. Besondere Bedeutung erlangte die Tagung durch die Anwesenheit des Beauftragten des Stellvertreters des Führers für Hoch- und Fachschulfragen, Pg. Dr. Wagner, der auch zu den schwebenden Fragen der Studentenschaft selbst das Wort ergriff. In einem Schlußwort konnte Pg. Derichsweiler mit Befriedigung die Geschlossenheit des NSDStB. feststellen, die schon in diesem Semester dem Bund entscheidende Arbeit ermöglichte. Ein Heil auf Führer und Bewegung beschloß die Tagung. Deutsche Bach-händel-Schüh-Feier 1935. — Auftakt in Halle. Die Reichsmusikkammer teilt mit: Der größte Sohn der Stadt Halle ist Georg Friedrich Händel, der hier am 23. Februar 1685 das Licht der Welt erblickte. Als Auftakt zur „Deutschen B a ch - Händel-Schüg-Feier 19 35", die von der Reichsmusikkammer anläßlich der Jubiläen dieser drei Großmeister deutscher Tonkunst durchgeführt wird, begeht die Stadt Halle Händels Geburtstag mit einer großen Feier vom 22. bis 24. Februar. Der Vorabend des 250. Geburtstages bringt ein Konzert, „Die Ccicilien-Ode", der Festworte von Alfred Rosenberg vorausgehen. Händels Geburtstag, der 23. Februar, wird durch eine gemeinsame Feier aller Schulen eröffnet. Dann findet ein Empfang der Feftgäste durch den Oberbürgermeister statt, bei dem Präsidialrat Heinz I h l e r t, Geschäftsführer der Reichsmusikkammer, eine Gedenkrede halten wird. Anschließend wird eine Händel- Aus st ellung in der Moritzburg eröffnet und eine Gedenktafel an Händels Geburtshaus enthüllt. Abends wird der „Messias" im Dom aufgeführt. Der 24. Februar bringt einen Festakt der Martin- Luther-Universität Halle-Wittenberg. Er wird ausgezeichnet durch die Gedächtnisreden der Professoren Edward Deut von der Universität Cambridge und Max Schneider von der Universität Halle. Im Zeichen deutsch-englischer Freundschaft steht auch der Tee-Empfang des Deutsch-Englischen Kulturaustausches am Nachmittag. Die festlichen Tage beschließt eine Aufführung der Händel-Oper „Otto und Theophano" im Stadttheater Halle unter Leitung von Generalmusikdirektor Vondenhoff und Dr. Hanns Niedecken-Gebhard. Die Händel-Feier in Halle wird besucht von der gesamten deutschen Presse. Alle namhaften Zeitungen Englands und Amerikas schicken ihre Vertreter. U. a. wird Mr. R. H. Nichols das berühmte Londoner Foundling-Hospital vertreten, zu dessen Gunsten Händel in hochherziger Weise in London jährlich eine Aufführung seines „Messias" veranstaltete. Pflegschaft Sing- und Spielkreife. Die Reichsmusikkammer teilt mit: Der Reichsverband der gemischten Chore Deutschlands (Fachverband D II der Reichsmusikkammer), dem alle gemischten, Kirchen-, Frauen- und Jugendchöre des Reiches angehören müssen, hat eine Pflegschaft „Sing- und Spiel kreise" eingerichtet, die die kulturelle Beratung und organisatorische Zusammenfassung aller Singgemeinden, Singsck)aren, Musikantengilden, Spielkreise usw. übernimmt, bei denen das deutsche Volkslied die Grundlage ihrer Arbeit bildet und Singen und Jnstrumentalspiel in untrennbarem Zusammenhang miteinander gepflegt wird. (Die reinen Jnftrumentaloereine sind bekanntlich im Reichsverband für Volksmusik zusammen- Geschehens werden. Es würde die Aufgabe einer eingehenderen Kritik fein, die von Günther in feinen Begleitworten aufgeworfene Frage zu beantworten, ob das Problem, das Novelle und Drama behandeln, in der Dramatisierung oder in der Erzählung Kleists die Losung gefunden hat. — Die Uraufführung in den Kammerspielen sah in den Hauptrollen die ersten Kräfte dieser Bühne, Carola Behrens als Marquise, Erich Musil als Graf Fabian, Lola Chlud als Gräfin Nen6e und Elisabeth Flickens child als Gräfin Clara, Fritz Reiff und Hedwig Mangel als Vater und Mutter der Marquise. Die Inszenierung lag in den Händen von Friedrich Dornin, für Bühnenbilder und Kostüme zeichnete Eduard Sturm. Mit den Darstellern konnten sich am Schlüsse der Uraufführung auch der Autor und der Spielleiter mehrmals vor dem Vorhang zeigen und für einen hatte, die Geldschranke mit Dynamikpatronen ztt sprengen. Die Sprengstoffe hatte er sich durch Einbruchsdiebstähle in Steinbrüchen verschafft. Menzel, der schon eine Reihe von Zuchthaus- und Gefängnisstrafen hinter sich hat und u. a. bei einem Einbruch eine Person, die sich ihm entgegenftellte, durch mehrere Messerstiche verletzte, wird von den tschechoslowakischen Behörden wegen 25 Einbruchsdiebstählen gesucht. * Bundesrat Schultheß, der Leiter des eidgenössischen Volkswirtschaftlichen Departements, hat dem Bundesrat feinen Rücktritt erklärt. Bundesrat Schultheß, der feit über 20 Jahren im Amt ist, hatte bekanntlich bereits vor einigen Monaten für das Frühjahr feinen Rücktritt angekündigt. Memels Trauertag. Am 15. Februar 1920 gellten die Hellen Klänge der französischen Clairons durch die Straßen Memels: sie klangen in den Ohren der treudeutschen Memelländer, die sich ein Jahr zuvor bei einer Probeabstimmung mit überwältigender Mehrheit für das Verbleiben ihres Heimatgebietes beim Reich ausgesprochen hatten, wie das Geläut von Todesalocken. Denn in Versailles hatte man beschlossen, daß — so sagt es der Artikel 99 — Deutschland zugunsten der alliierten und assoziierten Mächte auf alle Rechte und Ansprüche auf die Gebiete zwischen der Ostsee, der Nordostgrenze Ostpreußens und den ehemaligen deutsch-russischen Grenzen zu verzichten habe. Was hier weitläufig beschrieben wurde, war das Memelgebiet, das zunächst die Siegerstaaten in ihre „Obhut" nahmen. Genau so wie man uns die Kolonien nahm, die dem Völkerbund zugeteilt wurden, der sie dann wieder als „Mandate" an die Engländer, Franzosen und Japaner gab, genau so wurde deutsches Land aus dem Reiche herausgebrochen. Und das in einer Form, die den Wilsonfchen Grundsätzen vom Selbstbestimmungsrecht der Völker direkt widersprach. War man sonst in Versailles mit Volksabstimmungen nicht knauserig, wenn man glaubte, dadurch Deutschland noch schädigen zu können, so behandelte man die Memelländer wie Wilde aus dem innerafrikanischen Busch. Drei Jahre saßen die fremden Soldner im Lande, bann war der Augenblick gekommen, das Gebiet an Litauen auszuliefern. Ein abgekartetes Spiel war ber (Einfall ber litauischen Banden. Dennoch wirkte der Rückzug der schwerbewaffneten Franzosen und Engländer vor den Horden, die sich als „Eiserner Wolf" bezeichneten, geradezu schmählich. Zum' zweiten Male wurden die Memelländer in die Sklaverei verkauft. Leibeigenen gleich müssen sie sich heute wegen Vergehen verantworten, die sie niemals begingen. Litauische Willkür und Laune ist die Triebfeder des Kownoer Prozesses und der fortgesetzten Vergewaltigungspolitik, deren Grundstein in Versailles gelegt wurde. Neuwahlen zum Danziger Volkstag. Danzig, 13. Febr. (DNB.) Die nationalsozialistische Fraktion des Danziger Volkstages hat einen Antrag auf Auflösung d e s Danziger Volkstages eingebracht. An der Annahme des Antrages besteht kein Zweifel, da die NSDAP, im Danziger Volkstag über die absolute Mehrheit verfügt. Für die Neuwahlen ist der 7. April in Aussicht genommen. Senatspräsident Greiser hatte in einem Schreiben an die Fraktion mitgeteilt, daß es angesichts der Haltung der Zentrums- Partei nicht möglich sein werde, die in Genf vom Senatspräsidenten bereitwilligst zugesicherten unmittelbaren Verhandlungen mit der Zentrumspartei wegen der von dieser Partei vorgebrachten Beschwerden zu einem Ende zu führen, das dem Willen der Danziger Bevölkerung entspricht. Der Senat sehe sich nicht in der Lage, dem Wunsche der Zentrumspartei nach Abänderung einer Reihe von Gesetzen nachzukommen, wenn er nicht seine eigene Aufbauarbeit stören und den Willen der Mehrheit der Danziger Bevölkerung sabotieren wolle. Bei dieser Sachlage erscheine es dem Senat notwendig, den Willen der Danziger Bevölkerung durch Volkstagsneuwahlen eindeutig vor aller Welt feftftellen Zu lassen. Kleine politische Nachrichten. Die Wochenschrift „Der Reichswart" ist auf Befehl des Führers dis auf weiteres verboten worden wegen eines in ihrer Nummer vom 3. Februar unter der Überschrift „Wir sind doch ganz allein" erschienenen Artikels, der sich in aufreizenden und zum Teil direkt böswilligen Auslassungen gegen die Aufbauarbeit der Regierung wandte. Bezeichnend ist, daß der Verfasser dieses Artikels ganze 20 Jahre alt ist. * Wie das Reichs- und preußische Ministerium des Inneren mitteilt, ist dis Ende Dezember 1 9 34 folgende Anzahl von Ehr en kreuzen des Weltkriegs verliehen worden: Für Frontkämpfer 1 204 737, für Kriegsteilnehmer 142 522, für Witwen 48 640, für Eltern 45 602. Die Gesamtzahl der bis Ende 1934 verliehenen Ehrenkreuze beträgt hiernach 1 441 501. * Die holländische Regierung beabsichtigt die Errichtung eines Internierungslagers für alle diejenigen in Holland befindlichen Ausländer, die die öffentliche Ordnung und Sicherheit gefährden. Dabei handelt es sich um die zahl- WB DIE DEUTSCHE WELTMARKE Telefunken stellt Ihnen zwei Geräte der Telefunken-Meisterklasse zur Wahl; TELEFUNKEN-^Eonmcfpct«(ein 3-Röhren-Gleichlaufempfänger) m. Röhren RAA222/—t-Sperrkreis RM 5,* TELEFUN KEN-^Hlcfflctfiipct« (ein Super mit Kurzwellenteil) RAA 284,- bzw. RAA 289,* mit Röhren. Beide Geräte sind auch auf Teilzahlung erhältlich. säubert ohnegleichen/ MW-AÜ WW unö Schmutz, sie müssen weichens benn^r Verstopfung od. Verdauungsstörungen, off der Beginn nicht leicht zu nehmender Übet. Einzigartige Erfolge mit Steinuietlen* 0574 In beiden Staffeln gewannen in Niedergirmes und Gießen die jeweils besten Mannschaften mit hohen Torziffern und klaren Punktoerhältnissen. Das beste Torverhältnis erzielte Gießen mit einem Durchschnitt von 6,8. Gute und entwicklungsfähige Mannschaften sind Münchholzhausen und Lang- Göns, während bei den anderen noch fleißig gearbeitet werden muß. Der Meister in der Jugendklasse wird durch Entscheidungsspiele ermittelt. Die bisher ausgetragenen zwei Treffen brachten jeweils jeder Mannschaft einmal den Sieg, so daß ein weiteres Entscheidungsspiel in Kürze die Sache entscheiden muß. In den Kreisklassen setzen in Kürze dann die Spiele um den Aufstieg in die höheren Klassen ein. Gleichzeitig wird auch hier die Meistermannschaft des Lahn-Dillkreises herausgespielt. Die Spiele des Sonntags. Nebst einigen Gesellschaftsspielen kommen noch einige Spiele als Verbandsspiele zur Durchführung. In der Bezirksklasse treffen sich Tuspo Marburg — Kurhessen Marburg. Mit einem sicheren Sieg der Kurhessen muß gerechnet werden, die dann der Meisterschaft wieder ein Stück näher kommen. In der K r e i s k l a s s e I sind nahezu alle Spiele abgeschlossen, während in der Kreis kl ässe II das am Sonntag ausgefallene Lokaltreffen Tv. Wißmar — To. Launsbach in Wißmar endgültig zur Durchführung kommt. Holzheim I und II — Pohl-Göns I und II. Nächsten Sonntag empfängt die hiesige erste und zweite Mannschaft die gleichen vom Turnverein Pohl-Göns zum fälligen Freundschaftsrückspiel. Die Gäste, die die Tabelle in der Bezirksklasse führen, sind als sehr spielstark bekannt und schwer zu schlagen. Holzheims erste Mannschaft, die schon längere Zeit spielfrei war, muß ihr ganzes Können daransetzen, um eine nicht allzu hohe Niederlage hinnehmen zu müssen. Das Vorspiel in Pohl-Göns Gießener Studenten bei den Hochschul- Geländelauf-Meisterschasten in Berlin. Zum vergangenen Wochenende weilten vier Gießener Studenten in Berlin, um an der Austragung der Hochschul-Geländelauf-Meisterschaften teilzunehmen. Die Läufer waren bei diesem Wettbewerb vor große Schwierigkeiten gestellt. Der Start erfolgte in Eichkamp, im Grünewald, als Massenstart. Es liefen Meisterklasse und Juniorenklasse in gleichzeitigem Start, etwa 260 Mann, zusammen ab. Die vier Gießener Studenten hatten für die Juniorenklasse gemeldet. Die Strecke war sehr schwierig. Es waren große Steigungen zu überwinden, außerdem in zum Teil tiefem Schnee zu waten. Aus der Konkurrenz konnte der Gießener Rudolf K n a u ß (Meister der Universität Gießen im Geländelauf) mit einem beachtlichen Erfolg heroorgehen. Er passierte als fünfter Läufer das Ziel und ließ damit noch etwa 100 Läufer der Meisterklasse hinter sich. Die übrigen Gießener Läufer endeten allesamt nach glänzendem Lauf auf guten Mittelplätzen. In der Mannschaftswertung konnten die Hiesigen bei einer Beteiligung von rund 30 Mannschaften den 17. Platz belegen. Außer den sportlichen Ereignissen des Wochenendes in Berlin gab es für die hiesigen Studenten auch noch die Verpflichtung der Teilnahme an verschiedenen anderen Veranstaltungen. Am Sonntagmorgen nahmen die Studenten an einer Kranzniederlegung am Ehrenmal teil, ferner wurde das Reichssportfeld besichtigt, schließlich aber fand man sich bei einem Kameradschaftsabend im Beisein des Reichsministers Rust. Zuverlcssigkeiisfahri rund um Hessen. Nach dem überaus guten Verlauf der Vogelsberg-Geländefahrt im Oktober vorigen Jahres, die der Deutsche Automobilklub, Gau 3, Hessen, gemeinsam mit dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps, Motorbrigade Hessen, veranstaltete und die an Fahrer und Maschinen außergewöhnliche Ansprüche an Mut und Geschicklichkeit stellte, veranstaltet der DDAC., wiederum in Verbindung mit der Motorbrigade Hessen, am 23. und 24. Febr. eine Winternachtfahrt, verbunden mit einer Bergprüfung und Zuoerlässigkeitsfahrt rund um Hessen. Auch diese Veranstaltung hat den Zweck, für den Motorsport und die Motorisierung überhaupt zu werben, die Sportbegeisterung der Vielheit zu wecken und den Einsatzwillen der beteiligten Kraftfahrer zu stählen. Der Start erfolgt am 23. Febr. 1935 an der Festhalle in Frankfurt a. M.; Ziel ist ebenfalls Frankfurt a. M. Die Strecke führt rund um Hessen und wird in zwei Etappen gefahren. Die Streckenführung selbst ist noch nicht bekannt; sie wird bei der Abnahme der Fahrzeuge, also etwa vier Stunden vor dem Start, bekanntgegeben. Gemeldet werden können Motorradmannschaften und Wagenmannschaften, die den Vorteil der gegenseitigen Hilfeleistung auf der Strecke haben. Die Fahrzeuge müssen von einer Art, brauchen aber nicht von gleicher Type zu sein. Die Wertung erfolgt nach Punkten innerhalb der einzelnen Wertungsgruppen. Dabei wird jeder Teilnehmer einzeln gewertet, auch diejenigen der Mannschaften. Die Mannschaften werden außerdem für sich besonders gewertet. Im Zuge der Zuoerlässigkeitsfahrt wird auf einer Bergstrecke eine Bergprüfung durchgeführt, deren Ergebnisse besonders gewertet werden. Für die Zuverlässigkeitsfahrt werden für die einzelnen Klassen Durchschnitte festgelegt, die sich je nach den herrschenden Witterungsverhältnissen richten werden. Gestartet werden Solo-Krafträder, Krafträder mit Beiwagen und Kraftwagen. Bei dem zunehmenden Interesse für derartige motorsportliche Veranstaltungen und dem außerordentlich guten Erfolg, der bisher die Veranstaltungen des DDAC. Hessen krönte, kann schon jetzt mit einer starken Teilnehmerzahl gerechnet werden. Wir werden auf die Veranstaltung noch näher zurückkommen. „Oxford-Cambridge-Rennen" auf dem Main. Aus zuverlässiger Quelle aus Bonn erfahren wir, daß die Verhandlungen mit dem Frankfurter Universitäts-Institut für Leibesübungen soweit gediehen sind, daß, ähnlich dem bekannten Oxford- Cambridge-Rennen, schon in der ersten Junihälfte auf der neuen Rennstrecke bei Griesheim der Hochschul-Achter zwischen den Universitäten Frankfurt und Bonn ausgetragen wird. Bekanntlich hat der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt a. M. einen Wanderpreis für dieses Rennen gestiftet, der nach der bekannten Oxforder Art dem jeweiligen Sieger ohne Befristung zugeteilt wird. Durch dieses Frankfurter Rennen wird der deutsche Hochschul-Rudersport eine ganz besondere Note erhalten. Handball der Zugendmannschasten im Kreis Lahn-Dill. StaffelI. Spiele Gew. Unentsch. Derl. Pkte. Niedergirmes 5 5 0 0 10:0 Münchholzhausen 6 4 0 2 8:4 Garbenheim 6 1 0 5 2:10 Atzbach 5 Sta 0 ffel 0 5 II. 0:10 Spiele Gew. Unentsch. Verl. Pkte. Mtv. Gießen 6 6 0 0 12:0 Tv. Lang-Göns 6 4 0 2 8:4 Tv. Grüningen 6 2 0 4 4:8 Tv. Krofdorf 6 Meister: Mtv. Gießen. 0 0 6 0:12 Vinie« ffeben. rvoriung beim Tut alles, den Weg sr beruf und ! habt Ihr sc (inqe und W Kei vom 18- dis nahmeberechtiq lichen >qarb (soweit Aeltere Lehrausbildnnc berechtigt). Mi ?!e fei JJ® ist ein .Ärina", j Jom rAiacozzo . Wnenauto Jos mit einer mometern au ^dessen br. °nders nach T2ie Ja flS S *r(ei S S* »eni itzs SH. ^iniltoP'qie ober lb ‘ Nie eMenS?ebe°f Im Reichsgc 6. Februar 1 zum Emkomm lich als erste b weiterer Durc Die 1. Durch liche Zweifels kommensteuer fchlustreicher Veranlagung; einer Woche einen erhebli Für den L Bestimmunge Bedeutung. R ffiirtfdjafi aud) ein non yßirtfäaftsjaljr erkannt worben Landessinanzäir triebsarten und und Forstwirte! ner usw. rechn zwölfmonatliche Massen. Wicht Wirtschaft- gelassen werde, deren Gestaltur gestellt ist, da unter den ner kommensteuerc öffnungsb Werte gebunl schristen des Mellte Endb *dPttrt » uns „1 i* c«" ' d-n ? laintnenf“ M w« 57, m e n f 4c n 3di wende hie Dalle M ä 3«gel w* Denf« Danksagung. Georg Hebstreit Die trauernden Hinterbliebenen. Für die zahlreichen Beileidskundgebungen, die uns bei dem so schmerzlichen Verlust unseres teuren Entschlafenen durch Wort, Schrift, Kranzspenden und ehrendes Geleit entgegengebracht worden sind, sprechen wir allen Beteiligten unseren herzlichsten Dank aus. Gießen, den 12. Februar 1935. enbete 7:5 für Pohl-Göns. Das Spiel der zweiten Garnituren ist offen. Die Gäste spielen eine Klasse höher. Beginn der FIS -Rennen in der Hohen Tatra. Deutschland im Staffellauf Vierter. Am Mittwoch begannen bei herrlichem Wetter und 12 Grad Kälte die Jubiläums-Rennen des Internationalen Ski-Verbandes in dem kleinen tschechischen Ort Tatra-Lomnitz in der Hohen Tatra. Als erste Konkurrenz wurde der 4X10-Kilometer- Staffellauf, an dem sich zwölf Mannschaften beteiligten, ausgetragen. Die Strecke setzte sich aus zwei Schleifen zu je 10 Kilometer zusammen. Die Finnen setzten sich gleich zu Beginn an die Spitze, die sie dann bis ins Ziel hinein halten konnten. In der deutschen Mannschaft fehlte Zeller, für den M. Wörndle als Ersatzmann eingesprungen war. Wörndle siel schon bald auf den letzten Platz zurück, konnte aber an Leupold die Flagge als Achter übergeben. Der Schlesier lief ein ganz großes Rennen und brachte Deutschland auf den fünften Platz. Dann übernahm Motz die Flagge, überholte den vor ihm liegenden Tschechen und kam als Vierter am Wechsel ein. Der deutsche Schlußmann Bogner konnte den vierten Platz bis ins Ziel sicher halten. In der Spitzengruppe hatte sich nichts geändert, die Finnen führten den ganzen Weg über vor den Norwegern und Schweden. Trotz des einen Ersatzmannes schnitt die deutsche Mannschaft ganz ausgezeichnet ab, waren sie doch hinter den drei skandinavischen Ländern die beste mitteleuropäische Nation. Mit Zeller im Rennen wäre Deutschland vielleicht sogar noch auf den dritten Platz gekommen. Kurze Sportnotizen. Die Skimeister der deutschen Gaue stehen nach Abschluß aller Titelkämpfe nunmehr fest. Gaumeister wurden: Loos-Königsberg (Ostpreußen), Lehmann- Berlin (Nord), G. Adolph- Schreiberhau (Schlesien), W. Glaß-Klingenthal (Sachsen), E. Recknagel-Oberschönau (Thüringen), Raben st ein - Braunlage (Harz), Steinhaufen- Neuastenberg (West), E. Schleicher- Gersfeld (Südwest-Nordhessen), R. M o r a t h - Schluchsee (Schwarzwald und Schwaben), G. Wehrmann - Hof (Franken). H. Wimmer- Eisenstein (Bayernwald), F. Wagner-Oberstaufen (Allgäu), Willy Bogner- München (Bayern). Aus vierzehn Verbänden wurden zu den FIS-Rennen in der Hohen Tatra vom 13. bis 18. Februar 756 Einzel- und 13 Staffelmeldungen abgegeben. Beteiligt sind Deutschland, Norwegen, Schweden, Finnland, Italien, Polen, Ungarn, Lettland, Frankreich, Oesterreich, Jugoslawien, die Schweiz und die veranstaltende Tschechoslowakei, die durch den Tschechoslowakischen Skioerband und den Hauptverband Deutscher Wintersportvereine in der Tschechei vertreten wird. Die deutschen Interessen werden durch Leupold, M. Wörndle, Zeller, Stoll, Meinel, Dietl, Haselberger, Motz und Bogner vertreten. Beim „K i l o m e t e r«1 a n c e" in St. Moritz blieben die 17 Teilnehmer hinter den Zeiten der früheren Jahre zurück. In der Klasse der Läufer mit Spezialausrüstungen erreichte der Oesterreicher Lucke einen Stundendurchschnitt von 113 Kilometer, in der Klasse Sprung- und Tourenski kam der Schweizer Gertsch auf 115,8 Kilometer. Korpsführer Hühnlein besichtigte die stark umgebaute Strecke des Eilenriederennens und gab vorbehaltlich einiger noch vorzunehrnender Arbeiten seine grundsätzliche Zustimmung zur Abhaltung des Rennens am 7. April. Schmeling besiegte Camera, allerdings nicht im Ring, sondern vor einem Neuyorker Gericht, wo Carnera eine Schadenersatzklage wegen angeblicher Nichterfüllung eines Kontraktes eingebracht hatte. Nach genauer Prüfung wies das Gericht die Klage Carneras, der 315 000 Mark forderte, ab und verurteilte ihn zur Tragung der Kosten. Neue Heber-Rennwagen befinden sich in Italien im Bau. Sie sollen dazu beitragen, die Hoffnungen des italienischen Regierungschefs, die absoluten Geschwindigkeitsweltrekorde zu Wasser, zu Lande und in der Luft in italienischen Be- sitz zu bringen, zu erfüllen. Dem gleichen Zweck dient auch der Bau eines neuen Motorboots, während der Luftrekord sich schon in italienischem Besitz befindet. Briefkasten der Redaktion. £. 7N. Arbeits- und Dienstlohn für geleistete Arbeiten ist, wenn die zu vergütenden Leistungen die Erwerbstätigkeit des Schuldners vollständig oder zu einem wesentlichen Teil in Anspruch nehmen, bei Auszahlung für Monate oder Bruchteile von Monaten bis zum Betrag von 150 Mark monatlich, bei Auszahlung für Wochen bis zu einem Betrage von 35 Mark wöchentlich, bei Auszahlung für Tage bis zum Betrage von 5,80 Mark täglich, und soweit er diese Beträge übersteigt, bis zu einem Drittel des Mehrbetrags der Pfändung nicht unterworfen. Hat der Schuldner feinem Ehegatten, einem früheren Ehegatten, einem Verwandten oder einem unehelichen Kinde Unterhalt zu gewähren, so erhöht sich der unpfändbare Teil des Mehrbetrags um jede Person, der Unterhalt gewährt wird, um je ein Sechstel, höchstens jedoch auf zwei Drittel des Mehrbetrags. Wetterbericht des Reichswelterdienstes, Ausgabeort Frankfurt. Während im Balkangebiet noch außerordentlich strenge Kälte (Jugoslawien bis zu —30 Grad Celsius) herrscht, sind bei uns jetzt auch die Mittelgebirge vom Tauwetter und Regen ersaßt. Außerordentlich große Regenmengen sind in den Westalpen niedergegangen und greifen von dort aus weiter um sich, so daß für diese Gebiete Hochwassergefahr besteht. Bei uns wird in einem breiten von Westen heranrückenden Luftdrucksteiggebiet vorübergehend eine Niederschlagsberuhigung eintreten. Aussichten für Freitag: Veränderlich Bewölkung mit zeitweiliger Aufheiterung und noch vereinzelte Niederschlagsschauer, bei lebhaften westlichen Winden mild. Aussichten für Samstag: Voraussichtlich wieder zunehmende Niederschlagsneigung. Lufttemperaturen am 13. Februar: mittags 3,8 Grad Celsius, abends 2,7 Grad; am 14. Februar: morgens 4,5 Grad. Maximum 4,7 Grad, Minimum 1,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Februar: abends t—0,3 Grad; am 14. Februar: morgens —0,1 Grad. — Niederschläge 3,4 mm. Wintersport. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —0 Grad, 50 cm Gesamtschnee, Pappschnee, Ski und Rodel mäßig. Vogelsberg. Hoherodskopf: Nebel, — 1 Grad, 55 cm Gesamtschneehöhe, Pappschnee, Ski und Rodel mäßig. Schwarzwald. Feldberg: Schneefall, — 1 Grad, 185 cm Gesamtschneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pappschnee, Ski und Rodel gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Regen, 4- 1 Grad, 27 cm Gesamtschneehöhe, Ski und Rodel gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. I. 35: 12 195. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitats-Buch- und Stemdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Heuchelheim, Nienburg a.d. Weser, den 13. Februar 1935. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 15. Februar, nachmittags 2 Uhr statt. 0570 Die trauernden Hinterbliebenen: Christian Lenz Familie Aug. Lenz Familie Ludwig Kröck. Gestern mittag ist meine liebe Frau, meine gute Mutter und Schwester, unsere Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Katharine Lenz, geb. Jung im 76. Lebensjahre in die Ewigkeit abgerufen worden. 858 D Nachlasse vonZbls 20 v. S. erhalten Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Anzeige Vermietungen 2 Zimmer mit Küche in gutem Hause zu vermieten. Schr.Angeb.unt. 867V a. d. G.A. Hübsche,einfache 3-Zimmer- Wohnung mit Mansarde zu mieten gesucht. Schr.Angeb.unt 862V a. d. G.A Möbl. Zimmer für 10-12 RM. zu miet, gesucht. Schr.Angeb.unt. 0575 an d. G. A. Verschiedenes [ Brühl'sche Druckerei, Schulstraße 7a Anruf 2251 u.al.läsl.Haarew nurd dievonmn angew.einz.nch Meth. uni. Gar imm.mitd.Wurz. 'chmerzl.entfernt Frau B. Gulden. 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Für Sextanerin wird zur SeausMtigung der Schularbeit. Abiturientin od. Junglehrerin gesucht. Schr.Ang. unt.871D an den Gießen. Anzeig. IM.- zur Auszahlung einer Erbschaft gegen Hypothek. 'Licherh. gesucht. Schr.Angeb.unt. 0578 an b. G. A. stflöttoefltet Gießen. 7soD Freit., 15. Febr., 20 b. 22.30 Uhr: 19.Freit.-Abonn. Gewöhnt. Preise Die Hosen des Herrn v.Bredotv Komödienspiel in 3 Akten von Paul Beyer. Wieseck, den 13. Februar 1935. Illllllllllllllllllllllilli; Damen unö Herren können in allen Orten ihr Einkomm. erhöhen. Alter gleich. Eilofferten unter 0576 a. d. G. A. Illlllllllllllllllllllllllllll MeineAnzeigen im Gießener Anzeiger werden von Tauienden beachtet und geleien. Das Unteroff.- Korvs d. Standortes Gießen hat die Ortsgruppe zu seiner Abendunterhaltung am 16. 2. 35 in der LiebigShöhe eingeladen. Beginn 20Uhr. Ich bitte alle dienstfreien Kameraden, sich mit Familie an diesem Gemeinschaftsabend zu beteiligen. Nächster Kameradschaftsabend am Mittwoch, d. 20.2.35 i. Unteroffiziers - Heim, Kaserne II. R65d Ter Orts- gruvvenfiibrer. Für die überaus zahlreichen Glückwünsche zu unserer eisernen Hochzeit sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus Konrad Loh und Frau Klein-Linden 869 D ■ffFiletsKEj I Pfd. von 40an | IflGr.HeringeE nrnfie 2 Pfd. 60^ große, 3 Pfd. 50^ mittel, 3 Pfd. 65^ Fischhaus Cuxhaven Marktstraße 23 Teleph.2417. QViA iff Fischei Seelachs o. K. Goldbarsch o.K. Schellfisch o.K. Kabeljau o.K. Silberlachs o.K. Schollen Limandes Tarbutt Heilbutt Nordsee-Schellf. Portions-Schellf. Mietgesuche Stellenangebote! Nr. 38 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesien) Donnerstag, K Februar M5 Stellt Lehrlinge ein! An alle Betriebsführer der Industrie, des Handels, Handwerks und Gewerbes. Am 1. April 1935 verläßt eine hoffnungsfrohe deutsche Jugend die Schule. Jahrelang hat ein falsches Denken in der Vergangenheit den jungen Kräften des Volkes den Weg zum Lebensberuf versperrt. Dadurch entstand jene gewaltige Lücke, die uns auf wirtschaftlichem Gebiet des Nachwuchses an Fachkräften beraubte. Es ist notwendig, diese Lücke zu schließen. Dies kann nur erfolgen durch den Zusammenschluß und das Zusammenfassen aller Kräfte. Es kann aber auch nur zu einem vollen Erfolg und zur Ueberbrückung führen, wenn der Letzte den ehrlichen Willen hat, alles zu tun, um jungen Menschen eine Lehrstätte zu geben. Ich wende mich deshalb an alle die Menschen, die auf bevorzugter Warte im Wirtschaftsleben stehen. Ihnen rufe ich zu: Seid euch der Verantwortung bewußt, die auf eure Schultern gelegt istl Tut alles, um der deutschen Jugend den Weg frei zu machen zum Lebensberuf und gebt damit Raum der Möglichkeit, durch gesunden Nachwuchs die aussterbenden Fachkräfte zu verjüngen! Stellt an Ostern 1 935 Lehrlinge ein! Gebt der deutschen Jugend die Lehr- und Ausbildungsplätze, deren sie bedarf! Tragt mit dazu bei. daß der letzte deutsche Junge eine Stelle zur Aus- bildung erhält! Vetriebsführer des Rhein- undMain- Gebiets, ihr habt vieles getan! Ihr werdet auch hier als ehrenamtliche Am ts waller der Deutschen Arbeitsfront an er ft er Stelle stehen! (gez.) Sprenger Gauleiter. (gez.) Becker Landesobmann der NSVO.. Vezirkswalter der DAF. Betriebsführer! Handwerksmeister! Habt Ihr schon veranlaßt, daß sich Eure Lehrlinge ur»b Junggehilfen zum Reichsberufswettkampf vom 18. bis 23 März angemeldet haben? Teilnahmeberechtigt sind alle 15- bis 18jährigen männlichen Jungarbeiter, mithin -Jahrgang 1917 bis 1920 (soweit Aeltere noch in einer örtlichen ordentlichen Lehrausbildung stehen, sind sie gleichfalls teilnahmeberechtigt). Alle 15 bis 21jähr. männl. Kaufmanns-, Büro- und Technikerlehrlinge, mithin Jahrgang 1914 bis 1920. Alle 15 bis 21jährigen Mädels, mithin Jahrgang 1914 bis 1920. Alle männlichen und weiblichen Studierenden an Fachschulen ohne Alters- begrenzung. Keiner fehle! Die Anmeldung eilt! Meldeschluß am 2 8. Februar! Anmeldeformulare durch die Berufsschulen und die Jugendwalter der Deutschen Arbeitsfront. die Präsidenten der Landesfinanzämter ermächtigt worden, für Betriebe des Garten-, Ob ft - und Gemüsebaues und der Weidewirtschaft die Fälligkeitstage für die Vorauszahlungen und die Verteilung der Vorauszahlungen anders zu regeln, als es im Gesetz bestimmt ist. Der V e r l u st v o r t r a g ist im neuen Einkommensteuergesetz bekanntlich abgeschafft worden; um Härten zu vermeiden, ist jedoch bestimmt, daß buchführende Land- und Forstwirte bei der Veran-. lagung für 1933/34 die in den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren entstandenen Verluste absetzen können, jedoch nur bis zur Hälfte des im Wirtschaftsjahr 1933/34 erzielten Gewinnes. Ein Llhu-pärchen in Gießen. F I- *•' U - 1 r • * ' ,,-e 4 ■ * * s\ Landwirtschaft und Einkommensteuer. Von Dr. Adermann, Reichsnährstand. Im Reichsgesetzblatt (I, S. 153) ist unter dem 6. Februar 1935 eine Durchführungsverordnung zum Einkommensteuergesetz erschienen, die ausdrücklich als erste bezeichnet wird, so daß mit dem Erlaß weiterer Durchführungsbestimmungen zu rechnen ist. Die 1. Durchführungsverordnung klärt nicht sämtliche Zweifelsfragen, die bezüglich des neuen Einkommensteuergesetzes bisher entstanden sind. Aufschlußreicher wird in dieser Beziehung wohl der Veranlagungserlaß sein, der voraussichtlich etwa in einer Woche erscheinen und dem Vernehmen nach einen erheblichen Umfang besitzen wird. Für den Landwirt sind insbesondere die folgenden Bestimmungen der 1. Durchführungsverordnung von Bedeutung. Neben dem landwirtschaftlichen Wirtschaftsjahr vom 1. Juli bis 30. Juni ist auch ein von dem 1. Mai bis 30. April laufendes Wirtschaftsjahr für Weidewirtf ch a f t e n anerkannt worden. Außerdem find die Präsidenten der Landesfinanzämter ermächtigt, für bestimmte Betriebsarten und für bestimmte Gebiete bei Land- und Forstwirten, wozu selbstverständlich auch Gärtner usw. rechnen, im Bedarfsfälle einen anderen zwölfmonatlichen Zeitraum als Wirtschaftsjahr zuzulassen. Wichtig ist, daß ein abweichendes Wirtschaftsjahr auch im E i n z e l f a l l e zugelassen werden kann, wenn dies nach der besonderen Gestaltung des Betriebes erforderlich ist. Klargestellt ist, daß der buchführende Landwirt auch unter den neuen Bewertungsoorschriften des Einkommensteuergesetzes von 1934 an die in die Eröffnungsbilanz von 1925 eingesetzten Werte gebunden ist, weil die auf Grund der Vorschriften des Einkommensteuergesetzes 1925 aufgestellte Endbilanz für 1932/33 als Eröffnungsbilanz für das Jahr 1933/34 gilt, das bereits unter die Vorschriften des Einkommensteuergetzes 1934 fällt. Wichtig ist, daß die vorläufige Verordnung über die Ordnungsmäßigkeit der landwirtschaftlichen Buchführung vom 5. September 1925 bis auf weiteres anzuwenden ist Nachdem bereits in der Begründung zum neuen Einkommensteuergesetz klargestellt wurde, daß bei der Anwendung der neuen Vorschriften über die Besteuerung des Gewinns aus der Veräußerung eines landwirtschaftlichen Betriebes der Grund und Boden wie bisher außer Ansatz zu bleiben hat, bestimmt die Durchführungsverordnung, daß der hiernach verbleibende Restgewinn bis zum 1. Januar 1938 zur Einkommensteuer nur heranzuziehen sei, wenn der Betrieb oder Teilbetrieb nach dem 31. Dezember 1924 entgeltlich erworben worden ist, oder mit dem Betrieb oder Teilbetrieb unverhältnismäßig große Mengen schlagreifen Holzes oder anderer zur Fortführung des Betriebes nicht notwendigen Wirtschaftsgüter veräußert werden. Uebernommen in die Durchführungsverordnung ist auch die Vorfchrift aus der Verordnung zum Ausgleich besonderer Härten bei der Besteuerung des Einkommens aus Land- und Forstwirtschaft vom 16. November 1933, wonach bei aus- setzenden forstwirtschaftlichen Betrieben bis zu 150 ha zur Abgeltung aller Betriebsausgaben, die bei außerordentlicher Waldnutzung entstehen, 40 v. H. der Betriebseinnahmen abgezogen werden können. Abweichend von denen des Landwirts sind für Forstwirte die Einkommensteuer - Vorauszahlungsfristen auf den 10. März, 10. Juni, 10. Sept, und 10. Dezember festgesetzt worden. Außerdem sind Winterfahrt in die Abruzzen. Von A Oehio, Vom. Es ist ein bequemes und rasches Gefährt, diese „Littorina", die uns in anderthalb Stunden von Rom nach dem historischen Abruzzenstädtchen Tagliacozzo bringt. Ein von der Fiat erbautes Schienenauto mit je einem Motor vorn und hinten, das mit einer Geschwindigkeit bis zu 130 Stundenkilometern auf den Eisenbahnschienen fährt, und aus dessen breiten Fenstern man die Aussicht, besonders nach vorn und hinten, ausgiebig gemeßen kann Die „Littorina" ist in Oberitalien seit einigen Jahren befannt, aber in Rom ist sie erstmalig im Dienste des Wintersports ahf ber Linie Rom- Abruzzen eingestellt worden. Die vierzig rotbe- plüschten Polstersitze sind von jungen* Romern beiderlei Geschlechts in schicken Sportkostümen eingenommen. Wintersport ist nämlich m Italien hohe Mode, und in den römischen Schaufenstern steht man nicht weniger Skier, Skistiefel und Fausthandschuhe ausgestellt als in Partenkirchen. Der Angehörige der „Aristocrazia" oder wer es sich sonst leisten 'kann, fährt in die Dolomiten oder nach dem ultramodernen Sestrieres bei Turm mit seinen wolkenkratzerähnlichen Sporthotels. Die Zeitungen bringen eine Photographie von Mußolmis dreijährigem Enkelsohn Fabrizio Ciano, der als Pionier des Wintersports in vollem Sportdreß in®onma d'Ampezzo zu sehen ist; der gewöhnliche Sterbliche, der sich das nicht leisten kann, fährt über das Wochenende in die benachbarten Abruzzen, deren fnsch- beschneite Bergkette in sonnigen Wintertagen zum Palatin und Kapitol herübergrüßen. Zahlreiche „Schneezüge" bringen den unternehmungslustigen „Dopolavoristen" am Samstag und Sonntag zu stark ermäßigtem Fahrpreis nach dem Monte Ter- minillo bei Rieti, nach Tagliacozzo und Roccaraso, oder AL-'iila, von wo aus man mit der neuerbauten Drahtseilbahn in das Massiv des Gran Sasso d’Italia gelangen kann. Hier findet sich aus dem 2000 Meter höhen Campo Imperators ein vortreffliches, ausgedehntes Skigelände. Der Skisport wird von allen faschistischen Sportoerbänden energisch geordert, besonders in der Erwägung, daß Italien zur Verteidigung seiner Alpengrenze schnee- und ge- oirgsgewohnte Männer braucht. Schnee gibt es m diesem Winter auch im Appenin nicht zu knapp! Wie die beflügelte Sehnsucht nach Schnee und Winterkälte fegt die schlanke Littorina um die große Kurve der Bahnlinie, die aus der römischen Campagna nach Tivoli hinaufführt. Vorbei an der neuen Fliegersiedlung „Guidonia" mit ihren Versuchsanlagen und ihrem weiten Flughafen. Die schneelose Campagna flimmert in den Perlmuttertönen eines sonnigen italienischen Wintertages. Durch silbrige Olivenhaine windet sich die Bahn nach Tivoli hinauf. Ein Blick auf die stäubenden Kaskaden mit ihrer winterlichen Wasserfülle, und weiter am Anio entlang. Bald sehen wir den ersten Schnee, von der Sonne zerfressen, wie bei uns im Frühling. Malerische Bergnester, vom trotzigen Adelsschloß überragt, dann der fast fünf Kilometer lange Tunnel durch den Monte Bove. Wie ein Heller Nadelstich blitzt der Ausgang des Tunnels vor uns, der rasch anwächst, bis er uns aus dem Bauch des Berges in die blendend Helle Winterlandschaft entläßt. Gleich darauf sind wir am Ziele Tagliacozzo an- gelangt. Das war derselbe Weg, den Konradin von Schwaben mit den Seinen in den Tagen zwischen dem 10. und dem 22. August 1268 bei glühender Hitze zurücklegte, das junge Herz voll stolzer Hoffnungen. In diesem weiten Hochtal, etwa sechs Meilen von Städtchen Tagliocozzo entfernt, trat fein Heer aus etwa 10 000 tapferen und treuen Deutschen, Italienern und Spaniern den Südprooen?alen Karls von Anjou entgegen, den Verbündeten des Papstes Clemens IV., der auf den blonden Hoheystaufenfproß die Worte gemünzt hatte: „Aus dem Stamm des Drachen ist ein giftiger Basilisk entsprossen!" An jenem August- taae 1268 trat der Name Tagliacozzo in die Geschichte ein, um einen ihrer größten Wendepunkte zu bezeichnen ... Auch heute ist das Schlachtfeld von Tagliacozzo mit Leichen besät, aber es sind bunt- gescheckte zappelnde Skileichen, die am schneeigen Nordhang ihre Anfängerkünste probieren. Im Bewußtsein unserer Ueberlegenheik überlassen wir sie ihrem Schicksal, um das steil sich auftürmenbe Bergnest Tagliacozzo zu besichtigen. Die engen, bunflen Straßen schließen bas Sonnenlicht aus, bie Mauern finb Fels vom trotzigen Fels, auf bem sie sich erheben. Nur am Marktplatz mit seinem plätschernden Brunnen steht ein kleiner Palazzo Ducale in leichter venezianischer Gotik. Weiter hinaus: Hühner, Esel, großäugige Kinber, Frauen, bie ein sonniges Plätzchen aufgesucht haben, ein Ochse mit schön geschwungenen Hörnern, ber unter ber Dachtraufe steht unb sich vom Schmelzwasser berieseln läßt. Daneben, im Schatten, wachsen Eiszapfen wie zu Hause. Elenb unb Bebürftigkeit ober Bebürfnislosigkeit, jene mit Gleichmut ertragene Miseria, bie es nicht anbers kennt. , , Enblich finb wir oben. Hier ist ber Schnee rem unb winterlich, bie Luft klar unb frostig. Unter uns liegen stufenförmig bie schneebebeckten Dächer des Der bekannte Vogelforscher Dr. Karl Rudolf Fischer vom Forstzoologischen Institut ber Universität Gießen, ber im Verlaufe ber letzten Jahre mit vollem Erfolg bie Wieberansieblung bes Uhus im Vogelsberg burch Aussetzung von Uhus in ben Walbungen des Grasen zu Solms-Laubach burch- geführt hat, ist jetzt babei, biefe Wiebereinbürgerung bes seltenen Raubvogels in unserer engeren Heimat weiter auszubauen. Zu biesem Zwecke sind — wie Dr. Fischer kürzlich im Gießener Anzeiger berichtete — weitere Ankäufe von Uhus aus der freien Wildbahn in Rumänien vorgenommen worden, von denen ein Uhu-Pärchen nunmehr im Forst- Institut in der Braugasfe eingetroffen ist. Die seltenen Tiere, die wir nach einer eigenen photographischen Aufnahme hier im Bilde zeigen, werden am heutigen Donnerstagnachmittag ab 5 Uhr im Forstinstitut zu sehen sein. (Die Mitglieder des Reichsbundes Volkstum unb Heimat seien in diesem Zusammenhang auf die heutige Bekanntmachung ihrer Ortsringleitung aufmerksam gemacht.) Selbstverständlich haben auch alle übrigen Volksgenossen freien Zutritt. Dr. Fischer wird den Besuchern am heutigen Nachmittag interessante 2luftlärungen über die weiteren Pläne zur Wiebereinbürgerung bes Uhus im Vogelsberg geben. Aus der vroviuzialhaupisiadt. Der Krüppel. Wer kennt ihn nicht, ben aus bem schwimmenben Fett heraus gebackenen leckeren Burschen, kugelig, wohl gebräunt, mit weißer ßeibbinbe, Zucker überstreut unb mit köstlicher Fülle, ben wir an Silvester mit Freuben begrüßen unb von bem wir mit bem Aschermittwoch nur ungern Abschieb nehmen! Er ist vornehmen Geschlechts, benn er führt feinen Stammbaum bis in's 15. Jcchrhunbert zurück. Die Fastnachtsspiele bieser Zeit erwähnen seiner unb ein altes Kochbuch „von guoter spise" gibt mehrere Rezepte für feine Zubereitung an, so zum Beispiel: so bu milt einen oastenkrapfen machen: rib käse, menge ben mit eiern unb scharbe gesotten spec bar zu, mache einen schoenen berben teic unb fülle ben kese unb bie eier barin, unb mache krepfelin (aus bem teige) unb backe sie in butern ober in smalze ... unb gib sie warm hin". Das Kochbuch führt auch noch anbere kunstvoll zubereitete Füllungen an, aus Aepseln, Nüssen, Weinbeeren, Manbelmilch, gehacktem Fleisch, ja sogar aus Hechtbärmen. malerischen Bergnestes, unb vor uns erhebt sich, wie aus bem Fels gewachsen, ein uraltes Kirchlein, bas uns an bie historische Bebeutung bes Ortes erinnert. Auf einer Marmorplatte an seiner Mauer lesen wir bie Worte aus Dantes „Inferno", bie sich auf Tagliacozzo beziehen: „Wo gesiegt ohne Waffen ber alte Alarbo". „II vecchio Alardo“ war der Überlieferung nach der alte Ritter Erard de Valery, der auf dem Heimweg aus dem Heiligen Lande wie ein gottgefanbter Retter zu bem Heer des Karl von Anjou stieß. Er war es, der dem Anjou zu der List riet, durch die es ihm gelang, die überlegenen, schon siegesgewissen Truppen Konradins in einen Hinterhalt zu locken und zu schlagen ... Hinter dem Kirchlein ragen steil abfallende Felsen wie eine natürliche Festung auf. Sie sind gefrönt von den Ruinen des Caste! Vecchio, in bem am Abenb nach verlorener Schlacht Konradin und die Seinen Zuflucht suchten. Nie mehr sollte er den Ruf: „Hoch König Konrad der Fünfte" hören, mit dem ihn sein Freund Friedrich von Oesterreich und seine Truppen am Morgen des Tages begrüßt hatten. Von hier aus sollte er am nächsten Morgen seine verzweifelte Flucht beginnen, die ihn in Torre Asturra dem Verrat in die Arme führte. Die Töne einer Hirtenflöte bringen melancholisch aus bem alten Gemäuer hervor. Von seinen grauen Schafen umringt steigt ein Hirt aus ben Felsen zum heimischen Stall hinab. Die Sonne sinkt hinter einen Berg, und lange Schatten legen sich über die weiträumige Gebirgslandschaft vor uns. Nur der Monte Velino in seinem reinen Schneekleid leuchtet noch lange, golden zuerst, rosenrot dann und verlischt.Es wird kalt, und der Schnee knirscht unter unseren Füßen wie im Norden. Wir suchen eine ländliche Osteria auf, wo im eisernen Ofen Olivenknorpel knacken. Bei einem Glase Vinello reden zwei Abruzzenbauern lebhaft über ihre Familienangelegenheiten Sie stammen aus einem abgelegenen Bergnest vier Wegstunden talaufwärts. Der Alte mit seinem verwegenen Filzhut, den in die Schläfen gebürsteten Haaren und dem kühn um bie Schultern geworfenen Umhang von ber Farbe bes Walbes erinnert an ben Rinaldo Rinaldini unserer Kindertage, seine Augen funkeln so wild und frei. Er grüßt uns mit fürstlicher Miene. Der Junge hat sich schon in ber Mühle bes heutigen Betriebes abgeschliffen, er ist einer von ben Dielen. Aber ber Alte, ber hat vielleicht noch Kon- rabin unb seine Palabine gekannt. Aus ber Schweiz wirb bereits aus bem Jahr 1416 erzählt, baß bie Konventbrüber zu Fastnacht herum gingen, um „Chräpfli" auszuteilen. Ueber- haupt hatten namentlich bie Geistlichen bie Pflicht bes Krapfenverschenkens. So wirb (roieber aus ber Schweiz) im Jahre 1775 berichte^: „Vor Altem hat ein Pfarrer bei St. Peter alle Escher(Afcher)mitt- wochen ben Metzgern (als Gegengeschenk) 101 Fast- nachtsküchli in einer Schüssel verehren müssen." Doch nicht nur bie Pfarrer waren zu solchen Abgaben verpflichtet, im Jahre 1543 finbert wir vermerkt: „Mit Mißfallen hat man in bes Lanbvogts Rechnung ersehen, wie große Kosten ben Obern an Fastnächten mit bem Küchligeben auflaufen und beßnahen beschlossen, baß bie Lanbvögte hierfür nicht mehr als vier Kronen verrechnen bürfen." Auch heute noch spielt in vielen Gegenben bas Krapfenschenken eine große Rolle. In ber Schweiz hat ber Dorfhirt bas Recht, sich in allen Bauernhäusern mit Kräpfli bewirten zu lassen, bie Kinber ziehen mit großen Säcken umher unb sammeln bas Gebäck ein, ber Ortslehrer erhielt früher einen Londoner Zahlen. Ein kleines, statistisches Buch, bas unter bem Titel „London County Council“ in biefen Tagen erschienen ist, gibt über bas Wachstum ber größten Stabt Europas Auskunft, bie auch über Englanb hinaus Beachtung verbient. Jnner-Lonbon, wozu auch bie „City" gehört, zählte im Vorjahre 4,3 Millionen Einwohner, es hat sich somit seit 1901 um 200 000 Menschen verringert, ba es bamals schon 4,5 Millionen zählte. Das geschah auf Kosten Groß-Lonbons, bas eine unheimliche Bevölkerungssteigerung aufzuweisen hat. 1881 zählt es 4,7 Millionen, 1921 über 7,6 Millionen unb heute hat es wahrscheinlich schon bie zehnte Million überschritten, wobei zu beachten ist, baß bie Sterblichkeit in Groß- Lonbon zunimmt. Die verkehrsreichste Straßenkreuzung Lonbons ist ber Hyde Park Corner. Im Jahre 1923 würben bort an einem Junitage 61 454 Autos gezählt, zehn Jahre später waren es 81 857. Mit ber Zunahme bes Verkehrs haben leider auch die Verkehrsunfälle stark zugenommen. 1933 wurden in Groß-London durch Verkehrsunfälle 1441 Menschen getötet und 56 912 verletzt, was eine Zunahme von 100 v. H. in zehn Jahren bedeutet. Merkwürdig ist, daß im Jahre 1933 nur 13 Millionen Telegramme in Groß-London aufgegeben wurden, zehn Jahre zuvor jedoch 20 Millionen. Erklärt wird diese Erscheinung mit der starken Zunahme der Fernsprecher, deren Zahl sich in zehn Jahren verdoppelt hat. Kosteten die Aufwenbungen Groß-Londons für seine Verwaltung im Jahre 1923 nur 25,5 Millionen Pfund, so betrugen sie zehn Jahre darauf schon 36,5 Millionen Pfund. Zeitschriften. — Das zweite Heft des ersten Bandes der Zeitschrift für Deutsche K u l t u r p h i l o s o - phie (Neue Folge des Logos; herausgegeben von Hermann Glöckner, Gießen, und Karl L a r e n z, Kiel; I. C. B. Mohr, Tübingen) enthält Abhandlungen von Bruno Bauch über „Idee und Erscheinung", von Julius Binder über das Thema „Der Jdeealismus als Grundlage der Staatsphilosophie", von Franz Bohm über „Gegenwärtigkeit und Transzendenz der Geschichte", und von Rudolf Craemer über „Geschichtswissenschaft unb politischen Geist". In ben Notizen am Schluß bes oorliegenben Heftes finbet man eingehende Buchbesprechungen aus dem Gebiete der Fachliteratur von Hermann Glöckner und Wilhelm Andreas in Gießen. Tariflöhne durch Vetriebsordnung unabdingbar Sie Llriaubsfahrten Sau Hessen-Naffau 1935 E. B. res- vor „Mei Mutter backt Krapfe Sind um und um brau(n), Sie sperrt mirs in Kaste Un will mir fei lau (lassen); Sie geit mir 'n Brocke zum Henne nei locke. Gückerigiki! Den Brocke freß i? Nachdem Dr. Pfeffer seine Schüler in turne- rHebungen auf der Bühne vorgeführt und alle reichen Beifall geerntet hatten, begann das gemütliche Beisammensein, das vor allem dem Gedankenaustausch zwischen Eltern und Lehrern diente und das Band zwischen Schule und Elternhaus noch ester knüpfte. Die Höhere Privatschule kann mit dem Erfolg des Elternabends und der Kundgebung ür den VDA. sehr zufrieden sein. ** Fahrpreisermäßigung der Reich s- bahn zum Oberhessischen Schäfertag n Lich. Zu dem am 24. Februar in Lich statt- mdenden Oberhessischen Schäfertag gibt die Reichsbahn von allen Fahrkartenausgaben der Strecken Gießen—Gelnhausen, Gießen—Li ' ' Dietzen—Gelnhausen, Gießen—Limburg, Gießen— Alsfeld, Friedberg—Hungen—Mücke, Friedberg- Nidda — Schotten und Herborn —Niederwalgern Sonntagsrückfahrkarten aus. Geltungsdauer Sams- tag 12 Uhr bis Montag 12 Uhr. Fahrpreis ab Gie- Zen für Hm- und Rückfahrt: 2. Kl. 1,30 Mark; 3. Kl. 0,90 Mark. der Tarifordnung hinausgehen und sich dadurch zugunsten des Gefolgsmannes auswirken. Ebenso steht selbstverständlich dem nichts entgegen, daß in einer Betriebsordnung höhere Löhne als in der Tarifordnung enthalten sind. Tariflöhne sind stets Mindestlöhne. Untertarifliche Bezahlungen, wie überhaupt Zuwiderhandlungen gegen eine Tarifordnung, können nicht nur eine durch arbeitsgerichtliche Klage erzwungene Vachzahlung des Tariflohnes zur Folge haben, sondern sie können sowohl nach § 22 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit mit Geld- oder Gefängnisstrafen geahndet werden, als auch ein ehrengerichtliches Verfahren gemäß § 36 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit nach sich ziehen. Es liegt also völlig im eigenen Interesse jedes Betriebsführers, Tarifordnungen aufs genaueste zu beachten und die in ihnen enthaltenen Bestimmungen peinlich einzuhalten. Das Vorlesungsverzeichnis der Universität für das Sommersemester 1935 ist, nach einer Mitteilung des Universitätssekretariats, erschienen und zum Preise von 40 Pf. beim Uni- hat/enat5^eprctariat unb in ben Buchhandlungen zu besonderen Tribut an Krapfen (heute ist er meist durch ein Geldgeschenk abgelöst), die Wirte laden am Fastnachtssonntag ihre Gäste zum Krapfenessen ein. Der Schweizer Bursche, der seinem Mädchen beim Abspinnen die Kunkel hält, empfängt zum Lohn Fastnachtskrapfen, hat er beim Fastnachtstanz dem Schatz den Wein bezahlt, so wird er von ihr für den Abend zum Chräpfli-Essen eingeladen (weshalb auch der nächtliche Besuch des Burschen beim Mädchen um die Fastnachtszeit Krapfeneinziehen genannt wird). Krapfen mit Kirschwasser spielen überhaupt in der Schweiz bei der Bewirtung der Burschen durch die Mädchen eine Hauptrolle. Die Krapfen sind in erster Linie ein Gebäck der Fastnachtszeit, (daher im Rheinland der Fastnachtdienstag vielfach „Kräppeldienstag" heißt), obwohl sie in manchen Gegenden auch zu anderen Gelegenheiten gebacken werden, so in Tirol zum „Kirta" (Kirchweih), in Schwaben zu Drei König, wo sie dann mit den verschiedensten Füllungen' versehen sind, wie Kraut, Schnittlauch, Zwiebeln, gehacktem Fleisch oder Eiern, während die „Fastnachtskräpfle" meist eine Fülle von Aepfeln, Hutzeln, Zwetschen- mus oder Rosinen aufweisen. Der Tiroler Kirchweihkrapfen ist mit Vorliebe mit Honig, Mohn und Kastanien gefüllt. Die Füllungen sind beim Krapfen ja das Wichtigste und ihre Zahl ist Legion: so gibt es außer den bisher genannten noch solche aus gehackten Mandeln, gekochten Birnen, Gewürz, Zieger (Käse, so in der Schweiz), Nüssen, Schokolade, Anis, Kümmel, Mark, Krebsen, Lunge, Kraut, Fruchtgelee. Vielfältig wie die Füllungen des Krapfens sind feine Bezeichnungen, heißt er doch in Westfalen „Berliner Ballen", in Norddeutschland „Berliner Pfannkuchen", in Hessen „Kreppel", in Leipzig „Krebblichen", im Elsaß „Kräpfel", in Schwaben „Krapfe", „Kräpfle", in der Schweiz „Fastnachts-Chräpfli" oder ,,-Chüchli", in Bayern „Faschingskrapfen", in Baden „Faasekichle". Dieses oielnamige Backwerk hat im Mittelalter einen besonderen Beruf heroorgebracht, den des „Krapfenbäckers" (wie denn im Mittelalter überhaupt eine viel größere Spezialisierung der Gewerbe bestanden hat, als heute). Der Krapfen ist in der Regel wohlgenährt und rund — feine längliche, ungefüllte Abart ist entschieden unvornehmer als der „Ballen" — nur in der Schweiz ist er fautenförmig oder dreieckig, mit gezackten Rändern, während die in Mecklenburg seine Stelle vertretenden „Heet- wecken" (heiße Wecken) viereckig sind. Die „Heet- wecken" haben auch eine Füllung und zwar von Butter, Zucker und Gewürz und werden heiß in heißer Milch gegessen; die Burschen verschaffen sie sich dadurch, daß sie die Mädchen mit Ruten schlagen, bis sie sich mit Heetwecken „lösen", die Kinder tun das Gleiche bei der Verwandtschaft. 3U mancherlei Scherz und Scherzsprüchen hat der Krapfen Anlaß gegeben. So schickt der Thüringer einen nicht ganz „Hellen" schon um die Fastnachtszeit dadurch in den April, daß er ihn die „Kräbbelform" holen heißt (die bekanntlich beim Krapfenbacken nicht nötig ist). Andererorts werden Kreppelattrappen hergestellt, mit Salz bestreut und mit Konfetti gefüllt. Eine mittelhochdeutsche Redensart sagt von einem Trinker „ze allen ziten vol als ein Krapfe" Sogar dichterische Verherrlichung hat der Krapfen gefunden, denn im Schwäbischen gibt es ein Krapfenliedlein, das also laufet: folgschaft unter Führung des selbstgewählten Herzogs, her sie in vorbildlicher Tapferkeit und manchmal auch mit einer gewissen Taktik und List (Armin) zum Siege führte. Im zweiten Vortrag gab Frl. deiner (Heuchelheim) eine Charakterisierung der germanischen Frau, wie sie von Tacitus und in den nordischen Sagas dargestellt wird. Die Achtung vor der Frau bei den Germanen wird von Tacitus besonders rühmend hervorgehoben. Beide Vorträge fanden verdienten Beifall. Im Anschluß hieran berichtete Dr. Reidt aus- "h€r d'e Tagung der Amtswalter im RSLB. in Frankfurt, über die Dorfschulveranstal- tung von Dr. Kammer in Dilling en bzw. „Fragen der Landschule" und über die Besprechung der Leiter der Arbeitsgemeinschaften im NSLB' m;t Gauarbeitsleiter Schulrat Schäfer. Milchverkauf ob Hof des Erzeugers. Vom Milchwirtschaftsoerband Hessen wird uns geschrieben: Relchsbund Volkstum und Heimat. Orksring Gießen. Heute nachmittag, 17 Uhr, zeigt Herr Dr. K. R. Fischer im Forstinstitut in der Braugasse einen Transport Uhus, der im Vogelsberg ausgesetzt werden soll. Herr Dr. Fischer wird dabei über die Emburgerungspläne sprechen. Unsere Mitglieder und Gäste werden hierzu eingeladen. Eintritt frei! Samstag, 16. Febr., 20,15 Uhr, treffen wir uns Zu einem heiteren Familienabend im Katholischen Vereinshaus. Der bekannte Heimatdichter Rudolf Dietz kommt zu uns und trägt uns Ernsteres und Heiteres aus eigenen Mundartdichtunqen vor. Unser V o l k s t a n z k r e i s zeigt hessische und andere Volkstänze, und wir alle tanzen mit. Mit- gheöer zahlen 25 Pf., Nichtmitglieder 50 Pf. Eintritt. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Wie wir schon berichteten, findet am kommenden Sonntag, 17. d. M., abends 8 Uhr, im Cafe Leib ein großes karnevalistisches Konzert statt. Es spielt die Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Ernst K r a u ß e. Außerdem gastiert die Truppe „Trautners frohe Kumpanei" aus Frankfurt, a. M. Karten zum Preise von 0,50 RM. sind im Vorverkauf zu haben: Schanzenstraße 18, Zimmer 10, (Tnfe Leib, Walltorstraße 18. Karten an der Abendkasse kosten 0,60 RM. Spende für das Winterhilfswerk. Der ^Bcßirf 2, Gießen, des Reichsverbandes Deut- jcher Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer im NS- fiehrerbunö hat als Ertrag feiner kürzlich durchge- fuhrten Veranstaltung zugunsten des Winterhilfswerkes die ansehnliche Summe von 203,60 Mark an öie hiesige Kasse des Winterhilfswerkes abgeführt. Die vortreffliche Spende verdient alle Anerkennung. Reifeprüfungen an Gießener höheren Schulen. Am Montag wurden im hiesigen Landgraf- nnnbmr1V s.® m n a f i u m unter dem Vorsitz ?SriaJr°t ludert die Reifeprüfungen durchgefuhrt. Der Prüfung unterzogen sich 21 Schü- ler, die sämtlich bestehen konnten. Vier Schüler Qhf - i?rer vorzüglichen Leistungen Ehrend des Schustahres und in der schriftlichen ^"fung vom mündlichen Examen befreit werden Am Dienstag unb am Mittwoch fanden, ebenfalls unter dem Vorsitz von Ministerialrat Gluckert die Reifeprüfungen der beiden Oberprimen des hie- sigen Realgymnasiums statt. Sämtliche 38 Prüflinge, darunter eine Dame, bestanden- sechs 'hven waren auf Grund ihrer guten Leistungen im Schuliahr und in der schriftlichen Prüfung vom mündlichen Examen befreit. In der Oberrealschule und in der Studienanstalt stehen die Reifeprüfungen noch bevor. Gießener Wochenmarklpreise. * Ateß e n, 14. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Matte 25 Pf., Käse, dus Stuck 4 bis 10, Eier (inländische) 12 bis 13, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 8 bis 10 un ujmiia) genauer |ei. l)te|e Angaben find nicht ^Ereffend. Es .ft wohl für bestimmte Gebiete öes Deutschen Reiches im Einvernehmen mit der Datschen milchwirtschaftlichen Vereinigung (Haupt- öeremigung) Berlin durch den Herrn Preiskommissar eine Freistellung für diese Kuhhalter vorgesehen wor- den. Für Hessen und den Regierungsbezirk Wiesbaden ist aber in einer Vereinbarung zwischen dem Herrn Preiskommissar der deutschen milchwirtschaftlichen SfflMFÄ'W ÄS geftattet worden. Es bleibt also die Verordnung des Milchversorgungsverbandes Rhein-Main vom 27 Zull 1934, die den Abhofverkauf gründ- atzlich verdietet und die in bestimmten, nicht ^"„.umgehenden Fällen eine Ausnahme geftattet vollinhaltlich bestehen. Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß der Milchversorgungsverband Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, SS.-Standartenführer Schwarz, erläßt folgende Bekanntmachung: „Mehrer Fälle veranlassen mich, darauf hinzu- weisen, daß durch eine Betriebsordnung niemals Bestimmungen einer gültigen Tarifordnung ausgeschaltet oder umgangen werden können. Wenn beispielsweise die Lohnoerhältnisse eines Gewerbezweiges in einer Tarifordnung einheitlich geregelt find, so wirkt diese Tarifordnung zwingend auf die von ihr erfaßten Arbeitsoerhältnisse und ist auch durch eine Betriebsordnung unabdingbar. Die Bestimmung einer Betriebsordnung, wonach der Belriebsführer im Einverständnis mit dem Dertrauensrat untertarifliche Löhne bezahlen kann, ist deshalb nichtig. Die Tarifordnung hat stets gegenüber der Betriebsordnung eine übergeordnete Bedeutung. Auch Vereinbarungen eines Einzelarbeitsvertrages, die von der Tarifordnung abweichen, sind nur insoweit wirksam, als sie über die Mindestbedingungen Rotkraut 15, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Unterkohlrabi 8 bis 9, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 30, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, der Zentner 3,20 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 18 bis 25 Pf., Honig 40 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 75 bis 90 Pf., Gänse 90, Tauben, dos Stück 60 bis 70, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 20, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35 Pf. Vornotizen. Mcsfalenber f ü r Donnerstag: NSLB. Gießen-Stadt 15.30 Uhr im Singsaal des Realgymnasiums, Bezirksoersammlung der Fach- chaft 2 (Höhere Schule). — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Die Hosen des Herrn von Bredow" (Deutsche Bühne). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: "Zch für dich — du für mich". — Astoria-Lichtspiele: „(Eimarron" — Stickerei- und Spitzen-Werkschau 14 bis 18 Uhr im Turmhaus am Brandplatz. — Oberhessischer Geschichtsverein Gießen: 20.15 Uhr im Hörsal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Lud-' wigstraße 34, Vortrag von Pros. Dr. Frölich über „Steinerne Zeugen mittelalterlichen Rechtslebens, besonders auf hessischem Boden." —' S tadttheater Gießen. Heute abend ge- chlosiene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde, R>ng Deutsche Bühne, mit der Erstaufführung des Komödienspiels „Die Hosen des Herrn von Bredow" von Paul Beyer nach Willibald Alexis' gleichnamigem Roman. Spielleitung dieser historischen Komödie hat Heinrich Hub. Arbeitstagung des NSLB. Gießen-Land. Unter Leitung von Dr. Reidt (HeuchelWni, hielten gestern die Arbeitsgruppen I und II des ^irFs Gießen-Land im NSLB. ihre zweite Arbeitstagung im neuen Jahre im Hotel Köhler ab. U Ersten Vortrag sprach Lehrer Philipp Watzenborn) über „das Heerwesen und die Kampf- K“..n9 der Germanen". In knappen, treffenden Ausführungen schilderte er Zusammensetzung, Be- waffnung und Kampfesweise der germanischen Ge° Rhein-Main eine Durchbrechung der Marktordnung bei dem Abhofverkauf mit Strafen bis zu 1000 RM. im Einzelfalle belegen kann. Elternabend der Höheren Privatschule Gießen. Man berichtet uns: Am 9. Februar veranstaltete 1 die Höhere Privatschule Gießen einen Elternabend in der Turnhalle des Turnvereins 1846. Ueberaus zahlreich waren Elternschaft, Freunde und Gönner der Schule und ehemalige Schüler erschienen, um ihre Verbundenheit mit der Schule zu bekunden und zu festigen. Die große Halle war voll besetzt. Nach einem vorzüglich zu Gehör gebrachten Marsch von Schubert, gespielt von Lehrern der Anstalt, begrüßte der Leiter der Schule, Dr. Fuch s, in herzlichen Worten alle Erschienenen und wies besonders auf den Leitgedanken des Abends hin: Deutsches Volkstum im Ausland. Diesem Thema wurde das ganze Programm des Abends in großer Geschlossenheit gerecht. In groß angelegter Rede führte Studienassessor Walther die Zuhörer in die Probleme des Auslanddeutschtums ein. In einem großen historischen Ueberblick behandelte er die Ursachen der deutschen Auswanderung und die Entstehung des Auslanddeutschtums. Seine Nöte und feine Gefährdung machte er an treffenden Beispielen klar, und seine Bedeutung bewies er mit Zahlen und begründete damit die Verpflichtung jedes Deutschen zu tätiger Hilfeleistung. Im zweiten Reiche sei von Seiten der Regierung dem Auslanddeutschtum wenig Verständ- ms entgegengebracht worden, und nur private Kreise hatten sich für die Deutschen im Ausland eingesetzt. Das Dritte Reich müsse auch hier vieles wieder gut machen. Zu dieser wichtigen Aufgabe habe sich der Führer immer wieder bekannt. Die nationalsozialistische Revolution habe dem VDA. (Volksbund für das Deutschtum im Ausland) neuen Impuls und starken Rückhalt gegeben. Starke Werbung zu tätiger Mithilfe fei aber immer noch nötig. Mit einem warmen Appell an alle Besucher zur Mitarbeit im VDA. schloß der Redner seine Ausführungen. Der starke Beifall zeigte, daß seine Worte großen Eindruck gemacht und ihre Wirkung auf die Zuhörer nicht verfehlt hatten. Verschiedene unter dem Leitgedanken des Abends stehende und von Schülern vorgetragene Sprechchöre und Gedichte von Blunck und dem auslanddeutschen Dichter Müller-Gutenbrunn leiteten über zu dem Spiel in vier Auszügen: „Deutsche Herzen im fremden Land" von W. Webels und F. Schare. Das von Untersekundanern der schule gespielte Stück, in dem packend und anschaulich die Not der Wolga-Deutschen unter der Herrschaft der Bolschewisten zum Ausdruck kommt, bildete den Hauptpunkt der Vortragsfolge und fand wohlverdienten Beifall, der dem Inhalt des Stückes und der guten Darstellung galt. Zwei Sprechchöre forderten noch einmal zu Treue und Opferbereit» schäft für unsere Brüder im Auslande auf. Mit dem Treuegelöbnis für die Deutschen jenseits der Grenzen, für unser Vaterland und seinen Führer, und mit dem Deutschland-Lied und dem Horst- Wessel-Lied schloß der ernste Teil des Abends. Be- onders hervorzuheben ist die künstlerische Gesetzlos, stützest des Programms, das die Zuhörer in feinen Bann zog. w??" Mitgliedern des Milchversorgungsverbandes Rhein-Main, dessen Gebiet sich im wesentlichen über den Freistaat Hessen sowie den Regierungsbezirk Wiesbaden erstreckt, erhalten wir dauernd Anfragen über eine Verfügung des Herrn Preiskommissars Dr G o e r d e l e r, wonach für Kuhhalter, die nicht als zwei Kühe besitzen, der Abhofverkauf von Frischmilch gestattet sei. Diese Angaben sind zutreffend. Es ist wohl für bestimmte Rundfunkprogramm. Freitag, 15. Februar. 6 Uhr: SauernfunL 6.15: Gymnastik I. 6.30: ©i)mnaftif II. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: ^U?Eon^t- 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 10: Nach- Schulfunk. 10.45: Praktische Rat- lajlage für Küche unb Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags- Fonjert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschafts- oernH 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau! 16: Nachmittagskonzert. In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18: Dichter am Bodensee: Emanuel von Bodman. 18.15: Stimmen des Nordens über Deutsch- lanb. Von Dipl.-Jng. Vitalis Pantenburg, Köln. 18.25: Hessische Bauernhochzeiten in Sitte und ■Braud). Ein kleines Kapitel Volkskunde von A Ortkamp, Kassel. 18.40: Der kommende Berufs-' wettkampf. Gespräch zwischen Obergebietsführer Arthur Axmann und Gebietsführer Karl Cerff 19- Kieler Abendmusik. 19.45: Das Leben spricht' 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation: Zum Rhein' zum deutschen Rhein. Sinfonie eines Stromes 21' Das Feldjäger-Korps spielt. 22: Nachrichten. 22 10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30- Der Seit» fünf bringt die Sportoorschau. 23: Ein großer Musiker und Patriot. Hörbilder aus dem Leben Friedrich Chopins. 24 bis 2: Nachtmusik. Samstag, 16. Februar. 6 Uhr: ^uernfunr 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II 6 55: Morgenspruch — Choral. 7: frWonaert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9: Nachrichten 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11: Werbe» k0"2ertU 45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. Nachrichten aus dem Sendebezirk. n315\aRllta55,I!iyert 11 14'15: Nachrichten. 14 30: Quer Durch die Wirtschaft. 15: Jugendfunk. Mann f“r ^ann. ftamerabfdjaft der Tat. Ein Hörspiel. Nmhmittaaskonzert. 18: Stimme der Grenze. 18.20: Stegreifsendung. 18.35: Wir schalten ein! Das ^'krophon unterwegs. 18.50: Musik zum Wochen- 5"^- ■1P;40: Der Zeitfunk bringt: Tagesspiegel 20: fta$rid)ten 20.10: Bunter Abend mit Willy Rei- Jert 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Senbebyirf 22.20: Bunter Abend. Anschließend: Tanzmusik. 24: Tanzmusik. 1 bis 2: Nachtmusik. Die Anmeldung zu den Fahrten ist nur bei denSoweit Volksgenossen ihre Urlaubszeit heute tonn m e a K r aik; v r "''gellende rsestgelegt haben, können sie jetzt auch schon V " NSG. „Kraft durch Freude vorzunehmen.a n m e I b u n g e n zur Mitfahrt abgeben. ... Die NS.-Gememschaft „Kraft durch Freude", Amt leiters und Reichsstatthalters Sprenger und des für Reifen, Wandern, Urlaub, Gau Hessen-Nassau, Landesobmannes der NSBO. und Bezirkswalters gibt jetzt m einem reichbebilderten Heftchen die vor- der DAF. Willi Reeder die Teilnahmebedingun- gefehenen Urlaubsfahrten für 1935 bekannt. Das gen und alles sonstige Wissenswerte Das I a h Programmheft enthalt neben Vorworten des Gau- Programm sieht folgende Urlaubersonderzüge 15. 2. bis j 19. 2.: Nürnberg—Rothenburg o. d. T. Fahrtkosten 28.50 RM. 23. 2. „ 3. 3.: Erzgebirge (Schwartenberg) 35,— „ 15. 2. „ 19. 3.: Industriegebiet (Essen—Duisburg—Ruhrort) 27,50 „ 23. 3. „ 30. 3.: Pfalz 29,50 „ 30. 3. „ 7. 4.: Allgäu (Pfronten) 33,50 „ 18. 3. „ 26. 4.: Harz 39,— „ 27. 4. „ 5. 5.: Sächsische Schweiz 36,— .. 27. 4. „ 5. 5.: Nordsee (Südengland) 59,50 „ 6. 5. „ 14. 5.: Nordsee (Südengland) 59,— „ 11. 5. „ 19. 5.: Schwarzwald (Sigmaringen) 32,50 „ 18. 5. „ 26. 5.: Bayrischer Wald (Zwiesel) 32,50 „ 25. 5. „ 2. 6.: Thüringer Wald (Eisenach) 30,75 „ 1. 6. „ 12. 6.: Bodensee (Meersburg) 44,50 „ 3. 6. „ 11. 6.: Nordsee (norwegische Küste) 59,— „ 6. 6. „ 16. 6.: Chiemsee 42,— 11. 6. „ 20. 6.: Berchtesgadener Land 45,__ * 15. 6. „ 23. 6.: Nordsee (Norwegen) 59,'— ” 20. 6. „ 28. 6.: Allgäu (Pfronten) 33,50 „ 20. 6. „ 28. 6.: Büsum (Nordseeküste) 36,50 ” 28. 6. „ 5. 7.: Borkum 44__ 3. 7. „ 11. 7.: Nordsee (Norwegen) n 59'— ” 5. 7. „ 12. 7.: Bayrischer Wald (Awiesel) 32,50 „ 5. 7. „ 12. 7.: Erzgebirge (Schwartenberg) 32,— „ 12. 7. „ 20. 7.: Kieler Bucht 39,50 „ 59,__ 13. 7. „ 21. 7.: Nordsee (Norwegen) 19. 7. „ 26. 7.: Allgäu (Pfronten) 33,50 19. 7. „ 2. 8.: Schlesien—Glatzer Bergland 57,'___ " 20. 7. „ 27. 7.: Lübecker Bucht Z«'__ " 27. 7. „ 2. 8.: Kurhessen—Waldeck DO, „ 29,- „ 24 50 27. 7. „ 2 8.: Schwäbische Alb (Lichtenstein) 29. 7. ,, 6. 8.: Nordsee (Norwegen) 59^- ” 36,- „ 28,— „ 28 50 2. 8. „ 9. 9.: Büsum—St. Peter—Ording 3. 8. „ 9. 8.: Thüringer Wald (Lauscha) 10. 8. „ 16. 8.: Schwarzwald (Feldberggebiet) 14. 8. „ 22. 8.: Nordsee (Norwegen) 59,__ 15. 8. „ 23. 8.: Bayrischer Wald (Zwiesel) 32'50 ", 16. 8. „ 23. 8.: Bodensee—Konstanz—Reichenau 30 50 22. 8. „ 30. 8.: Allgäu (Sonthofen) 33__ 24. 8. „ 1. 9.: Kieler Bucht 39,50 " 59,50 „ 24. 8. „ 1. 9.: Nordsee (norwegische Küste) 24. 8. „ 6. 9.: Danzig (Ostpreußen). Die Fahrtkosten werden noch 31. 8. „ bekanntgegeben. 6. 9.: Spreewald 2. 9. „ 7. 9. „ 15. 9.: Schwarzwald (Sigmaringen) 15. 9.: Kieler Bucht 48,- " 39,50 „ 36,50 „ _ 30'50 " 28,- „ 42,50 „ 59,- „ 32,- „ 32 50 7. 9. „ 15. 9.: Büsum 11. 9. „ 16. 9. „ 19. 9.: Nordsee (norwegische Küste) 22. 9.: Weserbergland (Carlshafen) 16. 9. „ 22. 9.: Harz (Wernigerode) 19. 9. „ 29. 9.: Allgäu (Pfronten) 23. 9. „ 1.10.: Hamburg (Südengland) 27. 9. „ 28. 9. „ 1.10.: München (Oktoberfest) 6.10.: Bayrischer Wald (Zwiesel) 5.10. „ 13.10.: Sächsische Schweiz (Bad Schandau) OUfUX) 11 38,— „ 39,50 „ 27,50 „ 12.10. „ 26.10. ,, 20.10.: Schleswig-Holstein (Malente, Gremsmühle) 30.10.: Berlin—Potsdam s der 935 ist, tariats, Tt Unigen zu turne» rt und <75 ge* 7 Gediente ; noch n\ mit Hebung Abends Cprech- n aus« >runn lfZügen: V. Meern der i*u- r herr- mt, bil- ti) fand Stückes echchöre ’rbereit« if. Mit Bits der Führer, horst- lds. Le- Zefchlof- i seinen eichs- ertatz ch M- ' Reichs- Strecken ließen- dberg- walgern r Sams- ab ®ie« rk: 3. Kl- ell. Waltete "abend LSs lohnet um en und lchfsor «Aus. arischen -utschen nsland- lirduna d seine 'ündete tätiger en der rständ. : kreise Dsetzt. der gut sich der alsozia- unb für *Is und tätiger einem 'beit im ?n. Der en Ein- Zuhörer ' ft anzert ' fS J DnN Hörspiel SrenZe- ->L -2 I. 6.30: oral. 7: 3: Rach- che % ienst-12. Mittags« rtschafts- rau! In- richt der lei oo" Deutsch' । Köln- tte uk» von u. Berufs« ?t6Ä erff." ich» nies. {J: n. 22.10- Derart; großer ■»* r°chi!« bet “HU, d wie; Jin: ^hemn großer gegen spröde Haut Obecheffen egenTotschlagsversuchsvordemSchwurgericht Nachdruck verboten! 6. Fortsetzung LPD. Worms, 13. Febr. Vor dem Hessischen Sondergericht, das zu diesem Zwecke in Worms tagte, hatten sich acht Wormser Mitglieder der verbotenen Internationalen Bibelforscher zu verantworten. Die Angeklagten trafen sich in der Wohnung eines ebenfalls angeklagten Ehepaares, wo sie verbotene Bibelforscher-Schriften lasen. Sie wurden des Vergehens gegen die Verordnung des Hessischen Staatsministeriums vom Oktober 1933 m Verbindung mit der Verordnung des Reichspraft- denten zum Schutze von Volk und Staat für schuldig befunden und zu Gefängnisstrafen von ein bis drei Monaten verurteilt.________ * Großen-Linden, 13. Febr. Am nächsten Samstag, 16.Februar, feiert Altbürgermeister Leun in seltener körperlicher und geistiger Frische seinen 80 Geburtstag. Bürgermeister Leun hat 33 Jahre lang die Geschäfte der hiesigen Bürgermeisterei versehen. Während dieser Zeit wurde eine Anzahl größerer Objekte in der Gemeinde durchgeführt. Seine ganze Kraft legte er bald auf die Errichtung eines Bahnhofs an der Main Weser- Bahn, was viele Mühe und Arbeit verursachte. Leun war keine Mühe zu viel, bis er das Ziel erreicht hatte. Während seiner Amtszeit wurde auch die Wasserleitung gebaut, die Kirche umgebaut, das erste Pfarrhaus renoviert sowie eine Reihe von Straßen gebaut. Leun war lange Jahre Landtags- abqeordneter und weit über unsere Grenze hinaus bekannt. Vielen hat er mit Rat und Tat zur Seite Unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Heid trat gestern das Oberhessische Schwurgericht in Gießen zusammen, um gegen den Eugen Kiesel aus Friedberg, z. Z. in Untersuchungshaft, zu verhandeln. Bei dem ^geklagten, der sich wegen versuchten Totschlags zu verantworten hatte, handelt es sich um einen labilen Menschen, dem das Gleichgewicht fehlt. Obwohl er fchon zehn Jahre in Friedberg ansässig ist, führte er doch ein unstetes, heimatloses — der Angeklagte ist staatenlos — Leben. Seit Sommer 1932 unterhielt der Angeklagte zu einer Frau aus Friedberg Beziehungen, die sehr weit gingen. Kiesel war der Frau bei der Arbeit Polizei. ...... f ... Nach dem Gutachten des Sachverständigen handelt es sich bei dem Angeklagten um einen Psychopathen, dem der Absatz 2 des § 51 StGB, zugute kommen ’nunter Würdigung dieses Umstandes erkannte das Gericht auf eine Zuchthausstrafe vonzwei Jahren sechs Monaten unter Anrechnung von sieben Monaten drei Wochen erlittener Untersuchungshaft. Außerdem wurde die Einziehung der Waffe und der Munition ausgesprochen Der Vertreter der Anklage hatte drei Jahre Zuchthaus beantragt. _________ Ernste Bibelforscher vor dem Sondergericht. gestellt werden. Im Jahre 1905 mußte man allmählich an eine Erweiterung des Friedhofs denken; am 25. Mai beschloß daher der Gemeinderat, daß die Erwecke- rung an der Westseite vorgenommen werden solle. Hier kam neben anderen Eigentümern auch der Freiherr von Nordeck zur Rabenau in Betracht. Man wollte mit ihm einen Tausch vornehmen gegen den alten Friedhof. Am 2. Mai 1906 beschloß der Gemeinderat daher: „Das Tauschobjekt des Herrn von Rabenau soll insofern angenommen werden, daß das Gelände des alten Friedhofes einschließlich der Fichten und sonstigen Bäume pro Ruthe zu 7,50 Mark gegen das Gelände zum neuen Friedhof mit 5 Mark angerechnet werden soll. Der Tausch kam aber nicht zustande, und so beschloß der Gemeinderat am 1. Juni 1906, das Gelände zu ^Alsdann noch im Jahre 1907 die Einfriedigung des nunmehr fehr geräumigen Friedhofes mit einer Kein deutscher Jungarbeiter, keine deutsche Jungarbeiterin fehlt beim Reichsberusswettkampf vom 18. bis 23. INärz. wirklich anständiges Bild gegeben. Heute tat das Horst in der Seele weh, denn er wußte, auch Die Erinnerung an den geliebtesten Menschen trübte sich durch die Zeit. t , ... So würde sie auch das Bild des Vaters tn ihm verwischen, wie das der Mutter mehr und mehr vor dem geistigen Auge verblaßt war. Wie mochte Helma aussehen? Immer wieder versuchte er sie sich vorzustellen — aber es war unmöglich. Nur die Züge der kleinen Kindheitsgespielm waren ihm gegenwärtig. * Er hatte im Atlantikhotel ein Zimmer bestellt und wurde von dem Geschäftsführer ehrerbietig empfangen, sowie er seinen Namen genannt. „Es sind schon telephonische Anfragen nach Ihrer Ankunft eingegangen, Herr von Gernsheim!" fagte er. „Hier, bitte..." Er überreichte ihm einen Zettel, auf dem einige Nummern verzeichnet standen. Horst überlas flüchtig. Das Tropeninstitut hatte angefragt, eine Hamburger Zeitung bat um ein Interview — und ein ausländischer Verleger, der für ein paar Tage m Hamburg war, meldete sich für den heutigen Tag an. . .. Horst lächelte. Das war ja bemah em amerikanisches Tempo, in dem man ihn hier bestürmte. Er hatte es eigentlich gar nicht so heftig angehen lassen wollen. Das Tropeninstitut, natürlich. Aber abgesehen von den dortigen Besprechungen, hatte er ein wenig Hamburg genießen wollen, das von Jugend her'seine Liebe war. Er hatte einmal auf der Schule einen Hamburger Jungen zum Freund gehabt — und war von dessen Eltern auf Ferien hierher eingeladen worden. Da hatte er sich den nicht genug tun können in der Bewunderung des Hafens, der Alsteranlagen, der Fleets und Sankt Paulis. Freilich, damals als Gymnasiasten hatten sie nur verstohlen ihren Bummel auf der Reeperbahn machen dürfen. Er ließ sich in das bestellte Hotelzimmer hinauf- fahren. Als der Zimmerkellner ihm die Tür öffnete, stutzte Horst. Ein Blumenduft, süß und zart, kam ihm entgegen — tiefpurpurne Herbstrosen standen in üppig leuchtendem Glanz in einer breiten Schale auf seinem Tisch, grüßten den Heimgekommenen mit der sanften Lieblichkeit ihrer spaten Blute. „Von wem?" wollte Horst von Gernsheim fragen. Er dachte an eine Aufmerksamkeit des Hotels. Aber da sah er schon eine kleine Karte neben den Blumen auf der Tischdecke liegen. „Einen innigen Willkommgruß aus der Heimat von Helma!" las er. Ein warmes, herzliches Gefühl durchzuckte ihn. Helma! Wie lieb von ihr, so an seine erste Etappe auf deutschem Boden zu denken. Wie hatte sie nur so genau den Tag seiner Ankunft gewußt? Er hatte ihn doch nicht als sicher angegeben? (Fortsetzung folgt!) 4 Tage alt. Bereits im Jahre 1869 war das Gelände für den neuen Friedhof erworben und planiert worden und an der Straßenseite die Mauer mit dem Em- qangstor errichtet. Die übrigen drei Seiten wurden mit einer Holzeinfriedigung versehen Die ganze Anlage, die damals kleiner war, als Der heutige Friedhof, verursachte der Gemeinde etwa 1700 Gulden (2900 Mark) Kosten, die, nach den vorhandenen Gemeinderechnungen, in den Jahren 1869/71 bezahlt wurden. Aber die Gemeinderechnung von 1869 weist in dieser Sache auch einen Einnahmeposten auf: „Empfangen von den israelitischen Gemeinden Reiskirchen 15 Gulden, Großen- Buseck 25 Gulden, Burkhardsfelden 15 Gulden, Alten-Buseck 30 Gulden zum Ankauf des Geländes zum neuen Friedhof." Warum diese israelitischen Gemeinden die Beiträge leisten mußten, ob vielleicht beabsichtigt war, die Israeliten auch auf dem neuen Friedhof zu beerdigen oder welche anderen Gründe dafür maßgebend waren, konnte nicht fest- Helma lächelt. Kriminalroman von Klothilde von Stegmann. Urheberrochtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). behilflich, während diese sich um sein Hauswesen kümmerte und ihn verpflegte. Diese Beziehungen dauerten über ein Jahr an. Etwa im Oktober 1933 kam es zwischen beiden zum Bruch. Während der Abbruch der Freundschaft auf die Frau so gut rote keinen Eindruck machte, entstand in dem Angeklagten ein tiefer Groll gegen die als Zeugin vernommene Frau. Im März 1934 begab er sich noch einmal zu der Frau, um ihr Vorhaltungen zu machen und ihr gemachte Geschenke zurückzuverlangen. Seitdem sind beide nicht mehr zusammengekommen. Am 18. Juni 1934 begab sich die grau, die Zeugin, mit ihren beiden Töchtern nach ihrem etwas abgelegenen Garten. Vor dem Garten unterhielt ich die Zeugin mit einem Zeugen. Wahrend der Interhaltung ging der Angeklagte vorüber. Er dead- ichtigte, der Zeugin Vorhaltungen zu machen. Der Angeklagte behauptete, die Frau habe, als er vorüberging, nach ihm gedeutet und gelacht. Das wurde jedoch durch die Beweisaufnahme widerlegt. Hierüber will der Angeklagte in Erregung gekommen sein und er habe sich mit dem Entschluß getragen,' die Frau und sich zu erschießen. Er wollte, wie er bekundet, der Frau einen Denkzettel geben. Der Angeklagte begab sich nach Hause, holte seinen Revolver, den er mit fünf Schuß geladen hatte, und begab sich nach dem Garten zurück Sieben Schuß Munition steckte er noch in die Tasche. Am Garten worum es sich in dem zweiten Telegramm Hop- mans handelte. Als sie wiederkam, stand Hopman bereits wieder als Professor Schröder zusammengesunken und mit der Brille vor den zwinkernden Augen da. „Ich werde mich zum nächsten Zuge offiziell von Ihnen verabschieden, gnädiges Fräulein, und Sie bitten, mich zur Bahn fahren zu lassen — da ich einer wissenschaftlichen Tagung in Frankfurt beiwohnen müsse. Wundern Sie sich nicht, wenn ich in einer anderen Verkleidung mich hier in der Gegend herumtreibe. Seien Sie ohne Sorge. Ich bin ein gut Stück weitergekommen. Ich gebe Ihnen baldigst neue Nachricht." „ Eine halbe Stunde darauf geleitete Helma Professor Schröder bis zu dem Wagen, der vor dem Schloßportal hielt. Charles half dem alten Herrn in den Wagen und nahm ein reichliches Trinkgeld in Empfang. . m , rr _, .. Noch an der Wegbiegung winkte Professor Schroder der zurückbleibenden Helma zu. Helma sah mit einem Gefühl der Angst dem davonrollenden Wagen nach. Sie hatte sich so sicher in der Gegenwart Hopmans gefühlt, obgleich sie keine Ahnung hatte, was er eigentlich schon entdeckt hatte, und wohin seine Pläne zielten. Langsam ging sie ins Haus zurück, dessen Tür Charles für sie offen hielt. , ,, . Einen Augenblick stand sie noch nachdenklich m der Halle. Dann ging sie in ihr Zimmer. Am besten war es, sich mit einem guten Buch in den Schlaf zu lesen. Es klopfte an der Tür zum Ankleidezimmer. Auf Helmas „Herein!" erschien Fanny und fragte: „Kann ich dem gnädigen Fräulein behilflich fern? Ich danke!" sagte Helma freundlich. „Ich brauche nichts mehr, Fanny. Lassen Sie mir noch Badewasser ein, dann können Sie auch schlafen gehen! „Ich möchte um die Erlaubnis bitten, daß ich noch eine Stunde ins Dorf gehen dürfte — zu einer Freundin!", sagte das Mädchen leise. Helma lächelte gütig. ,Za! Gehen Sie nur, damit Sie auf andere Gedanken kommen, Fanny. Sie gefallen mir feit einiger Zeit gar nicht. Ist die Freundin vielleicht em junger Bursche aus dem Dorf, und Sie haben Kummer?" v ,...., _.... Statt einer Antwort schluchzte das hübsche Mädchen plötzlich laut auf und lief fluchtartig hinaus. Helma sah ihr nach, schüttelte mit dem Kopfe. Dann machte sie sich für die Nacht fertig, und nach i einer Stunde bereits waren die Fenster ihres ■ Schlafzimmers dunkel. i 10. Kapitel. Im Hamburger Hafen kam die „Columbia" nach • stürmischer Fahrt an. Sie war infolge hohen See- i gangs überfällig gewesen. i Den Passagieren, die jetzt über die schmale Schiffsbrücke herunter die kleinen Barkassen betraten, die R-Gespräche. Eine neue Ferngesprächsart ab -15. Februar. düng ausgefertigt, als ob das Gespräch von der verlangten Sprechstelle angemeldet worden sei. Nach dieser Rückanmeldung werden die Gespräche als „Gespräche mit Rückanmeldung" oder kurz als „R.- Gespräche" bezeichnet. Wird die Uebernahme der Gebühren abgelehnt, so hat der Anmelder die Voranmeldegebühr zu entrichten. Die R.-Gespräche haben sich in einigen fremden Ländern gut eingesiihrt und dürften auch in Deutschland beifällig ausgenommen werden. Sie eignen sich z. B. für den Verkehr zwischen Reisenden und ihren Firmen, sowie für Teilnehmer, die von auswärts mit ihrem Anschluß sprechen wollen. Die R.-Gespräche lassen sich auch für Werbezwecke benutzen, wenn die Firmen sich auf ihren Anpreisungen bereiterklären, bei Bestellungen von einem bestimmten Betrage an die Gebühren für die Bestellgespräche zu übernehmen. anqelanqt, kam es zu einem Zusammenstoß mit den Töchtern der Frau. Der Angeklagte versuchte, in den Garten einzudringen und betrat ihn auch. Da stellte sich ihm die ältere Tochter der Zeugin entgegen. Als der Angeklagte darauf seinen Revolver zog, floh Die Tochter nach hinten, und es fiel ein Schuß. Kiefel war mittlerweile weiter in den Garten vorgedrungen und feuerte einen zweiten Schuß in Richtung der ebenfalls fliehenden jüngeren Tochter. Die im Garten arbeitende Frau wurde durch die Hilferufe ihrer Töchter aufmerksam und versuchte, aus dem Garten auf die Straße zu laufen. Der Angeklagte folgte ihr aber mit der Waffe in der Hand und gab in unmittelbarer Nähe einen Schuß ab, der an der Stirn der Zeugin vorbeiging. Sie drehte sich nun fyerum und packte den Angeklagten am Kragen. In diesem Augenblick gab er zwei weitere Schüsse ab Der erste traf die Frau am Hinterkopf, wahrend der zweite Schuß sein Ziel verfehlte. Die Zeugin hatte den Angeklagten zusammen mit ihrer Tochter zu Boden geworfen. Da versuchte er noch einmal zu schießen, was jedoch durch das Hinzukommen eines jungen Mannes vereitelt wurde. Der Mann nahm dem Angeklagten die Waffe ab und brachte ihn zur gestanden. Kundgebung der NSDAP, in Lich. \ ? Lich, 13. Febr. Die Ortsgruppe Lich ( der NSDAP, hatte für den gestrigen Abend zu einer Kundgebung in die hiesige Turnhalle ( eingeladen. Nach einleitendem schneidigen Spiel des < Spielmannszuges, Begrüßungsworten des Ortsgruppenleiters Pg. K. Kuhn und gemeinsamem Gesang des Liedes „Volk ans Gewehr" sprach Pg. Heß (Gießen) über die innenpolitische Lage. Der Redner sagte u. a., es gebe Volksgenossen, denen Der Neuaufbau Deutschlands nicht schnell genug gehe, denen das, was die Regierung Adolf Hitlers bisher geleistet habe, noch nicht genüge, und die an allen Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung immer etwas auszusetzen hätten. Die Ursache dieser Unzufriedenheit liege in den weitaus meisten Fällen bei den Unzufriedenen selbst, da diese Menschen noch immer in der Ichsucht, im Liberalismus ihr Heil zu sehen und zu finden glaubten und eben noch nicht begriffen hätten, im Sinne wahrer Volksgemeinschaft zu denken, zu handeln und zu leben. Mit der nationalsozialistischen Revolution hätten sich zwar die Machtverhältnisse im Deutschen Reich grundlegend geändert, doch habe bei manchen Volksgenossen die innere Revolution nicht Schritt gehalten. Diese Volksgenossen hätten nur zu schnell vergessen, welche gewaltigen Aufgaben Adolf Hitler bei der Machtübernahme vorfand und daß der Nationalsozialismus nicht nur für einen Stand, für eine Klasse von Volksgenossen, sondern für das ganze deutsche Volk gekämpft habe und kämpfe. Wir erlebten heute einen Neuaufbau, der ständig, wenn auch langsam, aber mit Gewißheit vorwärts- schreite. Aber welche Voraussetzungen in geistiger und seelischer Hinsicht mußten für dieses Werk erst geschaffen werden. Diese Voraussetzungen habe unser Führer in zäher, aufopfernder Arbeit geschas- fen. Adolf Hitler habe um die Seele des deutschen Volkes gekämpft, er machte uns klar, daß nur durch das Zusammengehen aller Stände und Berufe das : Wohl des Staates und des ganzen deutschen Volkes : erreicht werden könne. Der Nationalsozialismus fordere aber auch Menschen, die mit ganzem Herzen Dabei und alle Zeit bereit seien, auch das Letzte für das große Werk des Führers im Interesse des deutschen Volkes herzugeben. Wir alle wußten, daß alles, was der Führer bisher getan habe, stets zum Wohle des deutschen Volkes war. Daraus erwachse uns die Pflicht, alles zu tun, damit der Gedanke der Volksgemeinschaft immer tiefere Wurzeln schlage und in unseren Herzen sich befestige, damit das Dritte Deutsche Reich, das wir ausbauen helfen, der Stolz der kommenden deutschen Volksgenossen sei. Wir mühten uns dieser Pflicht immer bewußt sein und mit gläubigem Herzen dem Führer in vollem Vertrauen folgen. Lebhafter Beifall brachte dem Redner die volle Zustimmung zu seinen Worten zum Ausdruck. Der Ortsgruppenlecker schloß die Kundgebung mit einem Gelöbnis zum Führer, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. DND. Am 15. Februar wird im innerdeutschen Fernsprechverkehr von Ort zu Ort eine neue Ferngesprächsart eingeführt, bei der die Gebühren nicht vom Anmelder, sondern von der verlangten Sprechstelle bezahlt werden. Für die Mehrleistungen wird die Voranmeldegebühr erhoben, dafür darf der Anmelder, wie bei Doranmeldegesprächen, die Person, mit der er das Gespräch zu führen wünscht, namentlich bezeichnen. Bei einem solchen Gespräch, das stets beim Fernamt anzumelden ist, muß der Antrag, der verlangten Sprechstelle die Gebühr anzurechnen, sogleich bei der Anmeldung gestellt werden. Die verlangte Sprechstelle wird unverzüglich verständigt und gefragt, ob sie bereit ist, die Gesprächsgebühr Und die Voranmeldegebühr zu übernehmen. Erklärt sich bei der Sprechstelle der Befragte damit einverstanden, so wird eine neue Gesprächsanmel- Er rückte an seiner Brille und las laut: Frau Adele Lindemann, Wirtschafterin bei Professor Schröder, Berlin W 50, Dahnstraße 35. Reise heute Frankfurt. Eintreffe morgen nacht Berlin. Schroder. Er hatte mit lauter Stimme gelesen und dabei das Mädchen scharf beobachtet. Es war ihm nicht entgangen, daß ein erleichtertes Aufatmen ihre ^Wollen Sie denn nicht noch das Buch sehen, das Sie so interessierte, Herr Professor?" fragte Helma. Fanny kann ja einmal im Zimmer unseres Gastes nachsehen. Sicherlich hat er es mit hmausgenom- metQh" sagte Professor Schröder und wollte sich unwillkürlich bücken, Denn das Telegramm war aus den Händen der Zofe gefallen, „bemühen Sie sich nicht wegen des Buches, gnädiges Fraulem Ich komme doch schon in wenigen Tagen wieder dann werde ich ja die Ehre haben, den Herrn„Doktor zu sprechen. Ich kann es ihm bei dem schonen Wetter nicht verdenken, daß er in di- Berge gegangen 'st, statt hier in der Bibliothek zu sitzen. Als >ch ,ung war, habe ich es gerade so gemacht. Er hörte auf, in dem langsamen A.l/^nnerton zu sprechen, denn die Zofe war nun nut dem Telegramm zur Tür hinaus. Hopman trat ans Fenster und sah, wie sie gleich darauf aus dem Schloßportal trat. Aber sie g g nicht in Richtung des Dorfes, wo die Post ag,^sondern, nachdem sie sich umgesehen hatte, lief sie schn durch eine Seitenpforte, die in den Park suyne. Hopman lächelte befriedigt. Dann wandte er sich schnell zu Helma, die mit einem Ausdruck des Nichtbegreifens neben ihm stand. „Und nun, mein gnädiges Fräulein, möchte ich für meine Person noch ein zweites Telegramm ""^ch "schade! Das hätte ja Fanny auch gleich mitnehmen können." Hopman lächelte. . „Nein! Es ist genug, wenn mir Fanny das erste Telegramm anvertraut haben. Das zweite möchte ich lieber persönlich, und zwar durch den Fernsprecher aufgeben. Bitte, passen Sie auf, ob ich hier in dem Vibliotheksraum auch nicht belauscht werden kann. Helma ging hinaus und stellte sich vor der Tür auf. Nein, kein Mensch war jetzt außer ihr in dem Bibliotheksflügel des Schlosses. Sie hörte drinnen ein leises Sprechen, aber sie konnte nicht verstehen, Altbürgermeister Leun 80 Lahre alt. l Friedhofserinnerung in Großen-Buseck * Großen- Buseck, 14. Febr. Heute vor acht Tagen, am 7. Februar, wurde der Besitzer des hiesigen Schlosses, Freiherr vr. jur L u d w i g von Nordeck zur Rabenau, auf dem Alten Friedhof hinter der Schloßmauer beerdigt Es ist ein merkwürdiger Zufall, daß gerade a m s e Iben Tage v o r 65 Jahren, am 7. Februar 1870, unser jetziger, neuer Friedhof mit der Beerdigung von drei Personen eingeweiht wurde. Es waren dies: 1. Margarete Dort, Ehefrau des Forst- warts Karl Dort; 2. Konrad Pfeiffer Sohn des Wilhelm Pfeiffer II. und 3.' Wilhelmine Pfeiffer. Die Einweihungsrede wurde von Pfarrer Strack, der von 1863 bis 1876 hier tätig war, über 1. Mos., Kap. 28, Vers 17 gehalten: „Wie heilig ift diese Stätte ..." Kurze Zeit darauf, am 14. März 1870, wurden wiederum mehrere Personen zugleich beerdigt, und zwar vier junge Leute, die am 12. März während der Frühstückspause in einer Gießener Sandgrube verunglückt waren. Ihre Namen sind: Philipp Arnold, 19 Jahre 7 Monate 28 Tage alt; Balthasar Schmidt, Sohn des Ortseinnehmers Heinrich Schmidt, 19 Jahre 4 Monate 24 Tage alt; Konrad Henß, 15 Jahre 8 Monate 2 Tage alt, und Karl Heinrich Schmidt, 15 Jahre 8 Monate auf die Fährboote führten, sah man die Schrecken der überstandenen Seefahrt an. Nur wenige waren es, die frisch und vergnügt den deutschen Boden betraten. . Unter ihnen war ein schlanker, dunkelgebraunter Mann, dessen Züge noch die dunkle Tönung der Tropensonne zeigten. Mit einem wehmütigen Lächeln sah er auf das herrliche Hafenbild, das der Hamburger Hafen entrollte. Alles alles anders!, klang eine Stimme in ihm. Damals, als ich hinausging, vor vielen, vielen Jahren, damals, ehe der Krieg die Wirtschaft der Vol- her vernichtete, war hier ein Gewimmel von Schiffen, von Masten; der Pulsschlag der Welt war hier zu spüren gewesen. Gegen die Erinnerung von damals war dies Bild hier ein recht trübes. Und doch, wie es auch war, es war die Heimat. Tief atmete Horst von Gernsheim Die salzige Luft ein, Die vom Meere bis hierher in Den Hafen ^H"e?matluft! Sie schmeckte süß. UnD wie roürDe erst Die Luft von GernroDe schmecken? Ein welches Lächeln kam in feine ernsten Augen. GernroDe! Wie lange hatte er es nicht gesehen! Nun kam er heim — aber Den Vater fanD er nicht mehr. Das war ein bitterer Tropfen in Dem Heimatglück. ... .. Er übergab einem Träger sein HanDgepack; Die großen Koffer hatte Die Hamburg-Amerika-Lime direkt in sein Hotel Dirigiert. Er wollte in Hamburg noch einige Tage verbringen, um im Institut für Tropenkränkheiten mit einigen Aerzten über Die wissenschaftlichen Ergebnisse seiner Forschungen auf Java zu sprechen. Dann waren Verhandlungen in Berlin zu führen wegen Herausgabe seines Buches und ein paar Radiov'orträgen; danach ging es heim nach Gernrode. Ein Glück nur, daß die kleine Helma da war, sonst wäre er sich in der Heimat zu verloren vorgekommen. Wie sie wohl aussehen mochte? Als er sich vor vielen, vielen Jahren von Gernrode trennte, war sie noch ein Kind gewesen, ein Kind mit ernsten, leuchtenden Augen, sein bester Kamerad, sein kleiner Schützling — ihm ans Herz gewachsen wie eine Schwester. Dann waren nur im Laufe der Jahre Bildchen von ihr herübergekommen in feine neue Heimat. Sie zeigten einen lang aufgeschossenen Backfisch, der mit seinen Gliedern nicht recht wußte, wohin, und dessen Gesicht die weiche Rundung des Kindes zu verlieren begann. Die späteren Ämateurbilder zeigten ein heranblühendes, junges Menschenkind, waren aber doch nicht künstlerisch genug, um eine genaue Vorstellung von Helmas wirklichem Aussehen zu vermitteln. Einen guten Photographen gab es in Gern- roöe nicht — und zum Zwecke des Photographiertwerdens erst in die nächste große Stadt zu fahren, war dem Vater wohl zu albern erschienen. Der baßte ohnehin die Abkonterseiung, wie er sagte. Es hatte auch von Vater und Mutter niemals ein lastung erteilt werden. Die Gaufilm st eile K Ohne Gewähr Nachdruck verboten 6. Ziehungstag 13. Februar 1935 96868 99674 99966 99973 100109 4224 Feines. Rum-Jamaika, 45% 4.50 Arrak, 45% 4.50 Größte Auswahl zeigt Ihnen 87UÄ General- ab. Der gedachte der im Rechner 2.70 3.25 37999 56375 75174 88130 102084 116655 132717 146358 162266 169287 178328 191655 194039 209063 224231 233550 245129 253329 262634 273303 285491 298028 313448 324951 335594 346545 349937 361621 377882 386216 395717 106312 152781 199971 255613 290011 333348 359476 393959 40054 67990 80002 89096 32134 47964 63486 83625 93397 7056 35910 51376 69237 86539 96323 37984 67024 78750 94927 103528 110123 124750 143208 174407 186720 198235 203817 218717 233204 240611 257241 281645 293071 313437 330524 339615 349860 378970 383785 388661 393717 20740 41283 67661 83762 96546 145527 248430 141728 236097 11990 360191 35126 203840 252382 13241 32513 64245 77514 91694 141400 368144 96777 209013 278889 63405 121351 240670 280660 333960 18972 34602 66131 77947 91740 105636 139047 169413 244530 277343 326672 358412 390342 11069 37051 56197 70504 87207 97465 114780 131644 145164 160191 169258 178325 190538 193817 208880 219900 232816 245122 252689 260843 272825 284711 295993 311179 323619 332318 344679 349839 356699 376275 381946 390084 782 333541 23862 196950 242046 108237 120790 139882 171128 184439 197315 203120 217257 229448 240529 251839 278845 291919 311232 325000 339498 348629 365532 382797 388526 390630 20835 43595 69380 84724 104444 120285 133167 150080 163566 170211 187411 192174 194044 209866 224892 237993 247807 254707 264409 275831 289754 299258 313685 328113 336248 346984 354966 371102 379016 386927 395949 109404 154828 213839 256559 293438 338690 362181 31775 42074 63325 81664 92639 113379 155766 216002 261090 293915 350655 362206 125215 158580 219955 262534 297957 355188 375964 5204 34457 48734 65249 85066 94788 103903 113689 133066 144539 179971 187614 198734 208745 222770 233761 241934 258413 282228 294545 314939 331033 340201 351308 379110 384275 389572 399223 25375 46235 71486 86833 12810 29591 58701 76639 88566 Weinbrand.... Rum-Verschnitt 104131 114990 133933 144760 180371 189502 199878 209011 223053 234716 249970 264-07 283538 296388 316641 334467 341079 351912 380930 384989 389627 104474 115085 137748 156310 183950 189798 200193 211114 223828 237614 250179 265482 289909 299787 317751 336845 346437 353333 382117 387964 389761 106401 115363 139352 158559 184388 196440 200917 213957 227143 239251 251428 268792 290656 308979 323217 337929 348328 364970 382182 388056 390149 Im Gewinnrade verblieben: 500 Tagesprämien SU je lOUu Mark, 2 Gewinne zu je lOÖOOUO. 2 zu je 100000, 2 zu je 7500", 2 zu je 50000, 6 zu je 30000, 10 zu je 20000, 46 zu je 10000, 172 zu je 5000, 342 zu je 3000, 798 zu je 2000, 1686 zu je 1000, 4028 zu je 500, 16218 zu je 300 Mark. Gewinnauszug 5. Klasse 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Klassen-Lotlerie £. Aavtmetz Neuenweg 28. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Ahr. Samslagnach- mittag geschlossen. 85?A ViFl. ’/sFl. ein „Eintracht" hielt seine diesjährige Versammlung im Saale „Zum Einhorn" Vereinsführer begrüßte die Besucher und des verewigten Reichspräsidenten, sowie Weltkrieg gefallenen Sangesbrüder. Torfstreu Q Torfmull55 Kunstdünger stets auf Lager. S.Trechsler 5lelnfL73.lel.3581 IIIIIIIIIUIIIUIIIIIIIIIIIIII 62 Gewinne zu 500 M. 2828 3332 11941 66721 70500 70653 95410 102173 119545 137978 152048 156025 173834 189168 252962 260038 265701 266720 268836 285505 299011 303792 307454 312814 386593 394756 On der heutigen Nachmkttagszlehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 1.45 1.75 2.40 2.40 ÜKlaiiMl Ml Mainz Freitag, den 15. Februar 1935 Wes BocifeH mit Tanz Bis 4 Uhr nachts geöffnet! 860 D Für eine großzügige Werbearbeit, verbunden mit organisatorischer Tätigkeit, suchen wir in allen groß. Städten berufliche, mindestens aber hauptberuflich arbeitende, im Werben von Versicherungen erfahrene Außenbeamte die vornehmlich den Stadtbezirk mit näherer Umgebung zu bearbeiten gewillt sind. Ausführliche Angebote mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften an 863V NürnbergerLebensverfidierungs-Bank Bezirksdirektion II Frankfurt am Main, Kaiserstrake 21. 4 Gewinne zu 5000 M. 4 Gewinne zu 3000 M. 20 Gewinne zu 2000 M. 167977 250152 288094 375250 36 Gewinne zu 1000 M. 163145 181094 182148 218732 220612 237504 336940 385403 393715 So ist’s richtig! Schnell noch bei Winterhoff vorbeigegangen. Da nimmt der kluge Mann eine Flasche Weinbrand, Arrak oder Bum mit, die dem Körper wieder Wärme geben. So ein kräftiger Schnaps oder Grog ist bei dem Wetter doch was Brennholzverkauf des Forftamls Krofdorf am Donnerstag, dem 21. Februar, von 9 Ahr ab bei Gastwirt TNoos zu Krofdorf. 864D Revierförsterei Waidhaus, Distrikt 44, 49, 51: Eichen: 39 rm Scheit, 46 rm Knüppel. Buchen: 1022 rm Scheit, 300 rm Knüppel, 165 rm Reiser III, 300 rm Reiser III, unaufgearbeitet, in Distr. 44. Erlen: 6 rm Nutzrollen II, 2 rm Knüppel Aenderungen Vorbehalten. genommen. Stützpunktleiter Münch -Mücke sagte dem Verein für die Unterstützung des Winterhilfswerkes im Namen der Bewegung Dank. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf H i t l e 9 und mit dem gemeinsam gesungenen Deutschlandlied- und dem Horst-Wessel-Lied fand der Abend seinen Abschluß. 'o? Burg-Gemünden, 13. Febr. Die hiesige Arbeitsdienstabteilung veranstaltete im vollbesetzten Saale der Wirtschaft Sann einen wohlgelungenen Deutschen Abend. Die Darbietungen wurden mit starkem Beifall ausgenommen. Der musikalische Teil wurde von der Arbeitsdienstkapelle Alsfeld bestritten. An diesem Abend kam auch lebhaft die enge Verbundenheit der hiesigen Abteilung mit der Bevölkerung zum Ausdruck. Nieder-Ge münden, 13. Febr. Die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr fand in der Decherschen Wirtschaft statt. Kommandant Stumpf gab einen Ueberblick über das abgelaufene Geschäftsjahr. Aus der Abrechnung ergab sich ein Heberschuß. Dem Rechner konnte Ent- 20 Tagesprämlen. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu se 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Stummer in den beiden Abteilungen I und II: 9841 93589 93914 160910 171917 196461 234058 316711 362475 399564 pichelsleinerfltisch. Für 4 Personen. 200 g Schweinefleisch, 200 g Hammelfleisch, Pfund Mohrrüben \ «AAGGVVAftaM (Oelbrüben), 1 Zwiebel, etwas Fett, •/< Sellerieknolle, '/, Pfund Weißkohl, 1 Stange 1 \ Darree (Lauch), 1’/□ Pfund Kartoffeln, Salz und Pfeffer, I Teelöffel Maggis Würze. '///. (Lu JnLiXalp 4,*&€**’ Jelsch, Gemüse sowie die geschälten Rartoffeln in Würfel schneiden und mit der angedünffeten V/j tiüv**'* awiebel schichtweise in einen feffschließenden Topf geben, Pfeffer und Salz beifügen und W, fomel kochendes Wasser darübergießen, daß es ein wenig über dem Fleisch und Gemüse steht. Garkochen und vor dem Anrichten Maggi s Würze sorgfältig darunterrühren. 3n der heutigen Vormitta^ziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 5000 M. 207368 4 Gewinne zu 3000 M. 240279 340946 16 Gewinne zu 2000 M. 46682 70741 138696 194269 215929 292622 335911 372262 34 Gewinne zu 1000 M. 45432 59524 67596 76946 83517 109285 130311 132573 153490 171323 192606 240513 281657 306003 329305 338310 399249 lllllllllllllltlllllllllllllllllllllllllllllllllllliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiijn Ala Anzeigen-Attiengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen undZeitschristen Glotzen / Schulttvatze Z illllllUIIIIIUIIIIIIUllllUlllllllllllllllllllliiinillllliHiiHUIIIIIllUJIlllllllllllll Hiesiges industrielles Werk sucht für seine Onertabteilung zum sofortigen Eintritt jüngeren Kaufmann firm in Stenographie u.Maschinenschr., sowie perfekte Stenotypistin Schriftliche Bewerbungen mit Zeugnisabschriften, Lebenslauf und Gehaltsansprüchen unter 86SD an den Gießener Anzeiger’erbeten 334 Gewinne zu 300 M. 11016 20223 ----- ----- ----- 394 Gewinne zu 300 M. 22667 27714 ...... § Mainzlar, 13. Febr. Gestern abend fand in der Wirtschaft „Zum Schwanen" eine Kundgebung der Bauernschaft im Rahmen der Erzeugungsschlacht des Reichsnährstandes statt. Nachdem Ortsbauernführer Jäger die Versammlung eröffnet hatte, sp^ch Landwirtschaftsrat Nau über die Schaf- und Schweinezucht, die dazu beitragen sollen, uns in der Textil- sowie in der Fett- versorgung vom Auslande unabhängig zu machen. Der Redner verstand es, seinen Zuhörern einen klaren Ueberblick über die Lage der Schaf- und Schweinezucht zu geben. Nach dem Vortrag fand eine rege Aussprache statt. Die Kundgebung wurde mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf Führer und Vaterland geschlossen. i. Steinbach, 13. Febr. Der Gesangverde r NSDAP, verunstaltete in der Wirtschaft Becker einen F i l m Rechner des Vereins, der Jahresbericht verlesen, - sodann wurden weitere interne Angelegenheiten besprochen. Ein Heilgruß auf den Führer und Reichs- . kanzler und der Gesang des ersten Verses des : Horst-Wessel-Liedes beschlossen die Versammlung. Kreis Friedberg. + Butzbach, 13. Febr. Der hiesige V H C. (Vogelsberger Höhen-Club) unternahm bei herrlichem Winterwetter seinen zweiten Monatsgang nach Lang-Göns. Auf Waldwegen führte die Wanderung durch Griedeler, Hambacher und Holzheimer Gemarkung und endete nach 3 Stunden in Lang-Göns, wo fröhliche Raft gehalten wurde. Die Beteiligung war sehr gut. — Die gestrige Holzversteigerung, die wiederum bei starker Beteiligung auswärtiger Käufer statt- fonb, brachte im allgemeinen dieselben Preise wie die letzte. Es wurden für je 2 Raummeter bezahlt: Buchenscheiter 20 bis 22 Mark, Buchenknüppel 15 bis 18 Mark, Eichenscheiter 10 bis 13 Mark, Eichenknüppel 12 bis 13 Mark, Eichenwellen 4 bis 5 Mark, Buchenwellen 9 bis 10 Mark. 00 Gambach, 13. Febr. Der Gesangverein „Harmonie" veranstaltete im Saale der Wirtschaft Weisel fein diesjähriges Konzert. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Dereinsführer Friedrich N ä ck begrüßte die zahlreichen Gäste und wies in einer kurzen Ansprache auf den Sinn der Volksgemeinschaft und auf die Bedeutung unseres wertvollen Volksgutes, des deutschen Liedes, hin. Er ermahnte zu weiterer Förderung des deutschen Liedes. Das von Dirigent Bernhard N e r n (Pohl- Göns) sorgfältig zusammengestellte Programm brachte Lieder und Chöre von Schubert, Strauß, Rheinberger usw., sowie Volkslieder von Silcher. Den musikalischen Teil bestritten Mitglieder der Reichswehrkapelle Gießen. Chöre und Musikstücke gelangten ausgezeichnet zum Vortrag. Das Publikum folgte mit großer Aufmerksamkeit und dankte mit lebhaftem Beifall. Kreis Schotten. rl. Gedern, 13. Febr. Pfarrer Trapp von Gießen, der früher in Oesterreich als Diasporapfarrer tätig war, hielt in unserer Kirche einen Vortrag über die evangelische Bewegung in O e st e r r e i ch , der in kirchlicher als auch in volksdeutscher Hinsicht gleich bedeutsam war. Nachdem Pfarrer Trapp bereits im Vormittagsgottesdienst von der schweren Vergangenheit der evangelischen Kirche in Oesterreich gesprochen hatte, wandte er sich in seinem Vortrag am Abend den Verhältnissen in neuer und neuester Zeit zu. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Zum Schluß gedachte der Redner der bedeutungsvollen Aufgabe des Evangelischen Bundes. Kreis Alsfeld. ll. Merlau, 13. Febr. Der hiesige Gesangverein „Eintracht-Sängerkranz" hielt im vollbesetzten Hörleschen Saal sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Vereinsführer D e m p'e r sprach einleitend über die Bedeutung des deutschen Liedes und ermahnte die Fernstehenden, die gute Sache fördern zu helfen. Im Verlaufe des Abends gelangten dann verschiedene Lieder zum Vortrag. Die Leitung hatte Dirigent M ö b u s -Reiskirchen. Von Mitgliedern des Vereins gelangten ferner ein ernstes und ein heiteres Theaterstück zur Aufführung. Die Lieder und die Theaterstücke, wie auch die musikalischen Darbietungen der Kapelle Dau- : bertshäuser wurden mit großem Beifall auf- i Schmitt erstattete sodann den Kassenbericht, der einen Kassenbestand von 268 Mark aufwies. Der Vereinsführer dankte dem Rechner für feine musterhafte Kassenführung und sprach ihm Entlastung aus. Geehrt wurde sodann Sangesbruder Heinrich Becker VII. für 25jährige Mitgliedschaft durch Heberreichung eines Diploms und der silbernen Ehrennadel. Der Vereinsführer F. W a l b , der nun zehn Jahre lang den Verein leitet, sprach in kurzen Worten über Entwicklung des Vereins in dieser Zeit. Er schloß mit dreifachem Sieg-Heil! auf den Führer. Sangesbruder Jakob Serth sprach noch über den Werdegang des Vereins und dankte dem Dereinsführer für feine rastlose Tätigkeit. Der Verein brachte dann unter der Leitung von Chorleiter Sommer noch einige Lieder zu Gehör, die großen Beifall fanden. > Großen-Linden, 13. Febr. Die hiesige Schulsparkasse weift jetzt wieder stetig wachsende Spareinlagen auf. Infolge der Krise hatte sie seinerzeit den Sparbetrieb ganz eingestellt und wurde erst im Mai des vergangenen Jahres unter Leitung des Lehrers Arnold wieder neu eingerichtet. In der kurzen Zeit seitdem haben die neuen Einlagen bereits den beachtlichen Betrag von 1533 Mark erreicht. Während anfangs die wöchentlichen Einzahlungen zwischen 30 und 40 Mark betrugen, bewegen sie sich jetzt zwischen 50 und 60 Mark wöchentlich, ein Beweis dajür, wie auch aus vielen kleinen Spargroschen wirtschaftlich bedeutungsvolle Beträge erwachsen. > Holzheim, 13. Febr. Bei der hier durchgeführten Sammlung für das Winterhilfswerk von den Hausschlachtungen konnten 50 Pfd- Speck und 62 Pfd. Wurst aufgebracht werden. ch Dorf-Gill, 13. Febr. Gestern abend fand im Rathaussaal die Generalversammlung des Kriegervereins statt,die sehr stark besucht war. Der erste Führer, W. Knöpper, eröffnete die Versammlung und begrüßte die Kameraden. Darauf wurde der erste Vers des Deutschlandliedes gesungen. Der zweite Führer, Lehrer Jung, hielt dann eine Ansprache, in der er zunächst noch einmal die Verdienste des verewigten Feldmarschalls von Hindenburg, des Schirmherrn des Kyffhäufer- bundes, würdigte und der Gefallenen des Weltkrieges und derjenigen gedachte, die für die Bewegung ihr Leben opferten. Nach dem Lied „Ich hott' einen Kameraden" sprach Lehrer Jung über den organisatorischen Umbau des Kyffhäuserbun- des. Darauf wurde von Förster Schäfer, dem Drogerie, Kreuzplatz 10 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für dl? Millimeterzeile veröffentlicht 122 Gewinne zu 500 M. 7156 15023 16706 20890 31295 35857 39377 50727 54911 58970 60473 73035 82752 86245 89618 91957 97871 -- - • 125722 158978 220217 264976 300513 357640 382648 | Verkäufe | Auswertungs- Hypothek Mk. 1500-, aus prima Geschäftshaus ist mitNnch- laß abzugeben. 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Adler-Trumpf-Junior, 1 Liter, viersitzige Cabrio-Limousine. 1 Mercedes-Benz-Sportzweisitzer Typ 150, 1,5 Liter Vierzylinder-Heckmotor. Um Der'neue Opel, Typ Olympia. Opel Vier- und Sechs-Zylinder-Mo- standen die DKW.-Meisterklasss. außerdem vom 1,3 Liter eine Neuausführung geschaffen, bei der durch Vereinigung von Fahrgestell- rahmen und Karosserie eine wesentliche Gewichtsverminderung erzielt werden konnte. Opel hat nicht in jedem Jahre ein neues Modell herausgebracht, sondern es vorgezogen, in stiller Versuchsarbeit das zukünftige Neue Schritt für Schritt zu entwickeln. So vorbereitet entstanden die 1,0- und 1,2- Liter-Modelle, von denen bis heute insgesamt über 80 000 Exemplare hergestellt worden sind. So ent- beibehalten, •iter und hat ter-Modelle mit Synchronfederung ebenso den kleinen billigen 1,2 Li land die neuen Fronttriebwagen (1,6 und 1,9 Liter Vierzylinder), die auf dem letzten Pariser Salon bereits eine sehr günstige Beurteilung erfahren haben. Heute ist dieser Wagen eine der fortschrittlichsten Konstruktionen. Nachdem Mercedes-Benz so führend in der Entwicklung von Vollschwingachswagen vorangegangen war,' konnte sich das Werk darauf beschränken, seine bisherigen Modelle lediglich in Details zu verfeinern, dazu aber eine Reihe sehr bemerkenswerter Karosserie - Neuschöpfungen auf den Markt zu bringen. Dennoch wartet das Werk auch mit einer Neuheit, dem Typ 150, auf, der aus dem bekannten Heckmotorwagen Typ 130 entwickelt worden ist. Diesem gegenüber ist der neue Wagen, der als Sportzweisitzer gebaut ist, mit einem 55- ?8-Vierzylindermotor mit hängenden Ventilen ausgestattet, der nicht wie beim Typ 130 hinter der Hinterachse, sondern vor dieser gelagert ist. Neuartig ist auch die hier zur Anwendung kommende Wasserkühlung in Verbindung mit einer Preßluftturbine. Opel hat die beiden bewährten 1,3 und 1,9 Li- Was die Firmen zeigen. einen gedrängten Gesamtüberblick über diese Schau zu vermitteln, erscheint es uns am toren, die heute zu den besten ihrer Klassen zählen. So entstand ferner in vielen hunderttausend „Prüf- Kilometern" bis zur Verkaufs-Reife erprobt, die Opel-Synchronfederung. Und so entstanden endlich die synchrongefederten Wagen, die ein stoß- und darum ermüdungsfreies Fahren ermöglichen. Fiat zeigt ebenfalls von früher her bekannte Ausführungen, darunter die in der vorjährigen 2000-Kilometer-Fahrt so erfolgreich gewesene kleine Sporttype. Der Einliter-Fiat wird außerdem auch von N S U. als Lizenzbau gezeigt. Ford hat sich ebenfalls darauf beschränkt, die beiden Vierzylinder-Modelle „Köln" und „Rheinland" weiter zu verbessern, den Jnsassenraum zu vergrößern, einzelne Fahrgestellteile zu verstärken und verbesserte Karosserien zu bringen. Das gleiche trifft hier für den Achtzylinder zu. F r a m o wartet wieder mit dem kleinen 200 ccm „Piccolo" auf, der der einzige Vierradwagen ist, der (einen Führerschein erfordert. bereifung usw., ferner Geschäftslieferwagen, Schiffsmotoren. Hansa bringt wieder wie im Vorjahre den 1,1 Liter-Vier- und 1,7 Liter-Sechszylinder, die jetzt, nachdem sie in einigen Punkten umkonstruiert wurden, auch tatsächlich lieferbar sind. Besonders ein Sechszylinder - Sport-Cabriolet hinterläßt einen guten Eindruck. Wie schon erwähnt, wartet I m p e r i a, die bisher nur Motorräder gebaut hat, mit einem kleinen rassigen Sportwagen auf, der ob seines im Heck gelagerten Sternmotors, seiner Fahrgestell- und Schwingachskonstruktion, seiner Gummifederung und seiner Stromlinienkarosserie ein recht interessantes Ausstellungsobjekt darstellt. Neben den großen Wagen bringt Maybach jetzt auch einen repräsentativen Wagen der Mittelklasse in Gestalt eines ganz neu durchkonstruierten 3,4 Liter Sechszylinder mit Schwingachsen vorn und hinten. Ein besonders interessantes Stück ist das Chassis eines Riesenomnibus mit zwei Motoren. Der Omnibus, der für die Reichsautobahnen bestimmt ist, trägt einen Motor vorn, den zweiten hinten. Sie verleihen dem Wagen, der 120 Personen befördern kann, eine Stundengeschwindigkeit von 150 Kilometer. meinschaftsausstellung der Kraftfahrzeugliteratur im weitesten Sinne zu sehen. Die Halle la ist fast ausschließlich von der Deutschen Reichspost und der Reichsbahn belegt. Die Deutsche Reichspost mit ihren rund 14 500 Kraftfahrzeugen besitzt den größten in einer Hand vereinigten Kraftfahrbetrieb Europas. Auch die Deutsche Reichsbahngesellschaft zeigt in eindrucksvollen Bildern und Darstellungen, daß sie nicht nur auf der Schiene, sondern auch auf der Landstraße bestrebt ist, mit Sicherheit und Schnelligkeit alle Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen. In der Halle III zeigt der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen in einer Schau das gesamte gigantische S t r a ß e n b a u Programm des Dritten Reiches in allen seinen Beziehungen und Verzweigungen. Etwa 5 0 0 Fahrzeuge sind in der diesjährigen Ausstellung aufgefahren worden. Limousinen, Cabriolets, Sportwagen, Jnnenlenker, Luxuswagen in der schönsten Ausführung, Omnibusse für 75 Personen, Schnellomnibusse, die später auf den Autobahnen mit einer Fahrgeschwindigkeit von 100 Kilometer werden fahren können, Lieferwagen, Lastwagen, Elektrokarren, Zugmaschinen, Feuerspritzen, Dreiradwagen, Müllwagen und Sprengwagen, Krankenwagen, Geländewagen und Acker-Zugmaschinen, Raupen- und Eilschlepper, vom Leichtmotorrad bis zu den schwersten Rennmaschinen, Fahrzeuge mit den verschiedensten Antriebsstoffen und eine große Anzahl von*Anhängern bieten sich dem Beschauer dar. In mehreren hundert Ständen bringt die Z u b e- Hörteil-Jndustrie wichtige Neuerungen. Den Abschluß bilden die Automobil-Organisationen, Klubs und Fachzeitschriften, die dem Automobilbesitzer in der Unterhaltung seines Fahrzeuges jede mögliche Erleichterung schaffen wollen. menständen gezeigt wird. Bei Adler entzücken -die beiden Frontantriebwagen „Trumpf" und „Trumpf Junior" vor allen Dingen mit weiter verbesserten Karosserien, nachdem diese Konstruktion technisch vollkommen ausgereift ist. Fahrgestell und Karosserie bilden beim Ader Trumpf-Junior eine organische Einheit, der Kastentiefrahmen, welcher vollkommen verwindungssteif ist, ermöglicht im Verein mit den im Vorderteil des Wagens befindlichen Antriebsaggregaten die günstigste Schwerpunktverteilung. Einzeln abgefederte Räder bürgen für Fahrsicherheit und Komfort. Ein großer Nutzraum für Reisegepäck konnte geschaffen werden. Der Adler Trumpf-Junior stellt eine Konstruktion dar, die durch die große Auswahl der lieferbaren Karosserieformen selbst den anspruchvollen Käufer, der über eine kleinere Börse verfügt, zufriedenstellt. Beibehalten ist auch der „Primus"-Starrachser, wobei zu erwähnen ist, daß sowohl dieser wie der „Trumpf" nur noch mit 1,7= Liter-Motor (gegen 1,5 Liter früher) gezeigt wird. Ein verändertes Gesicht hat der „Diplomat" erhalten, der zu den besten Fahrzeugen der repräsentativen Mittelklasse gehört. Die englische Marke Austin beschränkt sich auf den 1,1 Liter und 743 ccm Vierzylinder, von denen der letztere auch in einer wunderschönen Sportausführung vorgeführt wird. Die Auto-Union hat die verschiedenen DKW.-Typen vor allem ausführungsmäßig wesentlich verfeinert und hat grundsätzlich an den Hauptmerkmalen dieser Wagen — bei den 600 und 700 ccm-Modellen am Frontantrieb und bei dem Einliter an der vorderen und Hinteren Schwebeachse — festgehalten. Die Hanomag briygt einen 50-?8-Sportwagen neben ihren andern Fahrzeugen mit 23 PS-, 32 PS- und 50-P8-Sechszylinder-Motor heraus.. In der Abteilung „Nutzfahrzeuge" sieht man die Hano- mag-Diefel-Zugmaschinen, darunter Sattelschlepper, Groß-Zugmaschinen mit geschlossenem Führerhaus, Straßenzugmaschinen für erhöhte Geschwindigkeiten, sechsfach luftbereift, Raupenschlepper mit Schneepflug, Ackerschlepper mit Hochm yrbereifung, Radschlepper mit besonders profilierter Gelände- Der erste Eindruck. Räumlich gesehen ist diese Ausstellung d i e größte, die wir je erlebt haben, denn diesmal ist so ziemlich das gesamte Ausstellungsund Messegelände um den Berliner Funkturm herum der Ausstellung nutzbar gentacht worden. Neun Hallen sind belegt. Damit wird eine das gesamte Kraftfahrwesen umfassende Schau erzielt, die dem Besucher sinnfällig vor Augen führt, welch ungeheuren Faktor die Kraftverkehrswirtschaft in der Gesamtwirtschaft bildet, wie zahlreich die Kanäle sind, die alle irgendwie in das Kraftfahrwesen einmünden. Die diesjährige Ausstellung fällt in eine Zeit, da die autofreundlichen, den Kraftverkehr fördernden Maßnahmen der Reichsregierung voll zur Auswirkung kommen. Noch längst nicht ist allerdings der Motorisierungsprozeß beendet, im Gegenteil: wir befinden uns erst in der Anfangsphase seines Entstehens. In technischer Hinsicht ist man bei den beiden voraufgegangenen Berliner Ausstellungen außerordentlich verwöhnt worden, denn wir wissen noch, wie groß da die Zahl der große , zweckmäßigsten, hintereinander weg das in knappen Zügen aufzuzeigen, was auf den einzelnen Fir- technifchen Neuerungen war, daß es fast kaum einen Stand gab, auf dem nicht bemerkenswerte Neukonstruktionen zu finden gewesen waren. Es ist undenkbar, daß eine so vorwärtsstürmende und umwälzende Entwicklung weiterhin ein solches Tempo vorlegen kann. Während in den beiden voraufgegangenen Jahren eine Vielzahl grundlegend neuer Typen geschaffen worden ist, so darf es weiter nicht wundernehmen, daß diesmal die Ausstellung grundlegende Neuerungen nicht bringt, daß vielmehr fast alle Firmes ihre bewährten Typen und Modelle beibehalten haben. Wenn das gesagt wird, darf man nun nicht glauben, daß sich die Konstrukteure inzwischen zur Ruhe gesetzt haben und alles übrige dem laufenden Band überlassen. Einen derartigen Stillstand in der Technik gibt es nicht! Es dürfte aber selbst dem Fernstehenden verständlich erscheinen, daß kein Anlaß vorliegt, Vollkommenes und Ausgereiftes zu verlassen nur in dem Bestreben, um jeden Preis mit etwas „Neuem" aufzuwarten. Die Tätigkeit der Konstrukteure erstreckte sich in erster Linie darauf, an den bestehenden Typen und Modellen weitere Verfeinerungen und Verbesserungen vorzunehmen, die zwar nicht immer auf den ersten Blick sichtbar sind, sich aber fraglos in der Gesamtheit wesentlich auswirken. Daß daneben- die Konstrukteure aber auch an neuen Typen arbeiten, sei nebenher verraten: im Laufe dieses Jahres wird noch so manches neue Modell das Licht der Welt erblicken. Wir entsinnen uns noch daß einzeln gefederte Räder, korrekte Lenkung, Schwingachsen, Vorderradantrieb und Heckmotor, verwindungsfreier Rahmen die Faktoren waren, die den Automobilbau der letzten Jahre im wesentlichen beherrschten. All diese Dinge stehen heute nicht mehr zur Diskussion Sie sind in den Automobilbau ausgenommen worden und haben sich in den einzelnen Ausführungen aufs Beste bewährt, so daß kein Grund vorliegt, sie etwa wieder zu verlassen. Daß der in Angriff genommene Straßenbau seine Schatten vorauswirft, liegt auf der Hand. Sind erst einmal die Autobahnen in Betrieb, so werden wir durchweg mit ganz anderen Reisegeschwindigkeiten zu rechnen haben als bisher. Um dies zu erzielen, find verschiedentlich die Motoren etwas verstärkt worden, durch Anlehnung an die Stromlinienform sucht man den Luftwiderstand zu vermindern, und schließlich macht sich das Bestreben bemerkbar, ein günstigeres Verhältnis zwischen Motorleistung und Wagengewicht zu erzielen durch Senkung des letzteren, was übrigens in einer Neuausführung des 1,3 Liter Opel um 150 Kilo gelungen fein' soll. Ein typisches Merkmal dieser Ausstellung ist auch das weitere Vordringen der Sportwagen. Nicht allein, daß man etwa die normalen Wagen einfach mit sportlicheren Karosserien versieht; vielmehr ist eine Reihe dieser Wagen auch mit ausgesprochenen Hochleistungsmotoren ausgerüstet. Recht interessant wird eine Neuerscheinung in Gestalt des kleinen Jmperia sein, der nach neuartigen Gesichtspunkten konstruiert und mit einem im Wagenheck untergebrachten 750 ccm Dreizylinder - Zweitakt - Gebläsesternmotor ausgestattet ist. . Mag es vielleicht für manchen eine Enttäuschung sein, daß der zeitweise stark propagierte „V o lks - wagen" auf dieser Ausstellung nicht beschertwird, so darf man nicht vergessen, daß — wenn seine Schaffung überhaupt möglich ist — diese eine lange Entwicklungszeit erfordert und ein solches Fahrzeug nicht aus der Erde gestampft werden kann. Daß die Motorisierung vom Dreiradwagen her nicht kommen wird, haben wir in den beiden letzten Jahren gesehen. Um so mehr nimmt es wunder, daß diesmal in dieser Richtung eine Neuerscheinung präsentiert wird. Auch die Vierrad- Kleinstwagen haben bekanntlich einen relativ geringen Freundeskreis erobern können. Ein neues Wanderer - Modell hat einen auf 2,25 Liter vergrößerten Sechszylinder-Motor erhalten, der übrigens auch jetzt im Audi, diesem mustergültig durchkonstruierten Vorderradantriebswagen, Verwendung findet, der zudem als rassiger Sportzweisitzer geliefert wird. Horch hat sein Produktionsprogramm jetzt allein nur noch auf Achtzylinder abgestellt. Neuerungen bei Horch sind die Einzelaufhängung der Vorderräder, die Doppelgelenk-Hinterachse, ein neuer Tiefrahmen und wesentlich verbesserte Aufbauten. BMW hat den 845 ccm Vier- und 1,5 Liter Sechszylinder beibehalten, dazu gesellt sich ein neuer 2-Liter-Sechszylinder, der nach den gleichen Konstruktionsprinzipien (achslose Vorderradaufhängung und Stahlrohrchassis) gebaut ist und auch als Sportwagen zu haben ist. Aus Äer Tschechoslowakei hat P r a g a den Ein- Liter-„Baby" und den 1,6 Liter „Super Piccolo" geschickt, von denen der erste vorn und hinten Querfedern, der letzte vorn Schwingachsen mit Schraubenfederung und eine Stromlinienkarosserie aufweist. C i t r o ö n zeigt zum ersten Male in Deutsch- Renault ist aus Frankreich mit einer Reihe von Vier-, Sechs- und Achtzylindern gekommen, die die typischen Merkmale des französischen Automobilbaus dartun, der noch immer etwas konservativ ist. Standard hat den bekannten kleinen 500ccm Heckmotorwagen unverändert gelassen. Steyr hat sein Fabrikationsprogramm neben dem 1,4 Liter Vier- und 2 Liter-Sechszylinder jetzt durch Schaffung eines sehr vollendeten 1,9 Liter - Sechszylinders, des „120 Super", in beachtenswerter Weise erweitert. Bei S t o e w e r hat der kleine Dorderraüan« triebswagen einen auf 1,5 Liter vergrößerten Motor erhalten, Fahrgestellrahmen und Hinterfederung sind vom „Greif" übernommen worden. Beide Typen zeigen hübsche Aufbauten. Bleibt noch der so fortschrittliche Tatra „77*, dessen Stromlinienform zu den allerbesten Anführungen zählt, die bisher überhaupt geschaffen worden'sind. Gegen den vorjährigen luftgekühlten In über 1000 Ständen, das ist das Doppelte der Schau des vorigen Jahres, wird in klarer Darstellung alles das zu finden fein, was mit dem Kraftwagen in irgend einem Zusammenhang steht. Dabei war der Veranstalter, der Reichsoerband der deutschen A u t o m o b i l i n duft r i e, bestrebt, eine Ueberladung zu vermeiden, und der Interessent kann sehr schnell aus dem übersichtlich gehaltenen Programmbuch das von ihm Erwünschte herausfinden. Schier erdrückend viel wird in diesem Jahre geboten. In der Ehrenhalle des deutschen Konstrukteurs und Arbeiters wird eine Zusammenstellung von kompletten Motoren, Zubehörteilen und Konstruktionselementen gezeigt, die die Entwicklung im Kraftfahrzeugbau maßgeblich bestimmt haben. Außerdem werden hier die Rennwagen der Auto-Union und der Daimler-Benz- Werke, sowie verschiedene Renn-Motorräder, die im vergangenen Sportjahr Weltrekorde und besondere Höchstleistungen erzielt haben, ausgestellt. In der E h r e n h a l l e ist außerdem die Oberste ■e Verbandes der beiters geda Halle sind för kordeausd auf einer befo historische, Automobilsport IttM/'chen fz mit Xaufenben Sämttidje Weid) von ftrantreidj, ( een, sowie fast sc che R e i ch s - u litr der 66. h der 6A. Luhe, Ley, Reichsjuge, die Reichssta Heeresleitung ®i der Marineleitur des Krastfahrwe nant Lutz, den 1 Lorpmüller Ichen 6trahenw Persönlichkeiten . Der Führ bei seiner Anku | Berlin. 14>8 ! che'nt am D0M Ausstellung^ 1in Aaiserdainm । W nächtlichen Zlladratmeter N ,er Welt tert« ebung weift aus jerten und taufen auf den vielen i idänhe, verstopfei im Nu die großer Die Nummernsch daß sie aus aller ausländischen St jeresse richtet sich, in der der Erc Ne Außenseite \\ versteckt. Herrlich das Innere der , maß von der ei schlagen ist und Schöpfung darstl das Podium für ncrpult Den Hi hang, und ein Hoheitszeichen sc Liese Halle ist des deutsch L°b seiner Frei e i ch s k a n z ^sußen zu kö ^tsache, daß D ^NBenzi forf: Di Vh* Äubilä ift"es™ 'feft । SinSm‘ I ?anuQr 1935 neQ toaLP das S I 8ahre ^hlan Von 3ß nßA^$eul £ a ff L “"5 8- '««c«mSen k. nstrukli 11 n t> f n J1 * »■«bet ?r °°"i-h°ne7w , - Pari»' senden tix\ ’ÄV« ner -i ' deut! I VD U<1 «ners und der lein, begrüßt. Marsches schreit neu ab und u "Krezzzritter-Fa °us dem große, Der Präsident Elulomobilindi ?5s* %!?■ M tl^ jnzelnen ll s*JS Achtzylinder-Motor von 3 Liter Inhalt ist setzt ein solcher von 4 Litern getreten, dessen Unterbringung im Wagenheck verblieben ist. Motorräder, Lastwagen, Omnibusse. Nur sehr gering ist die Zahl der ausstellenden Motorradsirmen, die aber durchweg ganz vollendete Ausführungen zeigen. Auch hier waren einschneidende Neuerungen nicht nötig, vielmehr erstreckten die Konstrukteure ihre Hauptarbeit darauf, weitere Verfeinerungen und Verbesse- NSU 501 TS Block-Motor. 500 ccm, Viertakter, 11 Brems-?S, untengesteuert. rungen vorzunehmen, daneben aber ihre Produktionsskala durch Hinzunahme des einen oder anderen Modells abzurunden. Staunenswert ist vor allen Dingen, in welcher Weise gerade bei den leichteren Maschinen, die vornehmlich Zweitaktmotoren aufweisen, die Leistung gesteigert worden ist. Die Verwendung des Anblockgetriebes mit völlig ge- NSU 601 TS Block-Motor. 600 ccm, Viertakter, 14 Brerns-?S, untengesteuert. kapselter und im Oelbad lausender Motor-Getriebs- Kette ist beinahe schon Gemeingut aller Maschinen geworden. Auffällig auch, wie man vor allen Dingen gute Sportmaschinen geschaffen hat, auch Geländesport - Maschinen, wie besonders bei DKW. und Standard. Die S^IW.-Zweizylindermodelle haben jetzt anstelle der Blattfederung eine Teleskopgabel mit Schraubenfedern erhalten, ebenso durchweg viergängige Getriebe. Zündapp hat zu den 500- und 800-ccm-Kardan- Modellen jetzt auch eine famose 350-ccm-Kardan- Einzylinder-Maschine geschaffen. Neue Modelle sieht man weiter bei A r d i e, V i c t o r i a, S t a n d a r d, NSU., Triumph, DKW., die indes im wesentlichen auf den gleichen Konstruktions-Grundsätzen Zündapp DL 200, Zweitakt-Einzylinder. Doppelsport-Dreistrom-Blockmotor 200 ccm. basieren wie die bisherigen Modelle. Interessant sind auch einige beachtenswerte Neuausführungen von Seitenwagen. Lastwagen und Omnibusse werden heute ganz und gar vom Dieselmotor beherrscht, ja hinunter bis zu den leichten 1,5 Tonnern. Daneben werden aber auch die Bestrebungen deutlicher sichtbar, einheimische Treibstoffe (Holz, Leuchtgas usw.) heranzuziehen, wie auch die Elektrowagen eine neue Auferstehung feiern. Bemerkenswert vor allen Dingen weiter, daß die Geschwindigkeiten der Lastwagen und Omnibusse gegen früher eine beträchtliche Steigerung erfahren haben. Festlicher Empfang bei Dr. Goebbels. Berlin, 13. Febr. (DNB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und Frau Goebbels hatten aus Anlaß der bevorstehenden Eröffnung der Internationalen Automobilausftel- lung 1935 zu einem Empfang ins Reichsmini- fterium für Volksaufklärung und Propaganda geladen. Gegen 23 Uhr erschien der Führer. Die große Anzahl der Gäste gab ein Bild davon, welch große Bedeutung der Internationalen Automobilausstellung 1935 in Berlin als der bisher größten Autoschau der Welt zugemessen wird. Erschienen waren u. a.: Die Neichsminister Darrs, Graf Schwerin von Krosigk, Seldte und Frank, Ches des Stabes der SA. Luge, Reichsführer der SS. Himmler und Reichspressechef Dr. Dietrich, die Staatssekretäre Meißner und Lammers, als Vertreter der Wehrmacht Generalmajor von Reichenau, die Generalleutnants von Witzleben und Lutz, der Korpsführer der NSKK. Hühnlein, Reichssportführer von T s ch a m m e r und O st e n, Dr. Dorp- müller von der Reichsbahn, Reichsinspekteur Dr. Todt, Oberbürgermeister Dr. Sah m, die Präsidenten des Reichsverbandes der deutschen Automobilindustrie Dr. A l l m e r s und Dr. Scholz, ferner Geheimrat Opel, Dr. Maybach, Direktor Kissel, Direktor von Heutig und der Führer der Fachgruppe Automobile Direktor Merlin, die Rennfahrer Bernet, von Brauchitsch, Burggal- ler, Delius und Henne, Generalmusikdirektor Clemens Krauß und die Intendanten Gründ- aens, Rhode, Hilper und Graf Solms, ferner Emil Iannings, Viorica U r f u l e a c, Dorothea Wieck, Lil Dagover, Hans Brausewetter u. a. Ferner waren fast alle Missionschefs mit ihren Damen erschienen. Der Abend bot ein harmonisches Bild deutscher Geselligkeit, die Politik, Kunst und Wirtschaft im Geiste einer gemeinsamen Aufgabe zusammenführte. Preußen. Neuorganisation der Tierzuchtverbände des Kreises Wetzlar. O Wetzlar, 13. Febr. In der „Alten Poft" tagten die vevschiedenen Züchterverbände unseres Kreises. Es galt, die Ueberführung der Verbände in die neuen Züchterorganvsationen vorzunehmen. In der Generalversammlung des Schweine- zuchtvereins Wetzlar, die von dem Vorsitzenden Ant. E n g e l (Hörnsheim) geleitet wurde, wurde zunächst der Kassenbericht für das abgelau- fene Geschäftsjahr erstattet. Landwirtschaftsrat Dr. Tornede (Biedenkopf) sprach über die neue Organisation der Schweinezuchtoerbände in der Landesbauernschaft Hessen-Nassau. Er betonte, daß die verschiedenen Züchtergruppen zusammengefaßt werden sollen. Der Vorsitzende verlas dann einen Beschluß, noch dem der Schweinezuchtverein für den Kreis Wetzlar mit allen feinen Mitgliedern und seinem Vermögen dem neuen Schweinezuchtverband Lahn-Dill an gegliedert werden foll. Der Beschluß wurde einstimmig angenommen. Irn Anschluß daran entwickelte sich eine lebhafte Aussprache über die Eberbeschaffung, Eber-Auktionen, Reihe- Urnhaltung der Eber, über die Zuchtrichtung usw. Die Generalversammlung des Herdbuchver- eins Wetzlar für d as Vogelsberger Rind wurde von Veterinärrat Dr. Zürn geleitet. Kreisausschußfekretär Kunz erstattete den Kassenbericht. Der Kassenbestand beträgt 4000 Mark. Tierzuchtdirektor Dr. Tornede sprach über die Neuorganisation der Herdbuchverbände, die dem Reichsnährstand, hier der Hauptabteilung II der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, unterstehen. Für den hiesigen Bezirk wird ein Herdbuchverband Lahn - Djll gebildet. Die Versammlung beschloß einstimmig die Angliederung an diesen Verband mit ollen Mitgliedern und dem gesamten Vermögen. In einer Aussprache beschäftigte man sich mit der Milchleistungskontrolle, mit der Bezahlung der Milch nach Fettprozenten und der Beschickung der Zuchtvieh.- Auktionen mit weiblichen Zuchttieren. Am Nachmittag hielt unter zahlreicher Beteiligung der Schafzuchtoerband seine Generalversammlung ab, in der zunächst Zuchtwart M ü l - l e r den Kassenbericht erstattete. Dann wies Dr. Tornede (Biedenkopf) darauf hin, daß die Schäfereien und Schafzüchter des hiesigen Bezirks im Schafzucht verbandLahn-Dill zusammengeschlossen feien. Die Generalversammlung beschloß einstimmig die Ueberführung der Mitglieder in diesen neuen Verband. Im Anschluß daran berichtete Dr. Tornede noch über die Ausbildung der Schäfer und über die evtl. Einrichtung von Schäfer- schulen. In einer Aussprache erörterte man die Neu- grün düng von Schäfereien, Bock-Auktionen und die Wollablieferung. Besonders wurde daraus hingewiesen, daß eine Steigerung der deutschen Wollproduktion nicht durch die feindliche Haltung Einzelner verhindert werden dürfe. Die Brandstiftung auf der Frankfurter Zeil. Eine Erklärung des Oberstaatsanwalts. Frankfurt a. M., 13. Febr. (LPD.) Der Oberstaatsanwalt beim Landgericht Frankfurt a. M. teilt mit: „Es ist zu meiner Kenntnis gekommen, daß über die Brandursache und die Täter wilde Gerüchte umlaufen, die ganz offensichtlich den Zweck verfolgen, den Verdacht von den wirklich Schuldigen abzulenken. Der Verdacht gegen die beiden Inhaber der Firma Veit Wohlfahrt, die Kaufleute Julius Kahn und Friedrich Wohlfahrt, ist nach wie vor dringend. Von ihrer Haftentlassung ist tzür keine Rede. Es wird mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, daß diejenigen, die durch böswillige oder fahrlässige Aeußerungen die Untersuchung der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei stören, rücksichtslos für ihr Geschwätz zur Verantwortung gezogen werden. Die Bevölkerung wird gebeten, solche Schwätzer ohne jede Rücksichtnahme der Staatsanwaltschaft bzw. der Kriminalpolizei sofort zur Anzeige zu bringen." Raubüberfall auf einen Viehhändler. Schlüchtern, 13. Febr. (LPD.) Am Dienstag früh wurde im Walde zwischen Ahl und Steinau der Viehhändler Heinrich R e ck e w i tz aus Salmünster in bewußtlosem Zustand aufge- * Devisengenehmigungen bei Ausländsaufenthalten. Die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung weist in einem Runderlaß an die Divisenstellen darauf hin, daß Personen, die sich nur vorübergehend im Ausland aufhalten, z. B. Geschäftsreisende, Monteure usw., devisenrechtlich Inländer bleiben und infolgedessen einer Genehmigung zur Verwendung der ihnen als Lohn, Honorar usw. anfallenden Devisen im Auslande bedürfen. Die Devisenstellen sind angewiesen, Personen, die zu derartigen Zwecken ins Ausland reifen, angemessene Verwendungsmöglichkeiten zu erteilen. Eine Anbletungspflicht besteht für die im Auslande angefallenen Devisen nur insoweit, als sie im Zeitpunkt der Rückkehr noch vorhanden sind. Diese Anbietungspflicht ist spätestens innerhalb einer Woche nach der Rückkehr zu erfüllen. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz: gut behauptet. F ra n f f u r t a. M., 13. Febr. Die Mittagsbörse eröffnete zwar mit wenig Geschäft, zeigte aber allgemein eine gut behauptete Haltung. Auf Teilgebieten wurde das Geschäft bei anziehenden Kursen etwas lebhafter. Von der Kundschaft lagen nur wenig Kaufaufträge vor, auch die Kulisse betätigte sich nicht stärker am Geschäft, zumal Anregungen aus der Wirtschaft nicht Vorlagen. Anderseits machte die ungünstige Entwicklung des deutsch-schweizerischen Außenhandels kaum einen Eindruck. Am Aktienmarkt zeigte sich besonders für Montanaktien aus dem Revier etwas Nachfrage. Gefragt waren vor allem Gelsenkirchen mit 70,90 bis 72 (70,50), ferner Stahlverein mit 46,90 bis 47,25 (46,50), Phönix mit 56 bis 56,50 (55,75). Höher lagen außerdem Rheinstahl (plus 0,90 o. H.), Mannesmann (plus 0,75 v. H.) und Rhein. Braunkohlen (plus 1 v. H.). Harpener mit 99,50 (100) und Mansfelder (— 0,13 v. H.) waren nur knapp gehalten. Etwas beachtet waren auch wieder Zellstoffpapiere, Aschaffenburg 75,75 (75,25), Waldhof 52 (51,75). Der Elektromarkt lag ruhig und uneinheitlich. Licht & Kraft und Mainkraft erhöhten sich bis 0,50 v. H., während AEG. und Schuckert je 0,40 o. H. und Siemens 0,75 v. H. nachgaben. Von lokalen Papieren eröffneten IG. Farben mit 143 (143,25), bann 143,25—143, Scheideanstalt waren zu 206 (204,50) gesucht und Metallgesellschaft gewannen 0,65 v. H. Matt lagen Deutsche Erdöl mit 101 (103). Verkehrs- und Schiffahrtsaktien konnten sich nur knapp behaupten. Fester eröffneten noch u. a. Reichsbankanteile mit 165,50 (164,75), Bank für Brauindustrie mit 113 (112) und dement Heidelberg mit 113 (112,75). Daimler Motor, Moenus Maschinen, Westdeutsche Kaufhof gaben bis 0,40 v. H., Kunstseide AKU. um 0,75 v. H. nach. Am Rentenmarkt war die Haltung ebenfalls reundlicher. Etwas höher lagen Altbesitz mit 112 (111,90), späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97,13 (96,90), Zinsvergütungsscheine mit 89,90 (89,75), auch Kommunal-Umschuldung zogen um 0,10 v. H. an. Von Auslandsrenten blieben Mexikaner behauptet. e In der zweiten Börsenstunde war das Geschäft weiter klein, auch in Montanpapieren wurde die Umsatztätigkeit bei gut behaupteten Kursen wesentlich ruhiger. Im allgemeinen blieben die Anfangskurse unverändert. Etwas niedriger waren nochmals Moenus Maschinen und Kunstseide AKU. Die päter zur Notiz gekommenen Kurse konnten sich behaupten, Felten lagen 0,75 v. H. niedriger. Der Kassamarkt wies im ganzen stille Haltung auf. Am Rentenmarkt vermochten sich späte Reichs- chuldbuchforderungen, Zinsvergütungsscheine und Kommunal-Umschuldung nochmals um je 0,13 v. H. zu erhöhen. In Reichsmark-Anleihen aus umgetauschten Dollar-Bonds entwickelten sich bei unveränderten Kursen etwas lebhaftere Umsätze. Der 'Tfanbbriefmartt bewahrte' im großen und ganzen eine behauptete Haltung. Stadtanleihen waren eher gefragt und teilweise bis 0,50 v. H. höher. Staatsrenten lagen still. Mexikanische Anleihen bröckelten im. Verlauf eher leicht ab, Anatolier Eisenbahn gingen auf 34,50 (35,90) zurück. funben. Er wies schwere Ko pfverletzungen auf, bie ihm mit einem harten Gegenstand beigebracht worben sinb. In ber Nähe sand man das Fahrrad und die leere Brieftasche des Verletzten. Die durch die Gendarmerie eingeleitete Un- tersuchung ergab, daß Reckewitz nach Schlüchtern fahren wollte, um auf dem Viehmarkt Käufe zu tätigen. Zu diesem Zweck hatte er eine größere Geldsumme bei sich, die 1 2 0 0 b i s 16 00 Mark betragen haben soll. Es handelt sich zweifellos um einen vorbereiteten Ueberfall, da den Tätern der Reisezweck und die Verhältnisse des Ueberf-allenen bekannt gewesen sein müssen. Der Ueberfaüene wurde nach Salmünster ins Krankenhaus gebracht, wo er erst am Abend wieder zu sich kam. Die weitere Untersuchung ist noch in vollem Gange. Im Freioerkehr lagen Pokorny mit 96,25 (93) und NSU. mit 22 (20,50) fest. Tagesgeld war zu 3 v. H. (2,90) etwas gesucht. Abendbörse behauptet. Bei kleinem Geschäft verkehrte die Abendbörse in ruhiger Haltung. Die Zurückhaltung der Kundschaft und Kulisse hielt an. Gegen den Berliner Schluß war die Kursentwicklung nicht ganz einheitlich, doch ergaben sich nirgends stärkere Veränderungen. Etwas schwächer lagen noch IG. Farben und Kunstseide AKU., dagegen waren Montan- werte wieder leicht gefragt, auch AG. für Verkehr, Feinmechanik Setter und Hanfwerke Füssen zogen etwas an. Don Bankaktien erhöhten sich Berliner Handelsgesellschaft auf 115 (114,50), Commerzbank gingen auf 83,50 (84) zurück. Für Heidelberger Straßenbahn soll morgen auf Basis von 12 (zuletzt 15 v. H.) eine Notiz versucht werden. Der Rentenmarkt lag bei gut behaupteten Kursen geschäftslos, Reichsschuldbuchforderungen später Fälligkeiten waren mit 97,25 noch leicht erhöht. Schweizer Bahnanleihen lagen weiter schwach, vierprozentige 157,50 (160), 3,50proz. zirka 147,50 (149). Lissaboner Stadtanleihen waren noch um 1 v. H. über Berlin mit 53 (49,25) fest. U. a. notierten: 5,50proz. Pounganleihe 102, Altbesitz 112,13, 7proz. Stahlverein 97,40, 6proz. Stadt Mainz v. 28 90,90, 6proz. Frkft. Hyp. Bank Gold R 0,25 96, 5,50proz. Rhein. Hyp. Liquid. 99,50, Lissaboner Stadtanleihe 53, Adea 74, BHG. 115, Commerzbank 83,50, DD-Bank 84,25, Dresdner Bank 84,25, Gelsenkirchen 71,65, Harpener 99,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. Febr. Am heutigen Getreidegroßmarkt war die Marktlage gegenüber Montag unverändert. Trotz des wesentlich stiller gewordenen Weizenmehlgeschäfts nahmen die Mühlen das vorliegende Angebot in Weizen zu Festpreisen auf, wogegen Roggen angesichts des fortdauernden schwachen Mehlabsatzes vernachlässigt blieb. Futtermittel blieben bei unzureichendem Angebot stark gefragt. Das Gerstengeschäft lag abwartend. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W IX 206,50, W XIII 210,50, W XVI 214,50, Roggen R IX 166,50, R XIII 170,50, R XV 174,50, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 168,50, G XI 171,50, G XII 173,50, Hafer H XIII 166,50, H XIV 168,50, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Wasseroerladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200.—, Weizenmehl W XIII 27,50 w XVI 27,95, Roggenmehl R XIII 23,60, R XV 24,00, alles plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,00, Weizenfuttermehl 13,00, Weizenkleie W XIII 10,73, W XVI 10,95, Roqqenkle.e R XIII 9,99, R XV 10,23, alles Mühlenfestpreise ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen - Nassau fallen. Soyaschrot mit Monopolzuschlag 13,00, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50, alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber —, Trockenschnitzel 9,62 bis 10,02, Heu 10,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 5,00 bis 5,40 Mark. Schweinemarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 13. Febr. Auf dem heutigen Schweinemarkt wurden folgende Preise bezahlt: Bis 6 Wochen alte Tiere 12 bis 16 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 16 bis 20 Mark, 8 bis 12 Wochen alte Tiere 20 bis 25 Mark. Der Auftrieb von 346 Jungtieren wurde restlos abgesetzt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Februar. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 34 Rinder (21 Ochsen, 4 Bullen, 5 Kühe, 4 Färsen), 1060 Kälber, 286 Schafe, 382 Schweine. Es kosteten: Kälber 24 bis 48 Mark, Hämmel 33 bis 37, Schafe 20 bis 35, Schweine 46 bis 53 Mark. — Marktverkauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine ruhig. Wirtschaft Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL Schluß- A'>uß' fürs fürs börse 12.2 Datum 35.9 31.75 31.5 33.9 I ®. Farben-Jnvustrte Scheideanstall........ 143.4 0] 84 84.75 0 127 0 Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Berlin, 1Z.Februar 91 I 91.25 39.75 39.65 102.13 100.65 143.5 143.5 145.25 11.65 34-65 Die hinter den Schluß- turs 52-75 128.5 0 o 0 0 0 115 83-5 31.5 28.75 71.13 99.25 87-65 4.65 7.25 4.05 34-4 85.25 85.25 164.75 i 91-75 101 71-65 99-5 84.25 84.25 165.5 4 5 7.13 4.13 35-13 84.25 84.25 165-5 31.4 29 52.9 127.5 92.5 104-9 95.5 103 51.75 117 51-9 75.75 127.13 52.13 128.75 83-5 39-65 197 91 25 103 70.5 100 34 86.5 115 84-5 33.75 86.65 114.75 83.75 122 87 . 0 . 0 . 0 . 7 . 0 0 . 0 . 0 ,10 0 , 0 143.25 204.5 92-75 105 95.25 Schluß« Iura Goldschmidt .... Rütgerswerke ... Metallgciellschast. 30.65 141 107 119.5 86 115 30.75 141 107.75 119.25 86.75 114 51.4 118 52 75.25 56.5 206 96.75 47 12.5 105 105 153 30.75 140.9 107 119.5 86-9 114.75 110 100.5 145 55.75 205 96.13 46.5 12.65 108.13 108 154 142-65 206 93 103-5 95.5 30.65 141-25 107.5 11925 86 5 114.75 111 99.75 146 119 122 86.5 Ö.6 100 146.5 119-5 34.5 ! 86.5 ' 115 84-5 103 53.9 118.5 52-25 75 127.75 52-65 128 83,25 39.9 198 85-75 85.25 165.25 27 125 8.1 7-7 27-5 1-25 8 7.75 7.7 11.4 8 7.65 7.8 11.75 93-25 103.65 95-9 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische SUberrente *% Ungarische Goldrenre 4% Ungarische Staatürente v. 1910 4y2% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdaübahn-Anleihe Hecke t.............. A.E.G. Bekula Hamburg-Amerika-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschiff........... Norddeutscher Llond A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz- und Privat-Bank ... Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft Dresdner Bank Reichsbank ...... 1 Gritzner Mainkraftwerle Höchst a.M.. Süddeutscher Zucker ...... Mansfelder Bergbau .. Kokswerke .......... Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Vereinigte Stahlwerke. Ltavi Minen Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwecke Salzdetfurth 4-05 34.5 .. o .. <> .. 0 . 10 .. (' 0 .. 0 .. 5 5 ?'/- 27 1.2 7.9 7.75 7.8 11.4 Elektr. Lieferungsgesellsch'aft''' 6 Licht und Kraft Felten & Guilleaume 123 86.75 76.75 I_____Geld Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. n angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Beinberg........... Zellstoff Waldhos .... Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ....... Daimler Motoren . ... Deutsche Linoleum ... Lrenstetn L Koppel .. Leonhard Tietz ...... Cbade Acrumulatoren-Fabrik Conti-Gummt Gesellsch.f.Eiektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 5 Schuckert L Eo............... 5 Siemens L Halske 7 Lahmeyer L