185. Zahrgang Montag, Des Saarlands Bekenntnis zu Volk und Reich a, 8 Uhr aus Saarbrücken das 21 b ft im- fremder neten Soldaten besetzt, Truppen 5 »ft s 5 Kommerzienrat Röchling, der bekannte saarländische Wirtschaftssührer, gibt seine Stimme ab. 4 8 3 5 D 2 0 er d 9 C -t n 5* des Führers und Reichskanzlers und wird dem deutschen Volke und seinem Führer das Ergebnis melden. Angesichts des großen geschichtlichen Augenblicks versammelt sich das deutsche Volk zum Gemeiuschaftsempsang sprechern. C3 o 2 A v 2 & P S - P 3 3 -■ o 3 3 o 14.3anuar W35 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' 9Ubr des Vormittags Grnndpreite für \ mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- an'eigen von70mmBreite 60 Rpf..Platzvorschrift oder schwieriger 2atz 25" „ mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-., Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf.,Familienainei» gen, Bäder , Unterrichts- il behördlicheAnzeigcnbRps. Mengenabschlüsse Staffel B besucht und ihr Vaterunser für den Sieg der deutschen Sache gesprochen hatten. Ohne $ a ft u n b j Länder, und sie kümmerten sich nicht darum, gingen achtlos an ihnen vorüber. Sie wußten: dies war der letzte Tag. An diesem letzten Tag war ihre größte Ehre, still und schweigend zu tun, was ihnen ihr Blut und ihr Herz geboten, und sie sind dieser Stimme des Innern gefolgt, treu und selbstlos. Am Abend wurde bekannt, daß die französische & C ’S» E c ... Postscheckkonto: _ Kroniftin am wai.. 11636 Druck und Verlag: Vrühl'sche Untverfiiats buch- und Steinbrudcrci «.Lange in Gießen. Schristle tung unö Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Der riesige Andrang vor den Stimmlokalen: Ein drastisches Plakat mahnt die Abstimmungsberechtigten zur Disziplin. ■c D 2 « den Cauf- HZ il f d 2 # ss ■ft 3 5. Sä 3 2 Der Weg der Pflicht. Drahidet icht unteres ins Saargediet entsandten W.v L.-SnndeibelilDterstattssr Saarbrücken, 13. Januar 1935. Das Saarvolk ist auf dem Wege heim ins Reich. Am frühen Sonntagmorgen begann der letzte große Aufbruch. Fünfzehn Jahre hindurch haben die 800 000 deutschen Menschen an der Saar ihre Zeitrechnung nach diesem Tage ausgerichtet, und nun ist er gekommen. Es war kein glanzvoller, rauschender Tag. Es war ein sehr stiller Tag voll verhaltener Kraft und voll viel ungesprochener Worte. Es wehten keine Fahnen in den Straßen, keine Musik dröhnte auf, k->ine Heilrufe erklangen. Es war der Tag des großen Schweigens, an dem dies unübersehbare Heer deut- scber Menschen durch die Straßen und Gassen sich wälzte, die Straßenbahnen, die Autobube und die Kraftwagen überfüllte. Aber aus dem Bild dieser Städte und Dörfer sprach doch eindringlich die große Kraft und Inbrunst, aus der überwältigend in dieser Grenze bei Forbach auch für Saarländer mit dem roten Paß, die sonst immer ungehindert passieren konnten, gesperrt worden war. Das heißt, daß man drüben ganz offensichtlich die Folgerungen bereits gezogen hat. Wenn nach Bekanntgabe des Stimmenergebnisses der Saarbevoll- mächttge B ü r ck e l im Rundfunk sprechen wird, dann werden die Glocken über das Land schwingen, dann werden die Fahnen wieder flattern, bann werden Ju^-l und Begeisterung über dem Lande sein, und au lien, ber mit einer Babewanne für die Nacht zufrieden fein wollte. Er brauchte es nicht zu fein. Trotz ber späten Stunbe finb alle nod) unter» gebracht worben. 1500 Betten waren m Saarbrücken noch frei, obwohl bie Einwohnerschaft innerhalb ein-r Woche runb 11000 Schlafgelegenheiten 3ur Verfügung gestellt hat. Am Sonntagnachmittag kam auch noch'bie Frau aus Schanghai an, bie erst, ba gegen ihre Abstimmungsberechti- gunq Einspruch erhoben worben war, bas wchill nach Deutschlanb verpaßt hatte, bann in Sibirien zwei Tage eingeschneit gewesen unb erft toonn- tag morgen in Berlin angekommen war. Mit einem Sonbersluqzeug würbe sie nach Saarbrücken gebracht, mit besonberer Erlaubnis der Regierungs- bftimmungsräume sich befanden und stimmen ab. ‘ |m Anschluß an die Verkündung des Abstimmungs- uÄ-n 'İsch.n7n^w7hren^nd E Ä I ”9* fptW ber 5 aa 16et>oHm ä11g t e Der Tag der Entscheidung. Das Saarland tut schweigend seine Pflicht. Saarbrücken, 13. Jan. (DNB.) Die weltgeschichtliche Entscheidungsstunde der deutschen Saar ist angebrochen. Deut|che Menschen von nah unb fern sind herbeigeeilt, um im umstrittenen Deutsch- land-Grenzgau heute ihr freudiges Bekenntnis zu Volkstum und Vaterland abzulegen. Trübe Dämmerung lag noch über den verschneiten Ortschaften des Saartzebiets, als heute morgen um 8.30 Uhr allerorts in 860 Wahllokalen bie Eröffnung ber Volksabstimmung im Saargebiet burch bie neutralen Dorfitzenben ber Wahlbüros feierlich erklärt würbe. Enblose Menschenreihen bewegen sich burch alle Stäbte unb Dörfer. Jeben brängt es, m ö g l i ch st b a I b seine Stimme abzugeven. Ein schweigender Strom von Abstimmungsberechtigten burchzieht bie Straßen. Die Gesichter ber pilgernben Menschenmassen spie» aeln fröhliche Zuversicht, aber auch bas Bewußtsein bes Ernstes ber Stunbe roiber. lieber- all mihnen bie Schilder ber Deutschen Front „H a l- tet Disziplin — tut schweigenb eure Pflich t", reben jebem einbringlich ins Gewissen, heute sein Bekenntnis zu Deutschlanb nur burch bie stumme Tat abzulegen. Es herrscht seit ben frühen Morgenstunben ein ungewöhnlich starker Auto- und Straßenbahnverkehr. Unermüdlich schleppen .Rote- Kreuz-Wagen gebrechliche und alte Menschen herbei. Man sieht Leute, bie kilometerweit von ihren Angehörigen in Rollwagen zu ihrem Abstimmungslokal gefahren werden. Da die Bevölkerung Saarbrückens alphabetisch über die 140 Wahllokale der Stadt verteilt ist, haben viele Leute einen kilometerweiten Anmarsch von einem Ende der Stadt bis zum anderen. Die Wahlhandlung. In stühester Morgenstunde im Saarbrücker Stadtteil S t Arnual, wo mehr als zwei Wal)llokale ausschließlich für 1431 Saarbrücker Abstimmungsberechtigten namens Müller reserviert sind: Zn einem kleinen Raum sitzt der holländische Vorsitzende, umgeben von feinen vier Beisitzern, je zwei Mitgliedern der Deutschen Front und ber Rück- glieberungsgegner. Ehe bie Abstimmungsberechtigten selbst zugelassen werben, wirft ber Vorsitzende zunächst die auf sein Wahllokal entfallenden Stimmen der Vorab st immung vom 7. unb 8. Zanuar in die Wahlurne, nachdem er die zweiten, äußeren Umschläge entfernt hat. Dann erst beginnt die eigentliche Abstimmung bes heutigen Tages. Einzeln treten bie Hunberte von Müller vor, zeigen ihre Pässe unb Stimmausweise; ber Dorsitzenbe verliest mit lauter Stimme Namen unb Personalien, bie Beisitzenben kontrollieren in ben Abstimmungslisten, welcher Johann Müller ober welche Maria Müller nunmehr an ber Reihe ist, ob ber Betreffend orbnungsmäßig eingetragen würbe. Der Abstimmungsberechtigte bekommt so- bann feinen Stimmzettel unb ben Um- schlag ausgehänbigt, begibt sich in bie Isolierzelle, um nach wenigen Sekunben bem Vorsitzenben ben verschlossenen Umschlag mit ber von i h m getroffenen Wahl zu übergeben, der ihn in Empfang nimmt und in bie Urne roirft Anschließend wird der Stimmausweis ungültig gestempelt, zu den Akten des Wahllokahls genommen, der Paß des Abstimmungsberechtigten ebenfalls mit einem Stempel versehen und dem Abstimmungsberechtigten wieder ausgehändigt. Alles vollzieht sich in größtem Schweigen Aus abschreckenden Beispielen kennt jeder die Gefahr, die die geringste Willensäußerung mit sich bringen könnte. Im Lokal selbst sorgen Feuerwehrleute als Hilfspolizisten für Ruhe unb Orbnung. Rote-Kreuz- schwestern unb Samariter bemühen sich, baß alte unb gebrechliche Leute bevorzugt behanbelt werden ober zum minbeften nicht allzu lange stehen müssen. Zu einem tragischen Vorfall kam es in Haustabt, wo eine ältere Frau beim Aussteigen aus bem Waaen einen Blutsturz erlitt, aber trotzbem versuchte, sich mit letzter Energie ins Wahllokal bringen zu lassen. Kurz vor ber Wahlhandlung ist bie Frau aber verschieben. Aus allen D^fen bes Saaraebietes wirb berichtet, mit welcher Aufopferung sich gerabe alte unb gebrechliche Leute auf ben Weg machen, um ihre Stimme für Deutschlanb abzugeben. So wirb aus ©aarbrürf-’n gemeldet, baß eine am anberen Enbe ber S^abt mnt'rrnho Fra" -'s sich trab t h r t> r 9 5 r e nicht nehmen ließ, in ber Turnhalle in Mah'statt ihre Stimme abzugeben, obwohl aerobe dort ein bffonbers starker Anbranq zur Wahl Herrschte. Kreuz und quer durchs Saarland. Der Wahltag prägte bem Saargebiet schon in ben allerfrühesten Morgenstunben fein Gesicht auf. Ueberall in ben Orten sah man Orbner ber Deutschen Front unb große Mengen von Automobilen mit bem weisiblauen Schilb „Motor- bienft". Die Bezeichnung ..Deutsche Front", bie sich gleichfalls auf biefen Schilbern befanb, mußte entfernt werben; aber auch so wußte ieber, baß es sich hier um bie hilfsbereiten beulschb->wußten Autofahrer bes Saargebietes hanbelte. Da bie Abstimmungsbestimmungen vorsehen, baß jeber an bem Ort abstimmen muß, an bem er am Stichtag im Jahre 1919 wohnte, erlebte man es, baß ganze Familien nach ben verschieben- sten Orten unterwegs finb. Da treffen wir auf eine Saarbrücker B^amtenfamilie: ber Mcmn muß nach Merzig, die Frau nach St. Wendel und r ?2 a = nr.1l Erstes Blatt Erfcheini täglich, autzei Sonntags unb Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Eie euer Familienbiatier Heimat m Bild Die Scholle Monats-Vezugsprets: Mil 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte „ > 80 Zustellgebühr „ -.25 Auch bei Nichtericke nen von einzelnen Nummern infolge ^höherer Gewalt >ernsnrechanschlüfle unter Sammelnummer 2251 Anichrist !ür Drahtnach- richten Anzeiger Gießen stillen, schlichten Größe das Bekenntnis zur Heimat wuchs. Wohin auch immer die rasche führte, 'überall ^aren" die''6ä^er"°mit'ÄrIandenb I ö'w u' '^inBörfer^mo,ihre mUNgsugeb ni des 13.3onuat. UnmiWelbat mit Blumen, mit bunten Bändern geschmückt, und , 2Ibr* " A Ä' " ' *•-- •**-«»......- die Fahnenmasten streckten sich nicht leer aus den Fenstern, sondern trugen, frisch im leichten Winde an y' >^5 In dem Saal der „Wartburg" ist alles schon Tische stehen verlassen da, auf jedem befinden sich drei Behälter, um die Stimmen der Urnen zu sortieren. Die Galerien für die Zuschauer und die Presse sowie die Tribüne für die Abstimmungskommission sind eingerichtet. Die Tonfilmapparate sind schon aufgebaut. Die Urnen werden vorläufig im Keller der „W artburg" aufbewahrt und dort unter besonders strengen polizeilichen Schutz gestellt. Absperrungen sind getroffen, um die Neugierigen von der „Wartburg" fernzuhalten. Nur mit besonderem Ausweis darf man sich au das Zähllokal heranwagen. Der Eintritt in das Allerheiligste selbst ist nur wenigen Bevorzugten gestattet. Englische Soldaten bewachen mit aufgepflanztem Seitengewehr den Eingang und machen nur Platz, wenn ein neuer Lastwagen in den Hof rollen will. Hochgestellten Mitgliedern der Abstimmungskommission und dem Militär kann gleichfalls nicht der Eintritt verwehrt werden. Ueber die norwegischen Sender sang am Sonntagabend die Gattin des norwegischen Saarpolizeikommandanten Sie, eine hervorragende und sehr bekannte skandinavische Sängerin, Lieder von der Saar. Frau Lie weilte bis vor kurzer Zeit im Saargebiet und hat sich hier mit dem saarländischen Volksliederschatz vertraut gemacht, den sie am Entscheidungstag der Saar am Sonntag über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus im Rundfunk zu Gehör brachte. schlugen die Kommunisten auf das Straßenpublikum ein. Das Publikum wehrte sich kräftig, und es kam zu einer Schlägerei. Polizeibeamte trieben mit dem Gummiknüppel die Ansammlung auseinander. Die Kommunisten fluteten hastig in die dunklen Seitenstraßen. Matz Braun hat als geschlagener Feldherr nach verlorener Schlacht am Sonntagabend die Auslandspreise eingeladen. Er hat sich heftig beklagt über den „Terror" der Deutschen Front. Es werde eine Eingabe an d.e n Völkerbund erfolgen, weil die Völkerbundsinstanzen im Saargebiet versagt hätten. Sie hätten das Militär gegen die Deutsche Front einsetzen müssen. Die Wahlen seien.roeter frei noch unbeeinflußt noch geheim gewesen. Ein schwerer Vorwurf gegen die große Zahl der Neutralen, die diese Wahl durchgeführt haben. Saarbrücken, 13. Ian. (DNB.) Die Kommunisten und Separatisten haben abends, nachdem ihnen klar geworden ist, daß sie nichts mehr zu gewinnen haben, versucht, durch Terror noch irgend etwas für sich zu erreichen. Schon am Nachmittag hatte vor der Wohnung des Herrn He im bürg er, des Direktors des Innern, ein reger Verkehr geherrscht. In der Dämmerung wurde dann gegen das Verkehrsbüro der Deutschen Front in Neunkirchen eine Bombe geworfen. Durch ein Fenster wurde eine mit Sprengstoff gefüllte Staufferbüchse geschleudert, die beim Aufschlagen explodierte und die Dielen aufriß. Ein Mann wurde am Kinn leicht verletzt. Der Täter wurde bis in den Kohlwald verfolgt, doch gelang es ihm, in der Dunkelheit zu entkommen. Sofort nach dem Bombenanschlag versammelte sich gegenüber der Kreisleitung der Deutschen Front eine Rotte Einheitssrontler, die eine H a - kenkreuzfahne verbrannte. Die Polizei mußte die Demonstranten mit Gewalt zerstreuen. Nach 21 Uhr versuchten die Kommunisten in Saarbrücken einen Demo n'st rationszug zu- standezubringen, der aber infolge der zahlenmäßigen Unbedeutendheit der Separatisten scheiterte. Nur elwa 150 Menschen (!) zogen trotz des Demonstrationsverbotes unter dem Gegröhl der Internationale die Bahnhofstraße entlang, bis an der Ecke Friedrich-Ebertstraße das Publikum in lautes Gelächter ausbrach. Daraufhin Mittelpunkten der Eisenindustrie im Saargebiet, erleuchtet. Aber auch dieser festliche Schmuck hält die Bewohner nicht davon ab, der Parole der Deutschen Front folgend, Sonntag abend soviel wie möglich zu Hause zu bleiben. Lastwagen mit Urnen durchrollen die Straßen. Von Merzig kommen die S ch w e d en mit ihren Lastwagen, von Dillingen und Saarlouis die Italiener — Maschinengewehre als Sicherheitsmaßnahme gegen eine nicht vorhandene Menge gerichtet. Man sieht Leute in den Straßen, die treuen Wächter der Wahllokale. Ein eindeutiger Beweis des ruhigen Verlaufes des Abstimmungstages ist der völlig eingesch'neite Bereitschaftswagen der Saarbrücker Polizei, der geduldig stundenlang vor einem Polizeirevier wartete und glücklicherweise bisher nicht eingesetzt zu werden brauchte. Auf der verkehrsreichen Eisenbahnstrecke Saarbrücken — Mettlach — Trier rollen Sonderzüge auf Sonderzüge, die die Abstimmungsberechtigten ins Reich zurückbefördern. M'kkMenMpEeme. Lc>n £)r. O. Wingen, Obeirecu'erungsrat beim Saarbevollmä'chiigten des Michsianzlers. Wenn diese Zeilen erscheinen, ist die Saarab« stimmung vorbei. Ihr Ergebnis kann nicht zwei- felhaft sein, auch wenn es im Augenblick zahlenmäßig noch nicht feststeht. Es wird dann die Aufgabe des feit dem 11. in Genf versammelten Völker- mik Ausnahme dieser beiden Punkte fast überall menschenleer, vor dem Gebäude der „Wartburg" hatte sich eine Reihe von Menschen eingefunden, die das Eintreffen des ersten Urnentransporkes aus dem Lande mit großem Interesse erwartet.' Ebenso sah man eine Fülle von Photographen und Filmoperakeuren, die unter reichlicher Verwendung von Magnesium- licht filmten, was zu filmen war. Das Publikum spielte gerne mit und demonstrierte eindeutig seine Haltung, indem es den rechten Arm hob. Die Urnen wurden auf dem Hof der Wartburg entladen und zunächst in den Keller gebracht, von wo aus sie dann nach Bürgermeistereien und Kreisen geordnet an die einzelne n Zähltische gebracht werden. Das Gebäude des Evangelischen Gemeindehauses, die „Wartburg" ist hermetisch ab gesperrt. Man wird nach Waffen, Zigaretten und Zigarren durchsucht, von Kopf bis Fuß abgetastet, muß außer den Presseausweisen der Regierungskommission und der Abstimmungskommission noch einen Paß vorzeigen und ferner im Besitze eines gelben Nummernschildes sein. Die weiteren Transporte vom Güterbahnhof zum Haus der Wartburg gehen etwas weniger umständlich vor sich. Man läßt die Autobusse in kleineren Kolonnen abfahren, um längeres Warten zu vermeiden. Bis morgens gegen 5 Uhr waren alle vier Sonderzüge einge- troffen, entladen und die Urnen zur Wartburg gebracht. Sie befinden sich dort weiterhin unter Bewachung des englischen Militärs. Am Montag 17 Uhr wird nun die Zählung beginnen, deren Ergebnis eigentlich für jeden Saarländer im Prinzip schon feststeht, mag es auch vielleicht um wenige Tausend nach oben oder unten schwanken. Saarbrücken, 14. Ian. (DNB. Funkspruch.) Der nächtliche Transport der an vier Stellen ge- ammelten Wahlurnen aus den an entfernter gelegene Kn-'is"n durch Sonderzüqe war mit einer gewissen Mystik und Geheimnistuerei umgeben. Draußen am Güterbahnhof in Saarbrücken sind d i e breiten Gittertore fest g e - schlossen. Anordnung durch englische Kommandos: Es darf niemand ohne jede Ausnahme herein in den Güterbahnhof. Unterwegs schon an den Brücken und auf cken Straßen sieht man überall berittene Polizei, die die Straßen bewacht. Dazu hier und da Kriminalbeamte. Fährt man am Gü- terbahnhof entlang, dann entdeckt man plötzlich bei einer weiteren Einfahrt große dreiachsige Gelände- Lastwagen der englischen Truppe. Also hier werden die Urnen aus den Zügen in die L a st - wagen umgeladen. Der ganze Güterbahnhof ist mit englischem Militär besetzt. Schließlich läuft um 2.08 Uhr der erfte Sonderzug, bestehend aus vier Packwagen mit den Urnen und je vorn und hinten einem Personenwagen mit dem militärischen Begleitkoinmando ein. Die Urnen werden in neun Geländelastkraftwagen umgeladen, in denen außer den englischen Posten auch die Begleiter der politischen Organisationen Platz nehmen. Ein großer Lastkraftwagen voll M'litär setzt sich an die Spitze, ein zweiter an das Ende, und dann beginnt der erste Urnenkransport durch die Stadt mit einer gewissen Feierlichkeit und einem Eifer, über den der Zuschauer zuweilen ekwas lächeln muß. Das sehr spärliche Publikum aber erkennt voll und ganz an, daß die englische Truppe sich einer- tadellosen Haltung befleißigt und den Urnenkransport mit peinlicher Korrektheit vornimmt. Die Straßen zwischen dem Güterbahnhof und der „Wartburg" sind Ueberall ruhiger Verlauf der Wahl. Die Saarländer halten größte Disziplin. Sämtliche Orte waren überwältigend schön geschmückt. Ob Warndt, ob Gau. ob Blies-, ob Primstal, ob St. Wendel, ob Merzig, überall Zogen sich vom Ortseingang zum Ortsausgang links und rechts der Straße ununterbrochen Tannengirlanden, die. entweder die Bäume der Dorf- straße miteinander verbanden oder an besonderen Pfählen angebracht waren. Große Ehrenpfor- t e n waren errichtet. An den Fahnenstangen, die man größtenteils schwarzweißrot gestrichen halte, waren Sträuße und Kränze angebracht. In Kirkel äußerte ein Mann: „Die hawwe wohl vor Freud, daß sie Hamm kenne nach Deutschland, de ganze Wald usgeräumt"; denn sämtliche Straßen waren mit jungen Tannenbäumchen umsäumt. Die Gottesdienste derjenigen Pfarrer, die als deutschbewußt bekannt sind, waren überfüllt. So standen z.B. in Wehrden, wo der bekannte Pfarrer Wilhelm, einer der beliebtesten und deutschbewußten katholischen Geistlichen des Saargebietes predigte, die Menschen bis vor der Kirchentür. Im Warndt und im Gau war der Wahlvorgang schon mittags erledigt. Hier in besonders bedrohtem Grenzgebiet ist auch das Deutschbewußtsein besonders groß. Man hat den harten knorrigen Bauern aus dem Gau ihr Kamvfblatt, den „Wächter aus dem Kau", verboten, aber sie selbst halten nun die Wacht, denn sie wissen genau, daß ihre Hohen für manche Strategen jenseits der Grenze eine nicht unwesentliche militärische Bedeutung haben. Sie legen aber keinen Wert darauf, ihre Felder für Festungsbetonklötze herzugeben und aus ihren schönen Bauerndörfern Kasernen machen zu lassey. Da steht man nun auf der beherrschenden Höhe und schaut weit hinein in die übersonnte weite Schneelandschaft. Neben uns steht ein junges Bauernmädel, versunken in die Schönheit ihrer Heimat und summt: „O Heimat, wie bi ft du so schön". In Naßweiler fragen wir nach der Bedeutung der Separatisten in diesem Grenzort, und uns wird zur Antwort: „Dovun gebt's nur zwei bei uns." Die fremden Truppen hielten sich überall zurück. Lediglich in Saarlouis standen zwei Lastautos mit Italienern im Stahlhelm alarmbereit, und in St. Wendel sah man zwei englische Panzerwagen auf der Straße, sonst war wenig von den Truppen zu bemerken. Ausländische Journalisten, die gemeinsam mit deutschen eine Rundfahrt durch das Saargebiet unternommen hatten, waren überrascht von der außerordent - lichen Disziplin. Ein Ausländer äußerte: „Noch nie haben mir eine derartige Disziplin gesehen und eine derartige Organisation. Die Deutschen sind das disziplinierteste und organisatorisch begabeste, Volk Europas". Ueberrascht waren die ausländischen Journalisten, als sie Gelegenheit hatten, mit einem katholischen Gei st lichen zu sprechen und dieser ihnen sagte: „Der deutsche Saarländer entscheidet so, wie sein Herz und sein Gemüt es ihm eingeben. Er stellt keine knifflichen Fragen. Der Saarländer ist aus seinem Herzen und seinem Gemüt heraus fromm und gottgläubig und genau so ist er auch gut deutsch. Es gibt kein j vtatus-quo-Herz und Status-quo=(9emüt und so kann er auch nur für Deutschland entscheiden". Die Spannung wachst. Während der Abendstunden in Saarbrücken, j An den Straßen der Stadt Saarbrücken und der nung geht fälschlicherweise dahin, daß die tatsächliche Rückgabe des Saargebietes bereits am 14. ober 15. Januar erfolgen werde. Das ist nicht der Fall. Vielmehr wird zwischen der Entscheidung des Völkerbundes und der Rückübergabe des Gebietes an die deutsche Regierung ein kurzer Zwischenzeitraum liegen, der nach dem Vorschlag des bekannten Aloisi-Ausschusses auf minde st ens oier Wochen festgesetzt werden soll. Es liegt im Interesse aller Beteiligten, daß dieser Mindestzeitraum praktisch auch der Höch st zeitraum wird, damit sich die tatsächliche Rückübergabe des Saargebietes möglichst rasch vollzieht. Mit der Rückgabe des Saargebietes an Deutschland wird das weltpolitische Kapitel der Saarfrage hoffentlich für alle Zeit abgeschlossen sein. Es beginnt damit jene Periode der „R ü ck g l i e d e- r u n g", deren materielle und formale Einzelheiten mit Hochdruck in zahlreichen Amtsstuben o o r bereitet werden. So einfach der Begriff auf den ersten Blick zu sein scheint, so vielfältig und inhaltsreich wird er bei näherem Zusehen.' Ganz allgemein gesprochen muß man berücksich- tigen, daß zwischen dem Rechtszustand im Reich und demjenigen im Saargebiet recht erhebliche Unterschiede bestehen. Nach § 23 des Saarstatuts des Versailler Diktats sind grundsätzlich die deutschen Gesetze und Verordnungen in Kraft geblieben, die am 11. November 1918 Geltung hatten. Die Regierungskommission hatte jedoch das Recht, Aenderungen an dem bestehenden Rechtszustande vorzunehmen und sie hat von diesem Recht sehr oft in einem von französischem Muster beeinflußten Sinne Gebrauch gemacht. Bei der Einstellung der Regierungskommission gegenüber dem Dritten Reich ist es selbstverständlich, daß das große Gesetzgebungswerk des Nationalsozialismus. in keiner Weise Eingang gefunden hat. Hier heißt also die Aufgabe, den derzeitigen Rechtszustand des Saargebietes durch Gesetze und Verordnungen in den fortgeschritteneren des Reiches überzuleiten. Dabei wird auf einzelnen Gebieten sofort die volle Angleichung vorgenommen werden müssen; auf anderen Gebieten, z- B. bei gewissen Steuergesetzen, wird man e r ft ft u f e n ro e i f e das reichsdeutsche Niveau erreichen können, um einen allzu brüsken Uebergang zu vermeiden. Verwaltungsmäßig wird das Saargebiet nicht wieder nach.der alten Länderzugehörigkeit auf Preußen und Bayern aufgeteilt werden, sondern ungeteilt beisammen bleiben und im Zuge der Reichsreform den Kern einer neuen größeren Verwaltungseinheit bilden. Aächtlicher Transport der Abstimmngs-itnien nach Saarbrücken. tleberall reibungsloser Verlauf.-Don internationalem Militär und Vertretern der Parteien begleitet. Verzweistnngsansbrnche der Separatisten Kommunistischer Bombenanschlag in Neunkirchen. Braun hetzt vor der Auslandspresse. Nach Beendigung des Wahlgeschäftes wurden die Urnen aus allen Wahllokalen in die B ü r- germeiftereien zusammengebracht, begleitet von den Vertretern der politischen Parteien. Es muß jedoch leider festgestellt werden, daß in einzelnen Fällen die zugesicherte Begleitung durch die politischen Parteien nicht hinreichend gewährleistet war. So waren in einem Falle für vier- zeyn Urnen nur zwei Mitglieder der Deutschen Front zugelassen. Gerade im Grenzkreise Merzig gestaltete sich die Mitwirkung der Einheitsfront oft zu einer Groteske, find doch dort teilweise nicht einmal die erforderlichen separatistischen Beisitzer aufzutreiben gewesen. Die Ueberführung der Urnen in die Bürgermeistereien konnte überall reibungslos bewerkstelligt werden. Sehr geheimnisvoll gestaltete sich der weitere Transport nach Saarbrücken. Polizei und Militär ließen es sich sehr angelegen sein, die Abfahrtstunde der Sonderzüge geheimzuhalten, um einen unnötigen Auflaus von Schaulustigen zu verhindern. Taghell sind die Straßen von Merzig, Mettlach, Dillingen, Saarlouis und Völklingen, den falls in feinem Wahllokal außerordentlich gering. Auch die Beobachtungen in den anderen Bezirken berechtigen zu der Feststellung, daß die ganze Saarbevölkerung restlos ihre Pflicht getan hat. Die ersten Urnen ans Saarbrücken treffen in der Wartburg ein. Alles für das Zahlqeschäft vorbereitet. Zur mitternächtlichen Stunde treffen d i e e r ft e n Urnen in der „Wartburg" in Saarbrücken ein, dem Ort, wo Montag um 17 Uhr d i e A u s z cich - lung der Stimmen beginnt. Lastwagen auf Lastwagen rollt herbei, Urne um Urne, zunächst haupsächlich aus den 140 Wahllokalen Saarbrückens, werden herangebracht, scharf bewacht von Militär. Die „Wartburg" ist hell erleuchtet, bereit zur Ausnahme von 860 graugrünen Büchsen, die als kostbaren Inhalt die Entscheidung des Saargebietes bergen. Umfangreiche Anknust her ersten Sonderznge mit den Urnen ans dem Lande. Unter starker miiitärischerBewachung ausgeladen und in dasZähllokal verbracht die fünf ebenfalls schon wahlberechtigten Kinder nach fünf weiteren Orten des Saargebietes, in denen sie geboren sind. Manche Leute haben bei den schlechten Verkehrsverbindungen fast eine Tagesreise zurückzulegen, um ihrer Wahlpflicht genügen zu können. Aber sie scheuen diese Mühe nicht, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen zu können. Wir haben Arbeiter aus dem tiefen Waldgebiet des Saarlandes getroffen, die neun Kilometer zu Fuß im Schnee gehen mußten, um das Wahllokal zu erreichen; denn es war eine weitere Merkwürdigkeit dieser Wahl, daß nicht an jedem Ort sich ein Wahllokal befand, wie das bei sonstigen Wahlen der Fall ist, sondern daß die Einwohnerschaft aus sieben, acht, teilweise bis zu 15 Orten in einem größeren Ort ab- ft i m m e n mußte. Dadurch war ein riesiger Schlepperdienst bereitzustellen, der aber von der Deutschen Front mustergültig organisiert worden ist. anderen großen Städte herrscht am Abend reges Leden. Alle Lokale sind überfüllt. Es ist kaum ein Platz zu bekommen. Und durch die in iyrer Lichter- prachk glänzenden Straßen fluten dichte Menschen ström e auf und ab, und das trotz des nassen Wetters, da der am Samstag gefallene Schnee in den engen Straßen der Städte getaut ist und nun ein richtiges Matschwetter herrscht. Immer noch sieht man die Autos des Motordienstes der Deutschen Front hin- und herflitzen, die letzten noch Säumigen zu holen oder die letzten angemeldeten Kranken und Gebrechlichen in ihre Wahllokale zu befördern. Schon jetzt ist eine ungeheure Spannung zu spüren und das Gespräch des Abends ist überall der vermutliche Ablauf der Wahl. Es ist aber müßig, vorher irgendeine Prophezeiung machen zu wollen. Nur eins ist unbedingt sicher: Der Sieg der Deutschen Front. Denn das hat der ganze Tag eindeutig bewiesen. Nirgends sah oder bemerkte man noch etwas vom Status quo. Er war vollkommen in der Versenkung verschwunden. Der Wahlgang Mrd geschloffen Schon eine Stunde vorher hat meist alles abgestimmt. Irn Abstimmungslokal 1 im Rathaus Saarbrücken fanden sich tun vor 20 Uhr eine Reihe von Journalisten und Bildberichterstattern ein, um dem denkwürdigen Augenblick des Schlusses der Wahl beizuwohnen. Der Wahlvorsitzende, Johann Peter Martin, Gerichtssekretär in Luxemburg, schloß Punkt 20 Uhr die Wahl, indem er durch einen Polizeibeamten weiteren Personen den Eintritt in das Wahllokal verwehren ließ. Wie er selbst erklärte, ist jedoch von 18.55 Uhr ab niemand mehr im Wahllokal erschienen. Die Leute hätten mustergültige Disziplin gehalten, kein Murren habe man gehört, obwohl manche bis zu einer Stunde hätten warten müssen. Von den 629 Wahlberechtigten in feinem Bezirk hätten nur 17 nicht abgeftimmt. Da die Wahlberechtigten nach dem Alphabet auf die Abstimmungslokale verkeilt waren und die Abstimmungsausweise ebenfalls alphabetisch numeriert wurden, so erhielt die Nummer 1 bei der Volksabstimmung im Saargebiet der am 9. August 1863 in Bingen am Rhein geborene Oberlokomotivführer i. N. Franz Aach. Die Zahl der ungültigen Stimmen ist eben= Mit der Rückkehr ins Reichsgebiet wird auch das ganz besonders prekäre Problem der saarländischen Forderungen an Deutschland aus dem deutsch-französischen Verrechnungs-Abkommen feine rusche und befriedigende Lösung dadurch finden, daß diese Forderungen in Reichsmark bezahlt werden können. Auch die K r e ö i 11 a g e des Saargebiets wird selbstverständlich durch den Hinzutritt der Kreditmöglichkeiten der deutsche Bankwelt die not- ! wendige Erleichterung erfahren. In diesem Zusammenhang mag noch darauf hingewiesen werden, daß : die wirtschaftliche Rückgliederung die Jnvestie- : rung beträchtlicher Geldmittel bedingen wird. Das gilt vor allem für den in staatliches Eigentum wieder zurückkehrenden Kohlenbergbau, der einen Ausbau feiner zum Teil veralteten technischen ' : Anlagen und darüber hinaus Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Saarkohle und damit zur 1 Erhöhung ihrer Absatzfähigkeit erfordert. Am einfachsten wird sich die „Rückgliederung" auf dem Gebiete des Verkehrswesens (Eisenbahn, Post) vollziehen, denn große organisatorische Veränderungen sind hier nicht notwendig. Den wirt- chastlichen Bedürfnissen des Saargebiets wird die Reichsbahn durch besonders angepaßte Frachttarife entgegenkommen. Es ist der Wille der Reichsregierung und der ganzen Nation, der Saarbevölkerung den Uebergang in zum großen Teil für sie noch neue Lebensoerhält- nisse so weitgehend wie nur irgend möglich zu erleichtern, auftauchende Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen oder auszugleichen. Mangelndem Verständnis für den notwendigen Schutz der Saarwirtschaft in der Uebergangsze'it wird notfalls durch geeignete Maßnahmen nachgeholfen werden. Etwaige unvermeidbare Schwierigkeiten für den Arbeitsmarkt werden durch ein sorgfältig vorbereitetes Arbeitsbeschaffungsprogramm wettgemacht werden können. „Rückgliederung" bedeutet aber mehr als Angleichung an den reichsdeutfchen Stand der Gefetz- gebung, der Arbeits- und Wirtfchaftsverfassung usw. Sie bedeutet mehr als nur ein Nachholen in den 15 fahren der Fremdherrschaft versäumter Entwicklungsnotwendigkeiten. Sie bedeutet weit darüber hinaus eine Festigung und einen Ausbau des Vorhandenen sowohl in ökonomi- cher wie in kulturpolitischer Hinsicht; denn es gilt, diese Westmark innerlich und äußerlich stark und in sich g e f e ft i g t zu machen. Die vorbildliche S i e d l u n g s p o l i t i k z. B. der früheren staatlichen Bergwerksverwaltung hat ihre Feuerprobe glänzend bestanden und den Weg zur Bodenständigkeit bewiesen, der nun weitergegangen werden muß. Besonders sorgfältig muß die Wiedereingliederung des Saargebietes in das deutsche Wirtschaftsgefüge erfolgen. Es ist ein Irrtum zu glauben, daß mit dem Tage der Wiederherstellung der deutschen Souveränität im Saargebiet die feit 1920 ununterbrochen ausgeübte „Betreuung" aufhören könnte. Die Saarwirtschaft, Arbeiter, Angestellte und Unternehmer, wird noch für geraume Seit der schützenden und führenden Hand des Reiches bedürfen, bis sie im neuen Wirtfchafts- oerbanöe völlig auf eigenen Füßen stehen kann. Es wird guter, opferbereiter und verständnisvoller Wille auf beiden Seiten nötig fein, um die mannigfachen hier sich stellenden Probleme zu lösen mit dem Ziele, der Wirtschaft des heutigen Saargebietes innerhalb der deutschen Volkswirtschaft denjenigen Platz zu geben, der ihr nach der wirtfchast- lichen Leistungsfähigkeit und dem fünfzehnjährigen tapferen Kampfe tzer Bevölkerung um ihr Deutsch- m,. ..... ... ,^.,.,bundsrat- - fein, unmittelbar nach dem Borlie- zur Stimmzählung vorbereitet. Die 60 Abstimmungsergebmifes feine Ent- ~,r ■ - ' ' rr • - • ■ .......scherdung zu treffen, die nur in der Feststellung bestehen kann, daß der eindeutige Wille der Saar- bevölkerung die Rückkehr zum Deutschen Reich fordert! Eine offenbar weit verbreitete Mei- der Abtrennuw England treibt dieMstungsdebatte voran ge- die Überwachung und der Treuhänder der Arbeit werden gerckve hier ein wachsames Augen haben. Auf der anderen Seite besteht kein Zweifel darüber, daß nach der Rückgliederung auf vielen Gebieten ein erheblicher aufgestauter Warenbedarf im Saargebiet vorhanden sein wird. Rückständig ist das Saarqebiet in ganz besonders krassem Maße auf dem Gebiete des A r b e i ts- rechtes und des Arbeitsschutzes, fiier sofort Wandel zu schaffen, ist eine der vornehmsten Aufgaben der Rückgliederungsarbeit. Eine weitere Sofortmaßnahme ist selbstverständ- nach dem Saargebiet eine Frau einem gesunden Knaben das Leben schenkte. Mutter und Kind wurden in sorgfältige Pflege genommen, so daß die junge Mutter mit ins Saarqebiet einreisen und abstimmen konnte. — In der Nacht zum Montag kehrten als erste die A b - stimmungssonderzüge aus Trier und dem Sacirgenzland zurück. Von Trier aus verkehrten Verteilerzüge, die die Saardeutschen in ihre Heimat (Eifel, Hochwald und Moselqebiete) zurückbrachten, lieber 200 Kraftwagen des NSKK. übernahmen die Rückbeförderung solcher Personen, deren Wohnorte nicht mit der Eisenbahn zu erreichen sind. Trotz der schlechten Witterung ging der Abtransport bei vorbildlicher Organisation von- statten. Treuqelöbnisfe für den Führer. Der Vorsitzende der Saarvereine Hessen und Hessen-Nassaus, Postamtmann A n - schütz, richtete vor der Abfahrt zur Abstimmung folgendes Telegramm an den Führer und Reichskanzler: „5000 Abstimmungsberechtigte von Hessen und Hessen-Nassau, die heute zur Saarabstimmung fahren, grüßen den Führer und freuen sich, die untrennbare Verbundenheit des deutschen Saargebiets mit seinem deutschen Mutterland durch ihre Abstimmung bezeugen zu können." Die zum diesjährigen Waffenstudententag zusammengekommenen Vertreter der im Allgemeinen Deutschen Waffenring vereinigten Verbände und der Reichsverband deutscher Offiziere haben dem Führer und Reichskanzler am Vorabend der Saarabstimmung Treue- gelö b ni sse übersandt, für die der Führer beiden Verbänden seinen aufrichtigen Dank übermittelt hat. die der ver- (ber Vi- las- jede Neuyork, 14. Fan. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenblätter bringen ausführliche mehrseitige Bericht über den Verlauf der Ab- stimmung im Saargebiet, ergänzt durch zahlreiche Funkphotos. Uebereinstimmend wird der rczhige Verlauf der Abstimmung hervorgehoben. Die in das Saargebiet entsandten Berichterstatter rechnen mit einer Mehrheit für d i e Rückkehr zu Deutschland. In 20 Stunven mit dem Auto von der Memel an die Saar. Eine automobilsportliche Spitzenleistung vollbrachte der bekannte Berliner Langstreckenfahrer Julius o. Krohn mit einer winterlichen „Q u e r- durch-Deutschland-Fahr t". Im tiefsten ostpreußischen Winter bei 16 Grad Kälte startete er am Freitag um 7.30 Uhr in Tilsit, um seinen NSKK.-Kameraden V o h m a n n, einen Saarländer, zur Abstimmung nach Saarbrücken zu bringen. Nach einer offiziell bestätigten zwanzigstündigen Nonstop- Fahrt über Königsberg, durch den polnischen Korridor, über Elbing, Küstrin, Berlin, Weimar, Frankfurt a.M. und Kaiserslautern erreichten die beiden Kameraden am Samstag früh um 3 50 Uhr wohlbehalten Saarbrücken. 1400 Kilometer in 20 Stunden und 20 Minuten, das entspricht einem Reisedurchschnitt von 72,8 Kilometer pro Stunde. Bei Abzug der zwei kleinen Pausen von 50 Minuten in Berlin und 20 Minuten in Frankfurt a.M. ergibt sich eine reine Fahrzeit von 19 Stunden 10 Minuten, was einem Stundendurchschnitt von 77 Kilometer entspricht. Genf, in dortigen Völkerbundskreisen vertrete man die Ansicht, daß eine st a r k e Mehrheit für die Wiedereingliederung des Saargebiets in Deutschland eine für die allgemeine Wiederversöhnun- günstige Atmosphäre schaffe und möglicherweise die Gelegenheit biete, Deutschland nach Genf zurückzuführen. Diese Möglichkeit werde sogar von maßgebenden Völkerbundskreisen sehrern st genommen. Auch eine Reche anderer Blätter beschäftigt sich mit den Aufgaben, vor die sich der Völkerbund gestellt sehe. „L' H o m m e Libre" fordert eine gerechte Auslegung des Wahlergebnisses. Frankreich tue alles, um eine deutsch-französische Annäherung zu begünstigen. Die Saarfrage sei aber Feine deutsch-französische Frage, sondern eine Angelegenheit des Völkerbundes. Wladimir d'Ormesson stellt im „F igar o" fest, daß der gestrige Wahlsonntag ruhig und würdig verlaufen sei. Es wäre unsinnig und verbrecherisch, wenn man auf beiden Seiten des Rheines die Leidenschaften anfachen würde. d'Ormesson gibt etwas verspätet zu, daß es vielleicht überhaupt angebrachter gewesen wäre, wenn man die Saarfraqe schon vor Jahren auf dem Wege freundschaftlicher Verhandlungen geregelt hätte. Dem Völkerbunde gibt d'Ormesson den Rat, nach dem Bekonntwerden d-s Abftimmungs-rgeb- nisses so bald wie möglich eine Entscheidung zu treffen und sich dabei vom Rechts- gefühl und gleichzeitig vom praktischen Geist leiten zu lassen. Auch die Aeuyorker preise rechnet mit starker deutscher Mehrheit. Des Saarlands Wille ist klar. Das Echo der englischen Presse. London, 14. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Der glatte Verlauf der Volksabstimmung im Saargebiet wird in der Londoner Presse mit Befriedigung und Erleichterung aufgenommen. Die gewaltige Beteiligung der Bevölkerung, der weder Kälte, noch Schneestürme, noch lange Wartezeit Abbruch tun konnten, findet bewundernde Anerkennung. Einige Korrespondenten schätzen die Beteiligung auf mindestens 98 v. H. Daß die Deutsche Front eine überwältigende Mehrheit aufweisen wird, bezweifelt nicht einmal der marxistische „Daily Herald". Die beiden Sondervertreter des „Daily Telegraph" in Saarbrücken haben den Eindruck, daß die Deutsche Front die S a ar b e v ö l k e r u n g mit sich gerissen habe. Unbekannt sei nur noch das Ausmaß ihrer Mehrheit. Die Organisation der Deutschen Front sei musterhaft gewesen. Allgemein habe die ruhige Entschlossenheit geherrscht, die Abstimmung ohne Schwierigkeiten zu erledigen. „Daily Mail drückt die Erwartung aus, daß die Mehrheit zugunsten der Rückkehr des Saargebietes zu Deutschland groß sein wird und bemerkt, die Abstimmung sei zur Ueberraschung vieler ausländischer Beobachter beträchtlich ruhiger verlaufen, als nianche Parlamentswahl in England ober Amerika. In einem Leitauffah bes „Daily Expreß" heißt es, die Saar habe über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden. Ieht sollten die britischen Truppen wieder nach Hause gebracht werden; es bestehe kein Grund, sie länger dort zu belassen. Was auch das Schicksal des Saargebiets fein mag, der Völkerbund solle zu seinem eigenen Grundsatz des Selbstbestimmungsrechtes stehen und es den Saarländern überlassen, ihre eigenen Angelegenheiten zu regeln. Es würde Schwierigkeiten der allerschlimmsten Art geben, wenn der Völkerbund versuchen wollte, einen besonderen Staat für die Gegner Hitlers zu schaffen. Vach einer Parlamentswahl wird doch auch kein besonderer Staat für die Leute gebildet, die bei der Wahl in der Minderheit geblieben find. Wenn dies aber doch geschieht, bann bedeutet dies den Bürgerkrieg. Das Ausland von einem überwältigenden deutschen Sieg überzeugt. sen wirb darauf hingewiesen, baß die Regierung in diesem Falle eine andere Haltung ein- nehme, als sie sie seinerzeit gegenüber den i m Jahre 19 3 3 aus Deutschland eingetroffenen Flüchtlingen einnahm. Begründet wird dies damit, daß sich die Flüchtlinge damals auf das holländische Asylrecht berufen konnten, da sie unmittelbar aus dem Lande kamen, aus dem sie entwichen waren. Nunmehr bestehe aber für Holland keinerlei Notwendigkeit, weiteren Emigranten einen Zufluchtsort zu bieten, da sie in Frankreich und Belgien ein Unterkommen finden könnten. Morgen Feiertag des Saar andes. Die Deutsche Gewerkschastsfront und der Gesamtoerband der Arbeitnehmer an der Saar haben für Dienstag Arbeitsruhe im ganzen Saargebiet angekündigt. Der Dienstag soll zu einem wahren deutschen Volks- und F a m i l i e n f e st ausgestaltet werden. Die Saarländer wollen an diesem Tage die Heimkehr zum Mutterlande feiern. Auch die Deutsche Front beabsichtigt als politische Organisation für Dienstag abend eine große Feier, über die jedoch noch nichts Näheres verlautet. Am Sonntagnachmittag versammelten sich in Saarbrücken die zur Berichterstattung anwesenden reichsdeutschen Journals st en mit ihren saarländischen Kollegen und einigen deutschfreundlichen ungarischen Redakteuren zum er st en deutschen Eintopfgericht im Saargebiet. Dazu war auch der Landesorga- nisationsleiter der Deutschen Front, Karl Brück, erschienen. Auf dem Tisch stand der große blanke Kessel. Es gab Bohnensuppe und Würstchen. 3m Saar-Sonderzug geboren. Aus Kirn (Nahe) wird gemeldet, daß dort in einem die Bahnstrecke passierenden Sonderzug reite Vorkehrungen für b i e Aufnahme neuer Emigranten getroffen. Nach einem Bericht des „Motin" rechnet man mit insgesamt 24 000 Emigranten. Allerdings, so betont das Blatt, werde Frankreich die Emigranten nicht wahllos übernehmen, sondern jeden einzelnen "Fall nau prüfen. Als Aufenthaltsort würden ihnen westlichen französischen Provinzen angewiesen. Der in Saarbrücken weilende diplomatische Korrespondent des „News Chronicle , Vernon B q r 11 e 11, faat: Ob man damit einverstanden lst ober nicht, bie Saar bat gestern bie Tatsache bezeugt, baß sie deutsch ist. Wenn das Verbot, deutsche Fahnen zu hissen, nach Bekanntgabe des Abstimmungseraebnisses nicht aufgehoben wird, bann wird die Polizei die halbe Bevölkerung verhaften müssen. Im Bericht des Sonderkorrespondenten der , T i m e s " heißt es: Neben den geordneten Bewegungen aroßer Menschenmassen war das her- norragpnMte M-rknwl des geftrm-m Tages die Leichtigkeit, mit der die vielen Wähler von einer lächerlich geringen Zahl von Polizisten und Beamten geleitet wurden. „Morning Post" sagt, bie aroße Masse der Bevölkerung hat klar genug gezeigt, dah Iie ihr Schicksal mit d-m Deutsch, lands zu vereinigen wünscht. Ohne An- mofenbeit des internationalen Militärs wurde bie Abstimmung wahrscheinlich nicht so glatt oonftatten gegangen sein. pariser PreisEmmen. Paris, 14. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Die Pariser Presse veröffentlicht spaltenlange Artikel ihrer Sonderberichterstatter über die Abstimmung im Saargebiet. Man erkennt allgemein die Ruhe unb bie Disziplin an, mit der die Bevölkerung zur Wahlurne geschritten ist, und unterstreicht die Vaterlandsliebe der Deutschen, die nicht gezögert haben, aus allen Erdteilen h e r b'e U u e i l e n , um mit ihrer Stimme zur Rückkehr der Saar ins Mutterland beizutragen. Im übrigen fährt die Pariser Presse fort, in tendenziöser Weise von einem „moralischen Terror ( ) ZU sprechen, um daraus die Niederlage der Separatisten zu erklären Die Sonderberichterstatter beschweren sich außerdem sehr heftig über die Behandlung durch die Behörden, besonders darüber, daß man es gewagt habe, sie vor der „Wartburg" einer Leibesvisitation zu unterziehen. Trotz dieser unfreundlichen Haltung herrscht auch hier kein Zweifel mehr an dem Erfolg dieser Abstimmung. Die französischen Behörden haben be- ftrenger internationaler Aufsicht würde einen hohen Preis wert fein. Aber keine der wirklichen technischen Schwierigkeiten zwischen Frankreich und Deutschland sei gelöst. Auch sei bisher keine der wesentlichen britischen Einwendungen gegen die Uebernahme weiterer „Durchführungsgarantien" entkräftet worden. Es sei durchaus am Platze, wenn die britische Regierung das Problem von neuem prüfe. Aber vor Uebernahme irgend welcher neuen europäischen Verpflichtungen, auch wenn sie dem Frieden und der Abrüstung gelten, müßten Land und Parlament von der Regierung restlos ins Vertrauen gezogen werden. Komeradfchastliches Zusammensein der höheren Keichswchr- und SS.-Fübrer. Berlin, 13. Jan. (DNB.) Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg veranstaltete am Sonntag, 13. Januar, dem Tage der Saarabstimmung, einen Bierabend, der sämtliche Oberbefehlshaber und Befehlshaber der Wehrmacht mit dem Reichsführer d e r SS., Himmler, und den Obergruppen- und GruppenführernderSS. aus dem ganzen Reich in kameradschaftlichem Zusammensein vereinte. Reichsführer der SS. Himmler hielt dabei einen Vortrag über die Aufgaben der SS. Geburtstagsempfang bei Ministerpräsident Göring. Ministerpräsident Göring traf am Samstagmorgen, vom Obersalzberg kommend, in Berlin ein, wo ihm am Bahnhof Staatssekretär Körner die Geburtstagswünsche des engeren Stabes des Ministerpräsidenten überbrachte. Im Laufe des Vormittags erschienen die Mitglieder des preußischen Staatsministeriums, geführt von Minister Dr. P o - p i tz, ferner die Minister Frick, Darre, Rust, Schacht, Kerrl, Seldte, Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg, der Chef der Heeresleitung General von Fritsch, der Chef der Marineleitung Dr. h. c. R a e d e r und Generalmajor von Reichenau. Die Glückwünsche der zahlreichen Gäste des Ministerpräsidenten brachte der Reichswehrminister in sehr herzlich gehaltenen Worten zum Ausdruck. Ministerpräsident Göring dankte für die Glückwünsche und für das Treuegelöbnis. Er svrach die Erwartung aus, daß alle im Sinne der Weisungen des Führers tatkräftig und mit inneren Freuden, die allein den Erfolg verbürgen, am Aufbau unseres Vaterlandes weiter mitarbeiten werden. Unter den zahlreichen Persönlichkeiten, die dem Ministerpräsidenten ihren Gruß entboten, sah man weiter u. a den Chef des Stabes der SA. Lutze, den Reichsführer der SS. H i m m 1 e r, die Staatssekretäre der Reichsregieruna und für den FAD. Staatssekretär H i e r l. Der Kölner Oberbürgermeister der mit Gauleiter Grohö erschienen war, überreichte den Ehrenbürgerbrief seiner Stadt. Mit besonderer Freude erfüHtp den Miniftervräsidenten.^tz unter Führung von Staatsrat Terboven eine Abordnung von' Betriebsführern und Arbeitern in Bergknappenuniform aus dem Ruhrgebiet erschienen war. Unter den vielen Geschenken war übrigem, auch ein Jagdwagen mit einem rafften Trakehner Zweigespann. Der Führer und Reichsta nz° l e r hatte folgenden Glückwunsch an Reichsminister Göring gesandt: Lieber Göring, nehmen Sie zu London, 14. Jan. (DNB. Funkspruch.) Das Problem der Abrüstung, das nach Erledigung der Saarfrage das außenpolitische Feld beherrschen dürfte, wird von der Londoner Presse heute angelegentlich erörtert, wobei die in einem Leitaufsatz der Times" vom Samstag enthaltenen Anregungen eine gewisse Rolle spielen. Das Blatt hatte folgenden anscheinend inspirierten Vorschlag gemacht: Ein neuer Weg zu einer Beilegung der Hauptfragen der europäischen Politik könne darin bestehen, daß Großbritannien, Frankreich und Italien den anderen Staaten, die aus dem Versailler Vertrag Vorteile ziehen, die Anregung unterbreiten, daß sie einer gemeinsamen Erklärung an den Volker- bundsrat über bie Militärklauseln i m Teil V des Versailler Vertrags zustim- men. Die Mächte konnten erklären, sie seien der Ansicht, daß nach 15 Jahren des Friedens der Augenblick gekommen fei, zu erklären, daß die durch den Versailler Vertrag auferlegte Einschränkung nicht mehr gegen irgendeinen U n - terzeichnerstaat Wirkungskraftig sein werde, vorausgesetzt allerdings, daß ein allgemeines System der Begrenzung angenommen und auf alle Staaten ohne unterschiedliche Behandlung angewandt wird. Die von den Vertraaseinschränkungen befreite Macht werde vollen Anteil an dem Kollektivsystem Europas nehmen. Jede Nation werde auf der Grundlage der Gleichheit an den Verhandlungen über ein Rüstungsabkommen in einem Regime der Sicherheit teil- nehmen. Ueber den Eindruck, den dieser Vorschlag, die Alliierten sollten auf die Versailler Abrüstungs- flaufein verzichten, in deutschen Kreisen gemacht hat berichtet der Berliner „Times"- Korrespondent u a, die vorsichtige Kritik der Presse brauche bei einem so frühen Stadium der Entwicklung nicht zu ernst aufgefaßt zu werden. Sie sei mehr gefühlsmäßig als inspiriert. „Morning Post sagt zu dem Vorschlag der „Times ein solcher Schritt würde eine höfliche Form der Kenntnisnahme von Verstößen gegen bie, Versailler Klauseln sein. Aber ebenso offenbar Jet, daß bie Franzosen niemals dam11 einverst a n b e n sein würben, bevor bas A b k o m-- men unterzeichnet fei. Das Problem fei, Frankreich genügende weitere Sicherheiten zu geben, damit die französische Regierung in der Lage sei, die Kammer um Anerkennung der deutschem Ausrüstung zu ersuchen. Dieses Problem beschäftige gegenwärtig die britischen Minister. Laval habe die britische und die italienische Regierung benachrichtigt, daß er bereit sei, eine Vereinbarung zu erwägen, die dm praktische Gleichberechtigung Deutschlands sichern würde, falls er 'hinsichtlich der Sicherheit Frankreichs befriedigt werde. Großbritannien erachte eine Vereinbarung über die Begrenzug der deutschen und der anderen Rüstungen als unbedingt notwendig für die öffentliche Sicherheit. Das eng- । lifche Kabinett müsse während, der nächsten acht i oder zehn Tage endgültig über ferne Politik ent= i ^Falls keine Vereinbarung zwischen Großbritan- nien, Frankreich und Italien über die Grundlagen ; einer Rüstungskonvention erreicht werde, wurden Schritte getan werden, um das Niveau f e ft - , 2 u ft eilen, auf dem Deutschland bereit fei, feine : Rüstungen zu begrenzen. Eine internationale Kon- - oention über Begrenzung der Rüstungen unter tum gebührt. Das erfordert einmal die H e r g a b e ausreichender öffentlicher und privater Aufträge an die Saarindustrie, wie es fett zwei Jahren in erfreulich steigendem Ausmaße bereits der Fall aewesen ist. Das erfordert aber weiterhin eine pflegliche Rück sichtnahme auf die eigenwirtschaftlichen Belange des Saargebietes. Es wäre eine völlige Verkennung der Sachlage, wenn etwa Industrie und Handel im Reiche des Glaubens wären, im Saargebiet würden Ausdehnungs - und Betätigungsmöglichkeiten gegeben sein, wie sie üblicherweise in Kolonialgebieten ausgenutzt zu werden pflegen. Man wird sich darüber klar sein müssen, daß der wirtschaftliche Aufbau des Saargebiets heute wesentlich von dem der Vorkriegszeit verschieden ist. Die industrielle Grundlage ist durch die Schaffung neuer Produktionszweige, durch Zweigniederlassungen aus dem Reichsgebiet, und durch die Erweiterung vorhandener Produktionsstätten namentlich in der Sphäre der kleineren und mittleren Industrie und Handelsbetätigung erweitert worden, d. h. also praktisch, daß das Saargebiet auf dem Gebiete der War Ölversorgung gegenwärtig st ä r k e r als Selb st'o e r s o r g e r anzusprechen ist, als das vor Die Stimmung in Gens. Schnelle Entscheidung desBölkersbundsrats wünschenswert. Paris, 14. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Der Genfer Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" erklärt, die Stimmung in Dölkerbundskreisen gehe dahin, die Regelung der Saarfrage m ö g l i ch st zu vereinfachen. Niemand habe den Wunsch, die Saarfrage zu einem politischen Zankapfel zu machen, der eine Quelle neuer Schwierigkeiten b a r ft eilen würde. Der Außenpolitiker des „Journal" berichtet aus scheu Regierung nicht berührt. Das plötzliche Inkrafttreten dieser Verordnung, die erst bekanntgegeben wurde, nachdem sie bereits in Kraft gesetzt war, zeigt, daß Frankreich s i ch über den Ausgang der Saarabstimmung vollkommen klar ist und nunmehr die Grenze zwischen dem Saargebiet und Lothringen als seine Grenze betrachtet. Bisher Herrschte zwilchen Lothringen und dem Saargebiet völlige Freizügigkeit, so daß praktisch als französische Paßgrenze die Zollgrenze des Sanrqebietes gegen Deutschland zu betrachten war. Man will sich zweifellos durch diese Verordnung vor d-m Emigrantenstrom retten, der nach B - kannntwerden des Mahlergebnisses am> bemi Gaa j gebiet nach Frankreich fluten wirb. Frankreich hat kein Interesse an b e n Emigranten, es sind in Frankreich bekanntlich in den letzten Taarn bereits saMrei»; Stimmen laut aewarden d, sich q-a°n die zua^wander^n Ermqran'-n nd Sena- ratisten enerqito iur Wehr setzen. Gs ist nunmehr auch klar, wesbalb die f r a ru o h f d) e n 3 wachen an der saarländischen bisher nur sebr schwach besetzt waren, nlatzlich fo nutzer- ord-n'lich oerftnrtt worden 'wd ""d warum auch die Grenzkontrolle plötzlich so streng gehandhabt wird. Auch JMlon* verzichtet auf die Saar-Lmiqranten. Den .Haag, 13. San. Die Regierung hat die Grenzbehörden beaustragt von Sonntagabend ab eine besonders) Kontrolle gegenüber allen Au dem auszuüben, die nach ^k^nach beabsichtigen. Man erwartet, nämlich, daß natt) einem für Deutschland günstigen Ausfall de Ligen Entscheidung sich ein großer Ft ) lingsstrom aus dem S a r g e b i e t er qietzen wird. Diese Flüchtlinge sollen »der m Holland nicht zugelassen werden. In politischen Krei g vorn Reiche der Fall war. Es wird also vox allem Sorge getragen werden müssen, daß dieser Entwicklungsgrad nicht durch wirtschaftlichen Eigennutz, Schleuderkonkurrenz usw. von reichsdeutscher Seite zum Nachteil des Saargebiets verändert wird. Der Reichskommissar für Preislich die Umstellung von derFranken- Währung auf die Reichsmarkwährung, und zwar nicht nur hinsichtlich der umlaufenden Zahlungsmittel, sondern auch bezüglich aller geldlichen Verpflichtungen und Forderungen Don Interesse ist ferner die notwendige handelspolitische Aenderung der Lage des Saargebietes Hier handelt es sich um die Ausgliederung der Saarwirtschaft aus dem französischen Zollgebiet und die Wiedereingliederung in das Reichszollgebiet. Sie wird eine nicht unwesentliche Verschiebung der deutsch- französischen Handelsbilanz zur Folge haben, denn im vergangenen Jahre stand einer Ausfuhr saarländischer Produkte nach dem Reich im Werte von rund 170 Millionen Mark eine Einfuhr aus dem Reichsgebiet nach der Saar von 70 Millionen Mark gegenüber, d. h. das Saarge- biet hatte einen Ausfuhrüberschuß von rund 100 Millionen Mark, der auf der Seite der französischen Handelsbilanz erscheint. Die Neuregelung der Außenhandelsbeziehungen wird tm Rahmen demnächst beginnender deutsch-französischer Wirt- schaftsverhandlungen vorgenommen werden, wobei nach bem Dezemberbericht des Völkerbundes der bestehenden wirtschaftlichen Lage Rechnung zuZra- gen sein wird. Frankreich erschwert den GrenMertritt. Schutz vor der Emigrantenflut. Saarbrücken, 13. Jan. (DNB.) Wie die Re- qierungskommission des Saargebietes, Direktion des Innern, mitteilt, hat die französische Regierung beschlossen, daß vom 13 Januar, 15 Uhr ab, die Inhaber von saarländischen Reisepässen für deutsche Staatsangehörige (es gibt keine saarländische Staatsangehörigkeit!) zur Überschreitung der Grenze im Besitz eines besonderen Visums sein müssen. Infolge dieser Maßnahme sind sämtliche von der Regierungskommission erteilten E i n r e i s e g e n e h m i g un- gen für Frankreich, ungeachtet ihrer Geltungsdauer, hinfällig und müssen durch ein Visum des französischen Konsulats erseht werden. Bisher brauchten Saarländer ein französisches Visum nicht, sondern konnten ohne weiteres Grenze überschreiten. Jeder Saareinwohner, sich künftig ngch Frankreich begeben will, ist pflichtet, sich in seinen saarländischen Reisepaß rote Personalausweis genügt nicht mehr) ein sum beim französischen Konsulat eintragen zu sen. Es heißt in der Mitteilung weiter, daß Person, die die Grenze ohne dieses Visum zu iwer- schreiten versuche, sich der (Befahr einer Zurückweisung aussetze. Ledialich die augenblicklich noch in Kraft befindliche Regelung für Grenz- farten wird durch diese Bestimmung der französi- DleWMchltsbnesmarkeders-affendenStände iU 2 °nth«« die ge- Marken sind außerpostalisch durch die NS°V°ttg! W7-Z.zM:WM ZLLZVL'LW Schmiedes und des Bergmannes, des Baumeisters | fahrtspflege. Tteucö für den Bücheriifch mittags 2.10 Uhr statt 0197 Vorher: 218 A LÄL SSeiöS SÄW« handverlesene und 227d ^Xnbufh-Tp e>r.,is.^zan.. WA» Industrie als .Haustochter gesucht. Schriftl. Gedenket der hungernden Vögei! Schützt die Tiere vor der Kälte! Plockstraßell H. niiiiiiiiimnimiuuiiiL vUU co<>,etvu IN fremdem Beden neu Wurzel schlug und sich ent- von Fritz Kredel 30 Bf (aZÄ=‘’151 Mut, und in stärkster Bedrängung erha,te'?blieb. | auf Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstr. 7 Zhrem heutigen Geburtstag meine aufrichtigsten Glückwünsche entgegen. In alter Kampfgemeinschaft herzlich Ihr Adolf Hitler. An Reichsleiter Rosenberg fantte der Füh. rer folgenden Glückwunsch: Zu Ihrem heutigen Ge- burtstag sende ich Ihnen herzlichste Glückwünsche. 2n alter Freundschaft Ähr Adolf Hitler. — DieChronikvonPeterstal: Schicksale deutscher Siedler am Schwarzen Meer, nach Quellen aus dem Jahre 1848, frei erzählt von Herbert Kranz. Mit vierfarbigem Bildumschlag von Fritz Kredel, 30 Pf. Kart Geschenkausgabe. 50 Pf. Verlag Grenze und Ausland, Berlin W 30 und Stuttgart. — (648) — Von der deutschen Besiedlung eines Fleckchens Erde unten am Schwarzen Meer 3a^ren berichtet die „Chronik von Peters- tal . Wie die Bauern aus Württemberg und vom Rhein donauabwärts nach Peterstal kamen, wie sie die ersten Hütten bauten und den Boden rodeten, wie sie Wasser fanden und Wein zu bauen begannen. Es ist ein Stück deutscher Volksgeschichte das hier vor uns ersteht. Aus diesem Bericht spricht die unverwüstliche Kraft unseres Volkstums, das m fremdem Boden neu Wurzel schlug und sich ent- und des Bauern, und es führt dem Winterhilfswerk deiner Heimat und der allgemeinen deutschen Not- hilfe einen Beitrag von 62 Pfennigen zu. Zwei, drei oder vier Pfennnige Aufschlag auf jede Marke, der einzelne spürt es kaum, aber aus vielen Tropfen bildet sich der Strom! 825 000 RM. Wohlfahrtsertrag brachte die Richard-Wagner-Wohlfahrtsbrief- marke des Jahres 1933 ein! Jeder Volksgenosse, der irgendwie dazu in der Lage ist, sollte daher durch Kauf von mindestens einem Markenheftchen der Wohlfahrtsbriefmarken zu dem Winterhilfswerk noch beisteuern können. Die 20 bis 22.30 Uhr 14. Dienst. - Ab. Gewöhn!. Preise Ter König. Drama v. .Herrn, v. Bötticher. Bedürftige Volksgenossen spielten das Glückslos. bereits gemeldet, ist der Hauptgewinn der 4. Klasse der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie in Hohe von 100 000 Mark z. T. ins Rheinland gefallen. Das Glückslos wurde in der Abteilung I in Achtellosen in Koblenz gespielt. Unter den Gewinnern befinden sich zwei Hausangestellte und zwei Erwerbslose, von denen jeder 10 000 Mk. in bar ausgezahlt erhielt. Alle Beteiligten sind bedürftige Volksgenossen, denen der Gewinn sehr zustatten kommt. 0 Earhart fliegt allein von Honolulu nach Kalifornien. Die bekannte amerikanische Fliegerin Miß Amelia Earhart landete, von Honolulu kommend, in Oakland (Kalifornien). Sie hatte den Flug unternommen, obwohl es ihr von den Behörden untersagt worden war, zu starten. Sie schlug ihnen ein Schnippchen und sagte, sie wolle nur einen Probeslug unternehmen, begab sich aber dann sofort auf öen Kurs nach Oakland. Als erste Frau und als Allein fli-ger legte Miß Earhart die 2408 Meilen lange Strecke von Honolulu und Oakland in 18 Stunden 16 Min. zurück. Unter ohrenbetäubendem Autohupen landete sie Naturgemäß machte sie einen ermüdeten Eindruck Sie Polizei hatte große Mühe, das Flugzeug der Fliegerin vor dem Ansturm der begeisterten Menge zu retten und in eine Flugzeughalle in Sicherheit 3U bringen, von wo aus Miß Earhart in ein nahegelegenes Hotel gebracht wurde. Besonders hervor- gehoben wird in Fliegerkreisen die Tatsache, daß Miß Earhart bis kurz vor der kalifornischen Küste ihren Kurs ohne jede Radiopeilung ganz genau ein- ZweckSBekü mpsvng oer Schwarzarbeit rönnen ArbeitS'Ange» bote von Handwerkern nur mit Namensnennung u. unter Dorlage besS: werbenachwei.es au genommen werden, i De, log dttSlebenerAn,eigen billigst 224d H. Trechsler Stcinstraße 73 Telefon 3581. — S e r r o t ü b c r ß u f e m & u r g. Von Herbert Ä r ß; Saftet mit vierfarbigem Bildumschlaq Ausland, Berlin W30 und Stuttgart. — (650) -° Das wichtigste an der Erzählung ist, daß sie lebendig und bildreich ein paar Tage aus der wechseloollen Geschichte Luxemburgs schildert, verwoben mit dem unglücklichen Schicksal eines Mannes, der als Sohn eines Franzosen und einer Luxemburgerin dazu ver- urteilt ist. kein rechtes Vaterland zu haben. Die Sprache ist schlicht und klar, voll Spannung und wuo zusammen mit der sorgfältigen Ausstattung dazu beitragen, daß der „Verrat über Luxemburg" viele Freunde unter Jungen und Alten finden wird. — Ernst Hanfstaengl: Tat gegen Tinte (100 mal Hitler). Hitler in der Kari- katur der Welt, Band 2. Verlag Braune Bücher, Berlin W 35. — (643) — Der Auslandspressechef der NSDAP, veröffentlicht hier ein Buch, das in weit über hundert Wiedergaben die Karikaturen Samstag mittag 12 Uhr entschlief nach kurzem Kranksein mein treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder. Schwager, Pate und Onkel Herr Heinrich Engelhardt im Alter von 81 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Jost I. Hausen, Dorf-Gill, den 14. Januar 1935. Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. Januar, nach- Auf vielseitigen Wunsch Wiederholung! Eintritt frei! Eintritt frei! Meine Damen ? 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Sie sollen über die Reichsgrenzen hinaus in die weite Welt die Kunde tragen: das deutsche Volk steht in schaffender, friedlicher Arbeit am großen gemeinsamen Werk des Aufbaues einer neuen Kultur. Wohlfahrts! riefmarken der deutschen Reichspost Gültig bis 30. Juni 1935 ~ Der Schreckenstag von Kathari- nenfeld. Schicksale deutscher Siedler in Transkaukasien Mit vierfarbigem Bildumschlag von Fritz Kredel 30 Pf. kartoniert, Geschenkausgabe 50 Pf. Verlag Grenze und Ausland, Berlin W 30 und Stuttgart. — (649) — Hier lesen wir den Bericht über einen Mongoleneinfall in eine deutsche Ansiedlung in Transkaukasien. Wir erfahren einiges über die Herkunft der Siedler und erleben dann mit Spannung die Schrecknisse des Ueberfalls, die Grausamkeiten der persischen Reiter und das Ende des Dorfes. Der Bericht, spannend in der Darstellung, ist wie eine Seite im großen Buch der deutschen Volksgeschichte. 1 Suche z. 1. Februar älteres,zu- verläss., in Küche und Haus durchaus erfahrenes _e^.r von den Rodelschlittenbesitzern und von den Skiläufern längst ersehnte Schnee wirbelte am Sonmagvormittag so richtig in dichten Flocken auf ganz Berlin herunter. In allen Gegenden entstanden gegen die Mittagszeit kleine und große Schneemänner. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn nicht der Berliner Humor fid) auch des Schnees bedient hätte, um eine woblaelunnme ^Qr2'^mUr Don berüchtigten Separatistenführer JJiaö Braun aufzubauen. Am Kurfürstendamm, an der Ecke der Augsburger Straße entstand unter den flinke Händen einiger Kinder mit Unterstützung von Erwachsenen ein dickleibiger Schneemann mit großem Kopf und abstehenden Ohren, der seine Zahne bleckt und dem die Haare, aus kleinen Holzern hergestellt, zu Berge stehen. Eine breite rote Schärpe schmückt die Lenden unß zum Gaudium aller Passanten ziert ihn ein großes Schild mit der Aufschrift: „Matz Braun kalt- ge stellt". Noch während die kleinen Künstler sich die Hände warm reiben, kommt ein großer Hund angelaufen, schnuppert an dem.kaltgestellten Mann einmal und noch einmal herum, verweilt kurze Zeit und scharrt dann den Schmutz in hohem Bogen gegen die Karikatur des Landesverräters. — Der Berliner Humor feierte wieder einmal einen kleinen Triumph. Am Oswaldsgarten 225 al gesucht Gießen - Ruf Nr.2145/2146 JanM Zu berufstätiger Dame tagsüber gebildetes Mädcken Nettes Mädel sucht d. Bekanntschaft ein. Herrn b. z. Alt. v. 38 I. zw bald. Heirat. Schr.Ang.m0195 an d. Gieß. Anz.! | Mietgesuche | Ehepaar sucht für sofort auf 3 bis 4 Monate möbLWohnung (3 Zimmer und Küche). Schriftl. Angeb. unt.0201 an den Gieß. A. {Stellenangebote) Keine Ursprungszeugnisse, andern nur Zeugnt» abidiriften Dem Be merbungsichreibenbet legen 1 - Licktbildei undBewerbungsunker 'agen müllen zur Ber Meldung von Verlusten aus Der Wüd»eite flamen und Anschrift bei Bewerbers tragen 1 Kommtin Sie gemeinsam am Dienstag, 15. Jan., nur abends 8 Uhr’ Mittwoch, 16. Jan . nachm. 4 und abends 8 Uhr in den Saal des Hotels Schütz (sep. Eingang). Es spricht Herr Sprungmann, Düsseldorf n . über: Das modernste, bequemste und billigste Kochen Her Well Pnmne|r^UFder*Koch' Und Eiokoch - Appar at kocht geruchlos ein komplettes Essen ,n wenigen Minuten selbsttätig gar? Ohne Holz! FrblhAKh??len OhAne Ohne Strom! Ohne flüss gen Brennstoff! f... bez^hlt seine Anschaffung selbst! - Gleichzeitig praktische Vorführung von 5 kompletten Essen. - Bei dieser Gelegenheit findet eine kostenfreie Verlosung eines dieser Wunderapparate, nebst 9 weiteren praktischen Haushaltsgegenständen statt 219D Hausfrauen mit Gatten und Verlobte sind besonders eingeladen. Edgar Borrmann KGO Küchengeräte Gieren, Neustadt bet Weltpresse zum Abdruck bringt, die im Kampf gegen den nationalsozialistischen Staat in der Zeit vom Herbst 1933 bis zur Gegenwart erschienen sind, ersten Band sieht man Bilder des Hasses und der Lüge über die politischen Maßnahmen und erfolge des Führers als Reichskanzler, wie auch neuerdings als Staatsoberhaupt, zusammengetragen aus allen Zeitungen der Welt. Kein Erdteil und kein beachtliches Land, das nicht dem Versuch lebte, Hitler als Weltschreck, Friedensstörer und Geistes- toter bildlich darzustellen, oder als Haubitzenastronom, Schwerttänzer, Rattenfänger, aktz bajonett- Ungeheuer oder Schlagringmatador. Das -auch bildet damit wieder eine köstliche Belehrung über die Einstellung, die diejenigen Kreise des Auslandes zu uns nehmen, die über die ausländische Presse gebieten, und liefert dem deutschen Leser den Beweis für den Neid, mit dem wir um unseres Führers willen bedacht werden. Auch diesem Band der Karikaturen hat der Führer und Reichskanzler ausdrücklich ferne Billigung erteilt. Wettervoraussage. Während bei uns bisher durch die aufgekommene Schneedecke eine ansteigende Temperatur über Null Grad hinaus verhindert wird, strömen über West- frankreich milde ozeanische Luftmassen mit einer Temperatur von plus 10 Grad Celsius ostwärts Sie geben in ganz Frankreich schon Anlaß zu Rebenfallen, die sich heute morgen bereits in Nordwestdeutschland bemerkbar machen. Durch das im Ostseegebiet liegende Teiltief und den kräftigen Luft- druckanstieg über Westeuropa wird zunächst das Elnstromen dieser milden ozeanischen Lust nach Deutschland begünstigt. Für späterhin ist allerdings neue Abkühlung nicht unwahrscheinlich. Aussichten für Dienstag: Überwiegend bedeckt und verbreitete Niederschläge (meist Regen) bei lebhaften westlichen bis nordwestlichen Winden milder. Lufttemperaturen am 13. Januar: mittags 2 Grad Gestus, abends 0,6 Grad; am 14.Januar: morgens 0 Grad. Maximum 2,3 Grad, Minimum — 2 Grad. "7 Temperaturen in 10 cm Tiefe am 13. Januar: abenös 0,1 Grad; am 14. Januar: morgens 0,2 Grad Gelsius. — Sonnenscheindauer 0,7 Stunden. — Nie- derschlgge 0,4 mm. Schneedecke 1,4 cm. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thynoi. für den übrigen led: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor XU 34: 12 047. Druck und Verlag: Bruhl lebe Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Elnzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. heißt schön fein. Zu dick ift ungesund. Erfolgr. Wirkung immer (0 * • "die einzig* d u rch„Jl£UUH artigen Entfettungstabletten. Garantiert unschädlich. RM 1.75, Kurpackung RM 4.50. In allen Apotheken erhältlich. Verlangen Sie nur.,Äeinuu .. schriftl. mit guten Zeuq- .__.unt.0194 Nissen. 2281) an d. Gieß. Anz. Watttorstr.L8I r. Geschäftsverlegung! Habe mein Institut für Fußpflege von Walltorstr. 38 nach Kirchenpl.5 (Laden) verlegt. Eberhard Bues Fußspezialist. 01ti6 Lustspiel - Kulturfiim - Ufa-Ton-Woche 8 Oeffenittche Aufforderung zur Lulrichkung des zweiten Teilbetrages des Beitrages zum Reichsnährstand für das Rechnungsjahr 1934 für landwirtschaftlich genutzte Flächen. § 1 des Ersten Nachtrags vom 18. Dezember 1934 zur Ersten Beitragsordnung des Reichsnährstandes für das Rechnungsjahr 1934 wird für Häuer- kche oder landwirtschaftliche Betriebe der zweite Teilbetrag des Beitrags zum Reichsnährstand in gleicher hohe erhoben wie der erste Teilbetrag. Der zweite Teilbetrag ist nach § 2 des Ersten Nachtrags am 25. Januar 1935 (nicht am 15. Januar 1935) zu entrichten. ' 0 2)er 23^09 wird erforderlichenfalls wie öffentliche Abgaben zwangsweise beigetrieben. 220D Gießen, den 14. Januar 1935. _______________Finanzamt Gießen. MW zur Aushilfe sofort gesucht. 0,ve biSWM.W Saub., ehrliches Halbtags- oder Stundenmädch. fürsofort gesucht. Näheres i. ü. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 223d Tücht. gewandt. Mädchen ver sos. od. 1. 2. gesucht. Vorzust. vormitt, bis 11, nachm. 6-8 Uhr. Goetbestr. 21 I. I Lichtspielhaus «Giefleni Ab heute Montag ein Ufa-Film-Lustspiel rund um die Ehe H mit „peinlichen“ Situationen für: Paul Hörbiger B Trude Marlen B Elga Brück Spiel d-Feuer Regie: Ralph Arthur Roberts! I Montag, p.Zanuar 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Hr.U Zweiter Blatt HindenburgsTotenmaskeimZeughaus SieMrls-astsiage in LISA. Mit Kreuzer „Emden" um die halbe Welt R.i LUWK-ML« ; Was aber das Leben, von dem hier ein paar s Stationen, slüchtig belichtet. s-stg-h° en smd - über seine Zeit hinaushebt und vorbildlich macht, ist dies: daß es beherrscht wird bis zum letzten In Santa Cruz de la Palma. Don Korvetten apitcin Zng Weber. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! An Bord Kreuzer „Emden", im Dezember 1934. Am 17. November gingen wir auf der Rede von Santa Cruz de la Palma vor Anker. Bon Bord aus sieht man die Stadt liegen, die sich mit ihren hellgetünchten Häusern und ihren Kirchen malerisch an den Berghängen ausbreitet. Santa Cruz ist die Hauptstadt der Insel, sie zählt etwa 7500 Einwohner. Ein lebhafter Ueberseeverkehr nach Hamburg, London, Barcelona, Cadiz, Havanna, Neunork und Buenos Aires verbindet die Stadt und die Insel mit der übrigen Welt. Die deutschen Farben sind zu unserer Freude während unseres Aufenthaltes gerade vertreten. Unmittelbar nach dem Einlaufen kommen der deutsche Koni"!, der sein-'n Sitz auf Teneriffa hat, und der deutsche Vizekonsul, ein Spanier, an Bord, um das Schiff zu begrüßen. Nach dem Donbord- geben erhält der letztere einen Salut von fünf Schüssen. Noch am Vormittag mach der Kommandant seine Besuche an Land, die bald darauf erwidert werden. Und nun kann es an Land gehen. Sofort als wir aus dem Boot an die Pier kommen, merken wir, daß die Bevölkerung d"r Stadt den Kreuzer gern in ihrem Hafen liegen sieht. Ueberall begegnet man offener Herzlichkeit. Freudig werden -wir be- arüßt, liebenswürdig gibt man uns bei unseren Streifzügen durch die engen Straßen der Stadt auf unsere Fragen Auskunft. Es ist unendlich wohltuend, in dieser gegen uns mit Haß erfüllten Welt einen Hafen gefunden zu haben, in dem man sich heimisch fühlen kann. Auch die auf dieser Insel lebenden sieben deutschen Famrllen erzählen übereinstimmend, daß sie überall Ansehen genießen und unter den Einwohnern jederzeit Hilfsbereitschaft finden. In buntem Durcheinander verlaufen die wenigen Tage. Die Stadtkapelle gibt uns zu Ehren em, Konzert, das an einem der kommenden Tage durch unsere Bordkapelle erwidert wird. Manche Freundschaft — auch mit dem schönen Geschlecht — wird hier geschlossen. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt werden besichtigt, Spaziergänge in die nähere Umgebung werden gemacht, Fußballspiele stnden statt. Auch die Tanzlustigen kommen zu ihrem Recht. -Jeder Divisionsoffizier macht einen KraUwagen- ausflug mit seiner Division, um unseren Mannern auch das Innere der Insel zu zeigen. Die Deutschen sind an einem Tage unsere Gäste. Uebrlgens werden zwei ihrer Kinder an Bord durch den Bordgeistlichen getauft. ____ Nation etwa 90 Milliarden Dollar beträgt. Die Ausgaben, die sich schon jetzt hinter der vorjährigen Schätzung halten, sollen fortan laufend abge- b a u t werden in dem Maße, in dem die pnoate Wirtschaft wieder zu funktionieren beginnt.' Jedenfalls hat die Gestaltung des Bundesbudgets den Kredit der Regierung nicht erschüttert: jede Auslegung von Regierungsanleihen hat stets zu sehr schneller Ueberzeichnung geführt. Die Totenmaske des verewigten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg in der Ruhmeshalle des Berliner Zeughauses, dem sie auf Anordnung des Führers und Reichskanzlers überwiesen wurde. nen. Die soeben dargelegte Stabilität des Dollars zeigt, daß Amerika hierzu fähig und willens ist, während über die britischen Pläne noch völlige Unklarheit herrscht. Eine derartige Stabilisierung würde mit einem Schlage Riesensummen gehorteter Werte in der ganzen Welt aus ihren Schluvswinkeln in den Gewölben der Banken und den Kassenschränken vieler Firmen hervorbrmqen und zu einer starken Belebung der Weltwirtschaft führen, die fast an Inflation grenzen würde. Inflation innerhalb Amerika s durch Benutzung der Banknotenpresse ist aber von Roosevelt immer wieder glatt zurückgewiesen ken von der Bundesregierung die Wiedereröffnung verboten. Seitdem ist eine großeSanierungs- a k t i o n eingeleitet worden, die jetzt so gut rote abgeschlossen ist. Nur etwa 600 Banken sind endgültig geschlossen geblieben, und diese stellen ungefähr 1 v. H. der Gesamtdevositen dar. Ueber 14 000 Banken sind heute einer Depositenversicherung anqeschlossen, die Bankkonkurse fortan ungefährlich für die Einzahler macht. Jnfolg"desien sind die Einlagen um etwa vier Milliarden Dollar gestiegen, und gleichzeitig hat das Anziehen der Werte für Grundstücke, und Renten das Kapital der Banken selbst beträchtlich erhöht. Es fehlt immer noch ein einheitliches Banksystem, aber die Struktur ist erheblich soltder geworden. 4. Das Kreditsystem: Roosevelt und andere haben im Laufe des letzten Jahres den Banken vorgeworfen, daß sie trotz ihrer erheblich gebesserten Einlagen es unterließen, den zur Erholung der Wirtschaft erforderliche Bankkredit in der erforderlichen Höhe zu gewähren. Die Anleihen der zum Bundes-Reservesystem aehörenden Privatbanken erreichten 1929 die allerdings phantastische Höhe von 10 Milliarden Dollar. Sie sanken aber 1933/34 viel zu tief, wenigstens nach Ansicht der Bundesregierung, die daraufhin ihrerseits Geld an Großun^r- nehmer, Eisenbahnen u. a. zu leihen beaann. Ein Grund für dieses Zögern ist der Umstand daß Schwerindustrie und Eisenbahnen usw. mit Anleihen aus früheren Zeiten stark belastet sind und schon seit Jahren den Zinsendienst in vielen Fällen eingestellt haben, so daß wettere An- Feldherrn seiner Zeit und den Schöpfer der jungen Großmacht Preußen; zuletzt den alten, kranken, einsamen König, der Welt und Menschen verachten gelernt hat, ausgebrannt von den Feuern dreier Kriege, gehärtet von vielen Schicksalsschlägen, schon dem Jenseitigen zugewandt und Zwiesprache haltend mit dem Geist seines Vaters. Man sieht schon, daß hier an Rohstoff in eine einzige Dramenrolle hineingepreßt wurde, was ausreichend wäre für etliche Romanfiguren und dicke Bücher. Sehr imponierend und nobel, was Herr Löfer aus diesem Rohstoff geformt hat; wenn manche Uebergänge und Verbindungslinien in der Entwicklung vermißt worden sein mögen, war es sicher nicht seine Schuld; er empfand jedenfalls die Verpflichtung, die ihm auferlegt war, und gestaltete einen Friedrich von überlegener Haltung und wei- : tem Blick. Es mag Auffassungssache sein, wenn er uns in den ersten und in den mittleren Szenen, elegant, rasch, impulsiv und befeuernd, überzeugender schien als in der bitteren Melancholie des Ausklangs. Sochsckulnocknchten. Der Privatdozent Dr. Heinrich Lampert, Chefarzt der inneren Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Bad Homburg, ist zum ordentlichen Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Frankfurt unter Uebertraqung der neugearünbeten Professur für Quellenforschmtg und Bäderlehre ernannt und gleichzeitig Zum Direktor des Instituts für ,Quellenforschung und Baderlehrc in Bad Homburg bestellt worden. 3. Das Banken- Sy st em: Das amerikam- sche Bankensystem war in früheren Jahren em loses Gemisch guter, mittelmäßiger und schlechter Banken, teils der Bundes-, teils einzelftaatlicher Kontrolle unterworfen. In manchen Einzelftaaten war diese Kontrolle recht milde, mit dem Erfolg, daß sogar während der Hochkonjunktur 1925/29 l a h rll ch etwa 680 Banken Pleite machten. Rach der Panik vom März 1933 wurde fast 5000 Ban- Schlage eines alt und müde und unendlich einsam gewordenen Herzens von dem Bewußtsein der Pflicht und von der ewigen Idee des Staates, der leben muß — wie das königliche Kriegstestament es befiehlt —, auch wenn fein oberster Diener ausgelöscht werden sollte von der Hand des Schicksals, mit dem Friedrich in seinen trübsten Stunden die letzte Zwiesprache hält, gegen dessen hageldicht fallende Schläge sein unerschütterlich großer Geist und ein übermenschlicher Wille im ausgezehrten, schwachen, gichtgekrümmten Körper sich immer und immer wieder siegreich zur Wehr setzen. * worden. 2 Das Budget: Die Bundesregierung arbet= tet mit einem Defizit, das bei Ablaus des Etatjahres im Juni 1935 etwa 3,3 Milliarden Dollar erreichen und die öffentliche Gesamtschuld aus 28,5 Milliarden steigern wird. Hierbei ist zu beachten, Erst indem man so, ganz grob, die Grundlinien des Dramenbauplanes absteckt, ermißt man den Umfang dessen, was Bötticher gewollt hat. Zum echten Drama freilich würde gehört haben, daß der Monolog sich zum Dialog steigert, daß, mit anderen Worten, nicht nur die äußeren, sondern auch die inneren Antithesen erlebt werden. Das geschieht m diesem Stück nur stellenweise und nur selten mit annähernd ebenbürtigen Kräften, am ehesten m den Szenen mit Guarini, mit dem englischen Gesandten, einmal auch mit Schwerin. ♦ Enorme Bogenspannung: Berlin 1740 bis Sanssouci 1786. Aus den drei schlesischen Kriegen fliegen drei schicksalsschwere Namen vorüber: Mollwitz, Hohenfriedberg, Kolin. Dazwischen wieder Berlin iind wieder Sanssouci und das Dresdener Schloß unb noch einmal bas Königszelt in Schlesien kurz vor bem Hubertusburger Frieben. Ein Wirbel von Gestalten, von benen freilich nur wenige schärferen, persönlicheren Umriß empfingen, ein Wirbel von Umarmen, von Blau und Rot, von Weiß unb Gold unb Silber- Schlachtenlärm unb Trommelwirbel die preußischen Felbmusiken unb die zärtlichen Rokoko- melobien friedlicher Tage in Potsdam. ♦ Herr Lüpke sprach klug unb kühl, mit dialektischer Schärfe, den Guarini; Herr Quad flieg mit schwärmerischer Begeisterung den jungen Michael. Herr Lindt gab der knappen Szene des englischen Gesandten feste Kontur und dramatischen Antrieb. Herr Neuhaus spielte einen schwerblütigen, ehrlichen, von schmerzlicher Hingabe an den König erfüllten Schwerin. Herr Geiger mit ruhiger Bestimmtheit den Kabinettsrat Eichel. Von den vielen übrigen, die mit Eifer im Ensemble wirkten, feiert noch Volck (österreichischer Geiandteri. Nieren (Grenadier; sächsischer Ge- , sandter), Mizzi Rauschenberg a. G. (Königin- Mutter), K ü h n e (Graf Brühl), Goebel (Page), Feige! (Dessou) unb von ber Tafelrunbe bie Herren Seitz, Weiser, König, Wrebe unb Valckenberg genannt. Die Hörerschaft bankte mit starkem Beifall. ’ hth. Don unserem K. G S -Bericktersiniier. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Washington, Anfang Januar. Die amerikanische Wirtschaftslage hat sich in den letzten Monaten fraglos weiter gebessert. Die Besserung ist besonbers bemerkbar im Süden, Mittelwesten unb Westen in den östlichen Gebieten ist sie roenicfer fortgeschritten. Hieraus erklärt sich der Skeptizismus in Neuvork, ber bann fälschlicherweise als „bie amerikanische Gesamtlage umfassenb" oft auch nach Europa berichtet wirb Der Fortschritt ist unbestreitbar unb wirb burch bie Mehr- zahl der jährlichen Geschäftsberichte ber großen Firmen und Banken jedenfalls bestätigt. Selbst bisher ausgesprochen gegnerisch eingestellte Wirtschaftskreise beginnen jetzt mit ber Regierung zusammenzuarbeiten, offenbar, weil die Novemberwahlen ihnen gezeigt haben, daß Roosevelt unb seine Partei bis 1 940 amRuberblei- b e n werben. Der beste Beweis für ben Umschwung ist wohl barin zu erblicken, baß Silas S t r a ro n , früher ein Erzrepublikaner und erbitterter Gegner Roosevelts, aktiv an einer vom Vorsitzenden des Dachverbandes aller Handelskammern unternommenen Propagandafahrt teil’ n i m m t. Die Retzierutzg selbst läßt es an Beeinflussung ber öffentlichen Meinung wahrlich nicht fehlen unb unterhält ein fortbauernbes Trommelfeuer öffentl eher Reden saft aller Minister unb Sonderkommissare im ganzen Land Diese Reden gipfeln in der beruhigenden Versicherung, daß die »Regierung an dem Grundsatz des unabhängigen Unternehmertums nicht rütteln wolle. Verbunden ist hiermit freilich stets die Drohung, daß die Regierung gegen diejenigen vorzugehen entschlossen sei, die noch längere Zeit in Mißtrauen unb Abwarten verharren. In allen Geschäftszweigen, bie nicht ihren Teil zur Erholung bes Lanbes beitragen, werbe sie amtliche Konkurrenzbetriebe errichten, damit ber Verbraucher in anftänbiger Weife bebient werde. Hiermit fall nicht gesagt werben, baß sich das Land bereits erholt habe ober baß bas Arbells- lofenproblem bereits gelöst sei. Gerabe diese Propa- ganba zeigt ja klar, baß noch sehr v i e l g e t a n werben muß. Aber es wäre verfehlt zu behaupten, daß sich bie amerikanische Wirtschaftsbelebung überhaupt noch nicht abzeichne unb baß revolutionäre Erscheinungen sozusagen unmittelbar vor ber Tur ständen. Gewiß hat es im letzten Jahre viele Streiks und auch gelegentliche Unruhen gegeben, aber alle Streiks find beigelegt worden und keinerlei Revolution ist irgendwo ausgebrochen. Arn deutlichsten zeigen das die Wahlen, bei denen, wie schon gesagt, die Marxisten auch nicht einen einzigen Kandidaten durchzubringen vermochten. Aber die Besserung läßt sich auch positiv Nachweisen, und zwar in folgenden Kardinalpunkten: 1. D i e Währung: Der amerikanische Dollar ist am 31. Januar 1934 auf 59,06 v. H. des früheren Wertes a b g e ro e r t e t roorden. Das führte naturgemäß in den ersten Monaten zu gewissen Schwankungen. Aber dann zeiate ber Dollar eine bemerkenswerte Festigkeit: er stieg nie über 59,70 unb fiel nie unter 58,30. Der Dollar schwankte im Jahre 1934 nie mehr als 1.3 v. H. während das Pfund um 4,3 v. H. und der Psn um 5 6 v. H. schwankte, ber argentinische PA sogar um 12 7 v. H. variierte. Die amerikanische Wahrung ist also so aut wie stabil. G-wiß bat Präsident Roosevelt bie Vollmacht, ben Dollar noch weiter, unb zwar bis auf 50 v. H. bes früheren Werte s zu devalvieren. Die ganze Entwicklung der letzten Monate unb insbesonbere bas starke Bargelb-Bmurf- nis ber Regieruna lassen jeboch barauf schließen, daß man die Währung bis auf weiteres nicht anrüfjren wirb, schon um Industrie und Wirtschaft bie Möglichkeit zu lanafriftiqen Kalkula- tionm zu geben unb um bie Banken sowie bie Svaker, 'bie'Schatzscheine ber Regierung kaufen sollen naht vor Anlage ihrer (Selber in schwankender Aufgaben wie Grenzen einer Inszenierung lassen sich zum Teil bereits aus dem Gesagten ableiten; auch dürfte es jedermann klar sein, baß ein ötmf, besten Umrisse unb Wesenszüge wir anzubeuten versuchten, an eine Bühne wie bie unsere, personell unb szenisch, sehr erhebliche Anforberungen stellt. Der Svielleiter Kurt Lüpke würbe ber ausladenden Masse des dramaturgischen Stoffes auf eine Weise Herr, die einen verhältnismäßig schnellen Ablauf der Bilderfolge möglich machte; auch waren die realen und die metaphysischen Bestandteile des Spieles gerecht gegeneinander abgewogen, der sehr preußische Grundton getroffen, wechselnde Stimmung und Zeitkolorit in Farbe, Raum unb klanglicher Untermalung überzeugend eingefangen. Die Bühnenbilber von Löffler: sparsam, dennoch nicht ohne eine gewisse Großzügigkeit unb stilgerecht. Das berühmte Menzelsche ©emalbe bestimmte bie bilbmäßig besonbers einbrurfsooüe S,ene ber Tafelrunde von Sanssouci. Herr Keim verwaltete mit geübter Hand ben für ben äußeren Einbruck nicht unwesentlich mitfpielenben Wechsel oon Licht unb Schatten über bem Schauplatz. Was wir hier vor uns sehen, liegt etwa 0Uf dem Schnittpunkt zwischen theatralischer Chronik historischem Bilberbogen unb heroischem Monolog. Ein epischer Ablauf, ber einen mach- Hqen Roman zu füllen imftanbe gewesen mare mußte in einigen wenigen, szenisch belichteten Brennpunkten zusammengerafft werdem Es mufften ferner bie geschichtlichen Kulissen bes Welt- theaters um bie Mitte bes achtzehnten Jahrhunderts in Umrissen sichtbar gemacht werben was freilich nur auf eine, ben Mitteln bes dramatischen Dichters nicht zugängliche Weife gelöst werben konnte. Es kam Bötticher enblich barauf an, nicht nur ben Ablauf als solchen, sonbern auch dessen innersten Antrieb und ewigen Sinn begreifen zu lassen, bi Quintessenz gleichsam unb bie Summe dieses einmaligen preußischen Lebens zu ziehen. Gießener Gtadttheater. Hermann boit : „Der König". Die Gestalt Friedrichs des Zweiten von Breußen ist oft unb immer roieber in ber deutschen Dichtung beschworen worben. Wir sahen Jie hier zuletzt in Hermann Burtes Drama „Katte ; aber ba würbe die liebenswerte, gleichsam verschleierte Erscheinung des Kronprinzen bald von anderen, gegenwärtigeren und dramatisch wichtigeren Figuren m ben Hintergrund gedrängt. Gestern nun, am Tage der großen Entscheidung an der Saar, hat man Bötticher^ Schauspiel „Der König" aufgesuhrt, weil, rote die Intendanz dazu bemerkt, „in kaum einem anderen Werke der deutschen Literatur unserem heutigen Zeitgeschehen gleichartige und ähnliche weltwendende Schicksalsstundcn dichterisch so verewigt sind . Wenn man Böttichers Stück an sich vorüberziehen sieht wird man unwillkürlich zu Vergleichen ange- reat Walter von Molo behandelte den gleichen - Stoff vor bem ein Dramatiker zuruckschrecken mußte; Molo bat in einem Roman und in einem Drama idne Vision dieses königlichen Menschen, dieses menschlichen, unmenschlichen und Übermensch ichen Leb ns in einen einzigen Tagesab auf gepreßt und ^was Unvergeßliches damit geschaffen, indem er der Nachwelt eine ber größten Erscheinungen unserer Melchichte innerlich naherückte. »ötHdjer hat etwas Ungeheures versucht nämlich bie gesamte Regierunqszeit Friedrichs in elf Bi der -u fassen, die europäische Epoche zwischen 1740 und 1788 zenisch zu umspannen und im Rampenlicht lebendig werden z>i lassen: daß er danut [eine dichterische Kraft an etwas Unmögliches [et, e kann niemandem klarer gewesen sein als ihm selber. Den Auftakt bildet die in ein unruhiges, flackerndes Helldunkel gestellte Szene im Hause des Jesuiten Guarini. Dieser halb gespenstigen, halb Mephisto- vhelischen Figur, bie einmal als bas „zweite Gesicht bezeichnet wird, mag Bötticher so etwas wie die Rolle des Chors in ber antiken Tragobie zugebacht haben. Aus ihm spricht wenn wir ihn recht verstehen, die Stimme des Schicksals; er begegnet dem einsamen König im Dresdener Schloß als erschreckende Vision seines wachen Traumes, an ihn scheint das letzte Vermächtnis des Sterbenden in ^u"nNi°ch'°in7an^er?Gestalt taucht schattenhaft aus bem Dunkel, Michael, ber Name klingt rote em Svmbol; eine junge Stimme beutet, träumerisch unb begeistert in bie Zukunft gesprochen, eme Aufgabe an, für welche bie Zeit, bie hier voruberrauscht noch nicht reif war: im brobelnben Europa nicht Preußen allen zu formen, sonbern Deutschland Don dieser S^ene her und einigen anderen, spater, gewmnt Böttichers Drama am unmittelbarsten den Anschluß an die Gegenwart, jene lebendige Beziehung zu unserer Zeit, die der Theaterlelliing bei der Inszenierung des Schauspiels vorgeschwebt hat. Einer der Ausflüge führt uns auf den Caldera b e Taburiente, den größten erloschenen Krater der Erde. Von Santa Cruz aus wird mit Kraftwagenfahrzeugen geftartet, und in steilen Serpentinen geht die Fahrt zunächst auf eine beträchtliche Höhe hinauf. Nach einem prächtigen Blick von ber Buena Vista — ber schönen Aussicht — auf bas Panorama ber Stabt fahren wir an ber Qst- küste entlang nach ber Sübspitze ber Insel, von bort aus nach bem nördlicher gelegenen Dorfe el Paso, bem Ausgangspunkt für ben Aufstieg auf den Krater. In del Paso erwarten uns Pferde, mit deren Hilfe wir den Krater erklimmen sollen. Der Weg führt uns durch eine malerische, mit kanarischen Pinien dicht bewachsene Schlucht. Unsere Pferde vollbringen erstaunliche Kletterkunststucke. Sicher umgehen sie jedes Hindernis, und nach einem etwa einstündigen Ritt sind wir am Rande öes gewaltigen Kraters angekommen. 9000 Meter beträgt sein Durchmesser, feine Tiefe ist 700 Meter. Ein unbeschreiblich schönes Landschaftsbild liegt vor uns, unvergeßlich für den, der es einmal gesehen hat: Laubbäume und Tannenwaldungen erklimmen bie steilen Abhänge der Schluchten unb bilben einen wunderbaren natürlichen Schmuck dieses geologischen Wunders. Beim Abstieg werden die Pferde auf dem stellen Teil des Weges geführt, dann wird wieder aufgesessen. In el Paso angekommen, geht die Fahrt mit Ärafb wagen weiter über bie Stabt Lob Llanos nach Tacacorte, wo uns Sananenplan tag e n, das Verpacken ber Früchte unb ihre Verschiffung gezeigt werben. Letztere ist besonbers schwierig, weil an ber Küste eine sehr starke Brandung steht. Die Bananenbampfer ankern beshalb auf ber Reede unb bas Anborbfchaffen ber Früchte erfolgt derart, daß sie zunächst mit einem Transportsell auf eine auf einem hohen Felsen befindliche Zwischen- laöeftation gehoben und von dort aus auf die gleiche Weise in die Dampfer hinunter gelassen werden. , _ , Inzwischen ist der Abend heremgebrochen, an der in Mondschein getauchten Küste entlang geht es wieder nach Santa Cruz. Wir danken unseren spanischen Begleitern unb fahren roieber an B^Zäh wurden diese schönen Tage unterbrochen. Am Bußtag wird bei uns die Flagge auf H albst o ff a ese tz t: ber Heizer Martin Weiß war tobl ich verunglückt. In frember Erbe fern von der Heimat haben mir unseren Kameraden bestattet... Alle vorgesehenen Festlichkeiten wurden sofort abgesagt. Am 23. November lichtet Kreuzer „Emden den Anker, das nächste Ziel ist L o a n d a in portu- । giesisch Angola. Wenn oben in anderem Zusammenhang von der monologischen Grundhaltung des Schauspiels die Rede war, so war damit schon angedeutet, wie ausschließlich und entscheidend bie Gestalt bes Königs im Zentrum ber Szenenreihe steht: bas ganze Stück lebt von biefer einen Gestalt, bie bas normale Ausmaß einer Dramenrolle well uber- ebreitet. Man muß schon, rein bynamisch, etwa an ben Faust ober an ben Peer Gynt benfen, wenn man einen Vergleich für bie Entwicklung haben will, bie hier, innerlich unb äußerlich, wenn auch nur 'n ganz großen Ausschnitten unb Intervallen, sichtbar gemacht werden soll. Herr Löser spielte den König — von Berlin über Mollwitz, Hohenfriedberg, Kolm bis Sanssouci: den jungen, eben auf ben Thron gelangten, weltmännisch-diplomatischen Fürsten; den ersten ll'j’ K ■ HW; Z leihen als bedenklich erschienen. Ein anderer Grund! Diese Zahlen zeigen eine deutliche Besserung der s familkenkundlicher Untersuchungen. Freilich muß ist der, daß erfahrungsgemäß Bankanleihen einer Preise an sich sowie ihres Verhältnisses zueinander, seder, h?r hier Familien o-schung treiben will, ne= l a st erheblich verringert. Weniger gut ist nen, sobald die Erholung einsetzte bzw. konnte er durch Minimallöhne und Marimalarbeitszeit. Trotzdem aut di-b°" vorliegt, seien die Zahlen der vergangenen Jahre Textilien (vor allem Seide) haben an dieser gegenübergestellt (in 1000 Tonnen): Belegschaft am Jahres- Steigerung der letzten beiden Jahre ist sehr 55 Millionen Akten Kandb« Geschichte in Legaten. - Das Geheime preußische Staatsarchiv. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe der zuletzt belch tossenen Dividende an — Relchsbankbiskonl 4 o H Lombardzinsfuß 5 v H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 8 8 8.3 8.3 Mai Mai und Kinderarbeit sowie das sich ihre eigenen Vertreter zu den Arbeitgebern zu erwählen. 1928 1931 Arbeitsverhältnisse Recht der Arbeiter, Verhandlungen mit klärt, in man das dexziffer: Besserung nicht teilaenomm»n, und diese sind daher geneigt, die Schuld hierfür den Eingriffen der Regierung in die Lohnpolitik zuzuschieben. Die Regierung hat inzwilch"n bereits auf einige der weiterreichenden Eingriff-Befugnisse verzichtet, z. B. auf das Recht der Konzessionierung von Privatbetrieben. Sie wird das Rirasystem weiterhin vereinfachen und wahrscheinlich auch den „Blauen Adler" aufgeben. Beibehalten werden dagegen die Bestimmungen über unlauteren Wettbewerb, Arbeitszeit, 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 Die Februar 1933 Oktober 1933 Oktober 1934 die be- Farmvreise: 155 92 55 78 100 121 77.25 75-3 62-72 80.44 33.77 sehr weitgehendem Maße erfolgt. Wenn Jahr 1926 als Normaljahr betrachtet (Jn- 100), so ergeben sich folgende Zahlen: 62.98 80.76 33-91 87-25 103-4 64-25 99 120 80 76-75 Bestand am Jahresende 82 82 159 216 242 211 185 99 2.459 58.25 54.52 12-215 16.44 168-56 21-19 61-44 2-439 58.01 54-30 12.175 16.38 167-88 21-11 61-20 87-25 103 67-65 100.65 83-4 120 79-5 76-65 29 1.25 8.15 8 8.05 11.2 o 4 (i (i 0 6 6 0 0 86.25 103 64-13 100 81-5 120-75 77-5 75-13 4% Oefterretdnlche Goldrenle. 4,2U% Oeslerreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrenre 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4% desgl. Dirn 1913 5% abgeii. WulOmcrifaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagoaobahn-Anleihe «verte 1................ Buderus .......... Deutsche Erdöl Gelsenkirchener ........ Harvener Hvesch Eisen—-Köln-Neuessen Ilse Bergbau ......... Ilse Bergbau Genüsse Klöckneriverke Mannesmann-Röhrea 8.65 8.3 8-25 11 naue Angaben über zeitliche und örtliche Verhältnisse maegen könn.n. Für die Geschia)tsforschung ist der Urkundenschatz des Archives eine unersetzliche Quelle. Gegen eine geringe Gebühr werden auch Photokopien von Urkunden hergestellt. Stammrollen und Regimentsbücher. Mit anderen Akten des preußischen Heeres befinden sich im Archiv auch die Stammrollen der preußischen Regimenter. Auch sie können fa- milienkundlichen Nachforschungen nutzbar gemacht Der Eisensteinbergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen. In 2 Jahren 186 % Belegschaftsvermchrung Fwd. Wetzlar, 12. Jan. Die arbeitstägliche Leistung ist im letzten Quartal 1934 ungefähr gleichgeblieben. Es wurden in 24 Arbeitstagen im Dezember 1934 52 755 Tonnen Erz gefördert (gegen 54 067 Tonnen bei 25 Arbeitstagen im November), während der Absatz im Dezember 58191 Tonnen 86 102-5 65.25 100-75 Unternehmungen abgeschreckt haben mögen. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die starke Deflation des Bankkredits noch nicht in der erwünschten Höhe ausgeglichen wurde, daß aber die Banken allmählich wieder Mut zur Anlage in industriellen Betrieben bekommen. 5. Die Preislage: Vom Sommer 1929 an find d i e Preise für Rohstoffe und Fertigwaren ständig gesunken, mit dem Unterschied, daß der Verlust bei den Rohstoffen 51 v. H., bei den Fertigwaren etwa 30 v. H. betrug. Hierdurch wurden die Bauern und andere, die an Jahresende 4300 3400 3100 2100 960 820 1560 2350 die Schuldlage der Eisenbahnen, der städtischen Grundstückeigentümer, der Staaten und Gemeinden. Der Steuerertrag hat sich 1934 etwas gebessert, aber Städte, Staaten und Bund haben immer noch gewaltige Ausgaben für Wohlfahrtszwecke, ohne daß eine Deckung hierfür in absehbarer Zeit zu erwarten wäre. 8. Gewinnspanne: In früheren Krisen hat der Unternehmer durch billigeren Einkauf und niedrigere Löhne seinen Gewinn beträchtlich erhöhen kön- hat die Bundes-Reservebank von Neuyork durch. Umfrage bei 407 großen Betrieben festgestellt, daß ' die Unternehmergen.inne in der ersten Hälfte 1934 fünfmal größer waren als in der gleichen: Periode von 1933, zwanzigmal größer als ' beachtlich, beträgt sie doch gegenüber Ende 1932 bei der Belegschaft 186 v.H., bei der Förderung 239 v.H. und beim Absatz 221 v. H. Don der Spitzenleistung des Jahres 1927 sind bei der Förderung 58,2 v. H. und bei dem Absatz 61,3 v. H. erreicht. Die Aussichten für das Jahr 1935' dürfen als günstig angesprochen werden. Mit der Auswirkung der großzügigen Aus- und Vorrichtungsarbeiten werden Förderung und Absatz entsprechend weiter steigen. Die Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Volksstaates Hessen weist für den Monat Dezember und das Jahre 1934 folgende Zahlen nach: a) Monat Dezember 1934: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 82 446 Tonnen, davon wurden 78 512 Tonnen zu Schwelereiprodukten weiter verarbeitet. Aus den verschwelten Kohlen wurden gewonnen: 4515,950 Tonnen Rohteer, 661 590 Tonnen Leichtöl aus Schwelgasen, 13 656 Tonnen Koks, ohne die Schwelrückstände des Mesfeler Kohlenschiefers. b) Jahr 1934: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 1 011160 Tonnen, davon wurden 949 018 Tonnen zu Schwelereiprodukten weiter verarbeitet. Aus den verschwelten Kohlen wurde gewonnen: 55 917,790 Tonnen Rohteer, 8—096,010 Tonnen Leichtöl aus Schwelgasen, 160 792 Tonnen Koks, ohne die Schwelrückstände des Mesfeler Kohlenschiefers. Alle Akten und Urkunden der preußischen Staatsbehörden, die von rechtlicher und wirtschaftlicher Bedeutung sind, wandern nach einer gewijsen Zeit (im allgemeinen zehn Jahre nach ihrer Entstehung) in das Geheime Preußische Staatsarchiv. Dieses Archiv, eines der größten Deutschlands, ist so alt wie der brandenburgisch-preußische Saat jelbst. Schon die Askanier besaßen ihr Staatsarchiv. Es war in der Burg Tangermünde untergebracht. Später kam es in das Berliner werden. Doch muß hierzu gesagt werden, daß die Stammrollen der alten Armee (friderizianische Zeit bis 1806) gewöhnlich nur Angaben über Namen, Eintritt in das Regiment, Verwundungen und mitgemachte Gefechte enthalten und daß nur selten Geburts- oder Sterbedaten in ihnen stehen. Erwünscht ist der Archivleitung die Abgabe der Re- qimentsbücher und Regimentsakten, die sich noch heute vielfach im Besitz von Regimentsvereinen befinden. Im Staatsarchiv werden d^ese Akten, deren Ablieferung eigentlich selbstverständliche Pflicht ist, sachgemäß'ausbewahrt und stehen jedem zur Verfügung. foe. förderung 1019 958 890 707 354 175 339 593 Die ganze brandenburgisch-preußische Geschichte von Albrecht dem Bären bis zur Gegenwart spiegelt sich in diesem Urkundenschatz. Da jinben w.c etwa me älteste im Besitz des Archivs befindliche brandenburgische Urkunde aus dem Jahre 1160, in der Albrecht der Bär dem Johan- niterordsn die Kirche in Werben überläßt, oder das berühmte Landbuch des Kaiser Karl IV., oder ein Reskript des Großen Kurfürsten, über die Einführung einer Kopfsteuer. Kabinettsordres der ersten preußischen Könige sind da, manche bekannte Randbemerkung des Großen Königs begegnet uns auf ihnen, so etwa das Wort von den „Religionen, die alle tolerieret werden müssen", Briefe von Seydlitz und Zielen aus dem 7jährigen Kriege, die Verfügung der Entlassung des Freiherrn vom Stein, die Kongreßakte von 1815, der erste Zollvereinsvertrag, Bismarcks Jmmediatbericht über die Einführung der Kaiserwürde 1871, die preußischen Verfassungsurkunden, der preußische Konkordatsvertrag von 1929, eine Verhandlungsniederschrift aus dem Jahre 1933 über die Uebergabe der Domäne Langenau an den Reichspräsidenten von Hindenburg — all diese Urkunden und Verträge, die oft Marksteine in der Entwicklung des brandenburgisch-preußischen Staates darstellen, werden im Preußischen Staatsarchiv aufbewahrt. Benutzung des Archivs. Es kommt nicht oft vor, aber manchmal geschieht es doch, daß ein Aktenstück, das zu irgendwelchen Zwecken aus dem Archiv herausgenommen wurde, verlegt wird, d. h. nach seinem Gebrauch versehentlich in ein anderes Regal gelegt wird. Dann ist die Sache allerdings schlimm; denn unter den Millionen von Urkunden verschwindet so eine verlegte Urkunde vollständig, und es ist unmöglich, sie wieder hervorzusuchen. Vor einigen Wochen fand man ganz zufällig eine Urkunde, die vor etwa 20 Jahren verlegt worden war ... Das Staatsarchiv dient sowohl der Arbeit der Behörden, als auch der privaten Forschung. Neuerdings wird es besonders stark für Zwecke der F a - milienforschung in Anspruch genommen. Die Benutzung des Archivs ist jedem deutschen Volksgenossen gestattet. Gerichtsakten, Akten ländlicher Verwaltungsbehörden bilden oft eine reiche Quelle * 6prozentige Serienanleihe des Landes Bayern vom Jahre 193 3. Bei der am 10. Januar durch die Bayerische Staatsschuldenverwaltung vorgenommenen dritten Serienziehung ist die Serie 20 gezogen worden. Alle Schulverschreibungen dieser Anleihe, die diese rotaufgedruckte Serie tragen, sind damit zur Rückzahlung vom 1. März 1935 an ausgelost und werden von diesem Tage an zum Nennwert eingelöst. Rhein-Moinische Mittagsbörse. Tendenz: fest. Frankfurt a. M., 12. Jan. Die Wochenschlußbörse verkehrte in fester Haltung, wenngleich die Umsatztätigkeit kein größeres Ausmaß erreichte. Nachdem die Kundschaft und auch die Kulisse in den beiden letzten Tagen meist realisiert hatte, schritten sie heute angesichts der optimistischen Stimmung für den Ausgang der Saarabstimmung zu einigen Vorkäufen. Das Kurzniveau erfuhr fast auf der ganzen Linie eine durchschnittliche Erhöhung um 0,50 bis 1 v. H. Jahresabsatz 1081 958 846 658 327 206 365 663 Nach der goldenen Hochzeit auch im Tode vereint. LPD. Herborn, 12. Januar. In dem Kreisort Mademühlen feierten dieser Tage die Eheleuce Daum das Fest dergoldenenHochzeit. Ba.o darauf erkrankte der Mann an Grippe, die ein; .i tödlichen Verlauf nahm. Wenige Tage später wurde auch i>ie Frau von der gleichen Krankheit befallen. Auch sie starb, so daß die alten Eheleute nach fünfzigjähriger Lebensgemeinschaft nun auch i m Tode vereint sind. '21menraui|ü)e Viuten Belgische Wüten.................. Dänische Noten .......... Englische Noten Iranzosische Noten Holländische Noten Italienische Noten .. Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten ............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Wo teil ..... Laten für Montag, 14. Januar. 1860: der preußische General von Hoeppner, General der Luftstreitkräfte, in Tonnin auf Wollin geboren; — 1874: Philipp Reis, der Erfinder des Telephons, in Friedrichsdorf bei Homburg gestorben (geboren 1834); — 1930: Horst Wessel vdn Kommunisten in seiner Wohnung überfallen; — 1930: Dr. Frick wird erster nationalsozialistischer Minister und Innenminister in Thüringen. Daten für Dienstag, 15. Januar. 1622: der französische Lustspieldichter Moliere (eigentlich Jean Baptiste Poguelin) in Paris geboren (gestorben 16.73); — 1791: der österreichische Dichter Franz Grillparzer in Wien geboren (gestorben 1872); — 1858: der italienische Maler Giovanni Segantini in Arco geboren (gestorben 1899); — 1909: der Dichter Ernst von Wildenbruch in Berlin gestorben (ge- 0,75 v. H., im übrigen stellten sich Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. ein, nur Betula gaben 0,40 v. H. und Mainkraft nach Pause 1 v. H. nach. Von chemischen Werten lagen Farben bei kleinem Umsatz 0,40 v. H-, Scheideanstalt 0,50 v. H., Metallgcsellschaft 0,50 v. H. und Goldschmidt 2 v. H. fester, Rütgers- werke ließen 1 v. H. nach. Auch Montanaktien waren mehr beachtet und fest, besonders Rheinstahl (plus 1,50 v. H.), Klöckner (plus 1,25 v. H.), sonst ergaben sich Erhöhungen bis zu 0,75 v. H., nur Buderus waren noch um 1,25 o. H. gedrückt. Feste Haltung zeigten außerdem Reichsbank 152,75 (151,25), Braubank 109,25 (zuletzt 106,75), Zellstoff Waldhof 49,25 (48), ferner gewannen Eßlinger Maschinen 1 v. H., AKU. 0,75 v. H., Westdeutsche Kaufhof 0,50 und Zement Heidelberg 0,50 v. H. Auch am Nentenmarkt war dos Geschält bei meist anziehenden Kursen nur klein, lediglich Altbesitz mit 108,75 (plus 0,50 v. H.) und Kommunal-Umschul- dung mit plus 0,20 v. H. und späte Reichsschuldbuchforderungen mit 99,25 (plus 0,25 v. H.) wurden etwas lebhafter umgesetzt. Stahlverein-Bonds lagen mit 94 v. H. behauptet, Reichsbahn-Vorzugsaktien zogen 0,13 v. H. an, Zinsoergütungsscheine lagen bei 89,75 (89,70). Im Verlaufe hielt die feste Tendenz an, doch konnte sich das Geschäft kaum beleben, da immerhin eine gewisse Zurückhaltung bestand. Trotzdem ergaben sich gegen die Anfangskurse noch leichte Befestigungen von durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H. Fester zur Notiz kamen noch u. a.: Harpener (plus 1,75 v. H.), Mansfeld mit plus 1,25 v. H., Felten mit plus 1,50 v. H. Etwas schwächer lagen Chade- aktien. An Kassamarkt kamen Sinalco mit 85 zur Notiz, (aeftrige Taxe 80, letzter Kurs 50). Am Rentenmarkt wurde das Geschäft späterhin etwas lebhafter. Altbesitz zogen auf 109, späte Reichsschuldbuchforderungen auf 99,40 v. H., Reichsbahn-Vorzugsaktien auf 117,50, Stahlverein-Bonds auf 94,40 und Kommunal-Umschuldung um nochmals 0,20 v. H. an. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 14. Jan. Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Auftrieb: 1320 Rinder, darunter 482 Ochsen, 129 Bullen, 382 Kühe, 327 Färsen, 611 Kälber, 105 Schafe, 4161 Schweine. Es kosteten: Ochsen 22 bis 39; Bullen 22 bis 35; Kühe 12 bis 34; Färsen 22 bis 39; Kälber 18 bis 50; Lämmer und Hämmel 33 bis 37; Schweine 38 bis 53 Mark. Marktverlauf: Rinder, Schweine langsam, Kälber ruhig, Hämmel und Schafe mittelmäßig. r u n g dieses Preisverhältnisses- geführt: die Fertigwaren stiegen 1931 um 20 v. H., die Rohstoffe aber um 48 v. H.; letztere haben also fast alle Verluste der Krisenzeit wieder eingeholt. 6. Fabriken und Farmen: Die Bauern litten unter der Krisenzeit noch mehr als die Rohstoffwirtschaft im allgemeinen, denn Farmproduktpreise fielen um 62 v. H., so daß zwei Drittel des Wertes ihrer Hände Arbeit einfach ausaelöscht wurden. In den zwanzig Monaten feit Frühjahr 1933, d. h. feit dem Amtsantritt Roosevelts und seiner Reformgesetzgebung, haben die Farmprodukte etwa die Hälfte dieses Verlustes wieder wettge- m a ch t. Vor allem ist die von Roosevelt erstrebte Annäherung zwischen Farm- und I n - d u st r i e p r e i s e n, die er als zur Hebung der Kaufkraft der Landbevölkerung für unerläßlich er- Jndustriepreise: 155 129 1^1 116 126 Minde zu 5«S 6.5 28-5 1,1 3-5 8-15 8.15 28 1-1 8-4 8-25 8,15 11-13 Was ■ fteUung: mers, 'N Nebscher Steines, waren, I Stürmer durch W fa)iebentl fiemonne: Hopfen, MM qui Jolbjeit oann prä, , Am @Q Ium Joren. § Aelle o ^threu a; ä; 001 Kassel ii f Sei Nen öit ^rsielt jeniQnn Ä S? Ql % <5 Schloß, wo es in dem sogenannten „grünen Hut" Aufnahme sand. Aus der Zeit des Großen Kurfürsten stammt ein Urkundenverzeichnis, das noch heute benutzt wird. 1874 siedelte das Archiv in Neue Friedrichstraße über, und erst feit 1923 findet es sich in Dahlem bei Berlin. fuiuuc VUH 0 betrug (gegen 57273 im November). Die Vorräte 1932 und ungefähr gleich den n in der ersten aus rund 99 000 Tonnen zurückgegangen. Die Hälfte 1931. Geschäftsberichte für das dritte Viertel l ^^Öl^ft betrug Ende des Jahres 1934 rund -3o0 1934 zeigen, daß diese Steigerung nicht angehalten ?,nnn- die hat sich gegen Ende 1932 (819 Mann) hat, daß aber die Reingewinne doch erheblich höher i säst verdreifacht. sind als 1933. Einige Geschäftszweige, insbesondere Nachdem nunmehr das Ergebnis des Jahres 1934 er . - l i /..... -fr.... z^.:k.\ l".r.... ... s.:.r__nnrhonr \010n nie xnnlpn hpr iwrnnnnonon Flnnrp (^echs Eiockwrn'e voll Akten. Das Archivgebäude in Dahlem besteht aus einem Verwaltung:-- und einem Magazinhaus, die durch Uebergänge miteinander verbunden sind. Das Magazin selbst ist feuersicher, es enthält keine Beleuchtungsanlagen, so daß die Gefährdung durch Kurzschluß ausgeschlos^n ist. Die Akten und Urkunden liegen, übersichtlich nach Zeit, Ort und Behörden geordnet, in eisernen Regalen. Ein paar Zahlen mögen den ungeheuren Umfang des hier aufgefpeicherten Materials veranschaulichen: Die Aktenregale nehmen 6 Stockwerke ein. Die Gesamtlänge der laufenden Regale beträgt 2 6 Kilometer. Außerdem besitzt das Archiv eine eigene Bibliothek von 1 0 0 0 0 0 Bänden. Die Zahl der aufbewahrten Aktenstücke wird auf etwa 5 5 Millionen geschätzt... 800 Jahre beschichte. Die Bezeichnung „Geheimes" Archiv hat nichts mit Geheimnissen zu tun, sie beutet nur darauf hin, daß das Archiv ursprünglich die Registratur des Geheimen Rats, der brandenburgischen Zentralbehörde, bildete. Später kamen jedoch die Archive vieler anderen Behörden hinzu: die Akten der verschiedenen preußischen Ministerien, das Heeres- archiv, die Archive der Provinzen Brandenburg und Grenzmark. Neben Urkunden aller Art werden hier Staatsverträge, Siegel, Karten, Grenzurkunden und Festungspläne aufbewahrt. Ml Wie - f; fiefre*n W el,ns genolie*l Wdem? hi? nachiuu) Lied. Dom sprüche e che <5aar_ Ohne S dann um der Gieße deutsch SS«» äää sSSaS Dollars und die Bemühungen der Regierung um! " lld) Vnhftnf? 8-S des Hr Dieses fischen Gl sich zu ei, feier Mai : besser als niqen Sp 1900er im Zunächst i sich übrige Schüler o lange an. I Zeit lang rveitsre T i Halbzeit nochmal । fiombinati; II lie Partie Mch dem iergetimpst. Führungstn Sturm agg durchsetzt tenben Bett setzte ein , Strasmurs deren zwei setzte der i vier Bälle s'chergestell einem 13--f die Kassel bunt) "chr noch viel flefügt w rett ober Zur $ Bettenhai sich trotz Erholung der Wirtschaft folgen, nicht aber il)r . , .. v .. vorausgehen. Und schließlich steht fest, daß seit dem 1 J- Verschuldung: Die Hebung der Preise Hochsommer 1931 die Bankanleihen tatsächlich z u- i lWeizen etwa 1 Dollar; Baumwolle etwa 12 Cents; genommen haben, wenn auch die neuen 33or= ।l,n Februar 1933: Weizen 47 Cents, Baumwolle schriften zur Verhütung schwindelhafter Spekula- i weniger als 6 Cents) hat den Wert der Farmver- tion viele Geschäftsleute von der Gründung neuer j wögen gesteigert und dadurch d i e Sch u I b e n - Etwas lebhaftere Umsätze beobachtete man zeitweise , , . am Elektromarkt für Schlickert mit 98 bis 98,50 ■ hören 1845); — 1923: Einbruch der Litauer in das (97), Licht & Kraft gewannen 2,25 v. H., Siemens ^Memellanb. ;yrau ui u.. zjer .an ui . .... Ott. Schluß- rurd Schlugt. Abend- börf Schlud- >urs Scnium Mittag böne Schluß« kurs Schluß!. Abend« börfe Schluß- kurs Schluß?. Mittag- Datum 11-1- | 12-1 11-1- 12-1- Datum 11-1 12-1- 11-1- 12.1- 6% Deutsch- iHeiclisaitleilje v 1927 6% ehern.7% Ti. Reichsanl. v. 1929 Buung-Äuleihe oun 1930 Deutsche Aul.-Abliss.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ....... 38-13 99-25 108-25 98-4 96 95-5 107-25 96-25 96-25 96-4 97 97-5 97,5 104,5 98-25 99-4 109-65 98-5 96 96-25 107-6 96-25 96-25 96-13 97-25 97-5 97-5 104-5 98-5 98-7 108-5 98-25 107.5 96-25 97-25 97.5 ' 97,5 104.5 98-65 99-4 109-65 98.5 96 107-5 97-25 97.5 97-5 104-5 4% desgi. Serie ti 5% Rumän. vereinh- Rente v. 1903 4l/2%8?umän.oereinh.:)icnteo.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2 V«.% Anatolier .............. 8 4,4 3-9 33.5 25-75 29-4 95,75 32-75 76-5 77-5 151-25 28,25 138-5 101-75 114 78 109-75 108 97 142 117 8 4-5 3-9 33-75 26 29-65 80-4 95-25 73-5 77-5 78-5 153-25 28-5 138-25 102-13 116-25 80 110-5 108 98-5 143-5 117-75 4-45 3-8 33-65 25-9 23 29-4 80 95-5 72.75 76-5 77-5 151-5 28,13 137-9 102 114 79 109-65 108-5 97 142-75 117-75 6-3 4-05 26-25 24-25 29-75 80-25 96 73-5 77.5 78-5 153-25 28.5 137-9 102-5 115-75 80.4 110-9 109.5 98-75 143-75 118 Desgl. ohne 'Auslol.-Rechte..... 6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 (türfjahlb. 102%) 6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 6y2% Hess LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Liaui Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 inik Auslos.-Rechten 6% ehe in. 8% Franks. Hyp.-Bank Gvldvse 15 unkundbar bis 1935 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Bank Gvldvse 16 unkündbar bis 1936 b'/r% ehe in 4 */2% Franks Hyp.- Bank-Liau.-Psandbriese b!4% ehern »'z2% Rheinische Hyp.-Bank-Liciu.-Goldpse 6% ehern 8% Pr LandeSpfand- briesanstalt, Psandbriese R. 19 6% ehern. 7% Pr Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 tzleuergutsch. Verrechnungskurs Hamburg-Amerika-Paket _____ 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff 0 Hansa-Dampfscliifs ....... o 'Norddeutscher Lloyd ....... o A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 üommerz- und Prival-Bank .. o Deutsche Bank und Tisconto- Gesellschaft................ o Dresdner Bank.............. 0 Reichsbank ................ 12 A.E.G......................0 Bekula..................... o Eiektr. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft 6 -Zelten L Guilleaume...... o Geselljch.f.Glekkr.Unteniehmung. 5 Rheinische Oclektrizital...... 5 Schlickert L Co............6 Siemens S Halske............ 7 LahmeyerLGo............. 10 e «•ran: ur a. J. Berlin Schluß- kurs «chiuv-. Abend- bön" • Sch uß» lurs cx>chiuch Mi lag büre Datum 11.1. 12-1 11-1- 12-1. Mansfetoer Bergbau....... .. 0 87 88-25 87 89-75 Kvlswerke ............... .. 0 — — 97-5 97-75 Phönix Bergbau........... .. 0 51 52 50-65 52-25 Rheinische Braunkohlen .... . 1" 210-6* 210 210.5 210 Rheinstahl ................ .. 0 89-5 91-5 89-65 91-25 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 42-4 43-5 42-4 43.4 Ctaoi Minen ............. ( 1 11.75 11.75 11,75 11.9 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 110,75 110-75 110,5 110-5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 110 111 110-25 110-25 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7'/2 151 152 150-75 152-5 I. G- Farben-Induslrte..... 139-13 140.25 139-25 140-4 Scheideanstall............. .. tz 198-5 200-5 _ Goldschmidt .............. .. 0 88 91.25 88 90-25 RülgerSwerke ............. .. 0 97-25 97-75 96.5 98 'l'lelallgciellfdiaft........... .. 0 86 87 R6-25 86.5 Pdllivv Holz mann......... - 0 79-5 80-25 79-75 80-9 Zementwerk Heidelberg .... .. 0 109.5 110 — iSementroerl Karlstadt....... .. 0 124 — Schultheis Payenhofer ..... .. 0 — — 101.75 103 Aku tAllgemeine Kunstseide) .. 0 48.5 49.5 49.25 49.75 Bemberg ............... .. 0 --- —— 115-25 — Hellstoff Waldhof .......... .. 0 48 49-25 47-75 49.25 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 69-25 71 69.75 70-5 Dessauer Gas ............. »7 ■ —— 124-25 126 Daimler Motoren.......... .. 0 48 48-65 47.9 48.65 Deutsche Linoleum......... .. 0 67 67 67 67-65 Crenftein & Koppel ........ .. 0 — — 88 89-5 Leonhard Tietz ............ .. 0 33-5 34.5 33-4 34.65 Hliaoe.................... ..1(1 _ 139 191 190 Accumulatoren-Iabrik...... .. 0 154.5 156-25 156 158 Conti-Gummi ............. .. 0 142-75 143 142-25 144-5 Grttzner.................. .. 0 27.5 28-25 27.75 27-9 Mainkraftwerke Hbchsl a.M.. .. 4 87 Süddeutscher Zucker....... - 8 166 165 - 11.Januar 12-3anucr Amtliche -Kotierung mttiche Jlotle una G lt> Brief Geld 1 Brief Buenos Aire. 0-628 0-632 0-628 0-632 Brüssel .... 58-30 58-42 58-22 58-34 Rio de Ian. 0.194 0-196 0-191 0-196 Sofia ...... 3-047 3-053 3-0-17 3-053 Kopenhagen. 54.45 54-R5 54-51 54-61 Danzig..... 81.30 81-46 81-30 81-46 London ..... 12-195 12-225 12-210 12-240 Heliingfors.. 5-385 5.395 5.39 5-40 Paris ...... 16-425 16-465 16-925 16-465 Holland ... 168-30 168-64 168-30 168-64 Italien..... 21-30 21-34 21-30 21-34 Iavan ..... 0-710 0-712 0-710 0-712 Jugoslawien 5-649 5-661 5-649 5-661 Sslo..... : 61-29 61.41 61.36 61-48 Wien....... 18 95 49,0“» 18-95 49.05 Lissabon .... 11-06 11-08 11-08 11-10 Stockholm... 62-89 63-01 62-94 63-06 Schweiz ... 80-72 80.88 80-72 80-88 Spanien... 34-02 34-08 34-01 34-07 10-40 10-42 10.42 Budapest .. _ Neuyork... 2-483 2-487 2-487 2-491 Berlin,12-ßanuar Geld ____Ärie- ” Uitfnrimno Kieken des NSD.-Studentenbundes, der I drücken einer Studentenreise um di^ Weihnachtszeit 'p.iontonSfhnH und Angestellte der Landesuniversi- ins Saarland. Noch wehte die Trikolore 50 Meter ft 5in Vereinigung mit der Ortsgruppe Krofdorf neben dem mit Hakenkreuz geschmückten Haus derDeut- d/NSDAD trafen sich auf der Burg. scheu Front gegenüber dem Saarbrücker Hauptbahn- Dte einzelnen Gliederungen traten zunächst auf Hof. Doch fast überall klingt der Hitlergruh. Eine jjw suomfrioh imh «ofirhftrtimrt hör rkikonrnerke des alten Saarkamvfers SJt.-tfport Auftakt im Deutschen Wintersport Veranstaltungen in Gießen anläßlich der Eaarabflimmung Handball: 1900 schlägt Kassel-Bettenhausen 9:7 (4:4). (Oberstaufen) belegte den zweiten Platz und wurde dank seiner verhältnismäßig guten Langlaufzsit Allgäuer Skimeister vor dem Münchener Hieble. Richard Morath bewies beim Springen am Sonntag, daß er sein Können ganz gewaltig verbessert hatte. Er belegte hinter dem siegenden Norweger Sörensen vom ASC. Stuttgart und Herrmann- Todtnau den 3. Platz und wurde -mit weitem Punktvorsprung Kombinationssieger und damit Meister des Schwäbischen Schneelaufbundes. Schwäbische Meisterschaften. Die schwäbischen Ski - Meisterschaften, die am Samstag in F r e u d e n st a d t mit dem Langlauf begannen, erfreuten sich einer Beteiligung wie nie zuvor. Rund 4000 Nennungen waren des Guten zu viel. , r Der über 18 Kilometer führende Langlauf gestaltete sich für die Teilnehmer wegen eines überaus heftigen Schneetreibens zu einer schwierigen Prüfung. Ausgezeichnete Leistungen boten die beiden siegreichen Badener Richard M o r a h t und Ernst Brombacher, die nahezu fünf Minuten vor ihren Mitbewerbern ankamen. Am Langlaufstart waren 120 Teilnehmer. iirx„ z Bei den Jungmannen machten die Württemberger das Rennen unter sich aus. Rothfuß (Bayersbronn) siegte über 7 Kilometer in 32:26 Minuten. Deutsche Abfahrtsläufer in Sestrieres. Bei den Abfabrtsläufen um den Pokal des Königs von Italien in Sestrieres zeigten die deutschen Teilnehmer gute Leistungen. Die Strecke wies einen Höhenunterschied von 1143 Meter auf. Der bisher mit großem Vorsprung führende Oestss.rreicher Nobl erschien mit einer Sehnenzerrung am Start und mußte durch einen Sturz ausscheiden. Ganz ausgezeichnet war diesmal Toni Bader, der hinter den Oesterreichern Gasperl und Pfeiffer einen guten dritten Platz belegte und im Gesamtergebnis damit auf den fünften Platz kam. Montag, 14. Januar: 23.30 Uhr: Ankunft der Abstimmungsberechtigten des Kreises Gießen im Sonderzug. Am 23 Uhr sind sämtliche Gliederungen am Vahnhofsplah angetreten. Die SS. übernimmt den Ordnungsdienst. Zwei SA.-Stürme, die SA.-Kapelle, die Führer der Partei, die Vertreter der Behörden und der Stadt auf dem Bahnsteig 1. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Kurze Sportnotizen. Erfolgreich verteidigte am Freitagabend vor 9000 Zuschauern im Kopenhagener „Forum" der deutsche Weltergewichts-Europameister Gustav Eder seinen Titel gegen den Dänen Einar Aggerholm, der schon in der zweiten Runde ausgezählt wurde. * Funda/Pützfeld siegten am Freitagabend beim 100-Kilometer-Mannschaftsrennen im Berliner Sportpalast, dem ersten dieswinterlichen Radrennen der Reichshauptstadt. * * Zwei Weltrekorde gab es am Sonntag im Kraftsport. In Freising verbesserte Rudolf I s m a y r die Höchstleistung im beidarmigen Stoßen der Mittelgewichtsklasse auf 290 Pfund, und in Kuhbach bei Lahr erzielte der Einheimische Eugen Jägle im linksarmigen Stoßen der Schwergewichtsklasse einen neuen Rekord mit 214 Pfund. Einen neuen deutschen Schwimmrekord stellte die erst fünlz-'bnjährige Christel Rupke (Ohligs) in Solingen auf. Die junge Schwim- merin bewältigte das 200-Meter-Rückenschwimmen in 3:01,4 Minuten, wodurch sie den von Anni Stolte gehaltenen Rekord um 4 Sekunden unterbot. A l s achter Teilnehmer an der Zwischenrunde um den Fußball-Pokal wurde am Sonntag der Gau Mitte ermittelt, der in Halle vor 10 000 Zuschauern nach Verlängerung einen überraschenden Sieg mit 3:2 (2:2, 2:1) über den Kampfspielsieger Gau Südwest landete. * Auf 58000 Plätze erweitert wurde das Fassungsvermögen der Stuttgarter „Adolf- Hitler - Kampfbahn", so daß dem Länderkampf Deutschland — Schweiz am 27. Januar noch weitere 7000 Zuschauer beiwohnen können. Dieses für die weitere Gestaltung der nordhes- jochen Gauligatabelle so wichtige Spiel entwickelte ich zu einem äußerst wechselvollen Kampf. Die Kassler Mannschaft, mit dem Wind spielend, fand sich 1 sser als die Platzbesitzer und hatte schon nach we- ,'gen Spielminuten eine 2:0-Führung inne. Die ' li«ÖOer machten nun Anstrengungen beizukommen. ^nächst verkürzte der neue Mann, Wlodarek, der ich übrigens recht gut einführte, auf 2:1, dann glich I bchüler aus. Dieser Zustand dauerte jedoch nicht ' fange an. Tuspo Bettenhausen war wieder für eine 'aeii lang eher am Ball und drückte dies durch zwei . nettere Tore aus. Die wenigen Minuten bis zur tolbzeit gingen die Spielvereinigungsleute nun wchmal aus sich heraus. Im Anschluß an gute jwmbinationszüge waren dem auch Kruger und fachott II am gegnerischen Wurfkreis erfolgreich, jiie Partie stand also erneut remis. Nach dem Wechsel wurde mit allem Einsatz wei- tirgekämpft. Wieder waren es die Gäste, die den snihrungstreffer warfen. 1900 wurde nun im f;türm aggressiver, und Wlodarek, der sich gut liirchgesetzt' hatte, zwang den ausgezeichnet arbei- imhen Bettenhäuser Hüter» zur Kapitulation. Jetzt sitzte ein erbittertes Ringen ein. Strafwurf auf € trafrourf folgte. Der Gästemittelstürmer konnten teren zwei verwandeln, für die Platzmannschaft jttzte der in bester Wurflaune befindliche Krüger i"er Bälle in die Maschen, womit natürlich der Sieg chergestellt war. Das achte Tor resultierte aus mteni 13-Meter-Strafwurf. Ueberhaupt vergab sich be Kasseler Mannschaft in den letzten Minuten bird) ihr gefährlich hartes Spiel viel Chancen und orf) viel mehr Sympathien. Allerdings muß an- >!?fügt werden, daß der Schiedsrichter zwar kor- । >-kt aber zu nachsichtig amtierte. Zur Mannschaftskritik sei bemerkt, daß Tuspo >ettenhausen eine ansprechende Partie lieferte und sch trotz der Niederlage wohl weiter in der Spitzengruppe halten durfte. Die besten Spieler waren iilittelstürmer und Torwarts Was 1900 angeht, zunächst die Mannschaftsaufstellung: Enders: Birkenstock, Mann; Schott I, Cre- ricrs, Neist; Schüler, Krüger, Schott II, Wlodarek, ! ebscher. Letztgenannter war Ersatz für Betz bzw. Steines, die infolge Erkrankung nicht verfügbar rearen, konnte aber nicht ganz genügen. Die übrigen Stürmer befriedigten vollauf. Die Fünferreihe hat iurch Wlodarek, der mit feinen flachen Würfen ver- chiedentlich Pech hatte, sehr an Durschlagskraft (Lwonnen. Die Läuferreihe arbeitete wie immer sehr ! cmtepferungsvoll. Die Verteidigung verstand sich anfänglich nicht immer, lief aber dann zu guter . P:orm"auf. Auch Enders im Tor schien in der ersten ' Halbzeit nicht ganz im Bilde zu fern, hielt aber tonn prächtig. eine R e i ch s z i e l f a h r t für Leuchtgas- und Wasser st offballone nach Darm- stadt genehmigt. Nach dieser Ausschreibung kann im Laufe des Jahres 1935 jeder Ballonführer von einem beliebigen Platz Deutschlands aus starten. Sieger wird der Balloilführer, der innerhalb des Jahres 1935 in nächster Nähe der Stadt Darmstadt gelandet ist. Es ist außerordentlich erfreulich, daß diese beiden Veranstaltungen, die jährlich wiederholt werden, dauernd für Darmstadt gesichert werden konnten. VfB. Reichsbahn Gießen. Spv. Bissenberg I — VfB.-Reichsbahn I 7:2 (4:0). Durch die Erkrankung von Merz und Fuß mußte die Mannschaft erneut in letzter Minute umgestellt werden. Die Hiesigen standen zu Beginn mit Helmert, Fehling. Hauptfeld, Heß, Knauß, Lehrmund Mattern II, Mattern III, Birkenbiel, Fenster, Ranft, eine Aufstellung, die während des Spieles einer Umgruppierung unterzogen wurde und dadurch noch mehr an Durchschlagskraft verlor. Die Leitung des Unparteiischen war unzureichend. Helmerts Fangtechnik muß sich verbessern. Die Verteidigung tat ihre Pflicht. Ein auffallend schwaches Spiel lieferte diesmal die Läuferreihe. Der Sturm lieh jeden Zusammenhang vermissen. Die Bissenberger finden sich sofort und überrumpeln die Gießener Hintermannfchaft. Innerhalb einer Viertelstunde erzielen sie vier Tore und stellen damit das Halbzeitergebnis her. Die Gießener haben in der ersten Spielhälfte, die verteiltes Feld- spiel zeigte, genau die gleichen Chancen. Nach Wiederbeginn tauchte Fehling im Sturm auf und kann auf 4:1 verkürzen. Aber fchon vier Minuten spater fällt durch einen verwandelten Elfmeter das fünfte Tor für Biffenberg. Dann folgt ein Alleingang von Birkenbiel, und es heißt 5:2. Die Bissenberger, hierdurch anqespornt, schießen yoch zwei Tore, während die Hiesigen leer ausgehen. VfB.-Reichsbahn II — Leihgestern I 5:3. Die zweite Mannschaft schlug wider Erwarten die Erste des Sportvereins Leihgestern mit 5:3 Toren. VfB.-Reichsbahn III — Londorf I 2:0 (0:0). Mit diesem Spiele hat die dritte Mannschaft ihre Spielserie beendet und ist Meister ihrer Klasse geworden. Deutsche Hochschulrneisterschafien in Marburg. Darmstadt Mittelpunkt des Freibastonsports Die Deutsche Freiballon-Meisterschaft jedes Jahr in Darmstadt. Die Universität Marburg wurde von der Deutschen Studentenschaft mit der Durchführung der Meisterschaften sämtlicher deutschen Hochschulen im Boren Fechten und Geräteturnen beauftragt. Mit den Vorbereitungen der Meisterschaften, die am 26 und 27. Januar 1935 in Marburg stattfinden werden, ist bereits begonnen worden. Guß der Olympm-G'ocke in Bochum Die Glocke, die bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin die Wettkämpfe einläuten wird, wird schon in diesem Jahre hergestellt werden. Der „Bochumer Verein" Bochum hat den Auftrag für den Guß erhalten und wird ihn um hie Monatswende Februar-März vollziehen. Kreis-Geräte-Mannschastskampf in Hanau. In Hanau a. M. fand am Sonntag erstmals ein Geräte-Mannfchaftskampf zwischen den drei nordhessischen Turnkreisen 10 (Rhein-Taunus) 11 (Wet- terau-Vogelsberg) und 12 (Main-Kinzig) statt. Zu Beginn des spannenden Kampfes gedachte nach einer kurzen Begrüßung durch Turnkreisführer Sinn der Kreisleiter Landrat Löfer der Brüder an der Ö£)er Kampf war in feinem ganzen Verlauf spannend. Die Führung hatte bis zum Reck Turnkreis 11 Die Entscheidung fiel dann beim Reckturncn. Hier hatte Turnkreis 11 einen krassen Versager, während Kreis 12 sich hier sehr gut hielt. Das Endergebnis des Kampfes lautet: 1. Sieger Turnkreis 12 (Mam-Kinztg) 1928 ^2^ Sieger Turnkreis 11 (Wetterau-Dogels- berg) 1913 Punkte. \ 3 Sieger Turnkreis 10 (Rhein-Taunus) 1733 Punkte. Die Siegerehrung nahm Kreisoberturnwart Dr. Siegelt- Stockheim vor. Olympia Ringerturnier in Alsfeld. Um eine bessere Uebersicht über die Kampfstärke der deutschen Ringer für die Olympiade 1936 zu gewinnen, veranstaltet der Deutsche Athletiksport- verband in den einzelnen Gauen schon jetzt Ausscheidungsturniere. Für den Gau Nordhessen sand ein solches Turnier am vergangenen Sonntag in Alsfeld statt. 38 Ringer stellten sich zürn Kampfe, und zwar verteilen sich diese wie folgt in die einzelnen Klassen. Schwergewicht 3 Ringer Halbschwergewicht 3, Mittelgewicht 5, Weltergewicht 4, Leichtgewicht 12, Federgewicht 8, Bantamgewicht 3. Auch der 1 Kraft- und Sportklub 1893 war durch die 5 bekannten Ringer, Klinger, Funk im Feder- qewicht Vetter und Klotz im Leichtgewicht und Emmerich im Schwergewicht bestens vertreten. (Wir berichten noch über den Verlaus dieser Veranstaltung!) München — BC. Augsburg 4:1; Jahn Regensburg — Spvgg. Fürth 1:3; 1. FC. Nürnberg — Schweinfurt 05 2:2. Ergebnisse in der Bezirksklaffe Gruppe Gießen-Dill. 1900 Gießen — Frohnhausen 4:2 (3:1). Naunheim — Dillenburg 7:2 (1:1). Spv. 05 Wetzlar — Steinberg 1:0. Bissenberg — VfB.-Reichsbahn Gießen 7:2 (4:0). Im Gau Nordhessen gewann die führende Kasseler Turngemeinde ihr Spiel m Eschwege mit 8.2 Zoten. Sie führt damit mit 14:4 Punkten die Tabelle an. In den zweiten Platz teilen sich Tuspo 06/09 Kassel und 1900 Gießen. Die Kasseler waren !,ei ihrem Lokalgegner Kurhessen Mit 11:5 er folglich und Gießen 1900 siegte zu Hause über Tuspo Kettenhausen mit 9:7. Bettenhausen ist damit au] tex vierten Platz zurückgefallen steht aber nach Lerlustpunkten besser als Tuspo Kassel und Gießen. Der vorjährige Gaumeister TV. Wetzlar siegte m .Raffel über iura mit 9:3. Die Spitzengruppe hat jur Zeit folgendes Aussehen: 1- Kasstler Tu n- .emeinde 14:4 Punkte, 2. Tuspo «6/09 Kassel und Fießen 1900 je 12:6 Punkte, 4. Tuspo Bettenhausen W:6 Punkte. Oie Gauligaspiele in Nordhessen. In Nordhessen wurden am Sonntag nur drei Spiele der Gauliga ausgetragen. Der führende FC. Hanau 1893 mußte den schwerenGang nag) yersfeld ohne seinen Torhüter Sonnrein antre , gewann aber knapp 4:3 und t)at damit einen weite- len schweren Stein auf dem Wege zur Melster- :chaft aus dem Wege geräumt. Kurhessen Kasi jat sich durch einen 4:2-Sieg über die Spvg. Langenselbold weiter aus der Abstiegszone entfern mnb auch der SC. Kassel 03, her überraschender- weise hen VfB. Friedberg 3:1 bezwang, hat ferne Position wesentlich verbessert. Ergebnisse aus hem Gau Bay ern. Bayern München — Spvgg Weihen 2:2; lööU dm Burghof an. Bald erstrahlten Bergfried und L Ruinengemäuer in rotem Feuerschein einer BlLuchtunq.^ie sich im Kontrast zu her Schneeland- recht eindrucksvoll auswirkte. Das aus hen Luerluten unh Schießscharten bringende Licht ierfrönte ein flackernher Pechfackelkranz der Stu- dmten des Kamerahfchaftshauses auf her Plattform Turmes, wo hie Hakenkreuzfahne emporftteg. M Begrüßung her Anwesenheit hurch hen Hoch- fcularuppenfüfarer Beruh. Ehler v. Graeve a b her Rektor der Universität Prof. Dr. P s a h l e r i, emer kurzen Ansprache hie Einstimmung zu her 6 'denkstunhe, inbem er u. a. ausführte, baß wir ba- him keine rechte Vorstellung havon Haben könnten, aas Heimat- unh vaterlanhslos zu fein Heißt, was gi für unsere Brüher an her Saar bedeutet, in her ■j-emhe zu leben, Widersachern ausgesetzt zu fein, dlirt Disziplin Halten und auf d"n einen Taa war- En zu müssen, her all ihren Wünschen unh ihrem Jnffen Erfüllung bringen soll. Ausgehenb von sei- n m persönlichen Erlebnis beim Rückmarsch 1918 d.rchs Laub her Saar wies Prof. Dr. Pfähler a,if die bangen Nöte unh Sorgen hort währenb her fünfzehn Jahre her Frembherrfchaft hin. In Ehr- sircht stehen wir vor hem Heroismus her Saarlän- bir still; an sie henken wir, wie es ihn°n heute zu fl-ute ist. Deshalb fei unser Gelöbnis: Wir nehmen f freuhigen Herzens auf in her Heimat, hie sie verdank haben. Unsere Gebauten gehen aber auch zu i m einen Mann, her hen Heimkehrenbeu ein f^utschlanb bereitet hat, in hem alle Volks- Icsnossen ruhig unb in Friebeu leben können. Huch hem Sieg Heil auf hen Führer erklangen burch i$ nächtliche Stille: Deutschland unh Horst Wessel- J eh. Vorn hohen Turm trug der Wiub Kern- sHräche eines Sprechchores über hie beut- fie Saar hernieber. Ohne Stanbesunterschiebe gruppierte man sich iunn um hie Tische im Kaifersaal. Der Referent 1 r Gießener Stubenten für bas Grenzlanb- ! toutfchtum Kam. Balbweiu erzählte in i Ififelnher Weise von seinen Erlebnissen unb Em- ErsterGkisonntagimbohenBogelsberg Der gestrige Sonntag erfüllte vielen Winterfport- lern ben langgehegten Wunsch nach einer zünftigen Skitour. Eisenbahn unh Omnibusse brachten die vielen Skisportbegeisterten in ben Vogelsberg. Von Gießen fuhren am Sonntagmorgen allein fünf Omnibusse nach Breungeshain. Leiber ließ bas Wetter zu wünschen übrig. Der Hoherobskops war ben ganzen Tag über in dicksten Nebel gehüllt. Zeitweise chneite es sehr stürmisch. Der Schnee war etwas chwer, unb man mußte gut gewachst Haden, wenn es laufen sollte. Das Klubhaus war staubig von hungrigen unb burftigen Gästen schwer belagert. Allzu rasch verging her Tag unb beneidet würben alle jene, die sich einige Tage Urlaub gespart hatten unb oben bleiben konnten. Die Abfahrt war übrigens bis Schotten lehr gut mögllch. (Wir berichten noch ausführlicher.) Allgäuer Ski-TNeisierschaften. Die diesjährigen Allgäuer Ski-Meisterschaften nahmen am Samstag in Oberstdorf nut dem Langlauf ihren Anfang. 162 Läufer gingen über die Strecke. Wenn auch diesmal die Favoriten siegten, so muß doch gesagt werden, baß sich her Nachwuchs versckiebentlich sehr in ben Vordergrund schob. Die 18 Kilometer lange Strecke überwand 300 Meter Höhendifferenz. Sieger wurde der Münchener Seeweg in 1:20:14 Std. vor von Kauffmann (Bayrischzell). Ueberraschenderweise konnten sich die besten Vang= läufer beim Sprunglauf um hie Allgäuer nki- Meisterschaften unb baburch auch in her Kornbl- nationsroertung wenig zur Geltung bringen. Die Leistungen beim Sprunglauf waren schwach. Drei Viertel her Sprünge würben nicht geftanben. Die größten Weiten mit 57 unb 59 Meter staub her Norweger Anhersen, von ben heutschen Teilnehmern brachte Eisaruder (PartenkircheiD mit 57 Meter ben weitesten Sprung zustanhe. Friehel Wagner Besichtigung her Eisenwerke hes alten Saarkämpfers Röchling bestätigt ben WaHrHeitsinHalt beutfcher Zeitungen unb straft Lügen die Berichte her Emigrantenpresse. In Groß-Rosseln (ben Gießenern wohlbekannt) begeisterter Empfang, Wetteifer in her Bewirtung, Teilnahme am Unterricht einer Schule in echt deutschem Geiste, Bescherung von 700 Schulkindern! Die Leute im Warndtgebiet gehören zu ben treusten Bekennern bes Deutschtums. Gesamteinbruck: Deutschi st unddleibt Die Oberste L u f t s p o r t k o m m i s s i o n i m Deutschen L u f t s p o r t v e r b a n d hat die Flieaer-Ortsgruppe Darmftabt her Flieger-Landes- qruppe VII (Sühwest) beauftragt, am Sonntag, den 17. Februar 1935, einen Freiballon- Wettbewerb um hie Deutsche Freiballon-Meisterschaft hes Jahres 1935 unb um die Teilnahme am Gorbon-Bennett-Wettbewerb auszuschreiben. Die Zahl her teilnehmenben Ballons ist auf 20 beschränkt. Zur Teilnahme sinh nur größere Ballons von 1600 dis 2310 cbm zugelassen. Dieser Wettbewerb ist hie größte unb schwierigste Freiballon - Veranstaltung, hie seit Jahren m Deutschlanb stattfinbet. Zum ersten Male überhaupt wird die Deutsche Freiballon-lNelsterschaft ausgetragen. Schon jetzt steht fest, haß hie hervorragenhsten Ballonführer De.utschlanhs an hiesem Wettbewerb teilnehmen Der Herr Reichsstatthalter unb her Oberbürgermeister her Lanbeshauptstabt haben bereits ihr lebhaftes Interesse an bieser Veranstaltung zum Ausbruck gebracht. Die Bebingungen zur Erreichung her Meisterschaft sinh außerordentlich schwer. Zur Erlangung des Meistertitels muß der Sieger wenigstens eine Entfernung von 750 Kilometer zurückgelegt Haden oder bei schwachem Winde wenigstens 20 Stunden in der Luft gewesen Jem. Bei her starken Külte, hie um triefe Jahreszeit m höheren Luftschichten herrscht, ist es ohne weiteres klar, baß an bie Teilnehmer außerorbentliche 2In= sorberungen an Mut unb Ausdauer gestellt werben. Außer dieser Veranstaltun" hat bie Oberste Cutte sportkommission im Deutschen Luftsport-Verband die Saar! — Nach hem Gesang bes Saarliebes ergriff Sturmbannführer Arnbt, ein Danziger, bas Wort, um bie Gebanken nach ben Grenzlanben im Osten unseres Vaterlanbes zu lenken. Wie unser Führer unb bie Reicksregierung, so wollen wir alle in tiefster Verbundenheit auch unserer Brüder im Osten gedenken unb ihre balbige Heimkehr ins Reich erhoffen. Professor Lehmann schilberte ergreifende Erlebnisse aus her Zeit vor drei Jahrzehnten, wo er unter Saarbergleuten in ben Gruben gearbeitet hat unb wo er ben großen Kamerabfchaftsgeist fanb, ben Geist bes wahren Nationalsozialismus. Ueber diese Menschen können wir uns nur freuen, wenn sie wieder zu uns kommen. Nach gemeinsamen Liedern und in frohem Beisammensein lieh Edler von Graeve den Abend ausklingen in einem Bekenntnis zum Deutschland der Zukunft: Wir müssen unsere Existenz neu aufbauen. Mag her Ausländer in dem Geld sein Heil sehen, der Deutsche baut auf seinem Boden auf. Das Gefühl der Heimat soll schon der Heranwachsenden Generation bewußt werden. Die Aufgabe, Raum zu schaffen, steht obenan. Das wird auf allen Gebieten, auch durch bie Wissenschaft, versucht. Notwenhig ist, haß wir uns aushehnen auf Räume, wo heute noch kein Leben ist. Eine Lebensnotwendigkeit ist auch die Rückkehr des Saarlandes. In diesen Tagen wissen wir, was es heißt: Deutsch zu denken unh heutsch zu suhlen! Als beste Einzelturner des Kampfes erwiesen sich: 1. Fritz Hahn, To. Esch (Kreis 10), 266 P.; 2. Hch. Mut h, Tgs. Langendiebach (Kreis 12) 265 P.; 3. Hch. Dechent, Tgm. Friedberg (Kreis 11 262 P.; 4. Alfred Eckhardt, Tv. Nidda (Kreis 11) 258 P.; 5. Adam Fahrenkopf, Tuspo 1860 Hanau a. M., 255 Punkte. Winterschießen des Kreises Sießen- Nord des K>e nkatiberverbandes. Unter Leitung des Kreissportwartes für das Kleinkaliberschießen, Schmidt, Gießen (Post- Sportverein), und des Schießleiters Kern, Gietzen (Post-Sportverein) fanden sich die Mannschaften von Allendorf (Lda.), Leihgestern, Steinbach, Gießen, Wetterfeld, Bersrod und Oueckborn hier em. Der Gauführer (Hessen-Nord), Oberstleutnant Frank, Lindheim, hielt vor Beginn des Schießens eine Besprechung mit den Vereinsführern unb Schießleitern ab. Bei leichtem Schneefall begannen nunmehr bie Mannschaftswettkämpfe, welche nachftehenhes Ergebnis zeitigten: Steinbach 1. Mannschaft 398 Ringe; Gießen 2. Mannschaft 367 Ringe; Allendorf 1. Mannschaft 367 Ringe; Gießen 1. Mannschaft 362 Ringe; Leihgestern 1. Mannschaft 361 Ringe; Allendorf 2. Mannschaft 322 Ringe; Gießen 3. Mannschaft 318 Ringe. Bester Einzelschütze Heinrich Ludwig Haas- Steinbach 91 Ringe. Nach Beendigung des Schießens wurden bie Ergebnisse burch ben Kreissportwart bekanntgegeben; eine Frühjahrsbesprechung würbe auf ben 17. Februar 1935 in Gießen festgelegt. Nach einer kernigen Ansprache bes Vereinsführers Seibel (Gie- ßen-Post) fanb mit bem Gesang deS Saarliebes bie wohlgelungene Veranstaltung ihren Abschluß. ; ist aus dieser anfänglich kleinen Werkstatt ein stattliches Unternehmen, die heutige Fa. Hardt geworden, sein 30 Jahre bei der Firma beschäftigt, sind, haben die ver- gezahlt. Obecheffen 6.45: erhalten, denn man sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß die jetzt lebende Generation nicht lest- los auf die nationalsozialistische Weltanschauung umzustellen sei. Dafür wachse aber eine Jugend heran, die durch die Schulung und getragen vom Geist der Hitler-Jugend einmal die tragende Generation des deutschen Volkes sein und die Forderungen des Führers ganz erfüllen werde. Er betonte weiter, daß die HI. immer ein gutes Verhältnis zur Partei pflegen möae, und stellte anerkennend wollten. Deshalb müsse stets ein gewappnetes Führerkorps dastehen, das in festem Willen und geraden Blickes die Weisung des Führers selbst mit dem Tode erkämpfe. Solle jeder Führer die Ehrlichkeit besitzen, der sich dieser Forderung nicht unterwerfen könne, heute noch als Führer scheiden und weiter mit sich selbst innerlich um die richtige Einstellung kämpfen. Der Auswahl der richtigen Führer müsse immer besonderes Augenmerk zugewendet werden. Hier dürften persönliche, oder materielle Einstellungen nie mitspielen. Das Führerkorps müsse ein ständiges und nicht immer wechselndes sein. Er betonte weiter, daß die jungen Führer sich immer weiter schulen und sich einer gewissen Selbstüberprüfung unterziehen müßten und nie vergessen dürften, daß sie es einmal seien, die den Staat aus den Händen der jetzigen Generation nehmen und führen würden. Er richtete zum Schlüsse den dringlichen Appell an alle Führer, mit größtem Eifer und mit unerbittlicher Pflichterfüllung weiterzuarbeiten zum Wohle der deutschen Jugend und damit für die bessere Zukunft unseres deutschen Volkes. Er führte noch aus, daß er mit der Arbeit und der Führung der Hitlerjugend und des Jungvolks im Bann 116 bisher stets zufrieden gewesen sei, und erkannte die tadellose Durchführung dieser Führertagung besonders an. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang des Liedes der Hitlerjugend beschloß der Gebietsführer die erfolgreiche Führerschulungstagung. Zum letzten Male traten die versammelten Führer an, um ihrem Gebietsführer den Abschiedsgruß zu entbieten. Gebietsführer Kramer verabschiedete sich durch Händedruck von allen Führern, wonach diese wieder in ihre Standorte zurückkehrten, um hier mit neuer Kraft und neuer Aufgabe weiterzuarbeiten. die in der ganzen Provinz einen guten Namen hat. Das ursprüngliche Kupferschmiedegeschäft, das sich immer wieder vom Vater auf den Sohn vererbte, wurde im Verlaufe des hundertjährigen Bestehens auch auf Installation, Wasserleitungs-, Tief- unb Zentralheizungsbau, sowie Eletkroinstallation ausgedehnt. Durch Umsicht und Tatkraft und die treue Mitarbeit geschulter Kräfte, die zum Teil mehr als Nach dem gemeinsamen Mittagessen versammelte sich das Führerkorps des Bannes 116 zum letzten Male, um die große wegzeigende Schlußrede des Gebiets Ü^rers Walter Kramer zu hören. Der Gebietsführer befaßte sich in einer über zweistündigen eindrucksvollen Ansprache mit der Haltung des Hitler-Jugend-Führers. Er setzte fieren bleibe, sondern wesentliche Besserungen eintreten. Die Sozialreferenten hätten bereits gezeigt, kritisiere mit Recht die noch mit sehr bürokratischen ^Forstoerwaltung, die in Rebgeshain stattfand, mur- Einstellungen arbeitenden Stellen des öffentlichen den für Buchenscheitholz 1. Klasse 6 50 bis 8,— RM. Lebens auf allen Gebieten. Hier herrsche noch ein für ein Raummeter erzielt. Zweitklassiges Holz kam volksfremder Geist, der durch das Einrücken ehe-1 f ' ~ ' ...... “ Manat? G"*änanis. Ein Angeklagter wurde gels Beweises freigesprochen. mann Hardt kann morgen auf ihr 1 0 0 jähri« aes Bestehen in Lauterbach zurückbli "ert ' V* Stt A Ar 1 Irthrt»* hrtF • VA ! rthrt tu kaum unter 6,— RM., Knüppel ungefähr auf 3,50 bis 4,— RM. Landkreis Gießen. wg. G r o ß e n - B u s e ck , 12. Jan. In verschiedenen Distrikten des Gemeindewaldes und im Privatwald „Kernberg" fand die erste diesjährige Brennholzversteigerung statt. Es wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit 18 bis 19 RM., Buchenknüppel 15 bis 16 RM., Kiefernknüppel 6 bis 7 RM., Kiefern-Rundfcheit 7 bis 9 RM., Fichteknüppel 4 bis 5 RM. und Buchestöcke 7 bis 8 RM. je 2 Raummeter; Kiefernreisig 1 bis 1,40 RM. und Buchereisig 8 bis 10 RM. je fünf Raummeter. t Treis a. d. L d a., 12. Jan. Bei der gestern in Lemps Saal dahier abgehaltenen Brenn- und Nutzholzverfteigerung aus dem Staatswald wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheit 20 bis 24 Mark, Buchenknüppel 15 bis 18 Mark, Buchenstöcke 10 bis 11 Mark, Eichenscheit 16 bis 18 Mark, Eichenknüppel 10 bis 12 Mark, Buchenreisig 4 Mark, Tannenknüppel 10 bis 11 Mark je zwei Raummeter. — Aus der kirchlichen Statistik ist folgendes bemerkenswert: Getauft wurden 11 Knaben und 12 Mädchen — 23 Kinder, konfirmiert 19 Knaben und 15 Mädchen = 34 Kinder, getraut 13 Paare, beerdigt 8 Personen. An 61 Gottesdiensten nahmen teil 11659 Erwachsene und 6254 Kinder, am hl. Abendmahl 1165 Personen. An Gaben für christliche Liebestätigkeit gingen ein l413 Mark. (D Grüningen, 12. Jan. Gestern sand in der Turnhalle die diesjährige erste Brennholzversteigerung aus dem Markwald Grüningen-Dvrf- Gill statt. Hierzu waren zahlreiche auswärtige Käufer erschienen. Es wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheit 1. Klasse 19 bis 21 Mark, Buchenscheit 2. Klasse 12 bis 14 Mark, Buchenstammknüppel 14 bis 16 Mark, Buchenastknüppel 10 bis 12 Mark, Eichenastknüppel 8 bis 9 Mark, Lärchenknüppel 8 bis 11 Mark. Kiefernknüppel 10 bis 12 Mark, Fichtenknüppel 6 bis 7 Mark je zwei Raummeter; Buchen- aftreifer 6 Meter 6 bis 8 Mark, Eichenastreiser 3 bis 4 Mark, Kiefernreisig 3 Mark, Fichtenreisig 4 bis 5 Mark je 5 Meter. T Hungen, 12. Jan. Zur Verbesserung der Fahrbahn soll die S t r a ß e n p f l a st e r u n g nach Langsdorf im Frühjahr verbreitert werden. Die hier neu angelegte Straße bis Inheiden hat ein ganz anderes Profil als das alte Bausnstem. — Voriges Jahr warteten mir vergeblich auf die Rückkehr der Störche, die auf dem Schloß ihren Horst haben. Im Mai 1933 mar abends gelegentlich einer Feier im Schloßhof Feuermerk. roobei die Störche flüchteten. Voriges Jahr haben sie den Horst vielfach umkreist, ja, sogar Baumaterial davon meggeholt, sie sind aber nicht seßhaft gemorben. Ob sie dieses Jahr kommen? — Der Brieftaubenklub Hungen und Umgegend hnste im vorigen Jahre bei den Preisflügen oute Resultate zu verzeichnen. — Der Bedarf an Stroh zu Futterzmecken mirb von Vogelsberaer Bauern vielfach in unserer Gegenb aehecft. 3ur E i n st r e u mirb von meither in den hiesigen Sägemerken Sägemehl obgeholt. 4 Villingen, Jan. Gestern formten die Eheleute Landwirt Wilhelm Strack unb Frau Emilie das Fest der goldenen Hochzeit be- ; Kreis Lauterbach. Lauterbach, 12. Jan. Die Firma Her« Die Arbeit am Samstaa. Die Führer waren in Heuchelheim zum Empfang der Mitarbeit des Gebietsführers angetreten, als die Wagen des Gebietes oorfuhren. Nach der Meldung der angetretenen Führer an den Schulungsleiter des Gebietes Hessen-Nassau, Bannführer Fritz Handwerk, wurde sofort zu den Lokalen der Svnder- tagunaen abmarschiert, wo in ernster und reger Aus- Frühmeldungen. 6.55: Plorgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gvmnastik. 9.15: Ein Spaziergang durch Alt-Kassel. 10: Nachrichten. 10.15 bis 10.50: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 16: Nachmittagskonzert. 18: Aus Zeit unb Leben. Die Stillen im Land. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Das Leben spricht! 20.10: Unsere Saar. 20.45: Stunde der jungen Nation. 21.10: „Bunte Stunde". 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem S-nbW bezirk. 2?30: Tanzmusik. 24: Nachtkonzert. 1 bis 2: Nachtmusik. Gebietsführer Kramer dankte dem Kreisleiter für seine Worte unb 20OarmstädterKommunisien vor dem Girafsenai. LPD. D a r m ft a b t, 13. Jan. Der Strafsenat bes Hess. Oberlanöesgerichts verhanbelte am Freitag unb Samstag gegen 20 Angeklagte aus Darmstabt wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Die Leute, größtenteils frühere Kommunisten, hatten versucht, die Kommuni st ische Partei aufrechtzuerhalten. Sie hatten sich in einzelnen Grüppchen zusammengetan, in denen meist einer vom andern nichts wußte. Die Leiter standen mit kommunistischen Agitatoren in Verbindung, von denen sie regelmäßig illegale Flugschriften erhielten, die sie Weiterverkaufs, und denen sie die monatlich erhobenen Beiträge ablieferten. Das Gericht erkannte auf folgende Strafen: Gegen den 34jährigen Friedrich Dürr auf fünf Jahre Zuchthaus unb fünf Jahre Ehrverlust, ben 29jährigen Willi Hanb- s ch u ch auf vier Jahre unb sechs Monate Zuchthaus unb fünf Jahre Ehrverlust, ben 43jährigen Georg Plößer unb ben 40jährigen Wilhelm Leonharb auf je vier Jahre Zuchthaus unb fünf Jahre Ehrverlust, ben 30jährigen Ernst Dillmann unb ben 33jährigen Heinrich Stephan auf je brei Jahre Zuchthaus unb vier Jahre Ehrverlust, ben 30jährigen Karl Feuerpeil und den 29jährigen Alerander W a g e n b a ch auf je zweieinhalb Jahre Zuchthaus unb vier Jahre Ehrverlust, ben 36jährigen Michael Schwab auf zwei Jahre Zuchthaus unb vier Jahre Ehrverlust, ben 32jähri» aon «eine Vorfahren dieses Handwerk betrieben, tigen Referate des Sozialen Amtes und stellte da- hierzugewandert und hatte am 13. Januar 1835 eine bei besonders heraus, daß die Arbeit nicht getan Kupferschmiede am Alten Steinweg. wo die Firma werde, um Kranke und Verkrüppelte zu betreuen, heute noch ihren Sitz hat, eröffnet. Durch Fleiß unb fonbern Vorsorge zu fein für bie gefunbe Jugenb ' Strebsamkeit bes Begründers unb seiner Nachfolger in ben Reihen ber HI. unb biefe Gesundheit auch cx v*4* ttv* tk*kk bem großen Gefahren ausgesetzten Jungarbeiter zu erhalten. Am Samstag unb Sonntag fanb in Heuchelheim eine Arbeitstagung b e r HI. - unb Jung- vo 1 kführer bes Bereiches 116 statt. Zu der Tagung waren 200 Führer erschienen, und zwar die Gefolgschafts- und Unterbannführer der Hitlerjugend, die Fähnlein- und Stammführer des Jungvolks, sowie der Bann- und Jungbannfühxer mit ihren Stäben und die Mitarbeiter in den Gefolgschaften, wie Sozialwarte, Sportwarte und Geldverwalter. Die Turnhalle, zwei.weitere größere Säle und eine Anzahl Schulsäle waren nötig, um die verschiedenen Sonbertagungen zu beherbergen. Eine fahrbare Felbküche mit einem Proviantauto war mit der Kochmannschaft vom Gebiet Hessen-Nassau schon am Freitag in Heuchelheim erschienen unb chußte mit ihrer kräftigen Soldatenkost für bas leibliche Wohl ber Führer vortrefflich zu sorgen. Rundkunkprogramm. Mttwoch, 16. Januar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. wahre Kameradschaft unb 'Soldatengeist als erste ! jeweiligen Besitzer ein Unternehmen geschaffen, das Tugenden des Führers voraus Er ermahnte die j fest fundiert und einer der geachteften und ältesten Führer, von dem revolutionären Geist des poli- Handwerksbetrieb- unserer St^dt ist, in dem zeit- tischen Soldaten nie abzuweichen, alle anderen Ein- \ weise 120 bis 150 Arbeiter beschäftigt sind. Die Firma ftellungen abzustreifen unb in sturer Richtung bem hat von einer befonberen Feier abgesehen, jedem Ziel zuzustreben, das uns der Führer gesteckt und , ihrer Arbeiter aber einen ansehnlichen Betrag aus- zur Aufgabe gemacht hat. Die HI. stehe noch in' np,nMi ständigem Kampf mit vielen Gegnern, die diese Entwicklung der Hitler-Jugend stören und unterbinden