185. Jahrgang Gietzener Anzeiger Englands öffentticheMeinung gegen den Friedensplan Ta verstände in Gens <1 Französische Sorgen um den Fortgang der Friedensaktion. Fußtapfen zu treten. Der sozialistische „Populaire 'N rung freie Hand habe, sich von der Ver- ’antroortung für den Plan loszusagen, falls er von Italien, Abessinien oder dem Völkerbund verworfen werde. Welt verscherzt. Die Entschuldigung, daß er letzten Sonntag in Paris ein kranker Mann gewesen sei, sei nicht stichhaltig, denn die Intrigen hätten bereits vor sechs Wochen begonnen. haben. , , « t , r . Als König Georg II. Paris besuchte, auf seinem Wege nach Athen, hat er eine längere A u s • prache mit Veniselos gehabt. Das tsalda- ristische Blatt „Ethnos" brachte drei Tage vor der Rückkehr des Königs einen Artikel über diese Zusammenkunft. Wenn der englische „Observer schreibt, daß der Volksentscheid eine unwahrscheinliche Mehrheit gebracht habe, daß aber in Griechen- land alles in unwahrscheinlichster Art vor sich gehe, und man „närrisch sein" müßte, wolle man darauf den Glauben an die „Stabilität der griechischen Situation" gründen, so dürfe dies vielleicht ein wenig zu kraß sein, aber jedenfalls gewinnt man heute den Eindruck, daß noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde. Die neue Regierung setzt sich zusammen aus Anhängern von Kondylis, Tsaldaris und den heute monarchistisch erscheinenden Veniselisten Kaphandaris und Sophoulis. Die einzelnen Mitglieder dieses Kabinetts zu nennen ist unwesentlich, da die Grundstruktur klar eine Koalitionsregierung zeigt. Daneben bemerken wir eine rege Tätigkeit der beiden Diktatoren Kondylis und Theotokis, die weder mit Arbeit noch mit Geld sparen, um ihre Partei zu stärken und ein einiger- maßen gleiches Gewicht der Tsaldaris - Metaxas- Partei entgegensetzen zu können. Jedes Gerücht über einen Rückzug Kondylis' aus dem politischen Leben ist unbegründet, da er selbst noch zwei Tage vor der Einholung des Königs öffentlich sagte daß er nicht daran denke, sich zurückzuziehen. Die Außenpolitik Griechenlands zeigt auch heute noch keine klare Einstellung. Wenn man ein Abschwenken von Italien bemerkt, das durch ein Hinschwenken nach England kompensiert wird, da England augenscheinlich der Stärkere im Mittelmeer ist, so kann durch die jeweilige Einstellung der einzelnen Politiker in der Regierung ebensogut ein Richtungswechsel nach Paris eintreten, an das Griechenland ja nicht allein durch den Balkanpakt gebunden ist. Auch dürfte die Aussprache Lavals mit Georg II. einem Vorfühlen gleichkommen, wieweit man sich einander nähern darf oder welche Bindungen heute als bestehend angesehen werden können. Ebenso aber muß man die Unterhaltung des Königs mit Victor Emanuel und Mussolini be* werten, denn es kann keinem Zweifel unterliegen, daß diese Aussprache nur die Interessen der beteiligten Staaten zur Ursache hatte. Daß vorerst Griechenlands Außenpolitik sich mehr nach den Auch die rechtskonservative „Morning Post' weist darauf hin, daß sich mit Schnelligkeit eine kritische politische Lage entwickele. Die Regierung sei während der letzten Wochen wegen der Unzulänglichkeit der französischen Unterstützung im Mittelmeer und wegen der Schwierigkeiten der Einrichtung einer wirksamen Oelsperre immer besorgter über die Folgen der Sühne- politik geworden. Der volle Einsatz der fr°nd°; fischen Flotte würde nach französischem Gesetz auch die Mobilmachung des französischen Heeres erfordern. Diele französische Kriegsschiffe wurden zwei Tage nötig haben, um ihre volle Besatzung zu erhalten. Ferner würden 10 bis 14 ~ e notwendig sein, um die französischen Häsen in Verteidigungszustand zu setzen. Keiner der französischen Häfen im Mirtel- meer sei überdies imstande, die größten britischen Kriegsschiffe aufzunehmen. Angesichts der Gefahr, daß Mussolini eine Oel- perre als Kriegsakt behandeln konnte, sei Laval ersucht worden, Vorkehrungen für restlose ausgesprochen habe. , , „Journöe Industrielle" bezeichnet den von links gekommenen Angriff als einen D o l ch st o ß i n den Rücken. „Ordre" glaubt allerdings, daß dieser Angriff so wenig Erfolg haben werde, wie die bisherigen. Es gebe keine Regierungsgemeinschast, die die jetzige ersetzen könne. „Ami du peuple macht vor allem die R a d i k a l s o z i a l i st e n für das neue Manöver gegen die Regierung verantwortlich. Die Sozialisten hätten sich am Donnerstag einig gezeigt in dem Willen, mit der gegenwärtigen Re- Die Vorgeschichte des Medensplans. England fürchtete, ohne die Unterstützung Frankreichs zu bleiben. Paris, 13. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Genfer Entscheidung befriedigt den größeren Teil der Pariser Presse, weil dieser Zeitgewinn einer günstigen Entwicklung der Angelegenheit dienlich sem könne. Die Verschiebung wird um so angenehmer empfunden, als man in Paris den Eindruck hat, daß in Genf eine etwas erregte Stimmung bestehe, die den französisch-englischen Vorschlägen aus mancherlei Gründen nicht gerade zuträglich sei. Mit steigender Unruhe verfolgt man die 6i n = wirkungen der englischen Oeffentlich- f eit auf die britischen Vertreter in Genf und verzeichnet die mancherlei Einwände, die besonders non den Vertretern der kleineren Staaten gegen eine „Belohnung des Angreifers' erhoben werden. Anderseits ist man sich auch nicht mehr der unbedingten Zustimmung Italien s sicher, nachdem bekannt geworden ist, daß die am Dienstag an den französisch-englischen Plan auf Vorstellungen des englischen Kabinetts öorgenommenen Aenderungen sich als bedeutsamer Herausstellen, als man zunächst angenommen hatte. , Heber die Aenderungen des Planes, meldet „Oeuvre" aus Genf, daß Italien den Ha f e n von Assab an Abessinien abtreten soll. Dieser Hafen werde durch einen Korridor mit Addis Abeba verbunden werden, der somit italienisches Gebiet durchschneidet. Der nörd - liche Teil der Provinz Tigre werde Jta- Der Völkerbundsral wird eingeschaltet. Genf, 12. Dez. (DRB.) Das wesentliche Ergebnis des Donnerstag ist neben der als selbstverständlich hingenommenen Verschiebung der Oelsperre die Einschaltung des Völkerbundsrates an Stelle des Fünfer-Ausschusses in dem englisch-französischen Vermittlungsschritt. Es war das Ziel Edens, in Besprechungen mit den Vertretern Schwedens, Dänemarks, Belgiens und anderer kleinerer Länder den Eindruck zu zerstreuen, als ob der Völkerbund vor vollendete Tatsachen gestellt werden sollte. In englischen Kreisen wird erklärt, daß eine Einstellung des Verfahrens vor dem Völkerbund nur denkbar wäre, wenn b e i d e streitenden Parteien den englisch-französischen Vorschlägen z u st i m m t e n. Wenn das nicht der Fall sei, so habe der Ratzu entscheiden, ob gegebenenfalls ein neuer Versuch unternommen werden solle. Die englisch-französische Formel werde den Ratsmitgliedern mitgeteilt werden, sobald, man die Gewißheit habe, daß sie dem Re- gus zugegangen sei. Eine Ratssitzung sei für Mittwoch in Aussicht genommen. Eine Unterbrechung oder Aenderung der Sanktionen sei von keiner Seite vorgeschlagen worden. Ebenso wenig komme jedoch eine Verschärfung in Frage, ehe die Antworten der beiden Parteien vorliegen. Vefriedigung in London über die Entwicklung in Gens. Ingriff von links gegen taval Heftige Kritik am Friedenöplan. nennt das französisch-englische Abkommen „unglaub- lich". Richt nur, daß in den Friedensvorschlagen der Angriff an sich legitimiert und belohnt werde, der Angreifer werde sogar auf den Schild gehoben als Meister des Spiels und als Herr über Krieg und Frieden. Wohin sieueri Griechenland? Von unserem ke.-Äerichterstaiter. Athen, im Dezember. Das atemrairbenbe Tempo, in dem sich in Griechenland die innere Neugestaltung vollzogen hat, ist in eine größere Ruhe ausgelaufen, die Betrach, tungen über die augenblickliche Situation zuläßt. Die Anhänger der Monarchie sind heute in zwei große Gruppen gespalten: Tsaldaris und Kondylis. Und innerhalb der Tsaldarisgruppe wieder finden wir Anhänger des ehemaligen Ministerpräsidenten und solche des größten und ältesten Roya- listen, Metaxas. Die vielen Aussprachen zwischen Tsaldaris und Metaxas haben bisher zu keinem greifbaren Ergebnis geführt, man sieht nur, daß beide in ihrer Gegnerschaft gegen Kondylis einig sind. Auf der anderen der oppositionellen Seite, finden wir die ehemaligen Venizelisten unter Kaphandaris und Sophuolis geteilt, die heute monarchistisch orientiert sind, und unter Papanastassiou, der noch immer der alte Republikaner und offene Anhänger Vemzelos' ist. Außerdem aber beginnen sich Zwei n e u e Gruppen zu bilden, die einige Aufmerksamke't verlangen. Der Universitätsprvfessvr K a n e l Io» poulos ist damit beschäftigt, unter der jüngeren Generation Anhänger für seine neue „Einigkeitsbewegung" zu sammeln und von vornherein ganz klar sich gegen jede der alten Par- teien zu stellen. Er ist Republikaner. Er will, daß die Politik „geistiger" werde, daß jeder einzelne Staatsbürger für und in der Politik verantwortlich gemacht werde. Wie er sich die Entwicklung seiner Bewegung denkt, geht aus dem Satz hervor: „In spätestens 6 bis 12 Monaten haben die alten Politiker das Vertrauen des Volkes verloren. Dann müssen wir bereit sein, die Lücke auszufüllen Dann aber auch müssen wir stark genug fein, diese Aus- gaben zu erfüllen —" . . _ „ Etwa die gleichen Grundgedanken wie Kanello- poulos, soweit man überhaupt solche definieren kann, hat eine bei weitem erfahrenere Gruppe jüngerer Leute, die ebenfalls eine Oppositionspartei bilden möchten. Es sind dies junge Politiker, die bereits im praktischen politischen Dienst gestanden haben, höhere Aemter bekleideten und fast sämtlich Veniselisten waren oder noch sind. Zu diesen gehören D r a g o u mis der ehemalige Minister und Gouverneur von Makedo- nien, Zaimis, Neffe des ehemaligen Staatspra- sidenten, der selbst lange Zeit Unterstaatssekretar im veniselistischen Kabinett war, und viele andere. Doch spricht gegen den Erfolg dieser Gruppe em Faktor, der allergrößte Bedeutung hat und haben wird: die Haltung Veniselos' selbst! Denn wenn der alte Politiker eines Tages nach Griechenland zurückkehrt, dann werden diese jungen Leute sämtlich wieder von Veniselos abhängig sem, werden wieder in das Gruppenlager der vemseli- stischen Parteien zurückkehren, zu dem sie gehört Dieser neue Anariff gegen die Regierung ruft bei den regierungsfreundlichen Blättern erheblichen Unwillen hervor. Herriot wird für den neuen parlamentarischen Angriff gegen Laval verantwortlich gemacht. Er habe die aufgeregten Abgeordneten nicht etwa beruhigt, sondern sie im Gegenteil ermutigt. Die Eingeweihten kennten die Unzufriedenheit Herriots, daß die Regierung nicht über die Kampfbünde gestürzt sei. Im letzten Minister- rat habe Herriot einen Auftritt verursacht, als Laval den Wunsch nach Aufhebung der Sühnemaßnahmen Die letzten schwedischen Missionare ans Erythräa ausaewiesen. Stockholm, 12. Dez. (DRB.) Die schwedische Nachrichtenagentur veröffentlicht ein Telegramm aus Erythräa, wonach die letzten in dieser italienischen Kolonie tätigen schwedischen Missionare nun d e s Landes verwiesen wurden. Die italienischen Behörden hätten damit endgültig der Tätigkeit der schwedischen Missionare ein Ende gemacht, die in Erythräa seit 1866 und in So» maliland seit 1897 gewirkt hätten. Aus Ery- i und Somaliland seien bereits vor einiger Paris 12. Dez. (DNB.) Der radikalsozialistische Abgeordnete C o t erklärte, die Außenpolitik der Regierung gefährde nach seiner Ansicht das kollektive^ Sicherheitssystem, auf dem tue Dolkerbunds- satzungen aufgebaut seien. Man dürfe nicht dem Angreifer eine Belohnung sichern und das moralische Ansehen Frankreichs brechen. Die Sozialisten würden bei Beratung des Haushalts des Außenministeriums eine Kürzung d e s K r § d 11 s für die französische Eisenbahn von Dschibuti nach Addis Abeba beantragen. Cot erklärte, er lasse es Nicht ,u daß Sühnemaßnahmen gegen Abessinien an» Smnnhf würden Solle Abessinien etwa zum An- a "f°r q-st-wM mcrben? Wenn der Völkerbund kein Ausgaben erfüllen wurde dann werde Italien niemals das erhalten, was Frankreich und Eng- S ihm anaeboten hätten. Werd- man Italien hn? was es mit Wafsengewalt zu prnbsrn nidit sähig gewesen fei? Es handelt sich chcht nur um da/ internationale Maralgesuhl ge° A»mihpr 9Ibeninien, sondern auch um d i e Sicher- 8-i? Frankreichs, die auf der Aufrechterhal- Mru^=^Ä C°t, das Abessl nienvonmorgenzu sem? Polizei haben. .Journal" meldet aus Genf, daß dort die Anhänger der Sühnemaßnahmen „in W ut" seien bei dem bloßen Gedanken an eine etwaige Regelung, die Italien nicht abwürge und die für Laval einen Erfolg bedeuten könnte. Auch der dem französischen Außenministerium nahestehende „Petit Pa- risien" stellt fest, daß die französischen und die englischen Vertreter bei ihrer Ankunft in Genf in verschiedenen Abordnungen eine verdrießliche Stimmung vorgefunden hätten, die der Entwicklung des Verfahrens auf Grund der Pariser Vorschläge wenig günstig sei. Auf jeden Fall schienen die Verhandlungen sehr langwierig und schwierig zu werden. Nur der „Matin" findet im Gegensatz zu den übrigen Blättern, daß die Genfer Stimmung dem Pariser Vorschlag nicht so feindselig sei, wie man befürchtet habe. Nur daß Moskau mit dem französisch-englischen Abkommen sehr unzufrieden sei. Litwinow werde sich bemühen, es in Genf zu „torpedieren". Machtet. , Schwierige Lage des Kabinetts. Dem Völkerbund wird die Entscheidung über den Friedensplan zugeschoben. London, 13. Dez. (DNB. Funkspruch.) In der Times" wird der Pariser Friedensplan und die Handlungsweise des britischen Kabinetts einer m der Form ruhigen, sachlich aber sehr sch a r f e n Kritik unterzogen. Das Blatt sagt, es Jet bereits klar, daß die Pariser Verhandlungsgrundlage w e- der für den Negus n o ch für den Völkerbund annehmbar sei. Falls die Pariser Vorschläge wirklich mit den Presseberichten überein» stimmen sollten, könnten sie mit den Volker bundsverpflichtungen n i d) t i n Gin- Han q gebracht werden. Der oon Laval ernge- leitete Vermittlungsversuch sei tatsächlich bereits fehlgeschlagen. Das Werk der Vermittlung, das England und Frankreich vom $oIf*rbh^b^aHDm L traut worden sei, müsse künftig auf die St muna der Oeffentlichkeit Rücksicht ney men. Bereits der ungefähre Inhalt der Par's er Vorschläge habe eine allgemeine Erregung hervor- gerufen,öfteren Stärke die Regierung kaum mißver- standen haben könne. Wenn England in der Unterstützung der gemeinsamen Sache irgendwie Nachlassen sollte, würde das bittere En "au schu n g unb Empörung auslosen und außerhalb der Grenzen Englands 'den guten Ruf der britischen Staatsmänner und das Vertrauen zu der britischen Ehrlichkeit in beklagenswerter Weise schädigen. ' Times" schreibt dann weiter, niemand nehme an" daß der Friedensschritt die Richtung genommen härte wie jetzt, wenn er vom britischen Kabinett ausgegangen wäre. Er trage das Kennzeichen d e r b e s o n d e r e n B e d u rf n i ss e die sich für Laval aus seiner Lage ergaben. Laval habe L?ne eigenen Beweggründe, aber die britische Re- •. vs.; infnlae einer Indiskretion, gierung oertrauliche B eh ' AOp"nmmpn Dura) oie v m i e r i a E e i t e n gekommen. Unterhaus gegenwärtig zahlreiche Briefe, m denen gegen Den Pariser Plan prote- tiert wird. Ein Abgeordneter habe am Donners- ag früh nicht weniger als 400 Briefe erhalten, die ast alle den Friedensplan als Verstoß gegen den Völkerbundsgedanken bezeichneten, unter Hinweis darauf, daß die Wahlen unter der Parole „Unterstützung des Völkerbundes" ausge- ochten würden. nt. 291 Erster Blatt 185. Jahrgang Aeitag, 15. Dezember 1955 ... . ... . _ — Ä Annahme von Anzeigen wt Ä Ä BÄSBCS5 ©kB^ner* ^amiHenblätter B Grundpreise für 1 mm höhe Heimat im Bild Die Scholle B B M HZ MW B B B V HF B B B H B H B Ä B für Anzeigen von 22 mm jsss. UlIr hr Ur I ZX11 lilv 1 NSW" : 'S XJIVIIVIIV W M11JV lUVW SffiÄS! Auch bei Nichterscheinen 8 H ■■ Ermäßig,e Grundpreise: von einzelnen Nummern Stellen-, Vereins., gemein. S General-Anzeiger für Oberhessen richten . Anzeiger Gießen V w 1 behördliche Anzeigen 6Rpf. zranWmmäsnllkW Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Sichen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe r Mengenabschlüsse Staffel 8 lien zugesprochen und zwar mit Adigrat und Adua, nicht aber d i e ganze Provinz. Schließlich solle Italien auch Ogaden erhalten, wahrend das ganze übrige Gebiet Abessiniens u n - ter Völkerbundsmandat gestellt werden solle und zwar einschließlich der Gebiete, die Italien z u r A n s i e d l u n g zur Verfügung gestellt werden sollen. In diesem Kolonisationsgebiet solle Italien auch nicht das Recht auf eigene und wirksame Unterstützung zur See mit größter Schnelligkeit zu betreiben. Er habe anscheinend geantwortet, dies sei ihm unmöglich, bevor nicht F r i e b e n s b e b i n g u n g e n in Art bes Hoare- Laval-Planes bem Duce unterbreitet unb von biesem verworfen worben seien. „Morning Post" glaubt zu wissen, daß anfangs eine geteilte Meinung über den Inhalt des Planes unter den britischen Ministern geherrscht habe. Seine Verwerfung hätte jedoch zum Rücktritt Hoares geführt. Man habe sich bann im Kabinett auf ber Grunblage geeinigt daß ber Friedensplan nur als selbstloser Versuch einer Eröffnung von Derhanb- lungen unb nicht als eine Regelung betrachtet werben solle, bie von ber britischen unb französischen Regierung als gerecht vertreten werben mürbe. Man glaubt, baß nun bie englische Regie- ■ habe, si ch von ber Verden Plan l o s 3 u f a g e n, Die beiden Oppositionsblätter „Daily Herald" und „News Chronicle" geben mit Genugtuung ihrer Ueberzeugung Ausdruck, daß der Pariser F r i e- de nsplan bereits tot sei. Der nächste Mittwoch, an dem ber Völkerbunbsrat zusammentntt, wirb als Begräbnistag bezeichnet. Der sozialistische v». „Daily S) er alb" verlangt ben Rücktritt mali nnn Sir Samuel Hoare, er habe bas Ver- thraa u.iU —-77-..,.'..... — trauen nicht nur Englanbs, fonbern ber ganzen! Zeit 17 schwedische Missionare ausgewtefen. London, 13. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Genfer Beschluß, den englisch-französischen Plan an den Völkerbundsrat zu verweisen, ist in englischen Kreisen mit großer Befriedigung aufgenommen worden. Von der Regierung nahestehender Seite wird hervorgehoben, daß diese Wendung, die dem Völkerbu n d s - r a t den entscheidenden Einfluß auf die Lage überläßt, hauptsächlich auf die Haltung des britischen Kabinetts -zurückzuführen sei, wahrend die Franzosen angeregt hätten, daß die Vorschläge in erster Linie Mussolini allein unterbreitet werben sollten. In ben Wanbelgängen bes Unterhauses ist ein entliehener Stimmungswanbel z u - gunften ber Regierung zu verzeichnen. Ein „Friebensvertrag zugunsten bes Angreifers wird nach wie vor entschieben abgelehnt, aber bie Ab- georbneten richten jetzt ihre abfällige Kritik weniger gegen ihre eigene Regierung als gegen das französische Außenministerium. Im Unterhaus sinb zwei Entschließungen eingebracht worben. Die erste ist von 13 Anhängern ber Regierung unterzeichnet worben. Die anbere Entschließung geht von bem Führer der Opposttions- liberalen Sir Archibald Sinclair aus Sie besagt, das Unterhaus verurteile jede Regelung, die die gebietliche Unverletzlichkeit und wirtschaftliche Unabhängigkeit Abe - Kniens zugunsten des ausdrücklich bezeichneten Angreifers verletze, es würde jede Regelung auj dieser Grundlage als einen Verrat am Völkerbund und als eine Handlung nationaler Unehre de- Londoner Wünschen richten wird, geht schon aus der geographischen Lage des Landes hervor und aus seiner Situation als Mittelmeerstaat. Aber auch dadurch in Griechenland ein wenig gebunden, daß es Mitglied des Balkanbundes ist, daß es mit der Türkei einen sehr engen Vertrag geschlossen hat, und daß die Wiedererwerbung des Dodekanes, den Italien besetzt hält, einen wichtigen Raum in der Politik Athens einnimmt. Bevor aber über die zukünftige Stellung und Haltung Veniselos' keine Klarheit herrscht, kann man für die fernere Zukunft keine Prognose stellen. Veniselos ist das große Fragezeichen vor der Zukunft des neuen Griechenland auch heute wieder. Aeue Schwierigkeiten. Athen, 13. Dez. (DNB.) Durch den Entschluß des früheren Ministerpräsidenten T s a l d a r i s , die Nationalversammlung einzuberufen, sind neue innerpolitische Schwierigkeiten in Griechenland entstanden. Tsaldaris, der der Regierung Demerdzis das- Recht, ohne Nationalversammlung zu arbeiten, verweigert, hat Anweisung gegeben, die Unterschriften von 15 0 Ab - geordneten zu sammeln, die nach dem Gesetz für einen Antrag auf Einberufung der Nationalversammlung notwendig sind. Demerdzis ist entschlossen, in diesem Falle vom König die Auflösung der Nationalversammlung zu fordern. Falls der König der Auflösung zu- stimmt, werden in Kürze Neuwahlen stattfin- den, falls der König jedoch die Auflösung verweigert, ist mit einer Regierungskrise zu rechnen. — Der König berief den Kultusminister zu sich und sprach ihm seine Verwunderung darüber aus, daß so viele kommuni st ische Lehrer an den staatlichen Schulen Unterricht erteilen. Hier müsse sofortige Abhilfe geschaffen werden, da die Kommunisten als Erzieher der Jugend nicht geeignet seien. Wiedereinführung der ägyptischen Verfassung. England hat zugestimmt Kairo, 12. Dez. (DNB.) Der Erlaß zur Wiedereinführung der Verfassung von 192 3 ist vom König unterzeichnet worden. Wie verlautet, hat der britische Oberkommissar das Einverständnis Londons zur Wiedereinführung der Verfassung unverzüglich dem Ministerpräsidenten mitgeteilt. Mit dieser Entscheidung, so berichtet Reuter, hätten die ägyptischen Nationalisten und Liberalen ihren langen Kampf mit dem König zu ihren Gun st en entschieden. Die nichtparlamentarische Regierung von Tewfik Nessim Pascha werde vorläufig an der Macht bleiben, sie werde aber eine Neuwahl kaum überleben. Englands Stellung in Aegypten werde durch diese Entwicklung noch schwieriger gestaltet, denn die nationalistische Partei setze dem gegenwärtigen „Vasallentum" Aegyptens erbitterten Widerstand entgegen. Weiter wird berichtet, daß die nationalistischliberale Einheitsfront beschlossen habe, den im Jahre 1930 in London ausgehandelten, aber seinerzeit von der Wafd-Partei abgelehnten Vertrag anzunehmen. Die Hauptpunkte dieses Vertrages seien: 1. Aegypten wird ein unabhängiger Staat, der berechtigt ist, dem Völkerbund beizutreten. 2. England erhält gewisse Verantwortlichkeiten für die Verteidigung Aegyptens, die Belange von Ausländern und die Belange von Minderheiten. 3. England hat das Recht, den S u - d a n zu verwalten. Em Schlag gegen das ungar- ländische Deutschtum. Die ungarische Staatsanwaltschaft hat das Organ des ungarländischen Deutschtums, das „Sonntag s b l a t t", von der Liste der periodisch erscheinenden Schriften gestrichen, weil die Rechtsnachfolger des verstorbenen Deutschenführers V l e y e r es vergessen hätten, sich als verantwortliche Herausgeber bei den Behörden anzumelden und weil außerdem die seinerzeit hinterlegte Kaution durch die Geldentwertung verloren gegangen sei. Wie man sieht, sind hier Gründe für die Beseitigung der deutschen Zeitung gewählt worden, aus denen deutlich das Bestreben spricht, den ungarländischen Deutschen das zu nehmen, was sie geistig zusammenhält, was für sie völkisch und kulturell von hoher Bedeutung ist, und was sie immer wieder daran erinnert, zu welcher Volksgruppe sie gehören. Wir bedauern es, daß eine hohe ungarische Behörde ein so bedeutendes Blatt wie das „Sonntagsblatt" zum Tode verurteilt hat, während eben erst die Italiener, denen man ganz gewiß nicht nachsagen kann, daß sie den Südtirolern gegenüber jemals ein freundliches Gesicht gezeigt hätten, wenigstens soviel Verständnis für die Bedürfnisse der deutschen Minderheit gezeigt haben, daß sie das Weitererscheinen einiger Zeitschriften gestatteten. Aber die ungarische Minderheitenpolitik ist ein Kapitel für sich: auf der einen Seite beklagen sich die Ungarn dauernd und mit Recht über die Behandlung ihrer Volkssplitter in den Staaten der Kleinen Entente, auf der anderen zeigen sie sich gegenüber den fremden Volksgruppen innerhalb ihrer eigenen Grenzpfähle ebenso wenig weitsichtig. Der deutsche Christbaum. .Osservatore Romano" bleibt bei seiner Stellungnahme Rom, 12. Dez. (DNB.) Gegenüber den deutschen Katholiken macht „Osservatore Romano" einen recht gewundenen Versuch, sich mit den Einwänden auseinanderzusetzen, die wegen seiner Stellungnahme gegen den Weihnachtsbaum erhoben worden sind. Das Blatt zitiert eine Zuschrift des Leiters der dcutschsprechenden Gemeinde in Rom, Bischof H u d a l. Hudal schreibt u. a., daß viele deutsche Katholiken, die „ihren katholischen Glauben immer behalten haben und auch in Zukunft ebenso lauter behalten werden wie die Völker anderer Kultur, sich mit gutem Grund durch die Bemerkungen des „Osservatore Romano" i n den jeder Nation heilig st en Gefühlen beleidigt fühlen müssen, d. h. in der A n h ä n g- lichkeit an alte nationale Sitten, die mit denen des christlichen Glaubens in eine so edle Verbindung gekommen sind, daß in fast allen deutschen christlichen Familien beim Weihnachtsbaum auch eine kleine Krippe steht". „Osservatore Romano" versichert, er habe die deutschen Katholiken nicht beleidigen wollen, bleibt aber bei seiner unverständlichen und verletzenden Behauptung, daß die Christbaumsitte „ein Ueber- bleibsel heidnischer Naturbräuche" sei. Und in Italien sei der Christbaum nicht nur exotisch, sondern DieGeburtsstunde des deutschenDreselöls einer Sefriebigung auf diesem Gebiet zu schassen. Tag der Kraftmaschinen für das Verkehrswesen. — Einrichtung eines lieichsamtes für Werkstoffe. Berlin 12. Dez. (DNB.) Am Donnerstag fand im Langenbeckhaus eine Tagung der an der Lösung des Problems der inländischen Kraftversorgung beteiligten Kraft st offerzeuger und Motorbauer statt, die von der Brennkraft- tcchnischen Gesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Diefelölforschung veranstaltet wurde. Generaldirektor Fabian gab einen Ueberblick über das bisher schon Erreichte. Die heimischen Brennstoffe würden für unseren Bedarf vollkommen aus- reichen, selbst bei größeren Ansprüchen als denen, die der Kraftverkehr zur Zeit stellt, wenn wir nur einen einheitlichen Motor besäßen, der allen Bedingungen gerecht würde. Bisher habe die Technik diesen noch nicht geschaffen. So müsse man sich nun bemühen, in d i e Mannigfaltigkeit der Kraftmaschinen eine Vereinfachung zu bringen, um die möglichst g ü n st i g e Ausnutzung der Kraftmaschinen zu erreichen. Nachdem man sich über die Gaskraftmaschinen, die gasförmige Kraftstoffe aller Art für Fahrzeuge ausnutzen sollen, vor einem Jahre ausgesprochen habe, und die Kohlen st aubkraft- maschine soweit inzwischen zur Entwicklung gekommen sei, daß sie als ortsfeste Maschine schön in der Praxis eingeführt werden konnte, sollen sich die Verhandlungen diesmal im wesentlichen auf Kraftmaschinen für flüssige Brennstoffe, die nach wie vor die Grundlage des Kraftverkehrs bilden, erstrecken. Ministerialdirektor Dr. Brandenburg führte als Ehrenvorsitzender u. a. folgendes aus: „Wir befinden uns in einer Stunde, die man vielleicht als die Geburtsstunde des deutschen Dieselöls bezeichnen kann. Die Zollerhöhung für Dieselöl ist nicht aus fiskalischem Interesse erfolgt, sondern mit der Absicht, hinter der erhöhten Zollmauer eine rentable Produktiondesdeutfchen Dieselöls zu ermöglichen. Erfreulicherweise hat die Autoindustrie die Zollerhöhung als zweckmäßig und notwendig anerkannt, und so kann diese Tagung im Zeichen des Friedens vor sich gehen." Der Präsident des Staatlichen Materialprüfungsamtes Berlin-Dahlem, Dr. Seidel, teilte im Auftrage des Reichserziehungsministers mit, daß dieser sich entschlossen habe, alle in dem Reichsamt vereinigten wissenschaftlichen Institute, insbesondere die deutschen Hochschul- und Forschungsinstitute mit für die Lösung der Kraftstoffprobleme einzusetzen. Die Neuregelung des Werkstoffprüfungswesens werde der gemeinsamen Arbeit sehr förderlich sein. Sämtliche bestehenden Werkstoffprüfungsämter der ehemaligen Länder wurden zu einer Arbeitsgemeinschaft vereinigt. Ein Reichsamt für Werkstoffprüfung werde eingerichtet werden. Neue Materialprüfungsämter würden in Breslau, Aachen und Saarbrücken gebildet werden, weitere an der Wasserkante und in Ostpreußen. Daneben würden entsprechende Institute für die einzelnen Fachgebiete ausgebaut werden. Alle diese Einrichtungen und die an ihnen wirkenden Konstrukteure und Erfinder würden die Gemeinschaftsarbeit mit der Industrie kräftig pflegen. Nach einer Reihe von Fachvorträgen stellte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Mineral- ölforfchung, Professor Dr. Ubbelohde, fest, daß sich auf dem Boden der wissenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit auch diesmal wieder wirtschaftlich auseinanderstrebende Ansichten der verschiedenen Beteiligten zusammenfinden konnten. Der Wille zum Md eine Lebensfrage der Ration. Gründung des Ehrenführerringes im Reichsbund der Kinderreichen. Weimar, 13. Dez. (DNB.) In der vollbesetzten Weimar-Halle fand die Gründung des Ehrenführerringes der Kinderreichen im Reichsbund der Kinderreichen statt, deren Vorsitz Reichsftatthaltsr Sandel übernommen hat. Der Führer des RDK., Wilhelm S t ü w e , konnte unter starkem Beifall der Versammlung eine Anzahl der Mitglieder des Ehrenführerringes begrüßen. Reichskriegsminister v. Blomberg, der auch < - Die Mitglieder des Ehrenführerrings der Kinderreichen erhalten dieses Ehrenabzeichen. Es zeigt das Abzeichen des Reichsbundes der Kinderreichen, von einem goldenen Eichenkranz umgeben. (Scherl-Bilderdienst-M.) Mitglied des Ehrenführerringes ist, übersandte telegraphisch seinen Gruß und verband damit den Wunsch, daß das Wort „Kinderreich" zum selbstverständlichen Ehren- und Beinamen jedes erbgefunben Deutschen im Dritten Reich werden möge" Reichsinnenminister Dr. Frick, ebenfalls Mitglied des Ehrenführerringes, wurde vertreten durch Ministerialdirektor im Reichsministerium des Innern, Dr G ü t t Der Vundesführer des RDK. erklärte, der Begriff „kinderreich" fei kein bloßer Zufallsbegriff oder ein solcher der Fürsorge, bezeichne aber auch keine Steuerklasse und dürfe noch weniger mit Armut gleichgesetzt werden, sondern ei völkischer Art, ein Pflichtbegriff für einzelne, eine Lebensfrage für ein Volk. Denn solange der Wille zum Kinde lebe, fei ein Volk unüberwindlich, aber ein Volk ohne ausreichenden Nachwuchs sei dem Tode verschrieben, Völkisch unerwünschter Nachwuchs, der rassisch untüchtig, erbkrank, ober sittlich vorbelastet aus un- georbneten unb asozialen Familien kommt, bebeute feinen Reichtum, fonbern eine schwere Belastung. Der RDK. sei baher ein Bunb b e r Auslese. Er kämpfe außerdem um bas volle Ansehen ber kinderreichen Familie, um bie Wieberherstellung ber tiefen Achtung vor ber Mutter unb ber Bebeutung ber Dollfamilie. Der Leiter des Rasfenpolitischen Amtes ber RSDAP. Reichsamtsleiter Dr. Groß wies auf bie Gegensätze zwischen ber Auffassung früherer Zeiten unb unserer heutigen Auffassung hin. Früher habe man Staats- unb Wirtschaftspolitik getrieben, wobei bas Volk Nebensache gewesen sei. Heute habe man begriffen, daß beibe ohne bas Volk sinnlos sind. Diese Erkenntnis mache den Kern ber deutschen Revolution aus. Die guten und leistungsfähigen Anlagen zu heben unb für ben Fortbestcmb des Volkes weiterzugeben, sei Pflicht eines jeden erbgesunden Deutschen, gleich ob Mann ober Frau. Dazu sei jedoch eine Umstellung des Denkens unb Fühlens notmenbig. Reichsstatthalter unb Gauleiter Sauckel hielt ben deutschen Müttern unb Vätern das Grundgesetz vom ewigen Kampf der Bejahung des Lebens gegen die Verneinung vor und verglich diese beiden Grundsätze mit ben solbatischen Begriffen der Tapferkeit unb ber Feigheit. Wie ber feige Soldat aus ber solbatischen Gemeinschaft ausgeschaltet wirb, so ft e r b e bie Familie, bie zu feige werbe, Kinber zu haben. Wenn bas deutsche Volk bie bevölkerungspolitische Krise, burch die es jetzt hinburchgehen muß, überstehe, bann habe es bas nur ber Tatsache zu verdanken, baß beutsche Eltern ihren Kindern zum mindesten dasselbe zugemutet hätten wie sich selber, das heißt, daß sich bie beutschen Eltern nicht irgenbeiner Rentnerpsychose verschrieben hätten, aus ber heraus sie die Frage, ob Kinber und wie viel Kinder, nach ber Möglichkeit beantworteten, ihnen Aussteuer, Studi- um ober Geschäft geben zu können. Der Reichs- statthalter rief das deutsche Vdlk auf, auch ben Aufbau aus Fleisch unb Blut nicht zu vergessen. Die im Ehrenführerring bes RDK. zusammengeschlossenen deutschen Männer hätten keinen anderen Wunsch, als in ihren Kindern und im Ringen um ihre Kinder dem deutschen Volke den Beweis zu geben, daß sie nichts anderes beseele als der Wille, der deutschen Nation den Weg zu ebnen in eine stolze Zukunft. Der Landeskirchenrat ber Evangelischen Lanbeskirche Nassau-Hessen hat laut Mitteilung vom 10. Dezember 1935 bie im Urteil ber Dienststrafkammer vom 1. April 1935 ausgesprochene Amtsenthebung bes Pfarrers Lic. Fricke an ber Dreifaltigkeitsgemeinbe Frankfurt a. M. mit Wirkung von 1. Dezember 1935 ab aufgehoben unter gleichzeitiger Abberufung bes Pfarrverwalters Monnarb. Aus aller Wett. Deutsche Ranga-Parbat-Expedition auf 1937 verschoben. Zum zweiten Male müssen bie Pläne deutscher Bergsteiger, den 8125 Meter hohen Nanga Par- b a t im westlichen Himalaja zu besteigen, auf ein Jahr verschoben werden. Im März 1935 wurde die für dieses Jahr vorgesehene Expedition um ein Jahr zurückgestellt, und nun kommt bie Nachricht, daß die englische Regierung der für 1936 geplanten deutschen Nanga-Parbat-Expedition die Einreisegenehmigung nach Kaschmir nicht mehr erteilen kann, da die beschränkten Transport- unb Versorgungsmöglichkeiten in biefem fianbe weitere Expebitionen für bas Jahr 1936 nicht mehr zulasten. Am Nanga Parbat sollen nach der im übrigen freundlich gehaltenen englischen Antwortnote nach wie vor bie Deutschen ben Vorrang haben, aber erst 1937 werben bie Vorbereitungen ihre Verwirklichung finben können. Weister des beutschen Kraftfahrsportes beim Führer. Am Donnerstagmittag empfing ber Führer in ber Reichskanzlei bie Meister bes beutschen Kraft» fahrsports, bie ihm vom Korpsführer Hühnlein, dem Führer bes beutschen Kraftfahrsports, vorge» stellt wurden. Der Führer beglückwünschte bie einzelnen bekannten Kraftsahrsportler, unter benen sich u. a. ber Europameister Carraciola, der deutsche Bergmeister Hans Stuck, ber beutsche und Europameister für Motorräder (250 ccm) Geiß, sowie die Führer ber beutschen Motorrad-National» mannschaft befanben, bie zum britten Male im Kampf gegen 12 Nationen siegreich geblieben war — unter ihnen der Rekordmann Henne — zu ihren Erfolgen. Im Anschluß an den Empfang waren bie Meister des deutschen Kraftfahrsports Gäste des Führers in feiner Wohnung. Hochzeit bes Slabsführers Lauterbacher. Köln, 11. Dez. Im festlich geschmückten großen Saal bes Gürzenich ber Hanseftabt Köln f'anb heute nachmittag bie Trauung des Stabsführer der Reichs- jugenbführung, Hartmann Lauterbacher, statt. Als Trauzeugen waren Reichsminifter Dr. Goebbels unb Reichsjugenbführer v. S ch i r a ch erschienen. Ehrenformationen ber nationalsozialistischen Jugenb unb zahlreiche Vertreter aus Partei unb Staat nahmen an ber Feierstunbe teil, bie bas Gebiet 11 Mittelrhein mit ber stanbesamtlichen Trauung verbanb. Die Feierstunbe würbe eingeleitet burch eine Hochzeitskantate, bie von Dichtern unb Komponisten ber mittelrheinischen HI. geschaffen war. Nachbem bie Formalitäten ber stanbesamtlichen Trauung burch ben Oberbürgermeister ber Stabt Köln, Dr. Riesen, erfüllt waren, nahm ein Hitlerjunge mit einer Traditionsfahne hinter ben Stühlen bes Brautpaares Aufstellung unb ein Trommler bes Jungvolks bot von feiner Trommel bie Ringe bar. Der Reichsjugenbführer hob bann in einer kurzen Ansprache hervor, baß von Köln aus ber Kampf um die deutschen Jungarbeiter, bie heute zu vielen Hundert- taufenben in ber HI. ftünben, ausgenommen worden sei. Stabsführer Lauterbacher habe sich in diesem Kampf besondere Verdienste erworben und bei seiner Arbeit seine Frau, die damals mit einer besonderen Aufgabe im BDM. betraut gewesen sei, kennengelernt. Daher habe es seinen besonderen Sinn, wenn er in einem Saal ber Stabt Köln getraut werbe. Die Feier enbete mit einem Sieg-Heil auf ben Führer unb bem Fahnenlieb ber Hitler- Jugenb. Nach ber Trauung fuhren bas junge Paar unb bie Ehrengäste nach Gobesberg, wo eine schlichte Hochzeitsfeier abgehalten würbe. Strenger Winter in Spanien. In mehreren spanischen Provinzen herrschen zur Zeit außerordentlich niedrige Temperatu- ren. In Avila sank bas Thermometer auf 7 Grab unter Null. An vielen Orten finb große Schnee» mengen niebergegangen, so baß z. T. jebe 23er» binbung mit ber Außenwelt abgeschnitten und ber Verkehr lahmgelegt würbe. Der Abaja-Fluß ist vollständig z u g e f r o r e n und dient als Verkehrs- straße. Auch bie Wasserleitungen sinb in Avila zum großen Teil eingefroren, so daß bie Bevölkerung an Wassermangel leibet. In ber Nähe von Viella sinb 60 Arbeiter, bie mit Ausbesserungsarbeiten auf einer Lanbstraße beschäftigt waren, von ihrem Heimatort abgeschnitten, ba bie Schneebecke be- sonders im Tale von Aran eine beträchtliche Höhe erreicht; bie Rettungsarbeiten finb eingeleitet. Große Aeberfchwemmungen in Mazedonien. eine „protestantische Mobe". Unter Italienern sei es besser, der Krippe ben ausschließlichen Vorzug zu geben, da ber Baurn nicht die katholische Tradition barstelle. Dies müsse offen gesagt werden, „ohne daß unsere lieben deutschen Brüder in Christo und im Papst Grund haben können, sich zu härmen und beleidigt zu fühlen." Giudenienbund und Korporationen. Eine Anordnung Derichsweilers. Die Nationalsozialistische Korrespondenz teilt mit: Nachdem die studentischen Korporationen von feiten der Partei als nationalsozialistische Erziehungsgemeinschaften nicht anerkannt werden, hat sich ein großer Teil von studentischen Der- bänden und Korporationen aufgelöst. Von diesen Korporationen sind wiederum eine größere Anzahl Kameradschaften des Studentenbundes geworden. Es liesteht aber nach wie vor an den Hochschulen eine Reihe von Korporationen, die bewußt ihr altes korporations studentisches Brauchtum beibehalten will. Der Studentenbund will diese Korporationen an ihrem Eigenleben nicht behindern. Es ist jedoch unmöglich, so heißt es in einer Anordnung des Reichsstudenten- bundführers Derichsweiler, daß in Zukunft ©tubentenbunbmitglieöer derartigen noch bestehenden Korporationen angehören. Es wird deshalb angeordnet: 1. Eine gleichzeitige Mitgliedschaft zu noch bestehenden ober suspendierten studentischen Korporationen ist für Mitglieder bzw. Anwärter des Studentenbundes untersagt. 2. Die Austrittserklärungen haben bis zum 1. Januar 1936 zu erfolgen. Die Hochschulgruppenführer haben bis zum 15. Januar 1936 Vollzugsmeldung zu erstatten. 3. Nichtbetroffen durch diese Anordnung werden selbstverständlich die aus den Korporationen gebildeten Kameradschaften, die ja Teil des Studentenbundes find. Ebensowenig werden dadurch betroffen Korporationen, deren Eingliederung als Kameradschaft in den Studentenbund in Aussicht genommen, aber noch nicht vollzogen ist. Das theologische Prüfungswesen in der Altpreutzischen tlnion Berlin, 12. Dez. Der Landeskirchenaus- schuß ber Altpreußischen Union hat eine Verordnung über bas theologische Prüfungswesen unb bie Uebertragung bes geistlichen Amtes erlassen, bie wesentlich zur Klärung in der Evangelischen Kirche beiträgt In Zukunft bestehen die theologischen Prüfungsämter bei den Kon- fiftorien aus ben vom Lanbeskirchenausschuß benannten geistlichen Mitgliebern des Konsistoriums, ben burch ben Provinzialkirchenausschuß aus ben Pfarrern ber Kirchenprovinz ernannten Mitgliebern, ben vom Lanbeskirchenausschuß beauftragten ordentlichen Professoren und Dozenten der Theologie. Den Vorsitzenden des Prüfungsamtes bestimmt der Lanbeskirchenausschuß. Dieses Gesetz, das das theologische Prüfungswesen festlegt, bringt ben Willen bes Landeskirchenausschusses zum Ausbruck, die Mißverständnisse auf diesem Ge- 3nfolge starker Regenfälle sind viele Dörfer in öer Gegend von Werrin (Mazedonien) über* f ch w .e m m t. Zur Rettung der Einwohner wurde Militär entsandt. Arn Berge Athos wurden 20 Häuser von den Fluten zerstört. Sämtliche 23er» binbungen sind unterbrochen, so baß die geplante Reise des Königs in diese Gebiete vorläufig verschoben werden muß. kleines Kind im Schlaf erstickt. In Speyer wurde dieser Tage bas neun Wo» chen alte Kinb ber Eheleute Wilhelm Krebs erstickt aufgefunden. Der sofort herbeigerufene Arzt konnte nur noch ben Tob feststellen. Das Un» gluck ist darauf zurückzuführen, daß vom Kamin aus ein Balken des Fachwerks ber Küchenwand in Brand geraten war und unbemerkt unter dem 23er* putz schwelte. In den Morgenstunden drang das dabei sich entwickelnde Gas zur Küche durch, in öer das Kind schlief Um 4 Uhr noch hatte die Mutter nach dem Kind gesehen, ohne von der 7 itv- »amx x-„ i nierFen, und gegen 7 Uhr fand ber Vater bas Kinb bereits tot vor. Schwere Bluttat in ber Reuyorker Universität. — Zwei Professoren erschossen. für Zahnheilkunde der Columbia-Uni» rs tat, m Neuyork, das sich in dem sog. Medical- verkehrsreichen oberen Broadway befindet, hat sich eine Aufsehen erregende Blut- t a t ereignet. Der 55jährige Victor Küssow, ber in bem College als Mechaniker beschäftigt gewesen, ärnf kürzlich entlassen worben war, erschoß die Professoren Arthur Rowe und Paul Wibera den Sjtlfsprofeffor William Rpfhft Xat beging der Mörder Gelb ft m o r b. Die Schießerei verursachte in dem College eine ungeheure Aufregung. Mehrere Studentinnen wurden ohnmächtig. en- lichen erreicht worden. ie sieht es in der Wirtschaft aus? Gelegentlich des Jubiläums der deutschen i Eisenbahnen hat der Führer und Re ichs - i tangier das Problem des deutschen Sozialis « । mus und der Privatwirtschaft erörtert. Als vor hundert Jahren die erste Eisenbahn von Nürnberg ! nach Fürth eröffnet wurde, stand der Anbruch des kapitalistischen Zeitalters und der Durchbruch der wirtschaftlichen Einzelpersönlichkeit bevor. In den darauf folgenden vierzig bis fünfzig Jahren wurde er vollendet. Die Eisenbahn förderte nicht nur die Einheit des Reiches, sondern war das äußere Zeichen dafür, daß das Mittelalter insofern beendet war, als die mechanische Fortbewegung der Personen und Güter dem jahrtausendelangen Verkehr auf der Landstraße ein Ende machte. Bismarcks Genie erkannte klar, daß ein derartig neues Verkehrsmittel auch dem Reiche unterstellt werden müsse. Aber seine Idee des staatlichen Betriebes, der Reichsbahn, wurde nur teilweise verwirklicht, weil sich die entfesselten Kräfte des privaten Kapitals dagegen wandten und fälschlich voraussagten, der Staatsbetrieb würde nicht nur im Eisenbahnwesen tarifverteuernd wirken, sondern den verdorrenden Meltau des Bürokratismus mit sich bringen. Das g e - rade Gegenteil ist der Fall gewesen. Die Reichsbahn 'ist heute der größte Wirtschaftsunterneh- mcr Deutschlands, und sie entspricht durchaus tm Dienste einer Allaemeniheit dem Ausgleich der In- teressen. Heute gibt es wohl keinen Menschen in Deutschland, der die Reichsbahn durch private Einrichtungen ersetzen möchte, wie sie in Frankreich und in England und den Vereinigten Staaten bestehen. Der Geist des Sozialismus, also der Gemeinnützigkeit, hat mit dem Reichsbahnwesen einen vollen Sieg davongetragen und es ist selbstverständlich, daß auch künftighin die Reichsbahn das Vorrecht vor den Transportmitteln hat, die sich durch private Initiative entwickeln. Nicht so, als ob die Reichsbahn als staatliches Unternehmen diese anderen Verkehrs- mittel unterdrücken wollte; sie hat durch die Regelung des Transportwesens durch Lastkraftwagen bewiesen, daß sie in jeder Beziehung elastisch bleibt. Aber daß die großen Unternehmungen, die der Allgemeinheit dienen, auch nur im Dienste der Allgemeinheit, also durch den Staat, verwaltet werden können, ist eine der Erkenntnisse, die sich aus der Entwicklung der Wirtschaft ergaben. Die gesamte Textilwirtschaft hat mit größtem Interesse die Veröffentlichung des S v i n n st o f fasse tz e s zur Kenntnis genommen, das die seit dem Sommer 1934 in Kraft befindliche Faserstoffverordnung abgelöst hat und als wichtigste Aenderung gegenüber dem bisherigen Zustand eine Verschiebung der Grundlage für" die Verbrauchsbeschränkung von der Arbeitszeit auf die Verarbeitungsmenge enthält. Der verstärkte Verbrauch einheimischer, nicht der Bewirtschaftung unterliegender Spinnstoffe, also Kunstseide, Zellwolle, Reißwolle, Baumwolle usw., soll dadurch angeregt werden, daß jeder einzelne Betriebsführer jetzt Interesse daran hat, aus dem ihm zugeschriebenen Kontingent an eingeführten Rohstoffen so viele Arbeitsstunden wie nur möglich für seinen Betrieb herauszuholen, was im wesentlichen durch die Mitverwendung der genannten heimischen Materialien möglich ist. Die Initiative und die Entscheidung ist also von der überwachenden Behörde auf den einzelnen Unternehmer verlagert worden, was, wie man hofft, der Allgemeinheit zugute kommen wird. Die einzelnen Ueberwachungsstellen haben bereits oder werden noch Ausführungsanordnungen zum Spinnstoffgesetz herausgeben, in denen für die jeweils betroffenen Betriebe die praktischen Einzelheiten, insbesondere die Verarbeitungskontingente festgelegt werden. — In Frankreich ist es zwar gelungen, die G o l d a b f l ü s s e zum Stillstand zu bringen Aber an eine Rückwanderung des FluchUapitals ist ebensowenig zu denken wie an einen Ruckfluh des Goldes. Es machte sich sogar erneut ein Druck auf den Franken bemerkbar, als bekannt wurde, daß sich die Goldbestände der Bank von Frankreich m der letzten Novemberwoche noch einmal um 3 Milliarden Franken vermindert haben. Auf die Dauer wird man in Frankreich aber den hohen 6 - v. $).• Diskontsatz nicht aufrechterhalten können. Denn man braucht einen aufnahmefähigen Geldmarkt, um die Anleihen unterbringen zu können, die zur Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt erforderlich sind. In letzter Woche hat die französische Regierung bereits die erste Staatsanleihe im Betrage von 2 Milliarden Franken aufgelegt. Ihr Erlös soll ausschließlich f ü r Z w e ck e der Landesverteidigung verwendet wer- den. Bemerkenswert ift, daß der Zinssatz dieser französischen Anleihe 5 v. H. beträgt, also um 0,5 v. H. höher ist als der der letzten Reichsanleche, und daß trotzdem ihrAusgabekursvon 98,25 v. H. um mehr als 3 v. H. niedriger als der unserer Reichsanleihe ist. der Staat oder irgendeine Organisation dazu da wäre, dem Unternehmer den Gewinn zu verbürgen ober den Verlust abzunehmen. Aber jeder möge ich bewußt bleiben, daß er seine Erfolge i m Dienste der Gesamtheit erringe, und daß er sie daher in ihrem Dien ft e wieder zu verwenden habe. Diese Grundsätze gelten für die Wirtschaft im allgemeinen und in besonders >ohem Maße für den Außenhandel, der heute ür das Volksganze besonders wichtig und notwendig ist. Darum hat der bayerische Ministerpräsident Siebert auf der ersten Tagung der Wirt- chastskammer für Bayern erneut einen Appell an alle Wirtschaftsträger gerichtet, ihre persönliche Initiative auf das große Ziel zu richten, daß neue Wege zur Hebung des deutschen Exports gesucht und gefunden werden. Dann werden, so führte der Ministerpräsident aus, auch die Wirtschaftspolitiker draußen in der Welt erkennen, daß die Gesundung der Weltwirtschaft davon abhängt, daß man nicht dauernd ein so großes Glied der Weltwirtschaft, wie es die deutsche Wirtschaft ist, isoliert und vom Weltmarkt fernhält. Besonders scharf haben sowohl Dr. Schacht wie Ministerpräsident Siebert allen Theorien und einseitigen Wirtschaftsauffassungen eine Absage erteilt. Wirtschaft, so schrieb Dr. Schacht kürzlich in dem Geleitwort, das er dem neuen Kalender des Reichsbundes der deutschen Beamten gab, ist Weg zum Ziel, das Ziel aber ist das deutsche Volk. Auf der Spur eines schweren Verbrechens? Dieser Tage war in Amselfing bei Straubing in Bayern die Scheune des Bauern Heimrich niedergebrannt. Der Brandfall hat nunmehr eine Aufsehen erregende Wendung genommen. Bei den Aufräumungsarbeiten entdeckte man nämlich im Stroh eine verkohlte männliche Leiche, die als die des Wanderburschen Josef Groß erkannt werden konnte. In der Scheune übernachteten des öfteren Handwerksburschen. Wenige Stunden vor dem Brand hatte man zwei Männer auf die Scheune zugehen sehen. Es liegt die Vermutung nahe, daß der eine der beiden, nachdem zur Zeit gefahndet wird, den anderen ermordet hat und bann die Scheune in Brand steckte. Die Hand des Verbrannten war mit einem Rosenkranz um« wickelt- möglicherweise hat dies der Mörder getan, um einen Selbstmord vorzutauschen. Raubmord in Leipzig. In den Geschäftsräumen einer Leipziger Papiergroßhandlung wurde der dort beschäftigte 64 Jahre alte Paul Nocke mit durchschnittener Kehle und mehreren Stichverletzungen ermordet aufgefun» den. Aus der von Nocke verwalteten Kasse fehlte, so weit bisher festgestellt werden konnte, ein Geldbetrag von 100 bis 150 Mark. Verhängnisvoller Sturz auf der Straße. Ein Derkehrsunfall hat in Sailauf bei Aschaffenburg ein Todesopfer gefordert. Ein 13jähriger Junge fuhr einen 62jährigen Mann von rückwärts mit seinem unbeleuchteten Fahrrad an. Der Mann fiel auf den Hinterkopf und zog sich eine Gehirn- und daß ferner erneut bedeutende Gold m e n g e n f nach Amerika zugeströmt find. Es ift daher sehr wohl möglich, dah die Vereinigten Staaten m nächster Zeit ihre Silbereinkäufe einfteUen oder vermindern und dafür um so mehr Gold an sich ziehen, wodurch die Lage der europäischen Gold- blockländer offenbar noch schwieriger werden wurde. Wetterbericht des Reichswetterdienftes. Ausgabeort Frankfurt. Der sich von England über Skandinavien nach Rußland hin erstreckende Hochdruckrücken wird neuerdings auch durch lebhafte im Mittelmeergeblet aufkommende Wirbeltätigkeit stark angegriffen. Der Zustrom kalter Luftmassen aus Osteuropa hält an und hat auch bei uns weitere Frostzunahme gebracht. Durch die Wirbeltätigkeit über dem Mittel« meer wird jetzt der Ostströmung wieder etwas feuchte Luft beigemengt, so daß bei überwiegend bewölktem Wetter zeitweilig auch mit dem Auf« treten leichter Niederschläge gerechnet werden kann. Aussichten für Samstag: Zeitweilig aufheiternd, doch überwiegend bewölkt mit Neigung zu leichten Schneefällen, Fortdauer des Frostes, östliche Winde. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der wechselnd bewölkten, zeitweilig kalten Witterung mit Neigung zu leichten Niederschlägen. Lufttemperaturen am 12. Dezember: mittags 0,4 Grad Celsius, abends —1,8 Grad; am 13. Dezember: morgens —3,3 Grad. Maximum 1,1 Grad, Minimum — 5,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Dezember: abends 1,2 Grad, am 13. Dezember: morgens 0,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5,5 Stunden. — Niederschläge 0 mm. Winterfport-Wetternachrichten. V 0 gel^ berg. Hoherodskopf: Bedeckt, —12 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, verharscht, Ski und Rodel gut. Herchenhainer Hohe: Heiter, —8 Grad, 28 cpa Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, verharscht, Ski und Rodel gut. Rhön. Wasserkuppe: bewölkt, —10 Grad, 20 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, verharscht, : Ski und Rodel gut. Taunus. Kleiner Feldberg: bewölkt, — 9 Grad, ‘ 13 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, verharscht, : Ski mäßig, Rodel gut. 1 Schwarzwald. Feldberg: Schneefall, —14 ’ Grad, 90 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, . Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. erschütteruna zu. Zu dieser gesellte sich später ein Schlaganfall, der den Tod herbeiführte. Schrapnellkugel 20 Jahre im Körper getragen. Ein Einwohner des Hochwalddorfes Weisersbach bei Trier mußte sich dieser Tage einer Operation unterziehen. Dabei entdeckten die Aerzte im Nierenbecken eine S ch r a p n e l l k u g e l, die der Patient 20 Jahre lang ohne es zu wissen nachgetragen hat. Der Mann war im August 1915 verwundet worden. Das Geschoß wog 21 Gramm. Das englische Oberhaus sitzt zu Gericht. Unter großer Prachtentfaltung und begleitet von feierlichen Zeremonien fand im englischen Oberhaus die Gerichtsverhandlung gegen den ^jährigen Lord C l i f f o r b statt, der der fahrlässigen Tötung bei einem Kraftwagenunfall angeklagt war. Da nach alter Ueberlieferung ein Ober» Hausmitglied nur vom Oberhaus selbst belangt werden kann, war der an sich geringfügige und uninteressante Fall der Anlaß zu einer mehrstündigen Sitzung, die schließlich zur Freisprechung des Angeklagten führte. Seit 1776 haben nur vier derartige Gerichtsverhandlungen im Oberhaus stattgefunden, von denen die letzte im Jahre 1901 abgehalten wurde. Die Lords, die dem Zeremoniell beiwohnten, waren mit alten scharlachroten und pelz- oerbrämten Roden und mit Perücken angetan. Die Galerien waren mit Regierungsmitgliedern, Diplomaten und Unterhausabgeordneten gefüllt. Beim Urteilsspruch mußte jeder einzelne Lord sich erheben und, indem er die Hand aufs Herz legte, 'sein „Schuldig" oder „Nichtschuldig" aussprechen. In den Vereinigten Staaten gewinnen die Bestrebungen, die Auhenhandelsinteressen auf den Austausch mit Lateinamerika und dem Fernen Osten abzustellen, sich aber aus Europa nach Möglichkeit zurückzuziehen, immer mehr die Oberhand. Man versucht, mit den lateinamerikanischen Ländern Meistbegünstigungsverträge abzuschließen, um die europäische Konkurrenz dort auszuschalten. Außerdem sucht amerikanisches Kapital in China und anderen ostasiatifchen Landern Anlage. Hier erweist sich allerdings die amerikanische S i l b e r p o l i t i k als ein schwer überwindbares Hindernis, denn diese hat den chinesischen Markt vernichtet und dadurch indirekt den japanischen Eroberungsbestrebungen Vorschub geleistet. Es erregte daher erhebliches Aufsehen, als in der vorigen Woche die amerikanischen Silberkäufe plötzlich g e st o v p t wurden. Der Leidtragende war auch in diesem Falle wieder der europäische Handel. Am Londoner Silbermarkt konnten keine Preise notiert werden, und es drohte ein völliger Zusammenbruch des Marktes, da dieser heute vollkommen von der amerikanischen Silberpolitik abhängig ist. Beruhigung trat erst ein, als das Schatzamt in Washington erklärte, daß es an seiner bisherigen S i l b e r p o l i ti k fe st halte. Trotzdem ist gerade mit Rücksicht auf die Entwicklung in China eine Aenderung des amerikanischen Silberstützungsplanes zu erwarten. Denn nachdem sich China von der Silberwährung gelöst hat, sind die Silberkäufe für die Vereinigten Staaten mit einem erhöhten Risiko verbunden. Man muß dabei berücksichtigen, daß auch die eigene Silb er - geroinnung der Vereinigten Staaten in den letzten Monaten erheblich zugenommen hat, Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil. Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein» druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. gestiegen. Der Anteil der Vereinigte nj51aa- t e n an der Baumwollversorgung, der früher 75 bis 80 o. H. betrug, ist auf nur 22 v. H. zusammen- aeschrumpst. Dafür hat sich zwar der Anteil Brasiliens auf 27 v. H. erhöht, und auch Argentinien sowie Peru lieferten beträchtliche Mi gen von Rohbaumwolle nach Deutschland. Ebenso stieg die Einfuhr türkischer und iranischer Baumwolle bedeutend. Daneben aber wurden auch größere Mengen von Baumwollgarnen importiert, namentlich aus England im Rahmen des deutsch-englischen Verrechnungsabkommens. Das Ergebnis war, daß der dringende Bedarf der deutschen Wirtschaft an den beiden wichtigsten Textilrohstoffen gedeckt werden konnte, wenn auch teilweise in veränderter Form (Garne statt Rohbaumwolle, Kammzüge statt Rohwolle) sowie aus anderen Bezugsquellen. Vermindert wurde infolgedessen die deutsche Einfuhr aus den Vereinigten Staaten, Aegypten, Indien, Australien und Neuseeland, da mit diesen Ländern Kompensationsverträge nicht geschlossen werden konnten. Dafür haben Brasilien, Argentinien, Peru, die Türkei, Südafrika, aber auch England (als Herstellungsland von Halbfabrikaten) erhöhte Bedeutung für die Rohstoffversorgung der deutschen Textilwirtschaft gewonnen. Durch oie Umlagerung der deutschen Einfuhr ist aber das Ziel des „Neuen Plans", die Deckung des deutschen Rohstoffbedarfs im wesent- Die Einfuhrüberwachung, die einer der Hauptbestandteile des „Neuen Plans" ist, hat den deutschen Außenhandel weitgehend in neue Bahnen gelenkt. Das gilt natürlich in besonderem Maße für die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Wolle und Baumwolle. Man hat versucht, den Bedarf an diesen Rohstoffen durch Abschluß von Kompensationsgeschäften zu befriedigen. Das ist z. B. bezüglich der Wolle in so hohem Maße gelungen, daß die Wollimporte gegenüber dem Vorjahr sogar wieder gestiegen sind. Insbesondere wurden die Bezüge aus Südafrika und Südamerika beträchtlich erhöht. Dafür sind freilich die Importe aus Australien stark eingeschränkt worden. Ein Teil dieses Ausfalls konnte auch durch vermehrten Bezug von Kammzügen aus europäischen Verarbeitungsländern ausgeglichen werden. Hierdurch gingen zwar der deutschen Wirtschatt die Verarbeitungslohne verloren. Aber da der Bezug im Kompensationsverkehr erfolgte, führte er zu einer Mehr ausfuhr a nderer industrieller Fertigwaren, die dem deutschen Abeitsmarkt ebenfalls zugute kam. Aus dem gleichen Grunde ist die Einfuhr von Rohbaumwolle zurückgegangen, Die von Baumwollgarnen und Baumwollabfällen hingegen In der Gründungsversammlung des Beirats der Reichsgruppe Handel hat Reichs- bankpräsident Dr. Schacht mit besonderem Nach- druck auf Sie u u e u tb e h rl i chk - i t p - r s ° n ° licher Initiative tn Ser Wirtschaft hinge- wiesen. Nur fie, (o führte er aus, und keine sage- nannte Staatskonjunktur werden dem Kaufmann auf die Dauer den Erfolg seines Unternehmens sichern können. Niemand dürfe daher glauben,_OQ^ i—t___i r »RUNDE SORTE« EnJnti’ 55 gibt der ALVA ihr Gepräge: leicht, Das Christkind rttt Schenkt Gasgerät! Auskunft: Gas-GemeinschaftGießen ___________________________7110 A Für Weihnachten 5 MD den schnellen ■ Gas-Heizofen StA für j Wk alle Räume A Vermietungen IMIm« als Wohnung o. Büro mitZentr.- Heiz. u. sev. Zugang abzugeben. Näh. An derJo- Hanneskirchc5v. Aelt. Kleinr.6}el.= Wwe.sds8vd.2-2. Wohn.cr.9ibe.ber Stabt o. Borort a.Febr. ev. spät. Schr.Angeb.unt. 05284 and.G.A. Weihnachtsmarkt Kurhaus Bad-Nauheim von Sonntag. 8. Dezember, bis Sonntag, 15. Dezember. Verkaufszeit 15-22 Uhr Prachtvolle Dekorationen — Handel und Handwerk verkaufen Weihnachts-Spezialitäten Das Weihnachts-Wunder der Wetterau: Das Riesen-Spielzeug — Zirkus Sinwellini — »Endlich kuriert«, Schwank von C. Piorkow GROSSE TOMBOLA Näheres siehe Plakate 7029 D Verkäufe Willkommene Weihnachtsgeschenke MM SM WZ Für die Dame: Elegante Straßen- u. 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Januar 1936 in d. „Stadt Lieh“ Jahreshaupt- versaminliing BeimatvereiniguDg ,M*rg“ Alit Rücksicht auf die amSamstag in der Volkshalle stattfindende Kundgebung findet unsere Familien- J ZDsammenkiiDlI verbunden mit Weibnachlsleier nm Sonntag, öem 15. i.m„ nndimitt. 5 Uhr. auf oem „Stöiffenüetfl“ statt. Vorfeier in d. Kapelle, Nach- feier im Saal. stflOttBCfitei Gienen 7087D Samöt.,14.Dez., 15 b. 17.45 Uhr AutzerAbonnem. Preise von 0,30bisl,50RM. Der kleine Muck. Weihnachtsmärchen von W. Burg Leit.:Karl grar. Volck 20 bis 22 Uhr AutzerAbonnem. Preise von 0.50 bis 3.00 RM. Einmaliges Tanzgastsviel Mary Wigman mit ihrer Tanzgruppe. Arn Flügel: Hanns Hasting. AoeckSSelSrnpsungoer Schwarzarbeit können Arbeits-Ange- bote von Handwerkern nur mit Tramensnen. nung 0. unter Vorlage desSewerbenachweis« ausgenommen werden Verlag desStebeverAazetgers Kronen für Gas und Elektr. Stehlampen Nachttischlampen Bügeleisen Kocher und Herde usw« Carl Schunck Bahnhofstraße 64. 7244V OTTO GEORGSSShn ö FIRNR13Q57 SELTERSW=36______O Bekanntmachung. Die Aussortierung des Hausmülles nach Metallen und anderen brauchbaren Gegenständen auf dem städtischen Müllplatz soll öffentlich vergeben werden. Angebotsvordrucke sind beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, zu haben. Oeffnungstermin daselbst am 7250D Donnerstag, dem 19. Dezember 1935, norm. 10 Uhr. Gießen, den 12. Dezember 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. Gravert. Und von den Schirm Marktstrasse19 7030 D Ur. 291 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreitag, 15. Dezember 1935 Militärische Kraftlinien im Mittelmeer. Der Motor hat aus dem Mittelländischen Meer einen Binnensee gemacht. In wenigen Stunden vermag ein Schnelldampfer das Meer von der französischen bis zur nordafrikanischen Küste zu durcheilen, nur Tage braucht man für Reisen vom Eingang des Meeres bei Gibraltar bis zum Durchgang nach dem Indischen Ozean. In noch viel kürzeren Zeitspannen kann das Flugzeug alle Entfernungen im Mittelmeer überbrücken. Das Heranrücken des afrikanischen an den europäischen Kontinent hat die Derteidigungsmaßnahmen der Anliegerstaaten des Mittelmeeres sowie der an diesem Raum interessierten Mächte auf das Nachhaltigste beeinflußt. Denn wo vordem die Entfernungen zwischen den verschiedensten Plätzen bereits in militärischem Sinn einen gewissen Schutz boten, da bildet heute die Geschwindigkeit der schwimmenden und fliegenden Streitkräfte das ausschlaggebende Moment in allen Sicherheits- und Schutzplänen. Diese Verschiebung hat nun dazu geführt, daß vorhandene militärische Stützpunkte an den Rändern des Meeres verstärkt und ausgebaut wurden, daß aber gleichzeitig neue Verteidigungsanlagen überall errichtet worden sind, so daß sich heute um das Mittelländische Meer ein Kranz von Flotten- und Flugzeug st ationen hinzieht, während । die verschiedensten Inseln auch noch Festungen bilden und als Zwischenstücke zwischen nördlichen und südlichen oder östlichen und westlichen militärischen Anlagen anzusprechen sind. Zielstrebig haben die Engländer Stützpunkte im Westen und Osten errichtet, die sich wie eine Linie durch das Mittelmeer hinziehen, aber doch so gelagert sind, daß jederzeit Streitkräfte in alle Winkel des Meeres vorstoßen können. Nur hat die neuere Zeit die Kette der englischen Festungen reichlich entwertet, weil schnellaufende Kriegsschiffe mit weittragenden Geschützen ebenso wie unzählige Bomber mit Leichtigkeit die Engländer in ihren Stützpunkten aufsuchen können. Aber auch die eigentlichen Anlieger st aaten haben sich gegenseitig die Lage nicht erleichtert. Frankreich kann von seinen südlichen Häfen und Fliegerhorsten aus Oberitalien beunruhigen, es kann unter Benutzung seiner militärischen Anlagen von Korsika aus Mittel- italien durch Bombenflieger bestreichen und die mittelitalienischen Häfen durch seine Kriegsfahrzeuge bombardieren und blockieren lassen. Umgekehrt richten sich die italienischen Stacheln gegen Südfrankreich und gegen das auf der anderen Seite der Adria liegende Jugoslawien, während von Süditalien aus das britische Malta angegriffen werden kann. Der Dodekanes darf als Ausfallstor gegen die britischen Anlagen auf C y p e r n und in Aegypten nicht vergessen werden. Von Tripolis aus können italienische Einheiten des Meeres und der Luft ebenfalls dem benachbarten Aegypten schädlich werden, während die Inseln des Dodekanes auch noch Ausgangsstellungen gegen die Dardanellen, gegen die Türkei, Palästina und Griechenland sind. Im Westen ist Gibraltar die beherrschende Stellung der Engländer; von hier auf dem Wege nach Südfrankreich legen sich die Balearen quer vor das spanische Mutterland. Sie sind stark befestigt und bilden eine noch ziemlich unbekannte Größe des politisch-militärischen Schachspiels im Mittelmeer. Das stärkste und räumlich auch am besten gelagerte System von Festungen und maritimen Stützpunkten am Rande des Mittelmeeres befindet sich in französischen Händen. Es ist im Norden durch das starke Toulon begrenzt, das noch von einigen Häfen für kleinere Kriegsschiffe, vor allem -aber durch nicht unbedeutende Flugplätze flankiert ist. Von hier kann die französische Kampf' kraft zu Wasser und in der Luft in den Mittelmeerraum hineinströmen, um sich mit der auf der anderen Seite des Meeres gespeicherten Kampfkraft zu vereinigen, deren Stützpunkte sich von der Grenze des italienischen Tripolis bis zum spanischen Marokko hinziehen. So ist z. B. Bizerta nicht nur ein wichtiger Kriegshafen, sondern auch die Basis großer Bombengeschwader. Bizerta liegt aber in allernächster Nähe des italienischen Sizilien und Sardinien, es ist auch vom englischen Malta nicht weit entfernt. In das Mittelmeer hineinragend, ist dieser militärische Punkt für das französische System von unschätzbarem Wert. Praktisch befindet sich durch die geschickte Anlegung von Kriegshäfen und Flugplätzen zu beiden Seiten des Meeres der ge- amte Westen, teilweise auch das Herzstück des Mittelmeerraumes in französischem Besitz. Aber die Franzosen sind noch keineswegs zufrieden. Sie gehen jetzt daran, den Hafenplatz M e r s el Kebir bei Oran in einen Flottenstützpunkt umzuwandeln. Damit erhalten ihre Miktelmeerge- schwader ebenso wie die Luftwaffe einen neuen Ausgangs- und Versoraungspunkt. Sie rücken aber gleichzeitig ganz nahe an die Durchfahrt zum Atlantik yeran, können also sehr rasch das Kap Ceuta umrunden und vor ihren westafrikanischen Besitzungen wirken, die ebenfalls verschiedene rnili- tärische Anlagen erster Ordnung für die Hochseeflotte besitzen. Zunächst wird aber der neue Stützpunkt die Aufgabe haben, die Kette der französischen Burgen am Mittelmeer zu verstärsten. Welches neue Glied eines Tages eingefügt wird, läßt sich heute noch nicht voraussagen. Aber zwischen Oran und Marseille liegen die Balearen. Ein schwaches Spanien kann natürlich dazu verlocken, europäische Konflikte zu benutzen, um genau westlich des italienischen Sardinien einen neuen französischen Stützpunkt aufzumachen. Es ist schon in früheren Jahren von Paris aus versucht worden, Spanien militärisch an Frankreichs Seite zu bringen und spanische Anlagen französischen militärischen Interessen dienstbar zu machen. terspieler des Deutschen Theaters, Theodor Loo», die Wirrnisse der Herzen mit der Güte und strengen Gerechtigkeit des überlegenen Charakters; er ist ein Shakespeare-Darsteller und -sprechet aus reicher Substanz und hoher Technik. Auf der anderen Seite erwies sich Otto Wernicke in der Rolle des durchtriebenen Lucio als prachtvoller Verwandlungskünstler, der die Schwere seines Wesens zu federnder Geschmeidigkeit lockerte. Eine Veränderung, die noch vor Jahresfrist un- möglich erschien, hat sich am Kurfürstendamm vollzogen. Im Agnes-Straub-Theater spielt« die mutige Prinzipalin nach Grillparzer, C a l d e r o n und Ibsen jetzt Goethe an einem Ort, für den einst nur leichteste Unterhaltungskost geeignet erschien. Und nun gar die „Stella"! Agnes Straub wählte als Spielleiterin die Urfaf« jung, das Schauspiel für Liebende mit der Doppelehe als Lösung, nicht das Trauerspiel mit dec Resignation in Selbstmord. Dle Aufführung lebte von den Frauen: die Straub als eine Cäcilie von ergreifender Eindringlichkeit mit schwebender Melodie, Sabine Peters als eine Stella, die den gefühlsseligen Wortkaskaden jugendliche Gläubigkeit verleiht. Mit dem unmännlichen Mann Fernando weiß allerdings auch Otto Woegerec nichts anzufangen. Die Aufführung beglückte über alle Probleme der Dichtung hinweg ein Publikum, das der Straub Abend für Abend treue Gefolgschaft leistet. Seltsame Entdeckungen bringt Ernst Legal, der ernste und suchende Leiter des Theaters in der Saarland st raße, heraus. Das Schau- spiel „Charlotte" von Felix Lützkendorf behandelt wieder einmal den „Fall Stieglitz", der sich in der Biedermeierzeit zu Berlin zutrug: Charlotte Stieglitz tötet sich, weil sie glaubt und hofft, ihr schriftstellernder Gatte werde durch den Schmerz um ihren Tod zu einem großen Werke gereift werden — ein Vorgang, der sich in einer gefühlsseligen Zeit ereignen konnte, der heute aber durchaus als pathologischer Sonderfall wirkt, obwohl der Autor beachtenswerte Gaben mitbringt: er kann Gespräche führen, Stimmungen gestalten, Atmosphäre verbreiten und er beherrscht auch das schriftstellerische Handwerkszeug, die Sprache, Vorzüge, die heute leider nicht so allgemein sind, wie sie es sein sollten. Es bleibt dennoch ein quälendes Stück, trotz der Bemühungen von Ebba Johannsen (Dresdener Staatstheater) und Werner Scharf. G. B. — Jae. Büchertisch. — Hermann Claudius: W i e ich den lieben Gott suchte. Und andere Erzählungen von Armantje. (Die Kleine Bücherei Nr. 55.) Geb. 80 Pf. Alb. Langen/Ga. Müller, München 1935. — (443) — Der Lyriker Hermann Claudius, ein Nachfahre des großen Matthias Claudius, hat schon einmal aus der Beschaulichkeit seines reifen Alters heraus von seinen frühesten Kindheitserinnerungen erzählt. Was er damals in dem Büchlein „Armantje" über seine ersten Jugendjahre zu berichten wußte, erfährt nun eine glückliche Ergänzung in diesen neuen Geschichten. Vorüber sind die Träume der Kindheit und unversehens sieht sich der Knabe in einer neuen Welt, die für ihn nicht weniger reich ist an wunderlichen Erlebnissen. Da schließt der Enkel des Wandsbeker Boten fein Herz auf und spricht von der Treue der jugendlichen Gefährten, von dem unseligen Zauber der frühen Geliebten oder auch von der sorglichen Güte der Eltern und von Heimat und Ahnen, deren segnende Kraft in allem Geschehen lebendig und allgegenwärtig ist. Schlicht und bescheiden offenbaren diese Geschichten die Innigkeit seines Gemütes — ein schönes Bekenntnis zu Heimat und Jugend. Modernes und klassisches Schauspiel in Berlin. Theaterbrief aus der Reichshauptstadt. Berlin, im Dezember 1935. Das Staatstheater am Gendarmenmarkt muß wieder an der Spitze dieser Berichte stehen: Werner Krauß, der größte deutsche Darsteller, erscheint in neuer Rolle, als Kandaules in Hebbels „Gyges und sein Rin g". Intendant Gründgens erschafft dieser abstrakten und gleichnishaften Tragödie einen Schauplatz, auf dem die sagenhaften Vorgänge allein möglich werden können, den monumentalen Königspalast eines mythischen Orients, in dem braunhäutige Menschen von assyrischer Art leben, denen der blonde Grieche Gyges (Claus Clausen) als einziger Vertreter abendländischen Wesens gegenübersteht. In dieser Welt herrscht Krauß, zu seinen vielen unvergeßlichen Gestalten eine neue fügend: ein schwarzer orientalischer Despot, jähzornig und eigenwillig zuerst, später unsicherer und müder, als er die Gewalt des Schicksals über sich erkennen muß, zuletzt von -einer großartigen, todergebenen Ueberlegen- heit. Auch um diesen Kandaules schwingt wieder, was die Unerreichbarkeit der Kunst Werner Krauß' ausmacht: die magische Atmofphäre, die nicht durch Maske und Kostüm, nur durch die seelische Wandlungsfähigkeit einer großen Darstellerpersönlichkeit erzielt wird. * Einen Abend später, und im kleinen Hause des Staatstheaters erleben wir das Gesellschaftsstück in höchster Vollendung, bei einer Aufführung von Wildes Idealem Gatten. Hier wird, nach der heroischen Tragödie Hebbels, eine andere Seite des Daseins im theatralischen Spiegel aufgefangen und in ihrer Fragwürdigkeit enthüllt; der Spielleiter Hans L e i b e l t- leitet eine gesellschaftliche Satire, die bisweilen an die Tragödie streift, er gibt ein Beispiel, wie das Konseroationsstück als Bühnenelement seine Lebensberechtigung haben kann, wenn es so sauber gepflegt, kultiviert und ohne jene Talmimanieren gespielt wird, die das Unterhaltungsstück so oft in Verruf brachten. Wieder bewahrt sich Viktor de Kow a, der sich lange genug auf dem gefährlichen Wege des Filmlieb- lings befand, als ernster, beherrschter Darsteller (Discount Goring), und neben ihm die anderen Mitglieder dieser trefflichen Spielschar: Maria Bard (Mrs. Cheveley), Otto Graf (Sir Chiltern), Annemarie Holtz, Marianne Hoppe, Elsa Wagner. Ein Abend höchster schauspielerischer Kultur. Mitten in das pulsierende Leben der Zeit griff das Staatstheater mit der Erstaufführung von Hanns I o h st s Schauspiel „Thomas Paine". Der leidenschaftliche Selbstbehauptungswille und die Volkwerdung einer Nation werden am Beispiel des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges als ein Fanal für unsere deutsche Gegenwart aufgerichtet. Das geschieht nicht mit den Mitteln der Konjunkturschreiberei, sondern mit der Sprachgewalt und der kühnen Jdeenschau geballter Dichtung. „Thomas Paine" ist weniger Drama als rhapsodische Ballade, greift es dem Zuschauer ans Herz. In freier Schaltung mit den historischen Gestalten und Ereignissen zeigt Johst am Kampf und Schicksal des amerikanischen Journalisten und Freiheitshelden Thomas Paine die gemeinschaftbildende Kraft der Idee, die ins Ueberpersönliche wächst und besteht, auch wenn ihr Kinder und Sänger in französischen Kerkern vergessen und bei der Rückkehr von seinen Landsleuten nicht mehr erkannt wird, lieber dem verloschenen Körper des Freiheitskämpfers steigt der Gesang seines Liedes auf, das zum Vermächtnis geworden ist: „Nichts wäre Amerika, wären wir Amerikaner nicht, wir Kameraden, wir!" Die Aufführung des Staatstheaters hob das Werk in die Höhe reiffter Vollendung. Jürgen Fehling hatte mit der Fähigkeit des großen Regisseurs das Spiel ganz auf die geistige Bildkraft des Wortes gestellt und erreichte eine Konzentration, die keinen aus ihrem Bannkreis entweichen ließ, die Zuschauer nicht und nicht die Schauspieler. Lothar M ü t h e l, der Titelheld, erweiterte den Umkreis seiner Gestalten um eine seiner größten Leistungen. Eugen Klöpfer war selten so straff und genau, wie hier als Washington. Ein unvergleichliches Kabinettstück bot Gustaf Gründ gen s mit zwei kurzen Szenen und wenigen Sätzen. Dieser Ludwig XVI., dekadent, mit hängendem Bauch, aber als erstarrte Form ein faszinierender Abglanz einstiger Königsherrlichkeit, bot einen Anblick der erschütternd war und ebenso unvergeßlich ist, wie der Klang der von Mark Lothar vertonten Freiheitshymne. Einen großen Abend hatte auch das Deutsche Theater, als es Shakespeares weise Komödie „Maß für Maß" herausbrachte. Die tiefe Lebenskenntnis und überlegene Menschenverachtung des Dichters brachte Erich Engel, nach vielen Filmerfolgen ans Deutsche Theater zurückgekehrt, mit dem derben Spaß der prallen Lebenslust zu schöner Ausgeglichenheit in einer Aufführung, die vom gedämpften Ton und der Durchsichtigkeit des Kammerspiels getragen wurde. Als menschenprü- fender Herzog schürzte und löste der große Eharak- läßt und dann unter aufgeregtem Gequietsche her- m einer Mutterrolle, Hilde vonStolz, unterfährt. Das Wichtigste ist ja doch, den gan- Bio r nson Tibor v o n Halrnay, zen Tag in Hosen herumzurennen Aarl und H. von ^eyerink Dk u Y , f # << 1 r • _ . r* fil L. StA (/-111 r*- (ölt Adttofn 1YYI (H I n r I O C ’ n n 11. 0 Der Film zurka" mit Pola Negri. Zeitschriften. Malerei, Hedda Rudolf n Tag in Hosen yerumzurennen. " Skihaserl fdjnallt seine Ski ab und kehrt für Die Mittagszeit ins Privatleben zurück. Mit scheuem Blick streift es ein paar Geübte, die gewichtig durch den Speisesaal wandeln. Seine gespitzten Ohren erhaschen einen dramatischen Bericht: „... im letzten Moment einen Christiania gerissen, gestanden wie ein Grenadier, ein Millimeter vor dem Abgrund. Dem staunenden Zuhörer wirbelt der Kopf von Quersprüngen, Telemarks und Schwüngen. Der nächste Tag bringt einen großen Moment. Eine neue Gestalt taucht am Uebungshügel auf, startet im ungeeigneten Augenblick, kriegt feine Fußspitzen nicht auseinander und hat Angst. Skihaserl hilft, gibt Ratschläge und hebt die Hingefallene wohlwollend auf. Vierzehn Tage später sitzt es mit einigen Zünftigen zusammen und spricht nur noch von Stemmbögen und Geländesprüngen. Em neues Skihaserl sitzt ehrfurchtsvoll am Nebentisch und lauscht mit gespitzten Ohren... läuft seit gestern im Gloria-Palast; das Beiprogramm bringt einen Kulturfilm, die Fox- Wochenschau und je einen Vorspann zur „Blonden Carmen" und zu dem neuen Forst-Film „Ma- „Es flüstert die Liebel Na was flüstert sie wohl? Die alte Geschichte natürlich, bitter und süß zugleich, und nicht einmal o leise, daß nicht die andern, die indiskreterweise zugucken, auch etwas davon hätten. (Sonst war s nämlich kein Tonfilm.) Und wo flüstert sie? In Venedig, am Lido, da geht es am besten, und zuletzt noch ein wenig in Ungarn, in der Pußta, der seit eh und je beliebten Landschaft des Films und der Operette. Die Handlung ist ein bißchen weitschweifig und kommt etwas umständlich m Gang, aber es geht alles in sehr großem Stil zu und auch alles aut aus, was beides immer gerne gesehen wird Geza von Bolvary führt Regle, auch in Mir großem Stil — die Aufzahlung der Mitglieder seines Stabes vom ersten Assistenten bis zum Requisiteur erfordert im Programmheft fast dop- velt so viel Raum wie das Personenoerzelchms —: er hat den richtigen Griff für eine Inszenierung 0[2>r Art, und das Hübschest- daran sind ahne öd die weiträumig und bildhaft geschnittenen Landchasien, die den Schauplatz abgeben Gustav Fröhlich hat in dieser Hauptrolle nicht beson- d-rs viel zu fpielen, es geht etwas amerikanisch zu mit viel Kostumwechsel, er darf sich zu Ps-rd-, im Frack im Motorboot, sogar im Badeanzug pho- toaravdieren lassen, was wir bis ,etzt noch nicht Nabt haben, aber er macht es sehr netb Sem- Partnerin heitzt Elma Bulla: wir haben den Namen noch nie gehört, das Gesicht noch me geloben man muß aber zugeben, daß st- sich mit dieser Rolle sympathisch, eingesuhrt hab Dom ubr>- gen Ensemble dis berühmte Hedwig Bleib treu Skihaserl. Don Felizitas v. Reznicet. Mit Beginn des Weihnachtsurlaubs kommt der Skihase auf die Welt. Seine Geburt ist denkbar einfach. Einer hat ein Brettl geschenkt, jemand anderes einen Funkelnagelneuen Norwegeranzug, und unter Zuhilfenahme einer feschen Baskenmütze erwacht Skihaserl zu einem neuen Leben. Sehr sicher fühlt es sich zunächst noch nicht Bereits im ersten Augenblick verliert es seinen rechten Ski, noch ehe es einen Schritt getan l)at. Es kostet einige Mühe, den Ausreißer wieder einzufangen, und bann beginnen schüchterne Gehversuche, Die sich — wie bei allen Sabies — in der Richtung nach einwärts abspielen und eine wilde Verwirrung der Skispitzen zur Folge haben. Weich barauf vollzieht sich die Taufe mit frisch gewaschenem Schnee Nachdem diese Vorbedingungen erfüllt sind, wird Skihaserl in die Gilde der Skibeflissenen aufgenommen. Die erste Stunde dient der Erlernung der arundleaenden Regeln des Brettlsports. Die neueste Forschung ergründete, daß die linke Skispitze Verner männlich, die rechte weiblich ist. Daraus ergtebt fid) ein rastloser Trieb beider Spitzen, Einander zu gelegen. Viel Geduld, Geschicklichkeit und nötigenfalls rohe Gewalt unterdrücken tm Lauf der Zeit diesen Naturtrieb. Als nächstes erkundet Skihaserl einen zweiten Charakterfehler seiner Brettln. Obwohl dl e eigentlich Diener ihres Herrn sein sollten, haben sie einen verwerflichen Hang zur Selbständigkeit Mögen Fortgeschrittene unter dem Pappschnee leiden, Weltmeister vergeblich zu starten versuchen Ski- hajerl darf sich nur unter starken Sicherungsrnaß- nahmen am Feld beroegen. Sofortige unfreiwillige Abfahrt wäre die Folge, Als weitere Wiffenschaft beschäftigt sich Skihaserl mit der Baumkunde L-tz^ Weisheit dieses Studiums ist, daß der Schuler sich dasllr entschließt, dem einzigen Baum aus der Uebungswiese nicht mehr auszuweichen So kann er nach erfolgtem Zusammenstoß wenigstens Mit Recht behaupten, daß es mit seinem Willen ge- Än sei, Skihaserl hat sich, nach hausigen Berührung n mit dem Schnee und Herstellung zahl- reicker- Badewannen" die Grundregeln e.ngepragt Der Skianzuq sieht nicht mehr ganz neu aus, und Sk H°I- " l°usi m kühner Schußfahrt zu,Tal, D°r Berzw i lungsschrei „Achtung, Anfänger " verschosst ibm ?reie Bahn denn aus Meilen ,m Umkreis er- ■u »rL hit Flucht Mit elegantem Schwung P'jt, a^Ll oor b7r Schneegans die entsetzt den — „Die Kun st", Monatshefte für Plastik und Wohnkultur. 37. Jahrgang Heft 3, Der- lag Bruckrnann, München. Der Leitaufsatz „Franz von Defregger" von Dr. Hubert Wilm zur 100. Wiederkehr seines Geburtsjahres ist eine (Ehrenrettung des oft ungerecht beurteilten Meisters volksnaher Kunst. Reiches Bildmaterial zeigt eine Reihe feiner weniger bekannten Werke. Der Bildhauer Josef Thorak entwickelt in seinen kraftvollen Pla- stiken eine seltene Ausdrucksfähigkeit und bildnerische Formgebung. Unsere Aufmerksamkeit fesseln ferner „Bildnisse von Frauen mit Schmuck", aus dem Wettbewerb der Deutschen Gesellschaft für Gold- schmiedekunst von Fritz Hellwag und eine Anzahl schöner graphischer Arbeiten des Offenbacher Schriftkünstlers Otto Reichert. Befähigtes Künstler- tum offenbart sich in den Plastiken der Bildhauerin Jngeborg von Rath, von denen besonders die holzgeschnitzten lebenerfüllten Figuren der Weihnachtskrippe starken Eindruck Hervorrufen. Im zweiten Teil finden wir unter anderem „Ein altes Häuschen — heute" von Adolf Haag, „Kleiner Umbau" von Arch. Alfred Kicherer. „Neue Tafelgedecke mit Handbemalung", Goldschmiedearbeiten von Johann Michael Wilm, und „Der neue Königsplatz in München" von Dr. Wilhelm Rüdiger. — „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik". Preis vierteljährlich 2,50 Mark, Einzelheft 1— Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Das Dezember-Heft enthalt wieder eine stattliche Reihe von Aufsätzen aus den verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebieten. Erste Fachleute berichten anschaulich und allgemeinverständlich über ihre Sondergebiete. Dr. med. A. Stimpfl zeigt an Hand von ausgezeichneten Beispielen in Wort und Bild die Bedeutung der Röntgenstrahlen auf. Der Tierseelenforscher Dr. Werner Fische! schildert seine Unterfuchungsverfahren über die Frage „Vergangenheit und Zukunft im Leben höherer Tiere". Der Vogelkenner und Vogelphotograph K. Gerhard bringt Beobachtungen und ganz hervorragende Aufnahmen von der Wasseramsel. Dr. Hugo Weigold erzählt unter Beifügung eindrucksvoller Aufnahmen über feine Erfahrungen auf mehreren Forschungsreisen: „Wie reist man heute in Südosttibet?" — Einen Ausflug „Mit der Kamera ins Reich der Samen" unternehmen Studienrat M. Deckart und Dr. Kurt Meyer. Prof. Dr. Walther Schoenichen erläutert die „Verordnung zur Durchführung des Reichsnaturschutzgesetzes". — „Vom Heimstoff Aluminium" und feiner Bedeutung für unsere Wirtschaft macht Dipl.-Ing. F. Pachtner sachverständige und allgemein bemerkenswerte Ausführungen. Wieder reihen sich zahlreiche kleine Beiträge und Forschungsergebnisse aus allen Gebieten an; ferner Die Bücherschau, die Neuerscheinungen und die beliebte Preisfrage. Unter den Anregungen zur Naturbeobachtung ist als sehr zeitgemäß die Anleitung von Dozent Heinz Scheibenpflug zu begrüßen, die er in Wort und Bild gibt, um „Spuren im Schnee" richtig anzusprechen. Alles in allem: ein ausgezeichnetes Heft dieser reichbebilderten führenden Zeitschrift für Naturkunde. Hochschrilnacknchien. Don den amtlichen Verpflichtungen wurden entbunden auf eigenen Antrag: Professor Dr. Ernst Bruck, Ordinarius für Dersicherungsrecht an der Universität Hamburg; Professor Dr. Ernst Hoffmann, Ordinarius für Philosophie an der Universität Heidelberg; Professor Dr. Ernst P e r e l s , Ordinarius für Geschichte und geschichtliche Hilfswissenschaften an der Universität B e r • lin; Professor Dr. Hans Rosenberg, Ordinarius für Astronomie an der Universität Kiel; Professor Dr. Otto Strauß, Ordinarius für Indische Philologie an der Universität Breslau. Von den amtlichen Verpflichtungen wurden ferner auf Grund der einschlägigen Gesetze entbunden: Pro« fessor Dr. Hermann Diesselhorst, Ordinarius für Physik an der Technischen Hochschule Braunschweig; Geh. Regierungsrat Professor Dr. Wilh. Volz, Ordinarius für Geographie an der Universität Leipzig. Im März 1935 wurde zu Ehren des berühmten Physikers Geh. Rat Professor Dr. Philipp Lenard dem Physikalisch-Radiologischen Institut der Universität Heidelberg die Bezeichnung „Philipp-Le- nard-Jnstitut" verliehen. Die feierliche Einweihung des Instituts unter dem neuen Namen findet dieser Tage unter Teilnahme von Reichsstatthalter Robert Wagner und der badischen Regierung statt. In einer Vortragsreihe über „Deutsche Naturwissenschaft" sprechen eine Reihe von Heidelbergern und auswärtigen nationalsozialisttschen Wissen- schaftsvertretern. . Der Dozent für Betriebswirtschaftslehre Dr. Fritz Fleege-Althoff ist mit Erlaß des Herrn Reichs- und preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zum außerordent- lichen Professor an der Universität Heidelberg ernannt worden. Wirtschaft. VerbilligterZuckerfürBienenfütterung Fwd. Um dem steigenden Bedarf auf dem Honigmarkt gerecht zu werden und durch eine Vermehrung der Bienenvölker eine erhöhte Befruchtungstätigkeit im Obst- und Pflanzenbau zu erreichen, hat die Hauptvereinigung der Deutschen Zuckerwirtschaft auf Veranlassung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft dem Reichsverband deutscher Kleintierzüchter (Reichsfachgruppe Imker) zur Verbilligung des für die Bienenfütterung benötigten Zuckers einen Betrag in Höhe bis zu 1,5 Mill. RM. zur Verfügung gestellt. Der verbilligte Zucker soll im kommenden Frühjahr als Reiz- und Notfütterung dienen und im nächsten Herbst zur Einwinterung der Bienen verwendet werden. Bei der Verteilung der Mittel wird die Reichsfachgruppe Imker ihre Ortsfachgruppen als Nachgeordnete Der- teilungsstellen einschalten. Für die ordnungsmäßige Durchführung und Abwicklung ist der Reichsver- band deutscher Kleintierzüchter verantwortlich. Neben der Förderung der Bienenhaltung wird durch diese Maßnahme gleichzeitig eine Preissteigerung für Honig ausgeschaltet. Oie Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1349: Bekanntmachung KP 75 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1350: Schweizerische Verordnung über die Durchführung von Einfuhrbeschränkungen für Waren des Kompensationsverkehrs. * ♦ Großes Schwerspatvorkommen an d e r N a h e. Der Gewerkschaft Eder in Baumholder (Nahe) ist es gelungen, eine großes ausbeutungsfähige Schwerspatader freizulegen, die Aussicht auf Arbeit für viele Volksgenossen bedeutet. * Umtausch der am 20. Januar 1936 fälligen öprozentigen Preußischen Schatzanweisungen. Das unter Führung der Preußischen Staatsbank (Seehandlung) stehende Bankenkonsortium (Preußen-Konsortium) hat am Donnerstag von der Preußischen Finanzverwaltung 150 Mill. Mark 4,5prozentige Preußische Schatzanweisungen, fällig am 20. Januar 1941 übernommen. Die neuen Schatzanweisungen werden den Besitzern der am 20. Januar 1936 fälligen 6pro- zentigen Preußischen Schatzanweisungen zum Umtausch angeboten werden und gelangen auch, soweit von dem Umtausch nicht Gebrauch gemacht wird, zum Verkauf. Zu diesem Zwecke wird das Bankenkonsortium die neuen Schatzanweisungen in der Zeit vom 16. Dezember 1935 bis zum 4. Januar 1936 zur öffentlichen Zeichnung auflegen. Der Zeichnungskurs beträgt sowohl für den Umtausch, als auch für die Barzeichnungen 98,75 Prozent. Umtauschende erhalten außerdem eine Sondervergütung von Va Prozent, so daß ihnen unter Berücksichtigung des Aufgeldes von 2 Prozent aus den alten Schatzanweisungen eine Barauszahlung von insgesamt 33/a Prozent zufließt. Mein-Mainische Börse. TNittagsbörse abbröckelnd und still. Frankfurt a. M., 12. Dez. Die Börse brachte wieder nur sehr geringes Geschäft und zumeist leicht nachgebende Kurse. Im Hinblick auf den Jahresultimo aeigt der berufsmäßige Börsenhandel keine Unternehmungslust, auch die Kundschaft hielt sich vom Geschäft völlig zurück. Die Grundstimmung war weiterhin widerstandsfähig, wenngleich die ersten Kurse am Aktienmarkt Abschwächungen um Prozentbruchteile aufwiesen. Befestigt waren nur Reichsbankanteile mit 176.25 (175). IG.-Farben gingen auf 147,25 bis 147 (147,25) zurück, Scheideanstalt lagen mit 212,50 unverändert. Am Montanmarkt bröckelten die Kurse durchgängig um 0,13 bis 0,25 v. H. ab, Klöckner verloren 0,65 v. H. Elektrowerte setzten zumeist 0,25 bis 0,50 v. H. niedriger ein, Bekula blieben behauptet, Licht und Kraft lagen 0,50 v. H. freundlicher. Schiffahrtswerte ließen 0,25 v. H. nach, ferner verloren Zellstoff Waldhof 0,50 v. H., Holzmann 0.13 v. H., Moenus Maschinen 0,25 v. H. und Südd. Zucker 2 v. H. Metallgesellschaft eröffneten mit 110,13 (110). Auf den übrigen Marktgebieten lagen Erstkurse noch nicht vor, die Taren laaen meist 0,25 bis 0,50 v. H. unter den gestrigen Kursen. Am Rentenmarkt herrschte ebenfalls Geschäftsstille. Kommunal-Umschuldung gingen weiter zurück auf 87,85 (88), ferner ermäßigten sich zertif. Dollar-Bonnds um 0,25 bis 0,50 v. H., Altbesitz, späte Reichsschuldbuchforderungen und Zinsvergütungsscheine blieben behauptet, letztere waren zu 91 eher gefragt. Auch am Auslandrentenmarkt war das Geschäft sehr gering, mexikanische Anleihen bröckelten weiter etwas ab. 4proz. Gold v. 1904 8,20 (8,30). Im Verlaufe hielt die Geschäftsstille in vollem Umfange an und die Kurse zeigten Neigung zu weiterem Rückgang. IG.-Farben ermäßigten sich auf 146,50 nach 147, auch Montanwerte bröckelten um weitere 0,25 bis 0,50 v. H. ab, ferner verloren Daimler 0,90 auf 89. Reichsbank blieben behauptet. Am Rentenmarkt fielen Kommunal-Umschuldung auf 87,75 nach 87,85 zurück, die übrigen Renten blieben behauptet. Der Pfandbriefmarkt lag still und unverändert, desgleichen Stadtanleihen. Industrie-Obligationen hatten gut behauptete Kurse. Auslandanleihen lagen geschäftslos. Anatolier I und II wurden mehrfach mit unv. 39,25 umgesetzt, III. Serie war zu Exekutionszwecken gesucht. Tagesgeld wieder 3 v. H Abendbörse knapp gehalten. Die Abendbörse war auf nahezu allen Marktgebieten geschäftslos, z. T. setzten sich die Abbröckelungen im Ausmaß von 0,25—0,50 v. H. fort. So am Elektromarkt, ferner gingen IG. Farben auf 146 (146,40) zurück, während Montanpapiere auf der ermäßigten Schlußbasis von Berlin gehalten blieben. Metallgesellschaft verloren 0,65 v. H., anderseits lagen Scheideanstalt mit 213 um 0,50 v. H. höher. Am Rentenmarkt fanden keine Umsätze statt, die ermäßigten Mittagskurse blieben unverändert. Von Jndustrieaktien des Kassamarktes erhöhten sich IG. Chemie, Basel volle auf 166 (165). U. a. notierten: Altbesitzanleihe 110,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123, 4proz. Rumänen 4,85, 5proz. innere Mexikaner 5,65, 5,5proz. Frankfurter Pfandbriefbank-Liquid. 100,65, 4,5proz. Pirmasens 92, Adca 68, DD.-Bank 82,50, Dresdner Bank 83, Commerzbank 83,75, Harpener 101, Mannesmann 76,25, Rheinftahl 101,75, Stahlverein 72,25, Aku 52,25, Bekula 134, Bemberg 101, IG. Chemie Basel 166, Conti Gummi 156, Scheideanstalt 213, Deutsche Linoleum 137,25, Licht & Kraft 132,25, IG. Farben 146,25—146, Gesfürel 123, Holzmann 86,25, Metallgesellschaft 110,13, RWE. 129,25, Schuckert 117,75, Südd. Zucker 198,25, Hapag 14,75. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. Dez. Auftrieb: Rinder 199 (gegen 50 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter 40 Ochsen, 4 Bullen, 140 Kühe, 15 Färsen; Kälber 842 (773), Schafe 312 (401), Schweine 560 (450). Ueberstand: 157 Rinder, darunter 32 Ochsen, 119 Kühe, 6 Färsen; Schafe 26. Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 71 bis 75 (am 5. Dezember 73 bis 76), b) 65 bis 70 (66 bis 72), c) 56 bis 64 (58 bis 65), d) 45 bis 55 (46 bis 57). Lämmer und Hämmel b2) 48 (48), c) 46 bis 47 (47 bis 48), d) 40 bis 45 (40 bis 46). Schafe e) 40 bis 43 (43 bis 47), f) 36 bis 39 (37 bis 41), g) 30 bis 34 (32 bis 35). Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (51), Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57). Marktoerlauf: Kälber mittelmäßig, ausver- kauft. Hämmel und Schafe ruhig, geringer Ueberstand. Schweine wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung: 642 Viertel Rindfleisch, 146 ganze Kälber, 15 ganze Hämmel, 2026 halbe Schweine, 6 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 kg in Mark: Ochsenfleisch b) 75 bis 77 (am 9. Dezember 75 bis 79), c) 67 bis 75 (67 bis 75). Bullenfleisch b) 74 bis 77 (74 bis 78). Kuhfleisch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68. Färsenfleisch b) 75 bis 77 (75 bis 79), c) 67 bis 75 (67 bis 75). Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 74 bis 84. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren. Speck aus hiesi- aer Schlachtung, roh unter 7 Zentimeter 77 bis 80 (—). Marktverlauf: ruhig. Bekanntmachung. In der. Weihnachtswoche wird nur e i n Schlachtviehmarkt und zwar am Montag, 23. Dezember, abgehalten. — Am Montag, 30. Dezember, findet der Schlachtviehmarkt wie gewöhnlich statt. Dagegen wird aus Anlaß des Neujahrsfestes der Dieh- markt vom Donnerstag, 2. Januar, auf Freitag, 3. Januar 1936, verlegt. Günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes im Monat November im Bezirk des Landesarbeitsamts Hessen. Während im Laufe des Monats November die Zahl der Arbeitslosen im Reich um 156 000 oder 8,5 v. H. des Standes von Ende Oktober d. I. zunahm, stieg sie im Landesarbeitsbezirk Hessen nur um rund 2500 oder 2 v. H., und zwar nahm die Zahl der arbeitslosen Männer um 1500, die der Frauen um 1049 zu. Diese in Anbetracht der vorgeschrittenen Jahreszeit, die in der Regel eine Verminderung des Arbeitseinsatzes, insbesondere in den Außenberufen, mit sich bringt, verhältnismäßig günstige Entwicklung in Hessen und Hessen-Nassau wurde größtenteils durch die ganz erheblich gestiegenen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Forstwirtschaft (Holzfällerarbeiten) hervorgerufen. Daneben konnte gleichzeitig auch der Einsatz von Arbeitskräften beim Bau der Reichsautobahn und bei Arbeiten, die mit Mitteln der werteschaffenden Arbeitslosenhilfe gefördert werden, verstärkt werden Zudem blieb der Beschäftigungsstand der meisten konjunkturell beeinflußten Industriezweige durchaus beständig. Die Arbeitsämter zählten Ende November insgesamt 129 965 Arbeitslose, davon waren 15 620 oder 12 v. H. Frauen. Ein Beweis für den S.Jlxfportf 3m Zeichen der fünf Ringe. Olympia-Vorbereitungen in USA. Der neue Präsident der Amerikanischen Amateur- Athletic-Union Avery B r u n d a g e, der zugleich Vorsitzender des Amerikanischen Olympia-Komitees ist, erklärte anläßlich seines Amtsantrittes, daß sich die Vereinigten Staaten nun mit allen Kräften der Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 1936 widmen werden. Vrundage sagte, daß „nunmehr keine Zeit mehr zu verlieren ist, wenn die amerikanischen Athleten bis zum Beginn der Berliner Spiele in Hochform gebracht werden sollen". Brundage ist bekanntlich der Nachfolger von I. M a h o n e y, der sich als der schlimmste Hetzer gegen die Austragung der Olympischen Spiele in Deutschland erwies, nach seiner Niederlage bei der Abstimmung über die Teilnahme Amerikas aber vom Präsidium der AAU. zurücktreten mußte. Die Olympla-INililär-Valrouille der Schweiz. Die schweizerische Militär-Patrouille für die Olympischen Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen günstigen Stand des Arbeitseinsatzes ist die Tatsache, daß die Zahl der Arbeitslosen Ende November vorigen Jahres um rund 18 200 höher lag. In den einzelnen Arbeitsamtsbezirken war die Entwicklung nicht einheitlich. In 11 Bezirken stieg die Arbetslosenzahl leicht an, dagegen nahm sie in den übrigen 6 Bezirken weiterhin ab. Es sind dies fast ausschließlich die Bezirke mit starkem Waldbestand, die die Möglichkeit hatten, sehr viele Kräfte in die Forstwirtschaft einzuweisen. Ende November wurden in der Arbeitslosenversicherung 25 559, in der Krisenfürsorge 48 670, in beiden Unterstützungseinrichtungen zusammen 74 229 Hauptunter st ützungsempfän- g e r gezählt, also 1645 mehr als Ende Oktober d. I. Demgegenüber ging die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen um 1084 von 25 897 auf 24 813 zurück. Die Zahl der in der werteschaffenden Arbeitslosenhilfe beschäftigten Notstandsarbeiter stieg im November um 962 auf 11421. Beim Bau der Reichsautobahn sind im November rund 300 Arbeitskräfte mehr angesetzt worden, und zwar wurden Ende des Monats 5427 Mann — ohne Stammarbeiter — beschäftigt. wurde jetzt auf Grund der in einem Vorbereitungskurs gezeigten Leistungen wie folgt zusammengesetzt: Patrouillenführer Oblt. Hauswirth; Ersatzführer Lt. Matter; Wachtm. Jauch; Korp. Anderegg; Gefr. Wafer; Füs. Regli; Telephon-Soldat Lindauer. — Ersatz: Mitr. Dietiker. Papana Führer der rumänischen Vobfahrer. Der Weltmeister im Zweier-Bob 1932, Oblt. Papana, wurde zum Führer der rumänischen Bobmannschaft bestimmt, die an den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen teilnimmt. Auslralischer Eisschnelläufer für Garmisch. Wie aus London gemeldet wirt), entsendet Großbritannien zu den Olympischen Winterspielen nach Garmisch-Partenkirchen nur einen einzigen Eisschnelläufer. Es ist dies der Ausftralier K. G. Kennedy, der in England lebt und Britischer Meister über die kurzen Strecken sowie Inhaber der entsprechenden Hallenrekorde ist. Voraussichtlich wird Kennedy in Garmisch-Partenkirchen nur die Läuse über 500 bis 1500 Meter bestreiten. Der erste Japaner eingelrossen. Seit einiger Zeit obliegen verschiedene der besten norwegischen Eisschnellläufer in Hamar und Oslo einem gründlichen Olympiatraining. Dazu gesellten sich schon vor mehreren Tagen auch die besten Deutschen wie Sarnes und Sandter sowie Hollands Olympiakandidaten. Jetzt ist noch ein neuer Gast eingetroffen und zwar der Japaner Pasuo Kowa- mura, der bei feinem ersten Training keine schlechte Figur machte. Die übrigen japanischen Eisschnellläufer befinden sich auf der Fahrt nach Europa. Ausgaben und Bedeutung des deutschen Olympischen Komitees. Während das Organisationskomitee für die Olympischen Spiele jeweils vom internationalen Olympischen Komitee eingesetzt wird und für die Vorarbeiten und Durchführung eines Olympiafestes verantwortlich zeichnet, regelt der deutsche Olympische Ausschuß alle die Fragen, die eine Beteiligung Deutschlands an den Olympischen Spielen angehen. Sein Aufgabengebiet umfaßt also die Gesamtvorbe- reitung, die Sicherstellung der Mittel für eine erfolgreiche Teilnahme, die Aufstellung der deutschen Mannschaft, die Abgabe der Meldungen und schließlich alle Maßnahmen der Beschickung selbst, wie Einkleidung, Beförderung, Unterbringung und Verpflegung der deutschen Olympiakämpfer. Dem deutschen Olympischen Ausschuß steht der Reichssportführer von Tschammer und Osten als Präsident vor. Großer Erfolg der Kußbatt-Winterhilfsspiele. Ertrag der DFB.-Aktion rund 218 000 Reichsmark. Die vom Deutschen Fußball-Bund am Bußtag in allen deutschen Gauen veranstalteten Winterhilfsspiele haben einen großen Erfolg gebracht. Die Gesamteinnahmen der Spiele betragen 218 000 Reichsmark, womit das Ergebnis der Veranstaltungen des Vorjahres um rund 30 000 Reichsmark übertroffen wurde. Die vom DFB. selbst in Berlin durchgeführte Begegnung zweier deutscher Nationalmannschaften erbrachte den stattlichen Betrag von 25 000 RM. Neue englische Eishockeyniederlage. Berliner Auswahl schlägt Oxford mit 5:1. Auch das zweite Gastspiel der Eishockeymannschaft der englischen Universität Oxford im Berliner Sportpalast gegen eine Berliner Auswahl gina für die Engländer verloren. Mit 5:1 (1:0, 1:1, 3:0) wurden die Briten geschlagen. Wenn die Niederlage noch höher ausfiel als am Vortage, so deshalb, weil die Berliner diesmal überragend spielten. Ihr bester Mann war der Deutsch-Kanadier Brant, dessen drei Tore Prachtleistungen waren. So leicht, wie das Ergebnis besagt, fielen den Berlinern die Erfolge nicht in den Schoß. Die Engländer waren diesmal außerordentlich eifrig und besser als am Vortage. Handballim Kreis Lahn-Dill(Gau XII) Schiedsrichteransehungen für Sonntag, 15. Dezember Tv. Holzheim — Tv. Groß-Rechtenbach (Hoßbach); Tv. Atzbach — Tv. Hörnsheim (Becker); Tv. Allen- dorf (Lahn) — Tv. Wetzlar (Jung, Klein-Linden); To. Nauborn — Tv. Dutenhofen (Lindenstruth); Tv. Londorf — Tv. Treis (Hermann, Wißmar); Tv. Haufen — Spvg. 1900 Gießen II (Hörr, Launsbach); Tv. Grüningen — Tv. Lich (Ploch, Gießen); Tv. Homberg — Tv. Nieder-Ohmen; Tv. Bernsfeld — Tv. Burg-Gemünden (Wallenfels); Tv. Katzenfurt — Tv. Straßebersbach (Weber). Jugend: Tv. Münchholzhausen — Tv. Wetzlar (Brück); Spv. 05 Wetzlar — Tv. Dutenhofen (Weller); Tv. Lich — Tv. Lang-Göns; Tv. Holzheim — Tv. Garbenteich (Hoßbach); Tv. Ruttershausen — Tv. Krofdorf (Klar, Wißmar). Die neue Avus-Nordkurve. Die Schaffung verbesserter Zufahrtswege zum neuen Messegelände macht eine Verkürzung der Nordkurve der Avus erforderlich. Durch diesen Umbau wird die Avus die modern st e Kurve der Welt erhalten. Eine Ueberhöhung bis zu einem Winkel von 45 Grad ermöglicht eine ganz beträchtliche Geschwindigkeitssteigerung. Läßt die Nordkurve in ihrem bisherigen Zustand ein Höchsttempo von etwa 110 Stundenkilometer zu, so werden sich nach dem Umbau rund 180 Stunden- kilometer von den Rennwagen erzielen lassen. Ein besonderer Sicherheitsstreifen sorgt dafür, daß die Fahrzeuge nicht über den Kurvenrand hinausgeschleudert werden. Ein neuer Tunnel führt den Strom der Besucher vom Bahnhof Eichkamp zur Avus. Außerdem wurde die Parkfläche auf 60 000 Quadratmeter verdoppelt, so daß 8000 Wagen Aufstellung finden können. An der Nordkurve entsteht auch die offene Radrennbahn, auf der die olympischen Radrennen ab« gewickelt werden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beich lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Franstun a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß« kurs Echlußk. Mittagbörse Datum 11.12 12.12 11.12. 12 12- 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,4 100,5 100,5 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 97,13 97 97,13 97 b/,% Doung-Anlethe von 1930 .. 101,5 101,5 101,65 101,65 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtt Auslos.-Rechten ............. 110,5 110,25 110,65 110,25 4l/i% Deutsche RetchSpostschahan- Weisungen von 1934, I....... 100,13 100,13 100,5 100,5 6% ehem.8% Hess. Äolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 97 97 97,25 y*% ehern. 4/,% Hess. Lande-- Hypothekenbank DarmstadtLigui 100,5 100,5 -_ — 4 94 104 101 94,5 105,13 101,9 80,65 157,75 125,9 75 93,25 103,75 101 79,75 157,5 125,25 78 76,25 Hoefch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Geaüsse........< 80,9 157 125,5 78 Mannesmann-Röhres <««*»«■ C 7M5 Frankfurt a. M. «erlin Echluß« kurs Schluß!. Abendbörse Schluß« kurs Scblußk. Mittag« börse Datum 11-12. 12 12. 11.12. 12.12. ManSfelder Bergbau....... . 6 117,5 117,5 117,5 117,25 Kokswerke................ . fl —— —— 113 112,5 Rheinische Braunkohlen .... Ryeinstahl................ 12 .. 4 210,5 102 210,5 101,75 210,75 102,4 210,5 101,5 Bereinigte Stahlwerke...... . 0 73,75 72,25 73,9 72,25 Otavi Minen ............. . 0 17,65 17,75 17,65 17,5 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 125 Kaliwerke Westeregeln...... . 5 — — 116,5 117,75 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7 y« 188 186 188 186 I. G. Farben-Jndustrte..... . 7 147,25 146 147,25 146,4 Scheideanstalt............. . 9 212,5 213 — — Goldschmidt .............. . 5 105 104,75 105,25 104,75 Rütgerswerke ............. . 6 111,25 111 Metallgeselljchaft........... . 4 110 110,13 110 110,75 Philipp Holz mann......... . 4 86,5 86,25 - 86 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... . 7 . 6 117,25 128 116,25 128 = = Schultheis Payenhofer ..... . 4 _ _ 100,4 100,13 Aku (Allgemeine Kunstseide) . 0 52,75 52,25 53 52,25 Bemberg.......... . 5 101,5 101 101,5 101 Zellstoff Waldhof ....... . 5 115,75 115,75 116 115,25 Zellstoff Aschaffenburg ..... . 0 77,25 78,25 77,75 78,5 Dessauer Gas ............ . 7 —» — 121,25 120 Daimler Motoren......... . 0 89,9 89 90 88,5 Deutsche Linoleum......... . 8 137,25 137,25 137 136,65 Orenstein & Koppel........ . 0 74,5 74 Westdeutsche Kaufhof....... . 0 25,25 25 25,13 24,9 Chade.................... Accu m ulatoren-Fabrik...... 7*/. 12 285,5 288 285,5 288,25 168,5 Conti-Gummi............. . 8 156 156 156 156,25 Gritzner................... Matnkraftwerke Höchst a.. 4 26,13 1 87 26,5 Süddeutscher Zucker , 10 200 198^5, 198 198 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. Banknoten. 11 .Dezember 12. Dezember Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung 1 «rief Geld «rief Buenos Atre. 0,681 0,685 0,-680 0,684 Brüssel..... 41,88 41,96 41,87 41,95 Rio de Ian. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,66 54,76 54,66 54,76 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,24 12,27 12,24 12,27 HeijingforS.. 5,395 5,405 5,395 5,405 Paris ...... 16,405 16,445 16,41 16,45 Holland .... 168,33 168,67 168,33 168,67 Italien..... 19,98 20,02 19,98 20,02 Japan ...... 0,714 0,716 0,714 0,716 Jugoslawien 5,644 5,656 5,644 5,656 Oslo..... : 61,46 61,58 61,46 61,58 Men....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon... 11,105 11,125 11,105 11,125 Stockholm... 63,11 63,23 63,11 63,23 Schweiz .... 80,52 80,68 80,54 80,70 Spanien.... 33,97 34,03 34,02 34,08 Prag....... 10,29 10,31 10,29 10,31 Budapest ... — Neuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Berlin, 12-Dezember______ Geld Trief Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgstche Noten.................. 41,73 41,89 Dänische Noien ................. 54 47 54 69 Englische Noten ................. 12,205 12,245 Französische Noten............... 16,36 16,42 Holländische Noten............... 168.59 Italienische Noten................ _ Norwegische Noten .............. 61,30 61,54 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... — — Schwedische Noten............... 62,94 63,20 Schweizer Noten................. 80,36 80,68 Spanische Noten ungarische Noten UF N/W Hl 291 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen- Zreiiag, 13. Dezember 1935 Die Schömbs. ♦ kaufe beln sich den Kopf: „Was schenke ich? Was gro= Nachdruck verboten! 9. Fortsetzung. Kameradschastsabend der städtischen Betriebe. Angehörigen aller städtischen Betriebe ver- Aus der Provinzialhauptstadl. Oer Handwerker als Weihnachtsmann. Es ist vornehm, im wirtschaftlichen Kampfe den Schwächeren zu unterstützen! Und es ist vorteilhaft, den besten und redlichsten Lieferanten mit Bestellungen zu betrauen! An der Leistungsfähigkeit des deutschen Gewerbes und des deutschen Handels ist seit Jahrhunderten der Handwerker führend, und deshalb ist es auch nur recht und billig, wenn deutscher Sinn verlangt, im Zeichen des nationalen Aufbaues gerade dem Handwerk seine Lebensfähigkeit zu sichern. Zu dieser Aufgabe aber sind wir alle berufen, die wir wissen, daß der deutsche Handwerker der Urvater neuzeitlicher Kunst, Kultur und Handelswirtschaft gewesen ist. Schöpft doch die Industrie mit all ihrem Aufgebot von Maschinen unentwegt aus dem Born deutschen Gewerbefleißes und deutscher Erfindungsgabe, den der geistig wirksame und noch nicht „am laufenden Bande ermattete" Handwerksmann der nationalen Wirtschaft rein und klar erhalten hat. Durch die weltwirtschaftliche Entwicklung der letz, ten 100 Jahre wurde zwangsläufig auch das deutsche Volk einem sozialpolitisch oft bedenklichen Unternehmertum in die Arme getrieben. Wir haben die Folgen gesehen und es liegt im Rahmen des deutschen Aufbauprogramms, wenn wir den heimischen Kleinbetrieb als den Kern des Mittelstandes wieder zu Kräften bringen. Dazu bietet uns ganz besonders Weihnachten, das Fest der frohen Volksgemeinschaft, Anlaß! Laßt uns einmal bei unserem Gange durch die festlich hellen Straßen dieser Adventswochen auch in die schlichten Gassen gehen, wo der werktätige Mann seinen Arbeitsplatz und sein kleines, aber gut bestelltes Warenlager hat! Laßt uns wieder die Beziehung zum „Meister" suchen, die noch unsere Vorfahren hatten! Statt uns durch Serienware blenden zu lassen, wollen wir einmal an der Arbeitsstätte selbst uns vom Fachmann beraten lassen. Da wird dann statt lockender lose, von denen außerdem jedes einzelne jedem die ganz persönliche Aussicht auf Gewinnfreuden verspricht. Zwei Hauptgewinne zu je 50 000 Mark! 20 Prämien zu je 2500 Mark! Gewinne zu je 1000 Mark! Und dann folgen noch unendliche viele kleinere Gewinnmöglichkeiten. . Und da am 21. und 22. Dezember schon die Ziehung ist, steht manchem Deutschen ein besonderes Weihnachtsglück bevor. gruppe zu einem einmaligen Gastspiel für Samstag, 14. Dezember, eingeladen. Die Künstlerin, die als die bedeutendste Vertreterin des Gruppentanzes gilt, zeigt ihre neuesten Tanzschöpfungen und chori- schen Kompositionen. Die Veranstaltung ist trotz der erhöhten Unkosten zu kleinen Gastspielpreisen, um allen Liebhabern reifer Tanzkunst den Besuch dieses einmaligen Gastspiels zu ermöglichen. Das Gastspiel ist außer Abonnement und dauert von 20 bis 22 Uhr. Familienzusammenkunft der Heimaloereinigung „Schiffenberg". Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes wird mitgeteilt, daß eine Familienzujammenkunft der Heimatvereinigung „Schiffenberg" am kommenden Sonntagnachmittag auf dem Schiffenberg stattsin- det. (Siehe heutige Anzeige.) Hitler-Jugend Änterbann 1/116. Der Unterbann 1/116 einschließlich Marine-Hitler- Jugend tritt am kommenden Samstag, 14. Dezember, vünktlich um 19.55 Uhr am Stadttheater an. Die Gefolgschaften 1, 2, 3, 4, 5/116 führen sämtliche Fahnen mit. Uniform: Winterdienstanzug. Der Unterbannführer: Otto Günther. Am heutigen Freitag, 13. Dezember, abends 8.15 Uhr, spricht Professor Temesvary zum letzten Male vor Weihnachten über „volkstümliche Musik der großen Meister". Der Vortrag findet im großen Hörsaal der Universität statt. Karl I o st (Violine) spielt. Der Eintritt ist frei, alle Volksgenossen sind willkommen. „Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk". Am Montag, 16. Dezember, abends 8 Uhr, findet der 3. Vortrag der Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk" im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße 34 (Ecke Goethestraße) statt. Es spricht Professor Dr. Glöckner über: „Die Ethik des Alltags und die Ethik des Philosophen". Eintritt frei. Sportamt „Krast durch Freude". heute folgende Kurse. Allgemeine Körperschule (Frauen und Männer): Don 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen): Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantine der Fa. Buderus. Schwimmen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Frauen und Männer, von 21.30 bis 22.15 Uhr nur für Frauen im Volksbad. Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs. Ski-Trocken. Don 21 bis 22 Uhr, Reitschule einigen sich auf Einladung des Oberbürgermeisters am morgigen Samstagabend im Anschluß an die große Kundgebung in der Volkshalle zu einem kameradschaftlichen Beisammensein im Saale des Caf6 Leib. Wie man uns mitteilt, wird auch der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger vielleicht einige Zeit an dem Kameradschaftsabend teilnehmen. Die Unterhaltungsfolge wird mancherlei intereffante Darbietungen bringen. Weihnachtseinkäufe! Alle bereiten sich jetzt auf das Weihnachtsfeft vor: Vater, Mutter, Kinder, Schwestern, Brüder, Tanten, Onkel, Freunde, Bekannte, Nachbarn. Alle zergrü- . - Die Dcutrdic Arbeitsfront 7$ n.5.=6emcinf(haft „firaft durch freute" Nicht müde werden, Annelies! . ORomon von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsfchutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. NSG. „Kratt durch Freude": 20.15 Uhr im ßen Hörsaal der-Universität Vortrag von Professor Temesvary über „Volkstümliche Musik der großen Meister"; 20.30 bis 21.30 Uhr Allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, 21 bis 22 Uhr Ski-Trocken, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr „Der Mann mit den grauen Schläfen". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Es flüstert die Liebe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Leichte Kavallerie". — Reichsoerband Deutscher Baumeister: 20 Uhr Versammlung im Hessischen Hof. — Turmhaus am Brandplatz: 17 bis 19 Uhr Weihnachtsausftellung oberheffischer Künstler. Stadltheater Gießen. Heute v!)n 20 bis gegen 22.15 Uhr das Gefell- fchaftslustfpiel „Der Mann mit den grauen Schläfen" von Leo Lenz. Spielleitung: Hans von S p a l - l a r t. Die Vorstellung gilt zugleich als 11. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Mary Wigman und ihre Tanzgruppe im Sladttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die Intendanz des Stadttheaters hat die große Tanzmeisterin Mary Wigman mit ihrer Tanz- Gauleiter Sprenger spricht in Gießen Große Kundgebung in der Volkshalle Samstag, 14. Dezember, 20.-15 Llhr. Wir laden alle Volksgenossen der Stadt und des Kreises Gießen ein. an dieser Kundgebung teilzunehmen. Die Gliederungen der Partei, SA. (Gießen und Umgebung), NSKK., SS., Hitler-Zugend, VD7N., marschieren geschlossen, die Deutsche Arbeitsfront in Betrieben zur Kundgebung. Eintressen spätestens 20.10 Uhr. Die Führer der Gliederungen wollen jetzt schon die nötigen Vorbereitungen treffen. Die angefchloffenen Verbände, wie NS.-Beamtenbund, NSLB., RS.-Aerztebund, NS.-Irauenfchast, NS.-Studentenbund, werden aufgefordert, dafür zu sorgen, daß ihre Mitglieder an der Kundgebung teilnehmen. Folgende Fahnengruppen nehmen an dem Fahneneinmarsch teil und sind spätestens um 20.10 Uhr in folgender Reihenfolge vor der Volkshalle angetreten: SA., RSKK.» Gießener Ortsgruppen, Ortsgruppen Alten-Vufeck, Annerod, Bersrod, Ettingshausen, Großen-Vuseck, Großen-Linden, Grünberg, Heuchelheim, Hungen, Klein-Linden, Lang-Göns, Lich, Lollar, Mainzlar, Ober-Bessingen, Saasen, Steinbach, Trais-Horlofs, Watzenborn-Steinberg, Wieseck, RSBO. (Arbeitssront) in Uniform, Hitler-Zugend, Jungvolk, SS. Sämtliche politischen Leiter der Gießener Ortsgruppen und der obengenannten Ortsgruppen nehmen geschlossen an der Kundgebung teil und treten um 19.30 Uhr an der Kreisleitung an. hier treten auch die obengenannten Fahnen um dieselbe Zeit an. Oessnung der Volkshalle um 19.30 Uhr. Die Volkshalle ist geheizt. Eintritt frei. Kreisleitung Gießen der NGOAP. nur vereinzelte Tropfen, bann sickerten dicke Strähnen herab und verkleinerten das trockene Rund. „Siehst du?" fuhr Günter fort. „Dein Herrschaftsbereich wird immer kleiner und enger. Nicht lange mehr, dann ift xpidjts mehr übrig." „Doch!" „Viel nicht." „Doch, etwas bleibt übrig ...: du und ich ...! Ist das nicht genug? Ist- das nicht sehr viel?" „Vielleicht! Vielleicht zu viel!" „Du bist ein bescheidener junger Mann.„ Aber allzu große Bescheidenheit ist auch nicht gut." Sie sah mit halb geschlossenen Augenlidern in den rauschenden Regen. Dann wandte sie sich plötzlich um und trat zurück an den Stamm des Baumes. _ v . „Lassen wir also das Märchen den Kindern. Die wissen mehr damit anzufangen als wir. Wir sind ja so erwachsen. So grundgescheit und so schrecklich vernünftig. Und darum wirft du dich jetzt ein bißchen in den Hintergrund unserer Insel verziehen, dein linker Rockärmel tropft nämlich schon ganz anständig. Falls du das noch nicht bemerkt haben Mtest..." ... Er qehorchte und trat em paar Schritte zuruck. Aber es nützte nicht viel. Das Laubdach über ihnen konnte der lastenden Regenfülle nicht standhalten — in feinen Rinnsalen strömte bas Wasser burch bie Blätter herab. Mia hatte bie Hänbe auf dem Rucken zusammengelegt und sich an den Stamm des Baumes gelehnt. „Komm nur schon ein bißchen näher her zu mir Es hilft dir ja doch nichts, wenn du nachher nicht wie eine gebadete Katze herumlaufen willst. Ober haft bu Angst vor mir?" . ., ..... Ihre Stimme klang ganz ruhig, fast gleichgültig; aber ihre Augen waren wie ungefüllt von einem dunklen Glühen. Günter liefe em kurzes, unfrei flinaenbes Lachen hören und trat wortlos zu ihr heran. Seine Hanb streifte ihren Arm. Er fühlte unter ber weichen Seibe ihre Haut, bie warm war von der Sonne des Nachmittags und von ihrem Blut Wie Feuer rann es ihm durch bie Abern. Diese weichen, warmen, herrlich geformten Arme hatten sich so manchmal um seinen Nacken ge« ^Unb$ er spürte bas Zittern, das Mia bei seiner Berührung durchlief. Gelegenheitsangebote uns ein so treffliches Stück Ware vorgelegt ober angemessen, baß wir gleich sehen: dauerhafte Wertarbeit übertrumpft jeden flüchtig-gefälligen Serienschlager! Zu persönlichem Bedarf angefertigte Ware oder aus einem Lager guter Handarbeiten erwählte Gegenstände wirken auch persönlich. Deshalb aber sind sie besonders zu Geschenken geeignet! Denn ein Geschenk soll nicht eine beliebige Anschaffung, sondern eine Gabe mit höchstpersönlicher Beziehung sein. Da wirb gewiß mancher, ber von bem Vorzüge deutscher Hanbwerksarbeit vollkommen überzeugt ist, fragen: „Wie schenke ich benn einen Gegenstanb, ber zwar aus guter Meisterhanb kommt, aber boch eine Heberrafdning sein soll, also nicht erst — wie ein Kleibungsstück vielleicht — nach Maß ober nach Probe angefertigt werben muß?" Nun, bafür hat der Reichsstanb b?s Deutschen Hanbwerks gesorgt, denn er bringt als Weihnachtsneuheit kunstvolle Gutscheine heraus, bie bei ben Hanbwerkern selbst ober in Papiergeschäften zu kaufen finb. Diese Weihnachtsgutscheine für alle Gefchenkarten enthalten eine Angabe ber Ware unb Ausführungsart unb bie Zeitangabe, in ber sich Meister X. ober P. verpflichten, biefe geschenkte Ware zu liefern! Liefern aber kann jeber beutsche Hanbwerksmeister! Unb also kannst bu, lieber Volksgenosse, auch alles, was bu zum Weihnachtsgeschenk wählst, schenken. Du kannst deiner Frau, Braut ober Schwiegermutter Dauerwellen schenken, wenn bu einen barauf laufenben Gutschein erwirbst! Du kannst Schuhe, Möbel, Hausgeräte ober Kunstwerke fpenben; ja selbst Jn- stanbsetzungen ober Installationen: ben Neujahrsbraten ober ben Pelzkragen für Marie ober Fritz den Wintermantel! Der handwerklichen Weihnachtsmänner ist Legion; sie warten nur auf dich! Dornotizen. Tageskalender für Freitag. „Frierst du?" fragte er mit gepreßter Stimme. „Nein!" „Aber du zitterst doch!" Sie schloß die Augen. „Die Espe zittert im leisesten Windhauch. Vielleicht weht auch mich etwas an — und sei es auch nur eine Erinnerung.. Schwer atmend sah Günter zur Seite. Sie schwiegen beide. Heber ihnen rauschte es eindringlich laut in ben Blättern. Jetzt tropfte es auch hier schon burch bas Laubwerk herab. Da zog Günter seinen Rock aus unb legte ihn Mia um bie Schultern. „Aber da wirst bu ja nun ganz nafe , roanbte sie ein. „Wenn auch das Oberhemd ein paar Tropfen abbekommt, bas trocknet nachher in der Sonne schnell wieder." Sie ließ es sich gefallen. Plötzlich aber nahm sie den Rock wieder von ben Schultern. „Ich werbe ihn lieber anziehen, dann bleibt für dich auch was übrig." Sie schlüpfte mit ein paar raschen Bewegungen hinein. Dann schlug sie den Rock auseinander. „So, siehst du — nun bleibt für dich auch noch ein bißchen Platz darin!" Damit schlang sie die beiden Enden des Rocks um feine herabhängenden Arme. Er ließ es willenlos geschehen. Ganz dicht vor ihm war jetzt ihr Gesicht — das Gesicht, bas er einst so wahnsinnig geliebt hatte! Der verheißungsvolle Munb, in dem die Zähne schimmerten wie Perlen in einer rosenroten Muschel. Und jetzt fühlte er ganz deutlich ihren Herzschlag. Tief grub sich dies stürmische, unregelmäßige Pochen in feinen Körper, bis in fein Innerstes hinein. Ihm war, als schlage ihr Herz in seiner eigenen Brust. Es nahm ihm die Besinnung. Annelies...! huschte es blitzschnell durch sein Denken. Aber es war nur wie der leise erschütternde Klang eines kleinen, fernen Glöckchens irgendwo da oben im Blauen, der mit dem Winde verweht. Oder — war es nicht wie das Läuten einer Armesünderglocke...? Um Günter schwankte alles. Da suhlte er plötzlich Mias Lippen auf den feinen — die Lippen, die jahrelang gedürstet hatten, wie sie gesagt hatte. Als er wieder atmen konnte, hörte er Mia wie aus weiter Ferne sprechen. Aber er verstand nicht, was sie sagte. Mit einer schweren Bewegung machte er sich frei. „Die Mia Scholvin, die ich einmal gekannt habe, ist nicht mehr. Sie heißt heute Mia Rechberg!" sagte er heiser und mit einem leisen, bitteren Ton in der Stimme. „Unb der Günter Sartorius — ,Bubi< ist auch nicht mehr. Es sind Jahre vergangen seit damals..." * Mia atmete stoßweise. Ihre noch immer offenen Lippen zitterten leise vor Erregung, ihr Blick war ganz dunkel und schien tief zurückgesunken zu fein* „Was sind ein paar Jahre!" erwiderte sie mit flackernder Stimme. „Unb wenn wir uns auch tausendmal wandeln, etwas in uns — vielleicht das Beste — bleibt doch unwandelbar, solange wir atmen." Sie sah in die Ferne, die nur bis zum gegenüberliegenden Wegrand reichte, aber doch feine Grenze für sie haben mochte. Dann neigte sie den Kopf. „Bist du mir sehr böse, Günter? Ich mußte es tun. Ich mußte es einmal wieder tun..." Es klang bittend und fast demütig. Ein paar helle Tropfen rannen ihr über das Gesicht. Günter wußte nicht, ob es Regentropfen ober Tränen waren. Der Groll unb bie Bitterkeit, bie in ihm aufgewallt waren, verebbten wieder. Sie tat ihm plötzlich leib. Zweifellos hatte sie in ihrer Ehe boch nicht bas Glück gefunben, bas sie wohl erwartet haben mochte. Das war ein Ausgleich für das, was sie ihm damit angetan hatte. Man brauchte nicht einmal Genugtuung darüber zu empfinben, bie Tatsache an sich war hart genug für sie. Man bürste ihr auch nicht grollen, wenn sie versuchte, die alten Zeiten wieder wachzurufen. Schlimm genug, daß man tief da drinnen immer noch eine Stelle hatte, die wund war, wenn man es auch nicht gewußt und geglaubt hatte — eine Stelle, die so schmerzhaft brannte in ber Nähe dieser Frau, die einem einmal alles gewesen war. Schlimm genug auch, baß man sich innerlich wehren mußte gegen den sinnlosen und unheilvollen Einfluß, ben die Nähe dieses blühenden Geschöpfs ausübte, der so stark war, daß alles andere dagegen verblaßen wollte. (Fortsetzung folgt!) Schnurgerade, funkelnde Striche zeichnete der Regen in das gedämpfte Licht, wie dicht nebeneinander liegende silbergraue Schnüre sah es aus. Das trockene Rund des Bodens unter dem schützenden Laubwerk hob sich scharf davon ab. Mia beugte sich herab. „Und hier — siehst du, wie es sich abzeichnet? Man könnte es mit dem Finger abgrenzen. Das ist unser Reich. Oder es gehört dem, ber es zuerst entdeckt. Wie im Märchen ist es. Wenn man will, kann man sich einbilben, bas Märchen von ber verwunschenen Prinzessin zu erleben." „Kinderträume!" lächelte Gunter schwach. Wenn schon! Kinberträume finb bie schönsten. Jedenfalls" — sie machte eine weite, abgrenzende Hanbbewegung — „ergreife ich h'ermtt Besitz von dem neuentbedten Lanb. Oder beabsichtigst bu, gleichfalls Ansprüche anzumelden?" „Ich verzichte zu deinen Gunsten! Schön! Das Gegenteil würde dir übrigens auch nicht viel nützen. Ich kann in meinem Reich also schalten unb walten, wie es mir beliebt. Ich konnte zum Beispiel sagen: „Herr Günter ©atorius ich wünsche jetzt allein zu sein!" Ober, ein bißchen deutlicher: „Mein Herr, Ihre Gegenwart ist mir lästig __ nein, unerträglich." Ober — ganz beutlia) si- hob bie Rechte unb beutete mit bem ausgestreckten Zeigefinger zur Seite: „Marsch, Bubi — hinaus?' Dann müßtest bu ohne Gnabe hinaus in ben ftrömenben Regen. Aber ich tue es nicht. Woraus du hoffentlich erkennen wirst, daß ich em Herz für i,id,6ae™\näb?q!ir2Ibebre' id) fürcht-, du wirst dich deines Besitz-- gar nicht mehr o lange freuen ton- "D'°°schütz°nde Laübdachneigte sich an den Spü tzen unter der Last des Regens. Zuerst waren ich ein?" Weihnachten ist das innigste Fest der Freude. Jeder will dem anderen eine besonders liebe Ueber- raschung bereiten. Darum flauen sich jetzt die Leute in den Läden. Aber man kaust nicht wahllos. Man überlegt genau: „Würde bas meiner Mutter gefallen und jenes meinem Vater Freude machen? Würde dies meinem Bruder Spaß machen? Was schenke ich nur meiner Freundin? Unb was meinem Mann? Hat ber nicht schon alles?" O nein! Ihr Mann besitzt zwar eine stattliche Anzahl an schönen Krawatten, Hemben, Gamaschen, Hüten. Er hat genügenb zu rauchen. Unb Wein hat er schon selber für die Festtage besorgt. Die Bück^r, bie ihn interessieren, hat er auch sich selber gekauft. Es scheint schwer zu sein, ihm überraschenb eine Freube zu machen. Unb boch gibt es noch etwas, bas nicht nur Ihrem Mann unb Ihrer Familie allein, fonbern Ihren sämtlichen Freunben, Bekannten, ja einer ganzen Volksgemeinschaft eine große festliche Freude machen würde. Das ist der wirtschaftliche Aufschwung in Ihrer Heimat durch Arbeitsbeschaffung für alle Volksgenossen! Dazu helfen die bescheidenen braunen Arbeitsbeschaffungs- Am Sonntag: Ski-Fahrl zum hoherodskopf! Arn kommenden Sonntag, pünktlich um 7 Uhr, fährt ab Ludwigsplatz ein Omnibus der NSG. „Kraft durch Freude" nach Breungeshain. Auf dem Hoherodskopf werden Skikurfe für Anfänger unb Fortgeschrittene burchgeführt. Verpflegung selbst mitbringen! Außerbem besteht bie Möglichkeit zur Einnahme bes Mittagsessens auf bem Hoherodskopf. Alle Volksgenoffen können an die» fer Fahrt teilnehmen! Die Ko st en betragen für Fahrt und Skikurfus-Gebühr 3 Mark. Alle Teilnehmer müßen Inhaber der KdF.-Jah- resfporttarte fein. Wer diese noch nicht besitzt, muß sie zum Preise von 30 Pf. erwerben. Anmeldungen werden bis Samstag, um 11 Uhr, auf der Kreis- bienftftelle, Schanzenftraße, entgegengenommen. Baldiges Einschreiben ist vorteilhaft, da nur vierzig Teilnehmer im Omnibus mitgenommen werden können. • Oie Hundesteuer in Hessen. Vom Hauptzollamt Gießen wird uns mitgeteilt: Es dürfte vielen Hundebesitzern nicht unwillkommen sein, wenn darauf aufmerksam gemacht wird, daß die im Laufe des Jahres adgefchafften Hunde bis spätestens zum 31. Dezember laufenden Jahres bei der zuständigen Bürgermeisterei abzumelden find. Erfolgt bie Abmelbung nach dem 31. Dezember, so ist bie Hunbesteuer auch für das neue Kalenderjahr zu entrichten. Wer am 1. Januar felbstgezüchtete junge Hunde besitzt, wird ohne Rücksicht auf deren Alter zur vollen Hundesteuer für bas fommenbe Kalenberjahr herangezogen. Diejenigen Hunde, die im Laufe des Kalender» jahres ihren Besitzer wechseln, unterliegen jeweilsder nochmaligen Versteuerung, da nicht der Hund als solcher, sondern der Hunde- besitz versteuert wird. * •* Offene Friseurgeschäfte am Sonntag, 2 2. Dezember. Das Kreisamt Gießen gibt bekannt, daß entsprechend einem Antrag der Friseur-Innung Gießen am Sonntag, 22. Dezember, in der Zeit von 13 bis 18 Uhr die Friseur- aeschäfte offengehalten werden können. Die Beschäftigung von Gesellen und Lehrlingen ist gestattet. Schöffengericht Gießen. Der H. Sch. in Hersfeld, früher in Gießen, fuhr am 4. August mit großer Geschwindigkeit in seinem Kraftwagen die Kaiserallee hinauf, so daß er an der Kreuzung Wolfstraße mit einem Motorradfahrer aus Wieseck zusammenprallte, der dabei chwere Verletzungen am linken Bein davontrug, )ie eine Amputation des Beines bis zum Ober« chenkel notwendig machten. Der Angeklagte wurde zu zwei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Kleine Strafkammer Gießen. Der O. H. aus Melbach wurde am 8. Oktober vorn Amtsgericht Friedberg wegen schweren Diebstahls und Nötigung zu einer Gesamtgefängnis- strafe von sieben Monaten verurteilt. Der Angeklagte schlich sich am 5. August gegen 23 Uhr in die Gesindestube eines Landwirts ein und entwendete dort ein Paar Arbeitsschuhe. Außerdem bedrohte er einen Feldschütz, der anläßlich einer Obstentwendung des Angeklagten Feststellungen machen wollte. Gegen dieses Urteil verfolgten die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte Berufung. Die Sache wurde zwecks weiterer Aufklärung auf den 23. Januar 1936 vertagt. „Kampf um Raum im Pazifik Vortragsabend der Gesellschaft für In der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde sprach am gestrigen Donnerstagabend in der Neuen Aula der Universität Dr. Paul Rohrbach (Berlin) über das Thema „Kampf um Raum im Pazifik". Der Redner, der den Lesern des Gießener Anzeigers seit Jahren aus zahlreichen Aufsätzen bekannt ist, wurde von der Versammlung herzlich begrüßt. Der Vortragende stellte seine Zuhörer sofort mitten hinein in die Dinge: Monsun-Asien (Indien, China, Japan) hat, so führte er u. a. aus, mit seinen 900 Millionen Menschen so viel Bevölkerung, wie alle anderen Länder der Erde zusammen. Welthandelsmäßig bedeuten diese 900 Millionen aber nicht mehr als 75 Millionen Europäer, d. h., die Bedürfnisse der 900 Millionen entsprechen denen von 75 Millionen Europäern. Mit dem Lebensstandard eines Europäers können 5 Japaner, oder 18 Chinesen, oder 21 Inder ihren Lebensunterhalt bestreiten. Landwirtschaftliche Exportgüter gibt es in Südasien nicht. Was gebaut wird, wird verzehrt. In unendlich viele kleine Parzellen teilt sich das Land, jedoch die Hälfte der Menschen würde genügen, um es zu bebauen. Die Europäer, wie auch die Amerikaner bemühten sich seit langem um die Erschließung des ostasiatischen Marktes und beherrschten ihn bis vor kurzem. China hielt lange an seinem kulturellen Ueber- legenheitsstandspunkt gegenüber den „Barbaren" des Abendlandes fest. Die Chinesen gingen nicht zu den Europäern in die Schule. Japan erschloß sich aber dem westlichen Wissen mit großem Erfolg. Die Japaner leben auf ihren drei Inseln heute mit 65 Millionen Menschen. Im Jahre 1860 waren es nur 30 Millionen. 30 Millionen konnten sich damals aus dem Lande ernähren, 65 Millionen können es nicht mehr. Nur ein Drittel des Landes ist ackerwirtschaftlich zu gebrauchen. Viehzucht kennt man wenig, denn der Japaner lebt fast völlig vegetarisch. Im Gebirge gibt es nur Forstwirtschaft. So griff Japan zur Industrialisierung, obwohl es außer Seide kaum Rohstoffe zur Verfügung hat. Japan war deshalb darauf bedacht, auf dem Festlande (Korea, Mandschurei und jetzt Nordchina) Fuß zu fassen. Sein Machtgebiet ist bereits sehr ausgedehnt. In Nordchina ist Japan besonders an den riesigen, leicht abzubauenden Kohlenlagern und an den Erzvorkommen interessiert. Japan möchte aber nicht nur in den Besitz von Rohstoffen kommen, sondern auch seinen Beoölkerungsüberschuß von den Inseln ableiten, denn der Ertrag einer forcierten Industrie ist unsicher und kann die Ernährung des Volkes nicht garantieren. Japan hat sich deshalb zum Führer der Sache der gelben Rasse aufgeworfen, in die es gleichzeitig und der Einfachheit halber die Malayen einbeziehen möchte. Deshalb bedeuten die Philippinen, Jnfulinde, Borneo, Siam und schließlich Australien mit seinen riesigen, wenn auch zum Teil unfruchtbaren Gebieten, Ziele der japanischen Expansion. Der Redner warf dann die Frage auf: „Wer ist gegen Japan!" Die Antwort lautet: England, Amerika und Rußland! Rußland möchte allerdings, so fuhr er fort, gerne in Frieden gelassen sein. Mit // Erd- und Völkerkunde. der Macht der Sowjetregierung ists nicht weit her. Anders ist es mit England und Amerika! Beide Länder haben den ostasiatischen Markt, der in langer und schwieriger Arbeit wirtschaftlicher Durchdringung gewonnen wurde, entweder zu behalten und eventuell mit Waffengewalt zu verteidigen, oder aber an Japan zu verlieren. Amerika hätte einen weiten Weg, wenn es in einer Seeschlacht — die ja in ostasiatischen Gewässern bestritten werden müßte — seine wirtschaftlichen Interessen in Ostasien verteidigen wollte. Der Weg zu den Docks für den Fall einer Ueberholung beschädigter Schiffe wäre zu weit. Darin liegen große Gefahren. Amerika brauchte also eine stärkere Seemacht für den Kampf gegen Japan. Die amerikanische Hoffnung beruht gegenwärtig auf den Flugzeugmutterschiffen. Aus dieser Sachlage heraus gewinnt die gegenwärtige Flottenkonferenz ihre tiefe Bedeutung. In fernen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner dann dem Verhältnis England—Japan zu. Für den chinesischen Kuli lieferte bisher England den billigen mauen Kattun. Nunmehr ist Japan dabei, sich diesen Markt zu erobern. Für die Verteidigung seiner Interessen braucht England den offenen Seeweg nach Ostasien, der durch das Rote Meer führt. Hier überschneiden sich Englands Interessen mit dem Konflikt zwischen Italien und Abessinien. Nach einem Siege über Abessinien wäre Italien von Eritrea her am Ausgang des Roten Meeres zu stark. England sähe es deshalb gern, wenn der Abessinien-Konflikt durch das Kollektivsystem des Völkerbundes beendet würde, bevor Japan es im Osten vor vollendete Tatsachen stellt. Die großen Fragen der Zukunft lauten deshalb: Gelingt Japan der wirtschaftliche Siegeszug und seine bevölkerungspolitische Expansion? Oder: Wagen Amerika und England gemeinsam den Schritt zur Verteidigung ihrer Interessen in Ostasien? In feinen abschließenden Darlegungen schilderte der Redner, wie der Wille zur japanischen wirtschaftlichen und politischen Expansion nicht nur von dem Bevölkerungsüberschuß allein herzuleiten sei, sondern auch von der nationalen heroischen Erziehung, die man der japanischen Jugend ange- derhen läßt. Dieser Heroismus wurzelt im Glauben an eine Wiedergeburt und an den Fortbestand der Seele. Den Seelen der Verstorbenen ist in Japan ein religiöser Kult geweiht, dem heute noch jeder Japaner dient. Aus diesem Seelenkult resultiert eine Todesverachtung, die den Japaner zu seinem Heroismus befähigt. Der heldische Charakter des Volkes wird der Jugend bereits in der Schule eindringlich und in erhebenden Beispielen nahegebracht. In der Auswirkung dessen kann sich der japanische Feldherr auf seine Soldaten verlassen. ' Mit dem Ausspruch: „Auf den Opfern und auf den Waffen ruht der Staat!" einem Wort, das der Redner vor vierundzwanzig Jahren von einem chinesischen Vicekönig als Gastspruch mitbekommen hatte und das nicht nur für die japanische geistige Haltung zutrifft, schloß der beifällig aufgenommene Vortrag. Einige sorgfältig ausgewählte Lichtbilder ergänzten das gesprochene Wort. Obecheffen. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 12. Dez. Am Dienstagabend hielt die Ortsgruppe Klein-Linden der 316.- Frauenfchaft im Rahmen eines Heimabends eine Adventsfeier ab. Die zahlreich erschienenen Mitglieder hatten sich in dem weihnachtlich geschmückten Saale beim Scheine brennender Adventskerzen versammelt und erfreuten sich an den schönen Gedichtvorträgen einiger Kinder von Mgtiliedern. Beim Gesang der alten Adventsweisen und froher Unterhaltung verlebten die Frauen einige genußreiche Stunden. CO Klein-Linden, 12. Dez. Bei der Viehzählung am 3. Dezember in unserer Gemeinde wurde folgender Bestand festgestellt: 17 (19) Pferde, 293 (310) Stück Rindvieh und zwar 86 Stück Jungvieh und 207 Kühe im Alter von 2 Jahren und darüber, 328 (282) Schweine, 178 (199) Ziegen und 2858 (3061) Stück Federvieh. Die Zahl der Bienenvölker beläuft sich auf 74 (29). In den Monaten September, Oktober und November wurden 27 Kälber geboren und 71 (99) Hausschlachtungen vorgenommen. Die in Klammern angegebenen Zahlen enthalten die Bestände der Zählung vom 3. Dezember 1934. 00 Klein-Linden, 12. Dez. Seit einigen Tagen wird in unserer Volksschule, wie dies schon seit einigen Jahren während der Wintermonate üblich ist, ein warmes Milchfrüh - ft ü cf an bedürftige Kinder verabreicht. Die Kinder wurden zuvor vom Schularzt untersucht, der die Verabreichung des Frühstücks anordnete. Gespeist werden täglich 40 Kinder mit je einem Viertel Liter warmer Milch oder Kakao. — Die Ortsschelle wird außer Dienst gestellt. Infolge der größeren Ausbreitung unseres Dorfes in den letzten Jahren ist es nicht mehr möglich, durch die Orts- fchelle die ortsüblichen Bekanntmachungen allen Einwohnern, namentlich den am Rande wohnenden, zugänglich zu machen. Auch machte der überaus starke, viel Lärm verursachende Verkehr vieler Kraftfahrzeuge dem die Bekanntmachungen ausrufenben Polizeidiener die Arbeit des Ausrufens oft recht sauer. Gegenwärtig werden an den Straßen Kästen aufgehängt, im ganzen zwanzig Stück, in denen die Bekanntmachungen in Zukunft ausgehängt werden. $ Alten-Buseck, 12. Dez. Am Tage der nationalen Solidarität wurden hter 43 Mark geopfert. Die Spende» vorn 6 i n t o p f •, gericht ergaben 32,90 Mark. Im Laufe dieser Woche wurden die für das WHW. gespendeten etwa 100 Zentner Kartoffeln von der Wehrmacht nach Gießen gefahren, wo sie zur Verteilung kamen. Für die hilfsbedürftigen Volksgenossen in Hanau wurden ungefähr 30 Weihnachtspakete gestiftet. Sie werden am eHiligenabend manchen Familien eine schöne Weihnachtsfreude beseiten. — Anläßlich der großen Kundgebung in der Dolkshalle zu Gießen fährt am Samstagabend ein Postomnibus zwischen Wieseck und Alten-Buseck. Es wird somit allen Volksgenossen Gelegenheit geboten, an der Kundgebung teilzunehmen. Ebenso wird der Omnibus an den beiden Sonntagen vor Weihnachten zwischen Alten-Buseck und Wieseck verkehren, und zwar gegen 13 und 18 Uhr. 4 Obbornhofen, 12. Dez. Durch den starken Verkehr mit beladenen Fuhrwerken zur Gemeindewaage auf dem freien Platz war die Zufahrtsstraße stark ausgefahren worden. Um Lanze Arbeit zu machen, hat die Gemeindeverwaltung anstelle der vorgesehenen Eindeckung mit Kopfsteinen ein Stück der Kälbergasse mit Klein- pfla ster Herrichten lassen. Auch für schwerste Lastfuhrwerke ist jetzt eine einwandfreie Anfahrt geschaffen. Die Arbeiten wurden von Pflastermeister D e l t e in Steinheim ausgeführt. — Die hiesige Lehmkaute, die infolge der veränderten Mörtelbereitung in den letzten Jahren überhaupt nicht mehr benutzt und ausgebeutet wurde, mußte zum Lehmgraben wieder neu hergerichtet werden, da zum Abdecken der gefüllten Kartoffeleinsäuerungsbehälter ein Wagen voll, bei größeren sogar zwei Wagen voll Lehm benötigt werden. * Beltershain, 12. Dez. In Zukunft wird unsere G e m e i n d e A u f t r ä g e nur noch an diejenigen Betriebe vergeben, deren Betriebsführer und Gefolgschaft geschlossen in der Deutschen Arbeitsfront stehen. > G r ü n b e r g , 12. Dez. Mit dem Jahre 1936 tritt hier eine Neuregelung der Schafweide ein. Da hier schon längere Zeit keine Schafe mehr gehalten wurden, war die Schafweide an Schäfer mit eigenen Herden verpachtet. Pächter war seither der hiesige Schäfer Johann Kalbert, im Jahre 1935 betrug die Pachtsumme 2000 Mark, im Jahre 1934 -nur 1550 Mark. Da sich nun hier eine Schäferei-Genossenschaft von 14 Kündigungsbestimmungen für Betriebsführer und Gefolgschaft. Für beide Teile gleiche Gültigkeit. Bei der Wichtigkeit der Auflösung von Arbeitsverhältnissen von Gefolgschaftsangehörigen ist es begreiflich, daß der heutige Staat sich gerade dieser Frage besonders angenommen hat und weiterhin bestrebt ist, durch eine entsprechende Gesetzgebung für bewährte und pflichttreue Gefolgschaftsangehörige deren Arbeitsplatz zu erhalten, da diese eine Kündigung meist äußerst hart trifft. Dabei war der Gedanke maßgebend, daß nur ein Gefolgschaftsmitglied innerlich mit dem Betrieb verwachsen sein kann, wenn es die Gewißheit hat, nicht von heute auf morgen ohne triftigen Grund aus der Betriebsgemeinschaft entfernt zu werden. Nicht Zufall oder Willkür soll über Fortbestand ober Auflösung des Arbeitsoerhältnisses entscheiden, sondern das Gefolgschaftsmitglied darf nur bann seinen Arbeitsplatz verlieren, wenn wirklich sachliche Gründe oorliegen und eine Weiterbeschäftigung im Rahmen des Ganzen nicht mehr möglich ist. Die genaue Beachtung der Kündigungsbestimmungen ist selbstverständliche Pflicht eines jeden Betriebsführers. Die Kündigungsvorschriften gelten nicht einseitig für den Betriebsführer, sondern auch für das Ge- folgschaftsmitglied. Es stellt einen schweren Verstoß der durch das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit begründeten Treuepflicht dar, wenn Beschäftigte gründ« los und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist ihre Arbeitsstelle verlassen. Meist ist dabei der Gedanke ausschlaggebend, daß der Betriebsführer leichter wieder Ersatz bekommt und evtl, ihm zustehends Schadenersatzansprüche gegen das Gefolgschaftsmitglied mit Rücksicht auf dessen meistenteils bestehende Vermögenslosigkeit doch nicht verwirklicht. Diese Auffassung kann aber keineswegs gebilligt werden. Es sind daher die Rechtsberatungsstellen für Gefolgschaftsangehörige angewiesen, allen DAF.« Mitgliedern den Rechtsschutz zu versagen, die grundlos und ohne Einhaltung der Kündigungsfristen ihre Arbeitsstelle verlassen. Sie müssen dann selbst zusehen, wie sie zu ihren meist nachher erst geltend gemachten Ansprüchen kommen. Sollte sich in dem einen ober anberen Falle ein Gefolgschaftsmitglieb an ben Betriebsführer men» bcn unb um Abkürzung ber Künbigungsfrift ersuchen, well es sich burch Annahme einer anberen Stelle wesentlich verbessern kann, bann bittet bie DAF. die Betriebsführer nicht kleinlich zu verfahren, um nicht ben Erhalt einer neuen Stellung für bas Gefolgschaftsmitglieb zu vereiteln. Selbstverstänblich werben unb müssen solche Fälle eine Ausnahme bilben. Schafbesitzern unter bem Vorsitz von Heinrich Schönhals gebildet hat, wurde die Gemarkung in zwei Weiden eingeteilt. Der nördlich der Straße Gießen—Alsfeld liegende Teil der Gemarkung wurde der neuen Genossenschaft als Weide frei überlassen, nur das Pferchgelb fließt in bie Stadtkasse. Ungefähr 120 Schafe hat die Genossenschaft bis jetzt zum Auftrieb, weitere Schafe zum Zutreiben stehen noch in Aussicht, so daß man bie Herbe wohl auf einen Höchststanb von 250 Schafen bringen wirb. Schäfer bei ber Genossenschaft ist Martin Stein von hier. Die Sübhälste ber Gemarkung kam bieser Tage zur öffentlichen Versteigerung. Von ben zahlreichen Bewerbern blieb ber seitherige Pächter Johann Kalbert mit 1660 Mark Höchstbietender. Der Auftrieb für diese Weide beginnt erst am 15. März unb endet am 1. Dezember. — Ergebnis ber hiesigen Viehzählung: 83 Pferde, 582 Stück Rindvieh, 501 Schafe, 495 Schweine, 125 Ziegen und 2067 Stück Federvieh. "Y" Watzenborn-Steinberg, 12. Dez. Am Mittwochabend veranstaltete die hiesige NS.- Frauenschaft im Sitzungssaals der Bürgermeisterei eine Adventsfeier. Beim Brennen der Adventskerzen wurden paffende Geschichten abwechselnd von der Ortsfrauenschaftsleiterin Frau Baum und von Fräulein Guth vorgelesen. Gemeinsam gesungene Advents- unb Weihnachtslieder halfen den Abend verschönern. — Von ber Kräegerkamerabschaft Watzenborn- Steinberg würbe eine Spende von 10 RM. an bie Kreisführung des Winterhilfswerkes überwiesen. Außerdem wurden 16 RM., der Erlös eines Opferfchießens zu Gunsten des Winterhilfswerkes. an den Landesverband Hessen abgeführt. (D Orüningen, 12. Dez. Bei ber gestrigen Treibjagb in unserer Gemarkung würben 93 Hasen zur Strecke gebracht. Bei ber Walbjagb würben 24 Hasen unb zwei Füchse erlegt. — Die Eintopfgericht-Sammlung, bie hier von bem Sturm 2 M. 147 burchgeführt würbe, erbrachte ben ansehnlichen Betrag von 22,10 Mark. J_ Grüningen, 13. Dez. Durch Mttgkieber der Frauenschaft würbe hier eine Sammlung für die Weihnachtspakete veranstaltet. Es konnte eine größere Anzahl Lebensmittelpakete, die von der Frauenschaft geschmackvoll unb weihnachtlich verpackt würben, für notleibenbe Volksgenossen fin Hanau zum Versand gebracht werden. * Birklar, 12. Dez. Gestern beging einer unserer ältesten Einwohner, Heinrich K r a u s ch V., einen 9 3. Geburtstag. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger ließ ihm eine Ehrengabe überreichen. )-( Bellersheim, 12. Dez. Bei der hier abgehaltenen Treibjagd wurden 80 Hafen zur Strecke gebracht. # Lang-Göns, 12. Dez. In diesen Tagen wurden in den drei Jagdbezirken Treibjagden abgehalten. Im ersten Revier, das den Gemarkungsteil westlich der Straßen nach Großen-Linden unb Kirch-Göns mit dem Wehrholz umfaßt, wurden 27 Hafen unb 1 Fuchs erlegt. 28 Hafen unb 3 Füchse waren bas Ergebnis im Bezirk 2, zwischen Holzheimer Straße unb Frankfurter Straße gelegen, wozu auch ber Gemeinbewald Heibe gehört,' im dritten Bezirk mit dem Hnrdtwald wurden 35 Hasen zur Strecke gebracht. An Rotwild dürfen auf Anordnung des Kreisjägermeisters insgesamt 23 Rehe unb Böcke erlegt werden. s. Lang-Göns, 12. Dez. Bei der diesjährigen Viehzählung vom 3. Dezember wurde keine wesentliche Aenderung des Viehstandes vom Jahre 1934 festgestellt. Erfreulich ist die Zunahme der Schafe (über 50 v. H.). Die Zahl der Ziegen ist kleiner geworden, ebenso ging die Summe für das Federvieh ziemlich zurück. Bei Rindvieh, Pferden und Schweinen ergab sich fast keine Aenderung. Die Zahlen von 1934 stehen in Klammern. Die Zählung von 1935: Rindvieh 892 (948). Pferde 151 (150), Schafe 327 (192), Schweine 1433 (1515), Ziegen 87 (115), Federvieh 4384 (5068), Bienenvölker 25 (47). Kreis Alsfeld. * Deckenbach, 12. Dez. Am gestrigen Mittwoch ereigneten sich hier bei ber Holzarbeit im Walbe zwei Unfälle. Ein Arbeiter, ber mit einem Kameraden beim Zerschneiden von Stämmen beschäftigt war, wurde vom Ast eines fallenden Baumes auf die Schulter getroffen und erlitt dabei Verletzungen. Am Nachmittag geriet ein anderer Arbeiter unter einen fallenden Stamm unb zog sich Quetschungen an einem Bein zu. Kreis Scholten. (D Schotten, 12. Dez. Die hiesige Ortsgruppe ber NS. - Frauenschaft veranstaltete im Singsaal ber Turnhalle eine wohlgelungene Abvents- feier, zu ber auch bie Kreisführerin Frau Henß- Eichelsborf erschienen war. Neben ben Mitgliebern ber Ortsgruppe nahmen an ber Feier noch teil zahlreiche Mitglieber bes Alice-Frauenvereins, sowie eine Reihe alter Mütterchen aus unserer Stadt, denen damit eine besondere Adoentsfreude bereitet werden sollte. Nach den einleitenden Begrüßungsworten der Ortsführerin Frau Wetzl er wickelte sich bie Folge ber Darbietungen ab: Gebichtvorträgs unb Vorlesung, jeweils unterbrochen burch ben ge» meinfamen Gesang von Weihnachtsliebern. Dekan W i b m a n n hielt eine Ansprache, in welcher er auf bie Bebeutung ber Abventszeit unb auf bis hohen Pflichten ber beutschen Frau im Dritten Reiche hinwies. Den Abschluß bes Abenbs bilbete ein gemütliches Beisammensein bei Kaffee unb Kuchen. Kreis Bübingen. * A11enstabt, 13. Dez. Gestern gegen 15 Uhr brach hier in ber Scheune von Pfannmü 1- l e r und Meise! Feuer aus. Die Scheune, dis mit Heu und Stroh gefüöt war, wurde rasch ein Raub der Flammen. Kircke und Schule. Kreis Schollen. (D Sellnrod, 11. Dez. Der 2. Adventssonntag bedeutete für unsere Gemeinde einen Höhepunkt im kirchlichen Leben. Dekan Widmann von Schotten war erschienen unb nahm im Auftrage ber obersten Kirchenbehörde eine ordentliche K i r« chenvisitation vor. Der Visitationsgottesdienst in unserer kürzlich wiederhergestellten und festlich geschmückten Kirche war sehr gut besucht und nahm einen erhebenden Verlauf. Nach der packenden unb einbringlidjen Abventsprebigt bes Ortsgeist- lichen, Pfarroerwalters Zulauf, hielt ber Visitator eine Ansprache an bie Gemeinbe unb ermahnte sie, fest zu stehen im Glauben unb stark zu sein in ber Liebe. Der Gottesbienst würbe noch verschönt burch zwei Gesänge bes im Sommer gegrünbeten Kirchenchors, ber unter ber Leitung des Chormeisters Döring- Bobenhausen II treffliche Proben feines Könnens gab. An ben Hauptgottesbienst fchloß sich an ein Gottesbienst ber Kinberkirche, bie auch vor kurzer Zeit neu eingerichtet würbe. Am Nachmittag erfolgte gleichfalls im gottesbienstlichen Rahmen eine Prüfung ber christenlehrpflichtigen unb ber Schuljugenb, bie ein recht gutes Ergebnis hatte. Außerbem fanben am Visitationstage noch bie üblichen Besprechungen bes Visitators mit bem Kirchenvorftanb unb mit bem Organisten statt. Preußen. Kreis Biedenkopf. cZ Nieberweibbach, 11. Dez. Der Landwirt unb Wagnermeister Heinrich Abam hat sein Amt als erster Beigeorbneter niebergelegt Die Ernennung seines Nachfolgers steht noch aus. — Der geplante Neubau einer Schule würbe vorläufig zurückgestellt. — Die jüngste Per- sonenstanbsaufnahme in unserer Gemeinbe stellte 510 Einwohner fest. — Die Holzfäl> lungsarbeiten haben in biefer Woche ihren Anfang genommen. Es werben insgesamt 1800 Festmeter gefällt. Dillkreis. * Bicken, 12. Dez. Am Dienstag brannte bas Holzhaus bes hier ansässigen Gärtners Haushofer völlig nieber. Haushofer hatte morgens, als er fein Haus verlosten wollte, noch einmal bas Feuer mit einem Brikett geschürt unb war bann fortgefahren. Gegen Mittag schlugen aus bem Hause Flammen auf. In ber Nähe beschäftigte Arbeiter eilten herbei unb konnten wenigstens ben an« liegenben Werkzeugschuppen retten. Kleibungsstücke, Vorräte an Kohlen, Einrichtungsgegenstände usw. fielen bem Feuer zum Opfer. Der burch ben Brand obdachlos gewordene Gärtner wurde im Land- jugendheim untergebracht. Wichtige Entscheidung im Entschuldungsverfahren. LPD. Darmstadt, 12. Dez. Die Justizpresse- telle Darmstadt teilt mit: In einem beim Amts- gericht (Entschuldungsamt) Lauterbach anhängigen Entschuldungsverfahren war ein gewisser Cahn mit zwei mündelsicheren Hypotheken, nämlich einer Darlehnshypothek über 400 Mark unb einer Grunbstückskaufpreishypothek über 1000 Mark beteiligt. Der Betriebsinhaber benötigte im Herbst 1931 für rücfftänbige Zinsen zur Ver- meibung ber Zwangsversteigerung seines Grunb- besitzes ein Darlehen von 400 Mark. In biefer Zeit ber Bankenkrise unb ber hohen Zinsen konnte er oon keinem Krebitinstitut bas Gelb erhalten, obwohl ein wertmäßig ausreichenber Teil seines Grundbesitzes noch völlig unbelastet war. Nur von Cahn konnte er das Geld erhalten: aber er mußte. ihm dazu drei Morgen Land zum Preise von 1000 Mark abkaufen. Dieses teilweise als Wüstung bezeichnete Land war vor bem Verkauf an ben Betriebsinhaber gegen einen Pachtpreis von jährlich brei Zentner xprn verpachtet. Nach bem Zeugnis des früheren Pachters und auf Grund einer ortsgerichtlichen .Mästung hat das Entfchuldungsamt dem Grundstück für die Zeit des Verkaufs einen bis heute gleich gebliebenen Wert von 600 Mark beigemessen. Das Entschuldungsamt hat mm beschlösse^ baß die Grundstuckskaufpreisforderung über 1000 Mark im Entschuldungsoerfahren nur in Höhe von 600 Mark beteiligt ist und hierzu ausgeführt: Zwar ist die Hypothek mündelsicher, jedoch würde ihre volle Berücksichtigung im Entschuldungsverfahren dem heutigen Rechtsempfinden gröblich widersprechen. Es mag darauf hingewiesen werden, daß nach dem Gesetz gegen den Mißbrauch von Zwangsvoll- streckungsmöglichkeiten vom Dezember 1934 Zwangsvollstreckungen unzulässig sind, wenn sie gesundem Volksempfinden gröblich widersprechen; zwar ist das landwirtschaftliche Entschuldungsverfahren keine Zwangsvollstreckung, aber es dient ebenso wie die Zwangsvollstreckung der Verwirklichung der be- stehenden Ansprüche. Auch der in Artikel 14 der 7. Durchführungsverordnung zum Schuldenregelungs. gesetz zum Ausdruck gekommene Rechtsgedanke ver- bietet bei entsprechender Anwendung dieser Gesetzes- bestimmung die volle Berücksichtigung der Kauf- Preisforderung im Entschuldungsverfahren. Es war daher die über den Betrag von 600 Mark hinausgehende Hypothek wie eine nicht valutierte Hypothek zu löschen. Aundfunkprogramm. Samstag, 14. Dezember. 6 Uhr: Ehoral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Morgenkonzert. „Fröhlich klingt's zur Morgenstunde". In der Pause: Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 8.45: Bauernfunk. 9: Nachrichten. 9.15: Kleines Konzert. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. Widukind, der Sachsenherzog. Hörspiel von W. Brauns. 11.45: Sozialdienst. 12: „Buntes Wochenende". 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: „Buntes Wochenende". 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschoftsbericht. Quer durch die Woche. 15.15: HJ.-Funk. Musik im eigenen Heim! 16: Nachmittagskonzert. Zwei Stunden Münchener Gemütlichkeit. 18: „Vor Philippsburg der Franzmann lag..." Die schlichte Tat eines Schwarzwälder Rekruten. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! DasMikropyon unterwegs. 18.40: Die Wochenschau des Zeitfunks. 19: Unterhaltungskonzert. 19.55: Ruf der Jugend. 20: Nachrichten. 20.10: Guten Abend, lieber Hörer. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.15: „Dein Buch unterm Weihnachtsbaum". 22.30: Großes Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtkonzert.___________ M8 l3L- .... M M * I * > 4 Links: Die Töpfer in ihrer Werkstatt bei der Arbeit. — Rechts: Die vielgestaltigen, zum Tell künstterifchen Erzeugnisse der Urberacher Häfner. Besuch bei den Häfnern im Erbseneck Urberach, das hessische TSpferdorf. LPD. Urberach, 12. Dez. Zwischen Langen, Darmstadt und Dieburg liegt abseits der großen Verkehrsstrahe das alte Pfarrdorf Urberach, das der Volksmund einfach „O r w i s ch" nennt. Hier wohnen die Häfner im Erbseneck, wie dieser Winkel im hefsischen Land heißt, brave, wackere Dippemacherleutchen, in kleinen, niederen Fachwerkshäusern. Und im Hofraum, anschließend an das Wohnhaus, befindet sich meist die Werkstatt, neben den Ställen für das Vieh, denn außer der Häfnerei wird auch noch etwas Landwirtschaft betrieben. Die Häfner haben sich im Laufe der Zeit zum Teil spezialisiert, denn es gibt Töpfer, die nur Kanalröhren anfertigen, andere machen Schorn- steinaufsätze, wieder andere das vielerlei bunte Geschirr, das die Hausfrauen brauchen. Uralt ist die Geschichte der Töpferei, und schon die Aegypter und Römer haben im Prinzip die gleiche Töpferscheibe benutzt, die heute noch in Urberach von den Häfnern gebraucht wird. Diese Scheibe wird entweder durch die geschickte Bewegung des Fußes in Drehung versetzt, oder man treibt sie auch elektrisch an. In die Mitte kommt ein dicker, unförmiger Klumpen sorgfältig vorbereiteten und gemischten Töpfertones, der den Reifegrad hat. Und nun formt die geschickte Hand des Töpfers die Form. Sie wächst buchstäblich unter seinen Händen empor, fein gerundet und eingebuchtet, hoch, halbhoch und nieder, bald rund, bald spitzer, fe nachdem wie das Gesäß aussehen und welchem Zweck es dienen soll. Hat der Töpfer die äußere Form des Gefäßes gebildet, so wird der Topf von der Scheibe abgenommen und zum Trocknen gestellt, nachdem man vorher noch den Henkel daran gearbeitet hat. Nach vollkommener Trocknung kommt die Rohware in ein Glasurbad, das aus einer Bleilösung besteht, die einen ganz bestimmten Prozentsatz Blei enthält. Nach abermaliger Trocknung wird das Rohgeschirr in einem Ofen gebrannt, der bei einer durchfchnitt- üchen Temperatur von 920 Grad rund einen Wa- gfcn Geschirr auf einmal aufnehmen kann. Das Geschirr bleibt im Brennofen bis zum völligen Erkalten und verläßt ihn dann in den verschiedensten Farbtönen vom Hellen Gelb bis zum dunklen Braun fertig zum Verkauf. Beim Brennen verliert sich auch der Dleigehalt der Glasur, jedoch überprüft auch die Polizei die Ware, ob nicht zuviel Blei darin enthalten ist. Bessere Häfnerware, vor allem Blumenvasen, Milchtöpfe usw., bemalt man auch mit Farbe, die aus kleinen Kännchen auf die vor- gctrotfnete, aber ungebrannte Glasur aufgetragen wird. Beim Brennen entwickelt sich dann der richtige und gewünschte Farbton. Urberacher Tongeschirr geht in alle Teile Deutschlands. Eigene Töpferwagen fahren aus „Orwifch" zur Messe nach Mainz, Darmstadt, Frankfurt a. M. und Gießen, um Dort von dem handwerklichen Fleiß zu künden, der in dem fteundlichen Dorfe herrscht. Oienstjubiläum bei der Justiz in Hessen. Darmstadt, 12. Dez. (LPD.) Die Justizpresse, stelle Darmstadt teilt mit: Am 13. Dezember 1935 sieht der Präsident des Landgerichts Mainz, Dr. Hans Schneider, auf eine 40jährige Tätigkeit im Justizdienst zurück. Aus diesem Anlaß hat der Führer und Reichskanzler in einer eigenhändig vollzogenen Urkunde dem Jubilar seine besten Wünsche ausgesprochen und damit den Dank und die Anerkennung für die dem Reich geleisteten treuen Dienste verbunden. Der Führer und Reichskanzler hat weiter dem Amtsgerichtsdirektor Dr. W e i f f e n b a ch beim Amtsgericht Bad-Nauheim, der am 13. Dezember 1935 auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblickt, feine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dank und seine Anerkennung, für die dem Reich geleisteten treuen Dienste verbunden. Durch Humus-Dünger Marktstraße 25 Gießen Zwei — Stufen auf einmal l Erhältlich: Fachhandel-Biohumwerk (bei Kläranlage) Gießen 7110 A Aktenmappen von BM. 2.25 an Bttchermappen von BM. 3.75 an Schüler-Etui« mit Füllung BM. 0.50, BM. 0.75, BM. 1.00. 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