Keitag, 13. September 1935 Ur. 2H Erster Blatt 185. Jahrgang BSS iKAtÄUA4»VH4AiAA^ «= Heimat im Bild Die Scholle M HW ■ M W W M V S H fl W W VH ■ D X. ■ V M M W M F L;j für Anzeigen von 22 mm Monatr-vezugrpreir: ■ H ® H | /| l| Hf |g| W Breite 7 Rpf., für Text. Mit 4 Beilagen RM.1.95 WM A W VK W HK B B M. H Z JH W gä WH H Wl H Wil H anzeigen von 70 mm Breite NLS°': 's K/ 11VIIV ,V> 111V mv ▼ as« ?"* «S.?*Sn™ Kx V e.W «™>ww: infolge höherer Gewalt • * ee ** Stellen-, Vereins., gemein. L-rM General-Anzeiger für Oberhe en BZW nchten: Anzeiger Sietzea v " 1 w behördliche Anzeigen 6Rpf. Stmtffu’rtJSn 11688 Dram und Verlag: vrühl'sche Universilätsvllch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschäftsstelle: Schulstratze 1 M°ng°n°bschwff° Staffel b Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Der Arbeitsdienst vor dem Führer. Bannerträger einer neuen Gemeinschaft unseres Volkes. haben aber auch, was unendlich viel wichtiger war, den rechten Gei st in unserem Freiwilligen Arbeitsdienst herangezogen. Wir haben dem gesunden Körper die nationalsozialistische Seele gegeben. Der Arbeitsdienst muß ja seinem ganzen Wesen nach nationalsozialistisch sein. Der Geist, mein Führer, der heute aus den Worten, den Augen und den Herzen unserer Arbeitsdienstmänner zu Ihnen gesprochen hat, wird und soll auch der Geist des staatlichen Reichsarbeitsdienstes sein. Ich werde darüber wachen, daß der Reichsarbeitsdienst nach denselben Gesetzen weiter wirkt, nach denen wir im Freiwilligen Arbeitsdienst angetreten sind, den Gesetzen der Treue, des Gehorsams und der Kameradschaft als einer auf Sie, mein Führer, und Deutschland verschworenen Gemeinschaft." Der Führer spricht zum ersten Jahrgang der neuen Reichsarbeitsdienstpsticht. Nürnberg, 12. Sept. (DNB.) Der Donnerstagvormittag ist dem Reichsarbeitsdienst Vorbehalten. Die Zeppelin wiese bietet in ihrer neuen Gestalt mit der großen grauen Sandsteintribüne, dem alles überragenden gewaltigen Hoheitszeichen der Bewegung, mit dem mit frischen Blumen umrahmten Hakenkreuz unterhalb des Führerturms, der Flagaengalerie an der Rückseite der Tribünen und der Fahnen auf den Holztribünen ein zauberhaftes Bild. Auf dem großen grünen Felde ist ein mächtiger Quaderblock mit dem Symbol des Reichsarbeitsdienstes errichtet, auf dessen Stufen Arbeitsdienstmänner mit geschultertem Spaten die Ehrenwache halten. Els Marschsäulen ziehen am Führer vorbei. Eine Stunde vor Beginn des Vorbeimarsches der 54 000 Arbeitsmänner sind die Tribünen bereits dicht besetzt. Wenige Minuten nach 10 Uhr künden Fanfaren und dumpfe Wirbel der Landsknechtstrommeln die Ankunft des Führers, den der Reichsarbeitsführer empfängt. Er begrüßt, begleitet von seinem Stellvertreter Rudolf Heß und Reichsminister Dr, Frick, sodann den Ehren-Qberst-Arbeitsführer Ritter von Epp und die Gauarbeitsführer. Als er seinen Wagen zur Abnahme des Vorbeimarsches besteigt, schallen ihm von der großen Tribüne von allen Seiten des Platzes erneut stürmische Heilrufe entgegen, die erst abreißen, als sich die erdbraunen Kolonnen unter Dorantritt des Musikzuges des Arbeitsgaues Pommern, geführt vom Reichsarbeitsführer mit seinem ersten Adjutanten in Bewegung setzen. Hinter dem Reichsarbeitsführer folgt feine Standarte. Dann ziehen in elf Marschsäulen mit mehr als 400 Fahnen die Arbeitsdienstmänner in Zwölferrechen, schnurgerade ausgerichtet, in prächtiger Haltung mit geschultertem blinkenden Spaten vor der Ehrentribüne vorüber. Sie verlassen auf der anderen Seite den Platz und ziehen um das äußere Feld herum, um durch den der Haupttribüne gegenüberliegenden Mitteleingang zur Aufstellung wieder auf das Feld zurückzukommen. Geschlagene drei Stunden zog Gruppe auf Gruppe vorüber. Die vorletzte Säule bildeten die 13 Lehrabteilungen des Reichsarbeitsdien- stes, geführt von dem Inspektor des Erziehungsund Bildungswesens des Reichsarbeitsdienstes, Arbeitsgauführer Dr. Decker. Durch die freigelasiene Mitte marschieren die 500 Fahnen des Reichsarbeitsdienstes, von den Massen mit erhobenen Rechten begrüßt, bis zum freigehaltenen Rechteck. Nachdem der Führer sich dann aus den Fuh- rerturm begeben hatte, ertönt das Kommando „Stillgestanden!", „Spaten in Hand!", „Spaten präsentiert!" und wie eine glänzende Welle funkeln 54 000 Spaten in der Sonne, ein stählernes Meer. Spontaner Jubel braust über das Feld, der Führer tritt an den Rand des Führerturms und grüßt: „Heil Arbeitsmänner!" Aus 54 000 Kehlen schallt ihm die Antwort entgegen: „H e i l m e i n Führer!" Dann ziehen die Fahnen auf die Umrandung des Rechteckes, während die Arbeitsmänner singen: „Grüßt die Fahnen, grüßt die Zeichen, grüßet den Führer, der sie schuf." Aus allen deutschen Gauen meldet sich dann t m Sprechchor des Reiches junge Mannschaft, die im Kleid des Arbeitsdienstes ihrem Führer durch ihrer Hände Arbeit für sein Werk danken, die Manner, die den gleichen Ehrendienst für die Nation versehen, wie die Männer der Waffe, die Manner, die in den Mooren und Oedländern, m der einsamen Heide und auf unwegsamem Karst den Boden zu Frucht und Ernte bereiten. Während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielt, gedenken sie d e r Toten des Weltkrieges, der Bewegung, der Opfer der Arbeit und der Ärbeitskameraden, die der Tod aus ihren Reihen riß. Die Häupter entblößen sich, die Fahnen senken sich, es öffnen sich die Rechen der Arbeitsmänner vor dem Ehrenmal und man sieht, wie Arbeitsdienstmänner das Ehrenmal des Arbeitsdienstes mit vier Lorbeerkränzen schmucken. Den Chor beschließt das Gelöbnis auf Führer und Vaterland: Alles für Hitler und Deiitschland. Aeichsarbettssührer Hier! meldet dann seine erdbraunen Kolonnen. Er sagt u. a.: v „Mein Führer! 54 000 Arbeitsdienstmänner sind hier zum Appell angetreten. Dazu kommen noch 150 000 Arbeitsmänner, die heute in 1400 Lagern und Standorten diese Weihestunde gemeinsam mit uns erleben. Mein Führer! Am letzten Parteitag beim Appell des Arbeitsdienstes haben Sie an uns die verheißungsvollen Worte gerichtet: „Durch eure Schule wird ein st die ganze Nation gehen!" Sie haben am 26. Juni dem deutschen Volke das Gesetz der Arbeitsdienst- pflicht geschenkt. Das Arbeitsdienstgesetz stellt uns Führer des Arbeitsdienstes vor die große und schöne aber auch verantwortungsvolle und schwere Aufgabe, die g a n ze d e u t s ch e I u g e n d durch den Arbeitsdienst als eine Schule der Nation zu führen Wir haben im Freiwilligen Arbeitsdienst r das Stammpersonal herangebildet, das das Gerippe i für unseren Reichsarbeitsdienst darstellen soll. Wir Und nun tritt der Führer selbst vor die Soldaten des Friedens und hält folgende Ansprache: Meine Arbeitsmänner! Zu den kühnsten Programmpunkten der nationalsozialistischen Bewegung gehört der: Die bisher in Klassen gespaltene Nation aus ihrer Zerrissenheit zu lösen und zu einem einheitlichen Körper zusammenzuschmelzen. Nur ein Satz! Aber ein ungeheuer großer Versuch! Heute sehen wir, daß dieser Versuch mehr und mehr Wirklichkeit wird. Ich wollte nur, alle Deutschen des Reiches könnten in diesem Augenblick euch, meine deutschen Kameraden, sehen. Sie würden die Ueberzeugung von hier mitnehmen, daß die Zusammenfügung des deutschen Volkes zu einem einzigen Körper kein Phantom ist, kein phantastisches Gerede, sondern Wirklichkeit: Als Realität ein gewaltiger Faktor für die Zu k u n f t und das Leben des deutschen Volkes! Wir zweifeln nie daran, daß ein solcher kühner Programmsatz nicht in Wochen oder Monaten verwirklicht werden könnte. Wir wußten, daß der Weg von der Vorstellung bis zur Wirklichkeit und ihrer Vollendung ein weiter sein muß und sein wird. Allein wir sind nicht nur auf dem Wege dazu, nein, eine junge, nachwachsende deutsche Generation strebt schon hinein in das Ziel, in die Vollendung. Zu den Mitteln, diese Volksgemeinschaft zu verwirklichen, gehörte bei uns Nationalsozialisten auch die Idee, alle deutschen- Menschen durch eine Schule der Arbeit gehen zu lassen, damit sie sich untereinander kennenlernen und damit die Vorurteile der bürgerlichen Tätia- keit ausgerottet werden, so gründlich, daß sie nicht mehr wiederkehren. Das Leben teilt uns zwangsläufig in viele Gruppen und Berufe. Aufgabe der politischen und seelischen Erziehung der Nation aber ist es, diese Teilung wieder zu überwinden. Diese Aufgabe ist in erster Linie dem A r b e i t s - dienst zugedacht. Er soll in der Arbeit alle Deutschen zusammenfassen und eine Gemeinschaft aus ihnen bilden. Er soll zu diesem Zweck allen das gleiche Instrument der Arbeit in die Hand drücken, das Instrument, das ein Volk am meisten ehrt: den Spaten. So marschiert ihr denn unter dem Gewehr des Friedens, unter der Waffe unserer inneren Selbstbehauptung! So marschiert ihr heute im ganzen, Deutschen Reich! Auf euch ruht das Auge der Nation, ihre Hoffnung! Sie sieht in euch etwas Besseres, als sie selbst in der Vergangenheit war. Würde heute das ganze deutsche Volk euch hier gesehen haben, ich glaube, auch die letzten Zweifler sie mürben bekehrt werden, daß die Aufrichtung einer neuen Nation, einer neuen Gemein- Nürnberg, 12. Sept. (DNB.) Während noch die letzten Kolgnnen der Arbeitsmänner durch Nürnbergs Straßen zurück ins Lager marschieren, sind bereits gegen 10 000 Politische Leiter, je 300 aus den 32 Gauen, zum nächtlichen Vorbeimarsch vor dem Führer angetreten. Die Straßen, durch die der Zug geht, gleichen einem einzigen wogenden und brodelnden Menschenmeer. Tief gestaffelt bis zu 10 und noch mehr .Gliedern umsäumen die Massen den weiten Bahnhofsplatz. Wenige Minuten nach 21.30 Uhr künden brausende Heilrufe das Kommen des Führers. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley erstattet Meldung, dann setzt sich die Spitze des Fackel- zuqs in Bewegung. Voran marschiert die Kur- mar k. Phantastisch schön ist der Anblick. Die Spitzen der Fahnen leuchten im Scheinwerferlicht. Bengalische Fackeln umsäumen die ersten Gruppen. Ihr Schein hüllt den Platz in eine feurige Lohe, brandroter Rauch steigt auf zum sternenbesäten Himmel. Gau um Gau zieht am Führer vorbei. Herzlicher Aufnahme begegnen die Amtswalter des Traditionsgaues München-Oberbayern, die in ihren schmucken Uniformen, in ihren „Kurzen" und in den weißen Kniestrümpfen stark umjubelt werden. Männer jeden Alters und jeden Standes, der Kopfarbeiter neben dem Handarbeiter. Die Gaue Baden, Schlesien, Main-Franken, Berlin, Schleswig-Holstein, Pommern, Hamburg ziehen vorüber. schäft unseres Volkes kein Gerede, sondern eine Wirklichkeit ist (Brausende Hcilrufe.) Wenn ihr heute so als Gemeinschaft vor mir steht, dann weiß ich, wie schwer der Weg war, aus nichts heraus erst über den Freiwilligen Arbeitsdienst die heutige Lage der nationalen Arbeitsdienstpflicht zu schaffen. Ich weiß, daß auch dieses Werk das Werk eines Wann es ist, eines Mannes, der sich damit als Parteigenosse und Mitkämpfer seinen Namen eingegraben hat in die deutsche Geschichte: Euer Führer des Reichsarbeitsdiensles und unser Parteigenosse und aller nationalsozialistischer Mitkämpfer hier!. (Tosender Beifall.) Es ist der fanatischen Verbissenheit und der unentwegten zähen Vertretung der Forderung nach der Einführung der Arbeitsdienst- pflichl dieses Mannes wesentlich mit zuzuschreiben, wenn ihr heute hier steht. Ihr sollt, jeder Einzelne auf feinem Platz, aus dem ersehen, was Zähigkeit zu schaffen vermag. Ihr sollt selbst euch dies zum Vorbild nehmen. Dann werdet ihr genau so gute und treue Söhne unsere Volkes sein. In wenigen Tagen zieht ihr von hier wieder hinaus in eure Lager. Die blanken Spaten wer- den dann wieder an der deutschen Erde schaffen. Allein die Erinnerung an diesen Tag, die werdet ihr nicht verlieren, sondern mit euch nehmen. Und auch die Nation wird die Erinnerung an diese Tage weiter pflegen und ein Jahr später werden wieder 50 000 Mann als Abgeordnete und Zeugen dieser Schar deutscher Arbeitsmänner hier stehen, und es wird sich dieses wiederholen, Jahr um Jahr, Jahrzehnte um Jahrzehnte und in die Jahrhunderte hinein, bis endlich aus allen unseren gemeinsamen Anstrengungen, aus unserer unentwegten und ununterbrochenen Erziehung unseres deutschen Volkes eine wahre deutsche Volksgemeinschaft geworden ist, unzerreißbar und unzertrennbar, ein Block, so wie ihr jetzt hier steht. (Langanhaltender, nicht endenwollender Beifall.) Meine Männer! Dann wird man einst nicht mehr verstehen können, daß es in der Vergangenheit anders war. Wir aber, wir wollen stolz sein, daß wir die ersten Bannerträger und Vorkämpfer waren. Und ihr könnt stolz sein, daß ihr der erste Jahrgang seid der neue n deutschen Reichsarbeitsdien st pflicht. Das ist euer Stolz, und allen aber eine große Freude und eine große Zuversicht. Heil Arbeitsmänner! Heil Deutschland!" Es folgen die Mecklenburger, die Westfalen, die Sachsen, dann kommt das Rheinland, Hochland, Düsseldorf, den Schluß bilden Mittelfranken, Köln- Aachen. Der imposante Fackelzug ist ein würdiger Auftakt für den am Freitag stattfindenden großen Appell der Politischen Leiter, aus dem sie neue Kraft und neuen Ansporn für die kommende Arbeit schöpfen sollen. Drei Viertelstunden dauert der Vorbeimarsch. Spontan sangen die Massen die nationalen Lieder, worauf der Führer mit seiner Begleitung wieder den Wagen bestieg und in sein Hotel zurückfuhr. Stürmische Huldigungen begleiteten den Führer auf der Rückfahrt. Starker Eindruck auf ausländische Besucher. Die Pariser Presse über den Aufmarsch des Arbeitsdienstes. Paris, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Verlauf der gestrigen Kundgebung in Nürnberg tritt in der hiesigen Presse hinter der Nachricht von der Einberufung des Reichstages etwas zurück. Immerhin weisen die Nürnberger Sonderberichterstatter auf den überwältigenden Eindruck hin, den der Aufmarsch des Arbeitsdienstes gemacht hat und auf die ungeheuere Volkstümlichkeit, der sich der Führer erfreue. „Journal" schreibt u. a.: der Aufmarsch dieser „halben Soldaten" habe den Eindruck einer blinden Kraft gemacht, die nichts aushalten könne. Es handele sich nicht um eine Parade, sondern um das Steigen eines Flußes, um die Flutwelle eines Meeres. Man möchte sich gegen eine Beunruhigung verteidigen. Fahnen und Männer; Männer und wieder Männer! Es sei unmöglich, d i e Ergebenheit und Leidenschaft zu schil- dem, mit der die Männer des Arbeitsdienstes den Gruß des Führers erwidert hätten. Durch die Lautsprecher sei die mächtige Stimme des Führers erklungen. Das sei keine irdische Stimme, sondern eine geheiligte Stimme, die das Evangelium der Arbeit und des Vater! an- d e s verkünde. Der Berichterstatter schreibt, er sei mit dem Eindruck nach Hause gegangen, nicht einer Parade beigewohnt zu haben, sondern einem feierlichen Gottesdienst. Der „Figaro" betont, man müsse sich erst einmal über die ungeheure Volkstümlichkeit, der sich der Führer erfreue, klar werden, wenn man die augenblickliche Lage in Deutschland richtig beurteilen wolle. Dieser Mann sei beliebt. Der Bericht- erstatter weist auf das große Entgegenkommen hin, das die Nürnberger Bevölkerung den Ausländern und insbesondere den Franzosen erweise. Zwei SA.» Männer hätten ihm erklärt, Deutschland werde niemals Krieg gegen Frankreich führen, und in dieser Erklärung habe ein aufrichtiger "und ehrlicher Ton gelegen. Oer Deutsche Reichstag einberuseri. Nürnberg. 12. Sept. (DNB.) Der Deutsche Reichstag ist auf Sonntag. 21 Uhr. nach Nürnberg einberufen worden zur Entgegennahme einer Regierungserklärung. Fortsetzung des parteckongreffes. Rosenberg spricht über Bolschewismus und Judentum. Nürnberg, 12. Sept. (DNB.) Der Große Kongreß des Reichsparteitages der Freiheit nahm am Donnerstagnachmittag in Anwesenheit des Führers seinen Fortaang. Als Fanfarenklänge des Musikzuges der Leibstandarte das Eintreffen des Führers ankündigten, war die riesige Halle wieder bis auf den letzten Platz besetzt. Nach dem Einzug der Standarten leitete das Reichssinfonieorchester die Sitzung mit der „Rienzi"-Ouvertüre ein. Der Stellvertreter d e-s Führers erteilte sodann als dem ersten Kongreßredner dem Beauftragten des Führers für die Ueberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Erziehung der NSDAP., Reichsleiter Alfred Rosenberg, das Wort zu einer großen Rede: „D e r Bolschewismus als Aktion einer f r e m- öen Rasse". Rosenberg führte u. a. aus: Inmitten der heutigen großen Erschütterungen iin Leben nahezu aller Völker des Erdballes ist es bei Beurteilung des gesamten Marxismus meist übersehen worden, daß diese marxistische Bewegung und namentlich ihre folgerichtigste Darstellung, der Bolschewismus, keine Wirtschaftstheorie darstellt, sondern eine po l i t i s ch e Aktion im Dienste einer bestimmten Anschauung der Welt. Zugleich bedeutet dieser Weltbolschewismus eine Auspeitschung bestimmter Gefühle gewisser Bevölkerungsschichten innerhalb der meisten Staaten — und die Gesamtheit dieser Gefühle und — politisch weltanschaulicher Beziehungen — nicht die Wirtschaftstheorie sind das eigentlich Charakteristische im Kampfe des Kommunismus. Rein negativ genommen bedeutet die grundsätzliche Ablehnung nicht nur bestimmter Konfessionen, sondern des Religiösen überhaupt zusammen mit der Verneinung eines nationalen Wertgesüges eine Anschauung, die buchstäblich allem widerspricht, woraus die Kulturen aller Völker Europas, und nicht nur Europas, entstanden sind. Es ist für einen Tieferblickenden kein Zufall, sondern eine naturnotwendige Erscheinung, daß die Träger und Verfechter einer bis in die letzte Faser antieuropäischen Bewegung auch keine Europäer sind. Karl Marx ist weder Deutscher noch assimilierter Engländer, sondern ist als Rabbiner-Abkömmling ein fremder Jude gewesen, der ohne einen Hauch des Verständnisses für die wirklich gestaltenden Kräfte der europäischen Völker in einer großen sozialen Krise des anbrechenden Maschinenzeitalters nicht ein System der Heilung und des Aufbaues erdachte, sondern ein soziales und weltanschauliches Dogmengebäude errichtete, das die eingetretenen Zerklüftungs-Erscheinungen verewigen sollte, um dann diese Zerklüftung al» notwendig und als unabänderlich hinzuftellen. Ein internationaler Schwarm jüdischer Redner und Literaten fand sich zusammen, um soziale Glaubenssätzß für die Verzweifelten eines Zeitalters zu schaffen, denen durch die Entfremdung von Boden und Land« schäft die Maßstäbe zur Beurteilung der neuen Unheillehre genommen worden war. Um die weltgeschichtliche Erscheinung des Bolschewismus zu begreifen, muß man einsehen, daß es nicht nur im Pflanzen- und Tierleben Parasiten Der Fackelzug Der politischen Leiter vor Dem Führer. gibt, sondern, ganz nüchtern wissenschaftlich gespro- chen, auch im Menschendasein. Wenn viele Fürsten der Vergangenheit aus persönlicher Machtgier die Zuden als Geldoerleiher und Steuerpächter einsetzten, so geschah das aus der bereits erprobten Beobachtung über ihre Ausbeutungsfähigkeit. Diese charakteristiiche parasitäre Eigenart, die nie auf schöpferische Arbeit, sondern nur auf Auswertung fremder Kräfte bedacht ist, ist Blutbedingtheit des Luden, niedergelegt in seinem Religionsgesetz. Wer dieses Wesen, und zwar unabänderliche Wesen des Judentums begriffen hat, der wird die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Auswirkungen bei jedem Erstarken des jüdischen Einflusses als überall gleichbleibend feststellen können. Der Bolschewismus, im Großen und Weltpolitischen betrachtet, ist die letzte Konsequenz, die sich aus dem Eindringen des Judentums in die Kultur und Politik der europäischen Staaten ergibt. Als die Völker aus tausend Wunden bluteten, da stürmte sich dann mit innerer Notwendigkeit der jüdische Parasit auf diese Wunden und versuchte, wie Marx es theoretisch getan hatte, nun in der Tat diese Wunden immer weiter aufzureißen. Es ist deshalb Naturnotwendigkeit gewesen, daß in der bolsche, wistischen Bewegung überall und ausnahmslos der Jude als der Einpeitscher der Revolten gegen die europäische Kultur gestanden hat und heute noch steht. Zionismus und Weltbolschewismus, so verschieden sie von außen sein mögen, sind zwei Druckmittel in der Hand einer alljüdisch geleiteten Weltpolitik, um die jüdischen Ziele durch kapitalistische Methoden im demokratischen Westen, durch bolschewistischen Terror im europäischen Osten, unter Aufhetzung der Soldaten und Arbeiter aller Völker zu verwirklichen und die Völker einem Zustand entgegenzuführen, dem das Judentum im Laufe der letzten 16 Jahre sich schon so nahe wähnte, daß es manchmal aus Unvorsichtigkeit die letzte Hülle fallen ließ. Wil dem Siege der nalionalsozialistifchen Bewegung hat das Judentum, nahe an der Weltherrschaft, seinen stärksten Gegenstoß erhalten und zugleich mit ihm ist der Bolschewismus, der Gesamlmarxismus in Deutschland niedergeworfen und darf auf der Erde Hermanns des Befreiers, Friedrichs des Großen und Adolf Hillers niemals mehr auferstehen! Der Nationalsozialismus wird entgegen manchen Einflüsterungen von seinem Programm und seiner Haltung keine handbreit weichen, wir hoffen, daß sich aus den Kämpfen unserer Zeit organisch umgrenzte Nationalstaaten entwickeln, und daß diese im eigenen wesen ruhenden Nationalstaaten ein System zur Sicherung alles dessen bilden, was wir mit Stolz europäische Kultur nennen, zur Sicherung der Lebensnotwendigkeiten der weihen Rasse, zur Abgrenzung der Lebensgebiete dieses weihen Menschentums gegenüber den wertvollen Rassen und Völkern anderer Erdteile. wie immer diese anderen Völker ihr Schicksal gestalten mögen, so sind wir doch des stolzen Glaubens, daß mit der Riederschlagung des Kommunismus und der Ausschaltung des Judentums in Deutschland eine neue Epoche der Völkergeschichte begonnen hat, dann hat der Weltkrieg einen tieferen Sinn erhalten als reinigende Krise des Völkerlebens, als Verpflichtung zur tieferen Verantwortung gegenüber der Vergangenheit und Zukunft aller schöpferischen Völker, zur Festigung des Gefüges der Achtung der Ehre des eigenen Volkes und der anderen Rationen. Dann werden alle Schlacken schmelzen können, die uns eine vergangene schwere Zeit hinterlassen hat, und aus Kampf und Bedrohung wird eine von Deutschland begrüßte und erstrebte Wiedergeburt unseres schwergeprüften Europas ihren Anfang nehmen. Deutschlands Kamps gegen den Volkstod. Oer Reichsärzteführer kündigt ein Gesetz gegen Mischehen an. Mit häufigen, begeisterten Beifallskundgebungen folgte der Kongreß der programmatischen Rede, die insbesondere auch auf die zahlreichen anwesenden Ausländer einen nachhaltigen Eindruck machte. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgte sodann der Kongreß den Ausführungen des Hauptamtsleiters und Neichsärzteführers Dr. W a g n e r, der u. a. ausführte: Wenn wir heute nach 2Vz Jahren nationalsozialistischer Regierung die Stellungnahme der Welt zu dem deutschen Geschehen betrachten, so ergibt sich die Tatsache, daß in den ehrlichen Kreisen des Auslandes eigentlich nur noch ein einziges Gebiet unserer Aufbauarbeit auf UnverständniG stößt: das ist die deutsche Bevölkerungs- und Rassenpolitik. Wo weite Kreise der Welt heute noch im Wahn von der G l e i cy h e i t befangen sind, erkennt Deutschland heute die naturgegebene Ungleichheit der Menschen wieder an. Die Gleichheitslehre behauptet fälschlich, daß Wesen und Wert aller Menschen im Grunde völlig gleich seien, und sie hat auf politischem Gebiet zu den Wahnsinnsformen der parlamentarischen Demokratie geführt. Kulturell führt sie zwangsläufig zur Zerstörung der Grundlagen jeder Kultur. Biologisch gesehen führte die Gleichheitslehre zur bevorzugten Förderung und Erhaltung des Schwächlichen und Untüchtigen und damit zur Degeneration der Völker. Die Gleichheitslehre leugnete auch die Rassengrenzen, in Europa insbesondere die Grenze zwischen Europäern und Juden. Die Folge war eine zunehmende Vermischung mit dem uns völlig artfremden jüdischen Blute. Der Ratlonalsozlalismus erkennt die naturgegebene und gottgewollte Ungleichheit der Wenschen als Grundlage allen Kulturlebens wieder an und zieht daraus feine Folgerungen. Politisch bestehen sie im Führer- gedanken, biologisch In der Bekämpfung der Degeneration innerhalb eines Volkes durch bewußte Förderung der tüchtigen und gesunden Teile gegenüber den untauglichen und der Ablehnung der Rassenverml- f ch u n g durch Ausschaltung jedes rassefremden Einflusses. Naturgemäß zerfallen die rassenhygieniscben Maßnahmen, die die Degeneration überwinden sollen, in positive und negative. Positive Maßnahmen dieser Art sind alle, die der Auslese dienen. Jede Maßnahme, die Gesunde und Begabte sozial fördert, kann aber nur dann als Auslese im biologischen Sinne gelten, sofern sie über die individuelle Förderung hinaus gleichzeitig die M ö g - lichkeit zur Frühehe und zur kinderreichen Familie schafft. Die negativen rassenhygienischen Maßnahmen haben das Ziel, die Fortpflanzung des untauglichen Teiles des Volkes etnzu- schränken und in Fällen schwerer Belastung völlig zu verhindernd Im einzelnen wird dieses Ziel durch die im Aufbau befindliche Eheberatung, durch demnächst gesetzlich einzuführende amtliche Ehezeugnisse und in besonderen Fällen durch Eheverbote erreicht werden. Für die Fälle schwerer Belastungen hat das Deutsche Reich mit seinem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses die Sterilisierung eingeführt. Aus der Anerkennung der naturgegebenen Ungleichheit ergibt sich für den Ratlonalfozialls- mus als zweite biologische Folgerung zwangsläufig der Grundsatz der Reinerhaltung des Blutes und der Ausschaltung jedes rassefremden politischen, geistigen und wirtschaftlichen Einflusses in der Ration. Deshalb wird der nationalsozialistische Staat in Kürze durch ein Gesetz zum Schuhe des deutschen Blutes die weitere Bastardierung durch neue Wischehen mit Juden verhindern. Auch die Zurückdrängung jüdischen Einflusses in Wirtschaft und öffentlichem Leben wird im Rahmen der praktischen Wögllchkeiten unerbittlich weiter verfolgt werden. Im übrigen gilt gerade für dieses in der Praxis oft so schwierige Gebiet mehr denn irgendwo das Führerwort, daß bei grundsätzlichen Fragen, die für Jahrhunderte gelöst werden müssen, nicht das Tempo der Entwicklung, sondern dieZähig- k e i t in der unerbittlichen Verfolgung des einmal als richtig erkannten Zieles entscheidend ist. Unsere Bevölkerungspolitik stützt sich nicht allein auf wirtschaftliche und gesetzliche Maßnahmen, sondern in erster Linie auf die neue seelische Haltung der Nation. Indem wir ihr wieder Vertrauen Aur Führung und zur Zukunft gaben, indem wir Den Willen weckten, die Schwierigkeiten zu meistern, die sich dem Glück und der Zukunft, unseres Volkes entgegenstellen, schufen wir die Voraussetzungen für die Auswirkung jener gesetzlichen Maßnahmen, die durch sachliche Unterstützung das gleiche Ziel einer Geburtensteigerung anstreben und bis zu einem erheblichen Grade auch schon erreicht haben. Zur Ehaltung des Volksbestandes ist eine Erhöhung der Geburtenhäufigkeit gegenüber dem Stand von 1933 um mindestens 4 5 d. H., d. h. eine Geburtenzahl von 1,4 Millionen im Jahre, und zwar dauernd, erforderlich. Der Nationalsozialismus hat den völkischen Lebenswillen des deutschen Volkes wieder erweckt. Wir Nationalsozialisten wissen, daß es uns unter der Führung Adolf Hitlers auch gelingen wird, den Kampf, bei dem es um Sein oder Nichtsein geht, siegreich zu beenden und damit zum ersten Mal in der Ge- schichte aller Zeiten und Völker ein Volk vom Rande des biologischen Todes zurückzureißen und einer neuen, glücklichen, völkischen Zukunft entgegenzuführen. AationalsoziaMsche und bolschewistische Agrarpolitik. Gesundete Landwirtschafi sichert die Dolksernährung. - Reiches Agrarland unter der Geißel des Hungers. Als letzter Redner sprach Reichsleiter und Reichsbauernführer R. Walther D a r r 6 über „Das Prinzip der nationalsozialistischen Agrarpolitik gegenüber dem Prinzip der bolschewistischen Agrarpolitik". Er führte u. a. aus: Als der Nationalsozialismus im Jahre 1933 die Verantwortung im landwirtschaftlichen Sektor unserer Wirtschaft übernahm, wurde, ohne zu zögern, eine gründliche Reform eingeleitet, welche einen hoffnungsvollen Gesundungsprozeß der deutschen Landwirtschaft bewirkt hat. Die Voraussetzung für das Gelingen dieser Reform in der Landwirtschaft war die Durchsetzung des Willens der Führung bis in die letzten Gliederungen des Landvolkes, also bis in die einzelnen Bauern- böfe, hinein. Mit der Organisation des Reichsnährstandes war es möglich, sofort den Krebsschaden aller Volkswirtschaften, die Börsenspekulation im Lebensmittelhandel zu zerschlagen. Die Schlüsselstellung, um sowohl die für die Ernährung notwendige Gesundung der landwirtschaftlichen Produktion herbeizuführen, als auch dem Konsumenten einen ausreichenden Schutz zukommen zu lassen, lag also auf dem Gebiet derRegelung der Markte. Der Landwirt hat auf solche Weise Die Stetigkeit seines Absatzes qesichert, und sein Volk hat die Gewähr einer gesicherten Ernährungs- wirtschaft. Die Marktordnung bedeutet eine unter staatlicher Aufsicht stehende Regelung und Ordnung der Lebensmittelverteilung. Unsere nationalsoziali- stlsche Marktordnung enthält sich grundsätzlich eines Eingriffes in die Privatinitiative auf dem Hofe. Dem Konsumenten gegenüber liegt der Schutz darin, daß die Regelung der Märkte gestattet, auch wirk- lich die Lebensmittel dorchin zu dirigieren, wo sie benötigt werden, um damit die Preispolitik der Regierung überhaupt erst zu garantieren. So hat die RSDAP. in einer eigentümlichen Synthese von Individualismus in der Produktion und einer planmäßig geordneten Verteilung der Lebensmittel gegenüber den konsu- menten nicht nur in knapp zwei Jahren die deutsche Landwirtschaft der Gesundung entgegenführt, sondern auch unmittelbar dem deut- Oie Preisträger. Der Dichter Hanns Johst (rechts) erhielt den neu geschaffenen Preis für Kunst der NSDAP. Den Preis für Wissenschaft erhielt der Rassenforscher Professor Dr. Hans F. K. G ü n t h e r (links). (Scherl-Bilderdienst-M.) schen Volksgenossen im Lager der Konsumenten die Rahrung zu erschwinglichen Preisen gesichert. Wie sehr diese Dinge tatsächlich eine Frage des Prinzips sind, nach welchem regierungsseitig gearbeitet wird, beweist uns heute in einem krassen Gegenbeispiel die Sowjetunion. Denn die Sowjetunion geht an die Probleme der Lebensmittelversorgung des russischen Volkes von einem genau entgegengesetzten Standpunkt aus heran, wie der Nationalsozialismus. Der Nationalsozialismus ist bauernfreundlich, der Bolschewismus ist grundsätzlich bauernfeindlich und zerstört sein Bauerntum planmäßig; der Nationalsozialismus fordert die bäuerliche Wirtschaft, der Bolschewismus versucht die Produktionsgebräuche der Industrie auf das Landvolk zu übertragen, indem es sog. Kollektivwirtschaften, d. h. staatliche oder halbstaatliche R i e s e n g ü t e r an die Stelle der bäuerG * -■ Des Führers Hammerschlag bei der feierlichen Grundsteinlegung zur neuen Kongreßhalle im Südosten der Lmtpold-Arena: „Stehe fest und rede als ewiger Zeuge!" Hinter dem Führer die Blutfahne.— (Scherl-Bilderdienst-M.) lichen Wirtschaften setzt. Auf dem Gebiet des Lebensmittelhandels schaltet der Nationalsozialismus Wucher und Spekulation aus und beschränkt sich im übrigen auf die Kontrolle sowohl bezüglich der Versorgung der Bevölkerung als auch bezüglich der Preise; die sowjetrussische -Regierung dagegen hat den Lebens Mittelhandel verstaatlicht, um ihn zu einer phantastisch ergiebigen Einnahmequelle für den Staat auszubauen, d. h. der Bolschewismus erhebt den Lebensmlttelwucher zum Staats- Prinzip. Das Ergebnis der bolschewistischen Welhode ist hunger, hunger und abermals hunger. Erst feit einem Jahr hat der russische Arbeiter überhaupt die Möglichkeit, zusätzliche Lebensmittel im staatlichen Geschäft zu kaufen. Bis dahin war er auf seine kümmerliche Lebensmittelration angewiesen und muhte, um diese zu erhalten, einen Teil seiner freien Zeit mit Schlangenstehen vor den Lebensmittelgeschäften verbringen. Um sich 10 Kilogramm Schwarzbrot kaufen zu können, muh der russische Arbeiter bei durchschnittlichem Lohn 12V« Stunden arbeiten, der deutsche Arbeiter dagegen nur 4 bis 5 Stunden. Für 1 Kilogramm Rindfleisch muh der russische Arbeiter den Lohn von 15 Arbeitsstunden hergeben: für 1 Kilogramm Wurst muh er den Lohn von 9 Arbeitsstunden aufwenden: für 1 Kilogramm Butter gar 32 Arbeitsstunden: 1 Liter Wilch kostet 2 Arbeitsstunden: 1 Wandel Eier 14 Arbeits- stunden und für einen Zentner Kartoffeln muh der russische Arbeiter 60 Arbeitsstunden aufbringen. Wenn nun in Rußland fortgesetzte Mißernten, — die bei einer derartigen Wirtschaft eigentlich ja an der Tagesordnung sind — die Regierung veranlassen, mehr als die Hälfte der Ernte einzutreiben, oder wenn die dem Kollektivlandarbeiter verbleibende Hälfte der Ernte nicht ausreicht, um sich und seine Familie zu ernähren, dann sind diese armen Menschen gezwungen, zu versuchen, i n d e n staatlichen Läden etwas Lebensmittel zu kaufen, wo sie, vorausgesetzt, sie haben überhaupt die Mittel dazu, dem brutal st en staatlichen Lebensmittelwucher ausgesetzt sind. Das Ergebnis des bolschewistischen Prinzips auf dem Gebiet der Lebensmittelversorgung ist also: Preisgabe der Bauern! Als Folge: Zusammenbruch der landwirtschaftlichen Produktion, daraus folgert die Unterernährung des Gesamtvolkes. Während also Rußland von der Sozialisierung des Bodens und der landwirtschaftlichen Produktion spricht, schafftes Hungersnot und einen Staatskapitalismus, wie er grausamer nicht gedacht werden kann. Wir dagegen bejahen die Privatinitiative, bejahen das Eigentumsrecht der bäuerlichen Arbeit und schaffen praktischen Sozialismus durch Sicherung der Ernährung des Volkes vermittels einer Ordnung des Lebensmittelmarktes. Der Nationalsozialismus baute in zwei Jahren eine fast völlig vernichtete Landwirtschaft wieder auf und sicherte trotz großer sonstiger Schwierigkeiten die Ernährung des Volkes ausreichend, der Bolschewismus brachte es fertig, e i n reiches Agrarland, welches früher seinen Ueberschuß noch ausführte, restlos zu zerstören und in 18 Jahren feiner Regierungszeit d i e chronische Hungersnot in immer größer werdendem Umfange gewissermaßen staatlich zu stabilisieren. Wahrlich, der gesunde Menschenverstand braucht nicht lange zu wählen, um bei den Vergleichen beider Systeme, des nationalsozialistischen und des bolschewistischen, zu wissen, wohin er sich zu wenden hat. Der Führer dankte jedem Redner unmittelbar nach dem Vortrag persönlich durch Händedruck für die geleistete Arbeit. Der Stellvertreter des Führers vertagte sodann gegen 9 Uhr den Kongreß auf Freitag vormittag. Manöverbeginn in der bayrischen Ostmark. Alexandersbad, 12. Sept. (DNB.) Zu den vom 13. bis 18. Sept, in der bayerischen Ostmark stattfindenden Schulungsübungen des 9. Armeekorps unter seinem Korpskommandeur Generalleutnant D o l l m a n n fanden sich auf Einladung des Korpskommandos 50 Pressevertreter aus den hessischen, thüringischen, braunschweigischen und hannoverschen Heimatgarnisonen der übenden Truppe in Alexandersbad im Fichtelgebirge ein, wo ihnen die Manöverleitung ein gemeinsames Standquartier zur Verfügung gestellt hat. Der ersten Uebung, die sich über den 13. und 14. September erstreckt, liegt der Gedanke zugrunde, daß eine östlich des Uebungsge« ländes stehende rote Armee unter Generalmajor Lüdtke angreift, während eine ungefähr auf der Linie Grafenwöhr-Vilseck stehende blaue Partei unter Generalmajor von G o ß- l e r hinhaltenden Widerstand zu leisten hat. Die Bevölkerung nimmt an dem vorbereitenden Aufmarsch der Truppen lebhaften Anteil und hat für die eingelegten Ruhetage eine Reche Veranstaltungen, insbesondere Kultur- und Volkstumsabende, zu Ehren der seltenen Manöoergäste in Aussicht genommen. Ein grausiger Fund. In einer Hecke an der Landstraße Siesbach—Wilzenberg (Birkenfeld) fanden Hitlerjungen einen d e r- ko hlten Menschenschädel. Im Frühjahr dieses Jahres hatte man die große Hecke zum Teil abgeholzt, teils abgebrannt, wobei wohl auch der Schädel in Mitleidenschaft gezogen worden fein mag. An der Stirn, oberhalb des linken Auges, konnte man ein kleines, runoes Loch feststellen. Man nimmt an, daß es von einer Kugel herrührt. Bei einer polizeilich durchgeführten Grabung an dieser Stelle wurden noch mehrere gut erhaltene menschliche Knochen gefunden, die mit dem Feuer nicht in Berührung gekommen sind. Reichshandwerksmeister Schmidt bei der Grundsteinlegung der Kongreßhalle. (Scherl-Bilderdiensts TL» ■ X JSL ..... ' . eine würde. spricht von einer Entspan- leuore' tung Italiens geblieben. Auch das „Öl_____" ____ .... nung, die man besonders im italienischen Lager feststelle. Man habe hier bereits erklärt, daß die Absichten der römischen Regierung niemals dahin gegangen seien, das herz Abes - s i n i e n s selbst zu erobern, sondern es sich stets nur um die von Menelik unterworfenen Provinzen sich ersparen. Selbst eine Art Völkerbundsmandat werde Mussolini heute nicht mehr genügen. Gewisse Zugeständnisse, die er vor einigen Monaten noch angenommen hätte, seien heute ungenügend. Der Duce habe seine Aufmerksamkeit auf die Unkosten gelenkt, die die Vorbereitungen bereits verursacht hätten, und er wolle auf keinen Fall, daß diese Ausgaben „unproduktiv" blieben. Er habe Mussolini die Frage vorgelegt, ob er nach einem er st en und entscheidenden militärischen Erfolg in Abessinien bereit sein würde, mit den übrigen interessierten Mächten über die zukünftige politische Gestaltung Abessiniens zu verhandeln. Der Duce scheine bis zu einer gewissen Grenze dazu bereit zu sein. Sollte England aber gleich zu Beginn den italienischen Plänen entschlossenen Widerstand entgegensetzen, so müsse man die schlimm st en Verwicklungen, um nicht zu sagen Katastrophen, erwarten. Der Berichterstatter zieht für Frankreich folgende Schlußfolgerung, Italien gehöre zu den stärksten Militärmächten Europas, und Frankreich dürfe und könne sich nicht mit ihm Überwerfen, weil es sich dann sofort Deutschland zuwenden würde. Er habe den festen (Sinti r e r der englischen e und der Kreuzer „Devon- Absichten und hießen sie gut. Italien habe mehr als jedes andere Land Kolonien notig. Es hätte bereits sofort nach dem Kriege neue Kolonialgebiele erhalten sollen; aber ungerechter Weife habe es keine bekommen. Abessinien, das sich wie ein Keil zwischen die beiden afrikanischen Besitzungen Italiens, Lrythrea und Somaliland, einschiebe, stelle das berufene Ausdehnungsgebiet für Italien dar. Auf die Frage des Berichterstatters, wie die Meinungsverschiedenheiten zwischen Italien und England zustande gekommen seien, erwiderte der Duce, er habe die Londoner Regierung seit langem von seinen Plänen unterrichtet. In einer Rote vom 29. Januar habe er der englischen Regierung diese Pläne in allen ihren Einzelheiten dar gelegt und seicher in aller Öffentlichkeit die für ihre Verwirklichung notwendigen Maßnahmen ergriffen. England habe also bis ins einzelne alles gekannt, was Italien vorzunehmen beabsichtigt habe, und es wäre für die Londoner Regierung ein leichtes gewesen, schon vor Monaten ihre Einwände geltend zu machen. Der Berichterstatter schreibt dann weiter, daß er eine hochgestellte italienische Persönlichkeit, die täglich mit Mussolini zusammen sei, und daher die Ansichten des Duce genau kenne, gefragt habe, warum die englische Regierung solange gebraucht habe, um ihren Standpunkt darzulegen. Von dieser Seite sei ihm folgende Erklärung gegeben worden: England wünsche nicht, daß Italien sein Kolonialreich vergrößere, besonders aber nicht Abessinien, weil dies ein Teil Afrikas fei, den es s i ch selb st Vorbehalten habe, hierüber seien sich alle englischen Kreise einig. Schon seit langem habe sich keinerlei koloniale Vergrößerung vollziehen können, ohne daß England seine Zustimmung gegeben oder vielmehr „verkauft" habe. Dies sei ein unumstößlicher Grundsatz der englischen Diplomatie, der im Laufe der Jahre nur eine einzige Ausnahme gekannt habe, als nämlich Frankreich unter Karl X. 1830 die Eroberung Algeriens in Angriff nahm. Zum erstenmal müsse England jetzt merken, daß es seinem Widerstand nicht gelinge und nicht gelingen werde, Italien aufzuhalten. Daher komme die Unzufriedenheit und Verärgerung. Es mißfalle England, daß Frankreich und Italien, die seit langem im Witlelmeer Rivalen waren, nach der Regelung ihrer Meinungs- Verschiedenheiten sich auch in der abessinischen Frage geeinigt hätten. Der Berichterstatter erklärt bann, daß er nach । seiner Unterredung mit Mussolini den festen Ein- . druck habe, daß Italien auf alle Fälle und i mit aller Kraft seine Pläne in Abessinien . durchführen werde. Je mehr man sich mit die- ! stm Gedanken vertraut mache, um so mehr (Ent- ! täuschungen und um jo mehr Zeitverlust werde man Eine offenherzige Unterredung. DerDuce hat England rechtzeitig unterrichtet. Paris, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) Ein Mitarbeiter der volitisch'literarischen Wochenzeitschrift „©ringoire" hatte Gelegenheit, sich mit b e m Duce über bie Lage unter besonderer Berücksichtigung der Haltung Englands zum italienisch-abessinischen Streitfall zu unterhalten. Man habe den Eindruck, so schreibt er, als ob Mussolini seine Pläne erst nach sehr reichlicher U eb erleg u n g gefaßt habe und als ob ihn j e tz t n i ch t s mehr von seinem Vorhaben abhalten könne. Er sei sehr gerührt von der Sympathie, die ihm die französische Öffentlichkeit entgegenbringe, und die seiner Auffassung nach der Ausdruck von Intelligenz und gesundem Menschenverstand sei. Die Franzosen, so habe Mussolini ihm erklärt, verständen in ihrer großen Mehrheit seine munition. 1 3 . M i 11 e I m e e r Genf wartet auf die Rede Lavals. Frankreich wird seine Vermittlerrolle nicht aufgeben, aber gegebenenfalls an „Gühnemaß nahmen" vermutlich teilnehmen. Mffolim über den Konflikt mit England. OiellrsachendesbntischenWiderstandesgegenItaliensKolonialpläneinOstafrika gefagt werden, die Worte eines wirklichen Freundes sind? „Elastizität am richtigen Platz." Die Times zur Rede Hoares. London, 13. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Times" stellt mit Befriedigung den Widerhall der Rede Hoares fest, aus dem hervorgehe, daß der britische Außenminister im Namen der großen Mehrheit der Völkexbundsnationen gesprochen habe. Es habe schon früher Fälle der Mißachtung gegenüber der Dölkerbundssatzung gegeben, aber niemals einen, bei dem die Streitfrage so eindeutig gewesen sei. Der Völkerbund sei nach britischer Auffassung nicht ein Mittel zur Verewigung vorhandener Zustände, sondern entsprechend Der Erklärung Hoares Amerika fordert friedliche Lösung des Abessinien-Konflikts. Staatssekretär Hüll fordert Beachtung des Kellogg-Paktes fein. Ein bewaffneter Konflikt in irgendeinem Weltteil kann nur unerwünschte und w i« drige Folgeerscheinungen in allen anderen Weltteilen auslösen. Alle Nationen haben das Recht, zu verlangen, daß alle Fragen zwischen irgendwelchen Nationen ihre Lösung a u f friedliche Weise finden. Mit d'iesem Willen gegenüber allen Nationen fordert die Regierung der Vereinigten Staaten solche Länder, welche bewaffnete Feindseligkeiten in Erwägung ziehen, auf, den Kelloggpakt endlich zu berücksichtigen, den alle Unterzeichnermächte zu dem Zweck unterschrieben haben, den Frieden sicherzu st eilest und der Welt die unberechenbaren Verluste und menschlichen Leiden zu ersparen, die ein Krieg unausbleiblich als Begleiterscheinung oder zur Folge hat. gehandelt habe. Trotzdem aber dürfe man nur mit Vorsicht von einer solchen Entspannung sprechen, denn der Duce habe noch vor wenigen Tagen einer französischen Abordnung erklärt, daß er in erster Linie Ruhe brauche und daß sein Ziel nicht erreicht sei, wenn man ihm etwas anbiete, ohne feinen Truppen Gelegenheit au geben, s i ch zu schlagen. Laval werde in seiner heutigen Rede nicht die Vermittlerrolle aus der Hand geben. Er werde zwar strenge Worte zum abessinisch-italienischen Streitfall sprechen, aber feine bisherige Haltung nicht ganz aufgeben. Die französische Regierung habe sich bereits mit Rom ins Benehmen gesetzt. Mussolini sei bereit, wirtschaftliche und finanzielle Sühnemaßnahmen, an denen sich Frankreich beteiligen könnte, nicht als eine unfreundliche Haltung anzusehen. Eine französische Anfrage in London. Washington, 12. Sept. (DNB.) Staatsekretär hüll gab folgende Erklärung ab: Regierung und Volk der Vereinigten Staaten wünschen Frieden. Wir sind der Ansicht, daß internationale «Streitfragen auf friedlichem Wege geregelt werden können und müssen. Wir haben zusammen mit 62 anderen Nationen, darunter Italien und Abessinien, einen Vertrag unterschrieben, in dem die Unterzeichnerländer den Krieg als Instrument nationaler Politik verurteilen und sich untereinander verpflichtet haben, ihre Streitfragen ausschließlich durch friedfertige Mittel zu regeln. Unter den gegenwärtigen Weltverhältnissen kann eine A n • drohung von Feindseligkeiten irgendwo nur eine Bedrohung der politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Interessen aller Nationen Verstärkung der britischen Maltagarnison. London, 12. Sept. (DNB.) Das britische Kriegsministerium teilt mit: „Angesichts der internationalen Lage ist beschlossen worden, die I n • fantertegarnifon in Malta (die 1929 von Truppen, die nach Palästina gingen, entblößt worden ist), auf die vorgesehene Stärke 3u bringen. Zu diesem Zweck werden in Kürze folgende Einheiten nach Malta gesandt werden: Das 2. Bataillon des Lincolnshire-Regiments, das 2. Bataillon der südwalisischen Grenzertruppen, das 1. Bataillon der Kgl. schottischen Grenzertruppen. Der Truppentransportdampfer „Neuralia" traf am Mittwochfrüh in Malta ein. An Bord befanden sich rund 1200 Mann und 110 Offiziere sowie Geschütz- sei Elastizität am richtigen Platze ein Teil der Sicherheit. Es handele sich nicht nur darum, Kriege zu verhindern oder nach ihrem Ausbruch zu beendigen, sondern auch darum, die Ursachen von Kriegen zu beteiligen und das natürliche Spiel der internationalenÄräfte auszualeichen. Einen Beitrag hierfür bilde der britische Vorschlag, Untersuchung der Rohstoffrage zu veranstalten. „Times" gedenkt der altüberlieferten Freundschaft Englands mit Italien, gerade aus dem früheren englisch • italienischen Verhältnis könne geschlossen werden, mit welcher Abneigung, aber auch mit welcher Ueberzeugung Großbritannien seine jetzige Haltung einnehme, und wie sehr es einen Erfolg der letzten Dersöhnungsbemühungen begrüßen shire" werden in der Zeit vom 21. September bis 8. Oktober auf der höhe von Limassol aus Zypern vor Anker gehen. Die Zusammenziehung entspricht dem normalen Sommerprogramm der Mittelmeerflotte. Oer griechische Volksentscheid am 27. Oktober. Athen, 12. Sept. versucht man auch den Empfang im Wagen möglichst störungsfrei au gestalten. Als Störquellen kommen hauptsächlich Anlasser, Scheibenwischer und Zündung in Frage, von denen praktisch nur die Störungen der Zündvorrichtung beseitigt werden müssen, da die beiden anderen Störungsquellen nur zeitweise auftreten. Die moderne Zündkerzenentstörung besteht in einer Spezial-Widerstandstype, die auf die Zündkerze selbst aufgeschraubt wird, nachdem das Zuführungskabel von der Zündkerze abgeschraubt worden ist. Man verbindet bann bas anbere Enbe bes Wiberstanbes mit bem Zuführungskabel. Es ist nötig, baß jebe Zünbkerze am Motor einzeln entstört wirb. Außerbem muß aber ber Motor im ganzen entstört werden, und so wird noch ein gleicher Widerstand am Verteiler des Motors angebracht, und zwar möglichst nahe an der Zuleitung zum mittleren Verteilerknopf. Man durchfchneidet die Zuleitung und isoliert die beiden Kabelenden. Der Widerstand wird auf den beiden blanken Enden feftgeflemmt. Da ber Widerstand» durch eine warme- unb dl- beständige, glasierte Porzellan-Isolierschicht gegen äußere Beschädigungen geschützt ist, hält er fast unbegrenzt lange, ber Ankauf lohnt sich also {ebenfalls. * Wirtschaft gibt Hilfe für den deutschen Winzerstand er Aus dem Rhein-Main-Gebiet (3,25) beson- AZochenbencht vom Frankfurter Produttenmarkt. LPD. Das große Hilfswerk, das der Reichsnährstand unter der Bezeichnung „F e st der de u t * schen Traube und des Weines" tn der Zeit vom 19. bis 26. Oktober durchführt, soll dem schwer um seine Existenz ringenden deutschen Wm- zerstand die Mithilfe des ganzen deutschen Volkes gewinnen. Es soll allen Volksgenossen Aufklärung bringen, welche wirtschaftliche und politische Bedeutung die Erhaltung und Erstarkung des deutschen Winzerstandes hat. Wenn als die sicherste Grundlage für eine Erneuerung unseres Volks- und Staatslebens die Wiederaufrichtung Fnes blutsmätzig und wirtschaftlich gesunden Bauerntums mit Recht anerkannt worden ist, so kann man hierbei nicht an dem so wertvollen Teil deutschen Bauerntums, Wn Winzerstande, achtlos vorübergehen. Durch Jahrtausende hat er die deutsche Scholle erhalten, auf ihr bei kleinster Flächenausnutzung Tausenden von Familien Brot und Leben gegeben. Der Weinbau ist nicht nur der edelste Zweig der deutschen Landwirtschaft, sondern er stellt auch die intensivste Ausnutzung deutschen Bodens dar, eines Bodens, der in den wenigsten Fällen zu irgend anderen Kulturprodukten nutzbar gemacht werden kann. 96 v. H. aller Weinbaubetriebe ernährt sich auf einer Fläche, deren Größe unter einem Hektar liegt. Mit der Traube werden hohe Werte aus sonst überwiegend unfruchtbaren Böden gewonnen. Eine große Anzahl anderer mit dem Weinbau verbundener Berufszweige der Industrie, des Handels, des Gewerbes, des Handwerks, der v. H. erhöht. Abendbörse still, behauptet. Die Abendbörse war ohne Anregung und dere Tendenz. Berliner Schlußkurse lagen behauptet. IG. Farben bis 155,65 notiert, sonst hörte man Rheinbraun auf Berliner Schlußkurs angeboten. Am Elektromarkte waren Derforgungswerte ebenfalls zu behaupteten Kursen zu hören. Renten ohne Umsatz. Altbesitz 111 Der Verlauf blieb farblos und ohne Kursbewegung. IG. Farben 155,65. Don ausländischen Anleihen lagen Ungarische Goldrente um 0,15 Mk. auf 9,60, 4 v. Schweizer Bundesbahnen um 1 v. H. auf 188 gedrückt. Rur 3,5er dto. mit 176,75 waren gut behauptet. v Kurse- Altbesitz 111 Geld, Der. Stahlbonds 102.25, Farbenbonds 126,50, 4 v. H. Ungar. Goldrente 9,60, 4 v.H. Rumänen 5,13, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 188, 3,5 v.H. dto. 176,75, Adca 78,25, Berliner Handelsgesellschaft 114,50, Commerzbank 91,50, DD- Bank 91, Harpener 112,75, Mannesmann 88,50, Rhein-Braunkohle 222, Rheinstahl 111,50, Laura- hütte 20, Stahlverein 82,75, Aku 58,75, BMW. 123, Betula 146, Scheideanstalt 240, Deutsche Linoleum 152, Licht & Kraft 134, IG Farben 155,65 Gef- fürel 128, Goldschmidt 109,90, Holzmann 95, Iung- hans 84,25, Metallgesellschaft 112,50, RWE. 129,50, Schuckert 125,50, Siemens 176,50, Südd. Zucker 208, Reichsbahn-Vorzugsaktien 124,13, Hapag 16,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. Sept. Auftrieb: Zum Schlachthof direkt 8 Ochsen, 2 Bullen, 6 Kühe, 12 Färsen. Kälber 822, Schafe 193, Schweine 188. Es notierten (für 1 Zentner Lebendgewicht) in Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt 'Auskunft: 1108: Erschöpfung des französischen Einfuhrkontingents für Pappe in Bogen usw. und sogenannte Phantasiepappe. 1109: Reue Vorschriften für devisenrechtliche Behandlung der Transitgeschäfte. 1110: Deutsche Waren müssen bei der Einfuhr nach Frankreich ordnungsmäßige Rechnungskopien haben. Die Kapazitätsausnutzung der deutschen Industrie. rend der ganzen Woche nach wie vor sehr ruhig. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Viehmarkt hatte auch in diefer Woche wieder rege Umsätze. Am Rindermarkt war der Auftrieb um 168 Stück gegen die Vorwoche geringer. Dies führte dazu, daß nicht in allen blieben in sich fest. Im weiteren Verlaufe blieb die Börse farblos und ohne Sonderbewegungen. IG. Farben wieder 155,75 nach vorübergehend 156,25. Pfandbriefe still, auch Stadtanleihen ohne Veränderung. Tagesgeld erneut knapper und auf 3,50 Frau Göring als Ghrenpaiin. LPD. Herborn, 12. Sept. Frau Emmy Göring, die Gattin des preußischen Ministerpräsiden, ten, hat die Patenschaft beim neunten Kinde des Kraftwagenführers Müller übernommen. Als Patengeschenk hat Frau Göring eine Ausstattungsversicherung überweisen lassen. Heber 80 Bewerber um einen Bürqermeisterposten. LPD. Dillenburg, 12. Sept. Auf die Ausschreibung der Stelle des Bürgermeisters der Stadt Dillenburg haben sich über 80 Bewerber gemeldet. Die engere Wahl trifft der Beauftragte der NSDAP., der entsprechend den Vorschriften der neuen Gemeindeordnung im Einvernehmen mit dem Gemeinderat dem Regierungspräsiedenten drei Vorschläge zu unterbreiten hat. Die Entscheidung dürfte im Laufe der nächsten Wochen fqllen. Vier Fälle von spinaler Kinderlähmung in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 12. Sept. Wie bereits berichtet, sind in Frankfurt a. M. in den letzten Wo- chen Erkrankungsfälle von spinaler Kinderlähmung zu verzeichnen. Wie aus einer Veröffentlichung des Stadtgesundheitsamts heroorgeht, handelt es sich im ganzen bisher um vier derartige Fälle. Von feiten des Gesundheitsamtes sind alle möglichen Vorkehrungsmaßregeln getroffen worden, so daß keine Veranlassung zu irgendwelcher allgemeinen Beunruhigung besteht. Kreis Wetzlar <£ Aus dem Biebertal, 12. Sept. Hier ist man soeben eifrig bemüht, die Zwetschenernte "Obein-Main'stbe Börse. Willagsborse etwas freundlicher. Frankfurt a. M., 12. Sept. Kleine Kaufaufträge der Bankenkundschaft auf den ununterbrochen günstigen Anleihezeichnungsverlauf hin fanden immer noch leere Märkte vor. Dazu kamen einige Sonderbewegungen, so von Reichsbank, auf Hoffnung von wieder einer Abschlagsdividende, daneben von Rhein-Braun, die schon gestern nachbörslich gesucht waren, und von einigen Versorgungswerten. Dies förderte die Kurserholung. Insgesamt lagen die Märkte jedoch noch ruhig. Während die meisten Chemiewerte etwas an- zoqen, so Metallgesellschaft 1, Erdöl 0,25, waren IG. Farben ziemlich ruhig und 0,65 v. H. schwächer.' Am Montanmarkt Rhein-Braunkohle gegenüber gestern mittag 5,5 v. H. fester, nachbörslich stieg allerdings der Kurs schon gestern um 2,5 v. H. Stahlverein, Rheinstahl und Buderus eine Kleinigkeit höher. Am Elektromarkte traten Versorgungswerte etwas hervor, B^kula um 1,65, Gesfürel 0,75 v. H. höher, auch AEG. 0,25, Siemens 0,50 v. H. gebessert. Reichsbank-Anteile um 1,25 v. H. bei etwas größeren Umsätzen erhöht. Schiffahrtswerte freundlicher, Hapag um 0,25, Nordd. Lloyd um 0,50 v. H. Ruhig und nur unwesentlich verändert waren Zellstoff- und Kunstseideaktien. Auch Maschinenwerte ohne Bewegung. Sonst hörte man Südd. Zucker wiederum 1,25 v. H. höher, aber Deutsche Linoleum um 1,25 v.H. niedriger. Renten ziemlich still, Altbesitz 0,13 v. H., auch Kommunal-Umschuldung 0,13 v. H. schwächer. Mexikaner und Rumänen wie am Vortag. Ungarn Fwd. Das Institut für Konjunkturforschung „ im neuesten Wochenbericht eine Darstellung über die Kapazitätsausnutzung der deutschen Industrie. Im Durchschnitt des Jahres 1934 waren die Erzeugungsanlagen der deutschen Industrie zu etwa 60 v. H. ausgenutzt. Allerdings war die Ausnutzung der Anlagen in den einzelnen Industriezweigen und gar in einzelnen Betrieben der gleichen Branche sehr verschieden. Im ersten Halbjahr 1935 stieg die Ausnutzung im Durchschnitt auf etwa zwei Drittel, im Juli sogar auf fast 70 v.H. der Kapazität. Dabei ist im Vergleich zu 1934 eine deutliche Umschichtung zwischen den einzelnen Industrien eingetreten. In diesem Zusammenhang treten die Auswirkungen der Arbeitsbeschaffung insofern deutlicher hervor, als die Investitionsgüterindustrien und andere von öffentlichen Aufträgen begünstigte Industrien ihre Kapazi- Der Frankfurter Getreidegroßmarkt war an dieser Woche im großen und ganzen noch ruhig. Von größeren Abschlüssen in Brotgetreide per September war noch nichts zu verspüren, immerhin sing das Geschäft in Roggen und Weizen an, sich etwas zu beleben. Das Angebot in Kontingentsware von Brotgetreide war nicht dringend, aber Uebernachfraae vorhanden. In nichtkontingentierter Ware fehlte die genügende Aufnahmefähigkeit. Angeboten war norddeutscher Roggen. In I n d u - strie- und Braugerste verfügte der Markt über das normale Angebot. Der Futtermittelmarkt lag noch ohne besondere Anregung- Futtergetreide war nicht am Markt. Auch die übrigen Futtermittel blieben gefragt, besonders Kleie, die nur wenig angeboten war. Weniger beachtet waren Futtermehl und Nachmehl. Oelhaltige Futtermittel waren noch nicht am Markt. Schon für die nächste Zeit wird mit einer stärkeren Zuteilung der ölhaltigen Futtermittel gerechnet. Sie soll unmittelbar jetzt im Gebiete eintreffen. Bekanntlich ist die Dersorgungslage mit ölhaltigen Futtermitteln für das ganze Jahr gesichert. Bedarf besteht noch für einzubringen. Wie nach den Frühjahrsfrösten zu erwarten war, ist der Behang der langen Pflaumen nur mittelmäßig, daher hier starke Nachfrage. Infolge des sonnigen Wetters ist aber der Süßgehalt der Früchte gut; die Hausfrauen werden beim Mus- kochen an Zucker sparen können. Die Preise sind, entsprechend der starken Nachfrage, ziemlich hoch; es werden frei Station Abendstern für den Zentner 2 Mark gezahlt. Die M i r a b e l l e n e r n t e war verhältnismäßig günstig. Schlechter steht es um den Behang der K e r n o b ft b ä u m e. Schon heute ist um die'Obstbäume an den Kreisstraßen großes Interesse zu erkennen. Kreis Marburg. LPD. Marburg, 12. Sept. Ein Marburger Einwohner, der sich auf dem Pferdemarkt rabiat benahm, wurde, da er tätlichen Widerstand leistete, von einem Polizisten festgenommen und sollte zur Wache gebracht werden. Auf dem Wege dorthin riß er sich plötzlich los und flüchtete. Da er auf mehrfache Aufforderung nicht stehen blieb, machte der Beamte schließlich von seiner Schußwaffe Gebrauch und verletzte den Ausreißer durch einen Schuß in die Hand, so daß er nun festgenommen werden konnte. Kirche und Schule. ch Nidda, 11. Sept. In der dichtbesetzten Stadt» kirche fand durch Pfarrer S c r i b a die feierliche Aufnahme der diesjährigen Konfirmanden, 35 Knaben und 31 Mädchen, des hiesigen Kirchspiels statt. Zum Kirchspiel zählen die Gemeinden Nidda mit 21 Knaben und 20 Mädchen, Kohden mit 5 Knaben und 4 Mädchen, Unter-Schmitten mit 7 Knaben und 4 Mädchen, Michelnau mit 2 Knaben und Bad Salzhausen mit 3 Mädchen. qnnr». Sinöere Kälber a) 66—70 (66—70), b) 60 b;6 ec (ft)__65), c) 53—59 (53—59), d) 45—52 (42 bis 52). Lämmer und Hammel b2) W-ldemast- hammel 41—42 (40—42), c) 38—40 (37 39), ) 33—37 (34—36). Schafe e) 38—40 (36—38), V 33—37 (32—35), g) 28—32 (—). Schweine al) ka 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54) aj 54 (54),' e) 50 (50). Marktverlauf: Kälber lebhaft, später abflauend, ausverkauft. Hammel und Schafs mittelmäßig, ausverkauft. Schweine wurden zu- geteilt. . .. ., x % Großhandelspreise für Flel sch u na Fett war en. Beschickung: 705 Viertel Rindfleisch, 154 ganze Kälber, 3 ganze Hammel 49g halbe Schweine. Es notierten (für Kilogramm) in Mark: Ochsenfleisch b) ^6—80, c) 66 74.^Bul lenfleisch b) 74—78; Kuhfleisch b) 5^-66, c) 48 bis 58; Färsenfleisch b) 76—80, c) 66—^4. K fleisch b) 74—84, c) 68—72; Hammelfleisch b) 78 bis 80; Schweinefleisch b) 74; Fettwaren d) rohe» Speck unter 7 cm 77—80, Flomen 76—80. Markb verlauf: lebhaft. Anmerkung: Die Zahlen tn Klam» mern sind die letzten Donnerstagsnotlerungen. Klassen die Preise ganz gehalten werden konnten. Im allgemeinen war die Qualität als mittel zu bezeichnen und gegenüber dem Dormarkt angeglichen. Am Schweinemarkt verzeichnete der Auftrieb keine Besserung. Es waren 439 Stuck weniger aufgetrieben. Auch in dieser Woche erfolgte wieder Zuteilung. Bei der Zuteilung wurden in erster Linie nur Metzger mit vornehmlich Schweineschlachtungen berücksichtigt. Das Geschäft auf dem Kälbermarkt lag weiterhin rege, es standen 123 Tiere mehr zum Verkauf. Die Preise glichen sich denen der Vorwoche an. Der Auftrieb genügte, um die Nachfrage zu befriedigen. Auch Hümmel und Schafe verzeichneten einen um 59 Stück erhöhten Auftrieb. Der Marktoerlauf war hier mittel. Die Preise zogen, besonders für gute Tiere, leicht an. ♦ Umtausch von K o n t i n a e n t s m a r k e n beimWeiterverkaufvonKontingents- getreide. Nach einer Mitteilung des Getreidewirtschaftsverbandes Hessen und Nassau kann beim Weiterverkauf von einer bestimmten Menge Kontingentsgetreide der Verkäufer bei dem für ihn zuständigen Getreidewirtschaftsverband beantragen, daß ihm an Stelle mehrerer mit Kontingentsmarken versehener Ablieferungsbescheinigungen eine auf die Gesamtmenge lautende Sammelbescheinigung ausgestellt wird. Diese für die einzelnen Bescheinigungen eingetauschte Sammelbescheinigung ist bei jedem Weiterverkauf des Getreides dem Verkäufer zu übergeben. Im Falle des Weiterverkaufs eines Postens Kontingentsgetreide mit einer Ablieferungsbescheinigung an mehrere Abnehmer kann ebenfalls auf Antrag beim Getreidewirtfchaftsverband diese Bescheinigung gegen die erforderliche Anzahl von Einzelbescheinigungen umgetauscht werden. * Metallgesellschaft AG., Frankfurt am Main. Die Beschäftigung in fast allen Teilen der Gesellschaft und bei den Tochtergesellschaften der Metallgesellschaft AG. war in dem Ende dieses Monats ablaufenden Geschäftsjahr 1934/35 besonders durch den Auftragsbestand für den Inlandmarkt durchaus gut. Die Abteilungen, die für das Aus- landgefchäst arbeiten, waren bemüht, die Ausfuhrumsätze trotz aller bekannten Schwierigkeiten aufrechtzuerhalten. Die Gefolgschaft im Konzern nahm vor allem in den für das Inland beschäftigten Betrieben zu. Ueber die Bilanzaussichten können, wie der Fwd. weiter hört, jetzt noch keine Angaben gemacht werden. Arbeiter und Angestellten erhalt durch ihn ihren Lebensunterhalt. Die große wirtschaftliche Bedeutung des Weinbauer für das deutsche Volk ist damit gegeben. Mit dem zweitausendjährigen Kampf mit der Scholle verbindet das Schicksal des Winzers einen ebenso langen und zähen Kampf um die Scholle. Seit Jahr» tausenden geht das Ringen um den Rhein und seine Nebentäler. Das Weinland der Westmark ist Schickfalsland deutscher Geschichte. Nicht zuletzt sind es die Winzer, die immer wieder, erdverbunden ihrer Heimatscholle, der sie ihr karges Dasein abringen müssen, an der Westgrenze die treue Wacht halten. Wirtschaftliche Stärkung dieser Volksteile heißt politische Stärkung der Grenzwacht. Das „Fest der deutschen Traube und des Weines" bedeutet keine Werbung für vermehrten Alkohol- verbrauch. Die deutsche Traube, der deutsche Wem sollen Gemeingut des ganzen Volkes werden. Ob als Tafeltraube, Süßmost, Schaumwein oder Wein das Edelerzeugnis des deutschen Weinbaues verzehrt wird, ist nicht das entscheidende, aber daß jeder deutsche Volksgenosse sich des Wertes der im Weinbau verbundenen Volkskräfte und Güter bewußt wird, sich im gegebenen Augenblick daran erinnert und dann bereit ist, auch seinerseits an ihrer Erhaltung und Stärkung mitzuhelfen, das ist Sinn und Ziel der Werbung durch das „Fest der deutschen Traube und des Weines". .... ganze Jahr gesichert. Bedarf vefteyt noch für eiweißhaltige und für hochwertige Mischfuttermittel. Gegen Ende der Woche erfolgte die neue Preisfestsetzung für Weizenmehl und Weizen- kleie, nachdem im letzten Monat die gleichen Maßnahmen für Roggenmehl getroffen waren. Die Gültigkeit der Preise für Roggenkleie wurde gleichzeitig vom 31. Oktober dieses Jahres bis zum 15. Juli 1936, also bis zum Ende des Erntejahres verlängert. Für diesen Zeitraum gelten auch die neuen Preise für Weizenkleie. Der Weizenkleiepreis wurde etwas niedriger festgesetzt, und zwar in Hessen-Nassau mit 10,65 und 11,11 gegen •10,92 und bis 11,11. Der Mehlmarkt lag wäh- täten in steigendem Maße ausnutzen. Die Ablieferungsbescheinigungen für Getreide entzogen. Fwd. Der Getreidewirtschaftsverband Hessen- Nassau teilt mit, daß er nachstehenden Firmen, die sich Verfehlungen gegen die Marktordnung haben zuschulden kommen lassen und somit als unzuverlässig angesehen werden müssen, die Ablieferungsbescheinigungen für Getreide entzogen hat: Louis Lichtenstein, Marköbel, Kreis Hanau; Eduard Lichtenstein, Marköbel, Kreis Hanau; Sußmann Strauß, Büdesheim, Kreis Friedberg. Die Erzeuger werden hiermit verwarnt, diesen Firmen Getreide zu verkaufen. Da dieselben die vvr- geschriebenen Ablieferungsbescheinigunaen nicht aus- stellen können, und der Erzeuger verpflichtet ist, sich die Ablieferungen bescheinigen zu lassen, macht sich beim Verkauf an die obigen Firmen strafbar. Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe Oer zuletzt beschlossenen Dividende an. — Relchsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abend» börsc Schlußkurs ■ ■ .. , Schluß!. Mittag» börse Datum 11.9 12 9 | 11 9 12-9 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 101 101,25 101,13 101,13 *% Deutsche Reichsanl. von 1984 97,3 97,4 97,4 97,4 6¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. 102,65 102,4 102,25 102,25 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit 111,13 111 111,25 111 **/,% Deutsche Reichspostschatz cm- Weisungen von 1934, I....... 100,3 100,2 100,2 100,2 6% eljem.8% Hess. Volksstaat 1929 trückzahlb 102%) ............ 97 97 ■I» 97 4ya°/0 ehem. Hessische LcmdeSbant 96,75 96,75 1. —- 6y,% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Siaui ... 100,75 100,5 — E— 9,25 19,4 19,25 19,4 Kaliwerke Aschersleben. Ä Ä » Ä « . . 5 — 135,4 136 Kaliwerke Westeregeln . ...... . 5 129,25 130 130 131 Kaliwerke Salzdetfurth 7y. 186 185,75 186 I. G. Farben-Jnbustrte . 7 156,4 155,65 156,25 1 155,65 Scheideanstalt........ . 9 240 240 — —- Goldschmidt ......... . O 110 109,9 110 109,75. Rütgerswerke ........ . 4 116,5 116 117 116,4 Metallgeiellschaft...... . 4 111,75 112,5 111,75 112,9 Philipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg . O 94 95 95 95 - . - - . 6 118 117,75 Zementwerk Karlstadt.. . 4 Schultheis Patzenhofer . 4 — — 109,4 110,5 Aku tAllgemetne Kunstseide) .. O 59,25 58,75 59,25 59,4 Bemberg............ . 0 — —— 114,65 — Zellstoff Waldhof ..... .. 0 116 — 115 116,5 Zellstoff Aschaffenburg .. 0 82,5 82,5 83 83,13 Dessauer Gas ....... .. 7 — — 131,5 130,65 Daimler Motoren..... O 99,5 99,25 99,75 99 Deutsche Linoleum .... .. 8 154 152 153,25 152 Orenstein & Koppel .. .. O — 86,13 86 Westdeutsche Kaufhof. .. 0 27,75 27,5 27,75 27,4 Chade .............. .. c 287,5 280 289 288 Attumulaloreu-Fabrtk 12 — 175 174 Conli-Gummi ______ .. 8 157,75 158 157,75 158 Grttzner............ .. O 1 33,5 I 33,5 1 34 33,5 Matnkraftwerke Höchst a.3JL. .. 4 — — Süddeutscher Zucker . .. e 1 206,75 208 1 207,5 209 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. 2TL 11 .September 12 September Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Srles Geld Srief Buenos Aires 0,668 0,672 0,668 0,672 Brüssel..... 41,92 42,00 41,92 42,00 Ufo de Ian. . 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,05; 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,82 54,92 54,78 54,88 Danzig..... 46,82 46,92 46,82 46,92 London ..... 12,275 12,305 12,265 12,295 HeliingforS.. 5,41 5,42 5,405 5,415 Parts ...... 16,38 16,42 16,375 16,415 Holland .... 167,83 168,17 167,83 168,17 Italien..... 20,30 20,34 20,30 20,34 Jaoan ...... 0,722 0,724 0,722 0,724 Jugoslawien 5,664 5,676 5,664 5,676 OSlo..... : 61,65 61,7: 61,61 61,73 Wie»....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,13 11,15 11,12 11,14 Stockholm... 63,30 63,42 63,26 63,35 Schweiz .... 80,84 81,00 80,84 81,00 Spanten.... 33,95 34,01 33,94 34,00 Prag....... Budapest ... 10,26 10,28 10,27 10,29 Reu York ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Banknoten. Berlin, 12 September Geld Srief Amerikanische Rote».............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41,72 41,88 Dänische Noten ............... 54,62 54,84 Englische Noten .......... 12,23 12'27 französische Noten........ 16,325 16,385 Holländische Noten........ 167 41 168,09 Italienische Noten......... 19'46 19,54 Norwegische Noten ....... 61,45 61 6» Deutsch Lesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten........ — — Schwedische Noten........ 63.09 63,35 Schweizer Noten.......... 80,66 80,98 Spanische Noten__________ 33+58 33 12 Ungarische Rot«................ Keltag, 13. September 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Hr.214 Drittes Blatt ab an dem in Uhr rung geblieben. zeichnet. an 20.56 „ 21.09 „ 21.18 „ 21.34 „ 21.40 Hinfahrt: 7.39 Uhr 7.55 „ 8.17 8.29 „ 8.36 „ 10.15 „ Auf zum Rhein am 15. September mit „Kraft durch Freude". Versammlung der Ortsbauernführer. Die Ortsbauernsührer des Kreises Gießen hielten unter dem Vorsitz des Bezirksbauernführers M e z- g e r (Röthges) im Hotel Hopfeld eine gut besuchte Sitzung ab, zu der auch Kreisbauernführer Ott und Stabsleiter Dr. Krämer (Friedberg) erschienen waren. Zu Ehren des verstorbenen Ortsbauernführers Hermann Velten (Göbelnrod), dem der Bezirksbauernführer einen Nachruf widmete, erhoben sich die Anwesenden von ihren Plätzen. Dann sprach der Geschäftsführer der Futtermittelstelle Frankfurt am M., Pg. Matthaei, über die Futtermittelbeschaffung. Die Futtermittel-Hauptstelle unterhält in jeder Landesbauernschaft eine Außenstelle, der die Aufgabe zufällt, den Bedarf an zusätzlichem Futter festzustellen. Im letzten Jahre war es infolge der geringen Ernte notwendig, mit dem Vorhandenen streng hauszuhalten. So hat man während der letzten Monate, in denen die Betriebe mit Grünfutter versorgt waren, sämtliche ölhaltigen Futtermittel eingelagert, um für die Bedarfszeit von September bis kommenden März vorgesorgt zu sein. • Weiter sprach der Redner über wichtige Augenblicksfragen in der Landwirtschaft, so u. a. über die bevorstehende Anordnung der Hauptvereinigung der deutschen Getreidewirtschaft, nach der Mühlen über 3000 Tonnen Kontingent eine Andienungspflicht der anfallenden Kleie erhalten. Außerdem wird eine Rücklieferungspflicht art den Landwirt, der direkt an die Mühlen Getreide liefert, für 60 v. H. der entsprechenden anfallenden Nachprodukte erlassen werden. Den Zuckerrübenpflanzern werden 4,5 v. H. Trockenschnitzel gratis zurückgegeben werden. Für den Rest aus der Fabrikation, zirka 1,5 v. H., der für den süddeutschen Zuckerwirtschaftsverband rund 250 000 Zentner ausmacht, besteht Andienungspflicht an die Futtermittelstelle. Auch für die Abfälle aus den Brauereien und Mälzereien sind Andienungen bei der Futermittelstelle vorgeschlagen, die Verhandlungen hierüber sind schon im Gange. Nachdem noch Kreisbauernführer Ott über die Durchführung der neuen Bestimmungen gesprochen hatte, hielt der Stabsleiter der Kreisbauernschaft Dr. Krämer das Schlußwort, in dem er über die Getreidekontingentierung, den Schlußscheinzwang für Schlachtschweine u. a. sprach. Das diesjährige Winterhilfswerk wird im Sinne des Führers wie bisher durchgeführt, um auch diesmal wieder die Verbundenheit des Bauern mit dem Führer und Volk zum Ausdruck zu bringen. Umfangreiche Erneuerungsarbeiten in der Frankfurter Gtratze. Wetzlar Dutenhofen Gießen Großen-Linden Lang-Göns Mainz-Kastel Die viele Wochen währenden Arbeiten in der Frankfurter Straße zwischen der Veterinärklinik und der Stadtgrenze sind nunmehr bis auf einige Schönheitsarbeiten beendet. Um dem starken Verkehr eütgegenzukommen und um Unfällen vorzubeugen, wurde die Fahrbahn auf etwa einen Kilometer Länge durchschnittlich um zwei, an einzelnen Stellen bis zu drei Meter verbreitert. Der an der Ostseite der Straße liegende, innerhalb der Stadt jetzt immer noch sehr breite Fußgängersteig wurde erhöht und durch Randsteine gegen den Fahrdamm abgetrennt. Zwischen der Straße am Steg und der Schubertstraße, wo seither schon Randsteine vorhanden waren, wurden diese durch Zementsteine ersetzt. Die gesamte, zum Fahrdamm hinzugekommene Straßenfläche, etwa 2500 Quadratmeter, wurde mit Bruchsteinen ausgestellt, mit Basaltsteinen eingedeckt und schließlich mit Basaltsplitt unter starkem Teerzusatz eingeebnet. Die Walzarbeiten wukden mit der Provinzialwalze vorgenommen. An der Kurve vor dem großen Eisen- bahnviadukt wurde der äußere Straßenrand beträchtlich erhöht. An der westlichen Straßenseite wurde der zwischen der Gärtnerei Bernhardt und dem Hollerweg in die Fahrbahn vorspringende Fußgängersteig um etwa 50 Zentimeter zurück- Firdusi - F e st. Die Iraner feiern die Wiederkehr des Todestages ihres großen Dichters, der lange vor Walther von der Vogelweide lebte und dichtete, und dessen Wirken heute noch so allgegenwärtig und alloertraut ist, wie uns die Dichtungen Goethes. Die Studenten haben eingeladen in ihr Clubhaus „Dschauane Iran" in einem der vornehmen Außenbezirke von Teheran. Der Garten ist dick mit Teppichen belegt. Sie lassen nur die Platanen frei, die schlank in den dunkeln Himmel streben, und dte Blumenbeete. Sie rieseln über die Treppen und Stufen und hängen in die Teiche mit den Goldfischen machen Halt vor einer kleinen Erhöhung, im Hintergründe des Gartens, wo vor gelber Lehm- mauer fünf tadellos gewachsene Cypressen stehen, flankiert im Vordergrund von zwei Weiden in zartem Silbergrau und zwei Kübeln mit Zitronen, deren gelb-grüne Früchte im Mondlicht von innen Dolksstück „Holzappel". Man weiß heute im Kreise Gießen, daß „Kraft- durch-Freude"-Veranstaltungen etwas ganz Besonderes sind. So bietet auch die Uraufführung des lustigen V o l k s st ü ck e s „Holzappel" am Tage des deutschen Bauern, am 6. Oktober, im Gießener Stadttheater wieder etwas ganz besonderes. Für alle Volksgenossen des Kreises Gießen muß es etwas besonderes sein, ein neues Stück aus der Taufe zu heben. Noch nirgends ist das Stück gespielt, aber wir glauben, daß bald nach unserer Uraufführung in Gießen das Stück über alle deutschen Bühnen gehen wird. Ein wirklich saftiges Volksstück, mit großartigem Humor und tiefem Ernst, dieses „Holzappel"! Volksgenossen, sorgt Euch rechtzeitig für Plätze, Preise sind von 70 Pfennig bis 1,50 Mark, bei allen KdF.- Ortswarten. Urlaubszug Allgäu vom 19. bis 29. September. Die Fahrkarten können auf der Geschäftsstelle Gießen, Schanzenstraße 18, abgeholt werden. Die Fahrt geht in Frankfurt ab 19. September 23.48 Uhr. Die Rückkunft am 29. September - Am Montag, 16., und Dienstag, 17. September, in der Zeit von 20 bis 22.30 Uhr, zahlen alle Angehörigen der SA., SS., NSKK., Reiter- und Marine-SA., die nicht Parteigenossen sind, den Hilfskassenbeitrag für das 4. Vierteljahr 1935 im Restaurant „Zum Tannhäuser", Frankfurter Straße 83. Wer an diesen beiden Abenden den Beitrag nicht bezahlt, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet. Aus parteiamtlichenBekarmtmachungen Die Mitgliedskarten von Parteigenossen in der Ortsgruppe G i e ß e n - N o r d , mit den Anfangsbuchstaben L, M und N beginnend, sind bis zum Aus der provinzialhaupistadt. Dem Herbste zu. Der Kalender erzählt uns, daß am 23. September der Herbst anfängt. In uns selber haben mir einen etwas anderen Kalender, der meist den Herbstbegtnn schon in das 1. Drittel des Septembers verlegt. Denn dann beginnt es herbstlich zu werden. Die Sonne ist früh morgens meist von Nebeln verschleiert, es ist recht kühl, und erst im Laufe des Tages wird der Himmel hoch, klar und hell, so klar, wie er im Sommer selten ist. Und viele Bäume nehmen eine herbstliche Färbung an. Auch am Abend, so warm der Tag gewesen sein mag, spürt man den Herbst; früh senkt sich die Dämmerung über die Erde, und zum Abendbrot muß man Licht am zünden. Trotz alle dieser Vorzeichen fällt der kalendermäßige Herbstbeginn nicht mit diesem gefühlsmäßigen zusammen. Eigentlich sollte man erst von ihm reden, wenn er wirklich gekommen ist. Wozu soll man Dinge, die man nicht gern heraufbeschwört, unnötig früh an die Wand malen? Und doch kommen sie unentrinnbar; da ist es wohl das beste, sich ihrer guten Seiten zu erinnern. Der Herbst hat solche guten Seiten sicherlich in Fülle. Wir leiden nicht mehr unter unerträglicher Hitze, wir werden nicht mehr bei jedem Ausflug von Mücken, Fliegen und Wespen belästigt, wir finden wieder Ruhe zur Arbeit, woran es doch im Sommer ost sehr mangelt, da auch der Fleißigste voll Empörung ist, wenn er an schönen Sommertagen im Zimmer sitzen und auf Häusermauern starren muß. Im Herbst bleibt man gern bei seiner Arbeit, meist gestärkt durch die sommerliche Erholung, und alles geht flinker von der Hand. Der Kopf ist klar, fast fo klar wie der seltsame Herbsthimmel, dessen tiefes Blau beglückt. Auch den Augen tut dieses Licht wohl. Für die Glücklichen, denen der Herbst noch Urlaubs- oder Ferienwochen bringt, sieht die Welt verlockend aus. An den Rebstöcken reifen die Trauben, in diesem Jahre in Fülle und Süße wie selten. Wir werden ein gutes Weinjahr haben, eine Freude für alle, die einen guten Tropfen lieben, ein Segen auch für unser Land, denn deutscher Wein ist in der ganzen Welt geschätzt. Man beneidet uns um den herrlichen Trank, der auf den Rebenbergen an Rhein und Mosel, an Saar und Main reift, man erkennt ihm die Krone unter den Weinen zu. Eine rechte Herbstfreude ist es, durch die Weindörfer zu wandern. Froh und leicht wird es uns um Herz, Wanderfreude pulst in den Adern. Und nicht lange mehr, bann werden die Wälder in allen Farben des Herbstes leuchten und brennen, und es wird Menschen genug geben, die aus ehrlicher Ueberzeugung sagen: die Pracht des Herbstes ist unvergleichlich, keine Jahreszeit kommt gegen ihn an. Und das, sollte uns dünken, ist die rechte Stimmung, sich jenem Kalenderblatt zu nähern, das uns den Herbstbeginn ankündigt. Ortsgruppe Gießen-Süd. Abteilung hilfskaffe. Vekr.: Bezahlung der Hilfskaffenbeiträge für das letzte Vierteljahr 1935. 26. September mit der Ausfertigungsgebühr von 1,— Mark, zwei Paßbildern und den vollzähligen Beitragsmarken zum Umtausch gegen das Mit- gliedslmch einzureichen. In der Ortsgruppe Giehen-Süd sind die Mitgliedskarten von Parteigenossen, deren Namen mit den Buchstaben L, M und N beginnen, ebenfalls mit 1,— Mark Ausfertigungsgebühr und zwei Paßbildern bis zum 20. September spätestens auf Ortsgruppenbüro abzuliefern. Frankfurt ist 17.44 Uhr. Gportamt „Krast durch Freude". heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule. Von 20.45 bis 22 Uhr für Frauen und Männer gemeinsam, Lyzeum, Dammstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele/ Von 20.30 bis 21.30 Uhr, nur für Frauen, Lollar, Kantinengebäude Fa. Buderus. Reiten. Von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz. Neue Schwimmkurse. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, für Frauen und Männer gemeinsam, Volksbad. Von 21.30 bis 22.15 Uhr nur für Frauen. Anmeldung und Auskunft vor Beginn der Uebungsstunden im Dolksbad. Treibt Leibesübungen mit „Kraft durch Freude". Deutsche Arbeitsfront. Achtung! Ausgabe der Ehrenurkunden vom ersten Leiftungsfchreiben. Die Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung in der Kreiswaltung Gießen veranstaltet am kommenden Samstag, 14. September, 20 Uhr, einen Kameradschaftsabend im Cafe Ebel. An diesem Abend werden die Ehrenurkunden vom ersten Leistungsschreiben ausgehändigt. Wir laden hierzu alle Wettschreiber, sowie die Arbeitskameraden unserer Lehrgänge ein. Nachte im Iran. Don unserem-ständtgenS -D.-Äerichterstatter (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Teheran, Spätsommer 1935. Es ist bezeichnerid für Land und Leute, daß man es im Irak* — trotz der starken Tageshitze — vermeidet, nachts zu reifen, während in Persien gerade die kühlen Nächte benutzt werden, um die weiten Strecken, die im dünnbesiedelten Hochlande die Städte trennen, im Auto zurückzulegen. Die guten Straßen, die völlige Ruhe und Sicherheit des Landes — wie sie im Irak nicht immer gewährleistet ist — machen die Nacht im Iran** zu einer vertrauten Lebensform nicht nur für Reifen im Lande, sondern auch für die Ruhe nach des Tages Hitze, für die Feiern nach Wochen der Arbeit. Drei solcher Nächte sind mir von drei Reisen durch das iranische Gebirgsland eindrucksvoll in Ennne- Tausende von Händen, um die schwierigste Stelle in möglichst kurzer Frist zu bezwingen. Tag und Nacht schrien hier die Bohrmaschinen gegen den Fels, Tag und Nacht dröhnten die Sprengschüsse, polterten die Steinmassen abwärts, pfiffen die Lokomotiven der schmalspurigen Arbeitszüge, und Wolken von Kalkstaub zogen im Mondlicht wie silberne Schwaden durch die Täler. Zwar legt man sich in eine der Wellblechhütten, die den Dänen als Wohnhaus dienen, in sehr bequemen Betten schlafen, zieht sich die Federdecke über die Ohren; denn hier so nahe der Paßhöhe ist es empfindlich kühl des Nachts. Aber an einen festen Schlaf ist nicht zu denken. Es find nicht nur die Eindrücke des Tages: der zweimal durchfahrene Urwald von Mazanderan mit feinen efeuurnhangenen Schluchten, das Begreifen des gewaltigen Werkes, das hier geleistet wird, — es ist quch das Arbeitstempo da draußen, das einen in feinen Bann zieht. Ein Tempo, das Tag für Tag, fast Stunde für Stunde die Vollendung eines bestimmten Pensums erheischt, trotz aller neuen und unvorhergesehenen Bodenschwierigkeiten. Dazu sind die Techniker da, um zu überlegen, wie man am schnellsten ihrer Herr wird. Draußen tönt wieder das Horn des Wächters, der die nächsten großen Sprengungen ansagt, die Arbeiter warnt und auffordert, sich in Sicherheit zu bringen, die kleinen Arbeitszüge halten läßt, damit sie nicht in die Gefahrzone hineinfahren. — Dann zählt man die Sekunden, bis der Fels aufbrüllt in hundertfältigem Echo und gewaltige Blöcke, wie Kieselsteine auf blankem Wasser, von Fels zu Fels talabwärts toben. Auch das ist eine Nacht, wie sie Iran heute kenn- Zwischen Hamadan und Kaswin überschreitet man am frühen Morgen eine öde Wasserscheide un Zuge der großen Autoverbindungen, tue Die Schlafwagengesellschaft zwischen Hanikin und Teheran eingerichtet hat. Reist man aber mit Iranern Zusammen, so wird's leicht Nacht, denn der Tag dient kleinen Einkäufen und den Vorbereitungen zur Reise. Vom Südhang der Bergschroffen heran er stürzen in die Hochfläche hinein zahlreiche Wud- wässer, die man auf sonst tadelloser Straße furtet; sie überbrücken zu wollen, wäre vergebene Liebesmühe. Die Wildwässer von Iran sind unberechenbar. Eben noch ein harmloses Rinnsal, sind sie — ist im Gebirge darüber Regen gefallen — gleich darauf ein gurgelnder Schlammstrom. In einem solchen Rinnsale war im Dunkel der Nacht das Getriebe unseres Wagens an einen Stein geschlagen. Wir saßen fest. Natürlich mußten wir trachten, aufs trockene Land zu kommen. Aber aus eigener Kraft war das nicht möglich; denn unser Wagen war nach landesüblicher Art schwer beladen Mir, dem fremden Gast, hatte man zwar den bequemen Platz neben dem Fahrer eingeräumt, aber hinten saß ein? ganze Familie, ein Ehepaar nebst Mutter und drei Kindern und viel, viel Haus- ^Die Kinder schliefen. Die Frauen seufzten, der -vobrer und der andere Mann waren ans Ufer gewatet um vorüberfahrende Wagen anzuhalten und uns abzuschleppen. Ich saß und harrte der Dinge, * Alte Bezeichnung für das nordöstliche Arabien und das westliche Persien bis zum Elbursgelnrge. ** Das heutige Persien Hochbetagte Gießener Einwohnerin. Am morgigen Samstag, ... ........... 14. September, kann Frau Emilie Hahn, Kaiser- allee 14 II, in großer gei- I stiger Frische ihren 91. B^BB' Geburtstag feiern, hochbetagte ent- stammt einer über 200 Jahre alten pfälzischen Beamtenfamilie, aus der \ viele Juristen und Geist- liche hervorgegangen sind. Die Familie wurde be- DW>WWWBM«hMM.M^BWBk reits im Jahre 1699 durch Kaiser Leopold ein Fa- verliehen. \ Frau Hahn .lieft heute \ noch sehr viel nimmt an den Geschehnissen un- ferer Tage regen Anteil. 1 Ihrer Initiative hatte es ■ die Fbmilie zu verdanken, daß bereits im Jahre 1908 ein umfassender Stammbaum aufgestellt , X wurde. Die Erinnerun- ■■ V- gen der Jubilarin gehen £ _ .. n, . weit zurück. Sie erinnert sich noch der Zeit, da rungen verbinden die hochbetogte Frau, die sich in im Jahre 1864 der Krieg um Schleswig-Holstein treuer Obhut ihrer Nichte befindet, mit der Nach- ging ferner an die Kriegstage von 1866 und vor barstadt Wetzlar und dem bekannten Ausflugsort allem an den Krieg von 1870/71. Viele Erinne- Braunfels. — (Aufnahme aus Faimlienbesitz.) Haupttreffer: eine Operation' Eine Lotterie, die man in San Franzisko ausgeschrieben hat, steht bestimmt einzigartig da. Der Reingewinn dieser Lotterie soll zum Bau eines neuen Krankenhauses dienen. Dabei gab es folgende Gewinne: medizinische Bäder, Rasierabonne- mente, Gutscheine für künstliche Gebisse, Zahn- Plomben, Berechtigungsscheine für regelmäßige Fuß- pflege usw. Der Haupttreffer aber war eine Operation. Wer sie gewinnt, der kann sich in dem nagelneuen und ganz modernen Operationssaal des zu erbauenden Krankenhauses operieren lassen. Sogar eine Erholungskur gehörte dazu. Die Lose fanden reißenden Absatz. Die Leitung des neu zu errichtenden Krankenhauses hat dann auch gleich eine neue Lotterie ausgeschrieben. Dabei werden zu gewinnen sein: Bestrahlungen, kosmetische Kuren, Schönheitsoperationen — vielleicht eine Nasen- plasttk — usw. Alles in allem sehr verlockende Ge- roinne heraus zu strahlen schienen. Eine kleine Freilichtbühne. Zur Linken das Vordach einer einfachen Berghütte, zur Rechten im Gebüsch der Weißbuchen eine helle Kalklampe mit Parabolspiegel. Unter dieser Bühne hat die Musikkapelle der Garde sich niedergelassen und hebt, als der Mond aufgeht, mit ihrem Vorspiel an: Geige, Balalaika und Flöte in mehrfacher Besetzung, — eine Musik voll unendlicher Wehmut und doch auch voll kriegerisch-beflügelten Marschtaktes. Dann aber das Spiel selbst. Gleißende brokatene Gewänder vor der gelben Lehmmauer mit den schwarzen Cypressen, darüber das Flackern eines roten Lagerfeuers. Die Handlung: Firdusi und seine geliebte Frau in Wechselrede. Wie der Dichter dazu kam, die Sagen der Vorfahren zu sammeln. Wie er sein Volk, das unter Fremdlingen schmachtete, zur Selbstbesinnung ermuntern wollte. Nicht anders, als es der Dichter uns selber in seiner Einleitung zum „Schahname" schildert, und fast nur mit des Dichters eigenen Worten. Andächtig schweigt die Jugend Irans, lauscht den Dichterworten, die ihr klingen müssen, wie uns etwa die Bibelsprüche Luthers. Berauscht vom Wohlklang der Sprache, vom Schwung des Versmaßes schweigen auch die Gäste. Leise begleitet die Musik die Rede, und lautlos winden sich durch die Schar der Gäste die Diener und reichen weite Sektkelche mit schlankem Stiel. In dem Sekt schwimmen kleine Würfel aus würzigem Apfel geschnitten, und in jeden Kelch fiel ein Tropfen — ein Tropfen nur — Rosenwassers von Schiras ... So wird in einer alten Kultur die Nacht des Menschen Freund. die Beine leicht angezogen, denn das Wasser gurgelte verdächtig nahe unter dem Boden, lieber uns funkelte der sternenübersäte Himmel Irans, und fern in den Schluchten heulten Schakale. Wie nun aber, wenn dennoch in den Bergen ein Platzregen niedergegangen wäre? Wie, wenn sich ein Geröllstrom vielleicht jetzt schon heruitterwälzte? Stieg nicht das Wasser schon? Kam in das sanfte Gurgeln nicht ein neuer. Ton? War das nicht das Knirschen von Kieseln? Das Wasser war wirklich gestiegen! Eiskalt trat es aus den Brettern des Bodens hervor. Die Frauen seufzten, und die Kinder wurden höher gebettet. Bisher waren wir, so schien es, Dutzenden von Autos begegnet. Jetzt aber wollte und wollte keines erscheinen. Endlich — die Hähne schrien schon im fernen unsichtbaren Dorf — tasteten sich langsam, langen Fühlhörnern vergleichbar, die kalkweißen Scheinwerferkegel einiger Lastautos aus der fernen Ebene über die Serpentinen zu uns herauf. Immerhin, es mochte noch fast eine Stunde dauern, bis sie bei uns waren. So klar ist die Luft hier im Hochlande. Und dieses Gefühl kommender Geborgenheit ließ alsbald alle Hemmungen vergessen. Man fiel in einen festen traumlosen Schlaf. Es war heller Morgen, als wir ifn Schlepp eines der großen Wagen der nächsten Dorfschmiede zusteuerten, wo man hoffen durfte, den Schaden wenigstens notdürftig zu beheben. * Das war eine Nacht voll Unraft und Arbeit, ganz ungleich dem, was man im Orient erwartet. Und doch vielleicht kennzeichnend für den Geist, der das heutige Iran beherrscht und es antreibt, auf der Bahn der staatlichen und wirtschaftlichen Entwicklung viel Versäumtes aufzuholen. Die Versuche, den langen Salonwagen des Schahs, der.vor ein paar Tagen an der Kaspiseeküste in Benderges an Land gesetzt war, durch die engen Kurven der Bergstrecke am Nordhang des Elburs nach Abbasabad hinaufzubringen, hatten dis spät m Den Abend gedauert und waren befriedigend verlaufen Der Salonwagen stand festlich erleuchtet in einem hier in der Wildnis unerhörten Glanz oben an der Felswand dicht vor dem Viadukt am Ende des Gleises; erst am kommenden Tage sollte er wieder abwärts rollen. Uns aber trug das Auto in finkender Nacht noch weiter aufwärts bis in den Talkessel von Abbasabad, wo die iranische Nordbahn auf engem Raume fast 200 Meter Steigung gewinnt, 'indem sie in zahlreichen Kehren an den Hangen des Kessels und seiner Seitentäler aufwärts klimmt. Hier waren wir Gäste der dänischen Techniker die nach deutschen Plänen den Bau ausführen Hier auf diesem engen Raum hatten sie alle I Kraft eingesetzt, fieberhaft arbeiteten Tag und Nacht Für diese wundervolle Fahrt in der Traubenzeit bei dem herrlichen Wetter am Sonntag an den Rhein sind noch eintae Plätze frei. Umgehende Meldungen werden noch entgegengenommen. Nachstehend geben wir den genauen Fahrplan bekannt. "• ' ' ■ Rückfahrt: Koblenz ab 19.12 „ Das Schiff fährt ab Mainz-Kastel um 10.30 Uhr. Für genügend Aufenthalt in Rüdesheim sowie in Koblenz ist gesorgt. Die bcutfdie Arbeitsfront =Gemeinfdiafi „Kraft burth freubc" 'S» NS. gesetzt. Diese Maßnahme ist sehr zu begrüßen, btt- vete doch dieses vorspringende Stück des Bürgersteiges ein erhebliches Gefahrenmoment für die Fahrbahnbenutzer. Die gesamte Straßendecke zwischen der Straße Am Steg und der Stadtgrenze wurde ausgebessert und befindet sich jetzt in tadel- fofem Zustand. Don gesundheitlichem Standpunkt aus ist die Instandsetzung der Straße sehr zu begrüßen, bildeten sich doch nach starkem Regen auf einem Teile des Bürgersteiges, zwischen Schubert- und Thaerstraße, aroße Schlammpfützen, die einen üblen Geruch verbreiteten. Jetzt nehmen die an der Straßenseite angebrachten Sinkkästen das Wasser auf und leiten es ab. Auch für eine bessere Beleuchtung der Straße wird Sorge getragen. Acht neue Straßenlampen, an denen eben noch gearbeitet wird, werden den Staddausgang bis zur Stadtgrenze beleuchten. Die gesamten Straßenarbeiten dauerten etwa zwölf Wochen und boten vielen Volksgenossen Verdienst. An die Postoerwaltung sei an dieser Stätte der Wunsch gerichtet, an der äußeren Frankfurter Straße, etwa an der Eisenbahnwohnkolonie, einen Briefkasten anzubringen. Berechnungsstelle für die Bekleidungsindustrie. LPD. Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen, Schwarz, teilt mit: Der Sondertreuhänder der Heimarbeit im deutschen Bekleidungsgewerbe hat auf Grund des § 11 der Zweiten Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die Heimarbeit vom 20. Februar 1935 mit Zustimmung des Herrn Reichs- und Preußischen Arbeitsministers die von der Deutschen Arbeitsfront in Frankfurt a. M. einaerichtete Berechnungsstelle für die Bekleidungsindustrie mit der Stückentgeltberechnung in der Herren- und Knabenbekleidungsindustrie, Uniformindustrie und Wäscheindustrie im Treuhänderbezirk Hessen beauftragt. Jeder, der Heimarbeit ausgibt oder weitergibt, kann bei der Berechnungsstelle die Stückent- geltberechnung für ein Muster, nach dem eine größere Zahl von Stücken zu arbeiten ist, oder die Nachprüfung einer von ihm vorgenommenen Stückentgeltberechnung beantragen Ferner kann jeder Heimarbeiter, Hausgewerbetreibender oder Zwi- fchenmeister bei der Berechnungsstelle die Nachprüfung der Entgeltberechnung desjenigen beantragen, Der die Heimarbeit an ihn ausgegeben oder weitergegeben hat. Die Berechnungsstelle wird ihre Tätigkeit in Frankfurt a. M., Haus der Arbeit, Bür- gerstraße 69/77, 4. Stock, Zimmer 6, mit dem 23. September 1935 aufnehmen. Die Dienststunden werden durch den Leiter der Berechnungsstelle noch bekanntgegeben. Bodensprengkurse im Obstbau. LPD. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau veranstaltet bei genügender Beteiligung auch dieses Jahr wieder Ausbildungskurse im Lockern des Erdreichs, Heraussprengen von Stubben, Anlegen guter Baumlöcher usw. von eintägiger Dauer. Die Ortschaften können erst bestimmt werden, wenn die Anmeldungen vorliegen, da in die Gebiete der meisten Meldungen die Kurse gelegt werden. Trotzdem läßt es sich nicht vermeiden, daß mancher Interessent weitab vom Kursusort wohnt. Meldungen müssen bis spätestens 25. September bei der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., Bockenheimer Landstraße 25, erfolgen. Diese Meldungen sind bindend, d. h. verpflichten zur Bezahlung der Kursusgebühr von 1 Mark, sobald diese angefordert wird. Interessenten, die an einem Kursus teilnehmen wollen, der unter 20 bis 30 Kilometer Entfernung von ihrem Wohnort entfernt abgehalten wtrd, wollen dieses besonders vermerken, ebenso solche, welche bereit sind, größere Entfer- Aufruf! Aeuffche grauen! Euer Vaterland ruft Euch! Wollt Ihr zögern, wenn es gilt, das Leben Eurer Kinder zu schützen, wenn es um den Lebenswillen des ganzen Volkes geht? Ihr seid zuerst berufen, mltzuwirken an der Auf- rechterhaltung deutschen Wesens, an der Erstarkung deutscher Jugend! Keinem andern als Luch ist es so in die Hand gegeben, als Frau und Wutter, aus der tiefinneren Ueberzeugung, aus mütterlicher Verantwortung heraus, als Trägerin des Lebensquells, mikzuarbei- ten im Luftschutz, für den Ihr gebraucht werdet. Wir sind erst im Anfang der umfangreichen Arbeiten für den Luftschutz Die Arbeit wächst und mit ihr die Notwendigkeit der Mitarbeit der Frau im Lustschutz. heute mehr denn je werdet Ihr Euer starkes Herz, Euren Abwehrwlllen unter Beweis stellen müssen, in einer Zeit, in der es gilt als Kamerad des Mannes alles das zu erfüllen, wozu Ihr durch Euer Amt als Frau und Mutter berufen seid. Im Luftschutz ist ein großes Feld der Betätigung als Hauswarte, Laienhelferin oder in der haus- feuerwehr, als Helferin in der Schulung, bei der Unterweisung der Kinder, als Helferin und Referentin der RS.-Irauenfchaft, Rotes Kreuz und BdM. vorhanden. Darum, deutsche Frauen, folgt dem Rufe, der an Euch ergeht! Tretet ein in den Äeichslufi- schutzbund e.V. in die Reihen derjenigen, die gewillt sind, deutsches Gut und Blut nach besten Kräften zu schützen und zu schirmen. heil Hitler!. Der Ortsgruppenführer: gez. W. Poppe. Der Kreisleiter der NSDAP.: Der Oberbürgermeister: gez. Klostermann. gez. Ritter. Der polizeidirektor: gez. Meusel. Die Leiterin der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauenwerks im Kreis Gießen: I. v.: gez. Ilse W r e d e. Die Untergauführerin des Bb21L: gez. Käthe Pfeffer. Die NS.-Frauenschaft und das Deutsche Frauen- werk werden in Gemeinschaft mit dem Reichsluftschuhbund im Laufe der nächsten Woche jede Gießener Familie auffuchen, um auch die Frauen zum Beitritt in den Reichsluftschuhbund aufzufordern. Dies geschieht durch Ausgabe von Anmeldeformularen, die in Kürze wieder abgeholt werden. Es ist nicht allein damit getan, daß der Mann Mitglied des Reichsluftschuhbundes ist, die Frau soll die Mitgliedschaft ebenfalls erwerben. Der Mitgliedsbeitrag ist so gering, daß er auch von oder für die Frauen getragen werden kann. nungen zurückzulegen, sofern sie nicht zu übernachten brauchen. Die Teilnehmergebühr von 1 Mark ist nicht sofort mit der Anmeldung einzuschicken, sondern erst auf besondere Aufforderung. Förderung zeitgenössischer Kompositionen. SVK. In dem Bestreben, die Verbreitung zeitgenössischer Chorkompositionen zu fördern und neue Werke den Vereinen zu möglichst billigen Preisen zugänglich zu machen, hat der Deutsche Sängerbund seit Jahren Chöre von lebenden Komponisten als „Liederblätter" herausgebracht. Im Vorjahre hat der DSB. mit dem Deutschen Musikalienverlegerverein einen Vertrag geschlossen, wonach die Herausgabe von Liederblättern durch den DSB. nicht mehr weitergeführt wird. Statt dessen stellen die deutschen Verleger jährlich eine Anzahl Neuerscheinungen zu besonders billigem Preise zur Verfügung. Der Musikbeirat des DSB. hat soeben die Auswahl für das laufende Jahr getroffen. Es handelt sich um Werke von Grabner, Unger, Lang, Liß- mann, Siegl, Weismann und Trunk, sowie um Volksliedbearbeitungen von Heinrichs, Lang und Willms. Bei den ausgesuchten Werken — acht Männerchöre und fünf Gemischte Chöre — ist besonderer Wert darauf gelegt worden, daß die Schwierigkeit ein Mittelmaß nicht überschreitet, so daß auch kleinere Vereine durchaus in der Luge sind, die Lieder zu erarbeiten. Man hat weiterhin darauf Bedacht genommen, daß eine Anzahl Lieder bei den großen Volksfeiern Verwendung finden kann. Die Bemühungen des Deutschen Sängerbundes um Schaffung von preiswertem zeitgenössischem Liedgut kommen sowohl den Vereinen als auch den Komponisten zugute. Bei der schwierigen geldlichen Latze unserer Gesangvereine ist es von großer Wichtigkeit, die Anschaffung neuen Liedgutes mit allen erdenklichen Mitteln zu unterstützen, damit die Vereine sich nicht aus die im Vereinsarchiv vorhandenen Bestände beschränken, womit ein Stillstand in der Entwicklung des Chorwesens unzweifelhaft verbunden wäre. Aus diesem Grunde hat der Deutsche Sängerbund die seit einiaen Jahren eingeführten „Pflichtchöre" vorzugsweise aus der zeitgenössischen Literatur genommen. Zur Erarbeitung der Pflichtchöre ist jeder Bundesoerein verpflichtet, während es fick bei den „Bundeschören" ledialick um eine Empfehlung der Bundesleitung zur Anschaffung handelt. Mehr Silcher! Eine Mahnung an die deutschen Sänger. SBK. Am 26. August waren 75 Jahre vergangen seit dem Täde des großen schwäbischen Lieder- meisters Friedrich Silchers. Das ganze deutsche Volk ist diesem Manne zu Dank verpflichtet. Seine Vertonung volkstümlicher Lieder sind tief ins Volk ein- gedrungen, Jie find im besten Sinne des Wortes „Volkslieder^ geworden. Wer kennt nicht fein „Aennchen von Tharau", „Morgen muß ich fort von hier", „Zu iÄraßburg auf der Schanz" und andere Lieder? In gleichem Maße wurden feine Dolksliedbearbeitungen für Männerchor verbreitet und haben dadurch viele Volkslieder erst wirklich unter das Volk gebracht. So ist Friedrich Silcher eine der wichtigsten Persönlichkeiten in Volksmusik des vorigen Jahrhunderts, der für die Entwicklung des deutschen Chorgesanges von richtunggebender Bedeutung war. Sein Name ist heute unter den Gesangvereinen ebenso bekannt wie zu seinen Leb- zeiten. Allerdings hat sich inzwischen eine andere Art der Volksliedbearbeitung entwickelt, die im Vergleich zu dem Satz eines Friedrich Silcher ungleich komplizierter anmutet. Silchers Satzweise ist und bleibt unantastbar. Es wäre bedauerlich, wenn die klare und eindeutige Satzweise Silchers durch eine kunstvolle Gestaltung des Volksliedes allmah- lich verdrängt würde. Die kristallene Klarheit ferner Sätze ist für den einfachen, vierstimmigen Manner- gesang auch heute noch vorbildlich. Mit Recht richtet daher der Gausührer des Gaues Schwaben, Wärt- tembergifcher Innenminister Dr. Schmid, an dis deutschen Gesangvereine die Mahnung: „Silcher, der Vorkämpfer für deutsche Art, der aus der Quelle unseres Volkstums schöpfte wie kaum einer, steht unserer Zeit besonders nahe. Alter Ueberheferung gemäß richte ich daher an alle deutschen Sanges- brüber die Mahnung: „Mehr Silcher! Die Worte des schwäbischen Sängerführers mögen alle diejenigen beherzigen, die Sinn haben für die wahrhaft volkstümlichen Weifen des Meisters, der bis heute in feiner Art unerreicht geblieben ist. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. NSG. „Kraft durch Freude" :20 bis 21.15 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum, Dammstraße; 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Heilige und ihr Narr". ♦ ** Arbeitsvergebung. Das städtische Hoch- und Tiefbauamt schreibt in einer Bekanntmachung in unserem heutigen Blatte die Vergebung der Bauarbeiten für Regen- und Schmutzwafferkanäle in der verlängerten Schlageterstraße aus. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Straßensperren. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten wird die Straße Am Nahrungsberg zwischen Gutenbergstraße und Bergstraße aus die Dauer von 14 Tagen für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. — Wegen Lagerung von Baumaterialien für die Errichtung eines großen Reihenhauses Ecke Lessing- und Ste- ülftsksiutz Zu jedem kommt einmal das Glück ZRoman von Ellen Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme - Verlag, Halle (S.) 19 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Seine Mutter griff impulsiv nach seiner Hand. „Sprich nicht so, Johnie, es zerreißt mir das Herz, und es ist auch nicht wahr. Du wirft auch noch glücklich werden, Johnie, mein Herzensjunge! Du wirst bestimmt ein Mädchen finden, das deiner Wert ist." Aber sie verstummte, denn der Sohn hatte sich sanft von ihr frei gemacht und ging zur Tür. „Ich muß gehen, Mutter! Ich muß arbeiten! Erwarte mich nicht sobald. Denn ich muß heute doppelt fleißig fein, damit ich mir den morgigen Ausflug an den Starnberger See nicht vorzuwerfen brauche. Uebrigens ist auch Fräulein von Tanner mit aufgefordert. Und, nicht wahr, Mutter, du wirst dich beherrschen und freundlich zu ihr sein...?" „Na, Johnie, wenn sie unser Gast sein wird, werde ich die Höflichkeit nicht vergessen. Aber freundlich kann ich nicht zu ihr sein, das kannst du wirklich Nicht verlangen, Johnie!" Doch der hatte schon leise die Tür hinter sich zugezogen. Kurz darauf klopfte Monika an. „Schlafen Sie noch, gnädige Frau?" „Ach woher denn, liebes Kind! Kommen Sie nur herein! Im Gegenteil — ich habe mit Ihnen zu sprechen." „Ist es wetzen — wegen Evi von Tanner?" Monikas Stimme zitterte, ihr Antlitz war wie mit Blut übergossen. Erstaunt sah die alte Frau sie an. „Allerdings, liebes Kind. Kommen Sie etwa selbst deswegen zu mir?" „Ja, gnädige Frau! Ich weiß zwar nicht, wer Ihnen davon erzählt hat, aber ich will von vornherein aufrichtig sein. Es war kein Zufall, daß Evi von Tanner gestern kam, und sie ist auch nicht meine Freundin. Ich kenne sie selbst erst seit kurzem." „Monika — was soll das heißen?!" Da sank die sonst so beherrschte Monika auf» schluchzend vor der alten Frau nieder. „Bitte, verzeihen Sie mir! Ich habe es so gut gemeint!" Der blonde Mädchenkopf war tief herabgebeugt, und das leise Schluchzen griff der gutmütigen Frau Klinke ans Herz. Ihr Zorn schwand nun ebenso schnell, wie er gekommen war. Sie strich Monika behutsam übet die feinen, weichen Haare. „Nicht meinen, mein Kind. Sie werden mir alles in Ruhe erzählen." Monika trocknete sich die Augen. Es fiel ihr sehr, sehr schwer, zu sprechen; aber sie hatte es sich vorgenommen. Es mußte sein, und bann würbe auch ber Druck schwinben, der so schwer auf ihr lastete. Und so sprach sie sich denn alles herunter, von dem Tage an, wo Frau Klinke sie besucht und ihr selbst von Johnies unglücklicher Neigung erzählt hatte bis zu dem Augenblick, da sie der Zufall auf Evi von Tanners Spur geführt hatte und sie nicht widerstehen konnte, sie kennenzulernen. Sie hatte sich nun das Schwerste heruntergeredet, und Frau Klinke hatte sie mit keinem Wort unterbrochen. Als Monika begann, hatte sie sich an den Kopf gegriffen. Natürlich, daß sie so ganz dabei vergessen konnte, daß sie Monika selbst von Evi von Tanner erzählt hatte! Aber wunderbar genug blieb der Zufall noch immer, der dies Mädchen nach München und damit Monika in den Weg geführt hatte. Nun, da war ja immerhin Evi von Tanner an dem neuerlichen Zusammentreffen mit Johnie um ». Sie mochte selbst Augen gemacht haben, den verschmähten armen Studenten plötzlich als vermögenden Amerikaner wiedersah. Und so gutmütig auch Frau Klinke war, ihr verletztes Mutterherz freute sich doch daran, welch großartige Heirat sie verschmäht hatte! Monika hatte ihren Bericht beendet. Sie hatte nicht gewagt, Frau Klinke anzusehen. Erst jetzt hob sie schüchtern den Kopf. Frau Klinke strich ihr sanft über die Wange. „Meine kleine Monika! Ich glaube wohl, daß es Sie erschüttert hat, einem Mädchen gegenüber- zustehen, das Ihnen ähnelt wie eine Schwester, aber nun müssen Sie mir doch noch das eine aufrichtig sagen: Warum haben Sie sie wieder mit meinem Johnie zusammengeführt? Noch dazu, ohne mich vorher zu fragen? Dachten Sie gar nicht daran, daß Sie ihm einen tiefen Schmerz zufügen mußten, daß Sie eine Wunde, Die kaum verheilt war, wieder aufrissen?" Da sah Monika Frau Klinke offen an und sagte leise: „Doch, gnädige Frau, ich habe daran gedacht!" „Sie haben daran gedacht? Und warum haben Sie es doch getan, Monika? Ich kannte sie bisher als ein so liebes, gutherziges Mädchen." Monika zögerte. Aber bann wußte sie, daß sie nun nicht mehr länger schweigen konnte, wenn sie nicht ungerechtfertigt in den Äugen Frau Klinkes, ihrer gütigen und liebevollen Wohltäterin, dastehen wollte. „Ich habe mir gedacht, daß Evi von Tanner nicht kaltherzig und berechnend sein kann. Es muß da ein Irrtum vorliegen. Aber selbst wenn sie auf Grund der vielen Entbehrungen, die sie durchgemacht hat, sich wirklich vorgenommen hat, nur einen reichen Mann zu heiraten, auch dann ist sie bestimmt immer noch viel, viel besser als — als Frau Shirley Preston!" Frau Klinke zuckte zusammen. Was redete Monika da? Aber im nächsten Augenblick begriff sie, daß Monika vielleicht einigen Grund hatte, anzunehmen, daß die Amerikanerin sich um Johnie bewarb. Sie kannte ihren Sohn gut genug, um sich nach der Richtung nicht allzu viele Gedanken zu machen, aber es war wahr, die Amerikanerin hatte sich in letzter Zeit Johnie sehr angeschlofsen. Ihr selbst hatte ja Shirley Preston von Anfang an nicht gefallen, aber in der letzten Zeit hatte sie ein einfacheres Auftreten und sanfteres, bescheideneres Wesen gezeigt, so daß sich Frau Klinke darüber gewundert hatte. Sie hatte es kaum beachtet; aber jetzt, als Monika es aussprach, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Vielleicht war die ganze Veränderung von Frau Preston, ihr Interesse für Johnies Arbeit nur ein geschicktes Manöver. Und diese kleine Monika hatte also schärfere Augen und es früher bemerkt, als sie, die Mutter... „Sie haben also Johnie davor schützen wollen, daß er vielleicht aus Mitleid mit ihrer Verlassenheit, von der sie uns dauernd erzählt, Frau Preston heiratet?" Monika errötete. „Ich, ich weiß nicht ... Ich hatte so das Gefühl, besonders in letzter Zeit, und ... sie ist seiner wirklich nicht wert, diese Frau Preston!" Frau Klinke lächelte. „Also, so war das, mein liebes Kind! Da haben Sie also wirklich einen Grund gehabt, um Fräulein von Tanner wieder mit Johnie zusammenzubringen, und haben es gutgemeint." „Sie sind niir also nicht mehr böse, liebe gnädige Frau?!" rief Monika auftamenb. „Nein, mein Kind! Wir wollen nun auch sehen, daß es gut ausfällt." Sie sah Monikas Zögern und fragte liebevoll: „Noch etwas auf Dem Herzen, kleine Monika?" „Ich möchte Sie nur bitten, gnädige Frau, Herrn von Gerling und Frau Preston nicht zu verraten, wie schwer Evi von Tanner ihr Brot verdienen muß. Ich habe sie doch fingen gehört; ihr Beruf fällt ihr gar nicht leicht. Ich bin überzeugt, wenn sie es nicht mehr tun müßte, so wäre sie der glücklichste Mensch. Aber Herr von Gerling urteilt so streng, und Frau Preston — ach, sie würde es der armen Evi bestimmt fühlen lassen. Ich habe schon gestern gemerkt, wie sie über ihr einfaches Kleid die Nase rümpfte." „Ich werde schweigen, und Johnie brauchen wir dazu gar nicht aufzufordern. Er ist viel zu verschlossen, um über Fräulein von Tanner mit jemandem anderen zu sprechen." . Monika wandte sich erleichtert zur Tür. „Ich danke Ihnen, gnädige Frau. Jetzt ist mir schon viel leichter ums Herz." Aber plötzlich blieb sie stehen. „Ich habe noch eine Bitte — eine große Bitte!" Sie verkrampfte die Hände. Tiefe Röte übergoß ihr feines Gesicht. „Ich möchte, daß — daß Johnie, daß Herr Klinke niemals erfährt, daß es nicht der Zufall, sondern ich selbst es war, die ihn wieder mit Fräulein von Tanner zusammenführte ..." Frau Klinke sah sie ernst an, dann nickte sie. „Gut, liebes Kind! Er soll es nicht erfahren!" Da huschte Monika schnell noch einmal zurück, hob die Hand Frau Klinkes an die Lippen und küßte sie. Dann verschwand sie schnell wie ein Blitz aus dem Zimmer. Frau Klinke aber saß regungslos da und blickte die Tür an, die sich hinter Monika geschlossen hatte. Dann murmelte sie: „Wenn das wahr wäre! Ja, wenn das möglich wäre!" 13. Kapitel. Ein schöner Frühherbsttag lag über der Stadt. Die Sonne schien, und jeder Mensch freute sich, daß es die Sonne noch immer fo gut meinte. Auch Evi von Tanner erwachte mit einer frohen Erwartung. Sie hatte fo wenig Abwechslung in ihrem Leben gehabt. Und heute sollte sie eine Autofahrt machen mit ihrer neuen Freundin, und natürlich — auch Friedrich von Gerling sollte dabei fein! Nein, sie wollte nicht grübeln. Es war ja auch zwecklos. Das kurze Glück würde wieder spurlos aus ihrem Leben schwinden. Aber gestern hatte er doch feine Lippen auf ihre Stirn gedrückt, und sie hatte die Stirn an feine Schulter gelegt. Wie schön das war, wie geborgen man sich fühlte! Mit so einem Manne Hand in Hand ins Leben hinauszugehen: unausdenkbar schön mußte das sein. Aber so unbescheiden durfte sie nicht sein. Nur freuen wollte sie sich mit dem, was sie hatte. Die Erinnerung mußte ja doch für ein ganzes Leben genügen. Aber auch Johnie Klinke würde dabei fein. Plötzlich blieb Evi ganz erstaunt stehen und schlug sich vor die Stirn. Wie merkwürdig das war! Als sie ihn wiedersah, war sie so aufgeregt gewesen, aber jetzt hatte sie es schon fast wieder vergessen. Jetzt kam es ihr zum Bewußtsein, daß er einmal um ihre Hand angehalten hatte. Und sie hatte ihn für einen armen Studenten gehalten. Er war ihr doch wirklich ganz sympathisch gewesen. Wenn sie damals gewußt hätte, daß er kein armer Junge war, hätte sie wahrscheinlich „Ja!" gesagt. Ob er sie wohl heute noch liebte? Damals hatte er sie bestimmt geliebt. Es hatte ihr ja sehr leid getan, als sie sah, wie ihre Weigerung ihn schmerzte, aber eine richtige Vorstellung hatte sie sich nicht davon gemacht, was das bedeutete. Heute verstand sie es besser. Denn heute — sie schlug die Hände vors Gesicht. Sie konnte es sich nicht mehr verbergen. Wie der Blitz war es gekommen, vom ersten Augenblick an, da sie ihn gesehen und seine schöne, männlich tiefe Stimme gehört hatte, von dem Augenblick an, da er sie zum ersten Male beim Tanz in die Arme geschlossen hatte — sie liebte Friedrich von Gerling! Und doch war es gut gewesen, daß sie damals von Johnie Klinkes Reichtum nichts gewußt hatte. Heute erst begriff sie, welches Wunder die wahre Liebe war. Wie schrecklich wäre es gewesen, wenn sie Friedrich von Gerling vielleicht begegnet wäre als johnie Klinkes Frau. Wenn sie da erst begriffen hätte, was es heißt, einen Menschen von ganzem Herzen zu lieben ... Und wenn sie auch niemals die Seine werden durfte — ganz im stillen, für sich aüein, ohne daß er es jemals, wissen sollte, durfte sie ihm doch ihr ganzes Herz' schenken, ohne daß sie jemanden, dem sie durch ihr Wort sich für» Leben gegeben hatte, berauben mußte. Wenn fit auch fortan allein und einsam bleiben mußte — sie hatte doch die Liebe kennengelernt! „Was tust du denn, Evchen?" (Fortsetzung folgt!) 6 Oberheffen (dem Verfasser des erfolgreichen diesem Roman ein flott und amüsant geschildertes Kleinstadt-Idyll von freundlichem Humor geschaffen, das dazu angetan scheint, dem Leser ein paar Stunden besinnlicher und heiterer Unterhaltung zu bescheren. von Biernach Jungenromans lesen. — Josef Nachfolger. Bahnfahrt bis Weilburg auf dem Lahnhöhenweg i sein von der Schönheit unserer Heimat. Nur kurz ist nach Runkel. Auf abwechslungsreichen Wegen, meist der Weg vom Denkmal nach Runkel. Nach Besich- durch Wald und fast immer auf der Höhe, erlebten tiguna von Burg und Stadt, sowie gemütlicher Ein- wir bei dem klaren, sonnigen Wetter einen Herr-1 kehr fuhren wir mit dem Zug nach Gießen zurück. Rundfunkprogramm Samstag, 14. September. Abgrenzung des land- und forWrlschafilichen Vermögens Büchertisch. — Hör st Biernath: Die Leutemitdem S o n n e n st i ch. Roman. 208 Seiten. Geh. 2,40, Ganzleinen 3,50 Mk. Verlag Scherl, Berlin SW 68, 1935. — (279) — Fünf Leute treffen sich auf einer kleinen, idyllischen Insel im Donauried, aber da haben sie noch keinen Sonnenstich, denn es blitzt, donnert und gießt gerade fürchterlich. Der Sonnenstich macht sich erst bemerkbar, als über dieses muntere Völkchen bei seiner Robinsonade allerhand hereinbricht. Die beiden Mädels bekommen sich in die Haare, der Konsul klaut das Essen — und was sonst noch alles geschieht, kann hier nicht erzählt werden, das muß man in dem erfrischenden Buch „Sieben unter einem Hut") selber Buschhorn: Mellmanns Roman einer humorigen Besinnlichkeit. 239 Seiten. B. Behrs Verlag, Friedrich Feddersen, Berlin. — (285) — Buschhorn hat mit Devisenschiebungen im Ordensgewanb Zuchthaus für zwei Ordensbrüder. v Uhr: Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. 8.10: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 9.45: Dichter aus unserem Gau: Ludwig Rühle. 10: Zum Neichsparteitag in Nürnberg: Reichssendung: Kundgebung der HI. im Stadwn. 11.45: Bauernfunk. 12: „Buntes Wochenende". 14.10: Mitten im Werktag. 15: Aus der Wunderwelt der Natur. 15.15: Jugendfunk. Vom Lastenträger zum Schienenzepp, eine kulturgeschichtliche Hörfolge zur Jahrhundertfeier der deutschen Eisenbahn. Von Franz Bauer. 16: Der frohe Samstagnachmittag mit NSG, „Kraft durch Freude". 18: Propeller über dem Bodensee. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Vom Reichssender Saarbrücken: Saardienst. 19: Zum Reichsparteitag in Nürnberg: Reichssendung: Aus- schnitte aus dem Volksfest im Stadion. 20.30: Unterhaltungskonzert. 22.30: Tanzmusik zum Wochenende. Deutsche Tänze. 24 bis 2: Nachtmusik. maß), auf Dörfer und Städte, Burgen, Schlösser und alte Kirchen. Wer dann, wie wir, nach Besichtigung der Villmarer Marmorwerke wieder zur Hohe steigend auf schmalem Pfad zur Bodensteiner Lei kommt, hier an dem Denkmal König Konrads I. steht und zur Lahn hinunter, nach Villmar, Runkel, sowie Schadeck schaut, der wird ergriffen ich früher drumherumgewunden habe. Die von ihm gegebene eidesstattliche Versicherung gegenüber dem Präsidenten des Finanzamtes sei falsch gewesen, denn der Erlös wurde dazu benutzt, um die von Bongard und Oehrlein gegebenen Gelder zurückzuzahlen. Bongard sei hinsichtlich der 8500 Mark genau so schuldig wie Lauenroth; außerdem habe er Intensionsgelder verschoben. Das Kloster Iakobsberg bekam zahlreiche Aufträge, Messen zu lesen. Es durfte nach der Hausordnung aber ein Pater täglich nur eine Messe lesen. Der Ueberschuß an Messegeldern wurde anderen Bistümern gegeben und ist durch B. hauptsächlich der Abtei Echt in Holland zugute gekommen, und zwar handelt es sich hier um einen Betrag von rund 25000 Mark. Wie genau man sich der Schiebungen bewußt war, ergab sich aus einem bei den Gerichtsakten befindlichen Schreiben des Abtes Augustus der Abtei E ch t an einen der Angeklagten. Hierin heißt es bezüglich der überwiesenen Gelder u., a.: „... ohne daß Germania dabei zugrunde geht" ... In bezug auf Oehrlein führte der Staatsanwalt aus, daß dieser von den Patres zu dem Vergehen verleitet worden sei, denn er habe sich gesagt, wenn ein Pater so etwas tut, kann ich es noch allemal tun. Der Antrag des Ersten Staatsanwalts lautete für: Lauenroth 2V- Jahre Zuchthaus, 3 Jahre Ehrverlust und 14 000 Mark Geldstrafe; Bongard 3V- Jahre Zuchthaus, 3 Jahre Ehrverlust und 55 000 Mark Geldstrafe; Oehrlein 2 Jahre Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe. Das Gericht hielt die Angeklagten im wesentlichen Sinne der Anklage für überführt und ver- LPD Frankfurt a. M., 12. Sept. Dor dem Frankfurter Schöffengericht fand am Donnerstag eine Verhandlung gegen zwei Patres und einen Autoverleiher statt, denen eine Reihe von Verfehlungen gegen die Devisen- bestimmungen vorgeworfen wurden. Es handelt sich bei den Beschuldigten um den 53jährigen Wilhelm Lauenroth, genannt Pater Chrysoste- mos, den 42jährigen Alois Bongard, genannt Pater Prior Albertus, und den 31jährigen Wil- Helm Oehrlein aus Rechtsheim. Lauenroth ist außerdem beschuldigt, in einem Schreiben an den Präsidenten des Landesfinanzamtes Frankfurt durch unrichtige Angaben eine Devisengenehmigung erschlichen zu haben. Ferner soll er eine eidesstattliche Versicherung falsch abgegeben und zu Devisen- verbrechen angestiftet haben. Der Angeklagte war früher in Aachen tätig und kam vor etwa einem Jahre in das Kloster Arnstein im Kreise Limburg. Seine Aufgabe war es, in Deutschland Missionen zu halten und während der Sommermonate Pilgerfahrten nach Arnstein zu veranstalten. Der mit ihm befreundete Prior Bongard leitet seit Jahren das Kloster Iakobsberg im Kreise Bingen. Der Angeklagte Oehrlein hat für das Kloster Iakobsberg feit Jahren dort fabrizierte Brote und Keks ausgefahren und stellte fein Auto zu einer Fahrt nach Holland zur Verfügung, die im Dezember 1934 von den drei Angeklagten unternommen wurde. Sie verschoben damals 8500 Mark, die unterdemVorderfitzdes Autos versteckt waren. Von diesem Betrag hatte Oehrlein 3500 Mark beigefteuert, die Haupt- summe stammte von dem Prior bzw. aus der Herz- Jesu-Kasse. Die beiden patres trugen sich mit dem plan, auf dem Iakobsberg, gegenüber dem Niederwalddenkmal, ein Ehrist-König-Denkmal mit ftabionartigem Ausbau zu errichten. Um die Finanzfrage zu lösen, trat Lauenroth mit einem Geldvermittler im Haag in Verbindung, der besonders gut in kirchlichen Kreisen eingeführt war. Ulan dachte zunächst an eine Finanzierung aus einem ausländischen Sperrguthaben, bekam aber nicht die Genehmigung. Als diese Sache noch lief, machte der Geldvermittler den Vorschlag, daß für 480 000 holländische Gulden deutsche Wertpapiere zu niedrigem Aus- landkurs aufgekauft und im Inland mit einem Mehrerlös von etwa 300 000 Mark verwertet werden sollten. Man machte zunächst den Versuch mit jenen 8500 Mark. Der plan glückte jedoch nur zum geringen Teil. Ein Teil der Papiere verfiel der Beschlagnahmung. schäft findet am kommenden Samstag in Steinberg ein Frauenabend mit Filmvortrag statt. Kreis Bübingen. = Nidda, 12. Sept. Bei der hiesigen Zwei- s ch e n v e r st e i g e r u n g , zu der sich zahlreiche Kaufliebhaber eingefunden hatten, löste die Stadt rund 400 Mark (im vergangenen Jahre 475 Mark). Der Zentner Zwetschen kostete am Baume im Durchschnitt 7 bis 8 Mark. Da infolge der Feldbereinigung zahlreiche Zwetschenbäume verloren gegangen sind, beabsichtigt man noch im Laufe dieses Jahres etwa hundert Bäume anzupflanzen Kreis Alsfeld. — er Homberg, 12. Sept. In dieser Woche setzte hier die Z w e t s ch e n e r n t e lebhaft ein. Ein Händler kaufte bereits größere Mengen auf und lud sie am hiesigen Bahnhof ein. Für den Zentner wurden 6 bis 7 Mark bezahlt. — Nachdem die Kanalisation in der Vorstadt beendet ist, dürfte in Bälde die P f l a st e r u n g beginnen. Diese beginnt am Sportplatz im Anschluß an die Büßselder Straße. Hur Zeit ist man mit dem An- fahren des Materials beschäftigt. phanstraße wird die Lefsinastraße bis auf weiteres für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich gesperrt. Die aufgestellten Sperr- und Umleitungsschilder sind zu beachten. ** Straßensperre im Lumdatal. Die Provinzialstraße Grünberg—Marbura ist auf der Strecke vom Abzweig Lumda bis Geils- Hausen vom kommenden Montag ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung des Verkehrs erfolgt über Lehnheim—Weitershain—Kesselbach. ♦* Straßenausbau. Gegenwärtig wird die Curtmannstraße von der Kaiserallee bis zu den Eickgärten mit Fußsteigen, Gossenpflaster und Chaus- fierung versehen, um diese Straße für die spätere Bebauung mit Wohnhäusern entsprechend herzu- richten. *♦ DHC. Gießen. Man berichtet uns: Am vergangenen Sonntag wanderte der VHC. nach lleberreichung von Ahnentafeln für Erbhofbauern. LPD. Lauterbach, 12. Sept. Landesbauernführer Dr. Wagner überreichte in einer Feier in Angersbach den Erbhofbauern Ahnentafeln, die die Seßhaftigkeit der alten Bauern- geschlechter auf ihrer Scholle nachweisen. Dieser Brauch, der erstmalig in Oberhessen geübt wurde, ist dazu angetan, die Liebe zur Heimat und d'en Stolz der Geschlechter zu heben. Lastlrastwagenanhänger fährt gegen ein Hans. —Homberg, 12. Sept. Gestern abend ereignete sich hier ein V e r k e h r s u n f a l l, der schlimmste Folgen haben konnte. Ein schwerer Lastkraftwagen fuhr durch die Adolf-Hitler- Straße. Plötzlich während der Fahrt löste sich der Anhänger und fuhr in voller Geschwindigkeit gegen das Gasthaus „Hessischer Hof" (Besitzer Herrmann Schwei- ker). Zum Glück befand sich niemand in diesem Augenblick an dieser Stelle der Straße. Bei dem heftigen Anprall d u r ck st i e ß der Wagen mehrere Gefache des Holzfachwerkbaues, so daß die dahinterliegende Küche stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. An der Innenseite der beschädigten Wand stand ein Disch, an dem ein Kind der Familie Schweiler saß. Das Kind wurde zurückgeschleudert, erlitt aber glücklicherweise keine Verletzungen. Landkreis Gießen. ■y Watzenborn-Steinberg, 12. Sept. Die in den letzten Tagen hier durchgeführte Schweine-Zwischenzählung hatte folgen- des Ergebnis gebracht: Zuchtsauen einhalb- bis noch nicht einjährig = 1; Zuchtsauen ein« und mehr- jährig = 2; bis zu acht Wochen alte Ferkel = 30; von acht Wochen bis noch nicht einhalbjährig = 401; von einhalbjährig bis einjährige Schweine = 528; älter als ein Jahr alte Schweine = 107. Die Gesamtzahl der Schweine beläuft sich somit auf 1069 Stück. Gegenüber der letzten Schweinezählung zeigt der Bestand ein kleines Plus. — Auf Anregung des Vorstandes und Aufsichtsrates der hiesigen B ä u e r- lichen Bezugs- und Absatzgenossen. gibt sich, daß eine Hühnerfarm dann als landwirtschaftlicher Betrieb gilt, wenn auf jedes ausgewachsene Huhn eine landwirtschaftliche Fläche entfällt, die einem Dergleichswert (§ 37 Reichsbewertungsgesetz) von mehr als 3 Mark hat. Anders ausgedrückt: Der Dergleichswert der gesamten landwirtschaftlichen Fläche muß. mehr als das Dreifache der Anzahl der Hühner betragen. Bei dieser Be- rechnung ist kein Unterschied zu machen, ob die zum Betrieb gehörige Fläche landwirtschaftlich bestellt wird oder als Auslauf für die Hühner dient. Beispiel: Eine Hühnerfarm hat 600 ausgewachsene Hühner und eine entsprechende Anzahl Junghübner und Küken. Zu dem Betrieb gehört eine landwirtschaftliche Fläche von 1,2 Hektar mit einem Hektarsatz von 1510 Mark. (Der Hektarsatz von 1510 Mark dürste etwa den Durchschnittsbe- trieben der Gießener Gegend entsprechen.) Der Vergleichswert beträgt also 1812 Mark, das ist mehr als das Dreifache der Zahl der ausgewachsenen Hühner. Die Hühnerfarm gilt deshalb als landwirt- schaftlicher Betrieb. Da zum landwirtschaftlichen Vermögen, wie oben erwähnt, alle Teile (insbesondere auch Gebäude) einer wirtschaftlichen Einheit gehören, die dauernd einem landwirtschaftlichen Hauptzweck bient, rechnet auch im allgemeinen das Wohnhaus des Betriebsinhabers zum landwirkschaftlichen Vermögen. Bei kleineren landwirtschaftlichen Betrieben ist Voraus- setzuna für die Zurechnung der Wohnung des Betriebsinhabers zum landwirtschaftlichen Vermögen, daß die Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Besitzes den Eigentümer des Wohnhauses oder feine Familie in erheblichem Umfange in Anspruch nimmt; wenn dies nicht der Fall ist, zählt die Wohnung gleichwohl zum landwirtschaftlichen Vermögen, wenn das Gebäude, feinem baulichen Charakter nach, dem in der betreffenden Gegend Üblicher- weise zu einem landwirtschaftlichen Betrieb gehörigen Wohnhaus entspricht, vorausgesetzt, daß eine — wenn auch kleinere — Fläche landwirtschaftlich genutzt wird (Kommentar Krekeler). Heimatkundliche Wanderung des ASLA. Lich. & Lich, 12. Sept. Nachdem Pfarrer Köd- ding (Eberstadt) im letzten Frühjahr den Bezirksverein Lich des NSDLB. einen sehr inhalt- und aufschlußreichen Vortrag über Vorgeschichte im allgemeinen geboten hatte, übernahm er gestern die Führung des Vereins zu vorgeschichtlich bedeutsamen Orten der Umgegend. Sammelpunkt der Dereinsmitglieder war Muschenheim, wo sich etwa dreißig Personen aus den benachbarten Orten einfanben. Zunächst wurde der sogenannte Dorderwald bei Muschenheim aufgesucht. Hier gab Pfarrer Ködding einen Ueberblick über die Stein-, Bronze- und Eisenzeit und die damals in unserer Gegend lebenden Völkerstämme, ihre Herkunft, Beschäftigung und Totenbestattung. Danach zeigte er die im Walde an verschiedenen Stellen noch vorhandenen, zum Teil geöffneten Grabhügel, von denen einige mit sog. Menhiren eingefaßt sind. Besonderes Interesse erweckte das offen gehaltene Grad eines Häuptlings (eine Steinkiste, von einem Kranz von Steinen umgeben), dessen Inhalt sich ebenso wie der anderer Gräber im Museum zu Gießen befindet und dort ein ganzes Zimmer füllt. Alsdann führte die Wanderung weiter nach dem sog. Heiligen Stein, einem Megalikhgrab im Gebiet der im 15. Jahrhundert ausgegangenen Siedlung Wetter, unweit der heutigen Neumühle, dem einzigen Grabe dieser Art in Südwestdeutschland. Die mächtigen Felsblöcke, die mit den einfachsten Hilfsmitteln vor ungefähr 5000 Iah- ren von dem etwa eine Stunde entfernten Stein- berg bei Münzenberg zur Herrichtung dieser Toten- stätte hierhergebracht wurden, setzten die Teilneh- mer in Staunen. Der weitere Gang brachte die Ge- sellschaft nach Münzenberg. Im Steinbruch verstand es der Redner durch seine reichen geologi- schen Kenntnisse, den aufmerksamen Zuhörern die Entstehungsgeschichte des landschaftlichen Bildes zu vermitteln. Auf dem Steinberg interessierten die sog. Mühlsteine und der altheidnische Opferstein, die viele Teilnehmer zum ersten Male sahen, ebenso wie der herrliche Rundblick, den man von diesem Punkte aus genießt. Für die vortrefflichen Darbietungen sprach der Leiter der Arbeitsgemeinschaft dem Redner den wohlverdienten Dank der Versammlung aus. Heldenehrung in Schotten. w. Schotten, 12. Sept. Auf dem nahen Wartberg, der einen wunderbaren Rundblick auf den ganzen hohen Vogelsberg gestattet, hat die Stadt einen großen He Ibenhain angelegt, auf dem für die 75 Gefallenen der Stadt je eine Linde gesetzt worden ist. Rings um den Hain ist eine breite, geschlossene Hecke gepflanzt. Am Eingang zum Heldenhain ist von der Stadt ein Ehrenmal, ein großer Ehrentempel errichtet worden, der nun seiner Vollendung entgegensieht und in Kürze geweiht werden soll. Zur Vorbesprechung hatte Bürgermeister Menge! die politischen Organisationen, Vereine usw. in das Rathaus eingeladen. Die Versammlung bestimmte als Einweihungstag den 20. Df tobe r. Politische Organisationen, Schulen, Vereine usw. versammeln sich 13.30 Uhr in der Lohgasse und ziehen geschlossen zur Höhe. Dort wird das Denkmal vom Leiter des Hochbauamts der Stadt übergeben. Der Bürgermeister wird das Ehrenmal und den Hain in den Schutz der Stadt nehmen. Die Weihe- rede wird Dekan Widmann halten. Es folgen Kranzniederlegung, Männerchor, Musikverein. Die Schulen werden mit passenden Vorträgen die Feier umrahmen. Der politische Leiter wird das Schlußwort sprechen. Eine würdige Feier wird diesem 20. Oktober seine Weihe geben wendeten Futtermittel eigener Erzeugung und wie hoch der Wert der zugekauften Futtermittel ist. Wenn im Gesamtergebnis der Wert der Futtermittel eigener Erzeugung den Wert der zugekauften Futtermittel übersteigt, so ist der Bettieb der Land- und Forstwirtschaft zuzurechnen. Die Frage, ob ein Betrieb als landwirtschaftlicher Betneb gilt, ist bisher insbesondere bei Hühnerfarmen streitig geworden. Auf Grund der Ergebnisse von Berechnungen ist nach den folgenden Grundsätzen zu verfahren. Es ist davon auszugehen, daß zur Deckung des gesamten Futterbedarfs für ein ausgewachsenes Huhn bei einem Hektarsatz (§ 38 Reichsbewertungsgesetz) von 1000 Mark mindestens 60 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche erforderlich sind; bei einem Hektarsatz von 2000 Mark würden mindestens 30 Quadratmeter benötigt werden. Dabei ist der Futterbedarf einer normalen Anzahl von Junghühnern und Küken mitberücksichtigt. Zu beachten ist, daß eine Hühnerfarm schon dann als landwirtschaftlicher Betrieb gilt, wenn mehr als die Hälfte der Futtermittel im eigenen Betrieb gewonnen wird. Das bedeutet: Für ein Huhn muß bei einem Hektarsatz von 1000 Mark eine landwirtschaftliche Fläche von mehr als 30 Quadratmeter, bei einem Hektarsatz von 2000 Mark eine solche von mehr als 15 Quadratmeter vorhanden sein. Hieraus erlichen Tag. Besonders schön war die Wanderftrecke von Guntersau nach Freienfels an der stillen, romantischen Förstersruhe vorbei, der Blick auf Freien- fels und dessen stolze Burgruine, sowie vom Weinbacher Wasserwerk auf das im Tal liegende Dorf mit seiner alten Kirche. Prächtig war die Aussicht vom Hochsehn über Aumenau in das Lahntal und den Westerwald, nach Merenberg, Greisenstein, Limburg und Schloß Schaumburg. Ganz großartig schließlich war der Rundblick vom Galgenberg bei Villmar in das Lahntal, auf Taunus und Wefter- Der Erste Staatsanwalt Dr. N e e b betonte in» seiner Anklagerede, daß Lauenroth als der geistige Urheber anzusehen sei. Als ihm der holländische Geldvermittler im Oktober 1934 mitteilte, daß 480 000 holländische Gulden benötigt würden, um den für die Denkmalserrichtung erforderlichen Betrag von 300 000 Mark zu erhalten, sei es ihm klar gewesen, daß es sich hier nur um eine Verschiebung von Wertpapieren handeln konnte. Für in Holland erworbene 4420 Gulden sind dann in Holland aufgelegte Anleihen in Holland gekauft worden. Diese Obligationen waren dort sehr billig. Sie wurden von dem holländischen Geldvermittler in Einschreibebriefen dem Angeklagten zugeleitet und von diesem den Bistümern angeboten. Nur Würzburg machte, wie der Staatsanwalt ausführte, eine Ausnahme und nahm einige Obligationen ab, die anderen hatten Bedenken. Als Lauenroth die Obligationen nicht absetzen konnte und erfahren hatte, daß eine Areigabeerlaub- nis nötig war, ließ er sich von einem Pater in Echt in Holland ein fingiertes Schreiben ausstellen, das bescheinigte, daß es sich um eine Schenkung handelte. Auf Grund dieser Bescheinigung wurde bei der Reichsbank Koblenz die Freigabe erwirkt. Lauenroth bemühte sich nun auch, die Genehmigung der Devisenstelle zu bekommen und schrieb dem Präsidenten des Landesfinanzamtes Frankfurt a. M. in einem Antrag, daß der Erlös aus dem Verkauf der Obligationen lediglich zur Bezahlung von kurzfristigen Schulden verwendet wer- den solle, wie es im Sinne des Führers liege. Lauenroth sei dann aber in der Verhandlung mit dem Schuldbekenntnis herausgerückt, während er urteilte pater Lauenroth zu 21/« Iahren Zuchthaus. 3 Jahren Ehrverlust und 14 000 Mark Geldstrafe, prior Bongard zu 3Vt Jahren Zuchthaus, 3 Jahren Ehrverlust und 55 000 Mark Geldstrafe und Oehrlein zu 1 Jahr Gefängnis und 4000 Mark Geldstrafe. Allen Angeklagten wurde die Untersuchungshaft angerechnet. Im Nichtbeitreibungsfalle tritt an die Stelle der Geldstrafe bei den beiden Geistlichen für je 10 000 Mark ein Monat Zuchthaus, bei Oehrlein für die 4000 Mark ein Monat Gefängnis. Die beschlagnahmten Wertpapiere und das zur Fahrt nach Holland benutzte Auto wurden einge» zogen. Das Gericht betonte die besondere Verwerflichkeit dieser Devisenschiebungen, die man im heiligen Gewand begangen und dadurch das deutsche Volk schwer geschädigt habe. Nach dem neuen Einkommensteuergesetz werden : die Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft : Nicht in dem gleichen Umfange zur Einkommen- 1 steuer herangezogen, wie andere steuerpflichtige ' Einkünfte. Auch im Umsatzsteuerrecht genießen die i Lieferungen von Gegenständen, die innerhalb eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs im Inland erzeugt werden — soweit der Erzeuger die Gegenstände selbst liefert —, eine Sonderbehandlung. Die Entscheidung, ob ein Betrieb zur Land- und Forst- ! wirtschaft gehört, hat somit eine einschneidende Bedeutung, und zwar nicht nur für die Einkommensteuer und Umsatzsteuer, sondern auch für die Heranziehung zum Reichsnährstandsbeittag, sowie für die Gewerbesteuer. Nach § 29 des Reichsbewertungsgesetzes gehören alle Teile einer wirtschaftlichen Einheit, die dauernd einem landwirtschaftlichen Hauptzweck dient, zum landwirtschaftlichen Vermögen. Als landwirtschaftliche Betriebe gelten auch Tierzuchtbetriebe, Vieh- mäftereien, Abmelkställe, Geflügelfarmen und ähnliche Betriebe, wenn zur Tierzucht oder Tierhaltung überwiegend Erzeugnisse verwendet werden, die im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb gewonnen sind. Zum landwirtschaftlichen Vermögen gehören auch landwirtschaftliche Nebenbetriebe und Sonderkulturen. Als landwirtschaftlicher Nebenbetrieb gilt ein Betrieb, der dem landwirtschaftlichen Hauptbetrieb zu dienen bestimmt ist. Als landwirtschaftliche Nebenbetriebe kommen sowohl Verarbeitungsbetriebe, als auch Substanzbetriebe in Betracht. In den Fällen, in denen ein Landwirt neben seinem Betrieb noch eine Gastwirtschaft, Metzgerei, Schmiede, ein Fuhrunternehmen oder dergleichen betreibt, handelt es sich durchweg nicht um Nebenbetriebe der Landwirtschaft, sondern um selbständige gewerbliche Betriebe. Wie der Reichsfinanzminister in einem Erlaß ausführt, sollte durch die neuen Steuergesetze vom 16. Oktober 1934 für die Vermögenssteuer, Einkommensteuer und Umsatzsteuer möglichst eine einheitliche Regelung herbeigeführt werden. Der erwähnte Erlaß führt zur Klärung einzelner Zweifelsfragen u. a. folgendes aus: Tierzuchtbetriebe, Diehmästereien, Abmelk st alle, Geflügelfarmen und ähnliche Betriebe sind bei der Einheitsbe- roertung, Einkommensteuer und Umsatzsteuer gleichmäßig als landwirtschaftliche Betriebe zu behandeln, wenn zur Tierzucht oder Tierhaltuna überwiegend Erzeugnisse verwendet werden, die im eigenen landwirtschaftlichen Bettieb gewonnen sind. Dabei wird es im wesentlichen auf die Deckung des Bedarfs an Futter ankommen. Die Futtermenge, die im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb gewonnen werden kann, hängt naturgemäß von der Er- tragsfähigkeit des Bodens ab. Ist zweifelhaft, ob ein Betrieb als land- und orftwirtschaftlicher Betrieb gilt, so ist zu unter« uchen, welcher Futterbedarf in dem Betrieb beicht und inwieweit der Bedarf aus eigenen Erzeugnissen oder durch Z u k a u f von Futtermitteln gedeckt wird. Den Dergleichsmaßstab kann die Menge der Futtermittel allein nicht bilden, da die Futtermittel weder dem Preis, noch dem Nährgehalt nach einander gleich sind. Grundsätzlich ist von dem Wert (Preis) der Futtermittel auszugehen. Das erscheint unbedenklich, da auch der Vergleich nach dem Nährgehalt annähernd zu dem gleichen Ergebnis führen wird. Es ist deshalb festzustellen, wie hoch der Wert der im Betrieb ver- Neue Turnkreisführer im Sau Hessen. DT.-Gauführer Brunst hat zum Turnkreis- fiihrer des Turnkreises 3 (Vorderrhön-Knüll) den früheren stellvertretenden DT.-Gauführer und jetzigen DT.-Bezirksführer des Bezirks Kassel, Konrad Samer (Hersfeld), berufen. Der seitherige Kreisführer Lepper hat den Oberturnwartsposten des Kreises übernommen. Zum Turnkreisführer des Turnkreises 11 (Wetterau-Vogelsberg) wurde Dr. med. Siegert (Stockheim) berufen. Er hat nach dem freiwilligen Ausscheiden des Kreisführers Thierolf (Friedberg), der jetzt nach Langen in den Gau Südwest übersiedelt, schon auftragsweise den Turnkreis geführt. Das von ihm seither bekleidete Amt des Kreisoberturnwarts muß nun neu besetzt werden. Ausscheidung für die Deutschen Gerätemeisterschaften im Gau Hessen. Der Gau XII (Hessen) führt das Ausscheidungsturnen für die Deutschen Gerätemeisterschaften am 2. und 3. November in H e r s f e l d durch. Nordhessens Handball-Saukämpfe. Dezirkstreffen Kassel — Gießen. Der Gau Nordhessen hat für Oktober zwei Handball-Gaukämpfe abgeschlossen. Am 20. tritt Nordhessen in Hannover gegen den Gau Niedersachsen an und am 27. ist Mitte in Gera der Gegner des Gaues 12. Außerdem wird am 6. Oktober in Fulda noch ein Treffen zwischen den Bezirken Kassel und Gießen ausgetragen. Leichtathletik in Nordhessen. Der Gau Nordhessen wird zum Schluß der Saison noch folgende Leichtathletik-Veranstaltungen durchführen: 29. September: 50 - Kilometer - Gehen Kassel — Hann. Münden und zurück; 6. Oktober: Hessische Marathon-Gaumeisterschaft in Diez'(Lahn); 27. Oktober: Gauwaldlaufmeisterschaft in Gießen. DfB.-Reichsbahn Gießen. Otto Luh beim Kampf Nordhessen gegen Südwest. Am kommenden Sonntag findet in Mainz ein Leichtathletikkampf Gau Nordhessen gegen den Gau Südwest statt. Auch Otto Luh vom VfB.-Reichsbahn nimmt als Vertreter Nordhessens an diesem Kampf teil. Er ist im Kugelstoßen und wahrscheinlich auch im Diskuswerfen aufgestellt. Beidesmal trifft er auf den Deutschen Diskusmeister Lampert, Saarbrücken. Luh muß also in ganz guter Form sein, um bestehen zu können. Die Jugendlichen beteiligen sich am Sonntag an einem Mannschaftskampf. Aehnlich wie bei den Männern um die Deutsche Vereinsmeisterschaft wird nach Punkten die Gesamtleistung festgestellt. Es entscheiden also nicht die Einzelkönner, sondern die Masse. Wenn alle Jugendliche des VfB.-Reichsbahn antreten können, sollten auch diesmal Aussichten bestehen, die meisten Punkte zu erringen. Sportverein 1920 Heuchelheim. Am kommenden Sonntag hat die erste Mannschaft vom Sportv. Heuchelheim die Zweite der Spielvereinigung 1900 Gießen zu Gast. Leider ist Heuchelheim noch immer gezwungen, mit mehrfachem Ersatz anzutreten, doch hat sich dieser, wie das Spiel in Leihgestern zeigte, ganz gut eingeführt. Wenn Heuchelheim auch nicht mehr die Spielstärke des vergangenen Jahres besitzt, so dürften doch, bei eini- germaßen gutem Stürmerspiel der Heuchelheimer die Punkte in Heuchelheim bleiben. Die zweite. Jugend hat zum Sonntag einen schweren Gang. Sie muß in Lollar gegen die dortige zweite Jugend antreten, und dürfte wohl kaum um eine Niederlage herumkommen. Bei aller Technik und Taktik, welche die Jüngsten vom Sportv. 1920 schon besitzen, sollte es ihnen doch zu schwer fallen, sich gegen einen körperlich bedeutend stärkeren Gegner erfolgreich durchzusetzen. Die erste Jugendmannschaft benutzt den pflichtspielfreien Sonntag zu einem Rückspiel in Naunheim. Das Vorspiel wurde von Heuchelheim glatt gewonnen. Es wäre schon eine Ueberraschung, wenn sie bei ihrer derzeitigen guten Form mit einer Niederlage zurückkäme. Dritte Etappe der 17. Sechstagefahrt. Nur die Deutschen strafpunktfrei. Bei der 17. Sechstage-Fahrt im Allgäu war nach der dritten Etappe einzig die deutsche Nationalmannschaft im Kampf um die „Internationale Trophäe" noch strafpunktfrei. Am Donnerstag erledigten von den Deutschen das Seitenwagen-Fahrerpaar Kraus und Müller (Beifahrer) trotz einer am Vortage erlittenen Sturzverletzung ihr Pensum wieder innerhalb der vorgeschriebenen Zeit. Diese Etappe war mit nahezu 500 Kilometer (Titisee— Bodensee—Oberstdorf) die längste des ganzen Wettbewerbs, trotz zweier Bergprüfungen jedoch weniger schwierig als die „Schwarzwald-Etappe" des Mittwoch. Kurze Sporinotizen. Die leichtathletischen Jugendmannschaftskämpfe im Kreise Gießen werden am 15. September, 14.30 Uhr, auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 ausgetragen. Wimbledon-Sieger Fred Perry wurde in der Vorschlußrunde der amerikanischen Tennis- Einzelmeisterschaften in Forest Hills von dem be- bekannten Amerikaner Wikmer Allison überraschend glatt 7:5, 6:3, 6:3, ausgeschaltet. Allison trifft im Endspiel auf Sidney B. Wood, der seinen Landsmann Bryan Grant erst nach hartem Kampf 6:2, 4:6, 12:10, 6:3 schlagen konnte. Amerikanische Tennismeisterin ist einmal mehr Helen Jacobs geworden, die in Forest Hills das. Endspiel der Frauen-Meisterschaft glatt 6:2, 6:4 gegen Frau Palfrey-Fabyan an sich brachte. Deutsche Amateurboxer beteiligen sich an einem internationalen Kampfabend in Kopenhagen. Schmittinger-Würzburg verlor durch Fehlentscheidung gegen Knud Jensen-Dänemark, O. Kästner- Erfurt schlug den Dänen Jaspersen nach Punkten, ebenso im Leichtgewicht Jakubowski-Bochum den Dänen Andreasen. Auch Radomski-Schalke wurde im Weltergewicht Punktsieger über Petersen-Dänemark, weiter Boche-Bremen im Halbschwergewicht über Nielsen. Weinhold-Berlin verlor dagegen nach Punkten gegen Madsen. Unser Bild zeigt den Ausbau der Wagenburg m Berlin. (Scherl-VlwevMenst-M.) WI X ■ & tc Spiel und Sport der Schulen. Gegenwärtig finden im Kreise Gießen die Mannschaftsspiele, die von der Hessischen Regierung verbindlich für alle Schulen ausgeschrieben sind, statt. Die Knaben spielen Fuß- schlagball, ein Spiel, das — wie schon der Name sagt — eine Verbindung verschiedener Spielarten darstellt. Zugrunde liegen die Regeln des Schlagballspieles. Das Spiel für die M ä b chen heißt Grenzball und basiert sinngemäß auf den Regeln des Schleuderballspieles. Allgemein kann man sagen, daß die diesjährigen Wettspielreihen zeigen müssen, in welcher Weise Regeländerungen notwendig sind, damit die Spiele lebensfähig bleiben. Gespielt wird in Gruppen, die jeweils bestimmte Schulklassen vereinigen. Jede Schule kann in einer Gruppe nur eine Mannschaft stellen. Die Spielrunden werden nach dem Pokalsystem ausgetragen, d. h. der Verlierende scheidet aus. Um eine schnelle und einwandfreie Durchführung der Spiele zu gewährleisten, ist der Kreis in fünf Bezirke eingeteilt. Die Bezirksmeister spielen untereinander den Kreismeister aus. Die Vorrundenspiele der Gruppen III und IV für den Bezirk Gießen fanden am Montag, Dienstag und Mittwoch auf dem Universitätssport- platz statt. Die Ergebnisse zeigen, daß die Stadtschulen den Landschulen meist überlegen sind und daß wohl in Zukunft eine andere Einteilung erfolgen muß. Die Spiele selbst wurden in mustergültiger Weise reibungslos und einwandfrei durchgeführt. Ergebnisse: Gruppe III Knaben: Fußschlagball. Es siegten: Alte Pestalozzischule über Gymnasium mit 101:22 Punkten, Oberrealschule über Heuchel- heim 66:59, Großen-Linden über Realgymnasium mit 52:37, Neue Pestalozzischule über Alten-Buseck mit 125:22, Watzenborn-Steinberg über Klein-Linden mit 62:38, Höh. Priv. Schule über Lollar mit 60:33, Großen-Buseck über Lang-Göns mit 69:29, Goetheschule über Leihgestern mit 98:31 Punkten. Ohne Wertung: Oeffentl. Handelsl.-Anstalt über Wieseck mit 117:28 Punkten. Gruppe III Mädchen: Grenzball. Es siegten: Neue Pestalozzischule über Klein-Linden mit 33:0 Punkten, Lollar über Wieseck mit 11:3, Schillerschule über Watzenborn-Steinberg mit 20:1, Goethe-Schule über Großen-Linden 16:0, Lyzeum über Alten-Buseck mit 31:0, Großen-Buseck über Lang-Göns mit 9:8, Heuchelheim über Leihgestern mit 9:1 Punkten. Gruppe IV Knaben: Fußschlagball. Es siegten: Annerod über Oppenrod mit 60:49 Punkten, Ruttershausen über Trohe mit 59:47, Hausen über Rödgen mit 65:30, Staufenberg über Allendorf mit 66:61 Punkten. Gruppe IV Mädchen: Grenzball. Es siegten: Hausen über Trohe mit 7:0 Punkten, Ruttershausen über Annerod mit 10:4, Staufenberg über Oppenrod mit 10:1 Punkten. Allendorf hatte Freilos. Die Sieger der Vorrunde tragen in den nächsten Tagen die Zwischen- und Endspiele aus. Altbekannt- Kopfschmerzen,Migräne und Nervenschmerzen, Unbe- tWW - > HM - / - / £ i3 Br < ■' •/ - WMWUMW ■ ■ 'MÄW ßf 5189 A Winzerfest Musik: 03847 Paul BuchwalcL billig 5181D Pfefferminztee. 5174A 10 Ladenlokal ist bestens gesorgt. 5172 d Ludwig Kröck Tel. 3580 M. Liebler Asterweg 16. Möbelhaus Gießen,Wiesenstr.6 mit zwei Fenstern an bester Lage von Gießen von pünktlichem Mietzahler gesucht. Offert, mit Größen- und Preisangabe erbeten unter 5129V an die Ge- schäftsst. des Gieß. Anzeig.. Pelzwaren Pelzrevaraturen hofstraße. bringt in ihren Schaufenstern eine wunderbare Ausstellung der neuesten Herbstneuheiten. Sie zeigt damit im 3. Jahre ihres Bestehens erneut ihr fachliches Können und ihre Leistungsfähigkeit. Wir empfehlen Ihnen die Besichtigung, wir empfehlen Ihnen den Besuch. IVt-Siäbriger , Hund sofort zu kaufen gesucht. Schristl. Angebote unter 03852 a. d.G.A. Das einzigartige sind stets äußerst billig bei 5h»d noch BIS 15. SEPTEMBER SCHAUPLATZ DER »OPEL-WOCHE« Motorwaöen-Verkaulsöelelllcliatt m.ti.H Gießen, Frankfurter Straße 52 - 56. Ruf 2847/48, ___________________________5066 A hegen und Schmerzzustände. Seit Jahrzehnten behauptet sidi Citrovanille dank seiner anerkannt raschen und milden Wirkung. Stets bekömmlich - unschädlich' für Herz und Magen. Sie sollten deshalb das bewährte Citrovanille immer zur Hand haben. Erhältlich in allen Apotheken. 6 Pulver» oder 12 Oblaten-Pckg. RM 1.10. Großmutter kennt sich aus, wenn das Gespräch auf Pfefferminztee kommt. Sie weiß, daß Pfefferminztee zu jeder Tageszeit den Körper erfrischt und viel gesünder ist wie Kaffee und schwarzer Tee, deshalb trinkt sie schon seit vielen Jahren zu jeder Mahlzeit 4/16 W auch ohne Motor gesucht. Schristl. Angeb. m.Preis- ang. unt. 03851 an d. Gieß. Anz. Drogerie Kreuzplatz Gasthaus zum Taunus Inh.: G. Weinbrenner / Brandgasse 8 Samstag, 14., u. Sonntag, 15. September: KIRMES in Königsberg Sonntag, 15., Montag, 16. Sept. Obere Gastwirtschaft! Für gute Getränke und Speisen WWl z.Z.unentgeltlich abzugeben. 5wD Karl Hahn Möbelfabrik Löberstratze 17. Bekanntmachung. Die Bauarbeiten für die Regen- und Schmutzwasserkanäle in der verlängerten Schlageterstrahe bis zur Kaserne am Trieb werden auf Grund der RVO. für Bauleistungen öffentlich ausgeschrieben. Die Unterlagen sind ab Samstag, den 14. September 1935, abzuholen. 51800 Die Angebote sind bis THittrood), den 18. September 1935 vormittags 10 Uhr auf dem Städtischen Hoch- und Tiefbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben, wo ihre Oefsnung im Beisein der erschienenen Anbieter erfolgt. Zuschlags- und Bindefrist eine Woche. Gießen, den 12. September 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a v e r t. WBromni ( Anteuerholz ) ««uv gibt laufend ab Dampssägewerk Abendstern Der große Original- E E beutel kostet nur.. uü Pf. Ich gehe immer zu Falläpiel Ä Samstag a. Eingang vomBotan. Garten. Ferner mehrere hundert Himbeerstöcke „Preußen", pro Stück 10 Pf., abzugeben. 038S5 fiönm-MD. Mündlich können (SieeSnurwenigen sagen, schriftlich mehreren, durch eine Kleinanzeige sagen Sie es allen! Die Firma Manfred Volz • Gießen das deutsche Fachgeschäft für Bekleidung und Ausstattung in der Bahn- Vornehml Geschmackvoll! PersönlichI Diese wesentlichen Eigenschaften der guten Familien- Drucksache bietet Ihnen In zahlreichen neuzeitlichen Ausführungsarten und Papieren zu mäßigen Preisen BrUhl’scha Druckerei, Schulslr.7, Ruf 2251 M Auch von den höchsten Stellen können Sie das Obst mit einer Leiter und Obstpflücker herunter holen. Beides ist billig bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 46ii a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Restaurant Stadt Mainz Samstag, Sonntag, Montag (Sonntag ab nachm. 4 Uhr): Winzerfest Rheinischer Humor! Naturreiner Wein per Glas 25 Pf. An allen 3 Tagen bis 4 Uhr nachts geöffnet! 6i7sD Winzerfest la Weine — Sekt im Glas Humor und rhein. Stimmung in den fabelhaft dekorierten Räumen Freitag bis Montag, 16. Sept im „Rheingold“ Kein Eintritt! sistD ’aufri Mlesherunie^^ GIESSEN SEUERSWEG 81 bring! wieder die Mode im Herbst! CARL]\iowacK Neue Formen, neue Muster sind entstanden. Mit Sorgfalt habe ich die kleidsamsten Schnitte und Farben ausgesucht und zeige Ihnen meine großeAuswahl schon jetzt zum Beginn der Saison! Sie werden auch mit der Qualität des Gebotenen zufrieden sein, meine Damen - und nicht zuletzt mit meinen sehr niedrigen Preisen. Ich erwarte Siel Bücher für Naturfreunde und Wanderer Belauschtes Leben. Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm von K O. Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensangaben u. ausführlichem Text. Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. P. Deegener, Universität Berlin. Preis kartoniert RM.3.90, geb. RM. 4.80. Waldweben. Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem Tier- und Pflanzenleben des heimatl. Waldes auf 128 Kupfertiefdrucktafeln,mit lebendigem u.aufschlußreichem Einführungstext von K. Gerhard und O.Wolff. Ganzleinenband.............RM.4.80. Umgang mit Mutter Grün. Sünden- und bittenbuch von W. Schoenichen. Brosch. RM. 2.85, gebunden RM. 3.60. Die deutsche Landschaft. Von E. L. Schellenberg. Br. RM. 2.-, geb. RM.3-. Zu beziehen durch jede Buchhandlung I Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Kaufgesuche Empfehlungen [JN HABER: CARL HEINZ SCH LUTER