185. Jahrgang
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhefsen
ltr.161 Erster Blatt 185. Jahrgang Samstag, IZ.Iuli 1955
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^"Esurt am Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitätr Such- und Steindruckerei R. Lange in Gietzen. Schristleitung nnö Sefchaftsftelle: Schulftratze 7 Mengenabschlüsse Staffel B
Kameraden der anderen Seite.
Britische Frontkämpfer treffen Sonntag zu Besuch in Deutschland ein.
Die Annäherung der Frontkämpfer der verschiedenen Völker, entsprungen dem Willen, aus dem gemeinsam in gleicher Schwere Erlebten heraus aus Gegnern des Krieges zu Verbündeten im Kampf für den Frieden zu werden, hat in den letzten Tagen weitgehende Fortschritte gemacht. Sie ist aus dem Stadium der ersten Fühlungnahme und Vorbereitung herausgewachsen in das amtlicher Zusammenarbeit. War auf diesem Wege die erste gemeinsame Tagung der Fidac, der Spitzenvereinigung der ehemaligen Frontkämpfer der Alliierten, mit den Vertretern der führenden deutschen Frontkämpfer-Organisationen in der ersten Juliwoche in Paris schon ein bedeutsamer Schritt, so wird ihm in der dritten Woche des Juli ein Schritt von nicht Minderem Gewicht folgen: Am 14. Juli wird in
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Major F. W. C. F e t h e r st o n e - G o d l e y.
(Associated Preß-M.)
der Reichshauptstadt Berlin eine amtliche Abordnung von Führern der Britischen Legion eintref- len, der maßgebenden und über das ganze britische Weltreich verbreiteten Organisation der britischen Frontkämpfer. Die Abordnung besteht aus den Herren Major F. W. C. Fetherstone-God- ley, der gleichzeitig der Führer der Abordnung ist, Oberst Ashwanden, Oberst G. C r o s f i e l d, Oberst A. D. Murray, Hauptmann M. A. Ha- wes und Oberwachtmeister Eggleston. Die englischen Gäste werden Hamburg, München und Köln einen Besuch abstatten. Am Montag werden sie am Ehrenmal Unter den Linden einen Kranz niederlegen und darauf bei einem Empfang im „Kaiserhof" von Botschafter von Ribbentrop willkommen geheißen werden.
Kein Geringerer als derPrinz vonWales, der britische Thronfolger, hat als Ehrenpräsident der Britischen Legion diesen Besuch in den Pfingsttagen angekündigt, und der Widerhall, den die offenen und ehrlichen Worte des Mannes, der der Nächste am Throne Groß-Britanniens ist, in Deutschland wie in der ganzen Welt sanden, ließ erkennen, für wie wichtig überall dieser Besuch angesehen wird. Denn hierbei handelt es sich um dre Aufnahme eines amtlichen Verkehrs zwischen den Führern der englischen und der deutschen Frontkämpferorganisationen. Man will sich kennen lernen und die Wege, auf denen man gemeinsam gehen kann, erforschen. Die Vertreter der Briten werden so zu den großen deutschen Verbänden, zum NS. Deutschen Frontkampfer-Bund (Stahlhelm), zur NSKOV., zum Reichskriegerbund Kyffhäuser kommen, sie werden auch Geleaenhert haben, zu erkennen, wie die Deutschland beherrschende nationalsozialistische Bewegung und ihre Gliederungen, SA. und SS., Hitler-Jugend und Arbeitsdienst getragen werden von frontsoldatischem Geist und frontsoldatischem Wesen. Und weil sie selbst Frontsoldaten sind wer- den sie hier mitempfinden können und dadurch den Weg zum Verständnis des neuen Deutschland gewinnen. „
Uns deutschen Frontsoldaten stand von allen unseren Feinden der „Tommy" innerlich am nächsten in seiner ganzen Art. Wir spürten Stammverwandtes, Soldaten und Männer ähnlicher Denkweise. Franz S e l d t e gab dem einmal Ausdruck in dem dritten Band seines Kriegserinnerungsbziches „Vor und hinter den Kulissen". Er schreibt im Anschluß an den schneidigen Angriff der Engländer auf die flandrischen Flottenstützpunkte Zeebrügge und Ostende, den er als Filmtruppführer mit erlebt hat: „Stahl muhte auch an den kühnen Mut und Willen der Engländer denken, die diese Schiffe zum Zwecke der Versenkung und Sperrung hereingesteuert hatten. Die eigentliche Absicht der Engländer, die Hafeneinfahrt für die deutschen U-Boote und die Kanalverbindung nach Brügge und das Dreieck Zeebrücke- Brügge-Ostende zu stören, war nicht erreicht worden. Eine Leistung war es trotzdem. Jawohl, das war schon eine verflucht schneidige Sache. Verfluchte
Kerls, diese Tommies. Aber ist es nicht eigentlich ein Blödsinn, daß wiruns gegenseitig den Schädel einschlagen und die Kehle und den Magen abzudrosseln trachten ...? Wenn man nicht gegeneinander, sondern Seite an Seite fechten würde, würden wir nicht zusammen die ganze Welt in Bruch schlagen oder friedlich zusammen beherrschen und führen? —"
So ähnlich dachte damals der deutsche Frontsoldat. Er achtete den „Tommy" als einen tapferen und schneidigen Gegner, und wir wissen vom Engländer, jedenfalls vom englischen Frontkämpfer, daß der deutsche Feldgraue und nicht minder die deutsche Flotte bei ihm in höchstem Ansehen stehen. Mochten Parlamentarier und Geschäftsmänner noch so Hetzen und verleumden, der Engländer der Front wußte und weiß, was er von dem Deutschen der Front zu halten hat. Das gemeinsame Erlebnis der Front führt uns zueinander, und wenn nun britische Frontkämpferführer zu den Führern der deutschen Frontkämpfer kommen, so wird diese Gemeinsamkeit sich noch stärker herausbilden. Die Briten kommen nicht als Diplomaten und politische Unterhändler, sie kommen — um ein Wort aus dem in Deutschland bekanntesten und von den deutschen Frontsoldaten als ihrer Art so verwandt empfundenen englischen Front-Theaterstück zu verwenden — als „Kameraden der anderen Seite". Als solche grüßen wir deutschen Frontsoldaten sie, und als solche wollen wir mit ihnen zusammen kämpfen
für den echten Frieden der Ehre, Achtung und Freiheit.
Waffenbrüderschaft begründet Freundschaft.
Der Führer der britischen Frontkämpfer- Abordnung über den Zweck des Besuches in Deutschland.
London, 13. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Abordnung des englischen Frontkämpfer-Verbandes „British Legion" reist am heutigen Samstagabend oon London nach Berlin ab. Der Führer der Abordnung, Bundesmajor Fetherstone-Godley, gab am Freitagabend folgende Erklärung ab:
„Seit Urbeginn hat es auf internationalem Gebiet nur ein Gemeinsames gegeben, nämlich das Band der Waffenbrüderschaft derer, die ihrem Vaterlande im Felde gedient haben. Dies Band will die British Legion bei ihrem Versuch benutzen, eine echte Grundlage der Freundschaft zwischen allen Nationen zu errichten. Der Besuch der Legion in früheren Feindländern soll dazu dienen, den sehr lockeren Sand, auf dem jetzt die internationale Diplomatie gebaut ist, zu festigen. Wenn wir durch ein solches Vorgehen eine feste Grundlage der Freundschaft schaffen können, dann werden wir unser Ziel erreicht haben.
An deutschen Kriegergräbern in Frankreich.
Weihe des Ehrenmals auf dem deutschen Soldatenfriedhof von Maissemy.
Paris, 13. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der deutsche Soldaten-Friedhof von Maissemy bei St. Quentin, der vergrößert und neu hergerichtet worden ist, wurde in später Abendstunde am Freitag in Gegenwart von etwa 70 deutschen Volksgenossen geweiht.
Die Städte des Ruhrgebiets hatten zur Erinnerung an die Befreiung von der feindlichen Besetzung die Mittel für diesen Ausbau der zweitgrößten deutschen Totenstätte in Frankreich gestiftet. Der Volksbund deutsche K r i e g s g r ä b e r fü r s o r g e hat jetzt dieses Ehrenmal der Ruhrstädte in Frankreich vollendet. 15 415 Einzelgräber reihten sich dort zwischen Ahorn, Ulmen und Lavendelstauden neben den mit Rosen bedeckten langen Sammelgrab, in dem die Gebeine ebenso vieler unbekannter deutscher Helden ruhen. Auf Quadern geführt erhebt sich, von schweren Bronze- gittern umgeben, das Ehrenmal mit einem drei Meter hohen Kreuz.
An der Feier nahmen Botschaftsrat Dr. F o r - st e r und der stellvertretende Militärattache Hauptmann Speidel, sowie der Vorsitzende der französischen Frontkämpfer oon St. Quentin und Vertreter der französischen und deutschen Kriegsgräberfürsorge teil. Pfarrer Prior vom Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge schloß in seine Ansprache die Hoffnung ein, daß das französische und deutsche Volk
sich im Gedenken an die Toten des Weltkrieges in Freundschaft und Frieden zu- sammenfinden mögen. Langsam schritt alsdann der Zug dem Ehrenmal zu, vor dem aus Opferschalen rote Flammen gegen den Abendhimmel schlugen. Stadtbaurat Arendt, Bauführer des Volksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge, sagte in seiner Ansprache: „Möge hinfort von dieser Stätte des Friedens, die ein blutiger Krieg durchwühlte, ausstrahlen der Friedensgeist, den zwei kampferprobte Völker zu beiden Seiten des Rheines so heiß ersehnen!"
Das Lied vom guten Kameraden leitete über zu den Worten des Botschaftsrates Dr. Forste r, der im Namen des Führers und Reichskanzlers die neu hergerichtete deutsche Ehrenstätte dem Andenken der toten Helden und der Zukunft Deutschlands weihte. Mit dem Dank an die französischen Behörden für die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Volksbund verband er Worte aufrichtiger Anerkennung für die hier ausgeführte Leistung des Volksbundes. Nach dem Deutschland- Lied legte der Vertreter des Botschafters einen Kranz im Namen der Reichsregierung und der stellvertretende Militärattache einen Kanz namens der deutschen Wehrmacht nieder. Mit einem stillen Gruß an die hier zur letzten Ruhe Gebetteten schloß die eindrucksvolle deutsche Weihestunde, während die Nacht sich über die langen Reihen der schwarzen Holzkreuze senkte.
Der Führer in
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Der Führer und Reichskanzler bei der Besichtigung der Modelle für die Umgestaltung des Mufeums. n,alles in Weimar. In feiner Begleitung Reichsstatthalter Eauckel und der Architekt Speer (ganz links). p ” (Preffe-Jlluftration Hoffmann-M.)
Bei der Fliegergruppe Lechfeld.
München, 12. Juli. (DNB.) Der Führer besichtigte heute in Begleitung des Reichskriegs. Ministers Generaloberst von Blomberg, des Reichsministers der Luftfahrt General der F reger Göring und des Staatssekretärs der Luftfahrt
Generalleutnant Milch die Bayerischen Motorenwerke in München. Anschließend begab sich der Führer mit seiner Begleitung im Flugzeug zum Flugplatz Lager Lech- feld und besichtigte dort die Fliegergruppe L e ch f e l d.
Einheit -es Friedens.
Der neue englische Außenminister Sir Samuel Hoare hat als solcher am Donnerstag seine Jungfernrede im Unterhaus gehalten. Englands starkes Engagement im italienisch-abessinischen Konflikt hatte den unmittelbaren Anlaß zu der Aussprache im Parlament gegeben, aber Sir Samuel Hoare wollte die Gelegenheit seines ersten öffentlichen Auftretens als Außenminister benutzen, um in umfassender Weise die große außenpolitische Linie des Kabinetts Baldwin darzulegen und womöglich Anregungen für die Weiterentwicklung der vordringlichen, vorwiegend europäischen Probleme zu geben. Gedacht hatte Sir Samuel Hoare wohl an so etwas wie ein Gegenstück zu der großen Reichstagsrede des Führers, aber, wie es englischer Paxis entspricht, sind seine Ausführungen gerade in sehr wesentlichen Punkten weit weniger bestimmt und verbindlich ausgefallen, als die programmatischen 13 Punkte des deutschen Staatsoberhaupts. England hat mit dem Londoner F l o t t e n a b k o m m e n einen Schritt getan, den es für nützlich hielt, einmal im eigenen Interesse, aber auch im Interesse der übrigen großen Seemächte, einen Schritt, den es für notwendig erachtete, sollte nicht eine einmalige Gelegenheit wiederum versäumt werden, nachdem schon in der gleichen Angelegenheit der Begrenzung der Rüstungen schon so viele Gelegenheiten verpaßt worden waren. Aber England hat diesen Schritt allein getan, und wenn es ihn auch keineswegs bereut — dazu liegen die Vorteile, die das Abkommen mit der Festlegung eines bestimmten Flottenverhältnisses und damit der Ausschaltung jeder Flottenrivalität zwischen Deutschland und England auch dem britischen Partner gebracht haben, zu sehr auf der Hand, — so hatte Sir Samuel Hoare doch das Bedürfnis, den vielen Kritikern zu antworten, denen in der Wertung des Abkommens die Methode hoher stand als der Inhalt des Abkommens selbst. So hatte Sir Samuel Hoare die Aufgabe, nachzuweisen, daß auch die Methode gut war^ da sie einen „praktischen Beitrag zum Frieden" geliefert hat und Englands Aussöhnung mit seinem früheren Gegner in dem Kernpunkt einstiger Rivalität zu Wege gebracht hat, ohne Englands alte, durch den Weltkrieg und die Nachkriegspolitik erhärtete Freundschaften ernstlich trüben zu können.
Sir Samuel Hoare hat sich zur Begründung dieser Auffassung, unseres Erachtens ohne zwingenden Grund, das oon Paris aus hartnäckig in die Welt gesetzte Schlagwort oon der „Unteilbarkeit des Friedens" zu eigen gemacht, um sich vor dem französischen Bundesgenossen und dessen Fürsprechern in der konservativen Partei von dem Verdacht reinzuwaschen, als ob das „Techtelmechtel mit den Deutschen" die englische Politik oon ihrer traditionellen Linie der engen Zusammenarbeit mit Frankreich entferne. Sir Samuel Hoare hat es sich deshalb besonders angelegen sein lassen, ausdrücklich zu versichern, daß das Kabinett Baldwin unverändert zu dem Londoner Programm vom 3. Februar und zu den Vereinbarungen oon Stresa stehe. Aber die von Frankreich immer wieder erhobene Behauptung von der Unteilbarkeit des Londoner Programms, auf die sich nur anscheinend auch die englische Politik wiederum festgelegt hat, ist längst widerlegt durch den Zusammenbruch der Methode, auf schlecht vorbereiteten internationalen Konferenzen zu versuchen, die widerstrebendsten Interessen unter einen Hut zu bringen. Nicht minder Schiffbruch erlitten hat die Methode, die verschie- densten Probleme in ein einziges großes System zusammenzufassen. Der französischen These „Alles oder nichts", die sich hinter dem Schlagwort oon der Unteilbarkeit des Friedens verbirgt, hat der Führer seine eigene These entaegengestellt, daß das große, allen Nationen gemeinsam obliegende Werk der Sicherung des Friedens nur Schritt für Schritt, Stein auf Stein gelingen kann, und daß man dort die Gelegenheit beim Schopf ergreifen muß, wo sie sich bietet, wenn damit nur dem Grundgedanken der Friedenssicherung, sei es auch nur auf einem beschränkten Gebiet, nähergekommen wird. Nur aus Teilerfolgen auf der einen oder der anderen Front, sachlich wie geographisch genommen, wird sich der „Friede als Ganzes", wie ihn Sir Samuel Hoare getreu den französischen Wünschen apostrophiert hat, einmal zusammensetzen lassen. Wer darauf warten wollte, daß der Friede als Ganzes ihm einmal in den Schoß falle, ohne daß er sich bemühe, zu ernten, was die Zeit bringt, der darf nicht enttäuscht sein, wenn er vergeblich warten müßte.
Hier liegt auch schon die Antwort auf die Anregung, die Sir Samuel Hoare in recht dringlicher Form an Deutschland richtete. Es ist schon fast zur lieben Gewohnheit der europäischen Staatsmänner geworden, sobald die gemeinsamen Probleme ins Stocken geraten sind oder durch das Aufeinanderprallen materieller Interessen eine prekäre Situation entstanden ist, vom Führer des nationalsozialistischen Deutschlands einen Ausweg zu erwarten. Denn nichts anderes steckt ja hinter der Bitte Sir Samuel Hoares an den Führer, in der Frage des Ost - und Donaupakts „einen wirklichen Beitrag zur Sache des Friedens zu leisten". Deutschland ist nicht ganz überzeugt, daß gerade die Paktpläne für Osteuropa und den Donauraum, die uns noch höchst verschwommen vorkommen und ebensowenig unser unmittelbares Interesse, wie dasjenige Englands haben, nun „der nächste notwendige Schritt vorwärts" sein müssen, wie es Sir Samuel Hoare hinstellt. Bisher schienen wir vielmehr mit der englischen Auffassung darin einig zu gehen, daß das im Londoner Programm vorgesehene und von uns im Grundsatz angenommene Luftlocarno dringlicher sei. Denn es ist vermutlich ohne weitere sachliche Schwierigkeiten in die Scheuer zu bringen, da alle Teilhaber des Locarnopakts sich über
die Zweckmäßigkeit der Ausdehnung seiner Bestirn» mungen auch auf die Luftwaffe bereits einig sind und eine von allen beteiligten Mächten als wünschenswert bezeichnete gleichzeitige Begrenzung der Luftstreitkräfte bei der leichten Vergleichbarkeit der Waffen keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bereiten können. Ein solches Luftlocarno würde aber
Wir- -er Völkerbun-srai einberufen?
Englisch-französische Vorbesprechungen in Paris.
Washington, 12. Juli. (DNB.)
Staats-
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Italien hält an der radikalen Lösung fest.
Hoares Erklärungen werden in Rom als nicht ausreichend befunden.
Paris, 12. Juli 1935.
. Am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, der das Andenken an den berühmten Bastille-Sturm des Jahres 1789 wachhält, werden diesmal in Paris zwei Riesenkundgebungen veranstaltet werden. Die eine führt das rechtsgerichtete Frankreich unter der Führung der Feuer- kreuzler am Arc de Triompte zusammen, dem Symbol der siegreichen und ruhmbedeckten französischen Armee, unter dessen riesiger Wölbung sich das Grabmal des Unbekannten Soldaten befindet Am anderen Ende der Stadt, wohl fünf Kilometer von dem erstgenannten Platze entfernt, versammelt sich das andere Frankreich, dem es, wenn wir einmal von den marxistischen Nutznießern absehen, um die V e r t e i d i g u n g d e r g e i st i g e n Ideale der Großen Revolution zu tun ist.
Zwangslage: entweder die Frage ein für allemal zu lösen oder in den Kolonien für. ewig kriegsbereit sein zu müssen, um nicht ins Meer geworfen zu werden. Wenn England in der abessinischen Frage im Geiste der traditionellen Freundschaft und in Harmonie mit den Abmachungen von Stresa handeln wolle, dann könne es gewiß nicht Italien zur Annahme einer Lösung bewegen wollen, die keinerlei Klärung bringen würde.
„Corriere della Sera" schreibt, die Rede Hoares sei nicht schlecht gewesen, aber sie hätte besser sein können. Ein freimütiges Bekenntnis des Unrechts, das die britische Politik in der letzten Zeit gegenüber Italien begangen habe, wäre wünschenswert gewesen. Wer glaube, daß die Worte von der „traditionellen Freundschaft gegenüber Italien" die Herzen der Italiener rühre, der sei schwer im Irr- tum. Man wisse nun, was man von traditionellen Freundschaften und romantischen Erinnerungen an das „Risorgimento" (das Zeitalter der Kämpfe um die Einigung Italiens 1848 bis 1870) zu halten habe.
Italien bestellt Gefrierfleisch für seine ostafrikanischen Truppen.
London, 13._ Juli (DNB. Funkspruch). Wie aus Durban (Südafrika) gemeldet wird, hat die italienische Regierung einen Auftrag auf 5000 Ton. nen Gefrierfleisch an eine südafrikanische Firma erteilt. Die Lieferung soll in den Monaten August, September und Oktober ausgeführt werden und zwar voraussichtlich nach den o st afrikanischen Kolonien Italiens.
Frankreich am Vortage des ^4. Juli
Von unserem pariser Korrespondenten.
Deutschlands Einstellung zu diesen von Hoare in den Vordergrund gerückten Problemen ist also ein- heutig klar umrissen, genau so wie seine Bereit- Willigkeit, durch Diplomatische Fühlungnahme an der Weiterentwicklung der hier angeschnittenen Fragen mitzuarbeiten, soweit es sich davon einen praktischen Erfolg verspricht. Es ist also nicht recht er- sichtlich, welchen besonderen Schritt Sir Samuel Hoare von uns erwartet, „um der Aushandlung der Oft- und Donaupakte vorwärts zu helfen". Das Echo, das die Zurücknahme der einst g e das Haus Habsburg erlassenen ~ „ setzeauf Ausweisung und Dermögensbeschlagnahme durch die Wiener Regierung in Paris sowohl wie in den Hauptstädten der Kleinen Entente gefunden hat, erhellt ja überaus deutlich die ganze Verworrenheit der Meinungen und Interessen, die heute noch im Lager derjenigen Mächte herrscht, die sich besonders warm für einen Donaupakt einsetzen unter dem Vorwand, damit die Unabhängigkeit Oesterreichs vor einer Einmischung Dritter am besten zu schützen. In Wien sieht man in der Aufhebung des Aufenthaltsverbots und der Dermögensoeschlagnahme der Habsburger eine rein innerösterreichische Angelegenheit, die „Wiedergutmachung eines Unrechts", an dem übrigens die heute so reumütigen Sünder einst als Christlich-Soziale genau so beteiligt waren wie die Sozialdemokraten. Wenn nun also diese rein innerösterreichische Frage in Paris und Rom, Prag, Buka» rest und Belgrad ein lebhaftes Für und Wider auslöst unter dem Gesichtspunkt, daß diese Maßnahme nur als Vorbote einer Restauration des Hauses Habsburg-Bourbon gewertet werden dürfe und daher ein gesamteuropäisches Interesse beanspruche, so mag es für die Wiener Regierung eine immerhin bezeichnende Illustrierung zu dem ihr gerade von Paris, Prag und Rom so warm angepriesenen Begriff der .Nichteinmischung" sein. In einer so verwickelten Sache, in der selbst unter den Befürwortern des Donaupaktes noch die größten Meinungsverschie- Dent)eiten herrschen, von^dern nur sekundär inter- effierten Deutschland einen Anstoß zu erwarten, erscheint uns durchaus abwegig. Sir Samuel Hoare, Der für England jede Uebernahme von Verpflich- tungen hier oder in Osteuropa selbstverständlich ent» schieden ablehnte, müßte sich schon der Mühe unter» Men.bel so viel widerstreitenden Interessen in der ofterreiÄtfdjcn Frage selber die Initiative des Unparteiischen zu ergreifen, wenn ihm ein Donaupakt ön«VA^euxt' -ie strategische und wirtschaftliche Schlüsselstellung eines unabhängigen Oesterreichs
der er sprach, zu konsolidieren. Dessen Lebens- unsahigkeit hat allerdings schon ein fünfzehnjähriger Leidensweg des österreichischen Volkes hinreichend nachgewlesen. ’
Zusammenarbeit zwischen Athen und IRom.
Die Besprechungen zwischen Mussolini und Kondylis.
Rom, 12. Juli. (DNB.) Der stellvertretende griechische Ministerpräsident Kondylis ist vom König von Italien in seiner Sommerresidenz San Rossore bei Pisa empfangen worden. In politischen Kreisen wird den vorangegangenen Besprechungen Zwischen Kondylis und Mussolini erhebliche Bedeutung beigemessen und in Übereinstimmung mit dem amtlichen Bericht der herzliche Charakter des Gedankenaustausches betont. „Gior- nale d'Jtalia" spricht von der italienisch- g r i echischen Zusammenarbeit im ö ft« 11 d) e n Mittelmeer, wo beide Länder gleichgerichtete Interessen hätten, die durch den zwischen ihnen bestehenden Freundschaftsvertrag bereits vor fahren besiegelt worden seien. Nach der „Tribuna" hat Griechenland vorwiegend mittelmeer- l a n d i s ch e I n t e r e s s e n. Es sei freilich durchaus in Ordnung, daß es auch seine Interessen a l s -o a l ° anstaat pflege, die allerdings feinen Mit- telmeerintereffen nicht hinderlich fein durften. „La- ooro Faszista" schreibt, die gelegentlich der Bil- Dung des Balkanbundes entstandenen M i ß v e r - tandnisse zwischen Italien und Griechenland seien u b e r w u n b e n. Italien habe im übrigen immer zu den innerpolitischen Fragen Griechen- ^nds eine streng korrekte Haltung eingenommen Diese Haltung gelte selbstverständlich auch für die jjrage einer eventl. Wiedereinführung der c n Griechenland, wie durch den Be- uch Kondylis auch die Gerüchte Lügen gestraft worden seien, Italien habe im letzten Frühjahr Veniselos und seine Anhänger unterstützt.
Nun muß man sich sehr davor hüten, die Be- wegung der Feuerkreuzler auch nur im geringsten mit dem Nationalsozialismus in Deutschland zu vergleichen. Die „Croix de feu“ des Obersten be la Rocque finb eine Organisation von 120 000 ehemaligen Frontsolbaten, welche sich von bem großen Kriegsteilnehmer-Verband, ber „Confed^ration gd- ndrale", bie sowohl bie obengenannte „Union nationale“, wie bie „Union fed^rale", unb insgesamt etwa 3,5 Millionen Mitglieber umfaßt, abgefonbert hat. Sie hat weber ein Parteiprogramm, noch eine geschlossene Wählerschaft hinter sich. Sie ist also lebiglich eine Kampftruppe, ohne bisher irgenbeine politische Bewegung im Volk ausgelöst zu haben. Die Teilwahlergebnisse ber letzten Wochen zeigen im Gegenteil, baß bie Stimmung des Volkes sich gegen biejenigen politischen Kreise roenbet, bie ben Feuerkreuzlern nahestehen. Sehr bezeichnenb ist bie kürzliche Nachwahl in Toulon. Es würbe bort ber Kommunist Bartolini mit 7559 Stimmen gewählt, wäh- renb sein Gegenkanbibat Wormser nur 3239
Gegenüber ben europäischen Problemen nahm der Abes sinienkonflikt in ben Ausführun- gen Sir Samuel Hoares einen wider Erwarten ae- rmgen Raum ein und auch, was der Völkerbunds- mimster Eden am Ende ber Aussprache noch ergänzend dazu mitzuteilen hatte, ließ keinen Schluß zu auf die künftige Politik Englands in dieser aus verschiedensten Gründen äußerst delikaten Angelegenheit. Mit Frankreich scheint man sich nur so- weit einig zu sein, daß der Völkerbund auch nach dem Zusammenbruch der Schlichtungsverhandlungen in Scheveningen möglichst lange herausgehalten werden soll, um einen vollständigen Eklat zu vermeiden Ader im übrigen ist zwischen Paris und London offenbar noch alles unklar. Frankreich wünscht sich absolut zu desinteressieren, um seinem neuen Freund nicht auf die Füße zu treten und England meint nach den Worten Edens mit feinem Vorschlag der Gebietsabtretung an Abessinien genug getan zu haben. Ob es mit dieser reichlich resignierend klingenden Ausfassuna seinen eigenen starken Interessen am Suezkanal und im Quellgebiet des Blauen Nils gerecht werden kann, muß bezweifelt werden. Sie ist vermutlich auch nur eine Tarnung für weitere stärkste diplomatische Aktivität, die einen Krieg an dieser Schnittfläche ber Interessensphären zweier Kolonialmächte oermeiben möchte, weniger um der These von ber „Unteilbarkeit bes Friebens" willen, als aus ber Ueberzeugung heraus, durch einen offenen Konflikt zu weitreichenden Entscheidungen
gedrängt zu werden, die man lieber erst hätte langsam reifen lassen. Das Echo, das die Erklärungen der beiden britischen Minister in Italien gefunden hat, zeigt, daß man sich dort keineswegs täuscht über ben Ernst, mit bem Englanb den Abessinienkonflikt nimmt.
sich bis auf weiteres aus bem Streit heraushalten. Präfibent Roosevelt fei aber bestrebt, Italien nicht im Zweifel barüber zu lassen, baß er ber britischen Friedensarbeit seine volle moralische Unterstützung gewähre und daß nach amerikanischer Ansicht bie Verantwortung für einen Krieg allein auf Mussolinis Schultern lasten würbe. Der Kellogg» pakt sei heute nicht weniger binbenb wie ju ber Zeit, wo 63 Nationen ihn unterzeichnet hätten. Die Vereinigten Staaten unb bie anberen Nationen seien an ber Aufrechterhaltung bes Paktes
einen im Westen Europas festen Friebensblock zu- sammenschweißen, ber feine günstigen Auswirkungen auch auf bie weniger übersichtlichen Probleme des übrigen Europa haben müßte. Denn bas Luftlocarno, oerbunben mit einer Begrenzung ber Luft- rüstungen unb ergänzt burch ein allgemeines Flöt- tenabfommen analog bem beutsch-englischen, müßte die Atmosphäre im Westen ja so entspannen, daß eine umfassende und tiefgreifende D e r st ä n d i - gungzwischenDeutschlandundFrank- reich und damit die endgültige Stabilisierung des Friedens in Europa zu erreichen sein müßte, wenn Deutschlands oft bekundeter Wille zur Versöhnung und Bereinigung des vielmehr durch traditionelle Gefühle als durch reale Interessen so tief wurzelnden Konfliktes auch auf der Gegenseite die gleiche gefühlsmäßige Bereitschaft findet.
Wir sagten schon, daß nach deutscher Auffassung von dem erreichten Ziel einer Befriedung des Westens auch eine belebende und ordnende Wirkung aus die weit schwierigeren, ineinander verfilzten und undurchsichtig gelagerten Verhältnisse Osteuropas und des Donauraums ausstrahlen würde. Wenn Sir Samuel Hoare ben Anschein erwecken möchte, ats ob Deutschlanb ben Schlüssel für bie Oeffnung ber verschlossenen Friebenspsorte im Osten in Hänben halte, so ignoriert er, baß Deutschlanb sein eigenes Bedürfnis nach Sicherheit und Frieden mit allen Nachbarn bereits praktisch in die Tat umgesetzt hat, einmal durch Abschluß des deutsch-polnischen Vertrags und zum andern durch seine Bereitwilligkeit, ähnliche Nichtangriffspakte auch mit seinen übrigen Nachbarn (ausgenommen Litauen), ja sogar mildem nicht benachbarten und weltanschaulich durch einen breiten Graben getrennten Sowjetrußland abzuschließen. Deutschlands Standpunkt zu dem Barthou- Litwinowschen Ostpaktprojekt hat der Führer fest Umrissen. Wir wünschen nicht Verpflichtungen zu übernehmen, deren Auswirkung wir nicht übersehen können unb wünschen uns nicht in einem Problemkreis zu engagieren, ber außerhalb unserer eigenen Interessen liegt, nichtsdestoweniger finb wir bereit, auch mit Sowsetrußlanb einen Pakt zu unterzeichnen, ber ber Sicherung bes Friebens zu bienen geeignet ist, was man unseres Erachtens von einem Beistanbspakt nach Art bes franzosifch-fow- jetrussischen nicht behaupten kann. Deutschlanb hat sich auch grunbsätzlich zur Beteiligung am D o n a u « Pakt bereiterklärt, unter ber Voraussetzung, baß in ben Verhandlungen barüber ber Begriff ber „Nichteinmischung" im Verhältnis Oesterreichs zu seinen Nachbarn wie auch im allgemeinen völkerrechtlichen Gebrauch hinreichenb geklärt wirb.
Habsburg und die Kleine Entente.
Prinzregcnt Pauls Besuch in Rumänien.
Bukarest, 12. Juli. (DNB.) Prinzregent Paul von Südslawien traf in Sinaja ein, wo er vom König Carol, vom Thronfolger Großwojewoben Michael unb sämtlichen Mitgliebern ber Regierung mit Ministerpräsibent Tatarescu unb Außenminister Titulescu an ber Spitze begrüßt wurde. Der erste Tag des Besuches war hauptsächlich der persönlichen Fühlungnahme zwischen König Carol und seinem Gast gewidmet. Außenminister Titulescu wird erst Samstagvormittag vom Prinzregent Paul in Audienz empfangen werden. Titulescu hatte aber in feinem Salonwagen eine fünfstündige Besprechung mit bem Ministerpräsibenten Tatarescu. Der Außenminister war offensichtlich bestrebt, bie Regierungskreise über bie Aussichten zur Aufrechterhaltung ber Solibarität ber Kleinen Entente unter ben gegenwärtigen internationalen Verhältnissen zu beruhigen. Prinzregent Paul wirb am Sonntag auf bem südslawischen Schloß Bleb eine Begegnung mit bem griechischen Kriegsminister Konb ylis haben, ber aus Rom zurückkommt.
Die Bebeutung ber beiben feinblichen Lager läßt sich nicht nach ben Verhältnissen in ber Hauptstabt bes ßanbes beurteilen. Wenn sich bie Teilnehmer- Zahl ber beiden Pariser Kundgebungen mit etwa einer halben Million bie Wage halten wirb, so dürste der Aufmarsch am Triumphbogen einen geschlosseneren unb barum machtvolleren Einbruck machen. Aber Paris ist nicht Frankreich. Währenb sich bie parlamentsfeinblichen Feuerkreuzler und die rechtsgerichtete „Union nationale" der Frontkämpfer vorwiegend in der Hauptstadt rekrutieren, ist die Provinz, und zwar vor allem diejenige Süd- und Westfrankreichs, die fast ausschließliche Domäne der Linksparteien und der größten Frontkämpferorganisation, der linksgerichteten „Union fedsrale".
Man darf nicht vergessen, daß die große Mehrheit des französischen Volkes links, was hier gleichbedeutend ist mit antikapitalistisch und antiklerikal, eingestellt ist. Die letzten Kammerwahlen, im Frühjahr 1932, brachten den Linksparteien einen vollständigen Sieg, den sie indessen nicht auszunutzen verstanden, da sich die beiden marxistischen Gruppen, die Sozialisten und die Kommunisten, jeglicher Regierungsverantwortung entzogen. So ergab sich der merkwürdige Zwiespalt, daß trotz einer st arten Linksmehrheit in der Kammer eine Rechtsregierung am Ruder ist- Das führt dann weiter dazu, daß von dem derzeitigen Ministerium etwa zwei Drittel der Mitglieder zum Arc de Triomphe und das restliche Drittel zur Kundgebung auf dem Bastille-Platz gehören.
Gs geht also nicht an, die von Daladier geleitete Volksfront als eine kommunistische Organ tf a t i o n hinzustellen. Mit größerer Berechti» gung konnte man sagen, daß sich die marxistj. s ch e n P a r t e i e n, die an sich in Frankreich im- mer nur sehr schwache Erfolge erzielen konnten, hmterdergroßenMittelstands- Partei der R a d i k a l s o z i a l e n oer- krochen haben, weil sie sich vor der erbitterten Kommunistenfeindschaft der Feuerkreuzler fürchten. Ob es am 14. Juli zu Zusammenstößen zwischen den beiden Parteien kommen wird, läßt sich nicht mit Gewißheit sagen, ist aber wenig wahrschein- "ch. Da beide irgendwelche Herausforderungen vermeiden werden, und die Regierung das größte In- hatten $at' unb Ordnung aufrechtzuer-
Die Vorbereitungen zum Aatwnalfer'ettaa.
Paris, 13. Juli (DNB. Funkspruch). Der Orga- nisationsausschuß für den Aufmarsch der „Volksfront" am 14. Juli hat ausführliche Verhaltungsvorschriften bekanntgegeben, die einen reibungslosen Verlauf der Kund- gebung verbürgen sollen. An sympathisierende A u s l a n d e r wird „die Mahnung" gerichtet, sich im Interesse der gemeinsamen Sache der Teilnahme an der Kundgebung zu enthalten. Als Abzeichen tragen die Kundgeber eine Anstecknadel mit \et $e" Mütze. Rote Fahnen
ohne »Aufschrift finb nicht zugelassen. Die Organisatoren warnen vor ber Weitergabe unten- troüierbarer Gerüchte während des Umzuges. Abgeordnete und Senatoren sollen an der Kundgebung, mit der ihnen zustehenden Schärpe angetan, teilnehmen. Nach der Kundgebung werden die Fahnen eingesammelt und in bereitstehendem Lastkraftwagen abtransportiert, um nachträgliche Zwischen- falle zu vermeiden. Die Organisatoren wollen durch die Disziplin der Linkstundgebung die Behauptun- gen der politischen Gegner widerlegen, daß sie nicht n o « feie.n' Zwischenfälle zu verhüten.
„Le 3our' bringt Erklärungen des Führers der Feuerkreuzler, Oberst de la Rocque, in Denen
Mailand, 13. Juli. (DNB. Funkspruch.) In der Rede des britischen Außenministers findet „Gazetta del Popolo" bemerkenswert, daß England jetzt wieder zur Politik von Stresa z u r ü ck k e h r e n wolle, also zur englisch-franzö- sisch-italienischen Zusammenarbeit. Nach Dem Flottenabkommen mit Deutschland werde England nun nicht mehr selbständig vorgehen und nicht an- dere S o n d e r a b k o m m e n abschließen, sondern an der in Stresa vorgesehenen gleichzeitigen Behandlung der kollektiven Abkommen mitarbeiten, nämlich am Lustabt o m m e n zwischen den Locarno-Mächten, dem O st p a f t und dem Donaupakt. Der Appell an Hitler zur Mitwirkung bei diesen vielseitigen Verträgen sei die Krönung des allgemeinen Teils der Rede, gegen den nichts einzuwenden fei.
Die Erklärung Hoares, daß Italien das Recht zu einer kolonialen Ausdeh- n u n g habe und daß Abessinien schweres Unrecht begangen habe, sei aber nicht ausreichend als Erklärung dafür, daß die Angelegenheit durch einen Krieg gelöst werden müßte. So einfach lügen die Dinge aber nicht. Italien werde zum Kriege getrieben, nicht nur wegen seines Rechts auf koloniale Ausdehnung, das ihm als zivi- lisatorischer Großmacht zukomme, sondern weil es durch Abessinien dazu gezwungen werde. Die Gewalttaten Abessiniens seien nicht nur ernst und schwer, sondern sie seien nicht wieder gutzumachenoe Kapitalverbrechen. Italien suche in Afrika feinen Krieg, sondern es wolle eine wirtschaftliche Durchdringung. Italien befinde sich heute in einer
Die Nachricht von einem Austritt Englands aus dem Völkerbund würde in England und in Öen Dominien mit allgemeiner Erleichte r u n a ausgenommen werden, Denn „es kann nicht durch den Völkerbund für die Sache des Friedens gewonnen werden".
Amerika mtterMt die britische Vermittlung.
Neue Erklärungen Hulls.
Stimmen erhielt. Bei den letzten Wahlen im Jahre 1932 aus denen in diesem Wahlbezirk der spätere Neusozialist Renaudel als Sieger hervorging, hatte Bartolini es nur auf knapp 1000 Stimmen gebracht. Die neu geschaffenen 6500 Wähler haben natürlich — anders ift dieser siebenfache Zuwachs nicht zu erklären in Bartolini nicht den Kommunisten gesehen, sondern den Gegner des Kandi- ™en Aer- Achten, die es zu schlagen galt, -was sich in Toulon im engen Rahmen begeben fyat wiederholt sich am 14. Juli in dem größeren Rahmen ganz Frankreichs. Ueberall, und zwar, wie gesagt, vor allem in der Provinz hat sich die sogenannte „Front populaire", die „Volks- •1 ° t gebildet, um gegen die Rechtsregierung unö deren Notverordnungen, gegen die hinter ihr stehenden kapitalistischen Mächte und gegen die als "faschistisch verschrieenen Feuerkreuzler zu demon- stneren. Denn die große Mehrheit des französischen Volkes halt, so unverständlich das auch nach der Mißwirtschaft der letzten Jahre erscheinen mag, an Dem Parlament ari^d) en Regime fest. So- gar die Führer der Frontkämpfer-„Conf6d6ration", Uder, wie gesagt, die große Uebermacht von 3,5 Millionen Kriegsteilnehmern und Kriegsopfern ge- dort, haben das mehrfach und ausdrücklich fest-
London, 13. Juli (DNB. Funkspruch). Zum Thema Italien-Abessinien werden heute von der : englischen Presse zwei Punkte in den Vordergrund > gestellt:
1. Es sei jetzt damit zu rechnen, daß der Vö 1 - kerbundsrat am 2 5. Juli ober kurz bar» auf zusammentreten werbe, nachbem die Verhandlungen des Aussöhnungsausschusses in Scheveningen zusammengebrochen seien und vor allem, nachdem die abessinische Regierung eine sofortige Einberufung bes Völkerbunbs- rates geforbert habe.
2. Sowohl in London wie in Genf würde man es begrüßen, wenn bie italienische Regie- rung jetzt ihre Beschwerden und ihre Forderungen gegenüber Abessinien genauer barlegen würde.
Die „Times" meldet, daß der Zeitpunkt der Völkerbundsratssitzung in Paris zur Erörterung kommen werde. Die Atmosphäre der englisch-französischen Besprechungen über den abessinischen Streitfall sei seit der Rede Sir Samuel Hoares augenscheinlich verbessert worden. „Daily Telegraph" erklärt, in London wachse die Ueberzeugung, daß vorder Sitzung des Völker b u n d s r a t e s eine Rücksprache zwischen England, Frankreich und Italien stattfinden sollte. Die Ausgaben des Völkerbundes würden sehr erleichtert werden, wenn Italien eine Erklärung über seine Klagen gegen die abessinische Regierung vorlegen würde, da der Dölkerbundsrat bisher nur die Gegenklage Abessiniens gegen Italien erhalten habe.
„Daily Herald" meldet, auf ber Völkerbunbsrats- sitzung werbe man voraussichtlich bie Ansicht vertreten, daß der Streit unter Arttkel 12 unb 15 ber Satzung dem Rat zur Regelung vorge- legt werden soll, und Italien sowohl wie Abessinien würden aufgeforöert werden, ihren Stand- punkt ausführlich darzulegen. ■ Man unterschätze bie Möglichkeit nicht, baß ber italienische Stanbpunkt, wenn richttg bargestellt, ft ä r f e r fei, als es jetzt erscheinen möge. Man glaube nicht, daß Italien bie in der italienischen Presse angebeutete Weigerung, ber Ratssitzung beizürn o h n e n, verwirklichen werbe, da dies eine for- । melle und endgültige Absage an ben Völkerbunb fein würbe. Die Möglichkeit, daß der Aussöhnungs- , ausschuß noch vor dem 25. Juli eine Verstän - ! bi gung erzielen ober sich auf einen fünften 1 Schiebsrichter einigen werbe, beurteile man als i unenblich gering. ,
„Daily Mail" erklärt, es würde bas beste für i England fein, sich von ber unruhe stiften- । ben Tätigkeit des Dölkerbunbes völ- ! lig fernzuhalten unb so wenig wie möglich i mit biefer gefährlichen Einrichtung zu tun zu haben, c
, , ------ _ .— x_-----, _______ unb der Unverletzlichkeit der dadurch übernommenen
fekretär H u 11 erklärte, ihm liege sehr daran, daß internationalen Verpflichtungen zur Förderung der italienisch-abessinische Streitsall bald beige» und Erhaltung des Friedens unter den Nationen legt werde. Die Vereinigten Staaten würden | der Welt interessiert.
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l e r forderten gerade im Zeichen der bedauerlichen Annäherung der Westmächte an die Sowjetunion
aktivere Einstellung der Nationalisten aller
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Der Crfolg -er Erzeugungsschlacht
Oie Bestimmungen für das neue Getreidewirtschastsjahr.
zanasbestände von 1934 im neuen Getreidewirt- chaftsjahr voraussichtlich ohne Einfuhr auskommt. Mit Sicherheit gilt dies für Weizen
Der Angeklagte hc das Geld a u s F
iabe sich darauf berufen, daß er
urcht vor der kommuni-
Niederschläge
Die „Amerikanische Legion" ist die größte, über 15 ganze Gebiet der Bereinigten Staaten ver-
Sonenscheindauer 14 Stunden, keine.
Ü nia
i f a m p f, an dem beiden Parteien teil-
Zubi'äumsparade vor dem König von England, nbon, 13. Juli. (DNB. Funkspruch.) Kö - Georg V. wird am heutigen Samstag die
dehnung der Weizenaufbaufläche über den Bedarf hinaus entgegenzuarbeiten und die Möglichkeit zu schaffen, die Brotpreise stabil zu halten. Die Mühlen zahlen für jede Tonne vermahlenen Weizen eine Abgabe an eine Ausgleichskasse, die den Bäckern die Stabilität des Brotge- preises ermöglichen sollen. Der Roggen- anfangspreis ist um 1 RM. je Tonne erhöht worden. Der Gerstenpreis wurde um 6 Mark je Tonne erhöht, um einen Anreiz für eine erhöhte Gerftenerzerrgung zu geben.
Die Höhe des mit Kontingentsmarken versehenen Brotgetreidekontingents wird mit dem Bedarf der Bevölkerung an Brotgetreide in lieber- einstimig gebracht. Ein Tausch von Kontingentsmarken ist unter besonderen Umständen möglich, doch wird ein Geschäft mit Kontingentsmarken ausgeschlossen sein. Die Mühlen sind verpflichtet, nur mit Plomben versehenes Getreide zu verarbeiten. Dadurch hat der Bauer die Gewähr, daß das ihm zugewiesene Ablieferungssoll auch fortlaufend Absatz findet.
Ein allgemeines Berfütterungsverbot für Roggen und Weizen besteht nicht mehr. Neuerdings werden auch beim Hafer nur für Futterhafer Festpreise angesetzt, während für Gerste und Hafer, die Jndustriezwecken dienen, zunächst keine Preise fe st gesetzt werden. Die Getreidewirtschastsverbände dürfen besonders feste Abschläge vom festgesetzten Preise zulassen. Die sogenannten „toten Winkel" werden damit aus der Welt geschafft.
An den Mühlenfe st preis (Einkaufspreis) wird grundsätzlich festgehalten, doch ist die Regelung elastischer gestaltet worden. Don der ins einzelne gehenden Regelung der Preisspannen für Gerste und Hafer ist Ab st and genommen worden: in Zukunft wird die Hauptvereini- gung die notwendigen Bestimmungen treffen. Die Vorschriften über einen Mindestvermah- lungsgrad für Roggenmehl sind a u s gehoben worden, weil sie in Anbetracht der zu erwartenden befriedigenden Roggenernte nicht erforderlich sind. Für die Mühlen sind aber weiterhin die angeordneten Mehltypen verbindlich. Die Mühlen haben künftig als Pflichtmenge nur noch ein Monatskontingent einzulagern, weil anzunehmen ist, daß infolge der ausgeweiteten Reports die freiwillige Vorratshaltung der Mühlen größer als bisher fein wird.
und Roggen. Etwas ungünstiger ist die Sachlage beim Futtergetreide. Die Gerstenernte ist zwar gut, in bezug auf Hafer steht es aber nicht wesentlich günstiger als im abgelaufenen Jahr. In der Futtergetreideversorgung waren wir immer auf die Einfuhr aus dem Auslande angewiesen. Im neuen Wirtschaftsjahr wird Brotgetreide für Futterzwecke jedoch aus der eigenen Ernte unbedenklich in erheblichem Umfange verbraucht werden können.
An dem Festpreisgebäude des vergangenen Jahres wird grundsätzlich nichts geändert. Um aber dem Bauern die Aufbewahrung feines verkaufsfähigen Getreides für einen längeren Zeitraum zu erleichtern und die Vorratsbildung zu fördern, find die monatlichen Preiszuschläge (die sog. Reports) nicht unerheblich erweitert worden. Der Unterschied zwischen dem niedrigsten Preis zu Beginn des Getreidejahres und dem höchsten Preis am Jahresschluß beträgt gleichmäßig bei allen Getreidearten 20 Mark je Tonne, während der bisherige Unterschied rund 30 v. H. darunter lag. Der Roggenschlußpreis des eben abgelaufenen Wirtschaftsjahres gilt kraft besonderer neuer Vorschriften bis zum 31. Juli 1935. Die Haferpreise sind wie im Jahre 1934/35 bemessen worden.- Der Weizen- anfangspreis liegt etwa 4 Mark je Tonne niedriger als im vergangenen Jahr, um einer Ausdas ganze ------
breitete Organisation der amerikanischen Frontkämpfer. Fred Schroeter, der lange Jahre Präsident der Neuyorker Gruppe war, ist einer ihrer bekanntesten Persönlichkeiten. Er ist nach Deutschland gee fioares b‘ller mtstis beg atzten Zeit vunscheng, e von her alten" bie tim 9n. ottionellen 'ungen an ämpfe um Zu halten
über hinaus noch einen Uederschuß von 5,5 Millionen Mark zu erzielen. Dieser lieber» schuß soll verwendet werden zur Abdeckung von Schulden, für Kleinwohnungs- bauten, für erhöhte Ausgaben bei Ruhegehältern, für Instandsetzung von städtischen Gebäuden usw. Der Haushaltsvoranschlag für 1935 schließt mit einem Fehlbetrag von 2,2 Millionen Mark ab. Das städtische Finanzamt wird bemüht sein, auch diesen Fehlbetrag durch sparsame Haushaltsführung zu beseitigen.
Historische Gegensätze in Irland.
Bärtige Straßenkämpfe in Belfast zwischen Schotten und Iren.
London, 13.Juli. (DNB. Funkspr.) Die nord- ßnche Hauptstadt B b l f a st war in der Nacht zum Etinstag der Schauplatz schwerer parteipölitischer Unruhen und blutiger Strahentämpse, bei denen zr e i Personen getötet und über 40 vorletzt wurden. Der Mittelpunkt der Kämpfe ö-.r wieder der Bezirk der Porkstraße, wo es in de- letzten Wochen und Monaten öfters zu erbitterter Zusammenstößen politischer Gegner gekommen toir. Ein Zug schottischer Mitglieder der
Bei whlerMer Verdauung Bullrtch-Salz Tab^20Pfg. ,
im Jche ’.r fpifat ing, hm i gebracht, i natürlich 5 nicht zu mmuniften
Landtagen galt, n begeben t größeren und zwar, at sich die „Volks- sregierung hinter ihr en die als zu bernon« anzösischen 1 nach der i mag, an e fest. So« Ldiration", i)t von 3,5 opfern ge* cklich fest- ibier gelei« fche Or« r Derechtf
London, 12. Juli (DNB.) Auf dem Zweiten Internationalen Kongreß von Nationalisten sprach über „Rassische Nationalismen" der Führer der dänischen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei, Dr. Fritz Clausen. Er erklärte die liberale Lebensform für eine Lüge, gegen die es nur eine Rettung gebe, die nationale Idee. Lebhafte Anteilnahme fand der alte Kämpe aus dem Burenkrieg, der südafrikanische Gesandte in Haag, Dr. Dirk van Broekhuizen, für feinen Vortrag über das Rasfenproblem in der Südafrikanischen Union.
Am dritten Tage begann der Gedankenaustausch mit eineran schaulichen Uebersicht „Nationalismus auf dem Balkan" durch Dr. Janka I a n e f f aus Sofia. Hieran schloß sich ein fesselnder Vortrag Dr. Brunders aus Straßburg „Elsaß - Lothringens übernationale Mission". Der Redner ließ seinen Vortrag in Erinnerung an den ersten in Straßburg geschlossenen deutsch - französischen Freundschaftspakt vom Jahre 842 in den heißen Wunsch des elsaß-lothringischen Volkes nach einem neuen „Straßburger Eid" ausklingen.
Die beiden Schweizer Dr. H u b e r und Dr. O e h -
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5000 Ion« he Firma ionaten er aus- lich nach Italiens.
Amerikanischer Frvnisoldatenbesuch.
Fred Schroeter von der „Amerikanischen Legion" in Bremen.
Als Gast des NS. Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm) traf ein namhafter Führer der amerikanischen Frontkämpfer, der frühere Präsident der Gruppe Neuyork der Amerikanischen Legion, Fred Schroeter, in Bremen ein. Nach einem Kameradschaftsabend in Bremerhaven, wo er mit der „Europa" eingetroffen war, wurde Schroeter im Hause des Landesverbandes Nordsee des NSDFB. (Stahlhelm) in Bremen durch den Landesführer Volkmann im Namen des Bundes begrüßt.
Wetterbericht
des Reichswetterdienfkes. Ausgabeort Frankfurt.
Die beständige Schönwetterlage über Mitteleuropa verändert sich nur äußerst langsam. Noch immer beherrscht das mächtige von Skandinavien nach den Azoren reichende Hochdruckgebiet das Wetter des Kontinents. Die Temperaturen erreichen durchweg 30 Grad Celsius und mehr. Voraussichtlich wird jetzt bei beginnendem Abbau des Hochs von Süden und Südosten ernste Gewittertätigkeit Vordringen.
Aussichten fürSonntag: Noch heiter und weiterhin recht heiß, nachmittags schwül, namentlich im Süden örtliche Gewitterbildung.
Aussichten für Montag: Heiß und schwül, Gewittertätigkeit.
Temperaturen am 12. Juli: mittags 31 Grad Celsius, am 12. Juli: abends 22,4 Grad: am 13. Juli: morgens 20,7 Grad. Maximum 31,4 Grad, Minimum 16,1 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe am 12. Juli: abends 27,4 Grad, am 13. Juli: morgens 22,8 Grad Celsius. —
ftifdjen Gefahr in Deutschland ins Ausland gebracht hätte. Das könnte man ihm zugute halten, wenn er nicht noch bis weit in das Jahr 19 34 kräftig weitergeschoben hätte, als doch von einer kommunistischen Gefahr keine Rede mehr mar. Der einzige Gesichtspunkt, der strafmildernd zu berücksichtigen fei, könne der Glaube des Angeklagten fein, im Interesse seines Ordens gehandelt zu haben, obwohl selbstverständlich die Interessen des Ordens denen des Dolksganzen nachzustehen hätten. Strafverschärfend müsse dagegen berücksichtigt werden, daß auch dieser Angeklagte im Priesterornat das Geld über die Grenzen geschmuggelt hat. Ordensangehörige haben in Deutschland noch bis zum Mai dieses Jahres kräftig weiter geschoben, obwohl seit dem März die deutschen Tageszeitungen Mitteilungen über die Devisenschiebungen brachten. Bis zum Mai dieses Jahres sind Patres mit einem Rucksack voll Geld über die Grenze gefahren. Briefe, die dis Verurteilten bekommen, lasten eindeutig erkennen, daß in den beteiligten Ordensgesellschaften die Ab- geurteilten absolut als Märtyrer angesehen werden, während sie doch in Wirklichkeit nichts anderes sind als Verräter am Dolksganzen.
Länder im Kampfe gegen den Bolschewismus und einem vollständigen Neubau des Völkerbundes in einer Form, die auch den kleineren und mittleren Völkern eine wirksame Wahrung ihres berechtigten Eigenlebens gewährleisten würde. Der Völkerbund in seiner jetzigen Gestalt würdige diese Völker zum Objekt der Groß- machtwillkür herab.
Dr. Nils Lago-Lengquist (Stockholm) unterzog die Friedenspolitik des Führers einer eingehenden objektiven Würdigung.
Dr. Hans K. E. L. Keller erörterte dann in seinem Schlußwort noch einmal den Problemkreis, wie er von so vielen verschiedenen Gesichtspunkten durchdacht worden war. Der Redner beleuchtete den historischen Gegensatz zwischen der germanischen Idee einer Welt der Volker und der rö - mischen Konzeption, die eine Welt der Staaten aeschasfen habe. Die Ausgabe der Internationalen Arbeitsgemeinschaft von Nationalisten wolle im Gegensatz zu den verschiedenen imperialistischen „Universalismen", wie ein „demokratisches Paneuropa", eine faschistische „Roma Universa" oder eine „Kommunistische Internationale", allen Volkern das Recht nationaler Selbst - bestimmung gewähren, welches das Gemeinwohl der Völker, das Frieden bedeute, verwirklichen werde.
Oer vierte Fall von Oevifen- verbrechen katholischer Orden.
Berlin, 12. Juli. (DNB.) Dor dem Berliner Schnellschöffengericht begann am Freitag der Prozeß gegen den 51jährigen Prokuratorpater Ernst D o r a g e aus Köln wegen vorsätzlichen Devisenvergehens. Es handelt sich dabei um den vierten zur Verhandlung kommenden Fall aus dem umfangreichen Devisenstrafverfahren gegen einige katholische Orden. Dorage hatte innerhaw der deutschen Ordensprooinz der Lazaristen nach seiner Ernennung zum Prokurator im Juni 1930 vornehmlich die Finanzgeschäfte zu erledigen und die Kasse zu betreuen. Die deutsche Ordenspro^ vinz der Lazaristen bzw. Dinzentiner, bekannt unter der Bezeichnung „Missionsverein der Dinzentiner E. D." und „Missionsgesellschaft der Dinzentiner GmbH.", hatte im Jahre 1927 in Holland eine Anleihe in Höhe von 120 000 holländischen Gulden ausgenommen. Im Jahre 1932 empfahl der berüchtigte Dr. H o f i u s dem Angeklagten den Rückkauf von Obligationen. Nach den Ermittlungen der Zollfahndungsstellen und der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte daraufhin insgesamt 1 0 000 Mark nach Holland gebracht. Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit hat sich Dorage auch der Genehmigungserschleichung schuldig gemacht.
Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sich der An» aeklagte ttn Sinne der Anklage schuldig fühle, erwiderte Vorage: „Zum größten Teil j a." Auf weiteres Befragen gab der Angeklagte an, das Geld in der Aktentasche über bie Grenze geschmuggelt zu haben. Er habe zwar gewußt, daß dies verboten sei, er sei sich jedoch über die Tragweite feines Handelns nicht im klaren gewesen.
Entsprechend dem Antrag des Staatsanwalts wurde der Angeklagte zu 2Vr Jahren Zuchthaus und 40000 Mark Geldstrafe verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihm auf die Dauer von 3 Jahren aberkannt. Die Einziehung eines Betrages von 30 000 Mark wird an- geordnet. Für die Einziehuna der genannten Summe haftet die Missionsgesellschaft der Vincen- tiner.
In seinem Schlußwort führte der Staatsanwalt u. a. aus, es sei eine Unwahrheit, wenn vom Auslande her immer wieder die Behauptung auftauche, man wolle den Klöstern die Zahlung ihrer Schulden verbieten: Man bezwecke weiter nichts, als daß sie damit noch warten, weil zur Zeit die Rohstoffversorgung des deutschen Volkes und die allmähliche Bezahlung alter Schulden v o r g e h e.
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Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil i. D.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.
Berlin, 12. Juli. (DNB.) Zu Beginn des neuen Getreidewirtschaftsjahres 1935/36 erklärte Ministerialdirektor Dr. Moritz vom Reichs- und preußischen Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft der Presse, daß nach den bisher vorliegenden Berichten und Schätzungen der diesjährigen Getreideernte mit einem höheren Ertrag als im Vorjahre zu rechnen sei. Dies ist nicht nur auf gute Wachstumsooraussetzungen zurückzu- führen, sondern in erheblichem Umfange auch auf Die Leistungen der Bauern im Rahmen der Erzeugungsschlacht. Auf Grund der Vorschätzung des Statistischen Reichsamtes von Anfang Juli ist eine Getreideernte von insgesamt 21,9 Millionen Tonnen zu erwarten: das sind rund 1 Million Tonnen mehr als im vergangenen Jahr. Es ist jedoch damit zu rechnen, daß die Ernte einen noch höheren Ertrag ergibt, o daß Deutschland unter Einbeziehung der lieber»
kommen, um hier persönliche Eindrücke zu gewinnen und dann in Amerika um Verständnis für das neue Deutschland zu werben und so besonders zwischen den Frontkämpfern hüben und drüben eine Brücke zu schlagen.
Fred Schroeter ist Lehrer an einer Staatsschule in Neuyork. Er war 18 Monate Frontkämpfer an der Westfront. Er stand als Artillerie-Offizier an der Front und ist heute noch Mitglied des amerikanischen Reserve-Osfizier-Korps. Er ist schon seit vielen Jahren durch die vielseitige Arbeit bekannt geworden, durch die er sich in Wort und Schrift fü r Deutschland eingesetzt hat. Er hat an sämtlichen Stahlhelm-Kundgebungen in Neuyork persönlich teilgenommen. Er hat vor allem auch m der Monatszeitschrift der amerikanischen Frontkämpfer, „American Legion Monthly", wichtige Aufklärungsarbeit in deutschfreundlichem Sinne geleistet. Diese Zeitschrift erscheint in über 800 000 Exemplaren und wird in allen maßgebenden Kreisen der Vereinigten Staaten gelesen.
Arbeitsp ätze für Schwerbeschädigte.
Berlin, 12. Juli. (DNB.) Nach den gesetzlichen Vorschriften über Schwerbeschädigtenfürsorge fjat jede Behörde und jedes Unternehmen 2 d. $). ihrer Arbeitsplätze mit Schwer- beschädigten zu besetzen. Eine Durchprüfung bei den Behörden des Reichs- und Preußischen Arbeitsministeriums hat ergeben, daß nach dem Stands vom 1. Januar 1935 10,8 v.H. der G e s a m t ar b e i t s p l ä tz e mit Schwerbeschädigten besetzt sind. Von rund 7000 Beamtenstellen allein haben 10,45 v. H., von rund 1800 Angestelltenstellen 15,38 v. H. Schwerbeschädigte inne. Diese Zahlen beweisen, daß das Reichsarbeitsministerium, dem die Betreuung der Schwerbeschädigten obliegt, mit gutem Beispiel oorange- gangen ist.
5/5 Millionen KM. lleberschuß im Haushalt der Stadt Dresden.
Dresden, 12. Juli. (DNB.) Im Haushaltsjahr 1934 ist es gelungen, nicht nur den im Haushaltsvoranschlag vorgesehenen Fehlbetrag von rund 1,1 Millionen Mark zu b e fettig e n , sondern bar-
Der letzte Tag des Londoner Nationalistenkongresses
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große Jubiläumsparade der briti- s'ch e n Armee auf dem Truppenübungsplatz von Aldershot abhalten. 9000 Mann, die sämtliche Formationen des englischen Heeres vertreten, werden an dem Vorbeimarsch teilnehmen. Am Dienstag wird auf der Höhe von Spithead d i e Jubiläumsflottenparade stattfinden, die schon setzt im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht. Mit insgesamt 160 Kriegsschiffen der Mittelmeerflotte sowie der Heimat- und Reserve- flotten wird die Parade die größte Ansammlung englischer Kriegsschiffe seit 1914 fein. Der König wird am Dienstagnachmittag an Bord der Jacht „Viktoria and Albert" die Flotten- parabe abnehmen, der ein Vorbeiflug der Marineluft st reitkräfte folgen wird. Am Mittwochmorgen wird König Georg die Schlachtschiffe persönlich ins Manöver führen. Die Bevölkerung soll die Möglichkeit erhalten, die Vorführungen von 19 Ueberfeebampfern und weit über 100 kleineren Dampfern und Motorschiffen aus zu verfolgen.
Litauischer Terror über das Grab hinaus.
Der Tod des memelländischen Lehrers Schirrmann.
Tilsit, 12. Juli. (DNB.) Aus Anlaß des Todes b“s irn Kownoer Zuchthaus verstör- büuen mernelländischenLehrers Schirr- n a n n aus Plicken (Kreis Memel) hat der litau» jföe Kriegskommandant in Memel sämtliche 2iodesanzeigen und die Bekanntgabe bs Begräbnisses sowie die Beileidskund- coungen der Organisationen und Vereine, denen Dir Verstorbene angehört hat, durch Beschlagnahme bir betreffenden Nummer des „Memeler Dampf- lnots" unterdrückt. Weiter ist der litauische P'lizeihilfskommissar Böekeszus in Plicken erschiene, wohin die Leiche inzwisck)en übergeführt morde ist, und hat dem zuständigen Polizeiwachtmei- sir verboten, an dem Begräbnis teil- z. nehmen. Ferner hat der jetzt in Plicken am» iirenbe Lehrer Seigies es ben Schülern der De l k s s ch u I e Plicken, an ber ber Verstorbene aigefteöt war, verboten, an derBegräb- n sfeicr teilzunehmen. Den Umftänben u-ch muß angenommen werben, baß bas litauische L rektorium bie Maßnahmen veranlaßt hat.
Bemerkt sei noch, baß bie aus Kowno mitgeteilte Todesursache (Blinbbarm- unb Bauchfellent- zimdung mit Vereiterung) sich b e st ä t i g t hat. Alle llmftänbe lassen darauf schließen, daß Schirrmann ar der Verschleppung der Blinddarm- und *8:uchfellentzündung gestorben ist.
2ie Erinnerung an die Schlacht am Boyne- Fluß geht zurück auf die Kämpfe zwischen dem letzlsn Stuart-König Jakob II. und dem Ora- kliei Wilhelm III. Ludwig XIV. von Frankreich W. 3ur Unterstützung feines Kampfes gegen den Drcnier b t e Iren zum Aufstand für ihren legi- tm n katholischen König Jakob II. bewogen. Auf ^iZÖsischen Schiffen mit französischem Geld und srarzösischen Truppen landete 1689 Jakob II. auf iriftjem Boden. Wilhelm III. war genötigt, mit ieimn besten englischen Truppen den Kriegsschau- ilak. in Belgien zu verlassen und nach Irland ibc: zusetzen. Am Boyne-Fluß schlug er am 11. ‘■311(1 1690 mit Hilfe der protestantischen Schotter die Truppen König Jakobs in die Flucht, Ja- ;(ob selber floh eilig wieder nach Frankreich. Jr- UanL wurde bis zum folgenden Jahre von König 'Dilhelm III. wieder vollständig unterworfen.
peser seine früheren Forderungen aufs neue ent- pickelt. Oberst de la Rocque bemerkt, er fürchte nur eines, nämlich bie Provokation gegen ein- j?lne Mitglieder der Feuerkreuzler. Zum Beweise, laß diese Bedenken berechtigt seien, erwähnte Oberst le la Rocque, daß gewisse Feuerkreuzler von geg- rerischer Seite hergestellte falsche Einberu- fungsbefehle erhalten haben.
Dreysus gestorben.
ras Ende eines berühmten Kriminalfalles.
Paris, 13. Juli. (DNB.) Oberstleunant Alfred -reyfuß, dessen Spionageprozeß Ende les vorigen Jahrhunderts die politischen Leidenshaften in Frankreich bis zum äußersten hatte auf- jammen lassen, ist am Freitag in seiner Pariser Oohnung im Alter von 75 Jahren gestorben. Er var seit einem Jahr bettlägerig und hat wiederholt operiert werden müssen.
vnotestantischen Orange-Partei, die de- Jahrestag der Schlacht am Boyne-Fluß gefeiert haLen, wurde von irischen Nationalisten ei gegriffen und mit Steinen und anderen Di:rfgeschossen beworfen. Nach kurzer Zeit ent» vielte sich ein Stra" Hunderte von Anhängern
Hi men, und in dessen Verlauf von beiden Seiten Elt ässe abgefeuert wurden. Die Nationalisten schos- tn von den Häusern auf die Orangisten. Als der Stampf seinen Höhepunkt erreicht hatte, traf die Hi lizei mit mehreren Panzerwagen ein und feierte einige Maschinengewehrsalven auf die Menge ab. Sie belegte die Etioßenausgänge mit «Sperrfeuer und konnte gegen 1 Ihr die Ordnung wieder Herstellen. Unter ben Geloteten befinbet sich eine Frau, bie einen Lu?, gen schuß erhielt. Die Mehrzahl der Verletzten, herunter vier Polizeibeamte, mußte ins Kranten- btiis eingeliefert werden. Die Polizei nahm mehrere Bechaftungen vor.
n'd)t ins Äin der itionelien ^inachun. ^e cs Qp, öfung be, n 0 brm.
Der jüdische Generalstabshauptmann Dreyfus -ar Ende 1894 wegen Verrats militäri- cher Geheimnisse z u lebenslänglicher Deportation verurteilt worden und wurde inf Jahre auf der Teufelsinsel bei Cayenne gefan- mgehalten. 1897 begann ein mit äußerster Heftigst geführter politischer Feldzug, in dem u. a. mile Zola mit seinem „J'accuse" führend beteilt war, für die Revision des Urteils, die Beßlich trotz größter politischer Widerstände vom assationshof genehmigt wurde, als der eigentliche ater seine Fälschungen eingestand und Selbstmord 6iging. Das Kriegsgericht in Rennes ver- lteilt Dreyfus abermals, und zwar zu 10 Jahren fttungshaft. 1903 erwirkte Iaurös eine Wie- eraufnahme des Verfahrens, worauf : reyfus freigesprochen und als Major wieder ein» istellt wurde. Bald darauf trat Dreyfus in den iuhestand, wurde aber im Weltkrieg zum Oberft» Utnant befördert.
Zhre Vermahlung geben bekannt
Emil Stork und
Frau Gerda, geb. Schmittgall
Gießen, den 13. 3uli 1935
4073 D
Zwei Bücher für Sommertage und Ferienzeit
ger lieferbar.
4101V
02995
iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiii
Sugo Bemühter Verlag - Vertin-Lichterfelde
UNS sofort mitzuteilen
'894 D
(
Tiere)
in Paderborn, Fernruf 2594.
4085 D
und zum Bauen
Gießen, den 8. Juli 1935.
4068D
Lntschutdungsamt beim Amtsgericht Gießen.
zu arbeiten.
4075V
2.
Aufsichtsratswahl.
Fritz Linse, Bremen 8.
4O72P
Verlag Scherl, Zeltschrift.- Werbedienst. Berlin SW 68
R.Brühl, Frankfurt a. Main, Franken-Allee 38,Telef.7537O
sowie alle übrigen Aenderungen, die gegenüber dm eingeholten Angaben für das Adreßbuch 1935 entstanden sind, bitten wir
3.
4.
5.
Oberhessischer Adreßbuchverlag
Ärühssche Universitäts-Äuch- und Steindruckerei, ZR. Lange, Gießen, Schulstraße 7/9 — iRuf 2251
Ackerbohnen, norddeutsche Saaterbsen, kleine grüne u. gelbe Sommer-Saatwicken, russische (plombiert und zugelassen)
Riesen-Spörgel
Gelbsenfsaat
Sonnenblumenkerne
Herbst- oder Stoppelrüben Incarnatklee
Luzerne, Provencer und Pfälzer (seidetrei)
Wester woldisches Ray gras
Phacelia tanacetifolia
Mercedes
Mk. 182.- achonf.montl. M.7.90 FranzVogldCo..
Gießen Seltersweg 44 39i»a
Personenstands-Veränderungen
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Heit und Klugheit. Und sicherlich entstand das ihr geweihte Heiligtum aus der Inbrunst einer beson- oeren Hingabe an ihre Göttlichkeit. Kraft und Ernst haben an diesem Werke mitgewirkt und seine Formensprache entscheidend bestimmt. Nichts Hartes und nichts Drohendes aber spricht daraus; der Baumeister des Parthenon konnte ebensowenig auf die Heiterkeit als Element seines Gottglaubens verzichten wie irgendein anderer der Künstler, die etwa die Propyläen, das Erechtheion oder den Nike- Tempel einer späteren Zeit gestaltet haben. Während den ersten Kirchen unseres Zeitalters noch sehr viel von der Düsternis und der Heimlichkeit des verfolgten Katakomben-Christentums anhafiet, entstanden, was auch zu bedenken ist, die Tempel der Antike aus einer ganz unproblematischen, natur» haften und heiteren Vielgötterei, für die triebhafte Freude geradezu eine Voraussetzung war.
Im weiten Jnnenraum des Heiligtums stand das berühmte Bild der Pallas Athene, das Praxiteles aus Gold und Elfenbein schuf. Zu seiner Zeit galt es als eines der Weltwunder. Wir kennen heute nur noch schwache ^römische Nachbildungen. Trotzdem kann man sich mühelos vorstellen, wie gewaltig das Standbild, das in einem völlig dunklen Jnnenraum stand und sein Licht nur aus einer hohen Eingangspforte empfing, auf die Gottsucher gewirkt haben muß. Es mag bedauerlich sein, daß diese Kostbarkeit nicht erhalten ist. Es ist aber merkwürdig, wie wenig wir sie vermissen — ein Beweis mehr dafür, wie sehr auch uns moderne Menschen allein schon die Schlichtheit der Architektur anspricht. Im übrigen ist ja auch heute noch das Parthenon ein architektonisches Wunder, ein bautechnisches Rätsel. Fundament, Säulen und Giebelgebälk haben zueinander ein Spannungsverhältnis, für das wir heute die mathematische Formel nicht mehr kennen. Zahllose Erdbeben haben den Boden der Akropolis erschüttert — die Tempelanlagen stehen heute noch wie einst. Und wenn nicht im 17. Jahrhundert ein Lüneburger Feldhauptmann das türkische Pulvermagazin, das im Tempel der Athene angelegt war, mit seinen Kanonen getroffen hätte, so könnte man den Bau wohl ebensowenig als Ruine bezeichnen wie etwa den Tempel des sagenhaften Königs Thesus, der zu Füßen der Akropolis liegt und seit 2500 Jahren vollständig erhalten ist.
Der heftige Wind der Nacht hat sich im Laufe des Vormittags zu einem regelrechten Sturm entwickelt, der mit Windstärke 9 von Norden her durch die attische Ebene weht. Die Luft ist braun von dem Staub, den er aufwirbelt, und wir müssen hinter den mächtigen dorischen Säulen des Athene-Tem- pels Schutz suchen, um nicht von den Marmor- Trümmern heruntergeweht zu werden. Nur die hochgelegenen Punkte der Berge ringsum ragen aus dem Staubwirbel. Wir sehen hinüber zum Hymettos, von dessen Thymian-Hängen schon vor mehr als 2000 Jahren die Bienen einen berühmten Honig brachten, sehen den Pentelikon, den Lyka- bettos, den ein griechisches Kloster krönt — und weit in der Ferne ahnen wir Salamis und das Meer!
Das Nationalmuseum ist voller Kostbarkeiten. Zwar hat das 19. Jahrhundert Raubbau an der griechischen Landschaft getrieben, an diesem Volke, das erst vor kaum hundert Jahren seine Freiheit wiedererkämpfte. Dennoch ist unendlich viel Schönes im Lande selbst verblieben, und die größten Kostbarkeiten sind erst in den letzten Jahren zutage gefördert worden. Wir sahen die Büste eines Spartaners, über dessen Haupt sich eine mächtige Helmzier wölbt. Wahrscheinlich stammt der Kopf mit den kräftig vorgeneigten Schultern von einem Standbild des Leonidas, jenes spartanischen Königs, der die Thermopylen mit seinen 300 Männern bis zum Tode tapfer verteidigte und damit Griechenland vor dem Einfall der Perser bewahrte. Wir bewunderten ferner die klassische Statue eines speerschleudernden Zeus, ein herrliches Broncestand- bild von Lebensgröße, das aus dem Meere bei Kap Sunion geborgen wurde. Vor mehr als 2000 Jahren ist hier ein römisches Schiff untergegangen, das mit griechischen Kunstschätzen aller Art beladen
war. Heute muß nun das Meer diese Kostbarkeiten, die durch einen Zufall entdeckt wurden, wieder herausgeben.
Ein Bericht über Athen wäre unvollständig, wenn man nicht auch mit eine m kurzen Wort Kap Sunion schildern würde. Es ist der südöstlichste Punkt des attischen Landes. Alle Schiffe, die von Kleinasien oder aus Afrika kamen, mußten in der antiken Zeit an Kap Sunion vorüber. Auf seinem höchsten Punkt, hoch über dem blauen Aegäischen Meere ragen di e Trümmer eines Poseidon-Tempels, und man kann sich mühelos vorstellen, daß die heimkehrenden Schiffer dorthin
ihre Dankgebete, die Ausfahrenden ihre Bitten um gute Fahrt sandten; in den Fuß eines Säulenschafts hat auch Lord Byron seinen Namen gekratzt. Kap Sunion ist eine der geistigen Geburtsstätten der griechischen Freiheit. In' der heißen Mittagssonne duften Thymian und Ginster rings um uns, kleine Eidechsen und Schildkröten tummeln sich auf den gelblich-weißen Marmor-Trümmern, der Boreas weht mit unverminderter Geschwindigkeit — und in uns ist das tiefe Glücksgefühl dessen, der über Land und Meer ein heimliches Ziel seiner Sehnsucht fand.
„Raum für alle hat die Erde.. “
Don Lord Philipp Snowden, ehemaligem britischen Schahkanzler.
Die Welt könnte nur übervölkert werden, wenn die natürlichen Hilfsquellen von der Wissenschaft restlos erfaßt und durch menschliche Arbeit nutzbar gemacht würden und trotzdem nicht ausreichten, allen Menschen vernünftige Lebensmöglichkeiten zu bieten. Das ist zweifellos nicht der Fall. Viele Millionen Hektar fruchtbarsten Landes, die ungeheure Mengen von Nahrungsmitteln hervorbringen könnten, liegen noch brach. Es ist berechnet worden, daß die ungenützten Landgebiete allein Kanadas und Sibiriens den ganzen Weizenbedarf der Welt decken könnten, selbst wenn man die Möglichkeit intensiverer Produktion, als man sie gegenwärtig anwendet, außer acht läßt.
Die Bodenschätze tropischer Länder sind noch in weitestem Umfange unberührt. Abgesehen davon kann man mit Bestimmtheit neue chemische Verfahren erwarten, die auf synthetischem Wege Lebensmöglichkeiten, die wir jetzt nur aus natürlichen Produkten erhalten können, in fast unbegrenzten Mengen schaffen werden. Seit dem Beginn der industriellen Revolution hat die Fähigkeit, Wohlstand zu schaffen, schnellere Fortschritte gemacht als das Anwachsen der Bevölkerung. Dieser Prozeß wird sich wahrscheinlich fortsetzen, und solange das geschieht, kann von einem allgemeinen Problem der Weltübervölkerung keine Rede sein.
Wohl aber gibt es ein Problem regionaler Bevölkerungshäufung. In gewissem Sinne sind einige Länder über- und andere dünn bevölkert. Die Unterbevölkerung von Ländern, die große natürliche und für die große Masse nicht nutzbar gemacht Hilfsquellen besitzen, ist ein bedeutender Verlust für das Weltvermögen und verschärft gleichzeitig die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, unter denen die dichter bevölkerten Länder leiden. Für die internationale Zusammenarbeit und Organisation gibt es daher keine wichtigere Frage als die der gleichmäßigeren Verteilung der Bevölkerung über die Erdoberfläche.
Der Bevölkerungsdruck ist in der Vergangenheit oft die Urfache von Kriegen gewesen. Er wird es auch in Zukunft fein, wenn er nicht durch internationale Zusammenarbeit beseitigt wird. Drei europäische Nationen haben sich durch Eroberung oder Kolonisation bereits mehr als ein Viertel der Erdoberfläche angeeignet. Schließt die Politik dieser Länder Angehörige anderer Nationen von der Niederlassung in diesen Gebieten aus, sind ernsthafte Störungen unvermeidlich. Die britische Politik der „offenen T ü r" für den Handel anderer Länder in den britischen Kolonien und Dominions hat die Ungerechtigkeit, die in einer Politik strenger Exklusivität liegt, wenigstens teilweise gemildert. Aber bei dem Problem handelt es sich nicht nur um den Handelsverkehr, sondern auch um die Niederlassung von Angehörigen solcher Länder, in denen ein raumloses Volk noch einen Ausweg sucht. Wenn aber Länder wie Australien, Kanada und die Vereinigten Staaten die Einwanderung beschränken oder gar verbieten, obwohl sie riesige unbewohnte und zur Vergrößerung des Weltvermögens außerordentlich aut geeignete Gebiete besitzen, so ist das Entstehen internationaler Eifersüchteleien unvermeidlich. Das Problem kann nur durch die Erkenntnis gelöst werden, daß die ganze Erde gemeinsames Erbe der ganzen Weltbevölkerung ist, und daß die gesamten natürlichen Schätze der Erde als gemeinsames Erbe jeder Rasse und jeder Nation zugänglich sein sollten.
Die Beschränkung der Einwanderung nach Australien, Kanada und den Vereinigten Staaten wird hauptsächlich von der Sorge um die E r - Haltung der Arbeitslöhne diktiert; sie ist also eine Art Protektionismus. Von der unbeschränkten Einwanderung befürchten die Arbeiter zweierlei: die Einwanderung einer zu großen Zahl von Siedlern aus den europäischen Ländern mit einem ziemlich hohen Lebensstandard könnte zu einem Ueberschuß an Arbeitskräften und damit zu niedrigeren Löhnen führen; der Zust.om von Angehörigen der gelben Rasse würde wegen des niedrigen Lebensstandards, an den die gelben Völker gewöhnt sind, unmittelbar nach dieser Richtung hinwirken. Der Völkerbund hat sich mit der Einwanderungsfrage beschäftigt. Aber der Nationalismus der Länder, die den Bevölkerungsüberschuß anderer Länder aufnehmen könnten, hat alle praktischen Schritte, die man versuchen wollte, verhindert. Es bleibt also nur eine einzige Lösung. Bei der gegenwärtigen Stimmung in der Ländern, die Einwanderer absorbieren könnten, besteht jedoch wenig Aussicht auf ihre baldige Durchführbarkeit. Diese Lösung wäre ein internationales Abkommen, das sich auf dem Quotensystem aufbaut und das den übervölkerten Ländern ermöglicht, regelmäßig eine bestimmte Menge von Einwanderern in die untervölkerten Länder zu senden.
Das würde allerdings den Verzicht auf den Ausschluß von Einwanderern aus Rassen- und Farb- grünben bedeuten. Es wird auch zweifellos sehr schwer sein, die britischen Dominions, die entschlossen sind, den britischen Charakter ihrer Länder zu wahren, von der internationalen Notwendigkeit dieser Politik zu überzeugen. Man wird sich aber über den Widerstand dieser Länder, so selbstverständlich er sein mag, Hinwegsetzen müssen, wenn man schwere internationale Komplikationen vermeiden will. Nichts könnte zerstörender für das britische Empire sein, als wenn übervölkerte Länder zu der Ueberzeugung kämen, das britische Reich gefiele sich in der Rolle des „Hundes am Freßnapf".
Line sinnige Widmung.
Es war bekannt, daß sich die seinerzeit berühmte Schauspielerin Friederike G o ß m a n n bei ihrem Auftreten der besonderen Wertschätzung der Hanno- verschen Königsfamilie zu erfreuen hatte. Als sie nun bald danach den berühmten^ Dirigenten Hans von Bülow bat,.ihr eine Widmung in ihr Album zu schreiben, wie das in dieser Zeit üblich war, trug der witzige Musiker die folgenden Worte ein: „Mit den Welsen muß man heulen."
Ein Hund weckt mich.
Don Hans Friedrich Blunck.
Ich merke, noch im Halbschlaf, daß etwas unerhört Unordentliches geschehen ist. Richtig, der Hund liLgt vor meinem Bett und das kommt davon — blitzschnell schießt es mir durch den Kops —, daß ich Strohwitwer bin und mich heute nacht beim Heimkommen so sehr über bas gute Tier gefreut fjabe, daß ich es mit ins Schlafzimmer nahm — ganz ausnahmsweise, hörst du, Bruddel! Mit der dringenden Vermahnung, mich nicht zu früh zu wecken.
Nichtig, der Hund liegt auf dem Bettvorleger. Unb er hat beutlich in Erinnerung, daß er mich nidjt wecken soll unb liegt — obschon längst wach, ich merke es am Spiel ber Ohren — als lautlose Wache vor meinem Bett, ben Kopf zur Tür gerichtet, unter der ein Windzug Kaffee- und Brotgeruch hereinführen mag.
2Ibcr er weckt mich nicht; er ist vorzüglich er» Sogen und weiß, daß ich noch eine Weile ruhen will. Sem schwarz, und weißgeflecktes Drahthaar zuckt vor Unruhe, ber Kopf hebt sich zuweilen zu einem fürchterlichen lautlosen Gähnen — welch ein Gebiß, ich begreife, baß man bamit einen Fuchs aus dem Bau holen kann! Aber Brudbel ist ber Diener eines Herrn, er bentt nicht daran, zu winseln ober jar, wie man es auf Silbern von schönen Schau» pielerinnen sieht, sich aufs Bett zu setzen. Er weiß, daß fein Herr Ruhe nötig hat und wartet geziemend.
Es ist rührend, dieser Selbstüberwindung zuzu» sehen. Ich blinzele durch die schmalen Lider, aber K Meße sie blitzschnell, sobald er sehnsüchtig den Kopf mir zuwendet. Denn ich will doch noch eine Viertelstunde schlafen, obwohl der Tag grauend in den Fenstern steht. So höre unb sehe ich nicht, wie Brubdel einmal tief aufseufzt, wie er sich von einem rechten Halbbogen zu einem linken krümmt, wie er ben Kovf einmal auf ben einen, einmal auf den anberen Dorberlauf brückt, wie er ben kleinen Stummel der Rute unter einem freundlichen Gedanken, der sicherlich mir und dem Aufstehen gilt, rasch siebenmal bewegt, um ihn wieder still zwischen die Beine zu klemmen, wie er ein Jucken nicht etwa mit einem lärmenden Kratzer beantwortet, sondern nur mit einem wütenden Schnappen ins eigene Fell fährt.
Sehr rücksichtsvoll ist Bruddel, sein Herr schläft. Aber auch die größte Ueberwindung hilft schließlich nicht dagegen: Er muß sich recken, nur eben ein einziges Mal ausrecken; man kann doch nicht verlangen, daß die Knochen aneinanderwachsen? Und mit dem Recken kommt, ganz gegen seinen Willen, die Sucht, einmal tief aufzugähnen — er erschrickt selbst, wedelt entschuldigend mit dem mir entgegen» gerichteten Schwanzstummel, zwölf, zwanzig Mal,
und wendet sich besorgt um, ob er mich auch gestört hat — vielleicht in der geheimen Hoffnung, er hätte diesen gräßlichen Langschläfer wider Willen geweckt? Aber ich habe eilig die Augen wieder zuaekniffen und blase durch die Lippen wie in tiefstem Schlaf.
Diesen festen Schlaf überwacht Bruddel; er merkt, er hat zu viel Rücksicht genommen: Er gähnt also noch einmal vernehmlich, versucht, den schwarzen Fleck auf ber Stirn am oorberen Knie zu reiben, weist mir ben prächtigen bräunlichen Scheitel, der bis in ben Nacken läuft, schiebt bie schwarze Hemdbrust vor unb webelt noch einmal mahnend mit dem Schwanzstummel, an dessen äußerster Spitze ein teuflich buntes Büschel steht. Er scheint es selbst zum erstenmal zu sehen, beäugt es lange, hat wieder eine Witterung, die seine Ruhe stört, unb tappt sich leise an Waschtisch unb Bettpfosten entlang, wobei er jebesmal eine Lunge voll Winb nimmt unb sie vernehmlich roieber ausbläst. Aber auch bie Pfosten hören auf, — noch eine Nase unter ber Türspalte, ein leises Knurren über ben aufgerollten Büschel des Bettvorlegers, ber ihm nicht ganz geheuer ist, bann wirst er sich mit einem Seufzer roieber auf bie gewärmte Stelle nieber. Aber er behält mich jetzt im Auge, er finbet alles Schlafen nach Hellwerben bumm unb blöde unb würbe bem Ausbruck geben, wenn es nicht just fein Herr wäre, ber sich so ärgerlich gehen läßt.
Wie soll er boch solche Gesinnung merken lassen? Ich merke beutlich, er besinnt sich auf einen Vor- roanb. Ein ferner Schritt auf ber Straße — er knurrt, aber ich rühre mich nicht. Der Eimer am Waschtisch wird von allen Seiten unter Wind genommen, bedrohlich wie ein Kantstein. Aber ich lasse mich nicht ängstigen. Ein heuchlerischer Kampf mit einer Motte, die sich, wie Bruddel vorgibt, bis unter die Fußmatte verfolgen läßt. Aber wozu bin ich Strohwitwer, wenn nicht einmal die Motten im gaus fliegen dürfen. Und schließlich ein Satz aus höchster Sorge um meine Sicherheit. War's wirklich em Schritt auf der Treppe ober war es nur knackendes Holz? Brubbel knurrt unter ber Tür hinburch, er steht, vier Beine wie zum Kampf gestemmt^ bas gaar gesträubt, ben Nacken geschwollen, bie Rute fteilauf gestellt. Wartet, ringt einen Atem lang mit
Gewissen unb kläfft brei, viermal in bie geschlossenen Zähne.
, Ob ich nun endlich wach bin? Er wendet sich blitzjchnell, ich kneife rasch bie Liber zu, kann aber das Schmunzeln nicht lassen. Und Bruddel begreift, er langst vermutet hat: Sein Herr mogelt. Im nadjften Augenblick jault und jiept er, tanzt auf den fnnterbemcn, tut den verbotenen Sprung aufs Bett, ist gleich wieder drunten, jault, bellt, heult und tanzt wieder. —
Bis man mit einem Ruck nachgibt, um weiterer Unordnung zu wehren, und mit beiden Seinen zugleich über die Settfante fährt.
Begegnung in der Steppe.
Kleine Geschichte von Friedrich Schnack.
In einem kleinen ©ingeborenenborf in Madagaskar kannten mich alle weißen unb schwarzen Leute. Die Schwarzen hatten mir ben Namen „Vaha- zabiby" — Vasabib gesprochen — gegeben, und das hieß: der Mann, der kleine Tiere fängt. Meine kleinen Tiere waren Schmetterlinge, Käfer, Chamü» leone, Warane und Vogel, brave Lebewesen. Auf meinen Jagden unb Ausflügen verlor ich mich oft meilenweit von meiner Unterkunft entfernt in ber unendlich großen Steppe. Auf ihren Buschpfaden und in ihren GrasdÖrfern war ich nicht so gut bekannt unb am wenigsten bei jenen Leuten, die aus großer Entfernung herkamen, um in Amphanihy auf ben Markt zu gehen, ober Freude und Verwandte aufzusuchen. Wiederholt fiel mir da auf, daß die Eingeborenen vor mir flüchteten. Ich brauchte bloß in der Entfernung aufzutauchen, als sie auch schon Fersengeld gaben. Niemals aber taten sie es, wenn sich in meiner Gesellschaft ein Eingeborener befand. Ich hielt die Leute aus ber Wildnis für überaus scheu, kümmerte mich nicht weiter um ihr Verhalten und ließ sie laufen, wie sie mochten.
Eines Tages kam ein Geograph der Regierung in die Gegend, mit der Absicht, einige Flußläufe zu kartographieren. Ich lernte ihn noch am Abend kennen. Er wußte viel von den Eigentümlichkeiten des Landes, den Sitten, Gebräuchen unb Vorstellungen der Eingeborenen zu erzählen. Ich brachte die Rede auf meine Wahrnehmung. Das Benehmen der Eingeborenen fei mir unerklärlich unb käme mir spaßhaft vor.
„Es ist weder bas eine, noch das andere", sagte der Geograph. „Die Leute halten Sie für einen Pangafalu, einen Hexer."
„Was hab ich denn an mir, daß sie auf eine solche Meinung verfallen?"
„Ein Pangafalu ist ein Europäer, der als Einzelgänger, mit allerlei Sachen bepackt, wie Sie mit Ihrem Rucksack, das Land durchstreift — um Herzen einzusammeln," erklärte ber Geograph.
„Herzen?"
„Der Hexer macht, nach dem Aberglauben der Leute, Medizin aus den Herzen, Kraftbrühe, Zauberpulver. Und das für die Eingeborenen Furchtbare an ihm ist, daß er aus großer Entfernung Menschen zu töten vermag, die er dann ihrer Herzen beraubt."
„Einen netten Ruhm hab ich mir da erworben", meinte ich, von dieser Eröffnung unangenehm berührt. „Und da soll mir künftig wohl dabei sein?"
„Furcht ist überflüssig", erroirberte der Geograph. „Im Gegenteil es kann Ihnen nur angenehm sein, daß bie abergläubige Furcht ber Eingeborenen Sie gleichsam beschützt — ein Pangafalu ist unangreifbar kann er doch jenen aus der Entfernung vernichten. Auch ich bin ein Hexer", setzte er lachend hinzu, und schon an bie dreißig Jahre. Solang lebe ich nämlich in Madagaskar. Nie ist mir durch bie Eingeborenen etwas widerfahren. Ich bin weit bekannt mit dieser mir angehängten Eigenschaft, im Süden bei den Mahafay ebensogut, wie im Norden bei den Sakalaven, bie mich Maintymolala nennen, weil ist durch ben langen Tropenaufenthalt so schwarz im Gesicht geworden bin, „wie bie über bem Herb in den Hütten verrußten Spinnweben". — Eines Abenbs", erzählte er weiter, „ich lebte damals vor dem Kriege in Tananarivo auf bem Hoch, lanb, wurde mir für meine „Hexerarbeit" eine schauerliche Ware zum Kauf angeboten. Ein Eingeborener hatte sich heimlich zu mir geschlichen, mit einem schweren, zugenähten Bastkorb. Ohne ein Wort zu sagen, legte er ihn auf den Fußboden; er getraute sich nicht, wie es den Anschein hatte, sein Anliegen vorzubringen. Es war wohl die Furcht, die ihm ben Mund verschloß. Ich war doch ein Hexer. — Was bringst du da? fragte ich ihn. Vahaza, sagte er stammelnd, du bist ein berühmter Pangafalu, und ich weiß, daß du Herzen sammelst. Ehe ich noch ein Wort entgegnet hatte schnitt er den Bastfaden durch und öffnete den Korb. In Blättern eingeroidelt hielt er mir vier menschliche Herzen hin. Sie waren noch ganz frisch. Damals war ich noch nicht so erfahren und abgekühlt wie heute. Ich hab den Kerl mit seinen blutigen Herzen zum Teufel gejagt ..."
So ber Hexer-Geograph.
Daß bie Hexerlegende über mich sogar bis in die einsamsten Winkel der Steppe oorgebrungen war, merkte ich, als ich einige Tage später ben Geographen, ber eine Vermessung vorzunehmen hatte, ein Stück nordwärts begleitete und allein den Rückweg nahm. Ich ging zum Flüßchen Fcmafa, einem Nebenfluß des größeren Steppenlaufs Sakatovo, um hier ein paar Aufnahmen zu machen. Am gegenüberliegenden Ufer gewahrte ich einen Mann, der gemeinsam mit feiner Frau sein Maniokafeld bearbeitete. Der Mann hackte die Erde auf, er häufelte, und bie Frau schnitt Stengel ab. Auf einer Felsenplatte stellte ich das Stativ auf. Der Mann härte wie bie Mechanik bes Stativs einschnappte, wandte sich blitzschnell nach der Ursache des ihm unbekannten Geräusches und starrte mit erschrocke- nen Augen auf mich. Dann rief er seiner Frau das Wort „Pangafalu!" zu, und nun rannten sie beide, Messer und Hacke liegen lassend, so schnell sie nur konnten, davon, als rissen sie vor einem Steuereinnehmer aus.
„Bleibt doch, ihr Narren!" rief ich ihnen zu.
Sie aber, die den „Hexer" so unvermutet vor sich gesehen hatten, fegten durch die Büsche und brachten ihre Herzen in Sicherheit.
Geschichten aus aller Welt
Kirchliche Nachrichten
eine von ihm selbst konstruierte Waffe vorzeigte, die wohl einzigartig in der Welt dastehen dürfte. Das ist nämlich eine Miniaturpistole, die so klein ist, daß der Besit " '' ' ' ' .......
bei sich führt. 1
in einer Streichholzschachtel
. , . . besitzen ihre kleinkalibrigen
Geschosse, wie ihr Besitzer bei verschiedenen Schieh- proben bewies, eine enorme Durchschlagskraft und vermögen nicht nur Tiere, sondern auch Menschen zu töten. An und für sich hat die Polizei von Melbourne nichts gegen den Träger dieser Zwergwaffe, dessen Identität überhaupt noch nicht sest- steht. Sie sucht ihn nur, um ihm das gefährliche Mardwerkzeug abzunehmen, damit es nicht einmal in unberufene Hände fällt.
Preußen.
3um ersten Staatsanwalt bei der Amtsanwaltschast ernannt. LPD. Frankfurt a. M., 12. Juli. Die Just izpresse st eile Frankfurt a. M. teilt mit; Staatsanwaltschaftsrat Dr. Neeb von der landge« richtlichen Staatsanwaltschaft in Frankfurt a. M., der zur Zeit Hilfsarbeiter bei der Staatsanwaltschaft des Landgerichts Berlin ist, ist vom 1. Juli 1935 ab zum Ersten Staatsanwalt bei der Amtsanwaltschaft in Frankfurt a. M. ernannt worden.
Bon einer Lokomotive erfaßt und getötet.
LPD. Frankfurt a. M., 12. Juli. Am Donnerstagabend wurde der Schlosser Georg Bader aus Frankfurt a. M. bei den Einfahrtsgleisen im Eilaüterbahnhof von einer Lokomotive erfaßt und so schwer verletzt, daß er bereits auf dem Wege zum Krankenhaus verstarb.
Ein eigenartiger Betrugsfall.
Lpd. Siegen, 11. Juli. Einem Arzt unterlief bei einer Geburtshilfe ein Kunstfehler, durch den die betroffene Frau längere Zeit ans Krankenbett gefesselt war. In einem Vergleich wurden daraufhin der Frau 3000 Mark zugesprochen. Der Arzt zahlte jedoch von sich aus noch Einzelbeträge in einer Ge- samthöhe von 2500 Mark. Mit der Annahme des rechtskräftig geschloffenen Vergleichs war der Fall, vom zivilrechtlichen Standpukt gesehen, sowohl für den Arzt, wie auch für die Patientin erledigt. In der Meinung, sie könne von dem Arzt noch mehr Geld verlangen, erschwindelte sich die Frau jedoch durch eine Urkundenfälschung weitere 5 00 Mark. Sie ließ durch ihren Schwager eine Zahlungsanweisung an eine Bank über 500 Mark ausstellen, die sie mit dem Namen des Arztes als Kontoinhaber versah. Um den Erfolg ihres Betrugsversuchs zu sichern, rief sie die Bank an, gab sich als die Ehefrau des Arztes aus und bat, man möge dem Ueberbringer der Anwei- sung doch das Geld aushändigen, was auch geschah.
In einer Verhandlung des Schöffengerichts wurde die Betrügerin zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der mitangeklagte Schwager erhielt wegen Beihilfe zwei Wochen Gefängnis.
Unterhaltskosten klagt. Die Frau wiederum mußte zugeben, daß dieser Mann, der hier, zitiert von den französischen Behörden, mit Hilfe der britischen Regierung erschien, gar nicht der Mann war. Der sie einst zum Altar führte...
Endlich führten die von der Kriminalpolizei auf» genommenen Nachforschungen zu einem Erfolge: Es ergab sich, daß dem Robert James Churchman damals die Papiere gestohlen worden waren. Mit Hilfe dieser Papiere hatte jemand sich in Südfrankreich als Mr. Churchman niedergelassen und auch jene Frau geheiratet, die die Zwillingskinder gebar. Man hat den Sünder inzwischen verhaftet. Aber was beoeutet das alles für die Kinder, für die jetzt fraglich geworden ist: heißen sie Churchman oder nicht? Wenn sie nicht Churchman heißen, heißen sie dann wie die Mutter oder wie ihr wirklicher Vater wirklich heißt? Wenn sie wie die Mutter heißen, sind sie dann als eheliche oder uneheliche Kinder zu betrachten, da ja der richtige Churchman überhaupt keine Ehe einging?
Die beste Lösung wäre natürlich, wenn Robert James Churchman, das heißt der richtige, opferwillig sein Junggesellendasein aufgäbe und Frau Churchman heiratete — aber diesmal richtig.
Für einen andern im Gefängnis!
(z) Straßburg.
Hier wird man den Namen Götzinger bestimmt nicht so leicht vergessen. Er hat nämlich ein interessantes Problem ins Rollen gebracht. Der Träger dieses Namens war zeitlebens ein armer, von Pech verfolgter Teufel. Als er schließlich einen Wohltäter fand, war er dem so dankbar, daß er sich prompt bereit erklärte, für diesen eine Strafe abzubrummen, als der Wohltäter wegen Offenhaltens seines Ladengeschäftes über die Polizeistunde hinaus zu ein paar Dutzend Tagen verknackt worden war.
Durch Zufall kam die Geschichte im Gefängnis heraus. Man entdeckte ferner, daß Götzinger für seinen Wohltäter auch schon vorher einmal ein halbes Jahr gesessen hatte. In zahlreichen Staaten hat man Schutzparagraphen gegen derartige Vergehen, in Frankreich aber vermochte nicht einmal der Staatsanwalt seinen Standpunkt durchzusetzen, als er behauptete, Götzinger habe sich widerrechtlich in den Besitz einer Gefängniszelle und der Gefängnisnahrung aefetzt. Götzinger mußte freigesprochen werden. Aber der Wohltäter muß noch nachträglich brummen.
Die Mordwaffe in der Streichholz-Schachtel.
(ma) Melbourne.
Die Polizei der australischen Hafenstadt Melbourne ist der vernünftigen Ansicht, daß sie nicht nur dazu da ist, bereits begonnene Verbrechen und ihre Urheber zu verfolgen und Der Strafe entgegenzuführen, sondern auch künftige Verbrechen zu verhindern und die Möglichkeiten für sie und für Unglücksfälle möglichst einzuschränken. Sie sucht aus diesem Grunde seit einigen Wochen fieberhaft nach einem unbekannten Mann, der sich eine Zeit lang in Melbourner Winkelkneipen herumtrieb und dort
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, den 14. Juli. 4. Sonntag nach Trinitatis.
Gießen. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markusgemeinde; 9.30: Pfarrer Müller. — 3o- hanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukas- gemeinde; 9.30: Missionar Walther; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrer Müller. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Anthes; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Knaben der Luthergemeinde. — Pelrnskapelle. 9.30: Pfarrer Trapp; im Anschluß Christenlehre für die Neukonfirrnierten der Petrusgemeinde. Gerneinde- faal (Llebigstrahe 56). 14: Taubstummengottesdienst, Pfarrer Bechtolsheimer. — Wiefeck. 9.30: Gottesdienst, Kollekte. — Alten-Buseck. 13: Gottesdienst, Kollekte. — Albach. 8.30: Gottesdienst, Kollekte. — Steinbach. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Rödgen. 10: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Annerod. 12.30: Gottesdienst, anschließend Christenlehre und Kindergottesdienst, Kollekte für die hessische Diaspora. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die männliche konfirmierte Jugend. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst, anschließend Christenlehre für die männliche und weibliche Jugend; 10.15: Kinder- gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 11: Kinder- gottesdienst; 13: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Garbenteich. 13: Gottesdienst, Kollekte. — Hausen. 10: Gottesdienst, Kollekte. — Dettenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst, Feier des Erntebeginns, Kollekte. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst, Feier des Erntebeginns, Kollekte; 13: Christenlehre. — Münzenberg. 10.30: Gottesdienst mit Kollekte für bedürftige Diasporagemeinden in Nassau-Hessen. — Trais-Münzenberg. 8.45: Gottesdienst mit Kollekte für die bedürftigen Diasporagemeinden in Nassau-Hessen. — Hungen. 9.45: Gottesdienst, anschließend Christenlehre. — Langd. 13: Gottesdienst und Christenlehre. — Reinhardshain. 8.30: Gottesdienst, anschl. Christen- lehre, Kollekte. — Veitsberg. 10.45: Gottesdienst, anschl. Christenlehre, Kollekte. — Harbach. 13: Gottesdienst, anschl. Christenlehre, Kollekte. — Kirtorf. 7.45: Kindergottesdienst; 19.30: Haupt- gottesdienst; 20.30: Christenlehre. — Ober-Gleen. 8.45: Kindergottesdienst; 9.30: Christenlehre; 9.45: Hauptgottesdienst; 10.45: Beichte und Feier des heiligen Abendmahls. — Grohen-Duseck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30:
Man sollte ihm die Hose strammziehen!
(th) Neuyork.
Das Zeug zu einem künftigen Degenschlucker hat sicherlich Robert Henn in sich, ein dreizehnjähriger amerikanischer Lausbub in Halisax in Neuschottland. Dieser hoffnungsvolle Knabe nämlich verschlang auf Grund einer unsinnigen Wette mit Schulkameraden vor einiger Zeit nicht weniger als acht neue und ungebrauchte scharfe Rasierklingen, die er vorher in kleine Stückchen zersplittert hatte. Merkwürdigerweise verspürte der Bengel vierzehn Tage lang nicht die geringsten Beschwerden nach diesem „scharfen" Frühstück, und erst, als er nach dieser Zeit eines Tages leichte Leibschmerzen bekam und überdies ein Kamerad von ihm „aus der Schule" plauderte, bekamen die bestürzten Eltern Kenntnis von dem törichten Streich ihres Spröß- lings. Man schaffte ihn natürlich sofort in aller Eile ins nächste Krankenhaus, wo er sofort geröntgt wurde. Aber das größte Wunder bei dieser garantiert wahren Geschichte ist: im Magen und Darm des Jungen befand sich nicht mehr der geringste Rest der Rasierklingen! Seine augenblickliche Der- dauungsbeschwerde konnte ohne Mühe auf den Genuß unreifer Stachelbeeren zurückgeführt werden.
Hollywoods neueste Plage.
(tz) Hollywood.
Die Filmschauspielerinnen und -spieler in Hollywood haben — das ist verständlich — den Wunsch, sich nicht von allen Zudringlichen sprechen zu lassen. Aus diesem Grunde stehen ihre Telephonnummern auch nicht im Telephonbuch. Die Telephongesellschaften bemühen sich im allgemeinen, das Geheimnis ängstlich zu hüten. Aber neuerdings ist das umsonst, denn die „Telephonjäger" haben es fertig- aebracht, auch die geheimste Nummer in kurzer Zeit zu erfahren.
Bald ergießt sich dann eine wilde Flut von Geschäftsofferten und allen möglichen Anliegen über Die entsetzten Künstler. Natürlich arbeiten die „Telephonjäger" nicht umsonst, sondern lassen sich ihre Listen von Geheimtelephonnummern von 100 Dollar an aufwärts bezahlen. So kommt es, daß die Filmstars ihre Fernsprechanschlüsse durchschnittlich alle vier Monate ändern müssen, aber in einzelnen Fällen haben sie nicht einmal vier Monate lang Ruhe gehabt.
Der älteste Elefant im Londoner Zoo.
(—) London.
Zwischen vielen Maharadschas und den Zoologischen Gärten in aller Welt hatte sich schon seit langem ein lebhafter Streit entspannen, wer den ältesten in Gefangenschaft lebenden Elefanten fein eigen nennen könne. Bekanntlich erreichen diese Riesentiere gefangen nur ein recht niedriges Alter, verglichen mit dem Alter, das man ihnen in der Freiheit nachrühmt.
Nachweisbar besitzt nun der Londoner Zoo in Gestatt des indischen Riesenelefanten „Alice" das älteste gefangene Tier dieser Art. „Alice" ist 149 Jahre alt, wechselte zwischen Zoo und Zirkus hin und her, kam bis nach Australien und fand doch wieder den Weg zurück nach London. Hier aber erfreut sich „Alice" nicht nur hohen Ansehens unter ihren Artgenossen, sondern auch einer Gesundheit, die zu der besten Hoffnung berechtigt.
„Garantie ist Garantie?'
(—) Dundee (Schottland).
Jeder andere würde sich den Fall überlegt h^en. Der Mann aus Dundee in Schottland aber dachte anders! ___ . .
Er hatte vor zehn Jahren in Sidney bet einem Uhrmacher eine sehr billige Taschenuhr erworben,
die auf einmal nicht mehr so lief, wie er das auf Grund des entrichteten Preises erwartete. Weil er seinen Garantieschein sorgsam aufgehoben hatte, schickte er den versagenden Zeitmesser nach Australien zur Reparatur.
Der Uhrmacher mag sich ein wenig gewundert haben, aber er hatte wirklich dem Käufer von damals, in Anbetracht dessen, daß er aus England kam und bald wieder Heimreisen wollte, eine zehnjährige Garantie gegeben, von der er nie glaubte, daß er sie einhalten müsse. Immerhin hat er die Uhr repariert. Die Versandkosten, die zu Lasten des Uhrenbesitzers gingen, betrugen zehn Schilling. Soviel hätte die Reparatur in England auch gekostet. Aber was will man: Garantie ist Garantie.
Postalisches aus Schottland.
(—) Edinburgh.
Nicht nur das eigentliche England mit seinen Richterperrücken und jahrhundertealten Bräuchen ist konservativ, — auch in Schottland hat sich sehr viel Altertümliches und Ueberlebtes erhalten. Merkwürdigerweise auch bei der Dost, die der englischen gegenüber noch einige Sonoerrechte und Reservate aus den ersten Lebensjahren dieser Einrichtung besitzt. So kann man mit der schottischen Post heute noch lebende Fracht verschicken, und daher wandte sich kürzlich ein Pferdezüchter, entweder, weil er kein Personal zur Verfügung hatte oder aber, weil er, wie angeblich alle seine Landsleute, sehr sparsam veranlagt ist, an die Postan- stalt seines Ortes, um ein von ihm verkauftes Pferd an den Käufer in einer entfernteren Stadt transportieren zu lassen. Die Post ging bestimmungsgemäß darauf ein, ließ sich von dem schlauen Pferdezüchter die geringfügige Taxe von 1 Schilling befahlen und schickte einen Briefträger mit dem Pferde zu dem über 20 Kilometer entfernt wohnenden Adressaten. —
In diesem Zusammenhang erinnert ein Londoner Blatt an einen Vorfall, der sich vor dem Kriege zur Zeit des Suffragetten-Unwefens ereignete. Winston Churchill befand sich damals auf einer politischen Vortragsreise in Dundee. Eine junge und fanatische Anhängerin der Frauenrechtsbewegung wollte den politischen Gegner unbedingt in seinem Hotel aufsuchen, um ihm persönlich ihre Meinung zu sagen. Sie wurde jedoch nicht vorgelassen. Kurz entschlossen heftete sie sich eine ausgefüllte Paketadresse mit der Aufschrift: „Mister Winston Churchill" an die Brust, begab sich zum nächsten Postamt und verlangte, als Paket an die genannte Adresse abgeliefert zu werden. Das Postamt nahm allen Ernstes ein „Porto" in Höhe von 3 Pence entgegen und ließ die junge Dame durch einen Depeschenboten „bestellen" ... Ohne Erfolg allerdings, denn der Sekretär Winston Churchills „verweigerte die Annahme".
Weshalb man in Schweden nicht rechts fahren will.
(s. t.) Stockholm.
Bekanntlich ist Schweden eines der wenigen Länder, wo man links fährt, links ausweicht und rechts überholt. Jrn Zuge der Normalisierung unfern Welt wurden nun mancherlei Versuche unternommen, auch die Schweden zu einem anderen Standpunkt zu bewegen. Die Automobilisten hätten sich vielleicht schon gefügt. Aber die Pferdehalter Schwedens erhoben energischen Einspruch.
Sie sagten eine unübersehbare Fülle von Verkehrskatastrophen voraus, denn die Pferde seien an das Linksfahren so gewöhnt, daß sie ohne weiteres automatisch reagierten, wenn hinter ihnen eine Autohupe ertöne. Sie würden dann von selbst auf die linke Straßenseite hinübertrotten, um rechts den Weg zum Ueberholen freizugeben. Dieses Verhalten sei weder mit guten Worten noch mit dem schönsten Hafer oder dem übelsten Peitschenschlag aus den Tieren herauszubringen. Delegationen sind zum Minister entsandt worden. Hunderte von Eingaben wurden eingereicht. Es dürfte kein Zweifel daran bestehen, daß alle Pferdehalter in Schweden mit einem energischen „Nay" antworten werden, weil ihre Rosse eben nicht anders wollen.
Die Sache mit den Zwillingen.
(z) Paris.
Die Behauptung, daß es mitunter leicht sei, Vater zu werden, fand vor dem französischen Obersten Gericht eine merkwürdige Bestätigung. Es handelte sich nämlich um eine Entscheidung gegen einen gewissen Robert James Churchman, einen Engländer, der beschuldigt wurde, seine Gattin seit Jahren allein und ohne Unterstützung gelassen zu haben. Sein Verbrechen wurde als um so schlimmer erachtet, als er seiner Gattin auch noch ein paar Zwillinge hinterließ, für die die Mutter also ebenfalls noch sorgen mußte. Churchman muhte gestehen, daß er im Sommer 1928 in Paris geweilt hatte. Ader er nahm es auf alle Eide, daß er jene Frau nie sah, die jetzt auf Entschädigung und
Gottesdienst; 9.30: Christenlehre. — Heuchelhelm. 10: Hauptgottesdienst mit Kollekte; 11: Kinder« gottesdienst, 1. Abteilung. — Lich. 9.30: Stifts« dechant Kahn; 10.45: Kindergottesdienst. — Hiebet- Bessingen. 13: Stiftsdechant Kahn. — Treis a. b. Lba. 10: Kirchweihgottesdienst (Posaunenchor, Kollekte).
Evangelische Sfabfmiffion, Loberstraße 14.
Sonntag, den 14. Juli.
8.30 Uhr: Morgenandacht. 20.30: Evangelisations- Vortrag.
Mittwoch, den 17. Juli.
20.30 Uhr: Bibelstunde.
Neuaposlolische Gemeinden.
Händelstraße 1 — Ederstraße 13. Sonntag, den 14. Juli.
9.30 Uhr: Gottesdienst; 16 Uhr: Gottesdienst. Mittwoch, den 17. Juli.
20.30 Uhr: Gottesdienst.
katholische Gemeinden.
Samstag, den 13. Juli.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.
Sonntag, den 14. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigr; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht; 15: Jungfrauen-Kon« gregation. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christen« lehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt.
Montag, 15. Juli.
Laubach. 7.30 Uhr: Messe.
Mittwoch, 17. Juli.
Hungen. 6.15 Uhr: Messe.
Öffentlicher Sonntagsdienst.
Polizei: Telefon 2751, nur in dringende» Notfällen Telefon 01.
Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Teil» fon 02.
Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr.
Stadtpostamt: Für Schließfachabholer I bis 13 Uhr.
Sanitätskolonne: Telefon 2500.
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Aus aller Welt
Eine Gedenktafel für Generalmajor hoehring.
Eine eindrucksvolle Gedächtnisfeier fand unter der Kuppel des Schneeberges im Fichtelgebirge statt. An der gleichen Stelle, wo am 30. April d. I. ein Flugzeug mit sieben Insassen, darunter der Artillerieführer 3 Oppeln, Generalmajor Hoehring, im Nebel zerschellte und wobei sämtliche Passagiere und die Besatzung getötet wurden, wurde eine Gedenktafel enthüllt, die die Namen der sieben tödlich Verunglückten trägt. Die Tafel, aus Fichtelgebirgsmarmor gearbeitet, ruht auf einem riesigen Findling, umrahmt von Fels und Baum. Sie ist eine Stiftung der Offiziere des Stabes des Wehrkreises Stuttgart, dessen Chef des Stabes Generalmajor Hoehrina lange Jahre war. Die Gedächtnisstätte ist umrahmt von Baumstümpfen und Felstrümmern. Der Vertreter des Bayreuther Regiments nahm die Gedächtnisstätte in treue Obhut. Es erfolgten Kranzniederlegungen im Auftrage des Reichskriegsministers von Blomberg, des Chefs der Heeresleitung Freiherrn von Fritsch, des Reichsluftfahrtministeriums, des Wehrkreises 7 usw. An der Feier, die von Generalleutnant Geyer, dem Befehlshaber im Wehrkreis 6, eröffnet wurde, nahmen mit Angehörigen der Toten Zahlreiche Offiziere und Kameraden teil.
Aebungsschießen des Panzerschiffes „Deutschland".
Das Schlachtschiff der deutschen Linienschiffe, Panzerschiff „D e u t s ch l a n d", veranstaltete ein Uebungsschiehen auf Scheiben in der Nähe von Helgoland. Das Schiff begann zunächst mit einem Abkommschiehen auf zwei von einem Schlepper gezogene Scheiben. Die Anläufe auf das Objekt erfolgten im Passier- und laufenden Gefecht, geschossen wurde mit schwerer Artillerie, mit Mittelartillerie und mit Flugzeugabwehrkanonen. Die Hebungen wurden bei schönstem Sommerwetter und ruhiger See durchgeführt. In der Nacht erfolgte auf das gleiche Ziel bei Scheinwerfer- und Leuchtgranatenlicht eine Nachtschießübung.
Im Segelflugzeug über den Brocken.
Dem Fluglehrer der Flachland-Segelfliegerschule in Wernigerode, Karl Müller aus Stendal, gelang es als erstem in einer Höhe von 1900 Meter den Brocken im Segelflug zu umkreisen. Der Pilot war mit einer „Rhön-Bussard DL 3" im Autostart mit Umlenkrollen (Wernigeroder Methode) aufgestiegen, hatte sich in einer Höhe von 200 Meter ausgeklinkt und im Thermik-
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flug eine Höhe von 1900 Meter erreicht. Dann kreiste der Pilot etwa eine halbe Stunde lang 800 Meter über dem Brocken. Dann zog das Segelflugzeug seine Kurven über Wernigerode und landete nach einer Flugzeit von mehr als fünf Stunden glatt auf dem Flugplatz. Der unternehmungsfreudige Pilot, der erst vor zwei Tagen die Bedingungen für den Kunstflugschein für Segelflieger mit Loopings, Turns und Rückenfliegen in einer Höhe von 800 bis 1100 Meter erfüllt hatte, hat mit diesem Flug die Anwartschaft auf das Leistungsabzeichen für Segelflieger erworben, das in Deutschland bisher nur sehr selten verliehen worden ist.
Zuchthaus für einen volksschädling.
Vor der Großen Strafkammer hatte sich ein 34- jähriger „Heilkundiger" zu verantworten, der in Kassel und in Immenhausen seine „Praxis" ausübte. Zu der Verhandlung waren insgesamt 58 Zeugen geladen worden. Der wiederholt vorbestrafte Angeklagte, der sich wegen erschwerten Betrugs zu verantworten hatte, bewucherte eine Patienten in maßloser Weise, indem er ihnen ür Medikamente, die den Wert von einigen Gro- chen oder wenigen Mark hatten, Geldbeträge in Höhe von 20, 30 und mehr Mark abnahm. Auch gab er Zeuaen gegenüber an, er sei Arzt und „alter Kämpfer", der schon 1923 in München die „Blutfahne getrauen" habe; in Wirklichkeit war er nie Parteimitglied. Das Gericht verurteilte diesen Volksschädling im Sinne des Gesetzes zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen den Staat und die Partei in Tateinheit mit fortgesetztem Betrug zu einer Zuchthausstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten sowie zu drei Jahren Ehrverlust. Sechs Monate der Untersuckungshaft wurden ihm angerechnet. Die Ausübung feines Gewerbes wurde ihm auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt.
Vollstrecktes Todesurteil.
Der vom Schwurgericht in Kassel am 27. November 1934 wegen Mordesin Tateinheit mit schwerem Aufruhr zum Tode und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte Johannes Becker aus Kassel ist in Kassel hingerichtet worden. Becker, ein fanatischer Kommunist, hat am 10. Juni 1931 anläßlich einer kommunistischen Demonstration auf dem Martinsplatz in Kassel den Polizeihauptwachtmeister Kuhlmann in gewissenloser Kaltblütigkeit erschossen.
Opfer des Rheins.
An der Dampferanlegestelle in Niederlahnstein ereignete sich ein Unfall. Als der Personendampfer „Bismarck" anlegen wollte, stürzte durch einen unglücklichen Zufall der Matrose Pohl aus Köln-Mülheim zwischen Schiff und Landebrücke in den Rhein. Er geriet unter den Radkasten und wurde in die Tiefe gezogen. — Fast um dieselbe Zeit ertrank die 9jährige Ursula Türk aus Niederlahnstein, die mit mehreren Geschwistern im Rhein badete. Die beiden Leichen konnten noch nicht geborgen werden.
Spielende Kinder verursachen ein Schadenfeuer.
^Jn dem Holzschuppen eines Landwirts in Bad Salzig am Rhein brach Feuer aus, das an dem aufgestapelten Holz reiche Nahrung fand. Stall, Scheune und Lagerräume wurden ein Raub der Flammen. Es ergab sich, daß spielende Kinder den Brand angelegt hatten.
Feuersbrunst zerstört zwölf italienische Atpenhüfe.
Im Aosta-Tal ging ein ganzer Weiler i n Flammen auf. In einem Haufe an der Straße nach Valtournache war das Feuer ausgebrochen. Trotz der Löscharbeiten der Feuerwehr, die sofort aufgenommen wurden, und trotz der tatkräftigen Löschhilfe der Bevölkerung der umliegenden Ortschaften gelang es nicht, den Brand einzudämmen. Zwölf Höfe wurden völlig z e r ft ö r t. Die Brandurfache konnte bisher noch nicht geklärt werden.
Daldbrand in der Oberpfalz.
In der Staatswaldung zwischen Schafhof und Freihölz (Oberpfalz) brach ein Waldbrand aus, der infolge der Trockenheit schnell um sich griff. Der Brandherd erstreckte sich über ungefähr 150 Tagwerk Wald. Eine Abteilung des Amberger Arbeitsdienstes und Waldarbeiter aus der Umgebung wurden sofort eingesetzt, und es gelang ihnen, das Feuer abzugrenzen. Der Brandschaden dürfte sich auf insgesamt 40 000 Mark belaufen. Unter dem Verdacht der fahrlässigen Brandstiftung wurde ein 56 Jahre alter Mann aus Amberg in Haft genommen, der eingestand, daß er beim Kleinmachen von Brennholz feine Pfeife geraucht habe, von der Glut auf den Boden gefallen fei. Als er das Feuer bemerkte, hatten schon einige Quadratmeter in hellen Flammen gestanden. Daraufhin habe er das Weite gesucht.
Französische
Alkoholbrennerei vom Blitz in Brand gesetzt.
Heber die Gegend von Gisors in Frankreich ist ein heftiges Gewitter niedergegangen, das vor
allem das Dorf Ctrepagny heimsuchte. Dort schlug der Blitz nicht weniger als 30rnal ein. Ein Gutshof wurde zerstört. Eine Alkoholbrennerei wurde ebenfalls ein Opfer des Blitzes. 15000 Hektoliter Alkohol gerieten in Brand. Um eine Explosion zu vermeiden, leiteten die Feuerwehrleute den brennenden Alkohol zu dem benachbarten Fluß. Dann wurden die Schleusen geschlossen. Die Dorfbewohner hatten auf diese Weise das seltsame Schauspiel eines Feuersees, auf dem 15 Meter hohe Flammen emporschlugen.
Lin Sägewerk durch Großfeuer zerstört.
Die Gemeinde Niederjossa bei Hersfeld wurde von einem schweren Schadenfeuer heimgesucht. Auf noch nicht aufgeklärte Weife brach in dem großen Sägewerk Feuer aus, das sich mit Windeseile auf die ganze Anlage aus- dehnte und in den Holzvorräten reiche Nahrung fand. Dem Eingreifen des Arbeitsdienstes ist es zu verdanken, daß große Holzmengen gerettet werden konnten. Trotz aufopfernder Tätigkeit der Wehren ist das Sägewerk fast völlig abgebrannt. Die Maschinen und 400 Festmeter Holz wurden dabei vernichtet. Der Gesamtschaden wird auf etwa 100 000 M. geschätzt.
3n den Allgäuer Bergen tödlich abgestürzt.
Dieser Tage wurde von der Rettungsstelle Hindelang (Allgäu) eine Leiche geborgen. Es stellte sich heraus, daß es sich bei dem Toten um den 18 Jahre alten Hllrich P l i e t h aus Berlin-Lichterfelde handelt, der in den Felsen an der Ostseite des Breitenbergs, der gegen Hinterstein zu liegt, tödlich ab- g e ft ü r 3 t mar. Plieth hatte sich in Hinterstein zur Erholung aufgehalten und von dort aus eine Tour auf den Breitenberg angetreten. In den felsigen Hängen des Breitenberges scheint der junge Tourist abgestürzt zu fein.
Deutschlandfahrt englischer Studenkenführer.
Die Reichsführung der Deutschen Studentenschaft hat die Führer der englischen, schottischen, irischen und kanadischen Studentenschaften zu einer Stu» dienfahrt nach Deutschland eingeladen. Die 17 Fahrtteilnehmer sind Gäste der Deutschen Studentenschaft und werden dieser Tage in Hamburg eintreffen, um dann über Kiel und Lübeck nach Berlin zu fahren, wo sie einige Tage verweilen werden. Darauf geht die Fahrt über München und Heidelberg an den Rhein. Als Abschluß wird den Gästen ein Einblick in das rheinisch-westfälische Industriegebiet gegeben, von wo sie Anfang August in ihre Heimat zurückkehren werden.
HAUS DER GUTEN
August Siebert
Gießen (Bückingstraße 2), den 12. JuH 1935.
4105D
nach kurzer schwerer Krankheit im 65. Lebensjahre in die Ewigkeit zu sich zu rufen.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute unseren lieben unvergeßlichen Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel
Die Leichenfeier findet Dienstag, den 16. Juli, um 14 Uhr, In der Kapelle des Neuen Friedhofes statt
In tiefer Trauer:
Aug. Hch. Siebert und Frau Toni, geb. Hagemann Hermann Siebert und Frau Käthe, geb. Weber Peter Jockei und Frau Mariechen, geb. Siebert Hildegard und Willi Siebert
Annelore Jockei
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Buchhandlung Hugo Bermühler
Verlag Berlin-Lichterfelde IIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII
Gießen, den 13. JuH 1935.
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H. Glatthaar & Sohn
Kohlen-, Koks- und Brikett-Vertrieb.
Am 12. JuH 1935 wurde unser langjähriger Lagerverwalter
Herr August Siebert
ganz unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit in die Ewigkeit abgerufen. Wir verlieren in dem Entschlafenen einen treuen, stets pflichtbewußten Mitarbeiter und vorbildlichen Arbeitskameraden.
Sein Andenken bleibt für alle Zeit mit unserer Firma innigst verbunden.
Tod esanzeige.
tleuie m°rgen 6 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden in der Klinik zu Gießen unser Heber guter Sohn, Schwager und Onkel
Herr Ludwig Luh
Lehrer zu Rumpenheim, Kreis Offenbach
im Alter von 41 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen: Jobs. Luh XL und Familie Großen-Linden, den 12. Juli 1935.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 14. Juli, 13 Uhr, vom Trauerhause Großen-Linden, Frankfurter Straße 80, aus statt
4111 D
Vornehm
Persönlich
In tiefer Trauert
Christiane Weiß, geb. Reuter
und alle Angehörigen.
Wieseck, Daubringen, Beuern, den 13. JuH 1935.
Die Beerdigung findet am Montag, dem 15. JuH, nachmittags 2 Uhr in Wieseck statt.
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Heute morgen 6 Uhr starb Infolge eines Unglücksfalles mein innigst» geliebter Mann, unser treusorgenderVater. unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel
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Nr. 161 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Samstag, 13.)uli 1935
GießenerWohnhaus Neubauten—Arbeitsbeschaffung
Aus der Provinzialhauptstadt.
Um die Genie im Kornfeld.
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Häuser an der neuen Fröbelstvaße.
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Ostmarkenviertel: An der Memeler Straße.
Staatliches Wohnhaus an der Wolfstrahe.
zwischen der Memeler und
Ostmarkenviertel: In der Schlesiener Straße. —(Aufnahmen |7j Neuner, „Gießener Anzeiger .)
sters für Oberhessen teilt mit: Der Reichsjägermeister hat die Schonzeit für Wildenten für das ganze Reichsgebiet bis zum 31. Juli verlängert, so daß der 1. August der erste Jagdtag ist. Der Grund zu der Maßnahme liegt darin, daß die Schoofe zahlenmäßig dieses Jahr durchweg schwach sind und die Jungenten noch nicht als schußreif bezeichnet werden können. Die Entenbestände sind aber aus verschiedenen Gründen derart zurückgegangen, daß Maßnahmen zu ihrer Erhaltung und Hebung getroffen werden mußten.
Die bedeutendste Rolle in der Arbeitsschlacht spielen die Neubauten, insbesondere die Wohnhausneubauten. Das Bauhandwerk, ein Handwerk, das nach seiner Art mit allem Recht als ein Schlüsselhandwerk anzusehen ist, vermag einer großen Reihe von Handwerkern und manchem Industriebetrieb Arbeit zu verschaffen. Die Betriebe der Steine und Erden werden wesentlich durch Hausneubauten in Gang gehalten, Schlosser und Schreiner, vor allem auch Weißbinder und Maler, Schmiede, Dachdecker, Installateure usw. sind in ihrer Existenz kaum ohne das Bauhandwerk zu denken. Die Auswirkungen
Der Sommer bringt die Entscheidung über das Wohlergehen des Biehs im Winter, über die Versorgung des Menschen mit Brotkorn lind all den anderen Ackerfrüchten, die seiner Ernährung dienen. Die Zeit, da das Korn auf den Feldern reift, läßt den Bauern zwischen Hoffnung und Sorge schwanken, läßt ihn die heißen Tage der Dürre fürchten oder, falls es lange und schwer aus den Wolken regnet, baldigen Sonnenschein herbeiwünschen. So ist es nur natürlich, daß die Zeit der Hochspannung, die ja auch an die körperlichen Kräfte des Menschen die größten Anforderungen des Jahres stellt, altes Brauchtum durch die Jahrhunderte lebendig bewahrt hat, neue Bräuche den alten hinzufügte.
Nach vielerorts bestimmt der Dorfschulze oder der Gemeindeälteste nach einer Probemahd und einem Probedrusch den Beginn des Erntetages. Anderwärts wieder liegt der Erntebeginn für bestimmte Tage fest, wie z. B. am Jakobitag (25. Juli) oder am Margaretentag (13/Juli) oder am Dominik- tag (4. August). Und es gibt noch Gegenden, in denen wir bei einer religiösen Handlung die Ernte des Getreides eingeleitet wird. Da versammeln sich schweigend die Schnitter der Gemeinde mit bekränzten Sensen, oft auch im Feiertagsgewand. Da wird die Erntearbeit durch ein Gebet oder durch Glockenläuten, mancherorts auch durch eine milde Gabe eingeleitet.
Der alte Glaube, daß Feldblumen und Aehren Glück und Gesundheit verheißen, spielt noch mit
in dem Brauch, daß sich Schnitter drei Halme gegen Kreuzschmerzen am Rücken befestigen oder daß die Körner der ersten gemähten Ernte wieder in den Acker geworfen werden. Und ganz besonders ist es auf größeren bäuerlichen Wirtschaften wie auf Großbetrieben üblich, daß Herrschaft und Aufsichtspersonen von den Schnittermädchen, die die Garben aufbinden, mit einem farbigen, ährengeschmücktem Band geehrt werden, wofür der Beschenkte eine Gabe für das kommende Erntefest gibt. Dieser Brauch geht zwar auf alte Wurzeln zurück, ist aber eigentlich erst im vorigen Jahrhundert allgemein üblich geworden. Er versinnbildlicht aufs Schönste die Gemeinsamkeit aller an der Ernte Beteiligten, versinnbildlicht die Schicksalsgemeinschaft der Landbewohner die ohne Ausnahme vom Segen der Ernte abhängig sind und alle in derselben Spannung von dem Ernteablauf leben.
Aber auch sonst ist das Leben während der Erntezeit auf Ernst und Sammlung gestellt. Schon der Gottesdienst mit der Segnung aller Arbeitenden und ihrer Geräte vor dem Beginn der Ernte deutet das an. Aber auch am Sonntag soll man nicht mit der Ernte beginnen. Jede Lustbarkeit ist während der Erntezeit verboten, wo noch altes Brauchtum in Ehren gehalten wird. Um so fröhlicher darf es beim Mähen und Garbenbinden, ganz besonders aber beim Einfahren zugehen. Es ist schon bei aller Schwere der Arbeit eine Vorfreude auf das kommende Erntefest, das für die Mühe und Anstrengung entschädigen soll.
Und um den Ablauf der Ernte haben sich uralte Bräuche noch aus vorchristlicher Zeit mit christlichen Vorstellungen verbunden: Da geht noch die Vor- ’ stellung vom Kornwolf oder von der Roggenmuhme um, oder vom Heiland, der selbst segnend durch die Felder geht, um sie zu schützen. Wiederum müssen es uralte Erfahrungen sein, die den Glauben begründet haben, daß allzu großer Erntesegen den Tod in die Gemeinde bringt. Denn gerade solche
Heil- und Pflegeanstalt, gehen zwei Wohnhausneubauten ihrer Vollendung im Rohbau entgegen.
Ein stattliches Wohnhaus entsteht am H egst r a u ch w e g, im Gelände an der Schiffenberger Straße.
Fünf schöne Wohnhäuser sind ferner in einer verhältnismäßig kurzen Zeit an der neuen Frö- belstraße (von der Wolfstrahe aus bis zur Curtmannstraße> parallel der Kaiserallee), geschaffen worden. Darüber berichteten wir vor kurzem
in Baugeländen erstanden bzw. erstehen, die bisher als Wiesen und Felder genutzt wurden, fanden viele Arbeitskräfte im Straßenbau Verdienst.
Die neuen Wohnhäuser werden, wie schon erwähnt, in erster Linie in den Randgebieten der Stadt erstellt. Im Zentrum der Stadt ist die Neubautätigkeit naturgemäß erheblich geringer. Der Vollendungsbau der katholischen Kirche, wie auch der Bau des neuen Kinos im Seltersweg, stellen die beiden wesentlichen Vorhaben dar. Ein großzügiger Ladenumbau geht am Kreuzplatz seiner Vollendung entgegen. In der Kaiserallee wurde ein Wohnhaus aufgestockt.Am Ludwigsplatz wurde im Erdgeschoß eines Hauses ein Laden geschaffen.
Schonzeit für Wildenten verlängert!
Die Pressestelle des Gaujägermei
einer lebhaften Bautätigkeit sind vielfältig und im gewerblichen Leben allenthalben spürbar.
So ist es sehr erfreulich, daß auch in unserer Stadt, nach der Machtergreifung durch den Führer im Zuge der allgemeinen Besserung im Wirtschaftsleben, eine lebhafte Bautätigkeit entfaltet werden konnte. Viele Wohnhausneubauten, ja, die Mehrzahl, find der privaten Initiative zu danken: auch die Baugesellschaften in unserer Stadt haben da und dort neue Wohnhäuser errichtet.
Die Wohnhaus - Neubautätigkeit ist besonders in den Randgebieten in den vergangenen 2 Jahren sehr stark in Erscheinung getreten. Es sei hier nur an die umfangreichen Wohnhausbauten aufdem Gelände zwischen der Pro-
Auch auf dem Gelände „ .
der Licher Straße unweit des Grundstückes der
tet. Dort wuchs eine ganze Anzahl von neuen Wohngebäuden heran und für ein weiteres Haus wurden dieser Tage die Grundmauern Ubaut.
In diesem Zusammenhang läßt sich ferner berichten, daß die Neubauten für 65 Wohnungen, die durch die Initiative einer hiesigen Baufirma entstehen (wir berichteten im Einzelnen bereits darüber) mit großer Energie in Angriff genommen worden sind. Im Schwarzlachgebiet, wie auch an dem Stern (Nahrungsberg, Keplerstraße, Lessing- straße und Gnauthstraße) sind für dieses größere Wohnhausbauprojekt zahlreiche Arbeiter beschäftigt.
Da die Neubauten meist
vinzial-Pflegeanstalt und der Heil- und Pflegeanstalt hingewiesen. Dort entstand ein Haus nach dem anderen und zwar in verhältnismäßig kurzer Zeit. Die Danziger Straße, die auf der einen Seite von der Bahnlinie Gießen—Fulda begrenzt wird, ist völlig ausgebaut, die Posener Straße ebenfalls. Die Memeler Straße, die parallel der Licher Straße verläuft, weist auch schon eine stattliche Anzahl Wohnhäuser auf. In jüngster Zeit wurde in der Schlesiener Straße, die im vergangenen Herbst und im Frühjahr dieses Jahres hergestellt wurde, die Bautätigkeit lebhaft ausgenommen. Sieben Wohnhäuser an der Schlesiener Straße sind im Rohbau nahezu bzw. bereits fertiggestellt. Bei einigen Häusern ist schon der Innenausbau 'm Gange Auf anderen wird zur Zeit gerade der Dachstuhl gezimmert. Das gute Wetter der vergangenen Wochen hat die Arbeiten rasch vorankommen lassen.
Jahre mit ungewöhnlich hohen Ernten folgen meist auf einen milden Winter, und soweit es sich nicht um Tiefland handelt, auf feuchte und schwüle Sommer, die auch der Gesundheit des Menschen wenig zuträglich sind. Und bann wirkt auch der alte Glaube mit, daß allzu großes Glück immer der Vorbote eines Unglücks ist. Die Beständigkeit ist das, was der Bauer sucht und so will er auch nichts wissen, von plötzlichem, übermäßigem und geschenktem Reichtum.
Aber wenn die Ernte zu Ende geht, dann ist doch die Freude in ihre Herrschaft getreten, dann gewinnen die Hrnteschlußbräuche, die zum Erntefest überleiten, ihre große Bedeutung im Leben der Dorfgemeinschaft. Bis dahin aber vergehen noch Wochen schwerer Arbeit, bis dahin, liegt noch lange h»r Ernst und die Sammlung der Kräfte über dem lbstlosen und freudigen Einsatz des Bauern zur Bergung des Segens eines langen Jahres.
Deutsche Arbeitsfront.
Amt für Verufserziehung.
Wirtschaftsgruppe Tabakindustrie: । Die Vortragsreihe „Entstehung und Verarbeitung des Tabaks" wird heute fortgesetzt. Beginn 16 Uhr im Kaufmännischen Vereinshaus zu Gießen, Wer-
I nerwall.
i Am Montag, 15. Juli, findet abends 8.15 Uhr im । Katholischen Vereinshaus, Liebigstraße 20, ein Film- oortrag (Tonfilm) über „Textilwerbung der chemischen Industrie" statt, wozu der Werbeleiter Herr Fischer von der JG.-Farbenindustrie, Frankfurt a. M., sprechen wird. Der Eintritt ist für alle Mitglieder der DAF. frei.
bereits m anderem Zusammenhang. Ein weiteres Wohngebäude entsteht an der Wolfstraße. Es erhält gegenwärtig seinen Dachstuhl.
In idealer Lage wurden ferner zwei Häuser am Nahrungsberg gebaut und vor kurzem im Rohbau fertiggestellt. Die beiden Häuser dürften sich sehr gut in die Umgebung einfügen. Ein sehr stattliches Mehrfamilienhaus wird an der Ecke A m Riegelpfad und Aulweg erstellt. Es befindet sich noch im Rohbau. Am Aulweg sind dieser Tage zwei Häuser vollendet worden, die sehr gut der gärtnerischen Umgebung angepaßt sind. Am Wartweg ist ebenfalls ein Wohnhausneubau unter Dach gebracht worden.
Eine rege Bautätigkeit wurde im vergangenen halben Jahre im Gebiet an der Rodheimer Straße, und zwar in der Straße, die den Namen „Hinter den Schieß gärten" führt, entfal-
Abteilung Wandern.
Am Sonntag, 14. Juli, findet eine Ortswanderung statt. Es beteiligen sich daran Gießen, Heuchelheim, Wieseck und Lollar. Treffpunkt: 7 Uhr an der Eisen- bahn - Ueberführung Ederstraße. Die Wanderung führt über Wißmar, Forsthaus. Waldhaus, Krumbach, Dünsberg, Biebertal, Rodheim, Heuchelheim, Gießen. Rucksackverpflegung ist mitzubringen. Für die Betriebswanderwarte ist es Pflicht, an der Wanderung teilzunehmen
llrlaubsfahrl Nr. 31 Lübecker Bucht vom 20. dis 27. 3uH.
Für diese Fahrt sind noch Plätze frei und bitten wir Nachmeldungen noch sofort abzugeben. Der Zug wird bestimmt gefahren.
Urlaubszug Nr. 33 Schwäbische Alb vom 27. Juli bis 2. August.
Auch für diese Fahrt sind noch reichlich Plätze frei und können Nachmeldungen sofort abgegeben wer» den.
Rheinfahrt am 14. 3uh.
Anmeldungen zu dieser Fahrt werden nicht mehr entgegengenommen. Die Höchstteilnehmerzahl ist erreicht.
Neue S)äu|er in fdjöner Lage am Alten Steinbacher Weg.
Neubauten am Nahrungsberg.
Am Aulweg.
Die deutsche Arbeitsfront
W j n.9.=6emeinf(haft „firaft durch freude"
OerReichswettkamps -erGA. in Gießen.
Sturmbann 11/116.
Unter Leitung des Führers des Sturmbann 11/116, Obersturmführer Bender, Gießen, werden folgende Wettkämpfe durchgeführt:
Leibesübungen (100 »Meter * Lauf, Weltsprung, Kugelstoßen, Keulenweitwurf und 3000- Meter-Lauf): am 14. Juli, Sturm 5/116, 7 Uhr, Mtv.-Sportplatz, Gießen; Sturm 45/116, 10 Uhr, Mtv.-Sportplatz, Gießen.
Kleinkaliberschießen: am 14. Juli, San.- Sturm der Brigade 147, 7 Uhr, Schützenhaus (Gie- ßen); Sturm 8/116, 8 Uhr, Schützenhaus (Gießen).
Querfeldeinlauf: am 16. Juli, 20.30 Uhr, Sturm 5/116, im „Nizza" (Gießen); am 17. Juli, 20.30 Uhr, Sturm 45/116, im „Nizza" (Gießen); am 18. Juli, 20.30 Uhr, San.-Sturm der Brigade 147, im „Nizza"; am 19. Juli, 20.30 Uhr, Sturm 8/116, im „Nizza" (Gießen).
10 - Kilometer - Marsch: am 20. Juli, 20.15 Uhr, Richtung Gießen—Hausen.
Sturmbann III/116.
Unter Leitung des Führers des Sturmbann III/116, Obersturmbannführer Bender, Hungen:
Leibesübungen: am 14. Juli, 5 Uhr, Sturm
9/116, in Grohen-Buseck, Sportplatz; 5 Uhr, Sturm 10/116, in Steinbach, Sportplatz Garbenteich; 5 Uhr, Sturm 11/116, in Hungen, Sportplatz Galgenberg;
5 Uhr, Sturm 12/116, in Lich, Sportplatz Turnhalle Lich.
Es wird noch einmal ganz besonders darauf hin- gewiefen, daß die Oeffentlichkeit diesem Kampfe vollständig kostenlos beiwohnen kann. Da es sich bei dem Reichswettkampf nur um Mannschaftskämpfe handelt, und jede am Kampfe teilnehmende Einheit über sportlich gut ausgebildete Männer verfügt, so kann man heute schon voraussagen, daß den Zuschauern ein schöner und hochwertiger sportlicher Kampf gezeigt wird.
Kein Volksgenosse sollte es sich nehmen lassen, diesem großen Wettkampf unserer SA. beizuwohnen, auch wenn die Stunde des Beginns des Kampfes (5 Uhr morgens) etwas früh erscheint.
Ein späterer Kampfbeainn würde die Leistungen infolge der zu erwartenoen großen Hitze sehr beeinträchtigen.
Deutsche Volksgenossen! Bestätigt durch reckt zahlreichen Besuch des Reichswettkampfes der SA. eure Anteilnahme an ihrer Aufbauarbeit!
Abfahrtzeiten sind: Mit der Dahn ab Gießen 8.15 Uhr, Dutenhofen 8.21, Wetzlar 8.35, an Niederlahnstein 10.17 Uhr. Mit dem Schiff ab Niederlahnstein 10.30, an Bingen 14 Uhr. Rückfahrt: ab Bingen 15.15 Uhr, an Nieder-Lahn- stein 18.15, ab Nieder-Lahnstein 18.43, an Wetzlar 20.20, an Dutenhofen 20.32, an Gießen 20.41 Uhr. Die Teilnehmer aus dem Kreis Gießen erhalten auf Grund ihrer Fahrkarte für die An- und Abfahrt nach Gießen 75 Prozent Ermäßigung.
Der Deutsche ©fcnografentag 1935.
Der Führer stiftet einen Ehrenpreis.
Für das große kurzschristliche Leistungsschreiben, das anläßlich des Deutschen Stenograsentages in Frankfurt a. M. abgehalten wird und an dem sich schätzungsweise fünftausend Stenografen beteiligen werden, sfehen hundert Schreibmaschinen zur Verfügung. Der Führer und Reichskanzler hat sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift als Ehrenpreis für die beste Arbeit gestiftet.
Der Deutsch-Amerikaner H o ß f i e l d , der Inhaber des Weltrekords im Maschinenschreiben, der ebenfalls nach Frankfurt kommt, wird sich nicht an dem Wettbewerb um die Deutsche Meisterschaft im Maschinenschreiben beteiligen, sondern außer Konkurrenz seine Fertigkeit in aller Oeffentlichkeit zeigen. Die Teilnahme an dem Kamps um die Meisterschaft im Maschinenschreiben ist nur für deutsche Maschinenschreiber offen, da es sich um einen nationalen Wettbewerb handelt.
25 Jahre bei der provinzialdirektion Oberhessen.
Provinzialamtmann S ch ü l l e r m a n n bei der Provinzial-Direktion Oberhessen konnte am vergangenen Donnerstag auf eine 25jähriae Dienstzeit bei dieser Behörde in Gießen zurückblicken. Provinzialamtmann Schüllermann wurde in Erbach i.O. geboren, besuchte in Michelstadt die Realschule und trat dann beim Kreisamt in Erbach in den Dienst der staatlichen Behörde. Am 11. Juli 1910 wurde er zur Verwendung bei der Provinzialdirektion Oberhessen nach Gießen versetzt. Provinzialamtmann Schüllermann, ein stets pflichttreuer und gewissenhafter Beamter, genießt allgemein große Wertschätzung.
Erfrischungsgetränke und Sa'ate aus deutschen Erzeugnissen.
Der Reichskommissar für Preisüberwachung hat soeben mit aller Deutlichkeit darauf hingewiesen, daß Zitronen durchaus nicht als unentbehrliche Einfuhrware zu betrachten sind. Für die praktische Nutzbarmachung dieser Erkenntnis liegt heute ein recht dringender Anlaß vor. Abgesehen davon, daß es an sich wirklich nicht erforderlich ist, unsere kostbaren Devisen bzw. die anderen Zaylungsmöglich- keiten im Außenhandel für Waren in Anspruch zu nehmen, die in mindestens gleicher Qualität und Verwendungsmöglichkeit aus der eigenen Erzeugung bereitstehen, wird der Verbraucher jetzt durch eine in Aussicht stehende erhebliche Preis st ei- gerung für Zitronen auf den Gebrauch deutscher Erzeugnisse hingewiesen. Es braucht uns wirklich nicht zu beunruhigen, daß die Einfuhrpreise für italienische Zitronen von Ende Mai bis Anfang Juli von 42 auf 95 Lire je Kiste gestiegen sind. Wir sind weder für die Herstellung erfrischender Sommergetränke noch für die Zubereitung von Salaten auf die Zitronen angewiesen. Gemüsesalate, Fleischsalate, Mayonnaisen schmecken mit deutschem Weinessig oder gar feinem Kräuteressig zubereitet, mindestens ebenso gut, vielleicht sogar noch herzhafter, als wenn man Zitronen dazu verwendet.
Der deutsche Weinessig ist ein ebenso natürliches Erzeugnis wie ä. B. die Zitrone. Es ist eine Feststellung angesehenster Ernährungssachoerständiger, daß der deutsche Weinessig dem Zitronensaft in bezug auf Bekömmlichkeit und gesundheitssördernde Wirkung in nichts nachsteht.
Bei den Limonaden ist es nicht einzusehen, weshalb wir für eine „Zitrone naturell" den drei- ober aar vierfachen Preis einer doch gleichermaßen erfrischenden, bekömmlichen und aromatisch noch köstlicheren Limonade aus Himbeer-, Kirsch-, Johannis- beer- oder anderen deutschen Fruchtsäften bezahlen müsjBN. Unsere Mütter und Großmütter ha- den stets ihren Stolz darein gesetzt, den Obstsegen der Sommermonate zu Marmeladen, Gelees, ganz besonders aber auch zu Fruchtsäften zu verwenden. Gar so groß ist die damit verbundene Mühe nicht. Die Hausfrau wird sich schnell durch einen Blick in die Hausfrauen-Zeitschriften, die gerade in diesen Wochen und Monaten mit mancherlei Rezepten für die Fruchtsaftbereitung aufwarten, davon überzeugen können, mit wie wenig Mühe und doch so großem Gewinn die Speisekammer aus Erzeugnissen deutscher Obstgärten gefüllt werden kann. Dann brauchen wir weder Zitronen, noch Apfelsinen und haben jederzeit ganz unabhängig von dem, was außerhalb unserer Grenzen geschieht, Brotaufstrich für den Frühstückstisch und bas Vesperbrot und Erfrischungen, die die ganze Sonne und die Köstlich, testen des Sommersegens, Farben, Duft und Vitamine, festhalten, im Vorrat.
Es wird die Hau frau übrigens sehr interessieren, daß der Reichsnährstand durch die Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft G ü t e b e st immun g e n sowohl für Essig als auch für Frucht- säfte vorgeschrieben hat, deren dauernde lieber» wachung dem Verbraucher den Bezug wirklich preiswerter und erstklassiger Obstsäfte sichert. Wem sollte eine duftreiche und schmackhafte Limonade aus einem solchermaßen in seiner Hochwertigkeit geschützten und übermalten deutschen Kirschsaft nicht besser munden als z. B. der bittersaure Saft einer halbreifen Zitrone für vielleicht 10 ober 15 Pfennig bas Stück?
Sportkurse „Kross durch Freude".
Reiten.
Für Frauen unb Männer gemeinsam. DAF.-Ge- bühr 8 Sportmarten ä 1 Mk. = 8 Mk., Normal- Gebühr 8 Sportmarken ä 1,50 Mk. = 12 Mk. Mon- tag von 21 bis 22, Dienstag von 21 bis 22, Mittwoch von 20 bis 21, Freitag von 20 bis 21 unb 21 bis 22 Uhr jeweils Reitschule Schömbs, Brandplatz. Für die Kurse Montags und Mittwochs werden noch schriftliche Anmeldungen entgegengenommen.
Leichtathletik.
Für Frauen und Männer gemeinsam. DAF.-Ge- bühr 30 Pf., Normal-Gebühr 50 Pf. Samstag von 17 bis 19 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg.
Reichssportabzeichen.
Für Frauen und Männer gemeinsam. DAF.- Gebühr 8 Sportmarken je 30 Pf. = 2,40 Mark^ Normal-Gebühr 8 Sportmarken je 50 Pf., - 4 Mk. Donnerstag von 18.30 bis 20.30 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg.'
Schwimmen.
Für Frauen und Männer gemeinsam. DAF.- Gebühr 6 Sportmarken je 30 Pf. = 1,80 Mk.; Normal-Gebühr 6 Sportmarken je 50 Pf. -- 3 Mark. Montag, 18 bis 19.15 Uhr, Badeanstalt des Männerbadevereins; Mittwoch, 20 bis 21 Uhr, Volksbad; Mittwoch, 21 bis 22 Uhr, Volksbad; Samstag, 16 bis 17.30 Uhr, Lollar, Lahnbad.
Tennis.
Für Frauen unb Männer gemeinsam. DAF.- Gebühr 6 Sportmarken je 50 Pf. - 3 Mk.; Normal- Gebühr 6 Sportmarken je 1 Mk. = 6 Mark. Montag, 18 bis 19 Uhr; Montag, 19 bis 20 Uhr; Dienstag, 6.15 bis 7.15 Uhr, jeweils Stäbt. Tennisplätze am Schützenhaus.
Allgemeine Körperschule.
Für Frauen unb Männer gemeinsam. Dienstag, 19 bis 21 Uhr, Universitätssportplatz am Kugelberg; Donnerstag, 16 bis 18 Uhr, Universitätssportvlatz am Kugelberg; Freitag, 20 bis 21.15 Uhr, btefer Kursus wirb während ber Schulferien verlegt, unb zwar in bie Schillerschule.
Fröhliche Gymnastik und Spiele.
Nur für Frauen. Donnerstag, 20 bis 21 Uhr; Donnerstag, 21 bis 22 Uhr, währenb ber Schulferien in ber Schillerfchule, Schillerstraße; Freitag, 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Gasthaus „Zur Linbe", ab 16. Juli Dienstags, „Zum Schwanen".
Gießener Wochenmarktpreije.
* Gießen, 13. Juli. Auf bem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, bas Pfunb 150 bis 155, Lanbbutter 140 bis 142, Matte 20 bis 25, Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inlänbische) 10, Wirsing (grün) 12 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 25, Gelbe Rüben, bas Bünbel 8 bis 10, das Pfund 15, Rote Rüben 12 bis 15, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 30 bis 35, (gelb) 35 bis 40, Puffbohnen 15 bis 18, Erbsen 20 bis 25, Mischgemüse 8 bis 10, Tomaten 30 bis 50, Zwiebeln, das Bündel 7, das Pfund 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 12, Pilze 30 bis 50, Kartoffeln (alte) 4% bis 5, der Zentner 3,50 bis 4,50 Mark, (neue) 9 bis 12, der Zentner 9 bis 12 Mark, Pfirsiche 45 bis 60, Himbeeren 40 bis 45, Kirschen 40 bis 50, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 15 bis 35, Johannis« beeren 18 bis 25, Erdbeeren 50 bis 60, junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 70 bis 80, Enten 90 bis 100, Tauben 50 bis 60, Nüsse 45, Blumenkohl 10 bis 45, Salat 5 bis 12, Salatgurken 20 bis 60, Ein- machgurken 3 bis 6, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Suppengrün 5, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf.
vornottzea.
— Tageskalender für Samstag: NSDAP. Kreisgeschäftsführung: 18 Uhr im Hotel Hopfeld eine wichtige Besprechung aller Kreisamtsleiter, Kreisabteilungsleiter, Ortsgruppen- und Stützpunktleiter. — NSG. „Kraft durch Freude": 17 bis 19 Uhr Leichtathletik auf dem Universitätssportplatz am Kugelberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe dumme Mama". — Caf6 Leck: 20 Uhr Kameradschaftsabend für Reichsheer und Arbeitsdienst. — Deutsche Stenographenschaft, Orts» gruppe Gießen: 20.30 Uhr Strandabend auf der Pulvermühle. VHC. Ortsgruppe Gießen: Abendgang nach dem Forstaarten. — „Karlsruhe": 20.30 Uhr Sommernachtsfest, Austragung des Großen Jubiläumspreises im 2er-Radball. — Schiffenberg: Sommernachtsfeier.
— Tageskalender für Sonntag: Licht» fpielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe dumme Mama". — Schwimmverein Gießen: 11 und 15 Uhr Schwimmmeisterschaft in der Müllerschen Bade» anftaU. — Waldpartie der „Fünfziger" mit Familien zum Ludwigsbrunnen. Abmarsch 14.30 Uhr vom Fuldaer Bahnübergang am Schiffenberger Weg. — Gießener Radfahrverein von 1885 e. 23.: 15,30 Uhr Bahn-Radrennen auf dem Sportplatz 1900. — Waldeslust am Flughafen: Konzert und Tanz. — Bergschenke: Künstlerkonzert. —
—S ommernachtsfest a u f dem Schis« f e n b e r g. Am heutigen Abend findet auf dem Schiffenberg auf dem Altan eine Sommernachtsfeier stall. Auf die heutige Anzeige sei an dieser Stelle aufmerksam gemacht.
** 2) ie Sommer spielzeit im Stadt« theater. Das Stadttheater Gießen setzt am Mittwoch, 17. Juli, die Reihe der sommerlichen Gastspiele mit eigenem Ensemble fort. Am Mittwoch kommt der unverwüstliche Schwank „Der Raub der Sabinerinnen" von Franz und Paul von Schönthan unter der Spielleitung von Karl V o l ck einmalig xur Aufführung. Die Theaterleitung kommt mit der Aufführung dieses Schwankes einem bereits öfters geäußerten Wunsche vieler Theatersteunde nach. Dieser Raub ist ein Sommerschwank mit einer sowohl amüsanten wie auch wieder beschaulichen Hauptfigur gemütvoller vergangener Tage. Jedenfalls ist es angenehmste Abwechslung, diesen soliden Schwank für heiße Tage als abendliche Theaterunterhaltung auf den Spielplan zu fetzen, dessen Parole „Lachen im Theater" lautet. Spieldauer von 20 bis gegen 22.30 Uhr.
** Ein Gießener im Rundfunksprecher-Wettbewerb. Wie uns mitgeteilt wird, konnte sich Peter Heß, ein gebürtiger Gießener, (der als Sohn des Tiefbau-Bauführers i. R. Heß, Frankfurter Straße 17), der gegenwärtig in Trier feinen Wohnsitz hat, ebenfalls im Rundfunksprecherwettbewerb in die zehn Besten einreihen. Auch er wird heute abend im Rahmen des Bunten Abends des Reichssenders Frankfurt in Bad Homburg zu hören sein.
* M i t dem Schlageter-Schild aus» aezeichnet. Dem Postassistenten Pg. Fritz Anderer, Moltkestraße 16, wurde wegen seiner Beteiligung an den Kämpfen: Spartakus 1919 bis 1923, insbesondere bei der Niederwerfung des Max - Hölz - Aufstandes in Mitteldeutschland, der Schlageter-Schild verliehen.
** 25 Jahre Samenhandlung H. Hahn. Am 15. Juli begeht die hiesige Samenhandlung von Heinrich Hahn die Feier ihres 25jährigen Be- tehens. Als 1910 Herr Hahn fein Geschäft eröffnete, war das erste und einzige feiner Art hier. Der wachsende Wohlstand der Vorkriegszeit und das Aufblühen des Gartenbaues in unserer Stadt
M sanden zueinander.
Roman von Klothilde v. Siegmann
Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.)
1 • Fortsetzung. Nachdruck verboten!
„Wenn ich Naturwissenschaft studiert habe", sagte er, „so habe ich es wirklich auch im Hinblick auf unsere Heimat getan. Man kann für die Intensivierung unserer Landwirtschaft noch eine ganze Menge tun. Ich weiß von meinem Studium her, daß zum Beispiel in Amerika viele Weizensorten und Obstsorten gezüchtet werden, die auch bei uns fortkommen könnten, sofern man die nötigen Erfahrungen besitzt. Man könnte dadurch die Qualität und den Preis für deutsche landwirtschaftliche Erzeugnisse bedeutend steigern."
„Unsinn!" sagte Tante Alberta wütend. „Eines schickt sich nicht für alle. Was auf amerikanischem Boden wächst, kann hier nicht gedeihen. Neumodische Versuche, die nichts bringen und bloß Geld kosten!"
Da hatte es den ersten scharfen Zusammenstoß zwischen Dietrich und Tante Alberta gegeben. Sie sollte ihn hier im Familienrat nicht wie einen grünen Jungen behandeln.
„Verzeih, Tante Alberta", hatte er sehr scharf gesagt. „Du redest hier von Dingen, die du nicht verstehst. Ein Beispiel: Die Winzer in der Südschweiz haben vor Jahren eine amerikanische Traube bei sich eingeführt. Diese Traube ist gegen Schädlinge unempfindlich und liefert den besten Wein, während die einheimischen Trauben von Meltau und anderen Krankheiten stark angegriffen werden. Seitdem nun die Schweizer die amerikanischen Weinstöcke haben, ist der Reinertrag für die Weinbauern über das doppelte gestiegen. Man kann überall in der Welt etwas lernen und das Beste für die Heimat herausholen. Vielleicht werde ich noch einmal auf deinem Gut, Tante Alberta, etwas Ordentliches schaffen können."
„Solange ich lebe, nicht!" hatte Tante Alberta wütend erklärt. „Du bist ein ganz unreifer Junge. Du willst weiter nichts, als für anderer Leute Geld in der Welt herumflitzen. Aber ich gebe dazu nicht einen Pfennig."
Da war es mit Dietrichs Ruhe vorbei. Er sah es noch vor sich, wie er feine Brieftasche herausgezogen und das Monatsgeld von Tante Alberta herausgerissen hatte. Zusammengeknüllt hatte er ihr den Hundertmarkschein auf den Tifch geworfen:
„Und ich verzichte auf deine Beihilfe, Tante Alberta!" hatte er, rasend vor Zorn, gesagt.
„Aber Junge, Junge!" Der alte General Heid- kemper war ganz erschrocken aufgesprungen und hatte versucht, den Neffen zu beruhigen. „Sei doch nicht immer so wild mit den Pferden!"
Dietrich halle sich losgemacht und war mit einem kurzen „Ihr entschuldigt mich wohl!" aus dem Zimmer gegangen. Mochten sie über ihn beschließen, was sie nun wollten. Mit Xante Alberta konnte er nicht mehr zusammen fein. Schlimm genug, daß er gezwungen gewesen war, bis jetzt von ihr etwas anzunehmen! Aber sich wie einen Bettler behandeln zu, lassen — nein! Lieber hungerte er sich durch, als von Tante Alberta noch einen Pfennig anzunehmen.
Das war damals der Anfang des Zerwürfnisses gewesen. Und geendet hatte es mit dem Bruch zwischen ihm und Jutta. Wie deutlich alles vor seinen Augen stand! Als wäre es gestern gewesen, und lag doch schon Monate zurück. Er hatte nicht geglaubt, jemals noch nach Schloß Veltheim zu kommen. Und nun war er doch hier. Und drüben im Wohnzimmer saß Jutta.
„Woran denken Sie denn, Herr Graf?" fragte Justizrat Niemann. Er hatte den stumm Hin, und Hergehenden eine ganze Weile beobachtet. Das Gesicht mit dem völlig abwesenden Ausdruck zeigte ihm — Veltheim war mit seinen Gedanken überhaupt nicht hier.
„Verzeihung, Herr Justizrat — sagten Sie etwas? Ach so, ja! Wo waren wir doch? Jetzt weiß ich. Bei diesem rätselhaften Besuch Juttas bei Tante Alberta. — Wenn ich nur einen Zusammenhang zwischen Ihren Erzählungen und diesem unglückseligen Testament fände!"
Justizrat Niemann lächelte fein.
„Sollte der so schwer zu ergründen sein, Herr Graf? Ich denke mir die Geschichte so: Fräulein von Bergfelde hat Ihrer Tante soviel Nettes von Ihnen erzählt, daß die ihre Ansicht über Sie gründlich revidiert hat. Der Erfolg dieser Revision ist eben bas Testament. Seien Sie doch nicht so töricht, Herr Graf. Erbe Frau Albertas zu werden und Herr auf Veltheim, das ist nicht zu verachten. Besonders, wenn man es fo schwer hat wie Sie. Verzeichen Sie, Herr Graf, daß ich daran rühre. Aber Sie wissen ja, wie ich es mit Ihnen meine!"
Dietrich Veltheim sah den alten Herrn freundlich an:
„Das weiß ich ganz genau, Herr Justizrat! Und raunte wich ja auch freuen, wenn nicht diese fnaufel wäre. Wie kann Tante Alberta die Erb- schäft davon abhängig machen, daß ich mich inner- halb eines Jahres verheirate?"
„Vermutlich, weil sie selbst wünschte, daß das Zerwürfnis zwischen Ihnen und Fräulein von Bergfelde beigelegt wird."
Veltheim wurde blaß:
„Ach so meinen Sie? Sagen Sie mal, Herr Justizrat: Hat meine Tante über diesen Punkt mit Ihnen gesprochen?"
Justizrat Niemann zögerte:
„Das hat sie allerdings! Ich weiß nur nicht, ob ich das nicht als .vertraulich' behandeln soll."
Veltheim war noch einen Schein blasser geworden. Er legte die Hände auf die Schultern des Justizrats. Ein Forschen und Bitten war in seinen Augen:
„Herr Justizrat, Sie wissen, ich hasse große Worte. Wenn ich Ihnen jetzt sage, von der Beantwortung meiner Frage hängt mein Leben ab, dann können Sie mir glauben, es ist so. Hat Tante Alberta mit Ihnen über Jutta und mich gesprochen? Ja oder nein?"
„Ja!"
„fiat sie Ihnen gesagt, wieso sie plötzlich ihren Sinn mir gegenüber geändert hat? Wer sie zu diesem Testament bestimmt hat?"
„Frau Alberta gestand mir, daß sie durch Fräulein von Bergfelde Sie nun in einem anderen Licht sähe. Daß sie keinen innigeren Wunsch hätte, als daß zwischen Ihnen und Fräulein von Bergfelde alles wieder wie früher würde. Daß Sie Herr auf Schloß Veltheim würden —."
„Und Jutta von Bergfelde Herrin auf Veltheim!" Dietrich sagte es schneidend. Es schwang eine solche Verachtung in diesen Worten, daß der alte Justizrat ganz erschrocken war.
„Allerdings, Herr Graf! Aber was befremdet Sie denn fo daran?" Dietrich von Veltheim lackte hart auf:
„Eigentlich sollte es mich nicht betreffen. Herrgott, was bin ich doch immer noch für ein Träumer! Für ein lächerlicher Tor! Ich kann und kann es mir nicht abgewöhnen, an den Anstand der Menschen zu glauben."
„Ich begreife nicht, Herr Graf?"
„Sie werden bald begreifen, Herr Justizrat, wenn ich Ihnen etwas sage, das auch ich als »absolut vertraulich' zu behandeln bitte: Wissen Sie, warum die Verlobung zwischen Jutta von Berg- felde und mir seinerzeit zurückging?"
„Keine Ahnung, Herr Graf!"
„Weil Fräulein von Bergfelde erwartet hatte, ich würde der Erbe Tante Albertas werden unb ihr als meiner Frau einen glänzenden Platz in der Gesellschaft verschaffen. Als sie hörte, daß ich mich mit Tante Alberta überworfen hatte, da war es plötzlich mit der leidenschaftlichen Liebe meiner Halbkusine Jutta zu mir aus. Wir hatten noch eine Aussprache. Jutta verlangte von mir, ich sollte Tante Alberta um Entschuldigung bitten, meine Zukunftspläne aufstecken und mein Leben nach Tante Albertas Wünschen richten. Das mußte ich ablehnen. Da gab mir Jutta den Laufpaß. Einen armen Mann könnte sie nicht heiraten, erklärte sie mir. Sie wüßte selber zu genau, was Armut bedeutete. Sie wollte einmal sorglos leben — ihr Dasein genießen. Wenn ich so unvernünftig wäre, mich mit Tante Alberta zu Überwerfen, müßte ich eben die Folgen tragen."
Dietrich schwieg. Um seinen Mund war Qual der Erinnerung. Behutsam fragte der alle Justizrat r
„Sie haben an dieser Trennung von Fräulein von Bergfelde sehr gelitten, Herr Graf?"
Diellich nickte:
„Sprechen wir nicht davon, Herr Justizrat! Sie waren ja auch einmal jung und können sich viel» leicht vorstellen, was es heißt, wenn man zum ersten Male liebt und enttäuscht wird. Aber die Zeit hat mir geholfen. Sie wissen ja, ich ging dann mit der Expedition des Professors Williams, des deutsch-amerikanischen Austauschprofessors, auf Forschungsreisen. Die neuen Erlebnisse haben mir geholfen. Vor allen Dingen aber mein Wille, mich von dem Kummer nicht unterkriegen zu lassen."
„Und Sie haben in den zwei Jahren nichts mehr von Fräulein Bergfelde gehört?"
„Nichts, Herr Justizrat, bis zum gestrigen Tage, der mich hierher führte. Ich habe Jutta überhaupt noch nicht einmal gesehen. Aber jetzt ist mir ver» schiedenes klar geworden, und ich weiß das eine: diese Spekulation soll nicht gelingen! Einmal habe ich mich in Jutta getäuscht, jetzt soll sie sich in mir täuschen. Darf ich das Testament noch einmal sehen?"
Schweigend reichte Justizrat Niemann Veltheim das Dokument herüber:
„Mein Neffe Dietrich Bellheim wird mein Uni« versterbe, sofern er innerhalb eines Jahres sich verheiratet", las Dietrich von Veltheim halblaut. Eine scharfe Falte stand in seiner Stirn.
Justizrat Niemann beobachtete ihn schweigend.
Jetzt hob Veltheim mit einem Ruck den Kopf. Sein Gesicht schien noch härter und kantiger zu werden:
„Sie haben doch mit meiner Tante die Fassung des Testaments genau durchgesprochen, Herr Jull'z» rat! Warum hat sie denn nicht hineingeschrieben: Sofern mein Neffe innerhalb eines Jahres Jutta von Bergfelde heiratet?"
„Das hat sie lange überlegt, Herr Graf! Aber sie wollte es nicht. Es sollte nach außen hin nicht so aussehen, als ob diese Ehe unter dem Zwang Ihrer Tante entstanden wäre. Frau Alberta konnte ja auch auf keinen anderen Gedanken kommen, als daß nur Fräulein Jutta als Ihre Frau in Frage käme."
„Das verstehe ich nicht, Herr Justizrat! Tante Alberta wußte doch ganz genau, daß zwischen Jutta von Bergfelde und mir alles aus war. Wieso konnte sie erwarten, daß alles wieder gut werden würde?"
„Aber das ist doch ganz einfach", meinte Justiz» rat Niemann lebhaft. „Fräulein von Bergfelde hat doch Ihrer Tante ausdrücklich versichert, daß nur Ihre Armut, Herr Graf, der Grund für sie ge« wesen wäre, die Verlobung zu lösen. Sie hätten Fräulein Bergfelde nicht einer langen Brautschaft ohne Aussichten aussetzen wollen."
(Fortsetzung folgt!)
brachten es mit sich, daß die bescheidenen Geschäftsräume in der Kirchstraße und später in der Neustadt bald zu klein wurden und kurz vor Beendigung des Krieges 1918 das eigene Geschäftshaus in der Bahnhofstraße, Ecke Wolkengasse bezogen werden tonnte. Auf das Vertrauen einer treuen Kundschaft in Stadt und Land gestützt, ist seitdem der Kundenkreis über die engeren Grenzen der nächsten Umgebung ständig gewachsen und erstreckt sich gegenwärtig weit über Vogelsberg und Wetterau durch das ganze Hinter- und Siegerland. Wenn zur Zeit im reich gesegneten Lahngebiet mehr als früher hochgezüchtete Landwirtschafts- und Gartenerzeugnisse angebaut werden und die Dorfgärten in reichem Blumenschmuck prangen, so hat an diesem erfreulichen Zustand das Samenhaus Hahn in Gießen einen großen Anteil.
** Seinen Verletzungenerlegen. Heute morgen gegen 6 Uhr erlag der Heizer Fr. Weiß aus Wieseck, der zu Beginn dieser Woche mit einer schweren Bauchverletzung in die hiesige Klinik ein- geliefert werden mußte, seinen Verletzungen. Der bedauernswerte Mann kam, wie wir berichteten, dadurch zu Schaden, daß ihm eine Wagendeichsel heftig gegen den Leib drang.
** „Kraft-durch-Freude"- Sonder- züge passieren Gießen. Heute morgen herrschte auf dem hiesigen Bahnhof ein reger Sonderzug - Verkehr. Verschiedene „Kraft-durch- Freude"- Züge passierten unseren Bahnhof. Die Belegschaft einer Kammgarnfabrik in Hersfeld fuhr in zwei Sonderzügen an den Rhein. Die Teilnehmer waren alle lustig und guter Dinge und freuten sich sehr über die schöne Reise. Sie hatten Musikkapellen
bei sich, so daß es auch während der Fahrt an Unterhaltung nicht fehlte. Zwei weitere Sonderzüge aus Magdeburg, die ebenfalls den Rhein zum Ziele hatten, kamen ebenfalls durch Gießen. Ferner passierte ein Sonderzug aus Chemnitz unsere Stadt. St. Goar, Koblenz und Niederlahnstein sind die Zielstationen. Im Laufe des morgigen Sonntagabends werden die Züge zum Teil wieder über Gießen zurückkehren.
* Sonderzug zum Trachtenfest in Schlitz. Am morgigen Sonntag, 14. Juli, fährt die Reichsbahn einen Sonderzug mit großer Fahrpreisermäßigung zum Trachtenfest nach Schlitz. Der Fahrpreis beträgt ab Gießen 3.20 Mark. Der Sonderzug hält in Großen-Buseck, Grünberg, Mücke, Burg- und Nieder-Gemünden, Alsfeld, Lauterbach und Bad Salzschlirf. Mit diesem Zug vereinigt wird ein Sonderzug nach Eisenach gefahren. Abfahrt: Gießen 5.40 Uhr; Rückkehr 23.10 Uhr.
** Einzelhändler Achtung! Die Geschäftsstelle der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, Bezirksgruppe Hessen, Sitz Frankfurt a. M., befindet sich für den Kreis Gießen in Gießen, Lonystraße 7 (Gebäude der Industrie» und Handelskammer). Die den Einzelhandel betreffenden Anfragen aus dem Kreis sind an die vorgenannte Stelle zu richten. Sprechstunden täglich von 9 bis 12 Uhr.
** Straßensperrung wegen Wohn- Hausbau. Wegen Errichtung eines größeren Häuserblocks wird der Schwarzlachweg zwischen Asterweg und Ederstraße vorerst auf die Dauer von 2 Monaten für den gesamten Fahrzeugverkehr polizeilich aesperrt. Die aufgestellten Sperr- und I Umleitungsschilder sind zu beachten.
Oer deutsche Wald ist Volksgut!
zur Anwendung kommen und rasche Arbeit leisten können. Allerdings macht sich das trockene Wetter bei den Dickwurzeln unangenehm bemerkbar. Don den nach den letzten ergiebigen Regen vor etwa drei Wochen verpflanzten Dickwurzsetzlingen, die sich anfangs zur Zufriedenheit entwickelten, welken viele unter der Trockenheit dahin, andere zeigen ein kümmerliches Aussehen. Die Lücken sucht man durch Neuanpflanzungen bei Wasserverwendung zu beseitigen.
Zuchthausstrafen für neun kommunistische Wühler.
LPD. Darmstadt, 12. Juli. Neun Angeklagte aus dem Kreise Groß-Gerau standen am Freitag vor dem Strafsenat des Hessischen Oberlandesgerichts in Darmstadt und hatten sich hier wegen v e r - suchten Wiederaufbaues kommunistischer Ortsgruppen zu verantworten. Die Angeklagten hatten bis in den Februar d.J. hinein Zeitschriften verbreitet, Mitglieder geworben und Beitrage einkassiert. Es wurden verurteilt: der 36jährige Ludwig Schulmeyer aus Mörfelden, der 33jährige Peter Roth II. aus Groß-Gerau und der 36jährige Friedrich Förster aus Nau- heim zu je sechs Jahren Zuchthaus, der 33jährige Philipp Reuter aus Groß-Gerau, der 23jährige Erich W i l k e r aus Mörfelden und der 23jährige Johannes Wetzel aus Nauheim zu je fünfeinhalb Jahren Zuchthaus, der 46 Jahre alte Wilhelm Scheuermann aus Mörfelden zu vier Jahren, der 38jährige Heinrich Hard und der 33jährige Ludwig F e u t • ner, beide aus Mörfelden zu je drei Jahren Zuchthaus.
Gegen sämtliche Verurteilten, denen wegen ihres Geständnisses die Untersuchungshaft angerechnet wurde, ist Polizeiaussicht angeordnet worden.
Sinnierter Kaubüberfall.
LPD. Darmstadt, 12. Juli. Am vergangenen Montag erschien gegen Abend ein Mann aus Mörfelden un Langener Forsthaus und gab an, er sei von drei Männern überfallen, durch Stiche verletzt und beraubt worden. Die Täter hätten im 400 Mart geraubt und seien dann in Richtung Walldorf geflüchtet. Der Förster benachrichtigte nun sofort die Gendarmerie in Langen. Die angestellten Ermittlungen ließen jedoch den Verdacht aufkommen, daß der Raubüberfall fingiert wurde. Jetzt hat der angeblich Ueberfallene zugegeben, sich die Verletzungen selbst beigebracht zu haben. Den Raubüberfall habe er nur deshalb vorgetäuscht, weil seine Braut, mit der er in einigen Tagen die Ehe eingehen wollte, der Ansicht gewesen sei, er habe sich im Laufe der Zeit 400 Mart erspart.
Rheinhessen.
Mainz, 12. Juli. (LPD.) Die Tochter eines Landwirts in Mainz-Bischofsheim hatte nach dem Genuß vonKirschen Wasser getrunken, worauf sich eine schwere Erkrankung und später Darmverschlingung einstellte. Man brachte das Mädchen ins Krankenhaus, wo eine Operation vorgenommen wurde, die jedoch nicht mehr helfen konnte. UnterschwerenSchmerzenistdasKind geftorb en. __________
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschlossen.
Schützt ihn vor Schaden!
Das Amt für Volkswohlfahrt, Kreisamtsleitung Gießen, erläßt folgenden Aufruf:
„Unter den von der aufblühenden deutschen Wirtschaft benötigten Rohstoffen steht das Holz in vorderster Linie. Noch reicht unsere Eigenerzeugung nicht in allen Holzsorten zur Deckung unseres Bedarfs. Indes werden unschätzbare Werte an Wald- bestäntzen Jahr für Jahr durch Feuer vernichtet. Verbrecherische Anschläge und immer wieder ft r ä f ■ sicher Leichtsinn sind die meisten Ursachen.
Die gefährlichste Jahreszeit ist gekommen, wo überall trockenes Gras dem Feuer Nahrung spendet.
Volksgenossen, die ihr in unserem heimischen Wald der Erholung nachgeht, deutsche Jugend, die du auf Fahrten fröhliche Kameradschaft tiefe Raturbetrachtung pflegst: Verhaltet euch
in Wald und Heide vorbildlich; wirkt auf alle, die mit Luch die Schönheiten genießen wollen, erzieherisch ein!
Das Gesetz verbietet:
Das Rauchen im oder am Walde und an Hainen in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober.
Das Abkochen im oder am Walde.
Das Parken von Kraftfahrzeugen abseits der Landstraße.
Unverbesserliche seien gewarnt: Der durch die NS. - Volkswohlfahrt, Abt. Schadenverhütung in Verbindung mit den staatlichen Forstämtern eingesetzte Streifendienst (kenntlich durch weiße Armbinde mit Aufschrift „W a l d b r a n ö ft r e i f e") wird die Frevler stellen und unnachsichtlich der Gerichtsbarkeit übergeben.
1. Kameradschastsabend der ehem Baltikum-und Freikorpskämpfer
Der Reichsverband der Baltikumkämpfer (Vereinigung ehem. Grenzschutz- und Freikorpskämpfer) Ortsgruppe Gießen hielt in der „Stadt Mainz" einen ersten Kameradschaftsabend ab. Der Reichsverband besteht schon seit 1920. Schirmherr ist der bekannte Führer Exzellenz Graf von der Goltz. Der Reichsverband steht in unerschütterlicher Treue hinter unserem Führer Adolf Hitler. Der Verband ist stolz darauf, als ältester Verband stets im Kampf gegen Kommunisten und gegen innere und äußere Feinde gestanden zu haben. Aus seinen Reihen sind Männer wie Scklageter und viele Füstrer der SS., SA. und der heutigen Regierungsstellen hervorgegangen. Ortsgruppenführer Kam. Euler wies darauf hin, daß in den Reichsverband nun sämtliche anderen Verbände ehem. Baltikum-, Grenzschutz- und Freikorpskämpfer eingegliedert worden seien. Die Führung habe der letzte Kommandeur der Eisernen Division, der schlesische Offizier, Major a. D. Bischoff. Der entscheidende Zweck und das hohe Ziel der neuen Organisation solle der geschlossene Einsatz der „Ersten Soldaten des Dritten Reiches" für den Führer Adolf Hitler sein, um ihm in restloser und bedingungsloser Opferbereitschaft für die Erstarkung von Volk und Staat zur Verfügung zu stehen. Darum sei der Reichsverband kein Club oder Verein, sondern ein Wehrverband. Der Führer habe die alten Kämpfer, aus deren Reihen viele tausend Helden für das neue Deutschland fielen, anerkannt und sie die — „Kämpfer an der letzten Front und ersten Soldaten des Dritten Reiches" — genannt.
Wenn heute wiederum Überall Ortsgruppen entstünden, so seien das keine Neugründungen, sondern nur ein neuerlicher Zusammenschluß aller ehemaliger Freikorpskämpfer aus dem Baltikum- Grenzschutz, Separatistenabwehrkämpfer, Thüringen, Vogtland, München, Berlin, Hamburg, schwarze Reichswehr, Dammangehörige Rhein/Ruhr, also aller alten Kameraden, die mit der Waffe in der Hand gegen den Kommunismus gekämpft haben. Die Ortsgruppe Gießen zählt bereits 72 Mitglieder in der Stadt und in der Umgebung. Ortsgruppenführer Kamerad Euler ernannte die Kameraden Trautmann zum Schriftwart, Claus zum Geldverwalter und Ed. G o n d n e r zum Schießreferenten. Mit den Schießübungen soll in aller Kürze begonnen werden. Die Ortsgruppe führt eine Fahne aus schwarzem Tuch mit dem Totenkopf auf beiden Seiten und den Trutzworten darunter: „Und doch!" Auch die Uniformfrage wurde besprochen und die Beitragsfragen geregelt. Der Ortsgruppenführer kam dann noch auf das abgesagte Reichstreffen in Bad Cöfen zu sprechen, für das ein Führertreffen in Heilbronn in den nächsten Tagen angesetzt sei.
Am Samstag, 27 Juli, wird hier in Gießen der Landesverbandsführer Kreuzer-Mannheim sprechen.
Die Kameradschaftsabende finden jeden zweiten Freitag im Monat in der „Stadt Mainz" statt. Mit dem Treuebekenntnis zum Führer und Reichskanz- I ler und dem Reichsverbandsführer wurde die Sitzung beschlossen, an die sich ein kameradschaft- liches Beisammensein anschloß, bei dem alte Erinne- srungen an die Ostfront aufgefrischt wurden.
Obecheffen.
Landkreis Gießen.
8 ßoIIar, 12. Juli. Mit frohem Gesang, unter den lustigen Klängen einer Ziehharmonika, fuhren dieser Tage unsere ersten Rekruten ™.f frischem Grlln und den Farben des Dritten Reiches -iu-geschmückten Wagen zur Musterung nach Gi-hen Und herzlich wurden die geschmückten Burschen bei ihrer Rückkehr van der Bevölkerung begrüßt Em in aller Kürze angeseßter „Rekrutenball, zu dem die Dorsjugend in großer Anzahl erschien, beendete den denkwürdigen Tag, — Das im ”°"9e" 5$ erbaute Lahnfreibad wei t in diesen b«6en lanen einen starken Besuch auf, ein Beweisdafür daß man durch die Errichtung des Bades einem ,ahre langen Bedürfnis gerecht wurde,
+ I r c i 3 a. i>. Lda„ 12. Juli, Um dem alsiahrlich im Sommer eintretenden W - l I e r m ° u g ° l zu begegnen, hatte di- Gemeinde vor mehreren^ J°h ren unserer Wasserleitung eine Quell ,
di- W-ih-rqu-lle, zugefuhrt, d-ren Wast-r durch -in- -lektrisch betriebene Pump- gehoben wirr em- Einrichtung, di- allseitig sr-udig begrüßt wurde^ Auch in diesem Sommer hat sie sich als segensreich erwiesen, so daß j-ßt reichlich Wasi-r v°rhmch-n ist und auch die hochgelegenen Hauser keinen Man gel daran zu leiden brauchen.
- Harbach, 12. Juli. Gegenwärtig ist unser Dors frei von Arbeitslosen. Einige altere Werk arbeiter konnten schon im vorigen Jahr an ihren früheren Arbeitsplätzen Beschäftigung finden. Di- orotze Mehrzahl findet augenblicklich b-l der IN »andsetzung der Hauptstraße nach Grimberg lohnende B-rwendung. Di- übrigen. sind m 6tem brücken und bei Wegarbeiten beschäftigt. — -uor einigen Tagen begaben sich unsere w-hrpfl cht,g°n Burschen zur Musterung nach Gießen Mit dem ftohstch n?ch H°u,-°Äb-nd- fan7 sich di- g°f°mt° Dorsjugerck in der Wirtschaft Herzberger -m, um das Ereignis gebührend zu feiern.
Kreis Friedberg.
- Butzbach, 12. Juli. In den angrenzenden großen Taunuswäldern ist gegenwärtig die Heidel- beerernte in vollem Gange. Schon am frühesten Morgen ziehen die Einwohner unserer Stadt, wie auch der angrenzenden Dörfer hinaus, um die Blaubeeren zu sammeln. In diesem Jahre ist das Pflücken recht mühsam, denn der Behang der Sträucher ist im Vergleich $um Vorjahre als gering zu bezeichnen. Dennoch kehren die Beerensucher meist mit gefüllten Gefäßen heim und verbrauchen sie größtenteils im Haushalte selbst. Manchem Arbeitslosen bringt die Heidelbeerernte, der die Beeren verkauft, einen willkommenen Verdienst. Gleichzeitig sind auch die Himbeeren reif geworden und bringen outen Mittelertrag. — Infolge des ständigen Zuwachses an Einwohnern ist für die Stadtverwaltung schon im Vorjahre die Wasserversorgung akut geworden. Die täglich verbrauchte Menge reicht in trockenen Zeiten kaum aus. Aus diesem Grunde wurde ein Anschluß an die Griedeler Wasserleitung vorgenommen, so daß auf diese Weise schon ein entsprechender Ausgleich geschaffen werden kann. In der letzten Zeit wurden auf dem Exerzierplatz auf dem Schrenzer Bohrungen durch die Brun- nenbaufirma Kuhn (Inheiden) durchgeführt. In einer Tiefe von 42 Meter werden gegenwärtig durch e-ne eingesetzte Pumpe etwa 200 bis 300 Kubikmeter Wasser aus der Erde geholt. Sofern ein weiterer geplanter Bohrversuch dieselbe oder gar noch größere Wassermenge ständig liefern könnte, wäre die Wasserversorgung für die Folgezeit ge- kreis Bübingen.
K Mittleres Niddatal, 12. Juli. Die zur Zeit herrschende große Hitze bleicht zusehens G e r ft e und Korn, der Beginn der Getreideernte naht mit Riesenschritten. Nach allgemeiner Ansicht steht eine ausgezeichnete Ernte in Aussicht, günstige Witterung vorausgesetzt. Infolge verschwindend wenig vorhan- bener Lagerfrucht dürfte die Mähmaschine überall
Schach-Ecke.
Gearbeitet von F. Sämisch
Dr. H. von Gottschall f
8
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5
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3
2
Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt
Eine interessante Angriffspartie
Don F. Samisch
Aus der fünften Runde des Moskauer Turniers Weiß Rjurniu Schwarz Stahlberg
1. e2—e4 e7—e6 2. d2—d4 d7—d5 3. Sbl—-c3 Sg8—f6 4. Lei—g5 Lf8—e7 5. c4—e5 Sf6—d7 6. h2—h4 (Dieser geistreiche Zug wurde zuerst von Alechin im Mannheimer Turnier 1914 versucht.) 6. . . c7—c5l (Dies gilt seit längerer
Zeit als die beste (Entgegnung auf 6. h4. Alle anderen Erwiderungen haben sich als ungünstig erwiesen, z. B. Lxg5 7. hXg5 DXg5 8. Sh3l,
8
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4
3
7
6
1
b
d
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4
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1
Stellungsbild vor dem 25. Zuge von Weiß
oder 0—0 7. Ld3 c5 8. Sh3 — droht bereits das Opfer auf h7 —, oder a6 7. Dg4 LXg5 8. hXg5l, oder f6 7. Ld3l IXg5 8. Dh5+ g6 9. LXg6+, oder h6 7. Le3 c5 8. Dg4, und die Anziehenden sind fast stets zu einem siegreichen Angriff ge- kommen.) 7. Lg5Xe7 Ke8Xe7 (Unternehmungslustiger geschah DXe7 und auf 8. Sb5 unter Ignorierung der Drohung Sc7 die kurze Rochade! Dieses Turmopfer ist vielleicht nicht ganz korrekt, es ist aber sehr schwer zu widerlegen, und in der praktischen Partie hat eher Schwarz die besseren Chancen.) 8. f2—f4 (In einer Partie Dogol- jubow — Spielmann — Baden-Baden 1925 — folgte stattdessen Dg4 Kf8 9. Sf3 cXd4 10. DXd4 Db6 11. Dxb6 SXb6? — aXb6l hätte ausgeglichen — 12. Sd2!, und Weiß kam in Vorteil. Der Textzug ist eine Neuerung!) 8. Sb8—c6
9. d4Xc5 Sd7Xc5? (Weitaus stärker geschah Da5 mit der Drohung d4.) 10. Ddl—g4 Ke7—f8 11. 0—0—0 Lc8—d7 12. Sgl—f3 Ta8—c8 13. Thl—h3 h7—h5 (Durch diesen Zug und den folgenden g6 schwächt Schwarz unnötig seine Bauernstellung; besser geschah sogleich Db6.) 14. Dg4—g3 g7—g6 15. Dg3—f2 Dd8—b6 16. Sf3—d4 Sc6Xd4 (Ich hätte lieber Se7 gespielt.) 17. Df2Xd4 a7—a6 18. Lfl—e2 Db6—c7 19. Tdl—d2 (Schwarz drohte Se4.) 19. . .
Ld7—e8 20. g2—g4l h5Xg4 2L Le2Xg4 TcB—d8 22. h4—h5 Dc7—b6? (Aus Verlegenheit um einen guten Zug zieht Stahlberg planlos hin und her und stellt dabei einen unersetzlichen Bauern ein.) 23. h5Xg6 Th8Xh3 24. Lg4Xb3 f7Xg6 25. Lh3Xe6! Db6—a5 26. f4—15 Sc5Xe6 27. f5Xe6 Da5—c7 28. Dd4— f4+ KfB—g8 29. Sc3Xd5 Td8Xd5 (Das Schach auf f6 wäre nicht zu ertragen gewesen! 30. Td2Xd5 Dc7—c6 3L Td5—d6 Dc6—a4 32. Df4Xa4 Le8Xa4 33. Td6—d7, und Schwarz gab auf Die nachteiligen Folgen der unvorsichtigen Bauernzüge h5 und g6 hat der Weiße sehr geschickt aus- gebeutet!
83fnnfl der Aufgabe von Georg Schorle»
Weiß: Kel, Tg7, Lc7, Sb4, Sd6, Be2 (6). j
Schwarz: Ke3, Th5, La2, Sai, Shi, Bd4, e4, f4 (8). Weiß zieht und setzt in vier Zügen matt.
L Tg7—f7l La2Xf7 (Weiß drohte 2. Sc4+ nebst 8. LXU3:). 2. Lo7—a5 Th5Xa5 (andernfalls käme
3. 8d5+ nebst 4. Ld2#). 3. 8b4—ds+! Die glänzende Pointe der vorhergehenden Opfer, denn durch die Zwangs- lenkung LXf? und TXa5 ist auf äs ein Schnittpunkt entstanden! Schlägt der Läufer, so ist der Turm verstellt und eS folgt 4. 8äS—ksch. und schlägt der Turm, so ist der Läufer ausgcschaltet und Weiß setzt auf c4 matt. Eine bewundernswerte Schöpfung!
Lösung der Aufgabe von HauS Vetter
Weiß: Kg8. Td6, Tg7, Bc7 (4). Schwarz: Ke8, Ta8, Lei, 8a2, Bd7, tt, h2 (7). Weitz zieht und setzt tu fünf Zügen matt.
1. Td6—d3! Lei—rr (Lei—d2 2. Td3Xf3 Ld2—b4 8. TfS—e8+) 2. Td8—d5! Lf2—gS (Lf2—d4 8. TdSXdi 8a2—C8 4. Td4—f4) 8. Td5Xd7 Lg3—h4 4. Td7—f7 Lh4 —e7 6. Tf7Xe7#. Die sofortige Ausführung der Drohung 1. Td6Xd7 scheitert an Lei—b4! (Lei—h4? 2. Td7—17 nebst entweder Tf7—f8+ , oder Tf7Xe?4=) und bai Probesptel 1. Td6—d5 an Lei—eSl (Lei—g3? 1. Td5Xd7 LgS—de 8. Td7Xd6).
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Aus der Schachwelt.
Weltmeister-Turnier 1936.
Ein längst gehegter Traum der Schachspieler soll im Jahre 1936 in Erfüllung gehen. Seitdem A l j e ch i n Weltmeister geworden ist, hat er keine einzige Partie mit Capablanca mehr gespielt. Ein Turnier mit den drei Weltmeistern Aljechin, Capablanca und Dr. L a s f e r hat es seit dem Neuyorker Turnier 1924 nicht mehr aegeben. Jetzt hat Nottingham alle drei Weltmeister für das große Jubiläumsschachturnier verpflichtet, das bei fünfzehn Teilnehmern im August 1936 ausgetragen wird. Stattliche Preise winken den vier Siegern.
Schachturnier in Jarmoulh.
Vom 8. bis 20. Juli spielt sich der englische Schachkongreß im Seebad Great Parmouth ab. Zu einem internationalen Turnier haben sich gemeldet: Reshevsky (Nordamerika), Conds (Mexiko), Klein (Ungarn), Dr. Seitz (Deutschland), Frl. Menchik (Tschechoslowakei), Sonja Graf (Hamburg), But- cher (Wolverhampton), Fraenkel (London), Iwanow (Luton), Kitto (Cambridge), B.H. Wood (Birmingham) und M. G. Wood (London).
Schachturnier in Barcelona.
Der Endstand des Turniers lautet: Flohr und Koltanowski je 8, Grob 6V2, Thomas 6, Reilly 5Vr, Maristany 3% Cherta 3, Ribera 2V-, Dr. Valloe 2, Dr. Ticoulat 0. Unmittelbar danach begann em Turnier in Rosas, in dem Grob (Schweiz) nach vier Runden führt. Koltanowski hat 3V2, Koblenz 3 und H., Flohr 3, Reilly IV2.
Oie Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedaktionStisch.
Das amerikanische Duell.
Alexandre Dumas nahm einmal an einem Festessen teil und geriet dabei in heftigen Streit mit einem Offizier. Schließlich forderte letzterer den Dichter auf Pistolen. Es war nun allgemein bekannt, daß die beiden Gegner gleich gute Schützen waren, und so kam man überein, das Duell auf amerikanische Art zum Austrag zu bringen und zu losen. Wer beim Auslosen verlieren würde, sollte sich selbst erschießen. Dumas zog zuerst und verlor. Er zeigte sich jedoch nicht im mindesten erschüttert. Ohne eine Miene zu verziehen, nahm er rührenden Abschied von seinen plötzlich ernüchterten Freunden und schüttelte auch seinem Gegner mit bewegten Worten die Hand. Darauf trat er ins Nebenzimmer und schloß die Tür hinter sich. Ueber den Zurückbleibenden lag es wie lähmender Druck Niemand sprach ein Wort. Die Gesichter aller Anwesenden waren bleich und erschreckt. Atemlos lauschte man auf die Vorgänge im Nebenzimmer. Plötzlich fiel ein Schuß. Zwei Freunde des Dichters sprangen auf, entsetzt, keines Wortes fähig. War das Schreckliche wirklich geschehen? — Da wurde die Tür auf- gerissen, und Dumas erschien mit ernstem Antlitz unter der Versammlung. „Denken Sie sich das Unglück, meine Herren", rief er, „i ch habe mich nicht getroffen!"
Kritik.
Der Maler Adolph von Menzel fragte einmal einen Schüler, der ihm ein Porträt zeigte: „Und was ist das hier?"
„Aber Herr Professor", meinte der Schüler ganz verwundert, „das ist doch das Auge!"
„So, das soll ein Auge sein", war die vernichtende Antwort, „ich hielt es für ein ausge- franftes Knopfloch!"
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Eickel) durch eine Leistung von 620 Pfund Meister vor Schwietalle (Breslau), Wölpert (München), Kolb (Schifferstadt) und Mühlberger (Frankfurt). Mit 695 Pfund holte sich I s m a y r (München) im
SlegenerAkt.-Ges.fürElsenkon$trukt., Brückenbau u. Verzinkerei
fth* die Dauer der Absperrung wegen Lebensge- fahr polizeilich verboten. Die Straße Frankenbach-— Fellingshausen wird an dem genannten Tage während der obengenannten Stunden für jeden Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Krumbach.
Kreis Biedenkopf.
besten Leistungszuchten des Gebietes beschickt wird. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.
(Hutshof durch Großfeuer vernichtet.
A l t e n k i r ch e n, 12. Juli. (LPD.) In der Nähe des Kreisortes Obersteinebach wurde der Feger- sche Gutshof durch ein Grohfeuer voll- kommen zerstört. Die Feuerwehren der gesamten Umgegend waren am Brandherd tätig, jedoch konnte nicht mehr viel gerettet werden. Die Entstehungsursache ist noch unbekannt. .
Kreis Wetzlar
* Wetzlar, 12. Juli. Am 18. Juli, in der Zeit von 7 bis 14 Uhr finden auf der Schußbahn bei Erda Schießübungen statt. Das gefährdete Gelände wird durch Posten abgesperrt und muß eine Stunde vor Beginn des Schießens bis eine Stunde nachher von jeglichem Verkehr freibleiben. Die Bevölkerung wird darauf hingewiesen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat. Das Gelände wird innerhalb folgender Linienführung abgesperrt: Südlich der Straße Erda—Frankenbach, westlich der Straße Krumbach—Fellingshausen, nördlich der Straße Fellingshausen—Bieber—Königsberg—Hohensolms und ostwärts her Straße Hohensolms—Erda. Das Betreten des abgesperrten Geländes sowie der durchführenden öffentlichen und privaten Wege wird
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Sonntag, den 14. Juli, und Montag, den 15. Juli 1935 Kirchweihfest in Ruttershausen Der Wirt: Otto Schön
Büchertisch.
— Petereit. Des deutschen Spießers Bilderbuch. Text von Felix R i e m k a st e n , Bilder von Karl Arnold. Pappband 1,85 Mark. (Brunnen-Verlag / Willi Bischoff / Berlin). — (89) — „Hier gibt es Saures aber Wahres — es ist das frechste Buch des Jahres", steht als Motto auf dem Schutzumschlag dieses Buches. Es sind freche Verse über den Spießer Petereit, der für alles seine feste, unabänderliche Meinung hat, der genau weiß, wie weit er mit seiner Bildung gehen darf, dessen Verhältnis zur Kunst, zur Literatur usw. von vornherein festgelegt ist. Die betriebsame Geschäftigkeit des Spießers, der politisch sein Fähnlein immer nach dem Winde hängte, soll hier getroffen und angeprangert werden. Die Zeichnungen von Karl Arnold passen sich dem Text schlagkräftig an. „Petereit" ist übrigens mit Genehmigung und unter ausdrücklicher Billigung der zuständigen Stellen der Partei erschienen.
— Das Handbuch der geographischen Wissenschaft (Herausgegeben von Universitäts- Professor Dr. Fritz Klute, Gießen. Etwa 4000 größere Textbilder und Kärtchen, gegen 300 Farbbilder, viele Kartenbeilagen. Preis pro Lieferung 2,40 Mark. Akademische Verlagsgesellschaft Athe- naion m. b. H., Potsdam.) bringt in den neuesten Lieferungen 81 bis 86 weitere Kapitel der „Allgemeinen Geographie". Wesen und Methoden der
Sonntag, den 14., und Montag, den 15. Juli
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Samstag, den 20. Juli, und Sonntag, den 21. Juli 1935, auf der v.Tschammer u. Osten-Kampfbahn Große Springkonkurrenzen - Dressurprüfungen - Pferdeschau - Schauvorführungen des Reichsheeres und der SA.
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Waldeslust am Flughafen
15 Minuten von der Straßenbahnhaltestelle an der Volkshalle, Im schattigen Wald bei tiefgekühltem Schoppen
Tanz im Grünen
Stimmungs-Kapelle Daubertshäuser
Lpd. Biedenkopf, 12. Juli. An dem ungesicherten Bahnübergang unterhalb der Eisenbahn- brücke bei Wallau wurde ein mit zwei Kühen bespanntes Fuhrwerk aus Wallau von dem fahrplanmäßigen beschleunigten Personenzug Marburg- Kreuztal erfaßt. Die beiden Kühe wurden überfahren und getötet. Glücklicherweise kam die das Fuhrwerk führende schwerhörige Frau mit leichten Verletzungen davon.
m. Gladenbach, 12. Juli. In der Hinterländer Schweiz unterhalb des Schießstandes hat das Ver- kehrsamt eine Freilichtbühne errichtet; die Bühne selbst liegt einzigartig schön. Von Fachleuten wird besonders die gute Akustik, die Größe der Spielfläche mit der dadurch gegebenen Entfaltunas- möglichkeit der Spieler, der schattige Platz und die einzigartig schöne Felsbildung im Hintergrund hervorgehoben. Für die Zuschauer sind Bänke aufgestellt. Am morgigen Sonntag wird die Bühne eingeweiht, und zwar wird General v. Lettow- V o r b e ck auf der Bühne sprechen.
m. Gladenbach, 12. Juli. Dieser Tage wurde, da in Gladenbach überhaupt kein sporttreibender Verein in Tätigkeit war, ein neuer Verein ins Leben gerufen, der die Bezeichnung Turn- und Sportverein Gladenbach führt. Zum Führer des Vereins wurde der Diplom-Handelslehrer Kurt D e u st e r ernannt. Der Verein wird sich mit allen Sportarten befassen, wie Fußballspielen, Turnen, Schwimmen, Leichtahletik usw.
Kreis Marburg.
M a r b u r g, 12. Juli. (LPD.) In der Nähe des Schülerparks badeten drei auf einer Ferienwanderung befindliche auswärtige Schüler. Einer von ihnen, der des Schwimmens unkundig war, geriet plötzlich an eine tiefe Stelle und versank. Als ihn einer seiner Kameraden retten wollte, klammerte er sich so fest an denselben, daß beide zu ertrinken drohten. Mit Aufbietung aller Kräfte gelang es dem dritten Schüler, seine beiden Kameraden dem nassen Element zu entreißen.
Zuchthaus für einen Eifersüchtigen.
LPD. Mainz, 12. Juli. Ein nicht alltäglicher Fall wurde vor der großen Strafkammer unter Ausschluß der Öffentlichkeit verhandelt. Der 39- jährige Peter Drouet aus Weisenau hatte sich wegen versuchter entstellender schwerer Körperverletzung zu verantworten. Seit 1932 unterhielt der Angeklagte mit einer Frau ein Freundschaftsverhältnis. Eines Tages drohte er der Frau, er werde sie „kennzeichnen", wenn sie ihm Anlaß zur Eifersucht gebe. Diese Drohung machte er am 30. Juni vorigen Jahres wahr. Er fiel die Frau in ihrer Küche hinterlistig an und warf sie zu Boden. Als ihre Schwester aus dem Zimmer herbeigeeilt kam, war das Unheil schon geschehen. Drouet hatte der Frau den linken Nasenflügel abgebissen und die rechte Nasenseite durchbissen. Die Verletzte lag wochenlang im Krankenhaus. Für diese rohe Handlung erhielt der Angeklagte zwei Jahre drei Monate Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust.
Sonntag, den 14. und Montag, den 15. Juli 1935
Ä _ _ 4081 D
Großen-Linden
geographischen Wissenschaft setzt Professor Lauten» fach auseinander, Professor Max Hannemann behandelt die „Erde als Ganzes", unseren Planeten als Weltkörper und den Erdkörper im besonderen: einen Aufbau und seine physikalischen Eigen- chaften. Von den großen länderkundlichen Arbeiten führt Professor Scheu seine Darstellung von West- und Nordeuropa fort. Frankreich, sein Aufbau, seine landschaftliche Gliederung und dann die Pyrenäen- landjchaft stehen im Mittelpunkt seiner Schilderung^ Professor Lichtenecker behandelt die Alpen, ihre" Formentwicklung und einzelne Teile, die Seen, das Klima, ihre Flora und Fauna. Dr. Paul Rohrbach schildert das Euphrat- und Tigrisland, Babylonien, den ältesten Kulturboden der Menschheit, heute eine der trostlosesten Landschaften der Erde, Hermann von Wißmann setzt seine fesselnde Schilderung Arabiens fort. Prof. Dr. Dietrich beginnt seine Darstellung der Vereinigten Staaten von Amerika. Von den Einzellandschaften steht die Stadtlandschaft Neuyork im Vordergrund, 1626 von dem in holländischen Diensten stehenden Deutschen Peter Minuit als „Neu-Amsterdam" gegründet, heute die größte Stadt der.Welt und Hauptstadt der größten Weltmacht neben England. — Die Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit, ebenso die große einheitliche Linie des „Handbuchs" kommt in diesen Beiträgen zum Ausdruck.
— Heinrich Bauer: Florian Geyer. 308 Seiten. Preis 5,80 RM. Blut und Boden Verlag G. m. b. H., Goslar 1935. — (140) — Düster ragt die Tragödie des Bauernkrieges über den Schickfalswea des deutschen Volkes empor. Florian Geyer schließt sich im Frühling 1525 in glühendem Glauben an die Sache der Freiheit der Fahne der erwachenden Bauernschaft an. Erfüllt von der zukünftigen Größe der Nation, die der Bauernstand auf starken Händen tragen soll, führt er seine chwarze Schar in den Freiheitskampf. Voll opferbereiter Treue zur geknechteten Nation stürmen die Bauern in den ungleichen Kampf. Aber die Männer, die sie an ihre Spitze stellen, haben kleinmütige Herzen oder sind Verräter wie Götz von Berli» chingen.
daß Ihr Lastwagen die vier Grundbedingungen für lohnenden Transportverdienst erfüllt, d.h.
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• wirklich wirtschaftlich ist.
Diese Grundbedingungen erfüllen
Zuchtviehversteigerung von mitteldeutschem Rotvieh in Wehlar.
* Wetzlar, 12. Juli. Die großen Erfolge der Rotviehzüchter auf der 2. Reichsnährstandsschau Hamburg haben erneut die Blicke der Rinderzüchter auf die seit Jahren schnell fortschreitende Zucht des einfarbigen roten Höhenrindes gelenkt. Der „Reichs- verband der Rinderzüchter Deutschlands e. V., Abteilung 5 — Mitteldeutsches Rotvieh — Sch Paderborn, hält am 19. Heumond (Juli) in Wetzlar (Lahn) Neue Markthalle, die 67. Ausstellung und Versteigerung von Jungbullen des einfarbig roten Höhenrindes in der bisherigen bewährten Weise ob. Die Vorschau der 43 Bullen im Alter von 12 bis 20 Monaten zeigt, daß die beteiligten Unterabteilungen in Oberhessen, Wetzlar-Bieden- köpf, Kurhessen-Waldeck, Westfalen und Odenwald durch eine sehr sorgfältige Auswahl ein Zuchtmaterial stellen werden, das allen Anforderungen in der Gestellung bester Vatertiere Rechnung trägt. Alle in Typ, Formen, Entwicklung und Leistungsanlagen nicht befriedigenden Tiere sind restlos ausgeschieden. Weiterhin gelangen nur Bullen zum Verkauf, welche auf Grund der Blutprobe frei von der Uebertragung des feuchenhaften Verkalbens sind. In Verbindung mit der Veranstaltung findet wiederum eine Z u ch t- schweineversteigerung des „Schweine- zuchtverbandesderKreiseWetzlarund D' e d e n k o p f" statt, die mit 14 Jungebern aus den
s Hotel Sdiü
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
h. Jl. Gießen. Wenden Sie sich in Ihrer Angelegenheit an das Deutsche Konsulat in Bogota (Columbia).
3. B. in W. Nachdem Sie das einem Rechtskonsulenten erteilte Mandat gekündigt haben, ist dieser zur Rückgabe der Handakten, Erteilung einer Forderungsberechnung und Auszahlung eines etwai-
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Sonntag, ab 4 Ubr:
WlerkWll
__________Eintritt frei I u17d
Schiffenberg
Heute, Samstagabend
Sommemachtsfeier
bei Mondbeleuchtmig auf Schiffenbergs Altan! 4h8d
Um 2046 Uhr fährt ein Omnibus ab Ludwlgspl.
Stadttheater Gießen
Sommersvielzeit 1935
„Dachen im Theater“
Mittwoch, den 17. Fuli
Der Raub der Sabinerinnen
von Franz u. Paul von Schönthan
Spielleitung: Karl Volck.
Sommerpreise von 0.30 bli 1.50 HM.
Anfang 20 Ubr, Ende g. 22.30 Uhr w Theaterkasse: 4092D Montag u. Dienstag v. 10-13 Uhr Mittwoch von 10-13 u. 17-18 Uhr.
Vorverkauf: Schokoladenbaus Huntemann, Seltersweg
Havag-Reisebüro, Seltersweg
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Nr. 16- vierter Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)_______________§amztag,!3.Zuli 1935
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Im Reich der dienen zu Besuch
Cin Blick in den Bienenstaat./Kömgmnenzuchi, die hohe Schule derLmkerei.
Der Imker prüft den Erfolg feiner Arbeit.
Verantwortungsgefühl
wird die Aufzucht der Nachkommenfchast betrieben. Erwähnt sei hier nur kurz und nebenbei, daß allein die Königin den Bestand des Volkes zu sichern vermag. . t
Wie aber kommt nun, so mag mancher Leser fragen, das Bienenvolk zu seiner Königin? Ja! Die Aufzucht einer Königin ist auch im Bienenstaat nichts Alltägliches. Während die vorhandene Königin Eier legt, wird von den dazu bestimmten
beitsbienen aus- und einfliegen und die ihnen zugewiesenen Pflichten erfüllen, Honig sammeln als Nahrung für alle, erneut sich im Stock Minute um Minute das Volk, legt die Königin Ei um Ei in die dafür vorgesehenen Zellen. Bienen, die dafür abbeordert sind, tragen die Nahrung für die zukünftigen Bürgerinnen und Bürger des Bienenstaates herbei. Mit aller Sorgfalt und allem
Teil der Bienen folgt ihr und der Imker sagt bann, „die Bienen schwärmen". Er weiß: ein Stock hat eine neue Königin bekommen. Mit den aus- geschwärmten Bienen kann sich der Imker ein neues Volk bilden, wenn es ihm gelingt, den in einer dichten Traube an irgendeinem nahen Ast hängenden Bienenschwarm (inmitten dessen Königin sitzt) zu fangen und in einen Stock zu bringen. Die junge Königin aber unternimmt ihren ersten und einzigen
Das Begattungskästchen wird mit Bienen gefüllt.
Hochzeitsflug. So geschieht die Bildung von neuen Völkern auf völlig natürliche Weise.
Für den Imker bedeutet aber diese natürliche Art der Volksvermehrung unter Umständen einen Verlust, und zwar bann, wenn es ihm aus irgenbeinem Grunde nicht möglich ist, ben Bienenschwarm zu fangen. Auch sinb im allgemeinen bie Völker, bie reichlich schwärmen, nicht bie besten Honigträger.
So ist denn der Imker dazu übergegangen, bie Natur etwas zu bevormunben. Er treibt eine künstliche Volksvermehrung unb eine ganz bewußte Königinnenzucht. Dadurch ist es ihm auch möglich, Nachzucht nur von benjenigen Stämmen zu schaffen, bie ihm als bie leistungsfähigsten erscheinen.
Wie vollziehen sich nun Volksvermehrung und Königinnenzucht? Der Imker bringt je eine ber im Anfangsstadium ihrer Entwicklung befinblichen Larven in eine vorbereitete Zelle, fügt etwas von ber Königinnen-Nahrung hinzu unb bann werben biefe so behanbelten Zellen serienweise in einen Bienenstock gestellt. Die Bienen bauen bie Zellen sofort zu Königinnenzellen aus, bie, wenn sie fertig sind, einzeln in befonbere Kästchen gebracht werben, bie an einer Seite burch ein Sieb ber Luft unb, was sehr wichtig ist, auch ben Bienen Zutritt bzw. Annäherung gestatten. Die aus ben Zellen ausgeschlüpf- ten Königinnen werben, sodalb sie ben Zellen entschlüpft sinb, von ben Bienen burch bas grobmaschige Sieb hinburch gefüttert. Auf biefe Weise kann ber Imker Dutzenbe von Königinnen züchten.
Wie nun biefe gezüchtete Königin in ihre natürliche Umgebung — zu einem Bienenvolke gelangt —, ist ganz befonbers interessant. Der Imker bringt zunächst einen kleinen Teil eines Volkes in einen bafür geeigneten Kasten, stellt einen Wabenrahmen hinein unb überläßt bas kleine Bienenvolk zunächst sich selbst. Es fühlt sich aber ohne Königin totunglücklich, benn ein Volk ohne Königin wäre zum Aussterben verurteilt. Diesem höchst beunruhigten Völkchen gibt nun ber Imker eine seiner gezüchteten Königinnen. Die Königin kommt aus ihrem Schlupfkäfig zunächst nut in eine kleine Kemenate (für etwa 24 Stunben) unb bleibt währenb bieser Zeit nur burch ein Gitterfensterchen mit bem kleinen Volk verbunben. Der Augenblick aber, in bem bas Völkchen seine Königin erhält, ist ein großes Ereignis. In bem Augenblick, ba bie gerabe am Drahtfenster sich befinblichen Bienen bie Anwesenheit ber Königin bemerken, lassen sie burch ihre Flügel ein Helles singenbes Surren hören unb im Nu machen es alle anberen im Stock nach. Alles ist eitel Freube! Die Zukunft des Volkes ist gesichert! Auch bie Königin gibt burch ein Helles „Tüten" ihrer Freube Aus- bruck. Für einen Tag bleiben Volk unb Königin burch bas Drahtgitter getrennt, bann bürfen sie schließlich aueinanber unb am anberen Tag wird ber ganze Kasten zu ber von ben Gießener Imkern eingerichteten Begattungsstation tn ben Krofborfer Forst gebracht Dort unternimmt bann bie junge Königin ihren Hochzeitsflug in bas Freie unb kehrt begattet zum Volk zurück. Gleichzeitig ist bie einzige Mission ber Drohnen erfüllt worben Balb barauf verfallen bie bann bem Volke unnütz gewordenen Drohnen dem Tode
Der Imker schuf sich aber durch seine bewußte Arbeit ein oder mehrere neue leistungsfähige Döl-
Bienen an der Wabe vor gefüllten und ungefüllten Zellen.
Allzuleicht ist der Mensch geneigt, den Wert eines Tieres nach dem Nutzen zu bemessen, den es ihm aus seiner Lebenskraft und seinen gottgegebenen besonderen Fähigkeiten zu bieten vermag Das ist sicherlich eine schiefe Perspektive. Ein materieller Gesichtspunkt, der dem Tiere kaum aerecht werden kann, wenngleich dem Menschen in Anbetracht seiner überragenden Stellung in der Natur das Recht (ein „Recht des Stärkeren") kaum mehr bestritten werden kann, die Kraft des Tieres für sich auszu- nützen. Er rann es insbesondere bann, wenn er auch bem Tiere sein Lebensrecht zugesteht unb ihm die Existenzbebingungen erfüllt.
Unter biesen (Bebanfen betrachtet, gibt es wohl kaum ein ibealeres Verhältnis zwischen Mensch und Tier, wie bas bes Imkers zu seinen Bienen. Wohl erwartet ber Imker von seinen Bienen ben wertvollen Honig, wohl nimmt er Wachs, aber dagegen gibt er den Bienen alles was sie brauchen, um ihr Leben und ihre Eigenstaatlichkeit erhalten zu können. Er gibt ihnen Zucker als Futter für den Winter, wenn, wie in diesem Jahre, die Natur ihnen die Nahrung vorenthält, er gibt ihnen den Stock, in dem sie ihre Zellen bauen können, er bewahrt sie, soweit es in seiner Kraft steht, vor Seuchen und schützt sie vor Feinden. Sie werden bei aller Pflege nicht verweichlicht, sondern — völlig im Sinne der Bienen gesehen —, in ihrer Lebenskraft gesteigert. Der Mensch sichert hier durch seine Maßnahmen dem Bienenvolk den Fortbestand über viele Generationen.
Sehen wir einmal näher zu! Beobachten wir die
(Ausnahmen 18] Neuner, Gießener Anzeiger.)
Bienen in ihren vielfältigen Lebensregungen! Lassen wir uns einmal vom Imker erzählen! Versuchen wir uns einmal zu vertiefen in die Ordnung im Bienenstaat, in das Wesen der Bienen, in das Gehabe der einzelnen Imme! Der Beobachter müßte ein sehr nüchterner Mensch sein, wenn er angesichts alles dessen, was es hier zu sehen und zu hören gibt, nicht in Staunen und nicht von tiefer Bewunderung erfüllt werden sollte.
Wohl ist es jedermann bekannt — den meisten unserer Volksgenossen aber vielleicht doch nur vom Hörensagen — daß die Bienen einen glänzend organisierten Staat zu bilden wissen, in dem Gemeinnutz vor Eigennutz geht und eines der kleinen eifrigen Wesen dem anderen und der Gesamtheit dient. Bewundernswert ist es, zu sehen, wie ein Teil der Bienen an den Zellen baut, andere den Honig einbringen, wieder andere die gefüllten Zellen schließen, diese den Nachwuchs füttern und jene der Königin dienstbar sind. Eine Anzahl der Bienen steht vor dem Flugloch Wache und andere sorgen mit fixer und ganz bestimmter Flügelbewegung für frische Lust im Stock.
Vor dem Flugloch auf dem Flugbrett herrscht an schönen Frühlings- und Sommertagen, wie auch im Herbst vom frühen Morgen bis zum Untergang der Sonne ein stetes Starten und Landen. Unermüdlich wird Blütenstaub und Nektar zugetragen, die von den Bienen durch Ausscheidung von Wassergehalt und durch Zusatz von verschiedenen Fermenten zu goldgelbem Honig verwandelt werden. Zelle um Zelle füllt sich mit Honig. Und während die Ar-
Die Königin wird dem Begattungsvölkchen zugesetzt.
Bienen, wie aus einen geheimen und von den Menschen wohl kaum erforschbaren Befehl, eine der eibelegten Zellen vergrößert, verlängert und mit einem ganz besonders geartetem Futter gefüllt. In dieser länglichen Zelle wächst die zukünftige Königin. Schlüpft diese junge Königin aus ihrer Zelle, dann gibt es so etwas wie eine Palastrevolution, der Staat gerät in nicht geringe Aufregung und dann — verläßt die alte Königin den Stock, ein
Ein neuzeitlicher Bienenstand.
Das Arbeiten am Volk im Innern des Bienenhauses.
Die ausgeschlüpften Königinnen werden von Bienen gefüttert.
Zuchtrahmen mit Königin-ZeueN.
en b
Butter-
Wirtschaft
Marken- D 8 bis S 10%,
Mein-Mamische Börse.
Tendenz: Still und abbröckelnd.
Frankfurt, 12.Juli. Die heutige Börse
Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehniarkt.
In der zweiten Juliwoche ließ sich das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt besser an, da der Konsum bei den Fleischern bessere Nachfrage bekundete. Die vorübergehend kühlere Witterung blieb hierbei nicht ohne Wirkung. Die Bestände der Metzger waren aufgebraucht, so daß auch von dieser Seite größere Anforderungen gestellt wurden. Im allgemeinen konnte man diesen gerecht werden. Da auch die Qualität des zugeführten Viehes gegenüber der Vorwoche eine Besserung aufwies, nahm der Markt einen zufriedenstellenden Verlauf.
Am Großviehmarkt war der Auftrieb mit 707 (600) Tieren etwas stärker. Trotzdem konnte der Bedarf an Ochsen, Bullen und Färsen nur zu etwa 40 v. $). gedeckt werden. Für diese Gattungen war das Geschäft bei gleichbleibenden Preisen sehr lebhaft, während es bei Kühen angesichts des immer noch viel zu starken Auftriebs gegenüber den anderen Gattungen ruhig mar; die alten Preise konnten sich aber behaupten.
Arn Kälbermarkt waren Austrieb (1350 gegn 1362) und Nachfrage ausgeglichen. Nach ruhigem bis mittelmäßigem Handel und bei leicht erhöhten Preisen wurde ausverkauft.
Der Schweinemarkt nahm einen lebhaften Verlauf und erzielte Preisbesserungen von 3 bis 4 Mark. Seitens der ländlichen Käuferschaft war stärkere Nachfrage zu verzeichnen, so daß die Zufuhr von 3872 (3812) geräumt wurde. S) ä m m e l und Schafe wurden bei unveränderten Preisen und ruhigem Geschäft ausperkauft.
Dienstag, 16. Juli:
6: Choral — Morgenspruch, Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschafts, bericht. „Ist die Firma gut?" Aus der Arbeit der Handelsauskunftei. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau! 16: Kleines Konzert. 16.30: Luise, Königin von Preußen. Ein deutsches Frauenleben. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Die Ueberroinbung des Liberalismus in USA. Staatliche Wirtschaftsfüh- rung. 18.45: Zeitgenossen gibts... 19: Unterhal. tungskonzert. 19.40: Hundstage — durch Rund- funk angenehm temperiert Plauderei. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt 20: Nachrichten 20.10: „La traoiata", Oper in 3 Akten,
* Der Wert des Rübenkrautes. Durch die vor einigen Tagen befantgegebene Verbilligungsaktion des Reichsnährstandes für Rübenkraut, bie im Anschluß an die Verbilligung der Marmelade angeordnet wurde, wird die Bevölkerung mit einem hochwertigen, gesunden und nahrhaften Brotaufstrich versorgt, der die fetthaltigen Brotaufstrichmittel wirkungsvoll ergänzt. Der verbilligte Kleinverkaufshöchstpreis von 18 Pfennig für ein lose ausgewogenes Pfund Rübenkraut ist außergewöhnlich niedrig, so daß dieses beliebte Brotaufstrichmittel auch für die kauffchwachen und kinderreichen Volksgenossen erschwinglich ist. Bekanntlich wird das Rübenkraut aus dem sorgfältig gereinigten Saft der hochwertigen Zuckerrüben gewonnen, der ohne jede Beimischung von Farbstoffen oder Essenzen eingedickt wird und somit ein naturreines Erzeugnis aus heimischer Bodenfrucht darstellt. Der große Gehalt an Zucker — etwa 75 o. H. — und das Vorhandensein von Eiweiß und
Mineralstoffen sind für den menschlichen Körper als Aufbaustoffe nicht zu unterschätzen.
* Gurkenanbauvertäge bleiben b e - st e h e n ! Der Gartenbauwirtschaftsverband Hessen- Nassau weist auf folgendes hin: In den Kreisen der Gurkenanbauer ist die Meinung aufgetaucht, daß die abgeschlossenen Anbauoerträge mit der Kon- servenindustrie hinfällig seien, nachdem eine Bewirtschaftung der Gurken nicht erfolgt. Diese Ansicht ist gänzlich abwegig. Die Verträge, die inzwischen dem Gartenbauwirtschaftsverband zur Gegenzeichnung Vorgelegen haben, sind unter allen Umständen rechtskräftig und von den Vertragschließenden genau einzuhalten.
kaufsvreise an den Kleinhandel): Deutsche eier S 10%, A 10, B 9%, C 8% bis 9, 8%. Holländer, Belgier und Dänen Kl.
A 10, B 9%. Rumänen Original 7%.
Frankfurter Buttermarkt.
Frankfurt a. M., 12. Juli. Das
Am Rentenmarkt traten im Verlaufe kaum Veränderungen em. Etwas fester lagen die meisten Industrie-Obligationen. Pfandbriefe und Stadtanleihen konnten sich zumeist gut behaupten, teilweise ergaben sich geringfügige Rückgänge. Aus- landsrenten lagen weiterhin still.
Tagesgeld war wieder gefragt und wurde auf 3 v. H. (2,75 v. H.) erhöht.
Abendbörse: schwach.
Die Abendbörse nahm im Zusammenhang mit dem Schreiben des Centralverbandes, der seinen Mittgliedern die Unterbindung jedes Akttenkaufs auf Kredit empfiehlt, einen schwachen Verlaus, nachdem daraufhin bereits im Mittagsschlußoerkehr teil- weise stärkere Abschwächungen eingetreten waren. Im Durchschnitt betrugen die Rückgänge 1 bis 1,50 o. H. Darüber hinaus verloren Reichsbank 2,75 auf 187,75 und Feinmechanik Setter 2 v. H. auf 83 v. H. Ferner gingen IG. Farben auf 150,65 bis 150 (151), Stahlverein auf 85,50 bis 85,25 (86,25), Schuckert auf 123,50 bis 123 (124,50), AEG. auf 44 bis 43,90 (44,65) und Harpener auf 111,75 bis 111,25 (112,25) zurück. Am Rentenmarkt war das Geschäft bei gut behaupteten Kursen sehr klein. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112,50, 4,5 v. H. Stahl- verein 92,65, IG. Farben-Bonds 127,50, 4 v. H. Ungarn Gold 10,90, 4 v. H. Oesterreich Gold 31,75, Adca 81,75, Commerbank 91,25, DD-Bank 92,25, Reichsbank 187,75, Buderus 105, Harpener 111,75 bis 111,25, Mannesmann 88,65, Hoefch 105,75 bis 105,65, Rheinftahl 111 bis 110,75, Stahlverein 85,50 bis 85,25, AKU. 63,75, AEG. 44 bis 43,75 bis 43,90 Bemberg 118, Conti Gummi 157, Daimler 93,90, Scheideanstalt 233,50, Deutsche Linoleum 166, Licht und Kraft 131. IG. Farben 150,65 bis 150, Feinmechanik Setter 83, Gesfürel 126, Metallgesellschaft
halben eingesetzt hat. Angebot lag noch nicht vor, zumal auch noch keine Preise für die neue Ernte Vorlagen und somit die Abschlußbasis fehlte.
Die Futtermittelmärkte lagen in der letzten Woche sehr ruhig. Der Bedarf ist zur Zeit infolge des reichlich zur Verfügung stehenden Grünfutters und der bisher sehr befriedigenden Heuernte ziemlich klein. Oelhaltige Artikel und Kleie blieben jedoch gefragt, waren aber kaum angeboten. Dagegen standen Nach- und Bollmehle reichlich zur Verfügung, das Sntereffe hierfür war aber minimal, so daß die Preise abbröckelten. Weiter nach- gbend waren auch Treber, der Preis stellte sich auf 16,50 Mark gegen 16,75 Mark in der Vorwoche.
Am Rauhfuttermittelmarkt herrschte in Erwartung der neuen Ernte Geschäftsstille.
,Das Mehlgeschäft nahm im ganzen einen sehr stillen Verlauf. Weizenbrotmehle blieben gefragt, wohingegen Roggenbrotmehle weniger beachtet wurden. Der Absatz in der dunklen Type 997 bleibt weiterhin befriedigend. Mehr als der notwendigste Bedarf wird aber auch nicht gedeckt. Neukäufe wurden nicht bekannt.
behrte jeglicher Anregung und nahm infolgedessen einen außerordentlich stillen Verlauf. Durch die bekannte Erklärung des Berliner Börsenoorstandes hat die Kaufneigung des Publikums erheblich nachgelassen. Für heute lagen Aufträge nur in ganz geringem Umfange vor. Da aber andererseits kein Angebot herauskam, zeigte das Kursniveau gegenüber gestern kaum eine Veränderung.
An den Aktienmärkten betrugen die Abweichungen nach beiden Seiten nur Bruchteile eines Prozentes. Nach den ersten Kursen ergaben sich angesichts der starken Geschäftslosigkeit zumeist leichte Abschwächungen. Von chemischen Papieren setzten SG. Farben und Rütgerswerke je 0,25 v. H., Scheideanstalt 1 v. H. niedriger ein. Für Elektroaktien überwogen anfangs leichte Befestigungen. AEG., Bekula, RWE. und Schuckert notierten bis 0,50 v. H. fester, dagegen waren Mainkraftwerke um 0,90 v. H. gedrückt. Montanpapiere bröckelten nach gut behauptetem Beginn später fast durchweg um 0,25 bis 0,50 v. H. ab, Klöckner lagen 0,75 v. H. leichter. Von sonstigen Werten eröffneten Conti Gummi 1,25 v. H., Daimler Motoren 0,40 v. H., Reichsbank und Hapag je 0,25 v. H. schwächer, wohingegen AG. für Verkehrswesen 0,50 v. H., Muag 0,25 v. H. und Kunstseide AKU. 0,50 v. H. freundlicher lagen, letzte gaben nach dem ersten Kurs auf 65,50 nach 66,25 nach. Feinmech. Setter wurden nach der letzten Steigerung angeboten. Durch feste Haltung zeichneten sich Deutscher Eisenhandel mit plus 2,75 v. H. auf 105 v. H. aus, wobei die Bilanzziffern einen günstigen Eindruck machten.
Auch am Rentenmarkt herrschte bei kaum veränderten Kursen starke Geschäftsstille. Etwas gefragt und höher waren Kommunal-Umschuldung. Ausgesprochen fest lagen von Snduftrie-Obligationen sechsprozentige Hoesch mit 104,13 (102,75). Auslandsrenten lagen ruhig.
Sm Verlaufe war die Haltung schwächer. Seitens der Kundschaft erfolgten Abgaben, denen sich die Börse mit Glattstellungen anschloß. Die durchschnittlichen Rückgänge betrugen 0,50 bis 1 v. H. Darüber hinaus verloren SG. Farben bei größeren Umsätzen 1,50 v. H. auf 152,25, Mannesmann 1,13 v- H. auf 89,13. Feinmechanik Setter kamen mit 85 (87) zur Notiz. Etwas höher lagen Deutsche Linoleum mit 168 (166,75). Deutscher Eisenhandel gaben auf 104,50 (105) nach. Von unnotierten Werten waren Dyckerhoff-Wicking mit 47 (44) fest, dagegen gingen Ufa auf 76 (76,75) und Growag auf 80 (81,50) zurück.
fer, die ein gesundes Eigenleben führen können und ihm selbst Nutzen bringen.
Dom Leben der Bienen ließe sich noch viel erzählen. Und viel ließe sich über ihren Honig sagen. Es sei hier nur kurz erwähnt, daß ohne die Bienen der Obstbau kaum möglich wäre. Sie tragen durch ihren Flug von Blüte zu Blüte zur Befruchtung von Millionen von Blüten bei. Der Honig, den sie erzeugen, ist eines unserer wertvollsten Nahrungsmittel, ist ein Stärkungsmittel insbesondere für Herzkranke, denn der Traubenzucker im Honig gelangt vom Magen aus direkt in die Blutbahn. Im Bemühen um die Nahrungsfreiheit unseres Volkes spielt der deutsche Bienenhonig eine große Rolle.
Es ist im übrigen ein weit verbreiteter Irrtum, 3U glauben, daß die Bienen gefährlich seien. Der Imker beweist täglich das Oegyrteil. Ohne besondere Schutzmaßnahmen öffnet er die Bienenstöcke, nimmt Waben heraus, stellt andere ein, ohne daß er befürchten muß, gestochen zu werden. Er ver-
JtunOfunfprogramm.
Sonntag, 14. Juli:
6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.40: Evangelische Morgenfeier. 9.40: Bekenntnisse zur Zeit „Das Thingspiel", von Reichsdramaturg Dr. Rainer Schlosser. 10: Deutsche Feierstunde der Hitlerjugend. 10.30: Chorgesang. 11: Deutsches Schatzkästlein. 11.30: Volksmusik. 12: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. Kasperl am Nordpol. Von Reinhold Freyberg. 14.45: Das Volk er« zählt. 15: Stunde des Landes. 16. Nachmittagskonzert. 18: Luftige Paddelei. Eine hochsommerliche Funkfolge. 18.30: Unterhaltungskonzert. 19: Liebe und Kaffe. Hörspiel. 19.50: Sport. 20: Heiter be« schwingt! Ein Abendkonzert des Rundfunkorchesters. 22: Nachrichten. 22.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.45: Tanzmusik. 24—2: Nachtmusik. Peter Tschaikowsky:
Montag, 15. Juli:
6 Uhr: Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Früh- konzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Sendepause. 10: Sendepause. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk 12: Mittagskonzert I. Schloßkonzert. 13: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Sugenbfunf. 16: Kleines Konzert. 16.30: Bücherfunk. 16.55: „Faust und Wagner". Bericht über die Ausstellung im Frankfurter Goethehaus. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.30: Hitlerjugend spielt Volksmusik aus der Zeit vor Bach. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Der Kroatensturm auf Kaiserslautern. Hörspiel. 20.55: Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten. 22.20: Unterhaltungskonzert. 23: Abendkonzert der Or- chestergemeinschaft der Landesmusikerschaft Schlesien.
meidet nur hastige Bewegungen. Unter den Volkern selbst gibt es allerdings Unterschiede. Das eine ist angriffslustiger, erregter, das andere ruhiger. Der Smker kennt sie. Sm Notfälle hilft er sich mit einer Pfeife, in der Torf verbrannt wird. Der Rauch beruhigt die Bienen. Tabakrauch lost allerdings die gegenteilige Wirkung aus.
Unter den Soifern findet man viele idealistisch gesinnte Menschen. Der Honigertrag ist ihnen nicht das Wichtigste. Sie sind meist froh, wenn sie auf ihre Unkostenrechnung kommen. Sn manchem Sahre gibt es viel, in anderen Sahren wenig Honig. Sn diesem Sahr fast keinen. Aber der Smker liebt feine Bienen, sie sind ein Teil seines Seins. Durch die Bienen ist er eng mit der Natur verbunden, durch sie ist er Naturbeobachter geworden und durch diese Naturbeobachtung zu einem selbstgenügsamen Menschen — so, wie alle jene, die einen großen Teil ihrer Zeit dem liebevollen Sichversenken in das wunderbare vielgestaltige Weben und Walten der Natur widmen.
geschäft nahm trotz der warmen Witterung einen lebhaften Verlauf und die geringen Anlieferungen wurden gut verkauft. Snsbefonbere süddeutsche und hessische Butter wurde merklich geringer angeliefert, während die Offerten aus Norddeutschland reichlicher waren. Auch aus Holland haben sich die Zufuhren verknappt. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 143 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 143, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Land- butter 125 bis 130, Kochbutter 115 bis 120. Holländische Butter 145.
Mainzer Getreidemarkt.
Mainz, 12. Suli. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm (Großhandelspreise loko Mainz): Weizen W16 21,80, Roggen R15 17,80, Hafer H14 17,50, Futtergerste G 11 17,20 plus Zuschläge, Weizenkleie W16 11,13, Roggenkleie R15 10,44 (Mühlenfestprei'se), Sojaschrot 13, Fabrikpreis ab südd. Fabrikstation. Tendenz: Brotgetreide und Gerste in Erwartung der neuen Preisrichtlinien geschäftslos. Für Futtermittel besteht weiter gute Nachfrage bei knappem Angebot.
Die Lndustne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:
969: Freigabe von Sperrguthaben und Verrnögens- erträgniffen.
970: Bezahlung von eingeführten Mustern, Modellen, Büchern und Zeitschriften.
971: Neufassung der Warenlisten des tschechoslowakischen Handelsministeriums und der Devisenkommission (ersichtlich, welche Waren dem Bewilligungsverfahren und welche dem Devisenversayren unterliegen).
Erzeugungsregelung für Sauerkraut.
Die Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft hat sich entschlossen, ebenso wie im Vorjahre, zur Vermeidung eines übermäßigen Warendruckes die Herstellung von Sauerkraut nur in bestimmten Grenzen zuzulassen. Die Erzeugungsziffern sind unter Zugrundelegung früherer Produktionsjahre so errechnet, daß jedem Bedarf der Bevölkerung zu angemessenen Preisen Rechnung getragen werden kann. Durch die Anordnung Nr. 15 der Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft wird die Erzeugung von Sauerkraut nach Maßgabe gewisser Bestimmungen kontingentiert. Danach erhalten die Hersteller von Sauerkraut im Kontingentsjahr 1935 die Berechtigung, diejenigen Sauerkrautmengen herzu- stellen, die sich auf Grund der in der Anordnung enthaltenen Bestimmungen über die Errechnung des Grund- und Erzeugungskontingentes 1935 ergeben. Das Grundkontingent 1935 eines Sauerkrautherstellungsbetriebes ist gleich dem Grundkontingent 1934. Das gleiche gilt für das Erzeugunngskontin- gent.
Die als Ausfuhrkontingent 1935 auf besonderen Antrag zur Herstellung zusätzlich freigegebenen Sauerkrautmengen dürfen im Inlands nicht ab- gesetzt werden. Die Herstellung von Sauerkraut im Werklohn sowie die Erteilung von berartigen Aufträgen bedürfen der vorherigen schriftlichen Genehmigung des Vorsitzenden der Hauptvereinigung. Das Kontingent gilt nur für den Betrieb, dem es erteilt wurde. Die Erzeugung in anderen Betriebsstätten bedarf ebenfalls der schriftlichen Genehmigung des Vorsitzenden der Hauptvereinigung. Der Vorsitzende der Hauptvereinigung kann, um unbillige Härten zu vermeiden, auf Antrag Ausnahmen von den Bestimmungen der Anordnung machen. Die Anordnung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.
Wochenbericht
vom Frankfurter Vroduktenmarkt.
In Erwartung der unmittelbar bevorstehenden Bekanntgabe der Oetreibefeftpreife für bas Wirt- schäftsjahr 1935/36 herrschte am Frankfurter Ge- treibegroßmarkt in ber zweiten Suliwoche stärkste Zurückhaltung. Die Nachfrage ber Mühlen nach alt- erntigem Brotgetreibe blieb sehr schwach. Am Weizenmarkt würben lebiglich kleberreiche Sorten gefragt, bie aber kaum angeboten waren. Überhaupt ist bas Angebot sowohl ber ersten wie ber zweiten Hanb stark zurückgegangen. Am Roggenmarkt zeigten nur bie Landmühlen für sofort lieferbaren Waggonroggen Kaufneigung.
Der Futter getr eibe mar ft lag fast völlig geschäftslos. Hafer bleibt zwar stark gesucht, doch kam Angebot nicht an bie Märkte. Nur bei Abnahme von anderem Futtergetreide ober bei Gegenlieferung von Kraftfuttermitteln waren einige Posten zu haben; Abschlüsse biefer Art kamen aber nicht zustanbe. Futtergerste lag vollkommen vernachlässigt. Das Sntereffe richtet sich auf bie neue Wintergerste, bereu Schnitt im Rhein-Main-Gebiet allen!-
114,25, Moenus 86, Rheag 139,50, RWE. 132, Schuckert 123,50 bis 123, Sübd. Zucker 193, AG. für Verkehrswesen 86, Lloyb 36,75.
Jranffurter Eiermarkt.
Frankfurt a. M., 12. Suli. Auch nach der Preiserhöhung nahm das Geschäft einen zufrieden« stellenden Verlauf. Das Angebot in deutschen Eiern hat stark nachgelassen und wird glatt aufgenommen. Auch im Kleinhandel war die Absatzlage gut. Die Preise blieben unverändert, die Tendenz des Marktes ist durchaus fest. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoer-
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angeführten Ziffern geben die Hohe ö
erliner und Frankfurter Börse.
er zuletzt bejchlofjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H..
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6% Deutsche ReichSanlethe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 193* 6’/j% Boung-Anleihe von 1930 .. Dcursche Anl.-Ablös.-Schuld mst
Auslos.-Rechten .............
4llt°/o Deutsche Reichspostschatzau- Weisungen von 1934, 1.......
6% et)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 trückzahlb. 102%) ............
4Vi% ehern. Hessische Landesbank Darmstadl Gold N. 12........
bVi% ehern. Hess. Landes^ypo- thekenbank Darmstadt Liaui ...
4¥i% ehern. 8% Darmsl. Komm.
Landesb.Goldschuldverschr. R. 6
Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten .............
Deutsche Komm. Eammelabl. An.
leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4Vi% ehem.8% Franks. Hyp.-Ban!
Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
6’/i% ehern. 4'/2% Franks. Hyp..
Bank-Liqn.-Pfandbriefe.......
6¥i% ehern. hre °-rl°hn- Uchen, oerdauungssördernden G-sprache sich' Natürlich hier wie überall, wo man die Sunden des Andres in ein paar Wochen Erholung wieder gell ?u macken lucht über das Wetter. I-lbst°-r tandl.ch auch wer den schönsten Aufstieg zur Schatzalm oder über bie Aussicht vorn Breitgrat, vor allem aoer über bas Wetter, benn es gibt kein Xhema bei bem iira finffnunaen unb Befürchtungen, tiefgrunoige NaNg-n'Ünd kühnste PH-nt-si-'-mun'» °°r-
Linern dieses entzückenden ^b-rgstal-szurech net entfdieibet sich zum morgigen Vormittag jur
Schwur! *
Am nächsten Morgen Hangar ^mer^em
für zweckmäßig holt. *
Läng,am ^r&^b”rruenbS^n:9»"re^TamUen ■’S X Über den Grat der Berge hinein ^das^Tal. kr.echen in di- Schluchten und
Waren Sie schon im „Knüll"?
XSon 3- Sitting-Wiesner.
Das merfroürbige Wort „Knüll" ist im beutschen Sprachschatz zwar nicht unbekannt, aber als Bezeichnung für eine unserer schönen beutschen Mit- telgebirgslanbschaften bürste es selbst manchen findigen Wanberfreunben noch immer ein frember 'Klang fein. Unb boch hat jeher bies unbekannte Stückchen Hessenlanb schon gestreift, östlich ober westlich, wenn er von Berlin über Kassel ober Eisenach nach Frankfurt a. M. fuhr unb ein Städtchen aus bem Knüll-Dreieck: Hersfelb, Homberg ober Treysa anlief, bie bas Knüllgebirge umgrenzen. Don biefen drei belebteren Plätzen aus lassen sich auch bie bequemsten Schlenderfahrten finben, kreuz unb quer burch bas einsame, auf- unb abschwingende Berglanb mit feinen stillen Tälern, tiefen Buchen- unb Tannenforsten, versteckten alten Mühlen unb Walbseen, heideartigen Hochflächen.
B a b Hersfeld' ist ber bebeutenbfte unb be-
......irt, wo bie letzten Latschen in ben i unb brausen ungestüm in bie Tiefe. Die Berge Himmel ragen, zu vielen kleinen Fetzen, Die wie ab- stehen frei unb in gewaltiger Ruhe gegen das dun- gefprengte Schäflein hilflos unter ber großen Herbe kelste Blau bes Himmels. Das Tal scheint weiter einherirren. Plötzlich, nur für wenige Sekunden,| geworden zu sein nach diesem Regen; die duftende wird der Gipfel des Berges frei, der mit feinem küh- Kühle ist noch zusammen mit dem Geruch ber xan»
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Als sich in ben späten Nachrnittagsstunben die Schatten riesengroß auf die Hänge legen, ist der schwarzgraue Spuk vorn Dormittag ferne Vergangenheit. Die Sonne färbt in triumphalem Abschied, als habe sie sich niemals hinter einem grauen Schleier verborgen gehalten, bie Bergspitzen unb setzt ihnen eine Krone auf von purpurnem Gold.
Der Herr aus Stuttgart mit bem lebenslustigen Bäuchlein entscheibet sich am abenblichen Stammtisch zum morgigen Tag für schlechtestes Wetter unb oerabrebet einen Skat. Totsicher! Unb ber Wirt vom Gasthof „Zur Nebelkrähe" betrachtet noch einmal anerkennend den Wetterzettel mit den Worten: „Fortdauer des bestehenden Wetters."
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Am Sonntag, 14. Juli, vormittags hält
die
Schiedsrichter-Arbeitsgemeinschaft Gießen auf dem Waldsportplatze des LfB.-Reichsbahn Gießen ihren
zweiten Appell ab.
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