M XMW DW ■ , K t * KW 'Z.R S/D ' F - M • '*• ' m s - - x - EFML W : /WM - I WW f -X r : x ' X ■ ■ /'•■ v X " Mtatai -U XX f - 'WA VMM X- z - & •< -AÄÄ - ■ iW'MO ■ N nb oft« )er, ih- en« isch bis lb- 'sch ett- un- 83. Donnerstag, 13. Juni 1935 Nr.135 Erstes Blatt 185. Zahrgang Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8' /,Uhr des Vormittags Grundpreise für l mm Höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf..Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/n mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche AnzeigenSRpf. Druck und Verlag: vrühl'sche Untverfitäts Such- und Stcinöruderci R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimatim Bild • Die Scholle Monats-Vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen poftscheckfonto: Zrankfurt am Main llßsn berechnet und beabsichtigt war, und daß damit von höchster Stelle aus die künftige P r o f t l i e • rung der englischen Politik Deutschland gegenüber angedeutet werden sollte. Wir haben in Besprechungen mit Frontkämpfern bereits einige Erfahrung. Seit Reichsminister Rudolf Heß am 8. Juli vorigen Jahres von Königsberg aus seinen bedeutsamen Appell an alle Frontkämpfer der Welt richtete, mit dem er dem deutschen Volke aus dem Herzen sprach, ist zwar schon einige Zeit vergangen, aber in dieser Zwischenzeit ist das winzige Samenkorn der Verständigung aufgegangen. Es war jedoch bisher noch so, daß die Schößlinge gewissermaßen unter ganzen Bergen Ministerpräsident Göring und Botschafter von Ribbentrop erteilt haben. Der Stellvertreter des Führers hat vollkommen Recht, wenn er ausspricht, daß der Frontkämpfergei st inder Außenpolitik die Befriedung Europas fördern muß. Denn gerade der Frontkämpfergeist ist das Ergebnis ebenso erschütternder, wie großer Erfahrungen und gewaltiger Erlebnisse 'die vor allem aber auch eindringlich lehren, daß es allein der Friede in Ehren ist, der die glückliche und segensreiche Entwicklung aller Völker gewährleistet. politische Wandlungen. Es ist zu bemerken, daß die öffentliche Meinung in England das deutsch-englische Flottengespräch nicht nur sehr aufmerksam verfolgt hat, sondern auch mit einer Einstellung, die von Tag zu Tag sachlicher, darum aber auch ruhiger und vernünftiger geworden ist. In der Tat, warum sollen sich zwei große Völker, deren Lebensraum sich nicht unbedingt kreuzt, sich nicht sachlich darüber unterhalten können, welche Machtmittel für den einen oder anderen Teil notwendig sind, um den Lebensraum zu verteidigen? Es muß anerkannt werden, daß es gerade führende englische Staatsmänner gewesen sind, die noch in der allerjüngsten Vergangenheit darauf hingewiesen haben, daß wehrlose und schwache Völker eine Gefahr für den Frieden sind. Die Versailler Politik, die fünfzehn Jahre lang nicht nur wie ein Fluch, sondern wie die Hölle und das Verderben auf Europa gelastet hat, ging davon aus, daß das Ergebnis des großen Krieges in der politischen Machtverteilung Europas für alle Zeiten beizubehalten sei. Frankreich konnte diese Politik in Versailles durchsetzen, weil Präsident Wilson Europa und europäische Verhältnisse nicht kannte, was aber für Frankreich ausreichte, um sich Wilsons Unterstützung zu sichern. Es widerspricht dem englischen Wesen und der englischen Geschichte, den gegebene politischen und militärischen Gegner völlig zu vernichten, weil England sehr wohl aus eigener Erfahrung weiß, daß das Lebensrecht und der Lebenswille eines wirklichen Volkes sich nicht brechen lassen. So war es auch England, das 1920 und 1923 die gefährlichen militärischen Abenteuer und Rechtsbrüche Frankreichs im Ruhrgebiet und im Rheinland nicht mitmachte, sondern im Gegenteil Frankreich warnte, den Bogen zu Überspannen. Der englische Staatsmann, der dies im Sommer 1923, als Poincare Sonntag für Sonntag seine wilden Drohreden gegen Deutschland hielt, mit besonderem Nachdruck aussprach, war Sir Stanley Baldwin. Dabei kommt gerade Sir Stanley Baldwin nicht in Verdacht, irgendwie deutschfreundlich zu sein, zumal er Zeit seines Lebens als Privatmann sowohl, wie als Staatsmann immer nur ein Engländer von echtem Schrot und Korn gewesen ist. Für einen Staatsmann wie Stanley Baldwin ist nicht nur im Unterbewußtsein das Gefühl lebendig: Berlin. 12. 3unL (DNB.) Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Bekanntlich hat der Stellvertreter des Führers. Rudolf Heß, am 8. Juli vorigen Jahres in einer großen Rede in Königsberg den Frontkämpfern der anderen Völker die Freundschaftshand hingestreckt. Auf der Pfingsttagung der British Legion, der großen englischen Frontkämpferorganisation hat nun, wie bereits gemeldet, der englische Thronfolger in einer Rede zum gleichen Thema das Wort ergriffen. Dem Berliner Vertreter Reuters, der den Stellvertreter des Führssrs um seine Meinung zu der Rede des Prinzen von Wales gefragt hat, wurde vom Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, folgendes mitgeleilt: „Ich begrüße setbsiverständ- lich die Worte des Prinzen von Wales. Wenn die englischen Frontkämpfer nach Deutschland kommen wollen, so können sie natürlich gewiß sein, daß sie von den deutschen Frontkämpfern als Kameraden ausgenommen werden. Wenn der Frontkämpfergei st heute in der Außenpolitik der verschiedenen Länder mehr und mehr zum Durchbruch kommt, so wird ein großer Schritt zum europäischen Frieden getan sein." General Göring erklärte zu der Rede des Prinzen von Wales: „Die Rede des Prinzen von Wales kann man in der Tat begrüßen. Sie ist geeignet, den Weltfrieden aufrecht zu erhalten." Botschafter von Ribbentrop hat sich auf Anfrage des Berliner Vertreters von Reuter wie folgt geäußert: „Die Worte des Prinzen von Wales auf der Tagung der britischen Frontkämpfer werden in Deutschland überall ein warmes Echo finden. Britische Frontkämpfer werden daher von den deutschen Frontsoldaten und von dem deutschen Volk in seiner Gesamtheit aufs herzlichste begrüßt werden. Erfahrungen mit Zusammenkünften von Frontkämpfern haben uns gezeigt. daß es keinen besseren Weg zur Förderung freundschaftlicher Verständigung gibt als eine offene und ehrliche Fühlungnahme zwischen den Männern, die an der Front gestanden haben. Ich bin überzeugt, daß der Geist, der in den meisten Frontkämpferverbänden der verschiedenen Länder herrscht, sich als Vorbesprechungen zum französischen Ministerrai. Paris, 12. Juni. (DNB.) Ministerpräsident Laval hatte am Mittwoch weitere Besprechungen mit Ministerkollegen, sowie mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich, dem Direktor der Staatseifenbahngesellschaft und dem Senatspräsidenten. Wie verlautet, wird der morgige M in ist errat keine bestimmten Finanzmaßnahmen beschließen, sondern lediglich die Grundlinien der Finanz- und Wirtschaftspolitik der Regierung festlegen. Es soll dabei vor allem darauf geachtet werden, daß nicht irgendwelche Bestimmungen erlassen werden, die sich Heß, Göring und Ribbentrop begrüßen die Erklärung des Prinzen von Wales Bombenflugzeuge in England eintreffen, um den Besuch englischer Militärflugzeuge in Frankreich in vergangenen Jahren zu erwidern. Hohe Offiziere der französischen Luftflotte würden im Zusammenhang mit dem Flugzeugbesuch nach England kommen. Neue Flugzeuge für die englische Küstenverieidigung. Ein TYP für lange Neberwaiserfahrten. London, 13. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das englische Luftfahrtministerium hat eine beträchtliche Anzahl neuer zweimotoriger Flugzeuge für die Küstenverteldigung in Auftrag gegeben. Es handelt sich um einen Tiefdecker mit einziehbarem Fahrgestell, der nach dem Vorbild der Verkehrsflugzeugstyps „Avrv" gebaut ist. Der Auftrag spielt, wie die „Times" meldet, eine wichtige Rolle in dem englischen Rüstungsprogramm und zeugt von dem Beschluß des Luftfahrtministeriums, die Luftstreitkräfte der Küstenverteidigung durch einen neuen Flugzeugtyp zu verstärken, der lange Ueberwasserfahrten machen kann. Das Flugzeug eignet sich in erster Linie für Erkundungszwecke. Englands Thronfolger bei seiner Erklärung sür^eine B^egnung deutscher und englischer Frontkämpfer. Vortrupp der Kameradschaft! (Äon unserer Berliner Redaktion.) Was nützt es England? Es hat England nicht viel genützt, daß es sich nach dem Kriege immer wieder von Frankreich ins Schlepptau nehmen ließ, so daß es zeitweilig scheinen mußte, als ob England in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zu Frankreich stünde. So ist es noch unvergessen, wie in Genf vor Jahr und Tag der verstorbene französische Außenminister B a r t h o u den englischen Außenminister Sir John Simon mit groben Worten anfuhr, weil England nicht von der Zweckmäßigkeit der Politik Barthous gegen die Abrüstung und gegen Deutschland überzeugt war. Heute wird es keinen Staatsmann und keinen Politiker in Europa und anderswo geben, der nicht die englischen Zweifel an der Politik Barthous für berechtigt hält, um so mehr, als, wenn diese Politik von Frankreich fortgesetzt worden wäre, heute niemand sagen kann, welches Unglück für Europa daraus hätte entstehen müssen. Es ist aber auch kein Zweifel daran zulässig, daß das englische Volk unb feine führenden Staatsmänner d e n Frie - den aufrichtig wollen, daß sie auch bereit waren und sind, dafür Opfer zu bringen Vielleicht erklären sich mancherlei Irrungen und Wirrungen, mancherlei Mißverständnisse sowie mancherlei verfehlte Schachzüge daraus, daß England sich nach dem Kriege daran gewöhnt hatte, das November- Deutschland immer dort zu finden, wo die Linie des schwächsten Widerstandes war. Auf dieser Lime ist das Deutschland Adolf Hitlers nicht mehr zu finden nicht deshalb, weil Nationalsozialismus etwa Militarismus und Imperialismus bedeutet, sondern deshalb, weil Nationalsozialismus nichts anderes ist als L e b e n s r echt und Lebenswille eines Volkes von 66 M i l- Honen. Die Engländer, die selber aus lahrhun- bertelanger Erfahrung wissen was Lebensrecht und Lebenswille für ein Volk bedeuten, haben dafür mehr Verständnis, als für eine Politik der Schwäche und Nachgiebigkeit. Das englische Volk hat nunmehr begriffen, daß tn Deutschland eine gründliche politische Wandlung einqetreten ist. Je mehr sich diese Erkenntnis.durchsetzt, desto mehr läßt sich feststellen, daß im englischen Volke die Neigung wachst über Brucken und Gräben, sowie über Mißverständnisse hinweg sich mit dem deutschen Volke gründlich auszusprechen. Hat das Gespräch aber erst einmal begonnen, so kommt es darauf an, wer es fortsetzt, wie es fortgesetzt wird, ob von berufsmäßigen Mei- nungsmachem oder von Männern, die schweigend bewiesen haben, daß sie das Wort Nation oder Vaterland nicht nur auf den Lippen tragen. So ist es auch im englischen Volke allgemein ^standen und beifällig begrüßt worden, als sich bei einer Veranstaltung der englischen Frontkämpfer der Prinz von Wales erhob, um im echt englischen Geist, also mit schlichten und klaren Worten für eine unmittelbare Aussprache mit den deutschen Frontkämpfern einzutreten. Die Frontkämpfer des Großen Krieges, die sich zu diesem gewaltigen Erlebnis noch immer freudig bekennen, sind nicht nur Soldaten gewesen, sie sind heute noch und für immer die vornehmsten, die wichtigsten und die wertvollsten Vertreter ihres Volkes. Daß der Ruf des Prinzen von Wales bei den deutschen Frontkämpfern und damit auch beim deutschen Volke sofort Widerhall und Verständnis gefunden hat, das zeigen die Antworten, die der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, Am Dienstag hat Str Samuel Hoare, der neue englische Außenminister, sein verantwortungsvolles Amt in Downing Street angetreten. An demselben Tage wurde die Rede des englischen Kronprinzen veröffentlicht, die richtunggebend fein kann für eine neue Epoche der britischen Politik überhaupt. Es ist nicht anzunehmen, daß der Prince of Wales seine Ansprache an die British Legion, die englischen Frontkämpfer, nur zur Schilderung seiner persönlichen Ansicht benutzt hat. Er spricht zu selten über hohe Politik, als daß mar annehmen könnte, es habe sich nur um einen reinen Zufall gehandelt. Vielmehr kann man sicher fein, daß der große Effekt dieser Rede von vornherein Deutschen sind alle geheilt. Wir wünschen ihr Aufbrechen ebensowenig wie eine Lockerung der freundschaftlichen Bande, die uns noch mit unseren früheren Verbündeten verknüpfen." „S t a r" erklärt, die Soldaten, die gegen Deutschland .kämpften, seien die geeigneten Männer für d i e Ueberbringung einer Botschaft. Niemand könne das besser zum Ausdruck gebracht haben, als der Prinz von Wales. Er würde dem Gedanken die Krone aufsetzen, wenn er die Abordnung der Legion auf ihrer Reise nach Deutschland begleiten würde. Wie „S t a r" zu wissen glaubt, soll die Erklärung des Prinzen von Wales vorher maß» gebenben politischen und diplomatischen Stellen vorgelegt worden sein. Die Geste des Prinzen habe daher das volle G e - wicht der amtlichen Billigung hinter sich gehabt, trotz der Tatsache, daß der Prinz sie m seiner persönlichen Eigenschaft gemacht habe. Die ritterliche Haltung des Prinzen gegenüber früheren Gegnern sei nichts Neues. Im übrigen verzeichnen die Abendblätter mehr oder weniger ausführlich die Kommentare der deutschen und französischen Presse zur Rede des Prinzen. in der Folgezeit als unrichtig Herausstellen und dann wieder aufgehoben werden müßten. Zunächst dürfte gegen die Doppelverdiener eingeschritten und wahrscheinlich auch eine neue Handhabung der Sozialversicherung eingeführt werden. Außenpolitisch wird der morgige Ministerrat wahrscheinlich die englische Mitteilung über die deutsch-englischen Flottenverhandlungen prüfen und die französische Einstellung dazu in großen Linien festlegen. Dieser Standpunkt wird dann der Londoner Regierung in einer Antwortnote mitgeteilt werden. Kriegsminister Fabry besichtigt die Ostbefestigungen. Paris, 13.Juni. (DNB. Funkspruch.) Kriegsminister Fabry wird heute im Anschluß an den Ministerrat zur Besichtigung der französischen Ostbefestigungen abreisen. Er wird, wie die Blätter ankündigen, bei dieser Gelegenheit mit den Mitgliedern der Heeresausschüsse von Senat und Kammer zusammentreffen, die sich gegenwärtig in der Befestigungszone aufhalten. Französische Bombenflugzeuge in England. London, 13. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie der Luftfahrt-Korrespondent des ,Laily Telegraph" meldet, werden am Montag vier französische eine große Hilfe für die Bemühungen der verschiedenen Regierung erweisen wird, endgültig Frieden und Zusammenarbeit in | Europa herbei,uküb«»« “ Crtiäruug despräsideitten derZritishLegion London, 12.Juni (DNB.) „Star" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Präsidenten der British Legion, Sir Frederik Maurice, die von den Aeußerungen des Prinzen von Wales über Deutschland ausgeht. „An der Konferenz der British Legion in dieser Woche so sagt Maurice — haben französischeFront- Kämpfer teilgenommen. Ich sehe nicht ein, warum nicht auch die Frontkämpfer Deutschlands in ähnlicher Weise vertreten fein sollen. In Erfüllung unseres Wunsches nach Stärkung der Freundschaft nehme ich an, paß auch sie im nächsten Jahre unter uns fein werden. Der Zweck des Besuches unseres Vorsitzenden und unseres früheren Vorsitzenden in Deutschland besteht darin, festzustellen, wie wir die Freundschaft fördern können. Erst nach ihrer Rückkehr werden wir wissen, welchen Plan die Legion annehmen wird. Höchstwahrscheinlich wird die Legion regelmäßige Austauschbesuche zwischen britischen und deutschen Frontsoldaten einrichten. Es sollte klar zum Ausdruck gebracht werden, daß dieser Schritt der Legion keine politische Bedeutung hat. Die Vertreter der französischen Frontkämpfer haben sich nicht gegen unsere Vorschläge ausgesprochen, wenigstens nicht auf der Konferenz." DerVeisallmderenglischenpreffe London, 12. Juni. (DNB.) Die Aeußerungen des Prinzen von Wales über Deutschland werden in der englischen Presse weiterhin stark beachtet. Auch die Mittwochabendpresse nimmt zu dieser freundschaftlichen Geste eingehend Stellung. „E v e n t n g News" schreibt: „Wir hoffen aufrichtig, daß die Anregungen des Prinzen von Wales, daß in naher Zukunft eine Abordnung der British Legion Deutschland besuchen und dem ehemaligen Feinde die Hand der Freundschaft entgegenstrecken soll, in die Tat umgefetzt wird. Eine ständige Quelle internationaler Schwierigkeiten ist die Tatsache, daß die Meinung einer Nation über die Nachbarstaaten nur zu oft durch politische Propaganda und nicht durch Erfahrungen und wechselseitige Beziehungen geformt wird. Die Wunden des Krieges zwischen uns und den b t B e rli n, 12. Juni. (DNB.) Die am Dienstag im Reichsanzeiger veröffentlichte vierte Liste der Aus - üraerung staatsfeindlicher Emigran- e n hat folgende Begründung erhalten. hänge von nationalen und sozialen Voraussetzungen ab und sei in Blut und Charakter des Volkes begründet. ,,, . , . Die atigemeitfe Wehrpflicht in Deutschland fei ausschließlich ein Wittel zum Schuh und zur Verteidigung der eigenen Grenzen. Ein Berufsheer widerspreche dem innersten Wesen des deutschen Volkes. Die allgemeine Wehrpflicht dagegen sei gleichzeitig eine Schule für die Nation, in der Disziplin, Kameradschaft und praktische Volksgemeinschaft gelernt und der Charakter der jungen Generation geformt werde. Generaloberst von Blomberg sprach die Ueberzeugung aus, daß die deutsche Wehrmacht sich des Vertrauens ihres Schöpfers, des Führers des neuen Deutschlands, würdig erweisen werde. Nationalsozialistischer Geist und echte Volks- gemeinschast würden in der allgemeinen Wehrpflicht, die auf der Grundlage des nationalsozialistischen States aufgebaut werde, zur herrschenden Geltung gelangen. Das Heer diene der Gegenwart und betrachte sich als Wegbereiter der deutschen Zukunft. Der Beschluß Hitlers, den Weg für die allgemeine Wehrpflicht freizumachen, sei die Erfüllung des Wortes des verewigten Generalfeldmarschalls und Reichspräsidenten: „Der Dienst im Heere ist ein Ehrendienst am deutschen Volke!" Der Sinn der allgemeinen Wehrpflicht Erklärungen des Reichskriegsministers an eine schwedische Zeitung. l i t i k Stellung. Er ging zunächst nochmals auf die Abwertung des Danziger Gulden, sowie auf die Anfang Juni erfolgte neue Attacke auf die Danziger Währung ein. Er betonte gegenüber falschen Ge- rüchten, daß Polen in keiner Weise die Absicht aum Ausdruck gebracht habe, eine Unifizierung der Währungen zu verlangen. wenn bestimmte kreise es gerne sehen würden, wenn gerade eine nationalsozialistische Regierung die Eigenstaatlichkeit Danzigs gegen Silberlinge verkaufen würde, so halte sich die Danziger Regierung an den im Danziger Rathaus angebrachten Spruch „Die goldene Freiheit ist für kein Geld verkäuflich." Sie fei fest entschlossen, den Danziger Staatsbürgern ihren Danziger Gulden zu erhalten. Die Danziger Regierung habe sich nur ungern zur Einführung der Devisenbewirtschaftung entschlossen, da diese für die Freie Stadt Danzig als Hafen, und Umschlagsplatz zwangsläufig auch erhebliche wirtschaftliche Nachteile mit sich bringe. Jetzt gelle es, durch eine planvolle Dlrlschafts-, Währungs- und Finanzpolitik für die Danziger Währung wieder ein festes Fundament zu schaffen, koste es, was es wolle. Der Danziger Senat wisse sich mit der polnischen Regierung darin einig, daß ein Abgleiten des Danziger Gulden auch für Polen fchwerwiegende wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen müßte. Das Sparprogramm der Danziger Regierung Erklärungen des Senatspräsidenten vor dem Dolkstag. Deutschland. 2. Bertold (Bert) Brecht, marxistischer Schriftteller, der in der Nachkriegszeit durch seine tendenziösen Theaterstücke und Gedichte für den Klassen- kampf Propaganda machte. Nach der nationalsozialistischen Erhebung sind in der Emigrantenpresse und in Broschürenform zahlreiche deutschfeindliche Artikel und Gedichte von ihm erschienen. Seine Machwerke, in denen er u. a. den deutschen Front- oldaten beschimpft, zeugen von niedrigster Gesinnung. 3. Dr. Isaak David Briszyner, ein naturali- ierter Ostjude, der in Deutschland als Arzt eine gutgehende Praxis gefunden hatte. Nach der nationalen Erhebung ging er nach Lettland und beteiligte sich insbesondere durch Veröffentlichungen in dem Hetzblatt „Europa-Ost" an den deutschfeindlichen Umtrieben gewissenloser Emigranten. 4. Dr. Hermann B u d z i s l a w s k i, jüdischer Redakteur, wirkte früher an Skandalblättern mit, wie „Nachtexpreß" und „Tribüne". Jetzt ist er Hauptschriftleiter der in Prag und Zürich erscheinenden berüchtigten Wochenschrift „Die neue Weltbühne", in der von ihm am laufenden Band Hetzartikel erscheinen. 5. Peter Bussenmeyer, war früher Redaktionsmitglied der „Frankfurter Zeitung" und betätigte sich vor dem Umschwung in staatszersetzendem Sinne in der Kommunistischen Partei. Er ging nach Südamerika und wurde von dem deutschfeindlichen „Argentinischen Tageblatt" in Buenos Aires ausgenommen. In seinen Zeitungsartikeln streut er Verleumdungen und entstellende Nachrichten über die kulturellen und politischen Bestrebungen Deutschlands aus. 6. Siegmund Crumenerl, Funktionär der ehemaligen SPD., hat seinen Sitz nach Prag verlegt und treibt von dort aus als Propagandist Landesverrat gegen Deutschland. 7. Gustav Fehrl, ehemaliger Reichstagsabgeordneter und zweiter Bundesvorsitzender des ehemaligen „Reichsbanners". Er beteiligt sich an führender Stelle an der Hetze der Emigranten gegen das Reich und schreibt gehässige Artikel für die Emigrantenpresse. 8. Dr. Nachum G o l d m a n n, Ostjude, ist 1920 in Deutschland eingebürgert worden. Nach der nationalen Erhebung verließ er Deutschland und trat als Vertreter internationaler jüdischer Jnteressen- verbände in zahlreichen Versammlungen als Hetzredner gegen Deutschland auf. Insbesondere macht er für den Boykott deutscher Waren Propaganda. 9. Max Gruschwi-tz ist von früher her als Herausgeber eines Breslauer Skandalblattes und durch den 'häufigen Wechsel seiner politischen Gesinnung bekannt. Er wanderte nach Oesterreich aus und betätigte sich gegen Deutschland als Journalist und Verfasser von Rundfunkoorträgen. 10. Eduard Wilhelm Gustav Günther, genannt Albert Günther, der sich in Paraguay aufhält, treibt gehässige Propaganda gegen Deutschland und läßt keine Gelegenheit oorübergehen, ohne die neue deutsch Staatsform und ihre Führer verächtlich zu machen. Sein staatsfeindliches Treiben hat unter den Deutschen in Südamerika erhebliche Unruhe verursacht. 11. Dr. Kurt häntzschel, Exponent früherer linksdemokratischer Kreise und ehemaliger leitender Ministerialbeamter. Nach feifler Entlassung aus dem Reichsdienst wurde er „politischer Direktor" beim „Neuen Wiener Journal", einem Blatt, das während der Zeit, als häntzschel dort seine Tätigkeit ausübte, in den politischen Leitartikeln besonders gehässige Angriffe gegen Deutschland richtete. 12. Dr. Werner Hegemann hat in der langen Reihe literarischer Schädlinge nach 1918 mit an erster Stelle gestanden. Seine angeblich geschichtskritischen Schriften gehen auf eine Herabsetzung und Beschimpfung der deutschen Geschichte aus. Nach der nationalsozialistischen Revolution hat sich Hegemann in den Dienst der Emigrantenhetze gestellt. 13. Dr. Rudolf hilferding, in Wien gebürtiger Jude, wurde 1920 in Deutschland eingebürgert und von den marxistischen Parteien zum Reichs- ’ und Staatsminister erhoben. Nach der nationalsozialistischen Revolution begab er sich ins Ausland. ; Er gehört zum Führerkreis der emigrierten SPD. , in Prag, der als Mittelpunkt der Hetze gegen das Stockholm, 12. Juni. (DNB.) Unter der Überschrift „Der Dienst im Heere ist ein Ehrendienst am deutschen Volke. — Die Einführung der Wehrpflicht ist keine Erhöhung der Kriegsgefahr" veröffentlicht „Nya Daglight Allehanda" eine längere Unterredung mit dem Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg. Danach erklärte der Reichskriegsminister u. a., der Sinn der allgemeinen Wehrpflicht, die am 16. März in Deutschland eingeführt worden sei, liege darin, daß das deutsche Volk nunmehr in seiner Gesamtheit die Verteidigung seiner Ehre und Sicherheit auf sich genommen habe. Diese Entscheidung habe einer Entwicklung entsprochen, die für alle offensichtlich und darum keine Ueberraschung gewesen sei. Trotz des verlorenen Krieges und des darauf folgenden poliiifchen Zusammenbruches sowie des einseitigen Friedensdiklales, das den allgemeinen Waffendienst verboten habe, feien die gesunde Kraft und der gesunde Kern des Volkes ungebrochen geblieben. Und diese Kräfte hätten nunmehr in Adolf Hitlers Reich lebendige Gestalt erhalten. Der Äteichskriegsminister sprach sodann von dem im Volke wurzelnden und das gesamte Volk umfassenden Wehrgedanken Scharnhorsts, der nirgends so wie in Deutschland zum Volks- bewußt sein geworden sei. Eine Wehrordnung 1. Max Abraham, ein jüdischer Kantor und rühriges Mitglied früherer marxistischer Kampfverbände. Noch nach der nationalen Erhebung, am 26. Juni 1933, fiel er einen SA.-Angehörigen in der Dunkelheit an und verletzte ihn. Er kam daraufhin ins Konzentrationslager und wurde vom Schöf- engericht wegen gefährlicher Körperverletzung mit echs Monaten Gefängnis bestraft. Nach Verbüßung der Strafe ging er ins Ausland und verfaßte dort eine Broschüre mit dem Titel „Juda verrecke. Ein Rabbiner im Konzentrationslager." Die Hetzschrift enthält üble Greuelnachrichten über angebliche Erlebnisse Abrahams im Konzentrationslager, der übrigens nie jüdischer Rabbiner war. Auch in einem ffenttichen Vortrag in Prag hetzte er gegen neue Deutschland bekannt ist. 14. Dr. Kurt Hiller, jüdischer Schriftsteller, desertierte aus dem deutschen Heeresdienst. Im Ausland verbreitete er durch laufende Veröffentlichungen in der Prager Hetzzeitschrift „Die neue Welt- bühne" die niedrigsten Verleumdungen über Deutschland. 15. Werner Hirsch spielte in der Nachkriegszeit eine Rolle als kommunistischer Agitator und verantwortlicher Redakteur verschiedener kommunistischer Zeitungen, insbesondere als Redakteur der Berliner „Roten Fahne". Jetzt tritt er in Rußland als einer der größten Hetzer gegen Deutschland auf. Er schreibt über seine Erlebnisse in Deutschland lügenhafte Zeitungsartikel und Broschüren. 16. Dr. Max hodann war früher Assistenzarzt des inzwischen verstorbenen Dr. Magnus Hirschfeld und betätigte sich in gleichem Sinne als Perkünder sexualer Irrlehren, die auf eine Demoralisierung des deutschen Volkes und besonders der deutschen Jugend hinzielten. Besonders volksschädigend wirkten sich feine zahlreichen Vorträge in Stadt und Land gegen den Geburtenzwang, sowie sein Einsetzen für die Straffreiheit der Abtreibung aus. Jetzt schreibt er Hetzartikel für die Emigrantenpresse und hält deutschfeindliche Vorträge. Seine pseudowissenschaftlichen Vorträge stoßen auch im Ausland auf schärfsten Widerspruch. 17. Karl Höltermann, der ehemalige Reichsbannerführer, ist im Ausland und — während der Abstimmungszeit — auch im Saargebiet als Or- von Gestrüpp verborgen blieben. Denn die Franzosen, die als Frontsoldaten den Weg nach Berlin gefunden haben, sind zuhause nicht eben mit großen Ehren aufgenommen worden. Um so erfreulicher ist es, daß nun der englische Kronprinz grundsätzlich seiner Ansicht Ausdruck verleiht, daß gerade die ehemaligen Frontkämpfer am besten geeignet seien, den Weg zueinander zu finden. Denn, so steht am Rande zu lesen, sie alle haben es ja erfahren, wie ritterlich der andere kämpfte, was er zu leiden und durchzumachen hatte, und was für ein Kerl er in Wirklichkeit ist. Frontsoldaten brauchen sicb keinen entnervenden Pazifismus vorwerfen zu lassen. Sie wissen, daß sie ihrenMann gestanden haben, und daß sie wieder ihren Mann stehen würden, wenn es sein müßte. Frontkämpfer sein heißt, alles verstehen, aber auch alles verzeihen können. Die Angehörigen der British Legion, die demnächst in Deutschland weilen werden, werden bei unsalsVortruppderkünftigenFreund- schäft, als eine Art Mission d e s guten Willens, ausgenommen werden. Sie finden ein Land vor, dessen Gebräuche und Einrichtungen ihnen in mancher Hinsicht fremd und ungewohnt Vorkommen werden; genau so, wie wir als Englandfahrer manches ungewohnt finden. Die englischen Frontkämpfer werden sich diese Verschiedenartigkeit der bestehenden Einrichtungen vor Augen halten und weniger das Aeußere, als das Innere ansehen, den inneren Wert, die gute A b - sicht, den gediegenen Zweck dessen, was getan oder gelassen wird. Es gibt englische Politiker — und auch in den „Times" wurde oft davon gesprochen — die der Ansicht sind, es bestünde alle Aussicht, mit Deutschland zu einem befriedigenden Arrangement zu kommen, aber für eine herzliche Freundschaft werde kein Platz sein, weil zu vieles unausgesprochen und unauslöschbar zwischen beiden Ländern stünde. Nun, wir wollen darüber nicht rechten. Aber es ist noch immer möglich gewesen, zwei verwandte Völker, zwei stammesgleiche und rassisch einheitliche Nationen wieder zusammenzubringen, wenn sie durch widrige äußere Umstände und durch Mißverständnisse auseinandergekommen waren. Denn nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die G e g e n w a r t und noch viel mehr die Zukunft muß in der politischen Rechnung eine gebührende Rolle spielen. Das Dritte Reich ist nicht mehr das Deutschland von 1911, und das Britisch Empire ist nicht mehr das (Staatengefüge von 1914. Ueberall wächst die Iugend heran und verlangt nach neuen Gesichtspunkten, nach neuen Anschauungen und nach neuen L e - bensmöglichkeiten. Zwei so große und starke Volker können es sich nicht leisten, wegen einmal vorgefaßter Meinungen für alle Zeiten gegeneinander zu stehen. ,,News Chronicle" sagt sehr mit Recht: „Die Er- bitetrung, die eine Art von Feindschaftskult zur vaterländischen Handlung gemacht hat, hat an sich niemals unter den Soldaten Wurzel gefaßt." Und wir können hinzu- fügen, daß die Soldaten es auch nicht zugeben würden, daß durch feindselige Einstellung gewisser kleiner Volksteile für die Zukunft der bisherige Zu- stand erhalten bleiben soll. Großer Eindruck in Ungarn. Budapest, 12. Juni. (DNB.) Die Aeußerungen des Prinzen von Wales auf der Jahresversammlung der britischen Frontkämpfervereinigung über die Notwendigkeit einer deutsch-englischen Verständigung haben in der gesamten hiesigen Oeffent- lichkeit einen außerordentlich ft arten Gin» druck hervorgerufen. Sämtliche Blätter betonen an leitender Stelle die weittragende außenpolitische Bedeutung der Erklärung des Prinzen von Wales, die hier als eine programmatische Stellungnahme der neuen Regierung Baldwin zu Deutschland angesehen wird. Die Blätter heben hervor, daß die deutsche Regierung im Lause der letzten Monate wiederholt den gleichen grundsätzlichen Gedanken einer unmittelbaren Fühlungnahme der ehemaligen Frontkämpfer -als die beste Grundlage der Völkerverständigung vertreten habe. Diese englische Geste sei um so bedeutungsvoller, als sie nach der Verkündigung des deutschen Wehrgesetzes und gleichzeitig mit den deutsch-englischen Flottenoerhandlungen erfolge. ganisator der Emigrantenbewegung und Förderer aktiver deutschfeindlicher Bestrebungen hervorgetreten. _ 18. Hans Joel, Redakteur, verbreitet Greuel- märchen in Spanien. Wegen seiner politischen Betätigung ist er bereits mit den spanischen Sicher- heitsbehörden in Konflikt gekommen. 19. Friedrich Kummer war Chefredakteur beim Deutschen Metallarbeiteroerband. Nachdem er in Deutschland sein Tätigkeitsfeld verloren hatte, ging er nach Belgien und gründete ein sog „Jn- ormationsbüro", das eine bestimmte Presse mit Lügenmeldungen über Deutschland versorgt. Kummer gehört auch dem Verband der „Deutschen Journalisten im Ausland" an, in dem die führenden Hetzer der Emigrantenbewegung organisiert inb. 20. Kurt Levy, genannt Lenz, jüdischer Schriftsteller, ehemaliger marxistischer Funktionär. Er wanderte nach dem nationalsozialistischen Um- chwung nach Paris aus und schreibt Hetzartikel ür die Emigrantenpresse. Er betätigt sich an führender Stelle in dem sog. „Deutschen Klub" in Jaris, der als Sammelpunkt der Emigrantenhetzer gegen Deutschland anzusehen ist. 21. Heinz Liepmann, jüdischer Schriftsteller, treibt in aller Welt üble Greuelhetze durch seine Schriften und in öffentlichen Vorträgen. In Holland wurde er wegen Beleidigung des verewigten Reichspräsidenten mit Gefängnis bestraft und nach Belgien abgeschoben. 22. Erika Mann, Schwester des Klaus Mann, der wegen seines deutschfeindlichen Verhaltens bereits durch Bekanntmachung vom 1. 11. 1934 der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt worden ist. Erika Mann ist Leiterin eines im Ausland umherziehenden Kabaretts und geistige Urheberin der in. diesem Unternehmen gezeigten würdelosen Darbietungen, die auf eine Verunglimpfung Deutschlands abgestellt sind und schon wiederholt auch bei ausländischen Besuchern scharfe Ablehnung erfahren haben. 23. Dr. Siegfried Marck, Jude, der früher Universitätsprofessor in Breslau war. Er schreibt für die Emigrantenpresse irreführende und herab- etzende Kritiken über die Zielsetzung der deutschen Regierungsmaßnahmen. Besonders ist er durch einen öffentlichen Vortrag in Paris aufgefallen, wo er unter Mißbrauch seines Rufes als ehemaliger deutscher Universitätsprofessor gehässige Angriffe gegen das Reich richtete. 24. Walter Mehring, jüdischer salonbolschewistischer Schriftsteller, schreibt Hetzartikel in der Prager Emigrantenpresse. ' 25. Creszentia Mühsam ist die Witwe des aus der Münchener Rätezeit bekannten jüdischen Anarchisten Erich Mühsam. Sie verbreitete in Prag Lügengeschichten über das Martyrium ihres Mannes in deutschen Konzentrationslagern und über feine angebliche Ermordung. Ihre unwahren Berichte gaben der Emigrantenpresse neuen Stoff zur Greuelhetze und wurden unter ihrem Namen auch Die ausgesioßenen Hoch- und Landesverräter Oie Begründung zur vierten Ausbürgerungs-Liste. Danzig, 12. Juni. (DNB.) Der Danziger V o l k s t a g trat am Mittwochnachmittag zusammen, um die Erklärung des Senatspräsidenten Greiser über die Maßnahmen der Danziger Regierung entgegenzunehmen. Senatspräsident Greiser betonte zunächst mit großer Offenheit, daß manche harte Maßnahmen der letzten Zeit van einem Teil der Bevölkerung nicht verstanden worden seien, weil die tieferen Ursachen in der überaus schwierigen Struktur der Freien Stadt Danzig lägen. Politik in der augenblicklichen Situation zu machen, bedeute daher für die Nationalsozialisten und Frontsoldaten an der Spitze des Staates Verzicht auf Po- p u I a r i t ä t und lediglich Hingabe an die Gesamtheit mit der nationalsozialistischen Einstellung des Dienens am Dolksganzen zur Herbeiführung einer gesicherten und besseren Zukunft. Der Senatspräsident ging dann auf die Außenpolitik ein, wobei er besonders hervorhob, daß neben den völkischen Beziehungen zu Deutschland auch die Beziehungen zum Völkerbund und zur Nachbarrepublik Polen von gegenseitigem Verständnis getragen seien. Der besondere Dank des Senatspräsidenten galt dem hohen Kommissar des Völkerbundes in Danzig, sowie dem ständigen Berichterstatter für Danziger Fragen in Genf, dem englischen Lordsiegelbewahrer» Eden. Präsident Greiser nahm dann eingehend zur Währungsfrage und zur haushaltpo- in Broschürenform veröffentlicht. 26. Erich Ollenhauer, Funktionär der SPD., gehört zu den Führern der landesoerraterilchen Bestrebungen in der Emigrantenzentrale Prag. 27. Franz Pfemfert, früher Mitglied der Kommunistischen Reichstagsfraktion, war Herausgeber der Hetzzeitschrift „Die Aktion". Seine Veröffentlichungen zeugen von besonders gehässiger Gesinnung. Die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit wird auch auf die Ehefrau, eine jüdische Schriftstellerin, ausgedehnt, die an den deutschfeindlichen Bestrebungen ihres Mannes maßgebenden Anteil hat. 28. Victor Schiff, im Jahre 1921 in Deutschland eingebürgerter Jude, war Redakteur des Berliner „Vorwärts". Seit der nationalen Revolution steht er im Dienst deutschfeindlicher Blätter und zieht in seinen Artikeln in verlogener Weise die Bestrebungen Deutschlands'in den Schmutz. Er tritt gelegentlich auch als politischer Hetzredner aus. 29. Josef Schneider, kommunistischer Schrift- steller und ehemaliger Adjutant von Max Holz. Er hält sich in Moskau auf und verfaßt Hetzschriften. Auch in diesem Falle ist Veranlassung gegeben, die Aberkennungsmaßnahme auf die Ehefrau zu erstrecken. ,pi.f, _, 30. Artur Seehof, kommunistischer Schriftsteller, Jude, ist Mitarbeiter an verschiedenen deutschfeindlichen Zeitschriften. Die gegen den Friedenswillen Deutschlands gerichteten Verdächtigungen machen seine oölkeroerhetzende Tätigkeit besonders verwerflich. , . 31. Justin Steinfeld, ebenfalls ludisch-kom- munistischer Schriftsteller, der fortlaufend hetz- artikel für die Emigrantenpresse schreibt. 32 Paul Westheim, jüdischer Journalist, be- faßt sich besonders damit, in der Emigrantenpresse an der deutschen Kulturpolitik in herabwürdigender und zersetzender Weife Kritik zu üben. 33. Dr. Friedrich Wolf, jüdischer Arzt und Kommunist, hat einen „Aufruf an die Saarbevolke- rung" für die Prager Zeitung „Gegenangriff ver- fafct; der schwerste Beschimpfungen Deut chlands enthält. Auch in anderen Emigrantenzeitschriften sind Hetzartikel von ihm erschienen. 34. Dr. Artur Wolff, jüdischer Rechtsanwalt, der sich früher in der Hauptsache als Verteidiger kommunistischer Verbrecher betätigte. Jetzt tritt er im Ausland als Hetzredner und Verfasser deutschfeindlicher Zeitungsartikel hervor. Er versucht, das Ausland gegen uns einzunehmen, indem er das deut che Volk der Kriegslüsternheit bezichtigt. 35 Dave Yaskiel. Dieser jüdische Kaufmann hat in London eine Zentrale für den Vertrieb deutschfeindlicher Bücher und Zeitschriften eingerichtet und nimmt als Verbreiter von Hetzliteratur niedrigster Art eine monopolartige Stellung em. 36. Dietrich Freiherr von Zedlitz-Neu- kirch trat in Oesterreich unter dem Pseudonym „Baron von Nimmersatt in verschiedenen öffentlichen Versammlungen als Hetzredner gegen Deutschland auf. Die Antworten der engsten Vertrauensmänner unseres Führers, seines Stellvertreters Rudolf Heß, des Ministerpräsidenten Göring und des Botschafters von Ribbentrop, auf die Rede des Prinzen von Wales zeigen, in vollstem Einverständnis mit der Meinung des ganzen deutschen Volkes, daß die deutsche Frontkämpfer-Generation, die das Fundament des neuen Deutschland bildet und der auch die deutsche Jugend in prächtigem Eifer nachstrebt im Dienste des Vaterlandes, den Besuch der Frontkämpfer Englands mit herzlicher Freude willkommen heißen wird. Das deutsche Volk dankt den Ministern Heß und Göring, sowie dem Botschafter von Ribbentrop aber auch für die umgehende Antwort auf die Worte des englischen Thronfolgers, weil aus dieser sofortigen Antwort klar ersichtlich ist, wie ernst und nachdrücklich der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und mit ihm das ganze deutsche Volk jede Gelegenheit sofort benutzen, die geeignet ist, nicht nur das deutsche Volk, sondern die ganze Welt auf dem Wege zu einem endgültigen Frieden der Ehre und der vollen Gleichberechtigung einen weiteren Schritt voran zu bringen. König Georg von England erkrankt. London, 12. Juni. (DNB.) König Georg von England, der sich zurzeit auf feinem Schloß in Sandringham befindet, leidet an „Brauch i a l k a t a r r h. Die Aer^te haben ihm eine mindestens zweiwöchige Ruhe verordnet. König Georg hat seine Verpflichtungen für die nächste Zeit abgesagt. Der Umstand, daß die Königin heute von Sandringham nach London zurückkehrt, wo sie an den am Donnerstag stattfindenden Hofball teilzunehmen beabsichtigt, wird in London als sicheres Zeichen dafür ausgelegt, daß das Befinden des Königs zu ernsten Beunruhigungen keinen Anlaß gibt. Schon in der vorigen Woche hatte sich der König eine leichte Erkältung zugezo- gen und war seitdem regelmäßig unter ärztlicher Beobachtung. In Hofkreisen wird darauf hingewiesen, daß der Gesundheitszustand des Königs vermutlich mehr unter den anstrengenden Pflichten der vergangenen sechs Jubiläumswochen, als durch den Bronchialkatarrh gelitten hat. Man ist überzeugt, daß er sich nach einer längeren Ruhepau e wieder völlig erholen wird. „Wenn diese Gesetze der härtesten Not", so schloß Präsident Greiser unter starkem Beifall diesen Teil seiner Erklärung, „auch in das Schicksal einzelner Staatsbürger eingreifen, so spielt das für mich keine Rolle; denn das Schicksal Danzigs und seiner Bevölkerung ist mir wichtiger als Einzelschicksale. Im Zeichen der Not kann man nicht Rücksicht auf Einzelne nehmen; denn Not biegt nicht nur Theorien, sondern bricht Eisen." Der Senatspräsident machte dann nähere Mitteilungen über das einschneidende Sparprogramm, das die Danziger Regierung in Aussicht genommen habe, um ihrerseits in der Opferleistung der Gesamtheit ooranzugehen. Er kündigte im Personalhaushalt eine Einsparung von mindestens 100 Lehrern und mindestens 500 Beamten an. Alle diese Personen werden Gelegenheit erhalten, außerhalb der Danziger Landesgrenzen eine wirtschaftliche Besserstellung zu erreichen. Weiter werden nach der Erklärung des Senatspräsidenten diejenigen Pensionäre, die von Deutschland abhängen, sich mit dem Gedanken vertraut machen müssen, die ihnen rechtlich vom Reich zu zahlenden Rentenbezüge im Reiche zu verzehren. Ferner sollen noch mehr als bisher Erwerbslose ausfindig gemacht werden, die sich freiwillig bereiterklären, Arbeit außerhalb der Danziger Landesgrenzen anzunehmen. Außerdem soll, ähnlich wie es teilweise bereits beim Freiwilligen Arbeitsdienst in die Wege geleitet wurde, auch der staatliche Arbeitsdienst, soweit seine Mitglieder sich dazu freiwillig bereit erklären, in Deutschland untergebracht werden. Schließlich werden auch Eingriffe und Sparmaßnahmen auf kulturellem Gebiet, insbesondere beim Theaterwesen und bei der Technischen Hochschule, durchgeführt werden müssen. Die nationalsozialistische Danziger Regierung, die eine ungeheure Aufbauarbeit geleistet habe, beweise, daß sie gewillt fei, in dieser kritischen Situation unerbittlich durchzugreifen. Im Zusammenhang mit der Bekanntgabe des Sparprogramms richtete Senatspräsident Greiser einen nachdrücklichen Appell an die Oppositionsparteien. Er betonte, daß die Einsparungsmöglichkeiten, soweit sie den geplanten Beamtenabbau betreffen, z. T. von einer Aenderung der Verfassung abhängig sind. Er werde der Opposition Gelegenheit geben, zu den hierzu erforderlichen Gesetzentwürfen Stellung zu nehmen. Wenn die Opposition jedoch ihre Mitarbeit in der Stunde der Not dem Staate gegenüber versagen sollte, so würden andere Wege gesucht werden müssen, um den Staat vor Schaden zu bewahren. Senatspräsident Greiser schloß mit einem eindringlichen Appell an den gesunden Instinkt der Bevölkerung. Er, der Präsident, fei absolut bereit, mit jedem zufammenzuarbeiten, der sich feiner Verantwortung gegenüber feiner Heimat Danzig bewußt sei. Die Danziger Vevölkerung werde sich durch materielle Sorgen nicht niederzwingen lassen, sondern Danzig sich selbst und damit dem Deutschtum erhalten. Die große Mehrheit des Volkstages nahm die Erklärung des Senatspräsidenten mit lang anhaltendem Beifall auf. Auf Antrag der nationalsozialistischen Fraktion beschloß das Haus, zur B e - sprechung der Erklärung des Senatspräsidenten zusammenzutreten, sobald die an- gekündigten Spargesetze fertig vorliegen. Lester und Papee bei Genatspräsident Greiser. Danzig, 12. Juni (DNB.) Der Danziger Senatsprästdent Greiser empfing heute, Mittwoch früh, den Kommissar des Völkerbundes, Lester, sowie den diplomatischen Vertreter der Republik Polen, Minister P a p 6 e , um ihnen offiziell Mitteilung von der heute früh erfolgten Einführung der Devisenbewirtschaftung in Danzig zu machen. Or. Schacht am Freitag in Danzig. Berlin, 12. Juni (DNB.) Am Freitag dieser Woche wird Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht in Ausführung der seit längerem gehegten Absicht den Besuch des Danziger Notenbankpräsi- denten Dr. Schäfer in Danzig erwidern. Die Danziger Handelskammer hat aus diesem Anlaß Herrn Dr. Schacht gebeten, an einem Empfangsabend eine Ansprache zu halten. Der Reichsbankpräsident wird diesem Wunsche entsprechen und zweifellos dabei auf die wirtschaftliche und finanzielle Lage Danzigs eingehen. Ein bezeichnender Widerruf. So werden Greuelmeldungen fabriziert. Danzig, 12. Ium. (DNB.) Der südslawische Staatsangehörige Eduard P e n k a l l a , Berliner Korrespondent des „Neuen Wiener Tagblattes", der in Danzig wegen Verbreitung unwahrer Meldungen über die politische Lage in Haft genommen worden war, ist am Mittwochmittag auf freien Fuß gesetzt worden. Auf besondere Veranlassung des Präsidenten des Senates, Greiser, wurde die gegen Penkalla verfügte Ausweisung als lästiger Ausländer aufgehoben, nachdem Penkalla mündlich und schriftlich dem Präsidenten folgende Erklärung abgegeben hatte: „Sehr geehrter Herr Präsident! Als Berichterstatter, der im Auftrage seiner Redaktton nach Danzig gekommen ist, bin ich tendenziösen und unwahren Informationen zum Opfer gefallen, die ich, da sie aus dem Munde eines Fraktionsführers stammten, im guten Glauben z. T. für einen telephonischen Bericht verwandt habe. Auf Grund dieses Berichtes, der ausschließlich auf den Informationen des Fraktionsvorsitzenden der Deutschnationalen, Rechtsanwalt Weise, beruhte, habe ich mich, da ich mich einseitig informiert habe, eines schweren Fehlers schuldig gemacht. Ich erkläre hiermit, daß ich in keiner Weise irgendwelche persönlichen Angriffe gegen Sie, verehrter Herr Präsident, noch gegen Mitglieder der Danziger Regierung richten wollte, und daß mir eine Herabsetzung der Regierungsmaßnahmen fern liegt. Aus freien Stücken erkläre ich mich bereit, meine journalisttfche Unterlassung wieder gut- z u m a ch e n und in den Spalten meiner Zeitung der Wahrheit Raum zu geben. Mit vorzüglicher Hochachtung gez. Eduard Penkalla. Abessiniens Wirtschaft und Währung Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter. Was ist das für ein Land, um das augenblicklich so gestritten wird, daß dieser Streit die Ruhe Europas ernstlich zu stören droht? Es ist eines der wenigen unabhängigen Reiche, die es in Afrika heute noch gibt. Etwa zweieinhalbmal so groß wie Deutschland, zählt es nur ungefähr 15 Millionen Einwohner. Trotzdem ist es für afrikanische Verhältnisse dicht besiedelt. Im Gegensatz zu seinem Nachbarlande Aegypten, dessen fruchtbarster und kulturfähigster Teil das Niltal ist, ist Abessinien em Hochland. In seinen Gebirgen entspringen der Blaue Nil und andere Flüsse, die mit ihrem Wasser den Nil speisen. Das außerordentlich fruchtbare Land ist die Heimat des Kaffees. Es führt außerdem in größeren Mengen Häute und Felle, Wachs, Elfenbein und andere Rohstoffe aus. Abessinien ist ferner sehr reich an Vieh und Wild. Es hat auch bedeutende Mineralschätze, die aber zum größten Teil noch unausgenützt sind. Das Volk, das Abessinien beherrscht, ist semitischen Stammes, aber stark mit Hamiten vermischt. Es zählt nur etwa eine Million Köpfe, ist also den anderen Bewohnern des Landes insbesondere den Negern, an Zahl unterlegen. Die Staatsreligion ist die des Herrschervolks, nämlich die christlich-koptische. Doch sind große Telle der Bevölkerung Mohammedaner oder Heiden. Die Hauptstadt Addis-Abeba, der Sitz der abessinischen Herrscher, zählt nur etwa 50 000 Einwohner, ist aber auch der Hauptsitz des abessinischen Handels. Das wichttgste Zahlungsmittel ist in Abessinien der Silbertaler, und zwar sind insbesondere zwei Arten Taler von ungefähr gleichem, ziemlich hohem Silbergehalt verbreitet: der alte Mariatheresien- taler, der noch immer in Wien geprägt wird, und der neuere Meneliktaler. Auch die im Umlauf befindlichen Papiernoten der Staatsbank von Abessinien lauten auf Silbertaler. Abessinien hat also eine Silberwährung. Der vorhandene Bestand von Sll- bertalern deckt den Bedarf des einheimischen Handels an Zahlungsmitteln reichlich, so daß seit zwei Jahren keine Mariatheresientaler mehr aus Wien bezogen zu werden brauchten. Die Kaufkraft des Silbertalers ist in Abessinien sehr hoch. Mit 12 Talern kann der Eingeborene noch heute ein Jahr lang seinen notdürftigen Lebensunterhalt bestreiten. Die Bevölkerung ist im allgemeinen sehr bedürfnislos, und im größten Teil des Landes herrscht noch reine Naturalwirtschaft. Im Verkehr mit dem Auslande wird der abessinische Silbertaler meist am englischen Pfund gemessen. Bis zum vorigen Jahre erhielt man für ein Pfund Sterling etwa I6V2 Taler. Im letzten Jahre ist aber infolge der amerikanischen Silberaufkäufe und der Steigerung des Silberpreises auch der Kurs des abessinischen Talers gestiegen. Man erhält daher zur Zeit für das englischen Pfund nur 14V2 abessinische Silo er - taler. Neben dem Silbergeld sind im Lande Nickel- münzen im Umlauf, deren Wert jedoch ebenfalls der Silberwährung angepaßt ist, und für die im privaten Warenhandel nur eine beschränkte An- nahmeverpftichtung besteht. Die abessinische Staatsbank, die „Bank of Ethio- pia", arbeitet mit einem Aktienkapital' von 750 000 englischen Pfunden. Doch ist nur etwa ein Drittel dieses Kapitals tatsächlich eingezahlt. Die Bank hat bisher nur eine verhältnismäßig kleine Anzahl von Banknoten (etwa 3,3 Millionen Taler) in Um« lauf gesetzt. Vor einigen Jahren hat sich die abeffi- nische Regierung sehr bemüht, von der Silber- zur Goldwährung überzugehen. Sie hat zu diesem Zweck einen amerikanischen Finanzberater berufen, der ein neues Währungsprogramm für Abessinien aufstellte. Es umfaßte u. a. die Ausgabe von neuen Noten auf Goldbasis. Die internationalen Währungswirren haben jedoch die Durchführung dieses Planes unmöglich gemacht. In währungspolitischer Hinsicht hat sich Abessinien in den letzten Jahren immer mehr an England angelehnt. Auch der wirtschaftliche Einfluß Englands ist in Abessinien über- ragend. Italien hat auf wirtschaftlichem Gebiet hier nur geringe Erfolge erzielen können. Bei der Beurteilung des abessinischen Problems darf man die enge wirtschaftliche Verbindung, die zwischen Abessinien und dem von England beherrschten Aegypten besteht, nicht unbeachtet lassen, denn diese Verknüpfung beruht auf der natürlichen geo- graphischen Lage und wird daher mit der zunehmenden wirtschaftlichen Entwicklung Abessiniens an Bedeutung noch gewinnen. AbslimmuiWn auf dem französischen sozialistischen Parteitag. Paris, 13. Juni (DNB.) Der s o z i a l i st i s ch e Parteitag in Mülhausen nahm am Mittwochabend die Mandatsabstimmung über die vorliegenden Entschließungen zur Machtergreifung vor. Die meisten Mandatsstimmen, nämlich 2025, vereinigte der von den nordfranzösischen Sozialisten vorgelegte Text, der die Machtergreifung von der ZustimmungderMehrheitdesLandes zu dem marxistischen Gedanken abhängig macht. 777 Mandatsstimmen fielen dem Text der Anhänger des sozialistischen Kampfes und der Befürworter des Aufstandes zu. 105 bzw. 83 Mandatsstimmen entfielen auf zwei Texte der noch weiter links eingestellten Elemente der Partei, die sich dem Bolschewismus nähern. 229 Mandatsstimmen enthielten sich, 58 waren bei der Abstimmung nicht vertreten. , Angenommen wurde außerdem em vom Ent- schließungsausschuß mit allen, außer den Stimmen der Bolschewistenfreunde, angenommener Text des Abgeordneten Vincent Auriol, der besagt, daß die Sozialistische Partei sich auf eine Links - Mehrheit stützen und in der Regierung eine sozialistische Aktion anführen muhe. Schließlich hat der Parteitag sich mit 2117 Mandatsstimmen für die Gewährung des Frauenstimmrechts ausgesprochen. 729 Stimmen lauteten dagegen, 273 enthielten sich. Gegen das litauische Gewaltregiment in Memel. Memel 12. Juni (DNB.) Am Mittwoch fand in Memel eine S t a d t v e r o r d n e t e n s l tz u n g statt zu der von 40 Stadtverordneten 30 erschienen mären banon sieben Litauer. Sechs Stadtverordnete gehören bekannlich zu den Verurteilten des fam« fett«“» Beschluß, den unrechtmäßig fernes Amtes enthobenen Oberbürgermeister Dr. Brindlinger an der Ausübung des Amtes nicht zu hindern. Die Einsetzung des Großlitauer Victor G a i l i u s als kommissarischer Oberbürgermeister wurde a b g e l e h n t und damit der Magistratsbeschluß vom 5. Juni gebilligt, wonach die Ernennung des Gailius den Gesetzesbestimmungen nicht entspricht. Oberlindober zum Besuch der englischen Frontkämpfer. Berlin, 12. Juni (DNB.) Reichskriegsopferführer O b e r l i n d o b e r hat zu der Ankündigung der englischen Frontkämpferorganisation British Legion, Vertreter zu einem B e - such nach Deutschland zu entsenden, folgende Erklärung abgegeben: „Die deutschen Frontkämpfer freuen sich auf den Besuch, den die englischen Frontkämpfer angekündigt haben. Sie wissen, daß beide Nationen in allen entscheidenden Fragen auf die gewichtige Stimme ihrer besten Söhne hören werden. Es ist zu hoffen, daß diese Zusammenarbeit der deutschen und englischen Frontkämpfer ein weiterer Schritt zur Erreichung freundschaftlicher Zusammenarbeit der europäischen Kulturnationen sein wird. Die deutschen Frontkämpfer begrüßen den Schritt der englischen Frontkämpfer ebenso wie sie das Angebot der Zusammenarbeit mit den Frontkämpfern aller übrigen Nationen stets freudig begrüßen werden. Möge die Jugend aller Länder, die sich gegenseitig bekämpft hat, diesen Schritt der Frontkämpfer auf dem Wege zum Frieden auch zu dem ihren machen." Der Kyffhciuserbund begrüßt englischen Frontkämpfer-Vesuch. Berlin, 12. Juni. (DNB.) Der Bundesführer des Kyffhäuferbundes Oberst Reinhardt hat zu der Ankündigung der englischen Frontkämpferorganisation der British Legion, Vertreter zu einem Besuch nach Deutschland zu entsenden, folgendes erklärt: Wir begrüßen selbstverständlich den Vorschlag des Prinzen, und wir würden uns sehr freuen, Vertreter der British Legion hier in Berlin zu einer freundschaftlichen Erörterung aller Angelegenheiten zu empfangen, die dazu beitragen können, den Frieden in der Welt zu sichern. Wir haben viele Enttäuschungen in der Vergangenheit erlebt, aber wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Kein Soldat will einen neuen Krieg, wenigstens kein alter deutscher Soldat. Wir begrüßen die Aeußerungen des Prinzen um so mehr, als er genau unsere eigenen Gefühle zum Ausdruck bringt. s. In Schutzhaft genommen. Karlsruhe, 12.Juni. (DNB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, hat sich die Geheime Staatspolizei bereits feit Monaten veranlaßt gesehen, dem Auftreten des Landesführers Baden des N S D F B. (Stahlhelm), Dr. Wenzel, besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dr. Wenzel hat trotz wiederholter Warnungen in seinen Reden in Mit- aliederversammlungen in zersetzender und staatsfeindlicher Weise Persönlichkeiten und Einrichtungen der Bewegung und des Staates angegriffen. Wenzel muß zu der kleinen Clique reaktionärer, dem nationalsozialistischen Staate feindlich gesinnter Elemente gezählt werden, die ihre Mitarbeit darauf beschränken, schärfste und kleinliche Kritik zu üben und die geflissentlich die Erfolge der Aufbauarbeit des Dritten Reiches übersetzen. Der Fortsetzung des staatsgefährdenden Treibens Dr. Wenzels konnte nur durch feine Jnfchutzhaftnahme ein Ende gemacht werden. Diese Maßnahme wird dazu beitragen, eine weitere Beunruhigung und Aufputschung in den Reihen des NSDFB. (Stahlhelm), Landesgruppe Baden, der in erdrückender Mehrheit treu zum nationalsozialistischen Staat steht, zu verhin- oern. Das Chaco-Abkommen unterzeichnet. Aber vorläufig Fortsetzung der Feindseligkeiten. Asuncion, 13. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das Außenmini st erium veröffentlicht folgende kurze Mitteilung: „Der heldenmütige, im Kriege siegreiche paraguayische Soldat hat den Frieden für das Vaterland erobert. (Ein Abkommen b e - endet den Streit mit Bolivien. Es ist um 12 Uhr in Buenos Aires unterzeichnet worden." Das ganze diplomatische Korps begab sich am Donnerstag in den Regierungspalast und sprach dem Präsitzenten A j a l a die Glückwünsche der auswärtigen Regierungen aus. Obwohl auf Grund des Abkommens die Feindseligkeiten bereits am Freitagmittag eingestellt werden müssen, ging der Krieg in Chaco einstweilen weiter. Die Paraguayer hoffen, bis zum Inkrafttreten der Waffenruhe noch den Ort Ravelo besetzen zu können. Jubel in Paraguay. Asuncion, 13. Juni. (DNB. Funkspruch.) Ganz Paraguay steht vollkommen unter dem Eindruck der Unterzeichnung des Abkommens über die Waffenruhe im Chaco. Die Bevölkerung eilte beim Bekanntwerden der Nachricht in großer Erregung auf die Straßen und gab ihrer Freutze über das bedeutsame Ereignis jubelnd Ausdruck. Die Häuser tragen allenthalben reichen Flaggen- schmuck; für den Abend ist ein großes Feuerwerk und Festbeleuchtung vorgesehen. Dem Kongreß ging ein Antrag zu, den Oberbefehlshaber im Chacokrieg, General (Eftlgar- ribia, zum „Marschall von Paraguay" zu ernennen, die höchste militärische Ehrung, Oie das Land zu vergeben hat. Aus aller Wett. Glänzender Verlauf der Marine-Bolkswoche. In Kiel hatten Taufende von Volksgenossen in diesen Tagen zum erstenmal Gelegenheit, einen Einblick in das Leben unserer blauen Jungen zu bekommen. Wie im Film rollte sich dem Besucher der Marinevolkswoche das Leben unserer Marine vom Wecken bis zum Zapfenstreich ab. Zu den Schauvorführungen waren Zehn- taufende gekommen. Sie wohnten zuerst dem Geschützexerzieren bei. Gewaltig war der Eindruck bei tzer Besichtigung der Kriegsschiffe. Auf allen Schiffen grüßten Erinnerungszeichen an die Heldentaten der Traditionsschiffe. Von Bord des Kreuzers „Köln" aus wurden Torpedos abgefchoffen. Auf einem Taucherboot führten Taucher Uebungen aus. Auf „Gorch Fock", dem Segelschulschiff der Kriegsmarine, wurden Segel gesetzt. Gespannt wurde ein Rettungsmanöver „Mann über Bord" verfolgt. Heiterkeitsstürme löste eine wohlgelungene Aequa- tortaufe vor dem Segelschulschiff „Gorch Fock" aus. Neben diesem luftigen Treiben hatte man Gelegenheit, schöne und wertvolle Ausstellungen Der Kriegsmarine zu betrachten. Als die Massen abends zur Stadt zurückfluteten, bot sich im Hafen noch ein großartiges Schauspiel. Auf Kreuzer „Leipzig" wurde ein Fliegerabwehrmanöver vor- aeführt. Dann zog langsam ein stolzes Wikingerschi st an der kilometerlangen Uferpromenade vorbei. In Anwesenheit des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Admiral Dr. R a e d e r, und des Reichssportführers von Tfchammer und O st e n wurde die erste internationale Marinepokalsegelwettfahrt um den „Hindenburg- Erinnerungspokal" eröffnet. Zum erstenmal wurde ein solches Rennen von den Offiziersmannschaften der Kriegsmarine von fünf verschiedenen Nationen gusgetragen; es starteten: Schweden, Holland, Dänemark, Polen und Deutschland. Die Entscheidung des spannenden Rennens fiel erst ganz zum Schluß. Nachdem die Führung zwischen Schweden uno Deutschland mehrmals gewechselt hatte, kamen die beiden Boote auf gleicher Höhe an der letzten Tonne vorbei; erst auf den letzten Metern schoß das deutsche Boot in Front und siegte mit Sekundenbruchteil. Das Ergebnis der ersten Wettfahrt: 1. Deutschland („Atair", Ruderführer Korvettenkapitän R o l l m a n n); 2. Schweden; 3. Dänemark; 4. Polen; 5. Hollantz. llebersührung bet sterblichen Ueberresle Ernst Poehners nach München. Nach achtjähriger Grabesruhe in fränkischer Erde wurden die st erblichen Ueberreste Ernst Poehners, eines der treuesten Mitkämpfer Adolf Hitlers, von Burg Hoheneck nach München überführt. Ernst Poehner war Münchener Polizeipräsident unter der am 9. November 1923 von Adolf Hitler ausgerufenen nationalen Regierung. Die Ueberführung auf den Münchener Waldfriedhof erfolgte auf Wunsch der Witwe Poehners. Poehner wurde nach seinem Ableben auf dem Münchener Waldfriedhof beigefetzt. Wie erinnerlich, verlangte der damalige Münchener Stadtrat die Entfernung der Inschrift an Poehners Grab, die den Toten „Vorbild treuester Pflichterfüllung für das dankbare Vaterland" nannte. Statt die Grabschrift nach dem Verlangen des Stadtrates von München zu entfernen, hatten Poehners Getreue den Leichnam einst geholt und in Gegenwart des Führers in die Erde des nationalsozialistischen Frankenlandes gebettet. Die Vereinigung der reichsdeulschen Presse In Dien ehrt Dr. harlmeyer. In der Generalversammlung der Vereinigung der Berichterstatter der reichsdeutschen Presse in Wien wurde von mehreren Retznern der großen Verdienste des ausgewiesenen bisherigen Vorsitzenden, Dr. H a r t m e y e r, um die Vereinigung und die Interessen der reichsdeutschen Presse in Oesterreich gedacht. Dr. Hartmeyer, tzer sich diese Verdienste in fast 30jährigem Aufenthalt in Oesterreich erworben Ijat, wurde einstimmig zum Ehrenmitglied tzer Vereinigung gewählt. Bei der dann vorgenommenen Neuwahl des Vorstandes wurde Hermann von R i t g e n (Deutsches Nachrichtenbüro) zum Vorsitzenden, Dr. Walter Lohmann (Völkischer Beobachter) und W. von Heimburg (Scherl) zu seinen Stellvertretern, und als weitere Vor- stantzsmitglieder Dr. Gerard A i ch i n g e r (Deutsches Nachrichtenbüro) und Eduard Springer (Kölnische Zeitung) gewählt. Dichtiger Fund aus der nordischen Steinzeit. Eine wichttge vorgeschichtliche Entdek- kung wurde auf dem Grundstück des Johann Wilkens in Wiepenkathen bei Stade in Hannover gemacht. Der Landarbeiter Klaus D e e d e fand dort beim Torfstechen einen jungsteinzeitlichen Feuer st eindolch, wie er für die Kultur tzes Volkes der Hünengräber kennzeichnend ist, die vorn 4. bis 2. Jahrtausend v. Chr. als Vorfahren der Germanen Norddeutschland und Südskandinavien bewohnten. Das Erstmalige und Einzigartige an diesem Waffenfund ist, daß durch die konservierende Wirkung des Moores außer der eigentlichen Dolchklinge aus Feuerstein auch der hölzerne Griff, eine verzierte Scheide aus Leder und ein lederner Tragriemen erhalten sind, so daß die Kenntnis der Kultur unserer nordischen Vorfahren wieder um einen bedeutsamen Fund reicher ist. Das seltene Fundstück, dessen Bedeutung von Lehrer C a s s a u zuerst erkannt wurde, wird zur Zeit in den Werkstätten des „Reichsbundes für Deutsche Vorgeschichte" fachmännisch präpariert. Raubmord in Altona. Ein Wächter der Wach- und Schließgesellschaft fand auf feinem Rundgang den Gastwirt E ck h o f f, tzer der Inhaber des Lokals „Zur Wilhelmshöhe" in Altona ist, ermordet auf. Die Ermittlungen tzer Mortzkommifsion ergaben, daß Eckhöff von einem Gast niedergeschlagen und beraubt worden ist. An den Verletzungen ist der Ueberfallene kurz darauf gestorben. Auf Grund der am Tatort Vorgefundenen Spuren konnte der Täter in der Perfon des Günther Buell aus Altona nach etwa fünf Stunden ermittelt und festgenommen werden. Am Tatort legte Buell ein umfassendes Geständnis ab und gab zu, das Lokal mit der Absicht betreten zu haben, den Inhaber zu ermorden und zu berauben. Don dem geraubten Geld konnten bei ihm noch über 400 Mark vorgefunden werden. Schweres Anwetter in Sachsen. Bei einem über dem Lößnitztal bei Chemnitz nie- bergegangenen Gewitter mit Hagelschlag und wolkenbruchartigem Regen wurde großer Sachschaden angerichtet, Felder und Wiesen wurden verwüstet und die Ernte teilweise vernichtet. Besonders schwer wurden die Ortschaften Gahlenz, Hammer- leubsdorf und Langenau betroffen, wo sich die Bergbäche in reißende Flüsse verwandelten. Obwohl das Unwetter kaum eine halbe Stunde währte, ist der Schaden sehr groß, da viele Kleinbesitzer den Verlust der ganzen Ernte zu beklagen haben. Obecheffen Landkreis Gießen. Stunden in fröhlicher Nachfeier bei Kaffee und Kuchen und frohem Liederklang im Pfarrhaus zusammen. Die Schulkinder trugen durch einige schone Lieder zur Unterhaltung bei. Diese schöne Feier, die viel Anklang gefunden hat, soll nun eine ständige Einrichtung in unserer Gemeinde werden. Havre an. Die Gegend von Toulouse durch Hagel verwüstet. Ein heftiger Hagelschlag vernichtete in der Gegend von Toulouse innerhalb einer Viertelstunde die Ernte von etwa 20 Ortschaften. Auf einem 5 Kilometer breiten Streifen war der Boden mit Hagelschlossen bis zu Nußgröße teilweise 15 Zentimeter hoch bedeckt. Die Weinstocke sind in der ganzen Umgegend vernichtet, die Obstbäume und Sträucher stehen entblättert da und das Getreide auf den Feldern ist zerschlagen. Der Schaden wird auf mehrere Millionen Franken geschätzt. Feuersbrunst in einer ungarischen Ortschaft. — Dreißig Wohnhäuser eingeäschert. In der ungarischen Ortschaft Tapolka am Plattensee brach aus unbekannter Ursache ein Groß- feuer aus, dem schnell 30 Wohnhäuser zum Opfer fielen. Explosion an Bord eines finnischen Segelschiffes. — Zwei Tote, zwei Schwerverletzte. Auf dem zur Zeit in Belfast liegenden finnischen Segelschiff „Herzogin Cäcilie" explodierte ein Hilfsmotor. Zwei Besatzungsmitglieder wurden g e - tötet und zwei Mann erlitten schwere Ver- kreis Alsfeld. 0 Alsfeld, 12. Juni. Einen stimmungsvollen und volkstümlichen Johan n-S e b a st i a n-B a d)i = abend veranstaltete die hiesige NS.-Frauenschaft \ im hiesigen Gemeindehaus. Zur Einleitung des : Abends gab Fräulein Eidenmüller von der hiesigen Stadtschule in einem fesselnden Vortrag ein ausgezeichnetes Lebensbild des großen Meisters. Mit einigen Stücken von Bach, Orgelpräluüium, Toccate und eine Arie aus der Matchäuspassion, sowie mit einigen der bekanntesten Lieder von Bach führte die Vortragende ihre Zuhörer in das Reich der Bachschen Musik ein. Der Abend wurde stimmungsvoll umrahmt durch Gesangsvorträge von Frau Re usch er, Frau K li n g e l h ö f f e r und Frau Schachtschneider. Fräulein S e y f f a r t h erfreute, wie schon öfters, durch ihr schönes Violin- spiel und Fräulein S t o l l als Begleiterin am Klavier. Die Ortsgruppenleiterin, Frau Hörr, sprach am Schluß der Veranstaltung allen Mitwirkenden den Dank aus, zugleich mit dem Wunsche, daß man solche schöne Abende noch öfters in der NS.-Frauen- schaft erleben möge. < Alsfeld, 12. Juni. Das historische Seminar der Universität Marburg unter Leitung von Universitätsprofessor Dr. Stengel besuchte am vergangenen Samstag unsere Stadt und besichtigte unter sachkundiger einheimischer Führung die Sehenswürdigkeiten der Stadt, darunter mit besonderem Interesse den Marktplatz, die Rittergasse, das Rathaus und die Walpurgiskirche. Die Teilnehmer befanden sich auf der Rückreise von einer Studienfahrt durch Thüringen. y Alsfeld, 12. Juni. In der Frühe des zwei- ten Pfingstfeiertages hielt der hiesige „Gesangverein' Liederkranz-Harmonie" sein althergebrachtes Singen auf dem Frauenberg am Friedhof ab. Zahlreiche Zuhörer hatten sich eingefunden. Der Sängerchor ehrte zunächst das Andenken an die gefallenen Alsfelder Helden des Weltkrieges mit einem stimmungsvollen Chor in der als Ehrenmal für die Gefallenen umgestalteten Friedhofskapelle. Dann traten die Sänger unter die große, Jahrhunderte alte Linde in der Mitte des Friedhofes und sangen dort mehrere Chöre. Nach altgewohnter Weise begab sich die Sängerschar alsdann in den benachbarten Bückingschen Garten, um dort t im Anblick der Stadt ihre Lieder erklingen ■ zu lassen. Der kommissarische Kreiswalter überreichte , drei verdienten Sängern die silberne Ehrennadel ! des Hessischen Sängerbundes. letzungen. Die „Herzogin Cäcilie", früher ein deutsches Schiff, ist eines der Segelschiffe die sich jedes Jahr an dem Segler-Rennen von Australien nach England beteiligt haben. Zugzusammenstoh in Ostsibirien. — Fünf lote, 28 Verletzte. In der Nähe von Blagowestschens (Amurgebiet) erfolgte ein Zusammenstoß zwischen einem Güter- und einem Personenzug. Nach den bisherigen Mitteilungen forderte das Eisenbahnunglück fünfTodesopfer unter den Reisenden, wahrend weitere 28 Reisende teils schwerer, teils leich- ter verletzt mürben. Sie L°-°mvtwen beider Züge und acht Wagen wurden stark beschädigt. Kunst und Wissenschaft. Der Adlerschild für den Historiker Heinrich Fmck zum 80. Geburtstage. Der Führer und Reichskanzler hat dem Geschichtsforscher Geheimrat Professor Dr. M., Dr. theol. e. h., Dr. jur. e. h. und Präsidenten der Gor- res-Gesellschaft Heinrich Finke m Freiburg i. Br. zu seinem 80. Geburtstag den Adler child des Reiches mit der Inschrift: „Heinrich Finke dem verdienten deutschen Geschichtsforscher' verliehen und mit einem persönlichen Glückwunschschreiben uber- sandt. Dr. Schlösser stellvertretender Präsident der Reichstheaterkammer. Der Präsident der Reichstheaterkammer, Ministerialrat Otto Laubinger, hat das Präsidialrats- mitqlied Reichsdramaturgen Dr. Schlosser ms stellvertretenden Präsidenten der Reichstheaterkam- mer berufen. Das literarische Derk Pilsudfkis. Eine Gedenkausgabe des polnischen Staates. Eine Gesamtausgabe der literarischen Arbeiten des Marschalls P i l f u d f k i wird zum Herbst auf Kosten des polnischen Staates heraus- qeqeben werden. Die Auflage ist auf eme halbe Million Exemplare festgesetzt, und das vielbändige Werk soll zu einem so geringen Preis verkauft werden, daß die breitesten Schichten der Bevölkerung es erwerben können. Zwei Familienväter vom Blitz erschlagen. lieber Auerbach bei Zwickau ging ein schweres Gewitter mit Wolkenbrüchen und Ha- q e l s ch l ä g e n nieder. Zwei Männer, der 62jahrige Richard Ernst Tietz aus Friedrichsgrün bet Zwickau und der 56jährige Kurt S ch w ab e aus Reinsdorf wurden auf dem Wege zum Bahnhof vom Blitz getroffen und auf der Stelle getötet. Die Getöteten hinterlassen neun bzw. sieben zum Teil erwachsene Kinder. Gasvergiftungen bei einem Gewitter. Bei der Gasmaskenfabrik Straschitz ösllich von Pilsen erlitten 22 Personen durch Gasschwaden, die während eines heftigen Gewitters aus einem beschädigten Gasballon ausstromten, Dergif- t u n g e n. Alle mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Hochwasser in Tirol. — Fünf Todesopfer. Das Hochwasser, das die Tiroler Flüsse infolge der Schneeschmelze seit einigen Tagen fuhren, hat bereits fünf Menschenleben gefordert. In der Nähe von Innsbruck ertranken drei Burschen im Alter von 12 bis 18 Jahren beim Baden im hochgehenden Inn. Der Fluß überschwemmte einen Teil einer Stadtrandsiedlung. Im Stadteil St. Nikolaus drang das Wasser in die Keller und niedrig- gelegenen Wohnungen. In Osttirol stürzten bei Lienz ein Schlossermeister und sein Lehrling mit einem Kraftrad in die Jsel. Sie verschwanden sofort in den wilden Fluten und konnten nicht mehr gefunden werden. Riesenprozeh gegen zwei jüdische Grohschieber in Dien. Ein Riesenbetrug am Lande Oberösterreich, bei dem dieses durch die Machenschaften zweier Bankiers um einen Betrag von drei Millionen Dollar geschädigt wurde, beschäftigt jetzt em Wiener Schöffengericht. Angeklagt sind die beiden fudischen Bankiers, Vater und Sohn, Alma, die 1924 bet einem amerikanischen Bankinstitut eine Anleihe von fünf Millionen Dollar für das Land Oesterreich vermittelt hatten. Später waren die beiden mit der Konvertierung der Anleihe betraut worden. Sie nahmen dabei die im Auftrage des Landes Oberösterreich ausgegebenen Schuldverschreibungen in ihre treuhändige Verwaltung. Als sie dann später durch gewagte Spekulationen in Geldschwierigkeiten kamen, verpfändeten sie die Landesobligationen, die einen Wert von drei Millionen Dollar darstellen. Der riesige Schwindel kam schließlich ans Tageslicht. Der Hauptschuldige Dr. Hans Alma floh, wurde aber in Portugal verhaftetund nach Oesterreich ausgeliefert. Nach mehrjähriger Untersuchung wurde nunmehr die Anklage erhoben. Die „Normandie" konnte die Rekordgeschwindigkeit nicht hatten. 4t Ober-Ohmen, 12.Sunt. An Pfingsten murte hier unsere übliche D orfti rm - - begangen die sich, begünstigt von pradjitgem 8curtagsroett6r, zu einem dörflichen Volksfest gestaltete. Nach altem «Braud) wurde „die Kirmes" am zwei en Feiertag „ausgegraben" und unter Musikbegleitung m der Kiepe eines voranschreitenden Clown Md, tan Kirmeslokal getragen. Die „Beerdigung fand am Mittwochmorgen unter den üblichen narrischen Zere monien nach volkstümlicher Überlieferung statt. Im Gegensatz zu den früher üblichen einzelnen Hausständchen am Morgen des dritten Feiertags brach die Kapelle Daubert (Ulrichstein) an den ver- schiedensten Stellen des Dorfes Platz Eon 3 e r t e zu Gehör, die den ungeteilten Beifall der Einwohner landen. — Gleichlaufend mit dem Kurvenausbau hat nunmehr auch die O b e r fl ä ch e nb e h an0 - tun q der Ohm ft raße mit Kaltasphalt begonnen. Nach Beendigung der Gesamtarbeiten wird die Ohmstraße auf ihrer ganzen Lange eine erstklassige Verkehrsstrecke darstellen. Während größere Lasttransporte bisher in den schmalen Kurven zu äußerster Vorsicht gelungen waren, gestaltet sich demnächst die Durchfahrt bedeutend leichter. Für den Fernverkehr bedeutet die Ohmstraße eme Entlastung der Hauptdurchgangsstraßen und eine Fahrtstreckenverkürzung für eiligen Verkehr. . Burg-Gemünden, 12. Ium. Trotz des kalten Frühjahrs kann der Stand des Getreides als günstig bezeichnet werden, besonders die Winterfrucht hat sich gut entwickelt Der Roggen steht jetzt in Blüte. Die Sommerfrucht ist etwas zurückgeblieben. Das Auspflanzen der Dlckwurz ist bereits vorgenommen worden. Aus dem Veyang der Obstbäume kann man erkennen, daß die kalten Frühlingsnächte erheblichen Schaden angenchtet haben. Frühobst ist kaum zu erwarten. Nieder-Gemünden, 12. Juni. Der hiesige Schützen - und Sportverein veranstaltete sein erstes diesjähriges Preisschießen. Die Ergebnisse waren sehr befriedigend. Als die besten Preisträger gingen aus dem Wettbewerb hervor: Karl Becker (Burg-Gemünden) mit 36 Ringen, Otto Becker und Heinrich Pfeil (Nieder-Gemün- den) mit je 35 Ringen. Rundfunkprogramm. Kreis Büdingen. $ Nidda, 12.Juni. Zur goldenen Konfirmationsfeier gaben sich am zweiten Pfingsttage die Konfirmanden des Jahres 1885 aus unserem Kirchspiel, zu dem noch die Orte Bad Salzhausen, Kohden, Michelnau und Unter-Schmitten gehören, hier ein Stelldichein, um nach gemeinsamer Teilnahme am Gottesdienst und Besuch der Gräber von Kameraden und Lehrer tn schlichter Einfachheit bei Kaffee und Kuchen einige gemütliche Stunden zu verleben. Von den ursprünglich 31 Knaben und 29 Mädchen des Geburtsjahres 1871 waren 15 Männer und 12 Frauen erschienen, 14 waren an der Teilnahme verhindert; 19 ruhen bereits in kühler Erde. c» Allendorf a. d. Lda., 12. Ium. Wie be- . reits seit einer Reihe von Jahren in -mserer Ge- meinde üblich, fand auch diesmal wieder auf Pfmg- sten goldene Konfirmation statt. Zu die- em Zwecke fanden sich die noch anwesenden vor 50 Jahren konfirmierten 7 Männer und 6 Frauen am 2. Feiertag, morgens 10 Uhr, im Pfarrhaus ein, um sich in geschlossenem Zuge unter Vorantritt des Ortsgeistlichen, Pfarrers Andres, und des Kirchenvorstandes zur Kirche zu begeben. Wahrend eines Chorals nahmen die goldnen Konfirmanden ihre Plätze um den Altar ein. Der Ortsgeistliche richtete ergreifende Warte nach dem Text ihres einstigen Konfirmationstages an sie. Nach Einsegnung und gemeinsamem Gesang der Konfirmanden, zum Tische des Herrn, wurde der Vormittagsgottesdlenst beendet. Wie schon so oft, so trugen auch diesmal wieder die Herren Pfarrkandidat Andres — der Sohn unseres Ortspfarrers — und Kaufmann Ludwig Bergen aus Gießen — übrigens em Sohn unserer Stadt — durch einige für die Feier passende trefflich zu Gehör gebrachten Lieder auf Orgel und Violine, wesentlich zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Nachmittags fand eine kleine G e - d en k f e i e r auf dem alten Friedhof unter Nieder- legung von Kränzen am Grabe des damaligen Kon- firmators Pfarrer Heberer und an den Gräbern der inzwischen verstorbenen und hier beerdigten fünf Konfirmanden statt. Zu dieser Feier hatten sich außer den goldenen Konfirmanden auch eine große Anzahl anderer Personen eingefunden. Pfarrer Andres legte in einer kurzen Predigt das Schrift- wort Tit. 3, Vers 3 aus. Der Gesang wurde durch Pfarrkandidat Andres auf der Trompete begleitet Nach Schluß dieser Feier fanden sich sodann uus besondere Einladung von Frau Pfarrer Andres die goldenen Konfirmanden mit ihren Angehörigen im Pfarrgarten ein, wo sie reichlich mit Kaffee und Kuchen bewirtet wurden. Hierbei wurde jedem Konfirmanden zur Erinnerung an diesen Tag ein künstlerisch ausgestatteter Gedenkschein überreicht. Alte Erinnerungen, besonders aus der Schul- und Konfirmandenzeit wurden ausgetauscht. Rasch verging die Zeit. Für die große Mühe und Arbeit, die sie um das Zustandekommen und Gelingen der schönen Feier gehabt, wurde Pfarrer Andres sowohl als auch seinem Sohne aus der Mitte der Versammelten herzlichster Dank ausgesprochen. Besonderer Dank wurde auch der liebenswürdigen Wirttn, Frau Pfarrer Andres, zuteil. $ Trais-Horloff, 12. Juni. Am dritten Pfingftfeiertag wurde auch in unserer Gemeinde zum ersten Male die Feier der goldenen Konfirmation festlich begangen. Leider mußte sie wegen zwei Beerdigungen vom zweiten auf den dritten Feiertag verlegt werden. Die Gemeinde nahm aber doch daran teil, wenn auch viele durch die Feldarbeit abgehalten wurden. Um 14 Uhr war Gottesdienst, bei dem die alten Konfirmanden von 1885, soweit sie noch am Leben sind und erreichbar waren, feierlich wie von 50 Jahren ins Gotteshaus einzogen und vor dem festlich geschmückten Altar Platz nahmen. Von ehemals 27 Konfirmanden konnten 13 an der Feier teilnehmen; 2 waren durch Krankheit verhindert, 10 sind verstorben, 2 unbekannten Aufenthaltes. Der Geistliche legte seiner Ansprache das Wort der Offenbarung zugrunde: „Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben". An der Abendmahlfeier nahmen auch die noch lebenden Ehegatten teil. Nach dem Gottesdienst blieben die Jubilare noch einige Der neue französische Dampfer „N 0 rmandi e" kehrte am Mittwochabend von seiner ersten Reise aus Amerika nach Le Havre zurück. Nach Passieren von Bishop Rock hatte die „Normandie" ihre bisherige Rekordgeschwindigkeit nicht mehr aufrechterhalten können, sondern mußte infolge schlechten Wetters und hohen Seeganges in den Hofen von Plymouth einfahren, um die nach England bestimmten Fahrgäste auszuschiffen, was einen Zeitverlust mit sich brachte. Wegen seines Tiefganges mußte das Schiff am Mittwoch früh die Flut und die Ausfahrt des Dampfers „Washington" abwarten, ehe es in die Hafenbucht von Plymouth einlaufen konnte. Um 12.26 Uhr verließ die „Normandie" Plymouth. Um 19.20 Uhr legte sie tm Schlepp von fünf Dampfern im Heimathafen Le Samstag, 15.3unu 6 Uhr: Gymnastik. 6.15: Frühkonzert: Sang und Klang zur Morgenstunde. 8.10: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 9.45: Chronik einer alten Handwerkerfamilie: Johann Peter Max Soldner. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12, 13.15: Mittagskonzert. 14.15: Wirtfchaftsbericht. Anläßlich des Reichshandwerkertages: Sorgen und Wünsche des Handwerks. 14.45: Aus der Wunderwelt der - Natur. 15: HI. — Tritt gefaßt! Zur Werbeaktion der Hitler-Jugend Westmark. 16: Der frohe Samstagnachmittag (mit NSG. „Kraft durch Freude ). 18: Am Rande des Bienwaldes, Funkfpiel aus der Pfalz. 18.20: Stegreiffendung. 18.30: So helfen sie der Saar. Arbeitsdienst an der Baustelle. 19: Präsentier- und Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter. 20.15: „Banditenstreiche", Operette von Franz von Suppe. 22.15: Vom Nürburgring: Trai- ningsbericht und Staffelhörberichte. 22.30: Tanzmusik zum Wochenende. 24 bis 2: Nachtmusik. Wetterbericht des Reichswetterdiensies. Ausgabeort Frankfurt. lieber Osteuropa hat sich ein Hochdruckgebiet auf- gebaut, an dessen Westseite in Deutschland bei absteigender Luftbewegung wieder heitere Witterung eingetreten ist. Die etwas starke und mit Luftdruckfall verbundene Erwärmung über dem Kontinent wird das Eindringen kühlerer Meeresluft begün- fügen, wobei es zum Auftreten gewittriger Stö- rungen, aber ohne nachhaltige Verschlechterung kommen wird. Aussichten für Freitag: Ueberwiegend heiter sowie recht warm und schwül, späterhin Auskommen von Gewitterneigung, südliche Winde. Lufttemperaturen am 12. Juni: mittags 18,9 Grad Celsius, abends 13,7 Grad; am 13. Juni: morgens 14 Grad. Maximum 19,4 Grad, Minimum 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Juni: abends 18,6 Grad; am 13. Juni: morgens 15,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7,7 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: . Brühl'sche Universitäts-Buch- und Slemdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. 1 Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. i Zustellgebühr, mit her Illustrierten 15 Pf. mehr. [ Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. [Empfehlungen] Gießen (Erdkauterweg 17), den 12. Juni 1935. 3522 D niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiii des Herrn Prof. Sessous. 3515D unter 02517 an Preisangeb. unt. den Gieß.Anzeig. 02523 a.ü.G.A. Henneberg und Heidt, Vorsitzende. 'fübaitsbasc S olo i'4 au 8i a h. I b a r Die Beerdigung findet am Samstag, dem 15. Juni, 12 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenem Familie Jakob Stecker und Kinder gonfetDfltoten empfiehlt billigst Küferei l35iM Sommerkorn Unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Marie Jost, geb. Diehl wurde heute im 77. Lebensjahr von ihrem schweren Leiden erlöst. alle lästig. Haare, Leberflecken, Pickel- Sommerspross. usw. entf. u. Gar. f. Immer Zrau B. Gulden Sprechst. Freitag Gießen, Binden- burgwall 15, 9—7 Uhr durchgehend. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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Giraffen, Zebras, Büffel, Gazellen, Antilopen und Gnus gehorchen bei Beginn der kurzen Regenfälle wieder ihrem angeborenen Wanderdrange, der sie im Halbkreis von Westen nach Osten treibt, von Wasserstelle zu Wasserstelle, um später wieder auf einem ähnlichen Wege zurückzukehren. Die Führung bei diesem Wanderzug übernehmen die zahlreichen Gnus, jene merkwürdigen Wiederkäuer, die ebensoviel von der Antilope wie vom Rind an sich haben. Der „Vater der Tiere", der berühmte Naturforscher Brehm, hat diese „wahren Zerrbilder der edlen und zierlichen Gestalten ihrer Familie" allerdings recht kritisch als ausgesprochen unschön bezeichnet. Er schrieb in seinem „Tierleben" über das Gnu: „Das Tier erscheint als ein Pferd mit gespaltenen Hufen und einem Stierkopfe, und es beweist durch sein Betragen, daß sein ganzes Wesen mit dieser Zwittergestalt bestens im Einklang steht. Unmöglich kann man das Gnu ein schönes Tier nennen, so zierlich auch der Bau mancher einzelnen Teile sein mag." Kilometerweit sind nun die Ebenen mit den wandernden Gnuherden bedeckt, die die Opfer nicht scheuen, die sie durch daß Zurückbleiben der schwachen W kranken Tiere und den Verlust der von den Löwen angefallenen Tiere bringen müssen. Die Farmer hören Tag und Nacht den eigenartigen Ruf der Tiere in der Ferne, Laute, denen die holländischen Ansiedler einst die Worte unterlegten: „Nonja, gudtn aoond", „Jungfrau, guten Abend!" Hochschulnachnchten. Professor Dr. Hanns Heiß, Ordinarius für romanische Philologie an der Universität F r e i b u r g, ist im Alter von 58 Jahren verstorben. Professor Heiß war 1877 in München geboren, wurde 1907 Privatdozent in Würzburg, ging 1909 nach Bonn, wurde 1914 Ordinarius für romanische Sprachen und Literatur in Dresden und wurde 1919 als Nachfolger von Professor B a i st nach Freiburg berufen. nur ein neuer Beruf Errichtung eigener Lehrstühle an deutschen Universitäten. Der „Lustarzt" des einzelnen, sondern Vorsorge für die kommende Generation oder Rasfenhygiene gilt es zu treiben! Die in den letzten Jahren immer größere Fortschritte machende Erb- und Rassenkunde hat den Weg gezeigt, den ein Volk zur Verbesserung und Säuberung seines Erbgutes zu gehen hat. Direkt können wir das Erbgut nicht zum Guten beeinflussen — wohl direkt durch Keimgifte schädigen —, aber indirekt ist eine Beeinflussung möglich. Durch die Fortschritte des menschlichen Geistes, der Kultur und Zivilisation wurden die natürlichen Lebensbedingungen, die in der freien Natur züchtend und aufartend wirken, immer mehr unterbunden. Die eine Entartung bewirkenden Mutationen, die draußen in der Natur durch den Kampf ums Dasein ausgemerzt worden wären, wurden durch die Kunst des menschlichen Geistes, durch die Kunst der Aerzte und die erleichterten Lebensbedingungen erhalten und gepflegt. Wir können die natürlichen Lebensbedingungen nicht wieder Herstellen, aber da wir die Ursachen der Entartung kennen, können wir der Wirkung der künstlichen Umwelt eine künstliche Auslese entgegensetzen, eine künstliche Zuchtwahl, statt der natürlichen, die schließlich zum selben Enderfolg führen muß. Durch planmäßige Auslese, durch Förderung der erbgesunden Familien im Volke und anderseits durch Ausschaltung der kranken Erblinien aus dem Volkskörper ist uns ein Mittel zur Ertüchtigung und Gesundung, wenn auch nicht für die schon Lebenden, so doch für das Deutschland der Zukunft gegeben. Es war eines der ersten Verdienste der nationalsozialistischen Bewegung, die Gefahr der Entartung zu erkennen und ausjätende Gesetze zu erlassen, wie z. B. das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, das Gesetz gegen Gewohnheits- und Sexualoerbrecher und viele andere Maßnahmen. Der Entartung wird Halt geboten — der Weg zur Aufartung ist wieder frei. Rassenpflege als Gebot der Stundet Don Or. Arthur Gütt, Ministerialdirektor im Reichs- und preußischen Ministerium des Innern. logischen Lebenslauf seines Volkes zu denken! Nicht Personenhygiene, nicht nur Gesundheitspflege die akademisch gebildete Jugend Mitte der Zwanziger in Amt und Beruf zu bringen. Je älter der Mann wird, bis er in den Beruf kommt, um so später kann er die Ehe eingehen, um so früher gewöhnt er sich an ein ungebundenes Junggesellenleben, um so eher wird er krank oder seelisch zur Ehe unfähig! Aber auch wenn er noch eine Ehe in späteren Jahren eingeht, dann wird diese Ehe kinderarm bleiben, weil die Eltern schon alt sind oder den Mut, Kinder zu haben, nicht mehr aufbringen! Je stärker die Auslese bei der gebildeten Schicht gehandhabt wird, um so notwendiger wird die Ermöglichung der Frühehe, da ja sonst die Aussiebung und der Untergang der Begabtesten noch um so schneller vor sich gehen wird. Gewiß, sagt man heute, freuen wir uns doch, daß die Jugend nicht zu früh fertig ist, halten wir sie so lange wie möglich von Berufen, die überfüllt sind, fern. Gewiß, das sind alles Folgen einer verfehlten liberalistischen Staatspolitik, aber bedenken wir, daß dieser Zustand sich ändern wird, und bedenken wir, daß wir dabei leichtfertig mit dem Schicksal unserer wertvollen jugendlichen Zukunftsgeneration umgehen! Auch eine Aenderung des Hochschulstudienplanes ist vom Gesichtspunkt bevölkerungspolitischer Forderungen aus durchaus möglich. So gilt es also in Zukunft nicht nur Gesundheitspolitik im alten Stil zu treiben, nicht nur an das Einzelschicksal, nicht nur an das leibliche Wohl des Individuums, sondern an das Gesamtwohl des Ganzen und des einzelnen, also auch an sein Einreihen in den bio- Aus einer aufrüttelnden Darstellung des Verfassers, die mit Recht Beachtung verdient „Bevölkerungs- und Rassenpolitik". (Jndu- strieverlag Spaeth und Linde, Berlin W 35.) Ein Volk sinkt von Generation zu Generation in seiner Leistungsfähigkeit ab, wenn gerade die Leistungsfähigsten ohne Kinder aus dem Lebensstrom der Rasse ausscheiden. Was nützt es auch einem Staat oder einem Volk, wenn Sportler — und schon gar Frauen — durch körperliche Ueberanstrengung, durch Spitzenleistungen um der Sensation willen sich I selbst vernichten? Das sind dann Entartungen des Sports, die als Folgen eines entarteten Zeitalters ausgefaßt werden müssen. Die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Art- und Rassenerhaltung muß auch den Sport veredeln! Sport und Leibesübungen, sinnvoll verstanden und so betrieben, müssen ebenso wie unsere Wirtschafts-, Gesundheits- und Sozialpolitik zu einer Höherentwicklung führen und zu einem „Dienst an der Rasse" werden. Auch wir werden der allgemeinen Gesundheitspflege und den Heilmethoden die größte Beachtung schenken müssen, auch der nationalsozialistische Staat wird die Seuchengesetzgebung aufrechterhalten müssen, um die Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten zu verhindern. Auch der Nationalsozialismus wird die gesunde Lebensweise des Volkes fördern und die Jugend zu gesunder Lebensführung und Leibesübungen anhalten müssen, aber wir werden uns hüten, darin allein den Lebensinhalt unserer Nation zu sehen! Mehr als bisher werden wir Wert darauf legen müssen, einen guten allgemeinen Gesundheitszustand und einen guten Durchschnitt auf körperlichem und geistigem Gebiet zu erzielen. Mehr als bisher werden die öffentlichen Gesundheitsbeamten sich um die körperliche und seelische Ausbildung unserer Jugend zu kümmern haben, um eine Uebertreibung des Sports der Sensation wegen und damit eine Schädigung der Jugend zu verhüten. Nützt es denn unserem Volk, wenn man junge Mädchen zu weltberühmten Sportlerinnen macht, wenn man sie mit verzerrten Gesichtern durchs Ziel gehen sieht, um hinterher zusammenzubrechen? Kann unser Volk ein Interesse daran haben, seine männliche und weibliche Jugend 13 bis 15 Jahre auf der Schulbank zu wissen, um sie erst mit 30 und mehr Jahren nach einer langen Ausbildungszeit in überfüllte Berufe hineinzulassen, wenn diese selbe Jugend daran zugrunde geht? Läßt sich die Ausbildung nicht so gestalten, daß das zu erlernende Wissen so gelehrt wird, wie es im Leben gebraucht wird? Ist es nicht besser, man stellt einige Lehrkräfte, einige Wissensgebiete um, als daß diese Wissensgebiete und Lehrkräfte in einigen Jahrzehnten überflüssig werden, weil es eine ausreichende Zahl von Schülern gar nicht mehr geben wird? Eine Umkehr auf diesem Wege kündigt sich an. Darum ist es zu begrüßen, daß unsere Jugend durch Arbeitsdienst und körperliche Betätigung dem Leben, den anderen Schichten und der Heimat nähergeb.racht wird: aber ist es zu verantworten, wenn man dieser Jugend dann noch einige Jahre Ausbildung mehr aufbürdet, sie noch später in einen Beruf hineinkommen läßt, ohne die an sich in Deutschland viel zu lange Schulzeit zu verkürzen? Es gibt schon na- tionalsozialische Schulmänner genug, die aus Liebe zu ihrem Volk, aus Ueberzeugung von der Notwendigkeit des biologischen Lebens und Bestehens der gebildeten Schicht verlangen, daß die Vorschulzeit auf drei Jahre und die Mittelschulzeit auf acht Jahre gekürzt wird, ohne daß die Gesamtausbildung darunter zu leiden braucht. Dies ist besonders deshalb zu fordern, weil sowohl die mänliche wie dre weibliche Jugend eine praktische körperliche Betätigung von ein bis zwei Jahren dringend braucht, und weil man ja sowieso nur besonders begabte Kinder zum Hochschulstudium zulassen will! Gerade wenn man dies aber erstrebt, ist es noch um so notwendiger, ihrem Studium an den Universitäten eigene Lehrstühle errichtet, wie man auch im Reichsluftfahrtministerium eine besondere Abteilung für Luftfahrtmedizin eingerichtet hat, als deren Leiter Oberfeldarzt Dr. H i p p k e bestellt wurde. An der Universität Gießen erhielt, wie bereits gemeldet, Professor Dr. Eberhard Koch einen Lehrauftrag für Luftfahrtmedizin für das Sommersemester 1935. Der tanzende Horizont. Wie ein toll gewordener Riefenvogel hüpft das Flugzeug mit dröhnendem Motor über das weite Feld und steigt dann steil in den glasklaren, blauen Sommerhimmel empor. Mit Steilkurven beginnt der Pilot das K u n ft f l u g p r o g r a m m. Der Apparat legt sich auf die Seite und dreht sich, die eine Flügelspitze senkrecht zur Erde gerichtet, in langsamer Wendung. Das Gefühl der tragenden Flächen verläßt den Fahrgast. Man kommt sich vor wie ein unendlich hilfloses Etwas, das, ein Spielball überirdischer Kräfte, durch den Himmelsraum gewirbelt wird. Aus tausend Meter Höhe über dem Flugfeld kreiselt die Maschine nach unten um irgendeinen unbegreiflichen Stützpunkt. Der obere Flügel beschreibt, ein riesiger Zeigefinger, regelmäßige Kreise im lichten Blau. Den Fahrgast ergreift ein unwiderstehliches Schwindelge - fühl. Plötzlich ein unangenehmer Druck im Magen, die Maschine hat sich aufgebäumt, die Erde ist zu einer Schiffsschaukel geworden und wie ein Stein fällt das Flugzeug im 100-Kilometer-Tempo abwärts. Der Pilot „rührt mit dem Knüppel" und wirft die Maschine in den nächsten „Turn", wobei man mit vertauschten Steuerflächen fliegt. Das Höhensteuer wirkt nunmehr als Seitenzum Looping an. Die Maschine tobt, ein wildgewordenes Ungeheuer, durch den Aether, die Erde wird weggezogen wie ein Teppich, und die Zentrifugalkraft drückt den Fahrgast gegen den Boden des Flugzeugs, lieber feinem Kopf faust der Flughafen hinweg, dann ein pfeifendes Abwärtsftürzen, das schwungvoll abgefangen wird. Der Horizont führt einen Veitstanz auf, so daß man jegliches Gleichgewichtsgefühl verliert. Noch ein atemraubendes Trudeln, Rollen und Ueberkugeln im Weltenraum und man ist der Erde wiederaegeben. Trotz der dicken Watte, die man in den Ohren hatte, ist man noch eine Viertelstunde lang taub und wie vor den Kopf geschlagen. Der Mensch ist kein Vogel. Das sind ungefähr die Empfindungen, die man als Fahrgast in mehr oder minder starkem Maße bei einem Kunstflug hat. Ihre Erforschung und wissenschaftliche wie praktische Auswertung sind die Aufgaben der L u f t f a h r t m e d i z i n. Der Flieger ist zwar mit derartigen Erscheinungen längst vertraut und empfindet sie kaum mehr als ungewöhnlich, ist ihnen jedoch dafür im Gegensatz zum Fahrgast tagtäglich ausgesetzt. Es gilt vor allem, Die Folgen der Kälte, der Luftdruckände- r un g und des Sauerstoffmangels in großen Höhen zu erkunden. Auch die Wirkungen der Zentrifugalkraft und der plötzlichen Beschleunigung auf den Körper sind festzustellen. Es müssen Mittel und Wege gefunden werden, diesen Erscheinungen zu begegnen und ihnen durch Vermeidung, Gewöhnung oder • technische Einrichtungen ihre Unannehmlichkeiten zu nehmen. Auch die Ernährung der Flieger bzw. die Einhal- fugn einer zweckdienlichen Diät und die Bekämpfung der Luftkrankheiten durch Medikamente gehören zum Aufgabengebiet der Luftfahrtmedizin. Die deutsche ärztliche Wissenschaft ist um > steuer und umgekehrt. Nun^setzt der Flugzeugführer einen neuen Zweig bereichert worden: die Luftfahrtmedizin. Es werden zu1 Gegenwärtig zählt auch die Auswahl der Prüfungsmethoden für die zahlreichen Fliegeruntersuchungsstellen im ganzen Reich noch zu den Obliegenheiten der neuen Wissenschaft. Oie Organisation der Lustfahrtmedizin. Zugleich mit der Luftfahrtmedizin wurde der vollkommen neue Begriff des Luft- oder Fliegerarztes geschaffen. Wie jeder andere Facharzt erhält er seine Ausbildung an den Universitäten. Die wissenschaftlichen Grundlagen für die Luftfahrtmedizin werden durch bereite vorhandene oder neu zu gründende eigene Forschungsinstitute geschaffen. Es zählen hierzu gegenwärtig u. a. das in der Militärärztlichen Akademie von Berlin untergebrachte „Luftfahrtmedizinische Forschungsinstitut des Reichsluftfahrtministeriums", das „Institut für Luftfahrtmedizin" in Hamburg und das Kerckhoff-Jnftitut in Bad-Nau- Heim. Die Medizinalabteilung des Reichsluft- fahrtminifteriums ist gewissermaßen die Zentralstelle für alle diese Bestrebungen und die Richtung weisende oberste Instanz der Luftfahrtmedizin. Diese neue Wissenschaft ist heute schon ein u n - entbehrliches Hilfsmittel der Luftfahrt, das durch die Fernhaltung und Bekämpfung der dem Flieger im Luftraum begegnenden gesundheitlichen Zufälle diesen erst in die Lage versetzt, die ihm gestellten großen Aufgaben im, Vollbesitz seiner geistigen und körperlichen Kräfte zu erfüllen. Voraussetzung hierfür aber ist die genaue Kenntnis aller hygienischen Bedingungen, unter denen der Mensch im Luftraum zu leben und arbeiten vermag. Aus der Provinzialhauptstadt. Luniabend im Wald. Fast den ganzen Tag hatte es gegossen, und mein Hoffnungsbarometer sank bedenklich, als ich nach dem Essen aus dem Fenster sah: der Himmel grau in grau und der Regen trommelte ununterbrochen gegen die Scheiben. Gegen fünf Uhr zerriß der trübe Schleier, der Himmel klarte auf, und so wagte ich es. Doch kaum hatte ich den Wald erreicht, da ging ein Schauer mit erneuter Wucht nieder, und ich machte, daß ich zur Jagdhütte kam. Da stand ich dann am Fenster, mit verzweifelt schlechter Laune, blickte hinüber zum Gleiberg, der ganz im Regendunst lag, sah zu, wie das Dreckwasser in den Pfützen bei jedem Tropfen auffpritzte, lauschte, wie der Regen auf das Dach prasselte, und wie ein Tropfen nach dem andern eintönig vom Dach tropfte. Doch so schnell wie er gekommen war, so schnell zog der Schauer vorüber. Ein leichter Wind vertrieb die Wolken, und eine Viertelstunde später brach die Sonne durch und tauchte Wald und Feld in strahlenden Glanz. Nun aber schleunigst raus; wenn heute Abend nichts los ist, bann weiß ich nicht, wann überhaupt. Donnerwetter ist das schön! Die Erde scheint förmlich zu dampfen: und wie schön die Sonne einem den Buckel wärmt! So recht behaglich schlendere ich die Schneise entlang. Jeder Halm, jedes Blatt, jede Blüte blitzt und glitzert in der Sonne, wie Diamanten leuchten und flimmern die tausend und abertausend Tröpfchen. Silbergraue Buchen- ftämme, frisch-grünes, junges Laub, grüngolden fallen die Sonnenstrahlen durch das Kronendach, brechen sich in Millionen Tropfen, daß der ganze Wald wie ein Feenpalaft glänzt und funkelt, und malen ein wirres, zuckendes Bild in Hell und Dunkel auf den Waldboden — eine fast bedrückende Farbenpracht. Und alles was lebt, strebt hinaus in die Sonne. Um mich surrt und burrt, fliegt und kriecht es! Auge und Ohr können es kaum fassen, so viel drängt auf sie ein. lieber mir jauchzt ein Specht, tief hinten gurrt ein Tauber, Mönch und Meise, Pieper und Fink, Drossel und Zaunkönig trillern und flöten, schlagen und schmettern, locken und warnen über mir im hohen Holz, in den Büschen und ihi Gestrüpp neben mir. Mit gellem Gießener Stadttheater. Zakoby und Laufs: „Pension Schöller". Im Stadttheater ist die Sommerspielzeit eröffnet worden. Devise: Lachen ist gesund. Den Anfang machte „Pension Schöller", uralter Schwank von I a k o b y und Laufs, welcher mit "^^)arlel)5 Tante", der „Spanischen Fliege und dem »Raub der Sabinerinnen" zu den berühmtesten, beliebtesten und unverwüstlichsten seiner Gattung gehört. Wie beliebt diese Pension ist, kann man daran ermesien, daß das Stück jetzt in einer neuen Fassung im Berliner Renaissance-Theater wieder eine Riesen- aufführungsserie erlebt hat. Hundert Abende hintereinander, wenn wir recht berichtet sind. * Man getraut sich kaum, die Geschichte noch einmal zu erzählen oder wenigstens von ferne an- xubeuten. Also es ist — für alle, die es noch nicht wissen sollten — die Geschichte vom Onkel Philipp aus der Provinz, der nach Berlin gereift kommt um hier etwas zu erleben, was noch keiner erlebt hat, wenigstens keiner von seinenStammtischbruderm Er hat sich etwas besonders Ausgefallenes ausgedacht und findet zu feinem Unglück auch die richtigen Leute, die das freund scherweise arrangie- ren. Onkel Philipp dachte es sich namlict) äußerst apart, mal eine nette Abendunterhaltung tn einer Privatheilanstalt zu verbringen. * Die jungen Leute, die ihm bei diesem Unternehmen behilflich sind, reden ihm em, die Pension Schöller — wo lauter ganz normale Leute wohnen — sei eine solche Anstalt; allerdings trifft es sich gut, daß die Pensionäre alle einen kleinen xi( haben; wenn man ein bißchen nachhilft, ist die Illusion vollkommen, der Onkel sieht sich denn alsbald in einem munteren Kreise von leicht Gestörten uno harmlos Irren, und das Abenteuer steigert sich zu ungeahnten Komplikationen und Ueberraschungen. Jetzt erinnern Sie sich wohl, was da für sonderbare Zeitgenossen ihr Wesen und sich auf einer musikalischen Soiree die Zeit vertreiben: da ist zum Beispiel ein grimmiger Weltreisender eingekehrt, der jttüei Leoparden in der Badewanne einquartiert hat. Da ist die Schriftstellerin, die Romane für die „Gartenlaube" schreibt und sich dauernd auf der Jaqd nach interessanten Stossen befindet. Da ber Musiker Bollmann, der den „Hicks" hat und angeblich von der Wahnvorstellung verfolgt wird, der Rattenfänger von Hameln zu jein. Da rst vor allem der angehende Schauspieler mit dem kleinen Sprachfehler; er kann den schwierigen Buchstaben L nicht aussprechen, aber „Hamnet", „Othenno" und „Kabane und Riebe" sind seine besten „Rönnen". Er reißt das Tischtuch herunter, gürtet seine Lenden, schreit „Bnut! Bnutü" und springt auf den Tisch, daß dem guten Onkel Philipp angst und bange wird. * Jetzt wissen Sie sicher Bescheid, und wenn sich jemand nicht erinnern sollte, dann kann er es sich jedenfalls denken, daß im dritten Akt all diese heben Gäste zu Onkel Philipp zu Besuch kommen — einer nach dem andern. Philipp glaubt, die sind ausgebrochen, sperrt mit List und Tücke jeden m ein anderes Nebenzimmer und telegraphiert derweile nach dem Direktor Schöller und nach der Zwangsjacke, während Philipps Angehörige ihrerseits nur an- nehmen können, der Arme fei mit einem leichten Defekt aus der Reichshauptstadt heimgekehrt. ♦ Genug. Wer jetzt noch nicht Bescheid weiß,, muß selber hingehen. Es war ein stürmischer Abend. Auch in der neuen Fassung bewies das alte Stück seine unerschütterte Zugkraft, obwohl wir einige besonders schöne Stellen von ehedem schmerzlich vermißt haben. Das Haus dröhnte von Gelachter und Beifall, besonders im zweiten und dritten Akt, wo die Situationskomik auf den Gipfel ftergt. Herr Lüpke hatte die Spielleitung und ließ sich nicht eine der alterprobten und der neuhinzugekommenen Pointen entgehen. Herr Hub machte den Onkel Philipp. Er machte ihn in einem untadeligen rheinischen Dialekt, und es war in der Tat ein Abenteuer sondergleichen, fierr Lindt spielte den hemmungslosen Komödianten — „Bnut! Bnutü" — er stieg in fernem Rausch auf Tisch und Sofa und kniete verzückt auf seinem ächzenden Opfer. Auch Fräulein Wlelan- der als männlich-besessene Schriftstellerin Herr Neubaus als wilder ßöroeniager und Herr Va 1 ckenberg als Musiker Bollmann trugen zur musikalischen Abendunterhaltung bet Schonner fräftig bei. Dom stattlichen Ensemble seien ferner Frau Schubert-Jüngling, Herr Schorn Frau S t i r l, die Herren 23 o I cf und (Beiger mit besonderer Anerkennung genannt. — * Das Publikum amüsierte sich großartig, hth. Rhemwiese im Strauß. Von Peter Bauer. Da ich krankheitshalber nicht hinaus kann, ist die Rheinwiese, die jetzt hoch und bunt in Blüten steht, zu mir gekommen in einem Strauß gepflückter Blumen und Gräser. In der geräumigen Vase auf meinem Tisch hat sich das faustdicke Stengelbündel aufgelockert, so daß jede Blume nach Belieben sich zu recken vermag und keine der anderen Atemnot verursacht. Sie können sich eine Zeitlang auch ohne Wurzeln halten, und ihre Straffheit und Frische, ihr satter Farbenglanz scheinen zu bestätigen, daß sie nichts entbehren. Schließe ich bis zu einem kleinen Sehspalt die Augen und träume über den bunten Büschel hin, wird er ein wachsendes Stück Wiese, das wogt und duftet und zauberhaft in die Weite wuchert, tief hinein in den blauen Horizont. Meine Füße folgen einem schmalen Pfad, der sich schlängelt und windet, als sei er vor der lauten Welt auf der Flucht. Züngelnde Halme und schwanke Stengel streifen rauschend und knisternd meine Knie: Gräser mit Rispen und Schwingel, Blüten mit Dolden und Kerzen, Glocken und Sternen in Weiß und Tiefblau, Goldgelb, Rosa und Karminrot. Margeriten und Salbei beherrschen die Sicht. In Rudeln und Völkern durchädern sie weiß und blau die grüne Fläche, durchrieseln sie wie kleine Bäche mit ihren leuchtenden Farben und sammeln sich stellenweise sogar an, als wollten sie Teiche und Seen bilden. Erst in der Nähe werden die Margeriten zu kleinen weißen Strahlensonnen mit goldenen Kernen. Als hätte jede von ihnen einen Funken von der großen Himmelssonne sich festgehalten. Darum sehen die Margeriten auch immer so aus, als wollten sie mit einem flüchtigen Husch über die Köpfe ihrer Nachbarn fortwehen. Einem Weißling oder Zitronenfalter nach, mit denen sie nicht nur die Farben, sondern auch das Gauklerische und Fernsüchtige gemeinsam haben. Starken Willen zur Seßhaftigkeit und Erdtreue bekunden dagegen Bau und Haltung des Salbei, der wie eine Pyramide mit breiten kräftigen Blättern auf der Erde sitzt und sich erst in der Spitze seiner Dlütenähre verjüngt. Und selbst diese zückt nicht rote eine steile Flamme hoch, sondern beugt sich mit Vorliebe einer trächtigen Weizenähre gleich der Scholle zu der sie entstammt. Aus Säften der Erde hat auch die Sonne die Heilkräfte der Blätter gebraut und den köstlichen Seim in den Blüten, den Honigherbergen der fleißigen Bienen. Etwas von der Würze Günstige Lnüvicklung der Veschästigungslage in Oberhessen. Schrei zieht ein Bussard seine ruhigen Kreise hoch am Himmel. Ein schmaler Pirschpfad führt quer durch das Altholz. Jetzt heißt es vorsichtig sein. Ganz langsam, Schritt vor Schritt, dringe ich ein in das dichte Unterholz, kein Blatt raschelt, kein noch so kleiner Zweig knackt. Ununterbrochen sind die Augen in Bewegung, nur zu leicht ist das Wild in dem unsichtigen Buschwerk vertreten. Keine andere Jagdart liebe ich so wie die Pirsch, denn nur bei der Pirsch kann der Jäger zeigen, was er kann! Hellwach muß er sein, elastisch und schnell bereit, denn sie ist reich an unvorhergesehenen Ueberraschungen, und häufig führt nur blitzschnelles Ansprechen und Handeln zum Ziel. Dor mir leuchtet es rot, eine Ricke bummelt durchs Unterholz, ohne sich um mich zu kümmern, nascht hier ein Blatt, äst dort einen Halm. Weiter! Dort steht schon wieder Wild: eine Ricke ist es mit ihrem Kitz: etwas unbeholfen trottelt es hinter seiner Mutter her. Lange schaue ich ihnen zu. Doch dann werde ich plötzlich klein, drücke mich hinter einen Kiesernstamm, denn dort hinter dem Schlehdornbusch taucht für Sekunden das Haupt eines Rehs auf; ehe ich es ansprechen kann, ist es wieder verschwunden. Ra, ich habe Zeit. Lange brauche ich nicht zu warten; lautlos, ohne daß ich merkte, wie er gekommen ist, steht plötzlich ein Bock vor mir in der Lücke, äugt zu mir herüber und beginnt dann von dem jungen Laub zu äsen. Langsam geht das Glas hoch: ein junger Bock mit langen, dünnen, gut vereckten Stangen. So vertraut benimmt er sich, als wüßte er nicht, daß es ganz häßliche Menschen gäbe, die im Wald herumschleichen, und den Böcken ihr kurzes Leben nicht gönnen. Dom Weg her schallen Stimmen; der Bock wirft kurz auf, dann ist er im Unterholz verschwunden. Dor mir liegt eine kleine Fichtendickung. Ein guter Bock soll dort seinen Stand haben. Ich will doch einmal warten; vielleicht bekomme ich ihn zu Gesicht. Am Schneisenkreuz mache ich es mir auf einer Leiter bequem. Es ist noch ziemlich früh, aber nach dem Regen wird das Wild es nicht lange in der nassen Dickung aushalten und früh auswechseln. Sonnenlichtumflossen liegt die Schonung vor mir; das Auge gleitet darüber hin, sucht die Gestelle ab — nichts. Langsam flaut die innere Spannung ab, ich werde etwas schläfrig, lasse den Gedanken freie Bahn. Ich träume zu gerne etwas draußen im Wald. Nirgends wo anders drängen sich die Gedanken so auf, ziehen in ruhigem, etwas schwerem Gleichfluß vorüber. Und von ganz dahinten, durch den Schleier schleppender Gedanken, bringt der Ruf des Kuckucks an mein Ohr. Ich muß doch mal zählen: neunmal ruft er! Neun Jahre — eine ganz schöne Zeit. Und bann muß ich lachen, bie Gedanken verblassen, ich bin wieder ganz wach und klar; nicht zum Träumen bin ich hier! Auf der Schneise vor mir äst sich ein Stück Rehwild; wie lange mag es dort schon gestanden haben? Ein Schmalreh ist es, durch das Stangenholz zieht es langsam zu Felde. Ein Hase hoppelt vorüber, ein zweiter folgt. Schimpfend streichen drei Häher ab, als ich vorsichtig von der Leiter abbaume. Die Schatten sind lang geworden,, die Sonne ist hinter dem Alcholz verschwunden. Ich will noch einmal zur Blöße, die vor der großen Buchen- jugend liegt, dort steht gerne Wild. Wieder ruft der Kuckuck, die Singdrosseln fingen, mit schwerem Flügelschlag streicht ein Bussard vor mir ab. Ich pirsche ziemlich schnell voran, denn die Dämmerung kommt schnell. Endlich bin ich da. Ein Schmalreh tritt vor mir hin und her. Lange muß ich warten, bis es vorüber ist, doch dann geht es schnell zur Kanzel. Lautlos erklimme ich sie, lege den Drilling über die Knie und greife nach dem Glas. Leer liegt die Blöße vor mir, nichts regt sich. Also warten. Die Dämmerung sinkt, schimpfend gegen die Drosseln zu Bett; sollte ich etwa vergeblich warten? Doch halt, da bewegt sich eben etwas. Dor der Buchenverjüngung steht ein starkes Reh, sichert nach allen Seiten und zieht langsam weiter auf die Blöße hinaus. Das Glas hoch: Teufel auch! Das ist ein Bock — und zwar Gelegentlich der gestrigen Besprechung bei dem Leiter des Arbeitsamtes Gießen über die Einführung des Arbeitsbuches, über die wir heute besonders berichten, machte Oberregierungsrat Dr. List auch einige sehr interessante und erfreuliche Angaben über die Entwicklung der Beschäftigungsver- hältniffe in der Provinz Oberhessen. Aus diesen Darlegungen war zu entnehmen, daß durch die großzügigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Reichsregierung und durch die organische Wirtschaftsbelebung auch in der Provinz Oberhessen eine sehr gedeihliche Aufwärtsentwicklung eingelreten ist. Dank dieser Maßnahmen und des Aufschwungs in der Wirtschaft war es möglich, das vor der Machtübernahme des Führers auch in unserer Provinz weit verbreitete furchtbare Elend der Arbeitslosigkeit ganz erheblich einzudämmen und auf den verschiedensten Gebieten des Erwerbslebens vielfältige Arbeitsmöglichkeiten zur Freude und zum Nutzen von Taufenden von Volksgenossen zu erschließen. Diese Entwicklung hat dahin geführt, daß heule der Stand der Arbeitslosigkeit erheblich ein guter. Ich glaube hohe dunkle Stangen zu erkennen, enggestellt — aber wo sind die Enden? Wenn es nur Heller märe! Mit bloßem Auge kann ich schon nichts mehr ansprechen, und auch das Glas reicht nicht mehr so ganz. Die Dämmerung macht Himmel und Erde gleich, spinnt Dickung und Blöße ein. Leichte Nebelschwaden quirlen auf. Wenn nur der Bock näherkäme, mit dem Büchsenlicht ist es gleich aus, es hapert schon bedenklich. Aber der hat Zeit! Jetzt fängt er auch noch an zu fegen; wie toll tanzt er um die Lärche rum, schlägt und plätzt, daß der Dreck fliegt. Gar keine Rücksicht nimmt er auf meine Nerven und meinen Datterich! Endlich zieht er weiter, aber langsam; und jetzt biegt er auch noch nach links ab — Elender! Aber nein, er macht kehrt, zieht fpitz auf mich zu. Ich habe das Glas vor den Augen; 70 Gänge mögen es fein, aber ich sehe zwischen den Lauschern nur eine dunkle Masse; was er auf dem Kops hat? Ich möchte es selber gerne wissen! 50, 40, 30 Schritt — ich höre das Gras rauschen, wenn er weiterzieht, höre wie er die Halme abrupft und wie er sie knurpfend zermahlt! Ein heller Körper geistert vor mir herum, das ist er. Und jetzt nimmt er sich unendlich viel Zeit, tritt greifbar nah vor mir herum, denkt gar nicht daran, weiterzuziehen. Aber was nützt mir das? Nur mein Datterich witd immer größer — ja, wenn es jetzt heller wäre! Endlich wechselt er weiter. Fünf Minuten warte ich noch, dann schleiche ich mich weg, taste mich durch die Dunkelheit bis ich den Pfad habe. Nach wenigen Schritten bin ich an der Hütte. Rüdiger Schwarz. NSDAP. Ortsgruppe Sießen-Süd. Einzug der hilfskassenbeilräge von den im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnenden SA.-2Nännern. Alle Angehörigen der SA., NSKK., Reiter-SA., Marine-SA. und SS., soweit sie nicht Parteigenossen sind und im Bereiche der Ortsgruppe Gie- ßen-Süd wohnen, entrichten ihren Hilfskassenbeitrag für das 3. Vierteljahr 1935 am Montag, 17., und Dienstag, 18. Juni, zwischen 20.30 und 23 Uhr in der Gastwirtschaft „Zum Tannhäuser", Frankfurter Straße 81. Nichtbezahlen des Hilfskassenbeitrags an diesen unter allen in früheren Jahren zu den günstigsten Zeiten erreichten Linien liegt. In neuerer Zeit hat sich auch der vom Führer in Gang gebrachte Bau der Reichsautobahnen in Oberhessen schon günfhg dahin ausgewirkt, daß allein bei diesen Arbeiten rund 500 Volksgenossen aus oberhessischen Orten Beschäftigung gefunden haben. Auf diesem Gebiete kann natürlich mit einer weiteren ansehnlichen Steigerung der Be- schästtgtenzahl gerechnet werden, je weiter der Bau der Reichsautobahn durch die oberhessischen Kreise voranschreitet. Daneben machen sich auch die übrigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in vielfältiger Weise vorteilhaft für trie Wiedereingliederung erwerbsloser Volksgenossen in das Wirtschaftsleben geltend. In manchen Berufszweigen ist die Beschäftigungslage schon seit längerer Zeit so günstig geworden, daß gelernte Arbeitskräfte für diese Zweige in unserer engeren Heimat überhaupt nicht mehr als erwerbslos verfügbar find, sondern die fehlenden Facharbeiter aus anderen Gebieten zur Besetzung der Arbeitsposten herangezogen werden müssen. lieber diese Entwicklung der Beschäfttgungslage kann man sich nur aufrichtig freuen. Abenden hat Abmeldung bei der Hilfskaffe in München zur Folge. Sportkurse „Krast durch $reube". Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam DAF.-Ge- bühr 20 Pf., normal 40 Pf. Freitags von 20 bis 21.15 Uhr im Lyzeum, Dammftraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen. DAF.-Gebühr 20 Pf., normal 40 Pf. Donnerstags von 20 bis 21 Uhr für Jüngere; Donnerstags von 21 bis 22 Uhr für Sichere im Lyzeum, Dammstraße. — Der für Freitags angesetzte Kursus in der Heilanstalt wird verlegt. Reifen. Für Frauen und Männer gemeinsam. DAF.-Ge- bühr 1,— RM., normal 1,50 RM. Montags von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz. Dienstags von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz. Mittwochs von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs, Brandplatz. Neue Reitkurse: Morgens von %1 bis 148 Uhr und in der Zeit von 14 bis 18 Uhr können neue Reitkurse eingerichtet werden. Schriftliche Anmeldungen mit Angabe der gewünschten Uebungs- zeiten nimmt das Sportamt entgegen. Leichtathletik (Reichssportabzeichen). Frauen und Männer gemeinsam. DAF.-Gebühr 30 Pf., normal 50 Pf. Samstags von 17 bis 19 Uhr, Universitätssportplatz Am Kugelberg. Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam. DAF.-Gebühr 30 Pf., normal 50 Pf. Mittwochs von 20 bis 21 Uhr, Volksbad. Neuer Schwimmkurs: Montags von 18.30 bis 20 Uhr, in der Badeanstalt des Männer- Badevereins. Fröhlicher Spielbetrieb. Für Frauen und Männer gemeinsam. DAF.-Gebühr 20 Pf., normal 40 Pf. Dienstags von 19 bis 21 Uhr, Universitätssportplatz Am Kugelberg. Tennis. In den nächsten Tagen beginnen Tenniskurfe für Anfänger und Fortgeschrittene. Anmeldungen hierzu schriftlich mit Angabe der gewünschten Uebungs- zeiten an das Sportamt, Schanzenstraße 18. Die Kosten betragen für den. Anfängerkurfus etoa Ms Sportmarken L 80 Pf. = 4,80 RM für DAF.-Mtt- glieder bzw. sechs Sportmarken a l RM. - 6 RM. für Nichtmitglieder. In der Gebühr fmd mit em- begriffen Tennislehrer, Platzbenutzung, Balle, Schlager und Balljungengebühr. Die Kosten für Fortgeschrittene (llebungsftunbe ohne Lehrer) betragen etwa fünf Sportmarken ä 40 Pf- - 2,— RM. für DAF.-Mitglieder bzw. fünf Sportmarken a 60 Pf. = 3,— RM. für Nichtmitglieder. Boxen. Bei genügender Teilnehmerzahl (etwa 10 bis 20) wird ein Boxkursus eingerichtet. Auch für Gruppen aus Vereinen und Betrieben können Boxkurse aufgestellt werden. Sportturse in Lollar, Heuchelheim, Grohen-Linden, Klein-Lin- den, Leihgestern, Grohen-Buseck, Lich, Grünberg, Hungen, Lang-Göns. In vorgenannten Orten sollen KdF.-Sportkurse errichtet werden, wenn sich Interessenten finden. Anmeldung und Auskunft beim Sportamt Gießen, Schanzenstraße 18, oder bei den zuständigen Ortsund Betriebswarten „Kraft durch Freude". Blntsgmppenbestimmung in der Wehrmacht. Der Oberbefehlshaber des Heeres hat verfügt: Für die Blutübertragung als Rettungsmittel bei Verblutungsgefahr und schweren Bluterkrankungen ist die Bestimmung der Blutgruppen notwendig. Sie wird als ständige Untersuchungsart im Heer eingeführt. Untersucht werden zunächst alle in den Standortlazaretten am Sitz eines Wehrkommandos zugehenden Soldaten. Veruntreuungen im Dienst und Selbstmord des Täters. Ein bei einer hiesigen Reichsbehörde früher beschäftigter Beamter hat sich im Laufe der letzten Nacht auf der Strecke Gießen—Lollar von einem Eisenbahnzug überfahren lassen. Der Mann wurde dabei getötet. Der Grund zu dem Selbstmord ist in früheren dienstlichen Verfehlungen des Mannes zu erblicken. Oie staatlich geförderte Jugenderziehung außerhalb der Schule. Reichserziehungsminister Rust hat an die Landesregierungen Grundsätze für die staatlich geforderte Jugenderziehung außerhalb der Schule zur Kennt- ' nisnahme und weiteren Veranlassung gerichtet. Danach sind Bezirks-, Kreis-, Stadt- und Ortsarbeitsgemeinschaften für Jugenderziehung außerhalb der Schule zu errichten, ferner Dezernenten für Jugendpflege und körperliche Erziehung an den Regierungen zu bestellen und Bezirksjugendwartinnen sowie Kreisjugendwarte und -wartinnen einzusetzen. Die Dezernenten in den Regierungsbezirken sind hauptamtlich tätig, die Kreisjugendwarte ehrenamtlich. Den Arbeitsgemeinschaften soll ein Vertreter der Behörde als Führer, ferner Vertreter der PO., der HI., des BdM., des Reichssportführers bzw. Reichsbundes für Leibesübungen, gegebenenfalls ein Vertreter der SA. und SS., der Frauenschaft und ein Schuljugendwalter angehören. Dem Staate verantwortlich für die Förderung der Jugenderziehung außerhalb der Schule sind in den Landkreisen die 1.00 /M.2O «NIVEA Kamm verkennst du mich, Barbara? Roman von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.) 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten! 10. Kapitel. Magdalena Gerwig war heute ausnahmsweise eher wach als Barbara. Als sie in die Gartenhalle herunterkam, waren die Vorhänge in Barbaras Schlafzimmer noch vorgezogen. In der Halle aber waren die Türen weit geöffnet. „Der Frühstückstifch ist unter der großen Kastanie gedeckt, gnädiges Fräulein!" sagte der alte Diener Franz, der noch mit Staubwedel und Bürste herumhantierte. Magdalena nickte ihm freundlich zu: „Guten Morgen, Franz! Sehen Sie, da bin ich doch einmal eher munter! Ich schäme mich sonst immer, daß ich eine so schreckliche Langschläferin bin!" Der weißhaarige Diener schüttelte lächelnd den Kopf: „Da sollten sich das gnädige Fräulein aber nicht schämen! Das gnädige Fräulein sind ja zur Erholung hier und'sehen wirklich jetzt schon ganz anders aus!" „Das macht die frische Luft und die gute Pflege hier, lieber Franz" „Soll ich dem gnädigen Fräulein schon das Frühstück servieren?" Magdalena wehrte ab: „Nein, nein! Lassen Sie nur, Franz! Ich warte, bis die gnädige Frau kommt. Wenn ich gesucht werde, ich mache inzwischen einen Gang durch den Park." Aufatmend stand Magdalena einen Augenblick später auf der Steintreppe still, die vom Garten- faal aus zum Park herunterführte. Welch ein herrlicher Morgen! Die weiten Rasenflächen lagen taufunkelnd vor ihr. Die Kaftanienbäume bildeten eine dichte Allee. Ihre weißen Blütenkerzen leuchteten in dem dunklen Grün der breit- fächerigen Blätter. Aus den dichten Laubmassen klang das jubelnde Konzert der Vogel, lieber die Blumenrabatten, die den Rasen vor dem Hause leuchtend einfaßten, summten sommertrunkene Bienen und Hummeln, flogen bunte Schmetterlinge. Die große Fontäne in der Mitte der weiten Rasenfläche war angestellt. Sie warf ihre Wasserstrahlen hoch in die Lüste und sprühte das Licht in bunten Funken wider. Am Ende des Parks war eine künstlich geschaffene Lichtung in den dichten Paumgruppen. Der Fluß blitzte blau und silbern hindurch. Dahinter sah man das weiße Band der Landstraße, lieber allem spannte sich der Himmel wie eine hellblaue Decke von weicher Seide. Mit tiefem Entzücken nahm Magdalena das Bild in sich auf. Wie glücklich hätte Barbara fein müssen über diesen herrlichen Besitz! Und war es doch nicht. Magdalena fühlte genau, wieviel Unrast hinter Barbaras fieberhaftem Tätigkeitsdrang, wieviel unterdrückte Sehnsucht hinter ihrer Kühle war. Was war aus der Freundin geworden feit dem unglücklichen Ende ihrer Ehe? Zwischen der Barbara von einst, dem weichen, liebevollen jungen Mädchen, und der Barbara jetzt war kaum noch eine Verbindung. Freilich, ihr gegenüber war Magdalena die alte. Aber wie kühl und unnahbar war sie gegen andere Menschen — Mackenroth zum Beispiel! Da war sie schon wieder mit ihren Gedanken bei dem gestrigen Abend. In tiefes Sinnen verloren schritt Magdalena jetzt die Stufen herab und wanderte durch den Park. Ein Gefühl der Unruhe kam wieder über sie, wenn sie an Mackenroth dachte. Er hatte etwas Zwingendes, Starkes. Man hatte beinah Furcht vor ihm. Man kam sich so unbedeutend vor ihm gegenüber. Wie anders fühlte sie sich doch im Zusammensein mit Günter Baumert! Da war nichts von Befangenheit — nichts von Kleinmütigkeit. Da fühlte man sich nicht erdrückt und irgenoroie vernichtet. Da war man ein gleichwertiger Mensch mit herzlichem Vertrauen. Das Gesicht des jungen Theologen, der jetzt bei ihrem Vater die Vikarstelle versah, tauchte vor ihr auf. Tief atmete sie auf. Der Gedanke an Günter Baumert war wie ein stilles Ausruhen. Vielleicht würde sie heute von zu Hause einen Brief haben und von ihrem Vater hören, wie sich Günter Baumert in der Pfarre des Vaters eingearbeitet hatte. Ihr Gesicht wurde wieder ganz fröhlich, als sie nun tiefer in den Garten hineinfchritt. Unter der großen Kastanie, die ein wenig abseits stand, war der Frühstückstisch gedeckt. Auf der blauen Leinendecke spielten Sonnenkringel. Das zarte, licht- gelbe Porzellan leuchtete spiegelnd. Lächelnd zog Magdalena aus ihrer kleinen blauen Leinentasche ein Päckchen, in Seidenpapier eingehüllt, und legte es auf Barbaras Gedeck. Ob sie sich wohl freuen würde über die kleine Arbeit, Die sie ihr gemacht hatte? Barbara hatte neulich in einem Schaufenster in Prag eine kleine, handgearbeitete Garnitur so bewundert: ein feines Hohlsaummuster auf Glasbatistkragen und dazu passende Manschetten. Da hatte Magdalena sich heimlich das Muster in dem Handarbeitsgeschäft aufzeichnen lassen und es abends für Barbara gearbeitet. Es würde gut zu dem hellblauen Leinenkleid paffen, das Barbara sich bestellt hatte. Sie sah förmlich den feinen, schönen Kopf Barbaras mit dem rotgoldenen Haargelock vor sich, den schlanken Hals aus der feinen Umrahmung des weißen Batists aufsteigen. Nun wollte sie noch ein paar Blumen dazu holen. Hinten auf der Wiese blühte es bunt durcheinander. Barbara hatte neulich einen Feldblumenstrauß gelobt, den Magdalena gepflückt und angeordnet hatte. Einen solchen Strauß wollte sie ihr jetzt holen. Schnell ging sie durch den Park, überquerte die kleine Brücke, die zu dem Wiesengelände führte. Ein kleines Messer hatte sie immer bei sich. Denn sie konnte niemals genug Blumen für die Zimmer schneiden und war glücklich, daß sie hier pflücken durfte, soviel sie wollte. Nun war sie auf der Wiese. Das Gras stand hoch und dicht. Für morgen hatte Barbara die zweite Mahd angeordnet. Da konnte sie noch nach Herzenslust Blumen holen. Sie bückte sich immer wieder. Weißgelbe Margueriten, blaue Kuckucksblumen, weiße Lichtnelken — dazwischen verstreut purpurfarbener Mohn. Alles blühte hier bunt durcheinander. Bald hatte sie einen großen Strauß, dem sie noch eine Reihe zarter, fiibergrauer Gräser einfügte. Am Fluß stand eine kleine Bank aus Borken gezimmert. Dort setzte sie sich nieder und begann eifrig den Strauß für Barbara zu richten. So vertieft war sie in ihre Arbeit, daß sie die Schritte vom Wirtschaftshofe her überhörte. Von dort kam Eckehard von Mackenroth. Sein Gesicht war sehr ernst. Es war ein schwerer Gang, den er vor sich hatte. Er mußte der Herrin von dem Verlust der Zuchtstute Mitteilung machen. Oberinspektor Rockesch hatte wegen brinaenber Holzoerhandlungen zur Stadt fahren müssen und ihm die Meldung an Barbara übergeben. Er wußte, wie Barbara an dem schonen Tier gehangen hatte. Die Nachricht zu überbringen, war ihm um so schwerer, als er Barbara gegenüber seinen Verdacht äußern mußte. Er wußte, wieviel die Herrin von dem Oberinspektor Rockesch hielt. Zweifellos: der Mann war tüchtig und verstand seine Sache. Es war für ihn als Untergebenen fehr schwer, Rockesch der mangelnden Sorgfalt anzuklagen. Und doch: er mußte diese Pflicht erfüllen. Man konnte diese gehäuften Unglücksfälle in dem Tierbestand des Schlosses nicht mehr so hinnehmen. Bei dem Gedanken an bie notroenbige Slusein- anbersetzung, bie folgen würbe, würbe ihm heiß. Er griff in bie Tasche nach seinem Tuck, ba knitterte ber Brief leise. Das Abschiebsgesuch — er hatte es ganz vergessen. Hatte er es vergessen wollen? Seine Gestalt straffte sich. Nein, es mußte Schluß gemacht werben. Er konnte sich einer solchen Behandlung wie der gestrigen nicht zum zweiten Male aussetzen. Da stutzte er. Dort auf ber Bank am Fluß saß boch jemand. Die tief herniederhängenden Zweige der Trauerweide ließen die lichte Gestalt nicht ganz klar erscheinen. War es Barbara, die dort saß in dem weißen Kleid? Nein, es war nicht Barbara! Die Sonne spielte auf dem hellblonden Scheitel Magdalena Gerwigs. Er zögerte einen Augenblick. Sollte er Magdalena begrüßen? Oder sollte er den kleinen Umweg über den jenseitigen Steg zum Herrschaftshaufe machen? Das, was zwischen ihm und Barbara gesprochen werden mußte, geschah am besten gleich. Je länger man die Dinge hinauszögerte, desto schwerer wurden sie. Aber er hatte plötzlich das Empfinden, sich zunächst mit Magdalena aussprechen zu müssen. Sie war Barbaras beste Freundin. Sie liebte Barbara so wie keinen anderen Menschen vielleicht. „Uun du?" fragte eine Stimme in ihm. „Liebst du sie nicht mehr als alles andere auf der Welt?" Unmutig schüttelte er den Kopf. Daß er doch niemals von diesen fruchtlosen Empfindungen loskam. Er war doch ein Mann und mußte die Dinge sehen, wie sie waren, nicht, wie er sie wünschte. Barbara von Stechow hatte ihm deutlich genug gezeigt, daß er nichts für sie war wie ein Angestellter. 11. Kapitel. Gewaltsam riß er sich aus seinen bitteren Gedanken los. Er schaute, den Schritt verhaltend, auf Magdalena. Sie sah ihn nicht. Denn er stand von der großen Trauerweide noch verdeckt. Welch anmutiges Bild das Mädchen bot! Mit sanft geneigtem Kopf saß sie da. Ihre weißen Hände ordneten geschickt und leicht die bunten Blumen zu einem schonen Strauß. Ihr geneigtes Gesicht trug einen sinnenden Ausdruck. Jetzt ging ein Lächeln über ihre Züge. Das Ganze war ein Bild der vollkommenen Harmonie, das ihn rührte und erwärmte. Gestern hatte Magdalena ihn anders anaeschaut. In ihrem Blick waren Unruhe, Angst und Bangigkeit gewesen. Es war, als ob feine eigene Zerrissenheit in sie übergeströmt wäre. Er schämte sich jetzt. Er hatte gestern ganz bewußt sie so herrisch an sich gezogen. Er hatte ja Barbara zeigen wollen, daß er nicht an sie dachte. Daß es andere Menschen gab, die sein Interesse erwecken konnten. Jetzt war es ihm, als hätte er da ein Spiel getrieben, das seiner unwürdig und diesem sanften Menschenkind hier gefährlich werden konnte. Man durfte nicht den eigenen Kummer betäuben wollen dadurch, daß man andere beunruhigte. „Guten Morgen, gnädiges Fräulein!" sagte er, aus dem Schatten der Trauerweide heraustretend. Magdalena schrak zusammen. Ein paar Blumen entfielen ihren Händen. Er bückte sich und legte bie bunten Blüten auf die Bank neben Magdalena. In ihren Augen war der gleiche Ausdruck der unruhigen Angst wie gestern. Da sagte Eckehard, mit beschwichtigendem Klang in seiner tiefen Stimme: „Verzeihen Sie, gnädiges Fräulein, wenn ich Sie erschreckt habe! Das täte mir aufrichtig leid!" (Fortsetzung folgt!) es zu ml Oberhessen jon- r Das Ecke Bei Das evang. Pfarrhaus in Klein-Linden wird seiner Bestimmung übergeben. WI der der Liv. 'erg. Helft dem Zugendherbergswerk! Lin Aufruf der Deutschen Arbeitsfront. Ueberall im Vaterland stehen die Herbergen i beichten einem Durbe 20) 3Pen aus- 15 e. Lan- rberte lennt»' Da- 'beits- ib der igenb« |ierun> sowie n. Die Haupt- imtlich. er her D., ber Keichs« n Der- mb ein oerant- iehung en bie Iki 11 - Utphe). ** Sonntagsrückfahrkarten zu Reichsfachausstellung des Fleischer qewerbes. Im Hinblick auf die Bedeutung der Reichsfachausstellung des Deutschen Fleischergewerbes gibt die Deutsche Reichsbahn von allen Stationen, die im Umkreis von 250 Kilometer um Frankfurt liegen, Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt aus. Die Fahrkarten haben Gültigkeit vom 15. Ium 0 Uhr bis 23. Juni 24 Uhr. Ab 19. Juni find die Karten zur Rückfahrt nur dann gültig, wenn sie von der Ausstellungsleitung auf Grund des Be- fucherausweifes abgestempelt sind. £ Klein-Linden, 12. Juni. Mit dem heutigen Tage wurde das in 1934/35 erbaute und jetzt fertiggestellte Pfarrhaus seiner Bestimmung übergeben und von dem Pfarrer bezogen. Schon seit dem Jahre 1908 wurde der Pfarrdienst in Klein-Linden von einem in unserer Gemeinde wohnenden Pfarrassistenten versehen, nachdem bis zu jenem Jahre der seelsorgerische Dienst von einem Pfarrer der einstigen Muttergemeinde Großen-Linden ausgeübt wurde. Um dem in früheren Jahren recht häufig vorkommenden Wechsel der Pfarrassistenten entgegenzutreten, trug man sich hier schon vor dem Weltkrieg 'Qa' dem Weltkrieg mit dem Geheute über 2000 Seelen zählentreten. Damit sind die Voraussetzungen für den aktiven Einsatz der Siedlerorgani'sation innerhalb des Siedlungsprogramms des Gauheimstättenamtes geschaffen. Die Aufgaben des Deutschen Siedlerbundes sind die Schulung und Betreuung der Siedleranwärter und der bereits angesetzten Siedler, die Förderung des gesamten Siedlungswerkes, sowie der ideelle und materielle Schutz der Siedler in allen die Siedlerstelle betreffenden Fragen. Die Hauptaufgabe liegt in der laufenden Schulung und Beratung der Siedler in der richtigen Bewirtschaftung von Stall und Garten, denn gerade hierbei entscheidet es sich, ob die Siedlerstelle zum Segen der Siedler wird, oder zu einer Last. Das Ziel ist die Schaffung wirtschaftlich gesunder und lebensfähiger Siedlungen. Die Führung der Gaugruppe Hessen- Nassau des DSB. liegt in der Hand des Abteilungsleiters im Gauheimstättenamt, Pg. M a i n tz. Die Geschäftsstelle befindet sich Frankfurt a. M., Bürgerstraße 69/77. lgs- Die Ks Kit. iDl. ein. hlii. ort. 'gen iür Pf. urfe An- hen, bitfc Kautschuk- und Asbestindustrie, Baugewerbe und Baunebengewerbe, Großhandel, Einzelhandel, Derlagsgewerbe, Handelsvermittlung und stige Hilfsgewerbe des Handels, Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungswesen. Zusammenschluß der Kleinsiedler im Gau Hessen-Nassau. LPD. Frankfurt a. M., 11. Juni. Die Verhandlungen über den Zusammenschluß der S i e d l e r o r g a n i s a t i o n e n des Gaues Hessen - Nassau sind zu einem günstigen Ab- schluß gekommen. Die seitherige Landesgruppe des Reichsbundes der Kleinsiedler ist der Gaugruppe Hessen-Nassau des Deutschen Siedlerbundes beige- lichten Artikel „Die Kanalisierung der Lahn" ist durch ein Versehen im technischen Betrieb eine Unklarheit in der Satzfolge entstanden. Auf der ersten Spalte dieses Artikels mußten 12 Zeilen in Fortfall kommen, und zwar von der 15. Zeile von unten (nahe Entfernungen ...) bis zur 4. Zeile von unten (... Staffeltarife eingeführt.). Nach dieser Streichung ergibt sich die Satzfolge in sinngemäßem Zusammenhang. saß in arbara! scheitel zenblick. oilte er teg zum hen ihm geschah ige hin' iiber er ichst m't iar Dar- , j0 wie .Liebst Welt?" er doch iqen los« >ßte t» t er j e m deut' war wie 1 li i HL < Hf 'N* l bei. ingen i- Sie em- ben nbos 1 L v- ** Sonntagsrückfahrkarten zum Reichs Handwerker tag in Frankfurt am Main. Die Reichsbahn gibt aus Anlaß des Reichshandwerkertages in Frankfurt a. M. Sonntagsrückfahrkarten aus, die zur Hinfahrt vom 15. Juni 0 Uhr bis 23. Juni 12 Uhr und zur Rückfahrt vom 15. Juni 12 Uhr bis 23. Juni 24 Uhr Geltung haben. ** D i e Vermietung der Marktlauben betrifft eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigen- teil. Es fei besonders darauf hingewiesen. ** Nachtigallen schlagen . . . Wie uns aus unserem Leserkreise mitgeteilt wird, sind gegenwärtig an der Straße zwischen Klein-Linden und Lützellinden, und zwar kurz hinter Klein-Linden, Nachtigallen zu hören, die zu nächtlicher Stunde ihr melodienreiches Lied erschallen lassen. Der Vorübergehende wird nicht versäumen, dem lieblichen Schlag zu lauschen. "Richtigstellung. In dem in unserer Ausgabe vom 8./9. Juni (Nr. 132 des G. A.) veröffent- I J: Als man im Jahre 1926 in unserer Gemeinde die Feldbereinigung durchführte, wurde von der Gemeinde ein Bauplatz in der Hügelstraße als Pfarrhausplatz ausersehen. Vom Jahre 1931 ab erschien im Kirchenvoranschlag erstmalig wieder ein Betrag von 500 Mark als Kirchenbaufonds. Durch private Spenden wuchs dieser Betrag in wenigen Jahren auf über 2000 Mark an. Den Bemühungen des derzeitigen Pfarrers war es weiter gelungen, den Zuschuß unserer Kirchengememde an die einstige Muttergemeinde für Pfarrbesoldungen Gemeindesteuern und dergleichen mit jährlich 350 Mark in Wegfall zu bringen. Mit diesen ersparten Geldern und den seitherigen Aufwendungen für Miete für die dem Pfarrer zu stellende Wohnung glaubte man, ohne dabei die örtliche Kirchensteuer ?u erhöhen, den Pfarrhausbau vornehmen zu können Doch unterblieb der Bau vorerst immer noch. Erst der Zeit nach dem nationalen Umschwung blieb es vorbehalten, das Werk zu beginnen und zu vollenden. , . , In der ersten Sitzung der nach der national- sozialistischen Revolution neugewählten Kirchen- qemeindevertretung stellte deren Mitglied Wilhelm Holler sen. den Antrag, eine Sitzung mit der Tagesordnung „P f a r r h a u s b a u abzuhalten. In dieser Sitzung wurde die Finanzierung des Baues beschlossen und ein Betrag von 15 000 Mark genehmigt. Nachdem sich auch noch die Ortsgrup- Oie Einführung des Arbeitsbuches. Jeder Arbeiter und Angestellte muß dieses Buch haben.—Oie Ausfüllung der Anträge ist Pflicht. — Was ist bei der AntragsteUung zu beachten? — Aufklärung durch den Leiter des Arbeitsamtes Gießen. ?ren Seiend, auf iand von reich W* t gelM' ortmeten u einem ja einen ein über vollkom- >ärmie. Bong'g 3erri|ien‘ Idjtlt 8",, ->°r L'-L ’ en E ,s° )ale1Laber sdruck D ssang eM * nn'*6lf eid! Der Leiter des Arbeitsamtes Gießen, Oberreaie- rungsrat Dr. List, gab gestern nachmittag vor Vertretern der Handelskammern Gießen und Friedberg, vor den Kreishandwerksmeistern und vor Vertretern der Presse in einer Besprechung im Arbeitsamt Gießen bedeutsame Aufklärungen über alle Fragen, die mit der Einführung des Arbeitsbuches Zusammenhängen und die von allen beteiligten Personen aufs genaueste beachtet werden sollten. Aus der reichen Fülle dieser Aufklärungen seien die nachstehenden Einzelheiten hervorgehoben: Das Arbeitsbuch, das nach einer Verordnung der Reichsregierung für alle Arbeiter und Ange st eilten aller Wirtschaftszweige von jetzt ab in stufenweisem Fortschreiten von Berufsgruppe zu Berufsgruppe zur Einführung kommt, hat vor allem den weitreichenden Zweck, den planmäßigen Einsatz der Arbeitskraft in der richtigen Weise zum Gedeihen der Gesamtheit zu sichern. Die Durchführung der Verordnung der Reichsregierung ist der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung übertragen worden, die Arbeiten sind von den Arbeitsämtern zu leisten. Von besonderer Bedeutung ist zunächst, daß Arbeiter und Angestellte von einem durch die Reichsregierung noch zu bestimmenden Zett- punkt ab nut dann beschäftigt werden dürfen, wenn sie im Besitze eines ordnungsmäßigen Arbeitsbuches sind. Dabei ist der Begriff A r - beiter und Angestellte im weite st en Sinne des Wortes zu verstehen, ganz gleichgültig, ob es sich um private Unternehmungen (Handwerk, Industrie, Landwirtschaft usw.), oder um öffentliche Verwaltungen handelt. Das Arbeitsbuch darf nur vorn Arbeitsamt ausgestellt werden, allen anderen Stellen ist die Ausfertigung dieses Buches bei Strafe verboten. Unzulässig ist es, die Ausstellung des Arbeitsbuches z. B. von der Zugehörigkeit zu irgendeiner Organisation oder von irgendwelchen anderen Bedingungen abhängig zu machen. Verboten ist es ferner, in das Arbeitsbuch z. B. Eintragungen über die Leistungen des Arbeitnehmers, feine Führung oder ähnliches vorzun-chmen. Weiterhin soll bei der Ausstellung des Arbeitsbuches keinerlei Bevorzugung erfolgen. Die Ausfüllung der pflichtgemäßen Anträge zur Erlangung der Arbeitsbücher wird in drei großen Abschnitten durchgeführt. Der erste Abschnitt für diese Antragstellung erstreckt sich auf die Zeit bis zum 3 0. September dieses Jahres. Bis dahin sind die Anträge auszufüllen von allen Arbeitern und Angestellten der nachstehenden Be- rufsgruppen: Industrie der Steine und Erden, Eisen- und Stahlgewinnung, Metallhütten und Metallhalbzeugwerke, Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metallwaren, Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau, Elektrotechnische Industrie, Optische und feinmechanische Industrie, Chemische Industrie, Papierindustrie, Leder- und Linoleumindustrie, Dieses Juaendherbergswerk erfüllt damit eine hohe idealistische Aufgabe und verdient die unterstützende Beachtung des ganzen Volkes. Ich begrüße es daher, wenn mit dem 1. Juni alle 38 Kreise des Gaues Hessen-Nassau der NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" als körperschaftliche Mitglieder dem Jugendherbergsverband beigetreten sind und gebe ber Hoffnung Ausdruck, daß auch die rhein-maim- schen Betriebs- und Wirtschaftsführer mithelfen am Ausbau dieses Erziehungswerkes zur blutsverbun- benen Volksgemeinschaft und bobengebunbenen Heimatliebe. Becker, Landesobmann der NSBO. und Bezirkswalter der DAF. Keine Förderung der Esperantosprache. In einer Verfügung des Reichserziehungsministers heißt es: Die Pflege künstlich geschaffener Welthilfssprachen wie der Esperantosprache hat im nationalsozialistischen Staate keinen Raum. Ihr Gebrauch führt dazu, wesentliche Werte völkischer Eigenart zu schwächen. Es ist daher von jeder Förderung eines Unterrichts in solchen Sprachen abzusehen, Unterrichtsräume sind für diesen Zweck nicht zur Verfügung zu stellen. Gießener Wochenmarktpreife. * G i e ß e n , 13. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing (grün), das Pfund 10 bis 12, Gelbe Rüden, das Bündel 10 bis 15, Rote bas Pfund 10 bis 12, Spinat 15, Romifchkohl 15, Bohnen (grün) 50 bis 60, Spargel 1. Klaffe 40 bis 55, Suppenspargel 25 bis 30, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüse 15, Tomaten 50 bis 60 Zwiebeln 20, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln (alte) 4H Pf., der Rentner 3,50 bis 4 Mark, (neue), bas Pfund 18 bis 20 Pf. Aepfel 70, Kirschen 60, Erbbeeren 60 bis 80, Nüsse 45, junge Hähne 90, Tauben bas Stuck 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 25 bis 45, Oberkohlrabi 8 bis 12, Lauch 5 bis 10, Sellerie (Suppengrün) 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bund 8 bis 12 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21.30 Uhr im Hörsaal des Veterinärhygienischen und Tierseuchen- Instituts, Frankfurter Straße 87, Dortrag: „Tierseuchenbekämpfung durch Tierseuchenforschung , von Professor Dr Zwick.—NSG. „Kraft durch Freude . 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen, Lyzeum, Dammstrahe. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Bengali . — Ob^rtzessischer Kunstverein (Turmhaus am Bruno- platz, 16 bis 17 Uhr: Ausstellung Christ.an Rohlfs- fiaqen. — Gießener Lesehalle-Verem: 18 Uhr in der Universitätsbibliothek Mitgliederversammlung. — Die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (Naturwissenschaft- licke Abteilung gemeinsam mit der Biologischen Fachschaft der Universität) veranstaltet am Freitag, 14. Juni, im Hörsaal des Botanischen Instituts einen Vortrag. Am Donnerstag, 20. Ium, findetemGang durch das Versuchsfeld des Landwirtschaftlichen Instituts statt. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. * Aus Zweckmäßigkeitsgründen wird das Arbeitsbuch in dem Betrieb des Arbeitgebers aufbewahrt werden, der Betriebsführer ist zu dieser Aufbewahrung verpflichtet. Dem Arbeitsamt ist von dem Beginn der Beschäftigung des Arbeitsbuchinhabers Anzeige zu machen, ferner ist auch von jeder wesentlichen Aenderung in der Beschäftigungsart des Arbeitsbuchinhabers dem Arbeitsamt Kenntnis zu geben, damit das Arbeitsamt die entsprechenden Eintragungen in feiner Kartothek machen kann, während der Betriebsführer die gleichen Eintragungen in dem Arbeitsbuch vornehmen muß. Ebenso ist anzuzeigen, wenn der Arbeitnehmer aus dem Betrieb ausscheidet, gleichzeitig ist die entsprechende Eintragung im Arbeitsbuch vorzunehmen. Ein Arbeitnehmer, der kein Arbeitsbuch besitzt, darf nach dem von der Reichsregierung bestimmten Zeitpunkt in keinem Betrieb eingestellt werden. Der Betriebsführer ist für die ordnungsmäßigen Eintragungen und für die sorgsame Aufbewahrung des Arbeitsbuches verantwortlich. Die erstmalige Ausfertigung des Arbeitsbuches erfolgt kostenlos, gerät ein solches Buch in Verlust, oder ist durch einen anderen Umstand eine neue Ausfertigung erforderlich, so sind gewisse Gebühren zu entrichten. Von Interesse ist in diesem Zusammenhänge noch, daß im Bereiche des Arbeitsamtes Gießen nach dem heutigen Stande der Dinge mit der Ausfertigung von rund 70 000 Arbeitsbüchern gerechnet wird, wozu natürlich noch die erforderlichen Arbeiten hinsichtlich der Anträge, der Kartothekeinrichtung usw., sowie die fortlaufende Tätigkeit in diesem Zweige der Arbeitsamtsverwaltung hinzukommen. Es ist also eine sehr große Aufgabe, die das Arbeitsamt in diesem neuen Zweige seines Wirkens nicht nur einmalig, sondern für immer zu leisten hat, um den mit der Einrichtung des Arbeitsbuches verfolgten Zwecken zum Wohle der Volksgefamtheit in bester Weise zu dienen. Man darf daher wohl wünschen, daß dem Arbeitsamt auch auf diesem Gebiete seiner Arbeit immer die bereitwilligste Förderung und Unterstützung aller Teile der Wirtschaft gewährt wird, nicht zuletzt auch dadurch, daß bei der Ausfüllung der Anträge größte Sorgfalt oberste Richtschnur des Handelns ist. Landräte, in den Stadtkreisen die Oberbürgermeister, in den Regierungsbezirken die Regierungspräsidenten und für Berlin der Staatskommiffar. Der Minister betont, er beabsichtige, die körperliche, geistige und charakterliche Erziehuna der Jugend außerhalb der Schule besonders zu fördern, um der Jugend ein Heranwachfen zu körperlicher und beruflicher Leistungsfähigkeit zu ermöglichen und sie zu geistig aufgeschlossenen, sittlich verantwortungsbewußten jungen Nationalsozialisten zu bilden, ohne dabei ihren Anspruch auf jugendliche Freude in zuchtvoller Gestaltung zu verletzen. Die genannten Stellen sollen die Behörden anregen, geeignete Einrichtungen wie Jugendheime, Jugendherbergen, Turn- und Spielplätze, Zeltlager, Bootshäuser usw. zu schaffen. Ihre Hilfeleistung soll in erster Linie der HI. und dem .BdM., aber auch den anerkannten Turn- und Sportorganisationen gelten. Ihr besonderes Augenmerk sollen sie auf die nichtorganisierten Jugendlichen richten, deren Zahl immer noch beträchtlich hoch sei. Das Ziel müsse sein, jeden Jungen und jedes Mädel außerhalb der Schule durch geeignete körperliche Ausbildung und geist- und charakterbildende Erziehungsmaßnahmen zu tüchtigen und verantwortungsbewußten Nationalsozialisten zu machen und der HI. und dem BdM. allmählich möglichst alle jungen Volksgenossen zuzuführen. ** Justizpersonalie. Ernannt mlN-beber Hilfsauffeher bei der Zellenftrafanstalt Dutzbach Karl Hoff meist er unter Berufung in das Be° amtennerbältnis zum Str°sanst°lt-°b°rw°chtm°st.°r bei dieser Anstalt mit Wirkung vom 1. April 1935. ** Dienstjubiläum. Der Feldjchutzmeister Tbeodor Simon begeht am heutigen Donnerstag, 13 Juni das Jubiläum einer 25jährigen Dienstzeit °f-Mdp°liz°ib°am.er bei der Stadt Gießen Herr Simon der einer alten Gießener Familie ent stammt ist durch seine langjährige Berufsausubung im Feldickuk wie auch durch seine vorhergehende TätiL'B'd-m h°,,i?ch°n Amtsgericht, in °°^°n Kreisen in Stadt und Land bekannt und beliebt- Seine vorgesetzte Behörde und seine Kollegen wer, den ihm, wie wir hören, eine würdige Aru g 3 teil werden lassen und ihm ferner ew Diplom, s wie ein ansehnliches Geschenk überreichen. ** St r a ß e n s p e r r e. Die Landstraße Lan gs- dorf —Hungen wird wegen Ausführung v Straßenbauarbeiten vom 17. Ium ab für_ jeg d) Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Lei- tenhaufen—Bellersheim (bis zur Straße Inheiden I ( Antragsformular muß rechts oben in der von der Ortspolizeibehörde abgestempelt sein. ___der Ausfüllung der Personalangaben ist, da die einzelnen Länder als solche nicht mehr in Betracht kommen, hinsichtlich der Staatsangehörigkeit „Deutscher" zu schreiben, natürlich nur dann, wenn die betreffende Person die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Bei den Angaben über die Berufsausbildung find Redewendungen allgemeiner Art zu vermeiden, es ist vielmehr in allen Teilen erforderlich, daß ganz präzise Angaben gemacht werden; wenn z. B. ein Kaufmann die Angaben über feine Lehrzeit macht, dann darf er nicht schreiben, daß er eine abgeschlossene Lehre als Kaufmann innerhalb der vereinbarten Zeit durchgemacht hat, sondern er muß dabei die Worte „kaufmännischer Lehrling" gebrauchen. Die Angaben über abgeschlossene Lehre sind im eng- ft e n Sinne auszulegen und müssen durch Lehrverträge bzw. durch Lehrzeugnisse jederzeit nachgewiesen werden können. Ferner sind die Einzelheiten der Fachausbildung bzw. der bisherigen Tätigkeiten, etwaige Berechtigungsscheine (z. B. Führerschein für Kraftfahrzeuge) sehr sorgfältig anzugeben und soweit als möglich durch Zeugnisse, Arbeitsbescheinigungen usw. zu belegen; die entsprechenden Bescheinigungen sind bereitzuhalten. Bei den Angaben über die bisherige Beschäftigung während der letzten zehn Jahre brauchen kürzere Arbeitsverhältnisse (insbesondere Aushilfen) nicht angegeben zu werden. Die zur Zeit der Antragstellung ausgeübte Tätigkeit ist mit aufzuführen, ebenso die Arbeitsdienstzeit. Ganz genaue Angaben sind auch hinsichtlich des Namens, des Sitzes und der Art des Betriebes, sowie der Art der Tä- deutschen Jugend. Wo sich auch immer die Reize heimatlichen Natur dem Auge des Wanderers offenbaren, find diese schlichten und sauberen Unterkunftsstätten gefchaffen. In ihnen findet jeder deutsche Jungarbeiter Bleibe und Betreuung, der seine Freizeit dazu benutzt, sich im Kreise von Kameraden seine Heimat zu erwandern und die Schönheit derselben zu erleben. tigkeit und der Zeit des Arbeitsverhältnisses erforderlich, soweit die einzelne Person zu allen diesen Angaben unter Beobachtung größter Sorgfalt imstande ist. Wer keine Arbeitsbescheinigungen über feine Beschäftigung während der letzten zehn Jahre mehr besitzt, muß sich bemühen, seine Angaben soweit als irgend möglich glaubhaft zu machen. Auf Grund der Angaben in dem Antragsformular wird das Arbeitsbuch ausgestellt. Jedes Buch hat feine eigene Nummer, die für den Inhaber dieses Buches nur einmalig ist. Das Arbeitsbuch muß die eigenhändige Unterschrift des Inhabers tragen. danken, in unserem heute über 2000 Seelen zahlenden Dorfe ein Pfarrhaus zu errichten und die hiesige Filialgemeinde in eine felbftänöige Pfarrei umzuwandeln. Es wurde auch ein Pfarrhausfonds angelegt, der aber in der Inflationszeit wertlos wurde. Nach der Inflation wurde erneut der Errichtung eines Pfarrhauses nahegetreten, und es fanden auch' öfters im Kirchenoor- stand und in der Kirchengemeindevertretung Besprechungen darüber statt, u. a. auch in ©egenmart des ehemaligen Superintendenten der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat D. Wagner. Um die Ausfüllung der Anträge für die in Betracht kommenden Personen, aber auch für die Betriebe so einfach und zugleich so wirkungsvoll als möglich zu machen, ist vom Arbeitsamt Gießen vorgesehen, die Anträge von den einzelnen Betrieben ausfüllen und gesammelt dem Arbeitsamt Gießen einreichen zu taffen. Don dieser Maßnahme darf erwartet werden, daß sich der ganze Vorgang nicht nur reibungslos ab- pielt, sondern auch eine in allen Teilen erschop- ende Ausfüllung der Anträge gewährleistet ist. An einzelne Großbetriebe sind die Antrags^rmulare bereits versandt worden. Dabei ist zu beachten, daß die Personalangaben nicht nur genau auszu- füllen sind, sondern alle Eintragungen auch möglichst mit Schreibmaschine ^genommen werden, um arm vornherein durch falsche Schreib- weise ober andere Unrichtigkeiten Fehler bei der Ausfüllung der Arbeitsbücher hmtanzuh alten Zu? Durchführung dieses Planes ist es sehr örmünG+if haft bie Firmen dem Arbeitsamt in bereitwilliger Weise mit der sorgfältigen Aussul- luno ber Antragsformulare v e r st a n b n i s v o l l an die Kand gehen. Wo es erforderlich ist, wird das Arbeitsamt auch bereit fern, burd) Beauftragte eine Ueberprufung der ausgefullten An träge möglichst im Betrieb vornehmen zu lassen. Voraussetzung für die Ausfertigung des Ar- beilsbuches ist die genaue Ausfüllung des Antragsformulars. Maßgeben ist dabei für die Erfassung der einzelnen per- fönen immer der wahn art des Arbe.lers bzw. Angestellten, also nicht der Orl der 3 Arbeitsstätte. penleitung, die Bürgermeisterei und der neue Gemeinderat namentlich im Interesse der Arbeitsbeschaffung für den Bau einsetzten und die Gemeindevertretung den Platz in der Hügelstraße zur Verfügung gestellt hatte, wurde im Sommer vorigen Jahres der erste Spatenstich getan und das Werk in den kommenden Monaten vollendet. Der Voranschlag mit 17 000 Mark, also mit 2000 Mark mehr als ursprünglich vorgesehen, wurde ein geh alten. Das neben dem vorhandenen Kapital noch zu benötigende Geld wurde zu äußerst günstigen Bedingungen, dazu noch ohne Eintrag als Hypothek, von privater Seite zur Verfügung gestellt. . Die Pläne wurden von Architekt Wilhelm Fink von hier nach dem Gutachten des hessischen Kirchenbaumeisters Geheimer Baurat Professor Walde (Darmstadt) ausgearbeitet. Herr Fink hatte auch die Bauleitung. Einige Gemeindeglieder leisteten freiwillig ohne Entgelt Fuhrleistungen. Die Maurerarbeiten hatten die vereinigten Maurermeister Gebrüder Bernhard und Heinrich M a g o l d übernommen. Die Zimmererarbeiten führte Zimmermeister Engel (Hörnsheim) aus. In die Weißbinderarbeiten teilten sich die hiesigen Firmen Hugo Germer, Karl Haas, Wilhelm Volk und Otto Wehrum. Die Schreiner- und Glaserarbeiten wurden von den Meistern Wilhelm Fey, Ludwig Jung, Valentin Kehl und Georg Schneider geleistet. Die Jnstallationsarbeiten führten die Installateure Wilhelm Schaum und Friedrich Schimmel aus, während die Ausführung der Heizungsanlage in Händen der Firma Schulz und Jung (Gießen-Klein-Linden) lag. Die Spenglerarbeiten wurden von Arthur Weber und die elektrischen Jnstallationsarbeiten von Heinrich Bechtold, beide von hier, erledigt. Schlosser- meister Ernst G 1 a u m von hier lieferte die Schlosserarbeiten. 88. Lahreöfest des evang.Erziehungsheims Arnsbur g. )( K1 o st e r 21 r n 3 b u r g, 12. Juni. Das Jahre s f e st des e d gl. Erziehungsheims Arnsburg bewährte feine alte Anziehungskraft auch in diesem Jahr, lieber 1000 Menschen waren unter den schattenspendenden Bäumen des „Pfaffensteins" versammelt, als am Nachmittag des dritten Pfingsttages der Posaunenchor Holzheim, der in diesem Jahre die musikalische Ausstattung des Festes übernommen hatte, mit einer Motette die Feier eröffnete. Nach dem gemeinsam gesungenen Lied „Lobe den Herrn", einer liturgisches Einleitung durch Stiftsdechant Kahn-Lich und dem Pfingstlied „O heiliger Geist" sprach als erste? Prediger Pfarrer Göbels vom Diakonissenhaus in Frankfurt a. M. im Anschluß an die Apostel- W Auf Wunsch de, Gastversms sang, der kund-, s°«!° -m°m 6famM»b« d-««ch«n D-lk-. Worten. seines Dirigenschaft Turnerische Werbeveranstaltung -es Turnvereins 1883 Lollar 3516 A und Ufa-Ton-Woche. 911(1 Anzeigen-Attiengesellschast Irische Seefische Fischfilet Marke „Fifi" Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften 35130 Haus, Bergstraße 20, abzugeben. empfiehlt billigst Gießen / GchrMvatze Z Mäusburg 15 3520D Televh. 3612 1A/F" D R F DRUCKSACHEN VVfalYD EÄBrühl'sche Druckerei würdig an. Sportverein 1920 Lollar. Lollar I — Riederweimar I 9:2. Sie photographieren Wir entwickeln, kopieren und vergrößern Ihre Aufnahmen Sie bestimmen die Ausgestaltung Ihrer Bilder, Größe u. Papiersorte Wir beraten Sie fachlich dabei u. liefernlhnen die schönsten Bilder 494 A Optiker Magnus. Seltersweg33 gastgebende Verein unter Leitung ten Georg Harnisch- Steinberg Sodann erfolgte die Ehrung eines Hannes Sommer VII. wurde aus 50jährigen aktiven Sängertätigkeit liebes bedacht. Bei den Klängen der Musikkapelle des Gastoereins verbrachte man noch einige frohe Stunden. Am zweiten Feiertage unternahmen die zwei Vereine einen gemeinsamen Spaziergang nach dem Schiffenberg. Die erste Mannschaft spielte auf eigenem Platz gegen Niederweimar und gewann nach Belieben mit 9:2 Toren. Der Gegner konnte nur in der ersten Viertelstunde etwas Widerstand leisten und fiel dann der besseren Technik der Lollarer, obwohl diese mit Ersatz spielten, zum Opfer. Ein jeder Spieler der Lollarer'Mannschaft tat seine Schuldigkeit. Lollar (Reisemannschaft) — Geilshausen I 2:3. Eine aus Spielern aller Mannschaften zusammengestellte Reisemannschaft verlor, auf dem Platze des Gegners spielend, mit 2:3 Toren. Lollar I. Jugend — Niederwalgern I. Jugend 1:4. Die I. Jugendmannschaft verlor auf eigenem Platze, da sie gezwungen war, mit reichlich Ersatz anzutreten, gegen die körperlich stärkere und technisch besser spielende Jugendmannschaft aus Niederwalgern. Schiedsrichter Stahl, Viktoria Aschaffenburg (früher Sportverein Lollar), war dem Spiele ein umsichtiger Leiter. Lollar I. Schüler — vfB.R. Gießen 1. Schüler 1:2. Die I. Schülermannschaft verlor, obwohl sie ein technisch sehr gutes Spiel lieferte, auf eigenem Platz gegen die körperlich stärkere und wuchtiger spielende Schülermannschaft von VfB.-R. Gießen knapp mit 1:2 Toren. Ein Unentschieden hatte hier dem Spielverlauf besser entsprochen. Der körperlich schwache Sturm der Lollarer kam gegen die Verteidigung der Gießener nicht an. Zugendfußball der Sp.-Dg. 1900. 1900 2. Jugend — FSV. Frankfurt lb-Jugend 3:2 (2:1). Am ersten Pfingstfeiertag empfing die 2. Jugend von 1900 die Ib-Jugend des Fußballsportvereins Frankfurt. Die Leute vom Main enttäuschten nicht, wenn sie auch mit einer Niederlage nach Hause fahren mußten. Das Spiel begann sehr vielversprechend für die Blauweißen. Bald hatten sich aber auch die Frankfurter gefunden und so gab es ein fast ausgeglichenes Spiel. Gegen Ende der ersten Halbzeit machten sich die Hiesigen frei und kamen durch Becker und Kirchner zu ihren ersten beiden Toren. Fast mit dem Pfiff für die Halbzeit fiel für die Gäste das erste Tor. Nach dem Wechsel spielten die Frankfurter besser zusammen und bald fiel auch der Ausgleich. In der letzten Viertelstunde verhängte der Unparteiische einen Handelfmeter gegen die Gäste, der von Schäfer sicher verwandelt wurde. 1900 2. Jugend — Spv. 1929 Inheiden 1. Jugend 6:2 (2:1). Am zweiten Feiertag weilten die Blauweißen in Inheiden und stießen auf einen starken Gegner. Die Platzbesitzer waren ihren Gästen körperlich weit überlegen. Die 1900er glichen aber durch technisches Spiel aus. Die Mannschaft spielte wie aus einem Guß und gewann verdient. Spielvgg. 1900 1. Schüler — Inheiden 1. Schüler 6:1 (4:1). Die Schülermannschaft schlug den Gruppensieger des Kreises Friedberg überlegen mit 6:1 Toren. geschichte Kap. 19, Vers 2 über die Zeichen, an denen Kirche, Gemeinden und Gemeindeglieder erkennen können, ob sie den Heiligen Geist empfangen haben. Nach einem weiteren Lied hielt Pfarrer Köhler- Darmstadt, ein gebürtiger Langsdorfer, an Hand von Philipper Kap. 3, Vers 3 bis 10 eine Predigt über den Wert von Blut und Boden, Sitte und Volkstum, Feierabend und Sonntagsheiligung, sowie über die Notwendigkeit unserer Erlösung durch Jesus Christus und den großen Segen des regelmäßigen Hörens von Gottes heiligem Wort. Beide Ansprachen hinterließen einen tiefen Eindruck bei der großen und in andächtiger Stille bis zuletzt lauschenden Gemeinde. Der Gottesdienst wurde mit Gebet, Vaterunser, Segen und dem Lied „Die wir uns allhier beisammen finden" geschlossen. Nach einer dreiviertelstündigen Kaffeepause fand im Host des Erziehungsheims die Nachversammlung statt. Auch hier wirkte der Posaunenchor Holzheim mit. Der stellvertretende Vorsitzende, Pfarrer Lenz- Darmstadt, erstattete den Jahresbericht Nachdem das Heim im vorigen Berichtsjahr mit 14 Kindern die niedrigste Belegziffer erreicht hatte, konnte es im laufenden Jahre wieder eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung nehmen. Es wurden in 6091 Pflegetagen 24 Kinder betreut, von mancherlei Seite wurde die Arbeit unterstützt, mancher Erfolg wurde erzielt. In den 88 Jahren reich gesegneter Tätigkeit ist das Heim immer ein Zeuge lebendigen, positiven Christentums gewesen. Im Schlußwort ermahnte Pfarrer Eitel- Wölfersheim die auch in der Nachversammlung zahlreich anwesende Gemeinde, treu zum evangelischen und christlichen Glaube zu stehen. Das Laubacher Ausschußfest. □ Laub ach, 12. Juni. Die Vorbereitungen zu dem weithin bekannten Laubacher Fest, dem sog. „Ausschuß", das vom kommenden Sonntag bis Dienstag in unserem Städtchen gefeiert wird und in diesem Jahr auf sein 395jähriges Bestehen zurückblicken kann, sind in vollem Gange. Auf dem Festplatz sind bereits Karussell und Schießbude eingetroffen, und der Festwirt hat mit dem Aufbau des großen Festzeltes vollauf zu tun. Am Sonntagnachmittag wird der Ausschuß mit Volksbelustigung eröffnet. Der Hauptfesttag — Montag — sieht vormittags den traditionellen Festzug nach dem Schloß und sodann durch die Straßen der Stadt nach dem Festplatz vor. Dortselbst findet in diesem Jahre eine besondere Ehrung der früheren Hauptleute, von denen heute noch 27 leben, durch Überreichung einer Gedenkmünze statt. Nach Einnahme des Frühstückes wird mit dem H a m m e l - u n d Gabenschießen begonnen, an dem die Bürgerschaft Laubachs — etwa 400 Schützen — teilnehmen. Bei der Preisverteilung am Abend wird der Hammelschütze in besonderer Weise geehrt. Am Dienstagvormittag wird mit dem Schweine- und Krämermarkt ein Nutz- und Zucht- v i e b m a r k t verbunden. Mit einem K i n d e r f e st am Nachmittag und anschließender Volksbelustigung findet das bis auf den heutigen Tag in seiner Urform erhaltene Volks- und Schützenfest feinen Abschluß. MSeRHOUINGSWeßK ocs DEUTSCHEN VOLKES betreut hllfsbeöürftlge Rrbeitsmönner, ölte Kämpfer Der Bemeguno unö Die Deutsche JugenD Durch ferlen- unD Goftplöhe Schaffe Volksgemeinschaft Durch Seinen Sastplah zwei Lieder. Sängers. Jo- Anläß feiner mit einer Ur- Bekanntmachung. Botr.: Vermietung der Marktlauben. Die Marktlauben werden für die Zeit vom 1. Juli 1935 bis 30. Juni 1936 neu vermietet. Die Bedingungen für die Vermietung sind bei der Stand- zeichenstelle auf dem Wochenmarkt und im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 18, erhältlich. Schriftliche Angebote sind unter Verwendung eines Angebotsscheines in verschlossenem Umschlag, mit der Aufschrift „Angebot zur 2Narktlaubenoermielung" versehen, bis spätestens zum 20. Juni 1935 im Stadt- Landkreis Gießen. * Wiefeck, 13. Juni. Die Gasgemeinschaft Gießen-Wieseck veranstaltet am morgigen Freitag im Saale des Gasthauses Braun einen Bunten Gasabend. Frau Johanna Kalbfleisch hält einen Vortrag. Mitglieder des Gießener Stadttheaters tragen zur Unterhaltung bei. Auf die heutige Anzeige fei besonders aufmerksam gemacht. "Y~ Watzenborn-Steinberg, 12. Juni. An den Pfingstfeiertagen weilte der Männer- gefangoerein „T r e u e", Eichen in unserer Gemeinde. Im Jahre 1927 beteiligte sich der Verein an dem Gesangswettstreit des hiesigen G e - sangvereins „Germani a". Die Mitglieder des Männergesangvereins „Treue" konnten damals erstmalig die Gastfreundschaft der Einwohner von Watzenborn-Steinberg kennen lernen. Am ersten Pfingstseiertagabend veranstaltete der Gastverein im Lokale des Gesangvereins „Germania" (Gg. Sommer) unter der Stabführung feines Dirigenten Paul Böhle ein sehr gut besuchtes Konzert. Nack) dem Eingangschor begrüßte Bürgermeister Schäfer die Gäste. ®U. a. betonte er, daß die Sänger wiederum schöne Erinnerungen mitnehmen möchten, wie 1927, wo sie reich bedacht mit Preisen nach Hause zurückkehren konnten. Sodann folgten Chöre, Volkslieder, Sologesang mit Klavierbegleitung, sowie einige mit reichern Beifall aufgenommene Einzelvorträge. Jrn Verlauf der Veranstaltung dankte der Vorsitzende von „Treue" für den herrlichen Empfang und lud den Gesangverein „Germania" zu einem Gegenbesuch ein, der auch zugesagt wurde. Als äußeres Zeichen der Freundschaft wurde der „Germania" ein Andenken Überreicht. Hierauf dankte der 1. Vorsitzender Theodor Jung mit kurzen, herzlichen Tv. Lollar, 6,37 Meter; 2. Willi Will, Tv. Rutters- Hausen, 6,10 Meter; 3. W. Munzert, Tv. Lollar, 5,78 Meter. Kugelstoßen: 1. Luh, VfB.-R., 14,40 Meter; 2. E. Winter, Tv. Launsbach, 11,77 Meter; 3. Langenohl, VfB.-R., 11,18 Meter. Speerwerfen: 1. Pieh, VfB.-R., 46,05 Meter; 2. Dietz, Tv. Lollar, 44,13 Meter; 3. Luh, VfB.-R., 42,13 Meter. 100-Meter-Lauf: 1. Klinke!, To. Lollar, 11,7 Sek.; 2. A. Seipp, Tv. Lollar, 11,8 Sek.; 3. Willi Will, To. Ruttershausen, 11,9 Sek. 400» Meter - Lauf: 1. R. Fischer, VfB.-R., 55,4 Sek.; 2. Koch I., 1900, 58,4 Sek.; 3. Glagow, 1900, 58,5 Sek. 1500-Meter-Lauf: 1. Hans Neide!, Tv. Heuchelheim, 4:22,7 Min.; 2. Peters, 1900, 4:27 Min.; 3. Sobezak, VfB.-R., 4:33,6 Min. 4X100-Meter-Staffel: 1. Tv. Lollar (1. Mannschaft) 47,9 Sek.; 2. VfB.-R. 49 Sek.; 3. To. Lollar (2. Mannschaft) 50 Sek. 1500» Meter-Staffel: 1. VfB.-R. 3:49,9 Min.; 2. To. Lollar 4:05,2 Min.; 3. To. Ruttershausen. Jugend. Dreikampf: 1. Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, 2357 P.; 2. Goß, 1900, 2311 P.; 3. Ott, Tv. Ruttershausen, 2295 P.; 4. Lehrmund, 1900, 2099 P.; 5. Bonarius, 1900, 2008 P. Hochsprung: 1. Schleenbecker, To. Ruttershausen, 1,49 Meter; 2. Lehrmund, 1900, 1,49 Meter; 3. Ferber, Tv. Lollar, 1,35 Meter. Weiterung: 1. Möll, VfB.-R., 5,70 Meter; 2. Ott, To. Ruttershausen, 5,45 Meter; 3. Lehrmund, 1900, 5,08 Meter. Kugel st oßen: 1. Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, 12,08'Meter; 2. Goß, 1900, 11,83 Meter; 3. Bonarius 10,64 Meter. Speerwerfen: 1. Schleenbecker, Tv. Ruttershausen, 39,60 Meter; 2. Goß, 1900, 37,35 Meter; 3. Bonarius, 1900, 31,67 Meter. 100-Meter-Lauf: 1. Goß, 1900, 12,3 Sek.; 2. Möll, VfB.-R., 12,4 Sek.; 3. Ott, Tv. Ruttershausen, 12,8 Sek. 400-Meter-Lauf: 1. Möll, VfB.-R., 59,1 Sek.; 2. Fey, To. Lollar, 63,8 Sek.; 3. Bonarius, 1900, 67 Sek. 1500-Meter- Lauf: 1. Imme!, 1900, 4:55,4 Min.; 2. Pfaff, Tv. Lollar, 5:03,6 Min.; 3. Fey, Tv. Lollar, 5:22,4 Min. 1500-Meter-Staffel: 1. DfB.-Reichs- bahn Gießen 4:03 Min.; 2. Tv. Lollar 4:13,8 Min.; 3. 1900 Gießen. fianotlenoogel entflogen. — mit Dorit Kreysler, Paul Hörbiger Harald Paulsen Leopoldine Konstantin S« Wiese« Freitag, den 14. Funi 1935, abends 8 Ubr, im Saale des „Gasthauses Braun" Burriev Gas-Abend Vortrag: sLschezettsemätz! Frau Job. Kalbfleisch, Gießen. ottt bunten Teil wirken vom Stadttlieater Gießen mit: Hansi Salzmann, Paul Nieren, Hans Seitz; Tanzgruppe v. Rabenau, Kapelle Einbrodt. GratiS-Verlosung. Einlaßkarte 25 Pfennig, einschl. Getränkegutschein. 362iA M-GeMinsAsl GWn-Meselk. Zwei Stunden köstlicher Humor! Vorher herrliches Beiprogramm: „Bayreuth bereitet die Festspiele vor“ NarhIäQQP von3bis20vHierhaltenSie beiwieder- IldullltluuU holten Veröffentlichungen einer Anzeige! schieden zustandekam. Jeder der beteiligten Spieler des Sportvereins Garbenteich gab sein bestes Können. Die Mannschaft verdient ein Gesamtlob. Die 1. Jugendmannschaft konnte an den beiden Feiertagen siegreich bestehen. Am 1. Feiertag gewann sie mit 4:1 Toren gegen die Jugend von Bieber und am 2. Feiertag mit 5:1 Toren gegen Hungen. Beide Ergebnisse dokumentieren die Ueber- legenheit des Garbenteicher Nachwuchses. Die Jugendelf schließt sich in ihrem Können der 1. Mann- [Verschiedenes] Für sofort flicht. Hausschneiderio gesucht. 02518 Schriftliche Angebote nnt.02518 an den Gießener Anzeiger erbeten Wgeünö Stanspotte mit Schnellastwagen führt aus Hermann Behm Krofdorf. Str. 28 Lastwagenbesitzer die in nächst. Zeit oder Ende d. M. von Gießen nach Treysa (Bezirk Kassel) fahren u. noch eine Einzimmer-Büroeinrichtung mit- nehmen können, woll. ihre Adresse mit Preisforderung an untenstehende Adresse baldigst bekannt geben., 02522 Heinrich Knobel Eisenwaren und Baustoffe Treysa (Bezirk Kassel). Fußballergebnisse der Kreisklaffen. 1. Feiertag: Lich — Sportfreunde Wetzlar 5:3; Großen-Buseck — 1898 Darmstadt 3:0; Grünberg — Altenburg 6:3; Leihgestern — Kurhessen Marburg komb. 2:2; Großen-Linden — Herbornseelbach 2:6; Großen-Linden II — Leihgestern II 3:2; Rud- dingshausen — Londorf 1:0; Grüningen — Steinberg komb. 1:6; Lollar — Niederweimar 9:2; Vetzberg — Fellingshausen 4:0; Daubringen — Roth 5:3. Jugendspiele: VfB.-R. — Bad Vilbel 7:2; Lich — Köln-Zollstock 1:6; Grünberg — Altenburg 3:1; Grünberg — Saasen 2:0; Gro- ßen-Bujeck — Großen-Linden 7:0; 1900 II — FSV. Frankfurt Ib 3:2. 2. Feiertag: Alsfeld — VfB.-R. 0:0; Werdorf — 1900 komb. 2:3; Steinberg — Leihgestern 7:2; Alten-Buseck — 1898 Darmstadt 1:1; Allendorf — VfB.-R. Ilb 7:3; Grüningen — Butzbach II 4:3; Erda — Hörbach 1:3; Rüddingshausen — Dreihausen 0:4; Londorf — Daubringen 4:0; Geilshausen — Lollar II 3:2 Jugendspiele : VfB.-R. — Rotweiß Frankfurt 1:3; Steinberg — Leihgestern 1:0; Geilshausen — Daubringen 4:2. Fußbail in Daubringen. Daubringen I — Roth I 5:3. Geilshausen Jugend — Daubringen Jugend 4:2. Londorf I — Daubringen I 4:0. Am ersten Feiertag weilte die erste Mannschaft des Sportvereins Roth (Lahn) zu einem Freundschaftsspiel in Daubringen. Roth stellte eine körperlich sehr kräftige Elf, die sofort, durch den Wind begünstigt, mächtig loszog und ungestüm angriff. Die Saubringer wehrten sich tapfer, mußten aber doch den Gästen mit 2:0 die Führung überlassen. Nach einer Umstellung gelang den Gastgebern bis zur Halbzeit der Ausgleich. Nach Wiederbeginn wurde die heimische Mannschaft im Felde besser und erzielte drei weitere Treffer, denen Roth kurz vor Schluß noch ein Tor entgegensetzen konnte. Mit 5:3 Toren mußte sich die sieggewohnte Elf von Roth geschlagen bekennen. Die Jugend weilte in Geilshausen zu Gast und mußte dem körperlich stärkeren Gegner mit 4:2 den Sieg lassen. Nach dem schönen Erfolge vom Vortage konnte die erste Mannschaft am zweiten Feiertage auch in Londorf gegen die dortige erste Mannschaft mit 4:0 siegreich bleiben (Halbzeit 3:0). Sportverein 1928 Garbenteich. Der Sportverein 1928 Garbenteich unternahm an den beiden Pfingstfeiertagen mit seiner ersten Mannschaft eine Reise in das Dillgebiet. Am ersten Feiertage trat die Mannschaft in Donsbach zu einem Freundschaftsspiel an, am zweiten Feiertage in Nanzenbach. Wohl nur wenige Freunde des Vereins hätten dabei an ein so gutes Abschneiden der ersten Elf gedacht, denn die gastgebenden Vereine zählen im Dillgebiet zu guten l.-Kreisklassen- Mannschaften. Garbenteich hatte folgende Mannschaft zur Stelle: K. Weigel; Schäfer, L.Feufter; H. Becker, A. Stumpf, L. Stumpf; A. Fenster, F. Briegel, W. Stumpf, H. Mohr, G. Decker. Donsbach I — Garbenteich I 2:2 (2:0). Donsbach, den Wind und die Sonne im Rücken, leitete zunächst gefährliche Aktionen ein. Garbenteichs Hintermannschaft bestand jedoch die Feuerprobe, sonst wäre das Halbzeitergebnis für die Gastgeber weitaus schmeichelhafter ausgefallen. Die Stürmerreihe spielte noch etwas zerfahren. Mit 2:0 Toren für Donsbach wurden die Seiten gewechselt. In der zweiten Spielhälfte waren die Gäste die befsere Mannschaft, und sie erzielten durch ihren Mittelstürmer den Ausgleich. Beide Mannschaften befleißigten sich eines fairen und interessanten Spieles, so daß die Zuschauer mit großer Begeisterung folgten. Nanzenbach I — Garbenteich I 4:4 (3:1). Das Spiel des zweiten Feiertages gegen Nanzenbach war nicht weniger interessant. Das Ergebnis läßt dies schon vermuten. Bei Halbzeit stand das Spiel 3:1 für Nanzenbach. Nach Wiederbeginn hatte jedoch Garbenteichs Mannschaft mehr vom l Spiel, so daß als Endresultat ein gerechtes Unenb Am zweiten Pfingstfeiertag führte der Turnverein Lollar eine turnerische Werbeveranstaltung durch, die ein voller Erfolg war und sicher neue Freunde für die Leibesübungen gewonnen hat. Bei herrlichem Wetter hatte sich am Vormittag eine stattliche Anzahl Zuschauer auf dem schönen Waldsportplatz eingefunden, die mit Spannung den einzelnen Konkurrenzen folgten. Es waren 58 Teilnehmer zum friedlichen Wettkampf angetreten. Es wurden mitunter hervorragende Leistungen geboten. Langenohl, VfB.-Reichsbahn, gewann den Hochsprung mit 1,70 Meter, im Weitsprung siegte Klinke!, Tv. Lollar, mit 6,37 Meter. Die beste Einzel- leiftung zeigte Luh VfB.R., der das Kugelstoßen mit 14,40 Meter klar für sich entschied. Sein Vereinskamerad Pieh konnte mit 46,05 Meter den Speerwurf gewinnen. In den Laufkonkurrenzen sicherten sich die Favoriten die Siege. Die 1500-Meter-Strecke durchlief Hans Neidel, Tv. Heuchelheim, in schönem Stil in 4:2^7 Min., die 400 Meter sicherte sich R. Fischer, VfB.-R., in 55,4 Sek. Erster im 100-Meter-Lauf wurde in 11,7 Sek. der junge Turner Adolf Klinke!, To. Lollar, der außer dem Weitsprung auch noch den Dreikampf mit 1987,85 Punkten gewann und somit die beste Gesamtleistung des Tages vollbrachte. Die 4X100-Meter-Staffel wurde vom Tv. Lollar in einem spannenden Kampf vor VfB.-R. Gießen gewonnen, die 1500-Meter-Staffel konnten die Gießener (VfB.-R.) sicher für sich entscheiden. — Aus der Siegerliste geht hervor, daß auch von den Jugendlichen gute Leistungen gezeigt wurden. Der Nachmittag wurde ausgefüllt durch einen Werbeumzug der Teilnehmer mit anschließenden turnerischen Vorführungen der einzelnen Abteilungen des Vereins. Die Siegerliste: Aktive. D r e i k a m p f (Weitsprung, 100 - Meter - Lauf, Kugelstoßen): 1. Klinkel, Tv. Lollar, 1907,85 P.; 2. 'Willi Will, Tv. Ruttershausen, 1817,10 P.; 3. E. Winter, Tv. Launsbach, 1690,50 P.; 4. H. Großhaus, Tv. Lollar, 1554,50 P.; 5. Rühl, To. Beuern 1451,10 P. Hochsprung: 1. Langenohl, VfB.-R., 1,70 Meter; 2. Dietz, Tv. Lollar, 1,55 Meter; 3. Pieh, VfB.-R., 1,50 Meter. Weitsprung: 1. Klinkel, Gießen, den 13. Juni 1935. eiuuuBen. 02525 Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. | Moltkestr. 6 II Lichtspielhaus/Gießen Heute Donnerstag zum letztenmal: BENGALI Ab Freitag: Das lang erwartete neue Ufa-Lustspiel voll Frische, Tempo und Humor r £ LL 18 Nr. 135 Drittes Blatt Donnerstag, l3. Zum 1935 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhesien) Die Lohn- und Gehaltspfändung nach dem Gesetz vom 24. Oktober 4934. Von Landgerichisdirektor L 3X. Gchudt, Gießen. Das Gesetz vom 24. Oktober 1934 zur Aenderung von Vorschriften über die Zwangsvollstreckung geht nach Aeußerungen der Sachbearbeiter im Reichsjustizministerium über den Weg der Notgesetzgebung hinaus und greift, ähnlich wie die Novellen zum Prozeßverfahren vom 13. Februar 1924 und 27. Oktober 1933, der beabsichtigten Gesamtreform der Zivilprozeßordnung auf dem Gebiete der Zwangsvollstreckung voraus, wobei vielfach Gedanken des 1931 veröffentlichten Entwurfs einer neuen Zivilprozeßordnung (ZPO.) verwertet worden find. Besonders zu begrüßen sind die auf dem Gebiete der Lohn- und Gehaltspfändung in dem Gesetz getroffenen Aenderungen, vor allem auch um deswillen, weil endlich eine übersichtliche Regelung geschaffen ist, indem an Stelle der bisher in dem Lohnbeschlagnahmegesetz und der Lohnpfändungsverordnung und in dem § 850 ZPO. enthaltenen, häufig geänderten, Bestimmungen einheitliche Vorschriften treten. Auch jetzt bleibt ein unterhalb der absoluten Pfändungsgrenze liegendes Einkommen aus persönlicher Arbeitsleistung regelsweise völlig pfandfrei. Diese Lohnpfändungsgrenze ist von bisher 165 Mark auf 150 Mark monatlich, bzw. — bei Lohn empfängern — auf «35 Mark wöchentlich oder 5.80 Mark täglich, herabgesetzt. Diese Senkung ist mit der allgemeinen Verbilligung der Lebenshaltung gerechtfertigt worden. Von dem diese absolute Pfändungsgrenze überschreitenden Betrag sind bei den Gehalts bezü- gen (Beamten) wie bisher zwei Drittel des Mehrbetrages unpfändbar, während bei anderen Lohnbezügen (Arbeits- und Dienstlohn) ein Drittel des Mehrbetrages der Pfändung nicht unterliegt. Bei Lohn empfängern, die für einen Unterhaltsberechtigten (Verwandten, Ehegatten, auch früheren Ehegatten, uneheliches Kind) zu sorgen haben, erhöht sich nach § 850 b Abs. 2 ZPO. der pfändungsfreie Teil des Mehrbetrags für jede Person, der Unterhalt auch wirklich gewährt wird, um ein Sechstel, höchstens jedoch auf zwei Drittel des Mehrbetrags. Diese Erhöhung der Pfändungsgrenze beim Mehrbetrag tritt nicht ein, wenn die Lohn Vergütung 500 Mark für den Monat, 115 Mark für die Woche, 19 Mark für den Tag übersteigt. Diese Unterscheidung zwischen Beamtengehalt und sonstigem Arbeitslohn wurde beibehalten, um die Rechte der Beamten nicht zu schmälern und weil eine allgemeine Erhöhung der Freigrenze für die Gläubiger untragbar gewesen wäre und weil durch eine solche Erhöhung der Freigrenze auf zwei Drittel des Mehrbetrags der wirtschaftliche Vorteil, den ein Arbeits- und Dienstlohnempfänger bisher durch Verheiratung erwarb, weggefallen wäre. In dem neuen Gesetz ist (§ 850 ZPO.) zum Ausdruck gekommen, daß für die Berechnung des pfändbaren Betrags nicht der Netto-, sondern der Bruttolohn zugrund zu legen ist. Der Arbeitgeber hat also Steuern und Soziallasten und Aehnliches dem Schuldner von dem ihm pfandfrei verbleibenden Betrag und nicht dem Gläubiger abzuziehen. Dabei ist hervorzuheben, daß nach § 850b ZPO. jetzt den Vollstreckungsschutz nicht nur derjenige in Anspruch nehmen kann, der aus abhängiger Lohnarbeit als Angestellter oder Arbeiter ein Arbeitseinkommen hat, sondern jeder, der wiederkehrend zahlbare Vergütungen für geleistete Arbeit erhält, wenn die zu vergütenden Leistungen die Erwerbstätigkeit des Schuldners vollständig, oder zu einem wesentlichen Teil in Anspruch nehmen (Beispiel: Arzt, der auf Grund freien Dienstvertrags für eine Krankenkasse tätig ist, ebensolche Tätigkeit eines Architekten bei einer Baugenossenschaft). Danach sollen auch Vergütungen, die rechtlich nicht Arbeits- und Dienstlohn sind, ihm aber wirtschaftlich gleich stehen, den Pfändungsschutz genießen. Weitergehend bestimmt dann noch der neue § 850e, daß auch noch in anderen als den im § 850b bezeichneten Fällen, falls ein Anspruch auf eine — einmalige — Vergütung für persönlich geleistete Arbeiten oder Dienste gepfändet ist (z. B. Ansprüche von Rechtsanwälten, Aerzten, Hebammen, Agenten, Künstlern, Schriftstellern und Aehnliches) dem Schuldner — aber nur auf seinen Antrag — so viel zu belassen ist, als er während eines angemessenen Zeitraums für seinen notwendigen Unterhalt und den seines Ehegatten — hier nicht auch: des früheren Gatten —, seiner unterhaltsberechtigten Verwandten, oder eines unehelichen Kindes bedarf. Da es sich nicht um regelmäßig wiederkehrende Leistungen handelt, hat das Gericht zur Herbeiführung eines Ausgleichs der beiderseitigen Interessen nach freiem Ermessen unter Würdigung der wirtschaftlichen Verhältnisse- des Schuldners und feiner Verdienstmöglichkeiten auch die Belange des Gläubigers abzuwägen und, wenn überwiegende Belange desselben entgegenstehen, den Antrag des Schuldners abzulehnen. Wesentlich geändert sind die Vorschriften über die Pfändungsvorrechte gewisser, dem Schuldner nahestehender Personen (Verwandten, Ehegatten, früheren Ehegatten und uneheliche Kinder) wegen ihrer Unterhaltsansprüche. Diesen Ansprüchen gegenüber gab es bisher Pfändungsschutzvorschriften überhaupt nicht, es war sog. „Völlige Kahlpfändung" des Schuldners möglich, und zwar nicht nur wegen der laufenden, sondern auch wegen der rückständigen Ansprüche. Nur bei den Unterhaltsansprüchen der unehelichen Kinder war die Einschränkung gemacht (§ 850 Abs. 4 ZPO.), daß die Pfändung insoweit unzulässig war, als der Schuldner die zu pfänden- Die Pfingstfeiertage standen in Düsseldorf ganz im Zeichen der Theaterveranstaltungen im Rahmen der Reichstagung der NS. - Kulturgemeinde, die Beweis ablegten von den praktischen Auswirkungen der theoretischen und praktischen Arbeit, die von der NSKG. in den vergangenen Jahren zur Schaffung des deutschen Nationaltheaters geleistet wurde. Am Pfingstsamstag wurden vier Kunstausstellungen eröffnet. Im Anschluß daran fand auf dem Marktplatz ein Volksfest statt, durchgeführt von der Jugendgruppe der NSKG., die hier zeigte, daß durch sinnvolle Einbeziehung des noch im Volk lebendigen Brauchtums eine zeitgemeffene Form der Volksbelustigung erreicht werden kann, während ein weiteres Beispiel aus der Dolkstumsarbeit der Jugendgruppe die „offenen Volksliedsingen" erbrachten, zu denen die Volksgenossen in großer Zahl erschienen waren. Im Mittelpunkt aller Uraufführungen während der Reichstagung stand das Schauspiel aus den Freiheitskriegen, „Europa brennt", von Reinhold Zickel von Jahn. Das Werk, das die Zeit des Niedergangs Preußens von 1806 bis zum Sieg von Leipzig gestaltet, läßt die Mächte und Gegenmächte dieser Zeit lebendig werden, die ihre letzte Erfüllung erst im Nationalsozialismus erfahren haben. Die Uraufführung des 4% Stunden dauernden Fünfakters gestaltete sich zu einem ein- ben Bezüge zur Bestreitung seines notdürftigen Unterhalts und zur Erfüllung der ihm seinen Verwandten, seiner Ehefrau oder früheren Ehefrau gegenüber gesetzlich obliegenden Unterhaltspflicht bedarf. Diese Regelung führte häufig zu Härten gegen Schuldner, die längere Zeit erwerbslos waren und nun Gefahr liefen, daß ihnen, wenn sie wieder zu Verdienst kamen, das neue Einkommen auf lange Zeit restlos gepfändet wurde. Das neue Gesetz (§ 850 ZPO. e. F.) gibt den Verwandten und Ehegatten deshalb nur noch ein Pfändungsvorrecht in dem Umfang, wie es bisher die unehelichen Kinder hatten, mit der Maßgabe jedoch, daß dem Schuldner nicht mehr wie bisher der „notdürftige" Unterhalt verbleiben muß, sondern daß ihm von seinen Bezügen so viel zu belassen ist, als er für feinen eigenen „notwendigen" Unterhalt und zur Erfüllung seiner laufenden gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber den dem Gläubiger vorgehenden Unterhaltsberechtigten, oder zur gleichmäßigen Befriedigung der dem Gläubiger gleich stehenden Unterhaltsberechtigten bedarf, wobei die Reihenfolge der Berechtigten nach § 1609 BGB. bestimmt wird. Ansprüche unehelicher Kinder stehen denjenigen der Verwandten und Ehegatten nach. Hier soll durch die Ersetzung des „notdürftig" durch „notwendig" zum Ausdruck kommen, daß ein Herabsinken des Schuldners in „proletarische Dürftigkeit" vermieden werden soll. Was „notwendiger" Unterhalt ist, ist nicht gesagt. Das hat der Richter im Einzelfall unter Berücksichtigung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der besonderen Verhältnisse des Schuldners festzuftellen. Neu ist dabei der Grundsatz der gleichmäßigen Befriedigung gleichstehender Berechtigter. Dieser Grundsatz gilt aber nur bezüglich der zur Zeit der Pfändung 'laufenden Unterhaltsvcrpflichtungen des Schuldners, bei Rückständen gilt wieder das Prioritätsprinzip. Wie diese neue Vollstreckungsregelung in Einklang zu bringen ist mit den Vorschriften des BGB. (§§ 1603; 1360f.; 1578f. und 1708) über den Umfang der Unterhaltsansprüche der Verwandten, Ehegatten und unehelichen Kinder, die bislang nicht geändert sind, kann im Rahmen dieses Aussatzes nicht erörtert werden. (Schluß folgt.) drucksvollen Erfolg. Der Pfingstsonntag brachte die erfolgreiche Uraufführung des Puppenspiels „D e r Froschkönig" von Gerhards Deutschem Künst- ler-Marionetten-Theater, Wupperthal. Das Rheinische Städtebundtheater in Neuß führte auf der Freilichtbühne Shakespeares Komödie „Der Widerspenstigen Zähmung" auf, während der Abend wieder eine Uraufführung brachte, und zwar die Oper „Die Heimfahrt des Jörg Tilman" von Ludwig M a u r i ck , deren musikalische Leitung der Komponist selbst übernommen hatte. „Lebendige Pflege der Vergangenheit" war der Leitspruch, unter dem der Kongreß am Dienstag in der Städtischen Tonhalle stand, der in Verbindung mit der Kleift-Gesell- schäft und der Wilhelm-Raabe-Stif- tung durchgeführt wurde. HauptamLsleiierderNGKG.Or.Giang führte u. a. aus, daß durch die neue Wertung alles künstlerischen Schaffens durch den Nationalsozialismus sich eine völlig neue Betrachtungsweise nicht nur der Gegenwart, sondern ebenso auch der Vergangenheit ergeben habe. Bei der Wertung alles Kunstschaffens sei zu würdigen, wieweit es dem Wesen des Volkes entspreche und ihm nütze. Ls sei notwendig, Klarheit darüber zu schaffen. was als klassische Dichtung angesehen werden könne. Das Entscheidende bei einer Definierung der klassischen Dichtung sei die Seelengröße und die E h a r a k t e r h a l t u n g des Dichters. Die nordische Rasse sei es gewesen, die die klassische Epoche reifen ließ. Cs sei heute eine unbedingte Notwendigkeit, die pflege des klassischen deutschen Kulturgutes zu einer nationalsozialistischen Forderung zu erheben und uns wieder in ein ganz neues Verhältnis zu den Klassikern zu bringen. Von entscheidender Bedeutung beim kulturellen Aufbau einer nationalsozialistischen Kunst- und Kulturpflege sei zunächst die Auswahl der Werke. Ein Lessingscher „Nathan", dem rein dichterisch Verdienste nicht abzusprechen seien, gehöre ins Museum, aber nicht auf die Bühne. Der Nationalsozialismus halte es für verkehrt, den Klassikerwerken eine nationalsozialistische Tendenz aufdrücken zu wollen; die Werke hätten es auch gar nicht nötig. Es fei zweifellos eine Tat der Kleist-Gesellschaft, das Andenken Kleists bewahrt und lebendig gepflegt zu haben. Erfreulicherweise habe sich die Kleist-Gesellschaft, die ihre Betätigung ausschließlich Volk und Nation widmet, sofort der NS.-Kulturgemeinde an- geschlosfen; auch die Wilhelm-Raabe-Stiftung, die das Andenken an den urdeutschen Dichter Raabe wachgehalten habe, sei übernommen worden. Es werde vielleicht die erweiterte Aufgabe der Kleist- Gesellschaft werden, das Andenken aller deutschen Klassiker lebendig zu erhalten. (Stürmischer Beifall.) Der Erste Vorsitzende der Kleist-Gesellschaft, Professor Minde-Pouet. versicherte, daß die Kleist- Gesellschaft in dieser Versammlung von neuem vor der Öffentlichkeit ihre Verbundenheit mit der Nationalsozialistischen Kulturgemeinde in Ziel und Aufgaben bezeugen wolle. Er sprach über das Werk Kleists, den er als den deutschesten aller deutschen Dichter bezeichnete. Zum Schluß sprach Professor Peter Jansen von der Raabe-Stiftung über Leben und Wirken des Dichters Wilhelm Raabe. Oer Ausklang der Tagung. Der letzte Tag brachte eine Außenansprache des Hauptamtsleiters der NSKG., Dr. Stang. Er stellte fest, daß der Kulturwille im Dritten Reich, ebenso wie das Kulturschaffen aus nationalsozialistischem Erlebnis heraus unerhört lebendig und stark ist. Vor allem auf musikalischem Gebiet sehe man, wie nun Kräfte lebendig würden, erlebe man, wie junge Kräfte nach neuen Formen ringen. So wie hier sei es auf allen Gebieten des Kulturschaffens überhaupt. Eine Reihe wesentlicher Abkommen sei in diesen Tagen vorbereitet und zum Teil bereits abgeschlossen worden. So sei z. B. mit dem „Bund deutscher K u n st- vereine" ein Abkommen zustandegekommen, das die organische Verbindung dieser Kunstinstitution mit der NSKG. einleite. Ein ähnliches Abkommen werde auch mit der R e i ch s m u s i k k a m m e r abgeschlossen werden. Ebenfalls sei eine Zusammenarbeit mit der Theaterkammer in Aussicht genommen worden, zumal dort begrüßenswerte Personalveränderungen oorgenommen worden feien. Ganz besonders wichtig und wertvoll sei auch die Zusammenarbeit mit dem Deutschen G e - m e i n b e t a g. Im übrigen könne festgestellt werden, so führte Dr. Stang aus, daß sich die NSKG. zum Mittelpunkt allen kulturellen Lebens im nationalsozialistischen Staat unter der Leitung des Beauftragten des Führers Alfred Rosenberg entwickelt habe. Dr. Stang dankte allen Mitarbeitern für die erfolgreiche Arbeit der ersten beiden Jahre und verband damit einen Appell zum weiteren vollen Einsatz der Person für die Erreichung des Zieles, das der Beauftragte des Führers Alfred Rosenberg der NSKG. gesteckt habe. Nach einem Gedenkwort für Albert Leo Schla - ■ MWWIIIWII I IIIWII IITTT'TTTir WIM 1I L ll /.irrilTT------ --- Abschluß -er Düsseldorfer Kulturtagung Uraufführungen zu Pfingsten. — „Lebendige pflege der Vergangenheit-'. Tagung der Kieist-Gesellschast. Fahrten über NipponsGtraßen Von Alfred Wiedenbrück. Eines Tages habe ich mich einem Jinriksha-Kuli anvertraut: ich habe ihm keinen Befehl zugerufen, ich habe ihm seinen Willen gelassen, die Freiheit. Ich wußte, Asien ist anders vom Rikschah aus und ich ahnte, die Straßen Nippons würden mir Dinge erzählen, an denen ich sonst vorüberfahre. Ich dachte nicht an die vielen Handwerker, an die Meister Fischmacher und die Lampionmaler; sie sieht man oftmals auf den Straßen arbeiten. Aber ich vertraute der Seele des Kulis, weil ich wußte, auf feinen Lippen liegen dieselben Gedichte und Legenden, die man hier so oft zu Horen bekommt. Der hochgeschürzte Kuli lief langsam, spielerisch aus der staubigen Stadt hinaus. Er ließ die Trams, die Autos und Wagen zurück; er nahm seinen Weg durch die Straßen, die abseits liegen; wenn ein Tempel hinter Gärten auftauchte, fiel er in einen behaglichen Schritt. Und wenn wir an der Werkstatt eines Faßbinders vorüberkamen, sprach er mit dem lächelnden Küfer einige Worte, ungefähr in der Art, was das Wetter mache, ob die Gerten wohl biegsam seien wie die jungen Mädchen am blauen See? Dann wieder klapperten kleine entzückende Mädchen auf den hohen hölzernen Sandalen zu einem Straßenhändler, der mit seinem Handelswagen von Hütte zu Hütte fuhr, kleine Verbesserungen an Haushaltdingen ausfuhrte oder ich mußte einem Lampionmaler zuschauen, der auf die Papierlaternen Sprüche, Worte mit gutem ©inn unö feine Gedichte und Legenden mit wenigen Zeichen malte. Er malt auch das Liebeslied eines einfachen Mädchens auf ein feines Pergament, mit Lack und Gold. Und dann kamen die Händler mit ihren vielerlei Arten von Spielzeug. Das klingelt und rauscht und schwingt sich, und da schaukeln sich die unheimlichsten und süßesten Tiere auf langen seidenen Schnüren, und andere wieder mit einem bösen Fabelblick und einem grimmigen Aussehen. Ganz bestimmt ist jener lange Fisch mit dem Spitzmaul Na-ja-ki, der die Mädchen kaufte. Heute noch? Jawohl. Heute noch. Denn vieles ist alt geblieben, schon aus Trotz der neuen Zeit gegenüber. Nirgends habe ich das so empfunden, dieses Zusammengehen, Anprallen der hohen Brandungen von Alt und Neu, wie hier. Denn diese Seele ist bis ins Letzte das geblieben, was sie war: japanisch. Die Seele des fernen Ostens. Ich habe das alles wie einen Zauber gefühlt, in den ich langsam hineinglitt, auf dieser einsamen Fahrt. Ich habe den Kuli in Verdacht, daß er absichtlich seinen Bickjchcch LzA Gerden Schach dem König. iw» S« «Ä W M Spi-l äu [einen Wften. Su^ne 2-au. zum AMlH Man hat das Schach oft ein königliches Spiel genannt, aber wenn man in seiner Geschichte zurückblickt, so muh man feststellen, daß gerade die Könige oft alle Spielregeln unbeachtet liehen und ihren Widersachern im Spiel den ehrlich erworbenen Sieg nicht gönnen wollten. Es war nicht immer ungefährlich, einen König beim Schach zu besiegen! Don Napoleon wird erzählt, dah er ein höchst unduldsamer Spieler war, den die Partie nur solange fesselte, wie sie für ihn günstig stand, und der sehr ungnädig gegen jene wurde, die sich ihm in diesem Spiel überlegen zeigten. Einmal sah er mit Eugöne Deau- harnais am Schachbrett. Der Sieg schien dem Kaiser schon nach wenigen Zügen zu winken, da wandte und ein Boot in die Nähe trieb, und dann der Wind wie jene verlorene Seele in die Ferne an das andere Ufer entführte ... So fügt sich hier alles, Land und Natur und Herz und Sinn in eins. Greift ineinander und öffnet die Lippen der Menschen. Dann erst versteht man, warum ein Japaner stundenlang vor einer einzigen, mit einem dünnen Pinselstrich gezeichneten Blüte an einem langen Stile sitzen kann, und sie beobachten, als ob sie tausend Gedanken zu flüstern imstande wäre; es ist nicht die Zeichnung eines Malers, eines Künstlers. Es ist die eines politischen Mannes, der sie in einer Minute auf ein schmales Blatt Papier brachte ... Ich habe im Laufe der Zeit immer wieder meine Fahrten fortgesetzt, um dieser Seele näherzukommen. Und immer aufs Neue sind die Lippen gesprächig geworden; wenn es ein schöner blauer Tag war, klangen die Geschichten fröhlich, und wenn es leise regnete und grautrüb wurde, fielen die Erzählungen in die Tiefe der Wehmut. An Seen bin ich vorbeigefahren, einsam und doch nicht allein, immer stieg das Leben herauf. Im Spiegel des Sees Kawaguchi zitterte das Bild des silberweißen Fujiberges, und ebenso weiß blühte das Segel des breiten Bootes, in dem ein Mensch stundenlang den grotesken, märchenhaft gezeichneten Fischen zusah, die regungslos zu einer Gemeinde versammelt im Wasser standen oder manchmal wie ein stahlblauer Blitz aus der Tiefe heraufgeflogen kamen ... Und wieder Seen, viele Seen und jeder anders, und wieder Straßen, Straßen der Bauern, der Feldarbeiter, der Reispflanzer und dann Straßen, die hinauf in die schneeigen Berge führen, und zu den Matten, auf denen die Schafe weiden. Und Straßen, die zu den Kirschbäumen führen, in den Frühling und an die See, während des Sommers. Zahllose Straßen, nipponesische Straßen ... Art. Wie weit war doch die Stadt mit ihren Europäervierteln! Man konnte das Gesumm ihres Lärmes hören; es drang von ferne herein. Dann tarn eine kurze Rast vor einem der vielen Papierhaus- chen der Japaner. Still und geheimnisvoll rote zartblaue Seide war der See. Klar an den Himmel gezeichnet erhoben sich die Schirmföhren, und wahrend wir die Wildgänse auf ihrem Fluge verfolgten, stieg die orangefarbene Scheibe des Fruhmondes in den Abend. Nichts von Fremdheit, nichts von Furcht und Unsicherheit wurde fühlbar. Wie em Gedicht von zarten Strophen und innigen Gedanken umspielte un's dies alles. Der Tee stand m den dünnen, durchsichtigen, porzellanen Schalen, und auf den weichen Polstern ruhte es sich gut Die Gespräche des Schilfes, vom Seeufer herauf, umftu- fterten das Häuschen des Freundes, dessen Papier- laternen weithin bekannt waren. Und m dieser Dämmerstunde hörte ich die Geschichte erzählen von zwei bösen Glaskugeln, die junge Mädchen mit einer rätselhaften Macht an sich zogen und Vater vergessen lassen, daß sie eine Tochter hatten Ich habe an diese kleine Geschlchie noch oftmals denken müssen und auch daran, wie — Ich habe die Fische von den dünnen Stangen im I leichten Winde wehen sehen, die so eine große Rolle im Glauben des Volkes spielen, ich habe vieles gesehen, flüchtig, wie ein zu rasch umblättertee Geschichtlern aus dem großen Buch eines Volkes. Ich habe vieles nur gesehen und nicht verstanden. Vieles, das wie ein Schattenspiel aus einem Fältchen dieser Seele vorüberflog, lieber dünne, sonderbar gespannte Brücken führte mich der Kuli. An Japanern vorbei und an japanischen Mädchen vorüber. Lotos blühte in großen Mengen unter dem Brückenbogen, betäubend in der großen Gewalt seiner Blüten. Und wieder waren Tempel da, kleine niedrige und große, mit viel Schmuck und sonderbaren Zieraten, mit geschnäbelten Dächern und Dächern auf hölzernen geschnitzten Pfählen, mit bemalten Lampions und wundervoll geschnittenen Tieren und Säulchen aus feinem, weichen und harten Holz; und alles hatte seine Bedeutung. Die Frauen aus Nippon tarnen herbei, für sie waren all diese Legenden und Geschichtchen, die diese Tiere und Schriften erzählen, in ihrem Herzen bekannt; sie kamen, um für irgendetwas zu beten, ben Segen des Himmels zu erbitten, oder sie begannen in der ganzen geheimnisvollen Art mit der Waschung an einem alten, geweihten Behälter heiligen Wassers, an dessen Hüttenträgern die Dotivtafeln gläubiger Seelen hingen. Und wieder an einem anderen Tempel stand ein Mann und drehte die Scheibe der ewigen Gebete auf eine vorgeschriebene Harnais hatte sich mit einigen geschickten Zügen wieder volle Handlungsfreiheit verschafft und setzte seinem kaiserlichen Gegner so hart zu, dah es außer Zweifel stand, dah er besiegt werden würde. Als Eugöne Beauharnais es aber wagte, jenen Sieges- rus: Schach dem König! auszustohen, erhob sich der Kaiser und warf das Schachbrett mit allen Figuren vom Tisch. Die fortdauernde Überlegenheit des Grafen Ferand von Flandern beim Schachspiel mit seiner Gemahlin führte sogar zu einem tragischen Ehezwist. Die ständigen Niederlagen und der kaum verhehlte Triumph ihres Gatten reizten die Gräfin so sehr, dah sie ihn schliehlich aus ganzem Herzen hahte und sich weigerte, irgend etwas für ihn zu tun, als er im Fahre 1214 in der Schlacht bei Bouvines geschlagen und gefangen genommen wurde. Bon Karli, wird berichtet, dah er ein so leidenschaftlicher Schachspieler war, daß er es sich streng verbat, als man ihn durch die Nachricht seiner geplanten Auslieferung ans Parlament bei einem Spiel störte. Obwohl diese Mahnahme ihm seinen Weg aufs Schafott anzeigte, zog er ruhig weiter, allein von dem Wunsch besessen, das sorgsam angelegte Spiel auf dem Schachbrett zu seinen Gunsten zu entscheiden. Als Prinz Heinrich, der spätere Heinrich I. einst zu Besuch am französischen Hof weilte, gewann er, wie eine alte Chronik erzählt, beim Schachspiel mit Ludwig, dem ältesten Sohn des Königs, so oft, dah dieser in Wut geriet, ihm ein Schimpfwort zurief und das Schachbrett ins Gesicht warf. Da nahm Heinrich das Schachbrett auf und schlug Ludwig damit so heftig über den Kopf, dah Blut floh; er hätte ihn sicher getötet, wenn nicht sein Bruder Nobert sich dazwischengeworfen und die beiden Hitzköpfe getrennt hätte. Immerhin war es nicht ratsam für Heinrich, weiter am französischen Hofe zu verweilen. Er bestieg mit seinem Bruder das Pferd und machte sich schleunigst aus dem Staube. König Johann hatte in seiner Jugend ein ähnliches Erlebnis; ein Schachspiel, bei dem ein Edelmann namens Fulk Warine sein Gegner war, endete mit einer Prügelei der beiden Spieler, in deren Verlauf Fulk den Prinzen fast erschlagen hätte. Johann vergah diese Schläge nie und strafte seinen jähzornigen Gegner später durch Dorenthaltung seines Erbes. Auch Philipp II. von Spanien war beim Schachspiel nur so lange liebenswürdig, wie er gewann; wehe dem Spieler, der es wagte, ihn schachmatt zu sehen. Die Derbannung vom Hof war dis mildeste Strafe für diesen Übermut. So kehrte einst einer der mächtigsten Granden des Königreichs mit den Worten zu seiner Familie zurück: „Liebe Kinder, wir haben am königlichen Hof nichts mehr zu suchen und keine Gunst mehr von dem König zu erwarten. Ich habe ihn tödlich beleidigt, denn ich besiege ;r-n im Schach!" zeter und einem dreifachen Sieg-Heil fand die Reichstagung ihren Abschluß. Schlageter-Ehrung auf der Golzheimer Heide. Nachdem Dr. Stang die Reichstagung der NS.- Kulturgemeinde in Düsseldorf abgeschlossen hatte, fanden sich die Tagungsteilnehmer und zahlreiche Freunde der NSKG. zu einer feierlichen Schla- geter-Ehrung am Schlageter-Nationaldenkmal in der Golzheimer Heide zusammen. Im Mittelpunkt der erhebenden nächtlichen Feierstunde stand die Uraufführung eines chorischen Spiels „Flamme des Volkes" von Hermann Roth, womit die NSKG. abschließend nochmals einen Beitrag gab zu dem Ringen um einen neuen der Zeit entsprechenden Darstellungsstil, der sich im chorischen Theater kundtut. Die weihevolle Stätte des Opfertodes Albert Leo Schlageters mit ihrem hohen stählernen Kreuz war so recht für diese Uraufführung geeignet. Nach der Beendigung der eindrucksvollen Aufführung setzte dumpfer Trommelwirbel ein und, während das große untere Denkmalsrund von Fackelträgern umstanden und das Kreuz angestrahlt wurde, wurde ein riesiger Kranz der dritten Reichstagung der NSKG. mit der Inschrift „Dem ewigen Wächter vor dem Tore zum Reich, Albert Leo Schla- geter" in die Gruft getragen. Die Kapelle spielte gedämpft das Lied vom guten Kameraden und anschließend sangen alle Anwesenden gemeinsam das Horst-Wessel-Lied. Wirtschaft. Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 862: Umsatzsteuerumrechnungssätze aus Reichsmark für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel für Monat Mai 1935. 863: Richtpreisanordnung XXII für unedle Metalle vom 11. Juni 1935. * Rhein-Mainischer Garantieoer- bandFrankfurt. Zwecks Verbilligung der Kreditkosten hat der Verband seinen Zinsenanteil für Garantieübernahmen, der seither 1 v. H. betrug, für neue Kredite und Verlängerungen bereits garantierter Kredite auf 0,5 v. H. jährlich ermäßigt. Diese begrüßenswerte Maßnahme dürste einen neuen Anreiz für vermehrte Arbeitsbeschaffung durch Erteilung von Aufträgen bieten. Kreditanträge können bei allen dem Verband angeschlossenen Banken und Sparkassen gestellt werden, bei denen auch entsprechende Beratung erfolgt und Formulare für die Anträge zur Verfügung gestellt werden. Die Frist für die Rückzahlung der Kredite läuft bis 31. Dezember 1937. * Preußische Bergwerks- und Hüt- t e n AG. Die Preußag hielt am 11. Juni ihre Generalversammlung ab. Sie hat das Geschäftsjahr 1934 mit einem Reingewinn von 2 557 775 RM. abgeschlossen, aus dem der Staat auf das Aktienkapital von 80 Mill. RM. eine Dividende von 3 v. H. gleich 2,4 Mill. RM. erhält. Der Rest wird auf neue Rechnung vorgetragen. Die Belegschaft konnte gegenüber dem Stand des Vorjahres um 7,6 v. H. erhöht werden. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sind befriedigend. * Rütgerswerke AG., Berlin. Einfchl. 242 835 (186 557) RM. Gewinnvortrag wird für 1934 ein Reingewinn von 1 979 217 (1 354 835) RM. ausgewiesen, aus dem eine 6- (4)proz. Dividende auf 27,8 Mill. RM. AK. ausgefchüttet wird. Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, konnte die Gesellschaft in ihren Betrieben den Umsatz im Berichtsjahre um rund 20 v. H. steigern, wobei der Umsatz der Vedag noch unberücksichtigt geblieben ist. — HD. 20. Juni. * Harpener Bergbau AG. Die Gesellschaft schließt das Geschäftsjahr 1934 nach Abschreibungen von 7,12 (7,11) Mill. RM. mit einem Reingewinn von 2,13 (4,45) Mill. RM. ab, woraus 1,28 (4,20) Mill. RM. zur weiteren Ausfüllung der Reserve und 72 000 RM. zur Ausschüttung einer Dividende von 6 v. H. auf die 300 000 RM. VA. für die letzten vier Jahre verwendet werden sollen. Zum Vortrag verbleiben 0,77 Mill. RM. Die StA. (90 Mill. RM.) bleiben wieder .ohne Dividende. Nach den Angaben des Geschäftsberichtes erhöhte sich die Förderung 1934 um 16 v. H., die Kokserzeugung um 19 v. H. Ebenso nahm die Brikettherftellung zu. Die Kohlenlager konnten vermindert werden. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 12. Juni. Bei ziemlich kleinen Umsätzen lag die Börse uneinheitlich, wobei die Veränderungen nach beiden Seiten kein besonderes Ausmaß annahmen. Nach den ersten Kursen bröckelten die Kurse am Aktienmarkt angesichts des kleinen Geschäftes zumeist leicht ab. Nennenswerte Anregungen oder Orders aus der Kundschaft lagen nicht vor, die Kulisse verhielt sich infolgedessen sehr abwartend. Verschiedentlich erfolgten noch kleine Glattftellungen. Von chemischen Werten gingen JG.- Farben um 0,65 v. H., Scheideanstalt um 1 v. H. zurück. Am Elektromarkt bestand kleine Kaufneigung. AEG., Bekula und Felten zogen je 0,25 v. H., Gesfürel 0,50 und Siemens 1,50 v. H. an. Schuckert blieben zu 119,50 behauptet. Am Montanmarkt bröckelten die Kurse überwiegend leicht ab, so Buderus 0,50 v. H., Mannesmann 0,50 v. H., Rhein- ftahl 0,25 v. H. und Stahloerein 0,40 v. $)., dagegen lagen Harpener 1 v. H. und Rhein. Braunkohlen 2 d. H. fester. Verkehrswege lagen niedriger und zwar Hapag und Nordd. Lloyd je 0,25 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,65 v. H. Zellstoffpapiere notierten ungleichmäßig, Waldhof plus 0,75 v. H., Aschaffenburger minus 0,40 v. H., Feldmühle Papier lagen behauptet. Von sonstigen Werten eröffneten Deutsche Linoleum 0,50 v. H., Reichsbank 0,65 v. H. leichter, dagegen Daimler 0,13 v. H., Am Rentenmarkt lagen die Kurse zwar kaum verändert, es zeigte sich aber eher etwas Kaufinteresse. Späte Reichsschuldbuchforderungen gewannen 0,13 v. H., Kommunal-Umschuldung und Zinsvergütungsscheine blieben zu 89,35 bzw. 90 o. H. unverändert, dagegen waren Altbesitzanleihe weiterhin vernachlässigt und bröckelten um 0,25 v. H. ab. Von fremden Werten gingen Anatolier I und II auf 38,13 (38,50) zurück. Mexikaner lagen bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Im Verlaufe zeigte sich am Aktienmarkt meist etwas Kaufneigung, wobei man teilweise Schweizer Käufe vermutete. Es ergaben sich überwiegend Besserungen um etwa 0,25 bis 0,75 o. H., darüber hinaus gewannen Aku 1,13 v. H. und hatten noch lebhaftes Geschäft, auch AEG. mit 45 nach 44,50 wiesen etwas größeres Geschäft auf, während im übrigen die Umsätze sehr klein blieben. Etwas angeboten waren noch Jul. Berger mit minus 2,50 v. H. und BMW. mit minus 1 v. H. Am Rentenmarkt ging die Altbesitzanleihe auf 113 nach 113,25 zurück, sonst ergaben sich gegen den Anfang keine Veränderungen. Pfandbriefe fanden zu unveränderten Kursen etwas Nachfrage, Sadt- und Staatsanleihen lagen still. Von Ausländern zogen ungarische Anleihen bei etwas größerem Geschäft bis 0.50 v. H. an, ferner lagen 5-v. H.-Rumänen mit 7,40 bis 7,45 (7,20) etwas fester. Tagesgeld 2,50 v. H. Abendbörse still, aber freundlich. Die Abendbörse nahm im Anschluß an den Mit- tagsverkehr einen freundlichen Verlauf. Gegen die Berliner Schlußkurse, die zumeist über denen von Frankfurt lagen, ergaben sich überwiegend weitere Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Das Geschäft war allerdings sehr klein und beschränkte sich meist nur auf einige Rückkäufe der Kulisse, während sich die Kundschaft noch abwartend verhielt. Beachtet blieben vor allem Kunstseideaktien, Bemberg stiegen auf 127,50 (Frankfurter Kurs 125,50), ferner wurden Verein. Glanzstoff, die heute mittag schon 20 Punkte über der letzten Notiz lagen, mit 160 Geld (151) bewertet. AKU. lagen mit 66,25 unverändert. Scheideanstalt stiegen auf 237 (236) und IG. Farben auf 153,75 (153,40), ferner AEG. auf 45,65 (45,40). Am Rentenmarkt konnten sich Altbesitz auf 113 (112,90) und Reichsbahn-VA. auf 120,25 (120,13) erhöhen. Sonst ergaben sich hier keine Veränderungen. 5,50 o. H. Pounganleihe wurden in Anpassung an Berlin auf 102,50 (103,65) herabgesetzt. Von fremden Werten lagen Ungarn weiter fest, auch schweizerische Nebenwerte zogen 1 bis 2 d. H. an. U. a. notierten: 5,50 v. H. Pounganleihe 102,50, Altbesitz 113, 1951er Stahlverein 93,75, 1947er Stahloerein 93,50, 4,50 v. H. Mainz von 1929 91,50, Reichsbahn-DA. 120,25, 1913er und 1914er Ungarn 12,40, 4 v. H. Goldrente 12,40 bis 12,50, 4 o. H. Staatsrente von 1910 12,25 bis 12,40, Commerzbank 92,75, DD.-Bank 94,75, Reichsbank 176,50, Harpener 114, Klöckner 99,50, Mannesmann 88,50, Rheinstahl 115, Stahlverein 85,40, AKU. 66,25, AEG, 45,65, Bekula 138,75, Berger 118,25, Bemberg 127,50, Daimler 95, Deutsche Erdöl 114, Scheideanstalt 237, Licht & Kraft 129,25, Eßlingen Maschinen 86,75, IG. Farben 153,75, Gesfürel 128,75, Goldschmidt 105,50, Holzmann 98, Metallgesellschaft 108,50, Rheag 131, Schuckert 121,25, ^inöermarff in Aießen. Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt standen 653 Stück Großvieh, 205 Fresser und 155 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 400 bis 520 Mark, 2. Qualität 280 bis 360, 3. Qualität 160 bis 210;Rinder: bis X jährig 90 bis 150, bis zweijährig 140 bis 220, tragend 220 bis 450; Kälber, bis zu zwei Wochen, pro Stück 24, bis zu vier Wochen, pro Stuck 36, bis zu sechs Wochen, pro Stück 48 Mark. Ausgesuchte Tiere über Notiz. — Marktverlauf: mittelmäßig. Schweinemarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 12. Juni. Zum heutigen Schweinemarkt waren 325 Jungtiere aufgetrieben. Es wurden folgende Preise bezahlt: bis sechs Wochen alte Tiere 17 bis 20 Mark, sechs bis acht Wochen alte 20 bis 24, acht bis zwölf Wochen alte 24 bis 30 Mark. Der Handel war sehr lebhaft. Es verblieb nur geringer Ueberftanb. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 12. Juni. Der Getreidegroßmarkt blieb sehr still. Die Angebotsverhaltnisfe in den einzelnen Getreidearten haben sich nicht verändert, auch auf dem Futtermittelmarkt blieb die Lage die gleiche wie vor acht Tagen. Von Rauh- futtermitteln zog Weizen- und Roggenstroh draht- gepreßt auf 5,20 bis 5,30 (5,10) Mark je 100 Kilogramm an. . Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark.: Weizen W 9 210, W 13 214, W16 218, Roggen R 9 170, R13 174, R15 178* Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebietes. Futtergerste G9 172, Gil 175, G 12 177, Hafer H13 170, H14 172 Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Weizenmehl 13 27,70, W16 28,15, Rogenmehl Type 997 R13 23,80, Type 815 R13 24,30, Type 997 R15 24,20, Type 815 R15 24,70 plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennach- mehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13, Roggenkleie R13 10,20, R15 10,44 Mühlenfeftpreife ab Mühlenftation. Soyafchrot mit Monopolzuschlag 13, Palmkuchen m. M. 13,30, Erdnußkuchen m. M. 14,50 Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber 17,50 bis 17,30, Trockenschnitzel 9,70 bis 10,20, Heu 9,75, Frankfurter Schtachtvlehmarkt. _ Frankfurt a.M., 13.Juni. (Vorbericht.s'Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 22 Rinder (2 Ochsen, 3 Bullen, 10 Kühe, 7 Färsen), 701 Kälber, 69 Schafe, 682 Schweine. Es kosteten: Kälber 35 bis 65 Mk., Hämmel 35 bis 40, Schweine 38 bis 52 Mk. — Marktverlauf: Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine ruhig. Zuchtvieh-Versteigerung in Lich. * Lich, 12. Juni. Im Anschluß an den Licher Pfingstmarkt veranstaltete der Landesverband der Rinderzüchter in Hessen-Nassau, Gruppe Fleckvieh und Rotvieh, eine Zuchtviehversteigerung, die sich nicht nur eines guten Auftriebs, sondern auch eines sehr zahlreichen Besuches erfreute. Der Versteigerung ging eine Prämiierung voraus, zu der auch der Hauptstabsleiter der Landesbauernschaft, Dr. Finger, Stabsleiter Dr. R o t h e r t, sowie Landwirtschaftsdirektor Trautmann- Wetzlar erschienen waren. Die Leitung der Veranstaltung lag bei dem Tierzuchtleiter und Führer des Landesverbandes, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner- Gießen. Es waren aus den bekannten oberhessischen Zuchten ausgesuchte Tiere nach Lich gebracht worden, so daß einige Auszeichnungen vorgenommen werden konnten und bei der anschließenden Bullen- oerfteigerung fast sämtliche Tiere abgesetzt wurden. Das vorgeführte Material war in bezug auf Formen und Leistungen von hervorragender Beschaffenheit und erbrachte den besten Beweis für die Zuchterfolge in Oberhessen. Äom Hessischen Fleckvieh waren fast 40, von der Vogelsberger Rasse etwa 10 Stück Tiere zur Versteigerung ausgeboten. Infolge der guten Beschaffenheit wurden auch gute Preise erzielt und das Material fast vollständig ab- gesetzt. Den Spitzenpreis für Hessisches Fleckvieh erzielte Züchter Johannes Becker I. - Maar für einen etwa 15 Monate alten Bullen, für den die Gemeinde Langsdorf 1350 Mark bezahlte. Der geringste Preis betrug 380 Mark. Die Preise bewegten sich zwischen 650 und 800 Mark. Für die Vogelsberger Rasse wurde der ansehnliche Spitzenpreis von 820 Mark für ein 18 Monate altes Tier des Züchters Heinrich L a t h e r III. - Kirtorf erzielt. Die Zuchtviehversteigerung wurde in allen Teilen ein voller Erfolg. Die prämiierungsergebniffe. Formenpreis. Vogelsberger Vieh: 1. Preis Heinrich Lather III., Kirtorf; 2. Pr. Theodor Fischer, Hof- Zwiefalten; 3. Pr. Hermann Velten, Göbelnrod. Hessisches Fleckvieh: 1. Preise: Johannes Becker I., Maar; Konrad Jakob Klee, Bindsachsen; Konrad Schul VI., Angersbach; 2. Preise: Eduard Scharch, Windhausen; Christian Engel, Grü- ningen; Wilhelm Bingel, Grüningen, Heinrich Rahn, Angersbach; 3. Preise: August Oppertshäuser, Arnshain; Wilhelm Waldeck, Maar; Heinrich Schar- mann IV., Willofs; Wilhelm Ganz I., Bindsachfen; Friedrich Fauerbach. Eberstadt. Leistungspreise: Vogelsberger Vieh: 1. Preise: Konrad Jakob Kleer, Bindsachsen; Heinrich Rahn, Angersbach. Hessisches Fleckvieh: 1. Preise: Eduard Scharch, Windhausen; Christian Engel, Grüningen; Friedrich Fauerbach, Eberstadt; 3. Preise: Wilhelm Bingel, Grüningen, Wilhelm Ganz I., Bindsachsen. Ziegen-prämiierung in Lich. * Lich, 12. Juni. Die Ergebnisse der Prämiierung der Ziegen auf dem Licher Pfingstmarkt waren folgende: Klasse I. (2 Jahre und ältere Böcke): 1. Preis Gemeinde Laubach; 2a-Pr. dieselbe; 2b- und 2c-Pr. Gemeinde Watzenborn-Steinberg; 3a-Vr. Gemeinde Hattenrod; 3b-Pr. Gemeinde Großen-Buseck; 3a-Pr. Gemeinde Holzheim; Anerkennungen: die Gemeinden Harbach, Eberstadt, Lindenstruth, Großen-Buseck. Klasse II. (1 Jahr alte Böcke): 1. Preis Gemeinde Eberstadt; 2. Pr. Gemeinde Watzenborn- Steinberg. Anerkennungen: die Gemeinden Obbornhofen, Laubach und Stangenrod. Klasse III. (3 Jahre und ältere Ziegen): Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Heinrich Münster, Hattenrod und Christian Scheid VI., Großen-Buseck. la-Preis Otto Maul, Hattenrod; lb-Pr. Karl Wilh. Wagner, Großen-Buseck; lc-Pr. Wilh. Gorr, Lich; 2a-Pr. Ludw. Scheld V., Großen-Buseck; 2b-Preis Jak. Naumann, Laubach; 2c-Pr. Herm. Gontrum, Laubach; 2ck-Pr. August Petri, Hattenrod; 2e-Preis Karl Weiß I., Steinberg; 2k-Pr. Hch. Harbach VII., Großen-Buseck; 2§-Pr. Wilh. Scheid,' Gr.-Buseck; 2K-Pr. Joh. Feiling, Holzheim. 3a-Pr. Wilh. Wagner IX., Großen-Buseck; 3b-Pr. Hch. Scheld VI!., Gr.-Buseck; 3c-Pr. Rich. Kraft, Eberstadt; 3ck-Pr. Hch. Münster, Hattenrod; 3e-Pr. Heinr. Ruhl II., Utphe; 3k-Pr. Wilh. Wagner I., Großen-Buseck; 3§-Pr. Karl Peter, Laubach; 3K-Pr. Ernst Mehl, Holzheim; 3i-Pr. Hch. Größer IV., Großen-Buseck; 3lc-Pr. Karl Peter, Laubach. Anerkennungen: Rud. Eichenauer, Utphe (zweimal); And. Burkart,, Ettingshausen; Wilh. Müller, Obbornhofen; Hch. K. Kohler, Bettenhausen (zweimal); Wilh. Kaiser, Bellersheim; Jak. Naumann, Hch. Von-Eiff, Otto Jäger und Hch. Stengel I., alle aus Laubach. Klasse IV. (2 Jahre alte Ziegen): Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Hch. Rau IV., Hattenrod. la-Pr. Hch. Harbach VIII., Großen-Buseck; lb-Pr. Ludw. Scheld V., Großen-Buseck; lc-Pr. Karl Gör- lach III., Eberstadt. 2a-Pr. Friedr. Stauf, Utphe; 2b-Pr. Otto Weih, Großen-Buseck; 2c-Pr. Jakob Lerch, Lich; 2ck-Pr. Hch. Wagner VI., Großen-Buseck; 2e-Pr. Hch. Scheid III., Harbach. 3a-Pr. E. Mehl, Holzheim; 3b-Pr. Christ. Scheld VI., Großen-Buseck; 3c-Pr. Hch. Wagner VI., Großen-Buseck; 3ck-Preis Aug. Schmauß, Lindenstruth; 3e-Pr. Hch. Kull- mann, Obbornhofen; 3k-Pr. Hch. Münster, Hattenrod; 3x-Pr. Hch. K. Köhler, Bettenhausen; 3§-Pr. Hch. Scheld III., Harbach; 3K-Pr. Gg. Ldw. Stengel, Laubach. Anerkennungen: Rud. Hahn, Obbornhofen; Rich. Kraft, Eberstadt; Joh. Bauer, Bettenhausen; Hch. Balser II., Großen-Buseck; Val. Weppler, Harbach. Klasse V. (1 Jahr alte Ziegen): Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Karl Hersberger, Gr.-Buseck und Karl Philipp IV., Steinberg. la-Pr. Wilhelm Pfeiffer, Großen-Buseck; lb-Pr. Gg. Schäfer, Steinberg. 2a-Pr. Otto Jäger, Laubach; 2b-Pr. Jakob Naumann,Laubach; 2c.-Pr. Otto Jäger, Inheiden; 2ä-Pr. Hch. Rau IV., Hattenrod. 3a-Pr. And. Burkart, Ettingshausen; 3b-Pr. Val. Weppler, Harbach; 3c-Pr. Karl Klee, Holzheim; 36-Pr. Hch. Stengel!., Laubach; 3e-Pr. Otto Jäger, Laubach. Anerkennungen: Hch. Scheld III., Harbach; Val. Weppler, Harbach; Karl Schneider IV., Utphe (zweimal); Wilh. Kaiser, Bellersheim; Herm. Rühl, Laubach; Georg Ludw. Stengel, Laubach. Klasse VI. (Zeitziegen): 2. Preis Hch. Münster, Hattenrod; 3. Preis Hch. Von-Eiff, Laubach. Amtsgericht Gießen. Unter der Anschuldigung eines Erpressungsversuchs hatte sich der 23jährige Heinrich Bender aus Lich zu verantworten. Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, im Januar d. I. an eine Geschäftsfrau in Lich einen Brief geschrieben zu haben, in dem er derselben ein Verbrechen vorwarf und sie aufforderte, an einem bestimmten Orte bis zu einer von ihm bestimmten Frist einen größeren Geldbetrag als Schweigegeld hinzulegen. Dem Angeklagten konnte in der gestrigen Hauptverhandlung nicht nachgewiesen werden, daß er der Briefschreiber war. Das Gericht sprach den Angeklagten mangels Beweises, unter Belastung der Staatskasse mit den Kosten des Verfahrens, frei. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.Dl. | Berlin Frankfurt