- tote: I im Zu. p/'tlfiN I51 d) r e i> I« Nr. Ihrer Stel. proentors [m Paria, prben bei Gestrüppen pgen, oon en- Dabei ,e rjefet, 'rlefeun(jen nWof|en, mit allen 115-" iienJXffc RJJ. 71 LftB h'w ■ L yh bet ■ P’9 auch! P 18.45:! Es- 19: PMjenb: f-Stunbe durch Ee vou Li N pt 22.30: 2- Nacht. !M opium. dis einen ! »Ich bin die Stra- ihm flüch. den Ra^n- in bas Ge- diesen mit ten schließ- iterte Men- >nchen. Montag, tf. Mai 1935 Nr.NO Erster Matt 185. Jahrgang Annahme oon Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8* /,Ut)r des Vormittags Grundpreise für l mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen Don7Omm Breite 60Rpf.,Platzvorfchrifi oder schwieriger Satz 25% mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- il behördliche Anzeigen 6Rpf. 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Ministerpräsident S l a w e k begab sich darauf ins königliche Schloß, wo er vom Staatspräsidenten Moscicki zu einer längeren Audienz empfangen wurde Der Staatspräsident hat zum Generalinspekteur der Armee den General Eduard R y d z - S m i g l y und auf Antrag des Ministerpräsidenten zum Leiter des Kriegsmini st eriums den General Zbigniew Kasprzycki ernannt. Der Staatspräsident erließ einen A u f r u i an die Bevölkerung, der folgenden Wortlaut bat: „Marschall Josef Pilsudski ist dahingeganqen. Durch seines Lebens große Mühsal hat er die Kraft im Volke auf gerichtet. Den Staat hat er durch den Genius seiner Gedanken und seinen eisernen Willen zum Leben erweckt Er führte ihn zur Wiedergeburt der eigenen Macht, zur Entfaltung der Kräfte, auf die sich hohes kommendes Schicksal stützen wird. Als Lohn für seine riesige Arbeit war es ihm vergönnt, unseren Staat als lebendige Schutzfront und unsere Armee ruhmvoll und siegreich zu sehen. Dieser größte Mann der polnischen Geschichte hat die Kraft seines Geistes aus der Tiefe der nationalen Vergangenheit geschöpft und die Zukunft in übermenschlicher Gedankenanspannung vorausgeahnt. Sich selbst war er darin nicht mehr, denn er ahnte schon längst, daß seine körperlichen Kräfte sich dem Tode neigten. Er suchte und zog daher Männer zur selbständigen Arbeit heran, auf deren Schultern schließlich die Last der Verantwortung ruhen sollte. Er hinterließ dem Volke das Erbe seiner auf die Ehre und die Macht des Staates gerichteten Gedanken. Dieses Testament, uns Lebenden überliefert, haben wir zu übernehmen und fortzuführen. Mögen angesichts seines Geistes und der kommenden Geschlechter Trauer und Schmerz in uns das Verantwortungsbewußtsein des gesamten Volkes erhöhen." pilsudskis Begräbnis. Erste Prefjestimmen zum Tode des Marschalls. Warschau, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Schon der frühe Morgen zeigte in Warschau d i e Fahnen aller öffentlichen Gebäude >a u f Halbmast. Auch an den Wohnhäusern der Bevölkerung sieht man immer mehr Trauerfahnen. Der Ministerrat beschloß die Anordnung der nationalen Trauer. lieber das Begräbnis des Marschalls sind noch keine Anordnungen getroffen, „jturjer Po- ranny", teilt mit, daß e in letzter Wille des Marschalls über fein Begräbnis feit einigen Jahren vorhanden fei. Danach habe der Marschall als Ausdruck seiner tiefen Hochachtung zu der Wissenschaft sein Gehirn wissenschaftlichen Zwecken bestimmt. Sein Herz solle nach Wilna gebracht werden, in die Stadt, in der er am meisten weilte und in deren Nähe er geboren ist. Der Marschall habe den Wunsch zum Ausdruck gebracht, daß die st erblichen lieber« refte feiner Mutter nach Wilna gebracht würden und daß sein Herz zu ihren Füßen niedergelegt werde. Die Beisetzung seines Leichnams habe er im Wawel- Schloß in Krakau gewünscht, das die Gräber der polnischen Könige enthält. Er habe das gewünscht, da er von Krakau aus als Kommandant der Legion im Jahre 1914 in den Kampf gegen Rußland gezogen war Dort im Wawelschloß ruht auch der Sarg des Dichters Julius S l o w a ck i (1809—1849), der auf Befehl des Marschalls vor einigen Jahren dorthin übergeführt worden war. Im übrigen veröffentlicht die Presse ausführlich den Lebenslauf des Marschalls. Die Nachrufe beweisen das Ausmaß der Erschütterung und die Tiefe der Trauer des ganzen Landes. Auch die Blätter des oppositionellen Lagers, das in scharfem Gegensatz zum Marschall und zu seiner Regierung in den letzten neun Jahren stand, huldigen dem toten Kämpfer um die polnische Freiheit. Ein Mann habe die Augen geschlossen, schreibt „Kurjer Warszawski" unter dessen Führung sich der polnische Staat und das polnische Staatssystem gestaltet hätten, ein Mann, dessen Schaffen eine Epoche der polnischen Geschichte darstelle und der dieser Epoche seinen Namen aufgedrückt habe. Andere oppositionelle Blätter bringen in ihren Nachrufen ebenfalls zum Ausdruck, wie sehr die Nachricht vom Tods Pilsudskis ganz Polen erschüttert hat. am Sarge dieses großen Soldaten hätten alle Streitigkeiten zu schweigen. Nur das Parteiorgan der Nationaldemokratie „Gazeta Warszawski" begnügt sich mit der Wiedergabe der amtlichen Nachrichten und schreibt dazu, der Tod des Marschalls schaffe eine neue Situation in der inneren Lage Polens. Die Tatsache, daß eine so hervorragende Persönlichkeit von der Bühne abgetreten sei, könne nicht ohne Einfliiß auf di- weitere Entwickelung der Ereignisse und auf die Lage des Landes bleiben Em Leben für polen. Polens Nationalheros Marschall Pilsudski wurde am 5. Dezember 1867 in Zülow in der Nähe von Wilna als Sproß eines alten Adels- geschlechts geboren. Er studierte in Charkow Medizin, wurde aber von der Universität wegen seiner politischen Tätigkeit relegiert. Er trat mit sozialistischen Kreisen in Verbindung und wurde im Jahre 1887 auf 5 Jahre nach Sibirien verbannt. Nach seiner Rückkehr organisierte er die polnische sozialistische Partei und gab die Zeitung „Robotnik" heraus. Im Jahre 1900 wurde er erneut verhaftet, konnte aber aus Petersburg nach Kiew fliehen und später nach Galizien, wo er fange Zeit in Krakau weilte. In diese Zeit fiel auch eine Reise nach London. In Krakau bereitete er einen nationalen Aufstand grundlegend vor. Er fuhr bann nach Japan, um mit der japanischen Regierung über die Bewaffnung Polens zum Kampf gegen den Zarismus zu verhandeln, ein Plan, der jedoch mißlang. Er begründete die Kampforganisationen der polnischen sozialistischen Partei und die galizischen Schützenoerbände Beim Ausbruch des Weltkrieges ernannte chn die insgeheim in Krakau gebildete „nationale Regierung" zum Oberbefehlshaber aller polnischen Streitkräfte. Von Krakau aus führte er dann die berühmte erste Legionärbrigade nach K i e l c e , dessen Einnahme ihm gelang. Während der Besetzung Polens versuchte er 1916, eine nationale Unabhangigkeitsbewegung mit einer selbständigen Armee in Polen ins Leben zu rufen und nahm feine Entlassung, als die österreichische Regierung sich nur zu dem Zugeständnis herbeilassen wollte, die polnischen Legionen in ein „Polnisches" Hilfskorps" umzuwandeln. Dennoch wurde er dann im Januar 1917.in den provisorischen Staatsrat des kurz zuvor von den Mittelmächten ausgerufenen polnischen Staates berufen. Als Mitglied dieses Staatsrates suchte er eine Einigung sämtlicher polnischen Parteien auf ein Programm völliger Unabhängigkeit zu erzielen. Anfang Juli 1917 legte er gemeinsam mit den Vertretern der Unabhängigkeitspartei sein Mandat nieder und wurde, da er als der geistige Urheber der Eidesverweigerung der polnischen Legionäre galt, in Magdeburg interniert. Im November 1918 kehrte er wie ein Triumphator nach Warschau zurück, wo ihm der aus der Okkupationszeit her bestehende Regentschaftsrat diktatorische Gewalt zur Bildung einer nationalen Regierung übertrug. Pilsudski berief daraufhin am 14. November 1918 eine polnische Nationalversammlung ein und wurde am 22. Februar 1919 von der Nationalversammlung zum Präsidenten der polnischen Republik bestellt. Als solcher übte er während seiner bis Ende 1922 dauernden Amtszeit auf den Ausbau des neuen Staates und namentlich seines Heeres entscheidenden Einfluß. Das Heer ehrte ihn durch Zuerkennung des Marschallstabes. Durch den anfänglich ungünstigen Verlauf des Krieges gegen Rußland erschien seine Stellung zeitweilig erschüttert. Doch konnte er sich bis zu seinem Rücktritt als Staatspräsident am 17. Dezember 1922 auf seine Popularität im Volk und beim Heer stutzen. Eine Wiederwahl lehnte er ab und lebte in seinem für ihn seinerzeit auf dem Wege öffentlicher Sammlungen gekauften Landhaus in Sulejowek bei Warschau. Hier nahm er eine Frondestellung gegen die regierenden Kreise ein. Seine Stellung wurde der oes grollenden Bismarck im Sachsenwald ähnlich. Am 19. März 1926, an feinem Namenstag, fanden allenthalben große Kundgebungen für ihn statt; über 3000 Offiziere erschienen persönlich in Sulejowek aut Beglückwünschung; die Unteroffiziere schenkten Der Armee ein Flugzeug „Pilsudski". So konnte Pilsudski, als am 10. Mai 1926 ein Kabinett Witos ans Ruder kam, es unternehmen, dieses an der Spitze einer Militär-Revolution binnen fünf Tagen zu stürzen. Der von Pofen aus gegen ihn ins Werk gefetzte Widerstand der Rechtsparteien war nicht stark aenna acaen feine Parole „Zur Rettung Polens oon der Korruption". Am 31. Mai 1926 wurde Pilsudski im ersten Wahlgang der Nationalversammlung mit 292 gegen 193 Stimmen (für Bninski) zum Staatspräsidenten g e w äh 11; jedoch lehnte er unwiderruflich ab. Am 1. Juni 1926 wurde dann der von ihm vorgeschlagene Professor Moscicki gewählt. In dem gleichzeitig eingesetzten Kabinett Bartel übernahm nun Pilsudski das Kriegsmini st erium, um es nicht mehr aus der Hand zu geben; feine tatsächliche Stellung wurde Ende August 1926 durch Erkennung zum Generalinspekteur der Armee mit dem Sitz im Schloß Belvedere unterstrichen. Bei der Neubildung aller folgenden Ministerien setzte sich konsequent fein Wille durch. Mit Eneraie trat er einer vom rein parteimäßigem Standpunkte betriebenen Opposition mit diktatorischer Kraft entgegen. Erst im März 1935 wurde der von Pilsudski geschaffene Zustand in die Form einer neuen 23 er - f a ff u n g gegossen, die eine Vereinigung des dem Zeitgeist entsprechenden Führerprinzips mit dem starken Individualismus versucht, der dem polnischen Berlin, 13 Mat. (DNB. Funkspruch.) Der „Völkische Beobachter" widmet dem großen polnischen Patrioten, Marschall Pilsudski, einen Nachruf, in dem es u a heißt: die Mitteilung von dem plötzlichen Tod des Marschalls Pilsudski hat nicht nur in Polen, sondern auch in Deutschland die tief st e und größte Anteilnahme hervorgerufen. Denn der Name Pilsudski ist gleichbedeutend geworden mit einem politischen Begriff, in dem sich größte nationale Autorität mit vorbildlichster Staatskunst vereinigt Das neue Deutschland senkt seine Fahnen und Standarten an der Bahre dieses großen Staatsmannes, der als erster den Mut hatte, mit dem nationalsozialistl- schen Reich offen und vertrauensvoll im Geiste einer neuen Zeit zusammen zu arbeiten. Die Politik' des Marschalls war stets bestimmt durch jene soldatische Geisteshaltung, die ihn befähigte, den neugeschaffenen politischen Staat mit starker Hand und mit zielbewußter Energie zu regieren. Er war nicht das offizielle Staatsoberhaupt, sondern seit 1926 nur der Kriegsminister und Generalinspekteur der Armee. Aber das genügte, um zu erreichen, daß alles, was im polnischen Staat vor sich ging, von seinem Geiste beherrscht war und nach seinem Willen geschah. Denn er war in der Tat der Mann, dessen Autorität seit den Tagen der Neugründung Polens im ganzen Lande unangreifbar geworden war. Mit Recht, denn mit feinem Namen ist b i e Geschichte der Erneuerung Polens untrennbar verbunden; fein Name bildete die Garantie für die Erhaltung der Existenz des jungen Staates. Sein bewährter Patriotismus und fein polnisches Staatsbewußtsein waren die starken Energien, mit denen er die 120- jährige Epoche der Staatenlosigkeit zu überbrücken wußte. Nationalrevolutionär von seiner frühesten Jugend an, hat er es verstanden, mit zäher Beharrlichkeit jahrzehntelang für fein Ziel zu kämpfen, bis er es erreicht hatte Das Deutschland Adolf Hitlers hat in Würdigung der nationalen Notwendigkeiten des polnischen Nachbarstaates offen und ehrlich den weg freundschaftlicher Zusammenarbeit beschritten. Es ist. das bleibende Verdienst Pilsudskis, daß er zusammen mit dem Führer Deutschlands jene Schritte unternahm, deren Ergebnis das Verständigungs werk zwischen den beidengroßen Machten Mitteleuropas bildet. Die Spannung, die lange Jahre der gefährlichste Brandherd Europas zu sein schien, wurde so durch die Tat zweier Manner zum Ausgangspunkt einer wirklichen B e friedigung zwischen den Völkern. Für den Frieden Europas wurde so mehr geleistet, als durch ein System zweifelhafter Pakte und Volkerbundsentschliehungen. 67 Jahre hat das Leben des größten polnischen Patrioten gewährt. Ein Leben voll Kampf und Einsatz hat sein Ende gefunden. Wie aber das neue, im Nationalsozialismus geeinte Deutsckstand an die Bahre Josef Pilsudskis tritt, das hat der Führer in schlichten und offenen Worten in seinem Telegramm an den polnischen Staatspräsidenten aus» gedrückt. Es ist noch nicht ein Jahr her, daß das deutsche Volk selber zu tief von der Nachricht erschüttert wurde, daß der Mann nicht mehr unter ihm weile, der ihm zum Symbol der Nation geworden war. Wie eine Derkörpe- rung der letzten Jahrzehnte deutscher Geschichte ist Generalselhmarschall v. Hindenburg vor feinem Volke gestanden und so ist a u ch I o f e f Volkscharakter eigen ist. Die Reorganisation des Heeres, die Durchsetzung der Verwaltung mit zuverlässigen Anhängern des Regimes als Vorstufen des jetzt durch die Verkündung der Verfassung stabilisierten gesetzmäßigen Zustandes hat Pilsudski mit einer Gruppe oon treuen Gefolgsleuten durchgeführt, die meist schon Seite an Seite mit ihm in der polnischen Legion kämpften, ja wie der gegenwärtige Ministerpräsident Oberst Slawek schon seine Kampfgenossen gegen das russische Zarentum waren. Es ist die „Dberftengrupp e" zu der auch Oberst Beck gehört, Polens Außenminister, der unter Billigung des verewigten Marschalls die polnische Außenpolitik aus der Abhängigkeit oon Frankreich in den neuen Kurs steuerte, der auch außenpolitisch nur eins kennt: das Interesse Polens als frei Großmacht. So stand auch unter Pilsudskis Aegide die Anbahnung der guten Beziehungen zwischen Deutschland und Polen, die im polnisch-deutschen Freundschaftsabkommen ihren Ausdruck fand. Dieser Vertrag ist auch ein wertvoller Beitrag für den europäischen Frieden und somit das bedeutendste außenpolitische Verdienst Marschall Pilsudskis ime in NenWand. Pilsudski zum Hüter des polnischen Volkes geworden. Die polnische Nation kann versichert sein, daß das nationalsozialistische Deutschland ihren Schmerz um Marschall Pilsudski verstehen und ihre Trauer um den großen Patrioten zutiefst empfinden wird Das Beileid des Führers. Auch Deutschland betrauert den großen Patrioten nnd wahren Friedensfreund Berlin, 13.Mai. (DNB.) Der Tob des Marschalls pilsudski, der kurz vor Mitternacht in Berlin bekannt wurde, hat die deutsche Oeffentlichkeit, die sich dem polnischen Volke in diesem Augenblick der nationalen Trauer b e s o n - ders eng verbunden fühlt, aufs lebhafteste bewegt. Die Nachricht erregte überall herzliche und aufrichtige Teilnahme, die dem Gefühl entsprang, daß Polen seinen größten Sohn verlor, das deutsche Volk aber gleichzeitig einen Freund, der dem neuen Deutschland Verständnis entgegenbrachte Der Führer und Reichskanzler hat aus Anlaß des Todes des Marschalls Pilsudski folgendes Beileidsklegtamm an den polnischen Staatspräsidenten gerichtet: Tief bewegt durch die Nachricht von dem hinscheiden des Marschalls Pilsudski spreche ich Eurer Exzellenz und der polnischen Regierung mein und der R e i ch s r e g i e r u n g aufrichtigstes Beileid aus. Polen vertiert in dem verewigten Marschall den Schöpfer seines neuen Staates und seinen treue st en Sohn; mit dem polnischen Volk betrauert auch das deutsche Volk den Tod dieses großen Patrioten, der durch seine verständnisvolle Zusammenarbeit mit Deutschland nicht nur unserenbeiden Cänbern einen großen Dienst geleistet, sondern darüber hinaus den wertvollsten Beitrag zur Befriedung Europas gegeben hat. Die Todesnachricht. Die letzten Krankheitstage Marschau, 12. Mai. (DNB.) Marschall Pilsudski ist am Sonntag um 20.45 Uhr geworben. Der Marschall Pilsudski ist im Belvedere- Schloh in Warschau entschlafen, nachdem ihm ein Militärkastellan noch die Sterbesakramente gereicht hatte. Die Krankheit des Marschalls währte bereits mehrere Monate. Die Aerzte hatten einen Magen- und Leberkrebs fest- gestellt. Am 11. Mai trat eine plötzliche Verschlechterung im Befinden des Kranken ein. Der Marschall erlitt einen M a g e n b l u t st u r z, der eine Schwächung zur Folge hatte. Bald darauf trat der Tod ein. Ein Voll trauert. Das Testament des Verstorbenen: Polens Zukunft Warschau, 13. Mai (DNB. Funkspruch). Warschau steht ganz unter dem Eindruck der Todesnachricht. Der oon der Straße sichtbare Vorhof des Belvedere - Schlosses ist seit dem Hinscheiden des Marschalls hell erleuchtet. Am Gitter des Schloßhofes sammeln sich trotz der späten Nachtstunden zahlreiche Menschen an, die im tiefen Schweigen verharren. Noch im Verlaufe der Nacht erschienen der Staatspräsident, Minister, Generale und andere Würdenträger. Die zu u Sowjetrußland gebracht und nnäherungspolitik gegen- politische Vetrachiungen der pariser presse. Vorbereitung der Donautonferenz. Rom, 11. Mai. (DRV.) Am Samstag erfolgte in Florenz die Begegnung zwischen Ministerpräsident Mussolini und Bundeskanzler Dr. Schuschnigg. Die Aussprache dauerte zwei Stunden. Mussolini und Schuschnigg nahmen gemeinsam das Frühstück, besichtigten die Stadt und legten am Denkmal für die gefallenen Faschisten einen Kranz nieder. Von unterrichteter Seite wird erklärt, es Das Ergebnis des französischen Besuchs in Warschau. machte in Paris einen um so tieferen Eindruck, als der abgesagte Besuch Lavals beim Marschall die Vermutung hatte aufkommen lassen, die Krankheit Pilsudskis sei nur diplomatischer Natur. Dem polnischen Nationalhelden werden von der gesamten Presse lange Nachrufe gewidmet. Man versucht, seiner Persönlichkeit gerecht zu werden und dabei auch die Politik zu erklären, die Polen in eine Abwehrkühlung des polnisch-französischen Verhältnisses, beigetragen hat. „Wenn man", so schreibt „M a t i n", „die Einzelheiten des bewegten Lebens Pilsudskis überfliegt, so versteht man heute die Haltung seines Volkes, das sich von Rußland gemartert und von Deutschland bedroht sah. Es mußte Haß gegen Rußland und Furcht vor Deutschland empfinden. Frankreich wird sich ehrfurchtsvoll vor der sterblichen Hülle eines Mannes verneigen, der sein Land über alles geliebt und ihm seine Freiheit wieder erobert hat." „I o u r n a l" spricht von einem Ereignis, das für Polen von ungewöhnlichem Ernste sei; denn Polens ganze politische Entwicklung werde in Frage gestellt. Es handelte sich darüber hinaus auch um , e i n hochbedeutsames Ereignis für Europa, in dem die polnische Stabilität ein wesentlicher Faktor sei. Pilsudski sei antirussisch eingestellt gewesen, was sichern. Mussolinis Aussprache mit Schuschnigg. Der Eindruck in Paris. Ein hochbedeutsames Ereignis für Europa lands in die Front der Friedensfreunde zu begrüßen, aber Sowjetrußland müsse aufhören, zwei Gesichter zu zeigen. Es dürfe vor allem nicht durch Umtriebe der dritten Internationale in Frankreich die nationale Sicherheit Frankreichs gefährden. „Le Jour" sagt, angesichts der aegenwärtigen Lage in Europa und des französisch-sowjetrussischen Abkommens bestehe Polens Hauptbeitrag zur Erhaltung des Friedens darin, äußer sie Neutralität zu wahren. Mehr verlange Frankreich nicht. Mit äußerster Skepsis steht „Duotibien" dem angeblich positiven Ergebnis der Warschauer Besprechungen gegenüber. Das Blatt meint, wenn man die amtliche Verlautbarung mit den Berichten der Sonderkorrespondenten vergleiche, so ergäben sich wesentliche Unterschiede. Tatsächlich sei in Warschau nichts von dem erreicht worden, was Laval sich als Aufgabe gestellt habe. Sowjelrußland erkundet Fluglandungsplätze in Litauen. Königsberg, 12. Mai. (DRB.) Wie aus Kawno berichtet wird, weilt seit Anfang Mai eine fowjetrufsische Ftiegerabordnung bestehend aus vier Fliegeroffizieren der Roten Luftflotte, in Litauen, um Zwlsche n t a n d e plähe für die Roke Luftflotte zu erkunden. Die sowjetrussischen Fliegeroffiziere werden von einem litauischen Fliegeroffizier begleitet und führen ihre Erkundungen in Zivil aus. Bisher wurden die Flughäfen Kowno, Schaulen und Memel besichtigt. Ferner sind vorgesehen Erkundungen in der Umgegend der Kreisstädte p o n i e w e f ch und Rakischki, um dort gegebenenfalls neue Flughäfen anzulegen. Das litauische Innenministerium hat an die unteren Verwaltungsbehörden ein Rundschreiben gerichtet, wonach zu melden ist, inwieweit die Möglichkeit zur Errichtung von Flugplätzen besieht. Das Deutschtum in Lettland. Fruhjahrstagrmg der „Deutsch-BaltischenVolksgemeinschaft" Riga, 12. Mai. (DNB.) Am Samstag fand in Riga Die Frühjahrstagung Der Spitzenorganisation des Deutschtums in Lettland, Der sogenannten „Deutsch-Baltischen Volksgemeinschaft" statt. Aus den Berichten, die auf der Tagung erstattet wurden, verdienen besonderes Interesse die Ausführungen des Präsidenten zu zwei Fragen: 1. Wie verhält sich die deutsche Volksgruppe in Lettland zu der Erneuerungsbewegung? 2. Wie ist die Einstellung der deutschen Volksgruppe in Lettland zum lettländischen Staat? Die Antwort auf die erste Frage laute dahin, daß die deutsche Volksgruppe in Lettland die weltanschaulichen Grundlagen der Erneuerungsbewegung, wie sie heute den Erdball zu erobern beginne, bejahe, wie Gemeinschaftsgedanken und völkische Würde, Führerprinzip und Landverbundenheit. Diese ihr aus der Erneuerungsbewegung erwachsenden Aufgaben wolle die Volksgemeinschaft unter eigener Verantwortung durch führen. Zu der zweiten Frage habe der Präsident im Namen der deutsch-baltischen Volksgruppe in Lettland die Erklärung abzugeben, daß das Deutschtum in Lettland dem Staat stets die Treue halten werde als Deutsche, die wir sind und bleiben werden. Aus dem Bericht des deutschen Referenten am lettischen Kultusministerium, Herrn von Radecki, ist heroor- zuheben, daß die neue Schulgesetzgebung in Lettland in verschiedenen deutschen Schulen einen starken Rückgang der Schülerzahl zur Folge gehabt und dementsprechend eine empfindliche Verminderung der staatlichen und kommunalen Zuwendungen bewirkt habe. Die deutsche Volksgemeinschaft in Lettland werde nicht mehr in der Lage sein, das bisherige Schulwesen in vollem Umfang aufrechtzuerhalten. Es müsse vielmehr alle Kraft dort zusammengefaßt werden, wo hoffnungsvolle Aufbauarbeit geleistet werden könne. Während bei der Grundschule nur geringfügige Einschränkungen möglich seien, werde sich der Abbau im Gymnasialnetz als notwendig erweisen. Andererseits aber wäre eine Stärkung der Fach- und Fortbildungsschulen eine Lebensnotwendigkeit. Im übrigen unterstrich Herr von Radecki das sachliche Verhalten der zuständigen lettischen Behörden. Keine Einigung in Bukarest? Der Dalkanbund unv Sowjetrußrand.- Die Aufrüstung Oesterreichs und Ungarns Der amtliche Zeucht. Warschau, 12. Ittai. (DRV.) Heule früh um 9.45 Uhr isi Minister L a v a l mit den ihn begleitenden beiden Beamten des Quai d'Orsay und Fräulein Laval vom Warschauer Osibahnhof nach Moskau abgereist Am Bahnhof waren zur Verabschie- ; düng des französischen Außenministers der polnische Minister Beck mit einer Reihe höherer Beamter des Außenministeriums erschienen, sowie die französische Botschaft mit dem Botschafter Laroche an der Spitze. Weber den Aufenthalt Lavals in Warschau w"rde folgender amtlicher Bericht ausgegeben: Minister Beck und Minister Laval haben während des Aufenthaltes des französischen Außenministers in Warschau freundschaftliche Unterredungen gehabt, die ihnen Gelegenheit zu offenem und herzlichem M e i n uv g s a u s l a u s ch boten. Den Inhalt der Unterredungen bildeten die wichtigsten Fragen sowohl aus dem Bereich der gegenseitigen Beziehungen, wie auch aus dem Bereich der allgemeinen Fragen, die im gegenwärtigen Augenblick die Aufmerksamkeit der beiden Regierungen auf sich zu lenken verdienen. Der Meinungs- auslausch war vom Vertrauen und gegenseitigem aufrichtigen Verständnis gekennzeichnet. Er gab den beiden Ministern die Möglichkeit feslzuslellen, daß der gemeinsame Gegenstand ihrer Bestrebungen die Erhaltung des europäischen Friedensundder Sicherheit durch Organisierung einer breit aufgefaßlen internationalen Zusammenarbeit ist, die allen die Möglichkeit zur Mitarbeit bietet. Die Minister Polens und Frankreichs haben zu ihrer Befriedigung festgestellt, daß sie die im polnisch-französischen Bündnis aus- gedrückte strenge Solidarität diesem Friedenswillenzurverfügung stellen können. Laval auf der Fahrt nach Moskau. Moskau, 12. Mai. (DNB.) Der französische Außenminister Laval ist am Sonntag a ck f dem sowjetrussischen Grenzbahnhof Nie- goreloje eingetroffen. Zu seiner Begrüßung waren der französische Botschafter in Moskau, A l p h a n b , unb ber stellvertretenbe Leiter der Westabteilung im Außenkornrnissariat, Weinberg, erschienen. Nach kurzer Begrüßung setzte sich ber Zug roieber in Bewegung. Laval betonte Pressevertretern gegenüber ben freundschaftlichen Charakter ber Reise unb gab ber Hoffnung Aus- brurf, baß bie Aussprache in Moskau bie Möglichkeit eröffnen werbe, bie freunbschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich unb Sowjetrußlanb weiter zu vertiefen. In Minsk wirb ber Vor- sitzenbe ber Weißrussischen Regierung, Golobeb, ben Minister begrüßen. pariser Bilanz. Paris, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nach dem Abschluß ber Warschauer Besprechungen bes französischen Außenministers bemüht sich bie Pariser Presse weiterhin, alles hervorzuheben, was als Erfolg Lavals gebeutet werben könnte, selbst wenn es mehr im Stimmungsmäßigen als in Tatsachen zu suchen ist. „Matin" vergleicht bie „frostig e" Ankunft in Warschau mit ber betont herzlichen Abreise unb meint, sechs- unbbreifjig Stunben hätten genügt, biese Wanb- lung zu vollbringen. Die Warschauer Unterhaltung sei unbebingt notwenbig gewesen. Sie habe bie Ursachen eines zwar ungerechtfertigten, aber ständig wachsenden Mißverständnisses völlig beseitigt. „Figaro" erklärt, er habe Verständnis für die Haltung ber polnischen Politik gegenüber Deutschland. Es sei aber zu verlangen, baß man in Warschau auch ben Grünben für Frankreichs Politik Rechnung trage. „Figaro" sieht ben Moskauer Besprechungen mit Skepsis entgegen. Das Blatt erinnert an die nicht sehr lange zurückliegen- bcn Steuerungen ber bolschewistischen Führer über den Völkerbund, über die Paktpolitik unb über Frankreich unb bemerkt, so sehe man Tag für Tag bie Leiter Sowjetrußlanbs bas Verbrennen, was fie geftern angebetet haben, unb bas anbeten, was sie gestern verschmäht haben. Zwar sei bie Eingliederung Sowtetruß- Die kommunalen Stichwahlen in Frankreich. Stimmgewinne der extremen Gruppen. — Erfolge der Linken namentlich in und um Paris. Paris, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Nachricht von dem Ableben des Marschall Pilsudski Der tschechoslowakische Gesandte hat im Auftrage seiner Regierung im Auswärtiger? A m t gegen bie Verhaftung eines heutck -------’i. zur Annäherung an D e utschland beigetragen habe. Aber bas Mißtrauen gegenüber ben Sowjets sei nicht bie einzige Richtlinie dieser Politik gewesen. Pilsubski habe aus seiner Skepsis gegenüber ber Bestänbigkeit ber französischen Politik kein Hehl gemacht. Das Blatt glaubt nicht, baß sich in ber politischen Richtung, bie Pilsubski Polen gegeben habe, sofort eine Aenberung zeigen werbe. Die rabikal-sozialistische „R e p u b l i q u e" läßt ihrer Abneigung gegen bie Männer bes neuen Kurses in Polen auch angesichts ber polnischen Nationaltrauer freien Lauf. Außenpolitisch, so sagt bas Blatt, habe Pilsubski allmählich bie getreue ft en Diener ber französischen Freunbschaft ausgebootet. Von seinem Vorurteil gegenRuß- lanb veranlaßt, habe er bie Annäherung an Deutschlanb burchgeführt. Er habe sie verwirklicht, als Hitler in Berlin triumphierte. Seit bem Jahre 1934 habe bie Achse ber polnischen Diplomatie in Berlin gelegen. Gerabezu gehässig ist ber Ton, in bem „Republigue" sich mit ber künftigen Entwicklung in Polen befaßt. Da heißt es u. a. „Was wirb jetzt werben? Werben bie Diktatoren ben überleben, ben sie erwählten? Wirb bie oberste Clique der Volksbewegung Widerstand leisten, die die Rückkehr zur Freiheit fordern werden? Wird die deutschfreundliche Politik fortbauern, jetzt, nachbem ihr Hauptvertreter verschwunben ist? Man behauptet, Beck werbe Nachfolger Pilsudskis. Vielleicht wird dies zutreffen. In diesem Falle würde der diktatorische und deutschfreundliche Charakter der polnischen Politik sich verewigen. Aber die bisherige Diktatur in Polen hat dort das demokratische Empfinden unb ben Glauben an ben Völkerbunb nicht zunichte gemacht. Vielleicht wirb man bas halb feftstellen können. — Auch „0 e u d r e" haut in bie gleiche Kerbe. Bukarest, 12. Mai. (DNB.) Die Konferenz ber Balkanpakt st aaten wirb noch ben Montag fortgesetzt. Der Einbruck, baß bie Ergebnisse ber Konferenz hinter ben Erwartungen zurückbleiben würben, hat sich noch verstärkt. Die Annahme, baß bie gemeinsame Neuregelung ber Beziehungen ber Balkanpakt- ft aaten z u Sowjetrußlanb hauptsächlich infolge bes Wiberstanbes Sübslawiens nicht möglich sei, ist bestätigt worben. Jeftitsch soll kategorisch erklärt haben, baß er als Vollstrecker bes politischen Testaments König Alexanbers auch in ber Frage ber Wieberaufnahme ber Beziehungen zu Sowjetrußlanb nicht von ben bestehen- ben Grunbsätzen abgehen könne. Er soll aber gleichzeitig ben übrigen Balkanstaaten frei- gestellt haben, neue politische Verträge mit Sowjetrußlanb einzugehen. Dieser Stanbpunkt Jeftitschs wäre insofern von Bebeutung, als für bie Kleine Entente bie Einwilligung aller Bündnismitglieber für solche neue außenpolitische Binbung notwenbig ist. Die sübslawische ,,V r e m e" berichtet aus Bukarest: Den vier Außenministern sei von Tituleseu ber Vorschlag Italiens überreicht worben, bie ml« litärische Gleichberechtigung Oester- reichs unb Ungarns anzuerkennen. Die italienische Regierung habe biesen Vorschlag mit ber Notwenbigkeit begrüßt, ein Gegengewicht gegen die Gefahren zu schaffen, denen infolge ber allgemeinen beutschen Wehrpflicht insbe- l'onbere Oe st erreich ausgesetzt sei. Diesen Gefahren könne man am besten baburch entgegentreten, baß man ben beiben Staaten erlaube, sich öffentlich zu bewaffnen. Der Balkanblock habe sich jeboch bei ber Prüfung dieses Vorschlages, ben Italien mit ber bevorstehenden Konferenz von Rom verbunden wissen wolle, auf den Standpunkt gestellt, daß in dieser Frage ohne die Zustim- mung ber interessierten Staaten eine Entscheibung nicht fallen könne. Nachbem sich Italien seit ber Konferenz von Stresa in bie Gruppe jener Staaten gestellt habe, die sich klar gegen die deutsche Wehrpflicht ausgesprochen hätten, müsse man das italienische Verlangen einer kritischen Prüfung unterziehen. Wenn die deutsche Wehrpflicht eine Verletzung der Friedensverträge bedeute, dann müsse dieser Grundsatz auch für Oesterreich und Ungarn gelten. Wenn Italien auf der gegenteiligen Auffassung beharre, dann könne diese Haltung zu dem Knüppel werden, über ben b i e römische Konferenz stolpern könne. Die Staaten bes Balkanblocks würden in einer Wiederaufrüstung Oesterreichs und Ungarns eine Verletzung ber Verträge von St. Germain unb Tria- non erblicken, unb bamit eine Verletzung jener Grunbsätze, bie bie Ausgabe hätten, ben Frieben Stellung 31 zu einer A über Deutschlanb, verbunben mit einer A b - politische Folgen für das Kabinett Flandin? Paris, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das endgültige Ergebnis ber französischen Gemeinberats- wahlen wirb erst Montag abenb vorliegen. Aus ben bisher bekannten Zahlen läßt sich jeboch bereits ein gewisser Schluß ziehen, ber auch in ben Äußerungen ber Presse zum Ausbruck kommt. Allgemein scheint ein Anwachsen ber beiben ejtre« men Flügel sicher zu sein, wobei bie äußerste Linke besonbers gut abschneibet. In Paris hat sich bie sog. nationale Mehrheit zwar halten können, viele Sitze aber an bie Linksparteien, besonders bie Kommuni st en, abgeben müssen. Besonders auffallend ist ber starke kommunistische Vorstoß im Seinebepartement. Der „Rote Gürtel" um Paris verbreitert sich zusehenbs. In ber Provinz sinb viele Gemeinben unter eine sozialistische Verwaltung geraten. Das Wahlbünbnis mit ben Kommunisten unb teilweise auch mit ben Rabikalsozialisten hat hier, wie es scheint, Früchte getragen. Die Verhältnisse im El- s a ß sinb noch nicht -ganz klar. Währenb in Straßburg ber kommunistisch-autonomistische Block 20 von 36 Sitzen verloren hat, ist in Kalmar unb Mühlhausen bie marxistische Front ans Ruber gekommen. Alles in allem barf man von eine 21 b g l e i t e n nach links sprechen, bas vielen Kreisen große Besorgnis einflößt unb bereits bie Frage auftom« men läßt, ob bie Regierung beim Wieberzusammen- tritt bes Parlaments biesem Wahlergebnis roerbe Rechnung tragen müssen. Währenb bie Blätter verschobener Linksrichtungen von einem Sieg ber Freiheit gegen ben Faschismus sprechen, stellen bie rechtsstehenben Organe mit beutlicher Melancholie fest, baß bie vom Kabinett Flanbin seit einigen Monaten betriebene Konzentrationspolitik ben breiten Massen Mißtrauen einzuflößen scheine. Aus diesem vernichtenden Urteil der Rechtspresse und aus bem Siegesgeschrei ber Linksblätter» bie von einem Zusammenbr u ch d e rR e ch t s- front sprechen, lassen sich bie in Paris bereits umlaufenben Gerüchte erklären, daß bem Kabinett Flanbin vielleicht keine .lange Lebensbauer mehr beschieben sein wirb. Abenb ben französischen Luftfahrtminister Dena in unb ben Kommanbanten bes in Neapel liegenben französischen Geschwabers Abmiral M 0 u g e t empfing. Heber bie Unterrebung Schuschniggs mit Mussolini veröffentlicht bie „R e i ch s p 0 st" eine „au tarifierte Aeußerung von hervorragenber österreichischer Seite", in ber es heißt: Die Begegnung sei seit Wochen vorbereitet worben unb war sozusagen überfällig. Gerabe ber persönliche Kontakt sei in bem römischen Protokoll als ständige Gepflogenheit vorgesehen worden. Weber bie Aufrüstung noch bie Restaurationsfrage seien ber unmittelbare Anlaß ber italienischen Reise bes Bunbes» lers gewesen. Daß im Hinblick auf bie Donau- konferenz alle intereffierenben politischen unb wirtschaftlichen Fragen zwischen ben Staatsmännern fortlaufenb behanbelt würben, erscheine nur natürlich. Was bie allgemeine Wehrpflicht anbelange, so sei bie österreichische Gleichberechtigung seit Stresa als gegeben anzusehen. Eine plötzliche Durchführung ber allgemeinen Wehrpflicht komme aber nicht in Betracht. Es gehe berzeit um bie Materialbeschaffung für bie erhöhten Verteibigungsmaßnahmen, bereit wechselseitige Bgrenzung auch mit ben Staaten ber Kleinen Entente zu erörtern sein werben. Die Restaurationsfrage werbe immer eine Angelegenheit bes Willens bes österreichischen Volkes unb ber Souveränität bes Staates jein. Selbftverftänblich werbe ihre Behanblung stets ben Friebenswillen unb ber guten Nachbarlichkeit» bie Oesterreich zu pflegen entschlossen sei, entsprechen. Gültig sei, was hierüber Vizekanzler Starhem- berg öffentlich erklärt habe. Daran habe f i ch nichts geänbert. Selbstverstänblich lägen für Oesterreich auch keine politischen Binbunn gen vor. Fühlungnahme der griechischen Regie« rung mit dem früheren Königshaus. Bukarest, 11. Mai. (DNB.) Schon während ber Militärparaben vorn 10. Mai ist es allgemein aufgefallen, baß ber griechische Außenminister Maxi m 0 s ein längeres Gespräch mit ber Schwester König Carols, ber früheren Königin von Griechenlanb Elisabeth, hatte. In politischen Kreisen erregt es besonberes Aufsehen, baß Maxi- mos heute in längerer Aubienz von Königin Elisabeth empfangen mürbe. Man bringt biesen Besuch mit ben Nachrichten über bie Restaurationsmöglichkeiten bes griechischen Königshauses unb bie biesbezügliche Stellungnahme ber Regierung in Verbindung. Es ist übrigens bas erstemal, baß eine offizielle griechische Persönlichkeit mit bem früheren griechischen Königshaus Fühlung nimmt. Bisher war es so, baß auch ber griechische Gesanbte in Bukarest jeden Kontakt mit bem früheren griechischen Königshaus peinlichst oermieb. Meine politische Nachrichten. Der Stellvertreter bes Führers, Reichsminister Rudolf Heß, wirb am Dienstag in Stockholm in ber Deutsch-Schwebischen Gesellschaft über bas nationalsozialistische Deutschlanb sprechen. Auf Einlabung bes Reichswehrministeriums wird eine 21 b 0 r b n u n g von fünf höyeren polnischen Offizieren unter Führung bes Generals Kuirzeba, bes Kommanbeurs der polnischen Kriegsakademie, sich in Deutschland aufhalten und verschiedene Einrichtungen ber Wehrmacht besuchen. * Paris, 13. Mai. (DNB. Funkspruch.) Das Innenministerium hat am Montag früh um 1.45 Uhr eine Uebersicht über die bisher vorliegenden Gemeindewahlergebnisse herausgegeben, die 691 von insgesamt 858 über 5000 Einwohner zählende Gemeinden umfaßt. Danach haben die Mehrheit erzielt: Kommunisten (verschiedenster Richtung) i n 66 Gemeinden, Altsozialisten in 143, Neusozialisten in 14, Sozialrepublikaner in 27, Unabhängige Radikalso- 3 i a I i ft e n in 38, fR a b i t a I f 0 3 i a l i ft e n in 169, Linksrepublikaner in 119, Volks- bemofraten Zumeist katholische Elsässer) in 7, Rechtsrepublikaner (Richtung Marin) m 85, Konservative (b. h. bie äußerste Rechte) in 8, Unbestimmt in 13 Gemeinden. Die u n - abhängigen Kommunisten bes Seine- Departements haben nach bieser Uebersicht in zwei Gemeinben bie Führung erhalten. Die Gewinn- unb Verlustrechnung in biesen 691 Gemeinben ist folgenbe: Partei Kommunisten Altsozialisten Neusozialisten Sozialrepublikaner Rabikalsozialisten Unabh. Rabikalsozialisten Linksrepublikaner Volksbemokraten Rechtsrepublikaner (Rich- tung Marin) Konservative * Unbestimmt Unabh. Kommunisten im Seine-Departement Das Ergebnis der Wahl zürn por fer Stavtrai. Kommunisten 8 (bisher 1), Unabhängige Kommunisten 6 (8), Altsozialisten 5 (3), Neusozialisten 3 (4), Sozialrepublikaner 6 (7), Rabikalsozialisten 6 (5), Unabhängige Rabikalsozialisten 4 (5), Links-Repu- blifaner 23 (26) Volksdemokraten 2 (2), Rechts-Republikaner (Marin) 22 (16), Unabhängige 4 (2), Konservative 1 (1). Zu beachten ist, daß nach der Neuregelung bei ben letzten Wahlen zum Pariser ©emeinberat 90 gegenüber bis 80 Mitglieber zu wählen waren. seien alle Fragen, bie bie beiden Länder interessieren, burchgesprochen worden. Dabei habe sich v 0 l l e Ue herein st immung der Auffassungen ergeben. Die Begegnung habe die große Herzlichkeit der Beziehungen zwischen beiden Ländern bewiesen. Mussolini begab sich am Samstag um 17 Uhr im „ v ____,____o ...... Flugzeug zurück nach Rom» tno er noch am jchenEmigranten protestiert»die am Behauptet Gewinn Verlust 35 31 1 123 20 29 12 2 3 22 4 15 138 31 37 28 10 8 88 31 41 4 3 0 - 69 16 26 8 0 1 0 13 1 1 1 1 d. I. auf dem Grenzbahnhof Eisenstein, und zwar nach tschechoslowakischer Ansicht auf tschechoslowakischem Gebiet erfolgte. Dem Gesandten wurde weitere Untersuchung des Vorfalles zugesagt, der sich nach den bisherigen deutschen Ermittlungen auf deutschem Boden abgespielt hat. * Das griechische M a r i n e k r i e g s g e r i ch t verurteilte 33Aufstär^dischezumTode. Von den Verurteilten waren nur jw e i anwesend ; die anderen sind nach Italien geflüchtet. Das Gericht verhängte ferner gegen 36 Personen lebenslängliches Gefängnis, 126 Angeklagte kommen mit geringeren Freiheitsstrafen davon. Staatspräsident Zaimis hat zwei zum Tode verurteilte aufständische Offiziere zur Zwangsarbeit begnadigt. ♦ Die französische und italienische Regierung haben der südslawischen Regierung die Zurückziehung der gegen Ungarn gerichteten Klage in der Marseiller Angelegenheit empfohlen, die auf der am 20. Mai beginnenden Tagung des Völkerbundsrates steht. Das Automobil . Werkzeug kulturellen Fortschritts. Die Delegierten der ausländischen AutomobiklubS beim Führer. Berlin, 11. Mai. (DNB.) Die NSK. meldet: Einer Einladung des Führers des deutschen Kraftfahrsports und Präsidenten der Obersten Nationalen Sportbehörde für die deutsche Kraftfahrt (ONS.) Korpsführer Hühnlein Folge leistend, hielt die Association Internationale des Automobile-Clubs Re- connus (AJACR.), die Vereinigung der international anerkannten Automobilklubs der Welt, deren Mitglied die ONS. ist, zum erstenmal seit ihrem 31jährigen Bestehen in diesen Tagen ihre Frühjahrstagung in Berlin ab. Die an der Tagung teilnehmenden Delegierten von Belgien, Bulgarien, Frankreich, Dänemark, Großbritannien, Holland, Südslawien, Italien, Lettland, Norwegen, Oesterreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechoslowakei und Ungarn sind bereits am Donnerstag in Berlin eingetroffen. Am Samstag um 13 Uhr empfing der F ü h - r e r in der Reichskanzlei die ausländischen Gäste, um sie zu begrüßen. Die Delegierten wurden dem Führer von Korpsführer Hührllein vorgestellt, der tun über die Aufgaben und die Bedeutung der AJACR. sprach. Hierauf nahm der Führer das Wort und sprach von der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung des Kraftfahrwesens, dessen Förderung sich gerade die Staatsführung des neuen Deutschland angelegen sein lasse. Er wies in diesem Zusammenhang auf den einzigartig dastehenden Bau der Reichsautobahnen hin, die auch für die Wirtschaft neue Wege in die Zukunft weisen. Die zunehmende Motorisierung werde nach seiner Auffassung eine völlig neue Entwicklung ein» leiten, die ihren sinnfälligsten Ausdruck darin finden dürfte, daß die Wirtschaft nicht mehr an die Gegebenheiten des Massenverkehrs gebunden sei, sondern der Verkehr sich in Zukunft in zweckmäßigerer und individuellerer Form der Wirtschaft anpassen werde. Die Erfindung des Automobils fei eines der schönsten Geschenke an die Menschheit, weil es die Natur wieder von neuem erschließe, und bei einer weiteren Fortentwicklung der Motorisierung des Verkehrs weitesten Volksschichten zugutekommen würde. Wenn, wie er hoffe, die AJACR. in vier bis fünf Jahren wiederum eine Tagung in Deutschland abhalten werde, dann werde sie Gelegenheit haben, die umfassende Arbeit auf dem Gebiet des modernen Autostraßenbaues und der weiter entwickelten deutschen Automobiltechnik in ihren Auswirkungen kennen zu lernen. In dieser Zeit großer Umwälzungen werde auch das Automobil zu einem Werkzeug der Ueberwindung der Klassengegensätze werden. Der Kraftfahrsport habe in seinen Spitzenleistungen die Marken abgesteckt für den breiten Strom einer umfassenden Motorisierung. Mit einem nochmaligen Dank und dem Wunsch für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit der Kraftfahrverbände schloß der Führer seine Begrüßungsansprache. Die Internationale Vereinigung der anerkannten Automobilklubs war am Samstagabend Gast des Führers des deutschen Kraftfahrsportes Korpsfübrer Hühnlein. Dabei hielt Reichs- und preußischer Verkehrsminister Freiherr von Eltz-Rü- b e n a ch eine Rede, in der er u. a. ausführte: Sie, meine Herren, liefern in Ihrer Organisation das schöne Beispiel einer echten Interna- ti o n a l i t ä t. Ich glaube kaum, daß es bei Ihren Beratungen über die Festsetzung internationaler Sportformeln oder andere Dinge ohne harte Schwierigkeiten abgeht, aber die für Sie selbstverständliche Zugrundelegung der Gleichberechtigung eines jeden Mitgliedes und der faire G e i st, welcher die Männer vom Sport in allen Ländern beherrscht, sorgen dafür, daß schließlich immer ein gentleman-agreement zu- standekommt. Sie haben die Erfahrung gemacht, daß aus dem Arbeitsgebiet, welches Sie mit diesem Geist der Gleichberechtigung und der Fairneß betreuen, Fortschritte von ungeahnter Größe gemacht worden sind, und ich habe die Hoffnung, daß in einigen Jahren alle Staatsmänner Europas ebenso herzlich beglückwünscht werden können, daß sie die europäische Kulturgemeinschaft durch ein wirkliches gentleman- agreement über alle Gefahren hinweg gerettet haben. Das neue Deutschland ist kein Freund bürokratischer Formulare, mit denen sich ein Kraftfahrer ausstaffieren muß, bevor er sich an das Steuer eines Automobiles setzt, ober gar über eine Landesgrenze fährt. Die meisten dieser Papiere beruhen auf einem veralteten Polizeigeist und tragen die Farbe des Mißtrauens. Das junge Deutschland möchte jedem seiner ausländischen Nachbarn im freien und stolzen Vertrauen freundschaftlich die Hand reichen und mit ihm in demselben Geist wirklicher Jnternationalität Zusammenarbeiten, welcher Ihre Verhandungen beseelt. Die Eröffnung her Ausstellung „Iran und Volk". Düsseldorf, 11. Mai. (DNB.) Am Samstagmittag fand im Planetarium, das mit den Fahnen des Reiches und der NS.-Frauenschaft sowie mit frischem Grün ausgeschmückt war, die feierliche Eröffnung der Reichsausstellung „Frau und V o l k", der ersten Frauenausstellung dieser Art im Dritten Reich, statt. Die Eröffnungsfeier wurde mit einem „Festgruß" des Niederrheinischen Cornett-Quartetts eingeleitet. Hierauf begrüßte die Gaufrauenschaftsleiterin Frau Blaß- Düsseldorf die Gäste. Alsdann nahm Reichsinnenminister Dr. Frick, stürmisch begrüßt, das Wort. Der Minister wies darauf hin, daß der deutsche Muttertag nichts Aeußerliches sein solle wie in der vergangenen Zeit. Es gelte, nicht ein lautes Fest zu feiern, sondern einen Tag der Einkehr zu erleben, aus dem man Dankbarkeit, Vertrauen, Kraft und Erfolg gewänne. In feinen weiteren Ausführungen, in denen sich der Minister mit der rassischen, biologischen und erzieherischen Aufgabe der Frauen und Mütter beschäftigte, hob Dr. Frick auch die ausschlaggebende Bedeutung der Frau und Mutter in wirtschaftlicher Beziehung sowohl für die einzelne Familie wie für das Volksganze hervor. Die Frage, ob dem deutschen Volk in Zukunft eine wirtschaftliche, völkisch-politische und kulturelle Höherentwickelung oder ein Niedergang bevorstehe, werde zum großen Teil entschieden durch seine Frauen. Staat und Bewegung würden alles tun, um die Frauen und Mütter und das Fami - lienlebenzu schützen undzu stärken. Dr. Frick wandte sich weiter sehr entschieden gegen die böswilligen Behauptungen über unsere „Kriegslüsternheit" und betonte, daß ein rassenhygienisch eingestellter Staat immer bestrebt sein werde, einenKrieg zu vermeinden, weil dieser in jedem Falle, auch bei siegreichem Ausgang, gerade die wertvoll st en jungen M ä nner, die für den Fortbestand als Stammväter neuer tüchtiger Geschlechter unersetzbar seien, dem Volk entreiße. Darum sei es unsinnig zu glauben, haß eine Regierung wie die Adolf Hitlers, die das 5£olf als das wertvollste Gut auf der Erde ansehe, dieses Volk leichtfertig der Vernichtung preisgeben könnte. Dr. Frick gedachte weiter der unzähligen deutschen Frauen, denen das Schicksal das Glück eigener Familie und eigner Kinder versagt habe. Sie alle, die im Rahmen der Volksgemeinschaft ihren Platz ausfüllten, hätten Anspruch aufAchtungundAuskommen. Gerade zum Muttertag solle dies anerkannt und zum Ausdruck gebracht werden, daß ihr mütterliches Empfinden und Wirken in vielen Berufen niemals entbehrt werden könne. Zum Schluß unterstrich Dr. Frick die Aufgaben und Bedeutung der nationalsozialistischen Frauenführung, der nicht nur das Recht zu gebilligt werde, maßgebend an der für Frauen- und Müttertum wichtigen Gesetzgebung mitzuwirken, sondern deren Hauptwirken der Erziehungsarbeit an den deutschen Mädchen und Frauen gelte. Die Reichsfrauenführerin Frau Scholh - klink betonte, daß die Aufgaben des deutschen Frauenwerkes vielseitig und gewaltig seien. Das Wesentlichste sei aber, daß sie immer nur vom Volksganzen aus gesehen gelöst werden mühten. „Wir sind uns darüber klar", so sagte sie, „daß das deutsche Volk bei den ungeheuren Aufgaben seelischer Art, die an es gestellt werden, ein Frauengeschlecht braucht, das straffste Selbstzucht, geistiges Format und natürliche Lebensart als Fundament für diese Aufgaben mit sich bringen muß. Darum haben wir allen, die mit uns arbeiten wollen, von Anfang an zur Pflicht gemacht, daß das, was sie tun, ganz getan werden muß. Einzelgänger müssen sich zusammenfinden und erkennen, daß einer ohne den anderen nichts ist, und daß, wenn wir in Deutschland einen neuen Adel wollen, wir schon einander achten und schätzen müssen. Das ist aber nur möglich, wenn die nationalsozialistischen Frauen mit einer kampfgewohnten Beharrlichkeit ihre Forderungen auch in den nächsten Jahrzehnten vertreten. Diese Ausstellung soll nicht eine selbstbewußte Leistungsschau der Frau sein, sondern eintz Darstellung dessen, was aus unserem Willen, unserer Einordnung in das Aufbauwerk des Führers bis heute schon Tat werden konnte. Sie wird deshalb auch für uns ein Mahnruf sein. Sie wird uns vieles erkennen lehren, was noch besser gemacht werden muß. Diejenigen, denen sie gefällt, sollen uns helfen, unsere Gedanken weiterzu- tragen. Diejenigen aber, denen etwas nicht gefällt, sollen den Mut und die Kraft besitzen, uns bessere Wege zu zeigen. Sie sollen nicht hintenherum schimpfen. (Erneuter Beifall.) Denn der Sinn dieser ganzen Ausstellung ist nichts anderes als das, was überhaupt der Sinn unseres Nationalsozialismus ist, nämlich uns immer mehr zur letzten Wahrhaftigkeit vor uns selbst, vor unserem Volk und vor unserer eigenen Kraft zu erziehen." Frau Scholtz-Klink erfüllte dann eine Ehrenpflicht im Gedenken an eine Frau, die ihr Leben im Kampf der NS.-Frauenschaft gelassen habe, an Katharina Grünwald, die auf dem Reichsparteitag 1929 von Kommunisten er» schossen wurde. Ganz besonders gedachte sie auch des verstorbenen Staatsministers Hans S ch e m m , der als einer der ersten Männer die NS.-Frauen- schaft unterstützt habe. Der geheimnisvolle Diebstahl der Genter Altar-Tafel. Das Gemälde „Johannes der Täufer" wiedergefunden. — Einzelheiten wie aus einem Kriminalroman. Großes Aufsehen rief im April 1934 in der ganzen Welt der Diebstahl einer Bildtafel des berühmten Genter Altars der Brüder Hubert und Jan Van Eyck hervor. Trotz der fieberhaften Nachforschungen, die die belgische Polizei im Zusammenwirken mit den internationalen Polizeibehörden anstellte, blieb man bis vor kurzem völlig im Dunkel. Jetzt endlich scheint man auf eine Spur gekommen zu sein, die die Vermutungen der Polizei bestätigt, daß das Altarbild nicht aus Belgien entfernt worden ist. Die Genter Staatsanwaltschaft erläßt eine öffentliche Bekanntmachung, aus der heroorgeht, daß der Urheber des Diebstahls fest gestellt worden ist. Es handelt sich um einen inzwischen verstorbenen Belgier, dessen Namen nicht bekannt gegeben wird. Der Teil des Gemäldes, der Johannes den Täu- f e r darstellt und die Rückseite der Altartafel bildete, fei schon gefunden worden, während die vordere Bildseite, die die „unbestechlichen Richter" zeigt, noch nicht gefunden werden konnte. Die Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung von 25 000 Franken ausgesetzt für Mitteilung, die zur Auffindung des Bildes führen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, daß auch dieser restliche Teil des Altarbildes nicht vernichtet wurde, sondern sich noch in der Nähe von Gent befindet. Die gestohlene Altartafel gehörte, wie erinnerlich, zu den Teilen des Genter Altars, die sich bis zum Jahre 1920 in Berlin befanden und die auf Grund des Versailler Vertrages der belgischen Regierung übergeben worden sind. Die Tafel ist 1,50 Meter hoch und 65 Zentimeter breit. Der große Flügelaltar gilt als das monumentalste Beispiel mittelalterlicher Altarmalerei und stellt in prachtvollen Einzelbildern das menschliche Seelenheil vom Sündenfall bis zur Erlösung dar. Seit der französischen Revolution waren verschiedene Teile außerhalb Gents. Das gefundene Gemälde, das Johannes den Täufer darstellt, ist in der Kathedrale in Gent wieder aufgestellt worden. Die bis jetzt bekannt gewordenen Einzelheiten über die teilweise Aufdeckung des Gemäldtzdieb- stahls muten w i e ein amerikanischer Kriminalroman an. Der inzwischen verstorbene Täter richtete einige Wochen nach dem Diebstahl einen anonymen Brief an die bischöfliche Behörde in Gent, in dem er die Rückgabe des Gemäldes gegen eine Summe von einer Million Franken anbot. Im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft ging der Konservator des Genter Altars, Kanonikus van der Gheyn, angeblich auf das Angebot ein. Es entwickelte sich in- den nächsten Monaten zwischen ihm und dem Dieb eine eifrige Korrespondenz, die seitens des Kanonikus auf Wunsch des Diebes in den Kleinanzeigen einer Brüsseler Tageszeitung geführt wurde. Der Dieb hatte wohl den Eindruck, daß man seinen Versicherungen über den Verbleib des Bildes keinen Glauben schenke, und so schrieb er eines Tages an den Kanonikus, daß er zur Behebung aller Zweifel eine der Tafeln am G e - päckfchalter des Brüsseler Nordbahnhofs abgegeben habe. Dem Brief war der Gepäckschein beigefügt. In Begleitung von Beamten der Eisenbahn und der Staatsanwaltschaft begab sich der Kanonikus nach Brüssel, und sein Erstaunen war nicht gering, als er das Bild tatsächlich dort vorfand. Es bestand jetzt kein Zweifel mehr, daß der anonyme Briefschreiber der Dieb war, der übrigens sein Angebot erneuerte und auch für das andere Gemälde, das „Die gerechten Rich - t e r" darstellt, die Summe von einer Million Franken forderte. Plötzlich wurde der geheimnisvolle Verkehr zwischen den beiden Parteien unterbrochen und zwar, wie sich jetzt herausstellte, durch den Tod des Diebes. Dieser ist im November gestorben. Seine Identifizierung wurde durch einen Zufall herbeigeführt. Als nämlich im Januar die Nachlaßpapiere eines Genter Bürgers geordnet wurden, fand die Steuerbehörde einige geheimnisvolle Zettel, in denen der Name des Kanonikus van der Gheyn häufig oorkam. Dieser wurde verständigt, und sein Erstaunen war groß, als er in dem Besitzer dieser Papiere den anonymen Briefschreiber wieder erkannte. Die sofort in der Wohnung des Verstorbenen angestellten Nachforschungen nach dem Verbleib des zweiten Gemäldes biteben völlig ergebnislos. Der Vorstor- bene hat fein Geheimnis mit ins Grad genommen. Bei dem Dieb handelt es sich um einen Genter Bürger, der sich in schwierigen finanziellen Verhältnissen befunden haben soll. Seine Frau war vollkommen ahnungslos und konnte nicht die geringsten Aufschlüsse über die Handlung ihres Mannes geben. In Gent hofft man zuversichtlich, daß auch das zweite Gemälde noch vorhanden ist, und daß es eines Tages wieder gefunden wird. Aus aller Well. „Deutsche Volksheilkunde" in Nürnberg. Die großen Veranstaltungen der deutschen Naturärzte und der deutschen Volksheilbeweguna in Nürnberg wurden mit der Eröffnung der Ausstellung „Deutsche V o l k s h e i l k u n d e" eingeleitet. Die Schirmherrschaft für die Ausstellung hat Gauleiter S t r e t ch e r übernommen. In feiner Erüffnungsanfpracye beleuchtete der Gauleiter die Mißstände, die noch heute auf dem Gebiet des Heilwesens unzweifelhaft vorhanden seien und kündigte an, daß es jedes Jahr in Nürnberg eine solche Ausstellung geben solle. Er betonte, es müsse wieder das Gefühl für das Natürliche geweckt werden. Der Einfluß des Fremdrassigen, der jahrzehntelang auch auf dem Gebiet des Heilwesens geherrscht habe, müsse verschwinden. Nachdrücklich wandte sich Streicher dagegen, daß die Anhänger der natürlichen Heilweise Die Schulmedizin und ihre Anhänger bekämpften. Schweres Bootsunglück auf einem osthotstelnischen See. — Drei Personen ertrunken. Auf dem Krummensee bei Malente (Ostholstein) ereignete sich ein schweres Bootsunglück. Drei Männer, Angestellte und Arbeiter der Deutschen Werke in Kiel, die in dem Erholungsheim Bruhns Koppel wohnten und dort eben erst angekommen waren, waren mit einem starkbeschädigten Boot, das schon lange unbenutzt am Ufer gelegen hatte, auf den See hinausgefahren; als Ruder bedienten sie sich dabei eines einfachen Brettes. Etwa 60 Meter vom Ufer entfernt lief das lecke Boot plötzlich voll Wasser und sank mit der Besatzung ab. Die Hilferufe verhallten schnell. Zuschauer am Ufer glaubten anfangs an einen Scherz, bis auch ihnen Das Unglück zur Gewißheit wurde. Alle Drei Männer im Alter von 46 bis 52 Jahren finD ertrunken. Um sie trauern Die Ehefrauen und 15 Kinder; einer Der Verunglückten hat 7, einer 5 unD Der Dritte 3 Kinder. Bisher konnte nur eine Leiche geborgen werden. Beraubung eines Eisenhahnpostwagens auf der Strecke kohlfurt—Penzig. Durch Uebörfall auf den Blockwärter Der Blockstelle Rothwasser auf Der Strecke Kohlfurt— Penzig (NieDerschlesien) gelang es nachts Drei maskierten Räubern, Den von Kohlfurt kommenden Eilzug anzuhalten. Sie erkletterten Den Postwagen, gaben mehrere Schüsse ab unD hielten die Postbeamten mit vorgehaltenen Schußwaffen in Schach. Es wurden mehrere Kisten mit insgesamt 48 000 Mark geraubt. Das gestohlene Geld besteht in Der Hauptsache aus HartgelD. Für Die Ermittlung Der Täter finD insgesamt 2000 Mark und außerdem 10 v. H. des wiederherbeigeschafften Geldes unter Ausschluß des Rechtsweges ausgesetzt. Die Bevölkerung wird gebeten, bei Der Aufklärung Dieser Tat unD bei Der Ermittelung Der Täter nach besten Kräften mitzuwirken. Tierbändigerin von einem Tiger angesprungen und verletzt. Im Zirkus Krone ereignete sieh bei einem Gastspiel in Neunkirchen (Saar) ein schwerer Unfall. Ein Tiger sprang Die 19jähriae Tierbändigerin Ci11 y an unD verletzte sie so schwer, Daß sie in ein Krankenhaus eingeliefert werden muhte. Das Tier war bei einem Sprung über feine Herrin zu kurz gesprungen und traf mit voller Wucht Die Tierbändigerin, die durch Prankenschläge am Kops er» heblich getroffen wurde. Dies ist der erste Unfall der bekannten Tierbändigerin. . Waldbrand bei Aschaffenburg. — Ein alter Wann in den Flammen umgekommen. Bei Holzkirchhausen, unweit von Aschaffenburg, entstand in einem Waldstück ein Brand, dem etwa sieben Tagwerk Kiefernwald zum Opfer fielen. Die Einwohnerschaft von Holzkirchhausen, von Neubrunn und Helmstadt samt dem Arbeitsdienst des Lagers Neubrunn verhütete durch ihr Eingreifen eine weitere Verbreitung des Brandes. Bei dem Brand wurde der 68 Jahre alte Sozialrentner Georg Schraut von Helmstadt ein Opfer der Flammen. Die Leiche war stark verkohlt, wies allerdings auch einen Bruch der Halswirbelfäule auf. Nach Aussage seines Sohnes hatte sich Schraut eine Pfeife angezündet, und das weggeworfene Streichholz soll die Ursache des Brandes gewesen sein. Bei Dem Versuch, das rasch um sich greifende Feuer zu ersticken, sei Schraut von den Flammen ersaßt worden. Seine Leiche wurde beschlagnahmt. Der Sohn wurde vorläufig in Haft genommen. Riefenfeuer in einer Münchner Gummifabrik. — Zahlreiche Verletzte. — Großer Brandschaden. In der Gummifabrik Metzeler AG. in München entstand ein Brand, der rasch großen Umfang annahm. Sämtliche Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr und vier Löfchzüge der Münchener Berufsfeuerwehr mußten aufgeboten werden. Etwa 20 Tonnen Rohgummi find den Flammen zum Opfer gefallen. Das vierstöckige Hauptgebäude Der Fabrik wurde bis zum Dachstuhl vom Feuer ergriffen, ebenso der anschließende Regenerationsraum. Vernichtet wurde ferner das Chemikalienlager und das Lager an Fertigfabrikaten, technische und sanitäre Gummiwaren. Bei der Bekämpfung Des Brandes wurden 26 Personen teils Durch Schnittwunden verletzt, teils durch Rauch vergiftet. Unter den Rauchoergifteten befinden sich einige schwere Fälle durch Schwefeldämpfe. Betriebsleiter Generaldirektor Maul schätzt Den Schaden auf etwa eine Million RM. Im ganzen wurden 14 Löschzüge und 56 Strahlrohre eingesetzt, was Das Ausmaß Dieses Riesenbrandes kennzeichnet. Die Brandbekämpfung war sehr schwierig, hauptsächlich auch deshalb, weil das Feuer wegen der hell auf- brennenden Gummivorräte im Innern Des Gebäudes nur von außen her angegriffen werden konnte. Das Hauptgebäude mit feiner Einrichtung fiel Dem verheerenden Element fast ganz zum Opfer.' Der Rettungsdienst mußte sechs Verletzte ins Krankenhaus überführen und zahlreichen leichter Verletzten erste Hilfe leisten. Die Entstehungsursache wird auf die Entzündung von Rohgummiballen im Trockenraum zurückgeführt. Der Betrieb kann trotz der großen Zerstörungen nach Mitteilung Der Metzeler AG. aufrechterhalten werden. Verheerende Feuersbrunst in einem pommerschen Dorf. Von einem schweren Brandunglück wurde das Bauerndorf Rankwitz bei Ufebon (Pommern) heimgesucht. Auf dem Gehöft der Landwirtin Göring brach Feuer aus, das durch starken Wind begünstigt rasend schnell auf die Nachbargrundstücke Übergriff. In kurzer Zeit standen zehn Gebäude, meist Ställe und Scheunen, in Hellen Flammen. Alle JLtUJmfcn bieten bsibes! ^.s^kcher ist besser zehn Gebäude sind vollständig niedergebranni. Der Schaden ist besonders groß, da Vorräte und landwirtschaftliche Maschinen mit vernichtet wurden. Auch Vieh ist in den Flammen umgekommen. Be- sonders schwer betroffen wurde der Bauer Zander, dessen ganze Hoflage, auch das Wohnhaus, ein Raub der Flammen wurde. löscht einen Moorbrand in Holstein. Der tatkräftige Einsatz der gesamten Belegschaft der „Abel-Hünlein-Motorsportschule" in Nordoe bei Itzehoe (Holstein) verhinderte die weitere Ausbreitung eines Moorbrandes, der bereits eine Fläche von über 3,5 qkm ergriffen hatte. Durch Ersticken des Feuers in aufgeworfene Wassergräben gelang es, des Feuers Herr zu werden und einen wertvollen Waldbestand vor der Zerstörung zu bewahren. Motorradfahrer in eine Reichswehrabteilung gefahren. In Stuttgart fuhr ein Motorradfahrer von hinten in eine marschierende Reichswehrabteilung. Vier Mann der Abteilung erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Sie wurden in das Standortlazarett gebracht. Der Motorradfahrer, der zu Fall kam, trug eine Gehirnerschütterung davon. Zwei Kraftwagenunfälle in Ostpreußen fordern fünf Todesopfer. Dieser Tage ereigneten sich in Ostpreußen zwei schwere Kraftwagenunfälle, die fünf Todesopfer forderten. In einer Kurve bei dem Flughafen Devau fuhr ein mit fünf Personen besetzter Kraftwagen mit großer Geschwindigkeit gegen einen Baum und stürzte in den Graben. Der Wagen geriet sofort in Brand. Während sich zwei Studenten aus Königsberg mit schweren Verletzungen aus dem Wagen retten konnten, verbrannten die drei übrigen Mitfahrer. Bei den Toten handelt es sich um die beiden Brüder W e n r i ch aus Königsberg und einen gewissen Schinschu - leit. — Der zweite Unfall trug sich in der Nähe von Heiligenbeil zu. Hier fuhr ein Kraftwagen bei diesigem Wetter in eine Fußgängergruppe hinein, wobei der Schlosser Josef W i n a t h aus dem Kreise Allenstein und der landwirtschaftliche Arbeiter Wischnewski aus Strasburg, die sich auf der Wanderschaft befanden, getötet wurden. Verletzt wurde ein gewisser Heinrich Arndt aus Neunkirchen im Saargebiet. Zwei Wochen hilflos auf dem Ozean umhergelrieben. Nach zweiwöchigem Umhertreiben auf dem Ozean wurden jetzt 20 Neger durch einen Neuyorker Dampfer gerettet, der auf seiner Fahrt nach Havanna das hilflos treibende Motorboot sichtete. Die Neger befanden sich auf einer Vergnügungsfahrt, die sie von der Bohoma-Insel Nassau aus unternommen hatten, als sie in einen Sturm gerieten, der ihr Boot völlig manövrierunfähig machte. Ihre Rettung verdanken sie dem Umstand, daß sie 100 Mellen nordöstlich von Palmbeach (Florida) in den Kurs des Dampfers gerieten. „Do X“ als Museumsstück. Dieser Tage traf, der DAZ. zufolae, auf dem Wasserwege von Travemünde im Schlepptau eines Schiffes der gewaltige Rumpf des Ozeanflug- s ch i f f e s „Do X" im Berliner Westhafen ein. Die Tragflächen des Luftriesen sind schon seit einiger Zeit in Berlin. Das Flugschiff, das seit vorigem Herbst außer Dienst ist, soll später wieder aufmontiert werden und dann die Hauptsehenswürdigkeit des neuen Berliner Luftfahrtmuseums am Lehrter Bahnhof bilden. Riesenunterschlagungen im Moskauer Post- unb Telephonamt. Der Staatsanwalt des Moskauer Strafgerichts hat gegen den ehemaligen Direktor und acht Angestellte des Moskauer Hauptpost-, Telegraphen- und Telephonamtes wegen dauernder Unterschlagungen und anderer schwerer Verbrechen Strafantrag gestellt. Die Angeklagten haben im Laufe mehrerer Jahre Materialien der städtischen Telephonverwaltung auf eigene Rechnung verkauft und damit wesentlich zur Verschärfung der Telephon- krise in der Hauptstadt beigetragen; während' ein harter Mangel an Telephonapparaten, Leitungs- oraht, Kupfer, Blei usw. bestand, so daß den selbst von zahlreichen Behörden gestellten Anträgen auf Legung telephonischer Anschlüsse nicht entsprochen werden konnte, haben der Direktor des Post- und Telephonamtes und acht seiner Angestellten der Hauptstadt aus den Lagern der Post alles verkauft, was nicht niet- und nagelfest war. Ihre Tätigkeit hat sich aber nicht nur auf die Abteilung Telephonverwaltung beschränkt: auf dem Hauptpostamt häuften sich im Laufe der Zeit die Pakete und Päckchen an, die an Private adressiert waren, von diesen aber nicht abgeholt worden waren. Das Konsortium schuf einen festen Verkaufsplan für dieses unbestellbare Gut, und der Erlös dafür floß in die Taschen der Teilnehmer. Auf diese Weise sind von ihnen insgesamt 3493 Postpakete verkauft worden. Große Schiebungen mit Parteiausweisen in Sowsetrußland. In Charkow hat man.durch Zufall eine große Schiebung mit Parteiausweisen und Mitgliedskarten aufgedeckt. Die Tätigkeit eines bekannten Verbrechers, in dessen Besitz man nicht nur ein Parteimitgliedsbuch, sondern auch mehrere Blankoformulare von wichtigen Parteidokumenten fand, führte zu einer Untersuchung, deren Spur schließlich bis in das städtische Parteisekretariat verfolgt werden konnte. Eine unerwartete Durchsuchung erwies, daß die Parteisekretärin der städtischen Organisation der Kommunistischen Partei einen schwunghaften Handel mit Parteidokumenten betrieb. Ihr konnten 67 Fälle nachgewiesen werden, in denen sie aus eigener Machtvollkommenheit verschiedene dunkle Elemente zu Parteimitgliedern gemacht hatte. Als bei dieser Gelegenheit auch bei anderen Parteistellen der Stadt Durchsuchungen vorgenommen wurden, hat man auch dort ähnliche Machenschaften aufgedeckt. Die Parteipapiere tragen alle die Unterschrift des Leiters des Bezirkskomitees der Partei. Schreckliches Fährunglück In Sowjelrutzland. — 28 Kinder ertrunken. Auf dem Fluß Psel im Charkower Gebiet ereignete sich, wie erst jetzt bekannt wird, am zweiten Mai-Feiertag ein furchtbares Fähr-Unglück. 58 Kinder unternahmen auf einer gebrechlichen Fähre eine Ueberfahrt. Die Fähre brach auseinander und sämtliche Kinder stürzten in das Wasser. 28 von ihnen konnten nicht mehr gerettet werden und ertranken. Ein Riesen-Rheinsalm und 40 000 junge hechle. Der Berufsfischer Ferdinand Böllert aus Ehrenbreitstein fing unweit des Oberlahnsteiner Strandbades mit einem Schleifnetz einen Rhein- s a l m, der st a r k 3 0 Pfund wog. Der Edelfisch war über einen Meter lang und hatte ein sehr scharfes Gebiß. Es dürfte eine große Seltenheit fein, daß ein Salm dieser Größe aus dem Rhein gefischt wurde. Der Riesenfisch wurde von einem Koblenzer Unternehmen gekauft, das ihn in der Küche verarbeitet. * Durch den Fischereimeister Reuter von Bacharach wurden bei Trechtingshaufen im Auftrage des Rheinischen Fischervereins 40 000 junge Hechte im Rhein ausgesetzt. Papierfabrik durch Grohfeuer vernichtet. In einer der letzten Nächte wurde' die bekannte Papierfabrik Jagenberg 6- Sohn in Altenkirchen (Regbez. Koblenz) durch ein Großfeuer bis auf die Grundmauern vernichtet. Das Feuer war in einem Lagerraum ausgebrochen, in dem Lumpen aufbewahrt wurden. Da es reichliche Nahrung an den Papiervorräten und sonstigen brennbaren Stoffen fand, griff es mit unheimlicher Schnelligkeit auf das ganze Gebäude über. Den Feuerwehren aus der Umgegend gelang es nur, ein Uebergreifen des Feuers auf das Fertigwarenlager zu verhindern. Auch das Personal der Reichsbahn war mit zwei Lokomotiven an die Brandstelle geeilt und bekämpfte das Feuer mit zwei Schlauchleitungen. Der Schaden dürfte nach vorsichtiger Schätzung mehrere hunderttaufend Mark betragen. Die Ursache des Brandes ist noch ungeklärt. Die Fabrik, die schon einmal im Jahre 1888 von einem Großfeuer heimgesucht war, beschäftigt 100 Leute. hagelslurm über Südafrika. Die südafrikanische Provinz Natal wurde von einem verheerenden Hagel st urm heimgesucht. Der Sturm richtete zwischen Leuwsburg und Pon- gele riesigen Schaden an. Zwei auf dem Flugplatz Gollel stehende Flugzeuge wurden zerstört. Auf dem Bahnhof wurde ein Personenzug aus den Gleisen geworfen. Viele tausend Vögel sind dem Hagelschlag zum Opfer gefallen. Das einzige erfreuliche Ergebnis des Unwetters war die vollständige Vernichtung eines riesigen Heuschreckenschwarms. Kunst und Wissenschaft. Bayreuther Festspiele 1936. Die Leitung der Bayreuther Fe st spiele gibt bekannt, daß die Bühnenfestspiele 1936 am 19. Juli beginnen und am 31. August schließen. In der Zeit vom 31. Juli bis 17. August einschließlich werden die Festspiele mit Rücksicht auf die Olympiade unterbrochen. Es gelangen zur Aufführung: ohengrin" im ersten Festspielabschnitt dreimal, im zweiten dreimal, „Parsifa V* im ersten Abschnitt zweimal, im zweiten dreimal, der „Ring der Nibelungen" in jedem Abschnitt einmal in geschlossener Aufführung. Die Heidelberger Reichsfestfpiele 1935. Die Heidelberger R e i ch s f e st s p i e l e 19 3 5, die wiederum im Schloßhof, im Königssaal und auf der Thingstätte des heiligen Berges stattfinden werden, stehen auch in diesem Jahre unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels. Zur Eröffnung im Juli wird ,Käth- chen von Heilbronn" in der Inszenierung von Richard Weichert gegeben. Angela S a l l o k e r, die als „Mädchen Johanna" in letzter Zeit besonders hervorgetreten ist, spielt das Käthchen und Paul Wagner vom Theater des Volkes in Berlin den Grafen Wetter von Strahl. Reichsführer Himmler in Darmstadt. Die hessische Geheime Staatspolizei übernommen. D a r m st a d t, 11. Mai (LPD.) Der Befehlshaber der deutschen Geheimen Staatspolizei und Reichsführer SS. Himmler traf mit dem zuständigen SS.-Gruppenführer H e i ß m e i e r, dem Führer der 33. SS.-Standarte, Polizeidirektor Herbert (Mainz), Oberführer Pohl.und Standartenführer Schmidt in Darmstadt ein. Im Alten Palais hatten sich die Beamten und Angestellten der Geheimen Staatspolizei des Reichsstatthalterbezirks Hessen unter Leitung von Dr. Schulze mit den Vertretern der Regierung eingefunden. Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger begrüßte den Reichsführer SS. und wies darauf hin, daß die nun erfolgende llebergabe eine Entwicklung abschließe, die er als Leiter der hessischen Regierung bereits vor anderthalb Jahren eingeleitet habe. In weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Reichsstatthalter mit dem Entstehen der Schutzstaffel der NSDAP, im Rhein-Main-Gebiet sowie mit der Entwicklung und Neugestaltung der hessischen Polizei nach der Machtübernahme. Mit Dank und Genugtuung stellte der Gauleiter hierbei die Bewährung der seit der Machtübernahme in die Polizei eingesetzten Männer fest und Hab dem politischen Polizeikommandeur und Reichsführer SS. die Versicherung, daß er in den Männern der hessischen politischen Polizei eine Truppe übernehmen könne, die bedingungslos auf die Grundsätze des Führers verschworen sei. Der Reichsführer SS. dankte dem Gauleiter in Worten herzlicher Kameradschaft. Er schilderte in großen Zügen die Entstehung der ersten SS.-Formationen in den damaligen Gauen Hessen-Nassau-Süd und Hessen-Darmstadt, so wie er sie als Organisator des Schwarzen Korps unseres Führer noch genau In (Erinnerung hatte. Nach grundsätzlichen Ausführungen über Wesen und Aufgaben der Polizei wandte sich der Reichskomman- deur nochmals mit besonderem Dank an den Reichstatthalter und betonte, daß auch in der Entwicklung der Polizei das Land Hessen mit zu den allerersten Ländern gehört habe, die der Neugestaltung mit starker und wertvoller Eigeninitiative entgegengekommen wären. Nach tzjnem Appell an die Beamten und einem Heil auf den Führer ließ sich Polizeikommandeur Himmler jeden Beamten und Angestellten vorstellen und verband die Begrüßung jedes einzelnen mit kurzen dienstlichen Informationen. Oie amerikanischen Flottenmanöver im Stillen Ozean. Honolulu, 13. Mai (Funk). Der Schleier des Geheimnisses, der die amerikanischen Flottenmanöver im Stillen Ozean umgibt, wurde am Sonntag für kurze Zeit gelüftet, da 32 größere Einheiten die bei Honolulu liegende Marinestation Pearl Harbour anliefen. Bei dieser Gelegenheit erhielt man auch die erste Nachricht über den Stand des Fluges der 48 amerikanischen Marineflugzeuge, die Donnerstagabend von Pearl Harbour nach der Midway- Jnsel gestartet waren. Der Chef der Manöver, Admiral Reeves, gab bekannt, daß der Geschwaderflug erfolgreich durch geführt sei. Die Flugzeuge hätten die Strecke von 1200 Meilen auftragsgemäß zurückgelegt. — Bei den Flottenmanövern ereignete sich ein Unfall. Als dis Flotte durch eine Kette feindlicher U-Boote durchstieß, fuhren zwei Zerstörer, die als Führerschiffs dienten, zusammen. Dabei wurden ein Mann getötet und mehrere verletzt. Obwohl die Zerstörer stark beschädigt wurden, konnten sie doch den Hafen erreichen. Alle Flottenbewegungen werden weiterhin streng geheim gehalten. Alle Garnisonen an der Küste des Stillen Ozeans liegen in kriegsmäßigem Alarm, da jeden Augenblick ein Angriff der Flotte erfolgen kann. Eine weitere Meldung besagt, daß ein Fliegerleutnant bei einem Flugzeugabsturz getötet worden ist. Ob es sich dabei um ein Flugzeug des obenerwähnten Geschwaderfluges handelt, ist bisher nicht bekannt geworden. Wetterbericht des Reichswetkerdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Am Sonntag lagen wir im Bereich von polaren Luftmassen, die trotz intensiver Sonneneinstrahlung keine stärkere Erwärmung zuließen. In der Nacht zum Montag ist es in vereinzelt ungünstigen Lagen zu leichten Frästen gekommen. Im Ostseegebiet sowie in höheren Gebirgslagen sind Schneefälle ausgetreten. Wir können zunächst mit weiterer Abkühlung bei gleichzeitig zunehmender Neigung zu Schauertätigkeit rechnen. Aussichten für Dienstag: Nach kalter Nacht wechselnde Bewölkung mit Niederschlagsschauern bei westlichen bis nördlichen Winden, auch tagsüber kühl. Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der sehr kühlen, unbeständigen Witterung. Lufttemperaturen am 12. Mai: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 7,8 Grad; am 13. Mai: morgens 6,5 Grad. Maximum 14,5 Grad, Minimum 1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Mai: abends 16,2 Grad; am 13. Mai: morgens 11,5 Grad. — Sonnenscheindauer 12,3 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Lerantworttich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Deck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckeret 3t. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit tft Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig« im 63. Lebensjahre. Die Trauerfeier findet In der Stille statt Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand ru nehmen. Wieseck, Allendorf a. d. Lahn. Dutenhofen, Wetzlar, 13. Mai 1935. 2872 D 2899 A OieBen - Kreuzplatz Nr. 10 und zum Bauen 7O?D 2871 D ■inniiiiiiiiiniiowiiiiiiiiiiMiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinfl'uS™ Ein neuer Anstrich zum Frühjahr! Wenn die Hausfrau erfolg* reich d. Frühjahrshausputz überstanden hat, erbarmt sich der Herr des Hauses über alle Dinge, die ausbesserungsbedürftig sind. Mit Handwerkszeug, Farbe und Pinsel hantiert er ein bis zwei Tage, bis alles wieder in alter Frische strahlU Streichfertig.Farben,Lackr färben, Lacke und Pinsel für alle Zwecke erhalten Sie in der Fach-Drogerie Volkstümliche Naturwissenschaft In rekhbebilderten, leichtveri ländlich geschriebenen Werken nnd in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlags- erteugniwe. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehen» und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo BermOhler Verlag • Berlin-Lichterfelde Jagd-Verpachtung. Jagdbezirk Finkenloch, Bahnstation Nidda (Ober- hefsen), 15 km von Bad-Nauheim, 50 km von Frankfurt a. M., Staatseigenjagd 70 ha Feld, 510 ha Wald und Schutzjagden aus 6 Gemeinden, 730 ha Feld, 40 ha Wald, zusammen 800 ha Feld, 550 ha Wald, wird am Samstag, dem 25. Mai, vormittags 11 Uhr, im Kurhaus zu Lad Selters (Oberhesien) öffentlich nach den Pachtbedingungen für staatseigene Jagden verpachtet. Abschuß 1935: 4 gute Böcke, 5 geringe Böcke, 25 Geißen. Hase und Ihsan gut. Auskunst durch 2873D hessisches Forstamt Konradvdorf post Büdingen (Hessen). Nähmaschine 115.- Weltmarke, fabrikn., volle G«., auch auf Teilzahla., wöchentl.1.50, m. entfor. Aufschlag, 1. Rate Juli. 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Familie Friedrich Becker und Familie Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 14. Mai, 15.30 Uhr, in wieseck, von der Grabenstraße 6 aus statt und Familie Lehrer Wilhelm Kutt und Familie. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ernestine Kretzschmar, geb. Billhardt Am 11. Mai entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit im Kath. Schwesternhaus in Gienen mein lieber, herzensguter Mann, unser lieber Großvater, Bruder, Schwager und Pate Wilhelm Volk, Rottenmeister i. R. In tiefer Trauer: Frau Elisabeth Volk, geb. Jung Familie Weber Familie Volk Familie Zögner Familie Schmelz« Muschenheim, Darmstadt Langd, Birklar, Büdingen, 13. Mai 1935. Die Beerdigung findet Dienstag, den 14. Mal, nachmittags 3 Uhr. in Muschenheim statt. Am Donnerstag mittag ist mein Heber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater August Kretzschmar In seinem 80. Lebensjahr sanft entschlafen. Gott der Allmächtige hat unseren lieben, guten Vater, Schwiegervater und Großvater Konrad Becker IV., Milchhändler nach einem arbeitsreichen Leben nach kurzem Krankenlager in der Chirurgischen Klinik in Gießen im 81. Lebensjahre in die Ewigkeit abberufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Rektor Heinrich Beckern. Familie Frau Marie DiehlWw., geb.Becker >76 Nr. 110 Zweites Blakt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 15. Mai 1935 M t war von Neichsbahnstrecke Augsburg—Nürnberg mit elektrischem Betrieb. lebten, alles alte Leser und Bezieher der geliebten „St. Petersburger Zeitung", sammelten sich in Berlin um die Brüder von Kügelgen, um ihnen nochmals für ihr Lebenswerk zu danken. Diese Feier 13 Jahre nach dem Tod einer politischen Zeitung konnte dem früheren Herausgeber P. S. von Kügelgen sichtbarer Beweis dafür sein, daß seine deutsche Kulturarbeit tiefe Wurzeln geschlagen hat, daß das Denken und Wirken dieses echten deutschen Mannes nicht vergessen ist. Ein hartes Schicksal hat ihn von seinem bedeutungsvollen Posten abgerufen. Er Hot aber unterdessen in seiner deutschen Heimat erlebt, wie der deutsche Gedanke im eigenen Volke in tausendfältiger Pracht erwacht und erblüht ist. Das mag ihm ein Trost sein im Gedanken an den deutschen Kampf, dem er selbst einst weithin sichtbar auf fremdem Boden dienen durfte. vornehmsten Londoner Hotels servieren ihren Gästen dagegen als besondere Delikatesse „Teltower Rübche n", die von der Mark Brandenburg nach England transportiert werden müssen, (ba dort die Anbauversuche gescheitert sind. Mit Stolz dürfen wir ebenfalls behauvten, daß die „S ch r i p p e" und der „K n ü p p e l" auf unserem Boden das Licht der Bäckereien erblickt hoben. Auch der „Berliner Schusterjunge" erfreut sich überall des besten Rufes. Was dem Wiener sein Krapfen, ist dem Berliner sein gefüllter Pfannkuchen, der in Holland sogar auf der Straße von fliegenden Händlern gebacken und unter dem Nomen „Berlijner" verkauft wird. Eine besondere Liebe hegt der Reichshaupt- Das schmeckt den Berlinern! Unpolitischer Brief aus der Reichshauptstadt. Die Zeiten, in denen es den Berlinern nur schmeckte, wenn französische, ungarische oder Wiener Küche als Lockmittel auf der Speisekarte stand, sind überwunden. Der Spree-Athener hat seine Stadt und seine echten Berliner Leibgerichte wieder liebgewonnen. Mit Recht, denn tatsächlich hat ja auch die Berliner Küche zahlreiche Spezialgerichte erfunden, die sich heute nicht nur in allen deutschen Dörfern und Städten eingebürgert haben, sondern auch im Ausland begehrt und geschätzt sind. Der Berliner Rollmops zum Beispiel ist ein internationaler Begriff geworden! Es gibt wohl in Paris kein einziges Lokal, in dem nicht der Rollmops de Berlin auf der Speisekarte steht. Die gegenüber unerschrocken vertritt." Das von Herrn von Kügelgen ebenfalls in deutscher Sprache herausgegebene „St. Petersburger Sonntagsblatt" war in allen Ge- meinden Rußlands verbreitet und entwickelte sich in kurzer Zeit zum Zentralorgan der deutschen K o l o n i st e n Rußlands. Es genügte dem hochbegabten Streiter für das Deutschtum aber nicht nur, durch seine Zeitungen zu wirken, er schuf außerdem eine Reihe sonstiger wichtiaer Einrichtungen: die „Deutschen politischen Abende", das „Deutsche Künstlerkomitee zu St. Petersburg", die „Deutsche Vereinigung für Kunst und Wissenschaft". Der Weltkrieg hat dieses unermüdliche Wirken für eine enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rußland auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet jäh unterbrochen. Es kam für Herrn von Kügelgen eine Zeit schwerster Prüfungen, die seinen tapferen deutschen Sinn aber niemals beugen konnten. Die Regierung verlangte, daß er seine Zeitung in russischer Sprache herausgeben sollte. Er hat es standhaft oerroeigert und dadurch ein Verbot der Zeitung herbeige- sührt. Zeitweise war er als „deutscher Spion" verhaftet. Als er wieder frei kam, galt sein Sinnen und Trachten der Hilfe für seine Landsleute. Als Abteilungschef der die Interessen Deutschlands vertretenden schwedischen Schutz- Gesandtschaft und Leiter der deutschen Kriegsgefangenenlager, als Organisator und Direktor des „Fürsorgeamtes für die deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen", als Vertreter des deutschen Generalkonsulats zu St. Petersburg hat Herr von Kügelgen in tatkräftiger, unerschrockener Arbeit, in unermüdlicher Herzensgüte sich der Tausenden angenommen, die zwischen die Mühlsteine des Dölker- ringens geraten waren. Unzählige verdanken ihm Hille, Trost und Rettung in ihrer schwersten Leidenszeit. Als die Bolschewistenherrschast kam, gab es für den Träger alter, vornehmer Kultur keine L e b e n s m ö g l i ch k e i t mehr in Rußland. Die Familie mußte flüchten und verlor ihre letzte Habe. 1927 gab es eine in der deutschen Zeitungsgeschichte einzigartige Veranstaltung: In aller Stille, wie es seiner bescheidenen Art entspricht, vollendet dieser Tage ein Journalist sein 60. Lebensjahr, dem das deutsche Volk für seine Verdienste um den deutschen Gedanken in der Welt besonderen Dank schuldet: Paul Siegwort von Kügelgen, der frühere Verleger der „St. Petersburger Zeitung". Es gab vor dem Kriege keine deutsche Auslandszeitung, die tn gleich würdiger und wirksamer Weise die deutsche Kultur im Auslande vertrat wie die „St. Peters- burger Zeitung". Einst auf Veranlassung der großen Zarin Katharina gegründet, war sie im vorigen Jahrhundert in den Besitz der Künstlerfamilie von Kügelgen übergegangen und damit als Kulturträgerin in die besten Hände gelegt. Sie war durch ihre vornehme Berichterstattung, ihre geistige und künstlerische Art das Blatt der gesellschaftlich führenden Kreise. Sie fehlte in keiner russischen Kanzlei, in keinem Handelskontor, und ihre Worte wogen gewichtig in dem Zeiterleben. Es waren in diesem Jahre 200 Jahre verflossen, seitdem die „St. Petersburger Zeitunggegründet worden war. Obwohl sie dreizehn Jahre zuvor von der Kriegsfaust zertrümmert worden war, lebte sie doch in den Herzen derer weiter, denen sie einst in der Fremde deutsches Erleben geschenkt hatte. So kamen dann zu der kleinen 200jährigen Geburtstagsfeier in Berlin A b- gesandte aus allen Gegenden Deutschlands. Nordrussische Kolonisten überreichten eine schöne Adresse Südrussische Mennoniten, Wolgadeutsche, Männer aus dem Baltenlande, Deutsch- Russen und Reichsdeutsche, die einst in Rußland Em Vorkämpfer des DeuWMms im Zarenreich P. E>. von Kügelgen, der Verleger der „St. Petersburger Zeitung". Scherl-Bildmaterndienst Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, eröffnete, wie schon gemeldet, die nunmehr elektrisch betriebene 137 Kilometer lange Strecke Augsburg—Nürnberg. Auf dieser Strecke können jetzt Geschwindigkeiten bis zu 160 Kilometer in der Stunde erreicht werden. — Unser Bild zeigt die Ausfahrt des ersten elektrischen Zuges aus dem Augsburger Hauptbahnhof unter den Klängen einer Musikkapelle. Die deutsche Heimat konnte sich keinen berufeneren Verfechter deutschen Wesens wünschen, als es Herr von Kügelgen war. Graf von Pourtales, der damalige deutsche Botschafter in St. Petersburg, schrieb einmal Herrn von Kügelgen: „Jeder, der die Petersburger Verhältnisse beobachtet hat, weiß, wie das Deutschtum in Rußland mehr und mehr in eine Abwehr st ellung gegen Anfeindungen von slawischer Seite gerät. Es unter diesen Umständen für das Deutschtum besonderem Wert, daß in der russischen Hauptstadt eine in deutscher Sprache gedruckte Zeitung erscheint, welche das Deutschtum allen Anfeindungen städter zu seinem Streuselkuchen, den jedoch die Schlesier erfunden zu haben behaupten. Auch das älteste Berliner Gebäck, der Baumkuchen, ist eine nicht zu verachtende Delikatesse. Zur Zeit des Großen Kurfürsten tauchte er zum ersten Mal an den Ufern der Spree auf. Nur die wohlhabende Bevölkerung konnte sich ihn leisten Größeren Wert legte der Berliner jedoch schon stets auf kräftige solide Hausmannsgerichte. Sein Eisbein mit Sauerkohl und Erbsbrei geht ihm über alles! Doch auch die Riesenbockwurst mit Kartoffelsalat hat es ihm angetan. Immer wieder kann man in Berliner Lokalen die Beobachtung machen, daß zahlreiche Gäste, Männer und Frauen, nachdem sie die gesamte Speisekarte eingehend studiert haben, sich endlich nach langem Ueberlegcn doch zur obligaten Bockwurst entschließen. Seit Generationen schon übt natürlich der Kartoffelpuffer auf den eingeborenen Reichshauptstädter einen besonderen Reiz aus! In allen Gegenden Berlins beweisen heute noch bte kleinen Pufferläden die Beliebtheit dieser Spezialität. Ist es nicht beinahe eine Familienfest, wenn Mutter für die ganze Verwandschaft Kartoffelpuffer bäckt? Aber nicht nur die Angehörigen haben dann etwas davon, sondern das ganze Haus duftet vom Keller bis zum Dach ebenso stark roie lieblich nach Oel und Fett! Na, und welche Hausfrau auf der Welt macht aus den übriggebliebenen Fleischresten einen so wohlschmeckenden Braten wie die Berlinerin? Ihre „durchgedrehte Wochenübersich t", die in der bürgerlichen Sprache stolz „Falscher Hase" heißt, ist nun mal was Besonderes. Die kleinen Schwestern des falschen Hasen, die .Boule 11 e n" und Bratklopse, liegen heute noch genau wie in den Tagen unserer Großeltern neben Bratheringen, Oelsardinen und kalten Eiern in den gläsernen Schränken der unzähligen Destillationen. Der alte Berliner Boulettenkeller am Molkenmarkt ist bis in unsere Zeit erhalten geblieben. Berlin ist in geradezu spartanischer Einfachheit groß geworden. Diese Tatsache spiegelt sich auch in den Leibgerichten der Reichshauptstädter wider. Er hat nichts für komplizierte Speisen, kostspielige Gerichte übrig. Im genügt sein Sülz-Kotelett mit Bratkartoffeln und seine Kartoffelsuppe mit Würstchen vollständig. Na und wenn man dem Berliner Löffelerbsen mit Speck vorsetzt, sieht er den Himmel offen! Es gibt wobl auch wirklich feine Stadt auf der ganzen Welt, die zu jeder Tages- und Nachtzeit schon für ein paar Groschen derartig gewaltige Portionen dieses Gerichtes liefert. Außerdem soll nach der Ansicht von „Sachverständigen" auch keine Stadt in der Lage sein, dieses Spezialgericht so schmackhaft zuzubereiten. Und wem läuft nicht das Wasser im Mund zusammen, wenn er an das übliche Berliner Donnerstagsgericht „Sauerkohl mit Dö- kelkamm" denkt? Wie nett und vertraut klingen erst die Bezeichnungen der Berliner Spezialgetränke: „Weifte mit Schuß", „Molle" und „Korn". Es gibt sogar eine große Anzahl von Reichshauptstädtern, die behaupten, daß der Berliner auch nach erheblichen Mengen dieser Nationalgetränke niemals richtig betrunken werde. Der (Sautag in Darmstadt. LPD. Darmstadt, 11. Mai. Am 1. und 2. Juni findet in Darmstadt der Gautag des Gaues Hessen-Nassau statt. An dem Gautag werden annähernd 150 000 Menschen, die Zuschauer mit eingerechnet, zusammenströmen. Für die Nacht auf Sonntag sind 12 000 Privatquartiere erforderlich. Neben den gewaltigen Aufmärschen und den parteipolitischen Versammlungen wird der Gautag für Darmstadt auch ein großes Volksfest. Daher wurde der Festplatz nicht an den Rand der Stadt, sondern in echter Volksgemeinschaft auf die Plätze rings um das Schloß verlegt. Der Held des hohen Nordens. Zu Fridtjof Nansens Todestag am 13. Mai. Daß Fridtjof Nansen schon fünf volle Jahre tot ist, will uns Nicht in den Sinn, so gegenwärtig ist seine Gestalt noch in allen Ereignissen der Polarforschung, die der große Norweger um ein gutes Siück weitergebracht und der er bis zu seinem Ende als unermüdlicher Helfer und sachverständiger Berater zur Seite gestanden hat. Als Fridtjof Nansen 1893 seine Fahrt mit der „F r a m" antrat, die feinen Weltruf begründete, lag schon eine lange Reihe von Erfahrungen auf arktischem Gebiete hinter ihm. Bereits für den als Sohn eines Advokaten in der Nähe von Oslo geborenen Knaben war Ski- und Schlittschuhlauf die liebste Beschäftigung, und das gebirgige Hinterland seiner Vater- ftabt war gerade das rechte Feld zur Ausübung des Schneeschuhsports, während er sich auf dem weitverzweigten Fjord im Winter auf Schlittschuhen tummelte. . ,ri . .. , Der Gymnasiast war schon em Meister m diesen Leibeskünsten, und es wird erzählt, daß er bereits damals von dem Gedanken erfüllt war, dereinst in den hohen Norden, in die Welt des weißen Geheimnisses vorzustoßen. Nachdem der junge Nansen seine naturgeschichtlichen Studien an der Universität von Oslo beendet hatte, benutzte er 1882, ehe er eine Stellung als Kustos und Konservator an der Naturhistorischen Abteilung des Museums in Bergen antrat, eine Gelegenheit, um mit einem Seehundsfänger eine erste Reise ins Polar- m e e r zu unternehmen, auf der er die Witterungsverhältnisse und die Hindernisse des Pack- und Treibeises eingehend erkundete. Als 27jähriger führte er die längst von ihm geplante Durchquerung der Hochflächen des inneren Grönlands auf Schneeschuhen durch, eine außergewöhnliche kühne Leistung, die vorher noch keinem Forscher gelungen war. Schon auf dieser Reise entfaltete er alle jene glänzenden Eigenschaften, die ihn später befähigten, fein größtes Polarunternehmen siegreich zu Ende zu führen und das unbedingte Vertrauen seiner Begleiter zu dem geborenen Führer zu gewinnen, der im entscheidenden Augenblick beim Kampf mit dem Eise einen bewundernswerten Wagemut an den Tag legte. Als er mit dem Robbenfänger „Jason" an die 'durch Eis versperrte Ostküste Grönlands bis auf 18 Kilometer herangekommen war, glaubte er, das Schiff keiner weiteren Gefahr mehr aussetzen zu dürfen und den Treibeisgürtel mit Booten durchbrechen zu können. Mit fünf Begleitern, darunter dem späteren Kapitän der „gram , Sverdrus>, führte er volle zwölf Tage einen schweren Kampf mit den Eisströmen, und als die Landung endlich gelungen und man in weiteren vierzehn Tagen zum Gyldenlöve-Fjvrd vvrgedrungen war, begann die achtwöchige Ski-Tour, die ihn über das bis zu 3000 Meter hohe vollständig vereiste Innere von Grönland zur Westküste bei Godthaab an der Davisstraße führte. Das gewaltigste Wagnis feines Lebens aber war die berühmte Treibfahrt mit der „Fram", die am Johannistage 1893 begann und deren Einzelheiten der Forscher selbst mit geradezu dichterischer Kraft in seinem Buch „In Nacht und Eis" für alle Zeiten niedergelegt hat. Die Zeit der großen Polarreisen war damit für Nansen vorbei, doch hat ihn der Zauber des ewigen Eises immer wieder nach dem Norden gezogen. Zeitlebens hatte er ein besonderes Interesse für die Eskimokultur, deren ihm unvermeidlich er- scheinenbes Schwinden vor dem Andringen der Zivilisation er stets bitter beklagt hat. Die Zivilisation, so führte Nansen einmal aus, strebt danach, alle Menschen einander gleich zu machen, und ich kann dieses Ziel nicht im geringsten für wünschenswert halten. Alle Verschiedenheiten und Ungleichheiten werden ausgeglättet, die Persönlichkeit wird zerstört, und vor uns liegt eine weltumfassende Eintönigkeit. Dem modernen Menschen, dessen ganzes Streben vom Kampf ums Dasein ausgefüllt ist, bleibt keine Zeit, sich selbst zu finden, was die wichtigste von allen Entdeckungen ist. Der Eskimo hat noch Zeit zur Selbstbetrachtung und zur Selbsterkenntnis, feine Kultur ist gut und einfach. Höhere Formen der bildenden Künste hat er zwar nie entwickelt, aber wunderschöne Märchen und Sagen gehen von Mund zu Mund und befruchten die Geister. Fridtjof Nansen hat während seiner Reisen viele dieser unbefangenen Naturkinder kennen und schätzen gelernt; in der Stille der Polarwelt, die so oft als eine Wüste von Eis und Schnee verschrien wird, fand er noch eine Art Paradies, das dem zivilisierten Teil der Menschheit schon lange verloren gegangen ist. Lob der Handschrifi. Vl^n Zohann Otto Bringern So wie es schöne Gesichter gibt und häßliche, gibt es häßliche und schöne Handschriften. Und wie ein schönes Gesicht häßlich wird, wenn Bosheit oder Neid es verzerrt, ein häßliches Antlitz aber schön, wenn Liebe oder Freundschaft oder Mitleid es durchleuchtet, so n?iri) eine schöne Handschrift häßlich .unb, eine krause Schrift sch'm st in, wenn das Herz die Hand duf jen^n ober auf diesen Weg fuhrt. Wirb ein Freunb, wird ein Liebender, wird eine Geliebte oder eine Mutter eine Handschrift schreiben, die der Empfänger nicht enträtseln kann? Oder wird nicht die Freundschaft oder die Zuneigung, wird nicht Liebe jeden Buchstaben so mit Klarheit durchdringen, daß seine Form und sein Sinn rein aus dem Gerank der Zeilen leuchtet, eine helle, silberne Blüte vor dunklem Blattgrün? Die Feinde und Verleumder der Handschrift, Neinsager aus stumpfer Bequemlichkeit, wollen es nicht sehen. Sie fingen das Lob der Maschine, das nichts anderes ist als ein Lob ihrer müden Herzen und müder Sinne, mit beredtem Munde. Sie sagen: „Du schreibst deinen Brief mit der Hand? Warum nimmst du nicht auch Sand zum Ablöschen der Tinte und warum steht auf deinem Schreibtisch nicht der Kienspan anstelle der elektrischen Lampe? Du gehst rückwärts, lieber Freund, wenn du dein Herz noch der Hand anvertraust und nicht der Maschine." Es ist schwer mit ihnen zu streiten und der Streit bleibt ohne Gewinn. Was bu auch zum Lobe ber Maschine vorbringst: Es genügt nicht, weil es nicht genug sein soll; nicht daß du sie einen guten Helfer in allen geschäftlichen Dingen, einen Zeitsparer unb gewissenhaften und sauberen Kanzlisten nennst; nicht, daß du die Notwendigkeit anerkennst, sie überall dort als Dienerin eingestellt zu sehen, wo der Verstand und die Mechanik Herren sind. Sie wollen sich damit nicht zufrieden geben, sie sind, Fanatiker ber Tastatur, in bas Gemäuer ihres Denkens in Maschinen eingezwängt, unb es liegt ihnen nichts daran, diese Mauer zu übersteigen. Sie beginnen ihre Briese auf ber Maschine mit ben Worten: Du Geliebte ober Liebste Mutter ober Sehr geehrter Herr Geschäftsfreunb unb sie schließen sie mit: Immer in beiner Liebe ober Dein Sohn ober In Erwartung Ihres geschätzten Auftrages unb es ist alles eins. Es steht alles sehr korrekt unb klar unb ordentlich ba; ein Kinb würbe es lesen, ohne sich viel dabei zu bemühen. Ja, es fehlt nichts, niemand könnte dem Schreiber einen Vorwurf machen, baß er bie Technik der Maschine nicht beherrsche. Und es mangelt nichts weiter als nur dies eine: das Gesicht der Hand, das zugleich das Gesicht des Herzens ist. Weil die Hand tut, was das Herz will, ist ihre Schrift feine Verkünderin. Sie geht vor ihm her, wie ber Prophet vor dem Meister und sie folgt ihm nach, wie der Jünger seinem Herrn. Sie flammt, wo das Herz brennt, hell oder in mildem Feuer; sie ist hart und spröde, wo sich die Brust in Kälte unb Hochmut verschließt: sie ist auffahrenb ober de- t mutig, stolz ober 'niedrig, groß ober klein Aber sie I iff ifnmet befennenb; Sie bekennt und darum ist sie zu loben; sie weicht nicht aus, sie kommt nicht aus zweiter Hand, sie ist keine Scheidemünze wie das Werk der Maschine. Wie jedes echte Hand-Werk bekennt sie sich zu ihrem Meister; wie jedes rechte Werkstück spiegelt sie die Art und Gesinnung ihres Schöpfers. Sie hat ihr eigenes Gesetz, nach dem sie auftritt und an ber Weise, in ber sie sich geltend macht, erkennst du bie Form — bas ist bie Bilbung — dessen, über den sie aussagt. Du sagst: das Schreiben ist eine mühevolle Arbeit und bie Maschine ist eine willige Dienerin. Wer hat bir gesagt, baß beine Arbeit ohne Mühe sein soll? Zeitschriften. — „Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik". Preis vierteljährlich 2,50 RM., einzeln 1,— RM. Hugo Bermühler Derlam Berlin-Lichterfelde. — Das mit vortrefflichen Bildern versehene Mai-Heft überrascht durch seine Reichhaltigkeit. Es wird jedem Naturfreund hohen Genuß, wertvolles Wissen und viele Anregungen bieten. Aus dem vielseitigen Inhalt nennen wir nur einige Beispiele: Dr. Fritz Steiniger gibt an Hand von interessanten Naturaufnahmen und Versuchen eine Uebersicht über die „Stab- und Blattformen bei Insekten und Spinnen" und die Möglichkeiten ihrer Entwicklungsgeschichte. — Prof. Dr. Max Hartmann veröffentlicht „Neueste Forschungen zur allgemeinen Sexualitätstheorie". Sehr schöne Bilder aus unserer heimischen Pflanzenwelt bringt der bekannte Pflanzengeograph Dr. Kurt Hueck in seiner Abhandlung „Gefleckte Blätter heimischer Pflanzen". Der Vogelkenner und Naturphoto- graph G. Wolff läßt uns durch einen lebendigen Bericht, dem zahlreiche, vorzügliche Aufnahmen beigegeben sind, seine Beobachtungen am Nest der Grasmücken miterleben. G. Hartwig berichtet an Hand von übersichtlichen Zeichnungen und Photos über den gegenwärtig sichtbaren neuen Stern im Herkules. Der Naturschutz ist mit neuen Festste!» lungen von S. Ulbrich-Magdeburg über den Fischreiher vertreten. In dem Abschnitt „Technik und Wirtschaft" werden besonders die verschiedenen Ausbildungen und Anwendungen des Echolots interessieren, über die Dipl.-Jng. W. Johns berichtet, ferner ein Vortrag von Dr. Hopfer über die verflüssigten Gase für Fahrzeug-Derbrennungs-Kraft- maschinen. Neben den vielen kleinen Beiträgen aus allen Gebieten wird eine neue Abteilung auffallen: „Anregungen zur Naturbeobachtung". Dieser neue Abschnitt gibt auf allen Geb'-ten der Natürkunde wertvolle Anregungen zur Beobachtung- und Belätigung. Oberheffen. Mütterfreizeit der evangelisch-kirchlichen Irauenhilfe in Langsdorf. cx) Langsdorf, 12. Mai. Auf Anregung des Verbandes der evangelisch-kirchlichen Frauenhilfen in Hessen hatte eine Reihe hiesiger Mitglieder 10 Frauen von Bad-Nauheim für eine Freizeit von einer Woche zu sich eingeladen. Es waren von evangelischen Mütterdienst in Bad-Nauheim nur solche Mütter ausgewählt worden, die der Erholung dringend bedürftig waren, ohne sich aus eigenen Mitteln eine Entspannung erlauben zu können. Die hiesigen Gastgeberinnen nahmen die Mütter in Wohnung und Verpflegung. Sie wurden alle umhegt wie hilfsbedürftige Kinder, und fühlten sich alsbald unter solcher Obhut sehr wohl. Der Landesverband der Frauenhilfen hatte seine Vikarin Margarete S i e b e r t h für die ganze Freizeit zur Verfügung gestellt, daß sie sich unseren Gästen ganz widmen könne. Morgens wurde der Tageslauf mit einer Andacht im Pfarrhaus begonnen. Nachmittags wurden kleinere Spaziergänge in den Wald oder die nähere Umgebung gemacht, je nach der körperlichen Leistungsfähigkeit der Er- holungsuchen^n. Abends wurde der Tag mit einer gemeinsamen Andacht geschlossen. An zwei Abenden sprach Fräulein S i e b e r t h zu dem größeren Kreis unserer Frauenhilfe. Am ersten Abend erläuterte sie den Sinn der ganzen Veranstaltung den Dorfsrauen, am anderen Abend stellte sie etliche biblische Frauengestalten vor die Seelen ihrer Zuhörerinnen. Wir hatten die Freude, daß sowohl die Kreisverbandsvorsißende, Frau K r e u d e r (Gießen) als auch die Geschäftsführerin des Landesverbandes, Fräulein Wahrendorff, unsere Gäste begrüßten. Am Freitagnachmittag reisten die Nauheimer Mütter, gekräftigt und beglückt ab, erfreut, daß sie in unserer Dorfgemeinde den Willen erleben konnten, positives Christentum zu üben. Wir Dorfleute aber konnten einen Einblick gewinnen, wieviel Not sich hinter der glänzenden Fassade einer Badestadt bergen kann, wieviel Liebe es noch selbstlos zu üben gilt, bis alle Volksgenossen ein menschenwürdiges Dasein haben. Ein -ISjähnger Streit um ein Grundstück aus der Welt geschafft. * Grünberg, 12. Mai. Hier schwebte seit 15 Jahren ein hartnäckig geführter Streit um ein Stück städtischen Geländes, den ehemaligen Färbgraben. Dieses Gelände wurde im Jahre 1920 von der angrenzenden Firma Schmidt zum ersten Male für ihre Zwecke beansprucht, allerdings erfolglos, da es damals noch städtischen Zwecken dienen mußte. Ein anderer angrenzender Grundbesitzer, der Schlossermeister Schäfer, konnte im Jahre 1924 einen Teil des Geländes für einen Wohnhausbau erwerben, sein Konkurrent um den Grundstücksbesitz, die Firma Schmidt, ging trotz eifriger Bemühungen wiederum leer aus. Von da ab datiert nun ein erbittertes Ringen um das Reststück des Geländes. Der Gemeinderat und auch das Kreisamt in Gießen mußten sich sehr oft mit dem leidigen Streit beschäfigen, wobei die Fa. Schmidt u. a. geltend machte — nachdem im Jahre 1934 dem Schlossermeister Schäfer noch ein Geländestreifen zwischen seinem Wohnhaus und der Werkstatt abgegeben worden war — daß das Gelände ihr schon einmal (im Jahre 1924) versprochen und zweimal (1926 und 1932) von der Stadt verkauft worden sei, so daß die Firma nunmehr eine Schadenersatzklage für den Fall des anderweitigen Verkaufs des Geländes in Aussicht stellte. Dem unerquicklichen Streit machte nun der neue Bürgermeister Wagner ein Ende. Er erhielt von beiden Interessenten an dem Grundstück gleiche Angebote zum Kauf des restlichen Geländestücks, stellte aber auch fest, daß die Firma Schmidt in ihrem Betrieb mit großen Raumnöten zu kämpfen hat und sich bereit erklärte, auf dem strittigen Gelände sofort eine Lagerhalle zu errichten, ferner bei der Ueberlassung des Grundstücks die angekündigte Schadenersatzklage fallen zu lassen. Daraufhin sprach der Bürgermeister das restliche Gelände, in Ueber- einstimmung mit dem Gemeinderat und mit dem Kreisamt Gießen, der Firma Schmidt zu und beendete damit einen Rattenkönig von Streitigkeiten. Das Gelände ist an die Firma bereits aufgelassen worden, in den nächsten Tagen wird mit dem Bau der Lagerhalle begonnen werden. Landkreis Gießen = Wieseck, 13. Mai. Der hiesige Obst- und Gartenbauverein hielt gestern für seine Mitglieder und für Freunde des Obstbaues eine Schulungstagung im Freien ab. Der Vereinsoorsitzende und Örtsfachberater für Obstbau, Lehrer B e p p l e r, wies zuerst auf die schweren Frostschäden hin, die die kalte Maiennacht im Obst- und Gartenbau angerichtet habe und die gleich bei der Besichtigung der neuen Kleingärten festgestellt werden konnten. Eine Freude war es für die Teilnehmer, durch die im herrlichsten Blütenflor stehenden Baumstücke zu wandern. Jedermanns Pflicht sei es, so betonte der Leiter, alles zu tun, um aus dem reichen Blütenjahr ein gutes Obstjahr zu machen. Wohl sind einzelne Blütenanlagen in der Knospe erfroren, aber jeder Obstwirt müsse durch richtige Volldüngung, sowie durch planmäßige Schädlingsbekämpfung seine Schuldigkeit tun, um durch Erzeugung marktfähigen Obstes die Einfuhren ausländischer Ware überflüssig zu machen. Qualitätsobst lasse sich nur da erzielen, wo neben der Obstbaum- karbolineumspritzung im Winter noch die nötigen Sommerspritzungen mit Kupfer, oder Schwefel- und Arsenmitteln durchgeführt würden, um damit den Hauptobstverderbern, der Obstmade und dem Schorf (Fusikladium), zu Leibe zu rücken. Baumwart Haas rückte dann die Erfolge der Karbolineum- spritzung ins rechte Licht und zog Vergleiche zwischen bespritzten und unbehandelten Bäumen. Letztere zeigten einen starken Befall mit Apfelblattflöhen, die unter Umständen den ganzen Blütenansatz eines Baumes vernichten können. Neuerdings macht sich auch der Birnblattfloh schädlich bemerkbar. Weiterhin wurden die Frostspannerlarven, die Larven des Apfelblütenstechers, der Knospenwickler, Blatt- und Blutläuse, sowie die Fraß- und Saugschäden dieser Schadinsekten gezeigt und amtlich erprobte Bekämpfungsmittel empfohlen. Den aus der Versammlung heraus geäußerten Wünschen nach weiteren Rundgängen soll zur gegebenen Zeit entsprochen werden. Der Vorsitzende wies noch darauf hin, daß die Karren- und Rückenspritze des Vereins den Mitgliedern zur Verfügung stehen und zur Verbilligung des Spritzverfahrens die notwendigen Pflanzenschutzmittel vereinsseitig beschafft würden. * Hausen, 12. Mai. Der etwa 25 Jahre alte Hilfsarbeiter Hugo M ü h l von hier erlitt am Samstag bei der A r b e i t i m S t e i n b r u ch einen U n - fall, bei dem er schwere Kopfverletzungen davontrug, die seine Ueberführung nach dem Krankenhaus in Gießen notwendig machten. s. Lang-Göns, 12. Mai. Am gestrigen Abend hatte unser BdM. zu einem Eltern- LPD. Frankfurt a. M., 12. Mai. Im Monat April hat sich die E n t l a st u n g des Arbeitsmarktes im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen weiter fortgesetzt. Wenn auch, wie zu er- warten stand, das Tempo der Entlastung geringer war als im Monat März, in dem besonders das Ausmaß der Belastung des letzten Winters ausgeglichen werden konnte, so ist der im Monat April erreichte Erfolg im Hinblick auf die planmäßige Verminderung des Einsatzes von Notstandsarbeitern sehr beachtenswert. Die Abnahme der Zahl der Arbeitslosen betrug 3365 oder 2,4 v. h. des Standes vom Ende Mrz, davon waren knapp ein Drittel Frauen. Ende April wurden insgesamt 138 554 Arbeitslose gezählt. Gegenüber dem Höchststand der Arbeitslosigkeit bei der Machtübernahme Ende Januar 1933 liegt der Stand von Ende April 1935 nunmehr um rund 194 000 oder 58,3 v. h. niedriger. Die Entlastung des Arbeitsmarktes im April geht z. T. auf eine weitere Aufnahmefähigkeit der Außenberufe zurück, zum größeren Teil trug die freie Wirtschaft zu der erneuten Belebung der Arbeitslage bei. Von der Gesamtabnahme kamen 1300 Arbeitslose auf die Außenberufe. Die Entlastung der Gruppe Baugewerbe betrug 564, die der Landwirtschaft 368 Arbeitslose. Die Gruppe der Industrie der Steine und Erden erfuhr eine Entlastung um 249 Arbeitslose. Von den konjunkturell beeinflußten Berufsgruppen ist besonders die Entwicklung in der Eisen- und Metallerzeugung und -Verarbeitung hervorzuheben (Entlastung um 493 Arbeitslose); erheblich war auch der Rückgang im. Bekleidungsgewerbe mit 449. Infolge der in den Bade- und Kurorten beginnenden Saison hat die Gruppe Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe eine starke Abnahme um 536 Arbeitslose zu verzeichnen. Die Zahl der Angestellten nahm um 400 ab, die der ungelernten Arbeiter um fast 500 zu, was ebenfalls auf die Verminderung des Einsatzes von Notstandsarbeitern zurückzuführen ist. abend im Saalbau Hebbel eingeladen. Der Besuch war verhältnismäßig gut. _ Nach herzlichen Begrühungsworten durch die Führerin, Fräulein Gertrud Hellwig, folgte ein sehr umfangreicher und machtvoller Sprechchor, der mit eingelegten Rollen einzelner Sprecherinnen und Gesang vom tiefsten Wesen und von der größten Aufgabe unseres Daseins handelte, vom Leben und Sterben für unser deutsches Vaterland. Anschließend zeigten die Mädchen anmutige und schöne Volkstänze. Weiterhin folgten noch lustige Schattenspiele, der Schneider und der Teufel usw., die viel Beifall fanden. Den Abschluß der Darbietungen bildete ein Theaterstück „Die Weiber von Weinsberg", das recht flott gespielt wurde und reichen Beifall auslöste. Mit dem Lied der Jugend wurde der Abend geschlossen. Preußen. Oie Wehrmacht im Dienste des Winterhilfswerks. LPD. Frankfurt a. M., 11. Mai. Die Wehrmacht hat sich mit erfreulichem Erfolg auch in der neutralen Zone in den Dienst des Winterhilfswerks gestellt. So erbrachten die Großkonzerte der Wehrmacht in Hanau einen Reinertrag von 628,53 Mark, in Wiesbaden von 704,28 Mark, in Mainz von 1024,15 Mark, in Worms von 1068,75 Mark, zusammen einen Reinertrag von 3425,71 Mark. Der Ertrag wurde in voller Höhe den Kreisleitungen der NSDAP, in Hanau, Wiesbaden, Mainz und Worms, die sich in dankenswerter Weise für die erfolgreiche Durchführung der Konzerte eingesetzt hatten, zur Abführung an die zuständige Winterhilfsstelle zur Verfügung gestellt. Neben dem finanziellen Erfolg haben die Veranstaltungen durch ihren starken Massenbesuch in besonders erfreulicher Weise die Zusammengehörigkeit und Verbundenheit der Wehrmacht mit den Volksgenossen des nationalsozialistischen Reiches bewiesen. Dillkreis. * E i s e m r o t h, 12. Mai. Durch einen unglücklichen Sturz zog sich der Bergmann Ewald T h i e l m a n n einen Unterschenkelbruch des linken Beines zu, der seine Ueberführung nach der Gießener Klinik notwendig machte. Ende April wurden in der Arbeitslosenversicherung 22 325, in der krisenfürsorge 50 251 Hauplunterstühungsempfänger gezählt. Die Zahl der Hauptunlerstühungsempfänger in beiden llnterstühungseinrichlungen zusammen ist demnach gegenüber dem Stand von Ende Mörz um 6202 oder 7,9 v. h. zurückgegangen. Die Zahl der anerkannten Wohlfahrtserwerbslosen betrug Ende April 34 043, also 1046 oder 3,1 v. H. weniger als Enbe März. Die Zahl der in der werteschaffenden Arbeitslosenfürsorge beschäftigten Notstandsarbeiter belief sich auf 25 822 (Ende März 30 908). Die Fndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 744: Errichtung eines Reichsmarksonderkontos Brasilien. 745: Verbringung von Wertpapieren aus dem indirekten Depot nach Deutschland. 746: Die rumänische Nationalbank hat beschlossen, ab 15. 4. 1935 die bisher bei der Abgabe von Devisen erhobene Taxe von 10 v. H. für die Länder mit Clearingabkommen aufzuheben. 747: Umschreibung von Wertpapierdepots im Auslande. 748: Ausführungsbestimmungen zur Verbrauchsregelung für unedle Metalle, einmalige allgemeine Erhebung über die Verbrauchszahlen des Jahre 1934. 749: Ausnützung der schweizerischen Einfuhrkontingente für das 1. Halbjahr 1935. Rhein-Mainische Mittagsbörse. 5est. Frankfurt a. M., 11. Mai. Die Börse lag auch am Wochenschluß sowohl am Aktien-, wie am Rentenmarkt fest. Die ungewöhnlich leichte VerfasWirtschaft. Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit im Landesarbeitsamtsbezirk Hessen im April. sung des Geldmarktes bietet bei der Kundschaft wel- teren Anreiz zu kleinen Anlagekäufen, außerdem trat auch die Kulisse auf Grund der vorteilhaften Wirtschaftsmeldungen in kleinem Umfange als Käufer auf. Größeres Geschäft vermochte sich aber nicht zu entwickeln, lediglich einige Spezialwerte am Aktienmarkt erfreuten sich etwas regeren Umsatzes. Im Vordergrund standen heute Elektroaktien, insbesondere Siemens, die zunächst auf 160 Geld (154,50, Berliner Schluß 156) geschätzt wurden, ferner waren Schuckert gesucht und auf 107,90 bis 108,50 (107) befestigt. Gesfürel notierten excl. Dividende mit 120,50 um 0,65 v. H. höher, daneben gewannen AEG. 0,13 v. H., Licht, und Kraft 0,25 v. H. Von chemischen Werten eröffneten IG. Farben Mit 144,50 bis 145 nach 144,25, Deutsche Erdöl lagen unverändert, während sonst Erstkurse zunächst fehlten. Am Montanmarkt zogen Buderus 0,13 v. H., Klöckner 0,50, Rheinstahl 0,25 v. H. stärker erhöht waren Rhein. Braunkohlen mit plus 2,50 v. H. Harpener setzten 0,50 v. H. niedriger ein, Stahlverein lagen mit 81 und Mannesmann mit 79,75 unverändert. Otavi Minen waren wieder ge- fragt und auf 18,60 (18,13) erhöht. Von sonstigen Werten eröffneten Deutsche Linoleum 0,50, Bem- berg 1,50 v. H. AG. für Verkehrswesen 0,65 v. H. und Aschaffenburger Zellstoff 0,25 v. H. leichter, dagegen gewannen Bank für Brauindustrie 1,40 v. H., Reichsbank 0,13 v. H., Zellstoff Waldhof 0,50 und Südd. Zucker 0,25 v. H. Am Rentenmarkt wiesen Altbesitzanleihe mit 116,25 (115,90) und Zinsoergütungsscheine mit 89,85 (89,70) etwas größeres Geschäft auf, Späte Reichsschuldbuchforderungen zogen auf 97 (96,90), Reichsbahn-Dorzugsaktien auf 123 (122,90) an. Kommunal-Umschuldung lagen unverändert. Schwächer lagen im Freiverkehr auf die Nachzertifizierung zertifierte Dollar-Bonds bei Rückgängen bis 0,75 v. H. 6 v. H. Preußen 62,50 (63,25), Spargiro 62 (62,50). Auslandsrenten still. Im Verlaufe blieb die Haltung fest, das Geschäft erfuhr aber keine Belebung. Immerhin ergaben sich gegen den Anfang vielfach weitere Besserungen von etwa 0,25 bis 0,50 v. H., so bei AEG., Schuckert, Siemens, Deutsche Linoleum, Daimler, Mansfelder Bergbau und Rheinstahl. Siemens notierten später 160 (154,50). Etwas schwächer lagen Laurahütte (— 1 v. H.) und Scheideanstalt (— 1 v. H.). Am Rentenmarkt gingen Altbesitz auf 116 (116,25) zurück, Zinsvergütungsscheine blieben zu unverändert 89,85 gesucht; im übrigen lagen die variablen Rentenwerte unverändert. Weiter rückläufig, und zwar bis nochmals 0,50 v. H. lagen zerttfizierte Dollar-Bonds. Am Pfandbriefmarkt blieben die Kurse bei kleiner Nachfrage ,gut behauptet, auch Stadtanleihen wiesen keine Veränderungen von Belang auf. Auslandsrenten lagen auch später still, 5 v. H. Innere Mexikaner bröckelten auf 5,95 (6) ab, Anatolier lagen mit 37,65 unverändert. Srantfutfer Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 13.Mai. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 1203 Rinder (250 Ochsen, 85 Bullen, 665 Kühe, 203 Färsen), 699 Kälber, 25 Schafe, 3800 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 34 bis 42 Mark, Bullen 34 bis 42, Kühe 22 bis 42, Färsen (Kalbinnen 34 bis 42, Kälber 28 bis 58, Hämmel 38 bis 40, Schweine 30 bis 50 Mark. — Marktverkauf: Rinder mittelmäßig, Kälber, Hämmel, Schafe und Schweine ruhig. Rundfunkprogramm Mittwoch, 15. Mai. 6 Uhr: Frühkonzert I. 6.45: Gymnastik. 7: Frühkonzert II. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9.15: Nach Ostland wollen wir reiten. Singestunde des VDA.-Jugendchores Kassel. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdlenst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I des Funkorchesters. 13: Nach- richten. Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.45: Sendepause. 15: Nachrichten. 15.15: Von Trier: 1. Quartettmusik für Cello — Lieder von Peter Cornelius und Robert Schumann. 2. Funkbericht von der großen Jubi- läumsweinversteigerung au Trier. 16: Klaviermusik von Fr. Chopin. 16.30: Aus Zeit und Leben. Hundertjähriges Jubiläum in Bad-Nauheim. Wissenschaftliche Institute (I). (Funkbericht aus der Arbeit eines Weltbades.) 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Schlösser in der Wetterau. 18.45: Das Leben spricht. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Bauernfunk. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: „Frühling im Ahrtal". 21: Operettenkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Schach dem Zaren. Eine Stunde weltgeschichtlicher Entscheidung. Dramatische Szene von Wilhelm Müller-Scheld. (Wiederholung.) 23.10: Nachtmusik. 24: Kammermusik. 0.45 bis 2: Bläser-Kammermusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. | Berlin Schlußkurs Schlußk. Abend- börsc Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse ■Datum 10.5. 11-5. 10.5. 11.5. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 100,05 100,05 100,25 100,25 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 96,75 96,75 97 97 6%% Voung-Anlethe von 1930 .. 101,9 101,75 101,75 102,13 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mü Auslos.-Rechten ............. 115,9 115,9 116 115,75 4l/e% Deutsche Retchspostschatzan- 100,4 100,4 Weisungen von 1934, I....... 100,4 100,5 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 98,25 98,25 98,25 98,25 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 96,25 96,25 96,25 _ 5%% ehem, Hess. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Lioui ... 4Yi% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.8 100,5 100,5 —- — 92 92 — —— Oberhessen Provinz-Anlethe mit Auslos.-Rechten ............. 120,75 120,75 —— ■— Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 116,5 116,5 116,13 116,13 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96 96 — 96 W/o ehem. 4y«% Franks. Hyp.» Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 100,75 100,8 _ 6y,% ehem. 4%% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 101 101,13 101,5 101,5 4H% ehem. 8% Pr. Landespfand. oriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 96,75 96,75 96,75 96,75 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand orte sanft., Gold Komm. DbLVI 96,75 96,75 96,75 96,75 Eteuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 105,9 106 105,9 106 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oösterreichische Silberrente 27,25 1,1 28 28 1,25 28 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische StaatSrente b. 1910 8,05 7,75 8 7,75 8 7,8 8 7,75 4yt% desgl. von 1913.......... 7,8 7,9 7,9 7,85 6% abgest. Goldmextkaner von 99 V°adadbahn-Anleche 14 9,75 14 9,75 14,1 14 Frankfurt a. M Zerlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 10.5. 11.5. 10-5. 11.5. 4% desal. Serie II ............ 10 9,75 - 10 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,6 4,5 — 4'/,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,75 6,75 6,9 7 4% Rumänische vereinh. Rente 4,25 4,25 4,25 4,45 2%% Anatolier ............. 37 65 37,65 37,25 37,75 Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 32,75 32,75 32,65 32,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — 26,75 28 Norddeutscher Lloyd ......... 0 34,75 35 34,75 35 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 89 88,25 88,5 87,75 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 109,9 110 110 110 Commerz, und Privat-Bank ... 0 93,5 93,5 93,75 93,65 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 94,25 94,75 94,25 94,75 Dresdner Bank.............. o 94,75 94,25 94,75 Reichsbank ................ 12 16b 75 161", 9 161 65 161,9 A.E.G...................... 0 38,4 38,65 38,13 38,65 Bekula.................... 10 135 135,75 134,9 135,9 Gektr. Lieferungsgesellschaft... 5 106,5 106 105,5 105,75 Licht und Kraft ...........6% 123,5 123,75 123,5 124 Felten L Guilleaume......... 0 94,65 95,25 95 95,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 125,25 121 125 120,4 Rheinische Elektrizität ........ 5 125 126,5 124,25 126 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 — — — — 4 107 10fi.75 106,9 108,5 7 154,5 160 156 159,25 Lahmeyer LCo.............. 7 122 122 121,4 122,5 Buderus ................... 0 96,4 96,5 96,25 96,9 Deutsche Erdöl ..•••••••••••. 4 108 108 107,9 108,25 Gelsenkirchen« .. .. . ... .. 0 Harpener ................... 0 106,25 106,25 106,25 106,65 Hoesch Eisen—Köln-Neueste« .. 0 — — — 96,75 Ilse Bergbau ............... 6 151,5 154,5 152 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 126,75 127 126,75 127,5 Klöcknerwerke.......< Mannesmann-Röhren^^.I 2 79,75 79,75 79,75 80,13 Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mittagbörse Datum 10.5. 11.5. 10-5- 11.5. ManSfelder Bergbau .. .......8 106 107,5 106 107,5 Kokswerke........... .......6 — —— — 117,75 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen .......0 — — •— — .....12 217 220 217 220 Rheinstabl........... .....31/, 107,5 108 107,25 108,13 Bereinigte Stahlwerke. .......0 81 81,25 80,9 81,4 Otavi Deinen ........ .......0 18,13 18,6 18,5 18,65 Kaliwerke Aschersleben. .......5 120,5 122 120,9 122 Kaliwerke Westeregeln. .......5 120,75 120,5 120,75 121 Kaliwerke Salzdetfurth .....1¥i 165 — 165 165 3- G. Färben-Industrie .......7 144,25 145 144 145,25 Scheideanstalt........ .......9 223 222 — — Goldschmidt ......... .......0 99 98,5 99 99 Rütgerswerke........ .......4 113 114,13 113,75 114,13 Metallgesellschaft...... .......* 98 98 98,25 98,5 Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.. .......0 92 92,5 92,5 92,75 ......8 .......4 116 116,75 - Schultheis Patzenhoser Aku (Allgemeine Kunsts .......4 — — _ 110,65 eide) .. 0 55,25 54,65 55,4 55,25 Bemberg............ .......0 113,5 112 112 112,25 Zellstoff Waldhof..... .......0 114,5 115,25 115 115 Zellstoff Aschaffenburg .......0 84,25 84 >3,3 o4,25 Dessauer Gas ........ .......7 —— — —- 125 Daimler Motoren..... .......0 91,9 92,5 91,75 92,25 Deutsche Linoleum .... .......6 161,5 162 162 162,5 Orenstetn L Koppel ... .......0 —— — 88,65 Westdeutsche Kaufhof.. ...... 0 35,5 35,75 35,75 35,9 Cbade ............... Aecumulatoren-Fabrü. .......0 290 288 294 290 ......12 — —— 161,5 162,5 Conti-Gummi........ .......8 149,5 149,25 149,75 149,25 Gritzner............. .......0 36,5 36,5 36,5 - Matnkrastwerke Höchst a-äJL... 4 79,5 92 72 ! - Süddeutsch« Zucker.. *1 1167.25 167,6 168 168,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL Banknoten. 10.Mai 11.Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld Brief Buenos AireL 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Ian. . 0,199 0,201 0,199 0,201 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen, 53,92 54,02 53,94 54,04 Danzig..... 46,86 46,96 46,85 46,95 London ..... 12,075 12,105 12,08 12,11 HelfingforS.. Paris ...... 5,33 16,38 5,34 16,42 5,33 16,38 5,34 16,42 Holland .... 168,18 168,52 168,18 168,52 Italien..... 20,53 20,57 20,53 20,57 Japan...... 0,710 5,649 0,712 0,710 5,649 0,712 5,661 Jugoslawien. 5,661 Oslo..... : 60,69 60,81 60,71 60,83 Wien....... 48,95 10,96 49,05 48,95 10,965 49,05 10,985 Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... 10,98 62,39 80,55 34,02 10,38 62,27 80,39 33.96 10,36 62,29 80,39 33,95 10,36 62,41 80,55 34,01 10,38 Budapest ... Neuyork... 2,487 2,491 2,486 2,490 Beriin,11.Mai Geld Bries Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Relgtscbe Noten.................. 41,82 41,98 53'73 53,95 Englische Noten ................. 12,045 12,085 Französische Noten ............... 16,32 16,38 Holländische Noten............... 167,76 168.44 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 6(L50 «Ä Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten............... — Schwedische Noten............... 62,08 62,32 Schweizer Noten................. 80,16 80,48 Spanische Noten................. 33,48 33,62 Ungarische Noten ••••••••••«••••« LT llr.UO Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für OberWen) montog, 15. Mi (955 Das Sommerlager Die ersten 35 Mädel kamen gestern voll froher Erwartung in Laubach an. Acht Tage einmal draußen fein unter, vielen Kameradinnen, das wird neue Kraft und neue Freude an der Arbeit geben. Gestern um 11 Uhr wurde feierlich dgs Lager des Untergaues Gießen in Laubach eröffnet. Strahlend schien die Sonne auf all die frohen Menschen, die diese Feierstunde miterlebten! Sprechchor, Gedicht und Lied gaben Kunde von dem ernsten Willen der jungen Generation, die großen Aufgaben, die.Staat und Volk an sie stellen, zu tragen. In unserer Kameradschaft wächst das Volk von morgen heran, es wird eine feste, durch nichts zu erschütternde Einheit sein! Der Ortsgruppenleiter der NSDAP. Laubach begrüßte unsere Mädel herzlich und wünschte ihnen viel Freude für diese Zeit, vor allen Dingen eine feine Zeit der Kameradschaft und Gemeinschaft. Auch der Ortsgruppenamtsleiter der NSV., Mönnig, hieß die Madel freundlich willkommen; der NSV. find wir für ihre tätige Hilfe besonders dankbar. Dann sprach Untergauführerin Else D a a b zu den Mädeln vop dem Sinn dieser Lager, Gemeinschaft zu erleben und aus der Kameradschaft neue Kraft zu schöpfen. Auch unsere Obergauführerin, Else Riese, war gekommen, um in dieser frohen Stunde bei uns zu fein und uns von unserer Aufgabe als gesunde deutsche Jugend zu sagen. Dieses Lager soll von dem Geist des gesamten VdM. in Laubach eröffnet. zeugen, von der selbstverständlichen frohen Gemeinschaft und Kameradschaft, die unter uns herrscht. Ein Gang durch.das Haus zeigt uns, wie wohl sich unsere Mädel hier fühlen können. Hell und sonnig die Schlafräume und der Eßraum, mit wundervollem Blick auf den Park, der unseren Mädeln für diese Zeit hier auch $ur Verfügung steht. Frühsport hier mitten im Grünen unter den blühenden Bäumen erfrischt und gibt die Kraft, die unsere Mädel daheim in Büro und Fabrik brauchen. Mitten zwischen Wiesen und Feldern liegt das Haus, dos uns freundlich zur Verfügung gestellt wurde. Wir wollen nicht durch Worte danken, unsere Mädel sollen selber beweisen, was in diesem Lager für das Ganze und die Zukunft des Volkes geschafft wurde. Den ganzen Sommer über werden nun Mädel draußen sein und sich in der frohen Gemeinschaft stärken und wieder fühlen, wie eng wir alle zu- jammengehören und wie verbunden wir auch mit dem Land sind, zu dem wir gehören und das wir hier so recht erleben können. H. G. „Es tut sich was." Ellern wollen hören wie das dieses Jahr mit den Zeltlagern der Hitlerjugend und des Jungvolkes ist. Brennend interessiert sie die Frage nach Lage und Aufbau der Zeltstädte, in denen ihr Junge 14 Tage Urlaub verbringen soll. Sie wünschen Aufklärung über Verpflegung — hungern soll er nicht — über die Schlafmöglichkeiten, die Ausgestaltung des Lagerbetriebes und ob auch für Gesundheit und Hygiene gesorgt ist und alle Vorsichtsmaßregeln getroffen sind. Ach und noch so viele Fragen liegen ihnen am Herzen — ob der Junge nicht doch ... soll er nicht eine Wärmflasche mitnehmen? ... Wer schmiert ihm denn nun sein Brot? ... Alle diese Fragen beantwortet der Reichssender Frankfurt a. M. in der Jugendfunkfendung: „HJ.-Zeltlager 1935". Zwiegespräch über die Vorbereitungen am Montag, 13. Mai, von 18.30 bis 18.45 Uhr. Eltern schaltet euch ein, es soll euer Schaden nicht sein. Eine Holzplakette zum Reichshandwerkertag in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 11. Mai. Anläßlich des Reichshandwerkertages in Frankfurt a. M. vom 15. bis 17. Juni wird eine Plakette aus Holz als Anstecknadel herausgegeben. 200 notleidende Betriebe des Drechslerhandwerks mit über 600 Gesellen und Lehrlingen wurden mit der Herstellung beauftragt. Für die voraussichtlich in Frage kommende Zahl von 2 Millionen Stück sind 65 Kubikmeter Holz notwendig. Die Obergauführerin Else Riese weiht das Lager ein. Blick auf das Heim. Der Tagesraum. Der Schlafraum. — (Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.) fr JH ; : *1 * Ilse fe' I Aus der Provinzialhauptstadt. Buben beim Pfeifenflopfen. Wie oft haben die Buben in den warmen März- tagen schon versucht, ihr Pfeifchen zu schneiden. Aber es ging nicht. Auch die alten Weidenbäume am Bach wollten ihre Winterruhe haben. Als aber dann das Wasser immer lauter und stärker rauschte und die Sonne länger schien, da wollten auch sie nicht Zurückbleiben. Ihre Wurzeln nahmen auf, was sie bekommen konnten, und bald strömte der Saft zwischen der rissigen Rinde und dem Holz hinauf bis in die Endspitze der Gerten. Und nun haben sie Saft! Wenn man die Schale nur ein bißchen lüftet, dann fühlt man es. Die Buben warten auch nicht mehr. Mit dem Messer bewaffnet steigen sie den alten Bäumen auf den Kopf und säbeln sich die schönsten Zweige ab. Jahrzehntelang stehen sie nun schon da, die alten Weidenstümpfe und werden in manchem Jahre ganz kahl geschoren, aber immer wieder treiben sie unverdrossen aus. Manche von ihnen sind ganz hohl und bestehen eigentlich nur noch aus der Rinde und etwas Holz. Es sind dies ganz wunderbare Orte beim Versteckenspielen der Kinder. Nun aber sitzen die Buben zwischen den schlanken Gerten und suchen sich die passenden Stücke aus. Zu einer Pfeife gehört ein ganz glattes Stück, ohne Riß, ohne Warze oder Astansatz. Ist es genügend lang, dann wird es zugeschnitten. Etwa ein Drittel bildet den Stiel das Luftloch wird vorschriftsmäßig eingekerbt und ihm gegenüber ein Stück als Mundstück geformt. Dann beginnt das Loslösen der Rinde. Dazu nimmt man den Messerstiel oder auch ein glattes Stück Holz und klopft auf die Rinde. Die Zeit wird den Jungen nicht lang, sie fingen ihr Weidenlied- chen: Saft, Saft, Seire, ... ein etwas derbes Berschen. Oder auch: Saft, Saft, Sitt, Wasser in der Bütt, Wasser in dem Graben, holen dich die Raben, holet dich das wilde Schwein, gerät mein liebes Pfeifelein. Dieses Derschen scheint aus dem Lesebuch zu ftam* men, wir haben es früher nie gesungen. Während des Singens wird beständig geklopft und das Weidenstück gedreht, daß man überall hinkommt. Nach einiger Zeit wird der Stiel zwischen die Zähne geklemmt und versucht, die Rinde abzudrehen. Das kostet noch große Anstrengung. Die Buben bekommen ein rotes Gesicht, die Adern schwellen an, und die Augen werden verdreht, aber die Rinde sitzt noch fest. Das Klopfen beginnt von neuem. Dabei kommen nun die längeren Derschen an die Reihe: Hinner Hannefe Henrichs Haus, henke honnert Hember haus, honnert Hember henke haus, hinner Hannefe Henrichs Haus ... ufw. Das wird einigemal wiederholt. Endlich ist es soweit. Es gibt beim Drehen einen leichten Knack. Nun wird vorsichtig nachgeprüft, ob die Rinde auch keinen Riß hat, und dann wird die Schale langsam abgezogen. Wie oft aber kommt es noch im letzten Augenblick vor, daß irgendeine erhöhte Stelle in dem Stück die ganze Rinde aufreißt. Das ist weiter nicht schlimm. Man geht zum alten Weidenbaum, der ja immer noch Vorrat hat, und schneidet ein neues Stück herunter. Ist das Pfeifchen geraten, dann wird das Mundstück zurechtgeschnitten, der Stöpsel eingesetzt, und der erste Ton erklingt! Sauerkraut und Broare, mei Pfeifche eaß geroare!" Da gibt es frohe Gesichter, besonders bei den kleinen Buben, die zum erstenmal ganz allein eine Pfeife fertiggebracht haben. Am schnellsten wird die sogenannte „Farze" gemacht. Man nimmt eine dünne Gerte in Bleistiftstärke, klopft einige Mal, und schon läßt sich die Der junge Mann hob die Augen. „Ich sehe die Menschen an, die auf die Burg kommen." Er begleitete den Dichter bis zum Flußlauf. Es war ein unerhört schöner Tag. Der Hang zum Fluß war blau von Veilchen, in seliger Bläue leuchtete der Himmel, auf einer Weide fang eine Amsel. Die beiden schüttelten sich die Hände zum Abschied. Der Dichter wollte weiterwandern, er wandte sich noch einmal um, er zögerte. „Ich frage sonst nie einen Menschen, wie er heißt. Wollen Sie mir Ihren Namen sagen?" Und der junge Mensch klappte leicht die Hacken zusammen und sagte mit fester Stimme: „Ich heiße Graf Götz von Berlichingen." Die Welt ist gut. Und es ist schön auf der Welt, wenn man dazu die Flöte blasen kann. bindet die Menge mit dem Geschehnis die abenteuerlichsten Vorstellungen. „Man glaubt, daß dis Maschine des Herrn Montgolfier in der Lust die Wolken vertreiben kann, die den Hagel und den Regen bringen." Aber zugleich tauchen auch schon Bedenken politischer Natur auf. „Man sagt, daß diese Maschine von der Regierung verboten werden könne, weil sie zur Nachtzeit an den Grenzen des Staates dazu mißbraucht werden könnte, Waren ins Land zu schmuggeln." Hochschulnachnchien. Professor Dr. Heinrich Faßbender ist durch den Führer und Reichskanzler unter Berufung in das preußische Beamtenverhältnis zum ordentlichen Professor in der Fakultät für Maschinenwesen der Technischen Hochschule Berlin ernannt worden. Der Reichsminister für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung, R u st, hat den Dozenten an der Universität Köln, Treuhänder der Arbeit für das Rheinland, Staatsrat Willi B o e r g e r zum Honorarprofessor an der Universität Köln ernannt. An der Technischen Hochschule D a r m st a d t ist der Regierungsrat Dr. Richard V i e w e g zum ordentlichen Professor ernannt worden. In Wiesbaden ist Geheimrat Professor Dr. med. Dr. phil. nat. h. c. Wilhelm Kolle, Direktor des staatlichen Instituts für experimentelle Therapie und des chemotherapeutischen Forschungsinstituts Georg-Speyer-Haus zu Frankfurt nach längerer Krankheit gestorben. Auf fast allen Gebieten der medizinischen Wissenschaft mar Geheimrat Kolle zu Hause. Er hat die ersten Schutzimpfungen gegen Cholera und Typhus vorgenommen. Vor wenigen Jahren hatte ihn die Frankfurter Universität durch die Verleihung des Ehrendoktortitels geehrt. Mit Geh.-Rat Kolle ist einer der bedeutendsten Gelehrten auf dem Gebiete der Bakteriologie dabingefchieden. Bei der Besichtigung der Chirurgischen Klinik der Universität München durch Reichsminister R u st wurde in einem Gespräch zwischen dem Minister und Geheimrat Professor Dr. L e x e r vereinbart, daß Professor Lerer auch über das 68. Lebensjahr hinaus im Dienste des Staates bleiben wird. Dem ao. Professor Dr. Theodor Hetzer (mittlere und neuere Kunstgeschichte) an der Universität Leipzig ist die Verwaltung des ordentlichen Lehrstuhls für Kunstgeschichte und die Leitung des Kunst- geschichtlichen Instituts in Leipzig übertragen worden. Professor Dr. Richard Labes, ao. Professor für Pharmakologie an der Universität Bonn, ist zum ordentlichen Professor in der Medizinischen Fakultät der Universität Jena ernannt worden. Lust-Träume vor 150 Zähren - Wirklichkeit von heute. Als vor hundertundfünfzig Jahren die ersten Luftballone aufstiegen, wurden mit diesem Ereignis die verschiedenartigsten Vorstellungen verknüpft. Neben leeren Phantasien finden sich Doraussichten, die späterhin in abgewandelter Form in Erfüllung gingen. So heißt es in einem Brief, der unmittelbar nach dem Aufstieg des ersten Ballons auf dem Marsfelde, im August 1783, geschrieben wurde. „Man hält diese Erfindung für sehr bedeutend. Sie wird den Physikern zu zahlreichen Betrachtungen Anlaß geben. Man glaubt auch, daß diese Erfindung dazu dienen wird, Kuriere übers Meer zu fenben und Nachrichten mit höchster Geschwindigkeit zu befördern. Der Erfinder glaubt, daß der Ballon mit einem Steuerruder versehen werden kann, um die Luft zu durchschneiden und so an den Ort zu gelangen, zu dem man ihn zu lenken wünscht." So verknüpft sich die Hoffnung auf die Lenkbarkeit bereits mit dem allerersten praktischen Flugversuch mit einem Luftballon. Der Ballon, der später in der Luft zerplatzte, fiel etwa vier Meilen von Paris zur Erde nieder. Die erschreckten Bauern hielten ihn für ein gräßliches Fabeltier und auch der Pfarrer, der die Ballonreste prüfte, stimmte ihnen bei und erklärte, es handele sich gewiß um die Haut eines giftigen Tieres. Aber auch in Paris tauchten allerlei wunderliche Gedanken auf, die das Geheimnis des aufgeblähten Ballons zu lösen suchten. „Man glaubt", so schreibt ein Zeitgenosse, „daß das Gas aus einem animalischen Stoffe gewonnen wird, wie aus den Eingeweiden von Ochsen, Häm- meln ober anderen verwandten Tieren." Als bann Montgolfier in Versailles in Gegenwart bes Königs- Hofes seinen ersten großen Aufstieg vollbringt, ver- Das gefiel dem Dichter über die Maßen, er ließ sich führen, er bekam alles zu sehen, Söller und Saal, Burgfried, Waffensammlung, Bildwerke. Und zum Schluß zeigte ihm der Jäger die von dem Ritter Götz von Berlichingen eigenhändig verfaßte Beschreibung seines Lebens. Man weiß vielleicht: Diese Handschrift ist schon allein bildmäßig gesehen ein Kunstwerk. Jedes Wort sieht darin aus wie ein Wurzelknollen ober wie Drudenfüße, und jeder Buchstabe hat ein eigenes, eigenwilliges Gesicht. Der Dichter geriet außer sich vor Entzücken, als er diese Handschrift in seinen Händen hielt. Er setzte sich unverzüglich hin und las. Der Jäger stand geduldig daneben. Als der Dichter nach einer halben Stunde immer noch las, machte er einen Vorschlag. „Ich muß hinunter zum Fluß und einen Hecht angeln. Das kann eine Viertelstunde dauern, vielleicht aber auch eine ganze Stunde. Darf ich Sie so lange mit dem Buch allein lassen?" Der Dichter gab zur Antwort, daß, wenn es nach ihm ginge, er für sein Leben gern so lang als möglich in der Handschrift lesen wollte. Der Jäger nickte und ging davon. So saß denn der Dichter allein mit dem Buche. Er saß unweit des Turmes in einem Zimmer zur ebenen Erde, er saß neben einem offenen Fenster mit dem Blick auf den Flußlauf, in der Burg schien sonst kein Mensch zu sein, draußen fangen die Schwalben, draußen stand in kleinem Garten mit weißen und rosa Blüten ein junger Apfelbaum, er saß und las und vergaß die Zeit. Nach gut zwei Stunden kam der junge Jäger zurück und zeigte lachend stolz einen großen Hecht vor, den er im Kescher trug. Der Dichter klappte hochatmend das Buch zu, schnallte den Rucksack mit der Flöte auf den Rücken, er wollte sich verabschieden, er sagte mit Herzlichkeit, daß ihm dieser Frühlingstag unvergeßlich sein würde, er zögerte. Er fragte: „Sie sind ein junger Förster, wie ich sehe. Ich nehme an, man hat Ihnen die Aufsicht über die Burg anvertraut. Ich weiß zufällig, daß das Geschlecht der Berlichingen noch heute lebt. Ich nehme an, Sie sind einem dieser Herren von Berlichingen verpflichtet. Hat man Sie darüber belehrt, daß diese Handschrift ein Nationalheiligtum für uns Deutsche ist?" Der Jäger lachte mit leichtem Mund. „Natürlich weiß ich bas." Der Dichter fragte weiter. „Wissen Sie aber auch, daß es allerart Menschen gibt? Es kann einmal einer kommen, ber beschädigt bie Schrift, er reifet eine Seite heraus, oder er wird um dos Buch zum Dieb?" Fränkischer Frühling. Von Carl Äulcke. Carl B u 1 cf e, aus Königsberg gebürtig, von Haus aus Jurist und lange Zeit als Staatsanwalt tätig gewesen, vollendete kürzlich das 60. Lebensjahr; er hat sich als feinsinniger, humorvoller und gepflegter Erzähler — wir nennen „Balzereit", „Die drei Trostburgs", „Geliebte Betty", „Und so verbringst du deine kurzen Tage" — einen ausgezeichneten Namen gemacht. Er war ein ordentlicher, sogar ein ganz vernünftiger Mensch. Aber er war ein Dichter. Dieser Dichter wanderte vor fünf, sechs Jahren mitten im schönsten Frühling fürbaß durch das Frankenland, den Rucksack auf dem Rücken; und auf den Rucksack hätte er seine Flöte geschnallt. Es genügt zu sagen, daß dieser Frühling mit süßen Vogelstimmen sang, mit tausend Blumen blühte, und daß diese Flöte aus gelbem Holz war und genau so lang wie sein Unterarm, vorn ausge- ftrerften mittelsten Finger bis zum Ellenbogen gerechnet. Der Dichter war einer von jenen Leuten, die am liebsten ohne Kompaß, Wanderkarte, Reiseführer und gute Ratschläge sich auf den Weg machen, wenn sie einer Landschaft froh sein wollen. So kam es denn auch vor, daß er in irgendeinem Städtchen, das ihm gerade gefiel, Rast machte, zwei oder drei Tage dort verblieb, um dann erst beim Abschied den erstaunten Wirt zu befragen, wie denn dies Städtchen eigentlich mit Namen hieße. Wenn der Wirt die Auskunft erteilt hatte, sah er eine ganze Weile kopfschüttelnd hinter dem wunderlichen Manne her. So spazierte dieser Dichter eines Vormittags zwischen Wiesen und Busch, unter roten Kastanienblüten und zwischen duftendem Weißdorn, an einem raschjagenden Flußlauf entlang, er hatte in dem Fluß gebadet, er hatte sich auf seiner Flöte ein neues Lied vorgespielt, zu dem die Worte noch fehlten, als er plötzlich in zehn Schritt Entfernung einer Burg ansichtig wurde, einer herrlich an dem Flußlauf gelagerten Burg, mit Wehrgang, Turm und Ausfalltor. Dies schöne Bild sah er sich eine ganze Weile mit frohen Augen an. Darauf trat ein junger Mensch in Jägertracht auf ihn zu und fragte ihn mit Höflichkeit, ob er die Burg zu besichtigen wünsche. Das koste nichts, und er wolle khm gern die Burg zeigen. Und als der Dichter noch zögerte, fügte der junge Jäger hinzu, daß dies die Stammburg und der Wohnsitz des Ritters Gütz von Berlichingen gewesen sei. Rinde abdrehen. An einem Ende wird sie platt gedrückt und der Bast etwas abgekratzt, fest hineingeblasen, und die „Farze" ist fertig. Dann aber kommt die Hauptsache für die „großen" Buben. Von einem dicken Weidenast wird die Rinde in Schlangenlinien abgeschält, das Ganze wie ein Horn aufgerollt und am Ende mit einem Dorn zusammengesteckt. Da hinein kommt nun die „Farze", vnd das Horn, oder wie hier die Kinder sagen, die ,/Schalmei" ist fertig. Damit kann man schon allerlei Töne, wenn sie auch nicht immer wohllautend sind, hervorbringen! Wenn am Abend eines Frühlingstages eine Schar Knaben mit Farzen, Pfeifen und Schalmeien vom Wald aus heimwärtszieht, dann gibt das eine schöne Frühlingsmusik. Sie ist keineswegs eintönig, denn die kleinen Künstler verstehen schon bei den Pfeifen durch Einschneiden von verschiedenen Löchern, durch Ein- und Ausstößen des Stöpsels allerhand Töne, manchmal sogar etwas wie eine Melodie, hervorzuzaubern. Das Herz geht uns auf, wenn wir solche Buben sehen, wie sie mit Fleiß und Ausdauer ihre Pfeifchen schnitzen, während drüben im Walde der Kuckuck ruft, die Amseln und Drosseln ihre Lieder schmettern. M. Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Sießen-Süd. Lebensmittelopferring. Die nächste Lebensmittelsammlung wird am Montag, 13. Dienstag, 14. und Mittwoch, 15. Mai, durchgeführt. Wir bitten die Hausfrauen, die Pakete 'bereitzuhalten und die Mitgliedskarte der Sammlerin zum Quittieren vorzulegen. Leibesübungen mit „Kraft durch Freude". Dienstag, 14. Mai.: Fröhlicher Sport- und Spielnachmittag, 18 bis 20 Uhr, Unioersitätssportplatz. Mittwoch, 15. Mai: Schwimmen von 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr, Volksbad. Donnerstag, 16. Mai: Fröhliche Gymnastik und Spiele für jüngere, 20 bis 21 Uhr, Lyzeum; für ältere 21 bis 22 Uhr, Lyzeum. Freitag, 17. Mai: Fröhlicher Sport- und Spiel- nachmittäg, 18 bis 20 Uhr Universitätssportpplatz. — Allgemeine Körperschule von 20 bis 21.30 Uhr, Lyzeum. — Fröhliche Gymnastik und Spiele, 20 bis 21 Uhr, Heil- und Pflegeanstalt. Samstag, 18. Mai: Leichtathletik von 17 bis 19 Uhr, Universitätssportplatz. Montags und Dienstags von 21 bis 22 Uhr sind Reitkur se vorgesehen, die bei genügender Beteiligung sofort eingerichtet werden können. Die Kosten betragen für Mitglieder der DAF. 1 Mark pro Stunde, für Nichtmitglieder 1,50 Mark. Anmeldungen sind baldmöglichst schriftlich zu richten, mit Angabe der gewünschten Uebungszeit, an: Sportamt „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18. Sprechstunden des Sportamtes „Kraft durch Freude" von 10 bis 13 Uhr. Telephon 2919. phoios gesucht! LPD. Der Reichsnährstand, Landesbauernschaft Hessen-Nassau, benötigt dringend Photographien zu dem Thema „Bauer und Leibesübungen". Es kommt hierbei auf folgende Gesichtspunkte an: a) Der Pauer bei der Arbeit (Bewegungen), b) der Bauer beim Spiel und Tanz, c) der Bauer im Sport (alle Arten), d) traditionelle bäuerliche Festspiele (mit kurz erläuterndem Text). Die Abzüge sollen möglichst auf Hochglanzpapier hergestellt sein und müssen auf der Rückseite folgende Vermerke enthalten: 1. Ort der Aufnahme. 2. Was diese darstellt. 3. Name und Anschrift des Photographen, bei dem eventuell das Wiedergaberecht einzuholen ist. Die Landesbauernschaft bittet um leihweise bzw. um unentgeltliche Ueberlassung entsprechender Photographien. Die Sendungen sind zu richten an: Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Abteilung V. E.- Lichtbild, Frankfurt a. M., Bockenheimer Landstraße 25. Tagung der Buchdruckereibesiher. Der Deutsche Buchdruckerei-Verein e. D., Bezirk Gießen, die Berufsorganisation der Buchdruckereibesitzer in Oberhessen und im nördlichen Hessen- Nassau, hatte sich gestern Gießen zum Ort seiner diesjährigen Hauptversammlung erkoren. Die Tagung, die im „Hotel Prinz Carl" stattfand, war ein starkes Bekenntnis zur Notgemeinschaft der deutschen Buchdruckereien, die eine Besserung der gewerblichen Lage herbeiführen soll. Der Vorsitzende Carl Scharfe, Wetzlar, stellte den sachlichen Beratungen einen Gruß an die erschienenen Gäste, Gaubetriebsgemeinschaftswalter Nielsen, Frankfurt, Kreisgeschäftsführer Dr. P f a n n k u ch , Frankfurt und Kreissachberater Ullrich, Gießen, voran. Der vorliegende Geschäftsbericht wies in allen Teilen eine starke Zunahme der Tätigkeit der Geschäftsstelle auf. Von Belang dürfte sein, daß auch im Berichtsjahr ein merklicher Fortschritt in der Ausbildung der Lehrlinge zu verzeichnen war, dank der sorgfältigen Ausbildung in der Lehrwerkstätte. Ein Vortrag des Geschäftsführers Guren- k o f f, Gießen, hatte die Notgemeinschaft für die deutschen Buchdruckereien zum Gegenstand, deren Grundgedanken, Aufbau und Auswirkungen ebenso tief schürfend, wie aufschlußreich in längeren Ausführungen besprach. In der anschließenden Aussprache kam die Hoffnung zum Ausdruck, daß sich die Drucksachenverbraucher der Notlage des Buchdruckgewerbes nicht verschließen mögen, denn es handelt sich hier um das Sein oder Nichtsein eines kulturfördernden Gewerbes. Mit dreifachem Sietz- Heil auf unseren Führer wurde die anregend verlaufene Versammlung geschlossen. Vornotizen. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Katz im Sack". * ** Polizeipersonalie. Unter Berufung in das Beamtenverhältnis wurde der Hauptwachtmeister der Schutzpolizei a. Pr. Heinrich Raum Gießen mit Wirkung vom 1. Mai 1935 zum Hauptwachtmeister der Schutzpolizei ernannt. ** Sängerbesuch in Gießen. Heute vormittag gegen 9 Uhr hörte man auf dem Marktplatz vor dem Kriegerdenkmal den prächtigen Gesang zweier Männerchöre, die gute gesangliche Schulung offenbarten. Bei den Sängern handelte es sich um den Gesangverein „Liederkranz" aus Gundersheim a. Rhein, der am Samstag und am gestrigen Sonntag den Gesangverein „Germania" in Grohen-Buseck besucht und dort ein Konzert gegeben hatte. Die Sänger besichtigten heute früh vor Beginn ihrer Heimfahrt unsere Stadt und erfreuten bei dieser Gelegenheit durch ihren Gesang. Die schöne Darbietung wurde von den zahlreichen Zuhörern verdientermaßen beifällig ausgenommen. ** Leichenfund im Schiffenberger Wald. Am gestrigen Sonntag wurde im Schiffenberger Wald in der Nähe der Eisteiche die Leiche eines Mannes aufgefunden, der dort Selbstmord durch Erhängen begangen hatte. Es handelt sich um einen 53 Jahre alten Mann von hier, dessen Personalien bekannt sind. ** Seinen schweren Verletzungen erlegen. Der vor einigen Tagen auf der Landstraße Großen-Linden — Gießen durch Zusammenstoß mit einem Radfahrer verunglückte Motorradfahrer Karl Haus aus Rodheim a. d. Bieber ist in der Nacht zum Sonntag in der Chirurgischen Klinik, wohin man den bedauernswerten Mann gebracht hatte, seinen Verletzungen erlegen. ** Unglücklicher Sturz. Der sieben Jahre alte Willy W e i n g ä r t n e r, an der Kläranlage wohnhaft, erlitt bei einem unglücklichen Fall einen Bruch des linken Unterschenkels. Der Junge mußte in das Krankenhaus gebracht werden. ** Für Kleingärtner und Landwirte hielt am Samstagnachmittag auf Einladung des Obst- und Gartenbau-Vereins Gießen Herr G e ß - n e r aus Betzdorf einen anschaulichen Vortrag über „Neuzeitliche Bodenbearbeitung", unterstützt durch praktische Vorführungen auf dem Versuchsfeld der Hauptstelle für Pflanzenschutz in der Senckenberg- traße. Im Zuge der Bestrebungen der Reichsregierung, durch Klein- und Schrebergärten auch den Staotmenschen wieder landnah zu machen und ferner jedes Fleckchen Boden gründlich für die Volksnahrung auszunützen, haben die Vorarbeiten der Technik zur Beschaffung geeigneter Werkzeuge gute Erfolge erzielt. Die Zusammenarbeit von Praxis und Wissenschaft hat zur Herstellung bestens geeigneter Bodenbearbeitsgeräte geführt. Durch diese Spezialwerkzeuge kommt die neue wissenschaftliche Erkenntnis, den Boden nur im Herbst tief und gründlich umzugraben, damit er sich voll Feuchtigkeit saugt, und im Frühjahr nur aufzulockern, soweit es für den Samen notwendig'ist, selbsttätig zur Anwendung. Die Verwendung der geeigneten Geräte bedeutet für den Kleingärtner, besonders für den unerfahrenen Anfänger, bei geringer Zeitaufwendung und sparsamer Inanspruchnahme der Körperkräfte zugleich eine graktische Anleitung. Ihre Handhabung erspart auch bei den gewöhnlich auf die mithelfende Hausfrau entfallenden Arbeiten der Unkrautbeseitigung, des Bodenauflockerns, z. B. unter Beerensträuchern, des Häufelns bei Gemüsepflanzen u. a. das anstrengende Bücken. Dadurch ist die Zweckmäßigkeit solcher Geräte gegeben. An Hand von Spezialgeräten zeigte der Vortragende die Anwendungsmöglichkeiten und die Handhabung derartiger Gerätschaften. Der Vereinsführer, Gartenbauinspektor i. R. R e h n e l t, berichtete ergänzend über seine praktischen Erfahrungen. ** Der Hessische Dragonertag ver- l e gt. Wegen der am 19. Mai stattfindenden Eröffnung der Reichsautobahnstrecke Darmstadt— Frankfurt mußte der große Hessische Dragonertag in Darmstadt auf den 25. und 26. Mai verlegt werden. Die Kameraden erhalten bei ihren Vereinen nähere Mitteilung. ** Eine Schießerei spielte sich gestern nachmittag im Schiffenberger Wald ab. Es handelt sich dabei um eine bis jetzt noch reichlich dunkle Angelegenheit, mit deren Aufklärung die Polizei zur Zeit beschäftigt ist. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz wurde zur Tatstelle gerufen und fand dort einen etwa 17 Jahre alten jungen Mann mit einem Lungenschuß vor, bei dem der Einschuß im Rücken war. Der Verletzte wurde nach der Chirurgischen Klinik verbracht, wo er sich zur Zeit noch in Behandlung befindet. Nähere Einzelheiten und Klarheit über den Vorgang kann man erst von der polizeilichen Untersuchung erwarten. oberhessisches Schworgmch«. Am Samstag, dem letzten Sitzungstag des Schwurgerichts, saßen der 1913 geborene Karl Ziegenhain und der 1910 geborene Heinrich Keipp, beide aus Dirlammen (Kreis Lauterbach) wegen schweren Diebstahls, Ziegenhain außerdem wegen Meineids ^auf der Anklagebank. Die Angeklagten sind im August vorigen Jahres in die Hofreite des Landwirts Roch eingestiegen und stahlen die Tauben. Während Keipp einstieg, stand Ziegenhain Schmiere. Keipp wurde in erster Linie verdächtigt, bestritt jedoch vor der Gendarmerie, die Tat begangen zu haben. Als nun Ziegenhain in dem vor dem Amtsgericht Lauterbach anberaumten Termin als Zeuge vernommen wurde, sagte er unter Eid die Unwahrheit. Nach der Beweisaufnahme beantragte der Vertreter der Anklage gegen Ziegenhain eine Gesamtstrafe von einem Jahr ein Monat und gegen Keipp vier Monate Gefängnis. Das Urteil lautete gegen Ziegenhain auf acht Monate Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten Untersuchungshaft, gegen Keipp auf drei M o ° nate zwei Wochen Gefängnis, die mit der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Während der Haftbefehl gegen Keipp aufgehoben wurde, blieb der gegen Ziegenhain aufrechterhalten. Bei Ziegenhain kam strafmindernd in Betracht, daß er gerade an der Grenze des Schwachsinns steht und über keine allzu hohe Intelligenz verfügt. Strafmindernd kam außerdem die Bestimmung des § 157 StGB, in Frage, daß sich der Angeklagte durch eine wahrheitsgemäße Aussage strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt hätte. Am Schluß der Sitzung nahm der Vorsitzende Gelegenheit, den Geschworenen für ihre Tätigkeit während der fünftägigen Sitzungsperiode zu danken. Die Sitzung wurde mit dem deutschen Gruß geschlossen. 65. Stiftungsfest der „Adelphia". Oer Festkommers. Am Samstag feierte die studentische R e - formverbindung „Adelphia" in ihrem Hause an der Kaiserallee mit einem Festkommers ihr 6 5. S t i f t u n g s f e st. Zahlreiche Aktive und Alte Herren hatten sich eingefunden, viele Gäste und freundschaftlich verbundene Korporationen nahmen teil. Der Kommers wurde von dem Erstchargierten Kröger eröffnet. Nach dem gemeinsam gesungenen Liede „Sind wir vereint zur guten Stunde" hielt er die Begrüßungsansprache. Er hieß den Rektor der Landesuniversität, Professor Dr. Pfähler, herzlich willkommen, ebenfalls die Professoren, die durch chre Teilnahme an diesem Kommers ihre Verbunden- hett mit der „Adelphia" zum Ausdruck brächten, begrüßte den Führer der Gießener Studentenschaft, Stenger, ferner den Vertreter der Wehrmacht, Hauptmann Müller, den Vertreter der SA.° Standarte 116, Obertruppführer Kurz, und den Vertreter des Arbeitsdienstes, Obertruppführer Reis. Herzliche Worte der Begrüßung galten ferner den Frauen. In feinen anschließenden Ausführungen sprach der Erstchargierte über das 65. Stiftungsfest und den ernsten Zweck der festlichen Zusammenkunft, der in der Pflicht bestehe, vor Augen zu führen, was die Korporation den Kameraden bedeute. Sie sei am 7. Mai 1870 gegründet worden, und ihr Streben ging daraus hinaus, überlebten Anschauungen, dem Trinkzwang, dem Kastengeist usw., Kampf anzusagen. Im positiven Sinne habe die Korporation nur nationalgesinnten Männern Raum gegeben, die Kameraden zur Unterordnung unter ein gemeinsames Ganzes angehalten, das Fachstudium gepflegt und gefördert, aber auch das Streben nach Allgemeinbildung nicht vernachlässigt. Die Korporation stehe jeder konfessionellen Spaltung abhold gegenüber. Diese Ziele, die bei der Gründung ins Auge gefaßt und zur Richtschnur erhoben wurden, seien auch heute noch das Streben der Adelphia, bestimmt von dem Wunsche, die Kameraden zu solchen Akademikern zu erziehen, wie unser Volk sie brauche. Die Arbeit der Adelphia gelte dem deutschen Volke. Nach Musik und einem weiteren gemeinsam gelungenen Liede sprach der Führer der Gesamtkorporation, Landgerichtsrat Heid. Er erinnerte zunächst an die Umwälzungen, dis wir alle erlebten, seitdem die Adelphia ihr 60. Stiftungsfest gefeiert. Die Ordnung im Innern unseres Vaterlandes fei hergestellt, die Stellung des deutschen Volkes nach außen gewinne mehr und mehr an Kraft und erringe sich jene Bedeutung, die des deutschen Volkes würdig sei. Jeder von uns fei mitgeriffen worden. Die Korporationen stünden mitten im Aufbruch unseres Volkes. Ihre nationale Tradition füge sie ein in das große Geschehen. Den Korporationen sei es heute über- toW,nKtöo.... Roman von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Verlag, Halle (S.). 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Erwartungsvoll nahm Gerda an dem weiß- gedeckten mit künstlichen Blumen geschmückten Tisch Platz. Sie bewunderte restlos alles, was sie sah: die Gäste, die Kellner, die Beleuchtung, die lange Speisekarte. Fred beobachtete sie belustigt. Er stellte ein nach Gerdas Urteil pikfeines Mittagsmahl zusammen und freute sich an ihrem ungeteilten Beifall. Sie war wirklich eine kleine Dame, wußte sich zu benehmen, aß mit so viel Anmut, ein ganz klein wenig geziert, nippte mit fröhlichen Augen an ihrem Weinglas, plauderte vergnügt. Plötzlich wurde sie ernst; sie seufzte ein wenig. „Du solltest halt immer da sein!" „Um meine große Tochter auszuführen?" Sie ging nicht auf den Scherz ein. „Sieh mal, ich habe doch nur dich!" „Und Großmutter?" „Ach, Großmutter ist alt und kränklich. Sie geht nie fort, immer soll ich auch zu Hause sitzen und lernen. Einmal lache ich zu laut, ein anderes Mal bin ich zu wild. Ich kann es ihr nie recht machen." „Du glaubst also, daß du bei mir alles tun dürftest?" „Ach, Papa, bei uns beiden ist das ganz etwas anderes. Dir könnte ich alles zuliebe tun. Da würde ich nie böse werden. Du verstehst auch, daß man lustig sein muß und nicht immer stillsitzen kann." „Ich denke, du bist schon eine junge Dame, Gerdchen?" „Die sind auch fidel und rühren sich. Aber Papa, ich habe schrecklichen Durst! Bekomme ich noch ein Glas Wein?" „Trink Wasser, Kleine, das gibt keinen Durst und bekommt dir besser." „Papa, daß du mit jungen Damen ausgehst, Sie keinen Wein vertragen können...!" kicherte sie. Seltsam, wie ihn das Lachen plötzlich irritierte! Wie hatte er sich sonst immer an dem frohen, kecken Lachen gefreut, wie oft war ihm das Herz warm geworden in einsamen Stunden, wenn er an die strahlende Heiterkeit seiner Tochter gedacht. Warum war ihm jetzt, als ob er die schöne Frau vom vergangenen Abend lachen hörte? Er wehrte die anstürmenden Gedanken fast gewaltsam ab, rie nach dem Kellner und bezahlte. „Warum bist du nur so schnell aufgebrochen?" fragte Gerda befremdet, als sie das Restaurant verließen. „Es war doch so hübsch dort, und nun regnet es wieder." „Wir wollen es lieber mit einer Tasse Kaffee versuchen. Der Wein bekommt dir doch nicht!" cherzte er etwas gewaltsam. Sie hängte sich vergnügt und sehr versöhnt an einen Arm. „Was du für gute Gedanken hast, Papa!" Das Caf6, in das sie vor dem Regen flüchteten, war um diese frühe Nachmittagsstunde nur mäßig besucht. Behaglich ließ sich Gerda tyif dem kleinen Ecksofa nieder. Sie war sehr vergnügt. Das elegante Lokal gefiel ihr weit besser als das Restaurant. Sie war auch unbändig stolz, daß der Vater sie wie eine junge Dame behandelte, ihr den Mantel abgenommen und ihr den schönsten Platz ausgesucht hatte. Ein wenig hochmütig und doch leicht geschmeichelt sah sie über den Nachbartisch hinweg, an dem Studenten saßen, denen der hübsche Backfisch gefiel. Fred beobachtete, daß ihr die Blicke nicht entgangen waren, daß sie sie vielmehr wie einen Tribut hinnshm, den man ihr selbstverständlich zollen mußte. Wieder sah er sein Kind von Gefahren umgeben. Aber wußte er erst seit heute, daß Gerda klug, hübsch, ihren Jahren weit voraus war? Hatte er sie nicht darum so lieb, weil sie so voll natürlicher Anmut in all ihrer Lebhaftigkeit war und allen Dingen im Leben so sicher und klar gegenüberstand? „Was hast du denn, Papa? Warum bist du so ernst?" fragte sie in seine quälenden Gedanken hinein. „Achte nicht darauf, Gerdchen! Dein Vater hat schon manchmal Verdruß gehabt!" Sie rückte näher an seine Seite. „Dagegen müßt' ich ein feines Mittel." „Das wäre?" „Nimm mich mit dir, Papa! Du sagst selbst immer, ich vertreibe deine Sorgen. Wäre ich immer um dich, würde ich sie nie zu dir lassen." „Dann könnte es mir am Ende zu gut gehen." „Nun scherzest du wieder, und ich mein' es doch so ernst. Weist du, heute nacht, da bin ich von Dem vielen Radau, den der Fritz mit seiner Schießerei gemacht hat, aufgewacht. Eigentlich wollte ich überhaupt nicht einschlafen, bis das neue Jahr anfing; ich habe mich wohl in den Schlaf gemeint. Großmutter schickte mich unbarmherzig um neun Uhr zu Bett, und ich wollte so gern aufbleiben. Ich dachte auch an die vergangenen Jahre, wo du Silvester immer bei uns warst und es immer so schön war. Aber kurz und gut, um zwölf Uhr erwachte ich, stand auf und trat an das Fenster. Da habe ich den lieben Gott recht innig gebeten, daß ich immer um dich sein könnte, und ich glaube, er hat mein Gebet gehört. Es fiel zwar keine Sternschnuppe, der Himmel war ja so trübe, aber mit einem Male war mir, als ob ich ein blinkendes Sternlein gesehen hätte. Gleich war es wieder verschwunden, aber es hat mir doch frenndlich zugestrahlt. Nun wird mein Wunsch sicher in Erfüllung gehen." Fred mußte gewaltsam an sich halten, daß seine Augen nicht feucht wurden. „Aber Gerdchen, du weißt doch, daß ich immer an dich denke!" sagte er weich. „Ich bin doch so oft bei dir! In der Stadt hätte ich kaum mehr Zeit für dich! Da warten so viele Geschäfte auf mich, daß ich mir kaum selbst gehöre. Bei Großmutter und bei dir weiß ich von alledem nichts, das ist eine andere, viel schönere Welt für mich." . Sie hörte nur die Ablehnung ihres Wunsches. Er sah ihren zuckenden Mund, fühlte die Erregung, die in ihr tobte. Ihm war niemals eingefallen, daß seinem Kinde etwas fehlen könnte. Er hatte ihre Kindheit glücklich und sorglos gemacht, hatte allen Kummer von ihr ferngehalten. „Gerdchen, so unglücklich habe ich dich niemals gesehen!" „Großmutter versteht mich nicht. Ich bin ihr immer zu laut, zu wild; auch eitel, vergnügungssüchtig schilt sie mich. Manchmal bin ich auch ungezogen ihr gegenüber; aber ich kann ihr ja doch nichts recht machen." Er las die Not ihres Herzens aus ihren großen Kinderaugen. Und plötzlich, ganz gegen seinen Willen, fragte er: „Vermißt du die Mutter, Gerdchen?" Sie antwortete erst nach einer Weile: „Ich weiß nicht, Papa! Ich habe es ja nie anders gekannt. Ich glaube aber, hätte ich eine Mutter, dann wäre ich wohl weniger laut und weniger auflehnend zur Großmutter. Du solltest halt immer um mich fein, dann würde ich eine Mutter nie vermissen/' Fred schwieg. Sein Kind in Gefahr! Er fühlte, wie heiße Angst über ihn kam. Wie sicher hatte er sich bis jetzt in dem Besitz seiner Tochter gefühlt, nun war ihm, als ob überall Gefahren lauerten, sie ihm zu entreißen. „Sei doch nicht so ernst, Papa! Sei nicht böse!" schmeichelte ihre Stimme. „Ich mußte es dir einmal sagen! Seitdem du immer seltener kommst, habe ich's wirklich nicht leicht mit der Großmutter. Aber ich werde mir gewiß alle Mühe mit ihr geben — nur sei wieder gut!" Gerda war einverstanden, daß sie nach Hause fuhren. Sie bemühte sich zärtlich um den Vater, wollte sein Lachen gewaltsam festhalten, ersann allerlei übermütige Reden, zu denen ihre großen, ängsllich flehenden Augen nicht passen wollten. Als sie bas Haus betraten, kam ihnen Frau Morland entgegen. Sie war trotz ihres Alters immer noch eine schöne Frau. Schneeweißes Haar umgab das Gesicht mit den harten Zügen, aus denen die Augen klar und scharf in die Welt sahen. Die Gestatt war ungebrochen, wie gewaltsam aufrecht gehalten; des Stocks, auf den sie sich stutzte, schien sie kaum bedürftig. Gerda wollte eilends die Treppe hinauf, in ihr Zimmer verschwinden. „Gerda", erklang die harte Stimme der alten Frau, „mußt du denn bei dem Wetter das Beste anziehen, das du hast? Wann wirst du wohl so vernünftig sein, daß du deine Sachen schonst?" „Heute ist doch Feiertag", wandte das Mädchen ein. „Ach was, Feiertag! Wie konntet ihr überhaupt bei dem Wetter fortgehen! Mußt du ihr denn immer jeden Wunsch erfüllen?" Fred trat mit der Mutter in das Wohnzimmer. „Sie hat so viel Freude an dem Ausgang gehabt", sagte er begütigend. „Du verwöhnst sie! Es ist wirklich kein Wunder, wenn sie immer anspruchsvoller wird! Ihr ganzer Sinn geht immer mehr nach Vergnügen, Putz und dummen Streichen." „Warum soll ich sie nicht mal ausführen, alt genug ist sie dazu, und sie hat mich jetzt so wenig." „Mach' nur so weiter, und du wirst sehen, was du dir da groß ziehst!" Wie die Worte quälten, wie sie ihn hin und her rissen! Wer hatte nun recht? Verstand seine Mutter das Mädchen nicht? ' Oder war Gerda wirklich oberflächlich? Hing ihr ganzer Sinn an Vergnügungen? „Ich kann nichts Unrechtes an ihr finden. Sie soll sich ihren Frohsinn solange wie möglich erhalten. Und ick glaube nicht, daß sie in Strenge zu erziehen ift.'z „Vergiß nicht, daß sie das Blut ihrer Mutter in sich trägt!" Fred wandte sich ab. Sie sollte nicht sehen, wie furchtbar ihn die Worte trafen. Er schwieg. „Wie geht es dir heute, Mutter?" fragte er nach einer Weile. „Das alte Lied! Man hat ausgedient, ist verbraucht! Der jüngeren Generation muß Platz gemacht werden!" „Gerda zuliebe solltest du dich ftisch erhalten, Mutter!" Das Antlitz der alten Frau wurde nicht weicher, als sie erwiderte: „Eine undankbare Aufgabe, mein Sohn, die du mir da gestellt hast!" Die Worte der Mutter waren nicht zu ertragen. Er wandte sich nach der Tür. „Ich muß zurück, werde die Dämmerung benutzen, um noch ein Stück heimwärts zu fahren." Gerda war wieder ins Zimmer getreten; sie hatte die letzten Worte des Vaters gehört. ,Du willst fort?" „Du hast ganz recht, bei dem Wetter nicht in der Nacht hennzufahren!" stimmte ihm die Mutter bei. „Fahre doch erst morgen früh, Papa! Bis dahin hat es wirklich aufgehört zu regnen!" bettelte Gerda mit flehenden Augen. (Fortschuag fcWft kassen, ihre Arbeit an dem Aufbau zu gestalten und den Studenten als zukünftigen Führer im Volke heranzubilden. Die Adelphia helfe hier mit allen Kräften. Es falle ihr nicht schwer. Der Gedanke der Volksgemeinschaft sei in der Adelphia schon seit 65 Jahren lebendig. Den Ehrenschutz wolle die Korporation allen deutschen Volksgenossen zugebilligt sehen. Der Student müsse im Volke stehen. Die Vertiefung der Verbundenheit zwischen dem Studenten und unserem Volke müsse weiter betrieben werden. In seinen weiteren Ausführungen gab der Redner seiner Freude darüber Ausdruck, daß so viele. Alte Herren von auswärts gekommen seien, gedachte dann verschiedener um die Korporation verdienter Männer und der Verstorbenen aus dem Kreise der Adelphia, deren Andenken in würdiger Weise geehrt wurde. Mit sinnigen Hinweisen auf die Verbundenheit zwischen den Alten und den Jungen, in der Korporation, mit der Uebermittlung der herzlichen Glückwünsche der Altherrenschaft zu diesem Feste, und mit der Mahnung, Tradition zu halten, Treue untereinander zu pflegen und daran mitzuarbeiten, daß das deutsche Volk wieder zum größten Volke der Erde werde, schloß der Redner seine sehr beifällig aufgenommene Ansprache. Im Anschluß an die Festrede wurde ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer des deutschen Volkes ausgebracht, in das alle Teilnehmer des Kommerses kräftig einstimmten; dann wurden gemeinsam die ersten Verse des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Rach der Ehrung von vier alten Herren der Korporation, die seit 50 Jahren der Adelphia angehören, aber leider nicht anwesend sein konnken, hielt der Rektor unserer Landesuniversität, Ee. Magnifizenz Prof. Or. Pfähler, Nach feiner Sinndeutung des Wahlspruches der Korporation schloß der Rektor mit dem Wunsche, daß die neuen Aufgaben, die eine neue Zeit stelle, auch von der Adelphia gelöst werden möchten. Eine kurze Ansprache hielt ferner der Führer des Verbandes deutscher Studenten Or. Störiko-Berlin. Der VdB. fühle sich mit der Adelphia eng verbunden. Ein Feiertag Der Adelphia sei auch ein Feiertag des Verbandes. Die Adelphia sei 65 Jahre alt — möge sie in jugendlichem Schwung weiterbestehen. Der Verband sei erst 15 Jahre alt und werde noch Leistungen erwarten lassen müssen. Die Adelphia habe bis 1919 nur in Gießen bestanden, inzwischen sei aber das Gedankengut der Korporation weitergetragen worden. In der Forderung der Gleichwertung der Ehre aller Volksgenossen habe die Korporation ein Steinchen in das Mosaik des Gesamtbildes der deutschen Ration eingefügt, das der Führer Adolf Hitler schaffe. Es werde die Aufgabe der Korporation sein, auch fernerhin ohne jede Ueberheblichkeit die Verbindung mit allen Volksgenossen aufrechtzuerhalten. Der Vertreter der SA.-Standarte 116, Obertruppführer Kurz übetbrachte die Grüße und Glückwünsche des Stan- dartenfüyrers. Die Krisis im Korporationsftuden- tentum, so führte er u. a. aus, dürfe als überwunden angesehen werden. Es sei sicherlich nicht leicht gewesen, die Korporationen über die Krisis der jüngsten Zeit Hinwegzuleiten. Das deutsche Korporationsstudententum sei nicht überlebt und habe wesentliche weltanschauliche Aufgaben zu erfüllen. Vor allem stehe die Erziehung der Studenten zu einem nationalsozialistischen Führerkorps an den Universitäten im Vordergrund. Die Korporationen sollten ihr (Eigenleben führen, sie sollten es aber im nationalsozialistischen Geiste tun. Das eine kurze Ansprache, in der er zunächst die Grüße der Universität übermittelte. Die Universität sei, so führte er u. a. aus, ein Stück Schicksal der Korporationen, wie auch die Korporationen ein Stück Schicksal der Universität seien. Der Weg der Adelphia von 1870 bis heute sei sehr weit gewesen, und manche derer von 1870, die heute nicht mehr in diesem Kreise weilen könnten, würden vielleicht nicht verstanden haben, daß heute auch die Vertreter der Wehrmacht, der SA. und des Arbeitsdienstes an diesem Kommers teilnehmen. Es sei aber eine Selbstverständlichkeit, daß der Adelphe der SA., dem Arbeitsdienst und der Wehrmacht angehöre. Deutsche Reich der Zukunft solle ein tausendjähriges Reich sein. Wenn nationalsozialistischer Geist schon lange in der Adelphia herrschte, dann werde sich der Bund auch in der Zukunft behaupten. Mit dem Wunsche, daß die Korporation weiterhin blühen und gedeihen möge, schloß der Redner seine Ansprache. Nachdem noch die Vertreter freundschaftlich der Adelpyia verbundener Korporationen aus Frankfurt und Bonn gesprochen hatten, sand der offizielle Teil des Festkommers seinen Abschluß. Jahreshauptversammlung des Gleibergverems. Alljährlich im Monat Mai, zu der Zeit, da wieder die Ausflügler von nah und fern den alten, schönen Gleiberg in gesteigertem Maße besuchen, hält der Gleibergverein seine ordentliche Generalversammlung auf der Burg ab. So fanden sich am Samstagnachmittag eine Reihe Mitglieder ein, denen der Vorsitzende, Direktor Menten (Kinzenbach) — wie auch dem erschienenen Vorstand der Heimatvereinigung Schiffenberg —, einen herzlichen Willkommensgruß entbot. Rach einer stillen Minute des Gedenkens an die verstorbenen Vereinsmitglieder gab der Vorsitzende einen eingehenden Geschäftsbericht über das Jahr 1934, der von reger Tätigkeit des Vorstandes zum Nutzen des Vereins Zeugnis ablegte und ein Bild bunter Mannigfaltigkeit Darstellte. Durch das eingebaute Schulungslager im Al- berlusflügel Hal der Aufgabenkreis des Glei- bergvereins eine Erweiterung erfahren, die io idealer Weife den Bestrebungen des nationalsozialistischen Staates zugute kommt. lieber 400 junge Menschen der verschiedensten Berufe und Stände sind hier schon geschult worden. Alle haben die beste Erinnerung an die Tage auf der Burg mit hinaus ins Land genommen. Dankbar und stolz zugleich — so führte der Vorsitzende weiter aus — sei festzustellen, daß der Beweis der Zweckmäßigkeit des Lagers erbracht sei. Habe einst der Verein den Gleiberg zu treuen Händen von Bismarcks Reich erhalten, so wolle heute im Dritten Reich der Verein sein Teil nach besten Kräften zum systematischen Aufbau im Sinne des großen Führers veitragen. Fast in allen Vorstandssitzungen habe in vorderster Linie der Beratungen das Problem des Feuerschutzes der Burg gestanden. Besichtigungen durch die Branddirektoren von Gießen und Wetzlar und daraufhin von diesen ausgearbeitete Gutachten, ließen eine Erhöhung der Feuersicherheit wünschenswert erscheinen. Entrümpelung des großen Speichers, Entfernung aller landwirtschaftlichen Produkte aus der Burg, Bau einer Scheune, Fußbodenveränderung, Ausbesserung bzw. Ausbau einzelner Räume, feuerhemmender Anstrich des Balkenwerkes und der Wände, die Errichtung einer 70 bis 80 Kubikmeter Wasser fassenden Zisterne auf dem Hof, Anschaffung einer Motorspritze sind Aufgaben, deren Lösung dringend harrt. Zu Renovierungen in der Ruine ist der Staat um eine Beihilfe gebeten worden. Der Besuch des Reichserziehungsministers Rust beim letztjährigen Gleiberg- fest, der zweimalige Aufenthalt des Gauleiters Sprenger und die Anwesenheit zahlreicher hervorragender Mitglieder der Bewegung lassen die Bedeutung des Lagers erkennen. Dadurch sei der Gleiberg und damit die engere Heimat in ganz Deutschland bekannt geworden. Es bestehe die starke Hoffnung auf weiterhin flotten Lagerbetrieb zu Rutz und Frommen von Volk und Staat. Professor Dr. Kraemer vom Oberen Hardthof ist durch Wegzug aus dem Vorstand ausgeschieden, an seine Stelle ist Pg. Klostermann getreten. Mit dem Burgwart P. N i e b e r g a l l ist ein dreijähriger Pachtvertrag geschlossen worden. Die Vorbereitungen zu dem am 26. Mai stattfindenden, bereits traditionell gewordenen Gleibergfest sind im Gange. Baumeister Mohr-Gießen, der jahrzehntelange bauliche Betreuer der Burg, machte sodann genauere Mitteilungen über die Regelung des Feuerschutzproblems und damit evtl, zu verbindende Ausbauarbeiten. 3n einer Denkschrift an die Staatsbehörden habe der Vorstand feine Sorgen und Nöte um die Burg niedergelegt und praktische Vorschläge ausgearbeitet, zu deren Verwirklichung 30 000 Wart nötig sind, die jedoch aus vereinseigenen Geldmitteln nicht aufzubringen sind. Nur wenn der Staat eine Lösung finde, könne das Problem des Feuerschutzes und des weiteren Lagerausbaues gelöst werden. Die 53 Jahre stehenden, unwirtschaftlich gewordenen Oefen, die Buderus- Wetzlar seinerzeit gestiftet hat, hofft man von der genannten Gesellschaft in großzügiger Weise unentgeltlich erneuert zu bekommen. Besprechungen hierüber haben bereits stattgefunden. Oberforstmeister Nikolaus, der Vorsitzende der Schifsenbergvereinigung, gedachte der uralten Beziehungen zwischen Gleiberg und Schiffenberg, deren Fortsetzung aur Vertiefung der Heimatliebe eine Selbstverständlichkeit sei. Er gab weiter seinem Erstaunen und seiner Hochachtung über das vom Gleibergverein in den beiden letzten Jahren Geleistete Ausdruck. Kassenwart Lehrer Praß-Krofdorf trug, nach Erörterung allgemeiner finanzieller Fragen, die Jahresrechnung vor, die in der Einnahme folgende Summen aufwies: Vereinnahmte Beiträge 579 Mark (dazu 596 Mark wegen des Umbaues schon vorher eingezogene Beiträge, insgesamt 1167 Mark aus 1934; die Mitgliederzahl ist um etwa 60 gestiegen!), Geldzuwendungen öffentlicher Körperschaften 500 Mark, Abgabe des Burgwirtes 820 Mark, von der Bank abgehoben 2,50 Mark, Lagerbenutzungsgebühr 213,10 Mark, durch die Kasse überwiesen 257,15 Mark, verschiedene Einnahmen 618,30 Mark, Kassenvorrat aus vorhergehendem Jahre 430,56 Mark; zusammen 3413,13 Mark. Ausgaben: Aufwertungszinsen einer Aufwertungsschuld bei der Kreissparkasse in Höhe von 1300 Mark 68,30 Mark, Geschäftsunkosten 117,72 Mark, Renovierungen, Mobilien und Versicherungen 393,20 Mark, Schulungslagerausbau 1607,89 Mark, sonstige Anschaffungen usw. 766,13 Mark, an Kasse 362,50 Mark; zusammen 3315,74 Mark, so daß ein Bestand von 97,39 Mark verbleibt. Der Voranschlag für 1935 sieht 3100 Mark in Einnahme und Ausgabe vor. Auf Grund der von Justizsekretär Wagner und Rendant H e m m e r l e - Krofdorf geprüften und für richtig befundenen Jahresrechnung wurde dem Kassenwart einstimmig Entlastung erteilt. Die Mitglieder Schmoll- Gießen und Sanitätsrat Dr. Seipp-Krofdorf hoben unter Beifall der Anwesenden die vom Vorstand geleistete gewaltige Arbeit hervor und statteten insbesondere Direktor M e n k e n und Lehrer Praß für ihr opferbereites Eintreten zum Besten des Vereins den Dank der Versammlung ab. Nach Entgegennahme verschiedener Anregungen für die künftige Arbeitsweise durch die Mitglieder C. W e i d i g, Louis Frech und Rektor i. R. Müller schloß der Vorsitzende mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler die offizielle Versammlung. In froher Geselligkeit verblieb man beim Becherklang noch einige Zeit zusammen, was kundgetan sei besonders für die, die glauben, durch das Lager sei der Wirtschaftsbetrieb aufgehoben. Nach wie vor bieten Burgkeller und -kücye dessen genug, was sich der Besucher nach dem Aufftieg auf die Burg wünscht. Nundfunkprvgranim Donnerstag, 16.2UaL 6 Uhr: Frühkonzert I. 6.45: Gymnastik. 7: Frühkonzert II. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk: Volksliedsingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 1. Bienen tragen Honig ein. 2. Arbeitsanzeigen. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 1. Das Flugzeug löst Wirtschaftsprobleme. 2. Kurzdienst vom Tage. 15: Nur Frankfurt: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. Lieder von Othmar Schoeck. 16.30: Heroische Balladen. 16.40: Der Schmied von Pensa. Anekdote von Johann Peter Hebel. 16.50: Kunst und Glaube (I). Briefe für schöpferische Menschen. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Kunstbericht der Woche. 18.35: „Der Garten." Eine Funkfolge aus deutschen Dichtungen. Zusammengestellt von Charlotte Luckow. 19: „Komm, lieber Mai, und mach die Bäume wieder grün." Ein Funkspiel. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Orchesterkonzert. Werke von L. van Beethoven. 21.15: Tanzmusik aus Europa „Ganz ohne Pause". 22: Nachrichten: 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Wetter- und Sportbericht. 22.30: Tanzmusik aus Europa „Ganz ohne Pause". 24 bis 2: Nachtmusik. Spanien siegt mit 2:1. DeutschlandsKußball-MannschastinKö1nvor76000Zuschauernknapp geschlagen Der erste Länderkampf gegen Spanien brachte der in den letzten Zwei Jahren so erfolgreichen deutschen Fußball - Reichsmannschaft eine knappe 1:2 - (1:2) - Niederlage. Vor 75 000 Zuschauern wik- kelte sich im Kölner Stadion ein mitreißender, an dramatischen Höhepunkten reicher Kampf ab, der chließlich die Spanier als glückliche, aber doch ver- Jiente Sieger sah. Die Spanier haben den Sieg in erster Linie ihrer ganz hervorragenden Hintermannschaft zu verdanken. Was diese drei Leute — Eizaguirre, Zabalo und Quincoces — in der zweiten Halbzeit zu leisten hatten, übersteigt alle Begriffe. Immer und immer wieder mußten die rasanten deutschen Angriffe, die von allen Seiten und aus allen Lagen eingeleitet wurden, abgewehrt werden. Doch diesen drei Leuten — allen voran dem von der Weltmeisterschaft her bekannten Quincoces — gelang alles. Deutschland konnte den Sieg genau so gut erringen, unsere Spieler waren den spanischen in technischer Beziehung (bis auf das kopfball- fpiet, hier kamen sie nicht mit) gleichwertig, an Kampfgeist nicht unterlegen und auch in der Taktik ebenbürtig, aber das große Plus halten die Spanier eben in ihrer Verteidigung. Bei Spanien Eizaguirre, Zabalo und Quincoces in Ueberform, bei Deutschland Buchloh, Janes und Busch manchmal bedenklich unsicher. Die übrigen Deutschen verdienen gute Noten. Grämlich war wieder einmal der beste Läufer, Münzenberg als dritter Verteidiger ausgezeichnet und Bender unermüdlich. Im Sturm erreichten Lehner und Fath nicht ganz die Form von Dortmund. Rasselnberg löste seine „Mittelläufer"-Ausgabe nicht so gut als sonst, Siffling, Conen und Hohmann waren etwas langsam. Bei den Spaniern gefielen außer der Hintermannschaft noch der Mittelläufer Muguerza und die Stürmer ßangar a und Jraragorre besonders. Die anderen Spieler erwiesen sich ebenfalls als Spieler ganz großen Formats. Schiedsrichter ßangenus, der den Kampf korrekt leitete, pfiff pünktlich um 15 Uhr im Beisein von 75 000 Zuschauern an. — Die Mannschaften standen: Deutschland : Buchloh; Janes, Busch; Grämlich, Münzenberg, Bender; ßehner, Hohmann, Conen, Rasselnberg, Fath. Spanien: Eizaguirre; Zabalo, Quincoces; Cilaurren, Muguerza, ßecue; Ventorla Jraragorri, ßangara, Regueiro, Gorostiza. Nach anfänglich etwas nervösem Spiel liefen beide Mannschaften zur besten Form auf. Deutschland lag zunächst etwas mehr im Angriff und konnte schließlich auch in der zwölften Minute durch Conen, der sich glänzend durchgespielt hatte, in Führung gehen. Die Spanier tarnen erst in der 31. Minute zum Ausgleich, als B u ch l v h den Ball vor Langara verfehlte und der spanische Mittelstürmer am Boden liegend einschoß. Eine Minute vor der Pause passierte B u ch l o h ein weiterer Fehler. Er ließ einen schwachen Schuß des ßinksaußen G o r o st i z a aus den Händen springen. Der Ball kam zu ßangara, ber mühelos einschob. Nach dem Wechsel gab es kein Tor mehr. Deutschlands Elf mühte sich zwar redlich ab, kämpfte auch mit dem letzten Einsatz, um den Ausgleich zu erreichen, aber die spanische Hintermannschaft war nicht mehr zu überwinden. Besonders Quincoces tat sich in der Zerstörung zahlloser deutscher Angriffe hervor. Großer Autopreis von Tripolis. Caracciola vor A. Varzi und L. Fagioli. Das gestrige Autorennen um den „Großen Preis von Tripolis" gestaltete sich zu einem gewaltigen deutschen Triumph. Drei deutsche Wagen beendeten das schwere und schnelle Rennen als Sieger. Rudolf Caracciola kam mit seinem Mercedes-Benz in 2:38:47,6 Stunden als Erster ein, gefolgt von Achills Varzi (Auto-Union) in 2:39:54,2 Stunden und ßuigt Fagioli (Mercedes-Benz) 2:41:03,8 Stunden. Auf dem vierten und fünften Vlatz beendeten die beiden neuen Alsa-Romeos von Nuvo- lari und Chiron das Rennen. Diese beiden Wagen, die mit zwei Motoren ausgerüstet sind, enttäuschten die hochgespannten Erwartungen der Italiener. Sie wurden von den drei deutschen Wagen sogar zweimal überrundet. Vom Unglück verfolgt waren Hans Stuck und Manfred von Brauchitsch. Der Auto-Union-Wagen Hans Stucks geriet in der 21. Runde in Brand, und Stuck hatte die größte Mühe, sich zu retten. Von Brauchitsch blieb in der fünften Runde mit einem Motorschaden liegen. Das Ergebnis: 1. Caracciola (Mercedes-Benz) 2:38:47,6 Stunden; 2. Achille Varzi (Auto-Union) 2:39:54,2; 3. Fagioli (Mercedes-Benz) 2:41:03,8; 4. Nuvolari (Alfa Romeo) 2:47:36,7; 5. Chiron (Alfa Romeo) 2:49:14; 6. Dreyfus (Alfa Romeo) 2:49:15,4; 7. Sommer (Alfa Romeo) 2:50:20,2; 8. Widengren (Maserati); 9. Zehender (Maserati); 10. Carraroli (Maserati); 11. Tadini (Alfa Romeo). Von Nuvolari ab lagen alle Fahrer zwei und mehr Runden zurück. Das 2. Bahn-Radrennen in Gießen. Unter sehr zahlreicher Beteiligung wurde gestern auf der Aschenbahn der Spielvereinigung 1900 das 2. Bahn-Radrennen ausgetragen. Etwa 2000 Zuschauer umsäumten das Sportfeld und sahen spannende Wettbewerbe bester west- und südwestdeutscher Fahrer. Der leichte kalte Wind blieb nicht ohne Einfluß auf die ßeiftungen. Die Mannschaft T e r t i l d e - S ch m i d t (Dortmund), Deutschlands stärkste Amateur-Mannschaft, zeigte beachtliches Können, blieb aber im Hauptrennen des Tages hinter der Kölner Mannschaft Stamm-Kneller nur Zweiter. Die Veranstaltung, die unter der ßeitung von Sportwart Deibel stand, begann mit dem Aufmarsch der Fahrer zum deutschen Gruß. Die Sportleitung ließ bas ßänderfußballspiel aus Köln übertragen und sah sich später veranlaßt, bis zu dessen Ende eine kurze Pause in der eigenen Veranstaltung einzulegen. Die Fahrer waren vollzählig bis auf Medus (Gießen), der sich in Fulda betätigen mußte, und K. Muhl (Gießen) erschienen. Für Möbus trat Höfels (Wetzlar), für Muhl Weber (Gießen) ein. Zunächst kam das Fliegerrennen über 1000 Meier zum Austrag. In scharfer Fahrt setzten sich bald die besten Fahrer durch: Tertilde, Kerp, Stamm, Purkert kamen sicher als Erste in die Zwischenläufe. Im ersten Zwischenlauf starteten Kerp, der Hamburger Purkert, Schmidt (Dortmund) und der Frankfurter Gassenmeyer. Dem jungen Kölner Kerp, der sich sofort an die Spitze setzte, war der Sieg nicht zu nehmen. Im zweiten Zwischenlauf kamen Tertilde (Dortmund), der Kölner Stamm, Ehlers (Hamburg) und Göbel (Wetzlar) in den Wettbewerb. Der Wetzlarer Göbel heftete sich sofort Tertilde an die Fersen und kam wenigstens in die Entscheidung um den 3. und 4. Platz. Sieger im Fliegerrennen war wieder der junge Kölner Kerp, der schon beim 1. Radrennen in Gießen alle ersten Plätze belegt hatte. Ihm folgte Tertilde (Dortmund). Der Hamburger Purkert belegte nur den 3. Platz, während Göbel (Wetzlar), der das Tempo nicht einhalten konnte, sich an 4. Stelle placierte. Spannende Kämpfe brachte auch das Omnium, in dem sich zu Tertilde, Purkert, Kerp, der Frankfurter Hohbein gesellte. Bereits im Rundenzeitfahren zeigte der Dortmunder Tertilde, der sich auch besser mit der Aschenbahn vertraut machen konnte, sein ausgezeichnetes Können. Mit 33 Sekunden blieb er Sieger vor Purkert und Kerp. 3m Punktefahren holte dann Purkert mit 40 vor Tertilde mit 30 Punkten feinen Verlust wieder auf. Kerp war zu- rückgefallen und auch Hohbein kam nicht zur Geltung. Das Fliegerrennen brachte dann die Entscheidung. Tertilde siegte durch besseres Stehvermögen und befferen Endspurt. Mit größter Schnelligkeit setzte er an Kerp und Purkert vorbei durchs Ziel. In der Reihenfolge des Entfpurts blieb auch das Endergebnis: 1. Tertilde, 2. Purkert, 3. Kerp und 4. Hohbein. Das Zer-Mannschaflsverfolgungsrennen brachte einen scharfen Wettbewerb der besten Mannschaften. Hierbei wurde die in guter Form befindliche Mannschaft Stamm-Kneller Sieger. Die hier nicht unbekannten Zacharias-Müller (Koblenz) blieben knapp auf dem 2. Platz. Paduschek-Danz (Köln) auf dem 3. Platz. Den Schluß bildete die Mannschaft Göbel-Faust. Am Punkkesahren über 25 Runden beteiligten sich zehn Mann. Der Hamburger Ehlers und Schmidt (Dortmund) lieferten sich einen harten Wettstreit, zwischendurch war auch Hohbein hart an der Spitze, dessen Punktzahl nicht ausreichte. Der Frankfurter Gassenmeyer holte stark auf und schob sich zwischen Schmidt und Ehlers, so daß er 2. Sieger wurde. Mit Spannung wurde das Ein-Skunden-Mannschaftsrennen erwartet. Aus dem Troß setzte sich bald die Mannschaft Stamm-Kneller an die Spitze, die einen großen Vorsprung herausfuhr. Tertilde-Schmidt setzten dieser scharf nach und konnten in den letzten Runden stark aufholen, ohne den Verlust einholen zu können. Die Kölner zeigten Ausdauer und Taktik und fuhren scharf in Die Kurven. Die Mannschaft Göbel und Faust gab bald auf, später schieden auch Gelpke-Chiappini aus. Paduschek-Danz und bald darauf auch Kerp-Muhl setzten wegen Reifendefekt drei Runden aus. Die Zuschauer folgten gespannt dem Rennen, und unter starkem Beifall gingen die Mannschaften Tertilde-Schmidt, Stamm-Kneller, Kerp-Muhl und Ehlers-Purkert in den Endspurt. Der Mannschaft Stamm-Kneller, die in den drei ersten Spurten je 5 Punkte herausge- sahren hatte, war der Sieg nicht zu nehmen. Es wurden 36,4 Kilometer, eine beachtliche ßeiftung, herausgefahren. Mit dem Enderfolg kann der Veranstalter zufrieden sein. Ergebnisse: 1. Fliegerrennen: Erster ßauf: 1. Tertilde, 2. Göbel. Zweiter ßauf: 1. Kerp, 2. Schmidt. Dritter ßauf: 1. Stamm, 2. Ehlers. Vierter ßauf: 1. Purkert, 2. Gassenmeyer. 1. Zwischenlauf: Am Start: Kerp, Schmidt, Purkert, Gassenmeyer. 1. Sieger: Kerp; 2. Sieger: Purkert. 2. Zwischenlauf: Am Start: Tertilde, Göbel, Stamm, Ehlers. 1. Sieger: Tertilde, 2. Sieger: Göbel. Entscheidung: 1. Sieger: Kerp, 2. Tertilde, 3. Purkert, 4. Göbel. 2. Omnium: Am Start: Tertilde, Kerp, Purkert, Hohbein. I. Rundenzeitfahren: 1. Sieger: Tertilde 33 Sek. 5 Pkte.; 2. Purkert 33,2 Sek. 3 Pkte.; 3. Kerp 33.3 Sek. 2 Pkte.; 4. Hohbein 36,4 Sek. 1 Pkt. II. Punktefahren: 1. Purkert 40 Pkte., 5 Wertpunkte; 2. Tertilde 3 Pkte., 3 Wertpkte.; 3. Kerp 27 Pkte., 2 Wertpkte.; 4. Hohbein 9 Pkte., 2 Wert- punkte. III. Fliegerrennen: 1. Tertilde 5 Pkte., 2. Purkert 3 Pkte., 3. Kerp 2 Pkte., 4. Hohbein 1 Pkt. Endergebnis: 1. Tertilde insgesamt 13 Punkte, 2. Purkert 11 Punkte, 3. Kerp 6 Punkte. 4. Hohbein 3 Punkte. 3. 2er Mannschafts-Verfolgungs- rennen. Am Start: Mannschaft: Parduschek- Danz; Zacharias-Müller; Stamm-Kneller; Göbel- Faust. 1. Sieger: Stamm-Kneller; 2. Zacharias- Müller; 3. Paduschek-Danz; 4. Göbel-Faust. 4. Punktefahren: 10 Mann: 1. Schmidt 44 Pkte., 2. Gassenmeyer 35 Pkte., 3. Ehlers 34 Pkte., 4. Hohbein 15 Pkte. 5. 1-Stunden - Mannschaftsrennen: 1. Sieger: Stamm-Kneller 23 Pkte., 2. Tertilde- Schmidt 21 Pkte., 3. Ehlers-Purkert 8 Pkte., 4. Pa- duschek-Danz 8 Pkte., 5. Kerp-Muhl E. 3 Pkte. Deutsche Fußball-JNeisterschast. Hanau ausqeschaltet. Hanau 93 — SpBg. Fürth 1:5 (0:2). Das letzte im eigenen Gau angesetzte Meisterschaftsspiel der Hanauer wurde am gestrigen Sonntag vor 8000 Zuschauern auf dem 03-Platz in Kassel ousgetragen. hatten die Hanauer im Vorspiel in Würzburg die Fürther mit 1:0 geschlagen, so rechnete der Anhang des Nordhessen-Meisters im eigenen Gau erst, recht mit einem Hanauer Siege. Die Erwartungen der Hanauer Anhänger wurden aber stark enttäuscht. Die Fürther waren in ausgezeichneter Verfassung und hielten die ziemlich abgekämpft und ermüdet wirkende Hanauer Mannschaft dauernd im Schach. Auch die sonst so gute Hintermannschaft der Nordhessen wußte diesmal nicht zu überzeugen. Die Fürther legten in der ersten Halbzeit kurz vor der Pause durch Warst und Becher zwei Treffer vor. Nach dem Wechsel stellte Becker das Ergebnis auf 3:0, und bei diesem Stande fiel durch Mondors nach einem Strafstoß der Ehrentresfer der Hanauer. Später stellte Becher das Spiel auf 4:1, kurz vor Schluß fiel aus einem Gedränge der fünfte und letzte Treffer der Fürther. Bayerns Meister lieferte am Sonntag das beste seiner bisherigen Meisterschaftsspiele. Die Mannschaft war schnell und eitrig und wurde auf Grund ihrer besseren Läuferreihe bald feldüberlegen. Auch die technische Durchbildung der einzelnen Spieler war besser als beim Gegner. Hanau war gegen die letzten Spiele nicht wieder zu erkennen. Es schien, als habe die Mannschaft den Kampf schon aufgegeben. Außer ihrem großen Eifer hatte die Mannschaft dem bayerischen Gegner wenig entgegenzusetzen. Schalke endgültig Gruppenmeister. In der G r u p p e 2 der Deutschen Meisterschafts- Endspiele sicherte sich der FC. Schalke 04 nun auch punktemäßig den Sieg der Gruppe und damit die Teilnahme an der Vorschlußrunde. Die Schalter spielten in Stettin vor 6500 Zuschauern gegen den einheimischen Pommernmeister Stettiner SC. und siegten mit 6:0 (3:0). In die sechs Treffer teilten sich Pörtgen (2), Gellesch, Tibulski, Kallwitzki und Urban. Deutschland Zweiter in Brüssel. Die Briten Turniersieger. — Unsere Reichself nach zweimaliger Verlängerung nur knapp 3:2 unterlegen. Am Samstag wurde das Brüsseler Hockey-Länderturnier mit den Schlußspielen im Heyssel-Stadion beendet. Den Höhepunkt bildete der Kampf um den Turniersieg zwischen Deutschland und der britischen Elf, den die Briten knapp mit 3:2 (1:1) nach Zweimaliger Verlängerung zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Nach Ablauf der regulären Spielzeit stand das Treffen 2:2, und auch während der ersten Spielverlängerung änderte sich das Ergebnis nicht, erst während einer nochmaligen Verlängerung konnten die Vertreter Großbritanniens einen Treffer erzielen, der ihnen den Turniersieg einbrachte. Im Kampf um den dritten Platz konnte Holland, ebenfalls erst nach Verlängerung, einen 4:3-(l:l-) Sieg über Spanien verbuchen, nachdem das Spiel noch Beendigung der regulären Spieldauer 3:3 stand, und sich damit den dritten Platz hinter den Briten und Deutschland sichern. Stöer deutscher Kunsislugmeisser. In Stuttgart fanden am gestrigen Sonntag auf dem Cannstatter Wasen die deutschen Kunstflugmeisterschaften ihren Abschluß. Deutscher Kunstflug- meister wurde diesmal Fliegerkapitän Stoer (Berlin) mit 1475 Punkten vor Gsrd A ch g e l i s mit 1471 Punkten und Liefe! Bach (Heidelberg) mit 1049 Punkten. Auf dem vierten Platz endete Schwarmführer Meier (Darmstadt) mit 554 P. Skirennen auf her Zugspitze. Toni Bader gewinnt den Zngshitz-Pokal. Einen Riesenerfolg hatte die gestrige Schlußveranstaltung der Saison 1934/35 des Deutschen Skiverbandes mit den traditionellen Skirennen auf der Zugspitze. 170 Gemeldete hatten sich am Start zum Sprunglauf und Abfahrtslauf eingefunden. Die Veranstaltung begann mit dem Sprunglauf am Vormittag, zu dem 80 Teilnehmer angetreten waren. Als Sieger mit der Bestnote des Tages 222,2 und Sprüngen von 37,5 und 40 Meter ging Toni Bader SC. Partenkirchen hervor, der damit auch den Pokal der Zugspitzbahn-Gesellschaft gewann Ausgezeichnet sprang auch der Jungmanne Wiedemann vom SC. Oberstaufen, der mit 41 Meter den weitesten Sprung überhaupt stand. Im Rohmen der Feier des 75jährigen Bestehens von sechs Groß-Frankfurter Turnvereinen fand am Sonntag im vollbesetzten Schumann-Theater in Frankfurt a. M. der K u n st t u r n - G a u k a m p f zwischen den Gauen Bayern, Mitte und Süd- west statt. Der Kampf endete mit einem überraschend glatten Siege der ganz ausgezeichnet besetzten bayerischen Mannschaft, die 963,9 Punkte errang. Der veranstaltende Gau-Südwest muhte auch noch den Gau Mitte vorbeilassen, der 930,5 Punkte erreichte. Südwest kam mit 903,5 Punkten nicht über den letzten Platz hinaus. Man hatte mit einem spannenden Kampf zwischen Bayern und Südwest gerechnet, während dem Gau Mitte keine besonderen Aussichten eingeräumt worden waren. Aber gerade die Vertreter des Mitte- Gaues waren die Ueberraschung des Tages. Nur zweimal, an den Ringen und am Reck, konnte sich der Gau Südwest vor den Thüringern behaupten, die in den übrigen vier Hebungen jeweils den zweiten Platz belegten und auch im Endergebnis einen immerhin klaren Vorsprung von 27 Punkten herausholten. Vollkommen unangefochten steuerten die Bayern von Anfang an ihrem sicheren Siege zu. Don Gerät zu Gerät dehnten sie ihren Abstand vor dem Gau Mitte weiter aus, und fast im gleichen Verhältnis fiel auch der Gau Südwest hinter den Thüringern zurück. Die schwachen -Leistungen der Südwest-Mannschaft, in der nur Ernst Winter den an ihn gestellten Ansprüchen gerecht wurde, sind wohl auf eine nicht ganz glückliche Mannschaftsaufstellung zurückzuführen. Eine andere Südwestmannschaft hätte wohl die 60 Punkte Differenz gegen den Gau Bayern auch nicht ausgeglichen, sie hätte aber sicherlich nicht so sang- und klanglos verloren. Nächst Ernst Winter gefiel in der Mannschaft nur noch der Oppauer Richard Reuther, während die übrigen vier durchweg von den Turnern der Gaue Bayern und Mitte übertroffen wurden. Bei herrlichstem Wetter fanden gestern die Wettkämpfe statt. In fast allen Disziplinen waren starke Felder am Start. Es wurden daher an die Kampfrichter große Anforderungen gestellt. Wie bei den vorausgegangenen Veranstaltungen, so hatte der DfB.-Reichsbahn auch diesmal ein Kampfgericht zur Stelle, das feine Aufgabe mit Verständnis erledigte. Dies ist ein wesentlicher Faktor zum Gelingen der Veranstaltung. Am Start waren Teilnehmer folgender Vereine: Sportklub 1880, I. G. Sportverein, Eintracht, Postsportverein und Polizeisportverein, sämtlich aus Frankfurt a.M. Tv. 1861 Eschwege, Reichsbahn-Turn- u. Sportverein Limburg, Tv. Heuchelheim, Tv. Lollar und die Gießener Vereine Tv. 1846, 1900 und VfB.- Reichsbahn Gießen. In fast allen Klaffen konnte man in den Siegern sehr gut veranlagte und auch bereits merklich geschulte Leute feststellen. Die Vorführungen der Frauenabteilung des DfB- Reichsbahn Gießen fanden starken Beifall. Die Frauen erledigten auch die schwierigsten Hebungen in eleganter Manier. Nachstehend die Ergebnisse: Klasse A. 100 Meter: 1. Rompel, 1880 Frankfurt, 11,9; 2. Bangert, IG. Frankfurt, 12; 3. Deutschmann, TD. 1861 Eschwege, 12,1 Sekunden. 400 Meter: 1. Will, Reichsbahn Limburg, 57,3; Anschließend fand der Abfahrtslauf statt, der vom Schneefernerkopf nach der Knorrhütte führte, bei einer Länge von vier Kilometer und einem Höhenunterschied von 800 Meter. Dabei erzielten die Frauen ganz hervorragende Leistungen, denn sie mußten als Erste über den stumpfen Schnee gehen. Sieger in der allgemeinen Klasse wurde G l e i s l - Partenkirchen in 4:02 Min., aber die absolute Best- zeit erzielte der in der Altersklasse startende Martin Neuner 1860 München mit 4:01. Bei den Frauen belegte Frl. G r a \ e g g e r • Partenkirchen in 5:52,4 den ersten Platz. Eine Zusammenstellung der Leistungen an den einzelnen Geräten ergibt folgendes Bild: Südwest Punkte 149,9 Darren Bayern Punkte 160,8 Mitte Punkte 156,0 Ouerpferd 152,5 147,1 139,1 Freiübungen 159,1 156,4 153,8 Ringe 165,7 158,0 159,6 Längspserd 152,7 147,6 134,4 Reck 173,1 165,4 166,7 Gesamt 963,9 930,5 903,5 Recht spannend gestaltete sich im Wettbewerb um den besten Einzelturner der Zweikampf Schwarz- mann — Winter. Nach dem Turnen an den Ringen hatte der Frankfurter eine knappe Führung von 0,7 Punkten erreicht, aber schon beim Pferdsprung, wo Schwarzmann für einen glänzend durchgeführten Sprung 29,6 Punkte, Winter dagegen nur 26,5 erhielt, fiel die Entscheidung zugunsten des Bayern. Winter lag damit 2,4 Punkte zurück, die er auch an seinem Spezialgerät, am Reck nicht aufholen konnte. Schwarzmann erreichte hier sogar 29,9 Punkte, Winter nur 29,5 Punkte, so daß sich der Vorsprung des Fürthers auf 2,8 Punkte ausdehnte. Mil 174,4 Punkten (Barren 28,2, Ouerpferd 28,8, Freiübung 29,8, Ringe 28,1 Lüngspferd 29,6, Reck 29,9) wurde der Deutsche kunst- turnmeister wieder einmal Erster, während Ernst Minter mit 171,6 Punkten (28,7, 28,9, 28,3, 29,7, 26,5, 29,5) Zweiter wurde. In den dritten Rang teilten sich die beiden Bayern Volz (Schwabach) und Stangl (München) mit je 166,3 Punkten. Die vier nächsten Plätze in der Einzelwertung belegten Die Thüringer Limburg (Ruhla), 161,6, Rödel (Greiz), 158,1, Tretner (Altenburg), 157,2 und P o p p (Schleiz), 154,9. 2. Schreff, IG. Frankfurt, 58,8; 3. Koch, 1900 Gießen, 59,5 Sekunden. 800 Meter: 1. Horn, Eintracht Frankfurt, 2,08; 2. Carnier, IG. Frankfurt, 2,09; 3. Bastian, Reichsbahn Limburg, 2:12,5 Minuten. 4X100-Meter-Staffel: 1. TV. 1861 Eschwege 47,6; 2. IG. Frankfurt Sportv. Frankfurt 47,9; 3 Eintracht Frankfurt 48,5 Sekunden. Weitsprung, Klasse A: 1. Emmel L, Eintracht Frankfurt, 5,71; 2. Hofmann, Eintracht Frankfurt, 5,62; 3. Emmel II., Eintracht Frankfurt, 5,61 Meter. Diskuswerfen: 1. Hermann, 1880 Frankfurt, 39,28; 2. Möller, TV. Eschwege, 33,39; 3. Presser, Eintracht Frankfurt, 32,49 Meter. Kugelstoßen: 1. Hermann, 1880 Frankfurt, 14; 2. Bangert, IG. Frankfurt, 12,55; 3. Möller, TV. Eschwege. 12,32 Meter. Klasse B. 50-Meter-Lauf: 1. Goß, 1900 Gießen, 6,3; 2. Jung, Eschwege, 6,3; 3. Kley, VfB.-Reichsbahn Gießen, 6,5 Sekunden. 100 Meter: 1. Loewe, 1880 Frankfurt, 11,8; 2. Rauecker, IG. Frankfurt. 11,8; 3. Jung, Eschwege, 11,9 Sekunden. 800 Meter: 1. Schimpf, Eintracht Frankfurt, 2:178,; 2. Schneider, Eschwege, 2:19,6; 3. Schlicht, 1880 Frankfurt, 2:21,8 Minuten. 4X100-Meter-Staffel: 1. 1800 Frankfurt 48,7; 2. IG. Frankfurt, 1. Mannschaft, 48,7; 3. IG. Frankfurt, 2. Mannschaft, 49,6 Sekunden. Hochsprung: 1. Hcko, Eintracht Frankfurt, 1,50; 2 Oldenburg, IG. Frankfurt, 1,48; 3. Ouennet, IG. Frankfurt, 1,48 Meter. Kugelstoßen: 1. Loewe, 1880 Frankfurt, 12,32; 2. Kley, DfB.-Reichsbahn Gießen, 11,80; 3. Goß, 1900 Gießen, 11,66 Metern Klasse C. 50 Meter: 1. Hüner, IG. Frankfurt, 6,9; 2. Par- low, Lollar, 7,1; 3. Heimpel, IG. Frankfurt, 7,4 Sekunden. 75 Meter: 1. Erich Rinn, Heuchelheim, 10,2; 2. Heimpel, IG. Frankfurt, 10,6; 3. Heinrich Mootz, DfB.-Reichsbahn, 10,8 Sekunden. 4X50-Meter-Staffel: 1. TV. Lollar 28; 2. IG. Frankfurt 28,8; 3. Polizei Frankfurt 29,2 Sekunden. Kugelstoßen: 1. Werner, Polizei Frankfurt, 9,95; 2. Heinrich Mootz, DfB.-Reichsbahn Gießen, 8,44; 3. Dewald, ViB.-Reichsbahn Gießen, 8,43 Meter. Weitsprung: 1. Rinn, TD. Heuchelheim, 4,79; 2. Heimpel, IG. Frankfurt, 4,43; 3. Hüner, IG. Frankfurt, 4,32 Meter. Klasse D. 50 Meter: 1. Adolph, 1900 Gießen, 7,8; 2. Kraft, 1900 Gießen, 7,9; 3. Schmidt, IG. Frankfurt, 8 Sekunden. 4X50-Meter-Staffel: 1. 1900 Gießen, 1. Mannschaft; 2. 1900 Gießen, 2. Mannschaft; 3. IG. Frankfurt. Weitsprung aus dem Stand: 1. Freilinger, 1900 Gießen, 2,05; 2. Klähr, IG. Frankfurt, 2,05; 3. Schmidt, Frankfurt, 1,94 Meter. Ballweitwerfen: 1. Kraft, 1900 Gießen, 55,50; 2. Schmidt, IG. Frakfurt, 53,55 ; 3. Schneuker, 1900 Gießen, 51,47 Meter. DfB.-Reichsbahn Gießen. vfB.R. I — Sportfreunde Wetzlar I 1:0 (1:0). Da einige Spieler nach Köln zum Länderspiel gefahren waren, mußten die Hiesigen mit einer Der- legenheitself, der man keinerlei Gewinnaussichten geben konnte, in Wetzlar antreten. Aber es kam anders, als man dachte. Die Ersatzspieler fügten sich gut in die Mannschaft ein, und wenn auch in technischer Beziehung nicht wie gewohnt gespielt wurde, so wurde dieses Manko durch erhöhten Eifer ausgeglichen. Die Wetzlarer Mannschaft hat den erwarteten Gegner abgegeben. Ihre überragenden Leute waren der Tormann, der rechte Verteidiger und der linke Flügel. Zur Gießener Mannschafts- kritik fei nur gesagt, daß keine Versager in ihren Reihen waren. Zum Spielverlauf ist zu berichten: Die Hiesigen haben Anstoß und spielen die erste Hälfte mit dem Wind im Rücken. Hierdurch bedingt sind die Gäste leicht feldüberlegen. Die Außen können sich aber vorerst nicht wie gewöhnlich durchsetzen, da die meisten Vorlagen durch den Wind ins Aus getrieben werden. Gut vorgetragene Angriffe der Gäste scheitern mehrmals an der glänzenden Abwehrarbeit des Wetzlarer Schlußmannes. Auf der Gegenseite setzen die Wetzlarer immer wieder ihren" linken Flügel ein. Als der Gießener Tormann einen schwach geschossenen Ball verfehlt, lag die Führung für die Gastgeber in greifbarer Nähe, aber Leut- heu f e r rettet zur Ecke. Der Halblinke der Wetzlarer, ihr gefährlichster Mann, kommt nicht zum Schuß, da die Gießener ihn immer wieder durch besondere Bewachung lahmlegen. Auf der Gegenseite spielt sich der Innensturm der Gäste gut durch. Döti Erben wandert der Ball zu W l o d a r e ck. Eine Körpertäuschung und der Ball landet unhaltbar im Wetzlarer Netz. Die Gießener führen mit 1:0. Weiter sind die Hiesigen im Angriff, und als Szponick eine Flanke des Rechtsaußen neben die Latte ins Aus schießt, war das Glück auf feiten des Gastgebers. Zwei Ecken für bie Hiesigen, die abgewehrt werden, dann ist Halbzeit. Nach Wiederbeginn gelingt es den Gastgebern, eine Viertelstunde lang das Spiel drückend überlegen zu ge» statten. Aber die Gießener Hintermannschaft hält auch dieser Drangperiode stand. Zwei Bombenschüsse von König hält der Gästetormann in überragender Manier. Die Gießener ziehen ihre Halbstürmer zurück und können, da diese die Aufbauarbeit übernehmen, gefährliche Angriffe einleiten. Szponick wird zweimal in letzter Sekunde behindert, so daß seine Schüsse über die Latte streichen. Das Spiel wird jetzt sehr hart. Ein Freistoß im Gießener Strafraum wird von den Gastgebern verschossen. In der letzten Viertelstunde sind die Gäste wieder in Front. Eine Erscheinung, die bei den Gießenern etwas Hngewohntes darstellt. Aber sie können trotz mehrfacher Gelegenheiten die gebotenen Chancen nicht ausnutzen. Als W l o d a » reck die gegnerische Verteidigung umgeht und zu dem alleinstehenden Halbrechten paßt, verschießt dieser eine sichere Torgelegenheit. BfB. 2. 3ugb. — Sportfreunde Wehlar 1. 3ugb. 1:6. Wie vorausgesehen, erlitten die Gießener bei den Wetzlarern eine Niederlage, deren Höhe auch dem Spielverlauf entspricht. Man sollte nicht immer den Hiesigen Gegner gegenüberstellen, denen sie körperlich nicht gewachsen sind. Kunsttum-Ltebenaschung in Frankfurt. Sau Bayern siegt vor Mitte - Südwest Letzter. III.Aationate leichtathletische Äaendivettkämpse des VsV.-Reichsbahn, Gießen. Hervorragende Ergebnisse. — Glänzender Verlauf der Veranstaltung. f) Lichtspielhaus Gießen Ab heute Montag ein ganz tolles Groß-Lustspiel mit Magda Schneider Wolf AlbaduRetty Theo Lingen Vorher: Z Ausgezeichnetes Beiprogramm und UfaeToiuWodie« 2868 a Spielzeiten täglich 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr Nat.-Soz. SrleosoDferoetforflonge.B. Ortsgruppe Gießen Kriegsbeschädigte, Kriegerhinterbliebene und Frontsoldaten! Hinein in die Nctt.» Soz.-Kriegsov ferner- Versorgung. Bis zum 15. b. M. Werbemonat Eintritt irei l 286?d Anmeldungen täglich v. 8 bis 16V, Uhr Bahnhofstraße 38, 3öng. ßonOlungsgetHlfedn) in Stenogr. und Schreibmaschine gut ausgeb., in Buchhalt, bereits gearb., mit schön. Handschrift, für eine hiesige Grohhandl. sofort ges. Schristl. Angeb. m.Zeugnisabschr. u.Ref.u.2901V an d.Gieß.Anzerg. Mietgesuche Laden mit Wohnung (3 Zimmer) m Gießen sofort zu mieten gesucht. Schrift!. Ang. m. Preis u. 2874 D an d. Gieß.Anz. Hpäictai mit guten Zeugnissen f. 18. Mai gesucht. 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