Der Beschluß des Mnisterrats AmFreitag erscheintFlandin in derKammer gcbungen !. März. (DRV.) Die französischen beschlossen. In nen Paris, 12. . Minister haben am Dienstagvormiltag drei Stunden lang getagt. 3m Mittelpunkt der Beratung stand die Frage der Erhöhung der Militärdienst zeit. Die Lange der Beratungen und die kürze der daraufhin ausgegebenen amtlichen Ver- ! lautbarung läßt die Vermutung zu, daß diese aus innerpolitischen Gründen einigermaßen heikle Frage noch nicht restlos geklärt zu sein scheint. Amtlich wird mitgeteilt, daß der Minisierrat die Maßnahmen geprüft habe, die von der Regierung getroffen werden und in allernächster Zeit dem ! Parlament unterbreitet werden sollen, um den Stellen-, Vereins., gemein, nühige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf-, Familienanzer- L dNranzäMe nach bin pr-ch-nden «-- - ' * setzentwurf einbringen. Bis Ende dieses ^onimers hofft man in Paris einen Ueberblick über die Lnt- Oie Einführung der zweijährigen Dienstzeit im französischen Heere. des aus der Feder einer sehr hohen militärischen Persönlichkeit ist ein Gradmesser. fahren zu bleiben und damit dem Heer immer noch etwas den Charakter eines Berufsheeres zu von einzelnen Nummern «folge höherer Gewalt Fernfprechanfchlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sietze« poftscheckkonlo: am Main 11686 Oer slaffelweise Llebergang so« auf dem Derordnungswege gefunden werden Für die April-Rekruten 18 Monate. - Für die Oktober-Rekruten zwei ^ahre Ur. 61 Erster Blatt Erscheint täglich,.außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Di« Illustriert« Gießener Familienblatter Heimattm Bild-Die Scholl« Monatr-Vezug5prei5: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 London, 12. März (DRV.) Die Erkältung i des englischen Ministerpräsidenten Macdonald hat . sich, wie von Downingstreet mitgeteilt wird, am Dienstag merklich gebessert. Er konnte das < Bett verlassen, mußte aber noch im Hause bleiben. । Vie verlautet, hat Macdonald jedoch mehrere Unterredungen mit seinen Kabinettskollegen über die politische Lage gehabt. Möglicherweise wird er bereits am Mittwoch wieder so weit hergestellt sein, daß er den Vorsitz bei der wöchentlichen Kabinetts- s i tz u n g übernehmen kann, auf der nach allgemeinen Erwartungen unter anderem die neuen Arbeitsbeschaffungspläne Lloyd Georges zur Sprache gebracht werden. Die Krankheit Macdonalds hat natürlich Gerüchte in Umlauf gefetzt, die sich mit seiner politischen Zukunft befassen. Die liberale Evening Rews behauptet, es feien die Gerüchte über einen bevorstehenden Rücklritt des Premierministers wieder aufgelebt. Ls fei unter feinen Mitarbeitern bekannt, baß er sehr abgespannt sei und in der letzten Zeit an Schlaflosigkeit gelitten habe, politische Freunde Macdonalds seien überzeugt, daß er bereits beschlossen habe, die Downingstreet in naher Zukunft zu verlassen und einen weniger anstrengenden Posten zu übernehmen, der es ihm ermögliche, im Kabinett zu verbleiben. Er könnte beipielsweise Präsident des Staatsrates an Stelle von Baldwin werden, der in diesem Falle das Premier- ministeramt übernehmen würde. Reuters Büro gibt am späten Abend folgende Darstellung: Trotz der amtlichen beruhigenden Mel- düngen über die Gesundheit Macdonalds laßt die Erkältung, an der Macdonald leidet, in politischen ! Kreisen Gerüchte Wiederaufleben, daß der preimer- minisker wegen seiner Abgespanntheit möglicher- - weise demnächst die Leitung des Kabinetts niederlegen werde. Jedenfalls geht die allgemeine Ansicht dahin, daß ein vollständiger Rücktritt vor den Festlichkeiten aus Anlaß des Reaierungsjubiläumes des Königs im Paris, 13. März. (DNB. Funkspruch.) Die Frage der Verlängerung der militärischen Dienstzeit hat, obwohl die Minister sich einmütig für diese Notwendigkeit ausgesprochen haben, einen lebhaften Streit entfesselt. Man nimmt an daß etwa 40 v. 5). der R a d i k a l s o z i a l i st e n gegen die RegierungSplSne Stellung netz- men werden. Diese Haltung der radikal,-zialtstischm Minderheit läßt sich nur aus w a h l t a k t ls ch en Erwägungen erklären. Die Erinnerung an die früheren Zeiten des Kartells be r L i n k en ls I immer noch nicht erloschen, da rm Mai die G e meindewahlen stattsinden, suchen viele radikalsozialistische Kandidaten nach einer Möglichkeit, ■mit Hilfe P ° liti, ch,« n d er- d^e n n d - r Unzufriedenheit zu meistern. Die Sozialisten ver- langen, daß neue Wahlen ausgeschrieben werden, und die Radikalsozialisten vertreten mit etwa 40 v. S). ihrer Anhänger den Standpunkt, daß aus allaemeinpolitischen Gründen die Forderung her Regierung in keiner Weise gerechtfertigt sei. Die Kampagne, die die pazifistisch eingestellten Kreise im Lande entfalten werden, könnte natürlich her Regierung allerlei Ungelegenheiten bereiten, aber im allgemeinen neigt man doch zu der Ansicht, daß, wenn die Regierung die Vertrauensfrage stellen wird, das Parlament trotz dieser unh jener Bedenken dem Beispiele des englischen Unterhauses folgen und Maßnahmen beschließen wird, die ihm im Rahmen der Landesverteidigung geboten zu | sein scheinen. Gerade die Franzosen, die bei zwei Revolutionen eine mustergültige Geschlossenheit gegen den äußeren Feind gezeigt haben, finden gewiß volles Der- ständnis dafür, daß die Wehrkraft eines Volks in erster Linie auf seiner Einheit beruht. Oer Aufstand auf Kuba zusammengebrochen. Havanna (Kuba), 13. März. (DNB.-Funk- spruch.) Infolge der energischen Maßnahmen der Regierung Mendieta wird die Revolte als zusammengebrochen angesehen. Die Der- kehrsarbeiter nehmen größtenteils b i e A r b e 11 wieder auf. Die Nationalrevolutionäre Partei gab die Teilnahme am Aufstand auf, da sie di» Streikbewegung als zu radikal und von Kommunist engeführt ansieht. Der britische Kreuzer „Drago n" trifft heute ein, um sich über die Verhältnisse in Havanna zu informieren. Die Regierung erklärte, baß bas Eintreffen bes Kreuzers hier bereits seit mehreren Tagen bekannt sei. In amerikanischen Regierungskrisen ist man her Ansicht, daß es der Regieruna Menbiet, gelingen wird, auf Kuba wieder geordnete Der- hältmsse herzuftellen. Seitdem Kuba volle Souveränität zuerkannt worden ift, befolgt man iw Washington streng eine Politik der Nichteinmischung. Obwohl die spanische Regt e r u n g soeben einen Kreuzer nach Kuba stand, immer gezwungen sinh '7* Einrichtungen den Möglichkeiten unseres ®e9”ers anzupassen Marschall P6tam schein zu vergeßen, daß der frühere französische Generalstabsch f beney in derselben Zeitschrift vor meßt langer Zeit,°lbst zugegeben hat, Frankreich fei Festungswall nahezu unangreifbar. Deo y hat die neue Mauer an Frankreichs Grenze f 9 für so stark erklärt, daß dem Geaner wahrscheinlich nichts anderes übrig bleiben wird, als sein r) in her Luft zu suchen. Einen Durchbruch aus b Erbe hält Debeney für aussichtslos. Marsch Pstain schreibt trotzdem: „Mangels genugenoer Stärke sind unsere Festungstruppen noch unvou- ständig. Darum ist unser Festungsgürtel, trotz Ausstattung mit starken materiellen Mitteln, oor einem Handstreich nicht sicher. Der Feind könnte sich l n d i e offen st ehenden Lücken einschleichen und das ganze System aus den Angeln heben. Wem diese Gefahr in Frankreich schlaflose Nachte bereiten sollte, dem sei als Nachttischlektüre das vor wenigen Jahren erschienene Buch des französischen Generals Dar ge „Die Wacht an unseren Grenzen empfohlen. In dieser Arbeit ist sehr anschaulich geschildert, wie die vollständige Besetzung der Festungswerke durch Reservisten aus den Im Gegensatz dazu wirb in Preußen tote in den meisten übrigen beutschen Staaten nach den Befreiungskriegen bas System der wahren ... , Volksheere unter Heranziehung berM aff e , e r f ch u ß d e r A u s f a l l j a h r e z u d e ck e n. der Tauglichen allgemein burch^efuhrt. Aift Ministerpräsident wird in den Kammern am Tr7ntbrCei|r,3»toenn S C X« Ä ***** Jings nur flögernb. Die unsicheren innerpolltischen geben. Flandin wird bekannt geben, daß die i m Verhältnisse her jungen dritten Republik lassen es April dieses Jahres ^gestellten Rekruten bis 1889 ratsam erscheinen, bei fünf D.ienst- Monate zu dienen haben. Die Regierung wird zu diesem Zweck von der ihr durch Artikel 14 des Rekrutierungsgefetzes gebotenen Möglichkeit einer Verordnung Gebrauch machen. Die im Oktober dieses Jahres einzuberufenden Rekruten Daß eine längere Dienstzeit vom militari sche n St a n d p un k t aus V or teile bieten würde, ist nicht zu bestreiten. Je langer die Ausbildung währt, desto gründlicher kann man sie betreiben, um so besser kann man vor allem Dienstgrade und Spezialisten schulen. Es ist ferner Zweifellos für das aktive Ausbilderpersonal weit angenehmer, nur einmal im Jahre mit Rekruten anfangen zu müssen, statt zweimal, wie dies äugen- blicklich in Frankreich der Fall ist.. Auch die Mobilmachung geht einfacher vor sich, je mehr Truppen schon im Frieden bestehen. All btes hat man aber 1930, als man sich zur einjährigen Dienstzeit entschloß, genau so vorausgewußt, rote heute Wenn also gerade jetzt in Frankreich so eifrig für eine Verlängerung der Dienstzeit geworben wird, wird man unwillkürlich an dieselbe Erscheinung tm Jahre 1913 erinnert Die eingeroechten Kreise glaubten 1913 wohl ebenso wenig im Emst an einen Angriff oon deutscher Seite, wie dies die Wissenden heute annehmen. Wenn also Frankreich geradejetzt glaubt, für die Erhaltung seiner militärischen Vor- Herrschaft in Europa ein übriges tun zu müssen, so können wir die daraus erkennbare h o h e re ® i n - schätzung unserer eigenen .Wider- standsf äh ig feit auf der Habenseite buchen. ... m;rb also wohl nach neuester in Trümmer Sie Dienstzeit in Frankreich. Don Major a. D. v. Betti. Frankreich ist von jeher ein Freund langer Dienstzeit gewesen. Es gehört zu den Merkwürdigkeiten der Entwicklungsgeschichte des Heereswesens, daß gerade jenes Land, das in der großen Revolu- fion als erstes in Europa ein neuzeitliches Dolksheer aufstellt, in den folgenden Jahren wieder den e n t g e g e n g e f e ß t c n Weg einschlagt. Das Heer ergänzt sich zwar nicht durch freiwillige Werbung, sondern durch Aushebung. Die Lange der Dienstzeit verhindert indessen, dem Gedanken des Dolksheeres entsprechend, alle Taugli ch e n auszubilden. Das Heer trägt infolgedessen die Merkmale eines Berufsheeres. Die Machthaber halten gerade ein solches Heer für nötig. Nur eine Truppe, die längere Zeit m der Kaserne dem Einfluß aktiver Offiziere unterworfen wird, erhält ein so festes Gefüge, daß sie der Regierung als verlässiges Machtmittel auch gegen den Dillen des eigenen Volkes zur Verfügung steht. Die beiden Bonaparte, wie die 1815 zuruckkehrenden Bourbonen empfinden das Bedürfnis nach emer derartigen ihnen blind ergebenen Wehrmacht. eines Wechsels der Aemter zwischen Macdonald und Baldwin, wonach Baldwin Ministerpräsident und Macdonald Lordpräsident des Geheimen Rates werden würde. — Die Gerüchle von der Möglichkeit eines Rücktritts Macdonalds finden in den großen konfervativen Blättern keine Beachtung. Macdonald als „Soldat des Friedens". Vernachlässigung der Verteidigungsrüstuq eine schwere Pstichtversäumn»s. London. 13. März. (DNB.-Funkspruch.) Di- Zeitschrift „News Letter" veröffentlicht einen Aussatz des Ministerpräsidenten über bas englische Weißbuch. Macbonald führt u. a. aus, die Sprache bes Weißbuches wirke vielleicht auf' Leute, die sich an leere Redensarten hielten und schöne Worte mit einer Friedensvolitik verwechselten, wie ein elektrischer Schlag. Aber es fei klar, baß bie Politik Großbritanniens zwar frieblich sei, baß es aber bie selbstverst ä n b l i ch e n Erfordernisse her 23er- teibigung nicht vernachlässigen werbe. Das Weißbuch sei v o n e ine r e i n i g e n R e g i e- rung nach sorgfältiger Erwägung unh Durchsicht, die sich über viele Monate erstreckt habe, ausgegeben worden. Wenn es nicht ein Stiebens- ft ü ck wäre, würbe er, Macdonald, der Veröffentlichung niemals 3 u g e ft i m m t haben. Friede sei der leitende Gedanke. Großbritannien habe jahrelang seine Rüstungen ver nach- l ä s s i g t. Seine moralische Handlungsweise Jet irrtümlich als blinde Gleichgültigkeit ange eben worden und die Erhöhung der Rüstungen sei lustig roeitergegangen. Einen Monat um den anderen seien Nachrichten eingetroffen über Erhöhung nicht der Derteidigungs-, sondern der stärksten Anarifsswaffen. Als Soldat des Frie- ; d e N S und nicht als Militarist sei er der Meinung, ■ daß es eine schwere P s li ch t v e r s ä u m n i s wäre, die Frauen und Kinder der Nation tm Falle ’ eines Angriffes ohne Verteidigung zu lasten. Er 1 glaube, daß das Bewußtsein, daß diese Dorsichts- ' maßnahme getroffen werde, der Arbeit m Genf t helfen werde. erhöhung eintritt ober den, der sich gegen sie ausspricht? Außerbem hat die sozialistische Kammerftaktion 40 öffentliche Pr 0 testkunb - gegen bie Dienstzeiterhöhungsplane ^.l her Kammer selbst werben sich bie sozialistischen Abgeorbneten bem Anträge auf dringliche Beratung der Dienstzeiterhöhungsvorlage widersetzen, und zwar mit der Begründung, daß eine Aenderung der bestehenden einjährigen Dienstzeit nicht ohne Zustimmung bes Wahlkörpers in Frage kommen könnte. v , Man wird also in der nächsten Zett Kundgebungen erleben, die vielleicht Aufschluß geben können über die Stärke der Opposition gegen die Regierung, und auch über die Möglichkeiten des jetzigen Kabinetts, die allenthalben zutage tretende um bie le&ie }h fteben. Das Dritte Reich wird also wohl auf die 21bgeordneten und tue ffrirLi. sraniösischer Ansicht nicht so rasch ben 6er Kwte^ixs 3)eu$ gehen, wie es bie Smigrantenprefie vertunbet hat. belassen. Frankreich ist Erotz feiner geringeren Bevölkeoiqes ------- . rungszahl stets bemüht geblieben, bem putschen Jahre dienen. Die Regierung wird Friedensheer überlegen^ fein. Noch 1910 unö ||ouro j we i j >------- v-- 1911, at|o zu einer Zeit, zu der d'.e Bevölkerung n urmehr zwei Drittel der h p h t f ift e n erreicht, werden in Frankreich me i)r. «»»««» »— ------- -— . .. .... weiße Rekruten als in Deutschland eingestellt. Als wicklung der paktverhandlungen und die Aussichten 1913 der Vorsprung Deutschlands zu groß wird, ^er Wiederaufnahme der Arbeiten der Ad- werden zwei R e k r u t e n j a h r g a n g e aus rüstungskonserenz zu gewinnen. Kammer und Senat ^Dienstzeit fiL ^^utunft'^u f^r ä'Ä h r e foüai feinem stärkeren aktiven cheer in den ersten Ent- befinden. ^iöt^r^%a^naae^1ngs9 OpP0sltl0N frtX LlNlkN. Frankreich die sofortige ^QT. Auch ein Teil der Radikalsozialisten aus deutsche"cheer!°dcw "in^Belgien und Frankreich ein-1 Wahlrücksicht-N geg-N die Regierung, marschiert, ist dank der van Ansang an mit mar. fchierenben Reserveformationen e r b e b 11 d) U a r- ter, als es die französische oberste Heeresleitung angenommen hat. Unter dem ftischen Eindruck dieser Erfahrungen geht Frankreich nach dem Weltkriege zur e i n - einhalbjährigen und 1930 sogar jur einjährigen D i e n ft 3 e i t über. Wenn bie Reserve- formationen hoch schon von Anfang an in vorberste Linie gestellt werben können, ist es nicht mehr notig, bie aktive Armee burch gleichzeitige Anwesenheit mehrerer Jahrgänge bei ber Fahne Hebers ftarf zu halten. Man läßt bie Leute nurmehr fo lange dienen, als es ihre Ausbildung verlangt. Damit heute bemüht “ "müd. “Äte°in‘ einer Entschließung ihre Adleh. UM 1 Jahr länger en D 1 3ft är fde r e 3 M ,um Ausdruck gebracht. Sie verlangt eine Ä» * Lä S S!".L “ ww"l Wie immer, wenn Frankreich eine AuMtung — h'-?t^ ° n g e" l i^ch""d u^r ch Deutschland be. „zchstliegenden Dörfern beim ersten Sturmläuten droht wird Ärschall Päi°in schreibt m der nachM g Stunden oor sich gehen Revue bes Deux Monbes: „Es ist nicyi “n1cre tann. Schuld, daß wir seit ^71. d. h. s-'t lenem ^ayr Marschall Pätain scheint ferner zu vergeßen, daß in dem an unsere Grenze em durch seine Krall uno wmogy j a u se d e r l e 81 e N 1 8 I a h r e feine ehrgeizigen Pläne zu Furcht nd°s Reich ent Frankreich I^m L T Rese r ° e jahrg ° n. stand, immer gezwungen find, unsere m-litariW^ > ,j^jnh^lbjähriger oder spater m emiahri- ger Arbeit p la n m ä ß i g,a u s g e b, d e t hat. Deutschland Hot diesen militärisch geschulten Jahr- gänqen nichts gleichwertiges entgegenzu- ftellen. Das hindert Petain fteilich nicht, von 85 bis 100 deutschen verwenbungsbereiten Divisionen zu sprechen. Leider teilt er uns nicht die Zauberformel mit, durch die sie aus dem Aermel ^^ttelt roct’ h#n können. Angesichts dieser oon P^tain geschilderten Gefahr hält er natürlich eine Verdoppelung der derzeitigen ftanzoslschen für geboten. Dies erscheint ihm um so nötiger, als iekt die schwachen Rekrutenjahrgange als Folge des Geburtenau^alles während des Krieges zu erwar- ^n sind Dabei wird SJ.TiTutfÄ •«)*: L- Veräoerstärkung W zu Man gewinnt den Eindruck, daß f ch ttz um die letzte Feuervorbereitung vor.dem Sturm WM Macdonald mit Baldwin tauschen? Besserung im Befinden des Premierministers, aber Erörterung von Bücktrittsabsichten in der presse. 185.3att9«ng GletzenerAnzelger -> General-Anzeiger für Sberhesfen iiäs.Ä „nl p„lag: Brl„,w 1. sgUIUdl.., .»> — * *«' MN i '• v ••J|®Bi WH- MWW^ "E- »-x- . X i > - Mhk /T . Zugleich Reval richtshof i über den R heit weit h flikte geltet Sefreti N Hetzer U] beim söget ein Iah relegiei nischen! üchtlich be, der Minde im Nan schaft ei ijatte, in i clausus UniverM aehen hat! fremd et aus dem i Der akadei den Stand tretern bei persone hätte. Hei, bei h Berlin, rmsialtete bet W\V zu Won, zu b Staatssekretä puganbamini sitzende des 3 besonders hei seiner ftreubi Zusammentre den Herren biete, frei Deutschlands ständnis qu< betonte, datz ßnbe ansehe >n jeder hl Abends enl Ausspra Zahlreich er Dank ®Mre teilt mit: ! herzlicher ' schweres ($ innigsten < 6®»' Um de" * «ifö !<£ tinten Buenos j* Ml“ Jj» %TJ Ä tnt« ", Sr( Ur iW’ft 9er i--br-^ -j‘Sl es, als am rungsp°l Oberst R besetzlwr denen Gern heute W Rationalist des Regiert verneur Die gaNi in Marsch gesetzt hat, erachtet man eine solche Maßnahme in Washington noch nicht für notwendig. Sollten jedoch die Ereignisse auf Kuba zu einer ernstlichen Gefährdung der amerikanischen Bürger führen, so würde man zwar nach Havanna Kriegsschiffe schicken, um den Amerikanern Zuflucht zu bieten, keinesfalls würde man jedoch sich in dre innerpolitischen Streitigkeiten auf Kuba in irgendeiner Weife einmifchen wollen. Briefmarke zum Dolkstrauertag. Scherl-Bildmaterndlenst. Dom 15. Mörz ab gibt die Reichspost eine besondere Marke zum Dolkstrauertag heraus. Die neue Marke wird in den Werten von 6 und 12 Pf. ausgegeben und zeigt das Bildnis eines deutschen Soldaten im Stahlhelm. Sie wurde von dem bekannten nationalsozialistischen Zeichner M j ö l n i r (Schweizer) ge- schaffen. Senkung der Kirchensteuer. Berlin, 12.März. (DBB.) Der Reichs- und preußische 2U i n i ff e r für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Hal einen Erlaß hcrausgegeben, wonach für das Rechnungsjahr 1 9 3 5 eine allgemeine Senkung der Kirchensteuer vorzunehmen ist. In dem Erlaß heißt es: Das allgemeine Steueraufkommen, insbesondere das der Einkommensteuer fei seit dem Jahre 1933 ständig gediegen, auch habe sich die Gesamtwirtschaftslage erheblich gebessert, hiermit müsse auch eine erhebliche Besserung des Kirchensteueraufkommens verbunden fein, da die Kirchensteuer als Zuschlags st euer erhoben wird. Die Regierungspräsidenten und Oberpräsidenten sind daher angewiesen, bei Genehmigung der Steuerbeschlüsse dafür Sorge zu fragen, daß der Kirchensfeuersah um ein $ünffel niedriger geholfen wird, als er im Vorjahre war. Ausnahmen sind nur tn Fällen ganz dringender Bol- st a n d e zugelassen und für den Fall, daß es sich um nicht aufschiebbare Bauvorhaben handelt, die der Förderung der Arbeitsbeschaffung dienen. Der Lagerdienst der Referendare. Berlin, 12. März. (DNB.) Reichsminister der Justiz, Dr. G ü r t n e r, hat eine Verordnung über den weiteren Ausbau des Gemeinschaftslagers Hans Kerrl erlassen. Danach bleibt die Sager» dienftpflicht für Referendare aus den Bezirken, in denen nach den bisherigen Be- ftimmungen eine Sagerdienftzett vorgeschrieben war, bestehen. Der Lagerdienst ist während des Vorbereitungsdienstes vor dem letzten Ausbild ungs abschnitt abzuleisten und wird auf den Vorbereitungsdienst angerechnet. Für die Uebergangszeit tritt das Lagerleben an die S t e l l e des nach Abgabe der Hauptarbeit noch abzuleistenden Vorbereitungsdienstes. Da die Referendare sich in stetig zunehmendem Maße bei der SA., SS. und sportlichen Lehrgängen betätigen, soll der Lagerdienst in Zu- kunft mehr als bisher außer Gemeinschaftserziehung und Kameradschaftspflege den aus möglichst allen deutschen Gauen zusammenkommenden Referendaren geistige Anregung und Schulung in Vorträgen, Schulungskursen und freier Gruppenarbeit der Referendare bieten. Es soll also eine ernste Beschäftigung der künftigen Rechtswahrer mit den großen unser Volk bewegenden und für unser Volk bedeutungsvollen Fragen über das rein fachliche Arbeiten hinaus gesichert und den künftigen Rechtswahrern die Beeinflussung ihrer Berufsarbeit durch die Grundfragen des Volkslebens zum Bewußtsein gebracht werden. 58. Geburtstag Dr. Fricks. Berlin, 12. März. (DRB.) Anläßlich des 5 8. Geburtstages des Reichsmini ft ers D r. Frick versammelten sich zahlreiche hervor- ragende Mitarbeiter des Ministers, um ihrem Chef ihre Glückwünsche darzubringen. In den Mittagsstunden fanden sich die Staatssekretäre Pfundner, Trauert und Hier!, die mit ihren Ministerialdirektoren bzw. Arbeitsführern erschienen waren, ein. Unter den Erschienenen bemerkte man ferner General Dalue ge, Oberführer Hühnlein, Reichssportführer von Tschammer und Osten, den Kommandanten des Feldjägerkorps Fritsche, in Vertretung des SA.-Oberyruppenführers von Berlin-Brandenburg Gruppenführer U h l a n d , in Vertretung des dienstlich verhinderten Polizeipräsidenten von Berlin Polizeioizepräfident von Bredow, Oberst Dillenburger, ferner die Gauleiter Schwede und Simon und endlich zahlreiche persönliche Freunde des Hauses, darunter Dr. Buschkötter (Köln) und Professor Schuft er-Woldan (Berlin). Der Minister dankte für die ihm übermittelten Glückwünsche den Erschienenen herzlichst. Während draußen Wagen auf Wagen mit den Gratulanten vorfuhr, spielte zunächst das Blasorchester der Kriminalpolizei Berlin unter Leitung von Kriminalsekretär Gustav Schmidt. Dann folgte ein Konzert des Orchesters der Der- waltungspolizei unter Leitung von Ober» Musikmeister Teichcrt, der zu Ehren Dr. Fricks eine „Reichsmini st er -Frick - Fanfare" komponiert hatte, die als Abschluß des Konzerts zum erstenmal erklang und vom Minister mit Dank entgegengenommen wurde. Völliger Zusammenbruch der griechischen Revolution - Begeisterte Menschenmengen huldigen den Führern der siegreichen Regierung. Giegesjubel in Athen. Athen, 13. März. (DNB.) Das ganze arie- chifche Volk feiert die Niederwerfung des Aufstandes, der das Land in ein Blutmeer zu tauchen drohte. An allen Straßenecken sind Lautsprecher aufgeftellt, die die Siegesfeier übertragen. Eine unabsehbare M e njd) enmenge bewegt sich durch die Straßen der Landeshauptstadt und führt Bilder von Tsaldaris, Kondylis und Metaxas mit. General Kondylis, der den Aufstand in Maze- donien niederwarf, ist im Flugzeug am Nachmittag in Athen eingetroffen und wurde von einer ungeheuren Volksmenge begeistert gefeiert. Don der Grenze der Stadt bis zum Hause des Ministerpräsidenten Tsaldaris bildete Militär Spalier. Immer wieder brachen die Volksmengen in begeisterten Jubel aus, als der siegreiche General im Wagen oorbeifuhr. Anläßlich der Feier sind sämtliche Geschäfte in Athen geschlossen. Allenthalben prangen die Straßen in Fahnenschmuck. Sämtliche Soldaten und Offiziere der Athener Garnison beteiligten sich spontan am Empfang Kondylis'. Riesige Menschenmengen veranstalten mit Pauken und Schreien, mit Freudenschüssen und Musik Kundgebungen und ziehen durch die Hauptstraßen zu dem Königin-Sophie-Boulevard, wo sich die Privatwohnung des Ministerpräsidenten Tsaldaris befindet. Die Menge führte zahlreiche Fahnen und Schilder mit sich mit den Aufschriften: „Tod den Verrätern", „An den Galgen mit Veni- selo s". Einige trugen Nachahmungen von Galgen mit der Ueberschrift: „Hängt alle Schufte auf". Der Platz vor dem Hause des Ministerpräsidenten war schwarz von Menschen. Ministerpräsident Tsaldaris erschien in Begleitung des Kriegsministers Kondylis und des Ministers M e - taxas auf dem Balkon. Alle drei Minister hielten Ansprachen an die Menge, in denen sie ihrer Freude über die letzten Ereignisse und die innere Befriedung des Landes Ausdruck gaben. Die Menge, die die Minister mit begeisterten Zurufen begrüßte, zerstreute sich dann in voller Ruhe und Ordnung. «Ni ZaimlS „ iechifche Volk. Athen, 12. März. (DNB.) Der Präsident der Republik Zairnis hat an das griechische Volk einen Aufruf gerichtet, in dem es u. a. heißt: „Hellenen! Nach der Niederwerfung des Aufstandes, der Griechenland von Grund auf zu zerstören drohte, und gegen den sich nicht nur das hellenische Volk, sondern auch die gesamte Weltöffentlichkeit gewandt hatte, ist es mein Wunsch, der Regie- rungdes Landes die Anerkennung der Nation dafür auszusprechen, daß durch ihre feste Haltung, durch ihre umsichtigen Maßnahmen und ihr rasches Zugreifen Bürgerkrieg und Selbstzerfleischung beschworen, das Vergießen von Bruderblut verhütet und Griechenland vorder nationalen Zerstückelung bewahrt worden ist, die mit so viel Ver- messenheit versucht worden ist. Als Chef der Streitkräfte spreche ich meine Glückwünsche allen Offizieren und Mannschaften der Armee, der Flotte, der Flugstreitkräfte, der Gendarmerie uno der Polizei aus, die durch ihre Ergebenheit der gesetzmäßigen Regierung gegenüber sowie durch ihre tapfere Anteilnahme an dem gemeinsamen Kamps gegen den Aufstand ein Blutvergießen vermieden haben. Hellenen, meine Eigenschaft als erster Staatsbeamter und die Tatsache, daß ich während meines langen politischen Lebens Zeuge einer großen Reihe geschichtlicher Ereignisse in Griechenland gewesen bin, geben mir das Recht, an das Volk Athen, 12. März. (DBB.) Denifelos hat an Bord des „Aweroff mit Admiral Derne- sticha» dem früheren Finanzminister M a r i s , vielen revolutionären Führern und venifelistischen Persönlichkeiten, die in den Aufstand verwickelt waren, Kreta verlassen. In Kreta hat man die Regierungsbehörden unter Befehl des Gouverneurs Apofkitis, der von den Aufständischen während der Revolution gefangengehalten worden ist, wieder in ihre Aemter eingesetzt. Bor ihrer Abreise von Kreta haben die aufständischen Führer die dortigen Staatskassen, Banken und Zollämter ausgeplündert. Der Kreuzer „Aweroff" hat Beniselos und die übrigen aufständischen Führer auf der zur Zwölfinselgruppe gehörenden Insel K a ff o s an Land gesetzt. Die geflüchteten Aufrührer befinden sich somit aus italienischem Hoheitsgebiet. Der Kreuzer „Aweroff" wird in das Arsenal von Salamis zurückkehren und sich der Regierung zur Verfügung stellen. Bon amtlicher italienischer Seife ist am Dienstagabend die Bachricht betätigt worden, daß Beniselos von Italien sofort interniert .wurde. Er wird als politischer Flüchtling betrachtet und soll dementsprechend nicht aus- geliefert werden. Lin griechisches Unterseeboot, das sich der Aufstandsbewegung angeschlosfen hatte, hat nach einer Mitteilung von unterrichteter italienischer Seite die zur Zwölfinsel-Gruppe gehörende italienische Insel Papnos angelaufen. Die ita- lienischen Behörden haben die aus acht Offizieren, einem Zivilisten und etwa 30 Mann bestehende Besatzung sofort auf der Insel interniert. Griechische Flüchtlinge an der türkischen Küste. I st a m b u 1, 13. März (DNB. Funkspruch). Nach der Niederlage der Aufständischen in Griechenland trafen an verschiedenen Orten der türkischen Küste Kleinasiens veniselistische Flüchtlinge ein. So kam am Ausgang der Dardanellen ein Motorboot mit einem griechischen Divisionsgeneral, einem Oberst, mehreren anderen Offizieren und 26 Soldaten an. Sie waren vor IVe Tagen aus Kawalla geflüchtet, hatten das Aegä- ische Meer bei starkem Sturm überquert und waren zuerst auf der Insel Mytilene gelandet, die sie noch in den Händen der Aufständischen glaubten. Da aber diese Insel bereits wieder im Besitz der Regierung war, setzten die Flüchtigen ihre Fahrt nach der Türkei fort. Bei ihrer Ankunft waren sie völlig erschöpft. Von den Türken wurden sie entwaffnet und interniert. der Hellenen den Aufruf zu richten, Ordnung zu bewahren, der Regierung zu gehorchen und untrennbar zu bleiben in dem Vertrauen auf das Vaterland und seine Zukunft!" Etwa gleichzeitig kam an einer anderen Stelle der kleinasiatischen Küste ein zweites Motorboot an, auf dem sich der von Beniselos eingesetzte Gouverneur der Insel Mytilene, einige Marineoffiziere vom Kreuzer „Aweroff" und der aufständische Platzkommandant befanden. Sie mußten die Insel verlassen, da auf die Nachricht vom erfolgreichen Vormarsch der Regierungstruppen in Mazedonien und Thrazien die Streitkräfte der I n f e l, die zeitweilig Partei für Beniselos genommen hatte, wieder zur Regierung ubergegangen waren. Sie hatten nach Athen gefunkt, daß sie sich der Regierung wieder zur Verfügung stellten. Die Insel Mytilene war bekanntlich von Mannschaften des Kreuzers „Aweroff" besetzt worden. Die geschlagenen Rebellen. General Kamenos über die Ursachen der Niederlage in Thrazien. Sofia, 12. März. (DNB.) General Karne- n o s, der, wie wir gestern schon gemeldet haben, mit seinen Begleitern in Karlowo interniert werden soll, schilderte einem Pressevertreter den Zusammenbruch der Revolution in Mazedonien und Thrazien. Die Uebermacht der Regierungstruppen, so erklärte er, sei zu groß gewesen. Er selbst habe Aushebungen innerhalb der Zivilbevölkerung vorgenommen, jedoch habe es an Ausrüstungsmaterial gefehlt. Die Revolutionäre hätten sich schließlich gezwungen gesehen, vor der vierfachen Uebermacht den Rückzug über b i e Struma nach der bulgarischen Grenze anzutre- ten, wobei sie unter den B o mbenslugzeu- ge n der Regierungstruppen stark zu leiden gehabt hätten. Als die Niederlage der Aufständischen offenkundig geworden sei, habe er mit den Offizieren seines Stabes zunächst die Absicht gehabt, über Dedeagatsch nach der Insel Kreta zu flüchten. Dies sei indessen durch das verspätete Eintreffen des Kreuzers „Aweroff" vereitelt worden. General Kamenos wandte sich gegen die Nachrichten, daß sein Stab über 60 Millionen Drachmen mit nach Bulgarien genommen habe. Alle geflüchteten Offiziere verfügen zusammen nur über 185 000 Drachmen, die ihr persönliches Besitz- tum darstellten. General plastiras wieder in Marseille Paris, 12.März. (DNB.) Der griechische General Plastiras, der in Italien auf den Sieg der Aufständischen gewartet hat, um nach Griechen- land zurückkehren zu können, befindet sich seit der Mitternachtsstunde von Montag auf Dienstag wieder in Marseille. Er lehnte cs ab, irgendwie zu den Vorgängen in Griechenland Stellung zu nehmen. Beniselos von italienischen Behörden interniert Auf eine Insel des Dodekanes! geflüchtet. neu, in die die deutschen Namen in Südtirol umgeändert werden sollen. Unter den neuveröffentlichten Namen befindet sich auch der Name Hitler, für den Senator Tolomei zwei italienische Formen vorschlägt, und zwar Dalia Capana (von der Hütte) ober Casolari. Prof. Giankevicius plädiert im Memel-Prozeß. Somno, 12. März. (DNB.) Im Prozeß gegen die Memelländer wurden am Dienstag die Plädoyers der Verteidiger fortgesetzt. Der litauische Staatsrechtler Professor Stankevicius, der die Neumann-Leute verteidigt, betonte den litauischen Standpunkt, wenngleich er die deutsch-litauischen Beziehungen versöhnlich auffafjte. Er wies darauf hin, daß die Zeugen offenbar unter dem Druck der Polizei widersprechende Aussagen gemacht hätten. Die Autonomie habe von den verbotenen beiden Parteien schon deshalb nicht bekämpft werden können, weil schließlich erst durch die Autonomie die Selbständigkeit und das Deutschtum überhauvt nur erhalten worden seien. Die finanziellen und kulturellen Beziehungen, die von früher her zwischen Deutschland und dem Memelgebiet bestanden hätten, seien nicht von heute auf morgen zu lösen. Die Anklageschrift beschäftige sich aber zu zwei Dritteln mit Vorgängen aus der Zeit vor Gründung der beiden verbotenen Parteien. Die Bewegung habe spontan von Deutschland auf das Memelgebiet übergegriffen. Es fei bemerkenswert, daß zuerst die Jugend von ihr erfaßt worden fei. Wie sehr man mit diesem Ueberschäumen der Jugend habe rechnen müssen, ergebe sich daraus, daß der damalige litauische Gouverneur ein deutsches Mitglied des Direktoriums gefragt hat, ob es nicht möglich fei, diese Bewegung in einer neu ju gründenden Partei aufzufangen. Die Anregung zur Gründung der jetzt angeklagten Parteien sei demnach von einem litauischen Gouverneur ausgegangen. Besonders unterstrich Professor Stankevicius, daß ein bewaffneter Aufstand geheim vorbereitet würde, nicht aber durch eine öffentliche Propaganda, wie sie die Jugend dauernd für die beiden Parteien im Memelgebiet getrieben hätte. Von einer Uniformierung zu reden, fei ebenfalls abwegig, da selbst nach der Anklage die Anzüge der Parteimitglieder von verschiedener Farbe und verschiedenem Schnitt gewesen seien. Es sei völlig unsinnig zu glauben, ein 70 Millivnen-Vvlk, mit dem die ganze Welt rechne, würde seine ganze Kraft auf eine kleines Nachbarvolk konzentrieren. Die Wiedergeburt Litauens fei im übrigen erst mit Unterstützung Deutschlands m ö g « I i ch gewesen, während Rußland das litauische Volkstum aufs schärfste unterdrückt habe. Die in der Anklage aufgeworfenen Fragen weltanschaulicher Natur hätten mit den Angeklagten überhaupt nichts zu tun. Fernsprechverkehr zwischen Berlin nnd Tokio. Am Dienstag ist der Fernsprechverkehr zwischen Berlin und Tokio eröffnet wovden. Als erste Gespräche sind Begrüßungsansprachen zwischen dem Reichsminister des Auswärtigen und dem Reichs- vostminister und dem japanischen Minister des Auswärtigen und dem japanischen Derkehrsminister ausgetauscht worden. Außerdem wurden Ansprachen gewechselt z wischen dem Reichsleiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, sowie dem Präsidenten der Reichswirtschaftskammer einerseits und dem Vertreter des Internationalen Kultusinstitutes in Tokio und dem Präsidenten des Verbandes der japanischen Handelskammer andererseits. Der japanische Botschafter Vicomte Musha - k o j i unterhielt sich mit dem früheren japanischen Botschafter in Berlin Dr. Nagai. Anschließend sprach der deutsche Botschafter von Dirks en. Dann sprach der Präsident der deutsch-japanischen Gesellschaft Admiral Behncke mit dem Präsidenten der japanisch-deutschen Gesellchaft in Tokio, Prof. Dr. Tatfukichi ° Jrisawa. Es folgten Volkslieder aus Tokio und Berlin. Mit den Nationalhymnen der beiden Länder fand die Feier ihren Abschluß. Die Eröffnung des Fernsprechverkehrs fand in festlichem Rahmen im Zentralfern sprech- Scherl-Bildmaterndlenst. amt von Tokio statt, das mit den Flaggen beider Länder geschmückt war. Die Verständigung mit Berlin war ausgezeichnet. Die gehaltenen Reden, in denen die guten Beziehungen zwischen Japan und Deutschland hervorgehoben wurden, haben in Tokio Anerkennung und Zustimmung gefunden. Die Presse weist auf die Bedeutung des Telephonverkehrs hin, der die politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder vertiefe. Unser Bild zeigt die Gesprächsteilnehmer in Berlin. Ganz links sieht man Rcichsverkehrsminifter Fhrn. E1 tz von Rübenach, rechts neben ihm Außenminister Frhrn. vonNeurath und Reichsleiter Alfred Rosenberg. Neben dem Reichsverkehrsminister fitzt der japanische Botschafter Vicomte M u s h a k o j i. Die Ztatianifierung der deutschen 7!amen in Südtirol. Bozen, 12. März. (DNB.) Nunmehr ist der zweite Teil des von dem Senator Tolomei zusammengestellten Verzeichnisses von 5 00 00 italianifierten Namensformen erfchie- Schwierigkeiten in Argentinien ttm den Gouverneur von Buenos Aires. Buenos Aires, 13. März. (DNB. - Funk- fprud).) Eine erbitterte innerpolitische Fehde, die schon feit längerer Zeit in der argentinischen Provinz Buenos Aires schwebt, hat am Dienstag eine krisenhafte Zuspitzung erfahren, die schwere Beunruhigung in ganz Argentinien auslöst, schon deshalb, weil der Bundesstaat Buenos Aires einen der reichsten und bedeutendsten Bezirke von Argentinien darstellt. Der Gouverneur der Provinz Martinez de Hoz geriet schon vor geraumer Zeit mit dem linken Flügel seiner Partei, den National- demokraten in Streit. Die linken National- demokvaten verstanden es, die Volksmenge aufzuwiegeln. Mit bewaffneter Hand wurde anfangs Februar in der Provinzhauptstadt La Plata der Regierungspalast genommen und der Gouverneur zum Rücktritt gezwungen. Erst am Tage daraus wurde er durch Truppen der Zentralregierung wieder in sein rechtmäßiges Amt eingesetzt. Die Folge dieser Vorgänge war eine Umbildung des Provinzialkabinetts, bei der die Minister aus den Reihen der äußersten Rechten entnommen wurden, was neue Erbitterung schuf. Die Nationaldemvkraten beantragten darauf gemeinsam mit dem sozialistischen Block beim Provinzialparlament die Absetzung des Gouverneurs. Im Senat ist der An- trag bereits durchgegangen. Wie ein Auftakt zu kommenden Ereignissen wirkte es, als am Dienstagnachmittag der Regie- rungspalast in La Plata von einem Oberst Kinkelin mit 200 Legionären besetzt wurde. Kinkelin hat seinerzeit dem verstorbenen General Uriburu nahegestanden; er gilt heute sogar als einer der Führer der extremen Nationalisten. Wie er erklärte, erfolgte die Besetzung des Regierungspalastes zum Schutze des Gouverneurs. Die ganze argentinische Oeffentlichkeit zeigt sich sehr erregt über die Vorgänge, die allmählich über den Rahmen einer reinen Provinzialangelegenheit weit hinausgewachsen sind, ernste innere Konflikte gelten als nicht ausgeschlossen. Befremdende Behandlung deutscher Studenten in Dorpat. Reval, 12. März (DNB.) Der akademische Gerichtshof der Universität Dorpat hat den Vertreter der Deutschen Studentenschaft beim sogenannten Studentenparlament Tantos für ein Jahr von der Universität Dorpat relegiert. Tantos hatte das Vorgehen der e ft - nifchen Vertreter der Studentenschaft als verächtlich bezeichnet, weil diese, ohne die Vertreter der Minderheiten davon in Kenntnis zu setzen, im Namen der gesamten Studentenschaft eine Denkschrift an die Regierung gerichtet hatte, in der die Einführung des numerus clausus für die Minderheiten an der Universität Dorpat gefordert wurde. Dieses Vorgehen hatte in deutschen Kreisen stärkstes Befremden erregt. Die Angelegenheit wurde mcht auf dem üblichen studentischen Wege ausgetragen. Der akademische Gerichtshof in Dorpat hat stch auf den Standpunkt gestellt, daß Tantos in den Vertretern der estnischen Studentenschaft Beamten- personen der Universität beleidigt hätte. Heichsminiffer Dr. Goebbels bei den SluSlandsjournalisten. Berlin, 13. März. (DNB.) Am Dienstag ver- anstaltete der Verein der ausländischen Presse zu Berlin einen Bierabend tm Hotel Adlon, zu dem Reichsminister Dr. Goebbels, Staatssekretär Funk und weitere Herren des Propagandaministeriums erschienen waren. Der Vorsitzende des Vereins, Louis P. L o ch n e r, begrüßte besonders herzlich Reichsminister Dr. Goebbels, der seiner Freude Ausdruck gab, daß dieses zwanglose Zusammentreffen der Herren der Auslandpresse mit den Herren seines Ministeriums die Gelegenheit biete, frei und offen alle Probleme des neuen Deutschlands zu erörtern und so manches Mißverständnis aus der Welt zu schaffen. Dr. Goebbels betonte, daß er es gerade als seine besondere Ausgabe ansehe, die schwierige Arbeit des Journalisten in jeder Hinsicht zu erleichtern. Im Verlaufe des Abends entwickelte sich eine rege und fruchtbare Aussprache zwischen Dr. Goebbels und den zahlreich erschienen Auslandjournalisten. Danksaguna der Srou Schemm. Bayreuth, 12. März. (DNB.) Frau Schemm teilt mit: Tiefbewegt von den zahllosen Beweisen herzlicher Teilnahme bitte ich alle, die mir mein schweres Schicksal haben tragen helfen, meinen innigsten Dank entgegenzunehmen. Frau Babette Schemm zugleich im Namen der übrigen trauernden Hinterbliebenen. * Die Pressestelle des Hauptamtes für Erzieher und des NSLB. teilt mit: Der tra- lstchs Tod ttnfgreg Hauplamisleiters ) ans Schemm zeigt uns, wie viele tausende deutsche Erzieher und Volksgenossen ihre innige Liebe dieser Jdealgestalt eines deutschen Erziehers geweiht hatten. Es ist unmöglich, für die rührenden Beweise inniger Anteilnahme einzeln Dank zu sagen. Es soll aber in dem Gelöbnis zu dem letzten Vermächtnis Hans Schemms bestehen: Die Treue zu halten, die er uns gehalten, und treu unserem Führer zu sein, damit Hans Schemm mitten unter uns bleibe. Kunst und Wissenschaft. Der Erfinder der Kunze-Knorr-Vremse gestorben. In Mauderode bei Nordhausen st a r b im Alter von 80 Jahren der Ministerialrat a. D. und Geh. Oberbaurat Dr.-Jng. h. c. Bruno Kunze. Kunzes Lebenswerk war die Ausgestaltung und Verbesserung der Luftdruckbremse, die eine entscheidende Erhöhung der Sicherheit im Eisenbahnverkehr brachte. 1918 wurde die moderne Güterzug. Druckluftbremse Kunzes allgemein bei der Eisenbahn eingeführt. Sie brachte große betriebliche Vorteile und Ersparnisse. Kunze entwickelte auch das Prinzip der Schnellbahnbremse, führte den Bremsdruckregler ein und erfand die in aller Welt bekannte Kunze-Knorr-Bremse. Seine Ver- dienste wurden durch die Verleihung des Ehrendoktors und anderer hoher Würden anerkannt. Der Diener Bildhauer Edmund Hellmer f. In Wien starb der bekannte Bildhauer Edmund Hellmer. Hellmer war einer jener Künstler, die Neun Wiener Skiläufe« In den Niederen Tauern ereignete sich bei Schlad- ming (Steiermark) ein schweres Lawinen- unglück. Tleun Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines Skilehrganges aus Wien wurden dabei gelötet. Am INontagnachmiltag üblen 25 Teilnehmer eines Skilehrganges des deutschen Schulvereins Südmark aus Wien zwischen der Neuerhoffalpe und der Ursula-Alpe, plötzlich löste sich ein Schneebrett und verursachte eine Staublawine. 13 Teilnehmer des Kursus wurden mitgerissen, neun von Don unserem Son Leipzig, 11. März 1935. Seitdem Adolf Hitler die Parole ausgegeben hat, die deutsche Rohstoffversorgung soweit nur irgend möglich aus dem eigenen Lande sicherzustellen, hat mit einem Schlage eine wahre Revolution auf diesem Gebiete eingesetzt. Unsere Wissenschaftler und Techniker haben sich sofort mit größter Energie an die Lösung der hier vorliegenden Probleme gemacht — und in erstaunlich kurzer Zeit ist mehr erreicht worden, als selbst die kühnsten Optimisten für möglich gehalten hätten. Wie außerordentlich rasch diese Entwicklung fortschreitet, davon kann man sich diesmal auf der Messe an zahllosen Stellen überzeugen — in der kurzen Zeit von nur einem Jahre, das uns von der vorigen Frühjahrsmesse trennt, ist wieder eine ganze Reihe von wichtigen Neuerungen und Verbesserungen der bisherigen Verfahren erreicht worden. Da ist etwa die T r e i b st o f f r a g e. Sie wird ja keineswegs nur dadurch gelöst, daß unsere Chemiker die Gewinnung deutscher Treibstoffe in einem rapid steigenden Umfange ermöglichen — die heutige Technik muß nun auch d i e Moto- ren zur Verfügung stellen, die mit den neuen Treibstoffen betrieben werden können. Das hat sie getan — diese Messe beweist es. Wir sehen zahlreich e neue Konstruktionen von enkscheldend an der Gestaltung des Wiener Stadtbildes mitgewirkt haben. Zahlreiche Denkmäler, so vor allem das sehr bekannte Goethe-Denkmal am Ring, das Johann-Strauß-Denkmal im Stadtpark, das monumentale Kaiserin Elisabeth-Denkmal im Dolksgarten und die beiden großen Brunnen an der Wiener Hofburg, die symbolisch die österreichische Macht zu Wasser und zu Land darstellen, und ein Türkensiegesdenkmal stammen von seiner Hand. Außerdem gibt es an den verschiedensten Plätzen Wiens kleinere Statuen aus seiner Werkstatt. Der Erfinder der Pupin-Spule gestorben. Professor Michael Pupin ist in Neuyork, 76 Jahre alt, an Arterienverkalkung gestorben. Pupin war international bekannt als Erfinder auf dem Gebiet der drahtlosen Telegraphie und Telephonie und der Röntgensttahlen. Die bekannteste Erfindung ist wohl die Pup in spule, eine in lange Fern- sprechleitungen einaeschaltete Induktionsspule zur Verminderung der schwächenden Wirkung der Leitungskapazität, wodurch erst das Telephonieren auf weite Strecken möglich wurde. Professor Pupin wurde 1858 in Jdvoer in Ungarn geboren. Seit 1874 lebte er in Amerika, wo er 1901 als Professor an die Columbia-Universität in Neuyork berufen wurde. Eine Schwester Dietrich Eckarts gestorben. In München ist die einzige noch lebende Schwe- ster Dietrich Eckarts, die Arztwitwe Maria Hasselwander, im Hause ihrer Tochter plötz- lick und unerwartet im Alter von 71 Jahren ver- scyieden. iiick in der Steiermark. ums Leben gekommen. ihnen wurden getötet. Bier Personen konnten gerettet werden. Bon Schladming aus ging noch am Abend eine Rettungsmannschaft an die Hnglücks- sielle ab. Bei den ums Leben gekommenen Personen handelt es sich durchweg um Diener. Sechs Leichen konnten bisher geborgen werden. Alle jüngeren Danner der Orte Schladming und Pichl im Ennstal sind zur Hnglücksstätte aufgebrochen, um an den Bergungsarbeiten teilzunehmen. Heber den Hergang des Unglücks konnte noch kein genaues Bild gewonnen werden. Den Leiter des Skilehrganges scheint keine Schuld zu treffen, es fei denn, daß er die Hebungen abhielt, obwohl zu der Zeit, als er mit feinen Leuten zu den Hebungen ging, ein furchtbarer Sturm herrschte. Die Niederen Tauern gelten übrigens als ein ideales Skigelände und als verhältnismäßig lawinenficher. Die Angehörigen der Verunglückten wurden von den Behörden über das furchtbare Ereignis verständigt. * Das Unglück in den Niederen Tauern ist die drittgrößte Lawinenkatastrophe seit Bestehen des Skisportes in Oesterreich nächst dem Unglück auf dem Sonnblick 1928, das zwölf Todesopfer und den auf dem Schneeberg 1910, das 13 Todesopfer forderte. Die Lawine, die das Unglück verursachte, war eine sogenannte Grundlawine, nicht besonders breit, aber sehr tief. — Wenn alle Leichen geborgen sind, sollen sie in feierlichem Lei- chenzuge zur Totenkammer in Schladming gebracht werden. Vergasermotoren, die auf den Betrieb mit deut sch em Spiritus und deutschem Benzol eingestellt sind, wir finden Dieselmotoren, die deutsches Braunkohlenteeröl und deutsches Steinkohlenteeröl verarbeiten. Auch Leuchtgas kann ohne weiteres als Treibgas verwendet werden, man kann aber das Gas auch an Ort und Stelle mit Hilfe eines Gasgenerators aus Holz, Anthrazit ufw. erzeugen. Diese Entwicklung schreitet offensichtlich sehr rasch vorwärts. Ein großes staatliches Kraftwagen- unternehmen will jetzt nicht weniger als 600 Omnibusse auf Treibgas umbauen, das städtische Gaswerk Leipzig lieh zu dieser Messe Personenwagen und Omnibusse laufen, die nicht mehr mit Benzin, sondern mit städtischem Leuchtgas betrieben werden. Das alles ist das Ergebnis der chemisch-technischen Arbeit von wenigen Monaten. Diese Messe zeigt uns, daß wir in einem einzigen Jahre geradezu erstaunlich weit in der Richtung auf die Schaffung einer rein deutschen Treibstoffgrundlage vorgeschritten sind. Wesentliche Fortschritte sind, wie die Messe zeigt, auch auf dem Gebiet der K u n st h a r z e und Kunstpreßstoffe erreicht worden, die bekanntlich aus deutschem Rohmaterial hergestellt werden können. Die Messe zeigt ein überraschend mannigfaltiges Angebot der verschiedensten Kunstharze — sie ersetzen den Harigummi und verringern daher unsere Kautschukeinfuhr, sie werden als Isolier» material, ferner zu Kapselungen für Hotoren usw. verwendet und ersetzen in durchaus vollwertiger Weise Metalle, die wir bisher einführen mußten. Ein neuer Kunststoff, der auf der Messe gezeigt wird, findet besonders viel Interesse: er besteht zu 90 v. H. aus Braunkohle, hat ausgezeichnete Jsolierungseigenschaften und ist geradezu erstaunlich billig. Di« Notwendigkeit, Deutschland auch in bezug auf Textilroh st offe vom Ausland so unabhängig wie möglich zu machen, hat dazu geführt, daß die Kunsts pi nnf aser in ihren verschiedenen Abarten eine ständig wachsende Bedeutung erlangt hat und diesmal auf der Messe eine noch größere Rolle als im Vorjahre spielt. Eine groß angelegte Ausstellung auf der Textilmesse zeigt wunderbare Stosse aus allen Gebieten der Textilindustrie, die durch Verwendung von Kunstspinnfasern entstanden sind. Neu sind beispielsweise buntbedruckte Vistra- Musseline, die 70 v. H. Vistra und 30 v. H. Wolle enthalten. Sehr interessant ist auch die Ausstellung von Erzeugnissen, die aus der Floxfaser — ein Zellulose--Produkt, das ungefähr die Eigenschaften der Baumwolle besitzt — hergestellt werden. Die neue Kunftspinnfaser wird mit Baumwolle ober Wolle vermischt; ein auf diefe Weise hergestelltes Seinen (60 v. H. Flachs und 40 v. H. Flox) hat die angenehme Eigenschaft, daß der Stoff völlig knitterfrei wird. Viel Interesse fanden noch die auf der Textilmesse gezeigten Herrenanzug st offe aus Wollstra, die einen ausgezeichneten Eindruck machten. Man muß sich natürlich trotz aller Erfolge auf diesem Gebiet darüber klar sein, daß noch mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden sind — vor allem inb d i e Preise der Erzeugnisse aus Kunstspinn- aser teilweise noch reichlich hoch, aber das wird ich wohl schon in absehbarer Zeit ändern. Die Qualität der neuen Erzeugnisse ist heute bereits so weit gesteigert worden, daß sich wenigstens die Mischgewebe von den Fabrikaten aus Naturfasern nur noch unwesentlich unterscheiden. Das Ausland zeigte sich diesmal für die Kunstspinnfaser- Erzeugnisse sehr interessiert, denn mit der Vistrafaser ist sozusagen eine neue Mode entstanden, der man in Paris und anderen Modezentren große Aufmerksamkeit schenkt. Dr. H. W o l t e r e ck. Iler leistungsfähige Zucht- und masttiere steigern die Erträge in der Schweinehaltung. v | Bringe die guten Anlagen und Eigenschaften zur vollen Entwicklung! Dazu gehört: L Setze Ferkel frühestens mit 8 Wochen ab. 2. Gib Ferkeln und Läufern Bewegung in frischer Luft. I. Bringe alle Schweine, auch die Mastschweine, in trockenen, zugfreien und hellen Ställen unter. Der Stratosphären-Flieger ProfP‘ccar itx Freude-auch am Nebensächlichen! Die Hauptsache bleibt selbstverständlich der sprichwörtlich gute Tabak von Ecksteins o. Mdst., dick u. rund, 3'/s Pf. Die Zigarette, bei der alles richtig ist, sonst würden von ihr nicht Milliarden geraucht! Wenn aber eine Beigabe so ganz anders ist, so fesselnd wie unser Sammelwerk „Die Nachkriegszeit von 1918 bis 1934“ wird niemand daran vorbeigehen. Es Ist außerordentlich Interessant, die Chronik einer Zelt aufzuschlagen, die man miterlebt hat. ■ W > F t'Z z ^MM Manche geachtete wen, be| weinden, Iolz jr Wäschebest "Och einen $etöer gii), Unnen, die wan hente e-ner Kode, ,®Qr' wiedk *°a M au ^nlichen Mt !Beöe: V konnnt S Schn« ,ut)lt mit ib 53*- x gEk eine«- fpuntefli % 4wuckk 8en"®' “Alten -°^en7' iS i! Ikl3.^ I lerne ? ö,e W ten 'n vl6 *= ?°n 1 RAr(1 te4t\ Der ^cl laufen >°! wo W/ ich-®., äpoil‘ eS man* m»d- L „®tne S) en«* 11 Üie?*; mW«*.! toolltn W di- B-? ist * tm werden! Frühling' eigentlich ei hat im Lai sparen ton und Sc entft'U bar| sich \ Neinemao kommt es Am sch schmerz ften Urfai Hexenschul örtliche, i aebung g kommen । Kreuz [eil kann nim Stelle Sä im Becker die Kreuzj und daß i als nach der Volksi durch ®ä' Auch bi Entzündu die so besi Ursachen Menschen, am Steißf zen ihren rungen! Aber 1 Müdigkeit haben tn< Warnung! zustand geworden, mutter ur lein! f)ier werben, bu man da Helf behandelt n Denn mi ausftW, 1 Schmerzen, oft von der Möglichst rungen in Übungen s . Fußs^ der Haus! falsch bet nämlich d das Geh Gewicht s Muskeln I stärkende ein paar Abhilfe sc Reichsbeamtentag dieses Jahres festgesetzt. F als Stadt des Reichsbeo Scherl-Bildmaterndienst. Zur im 70. Lebensjahre. 1461 d Gießen (Dammstraße 34), den 11. März 1935. 1449 D den 11. März 1935. 1460D Statt besonderer Karten. Gießen, am 13. März 1935. 1453 D Verschiedenes I 2 Tische 1 Kopierpresse 1 Gartenhaus. IMrän Edelweiß weih, fabrikneu, LUvIWCIU Gießen ol. Ruf3487 Die Direktion; Schelborn 1450 D Familie Karl Andreas Familie Ludwig Kahl. Krofdorf, Lollar, den 12. März 1935. 26,4 5,4 175,8 4,5 19,8 7,7 102,9 6,9 2,8 5,2 125 550 930 Mehlkiste Schrelbmasch.- Tisch mit Stuhl Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Mutter sagen wir unseren innigsten Dank. In Saarbrücken fand ein großer Appell des Kyffhäufer- Bundes statt, an dem 50 000 Frontsoldaten teilnahmen. Der Bundesführer Oberst a. D. Reinhard sprach bei dieser Gelegenheit zu den Frontsolda. ten der Saar. Man sieht auf unserem Bild Oberst Reinhard bei der Begrüßung kriegsverletzter saarländischer Bundesmitglieder. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Schneider Familie Adolf Hahn Familie Ferdinand Schieferstein Heinrich Karber und Frau und Verwandte. Nach langem schweren Leiden, mit Geduld und großer Ergebung getragen, ist meine liebe Frau, meine gute, treue Mutter Margarete Mulch, geb. Hartmann im Alter von 55 Jahren sanft entschlafen. Rödgen: 1,8 rm der Adlerroerke praktisch ausschied, dem er dann noch längere Zeit beratend angehörte, hatte er mit der Konstruktion des 2ldler-Primus einen durchschlagenden Erfolg. Die Konstruktionen des Adler- Standard und des Adler-Favorit sind auch fein Werk. Vermeiden Sie den „Waschtag“ MangelwäechePfd. 25? Naßwäsche... Pfd.18^ (Trockengewicht) Die Beisetzung findet am 14. März, nachm. 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. Großer Irontsoldaten-Appett in Saarbrücken. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 15. März, nachmittags 2 Uhr, statt. Riesiger Brand in der größten Oelraffinerie Englands. In den Awi-Petroleumwerken bei Southampton, der größten Oelraffinerie Großbritanniens, brach ein riesiges Feuer aus. In einem leeren, aber mit Petroleumdämpfen gefüllten Raum erfolgte eine Explosion. Das Feuer griff auf einen Nachbartank mit Oel über. Flammen von etwa 100 Meter Höhe loderten empor und waren in einer Entfernung von 25 Kilometern noch deutlich sichtbar. Die Feuerwehren von Southampton und kleineren benachbarten Ortschaften mußten sich darauf beschränken, ein Uebergreifen des Brandes auf weitere Tanks zu verhindern. Ein Hünengrab Im Taunus freigelegt. bei. Ümit, halber billig abzugeben. Neustadt 20. wo* Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Mulch Elisabeth Mulch. (3 jährig). Werkabitur, Vorbildung für die Berufe der Volksschule techn . Gewerbe-, Kunstgewerbe-, Musik-. Zeichenlehrerin, Jugendleiterin und soziale Fürsorgerin. Gediegene Ausbildung zur Hausfrau und Mutter. Für die Aufnahme in 02 ist der erfolgreiche Besuch der U 2 eines Lyzeums oder einer Knabenschule erforderlich. — Anmeldung zur O 2 und U 1 bis zum 20. März 1935. Drahth.Fox (2 Monate alter Rüde) auf den Namen „Peter" hörend, entlauf. Geg. Belohnung abzugeben, oioas Bleichstraße 301 R.D. O. u. Verott. 116 nehmen an der Garnison-Helden- gedenkleier a. 17.3., 9.30 Uhr teil.Befohl.Platz Einmündung der Kirchstraße inOs- waldsgarten. Anzug möglichst Uniform, ««d deren Tradition er auf das engste verknüpft war. Eine Reihe der erfolgreichen Adler-Modelle verdanken dem Verstorbenen ihr Entstehen; besonders verdient war Otto Göckeritz um den deutschen Kleinwagen, für dessen Pionier er gelten darf (Adler 4/7 PS 1908). Vor einiger Zeit zog sich Dr. h. c. Otto Göckeritz, der leidend war, ins Privat- I leben zurück. Doch noch ehe er aus dem Vorstand empfohlen. Zusammenkunft: Anneröder Weg — 12. Schneise Gießen, den 12. März 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Garten möglichst Nizza, Nahrungsberg usw. für sofort zu vacht. gesucht. Schr.Angeb.unt. 01020 a. d. G. A, Slaötmeatei nhcfeen 14Q4O Tonn., 14. Marz 20 bis 23 Uhr (GeickLVorsiell.) NS.-Kulturgem. Ring Deutsche Bühne. Kein Kartenverk. Salambo. Over in 3 Auszügen v.A.San« den. Musik vort L. Böttcher. Gesucht wird z. 1. Avril n. Butzbach ein erstes 9Q05möö®en Zeugnisse erbet. Näheres i.d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 1,520 In dem Taunusdorf Oberwallmenach werden „ Zeit Erdbewegungsarbeiten vorgenommen, bei denen man in einer Tiefe von 70 Zentimeter ein aus dem vierten Jahrhundert v. Ehr. stammendes Die Beerdigung findet am Freitag, 15.März, 13'/, Uhr, auf d.Frankf. Hauptfriedhof statt Von Beileidsbesuchen bitt, wir abzusehen. zu verkauf. 0102a Bleichstraße 10 Heute mittag 4 Uhr verschied nach kurzer Krankheit unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Marie Schneider Wwe., geh. Karber Kleine politische Nachrichten. Die Reichsleitung hat den Termin für den auf den 25. und 26. Mai Frankfurt a. M. wurde „;eichsbeamtentages bestimmt. Es wird mit einer Besucherzahl von mehr als 100 000 Beamten aus allen Teilen des Reiches gerechnet. etbtoiUt- tVevMatt mod. einger., el. Strom, mit groß. Kundenkreis, zu vervachten.Schr. Ang. unt. 01033 an d. Gieß. Anz. Freitag, den 15. März 1935, 9% Uhr beginnend, aus der Abt 49 (Stadtwald) und den Abteilungen 1b, 2b, 3, 4, 5a und 6a (Stotzenmorgen), Försterei 14516 Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeorl Frankfurt Das immer noch mächtige skandinavische Hoch» druckgebiet beginnt langsam abzubauen, beherrscht jedoch noch im weitgehendsten Maße die Witterung Europas. Daran ändert auch nichts, daß zur Zeit von Osten sich unserem Gebiet eine Bewölkunys- zone nähert, die uns vorübergehend nebelige Eintrübungen bringen wird. Die Berge werden im allgemeinen darüber hinausragen, auch kann späterhin wieder mit dem Durchbruch der heiteren Witterung für die Niederungen gerechnet werden. Aussichten für Donnerstag: Zunächst vielfach Nebel oder Hochnebelbildung, über Bergen meist heiter, ausgeglichenere Temperaturen und mittags nicht immer so warm, östliche Winde. Aussichten für Freitag: Wieder vielfach aufheiternd und Tagestemperatur erneut ansteigend. Lufttemperaturen am 12. März: mittags 10,7 Grad Celsius, am 12. März: abends 2,8 Grad; am 13. März: morgens —0,2 Grad. Maximum 11,2 Grad, Minimum —1,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. März: abends 0,2 Grad; am 13. März: morgens 0,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9,2 Stunden. Wintersport. Vogelsberg. Hoherodskopf: Heiter, — 2 Grad, nur im Oberwald 40 cm Gesamtschneehöhe, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Heiter, —7 Grad, 185 cm Gesamtschneehöhe, gekörnt, Ski und Rodel sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Heiter, — 3 Grad, 40 cm Gesarndschneehöhe, Firnschnee, Ski und Rodel sehr gut. Statt Karten! Meine liebe unvergeßliche Mutter, unsere liebe Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Tante Frau Luise Stephany Ww., geb. Schnabel ist heute im Alter von 82 Jahren von uns gegangen. tief er Trauer: Helene Hauber, geb. Stephany, und Angehörige. Frankfurt/M.-Süd (Hedderichstraße 59 E.), 0,9 .... ______ Das Holz aus dem Slolzenmorgen kann nicht vorgezeigt werden; vorherige Besichtigung wird dahee Aus aller Wett. Dr. h. c. Otto Göckeritz f. Nach längerem Leiden entschlief Dr. h. c. Otto Göckeritz, der langjährige technische Leiter der Adlerwerke vorm. Heinrich Kleyer AG. Der Verstorbene begann als einfacher Arbeiter am Schraubstock der Adlerwerke. Sein zielbewußter Wille und seine durch eigenes Studium erworbenen großen Kenntnisse ließen ihn bald zum technischen Betriebsleiter der Adlerwerke emporsteigen, mit Buchenscheiter 1. Klasse Eichenscheiter 1. und 2. Klasse Kiefernscheiter 2. Klasse Fichtenscheiter 1. und 2. Klasse Eschen- und Erlenscheiter 1. Klasse Eichenknüppel Kiefernknüppel Nächtliches Großfeuer in einem Berliner Elektrizitätswerk. Im Hochhaus der Elektrizitätswerke Südwest-AG. in Berlin-Schöneberg brach um Mitternacht Großfeuer aus. Als die Feuerwehr an der Brandstelle eintraf, stand das Hochhaus schon in solcher Ausdehnung in Flammen, daß sofort Alarm an alle Wehren gegeben werden mußte. Erst gegen morgens war die Brandstelle vollständig eingekreist. Das Hochhaus ist zum größten Teil vernichtet. Per- sonen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Der Betrieb des Werkes wird aufrecht erhalten. Bekanntmachung. Betr.: Aenderung der Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbestattungsordnung der Stadt Gießen. Durch den Erlaß des Reichsgesetzes über die Feuerbestattung vom 15. Mai 1934 ist die Aenderung der Gießener Vorschriften über die Feuerbestattung erforderlich geworden. Bevor die Genehmigung des Ministeriums beantragt wird, wird die abgeänderte Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbestattungsordnung auf Grund des Artikels 21III der Hessischen Gemeindeordnung vom 10. Juli 1931 acht Tage lang auf der Bürgermeisterei, Bergstraße 20, Zimmer 28, zu jedermanns Einsicht offengeleat. Die Offenlegung findet statt vom 14. bis einschließlich 22.2Uän 1935 während der üblichen Dienststunden. Während der Offenlegung können Einwendungen gegen die Ortssatzung bei der Bürgermeisterei schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. 14620 Gießen, den 11. März 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm. Brennholz-Versteigerung der Gtadt Gießen. Durch eine Bekanntmachung des Reichsschatzmeisters Schwarz wird verfügt, daß der Schlußtermin zur Vorlage von Anträgen auf Zuerkennung des Ehrenzeichens der NSDAP, auf Öen 1. Mai 1935 festgesetzt wird. Anträge, die nach dem 1. Mai 1935 gestellt werden, können keinesfalls mehr Berücksichtigung finden. * Der Reichs- und preußische Minister des Innern Dr. Frick hat den Leiter des rafsenpolitischen Amtes der NSDAP, im Stabe des Stellvertreters des Führers Dr. Walter Groß in den Sachverständigenbeirat für Bevölkerungs- und Raffenpolitik berufen und ihm gleichzeitig den Vorsitz in der Arbeitsgemeinschaft III (Erziehungsfragen) übertragen. Dr. Groß ist besonders durch seine rassen- und bevölkerungspolitische Aufklärungs- und Erziehungsarbeit hervorgetreten. Wer tauscht Gleichftr. 220 V gegen Wechselstr. 120 V: Radio,Te- lefunken(4Röbr.) Protos-Bohner, Cefonom, ftön, Bügeleisen? 01000 ffion.nioitreftr.161 Nachlässe vm», vi- 30 v. S. erhalten 6ie bet wiederholten Auf. nahmen einer Obstgarten an der Lahn ge- leg.,Gr.H50qm, ganz oder geteilt, zu verkaufen. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers. [ Kaufgesuciw~| Gebr. gut erhalt. SiüöenooQen ges. Schr.Ang.u. 01035 a.d.G.A. laZocMM billig abzugeben eventuell gegen schwerenWallack zu tauschen. ueeD Frankfurter Straße 159 v. Das Anwesen MtON 45 ist zu verkaufen. Kaufliebhaber werden gebeten, sich anRechtsan- waltFr.Engisch, Gießen, Bahnhofstraße 73, zu wenden. 01024 Reichsminister Dr. Goebbels besuchte am Dienstagnachmittag die Wassersport-Ausstellung. Mit großem Interesse besichtigte der Minister eingehend verschiedene Typen von Wasserfahrzeugen. Zum Schluß begrüßte er noch besonders herzlich die Reichsmarine auf ihrem Ausstellungsstand. * Der deutsche Gesandte in Helsingfors, Dr. Büsing, überreichte dem Präsidenten der Re- publik Finnland in feierlicher Audienz sein Abberufungsschreiben. Abschließend gab der Präsident dem Gesandten ein Frühstück, bet dem u. a. auch der finnische Außenminister Nackzell anwesend war. * In der Warschauer Handelshochschule hielt auf Einladung der Polnischen Oekonomischen Gesellschaft der Präsident des Deutschen Konjunk- turforschungsinstituts, Professor Dr. Ernst W a gern a n n, einen Dortrag über die „Krisenbekämpfung im internationalen Vergleich". Dem Vortrag wohnten Vertreter der polnischen Regierung, der Wissenschaft und Wirtschaft bei sowie das Diplomatische Korps mit dem deutschen Botschafter v. Moltke. Nach dem Dortrage veranstaltete der Warschauer japanische Gesandte Ito einen Empfang zu Ehren des deutschen Gelehrten. * Am 20. März läuft ein japanisches G e - schwader unter Führung des Admirals Taka- haschi zu einem Besuch der englischen Flotte in Singapur (Hinterindien) ein. Das japanische Geschwader will drei Tage in Singapur bleiben, als Beweis für das Freundschaftsverhältnis zwischen den Flotten beider Länder. Der Besuch eines ennglischen Geschwaders in Y 0 k 0 harna ist für den 25. August in Aussicht genommen. „ Fichtenknüppel „ Eschen-, Erlen- und Ahornknüppel „ Buchen- und Eichenknüppelreisig 1ÄL „ Fichtenknüppelreisig 1. Klasse Wellen Buchenreisig 3. Klasse „ E.chenreisig 3. und 4. Klasse „ Fichtenreisig 3. Klasse rm Eichen- und Fichtenstöcke. Eine japanische Handelsmission reist demnächst nach Brasilien ab. Die Regierung bringt gleichzeitig eine Vorlage zur Förderung ---- - i x der Auswanderung nach Brasilien ein. Zwei-> leben zurück. Doch noch ehe er aus dem Vorstand Hühntzngrab freklegen konnte. Das Grab war vollkommen erhalten, mit Steinen eingefaßt und abgedeckt. In dem Grab wurde ein aus Bronze hergestelltes Gefäß gefunden. In der Nähe der Fundstelle konnte man bereits vor einigen Jahren mehrere derartige Gräber fteilegen. An beti Folgen einer Blutvergiftung gestorben. In dem Dorfe Kesselheim bei Koblenz hatte eine 41 Jahre alte Frau, Mutter von drei unmündigen Kindern, sich bei Arbeiten im Haushalt eine kleine Wunde zugezogen und nicht weiter auf die Verletzung geachtet. Als sie den Arzt nach einigen Tagen zu Rate zog, ordnete dieser die sofortige lieber- führung der Frau in ein Krankenhaus an, wo sie jetzt an den Folgen einer Blutvergiftung gestorben ist. — Der Fall zeigt wieder einmal, daß man auch geringfügige Wunden nicht vernachlässigen darf. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Sange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11790. Druck und Verlag: Brühl iche Umversitäts-Buch- und eteinörutferei R. Lange, St-®., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf- Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig« 11 ti 1111111 iti im 111111 nun KleineAnzcigen im Gießener Anzeiger werden von tau len Den beachtet und geleien. IIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIII [ Vermietungen"! Elegante Z-W..M«. Bad, Küche und Zentralheizung zu vermieten. Schr.Angeb.unt. >01037 an d.G.A. KochlehrtoleiD und Haosmädchen sof. gesucht. 01039 Restaurant Zum Augustiner ! Verkäufe"" einhalb Millionen Yen auf 10 Jahre verteilt, werden als Unterstützungen für Auswanderer nach Brasilien ausgeworfen. Man rechnet mit jährlich 2000 Auswanderern, die im Gebietedes Amazonas Unterkommen sollen. Hauptsächlich handelt es sich um Farmer für Reis, Wolle, Tabak, Gummi, Kaffee und anderes. ♦ In Spanien tagen noch immer die Kriegsgerichte, besonders in den Aufttandsgebieten von Asturien. In Oviedo wurden zweiAerzte, die sich im Oktober vorigen Jahres in den Dienst der Revolutionäre gestellt und an dem Ueberfaü auf eine Zweigstelle der Asturischen Bank beteiligt hatten, zum Tode verurteilt. Ferner erhielten 15 Aufständische, die sich wegen schwerer Vergehen während der Oktoberrevolution vor dem Kriegsgericht in Gijon zu verantworten hatten, lebenslängliche Zuchthausstrafen. Gesucht wird zum 1. Juli 1935 eine 3-Zimmer- Wohnung mit Küche für 2 einzelsteh. Dam. Schr.Angeb.unt. 01025 a.d.G.A. Junger Kaufmann sucht freundlich Ml.WM Schrift!. Angeb. unter 1455D an denGieß.Anzeig. Gol mit Zimmer vonDauermieter sofort gesucht. Preisangeb.unt. 01032 a.d. G.A. Lelirer sucht zum 1. April 1 oder 2 möOnnnet (evtl. 1 möbliert. Schlafzimm.und 1 leerer Raum) in gutem Gause. Angeb.m. Pr. u. 01031 a.d.G.A. I Mietgesuche lÄckli« in zentral. Lage, mögl.Erdgeschoß ca.lOOgmFläche, für gewerbliche Zwecke, sofort zu mieten gesucht. Schrift!. Angebote unter 01027 an d. Gieß. Anz. 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Ratschläge für schmackhafte Gerichte. für eine großstädtische Firma, die Kleidung für Trachtenvereine herstellt und verdient täglich bei 8 bis lOstündiger Arbeitszeit rund 5 Mark. Die mir bekannte Tochter eines Bauern, die als gelernte Näherin bei sich zuhause Arbeit annahm, aber täglich kaum auf 1,50 Mark kam, flickt und näht als sog. Störnäherin jetzt in der Stadt Weißzeug und verdient bei freier Verpflegung täglich 3 Mark. „Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert!" Das gilt auch für die Dorfschneiderin. Große wirtschaftliche Werte sind dadurch zu erhalten, daß in Wäsche und Kleidung pfleglich und sparsam verfahren wird. Dazu bedarf es in erster Linie tüchtiger, schaffensfroher Schneiderinnen, die jeder Hausfrau werkfreudig an die Hand gehen. Früher durfte in manchen Gegenden die Schneiderin, die die Aussteuer gefertigt hatte, im Brautzug unmittelbar hinter den 4 Pfund Kartoffeln, 6 Maggis Fleischbruhwurfel, 1 Eßlöffel (20 Gramm) Nierenfett oder Butter, Salz und Pfeffer nach Geschmack, einige Stengel feingehackte Petersilie. Zubereitung: Die Kartoffeln schälen, in dicke Scheiben schneiden, waschen und in reichlich Wasser zum Kochen bringen. Sobald das Wasser kocht, etwas abschöpfen, die Fleischbrühwürfel darin auflösen und die so erhaltene Fleischbrühe zurückgießen. Wenn die Kartoffeln gar sind, nach Pfeffer und Salz abschmecken, die Brühwürste dazutun, gleichfalls die feingehackte Petersilie und das Fett. Das Gericht noch einige Minuten ziehen Verwandten des Hochzeitspaares schreiten und des Sonntags beim Kirchgang teilte sie den Stolz der Frauen und Mädchen, die von ihr gefertigte, gut sitzende Gewänder trugen. Diese Wertschätzung auf der einen und dieser Werkstolz auf der anderen Seite, sollten auf dem Lande wiederkehren. Viele Bauernmädchen müssen sich wohl oder übel einem praktischen Beruf zuwenden Man lasse aber nicht immer nur die besten von ihnen nach der Stadt abwandern, sondern suche die sozialen Voraussetzungen für alle jene Berufe und Beschäftigungen zu schaffen, durch die sie dem Dors erhalten bleiben können. Der Beruf der Dorfschneiderin verträgt noch Zuwachs, er bedarf aber vielerorts einer sozialen und ideellen Hebung, ohne die auf die Dauer keine Höchstleistungen zu erzielen sind. Zur Einsegnung zeigen wir heute fünf Kleider in verschiedenster Form und in verschiedenstem Material. Das erste Kleid in sehr schlichter, blusig gezogener R a g l a n f o r m ist aus M a t t c r e p e. Der Gürtel, der Kragen und die kleinen Stulpen find aus dicker Kordel gearbeitet, die mit Mattcrepe (oder auch mit glänzender Seide) bezogen ist. Das zweite Kleid ist aus feiner weicher Wolle. Seinen Ausputz bilden die stark markierten Abnäher der Aermel und ein b r e i t e r G ü r t e l aus Kalbleder. Die Dorfschneiderm von Fanny Maerz mit heißer Milch und etwas Butter glatt gerührt, mit Salz abgeschmeckt und dann in eine gut mit Butter ausgestrichene feuerfeste Form getan. Man gibt auf die untere Kartoffelschicht den Fleischbrei, breitet bann den Rest der Kartoffeln darüber und gibt über das Gericht noch ein gut mit etwas Milch zerquirltes Ei. Man kann die Kartoffeln auch mit Semmelmehl bestreuen und mit Butterflocken belegen. Man backt das Gericht in gut heißem Ofen etwa 45 Minuten und gibt es in der Form recht heiß zu Tisch. Bauernpfanne. Man verwendet hierzu Fleischreste, also gekochtes Suppenfleisch oder dergleichen. 1 Pfund gekochtes ober gebratenes Fleisch wirb in kleine Stücke geschnitten unb in einen eisernen Topf getan, in bem man Butter ober Schmalz gut erhitzt hat. Sobalb bas Fleisch etwas gebräunt ist, tut man 1 Pfunb in Stücke geschnitte- nen Weiß- ober Wirsingkohl hinein, sowie einen guten Stich Butter unb läßt ben Kohl unter öfterem Umrühren auf kleiner Flamme langsam weich schmoren-, bann gibt man 1 Pfunb in Scheiben geschnittene, gekochte Kartoffeln hinein unb läßt auch diese noch gut durchschmoren. Man gibt zuletzt noch etwas Butter daran, damit das Gericht möglichst Das vierte Kleid mit dem tief angesetzten Glocken- rock ist aus Crepe reversible gearbeitet. Seine S ch l e i f e n t e i l e sind an die Aermel angeschnitten, bei ihnen kann die blanke Abseite nach rechts gebunden werden. Das fünfte Kleid mit der Garnitur aus Spachtelspitze ist aus C o t e l 6, Marocain oder Samt. H. behandelt werden! Wenn man ben Körper allgemein im Frühling auffrischt, bann vergehen auch oft diese lästigen Schmerzen. Die vielen Kopfschmerzen kommen auch oft von den Ermüdungsgiften, die im Körper kreisen! Möglichst viel frisches Obst unb Gemüse, Wande- rungen in ber frischen Luft unb sachgemäße Atemübungen sind bie besten Helfer ber Aerzte. Fußschmerzen stellen sich um diese Zett bei der Hausfrau gern ein unb werben von ihr meist falsch behanbelt. Absatzlose Pantoffeln verstärken nämlich bie Schmerzen, anstatt sie zu Hubern, benn das Gehen in absatzlosen Schuhen verteilt bas Gewicht falsch unb überlastet bie Fuß- unb Wabenmuskeln l Kräftige Fußmassage morgens unb abenbs, stärkenbe Fußbäder, unb wenn es nötig ist, sogar ein paarmal sachgemäße Banbagen können hier Abhilfe schaffen! Dr- w- bimsten. ... Rindfleischpubding. Man kann zu biesem Gericht gut weichgekochtes Suppenfleisch verwenden, sonst auch Reste von anberm Braten. Man läßt bas Fleisch burch bie Fleischmaschine gehen ober wiegt es ganz fein mit bem Wiegemesser. flU6inea“uk Näherin tollte ein °ngemesi°nes Em- tommen haben. Gerade m diesem Punkt bapert nicht selten auf bem Lanbe. Die Folge ist, oatz i sich körperlich unb seelisch viel zu r{a!$ JT^irb unb baß ihre Liebe zur Heimat schartig wiro. Wenn ich mich verbessern kann, gehe ich fort, viel- t'eidjHn bie Stabt als Weißzengnäherm ober tch lerne noch hinzu unb mache nach als M°be|chneche rin lelbftänbig.", denkt fo manche und bas ®otf oet tiert über kur, ober lang eine wertvolle Kraft. Ich kenne eine Schneibenn, bie kam noch vor sechs Jay ren in ihrem Heimatdorf °uf einen Tagesverdienst von 1 80 bis 2 Mark, bei durchschnittlich 12 bis lö* stündiger Arbeitszeit. Heute arbeitet |ie nur noch Suppentopf von Hammelfleisch und Gemüse, für 4 Personen. 1 Pfund Hammelfleisch, 1 Pfund Wirsingkohl, 1 Pfund Gelbrüben, 1 Pfund Kartoffeln, 2 Eßlöffel Fett, 1 Zwiebel, 2 große Tomaten, Salz, Prise Peffer unb Zucker, 10 Tropfen Maggis Würze. Das Fleisch in kleine Würfel schneiben, in bem heißgemachten Fett anbraten, bie feingehackte Zwiebel, bie abgeschälten, in feine Scheiben geschnittenen Gelbrüben ebenfalls mit bem Fleisch burchbünsten lassen unb bann bie in Scheiben geschnittenen Tomaten, ben in 8 Stücke zerteilten Wirsingkohl dazugeben, salzen, etwas pfeffern unb Prise Zucker beifügen, so viel heißes Wasser barüber gießen, baß Fleisch unb Gemüse qut bavon bebedt finb, unb nun bas Gericht zugedeckt auf kleinem Feuer kochen lassen. V- Stunde lassen. .. , . Schweinefleisch mit Mohrrüben unb Kartoffeln. Zubereitungszeit 2 bis 2'/s Stunden; 6 Personen. 2 Pfund Schweinefleisch brat man langsam auf allen Seiten schön braun an. Unterdessen putzt man bie Mohrrüben unb schneidet sie in schöne Streifchen, schält Kartoffeln, wascht sie unb schneidet sie in Scheiben. Dann legt man das Fleisch in eine Kasserolle, gibt eine Lage Mohrrüben barauf, salzt unb pfeffert, bann kommt eine Lage Kartoffelscheiben, hierauf wieber Mohrrüben unb so fort, bis bie Kasserolle gefüllt ist; bie letzte Lage müssen jeboch Mohrrüben fein. Inzwischen hat man 2 Maggis Fleischbruhwürsel in '/- Liter kochendes Wasser ausgelöst, gießt die Fleischbrühe über Fleisch und Gemüse, oerschlieht die Kasierolle gut und läßt das Gericht 1-/- bis 2 Stunden gar Frühjahrsmüdigkeit der Hausfrau. Der Mensch ist keine Maschine, die ununterbrochen laufen kann. Einmal kommt doch ber Zeitpunkt, roo die Rüber sich langsamer brehen, bas Arbeiten schwerer fällt unb bie ganze Kraft zu erschlaffen scheint. Gerabe jetzt in der U e b e r g a n g s 3 e i t zwischen Winter unb Frühling, ba „packt" es uns! Man wacht morgens mübe auf, man bekommt ben ganzen Tag bas schläfrige Gefühl nicht aus bem Körper, man ist „frühlings- mübe"! „Eine Hausfrau barf nicht mübe fein!" wirb energisch erklärt, unb tapfer beißen unsere Frauen die Zähne zusammen unb versuchen, ber Frühjahrs- mübigkeit Herr zu werben. Aber bie Kopfschmerzen wollen nicht weichen, unb das Kreuz tut so weh, die Füße brennen leichter als sonst! Die Maschine ist halt ein bißchen gestört, sie müßte aufgefrischt werben! Frühlingsmübigkeit ist keine Krankheit, sie ist eigentlich ein ganz natürlicher Vorgang: ber Körper hat im Laufe des Winters allerhand Giftstoffe aufsparen können aus Mangel an Vitaminen unb Sauerstoff. Folglich muß ber Körper entgiftet werben: auch bie fleißige Hausfrau darf sich bem nicht entziehen. Sie muß bas „Groß- Reinemachen" beim eigenen Körper beginnen, bann kommt es auch bem Haushalt zugute! Am schlimmsten aber ist es mit ben Kreuz- schmerzen! Sie haben nämlich bie verschiedensten Ursachen unb sind nicht immer ber berühmte Hexenschuß. Kreuzschmerzen werben nicht nur burch örtliche, im Kreuz unb seiner unmittelbaren Umgebung gelegenen Ursachen ausgelöst, fonbern sie kommen auch sehr oft von Organen, bie mit bem Kreuz selbst gar nichts zu tun haben. Der Mensch kann nämlich nicht scharf unterscheiben, von welcher Stelle Schmerzen kommen, bie Organe betreffen, bie im Becken liegen! Deshalb kommt es oft vor, baß die Kreuzschmerzen „ausstrahlenbe Schmerzen" finb, unb baß man nach tieferen Grünben forschen muß, als nach einem akuten Muskelrheumatismus, ben der Volksmund „Hexenschuß" nennt, unb ben man durch Wärme meist schnell wieder heilen kann. Auch bie Ischias schmerzen, bie durch eine Entzündung des Ischiasnerven bedingt werden, und die so besonders gern im Frühling auftreten, können Ursachen ber Kreuzschmerzen sein! Ganz junge Menschen, bie noch wachsen, haben öfter Schmerzen am Steißbein, bei alten Leuten haben biese Schmerzen ihren Grunb in rheumatischen Knvchenveränbe- rungen! Aber bie Kreuzschmerzen, die die Frühjahrsmüdigkeit besonders bei ber Frau hervorruft, bie haben meist tiefere Gründe. Sie sind das erste Warnungssignal für einen allgemeinen Schwäche- 3 u ft a n b bes Körpers. Die Muskeln finb schlapp geworben, Verlagerung unb Entzünbung der Gebärmutter unb ihrer Umgebung können bie Ursache fein! Hier muß ber Frauenarzt zu Rat gezogen werben, durch Diathermie, Massagen usw. kann man ba helfen allerbings muß jeber Fall inbivibuell Wieviel wiegt unser Baby? Das Geburtsgewicht ist nicht ausschlaggebend. Ein Kmbchen ist geboren worben, mit einem kräftigen Schrei hat es bie schöne Welt begrüßt. Dann hat man es gebabet — unb nun kommt bas wichtigste: Baby wirb gewogen! „6V2 Pfunb wiegt bas Bübchen, unb 52 Zentimeter lang ist es, von Kops bis Fuß gemessen!" „Ist bas Normalgewicht? Muß ein Kind nicht acht Pfunb wiegen, wenn es gefunb fein soll? Unb ist es mit seinen 52 Zentimetern nicht sehr klein?" Der Arzt beruhigt bie ängstliche Mutter. „Ein Gewicht von 6% Pfunb ist ganz normal unb vollkommen ausreichenb. Selbst wenn bas Kinb nur 5 Pfund gewogen hätte, wäre ich noch zufrieben, auf jeden Fall ist mir das lieber als die 12-Pfund-Kinderl Unb zu klein ist ber Junge auch nicht: bie Normal- burchschnittsgrvße liegt bei 50 Zentimeter, es for.t« men Schwankungen vor von 48 bis 55 Zentimeter! Ist ein Neugeborenes nur 48 Zentimeter groß, sa muß bie Mutter nicht gleich benken, baß bas Kind ein „Zwerg" bleibt. Die Geburtsgröße hat mit bem späteren Wachstum nichts Ausschlaggebenbes zu tun! Größe unb Gewicht bes Säuglings hängen meist von ber Körperkonstruktion ber Eltern ab. Auch bie Ernährung ber schwangeren Frau spielt hier eine Rolle. Frauen, bie währenb ber Schwan- gerschaft benken, sie müßten für zwei essen, werben meistens sehr schwere Kinber bekommen — bas macht ber Mutter bei ber Geburt mehr Kummer, unb bem Säugling ist nicht bamit gebient! Am liebsten haben bie Aerzte bie 6-Pfunb-Kinber. Die schwereren Säuglinge nehmen bann nämlich in ben ersten Lebensmonaten nicht entsprechenb zu, so baß ber Sechspfünber ben Zehnpfünber bald eingeholt hat. Die schweren Säuglinge bleiben länger auf ihrem Geburtsgewicht stehen! Wenn nun bas Kind nach seiner Geburt in den ersten Tagen abnimmt, so ist bas ganz natürlich. Währenb ber ersten fünf Lebenstage werben Abnahmen bis zu einem Dreioiertelpfunb verzeichnet (oft finb es aber nur 100 bis 200 Gramm!). Kinber, bie mehr abnehmen, haben eben viel „Kinbspech" im Darm gehabt, deshalb ist auch der erste Stuhlgang dunkel gefärbt. Nach diesen ersten fünf Tagen soll die Zunahme allerdings einsetzen. Deshalb muß auf ber Waage genau kontrolliert werben! Im ersten Monat nimmt bas gesunde Baby — wenn es bei ber Geburt nicht ausgesprochen viel gewogen hat — ca. 200 Gramm zu? mit zwei Monaten ist bie Gewichtszunahme (vom Geburtsgewicht an gerechnet) burchschnittlich 900 bis 1000 Gramm, bann steigt bas Gewicht entsprechenb. Die Hauptsache ist bas regelmäßige Zunehmen. Nimmt ein Kind eine Woche lang mal nicht zu, so ist das nicht gleich ängstlich. Es wirb es in ber nächsten Woche' ausgleichen. Auch Abnahme von ein paar Gramm brauchen die junge Mutter nicht gleich zu ängstigen! Jede Darmstorung eines Kleinkindes muß ernst genommen werden! Bei Durchfall unb grünem Stuhlgang sofort Milch unb Zucker fortlassen unb nur Wasserhaferschleim geben ober Fencheltee. Der Arzt muß gleich zugezogen werben! Mit einem Jahr soll unser Baby zwischen 16 unb 20 Pfunb wiegen — was barüber ist, ist vom liebel, benn ber „überernährte" Säugling macht bem Kinberarzt oft mehr Sorgen als das zu magere Kind. Unter 15 Pfund barf ein Jahreskind nicht wiegen! „Mein Junge hat mit einem Jahr mehr gewogen als mein Mädel, dabei wog das Mädelchen bei der Geburt IV2 Pfund mehr als der Junge!" — „Auch bas ist normal: Jungens wiegen bis zum Puber- ■ tätsalter immer etwas mehr als ein Mäbel, auch ' bei gleicher Größe. — Vor allen Dingen muß sich jede Mutter eins zur Regel machen: nur bie gute , Babywaage gibt genaue Auskunft! Ein „Schätzen" bes Gewichtes hat gar keinen Sinn, , benn beim Baby kommt es auf jebes Gramm an! . Dr. W. Handweberei ohne Webstuhl. Daß in deutschen Landen seit Jahr und Tag die Handweberei wieder zu Ehren kommt, braucht wohl kaum mehr gesagt zu werden. In Stadt und Land werden bereits viele Stoffe verwendet, dis mit der Hand gewebt finb; bie Auswahl ist reich, fei es, daß man sie für irgend welche Ausstattungszwecke ber Wohnungseinrichtung, fei es, daß man sie zur Herstellung von allerlei Kleidungsstücken haben will. Aber eins ist noch viel zu wenig bekannt: Daß man sich allerhand Stoffe selbst weben kann, sogar wenn man keinen der bekannten großen Webstühle besitzt. Es gibt Webrahmen verschiedener Formen, die vollauf genügen, um darauf Stoffe bis zu 80 Zentimeter Breite anzufertigen, bie man dann zu den verschiedensten Zwecken verwenden kann. Auch Kissenplatten, Streifen für Handtaschen — zu jedem Kleid eine in der passenden Farbe! — Fußkissen, Tischdecken, Vorhangschals, Umschlagtücher kann man mit Hilfe der Webrahmen arbeiten, und nicht zuletzt sei der zartett und derben Stoffe gedacht, die man zur Herstellung ber verschiebenartig- ften Kleibungsstücke gebraucht. Die Technik ber Webearbeit ist sehr einfach z u erlernen, mit einigem Geschick ist man balb so weit damit gediehen, daß man ohne Fehler unb in notroenbiger Gleichmäßigkeit bie Kette zu spannen, das Schiffchen zu führen vermag. Die Musterung bzw. bie Farbenzusammenstellung bleibt hierbei wie bei jeder anderen Handarbeit, Sache bes persönlichen Geschmackes, wenn man sich nicht von Mustern unb Anweisungen leiten lassen will, bie in genügen- ber Anzahl unb Vielfältigkeit aus entsprechenden Zeitschriften sowie burch bie Lieferfirmen der Webrahmen zu haben finb. Auch beim Weben kann also bie eigene Fantasie uns zu neuen Karo-, Strick- und Streifenmustern verhelfen, die alle in der gewöhnlichen ßeinenbinbung herstellbar finb. Auch die Rippenbindung ist mit ben einfachsten Rahmen ausführbar, währenb man z. B. für Korperbinduii* gen eine vierschaftige Einrichtung gebraucht, die jedoch zu ben einfachen Webrahmen dazu gekauft werben kann. Da bie Möglichkeiten des einfachen Rahmens aber bereits sehr vielseitig find, wird er in vielen Fällen vollauf genügen. Beiderwand, Gewebe in Schwedentechnik, Ornament, unb Bilb- meberei in bescheidenen Grenzen, eine Nuppentech« nif für Teppiche, Kissenplatten, Truhenbecken usw., ja sogar bas Knüpfen von Smyrnabrücken ermöglicht der einfachste Webrahmen, der nur für* Mancherorts nimmt die Dorfnäherin eine sehr geachtete Stellung ein und hat ihr gutes Auskommen, besonders in ausschließlich bäuerlichen Gemeinden, wo die Hausfrau nach wie vor ihren Stolz in einen soliden, pfleglich Ahon e en y0utiionrarronein m 11 » 1 u y u, u«. tv- Wäschebestand setzt und bie Kleibung im Zuschnitt ß n (^ür 4 Personen.) Zutaten: 4 Brühwürste, noch einen ausgesprochen lanblichen Charakter tragt. ) ©«wnHoin r Wnnnia KfpHrhhrühmürfeL Leider qH>t es aber nicht mehr allzunie, Schneide, rinnen die nach Trachten nähen können, und wenn man heute mehr denn je bestrebt .st, das, was an einer bobenftänhigen Kleidung schon und pratNd) roar wieber aufleben zu lassen unb zu erhalten, la must auch der beruslichen Ausbildung und der ver,ältlichen Veranlagung der Dorsschneiderm weit mehr Bedeutung als bisher b-igemesien werden. Es kommt auf die charakterlichen Eigenfchaf en einer Schneiderin an. Wenn sie sich oerwach,en suhlt mit ihrer ländlichen Heimat und Freude am ünversälschten Bauerntum hat, so wird 0e nwit ms« Niger einem städtischen Modee.ns ub n der Kl-n fL"'schmÜck?zweckmä'Ks 6°'"m°ttrach. bewahren. ^i7herN°Einslüh frost' denn bei Neuanschassum rin in ihrem Fach, wenn in ihr Ar S r realen, sittlichen unb malerischen Wert einer veque men schmucken Trachtenkleibung wirksam ift,. unö sie ist Indem noch -ine P-rsonlichke.wenn sie -s versteht, unter ihrer Kunbschaft ben Smn unb bas Verstänbnis für diese bodenständige Kleidung ch Heinen- und Ripsbindungen eingerichtet ist für wahr ein weites Feld, auf dem unser Betätigungsdrang sich tummeln tonn. , Und etwas anderes wird man gern auf solch' einem Rahmen arbeiten, — etwas, das Jeder gebrauchen kann und das eigentlich nur aus sonst nicht mehr brauchbaren Abfällen hergestellt wird, also wirklich: Neues aus Altem! Die bekannten Fleckenteppiche aus dem Allgäu. Sie können in Schlaf- und Gastzimmern zur Zierde werden, im Kinderzimmer sowie in Küche und Fluren vermindern sie die Kälte des Fußbodens, die im Winter oft schwer zu ertragen ist. Sogar als Tür- und Fensterbehänge sind sie zu gebrauchen, wenn das Material, aus dem sie gewebt wurden, sich dazu eignet. Woraus man sie arbeitet? Aus Lumpen! Alle alten Strümpfe, besonders solche aus Kunstseide, alle nicht mehr auszubessernden Unterkleider, Schlüpfer u. dgl. m. aus Seidentrikot oder wohl gar vertragene Kleider aus dem gleichen Stoff, sie alle werden zu zwei bis drei Zentimeter breiten Streifen zerschnitten und diese nach Belieben einfarbig oder bunt durcheinandergewürfelt zu langen „Webfäden" zusammengenäht. Wenige Stiche genügen, um zwei Enden Zusammenzuhalten. Es braucht kein Stoffrestchen mehr ungenutzt zu bleiben, wenn man im Besitz solch eines Webrahmens ist. Stand der Fußballspiele in den Kreisklaffen. Derbandsspiele: Heuchelheim — Lich, Lich nicht angetreten. Hohensolms — Vetzberg, Vetzberg nicht angetreten Grünberg — Wieseck 4:2. Krofdorf — 1900 II 1:3. Gesellschaftsspiele: Steinberg — Lollar 1:1; Steinberg II — Lollar II. 3:0; VfB. II — Spfr. Wetzlar 2:5; Garbenteich — Hungen 2:5; Großen-Linden — Allendorf 2:3; Treis — Wißmar 3:4. Fußball der 2. Kreisklaffe. Die Spiele zur Ermittlung des Kreismeisters. P o r s e r i e: 17. März: Steinbach — Oberbiel. Berghausen gegen Allendorf; Alten-Buseck — Ehringshausen. 24. März: Oberbiel— Alten-Buseck; Hermannstein gegen Berghausen; Ehringshausen — Steinbach. 31. März: Allendorf — Kinzenbach; Alten-Buseck gegen Hermannstein; Steinbach — Berghausen; Oberbiel — Ehringshausen. 7. April: Kinzenbach — Oberbiel; Hermannstein gegen Steinbach Berghausen — Ehringshausen; Allendorf — Alten-Buseck. 14. April: Oberbiel — Allendorf; Steinbach — Kinzenbach; Ehringshausen — Hermannstein; Alten- Buseck — Berghausen. 28. April: Allendorf — Ehringshausen; Kinzenbach gegen Alten-Buseck; Hermannstein — Oberbiel. 5. Mai: Ehringshausen — Kinzenbach; Alten- Buseck — Steinbach; Oberbiel — Berghausen; Allendorf — Hermannstein. 12. Mai: Steinbach — Allendorf; Berghausen gegen Kinzenbach. 19. Mai: Kinzenbach — Hermannstein. R ü ck se r i e : 19. Mai: Oberbiel — Steinbach. Allendorf — Berghausen; Ehringshausen — Alten-Buseck. 26. Mai: Altchn-Buseck — Oberbiel; Berzhausen gegen Hermannstein; Steinbach — Ehringshausen; Hermannstein — Kinzenbach. 2. Juni: Kinzenbach — Allendorf; Hermannstein gegen Alten-Buseck. Berghausen — Steinbach; Ehringshausen — Oberbiel. 16. Juni: Oberbiel — Kinzenbach; Steinbach gegen Hermannstein; Ehringshausen — Berghausen; Alten-Buseck — Allendorf. 23. Juni: Allendorf — Oberbiel; Kinzenbach gegen Steinbach; Hermannstein — Ehringshausen; Berghausen — Alten-Buseck. 30 Juni: Ehringshausen — Allendorf; Alten-Buseck S Kinzenbach; Oberbiel — Hermannstein. st: Kinzenbach — Ehringshausen Steinbach — Alten-Buseck; Berghausen — Oberbiel; Hermannstein — Allendorf. 25. August: Allendorf — Steinbach, Kinzenbach gegen Berghausen. Gpielvereinigunq 1900 Gießen. 1900 1. Igd. — VfV. R. 1. Igd. 6:3 (3:1). Der Lokalkampf der beiden ersten Jugendmannschaften brachte den 1900ern einen sicheren Sieg. Besonders in der ersten Halbzeit zeigten die Blau- Weißen, gegen den Wind spielend, ein ganz ausgezeichnetes Spiel. Rach dem Wechsel trug VfB. eine harte Rote m das Spiel. Bei den 1900ern spielte die Mannschaft tadellos zusammen. Bei den Grünweißen klappte es nicht so gut. Die beiden Verteidiger allerdings konnten durch ihre gute Abwehr eine höhere Niederlage verhindern. Der Schiedsrichter war dem Spiel nicht gewachsen. HandballimKreisLahn-Oill(GauXH) 2Mv. Gießen II — Tv. Launsbach 7:8 (2:4). Wir hatten im Vorbericht schon darauf hingewiesen, daß die Turner aus Launsbach wieder im Kommen sind. Das haben nun auch die Gießener, die jetzt an den Aufstiegspielen teilnehmen, erfahren müssen. Die Gäste siegten, wenn auch knapp, so doch vollkommen verdient. Bei ihnen sah man die geschlosseneren Angriffe, dagegen war die Hintermannschaft nicht ganz auf der Höhe. Das Ergebnis hätte höher ausfallen können, wenn der Sturm besser geschossen hätte. Der Kampf verlief äußerst anständig, so daß auch der Schiedsrichter ein leichtes Amt hatte. Zu dem Spiel Tv. Wißmar — Tv. Treis ist noch nachzutragen, daß es nicht 18:1, sondern 10:4 endete. Durch einen Hörfehler war das erste Ergebnis zustandegekommen. Internationales Skispringen auf der Olympia-Schanze. Der SS. Partenklrchen brachte am Sonntagvor- mittag auf der großen Olympia-Schanze ein internationales Skispringen zur Durchführung. Der Norweger Birger Ruud war auch diesmal für seine deutschen Gegner nicht zu besiegen. Er kam beim ersten und zweiten Gang auf die größten Sprungweiten, und zwar auf 72 und 77 Meter. Glänzend war jedoch auch die Leistung des Partenkirchener Ostler, der mit Sprüngen von 69, 75 und 69 Meter den zweiten Platz belegte. Deutsche Rennwagen im Ausland. Am Großen Preis von Frankreich am 30. Juni auf der Monthlery-Autorennbahn bei Paris nehmen auch wieder deutsche Rennwagen teil. Auto- Union und Mercedes-Benz haben je drei Wagen genannt Für Mercedes werden Caracciola, d Brauchitsch und Fagioli starten, dagegen stehen die Fahrer der Auto-Union noch nicht fest, doch werden sicher Hans Stuck und Achills V a r z i am Steuer zweier Wagen sitzen. An den Großen Preisen von Monaco und Tripolis werden wahrscheinlich auch die deutschen Rennwagen teilnehmen. Für das Rennen in Monte Carlo steht der Start von Stuck und Varzi auf Auto- Union bereits fest. Deutsche Skiläufer in Finnland. Bei den Salpausselkä-Spielen in Lahti, den Finnischen Ski - Meisterschaften, wurden als letzte Wettbewerbe am Sonntag der 50-lcm-Lauf und das Springen abgewickelt. Im 50-km-Lauf siegte der Schwede Vikström in 3:57,35 mit weitem Vorsprung vor dem Finnen Haikinen. Der Sieger >vom Holmenkollen, der Norweger Gjöslien, kam nur auf den achten Platz. Unter den etwa 200 Teilnehmern befand sich auch der Deutsche Joses P o n n, der sich aber natürlich in dieser auserlesenen GesellGießener Gtadttheater. Lukas Böttcher: „Salambo" Eine Ueberschau über das bisherige Schaffen Lukas Böttchers läßt deutlich erkennen, daß er vornehmlich Stoffe bevorzugt, die ethischen Tendenzen dienen. Auch m feiner Oper „Salambo" sind sittliche Forderungen, die aus religiösen Pflichten erwachsen, bestimmend für das Handeln der Personen; verstärkt wird hier das Zwingende des Geschehens durch die Auswirkung des historischen Hintergrundes. Salambo, die ihr Leben bisher nur der Mond- ?öttin Tanit geweiht hat, soll auf priesterlichen Be- ehl den heiligen siegbringenden Schleier, den Matho, der Kampfesgegner ihres Vaters Hamilkar, freventlich aus dem Tempel der Tanit geraubt hat, wieder holen. Sie folgt dem sittlich religiösen Gebot, und holt den Schleier, allerdings mit Hingabe ihrer Frauenehre. Sie glaubt den Tod des Beleidigers fordern zu müssen: sie zerbricht aber an dem inneren Konflikt zwischen der in ihr erwachten Liebe zu dem Tempelschänder Matho und den Forderungen sittlicher Pflicht. Durch die Gegenüberstellung von äußerem Handlungsgeschehen und inneren seelischen Kämpfen wird dem Dramatischen die psychologische Verankerung gegeben. Das Textbuch, nach Flauberts Roman „Salambo" von der Sängerin Aline Sanden verfaßt, bietet in geschicktem Aufbau einen klaren Verlauf der Handlung, der reich an lyrischen Situationen und dramatisch bewegten Höhepunkten ist. Die für die hiesige Aufführung angebrachten Streichungen sind der straffen Geschlossenheit des Geschehens durchaus von Vorteil geworden. Die verinnerlichte Schaffensart Lukas Böttchers fand hier an dem tief im Seelischen fundierten Stoff reiche Anregung zu musikalischer Entfaltung. Zur Zeit der Uraufführung dieses Werkes waren viele Opernbühnen der sensationslüsternen Sphäre verfallen, und so konnte sich damals „Salambo" nicht durchsetzen. Entwicklungsgang und Veranlagung Lukas Böttchers hatten ihn die Bahnen weiter verfolgen lassen, die Richard Wagner gewiesen hatte und auf denen Böttchers Lehrer Humperdinck weitergeschritten war. Böttcher übernimmt bei der Vertonung die grundlegenden Gesetze des musikdramatischen Stils; schreibt also keine Nummernoper im alten Sinne, sondern läßt dramatisches und musikalisches Geschehen in ihrem Fortgänge und in ihrer Entfaltung zur Einheit verschmelzen. Wo in sich musikalisch geschlossene Formen erwachsen, da bietet die Handlung Raum zu lyrischem Derweilen oder zu einheitlichem Erschließen einer dramatischen Szene. Er charakterisiert die einzelnen Personen der Handlung mit typischen Motiven, die sich als Symbole schlagartig dem Verlaufe des Textes im Orchester erläuternd zur Seite stellen; ebenso aber prägt er in diesen begleitenden Motiven mitschwingende Gefühlswerte ab. Er verfällt dabei niemals in nur veräußerlichendes und abschilderndes musikalisches Malen der Bühnenszenen, sondern seine Musik folgt den seelischen Vorgängen, aber nicht in bewußter Verstandesarbeit, sondern in intuitivem Ausströmenlassen des emotionalen Erlebens. Seine Musik ist mit dem Herzen geschrieben; so unmittelbar gibt sie sich. Sie ist reich im lyrischen Aufblühen; sie vermag aber auch die dramatische Situation treffend einzufangen. Seine Motivbildungen sind durchweg sehr einfach und fallen leicht ins Obr. Das spontane Hervorquellen der Themen ermöglicht ihm allerdings nicht immer die schärfste Charakterisierung. Dagegen gereicht es seiner Erfindung zum Vorteil, daß sie nie das Schwüle erhitzter Situationen übersteigert, sondern sie bleibt edel in menschlicher und musikalischer Hinsicht Wenn auch Lukas Böttcher durch die Neudeutsche Schule gegangen ist, so trägt seine Musik durchaus eine natürliche angemessene Harmonik. Niemals klingt sie chromatisch überladen, gewollt oder gar sublimiert exzentrisch. Wo er besonders alterierte harmonische Ausdrucksmittel hevanzieht, da ist seine Maßnahme durch die Bühnensituation gerechtfertigt. Seine Partitur schwelgt im Wohlklang, dezent in der Wahl der Jnstrumentalfarben, aber auch wiederum mit leuchtendem Lokalkolorit; vornehmlich den Holzbläsern starken Ausdruckanteil gebend. In weicher Lyrik eröffnet sich der erste Akt; gleichsam den Rahmen schließend, endet er mit den Motiven der Eingangsmusik. Doll Weichheit und Hingabe die Gebetsszene der Salambo; silbrig reizvoll der Gesang der Taanach zu den Klängen des Nebals. Charakteristisch ausgeprägt die Szenen Öen Matho und Salambo; duftige Zartheit, als o Salambo zuerst erblickt. Dann wieder höchste dramatische Kraft beim Fluch Salambos über den Tempelräuber. Von stärkster Erregung erfüllt ist die Szene, wie sich Salambo durchringt, den Schleier zu holen. Ließ der erste Akt den Lyriker in den Vordergrund treten, so wird im zweiten Aufzug der Dramatiker Böttcher im großen Ausmaße sichtbar. Voll wuchtiger Akzente, wie sich Matho zum Kampfe aufrafft; die Szenen zwischen Salambo und Matho schwanken zwischen sein- lyrischen Momenten (Zwischenspiel Violinsolo, wie sich Matho Salambo nähert) und höchster dramatischer Kraft. Strömende Lyrik in Mathos Liebesgesang „Ich weiß eine Wunderinsel"; in edlem Kontrast Salambos Hingabe zu Mathos Liebestriumph mit seiner verzückten Deklamation. Wirschaft nicht zu behaupten vermochte. Beim Springen schnitten die Deutschen dafür umso besser ab. Willy Bogner belegte mit Sprüngen von 36,5 und 34 Meter in der Kombination einen guten sechsten Platz. Friedel Wagner (33 und 32,5 m), Gustl Müller (36 und 33,5m) und Max Fischer (36,5 und 35,5 m) ernteten für ihre stilreinen Sprünge und ihre gute Haltung viel Beifall. Kombinationssieger wurde der Norweger Oesterklöft vor Lauri Dalonen. Kurze Sportnotizen. Nordhessen schlug Pommern im Revanchekampf der Amateurboxstaffeln in Kassel mit 11:5 Punkten. Stuttgart und Saarbrücken tragen alljährlich zweimal einen Städtekampf auf allen Gebieten des Sports aus. Die ersten Begegnungen finden am 1. und 2. Juni in Saarbrücken und am 22. und 23. Juni in Stuttgart statt. Mehrere Mitglieder des Internationalen Olympischen Comitös trafen in Berlin ein und besichtigten eingehend die im Bau befindlichen Anlagen auf dem Reichssportfeld, die 1936 Schauplatz der Olympischen Spiele fein werden. Namens des IOC. sprach Senator Musza dem deutschen Organisations-Ausschuß seine Anerkennung für die bisher geleistete vorbildliche Arbeit aus. Nicht nur den absoluten Geschwindigkeits-Weltrekord, sondern noch drei weitere Rekorde hat der Engländer Campbell bei seinen Versuchen am Strand von Dcwtona Beach aufgestellt, und zwar Weltrekorde über einen Kilometer (444,341 Stdkm.), 1 Meile (445,396 Stdkm.), 5 Kilometer (431,974 Stdkm.) und 5 Meilen (404,496 Stdkm.). Ihre zweite Niederlage erlitten nach einer Unzahl von Siegen die Winnipeg Monarchs in England. Sie standen in London einer aus in England lebenden Kanadiern gebildeten Mannschaft gegenüber, die über die Weltmeister mit 2:1 siegreich blieb. Einen Ski-Staffellauf von Garmisch- Partenkirchen über 240 Kilometer zum Hause des Führers auf dem Obersalzberg will der Skikreis München als Einleitung der Olympischen Winterspiele 1936 durchführen. Aberkannt wurde Primo Camera die Europameisterschaft im Schwergewichtsboxen, da er feinen Titel nicht in der vorgeschriebenen Frist gegen den Bagier Pierre Charles verteidigte. 13 0 Stundenkilometer im Eissegeln erreichte auf dem Schwenzaitsee bei Angerburg nach Abschluß der Deutschen Eissegel-Meisterschaften der deutsche Meister Tepper-Ogonken mit seiner Pacht „Silberstreifen" in der 15-qm-Eintypklasse. Deutschlands Amateurboxer siegten am Freitag in Breslau über die Tschechoslowakei mit 10:6 Punkten. Am Sonntag: FußballLänderkamps Deutschland-Frankreich. Von den Italienern und den Spaniern abgesehen, haben zwei Ländermannschaften in jüngster Zeit das steigende Interesse der internationalen Fußballkreise auf sich gelenkt: die d e u t f u/ e und die frazösische, Deutschlands Mannschaft durch ihre große Erfolgsserie — die Franzojen dagegen mehr durch ihre, man kann sagen, „erfolgreichen Niederlagen". Das soll heißen: Frankreich hat Spiele gegen sehr starke Ländermannschaften in letzter Zeit so knapp und in einer Art und Weise verloren, die eine Leistungssteigerung im französischen Fuhballsport erkennen ließ. In der Turiner Weltmeisterschaftsvorrunde 1934 unterlag Frankreichs Mannschaft gegen die Oesterreicher erst in der Spielverlängerung 2:3. Später haben die Franzosen dann die Jugoslawen 3:2 besiegt und in diesem Jahr eine 0:2-Niederlage gegen Spanien in Madrid sowie eine 1:2-Niederlage gegen Italien in Rom erlitten — am gleichen Tage übrigens in Paris eine starke Prager Städtemannschaft 1:0 geschlagen. Das heutige Ansehen und der unverkennbare Optimismus der Franzosen gründen sich in erster Linie auf diese beiden Niederlagen! Ein solches Abschneiden war gewiß recht ehrenvoll, aber berechtigt es dazu, sich den besten Mannschaften des Kontinents nun gleich gewachsen zu fühlen? Die Antwort auf diese Frage kann das Spiel des Sonntags gegen Deutschland in Paris geben. D i e Mannschaft, die Deutschland schlägt, zählt zur engsten Spitzengruppe des Kontinents. In den beiden bisherigen Spielen kämpften die Deutschen nicht gerade glücklich. 1931 verloren sie in Paris durch ein Selbsttor Münzenbergs, der diesmal übrigens wieder in der Mannschaft steht, 0:1. 1933 in Berlin führten sie schon 3:1, und dann holten die Gegner doch noch ein 3:3 heraus. Wohl vorbereitet geht nun Deutschlands Elf in das dritte Spiel, und sie weiß, daß die Franzosen, die schon immer schnell und eifrig waren, auch technisch noch zugelernt haben, ihr eine schwere Aufgabe stellen werden. Doch mögen die Franzosen optimistisch sein, wir haben auch Vertrauen zu unserer Elf. Die 2Hannfd)aflen. Für das dritte Fußball-Länderspiel Frankreich gegen Deutschland am Sonntag in Paris sind folgende Mannschaften aufgestellt worden: Deutschland: Buchloh (VfB. Speldorf); Janes (Fort. Düsseldorf), Busch (Duisburg 99); Grämlich (Eintracht Frankfurt), Münzenberg (Alem. Aachen), Appell (Berl. SD. 92); Lehner (Schwaben Augs- bürg), Siffling (Waldhof), Conen (FD. Saarbrücken), Rohwedder (Eimsbüttel), Ko - b i e r f f i (Fortuna Düsseldorf). Frankreich : TH6pot (Red Star-Olymp. Paris); van Dooren (Olympique Lille); Mattier (FC. Sochaux); Gabrillargues (FC. Sete), D e r r i e ft (RC. Roubaix), Delfour (RC. Paris); Aston (Red Star-Olymp. Paris), Beck (FC. Sete), Nicolas (FC. Rouen), Du hart (FC. Sochaux), Nuic (CS. Metz). Preußen. Revision im Höfeid-Prozeß. LPD. Frankfurt a. M., 12. März. Die Justizpressestelle teilt mit: Die Eheleute Wilhelm und Minna Höfeld haben gegen das Urteil des Schwurgerichts Frankfurt a. M. vom 2. März 1935 durch ihre Verteidiger Revision eingelegt. Diebstähle in Kirchen LPD. Frankfurt a. M., 12. März. Seit ca. sechs Wochen tritt in Frankfurt a. M., Offenbach, Hanau, Klein-Steinheim und Limburg ein Mann auf, der in katholischen Kirchen, vermutlich während des Gottesdienstes oder bei sonstigen Anlässen, die Opfer ft öde aufschließt oder von der Wand reißt und dann verschwindet. Der Täter wird wie folgt beschrieben: ca. 24 Jahre alt, glattes Gesicht, dunkle Haare, macht guten Eindruck. Bekleidung: Bräunlichen Wintermantel mit Riegel, graumelierte Knickerbocker, schwarze Halbschuhe, hellfarbige Sportmütze. Kirchenbesucher und Kirchenaufsichtspersonen werden auf diesen Mann aufmerksam gemacht und gebeten, feine Festnahme zu veranlassen. Kreis Wetzlar. + Kinzenbach, 12. März. Bei dem Werbe- feldzllg der hiesigen Ortsgruppe des Reichsluftschutzbundes wurden 29 Personen als Mitglieder neu gewonnen, so daß der Mitgliederbestand der hiesigen Ortsgruppe nunmehr HO beträgt. — Der Turnverein „Gut HeiT hielt dieser Tage eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, in der die neuen Einheitssatzungen der Deutschen Turnerschaft nach Verlesung durch den Vereinsführer einstimmig angenommen wurden. Im weiteren Verlauf der Versammlung beschäftiate man sich mit den Veranstaltungen des Jahres 1935. kungsvott im Aufbau und in der Führung des Melos ist das Finale dieses Aktes. Die religiösen Reinigungsszenen im dritten Aufzuge sind von Inbrunst erfüllt, in hohem Aufschwung Rar Havas' Liebesgesang. Die Ueberleitung zum zweiten Bilde dieses Aktes steigert das Salambo-Liebesthema zu klanglicher Apotheose. Zu großem Format erhebt sich die Schlußszene der Salambo, geplagt von den Furien der Reue, einmündend in Mathos Liebes- Hymne des zweiten Aktes „0 trage mich fort nach der Wunderinsel". — Unter der persönlichen Leitung des Komponisten gewann die Partitur reiches, klangprächtiges Leben, und in engster Unmittelbarfeit durch die geistige Führung des Schaffenden schlug das Werk die Hörer in Bann. Machtvoll von elementarer Wucht wuchsen die großen Steigerungen des zweiten Aktes heraus; ebenso wie die stimmungsgebundene Sphäre des ersten Aktes sich nachhaltend eröffnete. Das Orchester folgte mit Schlagfertigkeit und ausgeglichener klanglicher Anpassung, in feinen Einzelstimmen mit bestem Wollen und Können am Platze. Trefflich unterstützt wurde das Klangliche durch das Sichtbare. Die einzelnen Bühnenbilder waren mit feinem malerischen Empfinden entworfen und standen in engstem Beziehen zu dem Musikalischen und den Anforderungen der Szene. (Karl Löff- (e r.) Die Eindruckskraft der Gebetsszene wurde durch eine sehr geschickte Beleuchtungsbehandlung (Ludwig Keim) verstärkt. Ebenso wurden die geschmackvoll gewählten Kostüme (Curt Huber) zu besonderer Bedeutung für die Echtheit des historischen Untergrundes. Die Szenen waren im Spiel bis zum Einzelnen durchgebildet, insbesondere wurde die Hochzeitsfeier im letzten Bild durch die Ballett- pinlage belebt (Spielleitung Paul Wrede); der Eindruck der Masfenszenen wurde durch die sicheren und klangschönen Chöre gestützt. Angelpunkte für den Eindruck der Oper sind zweifellos die Rollen Salambos und Mathos. Mit der Durchgestaltung ihres Spiels und ihrem gesanglichen Können steht und fällt das Werk. Maria Perry setzte ihre Kräfte für eine lebenswarme Erfassung der Salambo in den dramatischen Momenten ein, in denen sie die tiefsten Erlebnisse und Kämpfe einer Frauenfeele glaubhaft erscheinen ließ. Die innere Entwicklung in ihrer Stellung zu Matho bis zum Bekennen der Liede zu dem Toten spiegelte sie auch im Musikalischen, mit starken stimmlichen Akzenten dem Dramatischen wie auch in Hingegebenheit der lyrischen Szene folgend; dabei die letzten Grenzen für ihr Auswirken in ihrem stimmlichen Material und ihrem persönlichen Typus findend. Matho ist eine hochdramatische Gestalt, ins Heldische hineinragend mit einem Zug ins Abenteuerlich-Dämonische, deren Durchführung am besten in den Händen einer großen, ausladend dunkel tim- bvierten aber doch glanzvoll aufstrahlend hellen Baritonstimme zu denken wäre Karl Tank bemühte sich sichtlich, den Erfordernissen nachzukommen, wenn auch seiner Stimme größere Modulationsfähigkeit und die Möglichkeit einer weitgespannten melodischen Linie versagt bleibt. Durch ein gesteigertes Spiel versuchte er, den Ausgleich zu geben. Obwohl die Gestalt des Nar Havas, dem Zuge der Handlung folgend, billigerweise gegen Matho zurücktritt, schien Heinz W e i f e r mit feinem heldischen Stimmklang und seinem vornehm durchdachten Spiel doch im dramattschen Uebergewicht zu sein. Franz Wolf a. G als Oberpriester Schahabarim war erfüllt von fanatischem Eifer seines Amtes, gestützt durch die wohlgeschulte Art seines Singens. Therese Steinkamp a. G. (Taanach) war eine sorgliche Hüterin mit angenehmem Stimmklang und trefflicher musikalischer Art. Hamilkar (Franz Valckenberg), Spendius (Richard Ziegler a. G), Authartt (Rudolf Kley a. G.) rundeten mit gesanglich und darstellerisch gleichem Geschick das Ensemble. Das Haus folgte dem Werk mit sichtlichem Interesse. (Wohl das erste Mal, daß Gießen eine bedeutsame Opernerstaufführung erlebte.) Von Aufzug zu Aufzug stieg der Beifall. Für Gießen kann mit dem letzten Fallen des Vorhangs der Erfolg der Oper als entschieden angesehen werden; der beste Lohn für den Wagemut der Intendanz. Stürmisch ausbrechender Beifall rief alle Beteiligten vor die Rampe, besonders herzlich wurde der Komponist begrüßt. Möge nun die Oper auch auf weiteren Bühnen ihre Pflegestätte finden, für einen berechtigten Anspruch darauf hat sie den Beweis erbracht! Dr. H Zeitschriften. — „Handarbeiten aller Art" (Stickereien und Spitzen). Verlag Alexander Koch, GmbH., Darmstadt, Stuttgart. Jahrgang 1935, Heft 4, mit 20 großen Abbildungen und vielen anregenden Textbeiträgen. Einzelheft RM. 1,80, 2 Hefte im Vierteljahrsbezug RM. 3,00. Das neue Heft bringt vielseitige Seidensteppereien: Kissen, Teewärmer, Decken, von denen jedes einzelne Stück geschmacklich reizvoll und auf Grund der klaren Technikbeschreibung leicht nachbildbar ist. Auch der Handweberei ist größerer Platz eingeräumt: einfarbige und bunte Tischdecke und Diwandecken der Städtischen Handwerkerschule Frankfurt a. M. zeigen, wie heute gerade in der Handweberei durch Färb- und Bindungseffekte künstlerisch Wertvolles geleistet wird. Gestickte Seinen» kissen, Filet- und Tüllardeiten bereichern dies schöns Heft. UM» W-tl': xw*A K», eer* de- »s IP«»-", , (fn zmn^ Am fotni rihr im w Z0M diesjä sprechen be und bet 6tt lebet den an dem Rei ia dieser 6 beweist dm mit deutsch c her< 3m,M wird in ei mitgeteilt: Der Re daß in de Mädchencu nicht mehr die Mädct dem eiger besser ents Aufgaben in denen i hebliche Sc nehmigung dieser Anw wendig wi besuchender Gültigkeit. Die 3t Set r. Err Der Re teilt mit: , „Es wir gang für Ostern 193 legt werde Derwendun für ben ff fpäter folger worben wer Mi generell dir gleichen, Kgung, düng nur b Dergewissm zuständigen funben hat/ Der Ort! gegeben. M u Ho Gängln Fortsetzi Klaudink stimme, i ben Vater Achter fa| hattest, Po ganz oeräi "Ach mein« Wfo mä d'e Margot sie bei den j Mtduin Mdi-hU Meinst bu «toi t ®enQWi lonr&n Friß MitVM ist fj*06 Der Ät? > । h testen '°K ^d^'nte W t Ne ''fe 1 Üt Nr. 61 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)Mittwoch, 13. Marz M5 Aus der Provinzialhauptstadl. Oer Heldengedenktag. Wie der Kreispropagandaleiter der NSDAP, in einer parteiamtlichen Bekanntmachung mitteilt, obliegt die Durchführung des Heldengedenktages am 17. März in Orten und Städten, die nicht Standorte der Wehrmacht sind, den Hoheitsträgern der NSDAP. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Reichskriegerbund Kyffhäuser sind in den Dienst der Sache zu stellen, das Programm des Tages soll den örtlichen Verhältnissen entsprechen. Eröffnungskundgebung zum Reichsberufswettkampf! Am kommenden Freitag findet abends nm 20.30 Ahr im Lafe Leib eine große Eröffnungskundgebung zum diesjährigen Reichsberufswettkampf statt. Es sprechen der stellvertretende Gebietsführer Oberbannführer Erich Seifert und der Kreisleiter der DAF. cmalien, Formattonen, besuchte Geländesport-Lehr- gänae usw. bis zum 18. März 1935 an W. Mohr, Gießen, Wilsonstraße 8. Später eingehende Meldungen werden nicht mehr berücksichtigt. Deutsche Arbeitsfront. RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Urlaubszug in die Pfalz vom 2 3. bis 3 0. März. Fahrtkosten 29,50 Mark. Schlußtermin für die Anmeldung 16. März. Die Pfalz hat bekanntlich das wärmste Klima in Deutschland, und so wird diese erste Frühlingsfahrt zweifellos den Teilnehmern viel Freude bereiten. Während in anderen deutschen Gebieten noch hoher Schnee liegt, melden sich hier in dem größten Weinbaugebiet Deutschlands bereits die ersten Boten des Frühlings. Besonders die Vorderpfalz hat ein geradezu tropisches Klima, und so kommt es auch, daß hier alljährlich Mandeln und Feigen unter der warmen Sonne zur Reife kom- fein Kaiserdom ist der älteste romanische Kirchenbau Deutschlands. Noch viel zu unbekannt ist dieses Land. Es ist eine dankbare Aufgabe, dieses Gebiet für den Urlaubsverkehr zu erschließen. Urlaubszug insAllgäu vom3 0. März bis 7. April. Fahrtkosten 33,50 Mark. Schlußtermin für die Anmeldung 15. M ä r z. Während in anderen deutschen Gebieten der Frühling schon seine Einzug hält, ist im Allgäu noch immer Gelegenheit zum Wintersport gegeben. Wieder ist Pfronten das Ziel der Fahrt. Schon die Anfahrt wird hier für jeden Teilnehmer ein Erlebnis bedeuten. Durch den Schwarzwald geht es nach Friedrichshafen, wo die Zeppelinwerst besichtigt wird, dann am Bodensee entlang nach der schönen Jnselstadt Lindau im Bodensee. Erst nach diesen beiden Zwischenstationen wird die Fahrt in das eigentliche Urlaubsgebiet, das Allgäu, ange- I treten. Ausflüge an den Felshängen des Alpen- ' landes werden am Tage die Urlauber beschäftigen, Winter-Ailsswerk des deutschen Volkes 1934/35. pg. Hermann Wagner. Jeder deutsche Junge, jedes deutsche Mädel, das an dem Reichsberufswettkampf teilnimmt, erscheint zu dieser Kundgebung, jeder deutsche Volksgenosse beweist durch fein Erscheinen feine Verbundenheit mit deutscher arbeitender Jugend. Bannführung 116. Grundsätzliche Trennung der Geschlechter in den Schulen. Im „NS -Erzieher" Nr. 18 vom 7. März 1935 wird in einem Artikel über das Mädchenschulwesen mitgeteilt: Der Reichserziehungsminister hat angeordnet, daß in den Orten, in denen mittlere oder höhere Mädchenanstalten vorhanden sind, die Mädchen nicht mehr Knabenschulen besuchen dürfen. Die für die Mädchen geschaffenen Schulen gewähren eine dem eigentlichen Wesen der weiblichen Jugend besser entsprechende Ausbildung, als die anderen Aufgaben zugewandten Knabenschulen. In Fällen, in denen der Durchführung dieses Grundsatzes erhebliche Schwierigkeiten entgegentreten, ist die Genehmigung des Ministers einzuholen, wenn eine dieser Anordnung widersprechende Einschulung notwendig wird. Für die gegenwärtig Knabenschulen besuchenden Mädchen erhält dieser Erlaß keine Gültigkeit. 7ISLB., Kreis Gießen. Fachschaft: körperliche Erziehung. Detr. Geländesport-Lehrgang zur Erwerbung des L. - Scheines. Der Reichsreferent für Geländesport teilt mit: „Es wird bekanntgegeben, daß der dritte Lehr- ang für NSLB.-Mitglieder beim Chef AW. zu ftern 1935 vorgesehen ist. Er wird zeitlich so gelegt werden, daß wieder eine Anzahl Ferientage Verwendung finden. Der Lehrgang soll der letzte für den Erwerb des L.-Scheines fein. Bei den später folgenden kann zwar auch der L.-Schein erworben werden, jedoch nur als Ausnahme und nicht generell. Im übrigen sind die Bedingungen die gleichen, wie bisher, z. B. freie Fahrt, Verpflegung, Bekleidung usw. Es wird befohlen, Meldung nur dann abzugeben, wenn eine vorherige Vergewisserung, zum mindesten Rücksprache bei der zuständigen Dienststelle über den Urlaub stattge- funben hat." Der Ort des Lehrganges wird frühzeittg bekannt- gegeben. Meldungen mit genauer Angabe der Per- Schon jetzt laßt sich übersehen, daß das deutsche Doll im Rahmen des Winter- Ailfswerls 1934/35 in einem Maße geopfert hat, wie es angesichts der bestehenden schweren finanziellen Verhältnisse nicht erhofft werden lonnte. Aus diesem Anlaß ist es gerechtfertigt, diese Tatsache auch kommenden Geschlechtern in einer in die Augen fallenden Form stets zum Bewußtsein zu bringen und dadurch aber auch das Gedächtnis an eine schwere und große Zeit wach zu erhalten. Es ist deshalb im Rahmen des Winter-Hilfswerls die Aufstellung von Mosaiken in den Gemeinden vorgesehen, die den Nachkommen künden sollen, welche Opfer die Einwohnerschaft für ihre notleidenden Volksgenossen gebracht hat. Auch in unserer Stadt wird vom Montag ab die Aufstellung eines solchen Mosaiks durch das Winter-Hilfswerk erfolgen. Die zur Herstellung des Mosaiks erforderlichen Steine werden zu 20 Pfennig das Stück verkauft. Eine Ausstellung des Mosaik- musters erfolgt bei dem Verkauf der Steine in den Straßen. Ich bitte die Bevölkerung wiederum ihren Opferwillen zu zeigen und durch den Kauf von Mosaiksteinen auch für unsere Stadt die Schaffung eines bleiben- den Erinnerungs-Zeichens an eine schwere und große Zeit zu ermöglichen. Oer aus dem Verkauf der Steine verbleibende Ueberschuß fließt dem Winier- Hilfswerk zur weiteren Stärkung zu. Oer Oberbürgermeister: Gießen, den s.März 1955. Ritier. men. Edles Obst aller Art wird in großen Tiengen geerntet Die Bäder und Heilstätten der Vorderpfalz sind wegen ihrer klimatischen Vorzüge so beliebt und wirkungskräftig. Die Pfalz hat das größte zusammenhängende Waldgebiet Bayerns. In dieses Gebiet führt die Fahrt nach dem bekannten Städtchen Neustadt a. d. Haardt und Hambach. Neustadt a. d. Haardt ist der Mittelpunkt des pfälzischen Weinhandels. Weinlandschaft und Waldgebiet vereinig sich hier zu einem harmonischen Bild. Schöne^alte Fachwerkbauten und die gotische Stiftskirche zeugen von der Tradition dieser Stadt. Die Pfalz ist das größte Burgenland Deutschlands, und zahlreiche alte Burgruinen künden von längst vergangener Zeit und von einer hochstehenden Kultur. Ein Tag des Aufenthaltes in der Pfalz wird zum Besuch und zur Besichtigung der alten Dom- und Kaiserstadt Speyer benutzt. Speyer ist die älteste Siedlung am Oberrhein und sowett sie nicht durch Wintersport ihre Erholung suchen. Heimatabende werden Bevölkerung und Urlauber zusammenführen. Während die Hinfahrt durch den Schwarzwald erfolgt, wird die Rückfahrt über Ulm — Stuttgart — Heidelberg führen. Mlchsbund Volkstum und Heimat. Freitag, den 15. März, 20.30 Uhr, Tierf chutz« Versammlung im Kaufmännischen Vereinshaus. Vortrag von Schlachthofdirektor Dr. Keller: „Ein Jahr Reichstierschutzgesetz." lieber- reichung von Diplomen an 17 treue Tierpfleger. Verschiedenes. Alle Mitglieder des Reichsbunds und der angeschlossenen Verbände, sowie Gäste werden hiermit herzlich eingeladen. Eintritt frei! Heute abend, 20.15 Uhr, Besprechung der Fachamtsleiter und Vertrauensleute bei Bep- ler, Bahnhofstraße 11. Gedenket der gefiederten Freunde! Der Bund für Dogelliebhaberei und Vogelschutz! schreibt uns: Mit dem Einzug des kommenden Frühlings wer« den unsere gefieberten Sänger aus bem sonnigen Süben heimkehren, um in unserem schönen Vater« lanbe bem Brutgeschäft obzuliegen. Es lohnt sich baher schon jetzt, auf bie wieberkehrenbe heimische Vogelwelt hinzuweisen. Wer von ben ernsten und gewissenhaften Naturfreunben hätte sich nicht schon einmal an bem herrlichen Gesang unserer Singvögel erfreut unb wollte sich nicht glücklich schätzen, bem süßen, sehnsüchtigen Schlag unserer Nachtigall lauschen zu bürfen? Von Jahr zu Jahr mehren sich bie Klagen über bie Abnahme ber Singvögel, bie nicht nur ben Naturfreunb in Besorgnis versetzt, fonbern auch ben Besitzern von Garten, Felb und Walb zum Nachbenken Anlaß gibt. Nicht immer finb wir Menschen in ber Lage, ben gefieberten Sängern ben Schutz angebeihen zu lassen. Neben Witterungseinflüssen, wie starke Fröste, Hagelschlag, Gewitterplatzregen, ist bas Raubzeug ber grim- migfte Feind ber Singvögel. In einer einzigen lauen Frühlingsnacht werben von bem Raubzeug Tausende von Jungvögeln aus ben Nestern geholt. Es ist baher Pflicht jebes Gartenbesitzers, auf bef« fen Boben bie Singvögel Gastrecht genießen, sie gegen bas Raubzeug zu schützen. Ein weiterer Grund, ber von ben Vogelfreunden vielfach noch nicht ernst genug genommen wirb, ist bas Fehlen von Nistgelegenheiten in Garten, Felb unb Wald. Meistens finben bie Singvögel nur in Gärten mit uraltem Baumbestand geeignete Nistplätze. Wir müssen ihnen Gelegenheit geben, sich bei uns häuslich nieberzulassen, wenn wir uns an ihrem Nestbau, ber Aufzucht unb bem ganzen Familienleben erfreuen wollen. Wirksamer Vogelschutz kann aber nur von solchen Naturfreuben betrieben werben, bie auch unsere Vogelwelt kennen unb mit ihr verwachsen finb. Dies ist ber Vogelliebhaber, ber seine Walbvögelchen fäfigt, hegt unb pflegt unb in ihm feine Welt sieht. Sein ganzes Herz hängt an feinem Liebling, unb er wirb daher auch naturgemäß dessen Brüder und Schwestern in Feld und Wald schützen. Ferner würde es sich empfehlen, wenn in den Schulen geeignete Vorträge über Vogelschutz gehalten und so die Jugend in naturfreundlichem Sinne erzogen würde. Die Schulgärten und Parkanlagen sino geeignete Plätze zur Ausübung des praktischen Vogelschutzes. Der allerorts angesehene Bund für Dogelliebhaberei und Vogelschutz — Sitz Berlin, Geschäftsstelle Falkensee, Kreis Osthavelland — erteilt auf Anfrage Rat und Auskunft über sachgemäße Anleitung im Vogelschutz unb in ber Vogelhaltung. vornottzen. — Tageskalenber für Mi11wocht NSLB. Kreis Gießen, Fachschaft Körperliche Erziehung, Bezirk Gießen, 15.30 Uhr: Pflichtarbeitsgemeinschaft in ber neuen Pestalozzischule. —Stadt- theater, 19.30 bis 22.30 Uhr: „Salambo". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Symphonie der Liebe". — Frühjahrsmodenschau und Schmucksachen, 16 Uhr und 20.30 Uhr, im Cafe Amend. — Billard-Turnier, 20.30 Uhr, im Cas6 Amend. — BO.-Gießen. 20.30 Uhr: BO.-Abend im Hindenburg. — Deutsche Glaubensbewegung, 20.30 Uhr: Vortrag im Restaurant „Zum Löwen", Neuenweg 28. — Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz, 16 bis 17 Uhr: 3. Jahresausstellung. — Stadttheater Gießen. Heute abend Wiederholung der Oper: „Salambo" in der Besetzung der Erstaufführung und mit dem Komponisten Lukas Böttcher am Dirigentenpult. — Die NS.- Frauenschaft Gießen» Nord veranstaltet am morgigen Donnerstag, um 20.30 Uhr, im Saale des Caf6 Ebel einen Ortsgruppenabend, zu dem die Liederbücher mitzubringen sind. Nachdruck verboten! 3. Fortsetzung item Die Ifflandstöchter und ihre Freier. Roman von 3- Schneider Zoerstl Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. wesen sein." . . Er konnte nichts darauf erwidern, denn unten fuhr eben ein Wagen vor, und Margot trat gleichzeitig mit Hans Jffland in den Raum. Hinter ihnen erschienen Fritz urrb Graf Ecke. Dann kam Luzie, Blässe bemerkte. Klaudine öffnete rasch eine Flasche und schenkte einen der Weinkelche voll. Jffland trank ihn leer und sah ihr dabei in die Augen. „Auf eine sorgenlose Zukunft, mein Liebling!" Es war so selten, daß der Vater seinen Töchi ein Kosewort schenkte. Um so tiefer berührte esKlau- bine. Sie ergriff feine Hand und druckte ihre Wange dagegen. „Für die Frau ist je auch nicht ganz einfach", meinte sie ehrlich. „Ein Witwer mit vier K'ndern ist immerhin keine beneidenswerte Parne. Und ihre erste Ehe soll nicht sonderlich glücklich ge- Klaudine seufzte und horchte auf Luzies helle Stimme, die draußen aufklang. Etwas näher an ben Vater herantretenb, fragte sie: „Würbe es bir leichter fallen, wenn du uns alle brei sofort los hättest, Papa?" Sein Gesicht war mit einem Male ganz verändert, so hatte diese Frage ihn getroffen. „Ich meine ja nur", beschwichtigte sie. „Gar so unmöglich wäre das nicht. Ich gehe zu Onkel Theodor, bie Margot nimmt ein Uebersee-Angebot an, wenn fie bei ben Olympia-Spielen Glück hat, unb bie Luzie gibst bu ins Pfarrhaus zu Onkel Böhme. Du wür- beft bich leichter einleben mit Frau Pöttmes allein. Meinst bu nicht, Papa?" „Ihr müßt bei mir bleiben!" stieß Jfflanb heraus. Klaubine machte es jetzt ben Eindruck als habe er Anaft. Er tat ihr sehr leid. „Es wird such alles geben", tröstete sie. „Ist es so red)t, Papaj" fragte sie dann ablenkend, mit einem Blick über bie Tafel hin. „Wenn ich nur wüßte, wo lch Luzie hinsetzen soll? Bekommt sie ihren Platz zwischen Ecke_unb Fritz, nimmt bas Kichern unb Necken kein Ende. Mit Bob verträgt sie sich nicht. Und für den Vetter ^„Vietteicht"neben Henriette?" meinte Jffland nach- Um Gottes willen, Papa! Der bleibt ja ber Bissen im Munde stecken, wenn die Luzie mit ihrer Weisheit herausrückt. Am besten wird es sein, ich setze sie neben mich. Da kann sie am wenigsten Schaden stiften. — Willst du nicht einen Schluck Wein trinken?" fragte sie besorgt, da sie seine große die Bob Pöttmes fünf Schritte vorausstürmte. Sie waren schon wieder im schönsten Streiten. „Das ist ja gar nicht wahr!" schalt Luzie. „Die Abwässer gehen ja gar nicht in den Kanal! Das haben Sie sich nur eingebildet, Bob. Stinken tut's natürlich schon! Alle Kanäle stinken." Mit wenigen Schritten war Klaudine bei ihr. „Schweig jetzt!" Luzie blinzelte den jungen Pöttmes böse an. „Sag mal selbst, Margot!" rief sie dann der anderen Schwester zu. »Gehen die Abwässer in den Kanal?" „Natürlich nicht!" kam es lachend zurück. „Zu- mindestens nicht in den Kanal, durch den wir geschwommen sind." „Da haben Sie's jetzt!" trumpfte Luzie auf. Es fehlte nicht viel, und sie hätte dem jungen Mann die Zunge herausgestreckt. „Aber Sie müssen natürlich immer recht haben. Es ist häßlich, wenn ein junger Mensch immer recht haben will." Hans Jfflands herzliches Lachen trieb Luzie ein brennendes Rot auf die Wangen. „Nicht?" meinte sie gekränkt. „Was wahr ist, darf man doch sagen." „Jederzeit!" bekräftigte ber Vetter unb blickte nach ber Tür, durch die Henriette Pöttmes, geführt von Kaspar Jffland, eben eintrat. Merkwürdigerweise sah Klaudine in diesem Augenblicke nicht auf die zukünftige Frau ihres Vaters, sondern auf ihre Schwester Luzie. Deren Gesicht, das eben noch geglüht hatte, wechselte jetzt plötzlich die Farbe. Zwischen Weinen und Trotz starrte Luzie auf bie schöne Frau unb bann auf ben Vater. Aber er hatte nichts von ber Gefühlserschütterung seiner Jüngsten bemerkt. Er stellte eben seinen Neffen Hans Jffland und den jungen Grafen Ecke vor. Klaudines Hand war ganz kühl und leicht, als fie diese in die Rechte von Henriette Pöttmes legte. Margots Händedruck war sportsmäßig fest wie immer. Sie konnte nicht anders. Luzie hielt ihre Hand in den Falten des Kleides versteckt, hob fie dann langsam und überließ sie nur widerwillig Frau Pöttmes schlanken Fingern. Klaudine atmete auf, als man bei Tisch saß. Ein paarmal trafen sich ihre Blicke mit denen des Vaters. Aus feinen Augen sprach stummer Dank. Frau Henriette Pöttmes zeigte sich als das, dessen man sie rühmte: Eine charmante Frau! Ein Uneingeweihter konnte unmöglich ihr Alter schätzen. Wenn nicht Bob mit seinen dreiundzwanzig Jahren gewesen wäre, hätte man sie für höchstens dreißig gehalten, so glänzend war sie in Verfassung. Dabei war alles an ihr unglaublich einfach und gewinnend, daß man sich versucht fühlte, ihr schon bei der ersten Begegnung alle Sympathien entgegenzubringen. . Sie hatte das reiche, aschblonde Haar wie eine Achtzehnjährige in schlichter Welle nach der linken Schläfe hin gescheitelt. Das schwache Rot, das über Lippen und Wangen verteilt war, wirkte durchaus nicht gekünstelt, und ber Schatten ber sichelförmigen Brauen hob ben Glanz ber großen, dunklen Auaen, die in ihrem tiefen Braun in einem seltsamen Gegensatz zu dem flimmernden Haar standen. Klaudine versuchte gerecht zu urteilen: Henriette Pöttmes war eine schöne Frau. Vielleicht war es doch nicht bloß Geld, sondern auch Liebe, die den Vater zu ihr hinzog. Sie wünschte es fast. Wenn er sich schon einmal mit dem Gedanken trug, sich wieder zu verheiraten, dann sollte doch wenigstens auch sein Gefühl mitsprechen können ... Was die Fama behauptete: Daß Frau Pöttmes launisch, herrisch, nervös, unberechenbar, zuweilen sogar grausam sein konnte — wer vermochte das nachzuprüfen? Ein Körnchen Wahrheit würde ja, wie immer, auch in diesem Falle an dem Gerede sein. Selbst Bob schien feine Mutter mehr zu fürchten als zu lieben. Er war immer auf der Hut, nicht anzustoßen. Hans Jffland sah ein paarmal nach der schönen Frau hinüber, und auch er machte sich feine Gedanken. Sie war reizend, zweifellos. Seine junge Mutter war das auch, und doch wirkten die beiden Frauen so verschieden. Und was Frau Pöttmes Sohn anbetraf, so schien der arme Kerl nichts, aber auch gar nichts von ihrer natürlichen Anmut und gesellschaftlichen Sicherheit vererbt bekommen zu haben. Neben ihrer Eleganz wirkte er eckig. Was sie an Weltgewandtheit aufzuweisen hatte, zeigte sich bei ihm als Unbeholfenheit. Er stand ganz im Schatten dieser Mutter, wie er auch in ihrem Bann zu stehen schien. Der Hausherr selbst war prächtigster Laune, ein aufmerksamer Gastgeber, ein diskreter Verehrer, ein liebenswürdiger, besorgter Vater. Niemand ahnte, daß Kaspar Jffland auch jetzt von Sorgen gequält wurde. Er dachte unaufhörlich an seine beiden ältesten Töchter, ob sie sich wohl mit Henriette verstehen würden und ob über kurz ober lang sich ein Freier für sie sand. Sie waren nette Mädchen, keine Duckmäuserinnen und auch nicht beschränkten Geistes. Bei Luzie hatte es ja -noch "Zeit. Die war noch fast ein Kind und schäkerte eben eifrig mit dem Grafen Ecke, dessen schmales Knabengesicht das Erbteil einer überzüchteten Rasse verriet. Klaudine hatte Frau Pöttmes gebeten, bie kleine Tafel aufzuheben, was diese denn auch mit überlegener Vornehmheit tat. Man trank im Musikzimmer noch eine Tasse Kaffee und zerstteute sich dann nach dem Park und den übrigen Räumen. Kaspar Jffland verspürte ttvtz seiner fünfunb- vierzig Jahre bas Herz bis zum Halse herauf schlagen als er, Henriette ben Arm bietenb, ben Gewächshäusern zuschritt. Er vermeinte zu fühlen, wie auch ihre Hanb ein wenig zitterte. Das machte ihn roieoer sicherer. Seine Werbung sollte nicht bloß ein Handel fein, ber sich lediglich auf Geldsachen beschränkte. Schließlich war er schon einmal verheiratet gewesen und sie desgleichen. Man wußte also ungefähr, was man voneinander zu erwarten hatte. Wenn er erst einmal die Schuldenlast abwälzen konnte, würde es nicht mehr allzu schwer fein, ein heiteres Gesicht zu zeigen und den notwendigen guten Willen aufzubringen, sich in diese Ehe zu schicken, selbst wenn Henriette Launen haben sollle. Luzie beobachtete, von einer Ligusterhecke gedeckt, wie der Vater mit Frau Pöttmes die Stufen zu den Treibhäusern hinunterstieg und ballte die Hand. Die sollte was erleben, wenn sie etwa dachte, es wäre so einfach, sich hier festzusetzen und alle unter ihre Fuchtel zu bekommen, wie das bei Bob der Fall war. Sie würde sich nicht kuschen! Sie nicht! Und wenn es alle Tage Zank und Streit gab. Vielleicht lief sie sogar einmal davon ... Klaudine, die nach der jüngsten Schwester gesucht hatte, stand nun vor ihr und streichelte ihre Wangen. „Warum weinst du denn. Kleines?" „Ach!" Luzie heulte jetzt tatsächlich. „Da muß man nun zuschauen, wie dieses Frauenzimmer unseren Vater einfängt!" Erschrocken preßte Klaudine ihr die Hand auf den Mund. „Schweig' doch, um Gottes willen! Du darfit es Papa nicht noch schwerer machen, als es schon ist." „Warum tut er’s denn bann? — Ich meine, er könnt's boch aushalten mit uns." Klaudine mußte trotz allem lachen. „Dummerchen!" Sie zog den Kopf der Schwester gegen ihre Schulter und sprach leise auf diese ein, wie schwer die Hypothekenlasten auf Haslbach drückten, wie der Vater sich kaum mehr zu helfen wisse, wie ihm alles über dem Kops zusammenzubrechen drohe; Löhne, Steuern, Gehälter, das müsse doch unbedingt bezahlt werden. Und wie er hoffe, mit dem Vermögen der Pöttmes alles wieder in Ordnung zu bringen. „Muß er sie deswegen gleich heiraten?" fiel ihr Luzie ins Wort. „Er soll sich doch einfach ihr Gelb zu leihen nehmen." Klaudine sah sie kopfschüttelnd an. „Bist du denn wirklich so unvernünftig, daß du glaubft jemand aäbe fein Geld auf ein Objekt, das schon überlastet ist?" „Ach, deswegen", maulte die Kleine. „Ja, deswegen", sagte Klaudine mit Nachdruck. „Komm' jetzt! Fritz ist mit seinem Freund Ecke nach ben Ställen gegangen. Der Vetter läßt sich von Margot bas Familienalbum zeigen. Und Bob sitzt wie ein armer Sünder auf der Treppe, die nach dem Garten führt und döst vor sich hin." „Das Ekel?" schmollte Luzie. In Klaudines Augen trat eine ernste Strenge. „Vielleicht denkt er jetzt bas gleiche wie bu." „Was denn, Klaudine?* „Daß er nun zusehen müsse, wie dieser ManU seine Mutter einfängt ..." (Fortsetzung folgt!) der Redner seine Ausführungen. i JXeuHCL eine UUS uyiunyc». '----.. 1----,, «x t.\ ...Ii Nachdem der Führer der Ortsgruppe Gießen des Gedichtvortragen (Herr North), nm eimgen undes der Saarvereine, Herr Thum, noch kurz Musikstücken und mit dem dreifachen „Sieg-Heill auf den Führer Adolf Hitler seinen Abschluß. Gießen als Tagungsort Ehrenbesuch der Gießener SS. in Saarbrücken Oberheffen Kolonialdeutscher Abend Bundes der Saarvereine, Herr . z .. , y über die bejahende Stellung der Saarländer zur — Ein Lichtbilder - Vortrag „Von weißen Bergen und wilden Wassern" findet, veranstaltet von der hiesigen Paddlergilde, am kommenden Samstagabend in der Aula der Universität statt. Vortragender ist I. C. Luthe r. Näheres in der heutigen Anzeige. Jugend werde dereinst die Aufgabe haben, das deutsche koloniale Erbe zu verwalten. Mit einem Ausruf, der Kolonialbewegung beizutreten, schloß geborenen-Richter. Im Geiste folgte man dem Redner von Morogoro nach Dar-es-Salam und nach Tabora, folgte ihm in die Steppe und nach Lu- vembe, kurzum, man erlebte alles mit, was der Vortragende in unterhaltsamer Form vor das geistige Auge stellte. Schließlich hörte man auch mit großem Interesse die dramatischen Schilderungen über das Leben in der englischen Gefangenschaft und die langen Reisen durch den Indischen Ozean, die der Vortragende als Kranker in englischer Gefangenschaft erlebte. Mit nachdrücklichen Hinweisen auf die Notwendigkeit der Wiedererringung unserer deutschen Kolonien schloß der Redner seinen Vortrag, der durch zahlreiche, zum Teil farbige Lichtbilder unterstützt wurde. Im weiteren Verlaufe des Abends hielt der Vereinsführer der Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung 28. Tagung der Deutschen pathologischen Gesellschaft. Vom 27. bis 30. März findet in Gießen die 28. Tagung der Deutschen Pathologischen Gefell- -chaft statt.' Die Hauptthemen der Tagung betreffen Wachstum und Gestaltung. Vorsitzender ist Pro- essor Dietrich, Direttor des Pathologischen Instituts der Universität Tübingen. Die örtlichen Vorbereitungen der Tagung liegen in Händen von Professor Georg Herzog, Direktor des Pathologischen Instituts der Universität Gießen. Der Tagung ist ein umfangreiches Programm zugrunde gelegt. Sie wird am Mittwoch, 2 7. März, nachmittags, im Pathologischen Jn- titut mit einer Vorstandssitzung und abends im Studentenheim mit einem Begrüßungsabend er- öffnet. Für Donnerstag, 2 8. März, ist im Höraal des Physiologischen Instituts die Eröffnungsitzung vorgesehen, an die sich eine wissenschaftliche Sitzung anschließt, die am Nachmittag ihre Fort- etzung sindet. Für den Abend ist eine Unterhaltungsveranstaltung geplant. Am Freitag, 2 9. März, findet die Tagung ihre Fortsetzung mit der wissenschaftlichen Sitzung mit zahlreichen Vorträgen, nachmittags findet eine Geschäftssitzung statt, mit der ebenfalls einige Vorträge verbunden sind. Anschließend wird eine Fahrt nach Bad-Nauheim unternommen und dort sowohl das Balneologische, als auch das Kerckhoff-Jnstitut besichtigt. Der Samstag, 3 0. März, bringt in der wissenschaftlichen Sitzung wiederum eine stattliche Reihe von Vorträgen, die mit einer Aussprache abgeschlossen werden. Oie Ostertagung der Gtudenten-Historiker. Während der Osterfeiertage vom 20. bis 23. April indet — wie bereits kurz berichtet — in Gießen die 12. Deutsche Studenten-Historiker- Tagung statt, lieber die Veranstaltungen ist im einzelnen folgendes zu berichten: Am Samstag, 2 0. April, wird die Tagung mit einem Begrüßungsabend im Hause der Burschenschaft Germania eingeleitet. Neben den Eröffnungsansprachen wird der Abend einen Vortrag von Landgerichtspräsident Dr. Schneider- Mainz über das Thema „Die Gießener Schwarzen" bringen. Im übrigen sind die Stunden dem geselligen Beisammensein gewidmet. Der Ostersonntag, 21. April, wird am frühen Vormittag zunächst Gelegenheit zum Gottes- dienstbesuch bieten, wobei für die evangelischen Tagungsteilnehmer der Gottesdienst in der Alten Friedhofskapelle stattfinden wird. Um 9.15 Uhr wird im Corpshaus der Hassia Oberkriegsgerichtsrat a. D. Koch- Gießen über das Thema „Der Gießener SC. bis 1843" sprechen, anschließend wird eine Besichtigung von Erinnerungsstücken folgen. Um 11 Kolonialbewegung gesprochen und Herr Lorenz noch einige grundsätzliche Gedanken über die Haltung des Sparers zur Frage der Kolonien geäußert hatte, fand der Abend mit einigen kurzen ** Eine Aenderung der Friedhofs-, Begräbnis- und Feuerbestattungsordnung der Stadt Gießen betrifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen fei. ** Städtische B r e n n h o l z v e r st e i g e - r u n g. Am kommenden Freitag findet im Stadtwald (Stolzenmorgen) eine Brennholzversteigerung der Stadt Gießen statt. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung hingewiesen. ** Das Fundsachenverzeichnis. Das Verzeichnis über die im Monat Februar gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur der Polizeidirektion, Land- araf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwai- gen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. ** Unfälle. Die 46jährige Frau Pauline ©älter Wwe. stürzte gestern so unglücklich die Treppe hinab, daß sie mit schweren Gesichtsverletzungen in die Klinik gebracht werden mußte. — Der Arbeiter Friedrich Borge! von hier, Alter Rödgener Weg, erlitt einen Unterschenkelbruch und mußte ebenfalls ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. ** Der Oberhessische Gebirgsverein, Ortsgruppe Gießen, führte vorigen Sonntag — wie man uns berichtet — seine 3. Jahreswanderung durch. Das Ziel „Rund um Marburg" und der lachende Sonnenschein hatten ihre Wirkung nicht verfehlt. Von allen Seiten kamen die rüstigen Wanderer, um im Postkraftwagen in sicherer Fahrt die Nachbarstadt zu erreichen. Nichtseefeste hatten sich vorsichtshalber zur Bewältigung des „Anmarsches" dem Dampfroß atwertraut. Am Hauptbahnhof Marburg wurde die frohe Wanderschar von den Mitgliedern des Hauptvereins herzlich begrüßt; Wiedersehensfreude leuchtete aus allen Gesichtern. Die stattliche Wanderschar setzte sich dann zur gemeinsamen Wanderung „Rund um Marburg" in Herr Tetzner eine Ansprache, in der er auf die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Kolonien für Deutschland als Rohstoff- und als Absatzgebiet hinwies. In straffer Zusammenfassung sprach der Redner über die Stellung des Nationalsozialismus zur Frage der Kolonien und wies dabei auf den 3. Punkt des Nationalsozialistischen Parteiprogramms hin, in dem die Wiedererringung der Kolonien zur Aufgabe gemacht sei. Dieser Punkt des Parteiprogramms werde ebenso seine Verwirklichung finden, wie jeder andere. Durch die Schaffung eines Kolonial- politischen Amtes sei die Kolonialfrage in ein neues Stadium gerückt. Die Kolonialbewegung sei Volksbewegung geworden, in der jeder Helfer sein könne. In den kolonialen Vereinigungen habe man die besondere Aufgabe, die Jugend zu kolonialem Denken zu erziehen, denn die gegenwärtige Uhr beginnt eine Führung durch die Universitäts» Bibliothek mit Besichtigung von Erinnerungsstücken zur Geschichte der Universität und desGießener Stu« oentenlebens, wobei Universitätsprofessor Oberbibljo» thekar Dr. Hepding die Führung hat. Nach einem anschließenden Frühschoppen und gemeinsamen Mittagessen treffen sich die Tagungsteilnehmer um 15 Uhr im Wingolfhaus, wo Professor D. Dr. Freiherr von Gall- Gießen über das Thema „Der Wingolf in der Gießener Bürgerschaft und Stundentenschaft" sprechen wird. Anschließend folgt eine Besichtigung von Archiv- und Museumsstücken, hierauf Kaffeetafel. Von 16.30 Uhr ab folgen im Korpshaus der Starkenburgia Besichtigung von Museumsstücken (Führung Oberforstmeister Heyers Vortrag von Professor Dr. Fabricius über „Gießener Studentenauszüge", Vortrag von Studienrat Scheunemann - Berlin über „Di« Bedeutung einer umfangreichen 93erbänbeftatiftif". Anschließend ist Gelegenheit zur Besichtigung der Studentenhauses der Universität am Leihgesterner Weg gegeben. Don 18.30 Uhr ab vereinigen sich Öle Teilnehmer im Haus der Landsmannschaft Darmstadtia, wo Professor Decker- Gießen einen Vortrag über das Thema „Magister Lauckhards Schilderung des Gießener Studentenlebens um 1780" halten wird. Von 19.30 Uhr ab folgt zwangloses Beisammensein im Corpshaus der Teutonia. Am Ostermontag, 2 2. April, beginnen die Vorträge um 9 Uhr im Haus der Burschenschaft Alemannia. Hier wird zunächst unter Führung des Universitätsbibliothekars Dr. Waldrach eine Besichtigung von Museumsstücken ftattfinben, sodann spricht Geh. Justizrat Heer (Marburg) über „Studentische Stammbücher, Schattenrisse, Pfeifenköpfe und ähnliche Andenken, und ihr Wert für die Studentengeschichte". Sodann folgt ein Vortrag von Professor Dr. Wentzke (Düsseldorf) über „Das Wartburgfest von 1848". Im Anschluß Aussprache über neuere studentische Literatur. Nach dem Mittagessen ist von 13 Uhr ab Gelegenheit zum Besuche der Häuser der Chattia, Adelphia, Frankonia, Silvania, Merovingia und des VDST. gegeben. Nachmittags findet ein Ausflug mit Postkraftwagen nach Burg Gleiberg, Kloster Schiffenberg und evtl, nach der Burg Staufenberg statt. Auf Burg Gleiberg wird im dortigen Schulungslager Studienreferendar Gräf einen Vortrag halten über das Thema „Der Student, insbesondere der Korporationsstudent, im Dritten Reich". Von 19 Uhr ab Beisammensein auf dem Schiffenberg, wo im Verlaufe des Abends Rechtsanwalt U l l m e r (Wiesloch) über „Das Wachstum deutscher Dichter aus der Kneipzeitung ihrer Verbindung" sprechen wird. Am Dienstag, 2 3. April, um 9.40 Uhr, Abfahrt nach Frankfurt a. M. zur Besichtigung der hochfchulkundlichen Sammlung des Köfener SC. (Führung und Erläuterung Bibliotheksrat Fromme!) und zur Besichtigung des Archivs der Deutschen Burschenschaft (Führung und Erläuterung Archivrat Dr. Gerber). Damit findet die Tagung ihren Abschluß. Bewegung, und bald nahmen die Naturschönheiten von Marburgs Umgebung die Wanderer gefangen. Je höher die Schar hinaufstieg, desto schöner bot sich der Anblick des Städtchens, bis über schneebedeckte Waldwege die Terrasse von Spiegelslust erreicht war. Ein prachtvoller Rundblick belohnte die Teilnehmer in reichlichem Maße für ihre Anstrengungen. Im hellsten Sonnenschein lag das „alte Nest", und die Wälder und Berge rund um Mar- bürg. Eine kurze Rast vor dem Abstieg. Nur schwer konnten sich die Wanderer von dem herzerfreuenden Anblick trennen. Durch den verschneiten Vorfrüh- lingswald ging es hinunter zum Städtchen, wo bei dem Mitglied und Inhaber des Cafäs Spangenberg Einkehr gehalten wurde. Während bei der Wanderung die Berge von den Damen nur schrittweise genommen wurden, wurden die Kuchen-, Sorten* und Schlagsahneberge nunmehr im Handumdrehen bewältigt. Am Nachmittag trafen sich die Gießener und Marburger Wanderer im blumengeschmückten Saal des Kurbotels Ortenberg. 200 Teilnehmer mögen es gewesen fein, die den Raum füllten, und bald umschlang das Band der Volksgemeinschaft die ftohgestimmte Wanderschar. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als der Frauenchor des Gießener Vereins unter gewohnter meisterhafter Führung die Walzer-Idylle „Ein Sonntag auf der Alm" von Koschat zu Gehör brachte. „Horch, was kommt von draußen rein" und „Der Jäger aus Kurpfalz", sowie Sologesänge fanden nicht weniger Anklang, während humoristische Mundartvorträge aus dem Büchlein des deutschen Wanderführers, geboten von einer Wanderin des Gießener Vereins, wahre Lachsalven hervorriefen. Aber auch die Marburger Wanderbrüder und -schwestern waren nicht müßig und erfreuten mit ernsten und lustigen Gesangsvorträgen. Nur zu rasch vergingen die Stunden, und bald mahnte der Zeiger der Uhr zum Aufbruch. Alle, die diesen Wandertag miterlebten, erfüllte die Ueberzeugung, daß er mehr war als ein Wandertreffen im üblichen Sinne, es war ein Tag der Volksgemeinschaft im Sinne unseres großen Führers, was auch die beiderseitigen Ansprachen zum Ausdruck brachten. Noch ein herzlicher Händedruck, ein frohes Wiedersehn und Heil Hitler, und wohlbehalten brachte uns die Deutsche Reichspost nach unserem lieben Gießen. Den Teilnehmern wird dieser Tag unvergeßlich bleiben. Durch einige Zeitungen ging die Nachricht, daß die 2. SS.-Standarte aus Frankfurt a. M. den Saarbrücker Volksgenossen am Sonntag, 10. März, einen Besuch abgestattet habe. Diese Nachricht ist nur bedingt richtig. Die Teilnehmer am Aufmarsch in Saarbrücken waren aus sämtlichen Standarten (2., 35., 83., Mot. 30 und Pi. 30) des SS. - Abschni11es XXX. in Kas- s e l herausgezogen. Die Abfahrt der Gießener SS. erfolgte am Samstag, 9. März, mit dem fahrplanmäßigen Zuge nach Frankfurt um 22.45 Uhr. In Frankfurt wurde der Transport zusammengestellt. Gegen 2 Uhr verließen drei Sonderzüge den Hauptbahnhof nach Saarbrücken, wo sie gegen 6.30 Uhr eintrafen. Die Stimmung der SS.-Männe r, schon während der Fahrt, war eine ungemein freudige. Ins Dunkel der Nacht brauste der Zug. Verschlafene Dörfer und Städtchen zogen am Abteilfenster vorüber. Auf einmal änderte sich das Bild: Am Horizont zeigte sich Feuerschein; rot flammte der Himmel! Beim Näherkommen sahen wir: es sind die Zechen, die Hochöfen, die Jndustrie- werke des Saargebietes. Heiliges, uns 15 Jahre entrissenes deutsches Land, nun lag es vor uns, und wir fuhren immer weiter in es hinein. Still glanzten die Augen all der Manner, die an dieser Fahrt teilnahmen. Eine Gruppe alter Frontsoldaten, heute im schwarzen Ehrenkleid der Garde des Führers, hatte sich plötzlich zusammengefunden. „Weißt du noch? Dor zwanzig Jahren! Auch damals war es Nacht, als mir durch dieses Land fuhren, auch damals stand der gleiche Feuerschein, der von deutscher Arbeit und deutschem Lebenswillen zeugt, am Himmel. Und damals hat dieser friedliche Feuerschein uns hinübergelejtet zu einem anderen! Zu einem wild aufzuckenden, zum Tod und Verderben bringenden Trommelfeuer des Krieges!" Mit ihren Leibern haben sie die Heimat gedeckt; kein Feind hat deutsches Land kämpfend betreten! Was man uns nahm, war nicht ehrlich erkämpft, war durch Verrat und Wartbruch gestohlen! „Unser Kampf damals und unser Kampf heute, Schulter an Schulter mit unseren jüngeren Kameraden, er war nicht vergebens und er wird nie vergebens fein." Ein Gemeinderat in Grünbera. + Grün berg, 12. März. Als wichtigster Punkt der Tagesordnung stand die Herstellung des unteren Triebwasserteiches im Brunnental nochmals zur Beratung. Die Herstel- lung war schon im vorigen Herbst beschlossen worden und sah einen Kostenaufwand von 8000 Mark vor, sofern die Ausführung des Dammes mit Erde (Lehm) erfolgte. Man sah damals aber von der sofortigen Inangriffnahme der Arbeiten ab und verschob sie auf dieses Frühjahr. Bei nachträglich angestellten Erwägungen über die Zweckmäßigkeit eines Erddammes ergab sich die Frage, ob es nicht angebracht sei, den Staudamm in Mauerwerk ausführen zu lassen. Architekt Balser hat für diese Ausführung einen Plan und Kostenvoranschlag ausgearbeitet, der die Summe von 13 000 Mark erfordert, den er in der Sitzung näher erläuterte. Nach längerer Besprechung entschied man sich grundsätzlich für die Annahme des zuletzt vorgelegten Planes. Folgender Beschluß wurde gefaßt: „Der Gemeinderat beschließt an Stelle der früher geplanten Abdichtung des unteren Triebwasser- teiches eine feste Mauer von dem Rande dieses Teiches in Höhe der Quelle 1 quer durch das Bachbett bis zum jenseitigen Hang zu errichten. Das Bett der Aeschersbach wird entsprechend höher verlegt und an dem neuen Stauteich entlanggeführt. Der Bürgermeister wird beauftragt, die näheren Ermittlungen wegen der Finanzierung anzustellen, insbesondere mit dem Arbeitsamt und dem Kreisamt zu verhandeln." Wegen der Finanzierung wurde noch angeregt, die Kosten auf die beiden nächsten Voranschläge zu verteilen, ebenso soll die Erlangung eines staatlichen Förderungsbeitrages versucht werden. — Die Anschaffung zweier Bücher „Kampf um die Saar" wurde gutgeheiben; das eine soll der Stabt- bibliothek, das andere der Schülerbücherei der Volksschule überwiesen werden. Einem Gesuch des Turnvereins, von einem abgehaltenen Maskenball nur die einfache Vergnügungssteuer zu erheben, da die Veranstaltung nur einen geringen Besuch aufzuweisen hatte, wird aus Billigkeitsgründen stattgegeben. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 12. März. Das 6jährige Söhnchen des hiesigen Handlungsgehilfen H i l- b e r g erlitt einen Unterschenkelbruch und mußte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. r. Klein-Linden, 11. März. Unter starker Beteiligung der Einwohnerschaft hielt unsere Volksschule am Sonntag im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" ihren diesjährigen Elternabend ab. Im Mittelpunkt des Abends stand das deutsche Märchen. Sämtliche Klaffen wetteiferten um das Gelingen des Abends. Die oberen Klaffen fangen außerdem noch mehrstimmige Chöre, kleine Mädchen tanzten Reigen. Knaben der mittleren Klaffen ergötzten mit heiteren Turnübungen. Sämtliche Darbietungen fanden großen Beifall. Rektor Dr. Croßmann sprach über das Verhältnis zwischen Schule, Elternhaus und nationalsozialistische Jugendorganisationen. Er legte ferner die Gründe dar, die den Gemeinderat bewogen hätten, einem Anbau an das neue Schul- haus zuzusttmmen. Gesundheitliche Rücksichten fei der eine Grund, der die Gesundheitsbehörde bewogen habe, das alte Schulhaus in der Wetzlarer Straße 3U verwerfen; weiter gelte es, unseren na- nationalsozialistischen Iugendverbänden ein Heim für ihre Versammlungen zu beschaffen. Das nationalsozialistische Programm auch auf dem Gebiet der Schule zur Verwirklichung zu bringen, sei unser aller Pflicht. Der Reinertrag des Abends wurde dem Jugendvolk zum Ausbau seines Musikzuges überwiesen. Ferner wurde noch eine Tellersammlung zum Besten des Winterhilfswerks durchgeführt. In seinem Schlußwort gedachte der Schulleiter noch des verstorbenen Gauleiters und Reichsministers Hans S ch e m m und forderte auf, im Sinne Schemms für den Führer, die nationalsozialisttsche Bewegung und Deutschland mitzuarbeiten. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem gemeinsam gefangenen Horst-Wessel- und Deutsch- landlied klang der Abend aus. * Wieseck, 12. März. Der hiesige T u r n o e r • e i n wird am kommenden Samstag im Dienste des Winterhilfswerkes einen großen Turnabend veranstalten. Ein gut zusammen- Letztes Programm verspricht einen anregenden ch Großen-Buseck, 12. März. Am Sonntagabend fand in unserer Kirche eine sehr gut besuchte liturgische Feierstunde statt, die unter dem Leitwort „Heldisches Christentum" stand. Der Ortsgeistliche hielt einen Vortrag über das Thema „Ist das Christentum eine heroische Religion?" Anschließend wurden zahlreiche schöne Lichtbilder aus der christlichen Märtyrergeschichte gezeigt, die in eindrucksvoller Weise das im Vortrag Ausgesuhrte veranschaulichten. Eine reiche Liturgie, in der der Kirchenchor zwei passende Lieder vortrug, sowie die Konfirmanden einen Sprechchor, geeignete Gedichte und Lieder barboten, umrahmten wirkungsvoll die wohlgelungene Feier. wg. Großen-Buseck, 12. März. Dieser Tage wurde hier die Versteigerung der durch die Feldbereinigung angefallenen Massegrundstücke durchgeführt. Es hatten sich zahlreiche Interessenten eingefunden. Die Preise lagen sehr hoch. Für den Normalmorgen Wiese erster Qualität wurden 2000 bis 2500 Mark, mittlerer Güte 1250 bis 1500 Mark und für Böden geringerer Güte 500 bis 1000 Mark geboten. Ackerland erster Güte erbrachte Preise von 1800 bis 2250 Mark; mittlerer Qualität 1250 bis 1500 Mark, geringerer Güte 1000 bis 1500 Mark. Für besonders gute Stücke Land wurden noch höhere Preise geboten. Demnächst finden weitere Versteigerungen statt. — Bei der Holzverstei» gerung im Gemeindewald wurden folgende Preise erzielt: Buchenknüppel 14 bis 16 Mark, Eichenknüppel 8 bis 10 Mark, Eichenscheite 12 bis 14 Mark je zwei Raummeter. Buchenreisig kostete 5 bis 7 Mark je fünf Raummeter. + Grünberg, 12. März. Dieser Tage hielt der hiesige Männerchor im „Taunus" seine Hauptversammlung ab. Nach dem Jahresbericht, erstattet vom Vereinsführer, Uhrmachermeister Richard Jockel, zählt der Verein 59 aktive Sänger, außerdem 11 Ehrenmitglieder und 82 passive Mitglieder. Der Zugang an jungen Mitgliedern dürste besser sein. Der Besuch der Singstunden weist auch eine«! Die hiesige Ortsgruppe des Sparerbundes hielt gestern im Hotel Hindenburg in Zusammenarbeit mit der Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung einen Kolonialdeutschen Abend ab, der einen außerordentlich starken Besuch aufzuweisen hatte. Der Abend nahm einen sehr anregenden Verlauf. Er wurde durch musikalische Darbietungen und durch einen Gedichtvortrag („Volk ohne Raum"), von Frau H ö p f n e r zu Gehör gebracht, eingeleitet. Der Vereinsführer der Ortsgruppe Gießen des Sparerbundes, Herr Lorenz, begrüßte bann die Teilnehmer. Oberzollinspektor Hetz hielt hierauf einen sehr fesselnden Dortvag über seine Erlebnisse in Deutsch-Ostafrika und in englischer Gefangenschaft. Er schilderte zunächst seine Tätigkeit vor Kriegsausbruch in Ostafrika, erzählte, wie den Kolonialdeutschen der Ausbruch des Krieges bekannt wurde und berichtete dann über die Vorbereitungen, um im Falle kriegerischer Verwicklungen auch in den Kolonien die deutschen In- teressen verteidigen zu können. Insbesondere hörte man von der Ausbildung der Eingeborenen-Trup- pen, sodann von den kriegerischen Unternehmungen, die die Deutschen bei der Verteidigung ihrer Kolonie gegen die Engländer zu bestreiten hatten. Der Redner stellte dabei klar heraus, wie schwer dieser Kampf war, da ja die Engländer ausgezeichnet ausgerüstet waren und den Deutschen kaum das allernotwendigste Kriegsmaterial zur Verfügung stand. Weiter erzählte er von den ungeheuren Strapazen, von Dürft und Hunger, denen die deutschen Truppen häufig ausgesetzt waren, von den Krankheiten, gegen die man sich behaupten mußte; er berichtete aber auch von luftigen Begebenheiten, insbesondere aus der Zeit seiner Tättgkett als Einseltsames Leuchten war in den Augen dieser Männer, als sie sich wortlos die Hände reichten. Im Osten stieg das Licht; ein neuer Tag begann! Der Einmarsch in Saarbrücken zu den Verpflegungsquartieren war unbeschreiblich schon, denn trotz der frühen Morgenstunden waren alle Anmarschstraßen dicht umsäumt von frohen, jubelnden Volksgenossen. Nach kurzer Morgenoerpflegung formierten sich die Züge zu einem etwa zweistündigen Propagandamarsch durch die Straßen Saarbrückens und Burbacks. Eisiger Nordwind pfiff durch die Straßen, aoer trotz der Kälte waren diese von freudigen, spalierbildenden Menschen gefüllt. Nach Beendigung des Morgenmarsches rückten an den einzelnen Quartieren die Feldküchen an,' und es entwickelte sich nun ein froh bewegtes Bild lachender und essender Menschen. Ein großer Teil der Saarbrücker Bevölkerung halle sich In den einzelnen Lokalen eingefunden und ließ es sich nichl nehmen, die Manner mit Bier und Zigaretten zu bewirten. Nur all zu rasch verstrichen die Stunden, wo wir Männer aus dem Reich uns mit den Saarbrücker Kampfgenossen über die nun glücklich hinter uns liegenden Zeiten der Unterdrückung und Verfolgung unterhalten konnten. Gegen 15 Uhr wurde erneut zu einem Marsch durch die Straßen der Innenstadt angetreten. Der Jubel und die Heilrufe der Bevölkerung, die zu vielen Tausenden die Straßen füllten, wollten nicht abbrechen und steigerte sich zum Orkan, als die schwarzen Kolonnen mit wehenden Standarten und Fahnen im strammen Paradeschritt vor ihrem Oberabschnittssührer, S S.-Gruppenführer heißmeyer, vorbeimarschierten. Viel zu schnell waren die frohen Stunden verflogen. Gegen 18 Uhr begann bereits der Rücktransport. lieber Bingen, Mainz ging die Fahrt wieder in die Standquartiere zurück. Wir Gießener trafen gegen 1.15 Uhr hier ein. Ein anftrengungsreicher, aber auch in seiner Freude nicht zu übertreffender Tag lag hinter uns. Wir alle, die wir das Glück hatten, an dieser Fahrt teilnehmen zu dürfen, werden diese Stunden n i e vergessen! Sch. kleinen Rückgang auf. Sämtliche Singstunden besuchten die Sänger Gg. Schombert und Herrn. Gerhardt mit 56 Abenden, alsdann Hch. Werner mit 55 und Rich. Jäckel mit 54 Abenden. Im Jahre 1934 konnte der Chor auf sein lOOjähri- zes Bestehen zurückblicken. Diese Feier wurde mit dem Gruppenstngen des Ohm-Lumdatalbundes verbunden und war gleichzeitig eine Wiedersehnsfeier für die Vereine des ehemaligen Lahntalfänger- bundes. Das Fest nahm in jeder Beziehung einen guten Verlauf. Die vom Rechner, Kaufmann Feich- tenb einer, vorgelegte Rechnung ergab einen günstigen Abschluß. Sangesbruder Wilh. Säubert, der mehr als eine 30jährige Sangestätigkeit aufzuweisen hat, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Mit Sieg-Heil auf den Führer, das Vaterland und das deutsche Lied wurde die Versammlung geschlossen. + Grünberg, 12. März. In der Mitalieder- versammlung der NSDAP., die unter Leitung des kommissarischen Ortsgruppenleiters Bürgermeister Wagner stand, gab dieser seine grundsätzliche Amtsauffassung bekannt, ebenso die von ihm geplanten Arbeiten. Das Andenken des verstorbenen Ministers Pg. Sch e mm wurde geehrt. Amtswalter O. Stein hieß den Bürgermeister als Parteigenossen herzlich willkommen und versprach ihm die Unterstützung aller Parteimitglieder. Die NS.-Frauenschaft ließ durch Fräulein Anneliese Heutzenröder dem neuen Ortsgruppenleiter ein Blumengebinde überreichen, während der Bund deutscher Mädel ein Eröffnungslied sang. # Hausen, 12. März. Die Jahreshauptversammlung des Ob st- und Gartenbauver- eins Hausen fand am Samstagabend in der Gastwirtschaft „Zur Jahneiche" statt. Der Vereins- führer, Lehrer Zöller, begrüßte die vollzählig erschienenen Mitglieder und erstattete dann Bericht über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1934. Als Wichtigstes ist daraus hervorzuheben: Der Obstbauverein führte im Auftrag der „Ortskommission für Obstbaumpflege" im Nachwinter 1933/34 das Spritzen des Steinobstes mit Obftbaumkarbolineum in der ganzen Gemarkung durch. Der Erfolg zeigte sich im Herbst bei der Ernte der Zwetschen. Anfang Oktober 1934 veranstaltete der Obst- und Gartenbauverein eine Ausstellung von Aepfeln und Spätbirnen. Diese Veranstaltung war die erste dieser Art, die in Hausen stattfand. Sie zeigte sehr schönes Obst, war reich beschickt und ward gut besucht. Obstbauminspektor Rentscd (Friedberg) hielt damals einen Vortrag über Pflege und Düngung der Obstbäume. Der Dereinsführer teilte noch mit, daß der Verein zu der fahrbaren Karrenspritze eine tragbare Rückenspritze gekauft habe. Der Verein nahm im Festzug an dem Erntedankfest im Herbst 1934 mit einem reichgeschmückten Wagen teil. Die Jahresrechnung erstattete der Kassenwart, Altbürgermeister Happel. Es ergab sich ein kleiner Ueberschuß, der neben der Karren- und einer Rückenspritze den Vermögenswert des Vereins darstellt. Die Rechnung war in bester Ordnung. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Als Hauptarbeit wird die Spritzung der Kern- und Steinobstbäume mit Obstbaumkarbolineum vorgesehen. Die vom Reichsnährstand berufene Ortskommission zur lieber- wachung der Obstbaumpflege übertrug die Schäd- Die Evang. Landeskirche Hessen im Ichre 1933.1 •es* ein. iereine zur Hebung des Gottesdienstes 68 349 Mark auf. 42,29 v. H. Beim Kirchenbesuch weisen die Dekanate Hungen mit 36,95 v. H. (37,38 v. H.), Lauterbach mit 31,62 bzw. 32,84 v. H., Schotten mit 28,33 bzw. 31,22 v. H., Oppenheim mit 25,11 bzw. 29,84 o. H. die besten Zahlen auf. Beim Abendmahlsbesuch stehen folgende Dekanate an der Spitze: Hungen mit 125,59 bzw. 94,19 v. H., Grünberg 123,28 bzw. 92,45 v. H., Schotten mit 121,10 bzw. 90,83 v. H., Lauterbach mit 118,62 bzw. 88,96 o.H. und Alsfeld mit 110,85 bzw. 83,13 Aus der soeben erschienenen Statistik für das Gebiet der früheren Evangelischen Landeskirche in Hessen für das Jahr 1933 ist fol- gendes bemerkenswert: Ende 1933 standen von der Landeskirche getrennt 1977 Freiprotestanten, 8836 Deutsch-Katholiken und Freireligiöse, 1065 Altlutheraner, Freilutherische, Separiert-Lutherische, 2527 Neuapostolische, 1233 Methodisten, Baptisten, Darhysten und Adventisten, 1200 Dissidenten, sowie 1260 andere Christen. 2931 Personen traten zur Evangelischen Kirche über, 748 Personen traten aus der Landeskirche aus. Don 7667 evangelischen, vor dem Standesamt geschlossenen Ehen wurden 7298 oder 95,19 v. H. kirch- lich getraut, von 2363 gemischten Ehen zwischen Evangelischen und Römisch-Katholischen wurden 1108 evangelisch-kirchlich eingesegnet, in 549 Fällen wurde die Trauung abgelehnt, in 20 Fällen versagt. Jer, Schriftrvart Georg Fink: Kassenwart Karl Schneider; Beisitzer Otto Horn, Heinrich Fischer, Karl Feller; Jugendleiter: Heinrich Fischer; Spielwart Otto Happel; Spielaus- chußmitglieder: Heinrich Haas, Ludwig Buß und Karl Schäfer. Als Kassenprüfer für das Jahr 1935/36 wurden die Mitglieder Fritz Cröß- mann und Fritz Müller bestimmt. Anschließend wurden die vorgeschriebenen Satzungen des Reichsverbandes für Leibesübungen vom Schriftrvart Fink bekanntgegeben. Nach Erledigung einzelner Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung mit eirtem Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und dem Horst-Wessel-Lied Menge des Obstes zu steigern vermag. Dadurch trägt auch der deutsche Obstbau zur Auswärtsbe- roegung unseres Volkes bei und ist Arbeiter am Aufbau unseres Vaterlandes im Sinne unseres Kanzlers und Reichsführers Adolf Hitler. y Watzenborn-Steinberg, 12. März. Für den Samstagabend hatte der Vorstand des Fußballklubs „Teutonia" Watzenborn-Steinberg seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung in das Vereinslokal „Zur Wil- helmshöhe" eingeladen. Dereinsführer Georg Fink begrüßte die Mitglieder. Aus dem Geschäftsbericht für das Vereinsjahr 1934/35 war zu entnehmen, daß der Verein wiederum ein arbeitsreiches Jahr hinter sich hat. Besondere Beachtung schenkte der Dereinsführer dem Spielprogramm. Sodann erstattete der Rechner Karl Schneider den Kassenbericht. Dem Vereinsführer und seinen Mitarbeitern wurde Entlastung erteilt. Alle Vorstandsmitglieder stellten dann ihre Aemter zur Verfügung. Während der Wahl des neuen Vereinsführer leitete der inzwischen gewählte Alterspräsident Crößmann die Versammlung. Als Dereinsführer wurde der altbewährte frühere Vereinsführer Heinrich Harnisch einstimmig gewählt. Hierauf übernahm der neugewählte Dereinsführer die Geschäfte und bestimmte mit gleichzeitiger Verpflichtung folgende Mitarbeiter: Dereinsführerstellvertreter Karl Schä- lingsbekämpfung dem Obst- und Gartenbauverein. Der Verein beabsichtigt ferner einen Süßmostappa- rat anzuschaffen. Um den Singvögeln, den besten Helfern bei der Bekämpfung des Ungeziefers, Schutz und Nistgelegenheit zu geben, wird empfohlen, die wenigen Hecken, die noch auf Oedland im Feld stehen, nicht abgubrennen oder sonst zu vernichten. Bürgermeister Göbel empfiehlt dringend das Aufhängen von Nistkasten für die kleinen Höhlenbrüter und das Anbringen von Futterstellen für die zierlichen Sänger. Um noch wirksamer für Obstbau zu werben, wurden Rosen, Beerensträucher, Buschobst sowie einige Apfelhochstämme (im ganzen 50 Nrn.) unter die Anwesenden verlost. Nachdem der Vereins- führer noch über die rechte Pflanzart junger Obst- bäume gesprochen hatte, betonte er, daß die Obstbauvereine ein Glied des Reichsnährstandes bilden, und daß sie sich in der Erzeugungsschlacht als tapfere Kämpfer erweisen müßten. Die Versorgung unseres Volkes mit einheimischem Obst sei eine große und äußerst wichtige Aufgabe des deutschen Obstbaues. Unser ganzes Streben müsse darauf gerichtet fein, uns vom Ausland unabhängig zu machen, Selbstversorger zu werden. Wir können dieses Ziel erreichen, wenn jeder Besitzer von Obstbäumen den Weisungen der Sachverständigen folgt, sich aber auch selbst Kenntnisse darüber aneignet, wie er in seinem Betriebe den Dbftertrag in bezug auf Güte und Taufversagungen kamen nur drei Fälle zur Nachweisung. 9957 Kinder wurden konfirmiert, in acht Fällen wurde die Konfirmation versagt. Von 10 099 verstorbenen Evangelischen wurden 9595 kirchlich beerdigt, 135 Kinder wurden nach dem Herkommen ohne Mitwirkung des Geistlichen beerdigt. Es fanden 379 Feuerbestattungen statt. Die Gesamtdurchschnittszahl aller Gottesdienstbesucher in jeder Woche betrug im Gebiet der Landeskirche 49 772 Männer, .62 760 Frauen, 57 515 Kinder, d. h. in jeder Woche besuchten von den Erwachsenen 16,94 v. H., von der landeskirchlichen Bevölkerung 19,20 v. H. den Gottesdienst. , , Zum Heiligen Abendmahl gingen 163 708 Män- eine zur Föri ner und 210 796 Frauen, d. h. 56,39 v. H. bzw. 160 496 Mark, v. H. Die fünf größten Städte des Landes weisen folgende Zahlen auf: für den Kirchenbesuch in Offenbach 5,94 bzw. 7,79 v. H., Gießen 8,86 bzw. 9,25 v. H., Darmstadt 9,17 bzw. 9,38 v. H., Worms mit Vororten 11,51 bzw. 13,37 v. H., Mainz mit Vororten 13,49 bzw. 14,89 v. H., für den Abendmahl- besuch Offenbach 18,57 bzw. 13,93 v. H., Gießen 20,55 bzw. 15,41 v. H., Darmstadt 20,60 bzw. 15,45 v. H., Worms mit Vororten 27,22 bzw. 20,42 v. H. und Mainz mit Vororten 44,10 bzw. 33,07 v. H. An Gaben für die ewangelisch-christliche Lieber tätigtet gingen im Ganzen 1 129 571 Mark Davon entfielen u. a. auf die Heidenmifsion 63 678 Mark, auf die Innere Mission 58 512 Mark, auf den Gustao-Adolf-Derein 43 437 Mark, auf Krankenpflegestationen 135 589 Mark. Für allgemein erhobene Kirchenkollekten wurden 76 213 Mark gegeben. Die Ortsarmen erhielten 123 690 Mark, Stiftungen und Gaben für Kirche und Pfarrei erreichten die Höhe von 108 533 Mark, die kirchlichen Verdes Gemeindelebens brachten geschloffen. * Leihgestern, 12. März. Der hiesige Turnverein „Frisch-Aus" hielt im Saale „Zur Krone" seine Jahreshauptversammlung ab, die mit einem Gedenken für die Toten des vergangenen Jahres, für den Reichspräsident von Hindenburg, für den ehemaligen Führer der DT., Dr. Berger und für ein treues Mitalied eingeleitet wurde. Der Dereinsführer W. Will kennzeichnete sodann die Stellung der DT. im Dritten Reich. Das Jahr 1933 sei für die DT. das Jahr der Organisation und 1934 das Jahr des Aufbaues gewesen. 1935 werde das Jahr der Vervollkommnung und 1936 möge das Jahr des Erfolges werden. Der Geschäftsbericht des Vereins ließ seine gute Aufwärtsentwicklung erkennen, auf die ein Lmdverein stolz fein kann. Beim Kreis- und beim Bezirksfest konnten 19 Siege (5 Siege fallen unter die ersten 10) errungen werden. Damit wurde bewiesen, daß das Geräteturnen im Verein eine gute Pfteaestätte hat. Der Verein beteiligte sich an zwei Geräte- mannschaftskämpfen, die einen ersten bzw. einen zweiten Sieg brachten. Der Kassenbericht wies einen erfreulichen Bestand der Kasse und eine mustergültige Führung aus. Der seitherige Vereinsführer W. Will wurde einstimmig wiedergewählt. Sodann hielt der Diettoart des Vereins einen kurzen Vortrag über Sinn und Zweck der Dietarbett. Mit Worten des Dankes für die geleistete Arbeit der Turner und des Führerstabes, sowie mit einem dreifachen „Gut-Heil" auf Führer, Volk und Vaterland schloß der Vereinsführer die Versammlung. * Lang-Göns, 12. März. Bei der von den Schulkindern durchgeführten Sammlung für das Winterhilfswerk des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande wurden hier durch den Verkauf von Bemsteinnadeln und Holzfiguren 43,60 Mark erzielt. (D ®rü n Ingen, 12. März. Auf Einladung des Ortsbauernführers fand im Rathaus eine Bauemverfammlung statt. Der Geschäftsführer der Diehverwertungsgenossenfchast Morr (Butzbach) hielt einen Vortrag über Zweck und Wesen der Genoffenschaft. An Hand von praktischen Beispielen wurde nachgewiesen, daß die Genossenschaft den Landwirten gerechte Preise zahlt und die Gestaltuna der Marktpreise derart beeinflußt, daß zu jeder Zeit feststehende Preise für landwirtschaftliche Produkte erzielt werden, die nur kleinen Schwankungen unterworfen sind. Die Genossenschaft sei ebenfalls bestrebt, nur erstklassiges und preiswertes Zuchtvieh zu vermitteln. Die Ausführungen des Redners wurden mit großem Interesse auf- Die praktischen Persil-Waschvorführungen gehen weiter bis Samstag, den ,16. März einschließlich in meinen Geschäftsräumen im ersten Stock Meiner geschätzten Kundschaft will ich hierdurch Gelegenheit geben, sich mit dem sachgemäßen DrogerieWinterhoif, Kreuzpl. 9/10 Waschen und Trocknen farbiger Wäsche aus Wolle, Kunstseide und Seide vertraut zu machen. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Ich lade hierdurch zu einem lohnenden Besuch höflichst ein. J. B. Häuser Gießen, Marktstraße 4-8 1457 A Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Gewinnauszug Gewinnauszug 149823 172144 39104 162539 Nachdruck verboten Ohne Gewähr Ohne Gewahr Nachdruck verboten 99226 11. Marz 1935 28. Ziehungstag 27. Ziehungstag Sn der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Sn der heutigen Bormittagsziehung über 150 M. gezog« gezogen 14 Gewinne zu 20Ö0 M. 225173 242298 279645 219330 236459 282482 122197 118930 121748 115833 20902 18630 19298 20482 16143 20 TagesprSmlm. 60 TageSpramien e 10000, e 2000, e 300 Mark. Stta Anzeigen-AttiengeselWafi Straft im Text Einprägsam In derForm VV6rbedrUCHSSCheil Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschristen Wirksam In der Farbe «Sletzen / e<6ul«ea6e z Bröht’sche Druckerei, SchulstraBe 7, Anruf MSI QUA,Li T 'A‘T£N US DER GUTENj Am Oswaldsgarten 230270 166381 22763 36703 44287 64894 75134 67671 123103 178015 248636 291176 329689 395534 160914 247626 274193 321642 363870 61376 160271 169608 268263 77625 389796 27700 287832 114421 132152 140726 146548 155261 165642 185291 194763 199351 209608 233201 241569 247568 251596 261676 270074 298191 304587 322110 334934 338999 351173 376877 382273 896737 56246 106181 167288 247949 282646 322466 394436 197645 370824 64814 139534 210211 254653 297403 336664 73239 155823 213516 266356 300458 350071 102389 162307 254416 385112 96517 161024 202482 240214 283386 315828 376247 124474 180833 210853 253906 290821 345925 111532 139220 149285 160744 182849 187410 204396 228570 241246 252226 259087 267847 273346 279909 296752 304337 310916 329061 347202 359318 375561 395229 16848 30874 43493 59398 68449 96966 87185 392175 43663 293548 9855 26077 37155 51932 65650 85458 99101 67486 817170 23829 38646 45735 65540 75469 192866 114382 360287 91465 157619 217161 372265 146179 159713 189663 224028 243992 254061 259814 275624 292341 329699 343218 359675 375187 390389 146752 161319 192385 225617 248198 254927 259884 278478 294880 330995 345443 361644 380749 390456 101607 115250 142371 152450 167624 183162 196379 207516 229244 242291 252624 259842 269021 274257 284440 297142 304584 311682 333874 348759 363782 377429 397955 500 M. 58431 138574 182223 252255 291513 335632 25417 39761 62047 67727 79852 32753 42362 55146 69728 82274 94985 141032 157471 178684 203525 240101 251519 256776 267234 291658 309451 339832 353268 367886 389013 141932 157962 182165 208027 242275 252015 258780 272319 291877 319498 340851 356961 368874 389772 14055 30672 43408 57951 68289 91985 105239 114863 128280 144474 162459 177348 195588 215870 247923 261381 270249 282225 297539 309837 331788 347751 360746 378113 391106 112296 127023 137975 144361 151010 164351 181046 190873 196307 207400 226357 237555 246157 248775 258773 264870 280305 302737 314994 332866 336554 343627 374447 380056 393781 112539 127494 140081 145166 153879 164456 184968 194177 198431 207777 227684 240366 246818 250734 259590 267659 296115 303959 321878 334534 337675 344916 376431 382013 394835 30431 42217 52361 68154 80760 108270 129747 150615 168752 200755 226735 248842 255293 263367 284449 299865 334080 348603 361928 382147 399940 135984 154785 178080 200777 230452 249585 256417 263975 290567 305925 336015 350636 363805 388675 125751 192072 228246 272866 293670 356766 156529 205097 283560 361427 18727 34334 44276 59429 77879 98426 156837 215140 285364 363986 27587 106686 157208 238635 289368 373315 53958 107904 161059 247980 289746 375977 3000 M. 348882 2000 M. 211986 1000 M. 145076 247628 102990 117406 143438 158296 171325 184331 198578 213811 230222 246624 255166 261682 269080 274893 284602 297191 305113 312110 338335 349678 364907 378573 398492 129157 194143 229394 277777 296895 364403 106392 172311 206021 242393 290187 317602 394304 105981 118113 145755 158716 171432 185289 200666 216328 236340 247083 255824 263951 269468 275429 287879 297569 305659 312757 339173 350783 365910 378836 398957 108077 134612 146828 159084 181323 186560 203404 225547 240403 247284 256022 266072 270849 278334 292794 298805 306134 314558 341285 351311 366017 383620 109809 136800 148464 160586 182485 187374 203577 226604 241038 250262 257140 267511 271702 279128 296236 302653 309243 317603 345055 351665 370346 394839 35344 45621 59899 79961 98705 5357 25294 36247 50345 60508 83109 98877 111529 120117 137006 152959 175196 191449 212831 229890 255499 267113 280917 292213 308221 325810 345196 357189 377001 389563 395445 64549 50160 84396 98 Gewinne zu 500 M 667 20229 25524 29137 31096 36193 39058 49316 71834 6. Klaffe 44. Preubisch-Süddeuffche (270. Preutz.) Klaffen-Lotterie 79795 214563 134577 140761 147930 161410 167905 188953 195477 200208 212811 234143 243078 248029 253631 262588 274290 298463 305450 322823 335607 340850 366571 377287 387018 2 Gewinne zu 50000 M. 320477 --....... 87294 365262 389363 87431 208792 389811 35102 142255 170355 372484 398675 84 Gewinne zu 5. Klaffe 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Klaffen-Lotterie 21708 32822 43060 61311 72582 82923 95470 106253 115924 135093 143307 148208 161900 174670 189974 195744 203964 215654 235119 244205 248369 254948 262979 277923 300629 311505 325084 335842 341250 368041 377680 389400 2 Gewinne zu 5000 M. 6 Gewinne zu 3000 M. 324684 388127 66 Gewinne zu 500 M. ----- 66399 100155 20000 M. 322715 10000 M. 342292 ----- 16967 Nur eo können Sie ihre Zeltunge« anzeigen durch zeltgemMSe, gepflegt* gut unteretUtzen. 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RM 3.- ,3 50. Probetube 1.60. Gegen Pickel. Mitesser Venus Stärke A — Ärztlich empfohlen. 839092 ______ ________ 320 Gewinne zu 300 M, 920 ..... .........24118 er als Produkti snimerhil stungen ei.nheimis Linie inj und eioei gefpr äußerste « fe Zeiten M s, öc Schauer ”°m optjs ?°n W fan will L stamn uns - i fernen Mufti CTel d°r °°AUS« tS? -hx7,S°N 4 'L"d »er h* ZK FÄ JÄS vfti Einjährige Höhere Handelsschule für Schüler mit Obersekunda- und Prima-Reife, Schulgeld RAA 19.— keine Nebengebühren. ZweHährlge Handelsschule für Schulentlassene m. 8|ähr. Schulbildung. Zieh Mittlere Reife (früher Einjähr.-Exam. genannt). Für Mädchen auch Kochen und Nähen. Schulgeld RM 17.—, keine Nebengebühren. fin- u. halbjährige Handelsfachschule Schulgeld RM19.-, keine Nebengebühren. Abendkurse für Berufstätige •.Maschinenschreiben,Stenographie und allen Handels- ta ehern. Anmeldungen für das neue Schuljahr und Auskünfte In Gießen jederzeit im Sdwl- gebäude Goethestr. 32, In Herborn v. 8-13 Uhr im Schulgebäude Schlageterstr. 11. SS. rimotbee- Gtvoh all, Sorte» liefert jede Meng» M Mer Produkte Siebe« Frankfurter Straße 60. Tel. 3571 Ihr Gewicht fällt! Ihr Wohlbefinden steigt durch DO-MIN d. unschädliche, aber wirksame Schlankheitsmittel! Originalpackung (ca.ein. Monat reichend) Mk. 3.80. iceaA Med.-Drogerie Hermann Eiges Seltersweg 68 A, Fernruf 3458. Donnerstag, den 14. März 1935, nachmittags 2 Uhr,versteigere ich an Ort und Stelle, Bekanntgabe erfolgt im Versteigerungslokal im Löwen, Neuenweg 28 dahrer, zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Registrierkassen, 3 Schreibmasch., 1 Kassenschr., 6 Schreibtische, 1 Personenwagen, 3 Diwans, 2 Chaise- longues, 2 Kühlschränke, 3 Klaviere, 1 Tevvich, 1 Kautsch, 3 Grammophone, 1 Korbyarnitur, 4 Warenschränke, 1 Registraturschrank, eine Haarschneidemaschine, 1 Frisiertoilette, 2 Büfetts, 1 Kredenz, eine Radioanlage, 1 Bohner, 1 Staubsauger, 1 Backofen, 1 Eiskonservator, 3 Ladentheken, 1 Rauchtisch, 1 Schreibtischsessel, versch. Flaschen Metallvutz,lDosenverschlußmasch., 200 Ofenringe, 4 Karton Bestecke, 25 Thermosflaschen, 2 Mantelkessel. Müll Ute D Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwigstratze 33 - Telephon 3239 Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Mllllmeterzelle veröffentlicht Neuwahl des Bereinsfuhrers wurde der seitherige Oberschützenmeifter Dr. Rern wiedergewählt. Dieser bestimmte als seinen Stellvertreter Schützenbruder Samesreuther, außerdem die Schützenbrüder Karl Vogt als Rechner, Ratz als Schriftführer und Reumann sen. als Scheibenmeister. In den Aeltestenrat wurden gewählt: Wilhelm Braubach, Jos. H a l t m e i e r, Louis Kreh, Rud. Ploch und Christof Wiehler. Kreis Büdingen. tz. R i d d a , 12. März. Unter starker Beteiligung hielt der hiesige Eisenbahnerverein seine diesjährige Hauptversammlung im „Hanauer Hof' ab. Rach dem Jahresbericht ist eine Zunahme von 12 v. H. an aktiven Mitgliedern festzustellen. Der Kassenbericht zeigt dem Vorjahr gegenüber eine nur unwesentliche Aenderung. Wegen des diesjährigen Sommerausflugs will man von einem solchen von feiten des Vereins Abstand nehmen, dagegen will man Schritte unternehmen, um für die Mitglieder die Möglichkeit zur Teilnahme an einer durch die RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" geplanten Reise zu erreichen. Für 25jährige Eisenbahndienstzeit wurde folgenden Mitgliedern eingerahmte Ehrenurkunden überreicht: Ad. B e u l e r, Hch. Rühl, Hch. Lehmann, Karl Riddel, Ferd. Hofmann in Borsdorf und Hch. Sten» gel in Laubach. Mit dreifachem „Sieg-Heil" auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler schloß die Versammlung. * Berstadt, 12. März. Der zwölfjährigen Tochter des hiesigen Landwirts Storck drang gestern ein starker Holzsplitter in das rechte Bein, so daß'das Kind zur Behandlung nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. Kreis Alsfeld. § Alsfeld, 11. März. In einer Sitzung des Werbeausschusses des Verkehrs- und Verschonerungsvereins unter _ feinem Vorsitzenden, Fabrikant Hans Jakob Bücking, befaßte man sich mit Angelegenheiten der Verkehrswerbung. An erster Stelle wurde die durch die Univerfum-Verlagsanstalt Berlin-Tempelhof erfolgte Herausgabe der Deutschlandbildhefte und die Organisation ihres Vertriebs durch den Verkehrs- verein behandelt. Im Bildheft O b e r h e s s e n ist die Stadt Alsfeld mit fünf Ansichten vertreten. Mit dem Vertriebsplan wird der Verkehrsoerein demnächst an die Öffentlichkeit treten. In dem in Kürze erscheinenden Adreßbuch der Städte Alsfeld und Lauterbach ist die Stadt Alsfeld durch Bild und textliche Schilderung würdig vertteten. Die gleiche Werbung soll im Reichsbäderadreßbuch und in der „Reichsautostrahenkarte mit Reisefichrer erfolgen. Weiter wurde beschlossen, ein Ber - kehrsbüro in der Stadt einzurichten, m dem die aus allen Teilen Deutschlands eingehenden Werbeschriften über Bäder, Sommerfrischen und Ausflugsorte für Interessenten offen liegen. Zum Schluß wurde der Plan erörtert, gelegentlich einer für September in Aussicht genommenen großen politischen Veranstaltung eine Ausstellung der Industrie, des Gewerbes und Handwerks in Alsfeld zu veranstalten. st. K i r t o r f, 11. März. Unter der Leitung des Vorsitzenden Heinrich Haus fand in der Gastwirtschaft Becker die Hauptversammlung des hiesigen Pferdeversicherungsvereins statt. Der Rechner Wilhelm Wolf teilte die Jahresrechnung mit und unterrichtete über den Geschäftsgang im abgelaufenen Vereinsjahr. Zur Zufriedenheit aller Mitglieder schloß die Jahresrechnung mit einem ansehnlichen Reservefonds ab. Der Geschäftsführung wurde Entlastung zuteil. Anschließend wurden wichtige Fragen der Pferdezucht besprochen. — Auch die hiesige Milchabsatzgenossenschaft hiett in der Gastwirtschaft ,Zur Krone" ihre Hopfen - Grotzhandlung seit 1850 bestehend, sucht Spezial - Vertreter mit erftfl. Beziehungen zur Brauindustrie. Diskretion zugesich. Nur Offerten mit Angabe v. Brauereireferenzen finden Berücksichtigung. Angeb. unter BL U. 536 befördert Carl Gabler, G. m. b. H., Nürnberg I. iwV Worum oenflut (Mumm? Darüber spricht Georg Elling, Pforzheim, Mittwoch, 13. März, abends 8.30 Uhr, im Rest. ,Lum Löwen", Neuenweg 28, nicht wie urspr.angeg. im Gymnasium. umD Reichsgemeinschaft deutscher Hausfrauen Ortsgruppe Gießen Donnerstag, d. 14. März, 20 Uhr, in der Gastwirtschaft Boller Lichtbildervortrag über die Arbeiten der haus- wirifchastlichen Derfuchsstette in Leipzig 14toD Alle Dtttglieder des Frauenwerks sind herzlich eingeladen, Unkostenbeittag 10 Pf. to*S' u/l Jh Mittwoch, 15. Marz IW Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Nr. 61 vierter Blatt Vom Motorboot bis zum Spirituskocher! schrei und weckt. Es ist Spätnachmittag, die Hühner sammeln sich, sie sind satt und müde. Es ist die beste Zeit zum Schuß, wenn man nicht etwa die Mondnacht abwarten will, um das gesprenkelte Federvolk bequem und höchst unweidmännisch vom Baum zu schießen. Landsam, behutsam ist der Farmer dem rhythmisch zitternden Locken der Perlhühner auf der Spur. Die Flinte anschlagbereit. Wald, Heimat und Sehnsucht sind vergessen. — Es ist, als ob der erste Mensch dahinschritte in seiner Leidenschaft für die Jagd und dem Wunsch, Nahrung zu erwerben. Die Dornen halten den Arm bisweilen ein wenig auf. Die Hitze des gelben, sonnendurchglühten Sandes kriecht vom Fuß aufwärts bis unter den breitrandigen Hut. Spannung hundertfach erlebt .. Es ist das einzige im Gleichlauf der Jahre, was neben der Arbeit, der Sehnsucht und Hoffnung aufrecht erhält. Aber Perlhühner sind einfacher und naturnäher in ihren Trieben — sie haben einen Wachtposten aufgestellt: einen alten, lederhäutigen Hahn, der mit seinem tremolierenden Warnungsschrei alle Berechnungen des Jägers über den Haufen wirft. Antwort ringsum aus empört angstvollen Kehlen des Hühnervolks Sturz und Strom eilender Hühnerkrallen. Flucht, Rettung. Ein kurzer Fluch der Enttäuschung, dann hängt das Gewehr wieder am Riemen. Es zittert ein wenig über der Schulter des Farmers, der seiner Frau ein frisches Nachtmahl versprach. Doch was nicht sein soll, vermag man nicht zu erzwingen. Der Farmer wendet sich heimwärts, er beschleunigt seinen Schritt, denn bald wird die schnelle afrikanische Dämmerung das Land — Busch, Boden und Him- worden. Wird sich diesmal in in der Mandschurei, die noch Platz für 45 Millionen Einwohner hat, und die nur aus China kommen können, der gleich« Prozeß wiederholen? Die Chinesen sagen mit abgeklärter, selbstsicherer Ruhe: „Ja!", sie rechnen sogar diesmal mit einem „viel kürzeren Zeitraum", nämlich mit „nur" 150 bis 200 Jahren. Der schnelllebige Europäer wird über diese Fristsetzung heut« vielleicht lächeln, er darf aber nicht vergessen, daß die Japaner über kurz oder lang als militärische Schrittmacher des bäuerlich-kaufmännischen Chine- sentums auch die Mongolei ihrem Aktionsradius einzubeziehen versuchen werden und daß damit dem Vordringen des Chinesentums an die sibirische Grenze Tür und Tor geöffnet wird. Sieht man die Dinge in der Mandschurei von diesem Gesichtspunkt aus an, dann wird man die eigentliche Bedeutung der Stadt Charbin erkennen: dereinst ein Vorposten Europas im Fernen Osten, ist sie heute zu einer vorn „Gelben Meer" umbrandeten Nachhut st ellung geworden, die aber trotzdem ihre überragende Bedeutung bei allen kommenden kriegerischen Auseinandersetzungen behalten wird, auch wenn die Würfel über ihr Schicksal heute bereits gefallen sind ... Erbschleicher« oder Liebe? Schon als die siebenundsiebzigjährige Amerikane- rin Baele Le Roy mit dem erst zweiundzwanzigjährigen Tänzer Louis Saneza de la Cuadra in Cannes auftauchte, raunte man, daß die Verwandten der Frau ihr spätes Liebesabenteuer mit höchstem Mißfallen betrachteten und ihren Begleiter als Erbschleicher verdächtigten. Als die alte Frau im Oktober 1932 starb, enthielt ihr Testament denn auch im wesentlichen die Bestimmung, daß der Tänzer ihr Universalerbe sein solle. Dies Testament wurde von ihren Angehörigen angefochten: es wurde nicht nur behauptet, daß die Frau zweifellos nicht mehr im vollen Besitz ihrer Geisteskräfte gewesen sei, als sie es abfaßte, sondern man erbot sich auch den Beweis zu erbringen, daß sie damals hilflos im Krankenhaus gelegen habe und? nur durch eingeschmuggelten Sekt in eine solche freigebige Stimmung versetzt worden sei. Zum allgemeinen Erstaunen aber hat nunmehr der zuständige Gerichtshof in Monte Carlo festgestellt, daß das Testament in jeder Beziehung korrekt verfaßt ist und daß ihm stattgegeben werden muß. Unlautere Beweggründe sind nach den Ermittlungen des Gerichtshofes dem Tänzer nicht nachzuweisen, und so wird er in den Besitz eines Vermögens von mehr als drei Millionen Mark gelangen. Besonders eigenartig ist, daß auch Frau Baele Le Roy auf ungewöhnliche Weise Besitzerin ihres Vermögens wurde. Sie war mit Rutgers Le Roy verlobt gewesen, und ihr Bräutigam starb zwei Stunden vor der' Hochzeit. In seinem Testament aber hatte er bereits rechtsgültig seine Braut zur Universalerbin seines riesenhaften Vermögens gemacht. panern einfach durch das Gewicht seiner Masse erdrücken wird. Kommen doch schon heute über 28 Millionen Chinesen auf einige Hunderttausend Japaner in der Mandschurei — dabei reißt der Strom der chinesischen Einwanderung überhaupt nicht ab! Denn der Chinese ist nun einmal in erster Linie Bauer und Kaufmann — beides in der Vollendung! — während der Japaner in erster Linie Soldat ist. Die Waffen im Kampf um die Mandschurei sind also sehr ungleich, zwei Welten ringen unsichtbar miteinander: auf der einen das zahlenmäßig schwache soldatische Japan, das alle seine Kräfte auf die militärische und verwaltungstechnische Sicherung bzw. Organisation des politisch Erreichten konzentrieren muß, auf der anderen das numerisch überlegene, bäuerlich - bürgerliche China, dessen Menschenmassen die Mandschurei langsam, aber unaufhaltsam zu überfluten beginnen, die als Bauern das Land besiedeln und kolonisieren, und die als Kaufleute eine Stadt nach der anderen erobern. Und das Endergebnis? Genau nach dem Muster der Japaner haben ein st die Mandschus das große China erobert und sind von den Chinesen im Laufe einiger Jahrhunderte restlos aufgesogen dere geführt haben", während jie selbst sich — । zwar nicht auf das Heiraten allein, sondern auf ] den Handel mit diesen Kriegen beschränkt hat. Diese Stadt hat nämlich immer das merkwür- , dige „Glück" gehabt, „E t a p p e n - H a u p t o r t" in irgendeinem großen Feldzug gewesen zu sein, und da „Etappe" und „rollender Rubel" von jeher ein und der gleiche Begriff gewesen ist, liegen die Ursachen des Werdens und Wachsens dieser „ewigen Etappen-Stadt" klar vor Augen. Das Fundament ihrer Größe wurde im chinesisch-japanischen Kriege gelegt. Im russisch-japanischen Kriege von 1904/05 war Charbin das Zentrum der russischen Heeres-Jnten- dantur und des gesamten Nachschubs; über das gleiche Charbin liefen im Weltkriege die in Dairen und Wladiwostok gelandeten amerikanischjapanischen Kriegsmaterialien, die für die deutschrussische Front bestimmt waren. Später, im „Kampf zwischen Weiß und Ro t", wurde diese Stadt die Etappe Koltschaks, nach dessen Zusammenbruch sich Charbin des besonderen Interesses des Hauses Morgan erfreute. Amerika — sprich „Morgan" — hatte in und um Charbin noch Weltkriegsmaterial im Werte von Hunderten von Millionen Goldrubeln lagern, das vom kaiserlichen Rußland im großen Kriege bestellt, infolge der Revolution nicht mehr abgenommen und bezahlt, und von dem geschlagenen Admiral Koltschak nicht mehr geschützt und bewacht werden konnte. Um diese Schätze vor den „Roten" zu retten, wurden seinerzeit — Upton Sinclair hat das in ein?m seiner Bücher sehr anschaulich geschildert — amerikanische Freiwilligen-Bataillone nach der Mandschurei überführt — angeblich, um gegen die „Rote Weltgefahr" zu kämpfen, in Wirklichkeit nur, um die Schätze des Hauses Morgan zu retten und in Sicherheit zu bringen ... Kaum elf Jahre nach Friedensschluß annektierten und besetzten die Japaner die ganze Mandschurei und schoben ihre Vorposten bis an den Amur im Norden, bis an die Grenze Sibiriens im Westen und bis tief in die Mongolei vor ... damit ist das zentral hinter den drei Fronten gelegene Charbin wiederum Etappen-Hauptort geworden — sollten einmal die Büchsen zwischen Rußland und Japan losgehen, dann wird das heute im Halbschlaf dahindämmernde Charbin seine traditionelle Rolle von neuem übernehmen und aus diesem Kriege die gleichen Vorteile, wie aus allen bisherigen zu ziehen verstehen, lieber diesen, dann um das wichtigste Zentrum der Mandschurei entbrennenden Kampf — den Pessimisten in drei, „Optimisten" in spätestens fünf Jahren erwarten — schon heute Betrachtungen anzustellen, ist ein müßiges Unterfangen — hier soll von einem nicht minder erbitterten Kampf gesprochen werden, der heute mit unblutigen Mitteln in aller Stille von Japanern, Chinesen und Russen um den wirtschaftlichen Besitz dieser Stadt geführt wird. Charbin hat über 500 000 Einwohner, lieber 400 000 davon sind Chinesen, 75 000 Russen, der Rest Japaner und Fremde, die zahlenmäßig eine verschwindende Minderheit bilden. Trotzdem greift Japan unaufhörlich auf der ganzen Linie an, und sein „Hauptangriff" richtet sich zunächst ausschließ- Sind aber Russen und „Europäer" erst einmal aus dem wirtschaftlichen „Kampf um Charbin" ausgeschaltet, dann ist die Bahn für das Ringen um die Stadt zwischen Japan und China frei. Den Erwerb der Mandschurei begründete Japan in erster Linie mit seinem Rohstoffmangel und der Notwendigkeit, Raum für seinen B e- völkerunasüderschuß zu gewinnen. Das erstere ist richtig, der zweite Punkt sehr umstritten. Denn trotz großzügiger japanischer Propaganda und aller staatlichen Unterstützungen ist die bäuerliche japanische Einwanderung so gering, daß sie im Vergleich zur chinesischen Völkerwanderung, die in den letzten Jahren aus Nord-China eingesetzt hat, überhaupt nicht in Erscheinung tritt. Die Gründe sind sehr einfach: Einmal kann der an die milde Seeluft gewohnte Japaner das rauhe mandschurische Klima nicht vertragen. Zum andern kann er mit dem viel billiger arbeitenden chinesischen Bauer nicht konkurrieren und zum dritten hält ihn die Angst vor dem Banditenunwesen und die Furcht vor chinesischen Racheakten davon ab, sein Glück als Kolonist in Mandschukuo zu versuchen. Infolgedessen beschränkt sich die japanische Einwanderung fast ausschließlich auf Kaufleute, Beamte und „Militärpersonen", denen wie überall in der Welt — vergleiche den Kampf des Rumänentums um die fie- benbürgisch-deutfchen Städte — die Hauptlast des Ringens zufällt. Am leichtesten hat es natürlich derjapanifche Beamte und das Militär: sie brauchen „par oidre du mufti" nur „eingesetzt" zu werden: Infolgedessen steht in der Theorie heute Charbin — wie alle anderen Städte auch — zwar unter der Verwaltung chinesischer, zu „Mandschuren" gestempelter Beamter, in der Praxis ist Charbin aber bereits von den japanischen Beamten und Militärs erobert worden, die in Form von geschäftsführenden „Beratern" den Chinesen zur Seite gestellt sind. Die Industrie tut das ihre, um durch die Herstellung leistungsfähigen Sportgeräts den Wassersport nach Kräften zu fördern. Sie erkannte, daß nur haltbare und zugleich billige Wasserfahrzeuge und Ausrüftungsgegenstände zur Volkstümlichkeit und Ausbreitung des Wassersports beitragen kann. So sieht man in dem weiten Raum der Ausstellungshalle vom Motorboot bis zum Spirituskocher alles, was den Wassersportler angeht. Stand reiht sich an Stand: Faltboote, lich und allein gegen die Russen. Diese Russen bilden die letzte, geschlossene „Nachhut", die Europa auf dem fern-östlichen Wirtschafts-Schlachtfeld der Mandschurei noch zur Verfügung stehen. Das „Gros" wurde genau vor 30 Jahren bei Mukden vernichtend geschlagen und das, was sich heute beim „Kampf um Charbin" abfpielt, ist nichts anderes als der Versuch Japans, den militärisch unvollständigen Sieg von 1905 auf legalem, unblutigen Wege zu einem „restlosen" zu machen, das heißt ohne eigenes Risiko die letzten Russen aus der Mandschurei' hinauszumanöverieren. „Nordmandschurische Bahn" — die ihren Sitz in Charbin hat — und „Russen" sind ein und der gleiche Begriff: wird diese Bahn verkauft, dann haben die ausschließlich von und mit der Bahn lebenden Russen in Charbin jede Existenzberechtigung verloren, sie müssen das Land verlassen, und Japan hat damit eine weitere Schlacht gegen Europa gewonnen. Einsamkeit des in ter Dämmerung geisterhaft sich wandelnden Dornbusches, die untilgbare Abwehr des afrikanischen Urbodens gegen die Gewalten der Fremde sind stärker als das Hirn des Farmers und die europäische Vernunft. Er sieht den vermeintlichen Vogel auf der Verandamauer, er weiß, daß dieser Vogel im Grunde ihm Nutzen bringt, er weiß, daß man niemals gegen ein Haus schießen darf, er weiß ... doch irgend etwas in ihm ist stärker, hebt magnetisch fein Gewehr ... ein glücklicher Augenblick des Zögerns hält den Finger am Abzug für Sekunden auf. Auf der Veranda fällt eine Nadel zu Boden, der Kopf der sich niederbeugenden Frau verschwindet hinter der schützenden Mauer. Ein Schuß zerreißt die große Stille der herabsinkenden Nacht Schrot fällt taub von der Wand ... Der Farmherr, der große Omuhona, wurde von Gottes gütigem Flügel bewahrt ... Wassersport ist Volkssport! Was es auf der Großen Berliner Wassersport-Ausstellung 1935 zu sehen gibt. Von unserem berliner $. K.-Berichierstatier. OerKampf um Charbin Von unserem £. T.-Berichierstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Mandschukuo, Februar 1935. „Bella gerant alii, tu fei ix Austria nudel" — dieser alte Spruch, der die Heiratspolitik der Habsburger glossierte, die statt „Kriege zu führen" sich ein Weltreich „er-heirateten", könnte — — allerdings mit einer kleinen Variation — auch das Wappen der Stadt Charbin schmücken, die in knapp einem Menschenalter vom Barackenlager zur Halbmillionen st adt, und damit zum volkreichsten Gemeinwesen der Mandschurei aufgestiegen ist. Diesen märchenhaften Aufschwung verdankt diese merkwürdige Stadt ausschließlich „Kriegen, die an» Eine originelle Erfindung: ein zusammenlegbaresHolzboot. Auf der Wasser- sport-Ausstellung am Kaiserdamm sieht man unter anderen interessanten Neuigkeiten dieses eigenartige Boot, das aus vier einzelnen Teilen beftcht. Zusammengelegt bildet das Boot einen verschließbaren Kasten, der auf zwei Rädern leicht transportiert werden kann. Die vier Teile werden durch zehn Flugei- schrauben miteinander verbunden, so daß in kurzer Zeit ein wassertuchtiges Boot entsteht. Wie kaum ein zweiter Sport hat sich der Wassersport die breiten Volksmassen erobert. Er bringt den Menschen in unmittelbare Berührung mit Der Natur, er schließt ihm die Schönheiten der deutschen Lande auf und schenkt ihm Erholung und Gesundheit. Kraftstählend sind die sportlichen Veranstaltungen zu Wasser, in denen sich die s» _ J. , Or,. aamX fC 1 a w» HMlrtrvwtrfl „Symphonie der Liebe." Lichtspielhaus. Dieser Film, der in einer internationalen Konkurrenz in Venedig preisgekrönt worden ist und auch sonst von sich reden gemacht hat, erscheint hier als die deutsche Fassung einer ausländischen Produktion (Slavia) und gibt dem Besucher die immerhin nicht häufige Gelegenheit, fremde Leistungen auf dem Gebiete des Films mit unseren einheimischen zu vergleichen. Was uns in erster Linie interessiert, ist die Regie, die bewußt neue und eigene Wege geht: sie beschränkt den Dialog, das gesprochene Wort überhaupt, so sehr auf das äußerste Mindestmaß, daß man sich stellenweise m die Zeiten des stummen Films zurückversetzt glaubt. Alles was an Ausdruck und Wirkung auf den Zuschauer übertragen wird, geht vom Bild aus, vom optischen Eindruck, und vom Zusammenklang von Bild und Ton, also hier einer Musik die mehr fein will als gefällige und zufällige Begleitung. Sie stammt von Dr. Gmseppe Be cce, des en Name uns aus zahlreichen Alpenfilmen geläufig ist: auch in dieser Partitur wiederholen sich die stürmischen Klangoerbindungen, die für Becces Film-Musik typisch sind, aber er hat sich ohne Zweifel bemüht auf den besonderen Stil des Werkes e nauaeben und hat auch ur eine ganze Reihe »on “Ä SieW«? Sefurt«. deren die Handlung bedarf. Die Handlung ist s einfach wie möglich: Eine junge F^u ftteht aus der Ehe mit einem viel alteren, ungeliebten Mann der sie nicht versteht und nicht glücklich machen kann, und findet die Erfüllung ihres Lebens an der Seite eines anderen, der in allen Stucken der Gegenpol jenes ersten ist. Das ist em an sich Dürftiger Tatbestand, aber es ist erstaunlich, was höchst kultivierte, feinnermge und empfindliche Regieführung des Spielleiters Gustav M a ch a t y (unterstützt von einer ausgezeichneten Pdowgraphie) daraus gemacht hat: em Kammerspiel, fast ftunun, sehr lebendig aber durch die Gestaltung von Ges und Umwelt, szenischem Gesamtbild und Detail. Hier ist jede Bewegung wichtig, jeder Gegenstan mitspielend, nichts zufällig, sondern Zugehörig und einbezogen, eine Stimmung, em Symbol oder sogar so etwas wie ein optisches Leitmotiv enthaltend. &nb »1= ein Raum ober ein lebloser Gegenstanb Im Bilbablaus zum Bestandteil der Handlung w^d, Io ist auch di- belebte Natur, em Tier, eine Blume, line Wolke, ein Regenfall einbezogen m das br°. »atische Gesamtbild. Was die Reg.e Zu leisten vermag, kann verfolgt werden etwa an der Schil. derung einer Autofahrt, zweier 'Bferbe, tue ein- mel verwandeln. . Doch hinter der unverbrauchten Patrone im Flin- tenlauf sitzt unüberwindlich der unerfüllte Wunsch — der Wunsch zu schießen, zu tötet, zu gewinnen. Bold taucht der freie Platz um das Wohnhaus auf. Die weißen Mauern schimmern durch das soeben einsetzende, ungewisse Dämmerlicht. — Am Tisch hinter der Derandabrüstung sitzt die Frau des Farmers, die Farmherrin. Sie hält den Kopf ein wenig niedergebeugt, sie näht. Der Haarkranz mit der kleinen Sonnenhaube, wie sie die Frauen hierzulande gern zum Schutz gegen die Tagesglut tragen, steht, vom Busch aus gesehen, über der Derandaabrüstung wie ein leise atmender Vogel- 'Xiu —" denkt der Farmer, „das ist doch eine der großen Eulen, die zur Nacht, zu jeder Nacht uns den Schlaf rauben mit ihrem gespenstischen Ruf und dem polternden Klauenschlag auf das Well- blechdach." Tior gespannte, unerlöste Flintenlaut, die große Afrikanische Verzauberung. Von £ v deppert Das ist Südafrika — da liegt die Wüste, da liegt der Busch Beides ist traurig, aber beides ist auch schön, unermeßlich schön.. Der Farmer wandert durch den Dornbusch. Er trägt sein Jagdgewehr am Riemen über der Schulter, wie jeder guto Jager sein Gewehr trägt. Doch er denkt jetzt nicht an sein Gewehr und die Patrone im Lauf. Er denkt weit weit fort an den Wald der Heimat. Er fühlt die große Sehnsucht der Menschen, jene unerbittliche innere Bewegung in sich, die alle anderen Gedanken auslöscht. Es ist totenstill um ihn und selbst das Knirschen des eigenen Schrittes im Sande wird aufgelöst in ter glutvollen Einsamkeit der Wild- m®antern, wandern, stiller Schritt, Gedanken, Erinnerungen, Träume. * Mer da kommt plötzlich das einfache Leben in seiner Selbstverständlichkeit mit einem Perlhuhn- ander suchen, eines Bauplatzes, einer kleinen Tanzszene. (Ilm einiges herauszugreifen.) Mit solchen Mitteln, die man im Bericht nur unvollkommen andeuten kann, versucht die Regie hier wieder zu den ursprünglichen Gesetzen und Ausdrucksmitteln zurückzufinden, die heute vielfach von anderen Elementen verdrängt oder doch verdeckt werden. Aufgabe und Leistung der Darsteller sind bei solchem Spielstil unschwer abzuschätzen: sie müssen, freilich von ausgezeichneten Regiehilfen unterstützt, fast ohne Wort vermitteln, was hier zu sagen ist: und es ist viel zu sagen. Hedy Kießler als Eva trifft wohl ohne Einschränkung den weiblichen Typ, der hier gezeigt werden sollte: ein pikantes, sehr ausdruckvolles Gesicht; eine Schauspielerin, die mit sparsamem mimischem Aufwand eine ganze Skala von Empfindungen lebendig macht. Neben ihr, hüben und drüben, Zoonimir R o g o z und Aribert M o g, die ganz gegensätzlichen Naturen der beiden Männer: beide sehr überzeugend gegeben; Mog hat es, seinem Temperament und dem Charakter der Rolle entsprechend, ein wenig leichter. — Die deutsche Bearbeitung stammt von Dr Georg Wittuhn. Photographie: Stallich. ♦ Im Beiprogramm: ein Kulturfilm; die Wochenschau; ein Vorspann zu „Peer Gynt (Hans Albers spricht eine kurze Einführung). Sportfreunde werden sich für einen hübschen NSU.- Werbefilm besonders interessieren. r Wesentlich schwieriger ist jedoch der Kampf des japanischen Kaufmanns, dem der chinesische Kaufmann in jeder Hinsicht — vor allem was Fixigkeit, Organisationsgabe, Entschlußkraft, Großzügigkeit und Genauigkeit anbetrifst — turmhoch überlegen ist. Auf einer ganzen Reihe von Gebieten ist dem japanischen Kaufmann zwar der „Einbruch" in die chinesische Wirtschaftsfront gelungen, aber um so stärker ist das zähe und unaufhaltsame Vordringen der Chinesen-Ka u f leute in der Stadt „an sich". Charbin bestand z. B. ursprünglich aus zwei scharf ooneinanter abgesetzten. Städten: der „Europäer- und der Chinesen-Stadt". Aber diese Chinesen-Stadt mit ihren 400 000 emsigen, von früh bis spät und ohne Ruhetage, jahrein, jahraus arbeitenden und schuftenden Kaufleuten und Handwerkern, umklammert immer stärker wie ein Polyp die Europäer-Stadt und durchsetzt und durchdringt sie. Der arme Kleinkrämer, der vor 20 Jahren in seinem Budchen in der Chinesen-Stadt anfing, ist dort heute Kaufherr und unterhält seine Filialen in der Europäer-Stadt, wo der Chinese dank seiner Liebenswürdigkeit, seiner Korrektheit und Großzügigkeit nicht nur den Russen eine Position nach der andern entrissen hat,—7"-' •" sondern wahrscheinlich auch in der Zukunft den Ja- deutsche Jugend das Element unterwirft. U W UW Wirtschaft leit, »irr, Aus dem Verwaltungsbericht der Reichsbank für gesetzlichen Reservefonds und 18,0 Millionen dem )34 geht hervor, daß sich die Notenbank auch im Reich zu. Weitere 18 Millionen RM. werden zur Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Frankfurt o. M. Berlin Serltn Frankfurt a. M kurs bgrfe »urü 12-MLrz 11.März 11 3 Dütum 113 | 12 3 Banknoten. 112,4 99,75 96,9 99,9 96,25 100 96,25 101,75 112,25 99,75 96,9 96,25 99,9 96,25 101,75 112,25 99,5 97,4 96,25 99,75 93 11.3 ! 12-3 1934 geht hervor, daß sich die Notenbank auch im abgelaufenen Jahre ganz in den Dienst des'Wieder- aufbauwerks gestellt hat. Die erfreuliche Entwicklung der Steuereinnahmen erlaubte eine planmäßige Abdeckung fälliger Steuergutscheine, die als Vorgriff auf künftige Mehrerträge in früheren Jahren ausgegeben waren, und begünstigte eine Umgestaltung des Steuerwesens unter Berücksichtigung sozialer und allgemeinwirtschaftlicher Gesichtspunkte. Ausschüttung einer Dividende von 12 d. S). verwendet,, und zwar gelangen 8 d. 5). an die Anteilseigner zur Auszahlung, während der Rest dem Anleihestock überwiesen wird. (53,50) gehalten. v m Am Rentenmarkt hielt die Geschaftsstille weiter an, die Kurse waren aber nur wenig verändert. Etwas fester lagen Reichsbahn-VA. mit 120 (119,75). Altbesitz mit 112,40, späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97,25 und Zinsvergütungsscheine mit 90,50 lagen unverändert, ebenso Kom- munal-Umschuldung. Auch in der zweiten Börsenstunde blieb die Kursgestaltung uneinheitlich, doch überwogen meist leichte Besserungen. Das Geschäft konnte sich aber kaum beleben. Nur Daimler lagen mit 93,50 (insgesamt plus 3 v. H.) weiter lebhaft Erholt waren AG. für Verkehr mit 80,50 nach 79,50 und AEG. mit 35 (34,50). Etwas befestigt waren ferner Mannesmann bis 79, Goldschmidt mit 94,25 und Hapag bis 32,75 bis 32,65. Niedriger lagen anderseits Stabl- verein mit 77,25 nach 77,50, Holzmann mit 87,50 (88,50), Bemberg mit 119,25 (121,25), Conti Linoleum mit 153 (154) und Harpener mit 89.25 (99). Sehr fest waren Südd. Zucker mit 168 (165). JG- Farben blieben zu 141 und Reichsbank zu 165,75 bis 166 gut gehalten. Am Rentenmarkt traten später keine Veränderungen ein, etwas fester lagen 5proz. Stahlverein leicht und doch dauerhaft, Kanus mN and ohne Seitenbordmotor, bunt gestrichen und glänzend gelackt, elegante Segelboote m allen Größen und M o t o r j a ch t e n , die den Blui in den schön und bequem eingerichteten Kajuten- 99,9 96,25 101.75 112,4 99,5 97,25 98 99.6 93 Buenos Atre. Brüssel..... Rio de Jan. Costa ...... Kopenhagen. Danzig..... London HelsingsorS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schwei.; .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuqork... . 0 . 4 . 0 . 0 . 0 . 6 . 6 2 Kl .. O| Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. Rheinische Elektrizität ........ Rhein. Wests. Elektr.......... Schuckert S Eo............... Siemens & Halske............ Lahmeyer LLo............. Buderus ................... Deutsche Erdöl Gelsenkirchener.............. Harpener................... Hoejch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ Klöcknerwerke .............1 Mannes m ann-Rbhrea........ Die Reichsbank im Zähre 1934. Oer Verwaltungsbericht. - Wieder 42 Prozent Dividende. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchiaffenen Dividende an. - Reichsbankdtskont 4 o.!).. Lombardzinsfuß 5 v. Y. 1.5 . 5 . 6 . 4 . 7 . 7 Abendbörfe still. Infolge der fortdauernden Zurückhaltung von Kundschaft und Kulisse hatte auch die Abendbörfe im ganzen nur sehr kleines Geschäft. Di« Grundtendenz blieb aber freundlich, und auch die Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Schluß voll behauptet. Weiter befestigt waren bei 06^0111115= mäßig lebhaftem Umsatz Daimler auf 94,50 (93,90), auch Adlerwerke Kleyer im Freiverkehr etwas mit- gezogen und auf 88,50 (88) anziehend. Am Kasta- markt waren Commerzbank aus 82 (81,50), JG.- Chemie-Basel volle auf 159,75 (159) und do. leere auf 139,50 (138) befestigt. f Die Rentenmärkte lagen durchweg gefchafts os bei unveränderten Kursen. Im Freiverkehr wurden Mirschau-Wiener Stücke-Obl. mit 14,25, do. Mark- Obl. mit 15,25 und Iwangorod Dombrowa nut 14 je 0,25 v. H. höher bezahlt. U. a. notierten: Altbesitz 112,25, 5proz. Stahlverein 96,65, 6proz. Stahlverein 98,65, 4proz. Goldmevikaner 7,25, Commerzbank 82, DD.-Bank 82,50, Dresdner Bank 82,75, Franks. Hyp.-Bank 101,50, Reichsbank 166,50, Buderus 92,40, Mannesmann 78,75, Rheinstahl 95, Stahlverein 77,25, AEG. 34,75, Bemberg 118,75, Conti-Gummi 152,25, Daimler 94,50, Dt. Linoleum 151,50, JG.-Farben 141,25, Gesfürel 116,75, Goldschmidt 95,50, Holzmann 88,25, Lahmeyer 120, Metallgesellschaft 91, Schuckert 101,75, Siemens 141,25, Südd. Zucker 168, Reichsbahn-VA. 120, Hapag 32. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 12. März. Die Zufuhren in deutschen Gemüsen lassen zwar nach, sie übersteigen aber weiterhin die Nachfrage. Feldsalat, Karotten, Unterkohlrabi, Weihe und Rote Rüben 6% Deutsche RetchSanlethe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. 1 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auölos.-Rechten ............. 4‘ 1% Deutsche Reichdpostschatzan- weisungen von 1934, I....... 6% ehern .8% Hess. Voltsstaat 1929 trückzahlb. 102%)............ 4Yi% ehern. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ bYi% ehern. Hess. Landes-Hypo- lhekenvank Darmstadt Liaui ... 4%% ehern. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhelsen Provtnz.AnIeihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4 yz°/0 chem.8% Franks. Hyp.-Bank Goidpfe. 15 unkündbar biü 1985 ßy2% ehern. 4>/,% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 6%% ehern. 4ys% Rheinische Hhp.-Bank.Ltqu.-Goldpfe 4ya% ehern. 8% Pr. LandeSpfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehern. 7% Pr. Landespfand- vriesanst., Gott) fiomm. Cbl.VI Steuergutich.Berrechnungsk. 35-39 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4';% desgl. von 1913.......... 5% obgest. Goldmexikaner von 99 4% Tückische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... sind schwer verkäuflich. Für Wirsing und Rosenkohl ind die Preise etwas gestiegen, im übrigen blieben ie unverändert. Ausländische Gemüse und Salate waren bei wenig veränderten Preisen und lebhaftem Geschäft reichlich angeboten. U. a. notierten: lolumen- kohl, Steige 12 und 18 Stück 450 bis 525 (ital.), Eskarol, Steige 18 bis 24 Stück 120 bis 180 (dal.), Feldsalat, Freiland 25 bis 30, Mistbeet 30 bis 60, Gelberüben 2,5 bis 3, Karotten 4 bis 5, Unterkohl, rabi 3 bis 4, Kopfsalat, ©teige 24 Stück 200 bis 275 (span.), Schlüpfer und Lattich (Mistbeet) 60 bis 80, Lauch 2 bis 4, Meerrettich, je nach Gute 12 bis 28, Rosenkohl 25 bis 28, Rote Rüben 3 bis 3,5, Rotkraut 10 bis 14 (holl.), Sellerie, je nach Größe 5 bis 28, Spinat 14 bis 15, italienischer 16 bis 18, Tomaten 20 bis 25 (Kanadier), Weißkraut 5 bis 6 (holl.), Wirsing 8 bis 14, holländischer 5,5 bis 7, Zwiebeln 8,5 bis 9. Obst- und Südfrüchte: Angebot von deutschen Aepfeln geringer, Nachfrage schwächer, aber noch zufriedenstellend. Preise unverändert. In spanischen Apfelsinen bestand starkes Angebot, bei unveränderten Preisen war das Geschäft nicht voll befriedigend. Bananen erfuhren infolge des knappen Angebots eine weitere Preiserhöhung. U. a. notierten: Aepfel I 30 bis 35, II 22 bis 28, Boskop I 28 bis 35, amerikanische Aepfel, Kiste etwa 40 Pfund, rot 1350 bis 1550, gelb 1500 bis 1700, Apfelsinen, blond 15 bis 18 (span.), Blut 15 bis 20 (span.), italienische, blond 16 bis 18, Blut 20 bis 23, Bananen, Kiste 25 Pfund, Kamerun 850, Jamaika 900 bis 950, Brasilien 650 bis 700. Mainzer Schlachtviehmarkk. Mainz, 12. März. Auftrieb: 28 Ochsen (zum Diehhof direkt zugeführt 7 Stück), Bullen 41, Kühe 391 (5), Färsen 148 (3), Kälber 320 (18) Schweine 722 (30). Notiert wurden pro 50 Kilogramm Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 39, b) 35 bis 38, c) 32 bis 34. Bullen a) 36 bis 38, b) 33 bis 35, c) 28 bis 32. Kühe a) 35 bis 38, b) 29 bis 34, c) 23 bis 28, d) 15 bis 22. Färsen a) 40, b) 35 bis 39, c) 29 bis 34, d) 24 bis 28. Kälber b) 43 bis 48, c) 36 bis 42, d) 25 bis 35. Schweine b) 49 bis 52, ■ c).47 bis 51, d) 45 bis 49. Marktverkauf: Rinder , lebhaft, Kälber rege. Schweine mittelmäßig, alles i ausverkauft. raum freigeben. Was find aber die kleineren Boote ohne Zell, Schlafsack und Gummimatratze? Ohne Ehgeschirr, Spirituskocher und Wasserbehälter? Die gesamten Ausrüstungsgegenstän de, die erst em sorgloses Wasserwandern ermöglichen, stnd zwischen den Booten aufgebaut, formschön, praktisch und preiswert, für jeden Bootstyp das Paßende. Gerade auch im Zubehör, in den scheinbaren „Nebensächlichkeiten" zeigt die deutsche Wassersporttndu- ftrie ihre Vielgestaltigkeit und hervorragende Werkmannsarbeit. Jeder Wasserfreund und Fachmann, aber auch jede Landratte begibt sich sogleich in Gedanken auf große Fahrt, läßt sich die Sonne aus den Buckel brennen und schnuppert die frische Auch die Marine treibt Wassersport. Im Schwimmen, Rudern und Segeln muß jeder Matrose 1 Meister sein, denn in seinem schweren Beruf gut es in jedem Wetter Dienst zu tun, und darum muh er das Element auf jede Weise beherrschen können. 1 Besonders das Rudern gehört zur notwendigen Ausbildung des Jungmatrosen. Sind doch die Rettungsboote bei der Reichsmarine Ruderboote, und zwar keine Sportfahrzeuge, sondern seefeste, breite Boote, die nicht leicht zu handhaben sino, wie man an den ausgestellten Jollen und Kuttern feststellt. Daß die Reichsmarine sich in jedem Gebiet des Wassersports mit den zünftigen Sportvereinen messen kann, bestätigt immer wieder die jedes Jahr stattfindende „Vieler Woch e", an der sich das letztemal nicht weniger als vierzehn Nationen beteiligt habe-. )er Kampf gegen den nassen Tod. Das ist ein ernstes Kapitel im Bereich des Wassersports. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft gibt an Hand von eindringlichem Bildmaterial Einblick in ihre so wichtige, selbstlose Arbeit. Rührend wollen uns heute die ersten organisierten Rettungsversuche erscheinen, die vor mehreren hundert Jahren unternommen wurden. Da gibt es einen recht unpraktischen Schwimmgurt aus dem 15. Iahrh u n - dert, eine auf Fässern schwimmende Holzspindel, an die sich ein Schiffbrüchiger klammert, und — ans dem Jahre 1850 — ein Karussell, an dem man schwimmen lernen kann. Heute sind rund 30000 aktive Rettungsschwimmer in der deutschen Volksgemeinschaft eingesetzt, die zielbewuht geschult und ständig leistungsfähig gehalten werden. Wikinger von heute. Wenn man in der Schau „Vom Einbaum bis zum modernen Wafsersportgerat da- kunstgerechte Modell eines Wikinaerschiffes betrachtet, dann lebt nordische Romantik wieder auf, und wir versenken uns gern in die Zeit, da die kühnen Beherrscher der Meere mit Sturm und Wellen kämpften. Aber müssen wir uns mit dem Gedanken an jene romantische Zeit begnügen? Sind nicht unsere mutigen Wasserwanderer, die sich im Kanu oder im Faltboot die wildesten GewWer und damit ge= walticvs Naturleben erschließen, die Nachsatz- renber Wikinger? Mit Boot und Zelt ziehen sie los, die Wildflusse der Balkanländer hinunter oder auf die Seen Finnlands. Diese Fahrten sind nicht nur hervorragende sportliche Leistungen, sondern auch Bekenntnisfahrten für unser Vaterland. Ein fesselnder Bildbericht von den Eindrücken, die sich dem Wasserwanderer auf großer Fahrt bieten, und die einfache Ausrüstung eines „Wikingers von heute" unterstreichen die Werbung für das Wasserwandern. Der Wassersportgedanke lebt in unserem Volk und wird sich, nicht zum wenigsten durch diese Ausstellung, immer neue Freunde gewinnen. Uneinheitlich. Frankfurt a. M„ 12. März. Den vorbors- liehen Erwartungen entsprechend nahm die heutige Börse einen ruhigen Anfang. Die Beteiligung der Privatkundschaft blieb klein und nur auf einige Spezialwerte beschränkt. Die Kulisse hielt mit Eigengeschäften ziemlich zurück, zumal besondere Anregungen nicht Vorlagen. Die englische Unterhausdebatte blieb ohne Einfluß, im allgemeinen ist man in bezug auf die außenpolitische Lage aus Abwarten eingestellt. Bei freundlicher Grundtendenz lagen die ersten Kurse uneinheitlich. Am Aktienmarkt wiesen Daimler Motoren, die ab heute auch hier konvertiert notiert werden, größere Umsätze auf. Der erste Kurs stellte sich aus 91 £5 v.H. (Berliner Schlußkurs 90,50), später fliegen sie bis auf 92,65 v.H. an. Am Mvntanmarkt konnten sich Stahlverein bei kleiner gewordenen Umsätzen auf 77,50 (76,75) und Mannesmann auf 78,75 (78,13) befestigen, dagegen gingen Rhemstahl auf 95 (95,75) und Klöckner auf 86,75 (86,95) zurück, Buderus lagen mit 92,50 unverändert. Am Elektrvmarkt waren AEG. auf Gerüchte, die von einer Sanierung im Verhältnis 3:1 wissen wollten, angeboten und auf 34,50 (35,40) ermäßigt, ferner büßten Lahmeyer 1,50 v. H. ein. Dagegen hatten Schuckert weitere Nachfrage und fliegen auf 101,90 (100,50), auch Siemens waren um 0,75 v. H. fester. Chemische Werte lagen zwar still, aber freundlich. JG.-Farben 141 (140,75), Goldschmidt weiter erhöht auf 93,90 (93). Fest lagen Metallgesellschaft mit 91,13 (90), Scheideanstalt blieben zu 206,75 unverändert. Schiffahrtswerte erhöhten sich bis zu 0,25 v.H., während AG. für Verkehrswesen mit 79,50 (80,50) erneut schwächer lagen. Etwas gedrückt waren außerdem Reichsbank mit 166 (166,50), Bank für Brauindustrie mit 112,50 (113), Cement Heidelberg mit 116 (116,50) und Zellstoff Waldhof mit 109,75 (110.25). Hanfwerke Füssen zogen leicht an auf 79,75 (79,50), Kundseide AKU. lagen mit 53,40 Die Auflockerung des Geld- und Kapitalmarktes machte erhebliche Fortschritte und ermöglichte zu Beginn des Jahres 1935 die Durchführung einer umfassenden Zinssenkung. Der planmäßigen Finanzierung der Arbeitsbeschaffungsprogramme gab die Reichsbank durch ihre Rediskontzusage die entscheidende Stütze. Die Fürsorge für die Kreditbedürfnisse der privaten Wirt- schäft wurde hierüber nicht vernachlässigt. Das bisherige System der Devisenbewirtschaftung wurde durch den Neuen Plan ersetzt, der die Wareneinfuhr den vorhandenen Zahlungsmöglichkeiten anpassen soll. Ebenso wurde der Schuldendienst der mittel- und langfristigen Auslandsverpflichtungen einer Neuregelung unterworfen. Zur Entlastung der Reichsbank von den mit den Derrechnungsabkornmen zusammenhängenden Aufgaben wurde die Deutsche Derrechnungskasse errichtet. In den Verhandlungen mit den Stillhaltegläubigern gelang es, eine weitere Herabsetzung der Kreditlasten zu Gunsten der deutschen Schuldner durchzusetzen. Der Reichsmarkkurs im Auslande konnte weiter in der Rahe der Münzparität gehalten werden, die in der zweiten Jahreshälfte sogar vielfach überschritten wurde. An der Wiederherstellung eines leistungsfähigen Kapitalmarktes wurde im Berichtsjahr unter maßgeblicher Mithilfe der Reichsbank weitergearbeitet und ein wesentlicher Fortschritt zur Normalisierung des Zinsstandes erzielt. Der R o h g e w i n n der Reichsbank ist von 129,4 Millionen RM. in 1933 auf 133,6 Millionen in 1934 gestiegen, und zwar infolge der verstärkten Inanspruchnahme des Reichsbankkredits. Die Ausgaben sind von 89,3 auf 93,6 Millionen angewachsen. Die Zahl der Angestellten, Arbeiter und Beamten stieg von 13 903 auf 15 808. Der Reingewinn ist mit 40,0 gegen 40,1 im Vorjahre fast unverändert. Davon fließen 4,0 Millionen dem * Keine Preissenkungen für Serien» möbel. Es ist, wie die Fachuntergruppe Serienmöbelindustrie mitteilt, nicht damit zu rechnen, daß für Möbel Preissenkungen eintreten werden. Dagegen spricht schon die Tatsache, daß die Holzpreije seit 1933 nicht unerheblich gestiegen sind und sonstige Möglichkeiten für eine augenblickliche Senkung der Preise nicht bestehen. Seit März 1932 stlid.^ beziffern der Großhandelspreise für Möbel um 12,5 v. H. zurückgegangen, während die Holzpreife um 35 bis 60 v. H. gestiegen sind. Dies hat auch der Reichskommissar für Preisüberwachung im Dezember v. I. ausdrücklich anerkannt. ♦ Das Vordringen der deutschen Automobilindustrie in Dänemark. Das Interesse das der deutschen Automobilmdustrie m Dänemark anläßlich der Automobilausstellung in Berlin entgeaengebracht wurde, hat nunmehr seinen sichtbaren Ausdruck in der Eröffnung einer Verkaufsstelle der Adi er werke in Kopenhagen gesunden, die in Dänemark Adlerwagen auf den Markt bringen soll. In diesem Zusammenhang verlautet ferner daß in der nächsten Zeit in Kopenhagen auch eine Verkaufsstelle der Auto-Union eröffnet werden soll. , e ,.. * Da s amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt für die Saar zuständig. Wie mitgeteilt wird, hat das Staatsdepartement in Washington das bisherige Saargebiet mit Wirkung vom 1. März 1935 dem Bezirk des amerikanischen Generalkonsulats in Frankfurt a. M. zu- qeführt. Es wird auf diese Aenderung hingewiesen, um Verzögerungen und Mißverständnisse über die Zuständigkeit zu vermeiden. Khein-Mainische Miiiagöbörse. mit 96,50 bis 96,75 (96,50). Goldpfandbriefe begegneten erhöhter Nachfrage und zogen meijt bis 0^25 vom Hundert an, Kommunal-Obligatwnen und Liquidationspfandbriefe lagen ziemlich unverändert. Stadtanleihen waren uneinheitlich bei kleinen Abweichungen. Don fremden Werten zogen 4,50 Irrigation auf 7,25 (7,05) an. — Tagesgeld unv. 3 v. H. Wafferbrife. „Bremen" - zwei Mann Besatzung. Erweiternd und vertiefend sind, wie immer, die Sonder schauen, die der Ausstelluna angegliedert sind. Die Potsdamer Modellbauschule hat mehrere Schiffsmodelle hergeliehen, die von dem tiefen, mitschaffenden Interesse der deutschen Jugend an der Flotte zeugen. Ganz erstaunlich die genaue Uebereinstimmung der Modelle mit den großen Vorbildern, bis zum letzten Rettungsring und Bullauge. Die kleine „Bremen" trägt 18 Mann und kann von zwei Mann Besatzung gefahren werden. Stolz und fast gewaltia wirkt der graue Schlachtkreuzer „Hindenburg", dem auch das Flugzeug nicht fehlt, und erheiternd mutet mit einen Säulchenbalkons das Modell der „Dictory an des Flaggschiffes, das Nelson in der Schlacht von Trajalgar geführt hat. Zeder Matrose ein Wassersportler. A.E.G 0 Bekula 10 Eieltr. LieferungSgesellschast... 5 Licht und Kraft ...........6 yt Felten & Guilleaume 0 Schluß« turs 11 3 Swlußk. Mittag- börse 12-3. Die Gesamtumsätze der Reichsbank haben im Jahre 1934 685 311,9 (644 332,3) Millionen RM. betragen. Rundfunkproqramm Donnerstag, 14. März. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik. 7: Früh- konzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk: Volksliedsingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12, 13.15: Mittagskonzert. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Nachmittagskonzert. 17.30: Kleine Kammermusik. 18: Bücherfunk: „Neue nordische Prosakunst". 18.15: „Die Verehrung der Toten", Vortrag von Hugo Hertwig. 18.30: Aus Wald und Flur. 19: Das Handwerk und der Reichsberufswettkampf. Gespräch zwischen dem Reichs- Handwerksmeister Pg. Schmidt und dem Jugend- malter der Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk, Gebietsführer Langer. 19.20: Und jetzt ist Feierabend: „Das ist die Berliner Luft ...". 20.15: Aus dem Haufe des Oberpräsidenten von Hessen-Nassau, Prinz Philipp von Hessen, Kassel: Kammermusik. 21: „Die luftigen Musikanten", ein romantisches Märchen nach Clemens Brentanos Singspiel neu erzählt von Paul Heinrich Gehly. Musik von E. T. A. Hoff- - mann (1804). 22.20: Die Stadt hört auf — das Land erstirbt, Bericht vom Rande einer Großstadt. 23: Reichssendung: Zeitgenössische Musik. 24 bis 2: Nachtmusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 13. März. Gießen. Johanneskirche. 18 Uhr: Passionsanbacht; Pfr. Ausfeld. Donnerstag, den 14. März. Gießen. üapeUe des Alten Friedhofs. 20.15 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Anthes. Freitag, den 15. März. Gießen. Petruskapelle. 20 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Trapp. Schluß/. Mittag- börse 12 3 Datum 4% deSgl. Serie 11 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 4s4%Numän.vereinh.Renlev.i913 4% Nu manische vereint). Rente . - 2 y4% Anatolier.............. Hamburg-Amertka-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Prtvat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank 0 Reichsbank ................ 12 Berlin, 12.März_______ Amerikanische Noten Belgitche Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische illoten ........... Ungarische Noten Schluß- XT 'urs börse Frankfurt 0.2JL Beum Schluß« kurs Schlußl. Abend- börse Schluß- lurs Schlußt. Mittag, börse üatum 113 12-3 11.3 12 3 Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld »rief Geld Brief 0,648 0,652 0,648 0,652 58,17 58,29 58,17 58,29 0,199 0,201 0,199 0,201 3,047 3,053 3,047 3,053 52,14 52,24 52,43 52,53 81,06 81,22 81,11 81,27 11,675 11,705 11,74 11,77 5,155 5,165 5,185 5,195 16,43 16.47 16,43 16,47 168,27 168,61 168,24 168,58 20,98 21,02 20,98 21,02 0,687 0,689 0,690 0.692 5,649 5,661 5,649 5,661 58,69 58,81 59,01 59,13 48,95 49,05 48,95 49,05 10,60 10,62 10,66 10,68 60,21 60,33 60,54 60.66 80,72 80,88 80,72 80,88 33,97 34,03 33,93 34,01 10,37 10,39 10,376 10,396 ■— — — 2,454 2,458 2.466 2,470 8,5 8,5 — — Mansselder Bergbau........ . 8 93 92-5 93 93 4,4 6,75 4,3 6,75 4,37 6,5 — Kokswerle ................. — — 105,5 105,75 — — —— ■ 212,75 210 210,5 206 4 4 4 4 Rheinische Braunkohlen ..... 12 35,5 35,75 36 36 Rhetusiahl................ 3'/, 95,75 95 96 94,75 Vereinigte Stahlwerke....... . O /6,7b 77,25 76,4 77,25 32,13 27 . O! 12,13 111,5 12,25 111,5 12,25 111,75 12,4 112 32,5 32 32,25 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 — Kaliwerke Westeregeln...... . 5 111,75 —— 112,5 112,65 34,65 80,5 34,9 80,5 34,5 80,5 80,13 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7&| 144 145 145 145 115,5 81,25 111 82 116 81 110,5 81,5 I. G. Farben-Jndustrie..... 141,25 140,75 141,4 Scheideanstalt............. c^nlkischmidt ............. . 9 2Ub,/D 206,75 — — 82,5 82.5 166,5 82,5 82,75 166,5 82,5 82,5 166,25 82,75 82,75 166,75 . 0 93 95,5 93,25 95,25 .. * 105,25 105 105,75 105,13 Metallgesellschast........... .. 41 90 91 90 90,75 34,75 141,25 35,25 141,65 34,65 141,25 Philipp s^>nlzi'i(inn ........ .. O' 88,5 88,25 89,5 88,5 35,4 141,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 5 .. 4 116,5 127 116 127 108 109 108,75 109,25 120,25 120,25 120,5 120,5 104,5 88,75 88,25 88,75 88,75 Schultheis Pahenhofer ..... .. 4 —— — 104,75 116 116,75 116 116,75 Aku (Ällgemeine Kunstseide) .. O 53,5 53,5 53,9 53,25 115 113,5 .. O 121,25 119 121,5 119 ^k>llstnff Woldhof ........... .. 0 110,25 111 109,75 110,5 100,5 101,75 100,5 102 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. 0 82 81,25 82 81,75 140,5 141,25 141,25 141 Dessauer Gas ............. .. V — — 126,5 126,75 121,5 120 121.5 120,5 Dnlm!k>r Wnfnrptt .......... .. o 90,5 93,9 Deutsche Linoleum......... .. 6 151,25 151,5 151,25 151,5 92,5 92,4 92,5 92,65 99,4 Orenstein & Koppel ........ rfjp Hmifhnf...... .. O .. 0 40,25 40 85,5 39,75 85,5 39,75 100,5 99,5 100,4 Chade.................... .. 0 201,5 202,5 202 204 — 99,25 88,5 98,5 87.75 Äecumutatoren-Fabrü...... . 12 159 160 99 Conti-Gumim............. .. 8 152 152,25 152.75 152,25 — 148 146 1 39,25 126 126 126 126 Grthner................. .. O I 38,25 1 38,9 1 38 86,9 86,75 87 86,5 78,65 Mainkraftwerke Höchst a.M. .. 4 91,25 91,5 —— — 78,13 78,75 77,75 Süddeutscher Zucker...... .. s 165 1 168 113 113,25 113,25 113,5 96 96,25 96 96 99,9 96,25 — — — 100 100,5 — 97 97 97 97 97 97 97 97 105,9 105,9 105,9 105,9 27,25 28 27,5 28 1,15 1,175 1,2 1,2 7,85 7,9 7,95 7,9 7,2 7,3 7,15 7,4 7,25 7,3 —— 7,25 10,7 10,5 10,5 10,7 8,5 8,5 8,65 - Geld Brie' 2,418 2,438 57,96 58,20 52,23 52,43 11,705 11,745 16.42 16.4g 167,82 168,50 21,21 21,29 58,85 59,09 — —— — _ 60.33 60,57 80.44 80,76 33,51 33,65