Mittwoch, 13. Hebruar ^955 185. Jahrgang Nr. 37 Erster Blatt Ge;.: Wüller-Scheld gemeldet werden, heil Hitler! Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzei- gen 5 Rpf., Familienanzei- Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/2W)r des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Das Wesenlustschiff,Macon'im Sturm verunglückt Oer Llntergang der „Amerikanischen Himmelskönigin". — Oie Besatzung bis aus zwei Mann gerettet. - Roch keine klaren Berichte über die Ursachen der Katastrophe. Sie Einladung aus London Von Or. Max Clauß. Rom nicht in Frage, und ganz Westeuropa zweifelt auch nicht, daß Deutschland gerade für den Luftpakt durchaus positives Interesse hat. Abwartend verhalten sich Polen und die Kleine Entente, wobei die letztere lebhaft an den Ostpakt erinnert. Eindeutig ablehnend urteilt, wie eingangs erwähnt, die s 0 w j e t r u s s i s ch e Presse. Die deutsche Stellungnahme wird gegen den konkreten Charakter des Luftpaktes sicher nichts einzuwenden haben, aber gleichzeitig Sorge tragen, sich auf unabsehbare Bindungen als Gegenleistung für die Gleichberechtigung keineswegs ein- zulassen. Wer uns als Friedensfaktor braucht, mutz uns auch die militärischen Vora u s 1 e tz u n - gen dazu freigeben. Der englischen „Gleichzeitigkeit" von Sicherheit und Gleichberechtigung ent- spricht die deutsche Auffassung, daß nur derjenige Staat anderen Sicherheit verbürgt, der selb >t Sicherheit besitzt. In diesem Sinn kann die Dresdener Rede des Ministerpräsidenten General Göring bereits als eine Antwort auf die Londoner Einladung gelten, wenn er sagte: „Wir sind bereit alles zu tun, um den europäischen Frieden zu sichern; a n e r st e r S t e l l e steht d e r F r i e d e unseres eigenen Volkes. Zum Frieden aber gehört die S i ch e r h e i t zu Lande, zu Wasser und in der Luft." Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer (Bemalt Zwischen USA. und UdSSR, muß die europäische Politik ihren eigenen Weg finden, denn das 20. Jahrhundert denkt in Kontinenten, nicht mehr in Nationalstaaten. Ob die Londoner Verlautbarung vom 3. Februar, die als Ergebnis der englisch-französischen Fühlungnahme eine Einladung an Deutschland und an die beiden übrigen Locarnomächte Italien und Belgien brachte, ein internationaler Fortschritt ist oder nicht, wird sich erst aus den praktischen Folgerungen erweisen. Schon heute jedoch fällt auf, 1 daß von außen gesehen „Europa wieder als eine I Einheit" in Erscheinung tritt, wenn auch noch in , schwachen Umrissen und von inneren Gegensätzen . zerrissen. Der angeführte Ausdruck stand diesem , Tage in einer Meldung aus Washington zu lesen, । wo vermerkt war, daß die Amerikaner den Pazifismus und Universalismus Wilfonscher Prägung in seiner ganzen Unzulänglichkeit durchschauen und der wachsenden Ansicht sind, die Europäer müßten den Frieden in Europa unter s i ch regeln, und zwar ohne die großen Töne von Genf. Das Echo aus Sowjetrußland besagt genau das Gegenteil und kommt doch wider Willen auf dasselbe Gefühl heraus, daß in London so etwas wie eine europäische Selbstbesinnung begonnen habe. Kein Wunder, daß die Sowjetunion, seit längerer Zeit schon gewohnt, im Trüben zu fischen, sich mit Händen und Füßen gegen ihren Widerausschluß aus Europa wehrt, in einem Augenblick zumal, wo die Vereinigten Staaten ihre diplomatische Vertretung in Moskau planmäßig abbauen. Die Londoner Einladung, daran besteht kein Zweifel, wendet sich an Deutschland als an eine westliche Macht, und die „Times hat offen angedeutet, daß „vielleicht eine Kluft im Westen sich schließen und eine im Osten sich breiter auf tun werde", eben zwischen den Europäern und den Sowjets. Bei der aufmerksamen Prüfung, die das Londoner Kommunique deutscherseits verlangt, bevor die Reichsregierung dazu Stellung nehmen kann, wird vor allem die britische Färbung des ganzen Textes stark beachtet. Ob tatsächlich em englischer Mmisterbesuch in Berlin zu erwarten steht, wissen wir nicht, aber eines ist sicher, daß es England wirklich und ernstlich auf die Einladung an Deutschland ankam. Sir John Simon hat eben noch einmal in einer Pariser Rede bestätigt und von Herrn Flandin gegenzeichnen lassen, daß es sich keineswegs um einen diplomatischen Umweg mit dem Hintergedanken einer englisch-französischen Sonder- abmachung handelt. Englisch ist in dem Kommunique der einleitende lobende Hinweis auf den Völkerbund gewesen, englisch die salomonische Methode der ,'G l e i ch z e i t i g k e it" zwischen Sicherheitspakten und militärischer Gleichberechtigung so daß keines ausdrücklich vom anderen ab- hänqt aber alles in ein ©neralabfommen m un d e n könnte, englisch ist schließlich und vor allem die Idee eines Lustpaktes für Westeuropa. Die Erwähnung des Völkerbundes war zu erwarten, hindert aber die entscheidende Tatsache nicht, daß man die Deutschen bei sich zu Hause aufsuchen will, auch wenn sie sich bis auf weiteres nicht wieder an den runden Tisch in Gen teilet bet tanbesffeUe Qeffen-Ttafiau des Reichsministeriums für Boßsaufllerung und Propaganda. ten, da es sich über einer Nebelbank besun- t den habe. Das Marinedepartement hat bestätigt, ! daß sich das Luftschiff in Schwierigkeiten befindet. ! Eine vom Marinebefehlshaber von San Franzisko , eingegangene Meldung lautet: „Die ,Macorü hat l einen schlimmen 23 e r I u ft auf der Höhe von Point Sur gehabt und meldet, daß beabsichtigt wird, das Luftschiff zu verlassen und aufzugeben. Ein Kreuzer leistet Beistand." Die Berichte der amerikanischen Flotte. Der Oberbefehlshaber der amerikanischen Flotte, Admiral Joseph R e e v e r , hat dem Marmedepar- tement gemeldet: Die Ueberlebenden des „Macon" in sieben Rettungsbooten sind 13 Meilen südöstlich von Point Sur gesichtet worden. Ich berge sie und setze die Suche nach anderen Ueberlebenden fort. Ich werde Ihnen alle weiteren Ereignisse mitteilen. Eine weitere Meldung besagt: Der Zerstörer „Concord" hat dem Kommandanten des Luftschiffes, Kommander Wiley, einen weiteren Offizier und neun Mann gerettet. In weiteren Berichten ans San Franzisko heißt es: Eine Anzahl Schlachtschiffe und Kreuzer hatten in der Nähe von Point Sur zwei Stunden lang vergebliche Nachforschungen angestellt, bevor die Mannschaft gesichtet wurde. Die See ist glatt; doch ist die Dünung stark, und es fällt ft a r t e r Regen bei schlechten Sichtverhältnissen. Das Luft- chiff war zur Zeit des Unfalles von Manövern mitder Flotte zurückgekehrt. Das Schlachtschiff „Pennsylvania", das mit anderen Schiffen suchte, erblickte plötzlich eine Rakete. Schließlich drangen die Scheinwerfer des Schiffes durch den dicken Regen und die Finsternis und zeigten die undeutlichen Umrisse der „Amerikanischen Him- die Gedanken zu Deutschland und zu den osteuropäischen Fragen hinüberschweifen. Ohne einen Zwiespalt konstruieren zu wollen, wo vielleicht nur die Rollen taktisch verteilt sind, hat man den Eindruck, daß Ministerpräsident F a n - t) in sich entschlossener auf den Londoner Te^t fest' legt, als der Außenminister Laval, dem die Ostpaktsorgen keine Ruhe lassen. Flandm hat in drei Erklärungen der letzten Woche betont' daß man statt unfruchtbarer Polemik über die deutsche Gleich Berechtigung das Reich zu einem semeinfamen Sicherheitsplan eingeladen habe, und daß dabei der Luftpakt vor den übrigen Themen zum Abschluß gebracht werden soll. Aber im Quai d Orsay gehen auch Besucher aus und ein, die nichts fehn.icher wünschen als eine Ablehnun 6 Deutfcklands und hinterher eine Schwenkung zur Ententen£or- diale mit England einerseits zum Bund Nis mit der Sowjetunion anderseits. Diese Auffassung, mit der sich Herr Laval auseinandersetzen muß, bedauert vor allem, daß der O st p a ft tn London stark in den Hintergrund getreten ist, statt Deutschland als erster Beweis für feinen Friedenswillen zur Unterzeichnung vorgelegt zu merben. In Wirklichkeit gewinnt be. solchen Betrach- tungen der ßocarnogeift des Londoner Kom- muniques noch an Logik. Denn eben weil England Funkbeamte in San Franzisco vermuten, daß sich an Bord des Lustschisses -ine Expl° s.on> er- eignet hat. Sie teilen nut, daß die erste Botschaft des Luftschiffes folgendermaßen lautet: „Wir haben einen schweren Verlust gehabt, und das Luft schiff fällt. Wir werden es beim Berühren der Wasseroberfläche verlasse n." Eine bei der Funkstation San Diego eingegangene drahtlose Mitteilung besagt: „Wir werden das> Lust- chiff verlassen, sobald wir ungefähr 30 Kilometer von Point Sur entfernt, wahrscheinlich 16 Kilometer von der Küste ab, auf die See medergegan- Se®n,nroeitere Funkmeldung habe nur das Wort Warten" enthalten. Beobachter tn Santa Barbara und Santa Monica berichten daß das Luftt schiff vom Sturm ungefähr 12 Kilometer n ach Süden abgetrieben worden sei. Der Leucht- turmwächter von Point Sur mclbde, daß es ihm nicht möglich gewesen sei, das Luftschiff zu beobach- die Gefahr fürchtet, in einem friedlosen Europa eines Tages eine einseitige Entente mit Frankreich abschließen und außerdem zusehen zu müssen, wie dieses Frankreich sich mit dem unabsehbaren Kriegsfaktor Sowjetrußland verbündet, deswegen der Mittelweg über den Luftpakt. Deutschland muß heran- gezoqen werden, und zwar nicht zum Ostpakt, den es ebensowenig anerkennt wie Polen, und nicht erst bei seiner Rückkehr in den Völkerbund, die durchaus im Ungewissen liegt, sondern auf der Stelle: als europäische Militärmacht zu einer Luftpolizei des Friedens. x 3n zwiespältigen Gefühlen befindet sich Italien vor dem Londoner Text, der zwar eine starke englische Anerkennung der römischen Nichtemmischungs- konvention für SüdWeuropa und des italienisch- frcmzösischen Konsultativpaktes über Oesterreich enthält gleichzeitig aber das Fragezeichen des Luft- oaktes^ Nachdem die Engländer etwas obenhm zu verstehen gegeben haben, daß ihre Flugzeuge schwerlich bis nach Italien fliegen wurden, scheint nun die italienische Diplomatie den Spieß umdrehen und vorschlagen zu wollen, daß im Rahmen. des geplanten Luftlocarnos Italien auf den englischen, England auf den italienischen Beistand aus geographischen Gründen verzichten sollten. Eme Ablehnung des gesamten Vorschlages kommt für me 1 skönigin". In den sieben Rettungsbooten des Luftschiffes brannten mehrere Kalziumflammen. An dem Rettungswerk hatten sich auch der Kreuzer „Richmond" und das Kriegsschiff „Memphis beteiligt. Tiefer Eindruck in Amerika. Das Unglück des Warineluftfchiffes „ 2U a c 0 n M hat in ganz Amerika tiefen Eindruck gemacht. Das Marineamt in Washington blieb die ganze Nacht über hell erleuchtet. Auch Präsident Roosevelt blieb die Nacht über auf, um sofort genauere Weidlingen über den Hergang der Katastrophe in Empfang zu nehmen. Nach der letzten amtlichen Feststellung betrug die gesamte Besatzung des Luftschiffes 83 Wann. 81 wurden von den Kreuzern „Richmond", „Eoncord" und „Eincinnati an Bord genommen. Heber das Schicksal der beiden Vermißten — bei dem einen handelt es sich offenbar um den Funker — ist noch nichts bekannt. Von den Geretteten ist niemand ernstlicher verletzt worden. Heber die Hrfache des Absturzes ist man sich noch völlig im unklaren. Nach einem Funkspruch des Kapitäns der „Wacon", Wiley, erfolgte der A b ft u r z, nachdem das Hinterschiff auseinandergebrochen war. Die Wannfchaft habe jedoch Zeit gehabt, Rettungsgürtel anzulegen und die Gummiboote zu besteigen. Nach einem anderem Bericht ist die „Wacon" aus etwa 600 Weter höhe 13 Weilen südöstlich von Point Sur aufs Weer gestürzt und anscheinend auf eine Felsklippe aufgefdjtagen. 81 Mann von Kriegsschiffen ! geborgen. Neuyork, 13. Febr. (DNV.-Funkspruch.) Wie aus San Franzisko gemeldet wird, ist das a m e r i- ! kanif che R i e f e n l u f t f ch i f f „Wac 0 n" auf einer Fahrt nahe der kalifornischen Küste verunglückt. Das Luftschiff sandte SOS-Rufe aus und ging dann auf der höhe von Point Sur auf die See nieder. Nach den letzten Nachrichten haben amerikanische Schlachtschiffe, Kreuzer und Zerstörer die Stelle erreicht, an der das Riefen- luftschiff auf See niedergegangen ist und haben so- ort mit der Rettung der Wannfchaft begonnen. Nach amtlicher Mitteilung bestand die Beatmung aus 83 Offizieren und Wannschaften. Die Besatzung ist nach den letzten Weldungen bis auf zwei Wann gerettet worden. Die rasche Bergung der Wannschaft wurde durch den Hmstand erleichtert, daß sich eine größere Anzahl amerikanischer Kriegsschiffe in der Nähe befand. Die „Pennsylvania" war nur vier Seemeilen von der Hnglücksstelle entfernt, wo die „Wacon" ihr Raketensignal in die Luft sandte. Heber die Hrsache der Katastrophe herrscht noch keine Klarheit. Ls scheint jedoch, als ob die „Wacon" unter ähnlichen H m ft a n - den zugrunde gegangen ist, wie seinerzeit das Luftschiff „Heran“ im Jahre 1933. Mehrere Beobachter an der Küste des Stillen Ozeans in der Nähe von Point Sur sahen, wie die „Wacon" mit einem heftigen Sturm kämpfte, der am Dienstag auch in Los Angeles großen Schaden angerichtet hat. Es wurde beobachtet, wie die „Wacon" rasch auf die See niederging. Das Luftschiff hob fich jedoch wieder und verschwand in den Wolken. Als Hrsache des späteren Niederganges nimmt man eine Explosion an Bord des Luftschiffes an. Das Schwesterschiff der verunglückten „Slfroit". Das Lufttchiff „Macon" ist das größte Luftschiff der Welt, ein Schwesterfahrzeug der „Acron", die im Jahre 1933 verunglückte Die „Macon" war zum ersten Male am 21. April 1933 aufqestiegen, einige Monate vor der Katastrophe der „Acron". Das Luftschiff ist 235 Meter lang. Sein Aktionsradius beträgt etwa 9500 Kilometer. Zur Füllung wird unbrennbares Heliumgas ver- wendet. Das größte LusWff der Wett funkt 868. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen richten: Anzeiger Gießen v 1 behördliche Anzeigen 6Rps. 8r°nWmLl16n Druck und Verlag: Brühl'sche UnioerfitStz-vuch- und Steindrucke«! «.Lange in Stehen. Schristleitung und Eeschäslsftelle: Schulftrahe 7 Mengenabschmsie Stoffe. 6 fetzen werden. Der bekannte Londoner konservative Publizist © ar Din hat sehr deutlich gesagt, worauf es jetzt unkommt: das nationalsozialistische Reich muh 1 feine volle Gleichberechtigung erhalten, 1 um in ein europäisches Kollektiosystern eintreten zu können Deswegen Schluß mit den Haarspaltereien , über Versailles! Man muß über die praktische Friedenssicherung reden, „in fruchtbarer Beschränkung auf klare Eventualitäten", rote die „Deutsche Diplomatische Korrespondenz" sich ausdrückte. Don den Britischen Inseln aus erscheint als eme solche Eventualität erster Ordnung die Gefahr eines Luftkrieges über Westeuropa, daher der konkrete Vorschlag, die fünf Locarnomachte io ort zur gegenfeitigen Unterstützung m der Luft zu verpflichten für den Fall, daß eme von ihnen zum An- areiier wird Für die Herren Baldwin und Simon hat dieses Dorfpiel zu einer umfassenden ^riedens- ordnunq sehr viel Verlockendes: England erhalt zum e?stenmal in der Geschichte kontinentalen Schutz und geht dafür keine neuen Verpflichtungen ein, da ja der Lustpakt nur die Locarnogarantie in einem Spezi al fall präzisiert. Außerdem schafft der Vorschlag eines solchen, Luft- Locarnos eine ausgesprochen ro e st l i ch e Sicher “b a ™ uni? Lieht Deutschland °°m ersten Augenblick an in den Friedenskreis «n, wobei eine deutsche Luftflotte zu Kriegszwecken bereits o o r aus gefetzt wird, noch ehe sie durch l°rm°l;,-öe kitiauna der Versailler Bestimmungen „erlaubt ist. ' M Punkt, in dem sich ->er Absatz über den ßuftpatt und der vorhergehende über den Sesam komplex von Sicherheit und Gleichberechtigung^zu widersprechen scheinen, ruft in 8^"nkr $ gewisse Unruhe hervor Trotzdem begreift dl i fran zösische Oeffentlichkeit sehr wohl, daß die Herren Flandin und Laval IN London öus°gr'kf haben, als England aus eigenstem Jnterefse eine militärische Bindung in der Luft haben wollte. F« Frankreich ist das Wichtigste dabei, daß m diesem erweiterter oder spezialisierten Locarno zugleich eine neue französisch-englische Z fammenarbeit enthalten sem wird. Für eng lands Freundschaft setzt man bewußt das Bündnis mit den Sowjets aufs Spiel und nimmt auch das Unvermeidliche mit in Kauf, daß Deutschland mit von der Partie sein wird. Allerdings schaden sich die Geisttr in der Deutung des Londoner Kommuniques, sobald über die Britenbegeisterung hinaus Diesen Aufruf mußt auch Du le'ett! Es geht um unsere Jugend! Braun gebrannt, mit toten Baden und leuchtenden Augen tarnen im vorigen Zahr die 19000 Sinder zurück, die von der JISB. innerhalb unseres Gaues aufs Land zur Erholung geschickt wurden. Aber nicht nur körperlich gesundeten unsere Kinder draußen in freier Natur. Die Stadtkinder haben auf dem Lande schon in ihrer frühesten Jugend dem deutschen Bauern bei seiner Arbeit helfen dürfen, und von Tag zu Tag ehrten fre dresen Mann, der seinem Volke das Brot schafft, mehr. Jetzt erst wußten sie, welche ungeheuer schwere, aber auch schöne Arbeit der bäuerliche Beruf mit sich bringt Wie anders war es in früheren Zetten, wo der Städter mit 20 Jahren kaum das Kartoffelkraut von Gerste unterscheiden konnte. In diesem Jahre wollen wir mindestens die doppelte Zahl unserer Stadtkinder hinaus zur Erholung aufs Land schicken. Dazu ist es notwendig, dahvonaltenSeitenmitgeholfen wird, unserer üugend eme Sommer- freuöe, aber auch Verständnis für unser deutsches Bauerntum zu bereiten. Ihr alle müßt mithelfen! Stellt für unsere Jungens und Wädels aus der Stadt P f l e g e st e l l en im Sommer zur Verfügung! In der Zeit vom 25. Februar bis 2. Wärz 1935 werden Taufende von NS v.- helfern an jeder Tür anklopfen und um eine Pflegestelle bitten. Laßt sie nicht Autz^dem können" b e i jeder Dienststelle der 7k S v. P s le g e st e 11 en an- des Berater des Handwerks. Der Zweck -er neuen Gewerbeförderungsstetten. Im Zeichen technischen Fortschritts. Dor Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung in Berlin. Berlin, 12. Febr. (DNB.) Der Leiter der Reichswirtschaftskammer Regierungsrat a. D. Ewald Hecker wendet sich an die gesamte gewerbliche Wirtschaft mit der Aufforderung, insbesondere durch Achtung der nachstehenden Gesichtspunkte dazu mit- zuhelfen, daß Uebergangsschwierigkeiten bei der Rückgliederung des Saarlandes vermieden werden: 1. Die saarländische Industrie verliert durch die Verlegung der Zollgrenze einen großen Teil ihres bisherigen Absatzgebietes. Hierfür muß auf dem innerdeutschen Markt Ersatz geschaffen werden, damit die arbeitenden Volksgenossen nicht beschäftigungslos werden. Bei der Größe des deutschen Marktes bleibt für den Absatz der saarländischen Erzeugung Raum, ohne daß hierdurch irgend jemand in dem übrigen Deutschland aus seinem Absatzgebiet verdrängt zu werden braucht. Die Saarindustrie kann vielerlei liefern. Ich bitte daher gerade den Einzelhandel, Aufträge auf saarländische Fertigerzeugnisse bereits jetzt zu vergeben und späterhin ihren Absatz durch erhöhte Werbung zu fördern. Ich bitte aber auch die Industrie und den Großhandel, auf jeden Fall Aufträge in das Saarland zu legen. Jede Bestellung hilft mit, die Uebergangs- zeit zu erleichtern. Die Handelskammer Saarbrücken ist gern bereit, nähere Auskünfte über Bezugsquellen im Saargebiet zu geben. 2. Andererseits muß dringend davor gewarnt werden, eine Ueberfülle von Angeboten in das Saargebiet zu legen, insbesondere, soweit hier Waren zu Preisen angeboten werden, die unter den entsprechenden Preise nim sonstigen Deutschland liegen. Die Erfahrung der letzten Zeit hat gezeigt, daß in deutschen Wirtschaftskreisen die Aufnahmefähigkeit des saarländischen Marktes ganz außerordentlich überschätzt wird. Demgegenüber ist festzustellen, daß dieser zunächst schonungsbedürftig ist und die dort lagernden Vorräte und Erzeugnisse der Saarindustrie s e l b st aufnehmen muß. Diese würde aber zum Erliegen kommen müssen, wenn sie einem hemmungslosen Wettbewerb derjenigen Industrien aus den übrigen Teilen des Reiches ausgesetzt würde, welche sich bereits seit zwei Jahren der Vorteile erfreuen, die ihnen die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik geschaffen hat. Zurückhaltung bei Angeboten nachdem Saargebiet ist daher geboten. Erscheinungen, wie sie bereits in einer übertriebenen und den Verhältnissen des Saarmarktes völlig unangemessenen Werbung zu beobachten sind, müssen wieder verschwinden. Die Rückkehr der Saar wird für die deutsche Wirtschaft große Vorteile mit sich bringen, aber sie darf nicht zu einem undisziplinierten Wettrennen der G e s ch ä f t e m a ch e r e i von einzelnen führen. Auch hier muß der einzelne sich des Vorranges bewußt sein, den der Gemeinnutz der deutschen und damit auch der Saarwirtschaft vor dem Eigennutz ' einzelnen hat. Schon seit einiger Zeit besteht bei einzelnen Handwerkskammern ein Institut, von dessen Vorhandensein die wenigsten Handwerksmeister etwas wußten. In aller Stille schufen diese Institute in vorderster Linie für das Handwerk. Es gibt fast kein Gebiet handwerklichen Lebens, das nicht von der G e - Werbeförderungsstelle in bestimmter Weise berührt wird. Ausgestattet mit wissenschaftlichen Hilfsmitteln und Erfahrungen ist die Stelle imstande, den Meistern bei schwierigen Fragen des Verkaufs, der Materialbeschaffung, aber auch in rein kaufmännischen Dingen einwandfreien Rat zu erteilen. Wenn also ein Schuhmacher Leder gekauft hat, und er glaubt, die erstandene Ware entspricht in ihrer Qualität nicht dem Muster, so braucht er sich nur an nie Gewerbeförderungsstelle zu wenden, die eine gründliche Prüfung des Materials vornimmt oder wenn ihr die betreffenden Einrichtungen fehlen, bei einem der angeschlossenen wissenschaftlichen Institute vornehmen läßt. Schon oft sind Meister durch diese Prüfung vor Schaden bewahrt worden. Und häufig ist gerade durch derartige Materialprüfungen unlauteren Elementen die Arbeit gelegt worden, die durch falsche Gütebezeichnungen ihren Kunden eine nicht vorhandene Qualitätsware vortäuschen, die sie dann naturgemäß zu einem billigeren Preis liefern konnten, als der reelle Meister. Darüber hinaus werden die Meister auch in Dingen, die die Betriebsgestaltung, Buchhaltung, Kalkulation und sonstige organisatorische Fragen betreffen, weitgehend unterrichtet. So wichtig diese Beratung nun für den einzelnen und damit auch indirekt für die Gemeinschaft war, trug sie doch einen Fehler. Die Einzelbera- t u n g — die nebenbei bemerkt auch heute noch weitergeführt wird — hatte einen zu geringen Wirkungsgrad, ihre Arbeit war nicht rationell genug. Der Berater brauchte oft viele Stunden zur Erledigung einer Recherche oder Prüfung, so daß'der ganze Betrieb während dieser Zeit stockte. Auf Anordnung des Reichshandwerksmeisters ist daher ihre Basis verbreitert worden. So wird ab 1. April edem Landeshandwerksmoister die Errichtung einer olchen Gewerbeförderungsstelle zur Pflicht gemacht. Ihnen soll es dann übertragen werden, sich durch eine auf lange Zeit geplante Schulungsarbeit eine Schar heranzuziehen, die all die Neuerungen und Erfahrungen, die an die Gewerbeförde- ungsstelle herangetragen werden, in den großen Kreis der Meister weiterleitet. Auch um die Schaffung eines nach allen Richtungen hin gut durchgebildeten Meisterstandes werden sich diese Stellen auf Anregung des Reichshandwerksmeisters in Zukunft bemühen, indem sie die M eist e r p r ü f u n g s a u s s ch ü s s e mit den in der Praris ihrer Arbeit entstandenen Resultaten vertraut machen. Hiermit soll auch endlich eine einheitliche Linie in der Art der gestellten Anforderungen herbeigeführt werden. Es soll verhindert werden, daß ein Geselle, der in Berlin wegen mangelnder Kenntnisse seine Meisterprüfung nicht bestanden hat, sie in der Provinz absolviert, wo die gestellten Forderungen nicht an die einer Gesellenprüfung in Berlin heranreichten. Der Reichsstand des Deutschen Handwerks wird in Zukunft die Richtlinien ausarbeiten und sie zur Durchführung an die Gewerbeförderungsstellen weitergeben. eilte studcM Bcr Berlin, 12. i sand imVorho tat eine studenti Vergewaltigung hundert Stu nahmen an der » Dom Balkon em vollziehe sich im Kulturmächte, bte len, gröbster Schulen würden lersprache beraub londes von ihrei Gegenüber gelte fliegerischen Mi Stubent fei dazi jii führen. Der an die Unt melautonoT deutschen $ einzuftehen hätl derherftell zustand es ii Führer aber ft Derlaflen in ihre daß das Herz schlage. Vor tu Somno, 12.5 ml der Auswe iern des Hauptv iurverbande nne Abordnu en5 beim Sta Mimfterpräsidente wn gegen das ' 2er Ministerpräf l'ichef der Mord ■er Prüfung der Aigen DUnil Tlaatspräfidente empfangen. Mithilfe her Wirtschaft bei her Rückglieherung hes Gaarlanhes Eine Mahnung des Leiters her Reichswirtschaffskammer. Wächter her Volksgesunhheit. Ministerialdirektor Gütt über die Aufgaben der Gesundheitsämter. Was will Italien in Ostafrika? Ein englischer Schritt in Rom für hireffe Derhanhlungen mit Abessinien Ski*, Belgien w über ein «I : wnimnifterii °uWben: Di ^chlußsolgeruna •Wn englisck b.as Problem i amtlich & " b-'d-n Reg “Vermitteln, ^--sichtlich d '*ni un» •en»mmen hat ZP Mert?* llJtn Sulam"181 “ ktldM» ei K 1»QS ,, m«l fcÄ*1; 6? °“ Bereis .-furchlb' wi MM konJeM Mar l’ser®#nlJ , -7a“pr°- ii nen *x D° Len Dollar Zur brockend 8»r f“r ®1j in Baftoa uM ©tUionen Kriegsschuld Heue Etappe in der Motorisierung Deutschlands. 1935: Weitere 500 Kim. Reichs-Autobahn. Berlin, 12. Febr. (DNB.) Anläßlich der bevorstehenden Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung 1935 in Berlin veranstaltete der Reichsverband der Automobilindustrie einen Presseempfang. Nach Erösfnungsworten durch Geheimrat A l l m e r s überbrachte Staatssekretär F u n t die Gruße der Reichsregierung. Wenn der Nationalsozialismus die nationale Automobilwirtschaft fördere und dafür eintrete, daß Deutschland als Industrieland zunächst seine e i g e n e Automobilwirtschaft stärke, dann habe das nichts mit wirtschaftlichem Chauvinismus zu tun. Gin Industrieland könne sich nicht gerade in bezug auf eine der wichtigsten Jndustrieerzeugnisse, dessen Erfindung schließlich aus Deutschland stammt und auf deren Gebiet es geradezu bahnbrechend gewesen ist, plötzlich von der Wirtschaft anderer Länder abhängig machen. Es sei eine Binsenwahrheit, daß man nicht gleichzeitig Rohstoffe und Fertigf abrikate einführen könne. Diese Binsenwahrheit sei leider zu spät erkannt worden. Ausgabe einer Volkswirtschaft sei es, die Export- sähigkeit ihrer wichtigsten Wirtschaftszweige zu erhalten. Seit der großen Rede des Führers im Frühjahr 1933 bei der Eröffnung der Automobil- ausstellung befinde sich die Motorisierung Deutschlands in einem gewaltigen Aufbruch. Als alter Kämpfer für bas deutsche Automobil freue er sich darüber, daß nun die Motorisierung sozusagen anderSpitze eines großen roirtfchaft-- "chen Aufbauprogrammes stehe. Dazu komme das gewaltige Straßenbauprogramm des Führers und die Nationalisierung der Treibst 0 f f w i r t s ch a f t. Man wolle dabei nicht alle ausländischen Treibstoffe vom deutschen Markt fern- h-alten, sondern nur den durch die erhöhte Motorisierung entstandenen Mehrbedarf selb st Herstellen, ba natürlich die Devisen zur Einführung einer mehrfachen Menge an Treibstoffen, als sie früher benötigt wurde, fehlen. Deutschland sei auf dem Gebiete der Motorisierung in den letzten zwei Jahren ganz außerordentlich vorangekommen. Noch vor drei Jahren sei auf 111 Einwohner ein Automobil gekommen, im Jahre 1955 werde schon auf 70 Einwohner Berlin, 12. Febr. (DNB.) Ministerialdirektor Dr. G ü 11 vom Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern veröffentlicht im „Völkischen Beobachter" einen Aufsatz über die erste Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens. In dem Aufsatz heißt es: Das Gesetz überträgt den Gesundheitsämtern die ärztlichen Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheitspolizei, der Erb- und Rassenpflege, einschließlich der Eheberatung, der Volksbelehrung, der Schulgesundheitspflege wie der Beratung von Müttern, Kindern und fürsorge- bedürftigen Familien. Ferner ist die Förderung der Körperpflege und Leibesübungen, wie die amts-, gerichts- und vertrauensärztliche Tätigkeit vorgesehen. Auf allen Gebieten haben die im Gesundheitsamt tätigen Aerzte die ärztlichen F e st - stellungen zu treffen und den zuständigen Stellen Vorschläge für die Maßnahmen zur Förderung 6er Gesundheit des einzelnen, der Familien ober zur Beseitigung von Mißständen zu machen. Die wirtschaftliche Fürsorge und die Heilmaßnahmen bleiben Aufgabe der bisherigen Träger, wie z. B. bei versicherten Personen der gesetzlichen Versicherungsträger, bei Fürsorgebedürftigen der kommunalen Behörden. Es ist daher in der Verordnung eine enge Zusammenarbeit mit diesen Stellen vorgesehen. Die Aemter sollen ärztliche Berater der Gesundheitspolizeibehörde sein. Sie werden als solche Seuchen und übertragbare Krankheiten zu bekämpfen und ihre Weiterverbreitung zu verhüten haben. Wie bisher, werden sie die Aufgaben der Amtsärzte auf dem Gebiet der Lebensrnittel- und Gewerbepolizei wahrzunehmen haben. In vermehrtem Maße werden sie sich der gesundheitlichen t „Daily Telegraph" sagt, der Kaiser von Aethio» । pien sei warnend daraus hingewiesen worden, daß es Eden und Laval nicht leicht gefallen sei, Mussolini zur Zurückhaltung zu veranlassen, und daß Abessinien das s e i n i g e tun müsse, um weitere Zwischenfälle zu verhindern. Die Behauptung, daß der Kaiser von Aethiopien keine Kontrolle über die Grenzstämme habe, werde in London nicht als ganz zutreffend erachtet. Beweismaterial für das Gegenteil liege vor. Abessiniens Standpunkt. Zur Verteidigung entschlossen. London, 13. Febr. (DNB.) Der Reuter-Vertreter in Rom hatte eine Unterredung mit dem abessinischen Geschäftsträger Afwork, in der dieser erklärte, er persönlich glaube nicht, daß es zu einem italienisch-abessinischen Krieg kommen werde. Nach seiner Ansicht sollte es möglich fein, die Angelegenheit auf friedlichem Wege zu regeln. Der Geschäftsträger gab jedoch zu verstehen, daß seine Regierung alle „unvernünftigen" Forderungen nach wie vor entschlossen ablehnen werde. Afwork sagte, falls die Italiener auf einer Entschädigung für den Zwischenfall von Ualuat, bei dem Abessinier infolge eines nicht herausgeforderten Angriffes getötet wurden, bestehen sollten, und die italienische Regierung an dem Standpunkt festhalte, das Gebiet bis Ualual gehöre ihr, fei eine Regelung auf einer solchen Grundlage zwischen s2lbeffinien und Italien u n m 0 glich, wir müßten dann an den Völkerbund appellieren. Wenn Italien wirklich die Absicht habe, Krieg aegen Abessinien zu führen, so stehe es fest, daß die Abessinier ihr Land bis aufs äußerste verteidigen und Italien zwingen würden, seine Grenzen zu achten. Der Geschäftsträger hob hervor, daß Abessinien 800000 Mann unter Was- s e n stehen habe und diese aus eine Million erhöhen könne. Außerdem habe es moderne Waffen in Europa gekauft, besitze allerdings keine Tanks und Flugzeuge. Oie Grenzzwischenfälle in abessinischer Lesart. Addis Abeba, 13. Febr. (DNB.) In einer amtlichen Verlautbarung über die kürzlichen Grenzzwischenfälle wird gesagt, die abessinische Garnison von Gerlogubi habe keinen Ausfall unternommen und auch nicht versucht, die italienischen Streitkräfte am 2. Februar in Afdub einzuschließen. Eine abessinische Patrouille von 25 Mann, die lediglich mit Gewehren bewaffnet waren, wurde von italienischen Truppen, die mit Maschinengewehren ausgerüstet waren, angegriffen. Die schon früher vom Kaiser gegebenen Befehle wurden, so wird von abessinischer Seite weiter erklärt, g e - treulich ausgeführt, es werde keiner Patrouille erlaubt, sich weiter als drei Kilometer von einer Garnison zu entfernen. GeneralmusikdirettorHermann Stange Zum ernannt worden. Kunst und Wissenschaft Stunden e n s Wien und Aus aller Welt der Schwe- hatten. Das andere Instanzen für Dienstleistungen stern des Roten Kreuzes zu erstatten Internationalen Bruckner-Gesellschaft der Stadt Freiburg i. B. q end e Arb eit geleistet hat. Die Plakate, von denen die 25 besten zu einer A u s st e l l u n g in das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda gebracht wurden, zeugen von dem künstlerischen Schaffenswillen der deutschen Jugend. Ministerpräsidenten wegen der rigorosen Maßnay- men gegen das Deutschtum vorstellig werden. Der Ministerpräsident ließ aber durch seinen Kanzleichef der Abordnung erklären, daß man sich wegen der Prüfung der Angelegenheit an die zuständigen Ministerien wenden solle. Auch vom Staatspräsidenten wurde die Abordnung nicht Führers und Reichskanzlers wohnte Reichsverkehrs- und Reichspostminister Freiherr von Eltz-Rübenach der Feier im Altarraum auf dem Ehrenplatz unmittelbar vor dem Hochaltar bei. Außerdem bemerkte man auf den Ehrenplätzen Vertreter der Ministerien, der Wehrmacht sowie einen Vertreter des Saarbevollmächtigten B ü r ck e l. Ferner nahm fast das gesamte Diplomatische Korps an der Feier teil. Amerikas Achillesferse. Alaska, Hawai und Panamakanal werden gesichert. Washington, 12. Febr. (DRV.) Im Heeres- ausschuß des Unterhauses begann die Beratung über die Errichtung von sechs neuen Flugzeug st ü tz p u n k t e n. Der Abg. Wilcox betonte, daß die Vereinigten Staaten in einem Krieg mit einer östlichen Macht die Besetzung Alaskas befürchten müßten; denn Alaska sei ein wahres Minerallager, während Japan keinerlei mineralische Bodenschätze besitze. Der frühere stellvertretende Kommandeur der Luftflotte, Mitchell, erklärte, daß das Problem Amerikas der Stille Ozean fei. Sollte Japan Alaska erreichen, dann kann es auch Reuyork erreichen. Japan wird sich nicht durch Hawai ablenken lassen, sondern ü n m i t t e l b a r nach Reuyork fliegen, was u n - gefähr 20 Stunden beanspruchen dürfte. Der Vorsitzende des Marineausschusses gab ein von der Bundesregierung bereits gebilligtes Marinebauprogramm bekannt, das 38,098 Millionen Dollar vorsieht. Davon sollen u.a. 15 Millionen Dollar zur Verstärkung des Flottenstützpunktes Pearl Harbour (Hawai) benutzt werden, 10 Millionen Dollar für ein großes schwimmen- desTrockendock in Pearl Harbour, 2 Millionen Dollar für Munitionslager der Marine in Balboa und Cocosolo (Panamakanalzone) und 6 Millionen Dollar für die Ausrüstung von Kriegsschiffen. Dor der Großen Strafkammer in Lübeck fand der Prozeß gegen den Ludwig E h r t m a n n statt, der beschuldigt wird, von Geldern des Lübecker Vaterländischen Frauenoereins 218 000 Mark veruntreut zu haben. Der jetzt 74jährige Angeklagte ist seit 1922 Kassenführer des Vaterländischen Frauenvereins in Lübeck gewesen und hat seit 1924 ständig Gelder von den Verwaltungsausschüssen für sich entnommen. Ferner hat er Gelder veruntreut, die das Allgemeine Krankenhaus undikopstge Generalmusikdirektor Hermann Stange ist „ Leiter des Berliner Philharmonischen Orchesters Urteil lautete wegen Verbrechen der schweren Untreue auf eine Zuchthausstrafe von acht Jahren und zehn Jahren Ehrverlust. Riesenfeuer in einer japanischen Flugzeugfabrik. — 800 Flugzeugmotoren vernichtet. In den Flugzeugwerken Janagawa in der japanischen Provinz Fukuoka, die das japanische Heer mit Flugzeugen und Flugzeugmotoren beliefern, brach aus unbekannter Ursache ein Feuer aus, das bald riesige Ausmaße annahm. Von den insgesamt 17 Fabrikgebäuden brannten 13 vollkommen nieder. 800 Flugzeugmotore, die zum Einbau fertig waren, wurden vernichtet. Auch der sonstige Schaden ist außerordentlich groß. Er dürfte mehrere Millionen Yen betragen. Es wurde eine strenge Untersuchung eingeleitet. In der Arktis ist es außergewöhnlich warm. In der Arktis herrschen außergewöhnliche Witte- rungsverhältnisse. So ist beispielsweise auf Franz- Josephs-Land, was bisher nicht beobachtet wurde, T a u w e t t e r eingetreten. Auch von anderen Gegenden, so den Inseln Waigatsch und Matotschkin- Scharr werden Temperaturen etwas über Rull gemeldet. Die sowjetrussischen Wetterstationen drücken die Ansicht aus, daß in allerkürzester Zeit in Europa ein Witterungsumschwung eintreten werde. Ein Tümmler in der Ostsee gefangen. Einem Fischer in Warnemünde gelang es, von seinem Schiff aus in der Ostsee einen über 15 0 Pfund schweren Tümmler zu fangen. Der Tümmler, auch Braunsfisch oder Meerschwein genannt, ist der Delphin der Nord- und Ostsee. Er gehört zoologisch zur Unterordnung Zahnwale der Ordnung Wale. So gern ihn die Reisenden um das Schiff spielen sehen, so verhaßt ist er bei den Fischern, da er die ausgelegten Netze zerreißt. Das Tier, das 2 Meter lang ist, soll nach Berlin gesandt werden, um dort zu Tran verarbeitet zu werden. hohe französische Auszeichnung für die mutige Rettungstal deutscher Seeleute. unterziehen. Die Operation, die IV2 dauerte und von Professor Dr. Grahe ausge- Für das Deutschtum im Memettand. Eine studentische Protestkundgebung in der Berliner Universität. Berlin, 12. Febr. (DNB.) Dienstag vormittag fand im Vorhof der Berliner Universität eine studentische Protestkundgebung gegen die Vergewaltigung des Memellandes statt. Viele Hundert Studenten und Professoren nahmen an der Kundgebung teil. Ein Student hielt vom Balkon eine Ansprache. Seit zwölf Jahren vollziehe sich im Memelland unter den Augen der Kulturmächte, die ihm die Autonomie verbürgt hätten, gröbster R e ch t s b r u ch. Die deutschen Schulen würden zerschlagen, die Kinder ihrer Muttersprache beraubt und die Abgeordneten des Memellandes von ihrer Wirkungsstätte vertrieben. Demgegenüber gelte es, in friedlichem Kampfe nicht mit kriegerischen Mitteln anzukämpfen. Jeder deutsche Student sei dazu berufen, diesen friedlichen Kampf zu führen. Der Protest der Studenten wende sich an die U n t e r z e i ch n e r m ä ch t e der Memelautonomie, die für den Bestand der deutschen Kultur des Memellandes einzustehen hätten. Die Kundgebung fordere Wiederherstellung des verbrieften Rechtszustandes im Memelland. Sein Volk und seine Führer aber sollten das Bewußtsein haben, nicht verlassen in ihrem Kampfe zu stehen, sondern wissen, daß das Herz des deutschen Volkes mit ihnen schlage. Vor verschlossenen Türen. Eine hohe Auszeichnung wurde der wackeren Besatzung des Motorrettungsbootes des Lloyd- dampfers „D r e s d e n" im Auftrage der französischen Regierung zuteil. Dampfer „Dresden", der sich auf einer „Kraft-durch-Freude"-Fahrt befand, kam am 16. Mai v. I. auf Notrufe einem französischen Marineflugboot zu Hilfe, das bei steifem Nordwest 30 Meilen nördlich von Dünkirchen auf einer Sandbank gestrandet war. Der 1 Besatzung des Rettungsbootes gelang es, die fünf- 1 töpfifle Besatzung des Flugbootes trotz heftiger führt wurde, ist völlig gelungen. 75. Geburtstag des Jnfektenforfchers Prof. Dr. Seih in Darmstadt. Der weltbekannte Jnsektenforscher Professor Dr. A. S e i tz in Darmstadt begeht am 24. Februar seinen 7 5. Geburtstag. Auf seinen Studienreisen in allen Zonen der Erde, davon 600 nach Uebersee, die ihn zu einem der weitestgereisten Gelehrten machten, erwarb er sich einen universalen, einzigartigen Ueberblick über die Geographie und Biologie der Falterwelt unseres Planeten, und es war daher nicht verwunderlich, daß ihm von wissenschaftlicher Seite des Auslandes nahegelgt wurde, ein Werk über alle bekannten Falter der Erde herauszubringen: eine fast unlösbare Aufgabe. Aber nach sorgfältiger Vorbereitung entstand der in drei Sprachen erscheinende Atlas „Die Groß-Schmetterlinge der Erde" (17 Doppelbände), ein klassisches Nachschlagewerk, an dem seit 29 Jahren unter Mitarbeit der Spezialisten aller Länder der Erde gearbeitet wird. Bis heute konnten etwa 48 000 Falter, darunter ungeahnte Farben- und Formschönheiten, in vielfarbiger Lithographie naturgetreu abgebildet werden. Einzelne Arten wurden nur in einem Stück gefunden, andere wieder sind der Kultur zum Opfer gefallen und ausgestorben, so daß nur noch dies Werk von ihrem früheren Vorkommen Kunde geben kann. Heute ist der geniale Gelehrte noch rastlos an dem in Kürze bevorstehenden Abschlüsse seines Lebenswerkes tätig. Fünftes Internationales Bruckner-Fest in Freiburg. In der Zeit vom 25. Mai bis 2. Juni 1935 wird in Freiburg i. B das 5. Internationale Bruckner-Fest stattfinden, veranstaltet von der Oie Todesstrafe gegen Hauptmann beantragt. Im Hauptmann-Prozeß hielt der Generalstaatsanwalt seine Schlußansprache an die Geschworenen. Der Anklagevertreter richtete scharfe Angriffe gegen Hauptmann und ver- uchte, die Behauptungen und Beschuldigungen der Verteidigung eingehend zu widerlegen. Das Gesamtbeweismaterial deute auf Hauptmanns Schuld hin, 0 erklärte er. Es läge nicht der geringste Beweis vor, daß Violet Sharpe, Betty Gow oder son- tige andere Personen irgendwie an dem Verbrechen beteiligt seien. Er bezeichnete Hauptmann als den „öffentlichen Feind Nr. 1" und ersuchte die Geschworenen, keine Milde zu zeigen. Selbst wenn die Anklagebehörde keine weiteren Beweise hätte als die Aussage Londons, daß er Hauptmann das Lösegeld ausgezahlt habe, so würde das genügen, um Hauptmann des „Mordes ersten Grades" zu überführen. Als der Generalstaatsanwalt seine Rede mit der Aufforderung an die Geschworenen schloß, Hauptmann wegen Mordes zum Tode zu verurteilen, sprang ein im Zuhörerraum sitzender Geistlicher namens Vincent Burns auf und rief in den Saal, daß ein Mann in feinem Kirchenbezirk gestanden habe, das Verbrechen begangen zu haben. Der Vorsitzende ersuchte nach einer Besprechung mit dem Generalstaatsanwalt und den Verteidigern die Geschworenen, den Zwischenfall unbeachtet zu lassen. Vorbildliche Opferbereitfchaft. Einen Beweis vorbildlicher Opferbereitschaft gab die 2365 Mann starke Gefolgschaft der Bayerischen Stickstoffwerke in Piesteritz im Kreise Wittenberg, die sich aus eigellem Antrieb bereiterklärte, eine volle Schicht zu Gunsten des Winterhilfswerkes zu arbeiten und den Gesamtschichtlohn von 13 073,84 Mark dem Winterhilfswerk zur Verfügung stellte — Das Gesamtpersonal der Reichsbahndirektion Halle hat von November 1934 bis Ende Januar 1935 insgesamt rund 155150 Mark für das Winterhilfswerk gespendet. Wegen Untreue zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. kal mit Widmung gestiftet. Diesmal war der SOS-Ruf richtig. Der Kreuzer „21 u ft r a H a", auf dem sich der Herzog von Gloucester befindet, hat von der Besatzung des durch stürmisches Wetter beschädigten amerikanischen Schoners „Seth Parke r", der nach mehreren Notrufen allgemeiner Art, die man als schlechten Scherz auffassen mußte, schließlich einem SOS-Ruf ausgesandt hatte, neun Mann übernommen. Der Kapitän, der Funker und drei weitere Leute sind an Bord geblieben. Der Kreuzer wird dem Schoner solange Bei- tand leisten, bis ein von Pago-Pago auf Samoa lbgesandter amerikanischer Marine- chleppdampfer eintrifft. Von einem Schleifstein erschlagen. In einer Stahlwarenfabrik in Au (Sieg) war der Schleifer Siebigteroth mit dem Schleifen von Messern beschäftigt, als sich plötzlich von dem schweren Schleifstein Stücke lösten. Ein abspringendes Stück schlug dem Mann gegen den Unterleib. Die Verletzungen waren derart schwer, daß sofort der Tod eintrat. Sühne für den Raubmord im Biebricher Schloßpark. In Wiesbaden begann unter großem Andrang des Publikums der Prozeß gegen den 28jährigen Heinrich Rost aus Wiesbaden-Biebrich wegen Raubmordes. Rost hatte, wie gemeldet, am 31. Dezember v. I. die bei ihrer Schwester zu Besuch weilende Elisabeth Peischl im Biebricher Schloßpark überfallen, sie mit einem Beil erschlagen und beraubt. Das Schwurgericht verurteilte Rost zum Tode und lebenslänglichem Ehrverlust. Raubmörder John zum Tode verurteilt. In dem Görlitzer Prozeß gegen den Raub- mörder.Kurt John aus Stolzenberg bei Geibs- dorf wegen Ermordung des Kraftwagenvermieters Kurt Pietsch aus Seidenberg erkannte das Gericht gemäß dem Anträge des Oberstaatsanwaltes auf die T 0 d e s ft r a f e und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Der Vorsitzende des Gerichtes führte u. a. aus, der Angeklagte sei ein Mensch von seltener Herzenskälte und Herzlosigkeit und ein gemeiner asozialer Egoist, der den Mord K 0 w n 0 , 12. Febr. (DNB.) Im Zusammenhang mit der Ausweisung von vier Mitgliedern des Hauptvorstandes des Deutschen Kulturverbandes aus Kowno wollte am Dienstag eine Abordnung der Deutschen Li tau- beim Staatspräsidenten und beim erpräsidenten wegen der rigorosen Maßnah- empfangen. Belgien will an den Verhandlungen über einen Lustpatt teilnehmen. Brüssel, 12. Febr. (DNB.) Das belgische Außenministerium hat folgende amtliche Mitteilung ausgegeben: Die belgische Regierung, die über die Schlußfolgerungen, zu denen die kürzlichen Besprechungen englischer und französischer Minister über das 'Problem der europäischen Sicherheit gelangt sind amtlich unterrichtet worden ist, hat ihre Botschafter in London und Paris beauftragt, den beiden Regierungen die Genugtuung zu übermitteln, mit der Belgien das Einvernehmen, das hinsichtlich der Festigung des Friedens zwischen England und Frankreich hergestellt worden ist, ausgenommen hat. Baron Cartier de Mar- chienne (Botschafter in London) und Baron G a i f f i e r (Botschafter in Paris) haben gleichzeitig mitgeteilt, daß die belgische Regierung bereit ist, an der Verhandlung überein Abkommen teilz unehmen, das in Westeuropa eine unverzügliche militärische Beistandsleistung im Falle eines Luftangriffes sichern soll. Blutige Zusammenstöße in Wien. Wien, 12. Febr, 48866 l 59994 • 83898 100618 109205 117244 139305 147398 163771 181316 203790 219435 240640 248047 291288 305278 323206 336415 351810 362777 378492 390237 122408 189839 226493 301434 353008 3-$315 392728 28 Gewinne zu 1000 M. 95288 142305 153281 340142 347059 363293 294 Gewinne zu 300 M. 2153 18473 ----- ----- ----- 90 Gewinne zu 500 M. 1404 9648 14925 19694 41179 48787 57361 61716 62108 89047 ------ 115858 ------ ------ - 157612 219391 273453 343030 370751 2 Gewinne zu 20000 M. 385614 2 Gewinne zu 5000 M.------ 6 Gewinne zu 3000 M. 20 Gewinne zu 2000 M. 83992 180835 259968 20 Tagespramien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 57063 71223 95985 114961 122612 195945 319892 342752 349669 388298 Im Gewinnrade verblieben: 520 Tagesprämien zu je 1000 Mark, 2 Gewinne zu je 10 0000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 6 zu je 30000, 10 zu je 20000, 46 zu je 1C000, 178 zu je 5000, 350 zu je 3 )00, 834 zu je 2000, 1756 zu je 1000, 4212 zu je 500, 16946 zu je 300 Mark. Druckschriften :: EX" B”n ln gebundenen Ausgaben klar In der Schrift, Übersichtlich angeordnet, sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr. Industrie und Gewerbe. Landwirtschaft und Behörden. 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Februar MA Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Kr. 37 Zweites Blatt Aus dem Reiche der Krau FAgOUING -rz/sWM- MASKE - Gesundheit darum noch lange nicht. Nur die Regelmäßigkeit der Tageseinteilung sollte von Vernunftgründen diktiert sein. Die Eßlust ist bei Kälte größer. Dennoch wäre es falsch, übermäßig viel Nahrung zu sich zu nehmen. Schon die veränderte Winterkost übt eine gute Wirkung auf die Gesundheit aus und daher hat man weniger Mengen an Nahrungsmitteln nötig. Wolle für die Bekleidung ist Erfordernis. Der Körper sollte durch das weiche und mollige Gewebe gegen Witterungseinflüsse geschützt sein. Im Zimmer jedoch, das gut erwärmt ist, trage man leichtere Kleidung als im Freien, lege Ueberkleider, Jacken und Westen ab. Wollene Handschuhe und Strümpfe schützen die Glieder vor Erfrieren. Gute, feste und derbe Schuhe! Nasse Füße sind der Grund von allen Uebeln. Daheim angekommen, wechsele man die Schuhe! Es wäre ein Irrtum, zu glauben, daß die Hautpflege sich nur auf das Gesicht bezieht. Jedes menschliche Organ ist von Haut umgeben und hat seine Pflege notwendig. Wer kalte Abreibungen und kalte Duschen nicht gewöhnt ist, beginne damit auch nicht gerade während des Winters. Man kann sich dadurch leicht empfindlich in der Gesundheit schädigen. Schü. Farben rot-weiß-grün gehalten. Der Rock ist weiße, glänzende Kunstseide, dessen aufgesetzte Motive abwechselnd rot und grün sind. Die Taille ist grüner Samt, der Kopfputz Goldspitze mit langen, rot-weißgrünen Seidenbändern. Dazu Glasbatistärmel und rote Stulpstiefel. Die „Zigeunert n" besteht aus Rock, Bluse, Bolerojäckchen und Schärpe. Auf den langen und sehr weiten Glockenrock sind schmale Seidenbandrüschen in rot, gelb und orange kreisförmig aufgesetzt. Kopftuch und Schärpe sind aus rot, gelb, orange, schwarz und weiß gestreifter schräggeschnittener Seide, die Bluse ist aus weißem Seidenleinen. Ihre weiten Aermel sind unten ausqefranst und mit Bändern in den Farben der Schärpe benäht Die „Schwarze Mask e" aus schwarzer, blanker Seide hat an Rock und Ausschnitt große, sehr glockige Volants aus schwarzem Tüll, der mit großen schwarzen Pailletten benäht ist. Dazu gehören lange schwarze Handschuhe und ein großer schwarzer Spitzenfächer. H. Deckt den Vögeln den Tisch... .... aber mit Vernunft! Sie Freude des Menschen, den armen, vom Winter oft hart geplagten Vögeln Futter zu geben, ührt leider zu unvernünftigen Verabreichungen von Leckerbissen, die den Tierchen oft den sicheren Tod bringen. Brotkrumen sind kein Vogelfutter, eie ziehen Feuchtigkeit an, quellen im Magen auf und ind den Vögeln unter allen Umständen schädlich. Man wird sich schnell durch Augenschein überzeugen, welche Vögel am meisten die Futterstelle besuchen. Für Meisen eignet sich allein ungebrochener Hanf. Zwar ist die Meise ein Insektenfresser, doch obald Not eintritt, labt sie sich an Hanf, und sucht außerdem ihre Lieblingsnahrung an Baumstämmen und Aesten. Es wäre also falsch, ihnen den Tisch mit ihrem Lieblingsfutter zu versehen, da sie dann ofort mit ihrer Baumarbeit aufhören würden. Für )ie Gartenmeise ist eine ziemlich erhebliche Meng- Hanf erforderlich. M i s ch f u t t e r streue man dann aus, wenn Zaunkönige, Goldhähnchen, Drosseln und in der Heimat verbliebene Rotkehlchen die Futter- stelle besuchen. Es handelt sich stets um Notfütterung, nicht um Liebhaberfütterung, damit die Vögel uns im Sommer wieder von den zahllosen Schädlingen befreien. Wann wird gefüttert? Man muß, als Vogelfreund, dafür sorgen, daß den Vögeln morgens der Tisch gedeckt ist. Hat sich Rauhreif oder Glatteis eingestellt, sollte die Fütterung unter keinen Umständen unterbleiben, da die Vögel dann außerstande sind, sich ihr Futter selbst zu suchen. Bei Schneefällen und besonders bei Schnee- stürmen darf die Fütterung ebenfalls nicht unterbleiben. Wo wird gefüttert? Viele Tierfreunde streuen das Vogelfutter auf die Erde. Doch das hat insofern keinen Zweck, als dann Mäuse kommen, um es zu verzehren. Man gewöhne die Vögel an eine Fut- t e r st e l l e. Die befinde sich an einem windgeschützten Ort und sei so beschaffen, daß der Wind das Futter nicht hinauswehen kann. Es muß auch gegen Feuchtigkeit geschützt bleiben, weil das eine der Hauptbedingungen der vernünftigen Fütterung ist. Nie wird Wasser in das Vogelhäuschen gestellt. Die Vögel baden darin und kommen in Gefahr, zu erfrieren. Läßt sich die Futterstelle aber in der Nähe eines Wassers anbringen, das nicht gefrieren kann, dann ist das für die Vögel von großem Vorteil. Gegen den Futterplatz am Fensterbrett laßt sich, falls ein anderer nicht möglich ist, nichts einwenden. Doch auch hier soll man Vernunft walten lassen und den Vögeln nur eine Notfütterung — (nicht aber Speck, Nüsse, Mandeln und Ameisenpuppen) geben. Man verwöhnt sie sonst zu sehr und macht sie untauglich zu ihrem Kampf gegen Insekten Schü. Unsere heutigen Vorschläge gelten dem Fasching 19 35. Sie wollen versuchen, das veränderte Gesicht des Faschingskostüms zu zeigen, das sich uns vor allem wieder wesentlich „angezogener" als in den letzten Jahren präsentiert — jedenfalls mit mehr Freude am Kostüm, am Stoff und an der Farbe! Der „Ländle r" ist aus Leinen und Satin. Der Rock: grünes Leinen mit breitem roten Streifen, die Jacke schwarzer Satin mit grünen, aufgesetzten Tupfen, Schürze: schwarzer Satin. Dazu grüner Filzhut und grün-rotes Halstuch. Das Kinderkoftümchen (ganz unten) kann aus ähnlichem Material sein, es werden dann für den Rock große Blumen aus Stoff aufgenäht. Der Hut ist aus grobem,.gelbem Stroh. Das „B i e d e r m e i e r"-Kostüm aus rosa, schwarzgetupftem Organdy mit Rüschen hat Garnituren aus schmalem, schwarzem Samtband. Auch der große Schutenhut ist aus demselben Organdy. Das ungarische Kostüm „Csardas" ist in den ANNO 1935 as sollen wir tragen? PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS Hautpflege und Schlaf in der kalten Jahreszeit. Menschen mit gesunder Haut sind Erkältungs- und Ansteckungskrankheiten weniger ausgesetzt. Die Kälte, die das zarte Gewebe anregt, macht gleichzeitig die Haut spröde — falls sie nämlich nicht genügend gepflegt wird. Nach dem Aufenthalt im Freien ist Waschen zu vermeiden. Fett oder Oel sind die besten Reiniger, die gleichzeitig die Haut genügend schützen. Das Bad ist am besten am Abend oder eine Stunde vor dem Verlassen der geheizten Räume zu nehmen. Die Poren müssen Zeit haben, sich zusammenzuziehen. Hände müssen trocken sein, wenn man in die kalte Luft geht. Kalte Hände, die vielleicht zu lange im kalten Wasser arbeiteten, sind oft die Ursache zu schweren Erkältungen. Schlaf ist für die richtige Hautpflege sehr wesentlich. Es hat keinen Sinn, zeitig aufzustehen, den ganzen Vormittag und sich bis zur Dämmerung im Freien sportlich zu betätigen oder zu arbeiten, um dann die halbe Nacht hindurch zu tanzen. Damit ist nicht etwa einer übertriebenen Aengstlichkeit das Wort geredet! Wer einmal die halbe Nacht hindurch tanzt, schädigt seine ruhig ohne Kopfbedeckung hinaus. Der Kopfhaut tut die Durchlüftung sehr gut. Die ideale Kopfbedeckung für die Kälte ist und bleibt die weiche Wollmütze, die auch über die Ohren gezogen werden kann. Jede Art Wintersport ist empfehlenswert. Kindern mit empsindlichen Knöcheln muß man allerdings vor dem Schlittschuhlaufen die Knöchel wickeln. Die Wicklung soll Halt geben, darf aber nicht so fest um das Bein herumgreifen, daß sie das Blut abschnürt. Selbstverständlich muß dem Kind dringlichst eingeschärft werden, daß es sich nicht auf unbeaufsichtigte Eisflächen begeben darf. Ernster als eine Erkältung, die meistens überschätzt wird, sind die Krankheiten, die daraus entstehen, daß die Winterkost arm an Gemüsen und daher an Vitaminen ist. Die sogenannten Mangelkrankheiten treffen gerade das Wachstumsalter schwer. Man erkennt sie (erst im Frühjahr) daran, daß die Kinder schlapp und appetitlos werden. Nach neueren Untersuchungen sind gute Konserven noch ausreichend vitaminhaltig, so daß man den Kindern dadurch Gemüseersatz bieten kann. Aepfel, Orangen und Zitronensaft helfen schließlich ganz leidlich über diese Zeit hinweg; rachitische Kinder bedürfen neben erhöhten Lebertrangaben unbedingt dieser Nahrungsergänzung. Sie leiden nicht nur unter dem Vitaminmangel, sondern ebensosehr am Sonnenmangel der Wintermonate. Lieber solle man eine kleine Erkältung mit in Kauf nehmen, aber man darf bei solchen Kindern auf den täglichen Spaziergang nicht verzichten. An den paar Lichtstunden des Wintertages muß das Kind ins Freie. Keine Medizin, auch keine künstliche Höhensonne vermag das Zusammenwirken von Luft und Licht zu ersetzen. Die ungenügende Versorgung des jugendlichen Körpers mit Ultraviolettstrahlen und Vitaminen führt in Verbindung mit dem stundenlangen Sitzen über Büchern und Handarbeiten dazu, daß im Winter die Haltung schlechter wird. Die aufmerksame Mutter sorgt durch G y m n a st i k, die besonders auf Streckung der Wirbelsäule bedacht sein soll, gegen Dauerschäden (Rundrücken, schiefe Schulter, Hohlkreuz) vor. Besondere Pflege und Aufmerksamkeit bedürfen im Winter die Augen der Kinder. An den langen Abenden lesen sie bei künstlichem Licht, das Kurzsichtigkeit begünstigt. Es ist erwiesen, daß die Kurzsichtigkeit im Winter Fortschritte macht, die sich allerdings im Frühling und Sommer wieder aus- gleichen, aber nur, wenn man darauf achtet und in den Sommermonaten den Augen auch wirklich Erholung gönnt. Der Lese- und Arbeitsplatz der Kinder im Winter muß ausreichend, aber nicht blendend beleuchtet sein. Sie Gesundheit des Kindes im Winter. Von Dora Bier. Aengstliche Eltern glauben, das Kind sei im Winter mehr der Krankheit ausgesetzt als im Sommer. Vor allem fürchten sie Erkältungskrankheiten. Ist nun die Aussicht auf Erkältung im Winter wirklich größer als im Sommer? Plötzliche Temperaturumschläge gibt es aber im Sommer wie- im Winter. Das Kind, das sich im Sommer vor dem Bad in Fluß oder See nicht allmählich abkühlt, ist einer Erkältung viel eher ausgesetzt als das Kind, bas — richtig angezogen — rodelt. Mädchen müssen beim Rodeln allerdings wollene Schlüpfer tragen, sonst kann durch den Luftzug einmal ein Blasenkatarrh entstehen. Sehr praktisch sind die jetzt in Mode gekommenen wollenen Trainingshosen, die dis zum Fußknöchel reichen. Hier kann in die Knie- qeqend überhaupt keine Feuchtigkeit einbringen, was bei Strümpfen und Schlüpfern nicht immer ganz zu vermeiden ist. Wenn das Kind sich bei der Heimkehr vom Rodeln sofort umzieht, kann es sich kaum Das richtig abgehärtete Kind ist auch tm Winter nicht für Erkältungen anfällig. Richtige Abhärtung heißt vor allem Gewöhnung der Haut an die Luft durch Luftbäder, bei genügender Außenwarme irn Freien, sonst im Zimmer, dagegen nicht Kaltwasserprozeduren (höchstens ganz kurze kühle Kaltwasser- gen). Man darf mit der Abhärtung allerdings Nicht erst beim ersten Schnee beginnen, sondern bei Winteranfang muß sie bereits erreicht sein. Aehnliche Vorsorge ist hinsichtlich der Nasenatmung angebracht. Es ist sehr wichtig, daß die Kinder die kalte Luft nicht unmittelbar in die Luftröhre bekommen. Im Winter müssen sie mehr ats sonst zur Nasenatmung bei geschlossenem Mund angehalten ryerden. Atmet em tr°8 aller Ermahnungen immer wieder durch den Mund, und beobachtet mein, daß es auch mit geöffnetem Munde schläft, dann liegt irgenbein Atmungs- Hindernis vor. Entweder ist die Nase durch Wucherungen verengt oder vergrößerte Mandern verlegen die Luftwege. a Wird durch die Nase geatmet, so sind ^te 1^1- roege des Kindes durch die Kälte nicht gefährdet. Wirklich empfindlich find dagegen die Atmungsorgane der im Winter geborenen Kinder. Vorsichtige Mutter versehen den Kinderwagen mit einem Zellophanvorhang, der Licht in den Wagen hinein- laßt, die scharfe Luft aber abhält. An geschützten Stellen kann er dann unbedenklich geöffnet werden. Ein alter Kampf zwischen Mutter und Kindern: sie wollen ohne Kopfbedeckung hinaus, weil sie ihnen lästig ist. Wenn es nicht schneit, so daß das Haar sehr naß wird, und wenn nicht em Frost herrscht, daß die Ohren erfrieren, lasse man sie Erprobte Eintopf-Rezepte. Bielefelder Wintersuppe zum Sattessen. (Für 4 Personen). Zutaten: 500 g weiße Bohnen, 250 g Mohrrüben, 250 g Kartoffeln, eine halbe Knolle Sellerie, 4 saure Aepfel, 2V-2 Liter kochendes Wasser, in dem 6 bis 8 Stück Maggis Fleischbrühwürfel aufgelöst werden, Prise Pfeffer, etwas gewiegten Schnittlauch, 150 g gekochten Schinken. Zubereitung: Die weißen Bohnen werden verlesen, gut gewaschen, über Nacht vorgeweicht, dann mit den würflig geschnittenen Gemüsen und Kartoffeln in die kochende Fleischbrühe aus Maggis Fleischbrühwürfeln gegeben und langsam gekocht, bis alle Zutaten nahezu weich sind. Nun kommen auch die Apfelwürfel in die Suppe und kochen weich, worauf die Suppe mit noch einer Prise Peffer und etwas gewiegtem Schnittlauch gewürzt, nach Salz abgeschmeckt und über den grobgehacktett Schinken angerichtet wird. * Spanisch Fricot. Man nimmt hierzu ein Stück von der Rindslende, häutet dasselbe sauber ab und schneidet es in nicht zu kleine Würfel, Streifen oder Scheiben. Kartoffeln werden sauber geschält, gewaschen, abgetrocknet und in dünne Scheiben geschnitten. Mehrere Zwiebeln schneidet man gleich in dünne Scheiben und schmort sie :n Butter weich, aber nicht gelb. Hierauf bestreicht man den Boden einer Form mit gutschließendem Deckel fett mit Butter, legt eine Schicht Kartoffeln hinein, darüber eine Lage Fleisch und einige Zwiebelscheiben und fährt abwechselnd so fort, bis die Form beinahe gefüllt ist, bestreut dabei auch jede Lage mit dem nötigen Salz und legt Stückchen Butter darauf. Nach" Belieben kann man auch ein wenig gestoßenen weißen Pfeffer und etwas zerpflücktes Lorbeerblatt zwischen die Schichten legen. Schließlich gießt man ein wenig dicke saure Sahne darüber, schließt die Form fest zu, stellt sie in siedendes Wässer und läßt sie zwei Stunden ununterbrochen kochen. Sollte die Soße, welche sich in der ■ Form selbst gebildet hat, zu dünn sein, so füllt man sie ab, kocht sie schnell mit ein wenig in Wasser klar gequirltem Mehl seimig und gießt sie wieder auf die Speise. Diese kann in der Form, in welcher sie bereitet ist, nachdem dieselbe sauber abgewischt und mit einer Serviette umlegt ist, auf die Tafel gegeben werden. — Man kann dieses Gericht auch von Rindfleisch, magerem Schweine- und Hammelfleisch, welches letztere aber jung sein muß, bereiten und nimmt dann von jeder Fleischart die gleiche Menge. Labskaus. (Fisch-Eintopfgericht für 4 Personen). Zutaten: 2 Pfund Seefisch (gleich, welche Sorte), 3 bis 4 Pfund Kartoffeln, 1 kleine Gewürzgurke, 2 Eßlöffel (40 g ) Butter, 2 Eßlöffel (40 g) Mehl, ’/4 Liter Milch, 1 Zwiebel, 2 Maggis Fleischbrühwürfel, Salz und Pfeffer nach Geschmack. Zubereitung: Die geschälten und in Scheiben geschnittenen Kartoffeln gut mit Wasser bedeckt aufs Feuer bringen und ziemlich garkochen. Den gesäuberten Fisch enthäuten, die Gräten sorgfältig heraus- lösen und das Fischfleisch sowie die gewürfelte Gurke zu den Kartoffeln geben und alles garkochen. Aus Butter, Mehl und der kleingeschnittenen Zwiebel eine helle Einbrenne bereiten, mit ‘A Liter besonders kräftiger Fleischbrühe (deshalb hergestellt aus 2 Fleischbrühwürfeln) sowie xk Liter Milch auffüllen und gut durchkochen. Nun die Einbrenne mit dem Fisch und den Kartoffeln gut vermischen, dabei die Kartoffeln etwas zerstampfen und das Gericht zum Schluß kräftig nach Salz und Pfeffer abschmecken. Hausfrau, Ehefrau, Butter. Von Else von Hollander-Lossow. Die Sonntage sind auch für die Hausfrau Haltepunkte im täglichen Leben, — sie hat weniger zu tun, alles geht gemächlicher zu, sie darf sich, vorausgesetzt, daß sie in den Tagen vorher klug vorgearbeitet hat, etwas ausruhen. Mann und Kinder sind zu Hause und versuchen, ihr den Tag angenehm zu machen. Nach diesem Atemschöpfen gehen wir am Montagmorgen wieder an die Arbeit des Alltags. Aber es find ja doch nur sechs solcher Alltage hintereinander. Ist das nicht ein sehr angenehmer Gedanke? Nur sechs Tage, dann stehen wir schon wieder vor dem Atemschöpfen, vor dem Ausruhen, vor den Freuden eines Sonntags! Und wie schnell gehen diese sechs Tage herum, selbst wenn sie viel Last und Mühe, viel Kampf und Not mitbringen. Es kann wohl sein, daß die Hausfrau mehr noch als andere Berufstätige ein wenig unter dem ewigen Einerlei der Alltage leidet. Immer wieder sind die Zimmer rein zu machen, immer wieder ist Staub zu wischen, sind Strümpfe zu stopfen, die Wäsche zu waschen, das Essen zu kochen... immer wieder ohne Abwechslung. Und es kommt ihr manchmal vor, als wäre dieses Einerlei gerade im Haushalt am allerschlimmsten. Das ist aber nicht wahr. Die Hausfrau hat den großen Vorteil, daß sie sich die Arbeit, die ihr obliegt, einteilen kann, und je besser sie einzuteilen versteht, umso leichter wird sie mit allem fertig werden. Vor allem darf sie sich nicht selber die 'Arbeit dadurch erschweren, daß sie sich alles, was sie zu tun hat, als einen unüberwindlichen Berg ausmalt. Je ruhiger man bei feinem Tun ist, umso rascher geht es von der Hand. Alles Haften und Hetzen ist von liebet Man soll sich für einen einzelnen Tag auch nie mehr vornehmen, als man wirklich sorgfältig ausführen kann. Kommt der. Mann von der Arbeit nach Hause, so soll eigentlich auch die Frau ihr häusliches Tun beendet haben. Die Zimmer müssen aufgeräumt und das Essen fertig sein, und sie selber muß ihn so nett wie möglich empfangen. Mann und Kinder zu vernachlässigen und keine Zeit für sie zu haben, nur weil andere Arbeit drängt, ist kein Kennzeichen einer guten Hausfrau. Wer das tut, vergeudet sein eigenes Leben und nimmt ihm die Freuden, die es haben kann. Es hängt ja wirklich nicht alles am (Selbe. Wird einer Frau die Arbeitslast zu groß, so soll sie eben Haushilfe nehmen ober aber eine kleinere Wohnung, bamit sie alles bewältigen kann, ohne sich selber aufzureiben. Sie soll einfacher kochen unb soll etwas weniger oft Großreinmachen veranstalten, — bas alles ist gar nicht so wichtig im Vergleich zu bem, was sie durch solche Maßnahmen an Zeit für ihre Familie gewinnt. Was an Hanbarbeit zu leisten ist, bas Stopfen, Flicken, Nähen usw. kann unb soll bie Frau er- lebigen, wenn ber Mann zu Hause ist. Dafür sind die langen, schönen Abende da, an denen man gemütlich beisammen sitzt. Wenn der Mann einem etwas vorliest, wird auch die langweiligste Hand- arbeit — und interessant ist Strümpfestopfen gewiß nicht — noch zu einer Freude. Das Wichtigste ist aber, daß man auch im Alltag feinen Frohsinn nicht verkümmern läßt. Sicherlich wird der Mann eher ein Staubkorn auf den Möbeln übersehen als ein unfreundliches Gesicht seiner Frau. Es kommt im Eheleben wie im Leben überhaupt immer nur auf bas Wesentliche an, das ist bie große Weisheit, bie wir uns alle zu eigen machen sollten. O b' M, Besuch bei Lloyd George. Das nationalsozialistische Deutschland gibt Anregungen für den „Neuen plan". Von Eric Borchert, London. Zwei Stunden Autofahrt führen nach Churt, dem Landsitz von David Lloyd George. Das Auto rast durch die eigentümliche englische Land- chaft. Ich lese die Londoner Morgenblätter. Sie ind voll von dem „come back" des großen Welchen. In Farnham treffen wir eine große Anzahl von Tonfilmwagen. Sie befördern die Operateure der Wochenschaugesellschaften nach Churt, zu Lloyd George. Der Wagenverkehr verdichtet sich. In den Automobilen sitzen die bekanntesten Reporter der croßen englischen Zeitungen und die besten Kameraleute der Bildagenten. Lloyd George steht heute wieder, wie in den Kriegsjahren, im Mittelpunkt des englischen politischen Lebens. Man bewundert seine unverbrauchte Energie, seinen positiven Lebenswillen und man achtet seine politischen Konzeptionen. Im großen Garten seines Landhauses warten wir. Die englische Presse ist hier in allen Schattierungen vollzählig vertreten. Ich bin der einzige Ausländer. Ein Deutscher. Das ist kein Zufall. Mr. Sylvester, der politische Sekretär des ehemaligen Premiers, sagte mir, als er mir die Einladung überreichte: „Mr. Lloyd George betrachtet diese Pressekonferenz als eine innen-englische Angelegenheit, er war aber doch sehr erfreut, als ich Sie angemeldet habe. Er hat ein großes Interesse für Deutschland." Jetzt erscheint Mr. Thompson, der Privatsekretär, dann ein Bernhardiner, und schließlich David Lloyd George. Er trägt seine bekannte Pelerine salopp auf den Schultern. Mächtig weht in dem leichten Winterwind das strahlend weiße Haar auf seinem unbedeckten Kopf. Meine englischen Kollegen begrüßen ihren „alten Freund und Kollegen" lebhaft. Sie alle lieben diesen ewigen Kämpfer, der der zugänglichste aller englischen Politiker ist. „Good morning boys!“ — sagt er, bleibt aber nicht stehen, wie das die Pressephotographen und Filmkameraleute von ihm erwartet haben. Er kommt direkt auf mich zu. Er reicht mir die Hand. „Sind Sie der deutsche Journalist? Ich freue mich sehr, daß Sie gekommen sind!" Er bittet mich mit ihm in das Haus zu gehen, führt mich in feine Bibliothek. Wir gehen durch Zimmer, die die unverfälschte Stimmung der englischen Herrenhäuser atmen. In den großen offenen Kaminen brennt freundliches Feuer, die breiten Fenster lassen so viel Licht herein, wie die winterliche Sonne nur spenden kann. Eine frohe, unbeschwerte, jugendliche Atmosphäre herrscht hier in dem Heim des Zweiundsiebzigjährigen. In der Bibliothek stehen in Reih und Glied Hunderte von Büchern: „Meine deutsche Bibliothek" — zeigt er mir die lange Reihe der Bücher — „In der letzten Zeit habe ich nur diese studiert. Sie wurden mir von deutschen Freunden zur Verfügung gestellt und sie halfen mir meinen neuen Plan zu gestalten." Auf einem Tisch liegen einige Exemplare der deutschen Uebersetzung seiner Memoiren. Er fragt mich: „Wie gefällt mein Buch Ihren Landsleuten?" „Ausgezeichnet, Sir", ist meine Antwort. „Wir freuen uns, daß Sie Verständnis für das neue Deutschland haben." „Ich habe mehr als nur Verständnis. Ich verehre das neue Deutschland, das mich heute mehr interessiert als irgendein anderes Land auf der Welt. Vielleicht bietet nur noch Amerika so viele Beispiele einer ehrlichen Anstrengung, die Krisis zu meistern und die schwersten Probleme unserer Zeit mit energischer Hand anzufassen wie Deutschland seit zwei Jahren. Ich verfolge mit Spannung und Anteilnahme die Aufbauarbeit. Leider konnte ich nicht selbst nach Deutschland fahren, um mit eigenen Augen die Entwicklung anzusehen. Ich sandte meinen Sekretär zu Ihnen, und seine Berichte bestätigten meine Auffassung. Für einen nicht unbedeutenden Teil meines sogenannten neuen Plans dienten die deutschen Regierungsmaßnahmen als Vorbild, besonders was die Arbeitslosen - undSied- l u n g s f r a g e anbetrifft." „Wie sehen Sie, Sir, Deutschlands Stellung in der Weltpolitik?" ,Zch persönlich kämpfe für Deutschlands Gleichberechtigung. Und ich glaube, daß das Resultat der Saarabstimmung ein großer Schritt zur endgültigen Lösung dieser Frage sein wird. Es war vielleicht der glücklichste Tag meines langen Lebens, der Tag der Saarabstimmung. Einerseits fühlte ich mich durch die Stimmabgabe der Saarländer bestätigt, andererseits sah ich das letzte Hin- Wenn das endgültige Programm der Festlichkeiten aus Anlaß des Regierungsjubiläums Georg V. von England am 6. Mai dieses Jahres auch erst in nächster Woche öffentlich bekanntgegeben werden soll, so verraten doch die mannigfachen Vorbereitungen schon manches von seinem mutmaßlichen Inhalt. — Im Mittelpunkt des Festes wird das große Staatsbankett im Buckingham Palast stehen; eine Quadrille, an der auch das Königspaar teilnehmen wird, soll den F e st b a l l eröffnen. So viele Gäste aber auch zu diesem feierlichen Staatsbankettakt geladen sind, so wird doch nur der kleinste Teil der Gratulanten, die aus der ganzen Welt herbeiströmen, bei dieser Huldigung im Palast des Königs zugegen fein können. Dagegen werden Tausende und aber Tausende sich in den Straßen drängen, durch die das Königspaar zur St.-Pauls-Kirche fährt, um an einem Festgottesdienst teilzunehmen. Auch bei der Prunkfahrt des Königs zum Parlament wird ein dichtes Menfchenfpalier die Wege säumen. Im Parlament oder bei einer anderen geeigneten Gelegenheit wird der König feierlich die Ernennungen und Rangerhöhungen verkünden, die für diesen Tag vorgesehen sind. Ein einzigartiges Ereignis wird allerdings zu anderer Zeit und an anderem Ort von dem Jubilierenden als dem Kaiser von Indien vLrkündet werden: die Erhebung der fünf vornehmsten und mächtigsten Fürsten Indiens zu Königen. Der Nizam von Haiderabad, der reichste Fürst der Welt, der Kaikwar von Baroda, der Maharadscha von Mysore, der Maharadscha von Kaschmir und der Maharadscha von Gwalior werden anläßlich des Regierungsjubiläums des Kaisers mit der Königswürde beliehen werden, womit sie eine größere Selbständigkeit in ihren Regierungshandlungen, unter anderem auch das Recht eigener diplomatischer Vertretungen bei St. James, erhalten werden. Unter dieser! Königen, deren Rangerhöhung nominell erst bei dem in Delhi stattfindenden „Kaiserlichen Durbar" verkündet wird, befindet sich ein erst achtzehnjähriger Fürst, der Maharadscha von Gwalior, der noch vor wenigen Monaten in Oxford seinem Studium nachging. Reben diesen Ernennungen durch den Kaiset von dernis, das einer Verständigung noch im Wege stand, verschwinden. Jetzt kann eine positive Aufbauarbeit auch in außenpolitischen D i n ge n beginnen, und ich bin sicher, daß die Verhandlungen schließlich Deutschland die Erfüllung seiner Wünsche bringen werden: nämlich die Anerkennung der Gleichberechtigung. Es ist für die Dauer nicht möglich, eine so große und ehrenwerte Ration, wie die deutsche ist, als Nation zweiter Klasse zu behandeln. Damit schädigen die Mächte nicht nur die deutschen, sondern auch ihre eigenen Interessen und schließlich auch die gesamte menschliche Kultur, die Deutschland so ungemein viel zu verdanken hat. Mein Programm ist ein Programm für England, aber ich fordere mit derselben Leidenschaft die Herstellung der freundschaftlichen Beziehung zu der großen Nation der Deutschen." Indien werden die Ehrungen durch den König von Großbritannien nicht zurückstehen, und so manche stille Hoffnung auf eine Peerwürde wird an diesem Tage in Erfüllung gehen. Von den Festveranstaltungen, die sich der Schaulust der weitesten Allgemeinheit darbieten werden, gehört die festliche Illuminierung der großen historischen Bauwerke rund um den Buckingham- Palast. Neben dem Palast selbst werden die Westminster-Abtei, das-Parlamentsgebäude, der Tower, der St.-James-Palast, St. Pauls, die Bank von England und eine Reihe anderer Gebäude a l l - nächtlich in einem Lichtermeer erglänzen, wobei ein Verfahren Anwendung findet, das zum erstenmal bei dem großen internationalen Beleuchtungskongreß in London im Jahre 1931 erprobt wurde. Während man damals aber versuchsweise mit farbigen Lichtern arbeitete, die in ihrem Zusammenspiel nicht sehr wirkungsvoll waren, wird man nunmehr versuchen, eine Beleuchtung in der Tönung des Mondlichts zu erzielen. lieber der Stadt werden am Krönungstag große Luftmanöver stattfinden, und Heer und Marine werden durch Paraden dem Fest einen militärischen Hintergrund geben. Auch sportliche Veranstaltungen werden überall am Jubiläumstag stattfinden, so ist eine große Jubiläums- r e g a tt a geplant. Daß es bei diesen Veranstaltungen nicht an Zuschauern fehlen wirb, dafür ist Sorge getragen: nicht nur die ganze Schuljugend hat an diesem Festtage frei, sondern der Tag wird vermutlich auch für die gesamte Arbeiter- und Beamtenschaft ein bezahlter Feiertag fein. Schließlich werden zum 6. Mai Briefmarken herausgeben, die das Bild des Königs im Krönungsornat, die Daten feines Regierungsantritts und des 25jährigen Jubiläums und das Schloß von Windsor einheitlich im ganzen britischen Weltreich zeigen werden. Die Dominions und Kolonien haben dafür auf die Herausgabe eigener Werte verzichtet und werden lediglich ihren Namen auf die Marken aufdrucken. So wird sich die ganze britische Welt an diesem Tage in der Ehrung des Königs und Kaisers in herzlichster Uebereinftimmung zusammenfinden und nach innen und außen ein Zeugnis ihrer Einigkeit und ihrer Macht geben. es ja nicht immer. Wenn Klaus auf diese umständliche Weise ausrechnen wollte, wieviel 8 mal 9 sind, hatten es die anderen längst heraus, wenn er noch beim dritten Zusammenzählen war. Daran lag es eben: die andern behielten leicht die Einmaleinszahlen, und Klaus vergaß sie. Das Auswendiglernen war ihm eine Qual. Da fingen nun die Eltern mit dem Drillen an. Der Vater erinnerte sich alter Rezepte aus der eigenen Kindheit und ordnete an: „Von 14 bis 14^30 lieber die Klippen der großen Druckschrift, des Heftschreibens und des Zufammenzählens bis 100 ist Klaus glücklich hinweggekommen. Aber nun, im zweiten Schuljahr, wird ihm das Einmaleins zum unüberwindlichen Hindernis. Nicht, daß die neue Rechnungsart etwa feine Denkfähigkeiten überschritte! Das verstand er sehr wohl, daß drei mal fünf Murmeln 15 Murmeln sind. Man brauchte da ja bloß nachzurechnen: 5 und 5 und nochmal 5! Aber mit dem Nachrechnen ging Klaus vergißt das Einmaleins. Zum Thema „Schulaufgaben" — Ein Wink für Mütter und Väter. 1«: ie König Georg V. gefeiert wird Vorschau auf das Festprogramm aus Anlaß fernes 2Sjährigen Vegierungsjubiläums. Zenobia. Von Emil Strauß. Die Leipziger Straße in Berlin erweitert sich in der Mitte zwischen dem Dönhoffplatz und dem Spittelmarkt zu einem kleinen Rundplatze, den schöne alte Arkaden umgeben. In ihrem nördlichen Halbkreise befand sich vor Jahrzehnten ein Antiquariat, ich hotte es gleich in den ersten Tagen meines ersten Berliner Semesters entdeckt und suchte es oft wieder auf; denn vor der Türe des Ladens unter den Bögen standen Gestelle mit Büchern und Mappen mit verstaubten Stichen, und man konnte nach Behagen blättern. Ein System von Spiegeln erlaubte dem Trödler, vom Ladentisch aus auch diese Schätze zu überwachen. Einmal hatte ich Goethes Gedichte gefunden, eine Ausgabe aus dem Jahre 1818 oder 1820 in altem würdigem Einband, ich trat in den Laden, um die ausgesetzten 60 Pfennig zu erlegen, da stand ein anderer junger Mensch vor dem Antiquar und redete dringlich bittend auf ihn ein. Der flehende Klang der Stimme besing mich, ehe ich auch nur ein Wort verstanden hatte, und ich hielt mich zurück, blieb an der Tür stehen und blätterte in meinem Buche. Da hörte ich: „Bitte, lassen Sie es mir doch! Schenken Sie es mir! Ich bitte Sie herzlich." Zch schämte mich, als stände ich selbst dort, warf aber einen Blick auf den Sprechenden und sah ungefähr ein blasses vorspringendes Profil, eine magere Gestalt in verwachsenem schwarzem Rock, eine rote verfrorene Hand, die den Hut hielt. „Ach, fällt mir ja doch gar nicht ein!" war die Antwort. „Legen Sie hin! Legen Sie hin! Was denken Sie denn von mir!" „Ich wäre Ihnen so dankbar!" klang es gedämpfter, schon hoffnungslos. „Ich sag Ihnen — wie ich Ihnen sag — legen Sie hin!" Der junge Mann drehte sich und ging mit dem Hut in der Hand an mir vorbei zur Tür. Ich war so aufgeregt und beschämt, daß ich ihn nicht anzuschauen wagte. Um was mochte er gebeten, um was sich so ausgesetzt haben! Er hatte noch die Tür in der Hand, da fragte einer, der auch im Laden war, den Bücherkrämer aus. „Hier!" rief der Antiquar im Tone verwunderter Entrüstung, hob ein dünnes Buch vom Tisch und warf es wieder hin, daß es klatschte, „hier! — geschenkt will er es haben — geschenkt! — das Theaterstück will er geschenkt haben! Sagen Sie mir — ich frage Sie, was will ein solcher Lump mit einem Theaterstück? Ein Kerl, der nicht einen Groschen — nicht — zehn — Pfennige hat! — ich frage Sie, was will der mit einem Theaterstück!" Ich hatte Mühe, zu verstehen, so verblüfft war ich, so unverschämt fühlte ich mich mit dem Berg unerschwinglicher Bücher- und Lebenswünsche im Herzen; als ich aber begriff, eilte ich hinaus, um den jungen Menschen zu suchen. Er hatte die Bogenhalle schon verlassen und war in dem Menschen- ftrom der Leipziger Straße verschwunden. Ich kehrte in den Laden zurück, wo sich der Antiquar immer noch seiner Entrüstung freute, ich nahm das dünne graubroschierte Buch vom Ladentisch und las auf dem Titelblatt: 3 e n o b i a Trauerspiel in fünf Akten Von I. L. Klein. Es war jahrzehntealt, noch unaufgeschnitten, ich sah hinein und las ein paar geschwollene Verse. Ich fragte nach dem Preise. „Na — ’n Groschen!" schrie der Trödler ärgerlich. „Ich sage ja, nicht einmal zehn Pfennig hat der Kerl, und ich soll ihm das Theaterstück schenken! Bitte, ich frage Sie bloß, was will so ein Lump mit einem Theaterstück!" Ich steckte das Buch ein, zahlte und ging. Ich trug die „Zenobia" wochenlang in der Tasche herum. Ich dachte, wenn mir der Jüngling zufällig wieder in den Weg liefe, ihm das Buch zu geben, und ihn zu fragen, was er mit dem Theaterstück wollte. Ich traf ihn natürlich nie mehr. Die „Zenobia" hab ich nicht aufgeschnitten, nicht gelesen und, ich weiß nicht, wie, längst wieder verloren; aber an den armen Burschen und sein überwältigendes Verlangen nach diesem Buch voll Versen muß ich immer wieder denken. Die Entdeckung des Franz-Zoseph-Landes. Ein vergessenes Stück Polargeschichte. Angesichts des großartigen Tempos, das die Polarforschung in den letzten Jahrzehnten angeschlagen hat, vergißt man nur zu leicht die Taten der ersten Pioniere, die — mit geringeren Erfahrungen ausgerüstet und mit unzulänglicheren Mitteln ausgestattet — doch hervorragende Erfolge errangen, bie vielleicht höher einzuschätzen sind als manche große Entdeckung der jüngsten Vergangenheit, bei ber Flugzeuge, Traktoren und Radiostationen eingesetzt wurden. Zu den schon fast Verschollenen der Polargeschichte gehört der österreichische Forscher Julius Payer, der Emoecker des canz - Io - feph-Landes im nördlichen Polarmeer. In feinem Bericht über die von ihm geleitete Expedition der Jahre 1872 bis 1874 schildert er außerordentlich treffend die inneren und äußeren Voraussetzungen einer Polarfahrt in der damaligen Zeit: „Ein mühevoller Weg ist die Reise in die innere Polarwelt. Alle geistigen und körperlichen Kräfte muß der Wanderer, der ihn betritt, aufbieten, um dem Geheimnisse, in das er dringen will, eine dürftige Kunde abzuringen. Mit unsäglicher Geduld muß er sich wappnen gegen Täuschung und Mißgeschick, sein Ziel selbst noch verfolgen, wenn er ein Spiel des Zufalls geworden ist. Nicht die Befriedigung des Ehrgeizes muß dieses Ziel fein, sondern die Erweiterung unserer Kenntnisse. Jahre verbringt er in der furchtbarsten Verbannung, fern von seinen Freunden, von allem Lebensgenuß, umringt von Gefahren und der Last der Einsamkeit. Darum kann ihn nur das Ideale seines Zieles tragen; sonst irrt er, geistigem Zwiespalt verfallen, durch innere und äußere Leere." Payer, der schon in frühester Jugend in die österreichische Marine eingetreten war und über außerordentliche alpinistische Fähigkeiten verfügte, ist durch den bekannten deutschen Geographen Dr. Peter mann, der die Förderung der Erforschung Afrikas und der Entdeckung des Nordpolgebietes zu feiner Lebensaufgabe gemacht hatte, auf fein eigentliches Ziel hingelenkt worden, wie Hans Ostwald und Ina S a g e r t in dem soeben bei der Deutschen Buch-Gemeinschaft erschienenen Buch „Große Erfinder und Entdecker" ausführen. Dank Petermanns Vermittlung nahm Payer auch an der zweiten deutschen Nordpolexpedition teil, die 1869 bis 1870 unter Kapitän Koldewey an der Ostküste Grönlands unternommen wurde. Zu seiner großen Forschungsreise, die mit der Entdeckung des Franz-Joseph-Landes abschließen sollte, brach Payer mit einer vierundzwanzig Köpfe zählenden Mannschaft, unter der sich mehrere Tiroler Bergsteiger befanden, am 15. Juni 1872 vom Bremerhaven mit dem „Tegetthoss" auf. Man hatte die Absicht, im gleichen Jahr mindestens noch das Kap Tscheljuskin zu erreichen, aber bevor noch die Insel Nowaja Semlja außer Sicht war, geriet das Schiff schon in die Umklammerung des Treibeises, aus dem sich die kühnen Forscher viele Monate, ja Jahre nicht befreien konnten. Der „Teget- hoff" trieb beständig nach Norden ab. Das Eis drohte den Schiffsrumpf zusammenzupressen, außerdem brach noch die Dunkelheit der Polarnacht über die Eingeschlos- fenen herein, der Skorbut wütete, und als selbst der kurze Polarsommer die Hoffnung nicht erfüllte, Uhr übst du täglich bas Einmaleins jeden Tag eine Reihe!" Klaus gehorchte, las die Reihen von seiner Einmaleinstafel ab und wiederholte sie mehrmals. Aber wenn der Vater oder der Lehrer Stichprobe machte, dann hatte Klaus alles wieder vergessen und verfiel auf feine alte umständliche Methode. Was war da zu tun? Der Lehrer gab den Eltern des kleinen Klaus einen Rat, den sie mit Nutzen befolgten. Es wird manchen Vätern und Müttern willkommen sein, darum sei er hier veröffentlicht. Klaus lebte wie viele Kinder seines Alters noch ganz in seiner schönen kindlichen Welt des Spiels. In dieser Welt war alles mit buntem, fröhlichem Leben erfüllt. Da gab es keine anderen Gesetze und Regeln als die des Spiels. Ihnen unterwirft sich das Kind widerspruchslos und willig. Denn von ihnen geht ja der ganze Reiz des phantasievollen Spielens aus. Die öden, leblosen Reihen der Einmaleinstafel freilich besitzen keine Reize für die Betätigungslust und den Spieleifer des Kindes. Aber auch sie lassen sich so umgestalten, daß sie wie ein Spielzeug wirken und das Kind zu spielendem, unbewußtem Lernen anregen. Und so bastelte der Vater von Klaus in feinen Freizeitstunden eine ganze Reihe von Einmaleins-Spielen zurecht. Er holte sich ein paar große Bogen Pappe und etwas Buntpapier dazu. Dann schnitt er viereckige Lotto-Karten zurecht und klebte buntes Papier darauf. Mit dem Bleistift teilte er die Karte in viele Quadrate ein. Nun stellte er eine Menge kleiner Pappvierecke in der Größe der Kartenquadrate her, ebenfalls bunt beklebt — das wurden die Aufgabenkärtchen. Auf jedes Kärtchen schrieb der Vater nun eine Einmaleinsaufgabe: 6 mal 8, 5 mal 7, 3 mal 9 ufro. Was herauskam, stand auf den großen Lösungskarten in den Quadraten. Ein Dutzend solcher Karten und die dazugehörigen Kärtchen waren schließlich fertig. Und nun konnte das Lotto-Spiel beginnen. Klaus bekam drei Karten, der ältere Fritz drei und der' Vater und die Mutter auch je drei. Einer rief die Aufgaben auf, die anderen rechneten schnell nach und sahen nach, ob 6 mal 9 auf ihrer Karte oben stand. Wer das Ergebnis auf feiner Karte fand, durfte die kleine Aufgabenkarte über das Quadrat legen. Und wer zuerst alle feine Vierecke vollgelegt hatte, war Sieger und bekam ein kleines Bild oder eine Murmel oder gar einen Apfel. Der kleine Klaus fand großen Gefallen an diesem Spiel. Und siehe da: nach manchen anfänglichen Fehlern wurde er immer sicherer im Einmaleins. Jetzt war auf einmal der starke, kräftigende und lustbetonte Reiz da, den sein Gedächtnis brauchte. Jetzt gewannen die langweiligen Zahlen einen neuen lebendigen Sinn! Und ohne die kleine List zu ahnen, mit der man ihn zwang, spielend Einmaleins zu üben, saß Klaus in tiefer Spielfreude beim Rechenlotto. Bald hatte er es heraus, daß 7 mal 8 und 8 mal 7 das gleiche Ergebnis hatten, nämlich 56, eine Ziffer, die auf einem schönen rosa Quadrat seiner Karte stand! Und was gab das für eine Freude und einen Stolz, als er sich das nächste Mal gar nicht mehr zu besinnen brauchte und beim Hören der Aufgabe sogleich ein kleiner Gedächtnisautomat aufsprang und die 56 zum Vorschein brachte! So lernte Klaus doch noch das Einmaleins. Und viele feiner Alters- und Leidensgenaffen werden es gleich ihm lernen, wenn wir ihnen mit solcher wirklich kindesgemäßen Hilfe beistehen. Die Idee des spielenden Lernens ist manchmal mehr wert als ein ganzes ausgeklügeltes pädagogisches System. Denn diese kindertümliche Arbeitsweise entspringt nicht dem Zwang durch ein unkindliches Schema ober den Erwachsenen, sondern dem freien und fröhlichen Spielwillen des Kindes. foe. Wertvotte Stiche gestohlen. LPD. Frankfurt a. M., 11. Febr. Aus einer hiesigen Kunsthandlung find zwei wertvolle Stiche entwendet worden. Es handelt sich um einen Stich mit dem Kopf Napoleons I., der andere stellt die Enthauptung des Königs von England aus dem Jahre 1634 dar. An der unteren Stelle des letzteren Stichs sind annähernd 30 Namen in englischer Sprache eingezeichnet. Von dem „Kunstfreund" hat man noch keine Spur. daß er den das Schiff umklammernden Eiswall schmelzen würde, bemächtigte sich der Mannschaft allmählich ein Gefühl der Verzweiflung. „Und dennoch", schreibt Payer, „jetzt da es niemanden mehr gab, der noch an eine Verwirklichung unserer einstigen Pläne glaubte, lag ihre Erfüllung unmittelbar vor uns. Ein denkwürdiger Tvq war der 30. August 1873; er brachte eine Ueberraschung, wie sie nur in der Wiedergeburt zu neuem Leben liegt. Es war um die Mittagszeit, da wir, über die Bordwand gelehnt, in die flüchtigen Nebel starrten, durch welche bann unb wann das Sonnenlicht brach, als eine vorüberziehende Dunstwand plötzlich graue Felszüge in Nordwest ent* büllte, die sich binnen wenigen Minuten zu dem Anblick eines strahlenden Alpenlandes entwickelten! Im ersten Moment standen wir alle gebannt unb voll Unglauben da. Dann brachen wir, hingerissen von der Wahrhaftigkeit unseres Glückes, in den stürmischen Jubelruf aus: „L and, Land, endlich Lc^nd!" Keine Kranken gab es mehr im Schiss; im Nu hatte sich die Nachricht der Entdeckung verbreitet. Alles war auf Deck geeilt, um sich mit eigenen Augen Gewißheit darüber zu verschaffen, daß wir ein unentreißbares Resultat unserer Expedition vor uns hatten. Zwar nicht durch unser eigenes Hinzutun, sondern durch die glückliche Laune unserer Scholle, und wie im Traum hatten wir es gewonnen. Immerhin schien die Möglichkeit gegeben, daß es uns vergönnt sein werde, Größe und Beschaffenheit dieses wie durch einen Zauber aus der Eiswüste emportauchenden Landes durch eigene Anstrengungen kennenzulernen." Dieses unbekannte Land erhielt den Namen Franz-Joseph-Land. So gern auch die Forscher nach den bisher überstandenen Anstrengungen und Gefahren den Heimweg angetreten hätten, jo entschloß man sich doch zur zweiten lleberrointerung, um an bie Entbeckung bes Franz-Joseph-Lanbes zu gehen. Im Frühling 1874 begannen bie Schlittenreifen, bie an alle Teilnehmer bie größten Anforderungen stellten. Eine Welt voll Gebe unb Geheimnis umgab bie Expebition. Der Vorstoß führte fast bis zum 83. Grab. Erst bann würbe bie mühselige Rückreise zum Schiff angetreten, unb bort rüstete man sich für bie enbgültige Rückkehr nach ber Heimat. Es war eine unendlich mühselige Arbeit, die schweren Boote und die Hundeschlitten über das Eis zu bringen und mit ihnen über die schmalen Sprünge hinwegzusetzen. Oft schien es, als bliebe nur noch die Möglichkeit zum Schiff zurückzukehrem Auf einmal lag wie eine Fata Morgana das offene Meer vor ihnen, und der Weg in die von ihnen so lange entbehrte Zivilisation war frei. C. K. Mittwoch, 15. Hebruar 1955 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Hr.57 Drittes Blatt Aus der Provinzialhauptstadt. Pfarrer Mahr tritt in den Ruhestand. Am 1. April 1935 wird der Seelsorger unserer Gießener Matthäus - Gemeinde, Pfarrer Gustav Mahr, in den wohlverdienten Ruhestand treten. Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen Hot aus diesem Anlaß dem aus dem Pfarramt scheidenden Geistlichen für seine der Landeskirche treugeleisteten Dienste herzlichen Dank ausgesprochen. Pfarrer Mahr mußte bekanntlich während des größten Teiles des vorigen Jahres wegen schwerer Erkrankung von seinem Pfarramt fernbleiben, und seine Gesundheit ist auch heute noch nicht so wiederhergestellt, daß er sich seiner seelsorgerischen Pflichten in vollem Ausmaß unterziehen könnte. Pfarrer Mahr hat am 22. April 1873 in Eberstadt bei Darmstadt das Licht der Welt erblickt, er steht also im 62. Lebensjahre. Er besuchte das Gymnasium zu Darmstadt und studierte dann in Halle, Berlin und in Gießen. Hierauf weilte er zur weiteren Ausbildung im Predigerseminar zu Friedberg. Vom 5. Dezember 1897 ab war er Pfarrverwalter in Dortelweil, vom 14. April 1898 ob Vikar in Alsfeld, seit 9. August 1898 Verwalter in Dieburg, hierauf vom 25. April 1899 Pfarrassistent in Bingen, seit 29. Juli 1899 Pfarrverwalter in Groß- Umstadt, vom 25. April 1900 ab Pfarrverwalter in Horchheim, seit 5. Juni 1901 Pfarrer in Langsdorf (Kreis Gießen) und seit 30. Januar 1915 als Nachfolger des früheren Pfarrers Schlosser Pfarrer an der Stadtkirche zu Gießen. Die Uebernahme des Pfarramtes der Matthäus- gemeinde stellte ihn vor die große Aufgabe, die Gemeinde im modern-kirchlichen Stil neu zu organisieren. Zur gedeihlichen Lösung dieser Aufgabe gründete er die' Männer- und Frauenvereinigung der Matthäusgemeinde, er schuf einen sorgsam organisierten Helferdienst seiner Gemeinde und stellte dann durch ein Gemeindeblatt die enge geistige Verbindung zu allen Gliedern seiner Matthäusgemeinde her.' Im Verlaufe seiner nunmehr über zwanzigjährigen segensreichen Wirksamkeit in der Matthäus* gemeinde hat sich ein festes Band der Gemeinschaft zwischen Pfarrer Mahr und seinen Gemeindegliedern herausgebildet. Zu dieser Innigkeit der Be-, Ziehungen trug nicht nur das rein kirchliche Wirken des Geistlichen in erheblichem Maße bei, sondern, dafür war auch seine unermüdliche und uneigen-! nützige Tätigkeit in der Arbeit der Männer- und | Frauenvereinigung und auf dem Gebiete der Ge- | meindefürsorge von ausschlaggebender Bedeutung. Aus der neueren Entwicklungsgeschichte der Matthäusgemeinde ist in dieser Hinsicht besonders die Einrichtung des Gemeindeschwesternhauses im Asterweg 'hervorzuheben, für die sich Pfarrer Mahr'in Gemeinschaft mit dem Seelsorger der Markusgemeinde, Psarrer Becker, und den beiden kirchengemeindlichen Körperschaften eifrig und erfolgreich eingesetzt hat. Neben seinem Pfarrdienst widmete sich Pfarrer Mahr mit großem Eifer'noch der Mitarbeit in der Dorfkirchenbewegung, in der er durch Wort und Schrift eine führende Stellung und maßgeblichen Einfluß errang. Mit dieser Arbeit verfolgte er das Ziel, auch in dieser Hinsicht dem deutschen Volkstum und der heimatgebundenen Kraft der Volkstumsidee zu dienen. Als theologischer Schriftsteller war er weiterhin auf dem Gebiete der religiösen Volkskunde, der Religionspädaqogik, der Religionspsychologie und verwandter Bestrebungen tätig. Zahlreiche Aufsätze von ihm erschienen in der Fachpresse, ferner in der Tagespresse, darunter auch im Gießener Anzeiger. Auf das umfangreiche Wirken von Pfarrer Mahr, der sich auch als Mensch überall großer Wertschätzung erfreut, werden wir zur gegebenen Zeit noch zurückkommen. Heute sei aber schon her- Pvorgehoben, daß sich die Gemeindeglieder der Matthäusgemeinde mit dem scheidenden Seesorger immer In Dankbarkeit verbunden fühlen werden. Tritthalten auf Brücken ist verboten. Die neue Reichsstraßenverkehrsordnung und ihre Ausführungsanweijung haben das in einzelnen früheren Straßenverkehrsordnungen der Länder ausgesprochene ausdrückliche Verbot des Tritthaltens marschierender Abteilungen auf Brücken nicht übernommen. Es wurde dabei vorausgesetzt, daß die Führer marschierender Abteilungen die schädliche Auswirkung des Tritthaltens auf die Konstruktion der Brücken kennen und entsprechende Anordnungen geben. Da das jedoch nicht überall der Fall ist, hat der Herr Reichs- und Preußische Minister des Innern jetzt die Polizeibehörden angewiesen, hierauf zu achten und die Führer geschlossener Abteilungen gegebenenfalls darauf aufmerksam zu machen, daß das Tritthalten auf Brücken unterbleiben muß. liegende Zeit hin, erinnerte an die Glanzzeit des Vereins vor dem Krieg, an den Niedergang im Volk und Staat, wodurch auch das Weiterbestehen des Vereins gefährdet schien, und den Aufstieg des Vereinslebens, der sich schon in Deutschlands größter Notzeit durch eine Sammlung nationaler Kräfte bemerkbar machte. Mit der Erneuerung des Reichs kam eine neue Blütezeit. Die Mitgliederzahl hat 132 erreicht. Der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder Weinandy, Sturm und Knobel wurde ehrend in üblicher Weise gedacht. Die Kassenverhältnisse sind weiterhin günstig, obwohl im verflossenen Jahre eine Zeitlang jedem Mitglied die Kavalleriezeitung durch die Vereinskasse zugestellt werden konnte. In Anerkennung ihrer 25jährigen Mitgliedschaft wurde 5en folgenden Kameraden das Ehrenkreuz Pierrot". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ich für dich — du für mich". — B. D. Gießen, 20.30 Uhr im Hindenburg: B. O.-Abend. — Stickerei- und Spitzenwerkschau, 14 bis 18 Uhr, im Turmhaus am Brandplatz. — Stadttheater Gießen. Heute abend „Der goldene Pierrot", eine für die Gießener Bühne bearbeitete Operette unter der Spielleitung von Paul Wrede. Kapellmeister Fritz Cuje hat die musikalische Leitung; Maja von Rabenau und Hilde Plank sorgen für tänzerische Abwechslung. Die Vorstellung ist 17. Vorstellung im Freitag- Abonnement. — DerOberhessisch^Geschichtsverein lädt in seiner Anzeige vom Samstag, 9. Februar, ein zu einem am Donnerstag, 14. d. M., 20 Uhr, im Kunstwissenschaft!. Institut der Universität stattfindenden Lichtbilderoortrag. Universitätsprofessor Dr. Frölich wird auf Grund der Ergebnisse der neueren rechtsgeschichtlichen Forschung über „Die steinernen Zeugen mittelalterlichen Rechtslebens" sprechen, die sich insbesondere in Hessen in Gestalt von Gerichtsstätten, namentlich Gerichtssteinen und Gerichtstischen, Hochgerichten und Galgen, Schandsäulen und ähnlichen Gebilden bis zur Gegenwart erhalten haben. Der Eintritt ist frei, Gäste sind willkommen. Oer ftaK Daß beigelegt. Zu dem Bericht über ein Winterhilfepaket der Frau D a tz geht uns von dieser die nachstehende Erklärung zu, die wir mit Einverständnis der Kreisleitung unseren Lesern zur Kenntnis bringen: Erklärung. Es ist richtig, daß ich dem Winterhilfswerk ein Paket übersandt habe, in dem sich teilweise unbrauchbare Sachen befanden. Eine Verhöhnung des Winterhilfswerkes, sowie ein unsoziales Verhalten hat mir absolut ferngelegen. Von dem Inhalt des Pakets hatte ich selbst keine genaue Kenntnis, da dasselbe von einer Angestellten fertiggemacht worden war. Es ist für mich eine Selbstverständlichkeit, daß ich mich nach wie vor für das Aufbauwerk des Führers einsetze. Karl Schwaab, Feinkosthaus, Weinstuben, Bergschenke Inh.: Emmy D a tz. Zu obiger Erklärung erklärt die Kreisleitung der s NSDAP., daß damit die Angelegenheit erledigt ist. Verbreiter unwahrer Gerüchte werden hiermit ausdrücklich gewarnt. Kreisleitung Gießen. * ** Semester-Schlußgottesdienst der Universität. Am morgigen Donnerstag, 20.30 Uhr, findet in der Kapelle des Alten Friedhofs der Semester-Schlußgottesdienst der Universität statt. Die Predigt hält Lic. Dr. Paul Schütz. Studentenschaft und Bevölkerung sind zu dem Gottesdienst herzlich eingeladen. ** Sprechzeit des Landeshandwerksmeisters Hessen. Die Sprechzeiten des Landeshandwerksmeisters (Barner sind bis auf weiteres wie folgt festgesetzt: Montags, vormittags 9 bis 12 Uhr und nachmittags 2 bis 5 Uhr. Geschäftsstelle: Frankfurt a.M., Schaumainkai 101/103, Fernsprecher Frankfurt a. M. 63 243. ** Die Kreisabteilung Gießen des Deutschen Gemeindetags hält am Mittwoch nächster Woche in Gießen eine Tagung ab. Nach der Ausgabe von Kriegsehrenkreuzen an die Bürgermeister folgen zwei Vorträge, deren wichtigster von dem Leiter des Arbeitsamts Gießen, Oberregierungsrat Dr. List, die Unterbringung von Arbeitslosen aus den Großstädten in die ländlichen Bezirke behandeln wird. ** Verkehrsunfall. An der Ecke Hltlerwall» Gartenstraße ereignete sich gestern gegen 16.15 Uhr ein Zusammenstoß zwischen einem Dreirad-Tempowagen und einem Personenkraftwagen. Personen wurden dabei glücklicherweise nicht verletzt. Eis am Lahnwehr. MM \ - Als in der vergangenen Woche plötzlich heftiger Frost eintrat, waren unsere heimischen, insbesondere die stehenden Gewässer rasch mit einer kräftigen Eisdecke überzogen. Ein interessantes Bild bietet dabei das Lahnwehr an Klinkels Mühle, unterhalb der Bootshäuser. Es bildeten sich große schimmernde Eisblöcke, dir im Lichte der Sonne silbrig strahlten und blitzten. Sowohl über, als auch unterhalb des Wehres haben sich die Eisblöcke aufgebaut, und das Wasser bahnt sich nur mühsam seinen Weg durch die natürlichen, vom Frost geschaffenen Hindernisse. Die Treppe, auf der zur Sommerszeit die Paddler, die Wasserwanderer, ihre Boote umtragen und damit das Wehr überwinden, wurde völlig von Eis überzogen und steht wie ein reizvolles Ornament über dem Wehr. Unser Bild zeigt das Wehr in seinem winterlichen Schmuck. Reichsbund Volkstum und Heimat. Ottering Gießen. Unsere Mitglieder werden auf den Lichtbildervortrag von Herrn Universitätsprofessor Dr. Frölich: „Steinerne Zeugen mittelalterlichen Rechtslebens, besonders auf hessischem Boden", am Donnerstag, 14. d. M., 20% Uhr, im Kunstwissenschaftlichen Institut hingewiesen. Eintritt frei! Kavallerieverein Gießen. Am Sonntag hielt der Kavallerieverein Gießen E. V. im Saale des „Postkellers" seine diesjährige (28.) Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Hartmann wies eingangs auf die hinter uns überreicht: Heinrich Bönfel, Wilhelm Reitz, Georg Sommer, Adolf Denninghoff, Konrad S ch o m b e r, Konrad Weiß, August Rück, Johannes Honig, Heinrich W i n n, Ludwig G e r- l a ch, Karl Storck. Nachdem die Versammlung in der üblichen Weise geschlossen worden war, blieb man noch einige frohe Stunden gemeinsam mit den inzwischen eingetroffenen Familienangehörigen zusammen. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: NS.- Lehrerbund, Gießen-Stadt, 15.30 Uhr: Zusammenkunft aller Schulgruppenobleute in der Goetheschule. — Stadttheater, 19.30 bis 22.30 Uhr: „Der goldene Oie Grußla. Erzählung von Hugo Scholz. Die Großmutter lebte am Hofe seit langen Zeiten. Ihr Gesicht und ihre Hände waren braun und runzlig wie Erde. Sie trug ein schwarzes Tuch um den Kops und ein schwarzes Leibchen, daran ein grünlicher Rock hing. So sah man sie morgens und abends, wochentags und feiertags, nie wechselte ihr Aussehen. Aus Kindern wurden Mädchen und Frauen, sie trugen heute eine Kappe, morgen einen Hut, die Großmutter aber blieb ewig die gleiche. Sie wußte alles, was sich jemals am Hofe zuge- iraqen nach Jahr und Tag und Stunde. Sie kannte alle Leute, die jemals am Hofe gewesen waren als Handwerker oder Dienstboten. Viele von ihnen waren schon gestorben. Sie wußte Rat bei Krankheit und Viehnot, sie war besonders den Kindern eine Zuflucht, wenn sie die Knie aufgeschunden hatten, ober ihnen sonst ein Leid geschehen war. Auch die Erwachsenen gingen zur „Grußla , roenn sie ein Kummer drückte. Sie war.immer gleich gut und gleich hilfsbereit. Sie hatte selbst nie eine Klage und nie einen Schmerz, sie stand wie über aller Zeit und über allem Geschehen. Sie war da um Dem Leben am Hofe einen festen Halt zu geben. Einmal sagte sie zwar, sie wär einst auch jung und schön gewesen, hätte ein weißes Kleid getragen und ein Blumenkränzlein im Haar. Das war nicht zum glauben, man mußte lachen darüber und seitdem sprach die Grußla nicht mehr davon. Dann auf einmal hieß es, die Grußla würde f Ja, konnte denn die Grußla überhaupt sterben. Und dann hieß es gar, sie sei tot. Die Sterbeglocke läutete es. Aus der Stadt brachten sie einen Sarg gefahren. Die Grußla aber lag im Bett mit ihrem braunrunzeligen Gesicht und dem schwarzen Tuch um Den Kopf. Auf Der Bettdecke ruhten ihre abgearbeiteten Hände. Die Enkelkinder hatten sich zuerst gefürchtet, ins Stübchen hineinzugehen, wo die Großmutter lag, aber dann, als sie sie sahen, wunderten sie sich. So lag die Großmutter alle Morgen da, wenn sie ihr die Milch brachten. Dann gingen sie auf Den Zehen, stellten die Milch hin und schlichen wieder davon. Die Großmutter hatte einen leisen Schlaf, sie lag ganze Nächte wach und konnte meist erst !n den Morgenstunden ein wenig schlummern. Wie wußten dann aber die Leute, daß sie gestorben war? „Grußla", sagte der jüngste Enkel und faßte kräftig eine der knochigen Hände. „Grußla!, bist du wirklich gestorben!?" Die Großmutter rührte sich nicht. Sie schlief heute sehr fest. „Grußla!", schrie der . Kleine lauter. „Grußla!", fingen auch die andern an zu schreien. Aber die Großmutter rührte sich nicht. Und dennoch war es nicht zu glauben, daß sie gestorben sein sollte. Draußen im Hausgewölbe hatten die fremden Männer den Sarg auf zwei Holzböcke gestellt und fingen an, die Fenster und Wände mit schwarzen Tüchern zu verhängen. Aus dem sonnenlichten Raum wurde ein düsteres, unheimliches Gemach. Die Kinder erschraken, als sie einen Blick hinein taten und hatten Angst um die Großmutter. Sie schauten nach den fremden Männern, die nun den Sarg ins Stübchen trugen. Die Fremden hatten lange Beine und dürre Arme. Und sicher verbargen sie eine Sense unter ihren schlotternden Röcken. Weinend und schreiend liefen die Kinder davon. Am Abend kamen die Nachbarn und versammelten sich im Vorhause. Sie beteten: „O Herr! nimm sie auf in deine himmlischen Chöre — Vater unser —" Andern Tags wurde am Hofe alles aufgeräumt, die Dielen gescheuert, die Kühe geputzt. Das geschah sonst nur bei großen Festen. Die Kinder fürchteten sich jetzt wirklich, ins Ausgedingehaus zu gehen zur Großmutter. Erst am dritten Tage, als schon fremde Leute auf den Hof kamen, führte sie der Vater in das Hausgewölbe, damit sie die Grußla noch einmal sehen sollten. Eine fremde drückende Luft erfüllte den Raum, als wenn das eine ganz andere Welt hier wäre. Die Großmutter lag zwischen reichen silbernen Leuchtern. An ihrem Kopfende knieten zwei Engel mit goldenen Flügeln. Sie trug ein helles, schönes Kleid und in der Hand hielt sie sogar einen Strauß Blumen. Ihr sonst braunes Gesicht war weiß und lang. Sie war ganz nahe und sie schien doch so weit. Sie war die Großmutter, aber sie sah ganz anders aus. Sie war wirklich gestorben. Der Bauer besprengte sie mit einem silbernen Weihwedel, der am Fußende ihres Sarges stand. Er reichte ihn dann den Kindern. Zaghaft griffen sie zu. Zitternd taten sie es dem Vater nach. Nun sagt noch: „In Gottes Namen, Grußla!" Sie stotterten vor lauter Angst, sie wagten kaum mehr „Grußla" zu sagen, so feierlich war das alles hier und die Großmutter war so vornehm wie eine Heilig- Dann kamen immer mehr fremde Leute auf den Hof. Der Vater führte sie alle in die große Bauern- tube und lud sie zu Tische, darauf hohe Berge auf- geschnittenen Striezels lagen. Selbst aus der Stadt waren ein Onkel und eine Tante gekommen mit einem wehenden Schleier am Hut. Zuletzt kam noch der Feuerwehrverein. Der Großknecht ging mit einem Kruge voll Schnaps hinaus auf den Hof und goß jedem Wehrmann ein Glas davon ein. Drin im Hausgewölbe gellte die Stimme des Vorbeters. Die Leute drängten an den Sarg heran und besprengten die Großmutter. Dann standen sie beinander um die Haustür und warteten. Als der Sarg herausgetragen wurde, setzten ihn die Träger an der Schwelle dreimal ab. Dann luden sie ihn auf die Trage und nun ging der Zug zum Tor hinaus. Hinter dem Sarg schritt der Nachbar mit der Hauskerze. Das war seine letzte Pflicht. Still lag der Hof, ganz still. Erst am Nachmittag füllte sich wieder die Stube. Am Tisch standen große Suppenschüsseln. Die Nachbarn und Verwandten kamen zum Leidessen zusammen. Auch die vornehme Tante aus der Stadt mit dem Schleier war da. Die ganze Freundschaft war beisammen, alle, die sich durch Blutsbande verbunden fühlten mit dem Hofe. Sie sprachen von der Ernte und dem Viehstande. Gelegentlich auch über die Kinder, die schon wieder so groß waren. So alt war die Großmutter geworden und so bald war sie begraben. Gewinn im Tode. Im Kasino von Monte Carlo geht es seit der Weltwirtschaftskrise recht still zu. Es wird natürlich noch gespielt, doch vorsichtig und mit mäßigen Einsätzen. Die großen Spieler von einst sind verschwunden. Vergebens wird man sich im Kasino nach russischen Großfürsten, südamerikanischen Plantagenbesitzern oder indischen Nabobs umsehen. Wohl fehlt es den Spielern von heute nicht an Wagemut und Ausdauer, aber sie sind bald fertig, wenn ihnen das Glück nicht lächelt. Vor kurzem gab es in Monte nach langer Zeit wieder einmal eine aufregende Nacht. Ein junger, eleganter Engländer hatte es sich offenbar in den Kopf gefetzt, die Bank zu sprengen. Er spielte mit einer fanatischen Gelassenheit und verlor jedesmal. Sechzehnhundert Pfund hatte er schon verloren, da setzte er mit müder Handbewegung den Rest seines Vermögens, es waren nur noch 13 Pfund, auf Nummer 28. Den Kopf ließ er auf den Tisch sinken, schloß die Augen und schien in dieser Stellung den Entscheid des Croupiers abzuwarten. Gespannt blickten die anderen Spieler auf die Kugel, bis der Croupier als Gewinnummer die 28 ausrief, wobei er dem jungen Engländer Spielmarken im Wert von 470 Pfund zuschob. Doch der rührte sich nicht, ließ die Marken liegen, das Spiel ging weiter, und wieder gewann der Engländer, der jedoch keine Notiz von dem ihm zugeschobenen Reichtum nahm. Der Gewinn blieb also wieder liegen, und schon wollte der Croupier das Spiel fortsetzen, besann sich jedoch und schickte einen Saaldiener zu dem Engländer, um sich zu vergewissern, ob der Gewinner etwa nochmals auf Nr. 28 setzen wolle. Doch der Engländer antwortete auf die an ihn gerichtete Frage nicht, wachte auch nicht auf, als der Diener ihn am Arm schüttelte — er war tot. Als er sein letztes Geld für eine Spielmarke hingab, ereilte ihn der Schlag, und von seinem Gewinn hat er nichts mehr wahrnehmen können. Da Spieler vielfach abergläubisch sind, entstand ein Streit um den Platz des Engländers, doch die vier Herren, dis auf dem Stuhl, auf dem der Engländer gesessen hatte, Platz nahmen, verloren in kurzer Zeit ihr letztes Geld. Niemand wagte sich mehr auf den Platz zu setzen, bis eine steinreiche Amerikanerin sich ruhig auf ihn setzte, ihre Spielmarken auf Nr. 28 legte und in einer halben Stunde siebentausend Pfund Sterling gewann. Zeitschriften. — Die von Dr. Karl Aste! geschaffene Sippschaftstafel hat sich in Tausenden von Fällen zur erbbiologischen Bestandsaufnahme bewährt, wie Lothar Stengel-von Rutkowski in einem beachtenswerten Aufsatz „Historische Genealogie oder züchterische Familienkunde?" in Heft 2 der Zeitschrift „Volk und Rasse" ausführt. (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW.) Dabei ist die Methode der Sippschaftstafel so einfach, daß jeder deutsche Volksgenosse sie für sich aufstellen kann, wie an einem Beispiel nachgewiesen wird. Dr. med. Johannes Schottky (Berlin) weist darauf hin, mit welcher Gewissenhaftigkeit eine verantwortungsbewußte Siedlungspolitik bei der Auswahl der Neubauern- stellen-Bewerber vorgehen muß. Was er über die erbbiologischen Grundsätze sagte, ergänzt Privat- dozent Dr. B. K. Schultz (Berlin) in seinem Beitrag „Rassische Siedlerauslese" vom rassischen Gesichtspunkt aus. Das Heft bringt zahlreiche Abbildungen. Sie gehören vor allem zum Beitrag von Dr. E. G. Troche (Berlin) über „Kunst und Rasse des Nordens", in dem der Verfasser die nordische Kunst als Dokument der germanischen Weltanschauung darstellt. ■ K ;<*X , ? -x. H ''s -W^y’ Hochzeitsreise gratis. . ig- * in an1 Ä’S iti w 7Lllsfel^ Kn »Sä' 4-SS* y- kSZ! MR* Ktot6, rS 2 S-» veiteres Aufbluhs , Namens des L hier Dr. Dolft wichtige Station (orgung für m 1922 mit der ] Ltromlieferungsv tiq erwiesen Ham Frühjahr 1934 6' die Provinz Dbei der Jnbetriebnah sich die wesentlic gung ausgewirki sprach die W [orgung in Derb angelegten mode seid und ihre ■ . möae. Provinzialdire der großen wir Stellung. Dich notwendig erwi Stabt ohne Di durchführbar je der Neichsauto! sell» habe die ( die ohne eine nifdjen Grund; nidjt erfüllt wei Das (inftyieß einem einten > ud im Geiste ei Haltung wurde einer Musikkapelle £i ck. heuchelt Turnhalle hielt i der Gesangve legest ab. Den e hauptsächlich ein Ins, nachdem b ling die Teilne mungsDoll umrc von den unter l ner-Men-W Choren. 1 Staujet ritzen holzv sucht war, mut Mte 18 bis Nmk, Eichen kv Meter. $jr 5 W bezahlt. J?Qubril W von Emil IQbnge statt, zu b er|d)i, 65 kost Achenknüvpel Srt' Ncnre Wnknuppel k H ®ro6 in Lick lr,nn9en Mer 1 !?S" die Reicks? ^' Preußen den, i 1M M Duette, öre des und An« -er im ir alljU artigen i irtimg f) aus M M !nchor sjährige r k gab emsiger . Kauf- iinftigen I. m Man» ldalberß r Absicht r abzu- mn von ihr ein lege be« art das befand, Überfall die An- Auf ihrs ab und Die Verufs- und FortbildungsschuWicht im fireife Wetzlar. Kreis Schotten. * Laubach, 11. Febr. Der gestrige Tag war für unsere evangelische Gemeinde ein Tag des Gustav-Adols-Vereins und des Evangelischen Bundes. Als Prediger und Redner war Studienrat Storck aus Offenbach a. M. gewonnen worden, der aus eigener Anschauung die Lage des Auslandsdeutschtums und der deutschen evangelischen Kirche im Ausland kennt. In dem Vor- Mittagsgottesdienst predigte er über das Wort der Bibel: „Wie kann ich zusehen, daß mein Geschlecht umkomme?" In packenden Bildern wurde die Lage, der Kamps und die Not des evangelischen Auslandsdeutschtums gezeichnet und zur helfenden Tat aufgerufen. Auch im Kindergottesdienst wußte der Prediger die Herzen der Jugend warm zu machen. Die Abendversammlung, auch in der Kirche, war dem Evangelischen Bund gewidmet. Der Vorsitzende des Zweigvereins, Dekan i. R. Dolp, begrüßte die Besucher und zog Verbindungslinien zwischen der Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins und des Evangelischen Bundes. Studienrat Storck verstand es dann, in lebendiger Schilderung ein packendes Bild vom heutigen Oesterreich zu geben. Das Jahr 1934 brachte in seiner ersten Hälfte der dortigen evangelischen Kirche ein gewaltiges Anschwellen der Ueber- tritte, die aber dann in der zweiten Hälfte durch Gewaltmaßnahmen zurückgedrängt wurden. Erschütternd war es, was man da hörte und was ganz von selbst zur helfenden Liebe aufforderte. Dekan V o l p rief zum Schluß der Gemeinde zu: „Wach auf, du evangelisches Herz und kämpfe für deine Kirche". Der Kirchenchor umrahmte mit zwei Chören die stimmungsvolle Feier. Aus dem Kreise Wetzlar wird uns von sachkundiger Seite geschrieben: Im Gegensatz zum Lande Hessen, wo durch Lan- desaesetze die Berufs- (F o r t b i l d u n g s-) schulpflicht für das ganze Staatsgebiet emge- führt wurde, ist in Preußen die Aufstellung dieser Schulpflicht in das Ermessen der Kreise und Gemeinden gestellt. Im Kreise Wetzlar war, mit Ausnahme der Stadt Wetzlar, bis zum Beginn des laufenden Winterhalbjahres die Berufs- und Fortbildungsschulpflicht nur für die männlichen Jugendlichen begründet und dementsprechend nur für sie Fortbildungs- und Berufsschulen eingerichtet worden Den Mädchen war Gelegenheit geboten, durch freiwilligen Besuch von ungefähr achtwochigen Haushaltungskursen, die der Kreis durch seine Wanderhaushaltungslehrerin, die bei der Kreisbevolke- runq bekannte und geschätzte Fräulein A d a m , abhalten ließ, sich für den Hausfrauenberuf vorzubilden Mit Beginn des Winterhalbjahres wurden aber auch für die Mädchen Fortbildungsschulen eingerichtet, die Haushaltungskurse wurden eingestellt, Fräulein Adam trat in den Fortbildungsschuldienst über. Nunmehr sind gleichmäßig im ganzen kreise die INädchen ebenso wie die Knaben berufs- und fortbildungsschulpflichtig. Deswegen konnte auch die Vielzahl der bisher bestehenden Satzungen aufgehoben werden und an ihre Stelle eine einzige Satzung f ü r d e n g a n- zen Kreis treten. Diese Satzung ist am 8. Januar 1935 erlassen worden. Sie enthält die Regelung der Schulpflicht im einzelnen, der Pflichten der Schüler, ihrer gesetzlichen Vertreter (Eltern, Vor- e die er« iq in der er Fried' i>n Schuh oirb. Der itsfest in Jahr sein über das isikalischer aufe des ,nt. Zuni Kräftigere :nem ver; lieg*'11 Kreis Alsfeld. N. Flensungen, 12. Febr. Am Samstagabend hielt der hiesige Fußballklub Flensungen-Mücke bei Gastwirt Weifenbach seine Generalversammlung ab. Der zweite Vorsitzende E. Schumann begrüßte die Sportfreunde. Dem Kassierer K. Seim wurde nach Prüfung der Bücher Entlastung erteilt. Spielausschußobmann K. D i e r h e l l e r erstattete Bericht über den nicht sehr umfangreichen Spielbetrieb. Es wurde lobend hervorgehoben, daß die Spieler K. Vierheller und W. Becker in sämtlichen Spielen des vergangenen Jahres mitgespielt haben. Zum ersten Vorsitzenden wurde einstimmig August Beck gewählt. Der übrige Vorstand wurde einstimmig wiedergewahlt. Der Werbewart sprach noch kurz über Ziele und Ausgaben des deutschen Sports. dl. Mücke, 12. Febr. Der B i e n e n z u ch t v e r- ein Mücke und Umgegend hielt dieser Tage seine Hauptversammlung im Saale der Gastwirtschaft B a i st ab. Der Vorsitzende Erb begrüßte die Mitglieder, gab einen Rückblick auf das verflossene Vereinsjahr und erstattete Bericht über die Versammlung des Hauptoereins in Gießen. Ferner enanuty -anbei Egten, iar ein| ilussicht, •te, abe| möge. Provinzialdirektor Klostermann sprach von der großen wirtschaftlichen Bedeutung der Netzumstellung. Diese habe sich für Alsfeld als dringend notwendig erwiesen, da die künftigen Aufgaben der Stadt ohne Drehstromverforgung überhaupt nicht durchführbar seien. Durch den bevorstehenden Bau der Reichsautobahn im Raume der Gemeinde Alsfeld habe die Stadt erhöhte Aufgaben zu erfüllen, die ohne eine ausreichende, nach modernsten technischen Grundsätzen erfolgende Stromversorgung nicht erfüllt werden könnten. Das anschließende gesellige Zusammensein bei einem einfachen Imbiß verlief echt kameradschaftlich und im Geiste echter Volksgemeinschaft. Die Veranstaltung wurde belebt mit unterhaltenden Weisen einer Musikkapelle. Landkreis Gießen. ck Heuchelheim, 12. Febr. In der hiesigen Turnhalle hielt am vergangenen Samstag abend der Gesangverein „Germania fern Winterfest ab. Den ersten Teil der Vortragsfolge füllte hauptsächlich ein sehr gut aufgefuhrtes Volksstuck aus nachdem der Vereinsfuhrer Adolf R e u s ch - lin'q die Teilnehmer herzlich begrüßt hatte Stimmungsvoll umrahmt wurde die Theaterauffuhrung von den unter Leitung des Dirigenten L. Schreiner- Alten-Buseck ausgezeichnet vorgetragenen Staufenberg, 12. Febr. Bei der diesjährigen Holzver steig er ung, die sehr gut besucht war, wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheite 18 bis 24 Mark, Buchenknüppel 13 bis 16 Mark, Eichenknüppel 6 bis 10 Mk. je zwei Raummeter. Für 5 Raummeter Reisig wurden 5 bis 8 l6 Der- ereins s Lich- benb ner; Heimat- ;ei diesen ngen Ju5 Saal des ljchermeise mW» ner; fnete A nden, be- WW en W e fegens «' x er tu f; in ®ir,‘ »'S *’S: •es J feinet 6 sä fBortra# ?° «Q krels Wehlar. <£ RoÄheim a. d. B., 10. Febr. Im Zuge der Veranstaltungen zum Besten des W i n t e r h i l f s - wertes hatte der Sturm 13/K. 14 8 seine Angehörigen für Samstag zu einem Kamerad- schaftsabend geladen. Der Bendersche Saal, der in diesem Winter schon so > manche Veranstaltung sah, zeigte diesmal ein besonders festliches Aussehen, galt es doch auch, den von auswärts kommenden Gästen zu zeigen, daß Rodheim auch in dieser Beziehung auf der Höhe ist. Als sich der Saal gefüllt hatte und die Musik, gestellt von der Gießener Reichswehr, mit einem schneidigen Marsch eröffnete, da war sofort die Stimmung da, die Voraussetzung ist für das Gelingen einer solchen Veranstaltung. Offiziell eröffnet wurde die Vor- traasfolge durch eine Begrüßungsansprache des Führers des Sturmes, Sturmmann Dr. Z i ch e, der darauf hinwies, daß einmal auch den Frauen etwas geboten werden solle, die so ost doppelt stark belastet werden, wenn der Dienst den Mann in Anspruch nimmt. Der Abend solle unter dem Motto „Kraft durch Freude" stehen und zeigen, daß Kameradschaft nicht nur eine Redensart ist, sondern im Sturm 13/K. 148 eine Pflegstätte fand. Im Verlaufe des Abends ergriff auch Ortsgruppenleiter Karl Keller das Wort zu längeren Ausführungen, die in einem Gruß an den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler und den Nationalsozialismus ausklangen. Eine Verlosung, humoristische Vortrage, Gesangseinlagen eines Gastes und Tanz, so verlief der Abend. Die Stimmung war vorzüglich, und es dürfte wohl keinen der Kameraden, die zum Teil recht weite Anmarschstrecken zurückzulegen hatten, gereut haben, nach Rodheim gekommen zu sein. Der Sturm, der in dieser Weise zum ersten Male geschlossen in die Oeffentlichkeit trat, darf wohl mit Berechtigung seines Erfolges froh und stolz fein. Wenn es dann noch möglich war, einen nennenswerten Betrag an die Kaffe des Winterhilfswerkes abzuführen, dann dürfte die Veranstaltung als in jeder Beziehung gelungen bezeichnet werden. <£ Vetzberg, 12. Febr. In der Gastwirtschaft von Becker fand die diesjährige Nutz- und Brennholzversteigerung der Gemeinde statt. Für Fichtenstammholz (geschält) wurden für len Festmeter im Durchschnitt geboten: Klasse la 12,44 RM., Ib 15,30 RM., Ha 19,10 RM., Hb 20 05 RM. und Illa 25,00 RM. 1 Raummeter Buchenscheit kostete 12,00 bis 12,50 RM., Buchenknüppel 9,00 bis 10,00 RM. und Eichenknüppel 7,00 RM. m . Wißmar, 12. Februar. Die Grippe- erkrankungen unter den hiesigen Kindern haben noch nicht wesentlich abgenommen. Man muhte sich entschließen, die Schule auch weiterhin geschlossen zu halten. <£ Wißmar, 12. Febr. Die Notstandsarbeiten „Rodung von 5 Hektar Wald zur Gewinnung von Acker- und Wiesenland" und „Ausbau des Erlentalweges" sind nunmehr in Angrif genommen. Es werden zur Zeit 60 Arbeitslose be- . der Inbetriebnahme des Wechselstromnetzes hatten sich die wesentlichen Vorteile dieser Stromversorgung ausgewirkt. Bürgermeister Dr. Völsing sprach die Hoffnung aus, daß die neue Stromver- orgung in Verbindung mit einem vollkommen neu angelegten modernen Ortsnetz für die Stadt Alsfeld und ihre Bevölkerung zum Segen gereichen fchäftigt, darunter 35 Wohlfahrtserwerbslofe, die nach Beendigung der Arbeiten zum größten Teil aus der öffentlichen Fürsorge ausscheiden, da dann die meisten Wohlfahrtsunterstützungsempfänger An- • pruch auf Arbeitslosenunterstützung haben, falls bis aahin keine andere Arbeitsmöglichkeit vorhanden i ein sollte. Die Gemeinde Wißmar, die in den letzten Jahren mit ihrer unverhältnismäßig hohen Zahl von Wohlfahrtserwerbslosen im ganzen Kreis an der Spitze stand, wird durch diese Maßnahme in diesem Frühjahr alle Wohlfahrtserwerbslose in Arbeit bringen. Die Versteigerung des bei der Rodung anfallenden Brennholzes wird in aller Kürze statt- finden. = Niederkleen, 11. Febr. Die hiesige Raiffeisen-Genossenschaft hielt in der Gastwirtschaft von Langsdorf ihre Generalversammlung ab, die von dem Vorsitzenden Louis U l m geleitet wurde. Der Rechner Karl R e i n e ck gab die Bilanz zum 31. Dezember 1934 bekannt, der zu entnehmen war, daß sich der Umsatz der Genossenschaft um 3500 Mark erhöht hat. An Getreide wurden 1600 Zentner im Werte von 15 700 Mark umgesetzt. Die Bilanz wurde einstimmig gutgeheißen. Dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Das satzungsgemäß ausscheidende Dorstandsmitglied Karl Hoffmann wurde durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Für die aus- scheidenden Aufsichtsratsmitglieder Heinr. Krick II. und Johannes Nern VII. wurden die Mitglieder Wilhelm Diehl und Philipp Zimmermann gewählt. Die Uebernahme des Einheitsstatuts wurde einstimmig beschlossen. Der im Jahre 1934 verbliebene Reingewinn von 37,50 Mark wurde dem Reservefonds zugeführt. Zehn Mark kommen der Winterhilfe zugute. Mit dreimaligem „Sieg-Heil!" auf Führer, Volk und Vaterland sand die Versammlung ihren Abschluß. Kreis Biedenkopf. * Frankenbach, 12. Febr. In den vergangenen Tagen wurde die Gemeindejagd meistbietend im Rathaus zu Frankenbach verpachtet. Der bisherige Pächter zahlte pro Jahr 1400 Mark (ohne Wildschaden). Der jetzige Pächter, Fabrikant Vollmann aus Iserlohn, bezahlt pro Jahr 630 Mark. Den Wildschaden muß jedoch der Pächter zahlen. — Die B r e n n h o l z v e r st e i g e r u n g e n im Gemeindewald Frankenbach erbrachten je zwei Raummeter folgende Preise: Buchenscheit 18 bis 20 Mark, Buchenknuppel 13 bis 17 Mark, Eichenscheit 13 bis 14 Mark, Eichenknüppel 12 bis 13 Mark, Kieferknüppel 10 bis 11 Mark. Kreis Warburg. # Sichertshausen, 12. Febr. Im Friedel- Häuser Wald fand die einzige diesjährige Brenn- Holzversteigerung statt. Es hatten sich sehr viele Kauflustige eingefunden. Es wurden je zwei Raummeter folgende Preise erzielt: Buchenscheite 18 Mark, Buchenknüppel 15 Mark, Eichenschelte und Knüppel 12 Mark, Nadelholzknüppel 9 Mark. Buchenreisig kostete je 10 Raummeter 9 Mark, Nadelholzreisig 10 Raummeter 2 Mark. Mark bezahlt. _ ., . . H Daubringen, 12. Febr. In der Gastwirtschaft von Emil Schäfer fand heute die erste diesjährige H o l z v e r st e i g e r u n g aus dem Staatswald statt, zu der viele Käufer aus den benachbarten Orten erschienen waren Es wurden gute Preise erzielt: es kostete Buchenscheit 24 bis 26 Mark, Buckenknüppel 16 bis 18 Mark, Buchenstocke 7 Mark Buchenreiser 4 Mark, Eichenrundscheit und Cichenknüppel 10 bis 12 Mark je Raummeter. wg. Grohen-Buseck, 12. Febr. Der Z i e - genzuchtverein Grohen-Buseck hielt m der Wirtschaft Sommerl ad seine diesjährige Hauptversammlung ab. Vereinsfuhrer Ludwig Scheid begrüßte die Mitglieder und erstattete den Jahresbericht. Er hob dabei hervor, daß der Verein im Geschäftsjahr 1934 sehr gute züchterische Erfolge erringen konnte. Bei den Pranuierungen in Lick, Hungen und Gießen konnte der Verein bei stärkster Konkurrenz 23 erste, 21 zweite und 1 dritte Preise erringen. Ferner konnten ncn oer Prämiierung in Gießen noch 11 Wertgegenstände als Preise nach Hause gebracht werden Imi oer- gangenen Jahre feierte der Verein sein 25^r ges Bestehen. Nachdem der Veremsfuhrer noch über die Reichsfachtagung der Z^enzuchter und Reichs-Kleintierschau m Frankfurt a. M. bericht hatte, erstattete der Rechner Wilhelmi W a g n e r 1. den Kassenbericht, der von den Rechnungsprüfern Karl Wilhelm Wagner und Heinrich Großer 1 . in bester Ordnung befunden wurde. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Zum Schluß dankte der Dereinsführer allen Mitgliedern für ihre wüster- gültige Zusammenarbeit und schloß den Abend mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer. In einer von der Gausilmstelle der RS^-AP. - onftalteten Filmvorführung wurde der Film ""iöinben, 12. Sehr. Der IW Hugo Holler, Sohn des Reichsbahnassistenten Holler von hier, erlitt heute beim Rodeln einen Unfall. Er zog sich einen Oberschenkel- b r u ch zu und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden + Lang-Göns, 12. Febr. Dieser Tage fand im Gemeindehaus die 80. Generalversammlung der hiesigen Viehversicherung s-G e s e l l s ch a f t statt. Direktor Wenzel begrüßte die Teilnehmer, besonders den Ortsgruppenleiter und Bürgermeister sprach der Vorsitzende über das neue Seuchengesetz und behandelte die Bienenkrankheiten wie: Faulbrut, Nosemaseuche und Ruhr. Auch wurde das Thema Wachsgewinnung erörtert. Die Jahresrechnung wurde geprüft und dem Rechner Entlastung erteilt. Der Verein besteht zur Zeit aus 79 Mitgliedern, der Vereinsbeitrag wurde für das laufende Jahr auf 4,50 Mark festgesetzt. Für die Winterhilfe wurden 40 Pfund Honig gestiftet. # Mücke, 11. Februar. Die geplante Errichtung einer Erzwäsche im Zusammenhang mit der Wiederinbetriebnahme bzw. Neueröffnung einer Eisensteingrube beginnt nunmehr greifbare Formen anzunehmen. Als erste Arbeit wird die Verlegung des Anschlußgleises von Bahnhof Mücke aus in Angriff genommen, auf dem das Material zum Bau der Erzwäsche bis zur Verwendungsstelle anrollt. Die Beschaffung des Steinmaterials für den Gleisbau wirkt sich bereits arbeitfördernd in den umliegenden Steinbrüchen aus. # Ober-Ohmen, 11. Febr. Dieser Tage fand hier die Versteigerung des Brennholzes aus den Gemeindewaldungen statt. Es wurden je 2 Raummeter folgende Preise erzielt: Buchenscheite 14 bis 16 RM., Hainbuchenscheite 10 RM., Buchenknüppel 9 bis 11 RM., Hainbuchenknüppel 7 bis 8 RM., Eichenrundscheit 8 bis 10 NM., Eichenscheit gespalten 6,80 bis 9,40 RM., Eichenknüppel 6 bis 8 RM., Kiefernscheite 6,80 bis 8 RM., Fichtenscheite 6 bis 7 RM., Kiejernknüppel 5 bis 6 RM., Fichtenknüppel 4 RM., Kiefernbengelreisig 4 RM., 1 Raummeter Buchenreisig stellte sich auf 50 bis 60 Pf., Hainbuchenreisig notierte etwas geringer. aus feiner zehnbändigen, in einer Mertelmillion Eremplaren verbreiteten Sammlung der Mundart- befte. Niemand brauchte sein Kommen zu bereuen, denn was geboten wurde, waren Proben echten, frischen Humors, untermischt mit sittlichem Ernst n heiterem Gewände, der die aufmerksamen Zuhörer im Innersten packte und zu stärkstem Beifall Iwanq. Dietz verstand es ausgezeichnet, die Versammlung in angenehmster Weise zu unterhalten und ihr einige frohe Stunden zu bereiten. Es war ein genußreicher, echt volkstümlicher Heimatabend. Rach dem wohlverdienten Dank an den Redner wurde der Abend in üblicher Weife geschloffen. Kameradschastsfeier des Ueberlandwerks Oberhessen. T Alsfeld, 9. Febr. Nachdem die Arbeiten zur Umstellung des Stromnetzes in der Stadt Alsfeld von Gleichstrom auf Wechselstrom beendet sind, hatte das U e b e r l a n d w e r k O b e r h e s s e n zu einem Lichtsest in den kleinen Saal des „Deutschen Hauses" eingeladen. Die leitenden Beamten des Uebevlandwerks Oberhessen und die gesamte Ge- solgschaft, die bei den Umbauarbeiten in der Stadt Alsfeld beschäftigt war, hatten sich zu dieser.Feier eingefunden. Die Provinzialverwaltung war durch Provinzialdirektor Klostermann und Provin- z.alrat Vogt vertreten. Ferner waren die Politische Leitung, der Stadtrat und zahlreiche andere Behördenvertreter erschienen. Direktor von Stadler vom Ueberlandwerk Oberhessen betonte in seiner Ansprache zu Beginn der Zusammenkunft, daß mit der Ortsnetzumstellung ein wichtiger Abschnitt in der Entwicklung der Stadt Alsfeld erreicht sei. Der Gefolgschaft, den beteiligten Behörden und Handwerkern dankte er für ihre Mitarbeit. Besonderen Dank stattete der Redner noch der Stadt Alsfeld ab, die mit sicherem Weitblick die große Bedeutung einer modernen Elektri- zitätsverforgung für die künftige Entwicklung der Stadt erkannt habe, die sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten erst voll und segensreich auswirken werde. Der Stadt Alsfeld wünschte er münder und Arbeitgeber) und ist deswegen nicht nur für die Behörden und Schulen, sondern auch für die gesamte Kreisbevölkerung von Interesse. Im folgenden sei das Wichtigste aus ihrem Inhalt in Kürze wiedergegeben: § 1 der Satzung gibt an, wer zum Besuch der Berufs- und Fortbildungsschulen verpflichtet ist. Es sind „alle Reichsangehörigen, nicht mehr volksschulpflichtigen unverheirateten Jugendlichen beiderlei Geschlechts unter 18 Jahren, welche im Schulbezirk beschäftigt oder wohnhaft sind". Den Vorrang hat bezüglich der Schulpflicht, wenn Wohn- und Beschäftigungsort auseinanderfallen, der Beschäftigungsart. Beim Vorliegen besonderer Gründe kann auf einen an den Schulleiter — dies ist regelmäßig der Leiter der Volksschule des Ortes — zu richtenden Antrag durch den Landrat die Erlaubnis erteilt werden, daß an Stelle der Schule am Beschäftigungsort die Schule am Wohnort besucht wird. Für das laufende Schuljahr mußte aus verschiedenen Gründen an einzelnen Orten eine andere Regelung durchgeführt werden: vom nächsten Jahre ab aber soll, was an dieser Stelle schon zur Beruhigung für manche Interessenten mitgeteilt werden kann, die in der Satzung vorgeschriebene Regelung überall durchgeführt werden. Arbeitslosigkeit begründet keine Befreiung von der Schulpflicht. Die Schulpflicht ruht dagegen, solange der oder die Schulpflichtige eine Schule einer der anderen in der Satzung aufgezählten Schularten, z. B. Gymnasium Lyzeum, Bäuerliche Werkschule, anerkannte * Garbenteich, 12. Februar. Der hiesige Schweineversicherungsverein hielt bei Mitglied Peter Becker seine Hauptgeneralversammlung ab. Vereinsführer Wilhelm Kullbach begrüßte die Mitglieder und gab den Jahresbericht für das verflossene Geschäftsjahr bekannt. In seinen weiteren Worten gedachte er der Gründer des Vereins, die im Jahre 1909' mit 43 Züchtern den Verein ins Leben riefen und der nun nach 25 Jahren die dreifache Mitgliederzahl zählt. Im Laufe der Jahre konnte die Versicherung bei vielen Mitgliedern Hilfe leisten und sie vor größtem Schaden bewahren. Allen noch lebenden Gründern dankte er für die Schaffung dieser Einrichtung. Der schon verstorbenen Mitglieder wurde in üblicher Weise gedacht. Kassenwart Schmidt gab die von den Rechnungsprüfern für einwandfrei befundene Jahresrechnung bekannt. Nach der Entlastung des Kassenwartes bestätigte der Vereinsführer den Vorstand in der bisherigen Zusammensetzung und ernannte zu Rechnungsprüfern Ludwig Keßler und Jakob Weigand. Nach Klärung einiger züchterischer Fragen schloß der Vereinsführer mit einem Sieg- Heil auf den Führer die Jubiläumsversammlung. £ Villingen, 12. Febr. Am Sonntagabend veranstaltete das Mandolinen -Orche st er Villingen im Saale von Heinrich Strack einen wohlgelungenen Werbe ab end. Der mit Hakenkreuzfahnen reich geschmückte Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Bürgermeister Zimmer begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und hieß sie herzlich willkommen. In seinen Ausführungen hob er besonders hervor, daß es im Sinne unseres Führers liege, die deutsche Musik und das deutsche Lied zu pflegen und zu fördern. Hierauf ergriff Vor- itzer Paul das Wort und dankte besonders dem Mandolinenorchester Queckborn, das zur Mitwirkung erschienen war. Anschließend sangen die Besucher gemeinsam das Lied „O Deutschland hoch in Ehren". Im Mittelpunkt des Abends tand das gut eingeübte Theaterstück „Das Waldkreuz". Ein flott gespielter, lustiger Einakter sorgte dann für heitere Stimmung unter den Zuschauern. Reicher Beifall belohnte die Mitspieler für ihre guten Leistungen. Die Pausen wurden durch gut vorgetragene Musikstücke des Mandolinenorchesters ausgefüllt. Nach Abschluß des offiziellen Teils spielte das Mandolinenorchester noch zum Tanz auf. Kreis Friedberg. LPD. Bad-Nauheim, 12. Febr. In 17 Zimmer der hiesigen Stadtschule drangen in der vorletzten Nacht Diebe ein. Sie erbrachen ämtliche Pulte und Schränke mit einem Stemmeisen und durchwühlten die Behältnisse. Insgesamt wurde ein Betrag von etwa 30 Mark erbeutet. Kreis Büdingen. > Babenhausen I, 11. Febr. In unserem Orte tritt die Grippe, insbesondere bei alteren Leuten, in ernsterer Form, teilweise sogar mit Lungenentzündung auf. Nach kurzem Äranffein erlagen hier an einem Tage der 74jährige Johannes Ernrich und der 66jahrige Landwirt Heinrich Albus III. der tückischen Krankheit. > Bellmuth, 11. Febr. In der Gastwirtschaft von Heinrich Carl fand eine Sauern- Versammlung statt. Im Rahmen der Erzeugungsschlacht sprach Dr. Orth von der bäuerlichen Werkschule und Beratungsstelle Nidda über das Thema „I u v lehaufzucht und Fütterung". Die ' hen Ausführungen wurden mit großem In, verfolgt. Der Vortrag loste eine allgemeine 2i ache aus. Die Versammlung wurde in der üblichen Weise geschlossen. Wenzel und den Ortsbauernsührer Well. Sodann ehrte er den Rechner der Gesellschaft Heinrich Henrich II., dem für feine 25jährige Tätigkeit als Rechner ein Diplom überreicht wurde. Die Versicherung hatte, wie aus dem Jahresbericht hervorging, ein schweres Jahr zu überstehen, da mehr als 10 v. H. des ganzen Pferdebestandes übernommen und entschädigt werden muhte. Der Rechnungsbericht ließ jedoch erkennen, daß die Viehversicherung nach wie vor gesund dalteht. Die Kasse ist von dem Rechnungsprüfer Wilhelm Euler nach- geprüft und in bester Ordnung befunden worden. Zum Schluß der Versammlung brachte Bürgermeister Wenzel ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler aus. W a tz e n b o r n - S t e i n b e rg, 12. Febr. Der hiesige Gesangverein „Jugendfreund" feierte im überfüllten Saale des Vereinslokals „Zur Krone" fein 47. Stiftungsfest. Vereinsführer Hau- fer VIII. begrüßte die Teilnehmer. Der Chor des Vereins, der unter der bewährten Stabführung von Chorleiter Schleuse (Steinbach) steht, brachte sodann Chöre von Kreutzer, Trunk, Braumann, Lang, Schauß, Moldenhauer usw. zu Gehör und erntete dafür lebhaften Beifall. Musikstücke, von der Kapelle Schleuse gespielt, wurden ebenfalls sehr dankbar ausgenommen. Zum Schluß gelangte noch eine gut einstudierte Operette zur Aufführung. — Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP., Abteilung Rundfunk, hielt dieser Tage im Saale von Georg Sommer einen R u n d f u n k w e r b e- abend ab. Ortsfunkwart Karl Schäfer sprach einleitend von der Bedeutung einer lebendigen Brücke zwischen Staatsführung und Volk, wie sie im Rundfunk gegeben sei. Der Redner des Abends, Dipl.-Jng. Pg. Hanns Seibert vom Reichssender Frankfurt a. M. schilderte den Rundfunk als einen Mittler zwischen Führung und Gefolgschaft, als Künder nationalsozialistischen Kulturwillens und als Bereiter froher Stunden. Zum Schluß forderte er zur Vereinigung aller Rundfunkhörer im Reichsverband Deutscher Rundfunkhörer auf. Im weiteren Verlauf des Abends gelangten verschiedene Tonfilme zur Vorführung. Außerdem wurde ein Volksempfänger verlost. weiteres Aufblühen. Namens des Stadtvovstandes sprach Bürgermeister Dr. Völsing dem Ueberlandwerk seinen Dank für die anerkennenden Worte aus. Die erste wichtige Station auf dem Gebiet der Stromversorgung für die Stadt Alsfeld fei der im Jahre 1922 mit der Provinz Oberhessen abgeschlossene . Stromlieferungsvertrag gewesen, der sich als rich- , tig erwiesen habe. Die zweite Etappe sei die im Frühjahr 1934 beschlossene Sttomversorgung durch -die Provinz Oberhessen. Schon in der kurzen Zeit der Inbetriebnahme des Wechselstromnetzes hatten W- M, fyf ■ ; . M fc. : U /<. <»r- "-’-■ | : Ä & 4 Mrgenfeier des MM. im Berliner Sportpalast. Der Obergau des Bundes Deutscher Mädel veranstaltete am Sonntagvormittag im Berliner Sportpalast eme Werhestunde, an der etwa 15 000 Angehörige des BDM. teilnahmen. Handelsschule, besucht. Von der Schulpflicht befreit sind diejenigen, die nachweisen können, daß sie sich anderswo bereits eine gleichwertige Ausbildung verschafft haben. Der Nachweis bewirkt, daß bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres der Besuch der Berufs- oder Fachschule nicht mehr gefordert werden kann, während in den vorgenannten Fällen des Ruhens die Pflicht des Besuches wieder auflebt, sobald der Grund des Ruhens, z. B. der Besuch des Lyzeums, wegfällt. Infolgedessen wird die Schülerin, die das Lyzeum mit 15 Jahren verläßt, an dem Berufs- oder Fortbildungsschulunterricht bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres teilzunehmen haben. Bei Vorliegen besonderer Gründe kann vom Landrat, in der Stadt Wetzlar vom Bürgermeister, Urlaub für einen längeren Zeitabschnitt erteilt werden. Unwürdige — wegen Verbrechen bestrafte, oder wegen schlechter Lebensführung die Mitschüler gefährdende Jugendliche — können von dem Besuch der Berufsschule ausgeschlossen werden. Die Schulpflicht beginnt mit der Beendigung der Volksschulpflicht und endet „mit dem Ablauf des Schulhalbjahres, das der Vollendung des 18. Lebensjahres vorausgehl." Diese Bestimmung wirkt sich wie folgt aus: Wer in dem Sommerhalbjahr seines letzten Volksschuljahres, also in der Zeit vom 1. April bis zum 30. Dezember — das Sommerhalbjahr umfaßt diesen Zeitabschnitt, das Winterhalbjahr die Monate von Oktober bis März einschl. — 14 Jahre alt geworden ist, ist nach drei weiteren Jahren der Berufs- und Fortbildungsschulpflicht entwachsen, da die zweite Hälfte des dritten Berufs- oder Fortbildungsschul- jabres das Schulhalbjahr darstellt, das der Vollendung des 18. Lebensjahres vorausgeht. Wer im Winterhalbjahr seines letzten Volksschuljahres 14 Jahre alt wird, ist hiernach 3*/2 Jahre lang berufs- oder fortbildungsschulpflichtig. Wer dagegen erst in dem Sommerhalbjahr, das auf die Entlassung folgt, 14 Jahre alt wird, muß nach der Satzung die Berufsoder Fortbildungsschule vier Jahre lang besuchen. Da der Unterricht in den Berufs- oder Fortbildungsschulen aber nur einen Dreijahresplan umfaßt, können diejenigen Schulpflichtigen, die in diesen drei Jahren das Ziel der Schule erreicht haben', durch den Landrat bzw. durch den Bürgermeister der Stadt Wetzlar aus der Schule bereits entlassen werden, bevor ihre Schulpflicht endet. Die Arbeitgeber sind verpflichtet, ihre schulpflichtigen Arbeitnehmer spätestens am siebten Tage nach dem Eintritt in das Arbeitsverhältnis bei der Gemeindebehörde (Bürgermeister, Gemeindeschulze) schriftlich anzumelden und spätestens am siebenten Tage nach dem Austritt schriftlich abzumelden. Falls der oder die Pflichtige in keinem Arbeitsverhältnis steht, obliegt die An- und Abmeldung dem gesetzlichen Vertreter (Vater, Mutter, Vormund des Jugendlichen). Die Arbeitgeber haben die zum Schulbesuch nötige freie Zeit zu gewähren und die Pflichtigen zum pünktlichen und regelmäßigen Schulbesuch anzuhalten. Während der Zeit des Unterrichts oder anderer Schulveranstaltungen dürfen sie nicht dulden, daß die Pflichtigen in ihrem Arbeitsverhältnis beschäftigt werden. Sie haben auf Anfordern Auskunft über Schuloersäumnisse und sonstige Verhältnisse über ihre schulpflichtigen Arbeitnehmer zu geben, auch im Krankheitsfalle dem 'Schulleiter den Grund der Verhinderung anzugeben. Den Schülern obliegen die sich aus einer zweckentsprechenden Schulordnung ergebenden Pflichten, insbesondere die Pflicht, dem Klassenlehrer unverzüglich ihren Wohnungs- und Arbeitswechsel, sowie jeden Wohnungswechsel ihres Arbeitgebers und ihres gesetzlichen Vertreters (Vaters, Mutters, Vormunds) anzuzeigen. Wer gegen die durch die Satzung begründeten Pflichten verstößt, kann durch die Polizeibehörde in Strafe genommen werden (Geld- und Haftstrafen). Gegen die Schüler und Schülerinnen können auch Schulstrafen (Verweise, Nachsitzen, Schulhaft) verhängt werden. Auch ist von den Schulpflichtigen zu beachten, daß ein Antrag auf Entlassung aus der Fortbildungsschule nach Ablauf von drei Schuljahren in den Fällen, wo die Schulpflicht nach der Satzung 3‘/2 oder 4 Jahre dauert, keine Aussicht auf Erfolg hat, wenn sie sich durch schlechtes Betragen oder mangelnden Fleiß der Vergünstigung unwürdig gezeigt haben. Alle diejenigen, denen die Satzung Pflichten auferlegt, werden ermahnt, in ihrem eigenen Interesse diese Pflichten peinlichst genau zu erfüllen. Schulleiter, Lehrer und Ortspolizeibehörden sind angewiesen, unnachsichtig Verstöße durch Strafen zu ahnden. Die Berufs- und Fortbildungsschulen sind nicht nur Lernschulen, sie sind auch ein wichtiges Erziehungsmittel der Jugend im nationalsozialistischen Staate. Hierdurch wird die Bedeutung, die einer straffen Schuldisziplin zukommt, ersichtlich. Eltern und Arbeitgeber sollen die Schulen in ihrer Erziehungsaufgabe unterstützen. Mit der Einrichtung von Mädchenfortbildungsschulen im Kreise Wetzlar und der einheitlichen Regelung der Berufs- und Fortbildungsschulpflicht für den ganzen Kreis ist bereits ein großer Schritt in dem Neuaufbau des gesamten Berufs- und Fortbildungsschulwesens des Kreises getan. Weitere wichtige Schritte werden folgen und find bereits vorbereitet. Auch hierüber soll die Oeffentlichkeit unterrichtet werden. Büchsrtisch. — D i e fliegende Nation. Von Thiede und S ch m a h l, ein geborener Friedberger. Mit 33 Abbildungen. Kartoniert 3,80 Mark. In Ganzleinen 4,80 Mark. Union Deutsche Verlagsgesellschaft Zweigniederlassung Berlin SW 19. — (619) —- In diesem Buche bieten ein hervorragender Berufsflieger und ein bekannter Schriftsteller, der u. a. das Buch „Der Aufstieg der nationalen Idee" geschrieben hat, mitten aus der fliegerisch unsicheren Gegenwart heraus einen erschöpfenden Einblick in die Gesamtluftfahrt mit all ihren Fragen, Möglichkeiten und Zielen. Daraus wird ein ganz neues Weltbild entwickelt. Wir atmen Neuluft und gewinnen grundlegende neue Gesichtspunkte für die kommende Lebensgestaltung. Nichts ist an dem Buche Dichtung oder Roman. Es liest sich aber so. Gerade das macht es zu einer ganz neuartigen und anregenden Fachlektüre für Beschwingte und einer ungewöhnlich spannenden Orientierungsgabe für Nichtbeschwingte. Das Buch bedeutet jetzt, wo Luftfahrt, Lufteroberung und Luftschutz im Begriff stehen, Allgemeingut zu werden, eine Notwendigkeit. — „D a s eherne Gesetz." Ein Buch für die Kommenden. Von Werner Beumelburg. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg i. O. Gebd. 4,80 Mark. — (179) — Eigenartig berührt das Wiedersehen mit den vertrauten und fast schon legendär gewordenen Gestalten der „Gruppe Bosemüller". Wie Beumelburg seinerzeit jenen unpathetischen Typ des deutschen Frontsoldaten nachschuf, wie er ihm seinen Platz in der „Gruppe" gab, wie er höchster Wahrhaftigkeit und männlicher Tugend Gestalt verlieh und so zur klassischen Prägung eines Begriffs gelangte, der einer ganzen deutschen Generation Mahnung und Ansporn wurde, so führt der Dichter Personen und Begriff jetzt weiter bis in die Gegenwart hinein und bis zu jenem „ehernen Gesetz", das den Kommenden Gültigkeit sein wird. Unerbittlich und hart sind die Ereignisse, denen die Menschen dieses Buches unterworfen sind, und sie werden von einem Heroismus beherrscht, der jenseits aller Phrase steht. „Viele sind berufen zu kämpfen, wenigen ist es erlaubt sich zu opfern, wer aber den Sinn des Opfers begriffen hat, der muß es auch tun", sagt der junge Paul Esser, und es ist ihm, als warteten sie alle auf den, der vor die Reihen hintrete, mit gebreiteten Armen die Bündel der feindlichen Speere umfasse und sie hineindrücke in die eigene Brust. Werner Beumelburg selbst ist zwischen den Ereignissen der „Gruppe Bosemüller" und denen des „Ehernen Gesetzes" fünfzehn Jahre älter geworden. Wurde die „Gruppe Bosemüller" sein persönlichstes Buch genannt, so ist das „Eherne Gesetz" das persönlichste und reifste zugleich, ein Werk des Heroismus und der Menschlichkeit, ein Wegweiser jener Gesinnung und jener Lebenshaltung, die der kommenden Generation Ziel sein müssen und die sich als die Bogen einer gewaltigen Brücke von den Trichterfeldern über das Heute in die Zukunft des Reiches wölben. Svreckstnnden her Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Zamstagnach- mitlag geschlossen. Statt Karten Ihre Verlobung geben bekannt Gießen, Aulweg 58 Hornung 1935 Krefeld, Gneisenaustraße 80 841 D Gießen (Diezstraße 13), 12. Februar 1935. Die Beisetzung erfolgte in der Stille. Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. 846 D 845 L> 2323 A renzeichen ul 2iO(6IüffC von 3 bis 20 v. 6. erhalten Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Anzeige V- Hede Horn Karl Kiefer Studienrat Am Sonntag früh folgte ihr im Tode nach unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Philipp Schaefer Witwe, geb. Nicolai im 87. Lebensjahr. Lieferungsvergebung. Die Lieferung des Bedarfs an Bulker, Milch. Fleisch-, Wurst- und Backwaren für das Rj. 1935 sowie des Bedarfs an sonstigen Verzehrungsgegenständen und an Reinigungsmaterial für die Zeit vom 1. 4. 1935 bis 30. 6. 1935 (Verlängerung des Vertrages von Vierteljahr zu Vierteljahr bis zum 31. März 1936 ist bei im Wettbewerb festgestcllter preiswerter Lieferung nicht ausgeschlossen) soll für die Universitätskliniken in Gießen vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen für Verzehrungsgegenstände können an Werktagen von 10 bis 12 Ufjr (außer Samstags) bei der Verwaltung der Universitätskliniken, Klinikstraße 32, 1. Stock, Zimmer 5/7, diejenigen für Reinigungsartikel Zimmer 10 eingesehen, die Bedarfslisten gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst bezogen werden. Angebote und Warenproben sind getrennt, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an die obige Verwaltung bis Mittwoch, den 6. Mär; 1935, 10 Uhr, einzureichen. 843D Zum gleichen Termin sind die Angebote über das anfallende Gefpül einzureichen. Eröffnung der Angebote für Verzehrungsgegenstände 10 Uhr, für Reinigungsartikel \i% Uhr. Zuschlagsfrist bis zum 20. März 1935. Oie Verlobung ihrer Tochter Hede mit Herrn Studienrat Karl Kiefer beehren sich anzuzeigen Oberzollrat August Horn und Frau Lina geb. Anhäußer IflW s* AlilliMoir abmgeb Bestell erb. wir P Postk. Damplsägewcrk Lollar B.NuhnA.G., Lollar. In tiefer Trauer: Familien Schaefer und Kinzenbach. und zum Bauen Bbermann Vermeiden Sie den „Waschtag“ MangelwäschePfd.25r,i Naßwäsche... Pfd.18^ (Trockengewicht) Großwäschere Edelweif Gießen 59d Ruf 3487 wer will im Frühjahr ein Zahrraö kaufen H Schreiben Sie uns, wir machen Ihnen einen Vorschlag, der Sie begeistert. E. II. P. Stricker, Fahrradfabrilc Brackwede—ßleleldd 824 Am Samstag abend entschlief nach kurzer Krankheit unsere innigst- geliebte Schwester, Schwägerin und Tante Fräulein Mathilde Schaefer im Alter von fast 60 Jahren. Mercedes Mk. 182.- schonf.montl. M.7.90 FranzVogliCo., Ciießen Selters weg 44 i7«6a Heute nachmittag 4% Uhr verschied nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Urgroßvater und Onkel Kasper Walther im Alter von 91 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Luise Walther, geb. Sommeriad. Beuern, den 11. Februar 1935. Die Beerdigung findet Donnerstag, 14. Februar, nachm. 2.30 Uhr statt. Illlllllllllllllllllllllllllll Schellfische o.Kopf Pfd.0.38 Seelachs, Kabeljau o.Kopf Pfü.v.20 M Pfund 0.30 H.0.45 M. Kalbfleisch Tel. 3685. 852O Illlllllllllllllllllllllllllll Vogtsche Privat-Handelsschulen Gießen / Herborn, Dienstag morgen 4 Uhr entschlief nach langem Leiden unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater Urgroßvater, Bruder und Schwager Konrad Seth im 90. Lebensjahre. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Ludwig Seth. Großen-Linden, den 13. Februar 1935. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. Februar nachm. 3‘/2 Uhr, vom Trauerhaus Bahnhofstr. aus statt HMiiimijriij-ii ■! ii imii ■ 11 l__... . , 1 ‘ > 7 Das JiufmbeUen und Jleu fier stellen von Federbetten JKatratzen tfteppdecfcen übernehmen preiswert und sorgfältig f. Kskr & €o. 842 A Donnerstag, den 14.Febr. 1935, nachm. 2 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Bersteigerungs-Lokal im Löwen, Neuenweg 28) zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Registrierkasse, 1 Kassenschrank, 5 Schreibmaschinen, 4 Sessel, vier 1. Teppich, fünf 1 Ehanelongue, eine Kautsch, 3 Grammophone, 1 Korb- garnttur, 4 Warenschränke, 2 Re- 1 Iagdbild, zwei Bücherschränke, 3 Büfetts, 1 Kredenz 1 Radwanlage, 1 Bohner, 1 Staubsauger, 1 Backofen, 1 Eis- foniernator, 1 Kleiderschrank, ein Vertiko, 1 Rauchtisch,1 Glasschrank. 1 Perwnenwagen, 30 Flaschen ^blallPutz,20 n"Nein, er ; fcÄ Ws Ä d-- 'S« «Ä s, feÄ % ) N MH W WHWMD ■SSR J&i'r'S'-’«»^: W W^W D-:> r/ iM 'M V yu opferr n hat, be Esser, un ", der do lrmen bi id sie hin Gesetzes ' „Grupp mannt, s und reiss! ■X Mensa unb jene ■Qtion Zii ner gemal das heu! (er, iHiW) s Rj.M ungsgep r die Zei qerung he ir bis 3UI sestgestcllte in) sollst ien werde! 10 bis ig der 11 i, Zimr zimmer tattung rennt D( ft oerA ien 6> Qngsge! 4 Uhr. -S* -8, der u 'n Äee" tos< ,ni nt15 «"b „ 'M bQ" d,» J,Qf)er iöi ’9en unj Unh| einer •9Qbe »0^1, ^-°egq 'Oimendig, ch für t, /K Gei. sebb. 48a 5 hiebet. . iegendäi kmiiüer* Fetischen t wie ei 'erhöch. d Gestatt eines ien Tene führt bei er bis h Mittwoch, l?. 8ebruar 1955 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr.57 Viertes Blatt Ser Schauplatz des Lawinen-Unglüüs von Et. Anlönien Handball im Gau XII (Lahn Dillkreis) Staffel II. Unentsch. Verl. Tore Pkte. Gew. 0 119:31 19:1 55:54 14:4 Staffel III. Unentsch. Verl. Tore ©JtXfpoi:! der Wetzlar konnte Ueberlegenheit erwuchs der allem Unentsch. Verl. Tore die Heuchelheimer? Leistung Unentsch. Verl. Tore und Holzheim kamen hier die 2. Mannschaft des To. — Tv. Heuchelheim Tv. Dutenhofen am Nachdruck verboten! 5. Fortsetzung Professor nach, der habe ich die aber auf mehr haben. 0 0 0 1 3 5 5 8 10 47:25 30:33 42:45 32:48 1 3 4 4 7 9 74:47 60:34 63:56.12:8 59:62 10:10 53:79 5:15 26:56 2:18 3 2 1 1 0 1 0 1 2 3 68:38 45:46 45:31 35:34 17:30 22:36 Tv. Garbenheim Tv. Wetzlar II Tv. Dutenhofen To. Nauborn Tv. Cleeberg To. Erda 1 0 0 2 1 0 Gleichwertiges Können Mannschaften. Krofdorf noch nicht recht mit. 1 3 3 4 Pkte. 18:2 14:6 10:10 10:10 4:16 0:20 Pkte. 6:2 4:4 2:6 Gew. 8 7 6 4 2 1 17:9 12:11 14:5 1 0 1 1 3 2 Spiele 9:7 5:13 5:15 4:16 2 3 6 6 7 aus, Burg-Gemünden Alsfeld 44:39 64:89 56:89 34:58 Gew. 4 3 2 2 Können Heuchelheim Lützellinden Münchholzhausen Niedergirmes Holzheim Krofdorf Pkte. 17:3 14:6 daß der Sieger sich wohl Dienstag noch in der Luft befindet. Die Meldeliste zeigt die erfolgreichsten deutschen Ballons mit ihren Führern, wobei Westdeutschland besonders stark vertreten ist. Da der Rauminhalt der Ballone zwischen 1600 und 2200 Kubikmeter schwankt, führte man entgegen den Bedingungen zum Gordon - Benett - Wettbewerb eine Neuerung ein. Man schritt nämlich zur Klasseneinteilung der Ballone und stellte die größten, also die leichtesten Ballone den kleineren insofern gleich, indem man die großen Ballone durch einen Ballast handicapt, der nicht ungerührt werden darf. Somit haben alle Ballone gleiche Chance. • Mtv. Gießen II Grüningen Hausen Hochelheim II Das bessere deutlich nahe, ohne jedoch die beständigere Mannschaft zu gefährden. Garbenheim dürfte vor allem, als die kämpferisch beste Mannschaft, zu Recht auf dem ersten Platz stehen. Gut hielt sich Dutenhofen und Nauborn. Erda hat an Spielstarke eingebüßt. Tv. Dorlar To. Wißmar Tv. Launsbach To. Lollar Tv. Ruttershausen Tv. Staufenberg Hier stehen noch ' S t a f f e l V. Gew. Unentsch. Verl. Tore Pkte. 7:3 6:6 5:7 4:8 8. Kapitel. Im Schloß angekommen, führte Helma ihren Gast sofort in die Bibliothek. Die Bibliothek war eiy ovaler Raum, der von oben bis unten mit Büchern in eingelassenen Regalen bedeckt war. Die besonders wertvollen Bücher standen, peinlich genau sortiert, in Extraschränken hinter Glas. Der Detektiv ging, immer im Schritt des alten Professors, die Reihen entlang und sah aufmerksam auf die Buchtitel, die auf den goldglänzenden Rücken der Bücher verzeichnet waren. interessiert die seltenen Gewächse, die hier zu sehen waren. „Wirklich — sehr viel Arbeit steckt hier in dem allen!" meinte er anerkennend. „Viele der Pflanzen kenne ich aus meinen Reisen in verschiedenen Erdteilen. Daß sie hier gedeihen, ist ein Kunststück." Und er begann Helma einen großen und weitschweifigen Vortrag über naturwissenschaftliche Angelegenheiten zu halten, wobei er auch auf diesem Gebiet für Helma geradezu staunenswerte Kenntnisse entwickelte. Nur war es ihr seltsam, daß er gegen seine sonstige Gewohnheit sehr laut und sehr umständlich sprach, wobei er wie in Gedanken immer wieder an irgendeiner Stelle der Anlagen Haltmachte und im Eifer des Gefechts sogar von einigen immergrünen Bäumen ein paar Spitzen abriß. Aber so groß sein Interesse bisher gewesen, so schnell schien es zu vergehen. „Ich glaube, nun können wir wieder zuruck- gehen", meinte er, „sofern es Ihnen recht ist, gnädiges Fräulein! Sonst vergesse ich über der Bewunderung Ihres wirklich sehenswerten Parkes noch den'Hauptzweck meines Kommens: die Besichtigung der Bibliothek. Ich möchte von dem spanischen Gelehrten auch noch beraten werden, was man eventuell erwerben soll." Sie gingen gerade an der Südmauer des Parkes entlang, die in Augenhöbe gezogen war und einen Blick auf die daneben pch hinziehende Landstraße freigab. Da hörten sie das Geräusch eines Motors und Gew. 9 7 5 5 2 0 „Hier in diesem Schrank muß das interessante Werk stehen, das ich mit Herrn Doktor de Sanzo besprach", sagte er. Helma staunte: „Wie gut Sie Bescheid wissen, Herr Professor!" „Nun, das ist doch keine Kunst, gnädiges Fräulein, man braucht doch nur nach den verschiedenen Epochen zu gehen. Ich kann Ihnen sogar genau die Stelle bezeichnen, wo das Werk stehen muß ..." Er sprach nicht weiter, sondern sah erstaunt auf eine Lücke in der glänzenden Bücherreihe. „Da müßte es stehen — aber es steht nicht da." Helma folgte seinem ausgestreckten Finger: „Wirklich, es fehlt. Nun, Herr Doktor de Sanzo wird es gelesen und irgendwo anders hingestellt haben. Sie können ja inzwischen die Bibliotheksliste prüfen, die hier im Schreibtisch liegt." „Ach nein", sagte Hopman schnell, „es liegt mir wirklich sehr viel daran, dies eine Buch in die Hände zu bekommen. Vielleicht kann man den Doktor bitten, herunterzukommen." Ganz gegen seine sonstige höfliche Gewohnheit drückte er, ohne Helma weiter zu fragen, schnell auf die Klingel. Das Stubenmädchen Fanny erschien bald darauf. „Ach bitte", sagte Hopman in dem freundlich brümmelnden Altmännerton, „könnten Sie Herrn Doktor de Sanzo wohl bitten, sich hierher in die Bibliothek zu bemühen? Ich hätte ihn gern wegen der verschiedenen Sachen hier um Rat gefragt." Das hübsche Mädchen schrak ohne jeden Grund zusammen. „Herr Doktor ist ..." stammelte sie, dann wurde sie plötzlich sehr rot. „Jawohl", sagte sie schnell und ging leise hinaus. Hopman sah ihr mit einem merkwürdigen Blick nach. „Ihre Zofe scheint eine nervöse junge Dame zu sein", bemerkte er. Helma nickte: „Ja, seit dem Tode meines lieben Onkels ist sie ganz verwandelt; der Schreck muß ihr mächtig zugesetzt haben. Sie war vorher ein so lustiges, fröhliches Menschenkind und ist jetzt immer gedrückt und still, fast mürrisch." „Na, vielleicht hat sie Liebeskummer", meinte Hopman, „das verändert den Charakter." Er ging, die Hände auf dem Rücken, in der Bibliothek umher. Helma hatte sich in einem der tiefen Ledersessel niedergelassen, die auf vergoldetem Leder das Wappen der Herren von Gernsheim zeigten. Wehmütig gingen ihre Gedanken zurück in eine Zeit, in der sie hier mit dem Onkel zusammen gesessen und mit ihm gearbeitet hatte. War er doch gewohnt, sie als seine Sekretärin mit Diktaten und anderen Arbeiten zu betrauen. Wie gern hatte sie alles geran, um dem geliebten Pflegevater in jeder Hinsicht eine Hilfe zu sein. Auch ihr junger Geist hatte sich durch diese Be- ichäftigungen gebildet, und sie hatte Interessen be- 4:7 (1:4). Die Gäste boten eine gute Leistung, was auch von der Platzmannschaft gesagt werden muß. Nachdem die erste Hälfte mehr oder weniger von den Gästen überlegen durchgeführt wurde und auch 9 7 4 2 1 1 Zwei Oie vorläufigen Schluß-Tabellen der Kreisklaffen. Tv. Hochelheim Tv. Hörnsheim Tv. Atzbach Tv.Gr.-Rechtenk To.Dornholzhau Tv. Krofdorf Spv. 05 Wetzlar Die Besetzung der Plätze ist nur als vorläufig anzusehen. Mit Hochelheim wurde die beständigste Mannschaft Meister. In den bevorstehenden Aufstiegspielen wird sie die Staffel würdig vertreten. Eine überaus gleichmäßige Leistungsverteilung finden wir bei den nächsten Mannschaften Hörnsheim, Atzbach und Groß-Rechtenbach. Daß Dornholzhausen und Krofdorf ebenfalls nicht schwächer sind, haben die Mannschaften in der Runde bewiesen. Spv. 05 Heuchelheim Holzheim Albach VfB. Reichsbahn Lang-Göns sich nicht durchsetzen. Staffel II. den jetzigen Stand keinen Einfluß Dorlar dokumentiert deutlich seine Ueberlegenheit durch das großartige Torverhältnis. Der zweite Platz ist gleichfalls schon fest an Wißmar vergeben, während Launsbach den 3. Platz sicher hat. Die drei weiter folgenden Mannschaften der hinteren Tabelle sind sich ziemlich gleichwertig. blickten unwillkürlich auf. In rasender Fahrt fuhr ein Auto an ihnen vorüber, in dem hinter den noch geschlossenen Scheiben eine zusammengeduckte Gestalt saß. „Der hat's aber eilig", meinte der Auf das Dorf St. Antönien im schweizerischen Kanton Graubünden ging von dem 2400 Meter hohen Kühnihorn eine mächtige Lawine nieder, die zwei Gehöfte völlig zerschmetterte und ihre Bewohner unter Haustrümmern und Schneemassen begrub. Sieben Menschen fanden so den Tod. schäft kämpfte aber unverdrossen. Preisklasse II. Staffel I. Nach anfäyglich klarer , Heuchelheimer Mannschaft in Holzheim ein nahezu gleichwertiger Gegner. Trotzdem muß man den Meister als die beste Mannschaft ansehen. Holzheim erkämpfte sich einen sicheren zweiten Platz überlegen vor Albach. Albach ist recht unbeständig geworden. Die Mannschaft des VfB. Reichsbahn vermochte in den ersten Spielen der Runde nicht zu überzeugen und kam erst im letzten Teil mehr zur Geltung. Langgöns griff erst spät in die Spiele ein und litt unter der längeren Pause. Die Mannlächelnd. Helma sah noch einmal dem Wagen schon in einer Staubwolke verschwand. „Komisch", sagte sie, „diesen Wagen früher nie hier in der Gegend gesehen. Wir kennen doch alle Automobile hier aus der Nachbarschaft — aber dies ist mir fremd. Es kommt in den letzten Wochen so oft hier durch — und immer in gleich rasender Fahrt." „Vielleicht ein Geschäftsreisender, der hier den Kreis abgrast", was Hopmcms Antwort. 0 0 0 0 0 0 vollbrachte einen gefährlichen Sturm besitzt. Kreisklasse III. Helma lächelt. Kriminalroman von Klothilde von Stegmann. Urheberrschtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). Homberg Die Gruppe hat in Burggemünden eine Mannschaft von beachtenswertem Können, die vor Mit zwei Arbeitstagungen in Marburg Samstag und in Friedberg am Sonntag fand die Eine gute . , , , , Mannschaft, indem sie als Kreisklassenverein die nächstfolgenden Gegner der Bezirksklassenvereing recht klar abhängen konnte. Die Mannschaft wird in der höheren Klasse sicher ihren Mann stellen, verraten die folgenden Anfangs führend, kam . . . Wetzlar im letzten Teil der Runde Garbenheim be- „Das ist es allerdings, Herr Doktor Hopman! Aber ich habe mir gedacht, daß Sie mit allem schon einen bestimmten Zweck verbinden werden. Haben Sie irgendeinen Verdacht?" „Den habe ich!" versetzte der Detektiv. „Aber seien Sie nicht böse, wenn ich noch nichts erkläre. Ich bin immer dafür, die Fäden erst richtig in der Hand zu haben, ehe ich sie aufzeige." Er nahm hastig seine Brille vor die Augen, und seine Gestalt fiel wieder zusammen. Denn in der Ferne sah man einen Mann in einer Baumkultur arbeiten. , , _ ... Ach das ist Charles! meinte Helma. „Er ist nämlich nicht nur Diener, sondern auch Gärtner für die Treibhaus- und Pflanzenkulturen, wahrend ein anderer Gärtner wieder andere Obliegenheiten hat. Das Besitztum meines Onkels ist so groß, daß wir viele Gärtner beschäftigen müssen. Da mein Onkel aber sehr sparsam war, so verlangte er von den Gärtnern, daß sie auch noch andere Dienste versehen. Der eine zum Beispiel ist Gartner- Chauffeur, der andere, wie Charles, Gartner und Diener bei meinem Onkel gewesen. Er serviert auch, wenn Gäste da sind." „Ein sehr vielseitiger Mann, dieser Herr Harles. Haben Sie ihn schon lange? Ist er ein Engländer oder hat man ihm den Namen Charles nur so gegeben?" ... . , —. . „Nein, er ist wirklich ein Engländer. Mein Onkel nahm ihn in Kairo in Dienst, weil fein eigener Diener aus Familienqründen heimkehren mußte. Dieser Charles ist wirklich außerordentlich geschickt. Vor allem hat er Kulturen ausländischer Pflanzen angelegt die sonst hier in unserem Klima sehr schwer gedeihen. Er hat eine glückliche Hand. Wollen Sie sich die Anlagen einmal ansehen? „Gern?" Charles, der Diener, arbeitete mit Gartenschere und Geräten, als die beiden herankamen. Er war jetzt nicht in der Dienerlivree, sondern trug eine leichte Arbeitskleidung, wie sie für Gartenarbeiten zweckmäßig ist. Mit freundlichem Gruß schlürfte der Professor an ihm vorbei und sagte: „Lassen Sie sich nicht stören, wir wollen nur einmal hier Ihre schönen Anlagen besehen!" Charles verbeugte sich und fuhr in seiner Arbeit fort. Langsam schlenderte der Professor neben Helma durch die Wege, die zwischen den kleinen Bäumchen und Pflanzen angelegt waren. Er hielt hier unb da inne, beugte sich nieder und betrachtete _________ _ . Gießener setzte sich sicher durch und holte sich überlegen die Spitze. In den letzten Spielen kamen allerdings die folgenden Mannschaften gut auf, und hauptsächlich Hausen und Grüningen zeigten dann gute Leistungen. Hochelheim II hielt sich ebenfalls recht gut. Schachgroßwettkampf Siegerland — Gießen. In Dillenburg wurde an 16 Brettern zwischen den Schachvereinen „Groß-Schachverein Siegerland" und „Schachklub Gießen 1858" ein Wettkampf ausgetra^n, an dem etwa 40 Personen teil5 nahmen. Die iJTiben Gegner hatten in früheren Jahren wiederholt Kämpfe ausgetragen, die stets zugunsten von Gießen endeten. Diesmal behielten die Siegerländer mit 12:4 Punkten die Oberhand. Nur drei Partien standen für Gießen günstig, davon endeten zwei remis, während die dritte von Gießen gewonnen wurde. Eisschießen im Gießener Eisverein. In Aschaffenburg sanden am Sonntag die Süd- westdeutschen Meisterschaften im Eisschießen statt. Hierzu trat der Gießener Eisverein mit seiner ersten Mannschaft an, die auch den Titel zu verteidigen hatte. Gießen hatte in Aschaffenburg den schärfsten Gegner und verlor das Spiel im letzten Gang durch ausgesprochenes Schußpech und mußte noch Kronberg den 2. Platz überlasten. Dafür konnten sich die Gießener am Einzelschießen schadlos halten. Die Meisterschaft gewann Pfeffer mit 16 Punkten und Schonebohm kam mit 12 Punkten bei Punktgleichheit mit dem 3. auf den 4. Platz. Leichtachletikführer-Tagungen in Marburg und Friedberg. kommen, die junge Mädchen ihrer Kreise sonst nicht so leicht erwarben. Nun saß sie hier und vielleicht bald zum letzten Male. Vielleicht wurde wirklich dieser schöne Bibliotheksraum zerstört, wenn Horst mit seinen Bücherkisten ankam und Platz schaffen mußte. So hing sie ihren Gedanken nach und beobachtete nicht, daß Hopman immer wieder seine altmodische große Uhr zog und dann nach der Tür blickte. Es war schon eine geraume Zeit verstrichen, seit das Stubenmädchen Fanny die Bestellung an den spanischen Doktor de Sanzo ausgerichtet. Endlich hörte man zögernde Schritte draußen auf dem Gang vor der Bibliothek. Aber statt des erwarteten spanischen Gelehrten erschien Fanny. Sie hatte die Augen niedergeschlagen, und ihre Stimme zitterte, als sie leise meldete: „Ich kann Herrn Doktor de Sanzo nicht finden. Ich habe überall nachgesehen. Der Diener Fritz sagte mir, daß der Herr Doktor in Touristenkleidung und mit Rucksack fortgegangen ist. Er hätte geäußert, er wolle den schönen Herbsttag noch zu einer Wanderung auf die Gernroder Kuppe benutzen und würde erst in der Nacht zurück sein. Er hätte angenommen, daß das gnädige Fräulein auch Verschiedenes mit Herrn Professor Schröder zu besprechen habe, und hätte nicht stören wollen." „Nun, dann kann man es nicht ändern. Ich werde mich auch so in der Bibliothek zurechtfinden", sagte der Professor Schröder gleichmütig. Das junge Mädchen verschwand. 9. Kapitel. Kaum aber war sie hinaus, da ging mit dem Professor eine eigentümliche Veränderung vor. Er riß sich die Brille ab — in seinen Augen war ein stahlhartes Leuchten. Schweigend setzte er sich an den Tisch, trennte ein Papier aus seinem Notizbuch, auf das er hastig eine Reihe Worte schrieb. Dann nahm er ein zweites Blatt und schrieb nochmals. „Gnädiges Fräulein", fragte er leise, „wie lange fährt man mit einem Auto zur Bahnstation?" „Eine halbe Stunde braucht man." „Dann hat das Auto, das wir am Park entlang fahren sahen, den Zug in die Hauptstadt erreichen wollen. Tun Sie mir einen Gefallen, gnädiges Fräulein, und lassen Sie mir ein Telegramm durch Fanny befördern." „Aber gern!" sagte Helma verwundert und schellte wieder. — Bald darauf erschien Fanny; sie warf einen scheuen Blick auf Helma und dann auf den alten Herrn, als erwarte sie irgend etwas. Aber Hopman, nun ganz wieder Professor Schräder, sagte harmos: „Liebes Kind, wollen Sie mir bitte diese De- vesche mit Erlaubnis des gnädigen Fräuleins schnell zur Post heruntertragen? Ich werde Sie Ihnen vorlesen, denn am Ende findet sich der Postbeamte in meiner Schrift nicht zurecht." (Sortierung folgt!) ballon-Meisterschaft soll erstmalig im Rahmen einer großen Veranstaltung der Versuch gemacht werden, in einer recht ungünstigen Jahreszeit an Ballon und Führer größte Anforderungen zu stellen. Die-se Erschwerung der Konkurrenz wird ohne weiteres zu der gewünschten Auslese unter den deutschen Freiballon-Fliegern führen. Der Sieger des Darmstädter Wettbewerbs darf ohne weiteres am diesjährigen Gordon-Benett-Rennen, das wie nun feststeht, wieder in Warschau gestartet wird, teilnehmen. Als Mindestforderung zur Erringung des Meistertitels ist eine Strecke von 750 Kilometer zurückzulegen, oder bei Windstille 20 Stunden in der Luft zu bleiben. In Teilnehmerkreisen rechnet man damit, | vom Gau fach amt für Leichtathletik durchgeführte Neuorganisation im Gau XII Nordhessen ihren Ab- | schluß. Höhepunkte der Wettkampfzeit 1935 werden vier Veranstaltungen bilden: 2. Juni: Olympiaprüfungen in Kastel: 30. Juni: Olympiaprüfungs- Wettkämpfe des Nachwuchses in Marburg; 7. Juli: Gaumeisterschaften in Kassel; 21. Juli: Deutsche Juniorenmeisterschaften in Kassel. Zugendfußball im VfB./R. Am Sonntag weilte die erste Jugend der Sportfreunde Wetzlar bei der Jugend von VfB. zu Gast. In der ersten Halbzeit waren die VfBer die weitaus Besseren und konnten dank guter Zusammenarbeit eine 3:0-Führung erringen. Nach der Pause kam Wetzlar stark auf und erreichte noch ein verdientes Unentschieden 3:3. Die zweite Jugend wartete vergebens auf die erste Jugend von Lollar. Oie deutsche Freiballon-Meisterschaft. Wettbewerb um die Teilnahme am Gordon-Benett-Rennen 1935. Am kommenden Sonntag wird in Darmstadt die Deutsche. Freiballon-Meisterschaft zum ersten Mal ausgetragen. Das Meldeergebnis von 18 Ballonen, wovon allerdings zwei als Postballone außer Konkurrenz starten, wurde bisher von keinem in- oder ausländischen Wettbewerb erreicht. Bisher war es unseren deutschen Amateur-Ballon- sliegern nie gelungen, in einem ausländischen, oder gar beim Gordon-Benett-Wettfliegen erfolgreich ab5 i Zuschneidern Und hier liegt die Bedeutung des ! Darmstädter Wettbewerbs: Mit der Deutschen Frei- kreisklasse I. Staffel I. Gew. Unentsch. Verl. Tore Pkte. 9 0 3 80:48 18:6 6 2 4 72:67 14:10 6 1 4 54:49 13:9 h 4 3 3 56:59 11:9 i 6 0 6 47:56 12:12 4 2 5 80:81 10:12 1 0 10 40:73 2:20 Gew. Unentsch. Verl. Tore Pkte. 7 0 1 60:27 14:2 6 0 2 66:28 12:4 4 0 4 36:39 8:8 2 1 5 36:53 5:11 0 1 7 15:54 1:15 will zur Neugestaltung des Reiches, das aus einem lebhaften kulturellen und wirtschaftlichen Austausch seiner einzelnen Gaue seine Lebenskraft zieht. lieber die wirtschaftlichen und ideellen Grundlagen und den Aufbau dieser Ausstellung berichteten am gestrigen Dienstag in einer Pressebesprechung die Mitglieder der Ausstellungsleitung, Dr. Niecz, Direktor P a q u 6 und Dr. Schnorr. Gleichzeitig wurde die Werbeschrift oorgelegt. Auf der ersten Umschlagseite finden wir das von Ferdinand Hofmann entworfene Plakat, das eine symbolische Zeichnung der Rhein-Mainischen Landschaft mit ihrer vielseitigen Bodengestaltung und ihrer mannigfaltigen Wirtschaft darstellt. Rhein und Main umklammern diese Landschaft, die im Vordergrund durch charakteristische Industriebauten abgeschlossen wird, während das Zahnrad, das Symbol neuer Arbeitsgesinnung, die Landschaft überstrahlt. Die Ausstellung wird das gesamte Festhallengelände, soweit es zu Ausstellungszwecken benutzt wird, also die Festhalle, das „Haus der Moden", tue „Westhalle C" und das „Haus der Technik" umfassen. Daneben wird auch das Freigelände hinzugezogen werden. zahlenmäßig den richtigen Maßstab brachte, wurde der Kampf nach der Pause ausgeglichen. Dutenhofen kam stark auf und bot dem Gegner hartnäckigen Widerstand. Beide Gegner kamen noch zu jeweils drei Toren. In der B e z i r k s k l a s s e kamen die zwei angesetzten Spiele zwischen Tv. Lützellinden — Tuspo. Marburg und Kurhessen Marburg — Mtv. Gießen Infolge Nichtantretens der Gastmannschaften nicht zur Durchführung. Die Punkte gingen kampflos an die Gegner über. Kurze Gportnotizen. Der erste Fußball-Gaumei st er in Deutschland wurde am Sonntag mit der Spielvereinigung Fürth im Gau Bayern ermittelt. Die Fürther siegten knapp 2:1 über den 1. FC. Nürnberg und können, da München 1860 von Jahn Regensbdra 2:0 geschlagen wurde, nicht mehr eingeholt werden. Die auch im Gau Mittelrhein erwartete Entscheidung wurde durch die 2:4-Nieder- lage des BfR. Köln in Mülheim vertagt. * Die Regierung von Luxemburg hat 40 000 Franken für die Entsendung einer Olympia- Mannschaft nach Berlin zur Verfügung gestellt. Weitere 40 000 Franken bringen die luxemburgischen Sportler selbst auf. * Hans Stuck, der sich mit seinem Auto-Union- Wagen zur Zet in Oberitalien aufhält, dort jedoch die gleich ungünstigen Witterungsverhältnisse wie in Ungarn oorfand, hat zusammen mit Darzi und Rennleiter Walb eine neue Rennstrecke zwischen Brescia und Bergamo ausfindig gemacht, auf der nun die Versuchsfahrten vonftatten gehen sollen. Bei dem in der Hohen Tatra zum Austrag gelangten Großen Preis der Tschechoslowakei holte sich der Oesterreicher Rudi Matt am Sonntag den Slalomlauf und wurde damit Preisträger der Kombination Abfahrt-Slalom vor Zingerle und Schroll (beide Oesterreich). Französischer S k i m e i st e r in der Viererkombination wurde der Norweger Sigmund Ruud vor seinem Landsmann Christiansen. der Kurs ohne Umsatz zunächst auf 96 Geld (heute mittag 89,50 bis 91), später gingen sie ohne sichtbaren Grund auf 92 bis 93 v. H. zurück. U. a. notierten: Altbesitzanleihen 111,90, 7 v. H Stahlverein 97,25, 6 v. H. Stadt Mainz von 2S 90,25, 6 v. H. Franks. Hyp.-Bank Gold R. 1 bi- 15 96, 5 v. H. innere Mexikaner 5,20, Adca 75, Berliner Handelsgesellschaft 115, Commerzbank 84,50, vv-Bank 85,25, Dresdener Bank 85,25, Gelsenkirchen 70,50, Klöckner 86,50, Mannesmann 76,75, Phönix 55,75, Rheinstahl 96,13, Stahlverein 46,50, AKU. 53,75, Bekula 141, Daimler 52,90, Scheideanstalt 204,50, Deutsche Linoleum 127,50, Licht & Kraft 119,25, IG. Farben 143,25, Gesfürel 114, Holzmann 84,50, Lahmeyer 119,50, Moenus 89,25, Thür. Lieferung 103,50, Westdeutsche Kauf- Hos 39,75, Reichsbahn-VA. 118,50, Hapag 31,75. Mainzer Schlachtviehmarkt. Mainz, 12. Febr. Auftrieb: Ochsen 38 (zum Viehhof direkt 8), Bullen 36, Kühe 383 (14), Färsen 136 (2), Kälber 331 (15), Schweine 725 (33). Notiert wurden pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsen b) 30 bis 35, c) 25 bis 29. Bullen a) 34 bis 35, b) 29 bis 32, c) 24 bis 28, d) 20 bis 23. Kühe a) 33 bis Wirtschaft. * Frankfurter Maschinenbau A G. vorm. Pokorny & Wittekind, Frankfurt. Das abgelaufene Geschäftsjahr 1934 verlief recht günstig und brachte gegen 1933 eine Umsatzsteigerung um 114 v. H. Die Belegschaft wurde im letzten Jahre von 291 aus 398 Mann erhöht. Nach Informationen des Fwd. wird die Verwaltung aus dem angemessenen Gewinn die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung in Höhe von 6 (0) v. H. Vorschlägen. Auch im neuen Geschäftsjahre liegt ein zufriedenstellender Auftragsbestand vor. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz: meist schwächer. Frankfurt a. M., 12. Febr. Infolge der überaus großen Geschäftsstille zeigte die heutige Börse bei Eröffnung meist etwas nachgebende Kurse. Das zum Verkauf gestellte Material hatte jedoch keinen nennenswerten Umfang, zumal von der Kundschaft keine Besitzlösungen vorgenommen wurden, lediglich die Kulisse schritt wegen des Fehlens jeglicher Anregung zu einigen Glattstellungen. Da anderseits für einige Spezialwerte noch etwas Kaufinteresse vorlag, war die Kursbildung nicht ganz einheitlich. Die Umsatztätigkeit war allgemein klein. Von Aktienwerten eröffneten Daimler 0,40 v. H., Gebr. Junghans 0,65, Moenus-Maschinen 0,25 v. H., Metallgesellschaft und Conti Gummi je 0,13 v. H. freundlicher. Für Montanaktien war die Kursgestaltung schwächer, wobei Gelsenkirchen 0,75 v. H., Phönix 0,75 v. H., Mannesmann 0,50 v. H., Stahlverein 1,13 v. H. und Laurahütte 0,25 v. H. verloren. Don Elektroaktien setzten AEG. 0,25 v. H., Licht und Kraft 0,65 v. H., Gesfürel 0,25 v. H. und Lahmeyer 0,75 v. H. schwächer ein, Thür. Lieferung, Gotha, konnten sich mit 103,25 v. H. behaupten. IG. Farbenindustrie waren bei kleinem Umsatz mit 143,13 um 0,90 v. H. gedrückt. Verkehrswerte lagen zumeist schwächer, so AG. für Verkehrswesen mit etwa minus 1,50 v. H., Norddeutscher Lloyd minus 0,13 v. H., Allgemeine Lokal- und Kraftwerke minus 0,50 v. H., nur Hapag notierten 0,13 v. H. freundlicher. Im einzelnen eröffneten Reichsbankanteile 1 v. H., Zement Heidelberg 0,50 v. H. und Hanfwerke Füssen 0,40 v. H. niedriger. Am Rentenmarkt war das Geschäft gleichfalls gering. Späte Reichsschuldbuchforderungen blieben im Angebot und gingen auf 96,25 (97) zurück, außerdem bröckelten Gemeinde-Umschuldung und Zinsvergütungsscheine um je 0,50 bis 0,10 v. H. ab, ferner lagen Stahlverein-Bonds sowie Reichsmark-Anleihen bis 0,50 v. H. schwächer. Altbesitzanleihe konnten sich mit 112 (111,90) voll behaupten, auch Reichsbahn-VA. lagen mit 118,50 unverändert. Von fremden Werten zeigte sich wieder etwas Nachfrage nych mexikanischen' Anleihen, 4,50 v. H. Irrigation 8,13 (8), 4 v. H. Gold von 1904 8,25 (8). Ungarische Goldanleihe lagen mit 8 v. H. unverändert. Bei anhaltend kleinem Geschäft zeigten die Kurse im Verlaufe nur geringfügige Veränderungen. Die Haltung erwies sich gegenüber der herrschenden Geschäftsstille als widerstandsfähiger. Leicht erholt waren IG. Farben mit 143,50, Phönix mit 55,75 (55,50), Stahlverein mit 46,75 (46,50), Hanfwerke Füssen mit 69,75 (69,50), Moenus-Maschinen zogen erneut um 0,25 v. H. auf 89,25 an, andererseits lagen Mannesmann noch 0,13 v. H. niedriger, ferner kamen schwächer zur Notiz Kunstseide AKU. mit 53,50 (53,75), Bemberg mit 118,50 (120,25), Har- pener mit 100,25 (101,50). Von Zellstoffwerten verloren Aschaffenburger und Waldhof je 0,75 v. H. Etwas fester lagen Deutsche Linoleum mit 128 (127,25). Am Rentenmarkt waren späte Reichsschuldbuchforderungen auf 96,75 erholt, sonst blieben die Anfangskurse unverändert. Goldpfandbriefe und Kom- munal-Obligationen lagen behauptet, Liquidationspfandbriefe bröckelten vielfach um 0,25 v. H. ab. Stadtanleihen lagen bei kleinen Abweichungen uneinheitlich. Staatsanleihen waren sehr ruhig. Von Auslandsrenten kamen Anatolier mit 35,90 (35,25) zur Notiz, Schweizer Bahnanleihen gaben etwa 1 v. H. nach, mexikanische Anleihen blieben im Verlauf nicht voll behauptet. Tagesgeld unverändert 2,90 v. H. Abendbörse behauptet. Nach dem ruhigen Verlauf der Mittagsbörse zeigte sich auch abends nur geringe Unternehmungslust, da Anregungen fehlten: vor allem die Kundschaft gab nur spärliche Aufträge. An den Aktienmärkten lagen die Kurse im Vergleich zum Berliner Schluß nur wenig verändert, auch für Renten herrschte Geschäftslosigkeit bei ebenfalls meist behaupteten Kursen. Späte Reichsschuldbuchforderungen waren zu 96,90 (96,75) weiter mäßig erholt. Von Auslandswerten konnten sich Schweizer Bahnanleihen etwas erholen, 4 v. H. SBB. 162 (161), 3,50 v. H. do. 154 (153). Am Kassamarkt lagen Bankaktien unverändert, nur Commerzbank wurden an den Berliner Kurs von 84,50 (84,40) angepaßt. Im Freiverkehr hatten Frankfurter Maschinenbau AG. vorm. Pokorny & Wittekind unsichere Haltung. Auf die voraussichtliche Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 6 v. H. stieg Die wichtigste Veranstaltung des laufenden Jahres auf dem Festhallengelünde in Frankfurt a. M. wird die große Ausstellung „Die Rhein- M a i n i s ch e Wirtschaft" vom 24. August bis 8. September 1935 sein. Veranstalter der Ausstellung sind der Rhein-Mainische Industrie- und Handelstag, Verkehrsabteilung, der Landesverkehrsver- bapd Rhein-Main und die Messe- und Ausstellungs- Gesellschaft m. b. H. Dem Ehrenausschuß der Veranstaltung gehören über 90 Persönlichkeiten des Rhein-Maini- schen Wirtschaftsgebietes an. Reichsstatthalter und Gauleiter Jakob Sprenger wird die Ausstellung persönlich eröffnet. Er begrüßt die Ausstellung u. a. mit folgenden Worten: „Ich begrüße den Plan, durch eine große Ausstellung „Die Rhein- Mainische Wirtschaft" die geleistete Arbeit in den vergangenen Jahren nationalsozialistischer Führung vl^r Augen zu führen und die Bedeutung des Rhein- Mainischen Wirtschaftsgebietes für die gesamte deutsche Volkswirtschaft darzustellen. Wenn darüber hinaus die Ausstellung den Zweck verfolgt, eine Leistungsschau dar- zustellen und damit den verschiedenen Wirtschaftsgruppen des Rhein-Wainischen Gebiets Gelegenheit bieten will, für sich und die Rhein- Mainische Wirtschaft in ihrer Gesamtheit zu werben, so erwarte ich, daß zur Erreichung dieses Zieles sich alle maßgebenden Wirlschasts- träger des Rhein-Main-Gebieles, alle städtischen und behördlichen Stellen geschlossen an dieser Darstellung des Leistungsvermögens und des Leistungswillens des Rhein-Mainischen Wirtschaftsgebietes beteiligen." 36, b) 27 bis 32, c) 21 bis 26, d) 14 bis 20. Färsen a) 39, b) 32 bis 38, c) 26 bis 31. Kälber a) 44 bis 45, b) 37 bis 43, c) 30 bis 36, d) 22 bis 29. Schweine a) 51 bis 52, b) 49 bis 52, c) 46 bis 51, d) 43 bis 50. Marktverkauf: Großvieh gut, Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Schweine ruhig, Ueber- stand. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M., 12. Febr. Am Gemüse- markt waren die Zufuhren im allgemeinen gut. Feldsalat, Karotten, Weißkraut und Wirsing sind stark angeboten und finden trotz niedriger Preise leider nur wenig Nachfrage. In Winterkohl, Spinat, Rosenkohl und Rotkraut entwickelte sich etwas lebhafteres Geschäft. Ausl. Salat war bei rückläufigen Preisen stark angeboten. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 12 und 18 Stück, 400 bis 450 ital., Eskarol, Steige 18 und 24 Stück, 175 bis 200 ital., Feldsalat, Freiland 25 bis 35, Mistbeet 50 bis 80, Karotten 4 bis 5, Kopfsalat, Steige 24 Stück, 260 und 350 span., Rosenkohl 24 bis 25, Rotkraut 8 bis 10, holl. 7,5 bis 10, Spinat 12 bis 16, 13 bis 16 ital., Tomaten 20 bis 25 Kan., Weißkraut 4 bis 5, holl. 4,5 bis 5, Wirsing 5 bis 7, Zwiebeln 8. Am Odstmarkt waren Aepfel noch gut angeboten, doch lassen die Zufuhren nach. Nachfrage befriedigend, Preise fast unverändert. Apfelsinen und Mandarinen waren reichlich angeboten, die Nachfrage war jedoch angesichts des kalten Wetters schwächer. U. a. notierten: Aepfel I 22 bis 28, II 16 bis 20, Wirtschaftsäpfel 12 bis 15, Apfelsinen, blond 14 bis 16 span., kernlos 24 bis 27 span., Blut 22 bis 25 span., Kochbirnen 8 bis 15, Mandarinen 21 bis 23 ital., Zitronen, Kiste 300 Stück, 700 bis 800 ital. Dem Arbeitsausschuß der Ausstellung gehören etwa 20 Persönlichkeiten an, deren Auswahl die Gewähr dafür bietet, daß das gesamte Rhein- Mainische Wirtschaftsleben erfaßt wird. Die Ausstellungsleitung liegt in den Händen von Dr. N i e c z, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Mainifche Wirtschaftsgebiet und Vorsitzender des Landesverkehrsverbandes Rhein-Main, Frankfurt a. M., Aug. Paqu 6, Direktor des Landesverkehrsverbandes Rhein-Main, Frankfurt a. M., Dr. Schnorr, Direktor des Messamtes, Frankfurt a. M. Die Ausstellung geht nicht nur hinsichtlich ihres Umfanges weit über die übrigen diesjährigen Veranstaltungen hinaus, sondern sie stellt sich ganz besonders wichtige kulturelle und wirtschaftliche Aufgaben. Nach der unsinnigen politischen Zersplitterung wurde während der letzten beiden Jahre das Rhein-Mainische Wirtschaftsgebiet unter einheitlicher Führung zusammengeschlossen. Die Ausstellung will die Einheitlichkeit dieses Gebietes vor Augen führen und somit ein anschauliches Bild des ganzen Rhein- Mainischen Lebens geben. Damit wendet sich die Ausstellung zunächst einmal an die Bevölkerung des Rhein-Mainischen Gebietes selbst, aber sie sieht damit ihre Aufgabe nicht als erfüllt an, sondern sie strebt nach einer weitergehenden Wirkung auf das ganze Deutsche Reich und über seine Grenzen hinaus. Die Verbundenheit von Kultur, Wirtschaft und Boden soll mit den Mitteln neuzeitlicher Ausstellungstechnik dargestellt werden. Hierdurch kommt der Ausstellung eine weit über die örtlichen Grenzen hinausgehende Bedeutung zu, weil sie ihrerseits einen praktischen Beitrag liefern Oie große Ausstellung -es Jahres 1935: „Die Mein-Mainische Wirtschaft/' [RÄL]439A Ein Gütezeichen, nach dem auch das verbrauchende Publikum handwerkliche Leistungen zu bewerten vermag, haben als erstes deutsches Handwerk die Tapezierer und Polsterer eingesührt. Dieses Gütezeichen wird in Form eines Anhängeschildes allen Erzeugnissen des Polstererhandwerks beigefügt. Es trägt links oben die Abzeichen "es Handwerks (Tapezierhammer und Sattel), rechts das Zeichen des Reichsstandes des Handwerks (Schlegel mit Eichenblatt und Eichel). Das Mittelfeld des Schildes nimmt die Angaben über Material und Verarbeitung auf, während unten der Raum für Angabe der Lieferfirma vorgesehen ist. JRunOfunfproqramm. Donnerstag, 14. Februar. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch, Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30: Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk: Volksliedsingen. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Nachmittagskonzert. 18.05: Der Schaufensterwettbewerb im Rahmen des Reichsberufswettkampfes. Es spricht Gebietsführer Franz Langer. 18.30: Deutsche Gespräche: „Ist Dichten ein Beruf?" Von Dr. Edmund Starkloff. 18.50: Tanzfunk. 19.45: Der Zeitfunk bringt: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Kammermusik. 23: Zeitgenössische Musik (I). 24: Orchesterkonzert. 1 bis 2: Nachtmusik. Briefkasten der Mdaktion. M. in B. Das Schnarchen hat die verschiedensten Ursachen, z. B. Behinderung der Nasenatmung, große Mandeln u. a. Bei starken Beschwerden ist es ratsam, den Arzt zu fragen. W.» Gießen. Suezkanal. Von dem Gesamtaktienkapital in Höhe von 200 Millionen Franks verkaufte im November 1875 der Vizekönig von Aegypten seinen Besitz an 176 602 Aktien für rund 4 Millionen Pfund an die englische Regierung zum Kurse von 568 Franks. Der Kurs der Suezkanalaktien (200 Millionen Franks gestückelt in Aktien zu 500 Franks) betrug 1870 380 Franks, 1911 5450 Franks und 1926 2670 Franks. Es wurde eine Dividende gezahlt 1870 von 25 Franks, 1899 von 108 Franks und 1911 von 165 Franks. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Frankfurt a.m. Berlin Frankfurt a.M Berlin Frankfurt a. M. Berkin Schluß- kurs «chlußt. Abend« börse Schluß« kurS Schlußl. Mittag- börse Schluß« lurs Schiunk. Abend« bce Roten.............. 2 45 2-47 Belgische Noten.................. 57-96 58.20 Dänische Noten ................. 54.22 54 44 Englische Noten ................. 12-155 12-195 Französische Noten............... 16.375 16-435 Holländische Noten............... 167-78 168-46 Italienische Noten................ 21 -33 21 41 Norwegische Noten ............ 61-11 61-35 Deutsch Lesterreich, ü 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 62 63 80-44 33-65 62-89 80-76 33-79