185. Jahrgang Die b a n n e r s. inter- einen ist das Zeigen einer anderen Flagge ohne gleichzeitiges Hissen des Sternenbanners verboten. Aber Neuyorker Kommunisten machen nicht einmal vor der Flagge ihres eigenen Landes Halt. In der gesetzgebenden Körperschaft des Staates Neuyork ist nun eine Gesetzesvorlage eingebracht worden, die solche Flaggenbe- schimpfungen zukünftig unmöglich machen soll. OTannenbaum,oTannenbaum... Bozen, 11. Dez. (DNB.) Der Verbandssekretär der Faschistischen Partei hat verfügt, daß in der Provinz Bozen der Christbaumrm Gegensatz zu den kürzlich veröffentlichten Bestimmungen g e st a t t e t b l e i b t. Zum Schutz der Waldkulturen wird aber empfohlen, die Erlaubnis möglichst einzuschränken. Vergangenheit bedingt sind. Ich hoffe, daß meine aufklärenden Worte dazu beitragen mögen, die Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern zu vertiefen, eine Freundschaft, die rassisch bedingt ist, die der Weltkrieg kurze Zeit unterbrach, der Weltkrieg, der durch ein M i ß v e r st e h e n entstand, und der in der Weltgeschichte dereinst als der größte Fehler Europas gebrand- markt werden wird." Regierender Bürgermeister Krogmann ging dann im einzelnen auf die Maßnahmen ein, die Deutschland zur Sicherung seiner Wahrung und zur Förderung seines Au ß e n- handels ergreifen mußte, und schloß: „Wir wünschen einen starken und gesunden Handel mit England und dem englischen Empire, nicht weil wir darauf angewiesen sind, sondern weil wir der Ueberzeugung sind, daß dieser Handel dem Wohl beider Völker dient. Ich wünsche aber darüber hinaus diesem Handel auch um der Freundschaft willen, die unsere beiden Völker verbindet. Ich weiß, daß Liebe und vor allem zwischen Völkern, sich nicht erzwingen läßt. Das deutsche Volk ist auch wieder stark genug, um auf eigenen Fußen zu stehen. Wenn ich trotzdem eine starke Freundschaft wünsche, so geschieht es nicht aus Eigennutz für unser Volk, sondern weil ich der festen Ueberzeugung bin, daß unsere beiden Völker einmal berufen sein werden, über das Schicksal Europas zu wachen. Unser Volk hat sich vom Materialismus, der die Welt zu ersticken drohte, freigemacht und glaubt wieder an seine Ideale. Unser Volk ist arbeitsamer, ist anständiger, es ist glücklicher geworden, zugleich friedliebender und stolzer! Ueberzeugen Sie sich selber!" zugestehen, es aber gleichzeitig verpflichten, nicht auf die Stärke der amerikanischen und britischen Flotte aufzurüsten. Ein solches „Gentleman-Agreement" werde auf der Konferenz nicht erörtert werden. Oie Verteidigung Maltas. London, 10. Dez. (DNB.) Der frühere Gou- verneur von Malta Lord S t r i ck l a n d erklärte im Oberhaus: Noch im Juli habe sich die britische Strategie auf der Ansicht gestützt, daß Malta gegen einen Luftangriff nicht verteidigt werden könne und deshalb vorübergehend aufgegeben werden müsse in der Erwartung, daß es leichtzurückerobert werden könne. Lord Strickland beglückwünschte die Regierung, daß sie inzwischen diesen strategischen Plan geändert habe. Er zeichnete hierauf ein anschauliches Bild von den Befestigungsarbeiten und wies darauf hin, daß jeder mögliche Landungsplatz durch Stacheldraht geschützt sei. Besuche man- heutzutage in Malta einen Freund, so werde man nicht in ein Wohnzimmer, sondern in einen Luftschutzkeller geführt. Die führenden Persönlichkeiten der Gesellschaft würden in Gasmasken photographiert. Lord Strickland erwähnte weiter die Verdunkelungs- maßnahmen, meinte aber, daß noch mehr getan werden müsse, um den Wirkungen der frühe- ren Propaganda entgegenzutreten. Als Vorbild könnten die Maßnahmen in Gibraltar dienen. Es fei höchst unwahrscheinlich, daß Malta aus der Luft angegriffen werde, falls mit einem Gegenangriff gerechnet werden müsse. London, 11. Dez. (DNB.) Die Unerbittlichkeit der japanischen Forderungen nach Flottengleichheit mit England und Amerika hat bereits zu ernsten Schwierigkeiten auf der Flottenkonferenz geführt. Der japanische Abordnungsführer Admiral N a - gano legte der Konferenz Einzelheiten des japanischen Vorschlages einer „gemeinsamen oberen Grenze" vor und nannte sogar die Ziffer, die nach japanischer Ansicht als Höchst- tonnage für die Flotten Amerikas, Englands und Japans festgesetzt werden soll. Diese Ziffer wird vorläufig geheimgehalten. Admiral Nagano hatte in seiner Erklärung im einzelnen ausgeführt, daß Japan die Gleichheit mit England und Amerika auf einer möglichst niedrigen Grundlage wünsche. Um diese Grundlage zu erzielen, sei Japan bereit, die Schlachtschiffe, Flugzeugträger und Kreuzer der Klasse A zu verschrotten, wenn die anderen Mächte dasselbe taten. Reuter meldet, daß die Konferenzmitglieder darüber enttäuscht gewesen seien, daß Admiral Nagano keine Kompromißmöglichkeiten angedeutet habe. Die Besprechungen seien abgebrochen worden, um den anderen Abordnungen Gelegenheit zu geben, die Erklärungen Naganos zu erwägen. Die Befürchtung, daß ein toter Punkt eingetreten ist, habe die führenden Delegier- ten bereits veranlaßt, nach verschiedenen Mitteln zur Abwendung eines Scheiterns der Konferenz zu suchen. Daher seien private Erörterungen über die Möglichkeiten eines „Gentleman- Agreement" im Gange. Ein solches Abkommen würde Japan eine grundsätzliche Gleichberechtigung aus Prestigegründen Bürgermeister Krogmann spricht in London. Jahresessen der deutschen Handelskammer für Großbritannien. „Mrwünschen einen starken und gesunden Handel mitLngland" Llm der Freundschaft beider Völker willen und ihrer gemeinsamen Aufgabe, über das Schicksal Europas zu wachen. Die Ztoilenkonierenz bereite aus einem toten Punkt? Japan beharrt auf der Forderung nach Flottengieichheit. Neuyork, 11. Dez. (DNB., Die zunehmende Frechheit, mit der amerikanische Kommunisten ihre 'Ziele verfolgen, wird durch einen Bor,all gekennzeichnet, der in der nationalen Prelle einen 6n fr üftungsfturm h-roorgerulen hat <3 m Madison Square Garden in Neuyork wagten die Kommunisten 25 rote Flagge n zu zeigen, unter Ausschluß des Sternen- Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Devisenbestände eintritt, hat unumwunden erklärt, Ni. Industrie hochwertiger Ausfuhrwaren einige die Dauer eine Ausfuhrminderung. Für die Gesamtheit der am Weltgeschäft beteiligten Länder besagt das nichts anderes, als daß die Versorgung mit hochwertigen Waren einschrumpft, je weniger sich die Länder mit Qualitätsindustrien die erforderlichen Rohstoffe zu verschaffen vermögen und je weniger sie für ihre Waren kaufkräftige Abnehmer indem Es bleibt unter allen Umständen das Mißliche unserer Lage, daß wir durch die Verhältnisse gezwungen sind, wirtschaftliche Spezialitäten zu pflegen, von denen wir wissen, daß sie besonders anfällig und krisengefährdet sind. Schacht hat die unvernünftige Politik der Kriegsliquidatoren mit dem Ausspruch gekennzeichnet, daß sie von Versailles bis zum Clearing eine gerade Linie der Entwicklung darstelle. Der gleiche Geist, der im Versailler Diktat über Verständigung und nüchterne Einsicht triumphierte, spricht sich auch in den Clearing-Verträgen aus, zu dereü Abschluß Deutschland im Lauf der Jahre 1934 und 1935 gezwungen worden ist. Es ist der G e i st d e s blinden Eigennutzes, der zum Glauben verführte, eih Volk könne desto besser leben, ,e schlechter es dem Nachbar gehe, und der in etwas gemilderter Form behauptete, ein einzelnes Volk könne sich durch Absperrung und durch Ausnutzung seiner Machtstellung davor schützen, das Schicks der anderen Völker zu erleiden. Wie oft es auch international behauptet und mit freundlichem Vei- all begleitet worden sein mag, — richtig b e g r i f = f - n haben die Staatsmänner der Verbandsmachte immer noch nicht, daß die Völker der Welt auf Gedeih und Verderb aneinander gekoppelt sind, und daß die Nöte des einen bereits nach sehr kurzer Zeit in die Länder der anderen hinuber- wirken. Neue Herausforderung amerikanischer Kommunisten. Wellkrise und Außenhandel Bemerkungen zur Gchachirede. Von Or. Carl Wellthor. Seit Jahren geht die Behauptung um, die nationale Wirtschaftskrise habe nur deshalb so großen Umfang angenommen und sich so beharrlich behauptet, weil die Völker zu sehr auf Außenhandel angewiesen waren und unter seiner Schrumpfung litten. Daraus wurde dann die Folgerung gezogen, daß ein Volk oder Land, das sich nicht viel mit Außenhandel befasse, am krisenbeständigsten sei. Als Beweis dafür, daß diese These richtig sei, wurde die deutsche Bauernpolitlk und die Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung angeführt. — Zunächst zu diesem Beweis ein paar Worte: die Hebung der Das Verbot des Fällens von Weihnachtsbäumen, das der Generalsekretär der Faschistischen Partei mit der Begründung erlassen hatte, daß die notwendige Aufforstung der Alpenhänge dadurch gesichert werde, hat der „Osservatore Romano", das Sprachrohr des Vatikans, mit erstaunlichen Argumenten unterstützt. Während die Faschistische Partei in diesem Zusammenhang nur von wirtschaftlichen Gesichtspunkten gesprochen hat, behauptet der „Osservatore Romano", daß der Weihnachtsbaum, den er übrigens fälschlicherweise den „Angelsachsen" zuschreibt, „ein heidnischer und protestantischer, ruchloser nordischer Baum" sei. Aus diesem Artikel des offiziösen vatikanischen Blattes spricht eine ge- radezu unbegreifliche Verständnislosigkeit für deutsche Art und Sitte. Es scheint in Rom völlig unbekannt zu fein, daß jede Deutsche Familie, ganz gleich welchen Glaubensbekenntnisses, in der lichtergeschmückten Tanne den Christbaum sieht. Bisher hat nur der Bolschewismus aus Haß gegen das Christentum den Tannenbaum als seiner Weltanschauung feindlich verboten. Wenn jetzt der „Osservatore Romano" von einer andern Seite her den Christbaum gleichfalls befehdet, so ist das auch nicht damit zu entschuldigen, daß man den Weihnachtsbaum für eine englische Erfindung hält und ihn aus patriotischen Gründen ablehnen zu müssen glaubt. Soviel Kenntnis deut- aus.mmg ut, Wen Weihnachisbrauch- lullte man in der vatika. '. In ÖenGiften® Staaten der Union Züchen Presse oorausfetzen können. London, 12. Dez. (DNB. Funkspr.) deutsche Handelskammer für Großbritannien ver- —----- - r . I anstaltete ihr erstes Jahresessen an dem u. a. der ländlichen Produktion war em unleugbarer Erfolg. Staatssekretär Wallace, sowie Persönlichkeiten Die verminderte Abhängigkeit der deutschen -Lotts- K englischen Wirtschaftslebens, des Wirtfchaftsmi- ernährung von ausländischer Zufuhr ist em Ge- Zeriums und des Foreign Office teilnahmen. Don toinn, der nur einen einzigen, verhältnismäßig wenig deutscher Seite waren der .Ehrenpräsident der Han- ins Gewicht fallenden Gegenposten aufweist: nam= be(gfammer Botschafter von Hoesch, der Leiter lich die geringeren Absatzmöglichkeiten gegenüber K Landesgruppe der NSDAP, für Großbritan- solchen Völkern und Landern, tue früher unsere Vte= I .ßn unb 9rIanb Bene, und der regierende Bür- feranten für landwirtschaftliche Erzeugung waren, ^meister von Hamburg, Krogmann, an- Der Kernpunkt ist der, daß für eine Steigerung der ^send. landwirtschaftlichen Erzeugung die wichtigsten Nachdem der Präsident der deutschen Handelskam- Voraussetzungen erfüllt waren nämlich $r Markau, das Hoch auf den König von Boden, ein hoher Stand der landwirtschaftlichen $ (anb und den Führer und Reichskanzler ausge- Technik, ein leistungsfähiger Bauernstand und eine » t hatte, wies Regierung, die genügend Einsicht und Macht befaß Botschafter von Hoesch zeugung ist, sondern die Tatsache, daß e w? - qefafjt habe. Die zweifellos in tererT eil d er i n Indischen. B e b a r • - Mie ^^menben Zeichen einer bÄ?e ft u n/e rfatat ropi) e n in glichet, barunter 200 englische Mitglieder, zu werter W-» überwunden worden sind Große den. Die Bedeutung der Handelsbeziehungen zwu Hungersnöte bat es in den letzten Jahrzehnten nur scheu den beiden Landern werde zur Genügedurch in zwei «rotzen Landern gegeben, für die es .kenn- die Tatsache S°kennzeichne datz G r o tz b r. tau- xeichnenb ist daß sie weitgehend aus dem inter- n l e n Deutschlands zweitbester Kuno nationalen Warenaustausch ausgenommen waren, sei, und dah Deutschland einer de r w .$ - AnmiptruHanb und China. Die fegens- t igsten ausland i f ch en Mar k t e is r o ß reiche Rolle die der Außenhandel in der Leidens- b r i t a n n i e n s sei. Die Belebung der gegen e^ aefdlichte der Menschheit gespielt hat, ist übrigens tigen Handelsbeziehungen werde zweifellos auch keineswegs mystischer und übersinnlicher Natur: sie von wohltuenden Folgen für die allgemeine Welt- ist Es anderes, als d a s I n t e r e s s e d e s L. e- Wirtschaftlage sein. feranten an der Erhaltung eines kauf- Bürgermeister krogmann kräftigen Abnehm er s. Gerät der Kunde . bann in englischer Sprache eine Rede über die vorübergehend in Schwierigkeiten, so laßt man ihm deutsch-englischen Handelsbeziehungen. „Ich betone einen Teil der Schulden nach, überbrückt eine ^eitl ausdrücklich, so sagte er u. a., daß es her des Mangels und der Kaufkraftstörung und bahnt . ((ß be5 Führers s e l b st ist, gute und damit neue Geschäfte in einer nicht zu fernen Zu- starke Handelsbeziehungen mit England herzu- tunft an. Schacht hat solch ein weiteres Verhalten 2ßenn heute ein Zustand besteht, der keinem aber nur privaten Gläubigern und Lieferanten zu- 93o(fe bient, |0 jst der Grund dafür nicht der Man- gebUHgt; die Politiker haben künstlich wrrt'chastliche , Qn qutem Willen, sondern der Grund ist der, Nöte hervorgerufen und sie dann als Mittel zum k . bie Weltwirtschaft zur Zeit noch von Kraf- Ausbau ihrer politischen Ziele benutzt. ten beherrscht wird, die außerhalb des Wil- Es reimt sich auf den ersten Blick mit den er- ^n unserer beiden Völker liegen und die durch die wähnten Feststellungen Schachts wenig | ————- ~ wenn es an einer anderen Stelle der Rede hecht, ---------- b i e am st ä r k st e n a m W e lthan bei bet e i = unb gegen uns auszubeuten, haben wir ligten ßänber unb Volker seien am ^"5/'Ich einer kurzen Atempause doch auf mehreren ft en oon der Krise b - i m g e, u ch t worben, früf)eri,£ Spezialgebiet bie bamalige lieber. Schacht fugte ,eboch bmzu, daß nicht °er putzen wiebergewonnen. Die Franzofen haben hanbel in seiner Gesamtheit, fonbern b i e M 11 se Kei ber SBeurteilunq ber beutfchen Wehrhaftigkeit fuhr an i n b u st r i - l l e N F - r t. g w a r e n d - ^genannten „potentiel de guerre" b. h. Krifenempfinblichkeit ausmache non ben oorhanbenen, wenn auch noch nicht voll genden Nahrungsmittel- und . Möglichkeiten kriegerischer Wirkungen waren die Ausschläge zwischen H?^kvnfunktur Angesichts der Ueberlegenhe.t, die und einer späteren Depreffion nicht s° S^ß w^e ^p^^nd in der Leistungsfähigkeit ferner Che- in der Zeit lebhaften Austauschs vonF^tlgwaren. I Techniker vor dem Krieg befaß unb bald Unb bod) märe es 7" „ xcr J nadj bem Kriege wiebergewann, kann man von folgert würbe, Deutfchlanb solle laus-einem „potentiel d’economie" sprechen. I'^r^wmenben aiäten wir^bas, so würden wir Wenn Schacht aber sagt, daß die produktionstech- L steile unö Gewinne verlieren, die uisch wenig entwickelten Volker sich damit be- - LTPichen Wert der hochqualifi- gnügen wüßten, billige Masse nwar en auf WiiaiDare stecken. Wir hatten ben Markt zu bringen, so liegt dann nicht der Ge- hnnn Auslickü den mühsam erreichten Be- banke verborgen, daß sich hierin auch nurJur eine würden ben Lange« 3^^ ^t bisherigen ^"fbauplan ver^iere^. die bicht ^chterhaltung unb Vergrößerung unseres Dor- «j xHXwä teÄiÄss- "’Ki, . u.« sä \? s&m «s* Fette u'sD. nicht entbehren können, weil wir »hrer Wechselwirkung zwischen Rohstosfeinfuhr unb selbst 3ur Deckung bringenben Jnlanbsbebarfs be- qwarenausfuhr liegt auf ber Hanb. Es ist ba- nötigen müssen wir einen Teil ber eingefuhrten I «err^“arrcd)t ernste Vorstellung, sich auszumalen, w°ll 'wir ander/ die' zur B-z°ahIung° erforderlichen daß^die d-uifch^ Einfuhr^ noä^ m c t e r Schachio kommoder llch^W^n und° 'unerfahrenen lich ausnutzten , o p Herstellungsverfahren -eutjchen Erfindungen um) rn.290 Erster Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 12. Dezember 1955 flixaLaua4I^I***aXaam Heimat im Bilb-Die Scholle ■ HW ■ fl W »T fl W ■ ■ Md VH ■ I M W W M H Jr ffl für Anzeigen von 22 mm wllllr ■Br Ulf I ZI II ää» &Ärte : 25 X/ IVIIVI tVW WWIV IV mVV BÄ« VJ ff W -rmätzigte ffitunöpteife: ZMG General-Anzeiger für Oberhessen riciften: Anzeiger Siehrn V W r • behördliche Anzeigen 6Rpf. 8rantturtf?m‘main 11688 Druck und Verlag: Vrühl'sche Unioerfitätt-vuch- und Steindruckerei «.Lange in Gietzen. Schrislleitung und Gcschäslrftelle: Schulstratze 1 MengenabfchlüffeStaffel8 Wie werden Arbeitsbeschaffung und Wehrhastmachung finanziert? NeichsfinanzministerGrafGchwerin von Krosigk über die Aufgaben der deutschen Finanzpolitik- Berlin, 11.Dez. (DNB.) Dor der Verwal- tungsokademie Berlin sprach Reichsfinanzminister Graf Schwerin v. Krosigk über „Deutsche Finanzpolitik". Nach einer kurzen Erinnerung an die erste große Finanzkatastrophe der Nachkriegszeit im Jahre 1923 schilderte der Redner die katastrophale Lage, die der Nationalsozialismus 1933 auf dem Gebiet der Finanzpolitik vorfand: Keinerlei Rücklagen in den öffentlichen Haushalten und in der Privatwirtschaft, Fehlbeträge und Verluste und schließlich der ungeheure wirtschaftliche und moralische Druck einer Armee von sechs Millionen Arbeitslosen. Der Minister schilderte nun im einzelnen die Maßnahmen der Kredit- und Haushaltspolitik, den konzentrischen Angriff auf die Arbeitslosigkeit, die Aktivierung der Steuerpolitik. Er ging dann auf die Entwicklung des Schulden st andes ein, der unter Einbeziehung der noch nicht eingelösten und daher noch nicht öffentlich ausgewiesenen Arbeitswechsel in den Jahren der Krise von 1930 bis 1933 um 3,7 Milliarden und in den 2l/2 Jahren des Aufbaues seit 1933 um sieben Milliarden gestiegen sei. In den letzten Jahren der Krise seien aber die aufgenommenen Kredite lediglich Defizitkredite der öffentlichen Hand gewesen, denen also die Möglichkeit einer späteren Abdeckung aus steigenden Einnahmen oder einer Besserung des Haushalts nichts gegenüberstand. Die Verschuldung der Jahre nach 1933 dagegen sei d i e Folge einer aktiven Konjunkturpolitik gewesen, die sich die sicheren Einnahmen, aus denen diese Kredite z u - rückgezahlt werden können, geschaffen habe. Als ein weiteres Kennzeichen für die echte Aufwärtsentwicklung neben der Arbeitsbeschaffung bezeichnete der Redner die besonders erfreuliche Z u - nähme des Gesamtaufkommens oer R e i ch s ft e u e r n , die sich von 1932 bis 1935 trotz beträchtlicher Steuersenkungen um 2,50 Milliarden erhöht und damit eine Verbesserung der Haushaltstage um 4 Milliarden ermöglicht hätten. Die Wiederherstellung der Ertragsfähigkeit in Industrie und Landwirtschaft sei in erster Linie diesem Umstand zuzuschreiben. Es sei gelungen, die in der Krisenzeit entstandenen Fehlbeträge zu beseitigen, den Schuldendienst für die aufgenommenen kurzfristigen Kredite sicherzustellen und wieder normale Aufträge der öffentlichen Hand in den laufenden Haushalt aufzunehmen. Trotz dieser gewaltigen Steigerung der Steuereinnahmen habe jedoch der Reichshaushalt noch nicht ausgeglichen werden können und zwar wegen der Ausgaben für den A r b e i t s dienst und die Wehrhastmachung des deutschen Volkes. „Aber -trotz aller Sorgen, die sie uns bereiten", so rief der Minister unter stürmischen Beifall aus, „möchten wir doch die Ausgabenerhöhungen für Arbeitsdienst und Wehrmacht in unserem Etat nicht missen." Der Mnisler warf dann die Frage auf: „Wie werden die Mittel für die neue deutsche Wehrmacht aufgebracht?" „Es liegt einfach," so führte er aus, „die Ausnutzung einer durch die aktive Kreditpolitik geschaffenen wirtschaftlichen Lage vor, die es uns ermöglicht, auf diesem Dege in wirtfchafts- richtiger Form fortzufahren. Die st ä r k e r e Sparbildung und I l ü f f i g h a l t u n g auf dem Geldmarkt ermöglicht uns immer wieder, daß wir die mobilen Gelder für die Zwecke der öffentlichen Finanzierung heran- ziehen und je nach Lage der Möglichkeit dann durch Auflegung von Anleihen wieder fundieren. Diesen Weg gehen wir seit 1933 zielbe- wuht und wir haben durch diese Ausnutzung der wirtschaftlichen Verhältnisse die Arbeitsbeschaffung und die Wehrhaftma- chung finanziert." Das deutsche Volk könne dem Führer für das gewaltige Werk der Diederwehrhaftmachung nicht besser danken, als daß es unter Aufopferung von Lieblingswünschen aller Art alle Kräfte zusammen f a f s e, um dieses Werk durchzuführen. Dieser Kräfteelnsah sei gerade auf dem Gebiet der Finanz- und Wirtschaftspolitik notwendig." Der Minister wandte sich mit scharfen Worten gegen die Auffassung, daß es in einer Zeit des Aufbaues auf eine Handvoll Millionen Mark nicht ankomme. Im Gegenteil, es komme heute mehr denn je auf jeden Pfennig an. Wenn wir nicht fähig und gewillt seien, unsere Ausgabenpolitik so zusammenzufassen, daß wir im Hinblick auf die Erreichung des uns gestellten großen Zieles jeden Pfennig umdrehen, werde dieses Ziel nie erreicht werden. Die Finanzbeamten könnten auch dem deutschen Volke gegenüber ihre Tätigkeit nur dann verantworten, wenn die Finanzverwaltung die Gewähr dafür übernehme, daß jeder einzelne Pfennig so angewendet werde, wie es der A r b e i t s s ch w e i ß, der an diesem Pfennig hafte, verlange. Weiter betonte der Minister, daß die Spar- traft des deutschen Volkes hineingestellt werden müsse in den Dien st der Wehrhaft- machung. Dies würde zur Folge haben, daß hier und da Lieblingswünsche, aber auch wirtschaftlich Wertvolles und vielleicht Notwendiges, zurückgestellt werden müssen vor der Ererichung des einen Zieles. Diese wirtschaftlichen Aufgaben, wie etwa auch der Wohnungsbau, würden zurück- gestellt als die großen Arbeitsreserven in einer Zeit, in der die Wehrhastmachung bis zu einem gewissen Grade durchgeführt sei. Dem Außenhandel wies der Redner die Aufgabe zu, den Sicherungsfaktor für unsere Rohstoffeinfuhr zu bilden. Das sei wichtiger für die gesamte Wirtschaft, als daß man von dem Außenhandel eine starke Belebung der Wirtschaft durch Bekämpfung der Arbeitslosigkeit verlange. Mit bestimmten Worten hob der Reichsfinanzminister sodann die Bedeutung der Privatinitiative des einzelnen Unternehmers hervor, die nicht ausgeschaltet werden dürfe, wenn auch für die nächsten Jahre der Hauptanteil an der wirtschaftlichen Belebung nach wie vor dem Staat zufalle. Der Minister rief alle deutschen Volksgenossen auf, sich durch zeitweilig auftretende Schwierigkeiten nicht an der großen Aufgabe irre machen zu lassen. Die Regierung könne die großen Aufgaben nur dann erfüllen, wenn jeder einzelne bereit und gewillt sei, an seinem Platze mitzuarbeiten. Wird der Völkerbund dem Friedensplan zustimmen? Englische Sorgen. Der Friedensplan hat viele Gegner. London, 12. Dez. (DNB. Funkspr.) Die Genfer Berichte der Blätter besagen, daß dort eine Stim- m u n g tiefen Mißtrauens weit verbreitet sei. Die kleineren Staaten seien noch immer sehr aufgeregt. Wahrscheinlich werde Eden bei seinem Eintreffen heute mit Anfragen überschüttet werden. Die Vertreter der Sowjetunion und der Türkei hätten eine auffallend eifrige Tätigkeit an den Tag gelegt. Die Franzosen sollen der britischen Ansicht zugestimmt haben, nach der die Erörterung über d i e Oelsperre auf jeden Fall fortgesetzt werden müsse. In den Vereinigten Staaten habe der Friedensplan einen unzweifelhaft unzünftigen Eindruck gemacht. Bemerkenswert ist eine Zuschrift an die „Time s", in der einer der größten Bergwerksbesitzer in Transvaal gegen die Vermittlungsoorschläge Stellung nimmt. Das enttäuschte Südafrika sehe nicht nur die Verletzung einer vertraglichen Satzung, sondern auch den Anfang einer Bedrohung seiner eigenen Selbständigkeit innerhalb des britischen Reiches. Der einzige Hoffnungsstrahl sei, daß das englische Volk die Sache in die Hand nehmen werde. „Morning Post" glaubt, man erwarte in London, daß Italien den Friedensplan als Verhandlungsgrundlage annehmen, aber Abessinien ihn verwerfen werde. Der Regierung werde es in diesem Falle die größten Schwierigkeiten machen, die Sühnemaßnahmen gegen Italien fortzusetzen und die Oelsperre weiterzubetreiben. In Regierungskreisen sei erklärt worden, in solchem Falle liege die Entscheidung in den Händen des Völkerbundes. Gut unterrichtete Persönlichkeiten seien aber trotzdem der Meinung, daß die Regierung einer Fortsetzung der Sühnemaßnahmen abgeneigt sein würde, teils wegen der u n b e- friedigendenLage der Flotte im Mitte l m e e r und teils wegen der Schwierigkeit, eine wirksame Oelsperre zustande zu' bringen. Die Regierung sei nicht überzeugt, daß Frankreich im Falle eines Angriffes auf britische Schiffe wirksamen Bei st and leisten würde. In Paris neige man zu der Auffassung, daß Hoare das britische Kabinett zu mehr verpflichtet habe, als man in London erwar- t e t habe und daß das Kabinett versuchen werde, einiges von dem verlorenen Boden in Genf im Fünfer-Ausschuß zurückzugewinnen. Abessinien lehnt Gebietsabtretungen ab. Paris, 11. Dez. (DNB.) Die abessinische Gesandtschaft in Paris veröffentlicht folgende Mitteilung: Abessinien ist das Opfer eines ungerechtfertigten Angriffs geworden, der einmütig vom Völkerbundsrat und vom Völkerbund feierlich verurteilt worden ist. Unter diesen Umständen ist die abessinische Regierung fest entschlossen, alle Vorschläge a u s z u s ch a l t e n, die in mittelbarer oder unmittelbarer Form dem italienischen Angreifer eine Belohnung zuerken - nen und die Grundsätze verkennen würden, die der Völkerbund beteuert hat, insbesondere den Grundsatz des gebietsmäßigen und politischen Bestandes Abessiniens, sowie ferner alle Vorschläge, die darauf abzielen, auf einen schwachen Staat einen Druck auszuüben, um ihn dahin zu bringen, daß er sich die Herrschaft einer mächtigen Regierung gefallen lasse, die stets betont hat, daß sie sich mit Gewalt den Triumph ihrer ehrgeizigen Ziele sichern wird. Der abessinische Gesandte in Paris erklärte: Wenn in den neuen Friedensvorschlägen davon die Rede ist, daß Abessinien Gebietsteile an Italien aushändigen solle, dann werden wir lieber weiterkämpfen, bis kein Abessinier mehr am Leben ist, als daß wir auf diese Weise dem Angreifer nachgeben. Wenn die Vorschläge auch nur annähernd dem entsprechen, was für sie in der Presse veröffentlicht worden ist, dann sind sie geradezu lächerlich. Widerspruch in Norwegen. Oslo, 11. Dez. (DNB.) Die Nachrichten von dem englisch-französischen Friedensvorschlag im ostafrikanischen Konflikt werden von den führenden Blättern Norwegens mit großer Empörung wiedergegeben. „Aftenposten" schreibt, daß der Völkerbund, falls er diese Vorschläge gutheihe, den letzten F u nken von Idealismus verlieren würde. Norwegen müsse dann aus dem Völkerbund aus treten. Die kleinen Staaten hätten nichts zu suchen dort, wo von den Großmächten über d i e Köpfe der Kleinen hinweg nach den „alten Methoden" die wichtigsten Entscheidungen getroffen würden. Die Verwirklichung dieser Friedensvorschläge wäre geradezu eine Belohnung des Angreifers „Dagbladet" sagt, daß der Völkerbund es nicht den Großmächten überlassen dürfe, den ostafrikanischen Konflikt nach ihren selbstsüchtigen Interessen zu lösen. Selbstverständlich könnten die kleinen ©taten im Völkerbund keine Verantwortung für die nunmehr getrofftfhe Ordnung der Dinge übernehmen. Ein solcher Friede, wie ihn England und Frankreich vorschlügen, machte die Behandlung von Konflikten durch den Völkerbund zu einer Karikatur. Verwunderung in Japan. Tokio, 12. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Zeitung „Kokumin Shimbun" bezeichnet die Friedensvorschläge als einen Aufteilungsplan, der in Japan größtes Aufsehen erregt habe. Man sei verwundert, daß England für die Unversehrtheit Chinas eintrete, sich aber gleichzeitig über die Staatshoheit und Antastbarkeit des abessinischen Gebietes hinwegsetze. Hierbei zeige sich das wahre Gesicht der englischen Politik. Auch Paris sieht Schwierigkeiten. Paris, 12. Dez. (DNB. Funkspruch.) Unter dem Eindruck der Meldungen, die aus Rom, London, Addis Abeba und vor allem aus Genf kommen, erklärt die Pariser Morgenpresse übereinstimmend, daß noch viele Hindernisse zu überwinden seien, bevor die französisch-englische Uebereinstimmung sich in Friedensverhandlungen und in eine tatsächliche Regelung des afrikanischen Streitfalles umgesetzt haben werde. Daß der Negus sich einem Vorschlag widersetzen würde, der so weitgehende gebietsmäßige Zugeständnisse von Abessinien verlangt, war in Paris erwartet worden. Trotzdem ist man von dieser Weigerung unangenehm berührt. So vernimmt man bereits Stimmen, die für den Fall, daß allein der Negus sich der vorgesehenen Regelung widersetzen würde, von einer Front- Wendung der Waffe der Sanktionen reden, indem man die Sühnemaßnahmen gegen Italien aufheben und ein Waffenausführverbot nach Abessinien erlassen könnte. Daß Mussolini den Einigungsvorschlag wenigstens in großen Zügen annehmen wird, erscheint der Pariser Presse nach den letzten Nachrichten aus Rom gewiß, wenn man auch erwartet, daß Italien versuchen wird, weitere Vorteile in den kommenden Verhandlungen herauszuholen. Unverkennbares Unbehagen bereitet jedoch d i e Stimmung in Genf. Vor allem aber macht d i e Haltung gewisser kleiner Mächte Sorgen, weil diese grundsätzliche Bedenken haben, dem Angreifer Italien eine Belohnung durch den Völkerbund zusprechen zu lassen. —' D'Ormesson schreibt: Man müsse fragen, was den Frieden und die europäische Ordnung besser gewährleiste, die schrittweise Wiederherstellung der englisch-französisch-italienischen Entente ober die Auflösung dieses Blocks, die nicht wieder gut zu machen wäre. Die Frage stellen, heiße sie beantworten. Deshalb habe man in Genf und überall dort, wo man berechtigterweise an die Zukunft denke, das größte Interesse daran, die französisch-englischen Vorschläge mit Erfolg gekrönt zu sehen. Das „Journal" gibt zu, daß die abessinische Haltung sehr heikel sei. Man habe Abessinien ermutigt und sogar Verpflichtungen ihm gegenüber übernommen. Man müsse nun Abessinien zu verstehen Sehen, daß die internationale Hilfeleistung auch ipfer im allgemeinen Interesse verlange. Der „Figaro" erklärt, die plötzliche Aende- rung in der englischen Haltung gegenüber Italien sei durch bestimmte Schwierigkeiten herbeigeführt worden, die sich gleichzeitig ergeben hätten. Roosevelt habe kürzlich die englische Regierung geheim davon unterrichten lassen, daß er nicht imstande sei, das Oe laus- fuhrverbot durchzusetzen. Gleichzeitig hätten Sowjetrußland und Rumänien wissen lassen, daß es für sie schwierig sei, sich an einem Oelausfuhrverbot zu beteiligen, wenn die Vereinigten Staaten nicht daran t e i l n e h m e n. Hinzugekommen seien die Befürchtungen der britischen Admiralität, im Falle eines plötzlichen Angriffes nicht von Frankreich unterstützt zu werden. 51 ie der Medensplan aussehen soll. Am bedeutungsvollsten ist das fürZtalien unter Dölkerbundsschuh in Aussicht genommene Kolonisationsgebiet im Süden. London, 12. Dez. (DNB. Funkspr.) „Daily Telegraph" meldet aus Paris, daß das in dem englisch-französischen Friedensplan zur wirtschaftlichen Erschließung durch eine italienische Gesellschaft bestimmte südabessinische Gebiet im Osten durch Jtalienisch-Somaliland, im Süden durch Kenya, im Westen durch den 35. Längengrad und im Norden durch den 6. Breitengrad begrenzt werde. Diese Mitteilung ist bemerkenswert, weil nach den früheren Darstellungen die Nordgrenze dieser Zone vom 8. Breitengrad und die Westgrenze vom 36. Längengrad bezeichnet werden sollte. Die Grenze des wirtschaftlichen Einflußgebietes Italiens soll also ungefähr 2 5 0 Kilometer südlich der am ersten Tage gemeldeten Grenze verlaufen, mit anderen Worten, die Zone wird ein viel geringeres Gebiet ein- schließen. Die nach dem Westen vorgenommene Verschiebung um einen Längengrad vergrößert das Gebiet nur um einen kleinen Landzipfel nördlich des Rudvlph-Sees. Das der italienischen Gesellschaft zur Verfügung zu stellende Gebiet soll unter derOberhoheit des Negus bleiben, aber Verwaltung und Polizeidienst würden in den Händen eines Kommissars des Völkerbundes liegen. Dieser Kommissar werde die Verantwortung für die Sicherheit und die Wohlfahrt der Ansiedler tragen, die dort einwandern werden. Hoare und Laval seien der Ansicht gewesen, daß Italien mit einer verhältnismäßig geringen Ausdehnung der Grenzen von Jtalienisch-Somaliland zufrieden fein könne, da das oben erwähnte Gebiet eine ausschließliche Interessensphäre Italiens darstellen würde. Infolgedessen werde vvr- geschlagen, Jtalienisch-Somaliland nur bis westlich von Ual-Ual unD Gerlogubi zu vergrößern. Dieses Gebiet sei bereits seit 7 ober 8 Jahren in denHänden der italienischenAußen- p o st e n. Es handle sich größtenteils um Wüste, die aber bei entsprechender Eindämmung des Flusses Webbi-Schebeli und anderer Gewässer fruchtbar gemacht werden könne. Zur Abtretung dieses Gebietes habe sich der Negus schon vor Mo- naten gegen yeberlassung eines Korridors zum Roten Meer bereit erklärt. Der Berichterstatter hebt ferner hervor, daß der englisch-französische Plan eine Verbindung zwischen der nördlichen und der südlichen Kolonie Italiens nicht vorsehe, weil dies die Abtretung des Gebietes von H a r r a r bedeuten würde. Auch würde ein solcher Gebietsstreifen quer durch das französische Interessengebiet gehen. Im Norden werde vorgeschlagen werden, daß Abessinien den größten Teil des besetzten Gebietes der Provinz Tigre als Gegenleistung für einen Zugang zum Meer ausliefere. Hier gründe sich der englisch-französische Plan auf die Vermutung, daß Abessinien nicht aus eigenen Kräften imstande fein würde, den Eindringling zu vertreiben. Auch sei Rücksicht darauf genommen worden, daß es sich um nicht-arnharisches Gebiet handle und daß ein großer Teil davon vor der Niederlage von Adua im Jahre 1896 in italienischen Händen gewesen ist. Der Berichterstatter fügt hinzu, das wirtschaftliche Einflußgebiet irn Süden sei bei weitern der wichtigste Teil des ganzen Planes; man werde die Frage stellen, wie ein verarmtes Italien im Stande sein könne, die Tätigkeit der Erschließungs-Gesellschaft zu finanzieren. Die Geldmärkte von London und Paris dürften daher aufgefordert werden, das nötige Kapital zur Verfügung zu stellen. Eine starke Armee , sichert die Freiheit. Paris, 12. Dez. (DNB. Funspruch.) Kriegs- Minister Oberst Fabry führte auf einem Essen der früheren Verbindungsoffiziere bei der amerikanischen Armee u. a. aus: Man müsse es selbst erlebt haben, wie die Grenzen von einem feindlichen Einfall überrannt worden seien, man müsse jelbft zerstörte Gebiete gehabt haben, um richtig zu verstehen, was eine Armee für d i e Freiheit bedeute. Es fei sehr schwer, diese Dinge Völkern klarzumachen, die niemals Gefahr liefen, auf eigenem Boden vom Kriege ereilt und in ihrem Hab und Gut betroffen zu werden. Dies erkläre ohne Schwierigkeiten, daß die amerikanischen Freunde Frankreich fälschlich vorgeworfen hätten, für eine Armee Summen ausgegeben zu haben, die besser hätten angewandt werden können. Heute, da die Bewaffnung aus so verschiedenartigen Maschinen bestehe, die mit einer unerhörten Brutalität und Schnelligkeit wirken könnten, würde man von Frankreich vergeblich fordern, seine eigene Sicherheit nicht s e l b st abzuwägen. Abwehr des Kartoffelkäfers. Schon jetzt Aufklärung und Ueberwachung. Berlin, 11. Dez. Das unaufhaltsame Vordringen des Kartoffelkäfers in Frankreich, der sich an einigen Stellen bis auf nahezu 20 Kilometer der deutschen Grenze genähert hat, macht schon jetzt die Vorbereitung umfangreicher Abwehrmaßnahmen erforderlich. Der Reichsnährstand wird daher im Winter eine intensive Aufklärung der Bevölkerung des gefährdeten Grenzgebietes betreiben; dabei sollen besonders die zum Auffinden des Kartoffelkäfers notwendigen Anleitungen gegeben werden. Mit Beginn der Entwicklung des Kartoffelkrautes wird dann in der gefährdeten Zone ein wohlvraanisierter Ueberwachungs- und Abwehroien ft einsetzen, durch den alle Kartoffel- unb Tomatenfelder in regelmäßigen Abständen erfaßt werden. Jeder Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigte wird verpflichtet, auf das Auftreten des Kartoffelkäfers zu achten und alle verdächtigen Erscheinungen zu melden. Wo ein Befall feftgefteüt wird, sind die in Frage kommenden Stellen unverzüglich zu benachrichtigen, damit unter Zuhilfenahme der schon jetzt einzurichtenden Geräteparks die Bekämpfung sofort e i n s e tz e n kann, um das Vordringen des Kartoffelkäfers über die durch Ueberflug aus Frankreich stets gefährdete Grenzzone hinaus zu verhüten, und den mittel- und ostdeutschen Kartoffelbau vor dem Schädling zu bewahren. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat an den ReichsministerKerrl anläßlich dessen 48. Geburt s t a g folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: „Zu Ihrem Geburtstage sende ich Ihnen in treuem Gedenken meine aufrichtigen Glückwünsche. Ich weiß, daß dem Wohle Deutschlands zu dienen. Ihnen immer heiligste Pflicht war. Das Vertrauen, das ich und mit mir Millionen treuer deutscher Volksgenossen in Sie setze, ist begründet in der Lauterkeit Ihres Charakters und der Reinheit Ihres Wollens. Nehmen Sie meinen herzlichen Dank entgegen für die der Bewegung und dem Vaterlande bisher geleisteten Dienste. Ihr gez. Adolf Hitler." Die Geheime Staatspolizei nahm vor kurzem nach Verständigung des Herrn Reichs- und Preußischen Ministers für die kirchlichen Angelegenheiten eine Haussuchung in den Räumen der „Informationsstelle der bischöf. lichen Behörden Deutschlands" in Berlin vor. Der Geschäftsführer der Informationsstelle Domkapitular Prälat Dr. B a n a s ch, dessen Se- fretär sowie einige katholische Geistliche im Reich wurden unter dem dringenden Verdacht des Verrats von Staatsgeheimnissen verhaftet. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. ♦ Der Reichs- und" Preußische Minister des Innern hat dem bisherigen Landrat des Kreises Oftprignitz, Graf W i lhelmvon Wedel, kommissarisch zum Polizeipräsidenten von Potsdam ernannt. Diese Stelle war seit der Berufung des Grafen Helldorff zum Polizeipräsidenten von Berlln nicht mehr besetzt. ♦ In der ausländischen Presse finden sich wieder einmal Mitteilungen darüber, daß Reichsbankpräsident Dr. Schacht angeblich in England Kredite nachgesucht habe. Diese Meldungen sind, wie alle früheren, glatte Erfindungen und völlig unbegründet. W - .nEUERBURG, ■ WWDW UMM , '• > W I /Zu li M 5 ■v WM: "V" * ’U ' _' «■ \ w '' N ^MU. - fj:?— 1* : v t ■ •/■ '-sSM- M | x riTnrnrra ^i/ SNM^GEÄ J'.rv-':./ 3-‘7; ifiÄMfii Berliner Gedenkfeier für Adolf Stöcker Das Weihnachtsgeschäfi des Einzelhandels lassen eine stärkere Belebung gute kommen. daß in jenem Herbst größere Einkäufe getätigt worden waren, die einen Teil der Kaufkraft, die sonst zu Weihnachten auftritt, vorwegnahmen. Demgegenüber sind die Aussichten für das diesjährige Weihnachtsgeschäft leichter zu beurteilen. Die bisherige stetige Entwicklung der Einzelhandelsumsätze, die sich im dritten Vierteljahr auch Berlin, 11. Dez, (DNB.) Anläßlich der 100 Wiederkehr des Geburtstages Adolf Stöckers fand in der Berliner Stadtmiffion eine Gedenkfeier statt. Als Vertreter des Reichskirchenaus- eine Voreindeckung kein Anlaß war. Auch der Ausblick auf den folgenden Januar ist für die Beurteilung des Festgeschäftes maßgebend. Hier wird durch die gesetzliche BeschränkungundSpa- terlegu'ng der Jnventurverkaufe ein großer Teil' der in früheren Jahren dafür aus- gespeicherten Kaufkraft schon für die Weihnachts- käufe eingesetzt werden und den Festumsatzen Zuschusses nahm Präsident K o o p m a n n an der Feier teil und überbrachte die Grüße des Reichskirchenausschusses. Leider wurde die Feier durch einen schrillen Mißklang gestört. Der Vertreter der Preußischen Bruderräte, Pfarrer Jacobi, Berlin, hielt es für angebracht, unter Nennung des Namens des Präsidenten Koopmann zu erklären, daß Adolf Stöcker, wenn er noch lebte, heute sicher nicht beim Reichskirchenausschuß stehen würde. Präsident Koopmann sah sich gezwungen, zum Zeichen seines Protestes gegen eine solche unerhörte Brüskierung die Versammlung sofortzuverlass en. Ein Teil der Versammlung schloß sich dem Prast- zu befriedigen sein. Kleine politische Nachrichten. Am 26. Januar 1936 werden zehn Jahre seit dek Gründung des N a ti o n a ls o zi a l i sti s ch e rt Studentenbundes vergangen sein. Aus diesem Anlaß findet in München am 25. Januar ent Kameradschaftsabend mit Reichsjugend. führer von Schirach als Redner statt. 21 ml 26. Januar wird in einer Weihestunde d e r S t e l l- Vertreter des Führers die neue Fahne des NSD.-Studentenbundes weihen. Die Vereinigte schweizerische Bundesversammlung nahm die Neuwahl der Bundesregierung vor. Zum Präsidenten wurde für 1936 Bundesrat Meyer (Finanzen) gewählt, zum Vizepräsidenten Bundesrat Motta. Der Leiter des Politischen Departements, Meyer, gehört seit 1929, und Motta seit 1911 dem Bundesrat an. * Die tschechoslowakische Regierung hat dem Staatspräsidenten ihre Demission angeboten, die aber nicht angenommen wurde. Unser Bild zeigt einige Gäste, von rechts nach links: Oberkonsistorialrat G u ft a v u s , e Pastor Frick (Bremen), Generalsuperintendent D. Eger, Generalsuperintendent D.a nibile , Seneralfuperintenbent vr. Zöllner, Präsident des Reichsk.rchenaus!chuss°-,L^ r e n s , Landesbischof M e i s e r, Oberkirchenrat Breit, Prof. Koepp, Prof. S t o l z e n b u r g. (Scherl-Bilderdienst-M.) Der provisorische Präsident von K u b ä Carlos Mendieta ist z ur ü ck g e tr e t e n. Die Re. qierung hat den Staatssekretär Jose A. Barnety Vinagres zum Nachfolger ernannt. Der neue provisorische Präsident ist als Berufsdiplomat frei von parteipolitischen Bindungen. Die seit dem Ruck- tritt des Diktators Machade gespannte politische Lage ist noch nicht geklärt. , Natürlich ist auch die Ein kom m en senk« Wicklung für das Weihnachtsgeschäft wichtig, wenn sie auch hinter die mehr saisonmaßlgen Ent- Wicklungstendenzen zurücktritt. Im dritten Quartal dieses Jahres wurde eine Vermehrung des Einkommens aus Lohn und Gehalt um etwa 6,5 o. y)< gegenüber der gleichen Vorjahrszeit ermittelt: wenn ich diese Steigerung auch nicht restlos in einer entsprechenden Verbrauchsentwicklung ausgewirkt har, so wird man doch sicher zu Weihnachten auch auS dieser Quelle einen Impuls erwarten können, wozu noch die zusätzliche Kaufkraft aus Gratifikationen und flüssig gemachten Spareinlagen tritt. Hoffnungen auf das Weihnachtsgeschäft sind sticht bei allen Zweigen des Einzelhandels gleichmäßig berechtigt. Die Branchen mit typischen G e s ch ent. cirtikeln (Parfümerien, Schmuck, Uhren, Blumen usw.) empfangen jedes Jahr ihre st ä r k st e Geschäftsbelebung zu Weihnachten, die z.B. bet Spielwaren 40 bis 60 v. H. des Jahresumsatzes ausmacht. In anderen Geschäften dagegen fällt das Weihnachtsgeschäft weniger ins Gewicht', hleik handelt es sich hauptsächlich um Einzelhandelszweige mit gewerblicher Kundschaft, wie z. B. der gesamte Maschinenhandel. Unterschiedlich sind die Aussichten fut die Gruppen Nahrungsmittel, Textilie rt und Bekleidunqsgegen stände, bei denen die Belebung zum Teil auch in engeren Grenzen bleibt, wenn man vom Einkauf der weihnachtlichen Tischgenüsse absieht. Schließlich seien als Teilhaber am Weihnachtsumsatz die Geschäfte mit Hausrat und Wohnbedarf genannt, die sicher aus denk stärkeren Zug zum „praktischen Geschenk" Nutzen ziehen werden. In Haus- und Kü ch e n g e r a - t e n dürfte übrigens noch ein gewisser Bedarf bet den in der letzten Zeit neu gegründeten Haushalten Bei T s i n q t a u hatten sich Anhänger der nord- chinesischen Autonomie-Bewegung erhoben Der Gouverneur der Provinz Schantung meldet letzt der Zentralregierung, daß es ihm gelungen ist, nach zweitägigen Kämpfen die Bewegung zu un- - - Die Führer der Bewegung feiert denten Koopmann an und bekundete seinen empörten Widerspruch gegen eine solche Behandlung des Vertreters eines vom Staate eingesetzten Ausschusses. Dieses Verhalten der Preußischen Bruderräte richtet sich selbst. Alle, die ehrlich den Frieden in der Evangelischen Kirche wollen, wissen nunmehr, wo die wahren Friedensbrecher zu suchen sind. Daß auf einer Feier zu Ehren Stöckers, der bekanntlich bewußt Antisemit war, ein Mann das Wort erhält, der wie Pfarrer Jacobi jüdischer Abkunft ist, ist ein weiterer Beweis für die Häufung von Taktlosigkeiten, welche man sich bei dieser Gelegenheit geleistet hat. Berlin, 10. Dez. (DNB.) Zum Gedächtnis an Adolf Stöcker dessen Geburtstag sich am 11. Dezember zum 100. Male jährt, veranstaltete heute der „Kirchlich-Soziale Bund" in Gemeinschaft mit dem Reichskirchenausschuß und dem Landeskirchenausschuh der Altpreußischen Union eine Feier in der Neuen Aula der Universität. An der Spitze der Ehrengäste waren der Vorsitzende des Reichskirchenausschusses Generalsuperintendent D. Zoellner und der Vorsitzende des Landeskirchenausschusses Generalsuperintendant D. Eger erschienen. Ferner sah man die Landesbischöse D. Marahrens und D. Meiser, Vertreter der obersten Kirchenbehörden, unter ihnen Bischof D. Heckel, den Präsidenten des Zentralausschusses für die Innere Misson Pastor Frick, ferner zahlreiche Vertreter der freien kirchlichen Verbände sowie fast vollzählig die Mitglieder der Berliner theologischen Fakultät und Angehörige der Familie Stöcker. Der Präsident des Kirchlich-Sozialen Bundes, Professor D. Brunstäd eröffnete die Feier mit einem Grußwort, bei dem er das Gedächtnis zweier der engsten Mitarbeiter Stöckers ehrte, den kürzlich verstorbenen Reinhold Seeberg und Reinhard Mumm. Professor D. Helmut Schreiner «über „Stöckers Kampf um die Kirche". Die , )e Erhebung, so führte er aus, habe vielen erst die Augen über die wahre Lebenseinstellung dieses Mannes geöffnet. Stöckers ganze Lebensarbeit habe dem großen Ziel gegolten, daß d t e Botschaft des Evangeliums das ganze Volksleben erfasse und durchdringe. Er habe weder die Staatskirche noch die freie Kirche gewollt, sondern die freie Volkskirche. Von dieser Grundlage aus habe er unermüdlich gegen die Verweltlichung und Erstarrung des kirchlichen Lebens gekämpft und den Bann des kirchlichen Liberalismus gebrochen. Der inneren Mission habe er neue Wege gewiesen. In seiner Lebenstat sei ein Stück lebendiger Volkskirche sichtbar geworden. Stöcker sei in seiner Person der Volksmissionär der evangelischen Kirche schlechthin, ein deutscher Pfarrer im Gefolge Christi. Professor D. Brunstäd zeichnete anschließend Stöckers Kampf um Volk und Staat. Er gab ein Bild von den politischen Kräften und Strömungen, gegen die Stöcker seinen Kampf geführt habe, wobei er besonders die Auseinandersetzung mit dem Liberalismus und dem Judentum berührte. Seelsorgerische Verantwortung im Großen habe Stöcker in die Politik getrieben. So sei er der Sozialdemokratie auf ihrem eigenen Boden entgegengetreten, um der Parole des marxistischen Klassenkampfes die Losung eines christlichen Sozialismus entgegenzustellen. Allerdings sei Stöcker mit seinen politischen Bemühungen nicht durchgedrungen, weil er gegen übermächtige Widerstände gekämpft habe und die Stunde noch nicht reif gewesen fei für die Wende, die er erstrebt hätte. Stöcker fei, fo schloß Proseffor Brunstäd, nicht zu spät, sondern zu früh gekommen. Was er in hartem, einsamem Ringen seiner Zeit zum Trotz gewollt und herausgestellt habe, bleibt eine Mahnung für die Kirche von heute und ein Erbe, das verpflichte. Zwischenfall in der Berliner Stadtmiffion. Das eigentliche Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels mit seinen belebten Umsätzen beginnt in der Regel erst in den letzten Wochen vor den Feiertagen. Unmittelbar vor dem Weihnachtsfest erreichen die Tagesumsätze etwa das vier- bis fünffache des durchschnittlichen Tagesumsatzes im August Die Mahnungen an die Verbraucher, ihre Einkäufe nicht bis zuletzt aufzuschieben und eine frühzeitige Auszahlung von Gratifikationen werden in diesem Jahre hoffentlich diese Umsatz- spitzen mehr auf die ersten Wochen des Dezembers verlagern. Nur wenn der Verkäufer Zeit hat, können auch beim Weihnachtsverkauf die Kunden so aufmerksam bedient werden wie sonst Das vorjährige Weihnachtsgeschäft hatte die Erwartungen einer stärkeren Umsatzbelebung im De- b zember nicht ganz erfüllt. Für das Jahresgeschaft - des Einzelhandels 1934 waren überhaupt st a r k e -'Umsatzschwan k ungen bezeichnend: dazu kam, SMlitHAUS NEUERBURG-ZIGARETTEN können Sie jedem Raucher eine Weihnachtsfreude machen - GÜLDENRING 4 PF .9H.it Qold OVERSTOLZ 5 PF. OHNE £Mdst. 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Amtlich neigt man immer mehr zu der Annahme, daß es sich um einen Einbrecher gehandelt hat, der sich vornherein vorgenommen hatte, gerade in dieses Haus einzudringen, von dem er annahm, daß es einen begüterten Besitzer habe. Dom Führer begnadigt. Die 18jährige Elsa Roß ist am 24. September 1935 von dem Schwurgericht in Insterburg wegen Mordes an ihrer Stiefmutter zum Tode verurteilt worden. Der Führer und Reichskanzler hat im Gnadenwege die Todesstrafe in lebenslange Zuchthaus st rafe umgewandelt. Eine ganze Familie unter Dergiftungserscheinungen erkrankt. In der Ortschaft Montet bei Freiburg (Schweiz) erkrankten nach dem Mittagessen die Familie und die Dienstboten des Gemeindevorstehers, insgesamt neun Personen, unter Veraiftungserscheinun- g e n. Der Mann ist gestorben, die Frau schwebt Neues für -ei — Deutsche Farbblätter. Unvergängliche Werte deutscher Malerei. In Verbindung mit Dr. A. Feulner, Geheimrat Prof. Dr. Leidinger, Dr. H. Posse, Prof. Dr. H. Voß und Geheimrat Prof. Dr. H. Woelfflin. Herausgegeben von A. E. Brinckmann, Fr. Knapp & W. Klein, Berlin-Wilmersdorf. — (542.) — Die deutschen Farbblätter gehen neue Wege in der farbigen Wiedergabe deutscher Malerei. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, Eigenart und Selbständigkeit des deutschen Kolo- rismus darzustellen. Sie wollen Familien und Lehranstalten, damit den deutschen Menschen die deutsche Farbe zeigen. Der volkstümliche Preis soll für weiteste Verbreitung sorgen. Die erste Lieferung enthält fünf großformatige Nachbildungen je eines Werkes von Menzel (Balkonzimmer), Blechen (Bucht von Spezia), Dürer (Dorf Kalchreuth), Will- mann (Bernhardwunder) und eines westfälischen Meisters (St. Johannes Ev.). Jeder Tafel ist ein kurzer Text beigegeben, der über den Maler berichtet, verständlich den Inhalt und lebendig die in Lebensgefahr. Der Zustand der übrigen Erkrankten hat sich inzwischen aebessert. Es wurde festgestellt, daß die Speisen Arsenik enthielten. Der 17jährige Sohn des Gemeindevorstehers, der vor kurzem Arsenik zur Rattenvertilgung gekauft hatte, ist verhaftet worden. Er beteuert seine Unschuld. 100 000-rNark Gewinn auf die Dummer 317 254. In der Staatslotterie wurde auf das Los Nummer 317 254 der 100 000 - M a r k - G e w i n n gezogen. Das Los wird in der 1. Abteilung in Achtellosen in Ostpreußen, in der 2. Abteilung in Achtellosen in Baden gespielt. Explosion im Munitionslager einer französischen Kaserne. Das Munitionslager der Kaserne der republikanischen Garde in Lerouville bei Saint Mihiel ist in die Luft geflogen. Die Lagerräume wurden völlia vernichtet. Als Folge der Explosion brach in der Kaserne Feuer aus, das jedoch gelöscht werden konnte. Deutscher Luftverkehr über den Kanal durch den Sturm nicht gestört. Der jetzt wieder über dem englischen Kanal herrschende Sturm hat auf den Luftverkehr der Lufthansa keinen Einfluß gehabt. Die Tagesstrecke von Berlin nach London und zurück wurde ebenso wie die Nachtpoststrecke — Abflug täglich in Berlin um 23.30 Uhr und in London um 23 Uhr — wie üblich beflogen, obwohl die Kanalschiffahrt schwer zu leiden hatte. i Bücherttsch. Schönheit des Bildes beschreibt. Jeden zweiten Monat erscheint eine Lieferung mit 5 Tafeln zum Preise von 3,50 Mark. Zehn Lieferungen bilden einen in sich abgeschlossenen Band. — D l e ersten sechs Lebensjahre. Ein Erziehunasbuch. Von Elisabeth P l a t t n e r. 150 Seiten. Kart. 3,40 Mark, Ganzleinen 4,60 Mark. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1936. — (533.) — Kinder zu geraden, festen, tüchtigen Menschen zu erziehen, ist die verantwortungsvolle Aufgabe einer jeden deutschen Mutter. Diese Aufgabe zu erfüllen will das Buch von Elisabeth Plattner helfen. Aus eigener, mütterlicher Erfahrung werden die Erziehungsfragen behandelt, die als Grundlage für die spätere Entwicklung des Kindes von so großer Bedeutung sind. Anhand zahlreicher, aus dem Leben gegriffener Beispiele wird unter anderm anschaulich gezeigt, wie man dem Kleinkind selbstverständlichen Gehorsam beibringt und die Liebe zur Wahrheit stärkt. Als brauchbare junge Menschen sollen die Kinder in die Volksgemeinschaft hineinwachsen, und darum müssen sie zu Menschen erzogen werden, denen das Du wichtiger ist als das Ich. So enthält die Schrift eine Fülle guter Ratschläge, warnt vor Fehlern in der Erziehung und regt zum Nachdenken an. — Das neue deutsche Wörterbuch. Unter besonderer Berücksichtigung der Rechtschreibung sowie der Herkunft, Bedeutung und Fügung der Wörter. Siebente, neubearbeitete Auflage, bearbeitet von Karl Q u e n z e l und Hans Volz. XXIV und 432 Seiten. Leinen 2,85 RM. — (518) — Dieses Wörterbuch empfiehlt sich durch seine Zuverlässigkeit, seine Unterhaltsamkeit und durch den niedrigen Preis. Es enthält nicht bloß die Rechtschreibung, sondern auch die Herkunft der Wörter, treffliche Verdeutschungen der Fremdwörter, die Erklärung von Kunstausdrücken, die Regeln über die Zeichensetzung, die gebräuchlichen Abkürzungen u. a. Die neue Auflage berücksichtigt ferner alle wichtigeren Begriffe, die im Dritten Reich geprägt worden sind. (Verlag: Hesse & Becker, Leipzig.) — Rudolf Herzog: Deutsche Gedanken. 47 Seiten. Paul Neff Verlag, Berlin. — (494.) — Diese Broschüre enthält eine Auswahl von Kernstellen aus Herzogs Büchern, jeweils zusammengefaßt unter den Ueberschriften „Vom Stürmen, Sterben, Auferstehen", „Deutschland und die Welt", „Volks- und Werksgemeinschaft", „Deutscher Glaube, deutsche Kunst", „Frauen und Kinder" und „Heimat! Leben!" — Den Freunden mag die kleine Schrift ein Vademekum und zugleich ein Wegweiser durch seine zahlreichen Romane sein. — Prof. Walter Frank: „Zunft und Nation" (Schriften des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands). Kart. 1,— RM. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (524) — Die Schrift enthält die Rede, die Professor Dr. Walter Frank als Präsident des neuerrichteten Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutschlands bei dessen Eröffnung gehalten hat. Sie umreißt den hohen Aufgabenkreis, den das neugebildete Neichsinstitut übernommen hat und kennzeichnet dabei den Weg, den die neue Wissenschaft einschlagen muß, zwischen den Zunftgelehrten und Zunftpolitikern hindurch zu einer einzigen großen Zunft, wo alle — auf welchen Schlachtfeldern sie auch stehen, und mit welchen Waffen sie auch kämpfen — denselben Kampf kämpfen: den Kampf um ein neues Zeitalter deutscher Größe. — Christel Broehl-Delhaes: Kamerad Mutter. Roman. 316 Seiten. Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. (545.) — Ein leicht lesbarer, handlungsreicher Unterhaltungsroman: wohltemperierte Lektüre, nicht ohne Spannungsgehalt, in erster Linie vermutlich für weibliche Leser bestimmt. — — Ludwig Lesser: 100 Ratschläge für d i e häusliche Blumenpflege. Zweite neu durchgesehene Auflage mit 64 Abbildungen. Verlag Rud. Bechtold & Comp., Wiesbaden. Preis 0,90 Mark. — (517) — Dieses Heft beantwortet in kurzen, verständlichen Worten die tagtäglichen Fragen der Blumenpflege. Jeder Blumenfreund wird aus chm leicht lernen, seine Blumen gut zu pflegen. Diele Handgriffe werden durch gut ausgefüyrtö Zeichnungen erläutert. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der von Großbritannien über Südskandinavien sich ostwärts erstreckende Hochdruckrücken wird durch kräftige Wirbeltätigkeit im hohen Norden stark angegriffen. Er bleibt jedoch mit einer lebhaften Oft- strömung noch immer für die Witterung Deutschlands bestimmend. Im Gegensatz zu seither wird diese westliche kalte Luft zu uns verfrachtet. Zudem wird die Frostgefahr noch durch Ausstrahlung begünstigt. Irgendwie nennenswerte Niederschläge sind vorerst nicht wahrscheinlich. Aussichten für Freitag: Wolkig bis heiter und im wesentlichen trocken, bei lebhaften östlichen Winden nachts Frostgefahr zunehmend. Aussichten für Samstag: Bei östlichen Winden Fortdauer der zeitweilig heiteren, im wesentlichen trockenen und kalten Witterung. Lufttemperaturen am 11. Dezember: mittags 3,0 Grad Celsius, abends 1,1 Grad: am 12. Dezember: morgens —0,8 Grad. Maximum 3,2 Grad, Minimum —1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Dezember: abends 2 Grad: am 12. Dezember: morgens 1,6 Grad Celsius. Mnlerfporl-Dellernachrichfen. Vogelsberg, Hoherodskopf: heiter — 9 Grad, 35 Zentimeter Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Bruchharsch, Ski und Rodel gut. Herchenhainer Höhe: heiter, —6 Grad, 28 Zentimeter Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Bruchharsch, Ski und Rodel gut. Rhön, Wasserkuppe: Nebel, —7 Grad, 19 Zentimeter Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, verharscht, Ski und Rodel gut. Taunus. Kleiner Feldberg: Bewölkt, — 5 Grad, 13 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, verharscht, Rodel gut, Ski mäßig. Großer Fesdberg: Bewölkt, — 6 Grad, 15 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, verharscht, im Wald Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: Nebel, — 7 Grad, 90 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Nach einem sorgenreichen Leben ist unser lieber Vater im Alter von 66 Jahren in die Ewigkeit eingegangen. Die trauernden Hinterbliebenen: In tiefer Trauer: Karl Nagel Gießen (Am Kugelberg 63), den 11. Dezember 1935. Wuppertal-Elberfeld, z. Z. Gießen, den 12. Dezember 1935 Ederstraße 5 II Augustastraße 148 7192 D 7194 D noch ein Vorschlag: (Verschiedenes! Los Los Los Los V: Los VI: 7200 A Los VII: 7191 D Los VIII: von Gustav Geisse Der Vorstand. 7190D an Gießen, den 12. Dez. 1935. und zum Bauen 7202 A GIESSEN Bekanntmachung. Vergebung des Skammholzrückens in den städtischen Waldungen für 1936. 1000 fm Eichen und Buchen in Abteilung 55a (Försterei Gießen) in Betten zu rücken. 700 fm Eichen und Buchen in Abteilung 55c (Försterei Gießen) in Betten zu rücken. 500 fm Eichen und Buchen in Abteilung 56a (Försterei Gießen) in Betten zu rücken. Illlllllllllllllllllllllllllll Jwedtföetämpmnfloer Schwarzarbeit können Arbeite-Ange bote von Handwerkern nur mit Namensnen. nvng u. unter Vorlage besSewerbenochweise« ausgenommen werden. Verlag hesGtebeuerAnzetgers Illlllllllllllllllllllllllllll Oeffnung der Gebote erfolgt in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber zu dem genannten Termin in Zimmer 6. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 12. Dezember 1935. Bürgermeisterei Gießen: Ritter, Oberbürgermeister. Unsere Auswahl ist groß. Deshalb kaufen Sie im Spezialgeschäft Wir bringen imitierte Kamelhaar-Hausschuhe von Saffenschrraniß gebraucht, aber in noch einwandfreiem Zustand, evtl, auch eisernen, feuersicheren ÄDtenichrauk zu kaufen gesucht. Schr. Angebote nut Preis und Angabe der Her- stellersirrna unter 7159D an den (Siebener Anzeiger erbeten. Los IX: Slumnem (Ziesten 708?d lyreit, 13. Dez., 20 6.0.22.15 Ußr rl.fVreit.-Abonn. Preise von 0.40 b. 2.50RM. DerMannm.den grauenLchläfen. Lustspiel von Leo Lenz. 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Verlobungs-Anzeigen liefert Brühl'sche Druckerei Der Fteischhadter 1869 Altersvereinignng 1919 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Alterskollegen PiarrerErDSt Amandus Müller geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 13. Dez., nachm.BUhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. alle lästig.Haare, Leberflecken, Pickel, Sommerspross. usw. entf. u. Gar. !. immer ^rau B. Gulden Sprechst.Freitag Gießen, Alicen- Straße 40 p. 9—7 Uhr durchgehend. Vornehm t Geschmackvollt Persönlich I D. Druck ) Stein« ßen. 25 W« mehr. 15 Pf, 5 Trad, harscht, bewölkt, ] Neu- ^ki und tbung u. , ioroie ndoline >rt abru- Zu erst, ijeschäfts- GÄMiZ Z.u.Zu- i schöner age, für iu oerm. rg. unt. b. (OL ’*5 hei- s* pichen lM we- M ig.-paare, rgs 3,0 lember: Mini. / 0 cm 12. De« Ä Wlkk 2215’S eiÄ iotnmßt? sw.enw l. immer .Gulden ^.Freitag L Alicen; W P-9*J cbgeben“' ifimi ... nmackvo**' \nlichl r.. genecnaft,fl egenen jng,n . dif , dIIHO"’ d * "AÄ aller Zum 41. Male erhielt Deutschland in Stockholm einen Nobelpreis und steht damit weitaus an der Spitze aller Kulturländer. In diesem Jahre wurde — wie bereits gemeldet — dem Professor Hans Spemann in Freiburg der Nobelpreis für seine biologischen Forschungen verliehen. — Das Bild zeigt die feierliche Überreichung durch König G u st a f von Schweden. — (Scherl-Bilderdienst-M.) den wahrscheinlich am Nachmittag oder Abend zurück sein, und bald nach der Ankunft würde General Ma Chung-yin, nach dem, was er am Tele- phon geäußert habe, uns persönlich besuchen. Als Hwang das erstemal bat, die Autos geliehen zu bekommen, schrieb ich folgenden „Offenen Brief" auf russisch, den Georg würde gebrauchen können, falls er, seine Kameraden und die Kraftwagen auf dem Weg nach oder in Khara-schar in die Hände von General Sheng Shih-tsais siegreicher Armee fallen sollten: „Der Besitzer dieses Briefes, Herr Georg Söder- bom, ist vom 21. Oktober 1933 bis jetzt in meinem Dienst gewesen. Gegen meinen Willen ist er gezwungen worden, nach Khara-schar zu fahren, um einige verwundete Soldaten nach Korla zu bringen." Darauf folgte eine Schilderung der Ziele und Pläne der Expedition. Das Schreiben schloß: „Daher steht unsere Expedition unter dem Schutz der chinesischen Regierung. Sie verfolgt keinerlei politische Absichten irgendwelcher Art. Ich bitte also, Söderbom mit Wohlwollen zu behandeln. Aufenthaltsort der Expedition ist gegenwärtig Korla." Was in Wirklichkeit bei Khara-schar geschah, war nicht leicht zu entwirren. Einige sagen, daß tausend Torgoten, verbündet mit Russen, Türken und Kirgisen, die Stadt gestürmt hätten, aber von Mas Garnison, die nur dreihundert Mann zählte, zurückgeschlagen seien. Hami, .Turfan und Toksun Zum Schluß seiner Einführung erteilte Professor Dr. Glöckner dem Hauptredner des Abends, Professor Dr. W. H. Schuchhardt, das Wort zu seinem Vortrage „Ueber einen archaischen Tempel aufder Burg vonAthen" (mit Lichtbildern). Der Vortrag führte Hörer und Beschauer ins Herz der attischen Landschaft und, zeitlich, in das vorklassische 6. Jahrhundert, von dem Wiilckelmann selbst nichts gewußt, nur einiges geahnt hat. In erstaunlich kurzer Zeit sind die Bauwerke entstanden, die bis heute das architektonische Gesicht der Burg bestimmen. Ausgrabungen haben zahlreiche, erst teilweise ausgewertete Funde zutage gefördert; noch immer lassen sich neue, wichtige Ergebnisse beibringen. Ein solches gelang dem Vortragenden im vergangenen Sommer mit der Rekonstruktion eines archaischen Tempels, von dem nur die Fundamente erhalten und freigelegt sind. Diese Rekonstruktionsarbeit bildete den eigentlichen Gegenstand des Vortrages. Es kann in einem Referat wie diesem, ohne jegliche Voraussetzung und ohne die Hilfe von Bildmaterial, auf die Einzelheiten der Fundanalyse und der darauf gegründeten Rekonstruktion des archaischen Bauwerkes kaum eingegangen werden. Doch schien uns, über derartige stilgeschichtliche und technische Einzelheiten hinaus, bemerkenswert und interessant zu hören, wie der Bericht über die Arbeiten des Vortragenden und deren überraschende Ergebnisse zugleich ein anschauliches Beispiel für die neuzeitlichen Methoden praktischer archäologischer Arbeit lieferte: wie sich "aus der sinnvollen Ordnung und Zusammenschau aller Einzelheiten, aller technischen und stilistischen Indizien Aufschlüsse über Ausmaß, Bild und Bestimmung eines verlorenen Bauwerkes der archaischen Zeit gewinnen lassen, von dem im wesentlichen nur die Grundrißgliederung erhalten ist oder als gesichert vorausgesetzt werden kann; wie sich aus dürftigen Bruchstücken die Rekonstruktion eines Giebelfeldes, der architektonischen Hauptformen und des ornamentalen und plastischen Schmuckes entwickelte. Die Ausführungen des Vortragenden wurden durch zahlreiche Lichtbilder von den Funden sinnfällig und überzeugend ergänzt. Insbesondere die großen plastischen Gruppen im Giebelfelde, eine Löwengruppe, eine Herakles-Szene und eine Dämonengruppe, gestatteten sehr reizvolle Ausblicke auf die altgriechische Mythologie wie auch auf den Stil der archaischen Plastik und Malerei. Professor Schuchhardt schloß seinen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag mit der Hoffnung, daß seine Untersuchungen, welche diesen einen Tempel rund und schön erschlossen, sich in Kürze auch auf den sogenannten Ur-Parthenon werden ausdehnen lassen. König Gustaf überreicht Professor Gpemann den Nobelpreis Winckelmann-Iest des Archäologischen Instituts. Das Archäologische Institut der Universität hatte für gestern abend zum Winckelmann-Fest in den' Großen Hörsaal eingeladen. Professor Dr. Glöckner wies einleitend auf den alten Brauch der akademischen Feiern zum Gedächtnis Winckel- manns als des Begründers der klassischen Altertumskunde hin und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Besinnung auf ihn und seine Leistung gerade auch im neuen Deutschland gerechtfertigt und sogar notwendig erscheine, denn Winckelmann habe mit den ein wenig in Verruf geratenen Vertretern des Humanismus alten Stiles nichts gemein; feine Leistung fei vielmehr verflochten in die geistige Bewegung einer Zeit, die mit den Namen Lessings und Goethes, auch Wolfs und Boeckhs bezeichnet werde. Winckelmann habe recht eigentlich die Schleusen für einen neuen Humanismus geöffnet, indem er zu den Quellen vorgedrungen fei und feinem Volke die Wahlverwandtschaft mit den Griechen vor Augen geführt habe. Winckelmanns Ideale seien freilich nicht mehr die unfern, doch habe er den Weg gewiesen und neu erschlossen; darauf ruhe seine Bedeutung für uns, und seine Nachfolger haben hier und heute Gelegenheit zu zeigen, daß sie Winckelmanns Erbe richtig und würdig verwalten. Getue zu wiederholen. Manchmal lag er auch in der Sonne und zer- fnabberte mit lautlosen Bissen einen Grashalm. Das waren indes nur kleine Ausgelassenheiten im Freien, vielleicht vom Duft des Frühlings veranlaßt. In der Stube ist Heilo zu stolz, um andere mit Dummheiten zu ergötzen. Er pflegt der Ruhe auf seinem Polster, und wenn er von seiner Umwelt genug hat, schließt er die Augen. Noch nicht einmal schnurren tut er, weil er es für gewöhnlich hält, feine Gefühle in dieser Art " Oefientlichkeit zu verraten. Dr. Lenz, Professor, Berlin; Liebel, Oberbürgermeister, Nürnberg; Frhr. von Lüninck, Oberpräsident, Münster i. W.; Mein berg, Preuß. Staatsrat, Berlin; von Papen, Außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister des Deutschen Reiches in besonderer Mission, Wien; Pfundtner, Staatssekretär, Berlin; Pohl- Hausen, Prof., Rektor, Danzig-Langfuhr; von Ribbentrop, Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter des Deutschen Reiches, Berlin; Dr. Riebe sell, Professor, Berlin-Zehlendorf; Rust, Reichs- und Preuß. Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Berlin; Dr. N u 11 k e, Direktor des Reichsausfchufses für Volksgesundheitsdienst beim Reichsministerium des Innern, Berlin; Sander, Dberbürgermftr., Dessau; Scheller, Gauamtsleiter und Ratsherr der Stadt Berlin, Berlin-Tegel; Dr. Schmidt, Univ.-Prof, und Gauamtsleiter, Würzburg; Graf Schwerin von Krosigk, Reichsminister der Finanzen, Berlin; Spaniol, Preuß. Staatsrat und Bürgermeister, Andernach a. Rh.; Staemmler, Univ.-Prof., Breslau; Dr. Stähle, Ministerialrat und Gauamtsleiter, Stuttgart; Dr. U fädel, Ministerialrat, MdR., Berlin; Dr. Weber, Ministerialdirigent im Reichsministerium des Innern, Berlin. Rassenpolitisches Amt der NSDAP. (RL.): gez.: Dr. Groß, Reichsamtleiter. Reichsbund der Kinderreichen: gez.: Stüwe, Reichsbundesleiter. Sichert den Fortbestand unseres Volkes! Aufruf des Ehrenführerringes des Veichsbundes der Kinderreichen. Oer Ehrenführerring des VdK. Dr. A n f ch ü tz, Univ.-Prof., Geheimrat, Kiel; Behrens, Oberbürgermeister,.Kiel; v. Blomberg, Reichskriegsminister, Berlin; Bo eck, Senator, Danzig; Dr. med. Boehm, Professor, Dresden- Wachwitz; Boehmer, Oberbürgermeister, Gelsenkirchen; Dr. F. Burgdörfer, Direktor im Statistischen Reichsamt, Berlin; Dr. Burkhardt, Landrat und stellvertr. Gauleiter, Fulda; Dr. Deh- l i n g e r , württembergischer Finanzminister, Stuttgart; Frhr. v. Eltz-Rübenach, Reichsverkehrsminister, Berlin; Ettwein, Stadtrat, Stuttgart; Dr. Frick, Reichs- und Preuß. Minister des Innern, Berlin; Dr. Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin; Dr. Graf v. d. Goltz, Preuß. Staatsrat, Berlin; Dr. Richard Grün, Prof., Düsseldorf; Dr. Gütt, Ministerialdirektor im Reichsministerium d. Innern, Berlin; Heid er. Reg. Bürgermeister, Bremen; Ern st August, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, Schloß Blankenburg a. H., K 1 agges, Ministerpräsident, Braunschweig; Dr. K r o H , Regierungspräsident, Breslau; Krupp v. Bohlen-Halbach, Essen; Dr. Löhr, Gau- amtsleiter und Sanitätsgruppenführer, Prof., Kiel; Wir „rauben" unfern Silberschatz Abenteuer auf Leben und Tod im Fernen Osten. Von Sven Hedin. linie stellen, damit einem nicht die Krumen und Steine an den Kopf fliegen. Das treibt er, wenn man ihn gehen läßt, bis zur Erschöpfung. Dann zieht er wie ein Sieger ab. Anfangs dachte er auch auf dem Hühnerhof den lieberlegenen spielen zu können, zumal der Hahn mit feinem Volk vor seinem Gekläff .flüchtete. Bald aber ließ sich der gespornte Herr nicht mehr erschrecken. Er wollte dem Köter, zumal vor den Augen seiner Schönen, schon zeigen, was Mannesmut ift. Er flog Waldi auf den Kopf und bearbeitete ihn mit ein paar kräftigen Schnabelhieben, daß der entsetzt Jaulende die Flucht ergriff. Jetzt bleibt Waldi dem Bereich des geflügelten Reiters fern, denn er hebt es nicht, den Schweif einziehen zu müssen und sich zu trollen. Er hat seine Teckel-Ehre. Er hat gelernt das Grobzeug des Hühnerhofs zu verachten. Heilo. Seine Besitzerin nennt ihn „Prinz Heilo", weil er aus Siam stammt und aus fürstlichem Geblut fei. Der schwarze Kopf und die schwarzen Pfoten des schmalen, kurzhaarigen Katers muten wie eine Maske und kleine Ballschuhe zu dem übrigen braunen Kostüm an. Heilo liebt mehr die Polster als den Fußboden und setzt mit federndem Sprung lautlos auf das altmodische Sofa, auf dem em weiches, molliges Ruhekisteü in roter Farbe feiner ^Er mauzt nicht nach Art der gewöhnlichen Katzen, sondern läßt eine Helle fremdartige Stimme ertönen, wenn das Kratzen feiner allzu leisen Krallen an die Tür überhört wird. Denn er ist in jeöer Weise vornehm und zuverlässig Er gibt sich auch nicht mit dem Zerkleinern von Knochen ab, schleckt vielmehr mit seiner kleinen rosaroten Zunge fußen Grießbrei und geschabtes rohes Fleisch vom Teller. Die Straße verachtet er. Dagegen streift er, je nach der Jahreszeit, gern einmal Öen ©arten m einem kleinen Rundgang ab. Es 'st mehr em Tan- „in als ein Gehen, denn es sieht so aus, als trippele er über ein schmales Drahtseil. Es ist Anmut und spielerische Geziertheit m fernem Gang. Im Frühling hatte eine japanische Magnolie, deren unterste Hefte wie die auswogenden Arme eines barocken Leuchters sich bis nahe an den Boden bogen fein besonderes Wohlgefallen. Vorgereckten Kopfes schnupperte -er den lilienartigen Dust der Blüten in und glitt zuweilen, wie mppenb mit Zierlichem Zungenschlag über em taufeuchtes Blumenblatt als erhöhte ihm das den Genuß, als w tt-rt- er in dem Geschmack „etwas Tropisches. ' etwas seiner asiatischen Heimat Verwandtes Lachte . „an üb« den kleinen Genießer und s-.n adsonder- , ,jches Herumflanieren, sah er einen plötzlich mit Der Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig, veröffentlicht soeben das neue Buch von Sven Hedin, dessen Erscheinen der Forscher in seinen Vorträgen schon angekündigt hatte: „Die Flucht des Großen Pferde s". (Mit 117 Abbildungen nach Aufnahmen des Verfassers und seiner Mitarbeiter sowie einer vierfarbigen Routenkarte. Geheftet 6,50 Mark, Ganzleinen 8 Mark.) „Großes Pferd" war der Beiname des jungen chinesischen Generals Ma Chung-yin. Ma war von bewundernswerter persönlicher Tapferkeit, aber auch unerhört grausam. Ma wollte die ganze Welt erobern, hatte anfänglich große Erfolge, wurde aber schließlich vom Geschick ereilt. Zu seiner Flucht erzwang er sich von Sven Hedin die Kraftwagen der Expedition, nachdem er den Forscher und seine Kameraden bereits an die Wand hatte stellen und mit Erschießen bedrohen lassen. In seinem neuen Buch schildert Sven Hedin, wie es ihm und seinen Gefährten als „Gäste" des Großen Pferdes und, nach dessen Wegtritt von der Kampfbühne, als spionageverdächtig, denen nun auch die Feinde Mas nach dem Leben trachteten, ergangen ift. Das Werk gibt ein erregendes und erschütterndes Bild von innerasiatischer Kriegsführung und von Abenteuern, die friedliche Forscher inmitten dieses Hexenkessels zu bestehen hatten. Wir entnehmen dem Buch den folgenden Abschnitt: Die Stimmung um uns herum ist unbehaglich. Georg ist sehr bedrückt: „Kommen wir aus dem Elend hier mit dem Leben davon, so können wir froh sein." Ich antwortete: „Was macht es, wenn sie die Autos und die ganze Ladung nehmen, wenn es uns nur nicht an den Kragen geht." Der Wind klagte und heulte, es war grau, kalt und neblig, alles schien düster und verloren, während die Stunden dahinschlichen. Die kranken Soldaten des Doktors brachten uns willkommene Zerstreuung. Ein neuer Patient verriet sicher ein militärisches Geheimnis, als er sagte: Berlin, 10. Dez. (DNB.) Anläßlich der am 12. Dezember in der Weimarhalle (Weimar) erfolgenden Verkündung des Ehrenführerringes des Reichsbundes der Kinderreichen (RDK.) wird folgender Aufruf veröffentlicht: Gewaltiges hat der Nationalsozialismus in Deutschland seit der Machtübernahme geleistet. Und doch kann der Fortbestand all dieser Erfolge nur dann als gesichert gelten, wenn erst d i e größte und dringend st e Ausgabe gelöst ist, eine Aufgabe, die bisher noch nie ein weißes Volk bezwungen hat: Den Fortbestand unseres Volkes wieder zu sichern. Harte, unangreifbare Ziffern zeigen, daß das deutsche Volk in den letzten Jahrzehnten ein a b - st erbendes Volk geworden war. Bis zur Machtergreifung durch den Führer bestand keine Aussicht auf Aenderung dieses gefährlichen Vorgangs. Erst feit ber Uebernahme der Regierung durch Adolf Hitler können wir im Ernst wieder an eine Ueber- windung des Gespenstes des Geburtenrückgangs und an einen biologischen Wiederauf st ieg unseres Volkes denken. Dazu ist aber nötig, daß alle Kräfte für dies gewaltige Ziel eingesetzt werden. Noch reichen die Geburtenziffern nicht aus, um auf die Dauer den Bestand der Nation in ihrer heutigen Größe zu sichern, und ein Sinken der Volkszahl würde Deutschland nicht nur zahlenmäßig, sondern auch anErbwertundBega- b u n g auf bas allerschwerste schäbigen. Es gibt nur ein Mittel, um unser Volk aus dieser ernstlichen Gefahr des völkischen Niedergangs (nach Zahl und Tüchtigkeit) zu reffen: Das Entstehen möglichst vieler erüge f u n b e r Vollfamilien, b. h. von Familien, in benen mindestens vier lebenskräftige Kinder geboren werben. Nur biefe Kinderzahl reicht für bie Volkserneuerung aus. Zerrüttung bes Familienbegriffs unb bevölkerungspolitische Irrlehren haben in ber Verfallzeit allerschwerste Schüben ungerichtet, bie gefunbe kinberreiche Familie ist mit ber erbkranken asozialen in eine Reihe gestellt unb ber Verachtung unb Verelenbung überantwortet worben. Hier IBanbel zu schassen, Aufklärung zu verbreiten, bie alte beutsche äinberliebe roieber z u wecken unb z u stärken, vor allem aber ber Vollfamilie roieber Achtung, Geltungunb Lebensraum zu erringen, bas ist bie Aufgabe unserer Zeit. Das Dritte Reich hat sich mit vollem Nachdruck in den Dienst dieser Aufgabe gestellt. Um sie zu lösen, müssen aber auch aus dem Volke heraus sich alle Kräfte regen und an einer gesunden Gestaltung des völkischen Familienlebens mitbauen. Dabei steht den erbgesunden Kinderreichen die Führung zu, ihr Beispiel muß der deutschen Dollfamilie wieder den ihr gebührenden Ehrenplatz in der Volksgemeinschaft erkämpfen, der die Doraus- setzung für Durchbruch und Sieg des deutschen Willens zum Kinde ist. Der Reichsbund der Kinderreichen (RDK.) ist nach dem Willen des Führers mit dieser Kampfaufgabe betraut. Staat und Partei stehen hinter ihm. Es ist Ehrenpflicht aller erbgesunden kinderreichen Eltern, in seinen Reihen mitzustreiten und sich durch das Tragen seines Zeichens stolz zu dem Glück zu bekennen, das aus dem köstlichsten Reichtum einer Familie und eines Volkes erblüht, dem Reichtum an Kindern. Wir als Väter von Vollfamilien rufen hiermit alle Eltern mit vier oder mehr (Witwen mit drei ober mehr) Kindern auf, sich in die Reihen des RDK. einzuordnen. __________ ._______ Zärtliche Hausgenossen. Bon Peter Bauer Waldi. So heißt ein langgestreckter, schlappohriger Teckel, , dessen kurzhaariges Fell in der Hauptsache schwarz ist und nur an Bauch und Brust rotbraune Färbung zeigt, so, als luge aus einem nicht zugeknöpften Mantel ein helleres Kleid hervor. Auch der Unterkiefer ist rotbraun gezeichnet, was besonders auffällt, wenn Waldi bös ist um, die Backen o^Das^kann leicht fein, wenn die Familie am Tisch versammelt sitzt und Waldi nichts als Berne sieht. Es scheint ihm Grund genug pfeifend zu meinen und ruhelos herumschleichend seine Verlassenheit zu beklagen. Nach einer Weile versucht er Anschluß zu bekommen, indem er bald gegen dieses bald gegen jenes Knie mit der Schnauze stoßt. Nähert sich ihm daraufhin eine Hand, so beeilt er ft* fofort feine kurzen Vorderpfoten in sie hlneinzukuscheln. Redet man ihm dabei gut zu, so verstärkt sich unter b- haglichem Winseln sein Schweifwedeln und Trippeln auf den Hinterbeinen, und die Zunge schleckt einem die Finger ab. Sieht man sich dann nicht vor, so hat 9einen die plötzlich Hochschnellende Schnauze berührt und man hat sein "Küßchen ab Fährt man ihn aber barsch an, trollt er sich mit gesenktem Kopf und Schweif hinter den Ofen und wendet beleidigt das vorwurfsvolle' Gesicht. gegen die Wand. Wehe, wenn ihm in diesem Zustano etwas in die Quere kommt! Wenn das Kisten oder die Decke, die er eingehend vor dem Niederlegen beschnuppert, nicht nach Waldi riechen, also verwechselt wurden. Er zerrt sie wütend aus dem Winkel und zaust sie hin und her, bis sie in Stucke zerfetzt sind, sofern man ihm nicht rechtzeitig bas Handwerk leg , was immer einen kleinen erbitterten Kampf kostet, in dem Waldi mit wildem Fauchen und Klaffen den Unerbittlichen spielt. . Dennoch trägt er seinen Unmut niemand lange nach sondern geht mit verständnisvollem Schwanen bald wieder auf jeden Scherz em Hat er einmal das Gelächter erregt, dann ,uhlt er sich und hört mit feinen Clownspäßen nicht auf- Der Zuruf: Such Käfer!" bringt ihn in einen tollen Zustand '^ komischer Raserei: Mit einem wilden Wirbel ber Vorderbeine bearbeitet er öen ftufeboben, als mühle er scharrend Erde auf und macht dabei Grimassen und Verrenkungen mit Kops und als wäre da schon ein Loch geschaufelt, man sich verbohren könne. Im Gar- ten^wird aus di-sim ulkigen Sp’°l natürlich rauhe Wirklichkeit, und man muß sich aus der L-chutz „Ich bin abkommandiert worden, morgen mit General Ma Chung-yin nach Kutscha zu gehen. Der Doktor muß mich daher sofort gesund machen." Alles deutete darauf hin, daß Ma im Anzug und auf der Flucht begriffen war. Es sah so aus, als ob der Unterhändler gestern die Wahrheit sagte, als er meinte, Ma hätte befohlen, unsere Autos um jeden Preis zurückzuhalten. Dieser Umstand deutete mehr als alle Gerüchte auf feine baldige Ankunft in Korla. Wir hatten das unangenehme Gefühl, in dieser Stadt und in unserm engen, unbequemen Quartier auf unbestimmte Zeit zur Gefangenschaft verurteilt zu sein. Um 5 Uhr hatten wir einen nicht allzu willkommenen Besuch, nämlich den von General Hwang Wen-ching, dem Kommandanten von Khara-schar. Er war gerade angekommen. Wir luden ihn in unseren dürftigen Raum ein, wo alle Sitzplätze auf den beiden Kangs besetzt waren und zwischen den Kangs der drei chinesischen Herren und meinem Bett ein längliches Tischchen stand. Hwang wirkte müde, aber ziemlich ruhig. Er verlangte drei Lastwagen geliehen zu bekommen. Sie sollten am Abend nach Khara-schar geschickt werden, um verwundete Offiziere und Soldaten zu holen. Es würde sich nur um eine Fahrt hin und zurück handeln, und die Wagen sollten noch während der Nacht wieder auf unserem Hof fein. Ich antwortete, daß ich nichts dagegen hätte, sie zu leihen, unter der Voraussetzung, daß er mir eine schriftliche Verpflichtungserklärung aushändige, sie wieder zurückzugeben. Das versprach er bestimmt. Eine Stunde später kam Hwang zurück, um mit» zuteilen, daß aus der Fahrt nach Khara-schar wohl nichts vor morgen früh werden würde. Um 8 Uhr schickte er einen jungen Offizier mit der Forderung, ihm am nächsten Morgen alle vier Autos zu leihen. Es handele sich darum, General Ma Chung-yin selbst und seinen Stab von fünfundzwanzig Köpfen von Khara-schar nach Korla zu fahren. Ich antwortete wieder ja, gegen Sicherheit, sie wiederzubekommen. Der Bote erwiderte, ich konnte vollkommen ruhig sein, denn General Hwang selbst würde mit zwölf Mann mitfahren. Sie wür- ~ großen funkelnden Augen an und fegte wie gehetzt davon. Wie ein blitzflinkes Eichhörnchen war er an einem Stamm hochgeklettert und turnte alsbald auf einem Ast so weit hinaus, bis er schwankte. Dann hängte er sich wie ein Trapezkünstler an den Füßen, an seinem kurzen Ringelschwanz wie an einer Stockkrücke kopfunter auf und schaukelte wie ein verwegener Artist. Dabei sah einen die schwarze Maske so starr an, daß man nicht wußte, fauchte dahinter ein kleiner Dämon oder kicherte em Spaßmacher. Wandte man sich von seinem Schauspiel ab, dann raste er geräuschvoll herab und raschelte an einem andern Stamm hoch, um das gleiche seien von der Nordarmee genommen. Ma, der Ka- oalleriegeneral, Hummels Patient, sei auf einer Mauleselbahre von Turfan nach Korla gebracht worden, wo er eben mit seinem Stabschef, General Li, eingetroffen sei. Während der Belagerung von Urumtschi vor einem Monat hätte Ma ein Panzerauto der Nordarmee genommen. Dieses unbeholfene Fahrzeug, das von weißrussischen Mechanikern in Urumtschi gebaut war, sei von einem chinesischen Fahrer über Dawancheng und Toksun nach Su-baschi gebracht worden. Dort sei der Benzinvorrat zu Ende gegangen, das Panzerauto zerstört und zurückgelassen worden. Heute, am 12. März, kam dieser Fahrer in unser Gefängnis und plauderte aus der Schule. Er beteuerte, daß Khara-fckar gefallen fei und Sheng Shih-tsais siegreiche Armee in ein paar Tagen in Korla einziehen würde. Ma Chung-yins geschlagenes Heer hätte schon heute begonnen, haufenweise nach Korla hereinzuströmen. Möglicherweise setzen sie ihre Flucht sogleich nach Kutscha fort — ein Glück, daß wir diese wilden hungrigen Haufen nicht auf unserer Rückfahrt getroffen haben! Wenn die Hauptmasse von Mas Heer, was jeden Augenblick eintreten konnte, Korla überschwemmte, war allgemeine Plünderung zu erwarten. „Da ist es das beste für euch, eure Tore verriegelt zu halten", meinte der Fahrer. „Wenn die Nordarmee auf der Verfolgung hinter Ma kommt, wird es kritisch für euch, denn ihr werdet als Feinde betrachtet werden", fügte er hinzu. Der Mann war nicht dumm. Er überschaute die Lage. Wir fragten ihn, ob er gehört habe, wie es den fünfhundert jungen türkischen Rekruten ergangen sei, die wir bei Chi-ko-sching-tse gesehen hatten, ebenso den Hunderten, von deren Aufbruch zu Mas Heer wir in Turfan Zeuge waren. Er antwortete: „Sie sind alle von der Nordarmee gefangengenommen und bis auf den letzten Mann niedergemacht worden." Später hörten wir, daß diese Auskunft falsch war. Die Rekruten waren zwar gefangengenommen worden, wurden aber gleich in ihre Dörfer heimgeschickt. Am Abend meldeten sich zwei andere Soldaten in voller Bewaffnung. Sie hatten Befehl von Hwang, das Abladen aller vier Lastwagen zu überwachen und auf zwei von ihnen nachts zu schlafen. Nun war es so, daß der größte Teil unserer Reisekasse, mehrere tausend Silberdollar in dicken Rollen, in zwei Geheimfächern im Boden des Wagens Nr. 1 verwahrt wurde. Wenn Ma alle Autos nahm, wurden wir also das Silber los. Wie konnte man es bei der Wachsamkeit der Soldaten retten? Das ganze Gepäck wurde heruntergenommen und in Stapeln auf den Hof gestellt. Die Soldaten sahen, daß alles ordentlich zuging, und ihre Aufmerksamkeit erlahmte. Als es dunkel geworden war, lud Georg die beiden Wachen in den Raum der Fahrer ein, bewirtete sie mit Tee und Zigaretten und erzählte ihnen haarsträubende Abenteuergeschichten. Ein paar Motore wurden angelassen, „um zu sehen, ob auch alles in bester Ordnung ist, wenn Ma sie übernimmt". Natürlich sollte der Lärm nur den Krach übertönen, der sich »nicht vermeiden ließ, als die Geheimfächer aufgebrochen wurden. Nachdem dies geschehen war, wurden die Silberrollen nach und nach in einen Gerümpelraum vor unserer Küche getragen, der keinen Fußbodenbelag hatte. Bei Lampenschein wurde das Geld in einer Grube mitten im Raum vergraben. Die Grube wurde dann wieder zugeschaufelt, der Erdboden wurde eben getreten und ein zerrissener Strohteppich darübergelegt. Das Manöver glückte, der Motorenlärm verstummte, und statt dessen hörte man im Hof das langgezogene und tiefe Schnarchen der Wächter. Ich habe den Verdacht, daß es Schnaps war, was Georg ihnen gegeben hat, nicht nur Tee! Wirtschaft. Oie Industne- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1345: Geltungsdauer der allgemeinen Genehmigungen im Jahre 1936. 1346: Die Gültigkeitsdauer der rumänischen Kompensationsbewilligungen. 1347: Umsatzsteuerumrechnungssätze für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel für die Umsätze im Monat November 1935. 1348: Bekanntmachung KP 74 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. Schweinemarkt in Gießen. Auf dem gestrigen Schweinemarkt in Gießen standen 93 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten 5 bis 6 Wochen alte Ferkel 16 bis 19 Mk., 6 bis 8 Wochen alte Tiere 19 bis 23 Mk., 8 bis 10 Wochen alte 23 bis 26 Mk., 10 bis 12 Wochen alte 26 bis 30 Mk. Während der Weihnachtswoche nur ein Echlachtviehmarkt. In der Weihnachtswoche wird in Frankfurt a. M. nur e i n Schlachtviehmarkt — Hauptmarkt für alle Schlachtviehgattungen — am Montag, 23. Dezember, abgehalten. Am Montag, 30. Dezember, findet der Schlachtviehmarkt — Hauptmarkt für Rinder und Schweine, sowie Nebenmarkt für Kälber und Schafe — unverändert statt. Aus Anlaß des Neujahrsfestes wird der Schlachtviehmarkt von Donnerstag, 2. Januar 1936 — Hauptmarkt für Kälber und Schafe, sowie Nebenmarkt für Schweine und Rinder — auf Freitag, 3. Januar 1936 verlegt. Mein-Mainische Börse. lUiltagsbörse sehr ruhig. Frankfurt a. M., 11. Dez. Die Börse lag bei Eröffnung wieder ausgesprochen geschäftslos. Der Ordermangel drückte sich beim berufsmäßigen Börsenhandel in stärkster Zurückhaltung aus, zumal da wirtschaftliche Anregungen fehlten. Die Kursfeststellung gestaltete sich schleppend. Am Aktienmarkt war die Entwicklung bei sehr kleinen Umsätzen uneinheitlich. Matt lagen von Spezialwerten Reichsbankanteile mit 175,50 (176,50) und Siemens mit 166 (167,90), auch IG. Farben waren nach behauptetem Beginn (147,65) auf 147,25 gedrückt. Sonst eröffneten im einzelnen Gesfürel 0,50 v. H. niedriger, RWE. 0,25 v. H. höher. Von Montanwerten Hoesch plus 0,50 v. H., Stahlverein plus 0,25 v. H., dagegen Rheinstahl minus 0,50 v. H. Kunstseide Aku lagen mit 53,40 (53,25), Muag mit 69,75 (69,50), Bank für Brauindustrie mit 114 (113,50) und Nordd. Lloyd mit 16,75 (16,40) etwas freundlicher, Scheideanstalt eröffneten mit unv. 214. Auf den übrigen Marktgebieten herrschte Geschäftsstille. Nach den ersten Notierungen blieb die Zurückhaltung bestehen und irgendwelche Veränderungen traten zunächst nicht ein. Am Rentenmarkt war die Haltung teilweise schwächer, so gingen Altbesitz auf einiges Angebot auf 110,70 (111) und Kommunal-Umschuldung auf 88 (88,20) zurück. Späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97 und Zinsvergütungsscheine mit 90,90 lagen unverändert. Zertif. Dollar-Bonds lagen bei kleinen Umsätzen behauptet, gegen die höheren Vorbörsenkurse aber etwas schwächer. Von Auslandsrenten zogen Mexikaner bei geringem Geschäft weiter etwas an, 5 v. H. äußere Gold 14,25, später 14,13 (13,75), 5proz. innere Silber 5,90 (5,75), 4proz. Gold unv. 8,50, 4,5proz. Irrigation ca. 8 (7,65). Im Verlaufe dauerte die starke Geschäftsstille fort, und am Aktienmarkt gaben die Kurse teilweise weiter nach, so Siemens auf 165 nach 166, Aku auf 53 nach 53,40, Stahlverein auf 73,50 nach 73,90. Auch die später notierten Werte lagen zumeist nicht ganz behauptet, etwas höher lagen Licht & Kraft mit 132,13. Arn Rentenmarkt erholten sich Altbesitz geringfügig auf 110,75 nach 110,70, dagegen gaben späte Schuldbuchforderungen auf 96,90 (97) nach. Gefragt waren Zinsoergütungsscheine zu 91 nach 90,90. Kommunal-Umschuldung gingen teilweise unter 88 v. H. um. Von Goldpfandbriefen erhöhten sich Rheinsche Hyp. auf 96,50 (96,25) Liquidationspfandbriefe lagen nicht ganz einheitlich. Von Anteilscheinen befestigten sich Pfälz. Hyp. auf 9,75 (9,50). Stadtanleihen lagen im ganzen ziemlich unverändert, schwächer jedoch 4,5proz. Heidelberg v. 26 mit 87,75 (88,50). Von Umtausch-Obligationen gaben 4,75 (1951er) Stahloerein auf 93,25 (93,90) nach. Zertif. Dollar-Bonds unterlagen einigen Schwankungen, per Saldo gngen sie weiter zurück. Mexikanische Anleihen bröckelten später etwas ab, besonders 5proz. äußere Gold auf etwa 13,90 nach 14,25. Tagesgeld war gefragt und wurde auf 3 (2,50) v. H. erhöht. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse nahm gleich dem Mittagsverkehr auf allen Marktgebieten einen außerordentlich ruhigen Verlauf. Die Mehrzahl der zur Notiz gekommenen Papiere hatte keinen Umsatz zu verzeichnen, die Kurse erfuhren gegen den Berliner Schluß nur Abweichungen um Prozentbruchteile. Auch der Rentenmarkt war sehr still und unverändert. Trotz etwas höheren Kursen aus Paris konnte sich infolge starker Zurückhaltung in Mexikanern kein Geschäft entwickeln, 5proz. äußere Gold bröckelten auf 13,65 (14) ab. Von Liquidationspfandbrie- Die Verjährung Ende 1935. Immer, wenn ein Jahr zu Ende geht, sollte man sich noch mal darüber klar werden, ob man Forderungen hat, die vielleicht mit dem Abschluß des Jahres verjähren. Denn wenn zu Ende eines Jahres eine bestimmte Zeit nach Entstehen des Anspruchs abgelaufen ist, so ist der Schuldner berechtigt, „die Leistung zu verweigern" (§ 222 Absatz I des Bürgerlichen Gesetzbuches). Seit alten Zeiten gilt als längste Dauer die Verjährungsfrist von 30 Jahren. Aber die Bedürfnisse des modernen Derkehrsleben haben zu einer wesentlichen Verkürzung dieser Frist geführt. Ansprüche, die aus dem täglichen Leben entstehen, unterliegen einer zwei-, drei- oder vierjährigen Frist. Das Bürgerliche Gesetzbuch führt die einzelnen Ansprüche, die nach zwei Jahren verjähren, auf; nur einige der wichtigsten sollen hier genannt werden: Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten und Handwerker, ferner die Forderung aus Lieferung von Waren, aus,Ausführung von Arbeiten. Weiter verjähren in 2 Jahren die Ansprüche der Frachtfuhrleute, Schiffer, Lohnkutscher, Boten und der Gastwirte. Dazu kommen die Ansprüche auf Gehälter und Löhne einschließlich der Auslagen, auf Honorare sämtlicher Aerzte, Hebammen, Rechtsanwälte usw. (§ 196 Ziffer 1—17.) Die Ansprüche aber, die aus Leistungen entstehen, die für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgt sind, verjähren nach 4 Jahren. Am 31. Dezember dieses Jahres also verjähren alle Ansprüche, die zuerst genannt sind, wenn sie im Jahre 1933 entstanden. Ansprüche auf Rückstände von Zinsen aus Kapital, Miete und Pacht verjähren in 4 Jahren. Alle die Verjährungsfristen der aufgezähllen Ansprüche beginnen am Ende des Jahres zu laufen, in dem der Anspruch entstanden ist. Ist Lie Verjährungfrist abgelaufen, so können also die Forderungen nicht mehr eingetrieben werden. Wenn der Gläubiger dennoch den Schuldner auf Zahlung verklagt, und dieser die Einrede der Verjährung geltend macht, so wird die Klage abgewiesen werden, und der Gläubiger hat noch dazu die Kosten zu zahlen. Wie kann man aber nun die Verjährung verhüten? Der Gläubiger kann sich vom Schuldner ein Schuldanerkenntnis verschaffen, das schon dadurch gegeben ist, wenn der Schuldner eine Abschlagszahlung leistet oder Zinsen zahlt. Ebenso ist die Bitte um Stundung oder Erlaß der Forderung ein Schuldanerkenntnis. Zur Sicherung läßt man sich fen kamen Hamburger mit 101,25 (100,75) zur Notiz. U. a. notierten: Altbesitzanleihe 110,50, 1951er Stahlverein 93,65, IG. - Farben - Bonds 123,75, Reichsbahn-VA. 123, 4proz. Rumänen 4,80, 5proz. innere Mexikaner 5,75, 5proz. äußere Mexikaner 13,65, Adca 68,25, Commerzbank 84,13, DD-Bank 83, Dresdner Bank 83,50, Reichsbank 175, Harpener 101,50, Mannesmann 77,40, Rheinstahl 102, Laura- hütte 20, Stahlverein 73,75, Aku 52,75, Bekula 134,25, Bemberg 101,50, JG.-Chemie Basel voll- einbez. Stücke 165, do. 50proz. einbez. 141,75, Conti-Gummi 156, Scheideanstalt 212,50, Deutsche Linoleum 137,25, Licht und Kraft 131,75, Eßlingen Maschinen 78, JG.-Farben 147,25, Gesfürel 123,50, Goldschmidt 105, Holzmann 86,50, Junghans 78,50, Mainkraftwerke 87, Metallgesellschaft 110, Moenus Maschinen 78,75, RWE. 129,75, Schuckert 118,25, Hapag 15, 2'/iproz. Anatolier I und II 39,20. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. Dez. Der Getreidegroßmarkt lag durchweg still. Brotgetreide war etwas reichlicher als bisher angeboten, dagegen fehlte auch weiterhin Angebot in Futtergetreide. Am Futtermittelmarkt blieb die Lage unverändert. Mehle liegen still, Weizenmehl bleibt besser gefragt. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weiezen W 13 205, W16 208, W 19 212, W 20 214. Roggen R 12 168, R 15 171, R18 175, R19 177, Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste nicht notiert; Sommergerste für Brauzwecke 225 bis 230; Hafer nicht notiert. Weizenmehl W13 28,05, W16 28,30, W 19 28,30, W 20 28,65; Roggenmehl R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50, alles plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,10 bis 17,25, Weizenfuttermehl 13,50. Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlenfestpreise ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen aber als Gläubiger die Schuldanerkenntnis, z. B. die Bitte um Stundung oder Erlaß, schriftlich geben; sonst kann später der Schuldner die Einrede der Verjährung geltend machen, und der Gläubiger hat nichts in den Händen, womit er den Beweis führen kann, daß die Verjährung durch ein Schuldanerkenntnis unterbrochen worden ist. Die Unterbrechung der Verjährungsfrist wird nicht angerechnet, die Frist beginnt neu zu laufen. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, eine Unterbrechung der Verjährung herbeizuführen, nämlich durch Zahlungsbefehl, Anmeldung im Konkurs, Stellung des Antrages auf Zwangsvollstreckung. Der Paragraph 209 des Bürgerlichen Gesetzbuches zählt noch andere Möglichkeiten auf. Es muß auf jeden Fall beachtet werden, daß die Zusendung einer Rechnung keine Unterbrechung der Verjährungsfrist bewirkt. Will ein Gläubiger sich also jetzt noch vor finanziellem Schaden bewahren, so muß er seinem Schuldner mit irgendeiner der erwähnten Möglichkeiten beizukommen versuchen. Es muß noch beachtet werden, daß die Verjährung nicht ausgeschlossen oder erschwert werden kann. Vertragliche Vereinbarungen darüber sind ungültig. Wenn ein Gläubiger nach Ablauf der Verjährungsfrist auf Zahlung seiner Forderung klayt, und der Schuldner macht die Einrede der Verjährung nicht getend, dann darf sie auch von Amts wegen nicht verwertet werden. Oft komme es vor, daß der Schuldner zahlt und nichts weiß von einer Verjährung feiner Schuld. Aber nachträglich fällt es ihm ein. Nun verlangt er von feinem Gläubiger fein Geld zurück mit dem Hinweis, er hätte gar nicht zu zahlen brauchen, weil der Anspruch der Gläubiger verjährt sei. Das geht aber nicht so, wie der Schuldner denkt. Ausdrücklich bestimmt das Bürgerliche Gesetzbuch im Paragraphen 222 Absatz II: „Das zur Befriedigung eines verjährten Anspruchs Geleistete kann nicht zu- rückgefordert werden, auch wenn die Leistung in Unkenntnis der Verjährung bewirkt worden ist! Aus bestimmten Gründen kann die Verjährungsfrist auch gehemmt werden. Die Hemmung ist aber nur ein Ruhen, die Frist läuft nach Fortfall des Hemmungsgrundes weiter. (§ 205 des BGB.) Der Hemmung liegt der Gedanke zugrunde, daß die Verjährung gegen den Gläubiger nicht laufen soll, solange irgendwelche Dinge vorliegen, die ihn hindern, seinen Anspruch geltend zu machen. Das wäre z. B. dann der Fall, wenn er durch Stillstand der Rechtspflege an der Rechtsverfolgung gehindert ist, oder wenn höhere Gewalt eine solche Verhinderung veranlaßt hat. (§§ 202—204 des BGB.) m. M. 18,30, Treber nicht notiert, Trockenschnitzel 8,80, Großhandelspreis ab Fabrikstation, Heu 8,50 bis 9,00, Weizen- und Roggenftroh, gebündelt, 3,50 bis 3,70, dasselbe, drahtgepreßt, nicht notiert. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. Dez. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 199 Rinder (40 Ochsen, 4 Bullen, 140 Kühe, 15 Färsen), 842 Kälber, 312 Schafe, 560 Schweine. Es kosteten: Kälber 45 bis 75 Mark, Hämmel 42 bis 48, Schafe 35 bis 45, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt. Schweinemarkt in Schotten. * Sch otten, 11. Dezember. Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 180 Ferkel und Läu- ferfchweine zum Verkauf. Es kosteten vier Wochen alte Tiere 11 Mark, fünf bis acht Wochen alte 18 bis 20, zehn Wochen alte und ältere Ferkel 22 bis 24, Läuferfchweine 35 bis 40 Mark pro Stück. Bei flottem Geschäft wurde ausverkauft. Schweinemarkt in Nidda. <55 Nidda, 11. Dez. Zum heutigen Schweinemarkt waren 298 Ferkel und Läuferfchweine auf- getrieben. Da zahlreiche Käufer erschienen waren, entwickelte sich lebhafter Handel, bei dem der Markt geräumt wurde. Man bezahlte für Ferkel bis zu 6 Wochen alt 15 bis 18 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 20 bis 25 Mark, 8 bis 12 Wochen alte 26 bis 30 Mark, Springer bis zu 50 Mark pro Stück. Auf dem Rindermarkt konnte die Viehverwer- tungsgenosfenfchaft von 30 Kühen etwa die Hälfte absetzen, wobei zwischen 250 bis 500 Mark pro Stück bezahlt wurden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 13. Dezember. Treis a. d. Lda. 20 Uhr: /Missionsgottesdienst mit Lichtbildern von Missionar Michelfelder, Bafel. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. _________Berlin,11 .Dezember Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt vesch loffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frantsurt a. TR. Berlin 5ran!furl a.M. Berlin Krankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abendbörse Schluß« kurs Schluß!. Mittag- börse Schluß« kurs Schluß!. Abend- börsc Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Schlußkurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Datum 10-12. 11.12 10-12- 111 12. Datum 10 12 11.12- 10-12. 11 -12. Datum 10-12. 11 12- 10-12. 11-12- 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 5%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4x/,% Deutsche ReichSpostschatzan Weisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4y«% ehem.8% Hessische Landes- bank Darmstadt Gold R. 12.... 6Vt% ehe in. 4^% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaui 4,/1% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverichr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Auölos.-Rechten 4y2°/o ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6y2% ehem. 4y2% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Psandbriese....... 5 V2% ehem. 4 54% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4%% ehem. 8% Pr.Landespfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y2% ehem. 7% Pr.Landespfand briefanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutsch.Verrechnungsk. 34-38 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 454% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I................... 100,65 97,25 101,25 111 100,2 97 96,25 100,5 93 112,5 96,25 100,6 101,13 97 97 107,75 1,25 9,35 9,25 9,4 13,75 100,4 97,13 101,5 110,5 100,13 97 96,25 100,5 92,75 112,25 96,25 100,8 101 97 97 107,75 28 1.25 9,3 9,25 9,5 13,65 100,5 97,25 101,5 111 100 97 112,75 101 97 97 107,75 27,4 1,25 9,3 9,25 9,5 13,13 - 100,5 97,13 101,65 110,65 100,5 97,25 116 112,6 101 97 97 107,75 1,25 9,4 9,3 9,6 14 4% Desgl. Serie 11 ............ 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/2%Rumän.vereinh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente . 2*4% Anatolier............ Hamburg-Amertka-Pakei .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 8 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto« Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................ 12 A.E.G......................c Bekula.................... 10 Gleite. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume......... 4 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co...............4 Siemens L Halske............7 Lahmeyer L Co..............7 Buderus ................... 4 Deutsche Erdöl ..............4 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 8 Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse........6 Klöcknerwerke ...............8 Mannesmann-Röhren........0 5,9 8,65 4,75 39,13 15 16,4 84,13 83 84 176,5 35,4 134 110,5 131,5 105,25 123,75 130 119,25 167,9 120,5 94,25 105 102,5 80,5 158 125,5 79 78,13 5,9 8,65 4,8 39,2 15 16,75 85 113,75 84,13 83 83,5 175 35,5 134,25 110 131,75 105,25 123,5 129.75 118,25 165 120,5 94,25 104,75 101,5 81 157 125,5 79 77,4 8,8 4,9 39,25 15 25,13 16,5 85,25 113 84,13 83 84 176 35,5 134,5 110 131,25 105,25 123,75 129,75 119,5 167,25 94,4 105,25 102,5 80,75 157 125,75 79,5 77,9 8,8 4,9 38,75 15,13 16,65 85,4 113,75 84,13 83 83,5 175 35,4 134,75 110 132,13 106 123,75 129,65 118,9 164 120,13 94,5 105,13 101,9 80,65 157,75 125,9 79 77,13 Mansselder Bergbau......... 6 Kokswerke .................. 6 Rheinische Braunkohlen ..... 12 Rheinstahl .................. 4 Bereinigte Stahlwerke........o Ltavi Minen ...............o Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7yt I. G. Farben-Jnbustrte.......7 Echeideanstalt............... 9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 Merallgekellschaft............. 4 Philipp Holzmann ........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt......... 6 Schultheis Patzenhofer ....... 4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 5 Zellstoff Waldhos ............ 5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ............... 7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... 8 Orenstein L Koppel .......... 0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Chade.................... 71/ Accumulatoren-Fabrik....... 12 Conti-Gummi...............8 Gritzner..................... Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 Süddeutscher Zucker ........ 10 117,75 210 102,75 73,65 17,75 126 187 147,65 214 105 110 86,5 117,25 128 53,25 101 115,5 77 89,4. 137,5 25,25 288,5 157 25,75 87 200 117,5 210,5 102 73,75 17,65 188 147,25 212,5 105 110 86,5 117,25 128 52,75 101,5 115,75 77,25 89,9 137,25 25.25 285,5 156 26,13 87 200 117,75 113,75 211 102,5 73,75 17,65 126 117,25 187 147,65 104,75 112,13 110 86 100,75 53,9 100,75 115,9 76,5 122 89,75 137,13 74,75 25,4 287,5 167 156,5 25,13 200 117,5 113 210.75 102,4 73,9 17,65 125 116,5 188 147,25 105,25 111,25 110 100,4 53 101,5 116 77,75 121,25 90 137 74,5 25,13 285,5 156 26,5 198 10-Dezember 11 .Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld I Brief Buenos Atre. 0,682 0,686 0,681 0,685 Brüssel .... 41,87 41'95 41,88 41,96 Rio de Ian. . 0,139 0,141 0,139 0,141 3,047 3,053 3,047 Kopenhagen. 54,72 54,82 54,66 54,76 Danzig..... 46,80 46,90 46,80 46,90 London ..... 12,255 12,285 12,24 12,27 Helsingsors.. 5,395 5,405 5,395 5,405 Paris ...... 16,39 16,43 16,405 16,445 Holland .... 168,18 168,52 168,33 168,67 Italien..... 19,98 20,02 19,98 20,02 Japan ...... 0,715 0,717 0,714 0,716 Jugoslawien 5,644 5,656 5,644 5,656 Oslo..... : 61,53 61,65 61,46 61,58 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... Stockholm... 11,11 63,17 11,13 63,29 11,105 63,11 11,125 63,23 Schweiz .... 80,50 80,66 80,52 80,68 Lpanien.... 33,97 34,03 33,97 34,03 Prag....... Budapest ... 10,28 10,30 10,29 10,31 Reuyork ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Geld Brief 2,438 2,458 41,74 41,90 54,47 54,69 12,205 12,245 16,355 16,415 167,91 168,59 61,30 61,54 62,94 63,20 80,34 80,66 33,61 33,75 — — Nr. 290 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag. 12. Dezember (935 „Rösten? Eine schmerzliche und langwierige Angelegenheit. Dann schon lieber verbrennen. So mit einem Sprung hinein in die verzehrende Flamme — muß das nicht herrlich sein? Und wenn es dabei um Herz und Verstand geht ...! Ist es nicht tausendmal schöner, als wenn man das lohende Herz von dem kühlen Verstand töten läßt?" „Vielleicht! Mir fehlt darin die Erfahrung. Ich denke auch nicht, die Probe aufs Exempel zu machen." _ .r „Das soll man nicht sagen. Kemer weiß, welcher Himmel oder welche Hölle einem aufgehoben ist." Günter schwieg. Ein neuer Windstoß fuhr urplötzlich auf. Ein Knarren und Rascheln ging durch die bewegten Bäume. Das Farnkraut am Wege zitterte. Aengstliche Vogelstimmen hörte man aufgeregt durch die drückende Schwüle. Wolken jagten über die Sonne hin, die mit steilen und schrägen Lichtpfeilen dagegen ankämpfte. Günter sah zum Himmel auf. „Das sieht ganz so aus, als ob es einen anständigen Regen geben würde." Sie überlegten. Umkehren war zwecklos; man war zu weit von der Stadt entfernt. Vielleicht konnte man die Waldmühle noch erreichen, ehe es wirklich zu regnen anfing. Sie beschleunigten ihre Schritte. Günter drängte immer mehr zur Eile. „Wir rennen wie ein paar Kinder, die Angst vor der Rute haben!" lachte Mia sorglos und unbefangen. v r ... , „Mir ist nur darum zu tun, daß du nicht natz wirst. Ich möchte dich doch nicht als durchweichten Spatz unter die Leute bringen", ging Günter auf ihren Ton ein. r, . , .. Da ging ein leises, wehendes Rauschen durch die staubbedeckten, durstigen Blätter. Die ersten Tropfen fielen und zersprangen wie kühle Sterne auf dem Mia blieb stehen, bog den Kopf zuruck und breitete die Arme mit den weit geöffneten Handflächen aus. „Herrlich, Günter, herrlich! Das habe ich mir schon lange gewünscht." „3a — aber du wirst ganz naß! Komm, wir müssen uns beeilen, wenn wir es noch schaffen wollen!" , „Nur einen Augenblick noch, Gunter — ich bin am Verdursten ...!" „Je schneller wir in der Waldmühle sind, desto eher kannst du deinen Durst stillen!" „Ach, das meine ich ja nicht. Ich — ich habe jahrelang gedürstet, Günter! Was weiß du denn davon!" Sie hielt die Augen geschlossen, aber ihre Lippen waren weit geöffnet. Wie die verkörperte Sehnsucht stand sie da. Schon liefen ihr feine Rinnsale über das Gesicht; ihre Handflächen glänzten von dem kühlen Naß. „Komm, Mia!" bat Günter mit bedeckter, fast heiser klingender Stimme. „Du wirst dich erkälten, wenn du noch länger da stehen bleibst!" Er nahm die Widerstrebende bei der Hand und zog sie hinüber unter Bäume, deren Zweige hier so dicht ineinander griffen, daß der Boden noch vollständig trocken geblieben war. Sie warf mit kindhaftem Schmollen die regenfeuchten Lippen auf: „Du Barbar, du ...! Aber wenn man es richtig betrachtet, läßt es sich hier wirklich auch aus- hälten. Keine Spur von Nässe! Unsere Fassade wird nicht aus der Fasson kommen. Dank deiner Wasserscheu. Oder der vielgepriesenen Vernunft." „Na also!" „Womit ich durchaus nicht gesagt haben will, daß die Vernunft immer ausschlaggebend sein soll Günter schwieg dazu. Sekundenlang haftete Mias Blick an seinem Gesicht, dann wandte sie sich wieder ab und sah in den Regen hinaus „Eigentlich ist es doch wunderbar — da draußen ist nun die Welt mit all ihrem öden Gewimmel und Geklingel, mit all ihren Menschen, die uns nichts angehen. Spürst du etwas davon? Nein, das ist mit einem Male alles weg. Wie ausgelöscht. Als ob nur wir beide nach einer Sintflut übriggeblieben wären. Nett von dem alten Herrn, dem Wettergott. Man sollte ihm eigentlich dankbar sein. Es könnte scheinen, als ob er es eigens darauf angelegt hätte ..." „Er wird sich von uns gerade in feine Karten sehen lassen!" versuchte Günter zu scherzen. „Vielleicht doch! Man muß nur den Versuch ma« chen. Aber sieh nur, da schenkt uns der Himmel sogar noch einen wunderbaren silbernen Vorhang. Sie trat einen Schritt vor. „Sieh doch nur ..." (Fortsetzung folgt!) Aus der Provinzialhauptstadt. Der Wald grüßt die Stadt. Dieser Tage gab es hier auf der Straße spätabends eine kurze Verkehrsstockung. Ein schwerbeladenes Lastauto mit Anhänger hielt auf einer Wegkreuzung. Entweder hatten die Leute einen falschen Weg eingeschlagen, oder es war irgendetwas an dem Auto nicht in Ordnung. Wagen und andere Autos mußten halten, Menschen sammelten sich an. Doch da stieg auch schon der Fahrer wieder ein, und weiter ging die nächtliche Fahrt. Ich war interessiert stehen geblieben, als ich sah, was auf das Auto und feinen Anhänger geladen war. Das schimmerte grün und weiß, das waren Tannenbäume! Und das Weiche war Schnee! Der Wald kam in die Stadt, wohl noch nicht zu uns, aber doch in irgend eine Stadt. Ob sie wohl aus dem Vogelsberg kamen, diese grünen Bäumchen? Sicher denn wir hatten hier ja noch keinen Schnee bis zu diesem Tage gesehen. Wessen Herz schlägt nicht schneller, wenn er in den trüben Nebeltagen wieder einmal ein Stück von dem geliebtem Walde sieht? Wochen waren vergangen, seitdem wir dort weilten. Das Wetter lud uns nicht ein, unsere Schritte zum Wald zu lenken. Nun kommt dieser Gruß zu uns und mahnt uns, ihn nicht zu vergessen. Erinnerungen steigen auf, Erinnerungen an Stunden und Tage, die uns der Wald schenkte. Die Bäumchen grüßen uns aber nicht nur. Sie bedeuten uns viel mehr. Sie werden in einigen Tagen in den Zimmern stehen, geschmückt mit Perlin, Engelshaar und Ketten, erleuchtet von vielen Kerzen. Und darunter werden Geschenke liegen ... Was wäre ein Weihnachtsfest ohne den Tannenbaum? Er ist uns Sinnbild der Freude, des ewig pulsenden Lebens. Er erinnert uns an unfern deutschen Wald, an wundervolle Vogelstimmen, an Sonnenschein und Blumenduft. Von ihm geht ein unendlicher Zauber aus. Das Fest der Liebe können wir ohne ihn nicht begehen. Wenn die Tage kurz werden, wenn uns ein kalter Ostwind in das Zimmer jagt, dann freuen wir uns an dem grünen Tannenbaum, dann kommt uns wieder so recht zum Bewußtsein, was wir an unserem Walde haben. Wir können ja den Weihnachtsbaum nicht anschauen, ohne an seine Brüder draußen zu denken, an die weichen, mit Moos gepolsterten Waldwege, an die schlanken Birken, die stolzen Buchen und die knorrigen Eichen. Waldesrauschen, Vogelgesang, gaukelnde Schmetterlinge und surrende Insekten: Bilder von herrlichen Tagen steigen herauf, und wir geloben uns im Stillen: Wenn wir wieder einen Frühling, einen Sommer erleben, dann wollen wir — so oft wir können — hinauswandern in seinen Schatten. Solche Macht hat der Tannenbaum über uns. Und welches Glück er erst in den Herzen unserer Kinder entfacht, das wissen wir alle. Da brauchen wir gar nicht zu fragen. Schaust auch du dich selber wieder fern und fremd nur wie im Traum? Grüßt auch dich mit Märchenaugen deine Kindheit aus dem Baum? Bornotizen. Tageskalender für Donnerstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen im Lyzeum; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — NSLB., Kreis Gießen, Fachschaft 2, Arbeitsgemeinschaft für Mathematik und Naturwissenschaften: 16 Uhr im Physiksaal des Realgymnasiums Vortrag von Studienrat Backes. — Gloria - Palast, Seltersweg: „Es flüstert die Liebe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Leichte Kavallerie" — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde: 20.15 Uhr in der Neuen Aula Lichtbildervortrag von Dr. Paul Rohrbach „Kampf und Raum im Pazifik" — Turmhaus am Brandplatz: 17 bis 19 Uhr Weihnachtsausftellung oberhefsischer Künstler. 9 NGLB., Kreis Ziehen. Fachschaft „körperliche Erziehung". 1. Betr. Handball-Lehrgang vom 12. bis 14 Dezember in Gießen. Zeiteinteilung: Don n er 5 tag, 12. Dezember, 14.15 Uhr: Zusammenkunft der Teilnehmer in der neuen Pestalozzischule. 14.30 bis 15.15: Theoretische Einführung in das Handballspiel. 15.30 bis 16.15 Uhr: Handballwettspiel (Unterstufe). — Freitag, 13. Dezember, 14.30 bis 15.30 Uhr: Handballwettspiel (Oberstufe), Universitätssportplatz. 15.45 bis 16.30 Uhr: Regelbesprechung, Neue Pestalozzischule. — Samstag, 14. Dezember, 9 bis 10.30 Uhr: Regelbesprechung, Technik und Taktik des Handballspiels, Neue Pe- talozzischule. 10.45 bis 12.30 Uhr: Die Teilnehmer pielen Handball, Unioersitätssportplatz. Die Teilnahme an dem Lehrgang steht allen Lehrkräften offen. Der notwendige Urlaub ist zu erteilen. 2. Betr.: Winterkampfspiele der hessischen Schulen. Es wird noch einmal daraus hingewiesen, daß bis zum 15. Dezember zu melden ist, für welche Spielart, ob Handball ober Fußball, 21 bis 22 Uhr Lyzeum, Dammstraße 26. R e i t e n. Von 21 bis 22 Uhr Reitschule Schömbs. Skifahrl zum hoherodskops! Das Sportamt „Kraft durch Freude" führt am kommenden Sonntag, 15. Dezember, eine Skisahrt zum Hoherodskopf durch. Abfahrt pünktlich um 7 Uhr mit Omnibus ab Ludwigsplatz. Auf dem Hoherodskopf werden Skikurse für Anfänger und Fortgeschrittene durchgeführt. Verpflegung wird im Rucksack oder Brotbeutel mitgenommen. Außerdem ist Gelegenheit vorhanden, zum Mittag eine kräftige Suppe einzunehmen. Alle Volksgenossen können an dieser Fahrt teilnehmen! Die Kosten betragen für Fahrt, hin und zurück, nebst Gebühr für den Skikursus 3,— Mark. ausgenommen werden, wer am 1.. Januar 1936 mit Steuerzahlungen oder Vorauszahlungen rückständig ist, die vor dem 1. Januar 1936 fällig gewesen sind. Hierunter fallen auch die am 10. Dezember 1935 zu leistenden Vorauszahlungen auf die Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer und die in 1935 fällig gewordenen Abschlußzahlungen auf die Einkommensteuer und Körperschaftssteuer für 1934. Stundungen können nach ausdrücklicher Anordnung des Reichsministers der Finanzen nur in außergewöhnlichen Fällen gewährt werden, wenn die allgemeinen Interessen des Volksganzen eine Stundung geboten erscheinen lassen. Wer es unterläßt, seine Steuerrückstände bis zum 31. Dezember 1935 zu regeln, wird die Folgen zu tragen haben, die mit der Aufnahme in die Lifte der säumigen Steuerzahler in wirtschaftlicher und persönlicher Hinsicht verbunden sein werden. Gauleiter Sprenger spricht in Gießen Große Kundgebung in der Volkshalle Samstag, 14. Dezember, 20.15 Uhr. Wir laben alle Volksgenossen der Stabt unb bes Kreises Gießen ein, an dieser Munbgebung teilzunehmen. Die Glieberungen ber Partei, SA. (Gießen unb Umgebung), RSKK., SS., Hitler-Zngenb, VDM., marschieren geschlossen, bie Deutsche Arbeitsfront in Betrieben zur Kundgebung. Eintreffen spätestens 20.10 Uhr. Die Führer ber Glieberungen wollen jetzt schon bie nötigen Vorbereitungen treffen. Die angeschlossenen Verbänbe, wie NS.-Beamtenbunb, 71SLB., NS.-Aerzlebund, VS.-Frauenschaft, US.-Stubentenbunb, werben ausgesorbert, basiir zu sorgen, baß ihre IHifgliebet an ber Kundgebung teilnehmen. 5 o l g e n b e Fahnen gruppen nehmen an bem Fahneneinmarsch teil unb find spätestens um 20.10 Uhr in folgenbet Reihenfolge vor ber Volkshalle angetreten: S'U., RSKK.» Gießener Ortsgruppen, Ortsgruppen Allen-Bufeck, Annerob, Bersrob, Ettingshausen, Großen-Buseck, Grotzen-Lmden, Grünberg, Heuchelheim, Hungen, Klein-£inben, Lang-Göns, Lich, Lollar, Mainzlar, Ober-Bessingen, Saasen, Steinbach, Trais-Horloff, Watzenborn-Steinberg, Wieseck, RSBO. (Arbeitsfront) in Uniform, fjitler-Jugenb, Jungvolk, SS. Sämtliche politischen Leiter ber Gießener Ortsgruppen unb ber obengenannten Ortsgruppen nehmen geschlossen an ber Kunbgebung teil unb treten um 19.30 Uhr an ber Kreisleitung an. hier treten auch bie obengenannten Fahnen um bieselbe Zeit an. Oeffnung ber Volkshalle um 19.30 Uhr. Die Volkshalle ist geheizt. Eintritt frei. Kreisleitung Gießen der AGOAP. sich die Schule entschieden hat. Die höheren Schulen melden nach Darmstadt, die Volksschulen an die Schulämter. Oeutschp Arh^t4fron1 NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude". Am Freitag, 13. Dezember, 20.15 Uhr, spricht Professor Temesvary zum letzten Male vor Weihnachten über „Volkstümliche Musik der großen Meister". Der Vortrag findet im großen Hörsaal der Universität statt. Karl Jost (Violine) spielt. Der Eintritt ist frei, alle Volksgenossen sind willkommen. „Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk." Am Montag, 16. Dezember, 20 Uhr, findet der dritte Vortrag der Vortragsreihe „Wissenschaft im Dienst am deutschen Volk" im Hörsaal des kunstwissenschaftlichen Instituts, Ludwigstraße 34 (Ecke Goethestraße), statt. Es spricht Prof. Dr. Glöckner über: „Die Ethik des Alltages und die Ethik des Philosophen". Eintritt frei. Sportamt „Kraft durch Freude"". heule folgende Kurse: Fröhliche Gymnastik und Spiele (nur für Frauen). Von 20 bis 21 und von Alle Teilnehmer müssen Inhaber der KdF.- Jahressportkarte sein. Wer diese nicht besitzt, muß sie zum Preis von 30 Pf. erwerben. Anmeldungen (bis Samstagmorgen 11 Uhr) nimmt die Kreisdienftftelle, Schanzenstraße 18, entgegen. Aus parteiamtlichenDskanntmachungen Der NS.-Lehrerbund, Kreis Gießen, gibt bekannt, daß am 22. Dezember die Weihnachtsfeiern stattfinden, die von den Ortsgruppen mit den zuständigen Stellen der NSV., der NS.-Frauenschaft, der HI. und des BDM. durchzuführen find. An diesem Tage fallen alle anderen Weihnachtsfeiern aus. Liste der säumigen Steuerzahler. Vom Finanzamt Gießen wird uns mitgeteilt: Da die meisten Steuerpflichtigen ihre Rückstände im Jahre 1935 beseitigt und zu erkennen gegeben haben, daß sie ihre steuerlichen Verpflichtungen in Zukunft pünktlich erfüllen werden, hat der Herr Reichsminister der Finanzen den Stichtag für die Liste der säumigen Steuerzahler vom 1. Januar 1935 auf den 1. Januar 1936 verlegt. In die Lifte der säumigen Steuerzahler wird daher nur llniversitätsprofeffor Zesioneks letzte Fahrt. Ein gütiges Geschick hatte den früheren Direktor der Universitätsklinik für Haut- unb Geschlechtskrankheiten, Prof. Dr. Albert I e s i o n e k, Wunderwerke helfender Menschenliebe vollbringen lassen, so daß eine überaus große Trauergemeinde, ergriffen von der menschlichen Größe dieses Toten, ihm gestern die letzte Ehre erwies. Professor Lic. Dell stellte die Trauerfeier unter das Wort des Paulusbriefes 2. Kor. 4. Kap. von der Kraft des Evangeliums unter Trübfalen. In ergreifenden Worten schilderte er das gesegnete Wirken dieses Mannes, dem es gegeben war, tiefer als manch anderer in die Geheimnisse der Natur einzudringen und der die Erfolge seines Forschens als Arzt in den Dienst der leidenden Menschheit gestellt hatte. In jahrzehntelangem Kampfe gegen die aus Schicksal und Schuld geborenen Krankheiten, gegen die Geißel des Volkes konnte er manchen Sieg davontragen. Taufende Kranker haben feinen Weg gekreuzt, und mit ihnen hat er um das Leben gerungen. Wo keine Hilfe mehr möglich war, entzündete er durch feine kraftvolle, geläuterte Persönlichkeit neue Hoffnung in dem trüben Dasein der kranken Menschen. Wie er in unermüdlichem Forschen bemüht war, in die Geheimnisse der Natur einzudringen, um ihr die Gesetzmäßigkeit abzulauschen, so stand er als Arzt in stetem Kampfe um das Leb'en der Kranken, um zu helfen und zu heilen. Darüber hinaus war er nicht nur der helfende Arzt, sondern auch der innerlich starke Mensch, im Kampf und durch die Erkenntnis gereift, der dankbar und gläubig von seinem Erlebnis abgab und darum Freund und Kamerad seltener Menschengröße war. Vor so viel Erhabenheit tritt die Klage zurück. Se. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. P f a h- l e r sagte dem Verstorbenen namens der Ludwigs- Universität herzlichen Dank für die Fülle des arbeitsreichen Lebens, das er ihr geschenkt hatte. Seine großen Erfolge waren äußerlich dadurch gekennzeichnet, daß er schon als 33jähriger Mann korrespondierendes Mitglied der Wiener Dermatologischen Gesellschaft wurde. Diele medizinische Gesellschaften zählten ihn zu ihrem Ehrenmitglied, und in München wurde ihm die Bollinger-Plakette verliehen. Hier in Gießen errichtete er die erste Lupus-Heilstätte, und als der Krieg ausbrach, tat er als Fachberater eines Armeekorps feine vaterländische Pflicht. Als leuchtendes Vorbild eines großen deutschen Arztes und Forschers war er auch ein gütiger Mensch, für dessen Treue und Kameradschaft diese wenigen Worte nur schwacher Ausdruck des Dankes sein können. Der Direktor der Medizinischen Klinik Professor Dr. R e i n w e i n nahm für die Medizinische Fakultät Abschied von dem Toten, der zu den Großen in der medizinischen Forschung und Wissenschaft zählte. V/Ci/A • *Kh£4- gegen spröde Haut Nachdruck verboten! 8. Fortsetzung. Nicht müde werden, Annelies! ORoman von Bernhard Lonzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. darüber zu sprechen. Wir wollen von etwas ^anderem reden. Wie lange denkst du zu bleiben?" „Das ist noch unbestimmt. Ich habe hier noch etwas zu erledigen; es kommt ganz darauf an, wieviel Zeit das in Anspruch nimmt. Mich treibt ja auch nichts nach Hause." Sie würde also noch bleiben. Man würde sie wahrscheinlich öfter sehen. Es war nicht gut. Es war vielleicht schön, aber nicht gut ... Die Sonne stach förmlich vom Himmel herab. Als sie den Wald erreichten, schob sich langsam eine graue Wand über den Bäumen hoch. Starres, atemloses Schweigen und stickige Schwüle empfingen sie im Walde. Es roch stark nach Kiefernnadeln und harzigem, sonnenwarmem Holz. Von Zeit zu Zeit zog eine dunkle Wolke über den breiten Weg, der nach der Waldmühle, einem kleinen Restaurant, führte. Sekundenlang war die Sonne bedeckt, auf dem kleinen Silberteich zur Linken lag fahles Licht wie gelbes Feuer. Em Windstoß wirbelte raschelnde Blätter und grauen Staub zu atembeklemmenden Wolken auf. Die qraue Wand stieg höher, aber die beiden bemerkten es nicht. Mia Rechberg plauderte in leichtem Ton von ihren Reisen, ihren Bekannten von „Goldfasan" und ihrem neuen Wagen. Die Vergangenheit erwähnte sie mit keinem Wort. Günter brauchte nur hin und wieder ein Wort dazwischen zu werfen. Es war ihm lieb, denn er mußte sich jede Antwort abnngen. Jedes einze ne Wort schien sich erst mühjam aus einer »rund ° -n Tiefe lösen zu müssen, mit gewaltsamer Anstrengung wie aus einer lähmenden Umklammerung heraus. Es ärgerte ihn; man mußte ja wie em verstockter Bursche ober wie em ungehobelter Klotz erscheinen. Sicher war diese wahnsinnige Hitze daran schuld. Die ganze, jetzt wieder reglos stehende Lust war voll von diesem stickigen Flimmern, das brütend und sengend wie ein ungeheurer Berg von Glut in tausendfachen Schichten übereinander zu "^Wi° In "einem Backajen ist es hier!" (agte er nnddehnte die Brust, während M.° einem ausge- regt jagenden Miick-njchwarm auswich ..Man denkt, es müßte einem bas Herz im Leibe rosten. D Sie’m murinem t>un«en!8Ii Holzheim, 11. Dez. Am Tage der nationalen Solidarität wurden hier 154,35 Mark geopfert Ferner wurden 32 Weihnachtspakete gespendet, die für hilfsbedürftige Familien in Rheinhessen bestimmt sind. Die Ersparnisse vom Eintopfgericht am Sonntag, die vom BDM. gesammelt wurden, ergaben den Betrag von 58,50 Mark. — Die N S. - F r a u e n s ch a f t hatte am Sonntag zu einer Adventsfeier emge- laden. Insbesondere waren ältere, alleinstehende Personen eingeladen worden. Kinder trugen Adventsgedichte vor und führten ein kleines Theaterstück auf, das viel Anklang fand. Es wurden einige Lieder gesungen. Pfarrer Launhardt von hier den Rest des Abends aus. * Allertshausen, 11. Dez. Van unserer Gemeinde werden in Zukunft Aufträge nur noch an diejenigen Betriebe vergeben, deren Be- triebsführer und Gefolgschaft geschlossen in der Deutschen Arbeitsfront stehen. «55 Weickartshain, 11. Dez. In der An- schlußverbindung zur Gewerkschaft Louise entgleiste an einer Weiche im Bahnhof Stockhausen' eine Lokomotive. Der Hilfswagen van Gießen routbe herbeigerufen und brachte die Lokomotive, die mit einer Achse neben die Gleise geraten war, wieder auf die Schienen. U] Quedborn, 11. Dez. Bei der Geldsamm- lung anläßlich des Tages der nat ion alen Soli d a r i t ä t wurde von den Politischen Leitern in unserer Gemeinde der stattliche Betrag von 112,65 Mark gesammelt. — Bei der auf Anordnung des hiesigen Pfarramtes durchgeführten Lebensmitt e l f a m m 1 u n g zugunsten der Einrichtungen und Anstalten der Inneren Miffion wurden 19 Zentner Kartoffeln und 4 Zentner Kraut auf- aebrarfit — Die ©ammluna des Eintopf- sonntags erbrachte 28,15 Mark. ± Ettingshausen, 11. Dez. Bei der am Sonntag durchgeführten Eintopfgerichts« mm- luna wurden in unserer Ortsgruppe insgesamt 68 75 Mark aufgebracht. Auf bie .3^ ® n<^= &Pfauen 26,80OTarf,„auf b°™ßTd>5, N. Dezember.'Heute morgen wurde Dr folgt. Der Ortsbauernführer dankte dem Redner und forderte die Zuhörer auf, die Ratschläge zu beherzigen und dadurch mitzuhelfen an der Aufbauarbeit in unserem Baterlande. J) Allendorf a. d. Lumda, 11.Dez. Am Tage der nationalen Solidarität wurden in unserer Stadt 79 RM. gesammelt. Die Sammlung vom Eintopfgericht am vergangenen Sonntag ergab rund 80 RM. DieNaturalien- fammlung für bie innere 2R i f f i o n zeigte ebenfalls ein befriebi^nbes Ergebnis. In ber Hauptsache würben Kartoffeln, Gemüse unb Obst gefpenbet. Aus ber hiesigen Ortsgruppe wurden für das Winterhilfswerk ber hiesigen NSV. 38 Welh- n a d) t s p a F e t e übergeben. Hiervon kommen auf Allenborf 18, Treis a. b. Lba. 15 unb Climbach 5. Durch bie Pakete, bie für Hanau bestimmt finb, dürfte manchem bebürftigen Volksgenossen eine Weihnachtsfreube bereitet werben. — Am Sonntag- abenb hielt bie hiesige Ortsgruppe ber N S.- Fr a u e n s ch a f t im Saale ber Gastwirifchail E. Ranft Wwe. eine Abventsfeier ab, zu der auch die hiesige Evangelische Fr aue n h 11 f e eingeladen war. Die stellv. Ortsgruppenleiterm Frl. Merkel eröffnete die Feier mit einigen einleitenden Worten. Sodann hielt der Schulungsleiter Pg. Lehrer Strack, einen in den Rahmen des Abends paffenden Vortrag mit Lichtbildern. Der musikalische Teil wurde von Pg. Lehrer S ch o n e bestritten. Gemeinsam gesungene Advents- und lieber sowie bie Vorträge von pa^enben ©ebidjten burch Schulkinber ber beiben oberen Klassen füllten Meister gegen Tabellenführer. Gauliga-Fußball in Nordhessen. Die Besonberheit bes Fußballprogramms ber Gauliga Nordhessens ist bie Begegnung Hessen Hersfelb — 1. FC. Hanau 93. Tabellenführer aeaen Meister! Wer wirb Sieger bleiben? Die Hersfelber haben bei ben letzten Spielen zuhause nur unent- schiebene Ergebnisse herausholen können, vielleicht ist diesmal sogar bie erste Nieberlage fällig. Der VfB. gnebberg müßte Kurhessen Kassel schMgen können, bagegen stehen bie Aussichten beim Spiel Kassel 03 — Germania Fulba ziemlich gleich. DerStandderGpielemderKreiSklaffe. von dem -erbrachte, -annring.) es in den rpflidW z Don acht ichten, sind lager unb ,t es Wieland, nach :n unsetts den Stad' ;m Norden oaren, keh' md) H its gel^ m bei 'hin- sie Semem; ausg^ew 5 W'* njdjt 6«lt! m» Hoff»" fr" 8 y» gjiufier raS rn ßt Seil ,fU/n W SelnnnK” Ti#** ih 10; hie ind Äftrt Die Vereinigung ber Freunbe bes Seminars für lanbwirtschaftliches Venossenschaftswesen hatte ben Sachbearbeiter ber lanbwirtsckaftlichen Entschulbungen bei ber Lanbesdauernschaft Frankfurt am Main Dr. Lecker zu Gast. Der Direktor bes Lanbwlrt- schastlichen Institutes Prof. Dr. S e s s o u s wib- mete zunächst bem in Darmstabt verstorbenen ehe- Nioligen Direktor bes Agrikultur-chemischen Jnsti- lutes ber Universität Professor Dr. Wilhelm Meeberger einen Nachruf. Das Anbenken bes verstorbenen wurde in üblicher Weise geehrt. Dann begrüßte der Leiter der Vereinigung unb bes Seminars Dr. Pfaff ben Rebner, bie Männer ber Praxis unb ber Theorie. Aus ber Fülle eines reichen Wissens unb vielfältiger Erfahrung erläuterte hierauf knapp unb übersichtlich Dr Becker bie Grunbfätze ber lanbwirt- jchaftlichen Enjschulbungsregelung. Oie Ursachen ber landwirtschaftlichen Entschulbung begrünbete ber Rebner mit ber irrigen unb fehlgeleiteten Hanbels- unb Wirtschaftspolitik, bie bei ber Schulbenhäufung selbst zu übergroßer Kapitalaufnahme unb hohen Zinsenlaften führte. Die nationalsozialistische Regierung schuf zur Sicherung der beutschen Lanbwirtschaft ben Zwangs- unb Lollstreckungsschutz, mit bem zugleich 1933 bas lanbwirtfchaftliche Entfchulbungsverfahren eröffnet würbe. Die Frist zur Antragstellung ist bereits abgelaufen, fo baß weitere Verfahren, bavon 8000 im Bezirke ber Lanbesbauernschaft angemelbet finb, nicht mehr beantragt werben können. Der Zweck dieser Maßnahmen ist ein wirtschaftlich starkes Bauerntum zu fördern und die in der Existenz bedrohten Betriebe im Sinne von Blut und Boden dem Volke zu erhalten. * Heuchelheim, 11. Dez. Am letzten Sonntag fand hier nach 6jähriger Pause eine ordentliche Kirchenvisitation statt. Die vorletzte war 1929 durch den damaligen Superintendenten D. Wagner- Gießen. Die diesjährige hielt Dekan Sattler, Wieseck. Der Altar hatte schönen gärtnerischen Schmuck. Der Kirchenchor unter Leitung des Chormeisters, Rektor K n a b, sang zwei Lieder. Die Predigt hielt der Ortspfarrer. Dekan Sattler hielt an Hand von Sach. IX Vers 9 eine gewissenweckende Ansprache. Nach bem Gottesdienst versammelten sich mit dem K i r- chenvorstand der C h o r l e i t e r und die beiden Organistinnen Frl. Anni Kreiling und Frl. |uuy Emmi Hofmann zu einer Aussprache. Um 13 rent) Uhr fanden sich die Christenlehrpflichtigen der bei- - ben Jahrgänge 1934 und 1935 in ber Kirche zusammen, 'anschließend ber gesamte Kinbergottes- bienft beiber Abteilungen in einer Stärke von satt 300 Kinbern. Dekan unb Pfarrer teilten sich m bie gemeinsame Unterhaltung mit ber Äugenb. Der Nachmittag würbe genutzt zur Prüfung ber P arr- akten. Den feierlichen Abschluß bes Tages bilbete eine „Volkstümliche Orgelfeierstunbe", gehalten von bem Orgelvirtuosen PetervonberAu - Mainz. Das gesprochene Wort trat dabei ganz zuruck, das tönende und schwingende Wort hatte den Vorrang. Unsere großen deutschen Tonmeister hielten m ihrer Sprache eine Tonpredigt von besonderer Emdring- lirfjteit. Im Mittelpunkt standen die großen deut, schen Kirchenmusiker Bach und Handel. Das Jahr der 250. Wiederkehr ihrer Geburt empfing 1° auch in unserer Gemeinde nach einmal eine eindringliche Darstellung. Die übrigen Meister des Tones Zossen sich in historischer Folge zu°mer geschloßen Ke te zusammen, die beiden altdeutschen Meister Pachelbel und Buxtehude, die großen Roman- tiker Schumann und Liszt und die beiden mobernen Meister Rheinberger und Reger Absolute Stille und Weihe lag über dem gottesdienstlichen Raum mädrZd der fast I>/-stündigen Dauer der Feierstunde °teder fiörer unb der musikalische Kenner erst recht spürte etwas davon, daß solch ein Gottes- d nst noch viel mehr als der regelmäßige Sonn- tagsgottesdienst die empsänglichen Men chen heraus- Zli mis dem Grau des Alltags mit seiner Sorge ■ und Arbeit und emportrug in eine Welt hoher sltt- ; licher unb religiöser Jbeale. Körperpflege den sauberen ' Gas-Badeofen Wer praktisch denkt, Gasgeräte schenkt! Für Weihnachten Auskunft: Gas-GemeinschaftGießen 7110 A KleinToroedo RM. 186- schon für [7163a 8.30 RM.monatlich NIEDER HAD SEN Bahnhofstraße. 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Dieses Werk bietet nicht aus Büchern zusammengetragene, althergebrachte Weisheit, sondern ist das Ergebnis lebendiger und neuzeitlicher Forschungsarbeit. Subskriptionspreis bei Bestellung bis spätestens 1. Oktober 1935: in 20 monatlichen Lieferungen je RM. 1,80 (später je RM. 2,20), in Halbleder gebunden (Lieferung nach Fe» tigstellung) RM. 45,- (später RM. 50,-). Verlangen Sie bitte das ausführliche Werbeblatt! Bestellungen nimmt jede Buchhandlung entgegen. Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde Woll-Kleider flotte Sportformen, modische Stoffe 29.75 26.50 19.75 Woll-Kleider in modelt Ausführg., Qualitätsstoffe 58.- 48.- 36.- Nachmittags-Kleider a. neuen Geweben, Cloquß, Faille, Taft usw. 48.- 36.- 29.75 19.75 Frauen-Kleider in Spezialschnitten, gutsitz. Form 55.- 48.- 36.- 28.50 Tanz-Kleidchen flotte, jugendliche Formen u. Farben 38.- 29.75 19.75 EleganteTee-u. 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Dezember 1935 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 386565 4 Gewinne zu 3000 M. 2906 103820 8 Gewinne zu 2000 M. 105238 231568 280721 394394 4 Gewinne zu 1000 M. 16456 62222 20 Gewinne zu 800 M. 956 11335 116439 123689 198263 205782 272680 286412 297284 379102 46 Gewinne zu 500 M. 31846 43504 68588 69204 95140 115239 120513 129885 143361 147399 180458 181962 222120 248445 257742 275399 327070 354543 372508 376019 384704 385586 387537 182 Gewinne zu 400 M. 2194 7785 9129 15386 16478 22313 22998 24559 28745 33586 34643 35379 35847 36023 61966 55716 56526 57658 57688 58575 58607 64854 67146 67399 68571 72660 80467 90803 98667 102303 104509 111917 115371 117711 119083 123312 132525 134852 139785 139965 141804 156718 168673 175367 180424 185569 187253 197810 202831 229282 230796 235700 244664 249308 253176 256027 261698 267173 267289 269798 273098 273950 277058 287277 305865 315663 316190 318191 321242 322663 327719 331772 332072 341375 343298 344618 345178 346792 354253 355101 366282 368421 369418 374870 377636 379427 381313 382445 385267 391012 396870 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 240 M. gezogen 2 Gewinne zu 100000 M. 317254 2 Gewinne zu 5000 M. 175940 2 Gewinne zu 3000 M. 275894 6 Gewinne zu 2000 M. 57026 169984 225460 14 Gewinne zu 1000 M. 53993 105608 127461 184500 240750 272288 361075 20 Gewinne zu 800 M. 18341 154382 1161541 206773 233328 253069 325536 329433 364860 365543 56 Gewinne zu 500 M. 1691 30201 47001 58905 62554 68189 77886 96759 96995 109970 155586 165247 187564 205557 209478 242801 275382 283612 284797 294592 296715 301217 314718 322837 340367 364008 383342 397518 154 Gewinne zu 400 M. 3180 3642 5051 11225 33480 51964 64823 66327 70926 73209 83765 86157 88235 88932 98517 118640 119875 120726 128210 132275 141115 142671 145410 145853 146816 149505 158889 159169 161393 171879 171950 174700 181326 184926 190960 192068 193165 193675 200375 203322 216889 220456 227764 229319 236581 246216 247912 252599 262418 263891 278344 283693 284011 284380 288901 295173 303098 303372 304078 312629 320513 326312 327723 339735 342363 344282 346310 347031 349362 364340 367397 378375 ^85096 385501 387857 393870 397221 HA bcfchaffunns L £ofe- j ZIEHUNG:21.u. 22.DEZEAA8 E R Ku, 1 600000 Gewinne, <&■$£ xu, KLb.I.-DoppeUOS xu, KZA.2.- ühecall, xu, haben.