Hr. 239 Erstes Blatt 185. Zahrgang Zamstag, 12. Oktober 1935 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe« Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Uulversttätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lauge in Giehen. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Test- anzeigen von70mm Breite 50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25"/a mehr. Ermähigie Grundpreise: Stellen--, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf., I-amilienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüffe Staffel B Abessinien bereitet eine Gegenoffensive vor. Addis Abeba, 12. Oft (DRV. Funkspruch.) In abessinischen Kreisen verlautet, dah sich die drei Heerführer Ras Seyoum, Ras Kassa und Ruchi vereinigt haben und an der Rordfront mit 100 000 Mann einen Gegen st oh vorbereite n. Die Bewegungen der abessinischen Streitkräfte haben die (Einschließung von Adua zum Ziel. Der Zusammenstoh mit den italienischen Truppen wird wahrscheinlich am Oberlauf des Mares stattfinden. Die Italiener sollen in Dol- kalt, Tigre und 2l g a m e versuchen, mit Ar- tillerieseuer und Fliegerangriffen die abessinischen Stellungen, die gut verschanzt sind, st u r m r e i f zu machen. Der Schwerpunkt der Schlacht soll im Gebiet um A k s u m liegen. Auch südlich von A d i - graf soll eine erhöhte Kampftätigkeit im Gange sein. (Eine Bestätigung dieser Rachrichten konnte noch nicht erhalten werden, da die Telephonleftung Adua—Addis Abeba zerstört ist. Auf abessinischer Seite wurden aus der Linie Megina—Rasdaschan —Amba—Alagi starke Truppenansammlungen beobachtet. Auf dieser Widerstandslinie wird es allem Anschein nach zu sehr heftigen Kämpfen kommen, die durch die Ligenart dieses hochgebirgsptateaus noch erschwert werden. Die heilige Stadt A k s u m ist noch immer i n den Händen der Abessinier. Sobald die Heeresgruppe Maravigna Rachschub erhalten hat, wird der Vormarsch gegen Aksum wieder ausgenommen werden. Die Meldung, dah die Stadt Adigrat von den Abessiniern zurückerobert worden sein soll, ist unzutreffend. Die Heeresgruppe Santini steht weit hinter Adigrat. Die Stärke der italienischen Truppen, die in drei Abteilungen den Vormarsch nach Abessinien angetreten haben, soll 110 000 Mann mit 2300 Maschinengewehren, 230 Geschützen, 92 Tanks und 35 000 Pferden und Maultieren betragen. Jeder einzelnen Truppenabteilung sind mit den Landesverhältnissen vertraute Sachverständige beigegeben, denen gemeinsam mit ihrem Mikarbeiterslab die politische Bearbeitung der Bevölkerung in den besetzten Gebieten obliegt. Sie bedienen sich bei ihrer Tätigkeit vorzugsweise der früheren A s k a - ris, die sich nach Beendigung ihrer Dienstzeit in der italienischen Kolonialarmee in diesen Gebieten niedergelassen haben. Aeue Kümpfe um Adua? Widersprechende Nachrichten des Neuterbüros. London, 12. DEL (DNB.) Wie „Reuter" berichtet, ist die Lage auf dem Kriegsschauplatz in Abessinien am Freitag fast unverändert geblieben. An der Nord front rücken die Jta- l i e n e r em wenig in Richtung auf Makale vor. Im Süden gab es einen leichten Vormarsch italienischer Kolonnen westlich von Dolo. Nach der Aushebung des Waffenausfuhrverbotes nach Abessinien ist es sehr wahrscheinlich, dah die Italiener ihren Vormarsch im Süden und Norden auf die Eisenbahn von Dschibuti beschleunigen werden, um zu verhindern, daß sich die Abessinier mit Waffen von Osten her versorgen. Die Nachricht von einer italienischen Niederlage beiAdua muß mit großer S k e p- f i s ausgenommen werden, obwohl ein abessinischer Minister in Addis Abeba diese Nachricht bestätigt hat. Man glaubt, daß ein Angriff auf Adua stattgefunden hat. Nach abessinischen Meldungen sollen die Truppen des Gouverneurs Ras Seyoum in der Nacht zum Freitag nach einem überraschenden Gegenangriff die Stadt Adua umzingelt und die gesamte italienische Besatzung in Stärke von 2500 Mann niedergemetzelt haben Tausende von Gewehren, zahlreiche Maschinengewehre und Feldgeschütze und viele Millionen Stück Patronen sollen den Angreifern in die Hände gefallen sein. Auch auf abessinischer Seile seien schwere Verluste zu verzeichnen. Der Gegenangriff sei für die italienische Besatzung völlig überraschend gekommen. Unter dem Schutze der Dunkelheit seien starke abessinische Streitkräfte auf dem rechten Flügel der italienischen Linien vorgerückt, worauf sich ein verzweifelter Nahkampf entwickelte. Gnade wurde auf keiner Seite gewährt. Die Abessinier, die ihren Gegnern zahlenmäßig leicht überlegen waren, kämpften mit Bajonetten, Speeren und Dolchen. die Italiener dementieren Die Agentur Stefani teilt mit, daß die Meldung des Reuter-Büros, die von einer Wiedereinnahme Aduas durch die Abessinier sprach, vollständig falsch ist. In Adua gehe unter der unbestrittenen Herrschaft der Italiener das Leben seinen gewöhnlichen Gang. Nach zweitägiger Pause wurtre am Freitagmittag durch das italienische Propagandaministerium wieder ein Heeresbericht ausgegeben, der erstmalig Verlust Ziffern angibt. In dem Bericht heißt es u. a.: Die Feststellungen, die man an der ganzen Front nach vier Tagen Vormarsch machen konnte, ergeben folgende Derlustziffern: 30 Tote, darunter fünf Italiener, 70 Verwundete, darunter 20 Italiener, vermißt werden 33 Eingeborene. Die Nachrichten über Tote und Verwundete sind den betroffenen Familien unmittelbar übermittelt worden. An Waffen wurden von Italienern eine Kanone, ein Maschinengewehr, 134 Gewehre und 30 Munitionsbehälter erbeutet. An der Somalifront sind zahlreiche Fälle von Fahnenflucht abessinischer Truppen zu verzeichnen. Die ausländischen Blätternachrichten über fahnenflüchtige italienische Askaris sind dagegen falsch. In den nächsten Tagen wird das italienische Generalkommando auf das eroberte Gebiet verlegt werden. Die Gesundheit der Truppen ist sehr gut, bie Moral ausgezeichnet. Zwei italienischeFlugzeuqe abgeschoffen Addis Abeba, ll.Okt. (DNB.) Von zwei italienischen Flugzeugen, die den Ort W a r e n o in der nördlich von Harrar gelegenen Provinz Issa überflogen, wurde das eine durch Angehörige des Issa ° Stammes mit Gewehrschüssen a b g e - schossen. In dem Flugzeug bejanben sich zwei Flieger unb ein kleiner Hunb, bie sämtlich ben Tob fanben. Auch ber Absturz eines italienischen Flugzeuges im Makalle-Gebiet bei Gara-Alte bestätigt sich. Vier Insassen bes Flugzeuges sinb t o t. Der Apparat ist zerstört. Die italienische F l i e g c r t ä t i g f e i t, bie in Bombenabwürfen unb Maschinengewehrfeuer zum Ausbruck kommt, hat sich befonbers an ber ©übfront erhöht. Die Erfolge sollen allerdings schwach sein. Der Kaiser wird vorläufig in Addis Abeba verbleiben. Hingegen hat der Kriegsminister sein Hauptquartier in D e s s i e aufgeschlagen. Abreise des italienischen Gesandten. Rom, 12. Oft. (DNB.) Der italienische Gesandte Graf Vinci verläßt am Samstag feinen Posten in Addis Abeba. Er begibt sich zunächst mit der Bahn n a ch D j i d u t i. Die Vertretung der italienischen Belange in Abessinien wird nach Abbruch der diplomatischen Beziehungen Frankreich ober Belgien übertragen werben. Erste Beschlüsse des Senser Sanktionsausschusses. Waffenausfuhr nach Abessinien zugekassen, aber Sperre für Italien. Genf, 11. Oft. (DNB.) Der Verbinbungsaus- fchuh für bie Sühnemaßnahmen im italienisch- abessinischen Konflikt hat Freitag vormittag seine konstituierende Sitzung abgehalten. Auf Vorschlag Lavals wurde der Portugiese de Vasconcel- l o s zum Präsidenten gewählt. Mit der Begründung, daß bie Konferenz heikle wirtschaftliche Fragen zu erörtern haben werbe, würbe bie Oef - fentlichkeit sofort ausgeschlossen. Die Sanktionskonferenz hat ohne wesentliche^Aussprache einen E nt w u r f über bas Waffenausfuhrverbot einstimmig unter Stimmenthaltung Ungarns angenommen. Der Entwurf lautet: Um den Regierungen ber Dölkerbunbsmitglieder bie Erfüllung ber ihnen auf Grunb von Artikel 16 ber Satzung obliegenben Verpflichtungen zu erleichtern, ist es angezeigt, schon jetzt folgenbe Maßnahmen zu ergreifen: 1. Die Regierungen ber Völkerbunbsmitglieber, bie gegenwärtig Maßnahmen zum Verbot ober zur Beschränkung ber Ausfuhr, ber Wieberausfuhr ober ber Durchfuhr von Waffen, Munition unb Kriegsmaterial nach Abessinien anroenben, werben biese Maßnahmen sofort aufheben. 2. Die Regierungen ber Völkerbunbsmitglieber werden sofort die Ausfuhr und Wiederausfuhr unb die Durchfuhr nach Italien unb feinen Besitzungen von Waffen, Munition unb Kriegsmaterial, bie in ber angeführten Liste aufgeführt sind, verbieten. 3. Die Regierungen der Völkerbundsmitglieder werden die notwendigen Bestimmungen treffen, um zu vermeiden, daß die in der beigefügten Liste aufgezählten Waffen, Munitionen und Kriegsmaterialien, die in e;n anderes Land als Italien exportiert werden, unmittelbar ober mittelbar nach Italien ober in bie italienischen Besitzungen roieber ausgeführt werben. 4. Die unter Nr. 2 unb 3 vorgesehenen Maßnahmen beziehen sich auch auf bie in ber Erfüllung begriffenen Verträge. 5. Jebe Regierung wirb aufgeforbert, in kürzester Frist bem Verbindungsausschuh burch Vermittlung bes Generalsekretärs bes Völkerbunbes b i e Maßnahmen mitzuteilen, bie sie ent» sprechenb ben obigen Bestimmungen getroffen haben. Auch Albanien schließt sich aus. Genf, ll.Okt. (DNB.) Die Völkerbunbsver- fammlung hat Freitag mittag ihre Vertagung ausgesprochen. Zu Beginn ber Schlußsitzung gab ber albanische Vertreter die Erklärung ab, daß Albanien ber Völkerbunbssatzung treu bleibe, baß bie albanische Negierung aber wegen ihrer politischen Beziehungen zu Italien, bie in bem Bünbnisvertrag zum Ausbruck kommen, und wegen der zwischen ben beiden Ländern bestehenden engen wirtschaftlichen Verbindungen x u ihrem Bec> auern nicht in der Lage sei, sich dem Vorgehen,der anderen Regierungen anzu- schließen. Der Präsident Dr. Benesch stellte fest, daß 5 0 Staaten sich mit den Beschlüssen des Dölker- dundsrates einverstanden erklärt und vier sich dagegen ausgesprochen hätten, nämlich Italien, Oesterreich, Ungarn und Albanien. Benesch betonte, daß es auch nach bem Ausbruch ber Feindseligkeiten die Aufgabe des Rates sei, den bedrohten Frieden zu schützen. Der Rat stehe beiden Parteien nach wie vor zur Verfügung und es bleibe zu hoffen, daß von seinem Angebot Gebrauch gemacht würde. Die Schwierigkeiten kommen noch. Finanz- und Wirtschastssanktionen als nächste Etappe. Der Finanzausschuß der Konferenz wird Samstag bie Frage bes Verbotes von A n - leihen jeher Art prüfen. Es ist dabei an Regierungskredite, an Anleihen auf dem Finanzmarkt, an Bankkredite sowie in gewissem Umfange auch an gewöhnliche Handelskredite gedacht. Wie von englischer Seite erklärt wirb, ist bie Konferenz bar- über einig, baß äußerste Beschleunigung in ber Anwenbung konkreter Maßnahmen geboten ist. Was das Waffenausfuhrverbot betrifft, so sind zunächst keine Kontrollmaßnahmen in Aussicht genommen. Noch umstritten ist die Einsetzung eines besonderen Wirtschaftsausschusses zur Prüfung der Ein- und Ausfuhrsanktionen. Andererseits rechnet man mit einem ziemlich glatten Verlauf der Finanzsanktionen. Hier muß nur noch die rechtliche Stellung der im Ausland ansässigen Italiener geklärt werden. Wahrscheinlich wird für das Verbot bestimmter Transaktionen mit Italien der Wohnsitz als maßgebend betrachtet werden. * „Daily Telegraph" weist aber daraufhin, daß bie eigentlichen Schwierigkeiten noch nicht erreicht seien. Diese würben sich ergeben, wenn ber Wirtschaftsausschuß Pläne zu einem Ausfuhrverbot für S ch l ü s s elerZeugnisse unb zu einem Einfuhrverbot für italienische Waren aufstellen wolle. Dank der Beharrlichkeit ber englischen Vertreter^werbe biese Frage ohne Verzögerung angefaßt werben. Sowjetrußlanb werbe eine wichtige Rolle bei biefen Besprechungen spielen, ba ber Oelbebarf ber italienischen Flotte unb 60 v. H. ber M a n g a n- einfuhr aus Sowjetrußlanb bezogen würben. Sowjetrußlanb werbe wahrscheinlich bie Frage von Entschäbigungen für bie Abschnürung seines Ausfuhrhanbels aufwerfen, unb R u - mänien werbe einen ähnlichen Kurs einschlagen. Auch bie Stellungnahme ber anberen ßänber, bie bie hauptsächlichsten Rohstosfe wie Chrom, Nickel, Platin, Gummi usw. an Italien liefern, werbe im Mittelpunkt bes Interesses stehen. Es werbe erwogen, nach dem Beispiel Roosevelts die Beförderung von Frachten und Passagieren auf italienischen Schiffen zu verbie- t e n. Aus einer solchen Maßnahme würden andere Schiffahrts-Linien Vorteil ziehen. Man dürfe nicht annehmen, baß die Maßnahmen sofort wirksam werden. Auch sei an Mussolinis Erklärung zu erinnern, daß Italien auf mindestens drei Monate eingedeckt sei. — Die liberale „News Chronicle" schreibt, nach Ansicht eines „gut unterrichteten Beobachters" würden innerhalb einer Woche finanzielle und mäßige wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen in Kraft fein, innerhalb von vierzehn Tagen schwere Wirtschaftsmaßnahmen und in drei Wochen eine Blockade von Eritrea und Somaliland. Italienische Propaganda in Palästina. London, 12. Okt. (DNB. - Funkspruch.) Die „Times" meldet eine Botschaft des englischen Ober» tommiffars von Palästina an die Geschäftsleute und Bankiers in Jerusalem, in der er erklärt, daß ber italienisch - abessinische Konflikt wahrscheinlich nicht auf bas Mittelmeer-Gebiet ausgedehnt werde. Diese Versicherung, meint bie „Times", habe nach ber kürzlichen Panik, bie zur Lahmlegung bes Hanbels in Palästina führte, eine beruhigenbe Wirkung ausgeübt. In Palästina sei eine ft a r t e italienische Propa- ganba tätig fei. Aus arabischer Seite würben bie Sympathien für Italien in ber Hauptsache von ber Partei bes Mufti von Jerusalem, Essenbi el Hussein, bestätigt. In ber arabischen Presse sei überbies bie Frage aufgeworfen worben, ob es klug wäre, bie gegenwärtige internationale Lage zusammen mit anderen arabischen Völkern auszunützen, um bi c Fessel bes britischen Manbats abflu ft reifen. Aus j ü b i s ch e r Seite sei bie revisionistische Partei (Neuzionisten) auf italienischer Seite. Sie besitze eine Marineschule in Jta- len, wo bie revisionistische Jugendorganisation „Be- tar" der italienischen Regierung ein Schulschiff abgekauft habe Drei Kriege. Während die ganze Welt ihre Blicke mit größter Aufmerksamkeit nach Ostafrika richtet, wo das Donnern der Geschütze, das Krachen der Fliegerbomben, das Zischen der Maschinengewehre den Beginn des ungleichen Duells zwischen der über modernste technische Kriegsrüstung verfügenden europäischen Großmacht Italien und dem letzten unabhängigen Eingeborenenstaat des schwarzen Erdteils ankündigt, während in Genf die Staaten des Völkerbunbes Sanktionen gegen ben „Angreifer" beschließen und Englanb in gleicher Sorge um bie Erhaltung bes Genfer Friebenssyftems wie ber Machtstellung bes Britischen Reiches seine. Flotte im Mittelmeer zusammenzieht unb seine Stützpunkte auf bem Weg nach Jnbien für alle Möglichkeiten rüstet, hat in Deutschlanb ein Krieg ganz anberer Art begonnen. Wie eine friedliche Insel liegt unser Reich inmitten einer brodelnden Flut von Angst, Gefahr und banger Unsicherheit. Krieg und Sanktionen, Wirtschaftsnot unb soziale Kämpfe ringsum, wäh- renb bas nationalsozialistische Deutschland mit dem dritten Winterhilfswerk zu einer Schlacht des Friedens rüstet, die mit ben'Waffen der Nächstenliebe gegen Hunger und Kälte, die erbitterten Feinde der Schwachen unb Hilflosen, geschlagen wirb. Der Führer selbst hat bem zum letzten Appell vor ber Schlacht angetretenen beutschen Volke ben Befehl gegeben. Wie ber Duce am Vorabend des Krieasdeginns in Ostafrika vor die Schwarzhemden Italiens trat, um sie in flammender Rede für die Kriegsziele des Faschismus zu begeistern, so trat auch Der Führer vor sein deutsches Volk. Aber seine Parole für die beginnende Schlacht klang anders. „Wir sind im größten Eroberungsfeldzug ber Weltgeschichte begriffen", rief er uns zu, „wir erobern uns unser Deutsches Volk. Das ist unser Krieg!" Unb ber jubelnde Beifall seiner Hörer zeigte ihm, daß sein Volk ihn verstanden hat, daß es mit ihm eins ist im Willen, das Ideal der Volksverbundenheit durch bie praktische Tat ber Nächstenliebe zu einer politischen Realität zu machen. Deutschlanb hat als erstes großes Volk der modernen Welt des Hochkapitalismus den Klassenkampf überwunden. Es hat ihn, nicht in Permanenz erklärt wie der russische Bolschewismus, der nur burch einen furchtbaren Vernichtungsfeldzug einer Klaffe — und auch von ihr nur einer kleinen Gruppe von Auserwöylten — zum Siege oer- halfen hat und sich nur durch blutigen Terror an ber Macht zu halten vermag. Nein, der deutsche Nationalsozialismus hat den Klassenkampf ausgeschaltet durch den Grundsatz der autoritären Staatsführung, die unabhängig von Parteien und Wirtschaftsgruppen sich nur ihrem Volk als Gesamtheit verpflichtet fühlt und dank der Mitarbeit von Männern von gleicher Unabhängigkeit des Urteils und höchster wirtschaftlicher Einsicht imstande ist, die großen wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die als Ursache des Klassenkampfes in früheren Jahrzehnten das Volk auseinanderrissen, die Wirtschaft lahmlegten unb bie politische Führung hemmten, rein sachlich zu lösen. Aber bazu braucht bie autoritäre Staatsführung einen starken Bundesgenossen. Es ist das Volk selbst, das immer wieder seinen Willen zur Gemeinschaft bekunden muß unb bamit bie ibeelle Grundlage schasst unb immer roieber neu befestigt, auf ber allein sich ein Ausgleich zwischen Klassen unb Stänben vollziehen kann, benn roeber Wirtschaft noch Staat sind ihrem Wesen nach in der Lage, Härten auszuschließen, die die natürliche Auslese des Wirtschaftsprozesses bedingt. Daß das Ideal der Volksgemeinschaft eine gewaltige Realität ist, hat uns der Führer an dem Beispiel des Weltkrieges erläutert, in dem Millionen Deutsche, die bislang nur die Schattenseiten des Lebens kennengelernt hatten, dem Ruf der Nation folgend sich als tapferste und anständigste Soldaten bewährt haben ohne jeden Gedanken, damit ihrem persönlichen Schicksal eine Wendung zum Besseren geben zu können. Diese Volksgemeinschaft schon im Frieden zu einem unerschütterlichen Fundament für das staatliche Sein und bie wirtschaftliche Arbeit der Nation zu machen, hat sich der Nationalsozialismus zur Aufgabe gefetzt. Staat unb Wirtschaft sinb wir, bas Volk. Unb wie jeher einzelne von uns an ben Segnungen eines geordneten unb gesicherten Staatswesens und eines tätigen Wirtschaftsprozesses teilnimmt, so erwächst daraus auch jedem einzelnen von uns die innere Verpflichtung, sich zu dieser Volksgemeinschaft auch dann zu bekennen, wenn sie von ihm Opfer verlangt. Denn nur dann schließt sich der Ring, der uns alle umspannt. Mögen wir alle, die wir uns als Kinder Des ewigen Deutschland fühlen, diesen Mahnruf des Führers als eine sittliche Forderung empfinden, wenn in den nächsten Monaten die tapferen Helfer des Winterhilfswerks unverdrossen treppauf, treppab eilen und an unsere Tür klopfen. Mögen wir alle, mit denen es das Schicksal besser meinte, als mit so vielen unserer hungernden und frierenden Mitschwestern und Mitbrüder, frohen und dankbaren Herzens unser Opfer barbringen unb so ein jeder nach seinen Kräften helfen, bie Volksgemeinschaft zu festigen, in ber die glückhafte Zukunft unserer Nation beschlossen ist. * In noch einem zweiten Feldzug, gleich unblutig wie ber erste, hat beutsches Volkstum einen herrlichen Sieg errungen. Mit dem Wahlzettel als einzige Waffe in der Hand haben die Bewohner des Memellandes ihren litauischen Unterdrückern eine vernichtende Niederlage beigebracht. Die sorgfältigsten Vorbereitungen, die Einbürgerung von Tausenden großlitauischer Eindringlinge, die Entziehung des Wahlausweises oder Ausweisung von jahrzehntelang im Memelland ansässigen Deutschen, das Mundtotmachen ber beutschen Wahlpropaganda, bie 1 Bespitzelung der deutschen Beamten und der brutale Terror gegen die gesamte übrige deutsche Bevölkerung haben es nicht zuwege gebracht, dem Deutschtum im Memelland das Rückgrat zu brechen. Weder das mit allem Raffinement ausgeklügelte Wahlsystem noch die Erschwerungen des Wahlganges oder die zahlreichen Fälschungen bei der Fest- stelluna des Wahlerqe?m»»ses haben es den Litauern ermöglicht, einen Landtag zu schaffen, der ihren Wünschen gefügig ist und ihrem Streben nach gänzlicher Beseitigung der Memelautonomie Vorschub leistet. Nachdem fast zehn Tage lang Wahlzettel sortiert und Stimmen gezählt worden sind, liefe sich die Bekanntgabe des für die Litauer so überaus pein- licken Wahlergebnisses nicht mehr länger verheimlichen. 81 Prozent der abgegebenen Stimmen sind auf die deutsche Einheitsliste gefallen und in nur 19 Prozent können sich die litauischen Parteien teilen. 2m neuen Landtag werden sich die fünf litauischen Abgeordneten wiederum einer übergroßen deutschen Mehrheit von 24 Abgeordneten gegenübersehen. Der deutsche Charakter des Memellandes ist damit nicht nur erneut vor aller Welt eindeutig festgestellt, sondern auch zweifelsfrei bewiesen, daß zahlreiche Bewohner des Memellandes litauischer Stammeszugehörigkeit, abgestoßen von den barbarischen Methoden der Kownoer Regierung und erschreckt von den chaotischen Zuständen in Staat und Wirtschaft Litauens, sich zum Deutschtum bekannt haben, weil sie aus Erfahrung wissen, daß ein deutsches Regiment Ordnung und Sauberkeit in Staat und Wirtschaft, Arbeit und Brot, Gerechtigkeit und sozialer Friede für jeden bedeutet. So haben die Memelländer mit diesem Wahlsieg nicht nur ihr Deutschtum verteidigt, sondern auch die Grenzen europäischer Gesittung, die während der Wahlen ausländischen Beobachtern so besonders scharf in die Augen gefallen sind, gegen asiatisches Barbarentum, das sich von Sowjetrußland her gegen den Westen vorzuschieben sucht und in Litauen auch politisch seinen äußersten Vorposten gefunden hat. Denn nur das Bewußtsein, in Moskau einen Freund zu haben, der seine schützende Hand über sie hält, konnte die Litauer zu ihrem dreisten Auftreten gegenüber den Signatarmächten des Memelstatuts ermutigen. Die Wahl des 29. September war keine Landtagswahl im üblichen Sinne, es war eine Volksabstimmung und ihr Ergebnis ein eindeutiges Bekenntnis der Memelländer zu deutschem Volkstum, zu deutscher Kultur und deutscher Sprache. Wird man in Genf, Paris und London dies Bekenntnis verstehen und daraus die praktischen Folgerungen zu ziehen wissen? Es gibt für die Signatarmächte des Memelstatuts und den Völkerbund jetzt nur noch eins: Litauen mit allen Mitteln zu zwingen, die Memelautonomie wieder uneingeschränkt durch litauische Willkür voll in Kraft zu setzen. Das Memelstatut sagt in seinem Artikel I: ,L)as Memelgebiet bildet unter der Souveränität Litauens eine Einheit, die auf demokratischen Grundsätzen aufgebaut, in Gesetzgebung, Rechtsprechung, Verwaltung und Finanzen innerhalb der in dem vorliegenden Statut umschriebenen Grenzen Autonomie genießt! Diese den Memelländern garantierte Selbstbestimmung liegt in den Händen des soeben neugewählten Landtags, dessen Präsident vom Gouverneur ernannt wird und dem ein von ihm selbst berufenes Direktorium zur Seite steht, das sich „aus Bürgern des Memellandes" zusammensetzen muß. Präsident und Direktorium müssen das Vertrauen des Landtags genießen und sind zum Rücktritt verpflichtet, wenn der Landtag ihnen das Vertrauen entzieht. Die Besinnung auf die staatsrechtlichen Grundlagen des Memellandes ruft die Erinnerung an ebenso viele dreiste Rechtsbrüche, Uebergriffe und Gewaltakte der litauischen Machthaber wach, die selten einmal von zagen Vorstellungen der Signatarmächte in Kowno belästigt, gänzlich unbekümmert um formelle deutsche Proteste oder wirtschaftliche Repressalien des Reiches im Memelland schalten und walten konnten, wie es ihnen beliebte. Soll ihnen das auch weiterhin erlaubt sein? Sollen sie auch den neuen memelländischen Landtag durch so hinterlistige Kniffe wie Mandatsentziehung für deutsche Abgeordnete und Fernbleiben der litauischen beschlußunfähig machen und damit den wichtigsten Garanten der im Memelstatut feierlich verbrieften Autonomie des Landes einfach ausschalten dürfen? Das Wahlergebnis des 29. September legt den Signatarmächten des Memelstatuts die Pflicht auf, hier endlich nach dem Rechten zu sehen und durch schnelles und energisches Handeln wieder gut zu machen, was in fünfzehn langen Jahren im Namen des Selbstbestimmungsrechts der Völker an diesen fleißigen, regsamen und friedliebenden Fischern und Bauern, Arbeitern und Handwerkern, Kaufleuten, Beamten und Lehrern im Memellande gesündigt worden ist, nur weil sie mit ostpreußischer Zähigkeit an ihrem Deutschtum festhielten. * Wie notwendig diese Mahnung an die Signatar- Mächte ist, zeigt ein Blick nach Genf, wo sich die Großen dieser Welt mit ganz andern Sorgen herumschlagen, als es die Rechtsansprüche der deutschen Memelländer für sie sind. Der Krieg in Ostafrika, seit vielen Monaten wie eine drohende Wolke am Horizont der Weltpolitik hängend, ist Tatsache geworden. Keine Vorstellungen Englands und Frankreichs, keine Rücksicht auf bevorstehende wirtschaftliche Schwierigkeiten oder gefährliche außenpolitische Verwicklungen haben Italien davyn abhalten können, mit dem Ende der Regenzeit den Angriff auf Abessinien zu eröffnen. Die Nachrichten vom Kriegsschauplatz sind sehr wider- sprechend. Nach anfänglichen Erfolgen beim lieber- schreiten der abessinisch-eritreischen Grenze scheint der Vormarsch der drei italienischen Heeresgruppen auf Schwierigkeiten zu stoßen, aber die Annahme, daß nach der Besetzung von Adua, die die Schmach der Niederlage von 1896 tilgen sollte, der militärische Ehrgeiz Mussolinis befriedigt sein werde, scheint sich nicht zu bewarheiten. Das ist namentlich in Paris eine arge Enttäuschung, denn dort hat man gehofft, nach schnellen Anfangserfolgen der italienischen Waffen den Duce wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen. Dem haben aber auch die Engländer widerstrebt und vielmehr mit zäher Folgerichtigkeit darauf hingearbeitet, den ganzen Apparat des Völkerbundes gegen den „Angreifer" mobil zu machen. Als solcher ist denn auch nach langwierigen Ausschußberatungen — der Völkerbund hat hier wieder einmal seine gänzliche Unfähigkeit zu schnellen Entschlüssen und praktisch wirksamem Handeln unter Beweis gestellt — von Rat und Vollversammlung Italien festgestellt und der Beschluß gefaßt worden, die in Artikel 16 der Dölkerbundssatzung gegen den Angreifer vorgesehenen Sühnemaßnahmen in Gang zu setzen. Schon das ist nicht ohne bemerkenswerte Panne abgelaufen. Italiens Freunde im Donauraum Oesterreich und Ungarn und der italienische Brückenkopf jenseits der Adria Albanien haben sich unter Betonung ihrer besonderen politischen und wirtschaftlichen Verbundenheit mit Italien von den geplanten Sanktionen ausgeschlossen. Abgesehen von den politischen Bindungen Oesterreichs, die Wien zum willenlosen Werkzeug der römischen Politik gemacht haben, hat die Oesterreicher wohl ein Blick auf ihre Handelsbilanz stutzig gemacht und das gleiche Studium dürfte auch noch andere Länder zum Nachdenken anregen, sobald es sich in dem am Donnerstag eingesetzten sogenannten „Verbindungs- ausschuß" darum handelt, nun dem Sanktionsbeschluß Taten folgen zu lassen, und mit der Handelssperre gegen Italien praktisch zu beginnen. Oesterreich hatte z. B. mit Italien im Jahre 1934 eine aktive Handelsbilanz von mehr als 45 Millionen Schilling und infolge der Kriegsvorbereitun- gen Italiens ist in diesem Jahr die Ausfuhrquote dorthin von 10 auf 16 v. H. gestiegen, so daß Italien heute Oesterreichs bester Kunde ist. Und nicht anders steht es für Ungarn und Albanien. Wenn auch die Schweiz bereits einen bemerkenswerten Vorbehalt anmeldet, so werden dafür neben seinen engen nachbarlichen Beziehungen zu Italien und den Folgerungen aus seiner international garantierten Neutralität wohl ebenfalls wesentlich wirtschaftliche lleberlegungen mitgesprochen haben. Denn in dieser Krisenzeit ist naturgemäß niemand ohne zwingende Gründe bereit, den Absatzmarkt für feine heimische Wirtschaft noch mehr zu verengern. Wenn nicht die wachsenden Zahlungsschwierigkeiten das italienische Geschäft mit einem beträchtlichen Risiko belasteten, würden auch vielleicht noch andere Länder, wie z. B. R u m ä n i e n als Italiens Haupterdöl- und -getreidelieferant und Süd- f l a w i e n , das bislang den Italienern Fleisch und Holz lieferte, ein Haar in der Suppe finden. England freilich, das die wirtschaftlichen Sanktionen am schärfsten vortreiben möchte, weil es sich nur davon ein schnelles Einlenken Mussolinis verspricht, hat dabei nicht übermäßig viel zu verlieren, denn die britische Ausfuhr nach Italien betrug nur 2,5 v. H. der Gesamtausfuhr und ist infolge der italienischen Zahlungsschwierigkeiten im ersten halben Jahr 1935 bereits beträchtlich gesunken, so daß die vorwiegend in Mitleidenschaft gezogene britische Textilindustrie und > der britische Kohlenbergbau durch die Sanktionen wohl kaum noch nennenswerte Verluste haben dürften. Der italienische Delegierte in Genf Baron A l o i s i hat in seiner Verteidigungsrede vor der Völkerbundsversammlung mit römischem Pathos fein Land den großen Proletarier unter den Völkern genannt. Das mag ein gut Teil rhetorischen lieber- schwangs fein, aber in der Rohstofffrage könnte Italien es tatsächlich, wenn die Sanktionen so wirksam werden, wie England es möchte, bald zu spüren bekommen, wie arm es ist an all den Schätzen, die nun einmal zum Kriegführen gehören. In dem instruktiven Aufsatz unseres Marinemitarbeiters Admiral G a d o w war gestern ja schon davon die Rede. Und es ist sehr die Frage, ob das Loch im Norden, das durch die Zurückhaltung der Schweiz, Oesterreichs und Ungarns in das nach britischer Absicht rings um Italien gesponnene Sanktionsnetz schon am ersten Tage gerissen ist, breit genug sein wird, um Italien alles das an Rohstoffen zuzu- führen, was es braucht. Noch wichtiger wird für die Italiener allerdings die Frage fein, ob sie bezahlen können, was sie einführen müssen, denn die als weitere Sanktionsmaßnahme vorgesehene Kreditsperre wird vermutlich von den Ländern strikt durchgeführt werden, die an sich in der Lage gewesen wären, Italien finanziell beizuspringen. Man wird die Entwicklung dieser Dinge und ihre Rückwirkung auf die italienischen Operationen auf dem oftafrifa» nischen Kriegsschauplatz mit Aufmerksamkeit beobachten müssen. Wir Deutsche können dies ohne Nebengedanken, kühl und leidenschaftslos. Wir sind hier lediglich Zuschauer, deren einziges Interesse ist, daß Europa nicht vergißt, welche Aufgaben es als Gesamtheit zu lösen hat. Frankreich möchte bremsen. Paris von der schnellen Arbeit nicht entzückt. Paris, 12. Oktober. (DNB. Funkspruch.) Die Schnelligkeit, mit der der Genfer Ausschuß für Sühnemaßnahmen seine ersten Beschlüsse gefaßt hat, scheint.in Paris ein wenig Ueberraschung ausgelöst zu haben. Man hält jedoch mit der Kritik zurück, da Laval sich in der Ausschußsitzung für ein schnelles Verfahren ausgesprochen hat. — „Oeuvre" schreibt aus Genf, daß die letzten Nachrichten gewisse Schwierigkeiten der italienischen Armee in Abessinien erkennen ließen. Die Reise des italienischen Generalstabschefs Badoglio nach Ostafrika werde in Genf dahin gedeutet, daß eine Reorganisation der ganzen abessinischen Expedition notwendig sei. — „Le Jour" schreibt, in London rechne man im Falle des Sturzes der Regierung Laval mit einem Kabinett Herriot-Flandin-Mandel, das den Plänen des englischen Außenministeriums gegenüber Italien eindeutig g ü n ft i g eingestellt sein würde. Daher könnten die besten Freunde Lavals ihm nur raten, die Grenze für die wirtschaftlichen Sühnemaßnahmen festzulegen, um seine Treue gegenüber dem Genfer Pakt zu beweisen, sich aber keinesfalls an militärischen Sühnemaßnahmen zu beteiligen. — „Echo de Paris" schreibt, daß feit langem i m Sudan und in Britisch-Somaliland Waffen aufgehäuft worden seien. Man werde sich jetzt beeilen, sie dem kriegführenden Abessinien zuzuleiten. Die Bedeu- beutung der Beschlüsse des Sanktions-Ausschusses lägen jedoch weniger in einer Verstärkung der abessinischen Rüstung als in der Gefahr von Zwi- schenfällen, da nämlich die italienischen Kriegsschiffe sich das Recht nehmen könnten, im Mittelmeer oder anderswo Schiffe zu durchsuchen. Der „Petit Parisien" verzeichnet aus Genf das Gerücht, daß die britische Regierung den wirtschaftlichen und finanziellen Sühnemaßnahmen eine Art von halbem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Italien und den Dölkerbundmitgliedsstaaten folgen lassen wolle. Die Leiter der Botschaften und Gesandschaften sollten vorübergehend aus Rom zurückgezogen werden. Auch tauche in Genf erneut das Gerücht auf, daß die Engländer daran dächten, das Rote Meer für Italiens Transporte zu schließen, wenn die wirtschaftlichen und finanziellen Sühnemaßnahmen sich als ungenügend Herausstellen sollten. Auch das „Journal" schreibt, daß die Engländer leidenschaftlich entschlofsen seien, den Widerstand Italiens zu brechen. Frankreich hingegen wolle die Würde und die Interessen Italiens schonen. Auch der „Figaro" beschwört die Staatsmänner, ein ehrenhaftes Kompromiß für Jta- lien zu suchen. Sie würden eine fürchterliche Verantwortung übernehmen, wenn sie Mussolini verhinderten, aus dem Engpaß herauszu- kommen. Der Völkerbundsmechanismus habe zu arbeiten begonnen. Alles, was man machen könne, fei, die Maschine möglichst langsam arbeiten zu lassen, damit die Diplomaten Zeit gewinnen. Große Llniformiuch-Bestellung Abessiniens in England? London, 12. Okt. (DNB. Funkspr.) „Morning Post" meldet aus Manchester das Gerücht, der englischen Baumwollindustrie sei ein Auftrag von acht Millionen Yards Uniformtuch fürdas abessinische Heer erteilt worden. Ein solcher Auftrag würde 2 0 0 0 Arbeiter auf drei M o - nate beschäftigen und einen Wert von rund 250 000 Pfund darstellen. Es sei bekannt, daß schon in den letzten Monaten beträchtliche Lieferungen von Khaki-Tuch an die abessinische Armee ausgeführt wotden seien. Der Umschwung in Griechenland. Der griechische Gesandte beim König. London, 12. Okt. (DNB. Funkspruch.) König Georg von Griechenland, der sich zur Zeit in London aufhält, wurde am Freitagabend durch den griechischen Gesandten von der Wiederherstellung der Monarchie in GriechenKönig Georg II. von Griechenland. — (Scherl.) land unterrichtet. Nach der Unterredung erklärte der Gesandte: „Ich habe Seiner Majestät die Ehrfurchtsbezeugungen meiner Regierung übermittelt". Der König erklärte, daß er seinen stets aus- gedrückten Wunsch für die Einigkeit und das Glück des griechischen Volkes erneuere. Der König bleibt in London, bis das Ergebnis der Volksabstimmung in Griechenland bekannt ist. Durch eine Verfügung der neuen Regierung wurde der königlichen Familie die griechische Staatsangehörigkeit, die ihr nach dem Umsturz aberkannt worden war, wieder zuerkannt. Was sagt man in Jtom? Rom, 12. Okt. (DNB.) Die neuesten Ereignisse in Griechenland werden in Rom mit allergrößter Spannung verfolgt. Man erklärt, Italien werde sich in keiner Weise in die inneren Angelegenheiten Grie- 1 chenlands einmischen. Wie in diesem Frühjahr gelegentlich des von Veniselos versuchten Staatsstreiches, werde es auch jetzt sich vollkommen neutral verhalten. Es habe nur den Wunsch, daß Griechenland mit der Wiedereinführung der Monarchie einer geordneten Zukunft entgegensetzen könne. Das Arbeitsprogramm der neuen Regierung. Athen, 12. Okt. (DNB.) Die Regierung hat am Freitag eine Kundgebung an die Bevölkerung erlassen. Darin wird erklärt, die neue Regierung sehe ihre Aufgabe darin, die Volksabstimmung über bi e Rückkehr Königs Georgs II. durchzuführen. Die Rückkehr des Königs fei für die Ordnung der politischen Verhältnisse des Landes eine gebieterische Notwendigkeit. Die Wiederaufrichtung der Monarchie werde den Beginn eines normalen politischen Lebens bedeuten, bas allen Griechen, gleich welcher Partei sie auch angehören, die Teilnahme an den Regierungsgeschäften sichern werde. König Georg II. werde der Schirmer und unparteiische Schiedsrichter für alle Griechen sein. Die zweite Aufgabe der neuen Regierung sei der Wiederaufbau des Landes. Die neue Regierung beabsichtigt vor allem Reformen der Ver- roaltung, des Rechtes, des Bildungs- und GesundMinisterpräsident General K o n d y l i s» — (Scherls heitswesens; gerechte Verteilung der Steuern; vollständige Reorganisation von Heer, Flotte und Luftwaffe; Durchführung einer Sozialpolitik, die allen Griechen Arbeit verschaffen soll; Inangriffnahme großer öffentlicher Arbeiten; Lösung der Agrarfrage. Die Ausarbei» tung dieser Maßnahmen sollen besondere Ausschüsse übernehmen. Am Schluß der Kundgebung heißt es: „Das, was die Regierung vom Volke fordert, ist f ein Vertrauen und ein wenig Zeit, um die Grundsteine für eine bessere Zukunft legen zu können. Wir wünschen und hoffen, daß das Datum des 10. Oktober 1935 den Beginn einer neue n schöpferischen Aera des griechischen Volkes bedeuten wird, einer Aera, die von der Einmütigkeit aller Griechen unter einem wirklich väterlichen Regiment gesichert wird." Die Regierung hat ferner einen Auftuf an ine Bevölkerung der Insel Kreta, wo die Republikaner bekanntlich den stärksten Rückhalt hatten, gerichtet, in dem das vaterländische Gefühl der Kreter angerufen und das Ergebnis der Sitzung der Nationalversammlung bekanntgegeben wird. Der bisherige griechische Außenminister M a x i m o s hat den Vorschlag, die Vertretung Griechenlands in Genf beizubehalten, angenommen. Die Ersatzreserve. Aenderung der Verordnung über die Musterung und Aushebung 1935. Berlin, 11. Okt. Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht eine Aenderung der Verordnung über di« Musterung und Aushebung 1935. Danach gliedert sich die Ersatzreserve in die Ersatzreserve I, Marineersatzreseroe I, Luftwaffenersatzreserve I und in die Ersatzreserve II. Der Ersatzreserve I, Marine- und Luftwaffenersatzreserve I werden diejenigen wehrfähigen Dienstpflichtigen zugeteilt, die bei der Aushebung überzählig bleiben. Die Angehörigen der Ersatzreserve I, Marine- und Luftwaffenersatzreserve I können im ersten Jahr ihrer Zugehörigkeit zur Ersatzreserve I nachträglich zur Deckung von Ausfäll e n, ferner in den zwei nächsten Jahren bei Bedarf noch zum aktiven Wehrdienst herangezogen werden. Im übrigen werden sie innerhalb der er st en drei Jahre zur kurzfristigen Ausbildung (Ersatzreserveausbildung) einberufen. Soweit die Angehörigen der Marineersatzreserve I im zweiten Jahr nicht zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht oder zur Ersatzreferveausbildung in der Kriegsmarine einberufen werden, können sie hierzu ins Heer herangezogen werden. Sie stechen der Kriegsmarine im Mobilmachungsfalle zur Verfügung. Dies gilt finngemäß auch für die Angehörigen der Luft- waffenerfatzreferve I. Soweit die Angehörigen der Ersatzreserve I des Jahrgangs 1914 noch nicht 26 Wochen Arbeitsdienst geleistet haben, können sie bei Bedarf hierzu vom Reichsarbeitsführer herangezogen werden. Der Ersatzreserve II sind die beschränkt Tauglichen und alle übrigen Dienstpflichtigen mit Ausnahme der Wehrunwürdigen und nicht zum Wehrdienst Heranzuziehenden zuzuweisen. Die wehrfähigen Dienstpflichtigen, die über den zu stellenden Ersatzbedarf hinaus überzählig bleiben, werden der Ersatzreserve I, Marine- und Luftwaffenersatzreserve I zugeteilt. Aenderung der Militärstrafgerichts- ordnung. Berlin, 11. Okt. (DNB.) Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht ein Gesetz Aur Aenderung der Militär» strafgerichtsordnung uns des Einführungsgesetzes dazu. Zum aktiven Wehrdienst einberufene Wehrpflichtige des Beurlaubten st andes und die ihnen gesetzlich gleichstehenden Personen sind nach diesem Gesetz der Militärgerichtsbarkeit wegen aller strafbaren Handlungen unterstellt, außer denen, die sie vor dem Tage begangen haben, zu dem sie einberufen sind. Sie können wegen jeder der militär- gerichtlichen Zuständigkeit unterfallenden strafbaren Handlung, wenn für sie lediglich die allgemeinen Strafgesetze in Frage kommen, den allgemeinen Gerichten zur Untersuchung und Aburteilung übergeben werden. Während der Dauer einer Dienstleistung dürfen die aüaemeinen Behörden ohne Zustimmung der Militärbehörden keine Untersuchungshaft gegen sie verfügen und Hauptverhandlung nur aohalten, wenn sie von der Verpflichtung entbunden sind, in ihr jtu erscheinen. Als Beisitzer au den Kriegs- und Oberkriegsgerichten darf nur berufen werden, wer mindestens das 21. Lebensjahr vollendet und mindestens ein Jahr der Wehrmacht angehört hat. Auch wenn ein Urteil nur von dem Angeklagten oder zu feinen Gunsten vom Gerichtsherrn angefochten worden ist, kann es zum Nachteil des Angeklagten nicht geändert werden. Hat ein Soldat vor oder nach feinem Dienfteintritt oder ein Wehrmachtsbeamter vor oder nach feiner Anstellung eine Freiheitsstrafe verwirkt, so wird sie von den Militärbehörden vollzogen. Ist die Ehrenstrafe der Dienstent- l a f f u n g verwirkt oder wird das Wehrpflichtver- hältnis durch die Ehrenstrafe des Verlustes der Wehrwürdigkeit oder durch Verurteilung zu Zucht- Haus oder aus einem anderen Grunde aufgelöst, so geht die Vollstreckung auf die allgemeinen Behörden über. Grundsteinlegung für das Generalkommando des IX. Armeekorps. In Anwesenheit von Vertretern der Partei, der Reichs- und Staatsbehörden ist in Kassel die feierliche Grundsteinlegung zu dem neuen Gebäude f ü r das Generalkommando des IX. Armeekorps durch den Kommandierenden General des IX. Armeekorps, Generalleutnant Dollmann vollzogen worden. Nahe der Wilhelmshöhe, so führte Generalleutnant Doll- mann aus, dicht neben der Repräsentationsstraße Kassels, solle in Jahresfrist ein gewaltiger Bau entstehen, tiefwurzelnd im deutschen Boden auf eisenbewehrtem Fundament wie die Wehrmacht selbst, ernst und nüchtern in seiner Gliederung wie das Antlitz des stahlhelmbewehrten jungen deutschen Soldaten, kunstvoll und schön wie deutscher Geist und deutsche Art. Zum Segen von Volk und Reich werde hier dereinst mit heitzem Herren und kühlem Verstand gearbeitet werden am Aufbau der Wehrmacht, zum Schutz der Grenzen, zur Ehre unseres Dritten Deutschen Reiches. Mit den Worten „So hart wie Stahl und Stein soll unser Wille sein, zu schützen hier das Reich allzeit dem Führer gleicht nahm der Kommandierende General die drei Hammerschläge zum Grundstein dieses wahrhaften deutschen Hauses vor» // Aus aller Welt Die Abschluß der Versuchsfahrt mit heimischen Kraftstoffen. brachen, so daß Nachrichten über das schwere Unglück nur spärlich in die Außenwelt bringen. Die Brücke über den Fluh Lhangan wurde weggerissen. Durch herabslürzende Gesleinsmassen wurden mehrere Bergdörfer vollkommen z e r st ö r t. Orkan verursacht ein Vauunglück bei Braunschweig. Ein Orkan, der Braunschweig und seine Umgebung heimsuchte, hat auf einem Neubau in der Nähe der Stadt ein schweres Unglück verursacht. Bon einem Gebäude deckte der Sturm eine Hälfte des Daches ab und warf sie gegen ein benachbartes Gebäude. Dabei wurden mehrere Personen schwer verletzt. Dank dem raschen Eingreifen der Feuerwehren und zahlreicher Arbeitskameraden der Verletzten gelang es, die Unglücklichen schnell unter den Trümmern hervorzuholen. Sechs Arbeiter mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Der angerichtete Sachschaden ist erheblich. Kleine politische Nachrichten. Vom Leiter des Reichsoerbandes der Deutschen Presse, SA.-Gruppenführer Weiß, ist mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 Pg. Gustav Staebe zum neuen Leiter des Landesverbandes Rhein-Main des RDP. bestellt worden. Pg. Staebe ist Hauptschriftleiter des Frankfurter Volksblattes und führt gleichzeitig die neue zentrale Hauptschriftleitung der übrigen parteiamtlichen Zeitungen im Gau Hessen-Nassau. Verlängerung des Danzig-polnischen Hafenproiokolss Danzig, 11. Okt. (DNB.) Nach mehrwöchigen Verhandlungen sind zwei für die Wirtschaftsbezie- Hungen Polens und Danzigs wichtige Protokolle unterzeichnet worden. Das erste Protokoll beseitigt die Meinungsverschiedenheiten wegen der Auswirkungen der'Danziger Guldenbewirtschaftung. Das zweite verlängert das vorjährige Hafenprotokoll um ein weiteres Jahr. Der Inhalt wird in einer ge- meinfamen Mitteilung bekanntgegeben, in der es zum Schluß heißt „Durch die Unterzeichnung dieser Protokolle ist für die Folge d e r R a h m e n gegeben für eine günstige wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Freien Stadt Danzig und Polen, eine Zusammenarbeit, die sich in der Richtung einer weiteren Normalisierung der Danzig-polnischen Beziehungen auswirken wird." „Gebietsführung, Personalabteilung ßin Blick in die Arbeit der HZ. deutschen Jugend zusammen. Obergebietsführer A x m a n n erläuterte die Grundsätze der zusätzlichen Berufsschulung, wie sie heute von der Arbeitsfront und der Hitlerjugend gemeinsam durchgeführt wird, und die Bestrebungen, auch für die gewerblichen Berufe jene ideale Arbeitskameradschaft zu erzielen, die bereits in der Uebungs- wirtschaft ihren Ausdruck gefunden hat. Besonders wertvoll sei die Beteiligung der Studieren- d e n an den Hoch- und Fachschulen, die zum Ausdruck bringe, daß sich die Jugend der Stirn und der Faust heute in bewußter Anwendung von einem unzeitgemäßen Brauchtum gemeinsam die neue „Gebietsführung, Personalabteilung ..." Weißt du, lieber Leser, was am anderen Ende der Telephonleitung gearbeitet wird? Im Gebiet 13, Hessen-Nassau der Hitler-Jugend sind bis zur kleinsten Einheit nahezu 13 0 0 0 Formationsführer eingesetzt, um die Jungvolkpimpfe und Hitler-Jungen für ihre Aufgabe als Träger des kommenden Reiches vorzube- reiten. Hauptaufgabe der Persona la bteilung des Gebietes 13, Hessen-Nassau ist es nun, diese Führer zu erfassen, sie gegen ungerechtfertigte Angriffe zu schützen, aber auch scharf darüber zu wachen, daß nicht durch eventuelle Disziplinlosigkeit d i e einheitliche Linie in der Arbeit der nationalsozialistischen Jugend gestört wird. Die Führer sind ferner mit Ausweisen zu versehen, ihre Personalakten sind in Ordnung zu bringen und zu halten, verdiente Führer sind zu befördern usw. Im einzelnen sind die Aufgaben der Personalabteilung folgende: Registrierung der Führer sowie Führeroeränderungen, Bestätigungen und Beförderungen, Disziplinarwesen sowohl für die Führer als auch darüber hinaus für alle Junggenossen und schließlich die Führung des HJ.-Streifendienstes. Für jeden Führer, einerlei ob in irgendeinem Dienst- ränge bestätigt oder nicht, wird bei seiner Einsetzung eine Karteikarte ausgefertigt, die bis in das einzelne gehende Personalangaben sowie stichwortartig einen genauen Lebenslauf enthält. Das Gleiche gilt für alle Hitler-Jugend- und Jungvolkführer, die nicht als Führer einer Einheit, sondern als Mitarbeiter, sei es als Geldoerwalter, Sozialwart, Sportwart usw. tätig sind. Zu den oben genannten 13 000 aktiven Führern im Gebiet 13, Hessen-Nassau, treten noch annähernd 4 0 0 0 Mitarbeiter, so daß die Zahl der zu registrierenden Führer sich auf 17 000 beläuft. Ein Führer, der sich eine gewisse Zeit in seiner Dienststellung bewährt hat, wird nun zur Bestätigung oder Beförderung eingereicht. Don den genannten 17 000 Führern sind augenblicklich etwa 10 500 in einem Dienstrange bestätigt. Für jeden bestätigten Führer ist nochmals eine Karteikarte ausgefertigt, sowie ein P e r sonn la kt angelegt. Dieser Personalakt enthält die Beförderungs- und Bestätigungspapiere, Lebensläufe, Führerschulzeugnisse, Beurteilungen usw. Die Personalakten müssen laufend ergänzt werden. In die- ser Personalaktenkartei sind ebenfalls die Vertreter und Mitarbeiter der HI. in anderen NS. - Formationen, wie NSV., Reichsnährstand oder die Jugendwalter der DAF. und die HJ.-Adju- tanten der politischen Leiter erfaßt. 2. Jedem Pimpfen müssen die einfachstes aber ; wesentlichen Grundbegriffe des Nationalsozialismus eingehämmert werden. Er muß sein Deutschland kennen und lieben, er muß um die große Aufgabe und Sendung dieses Volkes wissen, den Führer muß er stets als Vorbild sehen, muß sein Leben kennen und den Kampf, den er für ein freies, großes Deutschland führt. 3. Alles aber, was der Pimpf tut, muß ihm e i n großes Erlebnis jein, muß aus dem freudigen Glauben an das ewige Deutschland herauswachsen. So wird eine Jugend werden, bei der Körper, Geist und Seele eine lebendige Einheit ist, e i n Gleichklang und eine Harmonie. Eine Jugend, die mit beiden Füßen fest in der Wirklichkeit steht, aber doch ein stolzes Herz und ein großes Gemüt in sich trägt, das sie sich immer wieder hinaufschwingen läßt zu unseren großen Ideen zu dem, was uns in unseren Fahnen voranweht. Zwei Verfügungen des Reichsjugendführers haben dieser Arbeit neue Formung und Gestaltung gegeben. 1. Die Pimpfenprobe; 2. Das Leistungsabzeichen des DJ. Ab 1. Januar 1936 hat jeder Junge, der in das Jungvolk eintritt, erst die Pimpfenprobe abzulegen. Hat er sie bestanden, dann erwirbt er sich das Recht zum Tragen des Schulterriemens und wird damit erst ordentliches Mitglied im Jungvolk. Bei dieser Pimpfenprobe sind bestimmte Leistungen im 60- Meter-Lauf, Weitsprung und Ballweitwerfen zu erfüllen. Außerdem muß der Pimpf Tornister packen können, eine 1^ tägige Fahrt mitgemacht haben, die sieben Schwertworte des Jungvolks sowie das Horst- Wessel- und HJ.-Fahnenlied kennen. Durch Leistungsabzeichen des Deutschen Jungvolks wird jedem Pimpf ein Ziel gesteckt, das er erreichen soll. Jeder Junge mit einem gesunden Körper und gesunden Geist wird es erfüllen können, jedoch wird er hierbei alle Willenskräfte und allen Fleiß aufbrinaen müssen, die in ihm stecken. Die Bedingungen haben wir gestern schon hier bekannt- gegeben. Von unserem Wollen ist jetzt genug gesprochen worden. Daß wir es dabei nicht lassen, sondern unentwegt arbeiten und schaffen, das weiß jeder. So haben wir in unserer großen Werbeaktion die Parole verkündet: „Jeder rechte Junge ein Jungvolk- p i m p f." Nicht nur jeder Junge wird es begreifen, sondern auch die Elternschaft möge es einsehen und Schlüsse daraus ziehen. Während sich so Millionen Jungen freudig zum Dienst für Volk und Führer bekennen, darfkeinermehr abseits st ehe n. Nichts trennt uns mehr, über Klassen, Stände und Konfessionen hinweg stehen mir zusammen, nicht nur als die jüngsten, sondern auch als die treuesten Soldaten unseres Führers. So marschieren wir in die große deutsche Zukunft hinein ---Wir Pimpfe!! Der dritte Neichsberufs- weitkamvf. Berlin, 11. Okt. (DNB.) Im großen Sitzungssaal der Deutschen Arbeitsfront trat der Reichsausschuß für den dritten Reichsberufswettkampf der Wir Pimpfe! Der Gebietsjungvolkführer Paul Wagner stellt unserer Zeitung folgenden Artikel zur Verfügung. In Deutschland Hal sich eine große Umwälzung vollzogen. Wir leben in der gewaltigsten Revolution, die Deutschland in seiner ganzen Geschichte durchgemacht hat. Das ist in den letzten Jahren schon oft- mals gesagt worden, und vielleicht gibt es Dolks- gegossen, die über ihr tägliches und persönliches Leben nichts von Revolution sehen oder sehen mögen. Doch nichts beweist die Wahrheit unserer Feststellung mehr, als der Weg, den die deutsche Jugend geht. Wer einmal in einem Zeltlager mitten unter Pimpfen gesessen hat, ihre Lieder hörte, sie beim Dienst sah, irgendwo auf einer Waldwiese bei frohem Spiel ober auf Fahrt durch herrliches deutsches Land, der weiß, daß wirklich eine neue Zeit angebrochen ist! Der Führer hat auf dem Parteitag der Freiheit klar und eindeutig den Weg gezeigt, den der deutsche Mensch i-m nationalsozialistischen Reich gehen muß. Er hat den Formungs-und Erziehungsgang geschildert, der beim Pimpfen im Jungvolk beginnt und sich durch das ganze Leben des Deutschen hindurchzieht. In den folgenden Zeilen soll deshalb noch einmal in klaren und deutlichen Worten unser Wollen herausgestellt werden. Unsere Aufgabe ist folgende: 1. Der Junge soll zum „ganzen Kerl" erzogen werden. In Sport und Spiel, auf Fahrt und im Lager wird er gesund, kräftig und stählt seinen Körper. Niemals können wir Schlappschwänze und Weichlinge gebrauchen, sondern unsere Jugend muß genau jo hart sein w i e die Zeit, in die sie hineinwächst. gewisser Leistungsabfall im normalen Betrieb getrost hingenommen werden könne. Schon allein Die Tatsache, daß alle 46 am Start beteiligten Fahrzeuge sozusagen gesund und munter hier wieder- zusehen seien, sei außerordentlich vielsagend. Die Bedeutung der Fahrt lasse sich dahin zusammenfassen, daß die deutsche Motorisierung, wenn es wirtschaftlich ober sonstwie irgend einmal schlimm kommen sollte, frei sei von der gefährlichen nationalen Unselbständigkeit in der Treibstoffoersorgung. 50 Tote, 300 Verletzte bei einem Erdbeben in Zentralasien. An der fowjelrufsischafghanifchen Grenze hat sich ein furchtbares Erdbeben ereignet, das nach vorläufigen Mitteilungen etwa 5 0 Tote und über 3 0 0 Verletzte gefordert hat. Wie die Sowjetruffische Telegraphenagentur aus Stalinabad, der Hauptstadt der Sowjetrepublik Tadschikistan im Süden Russisch-Turkestans, meldet, hat sich die Naturkatastrophe am 8. Oktober um 20 Uhr zugetragen. — Das Zentrum des Bebens befindet sich im unwirtlichen Gebirgsgebiet von Towil-Dorinsk in Tadschikistan, in dem furchtbare Verwüstungen angerichtet worden find. Die drahtlichen Verbindungen mit dem Erdbebengebiet sind unter- Dersuchsfahrt m i t heimischen K r a f t st o f f e n, die über mehr als 16 000 Kilometer führte, wurde mit einer kleinen Feier auf der Avus in Berlin abgeschlossen. Die an der Fahrt beteiligten 46 Lastkraftwagen sind im besten Zustand wieder zurückgekehrt. Korpsführer Hühnlein gab einen Ueberblick über die Fahrt. Die 46 Lastkraftwagen sind seit dem 19. August unterwegs gewesen. (Es wurde seinerzeit darüber berichtet.) Alle Fahrzeuge haben die z. T. sehr schwierige Strecke hinter sich gebracht. Korpsführer H ü h n l e i n dankte dann allen, die zum Gelingen des Unternehmens beigetragen haben, vor allem dem Reichsverkehrsminister. Die Erfahrung, die gewonnen worden ist, ist durchaus positiv. Zum Schluß sagte der Korpsführer: Die Versuchsfahrt für heimische Treibstoffe 1935 ist ein Markstein in der Entwicklung der Kraftfahrzeuge mit heimischen Treibstoffen. Sie kann eine Großtat genannt werden. Der Beweis ist geliefert, daß Lastkraftwagen mit heimischen Treibstoffen wirtschaftlich und betriebssicher zu betreiben sind. Anschließend sprach der Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz- R ü b e n a ch. Einleitend dankte er dem Korpsführer Hühnlein. Der Erfolg sei so groß, daß ein Tradition der Leistung schaffe. Der Grund- satz der Freiwilligkeit sei unantastbar. Das Schwergewicht liege in der praktischen beruflichen Arbeit, während die w e l t a n s ch a u - licye und körperliche Prüfung nur zur Ermittelung der endgültigen Sieger dienen könne. Der Wettkampf wird 1936 örtlich durchgeführt vom 3. bis 15. Februar, in den Gauen am 14. und 15. März. Der Endkarnpf findet wiederum an einer gefährdeten Stelle des Reiches als Friedensdemonstration der deutschen Jugend vom 24. bis 30. April statt. Ernennungen und Beförderungen werden das ganze Jahr hindurch ausgesprochen; sie häufen sich naturgemäß am Geburtstage des Führers sowie am 9. November. Von dem Umfange der Arbeit kann man sich erst einen Begriff machen, wenn man hört, daß für die Bearbeitung nur eines Antrages, die Ausstellung des Ausweises sowie die Ausfertigung der zugehörigen Papiere in jedem einzelnen Falle annähernd dreißig Minuten erforderlich find. — Und zum 9. November 1935 werden annähernd 1500 Ernennungen und Beförderungen ausgesprochen werden! Em anderes Tätigkeitsfeld der Personalabteilung des Gebietes ist die Beantragung und Bearbeitung der H I. - E h r e n z e i ch e n. Jeder Hitler-Junge, der vor dem 2. Oktober 1932 der HI. oder dem Deutschen Jungvolk angehörte, und diesen Einheiten ober einer anderen NS.-Formation bis heute ununterbrochen angehört, kann bis auf wenige Ausnahmen das Ehrenzeichen der HI. beantragen. Aufgabe der Personalabteilung ist es nun, die gesamten Anträge auf ihre Richtigkeit, sowie auf die Zeichnungsberechtigung der notwendigen Zeugen zu prüfen. Ein weiteres großes Arbeitsgebiet ist das D i s z i- plinarwefen. Das Gebiet ist in vorletzter Linie die Berufungsinstanz aller in den unteren Einheiten zur Erledigung gebrachten Disziplinarange- legenheiten. Wenn man bedenkt, wie oft manchmal von interessierter Seite die lächerlichsten Anschuldigungen gegen Angehörige der HI. ober bes Deutschen Jungvolks erhoben werben, so kann man ermeßen, welch' ungeheure Arbeit bei ber in jebem Falle peinlich genauen Untersuchung zu leisten ist. In mehr als ber Hälfte ber Berufungsfälle muß im Jnteresje einer wirklich einbeutigen Klärung e i n Lokaltermin burchgeführt werben. Alle Beteiligten, feien es HJ.-Kameraben ober Außenstehenbe, sollen von ber rücksichtslosen Offenheit bei ber Klärung biefer Vorfälle überzeugt jein. Als letzte, aber nicht unwichtigste Aufgabe ber Personalabteilung des Gebietes soll ber Strelfen b i e n st genannt werben, ber dieser Abteilung angegliedert ist. Zweck des HJ.-Streifendienstes ist nicht eine Art „Sonderpolizei der HI." aufzustellen. Vielmehr ist der HJ.-Streifenbienst im Interesse aller ein Organ, bas innerhalb ber HI. unb bes Deutschen Jungvolks unb bes Bunbes Deutscher Mäbel in ber HI. bie Disziplin kontrolliert, ben Fahrtbetrieb ber nationalsozialistischen Jugenb beaufsichtigt, bas weiter auf bie Durchführung ber polizeilichen Vorschriften für bie Jugend achtet sowie auch bie Maßnahmen ber Forstbehörben bei ber Durchführung von Fahrt und Lager überwacht. Der Zentralverlag der NSDAP., Franz Eher Nachf., hat für bas britte Winterhilfswerk bes beut- fchen Volkes einen Betrag von 100 000 Mark zur Verfügung gestellt. In ber A u s l a n d s p r e s s e finb in ben letzten Tagen mehrfach Melbungen erschienen, wonach I u b e n vom beutschen W i n t e r h i l f s w e r k nicht betreut werben. Diese Nachrichten finb falsch. Tatsache ist, baß in ber Organisation bes Winter- hilfswerkes auch eine Betreuung ber Juden vorgesehen ist. Der polnische Außenminister Oberst Beck hat auf seiner Rückreise von Genf nach Warschau einige Stunden in Berlin verweilt. Er hat diese Gelegenheit zu einem Gespräch mit dem Reichsmim- ster bes Auswärtigen Freiherrn von Neurath benutzt. Wetterbericht des Reichsrnetterdiensies. Ausgabeork Frankfurt. Mit bem Abzug bes mächtigen Sturmwirbels nach dem nörblichen Eismeer hat sich über Zentraleuropa kräftiger ßuftbrucfanftieg unb Beruhigung ein» gefteut. Immerhin ist es mit Anhalten ber westlichen Luftströmung in Deutfchlanb vielfach noch zu Regenfällen gekommen, bie im Norbfeegebiet sogar gewittrige Formen annahmen. Bei Jslanb ist ein neuer Wirbel in Entwicklung, boch kann zunächst im Bereiche bes über bem Kontinent sich aujbauenben Hochbruckrückens mit weiterer Beruhigung gerechnet werben. Aussichten für Sonntag: Vielfach dunstig ober nebelig, sonst wesentlich freunblicher, mittags ziemlich warmes Wetter, veränberliche Winbe. Aussichten für Montag: Voraussichtlich Eingreifen bes neuen Tiefbruckwirbels unb zunehmende Unbeständigkeit. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. IX. 35: 9929. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- bruderei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. 14-3age &MO-- Tcu^un^Aac^b- müßte ein D-Zug im 80-km-Tempo fahren, um die Strecke von 26966 km aneinandergereihter Mokri - Schachteln zurückzulegen - die Fabrikation eines einzigen Jahres! Gibt es einen besseren Beweis der überragenden Qualität? SUPERB i Für Gasgeräte schwärmt die Frau, Warum? Das weiß sie ganz genau: Das Kochen währt die halbe Zeit bei allergrößter Sparsamkeit! F. J. M Die neuzeitliche Küche arbeitet mit Gas-Herd mit Brat- und Backofen Gas-Heißcuell für Heißwasserbereitung Gas-Heizofen für Raumheizung Rat und Auskunft: 6as-6emeinschaft Gießen sssoa Zum besseren Sehen die gute Brille von 5887A Selters ^weg 33 Neubau-Wohnung (3 Zimmer und Küche)mit Garten- stück ab 1. November zu vermieten. Heinrich Krumm, Grünberg, Gießener Straße 34. ssmD Vermietungen 4-M-Wil. in schönster Lage m.Bad/Zentral- heiz.usw.z.verrn. Schr. 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Und der Mensch nimmt die Frucht oder das, was von ihr stammt, zu sich, wie seit je, in die hohen Jahrhunderte herauf wohl immer gedankenloser und undankbarer, in einzelnen, mit der Gabe der Besinnlichkeit Bedachten aber erhöht sich dann der Genuß um so mehr zu einer heiligen Zeremonie. Und damit sühnt der eine den raschlebigen Unverstand von Tausenden, die nicht mehr wissen, wie man ein Geschenk empfängt, in dem sich Erde und Himmel vermahlen. Und darum darf man nicht auf den schnellen, weltlichen Rheinschiffen die richtigen Weintnnker suchen, nicht in den Schenken am Strom und trügen sie noch so berühmte Namen. Zu dem heiligen Wein gehört die heilige Einsamkeit, wie sie nur noch einige unbekannte Gasthäuser am Rheine haben. Und mögen die geselligen Kumpane noch so lärmend behaupten, daß man über den Rand des Weinglases in ein Paar befreundeter oder geliebter Augen blicken müsse, es bleibt darum doch wahr: den wirklich heiligen Wein verträgt nur heiliges Leid oder heilige Freude, und die können nicht anders sein als einsam. oder kleinen Staat befindet. Durch das Büro gelangen wir zum Arbeitszimmer des Gesandten und bevollmächtigten Ministers des Deutschen Reiches für Estland, Otto R e i n e b e ck. Der Gesandte streckt uns zum Gruß die linke Hand entgegen, die rechte ist infolge einer schweren Kriegsverletzung durch eine russische Granate gebrauchsunfähig. Trotz dieser schweren Verletzung verblieb der damalige Leutnant Reinebeck bei der aktiven Truppe und hat dem Vaterlande besonders'während des Feldzuges in Rumänien auch als Schwerkriegsverletzter die wertvollsten Dienste geleistet. Auch seine Linke barg genügend Kräfte, das zeigte er sehr handgreiflich in den trüben Tagen des Novembers 1918, als die Armee Mackensen von der Heimat abgeschnitten war. Der Geist der Zersetzung war bereits bis in diese ruhmreiche Truppe gelangt. Als in einer siebenbürgischen Stadt ein pflichtvergessener Soldat frech, die Hände in den Hosentaschen, an dem greisen Feldmarschall Mackensen vorüberlümmelte, verstand es Reinebeck, mit seiner Linken sehr schnell dem marxistisch infizierten Mann den Begriff der Grußpflicht des Soldaten wieder beizubringen. Gesandter Reinebeck unterhält neben seinem umfangreichen Verkehr mit estnischen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auch mit weiten Kreisen des baltischen Deutschtums, dessen Lebensinteressen ihm als ehemaligen Referenten für Minderheitenfragen im Auswärtigen Amt besonders am Herzen lag, auch regste ^Beziehungen zur reichsdeutschen Kolonie Estlands. Die Tür zu seinem Arbeitszimmer steht allen Volksgenossen, die ein Anliegen an ihn haben, offen, ganz gleich, ob der Vorstand des Verbandes der Reichsdeutschen um Unterstützung zur Errichtung eines Heims der Reichsdeutschen in Professor Dr. sc. pol. Rudolf Stucken, Ordinarius für Wirtschafts- und Sozialwisfenschaften an der Universität Jena, ist in gleicher Eigenschaft als Nachfolger des nach München berufenen Professors Terhalle zum 1. November d. I an die betrieb sowie für eine Bücherei zum Handgebrauch, ist gesorgt. Der Unterricht für die jungen Offiziere dauert täglich von 8 bis 14 Uhr. Die Offiziere haben außerdem Gelegenheit, unter Assistenz eines Sportlehrers in einer Sporthalle sich zu betätigen, weiter stehen ihnen Reitpferde zur Verfügung, damit sie auch eine körperliche Ergänzung zum geistigen Studium haben. Die jungen Offiziere haben zusammen mit dem Lehrkörper auch ihrerseits die Pflicht, die alte Tradition durchzufetzen. Alle großen Führer seit 125 Jahren sind irgendwie mit der Kriegsakademie in Berührung gekommen: Scharnhorst, Clausewitz, Moltke und Roon, um nur die Großen des vorigen Jahrhunderts zu nennen. Ebenso sind auch die führenden Generäle im deutsch-französischen Kriege 1870/71: Manteuffel, Werder und Blumenthal, Schüler der Kriegsakademie gewesen. Das gleiche gilt für unsere großen Heerführer des Weltkrieges, für Hindenburg, Ludendorff und Seeckt und es gilt auch für die Offiziere der jüngsten Zeit, der Zeit des Wiederaufbaus der deutschen Armee: Generaloberst von Blomberg, General der Artillerie von Fritsch und der Chef des Genei^alstabes General der Artillerie Beck haben die alte Kriegsakademie besucht und werden auch dem Aufbau der neuen Kriegsakademie ihr volles Interesse ungeteilt zuwenden. letzten Blutstropfen verteidigen soll." Wie sollten die jungen Offiziere dem flammenden Wort dieses herrlichen Mannes widerstehen, wenn er ihnen zurief: „Die Nachwelt wird richten und von dem Verdammungsurteil ausnehmen, welche dem Strom der Verderbtheit mutig entgegengerungen und das Gefühl der Pflicht treu wie einen Gott im Busen bewahrt haben." Es war der Geist dieser Männer, der die jungen Offiziere dann beseelte, für die Freiheit des Vaterlandes zu kämpfen und zu sterben. Am 18. Januar 1813 wurde die Kriegsschule aufgelöst und viele der jungen Offiziere, die diese Schule besucht hatten, besiegelten ihre beschworene Treue mit dem Tode. Mit ihnen aber starb auch der Mann, der mit der Geschichte der Hochschule der preußischen Offiziere unlöslich verbunden ist. S ch a r n h o r st, der das Schwert für Preußens Freiheit geschmiedet hatte. Sein Werk aber wirkte fort durch das Jahrhundert. Am 125. Gründungstage der Kriegsakademie wird die neue Kriegsakademie, die der Wiederaufrichtung der Wehrfreiheit durch den Führer ihr Entstehen verdankt und die soeben im Norden Berlins, in der umgeb-auten Kaserne des früheren Garde-Feldartillerie-Regiments in der Kruppstraße die ersten Lehrgänge begonnen hat, einen Für die neue Kriegsakademie hat man sich an die bewährten Methoden der alten Kriegsakademie halten können. Diese Kriegsakademie ist ein Institut, um die Offiziere mit den Methoden und Aufgaben der höheren Kriegsführung, wie es in der ursprünglichen königlichen Verfügung hieß, vertraut zu machen. Aus diesem Grunde sind auch die Methoden anders, als der akademische Lehrbetrieb auf der Universität. Hier wird das angewandte Lehroerfahren durchgeführt, das die regste Mitarbeit der Schüler fordert. In Zukunft werden in den dreizehn Hörsälen gleichzeitig drei dreijährige Lehrgänge durchgeführt. Im Gegensatz zur Vorkriegszeit ist die Teilnahme am Besuch der Kriegsakademie nicht mehr freiwillig, sondern alle Offiziere find verpflichtet, innerhalb der Zeit vom dritten bis zum sechsten Dienstjahr eine Aufnahmeprüfung für die Kriegsakademie zu machen und je nach dem Ausfall dieser Aufnahmeprüfung wird eine Auslese der besten Offiziere vorgenommen. Für die Marine und für die Luftwaffe werden besondere Bildungsstätten eröffnet. Für die Lehrtätigkeit find einstweilen dreißig Offiziere der verschiedensten Waffengattungen an die Kriegsakademie versetzt worden. Kri^ZSgeschichtliche Vorlesungen werden zum Teil von früheren hohen Offizieren gehalten werden. Für die technischen Hilfsmittel, z. B. für die Anfertigung von Zeichnungen für den Lehr- 6od>fdiuinad)richfen An der Universität Berlin wurden wegen Er- reichung der Altersgrenze von den amtlichen Verpflichtungen entbunden die ordentlichen Professoren Geh. Justizrat Dr. Heinrich T r i e p e l (öffentliches Recht) und Dr. A. V i e r k a n d t (Soziologie) General der Infanterie Liebmann, der Kommandeur der wiedererrichteten Kriegsakademie, die am 15. Oktober ihr 125jähriges Bestehen feiern kann. — (Scherl-Bilderdienft-M.) Zeitschriften — Im frühen Kindesalter, namentlich im Säuglingsalter, find Erkrankungen der Haut häufiger als später, und darum ist auch in diesem Alter der Pflege der Haut besondere Aufmerksamkeit zu schenken, lieber die verschiedenen Arten der Haut- krankheiten im Kindesalter und deren Behandlung finden junge Mütter wichtige Erläuterungen im Oktoberheft des Elternfachblattes "Mutter und Kind". (Verlag E. Staude, Berlin W 30.) Auch in seinem übrigen Inhalt bringt dieses Heft viel Wissenswertes und zahlreiche Anregungen für die Mutter und Hausfrau. X. I Die Gesandtschaft in Estland. - Von unserem Or. <5 G. St -Berichterstatter. : (Nachdruck, Ruch mit Quellenangabe, verboten!) Reval, Oktober 1935. Unter den europäischen Hauptstädten ist Reval, der Sitz der estländischen Regierung, mit seinen 130 000 Einwohnern eine der kleinsten, aber mit seinen mittelalterlichen Mauern und Türmen^vohl auch eine der malerischsten. Was- diese Stadt Mson- ders anziehend macht, sind seine großen und verträumten Gärten. Inmitten eines solchen Gartens und umgeben von Grün anderer Gärten liegt d a s Gebäude der deutschen Gesandtschaft in Reval. Unweit von dort erhebt sich der Domberg, dessen hochaufragender Wachturm „Der lange Hermann" Zeugnis davon ablegt, welchen Anteil die Deutschen in der Geschichte Estlands gehabt haben. Der Domberg, wo einst die Statthalter der dänischen Könige, die deutschen Ordensritter, die schwedischen und russischen Gouverneure regierten, ist heute der Mittelpunkt der estnischen Regierung des Landes. Das Gebäude, das heute den Zwecken der deutschen Gesandtschaft dient, wurde um die Jahrhundertwende von einem russischen General deutsch - baltischer Abstammung erbaut. Nach dem Zusammenbruch des raristischen Rußland verlor die Familie des Generals ihre großen Besitzungen in der Nähe von St. Petersburg und verließ Estland. Das weitläufige Gebäude wurde zuerst vom Reich für die Zwecke feiner Vertretung gemietet, später von den Erben des Generals käuflich erworben. Da das Gebäude als Prioathaus nicht allen Anforderungen genügte, die an eine amtliche Vertretung des Deutschen Reiches gestellt werden, war ein größerer Umbau notwendig, der im Jahre 1929 deutsche Ärmere d i e Höch st e militärische Bildungsanstalt geblieben, aus der der größte Teil der Offiziere hervorgegangen ist, die an verantwortlichen Stellen im Heere gestanden haben und deren Namen mit den Ruhmes- und Sieges- tagen des Heeres für alle Zeiten verbunden find. Ihr Zweck war in erster Linie, die Erhaltung und Förderung der militärischen Berufsbildung, von der allerdings eine gewisse allgemeine Bildung unzer- Dies ist die sonderbare Geschichte um den einen c winzigen Rebenberg: jeder der tausend Weingärten c hat seine eigene Geschichte, und es mühte schon ein i gottverlassener Erdenfleck fein, an den sich nicht ( irgend ein Märchen, eine Mythe heftete. Man fühlt i es dann im Weine, wieviel an Wunderbarem über < seine Heimat in Umrede ist: die Legende gehört in . die Traube wie der Zucker. Götter ruhen auf ihrer ; Wanderschaft zwischen den Rebstöcken, Heilige treten । aus Kirchen und Kapellen und wandeln auf um- : laubten Wegen, und es kann sich das holde Wunder i begeben, daß in irgendeinem Berichte von den i Weinhügeln behauptet wird, wie die Liebe Frau selber auf diese oder jene Höhe niederstieg, Heldentum und Christentum reichen sich über den Weinbergen brüderlich die Hände: hier bezeugen sie, daß sie aus denselben tiefsten Gründen emporgestiegen, aus der ewigen Sehnsucht, eine große irdische Freude, einen im Letzten unergründlichen irdischen Segen in Heiligkeit hinein zu erhöhen. Immer muß der Mensch schwärmen und anbeten können. Weil er das Wunder des Weines liebt, hat jedes Zeitalter es mit dem Mythenkranz seiner Religion umflochten. Gar nicht zu reden davon daß der Wein das Sinnbild des heiligen Blutes ist, daß ihm damit eine Weihe verliehen wird, die über die Konfession hinausreicht, weil mir mit einer gewissen Ehrfurcht auch in Wasser und Feuer Stoffe achten, die den sogenannten Heiden aus dieser bunten Erde eine unmittelbare Verbindung zur Gottheit schaffen. Weinkarte und Heiligenkalender find nahe Verwandte. Neben dem italienischen Lacrimae Christi stebt die deutsche Liebfrauenmilch, und hinter ihr dann die zahllosen Rheinweine, überhaupt die Weim des deutschen Westens; Apostel, Junger und Kirchenheilige haben sie zu ihren Namenspatronen, und auch die strengsten Asketen und Siegelbewahrer haben niemals darüber geeifert. Es ist, als sonstige der Wein zur Duldung, wie er wiederum ein sehr diesseitiges Gut, zuzeiten trotzdem die irdische Bindung lockert. Denn sonst wäre der Taumel in seinem gefährlichen Dunst nicht möglich, und es wäre undenkbar, daß er sogar die Gewalt einer deutschen Gemeinde vorübergehend aufhebt Im Badifchen nämlich ruft ein Bürgermeister wahrend der Wochen, in denen der Ausschank des „Neuen wichtiger ist als die ganze zeitgenössische Weltgeschichte, seine Räte zu keiner Sitzung zusammen : Und wahrscheinlich ist er rheinauf, rhemab nicht der einzige einsichtsvolle Mann. - Heber cken Hügeln des Weines steht zeitlose Ewig- I feit Homer sah' die Weinstöcke ihre Fruhlingsliebe ; verstäuben, auch nicht um einen Grad anders, als es der rheinische Schifferknecht heute sieht. Der ur- Jn einigen Kellern lagerte noch vor einigen ( Jahren ein Rheinwein, der seinesgleichen nicht gehabt haben soll. Sein Name ist mir entfallen; nur . seine Geschichte, die es erklärlich macht, daß er so , kostbar war, ist mir gegenwärtig: Irgendwo am ( Rhein zog ein kleiner Bauer seine Reben auf einem ( schmalen Hügel. Der konnte aus keiner anderen Erde gehäuft sein als jener rötlich braunen, die , über alle Hänge hin zerbröselt ist, und die nämliche : Sonne, die freilich aus einem Landstrich em -Paradies macht und aus einem anderen eine Oeoe, leuchtete auch über ihm. Und doch geschah es, Daß in einem Herbste auf jenem Hügel Trauben reiften, die vor allen anderen die Gnade des reichen Sommers in sich bargen. War es dem Manne, der stets schwer um den Segen der Ernte rang, der sich m seinem Haus von einer Lese zur anderen Lese not- dürftig erhielt, in einem mythischen Traume verkündet worden, hatte er seine Armut mit einem fröhlichen Aberglauben zu umranken versucht ober kochte irgendeine Widerglut, gekühlt von nisvollen Winden, doch eine auserkorene Sufce in den Trauben gerade dieses Hügels, und sein Besitzer hatte solchen himmlischen Vorrang erahnt mit dem unheimlich wachen Spürsinn der Mensch erahnt, die von Wohllaune und Ungnade der Natur abhängig sind, ein Tag, eine Stunde genügte feben falls, ihn zu einem Besessenen zu machen. Er wollte einen heiligen Wein keltern, wie Lande noch niemals getrunken rnorben warunb er schickte sich mit seiner FSM^e an, a^ Hanb lungen auf dieses glorreiche Ende hm emZUNchtem Ein Kult um jede Beere begann. Es wurde eine Lese mit andächtigen Fingerspitzern Und B ere s. m mud)5. Doch au* ber ®la b ^geduld endlich di- warteten sie mit schmerzlich » «e weinend wanderte. Es batte ucri । 1 völlig verarmten süllung in Flaschen m dem »um °omg^ unter Hause nicht mehr er» enbi f Weines hat wohl Wn Beigeschmack auf der Zunge gespürt? sandten. Das Büro ist schlicht und sachlich eingerichtet. Die ominöse Holzschranke, die den Besucher von den Beamten trennte, ist vor einigen Jahren dem Zug der neuen Zeit zum Opfer gefallen. Niemand trauert ihr nach. Entsprechend dieser Tatsache werden die Amtsgeschäfte hier mit freundlichem Entgegenkommen erledigt, mit einer immer gleichbleibenden Höflichkeit, deren Bedeutung wohl nur der richtig zu verstehen imstande ist, der einmal Einblick in die tausenderlei Wünsche und Anforderungen genommen hat, die an eine Auslandsvertretung gestellt werden. Sachkenntnis auf den verschiedenartigsten Gebieten und große Menschenkenntnis müssen unsere Auslandsbeamten besitzen, um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, und hierbei spielt es keine Rolle, ob sich die Vertretung in einem großen und am, 15. Oktober wurde der erste Jahr- g a ng von Fähnrichen und Offizieren zur „Allgemeinen Kriegsschule" einberufen. Der neue Geist, der in Preußen wach wurde, hatte zur Folge, daß sich eine große Zahl von Anwärtern zum Besuch der Allgemeinen Kriegsschule meldeten. Da viele Regimenter Mangel an Offizieren hatten, so ergaben sich hieraus Schwierigkeiten, wie ein Schreiben Porcks aufweist, der eine Beschränkung der Einberufenen wünschte. Den gleichen Wunsch hatte übrigens auch Blücher, der da schrieb: „Ich habe bereits dem Monarchen gebethen, daß nicht sämtlige Officir der hiesigen Regimenter geschickt werden, denn ohne Officir kann ich nicht fertig werden." Diese Allgemeine Kriegsschule war unerläßlich für die Befreiung Preußens von der Fremdherrschaft. Hier kam es nicht nur darauf an, Wissen in sich aufzunehmen, sondern hier wurde auch der G e i ft gelehrt, der erst den Freiheitskampf ermöglicht. Hier trat Clausewitz vor seine Zuhörer und sagte: „Ich sage mich los von der leichtsinnigen Hoffnung einer Errettung durch die Hand des Zufalls, von der dumpfen Erwartung der Zukunft, die ein stumpfer Sinn nicht erkennen will, von der schamlosen Aufopferung aller Ehre des Staates und Volkes, aller persönlichen und Menschenwürde. Ich glaube und bekenne, daß ein Volk nichts höher zu achten hat, als die Würde und Freiheit seines Daseins, das es mit dem Sie verstehen die Sprache des Weinlaubes und die Lust der Weinbergheimchen, sie hören eine Musik des Windes, die zu Strom und Straße nicht mehr hinabreicht. Sie wissen den Ton des gärenden Weines, der einen Uneingeweihten wohl zu erschrecken vermag (denn es klingt wie das übermäßig laute Schlucken eines Menschen), zu deuten. Man wird neben ihnen in den kühlen feuchten Domen der Keller, wo sie nur dem Gotte des Weines zelebrieren, wissend und andächtig zugleich. Auch was der gärende Wein redet, wenn er sich gegen das Altern aufbäumt, ist eine der Milliarden Mundarten dieser Welt. Sage noch einer in lustiger Verächtlichkeit des Genusses: Wein ist Wein! Wenn er dieses hört, was wenige wissen: Alljährlich, sobald die Rebe blüht, beginnt der Wein, der von ihr stammt, und mag er dann lagern wo immer auf der Erde, sich zu regen; in Heimweh erinnert er sich der heimatlichen Hügel, von denen er kam. Diese seltsame Frühlingsgärung klingt Jahr um Jahr immer mehr ab, als vergäße er in dem Keller langsam seines Schmerzes. Gibt es Lebendigeres als diese wirklich nicht etwa erdichtete Erinnerung? Wein ist nicht Wein. Wein ist ein Geheimnis. erfolgte. Wenn wir uns durch die wenig belebte Königs- thalerftraße dem Gefandtfchaftsgebäude nähern, sehen wir hinter einem Rasenrondell ein schlichtes weißes Gebäude. Eine Freitreppe führt zum Eingang, durch den wir ins Vestibül gelangen, das als einzigen Bilderfchmuck eine lebensgroße, überaus ansprechende Lichtbildaufnahme des Führers zeigt. Schön geschnitzte Eichensessel aus dem 17. Jahrhundert geben dem Raum ein würdiges Gepräge. Von diesem Dorraum führt eine Tür zu den Büroräumen, eine andere in die Privatwohnung des Ge- Festakt begehen, dem der 'Reichskriegsminister Generaloberst von Blomberg, der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch und der Chef des Generalstabs des Heeres General der Artillerie Beck beiwohnen werden. Der jetzige Kommandeur der Kriegsakademie, General der Infanterie Liebmann, betont mit Stolz hie Anknüpfung an d i e einstige stolze Tradition der Kriegsakademie. Die Arbeit in den neuen Räumen wird im Geiste der Männer geschehen, die einst in der alten Kriegsakademie als Schüler gelernt oder als Lehrer gelehrt haben. So wurde vor dem großen Hörsaal die Statue des Generalfeldmarschalls d. Moltke aufgestellt und im großen Festsaal befindet sich das Bild des Gründers der Kriegsakademie vor 125 Jahren, des Generals v. Scharnhorst. während sich rechte und links von diesem Bilde Bilder von Moltke und Schli essen befinden. Rechts vom Podium hat ein Bild des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg Platz gefunden, der einst auch Schüler der Akademie war, während links vom Podium das Bild des Führers hängen wird, als des Mannes, der dem Reiche die Wehrfreiheit roiebergab und her es durch diese Tat ermöglichte hast die neue 'Krieas- akademie ihre wertvolle Bildungsarbeit für die Offiziere des deutschen Heeres wieder aufnehmen 125 Zahre Kriegsakademie. Ein stolzer Erinnerungstag für die deutsche Wehrmacht ist dieser 15. Oktober 1935, denn er ist der Tag, an dem vor 125 Jahren d i e Kriegsakademie in ihren ersten Anfängen gegründet wurde. Es ist gerade jetzt von historischem und politischem Wert, dieser Gründung zu gedenken, da sie bemerkenswerte Parallelen mit der Gegenwart aufweist. Auch damals ging der Kampf um Preußens Wehrfreiheit. In schwerer Zeit, als das Vaterland politisch geschwächt darniederlag und die zertrümmerte Armee von Grund aus neuorganisiert werden mußte, wurde die „Allgemeine Kriegsschule" gegründet als eine Pflanzstätte, in der die Offiziere den.Forderungen der Neuzeit entsprechend, für ihren kriegerischen Beruf sowohl als in allgemein wissenschaftlicher Hinsicht fortgebildet werden sollten. Die Kriegsakademie ist für die preußische und dann die treiinlich ist. An diesem Erinnerungstag muß aber vor allem des Mannes gedacht werden, dessen ureigentlicher Gedanke» und Werk die Gründung dieser Hochschule für preußische Offiziere war: Scharnhorst. König Friedrich Wilhelm III. hatte sich seiner Dienste versichert und so gründete Scharnhorst im Jahre 1804 in Berlin die Akademie für junge Offiziere. Scharnhorst war ja selbst als Lehrer tätig und seine kühnen Gedanken sowie der Adel seiner Gesinnung waren es, die seine Zuhörer, zu ^henen Clausewitz, Doyen und V a l e n t i n i gehörten, in seinen Bann zwangen. Scharnhorst könnte aber damals nicht mehr retten, was nicht zu reffen war Dieses erste Bildungswerk ging in Trümmer. Nach dem Tilsiter Frieden konnten die 170 000 Taler nicht mehr aufgebracht werden, die die Akademie benötigte. Bald aber sah man auch in Preußen ein, daß ohne ein neues und starkes Heer an Frieden, Freiheit und Aufbau nicht gedacht werden konnte. Der König fetzte Ende Juli 1807 eine Armee-Reorganisationskommission em Unö stellte an ihre Spitze den Generalmajor von Scharnhorst. Auf dessen Vorschlag wurde auch bas gesamte Militärbilbungswesen völlig neugeorbnet Scharnhorst unterbreitete bem König im Jahre 1808 einen Plan, her im Jahre 1810 genehmigt würbe, konnte. Zeitlich über Weinberg, Kelter und Keller steht die Wissenschaft, die Klugheit des erfahrenen Menschen. Dreitausend Jahre Weinbau haben natürlich ihre Gesetze geschaffen, bis in die raffinierte Chemie hinein. Don der frühesten Traubenpresse zur Maschine, die hundert Hände ersetzt, von dem ersten Maischbottich zum heutigen Gärkeller, vom antiken Weinkauf zur wohlgeordneten Weinprobe auf einer her staatlichen Domänen dehnt sich ein unendlich weiter Weg, aber an seinem Anfang und an seinem Ende steht die gleich sorgsame Verantwortung vor dem köstlichen Traubensaft, steht das unbekannte oder doch unbewußt wirkende Kultgefuhl, das sich ein würdiger Gegenstand noch immer geschaffen hat. Die Weinbauer, von denen uns die Bibel erzählt, wären unter ihresgleichen daheim, wenn sie aus der anderen Welt auf die rheinischen Rebenhöhen entsendet würden. Es ist biblischer Schweiß, der auch hier in die herbe Erde tropft, die sich nur d-m immerzu und unbedingt Getreuen ergibt Es sind dieselben bronzenen Gesichter die sich in flehender Stummheit gegen die drohende Wolke wenden es sind dieselben verkrusteten Hande, für die feder einzelne Weinstock ein Wesen eigenen Leibes, eige- ^^Do^"solchen Schweigern, die aus der Mühe eines hürftinon Gebens allmählich in fröhliche Stummyeil •*-.>- * *>—/ ---------- - Süden, muB man lernen, was die Dinge reden, i Universität Hamburg berufen worden. Reval bittet, oder ob einem Angestellten oder Ar- beiter Schwierigkeiten wegen Arveits- und Aufent- daitserlaubnis durch estnische Behörden erwachsen. Die geschmackvoll, aber ohne jeden Pomp eingerichteten Wohn- und Repräsenlationsräume bilden so recht einen Mittelpun ktimLebenderreichs- deutschen Kolonie Estlands. Hier pflegen der Gesandte und seine Gattin bei ernsten und heiteren Gelegenheiten ihre Landsleute um sich zu versarn- mehl, sei es nun eine Zusammenkunft, um den Geburtstag des Führers gemeinsam zu begehen, oder die Trauerfeier der reicysdeutschen Kolonie um den verewigten Reichspräsidenten von Hindenburg, sei es die Feier der goldenen Hochzeit eines ums Deutschtum verdienten, aber jetzt völlig mittellosen reichs- deutschen Ehepaares, oder ein ausgelassener Kinderbesuch, bei dem die jungen Freunde und Freundinnen der Kinder des Hauses Reinebeck die Gäste sind. Stets Aetgt sich das Gesandtschaftsgebäude an der Königstyalerstraße in Reval als ein lebendiger Bestandteil des Lebens der reichsdeutschen Kolonie. Besonders tritt dies in Erscheinung, wenn, was in den letzten Jahren häufig der Fall war, e i n deutsches Kr i e g s s ch i f f Reval für einige Tage anläuft. Dann gibt es in dem schönen Gesandtschaftsgarten Gartenfeste, an denen außer den Besatzungsmitgliedern und Vertretern der estnischen Behörden auch stets Vertreter der reichsdeutschen Kolonie teilnehmen. Aber es gibt auch Gelegenheiten, wo die Räume des Gesandtschaftsgebäudes zu eng werden. Das gilt vor allem für die Feier des 1. Mai. Dann lädt der Gesandte nämlich die gesamte reichsdeutsche Kolonie, die etwa 700 Personen umfaßt, zu sich zu Gast. Man kann fick kaum eine schönere und aufrichtigere Volksgemeinschaft vorstellen, als die der reichsdeutschen Kolonie Revals, wie sie bei der Feier des Tages der nationalen Arbeit uns entgegentritt Die großen Raume des Schwarzenhäupterhauses zu Reval, jenes altehrwürdigen Gebäudes, das durch hansische Kaufleute errichtet worden ist, können kaum die vielen Volksgenossen fassen, die als Gäste des Gesandten zur Feier erschienen sind. Rach Beendigung des ernsten Teiles der Feier kommt bei einem Glase deutschen Bieres (ein seltener Genuß für die meisten Ausländsdeutschen) der Frohsinn zu seinem Recht, der seinen Höhepunkt erreicht, wenn der Hausherr des Abends sich an den Flügel setzt, und mit der gesunden Hand das Mailied spielt, in das alle Anwesenden voll Freude einstimmen. Unter der Leitung von Frau Wienke Reinebeck wird das Winter- h i l f s w e r k der reichsdeutschen Kolonie durch- geführt, das, wenn auch in weit bescheidenerem Rahmen, dieselben Ziele verfolgt, wie das große Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Die Bearbeitung einer Reihe von Fragen, die die Reichsdeutschen Estlands besonders nahe angeht, liegt in den Händen des wahrhaft hünenhaften Le- gationsfekretärs Alexander Freiherrn von Dörnberg. Das bringt es mit sich, daß Freiherr von Dörnberg in den Kreisen der reichsdeutschen Kolonie weit bekannt ist. Seine entgegenkommenden Umgangsformen, fein schnelles und entschlossenes Handeln zugunsten seiner Schutzbefohlenen haben ihm viel Freundschaft und Dankbarkeit innerhalb der Kolonie eingebracht. Die deutsche Vertretung in Reval ist in der Wertung der Reichsdeutschen Estlands nicht lediglich eine hohe Behörde, sie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Deutsches Haus, aus dem dank seines Hausherrn und dessen Untergebenen starke seelische Kräfte des nationalsozialistischen Deutschlands ausstrahlen, die immer wieder das Leben der reichsdeutschen Kolonie aufs günstigste beeinflussen. Lm Orkan zerMt den Langenberger Senberhirm U * rl 1 V V;. X \\ Oes deutschen Volkes Eintopf-Sonntag Während des orkanartigen Sturmes, der in den letzten Tagen über das Rheinland hinwegging, wurde, wie bereits gemeldet, der Langenbergsender, die Sendeanlage des Reichssenders Köln, nieder- gerissen. Der 162 Meter hohe Holzturm war erst vor einem halben Jahr in Betrieb genommen worden. Die Sendungen werden nunmehr durch einen Hilfssender übertragen. — (Scherl-Bilderdienst-M.) S m $ M 4 Nach der feierlichen Eröffnung des diesjährigen Winterhilfswerkes durch den Führer wird der kommende Sonntag zum erstenmal wieder das Eintopfgericht bringen. Wieder werden sich alle deutschen Schichten am Sonntag mit dem Eintopf begnügen und durch ihre Abgabe an das Winterhilfswerk den Sinn der wahren Volksgemeinschaft durch die Tat verwirklichen. — (Deutsche Presse-Photo-Zentrale-M.) Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Briefe an den Negus. (ha.) AddisAbeba. Mit jedem Zug, der von Dschibuti keuchend nach Addis Abeba heraufkommt, trifft ein ganzer Waggon mit Postsachen für die abessinische Regierung ein. Selten dürfte wohl das internationale Postwesen soviel Briefe nach Addis Abeba transportiert haben wie in den letzten zwanzig Wochen. Die Sekretäre des Negus sind allerdings keineswegs entzückt von dieser Postfülle, die ihnen in ruhigeren Tagen zweifelsohne eine nette Unterhaltung und Zerstreuung gewesen wäre. Jetzt aber hat man sowieso schon alle Hände voll zu tun, die Post aus dem Inland zu erledigen und die Kuriere ab« zufertigen, die zu den Grenzen des Landes entsandt werden sollen. Darüber befragt, wer zur Zeit am fleißigsten schreibe, gab ein Sekretär zur Antwort, daß dies ohne jeden Zweifel die Briefmarkensammler seien, die den Negus als Beweis seiner Gunst ersuchten, ihnen eine komplette Sammlung aller abessinischen Briefmarken zur Verfügung zu stellen. Nach ihnen kommen die Autogrammjäger und an dritter Stelle — die Wahrsager. Nicht nur die abessinischen, sondern auch die Wahrsager und Hellseher der ganzen Welt bieten sich dem Negus für feinen weiteren Lebensweg als persönliche Berater an Manche ver- sichern sogar, daß ihnen dieser ober jener Geist ein unfehlbares Mittel eingegeben habe, um alle Feinde zu besiegen. Die genannten eifrigen Briefschreiber werden ausnahmslos damit rechnen müssen, daß sie keine Antwort aus Addis Abeba bekommen. Man ist dort mit anderen Dingen zu sehr beschäftigt, als daß man sich mit Liebhabern und Phantasten abgeben konnte. Arthurs Winterschlaf. (th.) Neuyork. Der Winter naht, und damit beginnt Arthur Turkey in Watertown (Wisconsin, USA.) im wahrsten Sinne des Wortes feinen „Winterschlaf". Arthur ist ein behäbiger Gastwirt mit dem netten Schwergewicht von 215 Pfund. Er ist 53 Jahre alt und recht gesund. Aber sobald ein kühleres Lüftchen weht, zieht ein langes weißes Nachthemd an und flüchtet sich ins Bett, das er bis Ostern nicht mehr verläßt. So macht er es seit 20 Jahren, seit der Zeit, als er sich verheiratete. Er schloß den Bund fürs Leben im Sommer, und im Oktober bezog er sein Bett, damals allerdings „nur" für einige Wochen. Aber im nächsten Jahre wurden es schon mehrere Monate, und seitdem ist es die ganze Winterszeit. Da der oute Arthur sich während feines Winterschlafes roeoer rasiert noch das Haar schneiden läßt, sieht er im Frühjahr ungefähr wie Robinson aus. Seine Frau hat sich mit philosophischer Ruhe an diesen halbjährigen Schlaf ihres Ehegatten gewöhnt und führt während dieser Zeit das Gasthaus allein. Die Stimmen der Toten im Rundfunk. (—) London. In nächster Zeit wird der britische Rundfunk ein interessantes Programm bieten. Er will nämlich eine ganze Sendung nur mit Stimmen von Toten bestreiten. Und zwar sollen in der Hauptsache große Persönlichkeiten der letzten 30 Jahre zum Wort kommen. Man hat zu diesem Zweck alle Archive durchsucht und viele Platten entdeckt, die interessant und ein« malia sind. Da spricht z. B. Gladstone, der englische Staatsmann, ein paar Worte zu Ehren Edisons. Gleich darauf vernimmt man DIsraeli auf einer anderen Platte, auf der er das Grammophon als hervorragendes Instrument der politischen Propaganda rühmt. Auch ein Lord S a - lisbury und ein Samum sprechen. Sogar jene Platte ist vorhanden, auf der die Königin Victoria Menelik, dem Kaiser von Aethiopien, einige nette Worte sagt. Und außerdem will man mit ein paar Überraschungen aufwarten, die dieses Programm, die Radio-Sendung der Toten, vervollständigen sollen. Abmagerungskur mit tödlichem Ausgang. (E. Z.) Liverpool Ein junges englisches Mädchen, Phyllis Chadwick, ist kürzlich nach einer übertriebenen Abmagerungskur gestorben. Das Mädchen war 25 Jahre alt. Ihre Abmagerungskur begann sie schon mit acht- zehn, da sie bereits damals Anlagen zur Rundlichkeit zeigte. Ein Arzt stellte ihr eine genaue Diätliste auf, aber das Mädchen scheint die Kur unverantwortlich übertrieben zu haben Wie der Arzt vor dem Gericht aussagte, hat das Mädchen einen furchtbaren Eindruck auf ihn gemacht, als er es ein paar Jahre später wieder getroffen habe Sie sei fast zum Skelett abgemagert gewesen, und er habe sie sofort in ein Krankenhaus bringen lassen, wo man sie wieder ein wenig aufpäppelte. Das Mädchen floh aber und begann feine Abmagerungskur aufs neue. Jahrelang hatte sie sich von nichts als Früchten ernährt und war schließlich so entkräftet, daß sie sich selbst entschloß, den Arzt von neuem aufzusuchen. Bei der Untersuchung wog sie ganze 67 Pfund bei einer Größe von 1,69 Meter. Ein zweiter Krankenhausaufenthalt hatte keinen Erfplg mehr — das Mädchen starb einige Tage später. Die englische Presse hat über den Fall in großer Aufmachung berichtet und ihn als Menetekel für alle jungen Mädchen hingestellt Sie kann sich dabei auf oen Prinzen von Wales und andere Mit- alieder des Königshauses sowie auf viele Wissenschaftler berufen, die vor einiger Zeit der gewaltsamen Abmagerung den schärfiten Kampf angesagt haben, da durch sie die Volksgesundheit künstlich verschlechtert werde. Der hatte es nötig! (Li.) Stockholm. Hier wurde kürzlich ein alter Bettler verhaftet, der von der Kriminalpolizei schon eine Weile beobachtet worden war. Es ergab sich dabei, daß der alte Mann keineswegs arm war, es durchaus nicht nötig hatte, zu betteln, denn er besaß in dem schönsten Stadtviertel Stockholms eine große, elegant eingerichtete Wohnung, hielt sich Auto, Chauffeur, sowie einen Diener. Er besaß ferner ein hohes Bankkonto und leistete sich sogar den Luxus eines eigenen Traberstalles. Das alles hatte ihm feine 35jährige Tätigkeit als Bettler eingebracht, wobei er sich allerdings eines eigenen „Systems" bediente. Ein schwieriger Rechtsstreit. (Da.) Barcelona. Ein spanisches Gericht verhandelte dieser Tage über einen merkwürdigen Fall, wie er in der Geschichte der Jurisprudenz wahrscheinlich einzig dasteht. Es handelt sich um die Entscheidung, ob ein Taubstummer sich des Delikts der Beleidigung schuldig machen kann. Wohlverstanden, es handelte sich nicht etwa um eine schriftliche Beleidigung, sondern, der Tatbestand war folgender: In einem öffentlichen Kaffeehaus in C. gerieten zwei Taubstumme in I einen heftigen Streit, in dessen Verlauf, so behauptete der Kläger, der Beklagte ihn gröblich beleidigt habe, und zwar in einer Weise, die auch für die übrigen Gäste des Lokals unmißverständlich gewesen sei. Der Wortlaut des Gesetzes, das bei Beleidigungsklagen in Anwendung kommt, bestimmt, daß eine Beleidigung dann vorliegt, wenn der beleidigende Charakter der inkriminierten Aeußerung offensichtlich fei. Der Klagevertreter führte aus, daß eine Beleidigung auch durch Gesten, die von mehr oder minder artikulierten Ausrufen begleitet feien, erfolgen könne. Die mimischen Demonstrationen, die Kläger und Angeklagter unfreiwilligerweise dem Gericht während der Verhandlung barboten, schienen diese Behauptung tatsächlich zu bestätigen. Dementsprechend stellte sich das Gericht nach langen Verhandlungen auf die Seite des Klägers und verurteilte den taubstummen Beleidiger zu einer angemessenen Geldstrafe. Der verräterische Apfelbitz. (zi.) Prag. Vor etwa einem Jahre wurde in Brezno" in der Tschechoslowakei nächtlicherweise in die Villa eines verreisten Fabrikbesitzers eingebrochen. Dem Täter fiel das gesamte Familiensilber in die Hände. Dabei entdeckte er auf dem Tisch des Salons auch eine gefüllte Fruchfichale, von der er sich einen schönen runden Apfel nahm, den er jedoch nur halb aufaß. Den Rest warf er einfach auf den Teppich .. Die Polizei, die den Einbruch untersuchte, behielt diese Apfelhälfte, an der sich das lückenhafte Gebiß des Eindringlings genau abzeichnete, als Indizium bei den Akten zurück. Kürzlich nun, genau dreizehn Monate nach dem geschilderten Einbruch, wurde der Arbeitslose Kozak ganz in der Nähe in einer anderen Villa beim Silberdiebstahl erwischt und festgenommen. Die Polizei entsann sich des bisher noch unaufgeklärten Einbruchs vom Vorjahre, kramte einen Abguß des Apfels aus den Akten und stellte fest, daß die Zahnmale an der Frucht genau mit dem Gebisse Kozaks übereinstimmen, der angesichts dieses Beweises auch ein lückenloses Geständnis ablegte ... Oer Iagderlaubnisschein. Von Ernst Hölzel, Siadsleiier des Gaujcigernieisters für die Provinz Oberhessen. Der „Jagderlaubnisschein", den das Reichsjagd- gesetz eingeführt hat, stellt für den hessischen Jäger etwas ganz Neues dar. Die Jagdbehörden müssen leider feftfteüen, daß eine nicht geringe Anzahl von Jägern die Jagd ausübt, ohne sich mit dem Inhalt des neuen Jagdgesetzes auch nur einigermaßen vertraut zu machen. Zu den Bestimmungen, die dauernd übertreten werden, gehören die über Sagbgäfte und Jagderlaubnisscheine. Um Jagdausübungsberechtigte und ihre Gäste vor unter Umständen sehr unangenehmen Folgen zu bewahren, sei das Wesentliche noch einmal zusammengestellt. Da Anweisungen ergangen sind, die Durchführung des Jagdgesetzes mit aller Schärfe zu überwachen, wird allen Jägern genaue Beachtung empfoh/en. Nach § 14 des RJG. kann der Jagdausübungsberechtigte (Eigenjagdbesitzer oder Jagdpächter) einem Dritten (Jagdgast) die Jagderlaubnis erteilen. Diese Erteilung muß schriftlich erfolgen, sonst ist sie gesetzlich ungültig und der die Jagd ausübende Jagdgast strafbar. Eine bestimmte Form ist nicht vorgeschrieben, doch wird die Benutzung der in verschiedenen Verlagen erschienenen Formblätter empfohlen. Der Jagdgast muß den Erlaubnisschein, der ibn zur Jagdausübuna auch ohne Anwesenheit der Jagdausübungsberechtigten berechtigt, bei der Jagd bei sich führen und dem Jagdschutzberechtigten bei Kontrollen vorzeigen Zu unterscheiden sind entgeltliche Erlaubnisscheine (also gegen Bezahlung) und unentgeltliche. Die Zahl der entgeltlichen Erlaubnisscheine für einen Jagdbezirk ist durch das Gesetz festgelegt. Die Gesamtzahl der Jagdausübungsberechtigten und der Inhaber entgeltlicher Erlaubnisscheine darf zusammen die Zahl der Pächter nicht überfteigen, die für einen Jagdbezirk gesetzlich zugelassen sind. Würde z. B. ein Jagdbezirk seiner Größe nach drei Pächter haben dürfen, es ist aber nur einer vorhanden, so kann dieser noch zwei entgeltliche Erlaubnisscheine ausgeben. Es bedarf dazu jedoch der Zustimmung des Kreisjägermeisters, die schriftlich zu beantragen ist. Ohne diese Zustimmung ausgestellte entgeltliche Erlaubnisscheine sind rechtswidrig und ungültig, Jagdausübungsberechtigter und Jagdgast sind strafbar. Wer einen entgeltlichen Erlaubnisschein besitzt und z. B. auf Grund dieses Besitzes und seiner privaten Abmachungen mit dem Jagdpächter einen Teil der Jagd allein und auf eigene Rechnung be- jagt, bleibt trotzdem „Jagdgast". Er ist also seinerseits niemals in der Lage, für Jagdgäste unentgeltliche Erlaubnisscheine auszustellen, ober Jagdgäste mitzunehmen, es sei denn, daß der Jagdausübungsberechtigte diesen Erlaubnisschein ausgestellt hat. Er hat aber auch z. B. die Rechte im Jagdschutz nicht, die das RJG. dem Jagdausübungsberechtigten zugesteht. Alle Abschußmeldungen sind durch den Jagdausübungsberechtigten zu erstatten, er allein hat die Abschußliste zu führen, auch für das etwa abgetretene Stück feines Jagdbezirkes. Häufiger als der entgeltliche wird der unent- geltliche Erlaubnisschein ausgestellt werden. Bei allen Jagderlaubnisscheinen ist grundsätzlich folgendes zu beachten: Wenn ein Jagdbezirk im Besitze mehrerer Jagdausübungsberechtigten ist, muß jeder einzelne mit der Erteilung der Jagderlaubnis einverstanden sein. Haben z. B. zwei Jäger eine Jagd gepachtet und üben sie beide zusammen aus und nehmen dabei einen Jagdgast mit, so braucht dieser überhaupt keinen Erlaubnisschein. Ist dagegen nur einer der Pächter zur Stelle, so bedarf der Jagdgast eines Erlaubnisscheines, der von dem nicht anwesenden Pächter unterschrieben sein muß. Es kann also niemals mehr ein Jagdpächter einen Jagdgast gegen Öen Willen seines oder seiner Mitpächter einladen und zur Jagd mitnehmen. Diese Vorschrift muß auch bei Treibjagden beachtet werden. Es kann Vorkommen, daß bei einer Mehrheit von Jagdausübungsberechtigten einer an der Treibjagd nicht teilnehmen kann. Dann muß jeder Jagdgast durch einen Erlaubnisschein nachweisen können, daß jeder Pächter mit seiner Anwesenheit einverstanden ist, also auch der fehlende. Das geschieht am einfachsten in der Weise, daß jede Treibjagdeinladung die Bemerkung . -— 11 ■1.'.-'■■ ■ .'.IM. Hl iwimi ■ I .......... N ■ P e r s i l W ifopßwJ V, 1/UIUU3 uuuj juyuvui vy sollen, müssen sie einen SJ.Jpor< Handball im Kreis N (Lahn-DM schem Gelände Jugend. Es VOM 12. To. Tv. To. Tv. Tv. Tv. Tv. FRANKFURT A.M.- FESTHALLENGELÄNDE Dutenhofen — Spo. 05 Wetzlar Niedergirmes — Tv. Garbenheim Lang - Göns II — Tv. Holzheim Grüningen — Tv. Lützellinden Lang-Göns I — Spvgg. 1900 Gießen Londorf — Tv. Wißmar Krofdorf — Tv. Staufenberg 13. Oktober! 20 000 legen in Limburg das Bekenntnis der jungen Ration ab! Der Reichsjugendführer spricht! Durch den Aufmarsch der Hitlerjugend war es nötig geworden, einen Teil der Spiele abzusetzen, so daß das Programm nicht sehr umfangreich ist. ~ stehen sich gegenüber: Adler-Werken geschaffen werden, und schilderte nun weiter, wie seine Kameraden und er selbst in härtesten Prüfungen immer wieder Sieg um Sieg erringen konnten. Er schilderte zunächst und vor allem die harten Winterfahrten (Tegernsee, Titisee), die damit verbundenen 36-Stunden-Anfahrten, die Fahrten auf dem Eise und die Hochleistungsprüfungen in den Bergen bis zu einer Höhe von 1900 Meter hinauf, die an den Menschen und an die Maschine höchste erhalten sie einen Ausweis, traft dessen sie den Jagdschutz ohne Jagdschein und ohne Erlaubnisschein innerhalb ihres Dienstbezirkes ausüben können. Sobald sie aber über den Rahmen des Jagdschutzes, wie ihn das Jagdgesetz zieht hinaus auch jagdbares Wild bejagen und erlegen sollen, müssen sie einen Jagdschein und einen Erlaubnisschein haben. Ein Forstbeamter dagegen kann innerhalb seines Dienstbezirkes mit Zustimmung des Jagdausübungs- berechtiaten die Jagd ausüben, ohne dazu einen Erlaubnisschein mit sich führen zu müssen. Der Für- ster also, dem der Jagdpächter einen Rehbock zum Abschuß freigibt, bedarf zur Bejagung keines Er- Eifer nicht auszugleichen fein. 1900 1. Jgd. — VfV.R. 1. Jgd. Die erste Jugend der Blauweißen konnte bis jetzt noch keine überzeugenden Leistungen aufweisen. Eine nunmehr durch Einstellung verschiedener anderer Spieler vorgenommene Umstellung scheint Aussicht auf Erfolg zu haben. Ob Erfolge jedoch auf Anhieb gegen den Lokalgegner gelingen, bleibt abzuwarten. Vorerst muß man den Jungens vom Waldsportplatz den Vorzug geben. „ ZE.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg I — VfB.-R. Gießen I. Auf eigenem Platze tritt die 1. Mannschaft der Teutonen am morgigen Sonntag der aleichen des VfB.--R. Gießen zum fälligen Verbandsspiel gegen- über. Die einheimische Mannschaft hat in dieser Spielserie einen außerordentlich schlechten Start. Trotzdem will man es noch einmal mit der alten Mannschaftsaufstellung versuchen. Die bisherigen Begegnungen beider Mannschaften endeten immer mit sehr knappen Ergebnissen, und so ist auch wiederum eine Vorhersage über den Ausgang des Spieles am kommenden Sonntag in Watzenborn- Steinberg nicht möglich. Als Schiedsrichter amtiert Keller, Naunheim. Vor diesem Spiel stehen sich die beiden 1. Schu- lermannschasten, der hoffnungsvolle Nachwuchs bei- der Vereine, gegenüber. Auch hier durfte das Resultat erst mit dem Schlußpfiff des Schiedsrichters feststehen. Einen sehr schweren Gang hat die 2. Mannschaft der Teutonen anzutreten. Sie steht in Garbentelch der 1. Mannschaft des dortigen Sportvereins gegenüber. Garbenteich führt zur Zeit die Tabelle feiner Klasse an, doch sollte es den Watzenborn-Stein- beraern möglich sein, ein ehrenvolles Resultat mit nach Hause zu bringen. Das ursprünglich vorgesehene Jugenospiel fällt aus. Kreisklaffenspiele des Sonntags. SÜDWESTDEUTSCHE BÜRO-AUSSTELLUNG VOM 12.- 20. OKI. 19351O_19 Vhr / Reichsbahn- Sonntagskaric. laubnisscheines. Zum Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß kein Jagdgast, also weder der Inhaber eines entgeltlichen oder unentgeltlichen Erlaubnisscheines, das Recht hat, wildernde Katzen oder Hunde zu erlegen. Der Jagdausübungsberechtigte kann dieses Recht ihm übertragen, doch muß dies schriftlich geschehen. Der Schütze muß den Ausweis darüber bei sich führen. Am besten trägt der Erlaubnisschein selbst den entsprechenden Vermerk. Wer ohne solche Er- mächtigung den Abschuß vornimmt, läuft Gefahr, sich ersatzpflichtig zu machen. Diese Ausführungen sollen nicht abgeschlossen werden ohne den Hinweis darauf, daß jeder Jäger verpflichtet ist, sich mit dem Reichsjagdgesetz gründlich vertraut zu machen. Es genügt in keiner Weise, einen Gesetzestext zu besitzen, da einmal sehr wichtige Vorschriften in der Ausführungsverordnung enthalten find und zu beiden von den Sachbearbeitern in verschiedenen Ausgaben wichtige Erläuterungen gegeben sind. Wer gegen das Gesetz mit seinen vielen vollkommen neuen Gedanken und Vor- chriften verstößt, kann sich auf Unkenntnis nicht berufen. Er handelt vielmehr fahrlässig, wenn er sich über diese Grundlage des Jagdwesens im nationalsozialistischen Deutschland nicht unterrichtet. Die Gießener gehen in diesem Spiele einem ihrer schwersten Kämpfe entgegen. Daran ändert auch die Tatsache, daß die Steinberger bis jetzt innerhalb der Gruppe keine Rolle spielen konnten, nichts. Für die Gießener sollte die überraschende Niederlage des Vorjahres in Steinberg eine eindringliche Warnung sein. „ , _ , . Die zweite Mannschaft muß nach Heuchelheim und dürfte um eine Niederlage nicht herumkommen. Die dritte Mannschaft hat diesmal in Llch die erste des dortigen Vereins zum Gegner. VfV.-R. I. Jgd. - Spieloereinigung l900 I. Jgd. Zu diesem Lokalspiel haben diesmal die VfB.er die besseren Aussichten. Die Spielstarke der Mann- schäft ist zur Zeit erheblich. Die Mannschaft stellt eine Einheit dar. ' , ... Der tatkräftigen Jugendfuhruna ist es gelungen, auch eine dritte Jugendmannschaft aufzustellen die am Sonntag ihren Probegalopp gegen diezweite des Vereins bestreitet. Die Schuler spielen in Steinberg. Der Ausgang ist offen. Spiewereiliigung 1900 Gießen. Wetzlar wird selbst auf eigenem Platz nicht ge- fährlich werden können. — Krofdorf ist durch Her- ausstellung einiger Spieler sehr geschwächt, so daß eigentlich kaum mit einem ernstlichen Widerstand gerechnet werden kann. — Wißmar sollte in Londorf sicher gewinnen. — Auch Treis ist auf heimischem Gelände gegen die eifrigen Gäste ein Sieg zuzutrauen. — Sicher wird auch Hausen gegen die verhältnismäßig schwachen Ebersgönser gewinnen, während das Treffen Sich — Garbenteich noch nicht entschieden ist. — Daß Homberg gegen Romrod aufkommen wird, ist kaum anzunehmen. — Alsfeld wird auf Grund seiner ausgezeichneten Leistungen auch morgen wieder zwei Punkte erringen. Krosdorfer Sieg durfte nur knapp ausfallen. Rüd- dingshausen tritt in Großen-Buseck an und sollte dort zu einem sicheren Siege kommen. Treis hat Gelegenheit, gegen Grünberg II den ersten Sieg zu landen. Hart dürfte das Treffen Daubringen gegen Londorf werden, da beide Mannschaften Anwärter auf den Meistertitel sind. Jugendpftichtspiele des Sonntags. DfB.-R. I — 1900 I (Hofmann, Wieseck); Lollar gegen Steinberg (Schnaut, Lollar); Leihgestern gegen Heuchelheim I (Lind, Wetzlar); Garbenteich gegen Daubringen (Offenbacher, Gießen); Großen- Buseck — Wieseck (Körber, Alten-Buseck); 1900 II gegen Alten-Buseck (Will, Wißxnar); Wißmar gegen Rodheim, (Schmidt, Krofdorf); Fellingshausen gegen Launsbach (Rinn, Rodheim); Heuchelheim II gegen Kinzenbach (verlegt); Lich — Klein-Linden (Happel, Steinberg); Steinbach — Großen-Linden (Duten- Höfer, Leihgestern). Schüler: Watzenborn-Steinberg — VsB.-R. (Fett, Steinberg); Lollar — Garbenteich (Heinze, Lollar); Klein-Linden — 1900 (Rohrbach, Gießen). Sportverein 1920 Heuchelheim. Die erste Jugendmannschaft, durch Spielerausfall ersatzgeschwächt, trifft in Leihgestern auf einen äußerst starken Gegner, der erst am letzten Sonntag gegen Watzenborn-Steinberg mit einem 4:1-Sieg fein Können unter Beweis gestellt hat. Heuchelheim wird ein weit besseres Spiel als gegen VfB.-R. (Sie- ßen zeigen müssen, wenn es mit einem Siege heim- kehren will. Heuchelheim I — VfV. R. Gießen II. Die erste Mannschaft trifft im Kampf um die Punkte auf eigenem Platz auf die zweite Mann- schäft vorn VfB.-R. Gießen, und wird sich sehr strecken müssen, wenn beide Punkte in Heuchelheim bleiben sollen. Leider ist die Mannschaft immer noch gezwungen mit Ersatz anzutreten. Die zweite Mannschaft vom VfB.-R. ist ein Nicht zu unterschätzender Gegner. Es ist mit einem spannenden Kampf zu rechnen, dei dem Heuchelheim als knapper Sieger zu erwarten ist. Neue Spiele der Gaumannschast Nordhessen. Ein Spiel in Frankreich. Der Gau N o r d h e s s e n hat folgende Spiele abgeschlossen: 1. Dezember 1935: In Rouen oder Le Havre (Frankreich) Distriktmannschaft der Normandie — Gau Nordhessen; 26. Dezember 1935: Gau Nordhessen — Gau Südwest im Gau Nordhessen. Austragungsort ist noch nicht feftgelegt. Handball der Sp.-Vg. 1900. Die Handball-Mannschaft des Spielvereins Kassel, die morgen in Gießen gegen die Spielvereinigung 1900 antritt, spielt mit folgenden Kräften: Bollbach, O. Müller, Schröder, Voigtsberger, Noll, P. Müller, Gromotka, Mieth, Niest, Fischer, Rapior. Die 1900er werden voraussichtlich folgende Elf ins Feld stellen: Enders I; Funke, Cremers; Mann, Hoffmann, Neist; Schüler, Krüger, Schott II, Ster- ncs Voraussagen über das Schlußresultat lassen sich nicht machen. Man darf ein faires und spielerisch auf hoher Stufe stehendes Spiel erwarten. Die Kasseler stellen eine kampffreudige und m allen Teilen gut besetzte Elf ins Feld. Sie durften zur Zeit auch schon besser eingespielt fein, als die 1900er. Diese haben allerdings die größere Spielerfahrung für sich. Hoffentlich weiß dies der Sturm, in dem man noch auf den vor drei Wochen tm Spiel gegen Kasseler Turngemeinde verletzten Mittelstürmer Wlodareck verzichten muß, auszuwerten. Schiedsrichter ist Bopf (Nieder-Weisel). Spiele der Bezirksklaffe. Watzenborn-Steinberg — DfB.-R. Gießen; Niedergirmes — Bissenberg: Naunheim — Frohnhausen; Dillenburg — Sinn. n,. Wenn die Steinberger nicht weiterhin aussichtslos im Rennen liegen wollen, müssen sie gegen die Gießener unbedingt erfolgreich sein. Bissenberg sollte bestimmt in Niedergirmes sich nicht leicht durchsetzen können. In Naunheim ist eine Ueberraschung nicht ausgeschlossen, da die Frohnhäuser zur Zeit sehr spielstark sind. Dillenburg dürfte gegen Sinn in der Lage sein, mindestens einen Punkt zu behaupten. VfD.-Neichsbahn Gießen. Die Ligamannfchafl in Steinberg. Bezirksklasse. To. Hochelheim — Tv. Lützellinden, Tuspo. Marburg — DfB.-R. Gießen, To. Roth — Tv. Wetzlar, Tv. Münchholzhausen — Tv. Heuchelheim. Durch das Hinzutreten des aus der Gauklasse ausgeschiedenen Tv. Wetzlar wird die Runde interessanter. . , . Zu den für kommenden Sonntag angefetzten Spielen ist zu sagen: Zu einem Lokalkampf großer Spannung dürfte die Begegnung in Hochelheim werden. Trotzdem der Ausgang eigentlich ziemlich sichtzr ist (Lützellinden sollte gewinnen), wird das Spiel nichts von seiner Zugkraft einbüßen. — Der Ausgang der Begegnung in Marburg ist nach dem schlechten Abschneiden der Gießener in Heuchelheim leicht oorauszusagen. — Anders wird es in Roth sein. Wird sich die ersatzgeschwächte Wetzlarer Mannschaft durchsetzen können? — Vollkommen offen ist der Kampf in Münchholzhausen I. Kreisklasse. Leider hat die Runde durch das Ausscheiden von Albach etwas an Spannung verloren. Es spielen: Tv. Holzheim — Tv. Atzbach, Tv. Dornholzhausen — To. Groß-Rechtenbach, To. Dorlar — Tv. Hörnsheim. Holzheim hat am letzten Sonntag erstmalig wieder etwas von alter Form gezeigt. Aus diesem Grunde möchten wir annehmen, daß Atzbach noch nicht gewonnen hat. — Eine ziemlich einseitige Angelegenheit wird das Spiel in Dornholzhausen werden. Groß-Rechtenbach kommt immer besser in Fahrt. — Dorlar wird wenig zu bestellen haben, selbst nicht auf eigenem Platz. II. Kreisklasse. Es treffen aufeinander: Tv. Wetzlar II — Tv. Nauborn, To. Krofdorf — Tv. Dutenhofen, To. Londorf — Tv. Wißmar, To. Treis — Tv. Beuern, Tv. Hausen — Tv. Ebersgöns, Tv. Lich — To. Garbentelch, To. Homberg — To. Romrod, Tv Alsfeld — To. Nieder-Ohmen, Tv. Mandeln — Tv. Ehringshausen, Tv. Herbornseelbach — Tv. Straßebersbach. Anforderungen stellen. Das Hauptinteresse wandte jedoch der Redner dann den Rekordfahrten zu, die die Adler-Werke mit einem serienmäßig gebauten, lediglich im Karosserieaufbau veränderten Trumpf-Junior unternahmen und dabei eine stattliche Reihe von Rekorden zum Teil ganz erheblich verbesserten. In einer überaus lebendigen Weise, unterstützt von zahlreichen Lichtbildern, gab der Vortragende einen Eindruck von der gigantischen Fahrt. Interessant war es zu hören, daß die Fahrer, die über sechseinhalb Tage lang um die 20 Kilometer lange Bahn jagten, durchschnittlich 130-km-Iempo fuhren, in 10 Minuten und wenigen Sekunden jeweils die Runde zurücklegten, trotz des Tempos mit 8,3 Liter Betriebsstoff für 100 Kilometer auskamen, für die Tankpausen nicht mehr denn 30 bis 40 Sekunden benötigten, das Del mit etwa 70 Grad Wärme tankten, Reifenwechsel in 20 bis 25 Sekunden hinter sich brachten und der längste Aufenthalt während der Hochleistungsfahrt nur eineinhalb Minuten betrug. Man hörte von den Schwierigkeiten der Fahrt bei einem plötzlichen Schneesturm, dann auf regennaßem Asphalt, wobei noch zu berücksichtigen war, daß die Avusbahn während der Zeit dieser Werkstat- ten-Dersuchs- und Rekordfahrten für den öffentlichen Verkehr durchaus nicht gesperrt war. In schöner Weise gedachte der Redner auch der herzlichen Sportkameradschaft zwischen den Fahrern und dem Hilfspersonal, den Monteuren, die Tag und Nacht mit auf den Beinen waren und die Fahrer vorbildlich unterstützten. Die Zuhörer gewannen em plastisches Bild von der mit dieser phantastischen Rekordiahrt verbundenen körperlichen, seelischen und sportlichen Leistung. ' Nach einer kurzen Pause sprach der Redner über ! die Marokkofahrt, die er und Sauerwein als einzige . Fahrer beenden tonnten, während alle anderen Wagen auf der Strecke blieben. Wiederum m anschaulichster Schilderung und an Hand von aufschlußreichen Lichtbildern vermittelte der Redner i einen Eindruck von den besonderen Schwierigkeiten . einer solchen Fahrt unter dem Aequator. Hinzu i kam, daß er in sehr humorvoller Weise seine Em- . drücke von Land und Leuten in Nordafrika wieder- : gab. Besonders betonte er dabei die immer wieder - zutage getretene Deutschfreundlichkeit der dortigen ■ Bevölkerung. Die Zuhörer dankten dem Redner mit anhaltendem Beifall. trägt: „Diese Einladung gilt als „Jagderlaubnis- schein" im Sinne des Reichsjagdgesetzes für den ... (Datum der Treibjagd).. Wird bann noch die Einladung von allen Pächtern unterschrieben, so können keine Schwierigkeiten entstehen. Es wäre ferner noch etwas über die Zahl per unentgeltlichen Erlaubnisscheine zu sagen. Sie unterliegt an sich einer gewissen Beschränkung durch den Lagdpachtvertrag. Hier muß ja festgelegt sein, wie- viele unentgeltliche Erlaubnisscheine ausgestellt werden dürfen. Steht im Pachtvertrag z. B. 2, bann heißt bas, baß am gleichen Tage nicht mehr als zwei gültige Erlaubnisscheine ausgestellt sein bür- fen. Hat ber Krelsjägermeister ben Eindruck, daß in einem Revier die Jagd infolge gehauster Ausstellung von Erlaubnisscheinen zu stark ausgeubt wird, so hat er das Recht, die Ausstellung von unentgeltlichen Erlaubnisscheinen einzuschränken ober ganz zu verbieten. Wenn ihm biese Erlaubnisscheine tm Gegensatz zu ben entgeltlichen auch nicht erst zur Genehmigung vorzulegen sinb, so kann er boch verlangen, baß ihm mitgeteilt wirb, wer einen solchen Schein erhielt unb für welche Tage er gelten soll. Dies wirb z. B. im Jagbkreis Gießen jetzt geschehen. Eine Ausnahme von bieser zahlenmäßigen Begrenzung machen natürlich bie Treibjagben. Vorschriften über bie Zahl ber baran teilnehmen bürfenben Schützen bestehen überhaupt nicht, so baß also für biese einzelnen Tage auch mehr Erlaubnisscheine statthaft sinb. Sollte ber Kreisjägermeister aller- bings ben Einbruck gewinnen, baß von ber Treib- jagb ein ber Jagdpflege abträglicher Gebrauch gemacht wird, so kann er von sich aus bie Zahl ber Treibjagdgäste beschränken, b. h. praktisch auch in diesem Falle bie Zahl ber möglichen Erlaubnisscheine. Keinen Erlaubnisschein braucht an sich ber Jagdaufseher. Da ja in Zukunft alle Jagdaufseher durch das Kreisamt unb ben Kreisjägermeister bestätigt unb auf ihren Dienst verpflichtet werben müßen, „Von AvuS-Vetorden und Afrika.-' Unter biesem Titel hielt gestern abend im Saale des Caf6 Leib der bekannte Rekordfahrer und Sportschriftsteller Paul Sch web er einen hochinteressanten Vortrag. Der Redner sprach zunächst grundsätzlich über ben Motorsport in Deutschland unb bie Forderung, bie y: durch ben Führer Aböls Hitler erfahren habe, sprach befonbers von beit heroorragenben Leistungen des deutschen Motorsports gegenüber ber ganzen Welt, vorn Siegeszug beutschen Erfinbergeistes unb bem beispiellosen Siegeszug der deutschen Wagen und Motorräder, Wie ein Mann seien alle Mitschaffenden am Auto mit Leib und Seele um das deutsche Ansehen m ber Welt bemüht. In seinen weiteren Ausführungen roanbte sich ber Vortragenbe bem Sportwagen zu, insbesondere ben Sportwagen, wie sie von ben Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — Rodheim I. Am morgigen Sonntag empfängt bie erste Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern bie gleiche ber Turn- und Sportgerneinbe Rodheim zum . fälligen Verbandsspiel. Die Gäste, die in diesem Jahr zum erstenmal in ber 1. Kreisklaße spielen, sinb m Leihgestern noch ziemlich unbekannt. Nach den Dor-1 ausgegangenen Spielen zu urteilen, sind sie jedoch als spielstark anzusehen. In Anbetracht des eigenen Platzes sollten jedoch die Blauweißen in ber Lage sein, einen knappen Sieg zu erringen. Leihgestern I. Jgd. — Heuchelheim I. Jgd. Vorher spielt bie Jugendmannschaft, die in ihrem letzten Derbandsspiel in Steinberg gegen ihren Lokalgegner einen sicheren 4:1-Sieg erringen konnte, gegen die Jugendmannschaft des Sportvereins Heuchelheim. Hier treffen sich zwei gleichwertige Mannschaften. F.-Sp.-V. 1926 Steinbach. Steinbach I — Großen-Linden I. Steinbachs Erste empfängt die gleiche von Großen-Linden zum Derbandsspiel. Beide Mannschaften stehen sich zum ersten Male gegenüber. Wie das Spiel enden wird läßt sich nicht voraussagen. — Dor diesem Treffen stehen sich beide Jugendmannschaften gegenüber. Beide Gegner sind gleich stark und zeigten in den letzten Spielen gute Leistungen. Steinbach sollte auf eigenem Platz gewinnen. V. f. 5t Lich. Zum fälligen Derbandsspiel am kommenden Sonntag empfängt die erste Mannschaft des VfR. Lich die 3. Mannschaft des DfB.-R. Gießen. Gießen wird, den Vorspielen nach zu schließen, einen ebenbürtigen Gegner abgeben. Der Sieger sollte erst mit dem Schlußpfiff festzustellen sein. Die 2. Mannschaft von Lich trifft in Gießen auf die 3. Mannschaft der Spielvereinigung 1900. Spiele der aktiven Mannschaften. Das für den Sonntag vorgesehene Pflichtspiel der ßigamannfdjaft der Mauweitzen gegen Sportverein 05 Wetzlar mutzte auf einen anderen Termin verlegt werden, da Lippert für die Mannschaft des Gaues 12 zur Bestreitung des Vorrundenspieles um den DFB.-Pokal abgestellt werden muß. Der Abschluß eines Gesellschaftsspieles: als Ersatz hier für mar nickt möglich, da amtliche Mannschaften LMLEL- 1900 II — $6. Großen-Buseck. 1900 II kommt hier mit einer 2lufstettung 1900II — Großen-Buseck (Kaietsch, Wetzlar): Leihgestern - Rodheim (Lind, Wetzlar); Heuchel- heim - DfBR.II (Niersbach, Wetzlar); Oberbiel — Sportfreunde-Wetzlar (Zitzer, Gießen); Albs- hausen — Steindorf (Grote, Mainzlar); Philipp- stein — Stockhausen (Kleemann, Bissenberg); Leun — Bissenberg II (Wolf, Allendorf); Holzhaufen — Ulm (Küster, Berghaufen); Ehringshausen — Wer- borf (Rüspeler, Gleiberg); Nauborn — Aßlar (Petri, Wetzlar); Garbenteich — Steinberg II (Dfipa- bacher, Gießen); Steinbach — Großen-Linben (Schars, Wetzlar); 1900III — Lick II (Bender, Treis)- Allenborf — Grüningen (Benber, Fellingshausen); Lich - DfBR.IU (Happel Steinberg): RobheimII — Vetzberg (Lotz, Launsbach); Alten- Buseck — Turno. 1846 Gießen (Bocher, Gießen); Launsbach — Fellingshausen (Erb, Gießen); Krofdorf — Lollar II (Decker, Garbenteich); Großen- Bu eck ll — Rübbingshausen (Gerharbt, Steinbach); Treis — Grünberg II (Keller, Lich); Daubringen — Lollar (Kreiling, Gießen); Geilshausen — Flensungen (Holzapfel, Lich): Burgsolms I - Naunheim II (Spieß, Nauborn); Dbernborf — Sport- freunbe Wetzlar II (Koob, Garbenheim). Leihgestern spielt in bewährter Aufstellung unb ist zu Hause ein nicht zu unterschcitzenber Partner. Steinberg II tritt in Garbenteich an, wo schwer zu gewinnen ist. Steinbach empfängt Großen-Lmden Die Partner kennen sich noch nicht. In Allenborf spielt Grüningen. Der Gastgeber ist als sehr spielstark anzusehen unb hat ein Plus im eigenen Platz. Biberg fährt zum Ortsrivalen Robheim, boch bürste bie zweite Mannschaft nicht stark genug sein ba5 Spiel zu gewinnen. Der Turnverein 1846 muß den schweren Weg nach Alten-Buseck gehen unb dürste nicht um eine Nieberlaae herumkommen. Launsbach erwartet Fellingshausen, beibe Mannschaften treten ersatzgeschwächt an. Krosbors hat auf eigenem Platz die Reserve aus Lollar zu Gast. Em rnannschast in Betracht kommen, werden, da ihre Spielberechtigung vorerst nur für untere Mannschaften möglich ist, in der Ligcweserve Verwendung finden. Man glaubt, daß der Sieger des Spieles 1900 heißen wird, obwohl die Spielstärke Großen- Busecks in keiner Beziehung unterschätzt werden darf. 1900 III — VfR. Lich II. Auch hier wird mit einem Sieg der Spielvereinigung zu rechnen sein, denn das technische Können der Blauweißen dürfte selbst durch noch so großen Am kommenden Sonntag treten auch erstmals die Schüler auf den Plan. Diese Einrichtung, bie erft- malig im heimischen Kreis burchgeführt wirb, ver- spricht außerorbentlich interessant zu werden. Wir wollen nur hoffen, bah bie Kleinsten burch bie Runbenspiele angespornt werben, um spater einmal ben oft so vermißten Nachwuchs ber Vereine zu. stellen Don ben Bereinsspielleitungen muh aber daraus gesehen werben, baß bie Jungens vor allem ein Spiel pflegen, bas weniger auf Kamps als auf Schönheit eingestellt wirb. Denn Kamps bzw. hartes Spiel kommt eher, als es ben meisten lieb tft An die Handball-Schiedsrichter! Am morgigen Sonntag (13. Oft. 1935) findet im „Bayerischen Hof" zu Gießen um 9.30 Uhr eine Zusammenkunft der Schiedsrichter und Anwärter statt, zu der alle Schiedsrichter und Anwärter zu erscheinen haben. Unentschuldigtes Fernbleiben wird in Der üblichen Weise bestraft. Nach kurzer Krankheit entschlief meine innigstgeliebte Frau KatharineTakäcs, geb. Hinlang 5856 D| 58'5 v 5846 D| Z M & Wieseck, den 12. Oktober 1935. 5826C 5868 D 5882C NEUSTADT 20 587 7A Ausstellung: Neustadt SS ssÄWuMecZMmnqaM Uspulun- j WM- Universal-j Gestern abend 9 Uhr verschied nach kurzem Leiden meine liebe Frau, unsere hebe Mutter, Gote und Tante Prismen- Feldstecher Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Ei weiß, Zucker Frequenz 1 934: 201 00 Haupt-Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6 Tel. Nr. 3688. Schriften kostenlos Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 13. Oktober, nachmittags 2 Uhr vorn Trauerhause aus statt Gießen, Heuchelheim, Wieseck, Gr.-Buseck, Rodheim, den 12 Oktober 1935. knaden-lnstitut Lucius Gegründet 1809 Forsthaus bei Echzell (Oberheffen) Wir nehmen Ihnen die Sorge für die SrziehungIhresIungen ab.Lei allen Vorzügen einesLandheimes lehrplangemäßer Unterricht in kleinen Klassen, Erziehung zu selbständiger Arbeit. Sehr gesunde Lage an ausgedehnten Waldungen. Sexta - Untersekunda - Oberrealschule - Realgymnasium. Äesse Empfehlungen. Prospekte freit Leitung: Dr. Lucius Am 9. Oktober entschlief sanft unser kleiner Liebling und gutes Schwesterchen Alleinverkauf: Fahrradhaos AOmann Kohlen Koks Briketts HolZ »5”8D in nur besten Qualitäten H. Treclisler Steinstr.73.TeL 3581 Die Beisetzung fand in der Stille statt. — Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Die Beerdigung findet Montag, den 14. Oktober, nachmittags 2y2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt Von Beileidsbesuchen bitte ich Abstand nehmen zu wollen tober 1935, geschlossen. Gießen, den 11. Oktober 1935. Bürgermeisterei Gießen. (ober 1935. Gießen, den 12. Oktober 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Dr. Hamm, Bürgermeister. Rentkammer zürückblicken. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubilar eine Ehrenurkunde des Herrn Reichsstatthalters und Gauleiters durch Bürgermeister Högy überreicht. — Die diesjährige Obsternte brachte unserer Stadt rund 1000 Mk. ein. — In der unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Högy stattgefundenen Sitzung der Ratsherren wurde die Errichtung eines zweiten Hochbehälters für die Wasserleitung beschlossen, da das vorhandene Bassin sich im Laufe der letzten Jahre als zu klein erwiesen hat. Der Waldwirtschaftsplan, der für das kommende Jahr einen Hiebsatz von 6300 Festmeter Holz vorsieht, wurde angenommen. Die acht oberen Räume der Turnhalle, in denen sich bis zum Juli d. I. das Frauen- arbeitsdienftlager befand, wurden der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Für das Jahr 1936 soll, wie seither, die 500prozentige Bürgersteuer erhoben werden. Kreis Büdingen. t Nidda, 11. Oft Gestern nachmittag setzte plötzlich ein orkanartiger Sturm ein, der Himmel verfinsterte sich rasch mit dicken, schwarzen Wolken, die ungeheure Regenmassen brachten. Im Augenblick standen die Straßen voll Wasser, das von Einlaßschächten und Kanälen kaum ausgenommen werden konnte. Ziegel und Dachbretter wurden abgerissen, an Bäumen Aeste von ziemlicher Dicke Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Lotz IV. Familie Karl Kreiling VL In tiefer Trauer: Heinrich Hilke und Kinder Familie Metzler. Dickwurz einzubringen. Der Ertrag ist gut. Es wurden einzelne Exemplare mit einem Gewicht von ca. 14 Pfund geerntet. — Gestern ereignete sich hier ein Unfall. Der Junge Robert Kreiling fiel so unglücklich vom beladenen Fuhrwerk, daß er zweimal den Arm brach und in die Klinik nach Gießen übergeführt werden muhte. * Kefselbach, 11. Okt. Heute ereignete sich hier im Steinbruch ein schwerer Unfall. Der 30jährige Arbeiter Emil Becker erlitt bei seiner Arbeit eine Gehirnerschütterung, die seine sofortige Ueberführung durch die Gießener Freiwillige Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik nach Gießen notwendig machte. 4= Lauter, 11. Okt. Dem hiesigen Arbeiter Karl Rieb sind durch die Trockenheit, die in diesem Jahre herrschte, die Kartoffeln, die er auf felsigem Boden angebaut hatte, verdorrt. Der Ertrag war so gering, daß er für seine fiebenköpfige Familie fast sämtliche Kartoffeln hätte kaufen müssen. Jedes Mitglied der hiesigen Ortsgruppe des NSDFB. (Stahlhelm) stiftete nun seinem Mitglied einen Zentner Kartoffeln, so daß er dieser Sorge enthoben ist. Kreis Schotten. □ Laubach, 11. Okt. Dieser' Tage konnte Rentamtmann Wilhelm Hamburger auf eine 42jäh- rige Dienstzeit bei der Graf zu Solms-Laubachschen Vogtsche Privat- Handelsschule Gießen Aufnahme für das Winterhalbjahr in die 1- und % jährigen Handelslehrgänge I Beginn: 21. Oktober I Anmeldungen und Aus- 1 künfte Goethestraße32 I 5620 A Nach kurzem, schweren Leiden entschlief sanft meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Luise Hilke, geb. Metzler Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Frankfurt am Main^3< Pferde-Märlite^k am 15. Oktober, 3. Dezember 1935 5819V Durdiscbn. Antrieb 400 Pferde aller Rassen,auch Sebladitpferde,größte Auswahl u. beste Gelegenheit für Kauf u. Tausch. Ein Besuch dieser Märkte ist zu empfehl. Besicht, u. Handel tags zuvor (Mont.) verbot. Bekanntmachung. Dienstag, den 15. Oktober 1935, findet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. Auftriebszeit von 714 bis 8% Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Nächster Schweinemarkt: Mittwoch, den 30. Of- Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsre herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Rinn geb Weigel nach kurzem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 69 Jahren zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Philipp Rinn III. nebst allen Angehörigen. Klein-Linden, den 10. Oktober 1935. Die Beerdigung findet Sonntag, 13. Oktober, nachmittags Va3 Uhr vom Tiauerhause, Wetzlarer Straße 6, aus statt 043)7 Frau Luise Lotz geb. Römer im 75. Lebensjahr. Mercedes Mk. 182.- schonf.montl.M.7.90 FranzNIiCo., Gießen Seltersweg 44 ,vr a Garagen Wellblechbauten Fahrradständer Jagdhütten Siegener Akt.Ges.fOr Eisenkonstrukt., Brückenbau u. Verzinkerei a Geisweid i.W.,Posff. 246 Z|X In tiefer Trauer: Gießen, Bensheim, Budapest, Alexander Takacs den 12. Oktober 1935 Bezirks-Schornsteinfegermeister nHodviutfiich Durvütstesnkhf bezteuen. ÄberooWTwddidi Vom Muhneztaug* befceien. Lebewohl gegen Hühneraugen und Hornhaut Blechdose (8 Pflaster) 68 Pfennig, In Apotheken u. Drogerien. Sicher zu haben, Med.-Drog.Hans Hindenburg H.Elgei Seltersweg 68 a; Löwen-Drogerie W. Kilbinger NH., Seltersw. 69; H. NoU, Lndwlgiplats-Droger. und Neustadt- Drogerie; Germania-Drog. v. Seibel, Frankfurt. Str. 89; Drogerie 0. Wia- terhoff, Krensplatz 9/18. die sich mott und elend fühlen' keinen Appetit hoben, on ne« vösen Kopfschmerzen leiden; nachts nicht schlafen können, $ol«| len als Nervenkräfligungsmittel Doppelherz nehmen, Es macht die Nerven widerstandsfähig und erhält sie gesund. Flaschen zu 1,95 RM, 3,70 RM und 4,65 RM. Doppelherz-Dragees 1,50 RM. Zu haben in nachstehenden Drogerien: C. Seibel, Frankfurter Str., 0. Winterhoff, Kreuzplatz 9/10. Griijpberg: Karl Schott u. sämtl. Filialen. Lanbach: Solms-Laubacher Drogerie Karl Klein. 2?4V Danksagung. Für die uns beim Ableben pnserer Entschlafenen erwiesene Teilnahme, insbesondere der Krankenschwester für die liebevolle Pflege sowie für die trostreichen Worte des Herrn Dekan Sattler, auch für die ehrenvollen Nachrufe und Kranzspenden, sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Familie Wilhelm Kling« Wieseck, den 11. Oktober 1935. Oberhessen. Landkreis Gießen. ■ Großen-Linden, 11. Okt. Die Kartoffelernte ist in unserer Gemarkung zufriedenstellend ausgefallen. Die Dickwurz ernte liefert ebenfalls befriedigende Erträge. Die Wintergerste ist gut aufgelaufen. Die Bauern sind gegenwärtig stark mit der Roggenaussaat beschäftigt. — Einer außerordentlichen Rüstigkeit erfreut sich unsere im 8 0. Lebensjahre stehende Einwohnerin Frau Katharine Elisabethe Volk. Von morgens bis abends ist sie noch im Felde tätig, hilft beim Kartoffelernten und auch noch bei der bestimmt anstrengenden Mäharbeit. wg. Großen-Buseck, 11. Okt. Das zwei Jahre alte Söhnchen des hiesigen Schneidermeisters Heinrich Dörin 0 kam unglücklich zu Fall und erlitt einen Oberschenkelbruch. Das Kind mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Der Unfall ist für die Mutter um so bedauerlicher, als der Vater des Kindes gegenwärtig weaen einer Beinoperation ebenfalls in der Klinik liögt. § Mainzlar, 11. Okt. Dieser Tage wurde die Pfundsammlung durch den BDM. hier durch- gefiihrt. Das Ergebnis war wiederum recht befriedigend. — Die Landwirte sind hier z. Zt. dabei, die Kranksein?! Nein!! u.a. Gicht, Rheuma, Ischias,Verkalkung yeueWege z.Gesundheit! Kostenl. Prospekt durch B. Körber, Darmstadt, HeidelbergerStr .83, Generalv. v Dr. Fritz Bahr. 6673d iM zdf Anmeldung Idf die Meislerprulung 1936. Der Anmeldetermin für die Meisterprüfung 1936 ist auf die Zeit vom 15. Okt. bis 15. Nov. 1935 festgelegt. Wer die Meisterprüfung in 1936 ablegen will, mutz seine Anmeldung bis spätestens 15. Nov. 1935 abgegeben haben. Mit oer Abgabe der Anmeldung zur Meisterprüfung ist die Prüfungsgebühr von RM. 25.- einzuzahlen, oder auf das Postscheckkonto in Frankfurt am Main Nr. 15106 der Hess. Handwerkskammer Darmstadt zu überweisen. Nach Ablauf des offiziellen Anmeldetermins werden Anmeldungen für die nächstjährige Prüfung rncht mehr angenommen. - Diejenigen Meisterprüfungskandidaten, die Teilnahme an einem der in allen Kreisen vorgesehenen Meistern rüfungsvor- berertungsttirse wünschen, werden ersucht, dies bei der Anmeldung zur Prüfung vorzubringen. - Für tue Einreichung der Anmeldepapiere ist zuständig: l.JBrob. Starkenburg: Meisterprüfungskommission Starkenburg, Darmstadt, Schlageierstrahe 36; 2. Provinz Oberhessen: Meisterprüfungskommission Oberhessen, Gretzen, Goethestratze 7; 3. Prov. Rheinhessen: Meistervrüfungskommission Rheinhessen, Worms, Hagenfirntze 45. „58d MMU- lMilikuleu werden fachmännisch, gut u. billig ausgeführt Hl. 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Die Gewerkschaft „Louis e" führte hier auf einem Feldstück rechts der Strecke Gießen — Fulda Schürfungen durch, bei denen ausgedehnte (Fifenftein- lager festgestellt wurden. In nächster Nähe des Bahnhofes werden nun Vorarbeiten durchgeführt, die auf die Ausbeutung hinzielen. Vor allem wird ein Anschlußgleis gelegt. Die durch das Waschen sich ergebenden Abwässer werden in dicken Rohrleitungen den ausgebeuteten Gruben zugeleitet, so daß diese in absehrbarer Zeit wieder landwirtschaftlichen Zwecken nutzbar gemacht werden können. <£ Nieder-Ohmen, 11. Okt. Dieser Tage fand hier die Neugründung der H I. statt. Unter Vorantritt der Fanfaren des Jungvolks und der HI. Alsfeld zogen die Jungens durch die Straßen des Dorfes zum Saale Döll. Hier wurde durch Oberbannführer Blumenröder die Neugründung vorgenommen. Er appellierte an die Eltern der Jungens und forderte sie auf, die Jugend nach dem Willen des Führers zu erziehen und so am Aufbau des Deutschen Reiches mitzuhelfen. Don den Jungen verlangte er strengste Disziplin und Manneszucht. Zum Abschluß wurde das Lied der HI. gesungen. slndFreudenspender und treue Begleiter auf der Wanderung. Schon to03D von 45 Mark an in bequemen Monatsraten bei Geller Der Optiker am Bahnhof Gieben, Kl eine Anzeigen im Gießener Anzeiger werden von Taulenden beachtet und gelesen. Die Beerdigung findet Montag, den 14. Oktober, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ____________________________________________________________04369 ... > i Beizt trocken 1 ’v»' mit der neuen ' ' M wirtschaftlichen ,....., Universal- Ml y/- • Trockenbeize peresan UMG derbilHgen H WNER klUn'versal 'wl-'F'P Nassbeize Nahbeize »Ceresan« Nabbeize »Gennisan« empfiehlt s598a Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße Telephon 3403. Bekanntmachung. Der Verkauf von Kraut, Kartoffeln und Obst auf Wagenladungen findet Samstag, den 19., 26. Oktober, und 2. November 1935 nur auf dem Oswalds- garten statt. 5825C Gießen, den 12. Oktober 1935. Bürgermeisterei Gießen. _______I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister.______ Bekanntmachung. Betr.: Die städtischen Tennisplätze. Mit Schluß der Sommer-Spielzeit 1935 werden die städtischen Tennisplätze am Dienstag, dem 15. Ok- Ingrid im Alter von 14 Monaten. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Emil Robert Niederhausen Erna Niederhausen, geb. Nitschkowski Helga Niederhausen. Gießen (Moltkestr. 9), den 12. Oktober 1935. Nr.M Drittes Blatt Gießener Anzeiger iGeneral-Anzetger fürGberhesien) Samstag, 12. Oktober M5 Oas Sack-Groh-Konzert wird nicht vom Sender übertragen. Die Sängerin Erna Sack. 1 ’ I Wie die Kreisgruppe des RDR. uns mitteilt, wird das Konzert mit der weit bekannten Koloratur-Sopranistin Erna Sack und dem Tenor Herbert Groh am 19. Oktober in der Gießener Volks- Halle weder vom Reichssender Frankfurt veranstaltet, noch von diesem als Sendung übertragen. Es handelt sich vielmehr um eine rein örtliche Veranstaltung des Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer, Kreisgruppe Gießen. Zur akustischen Verstärkung im Saale selbst wird die eigene Verstärkeranlage des RDR. benutzt, so daß eine für jeden Platz klare Uebertragung garantiert wird. Eine gute Bühnenbeleuchtung wird dafür Sorge tragen, daß auch von dem letzten Platz die Künstler gut zu sehen sind. Die Volkshalle ist in Anbetracht der vorgeschrittenen Jahreszeit angenehm geheizt, und es ist auch sonst für einen angenehmen Aufenthalt Sorge getragen worden. Der Vorverkauf der Karten hat bereits rege eingesetzt, so daß mit einer großen Beteiligung aller Volksgenossen zu rechnen ist. Im übrigen verweisen wir alle Interessenten auf die heutige Anzeige. Mit vollen Segeln in den Kamps! ■ ■ ' Das Angriffssignal ist gegeben, der Kampf gegen hunger und Kälte beginnt! Der Führer selbst hat das neue Ringen gegen die Rot eröffnet und die Marschroute klar vorgezeichnet. Run gilt es für die Gemeinschaft des ganzen deut- chen Volkes als höchste Pflicht, den Kampf im Dienste des Winterhilfswerks 1935 /36 mit aller Energie durchzu- ü h r e n. Das Kampfreichen gegen die Wintersnot Monat Oktober Zede deutsche Wohnungstür trägt diesesZeichen der Opferbereitschast Die erste Schlacht wird am morgigen Sonntag geschlagen. Der Eintopf, das schönste Symbol der tatfrohen deutschen Opfergemeinschaft, oll den Tag beherrschen. Jede deutsche Familie bekenne sich an diesem Sonntag 3 um (Eintopf! Er bedeutet mehr als nur eine bewußte Einschränkung des Sonntagsspeisezetlels an einem Tag im IHonat, sein tieferer Sinn ist darin zu erblicken, daß durch ihn das Bekenntnis zur Gemeinschaft mit den Volksgenossen abgelegt wird, bei denen der Eintopf in jeder Woche mehrere Tage, ja vielfach alle Tage beherrscht. Und am Eintopf-Sonntag, der in den beiden verflossenen Wintern sich eine feste Stellung im Herzen aller deutschen Volksgenossen erobert hat, opfere man freudigseineGabe für das Wh W., damit notleidende Volksgenossen Hilfe erhalten können! Der Führer hat betont und gefordert, daß nur ein wirkliches Opfer die rechte Bekundung des Volksgemeinschaftsgeistes darstellt. Beherzigen wir alle diese Mahnung! Geben wir nicht nur, sondern opfern wir mit Anspannung aller unserer Kräfte, insbesondere am Liuto pfsonntag! Wer so mitmarschiert in der großen deutschen Kampffront gegen die Rot, der handelt im Sinne des Führers I und dient damit dem ganzen deutschen Volke! Welch' reicher Segen von der Arbeit des WHW. auch in unserer engeren Heimat im Kreise Gießen vielen Familien zugule kommt, haben wir in unserem Bildbericht über „Das Werk der Räch- stenliebe im Kreise Gießen" im Gießener Anzeiger vom 28. September überzeugend dargelegt. Auch aus dieser Schilderung gilt es, die gebotenen Schlußfolgerungen im Sinne einer weiteren tatfrohen Mitarbeit am WHW. zu ziehen. Alle deutschen Männer und Frauen erfüllen eine hohe und schöne Pflicht, wenn sie unter bewußten Opfern dem Winterhilfswerk immer neue Kraft durch Geld- und Sachspenden zuführen, ferner IN i t g t i,e b der R S.- Volkswohlfahrt mit einem auf den Grundsatz des Opferns eingestellten Beitrag werden, den Eintopf-Sonntag zum Tag des Bekenntnisses für die deutsche Volksgemeinschaft und ihren Führer machen und auf diesen Wegen mit vollen Segeln in den Kampf für das WHW. zum Besten der deutschen Ration sich einreihen. Deutsche Wanner und deutsche Frauen, auf zur Opfertat! Aus der Provinzialhaupistadt. Mein Dorf. So will ich dich malen, mein Dorf, da du seit Kriegsende meine Heimat bist. Will dich malen mit all der Liebe und Zärtlichkeit, die alte fromme Maler auf ihre Bilder verwendeten. Du liegst da im Tal, „im schönsten Wiesengrunde". Die Hügel sind um dich gebaut, weit und beschwingt. Und ein Bach fließt mitten durch das Tal und mitten durch das Dorf: eine Freude, ein Segen! Manchmal wohl auch ein Schrecken, der über die Ufer tritt, der gierig in Stuben und Keller dringt. Aber, das ist selten. Du Bach im Tal, ich liebe dich! Du bist das Herz des Tales! Du wässerst die Wiesen! Du spendest dem Wanderer Kühlung! Wasserhühner, Wasseramseln, schimmernde Eisvögel und Libellen, Schwertlilien, Schilfrohr, Weidenröschen, Mädesüß und Baldrian, all das hat feine Heimat bei dir! Doch was ist wesentlich zum Bild meines Dorfes? Jst's die weiße Wolke drüben überm Berg? Oder das Rauschen des Brunnens vor meinem Haus? Jst's der barocke Kirchturm? Sind's die Häuser in ihrer Gesamtheit, die die Dorf- und Talstraße entlang stehen, freundlich, mit feuerroten Geranien an den Fenstern? Jst's der Gesang der Bauern, der Sonntags mächtig aus der Dorfkirche emporrauscht? Das Murmeln der Abendgebete an den Winterabenden aus allen Häusern? Was ist's, das mir das Dorf so lieb macht, dieses Dorf, das ein Stück Mittelalter darstellt im zwanzigsten Jahrhundert! Sind nicht die Dörfer anderswo schöner? Warum liebe ich dieses Dors so sehr, das in der abgelegensten und „reizlosesten Gegend" liegt, wie die klugen Menschen sagen, die die Welt kennen! Weil ich mein Haus und meinen Garten, meine Bilder und Bücher, meine Arbeit, mein Brot, mein Herz hier habe. In mein Haus kommen Tag für Tag die Kinder des Dorfes. In der Gottesfrühe des Mai-n streife ich mit ihnen durch die frischbelaubten Wälder, dem Gesang der Amseln und Drosseln zu lauschen. Im Sommer ziehen wir durch Busch und Feld. Wir grüßen jede Blume am Wegrand, im Anger, im Äcker, am Hag und am Bach. Ast, Waldrand lesen wir die schönsten deutschen Märchen. Naht aber der Winter, so spielen wir das „Got- ieskind" Da aeht ein heimliches Lernen und Proben in allen Häusern an, wo Kinder sind. Da werden Hirtenstäbe und Königszepter geschnitzt, da werden Kronen für Könige und Königinnen gefertigt und vergoldet, das golden alle Finger sind. Und ist der heilige Abend da, so kommt alles Volk im schönsten Saal des Dorfes zusammen, zu staunen, in Ehrfurcht zu schauen. Mit vielen traulichen Spielen geht der Winter zur Neige. Eines Tages aber, um die Fastnachtszeit, aeben Scbwänke von Hans Sachs über die Dorfbühne. Und je und je kommen Bauern zu mir ins Haus. Wir besinnen uns auf letzte und tiefste Dinge. Wir suchen einen Weg zu den aroßen Gütern unserer Kultur. Wir lesen an ein-rn Abend Albrecht Dürers Werk. Wie schön ist die Bilder- und Bücherstube im entlegenen Dorf. Ich schaue hinunter auf mein Dorf. Ich bin eins geworden mit ihm. Etwas von meinem Herzen floß Über in das stille Dorf „im schönsten Wiesengrunde" V. Tageskalender für Samstag. NSG „Kraft durch Freude": 17 bis 19 Uhr Leichtathletik auf dem Universitäts-Sportplatz. — Stadtheater: 20 bis. 22 Uhr Tanzgastspiel von Harald Kreutzberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Ein ganzer Kerl". — 13 Uhr Reit- und Fahrturnier auf dem Turnierplatz an der Rodheimer Straße. — Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein Sektion Gießen: 20.15 Uhr im Horsaal des Geographischen Instituts, Brandplatz, Vortrag „Der Ausbau der Alpen". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: Eröffnung der Ausstellung „Friesische Maler der Gegenwart, Klem- tierplastik von Lily König" um 17 Uhr.___________ Tageskalender für Sonntag. NSG. „Kraft durch Freude": 8 bis 10 Uhr Tennis auf den städtischen Plätzen am Schützenhaus. — Stadtheater: 11 bis 13 Uhr, Ring deutsche Bühne: „Schach dem Zaren". 19.30 bis 22.30 Uhr „Paganini". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein ganzer Kerl". — 14 Uhr Reit- und Fahrturnier auf dem Turnierplatz an der Rodheimer Straße..— Friseurinnung für Stadt und Kreis Gießen: 19 Uhr im Cass Leib Schau- und Werbefrifieren. — Schützengesellschaft 1926: 9 bis 18 Uhr öffentliches Preisschießen auf dem Wald-Schießstand. — Eisenbahn-Fahrbeamtenverein: 15 Uhr Mitgliederversammlung in der Stadt Wetzlar. — Reichsfachgruppe Imker e. V., Ortsfachgruppe Gießen: 14 Uhr Versammlung bei Hopffeld in Gießen. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand- platz: 11 bis 13 Uhr Ausstellung friesischer Maler der'Gegenwart und Kleintierplastik von Lily Komg. Stadtheater Gießen. heute, 20 Uhr, einmaliges Gastspiel des besten Tänzers der Welt, von Harald K r e u tz b e r g. Das Tanzgastspiel ist außer Abonnement. Ende gegen I 22 Uhr. _____ Erstaufführung der Operette „Paganini" von Lehar. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Die Meisteroperette Franz Lehärs „Paganini" wird am Sonntag, 13. Oktober, im Stadttheater Gießen erstmalig unter der Spielleitung von Heinrich Hub und unter der musikalischen Leitung von Ernst Bräuer aufgeführt. Diese Operette wird mit ihren wundervollen Melodien das Gießener Publikum hinreißen, denn sie ist ein echter Lehär. Es wirken mit: die Damen Decker, henckell, Perry, Schubert- Jüngling, Stirl; die Herren: Greif, Hille, Hub, Lindt, Tank, Dolck. Dauer von 19.30 bis 22.30 Uhr. Spielplan des Stadttheaters vom 13. bis 20. Oktober. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 13. Oktober, 11 Uhr, findet als Auftakt für die kulturelle Winterarbeit der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" die Erstaufführung der dramatischen Szene „Schach dem Zaren", eine Stunde weltgeschichtlicher Entscheidung, von Wilhelm Müller-Scheld statt. Diese geschlossene Kultur- und Werbeveranstaltung der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" yird durch eine Ansprache und durch den Vortrag von Musik von Friedrich dem Großen abgerundet. Die Spielleitung von „Schach dem Zaren" liegt in den Händen von Intendant Schultze-Griesheim. — Ende 13 Uhr. — Sonntag, 13. Oktober, 19.30 Uhr, zum ersten Mal Franz Lehärs Meisteroperette „Paganini". Musikalische Leitung Ernst Bräuer, Spielleitung: Heinrich Hub, Tänze: Li I h l e n f e l d t. Außer Abonnement. Die Intendanz macht besonders daraus aufmerksam, daß diese Operette nicht durch das Äbonnement geht. Dienstag, 15. Oktober, der Uraufführungsersolg „Holzappel", ein lustiges Dolksstück von h. A. Weber. Spielleitung: Intendant Schultze-Griesheim. Diese Vorstellung gilt zugleich als 3. Dor- Uniformen™; Wehrmacht in feinster Maßarbeit Erste Spezialkräfte, Garantie f. tadellosen Sitz — Reparaturen — Effekten Herren-Bekleidungshaus Gießen G.m.b.H. Marktplatz Vertragslieferant der Heereskleiderkasse Oer König von Ostindien. Von Alfons v. Ezibulka An einem Frühlingstag des Jahres 1776 zog ein armer ältlicher Mann, dem man es ansah, daß er viel gewandert war auf Gottes weiten Straßen, die Glocken des Würzburger Juliusspitals. Als der Pförtner neugierig die Nase Zum Guckfenster herausschob und nach des Mannes Begehr ragte, antwortete der Alte demütig, er bitte um Aufnahme als Pfründner. Worauf der Torgewaltige, mißtrauisch das Bettlerkleid des Bittenden musternd, die forschende Frage stellte: „Wer seid Jhl denn überhaupt?" Da glaubte der Pförtner seinen Ohren nicht zu trauen denn b» Antwort, die er auf -in- Frage erhalten hatte, lautete klar und deutlich. „Der König von Ostindien". Der Torhüter tippte bedeutsam mit der Hand an die Stirne, schüttelte mißbilligend den Kopf. Em Narr also ober, was noch wahrscheinlicher war, ein Lump'. Liefen ja gerade genug solche Glücksritter durch die Welt. In London schröpfte eben der vielberedete Cagliostro die Dummen und gar nicht lange war es her, daß der Graf Saint-Germain behauptet hatte, er habe noch Seine Exzellenz den Herrn römischen Statthalter Pontius Pilatus gekannt und Anno 1562 mit den Eminenzen beim Trienter Konzil zu Mittag gespeist. Warum sollte sich da ein anderer nicht König von Ostindien nennen? Doch nach Hochstapler sah der in seinen Bettlerkleidern eigentlich nicht aus. So kratzte sich der Pförtner eine Weile unschlüssig Hinterm Ohr und führte dann den Bittsteller zum Verwalter und Rentmeister. Sollte der sich darüber den Kopf zerbrechen, warum und wieso der König von Ostindien nicht indisch oder sonstwie heidnisch sprach, fondern unverfälschtes Würzburgerisch und weshalb er durchaus Pfründner im Juliusspital werden sollte statt in Freuden bei seinen Bajaderen zu bleiben oder wie sonst diese sündhaften Frauenzimmer der indischen Fürsten hießen. Dock als der Verwalter und Rentmeister und auch sons noch etliche genaue Leute den Gesuch- nnf Herz und Nieren und vor allem auf Mer auf <3 u stellte es sich heraus, daß tan CÄ Johann Georg Wüft, b J n 1720 !u Grafenrheinfeld bei Würzburg, 8^en .1720 zu Gr°f mQr Also setzte ttaMa?estät für ihre restliche Lebenszeit 7n bi- Ehren^ftl Pfründn-rfaals, ohne °°ll,g das Gefühl loszuwerden, daß sich das Ganze doch eines Tages als grober Schwindel enthüllen werde. Doch das tat es nicht. Mit einer nicht gewöhnlichen Tat sprang oder ritt vielmehr Johann Georg Wüst auf die Buhne seiner Zeit. Im zweiten Schlesischen Krieg, nn September 1744, hatten die Preußen Prag besetzt. Da fegte eines Morgens an der Spitze von mir zwölf österreichischen Husaren ein junger Fähnrich nach Prag herein, bemächtigte sich des Tors, das auf die Wiener Reichsstraße führte und hielt es an die zwei Stunden lang, bis die Hauptmacht der Oesterreicher herankam. Wenige Tage darauf ernannte Maria Theresia den Fähnrich Johann Georg W ü ft trotz feinen jungen Jahren zum Rittmeister und schenkte ihm für die Befreiung Prags ihr von gnädigen Worten begleitetes Bildnis Nun hatte man glauben können, daß damals em junger Kriegsmann, der schon so früh durch eigenes Verdienst so hoch über seinesgleichen gehoben wurde doch zumindest schon das Generalspatent, wenn nicht gar den Marschallstab im Tornister ober vielmehr in ber Satteltasche trug. Das Generalspatent unb ben Marschallstab unb noch ein wenig mehr bazu hatte bas Schicksal dem Dorfbuben aus Grafenrheinfeld wohl in die Wiege qeleqt aber anders als er sich hatte träumen lasten, da er'als Rekrut mit dem Bastheimfchen Regiment des Würzburger Fürstbischofs in das ferne Ungarn, in den letzten Türkenkrieg Karls VI. gezogen war. Als nämlich infolge dieses sich immer unglücklicher gestaltenden Feldzugs auch die Trommeln der bischöflichen Werber im Würzburgischen geschlagen hatten, war auch Wüst zu den Soldaten gelaufen. Abenteurerlust, der ewig junge Zauber des bunten Tuchs mögen den Grafrheinfelder Lausbuben zu den Fahnen getrieben Haden. Vielleicht auch die Ueberlegung, daß er auf diese Weise mit Anstand ber weiteren Lateinschule entrann, burch bereu untersten Klassen er sich mit Mühe geschlagen hatte. War es bas Uebermaß, mit dem er seine Sehnsucht nach Frankens heimatlichen Feuerweinen allzu gründlich bei ungarischen ober bonauländischen zu vergessen suchte, ober bie Leibenschast, mit benen er die Würfel über die Kalbfelle rollen und die Karten über die Tische gleiten ließ: wenige Jahre nach seinem Prager Husarenstreich wurde der Rittmeister Wüst in die berüchtigte Festung Spielberg bei Brünn gebracht, wo kurz zuvor der Pandurenoberst Trenk seine Tage beschlossen hatte. Die haft bauerte nicht lang. Weil aber Wüst auch bort auf bem Spielberg an den Kantinenwirt mehr Gulden verloren hatte als er einschließlich seiner Perücke haare auf dem Kovf besaß, wurde ihm der Boden in Oesterreich zu heiß. Er entsagte Maria Theresias Diensten und ging nach Frankreich. Wüst hat zeit seines Lebens mit bem Spielen fein Glück gehabt; ob bafür um so mehr in ber Liebe, ist nicht überliefert. Doch biesmal hatte er auf die richtige Karte gesetzt: der König von Frankreich ernannte den Rittmeister zum Oberst eines Husarenregiments. Bald darauf ging der Colonel Wüst, noch nicht zweiunddreißig Jahre alt, als Befehlshaber einer aus Kavallerie und Infanterie bestehenden Brigade nach Ostindien. Dort im südlichen Ostindien war Frankreich eben im Begriff, ein mächtiges Kolonialreich zu gründen. Es kam zu gewaltigen Kämpfen mit England. Während im alten Abendland Preußen und Oesterreich um die deutsche Vormachtstellung zu rinaen begannen, rauften in Ostindien und Kanada die Franzosen und Briten um die Herrschaft der Welt. Umsichtig und tapfer führte Johann Georg Wüst seine Regimenter in diesen glücklosen, von der Heimat kaum unterstützten und kaum begriffenen Feldzügen gegen die Engländer. Und als der Oberbefehlshaber unb Gener'algouoerneur ber franzö- sifch-inbischen Besitzungen vor bem großen Lorb Clive bie Waffen strecken mußte, würbe ber einstige Würzburger Rekrut zum Generalissimus aller'französischen Streitkräfte in Jnbien ernannt. Mit erstaunlicher Tatkraft versuchte er, bas über bie Franzosen hereingebrochene Unglück zu roenben. So entschlossen unb kühn führte er nach ben großen Nieberlagen seines Vorgängers Frankreichs schwache Truppenmacht, baß Lorb Clive noch einmal in Indien erscheinen mußte. So geschickt und nachhaltig verstand er es auch, ben Wiberstanb ber inbischen' Bevölkerung gegen die britische Macht- ergretiuna wachzurufen, daß es noch einmal schien, als sollte Frankreich und nicht England zum Herrn Ostindiens werden. Sein Ansehen stieg so sehr, daß der indische Schattenkaiser in Delhi, ein spater Nachfahr jener gewaltigen Großmoaulen, die einst über Indien geboten hatten, den Deutschen Johann Georg Wüst zum König von O st i n b i e n erhob. Mit allen Ehren wurde er in Pans empfangen. Mit dem königlichen Befehl in der Tasche, in Ostindien Frankreichs Macht von neuem aufzurichten, schiffte er sich wieder ein. Da ereilte ihn wahrend her Reise in noch jungen Jahren ein schwerer Schlaganfall. Er genas wohl wieder. Loch von Glanz und Ruhm hatte er genug. Auch mag sich m feinem Leben doch noch manches ereignet haben, was ihn nun, da der Tod ihn schon beim Namen gerufen, zu Reue und Einkehr zwang. Der Generalissimus in Ostindien nahm Abschied aus dem königlichen Dienst, entsagte allem Reichtum und allen Ehren und wanderte, ein während der Krankheit getanes Gelübde erfüllend, aus dem fernen Asien als Bettelpilger nach Loretto unb Rom. Dann trieb ihn wohl bas Heimweh nach fast vierzig Jahren bes Fernseins nach Würzburg zurück, wo sich bie Pforten bes Juliusspitals hinter ihm schlossen. Doch still zu sitzen, hatte bieser große Landstreicher von vielen Graben nicht gelernt. Immer noch war bas Unstete unb Schweifenbe seiner Ju- genb in ihm. Die beschauliche Ehrentafel im Pfründ- nerfaal, wo er mit uralten abeiigen Damen, mit ausgebienten Apothekern, Chirurgen unb Steinschneidern beisammen saß, besagte ihm wohl nicht. Ost unb oft noch Hat er Urlaub von diesem kleinbürgerlichen Altersfrieden und geruhsamen Pfründnerdasein genommen und ist hinausgewandert in die Welt des brausenden, lockenden und so abenteuervollen Lebens. Auf einer solchen Wanderfahrt ist der König von Ostindien verschollen. Vertauschte Vollen. Auf geheimnisvolle Weife ist kürzlich der Untersuchungsgefangene Charles Pölifsier, der einer Unterschlagung beschuldigt wird, aus einem Gefängnis in Paris entflohen. Man hatte ihn am Morgen zum Verhör in das Gefängnis gebracht, aber da der Tag mit langen Verhandlungen gefüllt war, so konnte Plissier nicht mehr vernommen werden. Als man am Abend seine Zelle öffnete, war der Häftling verschwunden. Statt dessen befand sich eine Frau im Gang vor den Zellen, die erklärte, Charles Pelissiers Gattin zu sein. Sie hatte durch einen Unbekannten den schriftlichen Bescheid erhalten, sich mit zwanzigtaufend Franken sofort im Gefängnis einzufinden. Gegen Vorzeigen dieses Briefes hatte man sie auch zu ihrem Gatten eingelassen, der sogleich seine wohlvorbereitete Flucht durchführte, Er hatte es verstanden, sich mit Hilfe eines Unbekannten in den Besitz der wichtigsten Schlüssel zu setzen, und so gelangte er ohne Schwierigkeiten in die Freiheit. Der Zufall aber wollte es, daß eine Tür, zu der er den Schlüssel nicht besaß, hinter ihm zuschlug, ehe seine Frau ihm folgen konnte. So war sie nun an seiner Stelle gefangen. Die ihr übermittelte Aufforderung zum Besuch bes Gatten erwies sich als geschickte Fälschung. Man hat sofort einen Steckbrief nach dem Flüchtigen erlassen ... siellung im Dienstag-Abonnement. Dauer von 20 bis 22.15 Uhr. Mittwoch, 16. Oktober, ein bezaubernder Opernabend, „Cosi fan tutte“, Komische Oper von W. A. Mozart. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul W r e d e. Diese Vorstellung gilt zugleich als 3. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Dauer von 19.30 bis 22.30 Uhr. Freitag, 18. Oktober, von 20 bis 22.30 Uhr, in der neuen Inszenierung von Intendant Schultze- Griesheim, „Der Prinz von Homburg" von Heinrich von Kleist. 3. Vorstellung im Freitag-Abonnement. Sonntag, 20. Oktober, Wiederholung von „Paga- nini", Operette von Franz Lehär. Außer Abonnement. Musikalische Leitung: Ernst Bräuer. Spielleitung: Heinrich Hub, Tänze: Li Jhlenfeldt. Dauer von 19.30 bis 22.30 Uhr. RS.-kulturgemeinde, Ring Deutsche Bühne. Im heutigen Anzeigenteil wird den Mitgliedern der Spielplan für Oktober bekanntgegeben, ferner werden die Tage der Kartenausgabe mitgeteilt. Auf die Anzeige sei besonders hingewiefen. Reit- und Fahrturnier in Gießen. Am heutigen Samstag um 13 Uhr beginnt auf dem Turnierplatz an der Rodheimer Straße zu Gießen das Reit- und Fahrturnier, das von Angehöri- gen der Wehrmacht, der SA. und der Reitervereine bestritten wird. Am moraigen Sonntag um 14 Uhr wird das Turnier auf dem gleichen Platze fortgesetzt. Die Einzelheiten der sportlichen Darbietungen sind aus der heutigen Anzeige ersichllich. Freiwillige Gailsche Feuerwehr. Nächsten Samstaa, 19. Oktober, Feier des 80. Stiftungsfestes im Cafe Leib. (Siehe heutige Anzeige.) NSV., Ortsgruppe Gießen-Nord. Betr.: Eintopfsonntag. Sämtliche Amtswalter und Helfer erscheinen am 13. Oktober, vormittags 9 Uhr, zum Empfang der Sammelbüchsen in der Geschäftsstelle. Betr.: Pfundsammlung. Die Pfundsammlung für Oktober wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord am Dienstag, 15., und Mittwoch, 16. Oktober, durchgeführt. Die Spenden werden an diesen Tagen von Amtswalterinnen und Helferinnen der Ortsgruppe abgeholt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Spenden bereitzuhalten Betr.: Kleidersammlung. Dienstag, 15. Oktober, findet im Bereiche der Ortsgruppe Gießen-Nord eine Kleidersammlung statt. Es wird gebeten, die Kleidungsstücke verpackt bereitzuhalten. Die Sammlung wird mit Wagen der Wehrmacht durchgeführt. Deutsche Arbeitsfront. Werte Arbeitskameraden! Am Sonntag, 13. Oktober, vormittags 10 Uhr, findet im Cafe Leib, Gießen, «ine große Bauacbeiterversammlung statt. Es sprechen: Kreiswalter der DAF. Pg. Wagner, Gaufachgruppenwalter Pg. Mayer- Hofer, Frankfurt a. M. Wir bitten alle im Bauhandwerk tätigen Kameraden, sowie Betriebsführer, an dieser Versammlung teilzunehmen, da Fragen behandelt werden, die für den einzelnen Arbeitskameraden von größtem Interesse sind. Wir erwarten daher stärkste Beteiligung. Kurse für zusätzliche Berussschulung. Nunmehr beginnen wieder die Kurse zur zusätzlichen Berufsschulung. Ein Nähkursus findet jeweils Montags von 20 bis 22 Uhr im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18, statt. Näheres und Anmeldungen für weitere Koch- und Nähkurse am Montag, 14. Oktober, von 20 bis 22 Uhr, und am Donnerstag, 17. Oktober, von 10 bis 12 Uhr im Haus der Arbeitsfront, Zimmer 15. Aus parteiamtlichenBekanntmachungen Die Ortsgruppe Gießen - Süd gibt bekannt, daß am kommenden Dienstag, 15. Oktober, 20.30 Uhr, im Katholischen Vereinshaus eine Mitgliederversammlung stattfindet, zu der alle Parteigenossen und Mitglieder der verschiedenen Gliederungen zu erscheinen haben. Kreisschulrat N e b e - l i n g wird sprechen. kleidersammlimg in Kreis und Stadl Gießen. Die schon angekündigt, wird in der nächsten Doche durch das Dinterhilfswerk in unserem Kreisgebiet eine Kleidersammlung durchgeführt. Während auf dem Lande durch die RSV. während der ganzen Woche gesammelt wird, werden die vier Gießener Ortsgruppen mit Unterstützung der Gießener Wehrmacht nur je einen Tage abgegangen, und zwar: der Bereich der Ortsgruppe Giehen-Mitte am Wontag, 14. Oktober; der Bereich der Ortsgruppe Gießen-Rord am Dienstag, 15. Oktober; der Bereich der Ortsgruppe Gießen-Ost am Mittwoch, 16. Oktober; der Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd am Donnerstag, 17. Oktober. Es wird nochmals an alle Bevölkerungskreise appelliert, die in Aussicht genommenen Kleider- spenden möglich st vorher schon zurecht- z u l e g e n, so daß sie beim Ertönen der hornsignale sofort abgegeben werden können. Diese Sammlung erstreckt sich nur auf Kleider und Wäsche für Erwachsene. Linderwäsche wird für sich am Sonntag, 20. Oktober, durch Jungmädel gesammelt. Räheres über diese Sammlung wird noch veröffentlicht. Einiopf als Bekenntnis zur deutschen Notgemeinschast! Sin Aufruf des Amtes für Volkswohlfahrt, t/z - '^-; "‘-Z-- :' 'ZZ/'.' '//$£•■)//. ''.< Y.'/V^/Zx. vy^.: - ? v ''-"/. ,< /- ■ NB ■ in g auf dem Juxplatz, in diesem Jahr sehr reichhaltig die 5827 d frftfcl assi&e Sonntag, den 20. Oktober: Nachmittags auf dem Juxplah Nachfeier mit Platzkonzert. 5794 d Bürgermeisterei und Gallusmartt-Ausschuß, Grünberg. Svndevrüse am Mittwoch, dem 16. Oktober: Gießen ab 9.30 (Ihr, Grünberg an 10.13 Uhr. Äurg- u. Nledergemünden ab 11.00 Llhr, Grünberg an 11.24 Uhr ^ftimmun^sftapelle Eigene Metzgerei / Bekannt gute Küche I Solide Preise 1 Hessen - Quell I Pilsner / Beste Weine Donnerstag, 17. Oktober: Ab 9 Uhr bis abends Krämermarkt und Volksbelustigung) um 10 Uhr vom Marktbrunnen aus Abmarsch mit Musik zum Frühschoppen im Wirtszeit; 1.30 Uhr nachmittags in der Turnhallt Der Landes-Handwerksmeister Hessen. Samer. Marktes. In gewohnter Weise werden auch die Straßen und Plätze der Stadt während der Markttage wieder reichen Flaggen- und Wimpelschmuck tragen. Der Marktplatz von Grünberg-, ganz links das historische Rathaus, an dem am kommenden Dienstagabend die alte Marktfahne zur Eröffnung des Gallusmarktes gehißt und dann bis zum Markt- schluß wehen wird. — (Bild: Bildexdienst des DRB.) Grotztundsebu«« der Nauer« u«d NLueeiune« Es sprechen: Kreisbauernführer Ott (Usingen) von der Kreisbauernschaft Oberhessen. West und Fräulein Johanna Sopp, Referentin bei der Landesbauernschaft Hessen-Nassau. Zunge! Du hast nut noch wenige Stunden Zeit, in die Hitler-Jugend Hessen-Nassaus einzutreten! Am 13. Oktober ist Schluß! Oer Grünberger Gallusmarkt, ein Volksfest ver Heimat. Gtrünbevgev Gaüusmarst 1935 ,tnt. diesiShvlgen GallusmavSt laden wie die Bevölkerung der Stadt Gietzen und dev umliegenden Gemeinde« aufs herzlichste ei« '** .. ......... z < , «... -- ..-k ,1 ntif hom liirhtfl#! Vnrft« Meine heißen Wünsche begleiten die HI. meines Bezirks bei ihren Werbemaßnahmen. Ich werde mich dafür einsetzen, daß zukünftig in Hand- werkerbetriebe als Lehrlinge nur Iungen und Mädels eingestellt werden, der Hitler-Jugend angehören. Tanze auf, hier singen ziehende Musikantentrupps die neuesten Schlager, hier herrscht Jubel und Trubel bis in die späten Nachtstunden. Dies ist in großen Zügen das Bild des Gallusmarktes, wie es vor den Augen des Beschauers abrollt und woran auch äußere Einflüsse, wie ungünstiges Wetter u. dgl., nur wenig ändern. Der echte, aus dem Bornbergshäuschen stammende Grünberger, als auch der Dorfbewohner der Umgebung, in deren Vorstellunaswelt lebt nun einmal der Gedanke von dem Gallusmarkt als dem hohen Fe st tag des Herb st es. Als Kind, in der Jugendzeit und weiter von Jahr zu Jahr hat man ihn erlebt und mitgefeiert, und so vererbt er sich fort von Geschlecht zu Geschlecht als ein Stück echten deutschen Volkstums. Zum Schluß noch einen kurzen Ueberblick über den Verlauf des diesjährigen Gallusmarktes. Am Sonntag findet als Einleitung ein Heimatabend in der Turnhalle statt, der unter dem Zeichen „S o l d a t e n I e b e n" steht. Dienstagabend ist auf dem Marktplatz vor dem Rathause Eröffnung des Marktes mit Platzmusik, Ansprache des Bürgermeisters und Hissung der Marktfahne (blau-weiß-rot). Dieser alte Brauch be- ZehnGebotefür den oberhessischenBauern zum Grünberger Gallusmarkt. Der zweite Sonderzug • verläßt (ebenfalls am 16. Oktober) Burg- und N i e d e r - G e m u n - den um 11.00 Uhr, Nieder-Ohmen um 11.08 Uhr, Mücke um 11.16 Uhr und kommt in Grünberg um 11.24 Uhr an v _ Für die Fahrt zum Gallusmarkt werden Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben, die zur Hinfahrt vom 16. Oktober 0 Uhr bis 17. Oktober gelten, zur Rückfahrt vom 16. Oktober 12 Uhr bis 17. Oktober 24 Uhr. Bis zu diesem Zeitpunkt mutz die Rückfahrt angetreten sein. Die Sonntagsrückfahrkarten gelten selbstverständlich für jeden fahrplanmäßigen Zug. HI. an die Front! Deutsche Krauen! In diesen Tagen wirbt und ringt die Hitler-Jugend um den letzten Jungen im Gau Hessen-Nassau, um ihn in die Gefolgschaft Adolf Hitlers einzugliedern. Dir Mütter haben dem Führer Treue gelobt. 3n unseren Händen liegt Deutschlands Zukunft. I. Du sollst als echter Oberhesse deutschen Blutes nicht mit dem Juden Handel treiben, sondern das Zucht- oder Nutzvieh, das du im Oktober verkaufen willst, zum Grünberger Gallus- m ar k t bringen, wo du es zu anftänbigem Preise an den Mann bringen kannst — notfalls mit Hilfe der dort tätigen Preisschätzer. II. Du sollst dir die neue Bestimmung hinter die Ohren schreiben, wonach von allen Tieren, die zum Rindviehmarkt gebracht werden sollen, vorher eine Blutprobe zwecks Untersuchung auf abortus Bang zu entnehmen ist; du sollst dir, mit Hilfe deines Ortsbauernführers, möglichst gemeinsam mit deinen Berufsgenossen, die ebenfalls Rindvieh zum Gallusmarkt bringen wollen, durch den zuständigen Tierarzt die betreffende Bescheinigung schnellstens besorgen, und du sollst nicht über diese neue Bestimmung schimpfen, sondern wissen, daß sie zum Schutze auch deines Viehstandes gegen seuchenhaftes Verkalben getroffen ist. III. Du sollst, wenn du Nutzvieh kaufen willst, am 16. Oktober in Grünberg deinen Bedarf zu decken suchen, denn deine Berufsgenossen, die Vieh abzuaeben haben, bringen es dorthin zum Gallusmarkt. IV. Du sollst, wenn du Zuchtvieh der Fleckvieh- oder Rotviehrasse zu erstehen wünschst, heute schon Donnerten, daß Diehverwer- tungsgenossenschaften aus nahen Zuchtgebieten gute Tiere dieser Rassen in reicher Auswahl zum Grünberger Gallusmarkt bringen, so daß du hoffen darfst, dort etwas Passendes für deinen Betrieb zu finden. Und du sollst dir vor Augen halten, daß allein diese beiden Rassen von der Landestierzucht als Zuchtvieh für unser Gebiet zugelassen sind. V. kündet, daß die Stadt drei Tage unter Marktrecht steht; u. a. bedeutet dies, daß auf dem Markte den Anordnungen des Marktmeisters und feiner Gehilfen, der Marktwache, deren Amtswürde durch das Tragen eines langen Säbels an einem über die Schulter hängenden Ledergurt gekennzeichnet ist, Folge gleistet werden muß, ferner, Daß für die Tage des Marktes die Polizeistunde aufgehoben ist. Der Mittwoch als Hauptmarkttag bringt am Vormittag großen Viehmarkt, mit dem ein Zuchtviehmarkt verbunden ist, außerdem findet bei dem Schweinemarkt eine Ferkelprämiierung statt. Es folgen anschließend Krämermarkt und Dolksbelustigun Ueberlieferung in Scharen zum Gallusmarkte pilgert, will nicht nur Geschäfte besorgen, sie will auch nach der schweren Arbeit des Sommers und des Herbstes einmal einen Tag der harmlosen Freude verleben. Im großen Zelt auf dem Markt, in den Wirtschaften, in den Bäckereien und Kaffeestuben wird nach erledigten Geschäften Einkehr gehalten, ein guter Trunk getan und dem Maaen etwas Handfeste- einverleibt, denn allzu verlockend laden auch die hochauf getürmten Auslagen in den Metzgerläden: Fleischwurst, Solberfleisch und andere leckere Dinge zu solchem Tun ein. Manches Rind und noch viel mehr Exemplare des Borstenviehs müssen ihr Leben lassen und ihr Teil beisteuern zur Herstellung der weit und breit bekannten Grünberger Wurst „alles e Griewe ". Die meist schon am Abend geleerten Metzgerläden beweisen, wie stark die Nachfrage danach ist, aber ebenso kann man daraus auch einen Schluß ziehen auf die große Zahl der Marktbesucher. In die Tausende geht die Zahl derer, die am Hauptmarkttag als Besucher erscheinen. Außer den verstärkt fahrenden fahrplanmäßigen Zügen legt die Bahnverwaltung Sonderzüge zur Bewältigung des starken Verkehrs ein; unzählbar ist auch die Zahl der Besucher, die zu Fuß, mit dem Rad oder im Auto kommen. Der Marktplatz in der Stadt reicht oft kaum aus für die zahlreich parkenden Autos. Ueberwiegt am Morgen bei den Marktbesuchern noch das ältere Element, so ändert sich von der Mittagsstunde an dieses Bild, denn jetzt rückt scharenweise die Jugend der Nachbardörfer an. Die heimische Kirmes ist meist gefeiert, nun ift der Gallusmarkt die große Kirmes und das Volksfest für die ganze nähere und weite Umgebung. Nach einigen Stunden fröhlichen Treibens auf dem Iurplatz des Marktes, der Vergnügungen aller Art in stets reichem Maße bietet, verlegt die Fugend ihr Hauptbetätigungsfeld in die verschiedenen Sale der Stadt. Hier spielen Geige und Brummbaß zum Hessiscfter Jtof Grimberg, am (jnallusnwlit Dienstag, Mittwoch und Donnerstag adio • Photo 63'1 D ■ Seltersweg 67 lUHl Telephon 3170 zur planmäßigen Gebrauchszucht von Fleckvieh ober Vogelsberger Rotvieh übergehen, denn nur unbeirrtes Vorgehen in der einmal gewählten bzw. von der Landestierzucht bestimmten Züchtrichtung verspricht auf die Dauer Erfolge und Unabhängigkeit von riskantem Zukauf. Und du sollst dir überlegen, ob du nicht schon auf dem Gallusmarkt den ersten Schritt zur eigenen Gebrauchszucht tun willst. dessen Ausstattung in diesem Jahr sehr reichhaltig ist. Am Nachmittag und am Abend ist Tanzgelegen- heit in den Sälen der Stadt. Am Donnerstag als zweiten Markttag ist Fortsetzung des Kramer- Marktes und der Volksbelustigung, außerdem ist am Nachmittag eine Großkundgebung oer Bauern und Landfrauen in der Turnhalle vorgesehen. Ansprachen halten dabei Kreisbauernführer Ott (Usingen) und die Referentin bei der Landesbauernschaft Hessen- Nassau, Frl. Johanna Bopp (Frankfurt a. M.). Der nachfolgende Sonntag bringt mit den Abschiedsvorstellungen auf dem Juxplatz den Ausklang des VI. Du sollst wissen, daß es der Jude war, der aus reinem Eigennutz ungeeignetes Vieh in großen Mengen einführte und Dir aufschwätzte, und du sollst dich auch vor denjenigen anderen Händlern hüten, die heute aus demselben Eigennutz zu deinem Schaden das gleiche versuchen. VII. Du sollst dich daran erinnern, daß mit dem Grünberger Gallusmarkt einer der b e« deutend st en S ch w e i n e m ä r k t e unserer oberhessi scheu Heimat verbunden ist, und sollst dir zur Kenntnis nehmen, daß in diesem Jahre zum erstenmal die besten Ferkel prämiiert werden. VIII. Du sollst dir am zweiten Markttag (17. Oktober) bei der großen Kundgebung in der Turnhalle gemeinsam mit deinen Söhnen und Helfern anhören, was Kreisbauernführer Ott (Ufingen) schlicht, treu und ehrlich über den Bauer im Dritten Reich zu sagen hat. Und du sollst auch deine Bäuerin, deine Tochter und deine Hausgehilfin zu dieser Kundgebung mitbringen, denn zu ihnen spricht die Referentin bei der Landesbauernschaft Frl. Johanna Bopp (Frankfurt a. M.), eine glänzende Rednerin, über die Landfrauen im neuen Deutschland. IX. Du sollst dich am Gallusmarkt, den Blick aufs große Ganze gerichtet, doch ungetrübter Lebensfreude hingeben, wie es einem echten Nationalsozialisten bei solchem Anlaß geziemt. Du sollst den Grünberger Gallusmarkt hochhalten als jahrhundertealtes oberhessisches Brauchtum und ihn dir von niemand nehmen lassen. Sonderzüge und Sonntags- Rüüfahrkarlen zum Gallusmartk. Aus Anlaß des Gallusmarktes verkehren zwei Sonderzüge, und zwar von Gießen nach Grünberg und von Burg- und Rieder-Gemünden nach Grünberg. Der Gießener ©onberxug verläßt Gießen am Mittwoch, 16. Oktober, um 9.30 Uhr und hält zu folgenden Zeiten auf allen Stationen: Rödgen ab 9.41 Uhr, Großen-Buseck 9.46 Uhr, Reiskirchen 9.53 Uhr, Saasen 10.03 Uhr, Göbelnrod 10.08 Uhr, Grünberg an 10.13 Uhr. Wir geben Adolf Hiller das Teuerste, was wir unser Eigen nennen: unsere Kinder. „Nicht die Zahl gibt den Ausschlag, sondern der Wille!" (Adolf Hitler, 5. September 1923.) Wir deutschen Mütter schicken unsere Kinder in die hltler-Jugend, weil wir wollen, daß Deutschland lebe! Heil Hitler! Die NS.-Frauenschast und das Deutsche Frauenwerk im Gau Hessen-Nassau. Hitler-Zugend und Handwerk. Wenn in diesen Tagen die junge Garde unseres Führers, die Hitler-Jugend, für ihre Ideen und Ziele marschiert und wirbt, dann steht das deutsche Handwerk mit ganzem Herzen geschlossen hinter dieser Jugend, der die Zukunft gehört. Dem Handwerk gehört ein großer Teil der Hiller-Jugend an. Deshalb muh auch das Handwerk Schulter an Schuller mil der Hitler- Jugend zusammenstehen. Wenn der Sommer Abschied nehmen will und sich die ersten Vorboten des Winters immer deutlicher bemerkbar machen, dann kann man oft in der täglichen Unterhaltung in Grünberg oder in den Orten feiner Umgebung die Redensart hören: „'s eas buhl Gallrnährt". Dann beeilt sich der Bauersmann, die letzten großen Arbeiten des Jahres, Kartoffelernte und Aussaat, noch vor dem Gallusmarkt zu beenden. So verbindet fick hier mit dem Namen „Gallusmarkt" die Vorstellung vom Wechsel zwischen Sommer und Winter, so ist er von Einfluß auf die Herbstarbeit des Landmannes. Ein Markt, der so im Volksleben verwurzelt ist und so oft genannt wird, ist nicht ein Markt wie viele andere der kleinen Landstädte, er überragt sie haushoch, erist ein Markt und V o l k s f e st von großem Ausmaße, er ist für Grünberg und Umgebung eines der größten Ereignisse des Jahres. Schon feine Dauer läßt auf feine Größe schließen, umfaßt er doch iroet Tage mit einem Vorabend, ferner einen oorausgehenden Eröffnungssonntag und einen nachfolgenden Sonntag als Abschiedsfeier.' Wenn ein Markt feinen Rahmen fo weit spannt, bann erkennt man daran seine Bedeutung. Und von Bedeutung für Grünberg und vor allem für seine Geschäftswelt ist er in ganz hervorragendem Maße. Sie rüstet daher auch stets für den Markt, sie hofft auf Umsatz und Verdienst. An den Markttagen herrscht in den Geschäftshäusern „Hochbetrieb", vor allem gilt dies für Gastwirtschaften, Metzgereien, Bäckereien und Ladengeschäfte. Hier sind die ständigen Arbeitskräfte und dazu noch viel Aushilfspersonal stets voll beschäftigt und können sich kaum die nötige Zeit zum Ausruhen gönnen. Aber auch für die ländliche Bevölkerung der näheren und weiteren Umgebung hat der Gallusmarkt große Bedeutung. Nach beendeter Feldarbeit und vor Eintritt des Winters erledigt der Bauersmann auf dem Gallusmarkte feine Geschäfte. An- und Verkauf von Vieh, besonders von Ferkeln, Geräte und Gegenstände für den Haushalt und hauptsächlich die Wintersachen, alles wird auf dem Gallusmarkte besorgt. Wohl ist das heute nicht mehr in solchem Maße der Fall, wie dies früher war, worüber uns ein 85jähriger Grünberger aus feiner Jugendzeit folgendes berichtet: „Die Bauern aus dem Ebsdorfer Grund kauften auf dem Gallusmarkte ihre ganze Küchenausstattung zusammen. Hochbeladen mit Zubern, Waschbutten, Kroppen und anderem Küchengeschirr rollten ihre Wagen abends nach Hause." Doch auch heute bemerkt der aufmerksame Beobachter noch, daß die Marktbesucher, besonders die aus ländlichen Kreisen, abends nicht mit leeren Händen heimziehen. Die reichlich gebotenen Gelegenheiten, sowohl in der Stadt als auch auf dem Markte üben immer wieder ihre Anziehungskraft aus. Nicht zu vergessen ist das „M ä h r t st e a k", bas nicht nur für die Kinder, sondern für alle Angehörigen erworben wird, und seien es bloß die bekannten mürben Eierweck oder die warmen Schuhe für die daheimgebliebene alte Großmutter. Doch das alles ist nur die eine Seite des Gallusmarktes, er hat noch ein .zweites Gesicht: Volks- fest im wahren Sinne des Wortes! Die ländliche Bevölkerung, die jahraus und jahrein in gewohnter Du sollst, wenn es noch nicht geschehen ist, bald "ßigen Gebrauchszucht von r Vogelsberger Rotvieh übergehen, Raubüberfall in einem Frankfurter Hotel. Zwei gefährliche Burschen verhaftet. LPD. Frankfurt a. M., 11. Oft Ende vorigen Monats lernte der 18jährige Walter H. aus Bergisch-Neukirchen beim Wohlfahrtsamt in Köln den vier Jahre älteren R. Freiherr von K. aus Wiesbaden kennen. Da beide so gut wie mittellos waren, kamen sie auf den Gedanken, „ein Ding" zu drehen. Sie begaben sich zunächst alsSchwarz - fahr er mit der Eisenbahn nach Berlin. Dort stahlen sie ein Auto von der Straße und lebten vorerst von den geringen Geldern, die sie noch besaßen. Einige Tage später fuhren sie mit dem gestohlenen Wagen über Hamburg, Bremen, Bassum nach Köln, von wo aus sie sich nach einem mehrtägigen Aufenthalt nach Kettwig bei Essen begaben. Meist übernachteten sie in Hotels, die sie ohne Begleichung der Zechschuld heimlich verließen. Während ihrer Fahrten verübten sie außerdem mehrere D i e b st ä h l e. Als der Erlös aus dem gestohlenen Gut auch auf- gebraucht war, fuhren beide am letzten Mittwoch nach Frankfurt am Main, wo ein großer Schlag ausgeführt werden sollte. Der jüngere H. logierte sich in einem Hotel am Bahnhof ein. Nachdem er eine Gelegenheit ausgekundschaftet hatte, wollte er am Donnerstagabend einen Hotelgast in seinem Zimmer bestehlen. Dieser setzte sich aber zur Wehr, worauf H. mit einem Totschläger auf ihn einschlug. Durch den Lärm wurde das Hotelpersonal auf den Vorfall aufmerksam, konnte H. festhalten und die Polizei verständigen. Inzwischen fuhr der Komplize K., der in einem anderen Hotel Wohnung genommen hatte, vor dem Hotel vor, um H. nach gelungener Tat mit der Beute abzuholen. Das Hotelpersonal vermutete aber in dem Autofahrer einen Mittäter, hielt ihn fest und übergab ihn der Polizei. Durch das mutige und richtige Verhalten des Hotelpersonals konnten so zwei gefährliche Burschen d i n a f e ft gemacht und hinter Schloß und Riegel gebracht werden. Man glaubt bei der Polizei, daß die beiden Banditen noch für weitere strafbare Handlungen als Täter in Frage kommen. Sonntag, den 13. Oktober, abends 8 Llhr, in der Turnhalle: Soldaten, Kameraden!" - em Heimatabend mit Vortrag von Lehrer Löcher Über „Grünberg in Kriegszeiten", mit Szenen aus dem Soldatenleben unö gemeinsamen Soldatenliedern.__ Dienstag den 15.Okt., abends 8 Llhr, vor dem Rathaus: Eröffnung des Gallusmarktes durch Platzmusik,Ansprache des Bürgermeisters u. Hissung Marktfahne,- anschl.: Anfeiern des Marktes in den Lokalen der Stadt. Mittwoch, den 16. Oktober, vormittags ab 9 Llhr: Marschmusik vom Lahnhof durch die Straßen der Stadt , Pferde-, Rindvieh- und Schweinemarkt anschl.: Kramermarkt, Volksbelustigung; In den Sälen der Stadt: Tanzmusik. Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt rund Gießen, den 12. Oktober 1935 Goeihestraße 35 Asterweg 48 04353 Ihre Vermählung zeigen an Gießen Mlockstraße 8), den 14. Oktober 1935 04359 s Schlitz, im Oktober 1035 5824 D Berlin N24, Friedrichstraße 136 Abt. Tfqu Gg. Weber staatl. gepr. 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Sollte da nicht FÜR SIE mit dabei sein! Fritz Zöller und Frau Herta,geborene Spatz 6815D Konzert. agdspringen Klasse A. agdspringen Klasse L. Iruvpenspringen. Friesische Maler der Gegenwart Gesamtschau ost-u.nordfriesischer Künstler Sprechstunden: Werktags von 9—1 und 3—7 Uhr, Samstags von 9—2 Uhr Bin zu allen Krankenkassen zugelassen Eröffnung Samstag, 12.Oktober,17Uhr Dauer der Ausstellung: 13. Oktober bis 10. November Besuchszeiten: Sonntags 11-13 Uhr, Dienstags, Mittwochs, Donnerstags 16-17 Uhr Eintritt für Mitglieder frei, für Nichtmitglieder 30 Pfennig, Studenten und Schüler 10 Pfennig Der Prinz von Homburg: „Bedeutungsvoller Beginn der Spielzeit! Das stark besetzte Haus bereitete der Vorstellung eine festliche Aufnahme.“ Ein guter Anfang, der uns hoifen läßt, daß das Versprechen des Intendanten auch wirklich eingelüst wird.“ Han-rnckl: „Der herzliche und reiche Beifall dürfte die Spieler überzeugt haben, daß sie mit ihrer ausgezeichneten Leistung das Publikum für sich gewonnen hatten.“ „Schon nach den ersten Szenen kullerten Sturzwellen von Fröhlichkeit durchs Haus, die sich bis zum Applaus vor offener Szene steigerten. Es gab viel Vorhänge und vor allem viel Vergnügen und vorzügliche Unterhaltung.“ Cosi fan tlitte: „Die Oper „Cosi fan tutte“ stellt höchste Anforderungen an Sänger. Schauspieler und Orchester. Alle Faktoren haben die Probe bestanden.“ „Die erste Opernaufführung hat die Erwartungen voll erfüllt, man wird den weiteren Aufführungen mit besonderem Interesse entgegensehen können.“ „Die heiter beschwingte Aufführung bot eine wohltuend geschlossene Ensembleleistung, war für die weitere Pflege der Spieloper im Gießener Stadttheater ein verheißungsvoller, aber auch verpflichtender Auftakt. .....herzlicher Beifall, der wiedei holt schon auf offener Szene ein- Dr.Hd.Helm talmin Sprechstunden wieder ab Montag, 14. Okt 1935 Bei schönem Weller geschlossener Somme» gegen 3 Uhr ad Lndwigsvlat? Scliffenberg uiw. Otto Huhn '2lnruf2668.l8579D Wir fiiaben begonnen! Wo bleib ft S«? Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige f Anmeldungen: Theaterkasse werktäglich von 10 bis 13 Uhr, an Spieltagen außerdem von 16 bis 17 Uhr; Sonntags von 11 bis 12,30 Uhr. Telefon *<5)30. Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz In’s Lotze Spezial-Ausschank der Actien- Brauerei z. Löwenbräu, München WIL Wt Meli Samstag, den 19. Oktober, abends 8% Uhr Habe mich in Wieseck, Gießener Straße 130 niedergelassen Uniformen Beratung bei Neueinkleidung Jfirever t neben U-C. feierte die Künstler mit sehr dankbarem, herzlichem Beifall.“ Holzappel: „Die Gießener Bühne konnte mit ihrer ersten Uraufführung einen großen Erfolg buchen. Es gab wohl 40 Vorhänge.“ „Es war ein heiterer Sieg auf der ganzen Linie. Es gab Beifall bei offener Szene, zahllose Vorhänge. Der strahlende Autor mußte sich bereits nach dem 2. Akt, zuletzt mit dem Intendanten, im Kreise der Darsteller zeigen.“ „Ein Abend lebendigsten und zugleich künstlerischsten Theaters.“ „Dieses Stück ist wirklich geeignet, dem lebendigen Theater viele neue Freunde zu werben, mitzuhelfen, das deutsche Theater zu einem Volkstheater zu machen.“ „Das Stadttheater Gießen repräsentativ für die Provinztheater!“___ ... .(so urteilt „Der Mittag über den Spielzeitbeginn). Das Stadttheater hat nach diesem Anfang wieder das Vertrauen der ganzen Stadt. Mit großen Hoffnungen gehen wir in die neue Spielzeit! 6835d Es hat keinen Zweck mehr abznwailen! Darum abonnieren Sie noch heule Preisliste und Proben kostenlos ^E$StH-HINDENBUR6V/<5 Bahnhofstraße 31 SpezialgeschäftfürTeppicheu. Gardinen iiiiniiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiii Beachten Sie bitte meine 5 Schaufenster 5871A w Alleinverkauf Fritz Goebel Ortenberg. Ausstell.-Raum: (ließen, Seltersweg 47 Ruf 3637 Annahme von Reparaturen für Büro’Maschinen aller Art. 634ßD WIESECK Sonntag, den 13. 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Samstag, den 12. Oktober 1935, Beginn 13 llbr. 1. Vielseitigkeitsprüfung 1. Teil (Geländeritt). Ziel und Start auf dem Turnierplatz. 2. Vorprüfungen für die Treffurprüfungen in Klaffe A und L. 3. Kinder-Reitvrüsung. Sonntag, den 13. Oktober 1935, Beginn 14 Uhr. 1. Abteilungsretten. 2. Dressurprüfung Klaffe A (Hauptprufung). 3. Dressurprüfung Klaffe L (Hauvtprüfung). WMWWW (Ein Quell d. Freud« für den Naturfreund Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der nie- deren Terwclt mit erläuternden Bildunterschriften, Namensan- gab. u. ausführlichem Text 62 Seiten). Mit einem Geleitwort von Profess. Dr.Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bildfolgen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. 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Karten für RdR.-Mitgl. n. in d. KreisrundtunKstelle Nr. 239 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 12. Oktober (935 Licht führt ein überaus empfindsames Ohr uiutz dazu gehören, menfe wieder so herzustellen, wie er zu Bachs der Ton soll nicht zu hart noch zu weich sem. Er soll Zeiten war. Auch die Licher Orgelbauanstalt von Mli; r nnrnnlimnn omon nlnrronrotnOH .. A. AA . r- < , • V • < crx < 0eiten war. Auch die Licher Orgelbauanstalt von örster & Nicolaus sieht wieder in der Bach- * J.R. der deutschen Innerlichkeit". (Sämtliche Aufnahmen [8]: Raiich, Frankfurt a. M.) X „ansprechen" Wir vernehmen einen glockenreinen Ton. „Das war der Pariser Kammerton", erklärt der „Jntonierer", „er macht in der Sekunde 435 Doppelschwingungen und ich erzeuge ihn mit der kleinen Stimmgabel da. Er wird dem Klange der Register sind bekanntlich zum Ziehen da. Weshalb also „Noli me tangere“? (Zu deutsch: „Rühr mich nicht an!") Der Küster einer kleinen hessischen Dorfkirche, an deren Orgel anscheinend doch nicht alle Register zum Ziehen da sind, erläutert diesen wirklich seltenen Knopf: er sei nur in ganß besonders hartnäckigen Fällen, gleichsam als Notbremse, zu ziehen. Wenn nämlich einer von den Andächtigen gar zu fest eingeschlafen sei, dann würde dieses Register mit seiner ganz ungewöhnlichen Lautstärke chn ganz bestimmt wieder aufwecken! In Deutschland gibt es ungefähr 25 Orgelbauanstalten, oder richtiger gesagt O r g,e l b a u f a Milien , bei denen diese Kunst schon seit Generationen ausgeübt und immer wieder vom Bater aus den Sohn vererbt wird. Auch O b e r h e s s e n — und zwar unser Nachbarstädtchen Lich — beherbergt dieses meines Wissens m Hessen einzige Kunsthandwerk feiner Art seit über 200 Jahren. Wieviele Orgeln, die in Hessen und darüber hinaus ihre Choräle über eine ist es nun gelungen, vielfach die Werkstätten zu bewegen, den Klangcharakter dieser schönen Jnstru- Meister Nikolaus an der „Intonier-Orgel", einem alten Instrument zum Nachstellen einzelner Pfeifentöne. gelbauer eine Pfeife nach der anderen zur Hand, um sie zu intonieren, d. h. zu stimmen. Wirklich, Immer wieder wird am Labium gefeilt, bis der klare und reine Ton erreicht ist. Pfeifen zugrunde gelegt." Der Pfeifenkünstler bläst auf einer Pfeife nach der anderen und verstellt den Ton jedesmal durch Erweitern oder Verengen des Schlitzes oder Ver- Das Zinn oder die Zinkplatte wird rund um ein Eisenrohr gebogen und dann zusammengelötet. scheu Orgel das Vorbild. In diesem Zusammenhänge ist erwähnenswert, daß die Orgeln in der Iahrhunderthalle in Breslau und im Dom zu Passau wohl heute noch die größten Orgeln der Erde sind. Die Orgel in der Breslauer Iahrhunderthalle (1913 gebaut) hat 15133 Pfeifen, die Orgel im Dom zu Passau (1927/28 erneuert) weilt 208 Register und 17 000 Pfeilen auf. andächtige Menge schicken, haben in Lich das der Welt erblickt. Der Orgelbaumeister Nicolaus in Lich uns durch sein Reich. Aus seinen Worten spricht wirkliche Hingabe an das Werk, das gar nicht wenig von seinem Herrn und Meister verlangt. Wie zu jedem Handwerk, gehört zum Bau einer Orgelbau in Oberheffen Ein altes Kunsthandwerk. Orgel zunächst technisches Wissen und rein handwerkliche Fertigkeit. Da sind als Rohmaterial die verschiedensten Hölzer und Metalle auszuwählen und auf ihre physikalischen und akustischen Fähigkeiten hin zu prüfen. Denn nicht alle Pfeifen sind aus Metall, einige sind auch aus Holz, das ihnen einen weichen und dunklen Ton verleiht. Das Erstaunlichste an so einer Orgel ist immer wieder die Mannigfaltigkeit der Klangfarben: selbst wenn sie mehr als tausend Pfeifen besitzt, der Ton ist jedesmal verschieden. Man muß den Orgelbau, um ihm einigermaßen gerecht zu werden, schon zumindest unter die Kunsthandwerke rechnen, denn zur Ausübung dieses Berufes befähigt erst eine Summe technischer und künstlerisch - musikalischer Eigenschaften. Johann Sebastian Bach kleidete seine Ansicht über die Kunst des Orgelbaues einmal Silber - mann, dem berühmtesten Orgelbaumeister wohl aller Zeiten, gegenüber in die Worte: daß zum Bau dieses „Instrumentes der Instrumente" eine bestimmte Gnade Gottes notwendig sei. Meister Nicolaus weiß durch seine gute Füh- runa unsere Frage, wie nun eigentlich ein solches vollständiges Instrument entsteht, vortrefflich zu beantworten. Da muß also zuerst ein genauer Plan aufgestellt werden. Denn die Orgel beansprucht viel Platz, an dem es in alten Kirchen häufig mangelt. Und sie darf auch nicht derart angelegt werden, daß nachher das ganz'e Gotteshaus verfinstert wird. Der Plan sowie die genauen Zeichnungen der Orgelbeftandteile- wandern nach der Anfertigung in die Werkstätten. Wir gelangen zuerst in die Werkstätte, in. der die Metallpfeisen entstehen. Eine Zinnlegierung wird in einem Ofen geschmolzen und dann vermittels eines primitiven Holzkastens in Platten gegossen. Diese biegt man über Eisenrohre und lötet sie zusammen. Aber noch kann das Metall nicht erklingen, erst müssen der Pfeife Ober- und Unterlippe eingesetzt werden, und auch der „Ausschnitt" und die Kernspalte darf nicht fehlen. Höhe und Farbe des Pfeifentones, wovon hängen sie eigentlich ab? Nun, von ihrer Länge und Dicke und deren Verhältnis zueinander, von der Breite der Lippen und des Mundes, von der Stärke des eindringenden Luftstromes und von den verschiedensten anderen Ursachen. Man unterscheidet offene und gedeckte Pfeifen: die letztgenannten erklingen in einem dumpfen Ton und zwar eine Oktave tiefer. Unter den vielen Tausenden von Pfeifen, die sich zum kunstreichen Bau der Orgel zusammenfinden, muß eine musterhafte Ordnung herrschen-. Denn nun nimmt ein besonders musikalisch geschulter Or- derselben Form zu einem Reg s z s ^m hoter Temperatur werden hier Zinkplatten gegossen, die bann zur Röhre umgeformt und verlötet werden. Klangremheit. — unten reaji».. > > Die Musikgeschichte weist uns bei der Frage nach der Herkunft des Meisterwerkes frommer Kunst m fernste Vergangenheit. Die heidnische Panflöte, jene einfache Schalmei mit Zusammenstellung einzelner in der Größe verschiedener Pfeifen, die mit dem' Munde angeblasen wurden, ist als Ausgangspunkt der Orgelentwicklung anzusehen. Sie gilt uns Heutigen, wenn wir die Bilder von Böcklin auch nicht kennen, immer noch als der Inbegriff aller Harmonie in der Natur. Der nächste Schritt war dann, den Pfeifen die Luft nicht mehr mit dem Mund zuzuführen, sondern sie auf einen mit Blasebälgen durch Wind gefüllten Kasten zu stellen. Neben diesen „Windorgeln" war schon um 150 vor Christi in Alexandria die „Wasserorgel" bekannt, die den Druck des Wassers zur Regulierung der Windzufuhr benutzte. Bei der Einführung des Christentums wird die Orgel — damals schon die „Königin unter den Instrumenten" — zum Organon christlicher Weihe und Musik schlechthin. Cassiodor, Theoderichs des Großen großer Kanzler, rühmt schon im 6. Jahrhundert ihren volltönigen und sehr lieblichen Gesang. Im Mittelalter waren vornehmlich die Klöster Pflegestätten der Orgelbaukunst. So war auch die erste deutsche, historisch nachweisbare Orgel ein Werk klösterlicher Kunst und klösterlichen Fleißes; Karl der Große ließ jene Orgel im Jahre 812 im Dom zu Aachen aufstellen. War also Orgelmusik schon von jeher christliche Musik, so wurde sie zur „Musik der deutschen Innerlichkeit" erst durch die Werke Johann Seb. Bachs. Wir wissen auch, daß die geistigen Wurzeln dieser Musik in der Reformation zu suchen sind, wobei unter Reformation weniger das Werk Luthers gemeint ist, als vielmehr die Bewegung, die am Anfang der Befreiung des deutschen Geistes aus mittelalterlicher und klösterlicher Befangenheit steht. War die Musik bis dahin — ähnlich wie Wissenschaft und Philosophie — nur Dienerin der Religion, „Begleitmusik", so wird sie dem kunst- frommen Zuhörer jetzt selbst zur Offenbarung des Göttlichen. In Dorfkirchen wurde die Orgel erst im 17. und 18. Jahrhundert allgemeiner. Die musikfreudige Zeit des deutschen Barock (Buxtehude, Bach, Händel, Schütz) war auch in der Geschichte des Orgelbaues die Zeit der „Meister" in dieser Kunst. Unsere heutige Zeit weiß zwar keinen großen Orgelbauer zu nennen, aber die Namen zweier Meister des Orgelspiels sind für uns untrennbar mit Orgelmusik verbunden: Professor Günther Ramin, Thomaskantor in Leipzig, wie weiland Bach selber, spielt bei den sonntäglichen Bach-Kantaten in Leipzig und oft im Rundfunk die Orgel ... und dann wird der Name jenes Großen in unserer Zeit, der Name Albert Schweitzers, wohl nicht vergessen werden: er, der Arzt in der Wildnis, der Wissenschaftler und Forscher von Rang auf vielen Gebieten und Goethe-Preisträger, ist heute der große Meister und Künstler des Orgelspiels, der uns die deutsche Orgelmusik wieder neuschenkte, sie uns immer wieder neu erleben läßt, die „M u f i f schieben des Deckels. Jrn tiefsten Baß brummt die größte Pfeife, und in höchsten Pfeifentönen zirpen die kleinsten. Für uns eine höchst vergnügliche Angelegenheit. Für den Meister aber eine Arbeit, die alle Konzentration erfordert Jrn selben Raum steht ein Alter mit einem prächtigen Kopf und setzt die Pfeifen derselben Form 3U einem Register zusammen. Gewöhnlich vereinigen sich darin 56 Tone, die sich über mehrere Tonleitern erstrecken. Der „Fortschritt" in der Orgelbaukunst feit dem vorigen Jahrhundert besteht in der Einführung eines elektrischen Schaltwerkes, das die Verbindung von Tastwerk (Spieltisch) und dem eigentlichen Orgelwerk (den Pfeifen) herstellt. Auf diese Weise wird die Bedienung wesentlich erleichtert, und ein sanfter Druck genügt heute schon da, wo früher oft anstrengende Arm- und Beingymnastik geleistet werden mußte. Es handelt sich also nur um eine rein technische Errungenschaft, und technische Vervollkommnung und Förderung der Kunst braucht ja durchaus nicht immer identisch zu sein. Im übrigen wird auch für eine Orgel der heutigen Zeit kein Lob größer fein als jenes, das Fried- r i ch der Große bei dem berühmten Potsdamer Bach-Konzert über die dabei benutzte Silbermann- Orgel ausgesprochen hat: es sei ein Instrument, würdig der Offenbarungen dieses göttlichen Genius. Der Orgelbau des 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts zielte leider allzusehr auf orchestrale Wirkung ab. Er ahmte das. Orchester nach auf Kosten einer durchsichtigen Klarheit. Den Bemühungen von Dr. Mahrenholz aus Göttingen rfff ( ( ( TT Wirtschaft Rundfunkprogramm Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. 9: vorgenommen. Gute Aepfel und Birnen werden lebhaft umgesetzt, dagegen bleiben minderwertige Sorten schwer verkäuflich. Die Preise haben sich kaum verändert. Für la Auslesen werden weiterhin Preise über Notiz erzielt. U. a. notierten: 2Iepfel I 18 bis 25, II 12 bis 16, Wirtschaftsäpfel 8 bis 14, Goldparmänen I 20 bis 25, II 15 bis 18, Tiroler 20 bis 32, Harberts Renette I 18 bis 22, Lebel 12 bis 16, Schafsnase 10 bis 14, Birnen I 18 bis Frankfurt a. M., 11. Okt. Die Börse war wieder ohne Anregung und eröffnete auf allen Marktgebieten in fthr ruhiger Haltung und mit nur geringfügigen Veränderungen. Die ersten Kurse lagen zunächst, angesichts der herrschenden Geschäftsstille, zumeist nur knapp gehalten, später vermochten sich die Hauptwerte wieder auf Vortagsniveau zu verbessern. Aufträge lagen nicht vor, auch die Kulisse betätigte sich kaum am Geschäft. Am Aktienmarkt eröffneten von chemischen Werten JG.-Farben mit 152, waren aber bald wieder auf 152,25 erholt. Elektroaktien setzten meist niedriger ein, so AEG. 0,40 v. H., Licht und Kraft 0,65 v. H., Felten 1 v. H., während Ele7tr. Lieferungen 0,50 v. H. und RWE. 0,25 v. H. höher lagen. Montanwerte lagen sehr ruhig und zumeist bis 0,50 v. H. leichter, doch wurden diese Rückgänge nach dem ersten Kurs wieder aufgeholt, so bei Stahlverein mit 81,75 bis 82,25 (82,25). Bankaktien lagen fester, Reichsbank plus 0,75 v. H., Braubank plus 0,50 v. H. Im einzelnen lagen Hapag, Westdeutsche Kaufhof und Deutsche Linoleum je 0,13 v. H. und Zellstoff Waldhof 0,75 v. H., sowie Metallgesellschaft 0,50 v. H. freundlicher, Deutsche Erdöl bröckelten 0,25 v. H. ab, Eßlingen Maschinen lagen mit 78,50 unverändert. . Am Rentenmarkt war das Geschäft bei meist unveränderten Kursen ebenfalls gering. Etwas fester lagen Umtausch-Obligationen des Stahlvereins, ferner 6proz. zert. Dollar-Preußen mit 58 (57,75). Altbesitz mit 111,25 und Zinsvergütungsscheine mit 90,20 sowie Kommunal-Umschuldung notierten behauptet. Von fremden Werten setzten 5proz. Rumänen mit 5,65 (5,75) ein. Die Börse lag auch im Verlauf nahezu geschäftslos. Die nach den ersten Kursen z. T. eingetretenen leichten Erholungen konnten sich nicht immer behaupten, so gaben JG.-Farben wieder auf 152 nach und Stahlverein gingen auf 82 zurück. Auf den übrigen Marktgebieten waren keine Kursbewegungen zu verzeichnen. Die später zur Notiz gekommenen Papiere wiesen nur minimale Abweichungen auf, matt lagen aber Bemberg mit 104 (105,40). ~ Am Rentenmarkt entwickelte sich bei leicht erhöhtem Kurs einiges Geschäft in der Kommunal-Um- schuldungsanleihe, auch späte Schuldbuchforderungen zogen auf 96,13 (96) an, sonst ergaben sich keine Veränderungen bei den variablen Werten. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen lagen meist unverändert, Liquidationspfandbriefe bröckelten teilweise um 0,13 v. H. ab, so Franks. Hyp-, Pfälz. Hyp. und Nass. Landesbank, letztere um 0,25 v. H. Ausland- 25 II 12 bis 16, Kochbirnen 6 bis 12, Dr. Diehl 14 bis 22, Verein Dechant 18 bis 25, Mollebusch I 18 bis 21, II 12 bis 15, Neue Pateau 15 bis 18, Kastanien 15 bis 23, Preißelbeeren 35 bis 40, Quitten 15 bis 25, Trauben 15 bis 16, holländische 44 bis 50, italienische 15 bis 20, spanische 20 bis 25, bulgarische 20 bis 25, ungarische 16 bis 18, Zitronen, Stück 5 bis 6, Zwetfchen 18 bis 20, Walnüsse 25 bis 40. Vaptislengeme'mde (Garlensirahe 13). Sonntag, 13. Oktober. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Lotz. Donnerstag, 17. Oktober. 20.30 Uhr: Bibelstunde, Prediger Lotz, katholische Gemeinden. Samstag, 12. Oktober. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. . Sonntag, 13.«Oktober. 18. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 16.30: Jungfrauen-Kongregation; 17.30: Christenlehre und Andacht. — An den Werktagen ist die Rosenkranzandacht Montag, Mittwoch und Freitag 20 Uhr, Dienstag, Donnerstag und Samstag 18 Uhr. — Grimberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Dich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, 14. Oktober. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, 16. Oktober. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Neuaposlolische Gemeinden, Händelstraße 1, Ederstraße 13. Sonntag, 13. Oktober. 9.30 Uhr: Gottesdienst; 16: Gottesdienst. Mittwoch, 16. Oktober. 20.30 Uhr: Gottesdienst. Veffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte : Dr. W. Klein; Dr. Mehl. Zahnarzt: Dr. Hinrichs. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Sonntag, 13. Oktober. 6.00 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Choralblasen. 9.00: Katholische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit: „Die ewige Stimme des Blutes"; von Dr. Walter Groß. 10.00: Deutsche Morgenfeier der HI. 10.30: Chorgesang. 11.15: Dichter im Dritten Reich: Albert Bauer liest aus eigenen Werken. 11.30: Von deutscher Art und Kunst: Deutsche Fest- und Gedenksprüche mit Musik von Joh. Brahms. Eine sonntägliche Funkfolge. 12.00: Mittagskonzert. 14:00: Kinderfunk. 14.45: Eine Viertelstunde Kurzweil. 15.00: Stunde des Landes. 16.00: Nachmittagskonzert. 18.00: Jugendfunk. 18.30: Bei guter Laune. 19.00: „Bitte, recht freundlich!" Heitere Hörfolge. 19.50: Sportbericht. 20.05: 1. Sonntags-Konzert der Museums-Gesellschaft. 20.45: Aus der „Kleinen Weltlaterne" von Peter Bamm. 21.00: Meister-Konzert (I). Emil Nikolaus von Reznicek dirigiert eigene Werke. 22.00: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Sportspiegel des Sonntags. 23.00: Unterhaltungsmusik und Tanz. 24.00 bis 2.00: Orchesterkonzert des NS.-Reichs-Sinfonie- Orchesters. Kirchendiebe verhaftet. LPD. F r a n k f u r t a. M., 11. Okt. Bei dem Versuch, vergoldete Kirchengeräte bei einem Frankfurter Althändler zu verkaufen, verhaftete die Polizei mehrere junge Leute. Die Polizei nimmt an, daß das Diebesgut aus einer katholischen Kirche in der Umgebung Frankfurts stammt, von wo aus aber noch keine Anzeige erstattet worden ist. Die verhafteten jungen Leute sind außerdem, wie die bisherigen Ermittlungen ergeben haben, in der letzten Zeit öfter mit einem Kraftwagen nach auswärts gefahren und haben eine Reihe schwerer Straftaten ausgeführt. < Pfr. Ausleld; lkas- und Joyan- Evangelifche Stadtmission (Löberstrahe 14). * Sonntag, 13. Oktober. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 9.45: Sonntagsschule; 20.15: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, 16. Oktober. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Sonntag, 13. Oktober. 17. nach Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfr. Becker; 18: Probst Knodi. — IohaNneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasge- meinbe, Pfr. Bechtolsheimer; 18: m£~ Beichte und hl. Abendmahl für Lukas nesgemeinde; 20: Bibelbesprechung im Johannes- saal, Pfr. Anthes. —, Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Anthes; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemtzinde, Pfr. Anthes. — Pelruskapelle. 9.30: Pfr. Müller. — Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfr. Ausfeld. — Wiefeck. 9.30: Beichte; 10: Bredigtgottes- dienft, im Anschluß Feier des hl. Abendmahles, Kollekte. — Alten-Bufeck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahles. — Grohen- Bufeck. 10.30: Gottesdienst und hl. Abendmahl. — Oppenrod. 8.45: Gottesdienst. — Albach. 13: Gottesdienst, Seemannsmissionskollekte. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst und anschl. Abendmahl II, Kollekte. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte; 11: Beichte und Abendmahl für die über 60jährigen; 13: Kindergottesdienst 2. Abtlg. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst; Feier des hl. Abendmahls für die männliche Jugend; Kollekte für Seemannsmission; 11: Kindergottesdienst. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: hl. Abendmahl für die jungen Männer und Frauen aus Lollar. — Lollar. 13: Gottesdienst; Damerau. — Rödgen. 13: Gottesdienst. — Annerod. 9: hl. Abendmahl für Unverheiratete. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst, Kollekte; 13: Katechismustehre. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 13: Hauptgottesdienst mit Christenlehre; 20: Zusammenkunft der Frauenhilfe. — Garbenteich. 13: Gottesdienst. — hausen. 10: Gottesdienst. — Cid). 9.15: Beichte; 9.30: Stiftsdechant Kahn, hl. Abendmahl; 14: Stiftspfr. Naumann. — Nieder-Beffingen. 9.45: Beichte; 10: Stiftspfr. Neumann, hl. Abendmahl. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — Langsdorf. 10: Kindergottesdienst; 11: Hauptgottesdienst. — Wünzenberg. 11: Gottesdienst mit Kollekte für die Seemannsmission und Auswandererfürsorge; 14: Traugottesdienst mit Kollekte. — Trais-Wünzenberg. 9: Gottesdienst mit Kollekte für die Seemannsmission und Auswandererfürsorge. — Hungen. 9.45: Gottesdienst, anschl. Vorbereitung und Feier des hl. Abendmahles; 19.30: Abendmahlsgottesdienst; nachmittags Hausabendmahl. — Cangb. 10: Gottesdienst, anschl. Kindergottesdienst. — Kirtorf. 13: Hauptgottesdienst, anschließend Kindergottesdienst. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; 10: Hauptgottesdienst. Montag, 14. Oktober. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8: Gymnastik. 8.10: Bauernfunk. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert des Niedersächsischen Symphonieorchesters. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Schlohkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15.15: Kinderfunk. 15.30: Der Zeitfunk sendet Kurzgeschichten aus dem Leben. 16: Kompositionen von Josef Dünnwald. 16.30: „Mein Name ist Maier." Kleine Plauderei. 16.50: „Der Mann mit der Fackel." Eine Erzählung. 17: Nachmittagskonzert des Landesorchesters Gau Württemberg-Hohenzollern. 18.30: Jugendfunk. 19: Heimat im Westen. Bunte Grenzlandstunde des Reichssenders Saarbrücken. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Ja, ja, der Wein ist gut! Musik um den Wein. 21.10: 20 Minuten Denksport. Von Fritz Muller, Partenkirchen. 21.30: Ludwig van Beethoven (7). 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sende- bezirk. 22.30: Nachtmusik der Orchestergemeinschaft geformt 148. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 11. Okt. Die Zufuhren an frischer deutscher Ware sind weiterhin saisonbedingt gering, zumal der Eigenbedarf der Landwirtschaft sich wesentlich vergrößert hat. Die vorliegenden Mengen an frischen Eiern stammen zumeist aus den Ostländern, während von Holland nur kleine Zufuhren hereinkamen. Bei der lebhaften Konsumnachfrage kommen Kühlhauseier jetzt stärker zur Geltung. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier (Frischware) Klasse S 12,25, Kl. A ll,.5O bis 11,75, Kl. B 10,75 bis 11, Kl. C 9,75 bis 10, Kl. D 9,25. Holländer Kl. S 11 bis 11,25, Kl. A 10,25 bis 10,50, Kl. B 9,50 bis 9,75, Kl. C 9 bis 9,25. Bulgaren 9,75 bis 10. Deutsche Markeneier (Kühlhausware) Kl. S 11 bis 11,25, Kl. A 10,25 bis 10,50, Kl. B 9,50 bis 9,75, Kl. C 9 bis 9,25, Kl. D 8,50 bis 8,75. Frankfurter Obst- und Gemüfemackt. Frankfurt a. M., 11. Okt. Die starken Zufuhren am Gemüsemarkt hielten an, besonders angeboten wurden Blumenkohl, Eskarol, Spinat und Weißkraut. Befriedigende Nachfrage bestand nach Tomaten, Wirsing, Rotkraut und Blumenkohl, sonst verlief das Geschäft schleppend. Rück- käufe-Preise hatten Spinat, Wirsing und Weißkraut, dagegen haben sie sich für Tomaten leicht erhöht, während sie im übrigen unverändert blieben. 11. a. notierten: Blumenkohl 10 bis 45, Stangenbohnen 20, Eskarol 4 bis 8, Gewürze!, großes Bündel 25 bis 40, Karotten 4 bis 6, gelbe Kartoffeln 3,30 bis 3,50, Kohlrabi (ober) 3 bis 5, Erdkohlraben 5 bis 6, Kopfsalat 4 bis 10, Lauch 2 bis 5, Meerrettich 35 bis 45, Pfifferlinge 38 bis 40, Steinpilze 28 bis 30, Römischkohl 5, Rote Rüben 4 bis 5, Rotkraut 4 bis 6, Sellerie, je nach Größe 5 bis 35, Spinat 4 bis 10, Schwarzwurzel 15 bis 18, Tomaten I 10 bis 13, II 6 bis 9, Weißkraut 2 bis 4, Wirsing 3 bis 6, Weiße Rüben 8, Zwiebeln 5 bis 6. Der Obstmarkt hatte befriedigende Zufuhren von Aepfeln und Birnen. Aepfel in besseren Sorten und guter Beschaffenheit werden jetzt besser angeboten, auch die Sortierung wird gewissenhafter Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehniarkt. Das Schlachtviehgeschäft nahm in der abaelaufe- nen Woche wieder einen ziemlich lebhaften Verlauf. Infolge der meist etwas schwächeren Zufuhren gegenüber der Vorwoche waren die Märkte durchweg schon während der ersten halben Marktstunden ausverkauft. , Am Großviehmarkt war die zugefuhrte Qualität etwas geringer, insgesamt standen 881 (1035) Tiere zum Verkauf. Nach regem Geschäftsgang wurde ausverkauft, wobei Ochsen, Kühe und Färsen in den mittleren und leichteren Klassen im Preise um 1 bis 2 Mark anzogen, auch Bullen waren mäßig höher. 35 v. H. des Auftriebs wurden in die umliegenden Versorgungsgebiete ausgeführt. Der Kälbermarkt nahm einen sehr lebhaften Verlauf, die Preise haben in den unteren und mittleren Gattungen um 2 bis 3 Mark gegen die Vorwoche angezogen. Der Auftrieb betrug 815 (944) Stück. tr x Im Hinblick auf den ersten Eintopfsonntag verlief der Markt für H ämmel und Schafe ebenfalls sehr lebhaft. Die 271 angebotenen Tiere wurden bei anziehenden Preisen rasch verkauft. Hämmel notierten mit 40 bis 44 (38 bis 42) und Schafe mit 30 bis 40 (34 .bis 40). Der Schweinemarkt hatte einen Lebendauftrieb von 539 (826) Stück, so daß wiederum eine Zuteilung erfolgte. Es standen außerdem insgesamt 1145 halbe Schweine auf dem Fleischgroßmarkt zum Verkauf. Die Qualität war mittelmäßig. Beim Schweinefleisch ist die Versorgung in keiner Weise bedroht. * FrankfurterPferdemarkt. Der nächste Frankfurter Pferdemarkt findet am Dienstag, dem 15. Otober, statt. Der Auftrieb dürfte gering ausfallen, da bei den Landwirten, Fuhrwerksbesitzern usw. zur Zeit wenig Verkaufsneigung besteht. Es werden, nach den Anmeldungen zu schließen, neben Gebrauchspferden aller Gattungen einige Transporte Bauernpferde aus dem Hunsrück und eine Anzahl Pferde norddeutschen Schlages zum Verkauf stehen. Man beachte die heutige Anzeige. Rhein-Mainische Börse. Mttagsborse ruhig. renten lagen still, etwas höher Anatolier mit 39,25 (38,80). Tagesgeld blieb zu 2,75 v. H. unverändert. Abendbörse still. An der Abendbörse herrschte auf allen Marktgebieten weiteste Geschäftsstille, da nach keiner Seite hin Aufträge der Kundschaft Vorlagen, während die Kulisse in ihrer Zurückhaltung verblieb. Im allgemeinen konnten sich die Kurse behaupten, verschiedentlich bröckelten sie jedoch auch um Bruchteile eines Prozentes ab. Der Rentenmarkt lag ebenfalls still, bewahrte aber nach wie vor feine freundliche Haltung. Etwas fester lagen 4Vz v. H. Hessen von 29 mit 96,50 (96) und von Stadtanlei- hen zogen 4V2proz. Mainzer von 26 und 28 um je 0,50 v. H. auf 91 an. Altbesitzanleihe gewannen 0,13 o. H. auf 111,40. U. a. notierten: Altbesitz 111,40, 7 v. H. Stahlverein 101,90, 6 v. H. Krupp 103,13, Reichsbahn- Vorzugsaktien 123, 4Vz v. H. Hessen von 29 96,50, 4V$ v. H. Mainz von 26 91, do. von 28 91, 4Vr 0. H. Ludwigshafen 93, 1914er Ungarn 8,95, 4 v. H. Rumänen 4,80, 5 v. H. innere Mexikaner4,75, Com- merzbank 87,50, DD.-Bank 88,25, Reichsbank 173, Harpener 111, Hoesch 93, Rheinstahl 107,50, Stahl- verein 81,75, Bekula 142,25, Scheideanstalt 238, Dt. Linoleum 146, Licht und Kraft 132,65, IG. Farben 151,65, Gesfürel 123,50, Junghans 84,40, Me- tallgesellschaft 106,75, Schlickert 119,50, Hapag 16, Norddeutscher Lloyd 18. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurts. M., 11. Okt. Die saisonmäßig schwächeren Frischmilchanlieferungen der Molkereien hielten an, so daß auch die Erzeugung von Butter noch gering war. Indessen hat die Reichsstelle zusätzliche Mengen an dänischer Butter zur Verfügung gestellt, so daß die Großhändler in der Lage waren, ihren Kunden etwas größere Quantitäten als bisher zu liefern. Eine Entspannung in der Butterversorgung der Großstädte dürfte in absehbarer Zeit eintreten, da mit dem Beginn der Zuckerrüben- ernte die Milchlieferungen steigen, was unbedingt eine stärkere Buttererzeugung zur Folge haben muß. Schließlich wird auch der Eigenverbrauch auf dem Lande mit Beginn der Hausschlachtungen zurückgehen, so daß auch von dieser Seite her die Ablieferungen größer werden. Es notierten in Mark pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Groß- handelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter im Faß 145, ausgeformt 148, feine deutsche Molkereibutter im Faß 143, ausgeformt 145, deutsche Molkereibutter im Faß 140, ausgeformt 142. Holländische Butter im Faß 145, aus- Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren Frankfurt a-Ht Berlin Schlußkurs Gchlußt. Abend» börsc Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse '.Datum 10-10. 11-10- 10.10- 11-10. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6>/2% Doung-Anieihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. <*/,% Deutsche Reichspostschatzaa- Weisungen von 1934, 1....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem. Hessische LcmdeSbanI Darmstadt Gold R. 12........ 6y»% ehem. Hess. Landes-Hypo- thekenbant Darmstadt Liaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Lanbesb.Goldschuldverschr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4y,% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4>/r% Franks. Hyp.° Bank-Liqu.-Psandoriese....... 6%% ehem. 4yt% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... *ya% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 V/a% ehem. 7% Pr. Landespfcmd- briesanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39 4% Oesterretchische Golbrente.... 4,20% Oesterreichtsche Stlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 191C 4Vi% desgl. von 1913......... 5% abgest. Goldmexikaner von 9k 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih« Serie I............... 100,25 97,4 102,5 111,25 100 96 96,13 100,5 91,5 115,3 96,25 100,4 100,75 97 97 107,3 27 1,25 9,1 — 8,9 10,25 100,13 97,5 103,25 111,4 100,13 96,5 96,13 100,5 115,3 96,25 100,3 100,75 97 97 107,3 28,25 9,1 8,75 9 10,5 100,13 97,5 103,5 111,4 100,2 115 100,5 97 97 107,3 28 1,3 9,2 9,1 9,05 10,3 10,5 100,13 97,65 111,4 100,2 115 100,9 97 97 107,3 28,25 9,05 8,7 9,1 10,25 angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskom 4 v H.. Lombardzinsfuß 5 0. H. Frankfurt a. M 3erlin Frankfurt a. M. Serkin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Schlußkurs Schlußl. Abend- börse Schluß- kurs Gchlußk. Mittagbörse Schlußkurs Gchlußk. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk. Mittagbörse 10-Oktober 11 .Oktober Amtliche Notierung Geld | »ries Amtliche Notierung Geld | Bries Datum 10-10. 11.10. 10-10. 11-10 Datum 10.10. 11-10 10-10- 11-10. Buenos Lire. Brüssel..... Rio de Jan. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HeliingforS.. Paris ...... Holland .... •Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon .... Zrockbolm... 0,678 41,97 0,144 3,047 54,43 46,81 12,19 5,37 16,375 168.16 20,24 0,711 5,674 61,20 48,95 11,05 62,84 80,92 33,90 10,305 2,486 0,682 42,05 0,146 3,053 54,53 46,91 12,22 5,38 16,415 168.50 20,28 0,713 5,686 61,32 49,05 11,07 62,96 81,08 33,96 10,325 2,490 Bantnoten 0,678 41,89 0,144 3,047 54,40 46,81 12,185 5,37 16,375 168,43 20,24 0,711 5,674 61,17 48,95 11,05 62,81 80,97 33,94 10,305 7,486 0,682 41,97 0,146 3,053 54,50 46,91 12,215 5,38 16,415 168,77 20,28 0,713 5,686 61 .29 49,05 11,07 62,93 81,13 34,00 10,325 2,490 4% desgl. Serie 11 ............. 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 y4% Anatolier ............... Hamburg-Amertka-Paket ..... 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gelellschaft................0 Dresdner Bant.............. 0 Reichsbant ........ 12 '21.(5.®......................0 Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten L Guilleaume......... 0 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. d Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 5,75 8,5 4,75 38,8 16,13 18 78 111,65 88 88,5 88,5 172,25 38 142,5 110 133 105,5 123,75 124,25 120,5 170 5,75 8,45 4,8 39,13 16 18 78,5 111,75 87,5 88,25 88,25 173 37,65 142,25 110,5 132,65 104,5 123,5 133,5 124,13 10,5 5,65 8,6 4,75 38,5 16,13 28,75 18 78,5 112 88 88,5 88,5 .172,5 38,13 142,65 110,3 132,75 105,75 123,75 133,5 124 5,9 8,45 4,8 38,5 15,75 28,25 18 79 112 87,5 88,25 88,25 173 38 142,4 110,75 132,65 104,75 123,75 123,5 Mansfeldrr Bergbau.........8 Kokswerke ........... 6 Phönix Bergbau.......... O Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl ................vy. Vereinigte Stahlwerke........O Otavi Minen ........ O Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% I. ®. Farben-Jndustrt».......7 Scheideanstalt...............9 Goldschmidt ..... O Rütgerswerke ...............4 Metallgesellschaft............. 4 117 215,25 107,5 82,25 18,5 182 152,5 238 106 114,5 106,5 91 116.75 130 52,75 105,4 109,25 215 107,5 81,75 19,4 131 183 151,65 238 104 114.5 106,75 90,5 117 130 52,75 105 110,5 117 117 215,5 107,9 82,13 18,65 131 125 182,75 152 106 114,25 106 117 116,9 214,13 107,5 82,25 19,5 132 126 184 151,9 104,25 114,5 107 Philipp Holzmann ...........O Zementwerk Heidelberg ......6 Eementwerk Karlstadt......... 4 Schultheis Patzenhoser ....... 4 Atu (Allgemeine Kunstseide) .. O Bemberg.................. O Zellstoff Waldhof ............O "■? 105,5 53 105 110,25 90 105 52,4 104 110,5 Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Reu york ... Berlin, 11 .Oktober Geld Bries Amerikanische Note»...... . .... 2,438 2,458 Schultert S Co......... ... 4 Siemens 8 Halske............7 119,5 169 121 170,25 120 168,75 Zellstoff Aschaffenburg .......O Dessauer Gas ............. 7 79,75 79,75 80,25 127 80,25 127 95,25 146 Belgische Noten.................. Dänische Noten ............... 41,76 54,19 41,92 54,41 LohmenerLEo. ............. 7 131,5 131,5 130,75 130,5 Daimler Motoren ............ O Deutsche Linoleum....... 6 95,5 146 95,5 146 95,5 146 Englische Noten ................. Französische Noten............... 12,15 16,325 12,19 16,385 Buderus ...... 0 Deutsche Srdül .............. 4 Gelsenkirchen«........... 0 101 105,5 101 105,25 101,4 106 101 105 Oren stein & Koppel ..........O Westdeutsche Kaufhof.........O Chade................... O Aerumulatoren-Fabrik....... 12 Eonti-Gumm» ............8 Gritzner....................< Mainkraftwerke Höchst a.DL... 4 Süddeutscher Zucker...... 1 24,4 299 173 153,75 | 29,5 24,5 294 81 24,75 294,5 173 154,5 l 209 81,5 24,65 293,5 Holländische Noten ............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 168,01 19,46 61,01 168,69 19,54 61,25 Harpener ................. 0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. C Ilse Bergbau .............. 6 Ilse Bergbau Genüsse........1 Klöcknerwerke ........... iy Mannesmann-Röhre» ........ 0 111,5 93 160 124 90,5 85,5 111 93 158 124,75 90,5 85 111,75 93 159 124,75 90 85,13 111,13 92,75 125 90,25 85 153,75 | 29,25 154,9 I 29,5 62,64 80,79 33,58 62,90 81,11 33,72 1 209 1 - 1 210 Kür den Bücheriisch. unmittelbar von ihm selber". —y— Dichterische Selbstbiographie Leser. -y- alten, als Geschenk und Besitz. — y — Marschall pilsudskis Vermächtnis Abessinien europa gewidmet war. TELEFUNKE walten zusammen, „vor denen es keine Gnade gibt. Es hat seine eigenen Gesetze, denen sich niemand entziehen kann. Sie sind anders, als Katheder und Kanzel sie lehren, aber drum von Gott. Vielleicht Sie bedeuten: Musik wie noch nie! Die neue, wundervolle Klangwirkung macht jeden der»5 vonTelefunken« zu einem sprachlich und musikalisch reinen Erlebnis. Sie sollten den »T523 « hören,den Klangvollkommenen! Mit Röhren: T523WLRM 235,-, T 523 GWL RM 264,-. Fragen Sie noch der Telefunken - AnsdwffvngshHfe! — Wilhelm Schmidtbonn: Der dreieckige Markt pl atz. Roman. Brosch. 3,50, Ganzleinen 4,80 Mk. Prophyläen-Verlag, Berlin. — (327) — Schmidtbonn erzählt mit Liebe und Wärme die Geschichte zweier Freunde aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts, und es wird zugleich eine kleine Entwicklungsgeschichte seiner Vaterstadt Bonn. Wie diese verträumte, heitere, rheinische Stadt mit ihrem altertümlichen dreieckigen Marktplatz, um den die kleinen niedrigen Giebelhäuser stehen, sich nach dem Kriege 1870/71 unter dem Einfluß einer neuen Zeit allmählich wandelt, wie die alten Häuser verschwinden oder immer höher werden, wie auf den Wiesen am Rhein, auf denen noch der Knabe spielte, Fabriken emporschiehen, wie auch der Mensch sich wandelt, härter wird, rascher, energischer, unduldsamer — das ist aus einer heute noch lebendigen Erinnerung und einem warmen Herzen heraus geschrieben. Zu Symbolen dieser Entwicklung werden die beiden Freunde Baß und Käß, der erfolgreiche Tatmensch und der stillere Träumer, die Unzertrennlichen, die doch eines Tages mit erhobenen Fäusten auf dem Marktplatz sich gegenüberstehen, bis die alte Freundschaft die Männer, die längst Väter, ja Großväter geworden sind, wieder zusammenführt. Zwischen ihnen steht die zarte, rübrende und doch non rheinischer Lebensfreunde erfüllte Figur des Wilhelminischen, geliebt von beiden Freunden, geheiratet von Baß, Mutter eines — Max Halbe: Scholle und Schicksal. Geschichte meines Lebens. 440 Seiten. Geh. 2,50 Mark, Leinen 3,80 Mark, Verlag Knorr & Hirth, München. — (311) — Max Halbe, der Dichter der „Jugend", feierte dieses Jahr seinen 70. Geburtstag. Er wurde am 4. Oktober 1865 zu Güttland an der Weichsel geboren und entstammt einem alten nieder- sächsischen Bauerngeschlecht, das wahrscheinlich schon zur Ordenszeit im Weichselgau Fuß faßte. Dies Erbe der Vergangenheit stellt Halbe in den geistigen Hintergrund seines Buches „Scholle und Schicksal", das gleichzeitig die Geschichte seines Lebens ist. In der Darstellung ist Entwicklung einer Persönlichkeit, Bekenntnis und größeres Zeitgeschehen vereint. Es ist der Lebensweg des Dichters von der Ostmark nach dem deutschen Süden, wie er von so manchen Dichtern und Künstlern gegangen wurde, um aus der Verschmelzung gegensätzlicher Elemente besonders schöne Frucht zu tragen. Besonders anziehend wirken die Kapitel aus Halbes Jugend in ihrem blutvollen Umfassen einer ganzen Landschaft. Sehr reizvoll dann die Einblicke in die Aufenthalte seines Lebenswegs, in das Berlin der achtziger Jahre mit seinem Literaturbetrieb, in das Studentenleben Heidelbergs und schließlich in das München, das für ihn zur zweiten Heimat werden sollte. Eine Fülle der Gestalten und Begegnungen mit den Großen und Kleinen dieser Welt, aber auch ein ehrliches Bekenntnis der eigenen Irrungen und Wirrungen, Kämpfe und Zweifel, bis zum überraschenden, strah- lenden Erfolg seines westpreußischen Lrebesdramas, der „Jugend". — Ina Seidel: Meine Kindheit und Jugend. Ursprung, Erbteil und Weg. 192 Setten. Mit fünf Bildern auf Kunstdrucktafeln. Leinen 3,50 Mark. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin. — (292) — Vor kurzem hat Ina Seidel, woran wir im Feuilleton erinnert haben, ihr 50. Lebensjahr vollendet; etwa zu gleicher Zeit erschien dieses Buch — „für mein Enkelkind Ina Christiane" — ein Buch, das fast aktuell genannt werden darf, weil es von Ursprung und Erbteil handelt in einer Zeit, da man sich bei uns um Familie, Tradition und Herkunft mehr zu kümmern beginnt, als das je zuvor der Fall war. Wesentlich ist freilich, daß solche Bemühung über den sonst meist sehr privaten Umkreis hinaus allgemeines Interesse und beispielhafte Gültigkeit verdient, wenn es sich, wie hier, um autobiographische Aufzeichnungen, Erinnerungen und Betrachtungen einer Dichterin vom Range Ina Seidels handelt. „Dieser Bericht", so sagt sie gegen Ende des Buches selbst darüber, „hat von Anfang an nicht den Anspruch erheben wollen, eine getreue Chronik der äußeren Ereignisse meiner ersten zwanzig Jahre zu sein; ... Worauf es mir ankam, war, in großen Zügen ein lebendiges Bild vom Ursprung der Kräfte zu geben, die mein angeborenes Erbe wurden, und die Richtung des Weges zu erweisen, den ich unter dem Antrieb jener Kräfte antreten mußte." Es wird der großen Gemeinde Ina Seidels in Deutschland willkommen sein, das Bild der Dichterin, wie es sich im „Wunschkind", in den Gedichten und in allen ihren künstlerischen Aeußerungen spiegelt, so vom ganz Persönlichen her sich vertiefen und abrunden zu sehen: sie spricht von den Vorvätern und den Eltern (die Familiengeschichte der Seidels ist ja wegen ihrer verwandschaftlichen Verzweigungen wie um der vielfältig durchbrechenden hohen künstlerischen Begabung willen ungemein anziehend und aufschlußreich), 'sie erzählt von der Kindheit und Jugend in Braunschweig, in Tutzing, in Marburg und München. So verlockend es wäre, auf Einzel- — Dr. Waclaw Lipinski: Josef Pil- sudski, der große Marschall. (Essener Verlagsanstalt, Essen. — 263). Als Sonderdruck aus der im Erscheinen begriffenen großen deutschen Gesamtausgabe der Erinnerungen und Dokumente des Neubegründers des polnischen Staates ist diese biographische Skizze des Majors Lipinski vom Militär- historischen Büro in Warschau ein Wegweiser zum Verständnis der Persönlichkeit des Marschalls und seines Werkes. Der Verfasser schildert in wenigen prägnanten Strichen die geschichtlichen Voraussetzungen für den unterirdischen Kampf um die Befreiung Polens vom russischen Joch, dem Pilsudski schon als Student sein Leben weiht. Als Sozialist tritt er zwar in den Kampf gegen den russischen Despotismus ein, aber als Nationalist steht ihm die Idee der Unabhängigkeit seines Vaterlandes stets vor der Seele. Dom Führer der Unterdrückten wird er zum Führer der Revolutionäre, als der rufsifch-japamsche Krieg die Aussicht auf Erfolg eines bewaffneten Aufstandes bietet. In Dmoski, dem Führer der Nationaldemokratischen Partei, der als Panslavist nicht in Rußland, sondern in Deutschland den Feind Polens sieht, erwächst Pilsudski in den Reihen des eigenen Volkes der erbittertste Gegner, der ihm auch noch Widerpart halten wird, nachdem das Ziel der revolutionären Arbeit Pilsudskis, das unabhängige Polen erreicht ist. Damals konnte Rußland noch siegen,' aber die zahlreichen Blutopfer polnischer Revolutionäre kündeten von dem ungebrochenen Freiheitswillen des polnischen Volks. Pilsudski arbeitete zäh weiter an der Aufstellung militärischer Kader, die für den Fall des von Pilsudski klar vor- ausqesehenen Zusammenstoßes Rußlands mit den Mittelmächten Polens Sache führen sollen. In die- sen Jahren wird Pilsudski der Soldat, der sich und eine Kameraden in sorgfältiger Kleinarbeit für den Kriea schult, um dann bei Ausbruch des Weltkrieges an der Spitze der polnischen Schutzen- abteilungen von Galizien aus gegen Kielce zu marschieren Kläglich ausgerüstet, ohne Unterstützung neuen Geschlechtes, klingende Melodie dieses schönen besinnlichen Buches. — W a l d e m a r K e ll e r : D i e letzteNacht anBordder„Adelaid e". Roman. 272 Seiten. Ganzleinen 4 Mark. Schützen-Verlag G. m.b.H., Berlin SW 19. — (257) — Dieses Buch liest sich so spannend in einem Zuge herunter wie ein richtiger Reißer. Aber für einen Reißer ist es zu kultiviert und außerdem zu überzeugend geschrieben; das hat seine Gründe: der Mann, der (unter einem Pseu- donyrn übrigens) die Geschichte erzählt, hat sie sich vermutlich nicht aus den Fingern gesogen; bevor er Schriftsteller wurde — unsere Leser werden sich mancher Beiträge von ihm in unserem Feuilleton entsinnen — ist er selber zur See gefahren als „Mann vor dem Mast", hat allerlei erlebt und weiß Bescheid. Da wird ihm auch diese Geschichte, ganz oder in Umrissen, begegnet sein von der letzten Nacht auf dem Frachtdampfer „Adelaide". Es wird da erzählt, was daraus entstehen kann, wenn eine einzige Frau auf ein Schiff kommt, bas sonst nur lauter Männer beherbergt. Das ist — als literarisches Motiv — nicht neu und sogar schon auf der Bühne verhandelt worden; es endet hier wie ein richtiger Kriminalroman, aber man spürt immer, daß noch ein wenig mehr dahinter steckt: es ist auch die Geschichte eines einsamen und alternden Mannes, dem eines Tages fein Herz durchgeht. Und der Umstand, daß die Geschichte, so schaurig und traurig sie endet, nicht nur spannend, sondern stellenweise auch mit trockenem Humor berichtet wird, macht sie zu einer Lektüre, die nicht bereut zu werden braucht, zumal sie Einblick gibt in eine Welt, die den meisten von uns fremd und abenteuerlich Vorkommen wird, -y- Kriegsgeschichte und Wehrwissenschast. — Oberstleutnant a. D. Benary: Vom Pferd zum Motor, ein Querschnitt durch 2000 Jahre in 20 Erzählungen mit 6 Bildern (Preis geb. 2,50 Mark. Meldereiter-Verlag Amend & Co. in Würzburg.) — (264) — Das ist ein ebenso anschaulich wie fesselnd geschriebenes Büchlein unseres ständigen militärwifsenschaftlichen Mitarbeiters, dessen ' Aufsätze gediegenes fachliches Wissen im anregenden Plauderton des geübten Erzählers barbieten und sich bäh er auch bei militärisch nicht vorgebildeten Lesern großer Wertschätzung erfreuen. Nach einer interessanten militärtechnischen (Einleitung, in der mit guter Begründung die Kontroverse Pferd oder Motor durch den Grundsatz sowohl als auch beseitigt wird, stellt Benary in flott hingeworfenen Skizzen die große Rolle des als treuen, unermüdlichen und unentbehrlichen Waffengefährten des Mannes in der Kriegsgeschichte aller Völker und Zeiten heraus. Nicht als Reitpferd, sondern als Bespannung der Streitwagen, in denen die Führer zum Einzelkampf zwischen den Fronten der zuschauenden Heere aufeinander losfahren, dient das Pferd bei den Völkern des Altertums. So schildert Benary den Kampf zwischen Diomed und Aeneas vor den Mauern Trojas. Wir begleiten dann germanische Reiter im Dienste Cäsars, die Eroberzmgs- züge asiatischer Steppenvölker unter dem großen Dschingis Kycm, sehen in der Sporenschlacht auf flandrischer (Ebene die letzten Ritterheere gegen» — Josef Friedrich Perkonig. Honigraub, oder Der Hügel Sankt Joseph. Roman. 210 1 Seiten. Leinen 4,80 Mark. Verlag Albert Langen- Georg Müller, München, 1935. — (311) — Diese ’ im besten Sinne rührende Geschichte erzählt von einem alten Manne, der am Rande eines Dörfchens 1 ein bescheidenes und weises Leben führt, bis ihn an einem wunderschönen Frühlingsmorgen Mitleid verleitet, seine geliebten hungernden Bienen auf Raub zu füttern, damit sie in den reichen Stocken der Nachbarn ihre Nahrung holen. Er muß für diesen „Sündenfall" hernach freilich bitter büßen und mancherlei Ungemach auf sich nehmen. Gedemütigt von der ganzen Dorfgemeinde, gerät er in ein unruh- volles Leben urtb kann sich nur mühsam all der Anfechtungen erwehren, die ihn heimsuchen. Aber es ist dann doch wieder tröstlich zu sehen, wie unter der Bürde der Not seine gestrengen Richter ihm das harmlose Uebel vergessen und ihn aufs neue verehren und lieben, so daß er, das Vertrauen zu den Menschen wiedergewinnend, sein gütiges Herz beweisen kann und Ende seiner Tage dahinfährt, von seinem Dorfe beklagt und betrauert gleich einem Heiligen. Als das Werk eines ganz und gar deutschen Dichters — unsere Leser kennen ihn aus mancherlei Beiträgen zum Unterhaltungsteil des Gießener Anzeigers — ist dieser Roman mit der Schönheit seiner Sprache und der heiteren Zuversicht seines Glaubens eines jener willkommenen Geschenke, die uns froh stimmen und zufrieden machen. — Ulrich Sander: Kliffsommer. Roman. 246 Seiten. Kart. 3 Mark, Leinen 4 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin, 1935. — (273) — Ulrich Sander, in Anklam (Vorpommern) 1892 geboren, gab sein germanistisches Studium kurz vor dem Kriege auf, stand 1914 bi ihre Schicksale — zwischen Liebe und Tod: das sind die beiden Pole, die elementaren Gewalten, Mischen denen das Dasein der Menschen am Kliff, der eingeborenen wie der zugereisten, der Äscher, der Bauern und der Sommergäste, sich , in diesem Roman — vollzieht. „Roman" im Sinne eines weitgespannten Lebensausschnittes, einer streng i' gebauten Handlung, einer gro& angelegten Charakterzeichnung kann man das Buch kaum nennen, die einzelnen Kapitel wirken ein wenig episodisch und unvermittelt nebeneinander; aber alles, was hier geschieht und geschildert wird, geschieht aus einem gemeinsamen gefühlsmäßigen Antrieb, aus der — in dieser Landschaft und dieser Jahreszeit nach Entladung drängenden Spannung zwischen den Geschlechtern: so ergibt sich der Eindruck eines ausgesprochen männlichen, von strotzender Sinnlichkeit und Freude am Leben erfüllten Buches, in dem Liebe und Tod nah beieinanderwohnen, in dem es natürlich und herzhaft zugeht und die Dinge ohne Aengstlichkeit und falsche Scham beim nichtig?" Namen genannt werden. Hier stoßen, im Kliff, weder von seinem Gegner Dmowski gegen die Mittelmächte aufgepeitschte öffentliche Meinung Konareß- polens beginnt Pilsudski seinen Kampf gegen Ruh- land. Die „Soldaten ohne Vaterland" pflücken um vergänglichen Kriegslorbeer auf den Schlachtfeldern Galiziens und Polens im Verband des österreichischen Heeres. Nach der Niederlage Rußlands setzt Pilsudskis politische Tätigkeit ein, um die Mittelmächte zur Anerkennung eines unabhänaigen Polens zu bewegen. Es entsteht auf feinen Befehl die geheime „Polnische Militärische Organisation", die die polnischen Legionen und das polnische Volk mit dem politischen Willen des Führers erfüllen sollen. Damals entstand auch der Rat der Obersten im Gegensatz zu den Anhängern der sog. polnischösterreichischen Lösung in den eigenen Reihen. Das Manifest des 5. November 1916, in dem die Mittel- möchte die Errichtung eines unabhängigen Königreichs Polen ankündigen, und die Anerkennung der polnischen Unabhängigkeit durch die russische Revolution am 30. März 1917 geben der folgerichtigen Politik Pilsudskis recht. Aber erst der militärische Zusammenbruch der Mittelmächte macht die Bahn frei. Pilsudskis unsterbliche Verdienste als Bau- meister des modernen Polen, das alle Kinderkrankheiten eines jungen Staatsgebildes durchzumachen hatte, sind hinlänglich bekannt. Der Verfasser gibt ein höchst anschauliches Bild von der ungeheuren Energie, mit der sich der Marschall für die politische Erziehung seines Volkes einsetzte und es dahin brachte, daß nach mancherlei Wirren ein festgefügter Staat seine eigene außenpolitische Linie einzunehmen und zu behaupten verstand. Der Marschall ist tot. Auch wir Deutschen, die wir Sinn haben für echtes Heldentum und geschichtliche Größe, werden in den (Erinnerungen und Dokumenten Pilsudskis Deutsche Erzähler. — Wilhelm Schäfer: Die Anekdoten. Volksausgabe. 345 Seiten. Seinen 4,80 Mark. Verlag Albert Langen-Georg Müller, München, 1935. — (314) — Dieses Buch anzukündigen, ist eine reine Freude, denn es ist eines der schönsten und wertvollsten aus der Dichtung unserer Zeit und wird noch gelesen werden, wenn manches andere längst vergessen und begraben ist. Der Verlag hat sich ein hohes Verdienst damit erworben, die Schä- ferschen Anekdoten, anständig ausgestattet und gedruckt, zu wohlfeilem Preise unter das Volk zu bringen; sie sollten gekannt werden von jedermann, der Freude hat an der wahrhaft edlen Kunstform der geschlissenen und zum Gipfel getriebenen Erzählung, der Sinn und Herz hat für eine große Vergangenheit, für unsterbliche Gestalten und Begebenheiten, die, so flüchtig und belanglos sie manchmal und auf den ersten Blick scheinen mögen, oft einen ganzen Menschen erhellen und durchleuchten oder Geist und Haltung eines weltgeschichtlichen Jahrhunderts widerspiegeln. Sie sollten gelesen und gekannt werden vor allem auch von jenen, die von er Verpflichtung, der Würde und dem Reichtum unserer Sprache überzeugt sind. Hier ist beste deutsche Prosa, ein meisterlicher Stil; man müßte des öftern in unseren Schulen aus diesem Buche vorlesen oder lesen lassen; junge Menschen werden, von anderm Gewinn und Genuß zu schweigen, daraus lernen, wie man ein anständiges Deutsch schreibt: sauber, klar, anschaulich und durchblutet. Wir haben unseren Lesern des öfteren Proben aus dem Buche in der Unterhaltungsbeilage mitgeteilt; sie werden sich, wie wir hoffen, gern und lebhaft daran erinnern. Geschichten wie „Virgil" oder „Zielen", „Der Schimmel der Ostarmee" oder „Das Heckerlied", „Der Königsesel" oder „Der Bäcker von Limburg" werden ihnen einleuchtend erwiesen haben, was eine Anekdote im strengen, künstlerischen Sinne eigentlich fei: mehr als ein Witz ober ein unverbindliches Bonmot, vielmehr ein Stück Erzählung, das eine sehr feine und leichte Hand erfordert, Sinn für äußeres Maß und inneres Gewicht, kurz eine Kunstform, mit welcher der Dichter Wilhelm Schäfer, der sie beherrscht und pflegt wie kein anderer in unserer Zeit, mit allen Ehren an die beste deutsche Ueberfieferung anknüpft; sie wird bezeichnet durch die Namen Johann Peter Hebel und. Heinrich von Kleist. Darum empfehlen wir die"Volksausgabe von ganzem Herzen und wünschen sie vielen, jungen und einander antreten, die kühnen Züge des kaiserlichen Reitergenerals Johann von Werth stehen schon am Anfang der modernen Kriegsgeschichte, in der dann Friedrichs große Feldherren Ziethen und Seydlitz die verschiedenartige Verwendbarkeit der Reiterei als verwegene Aufklärungstruppe und schneidige Angriffswaffe in geschlossener Formation in eigener Person verkörpern. Ein besonderes Ruhmesblatt echten Reitergeistes ist Mars, la Tour, die letzte große Reiterschlacht der Kriegsgeschichte, denn im Weltkrieg hat sich die Kavallerie wohl als Aufklärungstruppe und unentbehrlichen Sekundanten der anderen Waffen unvergänglichen Lorbeer errungen, aber zu geschlossenem Einsatz großer Reitermassen ist es auf beiden Seiten nicht gekommen. Wohl aber tritt mit ©allienis berühmter Mobilmachung der Pariser Taxis der Motor über die Schwelle der Kriegsgeschichte. Die Heeresmotorisierung hat feit diesem denkwürdigen 7. September 1914 ungeahnte Fortschritte gemacht, aber in sehr lebendig entworfenen Manöverbildern zeigt Sertan? ihre Grenzen. Der Motor wird zwar aus der modernen Kriegsführung nicht mehr weg^udenken fein und sich vielleicht sogar noch ungeahnte Möglichkeiten erobern — im „Seydlitz der Zukunft" zeigt Benary den „fliegenden Feldherrn" der „mechanisierten Heere" — aber das Pferd wird, namentlich auf den Schlachtfeldern des Ostens, nach wie vor der unentbehrliche Waffengefährte des Soldaten bleiben. — Äapitänleutnant Meyer-Dohner: Die neue deutsche Kriegsmarine. Verlagsbuchhandlung Broschek 6- Co., Hamburg 36, kartoniert 1,10 Mark. — (288) — Die Broschüre bringt in soldatischer Knappheit alles Wissenswerte über Aufbau, Gliederung und Dienst in der Flotte nebst einigen farbigen Tafeln, auf denen Flaggen, Uniformen und Schiffstypen gezeigt werden. Man findet eine Abhandlung zur Flottenfrage, den Wortlaut des grundlegenden deutsch-englischen Flottenabkommens, das Flottenbau-Programm 1935, eine eingehende Uebersicht über den Dienst in der Kriegsmarine, die Gliederung der Flotte, dazu Zahlen aus fremden Marinen zum Vergleich, ein Kapitel über die Entwicklung der Unterseeboote und eine Zusammenfassung über die Friedensaufgaben unserer neuen Kriegsmarine. Die farbigen Tafeln sind die beste Ergänzung zu diesen Darlegungen, die nicht nur den richtigen Einblick in alles wesentliche geben, sondern auch die Zusammenhänge mit den Flotteninteressen der übrigen Länder. — W i r Flieger. Kriegserinnerungen eines Unbekannten. Herausgegeben von Otto Fuchs. Leipzig 1935. K. F. Koehler Verlag. 250 Seiten. 8°. Koehler-Reihe. Ganzleinen 2,85 Mk. — (312) — Der Verlag K. F. Koehler bringt in seiner „Koehler- Reihe" eine von vielen Freunden der deutschen Kriegs- und Sportfliegerei schon lange erwartete billige Volksausgabe dieses Fliegerbuches. Hier wird das .Leben, Kämpfen und Sterben des deutschen Kriegsfliegers lebensecht geschildert. Man liest das Buch ohne Pause bis zur letzten Seite, ist erschüttert, gepackt. Was uns die im Felde entstandenen knappen Briefe und Aufzeichnungen eines Boelcke, Jmmelmann und Richthofen nicht geben konnten, was die wundervollen „Briefe eines deutschen Kampffliegers an ein junges Mädchen" nur streifen: das Leben des Fliegers im Alltag gewinnt hier Gestalt. züge dieser Schilderung einzugehen: wir möchten Dem Leser nichts vorwegnehmen von der Freude und dem Genuß, den er empfinden wird, wenn er ich in das Buch vertieft: es strahlt die ganze Per- önlichkeit, die Anmut, die beschwingte Heiterkeit, )ie Wärme, Güte und Reife dieser bedeutenden und liebenswerten Frau wider. Wir wünschen ihm viele — (Enno ßittmann: Abessinien. Han- statische Verlagsanstalt in Hamburg. Preis 2,60 Mk. — (334)— Der berühmte Orientalist der Universität Tübingen, der selbst Land und Leute Abessiniens von Forschungsreisen her gut kennt, steuert hier zu der zahlreichen Abessinier-Literatur ein Büchlein hinzu, das einmal von jeder Aktualität absieht und gerade deshalb uns besonders lesenswert erscheint, weil es ohne Bezug auf Politik und Krieg ein überaus anschauliches Bild dieses auch ohne den aktuellen Anlaß hinreichend interessanten Landes und der sehr verschiedenen Volker gibt, dir es im Wandel einer mehr als zweitausendjährigen Ge- sichte besiedelt haben. Namentlich zur Rassen- und Sprachenkunde weiß ßittmann viel neue Züge bei» und d-r Herstellungen-- ehrlichen Frieden- in Ost. Einblicke in die übest.nstche Völkerkunde runden nut-nnn nnmihttlüt TYint —C oas Bild. » So' -ei Eie -ei l fjjlü Ohl 3“ Äuc doH irtfo 1 | uni« | 2lni rich v-Li-r- Gießen, Plockstraße 14-16 5857 A 5870 D CARLNnwarK I GIESSEN SELTERSWEG 81 Flaschenmilch! UI Betr.: Flaschenpfand. 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August 1935 über die Festsetzung der Erhebung eines Flaschenpfandes beim Verkauf von Milch in Flaschen im Gebiet des Milchversorgungsverbandes Rhein-Main sind sämtliche Milchoerteiler in Gießen verpflichtet, von ihrer Kundschaft ein Flaschenpfand in Höhe von 20 Pfennig je Flasche zu erheben. Die Abgabe von Milch in Flaschen ohne Flaschenpfand ist nicht statthaft. Die Einführung des Flaschenpfandes wurde erforderlich, da die enormen Flaschenverluste in keinem Verhältnis mehr zum Milchpreis standen. Die Verbraucher werden gebeten, den einzelnen Milchverteilern hinsichtlich der Erhebung des Flaschenpfandes und der ordnungsgemäßen Rücklieferung der Flaschen keine Schwierigkeiten zu machen, da die Verteiler für die Flaschenverluste verantwortlich sind, die ihnen billigerweise nicht zugemutet werden können. Ebenso wird nochmals ganz besonders daraufhingewiesen, die Flaschen nur ausgespült und gereinigt zurückzugeben. hat der Thalysia-Orlginal-Frauengnrt in ungezählten Fällen rasche und dauernde Erleichterung gebracht W ollform-Frauengurt von RM. 11.50 an. U nverbin dl. Anprob e u.fachl .Beratung nur im Haftpflicht Unfall Glas Autokasko Wassefleitungs-Schaden Transport Reisegepäck Original Hanau-^/TB KompL Apparate von RM 98- bu RM 20 Irei Haus in Deutsche Yoghurt- Spelseqnark salzfrei zu Yoghurt- u. Diätkuren t/t 20 Pfennig, stets frisch: 5880 D KräuletaJunq Naturgemäße Lebensrnittel i.d.Mäusburg schützen jhre Gesundheit gegen trockene staubige Zimmerluft,benommenen Kopf Hustenreiz und Ansteckungsgefahr Verlangen Sie Prospekt. E.Weiße,Wiesbaden Scheffelstraße 3 Telephon 25G39 Er fühlt sich wohl Auch Ihrem Singvogel wird es so gehen, wenn er ein neues, schöneres Bauer hat Ob eta großes oder kleines Vogelbauer Sitzstangen, Futternäpfe, Badehäuser alles bekommen Sie gut und preiswert bei J. 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