Hr.215 Erster Blatt Domer§tag,12. 185. Jahrgang Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Krantfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schuistrahe? September 1935 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text« anzeigen von70mm Breits 60 Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder», Unterrichts» u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B Deutschlands Antwort an Moskau. $u jeder Stunde und zu jeder Aktion für den Kampf gegen den Kommunismus gewappnet. Die Eröffnung des Parteikongreffes. Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Ein roolken» loser Himmel lag über Nürnberg, die bunte Pracht der Straßen und Gassen vergoldend. Der Weg zur eigentlichen Kongreßstadt am Dutzendteich, d i e Straße des Führers, ist auch in diesem Lahre der künstlerische Höhepunkt der Ausschrnük- rung. Die ganzen Straßen sind diesmal von den Wappenfahnen der deutschen Städte eingesäumt. Auf dieser Straße verschwinden die Häuser buchstäblich unter dem reichen Grün der Girlanden und dem vielfachen Bunt der Tücher. Der Verkehr in der Innenstadt ist schon in den Scherl-Bildmatemdienst frühesten Morgenstunden beängstigend. Nur lang- lam können sich die Straßenbahnen vorwärts be- TDegen. Die Zahl der ausländischen Gäste scheint sich vervielfacht zu haben. Man hört nicht -nur alle deutschen Mundarten, sondern auch alle Sprachen der Nationen, die Vertreter und Gäste zum Parteitag der Freiheit entsandt haben. Die Kongreßhalle, die sich in neuer Gestaltung darknetet, ruft die Bewunderung der vielen Tausende hervor, die an den zahlreichen Pforten Des Einlasses harren. Das Hauptportal aus grauem Sandstein ist in ganz schlichten Linien gehalten. Es ckrägt über dem Eingang die Standarte des Führers, zu beiden Seiten weht die Freiheitsfahne, die wom Dachfirst bis zum Boden reicht und deren Knauf mit langen goldenen Bändern geziert ist. Auf dem etwa ein Fünftel des Saales füllenden Podium hat hinter dem Reichssinfonieorchester Der Spielmannszug der Standarte 14 Aufstellung genommen. Die für das Führerkorps reservierten Plätze beginnen sich langsam zu füllen. In den «ersten Reihen der Kongreßteilnehmer sind das Diplomatische Korps, die nicht der Partei angehörigen Reichsminister, die Generalität und Admiralität der Wehrmacht, die Angehörigen der für die Bewegung gefallenen Freiheitskämpfer und die Ehrengäste der Partei untergebracht. Wenige Winulen nach 11 Uhr schmettern Fanfaren, rührt der Lpielmannszug die Trommeln, erschallen auch schon draußen von der Straße her die Heil-Rufe herein. Die ganze Halle erhebt sich von den Plätzen und reckt die Arme zum deutschen Gruß. Langsam schreitet der Führer, begleitet von seinem Stellvertreter Rudolf Heß, dem Stabschef Luhe, dem Frankensührer Gauleiter Julius Streicher, allen Reichs- und Gauleitern, allen Gruppen- und Obergruppenführern der SS. und S2L, den Gebiets- und Obergebietsführern der HI. und allen Hauptamtsführern der Reichsleitung, unter den klängen des Badenweiler Marsches durch den Mittelgang, empfangen von einem Jubel, der selbst das Schmettern der Fanfaren und Posaunen und das Dröhnen der Trommeln und Pauken übertönt. Minutenlang bringen ihm, als der Führer seinen Platz auf der Empore erreicht hat, seine Getreuen immer neue Huldigungen. Der Nibelungen-Marsch begleitet den Einzug der Blutfahne vom 9. November 1923, die von Sturmbannführer Grimminger getragen, dem Wald der Standarten der SS. und SA. unter Führung der Standarte Adolf Hitler in die Halle worangetragen wird. Während die Blutfahne in- imitten des Führerkorps ihren Ehrenplatz findet, lteilt sich der Zug der SS.- und SA.-Standarten ivor dem Podium, marschiert zu beiden Seiten des Führerkorps vorbei zu der vielstufigen Empore, mm sich dort über die ganze Breite der Halls zu gruppieren. Die Festmusik des saarländischen Komponisten Albert Lung bildet den musikalischen Auftakt. Die feierlichen Klänge schaffen eine weihevolle Stimmung, die sich steigert, als das Reichssinfonieorchester unter Pg. Franz A d a m s' meisterhafter Leitung das Niederländische Dankgebet anstimmt, das, begleitet von der neugebauten Orgel, mit gewaltigen Akkorden durch den Raum flutet. Unter Fan- fahrenstößen betritt der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß das Rednerpult. Mit klarer Stimme verkündet er: „Ich eröffne den Kongreß des 7. Reichs- varteitages der NSDAP., des Parteitages der Freiheit. Wir gedenken der Toten, die starben im Kamps um die Freiheit." Rudolf Heß tritt zurück; der Chef des Stabes, begleitet von der Blutfahne, verliest bei gedämpftem Trommelklong und gesenkter Fahne, während sich alles von den Plätzen erhoben hat, die Namen derer, die für die deutsche Wiedergeburt ihr Leben ließen. Rudolf Heß setzt dann seine Begrüßungsansprache fort. Die Partei Deutschlands begrüßt die anwesenden Hinterbliebenen unserer Toten. Sie begrüßt die Gäste des In- und Auslandes, insbesondere die hohen Vertreter fremder Mächte, die der Partei die Ehre erweisen, an ihrem Parteitag teilzunehmen. Sie begrüßt die Mitglieder der Reichsregierung und die zahlreichen sonst anwesenden Vertreter des nationalsozialistischen Staates. Mit besonderer Freude begrüßt die Partei die Vertreter der Wehrmacht, die zum ersten Male als Vertreter des deutschen Volksheeres erschienen sind. Zwischen den vergangenen und diesem Parteitag liegt der 16. März sind die neuen 3t Während die Welt das nationalsozialistische Deutschland ungerechtfertigt expansiver Absichten verdächtigt, schürt das bolschewistischeRuß- land — in konsequenter Verfolgung seiner Haltung seit Bestehen — die kommunistische Revolution in anderen Ländern mit dem Ziel der Weltrevolution. Der Komintern-Kongreß war in seiner Sprache unmißverständlich, und überall, wo Völker Schwächen zeigen, sprechen die Taten des Bolschewiswus innerhalb dieser Völker ebenso unmißverständlich; denn überall in der Welt, wo Bürgerkrieg aufflackert, hat Moskau seine Hand im Spiel. Deutschland zog die Konsequenzen. Deutschland ist gewappnet und setzt die Verstärkung seiner geistigen und materiellen Waffen zur Abwehr der auf dem Komintern-Kongreß angekündigten neuen Angriffswelle des Bolschewismus fort. W W ■ 1935 — liegt der Tag, an dem Sie, mein Führer, mit der Proklamation der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht den Wiederbeginn der deutschen Freiheit verkündeten. Unter Ihrer Führung ging Deutschland über einen ihm abgeprehten und von der Gegenseite gebrochenen Vertrag hinweg und nahm sich aus eigener Kraft das Recht — das primitivste Recht jedes freien Volkes — sich die Armee, sich die Waffen zu schaffen, die notwendig sind, Freiheit und Unabhängigkeit zu sichern. Deutschland hat seine Ehre zurückerobert. Gleichberechtigt und gleichgeachtet steht das deutsche Volk wieder neben den übrigen freien Völkern der Welt. Die NSDAP, bereilele den Boden, auf dem die neue Wehrmacht nach dem Befehl des Führers aufgebaut werden konnte. Die NSDAP, sichert auch künftig die Grundlagen für den Bestand der Wehrmacht, sie sichert die geistige und körperliche Gesundheit des Volkes, den Willen zur Wehrhaftigkeit. So wenig es Aufgabe der Armee ist, fremde Gebiete mit Waffengewalt zu erobern, so wenig ist es Aufgabe der Partei, fremde Länder geistig zu erobern. Es gibt keine Internationale des Nationalsozialismus! Wögen auch die übrigen Völker ihre Armeen und ihre Ideen in gleicher Weife im Zaume halten — dann ist ein wesentlicher Beitrag geleistet zur Befriedung der gequälten Welt und damit der Erhaltung des Ansehens der Kulturnationen, denn ein neuer Krieg zwischen den Kulturnattonen müßte ihr Ansehen samt ihrer Kultur — ja vielleicht die Völker selbst — vernichten. ieale Der Ration. Deshalb ist Deutschland auch entschlossen, die Angehörigen der Rasse, welche in unserem Lande offener oder geheimer Träger und Verbreiter des Bolschewismus war, nicht wieder zu Einfluß kommen zu lassen. In den Jahren nach der Revolte von 1918, da der Jude auf allen Gebieten in Deutschland Einfluß — vielfach entscheidenden Einfluß — erhielt, verbreitete sich auch der Bolschewismus in immer steigendem Maße in Deutschland. Mit dem Niederbrechen des jüdischen Einflusses nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus brach auch der Bolschewismus in Deutschland zusammen. Nach dem Ausschal^n jüdischer und durch Juden beeinflußter Führer der Arbeiterschaft, nach dem Ausschalten des jüdischen Einflusses auf die Presse des Arbeiters fand der Sch« k-BUdmatern dienst U *| - •• -W ,-v. E Arbeiter in der Gesamtheit wieder zu seinem deut« schen Volke zurück. Deutschland ist frei und souverän durch den Kampf eines Frontkämpfers des großen Krieges. Deutschland wurde frei durch Ideen, die geboren wurden in den Schützengräben dieses Krieges. Deutschland wurde frei, weil Sie, mein Führer, die Ideale der Front: Kameradschaftliches Einstehen für einander, Einordnen um der höheren Gemeinschaft willen, Klassenüberwindung, Opferbereitschaft zu Idealen der gesamten Nation gemacht haben. Deutschland ist frei, weil Unter diesen Idealen hunderttausende Deutscher im braunen Hemd unter Ihrer Führung in schwerem erbittertem Kampf mit Einsatz des Lebens die Voraussetzungen zur Erreichung der Freiheit schufen. Deutschland ist frei, weil Sie der Führer sind! Adolf Hitler Sieg-Heil! Das Sieg-Heil auf den Führer, mit dem Rudolf Heß schließt, löst einen unbeschreiblichen Jubel aus, der sich wiederholt, als der Führer seinem Stellvertreter dankend die Hand drückt. Dann heißt der Frankenführer Julius Streicher, der Führer des gastgebenden Gaues, die Teilnehmer des Kongresses und des Parteitages aus allen deutschen Gauen und aus dem Auslande willkommen. Auch ihm dankt der Führer mit einem Händedruck. Rudolf Heß gibt bann das Wort dem Leiter des Traditionsgaues München, Adolf Wagner, zur Verlesung der Proklamation des Führers. Die Kundgebung des Führers. In der Proklamation des Führers heißt es u. a.8 Parteigenossen! Parteigenossinnen! Nationalsozialisten! Zum siebenten Male feiert die nationalsozialistische Bewegung ihren Reichsparteitag, im 16. Jahr der Gründung der Bewegung, im 12. nach der Abhaltung ihres ersten Parteitages und ihrer ersten revolutionären Erhebung, im 11. Jahr nach ihrer Wiederbegründung und im 3. nach ihrem Sieg. Wir Nationalsozialisten können an diesem dritten Parteitag seit unserer Machtübernahme mit Stolz auf alle die Leistungen Hinweisen, die im Gesamten und in den tausendfach gegliederten einzelnen Gebieten — rein materiell gesehen — vollbracht worden sind. Wenn wir das Volk als großen Organismus sehen und begreifen, daß jede Leistung, ganz gleich, an welchem Ort und in welcher besonderen Form sie sich vollzieht, am Ende doch dem gesamten Körper zugute kommt, dann kann man ungefähr ermessen, wie groß der Umfang dessen ist, was allein durch die Herab- drückung unserer Arbeitslosigkeit von über 6 auf 1,75 Millionen an Werten unserem Volke geschenkt wurde. (Beifall.) Wir haben der Natiop einen Nutzen erschlossen, der von dem einzelnen kaum genau begriffen wird. Die rund 5 Millionen Menschen, die wir seit unserer Machtübernahme in den nationalen Arbeitsprozeß eingliederten, bedeuten, daß wir an jedem Arbeitstag durchschnittlich 30 bis 40 Millionen Arbeitsstunden dem deutschen Volks mehr gegeben und damit für es gerettet haben. (Bravo.) Und wenn auch ein löjätjriger Verfall erfahrungsgemäß nicht in drei Jahren überwunden werden kann, so wird aber durch eine Fortführung dieser auf so vielen Gebieten zusätzlichen Leistuya im Laufe der Zeit zwangsläufig nicht nur das Lebensniveau und der Kulturstandard des ganzen deutschen Vhlkes, sondern damit auch des einzelnen deutschen Menschen sicht- und fühlbar verbes- s e r t. Allein, so groß diese Leistung ist, so tritt sie doch zurück gegenüber der Arbeit, die wir, ge-' treu unserem Programm, auf uns genommen haben in der Wiederherstellung der Ehre und der Freiheit der Nation. (Beifall.) Meine Parteigenossen! Sie alle werden meine Gedanken verstehen, wenn ich Sie bitte, in dieser feierlichen Stunde den Blick von dieser Halle über das deutsche Volk hinweg in die große Welt zu lenken. Unruhe und Unsicherheit sind die wesentlichsten Eindrücke einer solchen Betrachtung. Das Recht ist schwach und der Schein regiert die Welt. Wehe dem aber, der selbst schwach ist! Sein Reichtum liefert dem Starken am Ende sogar noch die moralische Begründung für das Recht, ihn zu unterwerfen. Indem man Sklaven befreit, werden Sklaven gemacht (Beifall), indem man Klassen vernichtet, Klassen geboren. Die marxistischen Theo, retifer der Lehre vom „Nie-wieder-Krieg" konstruieren das größte Instrument für den Krieg, die Apostel der Völkerversöhnung erfüllen die Welt mit dem unduldsamsten Haß und der infamsten Völker» Verhetzung, die Allianzen des Friedens studieren die Möglichkeiten und Methoden des kommenden Krieges, kurz, es mag dem unwohl zumute sein, der gezwungen ist, als wehrloser Mann durch einen solchen Drachengarten zu wandeln. (Bravo! Beifall!) Unser Volk hat 15 Jahre lang dies- Empfindungen durchgekoftet, auf Gnade und Verderb jedem ausgeliefert zu (ein, der guten obet schlechten Willens ist. Wo sind die 14 Punkte Wil, sons und wo ist die heutige Welt? Die deutsche Wehrmacht der stärkste Schild des Friedens. Mr Deutsche aber können nunmehr mit tiefinnerer Ruhe dieser Betrachtung nachgehen, denn das Reich ist kein wehrloser Spiel- balt mehr (Beifall), es ist kein Objekt mehr fremden Uebermutes, sondern gesichert. Und nicht gesichert durch Verträge, Pakte, 3n- keressenabkommen und Vereinbarungen, sondern gesichert durch den entschlossenen Dillen der Führung und die tatsächliche Kraft der Ration. (Beifall, Heilrufe). 3m übrigen aber können wir diese ruhige Sicherheit um so mehr empfinden, als das deutsche Volk und seine Regierung keine andere Absicht haben, als in Frieden und Freundschaft mit den Rachbarn zu leben. (Beifall.) Wir kennen die internationalen Hetzer, deren einzige Sehnsucht die Verwandlung Europas in ein Schlachtfeld ist, zu genau, um nicht die Gründe und Ziele ihrer Hoffnung zu begreifen. Je mehr aber der jüdisch-internationale Kommunismus glaubt, in einem allgemeinen europäischen Chaos die Fahne des Aufruhrs und auf Kosten der Freiheit und des Lebensstandards dieser Völker den bolschewistischen Zwangsstaat aufrichten zu können, um so mehr werden wir Nationalsozialisten — die wir die Ehre besitzen, die fanatischen Widersacher dieser Völkervergewaltigung zu sein — erst recht die Bedeutung der Wiederherstellung unserer nationalen Wehrkraft ermessen und würdigen können. (Beifall.) Dir sehen in unserer Armee den Schirm unserer friedlichen Arbeit. (Beifall.) Und wenn wir schon Opfer bringen und schwere Opfer bringen müssen, dann bringen wir sie immer noch lieber für unsere Freiheit und unsere Arbeit als für künftige Kontributionen. (Beifall.) Diese Armee aber ist die Armee des nationalsoziatistischen Staates. (Bravo.) Sie ist unser kost - barstes und stolzeskes Eigentum. Sie ist keine neue Armee, sondern sie ist jene ruhmvolle deutsche Armee, die für sich in Anspruch nehmen kann, Hüterin und Trägerin einer einzigartig en Tradition zu sein. (Beifall.) wir alle aber, die wir selbst einst aus ihr hervorgegangen sind, empfinden es als den schönsten Lohn unserer 15jährigen Arbeit, daß es uns die Vorsehung vergönnt hat, dem deutschen Volke das opferreichste Ehrenkleid wieder zu treuen Händen zurückgeben zu können. (Beifall.) Die Ration mag nunmehr in der beruhigenden Gewißheit leben, daß über ihre Freiheit und über ihre Arbeit für alle Zukunft das stärkste Schild des Friedens gehalten wird. So wie aber das Reich dank feiner neuen Wehrmacht inmitten einer waffendrohenden Welt einen starken Schirm und Halt besitzt, so nicht minder die Nation im Trubel politischer Wirrnisse und Spannungen durch den Bestand der Nationalsozia- l i st'i s ch e n Partei. (Starker Beifall.) Ihre Idee hat die Bewegung geschaffen und durch sie Deutschland vom Chaos, dem Zer- und Verfall zurückgerissen. Alles, was auch in diesem Jahre geschehen ist, verdankt die Nation ihr. Sie hat die geistigen Grundlagen für eine der größten Umwälzungen und Erhebungen geliefert, die die Weltgeschichte kennt und dereinst vermerken wird. Es gibt keine glorreichere Rechtfertigung als die einfache Gegenüberstellung von drei Jahren ihrer Wirksamkeit mit dem Tun der 15 Jahre, die nun zurückliegen. Das Urteil der Geschichte wird kurz zusammengefaßt, den Erfolg der 15 Jahre dereinst als für das Leben und die Zukunft der deutschen Nation nur n e g a- t i g und die drei Jahre des Regiments der Nationalsozialistischen Partei als positiv st e Gestal- tung des neuen Lebens und neuer Entwicklung kennzeichnen. (Langanhaltender Beifall.) Die Voraussetzung für diesen Erfolg, der besonders im letzten Jahr in der Stellung des Deutschen Reiches der übrigen Welt gegenüber in Erscheinung trat, lag aber darin, daß der Nationalsozialismus nicht von außen das Leben der Nation neu zu gestalten unternahm, sondern von innen. Niemals trat die weltanschauliche erzieherische Mission der Bewegung schärfer in Erscheinung, als in diesem letzten zurückliegenden Jahr. Der Aationalsoziattsmus ist aus der Hut. Es ist für uns eine stolze Genugtuung, das Hauptthema eines Kongresses gewesen zu fein, der als klassische 3llustration zum Begriff ,JU(f)teinmifd)ung“ in Moskau wochenlang die Revolutionierung, d. h. bolschewistische Unterwerfung der europäischen und außereuropäischen Völker unter die dünne Schicht einer jüdisch-bolschewistischen internationalen Literaten- und 3ntellektuellen-Eliaue theoretisch abhandelte. (Starker Beifall.) Wit Recht sah man in uns das Haupthindernis für die Weiterverbreitung und Durchführung dieser bolschewistischen Absichten in Europa. Der Nationalsozialismus hegt gegen feine europäische Nation eine aggressive Absicht. Wir sind im Gegenteil der Ueberzeugung, daß die europäischen Nationen ihr durch Ueber- lieferungen, durch geschichtliche und wirtschaftliche Notwendigkeiten gekennzeichnetes, geregeltes und bestimmtes Eigenleben führen müssen, wenn nicht zum Schaden einer unvergänglichen Kultur Europa als Gesamterscheinung zugrunde gehen soll. Indem wir diese Voraussetzung für das deutsche Volk unter allen Umständen erhalten werden, glauben wir damit auch für die übrigen europäischen Staaten einen nützlichen Beitrag zu leisten. Die Nationalsozialistische Partei hat aber in einem 15jährigen Kampf den Kommunismus in Deutschland so zu Boden geworfen, daß er — abgesehen von den jüdischen Drahtziehern — nur noch in den Köpfen weniger unbelehrbarer Narren oder Phantasten herumspukt. Wir geben uns aber dennoch keiner Täuschung hin, daß diese Gefahr nach wie vor eine latente ist und für die nächste Zeit bleibt. Wir sind daher zu jeder Stunde und zu jeder Aktion gewappnet. (Bravo! Beifall.) Die Partei ist auch eine „streitbare" und sie hat bisher noch jeden ihrer Gegner zu Boden geworfen. (Starker Beifall.) Sie wird in der Zukunft den Kampf mit diesen Erscheinungen um so weniger scheuen, als sie ihre Kraft in der Vergangenheit an diesen Gegnern schon erwiesen hat. Unsere Gegner haben 15 3ahre Zeil gehabt, und vordem schon mehr als 50 3ahre, um ihre Fähigkeiten zu beweisen. Sie haben Deutschland moralisch, politisch und wirtschaftlich verkommen lassen. (Sehr richtig.) Wir haben mit ihnen daher überhaupt nicht mehr zu sprechen. Wir besitzen die Gewalt, und wir behalten sie, und wir werden nicht dulden, daß irgend jemaüd versucht, gegen diese Gewalt etwas zu organisieren, sondern wir werden jede Erscheinung treffen in dem Augenblick, in dem sie sich ankündigt! (Beifall.) Das könnte unseren alten Feinden passen, jetzt, nachdem wir mit unsäglicher Arbeit Deutschland wieder aufgerichtet und aufgebaut haben, fo wie einst abermals die Ehre, Freiheit und die Substanz zu verwirtschaften! Rein! Wan soll sich in uns nicht täuschen. Weil wir wissen, wie lächerlich gering die Zahl unserer Gegner ist, werden wir — als die Alleinbeauftragten des deutschen Volkes — sie Zurückschlagen, wo immer sie es wagen, auch nur in Erscheinung zu treten. Die hohe Protektion, die ihnen dabei von ihren Freunden in der gesamten übrigen Welt zuteil wird, kann uns nicht nur nicht in unserem Entschluß beirren, sondern im Gegenteil nur bestärken. (Starker Beifall.) Der Kamps gegen die inneren Feinde her Mion. Was von diesen Elementen die deutsche Nation zu erwarten hätte, acht ja gerade am schlagendsten hervor aus den bebenden Hoffnungen, mit denen alle internationalen gegen Deutschland eingestellten Kräfte diese Erscheinungen beobachten, begrüßen und fördern. Unfere grimmigsten Feinde schenken ihnen das wärmste Wohlwollen. Es.ist das Zeichen für die gänzliche Verkennung der Mentalität der deutschen Nation, daß man auf beiden Seiten glaubt, durch ein solches Bündnis einen Staat erschüttern zu können, dessen Führung von vornherein bewußt die nationale Ehre in den Vordergrund aller ihrer Handlungen stellt. Denn es ist für die nationalsozialistische Bewegung die größte Empfehlung, daß sie diese internationale Protektion nicht besitzt. (Bravorufe.) In unserem 15jährigen Kampf um die Macht in Deutschland lernten mir drei Gegner als die hauptsächlichsten Träger des Verfalls kennen. Sie bedingen sich gegenseitig und sind alle gleich schuldig am deutschen Zusammenbruch: 1. der jüdische Marxismus und die mit ihm verwandte parlamentarische Demokratie, 2. das politisch und moralisch verderbliche Zentrum, 3. gewisse Elemente eines unbelehrbaren, d u m m - reaktionären Bürgertums. 15 Jahre lang mußten wir uns mit diesen drei Erscheinungen abraufen. Wir hatten dabei Gelegenheit, sie durch und durch kennenzulernen. Als wir im März 1933 in der nationalsozialistischen Revolution diese Gebilde beseitigten, schien es ihnen das Zweckmäßigste zu fein, sich tot zu (teilen. Ihre Überheblichkeit ließ es ihnen nie geboten erscheinen, sich mit dem nationalsozialistischen Gedanken — wenn auch als Gegner — eingehender zu befassen. So setzte sich in ihren Köpfen Die Meinung fest, das Jahr 1933 habe nichts an» deres bedeutet als einen Regierungswechsel, d. h. also: auf die Lokomotive des deutschen Reichs- Zuges war ein neuer Führer und eine neue Zugbesatzung gekommen. Und nun glaubten sie, es mit einiger Geduld abwarten zu können, bis die neue Besatzung ermüdet oder verbraucht eines Tages wieder von selbst abgelöst werden würde. Was ihnen damals ganz entging, war die Tatsache, dah nicht so sehr die Lokomotive die Besatzung gewechselt hat, als dah vielmehr der Zug eine neue Richtung erhielt. Die deutsche Weiche wurde umgestellt. Run nach drei 3ahren entdecken die Stillhoffenden plötzlich zu ihrem Erschrecken, dah der Zug s i ch immer weiter von ihnen entfernt. Und nun verläht sie allerdings manchesmal die gleichgeschaltete Haltung. (Starker, anhalten, der Beifall?) Die Lohgerber können weder ihre Betrübnis, noch ihre Enttäuschung verbergen. Dem Marxismus und insonderheit seinen jüdischen Drahtziehern müssen wir folgendes sagen: Wir haben Euch — vielleicht in zu großer Gutmütigkeit — die Möglichkeit gegeben, bei kluger Zu« rückhaltung im Laufe der Zeit vergessen zu werden. Wir haben die Empfindung, dah diese Nachsicht mißverstanden wurde. (Sehr richtig!) Die Folgen konnten nicht ausbleiben und sind nicht ousgeblieben. Der nationalsozialistische Staat wird nunmehr seinen Weg in der Ueberwindung dieser Gefahren weiterschreiten. (Bravo!) Ich möchte dabei feststellen, daß der Kampf gegen die inneren Feinde der Nation niemals an einer formal en Bürokratie oder ihrer Unzu- länglichkeit scheitern wird (Lebhafter Beifall), sondern dort, wo sich die formale Bürokratie des Staates als ungeeignet erweisen sollte, ein Problem zu lösen, wird die deutsche Nation ihre lebendigere Organisation ansetzen, um ihren Lebensnotwendigkeiten zum Durchbruch zu verhelfen. Denn es ist ein grober Irrtum, zu meinen, daß etwa die Nation irgendeiner formalen Erscheinung wegen da wäre, und daß mithin, wenn eine Erscheinung nicht in der Lage ist, die ihr geteilten Ausgaben zu lösen, die Nation vor diesen Ausgaben zu kapitulieren hat. Im Gegenteil: Was slaallich gelöst werden kann, wird staal- lich gelöst. Was der Staat feinem ganzen wesen nach eben nicht zu lösen in der Lage ist, wird durch die Bewegung gelöst (Minutenlanger Beifall.). Denn auch der Staat ift nur eine der Organifafionsformen des völkischen Lebens, angetrieben und beherrscht aber von dem unmittelbaren Ausdruck des volklichen Lebenswillens, der Partei, der nationalsozialistischen Bewegung. Diese Entschlossenheit, bestimmte Gefahren untef allen Umständen und schon im Keime zu ersticken, wird, wenn es jemals nötig sein sollte, auch davor nicht zurückscheuen, Funktionen, für die ersichtlich öer Staat — weil seinem innersten Wesen fremd - nicht geeignet ist, auf dem Wege der Ge. setzaebungdenEinrichtungenzuub ertragen, die für die Lösung einer solchen Auf- gäbe besser geeignet erscheinen! (Beifall.) Allein darüber entscheidet ausschließlich der Wille der Führung und nicht der Wille des Einzelnen. Unsere Kraft liegt in unserer Dlszl- p l i n. Aationalsozialismus und Konfessionen. Wenn ich in diesem Zusammenhänge auch auf die Gefahren der politisierenden Konfessionen eingehe, bann geschieht es, weil wir darin nur die uns seit jeher bekannten, mit dem Marxismus verschwisterten Erscheinungen sehen. Ich möchte dazu einige Grundsätze aussprechen: Die Partei hat weder früher noch hat sie heute die Absicht, in Deutschland irgendeinen Kamps gegen das Christentum zu führen. Sie hat im Gegenteil versucht, durch die Zusammenfassung unmöglicher protestantischer Landeskirchen eine große evangelische Reichskirche zu schaffen, ohne sich dabei im geringsten in Be- kenntnisfragen einzumischen. Sie hat weiter versucht, durch den Abschluß eines Konkordats ein für beide Teile nützliches und dauerndes Verhältnis mit der katholischen Kirche herzustellen, sie hat sich bemüht, die Organisation der G o 11 l o s e n - B e w e a u n g in Deutschland zu beseitigen, und sie hat in diesem Sinne auch unser ganzes Leben gesäubert von unzähligen Erscheinungen, deren Bekämpfung ebenso die Aufgabe der christlichen Bekenntnisse ist oder wäre. Der nationalsozialistische Staat aber wird unter feinen Umständen dulden, daß auf irgendwelchen Umwegen die Politisierung der Konfessionen entweder fortgeführt oder gar neu begonnen wird. (Starker Beifall.) Und hier möge man sich über die Entschlossenheit der Bewegung und des Staates keiner Täuschung hingeben! (Bravo!) Dir haben den politischen Klerus schon einmal bekämpft und ihn aus den Parlamenten herausgebracht und das nach einem langen Kampf, in dem wir keine Staatsgewalt und die andere Seite die gesamte hatte, heute haben wir aber diese Gewalt und werden den Kampf für diese Prinzipien leichter bestehen können. Wir werden auch diesen Kampf nie kämpfen als einen Kampf gegen das Christentum oder auch nur gegen eine der beiden Konfessionen. Aber wir werden ihn dann führen zur Reinhaltung unseres öffentlichen Lebens von jenen Priestern, die ihren Beruf verfehlt haben, die Politiker hätten werden müssen und nicht Seelsorger. (Sehr richtig! Starker Beifall.) Ein Sieg des Kommunismus würde das Problem der 26 antiquarischen Landeskirchen genau so wie das der katholischen Zentrumspolitik sehr schnell gelöst haben. (Langanhaltender Beifall.) Die „streitbaren Kirchen" haben jedenfalls überall dort, wo der Bolschewismus zur Macht kam, ein wesentlich unrühmlicheres Bild geboten als die „streitbare" nationalsozialistische Bewegung in Deutschland, die mit ihren zahllosen Märtyrern die kommunistischen Mord- und Brandstifter zu Paaren getrieben hat. (Beifall.) Die dritte Gruppe unserer Widersacher ist an sich nur pathologisch zu werten. Es sind Menschen, die nun einmal eingesehen haben, daß der heutige Staat und die Nation in der Stellung ihrer Aufgaben und dem Tempo und der Gröhe ihrer Erfüllung außer Verhältnis zu ihrer geistigen und willensmäßigen Beleibtheit stehen. (Beifall.) Statt aber nun das Überflüssige ihrer Existenz zu begreifen, beten s i e zu ihrem alten ©ott, er möge dieZukunftin di e Vergangenheit verwandeln. Soweit sie solchen Sehnsüchten im Stillen frönen, haben wir keine Veranlassung, sie in ihren Erinnerungen zu ftären. Versuche aber, traditionsgebundene Gemeinschaften allmählich in Lautsprecher für ihre heimlichen Wünsche auszubauen, werden wir schnell und gründlich beseitigen. Das deutsche Volk will diese Musik nicht hören. Es verehrte wohl einst die Komponisten, aber es hat keinen Respekt vor den schlechten Epigonen und kleinen Dirigenten, die heute als letzte Gespenster bürgerlicher Herkunft Herumgeistern. (Sehr starker Beifall.) Diese Welt ist tot, und die Toten sollen endlich ruhig bleiben. Die Bewegung her Aushruck hes emheiittchen Wollens her Hatton. Wenn man aber alle diese Erscheinungen an seinem Auge vorüberziehen läßt, die sich mit dem neuen Deutschland glauben unter keinen Umständen aussöhnen zu können, so wird man ohne weiteres zufolgender Ansicht gelangen: 1. Alle diese Erscheinungen sind nur einig im R e g a t i v e n, d. h. sie sehen im heutigen Staat den gemeinsamen Feind. Allein ihnen allen ist nicht zu eigen auch nur die geringste gemeinsame 3bee. Und 2. wo würde Deutschland hinkommen, wenn dieses Sammelsurium jemals wieder zu Einfluß und Bedeutung gelangen könnte? 3ahrhunderle hindurch war unser Volk zerrissen von unzähligen Meinungen und Auffassungen, erst stammesmähig, dynastisch, dann religiös, endlich politisch und weltanschaulich gespalten. Als wir Ralionalsozialisten um die Macht kämpften, da strikten sich in Deutschland um unser Volk 37 Parteien, zwei Konfessionen und nicht zählbare Vereinigungen usw. Rach einem unerhörten Aufklärungskampf, nach unendlichen Opfern ist es uns gelungen, neun Zehntel unseres Volkes zu einer Auffassung zu bekehren und einem Willen unterzuordnen. Das letzte Zehntel verkörpert den Rest der 37 Parteien, der Konfessionen, der ehemaligen Vereine, kurz und gut, jenes Durcheinander, das Deutschland jahrhundertelang von einem Verderben in das andere riß. And so können wir denn, wenn wir alles in Ruhe überblicken, was die letzten 3ahre unserem Deutschen Reich an Erfolgreichem gegeben haben, am Ende immer wieder als erhebendste Feststellung folgendes bekennen: Das Wertvollste ist und bleibt die Bewegung, die die Ration zu einer Einheit zufarnmenfahte und ihr Dollen in einem einzigen Willen in Erscheinung treten läßt. (Beifall.) Welche Sicherheit und welche Ruhe beherrscht unser heutiges Deutschland. Wohin wir um uns blicken, wir sehen überall die Fermente der Dekomposition, die Elemente der Auflösung. Endlose Streiks, Aussperrungen, Strahenkämpfe, Zerstörungen, Haß und Bürgerkrieg, wurzellose jüdisch-internationale Wanderscholaren treiben sich in den Völkern her- um, Hetzen gegen jede gesunde Vernunft und peitschen die Menschen gegeneinander auf. Unter dem Vorwand, die Interessen der Klassen zu vertreten, mobilisieren sie den -Bürgerkrieg, der nur ihren eigenen Interessen die erfolgreichste Befriedigung gewährt. Und wir sehen die Folgen. In einer Welt, die eigentlich im Ueberfluß leben müßte, herrscht Not. Länder, die von kaum 15 Menschen auf den Quadratkilometer bewohnt werden, leiden unter Hunger, Staaten, die mit allen nur erdenklichen Rohstoffen gesegnet sind, bringen es nicht fertig, ihre Arbeitslosenheere zu vermindern. Es ist ein Triumph für die Wirksamkeit des nationalsozialistischen Regimes, daß es ihm gelungen ist, einem Lande, in dem 137 Menschen auf dem Quadratkilometer leben, das keine Kolonien besitzt, dem die meisten Rohstoffe fehlen, das 15 Jahre lang bis aufs Blut ausgepreßt wurde, das sämtliche Auslandskapitalien verlor, mehr als 50 Milliarden Reparationstribute leistete, das vor dem vollkommenen Ruin seiner Wirtschaft stand — wenn auch unter schwersten Soraen — die Existenzmöglichkeit zu erhalten, die Arbeitslosen zu vermindern, so daß wir heute besser dastehen als manche der reichen Länder der Erde. Der Weg hes letzten Jahres. Wenn ich aus dem heutigen Anlaß vor Ihnen, meine Parteigenossen und Parteigenossinnen, und damit vor dem deutschen Volk, eine kurze Dar- stellung des vergangenen Jahres gebe, dann geschieht es, um Ihnen die konsequente Erfüllung unserer übernommenen Pflicht zu zeigen und um daraus die Aufgaben für die Zukunft abzuleiten. 1. Die nationalsozialistische Partei. Der letzte Parteitag stand noch unter dem Zeichen der Ueberwindung einer inneren Krise der Bewegung. Wahnsinnige Ehrvergessene hatten damals versucht, die Partei zu einem Instrument ihrer eigenen Interessen umzuaesbalten. Auch die letzten Reste dieses Unternehmens sind seitdem liquidiert worden. Die Partei hat sich in diesem Jahr außerordentlich gefestigt. Ihre innere Organisation wurde weiter ausgebaut. Zahlreiche Stellen des Staates wurden mit zuverlässigen Parteigenossen besetzt. Leider hat das Schicksal einen unserer allerbesten Kämpfer, Pg. S ch e m m , zu früh aus unserer Mitte gerissen. Mit ihm starb ein Apostel der nationalsozialistischen Erhebung. Das Vordringlichste dieser inneren Parteiarbeit war die durch die gelungene Revolution notwendig gewordene Absteckungder neuen Arbeitsgebiete. An der Spitze stand vor allem die Vertiefung der Erkenntnis, daß mit dem Wiederaufbau der Armee der nationalsozialistische Staat eine neue Säule mit besonderer, ih r allein vorbehaltener Aufgabe erhalten hat. Dies führte nicht nur zu einer scharfen Um« reißung der Aufgabengebiete der Bewegung, sondern auch zur Liquidierung derjenigen Einrichtungen, die durch den Zug dieser Entwicklung in Zukunft eine Störung der Ordnung bedeutet haben würden. ' Partei, SA. und SS. sind in diesem Jahre in ihrer Verwaltung vereinfacht, in ihrem Mitgliederbestand aber schärfere« Prüfungen unterworfen worden. Das Ergebnis ist eine ziffernmäßige Beschränkung und eine wertmäßige Steigerung gewesen. Das Gefühl der inneren Zusammengehörigkeit der alten Parteigenossen hat sich nicht nur nicht gelockert, sondern im Gegenteil eher noch auf das Innigste vertieft. Der Parteitag selbst gilt für alle Kämpfer auch Heuer wieder als die freudige Wiedersehensfeier. Die zur Bewegung gestoßene Jungmannschaft wird den Charakter dieser kämpferischen politischen Auslese der deutschen Nation nicht verändern, sondern festigen. 2. Der Staat. Der Kampf, den die nationalsozialistische De» Biegung seit dem Tage chrer Neugründung auf ihrs Fahne geschrieben hat, wurde mit einem geschichtlich beispiellosen ©rfotg fortgeführt. Das Reich ist in immer steigendem Ausmaß dem Nationalsozialis» mus verfallen. Die Wirkung dieses Kampfes aber war nie fühlbarer als in den zurückliegenden zwölf Monaten. Deutschland ist frei geworoev- wer- weltanschauliche Erziehung der NSDAP. und Alfred Rosenberg verkündet die Stiftung eines „Preises für Kunst und Wissenschaft 7/ Oer Führer spricht aber zum Mit- auch unbegründete Preis st eigerungen Ausdruck zu bringen, mehrere Male mit allen fein zu unterbinden. augenblicklich mehr materiellen Angelegenheiten zu beschränken? Und der zweite Einwand: Können wir es uns erlauben, heute für die Kunst Opfer zu bringen in einer Zeit, da um uns überall noch so viel Armut, Not, Elend und Jammer vorhanden sind? Ist die Kunst nicht letzten Endes eben doch nur für Wenige bestimmter Luxus, statt das notwendige Brot zu geben für alle? Dazu ist folgendes zu sagen: Die Kunst ist keine Erscheinung des menschlichen Lebens, die nach Bedarf gerufen und nach Bedarf entlassen oder pensioniert werden kann. Die kulturelle Befähigung eines Volkes gehört zu dem Gesamtkomplex der rassischen Werte und Veranlagung eines Volkes. Man kann die kulturelle Tätigkeit nicht für eine gewisse Periode einstellen, ohne einen darauf zwangsläufig erfolgenden allgemeinen kulturellen Rückgang und endlichen Verfall. Keine Zeit kann sich herausnehmen, von der Verpflichtung der Kunstpflege entbunden zu sein. Sie würde im anderen Falle nicht nur die Fähigkeit des Kunstschaffens, sondern auch die des Kunstverstehens und Kunsterlebens verlieren. Denn beide Fähigkeiten befinden sich in einem unlöslichen Zusammenhang. Der schöpferische Künstler erzieht und veredelt durch sein Werk das Aufnahmevermögen der Nation genau so wie umgekehrt das dadurch entwickelte und erhaltende allgemeine Kunstgefühl den fruchtbaren Boden und damit die Voraussetzung gibt für die Geburt, das Wachsen und Erfassen neuer schöpferischer Kräfte. Wenn aber die kulturelle Tätigkeit als solche schon keine Aussetzung auf kürzere ober längere Zeit vertragt, soll sie nicht sehr schwer einholbare Schaden erleiden, dann wäre eine solche Unterlassung besonders aber dann abzulehnen, wenn die allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Nöte einer Zeit geradezu gebieterisch eine Verstärkung des inneren Halles einer Nation erfordern. Denn dieses ist wichtig zu verstehen: Die großen Kulturleistungen der Oer Dichter Hanns Johst und Professor Or. Hans K. J. Günther als erste Preisträger. Menschheit waren zu allen Zeiten die H ö ch st- l e i st u n g e n des Gemeinschaftslebens. Ob sachlich oder rein geistig, es verkörpert sich in ihnen stets die tiefste Wesenskraft eines Volkes. Niemals ist es aber nötiger, ein Volk zu dieser unendlichen Kraft seines ewigen inneren Wesens und Seins hinzuführen als dann, wenn politische oder wirtschaftliche Sorgen es nur zu leicht im Glauben an seine höheren Werte und damit an seine Mission schädigen können. Wenn der kleine menschliche Geist, von Leid und Sorge verfolgt, irre wird im Glauben an die Große und Zukunft seines Volkes, dann ist es Zeit, ihn wieder aufzurichten durch den Hinweis auf die von keiner politischen und wirtschaftlichen Not wegzuleugnenden Dokumente des inneren und damit unvergänglichen höchsten Wertes seines Volkes. Und je mehr die natürlichen Lebensansprüche einer Nation verkannt ober unterdrückt, ja einfach bestritten werben, um so wichtiger ist es, biesen natürlichen Ansprüchen b e n Charakter eines höheren Rechtes zu geben burch bie sichtbare Demonstration ber höheren Werte eines Volkes, bie, wie bie geschichtliche Erfahrung zeigt, noch nach Jahrtausenden unzerstörbare Zeugen sinb nicht nur ber Größe, fonbem ba- mit auch bes moralischen Lebensrechtes ber Völker. Ja, sollten selbst die letzten lebenden Zeugen eines solchen unglücklichen Volkes ihren Mund geschlossen haben, dann werden die Steine zu sprechen beginnen. Die Geschichte findet kaum ein Volk positiv erwähnenswert, das sich nicht in seinen Kulturwerten das eigene Denkmal gesetzt hat. Die Zerstörer aber solcher in den Spuren noch vorhandener Leistungen fremder Völker finden dagegen stets nur eine traurige rein feststellende Beachtung. Was würden die Aegypter sein ohne ihre Pyramiden und Tempel, ohne den Schmuck ihres menschlichen Lebens, was die Griechen ohne Athen und Akropolis, was Rom ohne seine Bauten, unsere germanischen Kaisergeschlechter ohne die Dome und die Pfalzen und unser Mittelalter ohne Rathäuser, Zünfte- hallen usw., oder gar die Religionen ohne Münster. Daß es einst ein Volk der Maya gab, würden wir nicht wissen oder denn als belanglos empfinden, wenn nicht zum Staunen der Gegenwart die gewaltigen Ruinen der Städte sol- cher sagenhaften Völker immer von neuem die Aufmerksamkeit erwecken und das forschende menschliche Interesse auf sich ziehen und fesseln würden. Nein: kein Volk lebt länger als die Dokumente seiner Kultur! Den Einwand aber, daß nur ein kleiner Teil eines Volkes, weil dies verstehend und miterlebend, daran interessiert sei, ist falsch. Denn mit demselben Recht könnte man jede andere Funk- tion im Leben eines Volkes als unwichtig hinstellen, weil nicht die Gesamtheit an ihr einen direkten An- teil zu haben scheint. Oder will jemand behaupten, daß etwa die Masse einer Nation direkt Anteil nimmt an den Spitzenleistungen der Chemie, der Physik und überhaupt aller anderen höchsten Le- bensäußerungen oder Geisteswissenschaften? Ich bin im Gegenteil davon überzeugt, daß die Kunst, weil sie die unverdorben st e und unmittelbar ste Wiedergabe des Seelenlebens eines Volkes ist, unbewußt weitaus den größten direkten Einfluß auf die Masse der Völker ausübt, immer unter der einen Voraussetzung, daß sie ein wirkliches Bild des Seelenlebens sowie der angeborenen Fähigkeiten eines Volkes und nicht eine Verzerrung derselben zeichnet. Dies ergibt aber einen sehr sicheren Anhalt über den Wert oder den Unwert einer Kunst. Die vielleicht vernichtendste Aburteilung des ganzen dadaistischen Kunstbetriebes der letzten Jahrzehnte ist gerade darin zu finden, daß das Volk sich in seiner überwältigenden Masse davon nicht nur abwandte, sondern am Ende für diese Art jüdischbolschewistischer Kulturverhöhnung keiner! et Interesse mehr bekundete. Die einzigen mehr oder minder gläubigen Be- ftauner dieser Narreteien waren zum Schluß nur noch die eigenen Fabrikanten. Unter solchen Umständen allerdings ist dann der Kreis der an der Kunst Interessierten in einem Volke denkbar klein, nämlich er umfaßt die — Gott Lob und Dank — immerhin noch in der Minderzahl befindlichen Schwachsinnigen, also Entarteten, sowie die an der Zerstörung der Nation interessierten Kräfte. So, wie wir aber von einer solchen in Wahrheit nie als Kunst anzusprechenden, sondern eher als Kulturvernarrung zu bezeichnenden Tätigkeit absehen, wird die Kunst in ihren tausendfachen Auswirkungen um so mehr der Gesamtheit einer Nation zugute- kommen, je mehr sie sich über das Niveau der Interessen des einzelnen hinweg zur Höhe der allgemeinen Würde eines Volkes erhebt« Indem wir überzeugt find, das wesen und den Lebenswillen unseres Volkes politisch zum Ausdruck gebrach! zu haben, glauben wir auch an unsere Fähigkeit, die entsprechende kulturelle Ergänzung zu erkennen und damit zu finden. Dir werden die Künstler entdecken und fördern, die dem Staat des deutschen Volkes den kulturellen Stempel der germanischen Rasse als einen zeitlos gültigen aufzuprägen vermögen. Der zweite Einwand, daß man in einer Zeit schwerer materieller Not lieber auf die Betätigung auf dem Gebiete der Kunst verzichten sollte, denn Wir waren aber auch in diesem Jahre und den genau so in der Zukunft fein des unverrückbaren Willens, das deutsche Volk nicht in eine Lebensmittel. Allein, wir waren entschlossen, unter keinen Umständen so, wie das von feiten einer gewissen internationalen Presse sehnsüchtig erhofft wurde, zu kapitulieren. Und wir haben die Krise erfolgreich überstanden. (Bravo!) Wir waren dabei gezwungen, den Versuch, die schlechte Ernte durch teils verständliche, teils Würde und Lebensrechi der deutschen Kultur Oie große Kulturproklamation des Führers im Nürnberger Opernhaus. Den Preis für Wissenschaft erteilte die NSDAP, in diesem Jahre Professor Dr. Hans $. k. Günther. Das Ringen der NSDAP, hat sich von ihren ersten Tagen an auf den Erkenntnissen der Rassenkunde und des Schutzes des gesunden deutschen Blutes auf- gebaut. In diesem Kampfe hat der Forscher Dr. Hans Günther Entscheidendes für die Gestaltung dieser Rassenkunde und der Ausbildung des heldischen Charakters unserer Zeitepoche beigetragen. In seinen vielen Schriften und vor allen Dingen in seiner „Rassenkunde des deutschen Volkes" hat er geistige Grundlagen gelegt für das Ringen unserer Bewegung und für die Gesetzgebung des nationalsozialistischen Reiches. Um nichts zu übersehen und um alle sich regenden schöpferischen Kräfte aufspüren zu können, wird beim Beauftragten des Führers ein Kulturfeil a t gegründet, der mit Hilfe aller in Frage kommenden Verbände und in engstem Einvernehmen mit den staatlichen eine Auslese der Leist u n g e n auf künstlerischem und wissenschaftlichem Gebiet durchführt. Nach dem Willen des Führers sollen die Kulturtagungen der Reichsparteitage der NSDAP, die höchste Auszeichnung und die stärkste Förderung unseres Ringes um eine neue Weltanschauung bedeuten. Große Werke der Musik und Dichtung sollen hier ihre Uraufführung erleben, andere vor aller Welt als schöpferische Leistungen ihre Würdigung erfahren. Die Vorbereitung zu dieser Auslesearbeit ist unser aller Pflicht. Und wenn einmal die große Kulturhalle hier in Nürnberg errichtet sein wird, dann muß sie die Verwirklichung eines unserer Träume darstellen: der Schauplatz sein für ein geistiges Olympia des deutschen Volkes. Ich bitte nun den F ü h r e r, das Wort zu ergreifen. einer neuen Kampfansage der Welt die Zerstörung predigt, wollen wir Nationalsozialisten fester unter herrliches Banner fassen und es vor uns hertragen mit dem heiligen Entschluß, gegen den alten Feind zu kämpfen, ohne Sorge um unser Leben, auf daß Deutschland seine Ehre und die Freiheit sich bewahre und damit die Grundlagen des Lebens der Zukunft. Es lebe das Deutsche Reich! Es lebe die nationalsozialistische Bewegung! "(Sekundenlange Stille, dann stürmisch ausbrech-m- ber, nicht endenwollender Beifall und brausende Heilrufe.) neue Inflation hineintaumeln zu lassen. Da- 3U muh aber heute noch jede Lohnerhöhung genau so wie jede Preissteigerung führen. Wenn daher auch jetzt gewissenlose Egoisten oder gedankenlose Dummköpfe aus irgendeiner Verknappung, die immer wieder kommen.kann, das Recht zu Preissteigerungen ableiten, so würde dieses Verhalten dann, wenn die Regierung nachgeben wollte, zwangsläufig die uns bekannte Schraube der Jahre 1921 bis 1923 wieder in Bewegung bringen und damit zum zweiten Male dem deutschen Volke eine Inflation bescheren. Wir werden daher solche Elemente von jetzt ab mit einer brutalen Rücksichtslosigkeit a n g r e t f e n (starker Beifall) und nicht davor zurückschrecken, wenn es im Guten nicht geht, sie durch das Konzentrationslager dem nationalen Gesarnt- interesse gleichzuschalten und diesem anzupassen. Wir gedenken aber nicht nur, keine neuen Schulden zu machen, sondern wir haben im Gegenteil unsere internationalen Schulden wesentlich vermindert. Dabei ist es uns gelungen, bei den Auslandsverschuldungen die Zinssätze zum Teil zu erniedrigen und ebenso auch den innerdeutschen Zinssatz zu senken. Um die uns fehlenden Lebensrnittel und Rohstoffe einzukaufen, hat die Regierung versucht, den deutschen Export aufrechtzuerhalten. Und tatsächlich ist die Beteiligung Deutschlands am internationalen handel trotz dem jüdischen Weltboykott in keinem größeren Umfange zurückgegangen als der Außenhandel der anderen Länder auch. Soweit aber unser Export nicht die Mittel zum Einkauf ber uns notroenbigen Rohstoffe unb Lebensrnittel zur Verfügung stellt, Haden wir uns entschlossen, durch die Produktion eigener Werk- ft Okf f c Deutschland vom Import unabhängig zu macken. Und zwar handelt es sich hierbei nicht um „Ersatzstoffe", sondern um vollständig ebenbürtige gleiche oder neue Stoffe. Parallel damit fand eine großzügige territoriale Neuordnung unserer Induftrie statt. In derselben Zeit wendete die Regierung ihr Augenmerk der Entwicklung des Verkehrs zu. Alle begonnenen Projekte wurden weitergeführt, neue große Aufgaben find hinzugekommen. Insoweit aber alle unsere Bemühungen nicht in ber Lage waren, ben einzelnen Menschen einen aus- reichenben Verdienst zu geben, oder die infolge zu geringer Löhne noch übriggebliebene Not anbauert, hat bie großartige Organisation unseres Sozialhilfswerkes versucht, helfenb einzuspringen. Wenn in Sowjetrußlanb mit kaum 15 Menschen auf ben Quadratkilometer Millionen vor dem Verhungern sind unb Unzählige auch fortgesetzt bes Hungers sterben, dann ist die Tatsache, daß es gelungen ist, nur auf unsere eigene Kraft bauend, 137 Menschen auf ben Quadratkilometer zu ernähren, etwas Wunderbares. (Beifall.) Die kommenden Aufgaben. Im übrigen sind wir selbst nie mit unseren Leistungen zufrieden. Unser Ziel ist, für bas Wohlergehen des beutschen Volkes i mm er unb im« mer roieber neue Anstrengungen zu unternehmen. Unb ich möchte hier jenen Kritikern, bie auf jeben einzelnen Mißerfolg begierlich lauern, fol- genbes sagen: Wer sehr viel schießt, wird auch einmal ober bas anbere Mal b a n e 6 e n schießen. Mit dem 16. März hat bie nationalsozialistische Regierung ber beutschen Nation aus eigener K r a ft bie Gleichberechtigung gegeben. Die Fixierung unseres Heeres gibt Deutschlanb ben notroenbigen Schutz zu ßanbe; bie Errich - tung unserer Luftwaffe sichert bie deutsche Heimat vor Brand und Gas. Die in ihrer Größe durch das Londoner Flottenabkommen umrissene neue deutsche Kriegsflotte beschützt den deutschen handel und bie deutsche Küste Dieses Jahr 1934 auf 35 ist zugleich d a s I a h r großer innerer reformatorischer Arbeiten auf fast allen Gebieten unserer Gesetzgebung unb Verwaltung. Die Arbeitsbien st - pflicht würbe eingeführt. 3. Die deutsche Wirtschaft. Wir können heute darüber sprechen: Das Jahr 1934 bradjte uns leider eine sehr schlechte Ernte. Wir sind noch jetzt durch sie belastet. Aber trotzdem ist es gelungen, bie Versorgung bes beutschen Volkes mit den lebenswichtigen Nahrungsmitteln sicherzu st eilen. Daß dies gelang, trotz vieler Einschränkungen, ist eine Leistung, die ber großen Masse unseres Volkes vielleicht nicht in ge- nüaenbem Umfang zum Bewußtsein kam. Die mit dieser Ernte verbundenen Schwierigkeiten führten manchesmal allerdings zu einer vorübergehenden Verknappung dieser oder jener Alfred Rosenberg roürbiate bann die geschichtliche Bedeutung des durch die nationalsozialistische Bewegung hervorgerufenen geistigen Umbruchs unb verkünbete, baß die NSDAP, mit dem heutigen Tag einen „Preis für Kunst unb Wissenschaft" stiftet. Die Urkunde ist vom Führer unterzeichnet. Der Preis hat die Form eines Stipendiums für Künstler unb Forscher, die Wesentliches zur Ausgestaltung der nationalsozialistischen Weltanschauung geleistet haben. Die Preisverteilung erfolgt durch den Beauftragten des Führers auf der Kulturtagung ber Reichsparteitage ber NSDAP. Die höhe des Sti- penbiums beträgt zunächst 20000 Mark unb kann einem Künstler ober Forscher übergeben ober auf mehrere Preisträger verteilt werden. Außerdem stiftet ber Zentralparteiverlag der NSDAP. 10000 Mark jährlich zur Förderung in nationalsozialistischer Gesinnung wirkender führender Künstler unb Forscher. Denn, was wir an uns im langen, gemeinsamen Kampfe innerlich erlebt haben, müssen wir den kommenden Generationen stets aufs neue lehren, sollen diese nicht in Kürze die Erfahrungen der Vergangenheit vergessen haben. So wollen wir uns, meine Parteigenossen und -genos- finnen, an diesem 7. Parteitag der Bewegung schärfer als je zuvor zur Erkenntnis durchringen, daß die nationalsozialistische Partei eine ewige und ununterbrochene Mission der Erziehung unseres Volkes unb damit ihrer fortgesetzten eigenen Bewährung zu erfüllen hat. (Lebhafter Beifall.) Der Parteitag 1935 findet in einer bewegten Zeit statt. Da ber bolschewistische Jube in Moskau nach schwerste ist. Sie hat am meisten mit Vorurteilen zu kämpfen, ist am meisten belastet durch die Erlebnisse unb schlechten Trabitionen einer langen Vergangenheit unb leibet am meisten unter bem Zweifel ber Kleinmütigkeit. Allein bas, was uns auf biesen Gebieten bisher schon gelungen ist, berechtigt uns zu ber festen Zuversicht, baß bie Aufgabe einst ihre letzte Lösung erfährt. Allerbings: bies wirb nie ein Gut sein, bas, einmal erworben, träge aufbewahrt werben kann. Wir wollen nicht in ben Irrtum verfallen, zu meinen, bah man einmal Nationalsozialist wirb, um es bamit bann ewig zu bleiben. Nationalsozialist ist nur ber, ber sich unentwegt ber Ibee verpflichtet fühlt, ihr bient unb für sie wirbt. Nur wer in seinem Leben überhaupt noch nie geschossen hat, kann beeiben, auch nicht einen Fehlschuß getan zu haben. (Starker Beifall.) Sicher aber ist, baß größere Anstrengungen noch nie gemacht worden sind, ein Volk vom Abgrund seines wirtschaftlichen, staatlichen unb moralischen Verfalls zurückzureißen. Unb bies setzt uns auch bie Aufgabe fest für bas vor uns liegenbe Jahr. Wir werben wieber einen scharfen Angriff unternehmen auf bie Zahl unserer Arbeitslosen. Wir werben uns wieber bemühen, bas Verhältnis zwischen Arbeit und Lohn aufrechtzuerhalten, und wir werben vor nichts zurückschrecken, Elemente ber Störung, ganz gleich wo sie sich zeigen unb wer sie sind, den Interessen der Nation zu unterwerfen. Wir werden das gewaltige sozialistische Werk unserer Arbeitsfront weiterführen. Wir werben bas Deutsche Reich in seinem Heere stärken, um aus ihm immer mehr einen sicheren Hort bes europäischen Friedens und damit der europäischen Kultur zu machen. (Lebhafter Beifall.) Wir werden alle in Angriff genommenen Arbeiten fortführen unb ergänzen durch Neuanstrengungen, um Deutschland wirtschaftlich lebensfähig zu erhalten und in feinem Lebensstandard zu verbessern. Wir werden aber vor allem bie Bewegung als bie Quelle unserer Kraft i n n e r I i d) f e ft t g c n, unb wir werden in ihrem Sinne fortfahren in ber Erziehung ber deutschen Menschen zu einer wirklichen Gemeinschaft. Wir sind überzeugt, daß diese letzte Aufgabe unsere Rosenberg fuhr fort: Wir sind froh, am heu- tiaen Tage zum er st en Male die Verteilung dieses Preises vornehmen zu können unb wollen bamit einen Dichter und einen Forscher auszeichnett. Den Preis für Kunst erteil! die NSDAP, dem Dichter Hanns Iahst, Präsident der Deutschen Dichterakademie. Inmitten eines furchtbaren weltanschaulichen unb politischen Zusammenbruchs hat ber Dichter Hanns Johst in feinen „R o l a n d s r u f e n" sich bereits eelifch aus eigenem Instinkt eingesetzt für eine leutsche Wiebergeburt. Er hat in späterer Zeit durch eine Werke diesem Streben weiteren Ausdruck verliehen, hat in seinem „Prophete n", in seinem „Thomas Paine" Gestalten großer Revolutionen gezeichnet und schließlich in seinem „Sch läge t e r" eine Gestalt geschaffen, die uns National- ozialisten und dem ganzen deutschen Volke für immer als leuchtendes Beispiel vorschweben wird. Albert Leo Schlageter, der als deutscher Offizier, Freikorpskämpfer und Nationalsozialist bewußt sich opferte für, bie Ehre Deutschlanbs, ist in bem Werke Hanns Johsts gezeichnet als eine Zusammenballung jener Opferkräfte, deren das deutsche Volk zwischen den furchtbaren Jahren 1918 bis 1933 bedurfte, um aus dem Niedergang wieder zur Höhe zu steigen. Nach dem Worte von Hanns Johst ist Schlageter nicht der letzte Kämpfer des Großen Krieges, sondern der erste Soldat bes Dritten Reiches. Die NSDAP, bankt hiermit bem Dichter für fein Werk unb hofft, baß er auch in Zukunft sein Schaffen einsetzen wirb für bie innere Erstarkung ber großen deutschen Wiedergeburt. Der Führer führte in feiner Rede u. a. aus: Als am 27. Februar 1933 das Feuer aus der Kuppel des Reichstages den Himmel zu röten begann, schien es, als ob das Schicksal bie kommunistischen Branbstifter bestimmt hätte, der Nation noch einmal die Größe der geschichtlichen Wende durch eine hochlodernde Fackel zu erleuchten. Es wird dereinst mit Erstaunen bemerkt werden, daß in dieser Zeit, da der Nationalsozialismus und seine Führung einen heroischen Kampf um Sein oder Nichtsein auf Leben und Tod ausgefochten haben, der deutschen Kun st die er st en Impulse zu einer Neubelebung und Wiederauferstehung gegeben worden waren; wir waren entschlossen, im neuen Staat eine positive Förderung und Behandlung der kulturellen Aufgaben sicherzustellen. Und ebenso fest stand der Entschluß, die dadaistisch-kubistischen und futuristischen Erlebnis- und Sachlichkeitsschwätzer unter keinen Umständen an dieser kulturellen Neugeburt teilnehmen zu lassen. Dieser Entschluß muß um so unerschütterlicher werden, als wir nicht nur eine hinter uns liegende Verfallserscheinung auszugleichen haben, sondern bem ersten w e - sensreinen -beutschen Nationalstaat das kulturelle Gesicht für bie kommenden Jahrhunderte geben müssen. Es ist nicht verwunderlich, wenn in einer solchen Zeit gegen ein solches Bemühen zwei Einwände erhoben werben. Der erste: Ist jetzt überhaupt bie Zeit, angesichts ber gewaltigen politischen unb wirtschaftlichen Aufgaben, die uns gestellt sind, sich mit kulturellen und künstlerischen Problemen zu beschäftigen, bie unter anberen llm> stäuben, ober überhaupt in anberen Jahrhunberten vielleicht wichtig, heute aber weber notroenbig noch Dorbringlid) sind? Ist jetzt nicht bie praktische Arbeit wichtiger als bie Beschäftigung mit Kunst, Theater, Musik usw., lauter Dinge, bie vielleicht ganz schön, aber boch nicht lebenswichtig sinb? Ist es richtig, monumentale Bauten aufzuführen, statt in nüchterner Sachlichkeit sich auf bie Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Wie ber Kongreß den Rückblick und ben Ausblick für das politische Geschehen gibt, so zeigt alljährlich die Kulturtagung auf dem Reichsparteitag den Weg an, ber auf weltanschaulich-geistigem und künstleri- chem Gebiet gegangen worden ist und in der Zukunft eingeschlagen werden soll. Das Opernhaus hatte für die Kulturtagung eine einfache aber wirkungsvolle Ausschmückung erfahren. Auf rotem Samt schmückten goldene germanische Sonnenzeichen ben Raum, dessen Blickpunkt das symbolische Zeichen des „Parteitages der Freiheit" in mattem Silber aufroies. Die festliche Veranstaltung begann mit einem zukunstsgläubigen Lied der Hitler-Jugend, einem Treuebekenntnis zu ihrem Führer. Dann folgte das Leipziger Gewandhaus-Orchester unter Generalmusikdirektor Peter Raabe mit der „E g m o n t" - O u v e r t ü r e. Der Beauftragte des Führers für bie gesamte geistige diese fil am Ende doch nur ein Luxus. Dieser Einwand ist ein genau so ewiger Begleiter des künstlerischen Schaffens als die Not selbst. Denn wer glaubt im Ernst, daß in irgendeiner Zeit höchster menschlicher Kunstentfaltung die Not nicht vorhanden gewesen wäre? Glaubt man, daß etwa zur Zeit des Baues der ägyptischen Tempelstädte und der Pyramiden oder in der Zeit der Errichtung der Prachtbauten Babylons die Völker in ihren Reihen keine Not gehabt hätten? Glaubt man, daß es keine Not gegeben haben würde, wenn die Griechen die Akropolis nicht gebaut hätten? Oder glaubt man, daß es keine menschliche Armut gegeben haben würde, wenn das Mittelalter auf den Bau seiner Dome Verzicht geleistet hätte? Oder um ein noch näheres Beispiel au nennen: Als Ludwig 1. München zu einer oeutschen Kunststadt erhob, wurden gegen seine Aufwendungen genau dieselben Argumente ins Feld geführt! Also gab es in Bayern mithin erst, seit Ludwig I. seine großen Bauten begann, Bedürftige und Arme? Und um die Gegenwart nun als noch leichter verständlich heranzuziehen: Der Nationalsozialismus wird Deutschland durch Höchstleistungen der Kultur auf allen Gebieten verschönern. Wollen wir darauf verzichten, weil es im übrigen auch bei uns noch Not gibt oder geben wird? Das heißt, war also vor uns, als diese Leistungen nicht vollbracht wurden, etwa keine Not? 3m Gegenteil! Hätte die Menschheit ihr Dasein nicht durch die großen Kulturschöpfungen veredelt, würde sie überhaupt gar nicht die Leiter gefunden haben, die aus der materiellen Rot des primitivsten Daseins hinaufweist zu einer höheren Menschlichkeit. 3e geringer daher die Pflege der Kultur in einem Volke ist, um so tiefer ist zumeist auch fein allgemeiner Lebensstandard und um so größer damit auch die Not seiner Bürger. Der gesamte menschliche Fortschritt entstand und entsteht durch die fortlaufende Einsparung von Arbeitskräften aus bisher als lebensnotwendig empfundene Produktionen und ihre Hinüberführung auf neu erschlossene und damit stets nur einer kleinen Anzahl von Menschen materiell und geistig zugängliche Gebiete. Auch die Kunst geht als Verschönerung des Lebens diesen Weg. Allein sie ist deshalb nicht im geringsten der Ausdruck einer „k a p i t a l i st i s ch e n" Tendenz. Im Gegenteil: Alle große Kulturschöpfungen der Menschheit sind als schöpferische Leistungen aus dem Gemeinschaftsgefühl heraus entstanden und sind deshalb in ihrem Entstehen und in ihrem Bilde der Ausdruck der Gemeinschaftsseele und -ideale. Es ist daher kein Zufall, daß sich alle großen weltanschaulichen Gemeinschaftserscheinungen der Menschheit durch große Kulturschöpfungen verewigen. Ja, die dem materiellen. Sinn am meisten entrückten Zeitalter religiöser Verinnerlichung hatten die größten kulturellen Schöpfungen aufzuweisen. Während umgekehrt das durch und durch kapitalistisch verseuchte und dementsprechend handelnde Judentum niemals im Besitz einer eigenen Kunst war und auch nie in den Besitz einer eigenen Kunst kommen wird. Trotzdem gerade dieses Volk in langen Zeiträumen oft über unermeßliche materielle Einzelvermögen verfügte, hat es sich nie zu einem eigenen Baustil und nie zu einer eigenen Musik aufzuschwingen vermocht. Selbst sein Tempelbau zu Jerusalem verdankt die letzte Gestaltung der Hilfe fremder Baumeister, genau so wie auch heute noch die Erbauung der meisten Synagogen deutschen, französischen oder italienischen Künstlern anvertraut worden ist! Ich bin daher überzeugt, daß wenige Jahre nalionalsozialistlfcherVolks- und Staatsführung dem deutschen Volk ' gerade auf dem Gebiet der kulturellen Leistun- gen mehr und Größeres schenken werden als die letzten Jahrzehnte des jüdischen Regimes zusammengenommen. Und es soll uns mH freudigem Stolz erfüllen, daß durch eine eigenartige Fügung der größte Baurn e i ft e r, den Deutschland nach Schinkel besaß, im neuen Reich und für die Bewegung feine ersten und leider einzigen Monumentalwerke in Stein als Denkmäler einer edelsten, wahrhaft germanifchen Tektonik • errichten konnte. Wenn man die Auffassung des zweiten Einwandes aber noch besonders widerlegen wollte, so könnte man auch darauf Hinweisen, daß die großen Allerdings hat dies eine Voraussetzung: Die Kunst muß, um ein solches Ziel zu erreichen, auch wirklich Verkünderin des Erhabenen und Schönen und damit Trägerin des Natürlichen und Gesunden sein. Ist sie dies, dann ist für sie kein Opfer zu groß. Und ist sie dies nicht, dann ist es schade um jede Mark, die dafür ausgegeben wird. Denn dann ist sie nicht ein Element des Gesunden und damit des Aufbaues und Fortlebens, sondern ein Zeichen der Degeneration und damit des Verfalls. Was sich uns als sogenannter Kult des Primitiven offenbart, ist nicht der Ausdruck einer naiven unverdorbenen Seele, sondern einer durch und durch korrupten und krankhaften Verkommenheit. Wer die Bilder und Sulp- turen — um nur ein besonders krasses Beispiel zu erwähnen — unserer Dadaisten, Kubisten und Futuristen oder eingebildeten Impressionisten mit dem Hinweis auf eine primitive Ausdrucksgestaltung entschuldigen will, der hat wohl keine Ahnung, daß es nicht die Aufgabe der Kunst ist, den Menschen a n seine Degenerationserscheinungen zu erinnern, als vielmehr den Degenerationserscheinungen durch den Hinweis auf das ewig Gesunde undSchöne zu begegnen. Wenn diese Sorte von Kunstverderbern sich anmaßt, das „Primitive" im Empfinden eines Volkes zum Ausdruck bringen zu wollen, dann ist jedenfalls unser Volk seit einigen Jahrtausenden über die Primitivität solcher Kunstbarbaren schon längst hinaus. Es lehnt diesen Unfug nicht nur ab, sondern es hält die Fabrikanten entweder für Nichtskönner, für Schwindler oder Irrsinnige! Beide aber haben wir im Dritten Reich nicht mehr die Absicht auf das Volk loszulassen! Die nachträgliche Entschuldigung, daß es zu menschlichen Kulturschopfungen, indem sie einen Teil des Lohnes anderer menschlicher Arbeit für sich beanspruchten, genau so viel wieder an Löhnen für die Arbeit ihrer eigenen Entstehung ausgaben; ebenso darauf, daß am Ende diese Kulturschöpfungen sich selbst, rein materiell gesehen, für die Völker noch stets bezahlt machten, um so mehr als sie über dem Umweg einer allgemeinen Veredelung der Menschen überhaupt mitgeholfen haben, das gesamte Lebensniveau aller zu steigern und zu heben. Durch sie wurde das allgemeine Selbstbewußtsein gehoben und damit aber auch die Leistungsfähigkeit der einzelnen erhöht. einer gewissen Zeit eben notwendig gewesen sei, um überhaupt bemerkt zu werden, sich an dieser Mode besonders eindrucksvoll zu beteiligen, ist in unseren Augen alles andere eher als eine Entschuldigung des dann erst recht charakterlosen handelns solcher Persönlichkeiten. Wenn heute irgendein Komponist, zurückerinnert an seine greulichen Verirrungen, die naive Ent- schuldigung bringt, ohne eine solche Katzenmusik früher eben nicht beachtet worden zu fein, dann müssen wir einer so kläglichen Erklärung eine um so verständlichere Antwort geben: Wir alle find politisch genau derselben Lrschei- nung gegenübergestanden. Es war die gleiche Musik und derselbe Wahnsinn. Mithin hätten auch wir — um uns der öffentlichen Aufmerksamkeit leichter anzukündigen — der Opportunität dasselbe Opfer bringen müssen, d. h. aber, wir wären bolschewistischer gewesen als die Bolschewisten selbst. Wir haben es damals unternommen, als einsame Kämpfer gegen den Strom der allgemeinen politischen Verderbnis Stellung zu nehmen und find nach 15 Jahren dieses Wahnsinns gleichsam Herr geworben. Unsere Sympathie und Achtung gehört nur den Männern, die auch auf den anderen Gebieten den Mut hatten, sich nicht vor der Kanaille zu verbeugen, oder dem bolschewistischen Wahnsinn ihre Referenz zu erweisen, sondern die tapferen Herzens an eine Mission glaubend für diese dann auch offen und ehrenhaft kämpften. Bau zu fern. Das Bauwerk der Allgemeinheit hak eine würdige Repräsentierung d e s Auftraggebers, d. h..der A llg e m ei n $le1t und eine schlagende Erfüllung der gestellten Auf. gaben im besonderen zu sein. Der wirkliche Bau«, künstler wird, den Zweck der ihm gestellten Aufgabe tief innerlich aufnehmend, intuitiv jene Losung sm« den, die den äußerlich schlagendsten Ausdruck hier- ür abgibt. Er wird dabei ebenso sehr eine Summq kulturgeschichtlicher Eindrücke als nun einmal gegeben in Rechnung stellen und damit berücksichtigen, wie umgekehrt, die durch die Gegenwart gestellte Aufgabe erfüllen. Er wird also weder den Eindruck eines griechischen Tempels erwecken, noch den einer romantischen Burg oder den eines Getreidesilos. Er wird ebenso wenig aus die Verwendung moderner Baustoffe und ihre künstlerische Bearbeitung Der« zichten, wie er keine Angst hoben wird vor dem Zurückgreifen auf Formelemente, die, in der Der- oangenheit aus einer ähnlichen rassischen Veranlagung heraus gefunden, entweder noch weiter, zu entwickeln oder gar zu veredeln sind oder als unent» behrliche Silben der Sprache der Baukunst angew sehen werden können. Es kennzeichnet den wirklich begnadeten Künstler auch, mit Worten, die schon geprägt find,neue Gedanken auszu- drücken. Dabei bleibt eine Fülle moderner Aufgaben übrig, für die die Vergangenheit ohnehin weder Beispiele noch Vorbilder liefert. Gerade in ihnen aber ist dem wahrhaft begnadeten Genie die Möglichkeit geboten, der Formensprache der Kunst eine Erweiterung zu schenken. Immer aber wird der Maßstab für die Beurteilung des Schönen in der empfundenen klarsten Zweckmäßigkeit liegen: diese zu finden, ist die Aufgabe des Künstlers. Es zu empfinden, zu verstehen und zu würdigen die Aufgabe jener, die als Bauherren die Verantwortung tragen für die Stellung und Vergebung der öffentlichen Aufträge. Schluß im 2. Blatt. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Abgabeort Frankfurt. Heber Frankreich und England haben sich Störungsgebiete entwickelt, die dort bereits zum Auftreten von Regenfällen und Gewittern geführt haben. Die heute über Deutschland zu erwartende starke Erwärmung wird ihr Vordringen in östlicher Richtung begünstigen, zumal starker Druckanstieg über Südwesteuropa im gleichen Sinne wirkt. Die Witterung wird damit bei uns etwas unbeständig, aber vorerst nicht 'ausgesprochen unfreundlich. Aussichten fürFreitag: Meist wolkig und auch Auftreten gewittriger Niederschläge, milde, aus- gealichene Temperaturen, südwestliche Winde. Aussichten für Samstag: Bei westlicher Luftzufuhr leicht unbeständig, aber nicht durchaus unfreundlich. Lufttemperaturen am 11. September: mittags 18,9 Grad Celsius, abends 8,1 Grad; am 12. September: morgens 4 Grad. Maximum 19,5 Grad, Minimum 2,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. September: abends 14,1 Grad; am 12. September: morgens 10,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9,8 Stunden. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf.- mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. AM Gedanken kennzeichnen den begnadeiea Künstler. Man bleibe uns auch mit dem Einwand vom Leibe, daß die Kunst die Ausgabe besitze, der Wirklichkeit zu dienen und mithin in den Kreis ihrer Betrachtung und Wiedergabe nicht nur das menschlich Angenehme, sondern auch das Unangenehme, nicht nur das Schöne, sondern auch das Häßliche darftellen müsse. Gewiß hat die Kunst stets auch die tragischen Probleme des Lebens behandelt und die Spannungen zwischen Gut und Böse, d. h. nützlich und schädlich, aufgezeigt und für ihre Schöpfungen verwendet. Allein niemals um damit dem Schädlichen den Triumph zu geben, sondern um das Nützliche als notwendig z u beweisen. Es ist nicht die Aufgabe der Kunst, im Unrat um des Unrates willen zu wühlen, den Menschen nur im Zustand der Verwesung zu malen, Kretins als Symbol der Mutterwerdung zu zeichnen und krumme Idioten als Repräsentanten der männlichen Kraft hinzustellen. Wenn sich aber ein solcher sogenannter „Künstler" berufen fühlt, eine Schilderung des menschlichen Lebens unter allen Umständen vom betrachtenden Standpunkt des Minderwertigen und Krankhaften aus vorzunehmen, dann muß er dies in einer Zeit tun, die einem solchen Standpunkt eben das allgemeine Verständnis entgegenbringt. Diese Zeit i ft heute vorbei, und damit ist sie auch vorbei für diese Sorte von „Auch-Kunstschaftenden". Es ist sehr schwer, in einem Volk, das fast jahrzehntelang der künstlerische Tummelplatz für abgefeimte Schwindler oder krankhafte Narren war, nunmehr eine klare Einstellung zu finden zu den architektonischen Aufgaben der Gegenwart, ohne in den Fehler einer stupiden, seelenlosen Nachahmung des Vergangenen oder einer zügellosen Verwirrung zu verfallen. Das Wichtigste scheint mir dabei zunächst b i e Scheidung des öffentlichen Monumentalbaues von dem privaten Die kunstals Künden« des Erhabenen, Schönen, Aaiürlichen und Gesunden. Nachdruck verboten Ohne Gewahr 03841 30. Ziehungstag 11. September 1935 306366 306647 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Volksgesundheit N d» erste Gebot 331980 352943 367097 387180 45177 61564 63366 66004 59819 62368 63558 63986 66364 66613 71072 72483 122284 162821 193475 220170 266722 285661 127408 163963 203715 233730 267233 289035 310039 332880 362417 367367 388084 92156 137954 179218 206455 265107 278087 296621 320189 347592 366365 381168 96986 149490 184680 209900 259946 280396 303758 321664 351319 366412 383651 105911 156303 184902 215822 266204 284955 327764 351848 367013 384964 38487 62661 84891 136674 167113 206099 245299 274935 290513 311896 336220 365062 371392 393139 Die trauernden Hinterbliebenen: Minna Grüger, geb. Otterbein Lina Schwab, geb. Grüger Fritz Schwab. Illlllllllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Milllmeterzelle veröffentlicht llllllllllllllllimilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll | Vermietungen"! MIMiner -.vermieten.Am Kugelberg 5911. Gut oifibl. Zimmer Su vermiet. 0383- orst-ffBSS.-Wall49p Steuerfrei I IBMW.-Molorrad 200 eem (wwo lEIHW.-Motorrad 409 ccm, 4-Sang mit komvl. Aus- rüstg., gebraucht, billig zu verkauf. Ed. Kratz BMW.-Gen.-Vertretg. Ober - Olimen Telefon Mücke 65. Koch-Fische und Filets Forallenetör, Heilbutt im Schnitt Fischhaus Cuxhaven Marktstraße 23 m60d Teteph.2417 Gießen (Frankfurter Straße 94), den 10. September 1935. Die Trauerfeier findet Freitag, den 13. September, nachmittags 2l/„ Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt — Blumenspenden sind nicht im Sinne des Verstorbenen. Gewinuauszug 5. Klasse 45. Preußisch-Süddeutsche (27L Preuß.) Klasjen-Lotterie Jeder kann helfen. L Milieu i. 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UR G1O 5171 A jugendlich, sportlich, elegant; dazu aber äußerst praktisch, denn es sind reinwollene Bleyle-Strlckkleider.die wegen ihren besonderen Qualitätsvorzügen überall beliebt sind. Lassen Sie sich die neuen Modelle einmal zeigen, Sie werden über die schönen Formen ebenso begeistert sein, wie über die niedrigen Preise. Zwei entzückende Kleider Nr. 213 Zweiter Blatt GiehenerAnzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Donnerstag, 12. September 1935 Des Führers Rede aus der Kulturtagung. Große Aufgaben im Ginne eines tausendjährigen Vermächtnisses. Der Führer fuhr in seiner Rede auf der Kulturtagung fort: Grundsätzlich sollen aber bei allen wirklich großen Aufgaben die Männer, die sie stellen, und die Männer, die sie erfüllen, im Auge behalten, daß der Auftrag wohl ein in der Zeit gegebener, seine Verwirklichung aber durch die höchste Erfüllung eine zeitlose sein soll. Es ist zu dem Zweck nötig, daß die wirchlich großen Aufgaben einer Zeit auch groß gestellt werden, d. h. die öffentlichen Aufträge müssen, wenn ihre Lösung Ewigkeitswert in sich tragen soll, in eine bestimmte Relation gebracht werden zu den Größenanordnungen des sonstigen Lebens. Es ist unmöglich, einem Volk einen starken inneren Halt zu geben, wenn nicht die großen Bauten der Allgemeinheit sich wesentlich über die Werke erheben, die doch mehr oder weniger den kapitalistischen Interessen einzelner ihre Entstehung und Erhaltung verdanken. Solange die charakteristischen Züge unserer heutigen Großstädte als hervorragendste Blickpunkte Warenhäuser, Basare, Hotels, Bürogebäude in Form von Wolkenkratzern usw. ausmachen, kann weder von Kunst noch von einer wirklichen Kultur die Rede sein. Hier wäre es geboten, sich bescheiden in Einfachheit zurückzuhalten. Was unser Volk in 2000 Jahren geschichtlich an heroisch Großem vollbrachte, gehört mit zu den gewaltigsten Erlebnissen der Menschheit. Es gab Jahrhunderte, in denen in Deutschland — wie im übrigen Europa — die Werke der Kunst dieser seelischen Größe der Menschen entsprachen. Die einsame Erhabenheit unserer Dome gibt einen unvergleichlichen Maßstab für die kulturell wahrhaft monumentale Gesinnung dieser Zeiten. Sie zwingen uns über die Bewunderung des Werkes hinweg zur Ehrfurcht vor den Geschlechtern, die der Planung und Verwirklichung so großer Gedanken fähig waren. seitdem ist im Wellenspiel des Schicksals unser Volk gestiegen und gefallen. Wir selbst waren Zeugen eines welttrohenden Heldentums, tiefster Verzweiflung und erschütternder Fassungslosigkeit. Durch uns und in uns hat sich die Ration wieder erhoben. Wenn wir die deutsche Kunst nun heute zu neuen großen Aufgaben berufen, dann wollen wir diese stellen nicht nur zur Erfüllung der Wünsche und Hoffnungen der Gegenwart, sondern im Sinne eines tausendjährigen Vermächtnisses. Indem wir diesem ewigen nationalen Genius huldigen, rufen wir den großen Geist der schöpferischen Kraft der Vergangen- heit her in unsere Gegenwart. An solchen höheren Aufgaben aber werden die Menschen wachsen. und wir haben kein Recht zu zweifeln, daß, wenn uns der Allmächtige den Mut gibt. Unsterbliches zu fordern, er unserem Volk die Kraft geben wird. Unsterbliches zu erfüllen. Unsere Dome sind Zeugen der Gröhe der Vergangenheit! Die Gröhe der Gegenwart wird man einst messen nach den Ewigkeitswerten. die sie hinterläht. Rur dann wird Deutschland eine neue Blüte seiner Kunst erleben und unser Volk das Bewuhtsein einer höheren Bestimmung. Der Führer legt -en Grundstein zur Nürnberger Kongreßhalle. Ein ewiger Zeuge nationalsozialistischen Aufbauwillens. Nürnberg, 11. Sept. (DNB.) Der Nachmittag des zweiten Tages sah die feierliche Grund st einlegung der neuen Kongreßhalle, die im Südosten der Luitpold-Arena nach den Plänen des verstorbenen Architekten Professor Ludwig Ruff errichtet werden soll. Die neue Kongreßhalle wird über einer vorgeschichtlichen Fluhmulde errichtet. Das erfordert eine besonders sorgfältige Fundierung, die allein ein Jahr der auf acht Jahre berechneten Bauzeit in Anspruch nehmen wird. Der Bau soll als ein Kult- und Monumentalbau im höchsten Sinne noch nach Jahrhunderten Zeuge von dem Aufbauwillen des Dritten Reiches und seines Führers sein. Wenige Minuten vor 16.30 Uhr schmettern die Fanfaren und die Ehrenkompanien präsentieren. Durch die Gasse der Standarten schreitet der Führer, begleitet von seinem Stellvertreter Rudolf Heß, Reichsminister K e r r l, Gauleiter Julius Streicher, Oberbürgermeister Liebel und anderen führenden Persönlichkeiten der Bewegung. Nach Begrüßungsworten Oberbürgermeister Lie- bels schreitet der Führer, begleitet von Reichsminister Kerrl und Oberbürgermeister Liebel, zum Grund st ein, während die Blutfahne hinter ihm hergetragen wird. In dem gewaltigen Halbrund klangen dann weithin schallend die Worte des Mrers: Nationalsozialisten! Nationalsozialistinnen! Parteigenossen! Bor 16 Jahren fand di e geistige Grund st einlegung einer der größten und ent- scheidensten Erscheinungen des deutschen Lebens statt. Als wir wenige Männer damals den Entschluß faßten. Deutschland aus den Fesseln seiner inneren Verderber zu lösen und von dem Joch der äußeren Knechtschaft zu befreien, war dies einer der kühnsten Entschlüsse der Weltgeschichte. Dieses Vorhaben ist nach einem nunmehr 16jährigen schweren Ringen zum entscheidenden geschichtlichen Erfolg geführt worden. Eine Welt von inneren Widersachern und Widerständen wurde überwunden und eine neue Welt ist im Begriff zu entstehen. An diesem heutigen Tage setzen wir dieser neuen Welt des deutschen Volkes den Grundstein ihres er st en großen Denkmals. Eine Halle soll sich er- heben, die bestimmt ist, die Auslese des nationalsozialistischen Reiches für Jahrhunderte alljährlich in ihren Mauern zu versammeln. Wenn aber die Bewegung jemals schweigen sollte, dann wird noch nach Jahrtausenden dieser Zeuge hier reden. Inmitten eines heiligen Haines uralter Eichen werden dann die Menschen diesen ersten Riesen unter den Bauten des Dritten Reiches in ehrfürchtigem Staunen bewundern. In dieser Ahnung setze ich den Grundstein der Kongreßhalle der Reichsparteitage zu Nürnberg im Jahre 1935, dem Jahre der von der nationalsozialistischen Bewegung erkämpften Freiheit der deutschen Nation. Der Führer bittet sodann Reichsminister Kerrl, den Inhalt der Urkunde, die in den Grundstein eingemauert wird, zu verlesen. Sie hat folgenden Wortlaut: Urkunde über die Grundsteinlegung zur Kongreßhalle der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Rürnberg. Diese Kongreßhalle der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei auf dem Reichsparteilagsgelände zu Rürnberg verdankt ihre Entstehung dem Wunsche und Willen des Erneuerers des Deutschen Reiches, des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, ihre Form und Gestaltung entsprechend den Anregungen des Führers dem Architekten Professor Ludwig Ruff in Rürnberg. ihre Errichtung der auf Anregung der Stadt Rürnberg geschaffenen und unter Leitung des Reichsministers Kerrl stehenden Körper- schäft des öffentlichen Rechtes Zweckverband Reichsparteitag Rürnberg". Den Grundstein zu dieser Kongreßhalle legte heute am 11. September des dritten Jahres der nationalsozialistischen Revolution und im eintaufendneunhundertfünf- unddreißigsien christlicher Zeitrechnung der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Wöge es diesen gewaltigen Bau, dessen Grundstein während des 7. Reichsparteitages der Rationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, des Parteitages der Freiheit, gelegt wurde, dereinst beschieden sein, auf Fahrtausende hinaus dem Parteikongreß der RSDAP. eine Stätte zu bieten und damit dem deutschen Volke zu dienen. Es lebe die Rationalfozialistifche Deutsche Arbeiterpartei! Es lebe Deutschland! Es lebe Adolf Hitler! Rürnberg, 11. September 1935. Zweckverband Reichsparteitag Rürnberg. Hans Kerrl, Reichsminister. Dann überreicht Reichsminister Kerrl dem Führer den eigens für diese Grundsteinlegung von einem Nürnberger Goldschmied angefertigten Hammer. Während die Steinmetze die Kapsel, die die Urkunde umschließt, in das hergerichtete Gemäuer versenken und den Mörtel anrühren, werden die Fahnen und Standarten erhoben, präsentieren die Ehrenabord- nungen und intoniert die Musik das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied. Batterien künden den historischen Augenblick aus ehernen Schlünden. Mit erhobener Rechten wohnen die Zeugen der Grundsteinlegung dem festlichen Akt bei. Als die Musik verklungen ist, begleitet der Führer mit weithin schallender Stimme seine drei Hammerschläge mit den Worten: „Stehe fest und rede als ein ewiger Zeuge. Das Reichsschwert. Im historischen Saal des Nürnberger Rathauses übergab Oberbürgermeister Liebel dem Führer die getreue Nachbildung des deutschen Reichsschwertes als Geschenk. Es handelt sich um eine Nachschöpfung. des Kaiserschwertes, das als Zere- monialschwert bei der Kaiserkrönung diente und zu den berühmten Reichsinsignien gehört. — (Weltbild-M.) Englands Außenminister schneidet in Genf die Revisionssrage an. Oer Abessinienkonflikt vor der Völkerbundsversammlung. Genf, 11. Sept. (DNB.) Unter großem Andrang von Publikum und Pressevertretern ist die Völkerbundsversammlung vormittags um 10% Uhr zu einer öffentlichen Sitzung zusammengetreten, um die allgemeine Aussprache über die Tätigkeit des Völkerbundes seit der letzten Versammlung zu eröffnen. Oer englische Außenminister Eir Samuel Hoare, der als erster sprach, erwähnte sogleich den italienisch-abessinischen Konflikt. Der Völkerbund sei, was seine Mitglieder aus ihm machten. Kollektive Sicherheit bedeute weit mehr als das, was gemeinhin als Sanktionen bezeichnet wird. Der Begriff setzt eine gewissenhafte Achtung anderer vertraglicher Verpflichtungen voraus. Seine Grundlage sind die freiwillig übernommenen Verpflichtungen der Völkerbundsmitglieder, wonach sie jeden Streit, der zum Kriege führen kann, friedlichen Schlichtungsmethoden unterbreiten und zur Regelung von Streitigkeiten nicht in Verletzung der Satzung zum Kriege schreiten dürfen. Schließlich besteht als Vervollständigung dieses Systems die Verpflichtung, eine Kollektivaktion zu unternehmen, um einen Krieg zu beendigen, der unter Mißachtung der Satzungsoerpflichtungen unternommen worden ist. Die Voraussetzung dieser Verpflichtungen bildete die Erwartung, daß das System von der gesamten souveränen Staatenwelt oder wenigstens von dem größten Teil derselben übernommen würde. Die Entwicklung ist nicht in diesem damals erwarteten günstigen Sinne verlaufen. Troß der Paktverpflichtungen hat der Geist des Krieges fein Haupt an verschiedenen Stellen erhoben. Aus Furcht vor dem Krieg ist den Beispielen der Begrenzung und Herabsetzung der Rüstungen keine Folge geleistet worden. Und jetzt nehmen aus wachsender Furcht vor dem Kriege die Rüstungen der meisten Länder und schließlich auch meines eigenen Landes zu. Ls ist bisher unmöglich gewesen, in diesem Teil des Völkerbundsprogramms Fortschritte zu erzielen. Hand in Hand mit dieser Enttäuschung geht eine natürliche Abneigung, die Möglichkeit von Veränderungen der bestehenden Verhältnisse zu prüfen. Und doch bildet die Elastizität dort, wo sie erforderlich ist, auch einen Teil der Sicherheit. Es ist ein c i r c u - lus vitiosus der Unsicherheit entstanden. Schließlich hat auch das Richtzustandekommen der erwünschten Universalität die Unsicherheit vergrößert. Es sind zu viel leere S t ü h l e an unserem Tisch. Wir wünschen nicht noch mehr. Hoare sprach davon, daß England ständig die Erweiterung der Selbstregierung in seinen eigenen Gebieten gefördert habe. In dem gleichen Sinne glaube es, daß kleine Nationen ein Recht auf Eigenleben hätten und auf einen kollektiven Schutz zur Aufrechterhaltung ihrer nationalen Existenz. Auch rückständige Nationen seien unbeschadet ihrer Unabhängigkeit und Unversehrtheit zu der Erwartung berechtigt, daß die weiter fortgeschrittenen Völker ihnen in der Entwicklung ihrer Hilfsquellen und in dem Aufbau ihres nationalen Lebens Unterstützung gewähren. Sir Samuel Hoare betonte dann die Bedeutung der R e v i s i o n s f r a g e für den internationalen Frieden. Es genüge nicht, mit kollektiven Mitteln darauf zu bestehen, daß kein Krieg ausbreche, oder daß ein bereits ausgebrochener Krieg zu Ende gebracht werde, es müsse auch etwas getan werden, um die Ursachen zu beseitigen, aus denen Kriege entstehen könnten. Nicht jedes Verlangen nach Veränderung verdiene Beachtung. Ein Verlangen nach Veränderung muß durch Tatsachen und durch die freie Erörterung dieser Tatsachen gerechtfertigt werden. Die Berechtigung eines Anspruches steht nicht notwendigerweise im Verhältnis zu den nationalen Leidenschaf t e n , die zu seiner Unterstützung wachgerufen werden: sie können bewußt durch das wachgerufen werden, was ich als eine der gefährlichsten Erscheinungen des modernen Lebens betrachte, durch Regierungspropaganda. Zu oft würde die gewünschte Veränderung mehr Ungerechtigkeit schaffen, als sie beseitigen würde, oder mehr Leidenschaften erregen als besänftigen. Au oft wird die künstliche Auspeitschung des Rationalgefühls zur Entschuldigung für die Ab- schüttelung einer Verpflichtung oder für die Gewaltandrohung angeführt Und doch ist die Welt nicht statisch, und Veränderungen müssen von Zeit zu Zeit vorgenommen werden. Die Satzung selbst sieht diese Möglichkeit vor. Aber solche Veränderungen sind nur vorzunehmen, wenn sie wirklich notwendig sind und wenn die Zeit dafür reif ist. Sie müssen herbeigeführt werden durch lieberein ff immun g, nicht durch Diktat, durch Vereinbarung, nicht durch einseitiges Vorgehen, durch friedliche Mittel, nicht durch Krieg oder Kriegsdrohung. Die Fülle an Rohstoffen habe einigen Ländern besondere Vorteile gegeben. Die Bedeutung eines solchen Vorteiles werde aber gern übertrieben. Es gebe Länder, die ohne besondere Roh- st o f f q u e 11 e n durch Industrie und Handel z u Wohl st and und Macht gelangt seien. Immerhin seien manche weniger begünstigte Staaten von einer gewissen Besorgnis erfüllt. Besonders hinsichtlich der kolonialen Rohstoffe sei es natürlich, daß ein solcher Zustand der Ungleichheit zu der Befürchtung Anlaß gegeben habe, daß ausschließliche Monopole auf Kosten der Länder geschaffen würden, die keine Kolonialreiche besäßen. Es wäre verkehrt, dieses Problem zu verkennen. Bei dem kolonialen Rohstoffproblem handele es sich nicht um die Benachteiligung irgendeines Käufers, sondern um die Unmöglichkeit eines Der - kaufes zu lohnenden Preisen. Der Nachdruck müßte auf das Problem der Neuverteilung dieser Rohstoffe unter die Industrieländer, die sie brauchten, gelegt werden. Oer Vertreter Abessiniens, Tecle Hawariate, erklärte, daß Abessinien seine aus dem Völkerbunds« pakt herborgehenden Verpflichtungen achten werde. Innere Aenderungen der Struktur der Völkerbundsmitglieder dürften keinen Vorwand geben, ihre Unabhängigkeit oder Oberhoheit anzugreifen. Sollte der Völkerbund gewisse Maßnahmen auf politischem, wirtschaftlichem oder finanziellem Gebiet für nötig erachten, würden diese von Abessinien als Vorschläge von Brüdervölkern betrachtet werden, die auf dem Wege der Zivilisation schon weiter voraus seien. Jede Anregung werde wohlwollend in Erörterung gezogen, wenn es sich um Vorschläge handele, die ohne irgendwelche Bevorzugung dem allgemeinen Wohl dienen würden. Das abessinische Volk sei in Gefahr, seine nationale Selbständigkeit zu verlieren. Wir haben gegenüber dieser Gefahr, obschon man uns Barbaren nennt, eine große Langmut, Duldsamkeit und Demut bewiesen. Durch Gewalt könne keine bessere Welt geschaffen werden. In jeder kriegerischen Aktion würden auch die anderen farbigen Völker das Vertrauen in die abendländische Zivilisation verlieren. Es sei leicht, einen schwachen Staat anzuschuldigen auf Grund von Bildern über angebliche barbarische Zustände. Er verlange von den versammelten Vertretern der ganzen Welt feierlich die Entsendung einer Untersuchungskommission an Ort und Stelle, die auf Grund der Tatsachen die objektive Wahrheit feststellen solle. Geteilte Aufnahme in Paris. Paris, 12. Sept. (DNB. Funkspruch.) Pariser Blätter, deren Sympathie für Italien vom ersten Tage an unverkennbar war, beurteilen die Ausführungen des englischen Außenministers sehr skeptisch. Die mehr links gerichteten Organe sind dagegen begeistert, weil sie nunmehr die Möglichkeit einer engen französisch-englischen Zusammenarbeit sehen zu können glauben, von der sie sich besonders in den mitteleuropäischen Fragen Vorteile versprechen. „Echo de Paris" ift deshalb enttäuscht, weil die Ausführungen Sir Samuel Hoares keinerlei positive Garantien für Europa enthielten. Hoare habe keinerlei Aufschluß darüber gegeben, welche Haltung England einnehmen würde, wenn beispielsweise Europa einmal von einer Umwälzung bedroht wäre. Neu sei lediglich der Hinweis Hoares auf die Wahrung der Interessen kolonialarmer Industriestaaten. Der Unterschied sei aber, daß man in den eigenen Kolonien die Rohstoffe mit Papiergeld kaufen könne, während man sie in fremden Kolonien mit Gold ankaufen müsse. Laval habe bis zuletzt versucht, seine bisherige Stellung zwischen Italien und England osizubehalten, urp seine Der« söhnungsoersuche fortzusetzen. Da aber die englischen Kräfte schließlich nützlicher sein könnten, jo werde die französische Diplomatie in die kollektive Bewegung von Genf hineingezogen. Das „Journal" befürchtet ebenfalls, daß nunmehr der englisch-französisch-italienische Block zusammen- brechen werde. Der Fünfer-Ausschuß werde jetzt nur noch einen Mißerfolg feststellen können, denn die Erklärungen Sir Samuel Hoares, in denen man jedes Wohlwollen gegenüber der italienischen Politik vermisse, ließen jede Hoffnung auf Versöhnung als unbegründet erscheinen. Enttäuschung in Italien. Mailand, 12. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die norditalienische Presse äußert offen ihre Mißbilligung über die von dem englischen Außenminister Hoare in Genf gehaltene Rede. „Corriere della Sera" spricht von einem enttäuschenden Eindruck und bezeichnet Hoare als einen „u n - moralischen Moraliste n", dessen Ausführungen die diplomatische Lage um den italienischabessinischen Konflikt keinesfalls verbessert haben, Hoare hätte die Höflichkeit gehabt, das Dilemma öffentlich, wenn auch in maskierter Form, auf die französische Regierung abzuschieben. Nun habe Frankreich das Wort. Für die Turiner „Stampa" ist die Rede ein „Denkmal der Heuchelei". Das Blatt bezeichnet die Haltung Deutschlands gegenüber Italien als musterhaft. Wenn sich auch die anderen Staaten der Haltung Deutschlands anschließen würden, so könnten Europa, und die ganze Welt erleichtert aufatmen. Aus aller Wett. Reun „KdF." - Dampfer nehmen an den herbstmanövern der Kriegsmarine feil. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" wird am 20. September auf der Höhe von Helgoland sämtliche Urlauberdampfer zusammenziehen, ferner fahren vier Bäderdampfer von Hamburg und Bremen dorthin und bringen zusammen 10 000 Arbeitsfrontkameraden zu dem Manv- verfeld der deutschen Kriegsmarine. Während der Manöver sind auf den Dampfern Verbindungsoffiziere und Signalgäste, die den Fahrtteilnehmern laufend Vorträge über die einzelnen Hebungen halten. Wie erinnerlich, hat die Marineleitung schon bei dem Start des ersten „Kraft durch Freude"- Dampfers 1934 den Kreuzer „Leipzig" zu einem Zusammentreffen auf der Nordsee entsandt; bei der Taufe des „KdF."-Dampfers „Der Deutsche" war ebenfalls die Kriegsmarine mit dem Kanonenboot „Fuchs vertreten, und die Kameraden, die an der großen Madeirafahrt teilnahmen, entsinnen sich noch sehr gut der Begegnung mit dem Panzerschiff „Deutschland", die eins der stärksten Erlebnisse dieser Reise war. Das Verständnis für die Zusammengehörigkeit von Arbeitern und Soldaten wird jetzt durch den „KdF."-Massenbesuch der Herbstmanöver erneut unter Beweis gestellt. Den Vater im Streit erstochen. In Dortmund-Lanstrop wurde der 64jährige In« valide Wilhelm Tappe von seinem 25 Jahre alten Sohn Edwin nach voraufgegangenem Streit er« stochen. Der Täter wurde von der Polizei fest« genommen Aus der Provinzialhauptstadt. Oer Haarausfall. Es gibt in unserer Zeit kaum einen Städter, der nicht über Haarausfalt klagt. Aber der Arzt muß sich bei genauer Untersuchung oft davon überzeugen, daß die Klagen nicht immer berechtigt sind. Die Angst vor dem Haarausfall ist mindestens so verbreitet, wie der Haarausfall selbst. Die wenigsten Menschen denken daran, daß unser Haar kein Dauerkleid ist, sondern daß es einem ständigen Wechsel unterworfen ist und daß ein Haarausfall von etwa 50 Haaren täglich, der nach dem Waschen sogar bis auf 70 und 100 Haare ansteigen kann, durchaus noch kein Zeichen eines kranken Haarausfalles zu sein braucht. Es gibt ein Messungsverfahren, bei dem man auf vier aufeinanderfolgenden lagen durch Auskämmen mit einem Staubkamm die ausgefallenen Haare sammelt, das Verhältnis der Spitzenhaare, d. h. der vorzeitig ausgefallenen jungen Haare zum Gesamtausfall feststellen kann. Beträgt dieses Verhältnis bei einer Durchschnittslänge des Kopfhaares von 13 Zentimeter 1:8, oder bei einer Durchschnittslänge von 5 bis 8 Zentimeter 1 :10, so ist der Haarausfall bereits anormal. Bei Frauen sollten zwei Drittel der ausfallenden Haare länger als 16 Zentimeter fein. Allerdings soll man davor warnen, derartige Messungen nun über lange Zeiträume hin auszudehnen, denn dann kann es gar nicht selten geschehen, daß dieses dauernde Zählen zu einer Manie wird und zu einer Beängstigung, die schlimmer ist, als der ganze Haarausfall. Stets muß man vor der Beurteilung eines Haarausfalls sich darüber Klarheit verschaffen, ob den Patienten vielleicht in der letzten Zeit eine schwere Erkrankung, besonders eine Fieberkrankheit befallen hat. Denn einige Wochen nach derartigen Krankheiten, selbst nach verhältnismäßig harmlosen Er- kältungs- oder Grippeanfällen, pflegt das Haar stets vorübergehend besonders heftig auszufallen. Wer an diesen Zusammenhang nicht denkt, muß erschrecken. Doch sind gerade diese Haarausfälle in ihrem Verlauf besonders günstig. Durch Bestrahlungen mit künstlicher Höhensonne und etwas Massage der Kopfhaut läßt sich schon nach kurzer Zeit ein normaler Haarwuchs wieder herstellen. Die häufigste Ursache des Haarausfalls, der Lichtung des Haarkleides bei Frauen und der allmählichen Glatzenbildung bei Männern ist eine chronische Erkrankung der Talgdrüsen. Das deutlichste Symptom dieser Erkrankung ist die Schuppenbildung, die oft schon in frühen Jahren mit beginnender Entwicklung einsetzt und in den Reifeiahren in verstärktem Maße auftritt. Der Arzt sieht die Krankheit gewöhnlich erst, wenn ihre Spätfolgen in Form des Haarausfalls sich zu zeigen beginnen. Dann ist aber meist schon wichtige und wertvolle Zeit zur Bekämpfung des schleichend verlaufenden Leidens vergangen. Mit dem jahrelangen allmählichen Fort- jchreiten werden die Haare dünner und dünner und der Nachwuchs spärlicher. Schließlich kann es zu einem vollständigen Absterben der Haarwurzeln der Kopfhaut kommen und die gefürchtete Glatze ist da. Es ist daher von besonderer Wichtigkeit, Ernährungsstörungen der Kopfhaut, d. h. Schuppenbildung, starke Ueberfettung der Haare, starke Trockenheit, Glanzlosigkeit, eine Spaltung der Spitzen oder stumpfes Abbrechen rechtzeitig dem Arzt zu melden. Die häufigen Mißerfolge einer Behandlung beruhen fast immer darauf, daß zu spät begonnen wird. Einen alten Menschen kann man nur vorübergehend 'verjüngen, ein im Wachstum geschädigtes Haar läßt sich meist nicht mehr retten. Aber da wir bei der Fürsorge für unsere Gesundheit immer größeren Wert auf rechtzeitige Vorbeugung, als auf verspätete Heilung legen, so werden wir auch bei diesen an sich harmlosen, aber doch für unser Aeußeres so entscheidenden gesundheitlichen Störungen uns allmählich daran gewöhnen müssen, rechtzeitig vorbeugende Gesundheitsfürsorge zu treiben. Die Mittel, die uns zur Verfügung stehen, sind: geeignete, zweckmäßige Ernährung, Sport und Gymnastik, die den gesamten Stoffwechsel heben, Massage und Haarwasser zur besseren Durchblutung der Kopfhaut und die wohltätigen Strahlen der Höhensonne. P- B* Rückkehr aus dem Manöver. Nach mehrwöchiger Ausbildungszeit auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow mit anschließenden Regimentsübungen in der Gegend von Braunschweig ist am gestrigen Mittwoch-Spatnach- mittaa und Abend unser Regiment wieder hierher in die Garnisonstadt zurückgekehrt. Der „Gießener Anzeiger" konnte gestern die Ankunftszeiten der verschiedenen Transportzüae mitteilen, so daß unsere Volksgenossen in der Lage waren, in ihre Zeiteinteilung die Begrüßung unserer Soldaten rechtzeitig einzuordnen. Als der erste Transportzug um 16.32 Uhr, der eine Kompanie mit ihren Fahrzeugen brachte, an der Rampe des Güterbahnhofs eintraf, hatten sich dort bereits viele Volksgenossen zum Empfang der Truppe eingefunden. Etwa eine Stunde nach der Ankunft fuhr die Kompanie durch die Klinikstraße, Frankfurter Straße und Hindenburg-Wall zur Kaserne, wobei sie unterwegs von einer großen Menschenmenge, die sich beiderseits der Marschstraßen ausgestellt hatte, herzlich begrüßt wurde. Zwischen 20 und 21 Uhr, als das I. Bataillon von der Hammstraße her über den Horst-Wessel-Wall und den Hindenburg-Wall und etwas später das II. Bataillon von der Frankfurter Straße her über den Hindenburg-Wall zur Kaserne einrückten, war die zum Empfang der Soldaten erschienene Menschenmenge — da nunmehr keine berufliche oder geschäftliche Inanspruchnahme die Volksgenossen fernhielt — an den Marschstraßen ganz gewaltig angewachsen. Weithin auf den Bürgersteigen hatten sich jung und alt, Männer, Frauen, Kinder und alte Leute schon lange vor dem Anmarsch der Truppe aufgestellt, teilweise in mehrfacher Tiefengliederung, um unseren Feldgrauen einen herzlichen Empfangsgruß darzubringen. Und als bann die Kompanien unter den Klängen der schneidigen Militärmärsche heranrückten, begegneten sie überall der herzlichsten Empfangsfreude und dem Ausdruck stärksten Verbundenseins zwischen der Bevölkerung und unserer Wehrmacht. Die Soldaten unserer Garnison sind auch in früheren Jahren bei ihren Märschen durch die Stadt immer mit herzlicher Sympathie begrüßt worden, aber der Empfang am gestrigen Mittwochabend übertraf sowohl hinsichtlich der Beteiligung der Einwohnerschaft, als auch des Ausmaßes der Freude an unseren Soldaten alle früheren Erlebnisse dieser Art ganz erheblich. Hier wurde in eindrucksvollster Weise offenbar, daß Wehrmacht und Volk heute wieder eine innige Gemeinschaft sind durch das Aufbauwerk unseres Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, der unserem Volke mit der Verkündung der deutschen Wehrfreiheit auch das Dolks- heer wiedergegeben hat. Sie Gefechte unseres Regiments am 9. und 10. September. Rot hatte zwischen Vorsfelde und Oebisfelde mit schwächeren Kräften in südlicher Richtung die Aller überschritten. Blau befand sich im Vormarsch nach Norden mit dem Auftrag, diesen Gegner über die Aller zurückzuwerfen. Hierzu marschierte J.-R. 36, rechts angelehnt, über Frellstedt, Süpplingen, Süpplingenburg, Groß-Steinum auf, Beienrode. Bei Süpplingen stoßen beide Parteien zusammen. Rot ist bereits entfaltet, Blau befindet sich noch in der Marschkolonne. Blau hat den Auftrag, den Gegner über die Aller zu werfen. Rot hat die Absicht, für die nachfolgenden Hauptkräfte so viel Zeit und Raum zu schaffen, daß sie die Aller in südlicher Richtung überschreiten können. Rot will also nur den Gegner bis zum 10. abends Hinhalten. Rot richtet sich am Südhang des Dorm zur Verteidigung ein. Don dort ist das Angriffsgelände von Blau bis in jeden Winkel einzusehen. Der Angreifer wird also trotz seiner Ueberlegenheit an Menschen und Material einen schweren Stand haben. Trotzdem entschließt sich Rot, bei einbrechender Dunkelheit Über den Dorm nach Norden zurück- zuaehen. Am Samstag, 7. September, begann der Manö- r?rtag mit strahlendem Sonnenschein, um mitSturyr und Regen zu enden. Am Montag morgen war es trübe. Von Zeit zu Zeit tropfte der Regen. Diesmal hoffte man also, daß der Tag mit Sonnenschein enden werde. Aber nein, von Stunde zu Stunde wurden die Schauer länger und heftiger. Und dabei die Aussicht: Uebungsende Dienstag mittag nördlich des Dorrn. Aber erst einmal drüben fein! Der Dorrn ist ein schmales Waldgebirge. Sein höchster Punkt, der Fuchsberg, ist 182 Meter hoch, also nicht 100 Meter höher als das umliegende Gelände. Nach der Karte überqueren den Dorm keine Wege, in Wirklichkeit gelingt es den Spähtrupps von Blau, einige Schneisen zu finden, die, an sich schon recht steil, infolge des Regens der letzten Tage für Fahrzeuge aber kaum benutzbar sind. Am 9. September um 16 Uhr wird mit Rücksicht auf die Gesundheit von Mann und Pferd die Uebung bis zum Morgengrauen unterbrochen, und es werden Notquartiere bezogen. Am Morgen des 10. September hat sich Rot nördlich des Dorm zum hinhaltenden Widerstand gegliedert. Blau erhält beim Heraustreten aus dem Nordrand des Waldes heftiges Flankenfeuer. Ehe dieses nicht beseitigt ist, kann der Angriff in nördlicher Richtung nicht weitergetragen werden. Die vordere Widerstandslinie von Rot verläuft von Uhry nach Trendel. Sobald Blau feine schweren Waffen auf der Höhe des Dorm in Stellung haben wird, sobald die Artillerie sich zur Unterstützung des nun folgenden Angriffs umgruppiert haben wird, muß Rot die Stellung zwischen Uhry und Trendel räumen. Bis dahin vergehen jedoch Stunden, dann wird sich Rot einige Kilometer weiter nördlich wieder festsetzen und der Angreifer wird wiederum seine zeitraubenden Vorbereitungen treffen müssen. Die nachfolgenden roten Hauptkrüste werden also die Möglichkeit haben, von Blau ziemlich ungestört die A l l e r zu überschreiten. Um 9 Uhr wird in diesem Manöver das letzte „Ganze Halt" geblasen. Zum letzten Male rückt die Truppe jetzt ins Quartier. Am 11. September erfolgt von Königslutter und Braunschweig aus der Rücktransport in die Garnison. Filme in den Schulen. In einem Erlaß des Reichserziehungsministers heißt es u. a.: Es sind in Elt-rnkreif-n berechtigte Klagen dar- Über laut geworden, daß dieselben Filme als staa -- politische Filme in den Schulen und gleichzeitig innerhalb der Hitler-Jugend uorgesuhrt wurden und dah auf diese Weise nicht nur die Schuler gezwungen wurden, diese Filme zweimal anzusehen son- dern daß auch die Eltern zu einer doppelten Geld- ausaabe veranlaßt wurden. Ich ersuche, alles zu tun. um derartige Doppelvorführungen zu vermeiden. Insbesondere sollen die Landesblldftellen wenn sie ihre Zustimmung zur Durchführung staatspoli. tifcher Filmvorführungen für die Schulen geben, die Genehmigung von der Bedingung abhängig machen, daß der Film nicht gleichzeitig innerhalb der Hitler-Jugend gezeigt wird. Auch die zentrale Genehmigung von Filmen für staatspolitische Schulveranstaltungen geschieht nur unter dieser Voraussetzung. Sobald innerhalb eines Bezirks festgestellt wird, daß derselbe Film auch innerhalb der Hitler-Jugend vorgeführt wird, sind die Schulvorsuh- rungen einzustellen. Die Reichspropagandaleitung (Abteilung Film) der NSDAP, hat mir zugesichert, daß auch sie die Gaufilmstellen anweisen werde, die Vorführung desselben Films in den Schulen und innerhalb der Hitler-Jugend zu vermeiden. Eine im Frühjahr d. I. erhobene Statistik hat mir gezeigt, daß Ziffer 5 der Gemeinsamen Richtlinien noch nicht überall eingehalten wird, daß insbesondere immer noch Filme vorgeführt werden, die weder zentral genehmigt sind — das ist bisher geschehen für die Filme „Der alte und der junge König" und „Der Sieg des Glaubens" — noch die Zustimmung der Landesbildstelle gefunden haben. Die Folge davon ist, daß völlig ungeeignete Filme, wie z. B. „Wenn am Sonntagabend die Dorfmusik spielt", „Grün ist die Heide", „Heideschulmeister Uwe Karsten" usw., in den Schulen zur Vorführung gelangen. Ich mache eine genaue Beachtung der Gemeinsamen Richtlinien zur Pflicht; die Schulleiter sind dafür verantwortlich, daß Termine für staatspolitische Filmveranstaltungen erst angesetzt und die Eintrittsgelder erst eingezogen werden, wenn feststeht, daß die vorzuführenden Filme zentral genehmigt sind oder die Zustimmung der Landesbildstelle gefunden haben. Stadttheater Gießen spielt in Bad Homburg. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Nachdem erst vor wenigen Tagen das Orchester des Stadttheaters Gießen auf Grund feiner großen Erfolge für den kommenden Sommer wieder nach Bad Homburg verpflichtet wurde, hat jetzt die Stadt Homburg und die Kurverwaltung auch das Stadttheater Gießen aufgefordert, im kommenden Winter 20 Vorstellungen im Kurtheater zu geben. Intendant Schultze - Griesheim hat dieses ehrenvolle Angebot angenommen, das auf Grund der erfolgreich durchgeführten Sommergastspiele zustande kam. Auch der Erfolg des Orchesters, der interessante, abwechselungsreiche Spielplan und das ausgezeichnete Personal, das dem Stadttheater im kommenden Winter zur Verfügung steht, haben zu dieser Verpflichtung geführt. Oper, Operette und Schauspiel werden in dem schönen historischen Theater Bad Homburgs die alte Tradition der Gießener Bühne wieder aufnehmen und Homburg nach den wechselnden Gastspielen der letzten Jahre wieder ein ständiges Theater geben. Die dortige Spielzeit wird am 10. Oktober mit Mozarts „Cosi fan tutte" festlich eröffnet. Zu jedem kommt einmal das GM. Vornan von Ellen Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 18 Fortsetzung Nachdruck verbalen! Matt lag beim Abschied ihre Hand in der seinen. Daß sie es nicht gleich gewußt hatte! Wo hatte sie denn nur ihre Augen gehabt? Gewiß liebte Herr von Gerling Monika, Die tausendmal schöner war als sie selbst. Es wäre besser, sie würde ihn nie mehr Wiedersehen. Aber dabei krampfte sich ihr Herz so schmerzlich zusammen. Und als Gerling seine Frage wiederholte: „Nicht wahr, Sie machen morgen mit uns einen Ausflug an den Starnberger See?", da konnte sie gar nicht anders als „3ar sagen. — Ader trotzdem war aller Glanz aus ihrem erblaßten Gesichtchen gewichen. * Wieder einmal war Maud bei Shirley Preston zu Besuch. Sie kam jetzt selten, denn, sie hatte plötzlich den Malfimmel bekommen und hatte sich draußen in Schwabing in der Künstlerkolonie angesiedelt. „Gilt es der Kunst oder einem Künstler?" fragte Shirley spöttisch. Maud lachte. „Vielleicht beiden; aber sei nicht so neugierig, Shirley, du weißt, bei mir bedeuten alle meine Schwärmereien nichts! Aber bei dir ist das anders, abgesehen davon, daß du endlich einmal wieder in geordnete Verhältnisse kommen mußt. — Nun, wie steht es also damit?" Shirley zog eine ärgerliche Grimasse. „Es geht mit dem Teufel zu, aber mir gelingt nichts. — Einen Tag glaubte ich schon, daß dieser langweilige Patron, der Klinke, doch schon ein bißchen auf den Leim geht, weißt du, wenn er so teilnahmvoll ist und mir gute Ratschläge gibt und von seiner Arbeit erzählt — ach Gott, ist das langweilig —; aber am nächsten Tage ist es wieder nichts damit. Gestern hat er sogar beim Tee wieder ein Lehrbuch herausgezogen und hat überhaupt nicht gesprochen. Es war mir ein kleiner Trost, daß er auch diese Jnnemann ignorierte. Die hat ja doch tausendmal mehr Gelegenheit, an ihn heranzukommen, weil ihre Mutter sie protegiert. — Uevrigens bemüht sie sich gar nicht um ihn. Schön dumm von ihr! Und ob sie den Gerling meint, daraus werde ich auch nicht schlau. Diese Limonadenmädchen haben ihre Schliche, auf die unsereiner gar nicht kommt." „Na, Schliche, auf die du nicht kommen solltest..." Maud paffte behaglich den Rauch der feinen türkischen Zigarette in die Luft. „Na, dumm ist sie auf jeden Fall. Bringt sie da aejtern irgendeine Freundin, auch so eine kleine, um bedeutende Person, die ihr angeblich so kolossal ähnlich sehen soll, mit, hetzt noch den Gerling auf sie, und der fängt richtig Feuer und tanzt den ganzen Abend mit der kleinen Person in ihrem mehr als ärmlichen Kleidchen." „O weh, Liebling — auch das noch. Der schöne Gerling fängt vor deinen Augen Feuer für eine andere. Wie erträgst du das nur?" Shirley sprang plötzlich auf. Zorn und Erregung sprühten aus ihren Augen. „Und ich sage dir, ich ertrage es auch nicht — ich bin ganz verrrückt in ihn, vorgestern abend, wie ich ihn für mich allein hatte; ich sage dir, das war fabelhaft. Da habe ich gesehen, daß ich ..." „Nun?" „Ich bin wahnsinnig vernarrt in ihn. Ich könnte ihm sogar nach Persien folgen." „Aber Liebling" — Maud legte beruhigend den Arm auf die Schulter der Freundin, während ihr leicht spöttisches Lächeln nicht wich —, „nur nicht übertreiben! Deine Leidenschaften sind heiße, aber kurze Feuer. Das haben wir doch schon öfter gesehen. — Und außerdem denke ich, du willst nun mal Vernunft annehmen und dich gut versorgen!" „Will ich auch! Ich weiß ja, daß es sein muß. — Aber glaube mir, ich habe die ganze Nacht wach- gelegen und habe gemeint und vor Verzweiflung in mein Kopfpolster gebissen, weil ich mich um diesen langweiligen Klinke bemühen muß und diesen Gerling nicht erobern darf. Ja, wenn ich schon mit Klinke verheiratet wäre! Dann sollte mich aber nichts hindern." „So? Gar nichts? — Ich denke, daß Herr von Gerling sich aber gestern sehr wenig um dich gekümmert hat." „Das ist wahr! Vorgestern abend, da gefiel ich ihm. Er ist leider nur nicht leichtsinnig, sonst ... Ach was, jedenfalls regt es mich auf, wie er mit dieser kleinen Person getanzt hat. Gott weiß, wo sie her ist. Ich habe sie gefragt, was sie so den ganzen Tag treibt, nur um auch ein paar Worte an sie zu richten, und sie ist ganz rot geworden. Da ist auch nicht alles richtig, verlaß dich darauf, obwohl Gerling mit ihr umging wie mit einer richtigen Prinzessin." Während die beiden Freundinnen dieses Gespräch führten, hatte Johnie Klinke bald darauf bei feiner Mutter angeklopft. Gr hatte sich wenig anmerken lassen, und doch hatte auch ihn dieses plötzliche Zusammentreffen mit Evi von Tanner erschüttert. Die einzige, die es gemerkt hatte, war Monika gewesen. Die saß nun in ihrem Zimmer und schrieb an Lotte; sie hatte ihr den ganzen Vorfall berichtet, und nun fuhr sie fort zu schreiben: Meine liebste, teuerste Lotte, wenn Du nur da wärest! Du mit Deiner Herzensgüte und Deiner Art, die Menschen zu verstehen, würdest schnell beurteilen, ob ich richtig gehandelt habe. Aber mir ist so schwer ums Herz. Ich habe Angst, obwohl ich es doch so gut gemeint habe. Ich habe Johnie, diesen guten, lieben, feinen Menschen, vor dieser herzlosen Frau Preston retten wollen. Aber nun weiß ich nicht, ob es recht war. Vorläufig ist ja gar nichts gefchehen, aber ich habe das Gefühl, daß in den nächsten Tagen irgend etwas geschehen wird — geschehen muß —, das unser aller Leben hier entscheidend verändert. Und ich habe eingegriffen — ich, die ich mein ganzes Leben so still und bescheiden gelebt habe, um den Stein ins Rollen zu bringen. Ach, Lotte, wenn Du da wärest, Du würdest mich vielleicht aus« lachen, würdest sagen, daß ich immer ein so ro- mantifches Mädel gewesen sei. Gebe Gott, daß Du recht hast, Lotte ... Monika legte einen Augenblick die Feder nieder und starrte nachdenklich auf die bunte Tischdecke. Dann nahm sie sie wieder auf: Ich bin heute nachmittag sehr einsam. Johnie Klinke hat erklärt, daß er erst am späten Abend zurückkommt, weil er mit einem Bekannten eine schwierige Abhandlung, die er aus der Universitätsbibliothek geborgt hat, durchgehen will, und Herr von Gerling ist zu Fräulein von Tanner gefahren, die gestern ihre Handschuhe in seinem Auto vergessen hat. Er fragt mich gestern allerhand nach ihr. Sie ist ihm sicher sympathisch und muß es jedem sein. Ich habe ihm aber nicht gesagt, daß sie in einem Karbarett fingen muß. Er ist noch von der alten Art, verurteilt Mädchen, die auf diese Weise ihr Brot verdienen, sagt, es gibt immer noch andere Möglichkeiten. Ich möchte nicht, daß er schlecht von ihr denkt. Wie merkwürdig. Johnie ist darin viel großzügiger. Ihn hat das nicht gestört. Er urteilt nicht nach dem Schein. Ich würde mir so wünschen, daß er glücklich wird. Aber heute nachmittag, wenn er fort ist, muß ich Frau Klinke anvertrauen, was ich getan habe. Ich habe Herzklopfen davor, aber sie ist doch so gütig, muß doch einsehen, welch wunderbarer Zufall mich mit Evi von Tanner zusammengeführt hat. Sie hat damals hart von dem armen Ding gesprochen. Aber ich halte es für ausgeschlossen, daß Evi von Tanner wirklich berechnend und Geldgierig ist. Bis wir wirkliche Freundinnen sein werden, dann will ich sie offen danach fragen ... 12. Kapitel. „Nun, mein Junge", sagte Frau Klinke und richtete sich auf dem Diwan auf. Monika hatte sie sorglich mit ihrer leichten Reisedecke zugedeckt, bevor sie auf ihr Zimmer gegangen war. Frau Klinke hatte ein wenig geschlafen. „Ich störe dich, liebste Mutter?" „Aber Johnie! Was für Umstände! Setz dich da neben deine alte Mama und erzähle, was du mir zu sagen hast!" „Ich muß wirklich mit dir sprechen ..." „Brauchst du mir nicht erst zu sagen. Ich kenne dich dach, hätte dich schon gestern abend am liebsten gefragt. Aber ich weiß, du magst das nicht — ganz wie dein guter, seliger Vater. Und ich habe mich mein Lebtag mit zwei so verschlossenen Mannsbildern herumärgern müssen." Dabei strich Frau Klinke zärtlich über die Hand des Sohnes und blickte ihrem einzigen voll Liebe in die Augen. „Nun leg los, mein Junge! Und solltest du einmal einen Wechsel unterschrieben haben, den du nicht einlösen kannst, so würde es deine alte Mutter von Herzen freuen." Johnie rückt mit feiner gewohnten Bewegung an seiner Brille. „Mutter, gestern hat Monika — sch meine Fräulein von Jnnemann — eine Bekannte zum Tee eingeladen. Sie hat sie mtt an unseren Tisch gebracht." „So? Hat sie mir gar nicht erzählt. Na, sicher ein nettes Mädel, wenn Monika sie einladet. Die weiß, mit wem sie umgeht." „Ein sehr nettes Mädchen, Mutter. Aber leider wirst du in diesem Fall nicht unser aller Meinung sein. Es war nämlich Fräulein von Tanner." „Was — Johnie?! Was sagst du da? Aber da soll doch gleich ...!" Und trotz ihrer statttichen Fülle sprang die kleine Dame auf und warf die Decke ab. „Da muß ich mir doch gleich mal die Monika rufen!" „Bitte, Mutter, tu das nicht. Ich bitte dich im Gegenteil darum, gar nicht darüber zu sprechen." „Ja — aber ich muß doch wissen, wie die Monika zu ihr kommt!" „Ich war nicht dabei, wie sie kam. Und ich will auch nicht, daß du darüber redest. Monika — Fräulein von Jnnemann hat doch keine Ahnung von der ganzen Sache. Ich möchte auch nicht, daß sie davon erfährt." Aber Frau Klinke war noch immer nicht beruhigt. „Du sollst sehen, Johnie, das ist kein Zusall. Da steckt etwas dahinter. Wahrscheinlich hat dieses Fräulein von Tanner irgendwie doch erfahren, daß der arme kleine Student ein reicher Dollarerbe ist und hat einen Weg gesucht um wieder an dich heranzukommen, hat sich natürlich Monikas unschuldiger Hilfe bedient. Aber wie kommen die beiden nur zusammen?" ,Zch finde das nicht so wichtig, Mutter. Aber es war ein merkwürdiger Augenblick. Sie sehen einander wirklich wunderbar ähnlich nur ..." „Was denn, mein Junge?" Aber Johnie wurde rot, rückte an seiner Brille und schwieg. Das konnte er nicht einmal seiner Mutter sagen, was er soeben gedacht hatte. Und jetzt erst besann sich seine Mutter auch auf ihn. Ihr ganzes Mitgefühl mit der unglücklichen Herzensgeschichte ihres Jungen flammte auf. „Mein armer lieber Junge — war es sehr schlimm für dich?" Aber da sah sie mit Staunen, daß Johnie merkwürdig lächelte, während er den Kopf schüttelte. „Nein, Mutter! Es war nicht schlimm! Es hat mir wohl im ersten Augenblick ans Herz gegriffen, aber dann — es ist mir vieles klar geworden, was mir nie so schnell klar geworden wäre, wenn ich nicht Fräulein von Tanner wiedergesehen hätte." „Nun, das freut mich, Johnie, das freut mich. Du hast also selbst eingesehen, daß eine so herzlose, berechnende, kleine Person dich nur unglücklich gemacht hatte!" „Mutter ich bitte dich! Sage nichts gegen Fräu- letn von Tanner. Du bist voreingenommen gegen ul ""ch liebst, und weil sie mir weh getan pat. Aber glaube mir, alles was du von ihr sagst, ist nicht mehr. Ich habe es immer gefühlt, sind wenn ich es auch nicht verstehe, wie sie so sprechen lohnte — ich bin überzeugt, sie ist ein guter, warm- fuhlender Mensch, und daß sie mich nicht lieben konnte, Mutter, das darf man ihr doch nicht verargen. Ich bin eben kein Mann, den eine Frau so selbstvergessen lieben könnte, wie zum Beispiel einen Friedrich von Gerling." Und nun lag um seinen Mund ein tief entsagender Zug von schmerzlicher Bitterkeit. (Fortsetzung folgtI) MAGGI Der Zwang zur Selbsthilfe ülststkuh Velr.: Am in wertet Rückfahrt: Uhr ab an an Uhr. Oberheffen In allen besseren Lebensmittelgeschäften zu haben 20.56 21.09 21.18 21.34 21.40 19.12 10.30 ab um Wetzlar Dutenhofen Gießen Großen-Linden Lang-Göns Mainz-Kaftel Koblenz kannt: Hinfahrt: 7.39 Uhr 7.55 „ 8.17 „ 8.29 „ 8.36 „ 10.15 „ Schaden zu bewahren. Wir find überzeugt, daß die erwähnten „korni- fchen Zeitgenossen" gegen alle denkbaren Zufalle des Lebens sich versichert haben. Aber noch keiner von ihnen hat daran gedacht, daß die Mitarbeit im Reichsluftschutzbund und die Ueber- nahme des Amtes als Luftschutzhauswart oder Brandwart oder als Mitglied der Hausfeuerwehr die beste Versicherung gegen mögliche Gefahren aus der Luft ist. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, den Abseits- stehenden die Augen zu öffnen und sie zu veranlassen, sich in die Millionenfront des Reichsluft- schutzbundes einzureihen. 20. September, in der Zeit von 20 bis 22.30 Uhr zahlen alle SA., RSA., NSKK., Reiter- und Ma- rine-SA.-ufw.-Angehörige, die nicht Parteigenossen sind, den Hilfskassenbeitrag für das 4. Vierteljahr 1935 im Cafe Leib, Walltorstraße. Wer an diesen beiden Abenden nicht bezahlt, wird in München bei der Hilfskasse abgemeldet. Auch werden die Hilfskassenbeiträge vorher nicht angenommen. zubeugen. Westerwälder Kleinbahn-Idyll. LPD. Westerburg, 11.Sept. Ein heiteres Reiseerlebnis hatten dieser Tage die Reisenden des Zuges Westerburg—Montabaur. Kaum hatte der Zug die Station Herschbach verlassen, als er auch schon wieder hielt. Man sah den Lokomotivführer von der Maschine springen und einer Tongrube zueilen, die bis oben mit Wasser gefüllt war. In dem nassen Element schwamm eine Ziege verzweifelt hin und her. Vermutlich sah sie in dem herbeieilenden Mann ihren Retter, denn sie wandte sich ihm zu. Durch Locken und Zurufe leitete der Lokomotivführer ihre Bahn. Als sie in seiner Nähe an- gekommen war, zog er sie mit Hilfe eines herbei- geeilten Bahnbeamten aus dem Wasser und übergab sie dem Eigentümer. Das Tier hatte sich in seinem Freiheitsdrang losgerissen und war der Tongrube zu nahe gekommen. Der Lokomotivführer, dessen Tat freudige Zustimmung und Begeisterung bei den Reisenden auslöste, bestieg nach dieser Unterbrechung schnell wieder seine Maschine und erreichte auch ohne Verspätung die nächste Station. SA.-Standarle 116. NSDAP., Gießen-Nord. Abteilung Hilfskasse. Bezahlung der hilfskassenbeiträge für das letzte Vierteljahr 1935. Donnerstag, 19. September, und Freitag, Koblenz ist gesorgt. Uraufführung im Stadtlhealer am Erntedankfest, Sonntag, 6. Oktober. Am Tag des deutschen Bauern bringt die RS.- | Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Kreis Gießen, 1 eine Reichsuraufführung eines Volks- : stückes heraus, das zweifellos ein ganz großer : Theatererfolg werden wird. Herrn. August Weber, seines Zeichens Schulmeister in Holzappel an der Lahn, schreibt ein lustiges Volksstück „Holzappel" Es ist ein Stück voll urwüchsigem Humor, voll Derbheiten, aber auch voll kerngesundem Bauernstolz und Bauerntrotz, voll Gebundenheit an Heimat und Scholle. Nach der Durchsicht des Textbuches kommen wir zu der Ansicht, daß die Uraufführung derart einschlägt, daß das Stück alsbald seine Reise über sämtliche deutschen Bühnen machen wird. Preise der Plätze von 70 Pf. bis 1,50 Mark. Karten müssen bis zum 1. Oktober bei den Orts- und Betriebswarten der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bestellt werden. Eportkurse ,zäraft durch Freude". heule folgende Kurse: Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam, von 16 bis 18 Uhr, Universitätssportplatz. Reichssportabzeichen. Für Frauen und Männer, von 18.15 bis 19.45 Uhr, Universitätssportplatz. (Sollte dieser Kursus wegen ungünstiger Witterung ausfallen, dann kann dafür der Kursus Leichtathletik, Samstag von 17 bis 19 Uhr, auf dem Universitätssportplatz besucht werden.) Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen, von 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs. Achtung! Heuer kdF.-Schwimmabend! Freitags ist ein neuer KdF.-Schwimmabend eingelegt worden. Die erste Stunde, von 20.30 bis 21.30 Uhr, für Frauen und Männer gemeinsam, Volksbad; die zweite Stunde, von 21.30 bis 22.15 Uhr, nur für Frauen, Volksbad. Diese Stunde wird von einer Schwimmlehrerin geleitet. Hinein in die KdF. - Schwimmkursei Gtudienfahrt der Vogtschen Privathandelsschule Gieren. Man schreibt uns: Deutsche Jugend will vorwärts! Nicht zuletzt aus diesem Grunde besuchte die Vogtsche Privat-Handelsschule mit ihren Schülern die Rhein-Mainische Wirtschaftsschau in Frankfurt am Main. .Schon in der Vorwoche besichtigte eine Klasse diese überragende Ausstellung. In den frühen Morgenstunden des 7. September begann die Fahrt des Hauptteils der Schüler nach Frankfurt. Herrlich war diese Fahrt! Um so schöner noch, da zwei bequeme Omnibusse das Fahren erleichterten. An Gesang und an der nötigen Stimmung fehlte es selbstverständlich nicht. Erwarten, Neugierde, Wißbegier waren aus den Gesichtszügen der Schüler zu lesen. Mahnend und weihevoll grüßte die Eintretenden das Bild unseres Führers und das des Reichsstatthalters, unter dessen Schirmherrschaft die Ausstellung stand. Dann begann ein inneres Erleben, Schauen, Lesen, Hören und Staunen um all das, was Menschengeist ersonnen, Menschenhand geschaffen hat. Kein Gewerbe, kein Industriezweig fehlt! Auf zum Rhein am 15. September mit „Kraft durch Freude". Für diese wundervolle Fahrt in der Traubenzeit bei dem herrlichen Wetter am Sonntag an den Rhein sind noch einige Plätze frei. Umgehende Meldungen werden noch entgegengenommen. Der Zug fährt in Gießen ab 8.17 Uhr. Nachstehend geben wir den genauen Fahrplan be- siche 40 bis 50, Brombeeren 40 bis 45, Preiselbeeren 40 bis 45, Birnen 10 bis 30, Zwetschen 10 bis 15, Mirabellen 20 bis 30, Renekloden 25, junge Hähn 80 bis 95, Suppenhühner 70, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 5 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 4 bis 25, Einmachgurken 1 bis 2, Endivien 5 bis 15, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Sellerie 15 bis 40, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf, * ** Berufung in den Führerrat des Vogelschutzvereins für Hessen. Der Landforstmeister für das Land Hessen, Staatsrat Dr. h. e. Hesse, hat den Ornithologen am ^orst- institut der Universität Gießen, Dr. Karl Rudolf Fischer, in den Führerrat des staatlich autorisierten Vogelschutzvereins für das Land Hessen berufen. Die Gießener SA. fährt zum Reichsparteitag. Die Teilnehmer der SA. der Standarte 116 am Reichsparteitag verlassen am Freitag, 13. September, um 17.40 Uhr, mit Sonderzug Gießen. Antreten: 17 Uhr auf dem Slandartenplah. Marsch st raßen: Platz der SA., Sonnen- sirahe, kreuzplckh, Sellersweg, Frankfurter Straße, Liebigstraße, Bahnhofstraße zum Bahnhof. Rütffunft: Der Sonderzug verläßt Montag, 16. September, 15.15 Uhr, Nürnberg und trifft um 21.48 Uhr a u f dem Bahnhof Gießen ein. Der Einmarsch erfolgt durch Bahnhofstraße, Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Son- nenstraße zum Slandartenplah. fut üifttye, Jtown und 4*u>c&£4tm, tetöudeM 'pt&kUdcL und in d£X Das Schiff fährt ab Mainz-Kastel Für genügend Aufenthalt in Rüdesheim sowie in wertet werden kann. Das Entscheidende liegt dem unbeugsamen Willen, Familie und Volk vor Voll Achtung standen die werdenden Jungkaufleute vor den Erzeugnissen unserer Wirtschaft, in deren großem Getriebe sie alle einmal Mitarbeiten werden. Deutsche Qualitätsarbeit! Unwillkürlich empfand jeder den Geist, den unser Führer in jeden Betrieb, in jedes deutsche Herz getragen hat: Einigkeit! Erschüttert und zugleich beglückt sahen die Schuler die Gegenüberstellung von Einst und Heute. Eine be- besondere, unerwartete Freude bereitete unseren Schülern der Besuch des Gauleiters und Reichsstatt. Halters Sprenger. Ein Rundgang durch tue Hauptstraßen, eine Besichtigung der Altstadt von Frankfurt gab dem Tag einen gebührenden Abschluß. Bei einem kleinen Imbiß am Ufer des Mains stärkten sich die Schüler, um vollbefriedigt und um viel Wissen reicher die Fahrt in die Heimat anzu- mus und der von ihm erreichten deutschen Einheit hinarbeiteten. Die Juden, über deren verhängnisvolles Wirken die NSDAP, das deutsche Volk auch weiterhin aufklären werde; die Reaktion, d. h. die ewig Gestrigen, die sich in den neuem Staat nicht hineinfinden können, sondern die „gute alte Zeit" wieder herbeiführen möchten, für deren Einfluß aber im neuen Staat kein Raum mehr ist; diejenige Gruppe, welche die Religion als Deckmantel für ihre politischen Ziele benutzt. Als Beispiel führte er die westfälische Priesterschaft an und warnte davor, die Geduld des Staates, der den Kulturkampf vermeiden wolle, zu lange auf die Probe zu stellen. Ohne Adolf Hitler hätte die Kirche in Deutschland dasselbe Schicksal ereilt, wie in Rußland. Wenn auch hier und da einmal ein Fehler seit der Machtübernahme begangen worden fei, so überwiegen doch bei weitem die Erfolge, welche die national- sozialistische Regierung zu verzeichnen habe für Deutschland und seine Zukunft. — Lebhafter Beifall dankte dem Redner. Alsdann schloß Pg. H e n z e nach dem Sieg-Heil auf den Führer und dem Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes die Versammlung. In der Parallelversammlung im „Schützenhof hatte Gauschulungsleiter Pg. Demmer (Frankfurt a. M.) ähnliche Gedanken entwickelt und alle zur Mitarbeit an der Durchsetzung der Ziele und Aufgaben des Nationalsozialismus aufgerufen. Das Schlußwort fvrach hier Kreisleiter Pg. Kromm (Schotten) und er brachte das Sieg-Heil auf den Führer aus. Landkreis Gießen. * Langgöns, 11. Sept. Heute veru n- glückte hier der etwa 30 Jahre alte Dreschmaschinenarbeiter Fritz Rink aus Kestrich bei Groß- Felda, der mit der Dreschmaschine in unseren Ort gekommen war. Der bedauernswerte Mann geriet beim Ausfahren einer Bulldogg-Zugma- s ch i n e aus einem Gehöft unter das Fahrzeug und erlitt dabei so schwere innere Verletzun- g e n, daß er bald nach seiner Einlieferung in die Chirurgische Klinik in Gießen verstarb. )( Garbenteich, 11. Sept. In der verflossenen Nacht wurde bei dem hiesigen Bäckermeister Karl Stumpfeingebrochen. Dem Spitzbuben fielen dabei etwa 10 Mark Bargeld, außerdem noch Schokolade, Zuckerstücke und Backwaren im Gesamtwerte von etwa 12 Mark in die Hände. In einem kleinen Zimmer konnte man Spuren des Einbrechers an einem Schranke feststellen, alle Schubladen waren durchwühlt, aber das Schloß konnte er anscheinend nicht öffnen. Da die Familie Stumpf im oberen Stocke schläft, konnte der Einbrecher ungestört arbeiten. Eine am Morgen offenstehende Schiebetür des Backhauses, durch die der Dieb auch das Haus verlassen hat, zeigte dem Bäckermeister den unerwünschten nächtlichen Besuch an. Leider konnte treten. Meine $rau gehorcht zum erstenmal! Als Kind schon, wie die Schwiegermutter sagt, besaß Johanna ihren dicken Kopf. Sie hat die Eltern schwer damit geplagt, (an diesem Kopf hing damals noch ein Zopf!) Sie hat sich durch der Seele sture Kraft auch in der Schule manches eingebrockt: Johanna ist, so sprach die Lehrerschaft, sehr eigenwillig, bockig und verstockt. Johanna wurde später meine Frau. Es war wohl Liebe, wie man das so nennt. Sie war zwar von sehr zartem Körperbau, doch war ihr Wille Eisen und Zement. Gab ich gelegentlich dann wohl als Mann und Haushaltvorstand meine Ansicht kund, so sah sie mich nur von der Seite an, und dieser Blick verschloß mir stets den Mund! Es gab wohl keinen Mann auf dieser Welt, der jemals sie durch Worte überzeugt, und dessen Urteil, das er klug gefällt, sie je sich anaepaht hat und gebeugt. Man sprach sehr höflich in der ganzen Stadt von ihrer ausgeprägten Eigenart ... Indessen wandte plötzlich sich das Blatt, als sie allmählich etwas rundlich ward. Johanna tut jetzt, was ein Mann befiehlt! Sie beugt sich willig männlichem Entschluß! Ich bin es n i ch t, der den Erfolg erzielt, wie ich getrost hiermit bekennen muß. Wenn sie des Morgens auf dem Teppich liegt, so seh ich — und ich bin vor Staunen still —, daß sich ,Johanna reckt und streckt und biegt, wie es der — Rundfunk-Uebungsmeister will! Puck. Vornottzen — Tageskalender für Donnerstag: NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Fröhliche Gymnastik und Spiele für Frauen im Lyzeum, Dammstraße; 16 bis 18 Uhr Allgemeine Körperschule, 18.30 bis 20.30 Uhr Reichs- fportabzeichen auf dem Universitätssportplatz, Am Kugelberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Heilige und ihr Narr". — 16 Uhr und 20.15 Uhr im Saale des Caf6 Leib Oeffentlicher Frauenvor- trag. — Reichsgemeinschaft Deutscher Hausfrauen e. V.: 20.15 Uhr Mitgliederversammlung. — Gießener rvochenmarktpreije * Gießen, 12. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) ■ 11 bis 12, Wirsing, das Pfund 9 bis 12, Weißkraut 8 bis 12, Rotkraut 10 bis 15, Gelbe Rüben 8 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 6 'bis 10, Bohnen (grün) 15 bis 20, (gelb) 20, , Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 100, Kürbis 6 bis 8, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln 4 bis ; 41/2 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Frühäpfel, । das Pfund 10 bis 30 Pf., Falläpfel 5 bis 6, Pfir- Der Reichs!uftscbutzbund, Landesgruppe Hessen-Rheinland-Süd, schreibt: Don Luftmanövern über fremden Großstädten haben wir in den letzten Jahren oft gehört. Stets ergab sich dasselbe Bild. Trotz umfassender militärischer Abwehr gelang es einem großen Teil der angreifenden Flugzeuggefchwader, die Sperre zu überfliegen und den Angriff auf das Ziel mit Erfolg durchzuführen. Es ist an der Zeit, daß jeder Volksgenosse die Folgerung aus diesen Berichten für sich und seine Familie zieht. Es gilt Vorsorge zu treffen, daß ein Luftangriff kein haus unvorbereitet trifft. Gin begehrter Bürgermeisterposten. LPD. Lauterbach, 11. Sept. Auf den aus- aeschriebenen B ü r g e r rn e ist e r p 0 st e n der Stadt Lauterbach haben sich insgesamt 4 5 Bewerber aemeldet, die zum größten Teil von auswärts stammen. Stadtratssihung in Butzbach. pb. Butzbach, 10. Sept. In der letzten Sitzung des Stadtrats wurde nach einigen formellen Erledigungen, die das Feldbereinigungsoerfahren und mehrere Wirtschaftskonzessionsgesuche betrafen, der Beschluß gefaßt, für die Uhr der St. M ar - kuskirche ein neues Werk zu beschaffen und gleichzeitig auch noch zwei Zifferblätter auf der Nord- und Ostseite anzubringen. Lieferant des Werkes ist die Firma Weule in Bockenem a. H. lieber die Erbauung eines neuen P 0 stamts sind schon mehrere Jahre Verhandlungen mit den Behörden und der Stadtverwaltung im Gange. Man hat sich nun entschlossen, das Gebäude Ecke Weiseler und Gr. Wendelstraße zu errichten und den Ortsbauplan entsprechend zu ändern. Ein Teil des Forstamtsgartens sowie der an die Gr. Wendelstraße anstoßende Garten von Sparwasser werden wegfallen und die Tankstelle von Sparwasser auf die andere Seite des Hauses verlegt werden. Einem früheren Stadtratsbeschluß gemäß konnten Erbbegräbnisse nicht mehr errichtet werden. Zwischenzeitlich sind jedoch mehrere Grabstätten reserviert worden. Diesem Zustand soll ein Ende gemacht, die Sperre aufgehoben und für jede bisher reservierte Begräbnis- und weitere Erbbegräbnisstätten eine Gebühr von 50 Mk. erhoben werden. Weiterhin wurde beschlossen, jedem neuvermählten Ehepaar bei der Ziviltrauung als Hochzeitsgabe der Stadt das Buch des Führers: „Mein Kampf" zu überreichen. Kundgebung gegen Gtaatsfeinde. o Laubach, 11. Sept. Für Sonntag abend hatte die Ortsgruppe derNSDAP. zu einer Kundgebung gegen Juden, Reaktion und sonstige Staatsfeinde im „Solmser Hof" aufgerufen. Wie sehr dieser Ruf bei der Laubacher Bevölkerung Anklang gefunden hatte, zeigte die Tatsache, daß infolge Ueberfüüun^ des Saales im „Schützenhof" eine Parallelversammlung abgehalten werden mußte. Ein Propagandamarsch der Formationen der NSDAP, bildete den Auftakt. Dann zogen die Fahnenträger in den Saal ein, wo nach Eröffnungsspruch eines Hitlerjungen und Begrüßung durch Ortsgruppenleiter Pg. Henze der Redner des Abends. Gauinspektor David Müller, das Wort ergriff. Er unterschied drei Gruppen von Staatsfeinden, die auf die Zerstörung des Nationalfozialis- Manche sagen, dies sei eine Ausgabe der Behörden; sie beweisen damit nur, daß sie die bedeutungsvollen Aufgaben des zivilen Luftschutzes noch immer nicht erkannt haben. Gewiß gibt es auch einen behördlichen Luftschutz. Aber es ist niemals möglich, im Ernstfall an tausend gefährdeten Punkten zugleich zu sein. Darum muß die Bevölkerung zur organisierten, d. h. durchdachten und von langer Hand vorbereiteten Selbsthilfe übergehen. Wenn auf Grund der Anweisungen des Reichsluftschutzbundes gehandelt wird, wird diese Selbsthilfe von Erfolg begleitet sein. Es gibt komische Zeitgenossen, die angesichts der Entwicklung der Flugzeugwaffen allen Mut verlieren und jede Abwehr für aussichtslos halten. Es sind kleine und außerdem kurzsichtige Geister. Sie wissen nicht, daß jeder Angriffswaffe früher oder später eine Abwehrwaffe entgegengestellt wird. Sie haben die bitteren Erfahrungen, die Deutschland im Herbst 1917 mit der U-Bootwaffe machen mußte, schon wieder vergessen. Sie wissen nicht, daß der Lebenswille eines Volkes stets Mittel und Wege findet, um bestehende Gefahren zu beseitigen ober wenigstens zu verringern. Viele Rlöglichkeilen des Schuhes gegen Flieger und Fliegerbomben gibt es. Bon den eigenen Fliegern und der Flakartillerie wollen wir absehen, weil es sich um militärische Einrichtungen handelt. Verdunklung, Tarnung, Schutzräume, Erziehung eines Volkes zur Disziplin sind zwar nicht immer leicht, aber möglich. Man muß nur anfangen und wird dann feststellen, daß eine Menge von Erfahrungen aus dem Schützengraben auch heute wieder ver- Schöffengericht Gießen. Der Konrad Pfeil II. aus Homberg wurde wegen eines Vergehens nach § 134 a StGB, an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei Wochen zu einer Geldstrafe von 70 Mark, sowie zu den Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Angeklagte beschimpfte am 11. Sunt 1935 in einer Wirtschaft in Homberg den nationalsozialistischen Staat. Strafmindernd kam in Betracht, daß der Angeklagte die Aeußerungen in angetrunkenem Zustand machte. Wegen Bedrohung und Beleidigung eines Beamten hatte sich der A. K. aus Ober-Ohmen zu verantworten. Der Angeklagte war mit Steuern im Rückstand. Als ein Vollziehungsbeamter des Finanzamts Grünberg zur Pfändung schreiten wollte, trat ihm der Angeklagte mit erhobener Mistgabel entgegen und belegte ihn mit allerlei Schimpfworten. Das Gericht verurteilte ihn zu zwei Wochen Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens. Das Gericht befaßte sich sodann mit dem Joh. St., dessen Ehefrau und dem H. B., sämtlich aus Brauer- schwend. Die Eheleute St. und der Angeklagte B. behaupteten in Schreiben an das Kreisamt, an die Kreisleitung, an die Arbeitsfront und an den Gauleiter, der Bürgermeister von Brauerschwend habe den Angeklagten St. zur Ausstellung falscher Sprungzeugnisse veranlaßt und das Ansinnen an St gestellt, die Sprungregister zu verbrennen. Außerdem beschuldigte die Ehefrau den Burgermei- fter, dieser habe unsittliche Anträge an sie gestellt. Während die Eheleute St. zu G e f ä n g n 1 s st r a - fen von zwei bzw. einer Woche verurteilt wurden, erkannte das Gericht gegen B. auf 5 0 Mark ©elöftrafe, evtl, zehn Tagen Gefängnis. Soweit die Eheleute St. verurteilt sind, wurde dem Beleidigten Publikationsbefugnis zugesprochen.. Oie Kinderlähmung in Frankfurt. Frankfurt a. M., 11. Sept. (LPD.) Da in Frankfurt a. M.-Eschersheim ein weiterer Fall von Kinderlähmung festgeftellt wurde, ist vor- sorglich ab 12. September 1935 die Ludwig- Richter-Schule in Eschersheim geschlossen worden, um jeder weiteren Ansteckungsgefahr vor- (iWvtE. 1 1 \ UW. Dieöeutfchc Arbeitsfront < n.S.*6emeinfthaft „firaft durch freuöc" der Sffitzbube unerkannt entkommen. Die Gendarmerie hat die Ermittlungen zur Festnahme des Einbrechers sofort in die Wege geleitet. + Grünberg, 11. Sept. Dieser Tage wurde das hiesige Jungoolklager des Jungban- nes 116 beendet. Zu der Abschiedsfeier bei der Schließung waren Vertreter der einzelnen Parteiorganisationen erschienen. Für die Partei sprach Ortsgruppenleiter Bürgermeister Wagner. Der Lagerleiter wies in seiner Ansprache nochmals auf die Bedeutung des Lagers für die Erziehung des Jungvolkes hin. Verschiedene Darbietungen des Jungvolks, Gedichtvorträge, Sprechchöre, Lieder und einige humoristische Sachen gaben einen Einblick in das Tun und Treiben im Lager. Das Laaer wurde am 26. Mai eröffnet, allwöchentlich wechselten die Insassen, deren Stärke meist zwischen 120 und 150 Pimpfen schwankte. Kreis Iriedberg. G B u tz b a ch , 11. Sept. Am Sonntag unternahm der Taunusklub eine große Fahrt an den Rhein, an der sich mehr als 80 Mitglieder und Freunde der Wanderbewegung beteiligten. Mit zwei großen Postautobussen führte der Weg über Usingen durch den Taunus, das herrliche Wispertal nach Lorsch, von dort nach Caub. Hier wurde nach einer längeren Rast die Rückfahrt wieder angetreten, die über Limburg, Braunfels, Wetzlar nach der Heimat verlief. Allen Fahrtteilnehmern wird dieses Ereignis noch lange in der Erinnerung bleiben. Kreis Büdingen. * Ober-Widdersheim, 11. Sept. Ihr 25jähriges Jubiläum als Gemeindehebamme konnte Frau Lina O b e r h e i m unter herzlicher Anteilnahme der ganzen Gemeinde begehen. Der Jubilarin, die in dem Vierteljahrhundert ihres Wirkens bei der Geburt von 345 Kindern Hebammendienst geleistet hat, wurden von der NS.- Frauenschaft und vielen Volksgenossen herzliche Glückwünsche dargebracht, ferner vom Bürgermeister Müller im Namen der Gemeinde ein Geldgeschenk überreicht. Kreis Schotten. * Schotten, 11. September. Das Kreisamt Schotten veröffentlicht die nachstehende Bekanntmachung über die Polizeistunde in den Gaststätten: „Nächtliche Roheitsdelikte, Ruhestörungen und sonstige Ausschreitungen sind fast immer auf übermäßig langen Wirtshausbesuch zurückzuführen. Wir sehen uns daher veranlaßt, die Einhaltung der auf 1 Uhr nachts für alle Gemeinden des Landes einheitlich festgesetzten Polizeistunde Wirten und Gästen zur unbedingten Pflicht zu machen. Die Polizeiorgane haben scharfe Anweisung, Zuwiderhandelnde ohne Ansehen der Person zur Anzeige zu bringen. Verwarnungen werden, nachdem diejenigen, die es angeht, durch diese und frühere Bekanntmachungen hinreichend belehrt sind, nicht mehr erteilt werden. Die Wirte haben außerdem bei festgestellter wiederholter Nichteinhaltung der Polizeistunde Einleitung des Konzessionsentziehungsverfahrens zu gewärtigen. Die Möglichkeit, in besonderen Fällen rechtzeitig vorher unsere Genehmigung zur Verlängerung der Polizeistunde einzuholen, bleibt unberührt." Kreis Alsfeld. AMücke, 11. Sept. Die Pflasterarbeiten an der Straße nach Ruppertenrod sind seit einigen Tagen in vollem Gange. Auf der Strecke Ruppertenrod — Abzweig Elpenrod ist die Arbeit so gut wie fertig. Nachdem nunmehr das Material im Anrollen ist (Stücksteine), wird jetzt auch das noch ausstehende Stück der Ohmstraße von Ober-Seibertenrod bis Ulrichstein in den Kurven ausgebaut. * Nieder-Ohmen, 11. Sept. Auf der Grube „Albert" des Brauneisensteinbergwerts Buderus in Nieder-Ohmen fand am Montag ein Betriebsappell statt. Der Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Hartmann -Alsfeld, wies in seiner Ansprache zunächst auf die von dem Leiter der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley geschaffene Sonderunterützung für die Hinterbliebenen von tödlich verunglückten Bergmännern hin, die er mit Recht als eine neue soziale Großtat der Arbeitsfront bezeichnete. Betriebsführer K n e t s ch gedachte sodann eines auf einer Nachbargrube tödlich verunglückten Bergmannes, ferner überreichte er den im letzten Jahre in den Ehestand getretenen Gefolgschaftsmitgliedern als Hochzeitsgeschenk das Buch des Führers „Mein Kampf". Der Kreiswalter der DAF. Pg. Hartmann sprach hierauf der guten Betriebsgemeinschaft in dem Werk seine Anerkennung aus. Der Betriebsappell fand mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und mit dem gemeinsamen Gesang des Horst-Wessel-Liedes seinen Abschluß. st. Kirtorf, 11. Sept. In unserer Stadt wird gegenwärtig ein ansehnliches Arbeitsbeschaffungsprojekt durch die Anlage einer neuen Verbindungsstraße oberhalb des Schulgebäudes an der Neustädter Straße der Vollendung entgegengeführt. Nach Auffüllung des Geländes sind jetzt die Pflastererarbeiten zur Herrichtung der Straße rüstig im Gange. Zu beiden Seiten der Fahrbahn wird Bürgersteig angelegt, die angrenzenden Grundstücke sollen als Bauplätze dienen. Preußen. Ein eigenartiger Kirmeszwischenfall. LPD. Sinn, 11. Sept. Während der Fahrt eines Kettenkarussells auf dem hiesigen Kirmesplatz stürzte ein 1 5 j ä h r i ger Junge plötzlich von seinem Sitz. Er flog in hohem Bogen in einen Verkaufs st and, durchschlug eine starke Verstrebungsleiste und stürzte auf die Buden- b e s i tz e r i n. Die Frau brach bewußtlos zusammen und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Junge blieb unverletzt. Dillkrels. (xd Niederweidbach, 11. Sept. Im Anschluß an die K i r m e s am vorigen Sonntag brachten die hiesigen Burschen einigen Einwohnern ein Ständchen dar, für das sie einen ansehnlichen Betrag erhielten. Daraus überwiesen sie dem Winterhilfswerk eine beachtenswerte Beihilfe, für die ihnen der hiesige Stützpunkt der Partei volle Anerkennung aussprach. — Die Gramme t e r n t e in unserer Gemarkung ist befriedigend ausgefallen und nunmehr fast beendet. Gegenwärtig ist hier die Dreschmaschine beim Drusch der Getreideernte in voller Tätigkeit. Gerechte Strafe für einen großmannsüchtigen Betrüger. LPD. Mainz,. 11. Sept. Der 49jährige Hans E i s e n s ch m i d t aus Straßburg in Westpreußen, der zur Zeit eine Zuchthausstraße verbüßt, wurde am 5. Juli 1935 vom Bezirksschöffengericht MaMz wegen Urkundenfälschung, Betrug und Betrugsversuch zu einem Jahr Gefängnis oerurtellt. Hiergegen legte er Berufung ein. Die Strafkammer hob das Urteil auf und diktierte ihm nun unter Einbeziehung von Strafen, die er in Köln, Düsseldorf und Wiesbaden erhalten hatte, insgesamt vier Jahre Zuchthaus zu. E. hatte bei einer Mainzer Autofirma eine wertvolle Adlerlimousine gekauft, die er mit Akzepten der Bayerischen Motorenwerke bezahlen wollte. Den überschüssigen Betrag von 1500 Mark wollte er in bar zurückgezahlt haben. Eine vorsorgliche Rückfrage bei den BMW.-Werken ergab jedoch, daß hier ein Schwindler am Werk war. Der noble Käufer wurde daraufhin bei seinem Wiederkommen verhaftet. Diese Betrügereien beging er nicht etwa aus Not, sondern aus Großmannssucht und dem Verlangen nach Luxus. Er war auch in einem Mainzer Hotel unter falschem Namen abgestiegen und ohne Bezahlung verschwunden. Old Shallerhand und der sterbende Schwan. Zwei Weltberühmtheiten von gestern werden durch den Film wieder lebendig! Zwei große Filme sind in Vorbereitung: in London wird jetzt das Schicksal der genialen russischen Tänzerin Anna Pawlowa verfilmt, während eine deutsche Expedition noch in diesem Monat nach Aegypten reisen wird, umKarlMays erfolgreichstes Werk „Durch dieWüste" zu verfilmen. Anna Pawlowa — Karl May: zwei Namen, die jahrzehntelang die ganze Welt in Atem hielten, jeder ein Ruhmesbegriff für sich, ganz eigener und einmaliger Art! Die Königin des Spitzentanzes. Der Glanz der A n n a P a w l o w a ist verblichen, aber wer einmal nur ihren „sterbenden Schwan" erleben durfte, wird diese geniale Frau, die erst vor wenigen Jahren gestorben ist, nie vergessen können. Die große Anna Pawlowa, die lange Zeit als unerreichte Königin des Spitzentanzes, als die berückendste und anmutigste Tänzerin der Welt verehrt und vergöttert wurde, war schon mit 16 Jahren Ballettänzerin am Kaiserlichen Marientheater in Petersburg. Sie wuchs auf in der Luft des z a r i - ftischen Rußlands, in einer glanzvollen und festlichen Umgebung, da es sich die russischen Fürsten und Edelleute noch leisten konnten, üppige Gelage zu feiern, sie entwickelte ihr großes Talent im Rahmen der russischen Hofetikette, die sich aus der Zarengeschichte gebildet hatte, und sie wäre wohl immer eine von vielen geblieben, wenn sie nicht die Kraft besessen hätte, die Fesseln der Tradition zu sprengen und aus dem überlieferten Tanzstil ihren eigenen Stil zu formen. Denn die kleine, anmutige Anna war zu Höherem berufen, als von prunk- lüsternen Kavalieren nach der Vorstellung zu einem fürstlichen Essen eingeladen zu werden. Sie trug die Gabe in sich, das formvollendete russische Ballett aus eigener künstlerischer Vollmacht zu vertiefen und zu vergeistigen. Als sie 19 Jahre alt war, bekam sie den Titel Ballerina. Aber was bedeutete dieser Titel im Verhältnis zu ihrer Kunst? Sie wurde erst groß und berühmt, als sie sich entschloß, die lästigen Fesseln des „galanten Balletts", das der Zar so liebte, abzustreifen und ihren eignen Weg zu gehen. Der „sterbende Schwan". In den Jahren 1907 und 1908 verließ Anna Pawlowa ihre russische Heimat, um in der Fremde ihre Tanzkunst zu zeigen. Ein einzigartiger Siegeszug begann. Sie unternahm mit russischen Ballettgesellschaften ausgedehnte Gastspielreisen und erntete überall den endlosen Beifall überwältigter Menschen, denen diese tanzende, schwebende, sich wiegende Frau wie eine Offenbarung erschien, wie ein Traum, eine Erlösung von aller lähmenden Erdenschwere. Denn die Pawlowa, mit der Seele und dem Gemüt des ewigen Kindes, tanzte die absolute, die gelöste und harmonische Schönheit, sie tanzte die heimlichen Sehnsüchte, die Wunschträume, die Wunder, die hinter den Kulissen des Alltags verborgen sind. König Eduard von England bewunderte ihre Kunst. Er war einer von Tausenden, von Millionen, die der Pawlowa ihre Verehrung zu Füßen legten. Eine Zeitlang war die ganze Welt in einem Pawlowa-Rausch befangen. In Nord- und Südamerika, in Indien, Australien und Japan, überall siegte ihre zeitlose, an keinen Boden aebundene Kunst, ihr musikalisches Temperament, ihre melodische Anmut. Oft und oft war sie auch in Deutschland zu Gast, bis sie sich in den letzten Jahren in London niederließ. Fokin schuf für sie den Tanz „Der sterbende Schwan", durch den sie weltberühmt wurde. Damals war die Pawlowa dem engen Schema des russischen Balletts glücklich entronnen. Sie befreite sich aus der starren Konvention und rang sich durch zu einem freieren, persönlichen Stil, der ihr die Möglichkeit gab, nicht nur Figuren zu tanzen, sondern den tiefsten Ausdruck ihres ureigensten Jchs. Auch ihr Stern verblaßte ... Die Erinnerung an ihren „sterbenden Schwan" aber wird weiterleben, solange Tanz noch Tanz und Musik noch Musik ist. Ihre Gestalt wird in einem englischen Film wieder lebendig werden, zum Zeichen, daß diese erloschene Kunst einer versunkenen Epoche auch heute noch eine Offenbarung bedeuten kann. Der selige Kara Den Aemsi. Karl May wird verfilmt! Vor unseren Augen erstehen die unsterblichen Gestalten unserer Jugendzeit, deren Schicksale wir in heimlicher Abgeschiedenheit, in irgendeinem verborgenen Winkel der elterlichen Wohnung mit herzklopfender, atemstiller Spannung verfolgt haben, daneben die lateinische Grammatik, bis uns die Stimme des Vaters aus unserer Traumoerlorenheit aufrih. O Hadschi Halef Omar, wir werden dich nie vergessen, solange wir noch ein abenteuerlustiges und fernehungriges Herz in unserer Brust tragen! Und wenn der edle Held Winnetou, herrliches Vorbild unserer jungenhaften Männlichkeit, Held und Seelenbruder unserer unverstandenen Streiche, zum zweitenmal sterben sollte, wir würden genau so fassungslos fein ruhmreiches Ende beweinen, wir, für die Karl May, der selige Kara Ben Nemsi, das größte literarische Wunscherlebnis gewesen ist, spannender und aufregender als alle Knabenbücher und Räuberpistolen der Welt. Spießer und Pedanten haben den wackeren Karl May mit Verleumdung und Hohn überschüttet — die andere, bessere Hälfte dieser Welt hat ihn behandelt wie einen Klassiker, eine unsterbliche Größe der Jugendliteratur ... und der unverwüstliche Kara Ben Nemsi mit seiner Knatterbüchse und feinem trockenen Humor ist ewig lebendig geblieben. Es lebt Hadschi Halef Omar, es lebt Old Shatter- hand, es lebt Winnetou! Und mit ihnen ihr Schöpfer Karl May, der Sohn eines deutschen Webers aus einem kleinen, unbekannten Ort. 6300000 Exemplare! Hunderte Male schon ist das Leben und Wirken von Karl May unter die Lupe genommen worden. So erzählt man sich, daß. er als Volksschullehrer mit Schimpf und Schande entlassen und wegen mehrerer Vergehen zu längerer Arbeitshausstrafe verurteilt wurde. Es hat Leute gegeben, die nichts unversucht ließen, um seine Existenz zu vernichten. Sie schimpften ihn einen ganz gewöhnlichen Schwindler und Betrüger, setzten seine Bücher a u f die schwarze Liste, warnten die Jugend mit erhobenem Zeigefinger und sprachen von seinen Büchern wie von einer lebensgefährlichen und ansteckenden Epidemie. Aber der zähe „Kara Ben Nemsi", der Mann, der sich aus Not, Elend und Verfolgung ein Leben zimmerte, siegte auf der ganzen Linie. Egal, ob er die Länder, die er schilderte, bereist hat oder nicht: er schuf Meisterwerke der abenteuerlichen Reise- literatur, angefüllt mit Kraft, Phantasie und Humor, von A bis Z spannend geschrieben. Er überschwemmte die Welt mit seinen Büchern. Wenn ein neuer Karl May auf dem Weihnachtsmarkt erschien, war die Auflage bereits vergriffen. Unter den Christbäumen aller Länder hockte die Jugend der Welt und verschlang die Kapitel mit einem unersättlichen Heißhunger. Man nahm seine Bücher als Lektüre ins Bett und las, ehe man morgens zur Schule ging, mit kauenden Backen rasch noch einige Seiten. Die Gesamtauflage seiner Werke allein in der deutschen Ausgabe beläuft sich auf über 6 3 0 0 0 0 0 Exemplare. Sein bekanntestes „Durch die W ü st e" hat eine Auflage von rund einer Viertelmillion erreicht! Karl May ist tot — es lebe Kara Ben Nemsi, den wir bald in einem deutschen Film als alten Bekannten begrüßen werden! Franz Dietrich. Büchertisch. — Das Buch vom Matterhorn. Die Erstersteigungen. Don Giuseppe M a z z o 11 i. Mit 32 Abbildungen. Ganzleinen 6,80 Mark. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Berlin SW 19. — (282.) — Dieses Matterhorn-Buch eines der Erstersteiger der grandiosen Ostwand bietet die erste zusammen» sassende, durch Anstiegrouten und Bilder bereichterte, urkundlich zu bewertende Schilderung aller Matterhorn-Erstersteigungen. In ihm wird ein 68 Jahre währender Kampf geschildert, der alle Rätsel der Sphinx von Zermatt endgültig löst. Das spannende Buch mit seinem guten Bildmaterial wird eine willkommene Lektüre für alle Berg-Freunde werden. IhreVermählung gebenbetannt Heinrich Kunz und Frau Adele, geb. Weller Gießen (Bleichstraße 29), den 11. September 1935 5161 D MODESTUBE KöRNER zeigt am Samstag, dem 14. September, nachmittags um y24 Uhr, im Hotel Schütz bei einem Modetee ihre neuesten Herbstmodelle 5167 D Äla Anzeigen MengelellWsl Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften Sieben, SWsWellr. 7 Morgen letzte Wiederholung! Zahlreichen Wünschen entsprechend, sindet morgen Freitag unter persönl. 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Am heutigen Donnerstagmorgen gegen 7 Uhr traten auf Oswaldsgarten in Gießen etwa 400 Politische Leiter aus der Stadt und dem Kreise Gießen an, um sich von hier aus auf die Fahrt zum Reichsparteitag zu begeben. Eine stattliche Zahl von Ortgruppen- und Betriebszellenfahnen, deren Rot hell im Lichte der Morgensonne leuchtete, wurde mitgeführt. Unter Vorantritt des Musikzuges der SA.-Standarte 116 (Leitung: Musikzugsührer Herrmann) marschierte die Kolonne der etwa 400 Nürnberg-Fahrer von Oswaldsgarten aus über den Horst-Wessel-Wall durch die Bahnhofstraße zum Bahnhof. Vor dem Bahnhofsgebäude wurden die Fahnen eingerollt und dann oer Zug zur Fahrt nach Nürnberg, der Stadt des Reichsparieitages der Freiheit, in festlich-froher Erwartung bestiegen. Die Marschkolonne auf dem Weg zum Baynyo, 1' W it ■ \y> Nordhessens Leichtathleten gegen Südwest. Für den Leichtathletik-Gaukampf zwischen Südwest und Nordhessen am kommenden Sonntag in Mainz hat der Gau Nordhessen folgende Mannschaft aufgestellt: 100 Meter: Leineweber (Turn- und Fechtklub Fulda), Wieden (Hessen-Preußen Kassel); 200 Meter: Henkel (Kurhessen Marburg), Leineweber; 400 Meter: Foders (Polizei Hanau), Burchardt (Turn- und Sportverein Fritzlar); 1 5 0 0 Meter: Ries (Kasseler Tgde.), Becht (Kurhessen Kassel); 5000 Meter: Holzapfel (Tv. Münchhausen), Neidel (Heuchelheim); 110 Meter Hürden: Sobottka (Hessen-Preußen Kassel), Knappe (Hessen- Preußen Kassel); Hochsprung: Jacobs (T. u. F. Fulda), Lemnitz (Hessen-Preußen Kassel); Dreisprung: Werner (Tv. Weilmünster), Jacobs; Weitsprung: Scheller (Tgde. Fulda), Kenner (Hessen-Preußen Kassel); Stabhochsprung: Werner, Jung (1900 Gießen); Kugelstoßen: Luh (VfB. Gießen), Gugel (Gießen 1900); Diskuswerfen: Kilo, Gugel (Gießen 1900); Speerwerfen: Menkel (T. u. Spv. Bettenhausen), Dr. Dinkler (Kurhessen Kassel); 4 X 100 Meter: Wieden, Leineweber, Knappe, Kermer; 4 X 400 Meter: Henkel, Burchardt, Foders, Kermer. Handball-Spiel- und Schiedsrichter- Ansehunqen im Kreis 8 (Lahn-Dill). Garbenteich — Ebers-Göns (Schleenbecker); Lich — Hausen (Luh); Grüningen — 1900 II (Engel II); Hochelheim — Heuchelheim (Jung-Cleeberg); ßon- darf — Mendorf (Becker), Wißmar — Treis (Karl Müller): Albach — Atzbach (Zörb); Dornholzhausen — Dorlar (Petry); Groß-Rechtenbach — Hörnsheim (Hsllhund); Niedergirmes — Garbenheim (Schneider); Allendorf (Lahn) — Krofdorf (Vogt); Reichsbahn — Dutenhofen (Wagner); Ehringshausen — Straßebersbach (Birkenstock); Herborn — Mandeln (Hofmann-Niederscheld); Katzenfurt — Herbornseelbach (Brück); Tv. 1846 Gießen Jugend — Lang-Göns I (Rudolf Jung); Londorf — Krofdorf (Wallenfels); Herborn — Dillenburg (Hofmann); Katzenfurt — Straßebersbach (Brück); Lützellinden — Holzheim (Weller); Garbenteich — Lang-Göns II (Schleenbecker); Münchholzhausen — Dutenhofen (Seibert II); Spv. 05 Wetzlar — Wetzlar (Faber); Burg-Gemünden — Nieder-Ohmen (Wißner). 75 Zahrferer und Alterstreffen beim Turnverein Lich. Der Verein Lich feiert am kommenden Samstag das Jubiläum des 75jährigen Bestehens und am Sonntag das 2. Alterstreffen des Turnkreises Lahn- Dill (Gießen-Wetzlar). Der Kommersabend, der am Samstag in der Turnhalle stattfindet, verspricht in seiner reichhaltigen und abwechslungsreichen Zusammensetzung ein unterhaltendes, turnerisches Ereignis zu werden. Die besten Turner des Kreises (Schick, Gebrüder Herbert von Gießen, Schöffmann, Bettin von Wieseck und verschiedene andere bekannte Turner) werden ihr hervorragendes Können beweisen. Die Turner, Turnerinnen, Schüler und Schülerinnen von Lich werden mitwirken. Kreisführer Karl Daupert (Wieseck) hält eine Ansprache. Die Sängervereinigung „Cäcilia" wird deutsche Volkslieder erklingen lassen. Der Sonntag ist dem A l t e r s t r e f f e n gewidmet und wird eine große Anzahl Altersturner in Lich vereinigen. Ein Stadtrundgang und Besichtigung der Marienstiftskirche sind vorgesehen. Das Mittagsmahl wird gemeinsam in der Turnhalle eingenommen. Anschließend daran wird eine Feierstunde gehalten, in der Kreisdletwart Römer sprechen wird. Sodann werden die Altersturner in allen möglichen Hebungen zeigen, was sie können. ^andballabteilung des Tv. Lich trägt ihr erstes Verbandsspiel gegen Tv. Hausen aus. Ein kameradschaftliches Beisammensein wird den Tag beschließen. Gchulwettkämpfe in Grünberg In der Vorwoche fanden in Grünberg die ersten Spiele der ein- bis dreiklassigen Schulen des Be- zirks Grünberg in Fußschlagball für die Knaben und Grenzball für die Mädchen statt. Aus den Siegern dieser Gruppe wird demnächst der Bezirkssieger ermittelt. Für vier- und mehrklassige Schulen war nur ein Spiel zu entscheiden. Volksschule Grünberg gegen Oberrealschule. Das Ergebnis lautete: A Knaben: Volksschule 95 — Oberrealschule 15, B Mädchen: Volksschule 9 — Oberrealschule 7. Bei dem letzten Spiel mußte eine Verlängerung festgesetzt werden, da es mit 6:6 endete. Liesel Zangemeisters Weg. Die bekannte deutsche Segelfliegerin Liefe! Zangemeister, die in dem kleinen Kreis jener Frauen, die sich mit Leib und Seele dem Segelflugsport verschrieben hatten, eine hervorragende Rolle spielte und öfter durch aufsehenerregende Rekordflüge von sich reden machte, wurde am 28. Juni 1910 in Königsberg als Tochter des berühmten Gynäkologen, des Professors Wilhelm Zangemeister geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit in Marburg, wo ihr Vater Ordinarius und Direktor der Universitäts-Frauenklinik war, bis er einem Ruf nach Königsberg folgte. In Königsberg legte Liefe! Zangemeister im Jahre 1930 das Abiturientenexamen ab und studierte dann in Hamburg Medizin. Seit dem August 1933 widmete sie sich der Segelfliegerei. Sie legte auf der Segelfliegerschule Rossitten die sogenannte ABC* und die amtliche C-Prüfung ab und war Mitglied des Deutschen Luftsportverbandes. Es zeigte sich sehr bald, daß die. junge, spart- begeisterte Studentin das Zeug in sich hatte, eine famose Segelfliegerin zu werden, die sogar neue Segelflugrekorde aufstellte. Ihr Name drang zum erstenmal in die breite Öffentlichkeit, als es ihr gelang, in einem glänzenden Segelflug, der beinahe 13 Stunden währte, den von der bekannten Gießener Sportlehrerin Martha Mendel aufgestellten Rekord im Dauersegelflua für Frauen zu überbieten. Diese hervorragende Leistung vollbrachte Liefe! Zangemeister am 18. April 1935. Es war ein Weltrekord, der ihren Namen mit einem Schlage berühmt machte. Bemerkenswert ist, daß sie dabei eine eigene Konstruktion benutzte, die sich ausgezeichnet bewährte. In der Reihe der Besten. Es ist wahrlich ein tragischer und äußerst beklagenswerter Zufall, daß diese junge hoffnungsvolle Studentin, die erst am Anfang ihrer segel- fliegerischen Laufbahn stand, schon so früh dem Leben entrissen wurde. Sie gehörte in ihrer ehrgeizigen und selbständigen Haltung zu jener Generation moderner Frauen, die durch ihre hervorragenden sportlichen Leistungen und ihre unzähmbare Unternehmungslust das Interesse der Welt auf sich lenkten. In einer Reihe mit Fliegerinnen wie Elly Beinhorn, Liesl Bach und Thea Rasche nahm sie in der deutschen Fliegerei einen ruhmvollen Platz ein. Ihr Legelflug-Rekord. Die Bedeutung des Segelflugrekords, den sie aufstellte, wird erst in feiner wirklichen Größe ersichtlich, wenn man bedenkt, daß schon der Segelflug der jungen Hanna Reitsch, die vor einigen Jahren ihren Apparat fünf Stunden fünfzehn Minuten in der Luft hielt, als glänzende Leistung gewertet wurde. Allerdings ist es Hanna Reitsch im Jahre 1933 gelungen, über den Rossittener Dünen einen Flug von zehn Stunden und sieben Minuten zu vollbringen. Sie selbst hat über diesen Flug in einer humorvollen und lebendigen Weise geplaudert: „Als ich zu meinem zweiten Rekordversuch aufstieg. Fernsehen in Amerika. Von Hans Jtiebou. „Hier Chester." „Sie werden aus Neuyork verlangt." Aus Neuyork?" murmelte Chester. „Woher weiß man in Neuyork, daß ich heute, am Sonntagmorgen, in meinem Kontor in Chikago bin?" „Hallo! hallo! Mister Chester!" rief da eine Stimme. „Ich habe ein Geschäft für Sie." „Sonntags mache ich keine Geschäfte , sagte Chester. „O doch", lachte der andere, „wir werden uns bestimmt einigen. „Ich, P. A. Smith in Neuyork, habe einen neuen Fernsehapparat erfunden.' „Ich handle weder mit Erfindungen", rief Chester, „noch verstehe ich auch nur das Geringste von technischen Dingen." „Ist auch gar nicht nötig", sagte P. A. Smith. „Es handelt sich nämlich bei meiner Erfindung darum, daß ich, der anrufende Teil, jeden Menschen sehen kann, mit dem ich telephoniere, ohne daß bet dem angerufenen Teil eine besondere Vorrichtung angebracht zu werden braucht." „Haha", lachte Chester, „soviel verstehe ich nun doch von Technik, um zu wissen, daß das unmöglich ist." „Sprechen Sie noch?" fragte die Dame vom Fernamt. „Leider noch immer", brummte Chester. „Also Sie meinen", fuhr P. A. Smith fort, „das wäre unmöglich? Warum haben Sie übrigens, verehrter Herr, eine Pfeife im Munde, die nicht brennt? Warum haben Sie am heiligen Sonntag eine so jugendlich rotgoldene Krawatte umgebun- den? Und warum steht auf Ihrem Schreibtisch eine Flasche, die mit ihrem braunen Etikett nicht so aus- sieht, als ob sie Wasser enthielte? Wie? Da staunen Sie? Was?" Chester atmete schwer. „Allerdings", sagte er. „Das alles sehen Sie?" „Das alles sehe ich", fuhr P. A. Smith fort, „das alles sehe ich hier in Neuyork. Ich sehe aber noch viel mehr. Ich sehe, daß eine junge Dame neben Ihnen steht, eine sehr hübsche junge Dame mit dunklem Haar. Und wenn ich mir überlege, daß heute Sonntag ist und mich frage: Was tut Mister Chester, seit fünfzehn Jahren, verheiratet, was tut atefer Mister Chester am Sonntagmorgen mutterseelenallein mit einer jungen, hübschen Dame im Kontor He'" röchelte Chester. „Also, was wollen Sie? Ick interessiere mich lebhaft für Ihre Erfindung." ,',Jch habe es gewußt", sagte P. A. Smith. „Schicken Sie einen Scheck über 10 000 Dollar nach Neuyork. Postlagerkarte 4912. Sobald ich den Scheck eingelöst habe, schicke ich Ihnen eine genaue Fernsehanleitung mit allem was dazu gehört." „Allright!" ächzte Chester. Am nächsten Tag hatte P. A. Smith seinen Scheck und am übernächsten Tag Chester seine Fernsehanleitung. „Sie können", hieß es in dieser Anleitung, „mein Erperiment sofort wiederholen. Gehen Sie in das Lincoln-Hotel, lassen Sie sich Zimmer Nummer 512 geben. Wenn Sie sich dort an das Fenster stellen, können Sie genau in Ihr Büro gucken. Versehen Sie sich dann noch, was Ihnen gewiß nicht schwer fallen wird, mit einer jungen Dame; die sich bereit finden würde, in den Telephonapparat, der am Fenster steht, zu rufen: Hallo, Sie werden aus Neuyork verlangt, und weiterhin mit einem gut funktionierenden Fernglas, so haben Sie alles, was Sie brauchen, um —" Chester stieß einen gotteslästerlichen Fluch aus, knüllte den Brief zusammen und raste ans Telephon. „Hallo", rief er, „ist dort Buttermann & son? Hier ist Chester & Co. Ich brauche für meine Fenster vier Wollvorhänge, aber sofort, verstanden?" Reineke Fuchs Neues von seinem Zamilienleben Reinecke Fuchs darf sich geschmeichelt fühlen, daß wir von einem mit besonderer Schlauheit begabten Wesen sagen, er sei „schlau wie ein Fuchs". Auch List und Tücke werden ihm nachgesagt, und in vielen Fabeln und Märchen wird unter Beweis gestellt, daß er diese Eigenschaften wirklich besitzt. Ueberdies werden dort sein Blutdurst und seine Raublust ausführlich beschrieben, wobei man unserem Fuchs zweifellos unrecht tut. Wie Prof. Dr. Bastian Schmid in der im Hugo Bermühler-Ver- !ag, Berlin, erscheinenden Zeitschrift „Der Naturforscher" ausführt, ist gerade die Vorstellung von der Schädlichkeit des Fuchses sehr übertrieben. „Manche glauben allen Ernstes, der Fuchs lebe nur von Hühnern, Gänsen, Hasen, Rehkitzen und sonstwie wohlschmeckenden und für uns nutzbaren Tieren. Viele wissen nichts von dessen unfreiwilligen Fasttagen,-auch nichts davon, daß seine Hauptnahrung aus Mäusen besteht und die Füchse eine regelrechte Schutzpolizei am kranken Wild vollführen." Jedenfalls gehört der Fuchs zu den am meisten verfolgten Tieren. Auf vielerlei Art wird Jagd auf ihn gemacht, und er hat es allein feiner Schlauheit und Zähigkeit zu danken, daß er feinen Verfolgern noch nicht erlegen ist. Man kann den Fuchs zu allen Tageszeiten auf Beutezug antreffen und lediglich nachmittags zwischen elf und brei Uhr scheint er allgemein eine Ruhepause einzulegen. Der Simi für Familienleben ist bei dem Fuchs sehr ausgeprägt, und zwar teilt der Vater Freube und Sorge mit der Füchsin, die um das Wohl ihres Nachwuchses bemüht ist. Edmund Löns hat das monogame Eheleben des Fuchses einmal wie folgt beschrieben: „Nicht allzu selten wird man den Fuchsrüden im Bau beim Geheck antreffen, denn der männliche Fuchs ist durchaus nicht der schlechteste Vater, für den man ihn vielerseits halten zu müssen glaubte. Früher nahm man an, daß der Fuchs in Polygamie lebe. Neuere eingehende Forschungen haben bas Gegenteil festgestellt. Ich selbst habe Fähe und Rüden bei kleinen, vier Wochen alten Jungfüchsen in einem sehr kleinen Bau gegraben. Der Rüde verteidigte seine Kinder ebenso scharf wie die Fähe, trotzdem es ihm ein leichtes gewesen wäre, zu springen, da der Bau kein Senkrohr war. Ohne Zweifel interessiert sich der Fuchsrüde für seine Jungen, wenn er sich an ihrerTVersorgung mit Fraß auch nicht eher beteiligt, als es notwendig ist. Ist die Fähe dem Jäger zur Beute gefallen, so führt der Rüde die Jungen fort, wenigstens versorgt er sie reichlich mit Fraß." So ist schon wiederholt beobachtet worden, daß Fuchs und Füchsin bis zu neun auf einem Jagdzug erbeutete Mäuse sorgsam im Fang nach Hause tragen, um die hungrigen Füchslein damit zu versorgen. Das Spiel mit den Heranwachsenden Füchsen, bei dem sie wie die Menschenkinder unmerklich manches erlernen, was sie später notwendig brauchen können, um ihr Leben zu sichern, übernimmt dagegen in der Hauptsache die Mutter. Sie sichert allerdings zuvor sehr sorgfältig, ehe sie die Jungen aus dem Bau herauslockt, und auch bann wirb noch genau aufgepaßt, damit die Jungen sorglos mit den Knöchelchen, Federn und anderen nicht freßbaren Dingen spielen können, die vom Mahl übrig blieben ober sich sonst in her Nähe ber Höhle befanden. Der S p i e 11 r i e b ist dem jungen Fuchs angeboren, und selbst in ber Gefangenschaft unterhält er sich aufs- beste. Die kleinen Füchse, die mit größter gespielter Vorsicht bie ihnen überlassenen Spielzeuge beschlichen, schleppten sie alsbann jeweils in ein sicheres Versteck, was baraufhin beutet, baß ihnen auch die Gewohnheit, ben Raub in bie Höhls zu tragen, angeboren fein muß. Während sie sonst beim Spiel mit jungen Hunden verglichen werben können, sind sie ihnen in biesen Listen und Tücken zweifellos überlegen, ebenso in ben Proben eines beachtlichen Orientierungssinnes, wie gefangene Jungfüchse bewiesen haben. Bei ben gefangenen Füchsen ist überbies auch bie Beobachtung gemacht worben, baß sie von Verfolgungen, Jagb- unb Beutezügen ebenso träumen, wie es an Hunben festgestellt werben kann, bie plötzlich im Schlaf mit ben Füßen Laufbewegungen machen unb höchste Erregung verraten. Professor S ch m i b schreibt über bie von ihm gemachten Erfahrungen über bas Traumleben feiner Füchse: „Daß Füchse gleich Hunben träumen, habe ich an meinen eigenen Rüben unb Fähen erlebt; Carlo z. B. lag jeben Nachmittag schlafenb im Erker meines Arbeitszimmers. Der Körper war zusammengerollt, und die Augenlkder hatten sich geschlossen. Nachdem er eingeschlafen war, begann er zu knurren ober auch zu brummen; manchmal fing er an, ben Kops, nicht selten auch die Läufe zu bewegen. Erwachte er aus irgendeinem Umstand, so öffnete er müde die Augen, schlief wieder ein und träumte weiter." Zeitschriften — „Die Rafsenmerkmale Schillers, unb seiner näheren Verwandten" untersucht Dr. Walther Rauschenberger im September-Heft der Zeitschrift „Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW. Einzelpreis 70 Pf ). An Hand zahlreicher Bilder von Schiller und seinen Verwandten und zweier Ahnentafeln weist der Verfasser nach, daß der Dichter nicht so rein nordisch ist, wie er auf den ersten Blick wohl erscheint, sondern eine glückliche unb bebeutfame Mischung nordischer und dinarischer Eigenschaften. Dr. L. Vellguth macht in einem Aufsatz „Die Spalterbigen" beachtenswerte Vorschläge, um die „Spalterbigen", d. h. die nur „scheingesunden" Hauptverbreiter der rezessiven Krankheiten durch Heiraten untereinander am Eindringen in gesunde Erdbahnen zu verhindern. Ein wertvoller Ueberblick über die „Eugenische Indikation" erläutert die Gesetzgebung über Sterilisation und Schwangerschaftsunterbrechung in willkommener Klarheit und Kürze. Sehr vielseitig find die in der spalte „Aus Rassenhygiene unb Bevölkerungs- politif" veröffentlichten kleineren Mitteilungen. bat ich mir aus, daß man mich wenigstens so lange oben ließ, bis eine zweistellige Stundenzahl herauskäme. Man hat mir diesen Wunsch auch erfüllt Mit mir zusammen stieg der Fluglehrer Denker auf, der aber zwei Stunden vor mi; landete. Wir hatten viel Spaß an dem gemeinsamen Segeln über diese wundervolle Geyend zwischen Rossitten und Pillkoppen. Als ich später ohne Erbarmen von der Leitung der Fliegerschule bei Anbruch der Dunkelheit heruntergeschossen wurde, war ich wirklich traurig. Es war unbeschreiblich schön, an Hunger oder Langeweile habe ich auch nicht einen Augenblick gedacht." Liesel Zangemeisters Leben war Sieg, Kampf und heroisches Ende. Der dritte Tag der Internationalen Sechstagefahrt. Der schwerste Tag in allen bisherigen 16 Veranstaltungen war wohl der dritte Fahrtag der 17. Internattonalen Sechstagefahrt für Motorräder, an dem eine Strecke von 475 Kilometer zurückzu« legen war, die von Oberstdorf über Friedrichshafen, St. Blasien, Schauinsland nach Titisee führte. Don fünf gestarteten Nationalmannschaften im Wettbewerb um die Goldene Trophäe blieb nach dieser schweren Prüfung des Mittwochs nur noch die deutsche strafpunktfrei. Alle anderen, mit Ausnahme der tschechoslowakischen, haben mehr als 100 Sttaf- punkte. Trotzdem ist die Lage für uns nicht allzu rosig, denn ein Mitglied unserer Nationalmannschaft (Kraus) hat sich mit seiner Beiwagenmaschine unweit vom Ziel überschlagen, wobei sein Beifahrer Josef Müller verletzt wurde. Obwohl Müller bewußtlos war, kam er rechtzeitig im Ziel an und verhalf unserer Mannschaft dazu, daß sie noch ohne Strafpunkte ist. Allerdings wird es sich erst nach einer ärztlichen Untersuchung Herausstellen, ob der tapfere Müller noch weiterfahren kann. Englands Nationalfahrer Bradley fiel wegen Maschinendefektes aus und Italien verlor seinen von Gilera gesteuerten Seitenwagen. Die tschechische Nationalmannschaft erhielt ihre Strafpunkte wegen Reifenschaden. Die Fahrer erklärten, das heute von ihnen Verlangte läge an der Grenze des Möglichen. Besonders besorgt ist man um die Reifen, die sofort nach Ankunft im Ziel gewechselt werden. Am heutigen Tag hatten es die Seitenwagen-Maschinen weitaus am schwersten, während die Soloräder etwas besser durchkamen. Die Bergprüfung am Schauinsland war eine Kleinigkeit, dagegen machte die Bergprüfung bei Miessen den Fahrern schon bedeutend mehr zu schaffen, am schwierigsten war aber die Geländefahrt im Anschluß an die Mittagskontrolle, die auch die meisten Opfer forderte. Heini Oittmar in Thun gelandet. Nach seinem geglückten Höhenflug über die Gipfel der Jungfrau und des Mönch ist der deutsche Weltrekordmann Heini Dittmar mit seinem Segelflugzeug glücklich in dem etwa 40 Kilometer entfernten Thun gelandet. Seine an Bord befindlichen Meßapparate konnten am Dienstag noch nicht zum internationalen Segelfliegerlager auf dem Jungfraujoch gebracht werden, so daß man auch noch nicht weiß, welche Höhe der Darmstädter bei seinem Flug offiziell erreicht hat. Das Wetter ließ 'am Dienstag wieder zu wünschen übrig, gegen Mittag zogen dichte Wolken auf, und so beschränkten sich die im Lager versammelten Segelflieger darauf, ihre Apparate wieder auf die' Jocyhöhe zu bringen und für die kommenden Tage fertig zu machen. VundesMer Linnemann über das Wballjahr 1935/36. In einem Rundfunkvortrag hat sich der Führer des Deutschen Fußballbundes, Fachamtsleiter Oberregierungsrat Linnemann, mit den Aufgaben im jetzt voll einsetzenden Fußballjahr 1935/36 auseinandergesetzt. Im Hinblick auf das olympische Fußballturnier machte er dabei u. a. folgende Feststellung: „Der letzte und wichtigste Teil der sportlichen Betätigung des kommenden Jahres liegt in der Teilnahme an den olympischen Spielen. Noch steht das Programm der olympischen Fußballkämpfe nicht fest. Noch hat der internationale Fuhballverband, der vom olympischen Komitee mit der technischen Leitung dieser Kämpfe beauftragt ist, eine Entscheidung über die Austragungsform nicht getroffen und eine Ausschreibung noch nicht erlassen. Wir hoffen ober, daß die Führung des internationalen Fußballsports erkannt hat, wie bedeutsam es für die Wertung des Fußballs ist, daß er im Rahmen der größten allgemeinen Sportveranstaltung feiner Bedeutung gemäß vertreten wird. Wir hoffen, daß der Vorstand der Fifa seine Entscheidung baldigst bekannt gibt, damit der deutsche Fußball seine Vorarbeiten bald in Angriff nehmen und so aufbauen kann, daß die Kämpfe selbst mustergültig ausgetragen werden und alle Besucher sich in Deutschland wohlfühlen. Schon heule haben die Führer einiger nationalen verbände ihre Bereitwilligkeit zur Teilnahme an den olympischen Fuhballkampfen aus- gesprochen. Mr würden uns freuen und es dankbar begrüßen, wenn noch viele, ja wenn möglichst alle Fuhballverbande bei den olympischen Spielen vertreten sein würden. Wir heißen die Vertreter aller Fußballverbände in Deutschland und zur Olympia herzlich willkommen und werden uns bemühen, allen unseren Besuchern den Aufenthalt in Deutschland angenehm zu gestalten. Neben den Aufgaben der Durchführung des (Sport* betriebe läuft als natürliche Ergänzung die Schulungsaufgabe. Auf hierbei ist die Teilnahme an den olympischen Kämpfen der Pol, um den sich in diesem Jahr das Hauptziel der Schulungsarbeit drehen muß. Gewiß wird die laufende Schulungs- arbeit in den Kreisen und in den Gauen nicht in Fortfall kommen. Sie wird sich wie bisher erstrecken auf die Aktiven, auf die Sportwarte, auf die Jugend und auf die Ausbildung von Schiedsrichtern. Denn wir leiden zweifellos unter einem Mangel an Schiedsrichtern. Sie wird aber noch stärker als bisher eingestellt sein auf das Herausholen junger Talente. Die zusätzliche Zweckschulung des Nachwuchses wird dann in Durchführung besonderer olympischer Kurse der im Vorjahr und in diesem Jahr entdeckten talentierten Sportler liegen. Diese Schulung wird sich über die ganzen IBln- termonate erstrecken und bis zum Frühjahr zur Auslese der endgültigen Olympia-Kandidaten führen müssen. Vom Frühjahr ab muß sodann die Schulung derjenigen Sportler einsetzen, die für die Vertretung des deutschen Fußballsports bei den olympischen Spielen in Betracht kommen. Diese letzte Schulung verfolgt zwei Ziele. Die 22 Berufenen müssen 1. für jede einzelne Person in den körperlich besten Kräftezustand versetzt werden, sie müssen 2. so zu einer Einheit in taktischer, technischer und kameradschaftlicher Beziehung zusammengeschweißt werden, daß jeder einzelne Posten in der Mannschaft von jedem der vorgesehenen Spieler eingenommen werden kann, ohne daß die Einheit der Mannschaft darunter leidet. Es ist selbstverständlich, daß in Erledigung dieser Aufgabe die Vereine in diesem Jahr zeitweise auf die Mitwirkung ihrer besten Spieler verzichten müssen. Ich bin aber überzeugt, daß alle betroffenen Vereine von der Notwendigkeit des Verzichts auf diese Spieler im Interesse des Ansehens des deutschen Sports so überzeugt sind, daß dieses Opfer nicht mehr schmerzlich empfunden wird." Einen ernsten Appell richtete der Bundesführer an olle Vereine des Fachamts aber auch an die Zuschauer, um dem wahren Sportgeist im neuen Spieljahr zum Siege zu verhelfen. Er führte dabei u. a. aus: „Das sportliche können ist im Aufstieg, und die Ausstellung von etwa 40 000 neuen Spie- lerpaffen beweist am untrüglichsten, wie sehr der Fußballspork immer mehr Anhänger gewinnt. Nicht ganz Schritt gehalten mit dieser Entwicklung hat der Umbruch bzgl. der inneren Einstellung zur Idee des Sports. Es ist im vergangenen Jahr bereits wesentlich besser geworden, aber so manches Toben der Zuschauer auf den Sportplätzen, Angriffe gegen die Schiedsrichter, Vorfälle unfairen Spiels und unsportlicher Einstellung gegenüber dem Gegner haben auch im letzten Jahr bewiesen, daß noch einige Schlacken aus unserem Sport zu entfernen sind. Ich bitte alle Fußballkameraden darum, in dem Gegenspieler nur den Kameraden zu sehen und im Fußballkampf nur ein ritterliches Streiten gegen den achtbaren Gegner. Auch die größten Hitzköpfe müssen lernen, lieber anständig und ritterlich zu verlieren, als in unedler Leidenschaft zu gewinnen. Weiterhin bitte ich alle Fußballspieler darum, in dem Schiedsrichter den Sportkameraden zu sehen, der für dieses Spiel zum Führer und Richter bestellt ist und ihm von vornherein volles Vertrauen entgegenzubringen. Wer mit einem vorgefaßten Mißtrauen den Schiedsrichter ansieht, wird niemals die richtige innere Einstellung zu diesem Sportkameraden finden können. Ich bitte unsere Zuschauer darum, in den Schiedsrichtern Männer zu erblicken, die nur aus innerer Freude an unserem Sport ein schweres und der stetigen Kritik ausgesetztes Amt übernehmen. Einen solchen Idealismus mit Pfiffen, Bespöttelung und Verhöhnung zu danken, ist eines Deutschen unwürdig. Ich bitte auch unsere Jugend, die nunmehr neue Ideale auf ihre Fahne geschrieben hat, den Erwachsenen in der idealen Einstellung zum Sport bei jedem Spiel voranzugehen. Wenn das geschieht, dann werden wir sehr bald auch Die notwendige und im Sinne unseres Führers lie- gende ideelle Einstellung zum Sport voll erreicht haben. Dann erst wird die Durchführung unserer Kämpfe nur noch reine Freude auslosen. Wirtschaft. Oie Obsternte an der Bergstraße. Fwd. Die (Ernte der Spätzwetschen ist im Gang und bringt einen vollen Ertrag. Auch die abgeschlossene Ernte der Frühzwetschen war gut. Sonst war im Frühobst das Erträgnis mittelmäßig, nachdem die Blüte teilweise unter Frost gelitten und das Vorjahr eine Rekordernte gebracht hatte. Trotzdem ist das Ergebnis beim Obst im ganzen zufriedenstellend. So waren die Anfuhren auf dem Obst- grotzmarkt, der 30 Sammelstellen an der Bergstraße und im badischen und hessischen Odenwald unterhält, in den letzten Wochen größer als erwartet. Jetzt kommen die ersten Nüsse auf den Markt. ♦ * Lebhafte Beteiligung an der Zeichnung für die Reichsanleihe. Die Zeichnungen für die Reichsanleihe schreiten, wie der DHD. von unterrichteter Seite erfährt, in erfreulicher Weise fort. Das breite Publikum beteiligt sich sehr rege daran, das bisherige Zeichnungsergebnis ist sehr befriedigend. * Die Adlerwerke norm. Heinrich Kleyer A G., Frankfurt a. M., hatten im Frühjahr dieses Jahres zur Bewältigung von lieber« arbeit Saisonarbeiter von 680 Mann eingestellt. Bei der Einstellung dieser Belegschaftskräfte war vereinbart, daß mit Erledigung dieser Arbeitshäufung mit Zustimmung des Treuhänders der Arbeit diese Zahl der Belegschaft wieder zur Entlassung komme. Dies tritt nunmehr mit Wirkung zum 15. September ein. Die Belegschaftsstärke der Adlerwerke beträgt zur Zeit 5800 Mann. Die Beschäftigung des Werkes ist nach wie vor günstig, wenn auch nunmehr der alljährliche leichte Saisonrückgang zu verzeichnen ist. Der Anteil der Adlerwerke an sämtlichen Neuzulassungen hat sich im Laufe dieses Jahres erhöht und liegt zur Zeit 3 v. H. über der Vorjahreshöhe. Nhein-Maimsche Börse. Hlitfagsbörfe im Verlaufe etwas fester. Frankfurt a. M., 11. Sept. Die Börse verharrte in ruhigem Zustand. Immerhin lagen die Kurse widerstandsfähig, im Verlaufe war die Haltung, durch die stärkere Bewegung des Farbenmarktes angeregt, allgemein etwas freundlicher. Neben Farben traten Reichsbankanteile stärker hervor, die bis 183,50 nach gestern 180,65 gehandelt wurden. Besondere Momente lagen nicht vor, nur ging der berufsmäßige Börsenhandel zu Meinungskäufen über. IG.-Farben zunächst 155,75 (155,50), bann 156,75. Die Verlängerung des Stickstoffabkommens regte dabei an. Erdöl um 0,65 v. H. freundlicher, Rütgers nur knapp gehalten. Sehr still lagen Elektrowerte, Siemens um 0,25, AEG. 0,25 v. H. fester, Gesfürel behauptet. Zellstoffwerte noch etwas schwächer, so Aschaffenburger um 0,50, Waldhof um 0,75 v. H. Auch Montanwerte zumeist rückläufig, dabei verloren Buderus 0,50, Harpener 0,25, Rheinstahl 0,40, Stahlverein 0,25 v. H. Von Maschinenwerten Muag 74,25, Moenus 86,50, also etwas freundlicher. Daimler im Verlaufe lebhafter und wieder an der Parigrenze nach gestern 98,75. Schiffahrtswerte zu Beginn noch etwas leichter, so Nordd. Lloyd um 0,25 v. H. Deutsche Linoleum wurden ausschließlich 7,2 v. H. Dividende etwa unverändert genannt. Aku 0,25 v. H. niedriger. Der Rentenmarkt lag nach wie vor sehr ruhig, Altbesitz unverändert, Zinsvergütungsscheine 0,1 v. H. freundlicher. Dollarbonds bis 0,50 v. H. fester, so zertifizierte Preußen 60,50. Ungarn um 0,1 v. H. abgefchwächt. Im Freiverkehr Adlerwerke Kleyer 104,25 bis 104,75. Von den später notierten Werten zogen Südd. Zucker erneut um 1,75 v. H., dann Reichsbahn-VA. 0,13, Harpener 0,25 v. H. an. Der Verlauf blieb außerordentlich, unter dem Eindrücke der Geschäfts- stille. JG.-Farben wieder 156. Renten sehr still, Pfandbriefe unverändert. Tagesgeld etwas knapper und 3,25 v. H Abendbörfe vollkommen still. An der Abendbörse stagnierte das Geschäft vollkommen. IG. Farben notierten etwas über Mittagsschluß, Rheinstahl mit 112,25 0,50 über Mittagsschluß. Im übrigen waren die Berliner Schluß- kurse gehalten. Renten lagen ebenfalls umsatzlos, Altbesitz 111,13 o. H. Bon später notierten Werten lagen 4 v. H. Schweizer Bundesbahn mit 187 1 v. H. niedriger. 3,5prozenttge dto. unverändert. Der weitere Verlauf ergab keine Veränderungen. IG. Farben schlos- sen 156,40. Kurse: Altbesitz 111,13, 6 vH. Vereinigte Stahlbonds 102,50, 4prvzentlge Rumänen 5,13 Brief, 4 vH. Schweizer Bundesbahn 187, 3,5prozenttge dto. 177,50, Commerzbank 91 DD - Bank 90,50, Dresdner 90,75, Reichsbank 183,25, Harpener 112, Mansfelder 120, Rheinstahl 112,25, Stahlverein 82,50, Aku 59,25, Bekula 144,65. IG. Chemie volle 164,50, dto. 50prozentige 146,50, Scheideanstalt 240, Deutsche Linoleum 154, Licht & Kraft 134,25, IG. Farben 156,40, Gesfürel 127,50, Goldschmidt 110, Junghans 85, RWE. 130. Schuckert 126 Siemens 176,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 124,13, Hapag 16. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. Sept. Der Getreidemarkt lag noch ruhig, allerdings fängt das Geschäft in Roggen und Weizen an, sich etwas zu beleben. Der Futtermittelmarkt war noch ohne besondere Anregung, ölhaltige Futtermittel fehlen noch, bekanntlich wird aber demnächst mit einer stärkeren Zuteilung gerechnet. Während Futter- und Nachmehl wenig beachtet waren, ist Kleie sehr gesucht bei geringem Angebot. Der Mehlmarkt blieb ruhig. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 199, w 16 202, W19 206, W 20 208, Roggen R12 162, R 15 165, R18 169, R19 171 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Hafer nicht notiert. Weizenmehl W 13 27,70, W16 28,15, Roggenmehl R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W 13 10,92, W16 11,13, Roggenkleie R12 9,95, R15 10,15, R18 10,40, R19 10,50 Mühlen- Festpreis ab Mühlenstation. Soyaschrot mit Monopolzuschlag, Palmkuchen m. M., Erdnußkuchen m. M. und Treber sowie Trockenschnitzel nicht notiert. Heu 8 Mark, Weizen- und Roggenstroh draht- gepreßt oder gebündelt 2,40 bis 2,50 Mark. Tendenz: ruhig. In Handelsklassenware fanden Abschlüsse nicht statt. Schweinemarkt in Friedberg. LPD. F r i e b b e r g, 11. Sept. Auf dem heutigen Schweinemarkt entwickelte sich sehr lebhaftes Geschäft. Der Auftrieb von 655 Jungtieren konnte ganz abgesetzt werden. Es wurden gezahlt: bis sechs Wochen alte Tiere 15 bis 18 RM., sechs bis acht Wochen alte Ferkel 18 bis 22 RM. und acht bis zwölf Wochen alte Tiere 22 bis 33 RM. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 12. Sept. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 8 Ochsen 2 Bullen, 6 Kühe, 12 Färsen, 828 Kälber, 193 Schafe, 189 Schweine. Es kosteten: Kälber 41 bis 70 Mark, Hämmel 35 bis 45, Schafe 32 bis 38, Schafe 50 bis 54 Mark. — Marktverkauf: Kälber mittelmäßig, Hammel und Schafe langsam, Schweine wurden zugeteilt. Rundfunkprogramm. Freitag, 13. September. 6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk: Reichsparteitag der Freiheit! Die ersten drei Tage. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert. 14.10: Mitten im Werktag. Sozialund Wirtschaftsdienst in bunter Folge. 15.15: Für die Frau. Musik aus galanter Zeit. 16.30: Wie berechnet man das Alter der Erde? Eine geologische Betrachtung von Dr. R. Börner, Frankfurt a. M. 16.45: Kampf um das Reich. Karl V. 17: Zum Reichsparteitag in Nürnberg: Reichssendung: Aufmarsch der politischen Amtswalter auf der Zeppelinwiese. 18.30: Warum schufen wir die Landjugend? Ein Dreigespräch. 18.45: Das Leben spricht! 19: ... Und jetzt ist Feierabend. Abschied vom Sommer. 19.40: „Herr X meldet sich zu Wort", Plauderei von Dr. Anny Hadolny. 20: Zum Reichsparteitag in Nürnberg: Reichssendung: Frauenkongreß in der Festhalle. 22.20: Das offizielle Rundfunkschrifttum. 22.30: Unterhaltungskonzert. 23: Klang durch den Sommerabend. 23.30: Wir haben einen Tag verbracht! Ein Abendspiel in Versen von Paul Schaaf. 24 bis 2: Nachtmusik: „Bach — Händel". Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schlußt. Abend- w Schlußkurs Schluß!. Mittag- börse Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Schluß!. Mittagbörse Oatum 10.9- 11 9. 10 9. 11.9 Datum 10.9. 119. 10.9. 11 9- 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1987 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 bVi% Doung'Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 101 97,4 102,4 111,13 97,25 96,75 100,5 114,5 96,»5 100,65 100,5 97 97 107,3 9,95 9,75 9,9 11 101 97,3 102,65 111,13 100,3 97 96,75 100,75 92 129,5 114,5 96,75 100,7 100,65 97 97 107,3 30 9,825 9,9 9,75 11 101,13 97,4 102 111,25 100,2 95,75 114,65 100,65 97 97 107,4 29,7 1,5 9,9 9,85 9,9 11 101,13 97,4 102,25 111,25 100,2 129 114,5 96,75 100,65 97 97 I 107,3 29,4 1,45 9,85 9,95 9,85 11,25 13 4% deögl. Serie II ............. 11,5 6,25 6,9 5 41 16 18,25 81 115 91.5 90,75 90,75 39,65 144 114 133,5 106,25 126,25 145,5 129 125,5 176 103 112 96,25 129 93 88,5 11,5 6,25 5,13 41 16 18 81 115,75 91 90,5 90,75 183,25 39,75 144,65 114,25 134,25 106 127,5 145 130 126 176,25 132,5 102,5 110,5 112 96 129 93 i 88,5 6,25 8,7 5,1 41,25 16,25 22,25 ro,13 81 116 91,5 90,75 90,75 180,65 39,75 144,13 114,25 133,75 106,25 125,13 146 129,13 125,75 176,25 133 103 111 112 25 96,25 164 129,5 93,75 89 6,13 8,6 5,15 41,25 16,13 27,5 18,13 81,5 115 91 90,5 90,75 183,25 39,65 144,9 113,5 134,5 106,5 127,5 145 130,13 126 176,4 132 103,5 111,4 111,5 96,25 130 93,25 . 88,75 5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 4Vr%Rumän.vereinh.Renrev.i9i3 4% Rumänische vercinh. Rente 2 yt% Anatolier .. 4*/,% Deutsche RetchSpostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% ef)em.8% Hess. Volksstaat 1929 trfirfinhlfi. 102O/-1............ Hamburg-Amertka-Paket .....0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft................0 Dresdner Bant..............v Reichsban! ................12 A.E.G......................o Bekula.................... io Elektr. Lieferungsgelellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6 y, Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Eicktr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert S Co...............4 Siemens L Halske............ 7 Lahmeye» L Co.............. 7 Buderus ....... 0 Deutsche Erd«............... Gelsenkirchen« ........... 0 Harpener................. 0 Hoesch Eisen-—Köln-Neuessen .. 0 Ilse Bergbau ...............4 Ilse Bergbau Genüsse........e Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Röhre« ........ t 4%% ehem. Hessische Lo Darmstadt Gold R. 12 Wo ehem. Hess. Land thekenbank Darmstadt 4%% ehem. 8% Darmst Landesb.Goldschuldve Oberhelsen Provinz-Anl mdeSbank eS-Hypo- Llaui ... Komm, rttbr. R.6 eihe mit Deutsche Komm. Eamm leihe Serie 1 mit AuSlo *¥i% ehem.8°/c> Franks. H Goldpfe. 15 unkündbar Wo ehem. 4*4% Rtan Bank-Liqu.-Pfandbrie Wo ehem. 4/,% Hyp.-Bank-Ligu.-Gold 4W% ehem. 8% Pr. Lan briefanstalt, Pfandbrie 4K% Wm, 7% Pr. Lan briefanst., Gold Komu tzteuergutich. Berrechnun 4% Oesterretchtsche Gold 4,20% Oesterreichische S 4% Ungarische Goldrentt 4% Ungarische GtaatSren 4V.0/. bttnL nnn 1913 . labl. Qln- .-Rechten yp.-Bank bis 1935 lf. HHP-' Rheinische Pfe..... deSpfand- fe R. 19 deSpfand- t. Obl.VI gSk. 35-89 rente.... ikberrente te v. 1910 5% abgestt Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie!..................... Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Echlußk. Abend- börse Schlußkurs Echlußk. Mittagbörse Datum 10 9. 11 -9 10-9. 11.9. Mansfelder Bergbau .. ......1 118,5 120 118,5 120 Kokswerke ........... ....... 6 — — 118 118 Phönix Bergbau...... .......0 —- — —- — Rheinische Braunkohlen ..... 12 215,5 214,5 215,5 217 Rheinstahl ........... .....8>/i 111,65 112,25 111,4 111,75 Vereinigte Stahlwerke. .......0 82,4 82,5 82,65 82,65 Otavi Minen ........ .......0 19 19,25 19,13 19,25 Kaliwerke Aschersleben. .......6 135 — 135,25 135,4 Kaliwerke Westeregeln. .......5 128,5 129,25 128,9 130 Kaliwerke Salzdetfurth .....IVt — — 186 185,75 I. G. Farben-Jndustrte .......7 155,5 156,4 155,5 156,25 Scheidcanstalt........ .......9 240 240 —- Goldschmidt ......... .......0 109 110 109,25 110 Rütgerswerke ........ .......4 117 116,5 116,75 117 Metallgesellichaft...... .......4 112,25 111,75 112,5 111,75 Philipp Holzmann .... .......0 96 94 95,5 95 Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. ......6 118 119,5 Schultheis Patzenhofer ....... 4 109,25 — — 109,4 Aku (Allgemeine Kunstteide) .. 0 59,5 59,25 59,25 59,25 Bemberg............ ....... 0 115,25 — 115,13 114,65 Zellstoff Waldhos ..... .......0 115,5 116 115,5 115 Zellstoff Aschaffenburg .......0 84,75 82,5 84 5 83 Dessauer Gas ........ .......7 132 — — 131,5 Daimler Motoren..... .......0 99,13 99,5 99 99,75 Deutsche Linoleum .... .......6 162,5 154 162,5 153,25 Lrenstein & Koppel .. .......0 86,5 —— — 86,13 Westdeutsche Kaufhof.. .......0 28,5 27,75 28,25 27,75 Cbade ............... .......c 287,5 •— 289 Acrumulatoren-Fabrit ......12 —- —- 175 Contt-Gumm, ....... ....... 8 157 157,75 157 157,75 Grttzner................. 01 Mainkraftwerke Höchst 4 Süddeutscher Zucker........ t| 33,4 [ 33,5 204 | 206,75 34 j 34 204 | 207,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 10. September 11 .September Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Zitier Brüssel..... Rio de Ian. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelsingfmcS.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. Oslo.....: Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Reuyork... 0,668 41,91 0,139 3,047 54,86 46,83 12,285 5,415 16,38 167,83 20,36 0,722 5,674 61,69 48,95 11,13 63.34 80,86 33,94 10,265 2,487 0,672 41,99 0,141 3,053 54,96 46,93 12,315 5,425 16,42 168,17 20,40 0,724 5,686 61,81 49,05 11,15 63,46 81,02 34,00 10,285 2,491 Banfnoten 0,668 41,92 0,139 3,047 54,82 46,82 12,275 5,41 16,38 167,83 20,30 0,722 5,664 61,65 48,95 11,13 63,30 80,81 33,95 10,26 2,486 0,672 42,00 0,141 3,053 54,92 46,92 12,305 5,42 16,42 168,17 20,34 0,724 5,676 61,77 49,05 11,15 63,42 81,00 34,01 10,28 2,490 Berlin, 11 Sepiember Geld Brie' Amerikanische Rot«.............. 2,438 41,72 54,66 12,24 16,33 167,41 19,46 61,49 63,13 80,66 33,59 2,458 41,88 54,88 12.28 16,39 168,09 19,54 61,73 63,39 80,98 33,73 Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten ............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, * 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten.....;......... Schweizer Roten......... ........ Spanische Noten................. Ungarische Note» ................