Nr.I3§ Erstes Blatt 185. Zahrgang Mittwoch, I2.Zuni 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimattm Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Sernsprechanschlüffe Unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen postschecktonto: $ranffurt am Main 11688 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: SrLHI'sche llniverfitötrvuch- und Stetndruckerei «.Lange in Siehrn. 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Wenn aber den Völkern daran so viel liegt, dann können sie dies, statt mit Tränen, auf eine einfachere und vor allem natürlichere Weise erreichen." Nun, es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Worte auf Frankreich gemünzt waren. In der Tat ist die französische Angstpsychose zutiefst begründet in dem Verfall der Lebenskraft des Volkes. Die europäische Machtstellung Frankreichs ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ständig im Sinken, wenn sie gemessen wird am Verhältnis der Bevölkerungszahlen der Großstaaten. Man muß sich klar machen, was es heißt, daß Deutschland seine Volkszahl gerade in den Jahrzehnten der Entfaltung des Hochkapitalismus, also etwa von 1875 bis zum Ausbruch des Krieges, u m über d i e Hälfte vermehrt hat und einen durchschnittlichen Geburtenüberschuß von 13,6 v. H. aufwies, während Frankreichs Bevölkerung nur um 8 v. H. anstieg und einen Geburtenüberschuß über die Sterbefälle von nur 1,8 v. H. verzeichnen konnte. Weiter muß daran erinnert werden, daß die unmittelbaren und mittelbaren Verluste Frankreichs durch den Krieg rund zwei Millionen Menschen betrugen und daß durch das Achtstundentaggesetz von 1919 dem Arbeitsmarkt die Leistung von einer weiteren Million Menschen entzogen wurde. Diese Ausfälle wiegen um so schwerer, als bis auf den heutigen Tag nichts zu merken ist von einer Abkehr von den Einstellungen und Gewohnheiten, die in der Hauptsache verantwortlich sind für den Rückgang der Volksvitalität. Lieber hilft man sich durch die Einfuhr fremder Arbeitskräfte aus aller Herren Länder, als daß man sich aufrafft zu einem völkischen zukunftsichernden Selbsterhaltunqswillen. Hier liegt, wie man zu sagen pflegt, der Knüppel beim Hunde. Das französische Grundübel ist die Beschränkung der Geburtenzahl. Mannigfache Gründe werden dafür geltend gemacht. Der weitaus wichtigste ist sittlicher Natur. Den Ueberspannungen des revolutionären Liberalismus und seiner Erziehungsgrundsätze und dem den einzelnen zur Ausnützung jener Chance treibenden Demokratismus wird zugeschrieben, daß unter der Herrschaft gar des industriellen Wirt- schaftsdenkens die Einzelpersönlichkeit verbildet worden sei zu einem eigensüchtigen, rechnerischen und nur äußere Vorteile haschenden Wesen. Unbestreitbar enthalten diese Beweisgründe manches Richtige. Auch die deutsche Bevölkerungsbewegung hat infolge dieser Entwicklungen Anlaß zu großer Sorge gegeben. Aber — und das ist der entscheidende Unterschied zu Frankreich —unsere Zustande waren nicht nur zu keinem Zeitpunkt so trostlos wie die französischen, wir haben auch Kraft und Mut gefunden zur Umkehr auf dem falschen Weg. Gerade der Nationalsozialismus hat durch eindringliche Belehrungen und gesetzgeberische Taten die völkische Verantwortlichkeit wieder zu steigern vermocht. Änd-rs m Frankreich, wo von einer Besserung, von einer Einkehr der Menschen noch so gut wie nichts zu merken ist. Im Gegenteil - mer rou der Schreiber dieser Zeilen, in der jüngsten Zeit Beobachtungen in Frankreich selbst anstellen konnte, der wird bestätigen, daß 'die Dinge noch schlimmer geworden find. Gewiß übertrifft der Geburtenüberschuß der letzten zwei Jahrzehnte den der Vorkriegszeit, aber er hat nicht nur sinkende Tendenz, sondern bezieht auch .bie Nachkommenschaft der weit über drei Millionen betragenden Staatsfremden, der Einwanderer em. Don einer Zunahme der rein fr an zosischen Bevölkerung läßt sich somit nicht sprechen Das Volk verliert Jahr für Jahr stumme Schlachten weil es in seinen breiten Schichten mit eigenartiger Beharrlichkeit festhält am Laster das die Bataillone der Kinder und der Arbeitskräfte am Entstehen hindert. Man hat für diese Krankheit das Schlagwort von der „sozialen Kapillarität erfunden. Das spukt in allen bevölkerungspolitischen Schriften und kommt fast in jeder Unterhaltung vor. Gemeint ist damit die Erscheinung des g e - ro o II t en Verzichts a u f größere F am i - lien zugunsten des leichteren Aufstieges des einzelnen auf der sozialen Stufenleiter. Wie im Docht der Lampe das nunzige Teilchen Oel sich, befreit von jedem Schwergewicht, durch die haarfeinen Röhrchen hinaufsauge an die Oberfläche, so strebe die Einzelpersönlichkeit, möglichst unbeschwert von Lasten, zu bequemeren und besseren Daseinsverhältnissen. Für den Sohn und die Tochter ergäben sich so erleichterte Ausbildungsund Aufstiegsmöglichkeiten und die Erbschaft brauche bei einer solchen Begrenzung der Kinderzahl nicht zerschlagen zu werden. Das etwa ist der Gedankengang dieser Gesinnung. Die Fojgen sind verheerend, da das Land sich immer mehr entvölkert zugunsten der Städte. Seit dem Kriege ist die angebaute Agrarfläche in Frankreich um zwei Millionen Hektar gesunken, das sind sechs v. H. der kulturfähigen Gesamtfläche. Mit allerlei innenkolonisatorischen Maßnahmen versucht man die Menschen auf dem Lande zu halten ober neu anzusiedeln. Der Erfolg Das deutsche Volk und seine Flotte. Oer Chef der Marinestation der Ostsee betont bei der Eröffnung der Marine-Volkswoche in Kiel die Einheitsfront von Volk und Wehrmacht unter Kiel, 11. Juni. (DNB.) In Anwefenhett von rund 20 000 Volksgenossen fand am Dienstagabend in Kiel die feierliche Eröffnung der Marine- V o l k s w o ch e in der Nordostseehalle statt' Die Riesenhalle war festlich ausgestattet. An der Stirnwand leuchtete weithin ein riesiges Hoheitszeichen. Das große Podium, vor dem das Rednerpult stand, war mit Lorbeerbäumen flankiert. Auf dem Podium selbst waren Bootskanonen, Gewehrpyramiden und Maschinengewehre aufgestellt. In schneidigem Tritt marschierte die vom Unteroffizierslehrgang Friedrichsort gestellte Ehrenkompanie mit geschultertem Gewehr in den Saal und nahm vor dem Podium Aufstellung. Während sich alles in der Halle erhob, betrat der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Admiral Dr. h. c. Raeder^ mit seiner Begleitung die Halle und begrüßte die Ehrengäste, unter ihnen Reichssportführer von Tschammer und O st e n , Generalleutnant Knochenhauer (Hamburg), Generalleutnant der Flieger Zander, Befehlshaber des Lustkreises 6, Oberpäsident Gauleiter Lohse, den Regierenden Bürgermeister von Hamburg, Krogmann und den Kieler Oberbürgermeister Behrens. Die gesamte Admiralität war anwesend, aber auch bekannte Namen der alten Marine waren vertreten, darunter Admiral von Trotha, der Führer des Reichsbundes deutscher Seegeltung. Ebenso waren polnische, schwedische, holländische und dänische Marineoffiziere, die zur Ersten Internationalen Marine - Pokal- Segelwettfahrt nach Kiel gekommen sind, zu der eindrucksvollen Feier erschienen. Nach dem Einmarsch der Fahnen, unter denen sich auch die alten Fahnen der kurbrandenburgischen und preußischen Flotte, getragen von Fahnenträgern in den Uniformen der damaligen Zeit, befanden, verdunkelte sich die große Halle. Eine erleuchtete Riesenkarte an der Wand rief in eindringlicher Form den Teilnehmern der Kundgebung ins Gedächtnis, wo in aller Welt unsere Marine im Kriege kämpfte und blutete. Mafchinenmaat Münchhal- fen von der Marineschule Kiel-Wik gab mit knappen Worten einen erschütternden aber auch zugleich erhebenden Ueberblick über die Kämpfe und Heldentaten während des Großen Krieges, Coronel. Skagerrak und viele andere Namen mehr erklingen, Steine der Geschichte der deutschen Marine. Leise ertönte das Lied vom guten Kameraden. Die Fahnen senkten sich, 20 000 deutsche Männer und Frauen hoben stumm den Arm empor. Nach diesem stillen Gedenken rissen die Klänge des Liedes „O Deutschland hoch in Ehren" in die Gegenwart zurück. Fanfarenmärsche schmetterten durch die Halle. Chef derRameWion derOsts ee, Vizeadmiral Albrecht, richtete dann folgende Festansprache an die Festversammlung: „Seefahrt ist Not", das ist der Lebensgrundsatz aller Völker, die das Glück haben, am Meere zu wohnen. „Seefahrt ist Not", so hat es auch in den deutschen Landen stets geheißen seit den Tagen der Hanse, die drei Jahrhunderte die nordischen Meere beherrschte und Städte schuf, deren Mauern und Bauten heute noch deutsche Kultur und den Ruhm deutscher Seefahrt künden. Die Hanse ging zugrunde durch innere deutsche Zerrissenheit, sie mußte ihre Seegeltung verlieren, weil hinter ihr nicht der starke Wille eines einigen Volkes stand. Seegeltung hat auf die Dauer nur ein Volk, das in stolzem Bewußtsein feiner Kraft und in klarer Erkenntnis vom Weltverkehr und Welthandel bereit ist, für dieses Recht zu kämpfen bis zum letzten Blutstropfen. Unser Volk hat im letzten großen Kriege erfahren müssen, was es bedeutet, vom Weltmeer abgefchnitten zu fein. Für Deutschlands Seegeltung und damit für die Brechung der Hungerblockade sind die tapferen Seeleute und Soldaten des Großen Krieges gefallen. Im Donner der Schlachten von Coronel, Falkland und vor dem Skagerrak, durch die Taten der Besatzungen unserer Auslandskreuzer, U=23oote, Torpedoboote, Hilfskreuzer und Minensuchboote hat Deutschland seinen Anspruch auf Seegeltung für alle Zukunft begründet. Nur so ist verständlich, daß trotz des Verlustes unserer Kriegs- und Handelsflotte bei dem schmachvollen Zusammenbruch des Novembers 1918 aus den tief im Herzen des deutschen Volkes liegenden starken Wurzeln des Seegedankens und der unserem Volke angeborenen Siebe zur Seefahrt nach der befreienden Tat ehrbewußter deutscher Seeleute in Scapa Flow langsam aber stetig eine neue Kriegs- und Handelsmarine entstehen konnte. Die Leistung jeder Flotte ist wesentlich abhängig von der Güte der Bauart der Schiffe und ihrer London, 11.Juni. (FNB.) Reichsminister Dr. Goebbels gewährte dem diplomatischen Korrespondenten des „New Chronicle", Vernon Bartlett, eine Unterredung, die das englische Blatt heute in folgendem Wortlaut veröffentlicht: Dr. Goebbels empfing mich in einem großen und freundlichen Arbeitszimmer, von dem aus man den Wilhelmplatz überblickt. Er sah weniger ermüdet und sorgenvoll aus, als das letztemal, da ich ihn in Genf sprach, in jenen Tagen, als Deutschland noch aktives Mitglied des Völkerbundes war. Ein Lichtbild auf einem in der Nähe stehenden Tisch, das den Minister für Propaganda und Volksauf- flärung inmitten einer Gruppe lachender Kinder zeigte, machte es schwierig, ihn für einen der fanatischsten Revolutionäre des Nationalsozialismus zu halten.. Die Umstände, und nicht die Nationalsozialisten, haben sich geändert, wie der Minister erklärte. Während der ersten Nevolutionstage konnten UebergriHe und unbefugte Eingriffe von Einzelpersonen stattfinden. Das treffe heute nicht mehr zu. Zeitungen könnten nur auf Befehl des Propagandaministeri- ums verboten, Verhaftungen nur durch die dazu ordnungsmäßig bevollmächtigten Behörden vorgenommen werden, und die Ueberwachung der Bühnen und des Films fei zentralisiert worden. „Wie steht es um die Zukunft der internationalen Politik?", fragte ich. Hitlers Rede habe zweifellos den Weg zu (Erörterungen eines Luftabkommens für Westeuropa freigemacht; es gebe in Großbritannien aber viele Leute, und noch mehr in Frankreich, die fürchteten, daß die einzige Auswirkung eines Abkommens für den Westen fein würde, Deutschland darin zu bestärken und zu ermutigen, sich im Osten in Abenteuer zu stürzen. Dem widersprach, wie ich erwartet hatte, Dr. Goebbels entschieden. „Die Menschen solllen sich der Garantien entsinnen, die wir Rußland gaben“, sagte er. „Diese Garantien wurden auf Grund freier Entschließungen abgeschlossen, und wir werden sie deshalb achten, obgleich sie unter einem deutschen Regierungssystem zustandekamen, das wir inzwischen gestürzt haben. Gan; abgesehen davon, daß wir, da wir keine gemeinsame Grenze mit Rußland haben, es kaum angreifen konnten, selbst wenn wir das wünschen sollten, besteht noch ein wichtigerer Grund für uns, um es nicht anzugreifen. Dir haben nicht den Wunsch, uns in russische Angelegenheiten zu mischen, wir können aber nicht zugeben, daß der durch Rußland genährte Kommunismus in unserem eigenen Lande groß wird.“ „Es gibt noch einen weiteren Weg“, fuhr der Minister fort. „W i r glauben an Nichtangriffspakte, mißtrauen aber den Pakten ;ur gegenseitigen Hilfeleistung. Wir wollen keinen Pakt, der französische und russische Soldaten, selbst der Führung Adolf Hitlers. Waffen. Unsichtbar stehem an Bord Seite an Seite in der Front der Kämpfer die deutschen Arbeiter der Stirn und der Faust, die unsere Schiffe erdachten und in treuer, gewissenhafter Arbeit schufen. Wir hoffen, daß das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen dem deutschen Arbeiter und dem deutschen Soldaten sich hier in Kiel weiter vertiefen wird. Die allgemeine Wehrpflicht wird in Zukunft aus beiden eine Einheit werden lassen, die in nationalsozialistischer Volksgemeinschaft niemals wieder eine Trennung der Welt- und Lebensauffassung möglich machen wird. Der Soldat und Seemann kann nicht leben ohne Tradition. Die Ueberlieserung der Wehrmacht nur unter dem Vorwand, uns gegen einen Angreifer helfen zu wollen, auf deutsches Gebiet bringen könnte. Die Geschichte beweist, daß die Anwesenheit solcher Truppen, selbst verbündeter Truppen, zu oft zum Elend führt. Wir glauben, daß jeder Streit, soweit das überhaupt möglich ist, lokalisiert werden sollte, er sollte nicht durch eine Gruppe verbündeter Nationen, sondern durch eine wirkliche Kollektivität der Nationen behandelt werden.“ Das Thema „Rußland" brachte Dr. Goebbels auf die bekannte These, wonach der Nationalsozialismus die Welt vor dem Bolschewismus bewahrt und sich damit die Dankbarkeit Großbritanniens und aller anderen Kulturnationen verdient habe. Die Briten und die Deutschen, so erklärte er, könnten zusammen den Weltfrieden aufrechterhalten. Ich wandte ein, daß aber keine sehr erhebliche Besserung in den englisch-deutschen Beziehungen eintreten könne, solange keine Besserung in den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eingetreten sei. Die gefühlsmäßigen und geographischen Bindungen zwischen London und Paris seien sehr starke. Ich war über des Ministers Zustimmung überrascht. Hitler habe es sicherlich klargemacht, daß er ernstlich eine bessere französisch-deutsche Verständigung wünsche. „Wir sind bereit“, sagte Dr. Goebbels, „aber das ist nunmehr eine Frage der französischen Innenpolitik geworden. Es sind starke Wanner erforderlich, um das jahrhundertalte Wih- trauen zu überwinden. Hitler war In der Lage, ein Abkommen mit Polen zu erreichen, weil er und Marschall Pilfudski einen beispiellosen Einfluß auf ihre Landsleute ausübten. Ls sollte leicht sein, zu einer Verständigung mit Frankreich zu gelangen, es muß aber einen mutigen Franzosen geben, der die französische Oeffentlichkeit für diese Idee gewinnt und das französische Volk geschlossen hinter sich bringt.“ „Unter solchen Umständen“, sagte Dr. Goebbels, „könnten wir ein Einverständnis mit Frankreich erzielen. 3e länger wir aber die Erörterungen hinausfchieben, um fo schwieriger ist es, sie zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Wieviel leichter würde es gewesen fein, eine Verständigung zu erzielen, wenn vor einem Jahre ein aufrichtiger Wunsch bestanden hätte, mit Deutschland auf der Grundlage wahrer Gleichberechtigung zu verhandeln! Wieviel wäre uns allen erspart geblieben!“ Als ich auf den Wilhelmsplatz in den Sonnenschein hinaustrat, flog ein neues großes Flugzeug über mir in der Luft. Wieviel konnte uns erspart geblieben sein! Reichsminister Dr. Goebbels an die Engländer. Unterredung mit einem engüschen Journalisten. Anteile der Arbeiterschaft und bilden einen Gegenstand erklecklicher politischer und sozialpolitischer Bedenklichkeiten. Unnötig zu betonen, daß infolge der Abneigung des Franzosen gegen schmutzende und anstrengende Arbeit die Fremden in allen möglichen anderen Berufen im Vormarsch begriffen sind. Wir brauchen da nur zu denken an das Baugewerbe, an Erd- und Straßenarbeiten, an Steinbrechereien, Gas- unb Elektrizitätswerke, an die Docks der Hafenstädte usw. usw. Als besonders kennzeichnendes Beispiel dieser Verdrängung der Franzosen aus der Handarbeit fei erwähnt, daß nach einem Ausweis von 1929 in den Bauxitgruben von Brignoles in der Provence, die den Rohstoff zur Aluminiumgewinnung liefern, von 320 Arbeitern 227 Italiener, je 13 Polen und Portugiesen, 9 Tschechoslowaken, 7 Russen, 2 Spanier, 2 Griechen usw. und nur 42 Franzosen, „in der Mehrzahl Algerier".", waren. Wahrlich: Frankreich hat, will es als volk- lich einigermaßen geschlossene Nation sich erhalten, allen Anlaß, die Mahnung zu beherzigen, daß Menschen wichtiger sind als Kriegsmaschinen. wird dieser Fremdenanteil an der französischen Urproduktion nicht mehr unbeträchtlich sein. Was die Industrie angeht, so hat sie vor allem den Massenzustrom Eingewanderter nach dem Kriege ausgenommen. Slawische, levantinische und exotische Elemente spielen hier eine große zahlenmäßige Rolle neben den romanischen Südländern. Es ist schwer für den, der diese Dinge nicht ae- sehen hat, sich ein Bild von der Bedeutung dieser Einwanderung zu machen. Immerhin sei erwähnt, daß da ganze geschlossene Kolonien entstanden sind, die je nach dem Grade ihrer nationalen Geschlossenheit und Betreuung durch die Ursprungsländer ein mehr oder weniger betontes nationales Eigenleben führen. Es gibt von der Industrie erstellte Siedlungen, die bis zu 60 000 Menschen fassen. Bis in die Hochtäler der savoyischen Alpen sind die Einwanderer verfrachtet worden, um dort in Wasserkraftwerken und elektrometallurgischen Werken zu arbeiten. Wo die Fremden mehr in Zerstreuung leben — und diese Zerstreuung über das Land betreibt die Regierung planmäßig, um Gefahren an den Grenzen zu vermeiden —, auch da stellen sie höchst bettächtliche ist lediglich in kleinen Teilen des Südwestens beachtlich. Sonst dauert die Landflucht und dauert die Verödung des Landes an. I n Südostfrank- reich ist das besonders deutlich zu spüren. Viele Dutzende von Farmen sind einfach verlassen und, da sich trotz des unerhört entwerteten Grund und' Bodens das Kapital in nur sehr geringfügigem Maße für solche Güter interessiert, verfallen die Gebäude und werden Felder zu Brache und Weide. Nicht mit Unrecht wurde einmal in der Pariser Kammer gesagt, das Land lebe nur noch von den Alten. r Kein Wunder, daß bei dieser Menschenarmut Frankreich die Einwander u n g von Fremden braucht und amtlich organisiert hat. Auf rund zwei Millionen werden die Zuwanderungen seit dem Kriege geschätzt. Zwei Drittel der Staatsfremden sind in der Industrie und em Drittel ist in der Landwirtschaft beschäftigt. In der Landwirtschaft sind es in erster Lime Italiener und Spanier, die sich zum Teil festsetzen und dank ihres Fleißes und ihrer Sparsamkeit da und dort dazukommen, Pächter und Besitzer zu werden. Wenn noch einige Jahrzehnte vorüber sein werden. des Dritten Reiches und der dritten deutschen Kriegsmarine ist aufgebaut auf den Leistungen der kurbrandenburgischen, preußischen und deutschen Armee und Marine, deren Flaggen uns hier grüßen. Die höchste Verkörperung dieser Tradition sehen wir Soldaten jederzeit in der Person unseres verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg. Die Marine-Volkswoche wird aus dieser Tradition Ausschnitte geben. Sie sollen zeigen, daß eine große militärische Leistung nur entstehen kann, wenn jeder Seemann und Soldat vom Admiral bis zum jüngsten Matrosen und Heizer in lebendiger Erinnerung an die Taten derer, die vor uns waren, seine Pflicht tut. Die Ueberlieferung hak jedoch nur dann einen späten Nachmittagsstunden ein. Der Reichssportführer nahm die Botschaft in Empfang und verlas sie. Sie lautet: „Der deutsche Wassersport sendet anläßlich der Marine-Volkswoche Kiel 1935 als sichtbares Zeichen seiner Verbundenheit mit der deutschen Kriegsmarine diese Urkunde. Der Geist und das Wesen deutschen Seemannstums sind und bleiben immer allen wassersporttreibenden deutschen Sportsleuten Antrieb und Vorbild. Berlin-Charlottenburg, im Brächet 1935. Deutscher Reichsbund für Leibesübungen. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten." Sodann übergab der Reichssportführer die Botschaft Vizeadmiral Saalwächter, der im Namen der Kriegsmarine dankte. Fast gleichzeitig trafen als weitere Sendboten des Binnenlandes die in Potsdam hergestellten Schiffsmodelle der Dampfer „Bremen" und „Hamburg" sowie des Tankdampfers „Franz Clasen" ein. Sie gingen, überall freudig begrüßt, im Olympia-Hafen vor Anker. Englisches Lob für die deutschen Matrosen. London, 18. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die englische Presse veröffentlicht zum Teil Schilderungen über die Eröffnung der deutschen Marinewoche in Kiel. „Daily Mail" meldet, daß die deutschen Matrosen die beste Propaganda für die Flotte seien. Ebenso wie die englischen Matrosen verständen sie es, sich beliebt zu machen. „Emden" und „Karlsruhe" wieder daheim. Kiel, 11. Juni. (DNB.) Die beiden deutschen Auslandskreuzer „Emde n" und „Karlsruhe" haben am Pfingstmontagabend auf der Schilling- Reede vor Wilhelmshaven geankert. Kreuzer „Emden" wird am 14. Juni in Wilhelmshaven und Kreuzer „Karlsruhe" am 15. Juni, 9 Uhr, in der Holtenauer Schleuse bei Kiel anlaufen, wo Tausende, die zur Marineoolkswoche in Kiel weilen, Zeugen des feierlichen Augenblicks der Heimkehr sein werden. Englische Frontkämpfer besuchen Deutschland. Oer englische Thronfolger begrüßt den Willen der englischen Frontkämpfer, Deutschland die Hand der Freundschaft zu reichen. bleibenden Wert, wenn sie als innerliche Verpflichtung erfaßt wird. Die Arbeit der Kriegsmarine wird geadelt und erleichtert durch die auf Frontkämpfergeist und Opferbereitschaft beruhende nationalsozialistische Weltanschauung unseres Volkes. Sie sieht ihre Aufgabe darin, die Grenzen des Deutschen Reiches, das im Nationalsozialismus geeinte Volk und seinen Lebensraum zu schützen. Die Kriegsmarine fühlt sich bei Erfüllung dieser Aufgabe mit Stolz als ein Teil der gesamten deutschen Wehrmacht und entbietet gehorsamsten Willkommensgruß ihrem Oberbefehlshaber Admiral R a e d e r. Sie heißt alle Waffenbrüder des Heeres und der Luftwaffe, mit denen sie die gleichen Ziele und die gleichen Pflichten verbinden, herzlich willkommen. Im Auftrage der Kriegsmarine begrüße ich hier in Kiel die Offiziere der königlich dänischen, der königlich holländischen, der polnischen und der königlich schwedischen Marine, die zum friedlichen Wettkampf im Segelsport hierhergekommen sind, und ich hoffe, daß der Aufenthalt hier in Kiel dazu führen möge, das gegenseitige Verständnis zwischen unseren Völkern und Marinen zu fördern. Große Leistungen in Krieg und Frieden entstehen nur in unerschütterlicher Kampfgemeinschaft von Führer und Truppe, in der lebendige Kameradschaft alle Dienstgrade verbindet. Die deutsche Jugend soll wissen und auch hier in der Marine-Volkswoche sich davon überzeugen, daß sie in der Wehrmacht eine zwar harte, aber gerechte, saubere, kameradschaftliche und fürsorgliche Erziehung für das ganze Leben erwartet. Diese hohen Ziele in der Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht sind der Wehrmacht durch unseren Führer und Obersten Befehlshaber gesteckt, dessen wir heule bei Eröffnung der Warine-Volkswoche in tiefster Verehrung gedenken. Er ist für uns Soldaten die Verkörperung des deutschen Frontsoldaten von einst und heute. Wir Seeleute empfinden dankbar, daß er die See verstanden hat. Als ein Kämpfer ohne Furcht und Tadel, als Hüter deutscher Ehre, als Besieger deutscher Zwietracht, als Vollender sozialer Gleichberechtigung aller deutschen Volksgenossen steht unser Führer heute vor uns. Golt schütze unseren Führer und Deutschland! Begeistert sang die Menge am Schluß das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Vorbeimarsch der Marineabteilungen. Während der Feierstunde in der Nordostseehalle hatte sich vor der Halle eine riesige Menschenmenge angesammelt, um Zeuge des Vorbeimarsches der Marineabteilungen vor ihrem Oberbefehlshaber zu sein. Sechs bis acht Reihen tief standen bis weit in das Stadtinnere hinein die begeisterten Zuschauer, als kurz nach 22 Uhr in schneidigem Paradeschritt die Einheiten von den Schiffen und den Landtruppen, voraus die traditionellen Fahnen der kurbrandenburgischen und preußischen Flotte, vor Admiral Dr. h. c. Raeder vorbeimarschierten. In drei Säulen bewegte sich dann ein riesiger Fackelzug durch die von Menschen wimmelnden Straßen herunter zum Kieler Hafen. Als die Marschkolonnen den Hafen erreichten, flammten auf dem gegenüberliegenden Ostufer Pechfackeln auf, eine leuchtende Kette, die sich kilometerweit hinzog und im Wasser widerspiegelte. Der Empfang der ausländischen Offiziere. Kiel, 11. Juni. (DNB.) Im Nahmen der Marine-Volkswoche finden vom 12. bis 15. Juni in Kiel die ersten internationalen Marine-Pokal-Segelwettfahrten um den vom verewigten Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg am 17. Januar 1934 gestifteten „Hindenburg-Erinnerungspokal" statt. Die zu diesen Wettkämpfen in Kiel eingetroffenen polnischen, schwedischen, dänischen und holländischen Marineoffiziere wurden am Dienstagvormittag im Stationsgebäude vom Chef der Marinestation der Ostsee, Vizeadmiral Albrecht, im Beisein des Führers des Marine- Regattavereins Konteradmiral B a st i a n und des Kommandanten von Kiel, Kapitän z. S. M e w i s, herzlich begrüßt. Von der Dineta-Brücke ging es in drei Chefbooten an Bord des mitten im Kieler Hafen liegenden Flottenflaggschiffes „Schleswig- Holstein", wo der Flottenchef, Vizeadmiral F o e r - st e r, die Offiziere der fremden Nationen im Namen der deutschen Flotte als Kameraden herzlich willkommen hieß. Auf der Stationsyacht „Nixe" fuhren die ausländischen Offiziere dann durch das weite schöne Regatta-Revier. Während der Fahrt hieß Konteradmiral Bastian, der vom . Befehlshaber der Kriegsmarine beauftragte Leiter der ersten internationalen Marine-Segelpokalwettfahrt, die Gäste auf dem Felde des Sports willkommen. Gegen 11 Uhr wurde das Marineehrenmal in Laboe besichtigt. In der Ehrenhalle fand eine kurze schlichte Gefallenenehrung statt. Anschließend legten die Offiziere der ausländischen Kriegsmarinen Kränze zu Ehren der Helden des Weltkrieges nieder. Konteradmiral B a st i a n dankte für die ritterliche Hochachtung und pietätvolle Kameradschaft, die aus diesem Akt spreche. Die ausländischen Offiziere besttegen dann den 84 Meter hohen Turm des Marineehrenmals, dessen obere Plattform einen wundervollen Rundblick bietet. Mittags wurden die ausländischen Offiziere im Empfangssaal des Kieler Rathauses durch Oberbürgermeister Behrens in der Kriegsmarinestadt Kiel herzlich willkommen geheißen. Grußbotschaften der Landratten. Kiel, 11. Juni. (DNB.) Die Stasfette der deutschen Wassersportverbände, die eine Botschaft des Reichssportführers von Tschammer und O st en an die Kriegs- matlne überbrachte, traj am Dienstag in heü London, 11. Juni. (DNB.) Der Prinz von Wales hielt am Dienstag auf der Jahresversammlung der britischen Frontkämpfervereinigung „British Legion" in der Londoner Öueens-Hall eine Rede, die einen deutlichen Hinweis auf die Notwendigkeit einer deutsch-englischen Verständigung enthielt und daher stärkste Beachtung verdient. Der Thronfolger Englands erklärte sich mit der Absicht der Brittsh Legion, eine Abordnung nach Deutschland zu senden, um engere Beziehungen zu den Frontkämpfern des ehemaligen Gegners herzustellen, in jeder Hinsicht einverstanden und führte zum Schluß seiner Ansprache folgendes aus: „Als ich kürzlich mit dem Präsidenten der British Legion sprach, warf er die Frage auf, die sich auch mir aufgedrängt hakte, daß nämlich Verlreler der britischen Frontkämpfervereinigung Deutschland einen Besuch abskalten sollten. Ich bin der 2Heinung, daß es keine Körperschaft oder Organisation gibt, die geeigneter wäre, den Deutschen die Hand der Freundschaft en tgegen z ust r ecken, als die ehemaligen Frontkämpfer, die im Weltkrieg gegen sie gekämpft, und die das alles jetzt vergessen haben." Diese Erklärung des Prinzen von Wales, der die Teilnehmer an der Jahresversammlung mit den Worten „Meine alten Kameraden" anredete, wurde mit langanhaltendem Beifall begrüßt. Die gesamte Londoner Abendpresse verzeichnet in größter Aufmachung die freundschaftlichen Aeußerungen des Prinzen von Wales über Deutschland. In Schlagzeilen werden die wichtigsten Stellen aus der Erklärung des Prinzen von Wales hervorgehoben. Der „S t a r" leitet seinen Bericht über die heutige Versammlung der British Legion mit den Worten ein: „Die Freund- schaftsgeste des Prinzen von Wales gegenüber Deutschland wird einen wohltuenden Einfluß auf die europäischen Beziehungen haben." In einer Berliner Reutermeldung wird darauf hingewiesen, daß in Deutschland alles geschehen werde, um dem Gedanken, der der Entsendung einer Abordnung des britischen Frontkämpferverbandes zugrunde lieg/r, zu einem vollen Erfolg zu verhelfen. Das heutige Deutschland habe seit jeher die Ansicht vertreten, daß die Frontkämpfer der verschiedenen Na- ttonen zusammenkommen müßten, um einen neuen Krieg zu verhindern. Das Reutertelegramm schließt mit der Feststellung, daß die Abordnung einer herzlichen Begrüßung sicher sein könne. Wie „E v e n i n g Standard" meldet, steht die Zusammensetzung der Abordnung, die schon in einigen Wochen Deutschland besuchen wird, bereits fest. Sie wird aus dem gegenwärtigen Bundesführer Major Festherston G o t l e y, dem früheren Bundesführer Oberst Crosfield und einem namentlich noch nicht genannten Mitglied des Nattonalen Dollzugsrates bestehen. Dieser Besuch soll nach den Aeußerungen eines Mitglieds der Bundesleitung dem Zweck dienen, die Möglichkeiten für die spätere Reise einer größeren Abordnung nach Deutschland zu untersuchen. * Das Wort des Prinzen von Wales, daß es „keine Organisation oder Körperschaft gibt, die geeigneter wäre, den Deutschen die Hand der Freundschaft entgegenzustrecken als die ehemaligen Frontkämpfer, die im Weltkrieg gegen sie gekämpft und die das alles jetzt vergessen haben", wird nirgends ein lebhafteres Echo finden als gerade in Deutschland. Denn kein anderes Volk hat unter dem Krieg so sehr gelitten wie das deutsche, war es doch von allen Seiten eingeschlossen und von aller Welt abgeschnitten. Ihm standen nicht die Kraftquellen seiner Gegner zur Verfügung, es mußte auch den letzten Mann, mochte er drei- oder fünfmal verwundet gewesen sein, wieder an die Front schicken, sobald er von neuem fähig war, ein Gewehr zu tragen. Die Leiden des Krieges, die sich bis in das fernste Kämmerchen erstreckten und auch den Säugling in der Wiege nicht verschonten, haben Deutschland für alle friedlichen Bemühungen wesentlich zugänglicher gemacht als andere Völker, die vielfach noch in der Dorstellungswelt des Jahres 1919, wie sie in Versailles existierten, leben. Aber gerade Versailles gilt es zu überwinden, wenn ein ehrlicher und echter Friede allen Nationen geschenkt werden soll. Lange haben die Frontkämpfer dem Treiben der Politiker zugesehen, deren einer sogar das mit frenetischem Beifall begrüßte, aber niemals verwirklichte Wort „Weg mit den Kanonen!" prägte. Er blieb bei dem Wort st eben, er sorgte nicht einmal dafür, daß die Aufrüstung in seinem Vaterlands abgestoppt wurde. So traten denn die Frontkämpfer in den Vordergrund, die über die Grenzen hinweg schon manches wertvolle Band geschlungen haben. Auch die Engländer wollen sich an diesen friedlichen Bestrebungen beteiligen, sie haben von keinem geringeren als ihrem künftigen König Zustimmung und Fördern n g zugleich erfahren. In dieser Haltung des Prinzen von Wales spiegelt sich auch, dessen sind wir gewiß, die Einstellung des englischen Volkes wieder. »Sine zreundschaff m der Irüderschaff der Waffen." London, 12. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der Bundesführer des englischen Frontkämpfer-Verbandes „British Legion", Major Festherston G o d l e y , hat einem Vertreter der „Daily Mail" folgende LU seinem bevorstehenden Bestich in Deutschland gegeben: „Unser Besuch wird mehr den Charakter einer Informationsreise haben, als sich mit endgültigen Zielen zu befassen. Wir hoffen aber, daß viele gegenseitige Probleme auf beiden Seiten freundschaftlich erwogen und besprochen werden, und es wird von Interesse sein, das Werk der Frontkämpfer in Deutschland zu prüfen und zu untersuchen, wie wir die Freundschaft der Frontsoldaten unserer beiden Länder fördern können. Das ganze Unternehmen geschieht zur Förderung des von der „British Legion" kürzlich nicdergeleg- ten Grundsatzes, daß wir uns für eine Freundschaft in der Brüderschaft der Waffen einsetzen, die keine Landesgrenzen kennt. Wir hoffen, eine Woche lang in Berlin bleiben zu können." Starker Eindruck in Paris. Paris, 12. Juni. (DNB.-Funkspruch.) Die Erklärung des englischen Thronfolgers über die Zweckmäßigkeit einer Fühlungnahme der ehe- London. 12. Juni. (DRV. Funkspruch.) Der bekannte Außenpoliliker des „N e w s Ehrott i c l e", Vernon Vartlett. befaßt sich mit den voraussichtlichen politischen Richtlinien des neuen englischen Außenministers Sir Samuel Hoare, der am Dienstag seine Arbeiten im Foreign Office ausgenommen hat. was Deutschland betreffe, so glaube man, daß der neue Außenminister einen echten Vorschlag befürworte, Frieden mit Deutschland zu schließen. Andere Entwicklungen, wie z. V. die Rede des Prinzen von Wales aus der Jahreskonferenz der „British Legion", legten die Annahme nahe, daß Großbritannien nur eine Politik maligen englischen und deutschen Frontkämpfer und seine Mitteilung von der bevorstehenden Entsendung einer Frontkämpfer-Abordnung nach Deutschland haben in Paris gewaltiges Aufsehen erregt. Die Presse sucht zu ergründen, ob die Ausführungen des Prinzen von Wales als eine politische Kundgebung zu werten seien, oder nur als eine höfliche Geste zu gelten hätten. Einige rechtsstehende Blätter versuchen, die Bedeutung dieser Kundgebung abzuschwächen mit der Behauptung, dem Thronfolger.sei nichts anderes übrig geblieben, als den Beschluß des Vorsitzenden der „British Legion" zu bestätigen (!). Nichtsdestoweniger muß der Londoner Berichterstatter des „E ch o de Paris" zugeben, daß die Worte des Thronfolgers absichtlich in dem Augenblick der deutsch- englischen Flottenoerhandlungen gesprochen worden sind, um zu zeigen, daß England keinerlei Vorurteile gegen Deutschland hege. Die Außenpolittkerin des „O e u v r e" betont, daß die deutsch-englischen Flottenbesprechungen in London sehr volkstümlich seien, was zweifellos den Schritt des Thronfolgers beeinflußt habe. milmachen werde, die Deutschlands Gleichberechtigung offen anerkenne. Bartlett schreibt weiter: 2Han sage, daß Sir Samuel Hoare lange brauche, bis er einen Entschluß fasse. Denn er sich aber einmal entschieden habe, sei er sehr entschlossen und mutig. Gr werde jedoch wenig Gelegenheit zum ruhigen Nachdenken haben, da die Welt endlich eine klarere Definition der britischen Poli- t i k gegenüber Italien in der abessinischen Angelegenheit und gegenüber Japan in feinen Streitigkeiten mit Ehina, sowie gegenüber Deutschland und Osteuropa erwarte. „EinaußerordentlichesSlücköffentlicherArbeit." Die englische presse vollkommen hinter dem pr nzen von Wales. London, 12. Juni (DNB. Funkspruch). Die gesamte Morgenpresse berichtet an hervorragender Stelle und teilweise in großer Aufmachung über die freundschaftlichen Worte des Prinzen von Wales gegenüber Deutschland und über die herzliche A u f n a h m e, die seine Worte in Deutschland gefunden haben. „Times" meldet aus Berlin: „Der Vorschlag, daß eine Abordnung der „British Legion" Deutschland besuchen soll, steht im Einklang mit den allgemeinen Bemühungen, die besonders von dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, und von Botschafter von Ribbentrop gemacht worden sind, eine internationale Aussöhnung durch Zusammenarbeit der früheren Frontkämpfer zu fördern. Wenn ein Besuch zustande kommt, kann es als sicher bekrachlel werden, daß sowohl von den deutschen Behörden, als auch von den deutschen Frontkämpfern alles getan werden wird, um ihn zu einem Erfolg zu machen." „Daily Telegraph" überschreibt seine Meldung: „Feinde im Krieg werden im Frieden zusammentreffen!" „Daily Expreß" meldet mit großen Schlagzeilen: „Das ganze Deutschland wird den Prinzen von Wales als Fördererdes Friedens begrüßen. Seine Rede hat die herzlichste Aufnahme gefunden, die irgend einer außerhalb der deutschen Grenzen gehaltenen Rede seit Monaten zuteil geworden ist'" Die liberale „News Chronicle" erklärt in einem Leitartikel: „Der Vorschlag, den der Prinz von Wales jetzt formell unterstützt, ist nicht etwas völlig neues. Französische Frontkämpfer haben schon im vergangenen Winter Deutschland besucht. Die „Brittsh Legion" braucht in dieser Angelegenheit nicht besonders gedrängt zu werden. Die Erbitterung, die eine Art von Feindschaftskult zur vaterländischen Handlung gemacht hat, hak an sich niemals unter den Soldaten Wurzel gefaßt. Während des Krieges haben sie es auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen klar genug eingefehen, daß auch die „feindlichen" Soldaten leiden müssen. Die außerordentliche Bedeutung der freimütigen Erklärung des Prinzen liegt aber in der Wirkung, die sie augenblicklich in Deutschland hervorgerufen hat. Keineswegs zum ersten Male hat der Prinz seine öffentliche Stellung kühn und wirksam benutzt, um eine Aufmerksamkeit zu erzielen, wie sie ein anderer Redner kaum gefunden haben würde. Es ist ein außerordentliches Stück ö f - fentlicher Arbeit." „Daily Herald" schreibt in einem Leitaufsatz: ..Es wäre Unsinn, wolle man behaupten, daß eine persönliche Fühlungnahme allein ausreicht, um große polittsche Fragen zu lösen. Ebenso ist es aber wahr, daß Lösungen leichter gefunden werden, wenn das Gefühl nicht so hartnäckig verbreitet wäre, daß der .Ausländer* eine merkwürdig anders geartete und sogar gefährliche Person ist. Nur wenn man mit Männern und Frauen anderer Länder zusammentrifst, kann man lernen, wie wenig wir uns. unteMeiden und. wie. sehr wir dieselben sind." Der englische Arbeiterführer Lansbury erklärte auf einer Versammlung am Dienstagabend, er freue sich, von dem Vorschlag des Prinzen von Wales zu hören. Er wünsche, daß der englische G e w e r k s k o n g r e ß an Hitler schreibe und ihn bitte, seine Kameraden zu empfangen, damit sie sich in Deutschland umsehen können. Wettere italienische Truppentransporte. Rom, 11. Juni. (DNB.) Nach der Besich- tigung der für Afrika bestimmten Truppen durch Mussolini in Sardinien und der Ausfahrt der ersten Abteilungen setzen auch in anderen Häfen erneut größere Truppentransporte ein. Auf den Dampfern „Belvedere" und „Colombo" schifften sich von Neapel aus die Bersaglieri der Division „Sabaudia" mit größerem Kriegsmaterial nach den i t a li e ni s ch e n Kolonien in O st a f r i k a ein. Der italienische Personendampfer „Cesare Battisti" ist bereits von dem sardinischen Hafen Cagliari mit größeren Truppenkontingenten, die zur Division „Sabaudia" gehören, ausgelaufen. Außerdem berichten die Zeitungen über das rasche Fortschreiten der Mobilisierung von drei Divisionen faszistischer Miliz, die in Süditalien zusammengezogen werden. Italiens Wille zur Macht. „Ausdehnung eine zum Leben notwendige Voraussetzung." Mailand, 12. Juni (DNB. Funkspruch,) „C o r r i e r e della Sera" kommt am Mittwoch in einem zusammenfassenden Kommentar auf die letzten Reden Mussolinis zurück. Die politische Bedeutung des Besuches auf Sardinien sei eine vielfache, aber die Zusammenfassung aller Bedeutungen liegt in dem Worte „W i l l e , Wille zur Festigung und immer stärkeren Entwicklung der faschistischen Lebensauffassung, Wille zur Ausdehnung der italienischen Macht in der Welt, Wille, die Ehre der italienischen Fahne überall und gegen jedermann zu verteidigen. Die Ausdehnung der italienischen Macht sei weder eine Laune, noch ein vom Zaun gebrochener Willkürakt. Sie sei eine Notwendigkeit für den Bestand Italiens, weil für Italien, das in seine Grenze eingezwängt und voll Völker sei. die Ausdehnung eine der zum Leben notwendigen Voraussetzungen sei. Generalstabschefs beim französischen Kriegsminister. Paris, 11. Juni, (DNB,) Die Eh ess der General st äbe von Rumänien, Jugosla- w i e n und der Tschechoslowakei, die gemeinsam mit dem französischen Generalstabschef Game, l i n an Teilmanövern der französischen Armee teil» genommen haben, sind am Dienstag wieher in Paris eingetroffen. Sie machten dem neuen Kriegsminister Fabry ihre Aufwartung. Schier Vorschlag für den Frieden mit Deutschland. Oie Pläne des neuen englischen Außenministers. Gleich. I Slt Sa- Inen Lnl- entschieden > mutig, m ruhigen eine kla- n Poll, en Singe- i Streitig- hland und bury er- lstagabmd, >5 Prinzen daß der i Hitler leraden )eutschland ^lht. wendige "Pier und ü ^tsen- ö Deutsch- ■? Auf, "nden, ob 5 ®Is eine ober nur !n- Einige utung die, ,Behaup. übrig ge. ■"ben der Moment« es „Echo 's Thron- r deutsch, m worben ;inerlei hege. Die l daß die n London en Schritt Zd SIS i’ l} der Elende, n werden. nister- Sef’0| tv arm«/in reM ifr unflrt1 Mjttwoa) - auf die Die P°’ rbtnienje; Will- * ,v ir.hin fein' i. •Porte. der Besich' ppen durch rsfahrt der ren Hafen nsporte und (£°’ Bersaglien M Kriegs' Kolonien Personen« n dem lar’ ! Truppe"' a" gehören, Zeitungen obilisierunS »e i» 6«1’ Aus aller Welt terderOberaufsichtjapanischerTrup- pen von japanfreundlichen Personen verwaltet werden würde. Das japanische Kriegsministerium ist nach R e n g o der Ansicht, daß diese entmilitarisierte Friedenszone sich aus den bisherigen Abmachungen von selbst ergebe, daß alfo ein neuer militärischer Vertrag nicht mehr notig sei. Man wolle in dieser Zone ohne Verletzung der chinesischen Gebietshoheit die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Japan vorbereiten. Da die bisherigen politischen Behörden in diesem Gebiet im Auftrage der Nankingregierung tätig gewesen seien, so müsse man nach einer neuen Form der Verwaltung suchen, an deren Spitze bewährte japanfreundliche Personen berufen werden müßten. Veschlüsse hoher japanischer Militärs. Schanghai, 11. Juni. (DNB.) In Tientsin wurde am Dienstagnachmittag von h o h e n 1 a p anischen Militärs eine Sitzung abgehalten In dieser Sitzung wurde beschlossen, die^ch^ne^l^ch^ Tokio, 11. Juni. (DNB.) Der stellvertretende japanische Kriegsminister Haschimoto teilte am Dienstag dem Staatssekretär des Kabinetts S ch i- raje mit, daß der Leiter der chinesischen Militärkommission in Peiping, Kriegsminister General Ho, im Auftrage der Nankingregierung die Forderungen Japans angenommen habe, so daß eine friedliche Lösung des neuen japanisch-chinesischen Streitfalls bevorstehe. Ministerpräsident Okada machte im Kabinettsrat eine entsprechende Mitteilung. _ Inzwischen werden die P lä ne I ap an s in N o r d ch i n a in der japanischen Presse offen und ausführlich behandelt, und zwar unter dem Schlagwort „Nordchina den Nordchinesen". Unter „Nordchina" wird dabei ein Gebiet verstanden, daß sich südlich etwa bis zum S) v - angho erstreckt. Aus diesem Gebiet sollen nach den japanischen Wünschen alle führenden Persönlichkeiten, die gegen Japan oder gegen Mandschukuo eingestellt sind, entfernt, die entsprechend eingestellten Organisationen unterdrückt und alle chinesischen Truppen zurückgezogen werden. Auf diese Weise würde Nordchina eine riesige „entmilitarisierte Zone" werden, die u n - Friede zwischen den Böltern! Oie notwendige Entgiftung der Dolkstumsfragen. Don unserem zur Königsberger DOA.-Tagung entsandten $. M.-Sonderberichterstatter. Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit wird ausgedehnt auf die Ehefrauen: Sfera Chaja Pfemfert, geb. Hamm, geb. 31.3.1883, Betty Schneider, geb. Lueddemann, geb. 5. 6.1895. Das Vermögen sämtlicher obengenannten Personen ist beschlagnahmt worden. Gute Eindrücke in Deutschland Erklärungen des Ministerpräsidenten von Südaustralien. Berlin, 11.Juni. (DNB.) Der Minister- Präsident und Schatzkanzler von Südaustralien Layton Butler weilte dieser Tage zu einem Besuch in Deutschland. Vor seiner Heimreise, die er am Dienstag antrat, hatte er ein Gespräch mit dem Berliner Reuter-Vertreter, in dem er seine größte Zufriedenheit über alles zum Ausdruck brachte, was er in Deutschland gesehen hat. Mr. Butler erklärte, daß sein Aufenthalt in Deutschland ihn außerordentlich gefreut habe und er ganz besonders die Gastfreundschaft aller derer, mit denen er zusammengekommen sei, schätzen gelernt habe. Besonders beeindruckt habe ihn die Emsigkeit und Entschlossenheit, mit der das deutsche lem Umfange wiederkehrt, umso schneller wird es möglich sein, diese als vorübergehend gedachte Maßnahme wieder aufzuheben und zur freien Wirtschaft zurückzukehren. In psychologischer Hinsicht wird diese Maßnahme zweifellos befreiend wirken. Bereits feit der letzten Rundfunkrede des Danziger Senatspräsidenten Greiser, in der er seine Entschlossenheit bezeugte, unter allen Umständen das Gesetz des Handelns persönlich zu bestimmen, war eine zunehmende Beruhigung in Danzig festzustellen. Die Devisenbewirtschaftung, sowie die am Mittwoch erfolgende Erklärung des Senatspräsidenten vor dem Danziger Landtag werden ohne Zweifel den Eindruck der Stabilisierung in Danzig verstärken. Im übrigen ist festzustellen, daß die Absicht der Danziger Regierung, den neubewerteten Gulden unbedingt stabil zu halten, auch im gemeinsamen Interesse der durch die Zollgemein- schast aufs engste verbundenen Länder Danzig und Polen liegt. Es kann mit Befriedigung fest- gestellt werden«, daß gerade in den letzten Tagen auch von maßgeblichen polnischen Stellen diese Auffassung vertreten worden ist. Der Danziger Volksiag einberufen. Danzig, 11. Juni. (DNB.) Der Danziger Volkstag ist für Mittwoch 17 Uhr zur Entgegennahme der anqekündigten Erklärung des Präsidenten des Danziger Senats einberufen worden. Der Senatspräsident wird in dieser Erklärung grundlegend zu dem die weitere Entwicklung Danzigs bestimmenden politischen, wirtschaftlichen ' und finanziellen Fragen Stellung nehmen. Man kann annehmen, daß Präsident Greiser in diesem Zusammenhang dem Volkstag auch das angekündigte große Sparprogramm ovr- legen wird. Devisenbewirtschaftung in Danzig Einschneidende Verordnung des Senats. Japans plane in Nordchina Ausdehnung der entmilitarisierten Zone? Abraham, Max, geb. 27. April 1904. Brecht, Berthold (Bert), geb. 10. 2.1898. Dr. Broszyner, Isaak David, geb. 11. 2.1901. Dr. Budzislawski, Hermann, geb. 10. Februar 1901. Bussemeyer, Friedrich Peter, geb. 25. 2.1906. Crumenerl, Sigmund, geb. 19.1.1892. Fehrl, Gustav, geb. 23.12.1890. Dr. Goldmann, Nachum, geb. 10. 7.1894. Gruschwitz, Max, geb. 9.10.1892. Günther, Eduard Wilhelm Gustav, genannt Albert Günther, geb. 11. 5.1869. Dr. Häntzschel, Kurt Emil Richard, geb. 13. 7.1889. Dr. Hegemann, Werner, geb. 15. 6.1881. Dr. Hilferdiang, Rudolf, geb. 10.8.1877. Dr. Hiller, Kurt, geb. 17. 8.1885. Hirsch, Werner Samuel Heinrich, geb. 7.12.1899. Dr. Hodann, Max, geb. 30.8.1894. Höltermann, Karl, geb. 30. 3.1894. Joel, Hans, geb. 1.11.1892. Kummer, Friedrich, geb. 1. 6.1875. Levy, Kurt, genannt Lenz, geb. 23.6.1901. Liepmann, Max-Heinz, geb. 27.8.1905. Mann, Erika, geb. 9.11.1905. Dr. Marck, Sigfried, geb. 9.3.1889. Mehring, Walther, geb. 29. 4.1896. Mühsam, Kreszentia, geb. Elfinger, geb. 28.7.1884. Ollenhauer, Erich, geb. 27.3.1901. Pfemfert, Franz Gustav Hugo, geb. 20.11.1879. Schiff, Victor, geb. 21. Februar 1895. Schneider, Peter Josef, geb. 18.3.1882. Seehof, Artur, geb. 9. 4.1892. Steinfeld, Justin, geb. 27.2.1886. Westheim, Paul, geb. 7. 8.1886. Dr. Wolf, Friedrich, geb. 23.12.1888. Dr. Wolff, Arthur, geb. 29. 4.1888. Paskiel, Dave, geb. 16.8.1900. Freih. v. Zedlitz-Neukirch, Dietrich, geb. 7. 7.1893. Danzig, 11. Juni. (DNB.) Der Danziger Senat hat unter dem 11. Juni 1935 eine Verordnung erlassen, durch die bis auf weiteres im Gebiet der Freien Stadt Danzig eine Devisenbewirtschaftung eingeführt wird. Ihre Durchführung unterliegt einer Devisenstelle, deren Aufgabe es ist, die nach der Verordnung erforderlichen Genehmigungen zum Erwerb und zur Versendung ausländischer Zahlungsmittel, von Gold und Edelmetallen und zur freien Verfügung über sie zu erteilen. Das gleiche gilt für die Versendung von inländischen Zahlungsmitteln ins Ausland. Diese Beschränkungen gelten auch für die Mitnahme von in- und ausländischen Zahlungsmitteln usw. im Reiseverkehr ins Ausland, sofern eine monatliche Freigrenze im Werte von 20 Gulden überschritten wird. Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung werden streng bestraft. Ausländische Zahlungsmittel und Forderungen in ausländischer Währung dürfen gegen inländische Zahlungsmittel nur von der Bank von Danzig oder durch ihre Vermittlung erworben oder veräußert werden. Die Durchführung der Devisenbewirtschaftung obliegt einer Devisenstelle, die bei der Bank von Danzig eingerichtet ist. Im übrigen sind sieben Danziger Institute zu sogenannten Devisenbanken bestimmt worden. Während der Dauer der Devisenbewirtschaftung bleibt die Devisenbörse geschlos- s e n. Die Festsetzung von Kursen ausländischer Zahlungsmittel erfolgt in Zukunft durch die Bank von Danzig. Hierzu wird von maßgebenden Danziger Kreisen mitgeteilt: Die Einführung der Devisenbewirtschaftung ist für ein so kleines Staatswesen wie Danzig naturgemäß eine außerordentlich schwerwiegende Maßnahme. Sie ist aber eine notwendige Folge der auf Grund un- kontrollierbarer Einflüsse in letzter Zeit betriebenen Devisenhamsterei. Je schneller das uneingeschränkte Vertrauen zum Danziger Gulden in vol- chen und Merkspruch kommen je 57 Preise zur Verteilung, insgesamt also 114, dazu eine Reihe von Trostpreisen. Als erste Preise werden wechselweise Fahrten auf Kriegsschiffen oder Handelsschiffen gegeben. Für den Entwurf eines Zeichens wurden die ersten Preise wie folgt verteilt: 1. Preis: (Fahrt auf dem Pan- zerfchiff „Deutschland") Werner Wolfgang Dietrich, Kaiserslautern, 12 Jahre; 2. Preis Paul Schoor, Köln a. Rh., 13 Jahre; 3. Preis Ekkehard Hermes, Pillau, 12 Jahre. — Für den Entwurf eines Merkspruchs erhielten folgende Einsender die ersten Preise: 1. Preis Johanna Sauerland, .Leipzig, 14 Jahre; 2. Preis Annemarie Oswald, Pollanten (Bayr. Ostmark), 16 Jahre; 3. Preis Maria Lang, Aachen, 13 Jahre. „Graf Zeppelin" wieder daheim. Aus Anlaß der internationalen Luftfahrtausstellung stattete das Luftschiff „Graf Zeppelin" Lissabon am Pfingstmontag einen Besuch ab. Hunderttausende jubelten dem deutschen Luftschiff, das von seiner Brasilienreise zurückkam, zu. Da die vorgesehene Landung wegen Einsetzens der Dunkelheit nicht mehr möglich war, warf das Luftschiff über dem Flughafen Sinbra drei Postsäcke für ein wartendes deutsches Flugzeug ab und setzte dann seine Fahrt nach Friedrichshafen fort. Das Luftschiff ist Dienstag nachmittag unter Führung des Kapitäns P r u ß von feiner 5. Südamerikafahrt nach Friedrichshafen zurückgekehrt. Nach einer Rundfahrt über dem Bodensee erfolgte auf dem Werftgelände eine glatte Landung, zu der sich wieder eine begeisterte Zuschauermenge eingefunden hatte. Riesenverkehr auf der Reichsbahn zu Pfingsten. Die von der Reichsbahndirektion Berlin ermittelten Ziffern über den vom Wetter fo begünstigten Pfingftreifeverkehr lassen sowohl im Fern- wie im Vorortverkehr eine starke Zunahme gegenüber dem Vorjahr erkennen. Es sind an den Haupt- verkehrstagen 258 Vor- und Nachzüge und 15 Sonderzüge von Berlin abgegangen. Don ben Fahrkartenausgaben der 10 großen Berliner Fernbahnhöfe und den Ausgabestellen des MER.-Büros find an den Hauptverkehrstagen 421992 Fahrkarten ausgegeben worden oder fast 47 000 mehr als im Vorjahr. Das bedeutet im Vergleich zu 1935 eine Zunahme des Zugverkehrs um nicht weniger als 12 v. H. Auch die Berliner 8-Bahn hatte an beiden Feiertagen einen sehr viel stärkeren Ausflugsver- kehr als im Vorjahre zu bewältigen. Befördert wurden am 1. Feiertag 1 560 000 (1 440 000), am 2. Feiertag 1 700 000 (1525 000), also zusammen über drei Millionen Personen. Ein Zwölfjähriger fährt auf dem Panzerschiff „Deutschland". Im November 1934 rief der Reichsbund deutscher Seegeltung die Jugend zur Beteiligung an seinem Preisausschreiben für ein Zeichen und einen Merkfpruch über deutsche Seegeltung auf. Der Wettbewerb wurde am Skaaerraktag abgeschlossen. lieber 10 000 Zeichen und Sprüche wurden eingesandt. Jungen und Mädel aus allen Gauen Deutschlands, von der Wasserkante und den Bergen, aus dem Saarland und aus Ostpreußen haben in Wort und Bild gestaltet, was sie sich unter deutscher Seegeltung vorstellen. Für Zei- Königsberg Pr., den 10. Juni 1935. Die Ostlandtagung des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland hat in verschiedener Hinsicht den bisherigen Höhepunkt der Arbeit des VDA. gebracht. Aus den 5000 Tagungsteilnehmern, mit denen die ersten Pfingstveranstaltungen begonnen hatten, sind 50 000 geworden. Das ist ein Zeichen dafür, in welchem Maße die Gedanken der volksdeutschen Verbundenheit in Deutschland Widerhall finden, vor allem bei der Jugend. Hatte vor dem Kriege die Arbeit des VDA. wesentlich der sachlichen Betreuung der kulturellen Einrichtungen des Auslandsdeutschtums gegolten, so ist das gewiß nicht in den Hintergrund getreten; die Gelder, die von den Opfergemeinschaften im VDA. aufgebracht sind, übersteigen weit die früheren Zahlen. Aber heute ist wirklich die Masse der Jugend des Binnendeutschtums erfaßt. Was der VDA. nach außen leisten kann, stützt sich nicht etwa auf staatliche Zuschüsse oder großartige Stiftungen, sondern auf die Opfer- Pfennige, die von den Millionen aufgebracht werden, die in den Jugendgruppen überall im Lande zusammengefaßt sind. Als der VDA. mit seinen Volksdeutschen Pfingsttagungen nach dem Kriege begonnen hatte, war von vornherein der Versuch gemacht worden, die Jugend heranzuziehen und ihr das Erlebnis dieser in ihrer Art einzig dastehenden Kundgebung für das unverzichtbare Recht Volk über alle Probleme auf finanziellem oder wirtschaftlichem Gebiet Herr werde. Am Schluß des Gesprächs erklärte Mr. Butler, daß er vor allem mit großer Bewunderung b i e Opferbereit- schäft erlebt habe, mit der das ganze deutsche V o l k den Willen seiner Regierung unterstütze. Frankreichs Kamps um denFranc. Aussetzung der Renten-Amortisation? Paris, 12. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der stets gut unterrichtete Jnnenpolitiker des „E ch o d e Paris" will erfahren haben, daß die Regierung im Zusammenhang mit der Finanzsanierung auf einen aus der Zeit Poincarös stammen- den Plan zurückgreifen wolle. Er bestehe darin, die Amortisation der Renten solange auszusetzen, bis die durch die ersten Maßnahmen gegen die Spekulation erzielte Besserung der Rentenkurse die Auflegung einer konvertierten Anleihe erlaube, deren Erfolgsaussichten durch besondere, den Zeichnern gewährte Vorteile gesichert werden sollen. Der französische Finanzminister hat am Dienstagvormittag eine ausgedehnte Besprechung mit dem Gouverneur der Bank von Frankreich gehabt. Nach Abschluß der Unterhaltung wurde aus einer Verlautbarung des Finanzministeriums bekannt, daß die Bank von Frankreich künftig keine Vorschüsse mehr auf Gold bewilligen wird, um die Spekulation — die im übrigen nachläßt — weiter zu bremsen. Vom sozialistischen Parteitag. Paris, 11. Juni (DNB.) Seit 24 Stunden befaßt sich der s o z i a l i st i s ch e Parteitag in Mülhausen mit dem Thema „Kampf um die Regierungsgewalt". Der Generalsekretär der Partei, Gene- r a c, forderte für den Fall der Machtergreifung die ganze M a ch t, um einen „totalen Sozialismus^ durchführen zu können. Ein anderer Redner meinte, die Zeit der Reden fei vorbei. Man müsse sofort zur revolutionären Aktion schreiten. Dagegen wurde von gemäßigteren Elementen erwidert, daß man sich nicht i n gefährliche Abenteuer stürzen dürfe. Ein Aktionsplan müsse vielmehr darin bestehen, praktische Lösungen zu finden, um die Wirtschaftskrise und die Arbeitslosigkeit zu beheben. Ein Abgeordneter trat für eine gemeinsame Aktion der S o z i a l i st e n und Kommuni st en ein. Nach achtstündiger ununterbrochener Sitzung, in der auch die Frage des Frauenstimmrechtes erschöpfend behandelt wurde, hat man sich auf Mittwochnachmittag vertagt. In der Mittwochsitzung wird über die vom Ent- schließungsausfchuß vorliegenden Resolutionen beraten und abgestimmt werden. Kriegsschulden werden nicht bezahlt. Washington, 11. Juni (DNB.) Nachdem bereits England die fällige Kriegsschuldenrate nicht bezahlt hat, haben nunmehr auch Italien und die Tschechoslowakei die Regierung der Vereinigten Staaten benachrichtigt, daß sie die Mitte Juni fälligen Kriegsschuldenraten nicht bezahlen werden. Noch keine Waffenruhe im Ehaco. Buenos Aires, 12. Juni. (DNB. Funkspruch.) Am Dienstag um 23 Uhr südamerikanischer Zeit sollte zwischen Bolivien und Paraguay ein Abkommen über Waffenruhe im Chaco unterzeichnet werden, das von den in Buenos Aires tagenden Vermittlern entworfen worden war. Das Abkommen sollte, Pressemeldungen zufolge, unter anderem die sofortige Einberufung einer Friedenskonferenz, die Festsetzung des Zeitpunktes für die Einstellung der F euertöt igfeit und die Einsetzung einer internationalen Kommission zur Festlegung einer neutralen Zone vorsehen. Nachdem sich Bolivien bereits am Nachmittag mit dem Abkommen einverstanden erklärt hatte, teilte der paraguayische Außenminister wenige Minuten vor dem festgesetzten Zeitpunkt der Unterzeichnung mit, daß er das Abkommen nicht unterzeichnen könne, da es keine Garantien enthalte. Er müsse deshalb erst bei seiner Regierung rückfragen. Die Antwort der Regierung von Paraguay steht zurzeit noch aus. In Buenos Aires hat dieser merkwürdige : Zwischenfall starkes Befremden heroorgerufen. Wie das deutsche Volk mit seinen hundert Millionen unter dem Schicksal steht, daß jeder dritte Deutsche außerhalb der Reichsgrenzen lebt, so sind auch die meisten anderen Völker nicht dazu in der Lage, eine wirkliche Uebereinftimmung zwischen den Staatsgrenzen und den Volksgrenzen herbeizuführen. Tragen wir bei dieser Sachlage dem göttlichen Recht Hoffnung, uns zu dem Volkstum zu bekennen, in das wir hineingeboren sind, so zielt das nicht auf irgendwelche Grenzkorrekturen ab. Wer sich zur Erhaltung der eigenen Art bekennt, kann nicht den imperialistischen Wunsch nach Beherrschung und Unterdrückung fremden Volkstums haben. Rust hat denn auch tm Anschluß an die früheren Feststellungen des Stellvertreters des Führers, Heß, und des Reichsinnenministers Frick noch einmal unterstrichen, daß die deutsche Volkstumsbewegung nicht im Auftrage des Staates durchgeführt wird, weil der Staat feine Grenze an den Grenzen des Reiches hat, und daß auch die NSDAP, als teil- staatliche Organisation nicht die Führung dieser Deutschtumsbew^gung beansprucht. Diese Bewegung, die ihren Sinn nur dadurch hat, daß sie keine staatlichen Grenzen kennt und lediglich auf bas Volkstum sieht, wo es auch seine staatliche Heimat gefunden haben mag, kann nur von denen, die sie tragen, im eigenen Auftrag durchgeführt werden. Aus dieser klaren Erwägung heraus hat der Reichserziehungsminister an die in Betracht kommenden Völker das Angebot gemacht, der Friedenspolitik zwischen den Staaten, für die vom Führer in den 13 Punkten der letzten Reichstagsrede die Grundlagen gegeben worden sind, nun auch die Friedenspolitik zwischen den Völkern und ihren freien Volkstumsvertretungen folgen zu lassen. So hat auf der Königsberger Tagung die folgerichtige Fortentwickelung der staatspolitischen Erkenntnisse des Nationalsozialismus und der Volkstumsarbeit eine Formulierung erfahren, die ein historisches Angebot an die Völker im zerrissenen Europa darstellt und einen Wendepunkt in der europäischen Nationalitätenpolitik bedeuten kann, wenn diejenigen, an die es sich richtet, das Angebot des Volkstums zu vermitteln. Gerade die Königsberger Tagung zeigt nun, daß die VDA.-Arbeit erst mit dem Durchbruch des völkischen Gedankens als tragender Grundlage des Staates wirklich fruchtbar geworden ist. Der tiefe Sinn dieses Zusammenklanges zwischen einer volksbewußten Staatspolitik und einer freien Volkstumsorganisation ist in einer hinreißenden Rede des Reichserziehungsministers R u ft so klar formuliert worden, daß auch böswillige Kritiker deutscher Volkstumsarbeit eigentlich zu einer besseren Einsicht kommen müßten. Gestützt auf den Auftrag des Führers und im unmittelbaren Anschluß an die große Friedensrede vom 21. Mai hat Reichsminister Rust dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß . . , . nicht nur zwischen den Staaten, sondern auch zwi- so frei und ehrlich aufnehmen, wie es gemacht wor scheu den Völkern Frieden geschlossen werden möge, den ist. Zusage auf Ausführung der japanischen Forderungen anzunehmen. Weiter wurde beschlossen, die planmäßig abzulösenden japanischen Truppen nicht in Nordchina verbleiben zu lassen, sondern sie am 16. Juni zurückzuziehen. Diejenigen Truppenteile jedoch, die in dem Verband der Kwantung-Armee längs der nordchinesisch-mandschurischen Grenze stehen, sollen von dieser Maßnahme ausgeschlossen bleiben. Ihr Abtransport soll erst dann erfolgen, wenn es zwischen Japan und China wieder zu normalen Beziehungen gekommen ist. Gleichzeitig wurde in dieser Sitzung von den hohen japanischen Militärs der Beschluß gefaßt, die Durchführung der von China angenommenen Forderungen einer scharfen Ueberwachung zu unterziehen. DiedeutscheSiaatsangehöngkeik aberkannt. Berlin, 11. Juni. (DNB.) Auf Grund des § 2 des Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit vom 14. Juli 1933 (RGBl. I, Seite 480) hat der Reichs- und preußische Minister des Innern folgende Reichsangehörigen der deutschen Staats - angehörigkeit für verlustig erklärt, weil sie durch ein Verhalten, das gegen die Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk verstößt, die deutschen Belange geschädigt haben: ........... „~üi1i flutet alter Wogen - °° pXJNLOP ge- Jn Braunschweig hat sich der wegen Doppel- Mordes in Untersuchungshaft befindliche Ernst Feuerhahn aus Söllingen in Braunschweig im Kreisgefängnis an einem aus der Lichtleitung herausgerissenen Kabel erhängt. Feuerhahn sah seiner Verurteilung wegen einer Tat entgegen, die infolge der furchtbaren Roheit, mit der sie ausgeführt worden war, größtes Aufsehen und tiefste Empörung heroorgerufen hatte. Er hatte am 27. Februar d. I. in der Söllinger Feldflur zwei zehnjährige Mädchen nach eigenem Geständnis in den vorüberfließenden Auebach gestoßen und dort ertränkt. Grubenbrand fordert vier Todesopfer. Dor den Pfingstfeiertagen war beim Brücken- Bergschacht I der Gewerkschaft „Morgenstern" in Zwickau in einem Flöz ein Brand entstanden, Am 12. Juni 1815, wenige Tage vor der Schlacht bei Waterloo und der Erledigung Napoleons, wurde in Jena die Deutsche Burschenschaft gegründet, aber schon seit dem Niederbruch Preußens im Jahre 1906 war diese Gründung vorbereitet worden. Dem Hochgefühl, im Staate Friedrichs des Großen zu leben, war das Bewußtsein tiefster Schmach gefolgt. Während Scharnhorst die Waffen zum Befreiungskampf schmiedete, waren andere vaterländische Männer leidenschaftlich an der Arbeit, das Volk in seiner Stimmung wiederaukzu- richten, seine Sehnsucht nach Freiheit zu entfachen und in allen Deutschen die Erkenntnis ihrer Zusammengehörigkeit, ihres gemeinsamen Volkstums zu wecken. An manchen Orten war es schon in den Wochen tiefster Erniedrigung zu einem Zusammenschluß Gleichgesinnter gekommen, der unter dem Namen „T u g e n d b u n d" bekannt wurde, und 1810 schuf der Turnvater Jahn seinen „Deutschen Bund", was ihm eine Anklage wegen Hochverrats eintrug. Jahn war es auch, der die ersten Satzungen der Deutschen Burschenschaft entwarf und sie dem Rektor der Universität Berlin, Fichte, zur Begutachtung einreichte. Beschränkte sich dieser Plan auch auf die Studenten, so wurde doch damit gerechnet, daß sich seine Wirkung in kürzester Zeit auf alle Kreise unseres Volkes ausdehnen müßte. Hatten sich die vom Freiheitsgedanken erfaßten Jünglinge beim Ausbruch der Befreiungskriege besonders im Lützower Freikorps getroffen, so war es kein Wunder, daß gerade auch die Lützower bei ihrer Heimkehr tatkräftigen Anteil an dieser vaterländischen Bewegung nahmen, denn es han- delte sich, wie wir heute wissen, nicht so sehr um eine studentische Reformbewegung, als um eine nationalpolitische Bewegung, die sich die Erfassung und Erziehung unseres ganzen Volkes zum nationalen Gedanken, zur Pflege des deutschen Volkstums, zur Wahrung der Volksehre und zur Ausscheidung alles Fremden zum Ziele setzte. Alles Geschichtliche muß aus seiner eignen Zeit heraus verstanden werden. Wie trte Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei war die Deutsche Burschenschaft ein Kind nationaler Not. Als SiegesSchädelbruch. Beide wurden ins Krankenhaus bracht. Der irdischen Gerechtigkeit entzogen. — Selbstmord eines Mäbchenmörders. preis der Befreiungskriege hatten die Frontkämpfer jener Zeit die Wiederherstellung des deutschen Kaiserreiches, eines Großdeutschland ersehnt. Die „Federfuchser", die Diplomaten in Wien aber hatten sie enttäuscht. Bewußt wurden unter der Führung Metternichs und der ausländischen Diplomaten alle kleinen Staaten in dem Wohnraum der deutschen Stämme selbständig erhalten, damit nur ja die Kraft, die einen Napoleon zu Boden geschmettert hatte, nicht noch gestärkt würde. Gerade auch die Empörung über diesen Ausgang führte in der Folge der deutschen Burschenschaft begeisterte Anhänger zu. „Vaterland! Volks- tum! Volksehre! Freiheit!" waren die Losungen und um alle schlug die heiße Flamme der Sehnsucht, alle deutschen Brüder und Stämme zu einem großen Reiche zusammengeschlossen zu sehen. Heute wissen wir, daß unser in Stämme und Klein- stackten zerrissenes Volk und vor allem die Fürsten und Regierenden damals und noch viele Jahrzehnte lang für diese Gedanken nicht reif waren, auch nicht, als neue Kriege die äußere Einheit des Reiches hergestellt haben. Ernst Moritz Arndt war einer der geistigen Führer der nationalpolitischen Bewegung jener Zeit, wies in Liedern und Reden auf das gemeinsame Volkstum aller deutschen Stämme hin (Was ist des Deutschen Vaterland... das ganze Deutschland soll es sein!), aber bald kam die Zeit, in der alle, die diese Lieder fangen und über die Notwendigkeit der Bildung einer großen deutschen Volksund Schicksalsgemeinschaft auch nur in kleinem Kreise sprachen, als Demagogen verfolgt, verhaftet und verurteilt wurden und in Festungen darüber nachdenken konnten, wie gefährlich es doch war, sein Vaterland zu lieben und über seine Nöte und Hoffnungen zu sprechen. Zu diesen gehörte auch Fritz Reuter, der leine Erlebnisse in „11t miene Festungstied" sehr anschaulich und von Humor verklärt geschildert hat. Auch Jahn wurde wiederholt verfolgt und heimatlos und auch Ernst Moritz Arndt durfte zwanzig Jahre hindurch sein Hochfchullehreramt in Bonn nicht aus- üben. Die Führer der Nation zu Einheit und Volkstum und Macht waren für die damaligen Regierenden gefährliche Menscyen! Volkstum und Vaterland! Hundertzwanzig Jahre deutsche Burschenschaft. Von Rudolf Friedemann. Aufenthaltsrecht tn Leningrad entzogen und sie m Städte verbannt, die mindestens 1500 Kilometer von Moskau und Leningrad entfernt liegen. Den Verbannten wurden nur 48 Stunden gelassen, um chre privaten Angelegenheiten zu ordnen. Unter den Verbannten befinden sich viele ehemalige Kaufleute und Offiziere, darunter zahlreiche deutschstämmige Russen. Immer noch Erdstöße in der Gegend von Quella. Die Gegend von Quetta in Britisch-Belutschistan wird täglich noch drei- bis viermal von leichten Erdstößen erschüttert. Sachverständige sind der Ansicht, daß die „Gegend der schlafenden Vulkane", selbst wenn Lavaausbrüche ausbleiben, unbewohnbar bleiben wird, da die Unsicherheit zu groß ist. 20 000 Flüchtlinge wurden bisher von der Bahn nach Indien befördert. Angeblich soll die Regierung den Bau eines neuen Stadtviertels, acht Kilometer südwestlich von Quetta, planen. Hagelstürme über einer japanischen Provinz. Ein schwerer Hagel st urm wütete stundenlang über der Provinz Gumma, nördlich von Tokio, und richtete an der Reis-, Getreide- und Maulbeerenernte außerordentlichen Schaden an, der auf zehn Millionen Pen beziffert wird. weiteres Lösegeld im Enlführungsfall weyershäufer gefunden. Das Justizamt in Washington gab bekannt, daß im Falle der Entführung des kleinen Weyershäuser der Mitbeteiligte Hermann Waley ein Geständnis abgelegt hat, so daß etwa 90 000 Dollars von dem Entführungsgeld fünf Meilen von Salt Lake City aufgefunden wurden. Das Geld war vergraben. Händel-Feiern der Stadt halle. Im Rahmen der „Deutschen Bach-Händel-Schütz- Feier 1935" finden in Halle vom 13. bis 15. Juni volkstümliche Händel-Beiern statt. Die Fest- lichkeiten werden eingeleitet mit dem Oratorium „Herakles". Ferner sind vorgesehen eine Händel- Gedenkstunde, bei der einige Händel-Plaketten zur Derteilung gelangen, sowie ein Orchesterkonzert mit Werken Händels und seiner deutschen Zeitgenossen. Den Höhepunkt des Festes bildet das Wasserfest auf der Saale, bei dem zwei aus der Lebensgeschichte des Meisters besonders bekannt gewordene Werke, die „Wassermusik" und die „Feuerwerksmusik", erklingen werden. Jahrelang das Wohlfahrtsamt betrogen. Wegen Betrugs im Rückfall hatte sich der 65 Jahre alte Julius Tiegel aus Kassel vor dem Schöffengericht zu verantworten. Tiegel ist einer der übelsten Volksschädlinge. Seit mehr als zehn Jahren hat er es verstanden, jahrein, jahraus vom Wohlfahrtsamt Unterstützung zu beziehen, obwohl er in jeder Woche etwa zehn Mark verdiente, die er nie ausgab. Der Angeklagte bestritt zwar in der Verhandlung, daß er diesen Verdienst gehabt habe, aber er wurde überführt. Das Schöffengericht nahm einen besonders schweren Fall an und verurteilte Tiegel wegen Betrugs im Rückfall zu einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Hinrichtung in Stuttgart. In Stuttgart ist der vom Schwurgericht am 8. Dezember 1934 wegen Mordes an seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern dreimal zum Tode verurteilte Emil Weber hingerichtet worden. Der Führer und Reichskanzler hat von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, da die mit viehischer Roheit durchgeführte Ermordung seiner ihn liebevoll umsorgenden Ehefrau und seiner beiden kleinen Söhne nur als Ausfluß seiner durch langjährige hemmungslose geschlechtliche Ausschweifungen gezeigten moralischen Minderwertigkeit anzusehen ist. Schweres Unwetter über der Insel Usedom. Uber der Ostsee-Insel Usedom entlud sich ein ungewöhnlich schweres Gewitter, das von wolkenbruchartigem Regen und schwerem Hagel sch lag begleitet war. Auf den Feldern wurden große Schäden angerichtet. Stellenweise wurden die Roggen- und Haferfelder zerschlagen. Die Wiesen, die guten Graswuchs hatten, wurden vernichtet. Verschiedene Bauern haben ihre gesamte Ernte verloren. Die Hagelkörner waren so groß, daß Fensterscheiben und Dachziegel durchschlagen, Bäume völlig entlaubt und das Rohr am See gebrochen wurde. Schweres Autounglück. — Zwei Tote. Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen aus Berlin raste hinter der Ortschaft Göldenitz (Meckl.) beim Ueberholen eines anderen Kraftwagens mit etwa 80 Kilometer Geschwindigkeit gegen einen Baum. Durch den furchtbaren Anprall wurde der Wagen vollständig zertrümmert. Die beiden vorn sitzenden Männer, Vater und Sohn S t e i n w ü ck, waren auf der Stelle t o t. Die hinten sitzende Frau und Tochter Steinwück erlitten Verletzungen. Die Frau doppelte Knochenbrüche am Ober- und Unterschenkel, sowie am Arm, die Tochter einen schweren der sofort bekämpft wurde. In einer der letzten Nächte gewann das Feuer plötzlich starke Ausdehnung und griff auf einen Blindschacht über, der anscheinend plötzlich zusammengebrochen war. Durch diesen Zusammenbruch trat ein Wetterrückschlag ein. An der Stelle, wo die Abdämmunsarbeiten betrieben wurden, zeigte sich starkes Brandwetter. Die dort tätigen Beamten und Arbeiter des Schachtes erlitten Gasvergiftungen. Ein Schachtmeister, em Reviersteiger und zwei Häuer kamen um5 Leben, mehrere Bergleute mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Schwere jüdisch-polnische Zusammenstöße. ' In Grodno kam es im Anschluß an die Beerbt- oung eines Polen, der einige Tage vorher von Juden bei einer Schlägerei tödlich verletzt worden war, zu schweren Zusammen st ößen. In vielen jüdischen Geschäften und Wohnungen wurden Scheiben eingeschlagen. Eine größere Anzahl von Personen, Juden wie Polen, wurden verletzt; einer der Verletzten ist inzwischen gestorben. Ferner kam es bei einem Fußballwettkampf zwischen einer jüdischen und einer polnischen Arbeitermannschaft in Tomaszow während des Spieles zu einer schweren Prügelei zwischen den Spielern. Im Verlauf der Schlägerei schoß einer der Beteiligten aus einem Revolver und verwundete zwei seiner Gegner, die ins Krankenhaus gebracht werden mußten. In drei Wochen 500 Menschen aus Leningrad verbannt. In den letzten drei Wochen hat das Bundeskommissariat des Innern (OGPU.) über 5 0 0 Personen bürgerlicher Abstammung das Und was waren in Wirklichkeit die ©runfigeban* ken ber deutschen Burschenschaft? Um nur die wichtigsten zu nennen: Liebe zu Volk und Da- terlant) und zu volkstümlicher Sitte zu wecken und zu erhalten! Mitglieder einer Burschenschaft dürfen nur Deutsche sein, nur Deutsche, ehrenfest« Burschen und Christen! Juden durften nicht Mit- glieber werden! Deutsch war, ber zum deutschen Volke gehörte, „ohne Rücksicht darauf, ob seinen Stamm das Unglück unter fremde Herrschaft gebraut hat." Zweck ber Burschenschaft ist: Aufrechterhaltung unb Stärkung vaterlänbischer Sitte unb Kraft, geistig unb leiblich, Aufrechterhaltung ber Gerechtigkeit, Schutz ber Ehre unb Gleichheit berEhrenrechte aller Burschen, solange ihnen Recht, Sittlichkeit, Daterlanb unb ihr Stanb heilig ist. — So sollten bie Stubierenben bewußt für ben Dienst bes Daterlanbes vorbereitet werben. Dazu gehörte auch bas kamerabschaftliche Zusammenleben, bie Einheit aller beutschen Burschen im Geiste wie im Leben, bamit sie später für alle Volksgenossen als Vorbilber leben könnten. Diese Grunblagen find trotz wieberholter Auflösungen ber Burschenschaft im ganzen immer bie gleichen geblieben, freilich würbe ihnen jahrzehntelang vor bem Kriege nicht immer nachgelebt. Erst bie Berufung zur Mitarbeit an ben Zielen bes Führers, soweit es sich um bie ftubierenbe Ju- genb handelt, stellt sie wieder in ihrer ganzen Wirkung her. Kunst und Wissenschaft. Der Führer bei der Münchner Iubiläumsaufführung von „Tristan und Isolde". Die Jubiläumsaufführung von Richard Wagners JE r i ft a n und Isolde" zum Gedächtnis an die erste Auffürhung dieses Werkes vor 70 Jahren an derselben Stelle im Münchener Hof- und Residenztheater gestaltete sich am Pfingstmon- tagabenb unter Wilhelm Furtwängler zu einem bedeutsamen Ereignis. Als der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in der Mittelloge unb nach ihm Furtwängler am Dirigentenpult erschienen, erhob sich das bis auf ben letzten Platz gefüllte Haus. In Begleitung bes Führers sah man SS.-Gruppenführer Reichspressechef Dr. Dietrich und Brigadeführer Schaub. Auch ber bayerische Innenminister Gauleiter Wagner wohnte der Aufführung bei. Wilhelm Furtwängler dirigierte das Werk auswendig. Nach den Aktschlüssen und besonders am Ende der Aufführung wurden den Künstlern begeisterte Ovationen bargebracht. Wetterbericht des Reichswetterdiensies. Ausgabeort Frankfurt. In breiter Front drangen am Dienstag vom Meer her kühlere Luftmassen unter heftigen Böen nach Deutschland ein. Sie brachten erheblichen Temperaturrückgang und von Westen nach Osten sich fort- pflanzenden ergiebigen Gewitterregen. Gleichzeitig erfolgte kräftiger Luftdruckanstieg, ber erneut zum Aufbau eines kontinentalen Hochdruckgebietes führte und Gewitterneigung unb neue Erwärmung vorfieht. Aussichten für Donnerstag: Vielfach heiter unb trocken, neue Wärmezunahme, abflauende Luftbewegung. Lufttemperaturen am 11. Juni: mittags 30,4 Grad Celsius, abends 14,6 Grad; am 12. Juni: morgens 13,6 Grad. Maximum 30,5 Grad, Minimum 11,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Juni: abends 23,1 Grad; am 12. Juni: morgens 18,4 Grad. — Sonnenscheindauer 13,2 Stunden. — Niederschläge 8,1 mm. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellv. Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen.- Theodor Kümmel. DA. V. 35: 10151. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch^ and Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. 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Auch die Gedichte enthalten, wenn sie auch oft der klassischen Form ermangeln, diesen goldenen Kern: Schiller liebte dies an ihnen und ließ sie deshalb gerne in seiner Zeitschrift erscheinen. Seume blieb unverheiratet. Als er im Mai des Jahres 1810 nach Teplitz ging, um dort Bäder für sein Leiden zu nehmen, überfiel den Siebenundvierzigjährigen ein jäher Tod. Die damals durch Napoleon gedemütigte Nation wußte, was der Verlust dieses aufrechten Mannes bedeutete. „Wir Deutschen haben jetzt alles verloren ..heißt es in einem Brief an Seumes Freundin Elisa von der Recke. „Seume hat endlich durch sich selbst das Schicksal bezwungen. Allgemeine Achtung, Liebe und Freundschaft guter Menschen in allen Klassen, von den Fürsten bis zum Handwerker herab, haben ihm die Leiden seiner früheren Jahre vergolten", lautet ein Nachruf. Wieland schreibt: „Seit Herders Tod hat mich nichts so tief und schmerzlich gerührt." Schützt den Wald! Wer einmal einen Waldbrand erlebt hat, der denkt nur mit Grauen daran zurück. Denn hier ist ein wütendes Element am Werk, das oft jahrhundertelanges Wachstum, jahrzehntelange Arbeit und auf jahrzehnte nicht wieder zu ersetzende Werte in wenigen Stunden vernichtet. Wir denken namentlich zurück an die gewaltigen Schäden, die in vergangenen Trockenjahren, namentlich auch im letzten Sommer, durch Waldbrände entstanden, denken zurück an die Gefahren für Leib und Leben, Haus und Hof der Bauern in den angrenzenden Dörfern der Brandreviere. Und jeder Deutsche sollte heute wissen, wie wichtig jeder nutzbare Baum, jeder Quadratmeter Waldboden ist, soll die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Holz nicht gefährdet werden. Niemand soll denken, daß das feuchte Frühjahr, das im Gegensatz zu früheren, die Waldbrandgefahr nicht mit sich brachte, nun auch für den Sommer die äußerste Vorsicht unnötig mache. Nicht umsonst sind vom Reichsforstmeister die scharfen Bestimmungen herausgegeben worden, die jedermann berechtigen, jeden festzustellen, oder im Weigerungsfälle festzunehmen, der beim Feuermachen oder Rauchen im Walde ertappt wird. Denn der Wald ist Volksgut, Waldschaden ist Volksschaden! Was ist zu tun, wenn der Waldbrand bemerkt wird, wenn wir vielleicht einsam durch den Wald wandern und plötzlich auf eine Rauchfahne ober bie Branbstelle stoßen? Jetzt heißt es schnell hanbeln. Es ist meist aussichtslos, als Einzelner zu versuchen, bas Feuer zu ersticken. Das wichtigste ist vielmehr, schnellstens bie nächstgelegene Försterei, bie nächstgeleqene Gemeinbe zu unterrichten. Da heißt es, alle Kräfte hergeben, um schnellstens zum nächsten Bauernhaus, zum nächsten Dorf, zum Bahnwärter, zum Forsthaus, ober wo einem irgendeine menschliche Ansiedlung bekannt ist, zu laufen. Weiß man, wo ein Fernsprecher ist, so sind selbstverständlich von hier aus Försterei, Gendarmerie ober Feuerwehr zu benachrichtigen. Jeber muß wissen, baß er verpflichtet ist, nach ben Anweisungen bes inständigen Forstbeamten . ober bes Führers ber Feuerwehr mit Hanb anzulegen. Gegenüber biefer Pflicht steht alles anbere zurück. Ihre Verweigerung ist strafbar. Unb vor allem heißt es hier Disziplin zu üben, sich unterzuorbnen. Die Frage aber, wie ber Walbbranb am besten zu bekämpfen ist, hat nicht ber Laie zu entscheiben, sonbern ber verantwortliche Forstbeamte, ober ber Leiter ber Feuerwehr. Ob es sich nun barum han- belt. ein Gestell frei von allem Graswuchs zu machen, ober ob ein Graben gezogen werben muß unb ein Streifen kahlgefchlagen, ober ob es sich um Anlage eines Gegenfeuers hanbeln muß, all bies kann nur ber Erfahrene unb Sachverftänbige ent- fcheiben. Gerabe bie Anlage eines Gegenfeuers Gefährliche Malerei. Es hat immer Künstler gegeben, bie von ihrer Aufgabe innerlich so ergriffen waren, baß ihnen kein Opfer zu groß war, um ihr Werk zu vollenden. Ja, es gibt Beispiele, daß sich Maler um der Kunst willen in äußerste Lebensgefahr begaben. Wir brauchen nur an den bekannten russischen Kriegsmaler Wassili Wereschtschagin zu denken, der während seiner gefahrvollen Tätigkeit, oft mitten im Kampfgelände, nicht weniger als sieben Kugelwunden erhalten hat. Einmal befand er sich in Zentralasien mit einer kleinen russischen Truppe, bie van ben Tataren eingeschlossen würbe; auch ber Künstler mußte zum Gewehr greifen unb viels Tage mitkämpfen, bis bie Abteilung sich ben Durchbruch erzwingen konnte. Bei einer anberen Gelegenheit, währenb er bas Bilb eines Toten malte, geriet er in bas bichteste Schlachtgetümmel unb mußte sich unter bie Kämpfenben mischen, um nicht selbst niebergemacht zu werden. Michael M u n k a c s y hatte sich geradezu in sein Werk verbissen, so daß er für nichts mehr Zeit hatte und darüber den Verstand verlor. Sechsundzwanzig Jahre lang hat er fast ununterbrochen, nur mit kurzen Pausen, gearbeitet. Oft war er die ganze Nacht tätig unb entwarf bie Einzelheiten; näherte sich ein Bild ber Dollenbung, so konnte Munkacsy kaum schlafen. M e i f f o n i e r würbe einst gefragt, wie er auf seinem Gemälbe Napoleons im Jahre 1814 eine so überzeugende Darstellung des beschneiten Weges mit den tiefen Wagenspuren und dem Eindruck der Pferdehufe herausbekommen hätte. Darauf erzählte er, daß er lange auf einen heftigen Schneefall gewartet und dann, als die ersehnte Gelegenheit eingetreten wäre, auf einer Landstraße bei Paris gemalt hätte. Es war einer der kältesten Tage, und der Mann, der in feinem Auftrage mit einer alten Lafette hin- unb Hersuhr, um bie notwendigen tiefen Wagenspuren zu erzeugen, stellte die Arbeit ein, so daß Meissonier auch hier selber eingreifen mußte. Um den Glanz des harten gefrorenen russischen Schnees zu erzielen, bestreute der Künstler ben Weg mit Salz. Ehe er seine Stubien beenbet hatte, war ihm ein Ohr erfroren. Der französische Maler G e - ricault stellte einst mit großer Betrübnis fest, baß seine zahlreichen gesellschaftlichen Verpflichtungen ihn so sehr von feiner Arbeit abhielten, baß er mit bem Gemälbe „Schiffbruch ber Mebusa" nicht weiterkam. Er ließ sich beshalb bas Haar scheren, so baß er sich nirgenbs mehr sehen lassen konnte, unb schwor, es erst roieber wachsen zu lassen, wenn bas Bilb beenbet märe. Der „Schiffbruch ber Me- bufa" würbe bas beste Werk seines Lebens. Abenteuerliches Nasem. 3um 125. Todestage von I G Seume Lon Dr. Robert Braun Die „Leipziger Zeitung" vom Juli 1781 enthält eine Notiz über bas Derschwinben eines jungen Mannes. „Er war 18 bis 19 Jahre alt", heißt es „mittlerer Statur, trug sein schwarzbraunes Haar, welches ein wenig tief in bie Stirne gewachsen war, in einem steifen Zopfe, und hat sehr starke, schwarze Augenbrauen. Bei seiner Abreise trug er ein braunes Kleid von feinem Tuche mit Stahlknöp- fen, eine grüne gewirkte Weste, schwarze Beinkleider unb Stiesel. Seine Degenscheibe war mit Schlangenhaut überzogen unb seine Wäsche mit I. G. S. bezeichnet." $ G S. — Johann Gottfried Seume. Er entstammte einer alten Bauern- unb Brauerfamilie, hatte bie üblichen Schulen ber Zeit unb bie Universität in Leipzig besucht, ba brachte ihn die damals anbrechende Aufklärung in schwere Verwirrung. Da sein Gönner, ein Graf H o h e n t h a l, dem orthodoxen Luthertum angehörte, und Seume fürchten mußte, mit ihm in Konflikt zu geraten, ent= chloß er sich, die unerträglich gewordenen Verhältnisse abzubrechen. So verließ er heimlich Leipzig mit dem unbestimmten Plan, in Frankreich m eine Militärschule zu kommen. Schon am dritten Abend der Flucht fiel er in die Hände von hessischen Werbern, die herumstreichende Männer einfingen. Diese wurden dann in die Festung Ziegenhayn gebracht, in bie blauen, rot gefütterten Rocke ber Uniform gesteckt unb an bie Englänber als eine Art Frembenlegionäre verkauft, um in bem Krieg mit ben nordamerikanischen Kolonien Derwenbung zu finben. Nach einigen Monaten schweren Drills stand auch Seume „eingepökelt" auf dem Transportschiff, das mit feiner Fracht von Bremerhafen nach ber neuen Welt fahren sollte. Die Kost auf biefem Schiff bestand vorzüglich aus Erbsen mit Speck ober — umgekehrt, wobei Seume bas Alter bes Specks auf etwa fünf Jahre schätzte. Nach ber Ankunft in Halifax würbe baselbst ein Zeltlager bezogen. Hier bekam Seume Gelegenheit, bie „roilben Huronen kennen zu lernen. Er litt aber unter bem harten, einförmigen Lagerleben. Da kam ihm Rettung. Einem Offizier, bem Freiherrn von.Münchhau- s e n, war es aufgefallen, baß unter ben Solbaten ein ihm bisher unbekanntes Lieb gesungen würbe. Es besang in schwermütiger Weise bas Leben ber Rekruten in ber Festung Ziegenhayn. Auf bie Frage, woher bieses Lied stamme, nannte man ihm Oie Ermordung des Zaren und die europäischen Mächte Don üniversiiätsprofessor Dr. Gustav Wolost, Gießen. Die russisch-französische Allianz, die so viel zur Entstehung des Weltkrieges beigetragen hat, hat wie jedes große Ereignis der Geschichtsforschung manche Anregungen gegeben. In beiden Ländern nahm die Durchforschung ihrer früheren Beziehungen einen großen Aufschwung, und ein Lieblingsgegenstand war das Tilsiter Bündnis Napoleons I. und Alexanders I., bas mehrere Jahre lang bas europäische Festlanb beherrschte. Natürlich wohnte vielen biefer Arbeiten bie politische Tendenz inne, das Bündnis ber beiben Autokraten zu verherrlichen unb es als Vorbild für die Gegenwart hinzustellen, aber trotzdem haben sie sich als fruchtbar erwiesen. Viele neue Quellen wurden aus den Archiven veröffentlicht, in Deutschland unb anderen Ländern beteiligte man sich an ber gelehrten Arbeit, so daß manche neue Erkenntnis, namentlich über die auswärtige Politik Napoleons, gewonnen werden konnte. Es scheint, daß auch die aHerneue ft e Phase der russisch - französischen Freundschaft nicht ohne Wirkung auf die historische Forschung bleiben soll. Ein Anfang, freilich höchst tendenziöser Natur, ist bereits gemacht worden, und zwar von einem besonderen Kenner der russisch-französischen Beziehungen, von Paleologue, dem französischen Botschafter in Petersburg während des Weltkrieges. Er hat bereits vor einem Jahrzehnt inhaltreiche und geschickt geschriebene Tagebücher über seine Erlebnisse in Rußland herausgegeben und manche Schwäche im öffentlichen Leben Rußlands enthüllt, jetzt hat er, offenbar um die neue Freundschaft populär zu machen, einen besonders heiklen Punkt in den früheren Beziehungen behandelt. Eine peinliche Erinnerung für die Franzosen mußte stets das Schicksal des Zaren sein. Zwei Jahrzehnte lang hatte man ihn überschwenglich gefeiert, im Kriege erwies er sich als treuer Verbündeter, ber durch die Aufopferung von Millionen rusfischer Soldaten Frankreich vor der Niederlage rettete und die Wiedereroberung Elsaß-Lothringens ermöglichte: er bezahlte diese Politik mit seinem und seiner Familie Untergang; Frankreich rettete i h n nicht, ja, man wußte nicht einmal, ob es einen Rettungsversuch unternommen hat. Hier setzt nun Paleologue ein, um das Gewissen seiner Landsleute zu beruhigen. Nicht Frankreich oder eine andere Ententemacht, bie alle mit ben Sowjets zerfallen waren, sagt er, hatten bie Ausgabe, Nikolai II. zu retten, sondern Deutschland. Kaiser Wilhelm II., sein nächster Verwandter unb langjähriger Freunb, besten Armeen in Ruß- lanb stauben, hätte in ben Friebensverhanblungen von Brest-Litowsk nur ein Wort zu sagen brauchen, um ben entthronten Herrscher zu sichern: er hat es kaltherzig unterlassen, obgleich er wußte, daß bas Leben Nikolais bebroht war unb ist somit ber wahrhaft Schulbige an ber Ermordung ber Familie Romanow. Die Absicht liegt klar zutage: zugleich Entlastung Frankreichs und Belastung Deutschlands, des Gegners der alten wie der neuen Allianz; wie im Kriege soll die deutsche Politik wieder als barbarisch und unmenschlich hingestellt werden. Für den ferner Stehenden klingt die Beweisführung bestechend, dennoch ist sie durch und durch hohl, und der Pfeil springt beim kräftigeren Anpacken der Frage sofort auf den Schützen zurück. Ein Aussatz von Kurt I a g o w im Maiheft der „Berliner Monatshefte" (Quader-Verlag; 2,40 RM. vierteljährlich), denen wir so manchen Beitrag zur Zerstörung der Schuldlüge verdanken, hat diese neueste Verleumdung Deutschlands in ihrer ganzen Blöße aufgedeckt. Die überlegene, souveräne Art, wie Jagow eine wuchtige Anklage nach der anderen auf die Entente Tochter. Die englische Regierung empfand die Vorgänge selbst als schmachvoll: sie Iwang den Botschafter nach dem Kriege, aus dem Manuskript seiner ^Denkwürdigkeiten diese Episode zu stretchen, seiner Tochter verdanken wir die Kenntnis der Wahrheit. Somit haben die Bundesgenossen des Zaren seine Entfernung aus Rußland verhindert unb bamit sein Schicksal heraufgeführt. Kurz nach- bem jene Gelegenheit versäumt war, gewannen bie Bolschewisten bas Regiment unb schafften ben Zaren nach Sibirien, um ihn ungehindert durch Einflüsse von außen beseitigen zu können, wenn politische Leidenschaft oder ihr Vorteil sie dazu antrieb. Die Verantwortung für das „schändliche Drama von Jekaterinburg", wie es Paleologue nennt, trifft nicht Deutschland; der Vertreter ber Entente wirb aus einem Kläger zum Angeklagten, unb er hat sich selbst sein Urteil mit bem, was er über ben Kaiser unb Deutschlanb sagt, ae= sprachen. Zeitschriften. — Jebe Mutter wirb vor neue Aufgaben gestellt, bie sie neben ber Erfüllung ihrer täglichen Hausarbeit noch bewältigen muß, wenn ein krankes Kinb im Haufe ist. Die Pflege des kranken Kindes stellt an die Mutter große Forderungen; viele hierbei auftauchende Fragen findet die Mutter in dem Artikel „Die Mutter am Krankenbett" im Juniheft ber Zeitschrift „M utter unb Kinb" (Verlag Staube, Berlin W 30) ausführlich behandelt. Auch bie weiteren Beiträge „Sommerburchfall", „Warum schläft bas Neugeborene so viel?", „Messer, Gabel, Schere, Licht ...", „Photographiert Eure Lieblinge", „Lauter kleine Sünben bei der Morgengymnastik" usw. werden der jungen Mutter wertvolle Anregungen geben. Hochschulnachrichten. Dr.-Jng. habil. Otto Streck, Dozent für Energiewirtschaft unb Hybraulik an ber Technischen Hochschule München ist zum orbentlichen Professor in ber Fakultät für Bauwesen an ber Technischen Hochschule Berlin ernannt worben. Professor Dr. Wilhelm Schlenk, Orbinarius für Chemie an ber Universität Berlin, ist zum orbentlichen Professor an ber Universität Tübingen ernannt worden. muß mit aller Vorsicht geschehen. Dann freilich ist schon oft ein riesiger Waldbrand zum Stehen gekommen, wenn die beiden Feuer sich anzogen und an der Stelle ihres Zusammenstoßes mit einem Male im Augenblick, da das wütende Element sich zur höchsten Vernichtung entfaltete, aus Mangel an Nahrung in sich zusammensanken. Aber diesen Erfolg sichert nur die kunstgerechte Entfachung des Gegenfeuers. Doch niemals sollte es erst soweit kommen, daß die „Brennhexe" ihr Werk beginnen kann. NSDAP., Gießen-Nord. Bezahlung der Hilfskastenbeitrage der SA.-7Nknner im Bereiche der Ortsgruppe Giehen-Aord. Am Donnerstag, 13., und Freitag, 14. Juni, in ber Zeit von 20.30 bis 23 Uhr, entrichten im Cafe Leib, Walltorstraße, alle Angehörigen ber SA., NSKK-, Reiter-SA., Motor-SA. unb Marine-SA., bie im Bereiche ber Ortsgruppe Gießen-Norb wohnen, ihren Hilfskassenbeitrag für bas britte Vierteljahr. Wer an biefen beiben Abenben nicht bezahlt, läuft Gefahr, bei ber Hilfskasse in München abgemelbet zu werben. Deutsche Arbeitsfront. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Rheinfahrt am 2 3. Juni. Zu unserer Rheinfahrt können wir noch etwa 300 Meldungen annehmen. Fahrpreis nur 5 Mark, mit Mittagessen 5.80 Mark. Mit der Meldung ist zugleich der Fahrpreis zu entrichten. Sonderzug nach dem Nürburgring. Der Kreis Offenbach fährt am 28. Juli einen Sonderzug nach dem Nürburgring, wo an diesem Tage das Rennen um den Großen Preis von Deutschland ausgetragen wird. Der Kreis Gießen kann sich mit 300 Volksgenossen an dieser Fahrt beteiligen. Der Fahrpreis einschl. Eintritt und Sportgroschen beträgt etwa 7.— bis 7.50 Mark. Wenn genügend Meldungen kommen (800), setzen wir auch einen Zug für den Kreis ein. Meldungen bet allen KdF.-Warten in den Ortsgruppen und Betrieben. NG.-Gemeinschast„Kraft dnrck Freude'" Mssenfchafl im Dienste des Volkes. 7. Vortrag: „Tierseuchenbekämpfung durch Tierseuchenforschung. Dieser Vortrag des Herrn Professors Dr. Zwick findet am Donnerstag, 13. Juni, nicht im Großen Hörsaal der Universität, sondern im Hörsaal des Veterinärhygienischen und Tierseuchen-Jnstituts, Frankfurter Straße 87, statt. Wiederum ein Vortrag von allgemeinem Interesse. Diese Seuchen unserer Haustiere sind ansteckende Krankheiten, durch die der Volks- und Landwirtschaft alljährlich ein nach vielen mit Beschimpfungen gegen die Gestürzten: die Zarin sei eine Boche und habe im Kriege zum Schaden der Entente für Verständigung mit Deutschland gearbeitet, und der Zar sei ein Verbrecher, weil er sich ihren Befehlen unterworfen habe. Der Roheit dieser Worte entspricht ihre Ehrlichkeit: man wußte aus Paleologues Berichten in Paris genau, wie deutschfeindlich bie Zarin gesinnt war unb wie sehr sie jeben Sonberfrieben verabscheute. Der wahre Grunb, baß Frankreich bie Aufnahme der Zarenfamilie ablehnte, war die Besorgnis, daß sie in Arbeiterkreisen unpopulär fei, und dasselbe Gefühl herrschte in England. Die Mitglieder der ßabourpartei, setzte Lloyd George dem Könige auseinander, würden Streiks und Unruhen entfesseln, wenn der Zar lande. Dies Bedenken schlug durch. Die Einladung wurde zurückgezogen, zur Verzweiflung Buchanans, der die moralische Verpflichtung der Entente anerkannte: „Sie haben Angst, das ist der wahre Grund, sie haben Angst", sagte er voll Bitterkeit zu seiner schleudert, kennzeichnet seine Arbeit wissenschaftlich wie literarisch als kleines Kunstwerk. Mit leichter aber sicherer Hand beseitigt Jagow die Behauptung, daß die deutsche Regierung unb speziell der Kaiser jeden Rettungsversuch abgelehnt habe. Unmittelbar nach der Entthronung des Zaren (15. März 1917), als die bürgerliche Regierung Kerenfki-Miljukow am Ruder war, Deutschland mit Rußland noch im Kriege lag und die Entente die eigentliche Herrin in Rußland mar, hat die deutsche Regierung sich mit der Rettung der Zarenfamilie einverstanden erklärt und auf eine Anfrage ber bänischen Regierung versprochen, ben englischen Kreuzer, der sie an ber Murmanküste an Borb nehmen sollte, nicht torpebieren zu lassen, obgleich bie feinbfeiige Gesinnung bes Zarenpaares nicht unbekannt war. Der Vorwurf, Deutschland habe in B r e st - L i t o w s k die Schonung ober Auslieferung nicht verlangt, erlebigt sich von selbst: Deutschland hatte keine Macht, eine solche Forderung durchzusetzen. Rußland stand nicht, wie Paleologue wider besseres Wissen behauptet, unter deutscher Botmäßigkeit; konnte doch Deutschland nicht einmal nach dem Frieden die Ermordung seines Botschafters, des Grafen Mirbach, und bes Feldmarfchalls Eichhorn verhindern und Genugtuung für den unter den Augen der russischen Behörden begangenen Frevel erlangen. Dor allem wußte man in Berlin genau, daß eine Verwendung für ben Zaren nur sein Los verschlimmert, vermutlich seine sofortige Ermordung herbeigeführt hätte, da die bolschewistische Regierung darin die Absicht, die monarchische Gegenrevolution zu unterstützen, gesehen hätte. Daher waren der deutschen Regierung auch nach dem Frieden die Hände gebunden, aber sie hat in Moskau nachdrücklich darauf hingewiesen, daß die Ermordung des Zaren Abscheu in ber gesitteten Welt Hervorrufen werde, und sie ist wiederholt f ü r bie Zarin und ihre Töchter als „Prinzessinnen deutschen Geblüts" eingetreten, ja sie bat Auswechslung gegen einen gefangenen russischen Sozialistenführer an. Es war vergeblich. Die Sowjetregierung gab ausweichende, hinhaltende Antworten und setzte dies Spiel in vollkommener Unehrlichkeit fort, nachdem das Gemetzel von Jekaterinburg bereits vollzogen war, so daß die deutsche Regierung, die lange Zeit nur vom Tode des Zaren Nachricht erhielt, sich mehrere Male für die schon Getöteten verwendet hat. Die deutsche Regierung hat also alle Forderungen der Politik unb ber Menschlichkeit erfüllt: ganz anbers bie Entente. Sie hatte tatsächlich nach ber Absetzung Nikolais mehrere Monate bie Herrschaft in ber 5) an b, bie neue Regierung wünschte sogar seine Abreise ins Auslanb, unb der englische Botschafter Buchanan empfahl seiner Regierung dringend, eine Einladung ergehen zu lassen und einen Kreuzer an die Murmanküste zu schicken. In Rußland, schrieb er — und dasselbe lesen wir in Paleologues Tagebüchern —, fei das Leben des Zaren nicht mehr sicher, jeden Tag könne ein Umschwung die Bolschewisten, seine Todfeinde, zur Herrschaft bringen ober ein Attentat unternommen werden. In England, dessen König dem Zaren als direkter Vetter weit näher verwandt war ato der Kaiser, also aus dynastischen wie politischen Gründen sich mehr als dieser zur Rettung berufen fühlen mußte, war das Kabinett anfangs nicht abgeneigt, auf Buchanans Appell an feine menschliche Gesinnung zu hören, aber bald kam von zwei Seiten Widerstand: von Frankreich und von Lloyd George, dem Ministerpräsidenten. Der französische Verbündete erwiderte auf eine englische Frage, wie er über die Aufnahme des Zaren in einem Ententelande denke, den Namen des Sergeanten Seume, und als Münchhausen zu dem Zelt kam, wo der Soldat wohnte, erschien ein kleiner Mensch, mit einer alten Pferdedecke bekleidet, der finsteren Blickes den Offizier musterte. Beide wurden Freunde. Sie wanderten an der öden Küste hin ober streiften burch bie Wölber, und Seume, der stets einen Klassiker bei sich trug, las daraus Münchhausen vor. Da 1783 der Friede zwischen England und den Kolonien geschlossen wurde, kam Seume nicht ins Gefecht, sondern wurde mit der deutschen Mannschaft wieder m die Heimat befördert. Dreimal versuchte Seume, feinen Ketten zu entfliehen, vergeblich. Deswegen zu Arrest verurteilt, schrieb er mit Kreide auf die Kerkertur: „Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!“*, worüber einige Offiziere in Streit gerieten, weil einer von ihnen behauptete, es sei kein kunstgerechter Hexameter. Schließlich entschied der Häftling, den man zu diesem Zwecke holen ließ, daß die Zeile von Virgil stamme und also wohl anerkannt werden müsse. Dadurch wurde man auf den kleinen, klassisch gebildeten Soldaten aufmerksam und erließ ihm die weitere Strafe. Das nächste Mal aber sollte es kein Pardon für ihn mehr geben: der unverbesserliche Ausreißer wurde zum Tode verurteilt. Da erschie- nen die Bürger von Emden, wo die Garnison lag, selbst Kinder'kamen zum Kasernenhof, für den beliebten Seume um Gnade zu bitten. Der Oberst trat vor und verkündete, daß dem Deserteur die Todesstrafe wegen seines guten Verhaltens in Kerkerhaft umgewandelt sei. Und er erwähnte halblaut gegen die Bürger, daß Seume — nichts gegen eine Verköstigung von ihrer Sette einzuwenden haben werde.'Nun sandten sie so reichliche Speisen an den Häftling, daß er sie nicht bewältigen konnte und Braten an seine Umgebung abgab. Nach dem Abschied vom militärischen Dienst wurde er Sekretär des russischen Generals I g e l- ström- als solcher erlebte er in Warschau bie Schrecken bes polnischen Aufstandes, ber ber zweiten Teilung Polens oorausgmg. Auch hier im Volksaufruhr unb Feuer der Kartätschen, blieb Seume der deutsche Stoiker: hinter den Barrikaden der Sandsäcke, jeden Augenblick des Todes gewärtig, las er seinen Homer. Seume nimmt eine eigenartige Stellung unter den deutschen Dichtern ein: in der Zeit der Klassik holte er seinen Stoff aus dem unmittelbaren Leben. Die Schriften, die ihn berühmt machten besonders „Der Spaziergang nach Syrakus, lei- *Weiche dem Unheil nicht, nein, mutiger geh' ihm entgegen. Millionen Reichsmark zählender Schaden zugefugt wird. Einige von ihnen sind auch für den Menschen gefährlich. Die wirksame Bekämpfung der Seuchen gelingt erfahrungsgemäß mit Hilfe der wissenschaftlichen Erforschung, die das Wesen, die Ursache und die Entstehung dieser Krankheiten klarlegt. An der Hand einiger Beispiele sollen die Mittel und Wege zur Erreichung dieses Zieles aufaezeigt und vorgeführt, zugleich auch Einblick in die Tätigkeit des Veterinärhygienischen und Tierseuchen-Instttuts gewährt werden. Die Tatsache, daß bei dem letzten Vortrage des Herrn Dr. Kranz über 300 Personen anwesend waren, beweist das große Interesse, das diese Dorträge im Volke finden. Der Eintritt zu allen Dor- trägen ist für alle Volksgenossen frei. Sammeltag zugunsten des Zugendherbergswerkes. Der Reichsoerband für Deutsche Jugendherbergen führt gemeinsam mit der Hitler-Jugend und der NSV. am 15. und 16. Juni und 6. und 7. Juli eine Sammlung durch. An dieser Sammlung beteiligen sich auch geschlossen die Schulen. Die aufgebrachten Mittel sollen zum Neubau von Jugendherbergen in wanderwichtigen Gerieten und zum Ausbau der schon bestehenden Jugendherbergen Verwendung finden. Die Sammlung wird unter Aufsicht des Herrn Reichsschatzmeisters der NSDAP., des Herrn Neichsminifters des Innern Dr. Frick und des Herrn Reichskultusministers Rust durchgeführt. Geißler, Gebietsführer im Stabe der RIF. * 10 Millionen Kirschblüten werden am 15. und 16. Juni verkauft. Der „Völkische Beobachter" meldet: Am 15. und 16. Juni steht die gesamte HI. im Dienste der Sammlung für das deutsche Jugendherbergswerk. 10 Millionen Kirschblüten, die in dem Städtchen Sebnitz in Sachsen an der deutsch-tschechoslowakischen Grenze hergestellt wurden, werden an diesen beiden Tagen verkauft. Der Einfatz der HI. an den Sammeltagen dient also nicht nur dem Jugendherbergswerk, sondern durch den Verkauf der Kirschblüten wird auch den Familien geholfen, die durch die Kunstblumenherstellung Arbeit und Brot erlangt haben. Reifeprüfungen und sonstigeprüfungen für Aichtschüler in Hessen. Reifeprüfungen für Nichtschüler und -schülerinnen in Hessen finden im Herbst 1935 statt. Der mit 1,50 RM. stempelpflichtigen Meldung, die bei dem Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung Abteilung II — einzureichen ist, sind unter Angabe der genauen Anschrift des Prüflings beizufügen: Lebenslauf mit zwei Lichtbildern, Leumundszeugnis, Nachweis des Bildungsganges, der Vorbereitung auf die Prüfung sowie das Abgangszeugnis der zuletzt besuchten öffentlichen höheren Schule. Prüflinae, die zuletzt eine private Vorbereitungsanstalt besucht haben, müssen außerdem ein vollständiges Zeugnis dieser Schule, in dem alle Fächer mit Noten über die Leistungen bezeichnet sind, vorlegen. Meldungen von Bewervern, die nicht in Hessen wohnen, können nur dann berücksichtigt werden, wenn der Wunsch zur Ablegung der Prüfung an einer hessischen höheren Lehranstalt in eingehender Darlegung begründet wird. Voraussetzung für die Zulassung von Bewerbern, die das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und deren Eltern nicht in Hessen wohnen, ist die Genehmigung der zuständigen Heimatschulbehörde (Oberpräsident der Provinz, Abteilung für höheres Schulwesen usw.) zur Ablegung der Prüfung in Hessen. Bei der ebenfalls stempelpflichtigen Meldung für eine Prüfung zur Erlangung der Reife für Prima oder Obersekunda genügt die Vorlage des Lebensganges, des Leumundszeugnisses, des letzten Schulzeugnisses und des Nachweises über die Art der Vorbereitung. Für die Zulassung gelten im all- Arbeitsbeschaffung durch den Hausbesih 1. 2. 3. 4. 5. Militärkonzert in der Lergschenke. Das gesamte Musikkorps der Gießener Garnison unter persönlicher Leitung von Obermusikmeister Ernst Krauße bot am gestrigen Dienstagnachmittag und am Abend den Besuchern der Berg- deutschen Hausbesitzer, daß sie sich ihrer Pflicht gegenüber der Volksgemeinschaft bewußt werden und durch Vergebung von Arbeitsaufträgen dazu beitragen, das Gespenst der Arbeitslosigkeit zu bannen. Ein weiteres Ziel ist auch, den Zustand des deutschen Wohnraumes, wie überhaupt des bebauten Besitzes zu verbessern, wodurch auch gleichzeitig der Eigentümer den Wert seins Eigentums erhöht. Im Interesse der Arbeitsbeschaffung muh auch an die Mieter, vornehmlich an diejenigen, die durch die Einbehaltung von 4 v. h. der Frie- densmiele zu der Ausführung der sog. Schön- heitsreparaturen verpflichtet find, die dringende Aufforderung gerichtet werden, gleichfalls durch Vergebung von Jnftandsehungsarbeiten zu der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit beizutragen. In einem gemeinsamen Ausruf des Zentralverbandes Deutscher Haus- und Grundbesitzervereine und des Reichsstandes des Handwerks an die angeschlossenen Organisationen und die Mitgliedskorper- schaften wird auf die Schicksalsverbundenhelt von Hausbesitz und Handwerk besonders hingewresen. Diese hat sich dadurch zu bewähren, daß der Haus- besitz im Rahmen des wirtschaftlich Möglichen zusätzliche Arbeitsaufträge erteilt und baß anderseits das deutsche Handwerk dem Auftraggeber durch sauberste Ausführung der Arbeiten und durch äußerste Preisgestaltung entgegenkommt. Es muß selbstverständlich vermieden werden, daß die durch die Arbeitsbeschaffung etwa an einzelnen Stellen au - tretende Sonderkonjunktur zu sachlich ungerechtfertigten Preiserhöhungen benutzt wird. Mittelstreifens ist aus der gesamten Strecke unbe- dingt verboten. 6 Angehalten darf nur in dringenden Fallen wer- den. Das Fahrzeug ist dabei aus die äußerste rechte Seite der jeweiligen Fahrbahn 5^ stellen. 7. Die Ueberführungen dürfen nicht als Unterstell- räume bei Regen und Schnee benutzt werden. 8. Bei Unfällen oder Pannen kann durch ole Fernsprechstellen in den Wärterhäuschen an den drei Anschlußstellen am Zubringer Frankfurt a^M.-Sud, Mörfelden—Langen und D armstadt—Griesheim Hilfe herbeigeholt werden. Zu den Fernfprechftellen nur auf dem äußeren Bankett, nicht auf der Fahrbahn gehen! ‘ . 9. Den Anweisungen des Bahnschutzes und des mit grünen Armbinden gekennzeichneten Straßen» meisterpersonals ist unbedingt Folge zu leisten. 10. Nur bei Beachtung dieser Vorschriften und bet gesteigerter gegenseitiger Rücksichtnahme der Bahnbenutzer kann die Reichsautobahn erhöhte Sicherheit und erleichtertes Fahren bieten. Deutsches Zugendfest 1935. Aufgaben der Ortsausschüsse. die Wettkampfanlagen in Ordnung sind. Welche Gemeinden zu dem betreffenden Festort gehören, kann der Gefolgschaftsführer der HI. angeben. Diese Gemeinden sind von allen wichtigen Angelegenheiten in Kenntnis zu setzen. Die Siegeroerkündigung soll möglichst im Anschluß an die Kämpfe stattfinden. Alle Anfragen betreffend die technische Durchführung der Wettkämpfe sind zu richten an Turnlehrer Mohr, Gießen, Wilsonstr. 8. gemeinen dieselben Bestimmungen wie für die Reife- Prüfung. , Meldungen zu Ergänzungsprufungen, dte.ebenfalls nur im Frühjahr und im Herbst stattsmden, sind auch mit 1,50 RM. stempelpflichttg; es genügt hier die Vorlage einer beglaubigten Abschrift des Reifezeugnisses. Die Zulassung von Nichtariern zu Nichtschuler- Prüfungen bedarf der Genehmigung des Herrn Reichs- und preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung: der dem Bewerber zugehende Bescheid ist mit der Meldung zur Prüfung einzureichen. Die mit der Abnahme der Prüfung betraute Direktion teilt dem Bewerber die erfolgte Zulassung sowie Zeit und Ort der Püfung mit und gibt auf Anfrage über Gegenstände der Prüfuna Auskunft-, an den Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung Abteilung II — sind derartige Anfragen zu richten. Weisungen der Direktion sind zu entsprechen: ihre Anfragen sind alsbald und ausführlich zu beantworten, andernfalls kann die Zulassung von ihr versagt werden. . Meldeschluß am I.Juli 1935. Verspätet einlaufende ober durch nachträgliche Vorlage von Nachweisen ergänzte Gesuche werden nicht berücksichtigt. 3. Familientag derAachkommen Liebigs Am 23. Juni d. I. findet in Gießen an der Stätte der erfolgreichsten Tätigkeit des berühmten Chemikers Justus von Liebig, der aus Darmstadt gebürtig war, der dritte Familientag der Nachkommen der Angehörigen Justus von Liebig statt. Nach dem erfolgreichen Verlauf der vorhergegangenen Familientage ist wiederum ein guter Besuch zu erwarten. Die Vorbereitungen für die Veranstaltung liegt in den Händen des Amtsgerichtsrats W. Jöckel, des einzigen ortsansässigen Verwandten Liebigs, der ein Nachkomme Liebigs jüngerer Schwester Luise Catharine ist. In Verbindung mit dem Familientag wird die diesjährige Jahres-Hauptversammlung der Gesellschaft Liebig-Museum abge- Jn der nächsten Zeit werden in allen deutschen Gauen an den Anschlagsäulen Plakate kleben, die die Aufforderung des Zentraloerbandes Deutscher Haus- und Grundbesitzervereine an die deutschen Hausbesitzer enthalten. In diesem Sommer durch vermehrte Vergebung von Jnstandsehungsaufträgen, soweit es in ihren wirtschaftlichen Kräften liegt, bei der Bekämpfung der ArbeitslosigkeU mitzuhelfen. Diese Aktion zur Förderung der vom Führer angeordneten Arbeitsschlacht ist vom deutschen Haus- und Grundbesitz gemeinsam mit dem Retchsstand des Deutschen Handwerks in bte Wege geleitet worben, weil im bebauten Besitz insbesondre für bas Hanbwerk noch große Reserven ber Arbeitsbeschaffung vorhanben sinb. Bekanntlich sind im Verlaufe des Winters 1933/34 mit Hilfe der Reichszuschüsse große Jn- standsetzungsarbeiten durchgeführt worden, aber naturgemäß konnten die Versäumnisse zweier Jahrzehnte nicht in diesem einen Winter nachgeholt werden. Außerdem ist es erforderlich, daß das deutsche Handwerk dauernd und in regelmäßigem Umfange mit Jnftandfehungsauflrägen des Hausbesitzers versehen wird, da etwa drei Fünftel des Handwerks nur durch die Aufträge des hausbefihes Lohn und Brot erhalten. Aus diesem Grunde richtet sich der Appell des Präsidenten des Zentralverbandes Deutscher Haus- und Grundbesitzervereine, T r i b i u s, an die halten werden. Im Mittelpunkt beider Veranstaltungen steht ein Vortrag ■ des Ehrenpräsidenten dieser Gesellschaft, Herrn Geheimen Rats Umversttats- Profesior Dr. R. Sommer über einen wertvollen Fund von 40 Briefen Justus von Liebig an seinen Bruder Karl Liebig in Valparaiso, der die sehr herzlichen Beziehungen zwischen beiden Brudern aufzeigt. Bewundernswert ist es, mit welcher Liebe und Sorgfalt der große Forscher seinem Bruder Aufschluß erteilt über chemische Experimente, u. a. die Herstellung des Fleischextraktes. An die gemeinsame Sitzung schließt sich ein Besuch Bad Salzhausens zur Besichtigung ber Erinne- rungsstücke unb bes Liebig-Zimmers im bärtigen Kurhaus an. Was der Autofahrer über dieBenutzung der Michsautobahn wissen muß. 1. Die Reichsautobahn ist nur für Kraftfahrzeuge bestimmt. Von ber Benutzung sinb somit ausae- schlosien: Fußgänger, Rabfahrer, Reiter unb Fuhrwerke. , , 2. Zu- unb Abfahrten ber 22 km langen Autobahnteilstrecke Frankfurt—Darmstadt sind nur unter Benutzung ber Anschlußstellen an ben Straßen Frankfurt—Kelsterbach (Alte Mainzer Straße), Langen—Mörfelben unb Darmstabt—Griesheim gestattet. 3. An ben Anschlußrampen sinb nur bte von Sperrzeichen freien Wege zu benutzen. Auf ben Zu- unb Abfahrtsrampen ist das Ueberholen nicht gestattet. . _ 4. Die westliche Fahrbahn ist für die Richtung Frankfurt—Darmstadt, die östliche Fahrbahn für die Richtung Darmstadt—Frankfurt bestimmt. Auf jeder Fahrbahn ist rechts zu fahren, die linke Halste nur beim Ueberholen zu benutzen. Nicht nebeneinander fahren! 5. Die Richtung kann nur an den Anschlußstellen gewechselt werden. Dort ist unter Benutzung der Auffahrts- und Abfahrtsrampen die Autobahn nur auf den Brücken zu kreuzen. Das Ueberfahren des Die Ortsausschüsse für das Deutsche Jugendfest am 22. und 23. Juni sind nun an den bekannt- gegebenen Orten zusammengerufen. Ihre wichtigsten Ausgaben sind folgende: ' Leiter des Ausschusses ist ein Vertreter der betr. Gemeinde. Von ihm sind zu bestellen: a) hte Siegernabeln. Um bie Anzahl ber zu bestellenden Nabeln angeben zu können, muß die Zahl ber Wettkämpfer unb Wettkämpferinnen bekannt sei. Man rechnet, baß ungefähr ein Drittel aller Teilnehmer Sieger werben. In dieser Höhe erfolgt auch die Bestellung der Nadeln. Die Unkosten für die Nabeln werben gebeckt aus bem Ueberschuß, ber beim Verkauf der Festabzeichen, der ausschließlich durch die Schulen geschieht, erzielt wird, b) Die Wettkampfkarten für alle Teilnehmer, die nicht der HI. oder ihren Untergliederungen angehören. Alle Bestellungen umgehend bei der Geschäftsstelle des Deutschen Jugendfestes in Berlin. Die technische Durchführung der Wettkämpfe überträgt die Gemeinde am besten einem Turnoder Sportwart eines Turn- oder Sportvereins. Dieser ist verantwortlich für die Durchführung der Kämpfe. Er sucht sich Mitarbeiter aus den Vereinen, d--r HI. und ihren Untergliederungen unb ber Lehrerschaft, bie als Kampfrichter, Riegenführer unb im Berechnungsausschuß tätig sinb. Seine Aufgabe ist es auch, in Zusammenarbeit mit ber Gemeinbe bafür zu sorgen, daß Deutsches Erzeug ms NESTLE KINDERNAHRUNG Wamm verkeimst du mich, Barbara? Roman von Liane Sanden. llrheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Der Polizist blieb am Auto vor Mackenroth stehen und fragte leise: „Wieder was vom Vieh erkrankt, Herr von Mackenroth?" „Ja, leider, Herr Wachtmeister — eine unserer besten Stuten. Heute nachmittag war sie noch kreuzfidel, und heute abend hat sie etwas wie eine Kolik. Weiß der Himmel, was die Viecher immer fressen!" Der Polizist sah sich scheu um: „Ich will ja nichts gesagt haben, Herr von Mackenroth. Aber passen Sie gut auf! Passen Sie recht gut auf!" Mackenroth sah den Beamten an. Er wollte etwas fragen. Aber ber grüßte schon militärisch unb ging in auffälliger Eile bavon. Er schien offenbar über dies Thema nicht weitersprechen zu wollen. Eckeharbs Gesicht würbe finster. Die kurzen, warnenben Worte bes Mannes hatten feine Gedanken wieber nach einer bestimmten Richtung gelenkt. Diesmal würbe er nicht nachlassen, bis er den Grund ber rätselhaften Erkrankungen im Vieh- bestaub bes Schlosses Scheblowitz erfahren hatte. Enblich erschien Doktor Wenclic^ek. Er sah noch ziemlich verschlafen aus unb knöpfte im Herunterkommen noch seine Weste zu. „Guten Adenb, Herr von Mackenroth. Na, bas sinb ja bewegte Nächte." Er stieg etwas schwer at- menb unb pustenb ob seiner Leibesfülle zu Mackenroth. „Weiß ber Himmel, jebe Nacht beinah holt man mich heraus." Eckeharb berichtete im Fahren kurz unb fachlich dem fragenden Tierarzt über bie erkrankte Stute. Als sie nach einer halben Stunbe auf ben Grasplatz hinter bem Wirtschaftshof von Scheblowitz tarnen, sahen sie Emil Perschke. Er trieb mit auf- munternben Zurufen bie Stute an einer langen Seine im Kreise umher. Das Tier war mit Schweiß bebeckt unb zitterte in den Flanken. „Gott fei Dank, daß Sie kommen, Herr Doktor", sagte er. „Ich kann sie schon nicht mehr auf den Beinen halten. Sie will sich immer hinlegen. Ich fürchte, unsere Mühe nützt nichts." 9. Kapitel. Die letzten Gäste waren von Schloß Scheblowitz weggefahren. Barbara hatte sich zärtlich von Magdalena verabschiedet und war in ihr Zimmer gegangen. „Ich brauche Sie nicht mehr, Klara", jagte sie freundlich zu der Zofe, die verschlafen aus ihrem Stuhl auffuhr, „gehen Sie ruhig!" „Soll ich der gnädigen Frau noch beim Aus- kleiden helfen?" „Nein, nein, Klara. Lassen Sie nur! Ich werde schon allein fertig." Nun war alles still. Barbara sank mit einem Seufzer in den weichen Sessel, der am offenen Fenster stand. Es fiel wie eine Maske von ihrem hochmütigen, schönen Gesicht. Unendlich müde und sehr einsam sah sie jetzt aus, wie sie so saß unb in bie helle Sommernacht hinausstarrte. Das Fest war vollkommen gelungen. Alle Gäste hatten es ihr versichert. Man hatte sich nicht genug tun können in Worten ber Anerkennung unb ber Hoffnung, baß Barbara nun wieber regelmäßig im Kreise ihrer Stanbesgenossen erscheinen würbe. Barbara sann vor sich hin. So hatte sie also erreicht, was sie wollte. Die Menschen, die in den Tagen ihres Konfliktes mit ihrem verstorbenen Ehemann, ohne zu fragen unb zu überlegen, für Albert Partei genommen, sie hatten sie nun wieber anerkannt. Damals hatte man es für eine Anmaßung gehalten, baß sie, bie Bürgerliche, um einer solchen Lappalie willen, wie man Alberts Beziehungen zu ber französischen Sängerin nannte, sich scheiden lassen wollte. Bis der Selbstmord Alberts allen gezeigt hatte, daß hinter diesen Beziehungen noch ganz andere Dinge steckten: ber burch Leichtsinn hervorgerufene Verlust bes Vermögens, Spielschulden, bie nicht eingelöst werben konnten, Wechsel, bie umliefen — kurzum, ber ganze Zusammenbruch. Ihr Vater hatte außerordentlich große Summen opfern müssen, um die Verbindlichkeiten zu decken. So war es wenigstens gelungen, das Gut zu retten. Aber es hatte hingebender Arbeit bedurft, um den verwirtschafteten Besitz wieder auf einen hohen Stand zu bringen. Damals hatte man ihr empfohlen, dem Oberinspektor Rockesch eine Hilfe zur Seite zu geben. Man hatte ihr Eckehard von Mackenroth genannt. Und was Arbeit und Pflichterfüllung anlangte, hatte sie diese Wahl nie zu bereuen gehabt. Ecke- Hardt von Mackenroth war tüchtig wie kaum ein Landwirt. Sie vermochte bas zu beurteilen. Denn sie hatte ja auf bem väterlichen Gut bei Blankenese einen Einblick in ben Betrieb eines solchen Besitzes bekommen. Seit bem Tobe ihres Gatten hatte sie nicht geruht, bis sie in allen Zweigen ber Landwirtschaft eine gewisse Erfahrung sich erworben hatte. Sie hatte Bücher gelesen. Sie hatte Kurse an ber landwirtschaftlichen Schule der benachbarten Kreisstadt gehört und sich mit allem Ernst in ihre neue Aufgabe als Gutsherrin vertieft. Sie wußte, was sie beruflich an Eckehardt von Mackenroth hatte. Und doch, als er sich so brüsk von ihr auf dem Feste verabschiedet, hatte sie beinah aufgeatmet. Es mußte zwischen ihr und Mackenroth zu Ende kommen. Wenn sie mit ihm zusammentraf, überkam sie eine Unruhe, die sie nicht zu deuten wußte oder nicht deuten wollte. . Es war zwischen ihnen beiden auf die Dauer das Verhältnis zwischen einer Gutsherrin und ihres Inspektors nicht aufrechtzuerhalten. In. seinen dunklen Augen lag etwas Fragendes, Bittendes, was ihre Ruhe zu trüben brohte. Das bürste nicht sein. Man würbe doch noch einen Menschen finben, ber ebenso tüchtig war wie Mackenroth, unb bem gegenüber keinerlei gesellschaftliche Rücksichten notwenbig waren. Sie wollte ihn fort haben. Er mußte sich nach einer anberen Stellung umsehen. Sie wollte ihre Ruhe wiebergewinnen, bie er zu stören brohte. Mit zusammengezogenen Brauen sah sie in bie Sommernacht hinaus. Doch es war, als flösse aus ber samtigen Dunkelheit neue Unruhe in ihr Herz. Wie süß unb brängenb ber Atem ber Sommernacht zu ihr heraufkam! In ber halben Dunkelheit fah sie bas Weiß ber großen Lilien auf bem ©taubenbeet bicht vor ihrem Fenster geheimnisvoll aufleuchten. Dom Fluß her kam ber schluchzenbe Laut einer Nachtigall. Er durchdrang bas geheimnisvolle Raunen, bas aus Bäumen unb Büschen hervor- brang. Es war, als spräche bie Nacht mit geheimnisvollen Stimmen zu ihr. Die Melobie bie» fer Stimme war Sehnsucht, Sehnsucht nach Glück — Sehnsucht nach Liebe. Sie wollte es nicht, unb boch konnte sie iyrer Phantasie nicht gebieten: Sie sah plötzlich das herbe, schöne Gesicht Eckehard von Mackenroths vor sich. Sie , sah seine Augen mit leidenschaftlicher Frage sich in bie ihren senken. Sie sah bie männlich-verhaltene Güte, wie er sie ihr früher vor bem Tobe ihres Gatten gezeigt. Dann wich bieses Bilb vor ihrem Geiste. Nun erblickte sie ihn, wie sie ihn heute abenb zuletzt gesehen hatte, mit bem zornigen, oerfteinten Gesicht. Warum tat sie das eigentlich alles? Warum benahm sie sich ihm gegenüber jo? Jedesmal, wenn sie mit ihm zusammen war, kam diese Unruhe über sie. Dann brachen Trotz und Feindseligkeit in ihr auf. Eben weil sie ihm gegenüber nicht die kalte Gleichmütigkeit wahren konnte wie gegenüber anderen Männern. Und warum konnte sie das nicht? Hastig stand sie auf. Sie wollte sich auf diese Frage keine Antwort geben. Genug des träumens! Genua bes Grübelns — der morgige Tag brachte viel Arbeit! Sie ging in ihr Badezimmer, wusch und duschte sich, machte sich für bie Nacht fertig. Die Uhr mit bem Leuchtzifferblatt auf ihrem Nachttisch zeigte bereits bie britte Stunbe. Eine milbe, graue Dämmerung kam schon über die hohen Baumgipfel des Parks. Der Abendstern stand blaß an dem Heller werdenden Himmel. Wie friedlich diese Stunde zwischen Nacht und Morgen war! Warum fand nur ihr Herz feinen Frieden?. Aber mit der gesunden Kraft der Jugend kam doch der Schlaf, kaum daß sie sich niedergelegt hatte. In die ersten Träume hinein war es Barbara wie ein Räderrollen vom Wirtschaftshof her. Aber sie mußte sich getäuscht haben. Denn für den Milchwagen, der alltäglich von der Meierei in die Stadt fuhr, war es noch zu früh. Eckehard von Mackenroth stand mit bleichem Gesicht vor den Pferdestallungen. Die Stute hatte trotz der Bemühungen des Tierarztes eben den letzten Atemzug getan. Doktor Wenczliczek war wieder abgefahren. Nun stand Eckehard hier in der Morgendämmerung und sah grübelnd vor sich hin. Er hatte es doch für notwendig gehalten, ben Oberinspektor Rockesch zu rufen. Der war furchtbar aufgeregt gewesen unb ganz außer sich über bie töbliche Erkrankung bes schönen Tieres. Unb boch, Eckehard konnte sich nicht helfen: es war ihm, als wäre in dieser lauten Erregung des Vorgesetzten etwas wie eine ganz kleine Schauspielerei gewesen. Er würde diesmal darauf bestehen, daß man das Tier genau untersuche. Diese Sache ging nicht mit richtigen Dingen zu. Man mußte oahinterkommen, warum plötzlich der Viehbestand von Gut Schedlowitz solches Unglück hatte. Es würbe seine letzte Aufgabe sein. Dann würde er seine Stellung hier verlassen. Sein Herz war voll schwerer Sorge, als er jetzt seiner Inspektor- wohnung zuging, um noch ein paar Stunden Schlaf zu suchen. Hoffentlich gelang es ihm, bald eine neue Stellung zu finden. Er hatte ja immer noch die Schulden abzutragen, die sein Vater kurz vor dem Zusammenbruch gemacht hatte. Der Vater hatte gehofft, mit Hilfe einiger großer Darlehen noch fein Gut retten zu können. Es war nicht gelungen. Ohne ein Wort des Einwands hatte Eckehard die Schulden des Vaters übernommen, obwohl er dazu juristisch nicht verpflich- tet gewesen wäre. Aber es war ihm unerträa» lich, zu denken, daß irgend jemand durch den Zu- fammenbrud) des väterlichen Besitzes Verluste erleiden sollte. Er würde arbeiten bis zum letzten, um diese Verbindlichkeiten zu tilgen. Er hatte ja aus diesem Grunde mit die Stellung bei Barbara von Stechow angenommen. Denn sie war bedeutend höher bezahlt als andere derartige Stellungen zur Zeit. Sonst hätte er sich niemals all diesem ausgesetzt. Er hatte gewußt, wie schwer es fein würde, seine Liebe zu Barbara Stechow nie- derzukämpfen. Er hatte viel auf sich genommen, als er hierher zurückkam. Aber er hatte geglaubt, es tun zu müssen. Die Verpflichtungen, vom Vater her übernommen, mußten gedeckt werden. Persönliche Rücksichten hatten dabei zu schweigen. Jetzt aber war es zuviel geworden. Es gab Dinge, die sich kein Mann gefallen lassen durfte, wollte er nicht vor sich selber als ehrlos dastehen. Es mußte ein Ende gemacht werden. (Fortsetzung folgt!) 100-Lahr-Keier der Stadt Homberg zungen. Kreis Wetzlar. Oberheffen Höhepunkt des Konzerts bildeten die Märsche mit Fanfarentrompeten und Kesselpauken. Sämtliche Darbietungen fanden dankbare Aufnahme bei den Ls gebt nur einen Adel, den Adel der Arbeit. Treuhänder dieses Adels ist die Deutsche Arbeitsfront! Auch du gehörst In diese Front aller Schaffenden. öJL-tfpont Handball während der pfinMeierlage Führungen durch Lich und Kloster Arnsburg gedacht. Ein origineller Festzug mit verschiedenen Trachtengruppen führt am zeitigen Nachmittag zum Volksfest auf die Hardt. Alles in allem verspricht die Tagung alle Besucher voll zu befriedigen. Nicht nur die Nuni-Nr. der reich bebilderten Monats- schrift des VHC., auch die Festnummer des Ortsblat- tes bringt wertvolle Artikel im Dienste der großen Wandersache. Sagt doch der so früh verstorbene Reichsminister Hans S ch e m m so schon: „Erbaut euch an der Schönheit der deutschen Heimat und schafft die Weihe für die deutsche Heimaterde! pfingstmarkt in Schotten. k S ch o t t e n , 11. Juni. Der altbekannte Schot- tener P fing st markt hatte heute wieder Jeme alte Anziehungskraft bewiesen. Herrliches Psmgst- wetter lag über dem landschaftlich schon gelegenen Marktplatz. Am 1. und 2. Feiertag feierte die Ju- gend schon vor: Karussell, Schießbuden usw. sorgten für Unterhaltung. Am 3. Pfingstfeiertag begann der Markt. Es waren aufgetrieben etwa 150 Stuck Rindvieh, 10 Pferde und Fohlen, 650 Schweine. Sehr stark war die Zahl der Marktbesucher und Käufer. Der Handel setzte flott ein. Es wurden be- zahlt für Schweine 6 bis 8 Wochen - 26 Mk., 8 bis 10 Wochen = 31 Mk., 11 bis 13 Wochen = 36 Mk Einleger - 40 Mk. Die Nachfrage war aroß Besonders viele Derkaufsstande waren vor- banden, die ihre Waren anboten In drei großen Porführungsringen wurde das Pramnerungsvieh von den Kommissionen gerichtet und prämiiert Die Stadt hatte von verschiedenen Seiten Zuschüsse zn gäbe fand großen Anklang, da die Spielenden sich mit guter Einfühlung ihrer Aufgabe entledigten und manche tragikomischen Augenblicke zur allgemeinen Erheiterung beitrugen. Dem Verfasser, der die einleitenden und verbindenden Worte im Reim sprach und auch als Ansager abends fungierte, wurde reicher Beifall gezollt. Im Laufe des Abends trat auch die hier wohlbekannte Trachtengruppe von Cappel auf. Sie sang wieder ihre schönen Volkslieder und führte Volkstänze auf. So gingen die Gäste und Mitwirkenden des Abends mit großer Befriedigung nach Hause, und noch auf dem Heimwege konnten sie ein Stück Vergangenheit erleben: zwei Nachtwächter, in historischen Kostümen, bliesen die nächtliche Stunde und ließen das alte Nachtwächterlied „Hört ihr Herrn" erklingen und mahnten so zur Heimkehr, was wohl auch die meisten befolgten. Oer zweite Feiertag, Besuchern, bk mit lebhaftem Beifall die Kapelle zu Zugaben veranlaßten. Gewinne in der Arbeitsbeschaffungslotterie. Von der Reichslotterie für Arbeitsbeschaffung wird uns mitgeteilt: Nachdem schon täglich kleinere Gewinne bis 5,— RM. gezogen wurden, fiel in Gießen in einer Gaststätte der erste größere Gewinn von 100 RM. auf einen Loskäufer. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr, Schwimmen im Dolksbad: 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 21.30 Uhr: „Pension Schoeller". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Bengali". — Ober- hessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 16 bis 17 Uhr, Ausstellung Christian Rohlfs (Hagen). — Oberhessischer Kunstverein: 17.15 Uhr: Jahres- Mitgliederversarnrnlung im Turmhaus am Brandplatz. , ** DieSprech stunden des Stadtschulrats betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir besonders Hinweisen. stehen. Dann folgte ein von unserem bekannten Heimatdichter L. L a n g st r o f f verfaßter Prolog, der von Frl. B e ck e r gut zu Gehör gebracht wurde. Auch der hiesige S i l ch e r ch o r stellte sich in den Dienst der Sache und trug unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer V i e h m a n n , zwei Chöre vor, die beifällig ausgenommen wurden. Die zahlreichen Besucher begrüßte Bürgermeister S ch w e i k e r, der allen fröhliche Stunden wünschte und den Mitwirkenden sowie den Bürgern für die Ausgestaltung des Festes dankte. Dann ließ der Kreisschulungsleiter, Pg. Geißer, in seiner Festrede das wechseloolle Schicksal der Stadt Homberg an unserem geistigen Auge vorüberziehen. Er brachte dabei die treibenden Kräfte, die dieses Geschehen gestalteten, aus nationalsozialistischer Schau zur Darstellung: „Volksschicksal war Stadtschicksal, und Stadtschicksal ist Volks- s cy i ck s a l". Dies zeigte schon die älteste, über die Geschichte Hombergs Aufschluß gebende Urkunde aus dem Jahre 1065, die von einer Schenkung Heinrichs des IV. an das Kloster Hersfeld berichtet. Hier zeige sich, wie die durch das Mittelalter hindurch von Rom abhängige Reichspolitik auch das Geschick Hombergs beeinflusse. Wenn auch, so führte Pg. Geißer aus, Homberg nicht so reich sei an geschichtlichen Denkmälern, so sei doch bemerkenswert für unsere Zeit, daß in Hombergs Mauern jederzeit ein Geschlecht gelebt habe, das mit kämpferischem Geist an seine Aufgaben herangetreten sei und seine Ehre verteidigt habe. Dies sei das Vermächtnis der Vorfahren an unsere Zeit, die es an die Nachwelt weitergeben müsse, um so den Ring der Geschlechterkette zu schließen. Eine kleine Episode aus Hombergs Vergangenheit, „Der Wasenmeister", ging nun in Form eines zweiaktigen Bühnenstücks, das von Ortsbauernfuhrer Pg. L. G a u b verfaßt worden war, über die Bretter. Der geschichtliche Hintergrund dieses Stückes ist folgender: Der Gemeinderat der Stadt Homberg weigerte sich, den verstorbenen städtischen Wasen- meister neben seinen verblichenen Hornberger Mitbürgern zu bestatten. Obwohl der Amtmann von Burg-Gemünden die Bestattung verlangte, weigerte sich der Gemeinderat, dieser Anordnung zu ent« sprechen. Wegen dieser Widersetzlichkeit wurden die Stadtväter mit dem Oberhaupt in Haft genommen und erst freigelassen, als sie bereit waren, der An- Weisung des Amtmanns Folge zu leisten. Bemerkenswert an der Aufführung dieses Stückes war, daß die Rollen von dem derzeitigen Bürgermeister mit seinen Gemeinderäten und dem Polizeidiener in historischen Kostümen gespielt wurden. Die Wieder- Lokal, ein Saal vom Rathaus, augenblicklich wegen Erneuerungsarbeiten im Rathaus nicht in Frage kommt, so hat in dankenswerter Weise der Metzger- meister und Gastwirt im „Ritter", Paulus Gerhard, seinen außerhalb beim Kirchweihplatz gelegenen Saal zur Verfügung gestellt. Gestern wurde hier der Kindergarten mit etwa 50 Kindern begonnen. Die Lage des Saales mitten im Grün der Baumstücke und Wiesen, fern jedes Autoverkehrs, ist wie geschaffen für den Kindergarten. § Staufenberg, 12. Ium. Am zweiten Pfingstfeiertag fand bei herrlichem Wetter auf der hiesigen Burg das Sommerfest der NSG. „Kraft durch Freude" statt. Die Veranstaltung lag in den Händen der Ortsgruppen Mainz- Tar und Lollar. Der Besuch war mit etwa 1000 Teilnehmern ausgezeichnet. Der große Burgsaal war bis auf den letzten Platz besetzt, so daß nur ein Teil der Besucher dem Theaterstück der Mün- chener Heimatspieler folgen konnte. Im Freien hielt unser bekannter Heimatdichter Georg Heß die Festgäste in froher Stimmung. Der Tag nahm in allen Teilen einen harmonischen Verlauf. § Mainzlar, 12. Juni. Dor einigen Tagen wurden in unserer Gemeinde die P f u n d s p e n - den (Lebensmittelopferring der NSV.) für Monat Juni 1935 eingesammelt. Diese ergaben: 29 Pfd. Mehl, 15 Pfd. Reis, 6 Pfd. Linsen, 4 Pfd. Erbsen, 5 Pfd. Bohnen, 1 Pfd. Nudeln, 1 Pfd. Grieß, 3 Pfund Gerste, 1 Pfd. Zucker, 1 fd. Wurst, insge- samt also 66 Pfund. Die Lebensmittel wurden der Kreisleitung der NSV. Gießen überwiesen. ch Lich, 11. Juni. Einer jahrzehntealten Sitte getreu, unternahm die Sängervereinigung „C ä - c i l i a" am frühen Pfingstsonntagvormittag ihren traditionellen Pfing st rundgang durch die Stadt. An freien Plätzen trugen die Sänger Heimat-, Volks- und Daterlandslieder vor und entboten damit den aufmerksam zuhörenden Einwohnern einen Pfingstgruß von besonderer Art. An- Der Spielbetrieb war in unserem heimischen Kreis an den beiden Feiertagen außerordentlich stark. Die Treffen haben allerdings etwas unter der ungewohnten Hitze gelitten. — Eine große Anzahl von Mannschaften hatten sich z. T. recht spielstarke Gegner aus anderen Gauen verpflichtet, die nicht nur gut ausgenommen wurden, sondern auch einen Eindruck von der derzeitigen Spielstärke unserer Vereine erhielten. 1. Feiertag. Aufstiegspiel der 2. Kreisklasse. Das einzige Pflichtspiel TV. Katzenfurt — TV. Dorlar endete mit einer großen lieber» raschung. Die Gäste brockten es fertig, sich von der am Ende der Tabelle stehenden Mannschaft des TV. Katzenfurt knapp aber verdient schlagen zu lassen. Die Einheimischen zeigten das beste Spiel während der Runde und konnten, obwohl sie in der Pause mit einem Tor im Rückstand lagen, durch ihren ungeheuren Eifer noch gewinnen. Tv. Allendorf (Lahn) — TD. Jahn Nürnberg 6:11 (3:7). Die Gäste aus Nürnberg hielten das, was man von ihnen erwartet hatte. Sie waren nicht nur außerordentlich schnell, sie spielten vor allem auch äußerst fair und ideenreich, so daß die zahlreichen Zuschauer auf ihre Kosten tarnen. Die Einheimischen enttäuschten nach der angenehmen Seite. Man sah gerade von ihnen schöne Kombinations- zöge, und nur großes Schußpech ließ eine Verbesserung des Ergebnisses nicht zu. TuSp. G. D.-Niedergirmes — Spv. Wiesbaden 3gb. 9:12 (5:6). Die Einheimischen konnten ihren schönen Sieg vom Vorspiel nicht wiederholen, weil die Gäste weit stärker, als erwartet war, antraten. In ihren Reihen wirkten Spieler mit, die wohl kaum noch Anspruch auf einen Iugendpaß haben. In der Hauptsache ist aber die Niederlage darin zu suchen, daß die Einheimischen schwere taktische Fehler begingen, die ihnen den Sieg kosteten. der eigentliche Festtag, wurde mit einem Weckru durch die Kapelle Möget eingeleitet. Bald darauf zog der Polizeidiener in historischer Uniform durch )ie Straßen, von einem Kinderschwarm begleitet, um auf das Fest bezügliche Anordnungen bekanntzumachen. ..... Im Festgo11esdienst führte der Geistliche die Gemeinde in die geschichtlichen Ereignisse, be- sonders auf kirchlichem Gebiet ein, indem er sie unter religiösem Blickpunkt betrachtete. Nachmittags bewegte sich der mit großer Spannung erwartete historische Festzug durch die Stadt, der prächtige Gruppen zeigte. So waren auf verschiedenen Wagen das Handwert alter und neuer Zeit recht treffend zur Darstellung gebracht. Auch die Tempelritter, der Stadtvorstand in alter Amtstracht, eine Postkutsche, die Revolutionsfahne von 1848, das Schloßfräulein mit feinem Gefolge feien von vielem anderen besonders erwähnt. Der stattliche Festzug bewies, daß man mit besonderer Sorgfalt an die Ausgestaltung herangegangen war. Nach der Auslösung des Zuges auf dem Gelände vor der Stadthalle begrüßte Bürgermeister Sch weiter die Feftgäfte und verlas ein Schreiben unseres Führers, des Ehrenbürgers von Homberg, in dem er bedauerte, der an ihn ergangenen Einladung nicht Folge leisten zu können und der Stadt ein weiteres glückliches Gedeihen wünschte. Nach dem Vortrag zweier Lieder durch den Sil- cherchor sprach Regierungsrat Dr. Lotz die Glückwünsche des Kreisamts Alsfeld aus und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß Homberg die Feier begehen könne nach dem Aufstieg Deutschlands unter der Führung Adolf H i t l e r s. Er begrüßte es weiterhin, daß man wieder die Werte des Landes der Großstadt gegenüber und die Verbundenheit mit der Scholle betone. Auch Pg. Geißer hob in feiner Festrede hervor, daß wir aus der Vergangenheit die Nutzanwendung für die Gegenwart ziehen müßten. Seine Ausfüh- rungen schloß er mit einem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland, dem je eine Strophe des Horst- Wesfel-Liedes und des Deutschlandliedes folgten. Der Rest des Tages wurde mit Tanz- und Volksbelustigung ausgefüllt. Um die Geschichte Hombergs seinen Burgern lebendig zu machen und zu erhalten, wurde auf Anregung des Bürgermeisters im hiesigen Rathaus ein Museum eingerichtet, das in diesen Tagen zum erstenmal besichtigt werden konnte und sich eines guten Besuches erfreute. Das Bestreben der in Be- tracht kommenden Kreise geht dahin, es zu erhalten und nach Möglichkeit weiter auszubauen. schließend kehrten die Sänger bei Gastwirt Heinr. Heller zum Frühschoppen ein. * Hungen, 11. Juni. An der Bahnstrecke Hungen — Friedberg in der Nähe der Grube „Vereinigte Wilhelm" in der Gemarkung I n h e i - de n gerieten gestern infolge Funkens tu gs aus derLokomotive etwa 15 Meter Grubenholz in Brand. Ein paar Stunden später brannte, wiederum verursacht durch Funkenflug aus der Lokomotive, an der gleichen Strecke ein großes Stück Gras an der Böschung des Bahndammes ab. In beiden Fällen gelang es zum Glück, das Feuer zu löschen, bevor es allzu große Ausdehnung nehmen konnte. * Stockhausen, 12. Juni. Der 9jährige Sohn Erich des hiesigen Landwirts Schmidt, der sich mit einem Flobert zu schaffen gemacht hatte, mußte mit einem Steckschuß im Knie in die Klinik nach Gießen eingeliefert werden. Preußen. Tödlicher Ilnglücksfall in Waldgirmes. * Waldgirmes, 12. Juni. Am zweiten Pfingstfeiertag ereignete sich in unserem Dorfe ein schwerer Unglücksfall, dem das Leben eines Kindes zum Opfer fiel. Der Unfall ereignete sich durch eine unglückselige Verkettung verschiedener Umstände. Zwischen einem Wetzlarer Kraftfahrer und einem Radfahrer hatte sich ein Zusammen st oß ereignet. Die Personalien der beiden wurden von einem Gendarmeriebeamten ausgenommen und, nachdem dies geschehen war, wurde beiden die Fahrt wieder freigegeben. Der Autolenker, der nun seinen Wagen wenden wollte, fuhr dabei zurück gegen ein Hoftor, vor dem die Frau des hiesigen Schlossers Schmidt, Frau Helene Schmidt, mit ihrem fünfjährigen Söhnchen Erich standen. Beide wurden von dem Kraftwagen gegen das Hof- t o r gedrückt. Während die Frau glücklicherweise nur eine Knieverletzung erlitt, kam der Knabe leider schwer zu Schaden. Das Kind hatte starke Quetschungen am Leib erlitten und 1 mußte, gleichzeitig mit seiner Mutter, in die i Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. [ Im Laufe des gestrigen Nachmittags erlag der bedauernswerte Junge den schweren Perlet- schenke mit einem wohlgelungenen Konzert einige genußreiche Stunden. Die reichhaltige Dortragsfolge brachte Opernmusit, Konzertstücke und Märsche. Im ersten Teil tarnen Musikstücke von Gläßner, Rossini, Wiggert und Bizet zum Vortrag. Ganz besonders dankbare Aufnahme fand eine Konzertpolka mit Soli für zwei Piccoloflöten der Herren Klöckner und Schmidt, komponiert von Wiggert. Der zweite Teil wurde mit dem ausgezeichneten Vortrag der Ouvertüre zur Oper „Der Waffenschmied" von Lortzing eingeleitet und endete mit dem Sträußchen Walzer „Geschichten aus dem Wiener Wald". Den Von herrlichem Pfingstwetter begünstigt, konnte die Stadt Homberg zu Pfingsten ihre 7 00- Iahr-Feier begehen. Aus diesem Anlaß prangten die Häuser und Straßen des Städtchens im schönsten Festschmuck. Selbstverständlich war diese Iahrfeier für viele Grund genug, die alte Heimat wieder aufzusuchen oder alte Beziehungen aufzufrischen, so daß die an diesen Tagen eintreffenden Züge zahlreiche Gäste hierher brachten. Auch „Kraft durch Freude" hatte sich Homberg am zweiten Festtage als Reiseziel auserkoren. Eröffnet wurden die Feierlichkeiten am Abend des ersten Feiertages mit einem Festakt in der Gtadthalle, die für diesen Zweck besonders hergerichtet war. Als Einleitung der Dortragsfolge spielte die verstärkte Kapelle Hisserich einen schneidigen Marsch. Ihre Darbietungen im Laufe des Abends fanden reichen Beifall und sie mußte sich zu Zugaben Derber Prämiierung erhalte«, Insgesamt etwa 1000 s Mark für Prämiierungszwecke ausgesetzt. Mancher : Landwirt konnte sich einen guten Geldpreis holen. An Simmentaler Vieh waren etwa 40 Stück vor- : Händen, beschonders schöne Tiere waren von der , einheimischen Vogelsberger Zuchtrichtung zu sehen, i Das herrliche Rotvieh bot einen prächtigen Anblick, i Mit Freude konnte man den großen Fortschritt bemerken, den die Rotviehzucht seit dem Kriegsende im Kreis Schotten genommen hat. Die Orte Rudingshain, Wingershausen zeichnen sich besonders aus. Die Prämiierungskommission hatte keine leichte Aufgabe bei der Zuerkennung der Preise. Das Ergebnis der Prämiieruna wurde auf dem Markt bekanntgegeben. Der Musikzug der hiesigen SA. gab ein schönes Frühkonzert. Bald entwickelte sich auf dem Markt frohbewegtes Leben, das sich am Nachmittag und am Abend in schöner Harmonie und in echter Volksverbundenheit fortsetzte. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 12. Juni. Unser Einwohner Karl Stotz und Frau Emilie, geb. Silß, Dammstraße 16, feiern am heutigen Mittwoch das Fest der Silbernen Hochzeit. § Leihgestern, 10. Juni. Am zweiten Pfingst- feiertag begingen die vor 50 Jahren hier konfirmierten Männer und Frauen durch gemeinsamen Kirchgang ihre goldene Konfirmationsfeier. Es waren 9 Frauen und 6 Männer, davon waren drei von außerhalb zum heutigen Tage hierhergekommen. Der Ortsgeistliche richtete ergreifende Worte nach dem Textwort ihres einstigen Konfirmationstages an sie. Auch ihr alter Lehrer, Rektor i.R. Jung, der zur Zeit in Bad-Nauheim bei feinem Sohne weilt, hatte sich eingefunden. Eine Nachfeier führte sie am Nachmittag nochmals bei Gastwirt Schröder (in Benders) zusammen. * Leihgestern, 12. Juni. Der hiesige 54 Jahre alte Landwirt Eduard Rothe erlitt bei der Arbeit auf dem Felde eine schwere Verletzung am rechten Unterschenkel und mußte zur ärztlichen Behandlung nach Gießen gebracht werden. "Y~ Watzenborn-Steinberg, 11. Juni. Da die Verpachtung der Jagd der hiesigen Gemeinde erstmalig nicht genehmigt wurde, ist sie jetzt (650 ha für 525 Mark) an Kreisdirektor i. R. Michel (Gießen) verpachtet worden. = Steinbach, 12. Juni. Wie schon früher berichtet, wurde hier auf Anregung der NSV. die Errichtung eines Ernte k i n d e r g a r t e n s beschlossen. Da das zunächst in Aussicht genommene ID. Mendorf (Lahn) 3gb. - TD. Münchholzhausen 3gb. 3:30. Es ist unverantwortlich, wie eine Mannschaft, die stark überlegen ist, die Ueberlegenheit ins Lächerliche ziehen kann. Es wäre besser gewesen, den Jungens aus Allendorf, die erst ihr zweites Spiel bestritten, wirkliche Lehrmeister zu fein und mehr Wert auf ein schönes Spiel als auf Tore zu legen. Tv. Garbenheim — Tv. Hörnsheim 7:5 (5:2). Obwohl die Garbenheimer Mannschaft gut in Fahrt war, kommt im Ergebnis der Spielverlauf nicht richtig zum Ausdruck. In der ersten Halbzeit waren die Einheimischen besser. Nach der Pause kam Hörnsheim mächtig auf und schnürte den Gegner vollständig in seine Hälfte ein. Zum verdienten Ausgleich langte es aber mit Rücksicht auf die zahlreiche Verteidigung nicht mehr. Tv. Garbenheim II — Tv. Hörnsheim II 5:10 (3:3). Die Gäste siegten in diesem Spiel auch in der angegebenen Höhe verdient, und zwar auf Grund ihres wirklich besseren Könnens. Tv. Garbenleich — DfB.-R. Gießen Ib 16:6 (11:2). Die Gießener, die nur mit neun Mann antraten, mußten eine vernichtende Niederlage einstecken. Nicht nur, daß sie zahlenmäßig schwächer als ihre Gegenüber waren, sie waren auch in spielerischer Hinsicht um eine Klasse schlechter. Die Einheimischen spielten wie aus einem Guß und hatten keinen schwachen Punkt in der Mannschaft. Tv. Dutenhofen — Tv. Münchholzhausen komb. 4:9 abgebrochen. In diesem Spiel waren die Gäste bis zu dem nicht verständlichen Spielabbruck klar im Vorteil. Tv. Heuchelheim 3gd. — Tv. Dorlar 3gd. 15:14 (9:6). Ein außerordentlich torreiches Ergebnis, das die Gäste unverdient verloren. Sie zeigten zweifellos das technisch reifere Spiel. Immerhin muß der Erfolg der Einheimischen als hoch angesprochen werden. > Groß-Rechtenbach, 11. Juni. Der hiesige Sommerkindergarten, der im vorigen Jahre auf Veranlassung der Landesbauernschaft ins Leben gerufen wurde, wird auch in diesem Jahre wieder weitergeführt. Eine lose Vereinigung der Mütter unter Führung von Frau Lehrer Sporn betreut den Kindergarten. Kindergärtnerin ist Frl. Gertrud Hellwig aus Lang-Göns. 0 Groß-Rechtenbach, 11. Juni. Der hiesige Männer- und Jünglingsverein feierte am Pfingstmontag sein I a h r e s f e st, das sich eines recht guten Besuches erfreute. Ein Musik- oortrag der Posaunenchöre Groh-Rechtenbach und Weidenhausen und Schriftlesung und Gebet durch Prediger Trippler eröffneten das Fest. Die Festansprache von Prediger Müller (Dillenburg) schloß an Apostelgeschichte 1,8 an: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welche auf euch kommen nyrb und werdet meine Zeugen fein zu Jerusalem und bis an das Ende der Erde". Das bedeute: Wir brauchen in der heutigen Zeit kraftvolle, auf Gott Hingerichtete Menschen. Gott hat uns nickt gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Zucht. Die zweite Ansprache hielt Lehrer Hoffman (Greifenthal). Er führte u. a. aus: Die Christen müssen durch ihr Leben beweisen, daß das Christentum recht ist. Nur in der Hinkehr zu Gott und Christus kann dem einzelnen sowie unserm Volke bleibender Segen erwachsen. Die dritte Ansprache von Rektor Loh (Wiesbaden) wies darauf hin, daß Christen allezeit Wartende fein sollten. Die betende und wartende Gemeinde harrt der Stunde Gottes, harrt seiner Gnade und Hilfe. In der Schlußansprache von Prediger Trippler wurde noch besonders hervorgehoben, daß Gottes Wort nie leer zurückkommt und daß auch die Jahresfeste schon für viele einen inneren Segen gebracht hätten. Der Männerchor und der gemischte Chor von Groß-Rechtenbach Der- von Prediger Müller, der auch besonders unseres Volkes und Führers gedachte, wurde die eindrucksvolle Feier geschlossen. Derkehrsunfatt durch einen Jungenstreich. G r ü n b e r g, 12. Juni. In der Nacht zum dritten Feiertag ereignete sich unweit des Wald- schwimmbades ein V e r k e h r s u n fl l, der schwerste Folgen nach sich ziehen konnte. Der hiesige Friseur Sette, der sich gegen 2 W mit fernem Motorrad auf der Rückfahrt von Flensungen nach ©rünberq befand, kam plötzlich zu Fall und erlitt im Sturz einen S ch l üs s e l b e i n b r u ch , Haut- abschürfungen und heftige Prellungen. Die Ursache des Unfalls war Darin zu sehen, datz Jungens in zwei Reihen Pflasterstein e u der den Fahrdamm gelegt hatten, die der Motorradfahrer nicht rechtzeitig genug bemerken konnte. Volksfest des DHL. in Lich. * Lich, 12. Juni. Wie aus der heutigen Anzeige ersichtlich ist, findet in Lich am 15. und 16. Ium die 5 4. Haupttagung des Gesamt - VHC., verbunden mit der 50-Jahrfeier des Orts- Vereins statt. Es ist folgende Festfolge vorgesehen: Am Samstagmittag nach dem Empfang der Gäste ist die erste geschäftliche Beiratssitzung. Am Samstagabend ist in der Turnhalle em großer Begrüßungsabend mit sehr abwechselungsreichem Programm. U. a. wirken dabei mit ein Musikkorps unter Leitung des Musikmeisters W a n i tz e k, ferner Herr Hub, vom Stadttheater Gießen. Manch' spezielles Heimatlied soll erklingen. Nach dem Festgottesdienst am Sonntag ist die Hauptversammlung. Für Nichtteilnehmer ist an 2. Feiertag. Io. Lützellinden — Io. Jahn Nürnberg 9:11 (4:8). Der Sieg der Gäste ist zwar knapp, aber vollkommen verdient. Die Platzbesitzer konnten nur selten ihr wirkliches Können zeigen und dann war es nur ein kurzes Aufflackern. Ganz anders dagegen die Nürnberger: ihr Spiel war zweckmäßig und vor allen Dingen raumgreifend, begeisternd wieder das typische „auf freien Raum spielen". Das Treffen war zeitweilig etwas hart, konnte aber trotzdem gefallen. Io. Holzheim — Rotweib Frankfurt a. TU. 6:15 (2:7). Die Gäste haben in Holzheim den besten Eindruck hinterlassen. Sie spielten ein großes Spiel; gegen die ausgefeilte Technik konnten die Einheimischen nur wenig ausrichten. Trotzdem ist das Ergebnis als gut zu bezeichnen und beweist aufs neue, daß die Einheimischen zur Zeit in bester Verfassung sind. Io. Wißmar — Sporto. 1900 Gießen kombiniert 11:10 (4:8). Beide Mannschaften lieferten sich ein ausgezeichnetes Spiel, in dem die Platzbesitzer nach der angenehmen Seite enttäuschten. Ihr großer Eifer zwang die Gäste zur Hergabe ihres ganzen Könnens. Während Wißmar in der ersten Hälfte noch ziemlich im Hintertreffen lag, holten sie nach der Pause nicht nur auf, sondern konnten sogar noch knapp gewinnen. lurno. Staufenberg — lurno. Londorf 7:5. Der Sieg der Platzbesitzer ist nicht überzeugend. Die Gäste konnten, obwohl sie erst seit kurzer Zeit wieder spielen, gut gefallen. Die gezeigten Leistungen gaben zu berechtigten Hoffnungen Anlaß. Io. Wetzlar Jgd. — Io. Dutenhofen Jgd. 0:15 (0:6). Die Gäste gewannen wie sie wollten. Allerdings hatten die Platzbesitzer zahlreich Ersatz in ihren Reihen. lurno. Steeden — lurno. Wetzlar 5:17. Der Tv. Steeden hatte die Wetzlarer zu einem Propagandaspiel eingeladen und hatte damit keinen schlechten Griff getan. Die Wetzlarer, die ihren Gastgebern haushoch überlegen waren, zeigten ein Spiel, das die zahlreichen Zuschauer begeisterte. lurno. Anspach i. I. — lurno. Groß-Rechtenbach 6:10 (4:5). Die Gäste konnten in Anspach gut gefallen. Sie zeigten sehr gute Leistungen und waren ihren Gastgebern jeder Zeit überlegen. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. FL. 1926 Großen-Buseck — Spo. 98 Darmstadt 3:0. Schon am Samstagabend traf die erste Mannschaft des Sportvereins 98 Darmstadt zu einem Freundschaftsspiel in Großen-Buseck ein. Gastfreundlich wurden sie empfangen. Dann fand im Vereinslokal ein Kameradschaftstreffen statt. Am ersten Feiertagoormittag zeigte man den Gästen den Ort und führte sie auf den Kirchberg urfb auf den Hohenberg. Nachmittags standen sich beide Mannschaften auf dem Sportplatz vor vielen Zuschauern gegenüber. Beide Mannschaften zeigten ihr bestes Können. Nach 15 Minuten ging Buseck in Führung. Zn kurzen Abständen wurden die Gäste mit drei Toren überrascht, die für den Tormann unhaltbar waren. Nach der Pause ging der Kampf im gleichen Tempo bis zum Schlußpfiff. Weitere Erfolge blieben aber aus. Die Zuschauer waren von dem Können der Mannschaften sehr befriedigt. Man hofft, die Gäste noch einmal in Buseck sehen zu können. Schiedsrichter Kreiling (Gießen) leitete gut. Großen-Buseck Jgd. — Grohen-Lmden Jgd. Vorher hatte die Jugend die gleiche von Großen- Linden zu Gast. Auch hier wurde der Beweis erbracht, daß gute Kräfte als Nachwuchs dem Verein zur Verfügung stehen. Es wurde ein schönes Spiel gezeigt. Die Gäste verloren mit 7:0. Am 2. Feiertag trat die Jugend zum Rückspiel in Großen-Linden an. Da die Mannschaft nur mit 10 Mann antrat, schnitt sie nicht so gut ab. Fußballabteilung des Turnvereins Alien-Buseck. Mlfen-Bufetf I — Darmstadt 1898 II 1:1 (0:0). Pfingstmontag standen sich beide Mannschaften auf dem Sportplatz in Alten-Buseck gegenüber. Die Gäste spielten einen flachen Fußball, den Alten- Buseck durch Eifer und Schnelligkeit ausglich. Beide Tore kamen öfters in Gefahr, doch verlief die erste Halbzeit torlos. Nach dem Wiederanstoß flaute das Spiel etwas ab, da sich die Hitze sehr bemerkbar machte. In der Hälfte der zweiten Halbzeit konnte der linke Läufer von Alten-Buseck durch einen Prachtschuß feine Mannschaft in Führung bringen. Die Freude dauerte aber nicht lange; die Gäste glichen aus. Im Kampf um den Sieg konnten beide Mannschaften aber nichts mehr erreichen. Die Gäste hinterließen einen guten Eindruck. Schiedsrichter B ö ch e r - Gießen hatte kein schweres Amt; er war dem Spiel ein gerechter Leiter. Fußball im Tv. Allendorf (Lahn). Allendorf — Heuchelheim 3:3 (2:1). Am ersten Feiertag war die erste Mannschaft des Sportvereins 1920 Heuchelheim in Allendorf zu Gast. Die Platzbesitzer, die eine Umstellung ihrer Mannschaft vorgenommen hatten, konnten dem Gruppenmeister der 1. Kreisklasse ein gleichwertiges Spiel liefern, das im Resultat gerechten Ausdruck findet. Allendorf — VfB.-R. Gießen II 7:3 (4:2). Anders war es jedoch am zweiten Feiertag im fälligen Rückspiel gegen die 2. Mannschaft des VfB.- Reichsbahn Gießen. In diesem Kampfe galt es, die Scharte des Vorspiels auszuwetzen. Mit dem Anstoß der Gäste setzte ein scharfer Kampf ein. Schon in den ersten zehn Minuten vermochte der Sturm der Platzmannschaft zweimal erfolgreich zu sein. Die Gießener, etwas aufkommend, verkürzten auf 2:1. Der schußfreudige Sturm der Einheimischen war aber bald nach zweimal erfolgreich. Bis Halbzeit konnten die Gäste durch eine gute Leistung ihres Rechtsaußens auf 4:2 verkürzen. Nach dem Wechsel spielte Allendorf mit dem Wind und wurde überlegen. Die Hintermannschaft rückte auf, und stürmisch wurde das Gästetor bedrängt. In gleichen Abständen erzielten die Platzherren noch drei weitere Tore. Ein plötzlicher Durchbruch der Gäste, in den letzten Minuten, stellte das Endresultat auf 7:3. Besonderes Lob gebührt dem Gästetormann, der durch seine guten Leistungen eine höhere Niederlage verhinderte. Wettere Ergebnisse. 2)aubringen I — Roth I 5:3; Londorf I gegen Daubringen I 0:4; Geilshausen I. Jugend gegen Daubringen I. Jugend 4:2. DfD.-Reichsbahn-Leichtathletik. Gutes Abschneiden in Lollar. Am zweiten Pfingstfeiertag folgte der VfB.- Reichsbahn einer Einladung des Tv. Lollar. Von den Gemeldeten konnte nur ein Teil starten. Trotzdem vollbrachten die VfB.-Reichsbahner sehr gute Leistungen und halfen so mit, die Wettkämpfe in ein beachtliches Licht zu rücken. Mit sieben Ersten, zwei Zeiten und vier Dritten war der VfB.-Reichs- bahn bester Verein. Die beste Leistung vollbrachte Luh im Kugelstoßen, der mit einem Wurf von 14,40 Meter gewann. Außer Konkurrenz stieß er dann noch 14,52 Meter. Ferner ist der Hochsprung. sieg Langenohls mit 1,70 Meter und der 400-Meter-Lauf von R. Fischer zu erwähnen. Nachstehend die Wettbewerbe, in denen VfBer siegten: K u g e l st o ß e n : 1. Luh, VfB.-R., 14,40 Meter; 2. Winter, Launsbach, 11,77 Meter; 3. Langenohl VfB.-R., 11,18 Meter. Speerwerfen: 1. Pieh, VfB.-R., 46,05 Meter; 2. Dietz, Lollar, 44,13 Meter; 3. Luh, VfB.-R., 42,04 Meter. Hochsprung: 1. Langenohl, VfB.-R., 1,70 Meter; 2. Dietz, Lollar, 1,55 Meter; 3. Pieh, VfB.-R., 1,55 Meter. 4 0 0 Meter: 1. R. Fischer, VfB.-R., 55,4 Sek.; 2. Koch, 1900 Gießen, 58,4 Sek.; 3. Glagow, 1900 Gießen, 58,5 Sek. 1500 Meter: 1. Reidel, Heuchelheim, 4:22.7 Min.; 2. Peters, 1900 Gießen, 4:27 Min.; 3. Sobe- zak, VfB.-.R. Gießen, 4:33.6 Min. Reidel lief in feinem Stil fein Rennen nach Hause. Aber auch das übrige Feld war sehr gut. 1500-Meter-Staffel: (800, 400, 200, 100 Meter): 1. VfB.-R. Gießen 3:49.9 Min.; 2. Tv. Lollar 4:05.3 Min.; 3. Tv. Ruttershausen. Der VfB.-R. lief mit Sobezak, R. Fischer, Luh und Siegmund. 4 mal 100-Meter-Staffel: 1. Tv. Lollar 47.9 Sek.; 2. VfB.-R. 48.4 Sek.; 3. To. Lollar (zweite Mannschaft) 51.3 Sek. Der VfB.-R. lief mit Siegmund, R. Fischer, Huppert und Möll. Die jugendlichen Ersatzleute waren dem Kampf nicht gewachsen; besonders^ der Lollarer Viel machte wert- vollen Boden gut, den Großhaus q**> Schluß gegen Möll sicher hielt. Weitsprung, Jugend: 1. Möll, VfB.-R., 5,70 Meter; 2. Otto, Ruttershausen, 5,49 Meter; 3. Lehrmund, 1900 Gießen, 5,08 Meter. 400Meter, Jugend: 1. Möll, DsB.-R. 59,1 Sek.; 2. Fey, Lollar, 63,8 Sek.; 3. Bonarius, 1900 Gießen, 67 Sek. 10 0 Meter, Jugend: 1. Goß, 1900 Gießen, 12.3 Sek.; 2. Möll, VfB.-R., 12.4 Sek.; 3. Otter, Ruttershausen, 12.9 Sek. Fünf Todesopfer de« pfingstverkehrs. LPD. Darmstadt, 11. Juni. Der außerordentlich starke Pfingstoerkehr forderte leider auch in, diesem Jahre wieder mehrere Menschenleben. Eigenartigerweise trugen sich diese Unfälle nach den bisher vorliegenden Meldungen fast ausnahmslos in der Gegend der Bergstraße zu. So fuhr in Weinheim der in den 20er Jahren stehende ledige Dr. med. Richard Reinhard mit seinem Motorrad gegen einen parkenden Lastkraftwagen, kam dabei zu Fall und zog sich so schwere Verletzungen zu, daß er sofort ins Heidelberger Krankenhaus eingeliefert wurde, wo er seinen Verletzungen erlegen ist. Auf der Heidelberger Straße, am Marienplatz, in Darmstadt lief ein fünfjähriges Mädchen vor einen Stuttgarter Personenkraftwagen, wurde überfahren und tödlich verletzt. Ein weiterer schwerer Verkehrsunfall ereignete sich in der Eberstädter D i l l e n k o l o n i e. Hier versuchte ein Radfahrer noch kurz vor einem Personenkraftwagen die Straße zu überqueren, wobei er von dem Auto erfaßt und zu Boden geschleudert wurde. Der Radfahrer war auf der Stelle tot. Der schwerste Verkehrsunfall der Pfingstfeiertage, der zwei Todesopfer forderte, ereignete sich an der Kreuzung der Provinzialstraße Jugenheim- Bickenbach und Jugenheim-Alsbach. Hier stießen zwei Motorräder mit solcher Wucht zusammen, daß der Führer des einen Rades und sein Soziusfahrer in hohem Bogen auf die Straße geschleudert und schwer verletzt wurden. Bereits auf dem Transport ins Darmstädter Krankenhaus erlagen die beiden Verunglückten ihren Verletzungen. Es handelt sich um zwei Motorradfahrer aus 21 r h e i l g e n. Der andere Motorradfahrer, der aus Wetzlar kam, blieb unverletzt, seine Beifahrerin erlitt einen Oberschenkelbruch. Sprenurnnoen oer Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samslagnach. mittag geschlossen. VfB.-Reichsbahn Gießen. VsB.R. Liga — Sporto. Alsfeld Liga 0:0. Hatten die Gießener in Alsfeld schon eine Verlegenheitself zur Stelle, so mußte die Mannschaft erneut eine Umgruppierung erfahren. Die Gießener konnten sich dadurch während des ganzen Spieles nie zur Einheit finden. Hitze und Bodenverhältnisse stellten höchste Anforderungen. Dem Schiedsrichter stellten sich die Gäste in folgender Aufstellung: Haas, Leutheuser II., Haupt- fclbt, Heß, Knauß, Erb, Mattern, Triefenbach, Mo- dareck, Ranft, Post. Die Gießener spielen zuerst gegen die Sonne und haben Mühe, ihren Strafraum frei zu halten. Langsam machen sie sich frei und können mehrmals den Aisfeldern gefährlich werden. Ihr Sturm ist aber unentschlossen. Einen scharfen Schuh von Post lenkt der Alsfelder Tormann zur Ecke. Diese wird abgeschlagen. Die Alsfelder brechen immer wieder mit steilen Vorlagen durch und Haas hat fein Können unter Beweis zu stellen. Einen Angriff des Jnnensturms schließt Triefenbach mit Bombenschuß ab. Er verfehlt aber das Tor. Eine zweite Ecke für die Hiesigen wird von dem Alsfelder Tormann ab- gewehrt. Dann verschießt der Alsfelder Halblinke eine sichere Chance. Rach zwei weiteren Ecken für die Gäste ist Halbzeit. Rach Wiederbeginn spielen die Gäste mit dem Wind, nützen aber diesen Vorteil nicht aus. Der Sturm fällt auseinander und kann die Alsfelder Hintermannschaft nie ernstlich gefährden. Hierdurch kommen die Gastgeber mächtig auf. Die Gießener Hintermannschaft wird überlastet. Das Schlußdreieck zeigt sich aber allen Situationen gewachsen und kann die Gäste vor einer Niederlage bewahren. VfB.-R. 1. Jgd Vilbel 1. Jgd. 7:2 (4:0). Der Kreismeister mußte in Gießen eine hohe Niederlage einstecken. Die Hiesigen spielten sehr durchschlagskräftig und nahmen jede Torchance wahr. Auch mit der spielerischen Gesamtleistung der Gastgeber konnte man zufrieden fein. Die Hiesigen schossen in regelmäßigen Abständen ihre Tore. VfB.-R. 1. Jgd. — Rotweiß Frankfurk a. M. 1. Jgd. 3:1 (2:0). Wenn auch die Gießener in diesem Spiel sich beugen mußten, so haben sie doch gezeigt, daß sie auch gegen sehr spielstarke Gegner sich behaupten können. Was die Gäste an Zusammenspiel und ausgeprägter Technik zeigten, hat man in dieser Vollendung lange nicht in Gießen gesehen. Das Zusammenspiel wurde von ihnen ost übertrieben, sie vergaßen aber nicht auch im Strafraum zu schießen. Bei den Hiesigen überragte der Tormann, der oft unmögliche Bälle hielt und damit sichere Torgelegenheiten der Gäste zunichte machte. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Liga) — Merkur-Poslsportverein Frankfurt am Main (Liga) 1:2 (1:2). Zu diesem Treffen traten die Gießener mit Schlarb; Zeiler, Lippert; Günther, Heilmann, Mank; Wilhelmi, Koch, Birkenbihl, Schmelz und Dörr an. Es entwickelte sich von Anbeginn an ein spannendes Spiel. Zunächst hatten die Platzbesitzer den Wind zum Bundesgenossen nud konnten dadurch das Feldspiel überlegen gestalten. Während aber die Gießener Stürmer schönste Torgelegenheiten vergaben, waren die Gäste bei einem schnellen Angriff von rechts, verbunden mit überraschendem Flankenwechsel zum Führungstor gekommen. Es dauerte geraume Zeit, bis endlich auch der Ball ins Frankfurter Gehäuse, durch 1900s Mittelstürmer Birkenbihl, eingelenkt wurde. Damit stand das Treffen 1:1 unentschieden. Auch weiterhin hatte 1900 mehr vom Spiel, war aber vollständig vom Glück verlassen. Kurz vor, dem Seitenwechsel gingen die Süddeutschen erneut in Führung. Zeiler hatte im Uebereifer einen hohen Ball zu kurz abgeköpft. Ein Frankfurter kam zum Nachschuß und Schlarb ließ den scharfen Schuß passieren. Bis zur Pause ereignete sich nichts mehr von Bedeutung. Nach Wiederbeginn gestaltete sich das Treffen vollständig ausgeglichen. 1900s Schlußleute ließen sich nicht mehr überrumpeln, anderseits brachten aber die Stürmer nichts zuwege. Mittelläufer Heilmann war in bester Verfassung und leitete fortgesetzt aussichtsreiche Angriffe ein. Im Sturm konnte aber nur Koch genügen. Selbst ein Handelfmeter wurde von Mank ausgelassen. Merkur-Postsportverein hatte eine Elf mit solidem Können entsandt. Torwart, rechter Verteidiger, die Läufer ^nd der Linksaußen stachen besonders hervor. Trotzdem hätte bei besserem Schußvermögen der Sieg in Gießen bleiben müssen. TDerborf I — 1900 kombiniert 2:3. (0:0). Zu diesem Gastspiel in Werdvrf traten die Blauweißen mit fünf Ligaspielern und sechs Jugendlichen des ältesten Jahrganges an. Die kleinen Ausmaße des Platzes ließen nur ein Spiel bedingt zu. Der Ball war fast mehr im Aus als im Feld. Die Gießener waren technisch und taktisch weit überlegen. Der Sturm schoß diesesmal reichlich, aber fast immer drüber und vergab damit bestimmt ein halbes Dutzend Tore. Nach schönem Spiel wurden torlos die Seiten gewechselt. Schon kurz nach Seitenwechsel gingen die Gießener durch Koch II. in Führung. Ein Schnitzer in der Hintermannschaft führte zum Ausgleich und ein falscher Einwurf zum zweiten Treffer für die Gastgeber. Koch I. und wiederum Koch II. stellten aber durch zwei weitere Tore den verdienten Gießener Sieg sicher. Rieder-Ohmen I — 1900 II 1:4 (1:2). Die Gießener rechtfertigten ihren guten Ruf und schlugen auch die verstärkten Gastgeber im Rück- piel, und zwar verdient. Mücke-Flensungen I — 1900 II 1:2 (1:1). 1900 hatte zu kämpfen, um den' knappen Sieg sicherzustellen, insbesondere da zwei Spieler durch Verletzungen ausfielen. 1900 II Jugend — Fuhballsporlverein Frankfurt IB Jugend 3:2 (2:1). Die Gießener landeten über den guten Gegner einen knappen Sieg, hatten allerdings auch in körperlicher Hinsicht ein Plus. Das Treffen war jederzeit schön und wurde kameradschaftlich ausgetragen. CäRL]\|OWACK GIESSEN SELTERSWEG 81 sind eingetroffen — meine Auswahl ist restlos vollständig. 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Lebendige Natur Philosophie und Pädagogik einmünden. So Politik und Geschichte Sohn unmerk- an denen ihr überlegener Lebenserfahrung ihren lich um die Gefahren herumlenkt, Mann zugrunde ging. einem Nordlanddampfer beginnt und auf einem Bauerngut endet, schildert die Sorgen und die Schwierigkeiten der neuen Generation in einer Welt neuer Werte und Wertungen. Er gestaltet neben den Hauptpersonen eine Fülle reizvoller Randfiguren, Pelzjäger und Tänzerin, Landarzt und Schiffsarzt, eine Mamsell und ein Landedelfräulein mit lebendigem Humor und vor allem die Gestalt einer Mutter, die ganz unsentimental mit Teubner in Leipzig. — (104) — In diesem Buche werden die entscheidenden 15 Jahre unserer jüngsten Geschichte packend dargestellt, wobei die Höhepunkte des Geschehens in sorgfältig ausgewählten Bildern hervorgehoben werden. Die Darstellung läßt sich überall von dem Grundgedanken leiten, daß das deutsche Volk seit Jahrhunderten um die Gestaltung seiner politischen und kulturellen Eigenart gerungen hat, daß die Vollendung immer wieder von innen und außen verhindert wurde, daß der Nationalsozialismus diese Vollendung bewirkt, indem er einen unserer Eigenart entsprechenden deutschen Staat und ein deutsches Volkstum neu gegründet hat. eigenen Erlebnissen des Autors, die er mit den Fremdenlegionären gehabt hat, behandelt. Ergebnisse aller Einzelwissenschaften erhält der Leser über das Erwartete hinaus mit der Neugestaltung des Wörterbuches ein vom modernsten Standpunkt unseres Wissens aus geschriebenes Gesamtbild von Natur und Kultur. Das Wörterbuch ist so in seiner Neugestaltung ein moderner, praktischer Helfer für jeden, der an einer dem Leben gewachsenen Weltanschauung arbeitet. — Aristoteles: Hauptwerke. Ausgewählt, übersetzt und eingeleitet von Wilhelm Nestle. (Kröners Taschenausgabe Bd. 129.) 460 S. Leinen 4 Mark. Alfred Kröner Verlag, Leipzig. — (65) — Der große Vollender der griechischen Philosophie, der umfassende Geist, dessen Fragen und Lösungen erregend bis in die Gedankengänge unserer Zeit hereinwirken, galt vielen bisher nach Ausdehnung und Schwierigkeit seines Werkes als ein kaum zu bewältigendes Hochmassiv. Die vorliegende Ausgabe enthält in durch Zwischenberichte zusammenhängender Form alle wesentlichen Partien der philosophischen Hauptwerke: der Schrift über die Seele, des Protreptikos, der Schriften über Philosophie und über die Ideen, der ältesten und jüngeren Metaphysik, der Psychologie, der Endemischen und Ni- komachischen Ethik, der beiden Politiken und der Poetik. Daneben stehen die bestimmenden Abschnitte aus der Physik und Naturwissenschaft, der Religions- und Staatsphilosophie. Professor Nestle (Tübingen) stellt in einer stets gemeinverständlichen Einleitung das Leben, die Schriften und die Entwicklung des aristotelischen Denkens dar. — Rudolf Kayser: Kant. 288 Seiten. Im Phaidon-Verlag, Wien 1935. — (4) — Dieses Buch über den Königsberger Philosophen geht von einer neuartigen Problemstellung aus: „Am Anfang alles Denkens", sagt Kayser in der Einleitung, „steht das Problem des Denkens selbst. In seiner Mitte aber steht der Philosoph: als Träger und Gegenstand, als Schöpfer und Beispiel der Philosophie. Dies verschafft ihr die einzigartige und hohe Stellung in der Welt des menschlichen Geistes." Und später: „... somit wird die Deutung des Philosophen auch zur Deutung der Philosophie: als der kühnsten Bemühung unseres Denkens um Einheit und Ganzheit." Indem also dieses Buch eine großzügige Biographie des klassischen deutschen Philosophen gibt, entwickelt es zugleich — hinauswachsend über das rein Biographische — eine Schilderung des Höhepunktes deutscher Philosophie. Durch Sine tiefgründige Kommentierung aller seiner Schriften bietet Kayser überdies eine gründliche und anregende Einführung in Kants geistige Welt. — Hans Richter: Schwester Sibylle und der Flieger. Roman. Geheftet 2,70 Mark, Ganzleinen 4 Mark. Verlag August Scherl G. m. b. H., Berlin SW 68 — (48.) — In diesem Roman steckt ein echtes Männerproblem: wie schwer es für einen Mann ist, den Ausgleich zu finden zwischen Abenteuerdrang, Lebenshunger und Lebensgestaltung, zwischen Fernweh und Heimataebundenheit, zwischen Tradition und Eroberung. Aber es steckt auch ein echtes Frauenproblem drin: wie leicht es für eine Frau ist, einen Mann zu gewinnen und wie schwer, ihm zu Helsen. Der Roman, der auf Volk und Nasse. — Gerhard Raabr Ewiges Germanien. 358 Seiten. Ganzleinen 7,80 Mark. Koehler & Amelang Verlag. Leipzig 1935. — (66) — G. Raab setzt die germanisch-deutsche Vorgeschichte und die Dichtungen de's germanischen Altertums zueinander in Beziehungen und untersucht auf Grund der Forschungsergebnisfe von Kossinna, Neckel, Wilhelm Teudt, Herman Wirth u. a. ihre geistigen und religiösen Inhalte und erschließt aus ihnen den Sinn und vor allem die Sinnwandlungen unseres altdeutschen Mythos, das ewige Germanien. Ausgangspunkt für diese Untersuchungen ist die aus den stein- und bronzezeitlichen Felszeichnungen wieder entzifferte Urreligion des Nordens. Die Spaltung dieser Religion in zwei Zweige, die der spät- und nacheiszeitlichen Ausbildung der nordischen und der fälischen Rasse entspricht, und dann die Wiederverschmelzung dieser Zweige und ihrer verschiedenen Götterwelten am Ausgang der jüngeren Steinzeit, das daraus erwachsende Germanentum, seine Kultur und ihre Entwicklung bis zur Selbstzersetzung im früheren Mittelalter bilden den Hauptinhalt des Buches. Außer den. Felszeichnungen, den vorgeschichtlichen Funden, dienen Tacitus, vor allem aber die Edda und die Jsländersagas, ferner Märchen und Sagen, Volkskunst und Brauchtum der germanischen Völker als Quellen. — W. H. Riehl: Die Naturgeschichte des deutschen Volkes. Zusammengesaßt und herausgegeben von Prof. Gunther Jpsen. (Kröners Taschenausgabe Bd. 122.) Leinen 4 Mark. Alfred Kröner Verlag, Leipzig. — (69) — Riehl ist der Vater der Volkskunde. Die „Naturgeschichte des Volkes", sein Hauptwerk, ist als farbenvolle Gesamtdarstellung des deutschen Volkes, seines Landes und seiner Leute, seiner Stämme und Stände, seiner wirtschaftlichen und geistigen Kräfte, seiner Geschichte und Kultur ohne Seitenstück. Wir Heutigen haben es erst so recht wieder entdeckt, daß hier der Versuch einer umfassenden Volkslehre vorliegt, die der Gesamtheit der politischen Wissenschaften eine neue Grundlage geben soll, ausgehend von der Familienverfassung und dem geschichtlichen Gefüge des deutschen Lebensraumes, hinführend zu einer Ständelehre, die in der Parole gipfelt: vom Proletariat zum Arbeitertum! Und hier ist ein Bild des deutschen Volkes erwandert und erspäht und geschrieben in der frischen, an Anschauung ungemein reichen Sprache des Wanderers. —■ Die vorliegende Ausgabe, von Prof. Jpfen (Königsberg) betreut, hebt die heute unvermindert geltenden und glänzenden Haupsteile des großen Werkes zusammenhängend heraus. Sie enthält außerdem die Vorträge Riehls „Die Wissenschaft vom Volke" und „Ueber den Begriff der bürgerlichen Gesellschaft". Riehls Buch ist eins der reichsten und reinsten Zeugnisse deutschen Wesens. — Deutsche Rassenköpfe. 43 preisgekrönte Bilder der fünf in Deutschland vertretenen Hauptrassen. Herausgegeben von Dr. Bruno K. Schultz. I. F. Lehmanns Verlag, München. Preis 1,80 Mk. — (85) — Die vorliegenden, teilweise mit Preisen ausgezeichneten Rassenbilder zeigen Vertreter der in Deutschland am häufigsten vorkommenden Raffen, also die nordische, fälische, mittelländisch-westische, ostische und dinarische Rasse. Sie bilden ein vorzügliches Anschauungsmaterial für jeden, der sich rassen- kundlich betätigt. Das Büchlein vertieft die Rassenkenntnisse und schärft den Blick. Deutsche Erzähler. — Warum Erziehung trotz Vererbung? Von Prof. Dr. G. Pfähler. Mit sechs Abbildungstafeln. Kart. RM. 3,20. Verlag von B. G. Teubner, Leipzig und Berlin 1935. — (74) — Deutschen Müttern, Vätern und Erziehern gesunder Kinder steht das Buch klare Rede: Was bedeutet — beim seelisch und leiblich gesunden Menschen — Vererbung, und was wirkt die Erziehung? Ist alles Wesentliche des Charakters fertiges Schicksal? Wo der Raum der Freiheit liegt für die Macht der Erziehung und wie weit das Feld der Gebundenheit durch das Erbe reicht, wird in dem Buche des Gießener Pädagogen und Psychologen eindeutig und mit strenger Verantwortung geklärt und an vielen Beispielen veranschaulicht. Es gibt eine durch Rasse und Erbcharakter fest bestimmte körperlichseelische Artung (das Verhältnis von Rasse und Erbcharakter — Konstitutionstyp — wird eingehend erörtert). Aber: „Trotz Vererbung und angeborener Wesensart breitet sich im Dasein des Menschen ein weites Feld, der Gestaltung und Freiheit..." Gutes und Böses, Wertvolles und Wertloses, Wahrheit und Lüge, Schönes und Häßliches, Tapferes und Feiges warten auf die Seele; lauter Saat, bereit, gesät oder nicht gesät zu werden. Weit dehnt sich dieser „Raum der Freiheit: für die Mütter — der Raum der Verantwortung!" — Warum Erziehung trotz Vererbung? Weil der Mensch nicht nur „Pflanze", sondern auch „Boden" ist, der Saat aufnimmt: Saat der Erziehung zum Wachsen der deutschen Volksgemeinschaft! — Ein notwendiges und zeitgemäßes Buch der Aufklärung verhängnisvollster Mißverständnisse und Irrtümer — beseelt von hinreißender Leidenschaft und Sprachgewalt: ein Buch, das in keiner deutschen Familie ungelesen bleiben sollte! . — Pros. Heinrich Schmidt: Philosophisches Wörterbuch. 9., neubearbeitete und erweiterte Auflage, 1935. Mit Zeittafel, einem Anhang „Wege zur Philosophie" und 40 Bildnissen (Kröners Taschenausgabe Band 13). 792 Seiten. Leinen 4 Mark. Alfred Kröner Verlag, Leipzig. — (70) — Das Taschenbuch liegt in durchgehender Neubearbeitung vor. Die jüngste Philosophie des In- und Auslandes, die letzten Ergebnisse der Naturwissenschaften, der Geistes- und Sozialwissen- schaften sind in das Buch einbezogen. Die Literaturangaben spiegeln den neuesten Stand der Weltphilosophie wider. Die darstellerischen Vorzüge, die das Buch zu einer fesselnden Lektüre machten, sind voll erhalten. Dem Verfasser ist Philosophie die große Gesamtwissenschaft, in welche die für unsere Welterkenntnis und Lebensgestaltung wesentlichen — Wilhelm von Scholz: Untergang eines Heldenvolkes. „Schriften an die Nation" Bd. 69/70. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O./Berlin. Gebunden RM. 1,60. — (118) — Wilhelm von Scholz' Werke sind der Ausdruck einer bestimmten Haltung gegenüber dem Leben und den Dingen, die unsichtbar hinter ihm stehen. Vn dieser Sammlung kleiner Erzählungen sind jedes Wort, jeder Satz, jede Handlung Zeugen jenes besonderen Begreifens. Die reife dichterische Kunst, den schlichten Vorgängen der Menschen- und Tierwelt ihre innere Ordnung und ihre Deutung zu geben, wirkt so unmittelbar und ergreifend, daß man diese Erzählungen zu den kostbarsten Erzeugnissen deutscher Prosa rechnen wird Die Sprache wird mit jener Meisterschaft und Wurde angewandt, die lange und bange Jahre hindurch verloren zu fein schienen. So erscheint diese Veröffentlichung als ein Teil jener Bestimmung die sich die „Schriften an die Nation gesetzt haben, nämlich vorbildlich und erzieherisch tn der Kunst der Darstellung und der Erzählung zu wirken und dabei deutschem Empfinden und deutscher Innerlichkeit den Weg zu bereiten. — Ernst Wiechert: Hirten not) eil e. 90 Seiten. Albert Langen/Georg MMer, München, 1935 — (108) — Diese Erzählung, für Karl Benno von Mechow, den Dichter des „Abenteuers , des „Vorsommers" und des „Ländlichen Jahres, geschrieben, gehört zum Besten, was wir von Wiechert kennen- ist Zeugnis einer reifen, abgeklarten Er- Zin f eines gütigen, überlegenen Humors, eine? warmen und weisen Menschlichkeit Es ist em einfaches junges Leben, von dem hier erzählt wird, das Leben eines armen Hirtenknaben in einsamer deutscher Landschaft an der Grenze. Aber diesem früh und jäh beschlossenen Dasein ist beschleden gewesen, „wozu die andern siebzig oder achtzigJahre zu brauchen pflegten: der Kampf, die Liebe und der tapfere Tod" Es sind nicht die schlichte Fabel und der ruhige, stille Klang der Erzahlerstimme allem, die der Geschichte etwas im fernsten Sinne Bibl sches, einen Hauch vom Wesen und Geiste der, alte und großen Dolksepen zukommen lassen: Wrech hat es vermocht, dem Ende seines kleinen ^^en m ersten, blutigen Feuerschein des her auf zieh end en Krieges eine Deutung zu geben, die dem Heroen, bukolischen Idyll eine strenge und männliche Wurde verleiht, und die das arme, franziskanische Hirlen- leben und das furchtlose Sterben des Knaben Michael mit einem tiefen und schönen Sinn verklärt. So darf mit Recht der alte Lehrer, der dem jungen Sorten die Totenrede hält, darauf vertrauen, das deutsche Land, „über dem nun die dunkle Wolke des Krieges und der bitteren Not ohne Erbarmen stehe, könne von Gott nicht zum Untergange bestimmt sein, nachdem" derselbe Gott in die Aermsten und Geringsten dieser deutschen Erde eine Seele gelegt habe, wie sie in tttesem jungen Hirten geleuchtet und gebrannt habe." " 1 y." — Karl Alexander von Müller: Pro- Herne des Zweiten Reiches im Lichte des Dritten. Festansprache bei der zehnten Jahresversammlung der Deutschen Akademie in München am 16. Marz 1935. Geheftet 1,20 Mark. Verlag F. Bruckmann, München. — (138) — Dieser Dortraa forscht Problemen des Zweiten Reiches nach, deren Losung wir heute im Dritten Reiche erleben. Damals stand ein Mann auf, der den Deutschen Bund zerschlagen mußte, um seinen Staat der deutschen Einheit aufzubauen, einen Staat der Macht und Gröhe, aber keine letzte Erfüllung. Denn ihm fehlte die schöpfe- rische Idee eines einheitlichen Volkes. Der Gang der deutschen Geschicke war noch gewaltiger, als das alückliche Geschlecht der kleindeutschen Reichsgrun- dung ihn gesehen hatte. Erst jetzt beginnen wir die Maßstäbe zu erkennen, mit denen diese gewaltige nationale Bewegung zu messen ist, in der die geistige Erhebung eines Goethe, Kant und Beethoven nur eine Welle ist, wie Bismarck und Jem Reich eine zweite, wie der mächtige wirtschaftliche und technische Aufschwung eine dritte und die ßeiftun- gen und Heldentaten des Weltkrieges eine werte, jede von ihnen ein Ansturm zu der neuen gewaltigen Woge, die uns heute trägt. __ D r. Walter Frank: „Hof Prediger Adolf Stoecker und die ch r i st l i ch, - so^z l a l e Bewegung". Muflage mit vier Abbildungen, kart 6 80 Mark. Hanseatische Derlagsanstalt, Hamburg. — (113) — Fxank, dem wir bereits mehrere volitische Biographien verdanken, erwirbt sich mit der Wiedererweckung Adolf Stoeckers, des großen Predigers und Volkstribunen, em Verdienst Der Kampf des kaiserlichen Staates gegen die sich an- kündigende Zeit der Massen erfahrt eine umfassende Darstellung. Seltsam nahe wird uns durch sie die Gestalt Adolf Stoeckers, der vom einfachen Sohn eines Schmiedes zum Hofprediger, zum Volkstn- bun aufstieg, der aus religiöser Verpflichtung n öie Politik ging und doch dem tragischen Konflikt zwischen Religion und politischer Aktion nicht aus- weichen konnte. Zeitnahe wird die Gestalt dieses Streiters, wenn wir von jener Ideenwelt erfahr n, die Stoecker der herannahenden marxistischen Flut entgegenstellte und die er in großen Massenversammlungen verkündete, bis er vom Haß feiner (Segn er verfolgt, von den Spitzen des Staates und der Kirche verlassen, die ihn einst m feinem'Kampf gegen Judentum und Demokratie als ihren ^Lan- zenbrecher" bezeichnet hatten, einsam stirbt. Sorg- sältia bat Frank alles zusammengetragen, was für die politische Wertung dieser Persönlichkeit und der von ihr geschaffenen Bewegung bedeutsam war Da durch ift ein wohlabgerundetes Bild jener Zeit entstanden das die herrschenden Strömungen und Fragen und die innere Krise des kaiserlichen Deutschland widerspiegelt. — M. Edelmann: D o l k w e r d e n o e r Deutschen. Die letzten 15 Jahre Mt 51 Aus fremden Literaturen. — Timmermans erzählt. Mit Zeichnun- gen des Dichters. 283 Seiten. Preis 3,75 Mark. Im Insel-Verlag zu Leipzig. — (110.) — Dieser schone Band, den der Insel-Verlag den immer zahlreicher werdenden Freunden des flämischen Dichters in Deutschland beschert, enthält Altes und Neues, Ernstes und Heiteres nebeneinander. Das Kernstück der Sammlung bildet die bis vor kurzem unbekannte große Erzählung „Beim Krabbenkocher", die in manchen Zügen an eines seiner besten Bücher, die „Delphine", erinnert; eine wunderliche, kleine Menschengesellschaft, die Timmermans' Phan- tasie und barocker Humor hier zusammengeführt hat, doch stammen sie alle, so verschieden sie untereinander sein mögen, aus der niederländischen Landschaft, die uns aus den früheren Büchern des Dichters feit langem vertraut ist. Vielleicht das schönste und dichterischste Stück des ganzen Bandes, der Timmermans aufs neue als einen ebenso volkstümlichen wie mit überquellendem Reichtum begabten, echten Erzähler bestätigt, ist die zarte und innige Weihnachtslegende von öir Flucht nach Aegypten, ein Gegenstück zum „Triptychon von den heiligen drei Königen", das besonders alle jene interessieren wird, die das gleichnamige Spiel (wie wir hier vor nicht langer Zeit) auf der Bühne gesehen haben. Als Einleitung lesen wir die köstliche Schilderung „Wie ich Erzähler wurde", die dem ganzen Buche den sinnvollsten Auftakt gibt; jeder, der es zur Hand nimmt, wird hier schnell alte Bekannte und neue Freunde finden, den rotnasigen, gewalttätigen Bäcker Ambiorix zum Beispiel ober den „Sankt Nikolaus in Not" ober „Gustav aus ber .Roten Katze'"; ben Beschluß machen „Das Schweinchen", „Die Eule" unb „Das Häslein", und es versteht sich, daß der Dichter auch diesmal wie- der Geschichten und Gestalten mit feinen eigenen Bildern geziert und begleitet hat, wie wir es von ihm gewohnt sind. Auf die tadellose Ausstattung und den wohlfeilen Preis des Buches möchten wir noch besonders aufmerksam gemacht haben. —y— — Trygve Gulbranssen: Und ewig fingen bie SB ä Iber. Roman. Aus dem Norwegischen übersetzt von E. de B o o r. Leinen 5,50 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1935. — (130) — Gulbranssen ist ein echter Erzähler, der uns die Geschichte von den Bauern auf Björndal kündet. Er weiß trotz der Breite seines mehrere Generationen umfassenden Stoffes die Spannung wach zu halten, er stellt Gestalten vor dem Leser auf, die so leicht nicht wieder vergessen werden, weil sie wirklich lebendig sind, Menschen mit Leidenschaften und Widersprüchen — nicht Marionetten oder Schemen; Gulbranssen erzählt die Geschichte eines Bauerngeschlechtes aus dem norwegischen Bergwald. Ob ihres Stolzes und ihrer Kraft von den Leuten des „offenen Landes" gehaßt und gefürchtet und doch bewundert, führen die unbeugsamen Männer als echte Herren seit Jahrhunderten ihr Regiment im Bärental. Aber eine neue Zeit bricht an. Mit neuen Menschen bringen neue Bräuche in bie Abgeschlossenheit ber Wälber. An Konflikten reich unb gefährlich ist ber lieber« gang, boch ein Geschlecht von gesunben Männern unb frohen Frauen, stark burch ben nie aufgegebenen Zusammenhang mit ben ewigen Kraftquellen ber Wälber, geht ungebrochen, ja innerlich reicher unb kräftiger, einem neuen Jahrhunbert entgegen. — Cherry Kearton: Mein Hund S i m b a. Die Abenteuer eines Foxterriers. Alleinberechtigte Ueberfetzung aus dem Englischen von Ernst Müncherath. Mit zwei Photos und Einbandbild. Geb. 1,80 Mark. I. Engelhorns Nachf. Stuttgart. — (67) — Von zahlreichen beliebten Hundebüchern, die wir haben, unterscheidet sich dieses reizende Werk des bekannten Naturforschers und Tierphotographen gründlich. Nicht allein, daß es die persönliche Handschrift dieses unvergleichlichen Beobachters und Tierfreundes trägt, der die Waffe nur in der äußersten Notwehr gebraucht, sondern auch die Schicksale des kleinen von Kearton einem Londoner Hundeasyl entrissenen Foxterriers und seine Abenteuer mit afrikanischem Großwild sind so erstaunlich, daß man bei jedem anderen Berichterstatter ungläubig die Schulter zucken wurde. Und der Leser versteht sehr wohl, daß dieser ritterliche „Bildjäger" eine rechte Freundschaft für diesen kleinen Kameraden mit seiner Munterkeit, Tapferkeit und Treue empfand. Kearton hat hier nicht nur einem unscheinbaren kleinen Hund, sondern Ich selber ein schöbe? Denkmal gesetzt. — Prof. Dr. F. Metz: Die Alpen im deutschen Raum. Mit vielen Bildern. Kartoniert 0,70 RM. Verlag Grenze und Ausland, Berlin W 30. — (54) — Der Verfasser ist als Geograph und Hochschullehrer besonders durch seine Arbeiten und Veröffentlichungen auf volkspolitischem Gebiet bekannt geworden. Er wurde von der gegenwärtigen österreichischen ' Regierung im Zusammenhang mit einem Vortrag, den er vor der Innsbrucker Studentenschaft hielt und aus dem bie oorliegenbe Schrift entstauben ist, in ein Konzentrationslager überführt. Die Schrift gibt eine schlichte unb anschauliche Beweisführung für bie Einheit bes beutschen alpenlänbischen Raumes; '.hre Argumente werben burch zahlreiche Bilbern wirkungsvoll unterstützt. Monographien wie bie vor- liegenbe finb bie besten Wegbereiter gefamtbeut- schen Geschichts- unb Raumbewußtsein zu sein. Die Schrift wirb in ber volkspolitischen Erziehung ihren Platz finben. H. Schiffers-Davringhausen. Menschen unter Allahs Sonne. Deutsche Augen sehen Norbafrika. Mit zahlreichen Zeichnungen unb Karten von H. G. Hofmann. In Halbleber 2,90 Mark. Dolksverbanb ber Bücherfreunbe, Wegwei- ser-Derlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. — (30) — Ein spannenbes unb phantastisches Buch, aufgebaut auf ben interessantesten Erleb- nissen bes Autors auf feiner gefahrenreichen Forschungsreise von Algier burch bie Sahara zum Niger. Schiffers-Davringhausen schilbert bie bie Lanbschaft bewohnenben Stämme, ihre Sitten, ihre geschichtliche Vergangenheit unb bie Naturgefahren, gegen bie hier Mensch unb Tier ihr Dasein zu ver- teibigen haben. Besonbers aufschlußreich finb auch bie Schilberungen bes Lebens ber Frembenlegio- näre, bie zu 60 v. H. aus Deutschen bestehen. Auch bieses aktuelle unb interessante Thema wirb aus — Natascha Gvrjanowa: Russische Passion, Stubentin, Ingenieurin, Frau im roten „Ausbau". Im Nibelungenverlag, Berlin NW 40. Preis kart. RM. 4,50, in Leinen RM. 5,80. — (83) — Hier hat eine Frau, bie burch alle Schrek- ken ber bolschewistischen Revolution gegangen ist unb alle Brutalitäten ber kommunistischen Staatsorganisation am eigenen Leibe zu spüren bekommen hat, ihre Erfahrungen in einem Buch niebergelegt, besten leibenschaftslose Nüchternheit unb Sachlichkeit Don ber Fülle phantastischer Schilderungen unberufener und oberflächlicher Besucher seltsam absticht. Aber gerade der Verzicht auf jede Phrase und jede Uebertreibung, die nüchterne Sprache der harten Tatsachen macht dieses Buch zum schärfsten Ankläger gegen das seelenmordende System des Bolschewismus. Als 17jährige erlebt Natascha Gorjanowa bie Revolution, Kamps unb Untergang ber alten Mächte. Stärker als bie Angst um bas eigene Leben ist bie Liebe zu Heimat unb Volk, bie sie bleiben heißt, als Verwanbte unb Freunbe mit ben fliehenben Weißen bie Stabt verlassen. Als junge Frau eines Stubenten beginnt Natascha ihre Stubien im Chaos des Bürgerkrieges. Ihr Mann betrügt unb verrat sie aus Furcht vor ben Verfolgungen ber Tscheka. Ihre Ehe zerbricht, sie steht allein, eine ewig von Bespitzelung bebrohte „Ehemalige", zwischen ben roten „Eroberern" ber Wissenschaft. Sie wirb Ingenieurin unb geht in die Fabriken. Hier erlebt sie, wie in allen Zweigen der Wirtschaft sticht minder wie in den oberen Staatsbehörden das jüdische Element die Führung on sich genommen hat aber vom russischen Volk immer deutlicher als Fremdherrschaft empfunden wird. Eine Kriegsindustrie gewaltigen Ausmaßes wird aufgebaut, bie Armee die roten» Bonzen unb bie GPU. werben wohl versorgt unb leben glänzend — aber das Volk hungert unb darbt in einem unvorstellbaren Ausmaß. Die Verfasserin kommt schließlich in bas In- dustriekommissariat nach Moskau und erhalt als Dolmetscherin mit den ausländischen Spezialisten Der- binbunq. Durch f>eirat mit einem deutschen Inge- nieur wirb sie vor bem Schicksal bewahrt. Spitze - bienst- für bie GPU. leisten zu müssen Ihr er chut- ternber Bericht läßt bie Hoffnung aus die ruspsche Fuaend deren Blut einmal den Weg aus dem roten Ä w.b. Oer Licher pfingstmarkt 1935. Bester Verlauf. - Wertvolle Tiere bei der Prämiierung. - Oie Kundgebung auf dem Kirchenplatz. * Lich, 12. Juni. Am gestrigen Dienstag fand in unserem Städtchen, begünstigt von prächtigstem sommerlichem Wetter der diesjährige traditionelle Psingstmarkt statt, der allerdings nicht ganz so gut wie in früheren Jahren besucht war. Der Auftrieb an Tieren dagegen war sehr stark. Für den Diehmarkt und für die anschließende Prämiierung wurden von den aufgetriebenen Tieren Blutproben erhoben, die gleichzeitig die Sicherheit dafür gaben, daß für die Prämiierung nur das beste Tiermaterial vorgeführt wurde. Das Vogelsberger Vieh Mar in sehr guter, das hessische Fleckvieh in guter Qualität zu sehen. Den Preisrichtern war demgemäß eine schwere Aufgabe zuteil geworden. Bei Der Beurteilung der Tiere wurde sehr auf die Formen geachtet, besonders großes Gewicht wurde aber auch auf die Leistungsfähigkeit der oberhessischen Zuchten gelegt. Neben dem Auftrieb an Rindvieh fanden auch die vorgeführten Ziegen starkes Interesse. Hier fielen die Spitzenleistungen der Ziegenzüchter des früheren Kreisvereins Gießen auf. Die Zahl der zum Schweinemarkt aufgetriebenen Tiere war sehr groß. 350 Schweine waren am Markt, die sämtlich verkauft wurden. Die Preise hierfür lagen sehr günstig. Es wurden für Tiere bis 6 Wochen 20—25 Mark, für solche bis zu 8 Wochen etwa 25—28 Mark und für ältere Tiere bis zu 10 Wochen 28—32 Mark bezahlt. Zur Prämiierung wurden 45 Stück Rotvieh und 61 Stück Hessisches Fleckvieh vorgeführt. Ferner wurden etwa 100 Ziegen und Böcke gezeigt. Für die Prämiierung waren wertvolle Preise ausgesetzt. Etwa 1000 Mark gelangten zur Verteilung. Die Firmen Brauerei Jhring- Melchior und Gg. Schiefer st ein - Lich hatten ebenfalls Preise zur Verfügung gestellt. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau vertrat der bekannte Förderer der oberhessischen Viehzucht, Tierzuchtleiter Oekonomierat Dr. Wagner vom Tierzuchtamt Gießen. Als Preisrichter für das Hessische Fleckvieh amtierten: Polizeimajor a. D. und Bauer Heuser-Ostheim (bei Butzbach), Bäckermeister und Bauer Bopp- Griedel; für das Vogelsberger Vieh: Landwirtschaftsdirektor Trautmann- Wetzlar und Bauer Hermann Velten II. Göbelnrod, für Ziegen Oberreallehrer Ringshaufen- Friedberg und Gastwirt Engel- Hörnsheim. Die Pämiierung nahm in Anbetracht der großen Anzahl der vorgeführten Tiere ziemlich lange Zeit in Anspruch. Erst gegen Mittag konnte die Prämiierungsarbeit abgeschlossen werden. In Verbindung mit dem Markt fand auch diesmal wieder unter den schattigen Luther-Linden vor der Stadtkirche eine Kundgebung statt, die von dem Tierarzt Dr. Erb- Lich eröffnet wurde. An Stelle des dienstlich verhinderten Landesbauernführers Dr. Wagner und für Kreisdirektor Klo ft ermann sprach der Der weitere Verlauf des Licher Pfingftmarktes gestaltete sich .sehr unterhaltsam. Die Feuerwehrkapelle spielte zu Konzert und Tanz auf, unter schottischen Bäumen wurden zahlreiche Tische und Bänke aufgestellt, die rasch besetzt waren. Selbstverständlich durfte auch in diesem Jahre der K r a m- markt nicht fehlen und die zahlreichen Buden mit Waren aller Art waren oft stark umlagert. Die Gaststätten hatten regen Zuspruch. Der Markt in seiner Gesamtheit nahm einen sehr angeregten und guten Verlauf. Oie Prämiierungsergebnisse: hessisches Fleckvieh. Klasse I (Bullen über zwei Jahre): 1. Preis Stadt Lich. . Klasse II (Bullen von 16 bis 24 Monaten): 1. Preis Stadt Lich; 2. Preis Ludwig Weber (Langsdorf). Klasse III (Kühe mit drei und mehr Kalbern): Ehrenpreis der Landesbauernschaft: 1. Christian Ludwig Fischer (Lich); 2. Friedrich Vorbach (Eberstadt). 1. Preise: Ludwig Schmidt I. (Langsdorf), Friedrich Fauerbach (Eberstadt); 2. Preise: Karl Wilhelm Nathes (Lich) zweimal, Karl Christian Wolf (Lich); 3. Preise: Philipp Keck (Lich) zweimal, Heinrich Karl Ludwig Schäfer (Lich), Emil Bausch (Langsdorf), Karl Zimmer (Lich), Fr. Bommersheim (Langsdorf); Anerkennungen: Ludw. Weber (Langsdorf), Fr. Vorbach (Eberstadt), Fr. Fauerbach (Eberstadt), Karl Albohn (Lich) zweimal, Karl Christian Wolf (Lich), Heinrich Köhler III. (Langsdorf), Wilh. Roth VI. (Langsdorf). Klasse IV (Kühe mit ein bis zwei Kälbern): Ehrenpreis der Brauerei Jhring - Melchior Lich: Ludwig Weber (Langsdorf); 1. Preis Karl Wilhelm Nathes (Lich); 2. Preise: Emil Bausch (Langsdorf), Adam Hofmann (Langsdorf), Heinrich Karl Ludwig Schäfer (Lich); 3. Preise: H. K. L. Schäfer (Lich), Philipp Keck (Lich), Fr- Fauerbach (Eberstadt), Otto Köhler I. (Langsdorf), Karl Walz V. (Lich); Anerkennungen: Karl Albohn (Lich), Hch. Köhler III. (Langsdorf), Karl Walz V. (Lich), Karl Wilhelm Nathes (Lich), Heinrich Köhler III. (Langsdorf), Wilhelm Roth und Fr. Bommersheim (Langsdorf). Klaffe,V (Rinder erkennbar tragend): 2. Preis A. Hofmann (Langsdorf); 3. Preise: Wilhelm Roth und Otto Köhler I. (Langsdorf). Klasse VI (Rinder über ein Jahr alt): 1. Preise: Karl Walz V. und Karl Zimmer (beide Lich); 2. Preise: Fr. Vorbach (Eberstadt), Emil Bausch (Langsoorf); 3. Preise: Adam Hofmann (Langsdorf), Fr. Fauerbach (Eberstadt); Anerkennungen: Karl 0immer (Lich), Christian Ludwig Fischer (Lich), r. Fauerbach (Eberstadt). ' Klasse VII (Familien): Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Ludwig Weber (Langsdorf) und Karl Wilhelm Nathes (Lich); 1. Preise: Fr. Fauerbach (Eberstadt) und Emil Bausch (Langsdorf); 2. Preise: Heinrich Köhler VIII. und Wilhelm Roth VI (beide Langsdorf); Anerkennung: Fr. Vorbach (Eberstadt). Vogelsberger Vieh. Klasse I (Bullen über 2 Jahre): 2. Preis Prinz Friedrich Ludwig Solms-Lich (Mühlsachsen): 3. Preis Stadt Lich. Klasse II (Bullen von 16 bis 24 Monaten): Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Gemeinde Lang- Göns. 2. Preis Karl Müller IV. (Lang-Göns). Klaffe III (Kühe mit 3 und mehr Kälbern, erkennbar tragend): 1. Preise: Prinz Friedrich Ludwig Solms-Lich (Mühlsachsen): Otto Hetz (Lana- Göns). 2. Preis Ernst Pein I. (Nieder-Besstngen). Klasse IV (Kühe mit 3 und mehr Kalbern, in Milch): 1. Preise: Karl Keblowski (Nieder-Besstngen) ; Ernst Pein (Nieder-Bessingen). 2. Preise: Ludwig Becker II. (Steinbach): Prinz Friedrich Ludwig Solms-Lich (Mühlsachsen). Klasse V (Kühe mit 1 bis 2 Kälbern, erkennbar tragend): Ehrenpreis der Landesbauernschaft: Karl Keblowski (Nieder-Bessinaen). 1. P^is Heinrich Müller V. (Lang-Göns). 2. Preis Karl Muller IV. (Lang-Göns). Anerkennung: Heinrich Münster (Hattenrod). . Klasse VI (Kühe mit 1 bis 2 Kälbern, in Milch): Ehrenpreis der Firma Gg. Schieferstein, Lich (eine Egge): Prinz Friedrich Ludwig Solms-Lich (Mühlsachsen). 3. Preis Ernst Pein I. (Nieder-Bessingen). Klasse VII (Rinder, erkennbar tragend): 1. Preisei Karl Müller IV. (Lang-Göns), Hch. Balser IV. (Hattenrod). 2. Preise: Heinrich Münster (Hattenrod); Heinrich Müller V. (Lang-Göns). 3. Preis Heinrich Textor (Lich), zweimal. Klaffe Villa (Rinder über ein Jahr): 1. Preise: Ernst Pein (Nieder-Bessingen); Karl Keblowski (Nieder-Bessingen). 2. Preise: Otto Heß I. (Lang- Göns); Prinz Friedrich Ludwig Solms-Lich (Mühlsachsen). 3. Preis Karl Keblowski (Nieder-Bessingen). Klasse VHIb (einjährige Rinder): 1. Preise: Heinrich Müller V. (Lang-Göns); Prinz Friedrich Ludwig Solms-Lich (Mühlsachsen). . Klasse IX (Familien): 1. Preis Prinz Friedrich Ludwig Solms-Lich (Mühlsachsen). 2. Preise: Karl Keblowski (Nieder-Bessingen); Karl Müller IV. (Lang-Göns): Heinrich Müller V. (Lang-Göns). 3. Preis Ernst Pein I. (Nieder-Bessingen). Mlchleislungswellbewerb. Hessisches Fleckvieh. Kühe bis zu 6 Jahren: 2. Preis Emil Bausch (Langsdorf). 3. Preise: Friedrich Fauerbach (Eberstadt): Karl Zimmer (Lich). Anerkennungen: Fnedr. Fauerbach (Eberstadt); Emil Bausch (Langsdorf). Kühe über 6 Jahre: 1. Preis Friedrich Fauerbach (Eberstadt). 2. Preis Karl Wilhelm Nathes (Lich). 3. Preise: Ludwig Weber (Langsdorf); Wilhelm Roth VI. (Langsdorf). Anerkennungen: Ludwig Schmidt I. (Langsdorf); Friedrich Fauerbach und Friedrich Dorbach (beide Eberstadt). Vogelsberger Vieh. Kühe bis zu 6 Jahren: 1. Preis Heinrich Muller V. (Lang-Göns). 3. Preis Karl Müller IV. (Lang-Göns). ■ Kühe über 6 Jahre: 1. Preise: Otto Heß (Lang- Göns); Karl Keblowski (Nieder-Bessingen). 3 Preis Prinz Friedrich Ludwig zu Solms-Lich (Mühl- sachsen). Wirtschaft. GA.-Sturmhauptführer pg. Ott in inhaltsreichen Ausführungen zu den Teilnehmern der Kundgebung. Der Redner betonte zunächst die Bedeutung des Bauernstandes im nationalsozialistischen Staat. Er wies darauf hin, daß die Bauern diejenigen seien, die den Urboden des Vaterlandes bearbeiteten und deshalb aller Ehre würdig seien. Der Redner beschäftigte sich ferner mit den zersetzenden Auswirkungen jüdischen Geistes in unserem Vaterland und in der Welt. Er schilderte die Auswirkungen jüdischen Einflusses auf Wirtschaft und Politik, wie er sich besonders in den Jahren von 1918 bis zur nationalen Umwälzung bemerkbar gemacht habe. Gerade am deutschen Beispiel könne gezeigt werden, wie der Jude das Chaos, den Krieg wünschte, um daran zu verdienen. Der Redner kam dann auf die Bedeutung der Wehrhoheit zu sprechen und erinnerte daran, wie nun der Führer neben den Bauern und den Arbeiter den Soldaten stellte, damit beiden der Ertrag ihres Fleißes gesichert werden könne. Die Wehrhoheit, so führt er u. a. aus, sei ferner die Grundlage für Erfolge in außenpolitischen Verhandlungen. Wenn die Verhältnisse in unserem Vaterlande noch nicht in allen Dingen so seien, wie wir es wünschten, so liege das im Wesentlichen daran, daß die Auswirkungen des Versailler Vertrages immer noch stark fühlbar feien. Die 25 Punkte der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei würden restlos in die Tat umgesetzt. Der Redner schloß seine Ausführungen mit dem Bekenntnis eines fanatischen Glaubens an den Führer, der Deutschland vor dem Sturz in den Abgrund bewahrt habe, es durch Weitsicht, Klugheit und seinen starken Willen herausgeführt habe aus aller Not zu einem neuen und ewigen Bestand. Die Ansprache klang aus in einem dreifachen „Sieg- Heil!" auf Führer und Volk. Der gemeinsame Gesang des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes beschloß die Kundgebung. Oie Fndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 858: Gegenseitigkeitsgefchäfte mit der Tschechoslowakei, Verfahren bei Antraysstellung. 859: Zusammenfassung und Vereinheitlichung der bisherigen bulgarischen Devisenbestimmungen — Wortlaut der neuen „Allgemeinen Verordnung über Ein- und Ausfuhr". 860: Vorschriften für Postanweisungen nach dem Ausland. 861: Weiterleitungsgenehmigung für Aaenten von Ausländern im Transithandel. Abzweigung von Prooisionsansprüchen. * Adlerwerke norm. Heinrich Kleyer AG., Frankfurt a. M. Die GV. der Adlerwerke genehmigte den Abschluß für das Geschäftsjahr 1934, der nach 2,57 (2,03) Mill. RM. Anlageabschreibungen und 0,10 (0,36) Mill. RM. anderen Abschreibungen einen Reingewinn von 1,56 (1,43) Mill. RM. ausweist, wovon 1,5 Mill. RM. zur Neubildung der gesetzlichen Reserve dienen. 67 085 Reichsmark werden vorgetragen, lieber die Entwicklung des laufenden Geschäftsjahres wurde mit- getreitt, daß in den ersten 5 Monaten des neuen Geschäftsjahres der Auftragseingang gut war, der vorliegende Auftragsbestand sichere Beschäftigung auf Monate hinaus. Auch das Exportgefchäft habe eine Belebung erfahren. Dementsprechend seien die wirtschaftlichen Ergebnisse durchaus befriedigend. Die Belegschaft konnte im laufenden Jahre um 12 v. H. verstärkt werden. Mein-Mainische Mittagsbörse. Schwach. Frankfurt a. M., 11. Juni. Die Börse eröffnete nach den Feiertagen auf dem Aktienmarkt in ausgesprochen schwacher Haltung. Die erneuten Warnungen gegen die letzten Steigerungen an den Aktienmärkten lösten allgemein Angebot aus, denen kaum Aufnahmeneigung gegenüberstand. Sowohl seitens der Kundschaft als auch der Kulisse erfolgten größere Glattstellungen, so daß durchschnittliche Abschwächungen von 1,50 bis 2 v. H. eintraten. Kaufaufträge lagen kaum vor, auch einige günstige Wirt- schaftsnachnchten boten der Haltung keine Stütze. Besonders stark gedrückt waren am Elektromarkt Schuckert mit 118,25 (122,50) und Siemens mit 176 (179), daneben büßten AEG. 1,50 v. H., Bekula 1,65 v. H., Licht und Kraft und Gesfürel je 2 v. H. ein. Don chemischen Werten gingen IG. Farben auf 152,75 bis 152,25 (155,75) zurück, Deutsche Erdöl verloren 2,25 v. H., Metallgesellschaft 1 v. H. Scheideanstalt konnten sich mit 235 gut behaupten. Am Montanmarkt kamen Buderus 1,75 v. H., Mannesmann 1 v. H., Rheinstahl 3,25 v. H., Stahlverein 1,65 v. H., Harpener 3 v. H. und Mansfelder Bergbau 1,50 v. H. schwächer zur Notiz. Auch Kaliaktien erlitten Abschläge bis zu 2 v. H. Reichsbankanteile und Bank für Brauindustrie gaben je 1,50 v. H. nach, ferner setzten Daimler-Motoren 1,50 v. H., AG. für Verkehrswesen 1,50 v. H., Bemberg 2,25 v. H., Deutsche Linoleum 0,75 v. H., Kunstseide AKU. 0,25 v. H. und Zellstoff Aschaffenburg 0,25 v. H. niedriger ein. Von Schiffahrtswerten lagen Norddeutscher Lloyd mit 35,25 voll behauptet. Die Um- satztätigkeit war allgemein sehr klein. Nach den ersten Kursen ergaben sich überwiegend weiter leichte Rückgänge. Etwas fester zur Notiz kamen Accu- Imitatoren mit 177,25 (176). Der Rentenmarkt lag fast geschaftslos und nicht ganz einheitlich. Etwas schwächer lagen spate Reichsschuldbuchforderungen mit 96,65 (96,75), Zinsvergütungsscheine mit 90 (90,15), während Altbesttz mit 114 und Kvmmunal-Umschuldung mit 89,40 unverändert eröffneten. 6 v. H. Stahlverein-Bonds zogen 0,13 v. H. an. In der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft zwar sehr klein, doch erfolgten am Aktienmarkt auf der ermäßigten Basis einige Deckungen und Rückkäufe, so daß zumeist leichte Erholungen eintraten, so u. a. für IG. Farben, Schlickert, Bemberg, AKU., Daimler, Rheinstahl und Klöckner. AEG. wiesen etwas lebhafteres Geschäft auf. Schwächer lagen nochmals Reichsbank (—0,40 v. H.). Ziemlich matt kamen noch Felten mit 101 (105), Zellstoff Waldhof mit 117 (119,75) zur Notiz. Am Kaffamarkt blieb-n Badische Assekuranz, Mannheim gesucht, Taxe 68 (letzter Kurs 65). Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. heute findet keine Abendbörfe statt t granffurter Sdjlacbtoiehmarft. Frankfurt a. M., 11. Juni. Auftrieb: Rinder 576 (gegen 951), darunter 75 Ochsen, 38 Bullen, 302 Kühe, 161 Färsen; Kälber 510 (838), Schafe — (16), Schweine 3672 (4154). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 42 (am 3. Juni 42), b) 41 (41 bis 42), c) 40 (39 bis 40), d) 38 bis 39 (36 bis 38); Bullen a) 42 (42), b) 41 (41), c) 40 (38 bis 40), d) — (34 bis 36); Kühe a) 41 bis 42 (41 bis 42), b) 35 bis 40 (35 dis 40), c) 28 bis 34 (28 bis 34), d) 18 bis 27 (20 bis 27); Färsen a) 42 (42), b) 41 (41 bis 42), c) 38 bis 40 (37 bis 40), d) 35 bis 37 (31 bis 36); Kälber a) 61 bis 65 (61 bis 63), b) 54 bis 60 (56 bis 60), c) 44 bis 53 (45 bis 55), d) 30 bis 43 (36 bis 44). Schafe nicht notiert. Schweine al) 48 bis 52 (—), a2) 48 bis 52 (48 bis 52), b) 47 bis 52 (48 bis 52), c) 46 bis 52 (47 bis 52), d) 43 bis 50 (44 bis 50), e) 39 bis 45 (41 bis 45), f) — (—), 61) 43 bis 47 (43 bis 46), g2) 36 bis 42 (36 bis 42). Marktverlauf: Rinder lebhaft, ausverkauft: Kälber mittelmäßig, ausverkauft; Schweine ruhig, lieber- stand. Ueberftand: 5 Kühe, 150 Schweine. Großhandelspreise für Fleisch und für Dettmaren. Beschickung des Fleischgroß- marktes: 851 Viertel Rindfleisch, 106 ganze Kälber, 4 ganze Hämmel, 367 halbe Schweine, 13 Kleinvieh. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch a) 72 bis 76, b) 62 bis 70; Bullenfleisch b) 68 bis 74; Kuhfteisch b) 58 bis 66, c) 48 bis 58; Färsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 70; Kalbfleisch b) 74 bis 82, c) 68 bis 72; Hammelfleisch b) 75 bis 78; Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: Roher Speck aus hiesiger Schlachtung unter 7 Zentimeter 58 bis 63, Flomen 78 bis 83. Marktverlauf: lebhaft. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 13. Juni. 6 Uhr: Gymnastik, tz.15: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12, 13.15: Mittagskonzert. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Deutsche Handwerkerlieder. 16.30: Bücherfunk: Neue Literatur um Bach und Händel. 16.50: Kunst und Glaube (IV). 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Große Deutsche erleben Heimat und Welt. 18.35: Gottfried Seume, ein deutscher Wanderer. 19: Unterhaltungskonzert: Musik aus der Tierwelt. 20.15: Opernkonzert. 21: Zum Reichs-Hand- werkertag vom 14. bis 16. Juni: Von des alten Handwerks Recht und Gewohnheit. 22.20: Die Landschaft spricht: Der Westerwald. 23: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtmusik: Bruckner-Strauß-Konzert. Freitag, 14.3uni. 6 Uhr: Gymnastik. 6.15: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12 und 13.15: Mittagskonzert. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. Klassische Arien. 16.30: Wie beeinflußt die Sonne unsere Erde? Der Rhythmus im Sonnengeschehen. Vortrag van Prof. E. Sittig, Frankfurt a. M. 16.45: Deutsche Ostpolitik im Mittelalter (I). 17: Bunte Musik am Nachmittag. 18.30: Jugendfunk. Zwingenberg — unsere „Bleibe"! 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungsmusik. 19.50: Welcher Empfänger ist der richtige? Zwiegespräch zwischen Heinz Gelnhaar von der Reichsrundfunkkammer und Wolfg. Fischer. 20: Reichssendung: Stunde der Nation. „Messias" von G. F. Händel. 22.20: Dr. Heinrich Waffenschmidt spricht über „Die amtlichen Rundfunkzeitschristen". 22.30: Dom Nürburgring: Fahrt über die Rennstrecke. 22.45: Sportschau der Woche. 23: Der Reichssender fährt über Land. Ausschnitten aus Bunten Abenden im Sendebezirk. 24 bis 2: Nachtmusik. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch Frankfurt 0.3)1. Berlin Frankfurt a. M Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abend» börse Schlußkurs Schlußk. Mittag« börse Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Datum 7.6 11-6. 7.6. 11.6 Datum 7-6. 11.6 7.6. 11.6. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 6¥i% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.»Ablös.»Schuld mit Auslos.»Rechten ............. 99,75 97,13 114,55 100,2 98,75 96,5 100175 92,25 115 96 100,8 101113 96175 96,75 106,25 1,65 12,25 11,75 12,13 14 100,5 97 104 113,5 100,3 98,5 96,5 100,5 92,25 115,4 96 100,5 101,5 96,75 96,75 106,3 33 11,75 11,5 11,75 13,9 100,13 97,25 104,4 114,7 100,5 98,75 115>25 101 96,75 96,75 106,3 34 1,8 12,4 11,75 12,25 14 T 100,13 97,75 103,5 113,4 100,5 96,5 115,25 101,3 96,75 96,75 106,3 33,25 1,75 11,65 11,5 11,75 13,8 ** 4% desgl. Serie 11 ............. 7,35 9,5 5,9 33,5 35,25 93 121,5 93,25 95,25 95,25 178,5 43,5 139,75 116,75 131 103,75 128 128,75 121,5 178,13 130,5 105,65 115 114 133,5 98,5 87J6- 7,2 5,95 38,5 33,65 35 92,4 92,75 95 95 176,13 44,25 138,75 115,5 127 101 127 128 119,5 176 129 105,5 113 112,75 130,25 98,25 i 67,a 7,5 9,75 5,8 39 34,13 26,5 35,25 91,9 120,75 93,4 95,5 95,5 178,5 43,65 139,75 116,5 130,5 104 128,5 130 128,75 121,25 179 131,25 106,25 115 114,5 103 132,5 99 88125 7,2 9,65 5,9 38,25 33,5 27 34,75 91,75 120,75 92,5 95 95 176 44,13 138,9 115,75 127 101,25 127,25 127 119,5 176,13 128,25 105,5 112,5 112,75 101,9 165 131 98 88 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4yr%Rumän.vereinh.Reniev.l918 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2 »4% Anatolier ............... 4l/t% Deutsche RetchSpostschatzan» Weisungen von 1934, I....... 6% etjem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%).......... Hamburg»Amerika»Paket .....O Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Norddeutscher Lloyd .........O A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz, und Privat-Bank ... O Deutsche Bonk und Sisconto» Gesellschaft................O Dresdner Bank..............O Reichsbank ................12 A-E.G......................O Bekula.................... 10 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ...........6% Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert SEo............... 4 Siemens L HalSke............ 7 LahmeyerLCo..............7 Buderus ....... O Deutsche Erdbl .............. 4 Gelsenkirchener..............O Harpener...................o *Vt% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 5%% ehem. Hess. Landeö-Hypo» thekenbank Darmstadt Liaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6y,% ehem. 4y,% Franks. Hyp.» 5Vi% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.»Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4%% ehem. 8% Pr. LandeSpfand» oriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand» briefanst., Gold Komm. OBI.VI Steuergutsch.BerrechnungSk. 35-39 4% Oesterreichifche Goldrente.... 4,20% Oesterreichifche Silberrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 *y,% desgl. von 1913.......... Hoesch Eisen—Köln-Neuess« .. Ö Ilse Bergbau ...............6 Ilse Bergbau Genüsse ........f Klöcknerwerke ............. Mannesmanw-üiohreu O 5% ob gelt' Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie t..................... loffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag. börse Datum 7.6. 11-6- 76. 11.6. ManSfelder Bergbau........ . 8 116,5 — 116,65 117 Kokswerke................. . 6 — — 127 125,4 Phönix Bergbau........... Rheinische Braunkohlen .... . O —— — — 12 229,75 230 230 230 Rheinstahl................ 3-/2 115,75 114 116,13 113,75 Vereinigte Stahlwerke...... . O 85,4 84,9 85,4 84,9 Olavi Minen ............. . 0 18,25 17,9 18,13 17,65 Kaliwerke Aschersleben...... . 5 126,4 124,25 126 125 Kaliwerke Westeregeln...... . 6 126 124 126 122,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... ?y, — 176 176 I. ®. Farben-Jndustris..... . 7 155,25 153,25 156,4 152,9 Scheideanstalt............. . 9 233 236 —— — Goldschmidt .............. . O 105,25 104 106 105 Rütgerswerke............. .. 4 124,9 123,5 125,25 124,9 Metallgesellschaft........... .. 4 108,25 108 108,4 108,5 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... . O . 5 98,75 119,25 96,5 119 5 96 5 Zementwerk Karlstadt....... .. 4 — Schultheis Patzenhofer..... .. 4 — — 113 112,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 61,75 64,5 62,13 64 Bemberg................. . O 121 122,25 121,25 121 Zellstoff Waldhof .......... . O 119 118 118,75 117,5 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. O 89,75 89,25 89,5 88,75 Dessauer Gas ............. .. 7 —— —— 134,75 135 Daimler Motoren.......... ,. O 91 94,4 91 94,5 Deutsche Linoleum......... .. 6 169 166,25 169 166,5 Orenstetn & Koppel........ .. O — — 90,13 89 Westdeutsche Kaufhof....... .. O 36,75 36 36,75 36,13 Chade.................... .. O 293 —1 293 290 Accumulatoren-Fabrik...... 12 — 177,25 175 176,75 Conti^Nummt............. .. 8 156175 156 156,5 155 Gritzner.................. .. 0 41,65 4114 42 41 Mainkraftwerke Höchst o-SDL. .. 4 - Süddeutscher Zucker 8 180 Lombardzinsfuß 5 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 7-Funi 11-Iuni^ Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Aires 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. . 0,119 0,151 0,149 0,151 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,73 54,83 54,28 54,38 Danzig..... 46,60 46,70 46,76 46,86 London ..... 12,255 12,285 12,155 12,185 Helstngfors.. 5,405 5,415 5,355 5,365 Paris ...... 16,30 16,34 16,35 16,39 Holland .... 167,06 167,40 167,48 167,82 Italien..... 20,51 20,55 20,51 20,55 Japan ...... 0,721 0,723 0,715 0,717 Jugoslawien. 5,649 5,661 5,649 5,661 ÖSlo..... : 61,60 61,72 61,10 61,22 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,125 11,145 11,03 1L05 Stockholm... 63,20 63,32 62,69 62,81 Schweiz .... 80,70 80,86 80,83 80,39 Spanien.... 33,73 33,79 33,87 33,93 Prag....... in. 848 10,355 10,375 Budapest ... — Neuyork.... 2,473 2,477 2,471 2,473 Banknoten. Berlin, 11 .Funi Geld Brief 2,423 2,443 4i ,82 41,98 n?nten ................. 54,07 54,29 12,12 12,16 16,29 16,35 ^nlländische Noten ............... 167,07 167,73