10.14 p _ tQtion n mit J't 'ubb 55 äa oQbrif. «6u“ »s* *9e u 100 rarst. “Wl Um °« lühni. llr.87 Erstes Blatt 185. Jahrgang 5reitag, 12. April 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat tm Bild • Die Scholle Msnats-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern Infolge höherer Gewalt zernfprecharrschlüffe ■nter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Druck und Verlag: vrühl'sche Untverfitatsvuch- und Steinöruderei R. Lange in Sietzen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen oon 70mm Breite 60 Rpf..Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr (Ermäßigte Grundpreise: Stellen-. Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzei- gen. Bäder-. Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B batte KZ Wenben a„, ben 3ean b k Ruh-. Va‘fid) oor dL Mai 1920 nay unb Wall.' echstagswahlen ■r Deutschnatio- lerversammluno der damalige Frankfurt q. M. l9 in den han- ^ngsberger ’Pe Schlüchtern war. Auf der ^nem von einem vorgenommenen 15 einem hin. scharfe em Amtsgerichts, rweife aber ihr rech unermittelt, inte, als in der nau eine erfolg« vorgenommen !>es alten Möller milienmitglledes len Wller ein« Mab, daß ihm i Anschlag gegen haben. Auch er in. gegen Hengs- Men. Zetzt stand ignete jedoch ent« hauptbelastungs« lafbaren Wegen, zenüber die Tat sich, daß Möller haß erfüllt war, i, daß gegen ihn legen Verleitung :, das mit feiner Maus unb 10 udj'batte Mler ich ZivilprozH im geroün\6)tcn llöller in seinem Tchwmgeätz I9 zu 41 lt 2ad- n Ehrverlust, kr überzeugt. > er Begehung v' ramm IL Gymnastik. 6.55: hkonzert. 8.15 * 9.15: Konzert. 10. 145: Sozmldienst. *ten; anschdeßend ? 13.15: W 14.30: Die beM V fe Äobt* mJnter. 20: * tfunl düngt M " „u5 d-m 6t™' ^bls2:«" * d 42-06 0,2g 3,053 54,01 S1-Z 12,'Ob 5,345 IM 167,g 20,62 0,7g 5.6?. 60,K 49'g io,g 62-5 •2'8 i.«1 0,658 41-98 0,2 1,047 53.91 81-09, 12,075 6,335 16,38 167'13 20,58 0,706 5,64 60-68 1-95 10-96 62,26 80.72 1O?375 J,«7 chrib -—' Michspropagandaminister Dr. Goebbels in Krankfurt Der Minister spricht auf einer großen Kundgebung in der Festhalte vor Tausenden von Volksgenoffen aus dem Gau Heffen-Raffau über die aktuellen Fragen der deutschen Politik. (Eigenbericht des „Gießener Anzeigers".) Aeichspropagandaminifter Dr. Goebbels weilte gftern in Frankfurt a. M. Die Stadt und vsite Kreise der Bevölkerung des Gaues chessen- hffau sahen diesem Besuch aus der Reichshaupt- iidt mit stärkstem Interesse entgegen. Dr. Goeb- >lls kam am Nachmittag im Flugzeug auf dem ' [hmftyrter Flughafen an, wo schon in den ersten )achmlttagsstunden Ehrenabordnungen der PO., dir SA. und SS., der HI., des FAD., des NSKK. -wie der NSBO. mit 20 Fahnen Aufstellung ge- i mmen hatten. Zur Begrüßung des Ministers rtten sich eingefunden Gauleiter Sprenger, Mr Stellvertreter des Gauleiters Regierungsrat Seiner, Kreisleiter Oberbürgermeister Dr. J r e b 5 , Polizeipräsident SA.-Gruppenführer Leckerle, SS.-Standartenführer Schwarz, tr Adjutant''des Gauleiters Stöhr und der Lsjutant des Reichsstatthalters Oberleutnant D r e- fcür, Gaupropagandaleiter und Leiter der Landes- f lle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Holksaufklärung und Propaganda Müller- (>ch e l d und der Referent I der Landesstelle G. S. Müller. Kurz nach 16 Uhr traf das Flugzeug ds Ministers ein. In der Begleitung des Ministers bffanden sich u. a. der Generalinspektor für das butschen Straßenwesen Dr. Todt, Ministerial- r:t Hanke, Pressereferent Dürr, Major Ret- t lsky und der Zeichner der Bewegung, C»chweitzer°Mjölnir. Eine zahlreiche Men- st.enmenge begrüßte Dr. Goebbels mit stürmischen h ilrufen. Nachdem der Minister einen prächtigen ü umenstrauß von einem kleinen Mädchen mit t'undlichen Worten entgegengenommen hatte, mitt er unter den Klängen des Präsentiermar- he5 die Front der Ehrenabordnungen ab. Dann bigab er sich zu einem kurzen Besuch in die Bohnung des Gauleiters. Vesichttgung der Autobahn. Die Reise des Reichsministers Dr. Goebbels nach Frankfurt galt zunächst der Besichtigung der N»eichsautobahn. Am 23. September 1933 bitte der Führer bei Frankfurt a. M.-Griesheim bin ersten Spatenstich getan. Heute, nach IV2 Jah- rm, ist d i e Strecke Frankfurt — Darm- stn d t vollendet. Nur noch gärtnerische Ar- b .ten sollen das endgültige Bild verschönen. Schon jqjt ist es ein wunderbares Erlebnis, über die h:ndernislose Fahrbahn dahinzusausen, mitten durch einen Waldpark von einzigartiger Schönheit mit fernen schimmernden Frühlingsknospen. Bis Darm- jtibt geyt die Fahrt. Noch weitere 18 Kilometer if die Strecke, die bis nach Bruchsal im Saau ist, bereits so gut wie fertig. Bon den etwa IOO Kilometern, die heute im ganzen Reich in 3iu sind, werden im Laufe des Jahres noch 350 Nometer fertig, also etwa jeden Tag ein N l 0 m e t e r. Im nächsten Jahr sollen durch- jcimittlich zwei Kilometer täglich vollendet werden. 3n her Fesihalle. Als die Festhalle gegen 18 Uhr geöffnet wurde, eyte bereits ein lebhafter Zustrom von Tausenden 3an Volksgenossen ein, der sich in den folgenden to ben Stunden'stetig steigerte. Schneidige Marschmusik unterhielt die Anwesenden bis zum Beginn btc Kundgebung. Allenthalben herrschte Hochstimmung. Die Festhalle bot in ihrem äußeren Bild einen glücklichen Rahmen für die bedeutungsvolle Nndgebung. An der Breitseite des Haupteingangs cur unter dem großen Flaggentuch mit dem Ho- ! to tsabzeichen der Partei zum ersten Male durch bi Gaupropagandaleitung ein Redner türm in einfacher, schöner und zweckmäßiger Form erlistet worden, der weit in den Raum der Halle bineinragte, so daß jeder der Teilnehmer der Kundgebung den Redner sehen konnte. Zu beiden Siten des Rednerturmes waren dekorative Trep- pciaufgänge geschaffen worden, auf denen die itzlreichen Fahnenträger der Gliederungen der rtei mit ihren Fahnen Aufstellung nahmen und crmit den festlichen Charakter des Abends unter- jtnichen. Ein großartiges Bild bot aber auch die mgeheure Menge der Volksgenossen, die Kopf an $ pf den riesigen Raum füllte In den Gängen f ischen den Stuhlreihen hatten die uniformierten Gliederungen der Partei in Viererreihen Aufstellung genommen; der Arbeitsdienst flankierte mit smen blanken Spaten in mehreren Gliedern Tiefe, giroissermaßen als Symbol friedlichen deutschen Lallens, den Rednerturm. Als der Reichspropagandaleiter auf dem Fest- «ollengelände erschien, wurde ihm ein überaus herzlicher Empfang zuteil. Im Vorhof der Fest- xJe erwarteten viele Hunderte von Jungar- i t e r n sowie auch viele Angehörige der Hit- cir - Iugenb mit brennenden Fackeln in der btmb in Spalieraufstellung ben Gast. Viele Jung- orveiter waren in ihrer Arbeitstracht erschienen. 5in vielfaches „Heil!" scholl Reichsminister Dr. • Goebbels entgegen, als er im Wagen ankam. toimer wieder dankte er der Jugend mit erhobener hlvid. . 5in gleich stürmischer Empfang wurde ihm in , e; Festhalte selbst zuteil. Begeisterung und Freude im über die riesige Menschenmenge, als Dr. Goeb- >3 mit den Herren seiner Umgebung und in Begleitung des Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger erschien. Heilrufe aus $85000 Kehlen schollen Dr. Goebbels entgegen, als er an die Brüstung des Rednerturmes trat und allen Volksgenossen, völlig unpathetisch und mit dem Ausdruck persönlicher Bescheidenheit, die Hand zum Dank für ben* freundlichen Empfang entgegenstreckte. Spontan wurde sodann bas Deutschlanblieb gesungen. Nachbem ber Oberbürgermeister unb Kreisleiter Dr. Krebs ben Reichsminister willkommen geheißen hatte, begann Dr. Goebbels unter ungeteilter Aufmerksamkeit unb großer Spannung ber riesigen Zuhörermenge mit seinem Vortrag. Zunächst rechnete er mit jenen ab, bie ohne jebe Berechtigung mit kleinlicher Kritikasterei bem Nationalsozialismus unb ber Regierung am Zeuge flicken wollen. Dr Goebbels tat es in ber ihm eigenen Weife, mit schärfster Ironie, aber auch mit viel Humor. Er sprach im wahrsten Sinne bes Wortes volkstümlich in einfachen unb klaren Sätzen. Oft würben feine Ausführungen burch lebhaften Beifall unterbrochen. In klarer Linie ber Gebauten hielt er aber auch bem Auslanb einen Spiegel vor, insbefonbere hinsichtlich ber Stellungnahme zur Wiedereinführung der deutschen Wehrpflicht. Klar stellte er den tiefen Sinn der neuen deutschen Armee heraus: sie solle Wahrer des europäischen Friedens sein! In ebenso klaren GedankengSngen Umriß Dr. Goebbels auch eine Reihe gegenwärtig akuter wirtschaftlicher Fragen, insbesondere Fragen der deutschen Rohstoffversorgung. Er gab gleichzeitig weitschauende Perspektiven deutscher Wirtschaftspolitik, in denen er, wie auch mit seinen Darlegungen über die deutsche Wehrpolitik den unbändigen Lebens- und Friedenswillen des deutschen Volkes bekundete. Zum Schluß betonte er die Notwendigkeit verantwortungsbewußter zielsicherer Arbeit für die Regierung, bie ohne UebereUung unb nach sorgfältigen Erwägungen ihre Maßnahmen treffen müsse. Mit einer feinen Deutung bes Begriffes ber Romantik unserer Gegenwart — er sprach von ber stählernen Romantik auf bem Bo- ben ber Wirklichkeiten — schloß Reichsminister Dr. Goebbels seine mit anhaltenbem Beifall aufgenommenen Worte. Nachbem ber Roichsstatthalter unb Gauleiter Sprenger bem Rebner gebankt hatte, fanb bie Kundgebung mit bem breifachen „Sieg-Heil!" auf ben Führer Abolf Hitler unb mit bem gemeinsam gelungenen Horst-Wessel-Lieb ihren Abschluß. Bei der Abfahrt wurden dem Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels noch lebhafte Ovationen zuteil. Die Rede des ReichsprvpagandamWers. Reichsminister Dr. Goebbels führte in seiner Rede u. a. aus: Meine Volksgenossen und Volksgenossinnen! Man darf eine Regierung nicht nur danach beurteilen, was sie tut, man muß sie auch danach beurteilen, was sie verhindert. Als wir die Verantwortung übernahmen, waren bie. Dinge in Deutschland) reif geworben, man rief uns erst, als man gar keine anbere Möglichkeit zum Weiterregieren mehr sah. Wir stauben in ber Zeit unserer Opposition nicht in ber Gnabensonne ber Fürsten unb großen Gelbkapitäne. Was wir sinb, sind wir durch unsere eigene Kraft (Beifall). Wenn Menschen wissen, wie schwer es ist, die Macht zu gewinnen, so werden sie — koste es was es wolle — immer entschlossen sein, d i e Macht zu behalten (Beifall). In einem waren wir überlegen: Im blinden Glauben an unsere geschicht- liche Sendung (Stürmischer Beifall). Deshalb haben die anderen auch das Recht zur Kritik verwirkt, denn wenn sie nicht die Kraft hatten, die Macht zu behalten, wie sollten sie die Kraft haben, bie Macht aufs neue zu gewinnen. Sie sollen nicht glauben, baß wir uns vor ihnen fürchten. Wir lassen sie gewähren, weil wir fie für unbebeu« t e n b halten. Denn wie man ben Staat stürzen kann, bas wissen wir, benn wir haben ben Staat gestürzt (Beifall). Wenn wir ihre politischen Sabotageakte untersuchen, biese kinbischen Versuche jener Möpse, bie ben Monb anbellen wollen, so können wir nur feststellen: „Anfänger!" Daß es in einem Staatswesen von 66 Millionen immer etwas zu kritisieren gibt, ist selb ft- verständlich. Es ist aber unfair, wenn einer das Licht nicht sehen will und nur auf den Schatten schaut und wenn er das Licht ausblasen möchte, um den Schatten zu beseitigen. (Beifall.) Daß wir Fehler gemacht haben, weih niemand besser als wir selbst. Wenn einer viel tut, dann hat er auch das souveräne Vorrecht, Fehler zu machen, und keine Fehler macht nur der, der gar nichts tut. (Beifall.) Diejenigen aber, die im Lande Herumkrebsen und nur auf unsere Fehler zeigen, gehören zu jener Sorte von Miesmachern, die sich selbst nicht leiden können und sich schon ärgern, wenn sie in den Spiegel hineinschauen. Das breite Volk ist davon ganz unberührt. Das Volk ist zu fair und zu anständig, um die Erfolge unseres Regimes wegdisputieren zu wollen; denn das breite Volk ist ja der Nutznießer dieser Erfolge. Man hält uns entgegen, warum noch eine nationalsozialistische Partei, wo wir doch alle Nationalsozialisten sind. Ich will's hoffen! (Stürmischer Beifall.) Selbst wenn bem so wäre: es kann eine ganze Stabt katholisch sein, bas ist kein Grunb für bie katholische Kirche, sich aufzulösen. (Stürmischer Beifall.) Die katholische Kirche hat nicht nur bie Aufgabe, bie Menschen katholisch zu machen, son- bern bafür zu sorgen, baß sie katholisch bleiben. Wenn in einem ßanbe alle Männer solbatisch benken, so ist bas kein Grund, bie Armee aufzulösen, benn bie Solbaten, bie in ber Armee zusammengefaßt werben, stellen die militärische Führung ber Nation bar. Was nun bie Kirche auf religiösem, bie Armee auf militärischem Gebiet ist, bas ist bie Partei auf politischem Gebiet. (Beifall.) Sie stellt bie politische Führung ber Nation unb hat bafür zu sorgen, baß aus bieser Führung, bie augenblicklich noch jung unb ohne Trabition ist, etwas ewig sich Fortsetzenbes wirb. Darum muß bie Partei immer eine Minderheit bleiben unb eine Politik treiben, bie bie Mehrheit bes Volkes hinter ihre Fahnen stellt. Unb bas glauben wir getan zu haben, benn bie Erfolge reben für uns. Wir haben jene Art von Glück, oon ber Moltke einmal behauptete, baß es auf bie Dauer nur ber Tüchtige habe. Wir haben auch bem Volk keine Illusionen vorgemacht, fonbern hielten es für reif genug, bie Wahrheit zu ertragen. „Ich gebe zu, daß es eine ganze Reihe von Fragen gibt, die wir überhaupt noch nicht in Angriff genommen haben; denn wir haben ja auch nur zwei Hände zum Arbeiten und jeder nur einen Kopf, um zu denken, und jeder nur einen Körper, um sich einzusehen, und jeder nur ein Herz, um es heiß und leidenschaftlich für das eigene Volk schlagen zu lassen." Es sei auch leicht, zu klagen, daß der eine oder andere Programmpunkt unserer nationalsozialistischen Weltanschauung noch nicht zur Erfüllung gelangt ist. „Es gibt Programmpunkte, die kann man überhaupt nur durchführen, wenn das Volk wieder auf einer unerschütterlichen organischen Lebensbasis steht. Das hat mit der Richtigkeit dieser Programmpunkte gar nichts zu tun.“ Der Minister wandte sich nochmals gegen die Nörgler, die über die deutsche Rohstoff- unb Devisenknappheit klagten. Wenn man vier bis fünf Millionen Menschen roieber in Arbeit bringe, bann sei es selbstoerstänblich, baß biese Menschen Rohstoffe verarbeiten müßten. Man habe also einfach vor ber Wahl geftanben, entroeber ben ganzen Ankurbelungsprozeß aufzugeben, ober sich mit einer vorübergehenben Devisen- unb Rvhstoff- knappheit abzufinben. „Es gibt in Deutschland Tausende, bie kein Aufhebens bavon machen, baß wir sie roieber in Arbeit gebracht haben, bie aber ein großes Aufheben über bie Verknappung unserer Devisenvorräte machen. Ist es nicht bas Höchstmaß ber Unbautbarfeit, bie Erfolge einer Regierung lächelnb, ohne Lob selbstoerstänblich unb ohne jebe Anerkennung für sich in Anspruch zu nehmen, über bie Auswirkungen bieser Erfolge aber sich kritisch zu erboßen?" Dr. Goebbels betonte, baß bas beutsche Volk Mittel unb Wege finben werbe, um sich vom Aus- lanb unabhängig zu machen. Es hanbele sich hierbei nicht nur um eine wirtschaftliche, fonbern um eine nationalpolitische unb soziale Frage. Wir können bas, benn neben ben vielen zu lösenben Problemen haben wir beispielsweise in zwei Wintern eine i r« < W UWW 4 D 4 ' i u I* * 1 ; : * > . 14- ■ * * M t V , * * H’ (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger) Ein Blick aus den Rebnerturm in der Festhalls. Wtnteryilfswerkorganisation geschaffen, die alle anderen Unternehmungen in der ganzen Geschichte in den Schatten gestellt hat. Wenn die Kritikaster sagen, daß wir das Geld vom Volke nahmen, so erwidern wir, daß wir es von irgendwoher nehmen mußten, umsomehr, als wir entgegen dem Widerstand der ganzen Welt trotzdem «ine deutsche Armee aufbauten. Wir wußten, ohne Macht kann unser Volk nicht leben und nickt existieren. Trotzdem ist Deutschland der sozialistischste Staat der Welt geworden. Wenn die sozialistischen Volksverführer von damals den Massen versprachen: Und es wird die Zeit kommen, da werdet ihr auf euren Schiffen die Weltmeere durchkreuzen, um euch an den Schönheiten fremder Erdteile zu erfreuen, dann haben wir dieses Versprechen zur Wirklichkeit gemacht. Darum steht das Volk hinter uns. Wenn Arbeiter, Bauern und Soldaten heute in einer Front marschieren, wenn wir heute nur ein Deutschland haben, dem alle dienen, um sein Glück und seine Wohlfahrt zu sichern, so nur, weil alle gelernt haben, daß das Wohl des einzelnen nur ein Teil jener Summe von Wohlfahrt ist, die die Ration für das ganze Land bereitzustellen bereit ist. Ausgestattet tnit dem Vertrauen des ganzen Volkes, konnten wir alle innerpolitischen Maßnahmen treffen, die notwendig waren. Wir haben das Reich geeinigt, die Parteien weggefegt, das Kulturleben befruchtet, ein deutsches Theater, einen deutschen Film geschaffen. Wir haben den 2000jährigen Traum eines ewigen Reiches zur Wirklichkeit gemacht. Jede föderalistische Tendenz ist aus dem deutschen Denken entschwunden. Wenn heute die deutsche Ration der Welt gegenübertritt, so nicht durch das Sprachrohr von einem Dutzend Parteien; sie verlautbart sich durch den Mund eines einzigen Mannes. Mit dieser seltenen Macht ausgestattet, sind wir an die Lösung der außenpolitischen Probleme herangetreten, nüchtern und realistisch. Wir haben die Probleme so gesehen, wie sie lagen. Und daß dabei die Welt uns nicht mit Beifallklatschen begleitete, ist sehr verständlich. In der Welt liebt man jeden, der ein Repräsentant der deutschen Schwäche ist, und haßt man jeden, der Deutschland wieder ein neues Machtbewußtsein geben will. Herr Stresemann war in Paris außerordentlich beliebt. Richt ohne Grund. Adolf Hitler ist in Paris nicht beliebt; das gleicht sich wieder aus. Herr Stresemann, der in Paris beklebt war, war in Deutschland unbeliebt, und Hitler, der in Paris unbeliebt ist, ist in Deutschland beliebt. Wir mußten unsere erste Aufgabe darin sehen, den furchtbaren atemberaubenden Ring, der um Deutschland geschmiedet war, langsam aber sicher aufzulockern. Es war nicht einfach. Darüber durften keine lauten Reden gehalten werden. Es mußte alles mit einer weitsichtigen Vorsicht und Klugheit vorgenommen werden. Wir gaben der Welt von allem Anfang an zu verstehen, daß wir nicht mehr bereit seien, Deutschland als zweitklassig behandeln zu lassen. Und wir sagten weiter, wenn man das auf den Konferenzen versuchen werde, wir a u f diesen Konferenzen nichts zu suchen hätten. Die Welt war erstaunt, als wir aus unseren Erklärungen Ernst machten. Wir sagten weiter, wir gehen von Genf weg. Und wir sind weggegangen. Wir erklärten weiter, Deutschland müßte rüstungsmäßig gleichberechtigt jein. Die Welt sagte: Gleichberechtigt? Selbstverständlich. Aber moralisch. Wir sagten: Moralisch, sowieso. Moralisch haben wir uns niemals unterlegen gefühlt. Rein! Moralisch und militärisch. Ja, erklärte Paris, wenn ihr eine Armee aufbaut, dann wollt ihr also Krieg führen. Wieso? Es ist nicht unsere Absicht, Verträge zu brechen, wir wollen nur, daß die anderen auch die Verträge halten. Wir denken nicht daran, mit unserer Armee Krieg zu führen, es ist eine Armee des Friedens, der Ordnung, eine Armee der europäischen Sicherheit, und wir find der festen Ueber- zeugung, daß unsere Ideen, die Europa zum Segen gereichen sollen, in drei bis vier Jahren von jedem halbwegs gebildeten Europäer an den Schuhsohlen abgelaufen werden. Wir sind nicht so töricht, zu glauben, daß, wenn die Folgen des Krieges in ISjähriger Friedensarbeit nicht zu beseitigen waren, dies durch einen neuen Krieg möglich sei. Unser Wunsch und unsere Hoffnung ist, daß unser Werk nicht nur bis an unser Lebensende, sondern darüber hinaus bestehen bleibt. Wir müssen die Arbeitsschlacht gewinnen, wir müssen den sozialistischen Charakter der deutschen Ration noch stärker fundamentieren als bisher, wir müssen die Reichsreform bis zum letzten Ende durchführen, damit wir einen Staat und eine nationale Schicksalsgemeinschaft darstellen; wir müssen das soziale Lebensniveau unseres Volkes heben und wir müssen in einem zähen Kampf auch der Ration wieder jene unveräußerlichen Lebensbedingungen zurückerobern, auf die sie in der Welt auf Grund ihres Charakters, ihrer Qualität und ihrer Leistungen Anspruch erheben muh. Wenn manchmal der eine oder anoere den Kurs nicht ganz überschaut, so soll er rückblickend in die Vergangenheit schauen und er wird gewahren, wo oft er auch damals wankend geworden ist. Aus der Froschperspektive sehen sich die Dinge anders an als aus der Vogelperspektive. Denn es ist ja anders geworden. Wir erleben eine Romantik, die zwar nicht bronciert ist und deshalb nicht glänzt, aber eine Romantik, für die es sich'zu leben und zu arbeiten verlohnt. Ich bin der Ueberzeugung, daß, wenn es dem Führer gelingt, so wie er die Ration innerpolitisch geeinigt hat, Deutschland nach außen hin seine volle und souveräne Sicherheit, seine moralische und effektive Gleichberechtigung zu geben, ihm Millionen von Menschen dafür danken und sein Name unsterblich im Büch der Geschichte verzeichnet sein wird. Gauleiter Sprenger dankte dem Minister im Namen all derer, die hier begeistert seine Aufklärung entgegennehmen konnten. Seien Sie versichert, so wandte sich der Gauleiter an den Minister, so wie vor wenigen Tagen, als der Führer in unfern Gau kam, so wird es auch allezeit bei uns sein, wenn der Führer uns' ruft als Parteigenossen. Wir kommen zu ihm, wenn er uns ruft in irgendeiner Form. Wir werden mit ihm kämpfen. Unserm Führer Adolf Hitler ein dreifaches Sieg-Heil! — Begeistert stimmte die Menge in den Ruf ein und sang bann das Horst-Wessel-Lied. Der erste Tag der Konferenz von Gtresa. Die britischen Staatsmänner legen ihre Austastung dar. Die amtliche Verlautbarung. strefa, 12. April. (DJIB.) Das von italienischer Seite am Donnerstagabend ausgegebene Cfommu- niqu 6 lautet: „heute morgen um 11 Uhr hat im Musiksaal des Schlosses Borromeo die er sie eng- lisch-französifch-italienische Besprechung staltgefunden. Der Regierungschef Mussolini hat den Vorsitz übernommen und hat die beiden Abordnungen herzlich begrüßt. Es waren anwesend außer den drei Ministerpräsidenten die Außenminister Laval und Simon, Vansitkart, Leger, Aloisl, Zuvich und andere hohe Funktionäre. Der englische M i n i st e r p r ä f i d e n t hat die Grundlinien der britischen Außenpolitik aufgezeigt. Im Anschluß daran hat Simon über die Reise nach Berlin und über den deutschen Standpunkt zum Ostpakt, zum Donau-Pakt, zum Luftpakt und zum Völkerbund Bericht erstattet. An jede der hier angeschnittenen Fragen hat sich eine vorläufige Erörterung angeschlosfen. Dann ist die Tagesordnung festgelegt worden. Um 13.30 Uhr wurde die Besprechung unterbrochen. Die Sitzung wurde um 17 Uhr wieder ausgenommen. In der Rachmit- tagssihung haben die französischen Vertreter die Gründe auseinandergefeht, die die französische Regierung veranlaßt haben, sich a n den Völkerbund zu wenden. Darauf hat man das Genfer Verfahren besprochen. Um 19.30 Uhr sind die Besprechungen beendet worden. Ein englischer Bericht. S t r e s a, 12. April. (DNB.) Von unterrichteter englischer Seite wurde folgende Darstellung über den Verlauf des ersten Verhanbluntzs- tages gegeben: Es wurde vor allem von britischer Seite festgestellt, daß man alles tun werde, um die Solidarität unter den drei Mächten zu stärken. Es sei klar, daß England, Frankreich und Italien nicht getrennt werden könnten Sie müßten Zusammenhalten, um den Frieden zu sichern. Diese Solidarität wurde von britischer Seite sehr ausdrücklich unterstrichen. Weiter gab Simon einen genauen Bericht über seine und Edens Reisen nach Berlin, Moskau Warschau und Prag. Hierbei wurde vor allem klar gemacht, daß die leitende Idee dieser Besuche nicht die war, Deutschland glauben zu machen, daß seine Handlungsweise vom 16. März von der englischen Regierung nicht unwidersprochen bleibe, sondern festzustellen, ob noch irgendeine Hoffnung dafür vorhanden sei, daß Deutschland in ein gemeinsames System zurückkehren werde. Die Leitidee Englands sei, ein kollektives Abkommen zu r Sicherung des Friedens zu erreichen. England glaube, daß der Völkerbund ein geeignetes Instrument sei, um den Frieden zu organisieren. Die kollektive Sicherheit müsse in jedem Falle erreicht werden. Hierbei wolle England mithelfen, soweit es dies könne. Als weiteres englisches Ziel wurde bezeichnet, ein Abkommen über den Stand der Rüstungen zu erreichen — nicht über Abrüstung — und zwar durch ein bindendes, internationales Dokument. England ist im übrigen auch mit der Kontrolle völlig einver- st a n d e n. Es wurde weiter von englischer Seite betont, daß die drei Staaten vollkommen im Ziel und im Prinzip überein stimmten, obgleich noch Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der an^uwendenden Methoden beständen. Diese Gegensäße erstreckten sich jedoch nicht auf das Endziel. Italienische Stimmen. Mailand, 12. April (DNB. Funkfpruch). „Cor- riere della Sera" überschreibt seinen Artikel über Stresa mit den Worten: „ Erste Klärungen". Um feine eigene Sicherheit nicht von Abmachungen abhängig zu machen, deren Wert durchaus zweifelhaft fei, habe es Italien als das beste gesunden, fick militärisch zu organisieren. Die Geschichte der letzten Zeit habe gezeigt, daß das Ergebnis einer Konferenz meistens darin bestehe, daß eine andere daraus hervorgehe. Und doch könne man nicht behaupten, daß diese Zusammenkunft im ganzen unnütz sei. Denn eines sei gewiß: Aus der Konferenz von Stresa werde ein noch höher geachtetes Italien hervorgehen, das noch entschiedener bereit sei, zu handeln. Es sei durch die Haltung verschiedener Regierungen kostbare Zeit verloren worden. Zusammenfassend lasse sich über den ersten Verhandlungstag sagen, daß ein Gefühl von vertrauter Zusammengehörigkeit und Zusammenarbeit geherrscht habe, das im Hinblick auf die zukünftigen Beschlüsse nicht überschätzt werde, aber auch nicht verschwiegen werden dürfe. „Popolo d'Jtalia" bringt einen offenbar von Mussolini s e l b st geschriebenen Artikel. Um allen Alarmmeldungen entgegenzutreten, heißt es darin, erscheine es nützlich, erneut zu bestärken, daß von Stresa nicht der Krieg ausgehen werde. Das solle aber nicht heißen, daß Stresa den ewigen Frieden sicherstellen werde. Dieser Friede hänge vor allem von jemand ab, der nicht in Stresa anwesend sei. Ein Kommunique werde herauskommen, daß den klein st en gemeinsamen Nenner zwischen den drei Ländern darstellen werde und nur allgemeiner und beratender Art sein könne. Man muß berücksichtigen, daß manche grundlegende Frage von Stresa die drei Abwesenden, nämlich Deutschland, Rußland und Polen, angeht. Im Schachspiel des Ostens ist a l l e s n o ch i m F l u h. Es besteht kein „geheimnisvoller italienischer Plan" Der italienische Plan ist folgender: Bis zur Klärung des Horizonts Aufrechterhaltung einer ständigen Streitmacht von 600 000 Mann, Ausrüstung dieser Streitmacht mit den modernsten Waffen, Beschleunigung der Luft- und Seerüstungen. Dieser „Plan" ist unerläßlich für die Garantie des Friedens. Die „Erkundungen", die Italien in den letzten Tagen eingezogen hat, haben zu diesem Schluß geführt. „Gio male d'Jtalia" stellt seine Ausführungen unter das Motto: Klarheit und Sicherheit in den Beziehungen mit Deutschland. Welchen Gebrauch wird Deutschland von seinen wachsenden Rüstungen machen? Welche Ziele gibt es seiner offenkundigen expansionistischen Bewegung? Welcher Widerstand soll möglicherweis weiteren Kundgebungen Deutschlands, die den Verträgen, der bestehenden Ordnung und den Grundsätzen des europäischen Gleichgewichtes zuwiderlaufen würden, entgegengefteüt werden? Darüber müsse Klarheit geschaffen, Stellung genommen und Verantwortung übernommen werden. Nichts wolle man dabei gegen Deutschland organisieren, und niemand denke daran, Deutschland zu isolieren oder es gar anzugreifen; man wolle nur Klarheit und Sicherheit, für die Gegenwart und für die Zukunft. England halte weitere Besprechungen zu Vieren einschließlich Deutschlands noch für möglich und sei der Ansicht, daß alle mit der Sicherheit in Verbindung stehenden Aufgaben dem Völkerbunde übertragen werden könnten. Aber der Völkerbund könne, so wie er heute arbeite, die Sicherheit nicht garantieren. Die Sanktionen des Artikels 16 hätten sich als unzureichend erwiesen. Die Furcht vor der rechtzeitigen Uebernahme einer Verpflichtung begünstige das Heranreifen von Situationen, die später schwerere und unumgänglich gewordene Verpflichtungen mit sich bringen. Analog den Vereinbarungen Paris- Moskau und Mvskau-Praa wolle Frankreich anscheinend in Stresa den gleichen Wea vorschlagen und mit Italien und England ähnliche Verträge schließen. Man suche nach Mitteln, die genauer, sicherer und sofort wirksam würden. Zwischen Frankreich und Italien bestehe heute zweifellos eine größere Verwandtschaft der Anschauungen, die naturgemäß auch zu einer größeren Annäherung hinsichtlich ihrer politischen Aktion führten, wenngleich damit niemals die Tür für neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit in einer besseren Zukunft geschlossen werden solle. England wünscht keine vorzeitige Bindung. Keine neuen Verpflichtungen ohne vorherige Prüfung des deutschen Standpunkts London, 11. April. (Reuter.) „Wenn im Auslande an der Tatsache Kritik geübt wurde, daß die britische Regierung nicht mit einer „starken Erklärung" über b i e deutsche Politik hervorgetreten ist, so ist dies der Aufmerksamkeit in London nicht entgangen. Wie Reuter erfährt, wird die auf dem Festlande wahrzunehmende ernste Besorgnis voll gewürdigt und bis zu einem gewissen Grade auf dieser Seite des Kanals geteilt. Es herrscht keine Neigung, sich von der zur Zeit der Besprechungen mit Frankreich angenommenen Haltung zu entfernen ober von ben bereits eingegangenen Verpflichtungen abzu- aehen. Anberseits scheint man ber Auffassung zu jein, baß bie genauen Ziele unb A b - sichten ber beutschen Politik sehr wochl weiter untersucht werben könnten, bevor England Verpflichtungen erwägt, die w e i t über alles Geplante hinausgehen könnten." In Uebereinftimmung damit erklärte Preß Association, die Entwicklung in Stresa werde von London aus in der Ueberzeugung beobachtet, daß die britische Regierung, was auch immer eintreten möge, s i ch nicht auf neue Verpflichtungen einlaffen werde. Deshalb sei die Regierung nicht in der Lage gewesen, eine Art warnende Erklärung abzugeben, um die einige von Deutschlands Nachbarn nachdrücklichst in London ersucht hätten. Es sei der britischen Regierung nicht möglich, ohne eine neue Verpflichtung zu übernehmen, im voraus mitzuteilen, was sie im Falle eines Angriffes tun werbe. Naturgemäß teilten bie britischen Minister die Besorgnis, die durch Deutschlands Haltung entstanden sei, aber sie hätten trotz aller Enttäuschung noch nicht die Hoffnung aufgegeben, daß Deutschland schließlich noch veranlaßt werden könnte, mit einigen seiner Nachbarn Abkommen auf Gegenseitigkeit abzuschließen. Die britische Regierung sei keineswegs der Ueberzeugung, daß Deutschland in dieser Frage sein letztes Wort gesprochen habe. Falls jedoch eine weitere Erforschung ber schließlichen Ziele Deutschlanbs zu bem Schluß führen sollte, bah Deutschlanb nicht bereit sei, einen nützlichen Beitrag für bie allgemeine europäische Sicherheit zu leisten, bann werbe, barüber sei kein Zweifel, bie britische Regierung bie Bemühungen an» derer Mächte billigen, unter sich eine derartige gegenseitige Sicherheit ohne Deutschland zu schaffen. Aber England wolle entschieden jeden Schritt vermeiden, der die schon bestehenden Verpflichtungen vermehren würde. Erhebliche MemimMerWedenheilen. Stresa, 12. April. (DNB.) In englischen und amerikanischen Kreisen wird ber Vermutung Aus- bruck gegeben, baß bie Gegensätze zwischen ben brei Konferenzmächten am Donnerstag schärfer in Erscheinung getreten seien, als in ben offiziellen Verlautbarungen beutlich werbe. Es wird darauf hingewiesen, daß eine angebliche Einigung im Ziel und in den Grundsätzen noch wenig besage, wenn man sich über bie Wege nicht einig sei. Die Tatsache, baß sich bie Italiener offenbar am ersten Konferenztage entgegen ben ur» sprünglichen Erwartungen noch sehr zurückgehalten haben und baß ftattbeffexr bie englischen Minister führend in ben Gang ber 23er- hanblungen eingriffen, wird hier viel vermerkt. Man habe den Eindruck, daß die Engländer .sich durch diese Taktik von vornherein einen gewissen Vorsprung sichern wollten. Don englischer Seite sei anscheinend auch der Wunsch nach Rückführung Deutschlands in ben Völkerbunb sehr stark zum Ausbruck gebracht worben. Es soll in diesem Zusammenhang von ihnen auch betont worden sein, daß man Deutschland „nicht vor den Kopf st o ß e n" dürfe. Demgegenüber soll von anderer Seite geltend gemacht worden sein, daß man Deutschland auch keine „Prämie für Vertragsverletzungen" verleihen dürfe. Von englischer Seite scheine man auch den Gedanken entwickelt zu haben, daß es richtiger sei, an d i e Zukunft zu denken, als an den Fesseln der Vergangenheit zu haften. Die Verhandlungen gingen daher offensichtlich auch mehr auf das Ziel aus, zukünftige „Verletzungen" der Friedensdiktate auszuschließen, als für bereits geschehene Rechenschaft zu fordern. Einigkeit hierüber scheine jedoch nicht zu bestehen, zumal die Franzosen an ihrer Klageschrift an ben Völkerbunb festhalten wollten. Es verlautet jedoch, daß das französische Memorandum vorsichtiger abgefaßt sei, als vielfach erwartet wurde. Frankreich bevorzugt Militärbündnisse und Sanktionen. London, 12. April. (DNB.-Funkspruch.) Der Sonderkorrespondent der „Time s" in Stresa meldet u. a., der erste Tag ber Konferenz sei im großen unb ganzen befriebigenb unb ermutig e n b verlaufen. Es sei aber sicher, daß die Besprechungen vor Samstaa mittag nicht zu Ende sein werden. Der britische Premier m i n i st e r habe erklärt, kein Land dürfe im Interesse seiner eigenen Politik glauben, daß Frankreich, Italien und Großbritannien bei ber Verfolgung ihrer Politik zur Sicherung bes Erlebens Europas getrennt werben könnten. Großbritanniens Stanbpunkt fei, baß ber Völkerbunb bie eine Organisation sei, burch bie 23er- hanblungen über ' internationale Vereinbarungen zur Sicherung bes europäischen Friebens geführt und durchgeführt werden sollten. Großbritannien sei bereit, seinen Beitrag für die kollektive Sicherheit in jeder möglichen Weise zu leisten. Es werde sich weiterhin um R ü - stungsbegrenzung unb internationale Kontrolle bemühen. Der Premierminister habe Nachbruck auf biefen Wunsch Großbritanniens gelegt, Deutschlanb roieber im Völkerbunb z u sehen, habe aber auch deutlich gemacht, daß die Türen nicht in einer Weise geöffnet werden dürften, die das europäische Vertrauen erschüttern könnten. Frankreichs Wunsch fei, endgültig sesizustellen, ob etwas und was im Falte eines neuen deutschen Verstoßes gegen ben Vertrag getan werden würde. Die Franzosen dächten vor allem an wirtschaftliche und finanzielle M a ß n a h m e n. Bei der Auf- rollung dieser Frage werde die Konferenz in einen etwas schwierigeren Abschnitt eintreten. Der britische Wunsch sei, nichts zu tun, was Deutschlands Rückkehr in den Völkerbund erschweren würde. Die britische Delegation habe Feine Abneigung dagegen, diese „Frage der Sanktionen" gegen künftige Vertragsverletzungen mit der französischen Forderung in Verbindung zu bringen, Deutschland einer bereits begangenen Vertragsverletzung schuldig zu erklären. Die Franzosen würden aber diesen Plan schwerlich aufgeben, wenn nicht die Konferenz ihren Wünschen in anderer Beziehung wesentlich entgegenkomme. Somit werde der Gang der Ereignisse in Genf sehr erheblich von den Gefchehniffen in Stresa abhängen. Auch „Daily H e r a l b" melbet aus Stresa, am Enbe ihres ersten Tages stehe bie Konferenz einer heiklen unb schwierigen Lage gegenüber. Es bestehe eine ausgesprochene Meinungsverschiedenheit über bie Deutschlanb gegenüber in Genf einzunehmenbe Haltung. Die fron- aiJorberung, baß auf ber Sondersitzung des bunbsrates eine Verurteilung von „V e r t r a g s b ü ch e n" unb eine Anbrohung von wirtschaftlichen unb finanziellen Sanktionen für den Fall „weiterer Vertragsverletzungen" ausgesprochen werden solle, werde bei ben Engländern unb ben Italienern schwerlichUnterstützung finben, benn bie Annahme bieses Vorschlages würde Darauf hinauskommen, baß im Falle einer Vertragsverletzung dieselben Zwangsmaßnahmen zur 2lnroenbung gebracht werden würden, die in der Völkerbundssatzung nur für den Fall eines tatsächlichen Angriffes vorgesehen seien. Man sei darüber sich einig gewesen, daß eine bloße Erklärung des Völkerbunbsrates, „der Friedensvertrag sei verletzt worden", keinen Zweck hätte und daß eine „Strafmaßnahme gegen Deutschland" nicht in Frage komme. Zwei Dinge seien notwendig: 1. müsse das Sicherheitssystem durch Stärkung des Völkerbundes gekräftigt werden, indem eine Kollektivmaßnahme gegen einen Angreifer sicherer und überwältigender gemacht werde; 2. müsse es Deutschland ermöglicht werden, jetzt ober in ber Zukunft seinen Platz in biesem Kollektivsystem einzuneh' men. Jrgenbwelche Beschwerben, bie Deutschlcpid zu haben glaube, müßten einer sorgfältigen und teilnehmenben Erwägung sicher sein. In den nach' ften zwei Tagen werde vielleicht der Anfang einet solchen Politik wahrzunehmen sein, die dann in der nächsten Woche in Genf entwickelt und später vielleicht zu einer großen Konferenz unter Einschluß Deutschlands führen würde. Bisher fei allerdings trotz aller anders lautenden Gerüchte von der Einberufung einer solchen Konferenz noch nicht gesprochen worden. Das pariser Echo. Paris, 12. April. (DNB. Funkspruch.) In den ftanzösischen Berichten aus Stresa wird der Eindruck erweckt, als ob die französische Politik mit dem ersten Verhandlungstage recht zufrieden fein könnte. Man hebt bie angebliche fron1 zösi s ch-i talienische Uebereinftimmung unb bie etwas entferntere Zustimmung Großbritanniens hervor unb verspricht für das Ende der Konferenz, die bis Samstag ober gar Sonntag dauernd könnte, schon jetzt eine Einigung. Nach dem „Matin" habe der französische Außenminister in Stresa ben Standpunkt vertreten, in Zukunft müsse ber, der einen Vertrag verletzte, dem Angreifer gleichgesetzt uva nf. auto y'TieU t ®enfl.e lur hdn mah ■fju gehn schien für ewen i aber Oe»«'1,’ l'utifl«« * Bor t* s $*• “J 0»rr* jchU-be" wf* ®ori» Laval in dies Scho de Pn fischen Entlvur bundsrates ge pflid)t m lassen habe Text in ®enf sich nicht mit ( qer scharfen Organisierung die Stresa-Ko wenn n a ch d den franz trage ein a nischer De und das Jt Wi W Die Kons Nach dem F fremden Staa begaben sich di Mischen Dele gegenüber vor die Ministerpi am Mausoleu dorna Kräi waren Karabi Belg Scharfe An tionen aufma: Balillaformati schritten Mack tung zu dem im Weltkriege Man bemerkte und den Unb nationale Pr von Stresa n ;1 war außeroröc flreujfeuer ber 'legten bie fremi der und kehrter 1 Während ihres wechselnd die f Hymne gespielt. Die Weltp ! Stresa entsand Iset denn, daß s fangreichen pol dank der die < hermetisch ist von ein t,en umgeb Flugzeuge. gegenüber r1: .^bg-sehen i k"li)ärisch PWeinem'ati tun Bjülfet, wurde der Sja Slbi>gun6 b« Äbgeord E; «'rgsmi: Esf(ä H 0 h0Mai ' ändere m hfc too„So, Ölt der in S1 M üin01,s rÄ)? k UV« öst- der Polizei mit dem Gummi- ilanken Waffe von den kommu- Straßenzüge von lichen Stadtteil waren mehrere Gruppen der n a - tionalsozialistischen Bewegung (NSB.) knüppel und der blanken nistischen Ansammlungen gesäubert. Da Bewohner der angrenzenden Häuser Anstalten machten, von Türen und Fenstern aus die Polizei bei ihrem Borgehen zu behindern, wurde unter mehrfacher Anwendung der Schußwaffe der Befehl erteilt, alle Türen und Fenster geschlossen zu halten. In dem Arbeiterviertel Jordaan wurde ein organisierter ier in sichtlicher Erregung die Ausführungen Bor- cinsns für würdelos erklärte. Vorginon behaup- tete, daß die Militärpolitik des Kriegsministers ,anz auf die Bedürfnise Frankreichs abgestellt sei. melt wurden. Schwere kommunistische Ausschreitungen in Amsterdam. Amsterdam, 11. April. (2)318.) Im kommunistischer Ueberfall auf eine Wahlpropagandagruppe der Sozialdemokraten un- i 200 Millionen Lire für Italiens Luftflotte. Rom, 11. April. (DNB.) Nach einem Dekret, das in italienischen Reichsgeseßblatt vom Donnerstag veröffentlicht ist, werden für die voll ständige Erneuerung und Modernisierung der damit beschäftigt, Wahlslugblätter zu verteilen. Kommuni st en versuchten, die Nationalsozia- lichen an ihrem Vorhaben zu hindern. Unter Mitwirkung von Ueberfallautos wurden mehrere Belgiens Mitttärpoliiik. scharfe Angriffe auf den Kriegsminister. Brüssel, 11. April (DNB.) In der Kammer wurde der Haushalt des Ministeriums für Landesverteidigung beraten. Der Berichterstatter, der katholische Abgeordnete Burlet, betonte, daß Belgien gegenüber jedem Lande unabhängig ei. Abgesehen vom Locarnovertrag hübe es keine militärischen Verpflichtungen gegenüber irgendeinem anderen Staate übernommen. In der anschließenden Aussprache stand verschiedentlich das umstrittene belgisch-französische Militärabkommen zur Debatte. Ohne Namen >u nennen, wurde auch auf die Enthüllungen des französischen Abgeordneten T a i t i n g e r ange- pielt. Kriegsminister Deveze erklärte auf die Frage eines flämischen Abgeordneten, ob Belgien außer der Garantieverpflichtung des Locarnopaktes koch andere militärische Beistandspflichten übernommen habe, daß keiner fremden Armee in Durchmarschrecht durch Belgien ustehe. Der Locarnopakt sei durch keine diplv- natische Aktion abgeändert worden. Der Vertreter der radikalen Flamen, Abg. ihre Vervflichtungen in belgischer Währung abzutragen, so daß viele eingefrorene Guthaben jetzt unerwartet a u f t a u e n. Die Angstkäufe sind abgeflaut. Die Regierung ist entschlossen, übertriebene Preissteigerungen zu unterdrücken. Sie vermehrte den Goldumlauf um 20 Millionen luxemburgische Franken. Weitere Emissionen im Gesamtbeträge von 100 bis 125 Millionen Franken sind vorgesehen. Daneben laufen noch etwa 600 Millionen Franken belgische Banknoten. • “Mi Wanb woll- ! !’ ber die sch», ; hren würde. iiWtai. J englischen uni Vermutung Aur fischen den dre 9 lchärfer b "den offizielle, wird daran ®tni9ung in 8en noch öeni: e.Dege nidji d>e Ätaliene,! entgegen den m ehr zurückge 'ew öie engls! i Gang der 8® ' I r viel verwert e Engländers n einen gewiüc nglischer Seite ii 1 Rückführung lkerbund jch! en. Es soll in dir auch betont wci nd „nicht do: )emgegenüber hi acht worden seii „Prämie für e. Don englW edanken entwick-. n die 3ufünf: der Dergangenhe: ngen daher offen’ 15, jutünftifli i fe aii=juid}{iefcn, fjflt ZU fordern. . licht zu bestehen, agefchrrft an den • verlautet jebod), n vorsichtiger ah« ourde. Das ist das Reueste: wir haben serngesehen! Besuch in der Fernsehstelle des Jieichspostmuseums in Berlin. Cholesterin« und I e c i th inhaltig bt Vorginon behauptete, daß die Politik des kriegsrninisters antideutsch orientiert und daß 'P e l g i e n ein Vasall Frankreichs sei Die Politik des Kriegsministers werde von den Flamen nicht gebilligt. Die Versailler Gewaltpolitik ei gescheitert. Belgien sei aus dem Weltkriege mv- alisch gestärkt hervorgegangen, habe aber seine moralische Stellung selbst abgeschwächt, u. a. durch !ie Einverleibung Eupen-Malmedys. Vorginon vurde von Kriegsminister Deveze unterbrochen. Aus aller Wett. Der Feuerwehrmann als Brandstifter. Jleun Jahre Zuchthaus. Vor dem Schwurgericht in Zweibrücken hatte sich ein Feuerwehrmann wegen Brand st iftung zu verantworten. Der Angeklagte bewährte sich zunächst als diensteifriger Feuerwehrmann, der bei Bränden rafd) zur Stelle war und nach erfolgter Feuerbekämpfung Brandwachen übernahm. Da hierfür Entschädigung bezahlt wurde, reifte in dem Angeklagten der Gedanke, selbst Brände anzulegen. In verschiedenen Fällen brannten Scheunen, Stallungen und Wohnhäuser nieder. Der Angeklagte erschien stets an der Brandstelle und hals löschen. Endlich konnte die Verhaftung erfolgen. Vor dem Schwurgericht gab der Mann seine Straftaten unumwunden zu. Er begründete sein Vorgehen damit, daß er in wirtschaftlicher Bedrängnis Geld verdienen wollte. Während der Staatsanwalt auf 15 Jahre Zuchthaus plädierte, lautete das Urteil auf neun Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Brandstifter erhält vier Jahre Zuchthaus. Das Schwurgericht in Kassel verhandelte gegen den 22jährigen Karl Sch. aus Wichmannshausen (Kreis Eschwege) wegen vorsätzlicher Brand- st i f t u n g. Am 29. Dezember 1934 brach in dem Erbhof Möller in Krauthausen (Kreis Rotenburg- Fulda) in der Scheune ein Brand aus, der zwei Scheunen völlig vernichtete, das Möllerfche Wohnhaus schwer beschädigte und ein anderes Wohnhaus leicht beschädigte. Sch. hatte aus Aerger über Auseinandersetzungen mit feinem Arbeitgeber das Feuer angelegt. Das Schwurgericht ging über den Antrag des Staatsanwalts hinaus und erkannte wegen vorsätzlicher Brandstiftung auf vier Jahre Zuchthaus unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Gleichzeitig wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt. Eine unmenschliche Mutter. — Die Kinder aus dem fahrenden Zug geworfen. Von der Hagener Kriminalpolizei konnte ein schweres Verbrechen aufgeklärt werden, das sich am 8. April auf der Bahnstrecke Hohensyburg— Hagen abgespielt hat. Die 31jährige Ehefrau Freundlich aus Paderborn, die mit ihrem neunjährigen Sohn und ihrem drei Monate alten Töchterchen im Personenzug nach Hagen fuhr, angeblich um dort das Grab ihres ersten Mannes zu besuchen, hatte während der Fahrt die Abteiltür geöffnet und die beiden Kinder auf den Bahnkörper gestürzt. Um einen Unfall vorzutäuschen, zog sie bald darauf die Notbremse und erklärte, daß die Kinder, während sie sich in der Toilette aufaehalten habe, offenbar beim Spielen die Tür geöffnet hätten und aus dem Zug gefallen seien. Der Knabe ist bald darauf infolge Schädelbasisbruches gestorben, während sein Schwesterchen noch in Lebensgefahr schwebt. Die unmenschliche Mutter wurde festgenommen und hat nunmehr gestanden, daß sie, angeblich wegen schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse, gemeinsam mit ihren Kindern in den Tod gehen wollte, selbst aber nicht mehr den Entschluß zur Tat aufgebracht habe. Dreister Raubüberfall auf einen Kaffenboten in Halle. In der Königsstraße in Halle, etwa 75 Meter vom Reichsbankgebäude entfernt, wurde ein Feuerüberfall auf den 18 Jahre alten Kassenboten Martin Schmidt aus Halle verübt. Der Bote hatte int Auftrage der Bank für Landwirtschaft 10 000 Mark abgeholt. Als er das Bankgebäude verlassen hatte, wurde er von mehreren Männern überfallen und durch Kopfschüsse schwer verletzt. Die Täter entrissen ihm die Geldtasche und flüchteten in einem bereitgestellten Kraftwagen. Der Wagen, der das Kennzeichen HI A 1474 trug, dürfte die Richtung nach der tschechischen Grenze oder nach dem Süden eingeschlagen haben. Hauseinsturz in Istanbul. — Sechs Tote, zehn Verletzte. In dem meist von Griechen bewohnten Stadtteil Jenischehir am Goldenen Horn in Istanbul ist ein dreistöckiges Holzhaus plötzlich e t n g e st ü r z t. Da n Lage gess jeneTleinungi Deutschland U altung Die fr Sondersitzung» rteilung ie Androhung» Sanktionen sm- Regungen" a* >i den Englam- Unterstütz^, Vorschlags M «alle einer fr g-m-bn-hm-" vorgesehen rtrs» ZH .ft i-M ’Ä» ’S 5 f S I-M f * ;,‘n ■,<** ?.<.!» •.'."fel'i aufgezeigten Dokumenten über die Geburt und die ersten Schritte der neuzeitlichen Nachrichtenübermittlung. Sie sind alle da, woyl geordnet, etikettiert und unter Glas und Rahmen. Kronzeugen menschlichen Fortschrittes und Erfindergeistes. Heute geyt es nur um das eine: das Herzstücke des technischen Aufbaues kennen zu lernen, die Krönung des technischen Wunders: die Fernseh-Abteilung. Nebenbei: Abteilung ist zu viel gesagt. Wenn man von den primitiven Geräten absieht, die als Vorläufer der Fernseherei angesprochen werden können, bleiben lediglich einige ziemlich umfangreiche Kasten übrig, deren einer das große Geheimnis birgt. Er ist einem großen Rundfunkapparat nicht unähnlich; er unterscheidet sich von einem solchen eigentlich ^tur durch eine kleine weiße Mattscheibe, die zur Zeit ganz harmlos, mehr tot als lebendig aussieht. Aber im gleichen Augenblick fast, in dem der „Herr Fernseher" an geheimnisvollen Knöpfen zu stellen und zu regulieren beginnt, gewinnt das Glas Leben: zwei Figuren erscheinen, zwei Frauen, ziemlich scharf schon, jedenfalls ganz deutlich. Sie lächeln freundlich, nehmen schöne weiße Notenblätter in die Hand und beginnen zu fingen. Und im gleichen Augenblick, in dem wir das bewegte Bild sehen, das aussiebt, wie aus einem Hauskino projiziert, tönt an unser Ohr der Gesang: wir sehen und hören f e r nl Wir modernen Menschen .sind an Sensationen gewöhnt. Wir haben es verlernt, freudigen Schreck zu empfinden. So auch hier: im traulichen Halbdunkel des Reichspostmuseums waren wir Zeugen eines Vorganges, der so unwahrscheinlich, so über alle Erwartungen außergewöhnlich war, daß es keinerlei Vergleiche gibt. Und was kam dabei heraus: „Sehr nett!" sagten einige. „Großartig!" sagten andere, und ein Dritter sprach: „Ist das alles?" — So sind wir Menschen! entsprechend behandelt werden. Jede neue Verletzung eines bestehenden Vertrages müsse sofort automatisch wirtschaftliche und finanzielle Maßnahmen gegen den der Verletzung Ueberführten nach sich ziehen. „Oeuvre" erklärt, der Entwurf der französischen Denkschrift für Genf sei bereits beiseite geschoben worden, wahrscheinlich weil man ihn für z u scharf gehalten habe. In Stresa sei man mehr für einen Text, derz war aus Deutschland hindeute, aber Deutschland nicht ausdrücklich nenne. Wahrscheinlich werde man beschließen, daß der Wortlaut der Erklärung erst in Genf aufgesetzt würde, vermutlich von einem Neutralen als Berichterstatter. „Oeuvre" macht folgende interessante Enthüllungen über Rlililär-Bündnispläne: Vor einigen Tagen habe der Duce der pariser Regierung ein französisch-italienisches Militärbündnis zur Verteidigung Oesterreichs vorgeschlagen. Dieses Bündnis habe bestimmte Versprechungen enthalten, wonach Rom mit der kleinen Entente und mit der Balkan-Entente, also mit den Nachbarstaaten Oesterreichs, Mllitärabkommen a b - schließen sollte. Die ganze Frage sei im französischen Ministerrat eingehend erörtert worden. Der Rliinsterrat habe Flandin und Laval in dieser Hinsicht volle Handlungsfreiheit gelassen. „Echo de Paris" bestätigt, daß man den französischen Entwurf für eine Erklärung des Völkerbundsrates gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland bereits fallen gelassen habe und verlangt, daß Frankreich diesen Text in Genf trotzdem aufrecht erhalte und sich nicht mit etwa in Stresa vorgeschlagenen weniger scharfen Lösungen begnüge. Hinsichtlich der Organisierung des gegenseitigen Beistandes könne die Stresa-Konferenz ein wichtiger Schritt bilden, wenn nach dem Muster des bevorstehenden französisch-sowjetrussischen Vertrage ein ähnlicher französisch-italie- nischer Vertrag für das Donaubecken und das Rheintal zustande komme. Engländer und Franzosen am Grabe Cadornas. Die Konferenz hermetisch abgesperrt. Nach dem Frühstück, das Mussolini zu Ehren der fremden Staatsmänner auf der Jfola Bella gab, begaben sich die Mitglieder der englischen und französischen Delegation in Schnellbooten zu dem gegenüber von Stresa gelegenen Pallanza, wo die Ministerpräsidenten Englands und Frankreichs am Mausoleum des italienischen General E a - b o r n a Kränze niederlegten. In großer Anzahl waren Karabinieri und andere militärische Formationen aufmarschiert. Durch das Spalier einer Balillaformation mit aufgepflanzten Bajonetten schritten Macdonald und Flandin mit ihrer Begleitung zu dem Denkmal des italienischen Feldherrn im Weltkriege. Mussolini war nicht erschienen. Man bemerkte seinen Kabinettschef Baron A l o i f i und den Unterstaatssekretär S u v i ch. Die internationale Presse, die in einem Sonderdampfer von Stresa nach Pallanza gebracht worden war, war außerordentlich zahlreich vertreten. Unter dem Kreuzfeuer der Photographen und Kinooperateure legten die fremden Staatsmänner die Kränze nieder und kehrten sodann wieder zum Boot zurück. Während ihres Aufenthaltes an Land wurde abwechselnd die französische und englische Nationalhymne gespielt. Die Weltpresse hat etwa 350 Vertreter nach Stresa entsandt, die nichts zu tun haben, es et denn, daß sie sich in der Bewunderung der um- angreichen polizeilichen Schutzmaßnahmen ergehen, rank der die Konferenz von der Außenwelt hermetisch abgesperrt ist. Die Jsola Bella ist von einem Kranz von Polizeibooten umgeben, lieber dem See kreuzen ständig Flugzeuge. Ministerpräsident Göring an die deutschen Gtudenten. Berlin, 12. April. (DNB.) Der „Völkische Beobachter" verbreitet folgenden Aufruf des Ministerpräsidenten Göring an die deutschen Studenten: „Die deutsche Jugend hat den Ruf des Führers zuerst verstanden und in den schwersten Jahren des Kampfes in herrlichem Ak- tivismus für die nationalsozialistische Bewegung und damit für b i e Zukunft Deutschland gekämpft. Wie immer in den Jahren völkischer Not stand auch der deutsche Student mit in der vordersten Linie. Die nationalsozialistische Studentenschaft hatte die Hochschule bereits erobert, als die Weimarer Demokratie es noch wagen durfte, den Gummiknüppel gegen den Freiheitswillen einer geknechteten Nation einzusetzen. Dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund ist nach der Machtübernahme eine der größten Aufgaben zugewiesen worden: die Mitarbeit an der Erziehung der kommen- den Führergeneration. Der nationalsozialistische Student hat den Kampf siegreich geführt gegen Klassenhaß und den Kastengeist instinktloser Hohlköpfe. In diesem Sinne wird die nationalsozialistische Studentenschaft heute Weiterarbeiten. An den Hochschulen des nationalsozialistischen Deutschlands wird der junge Student nicht nach Herkunft ober Verbandszugehörigkeit, fonbern ausschließlich nach der Leistung beurteilt werden. So soll es immer bleiben. Berlin, im April 1935. (gez.) Göring." italienischen Luftflotte 1200 Millionen Lire ausgesetzt. Die Summe zerfällt in drei Jahresraten derart, daß für den laufenden Haushalt 600 Millionen Lire und für die nächsten Haushaltsjahre je 300 Millionen Lire zur Verfügung stehen. Damit soll erreicht werden, daß die im vorigen Jahre bereits beschlossene, aber auf sechs Jahre vorgesehene Erneuerung der italienischen Luftflotte schon bis Mitte 19 3 7 abgeschlossen wird. Sie war bereits Anfang dieses Monats von der Regierung im Senat mit ber ausdrücklichen Begründung angekündigt worden, daß ein weiteres Abwar - te n bei den jetzigen Verhältnissen höchst gefährlich sein könne. Unterirdische Munitionslager in Südengland. London, 12. April (DNB. Funkspruch). „Daily Herald" meldet, daß in der als Truppenübungsplatz benutzten Ebene von Salisbury gegenwärtig ein Netzwerk von unterirdischen, bombensicheren Unterständen gebaut werde, die als Munitionslager verwandt werden sollen. Kasernen würden errichtet und vorhandene Gebäude erneuert und verstärkt. Die Militärbehörden hätten es so eilig, daß die Bauunternehmer ersucht worden seien, auch am Samstagnachmittag und Sonntag arbeiten zu lassen. Sowjetrussisch-tschechische Lustverbrüderung. Prag, 11. April. (DNB.) Wie die „Lidove No- viny" melden, besuchten die in Prag weilenden Vertreter des sowjetrussischen Militärflugwesens den tschechoslowakischen Aeroklub, wo sie von dem Abgeordneten und ehemaligen tschechischen Innenminister Slavik und den Vertretern des tschechoslowakischen Flugwesens begrüßt wurden. Nach einer Ansprache Dr. Slaviks wurde dem Führer der sowjetrussischen Abordnung, General Lavrow, ein künstlerisch ausgeführter Pokal und den übrigen Sowjetrussen die Ehrenzeichen des tschechoslowakischen Aeroklubs überreicht. Für die herzliche Aufnahme und die ehrenden Geschenke sprach der Sowjetgeneral einige Dankesworte. Die rote Gefahr Moskau, 11. April. (DNB.) In Moskau wurde eine Tagung der Gesellschaft „MOPR“ (Internationale Arbeiterhilfe) unter Vorsitz von Frau Stasow eröffnet. Frau Stasow betonte die Notwendigkeit der Einheitsfront des Marxismus und Kommunismus im Kampfe gegen das Bürgertum. Eine französische Abordnung überbrachte Grüße und erklärte, daß die Aufgabe des Kommunismus in einem künftige n Weltkrieg darin bestehe, diesen in einen Bürgerkrieg umzuwandeln und die Weltrevolution durchzuführen. Die Beratungen erstrecken sich auf Hilfe f ü r kommu- n i st i s ch e Häftlinge in Europa und den Vereinigten Staaten. Die MOPR hat kürzlich die sowjetrussischen Arbeiter und Angestellten aufgefordert, „freiwillig" zehn Kopeken zugunsten der MOPR abzuführen, wodurch zwei Millionen Rubel gesamternommen. Sozialdemokratische Werber wurden mißhandelt. Der Kairoer Ludenprozeß. Alexandrien, 11. April. (DNB.) Am Donnerstag wird vor dem Appellationshof in Alexandrien die erste Berufungsverhandlung im Kairoer Judenprozeß beginnen. Es besteht die Hoffnung, daß das Gericht, wie in der ersten Instanz, die Auseinandersetzungen auf das eigentliche <5 t r e i t g e b i e t beschränken und Hetzversuche von jüdischer Seite zurückweisen wird. Es handelt sich in juristischer Hinsicht um die Frage, ob ein Einzel m i t g l i e d der angeblich beleidigten Gemein- chaft der Juden einen Schadensersatzan- Pruch geltend machen kann, auch wenn es per« önlich durch den vermeintlichen Angriff nicht betroffen worden ist. Ein Sieg der jüdischen Auffassung würde bedeuten, daß Tausende von Juden die gleiche Klage gegen die Deutschen erheben könnten, wie ihr Rassengenosse I a b e s. Der Vertreter der klagenden „Weltliga zur Abwehr des Antisemitismus", der jüdische Rechtsanwalt Leon E a st r o , versucht seine Berufung damit zu begründen, daß dem Gericht Erster Instanz Verfahrensmängel unterlaufen seien. Die Vertreter der deutschen Partei, die Rechtsanwälte Grimm und Kamel Bey Sedky, werden anhand der internationalen Rechtsprechung den Nachweis der Haltlosigkeit der jüdischen Klage führen. Darüber hinaus wird Prof. Grimm die jüdische Klage als Mißbrauch der Gastfreundschaft des ägyptischen Volkes und als politischen Hetzversuch brandmarken. Die Greuelhetzen über das neue Deutschland wurden noch wenige Tage vor Prozeßbeginn wirkungsvoll durch das Auftreten der Besatzung des Kreuzers „Emden" widerlegt, der auf der Rückreise von seiner Auslandsfahrt in Alexandrien Halt machte. Protest gegen das Genfer Zudensckuhgesetz. Genf, 11. April (DNB.) Am Mittwoch fand eine Protest Versammlung der nationalen Parteien gegen die zum Schutze der Juden ergriffenen Maßnahmen des in seiner Mehrheit marxistischen Genfer Staatsrates statt. Veranstalter der Organisation waren die nationale Front, die Christlich-Soziale Partei, die Nationale Ordnungspartei und die Schweizer Faschistenpartei. Der Präsident der Versammlung wies darauf hin, daß sich niemand gegen die religiösen Gefühle der Juden wende, sondern daß es der Einfluß eines gewissen jüdischen Geistes auf Presse, Theater und Kino sei, der die Tradition des Volkes untergrabe, und daß es die wirtschaftlichen und finanziellen Methoden der Juden seien, die man als schädlich empfinde. Dieser Einfluß decke sich oft mit demjenigen der Freimaurer, die in allen revolutionären Bewegungen immer eine große Rolle gespielt hätten. Die Versammlung nahm eine Entschließung an, in der gegen den Beschluß des Genfer Staatsrates Protest erhoben wird. Nach der Kundgebung kam es durch das Eingreifen von marxistischen Elementen zu ernsten Ausschreitungen, wobei ein Jungfaschist durch Messerstiche schwer verletzt wurde. Der Täter konnte nicht festgestellt werden, da die dem marxistischen Staatsrat Nicole unterstellte Polizei nicht zur Stelle war. Luxemburgische Währungsschwierigkeiten. Luxemburg, 5. April. (DNB.) Die Umstellung der luxemburgischen Volkswirtschaft auf die neuen Währungsverhältnisse begegnet großen Schwierigkeiten. Man kann feststellen, daß d i e meisten Preise anziehen. Die Abtragung der alten Verpflichtungen findet durchweg in belgischer Valuta statt, und der aus der Kursdifferenz herrührende 25prozentige Aufschlag wird ohne weiteres von den Banken, Kreditkassen usw. (mit Ausnahme der staatlichen Sparkasse, die allein ihre Depositen sofort ungeschmälert in luxemburgischer Valuta zurückzahlt) laut Artikel 3 des Regierungsbeschlusses auf das vorgesehene Sperrkonto überschrieben. Die Steuerämter nehmen noch belgische Valuta ohne jeden Aufschlag entgegen. Viele Schuldner benutzen jetzt den Vorteil, Ganz genau kann ich es im Augenblick nicht jagen, ob Bellamy in seinen marxistischen Träumereien „Rückblick aus dem Jahre 2000" bei der Schilderung der zukünftigen technischen und kulturellen Zustände das Fernsehen vergessen hat; aber ich glaube wohl. Bellamy und Jules Verne und andere Phantasten haben alles für möglich gehalten: nur daß der Mensch auch einmal würde fernsehen können, das ist ihnen fraglich geblieben. Es mußte eine ganze Anzahl von grundlegenden und epochemachenden Entdeckungen und Erfindungen zustande kommen, um in den letzten Jahren das Problem des Fernsehens überhaupt theoretisch anschneiden zu können. Foto, Film, Telegraphie, Telephonie, Phonographie, Rundfunk, Kurzwellenfunk sind nur einige wenige Stationen, die in großen Zügen den Wec^ der Fernseherei kennzeichnen. Ganz zweifelns würden vor zwei Jahrhunderten alle diejenigen als Hexenmeister, als Teufelsbraten, als Scharlatane und Alchimisten verbrannt, gevierteilt und gerädert worden jein, die heute als einfache Techniker, als Ingenieure und Rundfunksprecher, als Radiohörer und dito Bastler durchs Leben gehen. Der Fortschritt der Wissenschaft und Technik ist seither geradezu unvorstellbar groß gewesen. Die ganze Fülle dieser Erkenntnis lastet auf uns, wenn wir dem Reichspo st museum zu Berlin unfern Besuch abftatten. Hier bekommen wir einen tiefen Einblick in das Werden und Sein aller dieser neuen Verständigungsmittel; mit Ausnahme des Films und des Phonographen waren von jeher alle grundsätzlichen Fortschritte, alle Voraussetzungen des Fernsehens bereits Hilfsmit - t e l der R e i ch s p o st ; und selbst diese beiden Außenseiter-Gebiete wurden seit Jayren zum mindesten für die Zwecke der vorbildlichen Reichspost- propaganda gern und oft gebraucht. Schweigen wir von den im Reichspostmuseum I» t rgenilih qA.0'1 Er. sich die meisten Bewohner des von zahlreichen eng zusammenwohnenden Familien besetzten Hauses im Hause befanden, als der Einsturz erfolgte, sind zahlreiche Opfer zu beklagen. Bisher wurden aus den Trümmern sechs Tote geborgen, darunter eine Greisin von 89 Jahren und ein kleines Kind. Weitere zehn mehr oder weniger s ch w e r verletzte Personen wurden ins Krankenhaus übergeführt. In den Trümmern wird nach weiteren Opfern gesucht, da noch einige Personen vermißt werden. Als Ursache des Einsturzes ist Baufälligkeit anzunehmen, zumal die meisten Häuser dieses Stadtviertels altersschwache Holzbauten sind. Aufregende Reise eines französischen Ueberseedampfers. Der französische Ueberseedampfer „Mexique", der aus Amerika in St. Nazaire eintraf, hat eine aufregende Ueberfahrt hinter sich. Kurz nach der Abfahrt nahm sich ein Fahrgast das Leben. Nach einigen Tagen wurde plötzlich ein Mitglied der Besatzung wahnsinnig und mußte in eine Zwangsjacke gesteckt werden. Kaum waren diese Aufregungen vorüber, als man an Bord vier blinde Passagiere entdeckte, kubanische Studenten, die bei den letzten Unruhen in Havanna zum Tode verurteilt worden waren. Ihnen war es geglückt, sich in letzter Minute an Bord zu schleichen. Alle vier sind Söhne wohlhabender Eltern, die seit einiger Zeit in Spanien ansässig sind. Die Studenten wurden vorläufig in Haft genommen. Sie werden sich vor einem französischen Gericht zu verantworten haben. Nach Verbüßung einer unvermeidlichen Gefängnisstrafe wird man sie dann wunschgemäß nach Spanien abschieben. Reue Sandstürme in den Vereinigten Staaten. Der Süden und der Mittelwesten der Vereinigten Staaten wurde erneut von furchtbaren Sandstürmen heimgesucht. Die Stürme breiteten sich mit rasender Geschwindigkeit über Iowa und Arkansas bis nach Ohio und Tennessee aus. Der Schaden, den vor allem die Landwirtschaft erlitten hat, ist ganz ungeheuer. Er wird allein für die Weizenernte auf 30 Millionen Dollar geschätzt. Tausende von Farmern verlassen mit ihren Familien die verödeten Felder und ziehen nach Osten, um sich vor dem mörderischen Staub zu retten, der die Menschen mit dem Erstickungstod bedroht und vor allem bei Kindern sehr häufig zu schweren Lungenentzündungen führt. Selbst in Chikago machen sich die Auswirkungen dieser Naturkatastrophe bemerkbar. Die dort eintreffenden Zügö aus dem Westen und Süden sind völlig mit Staub und Schlamm bedeckt. Der berüchiigle amerikanische Gangster Hamilton verhaftet. Der berüchtigte Mörder, Bankräuber und Ausbrecher Raymond Hamilton, hinter dem die amerikanische Polizei seit Jahresfrist durch sechs Südweststaaten her ist, konnte jetzt endlich in Texas verhaftet werden. Schon Ende Februar war er bereits einmal in eine von der Polizei gestellten Hinterhalt in der Nähe von Fort Wörth geraten, hatte jedoch nach einem heftigen Feuergefecht unter Zurücklassung der von ihm entführten Geiseln wie- der entkommen können. Das Versteck, in dem man ihn jetzt verhaftete, liegt unmittelbar in der Nähe der Stelle, an der man ihm auch damals den Hinterhalt gestellt hatte. Das Strafregister Hamiltons ist außerordentlich groß. Auf seinem Konto stehen als Strafen nicht weniger als 263 Jahre G e - f ä n g n i s und ein T o d e s u r t e i l. Die gegen ihn ergangenen Urteile konnten jedoch bisher nie voll- streckt werden, da er jedesmal aus den Gefängnissen ausgebrochen war. Der letzte Ausbruch gelang ihm nach seiner Verurteilung zum Tode, als er bereits in die Armesünderzelle gebracht worden war. Bei dem starken Polizeiaufgebot, das man ihm jetzt bei- gegeben hat, ist zu erwarten, daß ihn diesmal die Sühne für seine Taten treffen wird. Wetterbericht des Reichswellerdienstes Ausgabeort Frankfurt. Von der Biskaya her hat sich sehr rasch eine starke Tiefdruckstörung über dem Kontinent entwickelt. Sie brachte am Freitagfrüh Frankreich bereits verbreitete Regenfälle, die aber unser Gebiet nur streifen werden. Es kann auch erwartet werden, daß sich die Störung rasch nordostwärts verlagert und sich dann der freundliche Witterungs» charakter bei uns sehr bald wiederherstellt. Aussichten für Samstag: Nach anfäng« licher Störung rasch Witterungsbesserung, häufige Aufheiterung und neue Wärmezunahme, lebhafte südliche Winde. Aussichten für Sonntag: Ueberwiegend freundlich, wenn auch nicht ganz beständig. Lufttemperaturen am 11. April: mittags 15,2 Grad Celsius, abends 10,4 Grad; am 12. April: morgens 5,9 Grad. Maximum 16,5 Grad, Minimum 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. April: abends 11 Grad; am 12. April: morgens 7,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 6,6 Stunden. Hauptfchristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- and Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. § Aus großer Auswahl guter, preiswerter Kleidungsstücke hier einige Beispiele: 5.50 33.00 fr 9.00 7.90 8.75 5.65 und Knaben gute Kleidung, schön und preiswertI 2160 A K Herren - Golf-Hosen mit doppelt. Gesäß, stabil gearbeitet Lelnen-Sport-Jacken mit grünen Tuchkragen, prakt.Tragen Eleg. Frühjahrs-Mäntel Gabardine- und Shetland-Qualitäten 38.00 48.00 52.00 Farbige Herren-Anzüge moderne Muster und schöne Streifen 36.00 43.00 54.00 68.00 Blaue Herren-Anzü ge 2reihig, in bekannt. 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Der älteste deutsche Militärlustschiffer erzählt... Vor einigen Tagen starb im Alter von 95 Jahren Oberstleutnant a. D. Buch- Holtz. Als Pionier des deutschen Militärflugwesens leitete er vor genau 50 Jahren den Aufstieg des ersten Militärfesselballons „Barbara". Unser H.-Mitarbeiter hatte Gelegenheit, sich mit Oberstleutnant Buchholtz kurz vor seinem Tode über das seinerzeit Aufsehen erregende Ereignis zu unterhalten. Er war ganz erstaunt, der alte weißhaarige Herr, als ich ihn in seiner im Westen der Reichshauptstadt gelegenen Wohnung besuchte. Ich dachte, man hätte mich schon ganz vergessen . . " Dann legte Oberstleutnant Buchholtz einen Augenblick sein Buch aus der Hand, nahm seine lange altmodische Tabakspfeife zwischen die Lippen und plauderte ein wenig aus seinem Leben, dessen einziges Ziel ihm' die Vervollkommnung der deutschen Kriegsluftschiffahrt bedeutete. Seine Augen hatten den Glanz strahlender Jugend, und man konnte kaum annehmen, daß er sie bald für immer schließen müßte. Wohl kaum hätte es sich ein Minister Friedrichs des Großen jemals träumen lassen, daß ein Nachkomme von ihm 100 Jahre später „in die Lust fliegen wollte", und doch ist sein Urenkel der unvergeßliche Pionier unserer heutigen Luftschiffahrt geworden. Sein Lebenslauf' sei hier kurz berichtet. Erste Versuche. 1840 wurde er in Neuenhagen geboren; es war selbstverständlich, daß Buchholtz als Mitglied einer alten Soldatenfamilie später in ein Kadettenkorps eintrat. Das 28. Infanterieregiment nahm ihn dann in seine strenge Zucht. Dort kamen ihm die ersten Ideen zu seinen späteren Taten, und als er zu den Eisenbahnern kam, fielen seinen damaligen Vorgesetzten die eigenartigen Pläne des jungen Soldaten auf. „Als der ruhmreiche Krieg 1870/71 vorüber war, glaubte wohl kein Mensch'daran, daß jemals in einem Kriege ein Ballon als Waffe verwendet werden könne", berichtet Oberstleutnant Buchholtz. Dieses seltsame Ziel, das der damalige 31jäh. rige seinem Vorgesetzten gegenüber anstrebte, wurde mit dem größten Mißtrauen ausgenommen. Erst zehn Jahre später, 1881, wurde unter seinem Vorsitz der „Verein zur Förderung der L u s t s ch i f f a h r t" gegründet. Aber wer waren die Mitglieder? Kleine Handwerker und Kaufleute, ungefähr 35 Mann, die erst einmal Schliff und Ahnung von der ihnen neuen Materie bekommen mußten. Ein einziger unter all diesen Stellmachern, Schneidern und Ladenbesitzern war darunter, der gelernter „Sonntagsballonaufsteiger" war, und dem man deshalb so viel Vertrauen schenkte, weil er noch niemals mit seinem Ballon verunglückt war. Mit ihm allein konnte Buchholtz sich wenigstens über die rein technischen Fragen unterhalten. Doch bald hatte das Projekt einiges Aufsehen erregt, und Berlin interessierte sich für die Pläne von Buchholtz. Die kleine Schar der Luftschiffer nahm sich die Bahnhofshalle des „Schlesischen Bahnhofs", die allerdings nicht mehr dem Verkehr zugänglich war, und hier arbeiteten die technischen Helfer unermüdlich „Armer Phantast..." „Der damals an allem Neuen interessierte Kaiser Wilhelm I. kam", so erzählte mir stolz der Ve- teran, „höchstpersönlich, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen. Höchstselbst ist er einmal in den damals als Geschäftsraum eingerichteten früheren Wartesaal gekommen. Und ihm hatten wir es auch zu verdanken, daß wir die größeren Versuche bald auf dem Tempelhofeer Feld ausfüb- ren durften." Drei Jahre später — 1884 — erhielt dank der Einsicht und Förderung Wilhelms I. die jetzt schon unter dem Namen „Ballon-Detachements" stehende Truppe vom Reichstag die Summe von 50 000 Mark. Das hörte sich zwar sehr groß an, reichte aber in Wirklichkeit kaum für das Nötigste, denn man wollte doch endlich einen Militär- b a l l o n bauen, um den Versuch eines Aufstieges durchzuführen. Weitere Geldsummen waren keinesfalls zu erlangen. Graf Helmuth von M o l t k e, Bevollmächtigter im Kriegsministerium, war nicht für solchen „Größenwahn" zu haben. Militärfliegerei war in seinen Augen eine der verrücktesten Neuerungen, für die man kein Geld ausgeben durfte, und sein Nachfolger Graf Waldersee brummte sogar beim Anblick von Buchholtz in seinen Bart: „Armer Phantast" Das Seil war zu kurz... Trotzdem ging im Jahre 1885 — vor genau 50 Jahren — das damals ganz Berlin verblüffende Ereignis vonftatten. Der „Schwarze Adler", ein in jener Zeit sehr beliebtes Ausflugslokal, faßte die Menge nicht, die dabei fein wollte, um den ungefähr 1000 Kubikmeter großen Militärfesselballon aus der Nähe mit eigenen Augen zu bestaunen. „Sie glauben gar nickt", erzählte der alte Herr, „wie meine ,Barbara* bewundert wurde, und wie begeistert die Menge aufschrie, als der Ballon sich endlich vom Erdboden erhob und fast 200 M e - ter hoch stieg. Teile des Publikums hatten uns zuerst aar nicht ernst genommen. Sie glaubten wohl eine Art Volksbelustigung wie auf einem Jahrmarkt zu sehen zu bekommen, weil früher mein einziger technisch geschulter Arbeiter an Sonn- und Festtagen zum Vergnügen des Publikums Ballonaufstiege vorgeführt hatte. Wie beschränkt wir in unseren Mitteln waren, sehen Sie schon aus folgender Tatsache: Der Ballon wäre sicherlich höher als 200 Meter gekommen, aber unser Seil konnten wir infolge Geldmangels nicht länger anfertigen." Freundschast mitBöcklin und Zeppelin. „Ein treuer Freund", so erzählte Oberstleutnant Buchholtz weiter, „ist mir der große Maler Arnold B ö ck l i n gewesen. Oft besuchte er mich in meiner Werkstatt, und es war wohl bet uns Beiden die gleiche Freude an den Problemen des Fliegens, die uns zueinander brachte. Ein zweiter guter Kamerad war mir der 1886 nach Berlin gekommene Graf Zeppelin. Genau wie ich, wollte er vom Reichstag Geld für seine Versuche erhalten, aber die Herrschaften hatten von einem „Größenwahnsinnigen" wie mir gerade genug. Heute kann man es kaum glauben, was einer der Professoren an der Technischen Hochschule zu Zeppelin sagte: „Sie werden niemals Erfolg haben mit ihren wenigen Kenntnissen über Luftfahrt/ Ganz gebrochen kam der Graf zu mir. Woher sollte er Geld nehmen? Die letzte Rettung blieben die Industriellen, an die ich mich dann auch wandte. Gott sei Dank mit Erfolg! Zeppelin bekam Mittel von ihnen, um seine Pläne auszuführen; trotzdem hat erst das zwanzigste Jahrhundert den Erfindergeist Zeppelins richtig verstanden und die Würdigung für seine Leistungen gefunden." * Als 1914 der Weltkrieg ausbrach, waren aus der kleinen Luftschiffertruppe von 36 Mann vier große Abteilungen geworden, denen 18 Kriegsluftschi f f h ä f e n zur Verfügung standen. Den Vorkämpfer dieser epochemachenden Neueinrichtung, dem es vergönnt war, im hohen Alter Der Mm auf der Hochzeit des Ministerpräsidenten Göring Nach der Trauung fand im Hotel „Kaiserhof" ein Hochzeitsmahl statt. — Unsere Aufnahme zeigt das Hochzeitspaar mit dem Führer an der Tafel. Hl - . , • M Wk X r j W «MM j V ' /f ;, V -- & < fr V V, HM ■H I MM noch — er ist 95jährig in diesen Tagen gestorben — die Erfolge und Ausstrahlungen seines gewaltigen Werkes mit anzusehen, wird man niemals vergessen. Sein Name ist in die Geschichte der deutschen Kriegsluftschiffahrt eingegangen. Mit ihm verbindet sich das Lebensschicksal eines Mannes, der für die Zukunft seines Vaterlandes Bedeutendes geleistet hat. R. E. P. Oie neue Führerstandarte des HeichsoberhaupteS. t* Am Tage der Hochzeit General Görings konnte man sowohl auf der Reichskanzlei als am Wagen des Führers die neue Standarte des Reichsoberhauptes sehen. Sie wurde von Professor Klein (München) geschaffen und zeigt in den Ecken die Hoheitszeichen des Staates und der Wehrmacht. In der Mitte befindet sich das von golddurch» wirktem Eichenlaubkranz umgebene goldgeränderts Hakenkreuz. An die Einwohnerschaft von Gießen. Am Ostersamstag, am Geburtstag des Führers, kommt der noch von Pfingsten 1934 uns in bester Erinnerung stehende „M ännergesangver- ein 186 7" Friedrichsthal (Saar) nach Gießen und gibt abends in der Volkshalle ein Konzert. Wir richten die Bitte an die Einwohnerschaft Gießens, diesen Kämpfern um deutsches Recht und Freiheit ihre Verbundenheit durch altgewohnte Gießener Gastfreundschaft zu beweisen und uns noch einige Freiquartiere für eins Nacht zur Verfügung zu stellen. Wir bitten, Meldungen hierzu bis spätestens Montag, 15.d. M., an die NS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18, Telephon 2919, ober an Kreiswalter Koch, Ederstraße 23, oder Telephon 2912, zu richten. Christ, Kreiswart ,Kraft durch Freude" Koch, Kreiswalter Sängerkreis Gießen. Gießener Konzertverein. Viertes Symphonie-Konzert Im letzten der vier großen Symphoniekonzerte dieses Winters, die sämtlich einen Hochstand im Verlauf des Gießener Musiklebens bedeuten, stand berechtigterweise August Eichhorn vom Gewandhausorchester Leipzig mit der Durchführung von Anton Dvoräks Eellokonzert im Vordergrund des Interesses. Dieser verhältnismäßig noch junge Künstler brachte das eminent schwierige Werk zu einer Darstellung, der man größte Anerkennung zollen muß. Eichhorn hat einen schönen, warmen Ton, voll, modulationsfähig, weich und schmiegsam in der Kantilene. Einer gründlich durchgebildeten linken Hand steht eine gewandte Bogentechnik zur Seite. Sauber ist sein Doppelgriffspiel entwickelt, wohlstudierte Passagen zwingen hohe Achtung ab. Dem vereint sich ein gesundes musikalisches Empfinden, so daß für die gestellte Aufgabe alle Bedingungen erfüllt waren. Wenn manche Partien der Solostimme dennoch nicht immer so zur Geltung kommen konnten, wie es erwünscht gewesen wäre, so mochte das an der stellenweise nicht besonders günstig für den Solisten erscheinenden Instrumentalbegleitung liegen, die darum des öfteren viel mehr hätte gedämpft und angeglichen werden können; zum andern aber war der Wille des Solisten nicht immer stark genug, um sich souverän durchsetzen zu können und in dem Konzert der geistige, herrschende Führer zu sein. Doch diese Fähigkeit wird ihm seine weitere Entwicklung sicher geben, denn die zu großen Hoffnungen berechtigenden Anlagen dazu sind bei ihm vorhanden. Der verdiente Solist wurde freudig gefeiert und mußte sich vielmals dem begeisterten Hause zeigen. Zu den Gaben des Orchesters möge von vornherein für künftige Fälle die Bitte gestattet fein, doch gerade auch den schwächeren dynamischen Werten, denen im Aufbau eines Werkes eine organische Bedeutung zukommt, besondere Sorgfalt zuzuwenden; um so schöner und wirkunqs- träftiger werden sich dann die großen Steigerungen entfalten können. Die „Tragische" von Brahms wuchs unter der Leitung von Herrn Obermusikmeister Ernst K r a u ß e mit wuchtigen Akzenten, bis ans Dämonische grenzend, vackend heraus. Geschickt herausgearbeitet war die Ueberleitungsgruppe zum Seiten- tbema; an anderen Stellen wieder hätte ein vielleicht noch intensiveres Nachgeben einen nach mehr in die Tiefe führenden Ausdruck verliehen. In großem Zuge gewann Tschaikowskys Fünfte Gestalt; hier, wo die Realisierung des Klanges an sich entscheidet, da wurde ein ausladender musikalischer Strom wach. Monumental, fast ins Gigantische erhoben sich die Entwicklungen mit elementarer Wucht bei größter Klangintensität. Dann wieder die mit Empfinden durchpulsten Stellen im Andante, wo Streicher und Bläser, zumal Horn und Oboe, ihr Bestes gaben; nur der Walzer hätte sich noch um einiges graziöser, beschwingter, artikulierter geben können. Machtvoll in höchster Klangpracht erstand das Finale. Die überaus spontan ausbrechende Zustimmung der Hörer gab dem Dirigenten wie dem in allen seinen Teilen sich mit Schlagfertigkeit und Hingabe bewährenden Orchester wohlverdienten Dank. Dr. H Das Meeresleuchten Reiseskizze aus Atläniida in Uruguai. Non Isolde Hrey, Äuenos Aires. An einem schwülen Abend waren wir, mit den Badeanzügen in der Hand, in großer Spannung zum Strand hinuntergegangen. Bekannte hatten uns erzählt, daß sie nachts gebadet hätten und im Meeresleuchten geschwommen seien. Das Meeresleuchten in heißen Nächten im Kielwasser des Dampfers kannten wir, aber von diesem Leuchten konnten wir uns keine Vorstellung machen. Tiefschwarz waren Meer und Himmel, kein Stern noch der Mond zu sehen. Schnell zogen wir uns um und wateten in das Wasser. — Da! — wir schrien auf vor Entzücken. Wo die Hände durch das Wasser streiften, wirbelten sie Milliarden von leuchtenden Pünktchen auf, die gleich goldenen Geschmeiden durch die Finger zu rieseln schienen und, daran hängen bleibend, nachgezogen wurden. Und nun sahen wir auch wie die Wogen sich milchig silberweiß brachen und wir beim Anschlägen des Wassers mit den schimmernden „Quecksilberperlen" ganz und gar bedeckt wurden. Da hielt ich mein Röckchen vom Badeanzug gegen die Strömung und hatte es im Nu voller „Sterntaler". Aber schon hörte ich Frau S. erregt rufen: „Schwimmen Sie, schwimmen Sie!" Und nun kam der Höhepunkt: da wo der schwimmende Körper das Wasser aufrührte, kamen so viele Tierchen zum Leuchten, daß rund um jeden von uns ein weißes Licht war, wie von innen heraus strahlend, in dem man wie ein dunkler Schattenkörper schwebte. Feen im Strahlenkleid oder wunderbar schimmernden Schmetterlingen glichen mir, denn die Bewegung der Hände, die am stärksten zu sehen war, malte leuchtende Flügel ins Wasser. Unter Zurufen wirbelten wir in immer neuen stärkeren Bewegungen das Wasser auf, um noch immer stärker dieses sekundenlange Märchenlicht zu erzeugen. Ich geriet in einen Fischschwarm und wie kleine Blitze schossen die Fische von mir weg in dem verräterischen Wasser. Wir waren so aufgeregt, daß wir fast $u weit hinaus geschwommen wären. Mich packte eine große Lust, meine Haare einzu- tauchen und die Leuchtperlen dann herauszuschüt- teln wie eine Nixe. Aber die Vernunft siegte, denn zu lange darf man nicht im Meereswasser baden, zumal wenn die Sonne fehlt. Am Ufer entlang gehend, schüttelten wir immer wieder die feuchten Anzüge, aus denen bann lebende Funken sprühten. Als ick einen Stein aufhob, um zu sehen, ob er beim Ausfallen auf das Wasser auch Leuchten erregte, funkelte unter meiner Hand der feuchte Sand Da kam wieder die Tollheit über uns, und wir zogen mit den Füßen leuchtende Spuren in den feuchten Sand, oder sprangen in die Höhe, daß beim Aufkommen Funken aus unseren Sohlen spritzten, oder schleuderten den Sand in die Luft, daß er funkelte. Und immer schneller schlurften wir, Funkenbänder und Goldgeschmeide in Ornamenten nach uns ziehend. Nur aus der Nähe ist solches geringe Leuchten zu sehen, aus der Ferne wirkt es wie milchiger Glanz, wenn die Gewalt einer großen Welle es in starkem Maße erzeugt. Und während es bei der Bewegung einer Hand wie Milliarden von Perlen wirkt, ist es tiefer im Wasser bei starker Bewegung wie ein weißer Glanz zu sehen. Stehst du ruhig, ist alles dunkel um dich, bis eine Welle dich wieder mit den „Sterntalern" beschüttet. Es war ein wunderbares Spiel da draußen im Wasser und am nächtlichen Strand, in der Einsamkeit der Natur. Auf dem Nachhausewege fielen mir die Worte aus der schöne Jödeschen Liedersammlung mit ihrer einfachen innigen Melodie ein: Schöne heilige Natur, Lass' mich geh'n auf deiner Spur, Leite mich an deiner Hand, Wie ein Kind am Gängelband" ... lleberfall durch eine Köniasschlanae. Auf dem Jahrmarkt von Maubeuge in Nordfrankreich ereignete sich kürzlich ein schwerer Ueber- fall, wie er in der Geschichte der Stadt sicher bisher noch nicht verzeichnet worden war Unter den Schmbudenbesitzern befand sich auch der Schlangen- bänöiger Lambert, der eine mehr als vier Meter! lange Boa constrictor, eine Königsschlange, die auch Abaottischlange genannt wird, mit sich führte. Als er den Käfig reinigte, griff ihn die braungefleckte Schlange, deren Heimat Südamerika ist, ganz unvermittelt an und ringelte sich um ihn, so wie sie! in der Freiheit ihre Beute erwürgt. Mit allen Kräften wehrte sich Lambert gegen die gefährliche Umschlingung und rief aus Leibeskräften um Hilfe. Inzwischen aber fügte ihm die wütende Schlange durch heftige Bisse ins Gesicht schwere Verwundungen zu, und erst im letzten Augenblick gelang es seinen Angehörigen, ihn von dem rasenden Tier zn befreien. Das war besonders schwierig, weil man fürchtete, mit den Schlägen, die dem Tier aalten, auch den Menschen zu treffen. In schwerverletztem Zustand wurde der Schlangenbändiger ins Krankenhaus geschafft, wo ihm die Ueberreste der Zähne der Boa constrictor operativ aus den Wangen entfernt wurden. So zeigte sich wieder einmal, daß die Königsschlange, die keine Giftzähne hat, auch in der Gefangenschaft noch ein sehr gefährlicher Gegner ist, der den ihm bekannten Pfleger heimtückisch überfällt. Es ist begreiflich, daß der Vorfall auf dem Jahrmarkt größtes Aufsehen erregte. Doch gelang es, eine Panik zu verhindern. Lambert aber wird noch geraume Zeit in ärztlicher Behandlung bleiben müssen, um so mehr als der fürchterliche Schreck bei dem Ueberfall der Schlange zu einer schweren Nervenerschütterung geführt hat. Öochschulnachnchten Der Direktor der Göttinger Universitätsbibliothek Professor Dr. phil. Joseph Becker wurde mit Wirkung vom 1. April d. I. zum ersten Direktor der Preußischen Staatsbiliothek in Berlin ernannt. Professor Becker widmete sich neben seiner Berufsarbeit, die vornehmlich dem Gebiete der Geschichte und dem Grenz- und Auslandsdeutschtum gilt, der Arbeit für die deutschen Brüder jenseits der Reichsgrenzen. Er war Leiter der Göttinger Ortsgruppe des VDA. Die von ihm veranstalteten großen Sonderausstellungen der Göttinger Universitätsbibliothek zeigten die Verbundenheit des Schrifttums mit der niedersächsischen Landschaft und ihrem Volkstum und fanden weithin Beachtung. Seine Berufung bedeutet die Anerkennung seines hervorragenden wissenschaftlichen und organisatorischen Wirkens. Professor Dr. Othenio Abel von der Universität Wien hat einen Rus auf den paläontologischen Lehrstuhl an der Universität Göttingen an* genommen. ! Wirtschaft. Nie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 639: Umsatzsteuerumrechnungssätze auf Reichsmark für die nicht in Berlin notierten ausländischen Zahlungsmittel. 640: Die Einzahlungskurse für Postanweisungen aus Deutschland nach Belgien, den Niederlanden und Niederländisch-Jndien sind wie folgt geändert worden: 100 Belga = 42,50 Reichsmark; 1 Reichsmark = 2,35294 Belga; 100 niederländische und niederländisch-indische hfl. = 169,50 Reichsmark; 1 Reichsmark = 0,58997 hfl. 641: Vorauszahlungen auf Postreiseschecks aus Registerguthaben nur noch für einen Tag zulässig. 642: Frist für Umtausch der Steuermarken bis zum 30. April d. I. verlängert. 1. Deutscher Betriebswirtschaffertag Der Verband Deutscher Diplomkaufleute e. V. veranstaltet in Berlin den Er st en Deutschen Betriebswirtschaftertag. Aus diesem Anlaß fand in der Handelshochschule eine große Kundgebung statt. Der Stellvertreter des Leiters des Verbandes Deutscher Diplomkaufleute, Diplomkaufmann Reck, begrüßte die zahlreichen Gäste. Der Leiter des Verbandes Deutscher Diplomkaufleute, Diplomkaufmann Lorenz, Syndikus der Industrie- und Handelskammer Berlin, schilderte die Entwicklung des Handelsschulgedankens und wies die Behauptung zurück, die Betriebswirtschaftslehre fei eine liberaliftifche Wissenschaft, die die Gewinnerzielung in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stelle. Vielmehr sei die Betriebswirtschaftslehre bereits feit Jahrzehnten in eine Richtung gesteuert worden, bei der die Wirtschaft nicht als Selbstzweck, sondern als Dienerin der Allgemeinheit angesehen werde. Der Redner vertrat die Auffassung, daß das kaufmännische Studium die Betriebswirtschaftslehre als Mittelpunkt haben müsse, um die sich die übrigen Fächer herumzugruppieren hätten. Professor Dr. Dr. h. c. Nicklisch , o. Professor der Betriebswirtschaftslehre an der Handelshochschule Berlin, sprach von Handelshochschulen als Wirtschaftshochschulen. Er führte u. a. aus, daß die Erwerbswirtschaft als selbständiges Wirtschaftssystem zur Unordnung führen müsse, daß sich der Erwerb in der Wirtschaft vielmehr der Bedarfsdeckung der Volksgenossen einzuordnen habe. Professor Dr. Dr. Töndury als Vertreter der Betriebswirtschaftslehre an den schweizerischen Universitäten Bern und Genf hob hervor, daß zwischen Deutschland und der Schweiz gerade auf betriebswirtschaftlichem Gebiete von jeher ein lebhafter Ideenaustausch stattgefunden habe. Staatsrat Reinhart, Präsident der Industrie- und Handelskammer Berlin, gab der Genugtuung Ausdruck, daß die betriebswirtschaftlichen Gedankengänge im Wirtschaftsleben Eingang gefunden hätten. Die Bestrebungen des Verbandes deutscher Diplomkaufleute sowie die ernste Forschungsarbeit der Handelshochschulen, an deren Selbständigkeit unbedingt ststgehalten werden müsse, seien nicht Selbstzweck, vielmehr in erster Linie geeignet, zu der wirtschaftlichen Neugestaltung beizutragen. Den Schlußvortrag des ersten Tages hielt Professor Eckhardt vom Reichserziehungsministerium über das Thema „Die Neugestaltung des kaufmännischen Studiums". Günstiger Geschästsgang ^ei her DD-Bank Die unter dem Vorsitz von Bankdirektor Schütter tagende Hauptversammlung der Deutschen Bank und Diskonto-Gesellschaft, Berlin, genehmigte debattelos die Tagesordnung für 1934. Die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder wurden wieder- gewählt und Fritz Beiendorff (Firma Günther Wagner), R. Solmasser und Gerichtsassessor Stahl neu in den Aufsichtsrat gewählt. Vertreten waren 87,396 Millionen Reichsmark Aktien mit 4 369 000 Stimmen, lieber das laufende Geschäftsjahr teilte das Vorstandsmitglied Dr. M o s l e r im Rahmen längerer Ausführungen mit, daß sich der Geschäftsgang der Bank im begonnenen Jahre günstig anlasse. Die Ziffern der Debitoren und Kreditoren entwickeln sich bei regen Umsätzen befriedigend. Das Effektengeschäft war lebhaft und brachte einen angemessenen Nutzen. * Buderussche Eisenwerke, Wetzlar. Auf der Tagesordnung der Generalversammlung am 7. Mai steht auch der Antrag, 300 000 RM. Vorzugsaktien einzuziehen. Mein-Mainiscke Mittagsbörse. Etwas freundlicher. Frankfurt a. M., 11. April. Die Mittagsbörse hatte eine durchaus freundliche Grundstim- mung, für die eine Reihe wirtschaftlicher Anregungen, vor allem der beachtliche Rückgang der Arbeitslosenziffer, ausschlaggebend war. Wenn sich trotz der großen Geschäftsstille auch im Verlause die feste Kursentwicklung behauptete, so lag das an einigen Spezialbewegungen. Der Beginn der Konferenz in Stresa löste zwar Zurückhaltung von Publikum und Kulisse aus, doch sind die Erwartungen für die außenpolitische Entwicklung zuversichtlich gestimmt. Vor allem stand die Farbenaktie mit einer Kurserholung von 1,25 v. H. im Vordergrund, auch Erdöl und Goldschmidt gut behauptet, nur Metallgesellschaft um 0,75 v. H. leichter. Montanwerte ziemlich vernachlässigt, doch waren die Kurse hier gehalten. Auch Mannesmann 0,25 v. H. fester. Von Elektrowerten AEG., Licht und Kraft je 0,13 v. H., Gessürel 0,25 v. H. fester, Siemens lag gehalten. Zellstoffwerte uneinheitlich, Aschaffenburger um 0,75 v. H. niedriger, aber Waldhof unter Berücksichtigung des Dividendenabschlages 0,50 v. H. höher. Stärker waren Holzmann beachtet, die insgesamt 2 v. H. gewannen. Daimler, wo die Bilanzsitzung kaum vor Mai stattfindet, um 0,40 v. H. niedriger. Westdeutsche Kaufhof auf die Verwaltungserklärung 0,50 schwächer, auch AKU. verloren 0,40 v. H. Schiffahrtswerte unverändert, sonst noch Junghans um 0,75 v. H., Reichsbankanteile 0,25 v. H. Hanfwerke Füssen 0,40 v. H. fester. Der Rentenmarkt blieb in sich fest, Altbesitz behauptet, Kommunal-Umschuldung und Zinsvergütungsscheine erneut 5 bis 10 Pf. höher, auch späte Schuldbücher 0,13 v. H. gebessert. Die gestern leicht erhöhten Kurse für Mexikaner blieben behauptet. Pfandbriefe bei sehr geringem Umsätze ohne Veränderung, Liquidationspfandbriefe still. Im Verlaufe blieb die Börse still. Fester waren Farbenindustrie mit 0,50, Reichsbank mit 0,75, Hanfwerke Füssen um weitere 0,50 v. H. AKU. bewegten sich zwischen 52 bis 52,25 bis 52. Auch der Rentenmarkt blieb fte'undlich gestimmt. Städteanleihen ohne Veränderungen. Tagesgeld wieder 2,50 v. H. Mbenbbörfe: gut behauptet. Die Abendbörse war fast geschäftslos, aber weiterhin freundlich. Der GV.-Bericht der DD-Bank wurde günstig ausgenommen. Die schon etwas be- Dem neuesten Vierteljahresbericht des Instituts für Konjunkturforschung, der eine Abhandlung über „Die Konjunktur in Deutschland — Wirt» schastslage im Frühjahr 1935" enthält, ist zu entnehmen, daß nach Ueberwindung der winterlichen Stockung die Beschäftigung der deutschen Wirtschaft wieder zunimmt. Ende Februar waren fast 15 Millionen Menschen in Arbeit, das sind 720 000 mehr als vor einem Jahre, 3,2 Mill, mehr als vor zwei Jahren. Dabei steigt die Beschäftigung auf der ganzen Linie. Die Zahl der Industriearbeiter wächst, ebenso die Zahl der Angestellten und die Zahl der „zusätzlich" Arbeitsdienst usw.) Beschäftigten. Die gewerbliche Gütererzeugung hat, nach dem Rückschlag im Herbst, wieder leicht zugenommen. Die deutsche Wirtschaft ist im ganzen im Begriff, in die Frühjahrssaison einzutreten. Allerdings setzt sich die Saisonbelebung in diesem Jahre anders durch, als 1933 ober 1934: Einmal ist zu bedenken, daß die Auftriebskräfte um so schwächer werden, einen je höheren Stand die Wirtschaftstätigkeit bereits erreicht hat. An die Stelle des stürmischen Aufschwunges in den Vorjahren ist zum Teil ein langsameres Anwachsen getreten. Die Gesamtbewegung der Wirtschaft löst sich um so mehr in Einzelschwingungen auf, je weiter die Belebung fortgeschritten ist. Weiter ist die Sonderentwicklung, die die Verbrauchsgüterwirtschaft in der letzten Zeit genommen hat, auch für die kommenden Monate von Bedeutung. Mit dem Abebben der Hamsterwette ist das Geschäft im Einzelhandel ziemlich ruhig geworden. Der gegenwärtige Produktionsstand der Verbrauchsgüterherstellung dürfte ungefähr dem laufenden Verbrauch der Bevölkerung entsprechen. In der Produktionsgüterindustrie ist die Erzeugung weiter gewachsen. Im ganzen wird die Saisonbelebung in den nächsten Monaten durch die landwirtschaftliche Erzeugungsschlacht begünstigt, die vermehrte Einstellung von Arbeitern und erhöhten Bedarf an Produktionsmitteln im Gefolge t)at. Weiter wird die Belebung durch die fortschreitende Motorisierung sowie ourch die auf dem Baumarkt wirksamen festigten Mittagsschlußkurse wurden teilweise um 0,13 bis 0,25 o. H. noch überschritten. Fardenmdu- strie 148,50, Mannesmann 78, Siemens 150,50. Am Rentenmarkt waren Altbesitz bei 112,25 v. H. gefragt, späte Schuldbücher und Umschuldungsanleihe je 0,13 v. H. freundlicher. Mexikaner still und unverändert. Der weitere Verlauf blieb farblos, Altbesitz auf 112,50 v. H. erhöht. IG.-Farben schlossen mit 148. U. a. notierten: 7 v. H Stahlverein Obligationen mit 100,40, Adca 75,25, Commerz- und Privatbank86, DD- Bank 89,75, Dresdner Bank 89,75, Reichsbank 159,90, Harpener 105,75, Ilse Genüsse 125,75, Mannesmann 77,75, Rheinstahl 107,75, Stahlverein 79,75, AKU. 52,50, AEG. 36,75, Bekula 136,25, Conti Linoleum 148, Scheideanstalt 212, Deutsche Linoleum 154,50, Licht und Kraft 124,65, Gesfürel 121, Holzmann 91, Metallgesellschaft 96, Rheag 122,25, Schuckert 105,50, Siemens und Halske 150,50, südd. Zucker 168,50 Deutsche Reichsbahn-VA. 122, Hapag 32,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. April. Auftrieb: Rinder 7; darunter Kühe 5, Färsen 2; zum Schlachthof direkt wurden zugeführt: Ochsen 1, Kühe 3. Kälber 1310, Schafe 158, Schweine 464. Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 59 bis 60, b) 53 bis 58, c) 45 bis 52, d) 35 bis 44. Lämmer und Hämmel al) 40 bis 45, b2) Weide- mafthämmel 38 bis 40, c) mittlere 34 bis 37. Schafe f) mittlere 32 bis 34, g) geringe 25 bis 31. Schweine al und 2 nicht notiert, b) 48 bis 52, c) 47 bis 51, d) 44 bis 49. Marktverlauf-. Kälber lebhaft, «unverkauft, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Ueberstand (12 Schafe), Schweine mittelmäßig, zum Schluß abflauend, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren: Beschickung des Fleischgroßmarktes: 933 Viertel Rindfleisch, 212 ganze Tiere Kalbfleisch, 13 ganze Tiere Hammelfleisch, 825 halbe Schweine. Preise pro 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 64 bis 70, c) 56 bis 64; Bullenfleisch b) 62 bis 66; Kuhfleisch b) 53 bis 60, c) 38 bis 50; Färsenfleisch b) 64 bis 70, c) 56 bis 64; Kalbfleisch b) 74 bis 82, c) 64 bis 72; Hammelfleisch b) 75 bis 78; Schweinefleisch 70 bis 75. Fettwaren: Roher Speck, unter 7 cm 65 bis 68, Flomen 80 bis 85. Marktverkauf: rege. Der Hauptmarkt vom Ostermontag, 22. April, wird auf Dienstag, 23. April, verlegt. Tendenzen gestützt. Die Nachfrage nach Wohnungen nimmt weiter zu, im gewerblichen und öffentlichen Bau dürften neben den Arbeiten an den Autostraßen vor allem die Aufgaben anregend wirken, die mit dem Zwang zur Verbreiterung der deutschen Rohstoffbasis gestellt sind. Entwicklung und Aussichten des Deutschen KrastfahrzeugmarkteS. Das Institut für Konjunkturforschung veröffentlicht in feinem neuesten Vierteljahresheft auch eine umfassende Untersuchung über Entwicklung und Aussichten des deutschen Kraftfahrzeugmarktes. Dem Bericht ist u. a. zu entnehmen, daß der Kraftfahrzeugmarkt im Jahre 1934 rund 131 000 Personenkraftwagen, 23 500 Lastkraftwagen und etwa 90 000 Kleinkrafträder ausgenommen hat. Seit 1932, dem Jahr der tiefsten Krise, ist der Absatz von Personen- und Lastkraftwagen auf mehr als das Dreifache gestiegen, die Zulassungen von Krafträdern nahmen um rund 60 v. h. zu. Dabei hat sich der Auftrieb im Jahre 1934 noch verstärkt, vor allem wurden in diesem Jahre auch die Lastkraftwagen und Krafträder in den Aufschwung einbezogen. Die Aussichten für die Saison 1935 erscheinen weiter recht günstig. Der saisonmäßige Rückgang des Kraftfahrzeugabsatzes im Winter 1934/35 blieb verhältnismäßig gering. Die Zulassungen von Personenkraftwagen lagen im Januar nur um 41 v. H. unter dem Höchststand der letzten Saison, während im Mai 1931 bis zum Januar 1932 der Absatz um rund 84 v. H. zurückgegangen war. Im Lastkraft - wagengeschäft war 1932/33 unb 1933/34 eine entsprechende Entwicklung zu beobachten. Ein weiteres günstiges Vorzeichen für die Saison 1935 ist der Erfolg der Automobil- und Motorrad-Aus st elluna vom Februar des Jahres. Zu den Triebkräften, oie den Aufschwung der Motorisierung trugen, gehören auch die Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftsbelebung, die auch in der neuen Saison die Entwicklung weitertragen müssen. Eine Diebesund Hehlerbande vor Gericht. Urteil in dem -Ttrafkammerprozetz gegen 8 Diebe und Hehler. Frankfurt a. M., 11. April. (LPD.) Nach dreitägiger Sitzung beendete die Große Strafkammer am Donnerstag die Verhandlung gegen eine achtköpfige Diebes- und Hehlergesellschaft, der Diebstähle und Einbrüche in Hanau, Kesselstadt, Hochstadt, Klein-Steinheim und Frankfurt a. M. und eine Serie von Fahrraddiebstählen zur Last gelegt wird. Das Gericht verurteilte den 33jährigen Edmund Schulter, dem zwölf schwere und sechs einfache Diebstähle im Rückfall nachgewiesen wurden, zu 8 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Auch wurde auf S i ch e r h e i t s v e r w a h- rung erkannt. Es erhielten ferner der 19jährige Gotthilf R i e m p p aus Klein-Steinheim 4 Jahre Gefängnis, der 20jährige Hans Müller II. aus Hanau 1 Jahr Gefängnis, der 24jährige Hans Sauer aus Nürnberg 14 Monate Gefängnis, der 31jährige, aus Heidelberg stammende Georg Greul 4 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust und der ebenfalls als gewerbsmäßiger Hehler in Betracht kommende 42jäh- rige Siegfried Schilling aus Kahl a. M. drei Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust, der 32jährige Hans Uffelmann 2 Jahre Zuchthaus und der Ludwig S. 6 Monate Gefängnis. Bei Greul, Uffelmann und Schilling wurde Polizeiaufsicht für zulässig erklärt Schilling und Schulter bekommen die Untersuchungshaft nicht angerechnet. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Der Stammtisch k. T. bittet uns um Auskunft über die Entstehung (Komponist) des preußischen Zapfenstreiches. — Antwort: Der Name Zapfenstreich stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. In den damaligen Feldlagern ging es lustig und fidel zu. Es wurde viel gezecht und gespielt. Damit aber zu einer bestimmten Stunde Ruhe eintreten sollte, wurde die Zeit des Endes nach dem Inhalt des Weinfasses angesetzt, und zwar so, daß man durch Klopfen abhorchte, wie hoch der Wein im Faß (was zu dieser Zeit immer sehr groß war) stand. Diese Stelle wurde durch einen Strich mit Kreide angezeigt und für die Leerung bis zum Zapfen eine Zeit angenommen, in welcher das Faß leergetrunken fein mußte. Der Lagerkommandant setzte hiernach die Schlußzeit fest, die mit einem Trommelruf allgemeine bekanntgegeben wurde. Das betreffende Signal wurde Zapfenstreich genannt Der Zapfenstreich selbst, wie wir ihn heute hören, stammt aus der Zeit der Freiheitskriege und ist von der russischen Armee übernommen worden. Als König Friedrich Wilhelm III. am Abend nach der blutigen Schlacht bei Groß-Görschen mit dem Zaren Alexander von Rußland über das Schlachtfeld ritt, um feine tapferen Truppen zu besichtigen, tarnen sie zu dem russischen Flügel der Armee. Hier wurde gerade der russische Zapfenstreich geschlagen, bei dem die Soldaten entblößten Hauptes in Reih und Glied in stiller Andacht standen. Der König war von dieser Feier tief ergriffen und ordnete noch in derselben Nacht das gleiche für feine Armee an. Durch Kabinettsorder wurde bestimmt, daß in den Feldlagern vor den Fahnen die versammelten Trompeter und Hoboisten nach beendigtem Zapfenstreich ein kurzes Abendlied zu blasen hätten. Daher has geistliche Lied „Ich bete an die Macht der Lieb"" von Bor tni an sky, bei den bayerischen Trupven wird das bayerische Militärgebet von C. Aiblinger für das Lied „Ich bete an die Macht der Liebe" gespielt. Seit Bestehen der Reichswehr bildet das Deutschlandlied mit anschließendem Horst-Wessel- Lied (feit der Machtübernahme unseres Führers) den Schluß des „Großen Zapfenstreiches". Der Stammtisch D. H. fragt bei uns an, seit wann in Gießen die Kurzschriften Stolze-Schrey und. Gabelsberger eingeführt waren. — Antwort: Der Stenographenverein „Gabelsberger" wurde in Gießen im Jahre 1861, der Stenographenverein „Stolze" im Jahre 1895 gegründet. Einige Jahre später, etwa um das Jahr 1900 herum, erfolgte der Zusammenschluß von Stolze und Schrey. Verhindert das Abbrennen der Hecken! Vom Landschaftsbund Volkstum und Heimat wird uns geschrieben: Von Kindern und auch von Erwachsenen wird häufig im Frühjahr das dürre Gras an Feldrainen und unter Hecken angezündet, eine verderbliche Unsitte, der manche Vogelbrut zum Opfer fällt. Außerdem werden dadurch die Hecken unten kahl und bieten dann der Tierwelt geringeren Schutz. Daher ist in der Zeit vom 1. März bis 1. Juni das Anzünden von Hecken und Abbrennen von Bodendecken, Wiesen, Hängen und Oedland verboten. Deutschlands Wirtschaftslage im Frühjahr 1935. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- turo Schluß!. Mltiag- börse Gchluß- kurS Schluß!. Abendbörse Schluß« iur» Schluß!. Mittagbörse Schluß- kurS Schluß!. Abendbörse Schluß- kurS Schluß!. Mittag« börse Dalum 10.4. 11.4. 10-4 11.4 Datum 10.4 11.4 10.4 11-4. Datum 10 4 11.4 104 11.4. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Neichsanl. von 1934 100 100,25 97,25 100,25 97,4 4% besgl. Serie II ............ 8,5 4,4 6,75 4,13 8,5 4,5 6,75 4,1 _ — Marisfelder Bergbau....... Kokswerke ................ .. 8 99,4 99,5 100 100 97Z25 97,4 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,65 — .. 6 107,5 107,75 5/t% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 101,65 101,75 102 °/_iRiiinnn hprpinh 'Hontph 6,75 4,2 6,5 4,1 .. 0 ■ - 4% Rumänische vereinh. Rente Rheinische Braunkohlen .... 12 210 209,75 211,25 211,5 112,13 112,5 112,1 112,25 214% Anatolier ............ 33,9 33,4 33,9 33,25 Rheinstahl ................ B/i 106,5 107,75 106,5 107,65 4*/,% Deutsche Reichspostschatzan- Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 79,25 79,75 79,5 79,9 Weisungen von 1934, I....... 6% efjem.8% Hess. Volksstaat 1929 99,9 99,9 100 99,9 Hamburg-Amerika-Paket .... Hamburg-Südam. Dampfschiff Norddeutscher Lloyd ........ A.G. für Verkehrswesen Akt. . 32,25 32,5 32,5 96,5 32,4 .. 0 15 14,9 111,75 15,13 111,75 15,13 112 0 0 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 111,5 (rückzahlb. 102%)........ 97,5 97,25 _ 33,9 82 33,25 81,5 33,5 82 33,4 81,5 Kaliwerke Westeregeln...... 112,5 112,25 113 113,25 157,5 4%% ehem. Hessische Landesbank 0 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7/2 157 156,5 156,25 Darmstadt WolD R. 12........ 96 — - - Berliner Handelsgesellschaft .. 5 108 107,5 107,25 107,25 b'/r% ehem. Hess. Landcs-Hypo- 100,25 100,25 Commerz- und Privat-Bank .. 0 45,75 86 85,5 85,75 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 146,25 148 146,25 148,5 thekenbank Darmstadt Liaut ... — Deutsche Bank und Disconto Scheideanstalt............. .. 91 213 212 *y«% ehem. 8% Darmst. Komm. 92,25 Gesellschaft............... 0 88,75 89,75 88,75 89,25 Goldschmidt .............. .. 0 103,13 104,75 103,5 104,9 Lanvesb.Goldschuldverlchr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit —— — — Dresdner Bank............. 0 88,75 89,75 88,75 89,25 Rütgerswerke ............. .. 4 — 109,5 109,75 110,13 Reichsbank ................ 12 159 159,9 158,75 159,25 Metallgesellschaft........... .. 4 96 96 95,75 95,5 Auolos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Arn — — 115 — Philipp Holz mann......... 89 leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 115 115 115 115,4 A.E.G..................... 0 36,75 36,75 36,5 36,9 .. 0 91 | 89,25 91,25 4/i% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 96 96,13 96 Bekula.................... Elektr. Lieferungsgesellschaft.. 10 5 136,25 136,25 108,75 136,5 109,25 136,25 109,25 Zementwerk Heidelberg .... Cementwerk Karlstadt....... .. 6 .. 4 120,4 120 - - 6%% ehem. 4/i% Franks. Hyp.- Licht und Kraft ........... 5/i 124,5 124,65 87,5 124,5 125 100,7 100,5 Felten & Guilleaume........ 0 88 87,5 87,75 Schultheis Patzenhoser ..... .. 4 107 108,5 b/r% ehem. '4/i% Rheinische Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 120,25 121 120,25 121,5 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 52,4 52,5 52,4 52,4 Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe..... 101,13 101,13 101 101 Rheinische Elektrizität ....... 5 106,5 122,25 122,5 122,5 Bemberg................. .. 0 115,65 116,25 116 115,13 4/»% ehem. 8% Pr. Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 Rhein. Wests. Elektr......... 6 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 116,25 112,13 116,25 112,4 96 96 96 96 Schuckert & So.............. 4 105,5 105,5 105,5 105,75 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. o 82,25 80,75 82,5 81,25 4%% ehem. 7% Pr. Landespsand- briefanst., Gold Komm. Obl.VI Siemens L Halske........... 7 151 150,5 150,5 151 Dessauer Gas ............. .. 7 — — 128,25 128,75 96 96 96 96 Lahmeyer L Co............. 7 122,25 122,25 122,5 122,5 Daimler Motoren.......... .. o 93,75 93,5 93,13 93,75 Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-89 105,9 105,9 105,9 1 105,9 .. 6 155 35,25 154,5 154,25 87,75 154,5 87,5 Buderus .................. . 0 94,75 107,13 94,5 94,65 94,5 Orenstein & Koppel........ .. 0 4% Oesterretchitche Goldrente... 4,20% Oesterrelchische Stlberrente 25,25 26,25 25,25 26,25 Deutsche Erdöl............. 107,5 106,75 107,65 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 35 35 35,25 1,1 1,1 7,2 6,5 1,13 1,13 Gelsenkirchener............. . 0 Chade .................... .. 0 242 240 242 238 4% Ungarische Goldrente ....... 7,3 6,4 7,2 7,25 6,4 Harpener.................. Hoesch Eisen—Köln-Neuesseu . 0 . 0 105,5 105,75 105,25 94,13 105,9 94,75 Accumulatoren-Fabrik...... . 12 161 161 161,5 163 4% Ungarische Staatsrente v. 191C 6,5 Conti-Gummi ............ .. 8 149,5 148 149,5 148 4/i% de-gl. von 1913......... 6,6 12,13 6,6b 12 6,55 12,4 - Ilse Bergbau .............. Ilse Bergbau Genüsse....... . 6 . 6 5% äbgest" Goldmexikaner von 9£ 12 125,5 125,75 126 126,5 Grttzner.................. .. 0 36 1 36,4 36 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethr Klücknerwerke ............. . 0 91 91,75 77,75 90,65 77,65 92 78 Mainkraftwerke Höchst a-M.» Süddeutscher Zucker ....... • • 4 93,25 1 168 93 168,5 - Serie 1.................... 8,5 8,6 — 1 ManneSmann-Röhren....... 77 .. e 1 166,5 168 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 10-April 11. April Amtliche Notierung Amiltche Notierung Geld Brief Geld Brief Buenos Lire. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,91 54,01 53,42 53,82 Danzig..... 81,09 81,25 81,10 81,26 London ..... 12,075 12,105 12,03 12,06 HelsingforS.. 5,335 5,345 5,315 5,325 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 167,13 167,47 167,48 167,82 Italien..... 20,58 20,62 20,68 20,72 Japan ...... 0,706 5,649 0,708 0,703 0,705 Jugoslawien. 5,661 5,649 5,661 Oslo..... : 60,68 60,80 60,46 60,58 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 10,96 10,98 10,92 10,94 Stockholm... 62,26 62,38 62,04 62,16 Schweiz .... 80,72 33,92 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 33,98 33,89 33,95 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... — — — Neuyork ... 2,487 2,491 2,485 2,489 Banknoten. Berlin, 11 .April Geld Briet Amerikanische Noten...... 2,437 2,457 Belgische Noten.......... 41,82 41,98 Dänische Noten ......... 53,51 53,73 Englische Noten ......... 11,995 12,035 Französische Noten........ 16,32 16,38 Holländische Noten....... 167,07 167,73 Italienische Noten........ 20,76 20,84 Norwegische Noten ...... 60,25 60,49 Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling — Rumänische Noten....... — — Schwedische Noten....... 61,83 62,07 Schweizer Noten.......... 80,29 80,61 Spanische Noten................. Ungarische Note» 33,42 33,56 Nr. 87 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Zreitag,i2. April syZ5 Aus der Provinzialhauptstadt. Das Tor zur Sommerzeit! Von Werner Lenz. Osterzell ist Wendezeit im bürgerlichen Jahre, wie in der Natur. Der letzte Winterstaub ist aus dem Hause und aus der Menschenseele gefegt. Offenen Herzens sehen Bauer und Städter dem schöneren und ertragreicheren Teile des Jahres entgegen. In Stadt und Land steigt die Arbeitsmöglichkeit, und mit der sich stets prächtiger schmückenden Natur siegt auch allerorts die Lebenslust über mancherlei Not, Sorge und Plage, die der Winter fühlbarer gemacht hatte. Wenn im festlich gerichteten Heime in den Öfter» tagen die Sonne schon so warm und golden ins Zimmer scheint, oder den beliebten „Osterspaziergang" des naturnahen deutschen Menschen erhellt und erheitert, dann hat auch der fleißigste deutsche Volksgenosse rechte Muße und Stimmung, im Kreise der Seinen seine Sommerpläne zu besprechen. Im Dienstbetriebe des Vaters oder auch der erwachsenen Kinder sind zumeist die Urlaubswochen für die sommerliche Ausspannung schon festgesetzt. Die Schulferien sind längst bekannt. Klein-Hilde hat schon die elterliche Zustimmung zu ihrer Ferienreise. Sie wandert mit der Hitlerjugend drei lange schöne Juli-Wochen durch Mitteldeutschland. Die „Großen" aber wollen zusammen eine Gemeinschaftsreise machen. Der Aelteste hat anfänglich „Auslandsgedanken"! Dann aber äußert er selbst: „Eigentlich kenne ich doch noch so wenig von Deutschland! Und unser Vaterland ist so schön! Vielleicht halten wir es auch in dieser Beziehung so, wie es die Bekenntnisworte des Dichters ausdrücken: „Erst meine Heimat, dann die Welt!" Da klopft Vater dem Jungen wohlwollend auf die Schulter: „So soll ein deutscher Junge sprechen! Und immer auch bewußt und überlegen handeln! Zwei weitere Gründe kommen überdies hinzu, die jeden, der es sich leisten kann, moralisch zur Jnlandsreise verpflichten. Das Reich braucht einen Vorrat an ausländischen Zahlungsmitteln ür die Belange der National- und Austauschwirt- chast. Außerdem müssen wir in Betracht ziehen, daß auch der gesamte Verdienst an unseren Reisebedürfnissen deutschen Volksgenossen zugutekommen soll!" Damit ist die Hauptfrage „Inland ober Ausland" erledigt. Das freut den vaterländisch gesinnten deutschen Menschen von Herzen! Denn an der deut chen See, im deutschen Waldgebirge, auf der deut chen Heide rüsten sich alljährlich zahllose Gaststätten, um für den erwarteten und erwünschten Reisezustrom bereit zu sein! Gerade viele abgelegene Ortschaften, die sonst wenig Verdienstmöglichkeiten hab^n, dürfen ja wegen ihrer landschaftlichen Schönheit und ihrer Werte zur Förderung der Gesundheit wie Quellen, Bäder, Luftfrische usw. mit einem ständig steigenden Besuch zumal deutscher Gäste rechnen. Wer solche Gaben der Natur genießen kann, weil er in Deutschland Arbeit, Brot und Verdienst hat, soll auch die Erwartungen seiner Volksgenossen auf Arbeit erfüllen helfen. Die Gastwirtschaft ist überdies ein Schlüsselgewerbe, das viele Hände beschäftigt und zahllose Lieferer in Anspruch nimmt. Ganze Ortschaften mit ihrer Umgebung hängen geradezu vom Fremdenverkehr ab.' Nicht der Gasthofbesitzer und sein Angestellter allein hat den Nutzen, wenn ihn deutsche und ausländische Gäste besuchen, sondern ungezählte Handwerker, Kaufleute und Bauern mit ihnen. Wer sich also jetzt die schöne Vorfreude gönnen kann, sommerliche Reisepläne zu entwerfen, wird doppelte Freude empfinden, wenn er sich ausmalt, daß seine Erholungszeit auch der Erstarkung der deutschen Wirtschaft nutzbar werden wird. Es gilt das alte gute Wort: „Wer glücklich ist, kann glücklich machen, wer's tut, vermehrt fein eigen Glück!" vornotizen. — Tageskalender f ü r Freitag : Vorführung des Reichsparteitagfilms „Triumph des Die Zfflandstöchter und ihre Kreier. Vornan von L. Schneider-Zoerstl. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 29 Fortsetzung Nachdruck verboten! Ich kann ihr nicht helfen, dachte er. Bleibt also nichts anderes übrig, als Gewalt anzuwenden. Ein Klirren! Glas splitterte auf das Parkett, welches Geräusch Frau Henriette und das Zimrner- mädchen eilig rief. „Was ist denn passiert, Niels?" Er schlüpfte in seinen Rock, öffnete und sagte mit größtem Bedauern: Er hätte Pech gehabt und wäre beim Rasieren mit dem Ellenbogen in die Glasscheibe der Vitrine gestoßen. „Du hast dich doch hoffentlich nicht verletzt?" fragte Henriette erschrocken. „Nicht im geringsten, Mama! Du mußt nur entschuldigen, baß ich mich so tölpelhaft benehme." Mit einem Lächeln ging Frau Henriette wieder in ihr Zimmer zurück. Scherben bedeuten Glück! Und das konnte man wirklich notwendig brauchen auf Haslbach. Es war in der letzten Zeit hintereinander viel zuviel Unheil gekommen. * Bobs vierundzwonzig Jahre waren öas Bollwerk gegen die sich immer wieder erneuernden Rückfälle, die selbst dem behandelnden Professor Besorgnis einflößten. Auch Klaubine war ernst und schweigsam geworden. Sie hatte zu oft schon in den verflossenen Nächten den kühlen Hauch des Totenengels verspürt, der zu Bobs Häupten gestanden. — Niels, der wieder zurückgekehrt war, hab eines Tages ihr schmalgewordenes Gesicht zu sich auf und sagte: ,/So geht das nicht weiter, Klaubine. Für Samstag hat Professor Mollier Bobs Entlassung aus der Charite angekündigt. Hier in Paris darf er nicht bleiben. Wohin wollen wir nun gehen? Sie bedürfen ebenso dringend einer Erholung wie Bob. Was würden Sie sagen, wenn ich Sie bitte, mit mir und meinem Bruder zu unseren Verwandten nach Haslback; zu gehen?" „Danke, nein!" Sie bemerkte sein Erstaunen, und begriff, daß sie ihm irgendeine Erklärung für ihre Absage geben mußte. „Auf Haslbach hat Bob ohnedies seine Braut und seine Mutter. Dort wäre ich völlig überflüssig. Außerdem wird es den Herrschaften kaum angenehm fein, einen ganz fremden Gast aufgehalst zu bekommen." Er zuckte nur die Schultern, sagte, es wäre nur ein gutgemeinter Vorschlag gewesen, wandte chr den Rücken und ging aus dem Zimmer. Willens" im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, Festvorstellung unter Mitwirkung des Jungbann-Fanfarenzuges; es spricht Pg. Kl ost er mann. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Der Nobelpreis". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Rund um eine Million". — Stadttheater Gießen. Heute abend die Komödie: „Der Nobelpreis" von Hjalmar Bergmann; Spielleitung hat Wolfgang Kühne. — Das Konzert des Bauerfchen Gesangvereins am morgigen Samstagabend wird im heutigen Anzeigenteil noch einmal in Erinnerung gebracht. Volkstanz und Gesellschaftstanz. Vom Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken — Nassau — Hessen, wird geschrieben: Die modernen Tänze werden von der ganzen Welt getanzt. Sie können nie das Empfinden auch nur eines Volkes darstellen. Im Gegensatz dazu stehen die Tänze, die wir als Volkstänze bezeichnen. Sie sind jeweils Eigentum eines einzigen Volkes. Man erkennt in ihnen die Eigenart des völkischen Temperaments. Sie leben in einer bestimmten Landschaft. Daher läßt sich auch nach dem nationalen Tanz das Wesen eines Volkes beurteilen. So hat der Deutsche seinen gemessenen Drehtanz, der seine ausgeprägteste Form im Walzer gefunden hat. Wie jedes Volk sein Nationallied besitzt, dem es sich verpflichtet fühlt, tpie es in Sagen nur von seinen großen Männern und Taten berichtet, so hat es auch einen Tanz, der als fein Nationaltanz gilt. Es ist allgemein bekannt, aus welchen Stämmen sich unser deutsches Volk zusammensetzt. Sie alle tragen das Deutsche als heiligstes Erbgut in sich. Daneben hat aber jeder Stamm feine ihm entsprechende Eigenart beibehalten. Die Sitten in Nord- deutschland sind andere als die in Süddeutschland. Auch in ihren Tänzen unterscheiden sich die einzelnen deutschen Stämme voneinander. Wer weiß nicht, daß man den Schuhplattler nur in Bayern tanzt? Der deutsche Volkstanz ist der Tanz der einzelnen deutschen Stämme. Der Volkstanz in diefem Sinne erfordert eine Gemeinschaft, zu der man durch die Geburt gehört, in die man weder durch Geld noch durch sonstige Verdienste ausgenommen werden kann. Es wird immer lächerlich aussehen, wenn ein Norddeutscher, mit bayerischer Tracht angetan, einen Schuhplattler tanzt. Schon in früheren Zeiten hat es neben dem Mit gemischten Gefühlen sah sie ihm nach. Er war in »der letzten Zeit ungemein schwer zu behandeln. Sie stand noch immer an derselben Stelle, als Niels plötzlich wieder zurückkam. „Sagen Sie, Klaudine, war Ihnen das damals auf der Karrer-Hütte ernst, daß Sie eine Stellung suchen?" „Selbstverständlich", antwortete sie ohne Zögern, aber sie konnte es nicht verhindern, daß sie dabei glühend rot wurde. „Dann habe ich etwas für Sie", meinte er, nahm einen Brief aus der Tasche und reichte ihn ihr. „Lesen Sie das einmal mit Ruhe. Das Angebot ist glänzend. Ich kenne den Herrn zufällig persönlich. Gentleman! Oder haben Sie keine Lust, Klaudine?" „O gewiß?" sagte sie, ohne ihn anzusehen. „Also überlegen Sie sich die Sache. Sollten Sie sonst irgendwie Bedenken haben, so können Sie mir diese ohne weiteres anvertrauen. Ich möchte Sie so gut als möglich untergebracht wissen." Ihr „Danke" erreichte ihn erst, als er die Tür bereits hinter sich zuzog. Nachmittags saß Klaudine an Bobs Bett und sprach sich ihre Last von der Seele. Er lächelte, mit der Nachsicht eines Menschen, der unsagbar Fürchterliches durchgemacht hat und nun in dieser kleinen Komödie des Lebens nur ein Spiel sah. „Wir sagen ihm natürlich alles. Dann ist es erledigt", tröstete er gütig. Aber sie konnte sich nicht dazu entschließen, Bob die Erlaubnis zu geben, zu sprechen. „Warte noch einen Tag," bat sie, „er ist gerade heute so wenig zugänglich. Ach, Bob, warum habe ich nicht gleich alles richtig gemacht! Nun trage ich immer diese Angst mit mir herum. Ich habe Niels ein einziges Mal zornig gesehen. Aber das hat mir genügt." Bob wollte wissen, wann das gewesen war. „Auf der Karrer-Hütte. Ich bin damals sehr spät von Bruck zurückgekommen. Da hat er mich an- geschrien. Ich höre es heute noch." Der Blick des Stiefbruders ging entmutigt über sie hinweg. „Du fürchtest ihn — und ich dachte, du hättest ihn lieb." Die Antwort blieb Klaudine erspart, denn Niels stand plötzlich auf der Türschwelle. Er sah, wie ihre Hände in denen Bobs ruhten. Mit einem verlegenen Lächeln zog sie diese zurück. Der Ausdruck seiner Augen verwirrte sie derart, daß sie aufstand und zu ihm hinüberging. „Soll ich etwas, Herr Pöttmes?" Sein Schweigen machte sie noch unsicherer. Dabei hing sein Blick so prüfend an ihr, daß sie den Kopf abwenden mußte. Sie stammelte etwas und ging zu Bob zurück, der ihr mit einem beruhigenden Lächeln zunickte. — Wenn das noch lange so fortgeht, dachte KlauTanz des Bauern den Tanz der höfischen und bürgerlichen Gesellschaft gegeben. Man bezeichnet ihn im Gegensatz zum Volkstanz als Gesellschaftstanz. Der Gesellschaftstanz war stets bereit, ausländische Tanzformen in sich aufzunehmen. Er suchte sich aber ebenso seine Tanzformen auch aus dem Volkstanz, indem er diese meist verfeinerte. Der heutige Gesellschaftstanz (moderner Tanz) ist international. Weil er keine Volksgemeinschaft erfordert, so kann ihn die menschliche Gesellschaft der ganzen Welt tanzen. Der Gesellschaftstanz, der sich von den Städten aus die Dörfer eroberte, vernichtete langsam den alten Volkstanz. Heute, wo wir die völkischen Kräfte zu schätzen wissen, die sich in Sitte und Brauch äußern, ersteht auch wieder der Volkstanz mit anderem vergessenem Brauchtum zu neuem Leben. Verlängerte Ankurbelungsfrist. Im Einvernehmen miteinander erklären der Reichsminister der Finanzen und der Reichsarbeitsminister, daß die auf den 31. März 1935 festgesetzte Frist für die Beendigung der Arbeiten, für die auf Grund des Gesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1935 durch die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG., ober die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt Darlehen oder Zuschüsse bewilligt worden sind, im Einzelfall, wie in der „Deutschen Steuerzeitung" ausgeführt wird, auf Antrag der Träger bis zum 31. 3. 1936 verlängert wird. Der Reichsarbeitsminister bemerkt dazu, daß grundsätzlich gegen eine Streckung der Arbeiten bis in den nächsten Winter keine Bedenken bestehen, daß diese vielmehr durchaus erwünscht ist, soweit die Arbeiten für eine Ausführung im Winter geeignet sind, und soweit nicht im Einzelfall besondere Umstände, z. B. die Entwicklung der örtlichen Arbeitslage, ober bie wirtschaftliche Notwendigkeit einer balbigen Fertigstellung der fraglichen Arbeit dagegen sprechen. Verordnung zum Schutze des Waldes Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregierung — hat unter dem 10. April 1935 eine von heute ab in Kraft getretene Verordnung zum Schutze des Waldes erlassen, in der angeordnet wird: § 1. Im Walde oder in gefährlicher Nähe von Wäldern dürfen Zelte oder sonstige Lagerstätten nur mit besonderer schriftlicher Erlaubnis der Forst- polizeibehörde und nur innerhalb der im Erlaubnisschein freigegebenen Flächen errichtet werden. bine, als sie sich abends ins Hotel begab, bann halte ich's nicht mehr aus. Ich hätte nicht nach der Karrer-Hütte gehen sollen. — Ich hätte Niels Pöttmes überhaupt nicht kennenlernen dürfen! Es war Wahnsinn, nach Paris zu kommen. Und jetzt war es zu spät, den Selbstankläger zu machen und zu gestehen: „Ich bin Klaudine, Jffland". Niels hatte erst vor einigen Tagen geäußert: „Am verachtenswertesten sind mir Menschen, die lügen!" Und sie hatte ihn nicht nur einmal belogen, «sondern täglich. — * Am Fenster ihres Zimmers lehnend, hörte Klaudine, wie es an ihrer Tür klopfte. Als sie öffnete, war es Oskar, der mit verlegenem Lächeln bat, ob sie nicht den Tifch für Herrn Pöttmes decken möchte. Er habe eben telephoniert, ihn auf dem Jnvaliden- bahnhof abzuholen. Gottfried wäre noch nicht von feinen Besorgungen zurück, und der Etagenkellner wisse doch nicht so recht, wie Herr Pöttmes alles gern arrangiert habe. Klaudine war sofort bereit und ging mit ihm nach dem kleinen Salon hinüber. Er lag zwischen den beiden Schlafzimmern, von denen das eine von Gottfried benutzt wurde, um für Pöttmes immer erreichbar zu fein. Niels Silberbesteck glänzte unter der strahlenden Lichtflut des Lüsters. Das Weinglas, das sie neben das Gedeck stellte, funkelte. Als Klaudine eben die Serviette danebenlegte, kam Gottfried atemlos herein, sah, daß bereits alles in Ordnung war und atmete erleichtert auf. Wenig später klopfte er an Klaudines Zrmmer- tür. Herr Pöttmes lasse Fräulein Klaudine bitten, mit ihm zu speisen. „Stimmen Sie ihn ein wenig heiter", bat er flüsternd. „Ich glaube, er hat Verdruß gehabt." „Kann ich mich noch rasch umziehen?" „Natürlich." „Wie lange darf ich denn brauchen?" fragte sie erregt. „Herr Pöttmes nimmt eben noch ein Bad." „Dann geht es ja. Ich komme in einer Viertelstunde hinüber." „Ja, bitte. Aber versäumen Sie sich nicht." — Niels stand bei Klaudines Eintreten bereits an dem ovalen Tisch und legte den Brief, den er eben aufschlitzen wollte, ungeöffnet neben seinen Teller. Im Frack! durchfuhr es sie. Wie gut, daß sie ebenfalls ihr schönstes Abendkleid gewählt hatte: Schwere fließende Seide. Es machte sie noch graziöser und schlanker, als ihre Figur sonst in Erscheinung trat. Pöttmes kam ihr sofort entgegen und führte, was er in der letzten Zeit nur mehr ganz selten getan hatte, ihre Hand an die Lippen. „Ich danke Ihnen, § 2. In der Zeit vom 15. April 1935 bis zum 30. September 1935 ist im Walde und in gefährlicher Nähe von Wäldern verboten, im Freien offenes Feuer oder Licht anzuzünden, unverwahrtes Feuer ober Licht mit sich zu führen oder zu rauchen« Dieses Verbot erstreckt sich auch auf die öffentlichen Wege und die zur Errichtung von Zelten und sonstigen Lagerstätten freigegebenen Flächen. § 3. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafe bis zu 150 RM. ober mit Haft bestraft. Deutsche NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Der Kursus „Allgemeine Körper- schul e", der seither Freitagabends in der Turnhalle des Lyzeums stattfand, muß wegen Reparaturen in den Saal der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 181, verlegt werden. Beginn Freitagabend 20 Uhr. „Neunte Symfvni e". Nächste Probe findet statt: am Montag, 15. April, abends 8 Uhr, für Sopran und Alt, abends 9 Uhr für Tenor und Baß. Mittwoch, 17. April (letzte Probe vor Ostern), abends 8 Uhr, für Sopran und Alt, abends 9 Uhr für Tenor und Baß. Sämtliche Proben finden im großen Hörsaal statt. Es wird um vollzähliges Erscheinen aller Beteiligten gebeten, da die Vorbereitung des Chores vor Ostern im wesentlichen abgeschlossen werden muß. Weiterer Zuzug von Sopran und Altstimmen ist trotzdem noch möglich und sehr erwünscht. Heidelbergfahrt. Wir bitten alle Teilnehmer der Heidelbergfahrt, die sich gemeldet haben, den Betrag von 5 Mark pro Person (für Kinder 3 Mark) auf Konto NSG. „Kraft durch Freude" Nr. 5085 bei der Bezirks- sparkasse Gießen bis spätestens 20. April einzuzahlen. Die Beträge können natürlich auch von den Ortswaltern und Betriebswarten gesammelt und direkt eingezahlt werden. Für die auf der Bezirks» sparkasse erhaltene Quittung können alle Teilnehmer die Fahrkarten auf unserer Geschäftsstelle, Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 10, ab Mittwoch, 21. April, gesammelt oder einzeln abholen. ♦ Urlaubszug an bie Norbsee (Süd- en gl an b) vom 6. bis 14. Mai. Kosten 59,— Reichsmark. Schlußtermin für bie Anmelbung: 13. April. Um bem ersten Anbrang ber Hochseefahrten gerecht zu werben, folgt gleich eine Zweite Fahrt auf bem Dampfer ber Hamburg-Süb- amerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft ' „Oce- ana". 640 Teilnehmer werben auf biesem Schiff von Hamburg aus, vorbei an Cuxbafen, vorbei an den Inseln bie Norbsee kreuzen. Nachbem sie am 6. Mai abenbs bie Heimat verlassen haben unb in Hamburg Gelegenheit hatten, Hafenrunbsahrt und Stadtrundfahrt zu machen und das Leben und Treiben dieses wichtigsten deutschen Umschlags- Hafens kennen zu lernen, ist für viele überhaupt bie erstmalige Fahrt auf biefen aroßen Seeschiffen ein befonberes Erlebnis. Auch wirb sie bie Einrichtung eines großen Dampfers befonbers interessieren. Es ist ein kleines Gemeinwesen für sich mit allen Einrichtungen, bie für den täglichen Lebensbedarf notwendig find. „Wissenschaft im Dienste für das deutsche Volk." Im Großen Hörsaal ber Universität würbe am gestrigen Sonnerstagabenb unter bem Leitmotiv „Wissenschaft im Dienst für bas beutsche Volk" bie Reihe ber Vorträge eröffnet, bie nach einem Abkommen ber NS.-Gemeinschaft „Kraft burch Freube" mit bem Rektor ber Universität unentgeltlich für bie Mitglieber der Deutschen Arbeitsfront gehalten werden. Mit kurzen Begrüßungsworten an die Erschienenen eröffnete Se. Magnifizenz der Rektor der Universität, Pros. Dr. Pfähler, die Veranstaltung und mies auf die Bedeutung ber Einführung daß Sie sich so schön gemacht haben — ganz allein für^mich." £>ie vermochte vor Verlegenheit nichts darauf zu erwidern. Er wartete, bis sie sich gesetzt hatte, und nickte Gottfried zu, ber lautlos zu servieren begann. Niels' Stimmung besserte sich zusehends. Er erinnerte Klaudine an bie Zeit auf ber Karrer-Hütte, und erzählte, baß Barthelmes ihm kürzlich geschrieben habe, mit bem Auftrag, auch sie herzlich zu grüßen. „Dabei fällt mir ein, daß ich Ihnen noch gar nicht sagte, was er mir geschickt hat. Raten Sie einmal, Klaubine." „Einen Latschenzweig", vermutete sie. „Ober Schneerosen. Ober ein Barthaar des ewig rauflustigen Walbls." „Nein. — Geben Sie mir mal bas Etui dort her, Gottfried", sagte er, zum Diener gewandt. Niels öffnete es bedächtig und ließ Klaudine einen Blick hineinwerfen. Darinnen lag, auf türkis- blaue Seide gebettet — der Blechlöffel aus ber Karrer-Hütte. „Aber ben habe . . ." entfuhr es Klaubine. Sie verschluckte gerabe noch, was sie sagen wollte und meinte, über und über rot geworden: „Wie aufmerksam von Barthelmes." „Nicht wahr?" Es lag etwas in Pöttmes' Stimme, das sie vorsichtig' machte. Zugleich arbeitete ihr Gehirn fieberhaft. Niels Blechlöffel, den hatte sie doch, als sie sich seinerzeit beim Morgengrauen aus der Karrer-Hütte stahl, mit in den Rucksack gepackt. Als einziges Andenken an ihn . . Und jetzt lag er zu Hause hinter den Glaswänden der Vitrine in ihrem Schlaf- zimmer. Sie konnte es sich unmöglich zusammenreimen, wie der Lösel nun in das blaue Seidenfutteral und in Niels Hände gekommen fein sollte. „Darf ich — ihn einmal herausnehmen, Herr Pöttmes?" „Gern!" Er schob ihn ihr zu, sah, wie sie ihn von allen Seiten betrachtete und ihn wieder zurücklegte. „Er ist es doch?" meinte er zweifelnd. „Barthelmes wird mir doch nicht einen beliebigen geschickt haben? Ein anderer hätte natürlich keinen Wert für mich." Klaudine vermochte nur den Kopf zu schütteln. Und wieder und wieder quälte sie sich mit der Lösung: Wie kommt Niels zu dem Löffel? Doch allmählich wurde sie ruhiger. Pöttmes war ja seinerzeit noch einige Wochen auf der Karrer-Hütte geblieben. Vielleicht hatte er da einen zweiten Löffel benützt und dieselben Figuren und Schnörkel hineingekritzt, wie er es bei dem gemacht hatte, den sie besaß. Sie konnte Niels jetzt sogar schon wieder in die Augen sehen. „Es ist jedenfalls sehr, sehr nett von Barthelmes." (Fortsetzung folgt!) !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!>!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Gonder-Aufführung des Filmes „Triumph des Willens" für die Hitler-Jugend des Standortes Gießen am Sonntag, dem 14. April Es nehmen daran teil: HL. / Lungvolk / BdM. / Lungmädels Antreten der Einheiten: 10 Llhr Dorrn, aus dem Oswaldsgarten Oer Eintrittspreis beträgt 25 Pfennig Kein deutscher Lunge, kein deutsches Mädel darf dieses gewaltige Kilmwerk ungesehen vorubergehen lassen! Jedem deutschen Kind seinen Ferienaufenthalt tert Folge nicht Aber Dem Bauernstand ist heute eine große, ja man kann wohl sagen die größte Verantwortung für das Gedeihen unseres Volkes übertragen worden. Wenn vom Führer der Landwirtschaft die Aufgabe gestellt ist, alle Maßnahmen zu ergreifen, um unser Volk unabhängig in seinen Bedürfnissen an Vahrung und Kleidung zu machen, so ist ihm damit eine Möglichkeit zum Dienst am Vaterlande gegeben, wie kaum einem anderen Berufsstand innerhalb unserer deutschen Volksgemeinschaft. Unser Führer, unser gesamtes deutsches Volk erwarten, daß es dem Bauern gelingt, die gestellte Aufgabe zu lösen; denn davon hängt es ab, daß jederzeit ohne Gefahr und internationale Rücksichten eine freie, selbständige deutsche Politik getrieben werden kann. Das Ziel ist bestimmt zu erreichen, wenn sich jeder der hohen Verpflichtung bewußt ist, die dem einzelnen durch den Dienst an der Scholle auferlegt wird. Das Wohl des Vaterlandes muß richtunggebend sein für unsere Arbeit! Der Sieg ist unser, wenn in zäher Arbeit jeder sich allmählich angleicht an die dem Bauernstände von seiner Führung gestellten Produktionsrichtungen. Nicht so sehr durch Steigerung des Aufwandes Die Preisbewertung. Zuchtbullen: 1. Formpreis uno 1. Leistungspreis: Konrad Krauß- müller, Schwabenrod. 1. Formpreise: Wilhelm Ro- persönlich zu irgendwo in Deutschland wohnenden Verwandten zu bringen, können nunmehr die Kinder durch die Verwandtschaftsverschickung der NSV., verbunden mit großen finanziellen Erleichterungen (Fahrpreisermäßigung), zu ihren Verwandten schicken. Somit sind die Eltern der Sorge hinsichtlich der Betreuung der Kinder während der Bahnfahrt vollkommen enthoben. Für eine reibungslose Abwicklung der Verschickung, sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt der Kinder, durch eine bis in alle Einzelheiten hinein durchdachte und gut durchorganisierte Vorbereitung (Versicherung, Begleitung, Verpflegung usw.) ist vollauf Sorge getragen. Die Organisation kann mit Recht das restlose Vertrauen noch so um das Wahl ihrer Kinder während der Bahnfahrt besorgter Eltern genießen. Wer seinem Kinde einen Ferienaufenthalt während der großen Sommerferien bei seinen irgendwo in Deutschland wohnenden Verwandten verschaffen möchte, wende sich baldmöglichst an seine VSV.-Ortsgruppe oder an den für fein Kind zuständigen Schulleiter. Dort bekommt man über alle diesbezüglichen Fragen und Unklarheiten bereitwilligst Auskunft erteilt, denn die diesjährige Parole des Erholungswerkes des deutschen Volkes lautet: Jedem deutschen Kind seinen Ferienaufenthalt! LPD. Frankfurt a. M., 11. April. Am Donnerstagnachmittag sprach Gauleiter Sprenger im Rundfunk über das Thema „Warum Vertrauensratswahlen?". In seiner Rede ührte er u. a. aus: Die ehemaligen Betriebsratswahlen ’tanben im Zeichen des K l a s s e n k a m p f e s. Die Gewerkschaften waken nur noch Mittel zu politischen Zwecken. Sie hatten sich von ihren Aufgaben ent- ernt und waren nur Exponenten politischer Parteien. So konnten die Betriebsratswahlen der Vergangenheit nur ein Spiegelbild der Parteien fein. Die Arbeiter, die Angestellten und die Betriebsangehörigen waren vielfach nur noch Objekt der Wirtschaft. Menschenleben spielten keine Rolle. Der Arbeiter war zur Nummer heruntergedrückt. So stand es am 30. Januar 1933, als Adolf Hitler die Macht übernahm. Der nationalsozialistische Kampf wurde geführt um die Erziehung des deutschen Menschen und vor allem um die Wiedergewinnung des deutschen Arbeiters. Zwei Jahre nationalsozialistischer Staatsführung und damit zwei Jahre ernsten Schaffens liegen hinter uns. Die Sehnsucht des deutschen Arbeiters, ihn in eine Einheitsgruppe zu ziehen, wurde erfüllt. Die Form entspricht zwar nicht den ehemaligen Vorstellungen, sondern die Einheilsfront wurde im Geiste Adolf Hitlers, im Rahmen der nationalsozialistischen Weltanschauung geschaffen. Sie umfaßt alle werktätigen Arbeiter der Stirn und der Faust: Die Deutsche Arbeitsfront. 40 Millionen stehen zusammen in dieser Front. Arbeitnehmer und Arbeitgeber, beide zusammen erst bilden die Gesamtheit der Gemeinschaft. Im gegenseitigen Vertrauen und im Bewußtsein eigener Kraft muß jeder den höchsten Einsatz bringen, um zum höchsten Erfolg gelangen zu können. Die Betriebsführung und die Gefolgschaftsmitglieder müs- Vorwärts aus eigenem Können! Aufruf der Landesbauernfchast Heffen-Naffau. soll eine Mehrerzeugung erreicht werden, sondern durch Verbesserung der Wirtschaftsweise in den einzelnen Betrieben. Es kommt vor allem darauf an, daß alle jene Betriebsleiter aufgerüttelt werden, die unberührt von allen Fortschritten neuzeitlicher Wirtschaftsweise auf die alte primitive Art weiterarbeiten, zu ihrem Schaden und zum Schaden des deutschen Volkes. Wenn auch alle diese Belriebsleiler sich das zunutze machen, was im Laufe vieler Jahre als gut und wertvoll befunden ist, was ohne Risiko eine Ertragssteigerung verspricht, wenn alle diese Betriebe in ihrer gesamten Wirtschaftsform auf die Stufe der gut durchschnittlich bewirtfchafleken Betriebe gebracht werden, dann können wir das Ziel, die völlige Rahrungsfreiheit unseres Volkes, für immer erreichen. Und wir werden es erreichen! Denn unser Glaube heißt Deutschland und unser Vertrauen Golt und Adolf Hitler! Und allen äußeren Widerständen zum Trotz kann unser Führer Deutschland freimachen, weil wir ihm helfen, durch vollen Einsatz aller Kräfte der Erzeugungsschlacht auf der ganzen Linie zum Siege zu verhelfen. Das sei unser unerschütterliches Treuebekenntnis zum Führer! Sie Bedeutung der Vertrauensratswahlen Eine Ansprache des Gauleiters. Oberhessen. Bullen- und Zuchteberauktion in Lauterbach. Lauterbach, 11. April. Die vom Tierzuchtamt Gießen hier durchgeführte Bullen- a u k t i on war in ihrer finanziellen Auswirkung für den Veranstalter sowohl, als auch für die Verkäufer ein Erfolg, wie er bei anderen Auktionen noch nicht zu verzeichnen war. Noch bei keiner Versteigerung war bisher der Durchschnittserlös so hoch, wie bei der jetzigen. Auch die Zahl der verkauften Tiere war verhältnismäßig gut, konnten doch von 42 Bullen 28 verkauft werden. Die erzielten Preise bewegten sich zwischen 400 und 1160 Mark mit einem Durkschnitt von 609 Mark. Die letzte (vorjährige) Bullenversteigerung, die außerordentlich günstig verlief, wies nur 'einen Durchschnittspreis von 525 Mark auf. Sämtliche Tiere waren Leistungsbullen, deren Mütter unter Milchleistungskontrolle stehen. Diese Leistungskontrolle war neben der Formschönheit der Tiere diesmal Gegenstand der Preisbewertung, die der Versteigerung vorausging. Für alle preisgekrönten Tiere aab es von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau sog. Kaufzuschüsse, die den Käufern zugute kamen. So gab es für 1. Formpreise 20,— M., für 2. Preise 15,— M. und für 3. Formpreise 10,— M. Zuschuß, für jeden 1. Leistungspreis gab es 30,— Mark, für jeden 2. Preis 20,— M. und für jeden 3. Leistungspreis 10,— M. Zuschuß. Den höchsten Preis erzielte der Landwirt Konrad Krausmüller- Schwabenrod mit 1160 M. für seinen Bullen, der von dem Tierzuchtamt Limburg erworben wurde. Dem Landwirt Wilh. Rodemer- lang-Göns; Wilhelm Müller V., Lang- Göns. 1. Formpreis und 3. Leistungspreis: Karl Döring, Queck. 1. Formpreis: Heinrich Knauß, Stangenrod. 2. Formpreis und 1. Leistungspreis: Die Erfolae der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt sino so bekannt, daß sie nicht neu aufgeführt werden müssen. Die im vergangenen Jahre getätigte Verschickung von über 20 000 erholungsbedürftigen Kindern innerhalb des Gaugebietes Hessen-Nassau, von der Stadt auf das Land und umgekehrt, spricht leistungsmäßig für sich selbst. Wer Kindertransporte miterlebt und gesehen hat, was die kleine Gesellschaft alles mit nach Hause schleppte, dem ist bestimmt alles Kritikaster- und Muckertum vergangen. Landkinder brachten aus der Stadt tausend Neuigkeiten Über nie vorher gesehene Dinge mit. Blasse, hochaufgeschossene, magere, verschüchterte Großstadtkinder kamen sonnen- und seeverbrannt, mit leuchtenden Augen in ihre Heimat zurück. Wochenlang gab es nur ein Gesprächsstoff für alle: Die Erlebnisse von Ferien und Reise. Diese Ferienherrlichkeit soll in diesem Jahre jedem deutschen Kinde, ohne Unterschied des Standes und der Herkunft, zuteil werden. Aus diesem Grund hat die NSV. im Rahmen der Kinder-Landverschickung eine noch großzügigere Aktion ins Leben gerufen, nämlich die Verwandlschaftsverschickung, das weißt nicht mehr und nicht weniger, als Eltern, denen es aus irgendwelchen Gründen, beruflicher oder finanzieller Art, nicht möglich ist, ihre Kinder demer, Angersbach; Leonhard Faust, Maar; Ludwig Brauer, Ober-Ofleiden; Friedrich Rodemer, Angersbach; Konrad Ortwein, Angersbach; Willy Hanack, Zell; Konrad Schul VI., Angersbach; Heinrich Rahn, Angersbach. 2. Formpreise: Konrad Jakob Kleer, Bindsachsen; Eduard Krömmelbein, Wallenrod; Karl Fink II., Leusel; Friedrich Nik. Schad, Angersbach; Johannes Heinrich Schott, Rixfeld; Wilhelm Stein, Stumpertenrod; Friedrich Seim, Zeilbach. 3. Formvreise und 1. Leistungspreise: Heinrich Rodemer VI., Angersbach; Heinrich Fölzing. Wallenrod; 3. Formpreis und 3. Leistungspreis: Heinrich Schul XL, Angersbach. 3. Formpreis: Justus Peter, Maar; Friedrich Wahl III., Angersbach; Otto Hofmann, Stumpertenrod; Johannes Ritter III., Maar; Wilhelm Nau, Ober-Ofleiden; Gutsverwaltung Sickendorf; Otto Bück, Langsdorf; Georg Krug II., Schwarz; Bürgermeister Stroh, Brauerschwend; Hermann Müller, Weid-Moos. Zuchteber: 1. Formpreise und 2. Leistungspreise: Karl Velsen eng miteinander verbunden fein. Diese Verbundenheit herzustellen, immer wieder aufs neue herzustellen, ist Aufgabe des Vertrauensrates. Die Mitglieder des Vertrauensrates sollen in jeder Weile Vorbild der Gefolgschaft sein. Die einzelnen Vertrauensralsmitglieder müssen an der Stelle, an die sie gestellt sind, beweisen, daß ihre Leistungen über jede Kritik erhaben sind. Es kommt also nicht darauf an, wo er steht, sondern auf seine L e i st u n g e n. Bei dieser Betreuung muß insbesondere mit dem Unfug gebrochen werden, daß die körperliche Arbeit mißachtet wird. In diesem Geiste sind die Vertrauenstratswahlen zum ersten Male eingehend vorbereitet worden. Es wurde versucht, die besten Männer auf die Liste zu stellen. Eins aber, deutsche Arbeiter, laßt Euch sagen: Engel stehen keine auf der Li st e. Die menschliche Gemeinschaft in ihrer Gesamtheit wird niemals vollkommen sein können. Es muß auch den Vertrauensmännern zuaeaeben werden, daß sie mit menschlichen Fehlern behaftet sind. Es muß aber im Geist sich die Ueberzeugung bilden, daß diese Männer den besten Willen haben, ihrer Aufgabe zu entsprechen. Je größer das Vertrauen ist, das Ihr zu ihnen habt, umso besser können sie ihre Aufgabe erfüllen. Diese Verlrauensratswahlen find ein Bekenntnis zur nationalsozialistischen Weltanschauung und ein Bekenntnis zum Führer Adolf Hitler. Ohne Adolf Hitler keine Wiedergesundung Deutschlands, ohne Adolf Hitler auch kein Aufbau der Wirtschaft, und ohne Adolf Hitler kein weiteres Aufblühen der deutschen Wirtschaft. So steht denn, deutsche Arbeiter, an dem Wahltag einig zusammen und seid Euch bewußt, daß unsere Verrrauensratswahlen gleich einem Gelöbnis zum Führer sind, der das erste und beste Vorbild des deutschen Arbeiters war, ist und bleiben wird. dieser Dortrage hin. Es gehe vor allen Dingen darum, daß auch der Arbeiter einmal erfahre, was der Hochschullehrer zu leisten habe. Wenn der Führer Volksgemeinschaft haben wolle, dann müsse man wissen, was der andere schafft und arbeitet. Wenn man von dem anderen, der an irgendeiner Stelle arbeitet, nichts weiß, dann könne es nicht zu einem inneren Derwachsensein kommen. Der Hochschullehrer wolle einmal außerhalb seines gewohnten Aufgabenkreises davon erzählen und berichten, was er zu leisten habe und was ihm von seinem Volke aufgetragen ist. Prof. Pfähler gab der Hoffnung Ausdruck, daß im weiteren Verlauf der Vorträge eine Gemeinschaft entstehe, die immer inniger und fester werde. Der Kreiswart der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" C h r i st wies ebenfalls kurz darauf hin, welchem Zweck die vorgesehenen Vorträge dienen sollten. Auch er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die zunächst noch kleine Gemeinschaft immer größer und fester werde und als Nutzanwendung jeder erkennen möge, daß es keine höhere und niedere Arbeit, sondern daß es nur d i e Arbeit gibt. Dann sprach Professor D u k e n über das Thema „Familienfürsorge und Krankheitsbekämpfung". Die interessanten Ausführungen des Redners erweckten bei den Zuhörern lebhafte Aufmerksamkeit, die am Schlüsse des Vortrags in starkem Beifall zum Ausdruck kam. Gießener Schlachthof Ausbildungsstätte für Kandidaten der Veterinärmedizin. Im Deutschen Reich gibt es eine große Anzahl Untersuchungsanstalten, die zum geringen Teil staatlich sind, zum überwiegenden Teil Städten, Kreisen oder gemeindlichen Verbänden gehören. Seit der Machtergreifung durch die nationalsozialistischen Bewegung ist in den Kreisen der amtlichen Lebensmittelchemiker die Auffassung vertreten, daß eine Vereinheitlichung des im Dienste der Lebensmittelüberwachung stehenden Untersuchungswesens Platz greifen mühte. In dieser Hinsicht hat der Reichsminister des Innern bereits entscheidende Maßnahmen getroffen, weitere Anordnungen werden folgen. Jetzt hat der Reichsminister des Innern eine neue Bekanntmachung erlassen, in der das Medizinal- und Veterinärwesen behandelt wird, soweit es mit der Lebensmittelüberwachung im Zusammenhang steht. Die am 27. März Dieses Jahres erlassene Verordnung bestimmt die zugelassenen Ausbildungsstätten für die Kandidaten der Veterinärmedizin. Es gibt demnach in Deutschland 96 Schlachtviehhöfe oder ähnliche Anstalten, die Kandidaten der Veterinärmedizin für ihren späteren Beruf praktisch vorbereiten. Für Hessen sind für die praktische Ausbildung in der Schlachtvieh- und Fleischbeschau- sowie Lebensmittel-Ueberwachung für die Kandidaten der Veterinärmedizin die folgenden Schlacht- oder Viehhöfe zuständig: Darmstadt, Gießen- und Mainz. In diesem Zusammenhang ist es interessant, zu wissen, wieviel tierärztliches Personal es in unserem engeren Gebiet gibt. Hierüber gibt die Reichsstatistik des tierärztlichen Personals vom 1. Juli 1933 als letzte vorliegende amtliche Erhebung eine erschöpfende Auskunft, aus der hier die wichtigsten Daten folgen: Das tierärztliche Personal im Land Hessen bestand aus 196 Tierärzten, darunter 110 im Beruf stehende Privat-Tierärzte. In der Fleischbeschau waren insgesamt 134 Tierärzte tätig. Privatpraxis übten aus 124 Tierärzte (außer den Privat-Tier- ärzten die beamteten Tierärzte, Militärtierärzte und Schlachthoftierärzte). Dies bedeutet, daß im Gebiet des Landes Hessen auf 1237 viehbesitzende Haushaltungen ein praktischer Tierarzt fommt. * ** Zur Pflege der Freibrüter. Wir können unseren freibrütenden Vögeln im Frühjahr dadurch beim Bauen ihrer Nester behilflich sein, daß wir kräftige Zweige von Sträuchern mit Weidenruten zusammenbinden. Wir schaffen dadurch einen künstlichen Astquirl, den die Vögel als Nest- unterlage benutzen können. Helfen kann man den Freibrütern auch durch Anlegen von Hecken. Nur müssen diese gut gepflegt sein, unten breit und dicht, oben schmal. Vor allem müssen sie so verschnitten werden, daß sich genügend Astquirle als Nistgelegenheit bilden. Den Schnitt der Hecken im Juni, den sog. Johannisschnitt, unterlasse man unter allen Umständen, weil dadurch die Vögel bei der Brut gestört, oder ihre Nester freigelegt werden. ** Schwerer Unfall beim kindlichen Spiel. Im Anwesen Löberstraße 3 ereignete sich gestern ein schwerer Unfall. Einige Kinder spielten in der Scheuer und ließen im Eifer anscheinend nicht die nötige Vorsicht walten. Der zehnjährige Heinz Röhrig stürzte dabei vom Gerüst ab und schlug hart auf. Mit einer leichten Gehirnerschütterung und mit einer schweren inneren Verletzung (Nierenriß) mußte der bedauernswerte Junge von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Klinik gebracht werden. Das Befinden des Kindes ist leidlich gut. Angersbach wurden 1050 M., dem Landwirt Ludwig Brauer- Ober-Ofleiden 1010 M. für je einen Bullen bezahlt. Die Zuchteberversteigerung, die gleichzeitig zum ersten Mal hier stattfand und für ine ~ ' auch beibehalten wird, hatte bei weitem den Erfolg, wie die Bullenversteigerung, auch diese Neueinführung wird sich für die Zukunft besser bewähren, da der Bedarf an Zuchtebern künftig nur auf Versteigerungen des Tierzuchtamtes gedeckt werden kann. Von 21 gemeldeten Tieren waren 19 aufgetrieben; es handelte sich nur um veredelte Landschweineeber. Auch hier ging erst eine Preisbewertung nach Formschönheit und Leistung voraus, die Käufer erhielten entsprechende Kaufzuschüsse. Von diesen 19 Zuchtebern wurden 9 Stück verkauft. Die Preise bewegten sich zwischen 120 M. und 220 M. Den Höchstpreis erzielte hier Karl Velten II - Lang- Göns mit 220 M. Der Durchschrittspreis lag etwas über 172 M. Otto Wilhelm Velten, Lang-Göns. 2. Formpreis und 2. Leistungspreis: Karl Velten II., Lang-Göns. 2. Formpreis und 3. Leistungspreis: Heinrich Schwing, Burg-Gemünden; Heinrich Knauß, Stangenrod. 2. Formpreis: Heinrich Wagner VII., Bolln- bach; Heinrich Klink, Calbach. 2. Formpreis^ und 3. Leistungspreis: Karl Döring, Queck; Wilhelm Stark III., Wirberg. 3. Formpreis und 3. Leistungspreis: Kurt Göbel, Pfordt. 3. Formpreis: Wilhelm Rühl, Freiensteinau; Heinrich Klink, Calbach. 3. Formpreis und 2. Leistungspreis: Hemrich Schwing, Burg-Gemünden. , Landkreis Gießen. OO Klein-Linden, 11. April. Im verflos. enen Winterhalbjahr wurde in unserer Volks- chule eine Speisung vo.n Kindern minderbemittelter Eltern durchgeführt. Es wurden an 27 Kinder an 74 Speisungstagen 497 Liter Milch und Kakao abgegeben. Die Kosten für die ganze Speisung (Milch, Kakao, Zucker und Zu- bereuung) belaufen sich auf 122,02 Mark, wovon die NSV. allein 57,51 Mark übernahm. Die Einrichtung der Speisung bat sich sehr gut bewährt, sie wurde von einem der hiesigen Lehrer geleitet. § Mainzlar, 11. April. Seit einigen Tagen läßt sich in den Wiesen unserer Gemeinde in der Richtung nach Treis zu ein Storchenpaar ehen. Es wäre zu begrüßen, wenn der immer fel- ener werdende Vogel in unserem Orte eine Nist- tätte finden würde. * Watzenborn-Steinberg, 12. April. Bei einem U n g l ü ck s f a l l erlitt gestern die 13 Jahre alte Tochter des Bäckers Müller von hier, Lina Müller, erhebliche Schnittwunden am rechten Arm durch Glasscherben, so daß das Kind nach Gießen in die Klinik verbracht werden mußte. * Lieh, 12. April. In der Nacht zum gestrigen Donnerstag wurde hier bei dem Metzger Dietz ein Einbruch verübt. Dem oder den Dieben fiel ein Zentner Dauerwaren im Werte von etwa 140 Mark in die Hände. Die Ermittlungen über die Täter sind im Gange. ch Hungen, 11. April. Dieser Tage waren die Arbeiten der Berufs- und Volksschüler im hiesigen Schulhause zur Besichtigung ausgestellt. Die Ausstellung erfreute sich eines guten Besuchs und zeigte das große Interesse, welches die Bevölkerung an der Ausbildung der Jugend nimmt. Die ausgestellten Gegenstände aus den verschiedensten Arbeitsgebieten fanden die ungeteilte Anerkennung der Besucher, waren doch Arbeiten darunter, die in ihrer Feinheit geradezu Bewunderung erregen mußten. Die Ausstellung zeigte aber auch, in welch hohem Maße sich Lehrer und Lehrerinnen ihres Berufs bewußt sind, um eine tüchtige Jugend für das Leben heranzuziehen. > Rodheim a. d. Horloff, 11. April. Unser bisheriger Bürgermeister Adolf Hofmann, der feit dem Jahre 1924 das Amt versieht, hat das Amt mit dem 1. April d. I. niedergelegt. kreis Alsfeld. * Alsfeld, 10. April. Der heutige Kameradschaftsappell des NSD. Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm), Ortsgruppe Alsfeld, hatte eine besondere Bedeutung. Ein Befehl des Bundesführers hat angeordnet, den Trauerflor, den die Stahlhelmfahnen feit Versailles getragen haben, abzunehmen, weil durch das Wehrgesetz vom 16. März die schlimmste Entehrung von uns genommen ist. Hinzu kam eine Ehrung für den großen Feldherrn des Weltkriegs, General L u d e n d o r f f, der am gestrigen Tag seinen 70. Geburtstag gefeiert hat. Diesen frohen Charakter des Abends betonte die Ausschmückung des Saales, ebenso wie die flotte Musik, die soldatische und vaterländische Weisen erklingen ließ. Nach der Rede des Ortsgruppenführers S ch m a l l über General Ludendorff befahl Kreisführer Schäfer die Abnahme des Trauerflors von der Fahne. Es war ein feierlicher Augenblick, der die Gedanken in die Vergangenheit zurück und in die Zukunft vorwärts gehen ließ und mit dem Lied von der Wacht am Rhein zu einem Gelöbnis wehrhafter Treue sich gestaltete. Hiermit war der Inhalt des Abends nicht erschöpft. Nach der Ehruntz des ver- ftorbenenen Kameraden Trebert berichtete der Kreisführer über die Führerbefprechung in Gießen und über die Lage des Stahlhelm in Hessen. Alsdann folgten noch zwei Vorträge. Kamerad Reimherr ging aus von der Aufhebung wichtiger Bestimmungen des Versailler Diktats (Saar und Wehrhoheit) und gab einen kurzen, aber sehr inhaltreichen Ueberbhtf über die Frage der deutschen Kolonien. Anschließend erzählte Kamerad L i ch von seiner Dienstzeit in der deutschen Kolonie Kiautschou und vermittelte durch sein Wort und durch mitgebrachte Gegenstände ein anschauliches Bild von Der Eigenart des fernen Chinesenlanoes und feiner Bewohner. Mit dem Gelöbnis der Treue zu Führer und Vaterland wurde der gehaltvolle Kameradschaftsappell geschloffen. = Deckenbach, 12. April. Am heutigen Freitag begeht der älteste hier noch lebende Veteran von 1870, Georg Kornmann, seinen 89. Geburtstag. Preußen. Ein mehrfacher VSuber gefaßt. LPD. Frankfurt a. M., 11. April. Wie gemeldet, wurde in der Nacht zum 3. April in der Eckenheimer Landstraße ein Raubüberfall ausgeführt und der Täter kurz darauf f e st genommen. Es handelte sich um den 23 Jahre alten Karl K n o b t. aus Frankfurt a. M. Im Verlaufe ber Ermittlungen wurde festgestellt, baß ber bereits überführte Räuber sich in einem weiteren Fall als Räuber betätigt hatte. In einer Wirtschaft machte er bie Bekanntschaft eines Mannes, bem gegenüber er sich als SA.-Mann ausgab. Unter biefer Vorgabe gewann er bas Vertrauen seines Opfers. In ber Wirtschaft überzeugte er sich bei ber Gelegenheit, ob sich ein Uebersall auch lohne. Als sie bann bie Wirtschaft verließen, verlangte Knobt von seinem Opfer bas von ihm verausgabte Geld zurück. Als ihm dies verweigert wurde, versuchte er seinem Opfer die Geldbörse zu rauben. = Sichertshausen, 10. April. Der G e - meindevoranschlag für das Jahr 1935 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 7861 Mark ab und verzeichnet im einzelnen folgende Beträge: Allgemeine Verwaltung 10 Mark Einnahme, 1105 Mark Ausgabe; Schulwesen 399 Mark Einnahme, 1739 Mark Ausgabe; Wohlfahrt 101 Mark Einnahme, 166 Mark Ausgabe; Straßenwesen 500 Mk. Einnahme, 641 Mark Ausgabe; Anstalten und Einrichtungen 1380 Mark Einnahme, 1952 Mark Ausgabe; Finanzwesen 5471 Mark Einnahme, 2258 Mark Ausgabe. — Bei einer Hauswerbung für den Reichsluftschutzbund traten in unserem Orte 96 o. H. der Bevölkerung bei. Damit steht unser Ort an erster Stelle im Ortsgruppenbereich. Der Volksgerichtshof in Mainz. 3 Mainzer Kommunisten wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Sprengstoffverbrechens angekiagt. ersten Sprengstoffdiebstahl im Gonsenheimer Steinbruch Anfang April 1931 ZU. Der 30jährige Bernhard Werz aus Finthen will damals mit Binnefeld zusammen auf einem Waldspaziergang ganz zufällig an der Sprengstoffkammer in der Gonsenheimer Gemarkung vorübergekommen sein und dann plötzlich — ohne irgendeinen Auftrag von anderer Seite — den Entschluß durch Durchführung des Einbruchs gefaßt haben. Etwendet wurden 25 Patronen Ammonit 5, ferner 13 Sprengkapseln und eine Ringzündschnur. Das gefährliche Material wurde in einem Sack versteckt und von Merz in seinem Garten in Finthen vergraben. „Alsdann ", so fuhr Merz in seiner Darstellung fort, „bei anderen Kommunisten Haussuchungen stattfanden, hatte ich keine Ruhe mehr und wollte das Zeug los werden. Ich gab es an Silz weiter, mit dem ich befreundet war, habe ihm aber keinen Auftrag erteilt, den Sprengstoff für mich oder eine andere Stelle aufzuheben." Erst nach seiner Verhaftung will Merz erfahren haben, daß der Sprengstoff seinen Weg zu den Mainzer Kommunisten genommen habe. Auf die Frage des Vorsitzenden, aus welchem Grunde er den Sprengstoff gestohlen habe, erklärte März: glaubte, daß ich ihn für die KPD. brauchen könnte." Binnefeld will natürlich auch nicht im Auftrag der KPD. gehandelt haben. Er ist nach seiner Darstellung ein bedauernswertes Opfer seines brennenden Interesses für geologische Fragen geworden. Er wollte im Gonsenheimer Steinbruch lediglich die verschiedenen Gesteinsschichten und ihre Ablagerungen, sowie die im Bruch angewandten Arbeitsmethoden studieren, lieber das Motiv zum Diebstahl befragt, mußte aber auch er eingestehen: „Ich kann heute nicht leugnen, daß meine politische Einstellung mich zu der Tat veranlaßt hat. Ich glaubte seinerzeit, daß ich dies Pulver nach der Machtergreifung durch die KPD. gegen eine evtl. Gegenrevolution verwenden könnte." Der Vorsitzende hielt ihm die Unglaubwürdigkeit seiner Aussagen vor und wies ihn darauf hin, daß die KPD. bereit war, die Mittel des rücksichtslosesten Terrors auch schon vor der Machtergreifung, ja gerade zum Zwecke der Machtergreifung einzusehen. Binnefeld will schließlich zu der Ueberzeugung gekommen sein, daß es das Veste wäre, den Sprengstoff zu vernichten; aber merkwürdigerweise blieb es bei den Kommunisten immer nur bei den guten Vorsätzen. Praktisch handelten sie stets wider ihre „bessere Einsicht" und taten alles, um der KPD. die Waffen und Sprengstoffvorräte zu erhalten. Einige Tage später will Binnefeld von Merz erfahren haben, daß dieser das Pulver zu Silz gebracht habe. Im Jahre 1932 wurde Binnefeld in das Finthener Parteilokal geholt, wo sich zwei Mainzer Kommunisten, der 26jährige Andreas Seibert und der 31jährige August Barth befanden. Im Partei- lokal wurde ein Einbruch in die Budenheimer Steinbrüche besprochen, zu dem es aber nicht gekommen ist, weil Binnefeld angeblich keine Meinung .für die Sache hatte und den Diebstahl zu Hintertreiben suchte. Um der Forderung der Mainzer Kommunisten nach Sprengstoff nachzukommen, wurde einige Wochen später dem Mainzer Kommunisten Seibert die Beute aus dem Gonsenheimer Sprengstoffdiebstahl in einem kleinen Saal hinter dem Finthener KPD.-Parteilokal ausgehändigt. Silz und Binnefeld sind dabei zugegen gewesen.. Um die Frage, ob Binnefeld die Aushändigung des SprenDoffes an die Mainzer Kommunisten durch Silz veranlaßt hat, entspann sich eine lebhafte Debatte. Binnefeld suchte sich in diesem Punkte 3U entlasten. Silz blieb aber bei seiner Aussage, daß er den Auftrag von Binnefeld erhalten habe. Silz ist übrigens unmittelbar beteiligt an dem in der Nacht zum 1. Marz 1933 verübten Einbruch in den Sprengstoffschuppen der Budenheimer Kalksteinwerke. Bezeichnend für die Um- sturzplüne der Kommunisten ist es, daß dieser Einbruch, bei dem den roten Plünderern riesige Mainz, 11. April (LPD.) Seit heute tagt hier der erste Senat des Volksgerichtshofs, des höchsten deutschen-Gerichts, das in Hoch- und Landesverratssachen in erster und zugleich letzter Instanz zu entscheiden hat. Der Volksgerichtshof tagt in der Regel in Berlin, er hält aber auch Sitzungen in anderen Städten ab, wenn dadurch bei großen Prozessen an Kostenaufwand in ansehnlichem Ausmaß Ersparnisse erhielt werden können. Aus diesem Grunde hat der Volksgerichtshof bereits zweimal in Dresden und einmal in Hamburg getagt. Bei dem Mainzer Prozeß gilt es, die Schlußabrechnung zu machen mit den hochverräterischen Umtrieben, die ihre Hauptstütze fanden in dem im Mai 1929 verbotenen berüchtigten „Roten Arontkampferbund" und feinen getarnten Rach- folge-Organifatlonen, in denen die theoretische und praktische Schulung für den gewaltsamen Umsturz, für den blutigen Bürgerkrieg durchgeführt und zu diesem Zwecke Waffen aufgestapelt und auch Sprengstoff-Diebstähle begangen wurden. Auch durch die Hände der angeklagten 23 Mainzer und Finthener Kommunisten sind große Mengen von Sprengstoffen und Sprengkapseln gegangen. Dieses gefährliche Material rührte im wesentlichen aus zwei Spreng st osf- diebstählen her. Der erste wurde im Früh- jahr 1931 in einem Steinbruch bei Gonsenheim, der zweite in der Nacht zum 1. März 1933 in den Budenheimer Steinbxüchen begangen. Bei dem zweiten Diebstahl fielen den roten Plünderern 125 Kilo des hockbrisanten Sprengstoffs Donarit, 3913 Sprengkapseln, 60 Ringe Zündschnur, zahlreiche Glühzünder und Zündlichter in die Hande, während die Beute im ersten Falle weitaus geringer war. Das Diebesgut konnte zum Glück fast restlos von der Polizei in den Verstecken der roten Staatsfeinde aufgespürt und beschlagnahmt werdet. Die Anklage geht neben Vorbereitung 3 um Hochverrat und Teilnahme an einer verbotenen politischen Vereinigung bei einem großen Teil der Angeklagten auch auf Sprengstoff- verbrechen und Vergehen gegen das Schußwaffen- und das Kriegsgerätegesetz. Die strafbaren Handlungen der Angeklagten gehen teilweise bis in das Jahr 1931 zurück und dauerten fort bis in das Jahr der nationalen Erhebung, in dessen Verlauf die nationalsozialistische Staatsführung dann dem Irrwahn des Kommunismus ein schnelles Ende bereitet hat. Dem Prozeßgegenstand kommt daher mehr eine historische, als aktuelle Bedeutung zu. Das Verfahren hat aber dennoch ein großes öffentliches Interesse, denn es wird erneut zeigen, daß das deutsche Volk durch den verbrecherischen Wahn roter Staatsfeinde, die kein Vaterland kannten, an den Rand des Abgrundes gebracht worden ist. Den 23 Angeklagten stehen vier Verteidiger zur ©eite. Die Verhandlung, die im Mainzer Landgericht durchgeführt wird, dauert voraussichtlich eine Woche. Vernehmung der Angeklagten. Nach kurzer Feststellung der Personalien der Angeklagten trat der Vorsitzende in die Verhandlung zur Sache ein. Jedem der Angesckuldigten wurde zunächst Gelegenheit gegeben, sich über seinen Entwicklungsgang und seine persönlichen Verhältnisse zu äußern. Die meisten der Angeklagten stammen aus. armen und kinderreichen Familien und wollen durch die wirtschaftliche Notlage zu ihren Straftaten gekommen sein. Sie versprachen sich mehr oder weniger eine Förderung ihrer wirtschaftlichen Interessen durch den Beitritt zur KPD. Ausfallend ist, daß die Hauptbeschuldigten zum Teil von nationaler Gesinnung überfließen. Das gilt insbesondere von dem 34jährigen Peter Binnefeld aus Finthen, der in breiter Ausführlichkeit feine Verdienste um die Unterstützung des passiven Widerstandes und der Bekämpfung des Separatismus rühmte. Bei der Darstellung feiner Rolle innerhalb der KPD. war er allerdings weniger redselig, gab im übrigen aber zu, politischer Leiter und Gemeindevertreter der Ortsgruppe Finthen der KPD. gewesen zu sein. Die Verhandlung wandte sich sodann bem Mengen von Sprengstoffen, Sprengkapseln und Zündern in die Hände fielen, zu einem Zeitpunkt begangen wurde, als das in Flammen aufgehende Reichskagsgebäude das Fanal zum allgemeinen Losschlagen abgeben sollte. Die Hauptbeteiligten an diesem Sprengstoffdiebstahl, die Kommunisten Steigner, Frenz und Niko l a y , sind bereits vom Reichsgericht am 10. Februar 1934 zu Zuchthausstrafen dis zu acht Jahren verurteilt worden. — Sih will sich an die näheren Einzelheiten des Einbruchs nicht mehr erinnern, da er angeblich sinnlos betrunken gewesen sei. Das Rätsel, wie er in diesem Zustand aber längere Fahrten mit dem Fahrrad unternehmen konnte, weiß er selbst nicht zu lösen. Von Silz ist die Unterbezirksleitung der KPD. in Mainz von dem Sprengstoffdiebstahl unterrichtet worden. Angeblich hatte man dort für die Angelegenheit [einerlei Interesse. Es wurde ihm jedoch das Teilstück eines Zettels ausgehändigt und mitgeteilt, daß er demjenigen, der sich durch das andere Teilstück ausweisen werde, das Sprengstoffversteck zeigen sollte. Das gefährliche Diebesgut war inzwischen in einem Schacht beim Schloß Waldhausen versteckt worden. Zum Schluß der Nachmittagssitzung des ersten Verhandlungstages wurde der 27jährige Andreas K a st e l l o aus Mainz zur Frage des Waffen« Unterrichts vernommen. Wie von dem Mitangeklagten Lamby bestätigt wurde, hat Kastello feine Wohnung zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt. Kastello suchte seine Beteiligung jedoch einzuschränken. Er will angeblich erst nachträglich davon erfahren und dann die zur Erteilung des Unterrichts verwendete Remise ständig abgeschlossen haben. In seiner Wohnung sind übrigens von der Polizei u. a. eine Bombe, zwei Revolver und über 60 Schuß Munition gefunden worden. Kastello will die Bombe für einen harmlosen „Kanonen- schlag", d. h. einen Feuerwerkskörper gehalten haben. Er verwickelte sich aber in Widersprüche, als er zugab, die Furcht vor seiner persönlichen Festnahme habe ihn daran gebindert, den Kanonenschlag in den Rhein zu werfen. — Die Verhandlung geht am Freitagvormittag weiter. 50 Kilometer Straßenrennen Gießen — Marburg — Gießen. Der Bezirk Gießen im Bund Deutscher Radfahrer (Gau Nordhessen) veranstaltet am kommenden Sonntagvormittag das Bezirksrennen über eine Strecke von 50 Kilometern. Der Start zu diesem Wettbewerb erfolgt am Schützenbaus, und ist auf 8 Uhr festgesetzt. Die Strecke füyrt innerhalb unserer Stadt durch die Kaiserallee, über die Moltke- straße zur Marburger Straße, dann über Lollar, Sichertshausen und Bellnhausen nach Marburg. Marburg ist Wendepunkt. Man rechnet damit, daß die Fahrer etwa, gegen 8.45 Uhr Marburg passieren werden und gegen 9.30 Uhr wieder am Schützenhaus eintreffen. Auf dem zweiten Teil der Strecke, auf der Rückfahrt also, dürfte die Entscheidung des Rennens fallen. Den Sieger des Wettbewerbs im voraus zu nennen, erscheint sehr schwer. Es sind ausgezeichnete Fahrer aus Gießen und Wetzlar beteiligt. Am Stadt sind u. a.: Fau ft und Preiß von „Germania" Gießen, ferner Neumann, Mebus, der Brüder Muhl, Klappert und Weber vom Radfahrverein 1885 Gießen. Wetzlar ist vor allem durch Göbel und Nolte vertreten. Den Endkampf dürfte man zwischen Neumann, Preiß, Mebus und Nolte zu erwarten haben. Bahnrad-Rennen am 2. Osterfeiertag. Der Gießener Radfahrverein von 18 8 5 hat es sich auch für dieses Jahr wieder vorgenommen, mit mehreren Bahnradrennen an die Öffentlichkeit zu treten. Die Bahnrad-Saison wird am Ostermontag, 22. April, eröffnet. Die Rennen werden wieder auf der Aschenbahn der Spielver- einigung 1900 ausgetragen. Bis jetzt wurden für die Rennen folgende Fahrer verpflichtet: Schorn und Kerb (Köln), Zacharias und M ü h l k e (Koblenz), Thomas und Gelpke (Neuwied), Ho Hb ein (Frankfurt a. M.), Trinks (Westig) und Göbel (Wetzlar). Außerdem geben von den Gießener Fahrern Mebus, Preiß, Brüder Muhl, F a u st und Klappert an den Start. Wir kommen auf die Veranstaltung, insbesondere auf weitere Teilnehmermeldungen, noch zurück. Beginn der Ostpreußen-Fahrt. Am Donnerstag um 4 Uhr wurde in Königsberg die Ostpreußenfahrt 1935 von Gruppenführer von W a l t h a u s e n gestartet. 454 Fahrzeuge von 506 gemeldeten gingen auf die erste Tagesstrecke, die nach den Regenfällen der Nacht schon große Anforderungen an Fahrer und Material stellte. Neben Generalleutnant von Vrauchitsch, dem Befehlshaber im Wehrkreis I, hatten sich noch zahlreiche SA.- und SS.-Führer zum Start eingefunden. Der Führer des deutschen Kraftfahrsports, Korpsführer Hühnlein, begab sich nach kurzem Aufenthalt in Königsberg sofort nach Masuren, um dort die Fahrt zu beobachten. Oer Cambridge-Achter in Frankfurt. Dem Frankfurter Regatta-Verein ist es gelungen, für die diesjährige Regatta, die am 13. und 14. Juli auf der neuen Strecke bei Frankfurt-Griesheim statt- findet, einen hervorragenden Gast zu verpflichten. Die Achtermannschaft der Universität Cambridge, die am letzten Samstag überlegen das klassische Achterrennen Oxford — Cambridge gewann, wird an beiden Regattatagen im Achter-Reirnen an den (Start gehen. Die Verpflichtung der Engländer, die bereits am Montag vor der Veranstaltung in Frankfurt eintreffen und sofort das Training aufnehmen, dürfte geeignet sein, dem Rudersport in unserem Bezirk neuen Auftrieb zu geben. Das vierte Hallen-Handball-Turmer der Gießener Turnerschaß. Eine sportliche Großveranstaltung in der Volkshalle. Der große Erfolg des vorjährigen Hallenhandballturniers hat die Gießener Tutnerschaft ermutigt, auch in diesem Jahre wieder eine derartige Veranstaltung in die Wege zu leiten. Das Turnier wird am kommenden Sonntag, 14. April, in der Volkshalle ausgetragen. Beim letzten Turnier waren 41 Mannschaften im Wettbewerb. Diesmal sind es deren 48. Welcher großen Beliebtheit sich derartige Veranstaltungen bei den handballspielenden Vereinen unseres Bezirkes erfreuen, geht daraus hervor, daß selbst nach dem offiziellen Meldeschluß am 15. März noch Mannschaftsmeldungen eingingen, die jedoch nicht mehr berücksichtigt werden konnten, da die vorhandene Zeit nicht ausreicht, um restlose Abwicklung des Turniers am Sonntag auszuführen. Die Volkshalle ist für derartige sportliche $er= anftattungen, die sonst im weiten Umkreis nicht möglich sind, sehr geeignet. Beteiligt sind, wie schon erwähnt, 48 Mannschaften aus 37 Vereinen. Die Wettkämpfe beginnen bereits am Sonntagvormittag um 8 Uhr. Es wird in zwei Gruppen gekämpft. Die Sieger der beiden Gruppen werden in Spielen der Vor-, der Zwischen- und der Endrunde ermittelt. Diejenige Mannschaft, die in einer der Grupoen verliert, scheidet aus. Durch Auslosung gibt es in der Vorrunde fol- genbe Begegnungen: Gruppe II. Tv. Dorlar I — Tv. Krofdorf I. Mtv. Gießen II — Mtv. Gießen III. VfB.-Reichsbahn Gießen II — Tusp. Marburg II. Tv. 1846 Gießen I — Tv. Garbenteich I. Tv. Heuchelheim I — To. Lützellinden II. Tv. Launsbach I — VfB.-Reichsbahn Gießen III. Tv. Holzheim I — Tuspo. Marburg III. Heute morgen verschied mein guter Mann, unser lieber Vater, Großvater und Onkel Heinrich Weber, Ober-Ladeschaffner i.R. im Alter von 68 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Auguste Weber Wwe., Heinrich u.Wilhelm Weber Familien Schepers und Keller. Großen-Linden, Klein-Linden, Gießen und Worms, den 11. April 1935. Die Beerdigung findet Samstag, den 13 April, nachm. 3% Uhr statt. ' 01596 SladtMm Morgen Samstag bis 4 Uhr nachts Verlängerung Gt n ^diuttxmzen ( Wkteanflfpe© Q5 kQjD kräftige, solide Lederausführ., & schon zu 3.50,4.- T 4.50 bis 6.50 1980A im Fachgesch.Herrn.Röhrig Leder u. Lederwar., Gießen, Neustadt 43 Werber-Drucksachen liefert BrDhPsche Druckerei Der Garten ruft! |£ Der Boden muß richtig bearbeitet werden, damit er Ihnen eine gute Ernte bringt. 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L. 8304 an die Ala-Anzeigen-Aktiengesellschaft, Berlin W 35, Potsdamer Straße 27a. 2160v Lw. E. 14 (a) / 34. Betr.: Landwirtschaftliches Entschuldungsverfahren Wilhelm Reumeyer, hofgut Winnerod. Beschluß. Das Verfahren wird gemäß § 21 des Gesetzes zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse eingestellt, nachdem die Betriebsinhaber und Schuldner den Antrag auf Eröffnung des Entschuldungsverfahrens zurückgenommen haben. Gießen, den 6. April 1935. 2138D _______________Amtsgericht.__________________ Betr.: Vergleichsverfahren über das Vermögen des Metzgermeisters und Gastwirts Ludwig Heller in Lich. Beschluß. I. Der in dem Vergleichstermin vom 29. März 1935 angenommene Vergleich wird hierdurch bestättgt. II. Infolge der Bestätigung des Vergleichs wird das Verfahren aufgehoben. 2137D Gießen, den 5. April 1935. _________________Das Amtsgericht.__ Betr.: Konkurs über das Vermögen des Georg Gümblein in Gießen. Beschluß. Nach Abhaltung des Schlußtermins wird das Konkursverfahren aufgehoben. 2136D Gießen, den 6. April 1935. Das Amtsgericht. IO; Jede Frau sollte einmal Siedlersfrau sein! Wenn Sie so recht dicken, festhaftenden Schmutz von Garten, Feld und Stall auf Ihre Wäsche bekämen, würden Sie glauben, daß Ihre Wasche wieder blütenweiß werden kann? Bei leichter Wascharbeit, bei vollkommener Faserschonung 1 Sie halten esJ für schwer? Nun, dann holen Sie sich gleich Burnus, das natürliche EinweichmitteL Bei leichter, normal beschmutzter Wäsche Hilst Burnus noch mehr. Dann •fliegt* der Schmutz nur so heraus. Sie sparen übrigens auch Seist, sowie zweites Kochen, — und die Wäsche hält länger 1 Gutschein »7161 Ün Äagust Jacobi 5L-®. Darmstadt Senden Sie mir kostenlos eine Dersvchs- Packung Burnus 9^™- --- — Grt_____________________________ Spvg. 1900 Gießen II — Tv. Wißmar I. Tv. Grüningen I — Tv. Hausen I. Tv. Nauborn I — Tv. Hörnsheim I Tv. Wetzlar II — Vv. Gr.-Rechtenbach I Tv. Albach — Tv. Atzbach I. Tv. Dornholzhausen I — To. Dutenhofen I. Tv. Lollar I — Tv. Münchholzhausen II. Tv. Hochelheim I — Tv. Wetzlar - III. Tv. Lich I — Tv. Ruttershausen I. Tgd. Friedberg II — Tv. Langgöns I. SS. Gießen — Tv. Steinbach. Gruppe I. VfB.-Reichsb. Gießen I — Tv. Münchholzhausen I. Kurhessen Marburg I — Tgd. Friedberg I. To. Roth I — Tv. Wetzlar I. Mtv. Gießen I — Spvg. 1900 Gießen I. Tv. Goßfelden I — Tv. Lützellinden I. Tuspo. Marburg I — Tv. Kirchgöns. Das Schieosgericht setzt sich zusammen aus den Herren S e i b e r t - Tv. Wetzlar, Zobel- Haiger und Ritsert- Gießen. Die Leitung des Turniers liegt in den Händen der Turner Strack, Klein und Rinn. Am Vormittag werden Spiele der Vor- und der Zwischenrunde der Gruppe 2 ausgetragen. Die Veranstaltung am Nachmittag beginnt mit einem Aufmarsch der etwa 430 Teilnehmer. Die Begrüßungsansprache hält der Führer der Gießener Turnerschaft Tbr. R e i n i n g. Im Anschluß an ÖV Wettkämpfe findet im Schützenhaus die Preisverteilung statt. Für die Siegermannschaften der Gruppe I und II sind Plaketten ausersehen. Die zweiten und dritten Sieger erhalten Diplome. Der Gau Aordhessen beim Olympia- Vergleichsturrien in Koblenz. Nachdem wir am letzten Sonntag in unserer Volkshalle ein eindrucksvolles Olympia-Vergleichsturnen der besten Kreismannschaften unseres Gaues Nordhessen erlebt haben, wird der kommende Sonntag in der Stadthalle zu Koblenz mit einem großen Kunstgerätewettkampf ein Olympia-Vergleichsturnen dreier leistungsfähiger Gaue bringen: der Gaue XI (Mittekrheln), XII (Nordhessen) und XIII (Südwest). Der Gau Nordhessen wird in diesem Großkampf durch folgende Mannschaft vertreten sein: Oskar Metz, Otto G e r g s, Friedrich Z ü l ch (Kassett, August Eberspächer (Marburg), Ernst Schöff- m a n n (Wieseck), Richard Seth (Großen-Linden), Hans Fluck (Limburg), Adolf Fink (Marburg). Ersatzmann ist Karl Schick (Gießen). Geturnt wird Barren, Längpferd, Querpferd und Reck. Vier Mann jeder Mannschaft haben an den Ringen, die übrigen vier eine Freiübung zu turnen. Von der heimischen Mannschaft sind bestimmt für die Ringe: Gergs, Metz, Schöffmann, Seht; für die Freiübung: Fluck, Fink, Zülch, Eberspächter. Unsere heimische Mannschaft wird in Koblenz keinen leichten Stand haben, treten in den beiden anderen Gauen doch allererste Kräfte an, so Winter- Frankfurt a. M. und Frey-Bad Kreuznach. Leider fehlen in der Hessen-Mannschaft beste Könner wie der Gaumeister Wedekind- Kassel, der sich eine Verletzung zugezogen hat, Kehrer- Kassel, der an der Teilnahme verhindert ist und Schwei- ß i n g - Witzenhausen aus uns unbekannten Gründen. Sollte Wedekind bis zum Sonntag wieder in der Lage sein, zu turnen, wird er selbstverständlich noch eingereiht werden. Die Hessen-Mannschaft, deren beste Könner wir am Sonntag in Gießen kennengelernt haben, wird jedoch in Koblenz ihr Bestes hergeben und den Heimatgau bestimmt in Ehren vertreten. Führer der nordhessischen Mannschaft ist Gaumännerturnwart Dahms-Bad Wildungen. Als Kampfrichter aus unferm Gau istKreis- männerturnwart Karl Reuter- Gießen tätig. Entscheidungsspiele um die Zugendkreismeisterschast des Kreises Gießen im DAV. Nachdem nun auch die Gruppe Wetzlar-Ulm die Pflichtspiele durchgeführt und den Gruppenmeister ermittelt hat, werden am 28. April und am 5. Mai d. I. die ersten Jugendmannschaften der Spiel- vereinigung 1900 und des S p o r t v e r - eins 05 Wetzlar um die Meisterschaft der Jugendklasse kämpfen. Wo die erste Begegnung statt- findet, wird noch entschieden, es kommt je ein Spiel auf den Plätzen der genannten Gegner zum Austrag. An diesen Veranstaltungen sollen die Vereins- jugendführer und die Jungführer Anteil nehmen, um damit ihre Geschlossenheit und das Zusammengehörigkeitsgefühl zum Ausdruck zu bringen. Man muß die hier genannten Jugendmannfchaften gegenwärtig als die besten Vertreter unserer Jugend anerkennen. Sobald der Kreisjugendmeister ermittelt ist, treten die Kreisjugendmeister um die Austragung der Bezirksjugendmeisterschaft an. Ob es nun unserer Gießener Mannschaft oder dem Wetzlarer Vertreter gelingen wird, sich hier durchzusetzen, ist schwer zu sagen, wenn es gelingen sollte, so wäre dies ein Erfolg, der nicht hoch genug bewertet werden könnte. Ein erfreuliches Zeichen ist es, daß auch das Publikum in der letzten Zeit sehr regen Anteil an den Jugendbegegnungen genommen hat; es ist dies auch eine selbstverständliche Pflicht der Fußballanhänger, daß man seine Jugend fördert und ihr immer wieder zeigt, daß die älteren Glieder hinter ihr stehen. Aus aller Wett. Schwere Hochwasserschäden im Siegerland. Aus allen Teilen des Siegerlandes werden schwere Hochwasserschäden infolge der Schneeschmelze und der Niederschläge der letzten Tage gemeldet, so besonders aus Eiserfeld, aus dem Hellertal und dem Amt Netphen. Besonders schwer wurde der Ort Littfeld betroffen. Hier brach in der Nacht der Staudamm eines großen zur Elektrizitätsgewinnung benutzten Weihers und überflutete in kürzester Zeit den Ort. Die Einwohner wurden von dem Dammbruch vollkommen überrascht. In einzelnen Häusern stand das Wasser schon kniehoch in den Zimmern, als die schlafenden Bewohner aufmerksam wurden. Sie retteten, nur notdürftig bekleidet, ihre Kinder und das Vieh, das viel, fach schon bis zum Hals im Wasser stand, nach den oberen Stockwerken. So schnell wie die Ueberflu- tung gekommen war, so schnell war das Wasser auch wieder abgeflossen, ein verwüstetes Dorf zurücklassend. Straßen und Gärten waren mit Mo- rast bedeckt. Der Schaden läßt sich noch nicht beziffern. Verluste an Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen. Furchtbares Eisenbahnunglück inUSA. 14 Schulkinder vom Schnellzug überfahren und getötet. Aus Rockville im Staate Maryland wird ein grauenhaftes Unglück gemeldet, dem 14 Kinder zum Opfer fielen. Lin mit Schulkindern besetzter Autobus wurde an einem Bahnübergang von einem Schnellzug erfaßt und vollständig zertrümmert. Dabei wurden 14 Kinder sofort getötet, zahlreiche weitere erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. 3n den Rädern der Lokomotive, die erst 500 Meter nach dem Zusammenstoß zum halten gebracht werden konnte, hatten sich zwei vollständig zerstückelte Kinderkörper verfangen. Schwerer Unfall im Leunawerk. — Vier Gefolgschaftsmitglieder tödlich verunglückt. Im Leunawerk, Merseburg, ereignete sich ein schwerer Unfall. Bei der Durchführung von Versuchsarbeiten verunglückten in der Linde-Anlage infolge Platzens einer Gasflasche vier Gefolgschafts- Mitglieder tödlich, und zwar Betriebsführer Dr. Hellmut Wetzig, Leuna, verheiratet; Laborant B u ch m a n n , Halle, verheiratet; Postenmann Josef K u k a s k a, Halle, verheiratet; und Arbeiter Fritz Stück, Halle, verheiratet. Für die Hinterbliebenen wird gesorgt werden. Der Sachschaden ist unwesentlich. 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