Ur. 60 Erster Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 12. März 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Vellage«: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimat tm Bild-Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 180 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sch« Univerfitätr-Vuch' und Steindruckerei «.Lange in Siehrn. 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Auf der Regierungsbank haben mit der üblichen Gelassenheit d i e Kabinettsmitglieder Platz genommen. Hinter ihnen sitzt, von den Einpeitschern der nationalen Regierung sorgfältig bewacht, das Heer der Regierungsanhänger, gut diszipliniert und trotz zahlreicher persönlicher Bedenken gegen die Zweckmäßigkeit der Veröffentlichung des Weißbuches jederzeit bereit, ihr „Rein" gegen den M i ß- trauensantrag der Arbeiterpartei und ihr „Ja" für den die Regierung unterstützenden Abänderungsantrag Sir Austen Chamberlains abzugeben. Auf den Bänken der Opposition herrscht keine Kampfesstimmung. Auf-den Tribünen herrscht fieberhafte Spannung. Die für das diplomatische Korps reservierten Bänke sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Von der deutschen Botschaft ist der Militärattache Freiherr Geyr von Schweppenburg erschienen. Der Vertreter der Opposition Mjor Attlee, beginnt mit Worten des Bedauerns wegen der Unpäßlichkeit des Ministerpräsidenten Macdo- n a l d, dem er baldige Wiederherstellung wünscht. Er führt dann weiter aus: Die Tatsache, daß unmittelbar vor dem Besuch des Außenministers in Berlin ein Weißbuch in dieser Form veröffentlicht wurde, sei ganz ungewöhnlich. Er sei sich im Augenblick nicht sicher, ob der im Weißbuch enthaltene Hinweis auf die deutsche Wiederauf- rüstung und den kriegerischen Geist in Deutschland berechtigt sei oder nicht; aber es sei merkwürdig, daß der Außenminister freundschaftliche Besprechungen rn Deutschland führen sollte und daß gleichzeittg ein Dokument dieser Art veröffentlicht werde, mit dem notwendigerweise in Deutschland Anstoß erregt werden müsse. Die Arbeiterpartei sei gegen das heutige System in Deutschland, aber es sei nur fair zu sagen, daß es auch andere Länder gebe, die ihre Jugend nach militärischen Grundsätzen erzögen. Abrüstung müsse eine Angelegenheit sein, die alle Länder gleichzeitig angehe. Das Weißbuch kennzeichne einen völligen Wechsel in der Politik. Es werfe England in die Vorkriegsatmosphäre, in ein System von Bündnissen und Rivalitäten und in ein Rüstungswettrennen zurück. Aber die Arbeiterpartei sei nicht gewillt, die alten Methoden mitzumachen, und glaube, daß die junge Generation der ganzen Welt diese Politik der alten Männer zurückweisen werde. Der Präsident des StaatsrateS Baldwin legte den Standpunkt des Kabinetts dar. „Ich bin der Ansicht", so erklärte' Baldwin u. a., „daß die britischen Staatsmänner aller Parteien seit der Gründung des Völkerbundes viel getan haben, um die Genfer Körperschaft gegen die Opposition von Ländern zu halten, die den Völkerbund jetzt verlassen haben. Wir wünschen von ganzem Herzen die Universalität des Völkerbundes. Aus diesem Grunde haben wir auch den (Eintritt der Sowjetunion begrüßt und niemals unsere Bemühungen eingestellt, Deutschland zu überreden, wieder Mitglied in Genf zu werden. In der qeqenroärtigen Sage des Völkerbundes ist es schwierig, eine vollständige kollektive Sicherheit zu schaffen. Solange die Zeit hierfür noch, nicht gekommen ist, muß versucht werden, an dieser oder jener Ecke in den verschiedenen Teilen Europas ein Abschreckungsmittel gegen etwaige Angreifer zu finden, das stark genug ist, eine Kriegsgefahr zu verringern. Das Haus wird sich vielleicht erinnern, daß kurz nach meiner Rede im Unterhaus im vergangenen November, als wir die Frage der deutschen Rüstungen besprachen, der Ansicht Ausdruck gegeben wurde, daß ich mitzu großerOffen- heit gesprochen hätte. Nun gut, es ist eine Tatsache, daß das europäischeBarometer ganz kurze Zeit nach dieser Rede stieg und daß die allgemeine Stimmung in Europa zwar nicht auf „schön Wetter" stand, aber „schöneres Wetter" ankündigte. In der Tat hoffte die britische Regierung, aus diesem Anlaß wieder einmal die dornigsten aller Fragen, nämlich die der Sicherheit und der Rüstun - gen, aufwerfen zu können. Zu diesem Zwecke begrüßten wir den Besuch b er französischen Minister im Februar. Das im Anschluß an diesen Besuch veröffentlichte Kommunique drückte die Hoffnung der beiden Regierungen aus, daß der erzielte Fortschritt durch eine direkte wirksame Zusammenarbeit mit Deutschland fortgesetzt werden würde. An diesem Kommunique h a l t en mir f e ft. wir trafen Vorbereitungen für einen Befud) des Außenministers in Berlin. Dieser Besuch wird in etwa 14 Tagen ftatt- finben, und ich möchte der Hoffnung Ausdruck geben, daß Herr Hitler bis dahin wieder gänzlich hergesiellt ist. Das Weißbuch war frei und offen. Es ist stellenweise behauptet worden, daß Deutschland das einzige Land war, auf das Bezug genommen wurde. Das ist von der Wahrheit weit entfernt. Tatsächlich enthält das Weißbuch nichts, was ich nicht schon im vergangenen November unter allgemeiner Zustimmung gesagt habe. Ich bin mehr denn je davon überzeugt, daß wir den richtigen Schritt getan haben. Baldwin wandte sich dann dem eigentlichen Problem der Rüstungen zu. Japan habe seine Flotte erheblich vermehrt. Es habe eine weit modernere Flotte als England und die Vereinigten Staaten und baue bis an die im Vertrag festgelegten Grenzen, was England nicht getan habe. Laßt uns unsere Augen nach Rußland richten! Man hätte doch denken sollen, daß eine Regierung des Proletariats der ganzen übrigen Welt ein Beispiel geben sollte. (Gelächter auf der Ministerbank.) Staat dessen sehen wir eine reguläre Armee, die von 600 000 Mann in weniger als vier Jahren auf 9 4 0 0 0 0 Mann erhöht worden ist. In Italien ist die Luftflotte in den letzten Jahren um 25 v. H. verstärkt worden. In den Vereinigten Staaten zeigen die Haushaltsvoranschläge der Armee und der Luftflotte eine Erhöhung um 39 Millionen Dollar, wovon 76 v. H. für Material ausgegeben werden. Alle großen Nationen der Welt find mit der Vorbereitung für eine industrielle Kriegsmobilmachung im großen Maßstab beschäftigt. Dies ist eine der unerfreulichsten Erscheinungen in diesem sehr beunruhigenden Zustand. In keinem Falle hat England die Führung der Wiederaufrüstung ergriffen. Wir suchen selbst jetzt nicht die Gleichheit mit der größten Luftflotte. Wir bleiben vielmehr bei der Gleichheit mit irgendeiner Macht, die sich i n wirksamer Reichweite von England befindet. Abgesehen von den Luftabwehrmaßnahmen kann von einer Erhöhung der englischen Flotten- und Armeestreitkräfte keine Rede fein. Am aus ausreichenden Verteidigungsmitteln gründet sich die Macht einer Hatton. Wenn das englische Volk die Vorschläge des Weißbuches durchführt, so schloß Baldwin, dann wird es nicht nur nicht gegen den Frieden arbeiten, sondern in Zukunft den Frieden sichern. Ein Land, das nicht gewillt ist, die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu seiner eigenen Verteidigung zu ergreifen,'wird niemals Macht in dieser Welt haben, weder moralische noch materielle Macht. Laßt uns daher heute abend so einstimmig wie Möglich abstimmen, und laßt uns wünschen, daß unsere Vertreter, die in den nächsten zwei oder drei Wochen nach den europäischen Hauptstädten fahren, vom Glück begleitet werden, und daß sie uns der Sicherheit, für die mir solange gekämpft haben, näherbringen. Sir Herbert Samuel machte für die liberale Opposition der Regierung den Vorwurf, daß sie ungeachtet der großen englischen Friedensbewegung die Rüstungen vermehre. Auch Sir Herbert Samuel nannte das Weißbuch ein bedauernswertes Dokument, auf .das Deutschland viel antworten könne. Der Redner fragte, was wohl i m u m g ekehrten Fall geschehen wäre, wenn der Besuch des deutschen Außenministers in London bevorgestanden hätte und in Berlin ein ähnliches amr- l i ch e s Dokument mit den Initialen „A. H." veröffentlicht worden wäre. „Wir würden gesagt haben, das kennzeichne wieder einmal die deutsche Diplomatie und ihr Unvermögen, anderer Psychologie zu verstehen." Ein plumperes Stück Diplomatie als das britische Weißbuch sei bisher nicht zu verzeichnen gewesen. Sir Austen Chamberlain setzte sich dann eingehend mit den Argumenten der Opposition auseinander. Das kollektive System müsse unter allen Umständen gefördert werden; aber niemand dürfe annehmen, daß durch eine Vielheit von Pakten, durch eine Anhäufung von AM hat die Lage verändert. England hält an der Londoner Erklärung fest. Der Staatssekretär desAeußeren Sir John Simon beendete die Aussprache. Er bemerkte, Baldwin habe auf die traurige Tatsache hingewiesen, daß ein Wiederaufrüsten trotz aller unternommenen Anstrengungen entgegengesetzter Richtung in der ganzen Welt im Gange sei. Simon wiederholte den Standpunkt der Regierung über die Vernachlässigung der britischen Rüstungen und die Not- wendigkeit einer Nachholung des Versäumten. Er betonte den Friedenswillen der Regierung und unterstrich von neuem, daß einseitige Abrüstung nicht Frieden bedeute. Weit davon entfernt, zu der Lage zurückzukehren, die vorherrschte, bevor der konsultative Grundsatz geschaffen wurde, ist es das Hauptziel der Verhandlungen, mit denen mir uns befassen und in denen der Lordsiegelbernahrer Eden und ich uns in Bälde auf unsere Reise begeben, die Voraussetzungen zu schaffen, unter denen Deutschland in den Völkerbund zurückkehren kann. Wir sind entschlossen, uns zu bemühen, dieses Ergebnis zu erzielen, weil wir ebensosehr wie irgend jemand im Unterhaus überzeugt sind, daß keine Sicherheit für die Welt besteht, die sich mit der wirksamen Dokumenten oder durch eine Begriffsbestimmung des Angreifers ein Krieg verhindert werden könne, wenn irgendeine Nation gute Aussichten auf Erfolg dabei erblicke. Es gebe nur ein Mittel, einen solchen Krieg zu verhindern, nämlich dem mutmaßlichen Angreifer klar zu machen, er werde einer Streitmacht gegenüberstehen, die so überwältigend sei, daß sie von vornherein jede Aussicht auf einen Sieg nehme. Versprechungen, zu einer kollektiven Sicherheit beizutragen, und (Garantien unter dem Locarnopakt mürben indessen wertlos sein, wenn England nicht seine Streitkräfte auf einen Stanb bringe, der ausreiche, um die etwa drohenden Gefahren zu bannen. Im weiteren Verlaufe der Aussprache stellte der konservative Abg. Brigadegeneral Spears die kühne Behauptung auf, daß Deutschland im Monat 300 Feldgeschütze herstellt und daß diese Zahl neuerdings auf 500 gestiegen sei, wohingegen die führende englische Rüstungsfirma im Jahre nur insgesamt 400 Feldgeschütze Herstellen könne. Angesichts der Schnelligkeit, mit der Deutschland wieder aufrüste, herrsche in ganz Europa größte Beunruhigung. (!) Den Standpunkt der arbeiterparteilichen Opposition faßte hierauf Sir Stafford Cripps zusammen. Seine Rede gipfelte in der Frage, warum die Gleichberechtigung auf der Grundlage der Wiederaufrüstung und nicht auf der Grundlage der A b r ü ft u n g durchgeführt werden solle. Das Weißbuch sei das Schlußergebnis eines Kampfes innerhalb der Regierung, der feit dem Machtantritt der nationalen Regierung im Gange gewesen fei. In diesem Kampfe hätten die Vertreter der Idee gesiegt, daß sich England auf feine eigene Stärke und nicht auf irgendein Kollektivabkommen zum Schutze seiner Sicherheit verlassen müsse. Tatsächlich müsse aber die Grundlage der Sicherheit die Bereitwilligkeit sein, die nationalen Wünsche dem internationalen Wohlergehen unterzuordnen. Jede Nation müsse einen Teil ihrer nationalen Rüstungen opfern und damit einen Beitrag zur allgemeinen Sicherheit leisten. Arbeit eines wirklichen und allgemeinen Völkerbundes vergleichen kann. Simon bemerkte weiter, bas Ziel fei die Schaffung des Friedens in der ganzen Dell auf einer dauernden Grundlage durch Zusammenarbeit und besseres Einvernehmen zwischen den Nationen, und nichts sei für die Förderung dieses Zieles wichtiger als die Erhöhung des vertrauens in Europa. Die britische Regierung suche diese europäische Regelung zu erzielen. Bor fünf Wochen erschien als Ergebnis der Unterredungen zwischen britischen und französischen Ministern die Londoner Erklärung. De& offenkundige Zweck der Erklärung war die Forderung dieser Zusammenarbeit und Befriedung. Dir waren alle froh, festzustellen, daß die deutsche Regierung ihren billigen und freundschaftlichen Geist begrüßte. Nichts, was hier gesagt war- den ist, hat diese Lage im geringsten Maße eingeschränkt. In diesem Geiste bereiten Eden und ich uns vor, unsere Reise nach fremden Hauptstädten zu unternehmen, und solange vorausgesetzt wird, daß diese Reifen in diesem Geiste unternommen werde»!, wird eine freimütige und offenherzige Darlegung der Besorgnisse, die wir für die Zukunft empfinden, keinen Schaden anrichten. (Beifall.) Wir streben danach, in einem Geiste des Realismus die politische Grundlage zu erzielen, auf der derartige Besorgnisse behoben werden können und auf der die europäische Sicherheit gestärkt werden kann — darunter ein Ostpakt ober irgendein Gegenstück davon — und auf der unsere Hoffnungen auf eine allgemeine Beschränkung der Rüstungen gerechtfertigt werden können. Wir trachten danach, dies in gleichberechtigter Ber- Handlung mit alle« in Betracht kommenden Staaten zu tun. Der Mißtrauensantrag ber Arbeiterpartei gegen die Regierung würbe nach der Rebe Simons mit ber überwältigenden Mehrheit von 424 gegen 79 Stimmen abgelehnt. Der Abänderungsantrag Sir Austen Chamberlains, ber bis Umkehrung ber arbeiterparteilichen Mihtrauensantrages barstellt unb ber Regierung die Unterstützung ber Parteien verspricht, wurde nach ber eigentlichen Abstimmung mit 412 gegen 78 Stimmen angenommen. Die etwas geringere Mehrheit für die Regierung bei der zweiten Abstimmung war auf die Tatsache zu- rückzuführen, daß eine Anzahl von Regierungs« anhängern das Unterhaus bereits verlassen hatte, um wegen der vorgeschrittenen Stunde noch ihre letzten Züge zur Heimfahrt zu erreichen. Sin Zwischenfall. Während ber Wehraussprache hatten sich in ber Vorhalle des Unterhauses mehrere hundert Personen, zumeist Frauen, angesammelt, bie eine Reihe von Adgeorbneten zu sehen wünschten, um gegen bie Aufrüstungspolitik ber englischen Regierung zu protestieren. Die Eingänge des Unterhauses waren besonbers scharf bewacht. Ein Zwischenfall ereignete sich im Unterhaus selber, als bei ber Rebe bes Abg. Sir Roger Keyes plötzlich auf ber Zuschauertribüne zwei Frauen von ihren Sitzen aufsprangen unb eine Anzahl Flugblätter in ben Saal hinabwarfen. Die eine der Frauen rief: „Nicht einen Penny für ben Krieg!", währenb bie anbere schrie: „Die Frauen wollen Frieden! Nieder mit dem Weißbuch!" — Die Ruhe- ftörerinnen wurden von den Saaldienern sofort aus dem Unterhaus entfernt. — Ein 'ähnlicher Zwischenfall wiederholte sich später bei der Rede des Außenministers Simon, der jedoch seine Rede nicht zu unterbrechen brauchte, da die Saal- diener auch hier kurzen Prozeß machten und die beiden Personen — es handelte sich wieder um zwei Frauen — einfach aus dem Saal trugen. Die notwendige Ergänzung des Weißbuchs. Ein Kommentar des „Völkischen Beobachters" zur Baldwin-Rede. Berlin, 12. März. (DNB.) Zur Unterhausrede Baldwins schreibt der „Völk. Beob.": Wir stellen mit Genugtuung fest, daß Herr Baldwin ber Ansicht Ausbruck gab, baß bie Ausführungen im Weißbuch in bezug auf alle fiänber unb auch auf Deutschlanb in sr e unb f ch a f tl i ch em Geiste gewesen seien. Nach wie vor bleibt es aber be- bäuerlich, baß von biesem freundschaftlichen Geist wenig zu spüren gewesen ist, sondern daß hier durchaus ein Rückfall in die Versailler Methoden und die Denkungsart von 1919 fest- gestellt werden muß. Falls Herr Baldwin aber nunmehr in freundschaftlichem Geiste weiter zu verhandeln gedenkt, so wird das niemand mit größerer Befriedigung aufnehmen als wir, allerdings unter der gleichbleibenden Voraussetzung, daß dieser freundschaftliche Geist auch praktisch nach außen in Erscheinung tritt unb bie Gleichberechtigung Deutschlands roeber theoretisch noch in ber Tat antastet. Wir begrüßen es, wenn Balbwin bas Versäumnis bes Weißbuches nachholt unb in seiner Rede nunmehr eingehend die schwerge- rüsteten Staaten behandelte und namentlich auch auf Sowjetrußland hinwies, bas heute ausgesprochenerweise zur Durchführung ber kommunistischen Weltrevolution bie st ä r k st e K r i egs- macht ber Welt besitzt. Die ganze schwere Enttäuschung in Deutschlanb unb in ber übrigen zum Frieben bereiten Welt wäre nicht zum Ausbruch gekommen, wenn bas englische Weißbuch biese jetzt von Herrn Baldwin gebrachten Tatsachen an die Spitze der Betrachtungen gestellt hatte. Britische preffestimmen zur Wehrdebatte. London, 12. März. (DNB.-Funkspruch.) Die Morgenblätter beschäftigen sich kritisch mit der gestrigen Unterhausaussprache. „Daily Herald" (ßabourblatt) begnügt sich damit, den Vorwurf gegen bie Regierung zu wiederholen, daß sie Sicherheit nicht durch Stärkung des Völkerbundes und durch ein Kollektivsystem, sondern durch erhöhte Rüstungen suche. Sir Austen Chamberlain habe eine der heftigsten Jingo-Reden gehalten, die seit 1914 im britischen Parlament gehört worden seien. Im gleichen Sinne spricht der liberale „News Chronicle" von einer endgültigen Rückkehr zum Dorkriegssystem bewaffneter Bereitschaft und einer Preisgabe des Völkerbundes. Die Regierung habe es nicht versucht, be« Schaben wieder gutzumachen, den die tadelnden Bemerkungen des Weißbuches über Deutschland angerichtet hätten. Wenn Balbwin versucht habe, ole Veröffenllichungen damit zu rechtfertigen, daß in Oie Lustwaffe ein notwendiger Bestandteil -er nationalen Sicherheit. Heraushebung -er Luststreitkräste eine notwendige Folge von Deutschlands Zustimmung zum Lustpatt. dem Schriftstück nicht nur Deutschland die Schuld an der Erneuerung des Wettrüstens zugeschoben werde, so sei dies bestenfalls die halbe Wahrheit, denn die deutsche Aufrüstung sei besonders getadelt und als Grund der britischen Aufrüstung bezeichnet worden. Simon habe hoffnungsvoll von seinem Besuch in Berlin gesprochen, aber er wisse, daß der Besuch in einer „Atmosphäre bewaffneter Drohungen und Vorbereitungen" erfolgen werde, die durch das Weißbuch seines Premierministers bitterer geworden sei. Der konservative „Daily Telegraph" gibt zu, daß es eine strittige Frage sei, ob d e r Zeitpunkt der Veröffentlichung des Dokuments gut oder schlecht gewählt war, vertritt aber die Meinung, daß die Mehrzahl der Argumente für die Veröffentlichung vor Simons Berliner Reife gesprochen hätten. Im übrigen ist „Daily Telegraph" der Meinung, daß der in Deutschland entstandene „Sturm" auf die Annahme zurückzuführen sei, daß das Schriftstück eine unfreundliche Haltung darstellen sollte, und glaubt, daß dieser Eindruck bereits Nachlasse und bei aufmerksamer Erwägung der Erklärungen Baldwins auf Deutschland völlig verschwinden werde. Das Blatt sagt ferner: Eine freimütige Sprache war unbedingt notwendig. Die tiefste Quelle britischen Mißtrauens, nämlich die Furcht vor einer Wiederbelebung „des deutschen Militarismu s", war in einem deutlichen, aber keineswegs herausfordernden (?) Satz angedeutet. Indessen sollte Baldwin es dem Mißtrauischsten klar machen, daß die britische Regierung Deutschland gegenüber freundlich gesinnt ist und gute Beziehungen wünscht, daß sie Deutschland vollste Gleichstellung unter den Großmächten zuerkennt, daß sie von Herzen Deutschland auf seinen ihm zustehenden Sitz im Völkerbund zurückwünscht und daß sie die Unentbehrlich- keit der deutschen Mitarbeit für die Sicherheit in Europa anerkennt. In England besteht der lebhafteste Wunsch, daß Simons Besuch erfolgreich sein möge. Dies ist die einzige wirkliche Hoffnung auf Abrüstung, und Abrüstung bleibt der stärkste Wunsch der britischen Regierung. „T i m e s" stellt fest, daß infolge besonderer Umstande der eigentliche Zweck der Erörterung, nämlich die Behandlung der ganzen Frage der Verteidigung zur See, zu Lande und in der Lust, nicht erfüllt worden sei. Tatsächlich habe der Hinweis auf Deutschland, der dort so viel Erregung verursacht habe, der Aussprache eine politische Wendung gegeben. — „D aily Mail" beschäftigt sich wiederum mit der ihrer Ansicht nach ungenügenden Verstärkung der britischen Luftwaffe. Die „bemerkenswert freimütige Erklärung" des Generals Göring gegenüber ihrem Sonderkorrespondenten habe gezeigt, was von einer Regierung geschaffen werden könne, die wisse, was sie wolle und nicht durch Phantasien einer unverantwortlichen und par- lam"ntarischen Opposition gehemmt werde. Das Echo in Paris. Paris, 12. März. (DRB. - Funkspruch.) Die Unterhausdebatte wird von der französischen Presse als ein gewaltiger Sieg der englischen Regierung und eine Rechtfertigung des Standpunktes, den sie im Weißbuch vertreten hat, verzeichnet. B a l d - w i n habe sich lediglich darauf beschränkt, zu beweisen, daß das Weißbuch nicht ausgesprochen gegen Deutschland gerichtet sei und zum anderen, daß die Verteidigungsmaßnahmen Englands, verglichen mit denjenigen aller übrigen Weltmächte, unzulänglich seien. Der etwas allgemeine Charakter der Rede Baldwins, meint der „Matin", gehe offensichtlich auf den Wunsch zurück, eine an sich schon heikle Lage nicht noch verwickelter zu gestalten, ein unangebrachtes Wort hätte zweifellos die Reise Simons nach Berlin gefährden können. Das „Echo de Paris" und mit ihm die meisten extrem eingestellten Blätter sind höchst erfreut darüber, daß England seine politische Doktrin vom 4. März bekräftigt habe. Baldwin betone den Anspruch Englands, für seine Verteidigung durch entsprechende Rüstungen zu sorgen und wiederhole, daß das Sy st em einer kollektiven Friedensorganisation, wie es seit 15 Jahren in Genf versucht würde, keine wirksame Garantie gegen den Krieg sei. Diese These sei so wahr, daß man die sozialistische und liberale Kritik überhaupt nicht verstehe. Rach der Rede Baldwins erhalte die Reise Simons nach Berlin eine besonders große Bedeutung. Deutschland solle sich zum englisch - französischen Plan vom 3. Februar äußern, es werde sagen müssen, ob es die Friedensverträge einhalten und positive Garantien für die Achtung des internationalen Gesetzes geben wolle. Wenn Deutschland s i ch weigere, würde den friedfertigen Völkern nichts anderes übrig bleiben, als sich zusammenzuschließen. Heute wird der französische Ministerrat über die Erhöhung der Dienstzeit entscheiden. Auch Proteste der Frontkämpfer. Paris, 12. März. (DRB.-Funkspruch.) Die Frage der Erhöhung der Dien st zeit, die der heutige Ministerrat zu entscheiden hat, löst bereits eine lebhafte Polemik aus. Die Vereinigung „Frieden durch das Recht" und der französische Verband der Mütter und Erzieherinnen für den Frieden, der 90 000 Mitglieder zählt, verwahren sich in einer gemeinsamen Erklärung dagegen, daß Frankreich die zweijährige Dienstzeit aufgezwungen werden soll. Sie fordern Regierung und Parlament auf, von dieser Maßnahme abzusehen. Auch die Frontkämpferverbände melden sich zum Wort. Der Abgeordnete G o y, Vorsitzender des nationalen Frontkämpferverbandes URC., erklärt im „Petit Journal": Wir sind entschlossen, für die Landesverteidigung zu sorgen und werden alles tun, damit die Nation ein ausreichendes Heer erhält. Aber als Mitglied des Parlaments und als Vertreter ehemaliger Frontkämpfer versichere ich, daß wir einem Plan nur dann zustimmen können, wenn wir die notwendige Aufklärung erhalten haben. Der Vorsitzende des großen linksstehenden Verbandes, der Union Föderale der Kriegsoerletzten, C a s s i n, betont in demselben Blatt: Schon vor zwei Jahren haben wir vorausgesagt, was jetzt kommt. Wir sind zu wetteren Opfern bereit. Wir b e Willi a e n die 18monatige Dienstzeit, aber unter der Bedingung, daß dieser Plan mit einem Plan der internationalen Rüstungsbeschränkungen verbunden wird. Eine Unterredung mit General Göring. Berlin, 11. März. (DNB.) Der Reichsminister der Luftfahrt, General der Flieger Göring, hat dem Sonderberichterstatter der Daily Mail Herrn Ward Price ein Interview gegeben, in dem er zu der Frage der deutschen Luftwaffe Stellung nimmt. General Göring erklärte u. a.: Im Ausbau unserer nationalen Sicherheit mußte, wie wir mehrfach der Welt erklärt haben, auch für die Sicherheit in der Luft Sorge getragen werden. Ich habe mich hierbei auf das notwendigste Maß beschränkt. Die Richtlinie meines Handelns war nicht Schaffung einer die anderen Völker bedrohenden Angriffswaffe, sondern nur die Errichtung einer militärischen Luftfahrt, stark genug, Angriffe auf Deutschland jederzeit abzuwehren. Dies geschah bisher in einem allgemeinen Rahmen, insoweit wir nur allgemein von Fliegern gesprochen haben, ohne eine scharfe Trennung nach militärischen Gesichtspunkten durchzuführen. Durch die englische Regierung ist Deutschland u. a. aufgefordert worden, einem L u f t p a k t beizutreten, einem Pakt, der zum Inhalt hat, gemeinsam gegen einen den Frieden störenden Angreifer zur Luft vorzugehen, d. h. die eigenen Luftstreitkräfte dem bedrohten Lande zur Verfügung zu stellen. Deutschland, in dem Bestreben, alles zu tun und überall mitzuwirken, wo der Frieden gesichert werden kann, hat einem solchen effektiven Schutz z u g e- st i m m t und in Aussicht gestellt, seine Luftstreitkräfte dem bedrohten Lande zu Hilfe zu senden. Es war nun also notwendig, eine klare Trennung innerhalb der deutschen Luftfahrt durchzuführen, nämlich in der Richtung: Welches sind die L u f t st r e i t k r ä f t e, die zur Verfügung gestellt werden können? Aus dieser Lage heraus wurde die Bestimmung getroffen, wer innerhalb der deutschen Fliegerei künftig zu den L u f t st r e i t k r ä f t e n gehört und wer in Zukunft bei der zivilen L u f t - Leipzig, am 11. März 1935. Die Messe ist geschlossen — so läßt sich, wenigstens in großen Zügen, das geschäftliche Ergebnis einigermaßen übersehen. Zunächst ist die recht erfreuliche Feststellung zu treffen, daß diesmal die Messe die in sie gesetzten Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern in vielen Branchen teilweise erheblich übertroffen hat. Leipzig hat endlich wieder einmal eine Messe erlebt, deren geschäftliches Ergebnis das Prädikat „gut" verdient. Die feste Kaufstimmung, die im Gegensatz zu allen Messen der letzten Jahre diesmal bereits am Sonntag zum Ausdruck kam, hat auch während der nächsten Messetage angehalten. Der Besuch der Messe übertraf die entsprechenden Ziffern des Vorjahres ganz erheblich. Wie hoch der Besuch aus dem Ausland gewesen ist, läßt sich noch nicht genau errechnen, es ist aber mit Bestimmtheit anzunehmen, daß diese Ziffer mindestens um 4 0 0 0 höher sein wird als im Vorjahr. Das ist ein Erfolg der auf Hebung des deutschen Exports gerichteten Bestrebungen der Messe, den man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Gewiß war auch auf dieser Messe das Jnlandsge- schäft besser und umfangreicher als die Abschlüsse mit dem Ausland, aber infolge der in unserem ersten Bericht geschilderten Umstände — Kompensationsgeschäfte usw. — ist das Exportgeschäft doch in den meisten Branchen diesmal besser, teilweise sogar ganz erheblich besser als im Vorjahr gewesen. Auch die zahlreichen europäischen und überseeischen Warenhäuser, deren Einkäuferstäbe in den Meßhäusern eigene Büros während der Messe unterhielten, haben teilweise recht erhebliche Aufträge erteilt. Eine grundsätzliche Feststellung durchaus erfreulicher Natur war diesmal auf der Messe zu treffen: in nahezu sämtlichen Branchen hat die schon seit einiger Zeit zu beobachtende Rückwendung zur Qualität starke Fortschritte gemacht. Der billige Schund früherer Jahre verschwindet langsam — vor allem wohl einfach deshalb, weil ihn der Konsument nicht mehr haben will. Der ausländische Einkäufer kann ihn nicht mehr gebrauchen, weil er heutzutage derartige Artikel von anderen Ländern mit billigeren Arbeitskräften ^u noch billigeren Preisen erhält, und im Inland läßt die langsame Hebung der Kaufkraft ebenfalls den Wunsch nach der besseren Ware immer stärker werden. Zum Thema „billige Ware auf der Messe" schließlich noch eine kleine „Anfrage"; muß es wirklich unbedingt sein, daß die billigen und billigsten Artikel so häufig alle berechtigten Wünsche hinsichtlich ihrer geschmacklichen Ausführung offen lassen? Warum beispielsweise sieht man bei manchen billigen Möbeln noch so häufig jene längst überholten „Verzierungen" und Wülste ohne jedes künstlerische Verständnis, warum müssen diese Möb^l aänzlich überflüssigerweise so oft mit aufgeklebten Schnitzereien „verziert" sein? Oder warum bietet das billige Kunstgewerbe- noch so vielfach Erzeugnisse, die zwar viel mit Gewerbe, aber nichts mit Kunst zu tun haben? Das Ergebnis der Messe, das eine deutliche Bevorzugung der qualitativ hochwertigen Waren aufweist, wird hoffentlich die bereits erfreulich starke Hinwendung zur Qualität noch erheblich unterstützen. Bei den Neuheiten ist diese Tendenz übrigens diesmal besonders deutlich und man konnte sehr häufig gerade von ausläiwischen Einkäufern die Meinung hören, daß bei den auf dieser Messe gezeigten Neuheiten der deutschen Aussteller eine wesentliche Verbesserung und Fortentwicklung in geschmacklicher Beziehung festzustellen war. Die Textilmesse hat gut, teilweise ausgezeichnet abgeschlossen — manche Aussteller kamen sogar in Lieferschwierigkeiten und mußten Aufträge ablehnen. Gut gingen Handelsgarne, Leinenwaren, Strümpfe, Handschuhe, Dekorations- und Möbel- fahrl bzw. dem Luftsport zu verbleiben hat. Es war notwendig, auch äußerlich diese Abgrenzung kenntlich zu machen dadurch, daß die Angehörigen der deutschen Luftstreilkräfte Soldaten im Sinne des Gesetzes wurden, ihre Führer also Offiziere. Es handelt sich hierbei aber nur um einen Teil der bisher in der allgemeinen deutschen Luftfahrt tätigen Persotten. Der Unterschied zwischen unseren Luflstreitkräften und der zivilen Luftfahrt geht deshalb in Zukunft klar und deutlich aus der Verschiedenheit der Rangabzeichen sowie aus der Dienstgradbezeichnung hervor. Die Luftstreitkräfte stehen unter dem Befehl des R e i ch s m i n i st e r s der L u f t fa h r t, _ ber außerdem auch die Kontrolle der Zivilen Luftfahrt hat. Sein militärischer Titel ist „General der Flieger". — Die Uniform bleibt ber des Deutschen Lwstsportverb andes ähnlich, wird jedoch durch klare militärische Rangabzeichen äußerlich kenntlich gemacht. Auch die T«itel entsprechen ben militärischen Dienstgrabbezeichnungen vom Leutnant aufwärts bis zum General der Flieger. Heber die zahlenmäßige Stärke der Luftstreitkräfte können abschließende Zahlen noch nicht genannt werden. Was ihr prozentuales Verhättnis zu den Luftstreit- kräften ber anderen Mächte anbelangt, so muß jeder klar und anständig denkende Mensch einsehen, daß das besonders bedrohte Deutschland hier die Zahlen beanspruchen muß, die die absolute Sicherheit des deutschen Volkes gewährleisten können. Die Luftwaffe muß ein integrierender Bestandteil jeder Sicherheit sein, ohne Luftwaffe sind auch Armee und Marine, mögen sie noch so stark sein, ohne Nutzen. Von dem Gefühl, das Vaterland bis zum letzten Einsatz zu verteidigen, ist die deutsche Luftwaffe ebenso leidenschaftlich durchdrungen, wie sie anderseits überzeugt ist, daß sie niemals dafür eingesetzt werden wird, ■Öen Frieden anderer Völker zu bedrohe n." stoffe, sowie Tapisserien. Ebenfalls gut waren die Umsätze in Damenkonfektion, während Herrenkonfektion schwächer lag. Die neuen Erzeutz- nisse aus Kunstspinnfaser fanden viel Interesse und erzielten befriedigende bis gute Umsätze. Das Exportgeschäft war zweifellos besser als im Vorjahr. Die meisten Aufträge wurden nach europäischen Ländern gebucht, doch konnten auch durchaus nennenswerte Umsätze nach Uedersee erzielt werden. Im ganzen war die Textilmesse also ein voller Erfolg. Die Reichsmöbelwoche hat ebenfalls günstig abgeschnitten, wenn auch die Aussteller von den beiden letzten Messetagen mehr erwartet hatten. Gut verkauften sich Grotzmöbel, ferner neuartige Kleinmöbel und Patentmöbel. Polstermöbel verzeichnen ein mittleres Geschäft. Küchenmöbel verkauften sich in besseren Qualitäten befriedigend, in billigen Ausführungen war das Geschäft schlecht. Die Sportartikelmesse verzeichnet ein gutes Mittelgeschäft; auch in dieser Branche ist die Nachfrage nach solider, gediegener Arbeit vorherrschend. Die B ü r o b e d a r f s m e s s e hat ein erfreulich gutes Ergebnis zu melden. Namentlich die diesmal besonders zahlreich angebotenen Neuheiten fanden teilweise so guten Absatz, daß viele der aus- stellenden Firmen auf längere Zeit hinaus mit der Abwicklung der auf der Messe hereingenommenen Aufträge beschäftigt sein werden. Das Exportgeschäft war wesentlich besser als im Vorjahr. Die Süßwarenmesse zeigt ebenfalls einen befriedigenden geschäftlichen Erfolg. Besonders gut verkauften sich Bonbons und Nährmittel. Eisen- undStahlwaren haben eine Mittelmesse zu verzeichnen, Exportaufträge wurden hauptsächlich nach Westeuropa erzielt. Die Kunstgewerbe- messe wies uneinheitlichen Geschäftsgang auf, bevorzugt wurden bessere Qualitäten, namentlich in praktischen Artikeln. Die Spielwarenmesse hat diesmal wesentlich höhere Umsätze als im Vorjahr zu verzeichnen, wenn auch die absolute Höhe der Aufträge zu wünschen übrig ließ. Gute Aufträge erzielten künstlerische Holzspielzeuge, Blech- spielzeuge und Spielzeuge für das Spiel im Freien, wie Roller usw. Das Exportgeschäft war nicht sehr umfangreich, aber immerhin besser als in den letzten Jahren. Recht zufrieden mit der Messe ist die Porzellanwarenbranche, auch Glas- waren verkauften sich gut. Auf dem Gelände der Technischen Messe und B a u m e s s e übertraf der Besuch alle Erwartungen, der Andrang hielt auch während der letzten Tage fast in gleicher Stärke an; unter den Besuchern waren weit mehr als auf früheren Messen Handwerker und sonstige Interessenten für kleingewerblichen Bedarf anzutreffen. Für Werkzeugmaschinen bestand starkes Auslandsinteresse, ebenso für Textilmaschinen. Elektrotechnik verzeichnet ein gutes Jnlandsgeschäft, Auslandinteresse bestand für Fernmeldetechnik, Motoren und Schaltgeräte. Die Messe für Photo, Kino und Optik verzeichnet ein normales Jn- landgeschäft, während im Exportgeschäft die Umsätze des Vorjahres wesentlich überschritten wurden. Besonders gut verkauften sich Kinogeräte und Schmalfilme. In der Branche Kraftmaschinen waren Kaufabschlüsse für größere Objekte in Dampfmaschinen festzustellen; gute Umsätze wurden ferner in Dieselmotoren erzielt. Die B a u m e s s e verzeichnet einen befriedigenden Geschäftsgang, besonderes Interesse bestano für Oefen und Herde, Badeöfen und Armaturen für Gas- und Wasser- installation. Das wichtigste Kennzeichen der Technischen Messe bestand biesmal darin, daß sich ein erfreulich starkes Interesse des Auslandes für viele der ausgestellten Erzeugnisse gezeigt und auch in Form recht günstiger Umsätze und erfolgver- sprechender Geschäfts-Anbahnungen praktisch dokumentiert hat. Dr. Heinz Woltereck. Auf dem Wege zumLustpaki. Don General Armengaud. Der französische General Armengaud hat in der „Revue des D e u x Mondes" Gedanken zur Luftrüstung veröffentlich, die angesichts des Londoner Vorschlages einer Luftkonvention Beachtung verdienen. Die europäischen Mittel- und Westmächte finden in ihrer erdräumlichen Lage für den Luftkrieg und damit für den Krieg überhaupt Dor- und Nachteile. Bestimmte Kriegslagen werden dies zeigen. Nehmen wir zunächst eine ungünstige Kriegslage für Frankreich an. Unsere Gegner find durch starke Angriffe im Norden bis in die Linie Maubeuge—Saint-Quentin—Reims—Longwy, in der Mitte bis zur Linie Befanxon—Lons-le-Saulnier—- Saint Claude vorgedrungen. Im Süden haben sie uns Korsika weggenommen. Damit haben sie un- ere Flugwachen auf eine Entfernung unter 120 Kilometer von unserem Industriegebiet im Norden, von der Gegend von Paris, vom Jndustrie- gebiet des Ostens, vom Industriegebiet von Creufot, von der Gegend von Lyon und vom Bezirk Marseille—Toulon zurückgeworfen. Die Luftbombardements werden, abgesehen von der moralischen Wirkung auf die Städte, auch das Wirtschaftsleben und die Herstellung von Kriegsgerät stark beeinträchtigen. Wir werden nicht mehr das gleiche Kriegsmaterial wU der Feind Herstellen können. Der glückliche Ausgang des Krieges ist in Frage gestellt. Nehmen wir nun eine f ü r Deutschland unglückliche Lage an. Dieses Land führt einen Zweifrontenkrieg. Der Angriff feiner Landheere ist an der Ost- wie Westgrenze zum Stehen gebracht worden. Die Flugwachen sind näher als 120 Kilometer vom Ruhrgebiet und vom Rheinland. Das gleiche ist für das sächsische und schlesische Industriegebiet der Fall. Sie werden durch feindliche Flieger von Osten und Westen her angegriffen. Der Erfolg wäre der gleiche wie vorhin bei Frankreich. Wenn es den deutschen Landheeren nicht gelingt, den Feind auf entsprechende (Entfernung von den bedrohten Gebieten zurückzutreiben, nimmt die Widerstandskraft des Landes bald ab. Betrachten wir England. Dieses Land kann fein Gebiet gegen Luftangriffe nur durch das Zu- sammenwirken von Heer, Flotte und Luftflotte schützen. Eine Kette von Flugwachen auf hoher See ist etw'as unsicheres. Flugwachen längs der englischen Küste schützen den Osten und London nur schlecht. Die Sicherheit Englands gegen Luftgefahr verlangt die Anwesenheit einer englischen oder verbündeten Landarmee an der französischen oder belgischen Küste. Italien findet keine Sicherheit in ber Luft, wenn es mit feinen Nachbarn im Osten, Süden oder Westen Krieg führt. Keine andere Luftarmee in Europa steht vor einer ähnlich schwierigen Ausgabe. Dieser Umstand erklärt, warum Italien angeblich so wenig Wert auf die Abwehr legt und den Angriff übertrieben betont. Dies ändert aber nichts an den Tatsachen. Italien findet für den Luftschutz dieselben Schwierigkeiten wie eine Landarmee, die von drei Seiten eingeschlossen ist. Es liegt hier ein von der Natur gegebener Nachteil, den die Angriffswucht der italienischen Luftarmee nicht ausgleichen kann. Italien wird darum triftige Gründe für ein gutes Einvernehmen mit Frankreich finden. Dieser Ueberblick zeigt, daß Frankreich für seine Sicherheit in der Luft günstige Verhältnisse findet. Es kann seine großen Bevölkerungsmittelpunkte, die Quellen seines Reichtums, seine Industriegebiete und seine Verkehrsknotenpunkte dank ihrer (Entfernung von den feindlichen Küsten und Grenzen ziemlich leicht schützen, sofern nur diese Grenzen unverletzt bleiben. Noch günstiger liegen die Verhältnisse, wenn Frankreichs Armeen jenseits der Nordgrenze stehen. Der Angriff ist die beste Art, den Krieg schnell zu Ende zu führen. Die Luftarmee Frankreichs muß darum über bedeutende Angriffskraft verfügen. Sie muß den Krieg mit all ihren Mitteln in Feindesland tragen können. (Eine nur zum Angriff geeignete Luftarmee genügt aber nicht. Jeder Feind, der uns angreift, wird sich am Vorabend des Krieges die zahlenmäßige Ueberlegenheit geschaffen haben. Unser Gegenangriff wäre zwar eine sehr wirksame, aber trotzdem eine unzureichende Art der Verteidigung. Die Schläge des Feindes würden nicht abgewendet, und diese Schläge wären sicher stärker als jene, die wir selbst führen könnten. Frankreich muß darum einen wirksamen Luftschutz einrichten. Wenn alle diese Vorkehrungen getroffen sind, ist die Luft nicht mehr bas Gebiet leichter Erfolge. Der Gegner überroinbet unsere Verteidigung nur um den Preis einer langsamen Zermürbung unserer Land-, Luft- und Seestreitkräfte. Auch eine überlegene feindliche Luftarmee wird nicht verhindern, daß die unsere den empfindlichen Gebieten des Gegners riesigen Schaden zufügt. Wenn die Folgen des Luftkrieges zu jenen des Landkrieges hinzukommen, wird die Verarmung der beiden Gegner viel rascher und empfindlicher als im letzten Kriege eintteten. Kriegführen heißt täglich mehr, das Spielder Neutralen spielen. Es heißt, bestimmt und aus lange Sicht im Wirtschaftskampf der Völker unterliegen. Heute bilden die ungeschützten Lufträume eine Versuchung. Morgen wird dagegen der Luftschutz die letzte Siegesmöglichkeit verschließen und damit eine Gewähr für den Frieden bilden. Die Luftarmee wird ttotzdem das entscheidend st e Kriegsinstrument von allen bleiben. Armee und Marine sichern zunächst der Luftarmee die geeigneten Ausgangsstellungen für den Angriff, indem sie biefe Stellungen halten ober in den ersten Kriegstagen erobern. Später wirkt bie Luftarmee unablässig an der allmählichen Eroberung des feindlichen Bodens durch das Landheer oder an ber (Eroberung der feindlichen Küsten und Verbindungswege durch die Marine mit. Damit wird am Ende der Sieg der verbündeten Wehrmacht errungen. Die Luftarmee eines kriegerischen und industriell mächttgen Volkes — das also für einen bestimmten Zeitpunkt den Krieg und insbesondere den Luftkrieg vorbereiten kann — bildet den Grund zu einer ständigen und unerträglichen Unsicherheit für die Nachbarländer. Mer eine gemeinsame drohende Gefahr führt am Ende zur Einigkeit. Die Luftarmeen werden damit zum ersten Bindeglied ber friedliebenden Staaten (Europas werden. Die gemeinsame Gefahr wird sie zusammenführen. Anarchie ans Kuba. Miami (Florida), 12. März. (DNB - Funk, spruch.) Carlos Hevia, der im Jahre 1934 drei Tage lang Präsident von Kuba war, ist von Havanna im Flugzeug hier angekommen. Vier erklärte, sei sein Leben dort in GefahI Bilanz -er Leipziger Frühjahrsmesse 1935. Don unserem Sonder-Berichierstatier. roßte Verwir - oer- In Brand geschossenes Dorf bei Seres. abteilun. Unter- Au haben in allen einschlägigen Geschäften Major von Loeper, der Leiter der Siedlungs- der NS.-Kriegsopfer-Versor» Schneider und Dicks vom Reichs- gewesen. Er erzählte, gegen 200 Menschen seien am Samstag in Kuba abgeschlachtet fordern. Dem griechischen Gesandten in Sofia ist Anweisung erteilt worden, in diesem Sinne Schritte bei der bulgarischen Regierung zu unternehmen. Rach in Athen vorliegenden Meldungen trifft V e n i s e l o s Vorbereitungen, im Flugzeug von Kreta aus die Fluchtzu ergreifen. Wohin sich Veniselos zu wenden gedenkt, ist nicht bekannt. Achtung! Vettrauensraiswahl! Das Relchswahlbüro der DAA. für die Verlrauensratswahlen teilt mit: Der letzte Tag für die Auslegung der Liften für die Vertrauensratswahlen am 12. und 13. April 1935 ist der 28. März. Hach diesem Tage werden keine Listen mehr angenommen. Die Wahlpropaganda seht schlagartig mit dem 2. April ein und findet ihren Höhepunkt am 9. und 10. April. Die bekannte st en Führer der Bewegung und der Deutschen Arbeitsfront werden zu den Gefolgschaften der Betriebe sprechen. Als Wahltag ist der 12. und 13. April vorgesehen. Bur an diesen beiden Tagen wählen die Gefolgschaften ihre Vertrauensräte. SA.-Mann als Repräsentant seines Sturmes entsandt ist, während seine Kameraden am Standort antreten, um durch Gemeinschaftsemp- fang auch ihrerseits an dem Appell teilzunehmen. Im Anschluß daran marschiert die Alte Garde in breiten Zwölferreihen zur Wilhelm st raße, wo der Vorbeimarsch abgenommen wird. Am 22. März findet vor dem Reichstagsgebäude eine Paradeaufstellung der alten SA. statt, bei der Stabschef Lutze zu seinen Männern sprechen wird. Reben diesen großen Veranstaltungen wird den SA.-Männern Gelegenheit zu Stadtbesichtigungen gegeben. Abgeschlossen wird der feierliche Tag durch Kameradschaftsabende der einzelnen SA.-Gruppen. Im Anschluß an diese wird die Rückreise in die Heimatorte angetreten. a un g . ound der Kinderreichen. Im Auftrage des Siedlungsbeauftragten Dr. Ludovici erklärte Parteigenosse G l a tz e l vom Reichsheimstättenamt, daß die Hauptanstrengung zur Besserung der Verhältnisse auf die Senkung der Zinsen gerichtet sein werde. Unter starker Zustimmung erklärte der Redner: Wenn man für die Zukunft das Ziel eines bodenständigen Volkes erstrebe, so können wir uns der Pflicht nicht entziehen, benjenigen Volksschichten zu helfen, die aus eigener Initiative Pioniere gewesen sind. Ein Vertreter des Reichsbundes der deutschen Mietervereine warf u. a. die Frage auf, wie die zukünftige Senkung der Hauszins st euer mit der Sanierung des Neuhausbesitzes verbunden werden könne. Des weiteren sprachen Pg. David von der Reichsleitung der NS.-Volkswohlfahrt und Dr.-Jng. K a m m l e r, der Führer des Reichsbundes der Kleingärtner- und Kleinsiedler Deutschlands. Am Nachmittag berichteten die Provinzialverbandsleiter über die Lage des Neuhausbesitzes in den verschiedenen Gegenden des Reiches. In einem zu- Kreuzer „Helli" im Besitz der griechischen Negierung. Athen, 11. März. (DNB.) Nach Meldungen aus Kavalla haben in der Nacht zum Montag die aufständischen Offiziere den Kreuzer „h e l l i" verlassen. Ein regierungstreuer Offizier übernahm das Kommando über das Schiff. Nach dem Abzug der Aufständischen stellte er das Schiff und seine Besatzung, wie er durch Funkspruch mitteilte, der Regierung zur Verfügung. Der Kreuzer ist in Kassandra (südlichste Halbinsel von Chalkidike) eingetroffen und wartet die Befehle der griechischen Regierung ab. In der Nacht zum Montag hatten sich an Bord des Kreuzers dramatische Szenen abgespielt. Die an Bord befindlichen regierungstreuen Matrosen erhoben sich gegen die aufrührerischen Offiziere, die das Kommando des Kreuzers inne hatten und warfen sie ins Meer. Später unternahm dann ein regierungstreuer Schiffsleutnant das Kommando und stellte Schiff und Besatzung der Regierung zur Verfügung. Ernennungen und Beförderungen im NSKK. Berlin, 12. März. (DNB.) Der „V. B." meldet: Der Führer ernannte mit Befehl von 23. Februar 1935 zum Ehrenführer im Range eines Obergruppenführers des NSKK. den Reichs- s ch a tz m e i st e r der NSDAP. Franz Xaver Schwarz. Reichsschatzmeister Schwarz bekleidet den gleichen Rang bereits in der SA. und SS. Gleichzeitig ernannte er zum Ehrenführer im Range eines Gruppenführers des NSKK. den Gauleiter Josef Bürckel. Durch den gleichen Befehl wurden ernannt bzw. befördert: Gruppenführer Josef Seidel, bisher im Stabe der Obersten SA- Führung, unter Versetzung zum NSKK. zum Kraftfahrinspekteur West, Oberführer Karl Offermann unter Beförderung zum Bn- gadeführer zum K r a f t f a h r i n sp e k t e u r Ost, Standartenführer Heinrich Sauer unter Beförderung zum Oberführer zum Führer der Motor- bri'gade Pommern. warum ist für jßdßM, ein Zusatz -er guten Kaffeewürze Franck Spezial von Vorteil? Weil -ie Kaffeegetränke -ann einen feinen, pikanten, abgerundeten Gesthmack, köstliches flroma un- herrliche gol-braune Zarbe bekommen. Un- weil -ie Kaffeegetränke außer -em billiger wer-en, öa man bei verwen-ung von Franck Spezial weniger von -er sonst benötigten Kasseemenge braucht Am 21. März: Tag der Alten Garde der SA. in Berlin Berlin, 12. März. (DNB.) Die NSK. meldet: Am Tage der zweiten Wiederkehr des historischen Tages von Potsdam, am 21. März, findet in Berlin ein großer Aufmarsch der SA. aus dem ganzen Reiche statt, an dem von jedem SA. - Sturm Deutschlands der Dienstälteste SA. - Mann teilnimmt. Zugleich marschieren alle Sturmfahnen, die den Namen eines für die Bewegung gefallenen SA.-Man- nes tragen, sowie aus jeder SA.-Gruppe das älteste Feldzeichen mit auf. Es ist mit einer Beteiligung von über 18 000 SA.-Männern zu rechnen. Den Auftakt des großen Tages bildet einAppellder SA. im S p o r t p a l a ft, zu dem der dienstälteste menos und seine Offiziere, die sich zunächst als Regierungskommissare ausgegeben hatten, den bulgarischen Grenzoffizieren, wer sie eigentlich seien. Da sie erklärten, daß sie den ganzen Tag keine Nahrung zu sich genommen hätten, wurden sie in das nächste Dorf geführt, wo sie sich v e r p f l e g t e n. heute werden die Flüchtlinge in dem bulgarischen Grenzposten übernachten und morgen nach Sofia gebracht werden. Im Gespräch mit Offizieren erklärte General Kamenos, daß innerhalb eines großen Teiles seiner Truppen Meutereien ausgebrochen feien, die ihn schließlich zum Rückzug gezwungen hätten. Griechenland fordert Auslieferung der Rebellen. Auch Beniselos flüchtet. Athen, 12. März. (DNB.) Wie nunmehr auch hier bestätigt wird, ist General Kamenos mit siebzehn Offizieren unter Mitnahme von sechzig Millionen Drachmen auf bulgarisches Gebiet geflüchtet. Zwei weitere Sonderzüge mit Rebellen sind in Richtung Dedeagatsch abgefahren. Die griechische Regierung hat dem griechischen Konsul in Philippopel befohlen, sich an die bulgarischgriechische Grenze zu begeben und die 60 Millionen Drachmen zu beschlagnahmen, die der Aufrührergeneral Kamenos mitgenommen hat. Gleichzeitig soll der Konsul die V e r h a f - tung des General Kamenos und feiner Offiziere Sie habe vielmehr rein wirtschaftliche und kulturelle Ziele verfolgt. Die Zugehörigkeit zur ESA. sei auch nicht verboten gewesen. Das ganze Material, das gegen die von ihm verteidigten Angeklagten jetzt ausgespielt würde, sei gegenstandslos. Die beschlagnahmten Bücher seien heute noch in Kow- n o e r Buchhandlungen z u haben. Irgendwelche militärischen Waffen oder auch nur Pistolen seien bei seinen Mandaten nicht auf- gefunden worden. Von einem bewaffneten Aufstand könne überhaupt keine Rede sein. Der Verteidiger bat, alle seine Mandaten freizusprechen. Dabei wies er darauf hin, daß die Mehrzahl von ihnen Jugendliche unter 20 Jahren seien, die ja zum größten Teil für die angeblichen Vergehen bereits von dem litauischen Kriegskommandanten in Memel erheblich bestraft worden seien. Nach einem alten Rechtsgrundsatz sei es unmöglich, diese Angeklagten wegen der gleichen Vergehen noch einmal zu verurteilen, zumal sie auf Grund der Anklage bereits eine außerordentlich lange Zeit in U r. t c r - suchungshaft sähen. Die militärischen Operationen beendet. Kondhlis heute wieder in Athen. Athen, 11. März. (DNB.) Die griechischen Regierungstruppen setzten ihren siegreichen Vormarsch im mazedonischen Kampfgebiet fort. Die Stadt Drama und der bisher ebenfalls von den Aufständischen besetzten Hasen Kavalla wurden von den Aufrührern am Montagmittag geräumt. In Drama haben sich etwa 3000 Aufrührer mit vielen Offizieren den Regierungstruppen ergeben. General Gialistras hat Dedeagatsch und K o m o t i n i eingenommen und verfolgt die flüchtenden Aufständischen. General K o n d y l i s, der abends in Kavalla eintraf, wird am Dienstagfrüh mit dem Flugzeug nach Athen zurückkehren. Man kann die militärischen Operationen im allgemeinen als beendet ansehen. Es dürften lediglich örtliche Maßnahmen zur endgültigen Wiederherstellung der Ordnung notwendig fein. Die Rebellengenerale treten ans bulgarisches Gebiet über. Auf der Flucht vor den Regierungstruppen. Sofia, 11. März (DNB.) Der gesamte G e n e = ralstab der griechischen Aufständischen in Thrazien-Mazedonien mit General Kamenos an der Spitze hat sich heute nachmittag um 2.30 Uhr beim bulgarischen Grenzposten Magasa im Abschnitt Mastanly den bulgarischen Grenzbehörden ergeben. Zusammen mit General Kamenos ergaben sich zwei Obersten, vier Oberstleutnants, sechs Hauptleute, sechs Leutnants und der Gouverneur von Griechisch-Thrazien. Als die vier Autos der Flüchtlinge in unmittelbarer Nähe der bulgarischen Grenze in der grundlos aufgeweichten Straße stecken blieben, näherte sich ihnen eine verstärkte regierungstreue griechische Grenzwache, die offenbar den Auftrag erhalten hatte, die Flucht der aufständischen Offiziere nach Bulgarien zu verhindern. Als die Offiziere die Wache bemerkten, flüchteten sie unter Mitnahme ihres Gepäcks in wilder Hast der bulgarischen Grenze zu. Nur drei von ihnen blieben auf dem Kraftwagen zurück und e r - gaben s i ch. Als die Wache sie entwaffnen sollte, verübte einer von ihnen, ein Hauptmann, Selbstmord mit der Pistole. Die griechischen Soldaten setzten nunmehr den flüchtenden Offizieren nach, die bereits das bulgarische Gebiet erreicht hatten und bei dem bulgarischen Grenzposten standen. Als die Verfolger Anstalten machten, auf die Offiziere zu schießen, erklärte einer der Befehlshaber der bulgarischen Wache, daß diese das Feuer der Griechen sofort erwidern würden. Die griechischen Soldaten zogen sich hierauf zurück. Nach diesem Zwischenfall erst erklärte General Ka- worden. Es herrsche dort die größte V e r i r u n g. Man finde überall Leichname. Er sicherte, weder Mendieta noch Batista hätten die Befehlsaewalt. Er wisse nicht, wer Befehle erteile. Die Lage in'Havanna ist sehr ernst, da der Verkehrsstreik immer mehr in kommunistisches Fahrwasser gerät. Bombenanschläge und Feuergefechte in allen Teilen der Stadt nehmen immer mehr zu. Die Straßen sind fast menschenleer. Alle Cafes und Vergnügungslokale sind geschlossen. Präsident Mendieta hat erklärt, daß er nicht daran denke, die Macht aus den Händen zu geben. Der preußische Gtaats- haushali 1935. Berlin, 11. März. (DNB.) Der Preußische Mmisterrat hat unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Göring den Staatshaushaltsplan für das am 1 April beginnende Rechnungsjahr 1935 verabschiedet. Wie der Finanzminister ausführte, hat sich das laufende Rechnungsjahr entsprechend der allgemeinen Besserung der Wirtschaftslage b e - friedigend entwickelt. Die Mehreinnahmen sind zu Rückstellungen verwendet worden, die dazu beitragen, die im bevorstehenden Rechnungsjqhr 1935 zwangsläufig eintretenden Verschlechterungen des Haushaltes auszugleichen. Der Staatshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1935 ist mit 2001 Millionen Reichsmark in Einnahme und Ausgabe ausgeglichen. Sämtliche Zahlen lieaen unter denen des Vorjahres. Die Aufstellung des Haushaltsplanes begegnete insofern besonderen Schwierigkeiten, als allein in Höhe von 270 Millionen Reichsmark mit zwangsläufigen Verschlechterungen für das Rechnungsjahr 1935 gerechnet werden mußte. So ist die Entschädigung des Reiches für die Aufhebung der landwirtschaftlichen Grundoermögenssteuer fortgefallen. Die Senkung der Hauszinssteuer bedeutet einen weiteren Ausfall. Die volle Aufhebung der in Preußen geltenden Einbehaltung eines Teiles der Bezüge Ser Beamten und Angestellten bringt Mehrausgaben. Trotzdem war es möglich, die bereits im letzten Zähre in Angriff genommenen vordringlichen Staatsaufgaben durch Bereitstellung ausreichender Mittel auszugestalten. Der außerordentliche Haushalt enthält in der Hauptsache Maßnahmen im Interesse der Arbeitsbeschaffung, insbesondere Der« stärkte Förderung von Landesmeliorationen. Die Wahlen zum Danziger Volkstag. Zusammenbruch des Mitäraufstandes in Rordgriechenland Die Führer der von Begierungsiruppen geschlagenen Aufständischen ergeben sich bulgarischen Grenzwachen. Berlin, 11. März. (DNB.) Für den 7. April 1935 sind Neuwahlen zum Danziger Dolkstag ausgeschrieben. Wahlberechtigt sind auch die Danziger Staatsangehörigen, die am Wahltage nicht ihren st ändigenWohnsitzimFrei- ft a a t haben. Die Anträge auf Zusendung eines Wahlscheines sind an das Wahlamt der Freien Stadt Danzig, Polizeipräsidium, Karrenwall, zu richten. Dem Eintrag ist ein Auszug aus dem polizeilichen Melderegister (Meldeschein) ihres augenblicklichen Wohnsitzes und die Nummer ihres gültigen Danziger Passes beizufügen. Die Wahlberech- tigten erhalten bei Vorlage ihres Paffes oder ihres Wahlscheines und des polizeilichen Meldescheines auf den Ausgangsbahnhöfen einen Freifahrt- schein der Reichsbahn bis Firchau oder Groß- Boschpol. Weiterfahrt wird an den Grenzbahnhöfen geregelt. Für die Rückfahrt auf Freifahrtschein, die am Montag, den 8. April, angetreten werden muß, werden Bescheinigungen im Wahllokal aus- aegeben. Die Wahlberechtigten erhalten bei Vorlage des Wahlscheines von ihrem zuständigen Finanzamt die Erlaubnis zur Mitnahme eines Betrages bis zu 50 Mark. Weitere Auskünfte erteilen die Vereine der Danziger im Reich und die Danziger Verkehrszentrale, Berlin W 8, Unter den Linden 16. Die Verteidiger-Plädoyers im Memelprozeß. Kowno, 11. März (DNB.) Im Memelländer- Drozeß begannen die Plädoyers der Verteidiger. Rechtsanwalt Sarin, der Saß und Ropp sowie weitere 22 Mitglieder der Christlich-Sozialistischen Arbeitsgemeinschaft (ESA.) verteidigt, stellte fest, daß die ESA. keine politisch en Beziehungen zu Deutschland unterhalten habe. Tagung -er Neuhaus- und Eigenheim- besitzer. Berlin, 11. März. (DNB.) Im Preußenhaus begann eine Verbandsleitertagung des Reichsver« bandes deutscher Neuhaus- und Eigenheimbesitzer, die aus dem ganzen Reiche stark besucht war. 23er« bandsleiter Direktor Fischer stellte fest, daß auf dieser Tagung Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Schuldner und Gläubiger, überhaupt alle Kreise vertreten seien, die irgendwie mit dem Hausbesitz zu tun hätten. Als weitere Redner sprachen der Vertreter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsfachgruppe Haus- und Grundstückswesen, S ch n e i o e r, der Landesgruppenführer des Gaues Groß-Berlin des Reichsluftschutzbundes O sammenfassenden Dortrag erörterte fchlleßllch der Geschäftsführer des Reichsverbandes Dr. Waer- ther die allgemeine Lage des Neuhaus, und Eigenheimbesitzes in ähnlichem Sinne, wie er dies bereits am 7. Februar vor Vertretern der Behörden und der Presse tat. Kleine politische Nachrichten. Der Führer und Reichskanzler hat auf das Telegramm des K y f f h ä u f e r - B e f r e i - ungsappells in Saarbrücken wie folgt geantwortet: „Den zum Kyffhäufer-Befreiungsappell an der deutschen Saar vereinigten deutschen Soldaten danke ich fürihreTreuegrüße,die ich in kameradschaftlicher Verbundenheit herzlich erwidere. Adolf Hitler." Die Taufe des dritten großen Ostpreußen- schiffes „Tannenber g", das am Samstag in der Stettiner Oderwerft vom Stapel läuft, wird, wie der „VB." erfährt, die Enkelin des ver- ftorbenen Reichspräsidenten, Gertrud von Hindenburg, vornehmen. Die Taufpatin ist zwölf Jahre alt. Sie trifft in den Morgenstunden des Samstags in Stettin ein. Die Bundesleitung des NSDFB. — Stahlhelm — hat mit Rücksicht auf die bevorstehende grundsätzliche Klärung aller den Bund betreffenden schwebenden Fragen bis auf weiteres eine Aufnahmesperre verhängt und die Wiedererrichtung früherer Ortsgruppen bzw. jede Neugründung verboten. — Auf Anfrage hat die Reichsleitung der NSDAP., Reichsschatzmeister, mitgeteilt, daß Mitglieder des NS. Deutschen Frontkämpfer- Bundes Mitglied der Partei sein können. Neuaufnahmen sind allerdings durch die am 28. September 1933 verhängte Mitgliedersperre zur Zeit nicht möglich. Nach Zeitungsmeldungen hat Bundeskanzler Dr. Schuschnigg sämtliche Unterführer der Ost- märkischen S tu r m s ch a r e n zu wichtigen Beratungen nach Wien berufen. U. a. soll die Gründung eines einheitlichen Milizkorps Gegenstand der Beratungen sein. * Papst Pius XI. wird am 1. April ein Geheimes Konsistorium abhalten, bei dem die sreigewordenen Bischofssitze vergeben werden und Kardinalstaatssekretär P a c e l l i an Stelle des verstorbenen Kardinals Gasparri aum Kämmerer der Heiligen römischen Kirche ernannt werden soll. Es werden auch einige Kardinäle ernannt, deren Zahl seit dem letzten vor zwei Jahren abgehaltenen Konsistorium bis auf 51 gesunken ist. Die Vollzahl des Kardinalskollegiums beträgt 70 Mitglieder. Kunst und Wissenschaft. „Die unsichtbare tiefte“ — ein Funkspiel. „D ie unsichtbare Kette", eine Dichtung für den Rundfunk von Alfred Prügel, bringt der Deutschlandsender am 12. März unter der Leitung von Heinz Schwitzte zur Sendung. Das Funkspiel versucht, die tiefen Zusammenhänge lebendig und bewußt zu machen, die jeden von uns mit dem Vergangenen verknüpfen. Denn das Walten der Ahnen in uns bestimmt auch unser Dasein und stellt uns auch in eine unsichtbare Kette, die uns mit Vergangenheit und Zukunft gleichermaßen verbindet. Diese unsichtbare Kette ist das Symbol für die Ewigkeit des menschlichen Daseins. Sie enthält für den einzelnen die tiefe Verpflichtung, seinem Schicksalskreis, wie er ihm durch das Wirken der Ahnen gegeben wurde, treu zu bleiben. Rückkehr Sven hedins von seiner Forschungsreise nach Chinesisch-Turkestan. Der berühmte schwedische Forscher Sven H ed i n kehrte als letztes Mitglied seiner Expedition, die im Auftrage der chinesischen Regierung nach Chinesisch- Turkestan unternommen worden war, nach Peiping zurück. Der Zweck dieser Expedition war die E r - „Kraft durch Freude" fährt nach dem Süden. .. —....................... ... .. . , 'V' ’■ """" Am Sonntag stachen die drei Dampfer „Der Deutsche", „Ozeana" und „St. Louis" zur Feräenfahrt von 3000 Volksgenossen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" nach Madeira in See. Man sieht auf unserem Bild den Dampfer „Der Deutsche" bei der Ausfahrt von Cuxhaven. forschung der alten Karawanen st ra- ß e n, die China mit dem Abendland verbanden und die in früheren Jahrhunderten für den Austausch von Kultur- und Wirtschaftsgütern zeitweilig eine bedeutende Rolle gespielt haben. Durch die Veränderungen in der Weltwirtschaft und im ^Verkehrswesen, durch Einbrüche kriegerischer Steppen- völker und nicht zuletzt durch das Vordringen der Wüste gerieten diese Straßen mehr und mehr in Vergessenheit. Sven Hedi ns Aufgabe war es, den Lauf dieser Straßen wieder aufzudecken und festzustellen, wie weit man diese uralten Verkehrswege ausbauen und einem regelmäßigen Kraftwagen- verkehr dienstbar machen kann. Die Expedition war bei ihrer Arbeit durch die ungeklärten politischen Verhältnisse und die kriegerischen Ereignisse in Chinesisch-Turkestan stark behindert. Die Mitglieder der Expedition wurden zweimal von örtlichen Machthabern gefangen gehalten und auf ihrem Marsch wiederholt beschossen. Trotzdem wurde das gesteckte Ziel erreicht. Sven Hedi'n hat bereits der chinesischen Regierung in Nanking über die Ergebnisse der Reise Bericht erstattet. Neben der eigentlichen Aufgabe konnte die Expedition auch noch zahlreiche rein wissenschaftliche Entdeckungen machen. Sven Hedin, der am Ende feiner Expedition auf dem Boden seiner größten wissenschaftlichen Erfolge seinen 7 0. Geburts- t a d feiern konnte, wird demnächst nach Europa zurückkehren. Aus aller Welt. Hamburger Kommunistenführer vor dem hanseatischen Sondergericht. — Dreifache Todesstrafe und insgesamt 260 Jahre Zuchthaus beantragt. In dem Prozeß gegen den Hamburger Kommun i st e n f ü h r e r „Fiete-Schulze" vor dem Hanseatischen Sondergericht wurden die Strafanträge gestellt. Nach langen Ausführungen kam der Staatsanwalt zu der Feststellung, daß Schulze der Mittäterschaft bei vielen Terrorakten und der Vorbereitung zum Hochverrat schuldig sei. Er beantragte im einzelnen wegen vollendeten gemeinschaftlichen Mordes in zwei Fällen in Tateinheit mit schwerem Landfriedensbruch und wegen gemeinschaftlichen vollendeten Mordes dreimal die T o d e s st r a f e und Verlust der Ehrenrechte auf Lebenszeit, wegen versuchten gemeinschaftlichen Mordes in 15 Fällen je 15 Jahre Zucht- haus und zehn Jahre Ehrverlust, wegen Verabredung zu einem Sprengstoffverbrechen und zum Morde in fünf Fällen je 15 Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust und Verabredung zum Mord fünf Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust. Alle Taten seien begangen in Tateinheit mit Vorbereitung zum Hochverrat. Die Gesamtzahl der beantragten Zuchthausstrafen beträgt 260 Jahre Zuchthaus. Das Scharnhorst-Traditionsabzeichen der HI. Das nunmehr geschaffene Traditions-Abzeichen für diejenigen Hitlerjungen, die früher dem „Scharnhorst, Bund deutscher Jungmannen" bis zu dessen Eingliederung in die Hitlerjugend angehört haben, zeigt ein Ordensritterschild, das in der Mitte längs und quer einmal geteilt ist. Die Diagonalviertel sind in Schwarz und Silber ausgeführt. In der Mitte des Schildes ist das frühere Scharnhorst-Zeichen angebracht. Getragen wird das Abzeichen auf der linken oberen Taschenklappe am Hemd oder Rock. Die Antragsoordrucke für das Scharnhorst-Traditionsabzeichen können vom 1. Mai 1935 an bei den HJ.-Dienst- stellen angefordert werden. Schrecklicher Tod eines hitlerjungen. Etwa 30 Mann der Kaiserslauterner HI. hatten eine Fahrt ins Finsterbrunnertal unternommen, wo sie im Jugendheim übernachteten. Die Verpflegung sollte durch die von der HI. selbst gebaute Feldküche nachgeschafft werden. Der 18jährige Kameradschaftsführer Emil Stuber hängte die Feldküche an eine Zugmaschine des elterlichen Geschäfts und fuhr abends zu seinen Kameraden. Dabei stieß er an einen Felsen, die Zugmaschine wurde aus der Fahrbahn geworfen und stürzte einen etwa 10 Meter hohen Abhang hinunter. Der junge Mann wurde von der sich mehrmals Überschlagenden Zugmaschine erdrückt. Sein Begleiter konnte rechtzeitig abspringen. Auf dem Transport ins Krankenhaus verschied Stuber im Sanitätsauto. Zahlreiche russische Fischer auf Eisschollen ins offene Meer abgetrieben. 234 russische Fischer aus Astrachan wurden auf einer Eisscholle ins Kaspische Meer abgetrieben. Auch 41 Pferde befinden sich auf der Eisscholle. Nach einer Mitteilung der sowjetrussischen Flieger wurde eine Gruppe Fischer mit insgesamt 73 Mann, die gleichfalls abgetrieben worden waren, auf der Insel Burunschu angetrieben. Bis jetzt konnten etwa 100 Fischer gerettet werben. Man vermutet jedoch, daß weit mehr als 234 Fischer auf Eisschollen ab« getrieben wurden. Auf Veranlassung der Sowjet, regierung sind acht Flugzeuge eingesetzt worden, dis den Versuch unternehmen sollen, die Fischer zu retten. Vier Flugzeuge konnten Lebensmittel und warme Kleider an die auf den Eisschollen treiben« den Fischer abwerfen. Bei einem Sturm hat sich ein Stück von der großen Eisscholle losgelöst und zwei Fischer und ein Pferd abgetrieben. Man Den sucht, auch diese zu retten. Lawinenunglück im Lande Salzburg. — Drei Todesopfer. Im Lande Salzburg hat sich ein schweres La - winenunglück, das drei Todesopfer forderte, ereignet. Die Bewirtschafter der Kürsinger Hütte am Groß-Venediger, der Pächter Pius Ennsmann, feine Frau, ein Träger und ein Jäger, wurden beim Aufstieg auf die Hütte von einer Lawine verschüttet. Vier Touristen, darunter zwei Engländer, entdeckten durch Zufall Spuren des Unfalles und unternahmen sofort Rettungsarbeiten. Tatsächlich gelang es ihnen, die Frau des Pächters noch lebend zu bergen, den Pächter Ennsmann und den Träger konnten sie nur noch als Leichen aus den Schneemassen ziehen. Die Leiche des dritten Opfers wurde noch nicht gefunden. Schnellzug raff in eine Lawine. Der Innsbrucker Schnellzug D 39 fuhr zwischen den Stationen Langen und Wald am Arlberg an einer unübersichtlichen Stelle in eine niebergegan« gene Lawine. Der in voller Fahrt befindliche Zug durchbrach die 20 Meter breite und 3 Meter hohe Schneemasse mit der Lokomotive und den anschließenden zwei Wagen, ehe er zum Stillstand kam. Beim Zusammenprall wurden drei Reisende, drei Bedienstete des Speisewagens, der Lokomotivführer und der Zugführer leicht verletzt. Der Zug selbst erlitt keine wesentlichen Beschädigungen und konnte seine Fahrt bald fortsetzen Vierjähriges Kind aus dem fahrenden Zug gestürzt. Auf der Strecke Frankfurt—Aschaffenburg, zwischen den Stationen Kahl und Dettingen, stürzte das vierjährige Kind eines in Aschaffenburg woh- nenben Reisenben aus bem fahr enben Person e n z u g. Der Zug würbe burch Ziehen bet Notbremse zum Halten gebracht. Das Kinb wurde an Kopf unb beiben Armen verletzt unb mußte nach bem Aschaffenburger Krankenhaus verbracht werben. Wahnsinnstat eines französischen Kolonialsoldaten. — Neun Menschen ums Leben gebracht. Ein bem französischen Kolonialheer angehörenber Senegalneger würbe in ber Kaserne in Beirut (Syrien) plötzlich irrsinnig unb tötete fünf seiner Kameraben. Dann stürzte er auf bie Straße, brachte bort vier Zivilpersonen um unb v e r w u n- b ete zwei weitere, bis er enblich überwältigt werben konnte. Schwerer Sturm auf dem Schwarzen Meer. Nach einer Meldung aus Sebastopol find bis Schifahrtsverbindungen mit ber Türkei auf dem Schwarzen Meer durch einen starken Sturm unterbrochen. Die russischen Hafenbehörden haben bie Ausfahrt von Handelsdampfern aus Sebastopol unb Noworosfisk untersagt. Die Hafenbehörben von Noworossisk unb Simferopol haben 8 O 8 - Rufe von sechs Dampfern erhalten. Eine Fischerflottille von 11 Fahrzeugen ist bisher nicht zurückgekehrt. Hauptschriftleiter.- Dr. Friebrich Wilhelm Lange Verantwortlich für Politik: Dr. Friebrich W. Sange, für Feuilleton: Dr Hans Thynot, für den übr. rt Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 35: 11 790. Druck und Derlagz Brühl'iche Universitäts-Buch^ und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf, Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr, Einzelverkaufspreis: 10 Pf. urtb Samstags 15 Pf^ mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. | MAGGI5 Fleischbrüh-Würfel «3» Zisch-Ragout für 4 Personen. 2 Pfund Kabeljau, 50 g Speck, 1 Eßl. 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Der Naturforscher vereint mit Natur und Technik Bebilderte Monatsschrift f. das gesamte Gebiet der Naturwissenschaften u. ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik Herausgeber : Dr. Richard Rein „Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche,hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervorragender Ausstattung nicht auf ob er fläch- liehen Aufputz, sondern auf Gehalt eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge in Bild und Wort von angesehenen u. bedeutenden Mitarbeitern aus allen Gebieten der Naturwissenschaft. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50. Probehefte u. Werbeblätter kostenlos! Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo BermQhler Verlag Berlin-Lichterfelde In den Abendstunden des 9. März erlitt durch ein tragisches Geschick unser verehrter Mitarbeiter Herr Otto Euler schwere Verletzungen, an deren Folgen er am anderen Tage verschieden ist. 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März, nachmittags 2% Uhr statt. Nach Gottes unerforschIichem Ratschluß verschied am 11. März. 18% Uhr, nach längerem Leiden in der Klinik zu Gießen mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater. Großvater, Bruder und Schwager Gemeinde- und Kirchenrechner Wilhelm Gaub In tiefer Trauer: Elisabethe Gaub, geb. Pfeifer Heinrich Gaub und Familie Emil Gaub und Familie. -MM für die Erholung unserer hilfsbedürftigen deutschen Arbeiter und Kinder Meldungen an die nächste Orts- , gruppe der NS. Volkswohlfahrt ERH0LUN65WERK öes deutschen voixes FREISTELLEN IN STADT UND LAND 1 großes od. 2 kl. leere Zimmer sonnig, in guter Lage von berufstätiger Dame z. 1.4.35 ges. Schr. Ang. unt. 01000 an d. Gieß. Anz. Alleinstend. Herr sucht 1 bis 2 unmöbl. Zimmer mit sev. Eingang in gutem Hause. Schr.Angeb.unt. 01021 a.d.G.A. Verlobungs-Anzeigen bei Brühl, Schulstr.? Solid, zuverläss. Mädchen vom Lande, im Kochen u. allen Hausarbeiten erfahr., suchtStelle zum 15.3. od. 1.4. 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Kreisklasse vorhanden sind, steigen die beiden Mannschaften der zweiten Kreisklasse auf, die in der Tabelle der Runde aller Staffelsieger der zweiten Kreisklasse eines Kreises die beiden ersten Plätze einnehmen. Diese Maßnahme ist für das Jahr 1935 als Uebergangsmaßnahme vorgesehen, vom Jahre 1936 ab wird der Auf- und Abstieg genau der H. £). entsprechend vorgenommen. Der unter Leitung des Reichshandballehrers Kaundynia in Kassel stattgefundene achttägige Lehrgang hat alle Beteiligten restlos befriedigt. Die wenigen, die das Glück hatten, aus berufenem Munde in all die Feinheiten des Handballspiels eingeweiht zu werden, haben Gelegenheit, im Laufe des Sommers das Erlernte in die Vereine zu tragen und damit ihr Teil dazu beizusteuern, das Handballspiel zu dem Spiel zu machen, zu dem es eigentlich da ist. Durch die Abstellung verschiedener Spieler zu diesem Lehrgang fielen' zwei der ongesetzten Gau« klassenspiele aus, so daß nur ein Treffen stieg: Tuspo. Bettenhausen — Tv. Kirchbauna 8:7 (4:2). Bettenhausen hat sich damit seinen Verbleib in der Gauklasse gesichert, während Kirchbauna Gefahr läuft, absteigen zu müssen. Bezirksklasse. Tv. Polgöns — Kurhessen Marburg 6:8 (2:5): Die Pohlgönser haben durch dieses Spiel zwei wertvolle Punkte verloren, die sie vielleicht noch einmal hätten gut gebrauchen können. Der Sieg der Gäste war verdient, obwohl die Einheimischen mit Ersatz antraten. Freundschaftsspiele. Tv. Krofdorf — Tv. Dorlar 8:2 (3:1). Rach diesem Ergebnis zu urteilen, muß man die Gäste als eine typische Heimmannschast ansehen. Es ist unbegreiflich, wie eine Mannschaft, die über einen derartigen Sturm verfügt, so klar und eindeutig gegen einen Gegner verliert, der in der abgelaufenen Runde wenig gezeigt hat. Für die Höhe des Ergebnisses mag sprechen, daß die Gäste Ersatz in ihren Reihen hatten: das entschuldigt aber keinesfalls, zumal auch Krofdorf nicht komplett und zudem erst nach längerer Pause wieder einmal antrat. Bis zur Halbzeit war das Spiel ausgeglichen; nach der Pause übernahmen die Einheimischen das Kommando und ließen die Gäste nicht mehr zum Wurf kommen. I »1 Turner und Sportler am Heldengedenktag. Der Reichssportführer gibt bekannt: Am 17. März.findet der diesjährige Heldenge- denktag statt. Die Gestaltung des Tages erfolgt durch den Reichsrnimster für Volksaufklärung und Propaganda in Gemeinschaft mit der Wehrmacht. Soweit in den einzelnen Ortschaften durch die Wehrmacht oder in Orten, die nicht Standort sind, durch die NSDAP, besondere Gedenkfeiern stattfinden, zu denen die Organisationen herangezogen werden, sollen sich auch die Turn- und Sportvereine an diesen Veranstaltungen, soweit angängig, beteiligen. Selbständige öffentliche Heldengedenkfeiern der Turn- und Sportvereine sind jedoch nicht zugelassen. Lediglich ist bei sämtlichen Sportveranstaltungen eine Gedenkminute einzulegen. Im übrigen wird der Turn- und Sportbetrieb an diesem Tage keinen besonderen Beschränkungen unterworfen. / I. D. gez. Breitmeyer. DZD.-Zugendführer- undIungführerbesprechung in Gießen. Der Stellvertreter des Kreisjugendführers, Rud. A n f ch ü tz (Biskirchen, Lahn), referierte gestern auf dem Sportplatz der Spielvereingung 1900 Gießen über Aufbauarbeiten in der Jugendbewegung und über die Ausbildung der Jungführer. Seine Ausführungen waren äußerst interessant und belehrend; denn besonders die Heranbildung der Jungführer ist ein Kapitel, das von den Vereinsführern sehr ernst genommen werden sollte. Kreisjugendführer W. Presber (Stockhausen, Lahn) wird am kommenden Samstag und Sonntag über diese Fragen die Jungführer besonders und eingehend unterweisen. Sportlehrer Lein- berger, der den technischen Teil der ganzen Veranstaltung leitet, wird die Jungführer unterrichten, in welcher Form die Leistungsfähigkeit des Fußballspiels gehoben werden kann. Die Tagung beginnt am Samstagnachmittag und endigt am Sonntagabend. Gemeinschaftsessen und Uebernach- tung erfolgt in den Räumen des DfB.-R. Gießen. Phönix Ludwigshafen ist Meister im Gau Südwest. Nun hat auch der Gau Südwest seinen Meister. Es hätte des im letzten Treffen des Tabellenführers Phönix Ludwigshafen über Saar 05 Saarbrücken errungenen Sieges mit 4:0 (3:0) gar nicht mehr bedurft, denn in Frankfurt ließ sich der FK. Pirmasens von der Niederräder Union mit 3:0 (0:0) schlagen, so daß er keine Aussichten mehr hatte, den führenden Phönix noch einzuholen. Phönix Ludwigshafen ist Meister des Gaues Sudwest und hat das Erbe der Offenbacher Kickers angetreten. Man muß der Ludwigshafener Elf bescheinigen, daß sie den Titel verdient, denn sie ist bestimmt von allen elf Mannschaften des Gaues die beständigste gewesen. Kickers Offenbach wurden in Neunkirchen von den Borussen 2:1 (0:1) geschlagen, und Eintracht Frankfurt lieferte in Saarbrücken ein großes Spiel gegen die Sportfreunde, wobei die Frankfurter mit 3:1 (2:0) siegreich blieben. Die Abstiegsfrage ist immer noch nicht geklärt. Am schlechtesten steht zur Zeit der FC. Kaiserslautern mit 26 Der- lustpunkten. Leichtathletik der Gp.-Vg. 1900. Feldwebel Gugel siegt in Fritzlar mit 14,55 Meter im Kugelstoßen. Das gestern abgehaltene Hallensportfest des Tuspo Fritzlar sah die besten Könner des Gaues Nordhessen am Start und brachte unter reger Anteilnahme der zahlreich erschienenen Zuschauer in allen Disziplinen spannende Kämpfe. Daß sich auch die Leistungen sehen lassen können, kommt insbesondere durch die Ergebnisse beim Kugelstoßen zum Ausdruck. Unter den sieben Teilnehmern dieses Der Weltmeisterschasts-Ausscheidungskampf Schmeling-Hamas im A!i> Tv. Katzenfurt — Tv. Nauborn 6:6 (4:3). Das Spiel brachte keine große Leistungen. Die Gastgeber zu Beginn nur mit 10 Mann und mit dem'Wind spielend, führten bis zur Halbzeit mit zwei Toren, die die Gäste aber nach der Pause durch großen Eifer aufholen und das Spiel mit dem Schlußpfiff sogar unentschieden gestalten konnten. Tv. Lützellinden II — Tv. Allendorf a.d. Lahn I. 19:4 (10:2). Es war klar, daß die junge Mannschaft der Allendörfer gegen die weit stärkeren und vor allem kampferprobten Nachbarn nicht viel ausrichten konnten. Die Niederlage ist aber trotzdem zu hoch ausgefallen und kommt in erster Linie auf das Konto des Gästehüters. Das Spiel war im übrigen sehr anständig. VfB. Gießen Ib — To. Ruttershausen 12:0 (3:0). Die Gäste waren bestimmt keine 12 Tore schlechter. Großes Schußpech und dazu der gegnerische Torhüter ließen keinen Erfolg zu, während auf der anderen Seite die Platzbesitzer jede Gelegenheit ausnutzten und aus jeder Lage ihre Tore warfen. Tv. Wißmar — Tv. Treis 18:1. Trotz der hohen Torzahl ist der Eifer der Gäste zu rühmen. Fußball im TB. Große^-Linden. Tv. Grohen-Linden I — Tv. Mendorf I 2.-6 (1:1). Die Platzbesitzer haben ihre Feuerprobe gut bestanden. Sie lieferten dem Tv. Allendorf ein sehr gutes Spiel, das nur durch das mangelnde Schuß- vermögen des Sturmes verloren wurde. Die beiden Tore kamen durch Elfmeter zustande. Schiedsrichter Weinandt (Leihgestern) hatte das Spiel fest in der Hand. Handball im Gau Aordheffen. Die Auf- und Abstiegfrage für die Handball- Bezirks- und Kreisklasse im Gau Nordhessen ist jetzt endgültig geklärt. In einer am Wochenende in Kassel stattgefundenen Besprechung der zuständigen Instanzen kam man zu folgender Lösung: In der Bezirksklasse steigt jeweils der Tabellenletzte einer Staffel ab und die beiden Ersten der 1. Kreisklasse eines jeden Kreises rücken auf — im heimischen Kreis also Tv. Hochelheim und Tv. Heuchelheim. Die Staffel 5 der Bezirksklasse hat, nachdem Tuspo Marburg abgestiegen ist, für die kommenden Spiele folgendes Aussehen: 1. Kurhes- qualifizierten sich nach dem Vorkampf für die Entscheidung: Groß-Fengels (Marburg) mit 13,98 Meter, Feldwebel Gugel (Gießen 1900) mit 13,63 Meter und Luh (VfB.-Reichsbahn Gießen) mit 13,58 Meter., Die beiden Kasfelaner von Hofe und Hartung waren zwar nicht schlecht, konnten aber nicht gefährlich werden. In der Entscheidung fand eine wesentliche Leistungssteigerung statt. Hier zeigte Feldwebel Gugel, daß er auf Grund planmäßiger Winterarbeit bereits in bester Form ist. Mit der für die Halle ausgezeichneten Leistung von 14,55 Meter ließ er seine Mitbewerber klar hinter sich. Groß-Fengels belegte den zweiten Platz mit 14,10 Meter, Luh den dritten mit 13,82 Meter. DfB.-KeichSbahn-Leichtathletik. Wie schon in der Vorschau gesagt, ging Luh in Fritzlar nicht in bester Verfassung an den Start. Er wurde im Kugelstoßen Dritter mit 13,82 Meter. Im Sprinter-Dreikampf wurde Luh Vierter. Nur die knappsten Unterschiede, wie Hand- und Brustbreite trennten ihn in den einzelnen Läufen von den Siegern. Hier war Luh als schwerer Mann auf dem weichen Lohboden etwas benachteiligt. Die ganze Sportwelt verfolgte mit größter Spannung den Verlauf des Kampfes zwischen dem Ex- weltmeister Max Schmeling und dem Amerikaner Steve Hamas, der am Sonntagnachmittag in der Hanseaten-Halle zu Hamburg ausgetragen wurde. (Wir berichteten gestern darüber!) Hier sieht I man einige interessante Szenen aus diesem großen Kampf. Die beiden oberen Buder zeigen die besondere Kampfart Schmelings. Mit der Linken hält er sich die Angriffe des Amerikaners vom Leibe, während er mit der Rechten so wuchtig zuschlug, daß er selbst die Verteidigung von Hamas zerschmetterte. Das Bild links unten zeigt einen der dramatischen Niederschläge in der 7. Runde. Aus dem mittleren Bild sieht man den gramer Thoma, der mit dem Handtuch die Aufgabe des Kampfes zeigt. Der Ringrichter V a l o n y (Belgien) hebt Schmelings Hand zum Zeichen des Sieges empor. Bild unten rechts: Nach dem Kampf. Beide Mannschaften lieferten sich ein ritterliches Spiel, das nur etwas einseitig verlief. Tv. L i ch — Tv. Hausen 3:9 (3:3). Man sah ein Spiel zweier Mannschaften, die sich ganz im Gegensatz zu der sonst gewohnten Spielweise einen anständigen und jederzeit ritterlichen Kampf lieferten. Der Sieg der Gäste war verdient, und zwar auf Grund der besseren Gesamtleistung. Lich zeigte sich bis zur Pause ebenbürtig, fiel aber gegen Schluß ziemlich ab. To. Grün in gen — Tv. Holzheim 4:9 (1:4). Auch dieser Lokalkampf wurde jederzeit anständig geführt und brachte den Gästen einen verdienten Sieg. Die Einheimischen konnten nicht immer gefallen, ihre Angriffe waren zeitweilig zu verkrampft und durchsichtig. Auch die Hintermannschaft zeigte Schwächen. Im übrigen war der Gegner zu stark, um ihnen eine Gewinnchance offenzulassen. — Auch die Jugendmannschaften lieferten sich einen spannenden Kampf, der einen gerechten Ausgang (2:2) nahm. To. Dutenhofen — Tv. Atzbach 7:3 abgebrochen. Man kann es verstehen, daß ein Spiel um die Punkte schon auf Grund des Einsatzes in etwas anderen Formen ausgetragen werden kann, als ein Freundschaftsspiel. Geht man von dieser Auffassung aus, so ist ein Spielabbruch bei einem Verbandsspiel kaum verständlich, bei einem Freundschaftsspiel aber für den Sportler eigentlich unfaßbar. Tv. Dornholzhausen kombiniert — Tv. Kirch-Göns kombiniert 7:4 (4:3). Beide Mannschaften traten nicht komplett, die Gäste außerdem nur mit neun Mann an. Trotzdem bekam man ein spannendes Spiel zu sehen, das bis zur Pause ausgeglichen war. Nach Halbzeit verloren die Gäste noch einen Spieler, so daß sie auch zahlenmäßig geschwächt, der Platzmannschaft nicht mehr gewachsen waren. Der Ausgang ist unter diesen Umständen zu verstehen. To. Garbenheim — Reichsheer Gießen 1:6 (1:3). Die Garbenheimer Turner hielten sich gegen die fri stärkster Aufstellung antretenden Soldaten ausgezeichnet. Obwohl die Gäste das reifere technische Können zeigten, wußten die Einheimischen durch großen Eifer zu gefallen. Großes Schußpech ihres Sturmes brachte ihnen nur das Ehrentor ein. Handball der Oanliga Nordhessen. Nur ein SpleL In Nordhessen kam nur das Treffen zwischen Tuspo Bettenhausen und dem Tv. Kirchbauna zum Austrag, das mit einer überraschend knappen Niederlage von 8:7 der Gäste endete. Für die Entscheidung hat das Treffen keine Bedeutung, hier liegt das Ende zwischen den Kasseler Mannschaften Turngemeinde und Tuspo 86/09. Handball um die Meisterschaft der 1. Kreisklasse. Tv. Hochelheim — Tv. Heuchelheim 9:4 (5:3). Der Ausgang kommt eigentlich etwas überraschend. Er läßt sich aber erklären, wenn man weih, daß Heuchelheim nicht das hielt, was man von ihm erwartet hatte. Bei der Mannschaft vermißte man nicht nur den erforderlichen Kampfgeist — sie spielte sogar manchmal lustlos und kam während des ganzen Spieles nie richtig in Schwung. Der Tormann ließ Schwächen erkennen, die Verteidigung rückte oft zu weit auf, so daß die gegnerischen Angriffe stets gefährlich wurden, die Läufer, mit Ausnahme des Mittelläufers, schwammen vollkommen, und im Sturm mangelte es an der nötigen Zusammenarbeit. Die erzielten Tore waren wenige Lichtblicke wirklich guten ©türmen fpiels. Ganz anders die Gastgeber. Ihre Mannschaft wies keinen schwachen Punkt auf. Der Tormann, übrigens der beste Mann auf dem Platze, hielt die schwersten Bälle — die Gegentore konnte er nicht verhindern —, die Verteidigung sehr stabil, stoppte die bestgemeintesten Angriffe. Die Läufer, schnell und wendig, schickten den Sturm immer wieder nach vorn, der dann seinerseits aus allen Lagen schoß. Sofort nach Anwurf übernahm Heuchelheim das Kommando und drückte stark. Ueberraschend gingen aber die Platzbesitzer in der 7. Minute in Führung und erhöhten wenig später auf 2:0. Nach verteiltem Feldspiel warf Hochelheim zum 3:0 ein und stellte wenig später das Ergebnis auf 4:0. Erst in der 24. Minute kamen die Gäste nach einer schönen Stürmerleistung zu ihrem ersten Gegentor und rückten kurz darauf sogar auf 4:2 heran. Mit dem Halbzeitpfiff stellte die Platzmannschaft aber die alte Differenz wieder her. Nach der Pause ging Hochelheim mächtig aus sich heraus und nach einem schönen Wurf hieß es 6:3. Im Gegenstoß kam Heuchelheim durch einen Dek- kungsfehler zu feinem 4. Tor. Der Rest der Spielzeit war verteiltes Feldspiel. Don beiden Parteien sah man schöne Angriffe, die den Einheimischen noch drei Treffer einbrachten, während die Gäste leer ausgingen. Um die finnische Ski-Meisterschaften. Vor 30 000 Zuschauern wurde bei den Finnischen Ski-Meisterschaften der 17-Kilometer-Langlauf bei Lathi abgetragen, den der Finne Nurmela in 1:20:17 vor seinen Landsleuten Lähde und Kinnu- nen gewann. Bester Deutscher war Willi Bogner mit 1:27:15 auf dem 33. Platz in der Gesamtwertung, in der Kombination kam er aber auf den 5. Ring. Kombinationssieger wurde der Norweger Defterflöft. Die Plätze der anderen Deutschen: 80. Gustl Müller in 1:31:47; 90. Max Fischer in 1:33:26 und 98. Friedl Wagner in 1:33:57. VfB. Krofdorf-Gleiberg. VfB. I — 1900 Gießen (cigareserve) 1:3 (1:2). Am Sonntag trafen sich in Krofdorf beide Mannschaften in einem erbitterten Kampf. Beide Mannschaften waren bemüht, ihre Position in der Tabelle zu verbessern. Mit Beginn des Spieles sah man Krofdorf etwas überlegen. 1900 fand sich auf dem aufgeweichten Boden nicht zurecht. Krofdorf aeigt einige schöne Durchbrüche und aus.einem solchen wurde auch der Führunastreffer erzielt. Da die Mannschaft, weiterhin überlegen spielt, rechnete man mit einem Sieg des Platzvereins. Als aber nun Gießen infolge eines groben Fehlers den Aus- aleich erzielte und auch bald noch ein zweites Tor schießen konnte, wurden die Kröfdorfer nervös. In der zweiten Halbzeit setzte Krofdorf alles auf eine Karte. Gießen verteidigte nur noch. Trotzdem Krofdorf Ecke auf Ecke erzielte, fielen keine Tore. Plötzlich aber erreichte der Rechtsaußen der Gäste den Ball, umspielte einen Verteidiger und schoß zum dritten Tor ein. Krofdorf gab sich aber noch nicht geschlagen. Der Mittel- und der rechte Läufer gingen in den Sturm. Angriff auf Angriff wurde gegen das Gießener Tor vorgetragen, oft befanden sich 20 Spieler im Gießener Strafraum. Gießen arbeitete nur nach dem Grundsatz: „Ball weg!" und konnte so das Resultat halten. Trotzdem nun Krofdorf durch diese Niederlage den letzten Platz in der Tabelle einnimmt, so hat sich die Mannschaft doch tapfer geschlagen. Bei etwas mehr Glück im Kampf hätte die Mannschaft einen Mittelplatz erringen müssen. Schwimm -Oiympiaprüfung in Darmstadt Keine besonderen Ceiffungen. Im Arbeitsgebiet Süd im Deutschen Schwimm- Verband, das die Gaue XII bis ^VI umfaßt, wur- den am Sonntag Olympiaprüfungskämpfe abgehalten. Im Darmstädter Hallenbad gab es erbitterte Kämpfe und knappe Entscheidungen vor leider nur wenigen Zuschauern. Die erzielten Zeiten waren nicht besonders gut. Nur der Gövpinger Brustschwimmer Paul Schwarz erreichte mit 2:54,4 seine normale Leistung, dafür wurden aber die Ergebnisse der Stuttgarter Prüfungsschwimmen mehrfach korrigiert. Doppelsieger über 100 Meter und 200 Meter Kraul wurde der Göppinger Schreck; im Rückenschwimmen trug Schneider (Reutlingen) den Sieg davon und über 400 Meter Kraul der Göppinger H u r t i g. Im Kunstspringen gab es ein spannendes Duell zwischen Schütz (Darmstadt) und Volk (Mannheim), das der Darmstädter mit 1,6/100 Punkten Vorsprung für sich entschied Bei den Damen siegten die gleichen Kräfte wie in Stuttgart. Heber 100 Meter Kraul belegte die junge Karlsruherin Gauß den besten Platz, die 200 Meter Brust wurden eine Beute von Pfau (Göppingen), in der Rückenlage siegte Fiedler (Marburg). Wirtschaft. * Der Eisensteinbergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen im Februar. Nach dem Bericht der Bezirksgruppe Wetzlar der Fachgruppe Eisenbergbau haben. Förderung und Absatz arbeitstäglich im Februar (24 Arbeitstage) die Leistung des Januar (26 Arbeitstage) gehalten. Die Förderung betrug 59 872 (64 412) Tonnen, der Absatz 63 960 (69 913) Tonnen. Die eingeklammerten Zahlen sind die vom Januar. Die Belegschaft betrug Ende Februar rund 2700 Mann. Die besonderen Aufschlußarbeiten gehen rüstig voran. Waren bis Dezember in 16 Bohrlöchern 1682 Bohrmeter gegiftet worden, so sind in den beiden ersten Monaten des Jahres 1935 in 9 Bohrlöchern weitere 980 Meter hinzugekommen. Die Marktbeobachtung zeigt eine weitere Belebung der manganhaltigen Erze. Nhem-Mainische Mittagsbörse. Uneinheitlich. Frankfurt a. M., 11. Mär§. Bei durchaus freundlicher Grundstimmung eröffnete die Börse Oie neue Woche mit überraschend kleinen Umsätzen; selbst in den in den letzten Tagen bevorzugten Spezialwerten nahm das Geschäft kein besonderes Ausmaß an. Aus dem Publikum haben sich die Aufträge wieder vermindert, während die Kulisse, die sich gegen Wochenende stärker engagiert hatte, teilweise etwas glattstellte und zum größeren Teile Zurückhaltung zeigte. Immerhin boten günstige Nachrichten aus der Wirtschaft der Haltung eine gute Stütze, und auch die Kursentwicklung war überwiegend noch nach oben gerichtet. Besondere Beachtung fanden der erfolgreiche Abschluß der Leipziger Messe und die Entlastung am Arbeitsmarkt im Monat Februar. Dagegen löste die heutige englische Unterhausdebatte etwas Zurückhaltung aus. Am Aktienmarkt waren Montanwerte im Zusammenhang mit dem günstigen Zwischengeschäftsbericht des Stahlvereins mehr beachtet und fest. Die neuen Stahlvereins-Aktien kamen heute nach Erledigung der Umtauschoperationen erstmals mit 77,25 zur amtlichen Notiz und lagen bei ansprechenden Umsätzen gegen den letzten Freiver- kehrskurs 0,75 v. H. fester. Ferner gewannen Rhein- ftahl 0,75, Mannesmann 1, Buderus 0,65, Harpe- ner waren im Verlaufe bis auf 99,50 (98,25 v. H.) erhöht. Elektrowerte lagen uneinheitlich. AEG. bei kleiner gewordenem Geschäft 35,90 bis 35,65 (35,25), Öeffürel 116,75 (116), dagegen Licht und Kraft 120,75 (121,13) und Siemens 140,25 (141). JG- Farben blieben mit 141,40 (141,50) nur knapp gehalten, auch Deutsche Erdöl gingen auf 100,65 (101) zurück, dagegen zogen Rütgerswerke auf 105,90 (105,65) und Goldschmidt auf 93,25 (92,75) an, Scheideanftalt mit 206,75 unverändert. Weiter befestigt waren Kunstseideaktien, Bemberg 121,75 (121), AKU. etwas erholt auf 53,75 (53,50). Sonst setzten noch ein: dement Heidelberg 117 (116), Daimler 54,40 (54,50), dann bis 55 erhöht, Hapag 32,50 (32,25). Schwächer lagen Reichsbank mit 165,25 (165,75) und Aktiengesellschaft für Verkehrswesen auf Dwidendenerörterungen mit 81,13 bis 80,50 (83), Hanfwerke Füssen mit 79,25 (79,75). Am Rentenmarkt hielt sich das Geschäft in engen Grenzen. Fester lagen Altbesitz mit 112,50 (112,13) und Reichsbahn-VA. mit 119,90 (119,65). Stahlverein-Bonds mit 98,50 (98,75), Zinsvergütungsscheine mit 90,50 (90,60) und Kommunal- Umschuldung mit minus 0,20 v. H. bröckelten etwas ab, späte Reichsschuldbuchforderungen biteben zu 97,25 v. H. behauptet. Der Verlauf war still und weiter uneinheitlich, es überwogen aber weiterhin leichte Befestigungen. Stärker hervor traten am Elektromarkt Schuckert mit 100 bis 100,75 (99-50). Bis 0,25 v. H. fester lagen nochmals Mannesmann, Rheinstahl, Stahlverein, Zellstoff Waldhof und Hapag. AEG. wieder erhöht auf 35,90 bis 36, etwas schwächer lagen Feinmechanik Jetter mit 74,75 (75,50). Am Kassamarkt waren Bremen-Besigheim Del weiter gesucht, Taxe etwa 100 (l. K. 93), Frankfurter Bank Taxe 112 (l. K. 108), Frankfurter Hyp. Bank Taxe 100 (98). Am Rentenmarkt traten später nur geringfügige Veränderungen ein, Kommunal - Umschuldung bröckelten aber weiter ab. Am Pfandbriefmarkt blieben Liquidationspfandbriefe noch beachtet, Goldpfandbriefe und Kommunal-Obligationen lagen gut behauptet. Stadtanleihen tendierten uneinheitlich, aber meist etwas höher. Don Industrie-Obligationen kamen neue 4,5proz. Stahlverein mit 92 erstmals zur Notiz. Am Auslandrentenmarkt waren 4proz. Schweiz. Bundesbahn gesucht mit etwa 167,50 (164,75}. Tagesgeld unv. 3 v. H. Abeudbörse behauptet. Bei kleinen Umsätzen lag die Abendbörse noch zurückhaltend, aber nicht unfreundlich. Nach den leichten Abschwächungen im Mittagsschlußverkehr zeigte sich heute abend verschiedentlich wieder etwas Kaufneigung, die allerdings nur auf wenige Werte kaum vorlagen. Im allgemeinen lagen die etwas beschränkt war, zumal vom Publikum Aufträge kau nworlagen. Im allgemeinen lagen die etwas ermäßigten Berliner Schlußnotierungen behauptet, schwächer waren noch Holzmann mit 88,50 (89,50) und Siemens mit 140,50 (141,25). Anderseits zogen ,Stahloerein auf 76,75 (76,40), Mannesmann auf 78,13 (77,75) und Reichsbank bei etwas lebhafterem Geschäft auf 166,25 bis 166,50 (166,25) an. Für Daimler erfolgte heute abend letztmalig eine Notiz für die alten Stücke zu 54,50, ab morgen kommen die konvertierten Stücke zur Notiz. Am Kassamarkt blieben Großbankaktien unverändert, Frankfurter Hypvtheken-Bank waren nochmals 0,50 v. H. fester auf 100,50. Bayrische Spiegelglas erhöhten sich auf 48 (46,50) und Badische Aktiengesellschaft für Rheinschiffahrt auf 73 (72). Der Rentenmarkt lag nahezu geschäftslos bei unveränderten Kursen. Don fremden Werten wiesen einige mexikanische Anleihen etwas Geschäft auf, 4-v. H.-Schweiz.-Bundesbahn waren erneut befestigt, und zwar auf 169,50 (169), dagegen gingen 3,50-v.H. um 1 v. H., auf 160 zurück. Warschau-Wiener lagen im Freiverkehr unverändert. U. a. notierten: Altbesitz 112,40, 5-v. H.-Stahl- verein 96,50, 6-v. H.-Stahlverein 98,50, 5-v. H.-Jn» nere Mexikaner 4,75, 4,50-v. H.-Jrrigation 7,05, Commerzbank 81,25, Ov-Bank 82,50, Dresdner Bank 82,50, Frankfurter Hypotheken-Bank 100,50, Reichsbank 166,25 bis 166,50, Harpener 99, Klöckner 86,90, Mannesmann 78,13, Rheinftahl 95,75, Stahlverein 76,75, AEG. 35,40, Bekula 141,50, Conti Gummi 152, Daimler 54,50, Bayr. Spiegelglas 48, Deutsche Erdöl 100,50, Scheideanftalt 206,75, JG.- Farden 140,75, Gesfürel 116, Goldschmidt 93, Grün & Bilfinger 202,50, Hanfwerke Füssen 79,50, Holz- mann 88,50, Metallgesellschaft 90, Schuckert 100,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. März. Am Getreide- großmarkt blieb die Lage ziemlich unverändert. Brotgetreide hatte ausreichendes Angebot, während die Nachfrage der Mühlen sich bei Weizen nur auf die hochwertigsten Sorten beschränkte und Roggen seitens der Großmühlen kaum aufgenommen wurde. In Hafer und Futtergerste blieb das Angebot sehr knapp, auch andere Futtermittel, wie Oelkuchen, Kleie und Nachmehle waren kaum zu haben. Mehle lagen sehr still, ebenso Rauhfutter und Kartoffeln. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mk.: Weizen W IX 208, W XIII 212, W XVI 216, Roggen R IX 168, R XIII 172, R XV 176, alles Großhandelspreise der Mühlen des genannten Preisgebiets. Futtergerste G IX 170, G XI 173, G XII 175, Hafer H XIII 168, H XIV 170, alles Großhandelspreise ab Station. Bei Was- scrverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200, Weizenmehl W XIII 27,60, W XVI 28,05, Roggenmehl R XIII 23,70, R XV 24,10, alles plus 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W XIII 10,82, W XVI 11,02, Rogaen- kleie R XIII 10,08, R XV 10,32, alles Mühlenfest- preife ab Mühlenstation, soweit sie in den Bereich der Landesbauernschaft Hessen-Nassau fallen. Soya- fchrot 13,00, Palmkuchen 13,30, Erdnußkuchen 14,50 alles Fabrikpreise ab südd. Fabrikstation. Treber —, Trockenschnitzel 9,50, Heu 10,50, Weizen- und Rog- genftroh drahtgepreht ober gebündelt 5,00 bis 5,40. Kartoffeln: gelbfleischige hiesiger Gegend Mk. 2,80 bis 2,90 (unv.) per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 11. März. Auftrieb: Rinder 1124 (gegen 1050 am letzten Montaysmarkt), darunter 307 Ochsen, 87 Bullen, 400 Kühe und 330 Färsen, Kälber 551 (490), Schafe 75 (39), Schweine 3818 (3774). Notiert wurden pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen a) 39 bis 40, b) 35 bis 38, c) 31 bis 34, d) 28 bis 30; Bullen a) 38 bis 39, b) 34 bis 37, c) 30 bis 33, d) —; Kühe a) 34 bis 35, b) 28 bis 33, c) 23 bis 27, d) 15 bis 22; Färsen a) 40, b) 36 bis 39, c) 31 bis 35, d) 26 bis 30; Kälber a) 53 bis 55, b) 46 bis 52, c) 38 bis 45, d) 28 bis 37; Lämmer und Hümmel b2) 37 bis 38; Schafe nicht notiert; Schweine al) 49 bis 52, a2) 49 bis 52, b) 48 bis 52, c) 47 bis 52, d) 44 bis 50, e) —, f) —, gl) 45 bis 48, g2) 40 bis 44. Rinder zogen gegen die letzten Montagspreise um 1 bis 2 Mark an, Schweine blieben unverändert, ebenso Kälber und Härnrnel gegen den vergangenen Donnerstagsmarkt. Marktverkauf: Rinder rege, nahezu ausverkauft (Ueberftonb: 7 Ochsen, 6 Bullen, 6 Kühe); Kälber Hämmel und Schafe lebhaft, ausverkauft; Schweine mittelmäßig, nahezu ausverkauft (Ueberftonb: 10). Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren. B> schicktung: 373 Viertel Rindfleisch, 80 ganze Kälber, 25 ganze Hämmel, 155 halbe Schweine. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 62 bis 66, c) 58 bis 62, Bullenfleisch b) 56 bis 60, Kuhfleisch b) 48 bis 54, c) 34 bis 42, Färsenfleisch b) 62 bis 66, c) 58 bis 62, Kalbfleisch b) 67 bis 75, c) 61 bis 67, Hammelfleisch b) 70 bis 75, Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren: Roher Speck aus hiesiger Schlachtung unter 7 Zentimeter 68 bis 72, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf: mittel. Kirchliche Nachrichten. > Evangelische Gemeinden. Freitag, 15. März. Gießen. Pelruskapelle. 20 Uhr: Passionsandacht; Pfr. Trapp. — INainzlar. 20.30: Bibelstunde — Münzen berg. 20: Mädchenabend. Vaptisten-Gemeinde (Gartenstraße 13). Donnerstag, 14. Mürz. 20.30 Uhr: Bibelstunde; Prediger Falk. Die Heilsarmee (Grabenstraße 11). Mittwoch, 13. März. 20 Uhr: Heiligungsversammlung. Donnerstag, 14. März. 20 Uhr: Nähstunde für Frauen und Mädchen. Freitag, 15. März. 20 Uhr: Aufführung „Sieg der Liebe". Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a.DL Zerhn Schluß» kurs Schlußk. Abend- börse Schluß» kurs Schlußk. mittag» börse Datum | 93 | 11.3 9.3. 11 3 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutjche Reichsanl. von 1934 6*/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit AuSlos.-Rechten ............. 4*/»% Deutsche ReichSpostschatzan- weisungen von 1934, I....... 6% etjem.8% Hess. BolkSstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4¥t% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 5%% ehern. Hoss. Landes-Hypo- thekenbank Darmstadt Staut ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Autzlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Qlu- leche Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4y2% chem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 5*/z% ehern. 4'/2% Franks. Hyp.» Bank-Ligu.-Pfandbrtefe....... 6y2% ehem. 4*/j% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 4y2% ehem. 8% Pr.Landespfand- driefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Lbl.VI Steuergutsch.VerrechnungSk. 35-39 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4^% desgl. von 1913.......... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe 100 96,25 102 112,13 99,5 97 96 99,5 93,5 112,5 96 99,75 100 97 97 105,9 27 1,175 7,85 7,2 7,2 10,5 99,9 96,25 101,75 112,4 99,5 97,25 96 99,6 93 113 96 99,9 97 97 105,9 27,25 1,15 7,85 7,2 7,25 10,7 8,5 99,9 96,25 101,75 112,4 99,8 96,75 96 112,9 95,75 100 97 97 105,9 27,4 1.2 7,95 7,2 7,25 10,5 99,9 96,25 112,4 99,75 96,9 113,25 96 100,5 97 97 105,9 27,5 1,2 7,95 7,15 10,5 8,65 Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Gchlupt. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. Mittag- börse Datum 93 11 3. 9 3 11-3. 4% desgl. Serie 11 .......:.. 8,5 8,5 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,3 4,4 4,4 4,35 4/,%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,75 6,75 6,7 6,7 4% Rumänische vereinh. Rente 4 4 4 4 2%% Anatolier ............ 35,75 35,5 35,9 36 Hamburg-Amerika-Paket .... . 0 32,25 32,5 32,18 32,25 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 —— — 27,25 28 Norddeutscher Lloyd ........ . 0 34,9 34,65 34,5 34,5 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . 0 83 80,5 82,25 80,5 Berliner Handelsgesellschaft .. . 5 115,5 115,5 116 116 Commerz- und Prioat-Bank .. . 0 82 81,25 82 81 Deutsche Bank und TiSconto- GeseUschaft............... . 0 82,5 82,5 82,5 82,5 Dresdner Bank............. . 0 82,5 82.5 82,5 82,5 Reichsbank ................ 12 166.75 166,5 165,65 166,25 A.E.G..................... . 0 35,25 35,4 35,4 35,25 Bekula.................... 10 141,5 141,5 141-65 141,65 Elektr. Lieferungsgesellichaft.. . 5 108 108 108 108,75 Licht und Kraft ........... GVi 121,13 120,25 121,5 120,5 Felten & Guilleaume........ . 0 89,5 88,75 89,5 88,75 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 116 116 116,13 116 Rheinische Elektrizität ....... . 5 117,4 — 117 115 Rhein. Wests. Elektr......... . 6 — —— Schuckert &(£o.............. . 4 99,5 100,5 99,5 100,5 Siemens & Halske........... . 7 141 140,5 141,25 141,25 LahmeyerLEo............. . 7 122,5 121,5 122,75 121,5 Buderus ................. . 0 91,65 92,5 91,75 92,5 Deutsche Erdöl .... ....... im ?5 100.4 Gelsenkirchener............ .. 0 76,5 Harpener................. 98 5 99.25 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 — — 88,4 88,5 Alse Bergbau ............. . 6 — _ 147 148 Alse Bergbau Genüsse...... .. 6 127,25 126 127 126 klöcknerwerke ............. 2y, 87 86,9 87,5 87 Mannesmann-Röhren...... 77 1 78,13 76,75 77,75 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- kurs Schlußk. Abendbörse Gchluß- kurs Schlußk. Mittag« börse Datum 9.3 11.3 9 3 11-3- Mansfelder Bergbau....... . 8 92,75 93 92,5 93 Kokswerke................ .. 5 — —— 105,65 105,5 Phönix Bergbau........... .. o — —— — —— Rheinische Braunkohlen .... 12 212,65 212,75 212,75 210,5 Rheinftahl................ 3 V? 95 95,75 95,4 96 Bereinigte Stahlwerke...... .. 0 —— 76,75 76,65 76,4 Otavt Minen ............. .. o _ 12,13 12.13 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 — 111,5 111,5 111,75 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 113,5 111,75 113,5 112,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7 y> — 144 146,25 145 I. G. Farben-Jndustrie..... .. 7 141,5 140,75 141,25 140,75 Scheideanstalt............. .. 9 206,75 206,75 — — Goldschmidt .............. .. 0 92,75 93 93,25 93,25 RütgerSwerke............. .. 4 105,65 105,25 105,9 105,75 Metallgesellschast........... .. 4 90 90 90,25 90 Philipp Holzmann......... .. 0 89,25 88,5 89,5 89,5 Zementwerk Heidelberg .... .. 6 116 116,5 - Eementwerk Karlstadt....... .. 4 127 127 - Schultheis Patzenhofer ..... .. 4 — — 104,75 104,5 Wu Ehemann V sollte V GIESSEN sös Obecheffen. erde sich bestanden hat. Sodann gab er in einem etwa ein» stündigen aufschlußreichen Vortrag Kenntnis von Mhjahrsversanimlimg der Zmker in Gießen Statt Karten März 1935 Wörrstadt Rheinhessen Gießen Marburger Sir. 44 Gretl Sternberg Adolf Herf Verlobte Ala Anzeigen-Aktiengesellschaft Annahme von Anzeigen für alle Leitungen u. P.eiticbntten Gießen/Gchulstraßel dah wir lb müßten b aufmerk» lation von n eine auf i brauchten n Tag den usfämpfen. tanschau- n gegen- Gemein- Gutschein a 3154 fin Huguft Jacobi Darmstadt Senden Sie mir kostenlos eine Versuchs» Packung Burnus Name ...——.......................... Drt-------- Straße------„---------—.—........ In dick! Vollkoni-, Schrot- ond Hessenbrot macht schlank! Gehen Sie ins Kräülerhans illllllliniiilhiiiiiiii>ll um ein -fraulich" iie echten enWoche Teller in erben! — leben Ge- }ebe r Ser mit bem mb nM )d ahren: -uppen! schafl In unserem deutschen Volke gefestigt werden. Alles kleine müsse vergessen und der Blick den großen Zielen zugerichtet sein. Nur so könnten wir unserem Führer Adolf Hitler dienen, der sich in der Arbeit für das deutsche Volk verzehre, so allein könnten wir ihm für seine Aufopferung danken. Mit einem Gelöbnis der Treue zum Führer, mit dreifachem „Sieg-Heil!", in das die Zuhörer begeistert einstimmten, und mit dem gemeinsam gesungenen Horsl-Wessel-Lied fand die Versammlung ihren Abschluß. Sondergericht in Gießen. Zu Hause: Samstag, den 16., und Sonntag, den 17. März 1935 __________________________________1436 D Das Sondergericht unter dem Vorsitz von Land- gerichtsdirettor Hackler (Darmstadt) verhandelte gestern in Gießen zunächst gegen den 37jähriaen Wilhelm Weizmann. Der Angeklagte, der ohne festen Wohnsitz ist, kam aus der Wanderschaft nach Leihgestern, wo er bettelte. Eine Witwe ging er Mittagessen an. Als ihm das versagt und ihm kleiner Geldbetrag gewährt wurde, stellte er Versteigerung. Donnerstag, den 14. d. M., nachmittags 2^ Uhr, werden im Hofe des Finanzamts Gießen, Goethe- straße, für das Reichsbauamt Darmstadt meistbietend gegen Barzahlung versteigert: 1438V Zirka 250 Stück Gerüstbohlen für Maurer und Weißbinder, 10 Stück Gerüstböcke und verschiedene lose Rundhölzer (Brennholz). Ferner werden für das Finanzamt Gießen zwangsweise gegen Barzahlung versteigert: 6 Damenmäntel (Plüsch), 3 Herrenmäntel, eine Anzahl Figuren, 1 Violine mit Kasten, 1 Gitarre und verschiedene Kurzwaren. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Finanzamt Gießen (Vollstreckungsstelle). Auf Einladung der Deutschen Arbeitsfront (Berufsgruppenamt Gießen) sprach am Samstagabend im Ortsgruppenheim Provinzialoberbaurat Sei» larius über „Das Straßennetz der Provinz Oberhessen und die neuzeitlichen Bauweisen". Dieser Vortrag bildete sozusagen eine Fortsetzung des am 25. Februar gehaltenen Vortrags über „Provinzialstraßen und Reichsautobahn". Einleitend behandelte der Redner das Straßengesetz vom 15. 7. 1926 und gab einen kurzen lieber» blick über die Tätigkeit der Provinz Oberhessen, deren vornehmste Aufgabe auf dem Gebiete des Straßenwesens im Ausb a u des vorhandenen Straßennetzes für den immer mehr zunehmenden Kraftwagenverkehr Alljhieffünsche hinsichtlich Sitz, Eleganz und Qualität werden in unserem Maßatelier berücksichtigt. nssA Wir beraten Sie sachkundig und Ihrer persönlichen Note entsprechend. Feinste Früh- jabrsstoffe in riesiger Auswahl, mäßige Preise. Bitte beehren Sie uns bald zum Maßnehmen. Der Straßenbau der Provinz Oberhessen Oie neuzeitlichen Bauweisen. Mittwoch, den 13. März, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung. An Ort und Stelle Bekanntgabe in obigem Lokal: 1 Kaffeeröster, 1 Personenwagen (Wanderer), 1 Schäftestevvmasch., Lederwalzen, ISchuhmacher-Näb- maschine,Nähmaschinen, ISchreib- maschine, Registrierkassen, Gasherde, 1 Fahrrad, 2 Pianinos, 1 Harmonium, Büfetts, 1 Kredenz, Flurgarderoben, Bücherschränke, 1 Warenregal, Eisschränke, einen Kassenschrank, Kleiderschränke, ein Vertiko, 1 Trummeausviegel, Chaiselongues, Sofas, Tische und Schreibtische, Stühle, Sessel, eine Trockenhaube, 1 Grammophon, Radio-Apvarate, 1 Gewehrschrank, 1 Photo-Avparat, 1 Prismenfernglas, Oelgemälde, 1 große Partie Bücher, Damen- u. Herrenschnürschäfte, 90 Flaschen Wein, Dekorationsfiguren, 200Mistbeetfenster. Schwalb, Stellvertr. des Gerichts- vollz. Junker in Gießen, Wiesecker Weg 16. (u39D) Telefon 3383. gewiesen, daß im Frühjahr, vor allem im April, die meisten Bienenvölker am Hungertode eingehen, da um diese Zeit infolge des schon starken Brutansatzes der Futterverbrauch verhältnismäßig stark ist. Stellt sich dauerndes Brausen des Volkes ein, so bedeutet dies in den meisten Fällen Wassermangel. Die Völker brauchen jetzt unbedingte Ruhe und gute Warmhaltung. Weisellos gewordene Völker sowie Schwächlinge sind mit starken Völkern zu vereinigen, denn selten bringen letztere im Laufe des Jahres noch einen Honigertrag. Die Volksentwicklung im Frühjahr ist abhängig von den zur Verfügung stehenden Pollen. Es ist zu begrüßen, daß das Abschneiden der stark stäubenden Weiden- und Haselnußkätzchen polizeilich verboten ist- Der zweite Vortrag wurde von Ober-Tele- graphensekretär i. R. Pfeiffer (Launsbach) gehalten und behandelte „Die Bekämpfung der Faulbrut und Jlofema- krankheit im Frühjahr." einmal 8 Stunden Lokomotivführer sein? Ware jeder Deutsche einmal 8 Stunden Lokomotivführer, bann würde plötzlich in allen Haushaltungen das Waschen leichter und einfacher. Wieso? Jawohl! Gerade weil die Kleidung des Lokomotivführers so recht voll von Schweiß, Schmutz, Ruß, Gl und anderen schwierigen Schmutzarten ist! Denn bann wären alle Hausfrauen schon auf bie 3bee gekommen, das Einweichmittel Burnus zu probieren. Sie hätten sofort am anderen Morgen den Beweis, daß unser organisches Mittel Burnus fast den gesamten Wäscheschmutz herausgezogen hat, — Sie sehen es mit eigenen Äugen an der schwarzen Farbe des Einweichwassers! Verlangen Sie von uns direkt eine Dersuchspackung und die begeisterten Urteile von Leuten mit schwieriger Wäsche wie Hotels, Restaurants, Mechanikern, Lokomotivführern usw. Hit l0o»etb| $ebe'ns, iey. h i!nnier „'damit ? Die Zehnte e,*)unbeH yrd)tbare Uerneh. Mungs. Hie der Angaben .Ansicht. 9 auch so 1 Unteres. Unguis. Man be- tum, um» W aber Industrie i werde. ■e gespielt >er Spitze 'nationale fe Machen $9* denn Mstungs- Mn. erlangen, denswillen eure Kraft nschen ge. cher Geist m lebendig t'gkeit, der Vmm öföifdie SlMmdemWU? Darüber spricht Georg El linZ, Pforzheim, Mittwoch,13. März, abends 8.30 Uhr, in der „Aula des Gymnasiums". oioie k MM er S Kohlen Koks 1675D Briketts Eiform Happel&Co. Mühlstr.18,Ruf3925 ine mit einem den mir denn ter verärgert >t zu Zusam- st du wieder reibtG.und rn Schw'mm- anftellen, daß drei Kreuz-, iie Sophie , hat vorhin ct zerbrochen- S'SÄ Waschen Sie so! Ganz einfach, nur Immer hochheben und runterdrücken. Auch beim Einweichen und Spülen der Wäsche leistet der Waschkompressor gute Dienste. Dieses moderne Waschgerät ist billig. Lassen Sie es sich zeigen bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten M6a Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der BrQhl'schen Druckerei unwahre Behauptungen bezüglich des Winterhilfswerks und des Ministerpräsidenten Göring auf. Hinzu kam noch, daß der Angeklagte unbefugt das Hoheitsabzeichen trug. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von 1 Fahr unter Anrechnung von 3 Wochen erlittener Untersuchungshaft. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit befaßte sich das Gericht mit dem Andreas Wilkening aus Gehrden. Der Angeklagte übte böswillig Kritik an den Maßnahmen des Führers anläßlich der Ereignisse vom 30. Juni 1934. Das Gericht erkannte auf 6 Monate Gefängnis. In der Nachmittagssitzung stand der Wilhelm Ortmüller aus Gießen vor Gericht. Der Angeklagte sollte sich in schweren Beleidigungen gegen die Reichsregierung, insbesondere den Führer, ergangen haben. Die dahingehende Anzeige wurde von der 'eigenen Tochter des Angeklagten erstattet, die unter Aufsicht der Sittenpolizei steht und als moralisch minderwertig angesehen wird. Unter diesen Umständen konnte eine Verurteilung auf Grund ihrer Aussage nicht erfolgen, und der Angeklagte mußte mangels Beweises freigespro » chen werden. iff leinek me mch^ er* jede WM*, ärgerliche K ft1w Endung >ev |te#!LWni Holzheim, 11. März. Am Samstagabend hielt der Turnverein, gegründet 1908, eine außerordentliche Generalversammlung im Vereins- lokal bei Mitglied Gg. Sarnes ab. Der stellvertretende Vereinsführer E. Jung leitete die Versammlung. 40 Mitglieder waren anwesend. Schrift- roart E. Zeiß II. verlas die neuen Satzungen, die einstimmig angenommen wurden. Der seitherige Vereinsführer, Landwirt Heinr. Grieb, wuroe einstimmig wiedergewählt. Nach den neuen Satzungen müssen zwei Kassenprüfer auf die Dauer von zwei Jahren gewählt werden; es wurden Gg. Sames und E. Zeiß II. einstimmig gewählt. Der Vereinsführer ernannte dann für das neue Jahr feine Mitarbeiter: stellvertretender Vereinsführer E. Jung, Oberturnwart Karl Müll, Dietmar! Gg. Sames, Kassenwart Karl Reitz, Schrift-, Presse- und Werbewart E. Zeiß II. und Spielwart O. Ohly. Es wurde dann der Aeltesten- rat gebildet, der sich wie folgt zusammensetzt: Vorsitzender des Aeltestenrats der Vereinsführer H. Grieb III., weitere Mitglieder Oberturnwart K. Müll, Dietwart Gg. Sames, H. Jung II., Gg. Jung V., H. Jung IX., Konr. Klee und K. Müller I. Bei Punkt „Verschiedenes" hielt Die Ortsgruppe Gießen der Reichs -1 fachschaft Imker hielt am Sonntag im Eisenbahnhotel Hopfeld ihre Frühjahrsversammlung ab, zu der sich über 70 Bienenzüchter aus den Kreisen | Gießen und Wetzlar eingefunden hatten. Nach der Begrüßung durch den Ortsgruppenführer, G. Bodenbender (Gießen), übernahm Rektor Echternach (Krofdorf), als Stellvertreter die 93erfammlungsleitunxj und leitete die Besprechung über das Thema „Auswinterung der Bienenvölker" ein. Der erste Flugtag der Bienen im Hornung oder Lenzing ist für den Bienenvater von besonderer Bedeutung. Kann er doch da am Flugloch ablesen, ob die Durchwinterung gut verlaufen ist und ob die Stockmutter noch am Leben ist. Vielen Bienenzüchtern ist auch noch nicht bekannt, daß beim ersten Reinigungsflug in der Aufregung auch die Königinnen mit hinausgelockt werden und dann leicht verloren gehen. Nur bei warmer Witterung ist kurze Nachschau zu halten, ob noch genügend Futterrvorräte vorhanden sind, denn es ist nach- unb schwerem Verkehr, sei trockener und starker Grundbau mit daraufliegender dichter, d. h. möglichst hohlraumarmer Decke, deren Abbindyngs- prozeß beendet ist, sobald sie dem Verkehr übergeben wird. Auf Hauptstraßen mit mittlerem Verkehr wurden verlegt: Oberflächenteerungen, Asphalt- und leer» splitteinstreudecken, Halbtränkdecken, Traßkalk- decken und Hementschotterdecken. Für schwereren und schwerste Verkehr wählte man die im Heiß- Mischverfahren hergestellten hohlraumarmen bituminösen Decken, wie Asvhaltteerbeton, Teermaka- dam, die ein- und zweischichtiye Asphaltfeinbeton- decken (Topeka), ferner die zweischichtige Betondecke und das heimische Kleinpflaster. Die rasche Entwicklung des Kraftwagenverkehrs zwinge uns zu Straßenbefestigungen, die nicht nur in der Herstellung und Unterhaltung billig sind, sondern auch die Eigenschaften besitzen, geräuschlos, staub- und stoßfrei zu sein. Nach dem mit Beifall aufgenommenen Vortrag wurden von Direktor Ochs der Deutschen Straßenbaugesellschaft zwei lehrreiche Filme „Die Bitumenstraße" und „Die Straßen des römischen Reiches, des Mittelalters und der Neuzeit" vorgeführt und erläutert. Auch diese Darbietungen wurden mit starkem Beifall belohnt. Der Versammlungsleitsv Dr. Koburger schloß dann den Vortragsabend mit einem dreimaligen Sieg-Heil auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. )flaumen- MUS|“ken. Pflaumenu. Zucker 10-Pfund-Elmer 2.86 25-Pfund-Eimer 6.80 Emaille-Eimer: 10 Pfund M. 2.90 29 Pfund M. 7.90 ab hier seit29Jahren ERICH HENKELMANN Magdeburg 113. iiiiiiiiimiiimimimiii 9ld. Zletkentfernen mit Sil - v • •- eine einfache Sache -tzugo Dolfs IS. Äeöurisiag. Mark. 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Danach hielt Assessor Dr. Dietz von der bäuerlichen Werkschule Grünberg einen lehrreichen Vortrag über Schweinezucht. Er zeigte, wie der Bauer dadurch, daß er mehr Fettschweine züchtet als seither, mithilft, die Einfuhr ausländischer Fette einzudämmen. Die Versammlung bekundete beiden Rednern reichen Beifall. Der Leiter dankte ihnen und fchloß mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer. * Ruppertsburg, 12. März. Der Förster i.R. Johannes Reeg Hierselbst kann am morgigen 13. März seinen 8 5. Geburtstag begehen. Der alte Herr ist Veteran von 1870/71, um ihn scharen sich an seinem Geburtstage drei Söhne, drei Töchter, 17 Enkel und fünf Urenkel. Dem Jubilar wird überall große Wertschätzung entgegengebracht. _________________________________ Prozentsatz von 21,22 t>. der landeskirchlichen und 17,14 v. H. der erwachsenen evgl. Bevölkerung. Am Heiligen Abendmahl nahmen 296 Manner und 499 Frauen oder 30,20 v. H. der landeskirch- lichen bezw. 40,27 o. H. der erwachsenen evgl. Bevölkerung teil. f .... Die Gesamtsumme der Liebesgaben betrug 4464 Mark, d. h. etwa 1,70 Mark auf den Kopf der lan- deskikchlichen bzw. 2,26 Mark auf den Kopf der erwachsenen Bevölkerung. Der Kirchenvorstand beriet den Voranschlag der evangelischen Kirche und des Marienstifts für 1935. Er wurde mit einer Einnahme und Ausgabe von 12 679,88 Mark genehmigt. An größeren Ausgaben wurden vorgesehen für Steuern 2400 Mark, für Unterhaltungsarbeiten der kirchlichen Geoäude, besonders für weitere Jnftandfetzung des Kirchendachs, 2540 Mark. Ein Fehlbetrag von 6000 Mark muß durch örtliche Kirchensteuern gedeckt werden, da das Marienftift, das früher alle Ausgaben deckte, keine nennenswerten Einnahmen mehr hat. Die Einnahmen und Ausgaben des zweiten Teils (Pfarrbesoldungsfonds) betragen 4171,94 Mark. Im Berichtsjahr konnte endlich der Wunsch der Kirchenbesucher nach einer besseren Heizungsanlage dank des Entgegenkommens der Stadt Lich erfüllt werden. Es wurde eine neue größere Heizungsanlage (System Esch) eingebaut, die imstande ist, 'den großen Kirchenraum besser zu erwärmen. Die Heizungsanlage, die bisher in einer alten Seitenkapelle (Sakristei) untergebracht war, wurde tiefer gelegt. Die schöne dadurch wieder freigewordene alte Kapelle soll hergerichtet und in ihren ursprünglichen Zustand gebracht tdtrben. Ferner wurde im Berichtsjahr das Pflaster vor der Kirche und dem Gefallenendenkmal mit der sich anschließenden Stützmauer wiederhergestellt und dadurch dem Kirchenplatz eine schönere Gestaltung gegeben. Durch die verschiedenen Arbestsvergebungen wurde die Arbeitsbeschaffung wesentlich unterstützt. Verzettelung der Kirchenbücher in Lich Tlatuffchutz ist DottSsach« geworden! Wegweisend gingen die führenden Männer des neuen Reiches voran, sicherten dem deutschen Wald und Wild wirksamen gesetzlichen Schuh und zeigten planvoller Volkslumsarbeit große, edle Ziele auf. — Dieses grundlegende ^uch über den Aalurschutz aus der Feder des Leiters der deutschen Naturschuhbewegung geht jeden einzelnen Volksgenossen an. Es gilt, die natürliche Schönheit unserer Heimat in liebevoller Sorge und naturverbundener Gemeinschafisarbeit zu erhalten für uns und der Dietwart Gg. Sam es einen kurzen Vortrag über den deutschen Menschen und den Lebenslauf des Begründers der Deutschen Turnerschaft Friedr. Ludwig Jahn. Mit breifachem Gut Heil! auf den Führer Adolf Hitler, unser geliebtes Vaterland und dür Deutsche Turnerschaft sowie mit dem Gesang der beiden Nationallieder wurde die Versammlung geschlossen. — Dieser Tage starb die älteste Einwohnerin unseres Dorfes, Frau Katharine Sun g,. geborene Schneider, im hohen Alter von 83 Jahren. Wenige Tage vorher feierte sie noch im Kreise ihrer Verwandten und Bekannten ihren Geburtstag, wobei sie noch gesund und Kochen Sie die - vorher in Henko Bleich-Soda einge. weichte - Wäsche in kalt zu. bereiteter Sillösung auf. Alle Flecke, ob von Obfi, Wein, Tee, Kaffee, Kakao, Tinte, Blut sind schnell, gründlich und doch schonend beseitigt. Sil zum 'Bleichen ohnegleichen/ Lergestelli indenpersilwerken 1934 einen besseren Besuch aufzuweisen hatten, als im Jahre 1933. Frau Ohly (Alsbach) überbrachte die Grüße des Hauptverbandes und behandelte anschließend das Thema „Mit der Mutter durch den ganzen Tag". An der Hand von Beispielen aus dem Leben zeigte die Rednerin, wie das Gebet der Mutter Kraft verleihe und wie von den Kindern Erinnerungen an das gemeinsame Gebet mit hinaus ins spätere Leben genommen würden. Frauenhilfsschwestern hätten die besondere Aufgabe, für gesegnete Wohnstätten zu sorgen und die Kinder auf betendem Herzen zu tragen; solche Kinder könnten nie verloren gehen. Gerade die Passionszeit und die Vorbereitungszeit der Konfirmation feien im besonderen Maße dazu geeignet, das Gebet zu pflegen. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Volz (Wirberg), sprach allen Gästen und Mitarbeitern am Frauenhilfswerk Dank für ihr Kommen aus. Dekan Sattler (Wiefeck) dankte den hiesigen Gemeinde- alicbern, bie alle Gäste bewirtet hatten, für ihre Gaftfreunbfchaft unb sprach bie Hoffnung aus, baß ber Tagung ein reicher Segen befchieben sein möge. Oie evangelische Gemeinde Lich im Jahre 1934. Eure Arbeit an ber beruflichen Ertüchtigung unb Eure freiwillige Selbstprüfung im Reichsberufs, wettkampf soll das ganze Volk mit einem frohen Glauben an bie beutsche Zukunft erfüllen. Darum, beutsche Jugend. hinein in ben frieblichen Wettstreit ber Arbeit! Frankfurt a. 21L, 9. Marz 1935. Gez.: Sprenger. des Reichswekterbienstes. Ausgabeort Frankfurt. Das mächtige, mit seinem Kern unoeränbert über Sübskanbinavien liegenbe Hochdruckgebiet ist noch immer für unser Wetter beftimmenb. Dabei bringen jedoch in ber Höhe jetzt wärmere Luftmassen aus Sübost nach Deutschlanb ein, die sich bei uns in ab- steigender Bewegung befinden unb baburch vor allem in Gebirgslagen stärkeren Temperaturanstieg gebracht haben. In ben Niederungen steigen bie Tagestemperaturen zwar kräftig an, boch sinb nachts immer noch leichte Strahlungsfröste zu erwarten. Aussichten für Mittwoch: In ben Nieberungen vielfach bunstig, sonst aber noch über» wiegenb heiteres unb trockenes Wetter, mittags ziemlich warm, nachts leichter Frost, lebhafte östliche Winbe. e Aussichten für Donnerstag: Noch Anhalten bes trockenen unb übermiegenb heiteren Wetters. Temperaturen. Am 11. März, mittags + 6,3 Grab Celsius; am 11. März, abenbs —0,2 Grad; am 12. März: morgens —1,2 Grad. Maximum 6,5, Minimum — 4,2 Grad. —Erdtemperaturen in zehn Zentimeter Tiefe. Am 11. März, abends 0,0 Grad; am 12. März, morgens 0,1 Grad; Sonnenscheinbauer 9,1 Stunben. Wintersport. Schwarzwald: Feldberg: Heiter, —7 Grad, 195 Zentimeter Gesamtschneehöhe, gekörnt, Ski und Rodel sehr gut. Alpen: Garmisch-Partenkirchen: Heiter, — 7 Grad, 55 Zentimeter Gesamtschneehöhe, verharscht, Ski und Rodel sehr gut. D Weickartshain, 11. März. Im Hockschen Saale fand am Samstag ein Schulungsabend statt. Blockwart Melchior begrüßte mit kurzen Worten die Besucher. Eine Minute stillen Gedenkens widmete man dem auf tragische Weise ums Leben gekommenen Minister Schemm. Pg. Heß sprach dann über das Thema „Juden unb bereu Treiben in Deutschlanb." Seine Worte mürben mit starkem Beifall ausgenommen. Blockwart Melchior schloß hierauf bie Versammlung mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler. — Bei Gastwirt Bingmann fand bie erste Generalversammlung ber hiesigen Milchabsatzgenossenschaft statt. Bürgermeister Brüller begrüßte bie Mitglieber. Georg Opper würbe zum Schriftführer ernannt. Der Jahresbericht von 1934, sowie ber von 1933 (im Grünbungsjahr 1933 fand keine Generalversammlung statt) würben vorgetragen. Die Bilanz würbe genehmigt unb bem Vorstanb Entlastung erteilt. Ferner schilberte Ortsbauernführer B i n g m a n n Zweck unb Ziele ber Bezugs- unb Viehverwertungsgenossenschaften. Hinsichtlich ber Erzeugungsschlacht forberte er bie Mitglieber auf, ben notwendigen Flachsanbau zu steigern; 15 Ar wurden sofort zum Anbau gemeldet. Auch auf die Einrichtung der Silo kam' ber Ortsbauernführer zu sprechen. Bürgermeister T r ü 11 e r schloß bann mit brei- fachem Sieg-Heil auf Führer unb Vaterlanb bie Versammlung. — Ein Unglücks fall ereignete sich am Samstag auf bem hiesigen Bergwerk Gewerkschaft Luise. Der hiesige Arbeiter H. R. war an einem reparaturbebürftigen Motor beschäftigt, als ihm plötzlich eine Stichflamme ins Gesicht schlug unb ihm erhebliche Brand- wurben beibrachte. Der Bebauernswerte mußte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Kreis Schotten. Kreisverbandstaguug der Evangelischen Zrauenhilfe. 7" Saasen, 11.Marz. In unserer Gemeinde anb am gestrigen Sonntag ein Kre i s ve r - banbs treff en ber in ber Evangelischen Reichsfrauenhilfe zusammengeschlossenen Vereine statt. Aus ben Gemeinben Annerob, Nötigen, Wieseck, Alten-Buseck, Linbenstruth, Göbeln- rob unb Saasen hatten sich bie Teilnehmerinnen in großer Zahl eingefunben, so baß unser kleines alt- ehrwürbiges Kirchlein auf bem Veitsberg kaum alle Gäste fassen konnte. Im F e ft g o 11 e 5 b i e n ft prebigte Propst Knobt (Gießen) über 2. Kor. 6, 2.1: „Wir ermahnen euch aber als Mithelfer, baß ihr nicht vergeblich bie ©nabe Gottes empfangt". Er ermahnte bie Frauenhilfsschwestern, getreu ben Vorbildern, die uns die beutsche Geschichte in ber Heiligen Elisabeth, ferner in Luthers Frau unb ber Ma- thilba Wreda gegeben habe, nachzuleben. Frauenhilfsarbeit fei eine Arbeit, bie nicht um ihrer selbst, sondern zur Ehre Gottes getan werbe. Das Wirken ber Evangelischen Frauenhilfe solle aus unb in ben Gottesbienst führen. Eine gesegnete Ausgabe ber evangelischen Frau sei in ber Hauptsache bas Wirken für bas Leben in ber Kirche. Die Nachversammlung, bie ebenfalls in ber Kirche abgehalten würbe, eröffnete ber Frauenchor Saafen, geleitet von Lehrer Dieser, mit bem Choral „Großer Gott, wir loben bich". Sodann begrüßte bie Kreisverbanbsvorsitzenbe, Frau Kreuber (Gießen), bie Versammlung unb gab ben Jahresbericht, aus bem zu ersehen war, baß bie Kreisverbandsversammlungen in bem Jahre Naturschutz im Dritten Reich Einführung in Wesen und Grundlagen zeitgemäßer Naturschuharbeit von Prof. Or. Walther Schoenichen Direktor der Staatlichen Stelle für Raturbenkmalpflege in Preußen und Leiter der Fachfielle Naturschutz im Neichsbund Volkstum und Heimat Kinderwagen wie neu, preiswert abzug. oions Kaiserallce 3211 Bettenhausen, 11. März. Die Gemeinschaft „Kraft b u r ch Freude" stattete am Sonntag unter Leitung bes Bommersheim im Müllerschen Saale einen Volkstumabenb. Der Gesangverein trug ch liche a»te Volkslieder vor, wobei man sah, was auch ein kleiner börslicher Chor stimmbegabter Leute unter zielbewußter Schulung leisten kann. Besonders angenehm war bflft reine, von Provinzialismen fast ganz freie Sprache. Ein Kenner unseres Dorfes entwarf etliche „Dolkskunbliche Bilber aus Bettenhausen". Es würbe von ber Bedeutung der Flurnamen gesprochen, die Schönhest unserer Hausnamen gewürdigt und von Witterungs- und Ernteverhältnissen in ber ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erzählt. Nachdem der offizielle Teil mit einem Sieg-Heil auf ben Führer geschlossen worden war, blieb man noch ein wenig zusammen bei Volksliedern und Gesängen des neuen Deutschland. | Verkäufe | Weg.Umz.z verk. Gasantomat, Spiegel, Schulbank, Obstgesten, Elek- tro-Ökonom, Tep- pichkehrmachlne, Junker nnd Ruh Danerbren. oiooe moltkestraße 161 munter war. - - Lich, 11. März. Die Sammlung des Vereins für bas Deutschtum im Aus- lanb am vergangenen Samstag erbrachte ferer Stabt ben ansehnlichen Betrag von ber Gegenwart werben (Kommunismus, Frei- bentertum unb Rüstungsinbustrie) unb rief zuletzt zur Mitarbeit am Misfionswerk auf. Die Gemeinde folgte mit großem Interesse den eindrucksvollen Ausführungen. Am Nachmittag kamen die Kinder zu ihrem Recht. Außerdem sprach Missionar Rufs noch in Nieder-Bessingen. Nundsunkproaramm Mittwoch, 13. März. 6.15 Uhr: Gymnastik. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.30 Uhr: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Promenadenkonzert, ausgeführt vom Mufikkorps der Landespolizei Stuttgart. 13.15: Mittagskonzert. „Sonne, Mond und Sterne." 14.30: Wirtschaftsbericht. 15.15: Neuere Musik. 16: Nachmittags-Doppel-Konzert. 18- Aus Zeit und Leben. Lebensfpiegel im Beruf. 19: Das UeberbrettL 20.15: Stunde der jungen Nation. Jungarbeiter angepackt! 20.45: „Ihr lieben bösen Männer." Frauen machen Kabarett. 22.20: Ein alemannischer Volksbrauch: Beim Scheibenschlagen im Markgräfler Land. 22.40: Tanzmusik. 24 bis 2. Nachtmusik. Meisterwerke deutscher 13. März hätte der große Tondichter Hugo Wolf seinen 75. Geburtstag feiern können. Seine Lieder sind in das ständige Repertoir aller Konzertsäle Europas eingegangen und werden noch heute als die besten Vertonungen des neuen Volksliedes geschätzt. Hugo Wolf war lange verkannt, und erst zu einer Zeit, als ihn schon die geiftige Umnachtung umfangen hielt, verstand man den Wert seiner Tondichtungen zu würdigen. Er starb am 22. Februar 1903 in Wien. Die Hitler-Jugend unb die Deutsche Arbeitsfront rufen Euch zum 2. Reichsberufswettkampf auf. Laßt sie wie im Vorjahre diese Großtat der deutschen Iungarbeiterschaft zu einer machtvollen Kundgebung für das ganze deutsche Volk werden. Beweist, daß Arbeit das Ideal des deutschen Volkes unb der Jugend Wille die Leistung ist. )( Lich, 11. März. Auf Anregung ber staatlichen Stelle für Verzettelung ber Kirchenbücher sollen auch bie Kirchenbücherderevangelischen Gemeinde Lich, die bis etwa 1630 zurückrelchen, verzettelt werden. In dankenswerter Weise hat Stu- bienrat Dr. Stotz- Gießen, ein geborener Licher, biese umfangreiche unb schwierige Arbeit übernommen. Die Arbeit, bie ehrenamtlich getan wirb, soll noch in biesem Frühjahr angefangen werben. Von jebern Eintrag in bie Kirchenbücher wird, je nachdem es sich um Geburt bzw. Taufe, Trauung und Beerdigung handelt, ein in verschiedenen Farben gehaltener Kartenauszug hergestellt. Die so hergestellte Kartothek steht bann in der staatlichen Stelle in Darmadt den Ahnenforschern usw. zur Verfügung. Auf diese Weise soll eine Schonung der alten Kirchenbücher, die in den letzten Jahren sehr stark gebraucht und dadurch in ihrer Erhaltung gefährdet wurden, erreicht werden. Wie groß die Benutzung ber Kirchenbücher war, geht baraus hervor, baß bis jetzt über 1800 Personen in unserer Pfarrei ber arische Nachweis ganz ober teilweise geliefert würbe. Die Bewältigung biefer Arbeit war nur baburch möglich, baß sich ehrenamtliche Kräfte zur Verfügung stellten. Landkreis Gießen. )( Lich, 11. März. Der gestrige Sonntag war in unserer evangelischen Gemeinbe ber Heiden- Mission gewidmet. Im Vormittagsgottesdienst predigte Missionar Ruff von der Baseler Mission, abends hielt er einen Vortrag über China. Auf Htvnatd & W&S«* 8#^ Ausruf des Gauleiters zum zweiten Reichsberufswettkampf. Deutsche berufstätige Jugend, deutsche Zungbauern im Sau Hessen-Nassau. mehrerer Zu Haller yienen, < ist der (S virklicht, Landsleü hat. We erstünde, Lebensja. heute bei 1 I SiiÄ 1 Frankreich Dienstzeit ge leiten ber 6 daß gerade tim als e Dollshe wieder den Das Heer Werbung, der Diensi des Volks! vuszubilbe Mertmc Machthabe nötig. Nu Kaserne b wirb, erhi gierimg a Willen b' Die beide Bombonc derartige! 3m Ge ben meis Befreiung Bolksh ber Ta 8,7 l Benzinverbrauch, in bestem Zustand, zu verkaufen. Zu erfr.in d. Geschäftsstelle des Gießen.Anz. ow STOFFSPEZIALHAUS I BERNÄRD&SOHN E Gießen • Plockstraße Nummer 14-16 d-r ""jährige, ®,e im Qn( Nt toi der da! "dem an fr1! ehkg« tfr Ä re h' |o V"" te Eiserne moD Wendeltreppe . mit Geländer, 1,20 Mtr.Tnrch- mefser, 3,26 Mir. hoch, fof. zu üei'f. Hoonftt. 31, Büro. 11111111111111111111111111111 5 SM Frühbeetfenster zuverkaufen •01015 Zu erfr. i. d. Ge- schäftsst. d.G.A. ■ IHHIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIII | Kaufgesuche~| Waschbecken und Spülstein zu kaufen gesucht. Schr. Ang. unter 01011a. d.G.A. )( Lich, 11. März. Aus der kirchlichen Statistik des Jahres 1934 ist zu berichten: Im Jahre 1934 wurden in der evangelischen Gemeinde Lich 23 Paare getraut, 61 Kinder getauft, 63 konfirmiert und 35 Gemeindeglieder beerdigt. Es wurden in 64 Hauptgottesdiensten 5024 Männer, 8064 Frauen unb 3972 Kinber, in 30 Nebengottes- bienften 1502 Männer, 2762 Frauen unb 1079 Kinber, in 10 Christenlehren 80 Jünglinge unb 165 junge Mäbchen, in 40 Kinbergottesbiensten 2887 Knaben unb 3500 Mäbchen gezählt. Die Gesamt- — burchschnittszahl aller Gottesbienstbesucher ber Ge- Grunb seiner über 16jahrigen Tätigkeit m biesem meinbe in einer Woche betrug 127,05 Männer, großen Lanbe schilberte er zunächst Land und 211,38 Frauen unb 219,99 Kinber. Das ergibt einen Leute, wies auf bie Mächte hin, die um China jn