Kr.fO Erster Blatt 185. Jahrgang Zamrtag.tZ.Zanuar 1935 Erscheint tag lid), Aßei Lonnlaqs und feiertags Beilagen: Dre Illustrierte Gießener Familienbiatter Heimat Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr . „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt §ernfprechanfchlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen postfcheälonlo: Kronlfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStr vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. 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Ueberall hämmert und klopft es. Eine Armee von Arbeitern ist auf den Beinen, um den Brüdern aus dem deutschen Vaterland einen würdigen Willkomm zu entbieten. Am Bahnhof sammeln sich Menschen, halten kleine Blumensträuße oder ounkles Tannengrün in den Händen, um die ersten Sonderzüge, die heute eintreffen, zu empfangen. Nicht allzu viele. Denn der Appell, die Verkehrssicherheit an den Bahnhöfen nicht zu gefährden, hat weitgehende Beachtung gefunden. Während in Saarbrücken überwiegend das ansässige Bürgertum die Straßen füllte, verleugnet sich hier der Charakter der Industriestadt nicht. Arbeiter im einfachen Werkskleid, Frauen mit dem Marktkorb im Arm, alte Leute, die den Sohn, die Tochter begrüßen wollen, einige Landjäger, die plaudernd zusammenstehen, ein Bild voll disziplinierter Ruhe, aber ergreifend in seiner erwartungsvollen Feierlichkeit. Der Zug, der uns über die Grenze ins Pfälzer Land tragen soll, steht unter Dampf. Noch wenige Minuten, dann braust die lange Wagenreihe in den erwachenden Morgen hinaus, der Grenzstadt Homburg zu. Trotz der scharfen Winterluft erwartungsfrohe Gesichter am offenen Fenster. Und richtig! Schon in Wellersweiler passieren wir den er st en einlaufenden Sonderzug aus dem Reich. Unsere Arme heben sich zum Gruß, begeistert wird er vom Nebengleis erwidert. Grüße fließen herüber und hinüber, Taschentücher flattern, dann setzen sich beide Züge in entgegengesetzter Richtung in Bewegung. Kurze Zeit noch leuchtet das rote Schlußlicht des Sonderzuges, dann hat die Ferne ihn verschlungen. In wenigen Minuten wird er halten im Heimatsort an der Saar, werden Menschen sich umarmen, die anderthalb Jahrzehnte getrennt waren! Rasch rollen wir der deutsch-saarländischen Grenze entgegen, diesem grotesken Gebilde eines sog.nannten „Fricdens".vertrages. In Homburg französische Zöllner, die sich offenbar heule gar nicht recht wohl fühlen. Da rauscht es vier, fünf Gleise entfernt jubelnd: „ e^tjch ist die S ar, deut.ch immerdar". Dort hall ein weiterer Sonderzug aus d e m R e i ch e. Der festliche Grünschmuck ist entfernt, so will es eine hohe Regierungskommission. Die Menschen aber lassen sich nicht niederzwingen. Aus tausend kehlen erklingt das Saarlied, begeistert mitgesungen von den Menschen, die den Bahnsteig füllen. Menschen umarmen sich, die sich vorher nie gesehen. Tränen der Freude und des Stolzes stehen in den Augen. Hände schließen sich zusammen und möchten sich nicht mehr voneinander lösen. Das Grenzland empfängt seine reichsdeut- schen Söhnet Die Zollkontrolle wird anerkennenswert rücksichtsvoll gehandhabt. In wenigen Minuten ist alles erledigte Die Morte reichen nicht aus, um diese herrliche Stimmung zu schildern. Diese überquellende Freude, mit der ein deutsches Land nach ISjähriger Fremdherrschaft die reichsdeutschen Brüder grüßt. Schmucklos ist zwar der Bahnhof, nackt ragen Fahnenmasten in den aufklarenden Wintertag, aber die Herzen sind heiß, hier lodern Flammen, die keine Harle Verordnung löschen kann. Ein schriller Pfiff, die weißen Tücher flattern, ein letztes „RIachls gut" vom Bahnsteig her, dann klirrt auch dieser Zug dem Herzen des Saarlandes zu. Wir passieren bei Bruchmühlbach d i ehe u t s ch e Grenze. Noch ein anderes Bild: Der kleine Bahnhof, der seine internationale Bedeutung dem Zoll verdankt, in duftendes frisches T a n n en - arün getaucht, jeder Pfeiler von dichten Girlande, i umschlungen, kleine Tannenbaumchen dem Babnsteig entlang Deutsche 3 0 I Jb e ® unsere silbernen Hoheitzeichen an der Dienstmütze, stehen lächelnd und plaudernd zusammen, ^eute und in den nächsten Tagen machen sie festlichen Dienst, sind sie Zeugen h i st o r t schen Geschehens. Bei der Devisenkontrolle schnell Abfertigung. Auch hier im Arbeitsraum das tannenbekränzte Bild des Führers, Blumengruße auf den Tischen. Was in Homburg nicht möglich ist durch die Verbote der Völkerbundsregierung, hier wiro es doppelt erhebend wieder gut gemacht. Grenz- landirn Feierkleid! Nun geht es auf reichsdeutsche mBoden weiter. Zu beiden Seiten der Bahn die kleinen Arbeiterhäuser mit reichem Flaggenschmuck an den Fenstern, erwartungsvolle Menschen, die den Sonderzügen entgegensetzen, um die Heimfahrenden zu grüßen. In Landstutzl, in Kaiserslautern, Neustadt das gleiche bunte Bild. Hakenkreuzwimpel flattern in langen Reihen von Bahnsteig zu Bahnsteig. Mächtige Schilder an Schienensträngen künden glückhaft: „Nur noch zwei Tage, du deutsches Land an der Saar!" Die Transparente umgeben von Grünschmuck, umweht von unseren ruhmreichen Flaggen. Doppelt ergreifend, wenn man seit Wochen im Sarland weilte, wenn man alle Schikanen erlebt hat, von dem Fahnenoerbot bis zum untersagten Empfang der Ausländsdeutschen in der Heimat. Im Zuge fahren Schwestern und Sanitäter, welche die ersten Sonderzüge von Kaiserslautern bis zur Grenze begleiten. Sie hatten nichts zu tun, keine Hilfeleistung war nötig. Begeistert erzählen sie von der packenden Stimmung der Abstimmungsberechtigten. Heimatsehnsucht und stolze Freude im Herzen, so fahren sie in diesem Meer von Fahnen und Waldesgrün der alten deutschen Heimat entgegen' die ihr leuchtendes Festkleid Kurz nach der Machtübernahme im Reich trug sich in einer Saarbrücker Schule ein kleiner Vorfall zu, der an sich unwichtig erscheint, der aber äußerst aufschlußreich für die Gesinnung schon der Jüngsten an der Saar ist: Der Lehrer einer der unteren Klassen wurde von einem vielleicht zehnjährigen Jungen darauf hingewiesen, daß ihr Stundenplan nicht mehr in Ordnung sei. In diesem Stundenplan waren die einzelnen Fächer symbolisch dargestellt, also etwa „Rechnen" durch einige Ziffern, „Naturgeschichte" durch einen Hasen, „Französisch" durch die Trikolore usw. In dem Stundenplan müßten jetzt — so meinte der Junge — die Farben „Schwarz-Rot- Gold" für „Deutsch" verschwinden und durch die Hakenkreuzfahne oder durch „Schwarz-Weiß-Rot" ersetzt werden. In der nächsten Pause, nach der Genehmigung des Vorschlages, entfalteten die Schüler eine emsige Tätigkeit. Einige Jungen liefen so schnell sie konnten nach Haus. Einer brachte ein Bild Adolf Hitlers, einige andere Fähnchen in den neuen Farben des Reiches in die Klasse. Als der Lehrer nach der Pause den Klassenraum betrat, hing an der Wand neben dem Bild Hindenburgs das des neuen Reichskanzlers und Führers des deutschen Volkes. Beide Bilder reich mit kleinen Fähnchen geschmückt. Dieser aus eigenem Antrieb selbstgeschaffene Schmuck war der Stolz der ganzen Klasse und das Vorbild für alle -md-ren Klassen. Bis in den letzten Tagen vor dem Weihnachtsfest das Flaggenverbot der Regierungskommission des Saargebietes kam. Jetzt, so versichert mir der Lehrer dieser Klasse, wo die Jungen ihren politischen Glauben nach außen bin nicht mehr zeigen dürfen, tragen sie diesen Glauben nur um s o heißer in ihren Herzen in Erwartung des Tages, an dem sie ihre Liebe und Verehrung für den Führer wieder offen zeigen und bekunden dürfen. Diese kleine Geschichte, so unbedeutend sie fein mag, gibt ein Bild vom Wesen der deutschen Saarjugend. Jeder, der mit dieser Jugend etwas zu tun bat, wird die Echtheit des Beispieles bestätigen. In der Jugend an der Saar ist ein viel klarerer und festerer politischer Wille anzutreffen, als in manchen Kreisen der älteren Generation. Hier gibt es keine erst in einigen Tagen anlegen darf, wenn die unsinnigen Grenzpfähle zersplittern, wenn 800 000 Deutsche zurückgekehrt sind ins Vaterland. Der Kyffhäuserbund zur Saarabstimmung. Auf Anordnung des Kyfshäuserbundes - Führers, Oberst a. D. Reinhard, wird am Abend des 13. Januar das Kyffhäuserdenkrnal auf dem Sagenberg des Kyffhäusers im Herzen unseres Vaterlandes anaeleuchtet werden, um — ein Symbol der deutschen Treue — von der Sympathie der im Kyffhäuserbund zusammengeschlossenen mehr als 3 Millionen ehemaligen Soldaten mit ihren Brüdern und Schwestern im Saargebiet zu künden. Emigranten, hier gibt es keinen, der sich äußerlich und innerlich dem Erlebnis des neuen Deutschland entziehen wollte, oder schon entzogen hätte. Hier fehlen auch völlig die Menschen, die jedes Bekenntniswort zum neuen Deutschland mit fünfundzwanzig „Wenn" und „Aber" einschränken, hier gibt es nur einen f e ft e n Glauben an den Führer und den entschiedenen Willen, ihm und seinem Werke so viel als das möglich und erlaubt ist, zu dien en. Inmitten der separatistischen Schlammflut, die sich gerade in den letzten Tagen der Emigrantenherrlichkeit über das Saargebiet ergießt, ist es eine Wohltat, sich mit jungen Menschen über die Fragen des Tages- kampfes zu unterhalten. Für diese prächtige, durch die bitteren politischen Erfahrungen ihrer Jugend sehr feinhörig gewordene Jugend steht das, was die Emigrantenblätter zusammenschmieren, überhaupt nicht zur Diskussion. Für sie steht höchstens die Frage der Existenz dieser Schmutzblätter zur Diskussion. Sie sind sich klar darüber, daß sie sobald wie irgend möglich von der journalistischen Bildfläche des Saargebietes zu verschwinden haben. Für die Saarjugend gibt es nicht die von den Emigranten au'gemorfencn Probleme, wie etwa das sinnlose Geschwätz von einer zweiten Abstimmung. Die Saarjugend unterscheidet lediglich Menschen, die sich ihrer Verpflichtungen ihrem Volke gegenüber bewußt sind, und solche, die ihr Volk und die Geschichte ihres Volkes verraten, weil sie für die außenpolitischen Wünsche Frankreichs werben. Diese völlig eindeutige Haltung der saardeutschen Jugend bestätigt sich überall. Jeder Jugendführer, jeder Lehrer weiß von ihr zu berichten. Schon um dieser absolut eindeutig stehenden Jugend willen muß das Saargebiet am 13. Januar der Rück- aliederung ins Reich zugeführt werden. Die Jugend kann heute noch nicht mitbeftimmen, was aus dem Saargebiet werden soll. Aber ihr klarer und entschiedener politischer Wille wird sich schon in den allernächsten Jahren Geltung zu schaffen wissen. Die Jugend weiß: Die Rückgliederung des Saargebietes ans Reich ist die Voraussetzung für den Frieden. Ehrentag der Saar. Das Land zu beiden Seiten der Saar, dessen Bewohner morgen aufgerufen werden, sich vor aller Welt in einer gewaltigen Willenskundgebung zum Deutschtum zu bekennen, dies Land ist deutsch, wie irgendein anderes an der weiten Westmark von Lörrach bis Speyer und hinauf bis Aachen, Cleve und Emden. Volkstum und Sprache, Geschichte, Kul- tur und Wirtschaft banden dies Land nun feit zwei Jahrtausenden mit seinen Nachbarn zwischen Mosel und Mittelrhein zu einer unlöslichen Einheit. Nie» mals empfanden wir Feldgrauen — damals noch ohne jeden Hintergedanken an die Möglichkeit eines politischen Kampfes — den urdeutfchen Charakter dieses Landes stärker, als unser hessisches Regiment nach langen Monaten ruhigen Stellungskrieges in Lothringen und im Elsaß im Frühjahr 1918 auf dem Weg zur Flande'-noffensive das Land an der Saar und mittleren Mosel durchquerte. Im west« lichen Lothringen hatten wir eine französisch spre« chende Bevölkerung getroffen, durchweg bestimmte das Steinhaus mit flachem Dach den Charakter der Dörfer und Landstädte, und wenn im Elsaß auch das alemannische Stammestum seiner Bewohner in Sprache und Bauweise unverkennbar war, so hatten doch viele Angehörige der großbürgerlichen Schicht Anus, Fabrik und Geschäft im Stich nelassen, um sich vor den „Prussiens“ in Paris in Sicherheit zu bringen, und auch auf dem flachen Lande hörten wir neben freudigen Bekenntnissen zum Reich doch auch damals schon Stimmen einer vorsichtig ab» wägenden Neutralität. Wie anders an der Saar, wo damals trotz der weitgesteckten Kriegsziele der Franzosen keinem auch nur der Gedanke gekommen wäre, daß er um fein Deutschtum einmal werde kämpfen müssen. Und auch als im November 1918 nach dem Rückmarsch aus Frankreich, bevor wir den Rhein überschritten, unsere Kameraden von der Saar, Gewerbetreibende aus Saarbrücken und Neunkirchen, Bergleute aus dem Warndt, Industrie» arbeitet von der Dillinger Hütte, Bauern aus dem Bliestal, sie alle mit den anderen links des Rheins beheimateten Frontsoldaten Zurückbleiben mußten, ' wußten wir wohl, daß schwere Zeiten feindlicher Befatzungsherrfchaft ihrer harrten, aber niemals hätten wir ahnen können, daß plumpe Gefchichts- fälfchung versuchen werde, diese kerndeutschen Men» schen, die Schulter an Schulter mit Kameraden aller deutschen Stämme in tausend Schlachten gegen j Frankreich gestanden hatten, zu „Saarfranzosen" zu stempeln, um ein reiches Kohlen- und Erzvorkommen der französischen Wirtschaft einzuverleiben und der strategischen Grundstellung Frankreichs auf den überhöhenden lothringischen Hängen ein vorgeschobenes Ausfallgelände mit Saarbrücken als Schlüssel zu den drei Wegen zum Mittelrhein, Mainz, Worms und Speyer zu sichern. Wie konnte es auch anders fein? Die historische Rheinpolitik der Franzosen, die von den Königen des Hauses 23afois, über die großen politischen Kardinale Richelieu, Mazarin und Fleury, über die französische Revolution und die beiden Bona» parte in großer Linie bis zu Poincars, Clemen» I ceau und Barthou läuft, findet ja in Volkstum und Geschichte, Kultur und Wirtschaft keinerlei Begrün» 1 düng. Frankreichs Auffassung vom Begriff der Na» I tion achtet alles dies zwar gering. Die Franzosen glauben an die verschmelzende Kraft der „Civili- sation“ und beanspruchen für sich, wer ihrem Le» bensstil nahe stehl, wer irgendwann zum stanzöfi» schen Staate ober zu seinem Ausstrahlungsbereich gehört hat. Der Königsberger Historiker Hans R o t h f e I s erinnert in einem fesselnden Aussatz der „Berliner Monatshefte" daran, daß diese französische These in der Zeit der Rheinlandbesetzung eine schroffe Widerlegung erfahren hat. Die Entscheidung des 13. Januar wird erneut beweisen, daß die Rolle, die Frankreich in der Geschichte der deut» schen Westmark gespielt hat, keinerlei französische Ansprüche in den Herzen der deutschen Bewohner an Rhein, Mosel und Saar hat begründen können. Auch wenn die Franzosen mit der Idee von 1789 kokettieren, die ein gemeinsames Band um Frankreich und das Rheinland geschlungen habe, so muß ihnen — wenn es nach den Erfahrungen, die sie in der Separatistenzeit am Rbein gemacht haben, überhaupt noch nötig ist — gesagt werden, daß es damals die Idee der Freiheit war, der die deutschen Rheinländer, erbittert über die Auswüchse des entarteten Absolutismus deutscher Territorialfürsten begeistert zujubelten, n''cht jedoch die Liebe zu Frankreich, dessen Königshof in Versailles den kleinen deutschen Fürsten ja grade ein so schlechtes Beispiel verschwenderischer Willkürherrschaft gegeben hatte. Dafür ist grade der Ausgang des Hauses -iffau = öaarbrücfen, das ja in seinen verschiedenen Zweigen vier Jahrhunderte hindurch im - özt n Teil d's heutiaen Saargebiets geherrscht hat, der beste Beweis. Der letzte regierende Fürst Haus - fi U b ’ n . bn^u rnn s"'n"M 23ntir schon eine schwere Schuldenlast übernommen, die d oz aller B.mühunaen um eine sparsame Finanz- wirtschaft durch Soldatensvielerei und Jagdleidenschaft wie durch eine für das kleine Ländchen ungeheuer komplizierte und aufgeblähte Verwaltung nicht geringer wurde. Ein standesgemäßes Auftreten am Hak von Versailles und ein" bis dahin in der Geschichte seines Hauses unbekannte Mw- tressenwirtschast kosteten ebenfalls viel G"ld. So war es Mn Wunder, daß bei der engen Nachbar- schäft zu Frankreich die Ideen der Revolution 1789 auch in Saarbrücken auf fruchtbar-m Bod"n fielen und die geplanten Bewohner den Kommissären der französischen Republik einen freudigen Empfang bereiteten. Die ihnen folgend"n Revolutionstruppen zwangen den Fürsten zur Flucht, errichteten indessen in dem kleinen Lande eine Schreckenstzerr- frbaff — auch hi" Guillotine kond^te in Saarbrücken 24 Opfer —, so daß die Saarländer von den Segnungen der französischen Revolution sehr Der Wille der saardeulschen lugend. vom Saar auch weiterhin Mitwirken. i tuuuu> nuu) jv lungern ^roqi Oie 3)nno reicyen wer- Unterstützungssätze viel höher sind als bei uns im Len zu gemeinsamer Arbeit im Dienste des Friedens. | Saargebiet. Ich habe die Arbeitslosen gefragt. Sie _ Damals wurde auch d i e Stadt deutsch, die am längsten von allen Teilen des Saargebiets unter französischer Herrschaft gestanden hat und in ihrem Namen noch heute an ihren Gründer den roi soleil erinnert Saarlouis. Der große Festungsbauer Dauban hat sie 1680 anael-mt als mächtia-m Eck- Pfeiler der französischen Stellung, die ihre Kanonen auf den Mittelrhein richtete und die Einfälle franzo- DNB. Frankfurt a. M., 11. Fan. Der zur Deutschen Front übergetretene Oberfunktio- när der saarländischen Grubensicherheitsmänner Jakob Hannes, genannt der Rohrbacher Hannes, sprach heute von Kaiserslautern über den Frankfurter Sender zu den verführten Saarbergarbeitern. Er sagte in der unverfälschten Sprache des Mannes aus dem Volke u. a.: An der Brück' an der Saar — Deutsche Waldvögelein! Wenn ihr singt hell und klar Im freien Sonnenschein — Denkt, daß von eurer Schar Ems trauetn mag allein An der Brück' an der Saar! euch geboren hat, die wie die kommenden Geschlechter nur in deutscher Erde ihre letzte Ruhe finden kann. In dieser denkwürdigen Stunde reichen wir allen Brüdern und Schwestern an der Saar im Bewußtsein unserer Zusammengehörigkeit die Hand. 2Bir schlagen ein. Wir fühlen den Pulsschlag des gleichen Blutes. Wir empfinden und wissen, was cs heißt, daß nur in der Volksgemeinschaft Freiheit und Friede einer Nation verbürgt sind. Es ist unser geschichtliches Bekenntnis, bas wir nm 13 Januar ablegen wollen vor aller Welt. Wir wollen die Freiheit, wir wollen den Frieden, die Freiheit der großen deutschen Nation ist der Friede der Welt Letzter Krampf der Separatisten. Saarbrücken, 11. Jan. (DNB.) Nachdem alle Provokationsversuche der 5tatu8-quo-Front an der Diszipliniertheit der deutsch bewußten Saarbevölkerung gescheitert sind und die Deutsche Front recht« zeitig hinter den beabsichtigten Trick gekommen ist, am Sonntag etwa die Beisitzer der 'Einheitsfront aus den Wahlvorständen herauszuziehen, ist Matz Braun, der separatistische Häuptling, nunmehr auf einen besonderen Krampf verfallen. Er hat in der Druckerei seiner „D o l k s st i m m e", nachdem etwa 200 Exemplare gedruckt waren, offen« bar die Maschinen anhalten lasten, hat das Licht ausgemacht, Talglichte aufgestellt. 11t 8 Berlin, 11. Ian. (DrtB.) Amtlich wird milge- teilt: Das Saargebiet wird bei der Rückgliederung in der geschloffenen Einheit übernommen werden, in der es in den I ah ren des Kampfes um fein Deutschtum zufam- menge standen hat. Saar und Pfalz werden ferner zu einem eln- heltlichen Gau der RSDAP. unter dem Gauleiter des Gaues Rheinpfalz Joseph B ü r ck e l zusammengefaßt werden. Gauleiter vürckel, der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers, ist zugleich zum Reichskommissar für die Rückgliederung des Saargebietes bestellt worden. Der Führerund Reichskanzler hat dem Saarbevollmächligten Gauleiter D ü r ck e l zu den Ausführungen feiner Rede in Kaiserslautern über die künftig im Saargebiet zu verfolgende p o - litikderverföhnung feine v o l l e Z u ft i m - mung ausgesprochen. DieVeamtenrechte voll gewahrt. Eine letzte Bahnung. „Denkt daran, datz eine deutsche Mutter euch geboren hat!" Saarbrücken, 11. Jan. (DNB.) Die Landesleitung der Deutschen Front erläßt zum letzten Male vor der Abstimmung einen großen Schlußausruf, in dem sie noch einmal an das Volksbewußtsein aller Saarländer appelliert. Die Saar will d i e Freiheit und den Frieden, und bamm gibt die Deutsche Front jedem Saarländer in dieser venkwürdigen Stunde die Hand. In dem Aufruf heißt es u. a.: Die Stunde ist gekommen, da wir alle mit Stolz und unserer Verantwortung vor der Geschichte bewußt an die Urne treten. Eine Entscheidung haben wir vor unserem Gewissen allerdings nicht mehr zu treffen. Menschen wollten sich unterfangen, uns, die die göttliche Vorsehung zu Deutschen werden ließ, unserem Volkstum außei lieben unserer E!n Schürfer spricht zu seinen Arbeitskameraden an der Saar, vom Augenschein überzeugt. - Oer Rohrbacher Hannes über die Sozialpolitik des neuen Reiches. England erwartet ein überwältigendes Ergebnis für die Rückkehr zu Deutschland. Sofortige Entscheidung des Dölkerbundsrats notwendig. haben mir gesagt, daß pe der festen Ueberzeugung sind, daß sie in der nächsten Zeit alle in Arbeit kommen. Liebe Kameraden, mich kennt im Saargebiet jedes Kind als den „Rohrbacher Hannes". Ich bin als Funktionär in allen Versammlungen gewesen, ich habe zu Euch gesprochen, ich habe für unsere Sache gekämpft, aber heute fühle i d) miet) verpflichtet, für meine Kameraden einzutreten, um sie vor dem großen Unheil zu bewahren, das richtig zu stellen, was die Lügenmeldungen und bie Status guo-Führung ungerichtet haben. Meine Arbeitskameraden Sauer und Sachs sind Augenzeugen, daß ich nicht gezwungen worden bin, darüber zu sprechen, daß wir im neuen Reich gut und freundlich und herzlich ausgenommen worden sind. Deshalb, Kameraden, fort mit den Status- quolern, die nur i h r Wohl im Auge haben. Kameraden, ich rufe Euch und die ganzen Funktionäre auf, sich heute abend noch restlos in die Deutsche Front aufnehmen zu lassen, auch solche Leute, die notgedrungen, weil sie keine Wohnung hatten, ihre Kinder in französische Schulen schickten. Ich habe mich an Persönlichkeiten gewandt und die haben mir Zusicherungen gegeben, daß ihnen kein Haar gekrümmt wird. Am Vortage der Abstimmung. Festliche Zurüstungen zur Feier der Befreiungsstunde. Saarbrücken, 11. Jan. (DNB.) Der Samstagabend wird mit einer großen Festbeleuch- tu n g aller saarländischen Orte, mit Glockenq e- läut und mit Höhenfeuern den feierlichen Auftakt zur Abstimmung geben. In Saar- li'ft Das Saargebiet wird geschloffene Einheit im nationalsozialistischen Reich. (Souleifer Surrtet Reichskommiffar für die Rückgliederung. lich nicht zeigen. Aber Büsten und Bilder und sa manches andere äußere Zeichen sagen doch, aus welchem Willen diese spontane Freudenfeier entstanden ist. Sämtliche Wi r ch e n des Saargebietes und des angrenzenden pfälzischen Grenzgebietes werden am Samstagabend von 19 bis 20 Uhr läuten, um 20.30 Uhr flammen auf den pfälzischen Bergen und auf den Bergen an der Mosel die H ö h e n f e u e r auf. Um 20.45 Uhr werden dann ; bie Antwortfeuer auf den saarländischen Bergen emporlodern und sozusagen eine Grenze Hinwegbrennen, die deutsches Volk von deutschem Volk trennte. Erst Dienstagmoraen Vekauntgabe des Eraebnisses. Saarbrücken, 11. Jan. (DNB.) Die Abstimmungskommission teilt mit: Aus technischen Gründen wird die Stimm» Zählung er st am Montag um 17 Uhr a n f a n g e n. Es ist vorgesehen, daß die Bekanntmachung des Ergebnisses frühestens am Dienstagmorgen 7 Uhr erfolgen wird. Es ist wahrscheinlich, daß das Ergebnis durch Rundfunk um 8 Uhr bekanntgegeben wird. In einer späteren amtlichen Verlautbarung der Abstimmungskommission heißt es: Durch Lautsprn der welche lsi des nöer zu on wirb eien, be» en unb ’s Saar« d fobann bekannt» auf allen Gebieten von demselben Geist getragen würden, wie die Beziehungen Dr. Schachts zur Bank von Frankreich, so würde eine ganze Reihe von Fragen, deren Lösung heute schwierig erscheine, mit Leichtigkeit geregelt werden können. Seine Verwaltung telephoniere fast täglich mit der Bank von Frankreich, und man arbeite vertrauensvoll und freundschaftlich miteinander. Sauerwein zieht aus der Unterredung die Schlußfolgerung, daß die deutsch-französischen Wirtschaftsbeziehungen sicherlich nochweiter ausgebaut werden könnten, aber nur unter der Bedingung, daß Frankreich auch stark fei und daß es mit ebensoviel Sachkenntnis und Willenskraft wie Deutschland regiert würde. Um sich mit solchen „strammen Burschen" zu verständigen, müsse man ihrem Beispiel folgen, man müsse der Jugend Mut und Patriotismus predigen, ein vorzügliches Heer organisieren und Wirtschaft und Finanzen in wirklich modernem und dynamischem Geiste leiten. Die Wahlen zum portugiesischen Parlament haben eine überwältigende Mehrheit für den Kurs ergeben, der feit 1926 dem Zeitalter der Revolutionen ein Ende gemacht hat. Als der letzte König aus dem Haufe Braganza am 4. Oktober 1910 mit feiner Tänzerin Gaby Deslys verschwand, kamen die anarchistischen Elemente in Portugal ans Ruder und nicht weniger als 42 Revolutionen verheerten bis zum Jahre 1926 das Land. Handel und Wandel verrotteten dabei. Erst als am 28. Mai 1926 ein Dutzend starker Männer, darunter Oliveira Salazar, die Diktatur ausriefen, ist Portugal im Gegensatz zu Spanien zur Ruhe gekommen. Ein Versuch, die schwarze Fahne des Monarchismus und die rote des Kommunismus im Januar 1934 aufzupflanzen, endete mit der Verhaftung der Verschwörer. Der fähigste Kopf des neuen Portugal ist Salazar. Sohn eines Kleinbauern, arbeitet er mit jener minutiösen Genauigkeit, die Zahlen an Zahlen reihte, und es gelang ihm, in unverdrossener Arbeit, aus dem Land, das vor dem finanziellen Zusammenbruch stand, ein Land des Ueberschusses zu machen. Heute besitzt Portugal ein geordnetes Finanzwesen und der Haushaltsetat steht in feiner Einnahme höher als in der Ausgabe. Als Präsident Carmona am 11. April 1933 den Finanzminister mit der Führung der Regierung betraute, behielt Salazar den Posten des Säckelbewahrers bei. Denn für ihn ist eine geordnete Finanzwirtfchaft die Grundlage alles öffentlichen Lebens. Arn gleichen Tage aber gab der neue Ministerpräsident dem Lande auch eine neue Verfassung. Ihre Grundlage ist die Wahrung der Staatsautorität. Denn die vielen Parteien und Regierungen hatten das Land fast ausgebrannt. Auf fchen Außenminister Titulefcu. daß innerhalb der Kleinen Entente gewisse Gegensätze in der Stellungnahme zu den römischen Verhandlungen bestünden. Während Benesch sich uneingeschränkt für einen Beitritt der Kleinen Entente zu den Vereinbarungen eingesetzt habe, nehme der jugoslawische Außenminister I e f t i t s ch eine zurückhaltende Haltung ein und verlange, daß der Balkanbund, somit auch die Türkei, in den mitteleuropäischen Fragen als mitinteressiert erklärt werde. T i t u l e s c u habe sich dem südslawischen Standpunkt angeschlossen. Der Plan, den Benesch auf der Konferenz vertrete, gehe dahin, daß im Frühjahr eine große mitteleuropäische Konferenz in Rom stattfinden solle, die von der italienischen und von der französischen Regierung gemeinsam einzuberufen wäre. Benesch habe ferner den Vorschlag gemacht, daß die diplomatischen Vertreter der Kleinen Entente in Budapest mit der ungarischen Regierung die Wiederaufnah me normaler Wirtschaftsbeziehungen mit Ungarn und einer endgültigen Regelung der Minderheitenfrage erörtern sollten. Auf diesem Wege könnten dann die Voraussetzungen für einen mitteleuropäischen Pakt geschaffen werden. Titulefcu soll es übernommen haben, den Beitritt Polens zu dem neuen mitteleuropäischen Pakt zu erreichen. «fflt «6 ^fenie Eine kurze Ratstagung. G e n f, 11. Jan. (DNB.) Der V ö l k e r b u n d s- r a t hat unter Vorsitz des türkischen Außenministers Rüschtü Aras zunächst, in geheimer Sitzung getagt. Bei dieser Gelegenheit kam die a b e s s i - nische Beschwerde gegen Italien zur Sprache. Die öffentliche Sitzung wurde mit einer Ansprache des Vorsitzenden zu Ehren des verstorbenen Mitgliedes des Haager Gerichtshofes und früheren Volkerbundsdelegierten Japans, Adatfchi, eröffnet. Sir John Simon und Maffigli schloffen sich im Namen ihrer Länder den ehrenden Worten des Vorsitzenden an. Litwinow berichtete dann über die Verunreinigung d e r Meere durch Oelrück- stände. Die Frage hat deshalb eine Bedeutung, weil man einen schädigenden Einfluß dieser Oelrück- stände auf den Fifchbestand festgestellt hat. Die Untersuchungen sollen fortgesetzt werden mit dem Ziel, ein internationales Abkommen abzuschließen, das diese Verunreinigung einschränkt. Außenminister Simon gab dem großen Interesse seines Landes an dieser Frage Ausdruck. Er verlangte eine beschleunigte Arbeit durch die hiermit beauftragten Völkerbundsstellen. Der Rat vertagte sich daraufhin bis Montag vormittag. Damit ist für die privaten Besprechungen unter den hier anwesenden Ministern und Delegierten Zeit geschaffen. Oie Kleine Entente und der Pakt von Rom. Belgrad, 11. Jan. (DNB.) Eine Konferenz der Kleinen Entente in Laibach wurde mit folgender amtlichen Erklärung beendet: Der Ständige Rat der Kleinen Entente trat Freitag unter dem Vorsitz des rumänischen Außenministers Titulescu zu einer Konferenz zusammen. Den Hauptgegen- ftanb der Beratungen bildete die Beurteilung des in Rom vereinbarten Abkommens zwischen Frankreich und Italien sowie die Festlegung der gemeinsamen Haltung, die die Kleine Guten te in dieser Angelegenheit einnehmen wird. Die drei Außenminister drückten ihre Befriedigung über die Ergebnisse aus, die in den Verhandlungen zwischen Mussolini und Laval erzielt wurden, und vertraten die Auffassung, daß diese geeignet sind, den Frieden zu fördern und d i e Organisation d e s Friedens zu stärken. Die drei Außenminister faßten den Entschluß, mit allen interessierten Mächten bezüglich der praktischen Anwendung des römischen Abkommens zusammenzuarbeiten. Sie glauben zugleich auf diese Weise am besten ihre nationalen I n - t e r e s s e n, ebenso wie die Interessen der Allgemeinheit sicherzustellen, die durch die Kleine Entente stets verteidigt wurde. lieber die Konferenz berichtet der Az Est unter Berufung auf eine Unterredung mit dem rumäni- Ein Aufruf des Evangelischen Bundes. Berlin, 11. Jan. Der Evangelische Bund 1 erläßt zum Saarkampf folgenden Aufruf: An unsere evangelischen Freunde im Saargebiet! Teure Glaubensgenossen! Es drängt uns, euch zu sagen, mit welcher Sehnsucht, zugleich aber auch mit welcher Zuversicht wir, die wir allezeit für unser Volkstum mit besonderer Liebe eingetreten sind, dem nahen Tage eurer Abstimmung entgegen- sehen. W i r glauben an eure Treue! Wir haben in Dankbarkeit für sie in steter Fürbitte hinter euch gestanden und keinen Augenblick daran gezweifelt, daß jetzt deutsche Treue ihren Lohn finden werde. Nun schlägt bald der Tag eurer Befreiung. Wir grüßen euch von ganzem Herzen als Schwestern und Brüder, die man zwar äußerlich schwere Jahre hindurch von der Mutter Deutschland losreihen konnte, deren Herzen ober mit uns verbunden waren in unlöslicher Gemeinschaft. Gott schenke uns gemeinsam gesegneten Fortgang im Wiederaufbau unseres Volkes und Vaterlandes, Frieden nach außen und innen, besonders auch unserer lieben evangelischen Kirche, und neue Kraft aus unserer Wiedervereinigung. Das Präsidium des Evangelischen Bundes: Lic. Taube; D. Fahrenhorst; Lic. von der Heydt; Oberkons.-Rat Besig; D. Dr. Beyer; Lic. Semrau; D. Waitz. Völlig freie Entschliehung der Bischöfe Berlin, 11. Jan. (DNB.) Das Diözesanblatt für das Bistum Speyer schreibt: Von gewisser Seite wird das Gerücht verbreitet, die Erlasse der Hochwürdigsten Herren Bischöfe von Speyer und Trier bezüglich der Saarabstimmung seien unter D r u ck von st a a t - licher Seite ergangen. Mit Entrüstung l eignen mir eine f o l d) e Unterstellung ab. Sie widerlegt sich non selbst durch die klare und entschlossene Haltung unserer hochverehrten Oberhirten, die in den vergangenen Jahren st ets in höchstem B-rantwortungsbewutztstm und chir en° sorge für die Heimkehr ihrer Diözesanen im Saargebiet gebetet und gearbeitet haben. Gerade wir Angehörige des Bistums Speyer kennen und bewundern seit den schwersten Tagen der Pfalz 1923 und 19 2 4 die aufrechte Haltung und unbeirrbare Vaterlandsliebe unseres hochwürdigsten Herrn Bischofs in ollen entscheidenden Fragen unseres Volkes und schätzen uns glücklich, daß Deutschland diese Bewunderung für unfern Oberhirten mit uns teilt. Zu unterstellen, daß Seine Exzellenz in der geschichtlichen Frage der Saarheimkehrer, die über jeder Tages- uno Parteipolitik steht, unter irgendeinem fremden Druck handeln sollte, scheitert von vornherein an seiner hohen Auffassung von der Sendung eines deutschen Bischofs und der Große feiner geschichtlichen Verdienste um Deutschland. Landesbischof T^eis-Kasiel tritt zurück Die „Kasseler Neuesten Nachrichten" bringen eine Mitteilung der dortigen Landesstelle des Reichsministeriums für Dolksaufklärung und Propaganda, nach der Landesbischof Theis in einem amtlichen Sim Unterredung mit Schacht Paris, 11. Jan. (DNB.) Dem Außenpolitiker des „Paris Soir", Jules Sauerwein, hat Reichs- wirtfchaftsminifter und Reichsbankpräsident Dr. Schacht in einer Unterredung u. a. erklärt, daß Deutschland mit feinen ausländischen Devisen so sparsam wie möglich umgehen und es verhindern müsse, daß die Mark im Auslande umlaufe, solange Deutschland gezwungen sei, auf der Grundlage des Warenaustausches von der Hand in den Mund zu leben. Mit dem Tage, an dem die allgemeine Weltlage sich ändere und er nicht mehr an die deutschen Schulden zu denken brauche, werde er am anderen Morgen die deutsche Wirtschaft und den Devisenumlauf von ihren Beschränkungen befreien Die Schulden aber müsse und wünsche er zu bezahlen, doch könne er dies nur, wenn die finanziellen Vorschriften lückenlos durchgeführt würden. Den Leidensweg der Kreditpolitik wolle er nicht erneut beschreiten. Sicherlich, so sagt Sauerwein weiter, denke auch Dr. Schacht, daß einige der in der Bank von Frankreich oder im Spar st rümpf des ranzösischen Bürgers schlafende Milliarden der Weltwirtschaftslage ein anderes Gesicht geben würden, wenn man sie in Um» lauf setzte. Dr. Schacht wünsche, daß sich der Handel zwischen beiden Ländern in G e st a l t elnesWarenaustausches und nicht etwa in mit Stolz hichte be- kscheidung igs nicht erfangen, ng zu Volkstum Ille Der» 5 Gott ch nicht deutschen n an der Kelch bis niede des i auch die üchse der ids nicht bewährt, ürer des lvs ihrer i(f übrig, ird) Der» aust heute traben, lchländ r aller iu abseits Erbe des iheit aller deutjchek Opfer »er e n mW tBoltstam ,r glaube Mung ie Faust >er goU- en h r'i um «uh alle, tue konntet, Ruttet nden jte Duhe wir allen Bewußt' and. M des glel' was es ! Fre-M i ist * 3 Januar ollen dl- M WM A >arbe°°L S) IÄ aW1 Flandr'n spricht beute im Rundfunk. Paris, 12. Jan. (DNB. Funkspruch.) Ministerpräsident F l a n d i n wird am heutigen Samstag über alle französischen Staatssender sprechen. Seine Rede wird in vier Teile zerfallen. Im ersten Teil will er die bisherigen Lei st ungen seines Kabinetts behandeln: Haushalt, Gesetze zur Behebung der Getreide- und Weinbaukrise, Militärkredite und internationale Beziehungen. Der zweite Teil wird den Wirtschaftsplänen gelten, insbesondere der Neuorganisation der Industrie. Im dritten Teil will er sich mit dem Finanzprogramm für 1 935, vor allem mit der Kreditpolitik befassen. Schließlich wird er die «5 t a a t s r e • o r m , die mit der Justizreform ihren Anfang nehmen soll, behandeln. Flandin hat dem „Figaro" in Umrissen den Inhalt seiner Rundfunkrede mitgeteilt. Innenpolitisch setzt er sich für den nationalen Zusammenschluß, währungspolitisch für die Stabili- fierung des Franken und den Schutz der Sparer ein. Außenpolitisch stellt er das Leitwort Sicherheitin den Vordergrund. Die in Rom unterzeichneten französisch - italienischen Abkommen und die nächsten Besprechungen von London würden Aufschluß geben über Frankreichs Art, den Frieden zu sichern. Ein Appell ehema igerGaarregimenter Berlin, 11. Jan. (DNB.) Ehemalige Ange- hörige der Regimenter, die früher an der Saar beheimatet waren, veröffentlichen folgenden Mahnruf: „Mit allen Frontkämpfern der Regimenter, die an der Saar beheimatet waren, wissen ihre unterzeichneten ehemaligen Offiziere aus der Reichs- Hauptstadt sich eins, wenn sie einen letzten, eindringlichen und herzlichen Appell an ihre Brüder an der Saar richten: Tut eure Pflicht, w ie Blut und Ehre fordern, bleibt treu euren Deutschen Müttern, euren Vätern, Brüdern und Söhnen, die für euch ebenso wie für das ganze Deutfchland kämpften und starben. Marschiert geschlossen in die Heimat, in gleichem Schritt und Tritt, wie einst eure Regimenter dem Ruf des Vaterlandes folgten. Deutschland sorgt für den ärmsten Volksgenossen am reichsten, sein ärmster Sohn muß daher auch sein treuester sein. Das Reich erwartet die Meldung: 550 000 Saardeutsche zur Stelle!" Unterzeichnet ist dieser Aufruf u. a. von Offizieren des ehemaligen 8. Rheinischen Jnsanterie- ^egiments Nr. 70, darunter Generaloberst Heye; vom ehemaligen Westfälischen Dragoner-Regiment Nr. 7, darunter General der Kavallerie von Pvseck. Ferner beteiligten sich Angehörige vom ehemaligen Ulanen-Regiment Nr. 7, vom ehemaligen Infanterie-Regiment Nr. 30 und vom ehemaligen Feldartillerie-Regiment Nr. 8. Der Reichsverband deutscher Offiziere. Der Reichsverband deutscher Offiziere sandte a n den Führer und Reichskanzler Adols Hitler folgendes Telegramm: In den Tagen der Saarabstimmung schlagen unsere Herzen den Brüdern und Schwestern des Saargebietes besonders entgegen voll Freude und Genugtuung, daß diese, die innerlich nie von uns getrennt waren, nun wieder auch äußerlich zu uns gehören sollen. «Bei Rückkehr der Saardeutschen ins deutsche Vaterland danken wir diesen für ihre Treue und unserem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler für seine sichere Führung und zielbewußte Politik. Wir Offiziere der alten Wehrmacht erneuern gerade in diesen Tagen freudigen Herzens unser Treuegelöbnis zum Führer. bann Die ausländische Presse In seine Druckerei geführt und ihr erklärt, daß die Faschisten ihm den Strom gesperrt hätten, und daß das ein Eingreifen in die Wahlfreiheit bedeute Er werde nunmehr eine Verfehle- bunq der 21 b ft immun $ beantragen. Eine Nachfrage beim Oberbürgermeister Neitzel ergab sofort, daß von einer Strom st örung feine Rede sein konnte, die Stromlieferung an die Dolksstimme vollkommen in Ordnung war und das angebliche Versagen der Stromlieferung auf Vorgänge innerhalb der Volks- st imme-Dr uckerei zurückzuführen ist. Braun hat seine Volksstimme abends um 10 Uhr noch drucken und herausgeben lassen. Franz Seidte an den Bund der Frontsoldaten „(Soor". Der Bundesführer des NS.-Deutschen Frontkämpferbundes (Stahlhelm), Reichsarbeitsminister S e l d t e , hat an den Bund der Frontsoldaten „Saar" folgendes Telegramm gerichtet: „Der NS.-Deutsche Frontkämpferbund (Stahl- ' Helm) sendet seinen Kameraden, den deutschen Frontsoldaten und allen deutschen Volksgenossen an der Saar in diesen für die Rückkehr des Saargebietes zum Reich entscheidenden Tagen seine kameradschaftlichen Grüße und Wünsche in der sicheren Erwartung, voll auf den deutschen Sieg vertrauen zu können. [ Vermietungen | füt® w?* 1935 3-5-ZJollOP sllMeWi kaufen. 0166 {Verschiedenes^ | Kaufgesuche"| Illlllllllllllllllllllllllllil 8 Wochen alte Ä. Blut Limousine Stellengesuche! Ausstattungsh aus coReutei (Bez. Osnabrück) 169 V Seltersweg Nr. 61 Gebühr: RM. 7.- 216A Erstkl. Badewannen-Fachmann {Stellenangebote! 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'0 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhesfen) Samstag, 12. Zannar 1935 die französisch-italienischen Gesellschaften und Kulturgemeinschaften (was man etwa von den deutsch-, italienischen und italienisch- deutschen in den kritischen Julitagen nicht behaupten konnte). Ja. es ist sicher nicht zu viel gesagt, wenn man neben der staatsmännischen Kunst Mussolinis der französischen Propaganda das Hauptoerdienst an dem Erfolg zuspricht. Italien gibt nichts, es bekommt. Es kriegt immer, wie seit einem Menschenalter. Langsam, aber sicher rundet sich sein schon riesiger Kolonialbesitz. Es ist erst vierzehn Tage her, daß es in einer öffentlichen Versammlung in Florenz das Gebiet bis zum Tschadsee fordern konnte, und heute steht es, wenn nicht schon am Ufer und damit vor dem Atlantischen Ozean, so dach dicht davor. Haben wir kürzlich die Frage aufgeworfen, ob die römischen Adler den südwestlichen Weg zum Atlantischen oder den südöstlichen zum Indischen Ozean einschlagen werden, so sieht es nun aus, als könnte die Antwort in einer nicht zu fernen Zukunft lauten: Zu beiden Weltmeeren! Jeder politische Kopf wird sich nun überlegen, was denn um Himmels willen Frankreich zu derartigen Opfern veranlassen konnte und warum trotz ihrer heute ein Jubel in Paris herrscht, der erheblich größer ist als der in Rom. Dazu wäre zunächst einmal zu sagen, daß Rom nach seiner Meinung nur mit Verspätung erhält, was ihm schon im Londoner Vertrag 1915 für den Fall eines glücklichen Kriegsausganges zugesprochen wurde. In der Tat sieht man allmählich auch in Frankreich ein, daß Italien die Entscheidung im Kriege herbeiführte, und wenn ein französischer Minister den Weg nach Rom fand Und dort besubelt wurde, so ist es eben wegen dieses Eingeständnisses, während Marschall Fach, der darüber eine andere Ansicht hatte, seinerzeit schon in Oberitalien ausgepsiffen wurde. Die Begeisterung in Frankreich geht gleichfalls auf den Weltkrieg zurück: man hält die Entente cor- di a 1 e wieder für hergestellt. Rußland, England, Frankreich und Italien auf der einen Seite — was kann da Deutschland auf der andern noch viel Sorge machen? Hier berühren wir nun aber den Kernpunkt des europäischen Komplexes und müssen feststellen, daß es nicht gelungen ist, den gordischen Knoten zu lösen. Scheinbar dreht sich Europa um Oest erreich , wie die Sonne um die Erde, in Wirklichkeit war der große Faktor, der keine Entscheidung zuließ, die abwesende Großmacht Deutschland. Ohne Deutschland) ist eine Klärung in Mitteleuropa nicht möglich, das ist der unausgesprochene Hauptinhalt der römischen Protokolle. Und je mehr Deutschland den Eindruck gewinnen sollte, daß die Entente wieder auferstanden ist, um so schwieriger müßten die vorgesehenen Verhandlungen sich gestalten Darüber ist man sich in Rom völlig klar. Es spricht für Mussolini, daß er aus seinen Bedenken ebensowenig ein Hehl machte wie aus seiner Ueberzeugung, daß die Revision der Friedensverträge nicht etwa um der österreichischen Unabhängigkeit willen geopfert werden dürfe, wenn jemals Ruhe im Donaubecken einkehren soll. Er sieht in der Aussöhnung mit Frankreich weniger ein Endziel, als eine notwendige Etappe zum allgemeinen europäischen Frieden. Er hofft, daß die Rückkehr der Saar zum Mutterland diesen mühsamen Friedensweg abkürzen werde. Er baut auf die von Hitler immer wieder betonte Möglichkeit einer deutsch-französischen Verständi- g u n g und sagt sich damit innerlich los von dem Einkreisungsgedanken, der einer einfachen Neuauflage der Entente zugrunde läge. Sicher ist das eine, daß Mussolini ungeachtet seiner persönlichen Auffassung vom Kriege den allgemeinen F r i e d en anstrebt. Und das ist schon sehr viel im Jahre 1935. Rhön und Spessart werden erschlossen. Oie wirtschaftliche und soziale Sanierung eines deutschen Volksstammes. Das Ergebnis einer Unterredung mit dem Gauleiter von Unterfranken Or.HeNmuth, Würzburg. Körner und Gallier. Don unterem römischen E.-Korrespondenten. . Rom, im Januar. Wieder einmal haben sich Römer und Gallier versöhnt, bevor sie ernstlich entzweit waren. Ver- cingetorix- Laval ist glücklich aus Rom heimge- kehrt und Cäsar Mussolini Gallienus scheint aeneigt, den Schlußstrich unter das letzte Kapitel seines „Bellum Gallicum" zu ziehen. Blut und Rasse haben sich wirksamer erwiesen als die politischen Gegensätze, die gemeinsame Kultur und Sprache erleichterten den so lange ersehnten Ausgleich zwischen den lateinischen Schwestern. Daß die Gallier die ihnen auferlegte Romanisierung nicht nur ertragen, sondern sogar stolz auf s i e sind, das ist der tiefere Grund dafür, daß die Versöhnung so leicht möglich war- wie die Tatsache, daß die Germanen niemals unter römische Herrschaft gerieten oder, wo sie sich doch beugen mußten, das fremde Joch wieder a b- schüttelten , der tiefere Grund für das Unverständnis ist, das die Italiener bis zckm heutigen Tage von den Deutschen trennt. Der Durchschnittsitaliener, also derjenige, der nie über die Alpen hinausgekommen ist, stellt Mich, und mit Recht, Frankreich so ähnlich vor wie Italien, als eine auch landschaftlich romanisierte Gegend; Deutschland hingegen von düsteren Wäldern bedeckt, immer m Nebel gehüllt und von mystischen, nie verständlichen Menschen bewohnt. Es ist durchaus nicht anachronistisch, auf solche Zusammenhänge und Imponderabilien heute hinzuweisen, nachdem Cäsar und Tiberius erst dieser Tage Standbilder auf der Via del l’Impero in Rom errichtet wurden. Betrachtet man das Bild mehr vom modernen, staatstheoretischen Standpunkt aus, so sieht man die Demokratie links und rechts eingehängt in Bolschewismus und Faschismus. Es war wahrlich ein historischer Augenblick, als der Abgesandte Frankreichs sich an der Abendtafel im Palazzo Venezia erhob und zum Duce gewandt ausrief: ,.S'e haben das schönste Blatt in der modernen Geschichte Italiens geschrieben!" Zehn zu eins, daß nun der Faschismus auch dort salonfähig werden wird, wo man bisher mit kaltem Schauer auf ihn deutete. Das macht eben der Erfolg. Für die Deutschenfreffer war Mussolini ja auch der Gottseibeiuns, solange er mit dem Gegner Frankreichs zu liebäugeln schien, während man ihn nach der Abkühlung im vergangenen Sommer direkt reizend und vertrauenswürdig, ja geradezu seelenverwandt finden zu müssen glaubte. Und Parteigänger, Verbündeter wurde er am D r e i k ö n i g s t a g , als er unter Blitz und Donner in die französische Botschaft, den grell beleuchteten Palazzo Farnese einfuhr. Unaufhörlich grollte und vumperte es während des großen Empfangs, die Fenster klirrten, als ob sich die Schlacht ganz in der Nähe abspiele, aber Mussolini und Laval sonderten sich von der glänzenden Gesellschaft ab, in einem Nebenzimmer wurde der Friede geboren, Im Donnerrollen der Dreikönigsnacht des „kritischen Jahres". Sterngläubiqe mögen das Horoskop stellen. Wie ein glückstrahlender junger Vater verkündete Mussolini den französischen Journalisten das frohe Ereignis: „Das Jahr des Kreuzes beginnt unter den verheißungsvollen Zeichen den französisch-italienischen Abkommen!" Das klang ohne Zweifel erfreulicher als fein letztes, furchtbares Wort, nach dem der Krieg für den Mann dasselbe sei, wie die Mutterschaft für das Weib. Zuvor svrach er aber verdientermaßen den Männern der Presse seinen Dank dafür aus, daß sie die günstige Atmosphäre für die Wiederannäherung der beiden Völker geschaffen hätten. Ein Dank, der nicht zuletzt den römisch en Vertretern der französischen Presfe zukommt Sie haben sich niemals entmutigen lassen, mochte der Himmel noch so schwarz scheinen, sie waren d i e eigentlichen Träger der Propaganda für ihre Nation oder vielmehr für Frankreich, denn die Vertreter der größten französischen Zeitungen sind Schweizer. Erfolgreich gearbeitet haben ferner In unserem neuen Deutschland wird ein bis heute fast völlig unbekanntes Land auf friedlichem Wege erobert und erschlossen: Sie Rhön. Was sich hier vollzieht, wird in seiner sozialen Bedeutung das Meliorationswerk in den Pontinischen Sümpfen, das die Aufmerksamkeit der ganzen kultivierten Welt auf sich lenkte, weit in den Schatten stellen. Bei der Durchführung des völkischen Gedankens gilt es, das Großstadtelend und das Landelend zu beseitigen. Wie das Landelend mit seiner volkskraft- zersetzenden Wirkung ein für alle Male ausgeräumt wird, das zeigt der Rhön- und SpessarsiAufbau. Wir wollen kein technisches Können zeigen, sondern eine Bevölkerungsschicht sozial eingliedern. Auf Grund gesunder Existenz- und Wohnverhältnisse soll eine gesunde Generation heranwuchsen. Nur ein gesundes Bauern- t u m kann dort die Grundlage für eine gesunde Wirtschaft im Dienste des Volkes bilden. Eine Viertelmillion Menschen wohnen in Rhön und Spessart. Der Ertrag ihrer Ernte reicht bis Dezember nur aus. Millionen Mark müssen jährlich an Wohlfahrtsunterstützungen aufgebracht werden, für dieses an Boden so reiche Land! Hier setzt der Dr.-Hellmuth-Plan ein, der mit dem Kapital neue Arbeitsquellen erschließen wird. Wir sind überzeugt, alle Rhönbauern können sich vollständig ernähren, werden die 50 000 Quadratmeter Oedland in fruchtbaren Ackerboden umgewandelt. Es gilt die Fehler von Jahrhunderten wieder gutzumachen. Die Voraussetzung für eine gesunde Wirtschaftsentwicklung ist ein gutangelegtes Straßennetz. Bis heute durchzieht nur die Straße iBischofsheim — Gersfeld die hohe Rhön. >Mit dem Bau einer Straße Bischofsheim — Fladungen hat man bereits begonnen und damit schon reiche Arbeitsmöglichkeit für die Arbeitslosen in der Rhön gefunden. Um sich über die Art der Kultivierung vollkommen klar zu fein, sind vorherige meteorologische Beobachtungen an Ort und Stelle unumgänglich notwendig. Die Meldungen der Station auf der Wasserkuppe allein sind zu allgemeiner Natur und genügen nicht. Im Frühjahr 1935 entstehen auf den windreichen Höhen die ersten systematisch-angelegten Schutz- hecken, die als Windfang dienen und für die Bevölkerung eine sofortige Nutzunqsquelle bedeuten. Es sollen in kurzer Zeit möglichst viele solcher natürlichen Schutz-Streifen wachsen, um die Kraft der Naturgewalten zu mindern. Im Schutz dieser Hecken wird die Anpflanzung gedeihen? Der verwitterte Basalt gibt fruchtbares Ackerland. Die entfernten Steine werden durch Handschlaa zerkleinert und sofort als Schotter für den Straßenbau verwandt. Da die Rhöon keinen Tropfen Wasser zuviel hat, kommt der Bewässerungsfrage eine neue Bedeutung zu. Die Gruppenwasserversorgung und Entwässerung einiger Moore soll durchgeführt werden. Ist der einzelne Acker zu steinig und die Fruchtbarmachung unrentabel, so wird der Boden aufgeforstet. Auch mit den Anpflanzungen beginnt man in diesem Jahr. Die Schwierigkeiten liegen besonders in der Auffindung der geeigneten Grundstücke. Es wird hier mitunter empirisch vorgegangen werden müssen, da die Rhön auf ihre Eigenart in der Bodenbeschaffenheit noch wenig untersucht wurde. Das Erbhofgesetz ist die Grundlage der Agrarpolitik. Was aber nutzt das Erbhofgesetz, wenn in der Rhön kein Erbhof vorhanden ist? Hier muß man Erbhöfe schaffen, um die Agrarpolitik in die Tat umzusetzen. Somit krönt der Dr.-Hell- Der neue Präsident des Zentralausschusses für Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche ist Pastor Konstantin Frick (Bremen), der Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbandes und der Vorsitzende des Reichsverbandes der Freien Gemeinnützigen Kranken- und Pflegeanstalten. Durch seine Tätigkeit als Leiter des Bremer Diakonissenhauses ist er Jahrzehnte hindurch mit dem Werk der Inneren Mission verbunden gewesen. muth-Plan den völkischen Gedanken: Alles nur des Volkes wegen! Jeder Rhönbewohner bekommt, seiner Eigenart entsprechend, die Möglichkeit zur höchsten Kraftentfaltung. Der Bauer erhält genügend Land, .um nicht nur seine Familie ernähren zu können, sondern auch um den Ueberschuß des Ertrages noch zu verkaufen. Der Arbeiter und Siedler dagegen bekommt nur so viel Land, als er für die Ernährung seiner Familie benötigt. Es hat keinen Zweck, daß der Arbeiter Bauer wird oder der Bauer Arbeiter. Jeder einzelne Volksgenosse wird, seiner Fähigkeit entsprechend, die Arbeit finden, die ihm eine dauernde Existenz sichert. Er bekommt Arbeit, wie er sie seit Jahren nicht mehr hatte, ob Handwerker, Arbeiter oder Bauer. Mit Ungeduld warten die Rhönbewohner aus die kraftvolle Entfaltung des Aufbauwerkes. Die Siedler sollen aus dem Tal heraus auf die Höhe kommen, damit kilometerlange Wege über Höhenunterschiede von 300 bis 800 m vermieden werden. Dann trägt auch die Viehzucht wieder mehr ein, und der Kuhmist' bleibt nicht nutzlos auf den Wegen liegen. So wird der Boden zum dauernden Segen für die Bevölkerung neu geordnet. Neu ist der Gedanke der Anlage eines Archives und der Schaffung einer Statistik, der in diesem Jahr zur Durchführung gelangt. Das ist notwendig, denn sonst würde später niemand glauben, daß man früher solche volksver- nichtenden Zustände vorfand. Jeder Weg, jedes Haus wird im Bild festgehalten, die wirtschaftlichen Verhältnisse des einzelnen und die der Gemeinden neu ausgenommen, um nachzuweisen, daß der Plan, der theoretisch richtig ist, auch praktisch in jedem einzelnen Fall verwirklicht wird. Man kann ein Land und feine Bevölkerung ja nur dann vor dem Untergang bewahren und ihm helfen, wenn man die Verhältnisse genau kennt. Auch die Studentenschaft hat sich in den Dienst des großen Werkes gestellt. Die jungen Menschen sollen nicht nur beobachten, was hier geleistet wird, sondern müssen sich an der Lösung der einzelnen Probleme beteiligen Sie sollen sehen, wie derartige Fragen angepackt werden. Bis heute fehlt uns jedes Beispiel, wie solche Probleme in Angriff genommen werden. Der junge Mensch soll hier Erfahrungen sammeln und soll sie dort aus- werten, wo ihn das Leben später einmal hinstellt! Wir haben es hier mit einer praktischen Schulung zu tun, denn die Rhönprobleme umfassen das ganze Leben. Hier kann der Jurist sehen, wohin die Aaffau-Saarbrüüen im Dreißigjährigen Krieg (1635-50). -bon Dr (Sari Walbrach hard, der vergeblich auf französische Hilfe hoffte, mußte nach Westen zurückweichen, nachdem er sein Fußvolk und seine Geschütze in den Festungen Mainz, Worms, Frankenthal und Kaiserslautern zurückgelassen hatte, und erreichte Ende Juni mit 7000 Reitern Saarbrücken. Seine Lage war sehr Durch den Teilungsvertrag vom 29. Januar 1629 hatte Graf Wilhelm Ludwig die Grafschaft Saarbrücken nebst den Dogteien Herbitzheim, Ottweiler und die Gemeinschaft Wellingen erhalten. Gemeinsamer Besitz der vier Nassauer Grafen blieben u. a. die Grafschaft Saarwerden und Homburg. Die Nassauischen Länder hatten in den vergangenen Jahren trotz aller Beschwerden von der einen und Zusagen von der anderen Seite außerordentlich durch die Truppen des Kaisers gelitten, die bekanntlich auch in neutralen oder befreundeten Gebieten wie in Feindesland hausten, weil der Krieg den Krieg ernähren mußte. So ist es begreiflich, daß Graf Wilhelm Ludwig und seine Brüder die Aufforderung des Königs G u st a v A d o l f von Schweden, mit dem seit dem Januar 1631 Frankreich verbündet mar, annahmen, in seine Dienste zu treten. Wilhelm Ludwig wurde Oberstleutnant im rheingrafl:chrn Regiment. Als nach des großen Königs Tod sein Kanzler O x e n st i e r n a bas Heilbronner Bündnis der vier oberdeutschen Kreise und Frankreichs zustande gebra^y. hatte, traten auch die -Gossauer Grafen bei, und Wilhelm Ludwig nahm zur Sicherung seiner Lande eine schwedische Besatzung in Saarbrücken und Homburg auf. Das Gluck der protestantischen Sache dauerte nicht lange. Rach der für die Schweden und Herzog Bernhard von W e v- mar verlorenen Schlacht von Nördlingen hielten bald neben Bernhard und dem Landgrafen Wilhelm von Hessen nur noch die Nassauer Grafen zu den Schweden. Daß zunächst die rechtsrheinischen Gebiete der Grafen — Idstein-Wiesbaden, Weilburg und Usingen — die schwere Hand des Kaisers bekamen, bedarf kaum der Erwähnung. Wuhelrn Vuo- wig, der mit seinem Regiment unter dem Veseyi Bernhards von Weimar stand, hatte am 24. Dezember 1635 Gelegenheit, durch einen Handstreich Rache für diese Verwüstungen zu nehmen. Er überfiel nachts in der Nähe von Hanau zwei kaiserliche Rem menter, vernichtete 17 Kompanien, nahm einige Ossi- "ziere gefangen und erbeutete vier Standarten und 800 Pferde. _ ., Freilich konnte diese kühne Tat dem Sch'cksal keinen Einhalt gebieten. Nachdem der kaiserliche Feldmarschall Gallas das ganze rechte Rheinufer in seine Gewalt.gebracht hatte, schickte er sich an, den deutschen Strom zu überschreiten. Herzog Bern- ernst, denn Gallas belagerte bereits Kaiserslautern, und die anderen kaiserlichen Generäle, wie Piccolomini und Johann von Werth, waren auf dem Vormarsch. Die Franzosen versprachen wohl Hilfe, zögerten aber derart, daß am 17. Juli Kaiserslautern fiel und Bernhard sein Lager nach Merlenbach zurückverlegen mußte; die Kaiserlichen standen schon vor Zweibrücken und konnten in kurzem Saarbrücken besetzen. Um seiner Familie die Demütigungen einer Gefangennahme zu ersparen, brachte Graf Wilhelm Ludwig sie nach Metz, wo bereits sein Weilburger Bruder sich aufhielt. Auch das Saarbrücker Archiv wurde dorthin geretten. Für das Land an der Saar begann nun eine schl rnrne Zeit. Die Kaiserlichen besetzten Saarbrücken, mußten die Stadt aber am 29. Juli wieder räumen, als die endlich vereinigten Truppen Bernhards und der Franzosen zur Belagerung schritten. Gallas mußte sich bis zum Rhein zurückziehen und selbst die Belagerung von Mainz aufgeben Aber das sollte kein Erfolg von Dauer sein. Die Verbündeten mußten vor den Kaiserlichen wiederum nach Westen zurückweichen und erreichten, durch die Verfolgung geschwächt, am 26 September die Saar bei Wallerfangen und standen zwei Tage später hinter den festen Wällen von Metz. Nach dem Gc sicht beim Saarübergang bei Wallerfangen wandte sich Gallas nach Saarbrücken zurück, das eingesch'ossen wurde. Ein Ausfall der Besatzung wurde zurückgeschlaaen, und der Kommandant lehnte die Uebergabe ab. So fan es zum Sturm, bei dem viele Häuser der Vorstädte in Flammen aufaingen. Da inzwischen 2000 Reiter aus Metz zum Entsatz eingetroffen waren, mußten die Kaiserlichen die Belagerung aufheben. Sie hielten aber das ganze umliegende Gebiet besetzt, und so blieb Anfang Oktober nur die Uebergabe der Stadt übrig. Die Verwaltung führte „mit Schonung der landesherrlichen Rechte" — der kaiserliche Kommissar Albrecht Bernhard von Weimar trat nun in den Dienst her Krone von Frankreich über und mit ihm Graf Wilhelm Ludwig Im März 16?6 konnte sich Gallas her Festung Homburg, die man den „Schlüssel des Wasgaus" genannt hat. bemächtiaen. und vereinigte sich hei Duß mit dem Herzog von Lothringen. Schon im November des vorheraehenhen Jahres mar beim Reichskammergericht ein Prozeß gegen die Nassauer Grasen „wegen Widersetzlichkeit und Beleidigung kaiserlicher Majestät" eingeleitet und ihre Länder beschlagnahmt worden. Die Brüder versuchten vergeblich, durch die Vermittlung des Kurfürsten von Sachsen eine Zurücknahme der kaiserlichen Maßnahmen zu erreichen. Nur die Gründe der Ungnade des Kaisers wurden ihnen mitgeteilt. In traurigster Lage verlebte Graf Wilhelm Ludwig in Metz seine Letzten Jahre. Während er und seine Familie, von allen Mitteln entblößt, nur durch Verkauf und Verpfändung aller Wertgegenstände mit Mühe ihr Leben fristen konnten, nagte der Gedanke an seiner Lebenskraft, daß die Fremden in seinem Lande hausten, seine Schlosser verfielen und seine Beamten Not litten. Zu Beginn des Jahres 1640 erkrankte er und starb am 22. August; man bettete ihn in dem einzigen Kleid, das er noch besaß, zur letzten Ruhe. Ein Jahr später gelang es seiner Witwe Anna A m a l i a , mit ihren Kindern nach ihrem Schloß in Ottweiler überzusiedeln. In welchem Zustand sich das Land befand, ist aus einem Rentmeisterbericht bekannt. Daraus geht z. B. hervor, daß in Saarbrücken und St. Johann nur noch 70 Bürger wohnten, in Gerschweiler noch drei, in dem vollkommen abgebrannten Naßweiler niemand, in Sulzdach zwei, in St. Arnual vier, in Spittel niemand usw. Zwar • tarn es in den nächsten Jahren nicht zu Komps-. Handlungen an der Saar, aber trotz der Bemühungen' der höheren Offiziere waren die (Einquartierungen der kaiserlichen Truppen und schließlich auch der französischen eine schwere Last. Als auf dem Regensburger Tag 1640 eine Amnestie des Kaisers für seine Gegner verkündet wurde, sofern sie sich mit ihm aus= ! söhnten, hoffte die Gräfin, bald wieder in den Besitz ihrer Lande zu kommen. Aber es sollten bis dahin noch Jahre vergehen, während deren Saarbrücken, Homburg und andere Orte bald von lothringischen, bald von französischen.Truppen besetzt und die Einwohner bedrückt wurden Als es endlich zu den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück kam, bestand die Gefahr, daß wichtige lehnsrechtlich zum Bistum Metz gehörige Teile an Frankreich fielen. Die Reichsstände legten eine Verwahrung ein, sie wehrten sich dagegen, „daß ihre Mitstände, die Vasallen von Metz, Toul und Verdun vom Deutschen Reich los- gerfffen" würden. Im Oktober 1648 wurde der Friede unterzeichnet, doch im Juni 1650 wurde Saarbrücken, in dem eine französische Besatzung tag, noch einmal von den lothringischen Truppen beschossen, und erst Ende dieses Jahres hörten mit dem Abzug der Lothringer die Kämpfe auf. Nach 15 Jahren Krieg, ha Ackerbau und Gewerbe, Handel und Kultur am Boden lagen, zog endlich wieder der Friede in das Land an der Saar ein. Oas gerächte Nullchen. Der alte Dessauer hatte seine besonderen Lieblinge, die sich wohl auch einmal etwas bei ihm herausnehmen durften. So stand der Bäckermeister Riede bei ihm in besonderer Gunst. Einmal.schenkte, ihm der Fürst eine nweisung auf einige Klafter Holz. Als er aber zufällig am Haufe des Bäckers oorbeiging, während gerade das Holz abgeladen wurde, bemerkte er, daß die Holzmenge sehr viel größer war. „Karl!" schrie er, „wieviel Holz habe ich Dir angewiesen?" — „Ach, das war viel zu wenig," versetzte Riede, verschmitzt lächelnd, „da habe ich noch ein Nullchen dazu gemacht.". Der alte Dessauer schwieg, aber seine Rache blieb nicht aus. Als er eines Abends bei Riede vorüberfuhr, ließ er halten und den Meister herausrufen. Dieser erschien sofort in seinem Hauskostüm, in Hemdsärmeln und Pantoffeln an den bloßen Füßen. „Steig mal zu mir ein", sagte der alte Dessauer leutselig, „ich will mit dir etwas plaudern." Natürlich folgte der geschmeichelte Meister der Einladung und nun ging’s bei lustiger Unterhaltung zum Tore hinaus und wohl zwei Stunden über Land, wobei die Pferde immer rascher ausgriffen. Plötzlich ließ der Fürst halten. „So," sagte er, „schönen Dank für die angenehme Unterhaltung. Jetzt kannst Du wieder aussteigen." So verblüfft der Meister örein» schaute, es hal fihm nichts. Er mußte in seiner fragwürdigen Bekleidung im Regen und Dunkel den weiten Weg zurücktappen, und der alte Dessauer rief noch hinter ihm her: „Das ist für das dazugemachte Nullchen!" Zeitschriften. — Das seltene Erlebnis der Begegnung mit einer Walroßherde schildert Alwin Pedersen in der neuesten Nummer der Leipziger „I l l u st r i r t e n Zeitung" in seinem Artikel „Auf Kamerajagd an der Ostküste Grönlands". Sehr anschauliche Bilder von dieser Begegnung begleiten den Text. In dieser Nummer beginnt auch eine unterhaltsame Geschichte um August den Starken „Das Abendbrot zu Pillnitz". Schöne Bilder aus dem Pillnitzer Lustschloß, dem Schauplatz dieser Erzählung, begleiten die Darstellung. Ein großer Beitrag über die Rettung der „Sisto"-Besatzung, ein Reisebericht über Abessinien, eine Reportage aus einer Holzschnitzschule, ein Bilderartikel über wohnliche Stahlhäuser und noch vieles andere mehr ist in dem reichhaltigen Heft zu finden. s v e r k) ä l t n i f s e genauestens 11. 12. 13. 14. 15. 2. 3. 4. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21. 24. 25. 26. 27. 28. 29 30. 1. 72, 3. 4. 5 6. 7. Heinz Werner Fehl, Gießen, Wiesecker Weg 3, „Matrosen, Soldaten, Kameraden". Bärbel Plank, Gießen, Bleichstraße 10, Kohlezeichnung „Bauersfrau". Die Buben und Mädels aus der Stadt können lbre Gewinne bei der Schriftleitung des Gießener Anzeigers, Gießen. Schullt^ße 7, 1. Stock, abholen, und zwar am kommenden Montag, dem 14. Januar' unö am Dienstag, dem 15. Januar, jeweils in der Ait non 16 bis 18 Uhr (4 bis 6 Uhr nachmittags). Die Abholzeit muß eingehalten werden. Die Preisträger von den Landorten erhalten ihre Preise in den nächsten Tagen zugeschickt. Die schönsten Gesebicbten und Gedichte, die als Lösungen auf die Weihnachts-Preisaufgabe 1934 eingingen werden, wie es versprochen war, in der nächsten Nummer der Beilage „Junge deutsche Nation", voraussichtlich am Mittwoch, 23 Januar, veröffentlicht. Albrecht Schäfer, Wieseck, Möserstraße 51, "Krieg auf sieben Ozeanen." 2nge Thiemer, Gießen, Schiffenberger Weg 28, „Blumenstück" (Bild). Hans S ch m a n d t, Gießen, Roonstraße 22, „Der rote Kampfflieger". Hans Otto Glöckner, Lich, Holländischer Hof, „Georg verdient 5 Mark". Walter Reuter, Wieseck, Alicestraße 46, „Auf deutscher Wildfährte". Trostpreise: Der junge Goethe hat von Straßburg aus auch das Saarland kennengelernt. Seine Schilderung in „Dichtung und Wahrheit" gibt ein Bild der Zeit, in welcher sich die eben auskommende Industrie ihren Raum in der Landschaft schuf und sich ihren Platz eroberte neben den Bauten der Rokoko-Epoche. Das Tal der Saar, wo wir zuerst Bocken- heim, einen kleinen Ort, antrafen und gegenüber o eruLStaQrroerbcn' gut gebaut, mit einem Lustschloß, erblickten, ist zu beiden Seiten von Bergen begleitet, die traurig heißen könnten, wenn mcht an ihrem Fuß eine unendliche Folge von Wiesen und Matten, die Hohnau genannt, sich bis Saaralbe und weiter hin unübersehlich erstreckte. Große Gebäude eines ehemaligen Gestütes der Herzoge von Lothringen ziehen hier den Blick an; Pc dienen gegenwärtig, zu solchen Zwecken freilich sehr wohl gelegen, als Meierei. Wir gelangten über Saargemünd nach Saarbrück, und diese kleine Residenz war ein lichter Punkt in einem so felsig waldigen Lande. Die Stadt, klein und hüglig, aber durch den letzten Fürsten wohl ausgeziert, machte sogleich einen angenehmen Eindruck, weil die Hauser alle grauweiß angestrichen sind und die verschiedene Höhe derselben einen mannigfaltigen Anblick gewährt. Mitten auf einem schönen, mit ansehnlichen Gebäuden umgebenen Platz steht die Lutherische Kirche, in einem kleinen, aber dem Ganzen entsprechenden Maßstabe. Die Vorderseite des Schlosses liegt mit der Stadt auf ebenem Boden, die Hinterseite dagegen am Abhange eines steilen Felsens. Diesen hat man nicht allein terrassenweise abgearbeitet, um bequem in das Tal zu gelangen, sondern man hat sich auch unten einen länglich- viereckigen Gartenplatz durch Verdrängung des Flusses an der einen und durch Abschroten des Felsens an der anderen Seite verschafft, worauf denn dieser ganze Raum erst mit Erde ausgefüllt und bepflanzt worden. Die Zeit dieser Unternehmung fiel in die Epoche, da man bei Gartenanlagen den Architekten zu Rate zog, wie man gegenwärtig das Auge des Landschaftsmalers zu Hilfe nimmt. Die ganze Einrichtung des Schlosses, das Kostbare und Angenehme, das Reiche und Zierliche deuteten auf einen lebenslustigen Besitzer, wie der verstorbene Fürst es gewesen roar; der gegenwärtige befand sich nicht am Orte. * Hilde Janz, Gießen, Wilhelmstraße 541, „Hunde- und Katzenkalender". Heinz Häuser, Gießen, Liebigstraße 15 H. II, „Flieger-Robinson". Gertrud und Hilde Schneidmüller, Gießen, Anneröder Weg 10, Blodigs „Alpen-Ka- lender 1935". Liselotte Pfaff, Gießen, Gartenstraße 26, „^wei Kinder fahren den Rhein hinab". Hans Hofmann, Lang-Göns, „Deutschlands Arbeitsdienst". Lisel Bingel, Gießen, Walltorstraße 42, - Lumv und Schlingel". Ludwig G ö r n e r t, Queckborn, Bruchqasse 10, „Doggerbank" Annemarie Hermann, Gieß-n, Wilhelmstraße 46, „Karl Peters erobert Ostafrika". Irmgard Seibel, Gießen, Roonstraße 22 II, „Deutscher Kalender". Otto Horn, Rödgen, Rosenstraße 10, „Die Lausbuben von Erlenau". Hella Beyer, Gießen, Schottstraße 13III, „Ach hott' eine Kameradin". Rudolf Schäfer, Wieseck, Philosophenstraße 4, „Kerls seid ihr". Ludwig Lenz, Heuchelheim, Brauhausstr. 14, „Auerbachs Deutscher Kinder-Kalender". Hilde Fink, Gießen, Wilhelmstraße 71, „Nor» deroog". Walter Ley, Gießen, Frankfurter Straße „Flieger am Feind". Liselotte S e i b o l d , Gießen, Großer Steinweg 2511, Aquarell „Stadtkirche". Werner E m m e l, Staufenberg, Vorstadt 12 „Seefahrt ahoi". Gretel Buch acker, Atzbach (Kreis Wetzlar), Kreisstraße 63b, Radierung „Rehkitz". Wolfram Jrmfried Häuser, Gießen, Hensel- straße 4, „Deutschland-Jahrbuch". Annemarie Meyer, Rodheim, Adolf-Hitler- Straße 46, Zeichnung „Alter Mann". Heinrich Brück, Steinbach, Ernst - Ludwig • Straße 1, „Mit Admiral Spee". ' Minna Sommerlad, Gießen, Ederstr. 20 „Belauschtes Leben". Das sind die 17 Lieder: Am Brunnen vor dem Tore ... Fuchs, du hast die Gans gestohlen ... Im Krug zum grünen Kranze ... Kuckuck, Kuckuck ... Weißt du, wieviel Sternlein stehen... Ich schieß' den Hirsch ... Es zogen drei Burschen ... Stille Nacht, heilige Nacht ... Droben stehet die Kapelle ... Wenn wir marschieren, ziehn wir ... Schlaf, Kindlein schlaf ... Seht, wie die Sonne dort sinket ... Ilse und Ferdinand Sommerlad, Großen- Buseck, Kaiserstr. 16, Radierung „Dorfstraße". 5. Erich Wagner, Gießen, Schottstr. 17, .Kampf um den Himalaja". 6. Hildegard Becker, Muschenheim, Alter Rathausplatz 8, „Das Wunderkind". 7. Hans Georg Beimborn, Gießen, Schiffenberger Weg 26, „Mit 20 PS und Leuchtpistole". Margarete und Günther S t a l l m a n n, Allendorf (Lda.), „Bayernkalender". Rudi Wörth, Gießen, Am Riegelpfad 30 p, „Im großen Krieg". Walter Sann, Reiskirchen, Bahnstraße 10, „Steppke geht in die Welt". Herta Kohlbach, Grünberg, Adolf-Hitler- Straße 16, „Ludwig-Richter-Kalender". Karlheinz Noll, Gießen, Neustadt 47, „Die S-Kurve bei Remberg". Elisabeth Mach, Gießen, Bismarckstraße 43, „Edith ganz im Grünen". Otto Schäfer, Albach, Gießener Straße 12, „Seeteufel". Im schönsten Wiesengrunde... Wer will unter die Soldaten ... Ein Männlein steht im Walde .. Guter Mond, du gehst so stille .. Die Preisträger Ilse Warlich, Gießen, Wilhelmstraße 62, „Der Sohn des Jrrbllhls". • # 22 Karl Möckel, zur Zeit Gießen, Ohrenklinik, „Auf Kaperkurs". 23. Erna H a b e r m e h l, Gießen, Weserstraße 20, „Zwischen Rhein und Donnersberg". Otto Bausch, Langsdorf (Hessen), Weidengasse 16, „Flucht um die Erde". Kinder malen und raten.. Das Ergebnis unserer Weihnachts-Preisau^gabe 1934. Aber ungeachtet aller Mannigfaltigkeit und Unruhe des Tages konnte ich hier noch keine Rast finden. Ich überließ meinen Freund einem glücklichen Schlafe und suche das höher gelegene Jagdschloß. Es blickt weit über Berg und Wälder hin, deren Umrisse nur an dem heiteren Nachthimmel zu erkennen, deren Seiten und Tiefen aber meinem Blick undurchdringlich waren. So leer als einsam stand das wohlerhaltene Gebäude, kein Kastellan, kein Jäger war zu finden. Ich saß vor den großen Glastüren auf den Stufen, die um die ganze Terrasse hergehen. Hier, mitten im Gebirg, über einer waldbewachsenen finsteren Erde, die gegen den heiteren Horizont einer Sommernacht nur noch finsterer erschien, das brennende Sterngewölbe über mir, saß ich an der verlassenen Stätte lange mit mir selbst und glaubte, niemals ein? solche Einsamkeit empfunden zu haben. Wie lieblich überraschete mich daher aus der Ferne der Ton von en? paar Waldhörnern, der auf einmal, wie ein Balsamduft, die ruhige Atmosphäre belebte. Da erwachte in mir das Bild eines holden Wesens, das vor den bunten Gestalten dieser Reisetage in den Hintergrund gewichen war; es enthüllte sich immer mehr und mehr und trieb mich von meinem Platze nach der Herberge, wo ich Anstalten traf, mit dem frühsten abzureisen. 1. Adalbert Bender, Rodheim (Bieber), Adolf- Hitler-Straße 42, „Der Held von Tannenberg". Daten für Lamstaq, 12. Monitor. 1519: Kaiser Maximilian I., römischer Kaiser deutscher Nation, in Wels gestorben (geboren 1450)- — 1746: der Pädagoge Heinrich Pestalozzi in Zürich geboren (gestorben 1827); — 1829: der Schriftsteller Friedrich v. Schlegel in Dresden gestorben (geboren ?772): - 1877: der Botaniker Wilhelm Hofmeister in Leipzig gestorben (geboren 1824); — 1893- der Reichsminister, preußischer Mini^rvräsident'und General der Infanterie Hermann Göring in Rosen- beim (Oberbayern) geboren; — 1893: Alfred Rosen- Äorm 7 bcö Außenpolitischen Amtes der NSDAP., geboren; — 1922: Hitler, Esser und Ge- nossen wegen Störung einer separatistischen Der- famm1ungje drei Monaten Gefängnis verurteilt' — 1924: der Mediziner Ernst Schweninger (Leib-' arzt Bismarcks) auf Schloß Schwaneck bei München Äb2nr-(^bt°re.n l?50): “ 1929: der Historiker Dtetrid) Schäfer in Berlin gestorben (geboren 1845). fragte man nach dem unmittelbaren Nutzen, der nicht nachzuweisen war. Nachdem wir unseren Adepten seiner Einsamkeit überlassen, eilten wir — denn es war schon spät geworden — der Friedrichst Haler Glashütte zu, wo wir eine der wichtigsten und wunderbarsten Werktätigkeiten des menschlichen Kunstgeschicks im Dorübergehen kennenlernten. Doch fast mehr als diese bedeutenden Erfahrungen interessierten uns junge Bursche einige lustige Abenteuer und bei einbrechender Finsternis unweit Neukirch ein überraschendes Feuerwerk. Denn wie vor einigen Nächten an den Ufern der Saar leuchtende Wolken Johanniswürmer zwischen Fels und Busch um uns schwebten, so spielten uns nun die funkenwerfenden Essen ihr lustiges Feuerwerk entgegen. Wir betraten bei tiefer Nacht die im Talgrunde liegenden Schmelzhütten und vergnügten uns an dem seltsamen Halbdunkel dieser Bretterhöhlen, die nur durch des glühenden Ofens geringe Oeffnung kümmerlich erleuchtet werden. Das Geräusch des Wassers und der von ihm getriebenen Blasbälge, das fürchterliche Saufen und Pfeifen des Windstroms, der, in das geschmolzene Erz wütend, die Ohren betäubt und die Sinne verwirrt, trieb uns endlich hinweg, um in Neukirch einzukehren, das an dem Berg hinausgebaut ist. Nun zogen wir durch waldige Gebirge, die demjenigen, der aus einem herrlichen fruchtbaren Lande kommt, wüst und traurig erscheinen müssen und die nur durch den inneren Gehalt ihres Schoßes uns anziehen können. Kurz hintereinander wurden wir mit einem einfachen und einem komplizierten Ma- fchinenwerke bekannt, mit einer Sensen- .chmiede und einem Drahtzug. Wenn man 'ch an jener schon erfreut, daß sie sich an die Stelle gemeiner Hände setzt, so kann man diesen nicht genug bewundern, indem er in einem höheren organifchen Sinne wirkt, von dem Verstand und Bewußtsein kaum zu trennen sind. 3n der Alaunhü11e erkundigten wir uns genau nach der Gewinnung und Reinigung dieses so nötigen Materials, und als wir große Haufen eines weißen, fetten, lockeren erdigen Wesens bemerkten und dessen Nutzen erforschten, antworteten die Arbeiter lächelnd, es sei der Schaum, der sich beim - Alaunsieden obenauf werfe und den Herr Stauf sammeln lasse, weil er denselben gleichfalls hoffe zu Gute zu machen. „Lebt Herr Stauf noch?" rief mein Begleiter verwundert aus. Man bejahte es und versicherte, daß wir nach unserem Reiseplan nicht weit von seiner einsamen Wohnung vorbeikommen würden. Unser Weg ging nunmehr an den Rinnen vorbei, in welchem das Alaunwasser heruntergeleitet wird und an den vornehmsten Stellen vorbei, den sie die Landgrube nennen, woraus die berühmten Duttweiler Steinkohlen gezogen werden. Sie haben, wenn sie trocken sind, die blaue Farbe eines dunkel angelaufenen Stahls, und die schönste Irisfolge spielt bei jeder Bewegung über die Ober» fläche hin. Die finstern Stollenschlünde zogen uns Pflege des Volkes besondere Aufmerksamkeit. Die zahnärztlichen Untersuchungen der Schulkinder ergaben, daß bis jetzt fast alle Kinder durch falsche Ernährung kranke Zähne haben. Die Zusammenarbeit mit dem Gau Kurhessen ist eine geradezu vorbildliche. Das Gesetz vom 30. Januar 1934, das Fallen der Landesgrenzen, hat sich hier wunderbar ausgewirkt. Gauleiter Staatsrat Wein- rich und Oberpräsident Prinz Philipp setzen sich mit großem Eifer für die Aufbauarbeit in der Rhön ein. Behörden und Partei bemühen sich in Für den Rätselonkel war es auch diesmal wieder eine große Freude, zu sehen, wie sich in den Tagen nach dem schönen Weihnachtsfest ein dicker Brief zu dem anderen auf feinem Schreibtisch gesellte. Seine vielen Peffen und Nichten hatten sich wieder einmal große Mühe gemacht. Er hatte es schon im voraus gewußt, daß viele und schöne Lösungen zu einer Weihnachts-Preisaufgabe kommen würden. Und die Freude wurde immer größer, je mehr dieser Briefe er öffnete. Seine Neffen und Nichten schienen sich gegenseitig übertreffen zu wollen. Für den Rätselonkel war zwar das Durchsehen dieser Lösungen viel Arbeit, er war aber mit Begeisterung oabei. be\ U V 58 0 ' mit bem der englische Rennfahrer Sir Malcolm Campbell demnächst auf dem Strande von Daytona Beach in Florida seinen eigenen Schnelligkeits-Weltrekord verbessern will. Der junge Goethe im Gaargebiet. Ein aktuelles Kapitel aus „Dichtung und Wahrheit". Rechtsform führt, wenn sie nicht mit dem Volk verwurzelt ist. Der Historiker erlebt einen Abschnitt deutscher Geschichte, denn hier haben die Untersuchungen Sinn und Bedeutung. Dem Bo- t a n i k e r und Z o o l o g en steht hinrelchend Forschunasmaterial zur Verfügung, da die Rhön au den Naturschutzgebieten zählt. Der Naturwissenschaftler kann beweisen, wieweit seine der Natur abgelauschten Gesetze zu verwerten sind. Auch der Theologe wird erleben, wie die Menschen bei Dasem leichter wieder den .... uuu ^ariei vemuyen pcy tn Pin«? iinLE finben. Ob tm kommenden Jahr gegenseitiger Unterstützung. Jeder Rhönbewohner npführf emes lcbeyl"JcInxxn schon durch- muß das Ziel sehen, dem er zustrebt, und dann setzt n ± un,I'(?m aud) die G e u n d - er sich mit Eifer und Leidenschaft für die Sache ein. L fein bä ^nQU^ sentiert Der Rhönplan kann nur durchgeführt werden, weil -ntschpchpn^ iJcn na$ften Monaten.die Vertrauensbasis geschaffen wurde, entscheiden. Auch hier schenkt man der eugenischen | Hans Mainberger. Der größte Teil der Volkslieder zu den Bildern war richtig geraten. Nur einige verwechselten den Kuckuck mit der Nachtigall oder der Drossel. Man- cher der kleinen Einsender gab für dies oder jenes Bild eine andere Losung, als sie sich der Rätselonkel gedacht hatte; das schadete aber nichts, wenn nur das Lied zu dem entsprechenden Bilde paßte. Das wurde also nicht als Fehler angerechnet. Die hellste Freude machte Dem Rätselonkel aber das, was feine Neffen und Nichten gemalt hatten. Besonders erfreulich war es, daß es jeder Junge und jedes Mädel anders zu machen wußte. Viele jedoch um so weniaer an ah hör (RohnU malten mit dem Oelstift oder mit Pastelkreide, so reichlich um uns her äusaefebütet na ff n ’ H bie Bilder zart und hell erschienen. Andere mal- lanqten roi^Au offenen (öruben n n»Ven mit Wasserfarbe und brachten damit lebhaft- rösteten Alaunschie'ferausaelauat werden ^^enfrohe Blätter zustande. Einige machten sich d a r a u " üb er r a {dj t e u ns! * $o b glel dj d o rVer e u” t einfO-0Qr Zu ihren Lösungen ÄbÄlr. Tr JRejion VtaTS % ä rat Sf S9aur5anb‘nmSmn[7n Ä jjnb fühlte die Hitze des »obm mirh hnrrh' hi. LüoI roarcn fd)On am Rhein gewesen und erzählten von SohlenhindurchJnIo^ aufäninPA « feincn Schönheiten. Wieder andere sprachen von denn man weiß'nicht roieeie 9(5trerf^ p«7 e,flenern Erlebnissen, vom Hirsch im wilden Forst, zündete* — gewährt der *A^aunlabrttat^mi hpr! nln' ÜOtl ^nen Wanderfahrten und vielem anderen ßen Vorteil^^ß bie Schiefer mehr. Die Mädchen schrieben zu den Bildern von fläche des Verae- befiehl nn^ ber Mühle im kühlen Grunde, von den Sternlein liegn und nur FiirJ i.nh 7omm en gerostet da- am Himmel und dem Monde, der durch die Abend- äs:? b"™ •" «n Weg zur Residenz unse- L res einsiedlerischen Chemikers verfolgten. Sie liegt 2- M'schen Bergen und Wäldern; die Täler nehmen 3. daselbst sehr mannigfaltige und angenehme Krüm- 4 mungen, rings umher ist ber Boden schwarz und . kohlenartig, die Lager gehen häufig zu Tage aus. Em Kohlenphilosoph — Philosophus per ignem 6- wie man sonst sagte — hätte sich wohl nicht schick- 7. nd)er ansiedeln können. c .Wir traten vor ein kleines, zur Wohnung nicht Q übel dienliches Haus und fanden Herrn Stauf, der meinen Freund sogleich erkannte und mit Klagen 10- uber die neue Regierung empfing. Freilich konnten 11 wir aus seinen Reden vermerken, daß das Alaun- 12 werk sowie manche andere wohlgemeinte Anstalt we- c, • ...., m gen äußerer, vielleicht auch innerer Umstände die ld- emem kühlem Grunde .. Unkosten nicht trage und was dergleichen mehr! 14- war. Er gehörte unter die Chemiker jener Zeit, die, 15. bei einem innigen Gefühl dessen, was mit Natur- iß Produkten alles zu leisten wäre, sich in einer ab- 17 ftrufen Betrachtung von Kleinigkeiten und Neben- fachen gefielen und bei unzulänglichen Kenntnissen nicht fertig genug dasjenige zu leisten verstanden, woraus eigentlich ökonomischer und merkantilischer Vorteil zu ziehen ist. So lag der Nutzen, den er sich non jenem Schaum versprach, sehr im Weiten; so l 2 zeigte er nichts als einen Kuchen Salmiak, den ihm der brennende Berg geliefert hatte. ~ Bereitwillig und froh, feine Klagen einem menschlichen Ohre mitzuteilen, schleppte sich das hagere Männchen in einem Schuh und eine Pantoffel, mit herabhängenden, vergebens wiederholt von ihm her- aufgezogenen Strümpfen den Berg hinauf, wo die H a r z h ü 11 e steht, die er selbst errichtet hat und nun mit großem Leidwesen verfallen sieht. Hier mnd sich eine zusammenhängende Ofenreihe, wo Steinkohlen abgeschwefelt und zum Gebrauch bei Eisenwerken tauglich gemacht werden sollten; allein I 8. ju gleicher Zeit wollte man Oel und Harz auch zu Gute machen, ja sogar den Ruß nicht missen, und 9. i° unterlaa den vielfachen Absichten alles zusammen Bei Lebzeiten des vorigen Fürsten trieb man 10. öas Geschäft aus Liebhaberei, auf Hoffnung; jetzt! ... ............. ■ 7 \ bildete schlüge kl" D Atf was w" brauche' die wen. sie wa> bat«" beruhte gegen c elobeltl machet lich- $t sie die ten je» nran tausch ten ' sehr halt Ke 13. ftar de grö Pf ero de die frei Her. res. bie ! getile nach der im 1 hob, for nt s. 1 Wehr und Waffen bar leichten Hebungen die jungen Soldaten geschliffen, ohne daß sie es merken. Diese Hebungen * mI Ata wiöVlf 11t fltH mit h»m f fl HrtTTlPil i nehmer des Lehrganges der Sache waren, der Diesen Sportsgeist nun weiter z u tragen, volle auch wird dem Anerkennung fand, in die Truppe Aufgabe der Unter» jetzt abgeschlossenen der Truppe wirken Mil der Erkenntnis der Notwendigkeit einer ausreichenden Wehrmacht gewinnt auch der andere Gedanke mehr und mehr an Boden, daß man von jedem politischen Deutschen auch wehrpotiti- sches Verständnis für die uns berührenden Gegenwartsfragen verlangen müsse. Und in der Tat, wie soll der Diplomat eine dem Staatsinteresse nützliche Politik treiben, wie soll der Verwaltungsbeamke den Interessen der Wehrgemeinschaft des Volkes dienen, wie soll der Wirtschaftler sich vernunftgemäß auf die Möglichkeit außenpolitischer Verwicklungen einstellen, wie soll der Techniker ein Urteil gewinnen über die Wege, die er gehen muß, um der Landesverteidigung zu dienen — wenn sie nicht alle klare Begriffe verbinden mit dem Charakter des neuzeitlichen Krieges und mit den anderen Fragen, die unsere Wehrmacht berühren? Generalleutnant a. D. von Lochenhausen. Die schönen Anlagen der Heeressportschule i n W ü n s d o r f, die noch für das alte Heer geschaffen wurden und die jetzt der Reichswehr zur Verfügung stehen, müssen das Herz eines jeden Sportfreundes höher schlagen lassen. Es ist ein wundervolles Bild, wenn junge Menschen, wie an des Vaterlandes ist. Das deutsche Volk hat die Waffen niederlegen müssen, nicht weil das Heer versagte, sondern weil der Hunger es dazu zwang Die Landwirtschaft war am Ende ihrer Kraft. Es ist das Verdienst der Regierung des Dritten Reiches, daß sie die Landwirtschaft wieder an die Stelle gestellt hat, die ihr im Staate zukommt. In seiner Rede vor der deutschen Landwirtschaft am 5. April 1933 hat es der Führer ausgesprochen: „Solange sich ein Volk auf ein st a r k e s Bauerntum zurückziehen kann, wird es immer und immer wieder aus diesem heraus neue Kräfte schöpfen." Diese Kraft wird auch der Wehr st and aus dem Bauerntum schöpfen. Nährstand und Wehrstand gehören zu- s a m m e n , sie sind die Eckpfeiler des Staates. Llnterosfiziere als Sportlehrer Eindrücke von der Heeres-Sportschule. „Auf den Wogen des Oeles zum Siege..." Eine Weltmacht der Neuzeit. verteidigen. Erst einsichtige Fürsten aus dem Hohenzollern- Hause erkannten, daß ohne einen tüchtigen Bauernstand auch der Staat machtlos werden muß. Der Große Kurfürst suchte das Los der Bauern zu verbessern, in seinem Heere kämpften wieder Bauern, gern zogen sie für ihn ins Feld. Friedrich Wilhelm I und vor allem Friedrich der Große wußten, daß es ohne einen gesunden Bauernstand nicht aufwärts gehen könne. Friedrich will nicht, daß das Land entvölkert werde, es müsse Rekruten liefern und Bauern haben, welche die Einguartierung tragen können. Er stellt den, der zwei Halme schafft, wo bisher nur einer stand, dem Feldherrn gleich, der eine Schlacht gewonnen hat. Wie Friedrich dem Großen stand auch Freiherrn vom Stein klar vor Auaen daß Preußen vom napoleonischen Joch nur dann befreit werden könne, wenn es wieder einen ^üen Bauernstand habe. Seine Edikte über die Bauernbefreiung, fo sehr sie (pater verwässert und zum Teil in ihr Gegenteil umgekehrt wurdem sind die Grundlagen für die spatere Wehrpflicht m Preußen und Deutschland. Die I n d u st r i a l i s i e r u n g Deutschland- Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts hat wohl die Bedeutung des Bauerntums m wirtschaftlicher Beziehung zurückgedrängt, aber die rische Kraft ist in ihm erhalten geblieben. Kein Stand hat anteilmäßig soviel ttefruten ge- stellt wie die Landwirtschaft. Wir wißen daß sie die höchste Tauglichkeit aufweist Der Bauer war immer ein tüchtiger Soldat gewesen, gewohnt an harte Arbeit m freier Luft, bei Hitze und Kälte, an Strapazen gewohnt, galt er immer als tapfer und zuverlässig. Bon sagt B s - m a r ck : „Der Bauer ist der Kern unserer Armee der auch in Not und Drang aushalt . Das hat er auch im Weltkrieg wieder bewiesen Bis zmem blieb er der Fahne treu. Die Revolution hat nicht auf bpm Pnnb? ihren Hrsvrun" aehabt. , Der Weltkrieg hat aber auch offenbart, was in Den Dorkriegsjahren zu leicht übersehen wurde daß o ne einen leiftungsfähiaen Nähr.stand kein Krieg zu führen ist. Wir wissen, wie der große Moltke darüber dachte, wenn er davon spricht, Daß, wenn die Landwirtschaft zugrunde gerichtet wird, ein Krieg schon verloren sei, ehe der erste Kanonen- deutsche"^andllürtschast im W-lttÄg- u-'h-rm-nsch.1 habUchi-' meÜ zu tun mit dem langweiligen funden haben. Die Erfolge der Reichswehr gerade auf diesem Gebiet zeigen den hohen Stand der Körperschulung. Wir sehen einen gut durchgeführten Stafettenlauf, sehen Dreisprung, Kugelstoßen, Steinstoßen und Handgranatenwerfen mit beachtenswerten Leistungen. Auch die Spiele sind frisch und lebendig und atmen Kampfgeist. Für die Pflege des Kampfgeistes ist der Boxunterricht naturgemäß die hohe Schule. Man boxt nicht allein um des Sportes willen, sondern hier soll der Soldat wissen und lernen, was kämpfen heißt. Schwimmen und Turmspringen vervollständigen das Ganze, vervollständigen den guten Gesamteindruck. Dabei muß betont werden, daß es sich nicht um Spezialisten handelt, sondern daß hier alles Leistungen vorgeführt werden, die von jedem gesunden jungen Mann verlangt werden können. Daß eine solche Körperschulung neben normalen Leistungen auch Höch st lei st ungen hervorruft, ist selbstverständlich. Außerhalb des Lehrganges zeigte ein Olympiade-Anwärter u. a. einen Zwei- einhalb-Salto, der Helle Bewunderung auslöste. Das gleiche gilt auch von den fünf Heeresbesten, liches geleistet, sie hat es fertig gebracht, das Heer und das Volk unter den schwierigsten Verhältnissen zu ernähren. Wenn sie schließlich den Nahrungsbedars nicht mehr voll decken konnte, so lag es nicht an ihr. Der Krieg hatte sie der wichtigsten Hilfsmittel beraubt. Die waffenfähigen Bauern waren fast sämtlich eingezogen, an ihre Stelle traten alte Männer, Frauen bearbeiteten die Felder. Der starke Bedarf an Pferden verminderte die Zugkraft. Es fehlten Düngemittel, weil sie zur Munitionsbeschaffung gebraucht wurden. Daß unter diesen Umständen die Kraft des Bodens zurückgehen mußte, konnte nicht ausbleiben. Daraus aber müssen wir endlich lernen, wie wichtig eine leistungsfähige Landwirtschaft für d i e Verteidigung diesem leuchtenden Herbstmorgen, zeigen können, wie sie in wenigen Wochen gelernt haben, ihren Körper in der Gewalt zu haben und aus ihm im Kampf herauszuholen, was nur herauszuholen ist. Man braucht nur wenige Augenblicke zuzuschauen, um festzustellen, daß der Sport'in der Reichswehr sich seinen Platz gesichert hat, ja, daß die soldatische Erziehung ohne einen richtig verstandenen und durchgeführten Sport heute nicht mehr zu denken ist. Wie die Reichswehr Sport treibt und Sportlehrer ausbildet, das führte Hauptmann R ü b e l, der Mhrfland - Wehrstand Von Or. Friedrich Sehnen, Ministerialrat im ^eichswehrmimsterium. An der (Erntebantfeier auf dem Bücke- I berg nahm im vergangenen Jahre auch die Reichswehr teil. Bauernstand und Soldatenstand feierten gemeinsam den Tag, um dafür zu danken, daß uns die deutsche Scholle wieder das gegeben hat, was wir zu des Leibes Notdurft und Nahrung gebrauchen. Es ist kein Zufall, daß neben den Bauern die Soldaten standen. Sie gehören zusammen, solange es Menschen auf der Erde gibt, ja sie waren ursprünglich eins, der Bauer war Soldat und der Soldat war Bauer. In dieser Einheit zeigt sich die Kraft jedes Volkes. Die Größe Roms beruhte auf feinem Bauernheere. Solange dieses Heer aus Bauern bestand, die ihren Heimatboden gegen äußere Feinde verteidigten oder neues Land eroberten, wenn sie es für den Bevölkerungszuwachs gebrauchten, solange war Rom unüberwindlich. Don den Bauern lagt Cato der Aeltere, daß sie die tapfersten Leute und die tüchtigsten Soldaten seien. Erst als der Bauernstand im Laufe der Jahrhunderte nicht mehr den Kern des Heeres bildete und Söldner die Schlachten der Römer schlugen, ging Rom zugrunde. Bauern waren auch unsere Vorfahren, die Germanen, die den Pflug mit dem Schwert vertauschten, wenn es galt, sich der Feinde zu erwehren oder sich neue Nahrungsplätze zu suchen. Wie sehr die germanischen Stämme darauf bedacht waren, neben dem Pflug sich waffentüchtig zu erhalten, können wir bei Cäsar lesen, der von den Sueben sagt: „Aus jedem ihrer Gaue führen sie jährlich je 1000 Bewaffnete zum Kriege über die Grenzen, die übrigen, die Zurückgebliebenen, unterhalten sich und jene. Diese stehen dann wieder ein Jahr danach unter Waffen und jene bleiben daheim. So wird weder Ackerbau noch die Hebung im Kriege vernachlässigt". Den germanischen Bauernheeren konnten die Römer trotz ihrer besseren Kriegstechnik und ihres Organisationstalentes auf die Dauer nicht standhaften. Auch später waren freie Bauern der Kern der deutschen Kaiserheere. Solange diese als Herren auf eigener Scholle saßen und für ihren Kaiser zu Felbe zogen, solange stand Deutschland mächtig und geachtet da. Noch im 13. Jahrhundert zeigte sich, was ein freier Bauernstand zu leisten vermochte. Die Kolonisation b e 5 Ostens ist fein Werk. Es ist vielleicht die größte kulturpolitische Tat Europas. Mit dem Pflug wurde das Land an Elbe und Oder erobert und das Slawentum zurückgedrängt, mit bem Schwerte wurde es verteidigt. Durch das Aufkommen der Lehnsherrfchaft sank die Bedeutung des Bauerntums. Im 14. Jahrhundert war die Blüte des Bauerntums endgültig dahin. Der deutsche Bauer ist kein waffenfähiger freier Mann wie früher, er ist nur noch Arbeitstier. Damit verliert er auch jeden Sinn für Höheres. Von Soldatentum kann bei ihm nicht mehr die Rede fein, der Stolz dafür ist bei ihm aus- getilgt und doch schlummert in ihm die Sehnsucht nach einem einigen Deutschen Reich, nicht unter der Führung von Territorialfürsten und Herren, sondern allein unter einem Kaiser. Als der Bauer im 16. Jahrhundert sich gegen feine Bedrücker erhob, da war eine feiner Forderungen eine R e - formation des Reiches. Im 14.Artikel des Reichsreformations - Entwurfs des Bauernführers Wendel H i p l e r heißt es: „Aufhebung aller Bündnisse der Fürsten, Herren und Städte. Ueberall nur Schutz und Schirm des Kaisers." Die 23auern= auf stände wurden blutig unterdrückt, weil Die Bauern nicht mehr im Stande waren, die soldatischen Tugenden aufzubringen, die notwendig zum Erfolg find. Freiwilliger Gehorsam, das erste, was vom Soldaten verlangt werden muß, war ihm fremd geworden. Dazu war er zu lange in Fesseln geschlagen gewesen. Der 30jährige Krieg besiegelte bas Los der Bauern. Sie waren froh, wenn sie ihr Leden friften konnten. Ein Vaterland kennen sie nicht mehr, warum die Kraft aufbringen, es zu die in Wünsdorf zum Training vereinigt waren, um bann in Dortmund um die Meisterschaft zu kämpfen. Der Gefreite Schwartzmann, der Zwölfkampfsieger von Nürnberg, zeigte als Deutscher Meister eine Kür-Freiübung, die das Beste ist, was zur Zeit in Deutschland gezeigt werden kann. Aber auch die Leistungen der übrigen Teilnehmer standen dahinter nicht zurück. Sie erbrachten den Beweis, daß die Reichswehr in ihrem Sportbetrieb auf dem richtigen Wege ist. In feiner anerkennenden Schluhanfprache wies der Inspekteur der Kavallerie, Generalleutnant Knochenhauer, darauf hin, daß beim Turnen nach der alten Methode manche es nur zu ein paar Klimmzügen gebracht hätten; der Auszug war ein turnerisches Problem, das oft nicht bewältigt werden konnte. Heute, wo ein neuer Geist seinen Einzug auch in die Dienstvorschriften gehalten hat, gehört ein falsch verstandener Turnbetrieb endgültig der Vergangenheit an. den gründlichst zerstört hatte. Ludendorff aber erkannte richtig: „Nur das Del von Transkaukasien konnte unseren Oelbedarf decken, vorausgesetzt, daß die Transportfrage gelöst wird." Heute verstehen wir auch, weshalb die deutsche OHL. in der Türkei einen wichtigen Bundesgenossen sah. Dieses Problem wurde aber erst am 25. Mai 1918 gelöst, als General Kreß von Kressenstein mit 300 Mann deutscher Soldaten den Schwarzen Meerhafen Poti besetzte und durch einen Freundschaftsvertrag mit der neuentftanbenen Republik Georgien gegen militärischen Schutz für bie Dauer bes Krieges bie Benutzung ber Eisenbahnen unb die der Tankflotte zugebilligt erhielt. Jedoch die türkischen Truppen konnten erst am 14. September 1918 bie großen Oelquellen von Baku besetzen. Die Delfrage war für Deutschlanb gelöst — leider volle neun Monate z u spät! Auf der anderen Seite konnten sich die Alliierten beim alten Rockefeller und bei Deterbing, bem Beherrscher ber Shell-Company, bebanfen, denn sie retteten ben Alliierten den Gewinn des Weltkrieges. USA. und Rußland sitzen heute an den Hauptguellen des so überaus wichtigen Erdölvorkommens. Alle übrigen Länder, auch England nicht ausgenommen, find ölarm. Aber Rüstungen haben heute mehr denn je die Sicherung des Delbebarfs zur Voraussetzung, denn ohne Del kann eine neuzeitliche Heeresmaschinerie überhaupt nicht in Gang erhalten werden. Unb wenn wir tiefer in bas Getriebe ber Politik hineinsehen, so erkennen wir, daß bie Pakt- unb Bünbnisnetze auch ben Zweck verfolgen, bie Deltransportroege auf ieben Fall freizuhalten. Hier liegt auch bie Problemstellung bes französisch-russischen Bünb - n i ff e s eingeschlossen, denn die russischen Oel- straßen scheinen Frankreich sicherer zu sein als die amerikanischen. Für unser Zeitalter kann man wohl sagen, daß die Delmagnaten, ob Bolschewik ober Demokrat spielt gar keine Rolle, im Frieben bie Wirtschaft eines Lanbes bis in ihre letzte Verzwei- ounq beherrschen, wie es aanz in ihre Hand ae- geben, ist bei kriegerischen Auseinandersetzungen die Hände an die Kehle jedweden ölarmen Landes leaen zu können. Standard Oil, Shell und die Russen sind die Herren der Welt in weit höherem Maße als die meisten glauben mögen! Unb Deutschlanb? Wohl verfügen wir über Ölvorkommen in ber Lüneburger Heibe, aber es beckt kaum ein Zwanzigstel unseres Friebens- bebarfes. Aber beutsche Erfinder und Chemiker ruhen und rasten nicht. Das Verdienst, Del aus Kohle gewonnen zu haben, gebührt dem Heidelberger Professor Dr. Sergius, der in diesen Tagen anläßlich einer Tagung bes englischen Brennstoffinstitutes in London aus den Händen des Herzogs nnn Kent die Melcheft-Medaille empfing. Durch die Erfindung Bergius' ist es gelungen, die Abhängigkeit von den D°Imagnaten aufzulockern. Jedoch übertriebener Optimismus ist stets von Schaden! Die Gestehungskosten find noch hoch und Massenproduktion kann nicht aus dem Boden gestampft werden. Aber zähe Arbeit auf eine Massenproduktion hin wird eines Tages unsere Zukunft auch auf dem außerordentlich bedeutsamen Gebiet der Delfrage aufhellen. MdL Kriegsflugzeuge von heute. Von Major a. O. Freiherr v Bülow „Fliegergeist ist Mut, Selbstlosigkeit, Hingabe an Volk und Vaterland", den Beweis für die Wahrheit dieses Wortes des Reichsluftfahrtministers Göring hat Major a. D. Frhr. von Bülow in seinem ausgezeichneten Buche „Geschichte Der Luftwaffe" gefsihrt. Wir entnehmen dieser Darstellung der Entwicklung der fünften Luftwaffe eine Schilderung der Kriegsflugzeugtypen von heute. Im Rahmen der Wehrmacht der ausländischen Staaten stehen heute die Luftwaffen als mobile Bestandteile fest eingefügt. Ihr äußerer Aufbau stellt aber erst die erste Vorbedingung für ihren inneren Kampfwert dar. Fliegerischer Einsatz und Wirkungsweite werden vor allem von dem Stand und den Leistungen des Flugzeuggeräts bestimmt. Die O u a - lität des Materials ist die Grundlage ber Taktik Sie spielt eine fast gleiche Rolle wie ber zahlenmäßige Umfang ber Luftstreitkräfte. Die bis heute erreichte technische Vollkommenheit zeigt sich bei allen vier in ben Luftwaffen gebräuchlichen Hauptflugzeugarten ber Aufklärungs-, Bomben-, Jagb- unb Schlachtflieger. Die Gruppe ber Aufklärungsflugzeuge bient vielfachen Aufgaben. Sie sind ebenso für alle Nah-, Gefechts-, unb Fernerkunbigungen wie für bas Artillerieschießen unb ben Tagbombenwurf (Hilfsbomber) geeignet. Hochwertige Äufklärungsmaschinen großer Ge- schwinbigkeit unb Wenbigkeit, wie sie Engländer und Amerikaner bauen, kommen ferner noch für den Einsatz als Jagdzweisitzer in Betracht. Wegen dieser mannigfachen Verwendungsfähigkeit hat man dem taktischen Arbeitsflugzeug die Bezeichnung „Mehrzweckflugzeug" beigelegt. Die größte Verbesserung aller Flugzeuggattungen haben aber seit dem Kriege die Bombenflugzeuge erfahren, von denen es zwei Arten gibt, den Tag- und den Nachtbomber, ober, moberner aus- gebrückt, ben leichten unb schweren Bomber. Die Konstruktion beiber Flugzeugarten geht von ver- schiedenen Kampf- unb Auftragsbedingungen aus. Der schwere Bomber soll große und größte Bombenlasten bei Nacht über sehr große (Entfernungen schleppen, wozu keine besonderen Leistungen an Steigfähigkeit, Wendigkeit, Schnelligkeit und Bewaffnung verlangt zu werden brauchen. Andererseits muß der leichte, bei Tage verwendete Bomber ziemlich hohe Geschwindigkeiten, beträchtliche Gipfelhöhen unb ausreichenbe Bewaffnung gegen feindliche Luft- unb Erbgegenwehr besitzen unb baher bie Mitnahme von Bomben nach Gewicht unb Raum erheblich beschränken. Als Durchschnittsleistung neuzeitlicher Tagbombenflugzeuge sinb bie Marschgeschwinbigkeit mit 250 bis 275 Kilometerstunden, bie Flugweite mit 1200 bis 1500 Kilometer, bie erreichbare Gipfelhöhe mit 7500 bis 8000 Meter unb bie Bombennutzlast mit 500 bis 700 Kilogramm anzunehmen. Im Gegensatz bazu erstrecken sich die Flugweiten schwerer Großbomber bis Leiter der Heeressportschule, zum Abschluß eines Lehrganges vor, dem deshalb besondere Bedeutung zukam, weil dieser Lehrgang der e r st e seit Erscheinen der neuen Sportvorschrift mar. Hier wurde also das System der militärischen Körpererziehung unter Berücksichtigung der neuen Dienstverhältnisse gezeigt. Wie die gezeigten Hebungen im einzelnen gewertet werden müssen, wird Sache der sportlichen Fachleute sein. Im ganzen kann jedenfalls sestgeftellt werden, daß die Teil- mit echtem Sportgeist bei Armrollen früherer Zeiten. Hier ist ein Snstem er- dacht worden, das so reichhaltig ist, daß das physische und psychische Interesse dauernd erhalten bleibt. Hier ist bas Kommanbo nur Zeichen zum Beginn unb zum Schluß ber Hebungen. Auf Exaktheit kommt es beim Exerzieren, aber nicht bei ber Gymnastik an. Hier müssen bie Hebungen ber Rhythmik bes Körpers jeweils angepaßt werden. Da auch heute bei der Reichswehr überall darauf gesehen werden muß, zu sparen, wo es nur möglich ist, so wird das Bodenturnen, das keine besonderen Geräte erfordert, stets gern gepflegt. Auf die einfache Hechtrolle folgt die Hechtrolle über das Hindernis. Es folgt das Radschlagen und für geschickte Bodenturner folgt bann auch ber Salto unb ber Anberthalb-Salto. Man kann sich vorstellen, baß gerabe solche Hebungen bei Sportfesten stets berechtigten Beifall finben. Im Geräteturnen zeigt sich eigentlich so recht ber neue Geist ber neuen Sportvorschriften. Wer noch an seine eigenen Turnstunden zurückbenkt, ber weiß, baß es im Grunbe boch immer nur sehr wenige Hebungen waren, bie am Barren, Pferd ober Reck geübt würben. Wie ganz anbers ist bas heute geworben! Man staunt über ben alten Barren unb über bie neuen Möglichkeiten. Diese Hebungen sinb einfach unb schwer zugleich, aber sie sinb stets reizvoll. Wir haben früher nie baran gebucht, Barren unb Pferd miteinander in Verbindung zu bringen. Das aber geschieht heute und gibt ganz neue Sportbilder. Vor allem ist es heute nicht mehr möglich, daß man bei diesem Sportbetrieb ein- schlafen kann, wie das in Turnstunden alten Stils auch beim Heere manchmal vorgekommen sein soll. Hier ist alles in B e w e g u n g. Es wird gesteigerter Wert gerade auf Maffenübungen gelegt und ganz besonders wird versucht, den Wettkampf in alle Hebungen einzubauen. Darum wird zum Beispiel beim Springen immer gleich in Staffeln gesprungen. (Eine solche Methode führt dann auch von selbst zu den leichtathletischen Wettkämpfen, die auch heute in der Reichswehr ihre Stätte ge« Kriege werden nicht selten um die Rohstoff- quellen der Erde geführt, und wenn wir heute mit geschärften Sinnen den Globus abtaften, o kann habet die Tatsache nicht außer Acht gelassen nerben, baß auch im weltpolitischen Geschehen unsrer Tage Reibungsflächen vorhanben sinb, die ich eines Tages an eben den Rohstoffquellen entzünden können. Rohstoffquellen find immer bedeutende Machtfaktoren gewesen, deren wichtigste in früheren Zeiten unfraglich neben ben Ernährungsmitteln, Kohle und Eisen waren. Krieg unb Wirtschaft war zugleich abhängig von ben Kohlen- unb Eisenvorkommen eines Lanbes. Zu Beginn unseres Jahrhunberts würbe immer beut» licher — wenn auch bie bamalige Erkenntnis vorerst wohl von ber Wichtigkeit, aber noch nicht von ben entscheidenden Werten bes Rohstoffes bes 20. Jahrhunberts überzeugt war —, baß bas Del zum kriegswirtschaftlichen Machtfaktor ganz zwangsläufig werben muhte. Der einstige englische Außenminister Lorb Curzon schreibt in seinen Erinnerungen u. a.i „Die Alliierten wurden auf den Wogen des Dels zum Siege getrage n." Diesem Gedanken, so schwungvoll und theatralisch er sich nach den Worten Curzons auch anhören mag, wohnt doch ein guter Teil von durchaus realen Tatsachen inne. Als im Jahre 1914 die ersten Schüsse des beginnenden Weltkrieges über (Europa hallten, war man sich durchaus über die Bedeutung der Brenn- und Schmier ft offrage im klaren. Jedoch der Grund der Dinge lag auch hier in nebelverhangener Zukunft verborgen, denn alle rechneten mit einem kurzen Kriege und alle konnten daher um so weniger die sich überstürzende Mechanisierung und Technisierung, die der Materialkrieg heraufbeschwor, auch nur entfernt ahnen. Welche Bewandtnis, welche unerhörte Tragweite aber bem Del in einem mobernen Kriege zukam, bas mußten wir bereits an ber Jahreswenbe 1914/15 erfahren, als wir gezwungen waren, für unsere Kraftmaschinen auf ber (Erbe unb in ber Luft Benzol als Betriebs st off zu verwenben. Vielleicht hat es bamals schon biefen ober jenen namentlich gestimmt, wenn er mißvergnügt hörte, wie fein Motor anfing zu blubbern, zu „kotzen", zu verrußen ober wenn er gar brauf unb bran war, endgültig zu streiken. Was bann, wenn ber Krieg sich unabsehbar hinziehen würde? Unb tatsächlich, bie Delfrage würbe schon sehr balb entscheidend, sie wirkte auf alle grund- legenben Entschlüsse auf bem strategisch-wirtschaftlichen Schachbrett ber Kriegskunst. Die beutsche Heeresmaschinerie kam in Gefahr, sich infolge feh- lenber Rohölstoffe heißzulaufen, benn an ben D e l q u e 11 e n, bie bie Erbe zu vergeben hatte, saß überall der Feind! Konnte es da wunder nehmen, wenn wir versuchten, um nicht an Dehnangel verdursten zu müssen, uns in den Besitz von Oelquellen zu bringen? Dem rumänischen Feldzug, mit aller Kraft und Schnelligkeit durchgeführt, kommt bie Bebeutung einer kriegswirtschaftlichen Notlage zu. Aber bie bortiqen Vorräte genügten längst nicht, zumal ja ber Gegner unter (Englanbs sachkunbiger Führung, soweit es bie Zeit noch zuließ, alle Son- offiziere sein, bie nach Lehrgang als Sportlehrer in sollen. In bem Zusammenhänge barf übrigens festgestellt werben, daß ähnliche Kurse auch für Kompaniechefs unb sogar für- Stabsoffiziere ftattfinben. Der Unterricht, der in den Händen bewährter Sportlehrer liegt, beginnt mit ber Körperschule. Hier sehen wir Gymnastik ohne Gerät, mit Gerät unb am Gerät. Hier werben bei schein- damit die Wer regiert England? Von unserem v.Ll.-Äerichtersiaiier. mieux!“ Die Höhe ist erklommen: der Weg wird ward VII., hatte bewiesen, daß der mittelbare Die augenblickliche winterliche Kälte Ich empfehle Ihnen daher meine reichhaltige Auswahl in: Joh. Fischer Lager in: Ferner empfehle ich mein gut sortiertes Alle Größen vorrätig I Damen-Pullover Brennstoffe Kinder-Pullover für alle Verwendungszwecke 195 D in allen Größen und zu äußerst vorteilhaften Preisen Marktstraße 4-8 165 A 'TEXTILHAUS $■ ■ Kampfflieger mit entsprechenden Schutzbril ausgerüstet werden, so daß die Bomben ruhig Blendwerk verbreiten können, ohne hoffte Wirkung hervorzurufen. l e n : ihr er- leichter! Schon der Vater des jetzigen Königs, E d - (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, Januar 1935. 1935 ist das „I u b i l ä u m s j a h r". Denn im griff des Reiches kam am Weihnachtstage überzeugend zum Ausdruck: Im „Reichsrundfunk" sprach zuerst ein Schäfer aus einer entlegenen Gras- Kohlenhandelsgesellschaft m.b H. Gießen / Alicenstraße 42-44 Fernsprecher Nr. 3172 und 3176 liefert Im 3ere:d> französisch-belgischen Fernfeuers. Bis 50 Kilometer ostwärts des Rheines reicht die entmilitarisierte Zone, in der kein deutscher Soldat steht. Ostwärts davon stehen Teile von zwei deutschen Divisionen, von der Nordsee bis zur Schweizer Grenze, als dünner Schleier. Befestigungen auch ostwärts der entmilitarisierten Zone sind verboten. Natürlicher Grenzschutz durch Gebirge, Flüsse usw. nicht vorhanden. Dauernd i m Bereich des französisch-belgischen Fernfeuers leben: in Baden 2000000 Einwohner, in der Pfalz 1 000 000, im Saargebiet 800 000, im Rheinland 1 500 000 Einwohner. Darunter die G r o ß st ä d t e Karlsruhe, Mannheim, Saarbrücken, Aachen. Die Rheinbrücken von Basel bis Mannheim, Straßen- und Bahnnetz in Baden, Pfalz, Saarland, Rheinland werden meist von französischen Kanonen beherrscht. Im Wirkungsbereich des französischen Feuers liegen die Kohlengebiete: im Saargebiet mit etwa 8 v. H. des deutschen Kohlenbestandes, im Aachener Gebiet mit etwa 3 v. H. des deutschen Kohlenbestandes, das R uh r- gebiet mit 65 v. H. des deutschen Kohlenbestandes ist ohne jeden Schutz dem französischen Zugriff ausgesetzt. Don der deutschen Eisenindustrie liegen im französischen Artillerie-Wirkungsbereich bzw. völlig ungeschützt: im Saargebiet etwa 12 schäft im Dialekt seiner Heimat. Und diese Stimme aus „Old England" hatte in Bruchteilen von Sekunden das gesamte Britische Reich durchflogen und die Gedanken aller Hörer in den entferntesten Erdteilen auf das Mutterland gerichtet. Nach ihm ergriff der König selb st das Wort, als Haupt einer großen Familie. Sein Schlußsatz: „Gott segne Euch alle!" wand ein unsichtbares Band um das gesamte Britische Reich. Die Nationalhymne, die darauf aus einem Teil dieses Reiches nach dem andern erklang, war ein eindrucksvoller Beweis für die Verbundenheit des britischen Gemeinwesens. England befindet sich heute politisch und wirtschaftlich nach harten Jahren an der Schwelle einer besseren Zeit. Mit den Worten der Neujahrs-Botschaft des Premierministers Mac - d o n a l d zu reden: „Erinnerung steht auf der einen Seite und Hoffnung auf der anderen." In einem solchen Augenblick ist es für den fremden Beobachter nicht unangebracht, sich zu fragen, wer die Männer sind, in deren Händen heute die Fäden der Regierung eines so verwickelten Staatengefüges zusammenlaufen, und die mit Genugtuung und Stolz sagen, daß sie das Staatsschiff durch alle Klippen der letzten kritischen Jahre durchgesteuert und dem Hafen der Wohlfahrt und des Friedens nähergebracht haben. Denn daran kann kaum ein Zweifel bestehen: Für England gelten augenblicklich die letzten Worte Friedrichs des Großen: ..La montagne est passte: nous irons Einfluß eines nichtabsoluten Monarchen viel größer seii^ kann, als der des unumschränktesten aller Herrscher. Auch König Georg V. ist nicht etwa nur die Bugfigur, sondern ein sehr wesentlicher Teil des Staatsschiffes. Wenn auch sein Einfluß weder gesellschaftlich noch politisch in so sichtbarer Gestalt in Erscheinung tritt, wie bei seinem Vater, so sind doch das moralische Gewicht, das er allen seinen Entscheidungen verleibt, das Vertrauen, das alle Parteien und ihre Führer in seine Unparteilichkeit haben und die Liebe des Volkes zu „George" so groß, daß er als der wichtigste Faktor der Regierung des Landes angesehen werden muß. bed.„g. warme Kleidung! v. H., im Rheinland etwa 8 v. H., im Ruhrgebiet etwa 65 o. H. Lichtbomben gegen Kampfflieger. In Frankreich wird seit geraumer Zeit mit sogenannten Lichtbomben herumexperimentiert. Man hörte bisher immer nur etwas von einer Zusammenfassung von Licht st rahlen, um Flugzeuge manövrierfähig zu machen. Jetzt haben die Franzosen den Schleier ihres Geheimnisses etwas gelüftet. Sie behaupten, daß sie eine hellbrennende Masse gefunden hätten, die sich in Granaten bis in die höchsten Höhen abschießen- ließe und hier eine stechende Helligkeit hervorriefe. Die Führer von Flugzeugen, gegen die man diese Bomben abfeuere, würden so stark geblendet, daß sie die Gewalt über ihre Maschine verlören. Das Flugzeug müsse dann unweigerlich abstürzen. Das alles klingt recht plausibel, wir wollen auch gar nicht die Richtigkeit der französischen Angaben bezweifeln. Aber noch immer war es so, daß neuartige Kampfmittel sofort e n t s p r e - chende Abwehrmaßnahmen auslösten. Und da möchten wir annehmen, daß nunmehr überall die waffen erwarten. Die Vielseitigkeit der Verwendung der Jagdflugzeuge hat in neuerer Zeit zu einer weitgehenden Spezialisierung der Typen geführt, von denen sogenannte „Heimatjagdeinsitzer" (Sofort Kredite von Mittelstandskasse (Genossenschaft) an jedermann mit Einkommen und Sicherheiten Hypotheken - Kredite zu 2,15% v. a. von Zwecksparkasse unter Reichsaufsicht mit 5 u. 10% Einzahlung (1000.x monatl.5^ Tilgung I.Wsnsosr Frankfurt a. M.. Hochstr. 44111. __________________________________0131 Vorn Buckingham-Palast, der Residenz des Königs, führt der Weg über Whitehall, dem Hort des Beamtentums, nach Westminster, dem Sitz des Parlaments. Diese drei Begriffe umfassen den größten Teil der Männer, die unmittelbar für die Regierung Englands verantwortlich sind. Daneben gibt es jedoch noch eine Anzahl von Persönlichkeiten, deren Fähigkeiten und Erfahrung sie, wenn auch oft hinter der Szene, zu wichtigen und wesentlichen Trägern der Regierungsgewalt gemacht haben. „Men, not measures" heißt ein englisches Wort: Männer, nicht Maßnahmen. — Daraus folgt, daß in England stets die Person die Politik beeinflußt und nicht so sehr das Amt, das sie innehat. Wenn daher auch der Lordkanzler für das Gesetz, der Außenminister für den auswärtigen Kurs, der Innenminister für öffentliche Ordnung, der Wohlfahrtsminister für Wohnungs- und Gesundheitsfragen, der Präsident des Handelsamts für Wirtschaftsprobleme und alle übrigen Minister für ihre Ressorts verantwortlich sind, so ragen doch aus dieser Mannschaft drei Persönlichkeiten heraus, von denen man sagen kann, daß sie tatsächlich die Volitik des Landes bcftimnrn: Premierminister Macdonald, der Lordpräsident des Staatsrats Stanley Baldwin und der Schatzkanzler N e - ville Chamberlain. Alle drei, der erste durch seine unermüdliche Arbeit an der Verbesserung der Lage im Innern und nach außen, der zweite als Führer der größten Partei des Landes und als Vertreter des Stockengländertums und der dritte durch das Vertrauen, das feine nüchterne, allen Abenteuern feindliche Finanzpolitik erworben hat, üben einen Einfluß aus, der weit über ihre Aemter hinausgeht und sie zu den maßgebenden Mitgliedern der Nationalen Regierung stempelt. Der Anteil der Oppositionsführer im Unterhaus an der Regierung ist nur mittelbarer Art. Der einzige unter ihnen, der infolge seiner großen Vergangenheit und seiner unübertrefflichen Rednerkunst in der Lage sein könnte, den Kurs der Regierung zu beeinflussen, ist Lloyd George, während die übrigen Oppositionsführer nur nach der Zahl der Stimmen, die hinter ihnen stehen, beurteilt werden. Was in einem Parlament, das eine erdrückende Mehrheit von Anhängern der Nationalen Regierung enthält, aber ohne praktische Bedeutung ist. Wer einem „großen Tag" im Unterhaus beigewohnt hat, dem müssen die Köpfe aufgefallen sein, die im Halbdunkel über die Holzwand ragen, die sie vom Sitzungssaal trennt. Wenn die Mitglieder der Regierung von der Opposition in die Enge getrieben werden, so fliegen ängstliche Blicke, weiße Zettel..., und manchmal eilen sogar die Minister selbst zu den Besitzern dieser Köpfe, um sich Weisheit und Rat zu holen, Die Köpfe gehöDamen-Ulster schöne sportliche Formen, in den Preislagen von Mk. 22.00 26 00 29.00 32.00 Sommer werden 25 Jahre vergangen fein, seit (Endland, Belgien, Vereinigte Staaten) mit phanta- & R.n j 9 ® e *?r, 9 V-, den Thron bestieg. Der Be- Damen-Mäntel mit p6iz ganz gefüttert, in guter Verarbeitung Mk. 26.00 29 00 34.00 39.00 Winterkur M Nervös - Erschöpfte Spezlalkuranstalt Hofhelm I. Taunus 4 bei Frankfmt a. M. Telefon '14 ' i. n. II Kinser Krmäü'ftte Preise Prospekte durch 8.H Dr. M. Schulze-Kahlem Nervenarzt Geschäfts-Drucksachen Brle’blatter Briefumschläge bei Brühl. Schulstraße 7 Geschäft s karten Damen-Sportwesten Kinder-Westen stischen Steigzeiten, aber verhältnismäßig kurzer Flugdauer, normale Jagdeinsitzer für den Jagdschutz im Felde und neuerdings auch Jagd- Zweisitzer mit Feuermöglichkeit nach vorn und hinten zu nennen sind. Schnellste Jagdflugzeuge mit Höhenmotoren von Polen, Italien und England überschreiten heute bereits die Grenze von 400 Kilometerstunden. Ungeklärt bleibt jedoch heute noch die Frage der Schlachtflugzeuge, die zum Teil als Sondertypen für den Tieffliegerangriff konstruiert werden, zum Teil aber auch durch Jagd- und schnelle Mehrzweckflugzeuge behelfsmäßig ersetzt werden sollen. Gewisse Luftwaffen legen diesem Flugzeuy- muster so großen taktischen Wert bei, daß sie, wie zum Beispiel die Vereinigten Staaten, Italien und Rußland, bereits zur Bildung von Schlachtflugzeug- verbänden übergegangen sind. Die Schlachtstaffeln sollen in geschlossener Masse aus 50 bis 300 Meter Höhe Truppen, Transporte, Artilleriestellungen und überhaupt Ziele angreifen, bei denen die Moral des Feindes erschüttert, fein Siegeswillen beeinträchtigt werden kann. Der Weltkrieg hat schon bewiesen, daß Tiefangriffe mit Maschinengewehr und Splitterbomben in Engpässen, Schluchten, schmalen Straßen und auf Brücken Panik und Chaos Hervorrufen können. Damit find die Hauptgattungen neuzeitlicher Ar- beits- und Angriffsflugzeuge erfaßt. Darüber hinaus gibt es aber noch einzelne Sondergruppen für andere Zwecke, zu denen katapultfähige Bordflugzeuge, zusammenlegbare U-Bootslug- zeuge, großdimensionierte Fernaufklärungsflugboote der Marine zu rechnen sind. Von Bedeutung ist ferner der Fortschritt in Truppentransportflugzeugen, wie sie in England zur schnellen Verschiebung von Erdtruppen in Kolonialgebieten wertvolle Dienste leisteten und letzthin sich auch in französischen und russischen Manövern vorzüglich bewährt haben. Die fliegerische Technik ist in ewigem Fluß und bildet die Gattungen und Sondertypen der Kriegsflugzeuge zu immer neuen Formen um. Ueberra- schende Erfindungen, die gerade auf dem Gebiete des Flugzeugbaus täglich möglich find, können systematische Entwicklungsarbeit und technische Programme augenblicklich über den Haufen werfen. Beschränken finanzielle Mittel und technische Vereinfachung des Ersatzes und Nachschubs die Typenzahl, so zwingen wieder Erfindungen und grundsätzliche Verbesserungen der Flugtechnik zu ihrer Vergrößerung. zu 2000 Kilometer und ihre Tragfähigkeit für Abwurfmunition bis zu 2000 Kilogramm. Sie weisen indessen gewöhnlich nur eine Geschwindigkeit von etwa 220 Kilometerstunden und eine Maximalflughöhe von 6000 Meter auf. Während der schwere Bomber ganz auf den verlangten Zweck als Nurgewichtsträger gebaut wird, gibt es beim Tagbomber noch gewisse Variationen des Typs, um seine Eigenschaft als weitreichendes Angriffsmittel auch noch für andere Aufgaben dienstbar zu machen. Des- halo wird in England und in einigen anderen Ländern der Tagbomber auch gleichzeitig als Fernkunder ausgenutzt, wodurch eine fühlbare Vereinfachung technischen Nachschubs und eine taktische Doppeloerwendung erreicht wird. Frankreich hingegen fand eine neue Lösung in der Bauart des „Kampfoielsitzers", eines Flugzeugs größter Feuerkraft, aber mäßigen Tragvermögens, der den Bombenwurf mit Erkundungsaufträgen verbinden soll und diese auch gegen erhebliche feindliche Gegenwehr erzwingen soll. Zu den schweren Bombern gehören ferner noch die Torpedoflugzeuge für die Marine, die besonders wieder in England, jedoch auch in Italien und Frankreich zu hoher Vollkommenheit gelangt find. Als neueste Abart eines Angriffsflugzeuges ist schließlich noch der S t u r z b o m b e r zu erwähnen, dessen Spezialaufgabe ist, Kriegsschiffe und unter günstigen Bedingungen auch wichtige Landziele nach Anflug in größten Höhen im steilsten Sturzfluge, bei dem Geschwindigkeiten bis zu 600 Kilo- meterstunden erzielt werden, mit einer Panzerbombe schweren Gewichts anzugreifen. Zwar sind derartige Flugzeuge heute nur in Amerika erbaut und erprobt, aber das in der übrigen ausländischen Presse bemerkbare Interesse für diese neue Angriffsart läßt baldige Nachahmung auch in den anderen Luftren den Beamten, die in England „public ser* vants“. Diener der Öffentlichkeit, hei» ßen und es im wahrsten Sinne des Wortes auch find. Die Tätigkeit des englischen Beamtenstabs, an erster Stelle im Auswärtigen Amt und im Schatzamt, unter konservativen, sozialistischen und Koalitions-Regierungen hat allen Parteien und ihren Führern bewiesen, daß sie in den Beamten, vom höchsten bis zum niedrigsten, loyale Mitarbeiter haben, die von allen politischen Vorurteilen frei nur ihre Pflicht im Interesse des Lan- des tun. Diese Tatsache hat den Einfluß gewisser hoher Beamten außerordentlich vergrößert. Sir Frederick Leith-Roß und Sir Warren Fisher vom Schatzamt, Sir Robert V a n s i t t a r t vom Auswärtigen Amt und schließlich Sir Maurice H a n k e y , der Sekretär des Reichsverteidigungsausschusses, gehören zu den wichtigsten für die Regierung Englands in Betracht kommenden Persönlichkeiten. Ihre Ansicht und ihr Rat sind unentbehrlich und beeinflussen oft in entscheidender Weise die Politik des Landes. Daß die Häupter der drei Wehrdienste, der Flotte, des Heeres und der Luf t streit- kräfte, die Wehrpolitik Englands in maßgebender Gestalt mitbestimmen, liegt auf der Hand. Ihr Einfluß macht sich jedoch hauptsächlich auf technischem und weniaer auf politischem Gebiet geltend. Sir Henry Wilson, Ches des Stabes, während des Weltkrieges, der nach dem Frieden einer irischen Mörderkugel zum Opfer fiel, war der letzte politisierende General Englands. Aber auch er war als solcher nur im Krieg möglich, wo der zivile Mut bei vielen Politikern — nicht bei Lloyd George —> manchmal zu sinken begann und dadurch der „miles gloriosus" einen für England ungewöhnlich großen Einfluß gewann. Die politische Bedeutung von drei Männern, die in keinem unmittelbaren Verhältnis zur Regierung stehen, darf nicht unterschätzt werden: Des Erzbischofs von Canterbury, des Gouverneurs der Bank von England, Montagu Norman, und des Hauptes der britischen Rund- f u n k g e s e l l s ch a f t, Sir John Reith. Alle drei wirken in ihren besonderen Betätigungsfeldern, dem kirchlichen Leben, der City non London samt internationaler Finanz und dem Millionenheer der Rundfunkhörer, deren Ansichten durch die täglichen Meldungen und Vorträge geformt werden, in entscheidender Weise an der Beeinflussung der Oeffent- lichkeit im Sinne der einen oder der andern Politik mit und nehmen dadurch, wenn auch nur mittelbar, Anteil an der Negierung des Landes. Der Einfluß von Prioatfekretären ist von jeher in England groß gewesen. Zwei Privatsekretäre, der des Königs, Sir Clive W i g r a m, und der Privatsekretär des Premierministers bilden keine Ausnahme dieser Regel. Zahlreiche heikle Fragen, von denen die Oefsentlichkeit nie etwas erfährt, gehen durch ihre Hände. Ihre Tätigkeit verleiht ihnen eine Vertrauensstellung zum Monarchen bzw. ersten Minister, deren Bedeutung nicht unterschätzt werden darf. Da in England nichts kodifiziert ist, nicht einmal die Rechtsprechung, gibt es auch keinen „Rat der Alten" wie ihn beispielsweise Japan besitzt. Das verhindert aber nicht, daß eine Anzahl privater Persönlichkeiten kraft ihrer Erfahrung und Stellung im öffentlichen Leben einen Einfluß ausüben, der dem des japanischen „Rats der Alten" entspricht. Dazu aehören Lord Derby (früherer Kriegs- Minister), Lord Reading (früherer Vizekönig von Indien), Lord Trenchard, Lord Tyrrell (dieser vor allem in Fragen der Außenpolitik, die er von seiner Tätigkeit als Unterstaatssekretär des Aeußeren und zuletzt als Botschafter in Paris erschöpfend beherrscht) und Geoffry Dawson, der Chefredakteur der „Time s", des einzigen Blattes, das wirklichen, schwerwiegenden, politischen Einfluß besitzt. Die Antwort auf die Frage: „Wer regiert England?" kann daher dahin zusammengefaßt werden, daß eine Gruppe von rund 25 Männern von entscheidender Bedeutung für die Regierung Englands ist. Daneben fallen natürlich Hunderte weitere Persönlichkeiten ins Gewicht: Minister, Unterstaatssekretäre, Prokonsuln, Botschafter, Beamte, Führer der Finanz, der Industrie und der Wirtschaft. Ihnen allen verdankt England, daß der Weg „wieder leichter" geworden ist. Vor allem verdankt es England aber der Tatsache, daß es von zwei Eigenschaften regiert wird: Von Vaterlandsliebe und gesundem Menschenverstand! Homöopathie hellt! Sic erwirbt sich mit Recht immer mehr Freunde. Seitdem die großen Homöopathen ihre prächtieen Er folge erzielten, ist schon aus manchem Saulus ein Paulus geworden. Wer sich für diese Heilmethode näher interessiert, wende sich an die Homoia-Gesell schäft, Karlsruhe O 71 Diese liefert gegen Einsendung von 30 Pf. für Unkosten ein wertvolles Aufklärungsbuch, verfaßt vom Geh. 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Auch der Arbeitsdienst hatte eine Abteilung entsandt, um der herzlichen Verbundenheit mit den Saardeutschen Ausdruck zu verleihen. Viele Volksgenossen, die sich auf dem Wege zu ihrer Arbeitsstelle befanden und sich früher als sonst auf den Weg gemacht hatten, um dem Abschied beiwohnen zu können, belebten den Marktvlatz. Kurz nach 7.30 Uhr machte man sich auf den Weg. Schneidige Musik des Spielmanns- und Musikzuges der SÄ.-Standarte klang auf und in gleichem Schritt und Tritt ging es zum Bahnhof. Auf den Straßen unserer Stadt herrschte reges Leben. Die Schuliugend war mit Begeisterung dabei und stand Svali-'r. Aus vielen Fenstern wurde den Saar- deutschen füY ihre Reise herzlicher Gruß zuteil. Auf dem Bahnhofsvorplatz und in der Bahnhofshalle herrscht" "m aroß°§ G^drärwe. Jedermann wollte dem Abschied der Saardeutschen beiwohnen. Während die Musik immer w'eder ihre Weisen erklingen ließ, begaben sich die Abstimmungsberechtigten sofort auf den Bahnsteig. Der Zug stand bereit Der Eintopfgericht. l?on Amalie Siffmann/Reof. Der Abschied der Gießener Abstimmungsberechtigten werden soll. Hinsichtlich der Finanzierung der Bahnerweite- rung von Dreihausen bis Mücke hat im Januar 1927 die damalige Marburger Kreisverwaltung eine Mitteilung in der Presse veröffentlicht, in der es u. a. heißt: „Zur Finanzierung einer Weiterführung der Kreisbahn bis Mücke müßten zunächst folgende Voraussetzungen gegeben sein: 1. daß überhaupt Mittel aus der produktiven Erwerbslosenfürsorqe bewilligt werden; 2. daß die sogenannte Grundförderung aus der produktiven Erwerbslosen'ürsorge — das ist der einfache Unterstützungssatz eines Erwerbslosen pro Tag — vom einfachen auf das IV2- fache erhöht und auf Reichs- und Staatsmittel übernommen wird; 3. daß als Darlehen aus der produktiven Erwerbslosenfürsorge das 4'/rfache der Grundförderung bewilligt und der gewöhnliche Zinssatz von 5 auf 4 v. H. herabgesetzt, ferner die Tilgungsfrist von 10 auf 15 Jahre verlängert wird; 4. daß als Grundsörderungssatz für jedes Tagewerk 2,30 RM. bewilligt werden und 5. daß nur Er- werbslose beschäftigt werden (je mehr nichterwerds- lose Facharbeiter — die aber gar nicht zu entbehren zu begünstigen. Dor 30 Jahren, als das Gaskochen noch neu war, kauften ober bauten sich die Hausfrauen selbst eine Kochkiste, um Gas zu sparen. Die Kochkisten sind leider wieder in Vergessenheit geraten, ober werben als unmobern bezeichnet. Ja, sogar bas Turm- Pnrf)»n, b. h. einen Tovf über ben anbern, ober eine Schüssel mit Aufwaschwasser auf ben Kochtopf zu stellen, kann nicht oft genug empfohlen werben, ba viele Frauen unb Mäbchen biete Maßnahmen nicht kennen. Wenn bie stäbtischen Hausfrauen bie Gas- lehroorträge in ben Gaslehrküchen besuchen würben, bie schon in allen Mittelstänben eingerichtet finb, so würbe es ihnen gelinaen, burch Svarsamkeitsmaß- nahmen bie Kochgasrechnung alle Monate um einige Pfennige herunterzubrücken. Diese kleinen Betrachtungen sollen bem Kapitel „Eintopfgerichte" heute vorangestellt werden; benn mir wollen ja sparen: wir wollen bas Gute, bas die Großmütter uns überliefert haben, nicht achtlos übersehen, 1. Eintopfgericht: Sauerkraut mit Schweinefleisch und Kartoffelklößen. Frisches Schweinefleisch, Bauchsleisch, Kleinsleisch ober ein Eisbein wird mit Sauerkohl in einem DA. In der „guten, alten Zeit", als es wirtschaftlich sehr gut ging, wurden viel mehr topfgerichte gekocht, als heute. Die Jahre nach Kriege haben leider hierin ganz haltlose Verhältnisse gebracht. Wenn die Nachfrage nach den ausländi- sehen Früchten nicht gewesen wäre, so hätte bie große Einfuhr auslänbischer Waren in ber Sristem- zeit nicht in bem Maße entstehen können, wie es tatsächlich ber Fall war. Die Schuld liegt zu einem Teil bei ben Hausfrauen selbst. Leiber haben wir auch heute noch viele Hausfrauen, bie heiraten, ohne eine Haushaltslehre burchgemacht zu haben. Schnell wirb ein Pfannengericht zubereitet, wahllos werben Sübfrüchte unb Salate aus aller Herren Län- ber bazu gewählt. Auch hierin bat uns bas Dritte Reich erfreulicherweise eine Wanblung gebracht, da es um bie gründliche Vorbereitung ber Frau für ihren Hausfrauenberuf ernstlich besorgt ist. Die Hausfrau wirb heute bazu erzogen, bei all ihren Einkäufen sich ihrer Verantwortung gegenüber ber beutschen Volkswirtschaft bewußt zu fein unb immer bann ben beutschen Erzeugnissen ben Vorzug zu geben, wenn biese noch irgenbroie zu haben finb. Hülsenfrüchte, Graupen unb Grütze müssen am Abend vorher eingeweicht werben, bamit sie leicht bekömmlich unb wirklich nahrhaft sinb. Wer eine Grube hat, tut stets gut, Hülsenfrüchte schon abenbs seitlich in bie Grube zu setzen, um bas richtige Aufqoellen ber gebörrten ober getrockneten Früchte Reihen ftanben auf dem Bahnsteig auf Tischen die Tassen bereit, im Handumdrehen waren jedesmal beim Einlaufen eines Zuges die großen Kaffeekannen mit frischgefülltem Inhalt zur Stelle. Und dann hob ein eifriges Werk der dienenden Nächstenliebe an. Während der Spielmannszug und der Musikzug der Standarte durch ihre schneidige Musik erfreuten, machten sich alle Männer der politischen Leitung, von der Spitze bis zum letzten, alle SA.- und SS.-Männer, von den Standartenführern bis zum jüngsten Kameraden, mit großem Eifer daran, in den Tassen den heißen Kaffe in die Züge zu reichen und die rasch geleerten Tassen immer noch einmal zu füllen, so daß jeder Kaffeewunsch befriedigt wurde. War ein Zug abgefahren, so wurde im Handumdrehen die Säuberung der Tassen vorgenommen, und alle Männer in der braunen Uniform stellten sich zum neuen Kaffeedienst für die durchreisenden Volksgenossen bereit, so daß bei ber Ankunft bes nächsten Zuges ungesäumt bie neue Versorgung beginnen konnte. Ueberall, wohin man sah, bemerkte man nur frohgestimmte Gesichter, hörte man herzliche Dankbarkeit ber Reisenben für ben überaus liebevollen Empfang unb bie aufmerksame Bewirtung sich äußern, tinb bann gab es .immer wieder ein Abschiednehmen unter den Klängen des Saarliedes mit dem Deutschen Gruß, erfüllt von ber Gewißheit, baß mit biesen Zügen beutsche Kämpfer unb Kämpferinnen in bas Saargebiet fahren, um bort für ihr beutsches Daterlanb einzustehen, begleitet von bem zuversichtlichen Vertrauen ber Gießener Volksgenossen, baß burch bie Stimmen dieser Männer unb Frauen ber gerechten deutschen Sache der verdiente Sieg errungen wird. Im Laufe ber letzten Nacht tarnen weitere vier ' Sonderzüge mit saarabstimmungsberechtigten Män- ! nem und Frauen aus bem Reiche burch ben Gießener Bahnhof. Gegen 0.30 Uhr traf ein Sonberzug aus Königsberg (Ostpreußen) ein, ber erst im Laufe des gestrigen Abenbs hierher gemelbet worben war. Die für bie Stunbe von 3 bis 4 Uhr heute angekündigten brei weiteren Sonberzüge aus Berlin, Pommern unb Ostdeutschland kamen mit erheblicher Verspätung an Der für 3.04 Uhr angefünbigte Zug fuhr erst 20 Minuten vor 4 Uhr in bie Bahnhofshalle ein, bie nachfolgenden beiden Sonberzüge hatten gleichfalls erhebliche Verspätungen, so baß ber letzte Zug er ft gegen 4.30 Uhr heute früh bie Bahnhofshalle verließ. Sämtliche Züge waren sehr stark besetzt unb bestauben aus einer langen Reihe von v-Zugwagen. Zur Begrüßung ber Volksgenossen und Volksge- nossinnen weilten die Mitglieber ber Kreisleitung mit Pg. Klo st ermann an ber Spitze, bie politischen Leiter ber Ortsgruppen Norb unb Ost mit ben Ortsgruppenleitern Thomas unb bem stellvertretenden Ortsgruppenleiter St r e u t e r an ber Spitze, von ber SA. Stanbartenkührer Lutter mit Angehöriaen feines Stabes, bem Spielmannszug unb bem Mu- stkzug ber Stanbarte unter Musikzuafübrer Herrmann unb zw"i ßhrenftürmen mit Fabnen, von ber SS. di" Stanbartenführer I a k 0 b e r urtb Ruhl mit Stabsangebörigen auf bem Bahnsteig. skern<>r hatte sich roieberum, wie in ber vorhergehenden Nacht, eine große Menschenmenge Hinzua-sillt, die allesamt ben burchreisenben Brübern unb Schwestern aus bem Reiche einen überaus herzlichen Enw- fanq bereiteten. Gewaltige D'aeisterunq erfüllte nach allem, was man bei bem Aufenthalt ber Reisenben sehen unb hören konnte bie Männer unb Frauen, bie zum Kampf für das deutsche Vaterland mit dem Abstimmungszettel das deutsche Saargebiet aufsuchen, die herzlichste G^'nnun^und tiesite Verbundenheit im Geiste des Führers 21bolf Hitler wurde ihnen in roeitaebenbfter Weise non ben Gießener Volksgenossen offenbart. Es war erhebend und zugleich unvergeßlich, bie Geschehnisse dieser Stunden zu erleben. Die Eindrücke sind fo gewaltig, daß man sie in Worten nicht zum Ausdruck brinaen kann. Man vermag nur das eine fettzustellen: hier schlugen die deutschen Herren 'n Liebe und Treue zum Führer des Deutschen Volkes Adolf Hitler und zum deutschen Vaterlande in völligem Gleichklang stark zueinander hier wurden im schönsten Sinne des Wortes die deutsche Volksgemeinschaft und die unlösliche Verbundenheit der deutschen Menschen aller Stämme und Schichten offenbar! Das war beiderseits, sowohl bei den durchreisenden Volksgenossen, als auch bei ben Gießener Männern und Frauen, kein Strohfeuer aus der Freude der Stunde, sondern Ausdruck der starren Flamme heiliger Vaterlandsliebe, die b«e Herzen erwärmt unb b-m Willen stärkt, alle Kraft unb olles Streben stets unb überall einzusetzen für Das deutsche Vaterland.unb seinen Wieberaufbau! Die Gießener Volksgenossen waren bei bem Aufenthalt ber vier Sonberzüge in ber Lage, den Reisenben eine Erfrischung in Gestalt einer Tasse guten heißen Kaffees darzubieten. In langen Musikzug, SA. und SS., hatten auf dem Bahnsteig Aufstellung genommen. Der stellvertretende Kreisleiter Pg. Hopfen- m ü 11 e r hielt noch eine kurze Abschiedsansprache und wies auf bie hohe Bedeutung des morgigen Tages hin, der Schicksalstag für bas Saarlanb sei. Mit einem breifachen „Sieg-Heil" auf Führer unb Daterlanb beschloß er seine Ansprache. Gemeinsam unb begeistert würben bas Horst-Wessel-Lieb unb bas Deutschlanblieb gesungen. Unter ben Klängen bes Saarliebes, von allen mitgesungen, unter letztem herzlichen Winken aus bem Zuge unb zum Zuge, verließen bie in Gießen unb in Oberhessen ansässigen Saarbeutschen in ihrem Sonberzug ben Bahnhof. Der Sonberzug, ber über Wetzlar, Limburg unb Nieber-Lahnstein in bas Saargebiet fährt, wirb von insgesamt etwa 980 Saar-Abstimmungsberechtigten besetzt sein, bie zum Teil auf ben einzelnen Stationen zusteigen werben. Die Gießener Ortsgruppe bes Bunbes ber Saarvereine nimmt mit etwa 80 Personen an ber Fahrt teil, aus Oberhessen (Alsfesb, Lauterbach usw.) sowie auch von Marburg her bestiegen in Gießen weitere 200 Abstimmungsberechtigte ben Zug. Der Sonberzug wirb von zwei Aerz- ten unb fünf Helfern bzw. Helferinnen ber Sanitätskolonne Gießen begleitet. Die Reichsbahn hat als .Transportleitung einige Herren beauftragt, bie ben Fahrtteilnehmern mit Rat unb Tat stets zur Seite 'stehen werben. In einem Bericht aus Marburg hat ber „Gießener Anzeiger" vorn 10. Januar 1935 über erneute Desire- 1 düngen zum Weiterbau der Marburger K r e i s d a h n v 0 n D r e i h a u s e n n a ch M ü ck e Mitteilung gemacht. In interessierten Marburger Kreisen ist nach jenem Bericht der Gedanke aufgetaucht, dieses Bahnprojekt, im Rahmen der Arbeitsbeschaffungs-Maßnahmen der Reicksregierung zur Durchführung zu bringen. Ob bereits Schritte zur Verwirklichung des Planes in die Wege geleitet worden sind, ist bisher nicht bekannt geworden. Dennoch verdient der Gedanke auch aus der jetzigen Lage heraus unter Dem Gesichtswinkel der Förderung berechtigter Interessen der Allgemeinheit betrachtet zu werden. Dieses Bahnbauprojekt hat zuletzt Anfang 1927 die Öffentlichkeit lebhaft beschäftigt. Auch damals \ ging, wie schon in vorhergehenden Jahren, das Be- s streben dahin, die Marburger Kreisbahn von Drei-1 Hausen über Deckenbach, Rüddingshausen, Weiters- hain, Atzenhain und Merlau nach Mücke zu verlängern und damit diese Orte, aber auch die benachbarten übrigen Ortschaften mit besseren Der- kehrsverhältnissen zu versehen. Vorn Standpunkt des öffentlichen Derkehrsinteresses aus war der Plan damals so begrüßenswert, wie er es auch heute noch ist. Wer die Verkehrsverhältnisse in jenem Winkel der Kreise Marburg, Gießen und Alsfeld kennt und sich dabei die wirtschaftlichen Möglichkeiten für die dortige Landwirtschaft, die Steinindustrie und die Bergbaubetriebe vor Augen hält, wird zugeben müssen, daß dieser Bahnbau alle Förderung verdient. Es würde sich dabei um eine weitreichende 1 Verkehrserschließung für ein Gebiet handeln, das i sich unter den bisherigen Verhältnissen nur schwer \ und in geringem Ausmaß entwickeln konnte, weil es in dem Bahndreieck Mücke—Gießen—Marburg gewissermaßen den „toten Punkt" darstellte, der auch durch die Marburger Kreisbahn bis Dmhaufen nicht beseitigt werden konnte. Natürlich müßte e i n Gesichtspunkt nach Maßgabe der heutigen Grundsätze einer erneuten Prüfung unterzogen werden: die zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten der in jener Gegend in Betracht kommenden industriellen Betriebe aller Art, da mittlerweile Verschiebungen in den wirtschaftlichen Grundlagen eingetreten sein können, die für die Gestaltung eines gedeihlichen Bahnbetriebs nicht außer Acht gelassen werden dürfen, wenn das Unternehmen nicht auf unabsehbare Zeit zu einem Zuschußbetrieb und damit zu einer Last für die Anliegergemeinden Ein Volk von Brüdern. Von prarrer Gombel-Grafenbausen. Dem morgigen Sonntag sehen mir alle mit fieberhafter Spannung entgegen. Mit einer Spannung, bie nichts mit oberflächlicher Neugierde zu tun hat, sondern die jeden deutsch Fühlenden zutiefst erfüllt und die Herzen ineinander schlagen läßt in der zuversichtlichen Gewißheit: Die Saar muß deutsch werden! Es geht nicht in erster Lime um materielle Vorteile, nicht darum, ob einige hundert Quadratkilometer wertvollen Bodens wieder in unfern Besitz kommen; sondern es geht darum daß Menschen, die ihrer Vergangenheit, ihrem Denken und Fühlen, ihrer Bildung, ihrem ganzen Wesen nach zu uns gehören, wieder mit uns vereinigt werden und als Brüder Hand in Hand mit uns die großen Aufgaben erfüllen, die Gott dem gegenwärtigen Geschlecht Vorbehalten hat, und die sie in der Verkettung mit Wesensfremden niemals lösen können. Es handelt sich darum, daß unsere Saarbrüder wieder des köstlichsten Besitzes froh werden, den wir auf Erden haben können: Menschen, die zu uns gehören, deren Herzen im gleichen Rhythmus mit dem unfern schlagen und deren Gedanken den unfrigen freundlich begegnen. Wir wissen oft gar nicht, was Menschen uns sind und bedeuten. Wir nehmen sie als selbstverständlich hin, wie die Lust, die wir atmen. Gar häufig sind sie uns sogar lästig. Wir stoßen uns an ihnen und ersehnen die Einsamkeit: „Daß ich trag’ Todeswunden, das ist der Menschen Tun; Natur lieh mich gesunden, sie lassen mich nicht ruhn". Aber solche Empfindungen sind Ausnahmen. Es wäre untragbar, auf menschliche Gemeinschaft verzichten zu müssen, auch wenn es nicht vollkommene Menschen sind, sondern fehlende, irrende^ ge° rabe wie wir selbst. Selbst wenn wir viel Muhe unb Not mit ihnen haben, so bleibt bie Gemeinschaft mit ihnen boch ein Segen. Das merken wir, wenn gemeinsame Aufgaben unsrer harren, wenn gemeinsames Glück uns beschieben ist unb gemein, fames Leib getragen werben muß. Drum sollten wir uns um nichts mehr mühen, nichts eifriger suchen, als Gemeinschaft mit Menschenseelen. In ihr ist Gott am spürbarsten unter uns, benn er tut sich uns am beutlichsten burch Menschen kunb, unb bas ist die Aufgabe unseres Lebens, ihn unseren Bru- bern zu zeigen, soweit er sich uns Eunbgetan hat. Das hohepriesterliche Gebet Jesu im 17. Kapitel bes Johannesevangeliums läßt uns einen tiefen fßlicf tun in biesen eigentlichen Sinn menschlichen Derbunbenseins. .... Das ist auch ber religiöse Sinn ber toaarabftinv mung. Von uns bisher getrennte beutfdje Menschen zurückzuführen zu gemeinsamem Gotterleben mit den Brübern, zu benen sie nach Gottes Bestimmung * gehören. Amtsgericht Gießen. Wegen Verstoß gegen bie Reichsstraßenverkehrs- orbnung würbe ein Mann aus Beuern zu einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten verurteilt. Der Angeklagte, ber schon einschlägig vorbestraft ist, würbe im Oktober vorigen Jahres mittels Strafbefehls wegen Fahrens ohne ben gesetzliche Führerschein zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Im Gnabenwege versuchte er ben Straferlaß herbeizuführen. Inzwischen fuhr ber Angeklagte aber wieberholt ohne Führerschein Das Gericht erkannte auf bie obenerwähnte Gesamtstrafe. In ber Urteilsbegrünbung führte bas Gericht aus, daß es sich bei bem Angeklagten um einen Rechtsbrecher schlimmster Sorte hanbele, ber sich ohne weiteres über jebe Anorbnung ber Verwaltungs- behörbe hinwegjetze. Sobann befaßte sich bas Gericht mit einem Mann aus Gießen wegen Körperverletzung unb Beleibigung. Der Angeklagte wollte von ber sog. Pflichtarbeit befreit fein. Es würbe ihm leboch die Vorlegung eines ärztlichen Attestes zur Pfticht gemacht. Im Laufe ber Auseinanberfetzung schlug ber Angeklagte bem Beamten ins Gesicht Beim V.r- lassen bes Büros erging er sich gegenüber bem Beamten in schweren Beleibigungen. Das Gericht verurteilte ben Angeklagten zu 4 Monaten ©e-.| fängnis unb in die Kosten des Verfahrens. Die Schwarz-Weiß-Linien zeigen die bestehenden Reichsbahnftrecken Mücke—Gießen unb Gießen— Marburg sowie bie Marburger Kreisbahn von Marburg—Dreihausen an. — Die punktierte Linie stellt bie vorgeschlagene Verlängerung ber Marburger Kreisbahn von Dreihausen nach Mücke bar. fürsorge gebeckt wirb, bas finb 3 000 000 — 2 400 000 -- 600 000 RM., müßte auf bem freien Gelbmarkt beschafft werben. Wir geben biese Berechnungsgrunblage vom Januar 1927 als einen Anhaltspunkt lebialich berichtenb mieber, ohne selbst sachlich bazu Stellung zu nehmen, benn mittlerweile hat sich ja erfreulicher- weise bie Einstellung ber für bie öffentlichen Inter- essen verantwortlichen Stellen grunblegenb geroan- bett, wobei man jetzt burdjaus zutreffenb Nicht ben toten Dingen ober bem reinen Kapitalstanbpunkt, fonbern vor allem bem schassenben Menschen ben Vorrang zuerkennt. Die angeführten Zahlen zeigen immerhin, baß man bie Weiterführung ber Kreis- bahn von Dreihausen bis nach Mücke nicht etwa als ein Kinberspiel betrachten barf, fonbern bas Projekt als eine fchwerwiegenbe finanzielle Angelegenheit zu werten hat. Jeboch ist unter ben heutigen Verhältnissen bie Hoffnung nicht unberechtigt, baß bie allgemein-wirtschaftlichen unb ftaatspoh- tischen Gesichtspunkte für bie Verwirklichung bes Marburger Planes zu einem starten positiven Faktor werben könnten. Wenn baraus bie Verlängerung bes Schienenwegs von Dreihausen nach Mucke entstehen würbe, bann könnte bie Bevölkerung jener Orte unb mit ihr bie Gesamtwirtschaft ber Kreise Gießen, Alsfelb unb Marburg eine wertvolle unb weitreichenbe Förberung als neue Antriebswelle zu einer besseren Zeit verbuchen. finb —, befto weniger Mittel aus ber produktiven Erwerbslosenfürsorge). Die Finanzierung würde sich dann rote folgt stellen: Die Gesamtbaukosten für die Weiterführung der Bahn bis Mücke sind auf drei Millionen Mark geschätzt, die Zahl der Arbeiter- tageroerte auf 180 000 (600 Arbeiter X 300 Taae). Unter den obigen Voraussetzungen mürben aus ber probuftioen Erroerbslosenfürsorge bewilligt werben: geschenkweise 621 000, als Darlehen 1 179 000 RM., zusammen 2 400 000. Die Verzinsung bes Darlehens würbe bei 4 v. H. im ersten Jahre betragen 71160 RM., bie Tilgung 62/8 0. H. - 118 600 RM., zu- lammen 189 760 RM. Der Rest bes Baukapitals, ber nicht aus Mitteln ber vrobuktiven Erwerbslos n- /tCapp^ \ yiiu&l»»gshAüsen; , -j ' "QC . - -■ , • A ; z ' ■ • X ''' '• Veranstaltungen in Gießen anläßlich der Gaarabstimmung Sonntag, 43. Januar: Singen des Längerkrelfes in der Stadl znm Zeichen der Verbundenheil mit den Volksgenossen an der Saar. Beginn: 17 Uhr am Selterstor, dann am Neuslädler Tor, Walltor, Stadttheater, Kreuzplah. Dort brennt die Grubenlampe, die die Saarsänger, die im vorigen Jahr beim Sängerkreis Gießen zn Gast waren, den Gießener Sängern überreicht hatten, während des ganzen Ab- flimmnngstages. Montag, 14. Ionuar: 23.30 Uhr: Ankunft der Abstimmungsberechtigten des Kreises Gießen im Sonderzug. Um 23 Uhr sind sämtliche Gliederungen am Bahnhofsplah angetreten. Die SS. Übernimmt den Ordnungsdienst. Zwei SA.-Stürme, die SA.-Kapelle, die Führer der Partei, die Vertreter der Behörden und der Stadt auf dem Bahnsteig 1. Schmelz, Kreispropagandaleiter. Die Deutsche Arbeitsfront. IIS.-Gemeinfchastt .Kraft durch Freude-'. Der darf mitfahren bei „Kraft durch Freudes- Fahrten? Da noch immer Unklarheit darüber herrscht, wer an einer „KdF."-Fahrt teilnehmen darf, sehen wir uns veranlaßt, nachstehende Aufklärung zu geben. Mit unseren Ferienzügen kann grundsätzlich nur derjenige fahren, der ohne unsere Hilfe eine solche Fahrt nicht mitmachen kann, der ohne unsere Hilfe überhaupt nicht dazu kommt, einmal im Jahre einen anderen deutschen Gau für acht Tage aufzusuchen. Aus diesem Grunde ist eine Gehaltsgrenze gesetzt worden. Die Gehaltsgrenze ist RM. 250 für Ledige und Verheiratete ohne Kinder, für Verheiratete mit Kinder RM. 300. Die Entscheidung bat der Kreis- wart bzw. der von ihm beauftragte Referent. Ueber die Gehaltsgren^e hinaus kann nur der mitfahren, der nachweist, daß er die Patenschaft für mindestens einen minderbemittelten Arbeitskameraden übernommen hat, d. h. also den Fahrpreis eines Kameraden übernimmt. Rur Mitglieder (und direkte Angehörige von Mitgliedern) der Partei oder der Deutschen Arbeitsfront und der ihr korporativ angeschlossenen Verbünde können mitfahren, sofern die obigen Gehaltsgrenzen eingehalten sind. Mitfahren können also Mitglieder der Partei, DAF. (selbstverständlich auch der NS.- Haqo usw.), des Reichsbundes Deutscher Beamten, RSLB., Reichswehr, Studentenschaft, Arbeitsdienst, RS.-Frauenschaft, SA., SS. u. a. m. Grundsätzlich ausgeschlossen sind nur diejenigen, die weder der Partei, noch der DAF. oder einem der ihnen angeschlossenen Verbände angehören. Alle Anmeldungen erfolgen schriftlich oder mündlich bei der Geschäftsstelle der RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gießen, Schanzenstrahe 18, Zimmer 10. Mit der Anmeldung muß zugleich das Fahrgeld bezahlt werden. Fahrt nach Berlin vom 25. bis 29. Januar. Während im Sommer vorwiegend Aufenthalte in den schönsten Gebieten Deutschlands vorgesehen sind, bietet die RS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" während der Wintermonate besondere Gelegenheiten zum Stadtbesuch. Die erste dieser Fahrten führt vom 25. bis 29. Januar nach Berlin. Die Teilnehmer werden in Einzelquartieren untergebracht. Die Verpflegung in Berlin beginnt am 25. Januar mit dem Abendbrot und schließt am 29. Januar früh mit dem Frühstück. Für die Heimfahrt wird den Urlaubern an Stelle des ausfallenden Mittagessens für die Bahnfahrt ein Reisefrühstück mitgegebcn. Für Berlin sind vorgesehen und im Preis eingeschlossen: Eine Stadtrundfahrt mit Omnibussen. Führung und Museumsbesichtigung. Besuch des Berliner Zoo. Eine Fahrt nach Potsdam mit Besichtigung des Schlosses Sanssouci. An einem Abend nehmen außerdem sämtliche Fahrtteilnehmer am Besuch des Theaters des Volkes, der Bühne der RSG. „Krast durch Freude", teil. Die gesamten Kosten betragen 38 Mark. Zur selben Zeit findet in Berlin die „Grüne Woche" statt, für Landwirte ist deshalb diese Fahrt die günstigste Gelegenheit, diese Schau zu besucb-n. Mitfahren kann jedes Mitglied der „Deutschen Arbeitsfront", das ein Einkommen bis 250 Mark monatlich hat. Anmeldung bis Dienstag, 15. Januar, auf der Geschäftsstelle der RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Kreis Gießen, Schanzenstrahe 18, Zimmer 10. breiten Topf gar gekocht. Wenn das Schweinefleisch gepökelt war, natürlich ohne Salz. Rohe Kartoffeln werden gerieben, ebenso eine dicke Zwiebel, dazu kommt Salz und etwas ausgelasienes Schmalz. Dieses wird gut durchaerührt, nachdem das Fleisch herausgenommen ist, löffelweise auf den Kohl gelegt und nun, wenn auf Gas gekocht wird, auf einer Asbestplatte gar gekocht oder in die Grude gesetzt und langsam gar gedünstet. Man muß vorsichtig kochen, daß es nicht anbrennt. 2. Eintopfgericht: Grüne und weihe Bohnen. Bunter Speck oder durchwachsener Speck wird mit weißen, vorher eingeweichten Bohnen in nicht zu langer Brühe gekocht, dazu kommt eine Büchse Schnittbohnen und Kartoffclstückchen. Alles wird zusammen fertig gekocht. Es werden Würstchen dazu gegeben. Oie Aufgabe der Zeitung. Ein Wahnruf. Die in Hannover erscheinende parteiamtliche „Niedersächsische Tageszeitung" wendet sich mit folgender eindringlichen Mahnung an alle, die es angeht: „3n der letzten Zeit hat sich eine Unsitte besonders bemerkbar gemacht, der es gilt, zu Leibe zu gehen. Halbamtliche und private Stellen übersenden nämlich den Blättern Notizen mit dem Ersuchen um Aufnahme in den berichtenden (redaktionellen) Teil mit dem Vermerk, daß Kosten aus der Veröffentlichung nicht entstehen dürfen. Niemand denkt daran, daß die Tageszeitungen angesichts der wirtschaftlichen Notlage außerstande sind, etwas umsonst zu machen. Warum verlangt man diese Leistungen nur von der Tageszeitung? Kann ein anderer Gewerbetreibender etwas umsonst liefern? Die Zeitungen sind bereit und beweisen dies täglich, Opfer zu bringen, aber alles hat feine Grenzen. Der Einwand von vielen Seiten, daß es bei den kostenlos zur Aufnahme empfohlenen Sachen sich um solche handelt, die die Allgemeinheit besonders berühren oder kulturelle und sonstige Belange fördern helfen, ist nicht stichhaltig, denn die Schriftsetzer und anderen Beschäftigten können auch nicht mit diesen Hinweisen abgefertigt bzw. ihr Arbeitslohn für derartige Sachen kann ihnen nicht vor enthalten werden. Zudem muß laut gesetzlichen Best mmungen der berichtende Teil frei bleiben von allem, was nur entfernt einer Reklame ähn- lichsieht. Wie schwer Druckereien jetzt überhaupt zu kämpfen haben, beweist auch die Tatsache, daß man neuerdings dazu übergegangen ist, viele Schriftsätze, wie Einladungen, Programme usw. durch Vervielfältigungsapparate herzustellen, also gewissermaßen Schwarzarbeit zu betreiben. Den Zeitungen aber mutet man dann noch zu, über Deranstaltun- gen, bei denen derartige Programme usw. maßgebend waren, große Berichte aufzunehmen. In diesem Verfahren muß Wandel geschaffen werden; so wie bisher geht es auf keinen Fall weiter." Oie Führung der Dozentenschaft an der Universität. Don der Presiestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Professor Dr. Karl Hummel ist vom Hessischen Staatsminister zum Führer der Dozentenschaft an der Landesunivcrsität, Dr. Ottfried Timpe, Assistenzarzt an der Chirurgischen Klinik, zum Zweitführer ernannt worden. G ockenaeläuie zur Saarabstimmung. LPD. Der Landesbischof der evangelischen Lan- desk:ilm in deutscher Sprache Zu der Hauptrolle: Dolores del Rio. 2. Im Beiprogramm: Ein lebendes Spielzeug - Ufa-Wochenschau greife der Bläste von 0.60 bis 1.50 RM. Oberhessischer Kunstverein Turmhaus am Brandplatz Elche KMWeliWW fit Hs MletMMll im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße am Sonntag, dem 13. Januar 1935. Beginn 11 Uhr MonhläoCQ von3 bis 20 V.H. erhalten Sie bei wieder- nauniasse holten Veröffentlichungen einer Anzeigei (So wz-Bunö - fiauim.lete.il Programm-Acnderung! Infolge eines Unfalles des Vortragenden muß der für den 15 Jan. angesetzte Lichtbildervortrag des Freiherrn Treusch von Buttlar- Brandenfels Ausfallen. 1330 Es findet dafür statt am Freitag, 25. Jan., 20 Uhr, ein Lichtbildervortrag von Commodore Stapitän zur See a. D. Nudolf Mahlung Oer Durchbruch der „Soeben" und „Breslau" Weitere Mitteilungen hierüber erfolgen noch. NB. Der Dichterabend des Goetbe- Bundes mit Heinrich Lersch wird aus einen späterenTermin verlegt. Illlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll WM!W MWIWll Löberstraße 14 — Eintritt frei! WWW MA Sonntag, den 13. Januar, 14.30 u. 20.15, an sch l. Montag bis Mittwoch 10, 14.30 und 20.30 Uhr. Jtebner:PsarrerEckardhSt.Lhrischona und Pfarrer D. Michaelis, Vethel u. a. Jedermann ist herzlich eingeladen. One MORGEN SONNTAG TANZ t BijsMie Freiliste und Sportangler letzte Möglichkeit in den Reichsverband Deutscher Sportangler E. V. einzutreten. oiee Samstag, den 12. Januar, 20.30 Uhr Versammlung im SgWW llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Wiesede 1 U G 194 D Gießen, jetzt Seltersweg 52 Wollgarne / Handarbeiten! Die gute, warme und preiswerte GWMMMAM sowie GttVmM MlKV MM in riesiger Auswahl im „Spezialgeschäft" Zhre Verlobung geben bekannt Margret Göh Walter Loh Gießen, den 12. Januar 1935 Asterweg 1 Dammstraße 32 0147 Heinz Zell und Frau Marie, geb. Ockel Vermahlte Gießen (Lindenplatz 1), den 12. Januar 1935 '151 Stainer- und filaserareeiteo werden jetzt zu billigen Preisen ausgeführt. [0182 Alicenstr. 29 H. Gegen Kälte Fenstermäntel Fensterkissen Dichtungsstränge Filzstäbe Fußmatten tatamirel für Fuhren aller Art noD MomkehrBem Telefon 58. 21OA Gebr. Seelbacb Seltersweg 20 20: le 14). p5fd)ule; L 3). M Lotz. rlngenhti truf Ztlt» (Mrtienft bholer 1 sleinreify ich eg 20 p^union lt Predig- pre9otion; M. 9.4Z: ^mt mit : ^ochcimt idacht. 8.20; Kr b«t k^1*- te r-R Ra R"$ r ^bend, 014; '151 M.10 viertes Vlatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) 5amstag^2.Zanuar!«55 Die Leitzwerke m Keßlar als Helfer der Wissenschaft. Wunderwerke der präzisionstechnik.- Mroskov Ar. 31Z000.- Ser Weg der Leica. ■ „Ernst Leitz, Wetzlar, optische und mechanische ’ Werkstätten" — fo lautet der Titel der weltberühmten Firma in unserer Nachbarstadt, der den Fachmann wohl wissen, dem Laien aber kaum ahnen läßt, was sich hinter diesem Titel verbirgt. Es läßt' sich nicht in wenigen Sätzen sagen, welcher Art die j Arbeit in den Leitz-Werken ist, vielmehr kann der Berufene Bücher darüber schreiben und — sie sind auch längst geschrieben worden. Das Werk und seine Leistung lassen sich aber in einigen klaren Begriffen darlegen: die Leitz-Werke sind in ihrer heutigen Form das Ergebnis eines zielbewußten Schaffens, die Erzeugnisse sind Höchstleistungen deutschen Geistes und deutscher Werkmannsarbeit, sind Wegbereiter und stete Helfer der Wissenschaft aller Gebiete, Diener zum Wohle der Menschheit Als Bahnbrecher erwies sich die Firma auf dem Gebiete der Kleinbildphotographie durch die Schaffung der „Leica" (Leitz - Camera). Und noch eines: jedes Instrument, jede Kamera, die das Werk verlassen, ist ein Wunderwerk der modernen Präzisionstechnik. Die Präzision der Instrumente aus den Wetzlarer Werkstätten ist in den wissenschaftlichen Laboratorien und überall da, wo man ihrer bedarf, längst zu einem Begriff geworden. V DO - i In diesem Zusammenhang ist es interessant, in kurzen Umrissen die Geschichte des Werkes zu schildern Gründer und erster Inhaber war Karl Keller. Gründungsjahr 1849. Nach Kellers Tod übernahm Friedrich Belthle die Firma, in die schließlich der Vater des heutigen Inhabers Ernst Leitz als Teilhaber eintrat. 1869 starb Fr. Belthle. Ernst Leitz übernahm nun die Werkstätten allein und von diesem Zeitpunkt an nahm eine Entwicklung ihren Anfang, die epochal werden sollte. Ernst Leitz war, bevor er nach Wetzlar kam, in der damals bereits außerordentlich entwickelten Schweizer Uhrenindustrie tätig, in der er die Arbeitsteilung kennengelernt hatte. Der junge Inhaber der nunmehrigen Leitz- werke übernahm diese Arbeitsteilung für den Instrumentenbau. Die damalige Fachwelt kritisierte, lächelte, spöttelte sogar und wollte nicht glauben, daß durch die Arbeitsteilung im Bau der Mikroskope eine größere Präzision erreicht werden könne. Die Kritiker mußten sich aber überzeugen lassen. Bis 1870 bezog man Mikroskope fast ausschließlich von einer Pariser Firma (Hartnacke). Dort wurden sie in Einzelanfertigung, jeweils von einem Optiker bzw. Mechaniker hergestellt Ersatzteile waren infolgedessen nie zu bekommen. Hartnackes Ausweisung aus Frankreich unterbrach diese Produktion, bis nach dem Kriege 1870/71 Ernst Leitzs Mikroskope erschienen und den Markt eroberten. Zu jenen Zeiten, da der Wissenschaftler in Paris das Mikroskop bestellte, dauerte es oft sechs Monate, bis er in den Besitz des gewünschten Instrumentes gelangte. Aus den Wetzlarer Werkstätten war das Mikroskop in Tagen zu haben. Die Mikroskope, die gegenwärtig das Werk am Kalsmunt zu Wetzlar verlassen, tragen Nummern über 317 000. Gebaut werden die verschiedensten Mikroskope. Es gibt das Biologische, das Stereoskopische und das Polarisationsmikroskop (das Letzere speziell für die Geschliffene Linsen zum Polieren fertig. An den Linsen-Poliermascyinen. Linsen werden gekittet. Die Linsen werden auf ihre Dicke geprüft. zu erreichen. In verschie- Mikroskop können bis zu 3OOOfache Vergrößerungen Eine Steigerung der Möglichkeiten hat die Mikro- erzielt werden. . Die Entwicklung in den Leitzwerken ist aber bei liebige Vergrößerungen „ , denen Mikroskopen, insbesondere im Biologischen Mineralogie); es gibt Mikroskope für Metall- und Textiluntersuchungen, ferner für die Kriminalistik (zu vergleichenden Feststellungen) für den Fleisch- beschauer, das Werkstattmikroskop usw. Die Instrumente sind zum Teil mit den verschiedensten Objek-^ -- ----------v »• ™ tiven und Okularen ausgerüstet, die es ermöglichen, 'dem Mikroskop an sich langst nicht stehengeblieben. durch einfache Handgriffe in kürzestem Zeitraum be- Eine Steigerung der Möglichkeiten hat die Mikroskopie durch die in den Werkstätten entwickelten mikrophotographischen Apparate erhalten. Interessant ist, daß jede Leica zur mikrophotographischen Arbeit herangezogen werden kann. Es wird lediglich ein besonderer Stutzen zwischen Kamera und Mikroskop geschraubt. Die Photographie stellt dann ihrerseits wieder ihre wertvolle Eigenschaft der Projektion in den Dienst der Mikroskopie. Die un- EMajkope in der Montage. Beim Fassen von Leica-Objektiven. Justieren (Montage) der Leica. Tellansicht des Konstruktionsbüros, > aeheuren Perspektiven, die sich hier ergeben, erkennt der Laie in ihrem ganzen Ausmaß erst dann, wenn er auf einer kleinen Glasplatte z. B. das Pleurosigma (eine Algengattung der Kieselalgen) sieht, das unserem menschlichen Auge, unbewaffnet, nur als ein Stäubchen erscheinen muß — dann dieses Stäubchen in einer etwa ein Meter langen und 40 Zentimeter hohen photographischen Wiedergabe, säuberlich eingerahmt, wiedersindet und jede Einzelheit der komplizierten Struktur erkennen kann. Eine direkte Verbindung von Mikroskop und Projektionsgerät stellen besondere Mikroprojektionsapparate, so auch das Trichinoskop dar, deren eines sich auch im Laboratorium des Gießener Schlachthofes zum täglichen Gebrauch befindet. Epidiaskope werden ebenfalls hergeftellt und zwar vom allgemein gebräuchlichen Format bis zu jener Größe, die es gestattet, in klinischen Hörsälen Patienten unter das Projektionsgerät zu fahren und fo am projizierten Bild die Möglichkeit geben, zum Beispiel eine Operation in allen Einzelheiten bzw in verschiedenen Stadien zu verfolgen. Die Auswirkungen eines solchen Gerätes für die Wissenschaft lassen sich auch nicht ungefähr ab- schätzen. Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang auch die Mikrotome, die Schnitte bis zu ein Tausendstel Millimeter Feinheit gestatten. Sogenannte Gefriermikrotome ermöglichen die Untersuchung von Schnitten unter dem Mikroskov während des Verlaufs einer Operation. Erwähnt fei ferner, daß von Leitz noch eine Reihe von Instrumenten hergestellt wird, die den verschiedenartigsten klinischen Untersuchungen, Blutuntersuchungen ufw., ferner technologischen Untersuchungen und Messungen dienen. Ein Kapitel besonderer Art ist die „Leica", die Kleinbildkamera, die heute — nach einer erst zehn» jährigen Entwicklung und Produktion — bereits in über 155 000 Exemplaren den Weg in die Welt gefunden hat. Erfunden wurde diese Kamera bereits 1914 von Herrn Barnack, der auch heute noch im Werke tätig ist und sich ständig um Verbesserungen bemüht hat und noch bemüht Der Krieg verhinderte anfänglich ihre Entwicklung Erft 1924 wurden dic konstruktiven Bemühungen wieder aufgenommen Zu jener Zeit gab es innerhalb der leitenden Techniker — wie der Inhaber der Firma Leitz uns selbst erzählt — manches Für und Wider um die Kleinbild-Photographie Die entscheidende Sitzung dauerte in lebhafter Aussprache und im Streit der Meinungen einen ganzen Vormittag — bis schließlich der Chef des Hauses bestimmte: „Es wird gemacht!" und damit der Photographie damals eine viel bekrittelte und heftig angefeindete neue Entwicklungsrichtung gab. Auch hier blieb der Erfolg nicht aus. Die „Leica" hat sich heute genau so die Welt erobert, wie das Leitzsche Mikroskop. Alles, was in den Werkstätten geschaffen wird, ist frucht eines heißen, fast leidenschaftlichen Bemühens. Ein Stab Wissenschaftler, darunter Professoren, arbeiten hler in ständiger schöpferischer Tätigkeit. Aus einer oft unendlichen Reihe von Versuchen ersteht schließlich das Erstrebte. Es kommt vor, daß an mancner Linsenkombination jahrelang gerechnet wird. Immer wieder neue Kombinationen werden berechnet und auf Wirkung geprüft, bis schließlich aus konvex und konkav, aus bikonvex oder bikonkav Glassorte, Dicke und Linsenabständen der erwünschte Effekt erreicht wird. Letzte Kenntnis der optischen Gesetze ist die Voraussetzung für jeden Mitarbeiter an dieser Stelle. Im Konstruktionsbüro entstehen in ebenso minutiöser Arbeit die Pläne für die verschiedenartigsten Instrumente. In harmonischem Rhythmus klingen geistige und handwerkliche Arbeit in diesem Betriebe zusammen. Die Arbeit der Wissenschaftler und Techniker findet ihre Verwirklichung in den Werkstätten, in denen ebenso exakt gearbeitet werden muß und wird, wie in den Konstruktionsbüros und bei den Wissenschaftlern. ♦ In konsequent durchgeführter Arbeitsteilung entsteht Teil um Teil. Im Hausertorwerk an der Lahn wachsen in Hunderten von Einzelteilen die Leica (die allein aus etwa 500 Teilen besteht), die Pro- jektions- und Vergrößerungsgeräte heran; im Werk am Kalsmunt entstehen die Optik, ferner die mechanischen Teile der Mikroskope, der Mikrotome und aller sonstigen Instrumente. Vom Rohstoff aus (Flint- und Kronglas, Messing, Holz, Leder usw.), der natürlich bezoaen werden muß, wird alles, vom feinsten Schräubchen, bis zum Holzkasten, in dem das Mikroskop verpackt wird, im Werk selbst herqe- stellt. Lediglich Dinge, die unter allen Umständen als Erzeuanisse einer Spezialindustrie anaesehen werden müssen, werden bezogen. Daraus ergibt sich, daß der technische Betrieb für den Laien von einer verwirrenden Vielfalt ist, die naturgemäß noch gesteigert wird durch die Teilarbeit. Allenthalben sieht man Männer in den Werksälen, die zum Teil jahrzehntelang im Werke und mit jeder Faser der Sache verbunden sind. Präzisionsarbeit muß an jedem einzelnen Arbeitsplatz geleistet werden. Für den Laien ist es zweifellos kaum vorstellbar, daß Linsen im Durchmesser von kaum einem Millimeter mit der Hand auf Hundertstel und tausendstel Millimeter genau mit vier verschieden feinen Schmirgeln aus winzigen viereckigen Glasstückchen herausgeschliffen und schließlich poliert werden müssen. Es gibt natürlich viele Hunderte Maschinen im Betrieb, die dem Menschen zwar einen Teil der Arbeit, aber niemals die Verantwortung für deren Exaktheit abnehmen. Das gilt sowohl für die Herstellung der Linsen, als auch für die Bearbeitung aller Metallteile, der Spiegel, all der vielen Einzelheiten, aus denen sich jedes Instrument zusammensetzt. Ueber allem aber steht als allgewaltiger Garant der Präzision die Kontrolle. Jede Linse wird xfach geprüft und jedes Metallteilchen einer Kontrolle unterzogen. Ueberflüssig zu sagen, daß jedes Instrument, bevor es das Haus verläßt, einer Generalkontrolle unterzogen wird, unter allen Umständen zurückgeht, wenn auch nur der geringste Mangel bei dieser letzten Kontrolle festaestellt wird. Immer sind hundertstel und tausendstel Millimeter die Prüfungseinheiten an den mannigfach gestalteten Kontrollgeräten. So wirken über 2000 Menschen zusammen in Schicksalsoerbundenheit mit dem Werk, der eine über Logarithmentafel und Rechenschieber, der andere mit Zirkel und Bleistift, wieder andere an der Drehbank oder an der Stanzmaschine, jener in der Dunkelkammer und der im geräumigen Hellen Arbeitssaal, dieser im Lager und jener im Büro. Die Quersumme alles Schaffens ergibt sich im blitzblanken Instrument, das als Ausdruck wertvollster deutscher Werkmannsarbeit eine ganze Welt zur eingestandenen oder uneingestandenen Hochachtung vor der deutschen Leistung zwingt. SJlxfpott Handball: 1900 - Tuspo Kaffel-Bettenbausen Den Auftakt für die Verbandsspiel-Rachrunde bildet für die Spielvereinigung 1900 das morgen vormittag angesetzte Spiel gegen Tuspo Kassel- Bettenhausen. Beide Mannschaften sind in der Spitzengruppe vertreten (Bettenhausen an zweiter, 1900 an vierter Stelle der Tabelle) und spielen einen guten Handball. Die Bettenhäuser haben allerdings bis jetzt die konstantere Form an den Tag gelegt. Sie verloren erst ein Spiel, und das ausgerechnet zu Hause gegen die 1900er. Das wird für sie ein Grund mehr sein, in dem morgigen Spiel die immer wertvoller werdenden Punkte an sich zu bringen. Die Stärke der Mannschaft liegt in ihrer Ausgeglichenheit und ihrem schnellen Spiel. Der Papierform nach sind die Aussichten für die Spielvereinigungsleute nicht allzu verheißungsvoll. Wenn die Elf die am vergangenen Sonntag in Efchwege gezeigte Form zu steigern vermag und in der vorgesehenen starken Aufstellung spielt, sollte immerhin einiges gelingen. Olymp'a-Gprungschanze eröffnet. Sörensen springt 84 Meter. Bei herrlichem Winterwetter und prächtigen Schneeoerhältnissen wurde am Freitag die Große Olympia-Sprungschanze am Gudiberg bei Garmisch- Partenkirchen mit einem internationalen Ski-Sprin- gen eröffnet. Schweizer, Norweger und Deutsche beteiligten sich an dem Wettbewerb, bei dem in Deutschland bisher unerreichte Leistungen geboten wurden. Der alte Schanzenrekord wurde gleich zweimal überboten. Zunächst verbesserte der spätere Sieger Reidar Andersen den Rekord auf 83 Meter und kurz darauf überbot R. Sörensen auch diese Leistung auf 84 Meter. Die deutschen Springer schnitten bei dieser Konkurrenz nicht schlecht ab, sie zeigten, daß sie den Ausländern ein weiteres Stück näher gekommen sind. Bester Deutscher war diesmal Hasselberger (Traunstein), der den vierten Platz belegte, vor dem Deutschen Meister Alfred Stoll-Berchtesgaden, der 5. wurde. Kurze Sportnotizen. Eine Radrennbahn wird jetzt in Bielefeld erstehen. Die in Breslau abgetragene Holzbahn, die eine Länge von 180 Meter hat, wird in Bielefeld neu aufgebaut, aber auf 250 Meter verlängert. Schon im bevorstehenden Sommer sollen auf der neuen Bahn Rennen ausgetragen werden. * Der Norwegische Skiverband schickt folgende Vertreter zu den Deutschen Skimeisterschaften nach Garmisch-Partenkirchen: Sigmund Ruud, Alf Konningen, Arne Christiansen und Per Fossum. * D i e Deutschen Schwimm-Meisterschaften 19 3 5 werden am 10. und 11. August in Plauen/Vogtland durchgeführt. * Auch Heinrich Henkel ist jetzt beim internationalen Hallentennisturnier in St. Moritz im Einzel ausgeschieden. Irn Kampf um den Eintritt in die Vorschlußrunde unterlag er dem Schweizer Meister Ellmer 2:6, 4:6. Mit von (Tramm zusammen siegte Henkel im Doppel 6:3, 6:3 über die Italiener Quintavalle-Martinelli und im Gemischten Doppel kam Henkel mit der Schweizerin Frau Fehlmann ebenfalls eine Runde weiter. * I n Schreiberhau wird am 26. und 27. Januar auf der Zackelfallbahn die deutsche Junioren- Bobmeisterschaft ausgetragen. < Verbandsspiel. Die Rodheimer stehen mit an der Spitze der Tabelle im Biebertal. Für die Einhei-- mischen ist es sehr wichtig, daß dieses Treffen gewonnen wird. Nach den seitherigen Leistungen der Heuchelheimer dürfte dies keine allzu schwierige Aufgabe bedeuten. Trotzdem darf der Gegner keinesfalls unterschätzt werden. Die 1. Iugendels tritt in Gießen gegen die gleiche der Spvg. 1900 an. Die Heuchelheimer, die diesmal komplett spielen, stehen hier vor einer schwierigen Aufgabe. Man hofft auf ein ehrenvolles Abschneiden. Sp'elvereinignng 1926 Leihgestern. Am morgigen Sonntag empfängt die erste Mannschaft der Blauweißen, die Reserve der DfB-Reichs- bahn Gießen zum Verbandsspiel. Die Niederlage der Spielvereinigung am vergangenen Sonntag in Krofdorf-Gleiberg sollte die Mannschaft in ihrer Kampflaune nicht beeinflussen, zu dem sie voraussichtlich für das bevorstehende Spiel komplett antreten kann. Man erwartet im allgemeinen einen glatten Sieg der Platzelf. Generalprobe für1936in Garmisch-Partenkirchen Nur wenige Tage noch, dann beginnt die Deutsche Wintersportwoche 1935, die für uns die Generalprobe für die Olympischen Spiele 1936 bedeutet. Es handelt sich diesmal um mehr, als bloß darum, unsere besten Vertreter in den Wintersport- Disziplinen zu ermitteln, es soll vielmehr eine große Musterung des Materials erfolgen, das uns für die Olympischen Winterspiele zur Verfügung steht und aus dem wir die Allerbesten auswählen zum Kampf um die heißbegehrten lyrnpischen Medaillen, deren möglichst viele wir den Vertretern anderer Nationen streitig machen wollen. Aber nicht nur die Menschen, sondern auch die für die Olympischen Spiele notwendigen Anlagen müssen schon jetzt einer sorgfältigen Prüfung unterzogen werden, damit wir mit ihnen in Ehren bestehen können. Alle Vorbereitungen sind mit der Gründlichkeit getroffen worden, die uns Deutschen in aller Welt nachgerühmt wird. Wir haben nicht die geringste Befürchtung, daß 1936 nicht alles klappen wird, den Beweis dafür wollen wir aber schon ein Jahr zuvor liefern, um dadurch das Vertrauen zu stärken, das die vielen Nationen, an den Olympischen Winterspielen 1936 teilnehmenden Nationen in uns setzen. Garmisch-Partenkirchen, der deutsche Winterkurort und Sportplatz am Fuße der Bayerischen Hochalpen hat diesmal besonders lange auf den Schnee warten müssen. Aber jetzt hat.es sein schönstes weißes Kleid angezogen, jetzt prangt es in einer Pracht, die nirgends übertroffen wird. Das macht sich denn auch im Besuch durch Fremde und durch Wintersportler bemerkbar, die um die Festtage wegen des Schneemangels leider ausgeblieben waren. Und in acht Tagen, wenn die große Deutsche Wintersportwoche — es sind in Wirklichkeit zwei Wochen mit den Bobrennen beginnt, denen sich die Wettbewerbe der Eisläufer anschließen, um mit den Skisportmeisterschaften und dem Eishockey- Turnier abzuschließen, dann „wird sich was tun" zu Füßen der Zugspitze. Alle Anlagen, die für die Deutschen TÖinfer- fportmeiskerschaften gebraucht werden und die im nächsten Jahr der Schauplatz der IV. Olympischen Spiele sein werden, sind so gut wie fertig. Viele fleißige Hände sind dabei, der Bobbahn'die letzte Vollendung zu geben. Schon stehen an der 1600 Meter langen Bahn oberhalb des Rießer Sees die langen Schneewände, es bedarf jetzt nur noch des Ausbaues der Kurven durch Eisblöcke. Der nahe Rießer See hat schon eine brauchbare Eisdecke, um von dort das benötigte Natureis nehmen zu können, das dann durch Berieselung die entsprechende Dicke und Glätte in den Kurven bekommt. So spricht alles dafür, daß am 15. Februar die rennmäßige Herstellung der Olympia-Bobbahn fertig ist und auf ihr die Süddeutschen Bobmeisterschaften ausaetragen werden können, mit denen die Deutsche Wintersportwoche 1935 eröffnet wird. Rießer See und Olympia-Kunsteisstadion sind die Kampfstätten der Eisläufer, mögen sie Kunst- oder Schnellauf, im Eisschießen ober mit dem Hockystock um die Meistertitel kämpfen. Fabelhaft ist die Beleuchtung im Eisstadion. Wenn der Betreuer der Anlage,' der frühere deutsche Eisschnellaufmeister Vollstedt (Altona), „alle Lichter brennen" läßt, dann ist die ganze Eisfläche tatsächlich taghell erleuchtet, dann gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Tag und Nacht. Ein Schmuckkästchen ist dieses Olympia-Eisstadion, das schon jetzt über 6000 Zuschauern bequeme Sichtmöglichkeiten bietet und bis zu den Olympischen Winterspielen auf ein Fassungsvermögen von etwa 12 000 Personen ausgebaut werden soll. Die Tribünenbauten um das Stadion herum sind bereits teilweise fertig, teilweise noch in Arbeit. Auch die Skiläufer, insbesondere die Springer, können sich nicht beklagen. Die kleine Olympiaschanze am Gudiberg hat am letzten Sonntag bereits ihre Premiere gehabt, und man darf wohl sagen auch gut bestanden. Zur Zeit sind Arbeiten an einer Lichtanlage im Gange, mit der diese Schanze gleichfalls taghell erleuchtet werden kann. „Skispringen bei Nacht" ist also nichts mehr, was in Deutschland unmöglich wäre. Geradezu fantastisch ist die große Olympiaschanze mit ihrem 43 Meter hohen Anlaufturm, der nach einem 70 Meter langen, etwa 35 Grad steilen Anlauf, den besten Springern Weiten bis zu 90 Meter ermöglicht. Gleich wichtig wie die Sportanlagen sind die Verkehrsmittel, die zu ihnen führen, also Straßen, Eisenbahnen usw. sowie die Anlagen der Post. Auch hier ist alles in bestem Gange. Neue Straßen sind im Bau und projektiert. Selbstverständlich wird den Anfahrtswegen zu den Wettkampfplätzen, zur Bobbahn am Rießer See, zum Stadion, zu den Sprungschanzen größtes Interesse entgegengebracht. Die Gemeinden Garmisch-Partenkirchen werden zusammen mit den übrigen und den sportlichen Behörden nichts unterlassen, was für die Bewältigung des für die Olympischen Spiele erwarteten Massenandrangs notwendig ist. Im Frühjahr sollen neue Straßen zum Rießer See gebaut werden, neue Straßen zu den Stadions. Ueberall sind bereits Parkplätze vermessen. Reichspost und Reichsbahn wetteifern miteinander. Auch sie wollen ihr Teil zum restlosen Gelingen der Olympischen Spiele und auch jetzt schon der Deutschen Wintersportmeisterschaften beitragen. Die 60 Kilometer lange Strecke von Tutzing nach Gar- misch-Partenkirchen muß noch zweigleisig ausgebaut werden; der zu erwartende Verkehr verlangt das. Eine etwa gleichartige Belastungsprobe, wie sie 1936 öfter zu leisten sein wird, bringt diesmal schon der 3. Februar, der Schlußkag der Deutschen Wintersporlwoche, an dem der 40- kilometer-Staffellauf, der große Sprunglauf auf der Olympiaschanze und das Endspiel um die deutsche Eishocky-Meisterschaft auf dem Programm stehen. Etwa 25 Sonderzüge müssen dann innerhalb drei Stunden abgewickelt werden, was nur möglich ist, wenn der Schienenweg von München nach Garmisch-Partenkirchen zweigleisig ist. Organisationskomitee, Olympia-Verkehrsamt und alle anderen, die am Gelingen dieser größten deutschen Wintersportveranstaltuna und im nächsten Jahr der olympischen Welt-Winterspiele beteiligt sind, arbeiten Tag und Nacht, um deutscher Oran« nisationskunst Ehre zu machen. An alles ist und wird gedacht. Fernsprechleitungen sind neu gelegt, weitere bereits im Bau. Nicht zum wenigsten rüsten die Hotels. Aber sie allein können es selbstverständlich nicht schaffen, sondern ganz Garmisch-Part-n- kirchen nebst Umgebung steht bis in den kleinsten Winkel hinein im Zeichen der Deutschen Winter- svortmeisterschasten 1935, die den Auftakt bilden für das Geschehen 1936 im Zeichen der 5 Ringe. Fußball im Bezirk Layn-Oill. 1900 Gießen — Frohnhausen (Gernet, Groß- Karben). Naunheim — Dillenburg (Stumpf, Friedberg). Spv. 05 Wetzlar — Watzenborn-Steinberg (Dr. Heuler, Cölbe). T. u. Spv. Bissenberg — VfB.-Reichsbahn Gießen (Kirsch, Friedberg). ©pielvereinigung 1900 Gießen. Die Ligamannschaft empfängt Frohnhausen. Das erste Meisterschaftsspiel im neuen Jahr führt die Blauweißen mit „Oranten" Frohnhausen im Dillkreis zusammen. Die Gäste sind keineswegs ein Gegner, den die Gießener auf die leichte Schulter nehmen können, denn das Vorspiel in Frohnhausen ging verloren (2:1) und auch der Lokalgegner mußte bekanntlich am vergangenen Sonntag in Frohnhausen, trotz verstärkter Mannschaft, mit 4:1 Federn lassen. Der Vertreter aus dem Dillkreis nimmt in der Tabelle einen guten Mittelplatz ein und wird diesen auch bis zum Ende sicher behaupten. 1900 bestreitet diesesmal das Treffen mit Schlarb: Seiler, Livpert; Mank, Heilmann, Hein- bach; Wilhelmi, Hammer, Schmelz, Iäaer und Dörr, also in einer Aufstellung, die eigentlich Gewähr für ein erfolgreiches Abschneiden geben sollte. Die Gießener müssen aber alles daranfetzen, um ehrenvoll zu bestehen. Von Interesse dürfte die Wiedermitwirkung von L i p v e r t bei 1900 sein, der bekanntlich nach seiner überragend Leistung in der Gaumannschaft Nordhessen — Brandenburg in Fulda, am vergangenen Sonntag, eine Einberufung vom Deutschen Fußballbund zu einem Dor- bereitunaskursus in Stuttgart vom 21. bis 26. Januar erhalten hat. Das Sviel Lollar I — 1900 II wurde verlegt. Die dritte Mannschaft bestreitet ein Verband-llpiel in Wißmar und wird gegen die dortige 1 Est einen sehr schweren Stand hab°n. Vor b°m Liaaspiel trägt 1900s erste Jugend ein Freund- schastssviel gegen die erste Jugend vom Svortverein Heuchelheim aus. (fließen. Spielv. Dissenberg I — DtD.-Reichsbahn I. Die Gießener fahren zum fälligen Rückspiel nach Dissenberg. Wie bekannt, wurden die Hiesigen im Vorspiel geschlagen und hatten Gelegenheit, sich von der Gleichmäßigkeit und Geschlossenheit der Bissem berger zu überzeugen. Der Spielausschuß hat nun die Aufgabe aus dem vorhandenen Spielmaterial wieder eine neue Mannschaft zusammenzustellen, da die bisherigen Ausstellungen sich nicht bewährten. Es erscheint, gemessen an den bisherigen Leistungen, sehr fraglich, ob der Liga in Bissenberg ein Erfolg beschieden ist. Trotzdem werden die Hiesigen zu kämpfen wissen. Die zweite Mannschaft dürfte in Leihgestern im Derbandsspiel einen schweren Stand haben. Die Dritte wird auf eigenem Platze gegen die Erste von Londorf einen Sieg erringen, dessen Hohe nur fraglich ist. „FC. Teutonia" Watzenborn-Steinberg SV. 05 Wetzlar — FE. Wahenborn-Sleinberg. Die erste Elf der Teutonen fährt am kommenden Sonntag nach Wetzlar, um dort gegen den Meister der Bezirksklasse, die Liga-Mannschaft des Sportvereins Wetzlar, das Verbandsrückspiel auszutragen. Wetzlars erste Mannschaft hatte zu Beginn der Meisterschaftsspiele einen unglücklichen Start, kam aber dann in stetig gute Fahrt und gewann anschließend alle Spiele. Der Meistertitel ist ihr jetzt wohl nicht mehr streitig zu machen. Alle Posten sind gut besetzt. Für die Watzenborn-Steinberger ist also wenig Aussicht gegeben, diesem Gegner — zumal auf dessen Platz — beizukommen. Auch diesmal müssen die Teutonen ohne den erkrankten Torhüter Happel, der oft die Stütze der Mannschaft war, das Spiel austragen. Die Elf tritt daher in der Aufstellung vom Vorsonntag in Bissenberg an. Der dort erzielte 2:0-Sieg hat ihr Selbstvertrauen wohl wesentlich gestärkt, man ist sich aber in Watzenborn-Steinberg des bevorstehenden schweren Kampfes bewußt und schätzt den Gegner vorsorglich als den stärksten ein. Die gesamte Elf wird in Wetzlar, wenn auch nicht in stärkster Aufstellung, so doch $um Ausgleich dieser Schwäche um so mehr durch Einsatz jedes einzelnen bis zum Aeuhersten den Beweis zu erbringen versuchen, daß ihr Sieg in Bissenberg keine Zufallserscheinung war, sondern sie wirklich die bessere Mannschaft waren. Ein ritterlicher Kampf und ein ehrenvolles Resultat in Wetzlar dürften für die Teutonen schon ein Erfolg bedeuten. Die zweite Mannschaft trägt das Derbandsrück- spiel in Steinbach gegen die dortige erste Mannschaft aus. Sie wird schwerlich um eine Niederlage herumkommen. Immerhin sollte die Elf in der Lage sein, sich auch weiterhin in der Spitzengruppe der Tabelle zu behaupten. ©Dorfverein 1920 Heuckelbeim Die 1. Mannschaft ist spielfrei. Die 2. Elf erwartet die 1. Mannschaft vom Turnverein Rodheim zum Obecheffen. Sie Verfehlungen bei der Lezirkssparkaffe Ortenberg. ♦ D r t e n b e r ff, 12. Jan. Zu den V e r f - h l u n- gen bei der Bezirkssparkasse Ortenberg können wir heute ergänzend mitteilen, daß der Rechner, der Kontrolleur und zwei weitere Ange st eilte in Untersuchu n g s- haft genommen worden sind. Die in der Bevölkerung umlaufenden Gerüchte über die Höhe der veruntreuten Summe sind, wie oft in solchen Fällen, stark übertrieben. Wie uns die Bezirkssparkasse Ortenberg mitteilt, ist eine Beunruhigung der Kunden in keiner Weise feststellbar. Dazu ist auch, wie in unserer letzten Mitteilung schon gesagt wurde, kein Grund vorhanden. Landkreis Gießen. = Steinbach, 11. Jan. Dieser Tage wurde die Kartoffelsammlung unsrer Gemeinde durchgeführt. Das Ergebnis, 240 Zentner Kartoffeln, wurde mit elf Fuhrwerken nach Gießen verbracht und dort eingekellert-, um an notleidende Volksgenossen Gießens später ausgegeben zu werden. Das Ergebnis ist ein erfreulicher Beweis der Opferwilligkeit der Steinbacher Landwirte. I Garbenteich, 11. Jan. Am Mittwoch konnte die Evangelische Frauenhilfe Garben- t e l ch einen besonders wertvollen und anregenden Abend verleben. Fräulein «Steiner, bie 18 Jahre als Missionarin in Indien wirkte, erzählte in ihrer anschaulichen, packenden Art über das Leben der Frauen in Indien. Sie schilderte, wie die Anschauung über die Frau sich im Laufe der Zeit mehr und mehr zuungunsten der Frau entwickelte, bis sie schließlich zum völligen Unwert herabsank. Mit sichtlichem Interesse folgten die zahlreich erschienenen Frauen den wirksamen Darstellungen der Rednerin. tn Lang-Göns, 11. Jan. Im hohen Alter von 86 Jahren starb der Altveteran von 1870/71, Landwirt und Schmiedemeister Heinrich M e i d t. Er wurde heute unter großer Beteiligung der Gemeinde zu Grabe getragen. Er erfreute sich — bis auf die letzten Monate — stets einer äußerst guten Gesundheit und ging seinem Berufe als Landwirt und Schmied bis vor kurzem nach. Die Beisetzung fand mit allen militärischen Ehren statt. Unter den Klängen von Trauermusik (es spielte eine Abteilung der Reichswehrkapelle) und unter Vorantritt des Kriegervereins bewegte sich der Trauerzug durch das Dorf Der Geistliche sprach herzliche Worte über das segensreiche Leben des Verstorbenen. Der Gesangverein „Frohsinn" fang zwei Abschiedslieder, eine Abteilung des Kriegervereins gab die Ehrensalven über dem offenen Grabe ab. Im Namen des Kriegervereins legte der Vorsitzende, Kamerad K. Konrad N e r n, einen Kranz nieder und betonte die großen Verdienste, die sich der Verstorbene als Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Vereins erworben hätte. — Nun lebt von den Altveteranen nur noch Heinrich Kiefer, der nicht nur 1870 mitkämpfte, sondern auch 1866. Er wird am 4. Februar d. I. 9 0 I a h r e alt. Seine Gesundheit läßt allerdings manches zu wünschen übrig. * Eberstadt, 12. Jan. Frau Margarete Roh- r i g Wwe., geb. Görlach, von hier (zur Zeit in Bellersheim), beging dieser Tage in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 8 0. Geburtstag. cZ Obbornhofen, 11. Jan. Im Rahmen der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wird zur Zeit in unserer Gemeinde wieder eine Notstands- arbeit durchgeführt. Die Anzahl der hierfür beregneten Tagewerke beläuft sich auf 1000 bei einer Förderungsdauer von 10 bis 11 Wochen. Zur Ausführung gelangen die Gewinnung von 450 Kubikmeter Bruchsteine, die gleichzeitig zu Klopfsteinen verarbeitet werden, und 200 Kubikmeter Steingrus. Mit diesem Material, das in Gemeindebrüchen gewonnen wird, sollen 450 laufende Meter Orts- und Feldstraßen in einer H-He von 6 bis 8 Zentimeter Überschottert und übergründet werden. Der Kostenanschlag für diese Maßnahme beträgt 5800 Mark. Mit der Ausführung dieser Arbeiten, die im Wege der Reichsverdingungsordnung vergeben worden find, wurden die Unternehmer Hayn und Litt von hier bei 10 v. H. Abgebot beauftragt. Zur Zeit sind 13 Arbeiter bei dieser Maßnahme tätig, doch soll die Anzahl der Arbeitskräfte, sobald es die Arbeitsplatzverhältnisse ermöglichen, auf 18 bis 20 gesteigert werden. Der vom Reich genehmigte Zuschuß beträgt für jeden Arbeiter pro Tagewerk 3 Mark. Z Li ch, 11. Jan. Der Verkehrs - und Verschönerungs-Verein Lich hielt seine erste Vorstandssitzung im neuen Jahre im Rathaus ab. Der Vorsitzende gab nach der Begrüßung der Vorstandsmitglieder bekannt, daß der Birklarer Weg durch die Hardt von städtischen Arbeitern sehr schön hergerichtet worden sei, gleichzeitig gab er der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Weg in Zukunft die entsprechende Schonung erfahre und die Polizer- Vorschrift, die das Befahren dieses Weges mit Wagen verbietet, die nötige Beachtung finde. Weiterhin gab er davon Kenntnis, daß sich der Verein Wirtschaft Ruppertenrod gewisse Veränderungen der- gestalt vorgenommen werden, daß die höchste Stelle, der „Eselskopf", und eine kleinere Erhebung, der „Rote Berg , abgetragen werden sollen. Die Maßnahme brächte wieder einer ganzen Anzahl Arbeiter Verdienst. # Ober-Ohmen, 10. Januar. Die Holz- hauerarbeiten in den Gemeindewaldungen sind soweit beendet. Neben einem ansehnlichen Quantum Buchenbrennholz wurde im Distrikt „Das Rod" ein Fichtenabtrieb von zirka 100 Festmetern Tendenz: abwartend. Frankfurt a. M., 11. Jan. Die heutige Mittagsbörse wies bei Eröffnung nur sehr kleine Umsatztätiakeit auf. Sowohl Kundschaft,, als auch Kulisse übten mit Rücksicht auf die bevorstehende Saar-Abstimmung verstärkte Zurückhaltung. Immerhin erhielt sich die seit Tagen bestehende zuversichtliche Haltung, zumal günstige Meldungen aus der Wirtschaft der Tendenz eine Stütze boten. Die ersten land mit Adolf Hitler! Die Versammlung wurde in üblicher Weise geschlossen. Kreis Friedberg. + Butzbach, 11. Jan. Gestern fand die erste größere B r e n n h o l z v e r st e i g e r u n g' in den Staatswäldern rechts der Hochweiseler Straße statt, die eine große Zahl Kaufinteressenten aus den umliegenden Dörfern und unserer Stadt selbst aufzuweisen hatte. Die Preise lagen durchschnittlich höher als im vergangenen Jahre und betrugen für zwei Raummeter Buchenscheiter 17 bis 18 Mark, Buchenknüppel 12 bis 13 Mark, Eichenscheit 10 bis 11 Mark, Eichenknüppel 6 bis 7 Mark, Eschenscheit 8 bis 9 Mark, Eschenknüppel 8 bis 9 Mark. Buchen- reiser je 100 Wellen 11 bis 12 Mark. Kreis Alsfeld. # Mücke, 10. Jan. Wie verlautet, sollen in diesem Jahre an der Straße von hier nach führer die Versammlung. + Grünberg, 10. Jan. Auf Veranlassung ’ von Berufsschullehrer Gengnagel, als Beauf- . tragter für das F o r t b i l d u n g s w e r k, fand 1 hier eine Besprechung der Vertreter der Partei und ihrer Organisationen und der Vorsitzenden der Vereine statt. Bei den Anwesenden herrschte allgemein die Ansicht, daß es notwendig sei, alle Kräfte zu gemeinsamer Arbeit zusammen zu fassen. Wünschenswert -sei es, geplante oolksbildnerische und volksunterhaltende Abende schon längere Zeit vorher bekanntzugeben, damit nicht eine Beeinträchtigung durch andere Veranstaltungen erfolge. Die für diesen Winter noch vorgesehenen Abende wurden dann festgelegt und dabei Rücksicht darauf genommen, daß in gewissen Zeitabständen stattfinden. < Weickartshain, 11. Jan. Die Gaufilmst e l l e der NSDAP, veranstaltete hier einen T o n f i l m a b e n d, der auch aus Stockhausen gut besucht war. Zunächst sah man einen schönen Film unter dem Titel „Fahrt in den deutschen Winter", dann einen Kulturfilm und schließlich den Hauptfilm „Douaumont", der in eindrucksvoller Weise das gigantische Ringen um Verdun schilderte. Eine Wochenschau beschloß das anregende Programm des Abends. Filmwart Schröder schloß, nachdem gemeinsam das Saarlied gesungen worden..war, die Veranstaltung mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. Kreis Schotten. * Laubach, 11. Jan. Gestern abend fand ein Pflichtabend unserer NS. - Frauens ch a f t statt, an welchem die Gaurednerin Frl. G u st i n e über den Reichsmütterdienst im Deutschen Frauenwerk sprach. Jedes Zeitalter, führte sie aus, hat seinen besonderen Frauentyp geschaffen; wie die Germanin die Hüterin des Herdes und zugleich die Schild- träaerin des Mannes war, so soll auch die deutsche Frau von heute beim Aufstieg unseres Vaterlandes dem Mann zur Seite stehen und helfen, das Programm des Führers in die Tat umzusetzen. Einig in diesem Ziel haben sich 31 deutsche Frauenner- bände unter Führung der NS. - Frauenschaft zusammengeschlossen zum Deutschen Frauen- bis 0,25 v. H. an. In der zweiten Börsenstunde hielt bte Geschafts- stille an und infolgedessen schwächten sich die Kurse überwiegend weiter etwas ab. Einige Montanpapiere konnten sich allerdings leicht befestigen. Schwächer waren aber IG. Farben um 1,25 v. H. auf 138 und Reichsbank um 0,75 v. H. auf 151,75 v. H. Im übrigen bröckelten die Kurse um etwa 0,25 bis 0,50 v. H. ab. Am Kassamarkt kamen Seilinmustne Wolff mit 49 (45) zur Notiz, für Sinalco erhöhte sich die Taxe auf 70 bis 75 (65) v. H. Auch am Rentenmarkt blieb die Umsatztatlgkeit sehr klein, die Kurse blieben aber gut behauptet. Stahlverein-Bonds lagen 0,25 o. H. freundlicher. Am P andbriefmarkt war das Geschäft bei gut behaupte- ten Kursen ruhig. Stadtanleihen notierten etwas uneinheitlich, 6 v. H. (6) Frankfurter waren gesucht und zirka 93,50 (92,75). Bon Reichsanleihen 4 v. H. von 1934 auf 95,40 (95,25) v. H. erhöht Auslandwerte lagen nach der letzten starken Auswärtsbewegung allgemein schwach. Chade verloren etwa 6 RM., Schweizer Bahnanleihen 3 bis 5 v. H., Kunstseide Aku 1 o. H. .. Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert. Abendbörse still. Die Abendbörse war auf den meisten Markt- gebieten sehr still und wies gegenüber dem Mittags- verkehr kaum Kursveränderungen auf. Am Aktienmarkt bröckelten Reichsbank und Rhemstahl sowie Holzmann noch leicht ab, anderseits waren Bekula etwas gefragt und höher. Von Kassawerten erhohtekt sich Odenwald Hartsteinindustrie auf 94 (93), Pfalz. Mühlenwerke Mannheim kamen mit 120 (zuletzt 115) wieder zur Notiz. Für Sinalco soll morgen eine Notiz auf Basis von 80 v. H. (l. K. 50 o. H.) versucht werden. U a. notierten: Altbesitz 108,25, 6proz. Stahlver- ein 94, öproz. Stadt Mainz v. 28 93, 6proz. Frkf. Hyp. Bank Gold R 1—4 96,25, 4^proz. Ungar. Staatsrente v. 1913 8.15, do. v. 1914 8,15 4proz. do. Gold 8,20 bis 8,50, Bayr. Hyp. Bank 85,50, 1 Reichsbank 151,25, Gelsenkirchen 64,25, Rheinstahl 89 50, AKU. 48,50, AEG. 28.25, Bekula 138 bis ' 138 50 Deutsche Erdöl 103, Scheideanstalt 198,50, Dt.' Linoleum 67, JG.-Farben 139,13, Holzmann ’ 79,50, Lahmeyer 117, Metallgesellschaft 86, Rheag ■ 108, Schuckert 97, Reichsbahn-Vorzugsaktien 117,25, Hapag 25,75. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 11. Jan. Am Buttermarkt blieben die Preise unverändert. Der Absatz hat noch keine stärkere Belebung erfahren, die Zufuhren blieben genügend. Es notierten in RM. pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsver- kaufsvreis): Deutsche Markenbutter 145, feme deutsche Molkereibutter 143 bis 145, deutsche Molkernbutter 140 bis 142, Landbutter 128 bis 130, Kochbutter 120. Holländische Markenbutter 147 bis 148, dänische und österreichische Butter 145. Frankfurter Liermarkt. Frankfurt a. M., 11. Jan. Die Zufuhren in frischen Eiern haben angesichts des Frostwetters eine weitere Verminderung erfahren, für die nur kleine Konsumnachfrage reichten sie jedoch aus. Kühlhauseier sind ausreichend vorhanden. Die Preise blieben unverändert. Es notierten m Ps. pro Stück und frei Frankfurt a. M.: Frischware: Deutsche Handelsklasseneier S 13 bis 13 /-, A 12 /, bis 13, B 12 bis 12V-, C 11 bis UV- D 10V-. Dänen S 12V» bis 13, A 12'/« bis 12V-, B 11V- bis 11V«, C 10V« bis 11. Holländer S 13, A 12V-, B 12 C 11V«. Jugoslawen 10V- bis 11V.-. Deutsche Kühlhauseier: S 10V«, A 10V« bis IOV2, B 10, C 9V-, D 8V2 bis 8V«. Am Weizenmarkt war der Absatz nicht immer leicht, da die Mühlen keine Besserung des Mehlgeschäfts verspüren. Der Konsum lief m der Hauptsache aus alten Abschlüssen ab, während Neuverkäufe kaum vorgenommen wurden, wobei die Tatsache des weiterhin unveränderten Mehlpreises von Einfluß war. Am Roggenmarkt konnte das erhöhte Angebot verhältnismäßig leicht untergebracht werden, obwohl das Roggenmehlgeschäft ganz besonders schleppend war. Daß die Erwartungen einer Besserung der Brotgetreideanlieferungen erfüllt worden sind, geht daraus hervor, daß auch weiterhin beim Verkauf von Weizen und Roggen keine Gegenliefe- rung der anfallenden Kleie erfolgt. In den Zufuhren non Futtermitteln aller Art ist eine weitere Verknappung eingetreten, während anderseits der Bedarf des Handels und der Landwirtschaft eine Vergrößerung erfahren hat. F u 11 e r g e r ft e ist nach wie vor an den Märkten kaum zu haben, da die Landwirtschaft diese meist im eigenen Wirtschaftsbetrieb verbraucht. Auch Hafer ist kaum zu erhalten. Soweit Angebot herauskommt, wird die Gegenlieferung von ölhaltigen Futtermitteln verlangt, die den Käufern nicht zur Verfügung stehen. Schon deshalb blieb das Futtermittelgeschäft weiterhin außerordentlich klein. Die geringe Vermahlung von Brotgetreide als Folge des'schwachen Mehlabsatzes läßt auch nur ganz geringe Mengen von Kleie und anderen M ü h l e n a b f ä 11 e n Unfällen. Am Ra uh futter mittelmarkt blieb Stroh weiter gesucht und fest. Die Preise gogen erneut und zwar auf 5,00 bis 5,40 (zuletzt 4,70 bis 5,00) RM. je 100 kg an. Heu blieb dagegen ruhig und zu 11,00 RM. unverändert. Mein Mainische Mittagsbörse. üorgenommen. . » Rülfenrod, 10. Jan. Bei Arbeiten im Pferdeftalle wurde heute der etwa 60 Jahre alte Landwirt Heinrich F ö r ft e r von hier von seinem etwa vier Jahre alten scheugewordenen Pferde mit einem Huf an den linken Arm geschlagen. Die Wucht des Schlages war so groß daß der bedauernswerte Mann einen Bruch d e s linken Unterarms davontrug und sich nach Gießen in die Chirurgische Klinik zur Behandlung begeben mußte. ^Windhausen, 10. Jan. Am ersten Schultag im neuen Jahre wurde der n e u e S ch u l s aal tn Benutzung genommen. Bei dieser Gelegenheit sand eine kleine Feierlichkeit statt. Schulrat Walter, Bürgermeister Roth und Lehrer Arnold hielten kurze Ansprachen. Der seitherige Schulsaal war zu klein und entsprach nicht mehr den Erfordernissen neuzeitlicher Gesundheitspflege. Wenn auch unsere Gemeinde durch die Kosten der Feldbereinigung stark belastet ist, so entschloß sie sich doch, die alte Schulscheuer umzubauen. Der neue Schulsaal dürfte in jeder Hinsicht mustergültig sein. Kreis Bübingen. ■ Wallernhausen, 10. Jan. Hier fand die erste Holzversteigerung des Forstamts Kon- radsdorf statt. Da die Nachfrage nach Nutz- und Brennholz stark ist, wurden angemessene Preise er- zielt; doch dürfte eine höhere Preislage als im Vorjahre nicht zu verzeichnen fein. Es wurden bezahlt für Scheiter (je Raummeter): Buche 1. Klasse 8 bis 8,50 RM., Buche 2. Klasse 5 bis 6 RM., Eiche 1. Kl. 5 bis 6 RM., Eiche 2. Klasse 3 bis 4 RM.; für Stammknüppel: Buche 4 bis 6RM.; Knüppel: Buche 4 bis 5 RM.; Stöcke: Buche 3 bis 4 RM.; Reisig: Buche 0,70 bis 0,80 RM. * Eckartsb orn, 12. Jan. Der etwa 20 Jahre alte Zimmermann Wilhelm Keuschler von hier erlitt gestern einen Unfall. Er mußte mit einem Kieferbruch in die Chirurgische Klinik nach 1 Gießen gebracht werden. Wochenbericht । vom Frankfurter Gchtachtviebmarkt. Der Schlachtviehmarkt zeigte in der abgelaufenen ; Woche etwas lebhafteres Geschäft. Trotz erhöhter Zutriebe wurden die Märkte geräumt. Das kalte Wetter blieb auf den Fleischabsatz nicht ohne Einfluß, zumal auch die bisherigen Vorräte der Metzger aufgebraucht waren. *" Im Hinblick auf den bevorstehenden Emtops- Sonntag nahm besonders das Geschäft am Schafmarkt einen lebhaften Verlauf, so daß die wesentlich höhere Beschickung von insgesamt 473 (gegen 70) Tieren ausverkauft wurde. Die Preise für beste Hämmel zogen um 1 bis 2 Mark und für beste Schafe sogar um 3 bis 4 Mark an. Auch inner» halb der Notiz haben sich die Preise etwas gehoben. Auf dem Großviehmarkt standen 1193 (904) Tiere zum Verkauf. Die aufgetriebenen Qualitäten waren gut, allerdings in den Klassen a) der einzelnen Gattungen blieben sie mengenmäßig noch gering. Angesichts der stärkeren Beteiligung des Exports, der allein 48 v. H. des Auftriebs beanspruchte, war das Geschäft mittelmäßig. Bei ziemlich gleichbleibenden Preisen wurde der Markt geräumt. Geringe Tiere lagen etwa 1 bis 3 Mark gebessert. Für Kälber war die Zufuhr von 1988 (623) Stück für die augenblickliche Nachfrage zu stark, der Markt konnte indessen ausverkauft werden. Die Preise lagen aber um 2 bis 5 Mark niedriger, als in der Vorwoche. Am Schweinemarkt standen wohl 3820 (2678) Stück zum Verkauf, angesichts der lebhafteren Nachfrage konnten sie aber ausverkauft werden, wobei vorwiegend mittlere Schweine bevorzugt wurden, wogegen fette Tiere kaum gefragt sind. Die Preise zeigten nur geringe Abweichungen, zunächst etwas nach unten, später wieder nach oben. Wochenvenchl yom Frankfurter Vroduktenmarkt. Das Getreidegeschäft ist seit Beginn des neuen Jahres noch nicht umfangreicher geworden. Die Zufuhren von Brotgetreide überfteigen weiterhin den : Bedarf, wenngleich in den letzten Tagen die Mühlen ■ etwas besser zugriffen. Aufstellung finden. Bürgermeister Geil gab bekannt, daß die Wasserversorgung der Stadt verbessert und in Kürze zur Befriedigung aller Bürger geregelt werde. Zum Schluß der Sitzung wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß die gemeinnützige, zum Wohle aller Volksgenossen unserer Stadt gewidmete Arbeit ferner die rege Unterstützung aller Bevölkerungskreise finden möge. * Li ch, 11. Jan. Der K r i e g e r v e r e i n Lich hielt eine außerordentliche Generalversammlung im „Holländischen Hof" ab. Nach der Begrüßung durch den zweiten Vereinsführer, Kamerad Ludwig Hel- [ e r, gedachte dieser mit ehrenden Worten des verstorbenen, um die Sache des Kriegervereins sehr verdienstvollen ersten Dereinsführers, Kamerad Ludwig Häuser. Nach der Ehrung des Verstorbenen sprach der Kreisführer, Kamerad Otto B 0 n h a r d (Gießen), in längeren Ausführungen über die Bildung bzw. Eingliederung in die SA.-Reserve II. Die Dereinsmitglieder, die nicht bereits in einer SA.- Formation sind, sollen in der SA.-Reserve II zusam- mengefaßt werden. Der Redner erklärte u. a., daß Kameraden der SA.-Reserve I, die das 45. Lebensjahr überschritten haben, zur SA.-Reserve II überschrieben werden können. Im weiteren Verlaufe wurde zum neuen ersten Vereinsführer der Bezirksführer Kamerad Karl D ö r m e r (Lich) ernannt. Mit dem „Sieg-Heil" auf Führer und Vaterland wurde die Versammlung geschlossen. cv> Queckborn, 11. Jan. In einer Bauern- versammlung, die im Rahmen der Erzeugungsschlacht hier ftattfant), hielt der Landwirtschaftsreferendar Dietz von der Bäuerlichen Werkschule Grünberg einen Vortrag. Der Redner betonte bte Wichtigkeit der Volksernährung aus eigener Scholle und empfahl u. a. den Anbau von Oelfruch- ten und eiweißreichen Futterpflanzen. Ferner wurde über richtige Bodenbearbeitung und über Dünger- fragen gesprochen. An den Vortrag schloß sich eine rege Aussprache an. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler schloß der Ortsbauern- Kurse zeigten eine uneinheitliche Entwicklung, wo« bei aber infolge einiger Glattstellungen leichte Abschwächungen überwogen. Nach den ersten Notierungen traten zum Teil wieder kleine Erhöhungen ein. IG. Farbenindustrie gaben zunächst auf 138,75 (139,50) nach, zogen aber später wieder auf 139,25 v. H. an. Deutsche Erdöl gewannen 0,90v. H, Metallgesellschaft bröckelten um 0,75 v. H. ab. Am Elektromarkt notierten Rheinische Elektro, Mannheim, 1,50 v. H. fester. Bekula ge- wannen 0,50 v. H., Schuckert lagen behauptet, nur Gesfürel gingen um 0,50 v. H. zurück. Montanaktien setzten zumeist etwas schwächer ein, so Rheinstahl (—1 v. H.), Klöcknerwerke (—0,75 v. H.), Mannesmann (—0,50 v. H.) und Phönix (—0,25 v. H.), Harpener lagen 0,25 v. H. höher. Fest lagen noch Reichsbankanteile mit plus 1,25 v. H. und Holzmann mit plus 1,40 v. H., Deutsche Linoleum und Moenus- Maschinen blieben behauptet. Zellstoff Aschaffenburg verloren 1 v. H. und Hanfwerke Füssen 0,40 v. H. Am Rentenmarkt war das Geschäft heute besonders klein und nach der gestrigen Befestigung erfolgten meist einige Realisationen. Altbesitz gaben 0,50 v. H., Stahlverein-Bonds 0,40 v. H., Kommu- nal-Umschuldung 0,25 v. H. und Zinsvergütungs- fcheine 0,15 v. H. nach. Gefragt blieben späte Reichschuldbuchforderungen mit 99,25 (99,13 v. H.) und Reichsbahn-DA. mit 117,25 (117,13 v. H). Von fremden Werten zogen Anatolier Eisenbahn auf 34,90 (34,25) und ungarische Anleihen um 0,13 v. H. neben der Bemühung um bessere Straßen- und Wegeverhältnisse in unserer Stadt und Umgebung insbesondere um eine Verbesserung des Fahrplans der Reichsbahn für die unsere Stadt berührende Strecke bemühe. So erstrebt der Verein einen nicht so frühen Abgang des Schülerzuges (6.38 Uhr nach Gießen), ferner Kürzung der Lücken zwischen den Zügen 8.33 Uhr und 13.39 Uhr ab Gießen, ebenso zwi chen 18.54 Uhr und 23.12 Uhr ab Gießen tn Richtung Hungen—Nidda durch Einlage von weiteren Zügen. Im Verlaufe der Sitzung wurden die Arbeiten für das Jahr 1935 besprochen und die für unsere Stadt vorgesehenen Märkte (11. Februar, 4. März, 23. April, 13. Mai, 11. Juni, 17. Juli, 19. August, 11 November, 12. Dezember d. I.) bekanntgegeben. Hierbei wurde die Anregung gemacht, im Frühjahr einen Schäfertag und im Herbst einen Obstmarkt abzuhalten. Aus dem Wege nach Arnsburg durch die Hardt soll eine in der Bauart des alten Römer - Wachtturmes errichtete Schutzhütte werk. Von diesem wurde der Reichsmutterdienst geschaffen, der in verschiedenen Kursen von 12 bis 14 Abenden die deutschen Frauen schulen soll, des Führers Programm in den Herzen zu verankern für alle Zeiten. Folgende Kurse sind vorgesehen: 1. Pflege und Ernährung des Säuglings und Kleinkindes in gefunden und kranken Tagen. 2. Erziehungsfragen mit Anleitung zur Kinderbeschäftigung. 3. Gesundheitspflege und häusliche Krankenpflege. 4. Haushaltspflege und Kochen. 5. Nähen und Ausbessern von Wäsche und Kleidung. In jedem Orte soll eine Ortsarbeitsgemeinschaft gegründet werden, die zunächst einen dieser Lehrgänge vorbereitet und von der Gauleitung die dafür zuständige staatlich geprüfte Fachlehrerin anfordert. Die Themen werden von hohen kulturellen, rassenpolitischen und volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten aus behandelt, nicht in lehrhaften Vorträgen, sondern in lebendigen Arbeitsgemeinschaften, und überall, wo die Lehrgänge bereits stattfanden, haben sie sich aufs beste bewährt und lebhaften Anklang gefunden, getragen oon dem Geist des Nationalsozialismus, der unser Vaterland durch Nacht zum Lichte geführt hat. Möge auch der bei uns in Laubach demnächst stattfindende Lehrgang das Ziel des Reichsmütterdienstes erfüllen: Durch Erziehung der deutschen Frau das kulturelle, wie das wirtschaftliche Leben dem deutschen Volkstum entsprechend neu zu beleben, das rassische Empfinden der deutschen Frau zu schärfen, die deutsche Jugend zum Garanten der deutschen Zukunft zu erziehen, und die letzte deutsche Frau zu gewinnen für das Ziel Adolf Hitlers und sie hineinzustellen in die deutsche Volksgemeinschaft, von dem einen Gedanken beseelt: Ein neues Deutsch- XT «** ÄL r ” btfrf'- lure börsc 10.1. j 11.1 - | 101. Datum 98,4 98.5 98-13 98-13 98-7 99-25 99-25 99.25 108-5 108-25 109-25 98-25 98-4 98-4 98-4 96 96 95.5 95-5 107-5 107-75 107-25 108-25 96-25 96-25 96-25 96-25 96-25 96-25 96.4 96.4 97-25 97 97 96.75 97.5 97.5 97-5 97-5 28.5 28 8.3 8.1 8 97.5 104.5 97,5 104,5 97.5 104-5 97,5 104,5 29 1.25 8-15 8 8.05 11-2 8-5 8-15 8.15 11 1.2 8 7-9 7.75 11-13 7.75 7.5 7-65 11.13 4% CefterreWW Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Ungarische Golbrente 4% Ungarische SlaatSrenle v. 1910 4*/3% DeSflL oon 1913 6% abgest. Goldmertkaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 »^Türkische Bagdadbahn-Anleihe •% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 «% ehem.7% Tt. Reichsanl. v. 1929 6%% Doung-Anleihe von 1930 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mtl Ausloj.-Rechten Desgl. ohne Austos.-Rechte...... 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) 6% Hefs. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 ....... 6>/i% Hess. LandeS-Hypotheken- bank Darmstadt Liaui........ Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuStos.-Rechten Deutsche Komm. Eammelabl. An- leihe Serie 1 mitAuslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bcml Goldpse. 16 unkünbvar bis 193(> 6%% ehem. 4'/,% Franks, Hyp.- Bank-Ligu.-Psandbriese...... b'/r% ehem. 4'/z% Rheinische Hyp..Bank.Liau.-Gvlbpfe. 6% ebem. 8% Pr Lanbespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landeüpsand- briesanstalt, Psandbriese R. 10 tzteuergutsch. Verrechnungskurs Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren anpesührten Zittern geben die Hohe der zuiegt deichtvlknen Dividende air Berlin ISroib Ui u. X .- 2>eiu Datum 139-25 139-13 79-75 2-487 2-483 2-488 2-484 Banknoten. 27-75 01 >. 8 4 D. H Lombardzinsfuß 5 o H. 51-13 211 90-5 42-75 12-13 110-5 110 150-5 88-9 97-9 86-75 97.5 50.65 210-5 89-65 42-4 11,75 110,5 110-25 150.75 88 96-5 86-25 62.67 80.44 33-78 62-93 80-76 33-92 58-09 54-24 12-16 16-38 167.88 21-11 61-13 9 0 0 0 •I 139,5 198 89 98 86-75 101-75 49-25 115-25 47-75 69-75 124-25 47-9 67 88 33-4 191 156 142-25 . 0 . 0 . 7 . 0 . 0 . 0 . 0 .10 . 0 . 0 98,5 51.4 211.5 90.4 42-9 11.9 111,5 111 150.75 51 210-65 89-5 42-4 11-75 110,75 110 151 139-13 19tz-5 88 97-25 86 t®. Farden-Jndustrie cheideanstall Goldschmidt Rütgerswerke Metallgciellschast . 0 . 0 10 . 0 . 0 0 >. 5 b 7y2 Grttzner Mainkrastwerke Höchst a.M.< Süddeutscher Zucker 0-628 58-24 0194 3.047 54-57 81-30 12-22 5-395 16.425 168-30 21-30 0-711 5.649 61-42 48-95 11-09 63-01 80-72 34-04 10-40 0-632 58-36 0-196 3-053 54-67 81-46 12-25 5-405 16-465 168-64 21-34 0-713 5-661 61-54 49-05 11.11 63-13 80-88 34-10 10-42 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a M Srie> 2,455 58-33 54-46 12-20 16-44 168-56 21-19 61-37 58-42 0-196 3-053 54-*5 81-46 12-225 5-395 16-465 168-64 21-34 0-712 5-661 61-41 49,05 11-08 63-01 80-88 34-08 .5-41 58-30 0-194 3-047 54.45 81-30 12-195 5-385 16-425 168-30 21-30 0-710 5-649 61-29 48,95 11-06 62-89 80-72 34-62 10-40 Pdillpv Holzmann ... Zementwerk Heidelberg Eemeatwerk Karlstadt.. Mausselder Bergbau .., KokSwerke Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Schultheis Payenhoser 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg................... 0 Zellstoff Waldhos .... Zellstoff Aschassenburg Buenos Airer Brüssel ...» Rio de Jan. Sofia Kopenhagen. Danzig London HeliingsorS.. Paris Holland .... Italien Japan ...... Jugoslawien Oslo : Wien Lissabon.... Stockholm... Schweiz ... Spanten.... Prag....... Budapest ... Reu York ... Dessauer Gas ....... Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Orenstein L Koppel .. Leonhard Tietz Ebave............- • eiccu mulatoren-Fabrik ttonri4»ummi . Amenlamime Roten Belgische Noten.................. Dänische Noten ....... Englische Noten ... französische Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten ----- -- - Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... vranfu Schluß- lurs <1. 2)1. vchium. Abend- böri- de Schluß» turd hn cvchlUyt Mittag- bör'e 10.1. ,11.1 10-1 -__ 11-1- R7 10.Januar 11. Januar Amtliche Notierung Gttd | Brief > mttiche Rotte una Geld ! Äries Schluß- turs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs SMIußk. Mittag» börle Datum 10.1- 11-1- 10-1. 11-1- 4% desgl. Serie 11 8 8 — — 5% Rumün. vereinh. Rente v. 1903 4-4 4,4 4-6 4-45 4!4%Rumän.vereinh.Nentev.lS13 — — — 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3-9 3-9 3-9 3-8 2 y*% Anatolier ............ 34-25 33-5 34-4 33-65 Hamburg-Amertka-Paker ..... o 26-25 25-75 26-13J 25-9 yamburg-Südam. Dampfschiff. 0 — — 24 23 Hansa-Dampfschiff..........0 Norddeutscher Lloyd ......... 0 29.75 29-4 29.75 29-4 -21.(3. für Verkehrswesen Akt. .. 0 80,75 — 80-75 80 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 95-75 95,75 96 95-5 Commerz, und Prtvat-Bank .. 0 Deutsche Bant und DiSconto- 72,5 32-75 72-75 72-75 Gesellschaft................ 0 26.25 76-5 76-25 76-5 Dresdner Bank..............0 77-5 77 5 77-5 77-5 Reichsbank ................ 12 — 151-25 152-5 151-5 •21.6.®......................0 28,25 28,25 28-25 28,13 Bekula..................... 0 137-75 138-5 138 137-9 Elektr. Lieferungsgesellschaft... 6 102-75 101-75 102-25 102 Licht und Kraft ..... 6 115 114 114-75 114 gelten & Guilleaume........ 0 79-25 78 78,75 79 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 110-25 109-75 110,5 109-65 Rheinische Elektrizität ........ 6 — 108 107-75 108-5 Schuckert L Eo..............6 97 97 97-4 97 Siemens L Halske............7 142 142 141.5 142-75 Lahmeyer L Lo............. 10 117 117 118 117-75 Buderus ....... ........ 0 87.5 I 87-25 87-65 86-25 Deutsche Erdöl .............. 4 102-5 103-4 103-65 103 Gelsenkirchener.............. 0 64,5 1 64-25 64-5 64-13 Harpener ............... 0 99-25 99 99-25 100 Hoesch Eilen—Köln-Neuessen .. o — 82-75 81 -5 Ille Bergbau .............. Ilse Bergbau Genüsse........6 119.75 121 120 120-75 Klöcknerwerke ......... < 78 77-25 78 775 ManneSmann-Röhren........ C 76.25 75-9 76-13 75-13 79 110-5 79-51 109-5 79-5 । _ _ 103-4 51.13 48-5 51 — 115-25 49-25 48 48-75 70-25 69-25 70 — 125-75 48-5 48 48 66 67 66 — 89-25 33-25 33-5 33-65 194 —- 194 154-5 154-5 154-75 142-75 144 _ 27-5 —— I 167-5 170 1 166 SerllnJI.Januar _______ Geld Schwedische Noten . Spanische Noten... Ungarische Note« .. •••••••••••••• Was soll ich denn mit einem Auto? ROMAN VON KÄTHE METZNER. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 6 ForNe^ung. Nachdruck verboten! Augenblicke lang krabbelte sie in den vielen Losen. Ihre Hand sollte jetzt entscheiden. Um den roten Mund huschte unwillkürlich ein Lächeln. Dann griff sie herzhaft zu. „Also — die Wahl ist gefallen. Fortuna hat entschieden. Der glückliche Gewinner ist die Losnummer: 17 979!!! — Siebzehn — tausend— neun — hundert — neunund — sieben — zig!l!" Gerlindes Augen wurden mit einem Male groß und größer. Ihr Mund stand halb geöffnet. Sie starrte auf ihr Los. Die Zahlen tanzten .. 'rauf — 'runter — 'rauf... Ordneten sich wieder wie Soldaten in eine Reihe. Wurden riesengroß und schrumpften wieder zusammen — aber sie blieben dieselben. Kein Zweifel, auf ihrem Los stand die Nummer 17 979! Ein Zittern durchlief ihren Körper: dann sagte sie leise in das gespannte Schweigen hinein: „Ich glaube, es ist meine eigene Nummer!" „Was???" Aller Blicke hingen an dem schönen Mädchen. Die Herren unten im Saal klatschten, trampelten, schrien laut: „Bravo! Bravo!" Der kleine Mannequin stand plötzlich im Mittelpunkt: aber so ganz anders als zuvor: Umjubelt, beneidet, beglückwünscht. Der Leiter des Festausschusses strahlte und lachte über das ganze Gesicht. Alles lachte und strahlte. Die Welt war mit einem Male so hell und freundlich. „Sie ist ihres eigenen Glückes Schmied gewesen!" sagte der Herr neben Gerlinde laut in das Publikum hinein. Dann nahm er die verdutzte Gerlinde am Arm und führte sie über die Treppe in den Saal hinunter. „So, mein kleines Fräulein, dieses schöne Auto gehört von dieser Stunde an Ihnen. Wenn Sie wollen und können, so dürfen Sie nachher schon damit heimfahren." Alle waren von ihren Plätzen aufgestanden. Jeder wollte die kleine glückliche Gewinnerin sehen. Nur eine wäre am liebsten auf und davon gelaufen — das war sie selbst. Gerlinde, die das alles überhaupt nicht fassen und begreifen konnte. Und so sagte sie in diesem Augenblick, da sie der Brennpunkt des Interesses war, etwas, das die Berliner lange nicht vergessen konnten, denn es löste Erschütterung und Heiterkeit zugleich bei ihnen aus: „Was soll ich denn mit einem Auto?" Gersheim, der ganz in Gerlindes Nähe stand, lief es ganz kalt über den Rücken. Daß daran noch keiner gedacht hatte? Das Mädchen hatte wirklich recht. Vielleicht..., nein, gewiß, war sie arm, konnte nicht fahren, hatte weder Geld für Steuern, noch für Garage, noch für Benzin. „Liebes, süßes, kleines Mädchen! Eine Fülle von Koseworten drängte sich aus Günter von Gersheims Herzen empor, aber sein Gesicht verriet nichts von dem, was in ihm vorging. Nur sein Herz sagte ihm, daß er dieses Mädchen wiedersehen müsse. Doch einmal geht auch das Schönste vorbei. Und so war es auch an diesem Tage. Angefüllt von Erlebnissen, kehrte Gerlinde heim. In ihren Ohren rauschte und brauste es. War das alles Wirklichkeit gewesen? Oder war es nur ein Traum? Ein Märchentraum? Eine Enttäuschung gab es. Gisela war nicht daheim. So mußte die Mutter allein alles über sich ergehen lassen. Tränen liefen über Frau Steinbrücks blasse Wangen. „Lindchen! Meine kleine, liebe Linde! Was hast du alles erlebt! So ein Glück! Gisela wird sprachlos darüber sein...!" Gerlinde wartete mit ihrer Mutter. Sie horchten auf jeden Schritt draußen auf dem Treppenflur. Gisela aber (am nicht. Die Zeit des Abendessens ging vorüber. Es wurde zehn Uhr. Elf Uhr. Gerlinde fielen schon die Augen zu. „Lege dich zu Bette, mein Herzchen! Dann wirst du es ihr morgen erzählen. Du mußt morgen früh wieder frisch sein im Dienst." „Ich brauche erst von Mittag an zu arbeiten, Muttchen! Wir sollen mal richtig ausschlafen." „Um so besser, Kind. Doch nun schlaf!" „Wo nur Gisa bleibt, Muttchen? Es wird ihr doch nichts zugestoßen sein?" „So Gott will, nicht, Linde." Gerlinde schlief ein mit einem glücklichen Lächeln. Sie schlief fest und tief: aber in dieser Nacht hatte sie viele unruhige Träume. Und auch ein Paar seltsame, schwermütige Männeraugen ließen sie irgendwie nicht los. Frau Steinbrück aber konnte kein Auge schließen. Sie hatte das elektrische Licht lange ausgeschaltet — aus Sparsamkeitsgründen. Die nahe Turmuhr schlug dreimal. Drei Viertel zwölf Uhr... Frau Steinbrück schaltete das Licht wieder ein. Eine Unruhe war in ihr, die sie unablässig in der kleinen Wohnung hin und her trieb. Sie schaute auf die Straße hinunter. Ab und zu kam noch ein verspäteter Fußaänger. Sväter grölten ein paar Betrunkene einen Schlager. Dann war es wieder still. Wo blieb Gisela? An der Tür zum kleinen Schlafzimmer der Schwestern horchte Frau Steinbrück. Gerlinde atmete tief und regelmäßig. Sie schlief fest. Wieder trat die arme Mutter ihre ruhelose Wanderung an. Das Herz tat ihr weh und klopfte unheimlich stark. Frau Steinbrück schluchzte in sich hinein. Sie kannte dieses Warten. So hatte sie auf Waldemar Steinbrück gewartet, manchen Abend, manche Nacht — und einmal kam er nicht mehr. Aber Gisela? Sie war ein Mädchen. War noch jung. Einundzwanzig Jahre alt. Hatte sie so wenig Macht über ihr Kind? Hatte sie Gisela nicht streng genug erzogen und sich die Zügel zu früh aus den Händen nehmen lassen? Unten fuhr ein Auto vor. Frau Steinbrück war es, als müßte ihr Herz stehenbleiben. Der Chauffeur öffnete den Schlag, und gewandt sprang Gisela heraus. Dann hörte Frau Steinbrück, wie die Haustür ins Schloß fiel und Schritte die Treppe heraufkamen. Als Gisela leise die Flurtur schloß, drehte Frau Steinbrück schnell das Licht ab. Sie saß wie angewurzelt in ihrem Stuhl. Versuchte, sich aufzurichten. Doch matt sank sie wieder zurück. Es war ihr unmöglich, jetzt ihrem Kinde gegenüberzutreten. Nur ihre Gehörnerven waren doppelt gespannt. Sie hörte, wie Gisela im Korridor die Halbschuhe auszog und auf den Zehenspitzen in das Schlafzimmer schlich. Da endlich entkleidete sich auch Frau Steinbrück. Aber so sehr sie sich auch mühte, die unruhigen, quälenden Gedanken zu verscheuchen, sie fand keinen Schlaf. Vom Turm herüber schlug es ein Uhr. 4. Kapitel. Im Modenhaus Merkur war Gerlinde an dem Tage, der der großen Modenschau folgte, der Mittelpunkt. Gerlinde Steinbrück, der kleine, ärmlich gekleidete Mannequin, der glückstrahlend gewesen mar, als ihm ein Vertrag mit 130 Mark Monatsgehalt gemacht wurde, war Über Nacht eine kleine Kapitalistin geworden. Besitzerin des entzückendsten Sportzweisitzers, den man sich nur denken konnte. Die schwarze Lotte und die blonde Erna und die Erika und die Else und wie sie alle hießen waren heute ganz aus Rand und Band. „Kinder! Ich prophezeie euch: unser Lindekind — mit dem werden wir alle noch etwas ganz anderes erleben. Das ist der Anfang. So fängt es bei allen an, mit denen das Leben etwas vor hat!" Die schwarze Lotte war auf einen Stuhl gestiegen und dozierte aus ihrer Höhe wie ein Professor. Doch sie sprang auch ebenso plötzlich herunter, wie sie hinaufgeklettert war. Fräulein Scholz, die erste Direktrice, stand tnt Türrahmen. „Na, Kinder! Euch ist das Glück von der Kleinen wohl allen ein bißchen in den Kops gestiegen. Aber ich verstehe ja... Ich habe mich ja selber — so sehr gefreut." Der guten alten Seele traten vor Rührung dis Tränen in die Augen, während sie Gerlinde behutsam über die hellblonden Haare streichelte. „Aber Scholzchen! Sie muß doch heute etwas zum Besten geben — nicht wahr? Darum kommt sie doch nicht herum!" Ernas blaue Augen verdrehten sich — wie immer — schwärmerisch. Ach, wie lange war es schon ihr Traum, einmal Apfelkuchen und Schlagsahne essen zu können, bis sie selber nicht mehr wollte. Jetzt schien ihr die Erfüllung so nahe wie noch nie. „Nein" — die anderen brüllten und quietschten durcheinander, als ob sie an Spießen steckten —, „darum kommt sie nicht herum!" Jetzt lachte auch Gerlinde heiter mit. „Ihr habt ja recht. Natürlich will ich das. Aber — vor dem Ersten geht es doch leider nicht. Ich habe — gar keinen Pfennig Geld zur Verfügung." „Da mache dir nun keine Gedanken, mein Süßes! Ich pumpe dir schon. Oder ... nicht wahr, Scholzchen, Sie geben ihr mal einen kleinen Vorschuß?!" Die alte, freundliche Dame lächelte und zog ihre Geldbörse kopfschüttelnd. „Was ihr alles für Wünsche habt?! Hier sind ... wenn ich Ihnen aushelfen darf, Fräulein Steinbrück?" „Ach, ich würde Ihnen sehr dankbar sein. Vielleicht bis zum Ersten — fünf Mark." „Alles in schönster Ordnung!" jubelte Erna, die ihren Appetit kaum noch unterdrücken konnte. Zehn Minuten später brachte ein Boy aus der nahen Konditorei ein riesenhaftes Paket, während die Mädels in der Kantine einen schönen Kaffee hatten kochen lassen. Ein hoher Berg Schlagsahne türmte sich auf und neben prachtvollem Apfelkuchen lagen die herrlichsten Tortenstückchen, daß den Mädels schon vorher das Wasser im Munde zusammenlief. Die gute alte Scholz — die jungen Mädchen ahnten nicht, daß sie in ihrer Gutmütigkeit zu den geborgten fünf Mark stillschweigend noch ein Fünf- markstück draufgelegt hatte. Alles hatte gestern so gut geklappt, und die Chefs hatten sie vorhin so gelobt, daß sie auch irgendwie von sich aus ein bißchen Freude stiften mußte. Doch mitten in den großen Schmaus hinein klingelte das Haustelephon. „Kundschaft da! Möchte bitte jemand zum Dor« führen kommen!" „Ach!" Die Gesichter wurden lang. Jetzt gerade — gerade jetzt sollte eine vorführen!? Da stand Gerlinde schnell und entschlossen auf. „Bleibt schon sitzen! Ich mache es schon!" (Fortsetzung folgt!) Baumwollwaren währten Qualitäten 212 A Stoffspezialhaus BERNARD&SOHN Gießen, Plockstraße Nummer 14-16 führen wir in einer erstaunlich großen Auswahl. — Sie finden: zu unseren bekannt niedrigen Preisen! 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