Hr.289 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, 11. Dezember 1955 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte w 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitSts Such- und Steindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 1 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8^Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 50 Rpf.,Platzvorschrift nach vorh.Vereinbg.25°/g mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B England handelt im Auftrag des Völkerbundes ___ irischer Seite wird erklärt, es sei h öckstunwah Nächtliche Aussprache im englischen ilnierhaus. - Baldwm an» Eden setzen sich mii der ff* Opposition über die Friedensvorschläge auseinander Er- nur eine legungen sächlichen matzen annehmbaren Preisen. Aber die Torgsingeschäfte haben eigentlich ihren Namen zu unrecht geführt, da ihr Hauptzweck tatsächlich weniger in dem verhältnismäßig schlechten Geschäfte der Gewinnung der Valuta von den Aus- ländern, als vielmehr darin bestand, die r e st - lichen Bestände an Edelmetallen und Wertsachen zu erfassen, die noch aus einer besseren Zeit von der Bevölkerung über Revolution, Bürgerkriege und bolschewistische Herrschaft in die heutigen Tage hinübergerettet wurden. Als eine der größten Aufkaufsorganisationen für Wertgegenstände, die die moderne Geschichte kennt, stellte also der Torgsin eine außerordentlich raffinierte Einrichtung dar, die sich entsprechend bewährt hat. Was in der Bevölkerung noch an Edelmetallen in altem Familiensilber, Andenken, Schmuck oder auch Trauringen vorhanden war, was noch an wertvollen Kunstgegenständen verborgen gehalten wurde, wanderte aus den Verstecken hervor und kam in den 290 Torgsingeschäften zusammen. Selbstredend wurde dafür ein Preis gezahlt, der dem wirklichen Wert der Gegenstände nicht im entferntesten entsprach, — aber Hunger tut eben weh, und wenn der Volkskommissar für den Handel kürzlich den Verdienst des Staates aus dem Torgsinhandel mit 270 Millionen Rubel angab, so dürfte mehr als die doppelte Zahl eher der Wirklichkeit nahekommen. Sowjetrußland hat durch den Torgsin vielleicht mehr als durch andere Maßnahmen zur Verelendung und Auspowerung der Bevölkerung beigetragen. Besonders die ehemals wohlhabenden Kreise, denen allein dos Vorhandensein alter Werte einen gewissen moralischen Halt bot, sind erst jetzt endgültig auf die Stufe des Proletariers herabgedrückt und den Sowjets auf Gedeih und Verderb ausgeliefert! Demgegenüber ist es eine bloße Fiktion, wenn die Sowjetregierung durch die Beschränkung des Intourist auf Rubelgefchäfte und durch die Herstellung einer künstlichen Parität d e s Rubels zum französischen Franken den Anschein zu erwecken versucht, als sei der Rubel ein stabiles Zahlungsmittel. Allein das Verhältnis: Ein Rubel gleich 3 Franken, bedeutet schon das Eingeständnis einer Entwertung im Ausmaß von 75 bis 80 v. H. Nicht im geringsten reicht aber dieses künstlich geschaffene Verhältnis an den Preisstand heran, wie er in Wahrheit auf dem innerruffifchen Markt besteht. Freilich könnte in die- fer Maßnahme der erste Schritt zu einer beabsichtigen Schaffung einheitlicher Preise gesehen wer- den. Es scheint aber, daß die Gründe für die Regierung vorderhand auf dem Gebiet der auswärtigen Kreditverhandlungen zu suchen sind. Offensichtlich wollte Moskau mit dieser Maßnahme in London Eindruck machen und um gut Wetter für die Kreditgewährung bitten. Wie dem auch sei, diese sowjetrussische Maßnahme wird im Innern des Landes selbstverständlich nur zu einer Verstärkung der bisherigen Tendenz, nämlich zu einer Angleichung des allgemeinen Preisstandes nach oben, d. h. also zu einer weiteren Verteuerung des Lebens führen. Denn feit der Aufhebung der Lebensmittelkarte befinden sich die Preise in einer unaufhaltsamen Aufwärtsbewegung, — während aber die Löhne und Gehälter noch immer auf einem Stande verharren, der selbst von der Regierung als absolut ungenügend bezeichnet wurde. Und dieser neue Angriff auf den Sow- : jetbürger wirkt um so schwerer, als er auch auf der Pariser Presse verbreiteten. Die riesigen Abtretungen abessinischen Gebietes entsprechen gar nicht der gegebenen Lage. „Italien", so schreibt das Blatt, „hat im Felde keine so hervorragenden Erfolge erzielt, daß die abessinische Regierung geneigt sein würde, derartige Bedingungen in Erwägung zu ziehen. Abessinien hat keine schwere Niederlage erlitten und seine Widerstandskraft ist ungebrochen. Anderseits sind die Italiener im Besitz eines sehr ausgedehnten abessinischen Gebietes, aus dem sie von den Truppen des Negus nicht vertrieben werden können. Diese beiden Tatsachen beherrschen.die Lage und jeder von den vermittelnden Mächten vorgeschlagene und vom Völkerbund bekräftigte Plan muß dem Rechnung tragen." Der Friedensplan schlage für die Grenzen zwischen Eritrea und Tigre im äußer ft en Westen nur geringe Berichtigungen vor, die kleine Unebenheiten beseitigen sollten. Im Osten werde die Tatsache praktisch anerkannt, daß Teile von Tigre bereits von den Italienern besetzt seien, britischen Gesandten Sir Sidney B a r t o n aufgesucht und ihn gefragt, ob er Nachricht über den Inhalt des Pariser Friedensplanes habe. Die Antwort lautete verneinend. Von maßgebender abessi- lung dem Völkerbund aufnöligen, wenn der Völkerbund nichts davon wissen will. Ebenso wenig kann er sie Italien oder Abessinien aufnötigen. Wir wissen nicht, was jede dieser drei Parteien beschließen wird. Wenn nichts dabei herauskommt, müssen wir es später wieder versuchen. Wir werden wiederum die ganze Frage zu erwägen haben, wie weit Sühnemahnahmen gehen können. Die Opposition hat es so hingestellt, als wäre es eine ganz einfache Sache, die Oelzufuhr nach Italien zu unterbinden.' Es handelt sich aber um eine außerordentlich verwickelte Frage. Wenn wir den Schritt tun, müssen wir sicher sein, daß er wirksam ist. In den letzten drei Monaten haben wir sehr viel darüber in Erfahrung gebracht, was gegenwärtig in der Welt möglich ist und was nicht möglich ist. Die Zeit wird kommen, wo man im Stande fein wird, dem Unterhaus alle seine Erfahrungen mitzuteilen, und das Unterhaus und das Land werden dann zu erwägen haben, was sie im Lichte dieser Erfahrungen künftig zur Förderung der Arbeiten des Völkerbundes tun können. Abgesehen hiervon kann ich heute abend wirklich nichts förderliches sagen. Wir setzen genau dieselbe Politik w i e bisher fort. Eden reift am Mittwoch nach Genf und wir werden fehr bald wissen, welche Rückwirkungen der von uns gesteuerte Kurs Hervorrufen wird. Hierauf fetzte zu später Nachtstunde die Arbeiteropposition zum Zeichen des Protestes eine Abstimmung über d i e Antwortadresse auf die Thronrede durch. Die Adresse wurde mit 281 gegen 139 Stimmen angenommen. denen die dort ansässigen Häuptlinge Treue geschworen hätten. Im übrigen habe der Negus noch im letzten Sommer seine Bereitschaft ausgedrückt, Teile des Danakil-Gebietes abzutreten. Auf dieser Grundlage hätten die britischen und französischen Sachverständigen und Staatsmänner eine Grenzberichtigung ins Auge gefaßt. Der Hvare- Laval-Plan sehe ausdrücklich vor, daß Italien, falls es sich vor den Friedensverhandlungen weiterer ausgedehnter Gebiete Abessiniens bemächtigte, um Räumung dieser Gebiete ersucht werden wird. Um aber dem anerkannten Bedürfnis Italiens nach Raum für koloniale Ausdehnung im geeigneten Gebiete zu entsprechen, werde in Süd- Abessinien ein Mandatssystem in Er- Die OppoWvli seht die Kritik fort Konservative Blätter erklären, daß der englisch - französische Jriedensvorschlag für beide kriegführende Teile vorteilhaft sei. Ministerpräsident Baldwin erklärte: Manche Leute sprechen vom Völkerbund, als ob es sich um eine Art englische Einrichtung handelt, die ganz besondere Wege geht als ob der Völkerbund immer im Recht ist, wahrend er eine sehr menschliche Körperschaft fehlbarer Nationen darstellt, die von ehl- baren Staatsmännern in einer Ratsversammlung vertreten werden, deren Bestreben es ist, womöglich einen Völkerbund aufzubauen der l m L a u feder Zeit vielleicht der Menschheit alle die Dienste leisten kann, von denen wir bei der G r u n- düng des Völkerbundes träumten. Ich beabsichtige angesichts der Abwesenheit gewisser großer Nationen nicht, heute abend irgendetwas über seine Verfassung und seine Mangel zu sprechen, aber ich möchte die Abgeordneten daran erinnern daß wir, so viel sie auch die Regierung kritisieren und soviel sie auch sagen, was der Völkerbund alles tun sollte, schließlich nicht den Volke r b u nd in unserer Macht haben können. Wir gebrauchen ihn und werden dies auch weiter tun, aber schließlich befinden sich fünfzig Rationen ,m Völkerbund. Es ist nicht leicht, einen Beschluß ober einen stetigen Kurs bei einer Körperschaft von fünfzig Nationen durchzusetzen. Wenn die Geschichte des Völkerbundes geschrieben wird, wird jeder es bemerkenswert finden, einen wie weiten Weg der Völkerbund zurückgelegt und wieviel er geleistet hat. Baldwin fuhr fort: Die Schwierigkeiten, von denen wir jetzt umgeben find, lassen sich infolge ihres Wesens im Augenblick nicht im Unterhaus erörtern, damit nicht die Zukuntt m jeder Hinsicht beträchtlich gefährdet wird. Die Macht irnalands fei nicht vollkommen, wenn auch fern Ansehen groß fei. Vielleicht werde dieses Ansehen durch die Aussprache geschädigt werden, aber er hoffe, baß dies nicht der Fall sein werde. Wir hatten Auftrag, diese Untersuchung mit den Franzosen anzustellen. Eden wird dem Völkerbund seinen Bericht erstatten. Er wird und kann gar nicht bte Annahme der Rege- Paris, 11. Dez. (DNB. Funkspruch.) In einer Besprechung Lavals mit Unterstaatssekretär Sir Robert Dansittart und dem britischen Botschafter in Paris wurden Bedingungen zur Beilegung des italienisch-abessinischen Streitfalles festgelegt. Die Vorschläge sollen im Laufe der Nacht den' Botschaftern bzw. Gesandten Italiens und Abessiniens übermittelt worden sein. Man erklärt, die Londoner Regierung habe in Ruhe die Vorschläge prüfen wollen. Das britische Kabinett habe die Friedensoorschläge vollkommen gebilligt. Einwände hätten nur Einzelheiten im Wortlaut betroffen. Es bleibe jetzt lediglich die Frage d e s V e r- fahrens offen. Laval der am Mittwochabend nach Genf reife, werde darüber eine Besprechung mit Eden haben. Da Madariaga sich im gleichen Zuge befinden werde wurden die Minister Gelegenheit haben, sich mit dem Vorsitzenden des Fünfer-Ausschusses zu besprechen. Man fei daher der Ansicht, daß in Anbetracht der britisch- französischen Einigungsbemühungen der Achtzehner- Ausschuß dazu gebracht werden könne, seine Entscheidung über d i e Oelfrage t) i na u s z u- Sieben Auf Grund der Pariser Vorschläge dürfte der'Fünfer-Ausschuß seine Arbeiten wieder auinehmen nur falls die beiden kriegführenden Staates sich bereit erklärten, daran teilzunehmen. Aus diesem Grunde hänge die Wiederaufnahme normaler wirtschaftlicher Beziehungen und eine Schichtung des Streites von Rom und Addis Abeba in erster Linie allerdings von M u f f o l i n i ab. Sowohl England wie Frankreich hätten die a u 6 er ft e Grenze d e r Z u g e st ä n d n i f f e und politischen Möglichkeiten erreicht. London, 10. Dez. (DNB.) Trotz einer Erklärung Baldwins, daß zur Zeit keine Einzelheiten über die im Gange befindlichen Friedenserörterungen im Abeffinienkonflikt bekannt- gegeben werden konnten, bestand die Opposition auf einer Aussprache über den italienisch-abessinischen Streit. Der arbeiterparteiliche Abgeordnete Lee Smith wies vor vollbesetztem Hause darauf hin, daß der Ministerpräsident die zuerst in der französischen Presse erschienenen Nachrichten über die Vorschläge keineswegs als müßige Annahme bezeichnet habe. Es fei klar, daß diese Berichte auf einer Indiskretion beruhten und mancherlei Andeutungen über die Absichten des Außenministers enthielten. Wenn die Berichte auch nur zur Hälfte richtig feien, fo würde das bereits im Widerspruch zu den Genfer Satzungen stehen. (Beifall der Opposition,) Der einfache Grundsatz, den England unterstützen sollte, laute, daß kein Angreifer aus seinem Angriff Nutzen ziehen darf. Italien solle aber sogar von der Provinz Ogaden Teile erhalten, die zu erobern es bisher nicht in der Lage gewesen sei. Das Dilemma der britischen Regierung bestehe offenbar darin, daß die Regierung den Völkerbund zu unterstützen wünsche und gleichzeitig Mussolini und das italienische Regime nicht gefährden möchte. Unmöglich könne der Negus diese Bedingungen annehmen, es sei denn unter der Drohung von Bomben und Gas. Minister Eden erwiderte, daß der Verbindungsausschuß des Völkerbundes ausdrücklich englisch-französische Versuche gebilligt habe, eine Erörterungsgrundlage zu finden. Die drei Hauptgrundsätzs, auf die die Vorschläge sich stützen sind: 1. Ein Gebietsaustausch, der beiden Seiten bestimmte Vorteile bietet. 2. Völkerbundsunter st ützung für Abessinien zum Zwecke sozialer, wirtschaftlicher und verwaltungsmäßiger Entwicklung. 3. Besondere Erleichterung für italienische Siedler und italienische Gesellschaften in Verbindung mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Verschiedene Pressegerüchte enthielten schwerwiegende Ungenauigkeiten. Eine Veröffentlichung der Vorschläge komme erst dann in Frage, wenn die zuständigen Dölkerbundsorgane sie erwogen und einen Beschluß hierüber gefaßt haben. Zur Opposition gewandt erklärte Eden, es würde Sachedes Völkerbundes fein, zu sagen, ob die Grundsätze der Genfer Satzung verletzt worden feien. England werde dieses Urteil annehmen, ebenso wie es bereit gewesen fei, feine Rolle bei dieser sehr unwillkommenen Aufgabe zu spielen. Er werde sich am Mittwoch nach Genf begeben, weil Die Politik der britischen Regierung sich auch weiterhin auf die Mitgliedschaft beim Völkerbund stütze Die weiteren Ausführungen der Oppositionsred- ner zeigten, daß sie durch Edens Erklärung keineswegs beruhigt worden sind, sondern befürchten, daß die französischen Pressemeldungen über den Inhalt des Friedensplanes nicht völlig auf Erfindung beruhen. Es ist bemerkenswert, daß nicht em e i n- ziges Mitglied der Regierungsparteien das Wort ergriff. noch ein einziger italienischer Soldat auf abessinischem Boden steht. Der angebliche Vorschlag einer Abtretung der Pro - vinz Ogaden an Italien wird in Addis Abeba als lächerlich bezeichnet, da die Italiener im Süden seit Ausbruch des Krieges k a u m F o r t- chritte gemacht hätten. Der Angriff auf den Sowjetbürger. Äon unserem 71 -Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Moskau, 25. November 1935. Die fowjetrussische Innenpolitik hat in der zweiten Novemberhälfte eine Reihe von Maßnahmen gezeitigt, die einschneidende Wirkungen auf das Leben des Sowjetbürgers und auf feinen Kampf um das tägliche Brot haben werden. Mitte des Monats wurde ein Dekret der Regierung veröffentlicht, das die allmähliche Auflösung der fogenannten Torgsingeschäfte, eine Einschränkung der geschäftlichen Tätigkeit der In tour ist- Organisation und schließlich die Schaffung einer neuen Grundlage für die Rubelumrechnung in ausländische Zahlungsmittel vorsieht. Die sowjetamtliche Presse hat sich offenkundig gescheut, zu dieser Maßnahme Stellung zu nehmen, und in offiziösen Moskauer Kreisen hat man die im Ausland verbreitete Meinung, es handle sich hier um eine Maßnahme, die sich in erster Linie gegen Die Ausländer richte, unwidersprochen gelassen. In der Tat: Torgsin heißt „Handel mit den Ausländern". Die Geschäfte des Torgsin sind jedem Ausländer, der in Sowjetrußland lebt ober auch nur einmal in Moskau gewesen ist, bekannt. Es sind Verkaufsgeschäfte, in denen man gegen Gold oder Valuta alles haben konnte, was das Herz begehrte, und zwar zu einiger- Mr die Verfahrensfrage noch offen. Genf soll die Oelsanktionen hinausschieben und der Fünfer-Ausschuß soll wieder seine Arbeit aufnehmen. London 11. Dez. (DNB.) Obwohl der genaue Inhalt der Pariser Vereinbarungen noch nicht bekannt ist, hat die stark beunruhigte Opposition s p re s s e bereits einen erbitterten Feldzug gegen ihn eingeleitet. Die liberale „News Chro- nicle" behauptet, daß sogar unter den Anhängern der Regierung tiefe Empörung herrsche. Es bedeute nichts gutes, daß man in Rom die Pariser Vorschläge vielleicht als annehmbar betrachte. Wenn Mussolini siegreich wäre und sich der Völkerbund als machtlos erwiese, dann würden diese schlechten Bedingungen wohl als unvermeidlich angesehen werden müssen. Tatsächlich aber mißlinge der Feldzug und der Völkerbund halte f eft zusammen. Diesen Augenblick hätte die französische und die britische Regierung anscheinend für geeignet gehalten, um Mussolini einen Sieg zuzusprechen, den er mit den Waffen niemals hätte erringen können. Die kleinen Völkerbundsstaaten würden sich einem von England angenommenen Plan kaum widersetzen können, aber für die britische Regierung müsse es eine schwere diplomatische Niederlage bedeuten. Um ein solches Mandat habe Baldwin bei den Parlamentswahlen nicht ersucht. Der sozialisttsche „Daily H e r a l d" hält es für sicher, daß dem Angreifer eine große Belohnung für feinen Angriff durch den Friedensplan zugefprochen werde. Das Blatt verlangt, daß Baldwin den ganzen Plan zurückziehen und Laval anheimstellen solle, nach eigenem Ermessen zu handeln. Die konservativen Blätter heben hervor, daß der Pariser Plan nicht den ihm in der französischen Presse gegebenen Bilde entspreche. Er sei für beide Teile vorteilhaft und bilde Erörterungsgrundlage. Nach den Dar- des „Daily Telegraph" lauten die tat-1 wagung gezogen. Vorschläge ganz anders als die von I Genugtuung in Paris. Die französische Presse erwartet versöhnliche Haltung Mussolinis. Paris, 11. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Tatsache, daß die am Sonntag zwischen Sir Samuel Hoare und Laval erzielte Uebereinftimmung über einen Lösungsvorschlag zur friedlichen Regelung des abessinisch-italienischen Streitfalles nunmehr zu einer Uebereinftimmung der beiden Regierungen geführt hat, wird von der Pariser Presse mit G e - n u g t u u n g vermerkt. Allerdings fehlt es in einigen Blättern nicht an unfreundlichen Bemerkungen über das lange Zögern d e s englischen Kabinetts, bevor es den Vorschlägen mit einigen Abänderungen feine Zustimmung gehoben hat. Das Gefühl einer tatsächlichen Entspannung wird jedoch deutlich. Man rechnet in Paris mit Bestimmtheit auf eine versöhnliche Haltung Mussolinis. Man hält es für gewiß, daß der Achtzehner-Ausfchuß sich auf unbestimmte Zeit vertagen und keinen Beschluß über die Oelsanktionen treffen wird. Man glaubt schließlich mit aller Deutlichkeit gerade in den Blättern, die dem Quai d'Orsay nahestehen, zu erkennen, daß nicht nur England an die äußerste Grenze seiner Zugeständnisse gegangen ist, sondern daß auch Frankreich die äußer st e Grenze seiner Dersöhnungsmaßnahmen erreicht habe. Abessinien und der Friedensvorschlag. London, 11. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Addis Abeba gemeldet wird, hat der abessinische Außenminister am Dienstag den anderen Gebieten Objekt einer Politik ist, die in ihm nur das Arbeitsvieh sieht. In diesen Tagen fanden in Moskau die ersten allrussischen Beratungen der sogenannten S t a ch a- now-Bewegung statt. In hohen und höchsten Tönen wurde dort von sämtlichen Mitgliedern der Regierung und den Spitzen der Partei das Loblied jener Arbeiter der Sowjetindustrie gesungen, die sich „durch besondere Leistungen hervorgetan und b e - sondere Rekorde erzielt" hätten. Stalin selbst trat auf und erklärte die Stachanow-Bewegung ,Uqe, der auch nicht an seinem Grabe Halt machen sollte. 1878 fand jene berühmte Eiskeller-Versammlung statt, die Geburtsstunde der christlich-sozialen Bewegung, in der es ein Hofprediger wagte, in einer fast nur aus Sozialdemokraten bestehenden Versammlung, die auch unter sozialdemokratischer Leitung stand, den Agitator Most, einen der geschicktesten und gefürdjteften sozialdemokratischen Redner anzugreifen. Stoecker wurde 1879 in den preußischen Landtag, später in den Reichstag gewählt und hat diese parlamentarische Tätigkeit erst beendet, als seine Kräfte im hohen Alter nachzulassen begannen. Er gründete als Seelsorger die Berliner Stadtmission, um der anti- christlichen Propaganda wirkungsvoll zu begegnen, zugleich führte er in den Berliner Generalsynoden einen heftigen Kampf für die Freiheit der evange- zum MG.-Dreyse. als ausdrucksfähig, in den Handbüchern des guten Tons kaum zu finden sein dürften. Später, beim lieben im Gelände lernten wir auch die feinere Art der Kennzeichnung begreifen, jene schmückenden Beiwörter, welche die Unfähigkeit des Einzelnen verständlich machen mit hörenswerten Vergleichen aus Tierwelt und Schöpfungsgeschichte der Menschheit. Die liebevolle Frage „Haben Sie nie Indianer gespielt" erleichterte uns zweifelsohne das Erlernen des Robbens oder Wälzens. Die angenehmste Abwechslung bildete jedoch das Scharfschießen. Das waren Tage, an denen uns die Sonne nicht unterging, und mit seltener Spannung verfolgte jeder Schütze eifersüchtig die Treffer des anderen und seine eigenen Ergebnisse. Nie hätten wir gedacht, wie erfindungsreich das menschliche Gemüt fein kann, nie geahnt, welche Fülle von Phantasie der einfache Soldat gerade dann besitzt, wenn es gilt, für schlechte Schüsse gute Gründe zu finden. Es gab Schützen, deren Gewehrlauf war stets nach einer anderen Seite hin verzogen. Es gab Männer, die verkündeten — und das mit dem Fanatismus eines Propheten — daß sie, wenn sie auf drei gehalten hätten, unfehlbar ins Schwarze getroffen hätten. Diesen blendete das Visier, jenen hatten die Ermahnungen des Unteroffiziers nervös gemacht. Der Dritte hatte ein Gewehr, von welchem er behauptete, daß es zwar den Burenkrieg und auch den gesamten Weltkrieg überstanden habe, ohne Schaden zu nehmen, nunmehr aber doch reif sei, einer würdigen Waffensammlung einverleibt zu werden. Es war noch harmlos beim Gewehrschießen. Es steigerte sich überdimensional, als es ans scharfe M G- Schießen ging. Die Fabulierwut kannte keine Grenzen. Sagenhafte Dinge wurden erzählt von verkanteten Läufen, von Rohren, die gebogen sein sollten und welche, waren sie es vorher nicht, sich bei diesen Erzählungen bestimmt gebogen haben. Ja, völlig harmlose Strohhalme wurden zu Balken, die in den Kammerfang sprangen und die Verriegelung vereitelten ... Da wir zu Lande und nicht zu Wasser ausgebildet wurden, war es unmöglich, jene Eigenschaften dafür verantwortlich zu machen, die man den „ollen ehrlichen" Seebären zuschreibt und Seemannslatein nennt. Aber, so sagten wir immer wieder, auch in der trockenen Atmosphäre der Exerzierplätze muß es Bestandteile geben, welche verborgene Kräfte wecken und den Erfindungstrieb auch des einfachsten Schützen zu ungeahnten Leistungen anwachsen lassen. 0 Volksmann. olf Stoeckers om 11. Dezember. Heidemann. lischen Kirche, ihre ßostrennung vorn Staat. Er focht gegen die alten Theologen, die eine soziale Tätigkeit der Geistlichen für unvereinbar mit dem Pfarramt hielten und setzte es durch, daß ein evangelisch-sozialer Kongreß jährlich zusammentrat. Stoecker mußte sein Amt als Hofprediger niederlegen, als er bei dem jungen Kaiser in Ungnade gefallen war, er mußte sich von den Konservativen trennen, er trat aus dem evangelisch-sozialen Kongreß aus, immer wieder mußte er von neuem anfangen, aber er setzte sich, zum Erstaunen und zum Aerger seiner Gegner immer wieder durch. Als er 1909 starb, hinterließ er neben der Berliner Stadt- misfion eine große christlich-soziale Arbeiterbewegung und konnte mit Genugtuung feftstellen, daß seine Gedanken auch in der evangelischen Kirche au fruchtbaren Boden gefallen waren. Die Stoeckerschen Freitagsversammlungen wurden berühmt, und Tausende lauschten dem eindringlichen Redner. Stoecker stand nicht an, eine Reihe von Forderungen der Arbeiterschaft für berechtigt zu erklären und sich dafür einzusetzen. Was ihn vor allem von den Sozialdemokraten schied, war das Bekenntnis zur Monarchie, zum Christentum und die Ablehnung utopischer Forderungen. Daß sein Vorgehen Mißdeutungen ausgesetzt war, hat ihn in seiner Arbeit unheilvoll gehemmt, war aber wohl in der Unreife der Zeit für diese Probleme begründet. Wir urteilen jetzt gerechter, und Untersuchungen wie die des Historikers Walter Frank lassen ihm volle Gerechtigkeit widerfahren. Daß Stoeckers Vorstoß verpuffte, lag zum Teil in der Stärke des Gegners begründet. Der Haß des liberalen und marxistischen Judentums nahm unheimliche Formen an, und schleppte ihn durch eine Kette von Prozessen, Verdächtigungen und Verleumdungen. Es lag aber auch an der Art seiner Mitkämpfer, nicht zuletzt auch an Stoecker selbst. Wenn einer seiner treuesten Freunde, Dietrich v. O e r tz e n, in seiner Biographie sagt: „Die Freude an einem witzigen Einfall war gelegentlich stärker als die bessere Einsicht und als die Sorge vor dem Anstoß", dann ist damit in milder Form eine Seite Stoeckers getadelt, die feinen Freunden immer Sorge gemacht hat. Das Temperament ging mit ihm durch, er ließ sich in Dinge ein, die er nicht übersah, machte Versprechungen, die ihn in schiefe Lagen brachten, war unglücklich in der Wahl seiner ersten Mitarbeiter und von einer erstaunlichen Vertrauensseligkeit. Aber immer blieb er ein wahrer Seelsorger, ein Freund der Armen und Bedrängten, dessen Schlagfertigkeit von seinen Gegnern gefürchtet, dessen Gedankentiefe und Warmherzigkeit von seinen Freunden mit Dank empfunden wurden. Der große starke Mann blieb bis zuletzt von Freunden umgeben, und feine Volkstümlichkeit hörte mit seinem Tode nicht auf. Das Beste, was einem Manne geschehen kann, daß er zum Vorbild für eine lebendige Bewegung wird, geschah Adolf Stoecker. Er fand keinen ebenbürtigen Nachfolger, und das war vielleicht der Grund, daß die christlich-soziale Bewegung nie die Katholische Aktion an Stärke und intensiver Wirkung erreichte. Aber in den Kamps der Parteien des Bismarckreiches war er einer der edelsten Männer, von denen man sagen konnte, daß sie wirklich Volksmänner waren — ein Leben, das in die Geschichte eingegangen ist. Adolf Stoecker, der deutsche Dolksmissionar Von den Anhängern geehrt und geliebt, von den Gegnern geschmäht und verfemt, ist der „politisierende Hofprediger" Adolf Stoecker nach seinem Tode fast in Vergessenheit geraten. Erst unsere Zeit beginnt ihn wieder zu entdecken, sie erkannte zunächst, daß er auf politischem Gebiet Großes erstrebte, das erst in der Gegenwart der Verwirklichung entgegenreist: die Vereinigung von Sozialismus und Nationalsozialismus, die Ausschaltung des jüdischen Einflußes auf den deutschen Lebensraum in Politik, Wirtschaft und Geistesleben. Schon vor einem halben Jahrhundert sah dieser Mann klar, daß von der Lösung dieser beiden Aufgaben das Schicksal des Reiches abhinge. So gewaltig aber diese Leistung auch ist, in die Herzkammer seines Wirkens, zum innersten Antrieb auch feiner politischen Tätigkeit drin« gen wir von ihr allein aus nicht vor. Denn dieser Antrieb war kein anderer als der Auftrag, der ihm als Prediger geworden war: die Verkündigung des Wortes Gottes an das deutsche Volk. Erst wenn man das sieht, versteht man ihn wirklich, erkennt man, daß er kein „politisierender Priester", fein ehrgeiziger Demagoge gewesen ist, sondern der deutsche Volksmissionar schlechthin. Sein Ziel war Durchdringung des gesamten Volkslebens mit christlichem Geist, Verkündigung des Evangeliums in einer an Bekenntnis und Wort gebundenen Volkskirche. Um dieses Zieles willen kämpfte er — der Hofprediger! — gegen das Staatskirchentum und den landesherrlichen Summ- epifkopat, die das kirchliche Leben lähmten. Bei der Wiederentdeckung des Politikers Stoecker blieb diese Seite seiner Wirksamkeit zunächst im Hintergrund; heute beginnen wir zu erkennen, daß er auch auf kirchlichem Gebiet Forderungen erhob, die erst in der Gegenwart wieder lebendig aufgegriffen wurden. Gerade zu seinem 100. ©ebrtstag am 11. Dezember 1935 kommt dieses neue Stoeckerbild zum Durchbruch. Man kann es kennenlernen aus dem Dezemberheft der Monatsschrift „Zeitwende" (im Wichern-Verlag, Berlin-Spandau), das dem Andenken Adolf Stoeckers und der Erneuerung des von ihm ausgehenden Lebensantriebs gewidmet ist. Neben einem temperamentvollen Aufsatz von Prof. D. Dr. Helmuth Schreiner über „Adolf Stoecker, ein deutscher Führer im (Befolge Christi" enthält es eine Reihe von „Zeugnissen aus Adolf Stoeckers Lebenskampf", darunter eine kraftvolle Adventspredigt über Johannes den Täufer, die eindringlicher noch als jedes Wort über Stoecker von der Art und Größe des Mannes, von feinem prophetischen Blick, seiner unmittelbaren Bedeutung für die deutsche Gegenwart zeugen. Aus aller Mell. Ein dritter schwimmender Flugstützpunkt. Die Deutsche Lufthansa hat zur Zeit bei der Howaldt-Werst in Kiel einen dritten schwimmenden Flugstützpunkt, der für den Luftpostdienst im Südatlantik bestimmt ist, im Bau. In dem jetzt fast zwei Jahre durchgeführten, regelmäßigen Luftpostdienst von Deutschland nach Südamerika wurden Erfahrungen gesammelt, die diesen Neubau notwendig machten. Es ist erforderlich, wenigstens drei Schisse einsatzbereit zu haben, um jeweils einen der Flugstützpunkte in der Heimat überholen zu können. Das im Bau befindliche Schiff wird eigens für den Atlantikflug erbaut. Es hat eine Wasserverdrängung von 200 Tonnen und bekommt 2 MAN.-Diesel-Motoren von 10 000 PS, die dem Schiff eine Geschwindigkeit von 15 Seemeilen in der Stunde verleihen. Zum Abschuß der Flugzeug wird eine Heinkel-Großflugzeugschleuder dienen; der Hebekran zum Anbvrdnehmen der Flugzeuge wird von Kampnagel geliefert. — Die Indienststellung des neuen Schiffes wird etwa im Mai 1936 erfolgen. Beim Spiel tödlich verunglückt. In Sobernheim an der Nahe ereignete sich ein Unglücksfall. Das fünfjährige Söhnchen des Hotelbesitzers Reichard! lief beim Spielen vor dem Haufe in ein mit zwei schweren Pferden bespanntes Mühlenfuhrwerk hinein. Der Knabe wurde zu Boden geschleudert; eines der Pferde trat ihm dabei mit dem Huf auf die Brust. Mit schweren Verletzungen wurde das Kind ins Haus gebracht. Kurz nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus zu Kirn ist es infolge der inneren Verletzungen gestorben, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Großfeuer in einem pommerschen Schloß. In dem geschichtlich und künstlerisch wertvollen Schloß von Pansin (Kreis Saatzig) in Pommern brach ein Brand aus. Das Feuer entstand im Dachstuhl und verbreitete sich mit rasender Geschwindigkeit in die unteren Räume, die bis auf die Umfassungsmauern ausgebrannt sind. Nur wenige Räume konnten gerettet werden. Zahlreiche Kunst- gegenstände, darunter solche von geschichtlichem Wert, wurden ein Opfer der Flammen. Hingegen konnte die wertvolle alte Bibliothek und der historische Krönungsstuhl König Friedrichs I. gerettet werden. — Der alte Teil des Schlosses, der etwa 700 Jahre alt ist, wurde dagegen nicht erheblich vom Feuer betroffen. lieber die Entstehungsursache ist noch nichts bekannt; der Schaden ist sehr groß. Schwere Sturmschäden in Griechenland. Ganz Griechenland ist von schweren Stürmen und Ueberschwemmungen heimgesucht worden, die große Schäden verursachten. In Jtea bei Delphi wurden 130 Häuser zerstört. In Langada (Thessalien) wurden die Einwohner plötzlich von der Flut überrascht und mußten sich auf Bäume retten. Auf dem Strymon (Mazedonien) sind Rettungsboote entsandt worden. Die entstandenen Schäden sind insbesondere für die Landwirtschaft außerordentlich groß. Man befürchtet auch, daß Menschen ums Leben gekommen sind. In Saloniki wurden die Straßenmasten und viele Bäume umgelegt. Das jugoslawische Konsulat ist von Wassermassen eingeschlossen. Ein Wehr des Aliakman- Flusses hielt den Fluten nicht mehr stand und barst. Die ganze Umgebung wurde überschwemmt. Die schweren Stürme haben auch die Schiffahrt stark behindert. Mehrere Dampfer sind bisher an ihren Bestimmungshäfen nicht eingetroffen. Aus Mazedonien wird starke Kälte und außergewöhnlicher Schneefall berichtet. Viele Einwohner sind in dem meterhohen Schnee erfroren. Sechzehn kanadische Bergleute durch eine Explosion getötet. lieber ein großes Bergwerksunglück, bei dem 16 Mann ums Leben tarnen, wird aus Lethbridae im Staate Alberta (Kanada) berichtet. Als 30 Bergleute in einen 200 Meter tiefen Schacht eingefahren waren, wurde das Bergwerk durch eine gewaltige Explosion erschüttert. Nur 14 Mann konnten die Oberfläche lebend erreichen. Don ihnen mußten drei schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Die Ursache der Explosion ist noch nicht bekannt. Es ist möglich, daß sich Gase entzündet haben. Wenige Stunden vor der Explosion Ronnefel^e das beliebte Weihnachtgeschenk in Lethbridge waren in dem Kent-Berawerk bei Edmonton 56 Bergleute mit knapper Not dem Tode entronnen. Durch einen Grubenbrand wurden sämtliche Aufzüge außer Betrieb gesetzt. Die Bergleute konnten durch einen Luftschacht das Tageslicht erreichen. Vollstreckung eines Todesurteils. In Essen ist der 1889 geborene Friedrich P a ß - lack hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Essen wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden war. Paßlack — ein schwer vorbestrafter Gewohnheitsverbrecher — hatte am 20. März 1935 seine 31jährige Ehefrau ermordet. Ehrenpatenschaft des Führers beim 14. Kind. Der Führer und Reichskanzler hat die Ehrenpatenschaft für das 14. Kind der Eheleute Joh. G r e w e in Elspe (Kreis Siegen) übernommen. Blasienvergiftungen durch Speiseeis in Buenos Aires. Nach dem Genuß von Speiseeis sind in Buenos Aires seit Sonntag über 500 Personen unter schweren Bergiftungserscheinun- g e n erkrankt. Der Eishersteller wurde sofort verhaftet. Er erklärte bei seiner Vernehmung, daß es sich nur um einen Sabotageakt seiner Angestellten handeln könne. Amerikanische Banditen überfallen eine Bank. In Franklin im Staate Ohio überfielen drei Räuber die Ortsbank. Sie begannen sofort zu schießen, worauf sich die Bankangestellten zur Wehr setzten. Ein Räuber wurde bei dem Kampf e r - schossen. Ein Polizist, der herbeigeeilt war, wurde schwer verwundet. Die beiden übrigen Verbrecher flüchteten mit 7000 Dollar. Sie verloren aber das Geld unterwegs. Ein Fußgänger, der den Ueberfall bemerkt hatte, hatte den Motor des Kraftwagens der Räuber abgestellt, so daß sie ihren Wagen nicht benutzen konnten. Die Banditen zwangen daraufhin zwei Frauen, die mit ihrem Kraftwagen vorüberfuhren, sie in ihrem Wagen aufzunehmen und davonzurasen. Kleine politische Nachrichten. Zum Chef des Protokolls im Auswärtigen Amt ist Gesandter von Bülow- Schwante bestellt worden. Dem bisherigen Chef des Protokolls, Gesandten Graf B a s s e w i tz, der bereits seit einiger Zeit beurlaubt ist, ist dieser Urlaub aus Gesundheitsrücksichten verlängert worden. Gesandtschaftsrat von L e v e tz o w, der während der Beurlaubung des Grafen Bassewitz mit der Leitung des Protokolls beauftragt war, wird demnächst einen höheren Posten im A u s l a n d e erhalten. ♦ Die Einfuhr der englischen Zeitungen nach Italien ist bis auf wenige Ausnahmen, wie „Daily Mail", „Morning Post", „Observer" und „Daily Expreß" verboten worden. Diese Maßnahme gehört in die Abwehraktion Italiens gegen die Sanktionen. Die Ausnahmen werden mit der Haltung der erwähnten Blätter begründet, die Italien ein gewisses Verständnis entgegengebracht hätten. Späte Heimkehr von einem Geburlstagssest. Von unserem ^.-Sonderberichterstatter. Zwischen Nürnberg und Berlin, im Dezember. Der f 1) - Z u g rast von Nürnberg nach Berlin, mit 90, mit 100, mit 110 Kilometer Geschwindigkeit, ich weiß es nicht, es ist auch ganz gleichgültig,^auf alle Fälle braucht er n i ch t einmal 51/2 Stunden für die Strecke. Während draußen vor den Fenstern die winterliche Hügellandschaft mit der Geschwindigkeit eines Films oor- beigerissen wird, gleiten die Wagen so ruhig dahin, daß man mühelos lesen und schreiben kann. Wir kommen von einer Geburtstagsfeier. Das ist an sich nicht weiter erwähnenswert. Auch daß wir eine Hundertjährige beglückwünschen konnten, haben wir 1935 schon zweimal erlebt, einmal in Berlin und einmal in Ostpreußen. Bei diesem absonderlichen Geburtstag aber war alles verkehrt, waren die sonst selbstverständlichsten Dinge auf den Kopf gestellt. Ich bitte Sie, was ist denn das für ein komischer Zustand, wenn man zu einem Geburtstagskind kommt, das erstens statt älter und gebrechlicher immer jünger, immer lebhafter, immer unternehmungslustiger, immer schneller wird, so daß die Bezeichnung „Jubilarin" eine peinliche Taktlosigkeit und überdies eine Irreführung der öffentlichen Meinung wäre! Und zweitens: seit wann ist denn das Mode hier zu Land, daß nicht das Geburtstagskind von den Gratulanten, sondern umgekehrt die Gratulanten von dem Geburtstagskind beschenkt werden? Die Reichsbahn, von deren hundertsten Geburtstag wir Herkommen, hat es so gemacht, sie zeigte uns auf dem großen Nürnberger Rangier- bahnhof schlechterdings alles, was da auf ihren Schienen und auf den Landstraßen für uns rollt. Das haben Sie ja inzwischen in der Zeitung gelesen, und es hat unseren Führer und die unzähligen anderen Gäste der Geburtstagsfeier um so mehr interessiert, als eine strahlende Wintersonne alles ins rechte Licht setzte. Und da sahen wir diese allen Erfahrungen zum Trotz rückwärts und vorwärts zugleich laufende Entwicklung: gemächlich pustete da das hundert Jahre alte erste Zügle in einer Nachbildung an uns vorbei mit feinem langen Giraffenhals von Schornstein auf dem niedrigen Kessel der Lokomotive und seinem Postkutschenwägelchen, ein herrliches großes Spielzeug — und dann glitten die Mammutriesen, die Ungetüme der modernsten Schnellzugsmaschinen vorbei, die äußerlich mit einer „Lokomotive" überhaupt nichts mehr gemeinsam haben, da flitzte der „Fliegende Hamburger" und der Rhein- gold-Expreß dahin usw. Es war die denkbar wirksamste Gegenüberstellung, die augenfällig st e Demonstration eines ständigen Verjüngungsoorganges, der gekennzeichnet ist durch die Zahlengruppe: 1835 bis 25 Stundenkilometer, 1935 bis 175 Stundenkilometer. Das ist die Verjüngungsseite. Sie enthält andeutungsweise bereits die andere Seite, die Beschenkung der Geburtstagsgäste, die ja nicht nur wir Teilnehmer da in Nürnberg waren, sondern die das ganze deutsche Volk umfassen. Gewiß, die Reichsbahn hatte uns auf die netteste Weise eingeladen und hatte sich während der Reise und dort in Nürnberg sehr aufmerksam um uns gekümmert. Aber ihre technischen Vervollkommnungen, die in der ganzen Welt einzig dastehende Zuverlässigkeit und minutiöse Genauigkeit ihres Fahrdienstes von den großen Fernstrecken bis in die kleinsten Stichbahnen und Nebenstrecken auf dem flachen Lande, ihr bewundernswerter ausgebauter Kundendienst, der heute nicht nur einzelne Frachtstücke in Behältern, sondern sogar ganze große Eisenbahnwaggons mit Inhalt auf motorisierten Spezialfahrzeugen den Kunden direkt vors Haus fährt — dies und vieles andere mehr gehört eben doch zu den Gaben, die dieses absonderliche Geburtstagskind feinen Gratulanten zur gefälligen Benutzung beschert. Wobei wir gerechterweise und dankbar anerkennen wollen, daß die Reichsbahn sich nicht etwa weltfremd verkapselt, sondern im Gegenteil zum Musterbeispiel moderner Zusammenarbeit wird. Wollen Sie nach irgendeinem Punkt Europas reifen? Bitte sehr. Sie brauchen noch nicht einmal das dicke Reichskursbuch zu wälzen, eine telephonische Anfrage, und Sie wissen ganz genau, in welchen Zug Sie steigen müssen und in welcher Minute Sie ankommen werden. Oder wollen Sie vielleicht lieber irgendwo aus dem Zug m das Flugzeug überwechseln? Bitte sehr, der Fahrplan der Reichsbahn und der Fahrplan der Luft-Hansa arbeiten sich gegenseitig in die Hand. Oder wollen Sie weder die Eisenbahn noch das Flugzeug, sondern die Straßen Adolf Hitlers benutzen und sich dem Eindruck der Landschaft hingeben? Bitte sehr, die Schnellreise-Omni- b u s s e der Reichsbahn stehen zu Ihrer Verfügung und die sind beispielsweise in den Gebirgsgegenden so gebaut, daß Sie sich beim Hinausschauen nicht den Hals zu verrenken brauchen, denn sogar das Dach ist verglast und Sie können alles sehen, was Sie wollen. Ist es nicht eine gigantische Entwicklung seit jener sagenhaften Zeit, als der kurhessische Bergrat Henschel im Jahre 1804 den ersten Entwurf eines „Dampfwagens" zeichnete ober als dem bayrischen Oberstbergrat Ritter von Baabe anno 1815 das erste Eisenbahnpatent verliehen wurde, weil er einen Wagen konstruiert hatte, „der sowohl auf Schienen als auch auf der Straße fahren kann"?! Und es lohnt sich schon, sich wenigstens schnell mal darüber klar zu werden, daß beispielsweise der erste selbständige Güterzug 1848 von Köln nach Leipzig fuhr — kein Mensch hatte bei der Fahrt des ersten Zuges damals am 7. Dezember 1835 je an solch wilde Sachen wie an den Transport von Gütern gedacht, bedenken Sie doch, solch eine Fahrt damals war in den Augen aller Teilnehmer ein gewagtes Abenteuer, von dem niemand mit Bestimmtheit sagen konnte, wie es ausgehen würde! Und in einem Speisewagen (mehr als bescheiden für unsere heutigen Vorstellungen!) sind die Leute 1880 zum ersten mal gefahren und sie kamen sich in dem engen Kasten wer weiß wie modern und luxuriös und bequem vor. Aber den ersten „Schnellzug" gab es schon 1851; der „raste" mit einer Stundengeschwindigkeit von 40 Kilometer in 16 Stunden von Berlin nach Köln und die Leute meinten schon damals, es gäbe nun überhaupt feine (Entfernungen mehr. 1873 gab es bann wahrhaftig einen regelrechten Schlaf- wagenverkehr von Berlin nach Ostende. Nur die Frage jener stillen Orte, zu denen man schicklicherweise allein hingeht, ist erstaunlich spät in Angriff genommen worden, erst im Jahre 1860 schuf man ein diskretes Kämmerchen im Packwagen. Die Leute mußten auf einem Bahnhof aus dem Personen- in den Packwagen klettern, wo es natürlich ein Gedränge gab, und konnten erst auf der nächsten Station wieder in den Personenwagen umfteigen, sie hatten ja genügend Zeit. Aber weiß der Himmel, wie es die Leute vor der Einführung jener primitiven Behelfseinrichtung unterwegs gemacht haben! Extremes Gegenstück dazu wäre etwa der helle, behagliche Speisewagen hier, in dem wir bei der Fahrt durch Thüringen den Kaffee nehmen, kaum merklich gewiegt von der fabelhaften Federung des Fahrgestells. Ein sehr wahres Wort, wenn der Führer dort in Nürnberg sagte, unsere Reichsbahn sei das fortschrittlichste Verkehrsunternehmen, das es überhaupt gibt, und nichts ist begreiflicher, als daß die Ausländer, die in Deutschland reifen, die Reichsbahn auf Grund ihres Rufes ebenso gern benutzen wie wir Deutschen selbst. Mit unverminderter Geschwindigkeit saust der Zug durch die Vorstädte von Berlin, wird nun leicht abgebremst und in der Halle sanft wie ein Kinderwagen zum Stehen gebracht. Unsere Eisenbahner soll uns erst einer nachmachen draußen itf der Welt! Festlicher Abschluß der Hundertjahrfeier der Reichsbahn. Die Hundertjahrfeier der Reichsbahn fand am Montagabend in der Reichshaupt stabt in sämtlichen Sälen von Kroll ihren festlichen Ab« schluß burch einen großen Abenbempfang. Unter den Gästen bemerkte man u. a. bie Reichsminister Frhr. E l tz v. Rübenach unb Selbte, bie Staatssekretäre Lammers, Meißner, Königs, Pfunbtner unb Staatssekretär a. D. Combier, zahlreiche Vertreter bes Diplomatischen Korps, unter ihnen bie Botschafter von Frankreich, Italien und der Türkei, Vertreter ber europäischen Eisenbahngesellschaften unb zahlreicher außereuropäischer Eisenbahngesellschaften, Vertreter ber Partei und ihrer Gliederungen, ber Wehrmacht, ber Wissenschaft, ber Industrie, Wirtschaft unb bes Handels. Nach Begrüßungsworten von Generaldirektor Dorpmüller sprach der Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach. Der Unterstaatssekretär im polnischen Verkehrsministerium B o b k o w s k i sprach im Namen ber auslänbischen Gäste ben warm empfunbenen Dank für bie herzliche Aufnahme in Deutschlanb aus. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Auch heute macht sich noch in Deutschland bie Zufuhr subtropischer Warmluft geltend, bie sich vor ollem in starker Erwärmung in ben höheren Schichten ber Atmosphäre ausbrütft. So wurde heute früh durch das Frankfurter Wetter-Flugzeug in 1500 Meter Höhe eine Temperatur von knapp + 7 Grad Celsius beobachtet, während bie Berge infolge ber noch vorhanbenen Schneebecke Temperaturen unter dem Gefrierpunkt aufweisen. Weitere Warmluftzufuhr ist bereits abgeschnitten, und es kann angenommen werben, daß die Südwärts-Derlagerung des außerordentlich starken skandinavischen Hochdruckgebiets uns stark unter seinen Einfluß bringt Aussichten f ü r Donnerstag: Vielfach aufheiternd und meist trocken, nachts verbreitete Fröste, lebhafte östliche Winde. Aussichten für Freitag: Voraussichtlich wieder unbeständig, zu einzelnen Niederschlägen (meist Schnee) geneigt, bei nördlichen Winden ziemlich kalt. Lufttemperaturen am 10. Dezember: mittags 1,5 Grad Celsius, abends 2,1 Grad; am 11. Dezember: morgens 2,9 Grad. Maximum 3,2 Grad, Minimum 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Dezember: abends 1,3 Grab; am 11. Dezember: morgens 1,6 Grab Celsius. — Nieberschläge 1,2 mm. Wintersport-Nachrichten. Rhön. Wasserkuppe: Nebel, —3 Grab 19 cm Gesamtschneehöhe kein Neuschnee, verharscht, Ski unb Rvbel gut. Taunus. Großer Felbberg: Nebel, —3 Grad, 15 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, vereist, Rodel gut, Ski mäßig. Kleiner Feldberg: Nebel, — 2 Grad, 13 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, vereist, Rodel gut, Ski mäßig. Schwarzwald. Felbberg: Nebel, — 4 Grad, 90 cm Gesamtschneehöhe,, fein Neuschnee, Pulverschnee, Sfi und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politif: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Emzelverfaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf., mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Ein guter Füllhalter - - der macht Freude! Wir gravieren auch gleich den Namen des Besitzers sauber hinein. HARO, KAWECO und PELIKAN. Markenhalter schon von RM. 2.70 an. 7168a Crno BOHNHOFSTDASSE NIEDERHAUSEN von RM. 1.35 an je Zentner ab Werk Der billige Brennstoff GAS-KOKS Erhältlich: Kohlenhandel-Gaswerk Gießen 7110 A Donnerstag, den 12.Der.,nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier an Ort und stelle (Bekanntgabe ct= folgt i.Bersteigerungslokal„Zum Löwen", Neuenweg 28, dahier) zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Registrierkasse, 1 Kassenschr., 5 Schreibmaschinen, 3 Schreibtische, 2 Kühlschränke, 1 Sofa, 1 Chaiselongue, 2 Bde. 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Das Rezept ergibt 3V< Pfund fertiges Gebäck. 1 Pfund Honig, 65 Gramm Zitronat, 250 Gramm Zucker, 65 Gramm Orangeat, 1V4 bis IV2 Pfund Mehl, 25 Gramm Zimt, 250 Gramm Nüsse, 8 Gramm Nelken, 2 Zitronenschalen, V2 Glas Arrak, 10 Gramm Pottasche. — Honig und Zucker läßt man aufkochen und abkühlen, gibt dann die Gewürze, das durch die Fleischmaschine gedrehte Orangeat und Zitronat, die geriebenen Nüsse, die im Arrak aufgelöste Pottasche hinzu, knetet das Mehl gut ein, rollt den Teil V« Zentimeter dick aus, schneidet ihn in Rechtecke, die man mit Nüssen und Zitronat verzieren kann, und bäckt sie bei mäßiger Hitze. Gleich nach dem Backen bestreicht man sie mit Eiweiß, das man mit etwas Wasser verschlagen hat. Eier- oder Tee-Plätzchen. Zutaten: 4 Eier, 250 Gramm Zucker, 1 Päckchen Dr. Oetkers Vanillinzucker, 250 Gramm Weizenmehl, 50 Gramm Grieß. — Die ganzen Eier werden mit dem Zucker und dem Danillinzucker mit Hilfe eines Schneebesens zu einer schaumigen Masse geschlagen. Dann untermengt man vorsichtig das mit dem Grieß gemischte Mehl und setzt von der Masse mit 2 Teelöffeln kleine Häufchen auf ein gefettetes, mit Mehl bestäubtes Blech. Die Plätzchen werden bei guter Mittelhitze goldgelb gebacken. Man muß sie gleich nach dem Abbacken vom Blech abnehmen, da sie sich nachher schlecht ablösen lassen. Schokoladenmakronen. Zutaten: 3 Eiweiß, 125 Gramm Zucker, V2 Päckchen Dr. Oetkers Gala-Puddingpulver, 50 Gramm geriebene Schokolade, 125 Gramm geriebene Haselnußkerne. — Man schlägt das Eiweiß zu steifem Schnee, unterhebt vorsichtig den Zucker und danach gleichzeitig alle anderen Zutaten. Von der gut vermengten Masse setzt man kleine Häufchen auf ein gefettetes Blech und backt sie bei guter Mittelhitze in etwa 15 Minuten ab. Aus waschbarem, warmem Wollflanell sind die heute vorgeschlagenen drei Kinderkleidchen. Das erste links zeigt ein ausgesprochenes Schot- tentaro in Rot, Blau und Grün auf weißem Grund. Das Röckchen ist (in einer Richtung) in breite Falten gelegt und wird einer Weste aus weißem Pique angeknöpft. Darüber wird dann lose das einfache Jäckchen getragen. Ein rundgeschnittener Kragen, ebenso Manschetten aus Pique und ein schwarzer Lackledergürtel vervollständigen den kleinen Anzug. Aus leuchtend gelbem Material ist das zweite Kleid, dessen Rock mit vier gegeneinandergelegten VomweihnachtlichgedecktenTisch Gewiß, wir bemühen uns das ganze Jahr hindurch, unseren Eßtisch hübsch und freundlich zu decken. Aber in der Weihnachtszeit legen wir doppelten Wert auf eine festliche Tafel. Schon in den Adventswochen streuen wir öfters ein paar Tannenzweige auf das Tischzeug, wir stellen brennende Kerzen in die Mitte des Tisches oder scharen uns zum Speisen um den angesteckten Adventskranz. Wir haben Mispeln in eine Vase getan, und alles deutet auf das kommende Fest hin. Am heiligen Abend werden wir mit besonderer Liebe und Freude und unserem besten Leinentuch den Tisch zum Essen bereiten. Und ebenso in den Feiertagen, ob wir mit den unsrigen nun allein sind oder ob Freunde und Verwandte bei uns zu Gast erscheinen: frisch duftende Tannenzweige sind natürlich der vornehmste und der Schmuck, den wir am reichlichsten verwenden. Dazwischen lassen wir vielleicht glänzende bunte Bänder sich winden und ein wenig strahlendes Lametta aufleuchten, wir verwenden möglichst rote Kerzen auf der Tafel oder gelbliche aus Bienenwachs, die einen süßen Geruch an sich haben, und wir schmücken den Tisch außerdem mit Marzipanschweinchen und Schokoladenkringeln: eßbarem Baumbehang, der übrig blieb beim Baumputz und der zwischen dem Porzellan und den Gläsern luftig aussieht und später beim Kaffee gern verschmacht wird. Thüringer Glaskugeln aus Sonneberg können sich zu kleinen weihnachtlichen Pyramiden türmen in einem grünen Tannenkranz und in ihrem bunten Rund sehr festlich und feierlich wirken. Kleine bemalte Holzengel aus dem Erzgebirge, die Musik machend dargestellt werden, sind ein reizender Schmuck für die Christtafel, und nicht zu vergessen: die große Schale mit roten Aepfeln und vergoldeten Nüssen und den Pfeffer- kuchen, die wir zu Weihnachten nicht entbehren wollen, und die in jeder Form, in der sie auftreten, mit dazu gehören: als Herz, als Weihnachtsmann, als Stern und als einfacher Kreis. Auch die weiß überzogenen Pfeffernüsse liegen in der bunten Schüssel und Zuckerkringel, und die Christstolle liegt, wenn es sein kann, auf dem Nebentisch und kommt zum Tee oder zum Kaffee dran. Ueber allem aber ruht friedliche Heiterkeit, ohne die das Fest kein Fest wäre und ohne die wir nicht glücklich wären in diesen Tagen. Zur Weihnachts- und Feststimmung gehört für große urtt) kleine Kinder der bunte Teller, von dem man zu jeder Zeit naschen darf. Wer mit wirklicher Lust nach den Plätzchen, nach den Aepfeln und Nüssen greifen soll, der darf aber nicht schon in der Vorweihnachtszeit mit all den guten Sachen übersättigt worden sein. Die ersten Pfeffernüsse und die Lebkuchen, die wir beim Schein der Adventskerzen knabbern, wenn die Lieder verklungen sind, sollen ja nur einen Vorgeschmack geben. Jedes Zuviel raubt den Kindern die Fähigkeit, sich an den weihnachtlichen Sachen noch ZU freuen, auch wenn die Mutter sie mit noch so viel Liebe gebacken hat. Wer seine Kinder gesund durch die Weihnachtstage bringen will, der sorge dafür, daß sie mit einem ausgeruhten Magen hineingehen. Der Uebermäßigkeit in den Feiertagen kann man leicht vorbeugen, indem man den bunten Teller nicht zu voll macht, sondern ihn lieber einmal nat^ füllt, was für die Kinder eine freudige raschung ist. Für den bunten Teller. Noch eine Handvoll Rezepte. Schokoladenhonigkuchen. Das Rezept ergibt 43/4 Pfund fertiges Gebäck. IV2 Pfund Honig, 4 Eier, V2 Teelöffel Nelken, 2 Pfund Mehl, 2 Vanillin, 8 Gramm Pottasche, 625 Gramm Schokolade, 1 Teelöffel Zimt, 2 Eßlöffel Rosenwasser; zum Guß: 1 Pfund Puderzucker, 6 bis 8 Eßlöffel Wasser. — Man mischt das Mehl mit der geriebenen Schokolade, den Gewürzen, den verquirlten Eiern und der aufgelösten Pottajche und gibt den gekochten, abgekühlten Honig hinzu. Der Teig wird gut durchgeknetet und bleibt einige Tage stehen. Dann rollt man ihn einen halben Zentimeter dick aus, sticht ihn aus, bäckt ihn bei schwacher Hitze und bestreicht die fertigen Kuchen noch warm mit der Puder- Rips. Einen eingelesenen Rock und am Ellenbogen ebenfalls eingelesene Raglanärmel hat das hellblaue Flanellkleidchen (3) mit Biesengarnitur. Zwischen je zwei Biesen, die sich am Halse, am Rocksaum, am Leibchen und an den Aermeln wiederholen, ist eine weiße Steppnaht eingefügt. H- haben!" Aber meistens sagt er das so frei, wenn Weihnachten oder der Geburtstag nicht in Sicht ist. Dann heißt es: aufmerksam sein — dann kann man sich alles unauffällig merken, und die Freude ist dann doppelt groß, wenn man etwas bekommt, an oas man gar nicht gedacht hat! Vor dem Schenken kommt das Denken. Man kann auch lieblos schenken — aber so ein Geschenk kränkt. Ich würde auf jeden Fall als Ehemann beleidigt sein, wenn ich jedes Jahr zu Weihnachten einen Schlips bekäme ober als Frau eine Handtasche. D. K. Falten gearbeitet ist. Die kurzen Herme! sind der Schulter leicht gezogen und an den Ellenbogen, ebenso wie das Leibchen vorn, durch schwarze Samtbänder verschnürt. Dem Rock find zwei Taschen aufgesetzt; der kleine Kragen ist aus weißem Mein Weihnachlsbaum. Die Zeiten verlangen sparsame. Wirtschaftsführung. Und so sagte ich denn zu meiner Frau: „Wir werden also in diesem Jahr einen fachlichen Baum machen." „Wie? Ich habe sachlich verstanden." „Anders habe ich auch nicht gesagt. Das heißt also: wir werden den Baum ganz sachlich putzen und zwar nur mit Lametta." „Aber warum denn?" „Warum? Erstens weil Sachlichkeit modern ist und zweitens, weil für mehr das Geld nicht reicht." Meine Frau war verstimmt. Ich auch, aber ich ließ es mir nicht merken. Und so schmückte ich denn meinen Baum nach den allersachlichsten Gesichtspunkten. Hier eine Strähne Lametta und dort eine und dann noch mal rundum eine und der Baum war fertig. Er stand in der Ecke wie im Eise erstickt und erstarrt. Dann rief ich meine Frau und zeigte ihr den Baum. „Nun, wirkt der nicht fabelhaft vornehm? Paß mal auf, die Idee macht Schule!" „Das wünjche ich ihr nicht. Mich friert, wenn ich den Baum ansehe. Was werden die Kinder sagen?" „Die Kinder? Das überlasse nur mir", sagte ich hochmütig, „man kann ihren Geschmack nicht früh genug bilden." „Oder verbilden", sagte meine Frau und ließ imch mit meinem Baum allein. Wir sprachen bis zum Heiligenabend kein Wort. Ich hätte vor beleidigtem Stolz sogar das Bescherungszimmer nicht betreten, wenn mich der jauchzende Ruf meiner Kinder: „O Mutter, welch ein herrlicher Baum!" nicht freudig erregt und neugierig gemacht hätte. Leise trat ich hinter meiner Frau in das Zimmer. Da stand mein Baum — aber wie ganz anders. Aus dem starren toten Etwas war lebendigste Freude geworden. Da lachten mir die in den herrlichsten Farben schillernden Kugeln entgegen. Und sie spiegelten sich in den freudighellen Augen meiner Frau und Kinder. Meine Sachlichkeit bekam einen unheilbaren Knax, denn in meinem Baum hing nicht nur die Freude, da hingen auch tausende herrliche Erinnerungen aus meiner Kindheit. Dankbar und beschämt drückte ich meiner Frau die Hand, obwohl sie sagte: „Strafe muß sein, du hast am falschen Platz sparen wollen, dafür fällt für dich in diefem Jahr der Schlips aus." „Laß ihn fallen, laß ihn fallen!. Dafür hast du die Freude an den Baum gehängt." Und sie lachte uns aus allen Kugeln entgegen. Gr. Die Weihnachtsgans. Bon Margret Halm. Beim Einkauf achte man darauf, daß die Füße der Gans blaß und weich sind und sich leicht einreißen lassen. Die Pupillen' sind bei jungen Gänsen von einem weißen Ring umgeben, und der Schnabel ist blaßgelb. Bei alten Gänsen ist der Augenring gelb oder blau, die Füße sind dunkel und haben feste, dicke Schwimmhäute. Vorbereitung. Nachdem man die Gans sauber gesengt und die Stoppeln herausgezogen hat, wird der Afterring weggeschnitten und die dadurch entstandene Oeffnung quer oder lang erweitert, dann faßt man mit der ganzen Hand funem, iö t das Bauchfett von der inneren Bauchhaut und dem Brusttnochen, wo es festsitzt, sucht dann den Magen zu fassen und zieht mit diesem glelch- icitiq das ganze Eingeweide heraus. Nun lost man die Leber vorsichtig vom Darm, entfernt sorgsam die Gallenblase, löst das Fett von den Därmen und legt es für 1—2 Stunden in kaltes Wasser. Den Magen schneidet man an der weißen Haut- fläche auf und zieht die innere Haut mit dem Ma- gcninfjalt heraus. Der Hals wird abae chn.tten, die Gurgel herausgezogen. Flügel und Fuße werden über dem Kniegelenk entfernt, die Gans innen und außen sauber gewaschen und innen mit Salz ettslTl'f'u'n a Um sie recht ausgiebig zu machen, kann man Le Ganz mit Aepfeln und Kartoffeln füllen, die man zunar kocht, g-fcha t und IN Scheiben oder Stückchen gefchmtten hat Sehr gut ist auch eine Füllung von Kastanien Aepfeln und Rosinen Au einer acht- bis zehnpfundigen Gans braucht man etwa drei Pfund geschalte Kastanien, die man in kochendem Wasser ziehen laßt bis sich d e Innere Schale leicht lüft, dann mit wenig Koffer etwas Butter, Salz und Zucker garkocht, mit Aevfelscheiben und einem Viertel gereinigter Sultan n n vermischt. Diese Masse füllt man kurz vor dem Braten in die Gans und naht die Oeffnung ZU. Weihnachtsgeschenke... .. aber mit Liebe und mit Verstand! Zwei Freundinnen treffen sich auf der Straße bei den Weihnachtseinkäufen. „Hör mal, Elli, kannst du mir nicht einen guten Rat geben, was ich Hans zu Weihnachten schenken soll?" — „Hans? Na wie wäre es denn mit einem Schlips? Oder einem Aschenbecher? So etwas kann ein Mann doch immer brauchen?" Und dann verschwanden die beiden in einem Geschäft — um den 50. Schlips und den r-ten Aschenbecher zu kaufen! Sv phantasielos darf man beim Schenken nicht fein’ Vor dem Schenken kommt das Denken, denn ein Geschenk zu machen, ohne darüber nachgedacht LU haben, ist unaufmerksam und kränkend. Wir schenken uns dieses Weihnachten nur kleine Aufmerksamkeiten!" Ja, so ist es richtig denn heute, wo jeder Pfennig ein paarmal umgedreht werden muß, ehe er ausgegeben wird, da ist es nicht am Platz, etwas Großes zu kaufen, das den ganzen Haushaltungsplan umwirft. Kleine Aufmerksamkeiten aber müssen auch aufmerksam gekauft werden, sonst werden sie zu Nebensächlichkeiten, die dem Be- ' schenkten nur lästig sind. , Meine Frau bekommt eine Handtasche", sagt der } Ehemann stolz, denn seit zehn Jahren schenkt er , feiner Frau zu Weihnachten eine Handtasche! Die 'Handtasche spielt bei der Frau dieselbe Rolle wie der Aschenbecher und die Krawatte beim Mann. So etwas zu schenken, ist so sehr bequem Dabei gibt es doch tausenderlei Dinge, die nicht mehr kosten und die doch endlich einmal etwas anderes sind als eine Handtasche ober em Schlips. Ganz schlimm ist es, wenn kurz vor Weihnachten irgendeiner plötzlich mit dem Befehl auf einen los- schießt- „Wünsch' dir was!" Sich fo auf Kommando etwas wünschen, ist fast allen Mengen unmöglich^ Man gibt meistens zur Antwort: „Was soll ich mir denn wünschen? Schenk' mir doch irgendeine Klei- "e^gibt nur ganz wenige Menschen die sich richtig etwas wünschen können. Die machen es aber ganz anders. Die schreiben sich das ganze Jahr über laute kleine Dinge aus die sie vielleicht be, irgendeiner Gelegenheit einmal haben wollen« Auf diesem Wunschzettel kann man nach Belieben an schreiben und obstreichen, es bleibt immer nod)1 g - Nüg-Nd übrig. Da kcknn es -'nem Nich passieren daß man auf die Frage, mas man ft« rour d)t,«er leaen dasteht und „irgend etwas murmelt -öieie denken auch, Wünsche äußern sei unbescheiden und unerzogen. Das Gegenteil ist der Fall: noch nie hat jemanti eine festumrissene Antwort unbescheiden ge- funben — aber für ben Schenkenben ist es peinlich, immer wteber zu hören: ich weiß nicht. Was schenke ich einem Mann nun aber außer Krawatten unb Aschenbecher?" .Wos bildeneinen viele Frauen an. Aber es gibt boch tausenberlei Dinge, bie ein Mann brauchen kann. Denken tote nur mal nach! Natürlich, er raucht gern, aber Sie wissen nicht, welche Marke? Dann schicken Sie ihm bitte auf keinen Fall Zigarren ober Zigaretten, meistens sinb bie Raucher fo auf ihre Marke emge- vielt baß sie nichts anberes wollen unb es womöglich noch unhöflich finben, wenn man nicht weiß, welche sie rauchen. Doch ein Feuerzeug ist dem Raucher sicher will- - falls er es noch nicht hab Rasieren •°,,6 firh jeber Mann — Rasierklingen können Sie chm nicht'°ul schenken, denn „Messer zerschneiden v" Freundschaft" aber zum Nachwaschen nach der ES" In»**« Ä&TÄ S Das Braten. Zunächst legt man bie Gans mit ber Brust nach unten in einen Bräter unb setzt 1 Liter kochenbes Wasser zu, schiebt sie in ben heißen Ofen unb läßt sie unter fleißigem Begießen zwei bis brei Stunben langsam braten. Nach einer Stunbe breht man sie herum, so baß dann die Brust nach oben liegt. Wird das Fett zu braun, so gießt man von der Seite ein wenig Wasser zu, Ist die Gans dann weich — wenn sich die Keulen leicht eindrücken lassen — so legt man sie auf eine passende Pfanne ober ben Drill unb läßt sie in be- sonbers erhitztem Backofen bräunen. Um reichlich Fett zu gewinnen, kann man noch zuvor an ben fettreichsten Stellen unter ben Flügeln unb am Hinterleib unter bie Haut stechen, was man mit Schinben bezeichnet. Nun gießt man noch bas Fett aus bem Bräter ab unb läßt es erkalten. Von ben Wänben bes Bräters schabt man ben braunen Satz zur Kräftigung ber Sauce, bie man mit Wasser unb Mehl, Bratenfett unb Fleischbrühe noch einmal aufkochen läßt. Das G ä n s e k l e i n bereitet man, inbem man Kopf, Hals, Füße, Flügel, Herz unb Magen in heißem Wasser brüht. Vom Kopf werden nun Augen, Ohren und Schnabel entfernt, der Hals wird, nachdem man die Haut abgezogen hat, in Stücke geschnitten und der Magen wie angegeben gereinigt. Nun werden diese Teile in Salzwasser qar gekocht und in einer Sauce aus weiß geschwitztem Fett und Mehl, Zwiebel, Pfefferkörnern, Salz und Lorbeerblatt, die man mit etwas Wasser ober Fleischbrühe gelöscht hat, mit gehackter Petersilie angerichtet. Gefüllter Gänsehals. Man zieht von bem Gänsehals bie bitte Fetthaut ab (nicht zerreißen!), füllt sie nicht zu straff mit ber sehr fein gewiegten Gänseleber, bie man mit einem halben Pfunb rohem, gehacktem Fleisch, einem Ei, geriebenem Brötchen, Salz unb Pfeffer mengt unb näht beibe Enben zu. Diese Wurst läßt man nun in einer Fleischbrühe ober in Wasser 30 ober 40 Minuten mehr ziehen als kochen ober brät sie in Gänsefett gar. Nach völligem Erkalten schneidet man ben Gänsehals in Scheiben und gibt ihn als Aufschnitt. gummt, die mühelos jeden Bürostaub vom Anzug nehmen. Wie oft muß ein Herr schnell mal zu einer wichtigen Konferenz, und ber Anzug ist nicht mehr ganz einroanbfrei! Frühstückt Ihr Mann im Büro? Haben Sie sich schon errunbigt, ob er seinen Kaffee auch nicht aus einer angestoßenen Tasse trinken muß? Schenken Sie ihm ein neues Porzellangebeck — ob?r aus unzerbrechlichem Material — Sie werben sehen, ber Kaffee schmeckt ihm noch mal so gut! Wie nett ist es, wenn man sich bei irgenbeiner Gelegenheit aufschreibt, was ber anbere sich wünscht. Jeber sagt mal: „Ach, so etwas möchte ich gern KINDEfcKLEIDCHEN 5 AUS WOLLFIANELL Lm Herzen Finnlands. Von unserem H. v. G.-Äenchierstaiier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Helsingfors, im Herbst. Wald und Wasser — Wasser und Wald? Eine Hügelkette hinter der anderen überwuchert der ewige Tann, schwarzgrün im Vordergründe, silbergrau verdämmernd in äußerster, lichtübergossener Ferne. Und dazwischen ein Wirrsal spiegelblanker Wasserflächen, in Buchten verästelt und von Tanneninseln durchwirkt. Wald und Wasser — Wasser und Wald. Mitten darinnen, seeumglitzert und tannenum- blaut, auf sanftem Birkenhügel ein mächtiger weißer Dom und um ihn herum eine große, helle Stadt: Kuopio. ♦ Kuopio ist der ruhige und behäbige Mittelvunkt eines großen, einsamen Landgebietes und seiner weit in den Wäldern verstreuten bäuerlichen Bevölkerung. Die Straßen sind breit, nur sehr wenige Autos verkehren in ihnen, zwischen den Kopfsteinen des holprigen Pflasters wächst Gras. Die weißen, einstöckigen Holzgebäude sind meist Einfamilienhäuser, und zu jedem gehört ein stiller Garten und ein geräumiger Hosplatz mit allerhand Nebengebäuden. So kommt es, daß diese Stadt, die nur etwas über 20 000 Einwohner hat, ebenso ausgedehnt ist wie das viermal größere Abo, und daß sie infolgedessen auch einer wohltuenden Stille Raum gibt. Kuopio hat eine Eisenbahn und außerdem einen lebhaften Binnenhafen. Durch ein unentwirrbares System von Seen kann man von hier aus zu Schiff den Finnischen Meerbusen erreichen. In so günstiger Verkehrslage hat sich denn auch eine blühende Holzverarbeitungsindustrie in Kuopio gesammelt. Unter anderem rollen jährlich viele Millionen Garnrollen von hier aus in die Welt! Für das geistige Wohl der Stadt sorgt — in Verbindung mit den auffallend vielen Lehranstalten aller Art, die hier ihren Sitz gesunden haben — eine ausgezeichnete Bibliothek. * Aber Kuopio ist mehr als das alles. Kuopio ist das Herz Finnlands, in geographischer und kultureller Hinsicht. Helsingfors ist die Hauptstadt, Abo die älteste Stadt, Tampere das Industriezentrum des Landes. Aber Kuopio ist der Brennpunkt altfinnischen Kulturlebens. Es liegt zwischen Nord und Süd. Die Natur ist hier noch nicht so rauh, daß der zähe, unermüdliche Kampf um das nackte Dasein jede geistige Entwicklung unmöglich gemacht hätte, wie es in | Lappland der Fall ist. Und die moderne Hauptstadt Helsingfors ist zu fern, als daß Kuopio unter ihrem Einfluß von beengtem Zeitgeist gezeichnet sein könnte. Kuopio liegt zwischen Ost und West. Ebensoweit von Rußland wie von Schweden entfernt, hat die hiesige Gegend Über die langen Zeiten der schwedischen Uebermacht und Über das Jahrhundert der Russenherrschaft hinweg finnische Eigenart unbeeinflußt bewahrt. Aber was ist denn Finnland eigentlich? — E i n kleines, deutschfreundliches Land, das in tapferem Freiheitskampf gegen den Bolschewismus seine Unabhängigkeit errungen, zwei kleine Inflationen durchgemacht hat und im übrigen in der Weltgeschichte eine herzlich geringe Rolle spielt? Allerdings. — Aber darüber hinaus ein Land, mit einer uralten Geisteskultur, die irgendeinmal' vor Jahrtausenden aus der innerasiatischen Menschheitsquelle hervorgesprudelt ist, nicht viel von sich reden macht, aber sich vielleicht gerade darum durch alle Zeitenstürme hindurch erhalten und ihren klingenden Ausdruck in den poetischen, heroischen und doch milden Tönen des finnischen Volksepos, der Kalevala, gefunden hat. Natürlich ist es nicht möglich, das innerste Wesen dieser alten Geisteskultur in kurzer Zeit zu erfassen, und noch viel weniger, es auf beschränktem Raume darzustellen. Man muß sich damit begnügen, die äußeren Denkmäler zu betrachten, — und auch die finnische Kultur hat ihre Pyramide! Sie ist sogar wahrscheinlich älter als die Pyramide Aegyptens, nur ist sie nicht aus Steinen erbaut, sondern aus Silben. Es ist die finnische Sprache! * Sie ist In der Tat älter als Sanskrit. Sie hat die indogermanischen Sprachen des europäischen, die semitischen des vorderasiatischen Altertums und gleichzeitig die mongolischen Sprachen Ostasiens beeinflußt. Aber während jene und diese sich dann selbständig weiterentwickelten, blieb die finnische Sprache über die Jahrtausende hinweg fast unverändert bestehen und ist somit unüberschätzbares Gut, Fundgrube und Wegweiser der Sprachforschung geworden. Ja, eine ururalte Sprache. Diese oft „chinesisch" anmutenden Wortbildungen! Diese übergriechisch verschlungene Grammatik! Dieser wahrhaft cicero- nische Schachtelsatzbau! Dabei diese treffsichere Schärfe und starre Genauigkeit des Ausdrucks! Eine Sprache, die dem Ausländer (soweit er sich überhaupt an sie heranwagt) zunächst nur für klassisches Schrifttum geeignet scheint, die aber in Wirklichkeit so sprühend lebendig ist wie jede andere lebende Sprache. Der russische Einfluß hat ihr keinen Abbruch getan; dazu waren die Russen sprachlich zu international eingestellt. Eher der schwedische Einfluß. Bis zum finnischen Freiheitskriege war das ganze Land zweisprachig, heute wird auch auf den Behörden nur noch in beschränkten Gebieten der Süd- und Westküste schwedisch gesprochen. „Uusi Suomi" — „Jungfinnland" kämpft um die Erhaltung seiner jahrtausendealten Sprachpyramide, und der Ausgang dieses Kampfes ist nicht zweifelhaft. Er ist schon entschieden. — Vor allem im Herzen Finnlands: in Kuopio. Von einem Marienkäfer entführt. Von Max Iungnickel. In einem kleinen Nest, zwischen Weimar und Erfurt, saß ich nachts fest, hatte den Anschlußzug versäumt und mußte nun bis morgens drei Uhr warten. Das Nest schlief schon. Der Bahnhof war eine bessere Wellblechbude, lieber mir, wie funkelnde Schwertspitzen, die Herbststerne. Endlich entdeckte ich ein rötliches, verschwommenes Licht. Eine kleine Schenke. Drei Reisende, die Skat droschen. Am Schenktisch eine junge Frau, die die Zeitung las. Eine schläfrige Stimmung schwelte durch das Gastzimmer. Da saß ich nun bei einer Petroleumlampe. Plötzlich lief über den Tisch ein Marienkäfer. Eine winzige, rote, schwarz punktierte Halbkugel lief hin und her. Da öffnete sie sich, schwirrte los, dorthin, wo die Frau saß. Und setzte sich geradewegs auf das Zeitungsblatt, das unter ihren Augen lag. Die Frau lachte hell auf. Ich deutete an, daß dieser Marienkäfer vor einigen Minuten erst über meinen Tisch spaziert sei. Sie fand das höchst sonderbar und setzte sich zu mir: „Es gibt", meinte sie, das Gespräch einleitend, „überhaupt manchmal Sachen, die so selbstverständlich sind und so sonderbar ausjehen. Sehen Sie, ich heiße mit Vornamen Anna. Man spricht den Namen so hin und denkt sich nichts dabei. Aber wissen Sie denn auch, daß man den Namen Anna von hinten lesen kann? — Und was kommt dabei heraus? Immer Anna." Ich mußte gestehen, daß ich das zum erstenmal erfuhr. Sie sprach weiter: „Mein Mann heißt Otto. Von hinten gelesen, kommt immer Otto heraus. Aber es geht noch weiter. Wir beiden, Otto und Anna, sind eine Ehe. Nun lesen Sie mal Ehe von hinten. Es bleibt immer Ehe. Auf unserem Hause steht eine Esse. Sie bleibt auch eine Esse, menn sie von rückwärts gelesen wird. Wenn ich Stoff abmesse, nehme ich die Elle. Mein Mann hat ein« Egge, weil wir noch Landwirtschaft haben. In Das Wunder an der Weichsel. Oer polnisch-sowjetrussische Krieg von 1920 in den Erinnerungen pilsudskis In der Fülle der diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Ereignisse der Nachkriegszeit, die das Geschick der Welt ständig veränderten und an das Gedächtnis und an die Nerven der Miterlebenden fast noch größere Anforderungen stellten, als der Weltkrieg selbst, ist die Erinnerung an den sowjetrussisch-polnischen Krieg im Jahre 1920 fast vollkommen verblaßt, obwohl sein Ausgang für das Schicksal Europas von entscheidender Bedeutung war. Die am Anfang glückliche polnische Offensive, die in die Ukraine vorgestoßen war mit dem politischen Ziel, die weißrussischen Gebiete von der Sowjetrepublik zu lösen, war bald ins Stocken geraten, und im Sommer wälzten sich die bolschewistischen Massen unter der Führung des Reitergenerals Tuchatschewsky bis vor die Tore Warschaus, so daß die Sache Polens, seine Existenz als Staat ernstlich gefährdet schien. Im letzten Augenblick gelang es der polnischen Führung unter dem Marschall Pilsudski, den Angriff aufzuhalten, und der so nahe bolschewistische Sieg verwandelte sich schnell in eine vernichtende Niederlage und in einen eiligen Rückzug aus Polen. Dieses „Wunder an der Weichsel" ist von der französischen militärischen Geschichtsdarstellung, noch mehr aber von einer nicht immer taktvollen politischen Propaganda auf das Eingreifen des französischen Generals W e y g a n d zurückgeführt worden, der in seiner Eignschaft als technischer Berater der Polen zur Verfügung gestellten englisch-französischen Militärmission dem Stabe Pilsudskis angehörte. Die „Dankesschuld" Polens an Frankreich, die nach französischer Auffassung in einer dauernden und blinden Unterwerfung Polens unter die französische Politik abzustatten ist, wurde vorwiegend mit dieser angeblichen Rolle des französischen Generals bei der Rettung Polens begründet und bei jedem Anlaß ohne Rücksicht auf die nationale Empfindlichkeit präsentiert. Pilsudski s e l b st hat sich zu seinen Lebzeiten aus begreiflichen Gründen an dem Streit nicht beteiligt, aber in dem zweiten Band der von ihm hinterlassenen „Erinnerungen und Dokument e", der soeben in deutscher Uebersetzung bei der Essener Verlagsanstalt in Essen erscheint („Das Jahr 1920", Preis 8,50 Mark — 532), ist die Frage der Verantwortung für die entscheidenden Befehle nun authentisch und restlos geklärt, die in der „Gefahrsekunde" gegeben wurden und die historische Wendung des Krieges herbeiführten. Auch hier geht natürlich Pilfudski auf diese Frage nicht direkt ein, aber er erwähnt die Mitarbeit W e y g a n d s lediglich neben der seines polnischen Generalstabschefs R o z w a d ow s k i und des Kriegsministers S o f n o w s k i und bemerkt außerdem, daß General Weygand mit dem polnischen Generalstabschef nur durch „diplomatische Noten" verkehrt habe, die von einem in das andere Zimmer getragen wurden! Daß bei einem so gezeichneten „Mitarbeitsverhältnis" die entscheidenden Beschlüsse nicht auf den französischen Ratgeber zurückgeführt werden können, ist nur „zwischen den Zeilen", aber um so deutlicher zu lesen. Tatsächlich gingen sie auf die militärische Entschlußkraft und das rasche Erkennen einer noch gegebenen Chance des polnischen Marschalls zuruck, der sich mit dieser Tat in die erste Reihe der Feldherren aller Zeiten gestellt hat. Sie rettete nicht nur die junge, kaum begründete Selbständigkeit des polnischen Staates, sondern auch Deutschland und damit Europa vor der Ueberflutung durch die bolschewistische Revolution, die die Sowjetarmeen sozusagen im Tornister mit sich führen. In dem Vorwort, das der Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht, Generaloberst v. Blomberg, diesem zweiten Bande der „Erinnerungen und Dokumente" des Marschalls Pilsudski vorausschickt, wird diese weltgeschichtliche Bedeutung des „Wunders an der Weichsel" ausdrücklich anerkannt und aus dem niederen Niveau einer politischen französischen Legende in das höhere der geschichtlichen Bedeutung erhoben. Kalender und Almanache. — Hessischer Landkalender für das Jahr 1936. 217. Jahrgang. Ein hessisches Jahrbuch, herausgegeben von Karl Esselborn, Darmstadt, C. F. Wintersche Buchdruckerei. Preis 60 Pf. — (468) — Auch mit diesem neuen Jahrgang hat uns der Herausgeber, der sich uns diesmal besonders als stimmungsvoller Dichter vorstellt, einen echten Kalender beschert. Köstlicher Humor (so z. B. in der „Predigt ohne Hosenträger" und den Kriegserlebnissen bei den Mainzer Fünfzigern), Lebenserinnerungen, gleich dem Glanzstück „Die komische Alte", zu Herzen gehend und richtungsgebend fürs eigene Handeln, Skizzen aus dem Volksleben (treffend die Erinnerungen eines oberhessischen Land- geistlichen und Karrillons Silvesternacht), Schilderungen hessischer Landschaft (vor allem Alt'-Nidda) aufs glücklichste miteinander abwechselnd, im Tone alle gleichermaßen herzenswarm, werden uns gar oft zu dem Hefte greifen lassen, vielleicht auch noch, wenn 1936 herum ist. Den Bildschmuck bestreiten diesmal der am 8 Februar 1935 in Frankfurt verstorbene Künstler Karl Friedrich Lippmann (besonders Porträts und Landschaften) und Luise Pätow mit neun Bildern aus Alt-Nidda. Hoffentlich findet der Kalender die verdiente Aufnahme und Verbreitung. Er wäre auch eine nette Weihnachtsgabe. — Der Jahrweiser Volkstum und Heimat 193 6. Herausgeber: Landschaftsleiter Ringshausen. Bearbeitet von E. S t e i n i k e. Preis 1 RM. Verlag: Landschaftsbund Volkstum und Heimat, Landschaft Rheinfranken-Nassau-Hessen e. V., Darmstadt. — (437) — Dieser schöne Kalender, dem Landschaftsleiter Ringshausen ein Geleitwort vorausgeschickt hat, will jeden Volksgenossen in unserer Landschaft durch das kommende Jahr 1936 begleiten und ihn in Bild und Wort, im Geiste des Führers, zurückführen Tag für Tag und Monat für Monat zu den ewigen Quellen unseres Lebens und unserer Kraft: zum deutschen Volkstum und zur deutschen Landschaft. Eine Anzahl unserer besten Photographen — wie Hans Retzlaff, Walter Jacobi, Herbert Rost, H. K. E. Steinike, Luise Brockmeyer — haben die 32 prachtvollen Bilder geschaffen, die in ihrer künstlerischen Wiedergabe ein Spiegel unserer Landschaft und seines Volkstums sind. Wir sehen da Kinder aus der Schwalm, Trachten aus dem Marburger Land, Bauern und Handwerker, Winzer und Soldaten, eine schöne Aufnahme des Führers auf der Reichsautobahn bei Darmstadt, Landschaften von der Ronneburg, vom Odenwald und vom Rhein, Ausschnitte aus dem Leben des Volkes, Erntebrauch, Wochenmarkt, Totenfest, Mutter und Kind. — Der wertvolle und wohlfeile Kalender, von dem jedes Blatt ein beherzigenswertes Wort unserer führenden Männer enthält, sei zur Anschaffung und weiten Verbreitung aufs wärmste empfohlen. — Der Köhlersche Heeres-Kalender 19 3 6 (208 Seiten Text, Preis 1,30 Mk. Wilhelm Köhler Verlag, Minden i. W. — 435) wird eröffnet von zwei Aufsätzen, von denen der eine das Wesen des deutschen Volksheeres im Dritten Reich, der andere, aus der Feder von Generalleutnant von Metzsch, die Leistung der alten Armee behandelt. Dann finden wir u. a. interessante biographische Aufsätze über Mackensen und Blomberg, über Fah- nenschicksale im Völkerringen, über die militärische Jugendausbildung bei fremden Staaten und über den Sowjet-Militarismus, Kriegserinnerungen von, Verdun und von Langemarck, spannende Erzählungen, ernste und heitere Erlebnisse. Und dann die vielen anschaulichen Schilderungen vom Leben und vom Dienst des heutigen deutschen Soldaten! Zu allen Waffen werden wir geführt, gewinnen Einblick in ihren Dienstbetrieb. Weit über 100 Bilder beleben den vielseitigen Inhalt. — Der Lahrer Hinkende Bote 1936. Preis geh. 50 Pf. Der Große Dolkskalender des Lahrer Hinkenden Boten 1936. In Leinwand geb. 1,20 Mk. Verlag Moritz Schauenburg, Lahr in Baden. — (293) — Im 136. Jahrgang erscheint der Lahrer Hinkende Bote, einer der ältesten deutschen Volkskalender. Sein äußeres Gewand ist in seiner kraftvoll-deutschen und treuherzig-volkstümlichen Art noch das gleiche, wie das, in dem schon unsere Urgroßväter ihn kannten. Die Pflege wertvoller Ueberlieferung in vaterländischem Geist läßt sich auch der neue Jahrgang angelegen sein; dazu kommt eine herzhafte Einstellung zu all dem, was unsere lebendige Gegenwart bewegt und eine freudige Mitarbeit an den Aufgaben unseres neuen Staates und im Dienste der Volksgemeinschaft. Nach dem wie immer reich ausgestatteten Kalendarium und allerhand anregenden oder nützlichen Tabellen und Uebersichten eröffnet sich dem Leser der unterhaltende und belehrende Teil des Kalenders. In den mit Bildern geschmückten Weltbegebenheiten werden die Geschehnisse des vergangenen Jahres erzählt. Außerdem, wie üblich, eine Reihe von volkstümlichen Erzählungen größeren und kleineren Umfanges. — Gartenlaube-Kalender 1936. Herausgegeben von Dr. Robert R o f e e u. Geb. 1 Mk. 266 Seiten. Verlag Scherl, Berlin SW 68. — (356) — Der neue Jahrgang dieses Kalenders wird, dauerhaft gebunden, mit zahlreichen Bildern — Zeichnungen und Photographien — illustriert, seinen Lesern frohe Stunden, Unterhaltung und Rat in den Fragen des täglichen Lebens bringen. Der erste Teil enthält neben einem Kalendarium eine Fülle beratender und statistischer Angaben, sowie einen Rückblick auf die bedeutendsten Ereignisse des Jahres. Neben dem reichhaltigen praktischen Teil kommt auch die Unterhaltung zu ihrem Recht. Bekannte Schriftsteller wie Wilhelm von Scholz, Manfred Hausmann, Fred A. Angermayer und viele andere haben mitgearbeitet. Mit zahlreichen Beiträgen aus den verschiedensten Wissensgebieten ist für die Belehrung und Anregung der Leser gesorgt. — Der Deutsche Kalender 1936, herausgegeben von der Reichsbahnzentrale für den Deutschen Reiseverkehr, Berlin (Verlag Carl Gerber, München), liegt jetzt im 15. Jahrgang vor. — (491) — Der Kalender bietet auf 122 Blättern charakteristische Aufnahmen aus dem schönen Deutschland. Mit der Bildanordnung wird eine eindrucksvolle Wirkung erzielt, und es erwacht Reisesehnsucht, wenn man diese stimmungsvollen Landschaftsbilder, die alten Tore, Gassen, Türme und Kirchen, die stolzen Schlösser und Burgen betrachtet. Auch diesmal enthält der Deutsche Kalender ausschließlich neue Aufnahmen, Bilder, die drucktechnisch ausgezeichnet wiedergegeben sind und in der Auswahl der Motive wie in ihrer Anordnung größte Sorgfalt und sicheren Blick für das künstlerisch Wesentliche erkennen lassen. Der Preis beträgt 2,50 Mark. Rundfunkprogramm. Donnerstag, 12. Dezember: 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Zeitangabe, Nachrichten. 8.15: Gymnastik. 8.45: Bauernfunk. 10.15: Schulfunk — Volksliedsingen. 11.20: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert l 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittaqs- konzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. 15: Wirtschaftsbericht: Die Zucker- Kampagne. 15.15: Kinderfunk. Weihnachtsvorbereitungen. 16: Konzert. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Launiger Leitfaden für Sprachfreunde. Von Wilhelm Gulde. 18.40: „Neues Sportschrifttum" 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Mozart-Zyklus (VI). Die Salzburger Symphonien. 21: Kämpfende Wissenschaft (III) „Propeller überm Bodensee" Hörbild von Anton Betzner. 21.45: Kammermusik. Kleine Musik für Violine und Klavier. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sende- bezirk. 22.20: Konzert: 22.30:Deutsch-Polnische Austauschsendung der Jugend. Polnische Jugend singt und musiziert in Berlin. 23: Neue deutsche Musik. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 11. Dezember. Gießen. Kapelle des Allen Friedhofs. 20.15 Uhr: Katechismusgottesdienst (3. Gebot). WMchweiujagd zugunsten des Winterhilfswerks M ME ■ ■<. r M . 'S - In dem berühmten Saupark Springe im Deister bei Hannover veranstaltete Reichsjägermeister Ministerpräsident Göring mit zahlreichen Gästen, unter ihnen der polnische Botschafter Exzellenz L i p s k i, eine Saujagd zugunsten des Winterhilfswerkes. — Das Bild zeigt den Reichsjägermeister während der Jagd. Links neben ihm Reichsaußenminister Freiherr von Neurath und hinter diesem der Stabschef der SA. Lutze. — (Presse-Illustration Hoffmann-M.) unserem Holzstall wohnt ein Uhu. Er geht auch nicht raus, wenn er von rückwärts gerufen wird. Immer bleibt er als Uhu sitzen." Nach all diesen Sprachmerkwürdigkeiten, die mir die Frau auftischte, konnte ich nur Oho sagen. Aus einmal merkte ich, daß dieses Oha von vorn und hinten immer gleich klingt. Noch nicht genug, die Frau schien einen ganzen Sack voller Sprachsonderheiten bereitzuhalten. Immer, wenn sie ein neues Wort nannte, beugte sie sich ein wenig vor, in den Lampenkreis. Ihr blondes Haar leuchtete auf. Geheimtuend meinte sie: Aus Tor können Sie Rot machen. Immer rückwärts lesen! Aus Gras wird Sarg, aus Lese kommt Esel heraus." Skatkarten klatschten. Ab und zu ein Lachen, ein Fluch, eine dicke Rauchwolke, dann wieder ein Ruf nach Bier und einem Korn. Wir saßen da, verfolgten die Purzelbäume, das Lächeln und das Versteckspielen der Sprache, nahmen von diesem Wort die Maske herunter, sofort stand ei anderes Wort da. Und so ging das weiter. Die alte, verräucherte Uhr hinkte, von der Wand herunter, auf die dritte Morgenstunde los. Ich wollte zahlen. Die Frau lehnte ab: „Lassen Sie nur! Die Stunden von Mitternacht bis morgens wollen mir sonst gar nicht vergehen. Sjeute sind sie' wie ein Reittier gelaufen." Das war mein Abschied Auf der Straße fiel mir noch ein, daß ein Reittier von vorn und von hinten immer ein Reiltier bleibt. O, dieses Marienkäferchen! Es hatte mich richtig in einen Wortkarneval entführt. Es gibt doch seltsame Begegnungen, wenn man einsam und frierend, in einem eingeschlafenen Nest plötzlich ein blaues Schenkenlicht entdeckt. An der Wellylechbude, wo ich in den Zug stieg, hing ein Spinngewebe, das war von schwerem Tau überzogen und flimmerte im Scheine einer alten Laterne. Fernlenkung durch Eisgefahren. Als sich die „Tower Bridge" bei ihrer Fahrt durch den Nordatlantik von Eisgefahren bedroht sah, sandte sie überall hin SOS -Rufe aus. Und wirklich antwortete ihr ein unbekannter Dampfer in weiter Ferne, der auf derselben Strecke gefahren fid) sofort erbot, durch „Fernlenkung" die n^r ^rjbge" sicher durch die Gefahren zu steuern. Der Kapitän des bedrohten Schiffes war damit einverstanden, und so richtete er sich genau nach den Weisungen, die in kurzen Zeitabständen von jenem Schiff kamen, das er nie zuvor gesehen hatte. Jetzt ist dieser Helfer in der Not in dem Dampfer „Neufundland" ermittelt worden, und die Reederei des auf diese Weise geretteten Schiffes hat eine beträchtliche Belohnung unter Kapitän und Mannschaft der „Neufundland" verteilen lassen. Hr.289 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, Dezember (935 den Nachdruck verboten! 7. Fortsetzung. Jan) weroe meinen xuuueii nuiy V..., - . 7 , ---- . faqte Mia ruhig. „Das heißt, ins Hotel. Ich möchte Hoffentlich hielt Schulenburg wenigstens mal so ganz ohne Ziel und ohne Gebundenheit I Mund. Fortsetzung reinen folgt. Eine blendende Erscheinung, eine berauschende Frau! Günter bemühte sich, es sachlich festzustellen, aber ihr Anblick rief etwas in ihm wach, was ihn wie ein heißer Strom durchkreiste. Sie wandten sich zum Gehen. Mia fragte nickt nach dem Wohin, sie überlieh sich Günters Führung. In dem instinktiven Gefühl, es sei nicht notwendig, daß man ihn mit der schönen Frau zusammen sah, schlug er einen von schlanken Pappeln eingesäumten Weg ein, der nach dem Walde hinübersührte. französischen Kriegshafen Cherbourg, bei dem wir in der gleichen Weise in der Abenddämmerung ankern. Nun hinaus: Ahoi! Ins offene Meer ohne Unterbrechung bis Neuyork. Ein rheinisches Winzerfest hat die Schiffsleitung für Freitag abend vorgesehen; das muß man als Liebhaber von Wein und Rhein gesehen haben. Der Raum ist winzerlich geschmückt, jeder trägt eine papierne Behauptung auf und kleine reizende Römerchen an sich. Der Niersteiner schmeckt köstlich, die Musik spielt, daß für den, wer freien sollte, das Mädel am Rhein geboren sein muß. Aber das ist schwer. Es ist nur ein einziges Mädel aus Köln am Rhein dabei, die war schon halb seekrank und sang immer den variierten Schlager: „ Ich brauch nicht treu sein, nein, nein das brauch ich nicht". Ich schaue mich um und finde an unserem Tisch eine ganz internationale Gesellschaft, Wiener, Süd- und Nord- das dort nördlich in der Ferne liegt. Nun sind wir mitten in der herrlichen See, von deren Schönheit wir immer tiefer ersaßt werden. Es wird dunkler draußen, Gewölk, Nebel umfängt uns, das Schiff fährt mit halber Geschwindigkeit ca. 15—20 Kilometer pro Stunde. Nach dem Kaffee bzw. 5-Uhr-Tee bei zarter Streichmusik gehe ich schwimmen und ziehe mich zur Hauptmahlzeit dunkel an. Die Reisegesellschaft (in unserer Touristenklasse ca. 150 Personen) ist sich anfänglich noch etwas fremd und beschnuppert sich vorsichtig. Meine Tischgenossin, kleinen Tischchen aus der Mitte des Saales Studien treiben. Nach dem Essen findet eine schone Kinovorstellung in der Gesellschaftshalle (mit Wag- nerschem und Derdischem Musikfilm) statt. Freitag früh sind wir im Kanal, die englische Küste (Dover) ist sichtbar. Nach dem Frühstück gehen wir hoch auf Deck. Strahlende Sonne liegt über der See, die in aller Pracht glänzt. O Menschenkind, wie kommst du dir in der Bewunderung dieser Schönheit, Schöpfung und Allmacht Gottes so klein und armselig vor, wie wirst du demütig und fromm im Anblick dieser Meerespracht. „Die unbegreiflich hohen Werke sind herrlich wie am ersten Tag." Sicher und gut geleitet teilt unser Schiff die noch ruhige See. Wir ankern außerhalb der Hoheitsgrenze vor dem englischen Hafen Sou t h- ampton, der in der Ferne an der grünen wald- bewachsenen englischen Küste liegt. Ein feiner Ha- paadampfer legt bei uns an und wechselt Passagiere, Post und Gepäck aus. Weiter geht's nach dem Weiter Sprenger spricht in Gießen Kundgebung in der Volkshalle am (Samstag,14.0e$ember, 20.15 llhr. Wir laden alle Volksgenossen der Stadt und des Kreises Gießen ein, an dieser Kundgebung teilzunehmen. DieGliederungenderPartei, SA. (Gießen und Umgebung), NSKK., SS., Hitler-Jugend, VDM., marschieren geschlossen, die Deutsche Arbeitsfront in Betrieben zur Kundgebung. Eintreffen spätestens 20.10 Uhr. Die Führer der Gliederungen wollen jetzt schon die nötigen Vorbereitungen treffen. Die angeschloffenen Verbände, wie VS.-Veamtenbund, NSLB., RS.-Aerztebund, VS.-Frauenschaft, VS.-Studentenbund, werden auf gefordert, dafür zu sorgen, daß ihre Mitglieder an der Kundgebung teilnehmen. Folgende Fahnengruppen nehmen an dem Fahneneinmarsch teil und sind spätestens um 20.10 Uhr in folgender Reihenfolge vor der Volkshalle angetreten: SA., NSKK., Gießener Ortsgruppen, Ortsgruppen Alten-Vufeck, Annerod, Bersrod, Ettingshausen, Grohen-Vuseck, Großen-Linden, Grünberg, Heuchelheim, Hungen, Klein-Linden, Lang-Göns, Lich, Lollar, Mainzlar, Ober-Bessingen, Saasen, Steinbach, Trais-Horloff, Watzenborn-Steinberg, Wieseck, NSBO. (Arbeitsfront) in Uniform, Hitler-Jugend, Jungvolk, SS. Sämtliche politischen Leiter der Gießener Ortsgruppen und der obengenannten Ortsgruppen nehmen geschlossen an der Kundgebung teil und treten um 19.30 Uhr an der Kreisleitung an. hier treten auch die obengenannten Fahnen um dieselbe Zeit an. Oessnung der Volkshalle um 19.30 Uhr. Die Volkshalle ist geheizt. Eintritt frei. Kreisleitung Gießen der NSDAP. Nicht müde werden, Annelies! Vornan von Bernhard Lanzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Berlag, Berlin. ich helfe im verstärkten Orchester mit und mache dankbaren Gästen begreiflich, was wir unter rheinischer Fröhlichkeit verstehen. Die Uhr wird um Mitternacht wieder um eine Stunde zurückgestellt, um den Zeitunterscheid zwischen europäischer und amerikanischer Zeit auszugleichen. Also Steward! Trinke mer noch ne Flasche Wein! findet ein stimmungsvoller Gottesdienst an Bord statt, der Geistliche spricht schöne, ernste Worte, die Kapelle spielt nachher auf Deck passende Choräle. Mittags und abends in der Gesellschaftshalle ernste Konzerte. Oft kommt einem die Fahrt wie ein Traum vor, wenn man so sinnend bei einer Tasse Tee, im eleganten Gesellschaftssaal, bei zarter Musik auf dem unermeßlichen Ozean sich schwimmen fühlt. Ja dieses Schwimmgefühl wird leider immer stärker. Alles Schöne und Hohe auf der Welt muß mit Leid und Opfer erkauft werden. Nichts ist vollkommen, auch keine Seereise. Biele unserer Fahrtgenossen hatten schon darüber einen Leidartikel geschrieben, mein Visavis war schon ein paar Tage nicht bei Tisch. Ein dolce far niente auf der Salz- flut treibt sonderbare Blüten. Den einen macht sie stark, den Starken schwach, dem einen raubt sie den Appetit, um den anderen doppelt damit zu beglücken. Dieser packt das 2- bis Zfache seines ländlichen Durchschnittsquantums ein, jener packt nur aus. O teure Seekrankheit! Jeder muß dich mal gekostet haben, damit er weiß, wie gut es ihm sonst im Leben geht. Immer stärker bläst und heult der Wind, haushoch werden die Wellen, der mächtige Koloß des Schiffes schwankt, nur schwer kann man sich aufrecht- und geradehalten, immer größer wird die Zahl der Opfer. Aber unvergleichlich herrlich und grandios ist solch ein Blick vom Heck oder Bug des Schiffes in die aufgewühlte Flut. „Und Stürme brausen um die Wette vom Meer aufs Land, vom Land aufs Meer, und bilden wütend eine Kette, der tiefsten Wirkung ringsumher" (Faust). Gegen die Seekrankheit ist noch kein Kraut gewachsen, so wenig wie gegen die Liebe oder das seelische Leid. Jeder muß sehen, wie er damit allein fertig wird. Mir helfen Schlafmittel, Pfefferminztee und Schleimsuppe und nach 3 Tagen bin ich wieder in Ordnung. Wir kommen auch aus dem Golfstrom heraus auf die amerikanische Seite, die Luft wird kälter, die See wieder ruhig. Der Kommandant des Schiffes, (Kapitän Wagner, ein hervorragender Seemann und feiner Mensch) meint, in 1V2 Tagen find wir — Nebelfreiheit vorausgesetzt — dort. Die See wird wohl ruhig bleiben. Ich werde dem Kapitän vorgestellt, er, rote alle anderen mitfahrenden Deutschen, beneiden mich um die schöne dankbare Mission, die ich erfüllen soll, unsere Brüder drüben im Kampf um ihr Deutschtum zu stärken und ihnen Grüße und Glückwünsche aus der Heimat zu bringen. Ihr Kampf ist, wie ich von einem netten erfahrenen Hamburger Pg., der mir freundlichsten Rat gibt, höre, nicht leicht. Ich freue mich schon herzlich auf das Wieder- sehen mit unseren Schottener Freunden. Doch Aeolus, der göttliche Beherrscher der Winde, schien dem Gott Bachus gram. Anfänglich leise, dann immer fester blies er die Backen auf und setzte die Wellen in Bewegung. Eine praktische Vorführung auf Deck zeigt uns, wie auch für die Sicherheit' der Passagiere gesorgt ist. Für jeden Mitfahrer liegt eine Schwimmweste unter dem Kopfkissen bereit, bie in stärkster Seenot angezogen wird. In den Rettungsbooten ist Platz für jeden Einzelnen. In Gefahr sammelt sich alles auf Deck. Wir kommen in den G 0 l f st r 0 m. Wasser und Lufttemperatur steigen auf zirka 18 bis 19 Grad, es wird schwül und immer stürmischer. Am Totensonntag gekommen Hoffentlich ist es nichts Ernstliches. Schade nur, daß ,Goldfasan' um feine Chancen kommt. Ein prachtvoller Kerl, der Gaul. Ich weiß nun nicht — hast du besonderes Interesse am Rennen? Ich für meinen Teil verzichte nun gern; ich bin ja nur wegen,Goldfasan' gekommen. Das heißt, zum Rennen. Wollen wir nicht lieber einen vernünftigen Spaziergang machen? Wir haben uns ja so lange nicht gesehen, und ich möchte doch gern ein bißchen mit dir plaudern, da wir uns nun einmal getroffen haben. Wie denkst du darüber?" Günter fand im Augenblick keine Antwort. Ein Spaziergang? Mit ihm? War sie ohne ihren Mann „Ist denn dein Mann nicht mit hier?" forschte er. Mia sah geradeaus, während sie langsam weiter- g",Ach so — freilich, du kannst es nicht wissen: Ich bin Witwe. Seit einem reichlichen halben Jahre." Besuch beim Scholieuer Männerchor in Aeuyork Oie Reise über das Weltmeer von Hamburg nach Neuyork. Von Bürgermeister Erwin Menget, Schotten. Günter spürte plötzlich eine seltsame Leere in sich. Er schwieg, während das Wort noch in ihm nachhallte. Witwe — also war sie wieder da, wo sie vor vier oder fünf Jahren gewesen war. Uebermäßige Trauer schien sie nicht zu empfinden. Oder verbarg sie ihre Empfindungen nur? Da blieb Mia plötzlich stehen. Unwillkürlich verhielt auch er den Schritt. Sie stand unmittelbar vor ihm, ihr Blick umspannte förmlich den seinen. Wie ein grenzenloser, dunkler und dennoch lodernder Abgrund tat dieser Blick sich vor ihm auf. Abgründe locken und ziehen mit magischer Gewalt. Günter hatte das Gefühl, als ob er langsam, aber unaufhaltsam in eine bodenlose Tiefe hineinglitte. Da sanken Mias Augenlider plötzlich herab. Die schweren, dunklen Wimpern verhüllten den Blick, löschten ihn aus. Ihr Gesicht war unbewegt und undurchdringlich; sie wandte sich wieder zum Gehen. Günter setzte sich gleichfalls wieder in Bewegung, es geschah mechanisch. Noch immer stand er unter der Gewalt dieses Blicks, dieses dunklen Brandes, den er nicht verstand und nicht verstehen wollte. Annelies ...!, dachte er, Annelies ...! Der Name mar wie ein ferner Klang, der übertönt wurde von einem unbegreiflichen, beklemmenden Wühlen tief da drinnen. Warum war Annelies nicht hier? „Ich werde meinen Wagen nach Haufe schicken". war denn das? Was, zum Teufel, war denn nur i los? Mia war b-a, ja doch — aber war denn das < etwas Erschütterndes? War es überhaupt etwas Wichtiges? Da stand sie auch schon vor ihm. Er sah nur undeutlich ein schönes, ruhiges Gesicht. Sie streckte ihm nachlässig die Hand entgegen: „Guten Tag, Günter! Nett, daß du da bist! Als ob nichts gewesen wäre! Als ob man sich erst gestern gesehen hätte! Sie schien weit davon entfernt, das Peinliche der Situation zu empfinden. Aber es war gut so, es erleichterte die Sache wesentlich. Man brauchte sich nur auf das gleiche Verholten, auf die gleiche Ruhe und Selbstverständlichkeit einzustellen — so, wie man es sich gedacht hatte. Dann war alles in Ordnung. Günter fühlte den seltsamen Druck mit einem Male von sich weichen und atmete befreit auf. Wie einfach die Sache doch war! Wie leicht und selbstverständlich alles ging! Man hatte eine Frau vor sich, die einem von früher bekannt, im übrigen aber ziemlich fremd mar. Danach konnte man sich richten- ie felbft bediente sich ja eines entsprechenden Verhaltens. Gott sei Dank! Anscheinend war sie allein hier. Wo war ihr Mann? Mia Rechberg wandte sich schon wieder zur Seite. „Ich suche Costa. Kennst du Costa? Hast du ihn 9e@ünter wurde der Antwort enthoben. Dom Lautsprecher dröhnte es herab: P Achtung! Achtung! Wir müssen leider eine Veränderung im Programm bekanntgeben. .Goldfasan der aussichtsreiche Drenahnge, wird nicht starten. Der Besitzer und Reiter, Baron de Costa, ist gestern ^end plötzlich erkrankt. Achtung! Achtung! Der Sffiieb,er9,nbrtanbetC Stimmenrauschen aus, voll Spannung. Erregung und auch Enttäuschung über . ^^Bahn^fteU" klang es über den Sattelplatz. Em ,-blanker Brauner tänzelte mit gespitzten Ohren ' heran Dos Feld war bereit. ! h Ma und Günter wandten sich um. den Sattelplatz > Darum "also!" sagte Mia. ohne b-m-rkenswert- Enttäuschung zu zeigen. „Costa hatte auch tm Can- : UN ntä Hotel Zimmer bestellt, Er wollte heute oor- > mittag mit den. Flugzeug emtresfen und ,st mcht Aber das — das wäre eine Feigheit gewesen, eine unzweifelhafte, ganz jämmerliche Feigheit! Gab es dies Wort für einen Menschen der Gunter Sartorius hieß und dessen rechter Vater em aufrechter Mann und tollkühner Reiter gewesen war. Lächerlich, dieser bloße Gedanke! Günter hob das Kinn. Sein Gesicht mit der lencht geschwungenen Nase und der hohen, freien Stirn zeichnete sich schars in dem gleißenden LA ab. Er wußte nicht, daß er seinem Vater nie ähnlicher war °%er Schatten*zu seinen Fußen glitt langsam zur Seite. Ein Helles Kleid streifte von rechts her fern Blickfeld. Mit langsamen Schritten ging Mia vor über Diskret, aber mit bewundernden Blicken musterten die Herren, bei denen Günter stand, die üppige, aber geschmeidige Gestalt. Sie nahm keine Notiz davon. Ihr Blick ging in die Runde, off^bar suchte sie jemanden. Costa!, dachte Gunter. „Goldfasan" war nicht da, also würde auch Costa mchl da sein. Aber Mia war da ... Jetzt blieb sie stehen. Sie wandte sich um. Ihr Blick glitt gleichgültig und uninter^si-rt über die Gruvve bin, blieb dann aber auf Gunters Gesicht haften, forschend und prüfend. Plötzlich erhellte em W derfckein des Erkennens ihre von leisem Miß- mut überschatteten Züge. Langsam lässig und em bitzchen hoheitsvoll kam sie heran. Da hatte Gunter sich schon in Bewegung gesetzt, um ihr em paar ^D^e^Lautsp^recher ^brüllten. Stimmenrauschen wogte über den Platz Die Sonne flimmerte w-° ein Meer °°nÄn 62raE schwanen Stand man "irkUch mitten darin? Gün- fühlte "etwa/Fremdes. Beklemmendes in sich. Was eine feine Dresdener Dame, die ihren Mann, der nationale Gesellschaft, Wiener, Süd- und Nord- ein großes Werk im Auftrag feiner deutschen Firma deutsche, Schweizer, Holländer, Dänen, Neuyorker drüben ausführt, besuchen will, und ich können vom > und andere; wir verstehen uns doch ausgezeichnet, Am nächsten Morgen, Donnerstag früh 8.45 Uhr, fährt der Sonberzug im Hamburger Hauptbahnhof ab, der uns über Buxtehude, Stade nach Bremerhaven bringt. Da liegen schon zwei Riesen-Ozeandampfer am Kai, die bekannte stolze „Breme n", der gewaltige Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd, und daneben kleiner im Ausmaß die „N e ro Y 0 r k", das Schiff der Hapag, dem ich mich anvertrauen soll. Eine Devisenkontrolle hat nochmals stattgefunden, Pässe, Schiffspapiere werden kontrolliert, man gebt an Bord, sichert sich einen angenehmen Platz im Speisesaal und sucht seine Kabine auf, wo ich mein in Schotten aufgegebenes Gepäck roieberfinbe. Ja, so ein moberner Dampfer unserer großen Schiffahrtsgesellschaften ist ein Meisterwerk menschlichen Ersinbungsgeistes unb eine glänzenbe Kombination alles mobernen technischen Fortschrittes. Ein schwimmendes Hotel erster Klasse mit allem Komfort und wundervoller Behaglichkeit. In Einzelheiten einzugehen, führt hier zu weit. Länge des Schiffes ca. 250 Meter, Breite 30 Meter, Tiefe ca 25 Meter. Rund 23 000 Register Tonnage, eingeteilt in drei Klassen: 1. Klasse, Touristenklasse und 3. Klasse. Großer Gesellschafts- und Tanzsaal, Schreib- und Rauchsalon, Musikzimmer mit herrlichem Jbachslügel, den ich oft spiele, Speisesaal, Turnsaal, wundervolles Schwimmbad neben den Einzelbädern, große Promenadendecks zum Spazierengehen unb Lieben, auf bem Oberbeck Veranba, gemütliche Kabinen. Kurzum, für bie Behaglichkeit ist in jeber erbenklichen Weife gesorgt. Ich habe ben herrlichen Dampfer kaum näher anschauen können ba bläst ein Kavalleriesignal schon zum Frühstück. Das Essen ist über alles Lob erhaben, bie reichhaltige Speisekarte, aus ber man sich was unb soviel man will, aussuchen kann, trägt ben verwöhntesten Ansprüchen Rechnung. Wir sitzen noch im Speisesaal, da beginnt oben die Schiffskapelle (15 Mann Blasmusik): „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt". Langsam löst sich die „New York" vom Kai, lebhaftes Tücherwinken, „Ade, du mein lieb Heimatland!" Weserabwärts gehts, bald ist die Nord- f e e mit ihren vorgelagerten Inseln erreicht. Tausende von Möwen in ihrem eleganten Flug umflattern das Schiff, folgen uns noch tagelang und versuchen, einen Brocken Nahrung vom Schiff zu erhaschen. „Kleine Möwe, flieg' nach Helgoland... , Tiefes Dunkel liegt am Abfahrtstag, 19. November, frühmorgens über dem Städtchen Schotten, vom Himmel riefeln zarte Abschiedstränen, immer weiter entführt mich das Bähnlein in die Ferne. Der treue August Konrad drückt mir in Hungen zum Abschied nochmals die Hand, so sehr hat ihn die Anhänglichkeit der Deutsch-Amerikaner an die alte Heimat und die Besuchsreise bewegt. Der Aufenthalt in Gießen verfliegt im Kreise alter Bekannter tm Nu, schon eilt der Hamburger Schnellzug mit mir gen Norden. Marburg, Kassel, der Weser blitzende Wellen bei Münden tauchen aus, später grüßt der Harz aus der Ferne, dann nimmt die Lüneburger Heide mich auf. Gedanken an Hermann Löns' Waidmanns- und Liebesfreud und -Leid, die er dort erlebte, werden wach. Der Zug Überfährt bie Elbe, schon wirb bas Lichtermeer von Hamburg am Himmel sichtbar, bann ist ber Zug im Hauptbahnhof angelangt. Hier steht weithin kenntlich ein Vertreter ber Hapag, ber mir Hotel-, Gepäck-, Devisen- unb Zollfrage regeln hilft. Im Nu finb all biefe Punkte anftanbslos georbnet, man sucht fein Hotel auf unb kann sich später bas Leben unb Treiben ber Weltstabt Hamburg beschauen. Am anbern Morgen finb auf bem Hapagbüro rasch alle Papiere in Drbnung gebracht. Ich zahle eine gewisse Summe auf ein Bankaccrebitiv ein. Aufs Schiff unb ins Auslanb barf man nicht mehr als 10,— Mark Hartgelb (keinerlei Papiergelb) mitnehmen. An Borb zahlt man mittels Anweisung (Papiernotgelb), bie man vom Zahlmeister bes Schiffes auf Grunb seiner eingezahlten Summe umgerechnet erhält. Nun habe ich einen Tag Zeit unb kann mir alle Sehenswürbigkeiten Hamburgs ansehen. umherstreifen, wohin einen ber Weg gerabe führt. Du hast boch Zeit?" „Ja! Allerbings — zum Abenbessen möchte ich zu Hause sein ...", riß Günter sich zusammen. Ihm entging ber Zug von (eifern Spott, ber um ihre Lippen zuckte. „Du hast beinen eigenen Wagen mit?" fuhr er fort. „Ja! Unb ben Chauffeur bazu. Ich bin jetzt eine reiche Frau." . Ein eigener Ton klang burch ihre Stimme. Wie Spott war es roieber; aber es schwang noch etwas barin mit. Günter wußte nur nicht, was es war; er hatte noch zu sehr mit sich selbst zu tun. Sie bogen nach bem Parkplatz ab. Ein leiser Luftzug wehte burch bas Sonnenflimmern. Nicht etwa kühl; aber Günter empfanb ihn wie eine Wohltat. Mia trat an einen ber Wagen heran, ber ben Reichtum seiner Besitzerin beutlich verriet, und sah sich nach ihrem Chauffeur um. Der Mann stand mit einigen Kollegen zusammen und kam diensteifrig herbeigestürzt, als er Mia bemerkte. „Sie können den Wagen ins Hotel zurückbringen'/ ordnete sie an. „Wenn Sie mich zum Abend irgendwo abholen sollen, rufe ich an!" Sie wandte sich Günter wieder zu. Er kam erst jetzt dazu, sie richtig zu betrachten. Eine blendende Erscheinung, hatte der Mann vorhin gesagt — es war keine Uebertreibung. Sie war noch schöner geworden als damals. Die köstliche Reife der jungen Frau hob noch den verwirrenden Reiz ihres herrlichen Wuchses und ihrer abgerundeten Bewegungen. Die Augen waren von einem unwahrscheinlichen Blau und wirkten ganz dunkel durch die große Iris und die schweren, schwarzen Wimpern. Der Mund lockte wie eine Granatblüte. Unter dem schmalen Hut quoll das kurze, glänzend schwarze Haar hervor. Zunächst war aber auch hier auf dem Schiff nochmals Freude in Gestalt eines echten Bockbierfestes, bei dem man in München und an sonstigen trunkfrohen Orten last not least im gout Schölte ja allerhand Erfahrung gesammelt hat, die einem jetzt zugute kommt. Schöne, echt deutsche Lieder werden gesuttgen, das schwarzbraune Bier ist geraten und schmeckt stets nach mehr. Die Kapelle spielt lustige Weisen. So sorgt die Schiffsleitung stets für Abwechslung und Unterhaltung ihrer Gäste, die keinen Moment Langeweile empfinden. Eine Reihe von Spielen (großer Tennisplatz sogar) auf Deck, Tischtennis u. a. stehen zur Verfügung. Eine auserlesene Bücherei sorgt für Lektüre. Verkaufsstände, Blumenladen, Buchhandlung, Post, Wäscherei, Arzt, kurzum alles für die Fahrgäste Erdenkliche ist vorhanden, sogar eine eigene Druckerei, die täglich eine Bordzeitung mit den neuesten Nachrichten herausgibt. Mir wird bereitwilligst das ganze Schiff von oben bis unten gezeigt, unb ich komme nicht aus einer grenzenlosen Bewunderung all dieser Sauberkeit, Sicherheit, Feinheit und Ordnung heraus. Beim Steuermann oben stehe ich, bereitwilligst er- klären die Offiziere die fabelhaften Sicherheitsvor- richtungen, die Feuer- und Rauchmeldeanlagen. 132mal, so gibt der Zeiger an, drehen sich die Riesenschiffsschrauben in der Minute. 1927 ist der Dampfer auf der Werft von Blohm und Voß erbaut worden. Im Treppenaufgang hängt eine große Plakette zur Erinnerung an die Rettung von 16 schiffbrüchigen Norwegern durch einen Offizier und 10 Mann der Besatzung im Herbst vergange- Elektro- 0530V JÄ fl ? Haushaltgeräte /jk r* M W erprobt — bewährt n Bezug d.d. Fachhandel ntn Jahres. Der Führer war persönlich an Bord der „New York", um der tapferen Mannschaft zu danken und jedem ein wertvolles Geschenk zu überreichen. Ja man hat, wenn man diesen wackeren, freundlichen Seeleuten ins Auge schaut, das Gefühl absoluter Ruhe und Sicherheit. So kommen wir immer näher an Amerika heran. Schon findet ein Abschiedsessen, ein sogenanntes Glockenfest statt. Ein bronzenes Modell der Schiffsglocke wird in Eis serviert, der glückliche Finder darf sie behalten. Es herrscht frohe Abschiedsstim- muna, man freut sich wieder auf das Trockene. Noch ein Kinderfest wird mittags arrangiert, abends für die .großen Kinder ein übliches Kostümfest. Nun wird allmählich gepackt und zum Abmarsch gerüstet. Nicht lange mehr und die Wolkenkratzer von N e u y o r k grüßen, die Neuyorker Freunde werden mich in Empfang nehmen. Davon im nächsten Brief, zumal jetzt Postschluß ist und die Post mit der „Aquitania" zurückfährt in die Heimat, die ich herzlichst grüße. Aus der Provinzialhauptstadt. Spielzeug-des Kindes Werkzeug. Von Werner Lenz. Die deutsche Spielwarenindustrie ist weltbekannt, und die deutsche Bildung ist in aller Welt geachtet. Sollte das irgendeinen Zusammenhang haben? Wer einmal ein Kind betrachtet hat, wie es sich so recht eifrig mit seinen Spielsachen abmüht, der wird längst erfaßt haben, daß der Spieltrieb nichts lst als Lernbegier. Wer also sein Kind zu rechtem Schulbesuch anhält, wird ihm auch rechte Spielfreude zu verschaffen suchen, dann wird es dermaleinst „spielend lernen". Es ist ja auch kein Zufall, daß einer unserer bedeutendsten Pädagogen, Friedrich Fröbel, ein Kind des Thüringer Landes, die seit altersher berühmten Holzspielwaren Thüringens in seinen Lehrplan ausgenommen und vielfältig neugeformt hat, um dem Unterricht der Kleinen damit zu dienen. Muß ihm doch der erzieherische Wert rechten Spielens als ein sehr ernsthaftes Ding erschienen sein, wenn er die Kinder zum Spiel anleitete und mit dem Spiel erzog! Uebrigens griff er damit auf eine sehr alte deutsche Ueberlieferung zurück. Zumal in Mitteldeutschland und im Süden unseres Vaterlandes blühte die heute in der Welt führende Spielwarenerzeugung seit vielen Jahrhunderten; hatten doch schon die märkischen Raubritter dem Burggrafen Friedrich von Zollern spöttisch zu verstehen gegeben, als er nach Brandenburg kam, sie brauchten feinen „Nürnberger Tand"! Die deutsche Spielwarenerzeugung — zum guten Teil auf altüberlieferter Heimarbeit unserer wald- und holzreichen Landschaften beruhend — steht ganz besonders zu Weihnachten im Mittelpunkt des wirtschaftlichen und ideellen Interesses. Weihnachten ist das Fest der Kinder und der wieder Kinder werdenden Erwachsenen. Es ist gewiß keine kecke Erfindung, wenn wir behaupten, daß mancher Vater oder Dpa dem Spielzeugtisch der Kinder zu Weihnachten innerlich näherkommt als den eigenen hübschen Gaben unter dem Tannenbaum. Denn es ist ein eigener Zauber versenkt in all das bunte und schlichte, kostbare und bescheidene Spielding, das so fröhlichen Glanz in Kinderaugen zu malen versteht! „D selig, ein Kind noch zu sein!" Ja, gewiß, aber tausendmal seliger noch ist es, immer wi-der mit den Kindern Kind werden zu können. Ein rechtes Kind — ein rechter Mensch! Aus Puppenmüttern werden die Mütter der deutschen Zukunft! Aus Baukastenspielern und Bastelfreunden werden unsere Erfinder und Baumeister. Und sollte nicht im Zeichen der deutschen Wehrhaftmachung der deutsche Knabe wieder nach „Säbel, Schwert und Spieß" verlangen, um ihn „in seine Rechte" zu nehmen, nachdem die Pazifisten und ähnliche Herrschaften — gottlob umsonst — versucht haben, jahrelang den deutschen Knabenweihnachtstisch „militärfret" zu gestalten? Sage mir, was dein Kind spielt und wie es spielt, so will ich dir sogen, was es werden kann. Dabei kommt es gar nicht darauf an, ob der Junge heute Autoführer, Flieger, Kaufmannsladenbesibpr oder Hauptmann werden will, oder ob das Mädel zwischen Puppenstube, Spielküche oder Kasperltheater hin- und herschwankt. Es kommt nur darauf an, ob ein Kind begeistert, voller Ideal und mit Hingabe zu spielen versteht! Dazu aber gibt ihm das billigste, wie das teuerste Svielqerät beste Anregung, denn unsere deutschen Svielwaren sind durchgeistigte Spiegelbilder jener Wunderwelt der Erwachsenen, der unsere Lütten immer so gern entgeaenfinnen: „Wenn ich einmal groß bin!" Drum gibt dem Kinde zu fröhlicher Hebung gutes Spielzeug in die Hand, dann wird es Geist und Leib an ihm ertüchtigen und dereinst ein „rechter Kerl" werden! Dornotizen. Tageskalender für HliHrootf). NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 16 bis 17 Uhr und 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — NSLB., Kreis Gießen: Vortrag von Dbergaufübrerin des BDM. Else Riese. — Stadttheater: 15—17.45 Uhr „Der kleine Muck"; 19.30 bis 22 Uhr „Der Stern von Sevilla". — Gloria- Palast, Seltersweg: „Königstiger". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der grüne Domino:. — Liederkranz Gießen: anschließend an die Singstunde außerordentliche Generalversammlung. — Turmhaus am Brandplatz 17 bis 19 Uhr Weihnachtsausstellung oberhessischer Künstler. Spielplanänderung im Sladttheater. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Infolge Erkrankung im Personal heute abend als 11. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement nicht Lortzings komische Oper „Der Waffenschmied", sondern statt dessen das Trauerspiel „Der Stern von Sevilla" von Lope de Vega; Spielleitung hat Intendant Schultze-Griesheim. Besetzung die der Uraufführung. Dauer von 19.30 bis 22 Uhr. Heute von 15—17.45 Uhr das Weihnachtsmärchen „Der kleine Muck" von W. Burggraf. Die Spielleitung hat Märchenonkel Karl V o l ck. Die Vorstellung ist außer Abonnement. NSLB., Kreis Gießen. Fachschaft: „körperliche Erziehung". 1. Betr.: Handball - Lehrgang vom 12. bis 14. Dezember. Laut Verfügung der Hessischen Landesregierung findet vom 12. bis 14. Dez in Gießen für die Lehrerschaft des Kreises ein Handball-Lehrgang statt. Jede Schule soll möglichst eine Lehrkraft entsenden. Uebungszeiten: Donnerstag, 12. und Freitag, 13. Dezember, von 14.30 bis 16.30 Uhr. Samstag, 14., von 9 bis 12.30 Uhr. Die praktische Vorführung des Spieles geschieht in erster Linie durch Schulmannschaften, doch wird den Teilnehmern auch selbst Gelegenheit gegeben, Handball zu spielen. Die Teilnehmer -treffen sich Donnerstag, Gebt Kinder- eihnachtspäckchen! Das „Knusperhäuschen" der Kreisführung des Winterhilfswerkes am Selterstor hat bei den Kindern begeisterte Aufnahme gefunden. Auch die Erwachsenen bringen ihm freundliches Jntersse entgegen und betrachten dieses Märchenhäuschen der Kleinsten mit freudiger Erinnerung an die eigene Jugendzeit. Aber der Zweck des „Knusperhäuschens" ist nicht nur der, daß dort Schokoladenherzen oder Lebkuchenherzchen ausgeteilt werden, sondern es stehen bei diesem Knusperhäuschen auch zwei riesige Truhen, in denen kleine Weihnachtspäckchen für arme und bedürftige Kinder gesammelt werden. Venn die Hausfrauen jetzt vielbeschäftigt ihr Weihnachtsgebäck zubereiten, wenn sie Tüten voller Jtüffe mit Heimbringen und im Keller nach den Weihnachtsäpfeln schauen, dann sollen sie herzlich gebeten sein, von allen diesen schönen Sachen eine Kleinigkeit beiseite zu legen, es in eine handfeste Tüte zu stecken und dann ihr Töchterchen oder ihren Jungen zum Knusperhäuschen zu schicken, um es dort ab- zugeben. Sie bereiten damit sich selbst nicht nur eine große Freude, sondern ihrem Kinde wohl noch eine viel größere und sie verschönern durch ihre Gabe einem armen Kinde, dessen Eltern nicht in der Lage sind, ihm alle diese Freuden zu beschaffen, einen goldenen Weihnachtsabend. Drum seid alle unsere Hilfe, vor allen Dingen ihr Kinder müßt zusammenstehen und dafür sorgen, daß alle etwas bekommen und nicht nur ihr. Die Kreisführung des WHW. Gießen. Zeder Hilst dem Winterhilfswerk! Eine neue Liste der Kreisführung Gießen des Winterhilfswerks. Gesamtsumme der bisher eingegangenen Spenden 23113,17 Mark. Weitere Geldspenden gingen ein: 3. Dez.: Verein ehemal. 116er Gießen 10 Mark; Kriegerverein Villingen 5; Schützengesellschaft Lich 10; Altersvereinigung 1864—1914 Gießen 5; Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Gießen 10; Marineverein Gießen 7,23; Obst- und Gartenbauverein Dder-Bessingen 3; Altersvereinigung 1876—1926 Gießen 15; Gesangverein Eintracht Leihgestern 4; Firma F. Heimer & Co. 200; Altersvereinigung 1877—1927 Gießen 20; Freiwillige Feuerwehr Wieseck 10; Prof. Georg Börstel, Gießen 5 Mark. 4. Dez.: Sängerkranz Bersrod 5 Mark; Gesangverein Heiterkeit Annerod 5; Hangelsteiner Höhenklub Wieseck 10; Turnverein Langsdorf 10; Turnverein Beuern 5; Kaninchenzuchtverein Gießen 5,50; Gesangverein Männerchor Rüddingshausen 8; Dr. Emil Vogt Wwe. 5; Kleinkaliberschützenverein Rodheim 5; Altersvereinigung 1873—1923 Gießen 10; Skiklub Gießen 10; Stempel-Kreuter, Gießen 70; Jean Bullmann (Rednergebühr) 5; Aus einer amerikanischen Versteigerung im Restaurant Hindenburg von verschiedenen Volksgenossen, die von der Molkereieinweihung in Wetterfeld kamen, 15 Mark. Lohnspenden von Arbeitnehmern: 3. Dez.: DAF. Ober-Bessingen 17,90 Mark; Krankenkasse der Deutschen Angestellten 4,54; Höhere Privatschule Gießen 13,75; Bäuerliche Hauptgenossenschaft Gießen 5,25; H. W. Rinn, Gießen 32,71; Photo-Winterhoff, Gießen 10,40; Barnaß, Gießen 5,25; Verwaltung der Heilstätte Seltersberg, Gießen 17,42; Genossenschaft für Häute- und Fettoerwertung, Gießen 17,50; Kaufhaus Kerber, Gießen 27,50; Poppe & Co., Gießen 105,70; Höhere Privatschule Gießen 13,75 Mark. 4. Dez.: Vogt & Co., Gießen 31,15 Mark; Arbeiter, Angestellte und Beamte der Stadt Gießen 662,65; Rinn & Cloos, Heuchelheim (Arbeiter der Firma) 77,25; Rinn & Cloos, Heuchelheim (Angestellte der Firma) 50,10; Gg. Phil. Gail, Gießen 23,10; Biebertalbahn 8,40; Denninghoff, Gießen 37,08 Mark. Insgesamt bisher 24 747,30 Mark. Weiterhin ein Bild des Führers zur Ausschmückung des Speiseraumes der Kreisführung des WHW., gestiftet von der Kunsthandlung I. Hirz, Gießen, Seltersweg. Oie Berufsschulung in der DAF. Erfolgreicher Kursus für Radio-Fachleute. Die Rundfunk-Industrie hat in letzter Zeit außerordentliche Fortschritte zu verzeichnen; besonders auf dem Gebiete des Radioempfängerbaues wurden in den letzten Jahren bedeutende Neuerungen erzielt. Wollte der mit dem Handel bzw. der Reparatur von Empfängern sich befassende Elektroinstallateur seinen Kunden in allen Anforderungen gerecht werden, so mußte er selbst die Notwendigkeit einer Spezialschulung auf dem Gebiete der Radiotechnik erkennen. Die Möglichkeiten einer weiteren Fortbildung wurden zwar durch Vorträge geboten, diese waren aber nicht so allumfassend, daß mit der Heranbildung eines Fachmannes der Radiotechnik aus diesen Einzelvorträgen zu rechnen war. Solche Vorträge wurden von den Elektro-Jnnungen und auch von einigen Herstellerfirmen in die Wege geleitet. Auch das Selbststudium war ein Weg, die fehlenden Kenntnisse aufzuholen. Doch ist auch- dieser Weg zur Heranbildung eines geeigneten Fachmannes nicht als vollkommen anzusehen, zumal sich bald Herausstellen mußte, daß ohne grundlegende Kenntnisse in der allgemeinen Elektrotechnik ein tieferes Eindringen in die Hochfrequenztechnik dem Elektro-Jnstal- lateur unmöglich war. Es stellte sich das unbedingte Bedürfnis nach geeigneten Lehrgängen, die sich über längere Zeit erstrecken, heraus. Die Abteilung für Arbeitsführung und Ber,ufs- erziehung der DAF. in der Kreiswaltung Gießen entschloß sich deshalb, einen Lehrgang in „Hochfrequenztechnik" in Friedberg durchzuführen und forderte die in den umliegenden Orten ansässigen Elektro-Jnstallateure, die sich mit dem Radiohandel, sowie Gerätereparatur befaßten, zur Teilnahme auf. Mit der Durchführung des Lehrganges wurde Pg. Dipl.-Jng. W. Brinkmann, Gießen, beauftragt. Der Lehrgang dauerte 30 Wochen, wöchentlich 4 Stunden, und behandelte folgenden Lehrstoff: Der Widerstand im elektrischen Stromkreis — Schaltung von Widerständen — Ohmsches Gesetz — Kapazität — Selbstinduktion — Die Elektronen und ihre Bewegung — Schwingkreis — Ausstrahlung magnetischer und elektrischer Energie — Modulation — Detektor-Empfänger — Die Elektroröhren und ihre Kennlinien — Hochfrequenzoerstärkung — Niederfrequenzverstärkung — Audionschaltungen — Empfänger-Schaltungen — Netzanschluß — Besondere Behandlung des Volksempfängers und Zweikreis- Dreiröhrenempfängers — Lautsprecherarten. Besprechung von Fehlern und deren Beseitigung. Meßtechnik: Die elektrischen Meßinstrumente — Messungen von Widerständen und Kapazitäten — Hebungen am Röhrenprüfgerät — Messungen am Empfänger. Sollte der Lehrgang zu dem gewünschten Erfolg führen, so durfte er nicht bei der Vermittlung theoretischer Kenntnisse stehen bleiben, sondern es mußte besonderer Wert darauf gelegt werden, die behandelten Themen praktisch zu untermauern. Die letzten zehn Wochen waren deshalb besonders der praktischen Seite gewidmet. Dank dem Entgegenkommen einer Friedberger Radiohandlung, die die entsprechenden Empfänger und Meßinstrumente in großzügiger Weise zur Verfügung stellte, war die Durchführung des praktischen Teiles gesichert. Selbstverständlich legt die Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung Wert darauf, daß sich die Lehrgangsteilnehmer nach Abschluß des Lehrganges einer Prüfung unterziehen, um dadurch in den Besitz eines Zeugnisses zu kommen, welches ihnen bescheinigt, daß sie die erforderlichen Kenntnisse für den Rundfunkhandel, als auch die Gerätereparatur nachweifen können. Am Mittwoch, 27. November, fand in der Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront Gießen diese Prüfung statt. Neben dem Lehrgangsleiter waren in dem Prüfungsausschuß der Obermeister der Elektro-Jnnung des Kreises Friedberg, ein Vertreter des Elektrogroßhandels in Friedberg und der Vertreter der Abteilung für Arbeitsführung und Berufserziehung, Gießen, tätig. Nach übereinstimmendem Urteil des Prüfungsausschusses waren die Leistungen der Prüfung im ganzen als gut anzusehen. Insgesamt hatten sich acht Prüflinge gestellt, die Elektromeister Fritz Hau, Rendel, Karl Scheuermann, Stammheim, Karl Seipp, Büdesheim, ferner die Elektro-Jnstallateure W. Brüder, Gambach, Heinr. Hof, Ober- Wöllstadt, Hch. L e ch h o r n , Wölfersheim, Wilh. Schäfer, Bönstadt, Wilh. Ludw. Wagner, Ober-Mörlen. Bei einem Teilnehmer konnte die Prüfung mit „sehr gut", bei 6 Teilnehmern mit „gut" und bei einem mit „fast gut" bewertet werden. Die Arbeitsschule der Deutschen Arbeitsfront in Gießen fjat, gestützt auf die Erfolge des letzten Lehrganges in Gießen, weitere Lehrgänge in „Hochfrequenztechnik" ausgeschrieben. Diese konnten auf Grund der eingegangenen Teilnehmermeldungen bereits eingesetzt werden. Auch in den übrigen oberhessischen Kreisgebieten wird mit der Durchführung solcher Lehrgänge in Kürze begonnen werden. Damit sorgt die Deutsche Arbeitsfront im Interesse des Rundfunkhörers für den entsprechend ausgebildeten Fachmann im Rundfunkhandel. W. M. mehrfach führende Männer des Staats- und Wirtschaftslebens Gelegenheit genommen, darauf hinzuweisen, welche Rolle bei dieser dauerhaften Gestaltung des deutschen Wirtschaftsneubaues dem Spar- gedanken und der Spartätigkeit zukommt. In anschaulicher Weise verglich kürzlich Reichsbankpräsi- denk Dr. Schacht in einer Rede in Sachsen die Rücklagen, die jeder aus eigener Kraft in möglichst starkem Umfange bilden müsse, mit dem Rückgrat des Wirtschaftslebens. Ohne solche Rücklagen könne eine Wirtschaft auf die Dauer schwerlich bestehen. Diese Gedanken treffen sich völlig mit Darlegungen, die seit Jahren von den Sparkassen in dem erfreulicherweise überholten Streit „Sparen oder kaufen?" immer wieder gemacht worden sind. Die Erkenntnis, daß Spartätigkeit auf breiter Front nicht nur für den ganzen Verlauf des Wirtschaftslebens nicht schädlich, sondern sogar höchst nützlich ist, ist heute wohl Allgemeingut geworden. Es ist ja nicht so, daß Sparguthaben dem Geschäftsleben entzogen wurden, sondern sie wandern auf dem Wege über die Sparkassen und sonstigen Kreditinstitute in die produktive Wirtschaft und wirken dort unermüdlich an der Schaffung von Arbeit und Verdienst mit. Auch für die Geschäftswelt selbst ist demnach eine geregelte Spartätigkeit nützlicher als etwa eine vorübergehende hohe Kaufwelle, der dann ein Rückschlag folgt. Zum Beweis braucht man nur an die Sparguthaben zu denken, die im Laufe dieses Jahres für Weihnachtskäufe zurückgelegt worden sind, und ohne deren Einsatz das Weihnachtsgeschäft zweifellos wesentlich geringer sein würde. Derjenige, der aus seinem Einkommen laufend Rücklagen bildet, auch wenn sie noch so klein sind, nützt also nicht nur sich und seiner Familie, sondern vollbringt damit eine auch volkswirtschaftlich wertvolle Leistung. Prämiierung beim Kanarien- nnd Bogekznchtverein Gießen. Anläßlich der Generalversammlung am vergangenen Sonntag ließ die Bezirksgruppe Oberhessen der Vereinigung Deutscher Kanarienzüchter durch die Preisrichter I ü n g e r-Wiesbaden und R i ch a r d t- Frankfurt eine Prämiierung vornehmen, die folgendes Ergebnis hatte: Selbstzuchtklasfe: 1. Kaspar Schmidt (Marburg) 345 Punkte, 1. Ehrenpreis, Bezirksmeisterschaftsplakette; 2. Daniel Schmidt (Sterzhausen) 330 Punkte; 2. Ehrenpreis, Große goldene Medaille; 3. Wilh. Weidmann (Friedberg) 318 Punkte, 3. Ehrenpreis, Kleine goldene Medaille; 4. Heinr. Schmidt (Gießen) 297 Punkte, 4. Ehrenpreis, Große silberne Medaille und Vereinswanderpreis; 5. Rich. Frenzel (Gießen) 288 Punkte, 5. Ehrenpreis, Kleine silberne Medaille; 6. Friedr. Förder (Friedberg) 288 Punkte, 6. Ehrenpreis, Kleine silberne Medaille; 7. August Hatz (Gießen) 285 Punkte, Kleine silberne Medaille; 8. K. Schmidt (Wetzlar) 267 Punkte, Kleine silberne Medaille; 9. P. Dietzel (Gießen) 255 Punkte, Kleine silberne Medaille; 10. Heinr. Becker (Gießen) 252 Punkte, Kleine silberne Medaille. Allgemeine Klasse: 1. Heinrich Schmidt (Gießen) 309 Punkte, 1. Ehrenpreis, Große goldene Medaille; 2. Rich. Frenzel (Gießen) 300 Punkte, 2. Ehrenpreis, Kleine goldene Medaille; 3. Heinrich Becker (Gießen) 297 Punkte, 3. Ehrenpreis, Große silberne Medaille; 4. Reinh. Barth (Wetzlar) 294 Punkte, 4. Ehrenpreis, Kleine silberne Medaille; 5. Aug. Hatz (Gießen) 291 Punkte, Kleine silberne Medaille; 6. Karl Becker (Gießen) 270 Punkte, Kleine silberne.Medaille. Von einer öffentlichen Ausstellung wurde diesmal abgesehen. Durch Generalversammlungsbeschluß wurden sowohl von der Bezirksgruppe Oberhessen, als auch von dem Kanarienzuchtverein Gießen dem Winterhilfswerk je 5 Mark überwiesen. ♦ ** Eine Siebzigjährige. Am morgigen Donnerstag, 12. Dezember, kann die Witwe Frau Josefine Vogel, Neustadt 39, in körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag feiern. ** Die Abgabe von Abfallholz auf dem Flugplatzgelände ist beendet. Weiteres Sammeln von Holz ist dort verboten. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei. ** Kameradschaftsabend der Aluminiumgießerei Zimmer. Am Tage der nationalen Solidarität veranstaltete — wie man uns berichtet — die Aluminiumgießerei und Kupferschmiede W. Zimmer GmbH., Bahnhofstraße, im Hotel „Bayerischer Hof" einen Kameradschaftsabend, der 50 Gefolgschaftsmitglieder und den Betriebsführer zu einigen unterhaltsamen Stunden vereinigte. Der Betriebsführer, Herr Zimmer, begrüßte die Teilnehmer des Abenbs, sprach kurz über die Entwicklung des Unternehmens und gedachte der Aufbauarbeit des Führers Adolf Hitler, die vielen Volksgenossen wieder zu Arbeit und Brot verhalf. Seine Ansprache klang in einem „Sieg-Heil!" auf den Führer aus. Nach gemeinsamer Abendmahlzeit sang man einige schöne alte Volkslieder und Marschweisen des Dritten Reiches, Arbeitskameraden unterhielten mit musikalischen Darbietungen auf der Hand- und der Mundharmonika, Gedichtvorträge und Mundartdichtungen trugen ferner zur Ausgestaltung des Abends bei. Vertrauensratsmitglied Karber dankte der Betriebsfübrung für diesen Abend und sprach kurz und grundsätzlich über den Segen, der von der Arbeit ausgeht, und tpm Sinn der werteschaffenden Arbeit für Volksgemeinschaft und Vaterland. Der Abend, der einen prächtigen Verlauf nahm, war ein Zeichen herzlicher Kameradschaft in der Betriebsgemeinschaft. 12. Dez., um 14.15 Uhr am Schützenhaus in Gießen. Alle Anfragen anW. Mohr, Gießen, Wilsonstr. 8. 2. Betr.: Arbeitsgemeinschaft. Die Arbeitsgemeinschaft der Lehrer fällt am Mittwoch, 11., aus. Aus parteiamtlichenBekaliuimachungen Die Ortsgruppe der NSDAP Gießen- Dft gibt bekannt, daß alle Angehörigen der SA., SA.-R., SS. und NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe wohnen, ihre Hilfskassenbeiträge für die Monate Januar, Februar und März am heutigen Mittwoch und am morgigen Donnerstag jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr im Saale der Restauration „Germania", Kaiserallee 141, zu entrichten haben. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß eine spätere Annahme von Beiträgen nicht möglich ist. Schule und Berufsberatung. Die Landesregierung — Abteilung II — hat an die Direktionen der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanstalten und die Kreis- und Stadtschulämter folgende Verfügung gerichtet: „Nach einer Mitteilung des Präsidenten des Landesarbeitsamtes Hessen in Frankfurt a. M. werden von einigen Schulen an die Schüler, die Ostern 1936 entlassen werden, sogenannte „Zwischenzeugnisse zur Bewerbung um eine Lehrstelle" ausgehändigt, damit die Jugendlichen gelegentlich persönlicher Rundfragen bei den Lehrherren einen Leistungsausweis besitzen. Durch die Herausgabe solcher Zwischenzeugnisse entsteht für die Schule nicht nur eine unter Umständen große Belastung, sondern es wird auch dadurch die wilde Lehrstellensuche begünstigt. Es wird darauf hingewiesen, daß durch die Berufsberatungsstellen des Bezirks des Landesarbeitsamts Hessen nicht nur die Schulentlassenen nahezu in ihrer Gesamtheit berufsberaterisch erfaßt werden, sondern daß auch die Vermittlung in industrielle, kaufmännische und handwerkliche Lehrstellen beinahe restlos durch die Berufsberatungsstelle erfolgt. Die Ausstellung von Zwischenzeüg- niffen erscheint deswegen nur in solchen Fällen ae- rechtfertigt, in denen die Schulen von den Berufsberatungsstellen darum gebeten werden. Ich weiße Sie daher an, Zwischenzeugnisse zur Bewerbung um eine Lehrstelle nur dann an die Schulentlassenen auszuhändigen, wenn die entsprechende Befürwortung der Berufsberatungsstelle des zuständigen Arbeitsamtes vorliegt." „Rückgrat des Wirtschaftslebens." Aus den vielen Erörterungen darüber, wie es am besten gelingt, den beispiellosen Aufschwung des deutschen Wirtschaftslebens feit der Machtübernahme zu untermauern und zu einem möglichst dauerhaften 3u machen, schalt sich immer deutlicher heraus, daß solche Ziele einem Volke nicht wie Geschenke des Himmels in den Schoß fallen, sondern durch zähe, unermüdliche Arbeit und durch Sparsamkeit errungen werden müssen. Gerade ht der letzten Zeit haben Amtsgericht Gießen. Der bereits achtmal wegen Bettelns vorbestrafte W. D. aus Leipzig hatte am 23. November 1935 wiederum in Gießen gebettelt. Er wurde zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt, wovon 15 Tage der erlittenen Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Außerdem wurde gegen den Angeklagten gemäß § 42 d und f StGB, zum wiederholten Male die Unterbringung in einem Arbeitshaus angeordnet. Der A. M. von Heuchelheim hatte sich weaen gefährlicher Körperverletzung zu verantworten. Unter Annahme mildernder Umstände wurde er in eine Gefängnisstrafe von einem Monat genommen und zur Kostentragung verurteilt. Die jüdischen Viehhändler Berthold Wetter- ha h n aus Utphe, Ludwig Bamberger aus Ach, Berthold Oppenheimer und Julius Goldstein, beide aus Langsdorf, trieben anfangs August 1935 mehrere Stücke Rindvieh durch Lich nach dem Nutzviehmarkt in Gießen, ohne einen Begleitschein bei sich zu führen. Wegen Uebertretung des Reichsviehseuchengesetzes wurden die Angeklagten durch Strafbefehle des Amtsgerichts Gießen zu te 2 5 Mark Geldstrafe, Hilfsweise fünf Xagen Hast verurteilt. In der auf ihren Einspruch r)in gestern geführten Verhandlung waren die Angeklagten geständig. Es verblieb daher bei der im Strafbefehl ausgesprochenen Strafe, unter Belastung der weiter entstandenen Kosten des Ve»» fahrens. Oberheffen I lAf EC O D E DRUCKSACHEN j VV En ■% D ELBrühl’sche Druckerei | Wirverkaufen in uns.Kellerräumen, ein glänzender Voitisgmorssarv half durch Abend ver- wer das Tvinlerhilfswerk durch Pfennige fördern will, macht feine Poft mit Dohlfahrtsbriefmarken frei. Unverb.Vorführunfj aller Originalfabrikate der Quarzlampen-Gesellschaft m. b H., Hanau. Wissenschafti. Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei ▼ Kau# r «rbßite- bßfchaffungs Die Hausfrau die ihr Fach versteht Wünscht sich von uns ein Gasgerät verein „Sängerkranz" unter Leitung genten Sport) (Groß-Rechtenbach) einige gut vorgetragene Lieder den Auskunft: Gas GemeinschaftGieGen 7110 A 22^1 6OOOOO Gumm JÖS2. uuu VlLl.-Dc^peUoSM s^.2- Verl. Sie die illustrierte Drucksache 843 mit Preise j Karl Bgner - Gießen, krankt. Str. S Medizinisches Fachgeschäft, Telefon 4191.' Mercedes Mk. 186.- schonf.montl.M.8.30 FranzVoSIACo., Gießen Seltersweg 44jfnrA fchönern. ch Garbenteich, 10. Dez. Der hiesige G e • sangverein „Viktoria" hielt im Vereins- lokal, Saalbau Lotz, feine 56. Hauptversammlung ab. Vereinsführer L. S t e i n erinnerte zunächst an die Ernennung des Vereinswirtes zum Ehrenmitglied. Der Schriftführer Paul Hap - p e l erstattete den Jahresbericht, dem zu entnehmen war, daß der Verein im vergangenen Vereinsjahr eine rege Sangestätigkeit entfaltete. Kassenwirt Ludwig Schäfer berichtete bei der Bekanntgabe der Jahresrechnung von einem kleinen Ueberschuß. Rach dem Bericht des Kassenprüfers D r o l l s - bad) wurde dem Rechner Entlastung erteilt und seine mustergültige Kassenführung anerkannt. Die Kassenprüfer (K. D r o l l s b a ch und Ludwig A m e n d) wurden wiedergewählt. Der amtierende Vorstand wurde in der gleichen Form auch für das kommende Jahr bestätigt. Zu weiteren Beisitzern wurden die Sänger Friedrich B r i e g e l, Karl K o l m e r und Ludwig Stumpf ernannt. Der Abend wurde verschönt durch einige Darbietungen des Chors unter der Stabführung von Sanaes- bruber Wilhelm Schäfer, der für den verhinder- Miele 5s. Staubsauger *m. J.B Häuser, Gießen am Oswaldsgarten, Ruf 2145/46 J Kameraden, fanden lebhaften Beifall. Der Gesang- feines Diri- 180 Ölgemälde Landschaften, Stilleben, Charakterköpfe, Blumenstücke etC. 6854D Bilderpreise: 100X70 68.— 80X56 48.— 65X46 29.— 35X26 16.— Die Preise versteh, sich inkl. Gold-.Silber od. schw.Rahm. Schlafzimmer-Bilder unter Glas Iß.— bis 25.—RM. Handgemalte Schlafzimmer-Bilder 110X60 39.— BM. Heinrich.Frankfurt/M. Kaiserstr .57 (Kell.)Haltest.Weser-Elbestr. \ — Ehestandsdarlehen ——4 ders die Jugendlichen, in treuem Glauben an den Führer im Dienste eifrig zu sein. Lehrer Leisen- h e i m e r als Vertreter des Schulvorstandes gab seiner Freude über die Hissung der HJ.-Flagge am Schulhaus Ausdruck. Elternhaus, Schule und Jugendorganisation sei die Aufgabe gemeinsam, an der Ertüchtigung der Jugend zu arbeiten. Stützpunktleiter Bürgermeiester K l ö s wies auf die Bedeutung der politischen Jugendorganisation hin. Rach der Fahnenhissung fand die Feier mit dem Liede der Jugend ihren Abschluß. 5 Steinbach, 10. Dez. Die Evangelische Frauenhilfe hatte, wie alljährlich, in der vergangenen ersten Adventswoche ihre schlichte A d - ventsfeier am Abend ihres wöchentlichen Beisammenseins. Lieder, Gedichte und Erzählungen waren ganz auf Advent abgestimmt, und die Schlußandacht unter dem Adventskranz mit seiner brennenden Kerze krönte die Feier. Am Totensonntagabend hatten wir eine Feierstunde im Gotteshause, zu der auch alle Frauen und Mädchen der Gemeinde eingeladen waren. Wie letztes Jahr, gibt die Frauenhilfe aus ihren Mitteln 10 Mark fürs Winterhilfswerk, 5 Mark für Bethel, 5 Mark für Rieder-Ramstadt, 5 Mark für Dr. Zöcklers Anstalten, 5 Mark für das Syrische Waisenhaus, außerdem eine einmalige Gabe von 10 Mark für das Verbandsheim. * Großen-Bufeck, 10. Dez. Die 17 Jahre alte Tochter des Landwirts und Steinhauers Fuhr von hier zog sich bei der Arbeit an der Häcksel- schneidemaschine eine schwere Verletzung der rechten Hand zu. Sie verlor zwei Finger und mußte zur Behandlung nach Gießen gebracht werden. wg. Großen-Bus eck, 10. Dez. Dieser Tage veranstaltete die hiesige RS. - Frauenschaft in der Gastwirtschaft „Zum kühlen Grund" für alle alleinstehenden und älteren Personen über 7 0 Jahre eine Weihnachtsfeier. Inmitten des Saales prangte ein Adventskranz mit brennenden Kerzen, die Tische, in langen Reihen, waren weiß gedeckt. Reichlich waren Kaffee und Kuchen aufgetragen; der Kuchen war von der RS.-Frauen- schaft gestiftet worden. Die Führerin der Frauenschaft, Frau Schneider, hieß alle Teilnehmer willkommen und gedachte derjenigen älteren Dorfeinwohner über 70 Jahre, die im laufenden Jahre durch den Tod abberufen worden sind. Im Verlause des Abends trugen etliche Jungmädels mit richtet. 0 Allertshausen, 10. Dez. In unserer Gemeinde wird gegenwärtig eine Anzahl freier Flächen mit Ob st bäumen systematisch bepflanzt. Diese Maßnahme des Bürgermeisters, die für die Gemeinde in späteren Jahren einmal einen großen Gewinn bedeutet, wird von der Bevölkerung sehr begrüßt. — Die älteste Einwohnerin unserer Gemeinde ist die im 84. Lebensjahr stehende Witwe Anna Katharina Hor- mann. Die hochbetagte Frau spinnt im Winter eifrig Wolle für sich und andere Leute, darüber hinaus hilft sie auch im Haushalt tüchtig mit. Frau Hormann hat 7 Enkel und 6 Urenkel. y. Mainzlar, 8. Dez. Heute hielt die hiesige Frauenschaft in Gemeinschaft mit der e v a n g.-k i r ch l i ch e n Frauenhilfe Mainz- lar eine sehr schon gelungene Adventsfeier im großen Saale von Gastwirt Müller ab. Die langen Tische, voll besetzt, waren weiß gedeckt, der Saal zeigte sinnigen reichen Adventsschmuck in Verbindung mit den Hoheitszeichen des Dritten Reiches. Ueber 50 alte Gemeindeglieder — über 65 Jahre alt — waren als Gäste eingeladen und erschienen. Das Auto der Didier-Werke hatte dankenswerter Weise einige Gäste, die nicht gut gehen konnten, herbeigeholt. Die Führerin der Frauenschaft, Frau Wehn, eröffnete die Feierstunde, gut und sicher vorgetragene Gedichte wechselten, Pfarrer Guß mann (Kirchberg) hielt die Adventsansprache; dann begann die Kaffeepause für alle. Der reichliche Kuchen war gespendet worden. Es war ein Bild echter, deutscher Volksgemeinschaft. Rach der Pause spielten fünf Frauen in anerkennenswerter, sicherer Weise ein Theaterstück: „Heb’ immer Treu und Redlichkeit", das großen Beifall fand. Die beiden schön vorgetragenen, dreistimmigen Lieder der Frauen waren von Lehrer Nikolai eingeübt. Die Gemeindeschwester Margarethe hatte sich um das Einüben des Theaterstückes verdient gemacht. Am Schlüsse brachte Frau Wehn das Sieg-Heil auf den Führer aus, worauf die Versammlung mit dem Gesang der beiden ersten Verse des Deutschlandliedes antwortete. Die alten, ehrwürdigen Gäste waren hochbefriedigt und dankbar. Der übrig gebliebene Kuchen wurde an die Kranken in der Gemeinde verteilt. # Lollar, 8. Dez. Bei der vor einigen Tagen durch die Innere Mission durchgeführten Sammlung wurden hier Kartoffeln, Gemüse u. a. in ansehnlicher Menge gespendet. — Gegenwärtig hält dieGemeindegruppeLollardesReichs- luftschutzbundes einen weiteren Lehrgang ab. Schulungsleiter Eberle gibt einer Anzahl von Hauswarten' die notwendigen Einführungen in ihre Obliegenheiten. Auch diesmal stellt die NS.-Frauen- schäft einen großen Prozentsatz der Teilnehmer. */* Lollar, 9. Dez. Am Sonntagabend veranstaltete die hiesige NS.-Frauenschaft im „Schwanen" eine A d v e n t s f e i e r. Der stimmungsvoll ausgeschmückte Saal, das Tannengrün und die brennenden Kerzen schufen echte Adventsstimmung. Zu Beginn richtete die Führerin, Frau Schlapp, einige Worte der Begrüßung an die Erschienenen. Nach einem gemeinsamen Lied folgte ein Gedichtvortrag durch Frau Engelen. Ein Ser Schülerunfall in Oeckenbach. Dom Kreispresseamt Alsfeld geht uns nach eingehender Untersuchung folgender Bericht zu: Deckend ach. Dieser Tage erschien in einigen Tageszeitungen eine Notiz, den Schülerunfall M Deckenbach betreffend, die den Tatsachen nicht ganz entsprach und dazu angetan war, ein falsches Bild von dem Vorfall zu geben. Es war nicht so, daß dem Schüler durch eine Ohrfeige des Lehrers der Griffel durch die Augenhöhle ins Gehirn drang. Der Schüler wurde vom Lehrer auf einen Fehler aufmerksam gemacht und erhielt dabei einen leichten Klaps. Eine „Züchtigung" war weder beabsichtigt, noch wurde sie vorgenommen. Der Schüler aber zuckte, um jenem leichten Klaps auszuweichen, nach der Seite und verletzte sich mit dem spitzen Ende seines Griffels am oberen Lid des linken Auges. Es entstand eine Schramme, die zunächst ganz geringfügig erschien. Der Junge klagte vorher wiederholt über Kopfschmerzen. Es ist also in keiner Weise erwiesen, daß die schlimmen Folgen des tragischen und bedauernswerten Vorfalls durch die geringfügige Verletzung des Augenlides eingetreten find. Der Lehrer ist als ruhiger und guter Mensch bekannt und beliebt. Die gesamte Bevölkerung des Dorfes fühlt mit ihm und tritt für ihn ein, auch die beklagenswerten Eltern des verstorbenen Kindes. Ein schöner Fachwerkbau. § Harbach, 9. Dez. Zu den schön st en Fachwerkbauten der ganzen Gegend gehört das Wohnhaus des hiesigen Landwirts Wilhelm Schmidt. Es wurde im Jahre 1846 errichtet und ist noch sehr gut erhalten. Auffallend ist die Stärke der Grundmauern. Sie sind durchschnittlich ein Meter dick. Am Fachwerk sind keinerlei Spuren der Verwitterung zu sehen, da es durchweg aus Eichenholz besteht und dieses bekanntlich immer härter wird. Auswärtige Zimmerleute fertigten es — wie der Nachkomme des Bauherrn erzählt — in dem bei Harbach gelegenen Walddistrikt Meilbach an. Von dort wurde das zum Aufftellen fertige Balkenwerk auf den Bauplatz gefahren. Der zwischen dem Ober- und dem Unterstock ruhende Längsbalken trägt die Inschrift: „Durch Gottes Hülf und seine Macht Hawen dieses Haus in Stand gebracht. Der Bau Herr ist Johann Georg Gräff urtb dessen Eh- frau Katharina. Diesen Hawen Gott vertrauth." Das Haus wurde im Sommer renoviert und ist heute ein wahres Schmuckkästchen und eine Zierde für das ganze Dorf. Die Renovierung erforderte beträchtliche Ausgaben, da allein zwei Zentner Oelfarbe nötig waren. Sie wurde von dem bekannten Weißbindermeister Fritz Roll aus Bersrod ausgeführt und zeigt in allen Einzelheiten die Kunst eines tüchtigen Handwerkers. Das Fachwerk ist rotbraun gestrichen. Die Felder haben einen sandgelben Verputz erhalten und sind von den einzelnen Balken durch schmale weiße Ränder abgegrenzt. In diesen Farbendreiklang passen die grün gestrichenen Fensterläden. Sie sind ein Meisterwerk für sich. Ihre kurzen Jalousien sind weiß gestrichen. Jeder Ladenflügel trägt ein weiß punktiertes Rechteck, in dessen Mitte ein farbenprächtiger Vogel an einem rotbackigen Apfel pickt. Dieses Situationsbild wirkt recht natürlich und ansprechend und verleiht dem Ganzen einen Hauch frischen Lebens. Dazu tragen auch die Verzierungen der grünen Haus- türe bei. Jeder Türflügel hat im mittleren Feld ein prachtvolles Blumenkörbchen und im oberen Feld zwei Wucherblumen in gekreuzter Stellung. Die Hausinschrift und ihre schlichten Verzierungen sind mit weißer Farbe nachgezogen. Wie wir hören, beabsichtigt Herr Schmidt im nächsten Jahre auch die Scheune zu renovieren. Sie ist ebenfalls ein alter Fachwerkbau und stammt aus dem Jahre 1848. Adoentsgedichten und Weihnachtsspielen zur Unterhaltung der Gäste bei. Der Chor der NS.-Frauen- schaft trug einige unter Dirigent Karl Volk eingeübte Lieder vor und erfreute damit die Gäste. Mit dem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler fand die Feier ihren Abschluß. wg. Großen-Buseck, 10. Dez. Am Sonntagnachmittag veranstaltete die hiesige Krieger- k a m e r a d s ch a f t „Konkordia" auf dem Schießstand am hohen Berg bei reger Beteiligung ein Opferschießen zugunsten des Winterhilfswerkes. Der erzielte Betrag wurde nach Abzug der Unkosten restlos dem Winterhilfswerk zugeführt. Der Verein stiftete darüber hinaus noch 10 Mark aus der Kasse. (Z Reiskirchen, 10. Dez. Am Sonntagnachmittag fand im Saale „Zum Hirsch" eine Versammlung der NS.-Kriegsopferversorgung statt. Nach der Eröffnung durch Zellenleiter Lehrer Roth und dem Gedenken an die Gefallenen des Weltkrieges sprach der Bezirksgeschäftsführer der NSKOV., B o n h a r d , von der Spionage im Weltkriege. Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer wurde die Versammlung beendet. Beim Aus- gang konnte ieder noch ein Scherflein für das Winterhufswerk spenden. — Bei dem vom Krieger- verein durchgeführten Opferfchießen konnte der Betrag von 19,75 Mark verbucht werden. <£ Climbach, 9. Dez. Dieser Tage wurden in unserer Gemeinde zwei Naturaliensammlungen vorgenommen, und zwar für die Anstalten der Inneren Mission und für das Winterhilfswerk. Es wurden gespendet: a) für die Innere Mission 3 Zentner Kartoffeln, 1 Zentner Aepfel und etwa 1 Zentner Gemüse; b) für das Winterhilfswerk 20 Zentner Kartoffeln und etwa 6 Zentner Roggen. — Die Sammlung am Tage der nationalen Solidarität ergab hier 30,15 Mark, die E i n t o p f s p e n d e am gestrigen Sonntag 7,50 Mark. — Wegen der Vergebung von Arbeitsaufträgen wurde auch hier durch den Gemeinderat der Beschluß gefaßt, daß die Aufträge nur noch an solche Unternehmer vergeben werden, welche selbst und deren Gefolgschaft Mitglied der Deutschen Arbeitsfront sind. — Mit den Holzhauerarbeiten ist kürzlich begonnen worden. Aus unserer Gemeinde sind, wie alljährlich, drei Rotten gebildet, und zwar eine für den Gemeindewald (Rottenführer: Ludwig D ö p p), eine für den Freiherr!, von Rabenauschen Wald (Rottenführer: Ludwig Leyerer II., und eine für den Staatswald in der Seilbach (Rottenführer: Jakob W i ß n e r). I Ettingshausen, 10. Dez. Am Tage der nationalen Solidarität wurden in der hiesigen Ortsgruppe insgesamt 216 Mark gesam - . melt Auf die Zelle Ettingshausen entfielen 62 Mark, auf die Zelle Oueckborn 112 Mk., auf die Zelle M ü n st e r 42 Mark. Bekanntmachung. Die Bauleitung Flugplatz teilt mit, daß die Abgabe van Abfallholz beendet ist Das Sammeln von Holz aus dem Flugplatzgelande .st deshalb nicht mehr gestattet. Zuwiderhandelnde machen sich strafbar. „ , in„ mau e1IÄtÄ Landkreis Gießen. * Wieseck, 10. Dez. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Stenographenschaft vereinigte am Sonntag ihre Mitglieder und deren Angehörige zur diesjährigen Weihnachtsfeier in der Gastwirtschaft „Germania". Ein schöner Vorspruch (Erwin Römer) leitete den Abend ein. Der Vereinssuhrer hielt eine kurze Ansprache, in der er auf den Sinn der Veranstaltung, Pflege der Geselligkeit, hinwies. Der Abend brachte dann einen mit großem Beifall aufgenommenen Reigen der jüngsten Stenographinnen, ferner eine Theater-Aufführung, die sehr aufmerksam verfolgt wurde. Schließlich erschien der Nikolaus, der viele Päckchen auszuteilen hatte. Tanz beschloß den harmonischen Abend. W i e s e ck , 11. Dez. Der 19 Jahre alte landwirtschaftliche Arbeiter Ludwig Pitt von hier erlitt bei der Arbeit an der Rübenschneidemaschine einen Unfall. Er geriet mit der linken Hand an die Messer und mußte mit erheblichen Verletzungen in die Klinik gebracht werden. * Alten-Buseck, 11. Dez. In Zukunft roer= den von unserer Gemeinde Aufträge nur noch an diejenigen Betriebe vergeben, deren Betnebs- führer und Gefolgschaft geschlossen in der Deutschen Arbeitsfront stehen. * Rödgen, 10. Dez. Am vergangenen Sonntag konnte die hiesige H i t l e r - I u g e n d in Anwesenheit zahlreicher Einwohner am Schulhaus Die Hissung der Flagge der Hitler-Jugend vornehmen. Nach einem Liede der Jugend sprach Jungbannführer Taesler und ermahnte beson- FF Grünberg, 9. Dez. Auf Veranlassung der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, und der Leitung der NS.-Hago fand am Samstagabend im Gasthaus „Zum wilden Mann" eine Versammlung statt zwecks Gründung einer Baugenossenschaft. Zu der Versammlung war auch der Kreis- betriebsgemeinschaftswalter für das Handwerk O. Stein (Gießen) erschienen. Zweck der Baugenossenschaft soll sein, im Rahmen des Aufbau- programms der Reichsregierung zur Arbeitsbeschaffung für das Handwerk beizutragen, anderseits auch Denjenigen Volksgenossen zu einem Eigenheim zu verhelfen, die nicht im Besitz des hierzu notwendigen Baukapitals sind. Als geeignetes Baugelände sieht man das Hegeoiertel an, das daher bei der in 1936 beginnenden Feldbereinigung vorweg fertiggestellt werden soll. Die von etwa 40 Personen besuchte Versammlung war mit der Gründung einer Baugenossenschaft e. G. m. b. H. einverstanden. Der Geschäftsanteil eines Mitgliedes wurde auf 100 Mark festgesetzt und die Haftsumme mit 300 Mark angenommen. Voraussetzung für die Stellung eines Eigenheimes ist der Erwerb der Mitgliedschaft bei der Genossenschaft, ebenso sollen nur solche Handwerker zu den Arbeiten herangezogen werden, die Mitglied sind. Der vorläusig kommissarisch bestellte Vorstand setzt sich folgendermaßen zusammen: Uhrmachermeister K. Herrn. Pfeffer sen. als Vorsitzender, 1. Beigeordneter Will). Albach als stellvertretender Vorsitzender, Hch. Christ. Schmidt als Rechner und Hermann M a g e l als Schriftführer. Der Aufsichtsrat besteht aus: Ortsgruppen* leitet und Bürgermeister Wagner als Vorsitzender, 2. Beigeordneter Karl W e tz i g als stellvertretender Vorsitzender, ferner als Beisitzer: Bernh. Großhaus, Hans König, Viktor Fried- r i ch und Hch. Werner sowie als technischer Bauleiter Architekt Balser. Durch die Gründung der Baugenossenschaft hofft man die Bautätigkeit, die mit Ausnahme des letzten Jahres zu wünschen übrig ließ, wieder zu beleben. So wurden beispielsweise in den Jahren 1933 und 1934 nur je ein neues Wohnhaus erstellt. Das Jahr 1935 war freilich etwas besser, denn es brachte die Erbauung von vier Wohnhäusern, zwei in der Adolf-Hitler- Straße, eins am Steinweg und eins (noch im Bau begriffen) in der Diebsturmstraße. Außerdem wurde noch von den beiden Webereien Schmidt und Allmendinger je eine große Lagerhalle er- welteres Gedicht „Die vier Christrosen"", vorgetragen von vier Mädchen, leitete über zu der Ansprache des Pfarrer D a m e r a u. Im Mittelpunkt des Abends stand ein deutsches Adventsspiel, das von Frau Eberle sorgfältig eingeübt war und sich sehr wirkungsvoll gestaltete. Dankbarer Beifall belohnte alle Mitwirkenden. Nach den Schlußworten des Pfarrers fand die wohlgelungene Feier mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer ihr Ende. § Staufenberg, 10. Dez. Bei der am Sonntag hier von der Deutschen Arbeitsfront durchgeführten Eintopfsammlung für die NSV. wurden insgesamt 41,10 Mark gesammelt. § Daubringen, 10. Dez. Die von den Amtswaltern der DAF. für die NSV. am vergangenen Sonntag hier durchgeführte Eintopfsammlung ergab den stattlichen Betrag von etwa 54 Mark. T Großen-Linden, 10. Dez. Durch den Kirchenvorstand wurde hier eine Sammlung für die Innere Mission durchgeführt. Es wurden 52 Zentner Kartoffeln gespendet. — Am Tage der nationalen Solidarität ergab die Sammlung hier 183 RM. — Die E i n t o p f ja mmlung wurde hier von den Mitgliedern des Kriegervereins durchgeführt. Es kamen insgesamt 182 RM. zusammen. X Großen-Linden, 10. Dez. Am Samstagabend veranstaltete der hiesige Turnverein im Saale des Gastwirts Schaum einen Vereinsabend, zu dem neben den hiesigen Mitgliedern auch die Teilnehmer eines Kurzlehrganges der Vereinsdiet- zu Welhnad-len eine „nne-ZU «henken. Wowmt Gerede “ Winter ist die Hüben,onne - On- ginal Hanou — ein Segen für die ganze Familie, sie «netzt die kroft. Gib! e, oho ein bessere, Femtlieo- gesdienk als diese „Höhen- sonne", die zu jeder Jahres- zeit die heilkräftigen ultra- « violetten Strahlen spendet! Kl Höhensonne W - Original Hanau - i Komplette Apparate von RM 9'S--• RM 241.20 frei Hous in Deutedito warte des Kreises eingeladen waren. Nachdem der 1. Vorsitzende des Turnvereins und Kreisdietwart Dr. Ernst Römer, der auch den Lehrgang leitete, begrüßt hatte, wurde nach einem gemeinsam gesungenen Lied und einigen von Lehrgangsteilnehmern vorgetragenen Sprüchen der Film der DT. „Es wächt ein Geschlecht" vargeführt. Im Verlaufe der Veranstaltung ergriff auch Kreisführer D auper t- Wiefeck das Wort, wobei er insbesondere dem Kreisdietwart Dank für feine Arbeit zur Verbreiterung des turnerischen, d. h. Jahnschen Gedankens aussprach. Außerdem nahm der Kreisführer Gelegenheit, einigen alten, verdienten Turnbrüdern des Vereins für ihre jahrelange aufopfernde Arbeit in der Turnsache den Kreisehrenbrief zu überreichen. Es find dies die Turnbrüder Wilh. Weiß, Bauunternehmer, Ludwig Lang, Landwirt, Heinrich Degen, Weißbindermester und Johannes Leun, Landwirt. Bei Turnerliedern und Unterhaltung verbrachten die Lehrgangsteilnehmer mit den hiesigen Turnfreunden einen anregenden Abend. I Watzenborn - Steinberg, 9. Dez. Der Sanitätszug Watzenborn - Steinberg vom Deutschen Roten Kreuz feierte am Samstagabend im Saale „Zum goldenen Stern" fein fünfjähriges Beftehen. Zu dieser Feier hatte sich eine große Anzahl Freunde und Gönner eingefunden. Mit dem Vorspruch „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" eröffnete Zugführer Karl Burger die Feier. Hierauf sprach Kolonnenarzt Dr. F a- b e l über die Grundidee des Roten Kreuzes auf dem weißen Felde. Er schilderte die Gründung der Sanitätsvereine von Genf, sowie die Notwendigkeit der Sanitäter im Kriegsfälle. Kreisgruppenführer Kratz (Gießen) beglückwünschte den jungen Sanitätszug und verlieh den Kameraden Karl Burger, Georg Heuser und Heinrich Degen die Auszeichnungsborte für fünfjährige Tätigkeit. Außerdem überreichte er einem Zugführer, zwei Halbzugführern und vier Gruppenführern Urkunden über die abgelegte Prüfung. Im Namen der Gemeinde überbrachte Bürgermeister Schäfer für die Weiterentwicklung des Sanitätszuges die besten Glückwünsche. Gedichte, vorgetragen von Fräulein Pfaff, Frl. Degen und Hch. Degen, sowie zwei Laienspiele und mehrere lebende Bilder, ausgeführt von einigen Für Weihnachten den schmucken Gas-Herd tum Kochen Backen - Braten tcn Chorleiter Sommer dirigierte. Im Laufe des Abends wurde von Sammlern zum Tage der nationalen Solidarität gesammelt, außerdem aber auch vom Verein eine Sammlung für das Winterhilfswerk durchgeführt, die 8,60 RM. ervrachte. Mit Berichten über den Gaufängertag in Darmstadt und den Kreissängertag in Gießen, mit mahnenden Worten, dem deutschen Lied die Treue au halten, und mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer fand der Abend feinen Abschluß. ♦ Haufen, 9. Dez. Unsere Gemeinde wird in Zukunft Aufträge nur noch an diesenigen Betriebe vergeben, deren Betriebsführer und Gefolgschaft geschloffen in der Deutschen Arbeitsfront stehen. I Hausen, 9. Dez. Am Sonntagnachmittag versammelte sich der K i r ch e n o o r st a n d Hausen in der Wohnung des Heinrich Mack, um dem ehemaligen Kirchenrechner eine Ehrung zuteil werden zu lassen. Heinrich Mack hatte 47 Jahre das Amt des Kirchenrechners der evangelischen Kirche Hausen inne. Daß ein Kirchenrechner so lange dieses Amt führt, dürfte wohl selten vorkommen. Mack hätte gerne sein 50jähriges Jubiläum gefeiert, aber sein Gesundheitszustand zwang ihn, fein Amt in andere Hände zu übergeben. Als Nachfol- aer wurde vom Kirchenvorstand bestimmt und vom Kreisamt bestätigt Ingenieur Fritz Wahl zu Hausen, ein Sohn des früheren Pfarrers Wahl zu Hausen. Pfarrer Steiner hob bei der Ehrung des abgehenden Rechners dessen Verdienste hervor, die er sich in den 47 Jahren seiner Amtsführung durch treue Gewissenhaftigkeit und gute Sachkenntnis erworben hatte, überreichte als Dank der Kirchengemeinde Hausen ein gerahmtes Bild der Kirche Hausen mit entsprechender Widmung und sprach den Wunsch aus, daß Herr Mack mit seiner Sachkenntnis der Kirchengemeinde noch recht lange als Berater zur Seite stehen möchte. * Langsdorf, 10. Dez. Hier wurde am Tage der nationalen Solidarität durch die Büchfensammlung 40 Mark aufgebracht. # Hungen, 10. Dez. Am Sonntag wurden hier 265 Mark zugunsten des WinterHilfswerks gesammelt, im benachbarten V i l l i n g e n wurde der sehr beachtliche Betrag von 205 Mark gezählt. )—( Steinheim, 10. Dez. Die Sammlung am Tage der nationalen Solidarität erbrachte hier die Summe von 16 Mark. Kreis Friedberg. = Butzbach, 9. Dez. Die am Sonntag durchgeführte Haussammlung für die dritte Eintopfspende ergab den ansehnlichen Betrag von 574,06 Mark. Insgesamt wurden hier am Samstag und Sonntag, am Tag der n a t i o n a - l e n S o l i d a r i t ä t mit Eintopf, rund 1 2 0 0 Mark gesammelt. — Die Firma A. I. T r ö ° st e r, Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen, hat unter dem Begriff „Schönheit der Arbeit" einen modernen Speisefaal für die Gefolgschaft errichtet, der jetzt feiner Bestimmung übergeben wurde. Bei der Einweihung waren neben der Betriebsleitung noch geladene Gäste und die Gefolgschaft anwesend. Die Feier war von Musikstücken, Gedichten und Sprechchören umrahmt. Der Leiter des Betriebes, der in den achtziger Jahren stehende Herr T r ö st e r, hielt eine Ansprache, in der er die Zeiten und Unruhen während der marxistischen Regierung geißelte und dann betonte, daß es nun eine Freude sei, einem solchen Werke vorzustehen, in dem ein so schönes Vertrauensverhältnis zwischen Leitung und Gefolgschaft bestehe. Er dankte allen Helfern und übergab den Aufenthaltsraum dem Betriebszellenobmann Reuter, der in kurzen Worten für die Gefolgschaft Dank aussprach. Weitere Ansprachen wurden von dem Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront Pfeifer- Friedberg und Bürgermeister und Örtsgruppenleiter Dr. Mörschel gehalten. + Butzbach, 10. Dez. Zweimal im Jahre lädt die NS. -Frauen schaff die alten, alleinstehenden Einwohner zu einer schlichten Feier ein, nämlich am Muttertag und am 2. Advent. Rund 100 Männer und Frauen waren diesmal der Einladung gefolgt und wurden von Mitgliedern der Frauenschaft mit vorzüglichem Kuchen und Kaffee, beides gestiftet, bewirtet. Saal und Tischreihen gebracht. Kreis Lauterbach. Aus den preußischen Tlachbargebieten die Veranstaltung eines Familienabends am 18. Januar 1936 in Erwägung gezogen, dessen Vorbereitung und Ausgestaltung einem Ausschuß übertragen wurde. Rach dem offiziellen Teil des Abends fand das Opferschießen für das Winterhilfswerk statt, an dem sich die Kameraden recht fleißig beteiligten und das einen frohkameradschaftlichen Verlauf nahm. Die ganze Veranstaltung atmete echt kameradschaftlichen Geist und war an geeigneten Stellen durch den Gesang von Soldaten- und Vaterlandsliedern wirkungsvoll bereichert. * Lützellinden, 10. Dez. Am vergangenen Sonntag fand im Saale der Gastwirtschaft Franz eine Veranstaltung der NSV. zugunsten des Winterhilfswerkes statt. Der Abend war sehr gut besucht. Nach einer musikalischen Einleitung begrüßte Pg. Müller die Gäste und dankte allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen. Im Verlaufe des Abends gelangte ein Theaterstück zur Aufführung, das in die Zeit vor 1933 führte und die damalige Not des Bauernstandes aufrollte. Die Aufführung wurde mit Aufmerksamkeit und großem Ernst verfolgt. Weiter gelangte ein zweites Theaterstück zur Aufführung. In einer Pause hielt der Kreisamtsleiter der NSV. eine kurze Ansprache, in der er auf den Sinn des Werkes der NS. - Dolkswohlfahrt hinwies. Der Abend brachte auch eine Verlosung, zu der einheimische Geschäftsleute und Handwerker die Gewinne gestiftet hatten. In einem kameradschaftlichen Beisammensein klang die Veranstaltung aus. Samwlung für das MnterhllfswSr? Srgaß 54,58 Mark. Durch die Eintopfgericht-Sammlung des vergangenen Sonntags wurden 108,30 Mark auf- Kreis Dehlar <£ Rodheim a. d. Bieber, 9. Dez. Am letzten Samstag fand hier im Benderfchen Saale ein Rundfunk-Werbeabend statt, zu dem die Kreisstelle Wetzlar Einladung hatte ergehen lassen. Da auch eine Verlosung angekündigt war, bei der man ein Volksempfänger-Rundfunkgerät gewinnen konnte, wies der Saal guten Besuch auf. Der Abend stand unter dem Leitwort „Rundfunk aufs Land" und brachte außer einem Werbevortrag einige Kurzfilme, die in den Sender- und Empfängerbau einführen sollten, die Anlage einer Empfangsstation auf dem Lande und den Wert der Rundfunksendungen für den Landmann zeigten. Im Anschluß an ein Schlußwort und einen Gruß an den Führer durch den Ortsgruppenleiter fand die angekündigte Verlosung statt. Glücklicher Gewinner des Volksempfängers wurde Oberpostschaffner Hofmann von hier. — Gestern abend hielt die Kameradschaft R o d h e i m des R e i ch s - k r i e g e r b u n d e s „K y f f h ä u f e r" in der Wirtschaft Karl Mank einen Kameradfchafts- a p p e l l ab, der starken Besuch aufwies. Den Appell leitete Komeradschaftsführer M ü s s e n e r. Im Verlaufe der Tagesordnung wurden die mit dem 1. Januar 1936 in Kraft tretenden Satzungen beraten, die neuesten Befehle der Bundes- bzw. Landes- oder Kreisleitung zur Kenntnis genommen, die neuen Bundesfahnen bzw. -abzeichen in Augenschein genommen, fand die feierliche Verpflichtung zweier neuer Kameraden statt und wurde staltungen. O Laubach, 10. Dez. Am Sonntagabend veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der N S. - G e - meinschaft „Kraft durch Freude" einen unterhaltenden Abend im „Solnfser Hof", der sich eines sehr guten Besuches erfreute. Das anläßlich der Einweihungsfeierlichkeit der Wetterfelder Molkerei in Laubach anwesende Arbeitsdienft- lager Babenhausen bot Unterhaltung der verschiedensten Art dar, Gesänge, Gedichte, Sprechchöre und ein lustiges Theaterstück aus dem Leben des Arbeitsdienstmannes. Die Zuhörer geizten nicht mit Beifall. Tanz beschloß den Abend. )=( Ruppertsburg, 10 Dez. Der Tag der nationalen Solidarität brachte innerhalb unserer Ortsgruppe folgende Beträge: Ruppertsburg 62,55 RM., Gonterskirchen 20 RM., in der ganzen Ortsgruppe zusammen 82,55 RM. Am vorhergegangenen Sonntag gingen in Ruppertsburg 41,40 RM., in Gonterskirchen 19,35 RM. ein. — Bei der Viehzählung in der vergangenen Woche wurde hier bei Schafen eine Zunahme von 139 Stück im vorigen, auf 184 im diesem Jahre, also um 32,37 v. H., dagegen bei Rindvieh eine Abnahme von 470 auf 414 Stück, also um 12,12 v. H. festgestellt. Bei Pferden und Schweinen sind die Zahlen ungefähr die gleichen wie im Vorjahre. Kreis Alsfeld. # Ober-Ohmen, 9. Dez. Am Samstagabend veranstalteten Gefolgschaft und Betriebsführung des hiesigen Basaltwerkes im Lokal R ü hl einen Gemeinschaftsabend, der ein Beispiel engster Verbundenheit zwischen Betriebsführung und Belegschaft darstellte. Die Betriebssüh- rung hatte es sich angelegen sein lassen, auf ihre Kosten für die leiblichen Bedürfnisse der Gefolgschaftsmitglieder, die zum Teil mit ihren Frauen anwesend waren, zu sorgen. + Groß-Felda, 10. Dez. Die Sammlung am Tage der nationalen Solidarität erbrachte in unserem Orte den Betrag von 133,50 Mark. Die am Sonntag vorher durchgeführte lichen Weise. . pb. Butzbach, 10. Dez. Gestern abend fand im großen Saal des „Hess. Hof" eine Vorstellung für die NS. -Kulturgemeinde statt, die von dem Frankfurter Künstlertheater für Rhein-Main unter Spielleitung von Hugo Firn n b ach aufgeführt wurde. Das Schauspiel „Nacht ohne Morgen" schildert ein Fronterlebnis eines deutschen Obersten aus dem Knegsjahr 1917. Die Darsteller spielten ihre Rollen in meisterhafter Weise, die Zuschauer dankten ihnen mit lebhaftem Beifall. Kreis Büdingen. 00 Nidda, 9. Dez. Gestern unternahm der Zweigverein des Vogelsberger Höhe n k l u b s unter sehr großer Beteiligung die letzte für 1935 planmäßig vorgesehene Wanderung. Der kurze, aber herrliche Gang durch einen Teil des Harbwaldes und über Bad Salzhausen endete hier mit einer Nikolausbescherung, die in erster Linie den Kindern noch lange Zeit in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Unlängst wurden in einer gut besuchten Monatsversammlung die von einem Ausschuß vorgeschlagenen Wanderungen für 1936 gutgeheißen. In einem anschließenden Vortrage über „Zustände in der Wetterau von 1802 bis 1806" ließ DHE.-Bruder K. B o p p in ausführlicher Weife die traurigen Verhältnisse zu dieser Zeit im Geiste vorüberziehen. Das Auszeichnungsfest soll im nächsten Monat stattfinden. Borsdorf, 8. Dez. Heute wurde Altbürger- meister Weiß, dem es vergönnt war, noch am 22. v. M. fein 8 7. Lebensjahr zu vollenden, unter sehr großer Beteiligung der Ortsbewohner zur letzten Ruhe bestattet. Ein hartnäckiges Augenleiden sowohl als auch geschwächte Gesundheit zwangen den Verstorbenen im Jahre 1919 zum Rücktritt von seinem Amte, das er 35 Jahre lang mit Umsicht führte. In unserem Dorfe erfreuen sich noch folgende Personen eines hohen Alters: Johann Heinrich Baum Witwe, 85 Jahre, Jakob Scherer Witwe, 80 Jahre, Landwirt Otto Belzer L, 75 Jahre: letzterer erfreut sich noch einer ausgezeichneten Rüstigkeit. Kreis Schotten. D L a u b a ch, 9. Dez. Der Tag der Deutschen Hausmusik wurde in unserer Stadt durch ein Konzert im Festsaal des Laubacher Schlosses begangen, das ausschließlich von einheimischen Künstlern ausgeführt wurde. Ortsgruppenleiter Henze begrüßte die Erschienenen, dankte Sr. Erlaucht dem Grafen zu Solms-Laubach für das Zurverfügungftellen dieses geeigneten Raumes und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß mit diesem Abend der Anfang gemacht sei für eine regelmäßige Pflege musikalischen Lebens, aus nationalsozialistischem Geiste heraus geboren. Er sprach die Hoffnung aus, daß in nicht allzuweiter Ferne Laubach ein Orchester fein eigen nennen könne, das auch Symphonien aufzuführen imstande sei. Nach ihm begrüßte der Führer der Gefolgschaft 3 (Laubach) 'Unterbann III/304 der HI., Heinrich Wahl, im Namen der HI., welche Träger der Veranstaltung war, und fand passende Worte über den Wert der Hausmusik für Familie und Volk. Alsdann begannen die Darbietungen, die alle auf beachtlicher Höhe standen. Beginnend mit einem Satz aus Symphonie mit dem Paukenschlag von ß. Lauterbach, 10. Dez. Am Tage der nationalen Solidarität erbrachte die Listensammlung in unserer Stadt das beachtliche Ergebnis von 1005,45 Mark. Das Ergebnis des Vorjahres wurde übertroffen. — Die Schießabteil u n g der Kriegerkameradschaft im Kyffhauser- bund veranstaltete ein Opferschießen zugunsten der Winterhilfe. Die Beteiligung war sehr stark. Sämtliche Schießmarken konnten abgesetzt werden. Die Schießergebnisse waren sehr gut. - Einer der ältesten Einwohner unserer Stadt, der Förster i. R. Johannes W i e n o l d , Bahnhofstraße, konnte am heutigen Dienstag seinen 8 9. Geburtstag feiern. Große Strafkammer Gießen. Der Dr. G. B. hatte in der Zeit von anfangs Juni bis August 1935 in Gießen fortgesetzt als Beamter Gelder, die er in amtlicher Eigenschaft empfangen hatte, unterschlagen. Wegen Verbrechens nach §§ 350, 351, 73 StGB, erkannte das Gericht auf eine Gefängnisstrafe von sieben Monaten. Die Kosten des Verfahrens wurden dem Angeklagten auferlegt. Ausbildungskurse für Baumpfleger. Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Im Laufe des Winters werden die von der Landes- bauernfchaft vorgesehenen Ausbildungskurse für Baumwärter, Baumpfleger, Baum- und Obstgärt- ner, Landfchaftsgärtner, Gärtnergehilfen oder Lehrlinge im letzten Lehrjahr durch die Fachbeamten der Landesbauernschaft und die Kreisobstbaubeamten abgehalten. Hierzu gehören auch die Prüfungen für Baumpfleger und die im Anschluß an Wiederholungskurse stattfindenden Prüfungen der Dollbaum- roärter. Für alle Personen, welche sich gegen Entgelt mit Obstbaumpflegearbeiten befassen, sind diese Ausbildungskurse von Wichtigkeit. Es muß damit gerechnet werden, daß in absehbarer Zeit auch für diese Berufsgruppen Berufsausweise eingeführt werden, um das Pfufchertum in der Obstbaumpflege mit der Zeit auszumerzen. Schon im Laufe des Winters werden die Namen derer, welche die vorgeschriebene Prüfung mit Erfolg bestanden haben, in den Fachzeitschriften usw. bekanntgegeben, damit die Baumbesitzer davon Kenntnis nehmen. leiterin Frl. Wolfram begrüßte die alten Leute herzlich: sie hatte auch für die Unterhaltung durch gemeinsame Lieder, Gedichte, auch humorvolle Darbietungen Sorge getragen. Der Dank für das reichlich Dargebotene drückte sich in den leuchtenden Augen der Beschenkten am Schlüsse der würdig verlaufenen Veranstaltung aus. — In der Aula der Stadtschule veranstaltete die N S. - Frauenschaft einen Vortragsabend, der gut besucht war. Die Frauenschaftsleiterin Frl. W o l f- r a m begrüßte die Teilnehmerinnen. Die Gau- referentin der Ausländsabteilung, Frl. S ch u h - m a ch e r, sprach über Land und Leute in Deutsch- Südwestafrika, wo sie über drei Jahre auf einer Farm tätig war. Ein sehr anschauliches Bild gab die Rednerin von der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung dieser deutschen Kolonie. Prachtvolle Lichtbilder ergänzten die Ausführungen. Die Frauenschaftsleiterin schloß den Abend in der ub- trugen w-ihnachMch-n Schmuck. Die Frgüenschgste- chayin bof die 93orfragsfofge Werse von Mozgrl ' • ■ ~ - — ' - ' 1 «—■h Schubert, Schumann, Verdi, u. a. Die Frauen und Männer, sowie Mitglieder der Spielgruppe der Schülerspielschar machten sich um das Gelingen des Abends verdient und ernteten mit Recht reichen Beifall. Genannt feien im besonderen Frau B i a s und Fräulein Erbe, wie Herr H. Henze (Flügel), Herr K. Hühner (Geige), Herr Studienassessor Dr. Kammer als Leiter der Schülerspielschar. Laubach hofft auf baldige Fortsetzung dieser Veran- 7174D Gießen (Walltorstr. 67II), den 11. Dezember 1935. 717^ D Seltersweg 87, bei. 71S4D Slla Anzeigen MeMleWasi Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften Wn^mulfttaßeBrJ | Empfehlungen | Vornehm I Geschmackvoll/ Persönlich / tXeee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache Einem Teil der heutigen Landauflage liegt ein Werbeblatt der Firma SchuhhauSDarrt, Gießen, Nerritbiigung: Bettuch-Biber, 150 cm br., schöne kräft. Qualitäten, 1.90, 1.40, 0.90 Kl. ub echte feine runde a. Ob!., 2V4 ub echte feine weiße a.Oblat. u. 2V2ub fort.: feine sog. 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Die Tragödie, die ihn künstlerisch und menschlich überfiel, ist nicht allein persönlich; sie ist zeitgeschichtlich ein Ereignis, das bis in unsere Tage wirkt, weil damals die Epoche von Preußens Führung im deutschen Raum begann. Rur ein paar Zeilen hat das Lexikon für Schlüter übrig. Man muß Berlin durchstreifen, um seine Wesenszüge aus den Monumenten, die er gestaltete, herauszuholen. Dann steht allmählich eine überragende Gestalt vor unseren Augen, die es verdient, aus ihrem Zwielicht der Geschichte herausgeführt zu werden. erklettert der Muezzin die Minaretts und beobachtet den Untergang der Sonne. Dieser Augenblick ist sehr wichtig und muß ganz genau beobachtet werden. Richt früher und nicht später muß er „Allaha Akbar" rufen; das ist das Signal zum Fast e n b r e ch e n. Es ist auch in Berlin nicht möglich, den Sonnenuntergang von Muezzin beobachten zu lassen, weil die Berliner Moschee am Fehrbelliner Platz die Minaretts nur als Atrappen dargestellt hat. Deswegen ist ja eben der Kalender von der islamischen Gemeinde Berlin verteilt. Man soll nicht denken, daß, wenn man den Tag über gefastet hat, nun den religiösen Vorschriften ®enüge getan ist, sondern die religiöse Tätigkeit setzt sich weiter fort. In der Nacht soll in der Moschee der Koran rezitiert werden. Dieser Augenblick des Gebetes ist von organisatorischen der Meisterschaft und der Jugend des Dereinspokals zuviel verlangt, ganz abgesehen von seiner Anders» artigkeit — so war doch der erste Vereinspokalwett- bewerb ein neuer Erfolg des Fußballs in Deutschland, der alle billigerweise zu hegenden Erwartungen durchaus erfüllte. Der Verlauf hat so manche interessante neue Einblicke in die Spielstärkeverhältnisse ermittelt. Er wies eine erfreuliche Zahl sportlich bedeutsamer Begegnungen auf, gab einzelnen Vereinen die Gelegenheit, sich mehr als bisher hervorzutun, hat neue Spielgelegenheiten eröffnet und bedeutet alles in allem eine Erweiterung und Belebung des Spielprogramms, die wir nicht wieder missen möchten. Eine gute Zukunft dürfte ihm gewiß sein. lieferten sich am Sonntag auf dem Platz von Launsbach im fälligen Verbandsspiel einen an« Luft wächst immer neue Kraft uns zu. Endlich erster Gletscherboden, eisiger Wind kühlt den Schweiß. Wir erreichen die kleine Nojacherhütte am Rande des mächtigen „Sonnblickgletschers". Hier ist Windstille. Wir machen kurze Rast und halten Umschau. Welch schöner Tag in seliger Klarheit? Das seidenzarte Blau des Himmels, leuchtende Sonne in milder Wärme, — herrlicher Rundblick auf „Schäret" und „Wilden Kaiser" bis weit hinein ins Steierische! Atemloses Schweigen der Alpenwelt, die gleichsam tiefauftönende Einsamkeit der Berge! Weiter geht's, Stunde um Stunde, der schwere Rucksack drückt. Es ist hoher Mittag. Da macht der Gletscher eine weichgefügte, groß ausklingende Wende an der „Gold'bergspitze", — und nun grüßt schon über uns der „Sonnblickgipfel" mit dem Zi- telhaus. Spätnachmittag. Wir find am Ziel! Herrlichste Rundschau vom Gipfel über weite, tiefverschneite Alpenketten. Schier greifbar nah das wuchtige Massiv des „Großglockners" mit seiner scharfen Pyramidenspitze, um ihn geschart die Helden in Panzer und Eis. Das bayrische Hochland, — Tirol, Karawanken und Dolomiten — ein unendliches Gefüge von Spitzen und Zacken — um uns dicht die gewaltigen Massive der „Hohen Tauern". Die Sonne sinkt und alle Gletscher leuchten auf. Nacht ist es längst in den Tiefen und Tälern, hier oben aber jauchzen noch alle Höhen in Glanz und Handball der Studenten. Gießener Studenten in Warburg. Am heutigen Mittwoch spielt die Handballmann- chaft der Universität Gießen in Marburg gegen die dortige Universität. Ob es ihr gelingen wird, die Vorspiel-Niederlage auszugleichen, ist fraglich, da auch nun Schott nicht mehr mitwirken kann. Von der alten Mannschaft ist also niemand mehr beteiligt. Don der jetzigen Vertretung der Universität wird jedoch erwartet, daß sie ihre Pflicht tut. Für den Freitag-Nachmittag ist ein interessantes Fußballspiel geplant: Universität Gießen — Ober- Realschule Gießen. Sicherlich haben die Ober-Real- chüler viel vor, sonst hätten sie nicht diesen Spielabschluß getätigt. Ob sie den Hochschülern spielerisch gewachsen oder überlegen sind, wird das Spiel ergeben. Gerätewettkampf der Äereine Kinzenbach—Krofdorf — Rodheim. Am Samstag wird der Abschluß des Mannschaftskampfes der genannten drei Vereine in Rodheim zur Austragung kommen. Die Mannschaften setzen sich, wie auch bei den vorhergehenden Kämpfen, aus je zwei Jugendlichen, zwei Altersturnern und vier Aktiven zusammen. Geturnt wird an Pferd, Barren und Reck je eine Kürübung und von einem Turner jeder Mannschaft eine Kür-Freiübung. Bei den beiden vorigen Kämpfen konnte Krofdorf jedesmal den Sieg davontragen, obwohl ihm seine Gegner starke Konkurrenz machten und fast ebenbürtig waren. Ergebnisse der Kreisklaffenspiele 1. Kreisklasse: Oberbiel — Leun 4:1; Spfr. Weßlar — Bissenberg II 1:1; Lollar — Grünberg 8:0; Heuchelheim — Großen - Buseck, B. nicht angetreten; Leihgestern — 1900 II 0:1; VfB.- Reichsbahn II — Rodheim 14:0; Wetzlar II — Werdorf 1:3; Aßlar — Ehringshausen 4:3; Nauborn — Holzhausen 3:0. 2. Kreisklasse : Tv. 1846 — Heuchelheim II 5:0; Treis — Daubringen 1:4; Staufenberg — Großen-Buseck II 11:0; Grünberg II — Geilshausen 1:3; Rüddingshausen — Londorf 1:3; 1900 III — Lich 1:0; Fellingshausen — Alten-Buseck 1:4; Launsbach — Krofdorf 6:1; Klein-Linden — Großen-Linden 5:1 (Gesellschaftsspiel). Kußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Wißmar Jugend — Kinzenbach Jugend 4:0 (2:0). Im ersten Verbandsspiel der Nachrunde mußte die einheimische Jugend wieder eine klare Niederlage durch die Gäste hinnehmen. Wenn man auch nicht mit einem Erfolg der Platzbesitzer gerechnet hatte, so überraschte doch die Höhe der erlittenen Niederlage. Die Mannschaft verstand sich sehr schlecht und zeigte ein sehr zerfahrenes Spiel, das den Gästen das Siegen leicht machte. Kußball im Tv. Launsbach. Launsbach I — Krofdorf I 6:1. i Die Mannschaften von Krofdorf und Launsbach pokals trotzdem noch zu wünschen übria. Nicht nur, daß es sich um eine Neuerung handelte, galt das Hauptinteresse natürlich den der Meisterschafts- Entscheidung zurückenden Punktespielen, während die Pokalkämpfe ja zunächst von der Kreis-, dann der Bezirksklasse bestritten wurden und die Gauliga erst später eingriff. Während eine Teilnahmeverpflichtung für Vereine der Gauliga und der Bezirksklasse bestand, war der Start der Kreisklasse freigestellt. Daß lange nicht alle Kreisligavereine die Gelegenheit ergriffen, war nicht zuletzt darin begründet, daß für sie die Ausgaben gegenüber den zu erwartenden Einnahmen von vornherein eine sehr erhebliche Höhe hatten, noch dazu, wenn die ausgelosten Paarungen zu längeren Reisen zwangen. Der Bundesführer hatte schon bei der Ausarbeitung der Austragungsbestimmungen auf diesen möglichen Nachteil hingewiesen, sich aber auf die Meinung fast aller Der- einsvertreter hin für die Auslosung entschieden, die im neuen Vereinspokal in Fortfall kommt. Der erfolgreiche Kampf gegen die Unkosten ist manchem „Meinen" Teilnehmer im Vereinspokal so schwer gefallen wie der um den Aufstieg in die nächste Runde. Die nächste Austragung bringt auf der Grundlage der diesjährigen Erfahrungen 19 3 6 einige Neuerungen Gerade die Mannschaften der unteren Klassen sollen sich möglichst zahlreich an dem Pokalweltbewerb schon um seines sportlichen Wertes willen beteiligen können, und so finden mögliche finanzielle Verbesserungen für die Vereine in Form des Fortfalls der Meldegebühren, der Spielansetzung unter dem Gesichtspunkt geringster Fahrkosten und interessierender Begegnungen Berücksichtigung. Ein erklärlicherweise erheblich anderes Gesicht als die erste hatte die zweite Hälfte des Vereinspokalwettbewerbs, als mit der neuen Spielzeit die Schlußrunden unter Beteiligung der Gaumeister einsetzten und die verbliebenen Teilnehmer von 63 auf 32, dann auf 16, 8, 4, endlich 2 zusammenschrumpften. Die Begegnungen wurden von Runde zu Runde bedeutsamer, die Zuschauerzahlen erhöhten sich demgemäß von Spiel zu Spiel erheblich; es trat eine ähnliche „Fußballstimmung" ein wie in den Wochen SJixfport Vereinspokal - ein neuer Wballersolg Morgenfrühe! Man reckt die steifen Glieder in der eisigen Frische. In den Tälern wallt Nebel, aber hier oben atmet schon alles im rosigen Licht! Pulverschnee, der geschwinde, führige Schnee. Nun die „Strammer" angezogen. Eine riesige Bahn, der sanft in die Tiefe sich neigende Gletscher lockt. Weißer, blendend reiner Schnee! Die Lunge saugt mit tiefem inbrünstigen Atmen noch einmal die herrlich-kalte, eiskalte Luft — dann los! hinein in die funkelnde, wonnige Pracht! Schneestaub fährt auf, dahin, dahin in sausendem Flug, kraftgespannt, stahlgeschnellt von unsichtbarer Macht! Luft pfeift vorbei — die Tiefe wächst — alles vergessende, rasende Fahrt — dahin, dahin in das ferne, unersehnte, doch kommende Ziel! Nun ein steiles, verharschtes, klirrendes Stück... eine drohende, eisige Schneise, — langsamer, auskostender die Fahrt, — letztes Rennen, scharfer Bremsschwung, — am Ziel! Licht... Wir wenden uns zur Hütte, die sich an die Felsenwand klammert. Riesige, armsdicke Seile verankern sie. Wind stöhnt ums Haus fein tief- sonores Lied, Sturm reift an den Mauern. D— ist Musik, die Stimme der Berge, sie wiegt uns ein. schüttelt, hat ein Kapitel preußischer Geschichte ausgeschrieben; er stand als Architekt und Städtebauer im Wendepunkt Berlins und damit Deutschlands. Ein Alchimist sei er, hat es geheißen, und die Umwelt, die ihn später stürzte, schob ihm das Gerücht unter, er habe Tiere in seine Plastiken hinein- gebacken, er halte einen Italiener als Kunst-Sklaven vor der Welt verborgen, der für ihn die eigentliche Arbeit mache. So groß und unglaubhaft war dieser Mann, war seine Kunst für eine kleinliche und eitle Hofgesellschaft, die sein Wirken nicht ermessen konnte. — f, In allen Städten läßt sich die Geschichte aus ihren Baudenkmälern lesen, und schon em Stadtplan ist bisweilen ein Buch der Offenbarung. Der Fremde in Berlin, der von der Vielfalt feiner Oberfläche ausgeht, um das ewige Berlin zu suchen, wird unbedingt zu Schlüter kommen. Er wird Die Spuren seines Meißels und seine Bildnerhand in den ergreifenden Visionen der Kriegermasken im Zeughaus andachtsvoll erkennen; er wird im Landhaus Kamecke, das, zwischen neuen Häusern in der Dorotheenstraße eingequetscht, die fast antike Heiterkeit bewahrt hat, den Reichtum dieses Schöpfertums bestätigt finden. Von Vasen, die er schuf und von den überreich mit Ornamenten ausgeschmuckten Nischen blinder Fenster bis zu dem unvergleichlich eindrucksvollen Reiterstandbild des Großen Kurfürsten, bis zu dem Schloßbau, bis zum Zeughaus, ja, bis zu einem Stadtplan, der die Entwick- lung'der neu gewordenen Hauptstadt in fast seherischer Ueberschäu erkennen läßt, hat sich der weite Spannraum seines Künstlertums bekundet. Mag auch die Kunst Italiens und Frankreichs feine Kunst befruchtet haben — es hat in feiner Zeit tcvum eine andere Persönlichkeit von seiner Eigenwilligkeit und Prägung mehr gegeben, und vor allem nicht in Preußen. Nicht der mißglückte Munz- turm war es, der seinen Sturz ermöglichte als Schlüter auf der Höhe seines Schaffens stand; die Schleifung dieses Turms, der sich senkte und der einrnstürzen drohte, war nur em äußerer Anlaß, den seine^Feinde gern ergriffen. Die wahren Grunde sind in der Zeit zu suchen. Danzig Königsberg, in Warschau und Stral- |un6 hat er Beweise seines Wirkens hmt°rlaff-n, Ni- Merlin fein Schicksal wurde, dem er die Reife ?eineT Schassens unauslilabar schenken konnte bis in die Zeiten seines Sturzes und ferner Flucht hm- M Der koniqliche Künstler, von dessen Leben nur : X menin wissen, ist als armer Teufe aus der Stadt verschwunden, berührt °°m Fruhlicht einer neuen Zei, die zwar Friedrich Wilhelm, dem Sol- : datenköniq, einen spartanisch strengen Hausherrn ' Machte und dennoch schon die Keime einer versp.el- , ten höfischen Kultur in sich verspürte. Andreas Gchlüter, ein Meister des nordischen Barocks. 13on Otto Hombach Vom Autor unseres Beitrages wurde kürz- 1 lich in Bad-Nauheim und im Deutschen Theater Berlin das Schlüter-Schauspiel „Em Mann an der Wende" mit Erfolg uraufgeführt. Gute Freunde sagen, das Schauspiel um Slnöreas Schlüter hätte ich geschrieben, weil ich, als ich nach Berlin kam, in der Schlüterstraße wohnt^ In einer Pension war das, wo es zwei schone Katzen gab und eine Sumpfschildkröte, die Karlchen hieß und die ich einmal erben soll. . . Gewiß, als Schwabe, dessen zweite Heimat Frankfurt wurde, und den ein Zufall nach Berlin verschlug, hat mir der Name dieses Mannes, m besten Straße ich mich niederließ, nicht viel gesagt B s icb den Schlüterhof entdeckte, nachts, mit Musik, bis mir am Zeughaus, vor dem Marftall und nicht zuletzt im Angesicht des Reiterdenkmals vom großen Kurfürsten der Name Schlüter Zur begrifflichen Er- scheinung wurde, der es nachzuspuren loh • mir Pläne und Berichte offenbaren, wie diese Mann in seiner Zeit stand und schick^ shaft um Dinge rang, die seine Zeit vereiteln mußte, wei gerade damals das kleine Brandenburg zum großen d Das ^Meteor Andreas Schlüter, Schloßbaudirek- tor und Bildhauer zur Zeit des Großen Kur ursten und des ersten Preußenkomgs, hat Berlin mit einer damals in Preußen nie geschauten Fülle feines Schöpfertums bereichert. Er, der m Hamburg oder Danzig auf die Welt kam, und in St. Petersburg als Namenloser unterging, schuf Monumente die wie Pfeiler einer mächtigen Entfaltung erfüllt von kühner Planung und überreich an Bildschmuck sind. Es war der erste, der als Architekt, Bildhauer und Städtebauer die Mission erkannte, die Preußen mit der Königswürde übertragen wurde, der aus der Kleinstadt mit ihrer rasch auf 60 000 Menschen an» gestiegenen Bevölkerung einen Mittelpunkt des deutschen Nordens machen wollte, wie Versailles und Wjen und Warschau Mittelpunkte waren. Durch diesen Meister des nordischen Barocks den Leibniz als den deutschen Michelangelo bezeichnete, bat das Berlin der kleinen Bürger den Atem einer ^fihena erhalten, sind ihm Bauten, Denkgroßen Resid z okumente einer überguellenden Gkifahrt in denHohenTauern. Von Ferdinand Bruger. Es gibt einen Rausch, der heißt Bergrausch! Das ist ein selig-jauchzendes Emporschwingen des Leibes und, hoch darüber hinaus, der weitgeöffneten Himmel der Seele. Es ist nicht nur das kraftvolle Ueberwinden der materiellen Höhe, der erdgebunde- nen Schwierigkeiten im Klettersport, — nein! Es ist der Rausch der Höhe selbst, jenes Gefühl: Tausende von Metern hoh über aller Menschlichkeit und Enge zu stehen, ganz eins mit der Natur zu sein in ihren unberührten Reichen. Es ist wie ein Gefühl des Triumpfes, das wohl Der junge Flieger haben mag, wenn er in unendlichen Höhen dahinsegelt in dem ungeheuren Ozean des Himmels. Und feine Seele braust mitten hinein in die Unendlichkeit des tiefsten Weltalls mit des Geistes Sternenfittich! Wir hatten diesmal eine Fahrt ins Großglockner- Gebiet der „Hohen Tauern" geplant. Es galt eine Skifahrt. Und wenn wir vorher von der Herrlichkeit des Steigens gesprochen hatten, so kommt hier noch etwas von ganz besonderem Reiz hinzu: Das Ueberwinden eigener Schwere mit lebendiger Kraft in sausender Fahrt zur Tiefe! In aller Frühe ging es mit den Schiern vom „Tauernhof" zum „Hohen Sonnblick". Ein Hochtalkessel, ringsum getürmte Wände, — Felsschros- fen... doch über allem herrlich weißer Schnee! Der Atem keuchte in kleinen Opfersäulen, — Schweiß strömt, doch wird die erste Stufe zu den Melcherböden rasch erreicht. Nun geht es über Felsterrassen steil empor, Spitzkehre um Spitzkehre wird überwunden. Hoch droben die Ruinen eines früheren Goldbergwerks. Mühselig schmale Austtiegrin- nen führen dort hinaus. Die Lungen keuchen, schwer belastete Maschinen — und dennoch, aus der Schöne rings, aus dieser klaren, seltsam reinen Ramadanfest in Berlin Von Habibnr Hahman, Berlin. und militärischen Gesichtspunkten sehr wichtig. Es gibt ja Millionen Menschen unter den Muslimen, die das Heilige Buch, den Koran auswendig kennen. Derjenige, welcher den Koran auswendig kennt, erhält den Titel „Hafiz". In Arabien, in Indien, Afghanistan ist in der Nacht während des Fastenmonats in Der Moschee Hochbetrieb. In manchen Moscheen stehen 20 bis 30 Hafiz mit ihrer Gefolgschaft unD rezitieren Den Koran. In Der Berliner Mosche ist Das nicht möglich aus Den einfachen GrünDen, weil die Moschee Privateigentum einer einzelnen Person ist. Die Islamische Gemeinde hat einmal versucht, den Ritus in Berlin beizubehalten, aber es scheiterte aus verschiedenen Gründen. Ende dieses Monats, ungefähr am 26. oder 27. Dezember d. I., wenn Der RamaDan zu EnDe geht, wirD Die Islamische Welt Das Fest Des Fastenbrechens (JD-ul-Fitr) feiern. Man nennt es in Indien auch Makkarnifest, weil man dort an diesem Tag nur Makkaroni ißt. Das sind keine Weihnachten der Muslime, sondern der Zufall will es, daß Das Fest in Die Zeit Der christlichen Weihnachten fällt. Das reguläre deutsche Fußballjahr hat jetzt zwei Höhepunkte, von außergewöhnlichen Ereignissen wie den Länderspielen abgesehen. Früher gab es zwar neben den Meisterschaften auch noch hier und da örtlich, landschaftlich oder auf Landesverbandsaren- zen beschränkte Wettbewerbe, etwa die Pokalspiele in einigen Verbänden. Aber der zentrale Spielbetrieb richtete sich ausschließlich auf die Meisterschafts- kämpfe aus, und diese schritten erst im Frühjahr allmählich ihrem Höhepunkt, der Entscheidung der Deutschen Meisterschaft, zu. Der Herbst, Die erste Hälfte Der Spielzeit, war so eigentlich wenig interessant, wenn Damit auch nicht sportlich etwa unwichtig; Die Spannung pflegte sich jeDoch erst mit Dem Herannahen Der Entscheidungen einzustellen. hierin hal nun in diesem jetzt zu Ende gehenden Kalenderjahr der erstmalig ausgeschriebene Wettbewerb um den einen Deutschen Fuhball- Vereinspokal, für den der Reichssportführer durch dreimaligen Sieg hintereinander oder viermaligen Sieg außer der Reihe endgültig zu gewinnenden Ehrenwanderpreis stiftete, eine Aenderung gebracht. Der Pokalwettbewerb war 1935 und bleibt auch 1936 zeitlich anders gelagert als die Meisterschaft und hat mit Der PokalentscheiDung einen weiteren Höhepunkt Der Spielzeit geschaffen. Der Zweck Des neuen Wettbewerbs war ja auch. Den Spielbetrieb abwechslungsreicher unD Damit interessanter zu gestalten unD Den Vereinen neue reizvolle Spiel- gelegenheiten, bei Denen es „um was geh t , zu schäften, Denn Das macht Die Spannung aus, Die Den Spielen befonbere Aufmerksamkeit sichert. Der Pokalwettbewerb ermöglichte manche Begegnung, Die sich als FreunDschaftsspiel schon aus finanziellen GrünDen schwer verwirklichen ließ, erweiterte also schon Die Spielgelegenheiten unter Dem Gesichtspunkt Der Entfernungen. Er gab aber auch den Vereinen Der unteren Klaffen die Möglichkeit, mit Höherklassigen zusammenzutreffen, und damit den unbekannten Mannschaften die lieber« raschungs-Chance. So sportlich wertvoll der Pokalkampf — gewissermaßen auch als eine Ergänzung der Meisterschaftsspiele — dadurch würde, so lag ihm weiterhin die Absicht zu Grunde, gleichzeitig Den Vereinen eine neue Einnahmequelle zu ihrer finanziellen Stützung zu eröffnen. In seiner ersten Hälfte, also Den RunDen Der vorigen Spielzeit, ließ Der WiDerhall Des Vereins- Die Muslime haben nur zwei große Feste: Eins . nennt man Das Fest Des Fastenbrechens i oDer wie Der arabische Name lautet: Id ul Fitr. Es 1 gibt noch ein 0 pferfest, das man in der Hei- i matsprache Id ul Adha nennt. Id ul Fitr ist das ' Endfest Des heiligen Monats RamaDan, Des Fastenmonats. Die islamische Kolonie in Berlin ist so groß, Daß sie dieses Ramadan in festlichem Rahmen- begehen kann. Während des Krieges wurde von Kaiser Wilhelm II. eine Holzmoschee in Wilnsdorf gebaut. Diese Moschee ist eine türkische Ein- Minarett-Moschee, und hier wurden immer die Festlichkeiten der Muslime veranstaltet. Der Monat Romadan ist im Islam der heiligste Monat, in Dem Das Heilige Buch Der Muslime, „Der Kora n", offenbart worDen ist. Er steht in dieser Hinsicht an Der Spitze Der andern Monate, was dadurch ausgedrückt wird, daß man den ganzen Monat hindurch fasten soll. Zwischen Fasten und Fasten ist jedoch ein Unterschied. Der Muslim fastet von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. In dieser Zeit darf er nicht Das geringste an Nahrung zu sich nehmen. „Du sollst nicht essen, nicht trinken, nicht rauchen unD nicht riechen." So sind Die Gesetze, Die streng innegehalten werden müssen. Jeder erwachsene Mensch ist verpflichtet, diesen religiösen Vorschriften nachzukommen. Die genauen Zeiten wann der Gläubige mit Essen aufhören soll und wenn er mit Essen anfangen darf, sind in Berlin sehr schwer festzustellen. Dafür hat die Gemeinde der Muslime in Berlin einen Kalender in arabischer Sprache in Aegypten drucken und in Berlin sowie in Deutschland, überall, wo sich Muslime befinden, verteilt. Die Flugblätter sind sogar bis über die Grenzen des Deutschen Reiches, z. B. in Paris, verteilt worden, damit Die Gläubigen an Hand Dieses KalenDers ihren religiösen Pflichten nachkommen können. Der Muslim rechnet nach Dem Mond; und es ist merkwürdig, daß der Fasten-Monat sowie die Festlichkeiten sehr b e w e g l i ch sind. Eine Zeitlang fällt der Ramadan in sehr heiße Tage; in Berlin ist Dann Das strenge Fasten ein großes Opfer. Man soll aber Dabei Doch nicht vergessen, Daß man in anderen Ländern — als Beispiel Diene JnDien, wo im Schotten 46 GroD Celsius herrschen — ebenfalls Den ganzen Tag fasten muß unD nicht einmal einen Tropfen Wasser zu sich nehmen Darf. Das erforDert eine erhebliche Disziplin unD ist wirklich em Opfer. In Berlin ist es aus begreiflichen technischen GrünDen nicht möglich, Die Einrichtungen sowie Die Sitten unD Gebräuche Des Orientes einzufuhren und dauernd zu pflegen. Während des Fasten- monats soll der Muslim beispielsweise in der Nacht zwischen 3 und 4 Uhr aufstehen, um Nahrung zu sich zu nehmen. Dabei muß natürlich vermieden werden, daß scharfe Speisen genossen werden, damit nicht tagsuüer das Durstgefühl zu groß wird. Man wählt daher leicht verdauliche Nahrungsmittel; allgemein wird Reis mit Milch und Zucker gegessen, oder man weicht Keks oder Brötchen in Milch und läßt sie einige Stunden stehen. Später wird Zucker hinzugefügt unD Dann als beliebte Fastenspeise gegessen. Die genaue Zeit, wann Der Muslim aufstehen muß, roirD nicht Durch einen Wecker bekannt- gegeben. Vielmehr ist es Die Aufgabe eines Wachters, währenD Des Monats RamaDan um eine bestimmte Zeit in Der Nacht Durch Schläge an Die Haustür Die Bewohner zu wecken. Um Mitternacht ist im Orient Das Leben wirklich herrlich. Wenn es Sommer ist unD man unter freiem Himmel schläft, unD wenn Die Wächter unD Fakire singenD Die Straßen Durchziehen Dann ist die Wirkung Dieser Gesänge in Der stillen Nacht ungeheuer groß. Der Berliner Muslim muß auf alles Das verzichten. Hier macht er von Der technischen Neuerung eines Weckers Gebrauch oDer laßt sich als moDerner Mensch Durchs Telephon wecken. Wenn Die Zeit sich Dem EnDe Des Fastens nahen, Der MeisterschaftsentscheiDungen. Auch wenn Damit noch nicht gesagt sein soll, daß Die PokalentscheiDungen bereits Die gleiche BeDeutung wie Die MeisterschaftsentscheiDungen erlangt haben — ------- Das wäre auch angesichts Der langjährigen TraDition' regenden Kampf. Launsbach war Dem Tabellen- führer technisch und taktisch überlegen und siegte verdient. Launsbach Jugend — Rodheim Jugend 2:2. Auch hier war dem Tabellenführer kein Sieg vergönnt. Obwohl die einheimische Jugend nur mit neun Mann spielte, waren sie sehr eifrig und nützte die sich bietenden Torgelegenheiten geschickt aus. Oxforder Eishockeyspieler besiegt. Die Eishockeymannschaft der Universität Oxford, die am Mittwoch und Donnerstag im Berliner Sportpalast antritt, begann ihre Kontinentreise in Düsseldorf wenig verheißungsvoll. Vor 3500 Zuschauern standen die Engländer im Westdeutschen Eisstadion einer aus Münchener und Rießerseer Spielern gebildeten süddeutschen Nachwuchsmannschaft gegenüber. Die Bayern gewannen mit 3:1 (2:1, 0:0, 1:0) durchaus verdient. Schmeling—Louis perfekt! Einem amerikanischen Kabel zufolge hat Max S ch m e l i n g heute abend (Dienstag) mit dem 20. Jahrhundert-Klub (Mike Jakobs) einen Kontrakt unterzeichnet, nach dem er im Juni nächsten Jahres im Neuyorker Yankee-Stadion auf den amerikanischen Negerboxer Joe Louis trifft. Kurze Sportnotizen. Den Fußballern der 1. FC. Nürnberg, die am Sonntag durch einen 2:0-Sieg über FC. Schalke 04 Deutscher Pokalmeister geworden waren, wurde bei ihrer Heimkehr nach Nürnberg ein begeisterter Empfang bereitet. Der Siegesfeier im Herkules-Saalbau wohnte auch der Frankenführer (Sauleiter I. Streicher bei, der unter tosendem Beifall die Elf zu ihrem Erfolg beglückwünschte. Europameister Gustav Eder verteidigte im Hauptkampf der Berliner Berufsboxkämpfe am Montagabend im Sportpalast seinen Titel zum achten Male erfolgreich. Er schlug den spanischen Herausforderer Hilario Martinez über 15 Runden sicher nach Punkten. Halbschwergewichtsmeister Adolf Witt siegte nach Punkten über Zeeman- Amerika, Mittelgewichtsmeister I. Besselmann wurde von dem Belgier Anneet nach Punkten geschlagen und Nico D r o o g - Krefeld schlug den Berliner Marohn in der dritten Runde entscheidend. Wirtschaft. Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1331: Der Wortlaut des neuen Verrechnungs-Abkommens mit Ungarn; Ausführungsbestimmungen. 1332: Einfuhrverbot für Reichsmarknoten. 1333: Festsetzung der allgemeinen rumänischen Einfuhrabgabe. 1334: Bekanntmachung KP 72 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 1335: Einfuhrbewilligungsanträge in Frankreich für Neukontingente für das 1. Vierteljahr 1936. 1336: Ausnutzung der schweizerischen Kontingentsreste für deutsche Waren aus dem 2. Halbjahr 1935. 1337: Die Plaketten „Gemeldet beim Gesamtverband des Deutschen Einzelhandels" sind sofort zu entfernen. 1338: Die Umsatzsteuerumrechnungssätze für November 1935. 1339: Bestimmung des Werberates der deutschen Wirtschaft über die Verwendung der Worte „Olympia", „Olympiade" und „olympisch" bei der Wirtschaftswerbung. 1340: Bekanntmachung KP 73 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurpreis. 1341: Bekanntgabe der Tagesstunden, während der Ferngespräche mit der Ueberwachungsstelle für Wolle und andere Tierhaare geführt werden können. 1342: Clearingpflichtige Zahlungen im Postverkehr der Schweiz mit Deutschland. 1343: Weihnachts- und Neujahrsgespräche mit Ueberseeländern zu halber Gebühr. 1344: „Deutsches Grenzland", Jahrbuch des Instituts für Grenz- und Auslandsstudien. Bezug wird allen Wirtschaftskreisen zur Propagierung des Grenzlandgedankens und zur möglichst weiten Verbreitung empfohlen. Preis RM. 3,50 je Exemplar. Bezug durch vorgenanntes Institut, Berlin-Steglitz. Kontingents- und Standortsabschläge im Mehlhandel. Fwd. Die Pressestelle der Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Es konnte gelegentlich beobachtet werden, daß im Mehlhandel die zulässigen und vereinbarten Kontingents- und Standortsabschläge von den Verkäufern nicht in Rechnung gestellt wurden. Daher weist der Getreidewirtschaftsoerband Hessen und Nassau darauf hin, daß die Rechnungsführung die Vornahme von Kontingentsund Standortsabschlägen erkennbar machen muß. Es wird ein Rechnungsziel von 28 Tagen empfohlen, hierbei soll ein Verzugszuschlag von 0,20 RM. in Rechnung gestellt werden mit dem Hinweis, daß bei Zahlung innerhalb 14 Tagen dieser Betrag wieder in Abzug gebracht wird. 'Rindermarft in Gießen. Aus dem gestrigen Rinder-Nutzviehmarkt in Gießen standen 669 Stück Großvieh, 154 Fresser und 128 Kälber zum Verkauf. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 420 bis 570 Mark, 2. Qualität 310 bis 410 Mark, 3. Qualität 190 bis 300 Mark; Rinder XA-- bis ^jährig 120 bis 190 Mk., bis 2jähr. 190 bis 280 Mk., tragend 250 bis 490 Mark; Kälber bis 3 Wochen 30 Mark, bis 4 Wochen 50 Mark, bis 6 Wochen 66 Mark. Ausgesuchte Tiere über Notiz. Marktverlauf lebhaft. — Nächster Markt: 7. Januar 1936. Mein-Mainische Börse. Rritlagsbörse still und behauptet. Frankfurt a. M., 10. Dez. Die Börse eröffnete wiederum nahezu geschästslos. Der Mangel an Anregungen und das Fehlen von nennenswerten Aufträgen der Bankenkundschaft läßt keine Unternehmungslust aufkommen. Obwohl die Kurse am Aktienmarkt uneinheitlich und zunächst überwiegend mäßig leichter lagen, war die Grundtendenz widerstandsfähig und für einige Spezialwerte sogar recht fest. Etwas Beachtung fanden Elektroaktien, Siemens 167,90 (166,50), Schuckert 119,50 (118,50), Gesfürel 124 (123) und RWE. 130 (129,75). Montanaktien setzten bei kleinen Umsätzen größtenteils etwas niedriger ein und zwar um 0,25 bis 0,50 v. H., Hoesch 80,25 (80,90), dagegen Harpener 102,50 (101,50) und Buderus 94,25 (94). Von chemischen Werten notierten IG. Farben mit 147,40 (147,25) und Deutsche Erdöl mit 104,75 (104,50), andererseits Th. Goldschmidt ca. 104,75 (106,50). Ueberwiegend schwächer lagen Maschinen- und Motorenwerte; Daimler 89,50(90), Muag 69,50 (71,25), Moenus Maschinen 78,13 (78,50) und Junghans noch eintägiger Pause 77,50 (79,50). Auch Zellstoffaktien lagen matt, insbesondere Waldhof mit 115 (116,90), ferner Aschaffenburger — 1 v. H. und Feldmühle — 0,50 v. H. Etwas Nachfrage fanden Kunstseide AKU. zu 53,50 bis 53,75 (53,50). Schiffahrtswerte lagen behauptet, Reichsbankanteile gaben auf 175 (175,65) nach. Nach den ersten Notierungen hielt die Geschäftsstille in vollem Umfange an, die Grundstimmung war bei wenig veränderten Kursen behauptet. Am deutschen Rentenmarkt lagen Altbesitz mit 111, späte Reichsschuldbuchforderungen mit 97 und Zinsoergütungsscheine mit 90,90 unverändert, dagegen ermäßigten sich Kommunal-Umschuldung auf 88,20 (88,30) und zertif. Dollar-Bonds um 0,25 v. H. Von Auslandsrenten gingen Mexikaner bei kleinen Abgaben weiter etwas zurück; 5 v. H. äußere Gold 13,13 (13,75), 4 v. H. Gold 7,90 (8,25), 4,5 v. H. Bewässerungsanleihe 7,50 (7,75). Im Verlaufe ergaben sich am Aktienmarkt bei allerdings nur kleinen Umsätzen überwiegend leichte Erhöhungen, so daß gegen den gestrigen Abendbörsenschluß die Kurse gut behauptet lagen. Darüber hinaus erhöhten sich IG. Farben auf 147,75, Reichsbank auf 176, Kunstseide AKU. auf ca. 54,25. Montanpapiere konnten ihre anfänglichen Einbußen durchweg ausgleichen. Maschinen- und Motorenwerte sowie Zellstoffaktien waren allerdings nahezu unerholt. Am Rentenmarkt waren zertif. Dollar-Bonds fester, so u. a. 6,5 v. H. Preußen mit 64,25 nach 63,25, 7 v. H. Spargiro mit 64,25 (63,40) und 6 o. H. Spargiro mit 63 nach 62,50. Im übrigen lagen die variablen Papiere unverändert. Pfandbriefe und Stadtanleihen lagen still und voll behauptet. Nass. Liquid, jedoch 101 (101,25). Ausländsanleihen lagen still, Mexikaner auf ermäßigter Basis behauptet. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse ruhig. Die Abendbörse nahm einen ruhigen Verlauf und brachte bei nicht unfreundlicher Grundstimmung sowohl am Aktien-, wie am deutschen Rentenmarkt keine größeren Kursveränderungen. Etwas gedrückt waren auf schwächere Meldungen aus Amsterdam Kunstseide Aku mit 53,25 (53,90). Reichsbank erholten sich auf 176,50 (176), auch einige Montanwerte lagen mäßig höher. Von Auslandsrenten lagen Mexikaner bei allerdings kleinen Umsätzen fester, 5proz. äußere Gold 13,75 (13,13), 4proz. Gold 8,50 (8,15), 5proz. innere Silber 5,75 (5,50), 4,5proz. Schach-Ecke. Bearbeitet von I. Scimisch H. Wiekowiak Schwarz: Kh8, Lg8 Sgl (3) 8 8 6 5 5 3 3 2 2 Weiß: Ke3, Be5, g6, g4 (4) Weiß zieht und hält unentschieden G. A. Iohannson Schwedischer Schachbund. Schwarz: Ka8, Ba2, b3, b4, b7, e4 (6) 8 8 6 5 5 3 2 2 Weiß: Ke2, Dal, Lb2, Sc8, Ba7, 66 (6) Weiß zieht und setzt in 3 Zügen matt Lösung des ZweizügerS von Dr. Seidemann Weiß: Kc7, Te8, Laß, Lg3, Bc3, dd (&). Schwarz: Kdö, Se3, Sg4, Bf3 (4). 1. Lg3—!2 Sg4Xf2 2. Ted —eM^; 1. . . . Se3—c4 2. Laß— 1. . . . SeS beliebig anders 2. c3—e4ch. Lösung des DreizügerS vou Frh. o. Holzhausco Weiß: Kbi, Dfß, Lg7, Bc4, e3 (5). Schwarz: Ka2, Tbl, Bb3, b7 (4) 1 Lg7—h8 b7—bß 2. Dfß—g7 (broljt 3. Da7 matt) T beliebig. 3. Dg7—b2 matt; 1. . . . b3—b2 2. Dfß—c3 nebst 3 Da3 matt oder 3. DXb2 matt; 1. . . . b7—b5 2. Dfß—aß matt. Oie Narrenkappe. Die Unterschrift. Eine Frau kam in eine Bank, um einen Scheck einzulösen. Der Kassierer ersuchte sie, ihre Unterschrift auf die Rückseite des Papiers zu setzen, aber die Dame erklärte, nicht zu wissen, was von ihr verlangt werde. „Das ist doch ganz einfach", sagte der Kassierer. „Sie sollen Ihren Namen genau so unterzeichnen, wie Sie das bei Ihren Briefen tun und dann werde ich Ihnen das Geld aushändiaen." Daraufhin schrieb die Dame mit deutlichen Buchstaben sehr langsam und sorgfältig auf die Rückseite des Schecks „Deine treue Edith". Die Taufrede. Als der große deutsche Altertumsforscher Jakob Grimm bei dem ersten Sohn des Aegyptologen Le psi us Gevatter stand, begann er seinen Toast mit den Worten: „Ich bin gern auf einer Kindtaufe. Da geht es viel ordentlicher her als bei Hochzeiten und Leichenfchmäufen, bei denen man gewöhnlich von den Hauptpersonen nichts zu sehen bekommt!" Schlichtes Geständnis. Eine junge Schauspielerin sollte sich in einer Szene gegen den Versuch des Verführers, sie zu küssen, heftig zur Wehr setzen. Sie benahm sich dabei aber bei der Probe so ungeschickt, daß der Regisseur sagte: „Versetzen Sie sich doch mal richtig in die Situation. Haben Sie noch niemals versucht, einen jungen Mann daran zu hindern. Sie zu küssen?" Die Schauspielerin sah verwundert auf und sagte schlicht: ,N e i n !" Chinesische Höflichkeit. Die Höflichkeit der Bewohner des Reiches der Mitte ist sprichwörtlich. Die Herren Tschung und Kung sitzen am Ofen und plaudern. Plötzlich sagt Tschung zu seinem Freunde: „Mein lieber Kung, ich würde Ihnen von Herzen gern eine äußerst interessante Mitteilung machen; sie ist das Ergebnis einer Tatsache, die ich soeben beobachtet habe. Aber ich kann nicht umhin, mich zu erinnern, daß Sie — wenigstens behauptet man es ziemlich allgemein— von etwas argwöhnischem Charakter sind und bei solchen Anlässen leicht Streit anfangen. So muß ich natürlich zögern, Ihnen diese Mitteilung zu machen. Nichtsdestoweniger glaube ich schließlich doch, daß es vorzuziehen ist, wenn Sie die Sache wissen. Entschuldigen Sie also, wenn ich mir die Freiheit nehme, und erlauben Sie mir, davon zu sprechen ..." „Nun schön, worum handelt es sich denn?" „Mein lieber Kung, Ihr Rock fängt an zu brennen ..." Jrrigatioxi 7,65 (7,50). Nachbörslich gingen 5proz. Goldmexikaner mit 13,90 um. Auch Ungarn Gold lagen mit 9,30—9,35 leicht über heute mittag. Zertif. Dollarbonds blieben auf der befestigten Mittagsbasis unverändert. U. a. notierten: Altbesitz 111, 6proz. Stahlverein 102,40, IG.-Farbenbonds 123,50, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123, 6proz. Krupp Obl. 103,50, 4,5proz. Rhein. Hyp. Gold R 10—15 96,25, 4proz. Ungarn Gold 9,30—9,35, 5proz. innere Mexikaner 5,75, 5proz. äußere Gold 13,75, 4proz. Goldmexikaner 8,50, 4,5proz. Irrigation 7,65, Reiechsbank 176,50, Harpener 102,25, Mannesmann 78,13, Rheinstahl 102,75, Stahlverein 73,65, Aku 53,25, Bekula 134, Bemberg 101, Cement Heidelberg 117,25, Conti Gummi 157, Scheideanstalt 214, Licht & Kraft 131,50, IG. Farben 147,65, Gesfürel 123,75, Mainkraft 87, Metallgesellschaft 110 Moenus 78, Schuckert 119,25, Südd. Zucker 200, Anatolier I. u. II. 39,13. Frankfurter Obst- und Gemüsemackt. Frankfurt a. M., 10. Dez. Am Gemüsemarkt blieben die Zufuhren trotz des eingetretenen Frostes noch gut und infolge des Witterungsumschlages haben die Preise für Feldsalat, Rosenkohl, Spinat und Wirsing leicht angezogen. Nachfrage befriedigend. U. a. notierten: Blumenkohl Stück 15 bis 40, do. Steige 9 bis 18 St., 4.— bis 4,50 ital., Eskarol 5 bis 12, Feldsalat 25 bis 35, Karotten 3 bis 5, gelbe Kartoffeln 3,40 bis 3,60, Kohlrabi 4 bis 5, Meerrettich 35 bis 45, Treibhaus-Rettich 8 bis 15, Freiland-Rettich 4 bis 8, Rosenkohl 20 bis 22, Rote Rüben 4V-> bis 7, Rotkraut 5 bis 8, Sellerie je nach Größe 5 bis 30, do. 50 Kilogramm 10.— bis 12.—, Spinat 8 bis 12, Schwarzwurzel 15 bis 22, Haus - Tomaten 32 bis 35, Freiland- Tomaten 10 bis 15, Weißkraut 4V? bis 6V2, Wirsing 4 bis 8, Weiße Rüben 6 bis 7, Zwiebeln 9V2 bis IIV2. Am Obstmarkt blieben die Zufuhren, insbesondere von Aepfeln, im Verhältnis zur Nachfrage sehr stark. In besseren Sorten zufriedenstellendes Geschäft, in geringwertiger Ware lieber- stände. Preise im allgemeinen kaum verändert, für bessere Aepfel teilweise rückläufig. Aepfel I 25 bis 30, II 18 bis 22, Wirtschaftsäpfel 12 bis 18. Goldparmänen 20 bis 30, Boskop 20 bis 30, Luiken 18 bis 22, Baumanns Renette 20 bis 28, Schafsnase 14 bis 18. Apfelsinen 18 bis 24 span., Ravel 30 bis 35 span., Kiste 200 Stück Ravel 20.— braf., Birnen I 25 bis 28, II 18 bis 24, Kochbirnen 12 bis 18, Le Lectier 20 bis 28, Gräfin 0. Paris 20 bis 28, Haselnüsse 30 bis 35 ital., Kastanien 19 bis 30, Mandarinen 22 bis 26 span., Trauben 63 holl., Walnüsse 35 bis 50 ital., 32 bis 35 bulg., Zitronen 9,— bis 11,— per Kiste mit 300, 360 Stück Inhalt. Briefkasten der Nedattion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Ein aller Abonnent. Wenden Sie sich an das für Ihren Kreis zuständige Gesundheitsamt (Kreisarzt). Dort erhalten sie alle einschlägige Auskunft. TB. O. in A.-V.: Die Reichsbank kauft altes Silbergeld an zum Werte des Silbers nach der jeweiligen Notierung des Weltmarktes. Der Betrag beläuft sich gegenwärtig auf 24 Pfennige je Mark. 5-Markstück bringt also 5 mal 24 Pfennige, ein silbernes 50-Pfennigstück 12 Pfennige. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Jranffurt a.M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. IR. Datum Datum 9 12 9.12. 15 15 16,4 84,25 84,13 104,75 110 । 87,25 । 87,5 86,5 86 116,5 117,25 128 128 ©leite. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft 6 y, Banknoten. 156,9 157 157 261 87 200 I 0 25,13 101 200 0 10 15,13 25,5 16,5 84,75 113 84,13 4l 7 6 25,4 283,75 106,5 112 110 6 6 7 7 129,75 118,5 166,5 121 83 84 176 0 5 5 0 7 0 8 0 0 5 6 4| 25,25 288,5 89,4 137,5 100,9 53,9 99,25 115,5 76,5 122,75 89,5 137,5 74,25 25,13 284,5 0 0 12 0 0 6 0 0 8 6 6 3 0 Schlußkurs Schlußkurs 83,5 84 175,5 83 84 176,5 35,5 134,5 110 131,25 35,25 134,25 110,5 131,75 105 123 130 119,25 167,9 120,5 94,5 104,5 101,5 80,4 159 125,75 79,25 77,75 83,5 84 175,5 15 25,13 16,5 85,25 113 84,13 90 137,5 147,65 214 105 Rhein. Wests. Eleltr. Schuckert & Go...... Siemens L Halske... LahmeyerLCo..... 94,25 105 102,5 80,5 158 125,5 79 78,13 112,13 110 94 104,5 101,5 80,9 157 125 79,25 77,75 53,25 101 115,5 77 ManSfelder Bergbau .. Koksworke........... Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Vereinigte Stahlwerke. Ltavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth 7*/, > 12 .. 8 35,5 I 134,65 । 110 ' 132 - 61 .. 6 12 >. 4 . 0 . 0 . 5 .. 5 7 y> 94,4 105,25 102,5 80,75 157 125,75 79,5 77,9 4% vesgl. Serie 11 ............ 5% Numan, vereinh. Rente v. 1903 414%Rumän.vereinh.Rentev.l9i3 4% Rumänische vereinh. Rente .. L'/«% Anatolier .............. 71 147,25 9' 214,75 35,4 134 110,5 131,5 105,25 123,75 5,9 8,65 4,75 39,13 53,5 100,75 116,9 77,5 Berliner Handelsgesellschaft ... Commerz, und Privat-Bank ... Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft Dresdner Bank Reichsbank ................ 8,65 4,9 Gritzner Mainlraftwerke Höchst'a.M.. Süddeutscher Zucker........ Daimler Motoren .... Deutsche Linoleum ... Lrenstein L Koppel .. Westdeutsche Kaufhof. Chade.............. Accu mulatoren.Fadrik Conti-Gummi....... 16,5 84,5 A.E.G. Bekula 105,5 105,25 123,25 123,75 129,75 129,75 119' 119,5 166 167,25 121 I - I. G. Farben-Jndustrie Scheideanstalt........ Goldschmidt Rütgerswerke Metallgesellschaft 8,8 4,9 39,25 5.9 8,5 4,9 39 Hamburg-Amerika-Paket o Hamburg-Südam. Dampfschiff . o Norddeutscher Lloyd ....... A.G. für Verkehrswesen Akt. Philipp Holzmann Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. 100,75 53,9 100,75 115,9 76,5 122 89,75 137,13 74,75 25,4 287,5 167 156,5 Felten & Guilleaume 4 Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität 147,25 I 147,65 106,75 113 110 l Buderus Deutsche Erdöl Harpener................... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse Klöcknerwerke ............... Mannesmann-Röhren ... Schultheis Pahenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............... Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch losfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. 25,75 I 26 I 87 - 200 I 200 I Schluß!. Mittag- börse 10.12. Schluß!. Abend- börse 10.12. Framiuri a. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- lurs Schlußk. Mittagbörse Datum 9.12 10.12 9.12. 10 12. 6% Deutsche ReichSanleihe v. 1927 100,5 100,65 100,65 100,5 4% Deutsche Reichsanl. von 1931 97,25 97,25 97,25 97,25 6*4% Doung-Anleihe von 1930 .. 101,13 101,25 101,5 101,5 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 111 111 111,25 111 4*/,% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 100,13 100,2 100,1 100 6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 97,5 97 97 97 4%% ehem.8% Hessische Landes' bank Darmstadt Gold R. 12.... 96,25 96,25 — _ 6)4% ehem. 4)4% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLigui 100,65 100,5 — 4)4% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Gokdschuldverschr. R. 6 93 93 _ Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. _ —r _ _ Deutsche Komm. Sammelabl. Aw leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113,25 112,5 113 112,75 4)4% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6)4% ehem. 4*4% Franks. Hyp.. Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 6)4% ehem. 4)4% Rheinische 96,25 96,25 — — 100,6 100,6 — — Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe..... 4)4% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 100,9 101,13 100,9 101 97 97 97 97 4)4% ehem. 7% Pr.Landespsand- briesanst., Gold Komm. Obl.VI 97 97 97 97 Steuergutsch.VerrechnungSk. 34-38 107,75 107,75 107,75 107,75 4% Österreichische Goldrente.... _ __ 27,5 27,4