Nr 258 Erstes Blatt 185. Jahrgang Zreitag.ll. Oktober 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätsvuch und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. schristle tung und Geschäftsstelle: §ckulftratze 7 Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8^/,Uhr des Vormittags Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Textanzeigen von 70 mm Breite 50Nps.,Plahvorschrist nach oorh.Dereinbg.250/„ mehr. Ermäßigte Grundpreise: Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie ein- spaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Npf.,Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B - M ■ L WöG «iji W«; >:#■ erteile. e r - Die Kampflage an der abessinischen Aordfronl Ge- flaschen). Ohne seine eigene Kriegspraxis zu widerrufen, könnte England dem nicht im geringsten widersprechen. Erst kürzlich b e st ä t i g t e ein Fachaufsatz in der „Morning Post" (25.9.) ausdrücklich diese Rechte, an denen England gegen allen Widerstand der Neutralen stets festgehalten habe. Ja, es würde bei dieser Gelegenheit für ebenso möglich gehalten, daß Italien alle überhaupt auf afrikanische Häse n", einschl. Aegypten, Ost-, Süd- und Südwestafrika laufenden Ladungen in solcher Weise beanstanden könne, wenn es den Verdacht habe, daß sie in „einheitlicher Reihe", wie das Seerecht sagt, für Abessinien bestimmt sind. Das durchaus legale Verfahren bestände dann darin, solche Schisse in See anzuhalten, sie zu untersuchen, was meist an Ort und Stelle nicht möglich ist, und sie nach italienischen Häfen zur genaueren Prüfung und etwaigen Aburteilung durch ein Prisengericht einzubringen. Wer sich des Widerstandes der Neutralen im Weltkrieg gegen sol- immer größer werdenden Gefahr entgegenzutreten. Italien könne sich auf die Völkerbundssatzung, nämlich auf Art. 1 (Fähigkeit zur Mitgliedschaft), Art. 22 (Behandlung der eingeborenen Bevölkerung) und Art. 16 Abs. 4 (Ausschluß von Mitgliedern) berufen. Das Recht Italiens werde durch die Verträge zwi- chen den drei angrenzenden Mächten erwiesen. Diese Verträge seien durch das englisch-italienische Abkommen von 1925, also nach der Entstehung des Völkerbundes und nach dem Eintritt Abessiniens in den Völkerbund, b e st ä t i g t worden. Daraus ergebe sich, daß das italienische Uebergewicht in Abes- inten weder durch die Völkerbundssatzung, noch durch die Aufnahme Abessiniens aufgehoben worden sei. Italien dürfe mit lauter Stimme fragen: Warum hat man weder im chinesisch-japanischen Konflikt, noch im Konflikt zwischen Bolivien und Paraguay, obwohl in beiden Fällen eine Paktverletzung festgestellt wurde, jemals von Sanktionen gesprochen? Müsse sich angesichts dieser Saisonpolitik jeder vernünftige Mensch nicht fragen, welche Einflüsse auf den Völkerbund einwirken, um ihn zur Anwendung eines so verschiedenen Verfahrens zu treiben? Wenn der Völkerbund still stehl, so wird die Geschichte.'die man nicht mit Sanktionen zwingen kann, ihren Weg gehen, denn ihr Weg ist das Leben. Italien ist überzeugt, daß es in diesem Falle nicht nur seinen eigenen Kamps trägt, sondern auch den des Völkerbundes, denn es gilt, seinen Geist der lebendigen Wacht verherrlichen gegen seinen Buchstaben, der tötet. Dieses Italien hat den berechtigten Stolz, dem Völkerbund den zuverlässigen Weg zum Leben und Wirksamwerden zu zeigen. Dieser Weg ist durch zwei Grundsätze gekennzeichnet: 1. Entschlossenes Beiseitelassen der Politik mit zweierlei Waß, 2. Herstellung der Harmonie in der Gesamtheit des Paktes. Der Teil, der sich auf die Entwicklung bezieht, muß in Einklang gebracht werden mit demjenigen, der der Erhaltung des Bestehenden gewidmet ist, damit so die ganze Wirksamkeit erreicht wird, die notwendig ist, um mit der Geschichte Schritt zu halten und den neuen Situationen gerecht zu werden, die sich ständig entwickeln, und die mangels dieser Elastizität die sicherste Quelle von Konflikten werden. In voller geistiger und materieller Entwickelung, eingeschnürt durch geschichtliche Wechselfälle und internationale Einschränkungen erstickt Italien auf seinem engen Gebiet. Italien ist das Land, das vor der Versammlung der Staaten seine Stimme erheben muß, der große Prole- Seit Beginn der Feindseligkeiten an der abessinischen Nordfront wird der Name des abessinischen Heerführers Ras Seyoum, des Königs von Tigre, genannt. Unser Bild zeigt Ras Seyoum (links) mit einem seiner Unterführer im landesüblichen Kriegsschmuck. — (Scherl-Bilderdienst-M.) (Funkspruch des Kriegsberichterstatters des DNB.) Asmara, 11. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der linke Flügel der italienischen Streitkräfte unter General Santini drückt von Edaga Jwus auf M a - tarier unter den Völkern, der rechligkeit verlangt. Die Billigung des Msbeschlusses. ches Verfahren erinnert, oder des Gemütszustandes in Deutschland 1899/1900, zur Zeit des Burenkrieges, als drei deutsche Postdampfer in dieser Weise von England behandelt wurden, wird vielleicht ermessen, wie die Wirkung auf England gegenwärtig einzuschätzen wäre. Damit nicht genug, entsteht die stachliche Frage des Unterseeboots als Handelskreuzer, die hier praktisch dieselbe ist wie im Weltkriege, da Italien (und Frankreich) dem von England, Amerika, Japan und Deutschland ausgesprochenen Versprechen nicht beigetreten ist, mit U-Booten nach Prisenrecht zu handeln, wie mit Kreuzern. Ein Dampfer leistet Widerstand oder will fliehen, und der erste Torpedo zieht seine Furche und sprengt den mühsam gehaltenen Frieden in die Luft. Somit erkennt man, w i e eng die Zone zwischen wirksamen Sanktionen und Krieg ist, und wie schnell sie überschritten werden kann. England wünscht schnelles Handeln. Ministerpräsident Laval betonte dann die Völkerbundstreue Frankreichs und unterstrich zugleich feine Freundschaft zu Italien. Aus diesen Gründen werde Frankreich zugleich mit der Anwendung des keile, wo Ras Selassie G u g s a mit abessinischen Truppen untätig steht. In italienischen Kreisen verlautet, daß dies vermutlich auf politische Gründe zurückzuführen sei, da Ras Gugsa mit Ras Seyoum verfeindet fein soll. Hingegen leisten die Streitkräfte von Ras Seyoum dem italienischen Vormarsch Widerstand. Die italienische Mittelgruppe unter General Biroli steht zur Zeit hinter Amba Augher. Der rechte italienische Flügel unter General Maravigna hält die Höhen und Täler in der Umgebung Aduas besetzt. In allen Frontabschnitten finden V o r - postengefechte statt. An der durch den Setit Takkaze-Fluß gebildeten Eritrea-Grenze werden von den kriegerischen abessinischen Stämmen andauernd U e b e r f ä 11 e auf die italienischen eingeborenen Truppen unternommen. Von italienischer Seite sind noch immer keine genauen Angaben über die eigenen Verluste zu erhalten, was damit begründet wird, daß viele bei den letzten Kämpfen eingesetzte Abteilungen noch vermißt werden. Eine Zahl von 60 Toten und 200 Verletzten dürfte jedoch nicht zu hoch gegriffen fein. Der Berichterstatter des DNB. hatte Gelegenheit, sich mit General Santini, dem Führer des linken italienischen Flügels, zu unterhalten. Er erklärte, man rechne mit einem Gegenstoß der Abessinier bei Adua. Man beschäftige sich daher mit dem Ausbau der erreichten Stellungen. Die Grenzbevölkerung, die zu einem Drittel aus Muselmanen und zu zwei Dritteln aus Kopten besteht, habe die italienischen Truppen freundlich ausgenommen. In Adigrat seien sämtliche Häuser mit weißen Fahnen beflaggt und die Versorgung der italienischen Truppen durch die eingeborene Bevölkerung mit frischem Fleisch gesichert gewesen. General Santini verwies noch darauf, daß er bei der Katastrophe von Adua im Jahre 1896 als junger Leutnant das Fort von Adigrat räumen mußte und daher persönlich große Genugtuung empfinde, nun als kommandierender General die italienische Flagge wieder hissen zu können. Marschall Badoglio auf dem Wege nach Offaftika. Neapel, 11.Okt. (DNB.) Marschall Badog- l i o , der G e n e r a l st a b s ch e f des Heeres, und L e f \ o n a, der Unterstaatssekretär für die Kolonien, haben sich an Bord des Dampfers „Bianca- mano" nach Ostafrika eingefchifft. Vach der Rede Aloisis stellte Dr. Venesch fest, dandern nur Zeugnisabschriften dem Be werbungsichre tben HM legen! — Lichtbäder undBewerbungsuntev lagen müssen zur Ber- Meldung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen I Suche zu sofort junges kräftiges Mädchen aml.v.L.zurErl. des HauSb., obne gegens. Berg, bei gut. Beb. u. Verpfleg. Off. mögt, m. Bild an Ausflugsort u.Hofgut Magdalenenhausen bei Wetzlar. ösud Stellengesuche Perfektes lllMttn 29Jabre, das alle Arbeiten verrichtet und gut bürgerlich kocht, sucht zuml.Noo. 1935 Stellung. Schr. Angeb. u. 04346 an d. Gieß. Anz. Gas- und elektr. Lampen neu,p. Stück 5 - RM., z. vk. [04344 Ludwigftr. 40. RADIO 4-Robr.-App. m. Lautspr. bill. ab= zugeben. 04358 Marktplatz 2 I. 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M. 9.Oktober 10-Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld 1 Brief Buenos Atrer 0,678 0,682 0,678 0,682 Brüssel..... 41,96 42,04 41,97 42,05 Rio de Jan. . 0,144 0,146 0,144 0,146 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,39 54,49 54,43 54,53 Danzig..... 46,81 46,91 46,81 46,91 London 12,18 12,21 12,19 12,22 Helsingfor».. 5,365 5,375 5,37 5,38 Paris ...... 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland .... 168,03 168,37 168.16 168,50 Italien..... 20,24 20,28 20,24 20,28 Japan ...... 0,710 0,712 0,711 0,713 Jugoslawien 5,674 5,686 5,674 5,686 Oslo.....: 61,16 61,28 61,20 61,32 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,045 11,065 11,05 11,07 Stockholm... 62,80 62,92 62,84 62,96 Schweiz .... 80,90 81,06 80,92 81,08 Spanien.... 33,94 34,00 33,90 33,96 Prag....... 10,305 10.325 10,305 10,325 Budapest ... — — Neu York ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Bantnoten. Berlin, 10-Okiober Gelb Bries Amerikanische Note»....... 2,438 2,458 Belgische Noten........... 41,80 42,00 Dänische Noten .......... 54,22 54,44 Englische Noten .......... 12,155 12,195 Französische Note«........ 16,325 16,385 Holländische Noten........ 167,74 168,42 Italienische Noten......... 19,46 19,54 Norwegische Noten ....... 61,04 61,28 Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling — —• Rumänische Noten........ *— Schwedische Noten........ 62,67 62,93 Schweizer Noten.......... 80,74 81,06 Spanische Noten.......... 33,54 33,68 Ungarische Note» ......... — Nr. 2^8 Drittes Blatt Gießener Anzerger (General--21 njeiger sUl Gderyeßen» Sreitag, U Oktober (935 Aus Oer provinzialhaupistaOt. Das welke Blatt. Als ich heute morgen an meinen Schreibtisch trat, sah ich mitten auf der Briefmappe ein welkes Blatt liegen. Der Wind mochte es beim Lüften hereingetrieben haben, und eigentlich hätte ich es sofort in den Papierkorb fegen sollen. Denn ein geordneter Schreibtisch ist keine Laubablage. Ich tat indes nichts dergleichen, sondern betrachtete vielmehr diesen dürren Eindringling mit aufmerksamer Sorgfalt Recht unansehnlich sah das Blatt eigentlich aus, zerschlissen und faltig, mit aufgerollten Rändern und abgerissenem Stiel. Und doch verriet es deutlich Spuren von einstiger Schönheit Klar zeichnete sich noch das anmutige Geflecht seiner Adern vom braungelben Grunde, und zierlich wirkte noch immer die eigenwillige Zähnung seiner Umrisse Es liegt nahe, beim Betrachten eines welken Blattes wehmütig zu werden. Der Herbst und die Melancholie stehen ja nach ehrwürdigem Brauch m mmgem Zusammenhang. Roch gar nicht so lange ist es her, da rauschte dieses Blatt, saftig und grün, mit seinen viertausend Brüdern im Sommerwind, und sicher hielt es der mächtige Baum am geschmeidigen Stiele fest. Singende Vögel sahen neben ihm auf dem schmalen Ast, und fröhliche Menschen blickten dankbar in das kühl schattende Laub empor. Vielleicht sogar schwebte gerade dieses Blatt dicht über einer Bank, auf der am Abend die alten Leute sitzen, oder die jungen Liebespärchen. Und- das Blatt hätte somit viel Weisheit und viel lyrisches Gefühl unter sich belauscht und hätte beides prüfend miteinander vergleichen, können. Niemand weiß, ob es dabei nicht einen philosophischen, oder einen sentimentalen Charakter bekommen hat. Der Herbststurm jedenfalls hat vor solchen Erwägungen nicht Halt gemacht. Er hat das Blatt abgerissen, rauh umheraewirbelt und zerschlissen. Das ist die bekannte Vergänglichkeit alles Irdischen, sinnfällig verkörpert in einem bräunlichen Blattfetzen. Ich wurde indes durchaus nicht melancholisch. Ich saß ganz versunken, und wunderhübsche Erinnerungen stiegen in mir auf. Mit einem Mal war ich wieder ein kleiner Junge und spielte im Park mit welkem Laub. Die Nachbarskinder waren dabei, und wir schleppten die Blätter in dicken Packen, soweit unsere kurzen Arme nur irgend greifen konnten. Wir bauten eine machtvolle, raschelnde Burg mit Wällen und unförmigen Mauern, wir wühlten und schichteten, wir riefen selig durcheinander und wurden ganz heiß von unserer schweren Arbeit. Zum Schluß aber, wenn weit und breit fein Fitzelchen Laub mehr zu finden war, setzten wir uns hoch oben auf unser schwankendes, sinkendes Gebäude. Wie rechte, außerordentlich würdige Könige fühlten wir uns dabei, denen nach des Tages Plage ein Mußeftündchen wohl zu gönnen ist. Dann nahm mich die Erinnerung wieder bei der Hand und führte mich weiter in alle herbstlichen Wälder, durch die ich gegangen. Ganz deutlich horte ich das bunte Laub rascheln, durch das ich genießerisch schlurfte, wie über goldenen Schnee. Ein herber, köstlicher Geruch lag in der Luft, jener einzigartige, unvergeßliche Geruch feuchter Blätter im Herbstwald. Einchhörnchen schlüpften fernab, und umgestürzte Schwämme moderten neben den schwarzgrünen Stämmen. Flammend leuchtete die Sonne in dem silbrigen Geäst und .... „Sag mal, was starrst du eigentlich so lange auf das alte Blatt?" sagt hinter mir meine Frau sehr verwundert. Ich murmelte Unverständliches und ließ schuldbewußt das welke Ding rasch in den Papierkorb gleiten. Dann schlug ich mit gerunzelter Stirn die große Arbeitsmappe auf, H. B. v. M. Sornofnen. Tageskalender für Freitag. DAF., Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.30 Uhr im Schützenhaus Appell sämtlicher DAF.-Walter. — NSG. „Kraft durch Freude": 20.45 bis 22 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum, Dammstraße; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Bildbericht vom Fischzug im Albacher Teich Links oben: Der abgelassene große Albacher Teich. Im Vordergrund die Abflußgräben, in denen sich Tausende von Fischen sammelten. — Rechts oben: Auf dem Sortiertisch werden die Fische nach Arten und Größen getrennt. — Links unten: Auf der Suche nach allerlei interessantem Getter am Ufer des leeren Teiches. — Rechts unten : Wohlverdiente Ruhe- und Frühstückspause nach anstrengendem Fischzug. (Aufnahmen [4]: Neuner, Gießener Anzeiger.) Schombs, Brandplatz; 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 Uhr (nur für Frauen) Schwimmen im Volksbad. — Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr: „Hau, ruck". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ein ganzer Kerl". — Cafe Leib: 20 Uhr Lichtbildervortrag „Von Avusrekorden und Afrika". Stadttheater Gießen. Heute, Freitag, um 20 Uhr als zweite Vorstellung im Freitag-Abonnement Wiederholung des erfolgreichen Lustspiels „Hau, ruck" von Vulpius und Roberts. Spielleitung: Kurt Lüpfe. Ende 22.15 Uhr. Reit- und Fahrturnier in Gießen. Der Verkehrsverein Gießen lädt in unserem heutigen Anzeigenteil noch einmal zu dem Reit- und Fahrturnier am Samstag und Sonntag, 12., und 13. Dftober, auf dem Turnierplatz an der Rod- Heimer Straße in Gießen ein. Die Wettbewerbe werden von Angehörigen der Wehrmacht, der SA. und der Reitervereine bestritten. Neben den reit- fportlichen Ereignissen dürften das Schaufahren und die Fahrkonkurrenzen, die zum größten Teile von der Wehrmacht gezeigt werden, noch besonderem Interesse begegnen. Der Eintrittspreis wird es allen Volksgenossen möglich machen, die Veranstaltung zu besuchen. Näheres in der Anzeige. Oeffentliches Preisschiehen bei der Schühengesellschaft. Die Schützengesellschaft 1926 in Gießen lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu einem öffentlichen Preisschießen am fommenden Sonntag auf ihrem Waldschießstand ein. In Verbindung damit findet ein Schießen z u Gun st en der N S.- Volfswohlfahrt statt. Man darf wohl hoffen, daß für den edlen Zweck der NSV. bei diesem Schießen rege Beteiligung zu verzeichnen ist. (Siehe heutige Anzeige.) Schau- und Werbefrisieren der Friseure. Am fommenden Sonntag, 13. Oktober, veranstaltet die Friseur-Innung für Stadt und Kreis Gießen im Caf6 Leib in Gießen ein Schau- und Werbe- frifiren, das die Vielseitigkeit des Friseurs und seine Fähigkeit, als fachmännisch durchgebildeter Friseur beste Arbeit seines Handwerkes zu leisten, zeigen soll. Dabei soll sich das Frisieren auch auf den modernen Haarschnitt des Mannes erstrecken. Auf die heutige Anzeige fei besonders hingewiesen. „kreuz und quer durch das Schlesierland." Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) veranstaltet am kommenden Montag im Studentenheim einen Lichtbildervortrag von Hans U l - r i ch S i e g e r t, Hirschberg (Schlesien), der über das Thema „Kreuz und quer durch das Schlesierland" sprechen wird. Zu dem Abend sind a l l e Volksgenossen eingeladen. (Siehe heutige Anzeige.) Eine Büfle des Führers in der Chirurgischen Klinik aufgestellt. Im Treppenhaus des Hauptgebäudes der Chirurgischen Klinik unserer Universität wurde gestern vormittag eine Büste des Führers feierlich aufgestellt. Dabei hielt der Direktor der Chirurgischen Klinik, Prof. Dr. Fischer, in Gegenwart des dienstfreien Personals der Klinik eine kurze Ansprache, in der er die großen Verdienste des Führers Adolf H i t» (er um das deutsche Volk und Vaterland eindringlich vor Augen stellte und alle Volksgenossen ermahnte, bei all ihrem Wirken und Streben stets im Geiste des Führers zu handeln. Er schloß seine Ansprache mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler. Anschließend wurden die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Nachdruck verboten! 14 Fortsetzung Bettina mußte am Frühstück teilnehmen, Hans Syden aber entschuldigte sich, er hätte noch etwas zu besorgen, doch mittags wäre er bestimmt zurück. Bettina fühlte, er ging ihretwegen. Sie schämte sich, daß sie ihn gedrängt, er solle abreisen, sie hatte kein Recht dazu gehabt, er bewies es ihr durch sein Bleiben. Sie besaß kein Recht, sich um ihn zu ängstigen. Gräfin Jutta lud sie ein, heute den ganzen Tag im Schlößchen zu bleiben. Sie dankte und erklärte: „Mutter fühlte sich heute morgen nicht wohl, Kopfweh plagte sie und ich möchte sie doch etwas im Laden entlasten." Sie sprach die Wahrheit, doch hatte die Mutter zu ihr gesagt, sie solle ruhig im Waldschlößchen mitfeiern, durch ein paar Tabletten würde sie das Kopfweh sicher vertreiben. Der angegebene Grund genügte, niemand hier versuchte, Bettina zurückzuhalten. 17. Kapitel. E i n gefährliches Zusammentreffen. Bettina fuhr auf dem Fahrrad nach der Stadt zurück. Ihr war sehr traurig zumute, Hans Syden hatte sie heute behandelt wie einen Störenfried, er war nur fortgegangen, am nicht mit ihr zusammen am Tisch sitzen zu müssen. Das war der Dank für ihre Einmischung dafür, daß sie Unheil hatte verhüten wollen. So war sie vielleicht ein paar Minuten durch den Wald gefahren, als sie Graf Syden aus einem Seitenweg kommen sah. Er kam ihr entgegen und sie bog nach links hinüber. Ausweichen wollte sie. Er "aber winkte herrisch: „Steigen Sie ab, Bettina. Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen, weil ich nicht auf Sie gehört habe." Sie wollte trotzdem vorüber, aber er hielt ihr Rad fest, das jetzt leicht schwankte. Sie mußte hinunter. Er lächelte. „Sie waren enttäuscht, weil ich nicht abgereist bin, na ja, gut. Aber sehen Sie, warum soll ich ausreißen? Wenn Dr. Diendorf mich trifft, bann werde ich ihm Rede stehen. Die Welt ist groß und man müßte Benennungen vermeiden können, aber wenn es mal ernstlich darauf anfommt, daß sie groß sein soll, ist sie sehr klein. Beweis, daß Dr. Diendorf aus Berlin ausgerechnet in unserem alten Städtchen im Laden Ihres Vaters auftauchte und meine Photographie dort sah. Zweiter Beweis, daß er ausgerechnet ein Verwandter des alten Wilderling ist. Lassen Sie'- gut sein, Bettina, aber es war schon richtiger von mir, zu bleiben. Wie es auch kommt, ein Skandal wird und muß sich verSie schwang sich aufs Rad und überhörte, daß er ihren Namen rief. Sie fuhr schnell und schneller, kein Rus von ihm sollte sie mehr erreichen. Sie dachte nur: Jetzt war voraussichtlich alles gut. Hans Syden würde ja die Gegend verlassen und Dr. Diendorf konnte ihm nicht mehr begegnen. Sie dachte weiter, jetzt war auch sonst alles in Krönung, denn in ihrem törichten Herzen hatte sie gründlich aufgeräumt. Sonderbar nur, daß sich plötzlich heißes Naß unter ihren Wimpern hervor- orängte. Sie fuhr sich fast heftig mit dem Taschentuch über Augen und Gesicht und wäre babei fast vom Rade gefallen, weil sie für den Bruchteil et^r Sekunde vergessen hatte, daß sie auf ihrem Fahrrad saß. | 16. Kapitel. Geburtstagskind. Hand Syden hatte wirklich gleich fortgeroollt, aber plötzlich ward es ihm wieder leib. Töricht unb feige schien es ihm boch, einfach auszureißen. Er brauchte ja nicht ins Stäbtchen zu gehen unb m bie Nahe des Schlößchens würbe Dr. Dienborf kaum kommen. Wally war tot, unb verlangte Diendvrf Rechenschaft von ihm, dann sollte er sie haben. Man würde bas unter sich abmachen, wie es sich für Männer gehörte. Ein Skanbal war wohl zu umgehen. Großchen Jutta wäre ja außer sich gewesen, wenn er so dicht vor ihrem Geburtstag wieder wegfahren wollte. . Er blieb al(o, erzählte ©retrf, er war- ,m Städtchen gewesen und hätte den Rahmen gleich mitge- ^‘freute sich, daß er hier allmählich dach etwas innere Ruhe zurückgewonnen hatte und so kam der Geburtstag der Gräfin Jutta heran. Im Frühstückszimmer standen die Fenster wett affen und die Sonnenstrahlen schoben sich wie viele dünne qoldene Scheinwerfer über ^n Gabentisch, den Gretel schon in aller Frühe aufgebaut Groß chen Jutta war noch imm-r schlank, unb ihr. Jugend hatte noch nicht völlig Abschied von ihr genommen wie von Großchen Leonore, und sie liebte Dinge, die Großchen Leonore längst nicht mehr interessierten. Inmitten des Tisches, zwischen Blumen in schönen Vasen stand die Photographie ihres Enkels Hans in dem geschmackvollen breiten Silberrahmen. Zu Ehren ihres Geburtstages hatte sich Jutta Syden besonders festlich gekleidet. In dunkelbraunem neuen Seidenkleid, in dem sie sehr schmal und schlank aussab. betrat sie das Frühstückszimmer. Alle hatten schon auf sie gewartet, und es wurde Glück gewünscht und geküßt und gedankt. Auf dem Frühstückstisch wartete die Geburtstagstorte, unb ber frische Kaffee buftete verlockenb. „Heute ist er extra stark", lächelte Gretel. Man setzte sich, um zu frühstücken, als bas Hausmädchen meldete: „Fräulein Hochwald ist gekommen und möchte der Frau Gräfin gratulieren." Das pflegte Bettina jedes Jahr zu tun, ebenso wie sie Großchen Leonore und Gretel an deren Geburtstag besuchte. Hans Syden war der Besuch unangenehm, an Bettinas Kommen heute hatte er gar nicht gedacht. Er hatte ihr doch versprochen, abzureisen und saß nun hier. Um feine Sippen zuckte es. Wozu brauchte er aber so ein Versprechen zu halten. Er wollte nicht ausreißen. Schließlich dachte Bettina doch noch er wäre ein schlapper Kerl! Obgleich es ihm eigentlich gleichgültig sein könnte, was Bettina Hochwald non ihm dachte. Als Bettina eintrat, einen Strauß Blumen in der fianb, erhob er sich. Sie zuckte förmlich zusamrnen bei feinem Anblick, unb er merkte wie sehr sie fi£ zus°mm-nn-hm°n mußte, um ihren Muckwunfch vorbringen zu können. So em dummes Madel, War ernstlich verliebt in ihn, es hatte sie nicht genügend ,ur Vernunft gebracht, baß er ihr anvertraut, rote ehr er eine andere geliebt. Er glaubte ihr n.chft daß LV nur Sorge trug, bie Großchens unb Gretel könnten in Kummer kommen. Wally Walb! Stanb sie nicht plötzlich mitten in spm sniblinaslauen, von Milliarben Sonnenstaub- chen durchs,imm°rt°n Zimmer? Stand sie nicht neben Bettina Hochwald, übertrumpfte mit ihrer Schönheit die weißblonde Bettina und ine reizende ® S*on schwand die Erscheinung die er von Zeit ... oL und die ihm noch nach ihrem Tode den Kops wirr machte und tolle heiße Sehnsucht we-kt- Er reichte Bettina, die schon alle anderen begrüßt hatte, die Hand, ihre fragenden Augen begegneten einem kühlen Blick WWMMl Vornan von Anny von Panhuys Urheberrechtsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. meiden lassen, bei einer möglichen Auseinandersetzung zwischen Dr. Diendorf und mir." Seine Augen blitzten. „Jetzt erst fühle ich es so recht, daß mir der Aufenthalt daheim doch gut tut. Also, wozu ihn abbrechen." Bettinas Augen sahen an ihm vorbei. „Weshalb halten Sie mich überhaupt auf? Sie haben doch gar keine Veranlassung dazu, mir das alles zu sagen. Sie sind geblieben und ich sehe ein, meine Einmischung war töricht und lächerlich — gut. Sie haben auch keine Veranlassung, mich um Verzeihung zu bitten, sondern ich muß Sie um Verzeihung bitten, weil ich mich um Dinge gekümmert, die mich nichts kümmern durften." Wie blaß das ebenmäßige Gesicht Bettina Hochwalds war und wie dunkel ihre Augen schimmerten im Kranz der tiefbraunen Wimpern. Ihr flockig- weiches lichtes Haar bauschte sich über der Stirn in matter Bernsteinfarbe und Hans Syden fiel es heute eigentlich zum ersten Male auf, Bettina Hochwald war keine Durchschnittserscheinung. Bettina liebte ihn! Obwohl jeder Gedanke feines Herzens der Geliebten galt, die auf einem Kirchhof der Millionenstadt Berlin im letzten Schlummer ruhte, empfand er es heute doch fast wie eine kleine Freude, sich der Liebe Bettinas bewußt zu sein. Abkühlen, vernichten hatte er die Liebe wollen, jetzt dachte er nicht daran, ihre Liebe rührte ihn eher. Er nahm Bettinas Hand, sagte leise: „Wollen doch wieder gute Freunde fein wie früher, Bettina!" Ein lauer Wind strich durch die Buchen und die Sonne lachte: Es ist Frühling! Als Hans Syden ihre Hand gefaßt, war es Bettina, als müsse sie sich jetzt aufs Rad schwingen und vor einer großen Gefahr fliehen. Doch sie besaß nicht die Kraft, ihre Hand zu befreien. „Armes kleines Mädel!" flüsterte Hans Syden. Es klang fast zärtlich, und ehe sich Bettina besinnen konnte, was geschehen, hatte er sie geküßt. Im nächsten Augenblick erschrak er. Lieber Himmel, der Frühling verführte ihn zu Dingen, die ihm bei nüchternem lleberlegen unmöglich dünkten. Er bat: „Nicht böse sein, Bettina, ich weiß nicht, warum ich das eben tun mußte." Bettinas Gesicht war stolz und abweisend. Ohne ein Wort zu sprechen, sie hätte ja auch nicht eine Silbe über die Lippen gebracht, schob sie ihr Rad zurecht und sah, mit plötzlich angstgeweiteten 2luqeiL Dr. Diendorf unweit von ihnen stehen. Sein Büro haftete an Hans Syden, der ihn noch nicht bemerkt hatte. (Fortsetzung folgt!) Die Versorgung mit Butter und Schweinefleisch. NSV., Ortsgruppe Gießen-Nord. Belr.: Eintopfsonntag. Sämtliche Amtswalter und Helfer erscheinen am 13. Oktober, vormittags 9 Uhr, zum Empfang der Sammelbüchsen in der Geschäftsstelle. Deutsche Arbeitsfront. Werte Arbeitskameraden! Am Sonntag, 13. Oktober, vormittags 10 Uhr, findet im Cafe Leib, Gießen, eine große Bauarbeiterversammlung statt. Es sprechen: Kreiswalter der DAF. Pg. Wagner, Gaufachgruppenwalter Pg. Mayer- Hofer, Frankfurt a. M. Wir bitten alle im Bauhandwerk tätigen Kameraden, sowie Betriebsführer, an dieser Versammlung teilzunehmen, da Fragen behandelt werden, die für den einzelnen Arbeitskameraden von größtem Interesse sind. Wir erwarten daher stärkste Beteiligung. Ortsgruppe Gießen-Osi. Am kommenden Freitag, 11. Oktober, findet ein Appell sämtlicher DAF.-Walter der O. Gr. der DAF. Gießen-Ost statt. Die Zusammenkunft ist abends pünktlich um 8% Uhr im Schühenhaus. Es werden u. a. die Richtlinien für das Winterhalbjahr 1935 bekanntgegeben. Erscheinen der Zellen-, Block-, Betriebszellen- und Blockwalter ist eine selbstverständliche Pflicht. 4 X Die deutsche Rrbcitöfront V " n.9.=bemcinfchaft „firaft durch freude Achtung! Wanderwarte! Am Sonntag, 13. Oktober, findet eine R a d - Wanderung statt nach Braunfels—Sieben-Mühlental—Butzbach—Gießen. Die Abfahrt erfolgt um 7.30 Uhr pünktlich ab Lahnbrücke. Die Heuchelheimer Teilnehmer schließen sich auf der Durchfahrt am Ausgang von Heuchelheim, Richtung Atzbach, an. Verpflegung ist mitzunehmen. Es wird erwartet, daß sich recht viele Kameraden beteiligen. Wer einmal an unseren Wanderungen teilgenommen hat, ist immer wieder dabei. Führung: Kreiswander- wart Richter. Sportantt „Kraft durch Freude". Achtung! Prüfung für das Reichsfportabzeichen! Die letzte Abnahme der leichtathletischen Gruppen für das Reichssportabzeichen findet am kommenden Samstag, 12. Oktober, pünktlich ab 16 Uhr auf dem Universitätssportplatz statt. Es können nur Inhaber der KdF.-Jahressportkarte daran teilnehmen. Leistungsbuch mit eingeklebtem Lichtbild ist mitzubringen. Das Schwimmen für das Reichssportabzeichen wird am kommenden Dienstag, 15. Oktober, pünktlich um 21 Uhr im Volksbad abgenommen. heute folgende Kurse: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer: Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen: Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantine der Fa. Buderus. Schwimmen: Von 20.30 bis 21.30 Uhr, für Frauen und Männer, Volksbad; von 21.30 bis 22.30 Uhr, nur für Frauen. Reiten: Von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs. Jeder Deutsche kann an kdF.-Sportkursen teilnehmen! „Soldat, Kamerad sein, muß jeder!" Bl einen am 12. Oktober 1935 ausscheidenden Kameraden gewidmet. (Nachdruck nur mit meiner Genehmigung!) Kamerad, nun, so scheide. Leb' wohl Kamerad! Mein Wort dich geleite: bleibt stets Soldat! Wir schritten zusammen im heißen Gefecht Und schwitzten nicht wenig, gar oft ging es schlecht. Der Feind gegenüber im lichten Wald Stritt ebenso tapfer. — Da blies es „Halt"! Mit frohem Gesang dann zogen wir heim, Ein Tag war vorüber. Soldatenreim! Kamerad, nun, so scheide. Leb' wohl Kamerad! Wir lernten zusammen den Schritt, Kamerad. Die Waffe zu führen. Der Schießstand erzählt Wie anfangs zuerst das Ziel wir verfehlt; Jedoch mit der Zeit, da ward man gewandt Und hielt das Gewehr mit sicherer Hand. — Käm' heute ein Feind uns als Ziel in die Quer, der wär' in der nächsten Sekunde nicht mehr! Kamerad, nun, so scheide. Leb' wohl Kamerad! Hör' Deutschlands Befehle und folg', Kamerad, So man dich zum Dienst ruft, so stelle dich ein, Wir lernten zusammen gehorsam zu sein! Wir erprobten die Treu zu Führer und Mann, Die Liebe zur Sache und die Freude am Werke. Ui^d das stolze Bewußtsein erfüllte uns dann: Wir sind erst stark durch jedermanns Stärke! Kamerad, nun, so scheide. Leb' wohl Kamerad! Mein Wort dich geleite: bleib stets Soldat! Das Land braucht Soldaten, du brauchst das Land Drum sind wir verbrüdert im ehernen Band! Drum schwingst du die Axt und ich das Gewehr, Der andre den Spaten — die Feder —! Und fällt es manchmal auch noch so schwer: „Soldat, Kamerad sein, muß jeder!" Adolf Müller. Kinderermäßigung und Wehrmachtausbildung. Der Reichskriegsminister teilt u. a. mit: Nach dem Lohnsteuersammelerlaß des Reichsministers der Finanzen vom 5. Juli 1935 stehen den in der Berufsausbildung befindlichen Kindern volljährige Kinder gleich, die sich in der Ausbildung bei der Wehrmacht befinden, solange sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. In der Ausbildung bei der Wehrmacht befinden sich Fahnenjunker bis zum Oberfähnrich einschließlich und die anderen Wehrmachtsanqe- hörigen bis zum Gefreiten einschließlich. Ausleselager für Förderung von Abiturienten aus dem Arbeitsdienstgau 22 Don Donnerstag bis Samstag findet im Gieße- ner Studentenhaus ein Kurzlager für die Abitu- klenten aus dem Arbeitsdienstgau 22 statt, lieber 30 ehemalige Arbeitsdienstmänner traten gestern Morgen vor dem Studentenhaus an, wo das La- Fwd. Da in einigen Großstädten in den letzten Wochen in der Versorgung mit Butter und Schweinefleisch eine lediglich durch unvernünftige Hamsterei verschärfte Verknappung eingetreten ist, hat das Institut für Konjunkturforschung in seinem neuesten Wochenbericht die Erzeugungsbedingungen für Butter und Schweinefleisch untersucht mit dem Ergebnis, daß in absehbarer Zeil wieder mit ausreichender Versorgung zu rechnen ist. Nachdem sich der Butteroerbrauch von 1931 bis 1934 kaum verändert hat, dürfte auch in diesem Jahr die Milcherzeugung, soweit sich das jetzt schon übersehen läßt, etwa ebenso groß sein wie 1934. Die Zahl der Milchkühe hat sich wohl im großen und ganzen nicht verändert. Die Weide- und Wiesenerträge waren — im Durchschnitt für das ganze Reich gesehen — günstiger, als im heißen und trockenen Jahr 1934. Dagegen ist die Einfuhr von Oelfrüchten und Oelkuchen in diesem Jahr geringer gewesen, als im vorigen Jahre. Bekanntlich wurde die Einfuhr an diesen Erzeugnissen, um die heimische Landwirtschaft zur Umstellung auf wirtschaftseigene Futtermittel anzuregen, kontingentiert. Ohne Zweifel sind durch die allgemeine Förderung der Grünlandwirtschaft auf diesem Gebiet schon beträchtliche Erfolge erzielt worden. Sie haben aber den Ausfall an ausländischen Kraftfuttermitteln noch nicht wettmachen können. Die Buttereinfuhr war im bisherigen Verlauf des Jahres sogar noch größer als 1934. Sie hatte in den ersten acht Monaten 1935 rund 45 000 Tonnen gegen runt\ 30 000 Tonnen in der entsprechenden Zeit des Vorjahres betragen. Wenn trotzdem eine Verknappung eingetreten ist, so ist dies nur daraus zu erklären, daß die Nachfrage gestiegen ist. Der Hauptgrund für die Steigerung der- Nachfrage ist die Besserung der Einkommensverhältnisse; daneben spielt wohl auch der größere Bedarf der Wehrmacht eine Rolle. Nach den Untersuchungen des Instituts für Konjunkturforschung war das Einkommen aus Lohn und Gehalt in den ersten neun Monaten wahrscheinlich um 4 v. H. höher als 1934. Nun ist aber der Butterverbrauch (wie der Fleischverbrauch) ziemlich „elastisch". Erhöhungen des Einkommens wirken sich deshalb — gleiche Preise vorausgesetzt — in einer mindestens ebenso großen, wenn nicht größeren, Steigerung des Verbrauchs aus. Zu Sorgen gibt die gegenwärtige Lage keinen Anlaß. Schon die Zuckerrübenernte, die im Oktober beginnt, wird in einzelnen Teilen des Reiches die Milcher- ger mit einer feierlichen Flaggenhiffung eröffnet wurde. Zweck dieser Tagung, die unter Leitung des Verbindungsreferenten der Deutschen Studentenschaft im Arbeitsgau 22 Pg. Kießling steht, ist der, eine Auslese unter den Abiturienten zu treffen, die auf Grund ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse nicht in der Lage sind, ihr Studium aus eigenen Mitteln zu finanzieren, wohl aber auf Grund ihrer hervorragenden Begabung würdig erscheinen, aus Reichsmitteln gefördert zu werden. Die Referate, Prüfungen und Beobachtungen haben Gießener Professoren, Vertreter der Studentenschaft und des NSDStB., der Hitler-Jugend und Vertreter des Studentenwerks übernommen. Nach den Einleitungsvorträgen über die Aufgabe der Hochschule und über die Aufgaben des Studenten an der Hoch- chule, ferner über Förderung und Auslese finden dann die praktischen Prüfungen der beruflichen und körperlichen Eignung statt. Den Abschluß dieses Treffens bildet ein Ausflug nach dem Gleiberg und dann ein Kameradschaftsabend im Gießener Studentenhaus. Nie HZ.-Flagge auf Schulen. Nach einer Mitteilung des Pressedienstes der Reichsjugendführung find zum Führen der Hitler- Jugend-Fahne nur die Formationen der Hitler- Jugend berechtigt. Das Recht zum Hissen der HJ.- Flagge kann auch Schulen erteilt werden, an denen mehr als 90 v. H. der Schülerschaft der Hitler- Jugend anaehören. Diese Berechtigung soll ein An- porn für die Schulen sein, im Sinne der Hitler- Jugend zu arbeiten, ferner eine Anerkennung der Leistungen für die Schulen, deren Schülerschaft zum größten Teil in der HI. erfaßt ist. Tanzabend Harald Kreuhberg. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Samstag, 12. Oktober, findet im Stadttheater Gießen ein einmaliger Tanzabend des weltberühmten deutschen Tänzers Harald Kreutzberg tatt. Kreutzberg ist wohl der einzige Tänzer überhaupt, der alle Länder der Welt bereist hat und mit Recht als bedeutendster männlicher Tänzer der Gegenwart angesprochen werden kann. Das Programm bringt eine Anzahl seiner erfolgreichsten Tanze nach Kompositionen von Mozart, Brahms, Scott, Albeniz u. a. Ferner einige Tänze nach Kompositionen von Fr. Wilckens, dem ständigen musikalischen Begleiter des Künstlers. Errichtung eines Amtes für Kirchenmusik der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen. ELP. Der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen hat zur Leitung und Förderung aller tirchenmusikalischen Arbeit im Bereich der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen ein Amt für Kirchenmusik der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen mit dem Sitz in Frankfurt am Main errichtet. Das Amt für Kirchenmusik der ruheren Evangelischen Landeskirche Frankfurt am Main geht auf das neu errichtete Amt über. Die Geschäftsstelle des Amtes für Kirchenmusik befindet ich m Frankfurt a. M., Brentanostraße 21. Das Amt für Kirchenmusik ist zuständig für alle Fragen des kirchenmusikalischen Lebens und der kirchen- musikalischen Arbeit im Bereich der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen. Das Amt für Kirchenmusik umfaßt folgende Organisationen des kirchen- musikalischen Lebens: 1. den Landesverband der eo. Kirchenmusiker, 2. den Landesverband der eo. Kirchenchöre, 3. den Landesverband der ev. Posaunenchöre, 4. den Orgel- und Glockensachverständiaen der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen, 5. den Rundfunkbeauftragten, 6. die Vertretung des Reichsverbandes für evangelische Kirchenmusik. Das Amt für Kirchenmusik ist zugleich die Geschäftstelle der vorgenannten Organisationen. Es wird von dem Landeskirchenmusikwart geleitet, der dem Landesbischof untersteht. zeugung steigern, da dann das Rübenblatt als Futter zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite wird in den nächsten Wochen und Monaten der Verbrauch zurückgehen, da die Landwirte in der Zeit der Hausschlachtungen weniger Butter verbrauchen. Schließlich wird in absehbarer Zeit der saisonübliche Tiefpunkt der Milcherzeugung aus natürlichen Gründen, wie in jedem Jahr, überwunden werden. Für eine bessere Versorgung der Großstädte sind inzwischen durch den Reichsnährstand Maßnahmen ergriffen worden. Auch beim Schweinefleisch ist die Versorgung in keiner Weise bedroht: wie bei der Butter sind die Grundlagen der heimischen Produktion unangetastet. Allerdings hat sich auch bei der Schweinezucht die schlechte Futtermittelernte des Jahres 1934 insofern bemerkbar gemacht, als sich vorübergehend die Bestände verringert haben. Wie sich aber aus der Vorausberechnung des Schweinebestandes ergibt, wird der Bestand schon wieder im März 1936 die Höhe der Jahre 1933 und 1935 erreicht haben. Nun wird, wie bei der Butterversorgung, auch bei der Versorgung mit Schweinefleisch, wenn die Nachfrage allgemein steigt, zuerst der Bedarf in den Dörfern und Landstädten voll gedeckt. Verknappt sich das Angebot, so macht sich das zuerst auf den Märkten der Großstädte bemerkbar. Die Verringerung des Angebots an Speck, Schmalz und Talg hat sich auf den Märkten besonders deshalb bemerkbar gemacht, weil gleichzeitig auch das Angebot auf dem Buttermarkt gesunken ist. Die gegenwärtigen Schwierigkeiten in der Schweinefleischversorgung dürften in absehbarer Zeit überwunden sein. Einmal ist noch ein Rückgriff auf die Vorräte an „Fleisch im eigenen Saft" usw. möglich. Außerdem werden in den nächsten Wochen im Wege des Kompensationsverfahrens wöchentlich 5000 Schweine, sowie zusätzliche Mengen an Speck und Schmalz ein geführt werden. Ferner läßt sich — und das ist au lange Sicht besonders wichtig — eine beginnende Vermehrung des Schweinebestandes feststellen, der bald auch eine Zunahme des Angebots auf den Märkten folgen muß. Zusammenfassend stellt der Bericht fest: Die deutsche Landwirtschaft steht mitten in der Erzeu- ghngsschlacht. Ihr Ziel ist es, die Selbstversorgung mit den lebensnotwendigen Nahrungsmitteln zu sichern. Dieses Ziel kann jedoch infolge der Witte- rung und der dadurch bedingten Ernteschwankungen von Jahr zu Jahr nicht in gleichförmigem Anstieg erreicht werden. Verschönerung des Stadtbildes. Das städtische Hoch- und Tiefbauamt hat zur Verschönerung des Stadtbildes gegenwärtig einige Wiederherstellungsarbeiten an städtischen Gebäuden im Gange bzw. abgeschlossen. In erster Linie ließ man es sich angelegen sein, dem großen Gebäude der Alten Klinik an der Liebigstraße ein besseres Aussehen zu geben. Der bisherige rötliche Verputz, der sehr unansehnlich geworden war und zum Teil abfiel, wurde völlig entfernt und das Haus so bearbeitet, daß der natürliche Sandstein bei entsprechendem Verputz der Fugen zutage trat und 13. Oktober! HI. zieht nach Limburg! Der Reichsjugendführer spricht! 13. Oktober, Limburg! Deutsche Jungen, denkt daran: Ab 14. Oktober ist der Eintritt in die HI. Hessen-Nassaus gesperrt! nun dem Gebäude nicht nur ein freundliches, sondern auch ein sehr gutes Aussehen gibt. Die Alte Klinik bietet sich nun weit repräfenfabler dar, als es bisher geschah. Durch einen frischen Anstrich der Fensterrahmen wurde der Gejamteindruck weiter gehoben. Nachdem im Frühjahr die Torhäuschen an der Neuen Säue neu hergerichtet worden waren, wurden nunmehr auch die Torhäuschen am Selterstor, Walltor und am Neustadter Tor zur Ueberholung in Angriff genommen. Die Torhäuschen erfahren die gleiche Behandlung wie die Torhäuschen an der Neuen Säue. Am Ludwigsplatz sind gegenwärtig Pflasterer an der Arbeit. Das dortige Anlagenstück wurde an dem nach der Kaiserallee zu spitz auslaufendem Ende abgekürzt und der Rasen und dessen Einfassung entfernt. Das dadurch gewonnene Stück Gelände wird gegenwärtig gepflastert. Es wird damit mehr Platz für die auf die Straßenbahn wartenden Fahrgäste geschaffen. Sturm und Unwetter über dem Kreise Gießen. Nachdem am gestrigen Donnerstagoormittag und -Mittag bereits lebhafte Winde geweht hatten, steigerte sich am Donnerstagnachnuttag kurz nach 15 U^jr der Wind zu einem plötzlichen heftigen Wirbelsturm, der von sehr starkem Regenfall begleitet war. Mit großer Gewalt peitschte der Sturmwind die Säume, die sich unter seinem Drucke weit über ihre normale Haltung hinaus der Erde zu beugten. Dabei wurde von den Säumen mancherlei morsches Holz abgerissen und zu Boden geschleudert, aber auch an gesunden Stämmen wurde durch Abreißen von Aesten mehrfach Schaden anaerichtet; u. a. wurden in einem Garten am Ludwigsplatz von einem mächtigen Stamme starke Zweige herniedergerissen, die zum Glück in den Garten fielen, so daß Personen nicht zu Schaden kamen. Der Fährverkehr in den Straßen wurde unter diesem Sturmwetter natürlich beeinträchtigt, zumal der Regen in außerordentlich heftigem Guß niederging, so daß man auch unter den Wassermassen allerlei Schwierigkeiten beim Fahren auszustehen hatte. Von weiteren Nachteilen in der Stadt Gießen durch diesen plötzlichen Wirbelsturm, der zum Glück schon nach kurzer Zeit sein Ende fand, ist uns bis jetzt nichts bekannt geworden. Aus dem südlichen Kreise Gießen liegt uns heute früh folgender Bericht vor: Nach anfänglichem Sonnenschein brach Donnerstag gegen 15 Uhr ganz plötzlich ein sehr starker orkan- artiger R e g e n st u r m los, der mit solcher Heftigkeit wütete, wie wir ihn in den letzten Jahren nicht erlebt haben. Der Sturm brachte in kurzer Zeit ungeheure Regenmassen, die wolkenbruchartig niedergingen. Die überall auf den Feldern mit Kar- toffelausmachen beschäftigten Bauern waren im Augenblick bis auf die Haut durchnäßt. Das Vieh war kaum zu halten vor Unruhe. An eine Fort- Einzahlungen für das Winter, Hilfswerk 1935/36 sind auf das Konto 2938 bei der Deutschen BanC und Diskonto-Gesellschaft, Zweigstelle Gießen, oder auf unser Postscheckkonto Frankfurt a. 2R. 16114 zu tätigen. Kreisamtsleitung Gießen der 21 SB. setzung der Arbeit war nicht mehr zu denken. Don allen Seiten fuhren die leeren Wagen in beschleunigtem Tempo in die Dörfer. An zahlreichen Gebäuden hat der Sturmwind Ziegel abgedeckt und Bretter abgerissen. Größere Schäden sind bis jetzt noch nicht bekanntgeworden. Dagegen sind sehr viele Ob ft bäume vom Sturmwind entwurzelt worden, überall wurden Aeste abgebrochen. Auf manchen Baumstücken blieb auch nicht ein Saum vom Sturm verschont. Nicht nur ältere Säume, sondern auch ganz junge kamen zu Schaden. Die stärksten Aeste wurden oft 50 Meter und weiter vom Sturmwind getragen. Gartenzäune lagen wie gemäht auf der Erde, und fast alle Bohnenstangen in den Gärten waren an den Boden gedrückt. Auch in den Wäldern hat der Sturm erheblichen Schaden verursacht. Gegen 14.30 Uhr ließen Sturm und Regen plötzlich nach. Die Sonne schien wieder. Zur Wiedereinbürgerung des LlhuS im hessischen Vogelsberg. Wie wir erfahren, hat der Reichsstatchalter in Hessen — Landesregierung — Abteilung Id durch amtliche Erhebungen alle bis jetzt bekannten Unterlagen über die seit einigen Jahren begonnenen Versuche, die größte Eulenart Deutschlands in unseren Wäldern wieder heimisch zu machen, durch die Ministerialforstabteilung zusammenstellen lassen, m der Absicht, über das bisherige Ergebnis dem Reichsjägermeister Bericht zu erstatten. Nach diesen Unterlagen, die nicht nur durch einwandfreie Beobachtungen dargestellt werden, sondern auch durch Beweisstücke in Gestalt von Federn und Gewöllen erhärtet sind, kann der in Zusammenarbeit mit dem Grafen Georg zu Solms-Laubach von dem wissenschaftlichen Beauftragten des Forst- zoologischen Instituts der Landesuniversität, Dr. Karl Rudolf Fischer, unternommene Versuch als geglückt bezeichnet werden. Dr. Fischer, den es in letzter Minute noch zu gewinnen gelang, wird in einem Vortrag auf der Hauptversammlung des Vogelschutzvereins für Hessen am kommenden Sonntag in Büdingen das Referat für den Reichs- jägermeister der Oessentlichkeit bekanntgeben und zum ersten Male ein lückenloses Bestandsverzeichnis des Uhus und damit einen Rechenschaftsbericht über die Versuche bieten. * ** Eine Riesenkartoffel. Bei der Kartoffelernte in dem Gartengrundstück der Frau Ww. Petri, Asterweg, das auf dem Gelände am Loh- mühlsbach bei der Puloermühle liegt, wurde gestern gleich bei dem ersten Kartoffelstock, dessen Früchte die Hacke zutage brachte, eine Riesenkartoffel geerntet. Das Gewicht dieser Kartoffel, die uns als Seltenheit gezeigt wurde, beläuft sich auf 2V< Pfund. Man kann also schon mit dieser einzigen Knollenfrucht ein Mittagessen bestreiten. Erwähnenswert ist dabei noch, daß der 80 Jahre alte Großvater der Familie, der im Dezember seinen 80. Geburtstag begehen kann, in erfreulicher Rüstigkeit die Kartoffelernte im Garten besorgt. Kleine Strafkammer Gießen. Wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrs, ordnung in Tateinheit mit einem Vergehen der fahrlässigen Körperverletzung wurde der E. D. aus Essen vorn hiesigen Amtsgericht zu 35 Mark Geldstrafe verurteilt. Gegen dieses Urteil ver- folgte der Angeklagte das Rechtsmittel der Bern- fung. In der gestrigen Hauptverhandlung ergab ßch, daß der Angeklagte mit seinem Auto in Gießen mit großer Geschwindigkeit die Ludwigstraße hinauffuhr und durch unvorschriftsmäßiges Fahren an der Ecke Wilhelmstraße mit einem Motorradfahrer zusammenstieß, wobei dieser erheblich ner- letjt und die Maschine schwer beschädigt wurde. Die Beweisaufnahme ergab keinerlei Umstände, die zur Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils geeignet gewesen wären. Das Gericht wies daher die Berufung als unbegründet zurück und belastete den Angeklagten mit den Kosten. In einer weiteren Sache erschien der Angeklagte nicht, so daß sein Rechtsmittel verworfen wurde. 5484 Erbhöfe in Hessen anerkannt. Die Arbeiter der Anerbengerichte an der Erbhöferolle, über die wir im Gießener Anzeiger Nr. 127 vom 3. Juni nach dem Stande vom 1. Januar 1935 berichtet haben, sind nach einer in der , Deutschen Justiz" vom 13. September d. I., S. 1324 von Erbhofgerichtsrat im Reichsjustizministerium' Dr Hopp gegebenen Uebersicht während des ersten Halbjahres 1935 in sämtlichen Bezirken erheblich fortgeschritten. Im Oberlandesgerichts, bezirk Darmstadt beträgt die Zahl der aus dem Gemeindeverzeichnis in das Gerichtliche Der- zeichnis übernommenen Höfe nunmehr 8456- nur bet 23 Hofen war bis zum l.Juli über die Auf- nähme in das Gerichtliche Verzeichnis noch nicht entschieden. Die Zahl der als zur Zeit — z B wegen Miteigentums mehrerer Personen — nicht eintragungsfähig befundenen Höfe, die beim Weq- all des Hinderungsgrundes Erbhöfe werden, be- laust auf 2246. Einspruch gegen die Aufnahme bzw. Nichtaufnahme in das Gerichtliche Verzeichnis ist in 1876 Fällen eingelegt worden; 715 Ein- sprachen ist stattgegeben und 736 sind zurück- gewiesen worden; nur in 142 Fällen steht die Cntscheldung noch aus. In die Erbhöferolle, die am 1. Januar 1935 1624 Erbhöfe enthielt, sind bis zum ' S.U r fitere 3860 Erbhöfe eingetragen worden, o daß die Zahl der als Erbhof anerkannten Höfe im Oberlandesgerichts, bezirk Darmstadt nunmehr 5484 betragt. 3n den 26 Oberlandesgerichtsbezirken des Deut« djen Reiches ist die Zahl der in das Gerichtliche Derzeichnis aufgenommenen Höfe auf 703 769 ae- uegen; nur bei 15 519 (am 1. Januar 65 372) Höfen war am 1. Juli 1935 über die Aufnahme noch nicht entschieden, und in 8250 (am 1. Januar 76 695) Fällen war noch über Einsprüche zu entscheiden. In die Erbhofrolle, die am 1. Januar 322 437 Erbhöfe aufwies, sind weitere 205 266 Höfe eingetragen worden, so daß die Zahl der bis zum l.Juli 193 5 als Erbhof anerkannten Höfe 527 703 b e t r ä g t, das sind 75 Prozent der in das Gerichtliche Verzeichnis aufgenommenen Hofe, § S.jfxfporf Oberheffen unterzogen sich zunächst der Dressurprüfung. In 13 Minuten hatten die Reiter die gestellte Dressur-Aufgabe oorzureiten. Die Richter hatten es bei der Ausgeglichenheit des Materials sehr schwer. Am besten gefiel der Schimmel Kakadu, der von Rittmeister von Plötz besonders wirkungsvoll vor- gestellt wurde. Mit Fortuna (Hauptmann v. Langsdorfs) nimmt ein weiteres Pferd der Kavallerieschule Hannover den zweiten Rang vor Kronprinz und dem bekannten Ginster ein. Hans Stuck beim Felsberg-Rennen. Aenderung erfahren, wodurch die Strecke um eine neue Kurve bereichert worden ist. Der Start befindet sich an der „Reuen Welt" in Saarlouis, das Ziel an der neuen Straße Oberfelsberg-Bolchen. Kurze Sportnotizen. Gottfried von Gramm benötigte im End» spiel beim Tennisturnier in Meran fünf Sätze, um Heinrich Henkel 4:6, 0:6, 7:5, 6:4, 6:4 zu besiegen. Im Doppel gewannen von Gramm und Henkel gemeinsam den Mussolini-Pokal mit 6:2, 7:5, 6:4 über die Italiener Quintavalle-Taroni und im Einzel der Senioren siegte Dr. Kleinschroth 6:3, 6:1 über den Italiener Balbi. * Einen neuen Weltrekord für die Olym» Die deutsche Motorsport-Rennzeit wird am 27. Oktober mit dem bei Saarlouis stattfindenden 3. Felsderg-Rennen beendet. Die Veranstalter rechnen mit über 2 00 Nennungen in allen Klassen der Motorräder und Wagen. Hans Stuck, der deutsche Bergmeister, wird auf seinem Auto- Union-Wagen bestimmt an dem Rennen teilnehmen. Die Strecke hat gegenüber dem Vorfahre eine kleine I und wurde pische Frauenstaffel (60, 80, 100, 200 Meter) stellten mit 56,6 Sekunden die Läuferinnen des Wiener AE. auf. Der bisherige Weltrekord stand auf 57,2 Set. I und wurde von der Tschechoslowakei gehalten. sondern auf Grund besonderen Berufungsverfachrens ausgewählte Ehrenbeamte der Gemeinde, die bei Ausübung ihrer Tätigkeit Weisungen dritter Stellen nicht unterworfen sind. Die Gemeinden seien die lebendigen Aufbauzellen des Staates, die Zellen des Volkes, die uns vom Führer zur Betreuung und Verwaltung anoertraut seien. Die Tätigkeit der Gemeinden müsse stets mit den Zielen der Staatsführung in Einklang stehen, dies ergebe sich aus dem Verhältnis zwischen Partei und Staat. Dr. D ö l s i n g ermahnte die Ratsherren, ihre ganze Kraft dafür einzusetzen, daß unsere deutschen Gemeinden in nationalsozialistischem Geiste wieder aufwärts streben, daß sie eine neue Blütezeit erleben zum Segen unserer deutschen Ration, wie dies im Sinne unseres Führers Adolf Hitler liege. Darauf erfolgte die Verpflichtung und Vereidiaung der Ratsherren und die Ueberreichung der Anftellungs- urkunden als Ehrenbeamte der Gemeinde. Kreisleiter Kirchner unterstrich die Ausführungen des Vorsitzenden und betonte insbesondere nochmals die Wichtigkeiten des Grundsatzes „Gemeinnutz vor Eigennutz". Es sei die Aufgabe der Ratsherren, sich in den Nationalsozialismus hineinzuleben, wie dies bet den Organisationen der Partei auf allen anderen Gebieten der Fall sei. Mit einem „Sieg- Heil!" auf den Führer des deutschen Volkes und Reiches wurde die eindrucksvolle Tagung von dem Vorsitzenden geschlossen. Die Liste der zehn Ratsherren umfaßt folgende Namen: Konrad Allen» dors, Vorarbeiter; Reinhold Heinz, Buchhändler; Wilhelm Jost, kaufm. Angestellter; Hans Heinrich Kimmel, Studienassessor; Wich. Ioh. Koch, Sattler- und Tapeziermeister; Ernst Le n t h, Glasermeister; Willi Müller, Bauer; Heinrich Rockel, Fabrikant; Christoph Rothley, Archi- tekt; Karl Wolf, Elektromonteur. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 10. Okt. In der Nacht zum Montag wurde, wie erst jetzt bekannt wird, einem hiesigen Geflügelzüchter in der Wetzlarer Straße ein Pärchen prachtvolle Goldfasanen aus der Voliere, die sich innerhalb der Hofreite befindet, gestohlen. Als Täter können nur Personen in Frage kommen, die mit den Oert» lichkeiten genau vertraut sind. T Lollar, 10. Okt. Auf eine 25jährige , Tätigkeit bei den Buderusschen Eisenwerken : Lollar konnte dieser Tage der Lohnbuchhalter Hch. ■ Klinke! V. zurückblicken. - wg. Großen-Buseck, 11. Okt. Die hiesige i Viehoerwertungsgenossenschaft hatte > dieser Tage große Erfolge zu verzeichnen. Hoch- , wertiges Zuchtvieh aus Westfalen, das hier aus» i geladen und bei einem Bauern untergestellt wurde, konnte noch am gleichen läge re st» ! los verkauft werden. Die geforderten ge» , rechten Preise wurden ohne weiteres bewtlltgt. Es Kampf um einen aus der Vorkriegszeit stammenden Pokal, der für einen Fünfkampf ausgesetzt ist, entbrennen. Feldwebel Gugel, der Sieger der beiden letzten Jahre, wird infolge einer noch nicht aus- geheilten Knieverletzung den Pokal nicht verteidigen können. Favoriten sind diesmal Kilo und F e l - sing. Deutsches Turn- und Sportabzeichen. Leichtathletik-Prüfung am kommenden Sonntag. Die letzte diesjährige Prüfung in der Leichtathletik für das Deutsche Tum- und Sportabzeichen findet am kommenden Sonntagvormittag ab 9 Uhr auf dem 1900-Sportplatz statt. Meldungen dortselbst bei Kreisfachamtsleiter Richtberg. BfB.-ReichSbahn-Leichtathletik. Interne Vereinsmeisierschaften. Der DfB.-Reichsbahn hat eine überaus harte und ebenso erfolgreiche Saison hinter sich. Wie alljährlich, werden nun am Sonntag vormittag auf dem Waldsportplatz die Vereinsmeisterschaften in allen Klassen ausgetragen. Aktive, Frauen, Jugend und Schüler messen ihre Kräfte und wollen noch einmal zum Schluß zeigen, was sie im vergangenen Jahr gelernt haben. Es geht hierbei weniger um Leistun- gen, sondern die Vielseitigkeit kommt zu Worte. Ist es doch dem Wettkämpfer in der Saison oft nicht möglich, sich an mehreren Wettbewerben zu beteiligen. Aber bei den Dereinsmeisterfchaften sieht man dann schwere Leute laufen und leichte Leute die Wurfgewichte behandeln. Dies macht den Kampf interessant und schön. Aber auch manch gute Lei- stung wird zu erwarten fein. Handball-Gauliga-Derbandsspiel in Gießen. 1900 empfängt Spielverein Kassel. Zum ersten Heimspiel in der diesjährigen Pflichtspielrunde der nordhessischen Handball-Gauliga hat pferdeschau und Zugleistungsprüfungen in Oberhessen. Von der Landesbauernschast Hessen-Nassau wird uns mitgeteilt: Die diesjährigen großen pferdezüchterischen Veranstaltungen, die wiederum — wie alljährlich — im Herbst stattfinden, gelangen in der kommenden - Woche zur Durchführung. Die Pferdezüchteroereini- gung für die Provinz Oberhessen veranstaltet insgesamt drei große Züchtertage und zwar: in Berstadt am Dienstag, 15. Oktober, in Büdingen und Alsfeld am 16. Okt., in Berstadt und Büdingen beginnend um 8 Uhr, in Alsfeld um 14 Uhr. Die Stuten- und Fohlenschauen weisen insgesamt 6 verschiedene Einzelklassen auf; besonders in Berstadt wird die diesjährige Schau einen sehr großen Umfang haben, da nahezu 100 Anmeldungen in Berstadt eingegangen sind. Für Büdingen sind etwa 30 und für Alsfeld etwa 40 Zuchtpferde angemeldet worden. Die höchstprämiierten Pferde der diesjährigen Schauen werden besonders ausgewählt für die am 9. November in Frankfurt a. M. stattfindende große Landes - Pferdeausstellung. Auf der Frankfurter Pferdeschau wird zum erstenmal seit Bestehen der Landesbauernschaft Hessen-Nassau das gesamte Spitzenmaterial des Gesamtgebietes in Wettkampf treten, für das sämtliche Pferdezüchter- oereinigungen der Landesbauernschaft das beste ihrer Zucht in Frankfurt a. M. aufbieten werden. Die Ausstellungen in Berstadt und Büdingen werden wiederum mit einer Zugleistungs-Prüfung am amerikanischen Kraftmehwagen verbunden sein. Auch hier werden wieder gute Zugleistungen erwartet, um so mehr, als die letztjährigen Zugleistungs-Prüfungen in Hessen allein 5 deutsche Iahresrekorde von 8 Rekorden gezeitigt haben. Vertreter des Reichsverbandes Berlin haben für die oberhessischen Pferdeschauen ihr Erscheinen bereits zugesagt. . Ginfüfirung und Verpflichtung der Alsfelder Ratsherren. A Alsfeld, 10. Okt. In der gestrigen Stadt- vorstandssitzung erfolgte die feierliche Verpflichtung der neuen Ratsherren. Der Sitzungssaal des Rathauses war zu diesem Zwecke würdig geschmückt. Nach einleitenden Begrüßungsworten von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g wies dieser in feiner Einführungsrede auf die Stellung und die Ausgaben der neuen Gemeinderäte auf Grund der Deutschen Gemeindeordnung hin und stellte die Unterschiede klar gegenüber den früheren Gemeindevertretungskörperschaften. Die Gemeinderäte der Deutschen Gemeindeordnung seien nicht, wie die früheren Gemeindevertreter, Inhaber eines Mandats, das ihnen eine politische Partei durch eine Wahl verlieh, den insgesamt 24 Arbeitsringe gebildet. So gehören z. B. an dem Ring Gießen (Leiter Karl Reuter, Gießen): Tv. 1846 Gießen, Mtv. Gießen, Reichsbahn Gießen, ATD. Gießen, Klein-Linden; dem Ring W i e s e ck (Leiter W. Stephan, Großen-Buseck): Alten-Buseck, Beuern, Großen- Buseck, Reiskirchen, Burkhardsfelden, Wieseck; dem Ring Großen-Linden (Leiter W. Weiß, Großen-Linden): Lützellinden, Allendorf a. d. Lahn, Hörnsheim, Hochelheim, Groß-Rechtenbach, Großen- Linden; dem Ring Lang-Göns (Leiter W. Dem, Lang-Göns): Holzheim, Dornholzhausen, Ebersgöns, Cleeberg, Lana-Göns; dem Ring Leihgestern (Leiter Volk, Leihgestern): Watzenborn-Steinberg, Hausen, Garbenteich, Grünin- gen, Leihgestern; dem Ring Lollar (Leiter L. Wagner, Lollar): Ruttershausen, Staufenberg, Mainzlar, Daubringen, Odenhausen, Salzböden, Lollar; dem Ring Treis a. d. Lda. (Leiter H. Rabenau, Treis): Allendorf a. d. Lda., Londorf, Kesselbach, Treis; dem Ring Lich (Leiter H. Volz, Lich): Steinbach, Albach, Birklar, Muschen- heim, Eberstadt, Lich; dem Ring Hungen (Leiter W. Hofmann, Hungen): Langsdorf, Villin- gen, Obbornhofen, Bellersheim, Hungen; dem Ring Waldgirmes (Leiter W. B e ck e r, Waldgirmes): Atzbach, Kinzenbach, Dorlar, Dutenhofen, Heuchelheim, Waldgirmes; usw. Alterstreffen im Turnkreis Wetterou-Dogelsberg: Der Turnkreis Wetterau-Dogelsberg veranstaltet fein diesjähriges Alterstreffen am nächsten Samstag und Sonntag in Ortenberg. Gleichzeitig treffen sich daselbst die Dietwarte und die Pressewarte des Turnkreises zu einer Tagung. Eine Besichtigung des Glaubergs ist mit dem Drtenberger Turnertreffen verbunden. DT.-Kreisführer Dr. S i e g e r t (Stockheim) hat für das laufende Vierteljahr folgenden Arbeitsplan betanntgegeben: 12. und 13. Oktober Alterstreffen in Ortenberg; 26. und 27. Oktober Lehrgang für Männerturnen in Gambach, sowie Lehrgang für Frauenturnen in Laub ach; 9. und 10. November: Lehrgang für Männerturnen in Dauern- heim, sowie Lehrgang für Frauenturnen in Nieder- Eschbach; 16. und 17. November: Lehrgang für Kinderturnen in Dorheim; 23. und 24. November: Lehrgang für Kinderturnen in Gedern; 1. Dezember: Sonderstufe-Ausfcheidungsturnen in Butzbach. Oie Potsdamer Military Die letzte Vorbereitungsprüfung für die olympischen Reiter-Wettkämpfe in diesem Jahre nahm am Donnerstag in Potsdam ihren Anfang. Von den 23 gemeldeten Bewerbern traten 11 an und die Spielvereinigung 1900 am kommenden Sonntag den Svielverein Kassel zum Gegner. Die Kasseler Mannschaft ist zwar Neuling, hat aber in den beiden bisher ausgetragenen Verbandsspielen bereits ihre Spielstärke unter Beweis gestellt. So schlug sie den vorjährigen Tabellenzweiten, Tuspo 86/09 Kassel 10:7 und unterlag am vergangenen Sonntag gegen Kurhessen Kassel, die zur Zeit wohl stärkste nordhessische Mannschaft, nur knapp 10:8. Aus heimischen Turnkreisen. Arbettsringe im Turnkreis Lahn-Dill. Im Turnkreis Lahn-Dill, der sich bekanntlich aus den politischen Kreisen Gießen, Alsfeld und Dillenburg zusammensetzt, wurde das große Turnkreisgebiet in Arbeitsrmge eingeteilt, an deren Spitze ein erfahrener Turnwart steht. Den Vereinen sollen durch diese begrüßenswerte Neueinrichtung auch Kosten erspart werden, die durch Besuch von Dorturnerstunden nach entfernt liegenden Orten entstehen. Aus den etwa 120 Vereinen des Turnkreises wur- Oie Dogefsbergggeländefahrt 1935 der Motorgruppe Hessen. Das erste Meldeergebnis der Vogelsberggeländefahrt der Motorgruppe Hessen liegt vor. Neben den zahlreichen Meldungen aus den Reihen des NSKK. treten besonders diejenigen der Reichswehr hervor. Die Teilnehmer werden gegen die auf Spezialfahrzeugen startenden Angehörigen der Reichswehr einen schweren Stand haben. Es zeugt jedoch von ganz besonderer Hingabe an den Motorsport und Einsatzbereitschaft der NSKK.-Männer, in diesen sportlichen Kamps einzutreten. Die Motorgruppe Hessen will keine Motorrad- oder Wagenrennen veranstalten. Ihr Betätigungsgebiet liegt im Motorsport in erster Linie "im 'Geländesport. Mann und Maschine müssen eins sein. Jeder Fahrer muß auch auf normalem Fahrzeug fein Bestes hergeben, um sich selbst und seine Maschine allen Geländeschwierigkeiten zum Trotz, heil zum Ziel zu bringen. Die Dogelsberg- geländefahrt in Schotten wird zeigen, daß die Motorgruppe Hessen das Ziel, tüchtige Geländefahrer heranzubilden, erreicht hat, und in feinen Reihen Männer aufweist, die stets einsatzbereit für alle Aufgaben zur Verfügung stehen. Leichtathletik der-Sp.-Vg. 1900. Interne Vereinskämpfe am Sonntag. Zum Abschluß der diesjährigen Bahnsaison führt die Leichtahletikabteilung der Spielvereinigung 1900 am kommenden Sonntagvormittag ihre Klubmeisterschaften durch. Die Kämpfe, die traditionsgemäß ausgetragen werden, fanden stets lebhaftes Interesse. So dürfte es auch diesmal sein, sind doch Aktive (der Jahrgang 1917 wird schon eingereiht). Jugendliche und die Mitglieder der Frauenavteilung in Aktion. Bei den Aktiven wird wieder ein heißer „Aquastrella“-Fertigmäntel sind erlesene Modelle 5506 D Alleinverkauf: Jfreuer t “uace Dr. Franz Geyer ist verreist vom Samstag, dem 12. Oktober bis Montag, den 28. Oktober. 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Glücklicherweise tritt in diesem Jahre die Plage der Feldmäuse kaum auf. Die Engerlinge, Drahtwürmer und die grauen Erdraupen sind allerdings sehr zahlreich. = Steinbach, 10. Okt. Von der NSV. wurde seinerzeit hier ein Erntekindergarten errichtet, der im Saalbau von Paulus Gerhard für den Sommer eine geradezu wie geschaffene Stätte hatte. Leider ist der Saal unbeheizbar. Da die Eltern das Fortbestehen des Kindergartens wünschen, hat die Gemeinde den Rathaussaal für den Winter zur Verfügung gestellt, und die NSV. kann nun den Kindergarten weiterbestehen lassen. * Garbenteich, 10. Okt. Der in der K r e i s - abdeckerei beschäftigte 19 Jahre alte Willi Künstler zog sich bei der Arbeit eine schwere Infektion zu und mußte sich nach Gießen in ärztliche Behandlung begeben. -/- Lich , 10. Okt. Wegen verschiedener Diphtheriefälle in unserer Stadt hat das Kreisschulamt nach Anhörung des Kreisgesundheitsamtes angeordnet, daß der Unterricht an der Volks-, Berufs- und Mädchenfortbildungsschule in der Woche vom 13. bis 19. Oktober ausfällt. Zur Zeit sind noch Herbstferien. + Grünberg, 10. Okt. Im Hinblick auf die kürzlich vollendete Fertigstellung der durch Grünberg führenden Reichsstraße Gießen —Alsfeld wurden innerhalb unserer Stadt einschneidende Veränderungen und Verbesserungen an den Straßen vorgenommen. Westlich der Stadt, ungefähr bei der Villa Emilie, beginnt das Kleinpflaster, das sich nun in Länge von' etwa zwei Kilometer durch Gießener, Londorfer und später Alsfelder Straße bis östlich der Stadt zum Eingang zum Schwimmbad hinzieht. Das im Zuge dieser Strecke liegende Teilstück der Rosengasse war vor zwei Jahren einer Umpflasterung unterzogen worden und brauchte daher dieses Jahr nicht in die Herstellungsarbeiten einbezogen zu werden, ebenso galt dies für die Marktgasse, die im Sommer 1934 umgepflastert wurde. Auch die vom Marktplatz bis zur Alsfelder Straße führende Fritz-Hille-Straße wurde jetzt durch Umpflasterung neu hergerichtet. Dadurch sind im Laufe der zwei letzten Jahre alle Hauptstraßen unserer Stadt, die für den Fuhr- und Autoverkehr von Wichtigkeit sind, in guten Zustand gebracht worden, und die früher so oft gehörten Klagen, besonders der Autofahrer, Jber die schlechte Beschaffenheit der Grünberger Straßen sind seitdem verstummt. Bei der jetzigen Herrichtung der Alsfelder und der Gießether Straße wurden von der Stadt auch die Bürgersteige dieser Straßen mit Teerasphaltbeton hergestellt. Dadurch wurde, besonders in der Gießener Straße, ein großer Uebelstand beseitigt, da der Weg zu der hier liegenden Turnhalle früher stets in schlechtem Zustand und sehr schmutzig war. Da die Straßendecke in dieser Straße etwas höher gelegt wurde, waren hier Auffüllungen der Höfe und Zugänge nötig. ch Lauter, 10. Okt. Dem Volksgenossen Karl Sann, der 10 Jahre bei dem Müller Otto C h r i st, Neumühle, tätig ist, wurde aus diesem Anlaß eine Ehrenurkunde vom Reichsnährstand überreicht. — Zum 1. Beigeordneten unserer Gemeinde wurde Heinrich Schmidt IV. ernannt und verpflichtet. Ein Festtaa der Fuldaer Garnison. Die neuerbaufe Kaserne ihrer Bestimmung übergeben. LPD. Fulda, 9. Okt. Unter jubelnder Anteilnahme der gesamten Fuldaer Bevölkerung ist heute das Fuldaer Bataillon des Infanterieregiments Kassel aus seinem provisorischen Barackenlager in die neuerbaute Jnlanterie- Kaserne umgezogen. Unter einem wahren Blumenregen hindurch marschierten die jungen Soldaten auf ihrem Wege in die neue Kaserne durch die Stadt, die an diesem Feiertage festlichen Flaggenschmuck angelegt hatte. Zu den Feierlichkeiten bei der Uebernahme auf dem Kasernenqelände hatte sich als Vertreter der Wehrmacht Divisionskommandeur General Lüdke neben Vertretern der Partei, der Stadt und Behörden und zahlreichen Ehrengästen eingefunden. Große Handwerker-Kundgebung in Friedberg. * Friedberg, 11. Okt. Im Rahmen des Friedberger Herb st Marktes fand im Burghof eine Kundgebung statt, die die Handwerker der Stadt und des Kreises vereinigte. Nach einer kurzen Begrüßung der Teilnehmer durch den Kreis-Handwerksmeister K u h w e d e, hieß Bürgermeister Vieth die Gäste herzlich willkommen und betonte in seiner kurzen Ansprache u. a., daß es auch für die Handwerker gelte, fest zusammenzustehen und mitzuhelfen am Werke des Führers. Anschließend sprach der Landes-Handwerksmeister pg. Gamer zum ersten Male zu den oberhessischen Handwerkern. Er erinnerte zunächst an vergangene Zeiten, in denen das liberalistische System das Handwerk an den Abgrund getrieben habe. Der Nationalsozialismus habe es sich zu einer besonderen Aufgabe gemacht, auch dem Handwerk zu helfen. Tatsächlich sei auch schon eine erhebliche Verbesserung der Lage des Handwerks erreicht worden. Das Handwerk habe berechtigten Anspruch auf die Sicherung seiner Existenz. Der Wiederaufbau des Handwerks sei aber bisher um so schwerer gewesen, da jo das Handwerk fast völlig verarmt aus der verbrecherischen Inflation hervorgegangen sei. Gesetzliche Maßnahmen ermöglichten inzwischen dem Handwerk neue Betätigung und kulturelles Schaffen. Auf den neuen Gesetzen für das Handwerk gelte es weiter aufzubauen. Den Handwerkern stehe jetzt die Landes-Lieferungsgenossenschaft zur Seite, die das Auftragswesen übernommen habe und regle. Es sei selbstverständlich, daß beste Qualität und Einhaltung der Lieferfristen Voraussetzung für eine Zusammen- | arbeit der Lieferungsgenossenschaft seien. Die Jnstandsetzungsarbeiten haben, so führte der Landes-Handwerksmeister weiter aus, dem Handwerk viel Arbeit verschafft. Ausschlaggebend für den Erfolg des einzelnen seien aber immer die Initiative und die Leistungsfähigkeit des Handwerksmeisters. Bei der Finanzierung größerer Aufträge für Innungen oder Arbeitsgemeinschaften werde der Landeshandwerksmeister von Fall zu Fall und nach bester Möglichkeit helfend eingreifen. Bei allen Maßnahmen müsse allerdings auch bedacht werden, daß unser Gebiet handwerklich übersetzt sei. Trotz aller Schwierigkeiten dürsten wir aber alle im Vertrauen auf den Führer auf eine neue Blüte des deutschen Handwerks hoffen. Der Handwerker müsse vor allem wieder bodenständig werden, er müsse seinen Nachwuchs im Sinne des Nationalsozialismus erziehen, dieser Nachwuchs müsse aus der HI. hervorgehen, die schon von Haus aus den notwendigen Ernst für den Beruf mitbringe. Die Jugend müsse nicht nur zu tüchtigen Handwerkern, sondern auch zu ordentlichen Staatsbürgern erzogen werden. Handwerkliche Ehrbarkeit, sowie Liebe zu Volk, Führer und Vater- land müsse den Nachwuchs auszeichnen. Dann könne auch das Handwerk allen Erfordernissen des Staa- tes gerecht werden. r v ... Der Redner dankte zum Schluß den Obermeistern für die in den Innungen geleistete vorbildliche Arbeit, forderte zur guten Zusammenarbeit mit der DAF. und zur Mitarbeit an dem großen Ziele des Führers im wiedererstarkten Vaterland auf. Leb- Hafter Beifall dankte dem Landeshandwerksmeister. Mit der Versicherung, daß die Handwerkerschaft des Kreises Friedberg geschlossen hinter dem Lan- deshandwerksmeister stehe, schloß der Kreishandwerksmeister Kuhwed e die Kundgebung. m Treuebekenntnis zu Führer und Vaterland und mit den beiden Nationalhymnen klang die Veranstaltung aus. Besuch beim Bnesmarkeuftäulein „Hessen". Seit dem Erntedankfest hat die Reichspost mit der Herausgabe einer neuen Wertzeichenserie „Deutsche Volkstrachten" begonnen. Bäuerinnen aus den verschiedenen deutschen Landschaften sind in ihren schönen Trachten auf den Marken verewigt, darunter auch eine Bäuerin aus Hessen. Wir hatten das Glück, der Urgestalt der 15-Pfennig-Marke „Hessen" zu begegnen. Briefmarkenfräulein „Hessen". (Aufnahme: Spannring, Frankfurt a. M.) „Sind Sie nicht das Briefmarkenfräulein Hessen?" Unser Wagen schreit auf, so ist ihm die Bremse in die Glieder gefahren. Wir hatten auch allen Grund, so plötzlich zu bremsen. Auf dem Fußgängerpfad, der die kurhessische Landstraße im Kreis Marburg entlang zog, schritt ein junges blondes Mädchen in der kleidsamen Werktagstracht der Hessinnen. Ihm galt unsere plötzliche Aufmerksamkeit. Das Mädchen hast du doch schon irgendwo gesehen, war es uns durchfahren. Das kann doch nur... Und schon ist die Hand an die Bremse gefahren. „Sie sind doch gewiß Fräulein Anna B. aus Erksdorf?" Das Mädchen ist auf unfern Anruf näher gekommen. Steht nun, über das ganze jugendfrische Gesicht lachend, bei uns: „Ei, woher wissen Sie denn, daß ich die Anna B. bin?" fragt sie ehrlich erstaunt. „Liebes Kind, Sie scheinen noch nicht zu wissen, daß Sie eine postalische Berühmtheit geworden sind. Sie sind doch das Briefmarkenfräulein hier?" Wir entnehmen der Brieftasche eine der neuen Trachtenmarken und zeigen sie dem Mädchen. „Ach so, daher", sagt Anna nun gedehnt, „das ist allerdings der Steckbriefs von mir. Nur bin ich darauf im Festtags- st a a t, während ich heute die Werktagstracht anhabe." Wir lassen es uns nicht nehmen, das Briefmarkenfräulein Hessen mit ihrem Körbchen an das Ziel ihres Weges zu begleiten. Anna ist ein munteres Mädchen,, das durchaus nicht auf den Mund gefallen ist. Lampenfieber vor der Oeffentlichkeit kennt sie keineswegs. Sie ist Darstellerin im Bund für Volkstum und Heimat, dessen Schar in der hübschen Hefsinnentracht Aufführungen und Volkstänze bringt. Auf dem Bückeberg? Natürlich hat sich das Anna nicht nehmen lassen, bei dem großartigen Erntedankfest auch in diesem Jahre wieder dabei zu sein: „Solange es nur geht, werde ich jedes Jahr wieder zum Bückeberg fahren. Es ist mein schönstes Fest im ganzen Jahr." Wir kommen Erksdorf näher. Es ist ein blitzblankes Dörfchen von 700 Seelen. Anna ist die jüngere Tochter des Erbhofbauern B. Nun wollen wir schnell noch wissen, wie Anna dazu gekommen ist, Briefmarkenfräulein für Hessen zu werden. „Das kam ganz wie ein Blitz aus heiterm Himmel", sagt sie lachend. „Ich war gerade unterwegs ins Feld, da kam mir auch so ein Wagen entgegengefahren. Ein Photograph saß darin und hatte schon den Apparat auf mich gerichtet. Später machte er noch eine andere Aufnahme von mir im Feststaat. Vom Bund her war mir das nichts Besonderes. Bis ich dann nach einigen Wochen vom Reichs- postministerium die Nachricht bekam, daß ich als Briefmarkenfräulein Hessen in Aussicht genommen fei. So geht's eben im Leben ..." sp. garnstagp* Preise 0.50-3.- RM. Die Friseurinnung für Stadt und Kreis Qießen veranstaltet am Sonntag, dem 13. Oktober 1935, abends 7 Uhr, im „Caf6 Leib“, Walltorstraße, ein Schau- und Werbefrisieren Es werden vorgeführt: Ondulation, Wasserwellen, Braut-Frisur, Herren - Haarschnitt, Maniküre und Haararbeiten. Versäumen Sie nicht, diesen Abend zu besuchen! 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Preisverteilung. ssisD Eintritt 20 Rpf.vro Tag. Konzert. Der Bann helmatt. WM (Deutfther WM veranstaltet am Montag, 14. Oktober, 20.15 Uhr, im Studentenheim, Leihgesterner Weg, einen [ssmD LichtbNdevvovtvas von Hans-Ulrich Siegert - Hirschberg (Schles.) über Gansbtutrchlnnb Aschyememschaft! HAUS DER GUTEN. Jetzt können die kaltenlage kommen! fähigen Stoffen Herren-Sakko-Anzüge in neuen vornehmen Mustern, tadellos sitzend, gut verarbeitet, von 39.-an Flotte Sport-Anzüge mitaufgesetztenTaschen,aus strapazier- Blaue Sakko-Anzüge elegante 2reihige Form, aus erprobten Stoffen, mit guten Zutaten, v. 38.-an von OQe* an Meine Läger sind gefüllt mit preiswerten Wintermänteln und flotten Anzügen! Ein zwangloser Besuch meines Hauses zeigt Ihnen, wie leicht Sie Ihre Kleidersorgen beheben können. Nachstehend einige Beispiele meiner Preiswürdigkeit und Leistungsfähigkeit: Moderne Ulster mit Rückengurt u. Schlitz, sportl. Machart, gangbare Farben... von 35.- an Ulster-Paletots die beliebte taill. 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