Kr. 212 Erster Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, N. September 1955 Erschemr täglich, auher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. * -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frantturt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druift und Verlag: vrühl'sche Unlverfitäts-Vuch- und Steindruckerei R.Lange in Giehen. 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Der Methode der Geheimdiplomatie und der vorgefaßten Entscheidungen stellen wir gegenüber die Politik der offenen Sprache und der Verhandlungsparität souveräner Staaten. Der Politik der Blockbildung, der verwickelten Pakt- systeme und bedrohlichen Militärallianzen in Form von konfliktfördernden Beistandspakten stellen wir entgegen das Prinzip der Nichkangriffsverträge, der Lokalisierung der Konflikte und damit der Isolle- rung der widerstreitenden. Dem Schlagwort von der Unteilbarkeit des Friedens halten wir entgegen die prakttsche Friedenspolitik der Isolierung des Krieges durch rechtzeitige Beseitigung seiner Vor- aussehungen. Die nationalsozialistische Idee als neues ftuch» bares Prinzip internationalen Gemeinschaftslebens ist nicht in der Verteidigung, sondern im Vormarsch! Der Nationalsozialismus ist bereit, mit lebem Die geistige Klinge zu kreuzen, ber sich im Interesse per Wahrheit unb bes Fortschritts ehrlich unb unvorein- genommen mit ihm auseinanbersetzen will. Hier m Nürnberg auf ben Reichstagen ber Partei ist Gelegenheit, bieses Sein und Wollen des Nationalsozialismus sowohl in seiner äußeren Gestaltungskraft, wie in seiner geistig politischen Tiefe zu erfassen. In Moskau tagte vor wenigen Wochen der Weltkongreß der Komintern unter der Parole, d i e Brandfackel des bolschewistischen Umsturzes in alle Länder der Erde zu tragen. Hier in Nürnberg ist die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei zu ihrem Reichsparteitag versammelt, zu fruchtbarer Arbeit am deutschen Volke und zur Bekundung der Wiedergewinnung seiner Freiheit. Zwei Welten, an denen sich die Geister scheiden: In Moskau tagte der Generalstab der bolschewistischen Weltrevolution als die Inkarnation niederreißender Zerstörung! Hier in Nürnberg tagt der politische Generalstab des deutschen Volkes als Träger eines aufbauenden, dem Weltfrieden dienenden Prin - zips. Die Zeltstadt der Pimpfe in Nürnberg. M H'W z ZDUMHW * Neben dem Lager Langwasser, in dem die SA. während des Reichsparteitages mit 100 000 Mann untergebracht ist, liegen die vielen spitzen Rundzelte der Hitlerjugend unb bes Jungvolks. (Scherl-Bllberbienst-M.) Der Aeichsjugendsührer bei der HI. Fürth, 10. Sept. (DNB.) Reichsjugenbführer Balbur von Schirach besuchte am Dienstagvormittag bie 15 0 0 Teilnehmer bes Abolf» Hitler-Marsches ber HI. zum Reichsparteitag auf ber großen Pegnitz-Wiese am Humbser» Spielplatz. Er lobte die hervorragende Marschleistung. Die ausgezeichnete Disziplin bei dem Marsch sei ein Bekenntnis der deutschen Jugend zur Wehrhaftigkeit. Zu ben künftigen Parteitagen würben immer mehr Kameraden auf gleiche Weise marschieren und die Fahne der deutschen Jugend $ur Blutfahne von 1923 tragen. Die Hitler-Jugend müsse sich durchsetzen im ganzen deutschen Volk. Hierzu bedürfe es noch eines umfassenden Erziehung swerkes. Die HI. solle durch ihr Beispiel und ihre Leistung alle jene Hunderttausende mitreißen, die ihr heute noch fernständen. Die HI. habe auch eine politische Aufgabe zu erfüllen, nämlich die gesamte deutsche Jugend zu einer Einheit zusammenzuschließen. Sie habe alle Zeit und allerorts ein Beispiel heroischer Kameradschaft zu geben. Am Montag hatte ber Reichsjugenbführer bas Kloster Metten in ber bayerischen Ostmark besucht. Im Hof bes Klosters stauben Hitlerjugenb, Jungvolk und Schuljugend zum Empfang bereit Ferner war der aefamte Lehrkörper des Gymnasiums Metten versammelt. Der Reichsjugendführer dankte dem Abt des Klosters dafür, daß es ihm möglich fei, in diesem uralten Kloster Hitlerjugend und Jungvolk besuchen zu können. Aufrichtige und gläubige deutsche Jungen seien in der Staatsjugend vereint. Die Hitlerjugend reiche jedem, der gewillt sei, mit ihr zusammenzuarbeiten, die Hand. Dieses Zusammentreffen im Kloster Metten sei ein schöner Beweis dafür. Er erwarte von den Jungen, daß sie dem Führer, dem Vaterlande unb bem allmächtigen Gott bie Treue hielten. Anschlie- ßenb übernahm Pater Wilhelm, ber Historiker bes Klosters, bie Führung burch bas Kloster. Im Kloster selbst hieß ber Abt ben Reichsjugenbführer willkommen unb lub ihn zur Besichtigung ein. Nachdem Baldur von Schirach die umfangreiche Bibliothek besichtigt hatte, trug er sich in das Besucherbuch des Klosters ein. Rassentrennung aus öffentlichen Schulen. Reichsminister Rust ordnet Einrichtung von Zudenschulen an. Berlin, 10. Sept. (DNB.) Reicksminister Rust hat in einem Erlaß über die Rassentrennung auf den öffentlichen Schulen, in dem als Vorbereitung für bie Einrichtung von Jubenfchulen zu Ostern 1936 Erhebungen über bie Rassezugehör i g k e i t ber SckÜlersch ast angeorbnet finb, eine alte nationalsozialistische Forberung tatkräftig in Angriff genommen. Dieser in enger Fühlungnahme mit Dem Rassenpolitischen Amt ber NSDAP, au’sgearbeitete Erlaß bereitet einen weiteren wichtigen Abschnitt in ber Rassegesetzgebung bes neuen Deutschland vor unb beweist, baß Deutschland) keineswegs geneigt ist, wie auslänbische Pressestimmen zu wissen glauben, seinen grunbsätz- lichen Rassestanbpunkt aufzugeben. Auf bem Gebiete ber Volksschule ist zur Erreichung bieses Zieles bie Zusammenfassung ber« jenigen nichtarischen Schulkinder, bie der mosaischen Religion angehören, in besonderen jüdischen Volksschulen schon bisher energisch gefördert worden. Insbesondere ist mit staatlicher Genehmigung seit 1934 eine größere Zahl privater jüdischer Volksschulen neu entstanden. Der entscheidende Gesichtspunkt ist aber nicht bie Zugehörigkeit zur mosaischen Religion, jonbern zur jüdischen Rasse. Der rassesrembe, jübische Schüler bildet in ber Klassengemeinschaft ber arischen Schüler unb Lehrer einen Frembkörper. Sein Dasein erweist sich als ein außerordentliches Hinder» nis im deutschbewuhten nationalsozialistischen Unterricht unb macht bie notroenbige, in ber Rasse be» grünbete Uebereinftimmung zwischen Lehrer, Schüler unb Lehrstoff unmöglich. Der neue Erlaß bes Reichserziehungsministers Rust zielt beshalb auf Durchführung ber völligen Rassentrennung in ben Volksschulen ohne Rück- sicht auf bie Konfessionszugehörigkeit ber rassefremden, jüdischen Schüler und auf Wiederherstellung der Judenschulen hin, unb zwar vom Schuljahr 1936 ab. Er billigt beiden Teilen zu, was nach völkischer Auffassung eine selbstverständliche Forderung ist: die Rassengemeinschaft zwischen Lehrer und Schüler. Aus dem Erlaß ist noch folgendes ersichtlich: Bei ben Pflichtschulen ist mit Rücksicht auf bie auch für Nichtarier nach wie vor bestehende Schulpflicht eine Verweisung auf private Volksschulen nicht angängig. Vielmehr wirb bie Errichtung öffentlicher Volksschulen für Juben erforberlich werben. In biefen Schulen werben alle biejenigen Schüler unb Schülerinnen zusammenzu- faffen sein, bei benen entroeber beibe Elternteile ober ein (Eltern teil jübisch sind. Die sog. Viertel juben, bei benen ein Groß- eit em teil jübisch ist, beabsichtigt der Reichs- erziehungsminister bei der auf dem Gebiete des Schulwesens vorzunehmenden Rassentrennung außer Betracht zu lassen. Voraussetzung für die Errichtung einer öffentlichen jüdischen Volksschule ist das Vor- panbenfein. von wenig st ens 20 jübischen Kinbern innerhalb einer Gemeinbe. Der Erlaß zeigt, wie sorgfältig unb gewissenhaft ber Staat auf bem Gebiete feiner Rassengesetzgebung vorgeht, um unnötige Härten zu oermeiben unb boch fein Ziel, eine von Frembkörpern gereinigte völkische Lebensgemeinschaft zu erreichen. Es steht zu hoffen, baß alle Staats- unb Parteistellen mithelfen werben, bas vom Reichserziehungsminister Rust gesteckte Ziel zu erreichen, so baß zu Ostern 1936 auf Dem Gebiet« des öffentlichen Volksschulwesens eine möglichst voll- ffänbige Trennung zwischen Deutschen unb jüdischen Kinbern burchgeführt ist. Generalappell vonioAllionenSchwarzhemden scheinlich, daß Laval in geeigneter Form geantwortet und die Forderung Englands, Afrika bei der Anwendung der Völkerbundssatzungen den Vorrang zu geben, mit dem Hinweis beantwortet habe: Zuerst Europa. Dank der unerschütterlichen Haltung Mussolinis und seiner Verachtung jeder Diplomatie werde die Stunde bald schlagen, wo sich die französische Regierung entscheiden müsse. Kräfte, auf die Italien bei dem kommenden Generalappell zählen kann, auch die Frauen-Or- g a n i s a t i o n e n mit aufgeführt werden, für die die Zahl von über 400 000 angegeben wird. Die „Tribuna" schreibt: Die Einberufung aller Kräfte des faschistischen Regiments erfülle eine doppelte Aufgabe: Sie gebe der italienischen Nation eine Ordnung, die sie von anderen ungeordneten Staaten unterscheide, und mache aus ihr ein Instrument der Kraft und der wahren internationalen Gerechtigkeit. Während die Dominien des englischenWeltreiches, wie Australien und Kanada, die Zentralmacht in London für unfähig erklärten, während man bereits im Lager der L a - bour r Partei Sühnemaßnahmen ankündige, während sich das Einverständnis zwischen Labour- Partei und französischer Linken mit ihrer Förderung des Freimaurertums offen mit dem Kommunismus und der Dritten Internationalen verbände, während die Konzessionen des Negus die letzte Verworfenheit eines geschäftstüchtigen Schachertums zeigten, während der Völkerbund hinter Kommif- sions- und Sachverständigenprozeduren die eigene Unfähigkeit, große politische Probleme zu verstehen und zu regeln, verberge, tue der faschistische Generalappell kund, daß in Italien eine Einigkeit des Geistes und der Macht bestehe, die sich in Ostafrika erprobe und damit gleichzeitig den erneuernden und bestreitbaren Wert der faschistischen Revolution bestätige. Rom, 10. Sept. (DRV.) Mussolini hat angeorsi- net, daß dieser Tage in ganz Italien sowie in den Kolonien ein Generalappell sämtlicher Gliederungen der Faschistischen Partei stattfindet. An dem festgesetzten Tag werden überall die Kirchenglocken oder Sirenensignale das Zeichen zum Aufmarsch geben. Sämtliche Parteimitglieder versammeln sich darauf im Schwarzhemd vor dem Gebäude der örtlichen Parteileitung. Die Miliz tritt in den Kasernen zusammen. Italiener, die sich ständig oder vorübergehend im Ausland aufhalten, haben die Pflicht, sich beim Parteisekretär telegraphisch zu melden. Die Parteiformationen werden bis Mitternacht versammelt bleiben, mit Ausnahme der Jugendorganisation, die um 9 Uhr entlassen wird. „Popolo di Roma" bringt eine Aufftellung wie sich die zehn Millionen, die von dem geplanten Generalappell erfaßt werden sollen, auf die einzelnen faschistischen Organisationen verteilen. Das größte Kontingent stellen die vier Millionen dar, die eine vormilitärische Ausbildung genossen haben; ihnen folgen 2 108 000 Mitglieder der Arbeit so rganisation und 1851 777 eingeschriebene Mitglieder der f a s ch i st i s ch e n Partei, 657 000 Jungfaschisten, 66 000 faschistische Universitätsjugend; 230 000 sind in den faschistischen Verbänden öffentlicher Angestellten zusammengefaßt. Zahlreiche Einzelorganisationen gliedern die übrigen ein. Interessant ist ferner daß in dieser Aufftellung über die französisch-englische Fühlungnahme in Genf. Hat Gir Samuel Hoare von Laval eine klare Entscheidung Frankreichs gefordert? „Echo de Paris" äußert die Ansicht, daß der eng- lische Außenminister die Einstellung Englands sehr deutlich dargelegt und den französischen Ministerpräsidenten aufgefordert habe, sich nach der einen oder anderen Seite hin zu entscheiden. Die Versicherungen, die man französischerseits in allgemeinen Phrasen über die Treue zum Dölkerbundspakt abgäbe, genügten England heute nicht mehr. Es sei aber wahr- Die Arbeit des Ziinfer-Ausschuffes auf dem toten Punkt Oie kleineren Mächte fordern strikte Durchsetzung der Äölkerbundssatzunq-'n. zukommen, habe sich der Ausschuß auf Donnerstag vertagt. Die Aussichten seien jedoch wenig ermutigend, und man müsse sich fragen, ob der Völkerbund schließlich nicht doch den Mißerfolg der Versöhnungsbestrebungen feststellen müsse. Madariaga, so schreibt „Echo de Paris", habe durchblicken lassen, daß die Anwesenheit eines englischen Mitgliedes in diesem Ausschuß die italienische Abordnung nur noch unnachgiebiger mache. Laval werde noch vor Donnerstag Baron Aloisi einen letzten Vorschlag zur friedlichen Beilegung unterbreiten, der hinsichtlich der militärischen Besetzung Abessiniens Zugeständnisse enthalte. „Oeuvre" fügt aber gleichzeitig hinzu, daß sich der französische Ministerpräsident selbst keine großen Hoffnungen mache. Man müsse fest- stellen, daß die Lage langsam aber sicher zur Eröffnung des bewaffneten Konfliktes a b g l e i t e, und zu einem ernsten Widerstand des Völkerbundes gegen eine solche Verletzung der Satzungen führt. Aloisi habe dem Vorsitzenden des Fünfer-Ausschusses klipp und klar erklärt, daß der Duce ohne eine vollständige militärische Besetzung Abessiniens keine Lösung der Angelegenheit sehe. Durch die Hintertür. Litwinow nachträglich zur Teilnahme amBölkerburrdsPräsidium eingeladen. G e n f, 10. Sept. (DNB.) Das P r ä s i d i u m der Dölkerbundsoersammlung beschloß, den Vertreter der Sowjetunion nachträglich zur Teilnahme an den Arbeiten des Präsidiums ein- z u l a d e n. Litwinow hatte bei der Wahl der Vizepräsidenten, wie wir schon meldeten, nur 29 Stimmen erhalten, so daß außer den drei europäischen Großmächten noch Belgien und Mexiko, nicht aber die Sowjetunion in das Präsidium gewählt wurden. Hierüber war bei der russischen Abordnung eine sehr starke Verstimmung entstanden, die sich in einer Beschwerde beim Präsidenten der Versammlung äußerte. Benesch hat nun das Präsidium davon zu überzeugen verstanden, daß es angebracht sei, eine Großmacht wie Sowjetruh- land zur Beteiligung aufzufordern. Der den Völkerbund beherrschende demokratische Grundsatz der freien und geheimen Wahl für die beschließenden Organe ist somit aus Gründen der politischen Zweckmäßigkeit, die allerdings in diesem Falle dem tschechoslowakischen Außenminister besonders nahelag, durch- b r o ch e n worden. P a r t e i, die im Bürgerkrieg 1861 gegen den Norden und Westen focht, weil diese, die Republikaner, die Sklaverei abschaffen und eine straffe Nationalregierung einführen wollten. Sie unterlagen, und Lincoln schaffte die Sklaverei ab, erlitt dafür allerdings den Märtyrer-Tod. Die Sklaverei der Neger wurde formell abge- schafst und die Gleichberechtigung der Schwarzen 1 mit den Weißen feierlich in der Verfassung „ver- 1 ankert". Tatsächlich ist lediglich die Leib- ! e i g e n s ch a f t abgeschafft worden; Neger gelten I in Amerika auch heute noch als durchaus minder- ' wertige Raffe, mit der man keinen gesellschaftlichen Verkehr pflegt. Außerdem sind sie in ihrem Wahlrecht, dem wichtigsten Vorrecht eines amerikanischen Bürgers in vielen Staaten stark beschränkt. Die ■ Bundesverfassung hat es den Einzel st aaten überlassen, festzusetzen, in welcher Weise und unter welchen Bedingungen das Wahlrecht ausgeübt werden kann. Und die Südstaaten, unverändert in ihrer Abneigung gegen Lincolns Gleichmacherei, haben raffinierte Wahloorfchriften ausgearbeitet, die vom Wähler teils eine Steuer, teils eine Bildungs-Prüfung verlangen; und in beiden Fällen scheiden, wie erwartet, dadurch die meisten Neger aus. Weiter im Norden, der republikanisch ist, hat man sich zu so krasser Verletzung des Geistes der Verfassung nicht entschließen können. Beispielsweise im Staate Pennsylvania, der wie die meisten Nordstaaten das Neger-Problem erst kennenlernte, als die Wahlvorschriften längst in Kraft getreten waren; hier wie in den übrigen Industriestaaten des Nordostens sind die Neger erst in größeren Scharen aufgetaucht, als Amerika sich am Kriege der Alliierten gegen uns bereichern wollte und Munitionsfabriken wie Pilze aus dem Boden schossen, wobei die Nachfrage nach Arbeitern ungeheuer war. Die Neger dort wählen natürlich republikanisch, da sie in den Demokraten die Schicht der Unterdrücker der schwarzen Rasse sehen. Da kamen nun die Depression und das Fiasko „Hoover", die Zeit der republikanischen gefüllten Kochtöpfe war vorbei. Da sagten sich im Jahre 1932, als die Wahlschlacht Hoover- Roosevelt begann, einige kluge demokratische Politiker, daß man vielleicht mit Hilfe der Neger die Hochburg der Republikaner, den Staat Pennsylvania, erobern könnte. Gesagt, getan. Man fragte die Neger, was sie denn je für Vorteile von den Republikanern erhalten hatten. Die Antwort war: Keine. Und so wurden diese Neger für die Demokratische Partei, in ihrer neuen^ Gestalt als Engel des „vergessenen kleinen Mannes", geworben; mit Erfolg, denn 1934 fiel der Staat den Demokraten in die Hände, ein Ereignis, das selbst die ältesten Republikaner nie für möglich gehalten hätten. Aber natürlich werden in Amerika Stimmen nickt umsonst abgegeben! Man erwartet und verlangt Belohnung für die WahMfe 170000 Neger in Pennsylvania hatten es durchgesetzt, daß der demokratische frühere Gesandte in Wien, Carle, Gouverneur des Staates wurde. Und nun beantragten die Neger ein Gesetz, das ihnen Gleichberechtigung in Geschäften, Restaurants, Hotels verbürgen sollte. Bislang durften sie diese Stätten der Weißen nicht betreten. Carle zeichnete das Gesetz, unter dem Druck seiner schwarzen Nothelfer. Und nun begann am 1. September der Kummer. Negerfrauen gehen in Verschönerungssalons, und die weißen Frauen fliehen voller Empörung. Man versucht sie fernzuhalten, man erklärt, alle verfügbaren Behandlungszeiten seien besetzt; aber auf die Dauer kann man das natürlich nicht durchführen. In Tanzdielen verlassen die weißen Paare das Lokal, sobald Schwarze hereinkommen. Und so befindet sich der Staat Pennsylvania in einem tragikomischen Kampf, der gerechten Strafe für Verwischung der Grenzen zwischen Weiß und Schwarz. Das interessanteste Erlebnis aber ereignete sich am 10. August 1935 (siehe Philadelphia Jngutrer vom 11. August): In einem eleganten Schwimmbassin bei Philadelphia wurde ein Wettbewerb ab- Sehalten. Veranstalterin war die Amateur Athletic nion, die Organisation, die die Olympia-Kämpfer stellt. Es sollte getaucht und gesprungen werden. Da erschienen zwei Neger, die sich ordnungsgemäß angemeldet hatten. Sie hatten in anderen Städten an Ausscheidungskämpfen teilgenommen. Große Entrüstung unter den Weißen; man forderte die Neger auf, sich zu entfernen. Die lehnten das ab. Daraufhin wurde der ganze Wettbewerb auf unbestimmte Zeit vertagt! Ein Beffpiel, wie der „Olympia-Geist" in dem selbstgerechten Amerika herrscht. * Ein Deutscher hat einmal gesagt, man müsse die Tugend der Amerikaner mehr fürchten als ihre Laster Nun gibt es sehr viel Laster in den Vereinigten Staaten; man könnte ein Buch mit nega- tiven Schilderungen füllen, aber es ist durchaus richtig, daß die Selbstgefälligkeit der Amerikaner oft viel abstoßender ist als die Summe ihrer schwachen Seiten. Besonders im Nordosten, in Neu-England, hat sich die frömmelnde, intransigente Art der P u - xitaner erhalten. Diese Puritaner sind wegen Probleme in LtGA. Von unserem K.G.S.-Äerichterstaiter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Washington, September 1935. Die ursprüngliche amerikanische Einwanderung besteht aus zwei ganz getrennten Klassen. Die einen waren die „Pioniere", die teils aus Mangel an Erwerbsmöglichkeiten in der Heimat, teils wegen religiöser Verfolgungen nach Amerika auswanderten und sich an der Nordostküste, Neu-England genannt, ansiedelten. Von diesen Kolonien (Massachusetts, Connecticut usw.) breiteten sie sich allmählich nach Westen aus: Pennsylvania, Neuyork usw. waren die Haupfftaaten der Kolonisierung, die immer weiter nach Westen drang, bis sie um die Mitte des 19. Jahrhunderts den Stillen Ozean erreichten. Kalifornien z. B. wurde erst 1850 als Staat in die Union ausgenommen, der Mormonenstaat Utah erst 1896, und zuletzt, im Jahre 1910: Neu-Mexiko und Arizona. Hiervon völlig getrennt war die Besiedlung der Süd st aaten: Maryland, Virginia, Karolina usw., wo sich die Söhne reicher englischer Eltern ansässig machten, große Plantagen (meistens Baumwolle, Mais, Tabak) errichteten und die Schicht der „Southern Gentlemen" bildeten. Sie waren weder Pioniere, noch hielten sie es für standesgemäß zu arbeiten; sie importierten Sklaven aus Afrika über Westindien und regierten als große Herren. Sie waren natürlich für weitgehende Selbständigkeit, gegen Zentralisierung, gegen soziale Maßnahmen. Sie lehnten auch die Schutzzölle ab, weil sie die benötigten Industrie- Produkte möglichst billig kaufen wollten und weil sie, auf Ausfuhr ihrer Agrarprodukte angewiesen, in anderen Ländern keine Repressalien gegen amerikanische Schutzzölle ergriffen sehen mochten. Aus dieser Schicht entstand die Demokratische Huey Long f. Der Diktator von Louisiana seinen Verletzungen erlegen. Neuyork, 10. Sept. (DNB.) Senator Long ist Dienstag früh um 6.10 Uhr im Krankenhaus in Baton Rouge g e st o r b e n. Der schwerverwundete Senator hatte in den Morgenstunden noch eine vierte Bluttransfusion erhalten. Die in Aussicht genommene fünfte Transfusion wurde nicht mehr durchgeführt, da der Senator bereits im Sterben lag. Der Tod des Senators Huey Long in Baton Rouge wird von der gesamten Presse der Vereinigten Staaten in sensationeller Aufmachung gemeldet. Nach den letzten Mitteilungen verschied Long in einem Sauerstoffzelt nach vergeblichen Bluttransfusionen und Adrenalineinspritzungen. Am Sterbelager weilten außer Aerzten, Krankenschwestern und einem Geistlichen auch seine Frau, drei erwachsene Kinder und seine ihm seit Jahren entfremdeten Brüder, sowie Staatsgouverneur Allen und mehrere Lokalvolitiker. Longs letzte Worts galten den ihm besonoers nahestehenden Studenten der Uni« religiöser Verfolgungen aus England im 17. Jahr-1 hundert ausgewandert, sie bilden sich ein, daß alle Ausländer Schurken sind, besonders aber diejenigen, die der Kirche Vorschriften machen. Hier hat stets die Trennung zwischen Kirche und Staat bestanden, und man will es daher nicht fassen, daß in Deutschland gegen Auswüchse in den Kirchen eingeschritten wird. Daß es sich lediglich um Beseitigung politischer Umtriebe handelt, will man nicht verstehen. Und deswegen erlaubte sich das Abgeordnetenhaus in Massachusetts, der Hochburg des amerikanischen Katholizismus, die Dreistigkeit, eine Entschließung gegen die Reichsregierung anzunehmen. Die Bundesregierung rauft sich die wenigen verbliebenen Haare und ist entsetzt über die Einmischung in außenpolitische Angelegenheiten. Aber sie ist machtlos. Wir haben das im Fall der NRA.-Entscheidung des Obersten Gerichtshofes ausführlich dargelegt. Damals handelte es sich darum, daß Roosevelt sich weder um soziale Wohlfahrt, noch um die Landwirtschaft in den Einzelstaaten kümmern darf, wenn auch dadurch für bas ganze Land schadhafte Streiks entstehen oder Ueberproduktion der Bauern das ganze Wirtschafts-System zum Wanken bringt. Hier, in den Fällen Laguardia („Bremen"- Flaggenfall), Entschließung der unteren Kammer im Staat Massachusetts, Verunglimpfung des japanischen Kaisers in Zeitungen, Beschimpfung des Führers durch den Juden Dickstein im Abgeordnetenhaus des Bundeskongresses, geigte es sich wieder einmal klar, daß der Präsident der Vereinigten Staaten das Land nicht regiert, sondern nur ein Der- waltungsbeamter mit geringen, genau umgrenzten Funktionen ist. Ja, daß er nicht einmal die Beziehungen zum Ausland ungestört durch Anwürfe seiner Mitbürger in normalen Bahnen halten kann. Das alles erscheint im neuen Deutschland unverständlich ; aber man muß sich diese Sachlage klarmachen, um zu begreifen, daß die Bundesregierung wirklich nichts zu lachen hat, und daß sie Protesten gegenüber stets verlegen oder irritiert ist, weil sie ja tatsächlich keine Autorität im eigenen Lande hat. Diskutiert man diesen grotesken Zustand mit Amerikanern, so wird einem stets entgegnet: erstens sind wir ein Volk, das aus Flüchtlingen vor Reli- aionsknebelung und Diktatur entstanden ist; zweitens nehmen wir manche Nachteile, wie schlappe Regierung und Verschwendung von öffentlichen Geldern usw gern in Kauf, wenn wir dafür unsere Mei- nungs-, Religions- und Pressefreiheit behalten; brütens tun wir, was wir gegen Neger und Juden unternehmen, rein privat, während Ihr offiziell gegen andere Rassen vorgeht. Daß inzwischen Amerika immer mehr in ganz ungesunde Zustande gerät, will man nicht sehen. Solange man kritisieren kann, sei es bas Weiße Haus, sei es das Ausland, solange ist man glücklich und stolz auf sein Bürgertum. Argumentieren läßt sich bei dieser Einstellung nicht viel. Paris, 11. Sept. (DNB. Funkspr.) Der französische Ministerpräsident Laval und der britische Außenminister Sir Samuel Hoare hatten am Dienstag in Genf zwei sehr ausgedehnte Unterredungen über den Abessinienkonflikt. Die Fühlungnahme wird von der Pariser Presse mit Genugtuung begrüßt. Ueber den Verlauf dieser Unterredungen gehen die Ansichten zwar etwas auseinander. Während die einen behaupten, der englische Außenminister habe Laval vor die Alternative gestellt, zwischen der römischen Amerika wählt mit wilder Begeisterung einen Präsidenten, und zwei Monate später fällt man über ihn her und läßt kein gutes Haar an ihm. Es gehört > London, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Nachrichten der Morgenpresse aus Genf lauten sehr pessimistisch. Die Blätter glauben, daß die Arbeit des Fünfer-Ausschusses infolge der Haltung Italiens auf dem toten Punkt angelangt fei. Angeblich wünsche die französische Regierung, daß der Fünfer-Ausschuß die Abfassung seines Berichtes a u f f ch i e b e, um noch eine letzte Bemühung um eine friedliche Lösung zu ermöglichen. Anscheinend wolle Laval die Pariser Vorschläge an Italien noch etwas erweitern. Ferner berichten die Blätter, daß der gestrige Meinungsaustausch zwischen Sir Samuel Hoare und Laval sich auf die Frage etwaiger S ü h n e m a ß- n ah men bezogen habe. Hoare habe eine sehr entschlossene Haltung eingenommen und Laval dringend aufgefordert, das gleiche zu tun. Vor der heutigen Rede Hoares in der Dölkerbunds- versammlung wird erwartet, daß sie versöhnlich im Ton, aber sehr entschlossen im Inhalt sein werde. Wahrscheinlich werde auch Laval das Wort ergreifen. In der Londoner Presse wird nicht bezweifelt, daß England und Frankreich grundsätzlich einer Meinung seien. Mehrere Blätter melden, daß eine Reihe von Staaten, wie Norwegen, Schweden, Dänemark und Holland erklärt hätten, sie würden aus dem Völkerbund austreten, wenn die Großmächte zeigten, daß sie nicht bereit seien, die Völkerbundssatzung zur Anwendung zu bringen. Auch mehrere südamerikanische Staaten hätten eine sehr energische Haltung eingenommen. Paris sieht nur noch wenig Möglichkeiten Paris, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Genfer Korrespondenten der Pariser Zeitungen berichten voller Pessimismus über die Lage in Genf. „Havas" wirst der italienischen Abordnung vor, es bisher an einem Geiste der Zusammenarbeit habe mangeln lassen. Man frage sich in Kreisen des Fünfer-Ausschusses bereits, ob es überhaupt noch Zweck habe, die Arbeiten fortzusetzen. Man behaupte sogar, daß der englische Vertreter dem Ausschuß vorgeschlagen habe, die Machtlosigkeit f e st z u st e l l e n, in der er sich befinde, um feiner Aufgabe gerecht zu werden. Der französische Außenminister habe jedoch auf die schwerwiegenden Folgen hingewiesen, die ein solcher Entschluß nach sich ziehen würde. Um dem Wunsche Lavals entgegen- zur Zeit zum guten Ton, Roosevelt zu hassen. „Demagogie" ist noch das milbefte Wort, das man iym an den Kopf wirft. Ein weiterer Fall, der für Deutschland und andere Länder unverständlich ist: es gibt keine Zeitung, die nicht gegen i h n wäre! Roosevelt ist von der ganzen Presse nicht nur verlassen, sondern wird von ihr täglich in der schärfsten Weise angegriffen. Die Einheitsfront geht von den Reaktionären bis zu den Kommunisten. Eine teilweise, aber schlappe und zweideutige Verteidigung geben ihm die Gewerkschaften. Die Hearst-Blätter spritzen täglich Gift gegen ihn. Alle sind sie kapitalistisch und verargen ihm daher seine sozialen Maßnahmen, die anderseits den Gewerkschaften und den Kommunisten nicht weit genug gehen. Seine Steuerreformpläne, sein Vorgehen gegen die Trusts, seine Versuche, die Verwaltung des großen Landes zu zentralisieren, das sind alles „Todsünden" in den Augen der teils reaktionären, teils Provinz- lerisch engstirnigen Zeitungsmänner. Und niemand hat ein gutes Wort für ihn. Man kann jetzt im Gegensatz zu Goethe sagen: „Amerika, du hast es schlechter!". Unser Bildtelegramm zeigt den jetzt ebenfalls in Genf eingetroffenen englischen Außenminister Sir Samuel Hoare im Gespräch mit dem italienischen Delegierten Baron Aloisi (links) und dem englischen Dölkerbundsminister E d e n (im Hintergrund) im Konferenzsaal des Völkerbundsgebäudes. — (Weltbild-M.) Freundschaft und der ferneren Beteiligung Englands an der kollektiven S i - cheryeit in Europa zu wählen, wollen die anderen wissen, Sir Samuel Hoare habe sich darauf beschränkt, den italienisch-abessinischen Streitfall als den Prüfstein für den Völkerbund hinzustellen, um durchblicken zu lassen, daß die englische Regierung ihre zukünftige europäische Politik nach dem Ausgang der augenblicklichen Verhandlungen einstellen werde. „Oeuvre" glaubt zu wissen, daß der englische Außenminister sich bereit erklärt habe, im Falle eines günstigen Verlaufes dieser Verhandlungen die enge Zusammenarbeit Englands mit dem Völkerbund und die damit übernommenen Verpflichtungen öffentlich in Genf und vor dem britischen Parlament noch einmal zu bestätigen. Zwischen der afrikanischen und der europäischen Sicherheit, so schreibt „Jour", mache man in England keinen Unterschied. Laval habe demgegenüber auf die Gefahren hingewiesen, die ein e z u genaue Anwendung der Grundsätze des Völkerbundspaktes in diesem besonderen Falle mit sich brächten. Er habe es auch erreicht, daß sein englischer Kollege den Wortlaut seiner heutigen Rede etwas mildern werde. WM? cerftat kn ßouftana. Der Gouverneur erließ eine Proklamation, in der er Long als den größten Auf bauer Louisianas in den letzten 250 Jahren und als größten Vorkämpfer für die verbürgten Rechte des Volkes in den Vereinigten Staaten bezeichnet, dessen Name in den Annalen der Vereinigten Staaten fortleben werde. Während Songs politische Gegner bereits Schritte unternehm men, die von ihm in langjährigen Kämpfen in den Südstaaten aufgebaute politische Organisation zu zerstören, treffen unzählige Beileidsbezeugungen ein, darunter von Roosevelt, vom Kabinett, von Kongreßmitgliedern und auch von politischen Gegnern. Es ist zu erwarten, daß das Attentat auf Long eine große Rolle im kommenden Wahlkampfe im nächsten Jahre spielen wird. Weitere günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes. Berlin, 10. Sept. (DNB.) Obwohl im August die Aufnahmefähigkeit der Außenberufe für Arbeitskräfte geringer zu werden pflegt und schon mit Entlassungen aus einigen Zweigen gerechnet werden muß, ist — dank der starken Auftriebstendenzen der deutschen Wirtschaft — die Arbeitslosenzahl im diesjährigen August wieder erfreulich zurück- gegangen. Rund 48000 arbeitslose Volksgenossen konnten auch in diesem Monat wieder in Arbeit und Brot gebracht werden. Der Bestand an Arbeitslosen betrug nach den Zählungen der Arbeitsämter am 31. August 1 706 000, die Arbeitslosigkeit ist damit seit dem diesjährigen Höch st st and um fast 1,3 Millionen z u - rückgegangen. Bei der Beurteilung des August-Rückganges ist zu berücksichtigen, daß infolge der günstigen Wetterlage die Getreideernte in weiten Teilen des Reiches schon in diesem Monat im wesentlichen beendet werden konnte und infolgedessen Erntehilfskräfte von der Landwirtschaft wieder freigegeben wurden. Auch die Zahl der Notstands- arbeitet verringerte sich im Zuge der planmäßigen Einschränkung der Notstandsarbeiten weiterhin um 13 000. Trotzdem gelang es, nicht nur diese Zugänge anderweitig wieder in Beschäftigung zu bringen, sondern darüber hinaus die weitere Senkung des Arbeitslosenstandes zu erzielen. Am aufnahmefähigsten zeigten sich dabei die Gruppen des Metall - und Baugewerbes. (Ernennungen im Reichsheer. Berlin, 10. Sept. (DNB.) Das Reichskriegs. Ministerium gibt folgende Ernennungen zum 1. Oktober 1935 bekannt: Generalmajor von Reichenau, Chef des Wehrmachtsamtes im Reichskriegsministerium, zum Kommandierenden General des VII. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis VII. Generalmajor Keitel, Jnfanterieführer VI, zum Chef des Wehr- Machtsamtes im Reichskriegsministerium. Generalmajor Köstring zum Militärattache bei der Botschaft in Moskau und der Gesandtschaft in Kowno. Oberst Friederici zum Militärattache bei den Gesandtschaften in Budapest und Sofia. Oberst von Faber du Faur zum Militärattache bei der Gesandtschaft in Belgrad. Oberst von Studnitz zum Militärattache bei der Botschaft in Warschau. Oberstleutnant Rössing zum Militärattache bei den Gesandtschaften in Helsingfors, Riga, Reval, Deutschland marschiert in einem neuen Glauben. Französische Besucher über ihre ersten Eindrücke vom Reichsparteitag. Paris, 11. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der nach Nürnberg entsandte Sonderberichterstatter des Journal", Didier Poulain, veröffentlicht seine ersten Eindrücke über den Parteitag unter der Ueberschrift: „Die triumphale Ankunft Reichskanzlers Adolf Hitler. Das Idol des neuen Deutschlands in Nürnberg." Er schreibt u. a.: Wenn man als Franzose das heutige Deutschland nach seinem Wert beurteilen wolle, so müsse man sich zunächst einmal darüber klar sein, daß ein r e l i g i ö s e r Hauch ganz Deutschland durchdrungen habe. Man müsse verstehen, daß gewisse Streitigkeiten, die in Frankreich viel mehr Lärm gemacht haben würden als in Bayern, Preußen, Württemberg ober Westfalen, Deutschland nicht erschüttert hätten. „Täuschen wir uns nicht", so schreibt Poulain weiter, „hier ist der Kommunismus tot, hier hören konfessionelle Auseinandersetzungen auf, wenn es sich um den Gedanken der Nation handelt. Hier gibt es keine sterile Politik; eine einzige Partei: der Nationalsozialismus, ein ein- ziger Mann: Hitler, ein Führer, eine einzige Idee: Deutschland seinen Platz in der Welt wieder geben und eine einzige Religion, die des Vaterlandes." Die große unbesiegbare Macht des nationalsozialistischen Staates abstreiten wollen, hieße, sich unbedingt mit einem gefährlichen Chloroform betäuben. Hitler habe dem deutschen Volk anscheinend nicht den Reichtum gebracht, aber er habe für alle einen neuen Glauben geschmiedet, in den die größten Hoffnungen, die Lust zum Kampf und der Opfergeist sich vereinten. Es sei notwendig, daß die Franzosen dies verstünden und sich mehr mit dem Gedanken vertraut machten, daß das Deutschland von heute zu seiner materiellen Kraft noch die Kraft der Ideale geselle. Der Berichterstatter schildert sodann das Eintreffen des Führers und fährt u. a. fort: Man mache in Frankreich den Fehler, die Feinde Frankreichs lächerlich oder grotesk zu machen. Wenn dieser Mann ein Feind Frankreichs sei, was er bestreite, so sei es besser, ihn so zu sehen, wie er moralisch und physisch in- Wirklichkeit fei, nämlich ein Soldat und ein Kriege r. Das Deutschland von gestern und von heute vereinten sich jetzt in dem gleichen patriotischen Glauben. Frankreich müsse darüber nachdenken und es verstehen. Der Sonderberichterstatter des „Petit Jour- n a l" weist auf die ft r e n g e Disziplin hin, die trotz der überfüllten Straßen überall festzustellen sei. Man könne überzeugt davon fein, daß die 500 000 Anhänger des Führers, die aus allen Teilen Deutschlands herbeigeeilt seien, bequem untergebracht und in den riesigen Feldküchen auch genügenb Essen finden werden. In den kommenden Tagen werde man alle diese Männer in vollkommenster Disziplin an dem großen Ereignis teilnehmen sehen. — Der Nürnberger Berichterstatter des „I o u r" unterstreicht die Begeisterung der Massen auf der Fahrt nach Nürnberg und die Aufrichtigkeit, die aus ihren Lobreden auf den Führer gesprochen habe. Stockholm, Oslo und Kopenhagen. Der bisherige Kommandierende General des VII. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis VII, General der Infanterie Adam, wird zum Kommandeur der neugeschaffenen Wehrmachtsakademie ernannt. Unterbringung der im Herbst ausscheidenden Soldaten. Berlin, 10. Sept. (DNB.) Im Einvernehmen mit dem Reichskriegsministerium hat die Reichs- anstalt für Arbeitsvermittlung die Besetzung der durch (Eintritt in die Wehrmacht und in den Arbeitsdienst freiwerdenden Arbeitsplätze übernommen. Für die Besetzung dieser Arbeitsplätze sind in erster Linie die im Herbst aus der Wehrmacht ausscheidenden geeigneten Soldaten in Aussicht genommen. Um die Einheitlichkeit dieser Maßnahme sicherzustellen, ist die Durchführung der Aktion ausschließlich den Arbeitsämtern übertragen worden. Eine Mitwirkung anderer Organisationen ist nicht vorgesehen und unzulässig. Erste Werflprobefahrt des Kreuzers «.Nürnberg". Berlin, 10. Sept. (DNB.) Am 10. September, dem Tage der Eröffnung des Reichsparteitages der Freiheit in Nürnberg, lief der neue Kreuzer der Kriegsmarine „Nürnberg" zu seiner ersten Werftprobefahrt aus dem Reichskriegshafen Kiel aus. Die „Nürnberg" ist der sechste Kreuzerneubau der Kriegsmarine, dessen Stapellauf am 8. Dezember 1934 in Kiel auf den Deutschen Werken stattfand. Die Taufe vollzog der Oberbürgermeister von Nürnberg, Liebel, in Gegenwart des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Admiral Dr. h. c. Raeder, und des Gauleiters von Franken, Julius Streicher. Die Ueberlebenöen des bei den Falkland-Jnseln nach heldenmütigem Kampf gegen erdrückende Uebermacht am 8. Dezember 1914 mit wehender Flagge gesunkenen er st en Kreuzers „Nürnberg" nahmen seinerzeit am Stapellauf teil. Llederwachung weltanschaulicher Vereine. Berlin, 10. Sept. (DNB.) In letzter Zeit mehren sich die Fälle, daß auf geistigem und weltanschaulichem Gebiet Personengruppen sich zu Gesellschaften, Vereinen, Bünden usw. zusammenschließen und bestehende Vereine angeblich zum Zwecke der Gleichschaltung bei den Behörden Anträge auf Genehmigung von Satzungen und Satzungsänderungen stellen. Da die Gefahr besteht, hierbei zu versuchen, unter harmloser Maske das vom Nationalsozialismus bekämpfte liberale Geistesgut wieder aufleben zu lassen, hat der Reichs - und Preußische Mini st er des Innern angeordnet daß dem Beauftragten des Führers zur lieber» wachung der Schulung und Erziehung der gesamten nationalsozialistischen Bewegung in allen Fällen, in denen von Vereinen, die sich auf geiftigemunb weltanschaulichem Gebiet betätigen, Anträge auf die Genehmigung zur Gründung oder zur Aenderung des Namens oder des Zweckes zugehen, Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben ist. Kleine politische Nachrichten. Der Führerund Reichskanzler empfing am Dienstag Seine Hoheit Varzand-i-Khan, Maharadscha von Patiala, der zu kurzem Aufenthalt in Berlin eingetroffen ist, in Privataudienz. , Der Gouverneur des Staates Neuyork, Lehmann, ersuchte den Oberpolizeirichter Jacob Gould S h u r m a n jun., ihm einen Bericht überbie Ausführungen des Richters Brodsky im Prozeß wegen der kommunistischen Ausschreitungen gegen die „Bremen" zuzustellen. Gouverneur Lehmann erklärte, er werde Shurmans Bericht kommentarlos dem Staatssekretär Hüll übermitteln. ♦ Gegen die nationale Regierung in Portugal wurde Dienstag ein Auf st ands versuch unternommen, der jedoch im Keime erstickt wurde. Der Marineoffizier Mendes Norton versuchte, den Kreuzer „Bartholomä Diaz" zum offenen Aufruhr zu veranlassen, wurde aber von dem Kreu- zerkommandanten verhaftet, ebenso verschiedene regierungsfeindliche Elemente. In Lissabon wurde der Ausnahmezustand angeordnet. Wetterbericht des Relchswellerdiensles. Ausgabeort Frankfurt. Im Bereich einströmender Polarluftmassen machten sich am Dienstag bei heiterem Himmel und sehr klarer Sicht intensive Sonneneinstrahlung, aber auch starke nächtliche Ausstrahlungen bemerkbar. Immerhin hielt sich die Temperatur im Tagesdurchschnitt noch 5 bis 6 Grad unter normal, während nachts in vereinzelten ungünstigen Lagen der Gefrierpunkt leicht unterschritten wurde. Die Großwetterlage gestaltet sich um, wobei zunächst für uns Wärmezunahme, späterhin mit Zufuhr feuchtwarmer Meeresluft, Aufkommen von Bewölkung und anschließend auch schwache Gewitterneigung zu erwarten ist. Aussichten für Donnerstag: Zunächst noch heiter und trocfen, stärker zunehmende Tageserwärmung, meist südliche Winde. Aussichten für Freitag: Vielfach wolkig, ziemlich warm und etwas schwül, aufkommende Niederschlagsneigung. Lufttemperaturen am 10. September: mittags 16,9 Grad Celsius, abends 7,1 Grad; am 11. September: morgens 4,1 Grad. Maximum 17,6 Grad, Minimum 1 Grad. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. VIII. 35: 9838. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Neu-Ausgabe zu -1-1 Reichsmark Gestern mittag wurde meine hebe, treue Tochter kaufen. 03818 Luise Schaumann Prof. Theodor Schaumann. Gießen, 11. September 1935. Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen Von Beileidsbesuchen bitte ich absehen zu wollen. Fernsprecher 2251 Schulstraße r 5152 D 5155 D (Ein Buch für Sommerlage und ~ erienzett 5145 A im nahezu vollendeten 42. Lebensjahr durch einen sanften Tod von ihrem langen und schweren Leiden erlöst. Die Trauerfeier findet am Donnerstag, dem 12. d. M. um 15.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof in der Stille statt süDeriraubenmost Weinstube Seibel Bekannt für fachmännischen, zuverlässigen Photorat beim Kauf einer neuen Kamera, wenn Sie etwas über Kino 8 oder 16 mm wissen wollen, wenn Sie für die jetzt dunkler werdende Zeit einen richtigen Film suchen, dann steht für Sie immer zur Verfügung und zum Bauen Äbermann Ein eisernes Kesselgestell mit Feuerung u. 2 Cefen zu ver- Neues Wohnhaus i.Ob.-Bessingen (sehr schöne Lage am Wald) z. verkaufen ob. z. ver- mieten.Auskunst erteilt Architekt Lvelkus, Cber- stadt bei Lick. 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Bon Hilde Caesar-Weigel, Siabssachbearbeitenil im Reichsnährstand. Die Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft D a r r 6 über die Preissenkung der wichtigsten Lebensmittel rückt die Hauswirtschaft in den Brennpunkt volkswirtschaftlicher Betrachtungen. Der weitaus größte Teil aller Endprodukte unserer Wirtschaft geht in die mehr als 17,5 Millionen Haushalte des Deutschen Reiches, werden doch 80 v. H. aller Einkäufe von Frauen getätigt. Für diese Milliardenbeträge trägt die Hausfrau die volkswirtschaftliche Verantwortung. Die deutsche Hausfrau muß sich die Lage ihres Volkes, seiner Wirtschaft klar vor Augen führen. Sie muß die Auswirkungen ihres Tun und Lassens auf die Gesamtwirtschaftslage erkennen und wissen, welche Einkäufe sie beispielsweise zu tätigen hat, um gleichzeitig für eine gesunde Ernährung ihrer Familie und eine gesunde Volkswirtschaft zu sorgen. Die Hausfrau weiß, daß sie bei ihren Einkäufen für Lebensmittel durch die Marktordnung des Reichsnährstandes vor Uebervorteilungen geschützt und die Ernährung der Ihren sichergestellt ist. Ohne diese Marktordnung, die spekulative Quertreibereien unverantwortlicher Dolksschäd- linge an den Pranger stellt, hätten wir heute wahrscheinlich einen Schweinepreis, der 50 v. H. über den jetzigen Fleischpreisen liegt und einen vielleicht doppelt so hohen Butterpreis. Die kaufende Hausfrau kann die Bestrebungen des Reichsnährstandes um den heimischen Markt unterstützen, wenn sie bei ihren Einkäufen vor allem die Erzeugnisse bevorzugt, die besonders reich am Markt sind. Ein Beispiel hierfür zeigt der Schweinemarkt. Wir haben im Augenblick meniger Schweinefleisch, dafür um so mehr Rind- und Hammelfleisch. Hinzu kommen die vortrefflichen Konserven „Fleisch im eigenen Saf t". Die Hausfrau wird also jetzt statt Schweinefleisch mehr Rind- und Hammelfleisch kaufen. Sie wird in eierknappen Zeiten, die es Jahr für Jahr gibt, Kühlhauseier verlangen. Das' war schon immer so, nur daß früher noch kein Stempelzwang für Kühlhauseier bestand. Die Preissteigerungen und die Knappheit von Kartoffeln, Obst und Gemüse waren durch ungünstige Witterung bedingt. Auch das Ausland zeigte dieselben Erscheinungen. Hier kann die Hausfrau durch Verwendung von Konserven und Dörrobst für einen guten Ausgleich sorgen. Die Erzeugerpreise für Kartoffeln sind im letzten Drittel des August gegenüber Monatsanfang bei einzelnen Sorten um 20 bis 30 v. H. gesenkt worden. Die Spätkartoffelpreise werden sogar bis zu 50 Pfennig je Zentner niedriger als im Vorjahr liegen. Die B r o t p r e i s e, die für die Ernährung eines Volkes am entscheidendsten sind, sind seit 1928 in allen Teilen des Reiches stark gesunken — in den letzten Jahren sogar noch 5,6 Pfennig je Kilogramm im Reichsdurchschnitt. Da wir eine gute Getreideernte hatten, ist die Brotversorgung des Volkes, ebenso wie der Bedarf an Mehl, Butter, Milch und Zucker auf lange Sicht sichergestellt. Die Hausfrauen müßten auch noch mehr an die Haltbarmachung von Ob st und Gemüse in Zeiten größerer Marktanlieferungen im eigenen Haushalt als Wintervorrat denken. Wichtig ist auch die Ueberlegung, welche Art deutscher Erzeugnisse zu der betreffenden Jahreszeit gerade vorrätig sein kann. Deutschen Blumenkohl und Tomaten gibt es nicht im Februar, und im Juni sind deutsche Weintrauben noch nicht reif. Die Hausfrau muß sich aus nationalpolitischen Gründen nach den gegebenen Verhältnissen richten, da sie durch unbedachten Einkauf das große Aufbauwerk der Arbeitsbeschaffung und die Erringung der Wehrireiheit erschwert. Unsere Gesamtwirtschaftslage wird bestimmend durch unsere D e o i s e n l a g e beeinflußt. Heute zwingt die Devisenlage der Reichsbank dazu, die Einfuhr von Lebensmitteln auf ein eben noch tragbares Mindestmaß herabzudrücken. Die eingesvar- ten Devisen für Lebensmittel müssen vor allen Dingen für die Einfuhr von Rohstoffen für die Industrie zur Verfügung stehen, damit der deutsche Arbeiter und Handwerker Arbeit und Brot erhält. Wir wissen, daß die Gesamtoersorgungslage unseres Volkes durchaus sichergestellt ist. Etwaige Marktschwierigkeiten werden die Hausfrauen durch vernünftigen Einkauf auszugleichen wissen. Viel wenig machen ein Viel. Die deutsche Hausfrau wird beweisen, daß sie einen Nationalsozialismus der Tat lebt, daß sie durch bewußte sparsame Wirtschaftsführung eine wertvolle Bundesgenossin ist am großen Ausbauwerk: Deutschland. Wir ziehen um! Praktische Winke für die Hausfrau. Wir ziehen am 1. Oktober um. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Gewiß ist ein Umzug keine Annehmlichkeit, aber er ist auch keine Katastrophe, braucht es nicht zu sein. Es gibt Hausfrauen, die schon vier Wochen vor dem Umzugstag anfangen zu packen; wie sie versichern, nur Dinge, die „nie gebraucht" werden. Aber es zeigt sich meistens, daß sie doch noch benötigt werden. Im allgemeinen dürfte es genügen, mit den Vorbereitungen zehn bis vierzehn Tage vor dem Umzugstag zu beginnen. Zu diesen Vorbereitungen gehört auch, daß man für die reibungslose U m st e l - lung in der Licht - und Gasoersdrgung bemüht ist. Es empfiehlt sich also, dem Elektrizitätswerk, am besten schriftlich, mitzuteilen, daß man am soundsovielten auszieht und an dem Tag den Schlußstand des Zählers aufgenommen haben will. Das gleiche gilt für den Gasmesser. Rechtzeitig verständige man auch einen Installateur, der in Der neuen Wohnung die Beleuchtungskörper anzulegen, Steckdosen usw. zu verlegen hat. Hat man hier rechtzeitig Vorsorge getroffen, .ist nicht zu befürchten, daß man den ersten Abend im neuen Heim im Dunkeln zubringen muß. Einen Vorzug hat jeder Umzug: er ermöglicht eine Generalentlastung von alten Sachen, die man ohne ihn — sei es aus falscher Sparsamkeit oder Sentimentalität — weiter aufbewahrt hätte. So wenig man Dinge mit echtem Pietätswert bei dieser Gelegenheit beseitigen wird, gewiß findet sich mancherlei, von dem man sich ohne falsche Sparsamkeit — es „könnte" doch einmal gebraucht werden — oder Sentimentalität trennen soll. Wer wertvolles Porzellan, Glas, Kunstgegenstände u. ä. besitzt, wird immer am besten fahren, wenn er sich die Hilfe eines geschulten Packers sichert, den der Unternehmer, dem man den Umzug anvertraut, nachweist. Ob nun der Packer oder ob man selber packt: gebraucht wird vor allem Zeitungspapier und Holzwolle. Mit dem Sammeln dieser Materialien kann man in Rücksicht auf den Umzug nicht früh genug beginnen. Packt man selbst, ist zu beachten, daß jedes, auch das kleinste Stück Porzellan oder (3las,_ für sich selbst in Papier eingewickelt werden muß; Henkel, dünne Stiele, Verzierungen müssen besonders sorgfältig und faltenreich umwickelt werden. In größere Gefäße, Schüsseln, Schalen und bergt packt man kleinere, papler- umwickelte Gegenstände und füllt Lücken mit Papier ober Holzwolle aus. Wäsche und Bücher, bie ja beibe besonbers schwer finb, packt man in kleinere Kisten, bie die Ziehmänner schleppen können. An Schließkörben ist barauf zu achtens baß bie Henkel in Drbnung finb. Küchengeräte kann man in offenen Körben finb Kisten verwahren, es genügt, wenn man sie kreuz unb quer mit Schnur überbinbet. Sehr wichtig ist bie Aufbewahrung von Schlüsseln, da- mit man im neuen Heim Schränke unb Schübe schnell öffnen kann. Jeber Schlüssel sollte ein Schild- chen tragen, bas anzeigt, zu welchem Möbelstück er PRAKTISCHE VORSCHLÄGE gehört. Mit Decken, Betten, Kissen füllt man am besten bie Schränke, beren Türen allerbings gut schließen müssen. Ein Verzeichnis, in welchem Behälter die Dinge untergebracht sind, die man in der neuen Behausung zuerst braucht, also Betten, Bettwäsche, Handtücher, Frühstücksgeschirr, hilft sehr, die ersten Unbequemlichkeiten überwinden. Am besten ist es, man numeriert die Kisten durch einen aufgeklebten Zettel und verzeichnet in seiner Liste diese Nummer und den Inhalt der Kiste. Eine wichtige Vorbereitung, die zur reibungslosen Abwicklung der Einrichtung in den neuen Räumen verhilft, ist eine in verkleinerten Maßstäben angefertigte Skizze der Räume und der unterzubringenden Möbelstücke. Mit Hilfe kleiner Papptäfelchen, die jeweils einem Möbelstück entsprechen, läßt sich vor dem Umzug schon genau der Standort aller Möbel festlegen. Die Umzugsleute, die ja in den letzten und ersten Quartalstagen meist sehr überlastet sind, danken der Hausfrau, die genau weiß, wohin die einzelnen Stücke zu stellen finb, sehr für biefe Umsicht, unb bie Familie fühlt sich in ben neuen Räumen gleich heimischer, wenn jedes Stück am richtigen Platz steht, statt baß erst hin- unb hergetragen werben muß. Gerabe beim Umzug hat sich bas Organisationstalent ber Hausfrau zu bewähren. S. H. wir tragen? INS ERES MODEZEICHNERS i W Aus ßinbener Samt ist bas Herbstkleib mit ber bazu gehörigen Jacke. Das Kleib aus beigefarbenem Samt ist sehr einfach in feiner Schnittform, • bas Vorberteil ber Bluse unb ber Gürtel finb reich gezogen, ber halblange Raglanärmel bilbet über bem Ellenbogen eine Tüte. Rock unb Bluse finb getrennt gearbeitet, so baß ber Rock auch mit einer beliebigen Seibenbluse zur Jacke getragen werden kann. Er ist leicht glockig in vier Bahnen geschnitten. Der Gürtel ist der Bluse angearbeitet, er wird im Rücken, ebenso wie die Bluse selbst, geknüpft. Die Jacke zeigt als Kragen und als Stulpen maronenbraunen Persianer, der Gürtel ist farblich zum Pelze passendes Kalbleder. Die angeschnittenen Aufschläge schließen hoch am Halse. H. Brombeeren und Preiselbeeren. Bon Lieselotte Wint.er Zu den schönsten und gesündesten Früchten des Herbstes gehören die Brombeeren. Allerbings muß man warten, bis sie wirklich reif unb schwarz finb. Die zu früh geernteten finb nicht süß unb haben auch nicht ben bezaubernben Wohlgeschmack, ben bie vollreife Brombeere besitzt. Gute Brombeeren, ab= gewaschen unb mit ein wenig Zucker überstreut, sind ein köstlicher Nachtisch. Man kann sie auch mit ein wenig Wasser weich schmoren, bann nach Geschmack süßen unb mit etwas Kartoffelmehl binben. Vorzüglich ist Brombeersaft, ben man aufbewahren kann, um ihn bann im Winter zu Süßspeisen, Soßen und Suppen zu verwenden. Man bereitet ihn am besten, indem man fünf Pfund Brombeeren in einen irdenen Topf schüttet und diesen im Wasser- bade vier Stunden stehen läßt, während man nach und nach den sich bildenden Saft abfüllt. Dann werben bie Beeren in ein Tuch geschüttet, bamit ber letzte Saft heraustropft — aber nicht ausbrücken! In Ve Liter Wasser stißt man 375 Gramm Zucker aufkvchen, schäumt ihn ab, gießt ben Saft hinein, kocht ihn mit bem Zucker auf, schäumt abermals ab unb gibt ben Saft in trockene Fläschchen, bie man zukorkt unb versiegelt. Die abgetropften Früchte untermischt man mit andern Früchten und verkocht sie zu Marmelade. Eine Brombeer-Kaltschale ist auch nicht zu verachten. Man kann entweder nur den Saft, ober auch hie ganzen Früchte verwenben. Auf ein halbes Pfunb Früchte kann man l'/< Liter Wasser geben. Man kocht bie Früchte gut aus unb süßt bie Suppe nach Geschmack. Dann binbet man sie mit ein wenig Kartoffelmehl, bas man in Wasser glatt gerührt hatte; man rechnet immer 20 Gramm auf ein Liter Suppe. Die Suppe wird kalt gestellt und mit Zwieback zu Tisch gegeben. Zur Bereitung solcher Kaltschalen eignen sich auch andere Herbstfrüchte besonders gut, wie zum Beispiel die sehr schmackhaften Holunderbeeren, die meist den besonderen Vorzug haben, baß sie billig finb — wenn man sie nicht gar selber pflücken kann. Man bereitet bie Holunberbeeren genau wie Brombeeren, b. h. man entstielt sie zunächst unb bringt sie bann in Wasser zum Kochen, bann gibt man sie auf ein Sieb zum Abtropsen. Die abge- tropften Holunberbeeren kann man nicht verwenben. Der Saft wirb gesüßt und mit Kartoffelmehl gebunden. Als Kaltschale oder als Fruchtsoße zu Milchreis oder Griesflammeri ausgezeichnet. Auch eine „Rote Grütze" kann man daraus Herstellen, indem man auf ein Liter Sait drei Eßlöffel Kartoffelmehl nimmt. Dazu eine Vanillensoße. Preiselbeeren geben ebenfalls einen köstlichen Saft, was nicht allen Hausfrauen bekannt ist. Eine Saftsoße aus Preiselbeeren oder eine Rote Grütze schmeckt noch besser, als wenn diese Sachen aus Johannisbeeren hergestellt werden, und die Farbe ist wunderbar rot. Sehr angenehm ist bei ben Preiselbeeren, baß man ben Wintervorrat ohne Zucker einmachen kann. Man verliest bie Preiselbeeren gut, wäscht sie unb läßt sie abtropfen. Dann übergießt man sie mit kochenbem Wasser, bas man zehn Minuten barauf stehen läßt. Dann kocht man bie Beeren mit bem Saft auf, nimmt sie vom Feuer unb läßt sie erkalten, roäbrenb man sie öfter umrührt. Man füllt sie in Gläser unb Töpfe. Der Saft muß über ben Beeren stehen. Man binbet bie Gefäße mit Pergamentpapier zu. Vor bem Gebrauch süßt man bie Beeren mit Streuzucker. Noch besser ist, sie mit etwas Zucker burchzuschmoren. Auch aus diesen eingemachten Preiselbeeren kann man sowohl ein Preiseibeerkompott Herstellen, als auch Saft- soßen ober Rote Grütze. Sehr schmackhaft finb eingemachte Preiselbeeren mit Aepfeln. Auf brei Pfunb Preiselbeeren nimmt man brei Pfunb geschälte Apfelstückchen. Vier Pfunb Zucker werben in etwas Wasser aufgekocht und abgeschäumt, bann gibt man Aepfel unb Preiselbeeren hinein unb kocht sie, bis bie Aepfel weich finb. Die Masse muß bann gerührt werben, bis sie kalt ift Deutsche Frauen in Brasilien. Bon Maria Kahle. Unb biefe Art, bie burch bie Arbeit atmet, Die heute schafft unb morgen boch nicht ruht. Die Neues wirkt unb Altes flickt unb bessert. Seht, biefe Art bie liegt im beutschen Blut. Die forgenb sich im Haus an allen Enben Mit Waschen, Kochen, Scheuern, Plätten plackt Unb nebenbei mit Heinzelmännchenhänben Den Christbaum schmückt unb Pfefferkuchen backt. Es ist bie Art ber beutschen Sieblerfrau in Brasilien, bie hier ber feinsinnige Dichter unb Schulbirektor von Santa Cruz, ber Bismarcksänger Otto Meyer schilbert. Sie leben noch ganz aus ben Kräften bäuerlichen Volkstums, diese demütig tapferen Kolonistenfrauen. Das große Werk, das ihre Männer im letzten Jahrhundert in Brasilien geschaffen haben, ist undenkbar ohne den Anteil der Frau, die im Urwald dem Manne Arbeitskameradin in jedem Sinne wurde und, wir dürfen es wohl sagen, die größte Last als Frau und Mutter auf ihren Schultern und auf ihrer Seele trug. Heber das Wirken in der Familie hinaus leisten diese Frauen opferbereit soziale Arbeit, vor allem in Öen Frauenvereinen, die den Kirchengemeinden angeschlossen sind. Durch Sammlungen unb Feste bringen sie bie nötigen (Selber für Kirche und Schule auf. Allerdings ist ein ganz bewußtes völkisches Streben und Zielsetzen bei der Mehrheit der Kvlvnistenfrauen selten; das erklärt sich aus den Verhältnissen und aus der Lage der Frau im Siedlungsland. In den Neusiedlungen wird die Frau vom frühen Morgen bis zum Abend ganz in Anspruch genommen — oft über ihre Kräfte hinaus — von ber germürbenben Arbeit auf bem Felbe, beim Vieh, am Backofen, in ber Küche. Es bleibt kaum Zeit zum Nähen unb zur Pflege ber Kinber, es gibt fast nie Feiertage voll geistigen Ausruhens. Die Winterruhe bes beutschen Bauern fehlt in Brasilien, wo immer die Arbeit auf den Feldern ruft. Und doch bringt gerade bas neue eingewanderte Deutschtum tn die eingesessenen Kolonistengemeinden neuen Antrieb. Die Neu-Einwanderer tragen noch ein lebendiges Deutschland in ihrer Vorstellungswelt, ihre Erinnerungen sind erfüllt von den Jugendeindrücken aus der alten Heimat. Aus diesen Erinnerungen und aus dem Gefühl des Heimwehs, das sie nie verläßt, wächst ihr festes Halten an der deutschen Sprache (von geringen Ausnahmen abgesehen), an den überlieferten Sitten, ihre Liebe zum deutschen Lied, in dem das Gemüt ihres Volkstums webt unb klingt. Es fehlt ihnen zur Pflege biefes Erbgutes „nur Zeit!" Denn sie hasten vorwärts, tragen gebulbig alle Entbehrungen um bes einen Zieles willen: „Unsere Kinber sollen es einmal besser haben!" Immer roieber begegnete mir biefer Ausspruch; sie verschenken sich völlig an bie Zukunft, bie neue Heimat ihrer Kinber. Diese Kinber haben aber gegenüber ber neuen wie ber alten Heimat eine anbere Haltung als ihre Eltern. Brasilien wirb mächtig in ihrem Leben, vor allem bort, wo sie nicht in geschlossenen beutschen Sieblungen, fonbern eingesprengt unter frembnationalen Nachbarn aufwachsen. Sie sind getreueste Staatsbürger, führen babei aber bie kulturelle Trabition ihres Mutterlanbes weiter, halten fest an beutscher Sprache unb beutschem Lieb. Aber bei ben beutsch-brasilianischen Frauen, die schon im Lande geboren sind, ist in ben kleinen Kolonien bie Schulbildung nicht ausreichend In biesen Schulen finb fast ausschließlich Laienlehrer tätig; bie Kinber besuchen sie nur zwei bis brei Jahre, höchstens vier Jahre, kommen unpünktlich, werden von den Eltern bei wichtigen Erntearbeiten zu Haus behalten... sie lernen Lesen und Schreiben, heute quch die Landessprache, etwas Geographie und Rechnen, daneben haben sie Religionsunterricht. Für deutsche Geschichte oder gar für deutsche Dichter, für deutsche Volkskunde bleibt in den kleinen Kolonieschulen kein Raum. So wissen diese Frauen nicht viel von Deutschland und von ihrem Volke, — in den nächsten Geschlechterfolgen rückt Deutschland noch mehr in bie Ferne, weil baheim keiner mehr aus eigener Anschauung von ber alten Heimat unb ihren Märchen unb Volkssagen erzählen kann. Ein iunges Mäbchen aus der Kolonie, das zum ersten Male die Hauptstadt des Staates Rio Grande do Sui, Porto Allegre, kennen gelernt hatte, fragte, ganz benommen von den ungewohnten Eindrücken in der Stadt: „Ist Deutschland wohl so groß wie Porto Allegre?" Es fehlt an Fortbildungsmöglichkeiten für bie schulentlassene Kolonistenjugenb, vor allem an Schulungsgelegenheiten für bie unbemittelten Siebter- kinber. Bei einer rechten Auslese in jeber Kolonie könnte ein Führernachwuchs herangebilbet werben, an bem es heute bitter mangelt. Die Schulung ber Mäbchen ist von ebenso großer Wichtigkeit, fast noch bebeutungsootter, als bie ber Jungens. Bewußt- roerben ber Werte bes eingeborenen Volkstums, Stolz auf bie Zugehörigkeit zum beutschen Kulturkreis, Verbunbenheitsgefühl mit bem Muttervolke, — bas alles muß bei d"n einzelnen erweckt werben. Der Familien- unb Sippenforschung muß breiter Raum geschaffen werben. Auch ba ist bei ben Frauen anzuknüpfen; wenn sie über ben Heimatsort, aus dem die Vorfahren kamen, über die Geschichte der Abwanderung, über etwa noch lebende Verwandte näheres erfahren, Bilder von der Stammheimat, vielleicht aar vom fiaus ober Hof ber Ahnen sehen, bann erwacht bas Zugehörigkeitsgefühl bem Gesamtvolke unb ber Gesamtheit gegenüber besonbers stark aus Neuerleben ber persönlichen Binbungen an einen Zweig bes großen alten Dolksbaumes. Die vierte unb fünfte Geschlechterfolge weiß heute fast nichts von Ahnen- kunbe. Da bie Masse ber beutschen Siebter in ben Heineren Kolonien lebt unb bort nur bie sehr einfachen Kolonieschuten zur Verfügung hat, liegen bie Aufgaben vor allem bort. Gesunbe unb begabte Jugenb lebt tn diesen mit Kindern reich gesegneten deutschen Siedlungen; hier könnten Männer herangebilöet werden, die treue Bürger ihre» Staates, gute Söhne ihres brasilianischen Vaterlandes, aber auch selbstbewußte Erben ihrer deutschen Kultur unb wahrhaft beutsche Volksgenosse^ wären, und Frauen, bie ihrer S-nbung als Hüterinnen des biologischen unfr geistigen Volksgutes bewußt, in Haus und Gemeinde bie drasilien-beutfche Ueberlieferung pflegen lernten, die der Losung folgt: staatstreu und volkstreu! Aus aller Welt mit das 10 000-2Nark-Preis für einen Flug mit eigener Muskelkraft. Geschichte einer deutschen Stadt Eine Buchbesprechung. freudig begrüßt, daß man dem Piloten seitens der Polytechnischen Gesellschaft eine Ermunterungsprämie von 3000 Mark zuerkannte, was bestimmt dazu beitragen wird, den jungen Flieger und die beiden Ingenieure zu weiterer intensiver Arbeit anzuregen. Wenn nun die Polytechnische Gesellschaft das Ausschreiben um ein weiteres Jahr verlängerte und den Preis auf 10 000 Mark erhöhte, so ersieht man hieraus, welche Bedeutung und welche Zuversicht sie der Lösung dieses Problems entgegenbringt. Grohfeuer im Greifswalder Hafen. In einer der letzten Nächte geriet aus noch nicht bekannter Ursache der fünfstöckige, etwa 60 Meter lange und 25 Meter hohe, bis obenan mit Getreide gefüllte Speicher des Landwirtschaftlichen Ein- und Verkaufsvereins Greifswald in Brand. Der Brand bereitete sich mit derartiger Geschwindigkeit aus, daß die Feuerwehr .sich darauf beschränken mußte, die angrenzenden stark gefährdeten Wohnhäuser und die Geschäftsräume des Einkaufsvereins zu schützen. Es gelang, das besonders bedrohte, unmittelbar neben dem brennenden Speicher liegende Sägewerk zu retten und ein Weitergreifen des Riesenbrandes zu verhindern. Der mächtige — Georg Bessell: Bremen, die Geschichte einer deutschen Stad t. Im Insel- Verlag zu Leipzig. - (131) - Das Buch unttr- nimmt den interessanten Versuch, das deutsche G samtschicksal im Ablauf zweier Jahrtausende gleich sam wie durch eine Linse dem Brennpunkt der Geschichte eines einzelnen Gememwesens emzu fangen. Daß dies gerade Bremen lst, hat dem Ver- afser die Aufgabe sehr erleichtert. Denn Bremen, dem in der Geschichte unseres Volkes wett aus- schließlicher als anderen Küstenstadten wie Hamburg, Lübeck oder Danzia die besondere Rolle zugefallen ist, Deutschlands Ausfalltor zur Welt zu fem, lag einerseits abseits aenua von den zentralen Reichs- aewalten und von den Jnteressenkampfen der großen Lerritorialmächte, um tatsächlich schon frühzeitig em gesondertes Dasein führen zu können, andererseits hat der große Blutstrom deutscher Geschichte auch das Leben dieser Stadt so ausschließlich genährt, daß jeder Herzschlag des gemeinsamen deutschen Schicksals auch am Puls der Geschichte Bremens deutlich spürbar wird. Bremen tritt in die Geschichte ein als Ausgangspunkt für die Christianisierung des Nordens. Der größte Bremer Erzbischof Adalbert, der Vertraute der sächsischen Kaiser, konnte zwar den Anspruch auf Erhebung Bremens zum Patriarchat des Nordens nicht durchsetzen, aber seine Regierung bedeutet den ersten Höhepunkt in der wechselvollen Geschichte Bremens. Canossa bedeutet auch für ihn den Sturz aus stolzer Höhe, und nach seinem Tode zog Heinrich der Löwe auch Bremen in seine Machtsphäre. Bremens Bürgern, schon damals führend im Handel nach dem Norden und Osten, haben die Sicherheit eines starken Armes wohl zu schätzen gewußt und die Kraft gefunden für die folgenden schweren Kämpfe mit den eigenen Erzbischöfen. Erst aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges stammt die faktische Erhebung Bremens zur Freien Reichsstadt, aber schon zwei Jahrhunderte vorher hatte sich Bremens Bürgerschaft von den landesherrlichen Fesseln so weit gelöst, daß Bremen als eines der führenden Mitglieder der Hansa in Zeiten gänzlicher Ohnmacht des Reichs Deutschlands außenpolitische Geltung gegenüber England und Holland, den skandinavischen und osteuropäischen Mächten auf eigene Faust vertreten konnte. Die furchtbaren Rückschläge, die die Religionskriege politisch und wirtschaftlich für Deutschland im Gefolge hatten, ließen auch Bremen nicht unberührt. Ja, es konnte nicht verhindern, daß sich die Schweden an der Wesermündung einnisteten. Erst mehr als ein Jahrhundert später gab die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten auch dem bremischen Oer Tag des deutschen Volkstums. Wie in früheren Jahren wird auch heuer der Dolksbund für das Deutschtum im Ausland den Tag des deutschen Volkstums am 22. September in jeder Stadt, in jedem Dorf, wo Deutsche leben, durchführen. Das Fest bringt nach außen die unveräußerliche Gemein- schaft mit den Deutschen jenseits der Grenzen zum Ausdruck, nach innen aber die allgemeine Opferpflicht und den Glauben an die junge Generation, die — von ihrem Idealismus getragen — unter die Pflicht Volksdeutscher Bewährung gestellt wird, lieber Sinn und Bedeutung des Tages ist viel gesprochen und geschrieben worden. Vertreter der Regierung, der Parteien und führende Männer der Dolkstums- arbeit haben immer wieder auf die Notwendigkeit eines Festtages hingewiesen, der in der Pflege deutschen Volkstums und deutschen Volksgutes alle Volksgenossen im Reich und jenseits seiner Grenzen vereint in dem Gedanken an die große Gemeinschaft des deutschen Hundert-Millionen-Volkes. Dor allem soll das Fest das gesamtdeutsche Bewußtsein stärken und im Zeichen des volksgebundenen neuen Reiches die Deutschen drinnen und draußen in ihrer Schicksalseinheit zeigen. Kundgebungen und Veranstaltungen, Aufführungen, Chöre und Tanze werden an allen Orten dem Tag des deutschen Volkstums dienen unter dem Gedanken, den Reichsrnmi- ster Dr. F r i ck 1933 in folgende Worte faßte: „Kein Vorhaben erscheint mir geeigneter, alle Schulen und somit auch gerade die Volksschulen in den Stenf! Des Auslanddeutschtums zu stellen, als das „Fest der deutschen Schule. Ein Konflikt in Gr echenland vermieden. Korrdhlis verzichtet auf seinen Rücktritt. A t h e n, 10. Sept. (DNB.) Die Agence d'Athö- nes teilt mit: Infolge gewisser Umtriebe hat der Kommandant des 1. Armeekorps Maßnahmen er- griffen, die den Rücktritt des Kriegs Ministers zur Folge hatten. Der Ministerrat ist daraufhin zur Prüfung der Lage zusammenberufen worden mit dem Ergebnis, daß der Vizepräsident des Ministerrats und Kriegsminister Kondylis sein Rücktrittsgesuch zurückgezogen hat. Er hatte sich davon überzeugt, daß er einem M i ß v erst ä n d n i s zum Opfer gefallen war. Wahrend der Ministerrat in einem Saal der Abgeordnetenkammer tagte, kam es in den Wandelgängen zu einem Zwischenfall. Personen, die sich dort befanden, gerieten tätlich aneinander. Dabei wurde der Kommandant des 1. Armeekorps General Panayotakos, der die Streitenden auseinanderzubringen versuchte, leicht verletzt. Infolge der Verwundung des Generals mußte das Korps- kommando in die Hände des Generals P a p a g o s gelegt werden. General Panayotakos konnte nach Anlegung eines Notoerbandes in feine Privatwohnung zurückkehren. Ministerpräsident T f a l d a r i s richtete eine Botschaft an das griechische Volk, in der er zur Frage der Regierungform verkündete: „Ich selbst bin davon überzeugt, daß ein demokratisches Königreich die naturgegebene Regierungsform für unser Land ist." Oer deutsch-schweizerische Reiseverkehr. Berlin, 10. Sept. (DNB.) Zwischen der deutschen Regierung und dem schweizerischen Bundesrat ist in der Frage des Reiseverkehrs eine Vereinbarung dahingehend getroffen worden, daß für den Aufenthalt in schweizerischen Er- ziehungsinstituten sowie für den Aufenthalt in Sanatorien auf Grund amtsärzt- lichen Zeugnisses und für Studienzwecke Zahlungsmittel im bisherigen Rahmen über Reiseverkehrskonto wieder zur Verfügung bestellt werden. Ihre Auszahlung erfolgt jedoch lediglich über die schweizerische Verrechnungsstelle. Reisezahlungsmittel (Reiseschecks, Kreditbriefe usw.) für die genannten Zwecke werden in Zukunft nicht mehr ausgestellt. Handel einen neuen Impuls. Der deutsche Kaufmann und Reeder, bislang ohne eigene Kolonien vom Weltmarkt ausgeschlossen, gewann nun endlich den Anschluß an den transozeanischen Handelsverkehr. Bremen erkannte als erste Stadt die ungeheuren Chancen dieses Wandels und blieb auch für die kommenden Jahrhunderte im Handel mit Nordamerika namentlich in Tabak und Baumwolle unbestritten in der Vorhand. Sein großer Bürgermeister Smidt (1773 bis 1857) schuf durch den Bau von Bremerhaven kühn vorausschauend die erste Voraussetzung für Bremens Ausstieg zum Welthafen, und als Ende des vergangenen Jahrhunderts die Gefahr drohte, daß die Stadt nicht Schritt hielt mit der rastlos vorwärts stürmenden Zeit, daß ihre Verbindung mit ihrer Lebenswelt, dem Meer, „versandete" im buchstäblichen Sinne des Wortes, da hatte Bremen wiederum das Glück, in dem Oberbaudirektor Ludwig F r a n z i u s den Mann zu haben, der durch die große Unterweserkorrektion die Stadt wieder im Seeverkehr voll- wettbewersfähig machte und das in einer Zeit, da durch die Erwerbung der ersten eigenen deutschen Kolonien und die Aufnahme von Reichspostdampferlinien nach Ostasien dem deutschen Ueberseehandel neue Bahnen gewiesen wurden. Dazwischen liegen Jahre fruchtloser innerer Kämpfe und bitterer Enttäuschungen, aber auch Jahre ernsten Strebens und großer Erfolge. Bremen hat seinen reichen Anteil an dem Ringen um eine deutsche Einheit. Unvergessen bleiben die Namen von Arnold D u ck w i tz , dem ersten Reichshandelsministers im Reichsministerium des Erzherzogs Johann 1848, dessen Umsicht und Tatkraft die erste Eisenbahn, den ersten Telegraphen und den Anschluß an die nationale Wirtschaft zu verdanken hat, und H. H. M e i e r, dem Gründer des Norddeutschen Lloyd und Förderer der Transozeandampfschiffahrt. So hat Bremen seine Aufgabe als wahrer deutscher Seegeltung auch in Jahrhunderten politischer Ohnmacht erfüllt und im geeinten Reich die Stellung gefunden, die ihm dank seiner Lage zum Weltmeer und dank seiner lieber» lieferung zukommt. Es ist ein schönes Zeugnis dieser Verbundenheit, daß es nicht ein bremisches Kind ist, dem wir diese Geschickte der alten stolzen Reichsstadt verdanken. Aber spürbare Liebe zur bremischen Wahlheimat, innige Vertrautheit mit den Quellen bremischer Stadt- und Wirtschaftsgeschichte, besonders aber ein untrüglicher historischer Sinn, der die Geschichte Bremens mit den großen Linien deutscher Gesamtgeschichte eng verwoben hat, macht Georg Ressells Buch auch für den Nichtbremer zu einer fesselnden Lektüre. —e. Getreidespeicher, der zu den baulichen Schenswür- digkeiten des alten Greifswald gehörte, ist völlig vernichtet. 50000 Zentner Getreide sind verbrannt. Schneefall im Riefengebirge. In der Nacht zum Dienstag sank das Thermometer auf der Schneekoppe bis auf 2 G r ad Kalte In den letzten Tagen gingen auf dem Hochgebirge mehrfach Schneefälle nieder Der Koppenkege trägt bereits eine dünne Schneedecke, die jedoch nicht lange von Bestand fein dürfte. Dienstag früh war im Gebirge Rauhreifbildung. Schiffszusammenfloh an der portugiesischen Küste. Der 16 500 Tonnen große Veranugungsdampfer „Doric", der der Cunard White Star Line gehört und mit 736 Fahrgästen an Bord von einer 14- tügigen Mittelmeerreise zurückkehrte, ist auf der Hohe der portugiesischen Küste mit dem französischen Dampfer „Formigny" (2166 Tonnen) z u s a m- menge st oßen. Auf die SOS-Rufe der „Sorte hin eilten der 24 000 Tonnen große Orientdampfer „Orion" und der 19 600 Tonnen große Asiendampfer „Vicekönig von Indien" zur Hilfeleistung herbei. Die beiden Schiffe übernahmen die Fahrgaste der „Doric"; indessen verblieben der Kapitän und die 500 Mann Besatzung an Bord des Schiffes, das verhältnismäßig schwer beschädigt zu sein scheint. Zur Zeit des Zusammenstoßes herrschte Nebel. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Es ist eine merkwürdige Verkettung der Umstände, daß sich an Bord der „Doric" eine Reihe von Fahrgästen befand, die am 16. August auf dem in der irischen See mit einem englischen Frachtdampfer zusammengestoßenen Dergnügungsdampfer „Lau- rentic" waren. Die „Doric" ist 1923 vom Stapel gelaufen. Zwei Tote bei einem Verkehrsunglück. Bei Aschaffenburg, in der Nähe des Schönbusch' parkes, ereignete sich ein schweres Verkehrs» Unglück, das zwei Tote forderte. Der Baumeister Nikolaus Hock aus Haibach wollte mit feinem Motorrad aus einer Seitenstraße auf die Darmstädter Landstraße einbiegen, als gerade ein aus Richtung Aschaffenburg kommender Lieferwagen vorbeifuhr. Beide Fahrzeuge stießen mit großer Wucht gegeneinander. Der auf dem Sozius des Motorrades fitzende Steinbruchbesitzer Anton Blank aus Gailbach erlitt einen schweren Schädelbruch und war auf der Stelle tot. Hock trug bei dem Sturz mehrere Arm- und Beinbrüche davon und mußte sofort ins Krankenhaus gebracht werden. Hier erlag er bald feinen schweren Verletzungen. Drei Todesopfer eines Flugzeugzufammenstoßes in England. lieber Blackpool in der Grafschaft Lancaster stieß ein Sportflugzeug mit einer Maschine, die mit vier weiteren zu einem Geschwaderflug in der Luft kreuzten, zusammen. Während das gerammte Flugzeug trotz der Beschädigung glücklich landen konnte, ft ü r 3 t e die Sportmaschine in Flammen mitten über der Stadt ab. Aus dem brennenden Flugzeug siel eine Frau heraus, die tot in den Aeften eines Baumes hängen blieb. Das Flugzeug schlug zuerst auf dem Dach einer Kirche auf und rutschte dann auf das Dach eines Hauses, das in 23 r a n b geriet. Schließlich fiel es auf die Straße. Die Feuerwehr konnte den Flugzeugführer unter den Trümmern nur noch als Leiche bergen. Obwohl viele Fußgänger das Unglück beobachteten, wurde nur eine Frau durch herabstürzende Ziegel so schwer verletzt, daß sie bald darauf starb. Die Bewohner des Hauses, das in Brand geraten war, kamen mit dem Schrecken davon. Den Schwiegersohn im Streit erstochen. Die schlesische Stadt Bolkenhain ist durch eine schwere Bluttat in große Aufregung versetzt worden. Ein gewisser Konrad G o h l, ein älterer Mann, der im Laufe des Tages mehrfach Streit mit feiner Frau hatte, kam abends nach Hause und fing im Hausflur wieder zu toben an. Sein im gleichen Haufe wohnender Schwiegersohn Ernst Menzel wollte den Wütenden beruhigen. Gohl griff darauf plötzlich zu einem Messer und versetzte seinem Schwiegersohn einen tiefen Stich in die , Brust. Menzel, der erst vor wenigen Wochen die ■ Tochter des Gohl geheiratet hatte, ft a r b auf dem Transport in das Krankenhaus. Gohl wurde verhaftet. Mit Zustimmung des Luftsportführers und Genehmigung der Lustsportkommission ist Preisausschreiben der Polytechnischen Gesellschaft in Frankfurt a. M. um ein Jahr verlängert worden und zwar bis 1. September 1936. Die Polytechnische Gesellschaft hat beschlossen, den Preis von 5000 auf 10000 Mark z u erhöhen. Wie erinnerlich, war die Ausschreibung in Höhe von 5000 Mark, nachdem sie bereits 1934 um ein Jahr verlängert worden war, am 2. September 1935 abgelaufen. Wenn es dem jungen Piloten D Ü n n e b e i l mit dem von den Ingenieuren Haeßler und Dillinger konstruierten „Muskelkraftflugzeug" Ende August auch gelang, erste kleinere Flüge durch Menschenkraft auszuführen, so konnte ihm der ausgesetzte Preis doch nicht zugesprochen werden. In den Bestimmungen heißt es nämlich, daß der Preis nur an denjenigen gezahlt wird, der als erster in geschlossener Bahn, ohne zwischen Start und Landung den Boden zu berühren, einen Flug mit eigener Muskelkraft um zwei Wendemarken aus führt, die 500 Meter von einander entfernt find. Daher wurde es allgemein die Goldgräber von heute. Von Dr. Helmuih Thomasius. fachster Weife zerstreut find, müssen hervorgeholt werden. Diesem Zweck waren die technischen Verfahren anzupasfen. Daß man die Goldreste noch am leichtesten da finden würde, wo früher goldhaltiges Gestein verarbeitet wurde, lag auf der Hand. Deshalb hat man sich in den Untergrund der verlassenen Gold- gräberftäbte hineingewühlt, hat ihre Ruinen durchstöbert und nach benutzten Geräten und Einrichtungen gesucht. Die Asche alter Goldschmelzen wird durchgearbeitet, die letzten der in ihr befindlichen Spuren von Gold werden durch chemische Verfahren herausgezogen. Als besonders wertvoll haben sich die achtlos beiseite geworfenen Schmelz- Hegel erwiesen. Sie bestehen aus porösen Stoffen. Geringe Mengen geschmolzenen Goldes sind durch die Poren ins Innere der Tiegelwandungen eingedrungen und haben diese teilweise durchsetzt. Auch hier hoffte man zunächst durch unmittelbare Verwendung chemischer Verfahren die letzten Goldreste ausziehen zu können. Das erwies sich aber nicht als möglich, da die angewendeten Flüssigkeiten in der Tiefe der keramischen Massen nicht hinreichend wirksam wurden. Deshalb ging man anders vor. Mit Hilfe besonderer Einrichtungen werden die ganzen Tiegelwände in ein feines Pulver verwandelt. Das erfolgt durch schnell sich drehende Schmirgelscheiben, die die Masse abschleifen. Es entsteht ein Schleifpulver, das dann in ähnlicher Weise behandelt wird wie goldhaltiger Sand. Außer diesem auf künstliche Weise hergestellten goldhaltigen Sand spielt bei der Aufarbeitung der Reste auch der natürliche eine erhebliche Rolle. Man sagt sich mit Recht, daß er damals wohl nicht so genau ausgewaschen wurde und daß also hier gleichfalls noch etwas zu finden fein müsse. Vielleicht wurden inzwischen zu aus wahrscheinlich noch vorhandenen Rückständen weitere Goldkörnchen angeschwemmt. Die Bemühungen haben sich deshalb mit Vorliebe auch dem Goldsand zugewendet. Wollte man bei seiner jetzigen Verarbeitung genau so vorgehen, wie in den im vollsten Sinne des Wortes „goldenen Tagen" des Goldfiebers — es würde bei vielen Mühen wenig herauskommen. Deshalb müssen auch hier die Verfahren entsprechend abgeändert werden. Noch immer steht die Schüssel in Betrieb, die mit dem Sand gefüllt und unter fließendem Wasser rasch gedreht wird. Das Wasser und die Fliehkraft wirbeln den leichteren Sand auf. Er wird in die Höhe und gegen den Rand der Schüssel geführt, über den er mit dem Wasser abfließt. Das schwerere Gold bleibt unten auf dem Boden der Schüssel liegen. Auch die sogenannte „W i e g e" wird benutzt, ein länglicher Auf den ersten Blick mag es scheinen, als ob Gewinnung des Goldes von den technischen Seiten her die Goldsucher und Goldwäscher zusammen. Es galt, in kürzester Zeit möglichst viel von dem kostbaren Schatz zu heben. Rasch wurde drauflos gearbeitet. Ob dabei auch die letzte Spur, ob auch das letzte Körnchen Gold gewonnen wurde, darauf kam es nicht fo sehr an. — Das Fieber ist abgeklungen. Die alten Goldfelder und Goldminen sind teilweise schon seit Jahrzehnten, vielfach seit mehr als einem halben Jahrhundert verlassen. Niemand hat sich in der Zwischenzeit um sie gekümmert. Jetzt hat man sich ihrer wieder erinnert. Daß man dort nicht auf große Goldlager stoßen, und daß man nicht mehr den einstigen Reichtum antreffen wird, weiß man. Ebenso ist man sich aber auch bewußt, daß stüher nicht sehr genau gearbeitet, daß nicht der allerletzte Rest vom Gold herausgeholt wurde. Das hätte sich damals nicht gelohnt, hätte zu viel Mühe und Arbeit gemacht, zu viel Zeit gekostet. Der technische Grundsatz, daß ein als gut bezeichnendes Verfahren alles und jedes erfassen und keine unverwerteten Rückstände hinterlassen dürfe, kam in den Zeiten des Goldfiebers nicht zur Geltung. Das, was damals übrig blieb, gilt es jetzt zu heben. Es liegt nicht mehr wie einst in verhältnismäßig großen Mengen und leicht greifbar vor. Geringe Spuren, die sich gewißer- Maßen in feiner Verteilung finden, die in mannig- Fortschritten unserer Zeit ziemlich unberührt geblieben sei. Man hört kaum etwas von neuen Verfahren, die auf diesem Gebiet ausgearbeitet ober von Erfindungen, die auf ihm gemacht wurden. Das mag vielleicht feinen Grund darin haben, daß die hier in Betracht kommenden Arbeiten nicht in den großen Industriestädten vor sich gehen, sondern daß der Ort, wo sie ausgeführt werden, meist in sehr entlegenen Gegenden liegt, wohin außer den dort Beschäftigten nur selten jemand kommt. Es ist eine Tätigkeit, die sich in der Verborgenheit abspielt, die wenig Fühlung mit dem übrigen technischen Geschehen aufweist. Trotzdem sind auch hier mancherlei neue Arten des Vorgehens entstanden. Sie sind zum erheblichen Teil dadurch bedingt, daß man jetzt nicht mehr derart aus dem Dollen wirtschaften kann, wie in den Tagen, die mit Recht als die des „G o l d f i e b e r s" bezeichnet wurden. Dieses Fieber flackerte immer auf, wenn irgendwo reiche Dorkommniffe des Edelmetalls entdeckt wurden. Dann strömten von allen Kasten, der auf zwei darunter stehenden Rundhölzern hin- und hergeschüttelt wird. Hier schwemmt gleichfalls durchlaufendes Wasser den Sand weg. Die feinen Goldkörnchen bleiben an einem groben Tuch hängen, das den Boden bedeckt. Diese Geräte sind nunmehr den neuen Verhältnissen angepaßt worden. Wo in der gleichen Menge Sand ganz beträchtlich weniger Gold, wo nur noch eine geringe Spur vorhanden ist, da muß dieser Mangel durch eine kräftigere Art der Bearbeitung ausgeglichen werden. Aus der Wiege ist eine durch einen Benzinmotor angetriebene Maschine geworden, bei der an die Stelle der beiden Rundhölzer zwei Scheibenkurbeln getreten sind, die den Kasten in eine sehr schnelle rüttelnde Bewegung versetzen. Der Sand wjrd in einen Trichter eingeschaufelt, aus dem er ununterbrochen in den Kasten herabfällt, wo er der Einwirkung eines kräftigen Wasserstrahls unterliegt. Durch eine gleichfalls motorisch angetriebene Kreiselpumpe wird dieser auf ihn geschleudert. Durch diese und eine Reihe weiterer Abänderungen an dem alten, so außerordentlich einfachen Gerät, gelingt es, große Mengen von Sand in kurzer Zeit wegzuarbeiten und vor allem gute Ausbeuten zu erzielen. Bei der mit der Hand in kreisförmige Bewegung gesetzten Schüsiel spielt die Fliehkraft eine wichtige Rolle. Es lag deshalb nahe, an Stelle dieser mehr als einfachen und wahrscheinlich schon uralten Vorrichtung eine dem besonderen Zweck angepaßte leistungsfähige Schleuder zu setzen, um so mehr, als bei der Schüssel doch stets verhältnismäßig viel Gold verlorenging, das in Form feiner Flitterchen mit über den Rand des Gefäßes hinausgeführt wurde. Aus der Schüssel ist also eine wiederum motorisch angetriebene Schleuder geworden, die die Form eines langen Zylinders hat und durch die eine sehr gute Trennung von Gold und Sand herbeige'führt wird. Sogar auf alte Goldminen greift man zurück, die bereits zu Zeiten der Inkas in Betrieb standen, lange, ehe Europäer in diese Gegenden kamen.' Eine dieser Minen liegt in einer Höhe von 5300 Meter an einer ganz entlegenen Stelle der Anden Drei bis sechs Wochen brauchen je nach der Größe der Last Maultiere, um von der nächsten Stadt aus dorthin zu gelangen. Um die Arbeiten überhaupt aufnehmen zu können, hat man zunächst eine drahtlose Verbindung hergestellt. Außerdem wurde eine Wetterwarte errichtet, die Wetterberichte aus der Höhe gibt, wo oft fürchterliche Stürme wüteten. Bei guten Wetter fliegen am nächstgelegenen Hafen Flugzeuge auf, die die nötigen Gerätschaften und Maschinen nach oben brachten. Alles in allem waren 459 Ausstiege nötig, bis alles oben war. Ein erheblicher Aufwand neuester Technik wurde also hier in den Dienst gestellt, alles in der Hoffnung, in unwirklichen Höhen Gold zu gewinnen ... Oie Zeremonie der „großen Geschenke-. Bei primitiven Völkerschaften, aber auch bei einigen alten Kulturvölkern, begegnen wir der Anschauung, daß der Mann bei der Eheschließung den Eltern seiner Frau eine entsprechende Entschädigung in Form eines Kaufpreises oder eines Geschenkes entrichtet. So wurden die Frauen der nord- amerikanischen Indianer gewöhnlich mit Pferden bezahlt. Bei den afrikanischen Stämmen hat man dem Vater den Preis für seine Tochter in Rindvieh, Leopardenfellen, in Rum oder Tabak zu erlegen. Bei den Zigeunern schwanken die Preise für Frauen wie die Aktien auf der Börse, und auf dem Heiratsmarkt der Zulus ist es nicht anders. Hier richtet sich der Preis nach dem der Kühe, und das eine Mal können drei Kühe schon viel fein, während man einige Jahre später für acht Kühe kaum eine Frau bekommt. Wenn z. B. eine Seuche unter dem Rindvieh wütet, dann werden nicht nur die Kühe selten, sondern auch die Heiraten und Geburten, denn nur wenige vermögen bann den Preis für eine Frau crufzuoringen. In China wird vielfach mit Nahrungsmitteln bezahlt, und die Geschenke, die man an die Familie der Braut abzuliefern hat, spielen dort eine große Rolle. In chinesischen Romanen wird ein sehr verwickeltes System dieser Spenden beschrieben, wenn der große Augenblick gekommen ist, in dem der Held der Geschichte die lang umworbene Schöne für sich gewinnt. In der Provinz Kanton war früher der erste Schritt, den der Bewerber machen mußte, daß er zunächst dem Vater des Mädchens eine bestimmte Summe als Geschenk übersandte, die zwischen zehn und vierzig Mark schwankte. Erst dann wurden die langwierigen Verhandlungen ausgenommen, und wenn sie zu einem gewissen Abschluß gediehen waren, erfolgte die llebergabe der „kleineren Geschenke", die meist aus zwei Hähnen, zwei Krügen mit Wein, Zwanzig bis Dreißig Pfund Schweinefleisch, etwa einem Dutzend Salzsischen, einer Anzahl von Betelnüssen und einer Summe von sechzig Mark bestand. Wenn dann der junge Mann bereits als Schwiegersohn in die Familie ausgenommen war, dann erfolgte die Zeremonie der „großen Geschenke", durch die er erst eigentlich in den Besitz seiner Braut gelangte. Der Vater von einer größeren Anzahl hübscher Töchter konnte also mit einem stattlichen Einkommen rechnen. WM Mittwoch, U. September 1935 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Nr. 212 Drittes Blatt Unfallgefahren im Arbeitsleben Deutschlands Vertretung in Abessinien Aus der provinzialhaupistadi 2 20 raschesten und besten sich der Kohl entwickelt. Von Darwin sagte sein Vater: „Der Bengel hat nichts anderes im Kopf als Schießen, Hunde und Ratten fangen. Er wird noch einmal die Schande der ganzen Familie bilden", und dieser „ungeratene Sohn" wurde nicht nur einer der größten Gelehrten, sondern auch ein vorbildlicher Mensch, der sein Ehrengrab in der Westminster Abtei verdient hat. Was kosten Schwalbennester? In einer für Feinschmecker bestimmten Plauderei, die sich mit sonderbaren Leckerbissen beschäftigt und die wir im Septemberheft von V e l h a g e n & Klasings Monatsheften finden, wird auch erwähnt, daß die Schwalbennester in China für etwas besonders Erlesenes gelten. Sie bestehen fast ausschließlich aus dem Speichel der Vögel und werden oft genug mit Lebensgefahr von waghalsigen Fängern von den Felswänden losgebrochen, an die sie die Vögel hinkleben. Von diesen Vogelnestern gehen nämlich etwa hundert Stück auf ein Kilo, und vor noch nicht langer Zeit, als der Dollar noch fest und unerschütterlich schien, wurde das Stück, das einzelne Nest, mit einem halben Dollar bezahlt. Das macht also einen Pfundpreis von fünfundzwanzig Dollar. Wenn man von solchem Preis hört, muß man sich die Ergiebigkeit dieser Speise vorstellen: Die Nester lösen sich beim Kochen in eine zähe Masse von fadem oder schwachsalzigem Geschmack auf, und nur durch entsprechenden Gewürzzusatz kann man einige Schmackhaftigkeit erzielen. Aber Delikatesse bleibt eben Delikatesse, ob ein Sinn dahintersteckt oder nicht; in diesem Fall wurde — und wird wohl auch jetzt noch — um so mehr Wert auf den Leckerbissen gelegt, als die Vogelnester als anregend gelten. Die feinsten Sorten wurden, solange es einen chinesischen Hof gab, nur nach Peking geliefert. Berühmte Männer waren schlechte Schüler Viele große Männer sind in ihrer Jugend Taugenichtse oder Träumer gewesen, die sich für die Anforderungen des Unterrichts am wenigsten eigneten; erst allmählich erfaßte ihre Begabung das für sie passende Gebiet und entfaltete sich dann zu ungeahntem Höhenflug. So bildete der Begründer des englischen Reiches in Indien, Robert Clive, die Verzweiflung seiner Lehrer. Jede Anstalt, die er besuchte — und er versuchte auf vier Schulen sein Glück —, wies ihn wegen seiner schlechten Leistungen fort. Schließlich schickte ihn sein Vater, weil er mit dem „Dummkopf" nichts anzufangen wußte, nach Indien, und in dieser fremden Umgebung entfaltete der Junge rasch sein Genie. Auch Nelson, der Abgott der englischen Geschichte, galt auf der Schule für höchst unbegabt, und von Napoleon wird berichtet, daß seine Leistungen auf der Militärakademie weit hinter denen seiner Kameraden zurückstanden. Der große Gegner des Korsen, der Herzog von Wellington, zierte in der Schule die letzte Bank, und von dem anderen Ueberwinder Napoleons, von Blücher, wissen wir, daß er es nie so weit gebracht hat, einen orthographischen Brief zu schreiben Andere bedeutende Heerführer, so die beiden Oberbefehlshaber der feindlichen Armee im amerikanischen Bürgerkrieg, General Grant und Stonewall Jackson, entwickelten sich als Knaben überaus langsam und kamen auf der Schule nicht fort. Carlyle erzählt, daß in derselben Klasse des Edinburgher Gymnasiums zwei Jungen saßen, van denen der eine die Zierde der Schule war und stets als Erster versetzt wurde, der andere aber immer sitzen blieb und die Verzweiflung seiner Lehrer bildete. Der Musterschüler wurde ein einfacher Mr. John Hunter, van dem die Geschichte weiter nichts zu berichten weiß; aus dem Dummkopf und Faulpelz wurde — der große Dichter Walter Scott. Carlyle fügt die Bemerkung hinzu, daß ja auch unter allen Pflanzen am Unser Bild zeigt die deutsche Gesandtschaft in Addis Abeba, die ähnlich wie die anderen ausländischen Niederlassungen etwa fünf Kilometer außerhalb der Stadt liegt. — (Scherl-Bllderdienst-M.) tzochscbulnachricbten. Die Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaft und Technik verlieh bei ihrer diesjährigen Tagung die Sudhoff-Medaille an den Professor für Geschichte der Medizin an der Medizinischen Akademie zu D ü s s e l d o r f, Dr Wilhelm Haberling für seine hervorragenden Verdienste um die Geschichte der Medizin. Dr. Walter B r o u w e r, Dozent für landwirtschaftlichen Pflanzenbau und Pflanzenzucht an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin, ist zum ordentlichen Professor in der Mathematischnaturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena ernannt worden Nachigang durch Nürnberg. Don Wilhelm Kunze. Es ist spät geworden, die Nacht ist über die Stadt gekommen, ohne daß ich es bemerkte. Aber ich will den Gang noch tun, ich will noch durch die Altstadt gehen und den Brief, den ich geschrieben habe, am Bahnhof zur Poft geben. Ich habe einem Freund geschrieben, der viele Jahre nicht mehr in unserer Stadt gewesen ist; ehedem sind wir oft zu zweien so durch die nächtlichen Straßen gegangen, in Gespräche vertieft, in Gedanken versunken; es ist lange her! Aber die Straßen sind noch dieselben, noch zieht sich um die Altstaät der Graben, dessen Mauerwerk in der Nacht an Große gewinnt, an Größe und Geheimnis. Es ist, als ob das mittelalterliche Gepräge der Stadt in den Nächten zu seiner Wirklichkeit erwachte; wenn Leben und Lärm der Gegenwart ruhen, haucht das alte Gemäuer den Atem vergangener Jahrhunderte über die stillen Straßen und Plätze, plötzlich horst du Brunnen rauschen, plötzlich vernimmst du den Schlag uralter Uhren, in entfernten Gasten den Schritt eines Menschen, in schlafenden Häusern das Weinen eines Kindes. Es ist, als wären hundert Jahre zu Nichts zerronnen, als gäbe es keine Autos, keine Eisenbahnen, keine Flugzeuge und Verkehrsschutzleute. Die Nervosität, die Hast und Unrast des Tages sind dahin, eine tiefe Beruhigung strahlt von den Quadern dieser Mauern und Türme aus, unberührt und unbewegt steht die schöne alte Kaiserburg auf ihrem Felsgrund über der Stadt, unerregt leuchtet das kleine Licht des Wächters vom Veftnerturm in die wolkenlose Nacht, wie ein Stern unter Sternen, ein wachendes Auge aus verlorener Vergangenheit, wissend um alles, was ist und war. Drunten aber drängt sich Haus an Haus, die steigenden Dächer und ragenden Giebel schimmern im bleichen Licht der Sternennacht, ein weithin gebreitetes Meer, aus dem nur die machtvollen Umrisse des Rathauses, die Türme und Dächer der großen Kirchen aufragen. Weit drüben, noch mitten im Häusermeer, zieht sich die Perlenkette der Lichter der Bahnlinien hin und verschattet den Horizont. Ich bin oft hier oben auf der „Freyung" der alten Kaiserburg in Nächten gestanden, in Sommernächten und Winternächten, einsam oft und oft mit jugendlichen Sorgen, die sich im Anblick der schlafenden Stadt verloren. Ich bin ungezahlte Male den „Burgberg" hinuntergegangen, wie ich ihn jetzt wiederum hinuntergehe, angerührt von der leisen Melancholie, die aus der Traum-Vergangenheit der alten, von Schicksalen der Jahrhunderte erDie Gießener SA. sähtt zum Aeichsparieiiag. Die Teilnehmer der SA. der Standarte 116 am Reichsparteitag verlassen am Freitag, 13. September, um 17.40 Uhr, mit Sonderzug Gießen. Antreten: 17 Uhr auf dem Standartenplah. Marfchstrahen: Platz der SA., Sonnenstraße, kreuzplah, Seltersweg, Frankfurter Straße, Liebigftrahe, Bahnhofstraße zum Bahnhof. Rürffunfl: Der Sonderzug verläßt Montag, 16. September, 15.15 Uhr, Nürnberg und trifft um 21.48 Uhr auf dem Bahnhof Gießen ein. Der Einmarsch erfolgt durch Bahnhofstraße, Liebigftrahe, Frankfurter Straße, Seltersweg, Son- nenstrahe zum Standartenplah. SA.-Standarte 116. Beine häßlich gedreht und verschnörkelt find, auf einfachen, schlichten Stuhlfüßen anbringen lassen. Oft ist auch eine Ueberpolfterung von Sitz und Lehne anzuraten. Alte Bilder kann man mit einfachen, schlichten Rahmen versehen, so daß sie sich dem heutigen Stil einfügen. Die Bilder gewinnen oft, wenn man sie aus den überladenen, riesigen „Gold"-Rahmen, die meist bloß aus bronciertem Gips bestehen, erlöst. Im Ganzen sollen wir das Erbe unserer Vor- fahren möglichst liebevoll zu erhalten suchen und auch etwas von dem Gewohnten, Liebgewordenen der Kindheit und Jugend mit hineinnehmen in das neue Leben und neue Heim. Oie Pilze sind da. Nach dem regenarmen Sommer schießen jetzt, nach dem Eintritt des Regenwetters, die Pilze zum Teil massenhaft aus dem Boden. Beim Pilzsam- meln ereignen sich alljährlich noch immer viele Unglücksfalle, die vermieden werden können, wenn man die nötige Vorsicht beim Sammeln von Pilzen, aber auch bei ihrer Zubereitung walten läßt. Man präge sich ganz allgemein folgendes ein: In den weitaus meisten Fällen werden die Pilzvergiftungen durch jelbftgefammelte Pilze verursacht. Wer Pilze sammelt, sollte nur solche Arten nehmen, die ihm sicher als eßbar bekannt sind. All- gemein gültige Erkennungszeichen und Prüfungsmittel zur Unterscheidung von eßbaren und giftigen Pilzen gibt es nicht. Allein die genaue Kenntnis der besonderen Merkmale der einzelnen eßbaren und giftigen Pilze schützt vor schädlichen Folgen des Pilzgenusses. Besonders hüte man sich vor den gefährlichsten aller Giftpilze, den Knollenblätterschwämmen, von denen der grüne Knollenblätterschwamm die meisten tödlichen Vergiftungen verursacht. Es gibt aber auch noch eine Reihe anderer Giftpilze, deren Genuß recht verhängnisvolle Folgen haben kann. Hierher gehören z. B. der Ziegelrote Rißpilz, der Satans- röhrling, Speitäubling, Schwefelritterling, Fliegenpilz und der Pantherpilz. (Letzterer verursachte im Herbst vorigen Jahres in Plauen Massenoergiftun- gen von sonst noch nicht beobachtetem Umfang. Allein in dieser Stadt erkrankten 55 Personen so NIVEA mild, leicht schäumend. ganz wundervoll im Geschmack wiederkehrender Ursachen fehlen. Wir geben einige Erfahrungsbeispiele: Der Fahrer unterhält sich mit einer Begleitperson; er ist übernächtigt infolge Teilnahme an einer Familienfeier; das Wetter ist unsichtig; der Wagen kommt eben aus der Reparatur und zeigt kleinere Mängel; durch unerwartete Verspätung ist eine Unordnung im Fahrplan ein- getreten. Oder: Die Signale der Strecke sind geändert: ein neuer Fahrer, dem die Strecke unbekannt ist, wird eingesetzt; das Fahrzeug, das er Alte Möbel im neuen Heim. Die Entrümpelung, die im Vorjahre auf den Bodenkammern durchgeführt wurde, hat neben sehr viel wertlosem Plunder auch manches noch gut brauchbare Möbelstück zu Tage gefördert und wieder seiner Bestimmung zugeführt. Bei Dachstuhlbränden in früherer Zeit konnte man oft die Beobachtung machen, daß sehr viele alte Einrichtungs- gegenstände ein Raub der Flammen wurden. Die Besitzer hatten sich neueingerichtet und die alten Sachen, statt sie zu verkaufen oder zu verschenken, auf dem Boden aufgestapelt. Gebraucht wurden sie aber fast nie mehr, denn damals wollten junge Ehepaare keine alten Sachen in ihrem neuen Heim haben, alles mußte funkelnagelneu sein und noch nach Tischlerleim und Farbe riechen. Seit dem Kriege ist das ganz anders geworden. Fast jedes junge Paar ist froh, wenn es ältere Sachen erbt, -die man sich von einem geschickten Tischler zurechtmachen lassen kann. Während man sonst ein paar tausend Mark für seine Aussteuer ausgeben muß, genügen in solchen Fällen ein paar hundert. Allerdings muß man selber etwas Stilgefühl besitzen und unter Umständen angeben können, wie man alles haben möchte. Meist sind die alten Sachen ja vorzüglich gearbeitet, so daß sie noch eine lange Lebensdauer vor sich haben. Stammen sie aus den Jahrzehnten nach 1870, so wird allerlei überflüssiger Zierat entfernt werden müssen, während die noch älteren Sachen heute wieder als unbedingt schön empfunden werden, zum Beispiel große Kommoden, Truhen, Schränke und dergleichen._________ führt, zeigt abweichende Einrichtungen, denen er noch nicht völlig gewachsen ist." ,Lusammenfassend kann daher nur immer wieder betont werden, daß jede voreilige Verallgemeinerung und Ueberroertung bestimmter Arten von Ursachen für Unfallgeschehen nicht am Platze ist, sondern daß jeder Einzelfall seinen Sonderumstanden nach kritisch auszuwerten ist. Die fortschreitende technische Entwicklung sowie die Aenderuna aller Arbeitsumstände bedingen auch eine Aenderung des Zusammenspiels verschiedener Ursachenketten, die unter gewissen tragischen Umständen Verletzung ober Tod der Beteiligten herbeiführen können und auch herbeiführen werden." füllten Gassen und Häuser herüberweht. Kein Mensch ist in den Gassen zu sehen, bisweilen schleichen Katzen an den Wänden hin, bisweilen brennt noch ein Licht hinter einem der Fenster, und ich denke an durchwachte Nächte, an nächtliche Gespräche, an nächtliches Kranksein und nächtliches Sterben. Die steinernen, in hohem Bogen geführten Brücken bieten Ausblicke auf Häuserreihen und Häusergruppen, die in der Nacht erst ihre Romantik erweisen. Dennoch ist es nicht die Stimmung eines Idylls, was sie ausstrahlen; sie stehen wie Kulissen, die von einem großen geschichtlichen Schauspiel überiggeblieben sind. Hier ist alles voll von Erinnerungen. Wenn Häuser träumen in ihrem Schlaf, so träumen diese nicht von zärtlichen, heiteren Dingen, sondern von Menschen, die mit beiden Beinen fest auf der Erde und in ihrer Welt standen, die sich mit sehr realen Dingen abgaben, eine sehr reale Geistigkeit pflegten und ehrenfeste Bürger waren. Kaiser und Reich, Handelsgeschäfte und Gewerbefleiß müssen in ihren Träumen noch heute den Mittelpunkt bilden, um den alles kreist. Sie haben vielleicht manches derbe Wort vernommen, aber sie haben auch manches einfache Wort gehört, das in feiner Einfachheit groß war. Nun bin ich unterdessen die kleine Steigerung zur St.-Lorenzkirche hinaufgegangen und stehe vor dem erstaunlichen Portal des Doms, das, im Licht der hellen Bogenlampe großartig vereinsamt, den stillgewordenen Platz beherrscht, der untertags im Hauptverkehr liegt. Welcher Nürnberger findet jemals Zeit und Muße, sich dieses Portal zu besehen? Vermutlich werden die Fremden es besser kennen, wenn sie den Lärm und Aufruhr nicht scheuten, der zu allen Stunden des Tages hier mächtig ist. Aber im Lärm des Tages und in der Nacht steht hier, zwischen den beiden großen Türen des Portals, eine der schönsten Figuren unter den schönen aus Stein: Eine große Madonna, die in die Straßen hinausblickt, in die nächtlichen stillen Straßen, aufgewacht aus dem Schlaf der Jahrhunderte, aufgerufen vom Glanz des Sternhimmels vielleicht, der über Häusern, Dächern und Bogenlampen seine undenkbaren Jahrtausende durchwandert. Ihr Auge hat vieles gesehen in fünf Jahrhunderten, vieles, das ihr zu lächeln ermöglicht, wenn Autos und Straßenbahnen über den Platz treiben. Wie lange denn ist es her, daß selbst diese Altstadt noch kleiner, enger, winkliger gewesen ist als heute? Jetzt gehe ich eine breite Straße zum Bahnhof hinaus, erleuchtete Schaufenster rechts und links, zwischen Hotels und Geschäftshäusern, fremde Menschen um mich im Lampenlicht. Wie lange denn - ist es her, daß der Bahnhof fast am Rande einer > Stadt lag, die sich heute nach allen Seiten dehnt Im Grunde ist es bedauerlich, daß wir Heutigen von einem solchen Modernitätstaumel erfaßt wurden und unsere Wohnung lange nur nach dem Gesichtspunkt ansahen, ob sie auch dem allerletzten Modeschrei entspräche. Als ob es darauf in der Hauptsache ankäme! Die Hauptsache liegt auf einem ganz andern Gebiet. Alte Möbel können eine unendliche Behaglichkeit ausströmen, wenn sie richtig ausgewählt und zusammengestellt sind. Die früher verwendeten Hölzer, Mahagoni, Birke, Kirsch u. a. müssen allerdings vom Fachmann „überholt" werden, damit sie wieder in alter Schönheit zur Geltung kommen. Ebenso ist es mit Polstermöbeln. Alte Sessel und Sofas können durch entsprechende Umarbeitungen und Ueberpolfterungen vollkommen wie neue Stücke werden, so daß sie voll gebrauchsfähig find Aus alten Sprungfedermatratzen aus den Betten unserer Großeltern läßt sich mit geringen Zutaten eine hochmoderne Couch anfertigen, je breiter, desto besser. Mit ein paar schönen, großen Kissen hat man auf diese Weise im Wohnzimmer die bequemste und hübscheste Sitzgelegenheit, die man sich nur wünschen kann. Aus alten Sosa-Umbauten kann man Kredenzen und Vitrinen anfertigen lassen, alte Büfetts, die hoch und schmal sind und uns gar nicht mehr gefallen wollen, können mit weißem Schleiflackanstrich versehen werden und tun bann als Küchenschränke vorzügliche Dienste. Sehr viel gewinnt man, wenn man bei alten Tischen und Stühlen die Beine etwas verkürzen läßt, um alles etwas flacher zu bekommen, was unferm Geschmack mehr zusagt. Rohrsitze und Lehnen kann man, wenn die und die Altstadt wie ein Kleinod in sich schließt? Es ist nicht lange, es ist keine hundert Jahre her. Aber der mächtige Torturm stand auch früher schon, wie er heute noch steht, ein runder, massiger Bollturm, der riesige Schatten einer machtvollen Vergangenheit! Ich eile über den Platz, ich gebe den Brief zur Poft, — und vielleicht ist nun auch der Nachtschatten dieser Stadt über ihn gefallen. Wenn du ihn öffnest, Freund, haucht dich ein Gedanke an, Erinnerung an einen Nachtgang durch Nürnberg... Einer der wichtigsten Abschnitte auf dem Gebiet -er Maßnahmen zu Schutz, Erhaltung und Steigerung der Arbeitskraft ist die Unfallverhütung. Um eine möglichst hohe Betriebssicherheit zu erreichen, müssen die Unfallverursachungen fest- gestellt und Gefahrenquellen, ob sie nun in der Person des Arbeiters oder in technischen Unzulänglichkeiten begründet liegen, beseitigt werden. Aus Untersuchungen in einem großen Industrieunternehmen, die Professor Walther M o e d e vorgenommen hat und über die er in seinem soeben im Verlag Ferdinand Enke, Stuttgart, erschienenen Buch „Arbeitstechnik" berichtet, hat sich ergeben, daß die Ivergleichsweise höchsten Unfallziffern auf solche Arbeiter entfielen, die i m ersten D i e n st j a h r -standen. Von 560 ermittelten Unfällen kamen 40 v. H. auf Werktätige im ersten Dienstjahr, 22 v. H. auf Arbeiter dis zum dritten Jahr, 19,5 v. H. bis zum zehnten Jahr und 18,5 v. H. auf Arbeiter, die in ihrem Betrieb schon länger als zehn Jahre tätig waren. Eine Betrachtung der Unfall-Alterskurven zeigt, daß der jugendliche Mann irotz größerer Leistungsfrische und größerer Beweglichkeit der Unsckllmöglichkeit stärker ausgesetzt ist als der ältere. Neben Gefahrunkenntnis spielen Unvorsichtigkeit und Leichtsinn, ja eine gewisse Freude an Gefahrumständen in der Geschichte der Betriebs- nnfälle eine bedeutende Rolle. Man denke nur an den Geschwindigkeitsrausch jugendlicher Fahrer. Aufschlußreich ist auch der Verlauf der Tages- nnt) Stunden-Unsallkuroen. Es ist beobachtet worben, daß die größte Unfallhäufigkeit vielfach i n bet zweiten Hälfte des Vormittags liegt, also zu einer Zeit, in der in Betrieben mittel« schwerer Arbeit ein Leistungshöchststand erreicht wird. Der Arbeiter ist dann bei seiner Tätigkeit so „warm geworden" und versieht die meisten Handgriffe wie automattsch, daß hier zugleich auch die Voraussetzungen für Fehler entstehen. Um Er- wüdungserscheinungen handelt es sich bei dieser Tageszeit nicht. Innerhalb der Arbeitswoche weist 3) e r Montqg vielfach die größte Unfallhäufigkeit auf, was damit zu erklären fein dürste, daß sich Körper und Geist nach der sonntäglichen Ruhepause erst wieder auf die Arbeitsverhältnisse umstellen müssen. Die Untersuchung ergibt nicht selten, daß die Fälle höherer Gewalt unter den Unsallur- sachen überwiegen. Aus dem Bericht des Betriebssicherheitsausschusses der Deutschen Reichsbahn über bie Ursachen der Entgleisungen und Zusammenstöße sowie des Ueberfahrenwerdens von Fuhrwerken ist zu entnehmen, daß auch ein erheblicher Teil auf Gründe zurückzuführen ist, für die Personen nicht unmittelbar verantwortlich gemacht werden konnten. Bei den Entgleisungen wurden für etwa 4 v. H. Naturgewalt und böswillige Handlungen, für rund 28 v. H. Mängel der Einrichtungen und nur für 215 v. H. Fehlhandlungen im Fahrdienst angegeben. „Auch in einem gut geleiteten Betrieb werden Unfälle eintreten durch eine Mehrheit, Mannigfaltigkeit und Verflechtung von Ursachen, dagegen sollten Unfälle durch eine Einförmigkeit stets Der Bereich des Arbeits- und Berufslebens im Betrieb ist von der Wissenschaft erst verhältnismäßig spät erschlossen worden, eine Tatsache, die um so erstaunlicher ist, als sich ein großer Teil unseres Daseins im Arbeitsraum, an der Arbeitsstätte abspielt. Eine Sorgfältig durchdachte und praktisch erprobte Lehre von der handwerklichen und geistigen Arbeit mit ihren mannigfaltigen Einzel- fragen ist erst im allmählichen Ausbau begriffen. Jedenfalls wird heute nicht mehr bestritten, daß es zur zweckvollen Gestaltung der Arbeitsplätze und zur Erzielung von Höchstleistungen unumgänglich notwendig ist, die Beschaffenheit der Werkzeuge und Maschinen, den Leistungsablauf der Arbeiter, die Möglichkeiten der Schulung und Uebung, sowie Ermüdungserscheinungen und andere Störungs- oder Gefahrenmomente genau zu kennen. des wer- Neuregelung in der Versorgung Gießener Wehrmachtsangehöriger Wehrbezirkskommando Kassel I und dessen Versorgungsabteilung abgegeben. Die öcutfdie Arbeitsfront • n.9.=6cmeinf(haft „ftraft öurdi frcuöc Versorgungsableilung des Wehrbezirkskommandos Kassel I übernommen und bearbeitet werden. Damit deutet werden. Wer etwa an Kriegserinnerungen oder nur an Theaterdonner denkt, kommt auch hier nicht auf seine Kosten. Rot läßt den Angreifer auch hier wieder nur auf nahe Entfernungen herankommen, und dann auf den Elz, von dort auf den Wein-Berg zurückzugehen. Es wird Sonntag werden, ehe Blau mit seinem Angriff gegen Elm beginnen kann. Rot wird also trotz seiner zahlenmäßigen Unterlegenheit seinen Auftrag lösen und den Nordostrand Elm bis zum Abend des 8. September halten. Um 14.30 Uhr ist die Uebung beendet. Die Truppe rückt hungrig und müde in ihre Quartiere in und um Helmstedt. Am Abend ist Manöverball und morgen ist Sonntag — eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Heute Rückkehr unserer Soldaten! Am heutigen Mittwoch kehren die Kompanien des Infanterie-Regiments Gießen, aus dem Manöver in der Gegend von Braunschweig kommend, hierher zurück. Das I. Bataillon unter dem Kommando des Oberstleutnants von Wachter trifft mit der Re- gimentsmufik um 18.53 Ahr ein. Line Kompanie kommt bereits um 16.32 Ahr an. Das II. Bataillon fährt mit seinem Transportzug um 19.14 Ahr in den hiesigen Bahnhof ein, eine weitere Kompanie kommt um 21.54 Ahr an. Sämtliche Transportzüge fahren auf dem Güterbahnhof an der hammstrahe ein. Das Ausladen wird etwa eine Stunde in Anspruch nehmen, so daß der Einmarsch in die Stadt jeweils eine Stunde später als der oben angegebene Zeitpunkt der Ankunft erfolgen wird. Die Truppen werden mit der Regimentsmusik wahrscheinlich über die Brücke im Zuge der Klinikstraße, dann durch die Frankfurter Straße und über den hindenburg- wall kommen. Die Gießener Volksgenossen werden unseren Soldaten sicherlich einen herzlichen Empfang bereiten und dadurch ihre innige Verbundenheit mit unserer Wehrmacht sichtbar bekunden. die Wehrbezirkskommandos und die Zivilverwal- tungsbehörden — Versorgungsabteilungen — mit ihren Bezirken, die vom 1. Oktober 1935 ab zuständig sind für Empfänger von Uebergangsgebühr- nissen und Unterstützungen» sowie für ehemalige Soldaten der Wehrmacht und Hinterbliebene, die nach dem Reichsversorgungsgesetz versorgt werden (R«ntenversorgungsberechtigte)". Die Versorgungsangelegenheiten in dieser Art wurden für die Wehrmachtsangehörigen aus der Stadt Gießen und näherer Umgebung bislang beim Versorgungsamt Kassel bearbeitet. Die Neuregelung bringt hier die Aenderung, daß die Akten von dem vorstehenden Dersorgungsamt nunmehr a b 1. Oktober 19 3 5 von der den also die ehemaligen Soldaten der neuen Wehrmacht und die Hinterbliebenen, die am 31. Dezember 1934 nur nach dem Reichsversorgungsgesetz versorgt wurden, vom 1. Oktober ab gleichfalls in den Personenkreis mit einbezogen, der auf die Wehrbezirkskommandos überzuleiten ist. Die künftigen Versorgungsabteilungen der Wehrbezirkskommandos haben ab 1. Oktober 1935 ebenfalls Dersorgungsanträge ehemaliger Wehrmachtsangehöriger usw. zu bearbeiten, die sich mit der Bewilligung von Unterstützungen bzw. Bewilligung von Beihilfen bei Krankheitsfällen befassen. Alle derartigen Anträge müssen daher an die neue Dienst- | stelle gerichtet werden. In der zweiten Tabelle der Verordnung Reichsarbeitsministers erscheint eine „Uebersicht über Laienspielschar. Für die Kapelle unserer Laienspielschar suchen wir noch einen Violinspieler, sowie einen Schlagzeuger. Anmeldungen umgehend bei „Kraft durch Freude", Schanzenstraße 18. Rheinfahrl am Sonnlag, 15. September. Wir veranstalten am Sonntag, 15. September die letzte Rheinfahrt. Für diese Fahrt sind noch Plätze frei. Die Anmeldungen müssen bis Mittwoch, 11. September, erledigt werden. Fahrpreis mit Dampferfahrt und Mittagessen 5,50 Mark. Zeit der Abfahrt wird noch bekanntgegeben. Arlaubszug harz (Wernigerode) vom 16. September bis 22. September. Die Urlaubsfahrt wird mit Omnibussen durch- aeführt. Die dadurch entstehenden Mehrkosten an Fahrgeld betragen 2,50 Mark. Wir bitten die gemeldeten Teilnehmer, sofort diesen Betrag auf der Kreisdienststelle einzuzahlen. Sportkurse »Kraft durch $reut>e". heute folgende kurfe: 16.30 bis 17.30 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele, Kantinengebäude der Fa. Bänninger; 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr: Schwimmen, für Frauen und Männer gemeinsam, Dolksbad; 20 bis 21 Uhr: Reiten, Reitschule Schömbs. Achtung! Neuer kdF.-Schwimmabendt Da die KdF.-Schwimmkurse sich einer so regen Beteiligung erfreuen, hat das Sportamt einen weiteren Schwimmabend Freitags eingelegt. Die Zeit von 20.30 bis 21.30 ist für Frauen und Männer gemeinsam eingerichtet, während die Stunde von 21.30 bis 22.15 nur für Frauen unter Leitung einer Schwimmlehrerin vorbehalten ist. Anmeldung kann vor Beginn der Uebungsstunden im Volksbad erfolgen. Lernt Schwimmen mit „Kraft durch Freude". Medizinischer Fortbildungskursus. Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen hält ihren heurigen Fortbildungskurs für praktische Aerzte vom 13. Oktober bis 19. Oktober 1935 ab. Als Hauptthema ist aufgestellt: „Vorbeugendes SchaffendesArzte s". Am 13. Oktober, abends, findet der Begrühungsabend im Studentenhaus statt, am 14. Oktober, abends, spricht Professor G e r t h - s e n, Direktor des Physikalischen Universitäts-Institutes, über „Künstliche Radioaktivität". Für Mittwoch, 16. Oktober, ist ein Ausflug nach Bad-Nauheim sowie von etwa 40 größeren, weiter entfernt liegen- den Orten Sonntagsrückfahrkarten mit dreitägiger Geltungsdauer aus. Sippengemeinschast Fresenius. Man schreibt uns: Der gesunde Sinn unserer Tage fördert und fordert nicht nur die Volks-, sondern auch die Familienverbundenheit. Wo ist deine leibliche und geistige Heimat? Diese Frage beschäftigt mehr denn je bte Geister unserer deutschen Volksgenossen. So haben auch die hauptsächlich in den althessischen Landen beheimateten Fresenius jetzt in Frankfurt den 1844 gegründeten Bruderverein unter vielseitiger Zustimmung zu dem Hessischen Familienverband der Sippengemeinschaft Fresenius erweitert und sich mit den seit 1743 in Frankfurt, Hessen-Nassau und weiter ansässigen Bruderstamm zur Sippengemeinschaft Fresenius zusammengeschlossen. Die Gemeinschaft der beiden Fa- milienverbände umfaßt jetzt rund 300 in der 8. bis 11. Generation lebende Personen, die bis nach Island hinauf über fast alle Erdteile zerstreut leben. Nach dem Ende des 16. Jahrhunderts bis ungefähr 1800 waren außer zahlreichen Beamten, Lehrern, Offizieren u. a. die kinderreichen Pfarrfamilien am stärksten vertreten. Danach haben, den geänderten Zeitoerhältnissen entsprechend, immer mehr Männer und auch Frauen sich den neueren Wissen- schäften und freien Berufen zugewandt, beispielsweise als Chemiker, Aerzte, Künstler usw., in Industrie und Handel, als Fabrikanten, Kaufleute und jetzt werden in der Gemeinschaft über 40 Berufsarten aezählt. Es soll nun die vor mehreren Jahren begonnene Arbeit zu Ende geführt werden, die Angaben der vorhandenen Teil-Stammbäume der Familie, worin etwa 500 Fresenius, restlos zu vervollständigen. Danach sollen den erwarteten Reichsbestimmungen gemäß für alle Glieder der Gemeinschaft die Sippentafeln aufgestellt werden. Eine seit Beginn dieses Jahres erscheinende Fa- milienzeitung berichtet vom famlliengeschichtlichen Erbgut dxr Vergangenheit und weckt das Jnteresie an den Lebensschicksalen der heutigen Generation. Der Frankfurter Familienverband errichtete in 1825 die bis heute noch wohltätig wirkende „Frese- E. C. Die Zuständigkeit für Versorgungsberech- tigte der Wehrmacht (Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe) wurde durch einen Erlaß des Reichsarbeitsministers, der im Einvernehmen mit dem Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht und dem Reichsfinanzminister getroffen wurde, neu geregelt. Diese Neuregelung ist in der Hauptsache in der Uebergabe der Versorgungsangelegenheiten der Angehörigen der Wehrmacht von den bisherigen zivilen Versorgungsämtern an die Versorgungs- abteilungen der einzelnen Wehrbezirkskommandos begründet. Der Erlaß des Reichsarbeitsministers umfaßt zwei Tabellen, in denen die zuständigen Stellen der Versorgungsabteilungen der Wehrmachtsangehörigen bis ins kleinste Dorf genau angeführt werden. Durch die Uebergabe der Versorgungsangelegenheiten von den sogenannten „zivilen" Behörden an die Militärbehörden wird in der Gestaltung der neuen deutschen Wehrmacht ein großer Schritt vorwärts gemacht. Es ist naturgemäß für alle Der- sorgungsberechtigten der Wehrmacht wichtig zu wissen, welche Dienststellen für den Dersorgungsberech- tigten zuständig sind. Die Neuregelung für die Stabt Gießen wirkt sich nach dem Erlaß des Reichsarbeitsministers wie folgt aus: Nach der Uebersicht über die Wehrbezirkskommandos — Versorgungsabteilungen — mit ihren Bezirken, die vom 1. Oktober 1935 ab für Ruhegehalts- usw. -Empfänger der Wehrmacht (Heer, Kriegsmarine und Luftwaffe) zuständig sind, gehört unsere Stadt mit ihrer näheren Umgebung als Bezirk der Versorgungsabteilung bislang zum Versorgungsamt Kassel. Von diesem Versorgungsamt werden nunmehr die Akten über die Versorgungsberechtigten der Wehrmacht an das Das Infanterieregiment Gießen im Manöver Oie Hebung am T. September. Blau hat nach Ueberwinden schwächeren Wider- standes an der Aller am 7. September 8 Uhr den Westrand des Lappwaldes beiderseits der Warte erreicht. 8.15 Uhr erhält das Regiment Befehl, den Elz anzugreifen. „ Rot war im Ausweichen nach Westen. Das beider- feits angelehnte I. I.-R. 117 hatte den Auftrag, den Nordostrand von Elm bis zum Abend des 8. September zu halten. Zu dem Heraustreten des J.-R. 36 aus dem Lappwald hatten sich die Helmstedter Schulen ein- gefunden. Nur schade, daß beim neuzeitlichen Ge- secht der Zuschauer nicht mehr so recht auf seine Kosten kommt. Spannende Bilder wie Kavallerie- Attacken, Sturmangriffe, im Galopp auffahrende Geschütze, die den Angreifer mit Kartätschen begrü- ßen, bekommt der sensationslüsterne Zuschauer nicht mehr zu sehen. Artillerie, Minen-Werser und schwere Maschinengewehre stehen in Gelände falten versteckt. Durch alle Mulden und Tälchen schiebt sich die Infanterie nach vorne. Hier und dort hört man das Knattern eines Maschinengewehrs, oder den Abschuß eines Minenwerfers. Wenn dann der Zuschauer dem Schall nacheilend den Ursprungsort erreicht hat, so hat vielleicht das MG. seine Stellung schon gewechselt. Rot hat zunächst den Silberberg (2 Kilometer südlich Helmstedt) besetzt. Was sich von Blau am Waldrand zeigt, wird mit Feuer überschüttet. Der Wald wird vergast. Der Soldat verschwindet unter seiner Gasmaske, der zuschauende Zivilist schnuppert zunächst nach dem seltsamen (nebenbei ganz ungefährlichen) Geruch und geht dann doch in etwas größere Enfernung. Blau bringt schwere MG. und MW. in Stellung. Bei Eröffnung des Feuers hat Rot aber den Silberberg geräumt. Blau treibt Aufklärung nach vorn. Meldungen kommen zurück. Der Feuerschutz durch MG., MW. und ArU. wird neu organisiert. Stunden vergehen, bis das JR. 36 zum Angriff gegen die Gehl-Berge und Höhe 156 (1 Kilometer ostwärts Runstedt) an» treten kann. Auf beiden Seiten fängt das Feuer der schweren Waffen zu spielen an. Jedoch Platzpatronen und Manöverkartuschen kosten Geld. MG.°, Artl.- und Minenfeuer kann nur durch wenige Schüsse ange- mit dortigen Vorträgen bzw. Vorweisungen vorgesehen. Zur Deckung der Unkosten wird von jedem Teilnehmer der Betrag von 10 RM. erhoben; sonstige Kosten entstehen nicht. Prospekte, die Stundenplan und weitere Veranstaltungen anzeigen, sowie Anfragen durch Professor Georg Herzog, Pathologisches Institut Gießen, Klinikstraße 32 g. Ehrenvolle Wiederverpfl ch ung. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Das Orchester des Stadttheaters Gießen war ab 16. Mai von der Kurverwaltung Bad Homburg als Kurorchester verpflichtet. Die Sommermonate über konnte das verhältnismäßig noch junge Orchester künstlerisch solche Erfolge und Anerkennung seitens der Kurverwaltung und vor allem der Kurgäste erringen, daß das Orchester für die nächste Kursaison erneA unter ehrenvoller Berufung wieder verpflichtet wurde. In einigenlagen kehren unsere Orchestermitglieder nach Gießen zurück, um schon nach kur- zer Erholungspause an die Probenarbeit für die musikalischen Werke des Spielplans zu gehen. Unter der musikalischen Leitung des neuverpflichteten Kapellmeisters Paul Walter wird das Orchester nach einem feierlichen Auftakt bei der Spielzeit-Eröffnungsvorstellung am 4. Oktober die Mozart-Oper: „Cosi fan tutte“ zur Erstaufführung bringen. Oie Zugehörigkeit von Beamten zu Beamtenvereinigungen. Der Reichsstatthalter in Hessen — Landesregie- rung — hat an alle unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbände und sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts eine Verfügung über die Zugehörigkeit von Beamten zu Beamtenoereini- gungen erlassen. In der Verfügung heißt es: Auf Anordnung des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern — Erlaß vom 17. August 1935 II SB 6732/2.8. — hat jeder Beamte bis zum 1. Oktober 1935 mit Bezug auf seinen Diensteid eine Erklärung darüber abzugeben, welchen Beamtenvereinigungen, gleichgültig, ob diese auf berufsethischer, beamtenpolitischer, beamtenwirtschaftlicher, konfessioneller oder sonstiger Grundlage beruhen, er in der Nachkriegszeit angehört hat, oder noch angehört. Die Abgabe der Erklärungen dar durch Urlaub, Krankheit usw. keine Verzögerung erleiden. Diese Erklärung, die auch von den Staatsdienstanwärtern abzugeben ist, ist zu den Personalakten des Beamten bzw. Staatsdienstanwärters zu neh- fchwer, daß sie im Krankenhaus behandelt werden mußten; ein Vergiftungsfall verlief tödlich.) Um die Kenntnis der Pilze zu verbreiten und damit der Gefahr der Pilzvergiftung nach Möglichkeit entgegenzuarbeiten, hat das Reichsgesundheitsamt einen Ueberblick über die wichtigsten eßbaren und schädlichen Pilze im Pilzmerkblatt gegeben, das durch den Buchhandel bezogen werden kann. Zeigen sich nach dem Genuß von Pilzen Erscheinungen, die den Verdacht einer Vergiftung ergeben, so versäume man keine Zeit, für ärztliche Hilfe zu sorgen. Bis solche zur Stelle ist, muß man sich bemühen, das Gift aus dem Magen zu entfernen. Falls Erbrechen nicht bereits erfolgt ist, rufe man es durch Trinken von warmem Wasser oder dadurch hervor, daß ein Finger tief in den Rachen gesteckt wird. Die schädliche Wirkung des Genusses giftiger Pilze äußert sich gewöhnlich nach einigen Stunden^ bei den Knollenblätterschwämmen tritt sie meist erst nach 8 bis 40 Stunden ein. Hilfe kommt bei der Erkrankung nach Genuß von Knollenblätterschwämmen vielfach zu spät. Aus parteiamtlichenBekanntmachungeu Die Politischen Leiter der Gießener Ortsgruppen versammeln sich zur Fahrt zum Reichsparteitag am morgigen Donnerstag um 5.40 Uhr vor der Kreisleitung, die übrigen Teilnehmer um 6 Uhr auf Oswaldsgarten, die Frauen treffen sich am Bahnhof, wo sie spätestens um 6.45 Uhr sein müssen In der Ortsgruppe Gießen-Süd müssen die Teilnehmer am Reichsparteitag am heutigen Mittwoch um 20 Uhr in der Geschäftsstelle, Cred- nerstraße 24, sein, das Fahrgeld in Höhe von 5,60 Mark mitbringen und die Eintrittskarten in Empfang nehmen. men (vergl. auch mein Ausschreiben vorn 6. August 1935 zu Nr. P. A. 1/13812 bett. Zugehörigkeit von Beamten zu Freimaurerlogen, anderen Logen oder logenähnlichen Organisationen). Folgerungen aus den von den Beamten abzugebenden Erklärungen werden vorläufig nicht gezogen werden. Diese Anordnung erstreckt sich auch auf alle Gemeindebeamten, sowie bei den Gemeindeoerbänden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts tätigen Beamten und Dienstanwärter. Die Kontrolle, daß sämtliche Beamten und Dienstanwärter die verlangte Erklärung abgegeben haben und diese zu den Personalakten genommen wurde, hat durch die einzelnen Abteilungen der Landesregierung für ihren gesamten Geschäftsbereich zu erfolgen. Die den Abteilungen nachgeord- neten ober beaufsichtigten staatlichen usw. Behörden haben der Abteilung vis spätestens 10. Oktober 1935, die Abteilungen dem Personalamt der Landesregierung bis spätestens 15. Oktober 1935, das Personal- Et mir bis spätestens 20. Oktober 1935 die erfolgte Durchführung dieser Anordnung zu berichten. Die gestellten Termine sind genau einzuhalten, da bis zum 1. November 1935 die Durchführung der Anordnung dem Reichs- und Preußischen Minister des Innern gemeldet sein muß. Die Behörden- und Dienststellenleiter werden für die ordnungsgemäße Durchführung dieser Anordnung persönlich haftbar gemacht. Oie Frankfurter Messe um 25 Prozent stärker beschickt. (Fwd.) Die diesjährige Frankfurter Messe, die vom 22. bis 25. September auf dem Festhallen, gelänbe zu Frankfurt a. M. durchgeführt wird, weist in den Abteilungen Haus- und Küchengeräte, Spielwaren, die auch im vorigen Jahre burchge- führt würben, eine um 25 v. H. erhöhte Beschickung aus. Außerbem wirb die 1. Frankfurter Gastwirts- messe vom 21. bis 29. September durchgeführt. Beide Veranstaltungen umfassen etwa 500 Aussteller auf einer gesamten Ausstellungsfläche von 15 000 Quadratmeter. Die Deutsche Reichsbahn gibt während der ganzen Dauer der Messen von allen Bahnhöfen im Umkreis von 100 Kilometern um Frankfurt a. M., musschs Familienstiftung"; manches bedrängte Fa- nvlienqüeb hat sich der Hilfe btefer Bruderschaft erfreuen können, lieber eine solche Wvhlfachrts- einrichtung wird im Hessischen Verband in Kurze beraten werden. .. , Der Tag war ernsten Beratungen gewidmet, am nächsten Tag war eine große Anzahl von Der. wandten aus beiden Familkenverbanden m froher Übereinstimmung längere Zeit beisammen. Oie Verwendung der Falläpfel. LPD Die Landesbauernschaft Hessen-Nassau kitt mit: Es ist bekannt, daß die Verwendung der Fall- äpfel zur Kelterung durch Süßmostereien und Apfel- meinteltereien bis zum 14. September 1935 gesperrt war, um der Marmeladen-, Obstgelee- und Obst« krauttndustrie alles erforderliche Material zuzuführen. Die durch diese Verordnung geschaffene Lage läßt es heute schon angezeigt erscheinen, diejenigen überschüssigen Mengen Aepfel, me vorübergehend von der Marmeladen-, Obstgelee- und Obstkrautindustrie nicht aufgenommen werden können, den Süßmostereien und Apfelweinkeltereien zuzu- führen. Das augenblicklich bestehende Kelterverbot endet am kommenden Samstag, 14. September 1935. Dieses Kelterverbot wird insofern gelockert, als die Keltereien auch jetzt schon Obst zum Keltern aufkaufen dürfen, wenn sie nachweisen tonnen, Dop die Hersteller von Marmelade, Obstgelee und Obstkraut diese Mengen nicht aufnehmen können und die Keltereien im Besitz der Genehmigung des Vorsitzenden des Gartenbauwirtschaftsverbandes Hessen- Nassau sind. Die Stiftung »©ängerbonf-* im Deutschen Sängerbund. SDK. Dor einiger Zeit war durch die Führung des Deutschen Sängerbundes die Stiftung „Sänger« dank" ins Leben gerufen worden, deren Zweck bie Unterstützung alter, hilfsbedürftiger Sänger ist, bie sich um bie Sängersache besonbers verdient gemacht haben. Im letzten Heft der Deutschen Sängerbun« deszeitung, dem Amtsblatt des DSB., teilt der Bundesschatzmeister Dr. Hermann mit, daß erstmals zum Schlüsse des Jahres 1935 die Zinserträgnisse der Stiftung „Sängerdank" durch die Stiftungsausschuß auf Gesuche hin $ur Verteilung gebracht werden können. Unterst«tzungsgesuche sind unter genauer Darlegung der Verhältnisse im ordentlichen Geschäftsgänge, d. h. also über den zuständigen Sängerkreis und Sängergau, zu richten an den Obmann des Stiftungsausschusses, Bürger- I meister a. D. Friedrich Roth in Leipzig S19, Si- monstraße 2. Berücksichtigt werden können nur solche Gesuche, die dort bis spätestens zum 15. Oktober 1935 eingegangen sind. Bisher bei der Bundesgeschäftsstelle oder dem Bundesschatzmeister eingereichte Gesuche müssen wiederholt werden. Grundsätzlich berücksichtigt werden können nur Gesuche, die in Not geratene, alte, verdiente Sangesbrüder betreffen. Bei der im Hinblick auf den Umfang des Bundesgebietes zur Zeit noch recht bescheidenen Höhe des Stiftungskapitals und demgemäß auch der Zinserträgnisse wird sich vorerst eine gerechte Berücksichtigung der einzelnen Gesuche nur in der Weise erreichen lassen, daß bie Höhe der Einzel- spende auf 50 Mark grundsätzlich -begrenzt wird. Wie auf dem Sängertag in Königsberg bekannt- gegeben, wird es das eifrige Bestreben der Bundesführung fein, das Stiftungsvermögen im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten fortlaufend zu erhöhen und auf diese Weise die Stiftung selbst leistungsfähiger zu gestalten. Chorleitererziehung und Wertungssingen. SBK. Die vom Deutschen Sängerbund vor einigen Monaten herausgegebenen Richtlinien für Wertungssingen beginnen sich allmählich in der Praxis einzuführen. In fast allen Gauen des DSB. werden bie Wertungssingen nach den neuen Richtlinien vorbereitet. Dabei stellt sich allenthalben heraus, daß die Vorschrift für die Vereine, innerhalb von drei Jahren an einem Wertungssingen teilzunehmen, keineswegs eine zu häufige Inanspruchnahme bedeutet. Im Gegenteil, viele Vereins melden sich wiederholt zur Teilnahme am Wertungssingen. So wird dem DSB. z. B. aus Hessen berichtet, daß der Gau höchstwahrscheinlich von der Ausführungsbestimmung zu den Wertungssingen Gebrauch macht, wonach es statthaft ist, die Vereine alljährlich zu Wertungssinqen heranzuziehen. Das ist gleichzeitig ein glänzendes Erziehungsmittel für die Chorleiter, die damit jährlich eine Probe ihres Könnens abzulegen haben. Es heißt bann in dem Bericht weiter: Es entsteht schon jetzt die Frage, in welcher Weise gegen Chorleiter vorgegangen werden soll, die aus Unkenntnis, Fahrlässigkeit oder aus absichtlicher Renitenz den vom DSB. und dem Gau gegebenen Richtlinien keinerlei Beachtung schenken. Gerade unter den jüngeren, aus den Jnstrumentalmusikern hervorgegangenen Chorleitern gibt es noch manche, die der Anschauung sind, wenn sie nur den Sängern und ihrem zum Teil doch recht kitschigen Geschmack nachgeben, die Sänger im Widerstand gegen alle kräftigere und herbere musikalische Kost stärken, daß sie dann um so mehr Ansehen bei den Vereinen gewinnen und andere Kollegen ausstechen, die sich redlich für die gute Sache bemühen. Hier kann nur schonungslose Kritik bei den Wertungssingen helfen und enge Zusammenarbeit der Kreischorleiter mit der (Bauleitung, damit mit allen Mitteln solchen üblen Machenschaften das Handwerk gelegt wirb. vornottzen. — Tageskalenber für Mittwoch: NSG- „Kraft burch Freube": 16.30 bis 17.30 Uhr Fröhliche Gymnastik unb Spiele in dem Kantinengebäude der Firma Bänninger; 20 bis 21 unb 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbab; 20 bis 21 Uhc Reiten, Reitschule Schömbs, Branbplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Lockspitzel Asew". — Oeffentliche Vorträge für Frauen finden am morgigen Donnerstag im Saale des (Saf£ Leib statt. (Siehe heutige Anzeige.) ♦ ,** Unfall beim Spiel. Aus dem Kinderspielplatz einer Gastwirtschaft ereignete sich ein Unfall. Ein Mädchen, bas sich mit anberen Kindern auf der Rutschbahn vergnügte, erlitt einen Beinbruch unb mußte durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Radio • Photo 4630 D ■■lei Seltersweg -7 U1U Telephon 3170 -N :o in kh >h ter rt. 11 Oberheffen einen Kranz aufs Grab. w es en m in* lb !5> « er- ei- r> ib 5i< in 00! ft bei bü um bei nei1 iS« m ei» Bep aus jein Bep u< en Üel)t' ilen ■en :u iör et t> jftp ibei U)0^ itnk ft ini« bs or? a mb inici 7» Alsfeld, 9, Sept. Eine große Kundgebung gegen Staatsfeinde fand am Sonntag in der hiesigen Festhalle statt. Die große Halle war bereits vor Beginn der Versammlung überfüllt, so daß sich viele Teilnehmer mit einem Stehplatz begnügen mußten. Die Stadt trug reichen Flaggenschmuck. Die Gruppenkapelle des Freiwilligen Arbeitsdienstes der Gruppe 223 und die SA.-Kapelle Unterwelten die Teilnehmer zu Beginn der Versammlung mit flotten Musikstücken. Nach dem Em- marsch der Fahnen und Begrüßung der Versammlung durch Kreisleiter Kirchner sprach der Gau- inspektor für Oberhessen Pg. David Muller über den Kampf gegen bie Staatsfemde Er stellte unter diesen folgende Gruppen heraus: die Juden, die reaktionären Kreise, Zentrum und Christlich- Sozialer Dolksdienst und die geborenen Nörgler. Der Redner rechnete in scharfen Worten mit diesen Staatsfeinden ab, die in unverantwortlicher Weise das große Aufbauwerk des Führers immer wieder ji.rf der künftige Ehemann zur Zeit der An- hagffeUung feinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Der Antrag erfolgt schriftlich Der Reitersturm 6/147 Gießen im Reichs-SA.-Wettkamps. men taut nfl® leite itft Die Ehestandsdarlehen. Das künftig Ehepaare wissen und beachten müssen. Propagandaritt und die Einsatzübung sahen wiederum die Reiter im Wettkampf. Auch hier wurden an Reiter und Pferde große Anforderungen gestellt. Besonders die Einsatzübung nahm Reiter und Pferde voll in Anspruch. Galt es doch die gestellten Aufgaben restlos zu lösen. Beim 1000-Meter-hindernislauf waren insgesamt 100 Punkte für einen Trupp zu erringen. Zu nehmen waren vier Hindernisse. Für jeden, der ein Hindernis nicht klar überwand, gab es 5 Minuspunkte. Erzielt wurden 85 Pluspunkte, also doch 15 Minuspunkte. Selbst diese 15 Minuspunkte fallen nicht so sehr ins Gewicht, wenn man bedenkt, daß auch die alten SA.-Kameraden Über 40 Jahre den Lauf mitmachten. Als letzte Hebung des Wettkampfes mußte die politische Schulung durchgeführt werden. Hierbei sollte der Beweis er- bracht werden, daß die SA.-Reiter nicht nur körper- lichen Anstrengungen gerecht werden, sondern daß sie auch auf geistigem Gebiete Kenntnisse besitzen. Kundgebungen gegen Staatsfeinde. In Schotten. Führers, wenn von der Möglichkeit, auf Grund eines Ehestandsdarlehens einen eigenen Hausstand zu gründen, reichlich Gebrauch gemacht wird. Was heute um fo leichter ist, da jetzt nieder Darlehen bis zu 1000 Reichsmark gewährt werden. |ü lü ne ienf erfolgt, die Turnhalle war überfüllt. Nach einleitenden Musikstücken und Sprechchören des Arbeitslagers begrüßte Kreisleiter Kromm die Der- sammlung und warnte alle Gerüchtemacher und geheimen Hintermänner, die in letzter Zeit wieder hier ihr Unwesen trieben. Alsdann sprach in eineinhalbstündiger eindrucksvoller Rede Kreisleiter Pg. Koch (Büdingen) zum Thema. Er gab einen geschichtlichen Rückblick über die Entstehung, Entwicklung und die kulturellen Verdienste der nordischen und germanischen Rasse. Eingehend behandelte er die Judenfrage und den politischen Katholizis- mus. Er warnte alle, die unter dem Deckmantel der Religion das neue Reich zu sabotieren versuchten. Lange genug habe man Geduld gehabt, bald sei diese erschöpft. Reicher Beifall lohnte den Redner. Kreisleiter Kromm faßte den Dank in entspre- chende Worte und brachte ein begeistert ausgenommenes Sieg-Heil auf den Führer aus. Die nationalen Lieder wurden gesungen und die machtvolle Kundgebung alsdann geschlossen. In Alsfeld. 'Loiaussetzung für die Gewährung eines Ehestands- üacehens ist selbstverständlich, daß die künftige Ehe- fraiL auf ihre gewerbliche Tätigkeit verzichtet und dem Arbeitnehmerstand, dem sie bisher ange- te, ausscheidet und dadurch den Arbeitsmarkt ie tzt wird. : Der Antrag muß nach Bestellung des standes- ntlichen Aufgebotes, aber vor Schließung der Ehe i gereicht fein, und die Antragstellerin muß ihre E igkeit als Arbeitnehmerin spätestens am Tage im dem Empfang des Ehestandsdarlehens aufgege» Mi haben. ? Die Antragstellerin muß sich verpflichten, eine Ewigkeit als Arbeitnehmerin so lange nicht auszu- jbtri, als der Ehemann nicht als hilfsbedürftig im Liime der Vorschriften über die Gewährung von Äü eitslosenunterstützung betrachtet wird und das Histandsdarlehen nicht restlos getilgt ist. öltammung sein. * 1 Es darf keiner der beiden Antragsteller an körperlichen und geistigen Gebrechen leiden oder eiti-r sonstigen Krankheit, die seine Verheiratung niet im Interesse der Volksgemeinschaft liegend, er- schiinen lassen. ' L Die beiden Antragsteller müssen em gutes JMeben und einen guten Leumund nachweisen, so- nh ihren Verpflichtungen zur Rückzahlung des Dar- lkhms nachiommen können. fo. Es darf keinerlei Absicht der Antragsteller befielen, nach der Eheschließung ihren Wohnsitz in das Ausland zu verlegen. Danzig gilt nicht als auslän- Y Lollar, 10. Sept. Die Kriegerkame- radschaft Lollar setzte am vergangenen Sonntag ihr Preisschiehen auf dem Schießstand, am ehemaligen Klopfwerk, unter starker Beteiligung fort. Die Ergebnisse sind durchschnittlich gut. — Der SA. -Sturm 2/116, der mit einem Durchschnitt von 88,9 Ringen im Schießen beim Reichswettkampf der SA. als Brigadebester hervorging, wird sich demnächst am Schießen um den vom Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß gestifteten Preis beteiligen. Gegenwärtig trainiert der Sturm sehr eifrig auf den Schießständen in Lollar und Mainzlar, um die neuen, ziemlich schweren Bedingungen erfüllen zu können. — Während in unserem Orte die Dreschma- s ch i n e von einem Hof zum anderen wandert und ihr geschäftiges Brummen ertönen läßt, geht d i e Grummeternte, welche dies Jahr infolge der Trockenheit etwas hinter den vorjährigen Erträg- nisten zurückbleibt, ihrem Ende entgegen. Kartoffeln und Dickwurz haben sich nach den letzten Regenfällen noch gut erholt und dürften hinter dem Durchschnittsertrag nicht zurückbleiben. = Göbelnrod, 10. Sept. Am heutigen Dienstag fand die Beerdigung des Erbhofbauern Her- mann Velten II. statt. Der Verstorbene war Beigeordneter unserer Gemeinde, Ortsbauernführer, Direktor der landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft und 1. Vorsitzender der Milchliefe- rungsgenossenschaft. Das kennzeichnet schon die An- erfennung und Achtung, der er sich in unserer Gemeinde erfreute. Dor ca. sechs Jahren war der Bruder des Verstorbenen durch Sturz von einem Speicher tödlich verunglückt. Damals gab der heute zu Grabe gebrachte seinen Beruf auf; er war Versuchstechniker beim Landwirtschaftlichen Institut in Gießen, um den Hof des Bruders zu übernehmen. Nun ist er nach ganz kurzer Krankheit an einem Herzschlag viel zu früh für seine Familie im Alter von 41 Jahren gestorben. Der alte Vater, der dieses Jahr auch schon seine treue Lebensgefährtin verloren hat, steht nun zum zweiten Male am Grabe des Erben. Der Verstorbene hinterläßt seine Frau und drei Kinder, darunter einen noch schulpflichtigen Sohn. Die Beteiligung der Gemeinde bei der Beerdigung war ein Beweis für die Teilnahme, die man der schwergeprüften Familie zollt. Der Motorsturm, dem Bauer Velten angehörte, und ein Musikzug der SA. erwiesen dem Kameraden die letzte Ehre. Pfarrer Volz- Wirberg schilderte den Heimgegangenen als treuen Mann in seinem Berufe und in all den Aemtern, in die er berufen war, und fand Worte des Trostes für die Hinterbliebenen. Nach dem Pfarrer sprach zunächst Bürgermeister Weber für die Gemeinde Göbelnrod und legte zum Zeichen des Dankes einen Kranz nieder. Der Vorsitzende des Gesangvereins, Hem- rich Kern, feierte sodann den Freund und Sangesbruder, dem der Gesangverein unter Leitung von Lehrer Allendörfer zwei Chöre am Grabe fang. Der Motorsturm legte ebenfalls einen Kranz nieder, und während die Fahne sich senkte, spielte der Musikzug das Lied vom guten Kamerad. Stütz- punktleiter Stüh le r legte für die Partei und die Ortsbauernschaft einen Kranz nieder und würdigte die Verdienste des Pg. und Ortsbauernführers. Die NS. Frauenschaft ließ durch Frau Allen- d ö r f e r einen Kranz niederlegen, auch die beiden landwirtschaftlichen Genossenschaften ließen Kränze niederlegen. Die Bezirks- und Kreisbauemschaft, die Ortsbauernschaften von Beltershain, Saasen und Stangenrod und der Verein ehemaliger Licher Land» Wirtschaftsschüler hatten gleichfalls Kränze niedergelegt. Die ehemaligen Berufskollegen in Gießen gaben dem Verstorbenen in ihrem Nachruf dankbares Gedenken und als Zeichen der Verbundenheit Werkes der Vorzug gegeben wird. Der Der- käufer der Waren hat bei Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen darauf zu achten, daß der Empfänger des Darlehens auf die Rückseite der Scheine seinen Namen mit genauer Wohnungs- angabe setzt. Bareinlösung der Bedarfdeckungsscheine durch Verkaufsstellen ist verboten. Die Rückzahlung des Darlehens erfolgt in monab lichen Teilbeträgen von je 1 v. H., die am 10. jedes Monats fällig find. Die Rückzahlungspflicht begint mit dem ersten Monats^ehnten des Kalender- Vierteljahres, das auf die Auszahlung des Ehe- ftandsdarlens folgt. Können die Raten aus irgendeinem Grunde, wie Krankheit ober Arbeitslosigkeit, nicht regelmäßig gezahlt werden, so tritt zinslose Stundung ein. Im Falle des Todes des Ehemannes kann den veränderten Verhältnissen insoweit Rechnung getragen werden, als unter Umständen Erlaß der Rückzahlung eintritt. Bei der Geburt jedes in der Ehe lebendgeborenen Kindes werden 25 v. H. des ursprünglichen Darlehensbetrages erlassen. Beispiel: Ein junges Ehepaar erhält am 15. August 1935 ein Ehestandsdarlehen im Betrage von 1000 Reichsmark. Die Rückzahlung betragt 10 RM., erstmalig am 10. Oktober 1935. Am 1. Juli 1936 wird das erste Kind geboren. Zurückgezahlt sind 9 X 10 = 9Ö Reichsmark. Der ursprüngliche Darlehensbetrag ermäßigt sich also um 25 v. H., also von 1000 RM. auf 750 Reichsmark. Zuruck- gezahlt sind 90 RM., so daß der noch zu tilgende Darlehensrest 660 Reichsmark beträgt. Die Geburt eines Kindes ist dem Finanzamt durch eine Geburtsurkunde, die für diese Zwecke kostenlos ausgestellt wird, anzuzeigen. Kugel st oßen: 1. Sturmmann Lipp 11,30 Meter. 2. Sturmmann Albert Faber 9,73 Meter. 3. SA.-Mann Gürtel 8,56 Meter. Keulenweitwurf: 1. SA.-Mann Spruck 54 Meter. 2. Die SA.Männer Lipp und Albert Faber mit je 53 Meter. 3. SA.-Mann Karl Faber 48 Meter. Weitsprung: 1. Sturmmann Lipp 5,21 Meter. 2. SA.-Mann Spruck 5,05 Meter. 3. SA.- Mann Scheid 4,96 Meter. 3000-Meter-Lauf: 1. SA.-Mann Philipp 11:24 Min. 2. SA.-Mann Spruck 11:34 Mn. 3. Die SA.-Männer Scheid und Fay mit je 11:48 Min. ,,, , Beim Kleinkaliberschießen wurde ein guter Durchschnitt erzielt, der beweist, daß bei den Reitern der Schießsport gefördert wird. An Stelle des 10-Kilometer-Gepäckmarsches anderer Einheiten war für die Reiterstürme ein 15-kilometer-Ritt angesetzt, der auch ohne Unfall durchgeführt werden konnte. Es ist nicht leicht, mitten in der Erntezeit einen solchen Ritt durchzuführen. Bedenkt man doch, daß sowohl Reiter wie Pferde in der Woche den ganzen Tag die schwerste Arbeit verrichten müssen. Der /X Schotten, 9. Sept. In der H o r t m a n n » schen Spinnerei befand sich früher ein Arbeitsdienstlager, das später verlegt wurde, da die Raumverhältnisse unzureichend waren. Einige Zeit hatte das Jungvolk das Lager in Besitz. Nun hat die D A F. ein S ch u l u n g s l a g e r in den neu hergestellten Räumen eingerichtet. Schlafsaal mit Betten (etwa 50), Unterrichtssaal, Eßraum, Küche, Waschraum und sonstige Nebenräume sind genügend vorhanden. Die Räume sind mit schönen Bildern und passenden Inschriften geschmückt. Ein Schu- lungskursus, der immer am Wochenende abgehalten wird, hat unter Leitung des Kreisschu- fungsleiters Regierungs-Assessor Denzer schon ftattgefunben. Eine Reihe von Dorträgen ist für die Kursusteilnehmer aus den Gebieten der nationalsozialistischen Weltanschauung, Zweck und Ziel der DAF., Judenfrage, Recht, Wirtschaft und Geschichte gehalten worden. Den Abschluß bildete ein Karne- radschaftsabend. Nunmehr' soll eine durchgehende Schulung aller Vertrauensräte des Kreises im Lager stattfinden. Gestern mittag fand hierzu die feierliche Eröffnung statt, zu der sich zahlreiche Mitglieder der Dertrauensräte, wie auch viele Betriebsführer eingefunden hatten. Der Leiter des Schulungskursus Regierungs - Afsesior Denzer sprach über Sinn und Zweck des Schulungslagers und der Kurse. Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Betriebsführer und Dertrauensrat müsse geschaffen werden. Ausführlicher behandelte diese Gedanken noch der Gauschulungsleiter der DAF. Pg Demmer (Frankfurt), der die Stellung des Betriebsführers und des Vertrauensratsmitglieds nach dem neuen Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit im einzelnen kennzeichnete und zur gegenseitigen Treue und Kameradschaft mahnte. Im Anschluß an diese Eröffnungsfeier begab sich die Versammlung nach der Turnhalle Hier fand eine Großkundgebung der N S DA P., Kreis Scbotten, gegen Staatsfeinde,uu-> hluöc a“iv/uu“'v“ .••••— — - - und Dunkelmänner statt. Ein großer Auf- zu stören versuchen. DerNationalsozialismus lehne marsch aller Organisationen der Partei war zuvor I es ab, sich auf den Standpunkt zu stellen, daß er Der Reichs-Wettkampf der SA. ist abgeschlossen. Der Wettkampf hat gezeigt, daß die SA. zu kämpfen versteht, auf jedem Posten und in jeder Lage. Und jeder SA.-Mann kann und muß stolz darauf sein, daß auch er mit dazu beigetragen hat, daß der Wettkampf erfolgreich durchgeführt werden konnte. Der diesjährige Wettkampf der SA. wird jedem Teilnehmer in guter Erinnerung bleiben. Die Reiter vom Reitersturm 6/147 Gießen haben in diesem Weftkamps der SA. gezeigt, daß sie verstehen sich einzufügen in die Gesamtheit und daß sie jederzeit gewillt sind zu kämpfen für den Auf- bau unseres Vaterlandes. Gerade für die Retter war der SA.wettkampf eine große Prüfung. Galt es doch mitten in der Erntezeit anzutreten. Und es muß hier gesagt werden, daß der allergrößte Teil feine Schuldigkeit getan hat und zu jeder angesehten Hebung angetreten ist. Auch wenn er manchmal noch so müde und abgearbeitet vom Felde nach Hause kam. Diesen SA.- Männern ist es hoch anzurechnen, daß sie mit frischem Mut und Ausdauer den Wettkampf mit- gemacht haben und dadurch zum Gelingen des Wettkampfes auch im Reitersturm 6/147 Gießen beigetragen haben. Das find Männer, die verstehen, was es heißt, SA.-Mann zu fein. Nämlich einsatzbereit zu jeder Zeit, wie und wo es auch sein mag. Die leichtathletischen Wettkämpfe zeigten auch im Reitersturm guten Durchschnitt. Gewertet wurde die Gesamtleistung des Trupps bzw. des Sturmes. Wenn nun Wer doch verschiedene Einzelleistungen des Wettkampfes aufgeführt werden, so geschieht es nicht aus dem Grunde, nur speziell die Einzelleistung hervorzuheben, sondern um alle andern anzuspornen, bei den nächsten Wettkämpfen alles daranzusetzen, auch ihrerseits die Leistungen zu steigern. So waren bei den leichtathletischen Wettkämpfen nach Punkten gerechnet Einzelsieaer: 1. Sturmmann Lipp mit 63 Punkten. 2. SÄ.-Mann Spruck mit 61 Punkten. 3. SA.-Mann Schelü mit 60 Punkten. , Die Sieger in den Einzel-Wettkampfen waren: . 100 Meter: 1. SA.-Mann Philipp 13,4 Sek. 2. Die SA>Männer Menges und Scheid mit je 13,6 Sek. 3. Sturmmann Lipp 13,7 Sek. Heimatkundliche Wanderung im Vogelsberg. rl. Schotten, 9. Sept. Die Mitglieder der Bezirke Schotten und Gedern des NSLB., sowie die z. Z. in den Landschulen des Kreises übenden Lehrerstudenten aus Friedberg, Gerammelten sich am Samstagvormittag beim Hofgut Zwiefalten zu einer heimatkundlichen Wanderung. Kreisschulrat Dr. M e u c r (Schotten) begrüßte die etwa 60 Teilnehmer und Teilnehmerinnen und übergab die Führung der Wanderung un- erem fleißigen Heimatforscher Lehrer W ü r z (Eichelsdorf). Zunächst sprach Herr Würz im Hof des ehemaligen Jagdschlosses Zwiefalten über dessen Geschichte, über Art und Umfang der einstmaligen Hirschjagden und ihre Bedeutung für die Auswanderung aus unserer Gegend in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Aber nicht nur der ungeheure Wildschaden, sondern auch die Nöte des Siebenjährigen Krieges, über die Herr Würz urkundliche Auf. zeichnungen auszugsweise verlas, haben die verhältnismäßig zahlreichen Auswanderungen der Jahre 1765 f und 1772 nach der Wolga und nach Ober- schlesien verursacht. Der Redner steht mit den Nach- kommen dieser Ausgewanderten in Verbindung. Er zeigte einige Bilder ihrer Siedlungen und wird oemnächst in einem größeren Vortrag näher unterrichten. Auf der alten Zwiefaltener Höhenstraße ging es dann zum „Häwischwalb" (— höfischer Wald) und an den Ort des ausgegangenen Dorfes Reifertshain. Hier sind in den Wiesen noch zwei Brunnen- löcher festzustellen, und als schollentreue Zeugen der ehemaligen Siedlung stehen am Waldrand noch einige Büsche des schwarzen Holunders, des alten Begleiters des deutschen Hauses. Vermutlich finden sich hier der Zeugen aus dem Pflanzenreich noch mehrere („Menschenbegleiter"). Auf der alten Höhenstraße nach Nidda, die — wie alle solche — auch hier immer Gemarkungsgrenze ist, ging es zur „Dicken Eiche" bei Eichelsdorf, wo eine Mittagsrast eingelegt wurde. Häufige Spuren alter Eisengewin- nung gab Anlaß zu mancherlei heimatgeschichtlichen Mitteilungen und Erörterungen. In einem Schlußwort wies Herr Würz auf die unterrichtliche Verwertung der heimatkundlichen Forschungsergebnisse hin, die nur lebendigen Wert erhielten, wenn sie als Brücken zum Verständnis und zur Behandlung volksdeutscher Gegenwartsfragen genützt werden. Landkreis Gießen. die totale Macht habe unb alles Niederhalten werbe. Der Führer wolle, daß alle feiner Fahne folgen und daß sie freudig eine Gefolgschaft bilden. Wenn man heute von Staatsfeinden spreche, so geschehe dies, um sie zum letzten Male zu warnen und um sie dem Volke im richtigen Lichte darzustellen. Der Kamps des Nationalsozialismus werde nur für den Gemeinnutz geführt, wenn auch viele noch nicht die Gesetze des Nationalsozialismus verstehen würden. Der Kampf gehe um das Deutschland, das die Jahrhunderte überdauern solle. Die oft von lebhaftem Beifall unterbrochenen, klaren und überzeugenden Ausführungen des Redners fanden am Schlüsse langanhaltenden stürmischen Beifall. Nach Musikstücken der beiden Kapellen schloß der Kreisleiter die eindrucksvolle Kundgebung mit dem Sieg- Heil auf den Führer, und mächtig erklang das Hoi^t-Wessel-Lieb durch die überfüllte Halle. läge des Bescheides. Außerdem ist eine Bescheinigung des letzten Arbeitgebers erforderlich, daß die Ehefrau ihre Tätigkeit als Arbeitnehmerin aufgegeben hat, wenn es nicht schon früher geschehen ist. Im Falle der Gütertrennung erhalten beide Ehegatten einen Bescheid. Bedarfsdeckungsscheine werden in Stücken zu 100, 50, 20 und 10 Reichsmark ausgegeben, je nach Angabe und Wunsch des Antragstellers. Bedarfsdeckungsscheine sind weder übertragbar noch pfändbar und nur gültig, wenn sie den Dienststempelabdruck des Ausgabefinanzamtes tragen. Mit Bedarfsdeckungsscheinen dürfen nur deutsche Erzeugnisse gekauft werden und nur Hausgerät. Darunter sind alle Gegenstände zu verstehen, die — mit Ausnahme von Kleidung und Wasche — zur Einrichtung eines Heimes erforderlich sind, z. B. Gardinen, Vorhänge, Möbelstoffe, Tischdecken, so- weit sie nicht unter Tischwäsche fallen, Matratzen, Betten mit Decken und Kopfkissen, Stepp- und Schlafdecken, Kinderwagen, Musikinstrumente für Hausmusik (Radio), Teppiche, Küchengeräte, Geschirr, Beleuchtungskörper, Oefen, Babeeinrichtun- gen, Nähmaschinen, Bilder, Stand- und Wanduhren usw. Besonderer Wert ist darauf zu legen, daß nur Waren erster Güte gekauft und dabei möglichst Erzeugnissen des deutschen Hand- i enthalt im Inland hat. L Jeder Antragsteller muß im Besitze der bur- ztt.ichen Ehrenrechte sein. f Jeder der beiden Antragsteller muß sich jeber- jdi zum nationalsozialistischen Staat bekennen und M rückhaltlos für ihn einsetzen. L Jeder der beiden Anttagsteller muß arischer !1 (uf einen vom Reichsfinanzministerium vorge- l J sthrlebenen Vordruck, der von den Standes- 2$ Ämtern unentgeltlich abgegeben wird. ui! Bor Abgabe des Antrages an das Finanzamt viild er durch die Gemeindebehörde geprüft, die auch 1 bo'iu Stellung nimmt. Sind alle Voraussetzungen für die Gewährung eines Darlehens vorhanden, so gib: sie den Antrag mit einer gutachtlichen Aeuße- M rur?g über die Höhe des Darlehens an das Finanz- n 1IF omr weiter, das für den zukünftigen Ehewohnsitz inbtf1 zusmndig ist. Die Entscheidung über die Gewährung B trifrt das Finanzamt, in Ausnahmefällen der Reichs- M trinifter der Finanzen. In beteben Fällen erhalten W tee Antragsteller einen entsprechenden Bescheid. Die jjingabe des Darlehens erfolgt in Form von Be- darfsdeckungsscheinen, die zum Erwerb eor Möbeln und Hausgerät in Verkaufsstellen be- 4/ nötigen, die zur Entgegennahme von Bedarfs- 18 böiungsscheinen zugelassen sind. Die Aushändigung j br Scheine erfolgt durch das Finanzamt das den Secheid über die Gewährung des Ehestandsdar- al W ns erteilt hat, an den Ehemann, sobald der Nachweis der Eheschließung erbracht ist unter Vor- lall) hat. Auch Arbeitnehmerinnen, die eine Be- ch ftigung im Haushalt ober Betriebe ihrer Eltern, Leitern, Urgroßeltern, Aboptioeltern ober Stief- iltrn nachweisen, ftnb zur Stellung eines Antrages be pefjtigt, wenn sie ben Nachweis erbringen, baß lhi bisherige Stelle vor Hingabe bes Ehestanbs- bailehens burch eine frembe Arbeitskraft bauernb iur Einrichtung eines eigenen inner noch sehr groß. Daß bie Verheiratung der jungen Leute wegen mangels an Mittel unterbleibt, iieorge, sondern auch einen Ausfall an Nachfrage , -mcl Möbeln, Hausgerät und Kleinwohnungen und ch eßlich auch nach Kinderwäsche, Kinberkleidung, 1 vpelwaren usw. Die Folge dieses Ausfalles an , Nachfrage bedeutet wiederum Ausfall an Arbeit m , ler Möbelindustrie, Textilindustrie, Bauwirtschaft, bntsgeräteinbuftrie usw. Und die Folgen dieses ! Unfalles an Arbeit sind einerseits Arbeitslosigkeit erhöhter Finanzbedarf für die Unterstützung ,v Arbeitslosen, anderseits Ausfall an Verbrauch, Ki >fall an Steuern und Abgaben, weil ein Aus- |al an Umsatz, Einkommen und Verbrauch zu verrechnen ist. s bedeutet Mitarbeit am Aufbauwerk des Die Antragstellerin muß innerhalb der letzten imi Jahre vor Stellung des Antrages mindestens ne n Monate lang im Inland in einem Arbeit- ne merverhältnis gestanden haben. Das gilt auch bas Gebiet ber Freien Stabt Danzig, wenn ber ftige Ehemann zur Zeit ber Antragstellung fei- ! Wohnsitz ober gewöhnlichen Aufenthalt im Julie Zahl ber jungen Volksgenossen unb Volks- kenossinnen, bie sich im heiratsfähigen 2Mer beftn- utet nicht nur eine Last für bie Arbeitslosen- unb heiraten möchten, aber nicht heirattti kon- weil es ihnen an den erforderlichen Mitteln Einrichtung eines eigenen Heimes fehlt, ist astet. s wird nun die Frage interessieren, wer ein ..,ftandsdarlehen erhalten kann. Ehestandsdarlehen lojien deutsche Reichsangehörige erhalten, die die kh miteinander schließen wollen und die den An- irc । auf Gewährung eines Darlehens stellen. Der Krorag hat Aussicht auf Erfolg, wenn die nachte enden Voraussetzungen gegeben sind: Möer Wohnsitz. .. ... 11 Die Einkommens- und Vermogensverhaltnisse btr Antragsteller müssen so gelagert sein, daß sie h fcer mit Hilfe des Ehestandsdarlehens emgerichte- tin Wohnung einen einigermaßen gesicherten Haus- ufli hak zu führen imstande sind. M es müssen alle elf Bedingungen gegeben sein, wenn der Antrag auf Gewährung eines Darlehns Aussicht auf Erfolg haben soll. In Ausnahmefäl- I-n entscheidet der Reichsminister der Finanzen Voraussetzung ist dabei aber immer, daß mit Hingabe des Darlehens der Zweck des Gesuches zur Verminderung der Arbeitslosigkeit erfüllt wird. Der Antrag ist bei dem Finanzamt ter Dohnsihgemelnde zu stellen, in deren Be- A Don größter Wichtigkeit ist, daß beide Antrag- stil 4 : > WM ■ Zu Ehren der 17. Motorrad-Sechstagefahrt hatte Oberstdorf festlich geschmückt. — (Schirner-M.) Fußball her Kreisklaffen. Leihgestern — Heuchelheim 2:2; Lollar — VfB.-R H 6:2; Rodheim — Wieseck 9:0; Großen-Buseck gegen Grünberg 7:4; Albshausen — Aßlar 0:3; Burgsolms — Hermannstein 2:0; Ehringshausen — Ulm 2:2; Oberbiel — Wetzlar II 3:1; Großen-Linden gegen Grüningen 3:2; Steinbach — DfB.-R. III 5:3; Lich — 1900 III 3:1; Garbenteich — Lich II 4:1; Lollar II — Vetzberg, V. nicht angetreten; Lollar III — Großen-Buseck II 3:1; Krofdorf gegen Launsbach 1:3; Alten-Buseck — Fellingshausen 3:0; Daubringen — Treis 6:0; Londorf — Geilshausen 3:2; Rüddingshausen — Grünberg II 5:2; Naunheim II — Oberndorf 6:0. Iugendspiele. Leihgestern — VfB.-R. 1:4; Lollar — Heuchelheim 1:5; Rüddingshausen — Londorf 4:0; Rodheim — Launsbach 7:1; Großen-Buseck — Daubringen 4:1; Wißmar — Kinzenbach 5:0; Flensungen gegen Nieder-Ohmen 1:2; VfB.-R. II — Klein-Linden 1:8; Heuchelheim II — Fellingshausen 3:1; Garbenteich — Alten-Buseck 0:3; Wieseck — 1900 II 2:0; Lich — Steinbach 0:7. Sportverein 1920 Lollar. Reger Spielbclrieb in Lollar. Der vergangene Sonntag sah den Sportv. 1920, Lollar, mit fünf Mannschaften im Kampfe, alle drei aktiven, wie auch die Jugend- und die Schülermannschaft traten auf den Plan. Die aktiven Mannschaften konnten Punktgewinne erzielen; die Jugendmannschaft verlor ihr erstes Derbandsspiel gegen Heuchelheim auf eigenem Platze. Die Schüler konnten, auswärts spielend, ein Unentschieden erzielen. Die Ergebnisse: Lollar I — DfB.-R. Gießen II 6:0, Lollar II — Vetzberg I, kampflos für Lollar, Lollar III — Großen-Buseck II 3:1, Lollar Jgd. — Heuchelheim Jgd. 1:5, VfB.-R. Gießen Schüler — Lollar Schüler 0:0. Die erste Mannschaft konnte auf eigenem Platze den erwarteten und verdienten hohen Sieg herausholen. Sie spielte wieder wie in ihren besten Tagen und dürfte, wenn sie in den Verbandsspielen in dieser Form weiterspielt, wohl ein Wort bei der Vergebung der Meisterschaft mitreden. Die zweite Mannschaft gewann kampflos, da der Gegner noch in letzter Minute absagte. Die neu zusammengestellte dritte Mannschaft gewann ihr erstes Verbandsspiel glatt nut 3:1. Die Jugend konnte an die Leistungen des Vorsonntags nicht anknüpfen und verlor auf eigenem Platze gegen die technisch und taktisch besser spielende Jugend aus Heuchelheim glatt mit 5:1 Toren. Das Ergebnis ist etwas hoch ausgefallen, da auch die Einheimischen des öfteren Pech mit ihren Aktionen hatten. Die Schüler spielten in Gießen und konnten, nur mit zehn Mann spielend, ein" verdientes Unentschieden erringen. Handball im Männer-Turnverein. Tv. Dulenhofen I — 2Mv. Gießen (fomb.) 1:15. Tv. Dutenhofen Jugend — INtv. Gießen Jugend 5:6. Die Jugendmannschaft vermochte in ihrem Spiel nicht ganz zu überzeugen, sie konnte zum Schluß froh sein, einen knappen Sieg gelandet zu haben. Das lag wohl in erster Linie an der Mannschaftsaufstellung, in der einige „Neulinge" standen, aber uuch die „Alten" zeigten herzlich wenig. Ausgezeichnet war der Tormann der Gießener sowie die Läu- Zu jedem kommt einmal das GM. Vornan von Ellen Kulm Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.) 17. Fortsetzung Nachdruck verboten! Und nun geschah das für Monika so Erstaunliche. Johnie Klinke schien seine Ruhe vollkommen wiedergefunden zu haben. „Das glaube ich Ihnen ohne weiteres, Fräulein von Tanner! Aber ich hoffe, daß Sie es nicht bedauern, und ich hoffe, daß es Ihnen gut geht!" Auch er sprach leise, und nur Monika beachtete das Gespräch der beiden. „Leben Sie nun in München?" „Ja! Ich — ich arbeite nun für eine Zeit hier." Ein neuer Tanz setzte ein. Gerling sprang auf. „Wenn Sie nicht müde sind, Fräulein von Tanner...!" Evi lächelte. Sie sagte nichts, aber sie stand gehorsam und wie erleichtert auf und ging mit ihm fort. Johnie Klinke aber tat etwas, was er schon lange Nicht mehr getan hatte. Er schlug neben seiner Teetasse sein Kollegienhest auf und blätterte darin, ohne sich um Shirley Prestons Schmollmund zu kümmern. — . „Ich muß nun aber wirklich fort... , sagte Evi zu Gerling. „Muß es sein? Ja — ja! Ich hole dann ganz schnell meinen Wagen und bringe Sie nach Hause. Bitte, sagen Sie nichts dagegen! Ich tue es so gern, und Sie sind doch auch schneller daheim." Der Abschied war kurz und einsilbig. Nur Monika schlang in einer plötzlich impulsiven Regung den Arm um Evi. „Wann sehe ich Sie wieder?" Gerling unterbrach sie: „Fräulein von Tanner eilt es sehr nach Hause au kommen — aber ich werde schon etwas mit ihr besprechen. Ich begleite sie." Stumm gingen sie — es war Abend geworden — zur Garage, und ohne ein Wort setzte sich Evi von Tanner neben ihn. Sie sprachen auch sonst kaum mehr auf der kurzen Fahrt, als daß Evi Gerling den Weg wies. Und doch — sie beide fühlten, "bafc etwas Entscheidendes in ihnen vorging. Sie beide wünschten, daß diese Fahrt nicht enden möge, daß sie immer so nebeneinander sitzen könnten, getrennt von allen anderen Menschen — nur sie beide allein Aber sie wußten es beide voneinander gar nicht. „Nun müssen Sie mir aber noch sagen, wann wir Sie wiedersehen, Fräulein von Tanner!" sagte Gerling, als der Wagen an seinem Ziel angelangt war. „Ich — ich weiß nicht...!" stotterte Evi. „Wie ich Ihren Reden entnommen habe, arbeiten Sie beruflich. Könnten Sie mir nicht sagen, wo t>as ist? Ich würde Sie gern abholen, wenn es 2hnen recht wäre..-" „Nein — nein! Das geht nicht." „Aber dann können Sie doch einen Abend mit uns zusammensein. Wenn Sie Ihrer Frau Mutter sagen, daß Sie in Gesellschaft von Fräulein Jnnemann sind, so wird sie es Ihnen doch sicher gestatten." Evi von Tanner erschrak heftig. Sie liebte ihre Beschäftigung gar nicht; aber sie hatte sich ihrer noch niemals geschämt. Es blieb ihr ja auch nichts anderes übrig, als ihr kleines Talent zu verwerten, um sich und Muttchen durchzubringen. Aber diesem Herrn von Gerling gegenüber hatte sie plötzlich den brennenden Wunsch, er möchte niemals erfahren, daß sie Abend für Abend in einem Kabarett auftreten mußte. Sie kannte ihn erst wenige Stunden, und doch wußte sie genau, er würde ihre Beschäftigung ablehnen. Er war einer der Männer, die die Tugend und das Behütetsein einer Frau über alles schätzten. Sicher würde er kein Interesse mehr an ihr haben, wenn er es erfuhr. Und doch mußte er es erfahren. Monika selbst würde es ihm ja ahnungslos erzählen. Aber trotzdem — sie selbst konnte es ihm niemals sagen. „Hören Sie zu, Fräulein von Tanner! Ich möchte Sie so gern bald wiedersehen. Darf ich Sie morgen, vielleicht um fünf Uhr nachmittags, irgendwo erwarten? Wenn es auch nur eine halbe Stunde wäre." „Gut...", sagte Evi, „wenn Sie hier vor das Haus kommen wollen! Ich kann Sie ja nun leider nicht hinaufbitten. Wir haben nur ein Zimmer, und mein Muttchen muß so geschont werden. Ich bringe niemals Besuch mit. — Also wenn Sie kommen wollen, Herr von Gerling, dann — auf Wiedersehen! Und schönen Dank!" ,^ch habe zu danken, Fräulein von Tanner!" Er setzte sich in seinen Wagen, warf die Mütze neben sich und fuhr los. Kaum hatte er sich von Evi von Tanner getrennt, 'dachte er auch schon wieder an sie. Sie war die entzückendste Frau, die er jemals kennengelernt hatte. Sie war so hilfsbedürftig! Sein männliches Herz schlug in der Vorstellung, sie beschützen zu dürfen ihr jeden Stein aus dem Wege zu räumen. Dann aber schrak er zusammen. Er durfte nicht an Evi von Tanner denken. Wäre sie nicht heute nachmittag gekommen, so wäre er mit Monika nach Starnberg gefahren und hätte sich endlich mit ihr ausgesprochen Und er hatte doch eigentlich keinen Grund, daran zu zweifeln, daß sie ja gesagt hätte. Sie hatte ihn bestimmt gern, und aus der Art, wie sie von ihrem Vater sprach, erkannte er, daß ihr die Botschaft, die er ihr überbringen würde, als ein heiliger Gruß aus dem Jenseits erscheinen mußte. Aber er wollte ja auch gar nicht seinem Vorsatz untreu werden. Er kannte ja Evi von Tanner nur als Monikas Freundin; sie selbst hatte sich gefreut, daß er sich ihr am Nachmittag gewidmet hatte. Sie würde sich bestimmt auch freuen, wenn sie wüßte, daß er gut zu ihrer kleinen Freundin war. Ach, wie leicht täuscht sich der Mensch, wenn er die Stimme in feinem Innern zum Schweigen bringen will- 11. Kapitel. Und auch Evi war in einer seltsam glücklichen Stimmung die Treppen hinaufgegangen. Sonst stürmte sie sie hinauf, um schneller bei Muttchen zu sein, aber diesmal hemmte irgend etwas ihren Schritt. Wenn sie an den heutigen Nachmittag dachte, so hätte sie am liebsten vor Glück gejauchzt, und doch fiel ihr der Gedanke daran auch wieder seltsam schwer aufs Herz. Doch merkwürdigerweise galt keiner ihrer Gedanken dem seltsamen und unerwarteten Wiedersehen mit Johnie Klinke. Als sie die Wohnungstür öffnete, fiel ein Lichtschein aus ihrem Zimmer. Muttchen war also schon wach. Hoffentlich hatte sie sich nicht verlassen gefühlt. Leise und schuldbewußt öffnete Evi die Tür. Aber die Mutter lächelte ihr entgegen. Neben dem Tisch saß Frau Müller und trank ihren Kaffee. „Kommen S' nur, Fräulein Evchen, die Frau Mutter ist jetzt wieder ganz beisammen! Sie hat bis vorhin geschlafen, und wie ich sie sich regen gehört habe, bin ich gleich aus der Küche herein. Und nun habe ich ihr den Kaffee gebracht und meinen gleich auch mit hereingenommenen, damit Frau Tanner nicht so einsam ist." „Ach, Muttchen, was sagtest du nun, daß ich nicht da war?" „Ich habe mich gefreut, Evi! Der Doktor hat ganz recht. Du mußt nun jeden Tag, solange das schöne Wetter dauert, am Nachmittag spazierengehen, und recht lange. — Nein, wie rosige Wangen du heute hast! Das bin ich an meinem blassen Liebling gar nicht gewöhnt/' „Ich fag's eh immer, das Fräulein Evi sitzt zu viel zu Hause mit uns beiden Alten. Sie muh an die Luft und möglichst viel tn fröhliche junge Gesellschaft. — Sie sollte sich einen Verehrer anschaffen, das Fräulein Evi." Evi lachte sonst immer nur, wenn Frau Müller mit ihren gutgemeinten Ratschlägen kam; aber diesmal machte sie sich hastig an der Kommode zu schaffen, damit die Mutter nicht sehen sollte, wie ihr die glühende Röte in di^ Wamsen stieg. „Nun, wo bist du denn gewesen?" Evi hatte noch niemals ihr Mütterchen belogen. Und sie war gestern geradezu nach Hause gestürmt, um ihr das Erlebnis mit der neuen Freundin, die ihr so wunderbar ähnlich sah, zu erzählen. Aber jetzt brachte sie plötzlich kein Wort über die Lippen. „Ich kann doch jetzt nicht anfangen, Muttchen, alles der Reihe nach zu erzählen; es ist ja fo viel, und ich muß doch bald wieder fort!", so brachte sie ihr Gewissen zum Schweigen, und war froh, daß die Mutter die Beantwortung ihrer Frage nicht abwartete, sondern sich Frau Müller zuwandte, die immer froh war, wenn sie Zuhörer für das fand, was sie auf dem Herzen hatte. ♦ „Heute haben Sie recht brav gesungen, Fräulein Tanner!" sagte der Direktor des Etablissements, als Evi beim Ausgang mit ihm zusammentraf. „Da war schon ein bißchen Tempo drin. Nehmen Sie sich doch mal ordentlich zusammen. Das wäre doch gelacht, wenn so ein hübsches junges Ding wie Sie sich unseren Besuchern nicht ins Herz fingen könnte." ,Hch werde mir Mühe geben, Herr Direktor!" „Ja, während sie dem Autobus zueilte, fühlte Evi selbst, daß sie heute viel besser gesungen hatte. Auch ihr Klavierbegleiter hatte ihr zugenickt, und die Leute hatten an Beifall nicht gespart. Wie gut das war, wenn sie nicht jeden Abend zittern mußte, ob man sie behielt. „Zu jedem kommt einmal das Glück!" summte sie vor sich hin; aber plötzlich stockte ihr Fuß. Ja, sie war heute glücklich — aber wie lange konnte das anhalten? Vielleicht kam Herr von Gerling schon morgen nicht mehr, wenn er von Monika von Jnnemann erfuhr, daß sie am Abend in einem Kabarett fang. Und dabei fühlte Evi — auch wenn er morgen nicht kam, auch wenn er niemals mehr kam —, sie würde ihn ihr ganzes Leben nie mehr vergessen können. — Aber er kam. Sie eilten einander entgegen, drückten sich die Hände wie zwei gute Freunde und schlugen dann den Weg in den Park ein. Sie sprachen wenig. Sie waren beide in Gedanken, denn jeder von ihnen hatte in der Nacht wach gelegen und beschlossen, dem anderen die Wahrheit zu sagen. Und besonders Gerling war fest entschlossen, bei der ersten Gelegenheit einfließen zu lassen, daß er nicht mehr frei war. Er durfte mit so einem zarten, feinbesaiteten Wesen wie Evi von Tanner nicht spielen. Aber sie sprachen nicht, als sie in den Schatten der Bäume kamen. Und plötzlich fühlte Evi seine Hand nahe der ihren, und sie ließ mit einem süßen Erschauern ihre kleine Hand in die seine gleiten, und so gingen sie stumm nebeneinander her, bis sie zu einer Bank kamen, und dort setzten sie sich nieder. Evis Kopf glitt an Gerlings Schulter, und da vergaß er alle feine Vorsätze. Er beugte sich nieder und küßte ganz zart und behutsam die reine Mädchenstirn Evis. Dann aber zuckte er zusammen. „Evi — Fräulein von Tanner! Ich muß Ihnen etwas sagen...!" Doch Evi schüttelte den Kopf. „Bitte, bitte, nichts sagen, Herr von Gerling! Es — es ist fo schön heute..." Erst als sie wieder in eine belebte Straße ein- bogen, besann sich Gerling, daß er ja einen Auftrag an Evi hatte. „Fräulein von Jnnemann läßt Sie bestens grüßen. Ich habe ihr gesagt, daß ich Sie sehen werde..." „Sie haben ihr das gesagt..." Eine leise Enttäuschung glitt wie eine erkältende Welle über Evis Freude. Er fühlte es wohl; aber gerade deswegen durfte er ihr nicht sagen, daß er es absichtlich Monika erzählt hatte, um seine innere Stimme 3um Schweigen zu bringen. Er verschwieg ihr auch, daß er sich Monika gegenüber einen Vorwand ausgedacht hatte, indem er ihr sagte, daß Fräulein von Tanner ihre Handschuhe in feinem Wagen vergessen hatte und er sie ihr zurückbringen wollte „Monika von Jnnemann ist mir eine sehr aurt Freundin. Ich erzähle ihr alles", sagte er fest. „Ja, sie ist sehr, sehr lieb!" sagte Evi leise und tonlos. (Fortsetzung folgt!) ferreihe, denen hauptsächlich der Sieg zu verdanken ist. Der Gegner war körperlich überlegen und eifrig. Die Höhe des Ergebnisses im zweiten Spiel kommt überraschend. Das Zusammenspiel der Mto.-Mann- schäft klappte trotz der kombinierten Aufstellung recht aut, und so kam es, daß der Gegner nur in der ersten Viertelstunde das Spiel halten konnte. Dann war der Bann gebrochen, und die Tore sielen wie reife Früchte in regelmäßigen Abständen. In die Torfolge teilten sich alle fünf Stürmer gleichmäß'g, ein Beweis der guten Zusammenarbeit. Die Läuferreihe zeigte sich jeder Situation gewachsen. Die Verteidigung hatte nur in der ersten Halbzeit Gelegen- heit, ihr Können zu beweisen. Der einstige Jugenü- tormann bestand seine Probe ebenfalls gut. Die Platzherren kämpften trotz der hohen Niederlage bis zum Schluß unverdrossen weiter und konnten auch das Spiel ziemlich offen gestalten. Modellflugzeug-Wettbewerb auf der Hirzenhainer Höhe. Auf der Hirzenhainer Höhe wurde von den Schulen des Dillkreises ein in diesem Umfange noch nicht erlebter Modellflugzeugwettbewerb durchgeführt. An ihm nahmen über 2500 Kinder mit 208 Flugzeugmodellen teil. Nicht weniger als 1043 Wettbewerbsstarts wurden ausgeführt. An neunzehn Schulen kamen insgesamt 195 Mark an Prei* sen zur Verteilung, ferner der Heinrich-Moos-Ge- dächtnispreis, ein Wanderpreis zur Erinnerung an den verstorbenen Hirzenhainer Lehrer Heinrich Moos, der sich als Pionier des Modellflugzeugbaues weit über den Rahmen der Hirzenhainer Segelfliegerei hinaus einen Namen erworben hat. In einem Jahr konnte er allein 62 v. H. aller im Reiche vergebenen Modellflugpreise an sich bringen. Der Wettbewerb der Schulen soll eine planmäßige Erziehung der Schuljugend des Dillkreises zum Segelflugsport einleiten. Kanu-Gaustafettenfahrt des Gaues 12 in Kastel. Paddler-Gilde Gießen erfolgreich. Zur Förderung der Pflege des Mannschaftsgedankens schrieb der deutsche Kanu-Verband erstmalig in diesem Jahr für sämtliche Gaue eine Langstreckenstafette aus, die jeweils in zwei Klaffen gestartet wurde. Die A-Klasse fuhr in Renn-Ka,aks und umfaßte die Vereine, die bereits Junioren und Senioren in ihren Reihen hatten, während Die B- Klafse für Vereine offen war, die noch im Anfang des Rennsportes steckten, bzw. ihn noch nicht in ihr Programm ausgenommen hatten. Die Meldung einer B-Mannschaft war den Vereinen der A-Klaise nur unter der Bedingung gestattet, daß sie bereits eine A-Mannschaft am Start hatten Der Gau 12 führte feine Stafette in Kassel durch. Die Rennstrecke betrug ungefähr 6 Kilometer (mit Wendepunkt) und war von den jeweils 5 Booten einer Mannschaft zu fahren. (3 Einer, 2 Zweier.) Dor zahlreichen Zuschauern siegte in der A-Klasse „Padedlsport Kassel" vor Kasseler Kanu-Club in der Zeit von 2:30,02 gegen 2:33,36 Stunden. In der B-Klasse, die in den weitaus langsameren >Vk-Faltbooten gefahren wurde, siegte Paddler- gilde Gießen in 2:55,38 vor Kasseler Kanu- Club mit 3:01,55 Stunden und gewann damit die Gauplakette der B-Klasse. Der Sieg in dieser Höhe, der nur durch ein Mißgeschick nicht noch deutlicher ausgefallen ist, fand beim Kasseler Publikum stärkste Beachtung und herzlichen Beifall. Termmliffe derVezirksklaffe, Gruppe Gießen-Dill 15. 9.: VfB. — Niedergirmes (O. Rüfpeler, Gleiberg); Sinn — 1900 (Wissenbach, Frohnhausen); Frohnhausen — W.-Steinberg (H. Rüspeler, Gießen); 05 Wetzlar — Dillenburg (3$er, Gießen); Bissenberg — Naunheim (Miller, Wetzlar). 22. 9.: Niedergirmes — Sinn (Müller, Frohnhausen); 1900 — Frohnhausen (Zutt, Wetzlar); Steinberg — 05 Wetzlar (Deis, Nauborn); Dillenburg — Bissenberg (Volkmar, Wetzlar); Naunheim — VfB. (Schmidt, Dillenburg). 29. 9.: Sinn — W.-Steinberg; Frohnhausen — Niedergirmes; 05 Wetzlar — Naunheim; Bissenberg — 1900, VfB. — Dillenburg. 13.10.: W.-Steinberg — VfB.; Niedergirmes — Bissenberg; Naunheim — Frohnhausen; 1900 — 05 Wetzlar; Dillenburg — Sinn. 20.10.: Steinberg — Naunheim; Bissenberg — Frohnhausen; 05 Wetzlar — Sinn; Dillenburg — Niedergirmes. 27.10.: VfB. — 1900; Frohnhausen — Dillenburg; 05 Wetzlar — Niedergirmes; Bissenberg — Steinberg; Sinn — Naunheim. 3.11.: Bissenberg — VfB.; Sinn — Frohnhausen; 1900 — Niedergirmes; Steinberg — Dillenburg. 10.11.: VfB. — 05 Wetzlar; Sinn — Bissenberg; Naunheim — 1900; Niedergirmes — Steinberg. 17.11.: Niedergirmes — Naunheim; Dillenburg — 1900; VfB. — Sinn; Frohnhausen — 05 Wetzlar. 1.12.: 1900 — Steinberg; 05 Wetzlar — Bissenberg, Frohnhausen — VfB.; Naunheim — Dillenburg. Oer Start der Kußball-Bezirkskiaste. Der erste Spielsonntag der Verbandsspiele 1935- 36 bringt interessante Begegnungen und hat insofern eine besondere Bedeutung, als er Aufschluß Über die Spielstärke der einzelnen Mannschaften gibt. Auf dem Waldsportplatz treffen V f B. - Reichsbahn und der aufgestiegene Sportverein Niedergirmes aufeinander. Die Grün-Wei- ßen werden zu kämpfen haben, um zu einem Siege zu kommen. Die Spielvereinigung 19 00 Gießen fährt nach Sinn und sollte nach ihren bis jetzt gezeigten Leistungen einen knappen Sieg erringen können. Für die Leute aus Watzenborn-Steinberg wird es schwer fein, von Frohnhausen Punkte mit nach Hause zu bringen. Der Sportverein 05 Wetzlar muß bedeutend bessere Leistungen zeigen, wenn er auf eigenem Gelände gegen Dillenburg behaupten will. B i s s e n b e r g empfängt Naunheim. Beide Mannschaften sind als spielstark bekannt. Der Vorteil, auf eigenem Platze spielen zu können, dürfte für Bissenberg vielleicht den Ausschlag für einen Erfolg geben. Kurze Sportnotizen. Neusel und Camera werden nun doch gegeneinander in den Ring gehen. Der Kampf wird am 1. November von der Madison Square Garden- Gesellschast als Weltmeisterschafts-Ausscheidung aufgezogen werden. Kleine Strafkammer Gießen. Der E. (5*. aus G. wurde vorn Amtsgericht Grünberg zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er am 29. März mit seinem Personenkraftwagen über den Marktplatz fuhr, kein Signal gab und eine Frau anfuhr, die verletzt wurde. Auf die Berufung gegen dieses Urteil wurde der Angeklagte frei- gesprochen. Die Strafkammer konnte eine Schuld des Angeklagten auf Grund der Beweisaufnahme nicht feststellen. Der Jude Hugo W e t t e r f e l d aus Lauterbach wurde vom dortigen Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. In der Nacht zum 12. Mai wurde der Angeklagte von zwei angetrunkenen Personen aus dem Schlaf geweckt. Er warf feine Wasserflasche auf die Straße, wobei einer der Zeugen durch die Glassplitter an der Hand verletzt wurde. Auf die Berufung des Angeklagten wurde das Urteil der Vorinstanz dahingehend abgeändert, daß die Gefängnisstrafe in 150 M a r k Geldstrafe umgewandelt wurde. Die Strafkammer sprach dem Angeklagten in Anbetracht dessen, daß er gereizt wurde, außerdem im Weltkrieg ausgezeichnet war, mildernde Umstände zu. Amtsgericht Gießen. Wegen Uebertretung des Jmpfgesetzes wurde der I. E. aus B. durch Strafbefehl mit 4 5 Mark G e l d st r a f e, evtl. 9 Tagen Haft, belegt. Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte Einspruch ein, der jedoch ohne Erfolg war. Der Angeklagte hatte seine , drei impfpflichtigen Kinder nicht impfen lassen, bzw. den Nachweis der Nichtimpfung nicht erbracht. Der A. K. aus H. wurde wegen Uebertretung des Tierschutzgesetzes mittels Strafbefehls mit 5 0 Mark Geldstrafe bestraft. Der Anaeklagte hielt eine Kuh, die er nicht ordnungsgemäß pflegte. Auf den Einspruch des Angeklagten verblieb es bei der erkannten Strafe. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeik der Schriftleitung.) 0. 211. Nach § 57 des Aufwertungsgesetzes müssen Sparkassenguthaben, die von einer Sparkasse später auf eine oder mehrere andere Sparkassen überwiesen worden sind, zur Aufwertung bei der e r ft e n Sparkasse angemeldet werden; in Ihrem Fall also bei der Kreissparkasse in S. Wirtschaft. Rhein-Mainische Börse. INittagsbörse ruhig. Frankfurt a. M., 10. Sept. Die Börse war sehr zurückhaltend, neue Momente lagen nicht vor. Die Umsätze, die am Wochenbeginn durch Publikumskäufe etwas größer waren, ließen wieder stärker nach, so daß auch im Verlaufe ohne Sonderbewegungen und Geschäftsbelebung die Börse recht ruhig blieb. Anleihen etwas angeregter durch den flotten Verlauf der Anleihezeichnuna; es sollen bisher schon wenigstens zwei Drittel Des 500 Millionen Betrages gezeichnet sein. Aktien lagen uneinheitlich, IG. Farben zunächst 0,50 v. H. höher, später aber etwas rückläufig. Gut gehalten Rütgers und Erdöl, Scheideanstalt 1 o. H. schwächer. Am Elektromarkt verloren Siemens 2,25, AEG. 0,40, Felten 1 v. H. Montanwerte zumeist niedriger, so Rheinstahl um 1,75, Mannesmann um 0,40, Buderus 1,50. Gut gehalten blieben Ilse Genüsse, Stahloerein und Harpener. Kali Aschersleben 0,50 o. H. schwächer. Schiffahrtswerte folgten der allgemeinen Belebung, wobei Hapag 0,75, Nordd. Lloyd 0,50 v. H. verloren, daneben AG. Verkehrswesen 0,25, Reichs- bahn-VA. 0,13 v. H. schwächer. Die Nebenmarkte lagen außerordentlich still, Daimler behauptet, Aku 0,25, Eisenhandel 1 v. H. niedriger. Staatsanleihen sehr gut gehalten, Altbesitz 0,13 v. H. fester. Von Auslandsrenten zogen auf Berliner Käufe Ungarn Gold um 0,20 v. H. an, Mexikaner 0,25 bis 0,40 v. H. schwächer, Rumänen gehalten. Im weiteren Verlaufe blieb die Haltung zunächst unsicher, erst später trat am Aktienmärkte allgemein eine leichte Erholung ein, so zogen IG. Farben auf 155,75 nach 155 an, Siemens 176,25 nach 175,50. Städteanleihen und Pfandbriefe sehr still, deutsche Renten gut gehalten. Ungarn blieben fest. Tagesgeld 3 v. H. Adendbörse still. Die Abendbörse verharrte in außerordentlicher Geschäftsstille. Weder Aktien, noch Renten hatten nennenswerte Umsätze. Die Kurse waren gegen den Berliner Schluß behauptet. IG. Farben bei 155,50 v. H. gefragt, Stahlverein 0,13 o. H. niedriger notiert. Rheinstahl bei 111,65, RWE. 129,25 gesucht. Metallgesellschaft lagen mit 112,25 0,75 v. H. niedriger. Altbesitz bei 111,25 v. H. etwa auf Mittagsschluß. Auslandsrenten waren nicht verändert. Der Verlauf blieb umsatzlos und ohne Veränbe- runn e.(n färben zuletzt 155,50 Geld. Kurse: Alt- besitz'111,13, Farbenbonds 126,25' 4prozenttge Ru- mänpn 5 Adca 78,25, Commerzbank 91,50, DD- Bank 90,75, Dresdner 90^75, Harpener 1«, Mannesmann 88,50, Otavi Minen l9, H , » Rheinstahl 111,65, Stahloerein 82,40, Aku 59, Ber ger 144, Scheideanstalt 240, Linoleum 161,75 Licht und Kraft 133,50, Farben 155 50, Ge furel 12C25. Goldschmidt 109, Junghans 86, Metallgesellschast 112,25, RWE. 129, Schuckert 125,50, Siemens 176, Reichsbahn-Dorzugsaktien 124,25, Hapag lo. granffurter Obst- und (ßemüfemactt Frankfurt a. M., 10 Sept. Am Obst- und Südfrüchtemarkt herrscht allgemein befriedigendes Angebot, besonders für Birnen, dagegen ließ es in Aepfeln mengen- und gutenmaßig zu wünschen übrig, Zwetschen nachlassend. *?.cl lich lebhaftem Geschäft gingen die Preise für Aepsel und Birnen etwas zurück, hingegen zogen sie für Zwetschen eine Kleinigkeit an. Ausländische Trauben und Pfirsiche waren bei gutem Geschäftsgang genügend am Markt. Preise für Pfirsiche unverändert, Trauben ließen etwas nach. AmGemuse- markt war die Zufuhr ausreichend, besonders von Weißkraut. Bei Wirsing, Rotkraut und Salat wirkte sich jetzt die Trockenheit mengen- und gütemäßig aus. Bei etwas anziehenden Preisen für Bohnen, im übrigen aber unverändert war die Nachfrage befriedigend. Es notierten: Blumenkohl 10 bis 45, Bumenkohl, Steige ä 12 Stück, 2% bis 4%, Buschbohnen 12 bis 18 Stangenbohnen 20 bis 25, Eskariol 5 bis 7, Gewürze! gr. Bündel 5 bis 7, Salatgurken 5 bis 20, Freilandgurken 2 bis 5, Senfgurken 10 bis 15, Karotten 4 bis 6, gelbe Kartoffeln 250 bis 370, gelbe Mäuschen 11 bis 12, Kohlrabi 4 bis 6, Kopfsalat 4 bis 12, Lauch 3 bis 8, Meerrettich Stuck 1,50 bis 2 span., Melonen 25 dis 30, Petersilie 25 bis 30, Pilze 30 bis 35, Radieschen 4 bis 5, Rettich 4 bis 8, Römischkohl 5 bis 6, Rote Rüben 5 bis 6, Rotkraut 5% bis 8, Sellelie 15 bis 30, Blätterspinat 14 bis 15, Wurzelspinat 15 bis 18, Tomaten 1. Sorte 8 bis 12, 2. Sorte 5 bis 7, Weißkraut 2Y bis 6, Wirsing 6 bis 8, Gärtnerzwiebeln 5 bis 6, Gärtnerzwiebeln Sachen 4XA bis 5, Aepfel erste Sorte 15 bis 18, zweite Sorte 9 bis 14, Falläpfel 3 bis 4, Birnen 1. Sorte 18 bis 22, 2. Sorte 12 big 15, Kochbirnen 5 bis 8, Gellertbirnen 18 bis 22, Brombeeren 30, Mirabellen 15 bis 25, Pfirsiche 20 I bis 35, itaL 30 bis 40, Trauben 17 bis 18, holl. 45 Richtlinien für den Verkauf von inländischem Amen und inländischem Weizen. Fwd. Auf Grund des § 36 der Verordnung zur Ordnung der Getreidewirtschaft in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. Juli 1935 (Verordnung) erläßt die Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft folgende Richtlinien vom 7. September 1935: 1. Die Reichsstelle für Getreide, Futtermittel und sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse, Geschästs- abteilung (Reichsstelle), wird von ihren Rechten gemäß § 36 Abs. 1, 2 der Verordnung bis auf weiteres gegenüber Mühlen mit einem Grundkontingent von mehr als 750 Tonnen Roggen oder Weizen Gebrauch machen, und zwar bis auf weiteres bei Roggen bis zur Höhe eines Monatsanteils des Grundkontingents und bei Weizen bis zur Höhe von 150 v. H. eines Monatsanteils des Grundkontingents. Die Andienung der Reichsstelle erfolgt bei Roggen in mindestens zwei Raten mit einem Zeitabstand von mindestens zwei Wochen, bei Weizen in mindestens drei Raten mit einem Zeitabstand von mindestens zwei Wochen. Die Lieferung des Getteides durch die Reichsftelle erfolgt frühestens zwei Wochen nach Andienung. 2. Wünscht die Reichsstelle, daß die Gegenleistung durch Lieferung von Getreide zu erbringen ist, so muß das von den Mühlen gelieferte Getreide in Verbindung mit der entsprechenden Art und Menge von Kontingentsmarken geliefert werden. Die Mühle hat das als Gegenleistung aelie- lieferte Getreide auf Verlangen bzw. mit Zustimmung der Reichsstelle auf ihrem eigenen Laaer ober auf anderen Lägern zur Verfügung zu stellen; im letzteren Falle wird die Reichsstelle nachweislich entstandene unumgängliche Mehrkosten ersetzen. Was unter unumgänglichen Mehrkosten zu verstehen ist, entscheidet die Reichsstelle nach pflichtmäßigem Ermessen. Soweit die Mühle solches Getreide in eigenen Räumen einlagert, ist sie verpflichtet, die Lagerung zu den Bedingungen, zu denen das nächstgelegene von der Reichsstelle in Anspruch genommene gewerbliche Lagerhaus die Lagerung, Bearbeitung usw. übernommen hat, durchzuführen. Das von den Mühlen zur Verfügung gestellte (Betreibe muß lagerfähige Beschaffenheit aufweisen unb neuerntige Ware von gefunber, trockener Durchschnittsqualität gemäß ben geltenben Qualitätsbestimmungen sein. Es muß insbesonbere von tierischen Schüblingen frei sein. Wirb Ware, bie ber Reichsstelle als Gegenleistung zur Verfügung gestellt wirb, bei ber Mühle eingelagert, so ist von ber Mühle ein Treuhanber zu bestellen, ber ber Genehmigung ber Reichsstelle bebarf. Die Mühle ist nicht befugt, biefem Treuhänber Anweisungen irgenbwelcher Art zu erteilen, jeboch verpflichtet, Slnorbnungen, bie biefer im Einvernehmen mit ber Reichsstelle trifft, zu befolgen. 3. Die Festsetzung eines etwaigen Minberwertes bes durch die Reichsstelle gelieferten Getreides hat durch das Schiedsgericht beim Reichsnährstand für Kauf- und Lieferstreitigkeiten am Sitz der Landesbauernschaft Kurmark zu erfolgen. Ein Minderwert kann nicht aus dem alleinigen Grunde beansprucht werden, weil die Reichsstelle unter Umständen alt- erntiges Getreide liefert. Die Abnahme bemängelter Ware muß erfolgen, sofern ihre Mitverwendung zur Herstellung eines für die menschliche Ernährung geeigneten Mehles möglich ist. 4. Verletzt die Mühle die sich aus obigen Richtlinien ergebenden Bestimmungen ober anbere Vertragsbestimmungen, erfüllt sie insbesonbere ihre Abnahme- ober Lieferungspflicht von inländischem Roggen oder inländischen Weizen nicht, so hat sie an die Reichsstelle eine Vertragsstrafe zu zahlen, deren Höhe die Reichsstelle nach ihrem pflichtmäßigen Ermessen bis zu 50 Mark für jede Tonne Getreide bestimmen kann, auf die sich die Vertragsverletzung der Mühle bezieht. Für die Zahlung der Vertragsstrafe wird als Erfüllungsort Berlin unb insoweit die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte bestimmt. Die Reichsstelle behält sich eine Aenbe- rung bzw. Erweiterung dieser Richtlinien mit Zustimmung des Reichsministers für Ernährung unb Landwirtschaft vor. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankbiskoni 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt O.D1. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abendbörse Schluß- »urS Schluß!. Mittag, börse Datum 9.9. 10 9. 9 9. 10.9 6% Deutfche Retchsanleihe v. 1927 101 101 101,13 101,13 4% Deutsche Reichsanl. von 193* 97,13 97,4 97,4 97,4 5y,% young-Unleibe von 1930 .. Deutsche Anl..Ablös..Schu!d tnti 102,5 102,4 102,13 102 Auslos.-Rechten ............. **/,% Deutsche Retchspostschatzan- 111,25 111.13 111,25 111,25 Weisungen von 1934, 1....... 100 100,2 100,2 6% e6em.8% Hess. Bollsstaat 1929 trückzahlb. 102%)............ 97,25 96,75 97,25 96,75 4H% ehem. Hessische Landesbank 95,75 67i% ehem. Hess. LandeS^ypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4K% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 100,5 100,5 — — — — w Oberhessen Provinz-Anleihe mit - _ - - Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten