185. Jahrgang Metzener Anzeiger Ur. 159 Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, ft.Iuli 1935 Ägs,auSbU§Ä JMF G M ▲< • Hnnoljme oon Snjttgtn Heimat,mBild Di-Scholl« ■ B |T Bl 11 T«tuiHwrtife mmtjötje monats-Bejugsprds: ■ ■ ■ B BZ BA ■ B ® B M W B B A, B F WWW B sür Anzeigen oon 22 mm Mit 4 Beilagen RM.I.9L ■■ ■ B Bf | | ff W Z M ® S W B ■ B B Breite 7 re im gleichen Zeitraum die Arbeitslosigkeit um 356 000 zu- rückging. Waren in den ersten Jahren der Arbeitsschlacht die Außen berufe die hauptsächlichsten Träger der Entlastung, so gewinnen jetzt die mehr vom Konjunkturablauf abhängigen Bern f s g r u p p e n für den Arbeitseinsatz immer star- an Bedeutung. So hat in der Jahresspanne vom 30. Juni 1934 bis zum 30. Juni 1935 die Arbeitslosigkeit in den Außenberufen nur um 165 000, in den anderen Berufsgruppen hingegen um rund 439 000 abgenommen. Am Rückgang der Arbeitslosigkeit waren alle Bezirke und fast alle Berufsgruppen beteiligt: Den stärksten Rückgang hatte mit 21 400 der Landes- arbeitsarntsbezirk R h e i n l a n d. Es folgen Brandenburg mit 20 600, Sachsen 15 400, Mitteldeutschland 14 900 und Nordmark rund 13 000. Um den Bedarf an Arbeitskräften besonders für die Landwirtschaft sicherzustellen, wurden die Notstandsarbeiten weiter eingeschränkt. Die Zahl der von der Reichsanstatt geförderten Rotsiandsarbeiter ging um 44 000 auf 203 000 zurück. Sie liegt damit um mehr als 400 000 unter dem Höchststand von rund 630 000 Rotstandsarbeitern, die Ende März 1934 beschäftigt worden sind. Es ist also in hervorragendem Maße gelungen, die Zahl der zusätzlich beschäftigten Volksgenossen bei gleichzeitiger weiterer erheblicher Senkung der Arbeitslosenzahl planmäßig herabzudrücken und die mit staatlichen Mitteln geförderte Arbeit durch Arbeit in der freien Wirtschaft zu ersetzen Englands„Wl-Degei>" Die englische Regierung hat aus den diplomatischen Verhandlungen mit Paris und mit dem Gene- rqlsekretär des Völkerbundes A v e n o l, in die sich auch der zur Zeit in London weilende rumänische Außenminister T i t u l e s c u als Vertreter der Kleinen Entente einschaltete, feststellen müssen, daß für eine aussichtsvolle Behandlung der abessinischen Frage vor dem Völkerbund, zur Zeit wenigstens, eine gemeinsame Aktion der direkt nicht beteiligten Mächte nicht zu erreichen ist. In Italien ist man mit diesem vorläufigen Erfolg sehr zufrieden, und es setzt nun in der italienischen Presse eine Aktion ein, um England davon zu überzeugen, daß es auch in seinem eigenen politischen Interesse liege, den weitgreifenden italienischen Plänen in Afrika keinen Widerstand entgegenzufetzen. In einem Artikel des „Giornale d'Jtalia" werden die Gründe hierfür ausführlich auseinandergesetzt und England „zum Nachdenken empfohlen". Es interessiert uns darunter vornehmlich einer, weil er ein bemerkenswertes Stimmungselement der italienischen auswärtigen Politik enthüllt und zeigt, mit welchen Möglichkeiten man in Rom in der künftigen Entwicklung rechnet. Es wird England vorgestellt, daß es trotz feiner Friedensliebe doch einmal in eilten Krieg verwickelt werden könnte, in dem es außer feinen eigenen Energien auch die Hilfskräfte anderer Völker suchen müsse, „die bereit wären, sich zu schlagen". Dieses Angebot Italiens allerdings, heute sehr beträchtliche militärische Kräfte Englands in einem kriegerischen Konflikt zur Verfügung zu stellen, ist an sich schon bemerkenswert, weil es die Verschiebung der Kräfteverhältnisse an- zeigt, die ein von England sicherlich nicht gewolltes Ergebnis des Weltkrieges ist. Auch bis dahin war Italien sozusagen ein natürlicher Verbündeter Englands, aber nicht wegen seiner Stärke, sondern wegen seiner Schwäche, die es ihm mit Rücksicht auf feine ungeschützte Lage im Mittelmeer unmöglich machte, eine andere Partei als die Englands zu nehmen. In der Entscheidung Italiens, feine Neutralität im Weltkrieg zu brechen, spielte bekanntlich neben seiner Ländergier der Druck Englands die Hauptrolle. Heute ist dies etwas anders geworden. Großbritannien, das einst stolz oon sich sagen konnte: „Der Starke ist am mächtigsten allein", wird oon Italien unter gegebenen Umständen a l s schutzbedürftig angesehen, und von Rom tönt die Lockung nach London: England kann in Italien einen Degen auf dem Festland finden. Wir kennen diese Parole und diplomatische Ueberlegung aus unfern eigenen Dorkriegs- beziehungen zu England. Als zu Beginn des Jahrhunderts der Reichsregierung wiederholt dringliche und ernsthafte Anregungen zum Abschluß eines deutsch-englischen Bündnisses zugingen, deren Annahme das Gesicht der Welt vielleicht vor vielen Entstellungen bewahrt hätte, hat Bülow sie zögernd behandelt und schließlich abgewiesen. Als Grund dieser viel kritisierten Haftung haben, er und sein Berater Holstein geltend gemacht, daß Deutschland sich nicht zum „Degen Englands" hergeben dürfe. Wir massen heute, daß dies falsch und wahrscheinlich nur ein Vorwand dafür war, daß Bülow sich nicht stark genug fühlte, dem Kaiser den Preis für dieses Bündnis, nämlich den Verzicht auf den Ausbau der deutschen Flotte, abzuringen, den England in dem oon Tirpitz vorgesehenen Ausmaß als bedrohlich für sich ansah. Aber der Gedanke der englischen Politik, sich als ft ä r f ft e Seemacht mit der ft ä r f ft e n europäischem Landmacht zu verbinden und so die Wage der Welt in der Hand zu halten, war an sich gesund und hätte den Weltfrieden auf lange Zeit verbürgt. Wie ist es aber mit Italien? Obwohl seine militärischen Kräfte zweifellos stark gewachsen sind, kann es mit der Stellung Deutschlands im Vor- triegseuropa kaum verglichen werden. Dazu kommt, daß es infolge feiner geographischen Lage bei europäischen Verwicklungen immer eine nur sekundäre Rolle spielen wird. Es ist, wie der Weltkrieg gezeigt hat, eine sehr nützliche Hilfskraft einer Koalition, aber nicht der Kern einer solchen. Gegen welchen europäischen Feind soll sich England der italienischen Hilfe versichern? Gegen Deutschland? England hat es soeben vorgezogen, seine Rechnung mit Deutschland für alle Zukunft selbst zu begleichen und die Möglichkeit eines Konflikts zwischen Deutschland und England aus eigenen Interessen heraus für immer auszuschalten. Gegen Frankreich? Bei aller unbedenklichen Wendigkeit der italienischen Politik wird man nicht annehmen dürfen, daß das römische Augenzwinkern so zu deuten ist. Auch in einem etwaigen englisch-russischen Konflikt ist die italienische Hilfe geographisch wertlos. Das italienische Angebot ist also eine nur aus übertriebenem Selbstbewußtsein erklärliche Geste, die in England kaum irgendwelchen Eindruck machen wird. Der vorhin erwähnte Vergleich mit der diplomatischen Situation Deutschlands vor dem Kriege trifft aber insofern zu, als Italien im Begriff ist, dir Wachsamkeit Englands durch seinen maritimen unö kolonialen Imperialismus herauszufordern, wie sie durch den deutschen Flottenbau seinerzeit herausgefordert wurde. Das Streben des faschistischen Italiens, im östlichen Mittelmeer, im nahen Orient und in Afrika den verwehten Spuren des alten römischen Imperiums nachzugehen, verträgt sich auf dis Dauer nicht mit der Einrichtung der modernen Weh und mit der Stellung, die England darin einnimmt. Die abessinische Angelegenheit ist der erste Fall, an dem sich diese neue Rivalität der internationalen Politik zeigt. Wir vermuten, daß die Folgerungen, die man m London zieht, andere sein werden, als das Angebot des römischen Blattes erwartet. Zum Degen Englands in der europäischen Kontinentalpolitik ist Italien nicht geeignet. Seinem Ehrgeiz zur See und In den Gegenden, auf denen die Pfeiler der englischen Weltmacht ruhen, aber sieht die englische Diplomatie, wie sich die „Times" kürzlich ausdrückte, „mit Wachsamkeit und kühler Klugheit" zu. Japans Interesse in Abessinien. Tokio, 10. Juli. (DNB.) Das japanische Aus- wärtiae Amt ist Gerüchten, die über eine angebliche japanische Stellungnahme zum italienisch-abessinischen Streitfall verbreitet werden, in scharfer Form entgegengetreten. Es sei unrichtig, daß die abessinische Regierung Wisfenhilfe von Japan erbeten habe. Japan sei an Abessinien politisch nicht interessiert. Es habe in diesem Lande lediglich Wirtschaftsinter, essen wie andere Länder auch, und es werde diese Interessen zu wahren wissen. Heute Abessinien-Debatte im englischen Unterhaus. Wie kann die Anrufung des Völkerbundes vermieden werden? Hoare und Eden werden sprechen. London, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der heutigen Unterhaus-Debatte wird mit großer Spannung entgegengesehen, zumal Sir Samuel Hoare bei dieser Gelegenheit zum ersten Male seit seiner Ernennung zum Staatssekretär des Aeußern über auswärtige Fragen sprechen wird. Er wird sich eingehend über die Stellung des Völkerbundes und die Bemühungen um friedliche Beilegung des abessinischen Streites äußern. Die deutsch - englischen Flottenbesprechungen werden einen weiteren wichtigen Gegenstand seiner Rede bilden, und wahrscheinlich wird er auch über die politische Lage irn Fernen Osten und über d i e englisch - amerikanischen Beziehungen einiges zu sagen haben. In der Debatte werden von bekannten Politikern der Führer der Oppositionsliberalen, Sir Herbert Samuel, Major Attlee von der Arbeiterpartei, ferner der konservative Winston Churchill und vielleicht auch Lloyd George sprechen. Falls dieser auf die Frage der Abschaffung der Ubootwaffe zurück- kommt, wird ihm der Marineminister Rede stehen. Der Dölkerbundsminister Eden wird im Namen der Regierung die Debatte schließen. Ein gestern in Umlauf gekommenes Gerücht, wonach der italienische Botschafter Grandi Vorschläge zur Schlichtung des italienisch-abessinischen Streites gemacht habe, wurde abends vom Foreign Office und der italienischen Botschaft nach- drücklich in Abrede gestellt. „Morning Post" schreibt, in britischen Kreisen gewinne die Ansicht Boden, daß die einzige praktisch mögliche friedliche Lösung des Abessinien-Streites darin bestehe, daß England und Frankreich gemeinsam Vorstellung in Addis Abeba erhöben. Die unnahgiebige Haltung Abessiniens entspringe zum größten Teil dem irrtümlichen Glauben, daß der Völkerbund zu seinen Gunsten eingreifen werde. Nachdem diese Möglichkeit endgültig ausgeschlossen sei, sollte der Kaiser aufhören, sich Selbsttäuschungen hinzugeben. Wenn er zwischen einem Kriege bis z u einem sicheren Ende ohne Hilfe von Außen und einer friedlichen Regelung, die ihm seine Souveränität lassen würde, zu wählen hätte, werde er nicht zögern, sich für die friedliche Regelung zu entscheiden. Paris bleibt passiv. Gegen vorzeitige Einberufung des Völker» bundsrats. Paris, 11. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die französische Presse sucht Englands Bemühungen um die Wiederherstellung der englisch-französischen Zusammenarbeit in den Vordergrund zu stellen, fügt aber ziemlich einheitlich hinzu, daß Frankreich gerade in der abessinischen Frage — auf die sich der englische Vorschlag der Zusammenarbeit insbesondere bezieht — eine passive Hatlung beibehalten wolle. Der „Petit Parisien" schreibt: Abessinien wünsche allerdings lebhaft die dringliche Einberufung des Völkerbundsrates, aber die abessinische „UebereUe" wiederspreche offensichtlich den Absichten der Großmächte, namentlich Englands und Frankreichs, die die Aussichten eines Vergleichs durch Verhandlungen hinter den Kulissen für angezeigter und eine Aussprache in Genf für verfrüht hielten. Nach dem „Oeuvre" wolle die englische Regierung in der abessinischen Frage zwar zunächst eine Verständigung mit Rom, sie wünsche keinen Präventiv-Schritt des Völkerbundes, aber sie wolle die mit Rom etwa zustande gekommene Verständigung dann vom Völkerbunde gut- heißen lassen. Frankreich scheine sich für den Augenblick passiv verhalten zu wollen. Es heiße, daß Mussolini allein mit dem Negus verhandeln wolle, ohne daß sich dieser auf Paris ober auf London stützen könne. Wenn auch vom moralisch-menschlichen Standpunkt gesehen jeder Franzose die Ungerechtigkeit, die Abessinien zu fürchten haben werde, fepr mißbillige, so könnte er doch auf der an- deren S ei t e sich nicht ganz der Bedeutung der A n n ä h e r u n g s b e m ü h u n g e n zwischen Paris und Rom verschließen, die eine Befriedigung des Balkans ermöglichen fallen. Abessinien fordert Freigabe der Waffeneinfuhr. Ein Erfordernis der Landesverteidigung. Addis Abeba, 10. Juli. (DNB.) Die abessi- nische Regierung hat von Frankreich, England, Belgien, der Tschechoslowakei, Schweden und Dänemark die Aufhebung des Verbotes der Waffenlieferungen verlangt. Abessinien bezieht sich auf den Vertrag vom 21. August 1930, der eine Regierung ermächtigt, Waffen und Munition, die zur Landesverteidigung gegen einen äußeren Angriff notwendig sind, einzuführen. Die Notwendigkeit der Waffeneinfuhr wird damit begründet, daß Kriegsgefahr eingetreten fei und die Erklärung Mussolinis offen auf einen Eroberungskrieg abziele. Trotz Schiedsgericht fetze Italien feine Mobilisierungen fort und schaffe Truppen und Munitionsmenaen an die abessinische Grenze. Das Land sei daher aus Gründen der Selbstverteidigung zur Waffeneinfuhr gezwungen und ein Verbot sei mit derNeutralität gegenüber beiden Ländern unver - einbar. Abessmien habe die Einberufung des Völkerbundsrates verlangt, weil die italienischen Schiedsrichter in Scheoeningen die Erörterung der Rechtsfrage van Ual-Ual abgelehnt hätten und einer gewaltsamen Lösung zustrebten. Neue ZwischenMe in Abessinien. Rom, 11. Juli (DNB. Funkspr.). Die „Agentur Stefani" meldet, daß am Morgen des 6. Juli der italienische Konsul von Harar, der sich im Auto nach Diredaua begab, unterwegs einer Truppe von abessinischen Soldaten unter dem Befehl eines Offiziers begegnete, die mit Beschimpfungen und drohender Haltung versuchten, ihn aufzuhalten. Am Nachmittag desselben Tages wurde in Harar e i n Askari des königlichen Konsulats, der sich zur Post begab, von einer Truppe von ungefähr 20 Leuten umzingelt und mit Steinwürfen und Stockschlägen überfallen. Unter den Leuten befanden sich Polizisten und Soldaten in Uniform. Der italienische Gesandte in Addis Abeba überreichte wegen dieser beiden Zwischenfälle der abessinischen Regierung einen formellen Protest. Die Aufhebung der Habsburger Gesetze in Oesterreich. Wien, 10. Juli. (DNB.) Der Bundestag nahm am Mittwoch das Gesetz über die Aufhebung der Landesverweisung der Habsburger und über die Rückerstattung des Habsburger Vermögens einstimmig an. Der Landeshauptmann von Niederösterreich, Baar- Bahrenfeld „faßte die schon bekannten Beweisgründe der österreichischen Regierung für die Aufhebung der Gesetze noch einmal zusammen. Die Verhandlungen des Bundestages gingen ohne besonderes Interesse vor sich. Die Zuschauertribünen waren fast leer. Nur in der Diplomatenloge waren zahlreiche Vertreter auswärtiger Staaten erschienen. Der Generalsekretär der Vaterländischen Front, Oberst Adam, hat an alle Unterstellen der Vaterländischen Front eine Erklärung über die Habsburger-Frage ergehen lassen. Sie spricht sich mit ?großer Unbefangenheit darüber aus, was man sich ür die fernere Zukunft als Ziel der Wiener Politik denkt. In der Erklärung heißt es: „Die Daterlän- bische Front fordert Respekt vor der öfter- reichischen Tradition, daher auch R e - fpeft vor der DynastieHabsburg, deren Bedeutung auch vom gesamtdeutschen (!) und vom europäischen Standpunkt aus zu beurteilen ist. Die Vaterländische Front begrüßt jede Art von Werbetätigkeit, die geeignet ist, dieses Verständnis zu ner- tiefen, und verbietet in ihren Reihen alle Aeuße- rungen, die darauf berechnet sind, die Dynastie herabzusetzen oder zu verunglimpfen. Es ist denkbar und wünschenswert, daß die Döl- ker im Donauraum bei voller Wahrung ihrer staatlichen Unabhängigkeit und nationalen Freiheit wieder einmal jenen unabänderlichen wirtschaftlichen Gesetzen folgen werben, die zu einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit drängen. Im Zuge einer solchen Entwicklung kann der habsburgischen Krone neuerdings europäische Bedeu- t u n g zukommen. Die Vaterländische Front hat nichts dagegen einzuwenden, wenn ihre Mitglieder derartige Ideen vertreten. Eine Propaganda aber, die im gegenwärtigen Stadium der inneren Entwicklung Oesterreichs und bei den gegebenen internationalen Spannungen auf eine unmittelbare Restauration abzielt, widerspricht den Interessen des Vaterlandes und ebenso den Interessen der Dynastie. Sie darf im Rahmen der Vaterländischen Front nicht geführt werden. Der Herr Bundespräsident mißbilligt auch alle Maßnahmen, die geeignet sind, die große habsburgische Idee in die Sphäre engumgrenzter patriotischer Dereinstätigkeit zu ziehen." Oie Aufhebung des Adelsverbots geplant. Wien, 10. Juli (DNB.) Wie di- ,433. am Abend" erfährt, besteht der Plan, das noch immer bestehende Abelsoerbot fo rasch w i e möglich zu beseitigen. Am 3. April 1919 wurde von der damaligen Nationalversammlung beschlossen, daß der Adel und alle damit im Zusammenhang stehenden Titel aufgehoben werden. Dieses Gesetz soll nunmehr fallen. Mit dem diesbezüglichen Gesetzentwurf werden sich die beratenden Körperschaften sofort nach Beendigung der Sommerferien beschäftigen. Stimme des Voltes. Wien, 10. Juli. (DNB.) Das „Vorarlberger Tagblatt" veröffentlicht zu den bekannten Habsburger-Gesetzen einen Aufsatz, in dem es u. a. heißt: „Im Staatsrat scheinen sich keine Stimmen aegen die Aufhebung der Habsburger-Gesetze erhoben zu haben. Wenn man daraus, wie das halbamtliche Pariser Blatt ,Le Temps< es tut, den Schluß zieht, daß die Mehrheit des öfter- reichischen Volkes den Wunsch hege, daß Otto von Habsburg auf den Thron feiner Väter zurückkehre, so mühte man dies erst beweisen. Wie mir die Vorarlberger kennen, ist das Verlangen nach einer Aenderung der Staatsform bei ihnen nur sehr schwach vorhanden. Uebrigens ist anzunehmen, daß die Massenverleihun- gen von Ehrenbürgerdiplomen an den Sohn des letzten Kaisers nun aufhören werden, denn nach der .Reichsposf sollten sie einen Sturm ausdrücken gegen das Unrecht, das dem ehemaligen Herrscherhaus am 3. April 1919 angetan worden sei. Nachdem nun dieses Unrecht — manche nannten es auch ein Verbrechen — gutgemacht wird, fällt die Ursache des besagten Sturmes und der Grund für die Ernennung Ottos zum Ehrenbürger weg." Das Echo in Ungarn. Budapest, 10. Juli. (DNB.) Während die Regierungsblätter in der Habsburger Restaurations- rage größte Zurückhaltung üben und sich auf die Wiedergabe von ausländischen Blätterstimmen be- chränken, bezeichnen die l e ai t i m i st i s ch e n und teils auch die liberalen Blätter die Aufhebung der Habsburger Gesetze in Oesterreich offen als M entscheidenden einleitenden Schritt fuk die Wiederherstellung der Habsburger Monarchie. Der legitimistische Magyarsag weist auf das dringende Interesse Italiens hin, die Unabhängigkeit Oesterreichs durch dis Habsburger Restauration zu sichern und damit neue Kräfte für den abessinischen Streitfall freizumachen. Auch die französische Regierung habe eine Aenderung ihrer bisher allein von der Kleinen Entente beeinflußten Haltung in der Restaurations- frage vorgenommen. Besonders hervorgehoben wird in der Presse ferner, daß bei dem bevorstehenden Besuch des südslawischen Prinz re- genten Paul in Bukarest die Habsburger- Frage voraussichtlich im Mittelpunkt der Beratungen stehen werde. Gerüchte über die Einberufung einer Sonderkonferenz der Kleinen Entente zur Stellungnahme in der Habsburger Frage werden in hiesigen diplomatischen Kreisen als unbegründet bezeichnet. Der Domänen- und Güterbefitz der Habsburger in Oesterreich. Von unserem ständigen Or. A.-Äerjchierstatier. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Wien, Juli 1935. Aus den Erklärungen der verschiedenen Regierungsmitglieder zu dem Gesetz, das die Landesverweisung der Habsburger und die Beschlagnahme ihrer Güter aufhebt, wurde ersichtlich, daß sich unter den zurückzuerstattenden Vermögenswerten auf alle Fälle der gesamte Grund- und Domänenbefitz des einstmals Kaiserlichen Hauses, soweit er auf österreichischem Boden liegt, befindet. Die Wiener Blätter bringen umfangreiche Schilderungen über Größe und Eigenart der einzelnen Besitzungen. An erster Stelle dieses zurückzuerstattenden Eigentums steht die Domäne Mattighofen in Oberösterreich, die 10 000 Hektar Wald umfaßt und zur leichteren Ausbeutung von einer 30 Kilometer langen Waldbahn durchzogen wird. Die Jahresmenge des dort gewonnenen Holzes beträgt 26 000 Raummeter. Bekannt sind die Wälder von Mattighofen durch ihren großen Auerhahnbestand — wenn der alte Kaiser Franz Joseph Lust verspürte, auf die Auerhahnbalz zu gehen, dann geschah es nur in diesen oberösterreichischen Wäldern. An zweiter Stelle steht das Gut P ö g g st a l l, das 5500 Hektar umfaßt. Es steigt von den Ufern der Donau zum Rand des Waldviertel-Hochplateaus auf und erstreckt sich noch tief in das Waldviertel selbst hinein. Es ist ein an Naturschönheiten sehr reicher Besitz, herrliche Waldtäler, tiefe Schluchten und freie Aussichtsberge, von denen der Blick bis zu den Alpen hinüberschweifen kann, umfassend. Auch hier durchzieht eine große Waldbahn das Gebiet. Zu dem Gut Pöggstall gehören noch die Güter Spitz an der Donau und Leiben, auf deren Grund sich die bekannten Donau-Burgen Weitenegg, Mollenburg, Streitwiesen und Hinterhaus erheben. Das Fondsgut O r t h an der Donau umfaßt 7000 Hektar, zur Hälfte Wald, zur Hälfte landwirtschaftlicher Grund. In nächster Nachbarschaft befinden sich die Fondsgüter Mannersdorf am Leithagebirge und Scharfenegg, die hauptsächlich für die Milchversorgung Wiens eine Rolle spielen. Zum Gute Orth gehört noch der Hof Ehlingen, historisch berühmt durch die Kampfhandlungen, die im Jahre 1809 im Rahmen der Schlacht von Aspern. und Eßlingen um seinen Besitz stattfanden; ferner i der Schloßhof, bekannt durch seinen entzücken- I den Bau aus Maria Theresias Zeit, heute em großes Gestüt des Bundesheeres beherbergend. Schloß Orth selbst ist ein Kastenbau, der auf die christlich- germanische Kolonisierungszeit zurückgeht und an die 1000 Jahre alt ist. Im Volksmund heißt die große Schleife, welche die Donau bei Schloß Orth macht, das „Todeseck", weil dort ein Großteil der Leichen von Selbstmördern usw., die vom Strom oft von Passau oder noch weiter zurück mit sich getragen werden, ans Land geschwemmt wird. In der Nähe von Schloß Orth erhebt sich Schloß E ck a r t s a u, wo der später ermordete Thronfolger Franz Ferdinand ständig abzusteigen pflegte, wenn er auf die Jagd ging. Eckartsau war im letzten Jahr seiner Regierung auch der Aufenthalt Kaiser Karls. Dort fanden die Konferenzen der Unterhändler des neuen Oesterreichs mit dem letzten Kaiser statt, die schließlich mit dessen Abreise endeten. Das Gut ß o b a u schließt sich donauaufwärts an die Orther Donauauen an. Die Löbau ist eine große Insel zwischen zwei Donauarmen, ein Eldorado für die Wiener Ausflügler, historisch bekannt durch den Aufenthalt Napoleons nach der Schlacht von Aspern. Auf dieser Insel verfiel der Korse nach den Anstrengun- gen der verlorenen Schlacht in einen achtundvierzig- stündigen Schlaf, fo daß seine Generäle bereits befürchteten, er würde überhaupt nicht wieder er- wacyen. Zu den Gütern, welche den Habsburgern zurückge- neben werden sollen, gehört auch der bekannte Lainzer Tiergarten bei Wien, ein Naturschutzpark, der an die 3000 Hektar Grund bedeckt und einen großen Bestand an Hoch- und Damwild und an Wildschweinen beherbergt. Der Besuch des Lainzer Tiergartens und die Beobachtung des Wildes gehört zu einem beliebten Ausflugsoergnügen der Wiener. Das weltberühmte Schloß Laxenburg, in dessen Park sich ein viele Kilometer langer Teich befindet, wird ebenfalls an die Habsburger zurückfallen. Unter den zahlreichen anderen Gütern, die zurückgegeben werden sollen, wäre noch der Besitz Krampen in Steiermark zu nennen, auf dem sich das Jagdschloß M ü r z st e g , der Lieblingsaufenthalt Kaiser Franz Josephs, befindet. Das Anlagevermögen, das alle diese Güter repräsentieren, wird vom Kriegsbeschädigtenfonds auf rund 35 Millionen Schilling geschätzt. Dazu kommen aber noch Kunstgegenstände im Werte von minde- stens einer Million Schilling. Klarheit in der Studentenschaft. Stellungnahme des Leiters der Iieichsschast der Studierenden. Der Leiter der Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hach- und Fachschulen, Andreas F e i ck e r t, läßt der Presse unter dem Titel: „Klarheit in der Studentenschaft" einen längeren Aufsatz zugehen, dem wir folgende Ausführungen entnehmen: Der Fall des Heidelberger Corps Saxo Borussia, den wir nicht im geringsten beabsichtigen auf das Korporationsstudenten- tum zu verallgemeinern, zeigt als. Beispiel den Auswuchs und die Ueberfpannung einer Er- ziehungsform, die in ihrer Grundlage heute noch wesentliche Teile des Corps-Studententums beherrscht. Neben dem unwürdigen Verhalten und neben allen anderen Dingen geht aus dem Richtspruch des Heidelberger Senats die interessante Mitteilung hervor, daß zwei Studenten überhaupt kein Abitur hatten, und wir kommen damit auf einen der Kernpunkte der Gesamtfragen die ohne weiteres im verallgemeinernden Rahmen des gesamten Kvrpvrationsstudententums aufgegriffen werden muß. Es ist ja nicht irgend ein Corps, was hier verboten wurde, sondern eines der „vornehmsten" Corps des Köfener SC. Wir sind davon unterrichtet, daß die Mitglieder dieses Corps eigentlich im üblichen S^nne keine Studenten waren und sind, sondern lediglich über eine bestimmte Zeit hinweg, da es in ihren Kreisen zum vornehmen Ton gehört, diesem Corps beizutreten. Es gibt noch andere „vornehme" exklusive Corps im Rahmen des Kösener SC. Wie sind die Verhältnisse dort? Kann man dort aus rein gesellschaftlichen Gesichtspunkten, ohne daß die Voraussetzungen für ein Studium erfüllt sind, Mitglied werden und vor allem wer? Andernfalls scheint uns, daß hier in streng abgeschlossenen Formen die unbedingte Gefahr einer Geheimbundpolitik auftaucht, die in ihrer Konsequenz zum Abwenden von Volksgemeinschaft und Staat führen muß. Bei der Erziehung der Studentenschaft geht es darum, einen akademischen Führernachwuchs zu erziehen, der sozialistisch ist durch und durch und unter allen Umständen die Aufreihung neuer Klassengegensätze zwischen der geistigen und handarbeitenden Schicht des deutschen Volkes für immer und ewig verhindert. Die höchsten Erziehungsstätten Des Reiches in ihren studentenschaftlichen Erziehungsgliederungen dürfen daher nicht „auch nationalsozialistisch fein und im übrigen eine gesellschaftliche und akademische Erziehung treiben, sondern sie müssen ebenso wie jede andere Gliederung der NSDAP, durch und durch nationalsozialistisch sein und dürfen dann „auch" eine gesellschaftliche Erziehung treiben. Aus obigem Satz leiten wir den unbedingten und allerschärfsten Primat der Partei und des Staates über jede Erziehungsgliederung an den Hochschulen ab. Wir haben grundsätzlich nichts gegen b-a s Korporation sstudententum und nichts gegen Korporationsstudenten. Wir haben immer wieder den Versuch gemacht, die Korpora- tionsstudentenschaft in ihrer Organisation in dis nüchterne kleine Tagesarbeit der Deutschen Studentenschaft wie Landdienst, Fachschaftsarbeit, Auslandarbeit usw. einzubauen, was uns, wie wir jetzt feststellen müssen, nicht gelungen ist. Die Beteiligung des Korporationsstudententums am ftuben* tischen Landdienst z. B., einer der neu aufgetauchten dringendsten Arbeitsformen der Studentenschaft, in der sich Tausende von Studenten befinden, ist fo gut wie gar nicht vorhanden. Wir streiten dem Kor- porationsstudententum seine historischen Verdienste nicht ab, es hat sehr große gehabt, aber es ist stehen geblieben, und wer nicht weitermarschiert, der bleibt zurück. Wir haben ein paar mal die Hand geboten, man hat picht eingeschlagen, sondern zurückgeschlagen, weil man nach alter Verbandsmethode Verbindungen bis in die höchsten Staatsstellen hatten Die nationalsozialistische Hochschuljugend tritt für d i e hündische politische Erziehung an den Hochschulen unter der klaren Führung des Nationalsozialismus ein. Von übernommenen Formen der Korporationen könnte viel beibehalten werden, viel wird abgelegt werden müssen, lieber die zukünftige Formung ist sich die nationalsozialistische Hochschuljugend klar. Sie wird und muß den Mut haben, im Rahmen der bestehenden und der neu geschaffenen Erziehungsgemeinschaften eindeutige und entschlossene Wertungen zu treffen und zu sagen, was recht und falsch fei, um das Falsche zu vernichten. Aber man lasse dieser Jugend endlich freie Bahn. Es gab große revolutionäre Zeiten deutschen Korporationsstudententums. Zu dem Geist dieser Zeiten bekennen wir uns durchaus. Nur glauben wir heute diesen Geist mehr zu vertreten, als die offiziellen Nachfahren der damaligen Träger dieses Geistes. Kämpfer fangen das alte Studenten« lieb „Burschen heraus". Wer sich in ber ewigen Verteidigung befindet, hat kein Recht, dieses Lied zu singen. Wir singen es heute. „Burschen heraus!" Hitler-Iugend und Korporationen. Heidelberg, 10. Juli. (DNB.) Am Dienstag* abend trat die gesamte Hitlerjugend Heidelbergs zu einem Appell auf dem Rathaus an, bei dem der Gebietsführer Badens, Friedhelm Kem* per, die sofortige Durchführung des letzten Aufrufs im Befehl des Reichsjugendfüh« r e r s forderte, der die klare Scheidung zwischen Umbau der Landschaft biet liegt, von der litauischen Polizl verhaftet und 7 Stunden festgehalten. D« Studenten wurde zum Vorwurf gemacht, daß 1 und Das Goldene Buch der Polizei Dokumente eines fünfzehnjährigen Heldentums wer- hin der s Staate! Hochschule« e t »en wo auch das Goldne Buch feierlich ausgelegt den soll. umwandeln. Die Landschaft wird schöner Boden reicher werden. nach der natürlichen Gestaltung In ihm sind verzeichnet allein aus Preußen 529 Polizeibeamte, die den Heldentod in Ausübung ihrer Pflicht gestorben sind; Sachsen trägt 50 Märtyrer bei, Hamburg 36, Bayern 33, Württemberg 17. Beträchtlich ist d i e Zahl der gefallenen Kriminalbeamten in der Besatzungszeit. Unter all diesen Blutopfern sind auch aufgezählt die gefallenen Hilfspolizisten der SA., der SS. und des Nationalsozialistischen Frontkämpferbundes (Stahlhelm), die in Unterstützung der regulären Polizeimacht während der nationalsozialistischen Erhebung und Vaterlandsrettung im Jahre 1933 um Leben kamen. .Hier nur eine erschütternde Karteikarte für alle: sie erzählt von den furchtbaren Kämpfen um Essen im März 1920. Am 19. März wurde die Stadt von den Rotgardisten erobert, das Morden begann: nur im Essener Wasserturm hatte sich noch eine Abteilung Schutzpolizei verschanzt und hielt sich. Aber dann —: „Die fernmündliche Verbindung mit der Stadt Essen war abgeschnitten, die Besatzung des Wasserturms hatte von der Uebergabe keine Kenntnis und verteidigte sich bis zum letzten Schuß. Als die Munition verschossen war, verließ die Besatzung ohne Waffen den Wasserturm und wurde restlos mit Gewehrkolben von den Rotgardisten e r sch l a g e n. Die Anführer der Rotgardisten wurden später festgenommen und freigesprochen." — Ein Dank der Nation an die toten Helden ist dies Goldene Buch der Polizei — und gleichzeitig ein Wahrzeichen weithin: ..Ihr seid nicht umsonst gefallen .. Soeben sind die umfangreichen Vorarbeiten für die Zusammenstellung des „Goldenen Buches der Polizei" beendet worden. Siebenhundert einzelne Blätter künden jetzt von einem erschütternden stillen Heldentum und von dem tapferen Sterben so mancher braven Polizeibeamten während fünfzehn Jahren chaotischer deutscher Geschichte. Dies Goldene Buch verdankt seine Entstehung einer Anordnung des Preußischen Ministerpräsidenten G o er i n g, die durch den Reichsminister Dr. Frick über Preußen hinaus auf alle deutschen Länder ausgedehnt wurde. Geschaffen wurde die jetzt vollendete Kartei von einer besonderen, durch Generalleutnant Daluege eingesetzten Abteilung im Gebäude des früheren Preußischen Innenministerium Unter den Linden zu Berlin. Sie enthält die Namen aller Schutzpolizisten und Kriminalbeamten, die ihr Leben gaben für Deutschland im Kampfe gegen die Spartakistenbanden im Ruhrgebiet, in Mitteldeutschland, in Ost und West und Nord und Süd, gegen die Separatisten im Rheinland und ggeen die Horden der oberschlesischen Insurgenten, gegen die Banditen aller Art, die sich in Deutschland während der furchtbaren Jahre gegen Leben und Eigentum der Volksgenossen vergingen. Der Geburtstag der deutschen „Schutzpolizei", der 6. Oktober 1920, ist der Stichtag, mit dem die Kette der im Goldenen Buch der Polizei verewigten Heldenschicksale beginnt. Die Angaben aus früheren Jahren waren zu lückenhaft. Man plant nun, eine „G e d e nk h a l l e der Polizei" zu errichten, in der Fahnen und mancherlei Erinnerungsstücke aus Deutschlands Notzeit untergebracht werden, und ii zurückge. ' bekannte !in Natur- nd bedeckt Damwild besuch des & des Wil- soergnügen Laxen- >meter (an- die haben anderen wäre nach u nennen, teg, der iter repra- yvnds aus zu lammen von minbt. Studenten wurde zum Vorwurf gemacht, daß sie lief) der Spionage verdächtig gemacht hät» len. Obwohl sich die Grundlosigkeit dieser An- . ein gr0, o.Schloß christlich. an die große ch mach^ r Leichen °ft von getragen ch 6d)loS hronsolger gte. wenn chtenJahx ier Karls, inbler des ' ftatt, die Das Tut die vrther 3nfel M. • die Wie- m Aufent- Pern. Auf nstrengun- indvierzig. bereits be- vieder er- Kunst und Wissenschaft. Tagung des Forschungsdienstes in Würzburg. Der Forschungsdienst (Reichsarbeitsgemeinschaften der Landwirtschaftswissenschaft) veranstaltet vom 16. bis 21. September in Würzburg eine gemeinsame Tagung der Reichsarbeitsgemeinschast „Landwirtschaftliche Chemie" der Deutschen boden- kundlichen Gesellschaft und des Verbandes deutscher landwirtschaftlicher Untersuchungsanstalten. In einer gemeinsamen Vortragstagung werden Vertreter der einzelnen Wissenschaftszweige über die Ergebnisse ihrer Forschungen auf dem Gebiete der Pflanzenernährung und Düngung, der Tierernährung und Fütterung und der Bodenkunde berichten. Ein Dozenlenlager in Neuhöfe bei Warburg. Nach Aufhebung der westlich von Marburg bei den Neuhöfen errichteten SA.-Sportschule sind die Gebäude teils als Landjahrheim, teils als st ä n - diges Lager der Marburger Dozentenschaft eingerichtet worden. Man hat hier eine vorbildliche Stätte des kameradschaftlichen Zusammenlebens und der Aufbauarbeit in der Dozentenschaft geschaffen. Bei Beendigung des Sommersemesters bezogen 35 junge Dozenten und Assistenten unter Leitung des Dozentenschaftsführers Dr. Düring das Lager, um sich im Zusammenleben und Austausch über Wesen und Weg der neuen Hochschule klar zu werden. Gegenwärtig läuft ein neuer Llusbildungskursus für alle Amtsleiter für Arbeitsdienst aus den Dozentenschaften des ganzen Reiches. Eine Reichstagung des akademischen Kolonialbundes ist iy nächster Zeit geplant. Die im Lager bei Sport und wissenschaftlicher Aussprache auf kameradschaftlicher Grundlage geleistete Aufbauarbeit greift weit über den Rahmen des engeren Universitätslebens hinaus und hat Neuhöfe als Pflanz- und Ausleseschule einer neuen akademischen Generation bereits weit über Marburg hinaus bekannt gemacht. Studienfahrten deutscher Lehrer nach Amerika. Am 11. Juli treten 75 Mitglieder des Nationalsozialistischen Lehrerbundes mit dem Dampfer „Albert Ballin" der Hamburg-Amerika-Linie eine Studienfahrt nach Amerika an. Die Reise führt nach Neuyork und von dort nach Washington, Philadelphia und den Niagarafällen. Eine zweite Studienreise des Nationalsozialistischen Lehrerbundes beginnt am 25. Juli in Hamburg. Studienreise amerikanischer Lehrer durch Deutschland. Mitglieder des „Teacher Colleges“ öer Columbia-Universität in Neuyork, die zur Zeit eine sechswöchige Reise durch Deutschland unternehmen, trafen zu einem viertägigen Aufenthalt in Köln ein. Die Expedition, die auf Einladung des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht, Berlin, in Deutschland weilt und unter Führung des Professors Reeve steht, wurde von Stadtschulrat Seidenfaden willkommen geheißen. Aus dem Programm geht hervor^ wie start neben dem -bkrs di- fachen, i? N deinen tahöns. • bevor. cnJre. ö: leichten Sandböden den schnell st en und sicher st en Ertrag brachte. Sie war der „Brotbaum", und darum ging man so weit, anderen Hölzern überhaupt keinen Platz mehr zu gönnen. So entstanden die „königlich preußischen Forsten", in denen die Bäume in Reih und Glied wie Grenadiere ausgerichtet waren, wo so gut wie kein Graswuchs und kein Unterholz aufkam, wo aber auch nur wenig Dogelstimmen sich vernehmen lassen. Es hatte lange gedauert, bis man erkannte, daß man bei aller klugen Berechnung den Bogen überspannt hatte. Diese einseitige Aufhäufung derselben Baumart, die in der Natur nur ausnahmsweise vorkommt, hat ihre großen Gefahren, wenn einmal, wie wir es oft erlebt haben, ein Schädling die Bestände meilenweit verwüstet, weil die Dogelwelt gefehlt hat, die hier rechtzeitig einer übermäßigen Vermehrung hätte Einhalt gebieten können. Schlimmer noch ist eine andere Gefahr, die nicht so offensichtlich ist, aber unabwendbar wirkt, nämlich die dauernde Der- schlechterung der Böden. Nur bei Mischbeständen erneuert sich die Tragkraft der Scholle immer wieder von selbst. Die bisherige Forstwirtschaft mußte uns auf die Dauer immer ärmer machen. Einer der ersten, die das eingesehen haben und für eine Umkehr eingetreten sind, ist der jetzige Generalforstmeister v. Keudell, während sich unter den Forstleuten der alten Schule manche Widerstände gegen das Umlernen zeigten. In Zukunft wird also das Landschaftsbild sich wieder Es ist eine der umwälzendsten Wandlungen des deutschen Landschaftsbildes, die jetzt, wie General- forstmeifter von Keudell verkündet hat, in die Wirklichkeit umgesetzt wird. Wir selbst werden sie nur teilweise erleben, aber unsere Enkel werden zahlreiche der Gemälde, die gegenwärtig als kennzeichnend für die norddeutsche Landschaft gelten, kopfschüttelnd betrachten und gar nicht mehr wiedererkennen. Was man bisher Den märkischen Kiefernforst nennt und in gleicher Art auch weite andere Gebiete der leichten Sandböden des deutschen Ostens bedeckt, wird verschwinden, um einem wirklichen Walde, einem Mischwald mit Laubholz, Platz zu machen. Vielfach ist die Ansicht verbreitet, die norddeutsche Landschaft habe immer so ausgesehen wie gegenwärtig, und früher konnte man sich das auch gar nicht anders vorstellen. Wenn ein großer Maler wie Blechen seine Germanen darstellte, so hielt er es für selbstverständlich, sie in einen Kiefernwald von der Art zll versetzen, wie er ihn zu seiner Zeit auf den Müggelbergen vorfand. Ebenso selbstverständlich war es für Willibald Alexis, seine märkischen mittelalterlichen Romane im Kiefernwalde spielen zu lassen. Und doch ist beides ganz falsch. Als die germanischen Semnonen auf den Müggelbergen lagerten, wuchs dort ein prächtiger Eichenmifchwald. Noch in geschichtlicher Zeit hat der berühmte Grünewald, das heute fast ausschließlich mit Kiefern bewachsene Lieblingsausflugsgebiet der Reichshauptstädter, überwiegend aus Eichen bestanden. Der Wandel wurde durch menschlichen Eingriff herbeigeführt. Die Forstwirtschaft begann „rationell" zu werden, und sie war sehr stolz darauf. Man hatte herausgefunden, daß die Kiefer auf den Hitlerjugend und Korporationen verlangt. Während der Führer mit allen Kräften für die Friedensguf- aaben Deutschlands kämpfe, so sagte der Gebietsführer, zeigten die Heidelberger Saxo-Borussen ein überaus würdeloses Verhalten und wagten es, die allen Nationalsozialisten geheiligte Person des Füh- rers in unerhörter Weise zu beleidigen, so daß jeder Hitlerjunge einen klaren Strich zwischen sich und {solchen reaktionären Kreisen ziehen müsse. In aller Disziplin und ohne jeden Streit müsse die Trennung vollzogen werden. Unerwünschter Besuch. Litauische Polizei verhaftet ausländische Studenten. Tilsit, 10. Juli. (DNB.) Eine Gruppe von Studenten, unter denen sich neben deutschen auch englische, französische und italienische Studierende befanden, wurden auf einem Ausflug nach Neustadt, das an der memelländisch-litauischen Grenze auf grohlitauischem Gelt ch e Betriebe auf Fahrzeuge ausgedehnt worden, die in forstwirtschaftlichen Betrieben benutzt werden. Um die Ausfuhr von deutschen Fahrzeugen zu erleichtern, ist für die Fahrt ins Ausland von der Erhebung der Kraftfahrzeugsteuer abgesehen worden. Die Kraftfahrzeugsteuer hat noch immer eine wesentliche praktische und fiskalische Bedeutung. Neben den L a st k r a f t w a g e n , die in jedem Falle der Steuer unterliegen, umfaßt sie auch noch f a st 4 0 0 0 0 0 alte Personenwagen. Das Aufkommen der Kraftfahrzeugsteuer, das im Vorjahre noch 14 5 Millionen Mark betrug, wird für 1935 nicht wesentlich geringer geschätzt. Der neue Führer des SS.-Ober- abschnitts „CRfrcin". Lpd. Koblenz, 10. Juli. Mit Wirkung vom 7. Juli übernahm an Stelle des zum Ches des SS.- Hauptamtes berufenen SS.-Gruppenführers Heiß- metjer der SS.-Gruppenführer Prinz Waldeck - Pyrmont die Führung des für das Rhein-Main - Gebiet zuständigen SS.-Oberabfchnit- tes Rhein, Sitz Koblenz. SS.-Gruppenführer Heiß- meyer übergab in Koblenz den Oberabschnitt Rhein seinem Nachfolger, der bisher Führer des SS.- Gruppenftabes z. b. D. in der Reichsführung SS. war. Anschließend besuchten die beiden Gruppenführer die Abschnitte XI in Wiesbaden und XXX in Kassel. Der neue Oberabschnittsführer steht im 40. Lebensjahre. Er ist aus Arolsen gebürtig, legte das Kriegsabitur ab und trat dann in den Kriegsdienst. Nach dem Kriege war er in einem Freikorps, widmete sich landwirtschaftlichen, juristischen und volkswirtschaftlichen Studien und trat dem 1. Sturm der SS. in München bei. Zuletzt war Gruppenführer Erbprinz zu Waldeck und Pyrmont Führer des SS.-Gruppenstabes z. b. V. in der Reichsführung SS. Dem Reichstag gehörte er seit der 8. Wahlperiode im Jahre 1933 an, Förderung des deutschen Seidenbaus. Berlin, 10. Juli (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat eine Verordnung über den deutschen Seidenbau erlassen, die dem Reichsnährstand zur Regelung der Gewinnung, der Verwertung und des Absatzes von deutschen Seidenkokons unter Berücksichtigung der Belange der Gesamtwirtschaft und des Gemeinwohls eine Reihe Ermächtigungen erteilt, um im Rahmen der Erzeugungsschlacht auch den deutschen Seidenbau und die Seidenkokonerzeugung zu steigern. Die langjährigen Versuche, in Deutschland erfolgreichen Seidenbau zu betreiben, scheiterten schließlich alle mehr oder weniger daran, daß es an einer straffen und einheitlichen Ueberwachung der Erzeugung und Verwertung der Seidenbauerzeugnisse gefehlt hat. Die neue Verordnung setzt vor allem auch den Reichsnährstand in die Lage, unter den Raupen seuchenartig auftretende Krankheiten zu verhüten. 15 gegei tum uni Dir habe» ie Korporation in bi! hen Stuben- ?it, Ausland- wie wir jetzt ist. Die W- 5 am stubei» aufgetaW identensaB inben, ist P en bem N n Serbien!« es 'st steh« rt bet blei» inb geboten urückgeW' xs sS beibehaut sS ijten ■ejjtn * äWJ S ■ft* &• 6-raUi 5 le^sjit bunö9 ichuldigung herausstellte und die Studenten frei» gelassen werden mußten, wurde ein Verfahren wegen Paßvergehens gegen sie eingeleitet. Sin englischer Student und die deutschen Studenten -rhielten Geldstrafen in Höhe von 25 bzw. 15 Lit. Hleichzpltig wurden sie des Landes verwie- ! e n. Dis Anklage wegen Paßvergehens stützt sich nuf die litauische Auslegung der Bestimmungen iir die Bädervisen, wonach man den Ort, an dem man als Kurgast wohnt, nicht verlassen larf. Der litauische Konsul in Königsberg hatte )en Studenten vor ihrer Einreise jedoch erklärt, laß das Bädervisum zu Tagesausflügen ^urch ganz Litauen berechtige. Im brigen mußten sich die Studenten eine Durch - uchuna ihrer Koffer gefallen lassen. Allem Anschein nach liegt der tiefere Grund für das Vorgehen gegen die Studenten darin, daß !en litauischen Behörden der Besuch von Ausländern, insbesondere von Angehörigen der Lnterzeichnermächte des Memelabkommens, nicht in genehm war, weil auf diese Weise einem höheren Kreis des Auslandes die wirklichen Zustände inz Memelgebiet zur Kenntnis !-dangen könnten. Vor allem aber suchen es die l-dauer zu vermeiden, daß ausländischen Besuchern ier gewaltige Kulturunterschied zwischen lern Memelgebiet und Litauen aus eigenem Augen- chein klar wird. Es scheint daher auch kein Zwei- H zu sein, daß eine andere Studenten- gruppe, vorwiegend Amerikaner, ebenfalls ie ft genommen und erst nach einem Verhör nieder auf freien Fuß gesetzt wurde, als sie in Li- »uisch-Krottingen jenseits der ehemaligen Dor- Hegsgrenje Dorfaufnahmen machte. Die gleiche 6-tubentengruppe wurde übrigens zwei Tage spä- ;r in Pogegen auf memelländischem Gebiet er- is u t f e st g e h a l t e n und mit Verhaftung und mit Gummiknüppeln bedroht, weil angeblich das Nsum einer Teilnehmerin der Reisegesellschaft in Ordnung war. Sowohl die Amerikaner c's auch die anderen Studentengruppen haben Beschwerde beim Gouverneur und bei ihren Vertretungen in Kowno eingelegt. OieChaco-Fnedenskonferenz in Gefahr , Buenos-Aires, 11. Juli. (DNB. Funk- krud).) Die in Buenos Aires tagende Chaco- Hriedenskonferenz ist auf ernfte Schwierig- kriten gestoßen. Gegenwärtig werden keine kitzu^aen abgehalten. Der bolivianische Delegierte, 2r. Diaz de Medina, nahm in äußerst scharfer fiorm zu der Rede des paraguayanischen Außen- ninisters Stellung, der erklärt hatte, daß Para- gu a rj der Sieger im Chaco-Krieg ge- nefen sei. Die augenblickliche Lage der Friedens- kinferenz soll wenig befriedigend sein. Tatsächlich c außer der Einstellung der Feindseligkeiten b i s- )2 r s o gut wie- nichts erreicht worden, lie starken Meinungsverschiedenheiten zwischen Wimen und Paraguay bestünden weiter »r t. Eine endgültige Bereinigung der Chaco- -age werde noch viel Zeit erfordern. Neue Wirren in Znnerasien. Tokio, 10. Juli (DNB.) Nach Meldungen hie- c er Blätter hat der Gouverneur von Sinkiang l!hinesisch-Turkestan), General Scheng - Schitsai, als Handelsmittelpunkt der westlichen Mongolei böeutfame Stadt Uliassutai nach einem groß argelegten Flugzeugangriff erobert. Der Kampf um die Stadt soll unter der Bevölkerung über U00 Todesopfer gefordert haben. Die japa- niche Presse bringt diese Eroberung mit den Aus- dchnunasbestrebungen der Sowjetunion in 3r nerafien in Zusammenhang und behauptet, daß be* Gouverneur von Sinkiang als Günstling bi r Sowjets gilt und der Fliegerangriff auf bii Stadt Uliassutai, die 1933 dem Verbände der Sowjetrepublik der äußeren Mongolei angehört hat, h r d) sowjetrussische Flugzeuge durchführt worden sein soll. Weitere Steuererleichterungen für Kraftfahrzeuge. 1 Berlin, 10.Juli. (DNB.) Der Reichsfinanz- miiüfter hat eine neue Durchführungsverordnung 3iw Kraftfahrzeugsteuergesetz erlassen. Sie bringt nicht nur eine Anpassung an die neue Reichsstraßen- Mkehrsordnung, sondern auch zahlreiche weitere Erleichterungen. Alte Personenwagen können schon . ,ioii 2400 ccm Hubraum an, soweit sie länger als fünf Jahre im Betrieb sind, nach ermäßigten Eieuersätzen versteuert werden. Bisher lag die Gienze bei Wagen mit mehr als 3500 ccm. Dar- fibr hinaus sind die Vergünstigungsbe- ftimmungen für Kriegsbeschädigte und fiii die Opfer des nationalen Freiheitskampfes eingebaut, soweit sie Versorgung nach dem entsprechender Reichsgeseü bekommen. Auch die Erleichterun- ger bei Zivilbsschädigten sind günstiger gefaßt wor- oer, ebenso die Erleichterungen für landwirtschaftlich genutzte Kraftfahrzeuge. In der letzten Zeit war es zweifelhaft geworden, ob Personenfahrjeu g e, d i e auch Lasten befördern, noch unter den Begriff der Personenwagen fielen. Ein Oeringer Güterladeraum bis zu zwei Quadratmeter gläche kommt nunmehr für die Besteuerung als Lastfahrzeug nicht in Frage. Weiter ist der Begriff „Beförderung" und „Antrieb" bei Fahrzeugen geklärt worden. Es war zweifelhaft geworden, ob ein Fahrzeug auch bann als Antriebs- Maschine zu gelten hat, wenn sie beispielsweise nur «ine Lichtmaschine oder eine Orgel bei Schaustellern treibt. Diese Frage ist zu Gunsten der Steuerpflich- iizen geregelt worden. Ebenso ist die Befrei- ilngsvorjchrist für landwirtschaft- Wunsch, deutsche Verhältnisse kennenzulernen, das fachliche Interesse der amerikanischen Lehrer für das deutsche Unterrichtswesen ist. Nach diesen Gesichtspunkten sind auch die weiteren Etappen der Deutschlandreise ausgesucht. Don Köln aus wird die Expedition nach Frankfurt reisen. Wertvolle Altertumsfunde bei Ausgrabungen in Norditalien. Bei Ausgrabungen auf dem Monte Sara- ceno in der Umgebung von Ravenna kamen sehr interessante Ueberrefte aus der antiken Zeit zutage. Es wurden Spuren eines griechischen T e m pels von 45 Quadratmeter Grundfläche und Ruinen der Ostmauer einer Stadt des Altertums aufgefunden. In dem Tempel kamen zahlreiche Statuetten zum Vorschein. Kleine politische Nachrichten. Der Gauleiter von Baden, Reichsstatthalter Robert Wagner, hat für den Reichswettkampf der SA. 2000 M k. gestiftet. * Zu Ehren des Prinzen von Wales, der damit zum ersten Male seit dem Kriege als Gast in der deutschen Botschaft weilte, gab Botschafter v. Hoesch ein Gastmahl. Unter den Gästen befanden sich auch Minister Eden und Gattin. Das englische Kabinett beschloß die Arbeitsbeschaffungspläne Lloyds Georges zur Veröffentlichung freizugeben. Lloyd George wird sein Programm voraussichtlich am Dienstag veröffentlichen. Beim polnischen Staatspräsidenten fand eine der seit dem Tode des Marschalls Pil- sudski üblich gewordenen gemeinsamen Au- di e n z e n des Ministerpräsidenten Slawek, des Generalinspekteurs der Armee Rydz-Smigly und des Außenministers Oberst Beck statt. Minister Beck hat über seinen Berliner Besuch Bericht erstattet. * Die Pressestrafkammer des Landgerichts Kattowitz verurteilte den verantwortlichen Schriftleiter des deutschfeindlichen Korfanty-Organs, der „P o l o - n i a", August Pustelnik aus Kattowitz wegen Beleidigung des deutschen Staatsoberhauptes zu zwei Monaten Haft ohne Zubilligung einer Bewährungsfrist. * Der Ministerrat beschloß am Dienstag, 6ie Orden, wie sie die Offiziere der alten österreichisch-ungarischen Armee erhielten, wieder einzuführen. In Zukunft wird es also wieder das Militärverdienstkreuz in drei Klassen und die Militäroerdienstmedaille geben. Aus aller Welt. 500 deutsche Schüler fahren nach Schweden. Der vierwöchige Aufenthalt der 170 finnischen und 500 schwedischen Schüler und Schülerinnen, die vor Monatsfrist unter der Leitung der Deutschen Pädagogischen Auslandsstelle Berlin in Deutschland ankamen, findet in diesen Tagen feinen Abschluß. Die nordländischen Gäste machen sich nunmehr, begleitet von ihren deutschen Austauschkameraden, auf den Rückweg. Ein größerer Transport deutscher Schüler hat Berlin verlassen, die für vier Woch-en nach Finnland reifen. Nun reifen auch die schwedischen Gruppen aus. Die schwedischen und die deutschen Teilnehmer haben sich aus allen Teilen Deutschlands — Berlin, Mitteldeutschland, vor allem Sachsen und Thüringen, den Hansestädten, Hessen und zum ersten Male auch Württemberg, wieder in Weimar, der Wiege dieses deutsch-nordischen Austausches gesammelt und fahren von dort aus in einem Sonderzug nach Saßnitz. Der Transport, der insgesamt rund 500 schwedische und rund 500 deutsche Schüler umfaßt, stellt nicht nur als technische Leistung, sondern vor allem auch als sichtbares Zeichen der Kameradschaft zwischen der Jugend zweier Völker ein wichtiges Ereignis dar. 50 000- und 100 000-7Nark-Gewinne gezogen. Auf die Nummer 6 7 3 0 2 fiel in der letzten Ziehung der 45./270. Preußisch-Süddeutschen Klas- senlotterie ein Gewinn von 50 000 Mark. Das Los wird in der ersten Abteilung in Achteln in der Provinz Brandenburg gespielt, in der zweiten Abteilung ebenfalls in Achteln in Berlin. * .Der 10 0 000-Mark-Gewinn fiel auf die Losnummer 8 5 7 0 2, die in der ersten Abteilung in Achtellosen in Berlin, in der zweiten Abteilung ebenfalls in Achtellosen in Bayern gespielt wird. Kraftwagen von Triebwagen überfahren. Auf der Strecke Wehlau — Friedland in Ostpreußen wurde auf dem ungesicherten, aber durchaus übersichtlichen Bahnübergang zwischen den Bahnhöfen Friedland und Allenberg ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen von einem Triebwagen überfahren und zertrümmert. Hierbei wurden zwei Insassen des Kraftwagens getötet. Zwei Mädchen im Alter von 15 Jahren kamen mit Verletzungen davon. Zwei Bergleute tot geborgen. Auf der Schachtanlage Beeckerwerth der Gelsenkirchener Bergwerks-AG., Bergbaugruppe Hamborn, wurden zwei Hauer in einem Abbaustreb verschüttet. Nach sofort aufgenommenen Rettungsarbeiten ist es gelungen, an die beiden Verschütteten heranzukommen. Leider war der Tod bereits eingetreten. Sechs Schwerverletzte bei einem Verkehrsunglück auf der Brüsseler Weltausstellung. Auf einem im Gelände der Brüsseler Weltausstellung gelegenen Bahnhof stießen zwei Straßenbahnwagen in voller Fahrt zusammen. Sechs Fahrgäste wurden schwer verletzt, während mehrere andere leichtere Verletzungen und Prellungen davontrugen. Die eigene Frau erschossen. In Magdeburg-Biederitz schoß im Verlaus einer Auseinandersetzung der Arzt Dr. Karl Hammes- fahr seine Ehefrau nieder, die bald daraus ihrer Verletzung erlag. Dr. Hammesfahr stellte sich kurz nach der Tat dem Amtsvorsteher in Biederitz. Er wurde festgenommen und in das Polizeigefängnis eingeliefert. Hinrichtung in Altona. In Altona wurde der 1902 geborene Siegfried Lüß hingerichtet. Lüß war vom Schwurgericht Altona zum Tode und zum Verlust der bür» gerlichen Ehrenrechte verurteilt worden. Lüß hatte die Hausangestellte Gertrud Neuwerth, die aut eine Ehe mit ihm hoffte, veranlaßt, zu feinen Gunsten eine Lebensversicherung abzuschließen. Er ermordete sie dann, um in Den Besitz der Versicherungssumme zu gelangen, Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil i. 23.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 35: 10150. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. Die Ueberschwemmungen in China. Die Ueberschwemmungen in der Provinz Honan haben überall große Verluste an Menschenleben zur Folge gehabt. So befürchtet man, daß allein in der Stadt Penchi- schien 3000 Menschen in den Fluten um» gekommen sind. Tausenden von Einwohnern gelang es noch im letzten Augenblick, sich auf die Berge zu flüchten. Augenzeugen berichten, daß das Gebiet auf weite Strecken hin überschwemmt ist. Nur Baumspitzen und Häusergipfel ragen aus dem Wasser. Die Stadt Hueischin in Nord-Hanan steht vollkommen unter Wasser. Auch hier sind zahlreiche Tote zu beklagen. Im Gebiet des Vangtse- flusses haben sich zwischen Hankau und Jtschang große Seen gebildet, aus denen einzelne Städte wie Inseln hervorragen. Auf die zum Teil geborstenen Deiche haben sich Scharen von Flüchtlinge gerettet, deren Abtransport nach und nach erfolgt. Um Pengyang am Hanfluß sind 800 Häuser eingestürzt. Ueberall werden fieberhaft Versuche zur Verstärkung der Deiche unternommen. Auf Befehl Tschiangkaischeks ist Militär in das Katastrophengebiet entsandt worden. Heue Ueberschwemmungen in Amerika. In den östlichen Teilen Pennsylvaniens sind zahlreiche Ortschaften durch Hochwasser völlig von der Umwelt abgeschnitten. Das gesamte Hartkohlengebiet steht unter Wasser. Die Arbeit in den Kohlengruben ist lahmgelegt. Die Ueberschwemmungen haben sechs Todesopfer gefordert. Die von den Behörden und vom Roten Kreuz eingeleitete Hilfsaktion im Ueberschwemmungsgebiet des Staates Neuyork schreitet rasch fort. Nach Wiederherstellung der Verbindungen ergibt sich, daß der Sachschaden noch viel größer ist, als zuerst angenommen wurde. Er wird jetzt auf über 25 Millionen Dollar geschätzt. In einer überfluteten Ortschaft brach erneut ein Brand aus, der den Schaden noch erheblich vergrößerte. Weitere neun Ertrunkene wurden geborgen, womit sich die Gesamtzahl der Toten auf 50 erhöht. Die Behörden haben strenge Maßnahmen ergriffen, um Unfälle im Ueberschwemmungsgebiet, wie sie bereits an zwei Orten geschahen, zu verhindern. 31 Todesopfer der Hitzewelle in Amerika. Missouri, Oklahoma und Texas werden erneut von eine Hitzewelle heimgesucht. Das Thermometer ist vielfach auf über 40 Grad Celsius gestiegen. Bisher hat die Hitze 31 Todesopfer gefordert. Vier Sträflinge, die auf der Zuchthausfarm in Texas arbeiteten, sind am Hitzschlag gestorben. Verheerende Feuersbrunst in einer polnischen Ortschaft. In der Ortschaft Choron (Wojewodschaft Kielce) brach ein Brand aus, der sich bei dem starken Wind rasch ausbreitete. Ehe die Feuerwehr ein- areifen konnte, stand ein Viertel des Dorfes in Hellen Flammen. Der Feuersbrunst fielen 25 Wohnhäuser, 32 Scheunen und 40 Stallungen zum Opfer. Ein großer Teil des Viehs kam in den Flammen um. Bei den Löscharbeiten erlitten zwei Frauen und vier Feuerwehrleute z.T. sehr schwere Verletzungen. Die Ursache des Brandes konnte bisher nicht festgestellt werden. Der nördlichste Buchdrucker der Welt gestorben. Nach einer Mstteilung der Grönlands-Verwaltung in Kopenhagen ist der Leiter der nordgrönländischen Buchdruckerei in Godhavn, Hans Jensen, an Lungenentzündung g e st o r b e n. Der Verstorbene war nicht nur der nördlichste Buchdrucker der Welt, sondern auch Herausgeber der einzigen Zeitung Nordgrönlands, „Avangnamick", zu deutsch „Der Mann aus dem Norden". 5 Jahre Zuchthaus für einen Devisenschieber. Die Große Strafkammer des Landgerichtes Augsburg verurteilte den 36jährigen Karl'Melber aus Augsburg wegen eines besonders schweren Vergehens gegen das Devisengesetz zu 5 Jahren Zuchthaus und 24 000 RM. Geldstrafe, im Falle der Uneinbringlichkeit ein weiteres Jahr Zuchthaus. Der Haftbefehl bleibt aufrechterhalten. Melber hatte nach der Anklageschrift im Sommer v. I. Farbenaktien in der Schweiz im Nominalbetrag von 205 000 Reichsmark aufgekauft und dann in Deutschland wieder veräußern lassen. Das zum Ankauf der Aktien benötigte deutsche Geld hatte der Angeklagte teils selbst und teils durch Mittelsmänner über die Grenze verschoben, und zwar 110 000 Reichsmark. Bei dem Geschäft erzielte Melber einen Kursgewinn von 190 000 Reichsmark. Dann verschob der Angeklagte noch einmal 153 000 Reichsmark in die Schweiz. Der Staatsanwalt hatte sechs Jahre Zuchthaus und 200 000 Reichsmark Geldstrafe beantragt. Oie Spareinlagen steigen weiter. Das ständige Ansteigen der Spareinlagen ist nicht nur ein klarer Beweis für die fortschreitende Wiedergesundung der innerdeutschen Wirtschaft, sondern auch ein Zeichen für das große Vertrauen zur Staatsführung, das sich auf die öffentlichen Sparkassen überträgt. Während in den beiden letzten, für die Spareinlagenentwicklung ebenfalls günstigen Jahren sich in den geschäftsruhigen Sommermonaten das Zeitmaß der Aufwärtsentwicklung vorübergehend verlangsamt hatte, ist von diesem an sich natürlichen Vorgang bis jetzt nichts zu merken. Im Laufe des Monats Mai 1935 erhöhten sich die Spareinlagen der hessen-nassauischen Sparkassen bei 43,43 Mill. Mark Umsatz von 534,57 Mill. Mark um 2,43 Mill. Mark auf 537 Mill. Mark oder um 0,46 v. H. ihres Bestandes von Ende April 1935. Dagegen hatte im Mai 1934 der Einlagengewinn mit 0,23 Mill. Mark noch nicht 10 v. H. des diesjährigen Einnahmeüberschusses erreicht. Der reine Spareinlagengewinn im laufenden Jahr war bis Ende Mai um 3,13 Mill. Mark höher als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Zahl der im Umlauf befindlichen Sparbücher stieg um rund 2000 auf 1 510 000 Stück. Die Bestände auf Devositen-, Giro- und Kontokorrentkonten erfuhren eine Erhöhung um 0,65 Mill. Mark auf 75,54 Mill. Mark. Ende Mai bestanden bei den öffentlichen Sparkassen mit 103 700 rund 700 Konten mehr als am Ende des Vormonats. Neue Frühkartoffelpreise ab. 17. Juli. Im Verkündungsblatt des Reichsnährstandes Nr. 51 vom 11. Juli veröffentlicht der Vorsitzende der Hauptvereinigung der deutschen Kartoffelbauwirtschaft die ab 12. Juli 1935 geltenden neuen Frühkartoffelpreise. Danach betragen die Erzeugerpreise für Speisefrühkartoffeln ab 12. Juli 1935: a) für lange, gelbe Sorten mindestens 6,50, jedoch nicht mehr als 7 Mark, b) für runde, gelbe Sorten mindestens 6,10, jedoch nicht mehr als 6,60 Mark, c) für blaue, weiße und rote Sorten mindestens 5,70, jedoch nicht mehr als 6,20 Mark. Die Preise verstehen sich je Zentner und zwar im geschlossenen Anbaugebiet waggonsrei Verladestation oder frei Bezirksabgabestelle, im nichtgeschlossenen Anbaugebiet waggonsrei Verladestation oder frei Abgabestelle am Erzeugungsort. * Für ausländische Frühkartoffeln ist zur Zeit ein Preis von 13 Pfennig je Pfund als angemessen anzusehen. Die für den Handel mit ausländischen Frühkartoffeln in Frage kommenden Wirtschafts- kreise müssen sich darauf einstellen, daß mit Beginn der nächsten Woche die Kleinhandelspreise für ausländische Frühkartoffeln den Kleinhandelspreisen für inländische Frühkartoffeln angeglichen werden, da die Preisbildung der Auslandskartoffeln diese Angleichung ermöglicht. Oie pflege der Tiere im Hochsommer. Der Landschaftsbund Volkstum und Heimat schreibt uns: Sonnenhitze liegt drückend über Feld und Flur! Selbst die sonst so muntere Vogelwelt ist stumm. Es kommt die Zeit der Mauser, in der Vögel still und zurückgezogen leben, bis sie ihr Gefieder gewechselt haben. Unsere gefiederten Freunde können jetzt gänzlich ohne Nahrungssorgen leben, denn reichlich hat die Natur den Tisch gedeckt. Aber oftmals ist Mangel an Wasser. Danach haben die Vögel oft lebhaftes Bedürfnis, nicht nur um ihren Durst zu stillen, sondern auch, um darin zu baden. Daher soll man besonders im wasserwarmen Gelände stets für künstliche Badegelegenheit sorgen. Auch die Stubenvögel sollen jetzt täglich mehrere- male mit fri-schem Wasser versorgt werden! Aber achtet darauf, daß die Badegefäße groß genug sind, damit sich nicht die Vögel beim Plätschern int Wasser die Flügel verstoßen. Die Zugtiere haben im Sommer besonders unter der Hitze zu leiden: Sie werden von Durst gequält, und auch die Insekten machen ihnen bei der Hitze viel zu schaffen. Du sollst daher nicht die Tiere ihres natürlichen Abwehrmittels berauben, wie du es tust, wenn du deinem Pferd den Schweif kürzest. Du weißt selbst, rote lästig es ist, wenn dir ein Mückchen ins Auge fliegt. Auch bei den Tieren kommt es vor, besonders bei den Zugtieren. Fremdkörper wie Insekten, Körner und Strohteilchen können unter die Lider geraten und hier heftige Schmerzen verursachen. Darum wasche deinen Zugtieren mit einem feuchten Schwamm öfters ttie’ Augen aus! Achte bei der Hitze auf deinen Hund! Trägt er einen Maulkorb, so sorge dafür, daß dieser so groß ist, daß der Hund seinen Fang ganz aufmachen Fann; denn der Hund transpiriert nicht wie der Mensch durch die Haut, sondern auch durch die Zunge. Wenn daher der Maulkorb zu eng ist, kann sich das arme Tier nicht genügend abkühlen. Wenn der Hund die Zunge aus dem Fang hängen läßt, dann ich das kein Zeichen von Durst, sondern der Hund hat nur das Bestreben, die heraushängende Zunge abzukühlen. Stelle einem erhitzten Hunde nie kaltes Wasser vor! Es schadet dem Hunde genau so wie dem erhitzten Menschen. Buntes Allerlei. Modepiraten. Nicht nur in Paris, das als Modezentrum nicht mehr die Bedeutung besitzt wie vor dem Weltkriege, ist die beständige Sorge der großen Modehäuser, daß bei den Vorführungen der neuesten Modelle, diese kopiert werden könnten. Es gibt große Organisationen, die sich das Kopieren der neuesten und teuersten Modelle zum Gewerbe gemacht haben, das seine Leute nährt. Das in Frage kommende Modell wird käuflich erworben, das Kleid wird aus einem besonderen Stoff nach diesem Modell hergestellt und dann weiter vermietet. Die Firmen, die solche Modelle erwerben, erhalten gleichzeitig auch die genaue Beschreibung der Stoffe und sämtlicher Zutaten, die Leihgebühr ist billig. Es werden dadurch auch kleinere Firmen, Schneider und Schneiderinnen in den Stand gesetzt, sich mit den neuesten Modellen zu versehen. Natürlich wird nicht ein Modell nach dem Original hergestellt, sondern große Serien, denn darin besteht ja der Verdienst der Kopiergesellschaften. Die Modezeichner sind darüber nicht böse, denn die führenden Modehäuser sind dadurch aezwungen, beständig neue Modelle entwerfen uno anfertigen zu lassen. Den Kopisten das Handwerk zu legen, ist außerordentlich schwer. Da die Schöpfungen der Mode- zeichner geistiges Eigentum bedeuten, beschloß man, besonders gelungene Modelle patentieren zu lassen. Auch das Mittel hat nichts genutzt. Die Kopisten müssen auffallend gut über alle Vorgänge unter» richtet sein, jedenfalls genügt einem geschickten männlichen oder weiblichen Kopisten vielfach schon ein Blick, um sich alles einzuprägen, was nachher aus dem Gedächtnis wiedergegeben werden muß. Es ist sogar nicht selten, daß eine Konkurrenzfirma ein Modell dem Publikum eher vorführen kann, als die andere Firma das Original. Die großen Modehäuser haben weibliche und männliche Geheimpolizisten, denen auch hin und wieder das Abfangen eines Kopisten glückt, aber ein wirklich brauchbares Abwehrmittel gegen die Tiobepiraterei ist noch nicht gefunden worden. Auf Marco Polos Spuren. Vor dem italienischen Institut für den Mittleren und Fernen Osten hielt Brigade-General Sir Percy Sykes, der während der letzten drei Jahrzehnte große Reisen durch Persien, Zentralasien, Chinesisch- Turkestan und durch den Pamir unternommen hat, einen Vortrag über feine Erlebnisse und Erfahrungen auf den Wegen, die viele Jahrhunderte vor ihm der berühmte Marco Polo zurückgelegt hat, nach unserer Kenntnis der erste Europäer, der überhaupt seinen Fuß auf den Boden des Fernen Ostens gesetzt hat. Sir Percy Sykes ist voll des Lobes über die Zuverlässigkeit der Angaben und Beschreibungen, die der große Venezianer über Lage und Beschaffenheit der fremden Länder mit nach Haufe gebracht hat. Auch er fand, wie einst im 13. Jahrhundert Marco Polo, den Duzdi oder „Raubfluß" voller Gefahren; so stieß er auf eine Karawane, die gerade am Tage vorher überfallen worden war. Die flachwellige Sandwüste Descht-i- Lut im östlichen Persien, eines der ödesten und gänzlich wasserlosen Gebiete der Erde, hat Percy Sykes nach Marco Polo wohl als erster Europäer durchquert. Der Venezianer hat auch hier mit seiner Beschreibung als einer „Wüste von überraschender Trockenheit" vollkommen Recht gehabt. Gelegentlich der Schilderung seines Aufenthalts im Paniir- Gebiet, auf dem „Dach der Welt", erwähnt Marca Polo, der zweifellos ein kühner Jäger gewesen ist, ein „wildes Schaf von ungewöhnlicher Größe mit langen Hörnern", das später zu Ehren des venezianischen Entdeckungsreisenden den Namen „ovis Poli“ erhalten hat und das der Dichter Rudyard Kipling in Versen besungen hat. Um eines dieser mächtigen Pamir-Schafe vor die Flinte zu bekommen, mußte Sir Percy Sykes bis zu einer Höhe von fast 5000 Meter klettern, in der eigentlich nur noch die Kirgisen die für die Jagd notwendige Beweglichkeit aufbringen. — Auch für die Behauptung Marco Polos, daß er in Kaschgar, der wichtigsten Stadt von Chinesisch-Turkestan, Nestorianer getroffen habe, die dort viele eigene Kirchen besessen hätten, finden sich noch heute Beweise vor. Diese christliche Sekte des Morgenlandes, die einmal einen mächtigen Einfluß ausgeübt hat und die wohl erst unter dem Mongolensturm des 13. Jahrhunderts endgültig aus dem Fernen Osten verdrängt worden ist, lebt noch in einigen Gebräuchen weiter. So hat ein schwedischer Missionar beobachtet, daß Pferdehändler vor dem Kopf ihrer Tiere ein Kreuz schlagen, um sie vor Unheil und Krankheit zu bewahren. Sir Pervy Sykes betonte immer wieder, daß die Genauigkeit, mit der Marco Polo seine Aufzeichnungen unter den schwierigsten Verhältnissen vor vielen Jahrhunderten gemacht habtz, verblüffend sei. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Absteigende Luftbewegung ließ auch am Mitt- rooch keine wesentliche Bewölkung aufkommen, so daß die Temperaturen vielfach bis auf 30 Grad anstiegen. Die Großwetterlage zeigt ausgesprochene Beständigkeit, so daß im ganzen mit der Fortdauer des sehr warmen sommerlichen Wetters gerechnet werden kann. Aussichten für Freitag: Weiterhin heiter und sehr warm, bei schwacher Luftbewegung schwül und Neigung zu Gewittern. Aussichten für Samstag: Im wesentlichen Fortdauer des zeitweise etwas wolkigen und schwülen Sommerwetters. Temperaturen am 10/ Juli, mittags 30,4 Grad Celsius, am 10. Juli, abends 19,9 Grad, am 11. Juli, morgens 17,2 Grad; Maximum 30,7 Grad, Minimum 13,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Juli, abends 25,9 Grad, am 11. Juli, morgens 21 Grad; Scmnenjcheindauer 14,4 Stunden. Brühkartoffeln Mgerer Danksagung. (Holländer Erstlinge) SoiloiW 4046D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen : Dorothea Rock Witwe. Per sofort gesucht Wieseck, den 11. Juli 1935. 4049 D langer Kaufmann Verreist Welches sdioner» fdiattiger Garten KMenWs bis 24. Juli 1935 Augenarzt Dr. Kranz 4027 D | Vermietungen | [Wohnungstausch* Wohnungslaosch 10. Juli 1935 Biete: Schöne 314035 Sehr.Angeb.unt. 02942 and.G.A. Ml 94203 95911 96974 148476 150121 154721 156315 Arbeiter sucht möbliert. 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Aus dieser Zeit ist uns ein Stück erhalten in dem sög. Dittesischem Gesellenbuch von 1783. Es wird im Stadtarchiv zu Frankfurt aufbewahrt. In ihn ist manch erbaulicher Vers von durchreisenden Seifensiedergesellen eingetragen. Beim Meister Dittes oder bei einem anderen Meister bezogen sie ein ehrliches Nachtlager. Dreie von ihnen haben das Buch „aufgerichtet". Sie begrüßen ihre Kollegen „Willkommen Ehrlich und Fromme Brüder!" und geben ihnen Anweisungen für ihr Wohlverhalten. Jeder ehrliche Gesell, der gewöhnlichem Handwerksbrauch nach in die löbliche Stadt eingewandert ist und bei einem Herrn Meister ein ehrliches Nachtlager erhalten hat, dankt für alle Ehr und Höflichkeit, die ihm vom Meister und den lieben ©einigen erzeigt worden sind. Eine ganze Reihe von ihnen sind unter die Dichter gegangen und tragen einen Vers ein, den sie selber dichteten oder den sie niederschreibend veränderten. Alle Stimmungen, das Auf und Ab des Gesellenlebens, geben die Verse wieder, von denen wir hier einige Proben bringen. „Des Morgens denk an deinen Gott, Des Mittags iß vergnügt dein Brot, Des Abends denk an deinen Tod, Des Nachts verschlafe deine Noth." „Soll das Herz in Ruhe stehen, Muß man nicht nach Jungfern sehen. Denn man wirt daturch verliebt. Das mehr Schmertz als Lapsal giebt." „Dem Himmel schänk ich mein Gemüte, Den zarten, jungen Leib der Welt. Des Tags denk ich an Gottes Güthe, Des Nachts an das, was mir gefält. So kann ich ja mit gutem Schein, Halb Geistlich und halb Weltlich seyn." „RäumtAmoruns einHerzzumSchilderhäuschen ein, So will man Tag und Nacht nicht abgelöset seyn." Oberst a D. Naumann 86 Jahre alt. Arn kommenden Samstag, 13. Juli, begeht Oberst a. D. Naumann, hier, Keplerstraße 7, seinen 86. Geburtstag. Eingetreten 18ß9 in das damalige 2. Hessische Jnf.-Ngt. Großherzog (weißes) ist Oberst Naumann einer der letzten Mitkämpfer von 1870/71. Als Fähnrich wurde er bei der Erstürmung der Ferme Champenois in der Schlacht bei Gravelotte- St. Privat am 18. August 1870 schwer verwundet. Das große Schlachtenbild, das als Kaiserpreis für die besten Schießleistungen der Leib-Komp, des Jnf.- Rgts. Kaiser Wilhelm Nr. 116 von Röchling gemalt wurde und zu den Traditionsstücken des Regiments im Offiziersheim gehört, hält diesen Moment fest. Vor der Gartenmauer der brennenden Ferme steht in der Schützenlinie — damals war es Ehrensache für den Offizier, zu stehen und keine Deckung zu suchen — der Fähnrich Naumann, den schwer zerschossenen rechten Arm mit dem linken haltend. In der Mitte des Gemäldes sieht man den Bataillons-Kommandeur, Major G r a e f f, zu Tode getroffen, vom Pferde finken, und im Hintergrund seitwärts die schwer bedrängte holsteinische Feldartillerie im Feuer. Interessant ist noch, daß, soweit es möglich war, die Gesichter der stürmenden hessischen, Infanterie nach Photographien gemalt worden sind, so z. B. ein Weller aus Wieseck und ein Bramm aus Lauterbach. Herrn Oberst Naumann, der in vollster geistiger Frische seinen 86. Geburtstag erlebt und dessen größte Freude die gewaltige, kühne Tat des Führers und Reichskanzlers, die Wiederherstellung der Wehrfreiheit Deutschlands gewesen ist, wünschen nicht nur seine alten Regimentskameraden, sondern auch alle seine zahlreichen Freunde und Bekannten das Beste zum Geburtstage. Möge er noch lange als Vorbild eines echt deutschen Mannes und alten Soldaten unter uns weilen. (Siebener Sowaten als erfolgreiche Kraftfahrer. An der 6. Polizeisternfahrt „77 Stunden durch Deutschland", mit dem Ziele Frankfurt a. M., zu der 1002 Fahrzeuge gemeldet hatten, beteiligten sich auch Angehörige des Jnf.-Regts. Gießen. Die Veranstaltung zeitigte das erfreuliche Ergebnis, daß über 900 Kraftwagen das Ziel erreichten, was mehr als 90 v. H. entspricht. Es ist dies um so höher zu bewerten, da es sich bei dieser Fahrt um eine außerordentlich schwere Prüfung handelte, die an Fahrer und Maschine große Anforderungen stellte. Den Fahrern standen für ihre Aufgabe maximal 77 Stunden zur Verfügung. Gewertet wurden nur die Luftkilometer zwischen den einzelnen Kontrollorten, die zugleich Scheitelpunkt der Strecke waren, die zwar frei gewählt werden konnten, zwischen denen aber eine Entfernung von mindestens 100 Kilometern liegen mußte. Von den Teilnehmern der Wehrmacht in unserer Garnison erhielten in der E i n z e l w e r - tung für Kraftwagen Oberleutnant Sator bei 2826 Luftkilometern den 6. Preis, Unteroffizier Leiter bei 2507 Luftkilometern den 8. Preis. In der Mannschaftsbewertung für Kraftwagen erhielt die Mannschaft Unteroffizier Rössel, Gesr. D i n g e l d e i n und Gefr. Rupp bei 1048 Luftkilometern den 4. Preis. Diese Leistungen sind um so höher zu bewerten, da im Gegensatz zur 2000-Kilometerfahrt die Strecken nicht abgesperrt waren. Heichswettkampf der SA. im Bereiche des Pi -Sturmbann 1V/116. Die Standarte 116 gibt bekannt: Am Samstag, 13. Juli, 15 Uhr, findet unter Leitung des Führers des Sturmbann IV/116, Obersturmführer Höbet, für die Stürme 15/116 und 16/116 in Gießen auf dem Schützenhaus das Kleinkaliberschießen statt. Am Sonntag, 14. Juli, werden ab 5 Uhr auf dem VfB.-Sportplatz (Waldfportplatz) die Prüfungen der Leibesübungen 100-Meter-Laus Weitsprung Kugelstoßen Keulenweitwurf 3000-Meter-Lauf ebenfalls für die Stürme 15/116 und 16/116 abgenommen. Da sich auch in diesem Sturmbann sportlich gut durchgebildete SA.-Männer befinden, die an -dem sportlichen Kampfe teilnehmen, so wird mit sehr guten Leistungen gerechnet. Alle deutsche Volksgenossen und Sportfreunde können unentgeltlich diesem stolzen Wettkampf unserer SA. beiwohnen. ,/Sofort ms Braue" derBeleAschastdesInsiitutsfürpflanzen- bau- und pftamen ücktung. Am Sonntag unternahm die Betriebsgemeinschaft des Instituts für'Pflanzenbau und Pflanzenzüch- tung der Landesunioerfität Gießen eine „Fahrt ins Blaue". Das gesamte weibliche und männliche Betriebspersonal mit ihren Angehörigen nahm daran teil, denen sich Damen und Herren der Hauptstelle für Pflanzenschutz und der agrarmeteorologischen Forschungsstelle anschlossen. Die Biebertalbahn führte die nichtsahnenden Wandergenosfen, über 50 an der Zahl, am Morgen nach Rodheim. Nach schö- Der „Kaiserdom" von Königslutter. Zur Feier des achthundertjährigen Bestehens Von Ernst v. Niebe'schük So nennen die Königslutterer ihre Kirche, deren 800-Jahrfeier sie im Juli begehen. Der Name ist nicht ganz korrekt. Denn ein Dom, d. h. eine bischöfliche Kathedrale, ist sie nie gewesen, vielmehr eine Klosterkirche, freilich von so stattlichen Ausmaßen, daß sich kein wirklicher Dom ihrer zu schämen brauchte. Mit dem Kaiser aber hat es seine Richtigkeit. Am 3. Dezember 1137 starb Kaiser Lothar H. aus dem Hause Supplinburg bei der Rückkehr von seinem Römerzuge, wo er sich des Heiligen Reiches Krone geholt hatte, in einer Alpenhütte in der Nähe von Füssen. Ende des Monats traf die kaiserliche Leiche in Königslutter ein. Am Siloestertage wurde der tote Herrscher in der Stiftskirche' zu Königslutter feierlich beigesetzt. Später fanden auch die Kaiserin Richenza und beider Schwiegersohn, Heinrich der Stolze, Herzog von Bayern und Sachsen, an der Seite Lothars ihre letzte Ruhestatt. Das ursprüngliche, aus Elbsandstein gefertigte Grabmal wurde bei einem Gewölbeeinsturz zerstört. An feine Stelle ist damals das barocke Marmordenkmal getreten, das auf der Deckplatte die lebensgroßen Gestalten der drei fürstlichen Toten mit Krone, Hermelinmantel und Insignien ihrer Würde Zeigt. Nur die Bleitafel, die neben der Leiche des Kaisers gefunden wurde und die in lateinischer Sprache den Herrscher als einen unerschrockenen Krieger rühmt, wird heute noch im Braunschweiger Museum aufbewahrt. Im übrigen enthält die Gruft nur Moder und Staub. Wie aber kommen Lothar und die Seinen gerade hierher? Supplinburg, der Stammsitz seines Hauses, liegt nicht weit von Königslutter, und die Aufmerksamkeit des frommen . Kaisers mag schon früh auf das Kloster in Elm gefallen sein, das sich durch seine abgeschiedene, stille Lage für den großen Schlummer empfahl. Zudem bot sich eine gute Gelegenheit, es an sich zu bringen, da die Augustinernonnen, die vordem hier hausten, einen für Himmelsbräute nicht gan$ passenden Lebenswandel führten und reif zu einer Strafversetzung waren. Lothar verpflanzte also die lockere Weiblichkeit nach Drübeck, siedelte in dem gesäuberten Kloster würdige Benediktinermönche an und legte 1135 den Grundstein zur neuen, noch heute bestehenden Kirche. Einem gütigen Geschick ist es zu danken, daß uns der edle romanische Bau des 12. Jahrhunderts in verhältnismäßig gutem Zustand erhalten geblieben ist. Ueberwältigend groß ist der Eindruck, wenn man von Norden her, durch das Löwenportal, das von sanfter Helligkeit erfüllte Langschiff betritt und der gewölbte Chor mit dem breit vorgelagerten Querhaus gleich dem Heiligtume des Grals vor uns steht. Selten nur offenbart sich uns das Wesen des Romanischen so deutlich wie in dieser niedersächsischen Klosterkirche, vor deren Ernst die Anmut gotischer Flächenauflösung fast wie ein Spiel mit der gottgewollten Schwere und Unbrechbarkeit des Werkstoffs erscheint. Diese gigantenhaft hingewucherten Pfeiler, die uns die Luftschicht zwischen ihnen kaum empfinden lassen, vielmehr den Eindruck Hervorrufen, als bildeten sie eine festgeschlofsene Mauerphalanx! Wäre die gewölbte Barockdecke nicht, — sie hat nach dem Brande von 1699 die alte Holzdecke verdrängt — die Vorstellung, von einem allseitig klar begrenzten Raumkubus umfangen zu fein, wäre noch größer. Und dann die herrliche Weite und plastische Gefülltheit der gewölbten Ostpartie! Sie fällt zeitlich in die Periode der größten äußeren Machtentfaltung des deutsch- römischen Kaisertums, und wirklich, man glaubt, aus dem erhabenen Rhythmus dieser kühn gespannten Arkaden und Wölbungen so etwas wie eine „Eroica" in Stein herauszuhören: ernste und feierliche Töne, doch geschwellt vom Lebensdrang eines Heldengeschlechts, das gewohnt war, die Hand nach allen Kronen der Erde auszustrecken und doch demütig genug, das Errungene von dem weltbeherr- schenden Christuskönig zu Lehen zu nehmen. Wer war der Schöpfer dieser Raumsymphonie? Wir wissen es nicht, oerehrungswürdig bleibt er uns, auch im Schatten der Namenlosigkeit. Aber da ist noch ein Gehilfe des entwerfenden Meisters, der Verfertiger des plastischen Beiwerks an den Kapitellen und Säulenschäften und außen am Chorrund und am Portal. Der tritt uns in schärferen Konturen entgegen, und es hätte nicht viel gefehlt, daß wir sogar seinen Namen wüßten. An der äußeren Wand der reich skulpierten großen Altarnische findet sich nämlich eine lateinische Inschrift, die, von rechts nach links gelesen, in hochtönenden Worten „dieses vortreffliche, von buntgestaltetem Bildwerk gezierte Werk" rühmt, an der Schwelle aber, wo logischerweise der Meistername stehen müßte, plötzlich abbricht. Man hat nun die einleuchtende Vermutung ausgesprochen, der Bildhauer habe sich hier namentlich verewigen wollen, sei aber von den Mönchen in letzter Stunde daran verhindert worden. Die Kunstwissenschaft hat also eine harte Nuß zu knacken, denn die Frage „wer war es?" läßt sie nicht mehr los und macht den Schöpfer des „Königslutterer Stils" zu einer doppelt interessanten Persönlichkeit. Das Löwenmotio am Portal und ner Waldwanderung durch das malerische Schwal- bachtal, an der dicken Eiche vorbei, erreichte man gegen mittag den Altenberg. Hier hatten bereits in den Plan eingeweihte Helfer alle Vorbereitungen zum Abkochen und Essenempfang getroffen und das improvisierte Tischlein-deck-dich löste allgemeine freudige Ueberraschung aus. Besonders das Sieden der obligaten Würstchen über der Feuerstelle beschäftigte die Gemüter stark. Und als noch anschließend Zlepfclroein gereicht wurde, herrschte bald richtige Lagerstimmung. Nach kurzer Ansprache des Institutsleiters, in der die tiefere Bedeutung dieses gemeinschaftlichen Ausflugs Würdigung fand, ging es in frohester Stimmung und mit Gesang durch das Blasbachtal auf den Weg zur Endstation nach Hermannstein. Kaffeetisch und Abendessen sorgten für das leibliche Wohl der Teilnehmer. Nach Spiel und Tanz mußte — für viele nur zu bald — an den Aufbruch nach Wetzlar gedacht werden, von wo aus der Zug die Ausflügler wieder nach Gießen brachte. Der mit allgemeiner Begeisterung aufgenommene und in vollster Harmonie verlaufene Ausflug hat die echt kameradschaftlichen Beziehungen der Betriebsangehörigen untereinander noch weiter vertieft und gezeigt, daß nach gemeinsamer Arbeit fröhliches Zusammensein unter dem Motto „Kraft durch Freude" den geeigneten Weg darstellt, echte und wahre Volksgemeinschaft anzustreben. Der lebhafte Wunsch aller Teilnehmer nach baldiger Wiederholung einer ähnlichen Veranstaltung zeugt wohl am besten von dem vollen Erfolg dieser ersten gemeinsamen „Fahrt ins Blaue", die auch von herrlichstem Wetter begünstigt war. ftrlauvszüge der 7!EG. „Kraft durch Freude" gesperrt. Welche Anerkennung das Amt „Reisen—Wandern —Urlaub" in der NSG. „Kraft durch Freude" gefunden hat, läßt sich wohl am besten an den Beteiligungsziffern der Fahrten, gleich ob Ausflugsoder Urlaubsfahrten, erkennen. Trotz des langanhaltenden schlechten Wetters in den Frühjahrsmonaten ist die Beteiligungszahl der Vorjahre bis zum 1. Juli d. I. überschritten. Rund 25000 Arbeit s k a m e r a ö e n benutzten d i e Gelegenheit, ihren Urlaub mit der NSG. „Kraft durch Freude" zu verbringen. Auf Grund der vorliegenden Anmeldungen mußten auch für die nächsten Wochen wieder verschiedene Urlaubszüge für die weitere Anmeldung gesperrt werden, und zwar: Allgäu 19. bis 26. Juli, Nordsee 29. Juli bis 6. August, Büsum 2. bis 9. August, Schwarzwald 10. bis 16. August, Nordsee 14. bis 22. August, Bodensee 16. bis 23. August und Allgäu 22. bis 30. August. Ausfallen müssen leider die Ur- laubszüge 30 Glatzer Bergland und 44 Danzig. Für das Jahresprogramm 1936 sind sie jedoch vorgesehen, da diese beiden Züge unter allen Umständen zur Durchführung gelangen. Offen für die Anmeldung sind folgende Fahrten: 20 bis 27. Juli Lübecker Bucht, 27. Juli bis 2. August Waldeck, 27. Juli bis 2. August Schwäb. Alb, 3. bis 9. August Thüringen, 15. bis 23. August Bayerischer Wald und 24. August bis 1. September Kieler Bucht, sowie die weiter ausgeschriebenen Züge des Monats- und Jahresprogramms. Soweit durch Ausfall infolge Erkankung Einzelplätze bei den Fahrten noch zur Verfügung stehen, werden diese noch bekanntgegeben. t'£:: »« < Urlaubsjug IX/27 nach Kieler Bucht. Fahrplan: Der Zug geht am 12. Juli ab Gießen 21.41 Uhr: 13. Juli an Kiel 10.13, 19. Juli ab Kiel 8.00, 19. Juli an Altona 9.50, 19. Juli ab Altona 21.53, 20. Juli an Gießen 7.55 Uhr. Urlaubszug IX/28 nach Jlorbfee/Jlorroegen. Fahrplan: Der Zug geht am 13. Juli an Gießen 22.49 Uhr, 13. Juli ab Gießen 22.55, 14. Juli noch manches andere läßt auf italienische Herkunft oder doch auf Schulung in einer lombardischen Werkstatt schließen. Verweilen wir noch bei der Außendekoration der Hauptapsis mit den seltsamen figürlichen Darstellungen! Augenscheinlich handelt es sich um Szenen aus der Tiersage: Zwei Hornbläser, ein Mann, der einen Hasen als Beute davonträgt, ein anderer, der gefesselt am Boden liegt und anscheinend von zwei Hasen befreit wird. Daß hier Profanes und Religiöses durcheinander spielen, scheint sicher zu sein, wenn eine befriedigende Deutung bisher auch noch nicht gefunden worden ist. Einen besonders imposanten Eindruck erhält man vom Hofe der Landesirrenanstalt aus, die den Raum des ehemaligen Klosters einnimmt. Eine wundervolle Linde, die wirklich aus der Gründungszeit der Kirche stammen könnte, ladet zu stiller Betrachtung über die Unbeständigkeit des Schicksals ein. Nur die Abgeschiedenheit von der Welt ist geblieben und die tiefe Melancholie, die der Besucher dieser trauervollen Stätte in sich aufsteigen fühlt. Furchtbarer Gedanke, das Geheimnis solcher Mauern ergründen zu wollen! Weit lieber wendet man sich dem sorgfältig gepflegten Kreuzgang zu, dessen breite Bresche — denn nur ein Teil davon steht noch aufrecht — den Blick auf die majestätisch hingelagerte Klosterkirche freigibt. Der eine Flügel ist zu einer zweischiffigen Halle ausgebaut, die mit ihren mannigfach gebildeten Säulen und Kapitellen eine Art Musterkatalog spätromantischer Zierkunst darstellt und uns abermals mit dem rätselhaften „Königslutterer Meister" zusammenbringt. Möglich, daß eine der beiden männlichen Hockfiguren, die das Gewölbe tragen, seine Züge festhält. Das macht uns freilich nicht klüger als zuvor. Zeltschriften. — „Oer Naturforscher" vereint mit „Natur und Technik". Preis vierteljährlich 2,50 Mark, einzeln 1 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin- Lichterfelde. — Das Juliheft der hervorragenden naturkundlichen Zeitschrift, die gemeinschaftlich mit Dr. Rein von dem Vorkämpfer und Führer der deutschen Naturschutzbewegung Prof. Dr. Walther Schoenichen geleitet wird, bringt u. a. in einem Aufsatz „Eine Riesenkläranlage als Massensammelplatz von Wasservögeln" erstaunliche Feststellungen. Die Technik, die so oft — und wohl auch mit Recht — als Naturschänderin angesehen werden muß, erbringt hier den Beweis, daß sie nicht nur Verödung, sondern auch neues unerhört vielfältiges Leben mit sich zu bringen vermag. Der Zoologe Dr. Walter Wüst schildert eine Dogelfreistätte in an Hamburg 8.19, 20. Juli ab Hamburg 19.53, 21. Juli an Gießen 5.48 Uhr. Rheinfahrt am 14. Juli. Anmeldungen zu dieser Fahrt werden nicht mehr angenommen, da die Höchstteilnehmerzahl erreicht ist. Die schon bezahlten Karten können ab Donnerstag, 11. Juli, auf der Geschäftsstelle, Schanzen- ftraße 18, Zimmer 8, während der Dienststunden von 11 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr in Empfang genommen werden. Der Zug geht am 14. Juli ab Gießen 8.15 Uhr, ab Dutenhofen 8.21, ab Wetzlar 8.35, an Nieder- Lahnstein 10.17, ab Nieder-Lahnstein 18.43, ab Wetzlar 20.20, ab Dutenhofen 20.32, an Gießen 20.41 Uhr. Die Teilnehmer aus dem Kreis Gießen erhalten auf Grund ihrer Fahrkarte für die An» und Abfahrt nach Gießen 75 v. H. Ermäßigung. Schumann-Theater am 11. Juli 1935. Zu dem großen Varietä-Gaftfpiel des Schumann- Theaters sind noch Karten bei den Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse zu haben. Keiner versäume diese Gelegenheit, wirklich gute Variete-Kunst für billiges Geld zu sehen. Verlegung von Sporlkurfeu! Während der Schulferien müssen folgende KdF.« Sportkurse in die Turnhalle der Schillerschule verlegt werden: Donnerstags von 20 bis 21 Uhr Fröhl. Gymnastik und Spiele, nur für Frauen: Donnerstags von 21 bis 22 Uhr Fröhl. Gymnastik und Spiele, nur für Frauen: Freitags von 20 bis 21.15 Uhr Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer gemeinsam. Einen Abend bei Bellachini. Gegenwärtig gibt der Zaubermeister Bellachini in unserer Stadt ein Gastspiel. In den bisherigen Vorstellungen sand er viele Zuschauer, die es sich trotz des warmen sommerlichen Wetters nicht nehmen ließen, in das Cafe Lsib zu gehen, um sich für einige Stunden vom Zauberkünstler überraschen zu lassen. Auch wer derartige Kunststücke schon vielfach gesehen hat, läßt sich immer wieder willig gefangen nehmen von dem sonderbaren Reiz solcher Abende „im Reiche der scheinbaren Zauberei", wie es Franz Schweizer selbst gesteht. „Im Reiche der Wunder" steht effektvoll auf dem Bühnenoorhang zu lesen, und es ist schon so, daß der Besucher aus dem Sich-wundern und aus der Ueberraschung nicht herauskommt. Bellachini zaubert weiße Bälle aus der Luft und bringt sie ebenso unsichtbar zum Verschwinden, wie er eine Flasche und ein Glas vor den aufmerksamen Blicken des Publikums wandern läßt. Seine Kunst des Geldfanges, das er aus der Luft, der Nase und wo es auch fei herbeiholt, darf unter seiner Anleitung auch das Publikum üben, und manch einer ist erstaunt über seine eigene Fertigkeit, die ihm bisher nicht zum Bewußtsein kam. In seiner Hexenküche zaubert er aus Sägespänen ein Meerschweinchen, fabriziert aus Papier Kaffee und Milch und holt aus einer großen Laterne ein Dutzend Enten hervor, die schnatternd die Bühne bevölkern. Geschicklichkeit ist keine Hexerei und ob nun Grammophone verschwinden, Schirm und Tücher zwischen ihren Besitzern wandern oder ein kleiner Wunderkasten ein ganzes Warenlager hergibt, immer ist es fabelhafte Fingerspielerei, die so schnell vor sich geht, daß das Auge sie nicht wahrnehmen kann. Im zweiten Tell des Abends benennt die rätselhafte Hellseherin Zitha jeden Gegenstand, der dem Meister im Saal gereicht wird, sagt treffend Geburtsdaten, vielstellige Losnummern, Seite und Monat der aufgeschlagenen Taschenkalender und anderes mehr mit verblüffender Sicherheit. Der Künstler bringt gefüllte Wasserschalm aus dem Frack hervor, schließt eine Dame in den orientalischen Koffer ein, aus dem dann ein Mann heraus- T jj RASIERCREME C 11A macht.das Rasieren zum Genuß. Große, langreichende Tube 50 Pf. der Nähe von München, die der Mensch unbeabsichtigt geschaffen hat, und belegt seinen Bericht mit zahlreichen überraschenden Aufnahmen. Dr. Joachim Hämmerling bespricht neue Versuche über die Wirkungsweise des Zellkerns. Dr. Elise Hofmann-Wien gibt an Hand von vorzüglichen Mikroaufnahmen einen eindrucksvollen Ueberblirf, wie sich der Bau der Pflanze im Laufe der Jahrtausende zu der heutigen Feinheit und Verschiedenheit von den einfachsten Algen bis zu den höchsten Blütenpflanzen entwickelt hat. Der Alpinist Dr. Wilhelm Erpelt hat mit dem Auge des Physikers Beobachtungen über die Physik der Gletscher gemacht und sie in schönen und eindrucksvollen Bildern aus der Alpenwelt mit der Kamera festgehalten. — Dr. Gerhard Schoop berichtet über Spaltpilze, die merkwürdigerweise im'Salz der Konserven leben können, wie seine hygienisch wichtigen Forschungen bewiesen haben. Zu der Frage, warum unsere Schwalben immer mehr zurückgehen und welche Maßnahmen dagegen ergriffen werden können, äußern sich eine Reihe von Fachmännern in dem Aufsatz von Dr. Finus „Weitere Gründe für den Rückgang unserer Schwalben". Der Thüringer Geologe Rudolf Hundt bringt einen bebilderten Aufsatz über den Thüringer Marmor, der seiner Zeichnung wegen in der ganzen Welt verwendet wird. Zahlreiche Beiträge und Forschungsergebnisse aus allen naturwissenschaftlichen Gebieten, Anregungen zur Naturbeobachtung, die Bücherschau und die beliebte Preisfrage schließen das Juliheft. — Im Juli-Heft der Zeitschrift „Volk und Nasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München; Einzelpreis 70 Pf.) liefert B. Schultze-Naumburg ein lehrreiches Beispiel für Vererbung von Charaktereigenschaften mit einer eingehenden Untersuchung der „Familie Bauer", in der er an Hand einer übersichtlichen Tabelle an sechs Kindern die Vererbung seelischer Eigenschaften von Eltern und Großeltern her nachweist. — Dr. med. H. W. Kranz, Gießen, bringt wichtige Zahlen und Vergleiche über die „augenblickliche Fruchtbarkeit bei den bäuerlichen Familien Hessens". — Einen sehr wichtigen Beitrag steuert Dr. B. Rosenkranz über das Thema „Sprache, Rasse und Volkstum in Alteuropa" bei, in der er für vier europäische Nassen den Zusammenhang mit einem großen Sprachstamme nachweist und die Verbindung mit großen alten Kulturen andeutet. — Die Frage, ob es bestimmte „lebensschwächende geschlechtsgebundene Erbfaktoren beim Menschen" gibt, erörtert Erich Thieme, indem er an einer bis 1667 zurückzuführenden Geschlechterfolge das fast völlige Fehlen weiblicher Nachkommen zu erklären versucht. e r u f der bereits vernommen waren. befahl der Polizei- Emil kam herein, war außer Atem. (Schluß.) 36. Kapitel. „Den Knecht Emil Perschke!" direktor. Der Gendarm ging hinaus. Er schien schnell gelaufen und Die außerordentlich starke Entwicklung der Industrie und nicht zuletzt der Weltkrieg mit seinen Nachkriegswirkungen führten dazu, daß sich die Frau immer mehr und mehr dem hauswirtschastlichen Beruf abwandte und in den Fabriken und Büros ihren Einzug hielt. Das führte naturgemäß zu einer unerfreulichen Entwicklung. Die weibliche Arbeitskraft wurde dazu durchweg billiger bezahlt und das trug wiederum dazu bei, daß sich die Arbeitslosigkeit der Männer weiter erhöhte. Wenn dann im marxistischen Zeitalter schon einmal eine heirat zustande kam, dann durchweg nur auf dem Boden der „kinderlosen" Ehe, weil der Beruf der Frau es nicht erlaubte, Kinder zu erziehen. Die Folgen dieser sozialen, wirtschaftlichen und bevölkerungspolitischen Entwicklung waren für Deutschland katastrophal. Die Geburten gingen immer mehr zurück und Hausgehilfinnen waren kaum noch zu haben. Der nationalsozialistische Staat hat es in den letzten zwei Jahren übernommen, diesem Mangel an Hausgehilfinnen abzuhelfen. Das Soziale Amt der Reichsjugendführung, das Jugendamt der Deutschen Arbeitsfront und die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung haben Maßnahmen getroffen, um mich in Angersbach bei Lauterbach auf und horte von der Bevölkerung, daß hinten weit im Hamich (Berg in der Nähe von Lauterbach) sich Köhler aufhielten und dort ihrem uralten Handwerksbrauch nachgingen. Köhler! Schwarze Gesichter, in Wind und Wetter, in freier Natur! So ein Leben einmal schildern können! Gedacht, getan! Ich zog in aller Frühe zu ihnen hin und verbrachte eine feine Stunde mit ihnen, nach deren Verlauf ich so viel wußte, wie ich wissen wollte. Der 4. Mai kam heran. Die Kreisgruppe Gießen des RDR. hatte einige Mitglieder des Stadttheaters unter Führung von Paul Nieren als Ansager zur Mitwirkung für einen Bunten Abend gewonnen, in dessen ersten Teil der Kreis-Sprecher- wettbewerb stieg. Nach den Bestimmungen der Reichswettkampfleituna sollte das anwesende Publikum Schiedsrichter sein. Die Sprecher waren zunächst alle in einem Nebenzimmer des Stadttheaters versammelt und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Schnell warf man einen verstohlenen Blick in das Sendezimmer; da standen aber nur in nüchterner Einsamkeit ein Mikrophon, eine Uhr und die Lampen zur Kontrolle des Beginns und des Endes einer Sendung. Die Wettbewerber waren alle in erhöhter Stimmung. War es doch das erste Mal, daß sie vor einer größeren Menge durch das Mikrophon sprechen dursten. Der Sprecher stand für das Publikum unsichtbar: er wurde unter einer ausgelosten Nummer zum Sprechen aufgerufen. Das Publikum kannte also den Namen des jeweiligen Sprechers nicht. Endlich stand auch ich allein in der Sendezelle mit dem wundersamen Kästlein vor mir im Ring. Die rote Lampe leuchtete auf, ich mußte beginnen. Sommernacht über dem Lande. Die Luft ist erfüllt von Duft und Mondesglanz. Die Sterne stehen hoch und hell an dem samtenen Himmel. Der Mond wandert schweigend. Er gießt sein Licht über die Welt. Er erleuchtet die Gesichter dieser vier Menschen, deren Gläser jetzt hell ane*nanber= klingen. „Auf das Glück!" ruft Eckehard. „Auf den Glauben der Liebe!" sagte der junge Vikar. Seine Stimme ist erfüllt von Dankbarkeit und einer Demut gegenüber dem Geschick, das über allen Menschen waltet. Demut und Dank sind auch im Herzen Barbaras. Eine ganz kleine Wolke ist durch den vlausam« tenen Himmel geschwebt und verhüllt einen Augenblick das volle Licht des Mondes. Barbara und Eckehard sehen es schweigend. Diese kleine Wolke, sie ist ihnen wie das Symbol des Dunkels, das so lange über ihnen beiden gelegen hat. Aber schon ist die Wolke verschwunden, wie aufgesogen von dem strahlenden Licht des Mondes. Er strahlt nun in vollem Glanz über ihnen, die im Licht des Glückes stehen. nicht -richtig bewirtschaften kany. Wir werden sie schon soweit bekommen, daß sie verkauft. Dann werden wir drei das Gut billig erwerben können. Wenn wir nicht schnell vorankommen, helfen wir mit einem kleinen Feuer nach. Carliczek macht seine Sache sehr gut und wird uns weiterhelfen. Er hat ja auch genug Geld dafür geschluckt. Die dumme Pute, die Frau von Tsch., glaubt immer noch, daß sie das Gut für ihren Neffen kriegen kann. Sie weiß nicht, daß wir ganz andere Ziele verfolgen. Aber wir berichten ihr vorläufig noch alles, was ich für richtig befinde. Dann glaubt sie, daß ich an einem Strang mit ihr ziehe. Um die Zuchtstute hat es mir auch leid getan. Aber es hilft nichts. Ehe Frau St. nicht einsieht, daß sie nichts machen kann, kriegen wir sie von hier nicht fort. Jetzt werden wir noch mit einem kleinen Einbruch in die Kasse nachhelfen. Man darf die Aufregung nicht vergehen lassen, damit hier allen, die nicht hierhergehören, der Boden recht heiß wird. Wenn wir drei erst das Gut haben, ist bis an unser Lebensende für uns gesorgt. Dein R." Eine Stille des Entsetzens lag im Raum. Man hörte deutlich das Rascheln, mit dem der Polizeidirektor das Papier zusammenfaltete. Nun sagte er: „Oberinspektor Rockesch und Melker Carliczek, Sie sind beide durch diesen Brief überführt! Gendarm, bringen Sie die Leute zum Wagen, damit wir sie ins Gefängnis einliefern können. — Herr von Mackenroth, ich stehe nicht an, Sie wegen des fälschlichen Verdachts gegen Ihre Person um Entschuldigung zu bitten." „Hurra!" schrie Emil und warf seine Mütze gegen die Decke. „Willst du den Mund halten, du unverschämter Bengel", fuhr Mackenroth ihn an. Aber seine Augen lachten dabei. In diesem Augenblick öffnete sich die Tür zu der Rentmeistereistube. Sehr bleich, aber mit entschlossenen Augen stand Barbara in der Tür. Fassungslos starrte alles auf sie. Sie sah sich um. Ihre Augen trafen auf Mackenroths fragendes, erschüttertes Gesicht. Sie nickte ihm zu, als wollte sie sagen: Sei nur still. Ich bin dein guter Kamerad. Laut sagte sie: „Herr Polizeidirektor, ich höre soeben von meinen Leuten drüben, was sich hier abspielt, daß man Herrn von Mackenroth einer unehrenhaften Hano- lung verdächtigt. Ich weiß nicht, was man He-rn von Mackenroth vorwirft, aber ich bürge mit meiner ganzen Person für ihn!" Ein unterdrückter Jubellaut brach aus Eckehards Seele. Wieder leuchteten Barbaras Augen auf. Sie ging zu Eckehard, legte ihre Hand in die feine: „Herr Polizeidirektor, wenn Sie Herrn von Mackenroth verhaften wollen, dann bitte mich auch. Er ist mein Verlobter — was ihn trifft, trage ich mit." Eckehard stand wie in einem Traum. Er konnte nichts sagen. Er konnte nichts denken. Er fühlte nur Barbaras geliebte Hand in der feinen, sah ihr Gesicht voll entschlossener Liebe ihm zugewandt. Der Polizeidirektor verbeugte sich devot: „Der Verdacht gegen Herrn von Mackenroth ist bereits entkräftet, gnädige Frau. Wir haben die Achtung! Ausnahme! Erlebtes vom Rundfunksprecher-Wettbewerb Bon August Philipp, Gießen. „Nun erzählen Sie uns einmal, was Sie in der ganzen Angelegenheit wissen, Perschke." Emil berichtete von der rätselhaften Erkrankung der Zuchtstute und von der Meldung an Mackenroth. „Passen Sie einmal genau auf, Perschke! Haben Sie irgendwie bemerkt, daß sich Herr von Mackenroth auffälligerweise in den Viehställen zu schaffen machte. Können Sie sich denken, daß er schuld sein kann an der Erkrankung und dem Tode der Sjute?" „Wie denn, der Herr von Mackenroth?" fragte Emil. Er war ganz verwirrt. Was war denn das? Man beschuldigte Mackenroth. Das war doch zu verrückt. Hilfeflehend sah er von dem Po- lizeidirektor zu dem Kommissar und dann weiter wahren Täter. Darf ich mir gestatten, Ihnen und Ihrem Verlobten meine herzlichsten Gruckwüickche auszusprechen." Die Sterne standen groß und leuchtend über dem Park von Schedlowitz. Im Fliedergebüsch am Fluß sangen und schluchzten die Nachtigallen. Sie sangen, wie sie seit Jahrhunderten gesungen, diese kleinen Sängerinnen der Liebe und Sehnsucht. Eckehard und Barbara saßen auf der HeUen Bank am Flusse eng umschlungen. Das Lied der kleinen Nachtigall floß durch ihre glücklichen Seelen und wurde von ihnen verstanden, wie seit Jahrhunderten liebende junge Menschen es ver- standen haben. Sie sprachen nicht viel — sie hielten sich eng umschlungen. Immer wieder be- sigelten ihre Lippen in heißem Kusse das Gelöbnis ihrer Seelen. Jetzt richtete sich Barbara verwirrt auf. „Hör doch. Liebster — man ruft uns." „Schade", sagte Eckehard mit einem Seufzer. „Ich habe Jahre um Jahre gedurstet nach deinen Zärtlichkeiten — nach deiner Liebe. Mir ist, als könnte ich mich nicht satt trinken." Da streichelte Barbara ihn mit einer beinah mütterlichen Gebärde die erhitzte Stirn. „Du törichter Junge!" Glück schwang in ihrer dunklen Stimme. „Wer wird so unersättlich fein? Wir haben ja Jahre vor uns — Jahre des Glücks. Und in ihnen kannst du mir immer wieder sagen, daß du mich liebst. Jetzt wollen wir aber gehen. Magdalena ruft schon wieder. Sonst wird die Erdbeerbowle noch warm." Eng umschlungen gingen sie durch den Park dorthin, wo auf der Terrasse unter einer sanft leuchtenden Lampe der Tisch bereit war. Auf der Terrasse standen Hand in Hand Günter Baumert und Magdalena. Die beiden hatten sich ausgesprochen und gefunden. Es war für Magdalena das höchste Glück, daß an ihrem Verlobungstage das Glück auch zu Barbara und Eckehard gekommen war. in die Runde. Er sah Eckehards erloschenes Gesicht — die tiefe Verzweiflung in feinen Zügen. Er sah Rockeschs undurchdringliche Miene. Er sah die Reihe der Knechte an der Wand, die Wamin verkennst du mich, Barbara? Roman von Liane Sanden. Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) viel wesensverwandter ist. Das hauswirtschaftliche Jahr für Mädchen, welches vor Jahresfrist von der Reichsregierung ins Leben gerufen wurde, hat sich bisher als segensreiche Einrichtung erwiesen. Jrn hauswirtschastlichen Jahr werden bekanntlich schulentlassene Mädchen durch die Hausfrau einer beruflichen Ausbildung unterzogen. Die Mädchen werden in einer Art Treueverhältnis schlicht um schlicht ausgenommen und arbeiten dann unter der mütterlichen Obhut der Hausfrau. Erfreulicherweise ist es heute so, daß der Sinn des hauswirtschastlichen Jahres für Mädchen von unserer heutigen weiblichen Jugend klar erkannt wurde. Bei den Arbeitsämtern sind daher durchweg genügend junge schulentlassene Mädchen vorgemerkt, die in einem Haushalt ihr „hauswirtschaftliches Jahr abdienen" möchten. Durch diese vorgemerkten jungen Mädchen wird zwar der Mangel an Hausgehilfinnen auch in unserer Stadt nicht behoben. Trotzdem sollten ruhig viele Hausfrauen einmal ein junges schulentlassenes Mädchen zur Erlernung des Haushalts aufnehmen. Nach den Ergebnissen der letzten Berufszählung gab es nur 1 3 5 0 Hausangestellte in der Stadt r ' ’hn. Das sind im Vergleich zur Da auf einmal wurde sein Blick starr. Mit zwei Schritten war er vorwärts, stand vor dem Melker, packte mit einem eisernen Griff dessen Joppe. Ein ungeheurer Tumult brach aus. Der Polizei- bireftor war aufgesprungen. Die Gendarmen wollten sich auf Emil stürzen. Mit einem Wutlaut versuchte der Melker, sich aus Emils Händen zu befreien. Ein Knirschen, ein Reißen, wie man Stosse zerreißt — und mitten in den Tumult hinein schrie Emils helle Jungenstimme: „Der ist's gewesen, Herr Polizeidirektor. Der uriö kein anderer." Rechts und links stieß Emil die Leute beiseite, war mit einem Sprung über eine Bank hinweg wieder am Tisch, hinter dem noch immer der Polizeidirektor fassungslos stand. Emil legte ein ausgerissenes Stück Joppenstoff auf den Tisch — ein halber Hornknopf war darauf angenäht. Nun zog Emil aus seiner Tasche etwas, wickelte es aus: „Den hab' ich in der Streu am Futterplatz der Liese gefunden. Das ist die andere Hälfte des Knopfes, Herr Polizeidirektor!" sagte er, und seine Stimme schnappte vor Aufregung über. Noch fassungslos sah der Polizeidirektor auf die Beweisstücke vor ihm. Es war fein Zweifel. Das Stück Stoff zeigte einen halben Hornknopf voll hellgelber Farbe mit zwei Rillen, daneben lag die andere Hälfte, die haargenau dazu paßte. Von hinten aus dem Zimmer kam ein Aufbrüllen, ein Poltern — ein Krachen. Der Melker hatte die Bank, von der alle aufgesprungen waren, um- gestoßen und versuchte jetzt, rechts und links um sich schlagend, das Freie zu gewinnen. Doch die beiden Gendarmen faßten zu und hielten den Tobenden fest. „Fesseln!" rief der Polizeidirektor mit scharfer Stimme. Alles umdrängte den Melker, um dessen Handgelenke sich jetzt das schmale Eisen schloß. In der allgemeinen Aufregung versuchte Rockesch, hinter den Menschen den Ausgang zu gewinnen. Aber Emil Perschke, der jede Bewegung des Oberinspektors beobachtet hatte, stellte sich blitzschnell vor die Tür, drehte den Schlüssel herum. „Auskneifen ist hier nicht", sagte er und duckte sich. Denn die Faust des Oberinspektors hatte sich schon gehoben. Blitzschnell war Emil an dem Mann vorbei und neben Eckehard. Der Polizeidirektor war geradezu verwirrt. Das lief ja alles anders, wie er es geglaubt hatte. Aber das half nichts. Gesetz war Gesetz. Wenn dieser Mann zu Unrecht beschuldigt und der andere der Täter war, mußte man den andern festnehmen. „Ick bitte, in der Kammer des Melkers nachsehen zu lassen. Ich habe den dringenden Verdacht, daß sich dort ein Nachweis findet, daß die von Emil gefundene Tüte, die der Junge mir übergeben hat, von dem Melker beiseite geschafft wurde. Ich habe mir den Diebstahl aus meinem Schreibtisch gar nicht erklären können, glaube aber nun, daß der Melker seine Hand im Spiele gehabt hat." Der Polizeidirektor nickte und sagte: „Herr Oberinspektor Rockesch, ich muß Sie bitten, hierzubleiben. Ihr Verhalten läßt mich auf die Vermutung kommen, daß Sie irgendwie in diese Geschichte verwickelt sind. — Gendarm, nehmen Sie Herrn von Mackenroth die Fesseln ab! Herr von Mackenroth, ich muß Sie aber bitten, noch hierzubleiben, bis die ganze Angelegenheit irgendwie geklärt ist." Mackenroth nickte. Er war wie befreit. Nun mußte ja alles klarwerden. Mit tückischem Gesicht saß der Melker gefesselt in einer Ecke, neben ihm, von den Gendarmen bewacht, Oberinspektor Rockesch. In fieberhafter Spannung wartete alles auf die Rückkehr des Polizeikommiffars, den der Polizeidirektor zur Untersuchung in die Kammer des Melkers geschickt hatte. Niemand von den Anwesenden hatte sich entfernen dürfen. Es war, als ob alle den Atem hier anhielten. Schon nach zehn Minuten kam der Kommissar zurück. In die atemlose Stille hinein erstattete er seine Meldung. »Herr Polizeidirektor, ich habe in dem Kleiderkasten des Melkers gefunden: Die Tüte mit dem Giftrest und dann einen Brief des Oberinspektors Rockesch an irgendeine unbekannte Persönlichkeit in Prag. Hier ist der Bries. Offenbar sollte der Melker den Brief weiterbefördern." Rockeschs Gesicht wurde käsig weiß, als der Polizeidirektor nun laut las: „Lieber Freund! Alles geht gut. Den M. werden wir hier bald 'raushaben. Und Frau St. wird bald einsehen, daß sie hier auf die Dauer ihr Gut schmal sind, ist ihnen also die Benutzung der Fahrbahn zu gestatten. Voraussetzung dafür ist aber, daß unbedingte Ordnung, Geschlosfenheit des Verbandes und straffe Führung gewährleistet ist Die Vor- rechte aus § 32 der Reichsstraßenoerkehrsordnung (Verbot des Durchfahrens dzw. Unterbrechens mar- fchierender Kolonnen ufw.) stehen den Radfahrver- einen jedoch nur zu, wenn die sonstigen Voraussetzungen vorliegen. _ -"Straßensperrung. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die Wegeftrecke zwischen Dutenhofen und Klein-Linden, und zwar von Kilometer 8,3 bis 8,9 — 70 im Zuge der Reichs- straße Wetzlar—Gießen für die Zett vom 9. Juli bis zum 21. Juli 1935 für jeglichen Verkehr poli- zeilich gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Garben- heim—Dorlar—Atzbach—Heuchelheim. ** Verwendet deutsche Ob st safte zu Limonaden. Der Reichskommifsar für Preis- Überwachung teilt mit: Die Einfuhrpreise für tta- lienische Zitronen sind in der Zeit von Ende Mai bis Anfang Juli von 42 auf 95 Lire je Kiste gestiegen. Als Grund für diese Steigerung wird der geringe Ernteertrag in Italien sowie der starke Bedarf der italienischen Armee angegeben. Trotz der Maßnahmen der Preisüberwachungsstellen ist hiernach eine Preissteigerung der Zitronen auf den deutschen Märkten unvermeidlich gewesen. An die Verwendung deutscher Obstsäfte zur Limonadenherstellung und deutschen Weinessigs zur Salatzubereitung wird erinnert. Deutsche Fruchtsäfte und deutscher Weinessig stehen reichlich zu billigen Preisen zur Verfügung. versitätssportplatz am Kugelberg. — Stadttheater: 20 Uhr Gastspiel des Schumann-Theaters (NSG. „Kraft durch Freude"). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebe dumme Mama". — Cafe Leib: 20.30 Uhr Gastspiel des ^aubermeiftere Bellachini. — Bergschenke: Künftlerkonzert. ** I u st i z p e r s o n a l i e n. Der Kanzleiassistent auf Probe bei dem Landgericht Gießen, Versorgungsanwärter Konrad Koch wurde mit Wirkung vom 1. April 1935 zum Kanzleiasfistenten bei diesem Gericht ernannt Der Kriminaloberinspektor bei der Staatsanwaltschaft Gießen, Ludwig Philipp, wurde auf feinen Antrag mit Wirkung vom 1. Juli 1935 in den dauernden Ruhestand versetzt. Der Strafanstaltsoberwachtmeister auf Probe bei dem Landeszuchthaus Marienfchloß, Versorgungsanwärter Johann Dinselbacher wurde mit Wirkung vom 1. April zum Strafanstaltsoberwachtmeister am Landeszuchthaus ernannt. Ferner wurde der Hilfsaufseher beim Landeszuchthaus Philipp Wilhelm Ferdinand Ewald zum Strafanstaltsoberwacht- meifter, ebenfalls mit Wirkung vom 1. April, ernannt. ** Radfahrvereine dürfen zu Zweit nebeneinander fahren. In einer Verfügung an die Landesregierungen teilt laut „Wandelhalle" Reichsinnenminister Dr. Frick mit, daß er keine Bedenken dagegen hat, wenn Radfahrvereine auf Wanderfahrten unter einheitlicher Führung in geschlossenen Verbänden zu Zweit nebeneinanderfahren. Sie sind in diesem Falle als marschierende Abteilungen anzusehen. Falls die Radfahrwege zu Rundfunksprecher-Wettbewerb! Ich las das Wort in einer Zeitung, in der auch die Aufforderung stand, daß die, die Luft hätten, daran teilzunehmen, sich baldigst melden sollten. Sollte ich's wagen? Ach! natürlich! Man ist jung, man hat Witz, Lust, Schwung. Warum also nicht? Eine Postkarte mit meiner Anmeldung lag bald in einem Briefkasten. Schicksal, nimm deinen Lauf! Ein paar Tage später halte ich ein Schreiben in der Hand mit dem Absender der Wettbewerbsleitung der Kreisgruppe Gießen. Darin: die Aufforderung zum Probesprechen im Stadttheater in Gießen. Schmierenkomödianten und Volksreder mit entgleistem Pathos sollten nämlich vom Wettbewerb von vornherein ausgeschlossen fein. „Das deutsche Volk erwartet und verlangt", hieß es in der Ausschreibung für das ganze Reich, „daß feine Rundfunksprecher natürlich und aufrichtig sprechen, liebenswürdig und fesselnd, mitreißend und begeisternd." Dieses Probesprechen ging gut und acht Tage später, am 4. Mai, sollte vor dem Gießener Publikum der Kreisausscheidungskampf vor sich gehen. Die Reichsleitung und der Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer hatten die Wahl unter drei Gruppen von Themen zugelassen: 1. Aufgabe: Funkbericht über ein politisches Ereignis, eine Kundgebung der SA. oder SS., der Partei ober der Arbeitsfront. 2. Aufgabe: Funkbericht über ein Volksfest, ein Ereignis aus dem Leben des Arbeiters, des Bauern, des Handwerkers, altes Brauchtum, deutsche Landschaft. 3. Aufgabe: Funkbericht von sportlichen Kämpfen, einem technischen Ereignis oder modernen technischen Bauten. Welches Thema sollte ich wählen? Der Zufall kam mir zu Hilfe, lieber die Dfterfeiertage hielt ich rommt, während die Frau am Saalemgang er« scheint, er zerreißt Zeitungen und macht sie wieder ganz, kurzum: er hält fein Publikum im Banne der Zauberei. Hebung ist alles, auch die schwebende Dame, die nur auf einem Schwert als Nackenstütze in horizontaler Lage einige Minuten verharrt. Wie der Anfang fo ist auch das Ende der Veranstaltung spannend, wenn Bellachini durch ein Blu- menmärchen aus 1001 Nacht eine Fata Morgana dem Publikum auf die Bühne zaubert, wofür ihn noch einmal anhaltender Beifall belohnt. Ebenso dankbar wie die Großen waren aber auch die Kinder am Nachmittag, die mit großen Augen und erstaunten Blicken dem Zauberspiel des großen Könners folgten. Manch überlauter Ausdruck des Erstaunens und nachhaltiger Beifall bewiesen, daß auch ihnen die wenigen Stunden ein großes Vergnügen bereiteten. Auf sieben Gießener Haushaltungen kommt eine HauSange eilte. Versicherung haben Maßnahmen gei schnellstens Mädchen für den B Hausgehilfin auszubilden. Sehr viele Jungarbeiterinnen wurden durch den von der Reichsregierung eingeführten Arbeitsplatzaustausch aus den Fabriken heraus gezogen und einer Arbeit zugeführt, die ihnen als Mädchen Einwohnerzahl und zu der Zahl der rund 9450 Haushaltungen unserer Stadt viel zu wenig Hausangestellte. Stellen wir einmal die Zahl der Haushaltungen der Zahl der Hausangestellten gegenüber, so erhalten wir im Durchschnitt auf 7 Gießner Haushaltungen eine Hausangestellte. Dabei konnte aber die Nachfrage nach Hausangestellten in unserer Stadt zu einer Verdoppelung der Hausgehilfinnen fU3mnnationalfo3iaIifti|cf|en Staat soll di- Frau des Mannes wieder in erster Linie Hausfrau und Mutter fein und nicht wie in früheren Jahren Die Arbeitskameradin. Es ist dabei eine alte Tatsache, daß ehemalige Hausangestellte später immer die besten Hausfrauen abgeben. Jedes junge deutsche Mädchen sollte deshalb einmal eine Zeit lang in einer Stellung Haushaltsarbeit verrichten. Nie Türkenbundlilie b-üht In den Wäldern der Umgebung Gießens blüht im Juni und Juli an einigen lichten Stellen die zu der Familie der Liliengewächse gehörige Türkenbundlilie (Lilium Martagon). Diese Pflanze trifft man bei uns nicht allzuoft an und in einem großen Teile unseres Vaterlandes, in Nordwest- deutschland bis Pommern, ist sie überhaupt nicht zu finden. Die Türkenbundlilie gehört zu den in Deutschland durch Gesetz geschützten Pflanzen. Aber dennoch wird sie wegen ihrer eigenartigen Blüten häufig ausgegraben und in Gärten verpflanzt. Vor der Blütezeit ist die krauttge oft bis ein Meter hohe Pflanze an den elliptischen in Wirteln stehenden Blättern zu erkennen. Die fleischfarbenen bis braunpurpurnen innen dunkler punktierten Blüten stehen in endständigen lockeren, nickenden Trauben. Die sechs Blütenblätter sind kurz nach dem Aufblühen gerade gestreckt und rollen sich später nach außen zum Blütenstiel zurück, so daß die Einzelblüten ein eigenartiges Aussehen erhalten, das dem eines Turbans nicht unähnlich ist, und Dem diese Überaus reizende Pflanze auch ihren Namen verdankt. Die Türkenbundlilie ist eine Nachtfalterblume und der Duft, der ihr zur Anlockung Der Infekten entströmt, roirD in Der Nacht so stark, Daß er Den Menschen unangenehm wird. Aber nur solche Blütenbesucher können von dem Honig naschen, die im Schweben saugen können, da die Blüte keinen Rast- und Anflugplatz bietet. Gießener Wochen Marktpreise. * Gießen, 11. Juli. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Molkereibutter, das Pfund 150 bis 155, Landbutter 140 bis 142, Matte 20 bis 25, Käse 5 bis 10, Eier (inländische) 9 bis 10, Wirsing (grün) 12 bis 15, Weißkraut 12 bis 15, Gelbe Rüben, Das Bündel 8 bis 10, das Pfund 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 15 bis 20, Römifchkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 35 bis 40, (gelb) 40, Puffbohnen 15 bis 18, Erbsen 15 bis 20, Mischgemüse 8 bis 10, Tomaten 30 bis 60, Zwiebeln, das Bündel 7, das Pfund 15 bis 18, Rhabarber 6 bis 10, Pilze 30 bis 50, Kartoffeln (alte) das Pfund 4Vi, der Zentner 350 bis 400, (neue) das Pfund 10 bis 12, Pfirsiche 45 bis 55, Himbeeren 40 bis 50, Kirschen 38 bis 55, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 15 bis 35, Johannisbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 40 bis 55, junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 80, Tauben 60, Nüsse 45, Blumenkohl 10 bis 45, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 60, Einmachgurken 3 bis 6, Oberkohlrabi, das Stück 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Suppengrün 5, Radieschen, das Bund 8 bis 10 Pf. Vornotizen —Tageskalender für Donnerstag: NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 Uhr für I jüngere, 21 bis 22 Uhr für ältere Frauen Fröhliche ■ Gymnastik und Spiele im Lyzeum, Dammstr.; 16 bis 18 Uhr Fröhlicher Sport- und Spielbetrieb, Uni- Zuerst ein wenig Herzklopfen, das bald überwunden war. Dann ging das Sprechen immer besser. Ich sprach von meinem Besuch bei den Köhlern im Vogelsberg, von ihren Lebensgewohnheiten, ihrer Arbeit, ihrem Leben , ihren Freuden und Kämpfen. Erzählte von ihrer Heimat, der Familie, kurz allem, was ich bei ihnen gesehen, gehört und gelernt hatte. Einige Male erhielt ich Lichtzeichen, daß meine Vierminutensprechzeit bald vorüber sei, und dann war's soweit: Ich hatte meinen ersten Funkbericht hinter mir. In der Pause vor dem zweiten Teil des Abends wurden die Stimmen des Publikums, des Preisrichters über unsere Leistungen, in Urnen eingesammelt und ausgezählt. Der zweite Teil hatte schon begonnen, als der Zuschauerraum, in den wir Wettbewerber uns hatten begeben dürfen, wieder beleuchtet und wir aufgefordert wurden, auf die Bühne zu kommen. Beim Durchschreiten des Raumes hinter der Bühne hörte ich zu meiner größten Freude, daß der erste Preis auf mich gefallen war. Das Publikum begrüßte uns freundlich und der Leiter der Kreisgruppe Gießen des RDR. sprach Worte des Dankes für die Teilnehmer am Wettbewerb und die mühevolle Arbeit der Schiedsrichter. Er hoffe, sagte er, daß der Sieger den Kreis Gießen beim Bezirks-Ausfchei- dungskampf am Reichssender würdig vertreten werde. Aber der zweite Teil des Wettkampfes sollte doch einige Schwierigkeiten mehr bieten. Ich erhielt vom Reichssender Frankfurt die Aufforderung, mich am 3. Juli 1935, 9 Uhr, im Ufatheater im Schwan zu Frankfurt einzufinden, wo die Vorprüfungen und der Ausscheidungskampf für die Gaue Hessen- Nassau, Kurhessen, Koblenz-Trier und Saar-Pfalz stattfinden sollten. 52 Wettbewerber fanden sich ein. Da kamen sie aus Saarbrücken, aus der Pfalz, von Mannheim, Ludwigshafen, von Offenbach und Alzey, vom Hunsrück, vom Rhein, selbst aus der Kasseler Gegend und ich aus O b e r h e s s e n. Manche mußten wegen der langen Anfahrt schon Samstags in Frankfurt fein. (Die Unkosten wurden vergütet.) Und wer waren die Teilnehmer? Da stand der Arbeitsdienstmann neben dem Lehrer, der Student neben dem Journalisten, der Hitlerjunge beim SA.-Mann, standen Angehörige der freien Berufe, ein Küfermeister aus Nierstein, Beamte — kurz: ein bunt zusammengewürfelter Haufe. Die Prüfungen zogen sich von 9 bis 14 Uhr hin. Den Wettkampfteilnehmern wurde ein besonders zusammengestellter Film nach Art der Wochenschauen vorgeführt, jedoch ohne Beschriftung und ohne Tonübertragung. Der Film zeigte hintereinander Szenen aus eknem Pferderennen, großen nationalsozialistischen Versammlungen und Eröffnungsfeierlichkeiten, eine Waldlaufmeisterschaft, einen Autounfall, Sturmfluten, Sandstürme, Bildberichte aus industriellen Betrieben und anderes mehr. Man rief uns dann in der Reihenfolge der gezogenen Losnummern in den Zuschauerraum. Dort mußte jeder über einen der Bildabschnitte, die in der Reihenfolge der Los-Nummern abliefen, einen Bericht von vier Minuten Dauer sprechen. Das Preisgericht bestand bei dieser Prüfung aus dem Sendeleiter des Reichssenders Frankfurt, dem Gaufunk- wart der NSDAP., zwei Rundfunkfachleuten und zwei Vertretern des Reichsverbandes deutscher Rundfunkteilnehmer. Maßgebend für die Wertung der Berichte waren die Art des gezeigten Films, die Aussprache, Redesicherheit und der geistige Aufbau. Ich hatte wieder einmal Glück! Als einziger aus Oberhessen konnte ich mich bis zu den zehn ersten Siegern durchsetzen. Aus dem Gau Hessen-Nassau hatte das gleiche freundliche Schicksal neben mir nur noch ein Volksgenosse aus Offenbach. Wir zehn Sieger hatten nun Gelegenheit, die funktechnischen Einrichtungen des Reichssenders Frankfurt kennenzulernen. Unter fachkundiger Leitung besichtigten wir die Senderäume, den Sendesaal, die Plattenschneiderei (das ist die Abteilung, in der die Wachsplatten geschnitten werden), den Empfangsraum für die Sendungen anderer Sender. Ueberall herrschte peinlichste Sauberkeit und Ordnung. Gespenstisch leuchteten hier und da rote Lichtzeichen auf, die zur Ruhe mahnten. Am Nachmittag hatte jeder der zehn Sieger einen richtigen Funkbericht zu sprechen, der drei Minuten dauern durfte, auf Wachsplatten ausgenommen wurde und am kommenden Samstagabend zwischen 21 Uhr und 21.30 Uhr, zusammen mit den Berichten der neun anderen Teilnehmer am Bezirksausscheidungskampf anläßlich eines Bunten Abends in Bad Homburg vom Reichssender Frankfurt und seinen Nebensendern ins „Weltall" gesendet wird. Sehr verschiedenartige Stätten Frankfurts waren Schauplatz der Aufnahmen, die überall schaulustige und wißbegierige Zuschauer anlockten. Alle Hörer der Uebertragung am Samstag sind aufgerufen, bis zum Dienstag, 16. Juli, dem Reichssender Frankfurt a. M. mitzuteilen, welchen Sprecher sie für den Besten halten. Der Glückliche, der die meisten Stimmen auf sich vereinigt, hat die Berechtigung, im August die „Große Funkausstellung" in Berlin besuchen zu dürfen und am Endkampf des Reichs - Rundfunksprecher - Wettbewerbs 1935 teilzunehmen. Oberheffen. Oie Arbeit eint Stadt und Land. In dem Kernsatz unseres Führers Adolf Hitler: „Deutschland wird ein Bauernreich sein, oder es wird nicht sein" ist eine tiefe lebensgesetzliche Wahrheit enthalten. Der Bestand unseres Volkes kann für die Zukunft nur als gesichert angesehen werden, wenn wir uns auf die Kräfte besinnen, die ein Volk erhalten. Der Ethos der Arbeit ist der Drehpunkt aller für das Wirtschaftsleben eines Volkes notwendigen Ueberlegungen. Durch den Nationalsozialismus wurde jedem einzelnen Volksgenossen und jedem Stand der Platz in der Volksgemeinschaft angewiesen, an dem er seine Aufgabe für die Volksgemeinschaft, für das Bestehen des Ganzen zu schaffen hat. Das Recht auf Arbeit, das jedem zugebilligt wird, verpflichtet zu guter Arbeit und zur Wertschätzung und Achtung der Arbeit eines anderen Teiles der Volksgemeinschaft. Cs muh von jedem verlangt werden, daß er feine Pflicht dem Ganzen gegenüber ohne Ansehen des Ertrages tut. Der Bauer braucht in unserer heutigen Wirtschaft den Arbeiter. Er schafft ihm Mittel für die Durchführung seiner hohen Aufgabe. Der Arbeiter ist aber auch auf den Bauer angewiesen, der ihm die Lebensmöglichkeiten in unserem Vaterlande gibt. Einer ohne den andern kann nicht bestehen. Städter und Bauer gehören einer Schicksalsgemeinschaft an. Die Aufgaben der einzelnen Stände hierbei sind verschieden, aber alle Arbeit hat sich den Gesetzen des Ganzen unterzuordnen. Jeder Stand hat bestimmte Arbeiten zu erfüllen, aber in dieser Teilung des Schaffens liegt nicht Trennendes. Von der umschließenden Ganzheit des Volkes her bekommt jede Arbeit ihren sinnvollen, ethischen Inhalt. Die bindende Idee des Volkstums, die der Nationalsozialismus in unser Volk hineingetragen hat, macht es notwendig, daß alle Arbeit nur einem Ziele dienstbar gemacht wird: der Erneuerung und Gesundung unseres Volkes! Mögen Aufgaben und Arbeiten grundverschieden fein, alle Kräfte haben sich durch die blutgebundene Schicksalsgemeinschaft zum Gedeih unseres Volkes auszuwirken. Nur in der Achtung und Ehrung des anderen Standes und der Wechselbeziehung der einzelnen Stände untereinander liegt die Gewähr für das Wohlergehen unseres Volkes in der Zukunft. lleberreichung der Kriegsehrenkreuze in Butzbach. + Butzbach, 10. Juli. Im festlich geschmückten großen Saale des „Hessischen Hofes" wurde gestern abend eine Veranstaltung abgehalten, die als eine der schönsten Feiern der letzten Zeit angesehen werden darf. Die Bühne hatte herrlichen Blumenschmuck aufzuweisen und von den Wänden prangten die Fahnen des alten und neuen Reiches. Es fand die feierliche Ueberreid)ung der Kriegsehrenkreuze an die Kriegsteilnehmer statt. Eine Reichswehrkapelle hatte die' musikalische Ausgestaltung unter der Leitung von Herrn Wanitzeck übernommen. Nach einem Eingangsmarsch sprach zunächst der Bürgermeister, Dr. Mörschel, in einem Vorspruch den Gedanken aus, daß die für das Vaterland gefallenen Männern nicht vergessen werden dürften. Zwei weitere Märsche wurden von der Musik unter Mitwirkung des großen Soldatenchores zum Vortrag gebracht, woran sich nach einer längeren Ansprache Dr. Mörschels die Verleihung der Ehrenkreuze an rund hundert Frontkämpfer anschloß. Der Redner betonte besonders: über zwei Millionen der besten Feldgrauen hätten ihr Leben für Heimat und Vaterland geopfert, 400 Braunhemden seien in den Tod gegangen für den Führer und die nationalsozialistische Bewegung, damit Deutschland nach der jahrelangen Schmach, Erniedrigung und Demütigung wieder lebe. Den Toten wurden einige stille Sekunden gewidmet, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte. Dann erklang das gemeinsam gesungene Lied: „O Deutschland hoch m Ehren". Nicht nur die Geehrten, sondern die Gliederungen der Partei und sämtliche andere Orgam- fationen waren stark vertreten. Nach einer kurzen Pause erfolgte, ebenfalls von Bürgermeister Dr. Mörschel, die Uebergabe der Flaggen für die Fanfarentrompeten. Es sind dies acht herrliche Flaggen aus bester rot-weißer Seide hergestellt, die auf der einen Seite das Hoheitszeichen der Wehrmacht und auf der anderen das Butzbacher Stadtwappen, ebenfalls in Handstickerei angefertigt, tragen. Gestiftet wurden die kostbaren Verzierungen der Fanfaren von Butzbacher Firmen, edlen Gönnern und Freunden. Bürgermeister Dr. Mörschel überreichte sie dem Kommandeur, Oberstleutnant Offenbächer, mit den Worten: „Mögen diese Fanfaren Zeugnis ablegen von dem gegenseitigen Vertrauen zwischen Stadt und Wehrmacht, zur Förderung und Vertiefung der Weltanschauung und beitragen zum Aufbauwerk des Führers." Oberstleutnant Offenbächer dankte für das kostbare Geschenk und übergab es den einzelnen Trompetern, worauf bei zwei Fanfarenmärschen für Heroldstrompeten und Kesselpauken die neuen Flaggen ihre erste Verwendung fanden. Nach weiteren Märschen, gemeinsamem Liede und einem großen Soldatenlieder-Potpourri mit Orchester und Soldatenchor wurde die Veranstaltung geschlossen. Eine Töpferei für das Heimatmuseum. Lpd. Büdingen, 10. Juli. In dem benachbarten Dorfe Wittgenborn erwarb der Büdinger Geschichtsverein eine vollständige Töpferei- einrichtung, wie sie seit Menschengedenken in der hiesigen Gegend in Gebrauch stehen. Mit dem letzten Töpfermeister Hix, der wegen hohen Alters seinen Beruf aufgeben mußte, stirbt auch dieser Zweig der alten Töpferhandwerkerkunst im Büdinger Land aus. Landkreis Gießen. * Watzenborn-Steinberg, 10. Juli. Am Sonntag unternahm die evangelische Frauenhilfe in Stärke von 120 Frauen in drei großen Omnibussen der Post ihren diesjährigen Ausflug nach der Burg Greifenstein. Alle Teilnehmer kamen gut auf ihre Kosten. Außer den prachtvollen Landschaftsbildern, die sich dem Auge barboten, wurde der Dom und das Lottehaus in Wetzlar besehen. Nach der Kaffeepause in Greifenstein wurde dort die Burgkirche eingehend besichtigt. Zum Schluß stattete man auf der Rückfahrt auch Hohensolms noch einen kurzen Besuch ab, um dann, wie vorgesehen, gegen 20 Uhr wieder in der Heimat anzukommen. <> Harbach, 9. Juli. Auch in der hiesigen Gemarkung ist nun die Heuernte beendet. Das Ergebnis ist qualitativ und quantitativ vorzüglich. Selbst auf den trockensten Wiesen war infolge des rechtzeitigen Regens der Graswuchs durchaus be- friebigeno. Winter- und Sommerfrucht versprechen einen sehr guten Ertrag. Ebenso ist der Stand der Hackfrüchte ausgezeichnet. Allerdings fehlt ein durchweichender Regen. Die Kirschenernte läßt dagegen sehr viel zu wünschen übrig. Die Bäume besaßen im Frühjahr einen Blütenreichtum sondergleichen und versprachen eine Rekordernte. Durch die kalten Mainächte wurden jedoch die Früchte vollkommen vernichtet. Noch nicht einmal eine Kostprobe fällt für die enttäuschten Besitzer ab. + Grünberg, 10. Juli. Seit Pfingsten ist die Reichsstraße Gießen — Als*feld von der Abfahrt nach Queckborn über Grünberg bis Mücke wegen Ausbesserungsarbeiten für den Verkehr g e - sperrt. Bis jetzt sind die Vorarbeiten, wie Aufreißen der Straßendecke und Walzen der Neueindeckung soweit beendet. Gleichzeitig sind dabei sämtliche Kurven an ihren Außenseiten stark erhöht worden. Seit Montag ist nun am hiesigen Bahnhof eine maschinelle Anlage in Tätigkeit, welche den Asphaltbelag herstellt, der dann sofort mit Lastkraftwagen an die Baustelle befördert wird. An einzelnen Stellen der Straße, besonders solche mit starken Steigungen, ist Kleinpflaster vorgesehen. Ebenso wird auch die ganze Ortsdurchfahrt Grünberg, soweit dies noch nicht der Fall ist, Kleinpflaster erhalten. Dasselbe beginnt dann schon am Sportplatz, westlich der Stadt, und endet erst einige hundert Meter am Ostausgang der Stadt, kurz vor der Zufahrt zum Waldschwimmbade. Kreis Alsfeld. Homberg, 10. Juli. Im „Hessischen Hof" fand dieser Tage eine Versammlung der Neuhaus- und Eigenheimbesitzer statt, zu der die Ortsgruppe Homberg der Eigenheimbesitzer eingeladen hat. Der Vorsitzende Postschaffner Seitz (Homberg) eröffnete die Versammlung. Anschließend sprach der Bezirksführer in Oberhessen, Herr Bräutigam (Bad-Nauheim), eingehend über die Sorgen und Nöte der Neuhaus- und Eigenheimbesitzer und schilderte im einzelnen die Ursachen der Entwicklung. Er wies darauf hin, daß für Hessen 900 000 Mark für notleidende Neuhausbesitzer zur Verfügung gestellt worden seien. In seinen weiteren Ausführungen gab er von den Möglichkeiten des organisatorischen Zusammenschlusses der Neuhaus- und Eigenheimbesitzer Kenntnis und gab ferner Aufklärung über die Möglichkeiten der Behebung der Nöte. Aus der Versammlung heraus wurden zahlreiche Fragen gestellt, die der Redner beantwortete. Eine gemeingefährliche Geisteskranke. LPD. Mainz, 10. Juli. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde vor der Großen Strafkammer gegen die 43jährige Katharina Luise K r o ft, wohnhaft in Mainz, wegen wissentlich falscher Anschuldigungen verhandelt. Da ihr nach ärztlichem Gutachten der § 51 zur Seite steht, wurde sie zwar freigesprochen, aber ihre Unterbringung in eine Heil- und Pflegeanstalt verfügt, um die Allgemeinheit vor .ihr zu schützen. Schon seit dem Jahre 1927 bezichtigte die Angeklagte Personen, mit denen sie irgendwie in Berührung kam, bei den Behörden der schlimmsten Vergehen. Da niemand bei der Intelligenz der Angeklagten zunächst an fixe Ideen einer Geisteskranken glaubte, tarnen d i e Beschuldigten in die gefährlichsten Situationen. Auch in den jetzt zur Verhandlung stehenden Fällen wäre eine von ihr grundlos bezichtigte Frau beinahe samt ihrer Familie brot- und obdachlos geworden. Den in diesem Untersuchungsoerfahren tätigen Kriminalbeamten beschuldigte die Angeklagte, sie als Zeugin aufs schwerste mißhandelt zu haben, woran aber kein wahres Wort ist. Sie griff Richter und Sachverständige an und erhob in ihrem Wahn gegen sie die häßlichsten Anwürfe. Preußen. Grohfeuer im Taunus. Usingen, 10. Juli. (LPD.) Am Dienstagnachmittag entstand in dem Schuppen des Gemeindewegewärters Wirth in Wehrheim Feuer, von dem auch die angrenzende Scheune ergriffen wurde. Als die Feuerwehren aus Wehrheim, Ufingen und Anspach eintrafen, hatte der Brand bereits auf die Scheune sowie auf die Nachbargebäude des Wilhelm Kleinschmidt übergegriffen. Beide Scheunen mit Stallungen brannten nieder. Das Wohnhaus Kleinschmidts ist durch Brand- und Wasserschaden erheblich beschädigt worden. Ein angrenzendes Sägewerk mit reichlichen Holzvorräten konnte gerettet werden. Die Besitzer, Wegewärter Wirth, war auf der Arbeit. Er konnte nach der Rückkehr von seinem Anwesen nur noch einen Trümmerhaufen vorfinden. Tagung desFrankfurterSondergerichtS LPD. Frankfurt a. TL, 10. Juli. Das Sonder« gericht beschäftigte sich in seiner Mittwochsitzung mit mehreren Fällen der Zuwiderhandlung gegen § 1 des Gesetzes vom 20. Dezember 1934 zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung. Ein 46jähriger Angeklagter, der sich im Kriege durch Tapferkeit ausgezeichnet hatte, aber gesundheitliche Nachteile erlitt, machte im Kreise von Kollegen herabsetzende Aeußerungen über die Frau eines unserer Minister. Das Gericht erkannte auf vier Monate Gefängnis. Wegen des gleichen Delikts erhielt ein 59jähriger, bisher unbestrafter Einwohner aus Mensfelden bet Limburg drei Monate Gefängnis. Strafmildernd kam in Betracht, daß der Angeklagte im Kriege feine Pflicht tat und sich auch vor der Machtergreifung für die nationalsozialistische Bewegung eingesetzt hatte. Ein Wiesbadener Einwohner, der früher wegen Schwachsinns entmündigt worden war, hatte in einem Brief unwahre Verleumdungen eines Regierungsmitgliedes ausgesprochen. Der seit Februar d. I. in Untersuchungshaft weilende Angeklagte wurde im Hinblick auf feine 61 Jahre und feine verminderte Zurechnungsfähigkeit zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Die Untersuchungshaft wird ihm angerechnet. Kreis Wetzlar. LPD. Wetzlar, 10. Juli. Vertreter der NS.-Dolkswohlfahrt statteten gestern der glücklichen Mutter der am Samstag geborenen Drillinge, Frau Schmidt aus Waldgirmes, einen Besuch ab und übergaben ihr allerlei nützliche Sachen: ein großes Paket mit neuer Babywäsche, mehrere Flaschen Wein, Büchsen mit kondensierter Milch, Biomalz und Stärkungsmittel aller Art. Die Besucher sprachen Frau Schmidt herzliche Glückwünsche aus und gaben ihr die Versicherung, daß die NSV. der Mutter und den Kindern auch weiterhin Hilfe und Förderung zuteil werden lasse, entsprechend der positiven Be- völkerungspolitik unseres Staates, der die Mutterschaft als einen hohen ethischen Dienst am Fortbestand unserer Nation betrachtet. LPD. Wetzlar, 10. Juli. Der 42 Jahre alte Reichsbahnbeamte Karl Dem aus Wetzlar kam mit feinem Fahrrad aus der Lahnstraße und rannte gegen einen Personenkraftwagen. Hierbei erlitt Dem so schwere Verletzungen, daß er kurze Zeit nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus g e - ft o r b e n ist. Dillkreis. LPD. Herborn, 10. Juli. Während erst in diesen Tagen eine Ehefrau in Waldgirmes von drei gesunden Mädchen entbunden wurde, erblickten nun auch in dem Westerwaldort Elkenroth Drillinge das Licht der Welt. Dem glücklichen Ehepaar Stock sandte der Führer ein Glückwunschschreiben sowie ein Geldgeschenk. 28. Rhönturnfest auf der Masserkuppe Am nächsten Sonntag wird äuf dem Berg der deutschen Fliegerei, der 950 Meter hohen Wafser- fuppe, das altbeliebte Bergfest des Gaues 12 Hessen zum 28. Male durchgeführt. Die Wettkämpfe, die auch offen sind für die Gaue 6, 13 und 16, üben feit Jahren eine besonders starke Anziehungskraft auf die Turner und Sportler aus, bildet die Höhe der Wasserkuppe mit ihrem Fliegerlager doch einen der schönsten natürlichen Wettkampfplätze Deutschlands. Es werden volkstümliche Mehr- und Mannschaftskämpfe ausgetragen, und zwar für die Turner in Oberstufe und Unterstufe ein Vierkampf (100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen, Keulenwurf), für die T u r n e r j u g e n d (15 und 16 Jahre) ein Dreikampf (75 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen), für die ältere Turnerjugend (17 und 18 Jahre) ein Dreikampf (100 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen), für die beiden Altersklassen Dreikämpfe (75 Meter, Weitsprung, Steinstoßen). Die Turnerinnen (über 18Jahre) bestreiten ebenfalls einen Dreikampf (75 Meter, Hochsprung, Kugelstoßen), während der Dreikampf der Jugend turnerinnen aus 75-Meter-Lauf, Hochsprung und Ballwurf und der Dreikampf der Knaben aus 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballweitwurf besteht. Dazu kommt noch ein Mannschafts-Mehrkampf, der sich aus einem Wehrmarsch ohne Gepäck, Keulenzielwurf und Hindernislauf «zusammensetzt und zu dem alle Wehroerbände sowie alle dem Reichsbund für Leibesübungen angefchlossenen Vereine teilnahmeberechtigt sind. Bei den 4X100 = M est e r - S t a f f e l n der Turner und der Jugend und der 100-Meter-Scherzstaffel der Knaben winken wertvolle Wanderpreise als Siegespreise. ... und das 82. Feldbergfest. Erstmals ein Fest der Turner und Sportler. Das Feldbergfest, das älteste deutsche Bergfest, wird in diesem Jahre am 21. und 22. Juli auf der sagenumwobenen Taunushöhe zum 82. Male durchgeführt. Die volkstümlichen Wettkämpfe find in diesem Jahre nicht nur offen für alle Vereine der DT., sondern erstmals auch für alle Vereine, die dem Reichsbund für Leibesübungen angeschloffen sind. Obwohl die Meldefrist erst mit dem 14. Juli abläuft, liegen bereits fast 1000 Meldungen vor. 1. Gautennisturnier in Gießen. Zugleich mit dem Gaufeste des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen, das in der Zeit vom 2. bis 4. August in Gießen abgehalten wird, findet auch das 1. Gau-Tennisturnier statt. Das Turnier beginnt am Freitag, 2. August, um 10 Uhr, auf den städtischen Tennisplätzen hinter dem Schützenhaus. Zur Austragung gelangen je ein Einzelspiel für Frauen und Manner, ein Doppelspiel für Manner und ein Doppelspiel für Männer und Frauen. Die Leitung hat Gaufachamtsleiter Major S e e b o h m, Kassel-Wilhelmshöhe. Heinrich Preiß, bei der Saumeister- fchast im Straßenfahren. Am kommenden Sonntag wird in Kassel die Gaumeisterschaft im Einerstreckenfahren ausgetragen. Heinrich Preiß, der am vergangenen Sonntag die Bezirksmeisterschaft errang, wird sein Bestes ^ergeben, um auch in diesem Rennen, wo nur die Besten des Gaues startberechttgt sind, einen ehrenvollen Platz zu belegen. Woellke stößt 16,04 m! In Wünsdorf wurde auf dem Sportplatz der Heeressportschule ein Leichtathletik-Trainingswettkampf zwischen der Heeressportschule und dem Gau III im Fachamt für Leichtathletik ausgetragen. Hierbei gelang dem Berliner Woellke im Kugel, stoßen ein Wurf von 16,04 Meter. Damit stellte Wöllke den deutschen Rekord von Emil Hirschfeld ein. Oie Auslosung zum Oaviskampf Deutschland - Tschechoslowakei. Am Mittwoch wurde in Prag die Auslosung für den Davispokalkampf Deutschland —' Tschechoslowakei vorgenommen, die folgende Paarungen ergab: Freitag: Heinrich Henkel — Roderich Menzel, Gottfried von Gramm — Josef Gasca. Samstag: Doppel. Sonntag: Gottfried von Gramm — Roderich Menzel; Heinrich Henkel — Josef Gasca. Deutsche Tenniserfolge in Holland. Bei den Internationalen Tennismeisterschaften von Holland in Noordwijk tarnen die deutschen Vertreter zu schönen Erfolgen. Im Fraueneinzel schaltete Marieluise Horn die Holländerin Knotten- belt 6:2, 6:0 aus und Edith Sander siegte über Mechel-Holland 0.6, 6:2, 6:3. Nourney war im Männereinzel über den Holländer Boon 6:3, 6:0, 6:0 erfolgreich, dagegen unterlag der Mannheimer Dr. Buß seinem niederländischen Gegner Heynen in fünf Sätzen 6:4, 3:6, 7:5, 4:6, 6:4. Die 6. Etappe der „Tour". Nach einem Ruhetag in Evian wurde die sechste Etappe der Tour de France, die die erste Bergprüfung brachte, nach Aix les Sains über 207 Kilometer ausgefahren. Der junge Franzose Vietto überragte in den Bergen und holte sich einen Vorsprung von fast vier Minuten vor einer über 15 Mann starken Gruppe, der ihm den Etappensieg einbrachte. Hervorragend schnitten die beiden Deutschen Thierbach und Umbenhauer ab, die in der von Le Greves angeführten Gruppe einkamen und zusammen den 11. Platz belegten. Thierbach rückte durch sein gutes Abschneiden in der Gesamtwertung auf den neunten Platz vor. Kurze Sportnotizen. Die deutsche Schwimmer-Mannschaft, die am Sonntag in Paris gegen Frankreich gewonnen hatte, bestritt auf der Rückreise am Mon- tagabenö in Saarbrücken einige Wettbewerbe gegen SV. 08 Saarbrücken. Fischer, Heibel, Lenkitsch siegten glatt vor einheimischen Schwimmern. Die Wasser» ball-Nationalsieben errang einen überlegenen 16:3- (9 0)-Sieg gegen die Mannschaft von 08 Saarbrücken, Esser erhielt für feine Kunftfprung-Dar- bietungen starken Beifall. ♦ Das Olympische Festspiel mit 10 000 Mitwirkenden wird bei den Spielen 1936 in Berlin die Olympiade eröffnen. Bei dem Festspiel, bas die Verherrlichung olympischen Menschentums zum RM.2600 0 0 0 Ml * 8 ür Jüngere, vcm 21 bis 22 Das „Olympische Dorf" im Entstehen Liebe dumme Mama Automobil-Clubs nach Deutschland verbinden damit athletik-Meisterschaften AC. mit 1:56,1 Min. in Neuyork der Neuyorker auf. Die Serie der Großen Preise, die alljährlich in Europa und Afrika veranstaltet werden, nähert sich ihrem Höhepunkt, dem Großen Preis von Deutschland für Rennwagen, der am 28. Juli auf der klassischen Rundstrecke der Nordschleife des N ü r - burgringes ausgetragen wird. Wie alljährlich, so macht man auch jetzt die Erfahrung, daß unsere Konstrukteure sich zunächst die ersten Erfahrungen der Saison zunutze machen, um dann im Juli mit den Fahrzeugen antreten zu können, die tatsächlich das Höchste und Letzte an Vollendung bedeuten. Somit erwartet die gesamte europäische motorisierte Welt den Großen Preis auf dem Nürburgring mit ganz besonderer Erwartung. Die deutsche Industrie ist für dieses Rennen gerüstet. Mercedes-Benz hat allein fünf Wagen mit den Fahrern Caracciola, von Brauchitsch, Fagioli, Geier und Lang gemeldet, und nach den großen Erfolgen des Jahres — das Stuttgarter Werk hat bisher allein sechs „Große Preise" in dieser Saison gewonnen — werden manche Kreise auch jetzt in Mercedes die Favoriten erblicken wollen. Aber auch die Auto-Union ist an der Arbeit, sich für diesen Tag zu rüsten, und wenn man sich erinnert, daß Hans Stuck im vorigen Jahre den Großen Preis auf dem Nürburgring mit 123 Stdkm. gewonnen hat und daß das Werk heute mit vier Fahrern ins Rennen geht (Stuck, Varzi, Rosemeyer und Pietsch), die alle mit dem Nürburgring bestens vertraut sind, so weiß man, daß die Äuto-Union alles daransetzen wird, um am 28. Juli glänzend zu bestehen. Während man also in erster Linie mit einem scharfen Kampf der deutschen Marken zu rechnen Den Großen Preis von Berlin, der am kommenden Sonntag in Hoppegarten gelaufen wird, und mit 38 000 RM. eines der bestdotierten deutschen Galopprennen ist, dürfte voraussichtlich folgende acht Pferde am Ablauf vereinen: Janitor (Streit), Admiral Drake (Bridgeland), Denver (Elliott), Athanasius (Grabsch), Blinzen (Schmidt), Sturmvogel (Printen), Travertin (Zehmisch), Ehrenpreis (Narr). Deutsche Ruderer werden am kommenden Sonntag an der Regatta auf dem Bagsvaerd-See bei Kopenhagen starten. „Hansa" Hamburg trifft im Vierer auf den Europameister von 1933, Sorö- Roklub, der 1. Kieler RE. bestreitet den Leichtgewichtsvierer, „Wiking" Berlin den Junior-Achter. Von den einstöckigen Wohnhäusern, deren jedes 16. 20 oder 24 Betten enthält, werden insgesamt 140 Stück gebaut. Rund 3000 Gäste werden darin Unterkunft finden, immer zwei in einem Zimmer. Jedes Haus enthält reichliche Waschgelegenheit, einen Gemeinschaftsraum mit vorgelagerter Terrasse und einen Münzfernsprecher. In jedem Haus sorgen zwei Stewards für die leiblichen Bedürfnisse der Bewohner, soweit es sich nicht um die regelmäßigen Mahlzeiten handelt. Alle Häuser sind massiv aus Stein gebaut. Im Dorfe wohnen nur die männlichen Teilnehmer der Spiele, hie Mannschaftsführer und ihre Helfer, die Aerzte, die Masseure und Köche der Mannschaften. Die Frauen, die an den Spielen teilnehmen, erhalten ein eigenes Heim in unmittelbarer Nähe des Olympia-Stadions. Von jedem nationalen Olympischen Komitee können bis zu vier Mitglieder im Dorfe wohnen, auch werden einige von den Kampfrichtern hier untergebracht, die von den internationalen Sportoerbänden nach Berlin berufen werden. Ein Zwang zum Wohnen im Dorfe wird natürlich in keinem Falle ausgeübt: es steht jeder Mannschaft frei, wenn sie es vorzieht, sich in einem Berliner Hotel einzumieten. Die Mehrzahl aller Athleten wird sich aber wahrscheinlich im Dorf einquartieren. Aehnlich wie in einem großen Hotel erfordert die Versagung und Betreuung der 3000 Gäste im Olympischen Dorf einen umfangreichen Apparat von Sacheinrichtungen und Personal. Kein Hotelbetrieb der Welt aber steht unter so eigentümlichen Bedingungen wie unser Dorf: daß alle seine'Gäste junge Athleten sind, die um die höchsten sportlichen Lorbeeren dieser Erde zu streiten sich anschicken, Dle deutschen Schwimmer, die am kommenden Wochenende in Budapest den Länderkampf gegen Ungarn bestreiten werden, sind: Sietas, Fischer, Küppers, Freese, Storck und Esser für die Einzelwettbewerbe, Gaucke, Fischer, Nüßke und Heibel für die 4X200-m-Staffel, und Klingenburg, Dr. Schürger, Gunst, Pohl, Schlüter, Schirrmeister und Allerheiligen für das Wasserballspiel. Anhalt hat, wirken in den Tanzgruppen auch die Palucca, Harald Kreutzberg und Mary Wigman mit. sehr groß. Mehrere ausländische beabsichtigen, zum Großen Preis zu kommen. Viele Automobilisten eine Reise nach Deutschland. Eine neue Weltbestleistung in der Schwedenstaffel stellte bei den amerikanischen Leicht- ^yzeum. Der Kursus in Lollar wird verlegt; die genaue Uebungszeit wird noch bekanntgegeben. feinen drei Stockwerken und einer benutzbaren Bodenfläche von 11700 qm das größte Gebäude des Dorfes. Nicht weit vom Eingangsgebäude auf dem nordöstlich davon gelegenen Hügel wird ein großes „G e m e i n s ch a f t s h a u s" errichtet, das zum geselligen Treffen und für kleinere Veranstaltungen der Nationen bestimmt ist. Seine Säle werden den Tag über auch als Uebungsstätten dienen, z. B. für Ringer und Gewichtheber. Die wichtigsten Uebungs- gelegenheiten jedoch liegen auf der kleinen Hochebene an der Nordostecke. Der Sportplatz, der genau die Ausmaße der Kampfbahn im Olympischen Stadion hat, wird von einer Schwimmhalle mit einem 25-Meter-Becken und einer Turnhalle flankiert. — Für den ärztlichen Dienst wird an einer ruhigen Stelle des Dorfes ein besonderes Haus eingerichtet. Nach dem Vorbilde von Los Angeles wird das Olympische Dorf ein „Dorf ohne Frauen" sein. Nicht nur insofern, als keine Besucherinnen eingelassen werden, sondern auch das gesamte Personal wird sich nur aus Männern zusammensetzen. Die Stewards und das Küchenpersonal — etwa 400 Mann — wird der Norddeutsche Lloyd stellen. Mehrere hundert Berliner Jungen unterziehen sich jetzt schon freiwillig besonderem Sprachunterricht, um in den 150 Wann starken „Ehrendienst" ausgenommen zu werden, der den Dorfbewohnern für kleine Botengänge, Besorgungen, Führungen usw. zur Verfügung stehen soll. Der Reichskriegsminister als Hausherr des Olympischen Dorfes wird der Mannschaft jeder Nation einen ihrer Sprache mächtigen jungen Offizier beiordnen, der ihr kameradschaftlicher Betreuer, Berater und Helfer sein soll. So hoffen die deutschen Organisatoren der Olympischen Spiele, daß alle erdenklichen Vorbedingungen vorhanden sein werden, um das Olympische Dorf allen, die darin wohnen werden, zu einem wohltätigen und freundlichen Aufenthalt werden zu lassen und um ihnen etwas von jenem Erlebnis herzlicher Kameradschaft und sportlicher Solidarität zu vermitteln, das über die Klüfte verschiedener Sprache und Nationalität hinweg sich noch immer eingestellt hat, wo sportbegeisterte Jugend zusammenkam. hat, kommt das Ausland mit neuen Wagen zum Nürburgring, die zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schon als sehr ernste Konkurrenz anzusprechen sind. Da ist in erster Linie die Scuderia Ferrari mit dem neuen Alfa-Romeo-Wagen zu nennen, dann die Scuderia Subalpina mit dem neuen 16-Zylinder-Maserati. Bugatti wartet offenbar den Großen Preis von Belgien noch ab, um seine letzte Entscheidung für den Nürburgring zu treffen. Recht beachtlich aber ist auch das Auftreten der English Pacing Automobiles Ltd., die mit zwei neuen Era-Wagen erscheint, einem Zweiliter-Grand- prixwagen, wofür Mays und der deutsche Rennfahrer von Delius verpflichtet wurden. Bei dem glänzenden Abschneiden dieser Wagen gelegentlich des Eifelrennens muß man diese Fahrzeuge als recht aussichtsreich bezeichnen, zumal der robuste Motor und die ausgezeichneten Bremsen auf der Rundstrecke des Nürburgringes eine volle Kraftentfaltung des Motors gestatten. Auch einige Prioa^ahrer kommen noch zum Nürburgring, so der Budapester Hartmann auf Maserati, der Schweizer Rue sch auf Maserati. Mit einigen anderen Fahrern schweben zur Zeit noch Verhand- lunaen. Man rechnet mit etwa' 24 Wagen am 28. Juli am Startplatz des Nürburgringes. Schon heute ist, wie aus den hundertfachen Anfragen, die dauernd bei der Nürburgring-Verwal- tung eingehen, das Interesse im In- und Auslande Oer „Große preis von Deutschland". Oer Höhepunkt im Auto-Rennsport. — Bereits 20 Nennungen. Für die Weltmeisterschaften im Radfahren, die vom 10. bis 18. August in Brüssel stattfinden, haben bisher Frankreich, Italien und Belgien ihre Meldung abgegeben. Deutschland hat offiziell noch nicht genannt, wird aber mit einer vollständigen Mannschaft in Brüssel vertreten sein. * Erwin Sietas, der deutsche Europameister im Brustschwimmen, zog sich im Langener Schwimmstadion einen schweren Leistenbruch zu, der eine sofortige Operation notwendig machte. Die Operation verlies glatt, doch kann Sietas das Training erst nach Monaten wieder aufnehmen. In Budapest wird an Stelle von Sietas der Göppinger Schwarz die 200 Meter Brust schwimmen. * Der Karten-Vorverkauf für die Olympischen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen beginnt am 15. Juli. Von den 40 offiziell geführten Weltrekorden im Gewichtheben befinden sich nicht weniger als 16 in deutschem Besitz Holland in einem in Sportkurse des Sportamts Gießen „Kraft durch Freude". Das neue Sportprogramm für das Vierteljahr Auli — September ist eingetroffen und kann unentgeltlich auf dem Sportamt, Schanzenstraße 18, abgeholt werden. Aus den neuen Programmen ist alles Wissenswerte über die KdF.-Sportkurse zu ersehen. KdF.-Sportkurse erhöhen die Lebensfreude und machen stark und widerstandsfähig. Der Stützpunkt Gießen hat bisher folgende Kurse eingerichtet: Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam. Eintritt jederzeit. Dienstags von 19 bis 21 Uhr, Donnerstags von 16 bis 18 Uhr, Universitätssportplatz, Freitags von 20 bis 21.15 Uhr, Lyzeum, Dammstraße. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Ungarn schlug Amsterdam ausgetragenen Leichtathletikkampf mit 73,5 : 46,5 Punkten überlegen. Reiten. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 21 bis 22, Dienstags von 21 bis 22, Mittwochs von 20 bis 21, Freitags von 20 bis 21, Freitags von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs, Brand- platz. Für die Reitkurse Montags und Freitags von 21 bis 22 Uhr können noch Anmeldungen schriftlich mit Angabe der gewünschten Uebungszeiten auf dem Sportamt abgegeben werden. Fernruf 2919. Reichssportabzeichen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Donnerstags von 18.30 bis 20.30 Universitätssportplatz am Kugelberg. Dieser Kursus läuft vorerst über acht Stunden. Anschließend wird die Prüfung für das Sportabzeichen abgenommen. Erwerbt das Reichssportabzeichen! Leichtathletik. Für Frauen und Männer gemeinsam. Samstags von 15 bis 17 Uhr Universitätssportplatz am Kugelberg. Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19.30 Uhr Männerbadeoerein, Mittwochs von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr Volksbad Gießen, Samstags von 16 bis 18 Uhr Lollar, Lahnbad. Tennis. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19 und 19 bis 20, Dienstags von 6.15 bis 7.15 Uhr Tennisplätze am Schützenhaus. Für Fortgeschrittene werden Uebungsstunden ohne Lehrer eingerichtet. Anmeldungen schriftlich an das Sportamt. In den Gebühren für die Anfängerkurse sind Bälle, Schläger, Balljungengebühr und Platzbenutzung mit einbegriffen. Noch vor wenigen Monaten war auf dem Gelände des Olympischen Dorfes bei Döberitz wenig mehr zu sehen als zwei Probehäuser und eine kleine Schar von Arbeitern, die mit Schippen, Feldbahngleisen und Lorenzügen Erde und Sand bewegten und Bäume aus- und wieder eingruben. Jetzt stehen schon ganze Reihen der langgestreckten, einstöckigen Häuser unter Dach, fast täglich kann man verfolgen, wie die Mauern weiterer Häuserreihen unter hunderten fleißiger Maurerhände emporwachsen, und es , gehört gar nicht mehr viel Phantasie dazu, sich vorzustellen, wie das Ganze nach Fertigstellung — also nach dem 1. Mai 1936 — aussehen wird „Dotf“ ist ein fast zu bescheidener Name für diese, in der Well einzigartige Siedlung, die hier von der Wehrmacht des Reiches als ein Geschenk an die zu den Spielen der XI. Olympiade Berlin 1936 kommende Sportjugend der Welt angelegt wird. Ihr Umfang ist freilich nur der eines mittleren Bauerndorfes, nämlich 55 Hektar. Da über ein Viertel dieser Fläche von dichtem Walde bestanden ist, mit Kiefern, Birken und Eichen, und da weiterhin die natürlichen Vorzüge des Geländes — seine sanften Hänge und das liebliche Tal mit dem See darin, der Vogel- und Wildbestand — getreulich bewahrt und gehütet werden, wird man auch durchaus das Gefühl haben, hier auf dem Lande zu fein, inmitten freier Natur. Aber im übrigen möchte man angesichts der Planmäßigkeit der ganzen Anlage, der Vorkehrungen für alle Bequemlichkeiten heutigen Wohnens, der Kanalisation usw., doch mehr von einer Stadt reden. Nur für Frauen. Eintritt jederzeit. Donnerstags von 20 bis 21 Uhr fr“ ' ■ ~~ Uhr für Aeltere im Li Die Lieferung von 155 t Vafaltkleinpflafterfteinen 8/10 und 140 lfdm. Bordsteinen 20 cm hoch, 25 bis 30 cm lang und 10 bis 12 cm breit (Los I) und die Ausführung von Pflastererarbeiten (Los II) auf dem Bahnhof Wölfersheim-Södel der Strecke Fried- berg Hungen soll öffentlich vergeben werden. Angebote für Los I und II können, solange der Vorrat reicht, zum Preise von je 1 RM. (nicht Briefmarken) vom Reichsbahnbelriebsamt Gießen 1 bezogen werden. 4047D Vergebung unterliegt als Vergebung einer öffentlichen Stelle den Bestimmungen der Verordnung zur Ergänzung der Verordnung über Preisbindungen und gegen Verteuerung der Bedarfsdeckung vom 29. März 1935. Eröffnung der Angebote am 25. Juli 35, 11 Uhr. Reichsbahn-Betriebsamt Gießen 2. Gchöstenaericki Gietzen. Vor den Schranken des Gerichts hatte sich der I. G. B., geb. am 28. Juli 1892 in Frankfurt a. M., wohnhaft daselbst, zu verantworten. Der Angeklagte, der einen Viehhandel betrieb, ließ sich am 5. Dezember 1933 bei der Spar- und Darlehenskasse Wenings ein Konto einrichten und zahlte 1000 Mark ein. Bald danach hatten seine Scheckverpflichtunqen den eingezahlten Betrag überschritten und der Angeklagte wurde deshalb von der Sparkasse gemahnt, was zur Folge hatte, daß er kleinere Beträge einzahlte. Als schließlich die Kasse einen Gefälligkeitswechsel in Höhe von 3000 Mark diskontieren sollte, weigerte sie sich, da die eingezahlten Beträge bei weitem zur Deckung nicht ausreichten. Er ließ sich sodann bei der Landwirtschaftsund Gewerbekasse in Büdinaen ein Konto-Kor- rent eröffnen, und zahlte 500 Mark ein. Auch diese Kasse lehnte die Diskontierung des genannten Wechsels ab. Bei dem Abschluß der Viehkäufe übergab der Angeklagte den Landwirten jeweils einen Scheck mit dem Bemerken, daß sie ihr Geld von der Sparkasse in Wenings bzw. in Büdingen bekämen. Der Angeklagte hatte jedoch schon von seiner Geschäftseröffnung eine Schuld in Höhe von 2000 Mark und stand sozusagen mittellos da. Der Vertreter der Anklage beantragte eine Gefängnisstrafe von 7 Monaten unter Freisprechung in zwei Fällen. Das Ge- richt erkannte auf 3% Monate Gefängnis und stellte auf Grund des Straffreiheitsgesetzes vom 7. August 1934 das Verfahren ein. Das Gericht befaßte sich mit dem K. N. aus Wirtheim wegen versuchter Erpressung. Durch Strafbefehl wurde er zu 100 M k. Geldstrafe evtl. 20 Tagen Gefängnis verurteilt. Der dagegen eingelegte Einspruch hatte keinen Erfolg. Es blieb bei der erkannten Strafe. Rundsmtkprogramm. Samstag, 13. Juli. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.15: Fruhkonzert. 8.10 Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. Heitere Verse von Wilhelm Schütz. 10: Sendepause. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauern- funk. 12: Mittagskonzert I. Buntes Wochenende 13: Nachrichten. Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht: Quer durch die Woche. 14.45: Aus der Wunderwelt der Natur. 15: Jugendfunk. Helfende Jugend. Hörspiel um einen Waldbrand. 16: Der frohe Samstagnachmittag. 18: Die Insel Reichenau. 18.20: Stegreifsendung. 18.30: Feierabend' im Arbeitsdienstlager. 19: Präsentier- und Parademärsche. 19.45: Die Wochenschau des Zeitfunks. 20: Nachrichten. 20.10: Bunter Abend mit Rundfunksprecher - Wettbewerb. Reichsverband deutscher Rundfunkteilnehmer mit Reichssender Frankfurt. 22.30: Nachrichten. 22.45: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Tanzmusik zum Wochen- ende. 24 bis 2: Nachtmusik. Landsknechtlieder und Balladen. Lichtspielhaus Gießen Ab heute Donnerstag der neue Lustspiel-Schlager der „Bavaria mit den besten Darstellern: Hermann Thimig Luise Ullrich Theo Lingen Leop. Konstantin Gustav Waldau denen alle Neugier der Umwelt, Autogrammjägerei und sonstige Störung ferngehalten und jede Möglichkeit gegeben werden muß, sich seelisch und körperlich auf diese schwere Probe für Nerven und Muskeln vorzubereiten. Die Zentrale der Dorfverwaltung wird in dem Eingangsgebäude untergebracht. Hier residiert der Dorskommandant, und hier sind die Räume für einige Abteilungen der Dorfoerwaltung: das Rechnungswesen, die Hausverwaltung, die innere Organisation, den Transport- und Gepäckdienst und die sporttechnische Abteilung, der die Hallen und Plätze, die Geräte und die Organisation des Uebungs- betriebes unterstehen. Sehr wichtig ist dabei die Arbeit der Transportabteilung, die den Verkehr der Dorfinsassen von und zum Reichssportfeld und zu den Uebungsstätten außerhalb des Dorfes zu bedenken und zu besorgen hat. So enthält das Eingangsgebäude insgesamt 75 Zimmer für die Verwaltung, von denen allerdings mehr als die Hälfte den INann- fchaftsführern der Rationen als Diensträume und zum Empfang von Besuchern zur Verfügung stehen werden. Die „Halle der Nationen", an der die Dienstzimmer der Mannschaftsführer liegen, wird besonders schön ausgestattet. Im Eingangsgebäude sind des weiteren vorgesehen eine Post- und Bankstelle, eine Gepäckaufbewahrung, fünf Läden für den Bedarf der Dorfinsasfen und die Räumx für den Betrieb eines großen öffentlichen Restaurants, das hauptsächlich den Besuchern des Dorfes dienen soll. Ein Teil der Dienststellen der Dorfverwaltung, Jngenieurdienst mit Klempnerei und Reparaturwerkstatt, Feuerwache, Fernsprechzentrale, Sanitätsdienst, Auskunftswesen, Gärtnerei, Wirtschaftsabteilung mit Einkauf und Lagerung, mit Wäschekammer und Wäscherei usw. hat seinen Sitz im Wirtschaftsgebäude, das am Ende der Ost-West- Achfe des Dorfes Bekrönung und Abschluß der ganzen Anlage bildet. In der Hauptsache dient dieses jedoch der Verpflegung der Dorfbewohner. Damit für jede Ration nach ihren Gewohnheiten von ihren eigenen Köchen gekocht werden kann, enthält es neben 38 Speifefälen 38 voneinander getrennte Küchen. Ls ist mit (Die heiratslustige Witwe) | Ein heiteres Lustspiel von gestern und B heute — von einer kleinen Mama und ■ einer großen Tochter. Vorher: I Beiprogramm und Ufa-Ton-Woche I Werktags: 4.00, 6.00 und 8.80 Uhr. - I Sonntags 3.00, 5.30 und 8.30 Uhr. .n„A WW Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige! Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. 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ManSfelderBergbau......... - Kokswerte.......... 6 Phönix Bergbau.............0 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl................8 Yi Vereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen .......... 0 Kaliwerke Aschersleben........5 Kaliwerke Westeregeln........ 5 Kaliwerke Salzdetfurth.....7% 3- G. Farben-Jnbustri».......7 Scheideanstall....... 9 Goldschmidt ..... 0 RütgerSwerte ............... 4 Metallgesellschaft........ 4 Philipp Holzmann........... 0 Zementwerk Heidelberg ..... 6 Cementwert Karlstadt.........* 119,5 227,5 114,75 88,75 18,25 129,5 127,5 154,75 239 111,25 123 115,5 95 - 118,75 227,5 113,75 87,25 18,25 129,5 152,75 237 112,25 122,25 115,5 95,5 113 118,9 123,5 227,5 115,25 89,25 18 129,75 127 200 155 111,25 121,75 116 95,5 118.25 124 227 115,5 89 18,13 128 126,25 197,5 154,25 112,75 123 117,25 95,5 Buenos Aires Brüssel..... Rio de Jan.. Sofia...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HelstngforS.. Parts...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien. Oslo.....; Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanten.... Prag....... Budapest ... Reu York .... 0,658 41,885 0,139 3,047 51,88 46,91 12,29 5,42 16,41 168,74 20,50 0,722 5,649 61,77 48,95 111,55 63,37 81,17 34,00 10,35 2,474 0,662 41,965 0,141 3,053 54,98 47,01 12,32 5,43 16,45 169,08 20,54 0,724 5,661 61,89 49,05 11,175 63,49 81,33 34,06 10,37 2,478 0,658 41,885 0,139 3,047 54,82 46,91 12,275 5,415 16,41 168,74 20,50 0,721 5,649 61,70 48,95 11,14 63,29 81,17 34,02 10,35 2,476 0,662 41,965 0,141 3,053 54,92 47,01 12,305 5,425 16,45 169,08 20,54 0,723 5,661 61,82 49,05 11,16 63,41 81,33 34,08 10,37 2,480 Berlin, 10 Juli Geld Äries " Amerikanische Noteu.............. 2,428 2 448 Belgische Noten.................. 41,72 Dänische Noten ................. 54'76 Englische Noten ................. 12 24 Französische Noten............... 16,36 Holländische Noten............... Italienische Noten................ 10“/uu Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten .............." 63,07 80,94 — Schweizer Noten................. 63,33 Spanische Noten................. Ungarisch« Note» 33^80