Nr.M Erstes Blatt 185. Jahrgang Samstag, ft. Mai 1935 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Eichener Familienblätter Hermatim Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche llniverfitatsvuch- und Steindruckerei R. 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Von Dr. Frick, Veichsminister des Innern. Ein Tag im Jahr gehört den deutschen Müttern. Den vielen Millionen Frauen, die Tag für Tag in nimmermüder Schaffensfreude in Haus und Hof, dem Mann, den Kindern, der Familie und damit dem ganzen Volke leben, gilt dieser Tag. Er soll ein Tag der Besinnung sein. Es ist kein Zufall, daß wir den Muttertag im Monat Mai feiern, wenn die Natur sich wieder erneuert, das junge Grün in Wald und Feld sprießt und prangt und die Ewigkeit des Aufer- ftehens, der Wiedergeburt in der Allmutter Natur allen sichtbar wird. Der Muttertag soll uns allen, die wir in täglicher Gewöhnung das Werk der Mutter empfangen, erinnern, wie erhaben und groß die Aufgabe der deutschen Frau ist. Die Mütter selbst sollen diesen Tag in stolzem Frohsinn feiern, ihrer Sendung und ihrer Mutterfreuden gedenkend, die Kinder aber sollen ganz besonders an diesem Tage sich der Ehrfurcht vor Mutter und Frau bewußt werden. Und jeder einzelne soll diesen Tag in festlicher Freude begehen, sich daran erinnernd, was wir den Müttern — unserer Mutter und der Mutter unserer Kinder — danken. Das ganze deutsche Volk soll sich an diesem Tage bewußt werden, wie schön und erhaben es ist, Mutter zu sein, und wie schön es ist, eine Mutter zu haben. Wie unendlich sind doch die Gaben, die eine gute Mutter an Haus und Herd, an Mann und Kinder verschwendet. Wer ermißt ihren großen Pflichtenkreis, und wie oft gehen wir an den täglichen Sorgen, Pflichten und Arbeiten der Frau achtlos vorüber. Wie leicht vergessen wir, was eine gute Mutter in ihrer höchsten und größten Pflicht, in ihrer Mutterschaft, in der Zeit des Werdens eines neuen Lebens und in der Pflege der Heranwachsenden Kinder an Sorgen und Aufgaben auf ihre Schultern nimmt. Viele, allzu viele Frauen müssen diese Pflichten in schwerer Not tragen. Viele Millionen Frauen sind neben ihrem Mutterberuf gezwungen, für die Erhaltung der Familie e r - werbstätig zu sein, und unendlich viele Frauen müssen das Mutterglück zeitlebens entbehren. Mehr als 11 Millionen Frauen find im Deutschen Reiche berufstätig. Das liberalistifche Zeitalter, das nun endgültig überwunden ist, hatte keinen Sinn für die Bedeutung der Frau im Volk und Staat und stand den Mißständen der Frauenarbeit teilnahmslos gegenüber. Der Nationalsozialismus hat auch auf dem Gebiete der Frauenarbeit unendliche Schäden zu heilen, die ihm das Erbe einer Üblen Vergangenheit hinterlassen hat. Sein Ziel ist es, die deutsche Frau wieder zum Mittelpunkt der Familie zu machen, sie wieder dem eigentlichen Beruf der Frau, Mutter und Erzieherin zu sein, zurückzuführen. Das ist nur durch Sicherung und Erweiterung des Nahrungsspielraumes des Volkes, durch Arbeitsbeschaffung für die Familienväter, durch Stärkung der Wirtschaftskraft der breiten Masse unseres Volkes möglich. Die Regierung Adolf Hitlers hat, seitdem sie an der Macht ist, ihre ganze Kraft zur Lösung dieser Aufgaben eingesetzt. Noch ist viel Arbeit nötig, um das gesteckte Ziel zu erreichen, aber unendlich vieles ist bereits besser geworden. Millionen Erwerbslose sind wieder an die Arbeitsplätze zurückgekehrt und in Millionen Familien ist neue Hoffnung eingekehrt. Aber die Frauenfrage, ine der Nationalsozialismus sieht, darf nicht nur von der materiellen Seite her betrachtet werden, sie ift, genau so wie alle anderen großen Fragen unseres Volkes, eine seelische Angelegenheit. Wie der Mann als Kämpfer der Bewegung der Volksgemeinschaft dient, sich ganz hingibt und in ihr, aufgeht, für sie kämpft und bereit ist, selbst fein Leben hinzugeben, so fordert unsere Zeit von der deutschen Frau, daß sie ihren Wirkungsbereich nicht allem in den engen Bezirken der Familie erblickt, sondern auch erkennt, daß sie der großen Familie der deutschen Volksgemeinschaft zugehört, der wir alle auf Gedeih und Verderb verschrieben sind. ~ ... Der Muttertag soll die deutsche grau auf ihre Stellung innerhalb des Volkes hm- lenken; er soll ihr das Bewußtsein geben, daß sie nicht nur Mutter im engsten Familiensinne fei, sondern auch d i e Trägerin der Zukunft unserer Nation, die Bewahrerin des Lebens der Art und Rasse unseres Volkes ist. So aufgefaßt, wird der Muttertag zu einem großen Bekenntnis der schicksalhaften Verbundenheit der grau mit dem Werden und der Größe der Nation. Der Muttertag soll ein Tag sein, an dem wir alle uns als die Kinder der Mutter Deutschland fühlen, deren treuester Sohn Adolf Hitler, der Führer in eine neue Zeit ist. r * DWML f K M < .« ~ $ (Aufnahme: E. Hase, grantfurt a. M.) Lunge Frau in Erwartung. Draußen weht an deinen wachen Sinnen Lärm der Welt vorüber und verrauscht Ohne Nachhall deinem Ohr-, es lauscht Ganz verzaubert tief nach innen Kann kein Mann begreifen was du weißt Und mit deinem Lächeln still besiegelst: Wie du, atmend, dich lebendig spiegelst. Weil dein Blutsirom zwiefach in dir kreist. Ginn her Familie. Von Dr. Wilhelm von Schramm Keine gamilie ist für sich selber da, keine um ihres eigenen Lebens willen bedeutsam, sondern jede nach Maßgabe ihrer Kräfte dazu verpflichtet, mit tüchtigen Männern und vorbildlichen grauen an der Zukunft unserer Volksgemeinschaft mit zu gestalten. Der Begriff der Volksgemeinschaft muß vor allem für den gamilienforfcher lebendige Anschauung werden. Denn er sieht ja am besten, wie jeder Teil, jeder einzelne durch die Ahnen mit dem großen Ganzen zusammenhängt. Er wird freilich auch dabei erkennen, daß der Volkskörper nicht aus einer gleichförmigen Masse besteht, sondern aus mannigfaltigen Gliedern, Organen und Unterorganen, von denen jedes feinen bestimmten Charakter hat. So ist auch die deutsche Volksgemeinschaft von Natur aus in Stämme gegliedert, die Stämme selber in lebendige Volksgruppen, wie etwa die Bajuvaren in Altbayern und Oesterreicher, und weiter find diese Volksgruppen in Sippen geteilt, die in bäuer- licben Gegenden noch einen starken Zusammenhalt bedeuten. Die gamilie schließlich ist die kleinste, aber wichtigste Zelle der Volksgemeinschaft. Durch ihre Männer empfängt die gamilie den Geist und Charakter, die Freiheit und Selbständig- feit, durch ihre Mütter jedoch hängt sie mit der Gesamtheit des Volkes, mit anderen Sippen und Arten zusammen, deren Blut sie dem eigenen anzugleichen hat — daher die häufige Spannung zwischen Schwiegersohn und Schwiegermutter! Diese Angleichung geschieht indessen im allgemeinen vollkommener als gemeinhin angenommen wird. Denn jede gesunde und starke gamilie hat durchaus nicht die Neigung, möglichst viele differenzierte Persönlichkeiten, sondern möglichst eindeutige Charaktere und gleichbleibende Typen hervorzubringen, welche Neigung in der Regel noch durch die bekannte „Kinderstube" verstärkt wird, die sich meist ausschlaggebender als alle späteren Lebenseinflüsse erweist. Der Einzelmensch nimmt auf diese Weise an einer Ordnung teil, die überhaupt erst ein soziales Zusammenleben ermöglicht. Jede gamilie hat ihren Charakter, ihre starken und schwachen Seiten und ein bestimmtes Maß von Lebensenergie. Sie hat auch gute und schlechte Seiten, unfruchtbare und schöpferische Perioden. Sie kann entarten, verderben und zugrundegehen wie jeder Organismus; fie kann alle Kräfte darauf verwenden, Besitz zu erwerben und Erworbenes zu vermehren — ja nur diese Art des Besitztriebes scheint einigermaßen erträglich, weil sie zugleich Kultur des Besitzes vermittelt, — oder aber ihr Sinn besteht darin, etwa einen großen Dichter, Künstler, Erfinder ober Gelehrten hervorzubringen, der bann alle geftaüenben Kräfte ber Ahnen noch einmal in einer gewaltigen Leistung zusammenfaßt. Das beweist bas Beispiel der Familie Goethe, die sich in Johann Wolfgang vollendete, um nach diesem Höhepunkt abaugleiten und auszusterben. Auch der politische Deutsche ist in neuer Zeit häufig der Sinn einer Familie. So sind auch die Führer der deutschen Freiheitsbewegung ganz offenbar das Ziel und der Sinn ihrer Familien gewesen, ohne daß sie für ihre spätere Bestimmung erzogen oder ausgebildet wurden — um so größer aber war die Kraft der Natur, die Energie, ber Gestaltungswille, der ihnen blutmäßig, von dem guten Geist ihrer Väter und Mütter verliehen wor- den war. Es ist gleichsam der politische Genius Seit dem Tage, da du jäh erblaßtest Vor dem Schicksal und dem großen Glück — Brausend strömte all dein Blut zurück. Daß du zitternd nach dem Herzen faßtest. Reichsminister Dr. Frick äußerte sich dann über die Frage der Frauenarbeit. Er sagte u. a.: In der Deutschen Arbeitsfront allein find mehr als 11 Millionen werktätiger Frauen zusammengefaßt. Fast zwei Fünftel aller Erwerbstätigen sind Frauen. Nach dem Weltkrieg ist die Frauenarbeit gewaltig gestiegen: Die Not der Nachkriegszeit hat Taufende Frauen gezwungen, an Stelle ihres Mutterberufes oder neben ihm einem Erwerb nachzugehen. Das ist vielfach eine Ursache von schlimmsten Folgen für die Familie und für die Frauen selbst geworden. Der ureigentlichste Beruf der Frau ist es nun einmal, als Mutter und Erzieherin der Kinder dem hohen Dienst an der Nation zu obliegen. Der Nationalsozialismus will daher die Frau in weitestmöglichem Umfange wieder der Familie zurückgeben. Darum hat die Reichsregierung bei allen Steuermaßnahmen, bei den Ehestandsdarlehen, bei der Besoldung ihrer Beamten, Angestellten und Arbeiter immer darauf Rücksicht genommen, die Lebenslage der Familien so zu gestalten, daß die Frauen nicht gezwungen werden, einem Beruf nachzugehen, sondern sich voll und ganz der Familie widmen können Ich bin überzeugt, daß die Mißstände auf dem Gebiet der Frauenarbett mit der Zett völlig ver« Keiner, der wie du erschauernd spürte Tief geborgen zarter Glieder Spiel — Seit dem Tage, da es Gott gefiel Und der Engel deine Stirn berührte. Hans Thyriot. schwinden werden. Die Reichsregierung strebt diesem Ziel unentwegt zu Die Voraussetzung dazu heißt: Schaffung eines größeren Lebensfpielraumes für die Familie. Diesem Ziele gilt der ganze Kampf der Regierung und alle ihre Maßnahmen. Allerdings wird es immer eine Anzahl B e - rufe geben, die ihrem ganzen Wesen nach den Frauen vorbehalten bleiben. Das sind aber auch Berufe, die weder soziale noch andere Schäden im Leben der Frau verursachen, Berufe, die ihnen zukommen und vorbehalten bleiben. Dr. Frick schloß, gerade die Düsseldorfer Ausstellung, wie die ganze gewaltige Gliederung der Reichsfrayenschaft beweise, wie wohltätig sich die Beseitigung der politischen Zerrissenheit auf dem Gebiete der Frauengliederung ausgewirkt habe. Jetzt erst werden die deutschen Frauen in vollstem Umfange zeigen können, was sie zu leisten imstande sind. Das Ziel der nationalsozialistischen Frauenschaft sei die Erziehung zur schlichten, volksbewußten, geistig und seelisch starken deutschen Frau, die sich ihrer hohen Stellung und Aufgabe als Mutter und Erzieherin des kommenden Geschlechts voll und ganz bewußt ist. Diese Erziehungsarbeit -u fördern und zu unterstützen, ist eine wichtige Aufgabe der Regierung Adolf Hillers. des Volkes selbst, der bis dahin ganz unbekannte Familien zu seinem Werkzeug ausersehen hat, ohne nach Stand und Besitz zu fragen. Die Familie Hitler ist hierfür das beste Beispiel. Wir wollen hier nur feststellen, daß sie wahrscheinlich niemals den Retter des deutschen Volkes geboren hätte, wenn sie nicht aus gesundem bäuerlichem Stamme entsprossen und einer bestimmten Landschaft verbunden geblieben wäre. Freilich hatte sie auch bereits an Stelle der bäuerlichen Verwurzelung eine gewisse Freizügigkeit erreicht, die indessen den politischen Werdegang des Führers entschieden begünstigte. Jedenfalls hat Adolf Hitler durch feine Familie eine starke bajuvarifche Volksnatur Untertan- und Donauländischer Prägung empfangen, durch die er eine stärkere Neigung zu Großdeutschland als zu dem habsburgischen Oesterreich gewann. Durch seine Familie gehörte er auch der bayerischen Ostmark zu, der wir die Ueberüefe* rung des Nibelungenliedes verdanken und eine lebendige Gegenwart nordischen Brauchtums, das sich gerade um Inn und Salzach in der katholischen Hülle bis in unsere Tage erhalten hat. So erschei- nen viele Eigenschaften des Führers als typische Eigenschaften des Volksschlags seine Familie: Seine Herkunft wurde für seine großdeutsche Tat von entscheidender Bedeutung, wenn auch der letzte Grund seiner Berufung, genialen Begabung und Auserwählung für den zergliedernden Verstand immer geheimnisvoll bleiben wird. Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers, hat feinen Vätern vielleicht noch mehr zu verdanken als Adolf Hitler. Eigentlich ist er Auslandsdeutfcherr fein Großvater, der geborener Wunsiedler war, ist 1849 aus Deutschland ausgewandert, er selbst in Aegypten, in Alexandrien, geboren, aber die Hetz haben trotzdem in drei Generationen nicht aufge» Aus dem Leben des deutschen Handwerks ßener 2Ii Aus .4 das und die vielen dienst. ' liche Arb Oer Storch. Eine wahre Geschichte. Schaffun v e r h ä l t n deutschen Frauenwerkes gewidmet. In praktischer Darstellung wird das Nebeneinander der zahlreichen Frauenverbände und daneben das jetzige klare Miteinander aller im deutschen Frauenwerk zusammengeschlossenen Frauenoerbände gezeigt. Alle Arbeitsgebiete des deutschen Frauenwerks werden in Einzelphasen anhand von Modellen, fesselnden Zeichnungen usw. lebendig dargestellt. Einen breiten Raum nimmt die Abteilung des Reichsmütterdienstes ein, wo in klarer Form die Mütterschulung und Erziehung vor Augen geführt wird. Eine weitere große Halle, die Gauhalle Düsseldorf, gibt in übersichtlicher Form einen Ueberblick über die Frauenarbeit eines Gaues, wie sie sich bis in die kleinsten Ortsgruppen hinein nach den Reichsrichtlinien auswirkt und wie sie vorbildlich sein soll für alle 32 Gaue. Es schließt sich eine kleine Ausstellung als Ehrenhalle für den Führer an. Ein weiter Raum ist der Darstellung der bayrischen ganz Der, und man wurde m den Dftpi werden { dem Ostp Problem; Feindschc von der Rede ist weil die dürfen, । der Ma persönlic rungen; Unhöfliä Damen, einfache, Brocken innerung anjubring Was au teratur ur Gefühl de schnittliche eine bur Noch einmal durfte Frau Reichel ihren Sohn sehen, wie in alten guten Tagen strich sie ihm noch einmal die wilden Locken zurecht — dann wurde sie ohnmächtig vor Schmerz. Der tote Soldat wurde nach Gnesen übergeführt. Unter allgemeiner Teilnahme der Bevölkerung fand seine Beisetzung auf dem heimatlichen Friedhof statt. Die Eltern fanden Trost in der Gewißheit, daß ihr Sohn, der dem Vaterlande sein Leben geopfert hatte, wenigstens in der Heimaterde schlummern durfte. Die seltsame Geschichte seiner Heimkehr aber blieb ungeklärt und einer der Beweise für Walten unerforschlicher Kräfte zwischen Erde Ewigkeit. neuem, mit dem Kinderbringer verbunden zu werden. Da kommt der Mutter ein rettender Gedanke. Sie schickt das Mädchen zum nächsten öffentlichen Fernsprecher und läßt von dort ihre Nummer anrufen. Als das Klingelzeichen ertönt, ruft sie Bübchen an den Apparat. „Ist dort Herr Storch?", ruft er hinein. „Jawohl, hier ist Storch". „Ist es nicht möglich, daß Sie noch ein Kind bringen?" „Be- daure sehr, aber es sind keine mehr da", lautet die Antwort. Da ist Bübchen sehr niedergeschlagen, denn er muß nun bis zum nächsten Jahr warten. Aber er ist trotzdem stolz darauf, daß er den Storch selbst gesprochen hat. So geschehen in einer Großstadt ... Der Name tut nichts zur Sache. unserem Leserkreise wird uns die folgende hübsche Geschichte erzählt: „Frau und Volk." Eröffnung der Düsseldorfer Ausstellung der AS.-Frauenschast. Auf d nach wel stehen di gewiesen Mutter । können, j Zum letzt Es ist b nimmt, r neigt. G das Wuni Seele auf stch über borgensten fcGonr Edererkc Mn fd fih M es i Weber ihr, ytem fj Mnis de bredji D ihrem Q* $ei V wieder schenket W> Äahr sms . 011 Alil A A & etni S#er h, »ft d MereKx P®ttuna r"* M n>r!9 r, } tieihi «eres 6 Andere Sv: imm-r S ?°n Ihr? 6|t ÖQg Men r- dieser I r 9ro| So sind auch die größten Persönlichkeiten des neuen Deutschland durch ihre Erbmasse bestimmt. Auch sie empfingen bei aller Begabung und Leistung von ihrer Familie die Erbanlagen, die unentbehrlich für ihre Sendung geworden sind. Was in Generationen vorbereitet, gehegt, gepflegt und ausgebildet wurde, das kommt nun Deutschland und seinem Neuaufbau zugute.. Die neuzeitliche Erbforschung und Biologie, die Rassenlehre und Familiengeschichte hat unsere Aufmerksamkeit auf Zusammenhänge gelenkt, die man im individualistischen Zeitalter vergessen hatte. Sie wird zwar mit ihren oerstandsmäßigen Mitteln nie ein Genie erklären oder eine schöpferische Persönlichkeit züchten können, aber sie wird doch helfen, einer besseren Aufzucht deutscher Menschen die Wege zu bereiten. Sie wird uns nachdenklicher machen und mit erneuter Ehrfurcht vor der Natur, dem Blut, der Zeugung und den Familienzusammenhängen erfüllen. Sie wird dazu beitragen, daß Liebe und Eheschließung als eine völkische Verpflichtung betrachtet werden. Sie wird erreichen, daß sich der Sinn der Familie im Sinne des Aufbaues erfüllt, sie wird der Selbstsucht entgegenarbeiten, die auch sie nur als ein Tummelplatz ihrer egoistischen Interessen betrachtete. Sie wird bis vor die Tore des großen Geheimnisses führen, hinter denen das Mysterium des Blutes von den ewigen Schicksalsmüttern, den Nornen, gehärtet wird. Zeitschriften. — lieber die Diätvorschriften bei fieberhaften Infektionskrankheiten kann sich jede junge Mutter im Maiheft der Zeitschrift „M u t t e r u n d K i n d" (Verlag Staude, Berlin W 30) orientieren. Sie findet hier eine genaue Einteilung und Vorschrift der einzelnen Tagesmahlzeiten. Sie findet Angaben darüber, was sie ihrem Kinde, fei es ein Kleinkind oder schon ein schulpflichtiges Kind, an Getränken, Suppen, Obst Kompott, Gemüse und an- deres mehr geben kann. Aus dem weiteren Inhalt wer- den Beitrage wie „Die Arbeit des Kindes ist das Spiel, Jwenc beim Einkauf", .Linderwagen. Jorgen „Angsttraume bei Kindern", „lieber bie , r^u?9 von Kindern in Erholungsheime", be- sondere Beachtung finden. Auch über das „Aus- pabenbud) der Hausfrau" findet die junge Mutter interessante Auszeichnungen. MS -Ms'' vielleicht" ■rv seiner 3>l1 zeichnend Generals, Deutschen ruhe nerd ginge, w« hört, blutmäßig Ostfranken zu sein und an der oberfräntischen Heimat festzuhalten: Nur die Großmutter war Schweizerin, aber der Vater Heß hat sich seine Frau, die Mutter des stellvertretenden Führers, wieder aus Oberfranken geholt. Er ist auch, als er zu Anfang des Krieges Aegypten verlassen mußte, in die Nähe der Vaterstadt seiner Ahnen, Wunsiedel, zurückgekehrt und hat, als er seinen Lunaenschuß 1917 in Alexanderbad bei Wunsiedel heilte, ererbte Erinnerungen seiner Familie erneuern können. Er bezeichnet Wunsiedel, wo seine Urahnen Schuhmachermeister gewesen sind, als seine Heimatstadt. In Rudolf Heß sind wieder in andrer Art als bei Adolf Hitler, aber nicht minder kräftig typische Eigenschaften seiner Familie zur Geltung gekommen. Obenan steht bei ihm die Treue zu Deutsch- land, die Treue zum Führer, die Treue zur Sache, wie sie nur ein Geschlecht hat entwickeln können, das drei Menschenalter hindurch die Verbindung mit seiner Heimat erhielt und immer wieder erneuerte Auch die Festigkeit seines Charakters kommt sicher aus denselben Quellen, denn es ist eine gewaltige Leistung des Blutes, in der Familie so lange allen undeutschen Einflüssen standzuhalten. Die seltene Verbindung von Weltweite mit dieser Heimattreue ist ebenfalls ein Erbgut feiner Familie, die ihre besten Eigenschaften in diesem Manne vollendete. Das Handwerk hat sich nach der nationalen Erhebung als eine Wirtschaftsgruppe gezeigt, die trotz ihrer Vernachlässiguna in der liberalen Zeit eine seltene Krisenfestigkeit bewies und infolgedessen auch als erste geschlossene Gruppe organisatorisch in die neue Wirtschaftsform überführt werden konnte. Die Arbeitsbefchaffungsmaßnahmen der Regierung sind natürlich dem Handwerk in sehr starkem Umfange zugute gekommen, so daß auch die wirtschaftliche Lage durch eine ruhige und stete Aufwärtsentwicklung seit zwei Jahren gekennzeichnet wird. Als Abschluß der organisatorischen Maßnahmen ist nunmehr auch die Eingliederung der Fachverbände durchgeführt worden, so daß das ganze Organisationsgebilde tm wesentlichen fertig dchteht. Die Fachverbände des Handwerks sind zu Reichsinnungsverbänden zufam- mengefchloffen, wobei die Möglichkeit besteht, Fachuntergruppen zu bilden, die aber keine eigene Rechtsstellung erlangen, sondern immer Glieder des Reichsinnungsverbandes bleiben, zu dem sie gehören. Somit sind alle Innungen, z. B. der Fleischer, Bäcker, Schmiede usw. zu Reichsinnungsoerbänden zusammengeschlossen, wobei von einer bezirklichen Untergliederung im Prinzip abgesehen wird. Fachuntergruvpe im Sinne dieser Ausführungen würde z. B. bei den Fleischern die Fachuntergruppe „Großschlächter" sein, aber es würde sich um eine unselbständige Untergliederung handeln, die z. B. nicht das Recht einer Beitragserhebung oder einer selbständigen Finanzgebarung besitzen würde. Die eigene Rechtspersönlichkeit besitzt unter allen Umständen nur der Reichsinnungsver- banb. Oie Stimme des Toten. Eine Geschichte zum Muttertag. Don O. G. Joerster. Es war im ersten Weltkriegsjahr. Auf dem großen Marktplatz der Garnisonstadt Gnesen sammelten sich täglich Truppen der verschiedensten Waffengattungen, um von hier aus den Vormarsch gegen die Russen anzutreten. An einer der in den Marktplatz einmundenden Straßen lag das Haus des Kaufmannes Reichel. Hier spielte sich in jenen Tagen eine Tragödie ab, welche die ganze Stadt in tiefe Erregung versetzte. Der älteste Sohn Reichels, der 18jährige Heinz, war im Oktober 1914 als Kriegsfreiwilliger ins Feld gerückt. Sein Regiment lag im Westen. Anfangs waren regelmäßig Briefe von ihm ein- getroffen, in denen sich die Heldengesinnung der R Regimenter spiegelte. Doch plötzlich blieben ichrichten aus, und die Eltern wurden von quälender Ungewißheit über das Schicksal ihres Sohnes erfaßt. Eines Tages traf ein Brief des Feldwebels feiner Kompanie ein. Der Inhalt dieses Schreibens war kurz und niederschmetternd: Heinz Reichel ist nach einem Sturmangriff nicht mehr ^urückgekehrt; die angestellten Ermittlungen ergaben, daß er wahrscheinlich schwerverwundet in französische Gefangenschaft gefallen ist... Auch ein Käme- rad des Vermißten schrieb an die Eltern. Er teilte mit, daß man das Gelände abgesucht, den Kameraden aber nirgends gefunden habe. Doch auch die Annahme, daß Heinz in Gefangen- schäft geraten sei, erwies sich als irrig. Denn Er- mittlungen, die mit Hilfe des Roten Kreuzes in französischen Lazaretten und Gefangenenlagern an- gestellt wurden, ergaben, daß ein deutscher (Befangener namens Heinz Reichel weder in Lazaretten noch in Lagern bekannt fei. Wie ein Alp lastete die Ungewißheit auf den unglücklichen Eltern. Die Hoffnung, ihren Sohn lebend wiederzusehen, schien gering. Die Mutter vermochte sich nicht zu fassen in ihrem unsäglichen Schmerz, als die Mitteilung des Roten Kreuzes eintraf. Ein Nestchen Hoffnung, das sich in ihrem Mutterherzen festgesetzt hatte, kämpfte noch gegen die trüben Tatsachen an, allerlei Vermutungen und Fragen blieben für sie noch offen, und die Phantasie ließ erschreckende und peinigende Bilder vor ihrer Seele erstehen, bis sich endlich alle Gedanken und Hoffnungen zu dem einen Wunsche vereinten, wenigstens die sterblichen Ueberrefte des geliebten Sohnes in heimatlicher Erde ruhen zu wissen. In der Nacht, die diesem Tage folgte, wurde Reichel durch ein Stöhnen feiner Frau geweckt. 2hm fielen die schreckhaften Traumgebilde ein, bie Zum Aufgabengebiet der Reichsinnungsverbände, die Wirtschaftsverbände im Sinne des Gesetzes vom 27. Februar 1934 lind, gehört die Beratung und Betreuung ihrer Mitglieder für das entsprechende Fachgebiet. Die gültigen Satzungen Der Reichsinnungsverbände werden alle Einzelheiten regeln. Zu den Aufgaben gehört auch alles, was man unter Preisgebarung und geordneter Wettbewerbs- fff6 fasten kann, wobei allerdings zu beachten ist, daß nach den bisherigen Anordnungen )es Reichswirtschaftsministers markt- und ) r e i s r e g e l n d e Maßnahmen ausfchei- ) e n. Die Reichsinnungsverbände werden auf dem Gebiete des Vergebungswefens wirken und die fachliche Ausbildung der Meister, Gesellen und Lehrlinge fördern. In diesen Rahmen ällt natürlich auch die Betreuung, Unterhaltung und Unterstützung von Fachschulen, Kursen und Vorträgen usw. Die Unter st ützunaseinrich- t u n g e n, die sich das Handwerk früher geschaffen hat, werden wahrscheinlich nach einer besonderen Regelung — vielleicht durch die Satzungen — eben- alls dem Aufgabengebiet der Reichsinnungsverbände unterstellt. in den letzten Wochen schon häufig seine Frau gequält hatten. Schon war er an ihr Bett getreten, um sie aufzuwecken — da hörte er, wie seine Frau mit klagender Stimme ein oft stockendes, aber doch deutlich zu verstehendes Selbstgespräch führte. „Heinz, mein lieber Sohn!" rief die Mutter mit leiser Stimme, „Heinz — wo bist du nur? Wir können dich nicht finden... Wo bist du? Antworte mir... ich flehe dich an ... antworte... !" Die Träumende schwieg. Wieder trat Reichel näher an ihr Bett, um sie zu beruhigen In dem matten Lichtschein einer Kerze konnte er ihr Gesicht beobachten. Es war gerötet. Die Augen waren ge- schlossen, aber die Lippen bewegten sich unaufhörlich. Von neuem murmelte sie unverständliche Worte. Plötzlich aber nahm die Stimme der Schlafenden einen anderen, tieferen Klang an. Reichel wurde non Entsetzen ergriffen. Denn er hörte aus dem Munde feiner Frau die Stimme seines Sohnes ... eine Stimme jedenfalls, die in Klangfärbung und Tonmelodie der seines Sohnes merkwürdig ähnlich war. Aufs tiefste erregt, beugte Reichel sich zum Bett feiner Frau hinunter, um die leisen, stoßweise her- vorgebrachten Worte zu verstehen. „Liebe Eltern", sagte die Stimme, „grämt euch nicht... Aber holt mich heraus! Die Franzosen — haben mich in einen Tümpel geworfen... ich war schwerverwundet... sie glaubten wohl, ich wäre tot... Es ist an der Straße nach B." Und nun folgte eine genaue Beschreibung der Lage des sumpfigen Teiches, dann brach die Stimme plötzlich ab.. 3n höchster Spannung hatte Reichel bas geheim- Ulsvolle und unerklärliche Zwiegespräch seiner Frau verfolgt. Erschüttert wandte er sich von der Schla- senden ab und sann über sein Erlebnis nach. Um nichts davon zu vergessen, setzte er sich sogleich an öen Tisch in seinem Arbeitszimmer und zeichnete alles auf, was er gehört. Erst am nächsten Morgen erzählte er feiner Frau davon. Frau Reichel wußte nichts von dem nächtlichen Geschehen, sie hatte zwar geträumt, ohne sich aber an Einzelheiten erinnern zu können. Kaum aber hatte sie die Geschichte erfahren, so stand ihr Entschluß unwiderruflich fest. Unverzüglich traf sie die Vorbereitungen zu ihrer Reise, um das Vermächtnis des Toten zu erfüllen, das die Dor- sehung auf seltsame Weise offenbart hatte. Mutterliebe überwindet alle Schwierigkeiten. So Öes auch der Mutter des vermißten Kriegs- ligen, mit einem Paß und einem Empfeh- lungsfchreiben des Landrates versehen, bis zur deutsch.französischen Grenze zu gelangen. Hier begannen neue Widerstände. Aber die Mutter ver- stand, ihr Erlebnis so überzeugend und eindringlich zu schildern, daß man sie passieren ließ und an die Zuständige Dienststelle verwies. Bübchen wünscht sich brennend ein Schwesterchen. „Kann denn nur", sagt er zur Mutter, „der Storch nicht auch bei uns ein Kind abgeben, wie neulich nebenan bei Adekens?" „Das kann er wohl, mein Jungchen, aber ich höre, daß der Storch dieses Jahr besonders viel zu tun gehabt hat und deshalb wohl 'em Kind mehr bringen kann." Kleine Pause. „Mutti, sag mal, wohnt der Storch in unserer Stadt?" „Jawohl, aber ich weiß nicht, wie man GN erreichen kann." „Mutti, wenn er hier wohnt, fo muß man ihn doch anrufen können." „Was fällt dir ein, wir können doch den Storch, der so be- schaftigt ist, nicht ans Telephon rufen!" Bübchen denkt nach. Er kann zwar noch nicht richtig lesen und schreiben, denn er geht noch nicht zur Schule. Aber er hat aus eigener Weisheit und mit dem, was er dem ein Jahr älteren Bruder ab- geguckt hat, die lateinischen Buchstaben kennenge- lernt und weiß sie sogar mit Verständnis zu Wär- tsrn zu verbinden, indem er sie nebeneinander In einer kleinen französischen Stadt erhielt Frau Reichel von einem Brigadegeneral die Zusage, daß man neue Nachforschungen nach ihrem Sohn an der von ihr bezeichneten Stelle anstellen würde. Sie selbst sollte das Ergebnis hier in der Stadt abwarten. Einiae Tage danach suchte eine Pionierabteilung das Gelände ab, das Frau Reichel angegeben hatte. Man fand nach der Beschreibung, die in jener Nacht die geheimnisvolle Stimme gegeben, den von Wei- dengebüfch umgebenen Tümpel und barg daraus nach längerem Suchen die Leiche eines deutschen Soldaten. Aus der Erkennungsmarke konnte fest- gestellt werden, daß es sich um Den Vermißten Heinz Reichel handelte. Ostmark gewidmet, dem Patengau des Gaues Düsseldorf. An die kulturelle Abteilung schließt sich die zweite Hauptabteilung der Ausstellung, die wirtschaftliche, in der zunächst in einer größeren Halle der Reichsnährstand ein interessantes und lehrreiches Material bietet. In der dann folgenden größten Halle des Ausstellungsgeländes haben Industrie, Handwerk und Handel die mit der Frau zusammenhänaenden Gegenstände, Gerätschaften und Erzeugnisse ausgestellt. Im ganzen betrachtet, ist die Ausstellung von Anfana bis Ende äußerst interessant aufgebaut. Es wird hier von den nationalsozialistischen Frauen- organifationen plastisch und eindringlich allen Volksgenossen die Bedeutung Des Frauenschaffens und -wirkens vor Augen geführt. Die Ausstellung ist nicht nur die Repräsentantin deutscher Frauenarbeit im kulturellen und sozialen Leben, sondern auch eine vorbildliche Lehr- und Er- fhungsschau und eine einzigartige Lehrschau deutschen Arbeitsgeistes. schlechts, von ihr wird die seelische Richtung der kommenden Volksgemeinschaft abhängen, in ihre Hand ist die biologische Gesundheit Deutschlands gelegt und damit überhaupt die Voraussetzung für Charakterbildung der deutschen Nation. Wir sind der tiefen Ueberzeugung, wenn der deutsche Mann und die deutsche Frau ihre Pflichten auf dieser Welt erfüllen, im Dienste der Ehre und der Freiheit des deutschen Volkes und tiefer Achtung voreinander, sie damit auch einem religiösen Gebot auf dieser Welt nachkommen. Diese Erfüllung eines Gesetzes bedeutet das, was das nationalsozialistische Programm germanisches Sittlichkeitsgefüyl nennt. Unsere Augen richten sich auf die Kinder, auf denen die Hoffnungen von uns allen ruhen. Sie bilden das lebendige Volkstum unserer Tage und sind berufen, die Wendung durch- z u f ü h r e n, die sich unser Geschlecht erkämpfen mußte. In dieser Volksgemeinschaft und kameradschaftlichen Zufammenarbeit zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft rufe ich heute an ihrem Ehrentag die Mütter des ganzen deutschen Volkes, jene, die da waren, jene, die heute leben, und alle jene, die noch kommen werden. Nach den von stürmischem Beifall begleiteten Ausführungen von Reichsleiter Alfred Rosenberg fand die eindrucksvolle Kundgebung mit der Symphonie Nr. 13 von Haydn und einem kurzen Schlußwort von Frau Scholz-Klink mit dem dreifachen Sieg- Heil auf den Führer und dem gemeinsamen Gesang des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes ihren Ausgang. Anschließend hatte noch Oberbürgermeister Dr. Wagenführ zu einem zwanglosen Beisammensein in den „Malkasten" eingeladen, wo neben dem Oberbürgermeister auch (Bauleiter Florian das Wort ergriff. Sin Rundgang durch die Ausstellung. Ein Rundgang durch die fast fertige Ausstellung vermittelte ein interessantes Bild der einzelnen Arbeitsgebiete der deutschen Frau. Die Haupteingangshalle ist in würdiger Form als Ehrenhalle für die Mutter und die Frauen der Gefallenen des Weltkrieges und der Bewegung ausgestaltet. Die erste große Halle des kulturellen Teils der Ausstellung ist der R eichsorganlsation des Die Berufserziehung wird in der Hand- : werksarbeit der Zukunft einen breiten Raum ein- : nehmen. Nicht nur die Handwerksführer und Behörden und Die Handwerkslehrer, sondern auch Die Handwerksmeister müssen auf diesem Gebiet noch viel Arbeit leisten, wenn bas hohe Ziel, das der Führer Dem Handwerk gestellt hat, erreicht werden soll. Im Wirtschaftsleben hat sich gerade in den letzten zwei Jahren im zunehmenden Maße ein Mangel an Facharbeitern herausgestellt, was vielfach durch Die lange Arbeitslosigkeit JuaenD- licher erklärt wird. Dadurch ist eine Berufsentfremdung eingetreten, und andere jugendliche Kräfte, Die Durchaus für eine Ausbildung geeignet waren, hoben von vornherein auf eine intensive Ausbildung verzichtet, weil ja doch keine Chancen für die Zu- kunft vorhanden waren. Auch durch die Weiterentwicklung der Technik glaubten im liberalen Zeitalter viele der Erziehungsberechtigten nicht mehr an eine Zukunft des Handwerks und unterließen deshalb die Ausbildung der ihnen anvertrauten Zöglinge. Wenn nun eine Qualitätssteigerung des Nachwuchses erreicht werden soll, bann muß roieber im höheren Maße eine gründliche handwerkliche Ausbildung durchgeführt werden, damit in einigen Jahren Der ausgefallene Nachwuchs an Facharbeitern im vollen Umfange ersetzt ist. Um das hohe Ziel Der Berufserziehung unD Be- rufsausbilDung erreichen zu können, soll nunmehr in absehbarer Zeit, wie Reichsarbeitsminister Franz Selbte angefünbigt hat, ein Berufsausbil- dungsgesetz geschaffen werben. Durch dieses Gesetz wird auch der soziale Schutz der jugendlichen Arbeiter geregelt werden, so daß mit einer stärkeren Angleichung Der Berufserziehung der Jugendlichen in den gewerblichen Betrieben aller Richtungen zu rechnen ist. Handwerkslehrlinge und Jungarbeiter werden also durch das kommende Gesetz in sozialer und beruflicher Beziehung voraussichtlich enger zu- sammengefaßt. Nach einer Aufstellung des Statistischen Reichsamtes hat der Mitgliederbestand der Jnnungs- krankenkassen im Januar 1935 513000 Mit- glieder befragen. Die gesamte Mitgliederzahl der Krankenkassen war rund 18 Millionen. Naturgemäß entfallen auf die Ortskrankenkassen und die Be- triebskrankenkaffen die meisten Versicherten. Immerhin geht aus der Zahl von 513 000 die hohe Be- beutung ber Jnnungskrankenkassen eindeutig hervor. Am 11. April fand in Berlin bas Richtfest Des Hauses des Deutschen Handwerks, das in der Straße Unter Den Linden zu diesem Zweck umgebaut wird, statt. Die Spitzenvertretung des Handwerks hat sich bekanntlich bisher in Hannover befunden und soll nun verständlicherweise nach der Durchführung des organisatorischen Umbaues nach Berlin verlegt werden. Bisher hat der Reichsstand in gemieteten Räumen gewohnt, so daß mit der Erwerbung des repräsentativen Hauses Unter den Linden auch nach außen hin der stellt. Hat er doch neulich den Großeltern sogar ein Briefchen geschickt. Nun kommt ihm der Gedanke, elbst herauszufinden, wo der Storch wohnt. Er holt ich das Te-ephonbuch. Es braucht einige Zeit, bis )ie kleinen Händchen beim Buchstaben S angelangt inb. Dann huschen die Fingerchen an den Spalten herunter, und wahrhaftig, er hat Glück. Da steht es ja groß und breit: „Storch usw. und daneben der selbst für Bübchen leserliche Zusatz: Vorsitzender des Vereins der Kinderreichen. Triumphierend läuft er zur Mutter und zeigt ihr die Telefonnummer. „Nun mußt Du Den Storch Die Mutter ist in einiger Verlegenheit, aber Bübchen läßt nicht locker. Schließlich geht sie an den Apparat, nimmt Den Empfänger ab unD tut so, als ob sie die Scheibe laufen läßt. Dann spricht sie einige Wörter, wendet sich bann aber zum Büb- Sen zurück mit der leidigen Auskunft, daß der Herr torch nicht zu Hause sei. Bübchen gibt sich aber damit nicht zufrieden und wünscht immer von lien werb' reich, Pla" macht geh zielte obe 11, die hc Die w die Derhc will vor Ziehung unpopuu stehende Volke bi Frieden kurze Un fragte, ob Düsseldorf, 10. Mai. (DNB.) Die Reichsleitung der NS.-Frauenschaft hatte am Vorabend der Eröffnung der Reichsausstellung „Frau und Volk" nach Düsseldorf zu einem Begrüßungsabend eingeladen, der mit dem Concerto grosse von Händel, gespielt vom Städtischen Orchester Düsseldorf unter Stabführung von Generalmusikdirektor Balzer eingeleitet wurde. Unter Den zahlreichen Ehrengästen befanden sich hervorragende Vertreter aus Partei und Staat. U. a. waren erschienen die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink, Reichsleiter Alfred Rosen- Dera und Der Reichsleiter Der NSV Pg. Hil- genfelD In einer kurzen Ansprache wies Die Reichsfrauenführerin Frau Scholz-Klink auf den Sinn des Muttertages und der Reichsausstellung „Frau und Volk" hin. Sie betonte u. a.: Diese Ausstellung wird für uns zu einem Richtpfad werden, zu einer Kritik, wo es noch fehlt, zu einem Maßstab, w o noch etwas besser gemacht werden kann. Wir werden selbst an uns hier die strengsten Maßstäbe legen müssen, was wir auch wollen, weil wir Nationalsozialisten sind. Die Ausstellung wird uns zeigen, wie es bisher war und wie es in Zukunft sein soll. Sie wird uns lehren, was wir wissen, daß viele Hemmungen und Hindernisse, die heute noch da sind, nun in Zusammenarbeit der einzelnen untereinander überwunden werden können. Der Beauftragte Des Führers zur Ueber- wachung Der Schulung und Erziehung Der gesamten nationalsozialistischen Bewegung, Reichsleiter Alfred Rosenberg, führte bann, stürmisch begrüßt, u. a. aus: Wir verneinen eine Gebankenwelt, bie sich seit 1000 Jahren bemüht hat, ben Lebenskameraden des Mannes als eine Verlockung des Teufels und als minderwertig zu diffamieren. Wir glauben, daß die Rückkehr zur Anerkennung der Gleichwertigkeit und zur Wiederherstellung der Ehre des deutschen Muttertums eine der Voraussetzungen einer wirklichen Wiedergeburt überhaupt ist. Unser Volk braucht gesunde und starke Menschen, und gesunde und starke Menschen können aber nur von kraftvollen und bewußten Frauen geboren werden. In ihrer Hand liegt die weltan- schauliche erste Haltung des Heranwachsenden Ge- Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 35: 10688. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig. neue Aufstieg eindeutig dokumentiert wird. Das Haus des Deutschen Handwerks wird auch rein äußerlich schon ein Sinnbild der werteschaffenden und künstlerischen Fähigkeiten darstellen. Der diesjährige R e i ch s h a n d w e r k e r t a g wird in der Zeit vom 15. bis 17. Juni i n Frank- furt a. M. stattfinden. Die Durchführung hat die Reichsbetriebsgemeinschaft Handwerk in der Deutschen Arbeitsfront übernommen. Der Handwerkertag wird einen gewaltigen Aufmarsch von Handwerkern bringen (man rechnet mit 250000). So werden 6000 Handwerkersänger zu einem Massenchor zu- sammengescklossen und deutsche Volkslieder zum Vortrag bringen. Auch die Junghandwerkerkapelle der Klingenthaler Musikinstrumentenmacher wird mit den in eiaenen Werkstätten hergestellten Instrumenten erscheinen. Im Ganzen ein großes deutsches Volk- und Handwerkerfest, das in eindrucksvoller Weife die wiedergewonnene Handwerksfreiheit und Gerechtsamkeit feiern soll. H.D. Streifzüge im Mittelmeer. Von Dr. Paul Rohrbachs. v. psychologisches aus Rom. Rom, Mai 1935. Was den Deutschen in Italien jetzt am meisten wundert, ist die vollkommene Umstellung wenn auch vielleicht nicht des Volksempfindens, so doch der von oben herab forcierten „öffentlichen Mei- n u n g" gegenüber den großen europäischen Fragen. Dor ein paar Jahren war Frankreich der Nationalfeind, der Italien um die Früchte seiner Teilnahme am Weltkrieg gebracht hatte. Bezeichnend war mir damals das Wort eines alten Generals, der im Krieg gegen die Oesterreicher und Deutschen mitgefochten hatte: Er habe seine Altersruhe verdient, aber wenn es gegen die Franzosen ginge, wäre es ihm eine Freude, noch mit ins Feld zu ziehen! Von der obersten Spitze bis in die breite Masse hinein stieß man auf das Empfinden, Italien werde von Frankreich, und nur von Frankreich, planmäßig am Ausstieg zur wirklichen Groß- macht gehindert. Jetzt herrscht in allem, was offizielle oder offiziell befohlene Meinungsäußerung ist, die heißeste Freundschaft gegenüber Frankreich. Die wirkliche Volks st immung ist, wie die Verhältnisse liegen, nicht leicht zu ergründen. Sie will vor allen Dingen den Frieden. Die Einziehung der Jahresklasse von 1911 ist ausgesprochen unpopulär, ebenso wie der wahrscheinlich bevorstehende Krieg in Afrika. Offen gepflegt wird im Volke die Vorstellung, daß Deutschland den Frieden bedrohe. Bezeichnend dafür war mir eine kurze Unterhaltung mit einem Hotelangestellten. Er fragte, ob wohl Deutschland mit Rußland „zusammen- flehen" würde? Als ich das etwas erstaunt und ehr bestimmt verneinte, schlug der Mann mit einem ganz verzweifelten Ausdruck die Hände zusammen und wandte sich ab. Erst durch diesen Ausbruch wurde mir deutlich, was er gemeint hatte: Ob wir den Ostpakt mitunterschreiben würden! Die Leute werden gelehrt, die deutsche Weigerung gegenüber dem Ostpakt — alle Einzelheiten dieses schwierigen Problems werden natürlich übergangen — bedeute Feindschaft gegen den europäischen Frieden. Wenn von der Einberufung der Jahresklasse 1911 die Rede ist, so heißt es: Das geschieht nur darum, weil die Deutschen doch nicht mehr Soldaten haben dürfen, als wir! Wiederum wird die Unpopularität der Maßnahme auf Deutschland abgeschoben. Im persönlichen Verkehr widersprechen sich die Erfahrungen; man muß z. B. auf der Eisenbahn mit Unhöflichkeiten rechnen, sogar von Offizieren gegen Damen, aber ein anderes Mal bemüht sich eine einfache, freundliche italienische Familie, einige Brocken Deutsch, die sie von irgend woher in Erinnerung hat, so entgegenkommend wie möglich anzubringen. Was außerhalb der Zeitungen, der offiziellen Literatur und der offiziellen Reden fehlt, ist das Gefühl des Gehobenseins, ja auch nur der durchschnittlichen materiellen Zufriedenheit. Es besteht eine dunkle Vorstellung von unwahrscheinlich hohen inneren Schulden, dazu Aerger über die vielen Abgaben und den gering gewordenen Ver- dienst. Die Regierung hat jahrelang durch öffentliche Arbeiten, viele davon sehr nützlicher und zu- * Val. den letzten Bericht in Nr. 103 des „Gießener Anzeigers" vom 4. Mai 1935. kunftsreicher Art, Geld unter die Leute gebracht, aber mit diesem Latein ist man nun ungefähr zu Ende. Wenn nicht völlig unabsehbare oder evident nutzlose Dinge in Angriff genommen werden sollen, so ist das, was es vernünftiger Weise zu tun gab, getan. Nur die Bonifica Integrale, die große Landesmelioration, geht weiter, aber es wird darüber geklagt, daß sie ein unglaubliches Geld kostet, daß die Direktoren ein fürstliches Leben führen, die Arbeiter aber schlecht behandelt und noch schlechter bezahlt werden. Erst von diesen Voraussetzungen aus sind d i e afrikanischen Pläne richtig zu beurteilen. Man sträubt sich zunächst dagegen, sie in dem Sinne ernst zu nehmen, daß ein Kolonialfeldzua in großem Stil, eine wirkliche Unterwerfung Abessiniens unter das italienische Protektorat, beabsichtigt fein könnte. Wenn man eigene afrikanische Erfahrung hat, so weih man, was solch ein Krieg, auch wenn er schließlich zum Erfolg führt, an Geld- und Blutopfern kosten kann. In einem andern Gelände und gegenüber einem andern Gegner als in Abessinien, können jetzt allerdings in Afrika Flugzeuge wirksam gebraucht werden. Sie würden auch in Abessinien zuweilen nützen, aber um mit ihnen große Entscheidungen herbeizuführen, dazu ist das Land zu gebirgig, seine Bevölkerung zu zähe, zu tapfer und zu geschickt in der Benutzung des Geländes. Trotzdem hört man es von Wissenden bestätigt: Der Krieg ist beschlossene Sache, er muß geführt werden, damit endlich ein starker äußerer Erfola aufgewiesen werden kann. Das würde vor- aussetzen, daß man sowohl mit Frankreich als auch mit England einig ist, daß weder von Paris noch von London aus Widerspruch gegen die Unterwerfung Abessiniens erhoben werden würde. Frankreich kann sich dazu als Entgelt für den Eintritt Italiens in das französische System und die italienische Verzichterklärung gegenüber Jugoslawien verstanden haben. Für England wäre es nur denkbar, wenn die Italiener versprochen haben, dem Tana-See und dem ganzen Quellgebiet der Zuflüsse, die der Blaue Nil aus Abessinien erhält, fernzubleiben. Diese Flüsse sind es, die dem Nil feinen fruchtbaren Schlamm zuführen. Man sieht jetzt vielfach die Freiwilligen, die sich für Afrika gemeldet haben, frisch eingekleidet, den Tropenhelm auf dem Kopf, wie sie von der Meldung bei der Werbeftelle zurückkommen, und ihre Angehörigen noch einmal besuchen. Es beißt aber, daß außer Arbeitslosen und aberteuer- lustigen jungen Leuten, die keine Vorstellung von dem haben, was sie erwartet, kaum Meldungen vorliegen. In den Kinos wird zur Propaganda für Afrika Woche auf Woche immer derselbe einmal aufgenommene Film mit der Einschiffung von Tausenden begeisterter Freiwilliger gezeigt. Das Publikum läßt ihn uninteressiert vorübergehen. In den Buchhandlungen hängen Karten aus, auf denen zwischen Jtalienisch-Somaliland und Abessinien gar keine Grenze mehr gezeichnet ist, ein und dieselbe Kolorierung umgibt beide Gebiete, so als ob Abessinien schon italienisch wäre! Man könnte wirklich Angst für ein Volk haben, das nicht weiß, welch einem gefährlichen Abenteuer es sich nähert. Eine Art von Kolonie ist hinter den Kulissen für die italienische Politik auch O e st e r r e i ch. Die Oesterreicher müssen Italienisch in ihren Schulen Das Stahlband über den Kleinen Belt. Oie dänischen Landesteile Jütland und Fünen wieder fest verbunden. Von unserem —dt.-Äerichterstatter. Kopenhagen, 9. Mai 1935. Die Brücke über den Kleinen Belt ist zum Empfang gerüstet und geschmückt. Mit Zufahrtsdämmen, mächtig emporstrebenden Bogen- bauten über dem Uferland und einer riesigen Bahnhofsanlage für die Verteilung des Binnenverkehrs in Fredericia hat sie weit über 40 Millionen Kronen gekostet. In vielen Monaten ist der zugleich gigantische und formvollendet schöne Bau Meter um Meter aus' dänischer und deutscher Zusammenarbeit über den Strom gewachsen. Noch dröhnen die Hämmer, um hier und da einen Nagel einzuschlagen; noch wird am Fußsteig gearbeitet, der am Rande entlangläuft, außerhalb des 25 Meter hohen gekreuzten Eifengitters, das Schienenftränge und Autowege schützt. Am 14. Mai aber wird dieses neue Wunderwerk der Technik fertig dastehen. Dann wird das letzte schmale Band fallen, das Festland und Inselwelt noch trennt. Dann werden Blitzzüge das Land und die Städte Jütlands schneller mit der Hauptstadt verbinden, werden die Entfernungen zwischen Kopenhagen und den Hauptstädten des Kontinents und London um entscheidende Stunden verkürzt fein, werden Schlafwagen durch das Reich über Hamburg bis zum Oerefund und nach Oslo verkehren. Einmal find Fünen und Jütland eins gewesen. Gletscher waren von Skandinaviens eisgepanzerten Bergen bis an den Westrand Jütlands oorgefto- ßen. Beim Zurückweichen haben sie ihre Runen tief in das Land eingegraben. Zu den Fjorden der jütländischen und schleswigschen Ostküste, die damals entstanden, muß auch der Kleine Belt gerechnet werden. Jetzt hat die Technik über- brückt, was Naturkräfte vor Tausenden von Jahren geschieden haben. Mit gewaltigen Bogen — fünf auf der Seite Jütlands und drei auf der Fünens — fetzt die Brücke schon weit drinnen im Lande an. Jeder dieser Bogen überragt mit einer Höhe von über 30 Meter ein großes Geschäftshaus. Die neue Bahnlinie verbindet nun in nordsüdlicher Richtung — nicht umgekehrt, weil der Belt hier eine Schleife macht — Snoghoj auf der Festlandseite mit dem Bahnnetz bei Middelf art auf Fünen. Der glänzende stählerne Oberbau ruht auf vier gewaltigen Hellen Zementblöcken. Der Beschauer vom Strom aus erkennt erst unmittelbar vor der Brücke die gewaltigen Ausmaße; aus der Ferne gesehen erweckt diese Zusammenballung von Stahl und Eisen dey Eindruck einer zierlichen Linie, die auf zarten Stützen über das Wasser läuft und sich in die Landschaft einfügt, als ob sie dort hingehöre und immer in ihr gewesen sei. Alle Zweifler im Lande sind verstummt; der ästethische Eindruck übertrifft die stolzesten Erwartungen. So hatten sich die Zeichner der Pläne die Brücke gedacht und gewünscht. Verkehrtes Unterfangen, zu fragen, wem das größexe Verdienst gebühre, Dänemark ober Deutschland. Es ist ein gemeinsames, Länder und Völker verbindendes Werk erstanden. Fast fünfzig Jahre hat der Plan dieser Brücke dänische Ingenieure und Verkehrsfachleute beschäftigt. Ein Gesetz aus dem Jahre 1924 gab dem Minister für öffentliche Arbeiten endlich die noteinführen, in Oesterreich werden mit italienischen Geldern, italienischen Pionieren und Ingenieuren Straßen gebaut, und gewisse Flugplätze sind zum Teil mit italienischen Militärfliegern besetzt. Triest bekommt einen österreichischen Freihafenbezirk, Ungarn dasselbe in Fiume, mit eigenen Zollämtern. Mit Genugtuung wird verzeichnet, daß in österreichischen Kurorten die deutschen Waren verschwinden und durch italienische Artikel ersetzt werden. Auch das soll eine psychologische Hilfe sein — aber es ist keine gute, und vor allem keine ehrliche. wendige Handhabe, doch sprachen vorerst noch viele berufene und unberufene Instanzen hinein. 1927 wurde im dänischen Reichstag die entscheidende Vorlage angenommen; nun konnte die Staatsbahn zur Lösung der sich selbst gestellten Aufgabe schreiten. Generaldirektor Knudsen übertrug, nachdem die grundlegenden Zeichnungen von Professor Anker E n g e l u n d fertiggefteUt waren, die Ausführung der Tiefbauarbeiten der dänischen Firma Monverg & Thorsen in Kopenhagen und der deutschen Firma Grün & Bilfinger in Mannheim. Der Oberbau wurde Krupp in R h e i n h a u s e n und Louis Eilers in Hannover anvertraut. Daneben erhielten eine Reih» dänischer Firmen Lieferungsaufträge. Vertragsmäßig mußte auch ein Drittel der Stahlkonstruk- tionen im Lande hergestellt werden. Ein paar Maße zwischendurch, um die Größe der geleisteten Arbeit in das rechte Licht zu rücken! Das Stahlband von Land zu Land mißt 825 Meter, die gesamte Anlage rund 1200. Der Fußgänger über die Brücke blickt weit ins Land und auf den Strom; der schießt 33 Meter unter ihm pfeilschnell dahin. 30 Meter ist der Belt hier tief und zehn weitere Meter sind die Strompfeiler in den Grund des Fjords hineinversenkt. Zu den aufgezählten 73 Metern kommt der Oberbau mit nicht weniger als 25. Die gesamte Höhe beträgt also fast 100 Meter. 50 000 Tons wiegt jeder einzelne Pfeiler im Strom; 13 000 Tons Stahl sind verarbeitet worden. Es war ein besonders widerstandsfähiger Stahl, den die Firma Krupp hier zum ersten Male als Baustoff verwendet hat. Die Schwierigkeiten der Aufgabe haben neben den Arbeiten unter Wasser in der Montage des Stahl- gerüfts auf den Spitzen der Zementpfeiler gelegen. Genug der Statistik und Historie! Am 14. Mai wird Dänemarks König im Kreise der Spitzen von Regierung und Verwaltung die Brücke über den Kleinen Belt feierlich e i n w e i h e n. Salutschüsse der Flotte und Radioübertragungen sollen feine Handlung dem ganzen Lande verkünden. Der Ausländer kann sich nur schwer eine Vorstellung davon machen, wie sehr dieser Tag im Empfinden des Volkes und in der Geschichte Dänemarks, nicht nur der seines Verkehrs, einen Markstein bedeuten wird. Muß doch dieser Brückenschlag — aus dessen eisernen Resten ein Odins-Turm bei Odense auf Fünen errichtet worden ist, dessen gleichzeitig geplante Inbetriebnahme leider eine Verzögerung erlitten hat — eingereiht werden in das Gesamtstreben des dänischen Volkes, sein Jnselreich mit allen lof« kenden Schönheiten dem Festland immer enger und schneller zu verbinden. Dieses feste Land liegt freilich nicht nur in Jütland, dem mit Geschick und Schicksalen durchtränkten Boden bis ©tagen hinauf, sondern auch südlich der Belte und jenseits der Ostsee. Die Länder des skandinavischen Nordens sind kulturell und wirtschaftlich, nicht zuletzt aber auch persönlich und durch Geschlechterfolgen mit ihrem Nachbarn im Süden verbunden. Diese alten Bande des Blutes und der gemeinsamen Geschichte lassen sich nicht verleugnen. Darum hat Deutschland auch ein inneres Recht, die Feierstunde Dänemarks auf der neuen Brücke hoch über dem Kleinen Belt am 14. Mai mitzuerleben. Bildnis der Mutier. Zum Muttertag am 12. Mai. Auf den blauen Bergen der dunklen Kinderzeit, nach welchen wir uns ewig wenden und umblicken, stehen die Mütter, die uns von da herab bas Leben gewiesen." So hat Jean Paul die Liebe zur Mutter gedeutet, deren Antlitz wir nie vergessen können, so viele Jahre auch verstrichen sind, seit es zum letzten Mal feine Liebe über uns ausstrahlte. Es ist das erste Gesicht, das der Mensch wahrnimmt, wenn es sich zärtlich über das Kind hinneigt. Großäugig betrachtet das kleine Geschöpf das Wunder dieses Antlitzes und nimmt es in seine Seele auf, wie der Bergsee die alten Bäume, die sich über seinen Spiegel neigen, bis in seine verborgensten Tiefen hinabblicken läßt, die sonst nur dem Sonnenstrahl erschlossen sind. Auch das erste Wiedererkennen gilt diesem Mutterantlitz, bis ein Lächeln schließlich den Bund zwischen Kind und Mutter für immer besiegelt. Ist es da verwunderlich, daß Künstler immer wieder ihre höchste Kraft daran wenden, dies Bild in ihrem Herzen auch in ihr Werk zu bannen! Das Bildnis des größten deutschen Malers, des Albrecht Dürer, der feine Mutter zwei Monate vor ihrem Tode zeichnete, ist eines der wunder- famften Zeugnisse der Schöpferkraft, die sich dankbar wieder an ihren Ursprung wendet. Ein ganzes Menschenleben blickt aus dem kargen stillen Gesicht, Jahr um Jahr mit Freud und Leid ist darin durch des Meisters Hand festgehalten, all jenes schmerzliche Geschehen, das er vier Tage nach ihrem Tod in Erinnerung an sie in die Familienchronik eintrug: „lieber der Mutter Tod hab ich solchen Schmerz gehabt, daß ich es gar nicht aussprechen kann. Gott sei ihr gnädig! ... Diese meine fromme Mutter hat achtzehn Kinder geboren und erzogen, hat oft die Pestilenz gehabt und viele andere schwere Krankheiten, hat große Armut gelitten, Verspottung, Verachtung, höhnische Worte, Schrecken und große Widerwärtigkeit. Und doch ist sie nie rachgierig gewesen. Ich habe sie mit allen Ehren nach meinem Vermögen begraben lassen." Ein kostbareres Ehrenmahl aber ist jenes schlichte Blatt, das ihr Antlitz trägt, mit eigener Hand hat er darauf geschrieben: „Das ist Albrecht Dürers Mutter, die war alt dreiundsechzig Jahre". Neben diese Frau im schlichten Kopftuch tritt eine andere Künstlermutter, deren Züge von ihrem Sohn immer wieder dargestellt wurden: Rembrandts Mutter. Unter den vielen Bildern, die der Meister von ihr schuf, ist jenes von besonderer Innerlichkeit, das sie im dunklen Gewand zeigt, die liebevollen Hände übereinandergelegt. Das Licht, dem dieser große Zauberer jederzeit zu leuchten befahl, läßt ihr Angesicht so lebenswirklich erscheinen, daß man glaubt, Rembrandts Mutter leibhaftig gegenüber zu stehen. Es ist ein Antlitz von stiller Hoheit und gerechter Güte, das ein tiefes Wissen aus Erlebnis und Erfahrung vom irdischen Dasein verrät. Wie seltsam ist es, sich vorzustellen, daß sie dem Sohn in solch innerer Ruhe und Nachdenklichkeit gegenüber saß, in großer Geduld keine Frage an ihn wendend, sondern seinem Lebensweg nachsinnend, der jenes kleine Geschöpf, das sie einst unter ihrem Herzen trug, zu dem großen weltberühmten Künstler hinführte. Um diese beiden großen Meister schließt sich der Kreis unzähliger Bildner des Mutterantlibes. Es gibt kaum einen Künstler, der sich diese Aufgabe nicht einmal gestellt und alle Kräfte daran gewendet hat, sie mit höchstem künstlerischen Vermögen xu erfüllen. Es müßte ein wunderbares Erlebnis fein, allen diesen Bildnissen einmal vereint zu begegnen, ob sie nun der Hand Chodowieckis oder Menzels, von Feuerbach oder Hans Thoma flammen. Vor dieses Schwarzwaldmalers Mutter verweilen wir in stiller Andacht. Es ist eine schlichte Bauersfrau, aus deren Angesicht nicht ein einziges Menschenleben blickt, sondern in dem sich eine ganze Reihe von Geschlechtern zusammenfügt, die sich durch die Kraft der Aehnlichkeit mit jenem verbinden, der als echter Bauernbub feine größte Vollendung in der Kunst dort erreichte, wo er das Bild feiner Heimat und die Gesichter ihrer Menschen schuf. Das ist das letzte Geheimnis hinter diesen Mut- terbildnissen der Künstler, daß sie in ihnen sich selber zeichnen und zugleich jene heraufbeschwören, die ihre Vorfahren waren. Es ist eine Zuneigung zum eigenen Ursprung in der Ehrfurcht vor dem Wunder des Lebens, das nie einen Menschen ganz auf sich stellt, sondern ihm im Irdischen ein tiefes Verwandtfein gewährt, das ihm im Antlitz der Mutter am stärksten bewußt wird. Kuckuck im Kastanienwald. Von Hermann Hesse. Im Mai und dann wieder im Spätherbst, zur Zeit der großen Klarheit, hat unsere südliche Berglandschaft ihre schönsten Tage. Den ganzen Sommer hindurch sind alle die hundert Hügel und die niedrigeren Berge hier mit Wald bedeckt, das ganze Land ist unendlich grün, und wenn nicht überall die farbigen, blank heroorleuchtenden Dörfer dazwischen lägen, so wäre es für einen Maler oft geradezu langweilig. Jetzt dagegen, wo aller Wald noch licht und durchsichtig ist, wo die letzten wilden Kirschbäume verblühen und die ersten Akazien zu blühen anfangen, jetzt ist der südliche Wald entzückend mit seinem brennend-frischen, ins Rötliche spielenden Grün, das noch so dünn und schwebend ist und noch den Himmel und die Sterne und die fernen Gebirge überall hereinblicken läßt. Und auf diesen Gebirgen liegt überall noch Schnee in phantastischen, zackigen Figuren, Schnee, der erst im Juni vergeht. ' König des Waldes ist um diese Zeit der Kuckuck. Ueberall in den stillen, einsamen Tälern, auf den sonnigen Waldkuppen, in den faltigen Schluchten, hört man seine tiefe, volle Stimme werben. Sein Ruf bedeutet Frühling, fein Lied singt Unsterblichkeit, nicht umsonst ist er der Vogel, den man um die Zahl der Lebensjahre fragt. Warm und tief klingt seine Stimme durch die Wälder, eine Altstimme, sinnlich aber auch mütterlich, sie klingt hier im Süden nicht anders, als sie einst zu meinen Kinderzeiten im Schwarzwald und im Rheintal geklungen hat, nicht anders, als sie einst in den Jahren am Bodensee klang, wo meine Söhne als Kinder sie zum erftenmale hörten, in jenen wunderlichen, scheinbar friedlichen Jahren vor dem Kriege, wo es mir eigentlich so gut hätte gehen müssen und wo ich doch unter dem Druck alles Kommenden stand bis zum Verzweifeln. Die Kuckucksstimme ist die gleiche geblieben, wie die Sonne, wie der Wald, wie das Grün der jungen Blätter, und das Weiß und Violett der ziehenden Maiwolken. Jahr um Jahr ruft der Kuckuck, und niemand weiß, ob es noch der vom vorigen Jahre sei, und was aus allen den Kuckucken geworden ist, die wir als Kinder, als Knaben, als Jünglinge, einst gehört haben. Diese holde, tiefe Stimme klang uns einst wie Verheißung und Zukunft, wie Liebeswerben, wie Sturmruf dem Glück entgegen, und klingt uns jetzt tief und fern wie Vergangenheit; und dem Kuckuck gilt es gleich, ob wir es noch seien, den^n er seine Mahnung zuruft, oder schon unsere Kinder und Enkel, ob er uns mit seinem Schrei in der Wiege weckt oder ob er über unfern Gräbern singt. Selten nur bekommt man ihn zu sehen, den scheuen Bruder, schon darum ist er mir lieb. Er zeigt sich nicht leicht, er will für sich bleiben. Für die allermeisten Menschen ist der Kuckuck zeitlebens nichts anderes als diese schöne, lockende Stimme im Grünen; gehört hat ihn jeder viel tausendmal, gesehen aber haben die meisten ihn nie. Ich habe gestern ein ganzes Rudel von Zwölfjährigen Schulbuben gefragt, ob sie den Kuckuck schon gesehen hätten, und bloß ein einziger sagte Ja. Ich aber habe ihn oft gesehen, den scheuen Bruder, meinen frohen Waldvetter, von dem so entzückend frische und heimatlose Geschichten erzählt werden. Unsichtbar, beherrscht er doch mehr als zwei Monate lang den ganzen Wald. Ein tönender, herausfordernder Herold der Liebe, hält er von Ehe, Heim und Kinderzucht bekanntlich wenig. Rufe weiter, Bruder, du gehörst zu meinen Lieblingstteren. Ich stehe ja mit allen Tieren gut, obwohl ich selber zu den Raubtieren gehöre, ich komme mit allen freundlich aus, ich kenne sehr viele, habe an vielen meine Freude, auch an seltenen, scheuen und wenig gekannten. Und so ist es mir dieser Tage auch einmal wieder geglückt, den Kuckuck zu belauschen, und nicht ihn allein, sondern ihn und sie, ein Liebespaar. Ich sah sie vorn Grund eines Tobels aus, in dem ich Maiblumen pflückte, und ich stand eine gute Weile still wie ein verdorrter Baum, sie merkten mich nicht, sie waren zu verliebt. Spielend jagten sie sich in den hohen Wipfeln (es stehen dort auf feuchtem Grunde zwischen den Kastanien auch schlanke Eschen), auf und ab in jubelnden Girlanden ging ihr froher, geschmeidiger Spielflug, langgestreckt sausten die großen, dunklen Vögel von Baum zu Baum, in immer überaschenden, plötzlichen, jähen Wendungen, plötzlich senkrecht zur Erde, plötzlich wie Raketen in die Wipfel, und alle Augenblicke saßen sie ab, kürzer als eine Sekunde, und stießen scharf und erregt ihren Schrei hervor. Nicht in jedem Jahr meines Lebens habe ich den Kuckuck zu Gesicht bekommen, alles in allem vielleicht zwanzigmal, und nun wird er mir nicht mehr allzu oft begegnen, die Beine find nicht mehr die eines Jünglings, und die Augen haben sehr nachgelassen, bald wird der Kuckuck nur noch meinen Söhnen und Enkeln fingen. Höret ihm gut zu, ihr Enkel, er weiß viel, lernet von ihm! Lernet von ihm den kühnen, freudebebenden Frühlings- und Liebesflug, den werbenden, sieghaften Lockruf, das schweigende Wanderleben. Bald schon wird es Sommer fein. Bald schon wird der Wald dicht und tiefgrün zusammenwachsen, und in den Lichtungen wird das dünne, zarte Waldgras hochschießen, und nachts wird man die Eulen rufen hören — und auch die Eule ist ein Vogel, vor dem ich große Hochachtung habe, nicht minder als vor dem Kuckuck. Auch sie ist scheu und selten sichtbar und versteht so weich und traumhaft lautlos zu fliegen wie eine Wolke, außerdem ist sie ein Raubvogel mit scharfem, festem Fang und Schnabel und gescheiter als viele andere Tiere, von Menschen gar nicht zu reden. Bald wird es Sommer (ein, neue Tone werden den Wald erfüllen, neue Düfte, neue Farben, und was heute grün und klein und keimend aus dem Boden tastet, wird bann schon hart und alt und braun geworden sein. Auch der Kuckuck wird alsdann verstummen, auch er. Sein Ruf wird seltener werden und wird dann etwas heiser und zögernd klingen und dann ausbleiben, man merkt es zuerst gar nicht, aber eines Tages merkt man: er ist weg, er ist verstummt, es ist wieder etwas zu Ende und kommt erst in einem Jahre wieder für den, der dann hier stehen und Augen und Ohren auftun wird. Nur die Sonne scheint weiter und die Sterne nach alten Regeln. Sie Mllersche Badeanstalt ist eröffnet! Jüngere, tücht. Verkäufe hnung, I5-Zimm.-Woki 4 Zimm., m.Balk., Dachl Bade- u. seg.3-Z.-W. Wohnung, Broiler Leta best. a. Küche, Bade- u. Hoile 02038 Vertreter Verschiedenes | Mietgesuche | >a sucht. 2789D Samenhaus HESEMANN | Kaufgesuche"| Mill a. 30 und -Nutzknüppel rm von sagen, schriftlich JnformierenSiesich!Sie können viel Geld verdienen. mfihrerpn siirrfi Unser Verkaufsleiter, Herr Hahn, unterrichtet Sie “er .' . am Montag, dem 13. 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April 1935 bezieht sich auch auf den Mitinhaber des Betriebs 2811V Kammerrat Ludwig Clemm. Frankfurt a. 21L, Melemstratze 19. Gießen, den 24. April 1935. Amtsgericht. RßiSß- Schreibmaschine fast neu, billig zu verkaufen. [02045 Steinstr.25 H p GrofjUandlunO sucht tücht., jüng. Vertreter Auto w. gestellt. Schr. Ang. unt. 02036 a.d. G.A. Mairn auf dem Wege Bahnhof straße- NeuenBäuever- loren. Abzugeb. Schleiferei Karl Horn, Bahnbofstr.29H. Herr, alleinsteh. Angest., 33 I. kräft. große Fig. gesund, sucht, 61 Lehrling von kleinern Fabrikgeschäft gesucht. Schriftliche Angebote unter 2831V an den Gießener Anzeiger. swentet Gießen 284?d Sonnt., 12. Mai 19.30 bis 22.15 Auß. Abonnem. Kl.Pr.0,50-2,59 Madame Butterfly. Over von Gia- romo Puceini. Dienst., 14.Mai 20 bis 22.45 Uhr Madame Butterflh. Miltw., 15. Mai 19.30 bis 21.45 So ein Mädel (Ertemvorale). Donn., 16. Mai 20 bis 22 Uhr Der Nobelpreis. Freit., 17. Mai 20 bis 22.30 Uhr Die armseligen Besenbinder. Sam st., 18. 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Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 02064 IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII Bekanntmachung. Es besteht Veranlassung, wiederholt darauf hinzuweisen, daß das Befahren der Wege und Schneisen der städtischen Waldungen mit Autos, Fahrrädern und sonstigen nicht der Holzabfuhr dienenden Fahrzeugen verboten und strafbar ist. 2822C Gießen, den 6. Mai 1935. Bürgermeisterei Gießen. Dr. Hamm, Bürgermeister. Stellenangebote] Keine Ursprungszeugnisse, lonbern nur Zeugnis» abfchristen dem Be^ werbungsfchreiben beilegen I — Lichtbilder undBewerbungsunter» lagen müsfen zur Ber- metdung von Verlusten auf der Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen I ttltoWilwi Arif. 50, aus gut. ev. Farn., statt!. Erschein., Aussteuer u. Grundstück, möchte sich gerne mit vornehmdenkendem Herrn bald verheirat. Beamter bevorzugt. Schr. Ang. unt. 02017 a.d. G.A. 2-ZM.-WiDy. z. vermiet. [01970 Kaiserallee 34. Komvl. Schlafz. mit 2 Betten, evtl.m.gutmöbl. MWllMk u. Küchenbenutz. sofort zu vermieten. 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Gießen, den 10. Mai 1935. Provinzialdirektion Oberhessen. Tiefbau. Bekanntmachung. Dienstag, den 14. Mai 1935, findet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt. Auftriebszeit von 7 bis 8 Uhr vormittags. Sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. 2805C Nächster Schweinemarkl: Mittwoch, den 29. Mai 1935. Gießen, den 11. Mai 1935. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Hamm, Bürgermeister. EM. Mer m. 2 Brandstell. zu verk. [02046 Goethestr.48 III Gebr., gut erh. MllNMN (links) z. verkauf. 2844D Hartmetz, Neuenweg 18. 5-7-Mohniuig evtl, entsprech. Haus per August evtl, später, in ruhiger Lage zu mieten gesucht. Schr. Ang. mit Mietpreis unter 02051 a.d. G.A. Sielt., kinderlos. Beamt.-Ehevaar sucht 3-4-Zira.-Wohng. in ruhig. Hause. Schr. Ang. unt. 02032 a.d. G.A. WoiiuerlaüföersloMMeiL Das während der Winterfällung 1934/35 in den städtischen Waldungen angefallene Nutzholz, und Vereine Bmrscher Gesangverein e.V. D.regelm.Prob. find. mied, jeden Mittwoch i. 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Erst kurz vor Pilsen, das von den Rauchfahnen der Tag und Nacht arbeitenden Skodawerke verhüllt wär, behauptete sich das Tschechische als einzige Landessprache. Ein einsames Land umfing uns zwischen dieser Stadt der militärischen Rüstung und des weltberühmten Bieres, in die erst kürzlich sowjetrussische Flug- und Waffensachverständige eingetroffen waren, um dem stillen, architektonisch viel reizvolleren B u d w e i s , wo sich deutsche Nebenstimmen langsam wieder mit der tschechischen Hauptdominante vermischten. Weiße strohgedeckte Katen, abgeschlossene Höfe und stolze, verwitterte Burgen aus steil aus Wald und Wiesen hervorragenden Basaltkegeln säumten die Straße. Aber noch einsamer wurde das Land nach dem Ueberschreiten der österreichischen Grenze im sogenannten Mühlviertel zwischen dem altertümlichen Freystadt und Linz. Hier erst wurde uns so recht bewußt, wie arm das heutige Oesterreich fern den Orten und Landstrichen ist, die der Fremde aufsucht. Wald, steiniger Ackerboden, steile Hänge, schlechte Straßen — das ist das Bild, dos sich dem flüchtig Dahinfahrenden bietet. Breit, mächtig, mit grünen Wirbeln durchströmt die Donau bei Linz die Brücken, über die am Sonntag eine nie endende Flut von Radfahrern zieht. Radfahrer und Motorradler sind auch sonst die Herrscher auf Oesterreichs Landstraßen. Immer wieder fühlt man: dieses Land, um dessen Schicksal auf der Vorkonferenz in Venedig erneut gerungen wurde, schweigt. Stumm wartet es darauf, was mit ihm geschieht. Es liegt eine verhaltene Furcht und gleichzeitig eine verhaltene Hoffnung über ihm Es fühlt sich so sehr als Objekt der graßen Politik der Mächte wie der Politik seiner Wiener Regierung, um deren Volkstümlichkeit Maueranschläge mit Bildern und Aussprüchen Schuschniggs und Starhembergs bemüht sind, daß es mit beinahe fatalistischer Gelassenheit den Ereignissen des Tages zuschaut und in einem kontemplativen Zustand verharrt, der diesem deutschen Stamm zwischen Donau, Inn, Wiener Wald und Kararrnmken vielleicht angeboren ist, von dem man aber auch instinktiv ahnt, daß er heute etwas Künstliches und Verkrampftes hat. Der Außenminister dieses Oesterreichs, Herr von B e r g e r - W a l d e n e g g , hat nun in Vene- d i g auf der sogenannten informativen Konferenz für die geplante große Donaukonferenz in Rom erklärt, daß sein Land nicht nur seine Selbständigkeit fordere, sondern auch in jeder Hinsicht in der Lage sei, aus eigenen Mitteln diese Selbständigkeit zu behaupten und daß es daher ablehne, als Bettlerstaat angesehen zu werden. Das ist ein stolzes Wort, über das Herr von Berger-Waldenegg mit seinem Kollegen vom Finanzreffort, Herrn B u r e s ch , rechten muß, der nach Gens gefahren ist, um Finanzverhandlungen zu führen. Und während Herr von Berger-Waldenegg mit dem italienischen Staatssekretär des Aeußeren Suvich und dem ungarischen Außenminister Kanya in Venedig konferiert, hat Bundeskanzler Schuschnigg in einer Rede in Wien, in der er die Versöhnung der Arbeiterschaft mit dem heutigen Staate als eines der großen Ziele seiner Politik aufstellte, sich gegen die Lügen gewandt, die angeblich im Lande selbst wie außerhalb über Oesterreichs Lage verbreitet würden. Wir sind in diesem Lande zu Gast. Es ziemt sich daher nicht, uns in seine inneren Verhältnisse einzumischen. Wir beschränken uns daher darauf zu fragen: Ist der Donauraum, in den Oesterreich ebenso schicksalsmäßig hineinverflochten ist wie Unanrn, wie Südslawien, Rumänien und auch die Tschechoslowakei — von Deutschland einmal ganz abgesehen —, heute tatsächlich nicht das Objekt der Politik zweier trotz allen Freundschaftsbeteuerungen rivalisierender Großmächte? Gesetzt den Fall, daß Oesterreich, wie sein Außenminister glaubt, aus eigenen Kräften sein Eigenleben und seine Selbständigkeit wahren kann, warum dann diese unablässige Kette von Konferenzen wirtschaftlicher und politischer Art, auf denen doch nur immer wieder die Interessen zweier Großmächte gegeneinander ausgehandelt und ausgewogen werden? Um was wird es in Rom erneut gehen? Die Frage ist leicht beantwortet, wenn man sich nicht an den Tagesereignissen festklammert, sondern die Entwicklung des Donauraumes im geschichtlichen Ablauf der letzten 16 Jahre sieht. Die Zertrümmerung der Donaumonarchie und die Entstehung von drei Kleinstaaten an ihrer Stelle — Oesterreich, Ungarn und die Tschechoslowakei — schufen ein geopolitisches Vakuum in das der natürliche Macht- undAusdehnungstrieb derGroßm ächte zwangsläufig hineinströmen mußte. Frankreich hatte bei dieser Entwicklung als stärkste aus dem Weltkrieg hervorgehende Macht den Vorrang. Seme Politik seine Zivilisation, seine Lebensart wurden zuerst in der Tschechoslowakei Trumpf und sind es auch heute noch in einem Maße, von dem man bei einem Besuch erst wieder völlig überzeugt wird Die gleiche Besorgnis um die habsburgische Restauration führte die Tschechoslowakei, Südslawien und Rumänien zusammen und lieferte damit Frankreich die Grundlage zu einem Bünd- mssystem, das wie ein starrer Riegel nicht nur vor dem Tor zu einer friedlichen Revision lagert, sondern auch vor der Pforte, durch die Italien seine Forderungen und Wünsche in be- zua auf den Donauraum einzuführen hoffte. D«e faschistische Außenpolitik schuf sich als Ge- g"ngewicht gegen das französische Bündnissystem d-'n allerdings viel schwächeren Block des R ö - mischen Dreierabkommens. In freundschaftlicher Zusammenarbeit mit Deutschland hoffte man in Rom Stück für Stück im Donauraum das Terrain zu erobern, das in Frankreichs Auftrag von den Staaten der Kleinen Entente besetzt und festgehalten wurde. Im Frühjahr 1934 vollzog sodann Mussolini jene verhängnisvolle Schwenkung, die im Juli zum Aufmarsch italienischer Divisionen am Brenner und schließlich an der Jahreswende zu jenen mit Laval abgeschlossenen Pakte führte. Wir sagen verhängnisvoll, weil die Lage im gesamten Donauraum von jener Schwenkung an eine Verwirrung und Verschärfung erfuhr, die nicht nur die direkt betroffenen Staaten feft)Tt, sondern auch Italien belasteten Denn immer mehr stellte sich heraus, daß Italien mit seiner Schwenkung der eigenen Politik im Do- Als Großmacht leben oder als Hansen sterben. Ministerpräsident Göring betont den Friedenswillen, aber auch die Lebensrechte des deutschen Volkes. Herzlicher Empfang in Freiburg. Eine Rede Görings in der Festhalle. Freiburg i. Br., 11. Mai (DNB.Funkspruch.) Ministerpräsident General der Flieger Göring stattete am Freitag Freiburg, der Hauptstadt des Breisgaues einen Besuch ab. In der Begleitung des Ministerpräsidenten sah man feine G e - mahlin, den persönlichen Adjutanten Oberstleutnant Bodenschatz, Hauptmann M e n d e und Ministerialrat Dr. Gritzbach. Die Fahrt des Ministerpräsidenten in die Stadt gestaltete sich zu einem wahren Triumphzug. Als der Wagen Görings durch die Kaiserstraße glitt, brachen ununterbrochen Heil-Rufe aus, die sich bis zu dem Rat- haus-Platz fortpflanzten, wo die Ehrenstürme des Luftsportverbandes, des Luftschutzbundes und der verschiedensten Formationen der Bewegung in Reih und Glied angetreten waren. Der Ministerpräsident begab sich in den Saal des neuen Rathauses, wo ihn Reichsstatthalter Robert Wagner mit herzlichen Worten im Namen der badischen Regierung und des badischen Volkes willkommen hieß und ihm Oberbürgermeister Dr. Kerber einen Ehrentrunk überreichte. Der Ministerpräsident dankte für den ihm bereiteten herzlichen Empfang und trug sich in das goldene Buch der Stadt Freiburg ein. Am Abend fand in der städtischen Festhalle eine große Kundgebung statt. Tausende von Zuhörern hatten sich eingefunden, weitere Zehntausende standen auf dem benachbarten Karlsplatz, wohin die Rede des Ministerpräsidenten übertragen wurde. Der Ministerpräsident unterstrich die Notwendigkeit, die Zeit des Kampfes fest in der Erinnerung zu behalten, da sie die Herzen stark mache gegen jede Versuchung. Denn in dieser Zeit habe der Arbeiter auch die wahre „internationale Solidarität" erkennen können und wisse heute aus dieser Erkenntnis um die Kraft, die allein aus der Verbundenheit mit dem eigenen Volke und dem eigenen Lande quillt. Die Weltgeschichte werde es einmal klar feststellen, daß Deutschland langst im Kommunismus erstickt gewesen wäre, daß über Deutschland längst die Not ihr grausames Zepter erhoben hatte, wenn nicht Adolf Hitler und feine Bewegung gewesen wäre. Zwei Dinge waren es. die allein um die Entscheidung, um die Zukunft Deutschlands rangen. Zwei Feldzeichen waren aufgepflanzt, blutrot beide Tücher. Das Hakenkreuz, das urewige Zeichen germanischen Blutes hat den Sieg davongetragen über alles Undeutsche. So fanatisch, wie wir in unserer Liebe zum Volke waren, so fanatisch aber auch sind wir im Haß gegen feine Verderber gewesen. Der Ministerpräsident fertigte bapn die Kritiker, die an Belanglosigkeiten und an Äußerlichkeiten herumkritisieren, eindringlich ab und ging auf das Land Baden selbst ein,' um hier vor der Grenze den Friedenswillen des Führers und des deutschen Volkes noch einmal nachdrücklich zu wiederholen. Allerdings, fo erklärte Göring, müsse jeder, der etwa Deutschland angreifen wolle, wissen, daß in diesem Falle mit verbissenem Widerstand zu rechnen sei. Die Weltgeschichte habe es bewiesen, daß nichts mehr den Frieden bedrohe, als ein wehrloses Volk inmitten hochgerüsteter Völker. Lin 662Nillro- nen-Volk lebe entweder als Großmacht, oder es sterbe als Haufen. Der Führer jedoch habe Deutschland wieder zur Weltgeltung empotge- hoben, habe Deutschland wieder die verloren gegangene Ehre zurückgegeben. Der Ministerpräsident wandte sich noch gegen gewisse Verleumdungen eines Teiles der Auslandspresse und streifte ebenfalls kurz den Kirchen- streit. Hierbei hob er mit allem Nachdruck hervor, daß der nationalsozialistifche Staat sich um Dinge, die nur die Kirche angingen, nicht kümmern werde. Er verwahrte sich gleichzeitig gegen den Vorwurf der Ungläubigkeit, der dem Nationalsozialismus von verschiedenen Seiten gemacht werde und schloß seine Rede mit den Worten: vergessen wir es nie, daß nur in der Kraft der Geschlossenheit, in der Einheit der Nation der Friede für Deutschland liegt und damit auch der Friede für die Welt. Friedlos waren wir, weil wir verblendet waren. Ehrlos wurden wir, weil wir feige die Waffen streckten. Aber Ehre und Freiheit find uns 3 urütf gegeben. And Millionen haben wieder Arbeit und Brot bekommen. Deutschland ist auferstanden, weil Golt uns den Führer schenkte! Zum Schluß der Rede steigerte sich der Beifall zu einem Sturm der Begeisterung, der bis zur Ab« fahrt des Ministerpräsidenten anhielt. In den späten Abendstunden brachten die Hitler-Jugend und der BDM. dem Ministerpräsidenten und seiner Gemahlin einen Fackelzug dar. Erst in der Nacht verließ der Ministerpräsident mit seinem Gefolge Freiburg. Englands Parlament huldigt dem König. - UM ■b UM MM MM KW • MM MM,. wl ■* ATtWJ UM» * SM"-' E Scherl-Bildmaterndienet Einen zweiten Höhepunkt verzeichnete das englische Regierungsjubiläum durch den Staatsakt in der historischen W e st m i n st e r h a l l e, wo die Mitglieder der Parlamente dem Königspaar ihre Glückwünsche überbrachten. — Unser Bild zeigt einen Blick in die ehrwürdige Westminsterhalle. Im Hintergrund sieht man das englische Künigspaar vor den Thronsesselp. König Georg V. erwiderte auf die Glückwunschansprachen mit einer Rede, in der er die Krone als das Symbol der Einheit aller Staaten des Empire feierte. Lavals Ankunst in Warschau. nauraum den geringsten Dienst gelei-I st e t hatte. Seitdem nämlich Frankreich sicher war, daß es im Donauraum keine divergierenden italienischen Vorstöße mehr zu befürchten hatte, daß vielmehr Italien in seinem Auftrag die Wacht an der Donau übernahm — die geringen kolonialen Zugeständnisse in Somaliland und die „freie Hand" in Abessinien waren dafür ein recht billiger Preis —.konnte es getrost und beruhigt das von Barthou eingeleitete große Spiel feiner Politik, den Abschluß eines Schutz- und Trutzbündnisses mit den Sowjets, fortführen. Zu spät merkte man in Rom, wie sehr man sich feftgelegt hatte. Zu spät näherte man sich mit allen Mitteln Polen, um den eigenen schwachen Block durch dessen Beitritt zu verstärken. Die Zusammenkunft Suvichs mit Oberst Beck hat das Zustandekommen des russisch-französischen Paktes ebenso wenig zu hindern vermocht wie die Vorschläge, die Italien Polen und den östlichen Rand- ftaaten als zukünftigen Garanten seines Donaupaktes zugehen ließ. Die Erkenntnis mag für die römischen Politiker bitter sein, aber sie ist dennoch richtig: während Italien auf Konferenzen und Besprechungen seiner Politik im Donauraum erneut eine positive Wendung zu geben versucht, handelt Frankreich rasch und zielbewußt, indem es auch die Teschechvslvwakei zum Abschluß eines militärisch untermauerten Bündnisvertrages mit den Sowjets bewegt und damit den antirevisionisti- schen Riegel noch' verstärkt. Es ist daher zu begreifen, daß Italien in Venedig mit allen Mitteln wenigstens um eine Ausrichtung der Interessen seiner Partner, nämlich Oesterreichs und Ungarns, bemüht ist. Daß diese nicht gleichlaufen, ergibt sich aus der verschiedenen Einstellung Oesterreichs und Ungarns zur Frage der Revision und der militärischen Gleichberechtigung. In beiden Punkten erstrebt Ungarn grundsätzlich eine kompromißlose positive Klärung, während für Oesterreich die Revisionsfrage niemals besonders akut war und die Frage der allgemeinen Wehrpflicht aus innerpolitischen Erwägungen eher negativ beantwortet wird. Die Reserve aber, mit der das heutige Oesterreich die Frage der Revision und Wehrhoheit betrachtet, mag der Wiener Regierung eine gewisse Handlungsfreiheit geben, da sie dadurch in die Lage versetzt wird, auch einmal die französische Karte auszuspielen. Aber diese Handlungsfreiheit bleibt ja stets nur eine Handlungsfreiheit auf Sicht, bleibt abhängig von dem Wohlwollen der Großmächte und garantiert niemals jene Selbständigkeit von der Herr von Beracr Walbeneqa in Venedig gesprochen hat 3. Warschau, 10. Mai. Außenminister Laval ist Freitag um 18 Uhr in Begleitung des Generalsekretärs des Auswärtigen Amtes, Leger, und seines Kabinettschefs R 0 ch a t in Warschau eingetroffen. Zu seiner Begrüßung hatten sich auf dem Bahnhof Außenminister Beck, der französische Botschafter Laroche, ferner der Chef des Protokolls und mehrere hohe Persönlichkeiten eingefunden. Laval, der während seines Warschauer Aufenthalts im Hotel Europa wohnt, stattete nach der Ankunft einige offizielle Besuche ab. Abends gab Außenminister Beck einen Tee und anschließend einen Empfang zu Ehren Lavals. Das Abendblatt des Regierungslagers „Kurjer Czerwonny" schreibt zum Eintreffen Lavals, der französisch - sowjetrussische Vertrag bedeute für Polen keine neuen Verpflichtungen und stelle es vor keine neue Lage. Neben dem Text gebe es jedoch eine politische Absicht und neben dem Buchstaben den G e i st, der das Wichtigere sei. Laval könne als MUschöpfer des Pariser Vertrages am besten das wirkliche Ziel des Vertrages erläutern und aufklären, ob er wirklich nichts an dem bisherigen polnisch-französischen Verhältnis ändere. Es fei überflüssig, daran zu erinnern, wie die französisch-polnischen Beziehungen gegenwärtig seien und wieviel Schuld daran die französischen Freunde trügen. Man dürfe erwarten, daß die Erläuterung des sowjetischfranzösischen Paktes in Moskau die gleiche fein werde, wie in Warschau. Wenn die Grundsätze der polnischen Politik, nämlich der Ausbau der eigenen staatlichen Macht und guter Beziehungen mit den Nachbarstaaten, bei Laval das gehörige Verständnis fänden, werde man seinen Warschauer Besuch als fruchtbar ansehen können. Das Abendblatt der nationalistischen Opposition, „Wieczor Warszawski", begrüßt Laval unter Hinweis auf die herzlichen Freundschaftsgefühle des polnischen Volkes für Frankreich. Es hofft, daß der französische Besuch den Beginn eines neuen Frühlings in den polnisch- französischen Beziehungen bedeute Da die Ziele Frankreichs und Polens die gleichen seien, müßten sie auch gemeinsame Wege gehen und Freundschaft, Offenheit und Vertrauen finden. — Der gemäßigte oppositionelle „Kurjer War- s z a w s k i " sagt, Laval besuche sicher Warschau, um sowohl für d'k polnisch-französischen Beziehung n wie für die Außenwelt zu betonen daß ?r. das. polnisch-französische Bündnis unabhängig von dem letzten französischen Vertrag für einen wichtigen Faktor der internationalen Politik halte. Zweifellos werde Laval von der polnischen Oeffentlichkeit mit ernster Sympathie begrüßt, da Polens Liebe für Frankreich im Gefühl begründet und ein kulturelles Merkmal fei. Die Unfehlbarkeit des polnischen politischen Instinktes liege dem polnisch- französischen Verhältnis zugrunde. Lavals erste Besprechungen. Warschau, 11. Mai. (DNB. Funkspr.) Laval hat gestern bald nach seiner Ankunft in Warschau mit dem polnischen Außenminister Beck eine erste kurze Besprechung gehabt. Abends gab Minister Beck ein Essen zu Ehren Lavals, dem sich ein größerer Empfang anschloß. An dem Empfang nahmen Ministerpräsident Oberst S l a w e k, die Mitglieder der Regierung und Vertreter der politischen, gesellschaftlichen, literarischen und künstlerischen Welt teil. Heute wird Minister Laval vom polnischen Staatspräsidenten empfangen werden; anschließend gibt der Staatspräsident ein Frühstück für Laval. Am Nachmittag finden Besprechungen zwischen den Ministern Beck und Laval statt. Der Tag schließt mit einem Essen beim französischen Botschafter Laroche. Sonntag früh reift Laval nach Moskau weiter. Während die polnische Presse sich im allgemeinen heute allen Vermutungen über den Inhalt der Besprechungen zwischen Laval und den Leitern der polnischen Politik enthält, veröffentlicht das Regierungsblatt „Expreß Poranny" einen ihm von dem französischen Journalisten St. Brice übersandten Artikel, der die französischen Erwartungen barlegt, die sich an den Besuch Lavals in Warschau knüpfen. In dem Artikel heißt es, Frankreich wünsche mit Entschiedenheit, daß das Bündnis mit Polen erhalten und verstärkt würde. Die Besprechungen Lavals würden zweifellos nicht erleichtert durch die Tatsache der Unterzeichnung des französifch-fowjetrusfifchen Paktes und durch die Bedeutung, die die Sowjets diesem Pakt gegeben hätten. Wenn die Pariser Lesart von der Moskauer abweiche, fo fei das lediglich ein Beweis, daß Wortkünste nicht grundsätzliche Unterschiede lösen könnten. Man müsse jedoch überzeugt sein, daß die Franzosen sich niemals in eine antipolnische Politik hinein- ziehen ließen. In dem Ver.'raq m’f SowUr'rß- fanb sähen die Franzosen lediglich cm Mittel, Sow- jetrußland am Intrigieren mit Deutsch» land zu hindern und die Kleine Entente z u b e ruh i g e n. Die geographischen, militärischen und politischen Bedingungen, gäben einer sowjetrussischen Hilfe nur einen rein passiven Wert. Polen bleibe der aktive Faktor zur Aufrechterhaltung der Ordnung im O st e n. Man könne sich keine erfolgreiche Sicher- heitsorganisation ohne Polen und die Kleine Entente denken. Lavals Besuch habe durch die Tatsache, daß er den Kontakt mit den Leitern der polnischen Politik herstelle, grundsätzliche Bedeutung. Gedämpftes Echo aus Pans. Paris, 11. Mai. (DNB. Funkspruch.) Der höfliche, aber kühle Empfang des französischen Außenministers in Warschau, die Gewißheit, daß Laval Pilsudski nicht wird sprechen können und die Unsicherheit, die Frankreich gegenüber Polen empfindet, geben der französischen Presse nicht die Möglichkeit, in dem siegesbewußten und berauschenden Ton über eine Auslandsreise des Außenministers zu berichten, der sonst angeschlagen zu werden pflegt. Der Havas-Bericht- erstatter bemerkt zum Empfang Lavals in Warschau, die strengen Sicherheitsmaßnahmen erlaubten es der polnischen Bevölkerung nicht, öffentlich ihre Treue und Anhänglichkeit an Frankreich kundzutun, wie sie dies vor einem Jahr bei dem Besuch Barthous als Außenminister getan haben. „Echo de Paris" schreibt, daß Frankreick einen großen Teil der Verantwortung an dem Umschwung der französisch-polniscken Beziehungen trage, sei unbestritten. Sei es aber von Polen geschickt, wenn dieses seine Rache auf eigene Kosten suche und auf das „deutsche Spiel" eingehe? Kein Staat würde stärker unter einer Wiederaufnahme des deutschrussischen Zusammengehens von Rapallo leiden als Polen. Der französisch-sowjetrussische Beistandspakt solle gerade die Vereinigung zwischen Deutschland und Rußland verhindern. Die außenpolitische Mitarbeiterin des „O e u v r e" schließt aus dem außerordentlich kühlen Empfang, daß die französisch-polnischen Beziehungen jede Spur von Gefühlsmäßigem verloren zu Haven scheinen, und man nur noch die Sprache der Geschäftsleute anwende. Im übrigen ist die Berichterstatterin von dem in Warschau vorhandenen Mißtrauen gegen Sowjetrußland beeindruckt. Dieses Mißtrauen sei bei weitem viel stärker als die Furcht, die Polen vor Deutschland haben könnte. Das „Oeuvre" erinnert an einen Ausspruch des Marschalls Pilsudski in Genf 1927: „Eines Tages wird in Deutschland ein genialer Mann ans Ruder kommen, und Polen wird sich mit Berlin aussöhnen können, aber mit Rußland wird das immer weitaus schwieriger fein* Abessinien. Erheben England und Frankreich Vorstellungen in Rom? London, 11. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Die britische und die französische Regierung erwägen, nach einer Meldung des „Daily Telegraph", V o r - stellungen in Rom wegen der italienischen Kriegsvoroereitungen gegen Abessinien. Beide Regierungen seien in einen diplomatischen Meinungsaustausch mit einander getreten. Die Vorstellungen würden möglicherweise dahin gehen, „daß die italienische Regierung die vielen ernsten Folgen eines aggressiven Vorgehens sorgfältig erwägen möge." Der Gedanke, Vorstellungen zu erheben, sei in London und Paris etwa gleichzeitig aufgetaucht und die beiderseitigen Entwürfe hätten sich gekreuzt. Beide Regierungen wollten Mussolini versichern, daß sie das Zustandekommen einer Lage vermeiden möchten, die unoermeidlicherweise zu einer Verurteilung Italiens durch den Völkerbundsrat auf dessen nächster Sitzung am Montag in acht Tagen führen würde. Die französische Regierung lege besonderen Wert darauf, daß man dem Völkerbundsrat die tatsächliche Einsetzung eines italienisch - abessinischen Aussöhnungsausschusses berichten könnte. Sollte dies nicht der Fall fein, dann werde Abessinien ohne Zweifel seinen Antrag auf Grund Artikel 15 der Völkerbundssatzung Vorbringen, der die Regelung von Streitigkeiten vorsieht, die keinem Schiedsgericht vorgelegt sind. Sowohl die französische wie auch die britische Regierung seien der Ansicht, daß es unter diesen Umständen unmöglich wäre, eine Erörterung und eine sowohl dem Ansehen Italiens als auch der Sache des kollektiven Vorgehens in Europa abträgliche Entschließung zu vermeiden. Die britische Regierung selbst sei sogar für noch weitgehendere „P o r s ch l ä g e" an die italienische Regierung, um eine völlige Beilegung der ganzen abessinischen Frage zu erleichtern. Die britischen Dominien gegen den außenpolitischen Kurs. London, 11. Mai. (DRB. Funkspruch.) „Daily Expreß" meldet, die Ministerpräsidenten K a nadas, Südafrikas und Australiens hätten bei den Besprechungen mit dem englischen Kabinett energischen Einspruch dagegen erhoben, daß England die Genfer Entschließung gegen Deutschland uneingeschränkt unterstützt habe. Sie hätten ferner dagegen protestiert, daß die englische Regierung den Entscheidungen der Konferenz von Stresa zugestimmt habe, ohne vorher mit den Dominien Rücksprache zu nehmen. Ueberhaupt habe das in letzter Zeit zutagegetretene Bestreben der englischen Regierung, außenpolitische Beschlüsse zu fassen und sie erst später den Dominien mitzutei- len, bei den Dominien-Vertretern Mißfallen hervorgerufen. Englische Falschmeldungen über Aeußerungen General Görings. Berlin, 10. Mai. (DRB.) Rach einer Meldung des „Daily Telegraph" vom 9. Mai soll General Göring in der vorigen Woche auf einer halböffentlichen Versammlung deutlich zu verstehen gegeben haben, daß Deutschland seiner Luftmacht einen Zweimächte st andard zugrunde zu legen gedenke, d. h. eine Luftstreitmacht zu schaffen, die der aemeinsamen Stärke von je zwei anderen europäischen Staaten gleich sei. Aehnliche Nachrichten bringen andere englische Blätter. Diese Meldungen entsprechen nicht den Tatsachen. General der Flieger Göring hat weder bei einer halböffentlichen Versammlung in der vorigen Woche, noch bei einer anderen Gelegenheit jemals davon gesprochen, daß Deutschland dem Ausbau seiner Reichsluftwaffe einen Zweimächteftandard zugrundelegen wolle. Er hat auch niemals eine Andeutung weder mündlich noch schriftlich in diesem Sinne gemacht, zumal ein derartiger Aus- bau der Reichsluftwaffe nicht beabsichtigt ist. Die Meldung des „Daily Telegraph" muß daher als freie Erfindung bezeichnet werden. Wie sieht es in -er Wirtschaft aus? eine Aeues Bauprojekt in München. Ein Heimatbahnhof für den Reichsautozug ,,Deutschland". München, 10. Mai. (DNB.) Reichsfchatzmeister Schwarz gab einem Mitarbeiter des „Völkischen Beobachter" Kenntnis von dem Neubau der Reichszeugmeisterei in Verbindung mit einem Heimatbahnhof für den neugeschaf- fenen R e i ch s a u t o z u g „Deutschland", auf dem Gelände zwischen der Tegernseer-Landstraße und Soyerhof-Straße im Südosten Münchens. Die- ser Reichsautozug wird das Modernste barftel- len, was bisher in aller Welt auf dem Gebiet der technischen Hilfszüge geleistet wurde. Er besteht aus 80 riesigen Fahrzeugen, pon denen 40 Haupt- und 40 AnjchLußwagen Uni. Sedm Spezial- Oie elektrifizierte Strecke Augsburg—Mrnberg in Betrieb Die Reichsbahn als großzügiger Arbeitgeber. werden konnten, so ist das auf die Auswirkungen der Faserstoffverordnung und auf die planmäßig vorgenommene Umstellung der Textilrohstoffwirt- schaft zurückzuführen. Hierdurch ist natürlich eine Verlagerung des Geschäfts der einzelnen Textilindustrien hervorgerufen worden, von der besonders die Kunstseidenindustrie profitiert hat. Uebrigens steigt der Verbrauch von Kunstseide nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Im ersten Vierteljahr 1935 betrug die Welterzeugung von Kunstseide fast 107 Millionen Kilogramm gegenüber 85 Millionen Kilogramm in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die deutsche Kunstseidenerzeugung erhöhte sich verhältnismäßig noch stärker, nämlich von 9 auf 11,5 Millionen Kilogramm. Dagegen leiden die Baumwollerzeugungs- lünder unter Absatzmangel. Namentlich die Baumwollaussuhr der Vereinigten Staaten ist in den letzten 8 Monaten um 40 Prozent hinter den entsprechenden Vorjahrsziffern zurückgeblieben. Das ist teilweise auch darauf zurückzuführen, daß Deutschland seine Einfuhr von Baumwolle aus den Bereinigten Staaten notgedrungen von 358 000 Ballen im ersten Vierteljahr 1934 auf 63 000 Ballen im ersten Vierteljahr 1935 reduzieren mußte. Deutschland deckt jetzt seinen verringerten Baumwollbedarf hauptsächlich in Brasilien, daneben auch in der Türkei, in Aegypten und in Argentinien. wagen enthalten alles, was für einen solchen tech» nischen Riesenzug notwendig ist, so ein Lazarett, Küchen, Bäckerei, Fleischerei, Tonfilmaufnahme- und Wiedergabegerät, Feuerwehr, Transportwagen und eine Rundfunkstation. Zur Unterbringung dieses Reichsautozuges wird nach den Plänen des Münchener Architekten P. Hofer ein ständiger Heimatbahnhof errichtet. Das hierfür notwendige Gelände wurde vom Reichsschatzmeister Schwarz für die Partei erworben. Der Heimatbahnhof, in dem dann auch der Hilfszug „Bayern" stationiert wird, umfaßt einen Verwaltungsbau, eine Kaserne mit Lagerhaus, ein großes Wohnhaus für die Angestellten, eine Großgarage für die Partei sowie große Werkstättenhallen mit einer Tankstelle. Der Neubau der Reichszeugmeisterei wird ebenfalls nach den Plänen von P. Hofer errichtet. Alle Gebäude der Reichszeugmeisterei und des Heimatbahnhofes für den Reichsautozug „Deutschland" sind mit den modernsten technischen und sanitären Einrichtungen versehen. Mit der Fertigstellung des Neubaues der Reichszeugmeisterei ist die gesamte Reichszeugmeisterei, die sich heute zum Teil noch in der Schwanthalerstraße befindet, zentralisiert. Mehr als 35000 Kraftfahrzeuge im April neu zugewffen. Im April wurden 35 862 Kraftfahrzeuge im Reich neu zugelassen, das sind 21 v. H. mehrals im Vormonat und 41 v. H. mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Besonders stark waren die Steigerungen bei den Krafträdern und den Lastkraftwagen. An Krafträdern kamen 14 843 neu in den Verkehr (im Vormonat 10 432); dabei haben vor allem die Zulassungen von Kleinkrafträdern zugenommen. An Lastkraftwagen wurden 3532 neu zugelassen (im Vormonat 2946); die darin enthaltene Zahl der dreirädrigen Kraftfahrzeuge hat indessen von 866 auf 731 abgenommen. Bei den Kraftomnibussen erhöhte sich die Zulassungsziffer von 88 auf 235, bei den Zugmaschinen von 389 auf 568. An Personenkraftwagen gelangten 16 670 zur erstmaligen Zulassung; damit ist nach der großen Steigerung, die die Personenwagenzu- lassungen im März, dem ersten Monat nach der großen Automobilausstellung, aufzuweisen hatten, im April eine weitere Zunahme um 5 v. H. zu verzeichnen. mußten 446 Kilometer Gleise mit Fahrleitung versehen werden, deren Form mit Rücksicht auf die hohe Geschwindigkeit von 160 Stdkm. besonders auszubilden war. An neuen Zugkräften waren erforderlich: 11 Schnellzuglokomotiven mit 120 Kilometerstunden, 16 Personenzug- und Güterzuglokomotiven mit 90 Kilometerstunden Geschwindigkeit, ferner wurden beschafft 10 zweiteilige Wechselstromtriebwagen mit 12 Steuerwagen für 120 Kilometerstunden und drei Schnelltriebwagen für 160 Kilometer Höchstgeschwindigkeit. Von den G e - samtkosten mit rund 34 Millionen RM. entfallen 62 v. H. auf die Aenderuna bestehender und die Schaffung neuer ortsfester Anlaaen, auf die Beschaffung neuer Triebfahrzeuge 38 v. H. Die elektrotechnische Großindustrie ist hierbei nur mit einem Drittel beteiligt und hat zahlreiche Aufträge an ihre Unterlieferer weitergegeben. Die übrigen Zweidrittel treffen auf die sonstigen Industrie- und Gewerbezweige sowie auf Unternehmer mit fast 50 Gruppen. An über 550 Firmen wurden größere Aufträge erteilt und 490 000 Arbeitslosen- Tagewerke werden nach Durchführung der Rest- arbeiten geleistet sein. Zur Finanzierung der Baumaßnahmen hatte der bayerische Staat 1933 ein Darlehen von 6 Millionen gewährt, die Bayerische Gemeindebank Schatzanweisungen in der Höhe von 10 Millionen übernommen. Die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG., Berlin, stellte ein Darlehen von 2 Millionen, die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung eine Grundförderung von über 3 Millionen RM. aur Verfügung. Der Rest, insbesondere die Kosten Der Fahrzeuge, wurde aus Reichsbahnmitteln gedeckt. Mit der Elektrifizierung der Strecke Augsburg — Nürnberg ist der zweite Abschnitt der zukünftigen elektrischen Nord — Südlinie Ber - l i n — Nürnberg — München vollendet. Zugleich ist die durchgehende elektrische Verbindung zwischen Berlin und Rom ihrer Verwirklichung ein weiteres Stück nähergekommen. Die internationale Spekulation hat nach der Abwertung des belgischen Franken einen Generalangriff auf den Schweizer Franken und den holländischen Gulden unternommen, der aber im wesentlichen gescheitert ist. Die Nationalbank von Belgien hatte zur Verteidigung des Belga vergeblich für fast 400 Millionen Reichsmark Gold abgegeben. Nach der Abwertung traten Goldzuflüsse ein, die fast ein Drittel dieses Verlustes, nämlich rund 114 Millionen Reichsmark betrugen. Als die Spekulation nach diesem Erfolg aber zum Angriff auf die anderen Festwährungen Übergriff, erlitt sie eine Niederlage. Die scharfen Baisseangriffe gegen den holländischen Gulden wurden von der Niederländischen Bank durch umfangreiche Goldabgaben und durch Anwendung der Diskontwaffe abgeschlagen. In den letzten vier Wochen gab die Niederländische Bank für nicht weniger als 287 Millionen Reichsmark Gold ab und dadurch wurde erreicht, daß der Gulden stabil blieb. Der Schweizer Franken wurde ebenfalls durch solche Goldabgaben gehalten, die in den letzten fünf Wochen nicht weniger als 308 Millionen Reichsmark betrugen. Immerhin ließ sich erkennen, daß der Schweizer Franken sicher blieb, denn die Goldab- aaben der Schweizer Nationalbank, die in der ersten Aprilwoche 69 Millionen Reichsmark betrugen und sich in der zweiten auf 111 Millionen steigerten, sind bis auf wenige Millionen Reichsmark zurück- gegangen. Die Gerüchte von einer Abwertung des französischen Franken wurden unterstützt durch die großen Goldabgaben der Bank von Frankreich mit 246 Millionen Reichsmark innerhalb von drei Wochen; aber trotz der Propaganda des Deputierten Reynaud, dem sich ein Teil der Pariser Kaufleute verschrieb, bleibt der Franken stabil und in der letz- ten Woche hat die Bank von Frankreich für nur 79 Millionen Franken Gold abgegeben. Damit ist alfo auch hier der Angriff der Spekulation gescheitert und es dürfte nunmehr eine Beruhigung des Marktes eintreten. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Konjunkturgestaltung in der deutschen Textilwirtschaft. In den Handelskammerberichten für den Monat April wird auf die auf- fallende Tatsache hingewiesen, daß die Nachfrage nach Garnen weiter zugenommen hat, während in den Webereien und auch in der Konfektion der Absatz sich offensichtlich verlangsamt. Das ist in der Hauptsache eine ('folge der auf Grund der vorjährigen Angstkäufe erfolgten Voreindeckungen. Es ist aber ein Zeichen der gesunden Verfassung der Branche, daß trotzdem die Spinnereien die Nachfrage kaum bewältigen können. Die Wollin- d u st r i e berichtet über einen guten Auftragsein- S. Wenn aber gleichwohl von einem großen der Woll- wie der Baumwollindustrie die vorjährigen hohen Umsätze nicht wieder erreicht Unruhen in Nordirlan- und auf Neufundiand. London, 11. Mai (DNB. Funkspruch). Infolge politischer Unruhen hat die nordirische Regierung [ über das Hafenviertel von Belfast ; den Ausnahmezustand verhängt. Die Polizei mußte am Freitagmorgen mit Gummi- , knüppeln gegen die Ruhestörer einschreiten. Bewaff- , nete Schutzleute in Lastwagen fahren Tag und Nacht durch die Straßen der Stadt. Angesichts des bevorstehenden Jubiläumsbesuchs des Herzogs von Gloucester sind die Vorsichtsmaßnahmen besonders verschärft worden. Panzerwagen stehen in Bereitschaft um neue Ruhestörungen im Keime zu ersticken. — Auch aus Neufundland (Nordamerika) werden schwere Unruhen berichtet. In der Hauptstadt St. Johns kam es Zu einem schweren Zusammenstoß zwischen 3000 demonstrierenden Arbeitslosen und der Polizei. Die Arbeitslosen griffen die Schutzleute mit Steinen und Eisenstangen an, so daß die Polizei mit Gummiknüppeln vorgehen mußte, um die ftutje und Ordnung wieder herzustellen. Die Regierungsgebäude wurden von bewaffneter Polizei, die mit Stahlhelmen ausgerüstet ist, bewacht. Englische Sorgen in Mesopotamien London, 11. Mai. (DNB. Funkspruch.) Ein englisches Bombenflugzeug stieß am Freitag in der Nähe von Moss ul (Irak) bei einem Landemanöver mit einem Panzerwagen zusammen und stürzte ab. Zwei Flieger wurden getötet, ein Mechaniker und ein weiterer Flieger, der sich in dem Panzerwagen befand, wurden verletzt. Bisher ist es unmöglich gewesen, die ira- kischenAuf ständischen ausfindig zu machen, die am Freitag ein britisches Kriegsflugzeug abgefmoffen haben. Die Untersuchungen werden vielleicht mehrere Monate in Anspruch nehmen. Die Aufständischen setzen ihren Plünderungs- Zug fort. Sie wollen ein Lager von Eisenbahnschwellen entfernt haben. Die irakische Polizei hat £!nf.n.. umfaffenben Feldzug gegen die irakischen Aufständischen eröffnet, und bereits mehrere strategische Punkte besetzt, ohne dabei auf Widerstand zu stoßen. Versuche mit neuartigen französischen Tank-Wagen. Paris, 11. Mai. (DNB.-Funkspruch.) Seit etwa einer Woche werden beim 509. Tankwagen-Regiment in Maubeuge Versuche mit wasserdichten Tanks gemacht. Diese Tankwagen, die mit einer 2Irt Modelliermasse abgedichtet worden sind, sollen Gewässer von 1,30 bis 1,40 Meter Tiefe ohne Schwierigkeiten durchfah. re n können. Während Tankwagen bisher höchstens eine Viertelstunde im Wasser bleiben konnten, ohne daß der Motor Schaden nahm, sollen die neuen Wagen vor einem vom Kriegsministerium entsandten Prüfungsausschuß mehr als eine Stunde im Fluß manöoeriert und dann mühelos wieder das Ufer erklommen haben. Zwei Berliner Kabaretts wegen staatsverneinender und zersetzender Tätigkeit geschlossen. Berlin, 10. Mai. (DNB.) Auf B-ranlassuna des Reichsministers für Volksaufklärung und Pro- paganda wurden die beiden Berliner Kabaretts „Katakombe" und „Tingeltangel" in letzter Zeit mehrfachen Beobachtungen seitens parteilicher und behördlicher Stellen unterzogen. Dabei stellte sich heraus, daß die onfäng- "che Tendenz dieser Unternehmen, die darauf hinauslief, durch wenn auch scharfen Witz dem Emp- fmden des Volkes zuwiderlaufende Zeiter cheinun- gen zu geißeln und damit in gewisser Weise auch dem neuen Aufbau dienlich zu sein, unter dem Druck der staatsfeindlichen Besucherschaft nach und nach genau ins Gegenteil umgeschlagen ift. So wurde z. B. eine Dirne in Verbindung mit der Sammeltätigkeit für das Winterhilfswerk ge- dracht und allgemein gegen das Sammeln Stimmuna gemacht; Militär- und sa rteiunformen wurden verunglimpft, die Organisation der P a r t e i ins Lächerliche und Dte W e hrpflicht in den Schmutz gezogen. Ein reinrassiger Jude, der als solcher in Deutschland nur Gastrecht besitzt, wagte es, über politische Vor- gange in Deutschland seins herabsetzenden Wojsea In seinem vielbeachteten Referat über die gegenwärtige Lage des deutschen Außenhandels und der Devisenwirtschaft, das im Rahmen der Unterrichtswoche für Reichsbankbeamte gehalten wurde, hat Reichsbankdirektor Brinkmann die Ausrüstung Deutschlands mit Rohstoffen als das Hauptproblem bezeichnet, das jetzt gelöst werden muß. Er hat 9 Gruppen von Hemmungen angeführt, die eine Lösung erschweren. Da Deutschland nicht daran denke und denken könne, den Weg der Währungsabwertung gleich anderer Ländern zu gehen, so sei das wichtigste Mittel zur Behauptung Deutschlands auf den Weltmärkten eine der Kaufkraft der ausländischen Abnehmer entsprechende Gestaltung der deutschen Exportpreise. Der Reichskommissar für Preisüberwachung, Oberbürgermeister Dr. G o e r d e l e r, hat kürzlich in der „Deutschen Wirtschafts-Zeitung" ebenfalls sehr nachdrücklich auf die zentrale Bedeutung der Preisgestaltung für die Steigerung des deutschen Außenhandels hingewiesen. Der deutsche Preisspiegel sei durch die Währungsentwertung anderer Länder verhältnismäßig stark über den Weltmarktpreis gehoben worden. Es bleibe daher der deutschen Wirtschaftspolitik, die willkürliche Maßnahmen und Währungs - Manipulationen grundsätzlich ablehne, nichts anderes übrig, als im Wirtschaftskampf auf den Weltmärkten die für sie möglichen Preis- Anpassungsmittel anzuwenden. Sicherlich würden diese Mittel immer Wesen und Wirkung einer Subvention haben. Die Kosten sollen von der gesamten deutschen Volkswirtschaft g e - meinsam getragen werden. In dem gleichen Sinne führte auch Reichsbankdirektor Brinkmann in dem oben erwähnten Vortrage aus, daß die deutsche Wirtschaft für die Zukunft dazu übergehen müsse, innerhalb ihrer einzelnen Sektoren einen Gesamtausgleich zwischen Binnenmarkt- undAuslandspreisen herbeizuführen. Die Einzelheiten dieser Regelung sind naturgemäß noch nicht bekannt. Aber der Weg, der be- chritten werden soll, ist deutlich erkennbar. Er führt nicht zu einer Währungsabwertung, die für Deutschland sinn- und zwecklos ist, sondern zu einem Preisausgleich, der den deutschen Waren die Auslandsmärkte wieder in höherem Maße öffnen und zur Ueberroinbung der dem deutschen Export heute entgegenstehenden Hemmungen führen wird. ♦ Eine besondere Beachtung verdienen die Ausführungen des Staatssekretärs Reinhardt in Eisenach, der mit großer Klarheit die Leitsätze der nationalsozialistischen Steuerpolitik herausarbeitete, die unter dem Gesichtspunkt der sozialen Gerechtigkeit, dem bevölkerungspolitischen Gedanken und dem Gedanken des Wertes der Persönlichkeit steht. Dabei erklärte Reinhardt, die Vermögensbildung soll möglichst gefördert und in feinem Falle durch steuerliche Maßnahmen beeinträchtigt werden. Auch in dieser Auffassung offenbart sich ein großes Verständnis für staatspolitische Notwendigkeiten. Vermögensbildung ist ja tatsächlich gar nichts anderes als Reservenbildung. Ein Staat, der keine Reserven besitzt, befindet sich in dauernder Gefahr. Von wie großer Bedeutung das Vermögen eines Volkes ist, hat uns der letzte Weltkrieg gelehrt, den Deutschland allein dadurch zu führen imstande war, daß es über ein Drittel seines Vermögens zur Finanzierung des Krieges aufbrachte. Nürnberg, 10. Mai. (DNB.) Am 10. Mai eröffnete der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn Dr. Dorpmüller in Anwesenheit des Präsidenten des Derwaltungsrates der Deutschen Reichsbahn Staatssekretär König, mehrerer Verwaltungsratsmitglieder und der zuständigen Direktoren und Referenten der Reichsbahnhauptverwaltung und des Reichsverkehrsministeriums den elektrischen Betrieb auf der Strecke Augsburg — Nürnberg. Der Eröffnungsfeier wohnten u. a. auch Ministerpräsident Siebert bei. Nachdem der erste Zug auf der Strecke Augsburg—Nürnberg nach Eröffnung des elektrischen Betriebes mit den Festgästen in Nürnberg eingetroffen war, versammelten sich die Gäste im Hauptbahnhof Nürnberg zum Mittagessen, zu dem sich auch Gauleiter Julius Streicher einfand. Anwesend war ferner Jean B o i s s e l, der ftan- zösische Frontsoldat, der am Donnerstagabend in Nürnberg gesprochen hatte. Der Präsident der Reichsbahndirektion Nürnberg, Dr. Geyer, begrüßte die Gäste und gedachte, während sich die Versammlung von ihren Plätzen erhob, besonders der fünf Arbeiter, die bei dem Umstellungswerk ihr Leben verloren haben. Ministerpräsident Siebert machte darauf die Mitteilung, daß die bayerische Staatsregierung zur Weiterführung der Elektrifizierung der Linie Nürnberg — Landesgrenze 15 Millionen Mark zur Verfügung gestellt habe. Das Werk werde vorwärts getrieben, bis die große Verkehrslinie von Deutschlands Südgrenze bis zur Nordgrenze geschaffen sei. Generaldirektor Dr. Dorpmüller betonte, daß sich die Reichsbahn ihrer großen sozialen Pflichten gegenüber ihren Arbeitern und Angestellten bewußt und entschlossen fei, | auch weiterhin das ihre zu tun, um nunmehr auch die zweite und letzte Million Arbeitsloser in Arbeit und Brot zu bringen. Zum Anschluß der neuen Strecke an das vorhandene Bahnstromfernleitungsnetz wurde eine neue 105 Kilometer lange 100 000 - Volt - Leitung von Landshut nach Treuchtlingen gebaut. Im ganzen machen. Demzufolge setzte sich auch die Besucherschaft in der Hauptsache aus Juden und anderen staatsverneinenden Elementen zusammen. Da das weitere Treiben dieser Unternehmen im Interesse des Ansehens des nationalsozialistischen Staates nicht weiter geduldet werden konnte, hat der Reichsminister für Volksaufklärunq und Pro- vaganda ihre Schließung durch das geheime Staatspolizeiamt veranlaßt. Einige Hauptmitwirkende wurden gestellt und einer polizeilichen Vernehmung unterzogen. In diesem Zusammenhang fand auch eine Reihe von polizeilichen Haussuchungen statt. Da ein Teil der Mitwirkenden an den politischen Darbietungen der Unternehmen, wie sich bei ihrer Vernehmung einwandfrei herausstellte, über wichtige Einrichtungen des neuen Staates, an denen sie zwar ihr kritisches Mütchen kühlten, zum Teil nur sehr oberflächlich, zum Teil überhaupt nicht orientiert war, wird ihnen Gelegenheit gegeben werden, das allzu lang Versäumte in anständiger und solider Arbeit in einem Lager nachzuholen. Es wird bei dieser Gelegenheit nochmals betont, daß der neue Staat es nicht dulden kann, daß seine Einrichtungen, die nur dem Volke dienen, seitens einer kleinen, aber um so frecheren und anmaßenderen Clique einer ätzenden und zersetzenden sowie böswilligen Kritik unterzogen werden. Der Ratio- Geschichten a (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Kleines Mißverständnis. (ht) Charbin. Ein europäischer Professor kam kürzlich nach Charbin. Er stieg im besten Hotel der Stadt ab, und als er sich zum Abendessen in den Speisesaal begab, hatte er seine Brille „auf" dem Zimmer vergessen. Infolgedessen konnte er trotz aller Bemühungen die englisch gedruckte Speisekarte nicht lesen, die ihm der würdige chinesische Oberkellner überreicht hatte. Wohl oder übel mußte also der Herr Professor die Karte dem Gelben wieder zurückgeben mit der Bitte, den Inhalt vorlesen zu wollen, auf daß sich eine Bestellung ermöglichen lasse. Der Kellner nahm die Karte, betrachtete sie mit gerunzelten Brauen ein paar Augenblicke, und reichte sie dem Professor wortlos, aber mit einer leicht angedeuteten, bedauernden Verbeugung zurück. „Nun? .. „Verzeihung, mein Herr! Ich habe leider auch keine Gelegenheit gehabt, eine Schule zu besuchen." Eine Glocke wurde nach Sibirien verschickt. (u) Tomsk. Unliebsame Gegner und Störenfriede wurden in Rußland ‘ bekanntlich schon zur Zaren^eit in die kühlen Zonen Sibiriens verschickt, um dort in der Einsamkeit ungefährlicher zu sein. Jüngst hat man nun in Tomsk ein altes Archiv gefunden, das sich auf die ersten Zeiten der Zwangskolonisierung bezieht, das heißt, man fand hier die ersten Akten über Verschickungen nach Sibirien. Die alte russische Stadt Uglitsch hat die zweifelhafte Ehre, die ersten Deportierten gestellt zu haben. Genau, wie man im Mittelalter selbst Katzen, Hühner und Schweine hinrichtete, so verschickte man auch in jenen Zeiten härtere Gegenstände nach Sibirien. Dazu zählte z. B. auch die große Kirchenglocke von Uglitsch, die seitdem irgenwo in Sibirien im Kalten stehen muß. Wo?, ist allerdings noch nicht festgestellt. Jedenfalls erfährt man zu dieser seltsamsten aller Verbannungen folgende Hintergründe: Am 15. Mai 1591 wurde der Zarewitsch Dimitri in eine Rebellionsaffäre verwickelt. Die Glocke von Uglitsch diente dazu, die Rebellen zu alarmieren. Diese Tatsache verzieh man der Glocke nicht und sie mußte, wie die Rebellen auch, einige Zeit später die Reise nach Sibirien antreten. Zwei Kriegstauben picken ihr Gnadenbrot. (th) Neuyork. Im Militärlager von Monmouth im Staate New Jersey (USA.) befindet sich auch die Hauptniederlassung der Krieastaubenabteilung der amerikanischen Armee. Tausende von Brieftauben werden hier ausgebildet. Immer wieder muß der Nachwuchs in Tätigkeit treten, um die altgewordenen Tiere zu ersetzen. Aber keine Brieftaube wurde älter als „Spike" und „Mocker". Normalerweise glaubt man, daß Tauben nicht älter als neun Jahre werden. „Mocker" und „Spike" aber scheinen aus einer besonders langlebigen Rasse zu stammen, denn sie sind 16 bzw. 165L Jahre alt. Die beiden „Alten" werden natürlich nicht mehr zum Dienst herangezogen. Sie picken ihr Gnadenbrot in Anbetracht der Verdienste, die sie sich in Europa im Kriege erwarben. „Möckers" Glanzleistung war ein Flug am 12. September 1918 bei Beaumont, als er eine wichtige Nachricht für die schwere Artillerie vom Alliierten-Kommando überbrachte. Bei dieser Gelegenheit verlor das Tier übrigens ein Auge, setzte aber dennoch den Flug fort. — „Spike" unternahm nicht weniger als 52 bedeutsame Flüge im Sektor Maas-Argonnen. Die beiden Kriegstauben sind noch heute flugfähig, und „Mocker" kämpft ab und zu sogar noch gegen andere Tauben. Wenn ihre Seelen eines Tages in das Tauben-Walhalla eingegangen sind, werden ihre kleinen Kadaver ausgestopft im Museum der Smith- sonian-Jnstitution Platz finden. Alle — bis auf einen! (th) San Franzisko. Eine bekannte Kleinkunstbühne in San Franzisko beging kürzlich die Feier ihres 25jährigen Bestehens. Für dieses Jubiläum hatte sich die Leitung etwas ganz „Besonderes ausgedacht": eine Wiederholung der Eröffnungsvorstellung vor 25 Jahren. In derselben Aufmachung und womöglich auch mit denselben zwölf Nummern und Kräften, die damals das Programm des Abends bestritten hatten. Schon seit längerer Zeit bemühte man sich daher, die zwölf Künstler, die inzwischen natürlich in alle Welt zerstreut worden sind, ausfindig zu machen und für die Jubiläumsveranstaltung zu verpflichten. Erstaunlicherweise hatte man mit elf dieser Künstler auch Erfolg, sie wurden in den verschiedensten Gegenden der Welt aufgetrieben und nach San Franzisko berufen. Alle elf, mit einer Ausnahme, waren noch in ihrem Berufe tätig. Diese eine Ausnahme ist der Italiener Sambardi, der damals als Trampolinakrobat auftrat, heute aber in San nalfozialismus wird nicht die Fehler des Dorkrieqs- deutschland wiederholen, das der Verhöhnung seiner großen tragenden Einrichtungen, wie Armee, Schule, Staat usw., nicht Einhalt gebieten konnte, und deshalb auch in der Stunde der Gefahr zusammen- brach. Vor allem erachtet er es für gänzlich un- erträglich, daß deutsche Angelegenheiten von Juden oder Vorjuden lächerlich gemacht werden. Sie „Koblenzer Volkszeitung^ beschlagnahmt. Die Landesstelle Koblenz-Trier des Reichsmini- stenums für Dolksauiklärung und Propaganda teilt mit, daß die „Koblenzer Volkszeitung" vom 10. Mai 1935 wegen Verächtlichmachung der Gauleitung am heutigen Tage beschlagnahmt wurde. Znstandsehungsarbeiten mit Ueichszuschuß bis 30. Juni. Berlin, 10. Mai. (DNB.) Der Reichs- und preußische Arbeitsminister weist darauf hin, daß Jnstandsetzungs- und Umbauarbeiten, für die ein Reichszuschuß in Aussicht gestellt ist, s p ä - testens am 3 0. Juni 1935 beendet sein müssen. Eine Hinausschiebung der Frist wird nicht eintreten. US aller Well. Franzisko selbst eine Weinstube besitzt. Bei der Vorstellung jedoch bewies er, daß er kaum etwas von feinem früheren Können eingebüßt hat. Auch die übrigen Kräfte erhielten lauten Beifall. Der einzige der zwölf damaligen Künstler, der durch kein Mittel der Welt mehr dazu zu bewegen war, bei der Iubiläumsaufführung mit aufzutreten, war „Poppy Myers", der damals als Clown angeblich wahre Lachsalven hervorgerufen hat. Er konnte nicht nach San Franzisko kommen, da er, wie einwandfrei festtzeftellt wurde, vor elf Jahren in Mexiko als Elfenbahnräuber erwischt und an den nächsten Baum aufgeknüpft worden ist! Das Jubiläumsauto — deutsches Fabrikat. (—) London. König Georg V. von England hat sich zu seinem Thronjubiläum ein neues Auto beschafft, einen Staatswagen, den die Firma Stratstone, Limited, an der Pall Mall an ihn verkauft hat. Es ist ein Daimlerwagen. Das erste königliche Privatauto der Welt — das heute noch an minder offizieller Stelle seinen Dienst tut —, erwarb im Jahre 1899 König Eduard VII. als Prinz von Wales. Es war ein sechspferdiger Wagen derselben deutschen Firma. Don damals bis heute haben die Könige und Königinnen von England insgesamt 36 Automobile derselben Marke besessen. Der neue Wagen ist der größte Privatwagen der Welt und soll mir bei ganz außerordentlichen und festlichen Anlässen gebraucht werden. Jean hat Schuhgröße 49! (z) Cherbourg. Nachdem man Jean nun einmal hier hat, muß man ihn auch behalten. Er ist als Poilu beim 8. Jn- fanterie-ReHiment eingeschrieben worden und erregt nicht nur in seiner Kompanie, sondern in ganz Cherbourg Aufsehen. Genau genommen ist Jean nichts anderes als ein Soldat wie alle anderen auch. Aber er unterscheidet sich von seinen Kameraden dadurch, daß er 142 Kilo wieat und die Größe von 1,90 Meter hat. Dieser Riese steht auf Füßen, für die die Schuhgröße 49 eben paßt. Freilich ist dieser kuriose Soldat für die französische Armee nicht ganz billig, denn man hat ihm nicht nur eine Uniform nach Maß machen lassen müssen, sondern auch die Schuhe. Denn auf so großem Fuße hat in der französischen Armee noch niemand gelebt. Der Schatz einer Kaiserin. (r) Trie st. Das Verzeichnis hat man zwar, aber der Schatz selbst fehlt. Er liegt irgendwo auf dem Meeresgrund, von Algen und Schlamm bedeckt und vermutlich dazu verurteilt, nie mehr das Tageslicht zu erblicken. Es handelt sich um den Schmuck der Kaiserin Charlotte von Mexiko, der unglücklichen Gattin Maximilians von Oesterreich. Maximilian wurde in Queretaro standrechtlich erschossen. Die Kaiserin konnte entfliehen. Sie starb, wie man sich erinnern wird, vor nicht langer Zeit in Belgien als eine Wahnsinnige. Als sie damals nach Mexiko fuhr, sprach man an den Fürstenhöfen von den Juwelenschätzen, die sie mitnahm. Aber sie brachte diese Schätze nicht mehr zurück. Die Werte versanken nämlich mit einem Dampfer, der den Heimtransport dieser Kostbarkeiten übernommen hatte. Aber was hat Triest mit dem allen zu tun? Die Journalistin Lina Gasperini sand kürzlich in einer Bibliothek eine Liste, auf der alle Schmuckstücke verzeichnet waren, die am Vorabend der Hochzeit durch den belgischen Hofjuwelier Duguer „neugefaßt und aufrepariert" abgeliefert wurden. In diesem Verzeichnis findet man zuerst ein Brillantenkollier, dessen Wert mit 198 980 Franken angegeben wurde. Dann kommt eine Perlenkette von 100 Perlen. Ein Medaillon ist unter dem Namen „Auge Ihrer Majestät der Königin" aufgeführt. Gar nicht zu reden von den vielen Rubinen, Türkisen, hin auf der Liste zu finden sind. auf der Liste zu finden sind. Es ist zu erwarten, daß das Verzeichnis dieser verlorenen Schätze Abenteurer oder Taucher veranlaßt, sich mit noch größerem Eifer auf die Ermittlung der Schätze zu stürzen, die irgendwo auf dem Meeresboden vor der mexikanischen Küste ruhen... Der Tenor auf dem Baugerüst. (Da) Wien. Zu dem Direktor der Wiener Oper kam sein jugendlicher lyrischer Tenor, ein hochbegabter Sänger, der sich aber mit feinem Herrn und Meister nicht gut verstand. Er erschien nur, um sich zu beklagen, daß er zu wenig beschäftigt würde. Ja, und außerdem wollte er natürlich wieder Vorschuß haben. Der Direktor war nicht gesonnen, sich von dem jungen Mann maßregeln zu lassen, ein Wort gab das andere, der Tenor benahm sich nicht mit der ihm zukommenden Höflichkeit und wurde schließlich glatt auf die Straße gesetzt. Zwei Tage später liefen die Leute auf der Straße in der Nähe eines Neubaues zusammen und hörten sich mit verklärter Miene die Arie des Lyvnel aus der Oper „Martha" an, die von einem jungen Anstreicher geschmettert wurde. Und wie geschmettert! Der Kerl stand auf dem Baugerüst, hoch oben, und sang mit betörendem Schmelz, und die Leute standen still und hörten ihm bewegt zu. „Donnerwetter", dachte sich der Agent des Operndirektors, der sich zufällig unter der lauschenden Menge befand, „ein solches Talent!" Schnurstracks lief er in die Oper, berichtete dem Direktor seine Entdeckung und bekam den Auftrag, den Aus all Oie Untersuchung gegen den Knabenmörder Seefeldt. Die zur weiteren Aufklärung der Straftaten des Knabenmörders Seefeldt eingesetzte Sonderkommission hat die Untersuchung der Sittlichkeitsverbrechen und Morde an Knaben in Mecklenburg zu einem gewissen Abschluß gebracht. Das Beweismaterial, das zu einer vollkommenen Ueberführung des Seefeldt ausreicht, hat aber bisher, abgesehen von einigen Straftaten, in denen es sich um unzüchtige Handlungen an Knaben handelt, Seefeldt nicht zu einem G e - ftändnis bewegen können. Seine Verteidigungstaktik ist sehr geschickt, sein Erinnerungsvermögen ist ausgezeichnet, soweit es sich um harmlose Dinge handelt. Häufig versucht er die Rolle des Biedermanns, des netten alten Onkels, zu spielen. Die Umstände unter denen sich Seefeldt an Knaben heranzumachen pflegte, sind der mannigfaltigsten Art. Dem einen Knaben wollte er im nahen Wald weiße Kaninchen zeigen, dem anderen irgendwelche Schätze. Die Vorgänge, die sich zwischen Seefeldt und seinen kleinen Opfern, soweit diese nachher tot aufgefunden wurden, abgespielt haben, sind ungeklärt, da Seefeldt jegliche Erörterung dieser Fälle ablehnt. Wenn sich auch in den 12 Mordfällen, die Seefeldt aus den Jahren 1933 bis 1935 zur Last fallen, der dringende Tatverdacht immer mehr verstärkt hat, in fünf Fällen sogar schon zur Gewißheit geworden ist, so bedarf es doch noch der weiteren Mitarbeit der Bevölkerung. lieber den Rahmen der erwähnten Fälle hinaus ist es auch Aufgabe der Sonderkommiffion, ähnlich gelagerte Straftaten aus früheren Jahren einer Nachprüfung zu unterziehen. Man wird hierbei zunächst bis zum Jahre 1926 zurückgreifen, da Seefeldt in diesem Jahre seine letzte Zuchthaus- st r a f e wegen Sittlichkeitsverbrechen in Höhe von 10 Jahren verbüßt hatte. Es besteht aber bereits der dringende Verdacht, daß er ähnliche Taten bereits vor dem Jahre 1916 ausgeführt hat. Kennzeichnend für die von Seefeldt verübten Knabenmorde ist, daß sich die Todesursache nicht ohne weiteres erkennen läßt. Wenn also in der bis 1926 und noch weiter zurückliegenden Zeit Kinder, insbesondere Knaben, verschwunden sind, oder wenn später die Leichen der vermißten Knaben ohne erkennbare Todesursache aufgefunden wurden, so besteht durchaus die Möglichkeit, daß es fick um bisher nicht bekannte Verbrechen Seefeldts handelt. Der äraffroagenbranb in der Jungfernheide aufgeklärt. Der Brand des Personenkraftwagens in der Jungfernheide bei Berlin, wo, wie gemeldet, der Besitzer des Wagens, der Architekt Flohr, bis zur Unkenntlichkeit verbrannte, ist nunmehr aufgeklärt worden. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei haben im Zusammenhang mit der Untersuchung des Wagens zu dem Ergebnis geführt, daß der Brand auf Unvorsichtigkeit Flohrs zurückzuführen ist. Bei der Beförderung von eisernen T-Trägern auf dem Waaen war der Benzintank durchstoßen worden. Das Loch hatte Flohr geweitet, ausgerundet und mit einem Holzstück verschlossen. Anscheinend hat sich an der Unfallstelle der Holzpflock gelöst, der Treibstoff muh dabei ausgelaufen fein. Auf welche Weise er in Brand geraten ist, hat sich nicht fest- tellen lassen. Grubenunglück im Thüringer Wald. — Ein Toter, ein verletzter. Bei Bad Liebenstein im Thüringer Wald verunglückten auf der Eisensteingrude Hohe Klinge der Gewerkschaft „Mommel" infolge Steinzusammenbruches zwei Bergleute. Trotz der sofort aufgenommenen Rettungsarbeiten konnte ein Hauer nur noch als Leiche geborgen werden, während der andere nach zehnstündigen Bemühungen lebend zutage gefördert werden konnte. Er wurde dem Krankenhaus zugeführt. Seine Verletzungen geben zu Besorgnis keinen Anlaß. Riesiger Wald- und Heidebrand in England. Im königlichen Parkgelände bei Windsor ist ein großer Wald- und Heidebrand ausgebrochen, dem bereits Tausende von Bäumen zum Opfer gefallen sind. 400 mit Gasmasken und Stahlhelmen ausgerüstete Soldaten sind zur Bekämpfung des Riefenfeuers eingesetzt worden, das in gefährliche Nähe des Schlosses des Herzogs von Con- naught vorrückte. Soldaten und Feuerwehrleute sind fieberhaft mit Ausheben von Gräben beschäftigt, um das Feuer einzudämmen. Förderkorbabsturz in einer holländischen Kohlenzeche. Zahlreiche Bergleute verletzt. In der Süd-Limburgischen Ortschaft Eysden ereignete sich auf einer Kohlenzeche ein schwerer U n - fall. Infolge Durchreißens eines Seiles stürzte plötzlich ein mit 40 Bergleuten bemannter Förderkorb aus größerer Höhe ab. Elf Bergleute erlitten hierbei so schwere Verletzungen, daß sie in ein Krankenhaus gebracht werden mußten. Von den übrigen Insassen des Korbes wurde noch eine ganze Anzahl leicht verletzt. Die Leichtverletzten konnten aber an Ort und Stelle verbunden und nach Hause entlassen werden. Feierliche Begrüßung des Südpolarforschers Byrd in Washington. Präsident Roosevelt, Abordnungen des Parlaments und Vertreter wissenschaftlicher Verbände begrüßten Admiral Byrd am Peer der Washing- Mann zu engagieren. Der Agent raste zurück, hörte noch das Ende von „Wie eiskalt ist dein Händchen!" und drängte sich durch die beifallto» bende Menge, um den jungen unbekannten Sänger von feinem erhöhten Podium herabzuholen. Der Anstreicher kam herab, farbenbekleckst, in einem alten schmutzigen Anzug und ging — wie konnte es anders sein? — schnell auf das Anerbieten ein. Nur bat er sich gleich ein paar hundert Mark Vorschuß und einen anständigen Vertrag aus. Beides wurde bewilligt, und am Abend erschien der jugendliche lyrische Tenor, diesmal ohne far= benbeklexten Kittel, bei seinem alten Direktor, der ihn wohl ober übel wieder einstellen mußte, und dazu unter weitaus günstigeren Bedingungen. ;r Welt. toner Flottenstation. Präsident Roosevelt hielt bei ber Begrüßungsfeier eine Ansprache, in ber er bie Verbienste bes Polarforschers roürbigte. Byrb unb seine Mitarbeiter haben in ber Antarktis, wo sie anberthald Jahre zubrachten, wertvolle wissenschaftliche Feststellungen gemacht. Byrb selbst hat brei Monate auf vorgeschobenem Posten ganz allein gearbeitet, bis, er schwer erkrankte unb von ben Mitgliebern ber Expebition nur unter größten Schwierigkeiten zurückgeholt werben konnte. Die Expebition ist teils von der Nationalen Geographischen Gesellschaft und teils durch die Ausgabe besonderer Briefmarken finanziert worden. Die Geographische Gesellschaft wird Byrd in Washington eine besondere Ehrung bereiten. Wolfsjagden in Masuren. — 40 gerissene Rehe. Seit einiger Zeit werden in der Gegend von Arys in der Johannisburger Heide verschiedentlich Wölfe beobachtet. Bei wiederholten Treibjagden gelang es, einen Wolf zu erlegen und einen anderen anzuschießen. Man nimmt jedoch an, daß mindestens drei Wölfe in der Heide ihr Unwesen treiben, da in der letzten Zeit 40 gerissene Rehe aufgefunden wurden. Der Herzog von Manchester zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Der Herzog von Manchester wurde von einem Londoner Gericht wegen Vorspiegelung falscher Tatsachen und Betrugsversuchs zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Der 58jäh- rige Herzog, der Mitglied des englischen Kronrates ist, hat Juwelen, über bie er nach ber Anklage kein Verfügungsrecht hatte, verpfändet, um wenigstens vorübergehend von seiner ständigen Gelbschwierigkeit befreit zu sein. Die Juwelen gehören seiner verstorbenen Frau. Die Klage würbe von bem Vermögensverwalter ber Herzogin angestrengt. Der Herzog von Manchester hat bereits zweimal seinen Bankrott erklärt, unb zur Zeit laufen 67 Zahlungsverfahren gegen ihn. Motorrad gegen einen Traktor gerast. — Zwei Tote. Auf ber Lanbstraße Erxleben—Hörsingen im Kreise Neuhalbensleben ereignete sich ein schweres Verkehrsunglück. Ein mit zwei Personen besetztes Motorrab stieß in rafenber Fahrt mit einem bie Lanbstraße überquerenben Traktor zusammen. Die beiben Motorrabfahrer stürzten babei so unglücklich, baß sie von ben beiben Anhängern bes Traktors überfahren unb auf ber Stelle getötet würben. Kunst und Wissenschaft. Die feierliche Ehrenpromotion Bengt Bergs in Bonn. In ber überfüllten Aula ber Universität Bonn würbe bem schwebischen Naturforscher unb Schriftsteller Bengt Berg, bem, wie bereits gemelbet, von ber philosopischen Fakultät ber Bonner Universität bie Würbe bes E.hrenboktors verliehen worben ist, im feierlichen Festakt bie Ehrenpromo- tionsurkunbe überreicht. Neben bem Lehrkörper und der Studentschaft der Universität hatten sich zahlreiche Ehrengäste eingefunden. Der Dekan der philosophischen Fakultät, Professor R o t h a ck e r, feierte den neuen Ehrendoktor der Universität Bonn nicht nur als großen Forscher, sondern auch als einen treuen und zuverlässigen Freund Deutschlands. Bengt Berg dankte für die ihm zuteil gewordene Ehrung in herzlichen Worten und gedachte seines früheren Lehrers, des bekannten Geheimrats Koenig- Bonn. Im Anschluß an bie feierliche Promotion würbe ber berühmte Film bes Forschers „Die letzten 21b l er" vorgeführt, wozu Bengt Berg erläuternde Worte sprach. — Vorher hatte sich der schwedische Gelehrte in das Goldene Buch der Stadt Bonn eingetragen. Eberhard Wolfgang Möller bei Reichsminister Dr. Goebbels. Reichsminister Dr. Goebbels empfing ben Dichter Eberharb Wolfgang Möller zur lieber« reichung bes Nationalen B u cf) p r e i f e s, ber biefem am 1. Mai zuerkannt worben war. Dr. Goebbels sprach bem jungen Dichter seine herzlichen Glückwünsche aus unb unterhielt sich mit ihm längere Zeit über seine weiteren Pläne. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Der Abbau des kontinentalen Hochdruckrückens hat sich weiter fortgesetzt, gleichzeitig ist ein erster Schub kälterer Luftmassen in Norddeutschland angekommen und hat dort zu Bewölkung, vereinzelt auch zu leichten Niederschlägen geführt. Die Entwicklung eines Hochdruckgebietes in der Gegend von Island und Grönland bei gleichzeitigem Druckfall über Süd- fkandinavien unU Mitteleuropa begünstigt die weitere Zufuhr kalter Luftmassen nach Deutschland. Aussichten für Sonntag: liebergang zu mehr wechselnd bewölktem Wetter und überwiegender Schauerneigung, bei nördlichen Winden beginnende Abkühlung. Aussichten für Montag: Unbeständiges Wetter mit Schauerneigung, weitere Abkühlung. Lufttemperaturen am 10. Mai: mittags 22,4 Grad Celsius, abends 11 Grad; am 11. Mai: morgens 9,4 Grad. Maximum 22,8 Grad, Minimum 4,7 Grad.— Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Mai: abends 16,5 Grad; am 11. Mai: morgens 12,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 14,1 Stunden. PIEI1RIMG SEI i lf> Dosen und Tuben !• von RM 0,15 bis 1.— * P f e i I r i n g • Lanolin-Seife» Stück 30 Pfg. siüxfc «fi eiA Markisenstoffe 0O Schmarotzer des Gartens Bahnhofstraße 31 z83 * A 2797 V 2829 A Drogerie Kreuzpiatz 10 Fuß 282 iD 33488061.75 29 902465.85 514627430.32 Rheinh. Rotwein“, 34er 206 846000 - Mitglied kann jeder werden 36168930.97 2 106940.03 Wieseck, den 11. Mai 1935. 98904195.21 02019 1 2 5668)2 213.85 EMIL BECK Bahnhofstraße 56 llllllllllllllllllllllllllllllll lllllllllllllllllllilllllllllHIIIIIIIIIIIII Geschmackvoll 2 566 852 213 85 Druckerei, Schulstraße 7, Anruf 2251 39 852 478.55 am Bratofen und Wasserschiff. 2748 A Kommts Essen pünktlich auf den Tisch... dann freuen alle Herzen sich treten besonders im Frühjahr in Aktion und müssen mit geeigneten Mitteln bekämpft werden. / Ich helfe Ihnen durch meinen fachmännischen Rat und die geeignete Auswahl in den Schädlings- Bekämpfungs- mitteln Wenden Sie sich an Auch wenn’s die Hausfrau einmal „zu spät“ ansetzt - auf einem der neuen, technisch zweckvollen Kohlenherde von J. B. Häuser, Gießen, bringt sie es immer noch rechtzeitig fertig. 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Mai, nachmittag 3 2 Uhr statt. 13 102 800.19 4 466602.- 11 234 049.88 31 4.)9 98 3 188 490 76 Rudorf Wirtschaftsprüfer gestreift in verschiedenen Farben und einfarbig grau Leinen stets vorrätig EINNAHMEN Zinsen. Devisen und Sorten Provisionen. Gebühren und sonstige Einnahmen .... Etwas Besonderes ist unser: per Literflasche 55 H Verkauf nur an Mitglieder! neben Hotel Schütz — Ruf Nummer 4195 ____________________________________________?866 D 150000 000- 15 000000.- 2038 021 478.70 331 807332.34 Unsere Qualitäts'iköre, Spiri uosen und Weine zu günstigen Preisen eignen sich bestens zum Geschenk Hesse Wirtschaftsprüfer 35 564 726.64 350 471 791.33 39 500 000- 20u00 000.— 1 — AUFWENDUNGEN Handlungsunkosten Steuern Abschreibungen auf Mobi- liaren und Immobilien.... Betriebsgewinn flenn der Storni kommt,'sagt Betriebsgewinn Vortrag aus dem Vorjahr" ' Nach dem abschließenden Gewinn- und Verlust-Rechnung per 31. 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H. erhalten Sie bei wiederholten Auf. nahmen einer Anreise Henny Jung, geb.Wigandt nach kurzer schwerer Krankheit zu sich zu nehmen. Gießen, den 10. Mai 1935. vP52 D im 87. Lebensjahre Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Lotz I. und Angehörige Klein-Linden, Nieder-Ingelheim, den 11. Mai 1935 Die Beerdigung findet Sonntag, den 12. Mai, nachmittags 31/, Uhr statt 2842 D KAM Am Donnerstag, dem 9. Mai, entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter. Schwiegermutter, Großmutter,Urgroßmutter,Schwester u.Tante Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe herzensgute Frau, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Neubespannungen und Reparaturen in eigener Werkstätte Tennis-Schuhe und -Bekleidung Tennis-Bälle und alles Zubehör Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 14 Mai. nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Rudolf Jung. Sporthaus Schwan Gießen - Telephon 3234 2799 D apti'.ynitafH-.yä Ur. 109 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, tt. M1935 MiMOMiM.... Vornan von Charlotte prenzel. Urheberrechtsfchutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.). 19. Fortsetzung Nachdruck verboten! Lianes ganzes Inneres war in Aufruhr. Bor wenigen Minuten noch hatte sich ihr Glaube an den Geliebten wie eine leuchtende, uferlose Brücke über alle Zweifel und Sorgen gespannt, nun war ihr, als ob diese versank. Sie konnte immer nur denken: Es gibt etwas in seinem Leben, das er verheimlichen will oder muß. Es gibt Dinge, an die er nicht denken, nicht erinnert sein will... Indessen forschte Irene interessiert: „Sie kennen sich?" „Natürlich! Herr Morland hat in dem Geschäft meines Mannes gelernt. Oh, ich erinnere mich noch sehr gut. Mein Mann hat immer noch von Ihnen gesprochen, bis er vor Jahresfrist plötzlich starb." ' „Ich habe von seinem Tode gelesen." „Seitdem gefällt es mir nicht mehr in Berlin. Ich reise, ziehe umher. Nun hat mich Irene überredet, hierher zu kommen. Bielleicht, daß ich Frankfurt wirklich als ständigen Wohnsitz wähle." Andere Gäste drängten hinzu. Man wollte die Be- kanntschaft mit der jungen Witwe befestigen. Viele von den Anwesenden hatten den Kommerzienrat persönlich gekannt, die meisten in geschäftlicher Verbindung mit ihm gestanden. Liane ließ ihren Mann und die Fremde nicht aus den Augen, aber sie konnte nichts weiter beobachten, als daß Freds Antlitz undurchdringlich blieb, daß er als einziger der Fremden auswlch, während sie immer wieder das Wort an ihn richtete. * Fred nahm den Weg, den er fast regelmäßig jede Woche seit langer Zeit zurücklegte. Er kannte nun schon jedes Haus, fast jeden Baum auf dem Wege. Den Blick starr geradeaus gerichtet, jeder Zug seines Gesichtes beherrscht, unbewegt lenkte er den Wagen. Grau in grau lagen die Felder, die Ortschaften. Der trübe Morgen gewährte kaum Aussicht auf vierzig Meter Entfernung. Keine Menschenseele begegnete ihm. Auch die Straßen Darmstadts lagen wie ausgestorben da. Fred hatte die Stadt bald hinter sich. Die sonst so liebliche Bergstraße bot einen trüben, trostlosen Anblick. Don den Bergen war nichts zu sehen. In einem dieser Gebirgsstädtchen vor einer Garage machte Fred halt, drückte auf die Hupe und wartete, bis ein Mann erschien. Sie grüßten sich wie alte Bekannte. „Ein Hundewetter?" gähnte der Mann. „Das neue Fahr fängt gut an!" Fred nickte nur flüchtig. Er fuhr den Wagen in die Garage und ging durch die schmutzigen, engen Straßen des Städtchens. Außerhalb der Stadt lag das kleine Landhaus, dem sein Besuch galt. Er trat durch die Gartenpforte, durchschritt den Vorgarten, schloß die Haustür auf. Eine einfache Diele nahm ihn auf. Ganz ausgestorben schien das Haus zu liegen. Aber während er den triefenden, mit Pelz gefütterten Ledermantel ablegte, kamen schnelle, leichte Schritte die Treppe herab, eine jugendliche Gestalt flog auf ihn zu, umfing ihn mit beiden Armen, und eine helle, jubelnde Stimme klang auf: „Papa, Papa! Du bist es? Schon so früh?" Er preßte das Mädchen an sich, küßte seine Stirn, seinen Mund, seine Augen. Sie wehrte ihm lachend. „Papa, du drückst mich ja tot!" Er ließ sie los, hielt ihre Hand fest und zog ihren Arm durch den seinen. „Jst's nun recht?" fragte er weich, und seine Augen sahen strahlend in das erhitzte Mädchengesicht. Sie lehnte den Kopf an seinen Arm, ihre frohen Kinderaugen sahen zu ihm empor. „Sehr recht, Papa! Heimlich habe ich auf dich geroarto-i Du mußtest mir doch ein frohes neues Jahr wünschen." „Ich wünsche dir doch immer alles Gute, Gerdchen." Sie schlang nach einmal die Arme um seinen Hals, stellte sich auf die Zehenspitzen und küßte ihn auf den Mund. So groß war sie nun schon, daß es ihr gar keine Schwierigkeiten machte, seinen Mund zu erreichen. Die Aehnlichkeit mit dem Vater war unverkennbar. Sie hatte sein tiefschwarzes Haar, seine großen, dunklen Augen geerbt. Das Antlitz versprach immer ähnlicher dem Vater zu werden. Seine markanten Gesichtszüge prägten sich auch in ihrem Gesicht aus, nur war alles weich, anmutig, lieb- sich, was bei ihm schroff und hart. Groß und schlank emporgewachsen, hatte sie die Kinderschuhe schon abgestreift, war ein allerliebster frischer, fröhlicher Backfisch. Er nahm ihr Gesicht zwischen beide Hände, sah ihr tief in die Augen. Es waren seine Augen, die ihm entgegensahen, die ganz ausgefüllt waren von ihrer kindlichen Liebe', ihrem großen, unbegrenzten Vertrauen zu ihm. Mit einem kleinen Seufzer der Erleichterung gab er sie frei. „Puh, was machst du für ernste Augen?!" lachte sie wieder. „Ist das Glückwünschen eine so ernste Angelegenheit?" Sie zog ihn mit in das Wohnzimmer. Der Raum war mit einfachen, alten Möbeln eingerichtet. Ein breites Sofa lud zum Niederlassen ein. Gerda drückte den Vater darauf nieder, blieb vor ihm liehen, betrachtete ihn vom Kopf bis zu den Füßen und schlug lachend die Hände zusammen. „Hast du saubere Schuhe an! Wenn Großmutter den Schmutz sieht, den du da in ihr Zimmer gebracht hast!" sagte sie komisch entsetzt. „Komm, ich hole dir schnell die Hausschuhe!" „Ist Großmutter noch nicht auf?" „Nein, sie schläft noch. Sie hat wieder so arg über Gicht geklagt. Ein Glück, daß sie noch nicht da ist! Wir würden beide einen gehörigen Rüffel bekommen. Weißt du nicht, daß die Schuhe draußen ausgezogen werden?" Er stimmte in ihr schelmisches Lachen ein, drohte ihr mit dem Finger. Da lief sie eilends davon und brachte Hausschuhe und Putzlumpen. „So, nun wären die Spuren verwischt! Gleich bin ich wieder da!" „Gerdchen! Hast du nichts zu essen für mich?!" rief er ihr nach. „Ach je! Bin ich eine schlechte Tochter,.lasse den armen Papa hungern!" Sie war schon aus dem Zimmer Fred lehnte sich zurück. Ihm war warm ums Herz geworden. Alle Sorgen waren vergessen, alle Kümmernisse weit von ihm abgerückt. Er war bei seinem Kinde. „Papa, mach doch mal auf", tönte ihre Stimme von draußen. Er beeilte sich, die Tür zu öffnen. Sie stand mit vollen Händen vor ihm; in der einen Hand hielt sie Teller und Tasse — der Kuchenteller schwankte in einer gefahrvollen Lage —, in der anderen trug sie Kaffeekanne und Milchgießer, unter den Arm hatte sie die Zuckerdose geklemmt. „Hoffentlich habe ich alles. Mehr konnte ich wirklich nicht tragen." „Haft du denn kein Tablett?" „Daran hab ich wahrhaftig nicht gedacht!" gestand sie betroffen, stellte alles auf den Tisch, rückte es ihm zurecht und fragte kleinlaut, als Fred schon am Tisch saß: „Eine Decke hätte ich wohl auch auflegen sollen?" „Mache dir nur nicht so viel Umstände, Gerdchen." „Aber Großmutter würde schimpfen Ein Glück, daß sie noch schläft." „Wenn ich dich aber verrate?" „Das machst du nicht, sonst verrate ich die schmutzigen Schuhe." „Du hast mich ins Zimkner gezogen." „Du bist mir, ohne dich zu wehren, gefolgt." „Unband!" lachte er, fuhr ihr in die kurzen schwarzen Haare. „Au! Au!" quietschte sie auf. „Einen Kuß — und du bist frei!" Sie gab nach, küßte ihn, während ihre Hände nach seinen Haaren griffen und sie ganz und gar durcheinander brachten. „Unband?" sagte er nochmals, aber fein Lachen hatte einen glücklichen Klang. Während er aß, stand ihr roter Mund nicht I einen Augenblick still. Alles mußte der Vaier Aus der Provinzialhauptstadt. Ach, wie schön der Monat Mai... Schrecke keiner zurück! Hier will nicht ein sentimentaler Dichtersmann den Mai mit seinem Blühen und Duften besingen und bereimen! Schon deswegen nicht, weil ja der Mai viel, viel poetischer und träumerischer und verheißungsvoller ist, als alle Maigedichte und Blütenverse zusammengenommen! Hier will nur einer zur rechten Zeit leise und warnend seine Stimme erheben und seine Mitmenschen darauf aufmerksam machen, daß auch der Monat Mai nur 31 Tage hat, und daß es geschehen kann, daß diese Tage vorüber sind, ehe wir's uns versehen. Vieles, sehr vieles kann man verschieben! Man kann einen Museumsbesuch verschieben, denn ein Museum ist das geduldigste, was es gibt! Man kann die Antwort auf einen Brief verschieden, obwohl Onkel und Tanten, Vettern und Kusinen nicht so geduldig sind wie Museumsbauten. Man kann sogar die Arbeit verschieben! Alles das läßt sich irgendwie wieder einholen, oder nachholen, ober wieder einrenken. Was sich aber nicht verschieben läßt, das ist der Manat Mai! Weder die Blüten des Kirschbaumes, nach die des Apfelbaums, weder die Narzissen, noch die Fliederbüsche warten auf uns, oder machen im Blühen solange eine Pause, bis wir Menschen endlich einmal Zeit haben, uns das Wunder ihres Blühens anzusehen. Blüten im Mai sind auch keine Ausstellungen, die verlängert werden können. Aber, wenn die Pflicht ruft?? O, du armer Mensch mit deinen vielen Pflichten! Kannst du denn deine Pflichten nicht so einteilen, daß dir doch ein ganz klein wenig Zeit für den Mai übrig bleibt? Du bist doch sonst so stolz darauf, rationell arbeiten zu können! Geht das denn nicht auch einmal im Mai? Geht's wirklich nicht? Du hast deine vorge- schriebene Bürozeit? Deine Dienststunden? Du besitzest einen Betrieb, einen Laden? Du kannst am ganzen Tag, selbst am Sonntag, keine Zeit finden, in den Mai zu pilgern? Und sei's für ein halbes Stündchen? Ich mache dir einen Vorschlag: Steh früh morgens eine Stunde früher auf! Es ist jetzt im Mai schon früh morgens fo hell, und so wundervoll still, daß es eine Lust ist, zwischen dem Aufblühen des Maisonnentages und dem Singen und Gezwitscher der Vögel aufatmend spazieren zu gehen! Es geht wirklich nicht? Du willst mal sehen, ob es später vielleicht geht? Später, wenn du mit deiner Arbeit fertig bist? Später, wenn du genug Geld hast? Später, wenn die Kinder groß sind? Später, später, wenn ... Ist das nicht alles eine große Täuschung? Wann hört unsere Arbeit auf? Wann haben wir genug Geld? Wann sind unsere Kinder groß? Auf das letzte zur Antwort: dann, wenn wir alt und müde geworden sind! Und warum wurden wir alt und müde? Weil wir nie Zeit gehabt haben, zwischen die Arbeit den Mai einzuschalten! Später bann, wenn es zu spät ist, ja dann sehen wir das alles ein! Dann merken wir, um was uns unser „später, später" betrogen hat! Denn: Ach, wie schön der Monat Mai, Merkt man erst, wenn er vorbell D. Der Wochenendler marschiert. Don Montag bis Freitag kann es regnen, aber am Samstag muß prima Frühlingswetter einsetzen, das bis Sonntagabend zu dauern hat. So will es der Wochenendler, der jetzt wieder das große Wort führt. Samstagmittag packt er feinen Rucksack und haut ab. Schon sind die Seen und Flußläufe wieder belebt, die Boote haben einen neuen Farbstrich oder eine neue Bespannung bekommen und schaukeln jetzt Aus zum Sommerlager! Dorn Bund deutscher Mädel, Untergau 118, Gießen, wird uns geschrieben: Strahlender blauer Himmel! Lachender Sonnenschein! Wir wollen die schönen Maientage nutzen zu froher Fahrt ins Land! Durch manch reizendes Dörflern, durch kühle Wälder führt uns der Weg. Da plötzlich, von einer kleinen Anhöhe aus, liegt vor uns eingebettet in ein blühendes Tal ein entzückendes, altes oberhessisches Städtchen. Wer kennt es nicht, das alte Laubach am Rand des Vogelsberges mit seinen Fachwerkhäusern, seinen schmalen, winkeligen Gäßchen und dem Märchenschloß iv dem friedlichen park? Mancher möchte wohl gerne seine Ferien hier verbringen. Und grabe dieses Städtchen wurde dazu ausersehen, Erholungsort für viele überarbeitete BdM. - Mädels zu werden, denn hier wird in diesem Sommer ein Ferienlager aufgezogen. Die neu her- gerichtete Jugendherberge, mitten in dem park gelegen, soll euch Mädels zu einer lieben Erinnerung werden, denn dort sollt ihr wohnen. Immer 40 Mädels werden hier zusammenkommen, um eine frisch-fröhliche Ferienzeit zu erleben, damit sie nachher um so besser den Anforderungen gewachsen sind, die Schule, Familie und VdM. stellen. Das Lager dauert den ganzen Sommer über, so daß nach und nach alle Mädels einmal drankommen. Paßt auf, Mädels! Nur in wenigen Worten will ich euch schildern, was ihr da alles tun werdet, wie frisch und froh ihr die Zeit verbringt. Wvhlgemerkt, es ist ein Ferienlager, in dem ihr von Schulung und langen Dvrträgen ziemlich frei sein werdet. Dafür soll euer Körper geschult werden. Frühmorgens findet ihr euch zu einem kurzen Morgenlauf zusammen. Die Losung heißt: Früh ins Bett und früh aus den Federn? Ihr werdet dann viel frischer sein, als wenn ihr bis zum Mittagessen in den Betten liegt. Eine herrliche Abwechselung bietet das nur wenige Minuten entfernte Schwimmbad, das erst vor wenigen Jahren vergnügt in den Wellen ober ziehen stolz unb flott ihre gerabe Bahn. Am Ufer wimmelt es bereits von ausgezogenen Leuten, bie minbestens ein Sonnen- bab nehmen wollen unb versuchen, ob ihre ©lieber nicht zu sehr über ben Winter eingerostet [mb. Einige Mutige stürzen sich auch schon in bie kühle Flut unb geben groß an. Der Frühling ist aber auch eine Zeit für bie Wan- bervögel, biä über Berg unb Tal marschieren unb sich bes Lenzes freuen. Abenbs wirb auch schon gezeltet, bann ist man morgens gleich braufeen in ber lieben Natur. Wer ein Wochenenbhäuschen besitzt, bleibt natürlich auch zum Sonntag braufeen, bann ist ber Samstagabenb viel länger unb kann ausgiebiger genossen werben. Wer schon an Samstag roieber in bie Stabt heim muß. sieht nicht bie Sterne ziehen unb ben Monb seine Bahn laufen, ber hört nicht, baß auch bie Frühlingsnacht schon Stimmen hat für aufmerksame Ohren, unb ber weiß nicht, baß bie Dögel jetzt schon morgens in ber vierten Stunbe zu fingen anfangen. Wvchenenbe — ein großartiger Gebanke, ein Geschenk für jebermann, ein Faktor, ber für bie Erhöhung ber Dolksgesunbheit nicht zu gering angeschlagen werben barf. Daten für den 12 Mar. 1670: geb. ber Kurfürst August ber Starke von Sachsen, König von Polen, in Dresben (geft. 1733); eingeweiht würbe. Hier könnt ihr eure Schwimmkunst vervollstänbigen, eure Kräfte messen, vielleicht auch unter entsprechenber Leitung gewisser Fähigkeiten im Rettungsschwimmen erwerben. Hin unb roieber gibt es auch kleine Arbeiten, bie aber Freube machen, geben Tag triffts eine anbere. Da heißt es Settenbauen, in ber Küche helfen, Zimmer kehren, einkaufen. Unb alle biefe kleinen Pflichten finb leicht zu tragen, benn es finb immer mehrere gleichzeitig beschäftigt unb Gesang unb frohes Schwatzen lassen bie Zeit schnell bahinfliegen. Am Nachmittag lockt bie schöne Umgebung zu einem Spaziergang ein. Da ist vor allen Dingen ber ben Laubachern heilige Berg, ber Rarnsberg, von bem aus ihr einen wunberschönen Blick auf Laubach habt. Be- fonbers jetzt im Frühjahr ist er sehr reizvoll mit seinen vielen blühenben Bäumen. Noch manch' anberen schonen Gang könnt ihr tun, boch führt es zu weit, alle schönen Spaziergänge aufzuzählen. Ihr werbet es ja selbst sehen. Die Adenbe vereinigen euch in bem gemütlichen Aufenthaltsraum ber Ju- genbherberge zu frohem Gesang. Alte längstbekannte Lieber werben mit Begeisterung roieber und wieder gesungen, viele neue dazugelernt. Und am nächsten Tag auf der Fahrt erfreut ihr das Herz der Lauba- cher mit immer neuen Liedern. Das ist in großen Zügen eure Tagesbeschäftigung. Der wahre Gewinn des Lagers soll sein, daß ihr ausruhl und froh wieder zu euren Ellern zurückkomml. Ihr sollt lernen, natürlich und freundschaftlich miteinander umzugehen, auch mal Rücksicht auf andere zu nehmen und ohne maulen eurer Führerin zu gehorchen. Diese Kameradschaft muß euch so in Fleisch und Blut übergehen, daß ihr auch sonst im Leben treue Kameraden werdet. Rehmt das mit aus dem Lager, und dessen Zweck ist restlos erfüllt. Drum Mädels, meldet euch alle unb kommt nach Laubach! Eure Eltern werben euch gerne ziehen lassen. Die begeisterten Schilberungen ber Zurückgekehrten werben ihnen ein Beweis bafür sein, baß sie recht gehanbelt haben, wenn sie ben Möbels ben Aufenthalt, ber noch bazu so meng Gelb kostet, möglich gemacht haben. R. H. — 1803: geb. ber Chemiker Justus Frhr. v. Liebig in Darmstabt (geft. 1873); — 1845: geft. ber Dichter August Wilhelm von Schlegel in Bonn (geb. 1767), Daten für den 13. Mai. 1717: geb. bie Kaiserin Maria Theresia von Oesterreich in Wien (geft. 1780); 1930: geft. ber Polarforscher unb Politiker Fridtjof Nansen in Lysaker bei Oslo (geb. 1861); 1833: geb. ber Dichter unb Philosoph Paul Ernst in St. Georgen bei Wilbau in Steiermark (geft. 1866). Anordnung des Landesjägermeisters für Hessen. LPD. Der Lanbesjägermeifter für bas Lanb Hessen, Reichsstatthalter Sprenger, bestimmte mit Ermächtigung bes Reichsjägermeisters für bas Lanb Hessen folgenbes: 1. Die Minbestgröße bestehenber Eigenjagbdezirke beträgt 75 Hektar. 2. Neuzubilbenbe Eigenjagbbezirke müssen einen lanb-, forst- unb fifchereiwirtfchaftlichen Raum von minbestens 125 Hektar umfassen. 3. Die Minbestgröße gemeinschaftlicher Jagbbezirke wirb auf 250 Hektar festgesetzt Amtswatter-Appett der DA!?. Am Samstag, 11. 2Hai, abends 8 Uhr, findet im Eafe Leib ein Amtswalter-Appell statt, zu welchem alle Block- und Zellenwalter sämtlicher Gießener Ortsgruppen zu erscheinen haben. Die OGW. geben Stärke-Weldung ab. Kreiswallung der DAF. Deutsche ^rfro^dfrDiit. NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Kölnfahrt am 12. Mai. Wir fahren für ben Sonberzug nach Köln folgenben Anschlußzug: Ab Grünberg 5.37 Uhr, Beltershain 5.41, Lumda 5.46, Geilshausen 5.52, Odenhausen 5.55, Kesselbach 5.58, Londorf 6.03, Allendors 6.09, Treis 6.14, Mainzlar 6.21, Daudringen 6.24, Lollar 6.32, Gießen 6.40 Uhr. Gießen ab 22.50 Uhr. Der Zug nach Köln geht in Gießen um 6.45 Uhr ab und kommt in Gießen um 22.14 Uhr an. Ami für Vottswohlsahrt, Ortsgruppe Gießen-Güd. Lebensmittelopferring. Die nächste Lebensmittelsammlung wird am Montag, 13. Dienstag, 14. und Mittwoch, 15. Mai, durchge'führt. Wir bitten die Hausfrauen, bie Pakete bereitzuhalten und die Mitgliedskarte der Sammlerin zum Quittieren vorzulegen. Dre Erteilung des Mädchenturnun ernch's. Der Reichsftattholter in Hessen — Abteilung II — hat an die Kreis- und Stadtschulämter die nachstehende Verfügung über die Erteilung des Mädchenturnunterrichts erlassen: „Es bedarf heute keiner eingehenden Darlegung mehr, daß der körperlichen Ertüchtigung des weiblichen Geschlechts zum mindesten die gleiche Pflege zuteil werden muß, wie dies bereits bei den Jungen ber Fall ist. Dieser Zustanb wirb um so eher möglich sein, je mehr überall fachlich geprüfte unb befonbers geschulte Kräfte zur Erteilung bes Unterrichts in ben Leibesübungen zum Einsatz kommen. Es ist baher überall zu prüfen, ob vorhanbene Fachkräfte nicht wesentlich frischer vermengt robben können, als bies bislang geschehen ist. Auf bem Lanbe unb in ber Stabt wirb ber Einsatz ber technischen Lehrkräfte mit Turnlehrbe- sähigung bie Verhältnisse erheblich zu verbessern vermögen. Dabei bin ich ber Ansicht, bafe es voll zu verantworten ist, wenn wissenschaftliche Lehrerinnen im gegebenen Fall ben Handarbeitsunterricht auf ber Unterstufe übertragen erhalten, um ba- mit eine «technische Lehrkraft mit Turnlehrbefähigung für bie Leibesübungen freizumacben. Ich erwarte, bafe eine entsprechende Regelung in Ihrem Bereich baldmöglichst getroffen wird." Ein Brie? aus -'nem HI -Zeltlager. Liebe Mutter? Ich bin jetzt schon einige Tage hier im Zeltlager und ich mufe Dir offen sagen, daß es mir sehr gut gefällt. Vor allen Dingen ist das Essen gut unb reichlich unb ber Dienst so, bafe ihn jeber Junge vertragen kann. Nachts schlafe ich tief, ruhig unb fest im weichen Stroh. Wenn aber bie „weißen Mäuse" kommen, ist es unruhig unb beim Nachtalarm roirb’s lebhaft. Eine ganz schöne Abwechslung, bie nicht täglich vorkommt. Ich habe in ber guten Luft schöne roten Backen bekommen unb fühle mich viel wohler als zu Hause. Unb erst unsere Pfunds- kamerabschaft, bie Volksgemeinschaft im kleinen, wo ein jeber für ben anberen einfteht unb jeber für ben Führer lebt, bie macht uns bestimmt keiner nach. wissen: baß sie zwei Tage lang gerobelt, baß ihre Freunbin verreist, daß das Dienstmädchen Schnupfen hatte, daß die Großmutter wieder an Gicht gelitten, daß ihr das Kleid, daß ihr der Vater zu Weihnachten geschenkt, vorzüglich stehe. „Fritz sagt, ich sehe wie eine Dame darin aus!" schloß sie ihren Bericht. „Wer ist denn Fritz, der Kenner?" fragte Fred belustigt. „Nun, der Fritz von nebenan, mit bem ich mich sonst immer streite. Denke bir nur, er hat gesagt, so gut hätte mir noch kein Kleib geftanben." „Soso?! Hörst bu es nochmals, bann glaubst du es." „Ach", schmollte sie, „für bich bin ich immer noch ein kleines Kinb, wo bie meisten Menschen schon Sie zu mir sagen." „Erstaunlich!" „Gar nicht erstaunlich!" trumvste sie auf. Plötzlich ging ein Gebanke burch ihren Kopf, ihre Augen leuchteten auf. „Du, Papa!" „Was benn, Gerdchen?" Sie setzte sich auf fein Knie. „Papa! Heute könnten wir ausgehen'" „Ausgehen?" fragte er verwundert „Wohin denn bei dem Wetter?" „Bei schönem Wetter kann jeder ausgehen, Papa! Bei schlechtem nur wir zwei Du hast mir schon lange versprochen, mich mal mit nach Frankfurt zu nehmen." „Ich bin froh, daß ich im Trockenen bin, unb bu willst mich roieber hinausjagen?" „Wir können noch eine Stunbe warten. Abenbs fahre ich mit ber Bahn zurück. Er trat an bas Fenster, überzeugte sich, baß der Himmel sich etwas erhellt hatte, unb sagte bann: „Dann lauf mal zur Großmutter unb frage, roie es geht, unb ob sie uns fort läßt " Gerba flog jubelnb um seinen Hals. „Ich Habs ja gewußt! Du bist boch ber Beste aller Väter!" Kurze Zeit banach saßen sie in bem Zug nach Heidelberg. Gerba mit frohen Augen, er sie lächelnb betrachten!). Sie sah reizend aus in bem pelzbesetzten Mantel, bem kleinen, sehr kleibsamen Hute. Sie war wirklich eine angehenbe junge Dame Das Wetter blieb trübe, boch es hatte zu regnen aufgehört. Selig hängte sich Gerba in bes Vaters Arm, als sie ben Heibelberger Bahnhof hinter sich hatten. „Wo führst bu mich benn nun hin, kleine Tochter?" fragte Freb. Gerba wußte ganz genau, wo sie hin wollte. Fritz hatte ihr ein Restaurant genannt, wo es alles gab", was bas Herz begehrte. Freb verschwieg ihr, baß es burchaus nicht bas feinste war, unb folgte ihr lächelnd. (Fortsetzung lolflt 1) Die Vögel brüten - haltet die Katzen fern! Oberhessisches Schwurgericht Der Reichsmüllerdienst im Deutschen Arauen- werk hat in diesem Winter überall in Stadt und Land durch fachlich vorgebildete Lehrkräfte Kurse in Haushaltung. Gesundheitspflege und Kindererziehung veranstaltet. In allen Lehrgängen werden die Frauen auf die Verbundenheit und Wechselbeziehung vom Familie und Volk aufmerksam gemacht, in allen Lehrgängen erfahren die Jrauen, welche Forderungen der Nationalsozialismus heute an die Frau stellen muh. Unsere Mütter wollen belehrt werden, darum ist die Nachfrage nach den Kursen sehr groß. Die Arbeit kann aber nur erweitert werden, wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind. Darum unterstützt die Haus- und Strahen- sammlung des Reichsmütterdienstes am 10. und 11. Mai, die restlos der Mütterschulung zugute kommt. bestraft werden. In den Fällen, in denen Herren« lose Katzen eingefangen werden sollen, dürfen nur Fallen verwendet werden, die den völlig quallosen Fang gewährleisten. Die Fallen müssen täglich zweimal nachgesehen und die gefangenen Tiere ihren Eigentümern zurückgegeben werden. Der Gebrauch von Tellereisen ist für das ganze Reichsgebiet verboten. In diesem Zusammenhang sei noch darauf hingewiesen, daß die Zahl der herrenlosen, hungernden Katzen, die infolge Vernachlässigung oder gar strafbarer Aussetzung von feiten des Menschen auf den Vogelraub hingelenkt sind, durch menschlich« Schuld ständig vermehrt wird. Ls muh deshalb dafür gesorgt werden, dah nur so viele junge Katzen zur Aufzucht gelangen, wie in guten Händen bestimmt untergebracht und ständig ausreichend verpflegt werden können. Richt erwünschte neugeborene Jungtiere müssen sofort nach der Geburt getötet werden, bevor sie am Muttertier gesogen haben. Kann man die Jungen erst später erreichen, so lasse man eins am Leben, weil sonst die alte Katze durch den Milchdrang krank wird. Die Tötung junger Tiere geschieht am einfachsten durch kräftige Schläge ruf den Kopf, nicht durch Ertränken, weil die ungen Tiere mit ihren unentwickelten Lungen im Wasser nur schwer ersticken. Wer die Tötung nicht selbst durchführen kann oder will, wende sich an einen Tierarzt oder Tierschutzoerein, die die Jungtiere und auch überzählige erwachsene Katzen in schmerzloser Weise töten. Kater, die man nicht zur Zucht verwenden will, und von denen man wünscht, )aß sie zu Hause bleiben, lasse man im Alter von uns bis sechs Monaten von einem Tierarzt kastrieren. Nur durch derartige weitgreifende Vorbeu- gungsmaßnahmen wird es möglich sein, Dogelnot und Katzenelend in gleich wirksamer Weise und ohne Mißhandlung einzelner Tiere zu beseitigen. ten ihre ehebrecherischen Beziehungen fort. In der Hauptverhandlung erhielt Henkel, der schon als Kind nach Kaulstoß kam, von seinem Dienstherrn ein ganz glänzendes Zeugnis. Henkel ist außerordentlich zurückhaltend, was in seiner Schwerfälligkeit begründet liegt. Weder zu der männlichen, noch zu der weiblichen gleichalterigen Dorfjugend hatte der Angeklagte Verbindung. Diese Tatsache erklärt es auch, daß er mit der weit älteren Frau ein aussichtsloses Verhältnis eingehen konnte. Er brachte weder die Kraft noch den Willen auf, sich von der Ortwein loszusagen. Schon sehr früh läßt sich das Aufkommen von Mordgedanken nachweisen. Je mehr sich die Der- haltnisse im Hause Ortwein zuspitzten, um so enger gestalteten sich die Beziehungen zwischen dem Angeklagten und der Ortwein. Ostern 1933 traten die Mordabsichten der beiden zum erstenmal klar zutage. hier erklärte die Ortwein, sie wisse schon wie sie vorzugehen habe. Im Winter 1933/34 kam es wiederholt zu derartigen Gesprächen. Schon damals jagte die Ortwein, wenn die Verbrühungen nicht ausreichten, würde sie ihrem Mann etwas eingeben. Diese Gespräche haben sich öfters wiederholt. Henkel gab zu, einmal zu der Ortwein gesagt zu haben, sie werde es ja doch nicht tun. da sie zu feige sei. u tmem Iohr fanden dauernd Unterredungen statt, daß der Ehemann Ortwein beseitigt werden müsse und wie das geschehen sollte. Während ihrer Tätigkeit als Putzfrau fand die Ortwein auf dem Speicher der Schule einen Kasten mit Chemikalien, dem sie ein Fläschchen mit Gift entnahm und es dem Henkel zur Aufbewahrung übergab. Henkel gab unumwunden und ohne Einschränkung zu, daß er sich über den Inhalt der Flasche im klaren war und von seinem Zwecke wußte. Einige Zeit danach bekam der Ehemann Ortwein eine Wunde an der Hand. Seine Frau verlangte von Henkel das Fläschchen zurück. Nach mehrmaligem Zureden gab dieser nach. Er legte das Fläschchen an einen aus- gemachten Platz und gab auf Verlangen noch etwas Vitriol hinzu. Die Ortwein erzählte dem Angeklagten, sie habe die Flüssigkeit auf die Wunde ihres Mannes gegeben. Während Henkel und die Ortwein bis dahin ihre ehebrecherischen Beziehungen eingestellt hatten, kam es nun wieder zu dem unerlaubten Verkehr. Im Juni 1934 ging dann die Kunde durch das Dorf, der Ehemann Ortwein habe sich verbrüht Am 6. Juli 1934 begann die Ortwein die Ausführung der Tat. Am 8. Juli kam es zwischen ihr und Henkel zu einer regelrechten Unterhaltung darüber wie die Tat vorwärtsgetrieben werden solle. Die Frau brachte zum Ausdruck, daß die Salzsäure nicht ausreiche, und fugte hinzu, daß sie im Falle des Ge- undens ihres Mannes nichts Gutes zu erwarten habe was ihr Henkel bestätigte. Sie fragte nun Henkel, was sie weiter benutzen sollte. Dieser riet hr, sie solle em Aextchen benutzen und bestärkte sie in ihrem Vorsatz, ihren Mann zu erschlagen. Es kam bann zu der fürchterlichen Tat. Am Ende seines Plädoyers in der gestrigen Haupt« Verhandlung beantragte der Vertreter der Anklage sechsJahreZuchthausund zehn Jahre Ehr« Derlujt. Das Urteil lautete auf vier Jahre sechs V e<2u^^aus und fünf Jahre Ehrver- ®rc! Monate Untersuchungshaft werden dem Angeklagten angerechnet. Sage allen Bekannten, daß sie ihre Jungen In unser Zeltlager schicken sollen, hier werden Kerle aus ihnen gemacht. Miesmacher, die alle so dummes Zeug schwätzen, sollten einmal bei uns ihren Erholungsurlaub verbringen. Ich wollte, Ihr könntet Alle einmal die frische und frohe Junaenschar selbst sehen, Ihr hättet bestimmt Euere Helle Freude daran. Grüße den Vater und die Geschwister von mir. heil Hitler! Unter außerordentlich starkem Andrang des Publikums fand gestern die Verhandlung gegen den 26 Jahre alten Otto Henkel, zuletzt wohnhaft in Kaulstoß, wegen Beihilfe zum Mord tatt. Die Haupttäterin Karoline Drtroein von Kaulstoß wurde im Dezember vorigen Jahres wegen Mordes an ihrem Gatten zum Tode verurteilt, die dagegen eingelegte Revision wurde verworfen. Der Verurteilung liegt folgender Tatbestand zu- gründe: Im Juni 1934 kam es zu einer Verbrühung des Ehemannes Ortwein und des Kindes Elli in Kaulstoß durch einen vom Ofen stürzenden Topf heißen Wassers. Durch diese Verbrühung wurde der Mann bettlägerig. Diese Gelegenheit benutzte die damals etwa 35 Jahre alte Frau Drtroein, um ihren etwa 20 Jahre älteren Mann, mit dem sie dauernd in Streit lebte, zu ermorden. Die Mord- gebauten entwickelten sich mehr und mehr in ihr. Sie schüttete dem kranken Mann Salzsäure in den Kaffee und stellte diesen ans Bett. Ortwein trank jedoch nicht viel davon. Infolgedessen trat der Tod nicht ein. Vier Tage später brachte die Frau ihr entsetzliches Vorhaben zu Ende. Sie schlug dem Mann, der halb sitzend im Bett lag und offenbar vor sich hindämmerte, mit einem Schusterhammer dreimal auf den Kopf. Der Mann wurde zwar bewußtlos, jedoch trat der Tod noch nicht ein. Das bemerkte die Täterin, und sie versuchte nun, dem schwer mit dem Tode ringenden Mann noch einmal Salzsäure einzugeben, die aber zum größten Teil danebenging und an dem Manne Brandwunden verursachte. Als die Täterin sah, daß ihr Mann noch nicht tot war, drückte sie ihm noch etwas an der Kehle, bis schließlich der Tod eintrat. Nachdem dies geschehen, besaß sie noch die Kaltblütigkeit, für eine Verbergung der Wunden zu sorgen, indem sie die Wunden abwusch, mit Pflaster verklebte und mit Salbe überstrich, so daß man erst bei der Sektion darauf aufmerksam wurde. Nach dieser entsetzlichen Tat, die nur selten in der Kriminalgeschichte ihresgleichen findet, lag die Frage nahe, was bei diesem furchtbaren Verbrechen das leitende Motiv war. wer insbesondere mitwirkte. Alle dahinzielenden Versuche zur Aufklärung blieben erfolglos. Erst nachdem das Todesurteil gegen die Gattenmörderin ergangen war, schrieb die 93er- mrtelItes.an if)ren Verteidiger, sie habe während der Verhandlung nicht genug aus sich herausgehen können: sie teile ihm nun jedoch mit, daß Henkel sie zu der Tat angestiftet habe. Die von der Staatsanwaltschaft angeordnete Vernehmung der Ortwein forderte in überraschender Meise Material zutage jo baf3 man sich zur Verhaftung des Henkel ent- milotz, die er durch Flucht zu verhindern versuchte I)i.?rferm?orfan ^igte deutlich, daß Henkel eine ge« wisse Mitschuld an dem gewaltsamen Tode des Ehemannes Ortwein auf sich lasten fühlte und aus Angst zu fliehen versuchte. Henkel und die Drtroein lernten sich im Frühjahr 1932 auf ihrer gemeinsamen Arbeitsstelle in Kaufstoß kennen. Sie kamen sich immer näher, so öaf3 es bereits im August zwischen beiden zum in- timen Verkehr kam. Don diesem Zeitpunkt an wur- l ^.Ziehungen enger und enger. Im Früh« abr 1933 wurde das Verhältnis zum Dorfgespräch. Es mag wohl fein, daß Henkel, wie er angiebt, oerfucbfe oon foer Ortwein loszukommen. Es fehlte »t)m jedoch die nötige Willenskraft, und beide führ60, Schwarzwurzeln 20 bis 45, Rhabarber 15 bis 18, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, Aepfel, das Pfund 40 bis 60 Pf., Honig 45 Pf. bis 1,10 Mark, junge Hähne 80 bis 90 Pf., Suppenhühner 80 bis 90, Enten 80 bis 90, Tauben, das Stück 60 bis 70, Blumenkohl 60 bis 70, Salat 20 bis 30, Salatgurken 50 bis 60, Dberkohlrabi 20 bis 25, Sellerie 10 bis 40, Lauch 5 bis 10, Rettich das Bündel 20 bis 50, Radieschen 7 bis 15 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag: Deutsche Arbeitsfront, 20 Uhr, Cafe Leib, Amtswalter-Appell. — NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Sportkurse, 17 bis 19 Uhr, Leichtathletik (Universitätssportplatz, Kugelberg). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Lockvogel . — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, „Der Judas von Tirol". — Gleiberg- oerein, 16 Uhr, Burg Gleiberg: Generalversammlung. — Reichstreubund, 20.30 Uhr, „Aquarium", Kameradschaftsabend mit Angehörigen. — Hauptstelle für Pflanzenschutz, Senckenbergstr. 7, 16.30 Uhr, Vortrag über „Neuzeitliche Bodenbearbeitung". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater Gießen, 19.30 bis 22.15 Uhr, „Madame Butterfly". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Lockvogel. — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der Judas von Tirol". — VHC.: Wanderung. — Gießener Radfahrerverein von 1885 e. 93.: 15 Uhr, Aschenbahn der Spielvereinigung 1900, Großes Bahn-Radrennen. — VfB.-Reichsbahn, Waldsportplatz, Jugend-Wettkämpfe. — Restaurant „Waldeslust", Konzert und Tanz. — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 12. Mai, 19,30 Uhr, einzige Sonntagsvorstellung der Dper: „Madame Butterfly" von Puccini; Leitung Wrede-Cuj^. Ende 22,15 Uhr. — Dienstag, 14. Mai, letzte Aufführung der Dper: „Madame Butterfly": Spieldauer von 20 bis 22,45 Uhr. — Mittwoch, 15. Mai, Lustspiel: „So ein Mädel!" von Sturm und Färber; Spielleitung Karl Volck. — Donnerstag, 16. Mai, geschlossene Vorstellung für die NÄ- Kulturgemelnde, Ring Deutsche Bühne, die Komödie: „Der Nobelpreis" von Hjalmar Bergmann; Spielleitung Wolfgang Kühne. Spieldauer von 20 bis 22 Uhr. — Freitag, 17. Mai, das Märchen: „Die armseligen Besenbinder" von Carl Hauptmann; Spielleitung Anton Neuhaus. Spieldauer von 20 bis 22,30 Uhr. — Samstag, 18. Mai, als geschlossene Vorstellung für die NS.-Kultur- gemembe, Ring Deutsche Bühne von Hauptmann: „Die armseligen Besenbinder"; Dauer von 20 bis 22,30 Uhr. — Sonntag, 19. Mai, als geschlossene Vorstellung für die NS.-Kulturgemeinde,^raft durch Freude" Gastspiel des .Kabaretts der Komiker"; Anfang 20 Uhr. Kein Kartenverkauf an der Theaterkasse. — Um den vielfachen Fragen und Wünschen der Theaterbesucher und Abonnenten gerecht zu werden, hat die Theaterleitung den Spielplan so festgelegt, daß das mit großem Beifall aufgenommene Lustspiel: „So ein Mädel! (Extemporale)" entgegen den ursprünglichen Absichten nunmehr doch auch durch das Mittwoch-Abonnement und Freitag-Abonnement geht, und zwar am Mittwoch, 15. Mai, und Freitag, 24. Mai. Ebenso verhält es sich mit dem spannenden Schauspiel „Vertrag um Karakat" von F. P. Buch. Dieses Schauspiel kommt Dienstag, 21. Mai, und Mittwoch, 22. Mai, für die Dienstag- und Mittwoch-Abonnenten zur Aufführung. In der letzten Mai-Woche soll dann den Theaterbesuchern und Abonnenten ander- weitig Gelegenheit geboten werden, noch ausstehende Gutscheine durch Theaterbesuch einlösen zu können. Es herrscht vielfach noch immer Unklarheit darüber, in welcher Weise der Mensch die brütenden Vögel schützen und insbesondere vor der Verfolgung durch Katzen bewahren kann. Dies geht aus den zahlreichen Beschwerden hervor, die beim Reichs-Tierschutzbund einlaufen und in vielen Fällen Ansatz zu strafrechtlicher Verfolgung geben. Während der Brutzeit der Vögel, in den 2Ho- naten April bis Juli, ist es Pflicht aller kaheu- halter, ihre Katzen so zu verwahren oder zu beaufsichtigen, dah eine Störung des Vrul- geschäftes der Vögel nicht eintritt. Auf jeden Fall muß verhindert werden, daß Katzen die Nacht außerhalb des Hauses zubringen. Die Katzen müssen während der Brutzeit der Vögel besonders ausreichend gefüttert werden. In den Fällen, in denen aus zwingenden Gründen Sahen auch am Tage nicht ständig im Hause gehalten werden können, muß wenigstens dafür gesorgt werden, dah die Tiere nurgesättlgt ins Freie gelangen und dah ihre Heimkehr durch Verabreichung einer von den Katzen bevorzugten Nahrung im Innern des Hauses an- gestrebt wird. Junge Katzen können zur Duldung von Vögeln angehalten werden, was bei verständnisvoller Pflege auch vielfach gelingt. Wer diese Forderungen erfüllt, schützt seine eigene Katze vor Verfolgung und Mißhandlung und trägt dazu bei, die der Allgemeinheit gehörenden frei lebenden Vögel vor Belästigung und Nachstellung zu bewahren. Wer Tiere hält, hat auch die Pflicht, sie zu pflegen und zu beaufsichtigen, und ist für den Schaden verantwortlich, den sie anrichten. Aber auch die Vogelfreunde und Vogelschützer müssen sich im Frühling der Pflichten erinnern, die fie gegenüber den Tieren haben. In Gärten, in denen Vögel nisten, lege man um den Stamm der betreffenden Brutbäume Dornenreisig oder einen so breiten Streifen dünnes Blech, daß die Katze nicht darüber Hinweggreifen, also für ihre Krallen feinen Halt finden kann. Auch ein lampenschirmartig um den Stamm angebrachter Blechstreifen verhindert das Weiterklettern. Nester in größeren Sträuchern schütze man ringsum durch Aufstellung von Drahtgeflecht, das die Katzen zurückhält. Es darf im heutigen Deutschland, das durch ein vorbildliches Tierschuhgeseh alle Tiere, d. h. die wild lebenden Tiere ebenso wie die Haustiere, vor Mißhandlungen schützen will, nicht mehr vorkommen, daß zwischen vogel- freunden und kahenhaltern Schwierigkeiten bei der Durchführung des Schuhes der einzelnen Tierarten entstehen. Aus diesem Grunde müssen auch die Vogelfreunde ich aller Maßnahmen enthalten, die Quälereien von Katzen zur Folge haben. Wer in seinem Garten fremde Katzen antrifft, die Vögeln nachstellen, versuche zunächst, durch Belehrung der Katzenhalter eine Aenderung der Verhältnisse herbeizuführen oder wende sich an den nächsten Drts-Tierschutz- verein, der für Abhilfe besorgt sein wird. Jede Verletzung oder Tötung einer fremden Katze kann Dein Fritz. Und Du, Mutter, wirst auch in diesem Jahr wieder Deinen Jungen in das Zeltlager der Hitlerjugend oder des Jungvolks schicken, weil Du weißt, daß er hier mutig und stark wird und sich erholt und Dir Freude machen wird! Inserate! Inserate! Weil die Sparsamkeit dem Wesen jeder klugen Frau entspricht, muß sie Inserate lesen, glaubt mir, sie bereut es nicht! Ob sie hochgestellt, ob arm ist, Vorteil nimmt sie immer wahr, ob es winterkalt, ob warm ist, alles bietet sich ihr dar! Frühjahrsmäntel, Markenbutter, Babywäsche, Suppenhuhn, Hemden und Kaninchenfutter, Kieler Sprotten und Kattun. Harzer Roller, Kinderwagen, Büstenhalter, Pflaumenmus, Gurken, Schnaps, Chinchillakragen, Schlafanzug und Spiritus. Dackel, Couch und Dauerwellen, Auto (achtzehn Monat Ziel), Cello Brusttee, Landparzellen, Seifenflocken, Kinderspiel, Sommerrundfahrt nach Sizilien, Schweinerippchen und Brokat, Gasherd, Anschluß an Familien, Honig, Rundfunkapparat. Blumenkrippen, Waschmaschinen Lesepult für Großmama, Kinderfräulein, Delsardinen, Darlehn, Mundharmonika. Schlüpfer, Marmelade, Reisig, Sporttrikot für Dauerlauf, Faltboot, Lippenstift und Zeisig, und dann erst der Ausverkauf! Alles, was in meinem Leben irgendwie Bedeutung hat, was Erfolg und Glück gegeben, danke ich dem Inserat. Kurzschluß gab es in der Leitung einmal nur, zu meinem Gram, als ich, gleichfalls durch die Zeitung, damals meinen Mann bekam! k Puck. Kamps gegen den Lärm im Hans. Eine wirksame Bekämpfung der Lärmplage ist nur möglich, wenn jeder in seinem Bereich dazu beisteuert. Die Technik hat gerade in den letzten Jahren zahlreiche Hilfsmittel 'bereitgestellt, um auch dem Hausläum zu Leibe zu rücken. Sie müssen aber auch weitestgehend angewendet werden. Das ist keineswegs mit unerschwinglichen Kosten verbunden, meist sogar schon mit ganz geringem Aufwand zu ermöglichen. Ein besonderes Aufgabengebiet erschließt sich hier dem Bauherrn und dem Architekten. Sie haben von vornherein auf möglichste Schallisolierung bei Erbauung der Wasserleitungen, der Zentralheizung usw. Bedacht zu nehmen. Auch der Hausbewohner hat eine Fülle von Möglichkeiten, durch entsprechende Rücksichtnahme auf den anderen fein Teil zur Erreichung des Zieles beizutragen. Dazu gehört z. 93., Lautsprecher nicht bei offenen Fenstern und Türen in Betrieb zu halten und im übrigen die Lautstärke so einzustellen, daß sie im Zimmer noch gut verständlich ist, aber die Nachbarwohnung nicht mehr belästigt. Für übende Musiker sollte es selbstverständlich fein, nur bei geschlossenen Fenstern und Türen zu üben und bie Hebungen so zu legen, daß am Abend die Erholungszeit der übrigen Hausbewohner nicht gestört wird. Das Zuschlägen von Türen kommt meist nur noch aus Versehen vor. Wer es nicht lassen kann, muß wenigstens Filzeinlagen in die Türen einbauen lassen. Das Rumpeln der Nähmaschine wird für die ein Stockwerk tiefer wohnende Partei keine Belästigung mehr bilden, wenn unter die Füße des Maschinengestells besondere Gummiunterlagen gesetzt werden. Reinlichkeitsfanatiker, die den Staubsauger ständig in Betrieb haben, müssen sich einen „flüsternden" Staubsauger anschaffen, das Rauschen und Gurgeln in der Wasserleitung läßt sich einfach durch Anbringung von Drosseleinsätzen in den Wasserhähnen beseitigen. Trittschallgeräusche können wenigstens erheblich gemildert werden, wenn der Fußboden mit einem dicken Teppich belegt wird ober das Linoleum eine geeignete schalldämpfende Unterlage bildet. Das sind nur einige Beispiele. Errichtung einer Krastpostlinie Gießen—Erda. Vom 15. Mai ab wird die bestehende Krastpost- lime Gießen —Krofdorf über die Orte Fellingshausen, Crumbach, Frankenbach, bis Erda verlanaert. Die Werktag-Vormittagsfahrt verkehrt ab Erda 6.30 Uhr, Frankenbach 6.45, Crumbach 6.53, Fellingshausen 7.03, Krofdorf 7.15, an Gießen Bahnhof 7.32 Uhr. An Sonntagen verkehrt die Fahrt nach Gießen später, und zwar ab Erda 11.30 und an Gießen 12.30 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt an Sonn- und Werktagen ab Gießen 17.30 Uhr. Sem am Mittwoch bestehenden stärkeren Verkehr Rechnung traaenb, ist für Mittwochs eine Zwischen- Wt vorgesehen, die in Gießen um 10 Uhr ab- - fahrt, in Erda 11.05 Uhr ankommt, daselbst 11.10 Uhr abfahrt und in Gießen um 12.12 Uhr an- kommt. Neben den Fahrscheinen für die Einzelbe- i nutzer der Kraftpost werden im Preis stark er- < mäßigte Rückfahrscheine mit viertägiger Gültigkeit und Wochenkarten ausgeaeben. Die Fahrzeiten die- ser Kraftpost werden in die vom 15. Mai ab gül- l kigen Fahrpläne des Sommerdienstes aufgenommen. Gießener Docheumarklprelse. * Gießen, 11. Mai. Auf dem heutigen Wochen- , markt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,50 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 8 bis 9' 1 Wirsina (gelb), das Pfund 20 bis 25, (grün) 25 bis 1 30, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 28 bis 35, Gelbe 1 Ruben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 15 bis 25, Römischkohl 15 bis 20, Spargel 50 bis 80, ' Mischgemüse 15 bis 20, Tomaten 90 Pf. bis 1 Mark, , Zwiebeln (alte) 25, (neue) 20, Meerrettich 40 bis I ** Schulpersonalien. Uebertragen wurde dem Studienrat am Realgymnasium in Gießen Dr. Georg H e u s e l eine Studienratsstelle an der Dberrealschule zu Gießen, dem Studienrat an der Augustiner-Schule (Gymnasium und Dberrealschule) zu Friedberg Richard Mager eine Studienratstelle an der Aufbauschule zu Friedberg. — In den Ruhestand versetzt wurde auf fein Nachsuchen der Lehrer Wilhelm Hedrich an der Volksschule zu Treis a. d. Lda. (Kreis Gießen), mit Wirkung vom 1. Mai 1935 an. ** Arbeitsoergebung. Die Tiefbauverwaltung der Provinzialdirektion Dberheffen kündigt in unserem heutigen Anzeigenteil einen öffentlichen Wettbewerb zur Vergebung der Arbeiten und Lieferungen für die Verbreiterung, Kuroenregulierung und Vorprofilierung auf der Provinzialstraß'e Treis—Allendorf a. d. Lda. an. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Befahren der Waldwege verboten! Die Bürgermeisterei Gießen macht in einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, dah das Befahren der Wege und Schneisen in den städtischen Waldungen mit allen nicht der Holzabfuhr dienenden Fahrzeugen verboten ist. 9Ber dieser Bestimmung zuwiderhandelt, macht sich strafbar. Wir empfehlen die Bekanntmachung der besonderen Beachtung. ** Das Maienblasen erfolgt am Mittwochabend vom Turme der Stadtkirche aus. Damit wurde den Bewohnern der inneren Stadt eine dankbar begrüßte Freude bereitet, wie man aus den zahlreichen mit Zuhörern besetzten Wohnungs- enstern der anliegenden Straßenzüge entnehmen konnte. In unmittelbarer Nähe der Stadtkirche hatte ich ferner die übliche große Zuhörerschaft eingefunden. Das Maienblasen beginnt heute (Samstag) um 19 Uhr vom Turme der Johanneskirche mit folgender Darbietung: 1. Choral: „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut"; 2. „Die Kapelle", von Kreutzer; 3. „Goldne Abendsonne", Volkslied. _ Die Museen im Alten und im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Die Vertilgung der Schnakenlar- ven in den Gärten betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Hoch- und Tiefbauamtes in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir alle Interessenten besonders Hinweisen. ** Rindviehmarkt in Gießen. Am kommenden Dienstag findet in Gießen Rindvieh- (Nutz- vieh-) Markt statt. Der nächste Schweinemarkt wird am 29. Mai abgehalten. ,** De rkehrsun fälle. Gestern gegen 14.30 Uhr fuhr in der Bahnhofstraße an der Straßenbahn-Ausweichstelle beim Geschäft von Röhr ein Lastauto aus Wetzlar, das an dem haltenden Straßenbahnwagen vorbeikommen wollte, den Straßenbahnwagen von hinten an, da der Raum zwischen der Schienenstrecke und dem Bürgersteig ur den Lastkraftwagen zu schmal war. Bei dem wurde an dem Straßenbahnwagen einiger Sachschaden angerichtet, so daß der Wagen sofort nach der Reparaturroerkstätte gebracht werden mußte. Etwa zur gleichen Zeit ereignete sich in der Ludwigstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer und einem auswärtigen Personenauto» wobei der Motorradler zu Fall kam und eine leichte Verletzung am Bein erlitten hat. Oberheffen in Frank- Sjl.-tfpOTt Verordnung zur Verschö - einer in Handball im Gau XII (Lahn-Oillkreis) Mannkurzem Anschrift des Landesverbandes Hessen ist: furt a. M., Beethovenstraße 34. Deutschland das Beste." (gez.) Dr. Meißner, Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei.' Gpielvereinigung 1900 Gießen. UAal.ÄgendweMllipfe des VfV-Reichsbahn Teilnehmer aus Frankfurt, Koblenz, Kitzingen, Eschwege am Start. VfV.-Reichsbahn II — Sportfreunde Vehlar II. In diesem Spiele ist einer Voraussage nicht zu treffen, da durch die Umgruppierung der einzelnen Mannschaften des Gastgebers auch eine Hebung der Spielstärke ihrer zweiten Mannschaft im Gefolge haben dürfte. Die Gießener fahren in ihrer bewährten Aufstellung und werden zu kämpfen wissen. VfV.-Reichsbahn 2. Jugend — Sportfreunde Wehlar 1. Jugend. Eine Niederlage dürfte den Gästen in Wetzlar gewiß sein. Das Verhältnis der Spielstärke der beiden Mannschaften ist zu unterschiedlich. Die Gießener werden sich darauf beschränken müssen, die Niederlage so niedrig wie möglich zu gestalten. Drei Schwerverletzte bei einem Verkehrsunfall. Offenbach, 10. Mai. (LPD.) An der Straßenkreuzung Sprendlinger Landstraße - Babenhauser- Straße ereignete sich ein Zusammen st vß zwischen einem Motorradfahrer und einem L i e- ferauto. Der Lieferwagen, der von Dietzenbach kam und die Straßenkreuzung fast überquert hatte, wurde von dem Motorradfahrer von hinten derart 1900 Liga bei „Germania" Warburg zum Rückspiel. Die Blauweißen kommen einer Rückspielverpflichtung in Marburg nach. Sie werden dabei einen schweren Stand haben, wenn auch das Vorspiel in Gießen verhältnismäßig leicht mit 5:0 gewonnen wurde. 1900 läßt sich durch Schmidt; Zeiler, Kaps; Rinderknecht, Heilmann, Jäger; Wilhelmi, S)ora, Birkenbihl, Koch und Dörr vertreten, erscheint also geschwächt. Schlarb ist vom Spiel gegen Union- Niederrad her noch verletzt. Er hat aber in Fritz Schmidt einen gleichwertigen Ersatzmann. Mank und Heinbach fahren zum Länderspiel nach Köln und Schmelz weilt zur Zeit in Südengland. Lippert wurde noch gestern vom Deutschen Fußballbund telephonisch als Ersatzmann für die Nationalmannschaft gegenSpanien nach Köln h e st e ll t, so daß nunmehr die Spielvereinigung auch auf seine Mitwirkung verzichten muß. Unter diesen Umständen kann man die Gießener Vertretung nicht gerade als stark betrachten. Man setzt aber in die erwählte Mannschaft das Vertrauen, daß sie recht eifrig bei der Sache ist. Wohl genießt der Gastgeber den Vorteil des eiaenßn Platzes, aber auch die Blauweißen haben auf dem Sportplatz am Kaffweg schon schöne Spiele geliefert. Unter Berücksichtigung aller Umstände ist der Ausgang völlig offen. Man erwartet ein schönes faires Spiel. Alle anderen Mannschaften der Spielvereinigung 1900 sind spielfrei. VfL.-Heichsbahn Gießen. VfV.-Reichsbahn I. — Sportfreunde Wehlar I. Die Ligamannschaft folgt am Sonntag einer Einladung der Sportfreunde Wetzlar. Die Wetzlarer noch vor einem halben Jahre eine Mannschaft, die über das Können einer Kreisklassenmannschaft nicht hinaus kann, hat durch Zuzug erheblich gewonnen. Sie stellen heute einen Der morgige Sonntag zeigt ein reichhaltiges spielerisches Programm. Nicht nur, daß eine ganze Anzahl interessanter Freundschaftsspiele zum Aus- traa kommen, es finden auch, vor allem in den Ausstiegspielen, eine Reihe wichtiger Begegnungen statt. In Kesselstadt steigt To. Kesselstadl — Kurhessen Warburg um den Aufstieg in die Gauklasse. Marburg, das zur Meisterschaft nur noch einen Punkt benötigt, wird sich mächtig strecken müssen, wenn es gewinnen will. Kesselstadt, auf eigenem Platz sehr schwer zu schlagen, wird alles daransetzen, um Spiel und Punkte zu gewinnen. In der zweiten Kreisklasse werden die morgigen Spiele viel zum künftigen Stand der Tabelle beitragen. Der To. G a r b e n h e i m, der Tabellenführer, empfängt auf eigenem Platz die zweite Mannschaft des M t v. Gießen, deren derzeitige Form sich in den Ergebnissen der letzten Zeit deutlich widerspiegelt. Die Männerturner sollten das Zeug in sich haben, den Gastgebern einen gleichwertigen Kampf zu liefern. Der Tv. Dorlar empfängt zu Hause den Tv. K a tz e n f u r t und sollte, trotzdem die Mannschaft zur Zeit unter Form spielt, einen glatten Sieg Am morgigen Sonntag veranstaltet der VfB.- Reichsbahn Gießen seine 3. Nationalen Jugendwettkämpfe. Wie in den vorhergehenden Jahren, so ist auch diesmal das Meldeergebnis sehr gut ausgefallen. War es schon immer ein gutes Zeichen, wenn sich Vereine aufrafften und durch Abhalten von Ju- gendwettkämpfen den Jugendsport zu heben versuchten, so kommt heute den Jugendwettkämpfen eine ganz besondere Bedeutung zu. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 1930 in Berlin und auch auf die folgenden Olympiaden muß auch den Jugendlichen eine Möglichkeit gegeben werden, ihre Fähigkeiten zur Entfaltung zu bringen, um später einmal gewappnet in größere Kämpfe eingreifen zu können. Am Sonntag wird in vier Klassen gekämpft. Klasse A 1917/18, Klasse B 1919/20, Klasse C Jahrgang 1921/22 und Klasse D Jahrgang 1923 und jünger. Zum Austrag gelangen fast alle leichtathletischen Hebungen: 100-, 400-, 800-Meter-Laufen, 4X100-Meter-Staffeln, Hoch- und Weitsprung, Kugelstoßen, Diskuswerfen, Ballweitwerfen ufw. In der Pause wird die Frauenabteilung des VfB.- Reichsbahn Körperschule in besonderer Art vorführen. angefahren, daß er umfiel. Die Ehefrau des Kraftwagenführers und ein junger Mann wurden aus dem Wagen geschleudert und schwer verletzt. Der Motorradfahrer erlitt einen schweren Schätz e l b r u ch. Alle drei Verunglückten wurden in das Offenbacher Krankenhaus eingeliefert. Preußen. Der Führer als Pate. LPD. Westerburg, 10. Mai. Bei dem sechsten Sohne von neun lebenden Kindern des Invaliden Anton Heinz in dem Westerwaltzort Schönberg hat der Führer und Reichskanzler die Ehrenpatenschaft übernommen. Landesverband Hessen des Deichs- Hundes der Körperbehinderten. Frankfurt a. M., 10. Mai. (LPD.) In einer Sitzung des Reichsbundes der Körperbe- hinderten (RBK.) e. V. in Frankfurt a. M., zu der außer den Ortsgruppenvertretern von Frank- furt a. M., Mainz, Offenbach, Gießen und Fulda auch Pg. P e n n 4 für die Gauamtsleitung Hessen-Nassau der NSV. und Pg. Dr. Stöcker für die Gauamtsleitung Kurhessen der NSV. erschienen waren, erstattete der stellvertretende Reichs- walter der RBK. Spring (Essen) einen Bericht über den 1919 — damals allerdings unter anderem Namen — gegründeten Reichsbund der Körperbehinderten und seine Entwicklung. Der Ausbau sei jetzt soweit gediehen, daß die in den Gauen Hessen-Nassau und Kurhessen befindlichen fünf Ortsgruppen zu einem Landesverband Hessen mit bem Sitz in Frankfurt a. M. zu- sammenaeschlossen werden könnten, dies um so mehr, als in nächster Zeit weitere Stützpunkte für den Bund in den beiden Gauen vorgesehen seien. Zum Landeswalter des neuen Landesverbandes wurde Pg. P e n.n 6, zum Geschäftsführer E. Cnyrim bestimmt, der daneben Ortsgruppenwal- ter der Ortsgruppe Frankfurt a. M. bleibt. Die sehr dürftigen Raum in nächster Nähe der Kirche untergebracht war. In jenem Jahr wurde die zweite Schulklasse eingerichtet und die Zehntenscheuer zum Schulhaus umgebaut. Außerdem wurde eine Lehrerwohnung eingerichtet. Bis zum Jahre 1888 bestand die Schule aus diesen beiden Klassen, die eine durchschnittliche Stärke von 100 bis 106 Schüler hatten. Sie waren untergebracht in dem gleichen Saal, in dem zur Zeit die Räume für die Bürgermeisterei eingerichtet werden. Um die damalige Zeit wurde der Unterricht von Lehrer Ploch erteilt, der ein sehr strenger Herr war und dessen Name deshalb heute nach öfters genannt wird. Nachdem zwischenzeitlich eine dritte Klasse eingerichtet worden war, folgte im Jahre 1894 die Errichtung der vierten Klasse. Aus diesem Anlaß wurde ein nochmaliger Umbau durchgeführt, der es ermöglichte, später noch eine fünfte Klasse in dem Bau unterzubringen. Diese fünfte Klasse wurde im Jahre 1910 eingerichtet. Es folgten dann im Jahre 1914 die sechste und im Jahre 1925 die siebente Klasse. Seit dem Jahre 1934 sind alle Klassen in der neuerbauten stattlichen Schule untergebracht. Gemeinderat in Schotten. <> Schotten, 10. Mai. In feiner gestrigen Sitzung stimmte der Gemeinderat dem Erlaß Lich, 11. Mai. In der vergangenen Nacht wurde in der Gastwirtschaft „Zur Stadt Gießen" ein Einbruch verübt. Dem oder den Dieben fielen für etwa 100 Mark Zigarren, Zigaretten, Schokolade sowie etwa 10 Mark in Kupfergeld in die Hände. Die Ermittlungen sind im Gange. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Gendarmeriestation Lich. * Hungen, 10. Mai. Frau Marie Listmann von hier kann am Samstag, 11. Mai, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 8 0. Geburtstag begehen. — Dieser Tage wurde der Weidebetrieb auf der Jungviehweide Tiergarten wieder aufgenommen. Es wurden 36 Fohlen und 80 Rinder auf die mit gutem Futtervorrat bestandene Weide aufgetrieben. Kreis Schotten. ♦ Schotten, 10. Mai. Das Kreisamt hat die Spreng Zeiten in den Steinbrüchen des Kreises Schotten mit Wirkung vom 15. Mai ab auf die Zeit von 6 bis 7.30 Uhr morgens, 12 bis 1 Uhr mittags und 7 bis 8 Uhr abends festgefetzt. — In einer Hebammenversammlung am kommenden Dienstag vormittag im „Hessischen Haus" wird Professor Dr. Walther, Gießen, einen Vortrag halten über das Thema „Die Stellung der Hebammen im Dritten Reich". Das Kreisamt macht den Hebammen des Kreises das Erscheinen zu dieser Versammlung zur Pflicht. VfV.-Reichsbahn Schüler — Sportverein Garbenteich Schüler. Die Gießener dürften auch in Garbenteich das bessere Ende für sich behaupten. Fußball-GesellschastSspieleamGonntag Leihgestern — Ober-Rosbach; Leihgestern II — Ober-Rosbach II; Wieseck — Alten-Buseck; Krofdorf — Fellingshausen; Launsbach — Tv. 1846 Gießen; Großen-Linden — Butzbach fomb.; Lang-Göns — Vetzberg; Rodheim — Steinbach. Jugendspiele. VfB. Friedberg — Fauerbach; Wieseck — Alten- Buseck; Rodheim — Steinbach. Das Programm des Sonntags weist nur wenige Spiele auf, denn viele Spieler wollen sich nicht das Länderspiel in Köln entgehenlassen. Die vereinbarten Spiele beweisen aber, daß die Vereine die Zeit nützen, um ihre Mannschaften mit spielstarken Gegnern für die kommenden Verbandsspiele fit sind. Das spannendste Spiel wird in Leihgestern ausgetragen, wo Ober-Rosbach, eine Mannschaft der Bezirksklasse, antritt. Vorher messen die zweiten Mannschaften die Kräfte. Wieseck hat lange geruht, spielt aber jetzt wieder, und zwar ist Alten- Buseck der Gegner. Alten-Buseck hat in den letzten Spielen beachtliche Resultate erzielt. Es ist daher möglich, daß der Sieg an die Gäste fällt. Fel- lingshausen fährt nach Krofdorf. Ein offener Kampf! Launsbach empfängt den Turnverein Gießen. Die Gegner treffen das erstemal aufeinander. Eine Voraussage ist nicht gut möglich. Großen-Linden hat sich einen großen Gegner verpflichtet, denn Butzbach spielt in der Bezirksklasse. Die Gäste sollten einen sicheren Sieg erringen. Lang-Göns hat zum Rückspiel Vetzberg zu Gast. Man räumt den Gästen die Chancen ein. Steinbach fährt zum Rückspiel nach Rodheim. Das Vorspiel ging für Rodheim gewonnen, daher wird sich Steinbach auch beim Rückspiel zumal auf fremdem Platz beugen müssen. Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck. Am morgigen Sonntag wird die Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck nach langer Zeit wieder zum ersten Male auf eigenem Platze zu einem* Freundschaftsspiel antreten. Gegner ist die 1. Mann- schäft des Turnvereins Alten-Buseck. Wieseck wird zu diesem Spiele in seiner früheren Aufstellung, jedoch mit einem anderen Torhüter antreten. Die Gäste, die in ihren letzten Spielen eine gute Form bewiesen haben, werden in kompletter Aufstellung erscheinen. Vorher werden sich die Jugendmannschaften beider Vereine gegenüberstehen. Hier wird es ein ausgeglichenes Treffen geben, dessen Ausgang offen zu lassen ist. Gpielvereinigung 1926 Leihgestern. Am Sonntag empfängt die erste Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern die Ligaelf des SV. Oberrosbach zum Gesellschaftsrückspiel. Die Blau-Weißen, die in den letzten Sonntagen wieder gutes Können gezeigt haben, werden wohl die Oberrosbacher zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen. Leihgestern muß leider auf zwei bewährte Kräfte verzichten, die zum Fußballänderkampf Deutschland — Spanien fahren. Man erwartet einen fairen Kampf. Ein Unentschieden liegt im Bereiche der Möglichkeit. Vorher treten die zweiten Mannschaften der genannten Vereine, ebenfalls zum Gesellschaftsspiel, an. Hier dürften wohl die Gäste den Sieger stellen. landen. Auch der Tv. Burg ge münden wird dem Tv. Herborn wenig Chancen zu einem Sieg lassen. Im Stadion zu Butzbach spielen zwei Auswahlmannschaften des zweiten Bezirks gegeneinander. Aus diesem Kampf soll die Mannschaft hervorgehen, die in Kürze bereits gegen eine Auswahlmann des Bezirks I (Kassel) zur Ermittlung der Gaumannschaft antreten wird. Da die besten Spieler in Butzbach zusammenaezogen sind, wird man einen anregenden Kampf erleben. Vor diesem Treffen stoßen eine kombinierte Mannschaft aus Wetzlar und die erste Mannschaft des Tuspo Butzbach aufeinander. Obwohl die Gäste durch Spielerabstellungen außerordentlich geschwächt sind, haben sie die meisten Chancen. Tv. Dutenhofen — Polizei Wetzlar IL Die Polizisten haben ihre Spielstärke erst vor kurzem bewiesen, so daß sich die Einheimischen schon anftrengen müssen, wenn sie ehrenvoll abschneiden wollen. Tv. Dutenhofen Jgd. — Tv. Münch, h o lzh a u f e n J gd. Die größere Spielerfahrung der Gäste sollte in diesem Spiel den Ausschlag geben. Da die einzelnen Felder sehr stark besetzt sind, sind Vor- und Zwischenläufe nötig, die am Vormittag ausgetragen werden. Nachmittags folgen dann die Entscheidungen. Hier werden besonders die Jugendlichen des JG.-Sportvereins Frankfurt und die bekannten „Eintrachtler" aus Frankfurt eine gute Rolle spielen. Verschiedene Teilnehmer des JG.-Sportvereins sind als erstklassig anzusehen, da sie bereits im vorigen Jahr verschiedentlich in der Bestenliste an führender Stelle standen. Man wird also manche Leistung zu sehen bekommen, die einem guten Aktiven Ehre machen würde. Post Frankfurt und Polizei Frankfurt, sowie Frankfurt 1880 werden ihren guten Ruf ebenfalls zu wahren wissen. Auch den Turnern des Tv. 1861 Eschwege geht ein guter Ruf voraus. Begrüßenswert ist, daß auch der Tv. Heu- chelheim und der Tv. Lollar Meldungen abgegeben haben. Ein Erfolg wäre diesen rührigen Landvereinen zu gönnen. Besonders Heuchelheim hat in der 800-Meter-Klasse durch einen der bekannten Bruder Reidel gute Siegesaussichten. Außer den Gießener Vereinen nimmt auch erstmalig der Postsportver- ein an den Wettkämpfen teil. In den Reihen der Gießener Jugendlichen steckt auch manches Talent, und hoffen wir, daß auch ein oder der andere Sieg in Gießen bleibt. Deutschland schlügt Spanien 7:2. Vorschlußrunde beim Brüsseler hockey-Länderlurnler. Für die Schlußrunde am Samstag qualifizierten sich die beiden favorisierten Mannschaften von Deutschland und England, die am Freitag im Brüsseler Heysel-Stadion Spanien mit 7:2 (3:0) bzw. Holland mit 1:0 (0:0) ausschalteten. Am Donnerstag, dem Ruhetag, machte die deutsche Hockey-Elf einen Besuch bei der Deutschen Gesandtschaft in Brüssel. Der deutsche Geschäftsträger lobte oie deutsche Mannschaft und sprach ihr auch seinen Dank für ihr diszipliniertes Verhalten aus. Ein leichtes Training am Ruhetag brafyte die deutsche Vertretung in beste Verfassung. Am Freitag befanden sich unserer Spieler in guter Form. Vor 1500 Zuschauern stand der deutschen Elf die spanische Vertretung im Brüsseler Heysel-Stadion am Freitag gegenüber. Trotzdem der Platz besprengt worden war, war er noch sehr hart. Die Reichsmannschaft kam zu einem verdienten 7:2-(3:0-)Sieg über die Sudlänoer. Unsere Elf war technisch und im Zusammenspiel klar überlegen und siegte verdient. Das Endspiel gegen England wird am heutigen Samstag aus- getragen. Die spanische Mannschaft umgeffellt. Der Mannschafts-Kapitän der spanischen Fußball- Vertretung hat für das Länderspiel am Sonntag in Köln enbgültig folgende Elf aufgestellt: Eiza- guirre; Zabalo, Quincoces; Cilaurren, Muguaira, Lecue; Ventorla, Jrraragorri, Langara, Regueiro, Corostiza. Der Führer an die spanische Mannschaft. Der Führer und Reichskanzler hat an die spanische Fußballmannschaft den Dank für das Begrü- tzungstelegramm aussprechen lassen. Die Spanier erhielten folgendes Telegramm: „An die Führer der spanischen Fußball-Mannschaft, Godesberg, Godesberger Hof! „Der deutsche Reichskanzler läßt für freundliche Begrüßung der spanischen Fußball-Nationalmann- schaft danken und wünscht chr für ihren Aufenthalt Hat wohl und weislich aufgebaut." Bis zum Jahre 1848 bestand die Schule Großen-Linden nur aus einer Klaffe, die in einem nerung des Stadtbildes zu. Danach ist das Lagern von Holz, Steinen und dergl. Gegenständen, die unschön wirken und das Stadtbild beeinträchtigen, an Straßen und Plätzen innerhalb der Stadt und besonders an den Ortseingängen ohne besondere Genehmigung verboten. Die Bürgermeisterei kann die Beseitigung veranlassen. Ebenso kann die Beseitigung von Holzschupven und dergl. Baulichkeiten, die verfallen sind und Das Landschaftsbild verschandeln, veranlaßt werden. Der Bau des Ehrentempels auf der Warte ist begonnen. Um auf dem hochragenden Wartberg, wo das Denkmal errichtet wird, ein mächtig wirkendes, schönes Wahrzeichen zu schaffen, wird der Turm noch einen halben Meter höher als ursprünglich vorgesehen erbaut. Zu der Beschaffung eines neuen Sanitätsautos wird die Stadt der hiesigen Freiwilligen Sanitätskolonne einen angemessenen Beitrag stiften. Die städtische Wasserleitung hat zur Zeit einen guten Zufluß. Das reichlich fließende Wasser kann von den Rohren nicht sämtlich ausgenommen werden, so daß ein Teil der Quellen abgeleitet werden muß. Um indessen einer solchen Wasserkalamität, wie wir sie im vergangenen trockenen Sommer 1934 erlebt haben, vorzu- beugen, wird das Projekt der Zuführung einer neuen Quelle weiter verfolgt. Zunächst wird eine neue Anschlußleitung vom städtischen Hochbehälter bis zur Vogelsbergstraße, Haus Jägle, gelegt. Die Straße nach Rudingshain — Ortsausgang bis zur Langemühle — wird neu in Beton hergestellt, ein Bürgersteig wird auf der rechten Seite den bestehenden Hausern entlang angelegt. Die neuen Jagdgrenzen, wie sie für die Gemeindejagd festgelegt sind, wurden bekanntgegeben. Die Jagd erfährt durch den Zugang einiger Jagdgebiete (Schläge, Schlamphans, Spieß usw.) eine jagdliche Verbesserung und reicht nunmehr vom Eichel-, über Nidda- bis Gierbachthal. Die Jagd wird in Kürze zur Verpachtung gelangen. Die altbekannte Pension Luginsland, das frühere „Lehrerheim" bei Schotten, gelangt am 24. Juni vor dem hiesigen Gericht zur Zwangsversteigerung. Kreisleiter K r o m m mußte, den gesetzlichen Bestimmungen der Gemeindeordnung entsprechend, fein A m t als Gemeinderatsmitglied niederlegen. Der Bürgermeister sprach ihm für seine tätige Mitarbeit den besten Dank der Stadt aus und verband damit den Wunsch nach weiterer steter Mithilfe zum Wohl der Stadt. Mit Sieg-Heil auf den Führer wurde die Sitzung geschlossen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 10. Mai. Das diesjährige Wertungssingen der Vereine im Kreis Gießen des Hessischen Sängerbundes wird an drei verschiedenen Orten durchgeführt und zwar in Großen- Linden, Wieseck und Heuchelheim. Am 26. Mai werden 18 Gesangvereine der näheren Umgebung, darunter auch alle Gießener Vereine, in Heuchelheim das Wertungssingen veranstalten. Der Ausschuß, der die Vorbereitungen zu dem Sängertage hier trifft, hat feine Arbeiten schon vor einigen Wochen aufgenommen, so daß das Programm bereits feststeht. Das Wertungssingen wird um 8.30 Uhr in der Turnhalle beginnen. Für einen reibungslosen Verlauf des Auftretens der Vereine ist gesorgt. Nach Beendigung des Singens findet die öffentliche Krjtik in Der Wirtschaft „Zum Schwanen" statt. Am frühen Nachmittag wird sich ein Werbeumzug durch den Ort bewegen, der von einer Kundaedung auf dem ,Lreuz" unterbrochen wird. Bei dieser öffentlichen Kundgebung werden die Sänger aller 18 Vereine einige 'Massenchöre zu Gehör bringen. Anschließend marschieren alle Vereine geschlossen in die Turnhalle. Bei Musikvorträgen und gesanglichen Darbietungen werden die Teilnehmer des Wertungssingens noch einige Stunden kameradschaftlich beisammen bleiben. Gegner von großer Spielstärke dar. Die schäft von Naunheim mußte sich erst vor der Ueberlegenheit der Wetzlarer einoeutig beugen. Unter diesen Umständen werden die Hiesigen ihr ganzes Können aufbieten müssen. Die Hiesigen fahren in der Aufstellung mit: Hechler; ßeutbeufer, Lehrmund; Heß, Knauß, Hauptfeld; Erd, Fehling, Wlodareck, Erben, Szponick. Knauß dürfte in diesem Spiele gegen den überragenden Halblinken der Wetzlarer den schwersten Stand haben. Die Großen-Lindener Schule von 1611 bis heute. cf Großen-Linden, 10. Mai. Gegenwärtig werden in der alten Schule Amtsräume für die Bürgermeisterei hergestellt. Ein Schulsaal wird durch Wände aus Zementdielen derart geteilt, daß vier bis fünf Räume eingerichtet werden können. Außer der SBüraermeifterei soll auch der Gemeinderechner einen Raum in der alten Schule erhalten, so daß er in Zukunft seine Dienststunden dort abhalten wird. Der mit dem Bau der neuen Schule freigemorbene alte Schulhausbau ist im Jahre 1611 erbaut worden, aber zunächst nicht als Schule, sondern als soa. Zehntenscheuer. Auf einem der schweren Eichen» Holzbalken befindet sich die Inschrift: „All Ding auf Erd vergänglich ist, Allein dein Wort, Herr Jesu Christ Bleibt wahr, beständig und gerecht, Obwohl die Welt daselb verschwächt. Wer Christo glaubt und ihm vertraut, Be' MaaenbeschwerdenuSodbrennen Bullrich-Sall TbooS -Heraus mH Gas-Gutschrift 3 Bekleidung für Damen und Herren in reichhaltiger Auswahl und zu den vorteilhaft günstigen Preisen im Gas-Gemeinschaft Gießen Gießen, Marktstraße 4-8 2787 A 2848 A Statt Karten! Restaurant „Zum Andres Sonnenstraße Gießen Sonnenstraße zeigen ihre Vermahlung an Heute abend ab 8 Uhr Mai 1935 2791 D Statt Karten! 2809 V 02033 Statt Karten! W Rodhelm a. d. Ä. (Adolf-Hitler-Str. 19), den 12. Mal 1935 02034 Motorwagen-Verkaufsgesellschaft Bensheim und nommen werd mit beschränkter Hafiung 2798 D TEXTILHRUSj 3m Zeltlager wird die Jugend zur Ration. Jeder junge Deutsche muh in diesem Sommer ein Lager der Hitler-Jugend besucht haben! können Anfang nächster Woche nach Frankfurt. Or. Roland Kuhn, Gerichlsassessor Or. Margarete Kuhn, geb..Challier Gießen Neuenweg 10 Lackierte Schlafzimmer.............. Eichene Schlafzimmer, Schrank 180 cm Polierte Schlafzimmer, Schrank 180 cm Eichene Speisezimmer, Büfett 140 cm.. Pol. Speisezimmer, Büfett 180-230 cm. Küchen, natur und elfenbein, komplett Berlin W 30 Äarbaroffastraße 23 IV Im Cafe Leib, Walltorstraße Gasherd-Ausstellung Unverbindliche Beratung Täglich von 16 bis 19 Uhr Alleinvertretung: Pianohans Schönau Bahnhofstraße 76 Kein Laden 12820V Scherl-Bildmatemdienst Unser Bild zeigt links den Schiedsrichter des Kampfes Deutschland — Spanien, den Belgier John Langenus. In der Mitte sieht man drei hervorragende deutsche Spieler (von links nach rechts: Lehner, Goldbrunner, Damminger). Rechts sieht man den spanischen Mittelstürmer vom FC. Madrid, aus dessen Haltung man auf das große Temperament der spanischen Gegner schließen kann. RN. 300.- RM 395.- RM. 525.- RM. 225.- RM. 580 - RM. 125.- üemß4€4e4t Prinz Leiningen sowie von Mercedes-Benz tnit Caracciola, Fagioli, v. Brauchitsch und Geier. Aus dem Ausland kommen sechs Maserati-Wagen und ein Alfa Romeo. Bei den Europa-Meisterschaften im Rudern in Berlin-Grünau werden am 16. August die Vorrennen ausgetragen. Am 17. August folgen die Zwischenläufe und am Tage darauf die Endkämpfe. Am 15. und 16. August wird der Jahreskongreß der FJSA. abgehalten. Vier Meldungen wurden zur Deutschen Kunstflug-Meisterschaft abgegeben, die am Sonntag in Stuttgart abgewickelt wird, und zwar haben Gerd A ch g e l i s - Bremen, G. Stöhr - Gotha, Kunst und Wiffenschast. Aufruf für eine Robert-Koch Stiftung. Der Reichs-Tuberkulose-Ausschuß, dessen Leiter der Ministerialdirektor im Reichsministerium des Innern, Dr. Frey ist, erläßt aus Anlaß des 25. Todestages Robert Kochs folgenden Aufruf: „Am 27 Mai 1935 jährt sich zum 25. Male der Todestag Robert Kochs. Sein Name ist in der Weltgeschichte der Gesundheitswissenschaft mit goldenen Lettern eingetragen. Uns Deutschen, deren Stolz und Ruhm er war, liegt es ob, sein Andenken in ganz besonderer Weise zu ehren. Das neue Reich, das die deutschen Tugenden wieder überall wachgerufen hat, mahnt uns auch an die Pflicht der Dankbarkeit gegen einen der größten Wohltäter der Menschheit aus deutschem Blute. Diese Dankbarkeit soll uns zu einer Wiederauf- richtung der Robert-Koch-Stiftung veranlassen, die ein Opfer der Inflation wurde. Der Reichs-Tuberkulose-Ausschuß hat die ehrenvolle Aufgabe erhalten, für die Aufbringung der dazu notwendigen Mittel zu werben. Unser Ruf ergeht daher an jeden deutschen Volksgenossen, vor allem an diejenigen, die mit dem Werk Robert Kochs in irgendeiner Weise verbunden sind, an alle, für deren wissenschaftliche Leistung die Großtaten Robert Kochs grundlegend waren, und an alle behördlichen und privaten Stellen, denen Robert Koch auf dem Gebiete der Seuchenbekämpfung die Wege gewiesen hat. Helft uns, die Stiftung, die seinen Namen trägt, zu altem Glanz erstehen zu lassen, gebt uns die Mittel zu den Forschungen, die durch diese Stiftung ermöglicht werden sollen, damit die deutsche Wissenschaft den Platz in der Welt behaupten kann, den einst Robert Koch errungen hat. Für die Stifter namhafter Beträge besteht die Möglichkeit der Aufnahme in den Ehrenausschuß oder die Eintragung in das Goldene Buch der Stiftung. Spenden werden erbeten auf das Konto „Robert-Koch-Stiftung" bei der Reichskreditgesellschaft AG., Berlin' W 8, Behrenstraße 21/22. Schon I. RH. 83.- monatl. können Sie im eigenen Helm wohnen. Verlangen Sie kostenlos und unverbindlich aufklärende Druckschrift D 4. Bausparkasse Deutsche Bau- und Wirtschaftsgemein- sshall e.G m.b.L. Köln, Wehlerctr. 31a. Unsere bisherigen Darlehens- znteilnngen: 25096060 BEI. 1A30v Adolf platt Lydia platt, geb. Schlierbach Vermählte Hans Balz, Pfarrverwalter und Frau Gretel, geb. Wehrheim zeigen ihre Vermählung an Ein neuer G3Sh0rd mit Brat- und Backofen Lochner - Weimar und Liefe! Bach-Heidelberg gemeldet. Sck)wedens Amateurboxer hatten auch bei ihrem dritten Kampf in Deutschland kein Glück. Sie wurden in Erfurt, vom einheimischen BC. Heros in dem in sieben Klassen — ohne Weltergewicht — durchgeführten Kampfe mit 10:4 Punkten geschlagen. Helen Wills-Moody, die mehrfache Wimbledonsiegerin, wird nach langer Pause im nächsten Monat wieder auf dem Turnierplatz erscheinen und an den am 8. Juni in Los Angeles beginnenden Meisterschaften von Kalifornien teil- nehme'n. Den Müfsölln?-Pokal, den wichtigsten Preis beim internationalen Reitturnier in Rom, gewann Frankreich vor Italien und Irland. werden bei Zurückgabe von alten Gaskochern und -Herden bei Anschaffung eines neuen Gasherdes mit Brat- u. Backofen im Hausdienst gewährt Einzelmöbel und Polstermöbel in jeder Preislage Möbelhaus Carl Stückrath nur Asterweg 47 Mettenheim (Rheinhessen) Gießen, Steknstraße 511 Den 11. Mai 1935 es einen interessanten Kampf geben, bei dem beide Mannschaften gleich große Chancen haben. To. Krofdorf — Tv. Launsbach. In Krofdorf kommt ein Lokalderby zum Austrag, über dessen Ausgang eine Voraussage nicht getroffen werden kann. Tv. Lützellinden — T v. Atzbach. Die Einheimischen müssen mit reichlichem Ersatz antreten. Trotzdem werden sie bei ihrem reichlichen Nachwuchs eine Mannschaft auf die Beine bringen, gegen die auch der Kampfgeist der Gäste wenig ausrichten wird. Tv. Lich — Gröningen. Das Vorspiel konnten die Gäste hoch gewinnen. Sie werden voraussichtlich auch im Rückspiel Sieger bleiben, wenn sich Lich nicht endlich auf sich selbst besinnt. Tv. Garbenteich — Tv. Hausen. Die Platzbesitzer treten zum erstenmal seit langer Zeit wieder an. Es wird ihnen deshalb schon schwer fallen, in diesem Lokalkampf ehrenvoll zu bestehen. Die Gäste sind eingespielt und sollten gewinnen. To. Garbenteich Jgd. — T v. A l b a ch I g d. Zwei Neulinge stoßen hier aufeinander, über deren Spielstärke nichts gesagt werden kann. Kurze Sportnotizen. Fünfzehn Wagen wurden bisher zum internationalen Aous-Rennen am 26. Mai gemeldet, und zwar je vier Wagen der deutschen Marken Auto-Union mit Stuck, Rosenmeyer, Varzi und Tv. Dornholzhausen — Tv. Groß- Rechtenbach. In diesem Treffen sollten die Platzbesitzer einen sicheren Sieg landen, zumal die Gäste in der letzten Zeit in ihrer Leistung durch Spielerverlust zurückgegangen sind. Tv. Dornholzhausen Jgd. — Tv. Groß- Rechtenback Jgd. Die Jugend der Gäste tritt erstmalig auf den Plan und wird wenig Aussicht haben, zu gewinnen. To. Lollar — Tv. Treis. Nach dem Ergebnis vom vergangenen Sonntag zu urteilen, wird Künstler-Konzert 2792 A Für sonnige Maien-Tage moderne, zeitgemäße teerM für alle Zwecke, stets vorrätig. 1- 4cbm 2,50 3t 5-10cbm 2,25 3t Ab lOcbm 2,- 3t Zu- u. Abfahrt zur Sandgrube ist wieder frei. L8mse Treis an der Lumda, s28 061) Gesund zu Fufe ohne Hühneraugen durch »LEBEWOHL6 Blechd. (8 Pflast.) Ml 68 Pf. in Apothek. und Drogerien. Sicher zu haben: Med.-Brog.Haus Hindenburg H.Elges Seliersweg 68 a; Löwen-Drogerie W. Kilbinger Nil., Seltersw. 69; H. Noll, Ludwigsplatz-Droger. und Neustadt- Drogerie; Germania-Drop. C. Seibel, Frankfurter Str. 39; 0. WinterhoK, Drogerie, Kreuzplatz 9 10. Ill(,v llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll WIESECK Sonntag, den 12. Mai TANZ 2841D bei Wilhelm Dorfeld / 2796V \ iS Hypotheken:! Ablösung | =Vors.-Kredite = i.Anschaffung.ü. 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Z»X ' GHDTWE^ Ft M M- -X . ■ ■ WWWM^ M ■;- - » II - ' . < V-^ Vv£ : v 1 E- r" ^5^ ._ i-^> '5 »* , ÄV j Samstag, U.M 1935 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger tüt Oderhesftip i-r. 109 viertes Blatt je- en en im Go sind Mütter zu ihren Kindern.... -ht die ^schuß >ch der Konto NW weiter 1 des it öes lu . Äole n der holderen 1 An. Do? oieder n die Aten Blute, auf» ■Ullg öe. ehren- 9 der f N J, vor Robert n alle, Troß, m olle Robert ^9 die 9' bie ?n zu n, die n, do. c Wt rungen Liebevolle Betrachtung aus nächster Nähe . . 0,60 Zusammen . . . Peter schuldet seiner Mutter: . nichts . nichts . . . nichts Zusammen . . . — (Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger.) Die Mutter hat einen guten Kaffeetisch bereitet. Früh übt sich ... Schwere Landarbeit wird durch kleinen Besuch Rupestützdchen hi oen Anlagen. Fröhliches Spiel im Sandkasten. 3. 4. in Betrieben fernbleiben müssen von ihren Kindern, mit dem Sportwagen und dem jüngsten Sproß der Familie drinsitzend durch die Anlagen fahren sehen, wobei diese kleinen Hüterinnen der Allerkleinsten es mit ihren Obliegenheiten meist sehr ernst nehmen, so daß man meinen könnte, sie seien sich der Größe ihrer Aufgabe als Mütter der Zukunft schon jetzt bewußt. Wie froh und glücklich fühlt sich eine rechte Mutter, wenn sie ihre kleine Gesellschaft nach deren Die Mutter sagte nichts. Am Abend fand aber Peter die 60 Pfennig neben seinem Teller liegen. Da war er sehr zufrieden und steckte das Geld ein. Als er aber seinen Teller wegnahm, da sah er ein Papier darunterliegen. Darauf war zu lesen: ßen zeigen, mit welcher Liebe und Sorgfalt eine Schwester dem kleinen Erdenbürger die Nahrung einflößt, wie ganz hingegeben an den Interessenkreis des Kleinkindes die Schwester mit den kleinen Trabanten im Sandkasten spielt. Aber neben diesen beiden kleinen Ausschnitten aus dem täglichen Pflichtenkreis einer Kinderschwester stehen noch unendlich viele andere Obliegenheiten im Dienste des Kindes, die an die Pflegemütter ununterbrochen gleiche hohe Anforderungen der Tatbereitschaft einer echt mütterlich empfindenden Frau stellen und im Geiste schönster Pflichterfüllung auch freudig er füllt werden. Im Hinblick auf dieses edle Werk unserer Schwesternschaft sollte auch ihrer am morgigen Muttertag mit dankbarer Liebe gedacht werden Der kleine Peter las diese „Rechnung" und schwieg beschämt. Nach einer Weile aber klopfte ihm doch das Herz, und er schlich sich hin- zu seiner Mutter, barg sein Gesicht in ihrem Schoß und steckte die 60 Pfennig vorsichtig in der Mutter Schürzentasche. — Das war wohl ein schöner Tag für die Mutter und auch für den kleinen Peter. Er wird noch manchmal in seinem Leben daran denken. ♦ ■ Möge auch der diesjährige Muttertag wie ein großes, unsichtbares Band unser ganzes deutsches Volk umschlingen, mag er zeigen, daß wir in liebevoller Verehrung an unfern Müttern hängen und im Glauben an sie und ihre unerschöpfliche Kraft zuversichtlich in die Zukunft schauen. Muttertreu • ist unergrüpdt, welcher eine treue Mutter find, der hat ein' Schatz über alle Welt, er seh nur, daß er es ihr vergelt. pnhe Liebe ihres Herzens und die ganze Wärme |f-e« mütterlichen Gefühls aber tagtäalich in reich- Jtiin Mak? in den Kleinkinderschulen, Kinderkrippen, ir den Krankenhäusern usw. den Kindern vieler Emilien zukommen lassen. Was die Mutter im Kreise der Familie als Mit- te'Dunft und Halt vor allem für die Kinder bedeute! tritt jedem Menschenkind immer klarer vor die isgen. je älter es wird, und es wird am tiefsten nr b schönsten erst dann empfunden, wenn man als x.mn oder Frau selbst Kinder besitzt und daneben mch das Glück genießt, die eigene Mutter inmitten t-er Kinder und Enkelkinder wirken und sorgen zu men Mit welch' hingebungsvoller und opferfreu- ifter, nie versagender Liebe und Tatbereitschaft leidmet sich schon die junge Mutter ihrem Kindlein Km ersten Tage des Lebens an. Zu jeder Stunde Was der Muttertag den Kindern fein kann, davon zeugen viele Kinderaufsätze. Da schreibt ein 1 ^jähriges Mädchen: „Im schönen Monat Mai, wenn draußen alles grünt und blüht, gebührt ein Tag besonders der Mutter. Im vorigen Jahre haben wir Geschwister unter uns das Fest besonders schön gestaltet. An diesem Tage durfte die Mutter keinen Handtast tun. Einmal füllte sie einen Tag keine Arbeit verrichten. Als sie am Morgen nach der heiligen Messe das Arbeitskleid anziehen wollte, jagte ich. ,Heute sollst du ruhen, heute tu ich die nötige Arbeit " Manchmal, wenn sie mich so arbeiten sah, wäre sie am liebsten aufgesprungen und hätte mitgearbeitet. Der Kaffeetisch wurde besonders festlich geschmückt. Ohne Wissen der Mutter hatten wir Kuchen herbeigeschaf't Bei Tisch sagte sie: „Dieser Kuchen, den >ch nicht selbst gebacken habe, schmeckt mir noch einmal so gut." Am Abend sagte die Mutter: „Gut, daß der Muttertag nicht länger dauert, ich hätte es ohne' Arbeit nicht länger ausgehalten." —" Ergreifend ist der letzte Satz der Mutter, in dem sie versichert, daß sie sich wieder auf ihre Arbeit freue. Ja, das ist eine echte Mutter. — Unfern Buben fällt das Erfassen und Begreifen eines solchen Tages schon schwerer. Sie lassen sich nicht so in ihr Herz schauen. Sachlich und prüfend treten sie an den Muttertag heran Einer schreibt: „Das Oberhaupt der Familie ist der Vater Er verdient das Geld. Der Vater ist auch für alle- haftbar. Er muß feine Kinder anständig und christlich erziehen. Wenn sie fremden Leuten etwas getan haben, so muß er den Schaden wieder aus- bessern oder bezahlen. Er muß sorgen, damit sie in bie Schule gehen, und muß auch das Zeugnis unter- schreiben Die Mutter versorgt den Haushalt, die kocht und wirtschaftet, damit, wenn mittags der Vater und die Kinder nach Hause kommen, ihre hungrigen Mägen sich füllen können Welche Freude . i)at die Mutter, wenn es allen recht aut schmeckt. — Aber auch ihr Herz gehört ganz der Mutter, und eines Tages kommt das große Erkennen. Reizend ist auch die Geschichte, tue vor einigen Jahren durch die Zeitungen ging Der kleine Peter hatte von seinem Vater etwas ub-'r Rechnungen, die bezahlt werden müßten, gehört Dabei tauchte juaj m ihm ovr tytuumt eine Rechnung zu schreiben. Urtb an wen schrieb er In treuer Hut der Pflegemutter. sie? An seine Mutter! Beim Mittagessen fand diese unter dem Teller folgende Rechnung: Die Mutter schuldet ihrem Sohn Peter: 1. Für das Holen von verschiedenen Sachen . . 0,20 2. Für das Tragen der Briefe auf die Post . . 0,10 3. Weil er stets ein braver Junge war.....0,10 4. Für das Holen von Briefmarken.......0,20 i Im schönsten Monat des Jahres, wenn alles blüht vd duftet, begehen wir am morgigen Sonntag Iclicfyt, aber voll reicher Liebe eines unserer schönste Familienfeste: den Muttertag. Die deutsche 5 genb, ja das gesamte deutsche Volk richtet an d fern Tage voll Dankbarkeit die Gedanken und die ! A fühle des Herzens auf die Mutter, den Mittel- ».nFt der Familie, die starke Grundlage eines ge- iLben Staatsaufbaues. An diesem Tage wollen tr alle in treuer Liebe bekunden, was uns die Iftitter ist und was sie uns war. falls sie bereits ir fühlen Schoße der Erde schlummert. Der Tag st» Anlaß fein, der Mutter als Zeichen unserer Inbegrenzten Dankbarkeit für all ihr rastloses «Hüben und Sorgen jahraus und jahrein aufrichtige X weise der Liebe und Verehrung darzubringen m ft-ftalt von sinnigen Gaben, aber auch in üverzeu- pinben Regungen des Herzens und des Gemüts, tibei wollen wir jedoch den Begriff Mutter nicht ir engsten Sinne des Wortes zur Richtschnur unse- ! |(3 Handelns nehmen, sondern wir wollen auch d r Frauen in Liebe und Dankbarkeit gedenken, ' — wie z. B. die Kinderschwestern — für sich selbst auf das Glück der Mutterschaft verzichten, bie 1. Für zehn glückliche Jahre in ihre« Haus nichts 2. Für zehn Jahre Essen erhalten zu haben . nichts ~ Für Pflege während der Krankheiten . Daß er stets eine gute Mutter hatte . . frohem Spiel zu ausgiebiger Atzung um ihren Tisch herumsitzen sieht, den Jungens und Mädels die nahrhaften Brote schneiden, oder ihnen die schmackhafte Suppe Hinst.ellen und sich selbst an dem gesunden Appetit der Kleinen erfreuen kann. Weich' großes Ausmaß von Opferfreudigkeit und Arbeitsbereitschaft geht ferner aus dem Bilde auf dieser Seite hervor, das eine junge Frau aus einem Nachbarorte von Gießen inmitten ihrer anstrengenden Hausarbeit als Landfrau und zugleich als treueste und fürsorglichste Hüterin ihres Kleinchens zeigt! Aus all diesen Einzelbildern des täglichen Lebens spricht eine so reiche Fülle von Mutterliebe und mütterlicher Opferfreude, die es verdient, daß ihr an dem morgigen Ehrentage der deutschen Mutter in jeder Familie herzlichste Dankbarkeit als bescheidene Gegenleistung der Kindesliebe bekundet wird. Neben diesem Familienwirken der deutschen Frau steht, aufgebaut auf dem unerschöpflichen Born mütterlichen Empfindens, in gleicher edler Schönheit das große Werk der christlichen Nächstenliebe, das in unseren sozialen Anstalten alltäglich mit unermüdlichem Eifer, von starker Liebe zu den hilfsbedürftigen Menschenkindern beeinflußt, insbesondere von den Frauen mit der Schwesternhaube vollbracht wird. Da sehen wir als eindrucksvolle Beispiele, wie unsere beiden Bilder aus der Kinderkrippe des Evangelischen Schwesternhauses zu Gie- dcs Tages, aber auch unverdrossen zu jeder Nachtzeit ist sie bereit, ihr ganzes Sein und ihre volle Kraft dem Dienst am Kinde zu widmen. Und wie unendlich beglückt fühlt sich die Frau, wenn so kleine Patschhändchen, wie wir es auf einem dieser Bilder bei einer jungen Gießener Mitbürgerin sehen, ihr im Gesicht ober im Haar herumfahren und der kleine Mund allerlei Laute des Wohlbehagens und des Vergnügens des kleinen Erdenbürgers vernehmen läßt Mit welcher Freude und Zufriedenheit kutschiert eine Mutter oder eine Großmutter den kleinen Erdenbürger im sorgsam ausgestatteten Kinderwagen durch unsere Anlagen, meist am Schorgraber entlang, während der kleine Herr, oder die junge Dame still- zufrieden und mit gutem Appetit den Daumen ober ben Mittelfinger als Ersatz für Zwieback ober Keks ansieht unb nach besten Kräften baran lutscht. Man kann aber auch, wenn man bie Sammelplätze ber kinberhütenben Mütter und Großmütter in unseren Anlagen passiert, gelegentlich bie Wahrnehmung machen, wie bie Mütter ober Großmütter bie Kleinen ihrer Partnerinnen hier unb ba mit etwas kritischem Blick betrachten unb dann nicht wenig stolz sind, wenn sie glauben festgestellt zu haben, daß i b r Liebling bei dieser Vergleichsbewertung besser abgeschnitten habe. Frisch unb froh kann man ferner kleine Mäbchen bereu Mütter durch Arbeiten im Hause ober burch ben Erwerb bes täglichen Brot- Wirtschaft Emlaaee haben sich Rundfunkprogramm ieL 20.15: ipiel un> Sranffurt a. UL Frankfurt O.U1. Berlin Devisenmarkl Berlin — Jrantfurt O.2IL Berlin 10.5. 106 106 (rückzahlb. 1O2°L) . *¥£/o ehem. C*effifd)< Darmstadt Gold R >e Landesbank N. 12. 92 1 92,25 I -I -I 92,5 116,13 120,5 116,13 0 6 91,75 115 136 C 8,25, A 9,25, 101,25 96,75 96,75 105,9 7 9 0 143,25 223 98,25 112,75 97,25 36,5 79,5 167,25 143,4 98,5 112,65 97,25 217 107,25 80,9 18,5 120,9 120,75 165 55,4 112 115 83,9 91,75 162 35,75 294 161,5 149,75 101,5 96,75 96,75 105,9 217 107,5 81 18,13 120,5 120,75 165 55,25 113,5 114,5 84,25 91,9 161,5 35,5 290 149,5 144,25 223 99 113 98 110,4 54,5 113,5 114 83,5 124,25 91,25 162,5 87,25 35,65 283 160,5 148,25 144 99 113,75 98,25 Echlußk. Abend« börse D 7,75. Holländer Klasse S 9,75, Klasse Klasse B 8,75. Frankfurter Buttermarkt. 27 1,13 8,1 7,95 8 14 10 28 1,25 8 7,8 7,9 14,1 27,5 1,05 7,9 7,9 13,8 9,6 36,5 168 215,5 106,5 80,5 18,13 120 165 Hammel und Schafe hatten leicht erhöhten Zutrieb (81 gegen 59) und wurden bei mittel- mäßigem Geschäftsgang und gleichbleibenden Preisen ausverkauft. , Am Schweinemarkt war die Beschickung noch zu stark, obwohl gegen die Dorwoche eine Minderung um 427 auf 4291 Stück zu verzeichnen war. Das Geschäft verlief sehr ruhig, insbesondere chwere Schweine sind schlecht verkäuflich, so daß ein Ueberstand von etwa 120 Tieren verblieb und die Preise weiter leicht nachgaben. Dresdner Bank. 54,25 114 113,5 83,4 1,25 162 5,75 283 160 148,25 27,25 1,1 8,05 7,75 7,8 14 8,75 4 0 0 0 0 7 0 6 0 0 0 12 8 Gchlußk. Mittag« börse 10-5. I. G. Farben-Jndustrte Scheideanstall........ Goldschmidt ... Rütgerswerke Metallgesellschast 4% Oesterretchiiche Goldreate.... 4,20% Oesterreichtsche (Silberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4v'j% desgi. von 1913....... 6% abgesi. Goldmexikaner von 99 *% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I........ ............ ßend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiege „Liebesfrühling." Ein Spaziergang mit S^ Musik. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk und Sportbericht. 22.20: Liederstundt. 6K,% ehem. Hess. Landcs-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auölos.-Rechten 4y,% ehem.8% Franks. Hyp.-Aank Goldpfe. 16 unkündbar biö 1935 6y,% ehem. 4y,% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 6y,% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.«Bank«Ltqu.«Goldpfe..... 4%% ehem. 8% Pr. LandeSpscmd« briefanstatl, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand- vriesanst., Gold Komm. Obl.VI Steuergutsch.VerrechnungSk. 85-39 PhUipp Holz mann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Grttzner....................O| 36 I Mainkraftwerke Höchst a,M.... 4 92,5 Süddeutscher Zuck« •! 168 I Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt besch lossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) .. Bemberg................... Zellstoff Waldhos Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............... Daimler Motoren............ Deutsche Linoleum........... Orenstetn & Koppel Westdeutsche Kaufhof......... Cha de...................... Accu mul atoren-Fabrü Conti-Gummi............... 9.5. 100,25 96,75 101.75 115,13 100,5 98,25 96,25 100,4 92 120 116 96 100,65 101,13 96,75 96,75 105,9 10.5- 100,05 96,75 101,9 115,9 100,4 98,25 96,25 100,5 92 120,75 116,5 96 100,75 101 96,75 96,75 105,9 Frankfurt a. M., 10. Mai. Die Ankünfte in deutscher Butter sind etwas stärker geworden. Bei befriedigendem Publikumsgeschäft konnten die, Läger weiterhin ohne weiteres geräumt werden. Für holländische Butter zeigte sich besonders starke Nachfrage, es kamen aber nur kleine Posten an den Markt. Andere Auslandsbutter, vornehmlich aus Oesterreich, wird zu den für deutsche Butter geltenden Preisen verkauft. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in RM. pro 50 kg frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 145, deutsche feine Molkereibutter 143, deutsche Molkereibutter 140 bis 142, Landbutter 125 bis 130, Kochbutter 115. Holländische Butter je nach Qualität 146 bis 148. Die Lndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 746: Zahlung von Nebenkosten des deutsch-französischen Warenverkehrs. 747: Die französischen Handelskammern gegen Währungsabwertung in Frankreich. 748: Die Vollstreckung deutscher Urteile in Dänemark, auch in bezug auf die Devisengesetzgebung. 749: Heranziehung deutscher Firmen zu englischen Steuern. 750: Verschärfte Kontrolle bei Devisenanforderungen in Ungarn. 751: Erleichterung von Provisionszahlungen im deutsch-französischen Warenverkehr. 752: Der Kammer liegt eine Abhandlung „Roh- stoffbefchaffung aus dem Ausland" vor, die die wichtigsten Bestimmungen der Rohstoff- kreditgeschäste und der Verrechnungsgeschäfte enthält. Die Schrift kann bei der Kammer zum Preis von 45 Pf. pro Stück bestellt werden. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die Lage am Frankfurter Getreidegroßmarkt hat sich gegenüber der Vorwoche wenig geändert. Das Geschäft hielt sich nach wie vor in engen Grenzen. Für Futtermittel hat sich die Situation weiter erleichtert, nur ölhaltige Artikel, wie Soya- schrot, Oelkuchen, Leinkuchen und Baumwollsaatöl blieben ebenso wie Kleie stark gefragt und waren nur unzureichend angeboten. Dagegen sind Me- lasse-Mischfutter, Nachmehle und Malzkeime leichter, als bisher erhältlich. Für Nachmehle gaben die Preise um 0,25 RM. nach, ferner lagen Rauhfuttermittel schwächer. Heu notierte 10,25—10,50 (10,50), Weizen- und Roggenstroh 4,80—5,00 (5,00—5,40) je 100 Kilogramm. Trockenschnitzel zogen auf 9,70—10,20 (9,65) an, Treber kamen nach langer Pause mit 19,00 je Doppelzentner zur Notiz. Futtergetreide, wie Hafer und Futtergerste, war noch sehr knapp angeboten und fast nur im Austausch gegen Kraftfuttermittel zu haben: nennenswerte Abschlüsse darin wurden nicht bekannt. Anderes Futtergetreide, wie Futterweizen und -roggen, sowie Eosinware war reichlich angeboten und fand nur schwer Käufer. Am Brotgetreidemarkt hinterließ der amtliche Saatenstandsbericht, der gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres nur geringe Aenderun- gen aufweist, keinen Eindruck. In Weizen hat sich das Angebot verringert, das herauskommende Material wurde meist ausgenommen; besonders hochwertige Sorten waren nur gegen Aufgelder zu haben. Dagegen überstieg das Angebot in Roggen bei weitem die Nachfrage. Auch die kleinen Provinzmühlen bekundeten kaum Aufnahmeneigung, so daß das Angebot fast nahezu unverkauft blieb, obwohl die Preise merklich unter den Festpreisen lagen. Für die schwache Nachfrage ist neben anderen Ursachen vor allem das schwache Mehlgeschäft verantwortlich, insbesondere für Roggenmehl besteht kaum Kaufneigung. Auch das neue, hellere Roggenmehl, Tyve 815, begegnete nur kleiner Nachfrage, da zwischen dem neuen und dem alten Typ ein Preisunterschied von 50 Pfg. besteht, während man nur 20 Pfg. Unterschied er» wartet hatte. Kartoffel hatten bei knapper gewordenen Zufuhren befestigte Tendenz; Industrie 3,30 (3,00), gelbfleischige 3,00 (2,90) je 50 Kilogramm. Wochenbericht vom Frankfurter Gchtachtviehmarkt. Am Frankfurter Schlachtviehmarkt kam in dieser Woche der Preisauftrieb für Großvieh zum Stillstand, da nunmehr die Höchstpreise eine Grenze setzen und auch die Preise in sich keine Steigerung mehr zulassen. Das Geschäft blieb weiter sehr lebhaft, die Zufuhr von 958 Stück, obwohl um 210 Tiere stärker, war schnell verkauft. Insbesondere gute Qualitäten, die in dieser Woche etwas rar waren, waren gleich zu Marktbeginn vergriffen. Kühe waren prozentual noch nie so stark zugeführt, hier erhöhten sich die Preise noch um einige Mark bei den mittleren und geringen Qualitäten, im übrigen blieben die letzten Notierungen bestehen. Der Auftrieb an Kälbern entsprach mit 1652 (1430) Stück etwa der Nachfrage, so daß bei mittlerem Geschäft und wenig veränderten Preisen ausverkauft wurde. Geringe Qualitäten ließen etwas nach, während beste Tiere 60 RM. und mehr erzielen konnten. Montag, 13. Mai. 6 Uhr: Frühkonzert I. 7: Frühkonzert II. 8.10:, Gymnastik. 8.30: Sendepause. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.50: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 1. Die Geschäftsfrau muß Buch führen! 2. Wir geben Auskunft! 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13.15:i Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.25: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.45: Sendepaufe. 15: Nachrichten. 15.15: Kinderfunk. Heute musst- zieren wir für unsere liebe Mutter. 15.30: Unser: Schulkind — daheim. (I) Vom richtigen Tageslauf. 15.45: Das Kind stellt schwierige Fragen — dann muht du es deinem Kind selbst sagen, Mutter. 16: Kleines Konzert. Lieder und Cembalo-Musik aus Alt-England. 16.30: „Einmaleins für ©arten- freunde." Nützliche Betrachtungen eines Dichters. 16.40: Große Deutsche erleben die Heimat uni Welt (I). 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugendfunk. HJ.-Zeltlager 1935! Zwiegespräch über bi; Vorbereitungsarbeit. 18.45: Das Leben spricht! 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Anschlist * Geringe Förderungssenkung beim Eisen st einbergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen. Die Förderung im April zeigt mit 62 227 (66182) Tonnen auch arbeitstäglich eine kleine Senkung. Der Absatz hat mit 69 628 Tonnen den des Pormonates (69 431 Tonnen) gehalten. Die kürzlich in Aussicht gestellte Wiederinbetriebnahme einer größeren Anzahl von Gruben verzögert sich etwas. Die Fachgruppe Eisenerzbergbau Bezirk Wetzlar hofft, daß die Frage der Beschaffung der hierzu nötigen Mittel bald eine günstige Lösung finde. * Unveränderte Mehl- und Kleie- preise für Juli. Der Getreidewirtschaftsverband Hessen und Nassau teilt mit: Die in der Anordnung Nr. 20 vom 26. März 1935 festgesetzten Mehlgroßhandelspreise gelten auch für den Monat Juli 1935 in der gleichen Höhe. Ebenso bleiben die in der Anordnung Nr. 22 vom 30. April 1935 festgesetzten Grundpreise für Roggen- und Weizenkleie auch für den Monat Juli in der gleichen Höhe bestehen. * Odenwälder Hart st ein - Industrie AG., D a r m st a d t. Das Unternehmen hatte aus den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen im Jahre 1934 eine starke Geschäftsbelebung zu verzeichnen. Der Betriebsertrag stieg auf 1,83 (1,64) gegenüber Per- fonalaufroenbungen von 0,89 (0,76) und sonstigen Aufwendungen von 0,33 (0,28) Mill. Mark. Nach 0,23 (0,18) Abschreibungen verbleiben 0,134 (0,123) Reingewinn, aus dem die Reserve und die Unter» stützungskasse je Mark 20 000 erhalten und 6 (5) v. H. Dividende auf die 1,12 Mill, berechtigte StA. verteilt werden. * Adlerwerke norm. Heinr. Kleyer AG., Frankfurt a. M., Die Bilanzsitzung der Adlerwerke vorm. Heinr. Kleyer AG., Frankfurt a. M., findet am heutigen Samstag statt. Das abgelaufene Geschäftsjahr brachte eine starke Umsatzsteigerung, auch das Auslandsgeschäft entwickelte sich erfreulich. Es ist mit einer recht günstigen Bilanzvorlage, besonders nach der finanziellen Stärkung hin, zu rechnen. Bankschulden sind abgetragen, Bankguthaben angesammelt. Ob schon die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung erfolgt, soll in der Bilcmzfitzung entschieden werden. Offenbar soll aber der Reingewinn noch zur weiteren Stärkung der Betriebsmittel verwendet werden. Schluß« kurs 9-5. 105,65 116 215,25 106,5 80,4 1 ,13 120,5 120,5 165 Schluß« kurs 9.5. 105,5 Schluß- kurs 9.5. In der HV. der Dresdner Bank nahm das Vorstandsmitglied Dr. Schipp el zu längeren Aus- ührungen das Wort, wobei 6r u. a. ausfüyrte: Wenn man es trotz der gegenüber dem Vorjahre wesentlich gebesserten Situation für zweckmäßig gehalten habe, über die schon früher gebildeten Rück- teüungen hinaus auch den diesjährigen Gewinn wieder voll zur inneren Stärkung zu verwenden, so geschah es im Interesse der weiteren Stärkung des Instituts und um damit der Bank für die Zukunft eine besondere Grundlage für eine stetige Weiterentwicklung zu schaffen. Bei der Betrachtung der Gewinn- und Verlusttechnung betonte Dr. Schippet, daß die Steigerung des Betriebsgewinnes um rd. 2,6 Mill. RM. deshalb als ein Erfolg anzufehen ei, weil hierin die weitere Senkung der Unkosten hren äußeren Ausdruck finde. Eine weitere we- entliche Minderung werde allerdings nur noch möglich fein durch Vereinfachungen, die im Zusammenwirken aller Kreditinstitute, vor allem im Zahlungsverkehr, zu erhoffen find, sowie durch eine Verminderung der besonders großen Arbeitsbelastung in den Devisenabteilungen nach Wiederkehr normaler Verhältnisse. Bei der Entwicklung des laufenden Geschäftes gelte die Aufmerksamkeit nach wie vor besonders dem Ausbau der geschäftlichen Beziehungen zu den gewerblichen Genossenschaften, die im abgelaufenen Jahre weiter vertieft werden konnten. Die Entwicklung im neuen Geschäftsjahr zeige bisher eine ziemlich gradlinige Fortsetzung der aufsteigenden Linie des Jahres 1934. Die Umsätze im Kontokorrentgeschäft, die Einlageent- wicklung und die Kreditanforderungen haben sich in den ersten drei Monaten des Jahres weiter günstig gestaltet. Der Abbau der alten Auslandsverpflichtungen, die nunmehr nur noch knapp ein Zehntel der Bilanzsumme ausmachten, habe sich weiter fortgesetzt. Diese Entwicklungslinie dürfte auch in den kommenden Monaten anhalten. Sonntag, 12. Zitat 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.25: Sendepause. 8.45: Choräle und Vorspiele. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Deutsches Schatzkästlein. „Hollunder und Flieder". Eine Funkfolge zum Muttertag. 10.15: Chorgesang. 11: Bekentnisse zur Zeit. Vom Geiste deutschen Schrifttums: August Wilhelm Schlegel. Anläßlich seines 90. Todestages. 11.15: Kleine Betrachtung vor der Bach-Kantate. 11.30: Von Leipzig: Reichssenduna: Gott soll allein mein Herze haben. Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Dom Deutschlandsender: Muttertag 1935. Es spricht Reichsinnenminister Dr. Frick und die Führerin des deutschen Frauenwerks, Frau Scholz- Klink. 13: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. Liebe, liebe Mutter. Eine Hörfolge. 14.50: Von Köln: Fußball-Länderspiel Deutsch! ;:d— Spanien. 16.40: Militär-Großkonzert der vereinigten Reichswehrkapellen Kassel - Göttingen - Marburg - Gießen - Fulda. 18: Jugendfunk. Wenn du noch eine Mutter hast... Eine Sendung der Jugend zum Muttertag. 18.30: Lustiger Sonntagnachmittag. 19: „Mutter". Ein Funkspiel zum Muttertag. 20: Sportbericht. 20.10: Fidelio. Große Oper in zwei Auszügen. Musik von Ludwig van Beethoven. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Sportbericht. 22.20: Sportspiegel des Sonntags. pfanbbrtefe zogen meist leicht an. Stadtanleihen na, tierten uneinheitlich bei Abweichungen von etnjQ 0,25 bis 0,50 v. H. Industrie-Obligationen lagen faft unverändert. Auslandsrenten blieben still, etwas efter notierten Türken-Bagdad mit 10 (9,50). Im Freiverkehr waren Adlerwerke Kleyer zu Sj (91,25) gesucht, Pvkvrny notierten excl. Dividend, 98,50 (104). Tagesgeld blieb zu 2,50 v. H. unverändert. Abendbörse fest. Bei kleinen Umsätzen verkehrte die Abendbörs, in fester Tendenz. Gegen die erhöhten Mittags. schlußkurse ergaben sich vielfach weitere Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H., insbesondere für einige Montan- und Elektrowerte. Auch JG.-Farben uni Scheideanstalt zogen etwas an. Bemberg notierten mit 113,50 um 1,50 v. H. über dem Berliner Schluß. Auch der Kaffamarkt lag freundlich, Groß, bankaktien blieben unverändert. Der Rentenmarkt lag sehr still, aber freundlich. Altbesitz blieben zu 115,90 uno Zinsoergütungsscheine zu 89,70 behaup. tet, Städte-Altbesitz zogen auf 109,75 bis 110 (109,65) an, dagegen lagen im Freiverkehr zertifi. zierte Dollar-Bonds etwas schwächer, 6proz. Preußen 63,25 (64). Auslandrenten waren ohne Geschäft. 11. a. notierten: Altbesitz 115,90, Lissaboner Stadt- anleihe 53, 4proz. Rumänen 4,25, 5proz. innere Mexikaner 6, Commerzbank 93,50, DD.-Bank 94,25, Dresdner Bank 94,25, Harpener 106,25, Aschers- leben 120,50, Westeregeln 120,75, Mannesmann 79,75, Mansfeld 106, Rhein. Braunkohlen 217, Rheinstahl 107,50, Laurahütte 23,65, Stahlverein 81, AKU. 55,25, AEG. 38,40, Bekula 135, Lemberg 113,50, Cement Heidelberg 116, Scheideanstalt 223, Licht und Kraft 123,50, JG.-Farben 144,25, Gesfürel 125,25, Hanfwerke Füssen 81,75, Holzmann 92, Metallgesellschaft 98, Moenus 84,54, Rheag 125, Schuckert 107, AG. für Verkehrswesen 89, Hapag 32,75, Reichsbahn-VA. 122,90. Frankfurter Liermarkt. Frankfurt a. M., 10. Mai. Die Zufuhren in deutschen Eiern blieben der Jahreszeit entsprechend sehr groß, während die Nachfrage nicht die ermattete Belebung zeigt, die sonst um diese Zeit besonders lebhaft war. Im Kleinhandel entwickelt sich das Geschäft allerdings weiterhin zufriedenstellend. Don Auslandseiern sind nur Holländer in kleinen Mengen am Markt. Die Preise blieben unverändert. Es notierten in Pfennig pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Handelsklasseneier S 9,75, A 9,25, B 8,75, Schluß», mittag» dürfe 10.5. • Bayrische Motorenwerke AG., München. In der AR.-Sitzung wurde der Abschluß für 1934 vorgelegt. Da im Laufe des Geschäftsjahres das Flugmotorengeschäft mit sämtlichen Aktiven und Passiven in die BMW. Flugmotorenbau-Gesellschaft mbH., München, gegen Uebernahme von 7495000 Mk. Stammanteile aus dem 7500000 Mk. betragenden Gesellschaftskapital eingebracht wurde, enthält der vorliegende Abschluß der AG. nur die Ziffern aus den übrigen Fabrikationszweigen. Nach 2 419 000 Mk. Abschreibungen auf Anlagen verbleibt einschl. des Gewinnvortrages von 89 000 Mk. ein Ueberfchuß von 1005 000 (1089 000) Mark. Der HV. am 4. Juni soll vorgeschlagen werden, hieraus eine Dividende von 6 (6) v. H. auf das AK. von 15 Mill. Mark zu verteilen und 100 000 (100 000) Mark dem Unterstützungsfonds der Gefolgschaft zuzuweifen. Der Restbetrag von 105 000 (89 000) Mk. soll auf neue Rechnung vorgetragen werden. Zhem-Mainische Mittagsbörse. Zuversichtlich. Frankfurt a. M., 10. Mai. Die Börse bewahrte trotz des weiter kleinen Geschäfts ihre feste Grundtendenz und zeigte auch heute überwiegend leichte Befestigungen. Die erneute Abnahme der Arbeitslosenzahl wirkte nach, daneben gaben die aus der Wirtschaft vorliegenden Abschlüsse einige Anregung. Die außerordentlich leichte Geldmarktlage löste weiter kleine Anlagekäufe des Publikums aus, dagegen beteiligte sich die Kulisse nur in sehr kleinem Umfange am Geschäft. Arn Aktienmarkt war die Kursentwicklung etwas uneinheitlich, doch gingen die Veränderungen nach beiden Seiten nicht über 1 v. H. hinaus. Chemische Werte waren allgemein etwas gefragt und bis 0,50 höher, lediglich Scheideanstalt gaben von ihrem gestrigen Gewinn 0,50 v. H. nach. Etwas stärker 'waren Th. Goldschmidt befestigt mit plus 1,25 v. H. Am Elektromarkt eröffneten AEG. 0,25 v. H., Felten 0,40 v. H., Gesfürel und Schuckert je 0,65 v. H. freundlicher. Am Montanmarkt lagen die ersten Kurse zumeist niedriger, wobei Buderus, Harpener und Klöckner bis 0,50, Mannesmann und Laurahütte je 0,25 nachgaben. Stahlverein notierten 0,25 v. H. fester. Von Kaliwerten gingen Aschersleben um 1,50 v. H. zurück. Kunstseideaktien lagen uneinheitlich, AKu. 0,40 v. H. hoher, Bemberg 1 v. H. schwächer. Etwas fester setzten noch ein: Reichsbank 0,25 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,75 v. H., Aschaffenburger Zellstoff 0,90 v. H. Daimler 0,65 v. H., Eßlingen Maschinen 0,50 v. H. und Feinmechanik Setter 0,50 v. H. Don Schiffahrtswerten gaben Nordd. Lloyd 0,25 v. H. nach. Am Rentenmarkt war das Geschäft klein und die Kurse meist unverändert. Etwas mehr Geschäft hatten nur Altbesitzanleihe mit 115,50 bis 115,65 (115,13). Der Auslandsrentenmarkt lag zunächst sehr still und ohne Erstkurse. Ohne daß sich das Geschäft nennenswert beleben konnte, setzten sich im Verlaufe an den Aktienmärkten weiter leichte Besserungen durch. IG. Farben fliegen auf 144 (143,50) Harpener auf 106 (105,25), AG. für Verkehr auf 89 (88,75), Metallgesellschaft auf 97,25 bis 97,75 (97,25), ferner tarnen Cement Heidelberg 0,75 ,v. H., Ilse Genuß 1,25 v. Sy, Bank für Brauindustrie 1,40 v. H. fester zur Notiz, dagegen büßten Hanftverke Füssen 1,25 v. H. ein. Das Rentengeschäft blieb auch späterhin sehr klein, nur in der Altbesitzanleihe fanden noch einige Umsätze zu unverändert 115,65 statt. Kommunal-Um- schuldung zogen um 5 Pf. an. Der Pfandbriefmarkt wies nur geringe Veränderungen auf, Liquidations- •Datum Mansfelder Bergbau 8] Kokswerke 5 Phönix Bergbau 0; Rheinische Braunkohlen 12, Rheinstahl ................ 8-/»' Vereinigte Stahlwerke 0 Otavi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben 5 Kaliwerke Westeregeln 5 Kaliwerke Salzdetfurth 7% ___________Berlin, IQ. mai_________ Amerikanische Noten............. Belgische Noten.................. Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten .......... Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 byz% Doung'Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. <*/»% Deutsche Reichspostschatzanweisungen von 1934, I....... 6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 Frankfurt a. M Lettin Schlußkurs Gchlußk. Abend- börse Schluß« kurs Schiußk. Mittag« börse Datum 95. 10.5. 9-5. 10.5. 4% desgl. Serie 11 ............. 9,5 10 — — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1905 4,55 4,6 4,65 —— 4yrA>Rumän.veretnh.Rentev.l9ie — 6,75 6,9 6,9 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,25 4,25 4,3 4,25 2%% önatoller .............. 37,25 37,65 37,13 37,25 Hamburg-Amerika-Paket .....0 Vamburg-Südam. Dampfschiff. 0 32,4 32,75 32,5 32,65 — —— 27 26,75 Norddeutscher Lloyd .........0 35 34,75 35 34,75 A.G. für 'Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 5 88 89 88 88,5 111,5 109,9 110,5 110 Commerz- und Pttvat-Bank ... 0 93,75 93,5 93,75 93,75 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 94 94,25 94 94,25 Dresdner Bank..............0 94 94,25 94 94,25 Reichsbank ...... 12 161,5 161,75 161,5 161 .65 A.E.G......................0 38 38,4 38,13 38,13 Bekula.................... 10 135 135 134,9 134,9 Elektr. Lieserungsgesellschaft... 5 106,75 106,5 106,25 105,5 Licht und Kraft ........... gy. 123,13 123,5 122,9 123,5 Yelten & Guilleaume.........0 94,25 94,65 94,4 95 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 124,13 125,25 123,9 125 Rheinische Elektrizität ........5 124 125 124 124,25 Rhein. Wests. Elektr..........6 — —— — — Schuckert L Co......... 4 104,75 107 104,75 106,9 Siemens 8 Halske............ 7 153,75 154,5 154 156 Lahmever L Co.............. 7 121 122 121 121,4 Buderus ....... 0 96,25 96,4 96 96,25 Deutsche Erdbl .............. 4 107,5 108 107,65 107,9 Gelsenkirchener..............0 — — — —- Harpener................... C 105,75 106,25 105,5 106,25 I Hoesch Eisen—Köln-Neuesseu .. C — —— 94,75 Ilse Bergbau ............... e 1 — — 154,5 154,5 * Hlse Bergbau Genüsse........ f j 125,5 126,75 126 126,75 I Klücknerwerke ............. 90,5 90,5 90,25 90,75 Mannesmann«Röhre» ........ 0 1 79,4 79,75 79,25 79,75 9.Mai 10-Mai Amtliche Notierung Amtliche Geld Dotierung Dries, Geld Dries Buenos Aire^ 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Rio de Jan. 0,201 0,203 0,199 0,201 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,82 53,92 53,92 54,02 Danzig..... 46,90 47,00 46,86 46,95 London ..... 12,055 12,085 12,075 12,105 Helsingfors.. 5,32 5,33 5,33 5,31 Paris ...... 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 168,21 168,55 168,18 168,52 ;U alten..... 20,53 20,57 20,53 20,51 Ration...... 0,709 0,711 0,710 0,712 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 Oslo.....: 60,58 60,70 60,69 60,81 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,94 10,96 10,96 10,98 Stockholm... 62,15 62,27 62,27 62,39 Schweiz .... 80,39 80,55 80,39 80.55 Spanien.... 33,95 34,01 33.96 34,02 Prag....... 10,36 10,38 10,36 10,38 Budapest ... — Neuyork ... 2,486 2,490 Banfnoten 2,487 2,491 100,25 97 100,25 97 101,75 115,25 116 100,4 100,4 97,75 98,25 — 96,25 Geld 23rief___| 2,439 2,459 41,82 41,98 53,71 53,93 12,04 12,08 16,32 16,38 167,76 168,44 20,01 20,09 60,48 60,72 — — — — i 62,06 62,30 1 80,16 80,4k 33,49 33,63 — — 1 an W Bergen und klei M schmelzen stämt in tau Viesenmulden I mat an, das 1 zu den BahHat ' M hohem Was und funkeln, ab Schwarzwaldflu schweren, schmd> I bei. 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Für 31 5 starke Jta kosten an ' mehmlich L« Butter geltet ieben unoeräw frei Frwchil, in ben Klein» billige fein'! ? butter 140 bis: itter 115. f)ol3 bis 148. 'boner M inS ■■»an! Sy »Ich.,, „?unesniüf> "kohlen zi? L135. $<>• ^eideanst:' Sn #1'75, fi01| 'enus 84 »illl '»fw eij ^rben J m SM •Ä *,75 big i '°hr jeti. nzert II. 8.101 : Nachricht!« Ratschläge ii , Die Geschäft» !ben Auskun't rzert I. 13Hi |ten aus M II. 14: 91* 15: Tendepo.ll k. heute miä r. 15.30: IM ' igen Tagesle.r fragen - en, Mutter, i balo-Mufik en für Tart.» eines ®Wir ie Heimat i« 18.30: JugeiU »räch über 1 mW mit Spiel ui täten ans Jf . gieberftuu* >1 16 19 ID s 82 71 04 32 76 01 48 ,658 1,98 ,199 ,047 >3,92 16,8 >,075 '5,33 16,38 >8,18 20,53 0,71 5.64 50,69 48- 10,96 52-Z 60,39 33.96 10-36 2,487 iutiaX^ ?•?§ II I« 20'2 kS'll 42j' 0,2? A 5<, 16,lü 168.!;; 20„:.| 0,HÜ 5,611 60,. 1° 62;! SO ' d -F Wandem und weisen ♦ Bäder und Sommerfrischen. Die Sonne scheint breit und warm in die dem Rhein zugewendeten Täler des Schwarzwaldes, auf die Gärten von Baden-Baden, auf die Hellen Landhäuser, die Freiburg in breitem Saum umgeben, auf die lustige Badenweiler Höhe. Die Freiburger Ebene aber ist wie eine Bucht. Sie hat auf der Klimakarte einen breiten, gelben Tupfen, der an den Leuchturm auf der Seekarte erinnert. Das Gelb bedeutet, daß hier die mittlere tägliche Sonnenscheindauer im Winterhalbjahr mehr als drei Stunden beträgt. Man muß Mittel- und Norddeutschland damit vergleichen, um zu wissen, was das an Wärme und Frohsinn der Menschen bedeutet. Hier sind die Oasen eines Klimas, das einmal den ganzen Erdteil wärmte. Daher die feurigen Weine am Kaiserstuhl, die vielen Orchideenarten in den Falten dieses kleinen vulkanischen Gebirges. Doch Merkwürdigeres bewahrt der Dem Schwarzwald weit vorgelagerte Kalkfels von Jstein. Ihn berührte einst der Strom mit den gefährlichsten Strudeln. Jetzt führt die Landstraße an ihm vorbei; den Strom zähmen die Schleusen des Kembser Kanals. Noch sind in Haushöhe über der ausgewaschenen weißen Felswand die fromm geschmückten Grotten und Galerien sichtbar. Hinter dem Jsteiner Klotz dehnt sich die von Altwassern durchsetzte Heide. Hier schimmert der Fels von dem silberglänzenden Pfriemgras, dessen Federbüsche sonst nur auf der Pußta siedeln. In den Sümpfen steigen die Störche umher, die auf den Dächern der nahen Dörfer nisten. Schon im Februar pflegen sie vom Nil zurückzukehren; der Kuckuck kommt Anfang März, bald auch die Nachtigall. Auch der Gast lebt Wanderfahrten. Nieder-walgern — Frauenberg — Ebsdorfer Grund — Allendorf. Von unserem Ausgangspunkt Nieder-Walgern wandern wir blauen Dreiecken nach durch Wenkbach hinüber zur Lahn, die wir auf der Nehbrücke überschreiten. Wir gehen jetzt dem Lahnufer aufwärts durch die Nehmühle bis Ronhausen, von wo uns blaue Kreuze, zumeist durch Wald, hinauf zum Frauenberg (381 Meter) leiten. Von der Burgruine genießen wir eine prächtige Rundschau, während zwei gute Gasthäuser für Erquickung sorgen. Zu unserem Weitermarsch benutzen wir nunmehr blaue Striche, die uns durch schönen Mischwald, den sog. Balterscheid führen, an dessen Ausgang man eine überraschend slyöne Aussicht in den Ebsdorfer Grund hat. Wir kommen durch die Orte Ebsdorf und Leidenhofen, überschreiten den bewaldeten Lei- denhofener Kopf und erreichen nach einiger Zeit das malerisch gelegene, von einer Burg gekrönte Nordeck. Die blauen Striche geleiten uns von hier die Straße abwärts durch das schöne Lumdatal, wo Zwischen Bingerbrück und Bacharach. Wenig bekannte schöne Wanderstraßen am Mein. Don 3- Gilling-Wiesner. behaglich in den alten Dorfwirtshäusern hier am deutschen Oberrhein. Wer durch die noch frostigen Rebberge wandert, wird Wintersterne finden, Pflänzchen mit dunklen, geschlitzten Blättern und goldenen Blüten, die sonst nur da drüben bei Belfort an der burgundischen Pforte und in den Gärten von Basel zuhause sind, fremde Jahreszeitgenossen unserer Schneeglöckchen. Deutschlands ganzer Südwesten ist von einer Bergstraße umgeben. Sie folgt um Lörrach herum der jähen Biegung des Hochrheins. Sie begegnet dem Strome wieder, führt an alten Städten und an Kraftwerken, an jungen Siedlungen und alten Stromschnellen entlang. Rheinfelden und Laufenburg sind Städtchen mit Türmen und Toren, die der deutschen und der Schweizer Seite angehören, Säckingen eröffnet den Zugang zu dem urwüchsigen Hotzenwald. Die Bergstraße aber geht über Waldshut weiter auf Konstanz zu. Dort tritt aus dem Untersee der Rhein. Seegleich fließt er an einer sanften Küste vorüber. Das ist die Reichenau, die gute Insel. Eine schmale Pappelschnur verbindet sie mit der fernen Stadt. Wie ein Ländchen ganz für sich, wie ein großes Schiff, aber auch wie ein einziger Weinberg und ein Garten liegt die Insel im Glanz des Wassers voll Erinnerung an das alte Reich, wie fast alle Städte, die am Bodensee versammelt sind, Radolfzell und Ueberlingen, Meersburg und nach dem Luftschiffhafen der Zeppeline, das in den See gebaute, zu den Appenzeller Bergen hinüberschauende Lindau. Von der glücklichen Reichenau aber heißt es, daß auf ihr seit Urzeiten Schlangen, Eidechsen und Kröten nicht vorkommen. sich unterwegs herrliche Blicke bieten, nach unserem Endziel Allendorf. Wanderzeit gut 4 Stunden. Gießen — Stolzenmorgen — Alten-Vuseck — Hangelstein — Wleseck. Wir wandern über das Flughafenaelände durch den Stolzenmorgen, der durch seine seltene Flora, namentlich zur Frühlingszeit, sehr geschätzt ist. Am Ausgang des Waldes wenden wir uns auf einem Feldweg links und bald darauf rechts, kommen durch Trohe nach dem anmutig gelegenen Alten- Bufeck, wo uns gute Gasthäuser zur Rast einladen. Nunmehr steigen wir hinauf zum Daubrin- ger Paß, um uns an der schönen Fernsicht nach der Rabenau und dem Busecker Tal zu erfreuen. Blauen Dreiecken, die wir oben treffen, folgen wir jetzt nach links und gelangen in den ausgedehnten Hangelstein. Das Zeichen führt uns an der Unionslinde, der Teufelskanzel, der Felsenkanzel und dem Steinbruch mit prächtigem Ausblick, später an der Ludwigsburg vorüber nach Wieseck, von wo wir mit der „Elektrischen" wieder nach Hause fahren. Wanderzeit etwa 4 Stunden. Frühling an der großen Bergstraße. Don Alfons paquet An der Bergstraße, heißt es, kommt der Frühling in Deutschland zuerst. Das ist richtig, man muß nur nicht allein an den Abhang des Odenwaldes und feine schmale Rheinebene denken. Drüben setzt die Pfalz die Ebene fort bis zum Donnersberg und zur weinzeugenden Haardt. Die Landstraße, die über den Main herüberkommt und zwischen Wäldern, Gartenmauern und Weinbergen mit fröhlicher Bestimmtheit nach Süden weist, braucht noch manche Meile bis Freiburg, wo sie am Saum des Mark- aräflerlandes in das Baseler Sträßle übergeht. Aber das alles ist Bergstraße. Diese große Bergstraße führt den ganzen Schwarzwald entlang. Es soll ihr einer den kühnen Schwung nachmachen, mit dem sie dann um das in Schluchten abgesetzte Ge- birg herumgeht und schließlich den Hegau mit seinen Basaltpyramiden erreicht. Man kann sie noch am Ufer des weitglänzenden.schwäbischen Meeres verfolgen, das an hellen Tagen die Alpen spiegelt und an Regentagen so schön nach Fischen riecht. Sie ist der schmale, äußerste Südwesten des Reiches. Sie macht es möglich, unsere südlichsten Inseln zu besuchen, die rebengeschmückte Reichenau und die runoe, kleine Insel Mainau, die ein einziger, schon ganz südlicher Park ist. Zwischen diesen von Schilf umsäumten Inseln ragen die Türme von Konstanz. Aber die Ebene um den Kaiserstuhl herum, jener von Pappeln besäumte Landstrich, den man von der sanften Höhe der Ruine Spooneck überblickt, wo die roten Dächer wie in Zypressenhainen liegen, ist doch von den deutschen Frühlingslandschaften die früheste. Selbst die niederrheinische Ebene, deren Dome ein einziger Lobgesang auf das Licht sind, empfängt eine solche Fülle des Lichtes erst im Sommer. Der Winter hat den Schwarzwald weißgeschneit. Auf einmal zieht ein Föhn die Schneekapuze von den Bergen und kleidet alles in das schwarzdunkle Blau. Noch schmelzen die Alpengletscher nicht, aber Wasser schäumt in tausend Bächen zu Tal. Aus nassen Wiesenmulden kommt ein frischer Duft; der Bauer fängt an, das Holz zu schneiden, das im Schlitten zu den Bahnstationen kam. Rhein und Neckar gehen mit hohem Wasser, selbst Murg und Kinzig sprudeln und funkeln, als ob sie Schiffe tragen wollten; diese Schwarzwaldflüßchen eilen frühlingstrunken an den schweren, schindelgedeckten Schwarzwaldhäusern vorbei. Die Bahn fährt in kurzen Stunden die ganze Bergstraße entlang. Wenn erst hinter Heidelberg die Odenwaldhügel ihr sanftes Katzbuckeln aufgeben, fängt bald ein ernsteres Gebirge an. Auf den Vorhöhen liegen Burgen, mit schmalen Türmen gegen den silbernen Himmel abgehoben. Steinbrüche sind wie mit der Axt aus dem Berg herausgeschlagen, der graugrün überzogen ist wie mit Jägertuch. Dor gelben Wänden liegen die Dörfer, hoch schwebt die Doppellinie der Bergkämme und der Gipfel, wie ein Spiel von Melodien, die höheren noch zart umnebelt, die tieferen mit scharfem Einschnitt. Davor aber liegt die Ebene offen, ohne Geheimnis. Sie ist die ungeheuere lichtempfindliche Platte, in der zuerst das zarte Farbenbild des Jahres sich entwickelt. Veilchen blühen im grauen Gras vom vorigen Jahr, — Veilchen blühen im Schwetzinger Park, im Park von Bruchsal und im Karlsruher Schloßpark. Und die Aecker hier und im Pfälzischen drüben sammeln Wärme für Wein und Tabak, für Mais, Pfirsich und Pfefferminz. Lang, ehe das weiße und rötliche Schäumen der Baumblüte beginnt, liegt schon das dünne Schattennetz der Zweige über den Wiesen, die sichtbar grüner werden. Die schnurgeraden Reihen der weißberingten Obstbäume blinken in der Sonne, das schwarze Völkchen der Hühner kratzt fleißig den Boden. Die Luft ist gesättigt vom Rauch eines Neisigfeuers, vom Dunst des Rheines. Im Ueberschwemmungsgelände glänzen die gelben, glatten Weidenruten; hier sonnen sich Lärchensporn und Anemonen. Auf dem Rhein entschwindet ein Schleppzug fern im Glanz des Wassers wie eine rauchende Insel. Alljährlich, wenn die schönste Burgenstraße deutscher Erde zum zaubervollen Blütenpfad des Frühlings wird, verführt immer wieder die unendliche Vielfalt der Landschaft zu neuen, beglückenden Entdeckungsfahrten. Immer wieder überrascht abseitige Schönheit, die trotz der Nähe bekannter „Weltpromenaden" rechts und links vom Rhein nichts von ihrer Ursprünglichkeit verloren hat. Solch ein köstlich grünes Wandergebiet, vielen Rheinreisenden fremd, findet man als Hinterland von Bingen und Bacharach, wo drei herrliche Waldreiche, der riesige S o o n w a l d , Binger Stadtbesitz, mit dem Heimbacher und Bacharacher Forst ein einziges rauschendes Blättermeer bilden. Aus Obstgärten und Rebhängen steigt es zu blumigen Gründen, wasserdurchschäumten Felsschluchten, lichtfunkelnden Höhen, steht mit seinen waldigen Kuppen, Schlössern, Kapellen hoch und grün über den alten Weinstädten. Hier auf und ab zu streifen bringt ein unvergeßliches Erleben rheinischer Frühlingsherrlichkeit! Vom morgenstillen Bingerbrück nehmen wir die erste Waldstraße zur leichten Höhe des Prinzenkopfes und des Forsthauses Heiligkreuz über der Kreuzbachklamm, von wo der Rheinhöhenweg um Damianskopf und Druidenberg zur unvergleichlichen Aussichtskanzel des Schweizerhauses läuft. Weit, weit öffnet sich hier der Blick in den blütenprangenden Rheingau, in Gärten im farbigen Schmuck blühender Obstbäume. Grünes Gefächer der Weinberge, Niederwald und Taunus mit goldschimmernden Buchenwäldern, unten am Strom die blanken Häuserzeilen von Aßmanns- hausen und Rüdesheim — all das ins blendende Licht der Sonne getaucht, die diese reiche rhei» Nische Erde feinet. Ryeinab aber — effektvoller Kontrast — reiht sich am eingezwängten, dunkler flutenden Strom Berg an Berg, felsengrau ober grünumhüllt. Burgen ragen auf. Uns zu Füßen ein Märchen- schloß, Rheinstein auf hohem Felskegel, eins der schönsten am Rhein. Das alte Raubnest des 13. Jahrhunderts wurde erst vor etwa hundert Jahren vom Prinzen Friedrich von Preußen wiederhergestellt und blieb Besitz der Krone, bis die neue Zeit eine Wohnburg aus ihm machte, in der kostbare Altertumsschätze erhalten blieben. Sagenfäden spinnen sich vom Rheinstein zur nahen Clemens- Die Gesundheit und Leistungskraft der Jugend bestimmen das Schicksal der Nation. Schickt eure Jungen in die Zeltlager der Hitlerjugend! k a p e l l e, einst Sühnekirchlein für die sündigen Seelen der zahlreichen, hier gerichteten Raubritter, damals, als Rudolf von Habsburgs Eisenfaust mit dem „Schrecken der Landstraße" aufräumte. Heute rauschen friedlich die hohen Pappeln dieses traulich stillen Winkels am alten Rhein, der das Geschehen von Jahrtausenden an sich vorüberrollen sah ... Wir sind in der rechten Stimmung, um die Romantik des M o r g e n b a d) t a I e s auf uns wirken zu lassen, das sich hier vom Rhein bergwärts erstreckt. Es ist „das deutsche Volkslied" unter den rheinischen Nebentälern, lieblich, versonnen und geheimnisvoll. Eine stolze Ritterburg aus dem 13. Jahrhundert bewacht den Eingang: Die Burg R e i ch e n st e i n, oft Falkenburg genannt, weil auch Kurfürst Kuno von Falkenburg (welch ein prachtvoller Rittername aus dem Märchenbuch!) in diesen Waldtälern gehaust haben soll. Dann aber tauchen wir ins Tal der rauschenden, strudelnden Kaskaden, in tiefen Waldesschatten, wo sich jetzt noch uralte Mühlenräder drehen, in eine Klamm, deren Felsen als „Binger Schweiz" zu Kletterübungen werdender Alpinisten der Umgegend viel besucht werden. Herrlich liegt in der Waldeinsamkeit des oberen Tales das Jägerhaus, Stützpunkt für mannigfache Wanderungen nach allen Himmelsrichtungen. Nach Bingen über aussichtsreiche Höhen, ins mittelalterliche Städtchen Stromberg im felsigen Guldenbachtal, durchs Heimbachtal zum Rhein führen wechseloolle Wege. Wir schlagen uns mitten durch die sonneflimmernden Hallen des Soonwaldes zum hohen Salz- berg (628 Meter), der als Aussichtsberg die Wälder seiner Umgebung, Hunsrück und Nahetal beherrscht. Forsthaus Lauschhütte ist hier willkommener Rastplatz vor langem Talmarsch, der den Heimbacher Forst quert und von einem reizenden altersgrauen Weinnestchen zum andern führt: Oberheimbach, Manubach, Wirpbach, zuletzt das weinberühmte Steeg im schönen Blüchertal: hier zog einst „Marschall Vorwärts" mit seinem Heer Den „Kanonenweg" nach Westen, lieber Steeg graues Ruinengemäuer der Burg Stahlberg. Weit herrlicher über Bacharach Ruine Stahleck, eine der schönsten Jugendherbergen. Im Abendlicht genießen wir hier den letzten wundervollen Ausblick auf das uralte, malerische Städtchen mit seinen Mauern und Türmen, auf das jenseitige Rheinufer mit Lorch und Burg Nollich bis zu den Höhen des Kammerforstes. Bacharach ist ein echtes Rheinstädtchen von vielseitiger Schönheit. Der Altertumsfreund findet neben zwei ehrwürdigen Kirchen die kostbaren gotischen Ruinen der W e r n e r k a p e l l e, malerisch buntes Fachwerk zwischen turmbewehrten Ringmauern und verträumte Winkelgassen. Dem Naturfreund steht rings eine Welt voll Schönheit offen. Und der trinkfrohe Weinfreund kommt überhaupt nicht mehr los von den vielen, vielen weinseligen Schenken, den reblaubumgrünten Terrassen, dem Duft der Rebenblüte und dem Singen und Lachen der Mädchen — zu Bacharach am Rheine. — PAUSCHAL-U. VE RGÜNSTIGUNS KUREN ! AUSKÜNFTE ERTEILT: HESSISCHE BADEDIREKTION BadSalzhauseni- ööSw nervenberuhigende Heilbad ■ Herz-u.Gefäßleiden -Rheuma Erschöpfungszustände -Katarrhe Priiawenlion„HaDsSdiloßhlidi‘‘ Luftkurort Schönberg i.Odenw. b. Bensheim a.d.Bergstr., staubfr., dir. a. Wald gel.,verm. Zimmer m. best.Vervst.f.3.50-^ v.Tag. rsiiO llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll T.-V3' lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllillllll W Meter. 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Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 12. Mai 1935. Jubilate. Gießen. Sladtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Propst Knodt; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeine; Propst Knodt. — Iohannes- kirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbefvrechung im Johannessaal; Pfr. Müller. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Mädchen aus der Luthergemeinde; 10.45: Kinderkirche für die Luthergemeinde. — Pelruskapelle. 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Trapp. — Die- seck. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. — AltenBufeck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst, Feier des hl. Abendmahls. — Albach. 9.30: Gottesdienst und Abendmahl II. — Steinbach. 13.15: Gottesdienst, Muttertag; anschließend eine Besprechung der Evang. Frauenhilfe. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst und Christenlehre für die gesamte Jugend; 10.15: Kin° dergottesdiensfi — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11: Beichte und Abendmahl für die Burschen; 13: Christenlehre; 13.45: Kindergottesdienst, 2. Abtlg. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Lollar. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — Garbenleich. 9.30: Gottesdienst, anschl. hl. Abendmahl. — hausen. 12.30: Gottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10.30: Kindergottesdienst; 12.30: Gottesdienst; anschließend Abendmahl für die jungen Leute.— Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Muttertag; Christenlehre für die männliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst. — Nieder- Bessingen. 14: Stiftsdechant Kahn; Muttertag. — Hungen. 9.45: Gottesdienst; 13.30: Kindergottesdienst. — Langd. 11.15: Gottesdienst. — Langsdorf. 11: Hauptgottesdienst; 13.30: Christenlehre. — Bellenhausen. 8.45: Jugendgottesdienst; 9.30: Hauptgottesdienst. — TNünzenberg. 10.30: Gottesdienst; 13.30: Christenlehre. — Trais-Münzenberg. 8.30: Predigtgottesdienst mit Christenlehre. — Ober-Gleen. 9: Kindergottesdienst; Missionar Walther; 10: Missionsgottesdienst; Missionar Walther. — Kirtorf. 13: Missionsgottesdienst; Missionar Walther; 14: Kindergottesdienst; Missionar Walther; 20: Volks- missionsgottesdienst: „Was ist dir deine Bibel?"; Missionar Walther. — Wirberg. 10: Gottesdienst. — Veilsberg. 12.15: Gottesdienst; anschl. Abendmahl für die Verheirateten. — Harbach. 14: Gottesdienst; anschl. Abendmahl für die Verheirateten. Evangelische Sladlmission, Löberstraße 14. Sonntag, 12. Mai. 9.45 Uhr: Sonntagsschule; 15: Mutterfeier; 20.30: Evangelisationsvortrag. Mittwoch, 15. Mai. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Neuapostolische Gemeinden, Händelstraße 1, Ederstraße 13. Sonntag, 12. Mai. 9.30 Uhr: Gottesdienste; 16: Gottesdienste. Mittwoch, 15. Mai. 20.30 Uhr: Gottesdienste. katholische Gemeinden. Samstag, 11. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 12. Mai. 3. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht; 15 Versammlung der Jungfrauen-Kongregation. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 13. Mai. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Dienstag, 14. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Mittwoch, 15. Mai. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Freitag, 17. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. ßum Snuttertct(f kauft jeder deutsche das Ämmelabzeichen des Reichsmütterdienstes im deutschen ^raucnwcrk.- Die Haus- und Stratzenfammlung findet am 10. und 11. Mai statt. Durch den Erwerb von Plaketten des Neichs- mütterdienstes dankt ihr der deutschen Mutter. Die Heilsarmee Gießen, Grabenstraße 11. Sonntag, 12. Mai. 9 Uhr: Heiligungsversammlung; 11: Kindergottesdienst; 20: Muttertagsfeier, verschönt durch Gedicht und Darstellungen. Mittwoch, 15. Mai. 15 Uhr: Kinder-Liebesbund; 20: Heiligungsversammlung. Freitag, 17. Mai. 20 Uhr: Heimbund für junge Mädchen und Frauen. Oeffenllicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzllicher Sonntagsdienst. Arzt: Dr. Malech; Dr. Hofmann. Apotheke: Pelikan-Apotheke. Zahnarz t: Dr. Wertheim. Rundfunkprogramm Dienstag, 14. Dai: 6 Uhr: Frühkonzert I. 6.45: Gymnastik. 7: Früh, konzert II. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10: Nachrichten. 10.15: Schulfunk. 10.45: Praktische Rat- schlüge für Küche und Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nach, richten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sende, bezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. Worüber 'man heute spricht. 14.45: Sendepause. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau. 16: Kleines Konzert. 16.30: Zur Bibelausstellung in Frankfurt a. M. Propst Trom- mershausen spricht über Not und Segen der Bibel. 16.45: Julius Langbehn — der Rembrandtdeutsche. Ein Vorkämpfer unserer Zeit. Eine geistesgeschichtliche Betrachtung. 17: Nachmittagskonzert. In der Pause: Kunstbericht der Woche. 18.30: Wichtig auch für deine Urlaubsreise? Ein Zwiegespräch. 18.45: Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers. 19: Unterhaltungskonzert. 20: Nachrichten. Anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Stunde der Nation. „Hans Grimm, ein Querschnitt durch sein Schaffen". 21: Orchesterkonzert. Werke von Johannes Brahms. 22: Nachrichten. 22.15: Nach- richten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.30: Volksmusik. 23: Spät-Feierabend. 24 bis 2: Nachtmusik. Aus aller Wett. Schwere Ausschreitungen im brasilianischen Staate Para. Im brasilianischen Staate Para ist es im Zusammenhang mit den gemeldeten innerpolitischen Auseinandersetzungen zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Abgeordneten der Mehrheit des Staatsparlaments, die wegen ihrer Stellungnahme gegen die Wiederwahl des Jnterventors des Staates Major B a r a t a aus dem Parlamentsgebäude hatten flüchten müssen, wurden bei dem Versuch, unter dem Schutz von Bundestruppen wieder in das Parlamentsgebäude zu gelangen, von Anhängern des Jnterventors angegriffen. Dabei wurden drei Abgeordnete schwer verletzt, während 30 weitere Personen leichtere Verletzungen davontrugen. Das Kriegsministerium ist entschloßen, die Rechte der Parlamentsmehrheit mit allen Mitteln ourchzusetzen. Amokläufer in Tunis. Vor einigen Tagen bekam in Tunis ein opiumsüchtiger Mohammedaner aus Tripolis einen W a h n f i n n s a n fa l l. Mit dem Ruf: „Ich bin Gott" rannte er mit einem Säbel durch die Straßen und bedrohte die Fußgänger, die vor ihm flüchteten. Ein Spahi versuchte vergeblich, den Ratzenden zu entwaffnen. Der Irrsinnige lief in das Geschäft eines Dogelhändlers und erstach diesen mit fernem Säbel. Vier Polizeibeamte konnten schließlich den Mörder überwältigen. Die erbitterte Menschenmenge versuchte den Mörder zu lynchen. sind jelztvon allen Damen helti begehrt-ein Wunsch, leicht zu erfüllen bei meiner Auswahl.... und bei diesen niedrigen Preisen: Entzückendes Kleid aus gestreift Milanese mit flott. Garnitur . Hübsches Kleid aus Georgette Car6, in verschieden.modernen Farben, jugend- 7c lich verarb eitet IU • ■ Reizendes Kleid aus Mattkrepp-Druck mit großem Schulterkragen und Plissee- Garnierung 25." Elegantes Kleid aus bunt. Mattkrepp- Druck, neueste Blum.- Muster, mit flott. Glasbatist-Garnitur 29.75 Frauen-Kleider bis zu den größt. 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