Nr.86 Erstes Blatt 185. Zahrgang Donnerstag, U. April 1955 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezvgrpreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt zernsprechanschlüffe enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gietzen Postscheckkonto: granffurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesjen vr«» und Verlag: vrühl'sche Univerfitätrvuch- und Steindruckerei «.Lange in Giehen. 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Zwar mögen die goldenen Worte von Frieden und Sicherheit, die reichlich über die Lippen der Diplomaten fließen werden, zu der einzigartigen Stimmung dieser Frühlingslandschaft passen, aber in den Hirnen wird kühl und leidenschaftslos gerechnet und gehandelt. Es ist deshalb auch für uns Deutsche gut, wenn wir uns nicht allzu sehr von dem Schwall prunkender Worte beeinflussen lassen, sondern mehr auf Tatsachen und den Sinn der Reden hören. Welche Ergebnisse die Konferenz von Strefa haben wird, läßt sich heute noch gar nicht abschätzen. Es ist nur bis zu einem gewissen Grade möglich, die Einstellung der Mächte zu skizzieren, in dem Augenblick, da ihre Vertreter an dem Gestade des oberitalienischen Sees eintreffen. Die Engländer gehen nicht mit gebundener Marschroute nach Strefa. Das hat erst kurz vorher Sir John Simon vor dem Unterhaus klargestellt, indem er sagte, daß die britische Regierung ihre Haltung nicht vorher formuliert habe, und indem er noch einmal betonte, daß die Zusammenkunft in Strefa lediglichdemZweck weiterer Erkundung dienen solle. Als seine persönliche Ansicht fügte der englische Außenminister hinzu, daß die Dinge noch nicht einmal auf der Sitzung des Völkerbundsrates ihr Schlußstadium erreichen würden. Hat sich England so völlige Handlungsfreiheit vorbehalten, so ist doch aus manchen Andeutungen von Regierungsmitgliedern und aus den Kommentaren der Londoner Presse die Richtung der englischen Politik deutlich abzulssen, und diese zielt auf die Schaffung eines allgemeinen europäischen Sicher- heitsfystems bei gleichzeitiger Ablehnung jeden Versuches, Großbritannien an einem b e - grenzten Bündnissystem zu beteiligen, das seine Spitze gegen Deutschland richtet. Weniger klar hat Frankreich seine Absichten ausgesprochen. Aber schon aus dem unmittelbar vor Stresa beschlossenen gentleman agreement mit Sowj etrußland geht hervor, in welcher Richtung Frankreich die Dinge zu lenken wünscht. Im Gegensatz zu den Vertretern des Jnselreiches sind die Franzosen an Händen und Füßen gefesselt nach Stresa gefahren. Ihre Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt durch die verlchiedenen Vereinbarungen mit Moskau, durch die Pakte und Militärbündnisse mit den Staaten der Kleinen Entente, und zuletzt noch durch das römische Abkommen. Dazu treten die Meinungsverschiedenheiten in Frankreich selbst. Es ist bekannt, daß, abgesehen von den sich befehdenden parlamentarischen Exponenten H e r r i o t und Marin, auch innerhalb der Regierung zwischen dem Ministerpräsidenten Flandin und dem Außenminister Laval große Gegensätze hinsichtlich der einzuschlagenden außenpolitischen Taktik bestehen. Es ist aber kein Zweifel daran erlaubt, daß trotz dieser Meinungs: Verschiedenheiten ein grundsätzliches E i n v erst ä n d n i s darüber besteht, daß das Heber» gewicht Frankreichs über Deutschland in jedem Falle gewahrt bleiben müsse. Nachdem der Ostpakt endgültig zu den Akten gelegt worden ist, haben sich in Frankreich zwei neue Pläne herausgebildet, zwischen denen man selbst und die Übrigen Mächte wählen müsse. Der eine sehe ein ausgedehntes Sicherheitssystem vor, das sich auf vereinbarte R Ü st u n g s - begrenzung und Garantien gegenseitigen Beistandes gründet, der andere begünstige ein enges System von Bündnissen zwischen den an der Aufrechterhaltung des Friedens besonders interessierten Staaten. Nach unserer Auffassung gibt es zwischen diesen beiden Plänen keine Wahl. Denn während der eine sich offen gegen Deutschland richtet, tut es der andere nur versteckt. Der große Europapakt, der Garantien gegen einen Angreifer in Aussicht nimmt und eine Rückkehr zur Volkerbunds- satzung darstellen soll, die durch Definition des Angreifers und durch feste Verpflichtungen zu militärischen Aktionen verstärkt werden soll, ist in dieser Form ein für viele Staaten unannehmbares Projekt. Es braucht nur angenommen zu werden, daß eines der mit Frankreich verbündeten Länder zum Angriff auf einen Nachbarstaat schreitet. Schon in diesem Falle würde Frankreich vor die juristisch unlösbare Frage gestellt sein, ob es seiner Verpflichtung aus dem Bündnisvertrag oder seiner Verpflichtung aus dem europäischen Sicherheitspakt folgen soll. Eines schließt das andere aus. Dieses keineswegs nur theoretische Problem wird aber schon sehr vereinfacht, wenn der geplante umfassende Sicherheitspakt nicht auch jene Klausel enthalten würde, die zum militärischen Vorgehen aller Paktteilnehmer gegen einen möglichen Friedensstörer verpflichtet. Besteht aber Frankreich auf der Beibehaltung einer solchen Klausel, der sich alle europäischen Staaten zu unterwerfen haben, dann bleibt nur die andere Möglichkeit, sämtliche Bündnisverträge und Militärabkommen Frankreichs mit anderen Staaten für null und nichtig zu erklären. Für einen solchen Schritt aber durfte Frankreich niemals zu haben fein. Schon aus dieser kurzen Ueberlegung geht die Zwiespältigkeit der französischen Sicher- heitsthese, so wie sie in Stresa vorgebracht und den beiden anderen Mächten zur Annahme empfohlen werden soll, klar und deutlich hervor. Es sollte den englischen Staatsmännern bei dem bewährten Freunoschaftsverhältnis zwischen Großbritannien und Frankreich nicht allzu schwer fallen, ihre Kollegen aus Paris davon zu überzeugen, daß die von Adolf Hitler gemachten Vorschläge nicht nur weit ehrlicher, sondern auch für die Sicherung des Friedens sehr viel fruchtbarer sind, als jene Paktentwürfe, die das gefährliche Spiel von Versailles fortsetzen und im neuen Gewände die alten Ziele der Hegemonialpolitik zu verwirklichen suchen. Das Eintreffen der Delegationen Heute vormittag erste Besprechung. Stresa, 10. April. (DNB.) Kurz nach 12 Uhr mittags traf Mussolini in einem mehrmotorigen Wasserflugzeug über dem Lago Maggiore ein. Der in der Sonne hell glänzende Apparat zog eine Schleife über den boromäischen Inseln, legte dann an der Jsola Bella an, die der Duce während der Konferenztage nicht verlassen wird. Ein Motorboot brachte Mussolini auf die Insel. Die Stunde der Ankunft war geheim gehalten worden, doch hatte sich das Gerücht von der bevorstehenden Ankunft schon vorher verbreitet. Der Aufmarsch der Faschistenorganisation, vor allem der Marinebalilla und die verschärfte Absperrungen waren ein sicheres Anzeichen hierfür. Der französische Ministerpräsident Flandin und Außenminister Laval sind um 22.15 Uhr mit einem Salonwagen, der an den fahrplanmäßigen Simplon-Expreß angehängt war, in Stresa eingetroffen. Zur Begrüßung hatte sich Mussolini mit einigen Herren seiner Umgebung auf dem Bahnstein eingefunden. Eine Ehrenkompanie haste Aufstellung genommen; bei der Einfahrt des Zuges spielte die Kapelle zu Ehren der französischen Abordnungen die Mar- sellaise. Die Gäste fuhren durch ein militärisches Spalier, das durch Carabinieri und Geheimpolizisten noch verstärkt war, zu ihrem Hotel, während sich Mussolini nach der Jsola Bella zurück begab. Donnerstag um 8.30 Uhr kommt die englische Abordnung an. Auch sie wird von Mussolini begrüßt werden. Die erste Besprechung der drei Regierungschefs und ihrer Außenminister im Palazza Borromeo auf der Jfola Bella ist für Donnerstag, 10.30 Uhr, festgesetzt. Um 13 Uhr veranstaltet der italienische Ministerpräsident ein Frühstück zu Ehren der englischen und französischen Abordnung, dem sich in den frühen Nachmittagsstunden Motoorbootfahrten auf dem Lago Maggiore anschließen sollen. Für den Nachmittag ist die Wiederaufnahme der Verhandlungen vorgesehen. Offizielle Veranstaltungen sind nicht geplant. Dasfranzosisch-soWjetrussischepaktsystem Beistandspakt im Rahmen des Völkerbundes. Ergänzungsabkommen Mskau-Prag. Prag, 10. April. (DNB.) Die Abendblätter geben eine Meldung des Tschechoslowakischen Prc^ büros aus Paris wieder, in der es heißt: Außenminister Laval traf bei einem Essen auch mit den Gesandten der Kleinen Entente und den Staaten des Balkanpaktes zusammen. Er legte ihnen die Hauptgrundzüge des französisch-sowjetrussischen Abkommens dar, das in der allernächsten Zeit, höchstwahrscheinlich b e i b e m Besuch D r. Beneschs in Moskau, durch ein ähnliches russisch-tschechoslowakisches Abkommen ergänzt werden soll. Die letzten technischen Modalitäten des französischsowjetrussischen Abkommens werden in der nächsten Woche in Genf zwischen Litwinow und Laval abschließend beraten werden. Der Pakt wird noch vor dem 1. M a i in Moskau unterzeich- n e t werden. Laval wird am 23. April nach Sowjetrußland reisen. Die „Prager Abendzeitung" bemerkt: In dem französisch-russischen Pakt verpflichten sich die beiden Staaten, einander Begünstigungen zu gewähren und die in den Artikeln 10, 16 und 17 des Dölkerbundsoertrages enthaltenen Empfehlungen zu beachten. Diese Artikel betreffen die territoriale und politische Unabhängigkeit der Staaten und Maßnahmen gegen den Angreifer. Wenn es dem Völkerbundsrat nicht gelingen sollte, die Empfehlungen durchzusetzen, welche Einmütigkeit erfordern, so werden sich die Staaten untereinander erneut über weitere Verhandlungen auf Grund der Bestimmung des Absatzes 7 des Artikels 15 beraten. In den bisherigen Abkommen war diese Bestimmung für eine g e - meinfame Aktion Frankreichs und Polens sowie Frankreichs und der Tschechoslowakei angezogen worden. Nunmehr wird diese Bestimmung auch auf Frankreich und Sowjetruhland ausgedehnt. Ernste Bedenken der „Times"! London, 11. April (DNB. Funkspruch). Unter der Überschrift „Allianzen im neuen Stil" sagt „Times", der Aufbau des kollektiven Verteidigungssystems ohne Deutschland und ohne Großbritannien habe bereits begonnen. Frankreich und Sowjetrußland hätten am Vorabend von Stresa vereinbart, einen Pakt gegenseitigen Beistandes zu unterzeichnen, der sich innerhalb des Rahmens des Völkerbundes halten solle. Tatsächlich handele es sich um den Versuch, die Genehmigung des Völkerbundes für ein Verteidigungsbündnis zu gewinnen. Gleichzeitig seien anscheinend Vorkehrungen getroffen worden, um die Verzögerungen zu vermeiden, die von der gewöhnlichen Prozedur des Völkerbundsrates untrennbar sind. Genaue Einzelheiten des neuen Vertrages seien noch nicht bekannt, und er werde tatsächlich vor Lavals Besuch in Moskau nicht unterzeichnet werden. Frankreich und Sowjelruhland wollen also einen Streit dem Völkerbund unterbreiten, aber wenn der Völkerbund keine Einstimmigkeit erzielt, dann werden sie die Regelung in ihre eigenen Hände nehmen. Der offenbare Rachteil dieser neuen Vorschläge ist, daß sie die Reigung zeigen müssen, Europa in gesonderte feindliche Lager zu teilen. Zweifellos wird allen Ländern die Teilnahme freige- ftellt werden, aber es ist anzunehmen, daß Deutschland und polen dieselben Einwendungen gegen diese neue Form von Pakten erheben würden, wie gegen den ursprünglichen östlichen Sicherheitspakt. Der katastrophale verschwenderische und zerrüttende RÜslungswettbewerb, der bereits begonnen hat, muß nahezu unvermeidlicherweise verschärft werden. Auf der anderen Seite ist das einzig wirksame Abschreckungsmittel gegen einen etwaigen $rie- densbrecher die Gewißheit, sich einer gewaltigen Ansammlung von Kräften gegenüber zu sehen. Das beste, was zu hoffen ist, daß durch diese Methode ein unbehaglicher Frieden solange aufrechterhalten werden kann, bis diese Methoden unter günstigeren Umständen einem vo11kom menen Friedenssystem platz machen, das keine Unterschiede zuläht, die sich auf den letzten Krieg gründen und das künftige Kriege überflüssig macht, indem es Aenderungen ohne Gewaltanwendung möglich macht. Das ist das Ziel, für das ein wirklicher Völkerbund eintreten müsse". Frankreich drängt auf Entscheidung. Paris, 11. April. (DNB.-Funkspruch.) „Stresa muß eine Entscheidung bringen, die Zeit der Jn- formationskonferenzen ist vorüber." So lautet der Leitgedanke der französischen Presse am Tage der Eröffnung der Dreierkonferenz. Natürlich ist die französische Presse gezwungen, den letzten Unterhauserklärungen Simons Rechnung zu tragen. Daher bemüht sie sich auch, England soweit wie möglich aus seiner abwartenden Stellung heraus zu bringen, ohne sich allerdings hinsichtlich des Erfolges dieser Taktik allzu großen Erwartungen hinzugeben. „Matin" erklärt, es wäre am besten, wenn man den O st - pakt schon jetzt als erledigt ansähe. Er sei tot, weil weder England, noch Polen, noch Italien etwas von ihm wissen wollten und er somit nicht mehr lebensfähig wäre. „Sibert6" schreibt: Frankreich wünsche, England an seiner Seite zu haben, aber wenn England feine Entscheidung noch länger hinan s s ch i e b e n wolle, um nach einer Lösung für die Quadratur des Kreises zu suchen, dann solle man es seiner Betrachtung ü b e r l a ff e n. Frankreich könne nicht länger warten. Die neu errungene Freundschaft Italiens erfordere energische Beschlüsse. Mit oder ohne England müsse die Liga für den Frieden, das Bündnis gegen den einzigen zu fürchtenden Angreifer in Strefa Gestalt annehmen. — „Temp s" ist besonders enttäuscht darüber, daß Simon für die „zynische Verletzung eines Vertrages, an den England beteiligt sei", so schwächliche Ausdrücke wie „Enttäuschung" gebrauche. Man müßte sich an den Kopf fassen, wenn man sich angesichts der deutschen Gefahr darauf beschränken wollte, seiner Enttäuschung Ausdruck zu geben, statt sofort gemeinsame Abwehrmahnahmen zu ergreifen. Der „Quotidie n" veröffentlicht einen Artikel gegen das französisch-sowjetrussische Zusammengehen und fordert das französische Volk auf, sich gegen die unsinnige Unterstützungs- Politik aufzulehnen, in die französischen Politikaster als Diener geheimer Absichten Frankreich hineinführten. Keiner habe das Recht, das Leben des französischen Soldaten für den Triumph des Bolschewismus aufs Spiel zu setzen. Esgidtteme deutsche Geschr. Von Generalleutnant a. O. von Mestsch. Das französische Blatt L'Jllustration brachte vor wenigen Tagen einen Artikel „Les Armees HitlSrienne s“, der mit allen Kennzeichen einer reichen Erfindungsgabe behaftet ist. Es lohnt gar nicht, die phantastischen Zahlenangaben über die deutsche Heeresstärke zu widerlegen, die der Verfasser gegen Frankreich aufmarschieren läßt, und die in dem Fazit gipfeln, daß Deutschland über eine Friedensarmee von etwa 937 000 Mann verfüge, zu denen „die 2,5 Millionen der SA." hinzuzurechnen seien. Darüber hinaus wird die neutrale Zone als ein drohendes Heerlager von Polizeidivisionen und Hitlerbrigaden geschildert, gewaltige Befestigungsanlagen tauchen auf, ganz zu schweigen von den riesigen Luftrüstungen, Waffen und Muntionsmengen, die im Rheinland gelagert sein sollen, deren Umfang der Märchenerzäh- Achtung! Einschatten! heule, Donnerstag, 15 Uhr, spricht (Sauleiter ReichSstatchatter Sprenger über den Reichsfender Frankfurt a. 211. zum Thema: Warum Vertrauensratswahl? ler aber vorsichtiger Weife nicht nennt, wohl, weil er keine irgendwie beachtlichen Zahlen kennt. Zum Schluß ruft der Autor entsetzt aus, 1914 hätten nur 136 deutsche Bataillone auf dem linken Rheinufer gestanden, heute lägen deren 270 nur einige hundert Meter von den französischen Grenzfestungen entfernt! Frankreich müsse daher begreifen, daß ein betonierter Gürtel für die Sicherheit des Landes nicht genüge, sondern, daß er auch angemessen besetzt sein müsse, um ihn unüberwindlich zu machen. Diese Schlußfolgerung ist ganz richtia. Sie gilt für jede Befestigungsanlage. Inzwischen hat ja auch die Kammer der Zurückbehaltung des dienenden Jahrganges, der Verlängerung der Dienstzeit, der Verdichtung der ostfranzösischen Garnisonen und der Verstärkung der farbigen Truppe im Mutterlands zugestimmt. Allein, diese an sich richtige militärische Logik ändert nichts an der erschütternden Komik, mit der eine deutsche Einfallsgefahr konstruiert wird, zu der in Frankreich jedwede Berechtigung und in Deutschland jedwede Befähigung fehlt. Es ist ja natürlich ganz hoffnungslos, den phantastischen Zahlen des erwähnten Aufsatzes deutsche Berechnungen gegenüberzustellen. Sie werden weder beachtet noch geglaubt. Aber es wird erlaubt sein, nicht deutsche Angaben zu zitieren, denen die Absicht der Verschleierung unmöglich angedichtet werden kann. Was für ein Interesse sollte, zum Beispiel, Lloyd George daran haben, im Sunday Pic« torial auszuführen, daß Deutschland einen Angriff nicht mit der geringsten Hoffnung wagen könne, selbst wenn es die 500 000 Mann, die es fordere, bereits fertig ausgebildet und ausgerüstet hätte. Frankreich könne 1,5 Millionen gut ausgebildet und gut ausgerüstet ins Feld stellen und verschweige beharrlich seine zwei Millionen ausgebildeter Reserven. Es habe überdies d i e mächtigste Artillerie der Welt, Tanks und Maschinengewehre wie kein anderer Staat, und in der*Luftrüstung sei ihm höchstens Rußland überlegen. Frankreich sei daher vor einem deutschen Angriff immun. Wir können diesen Gedankengängen nur zustimmen. Aber, obwohl sie allein schon genügen, um den französischen Sicherheitsfimmel lächerlich zu machen, möchten wir doch hinzufügen, daß es noch eine lange, bunte Reihe weiterer Momente gibt, die nicht die französische, sondern die deutsche Sicherheit im höchsten Grade bedroht erscheinen lassen: Selbst wenn die märchenhafte Zahl von rund 3,5 Millionen deutscher Kriegsstärke, welche die Illustration erfindet, richtig wäre, bliebe entgegenzuhalten, daß Frankreich eindeutig nachweisbar über 4,5Millionen ausgebildete weiße und 1,5 ausgebildete farbige Franzosen verfügt, hinter welch letzteren eine so gut wie unerschöpfliche afrikanische Menschenreserve steht. Es ist eine bewußte Irreführung, auf die immer wieder hingewiesen werden muß, wenn nur die 40 Millionen des französischen Mutterlandes den 70 Millionen Deutschen gegenüber gestellt werden. Wir Deutschen haben ein planetarisches Frankreich von 100 Millionen zum westlichen Nachbarn und dessen waffentechnischer Vorsprung ist so riesenhaft groß, daß diese Nachbarschaft durchaus allein genügt, um eine schwere Gefährdung unserer Sicherheit einwandfrei festzustellen. Deutschland hat aber leider nicht mit dieser alleinigen planetarischen Nachbarschaft, es hat außerdem gleichzeitig mit Belgien, Teilen der Kleinen Entente und neuerdings auch mit der Sowjetunion zu rechnen, ganz abgesehen davon, daß ein deutscher Angriff gegen Frankreich auch England, und gewiß nicht nur dieses, aktiv an btt Seite Frankreichs führen würde. Das heißt: Eia deutscher Angriff stößt in ein mehrfaches der deutscyen 70-Millionenmenge hinein und ist schon deshalb ohne Aussicht auf Erfolg. Das heißt weiter: Es gib t keine deutsche Gefahr, sondern nur eine schwere Gefährdung Deutschlands und jeoe weitere Verschärfung unseres bedrohten Zustandes, so wie sie, zum Bei« spiel, durch die neuen Militärverträge zwischen Paris, Rom, Prag und Moskau eingetreten ist, erhöht diese Gefährdung. Das heißt drittens, daß uns gar Nichts anderes übrig bleibt als auf unsere Sicherheit bedacht zu sein. Aber als Ueberschrift über diese ganze verhängnis- oolle Entwicklung gehört, daß es sich schon seit langem nicht mehr um eine Steigerung der Sicherheit Frankreichs, sondern um eine fortgesetzte Schwächung der Sicherheit Deutschlands handelt. Insofern wird die Komik des französischen Sicherheitsgeschreies zur Tragik der europäischen Friedenssehnsucht. Insofern ist aber auch ein selbstverteidigungsfähiges Deutschland der letzte und einzige Schutz gegen eine neue kriegerische Katastrophe, bei der es Sieger nirgends geben würde. Richt zuletzt in dieser Ueberzeugung ist der einmütige und unbedingte deutsche Friedenswille begründet und nur in seinem Dienst steht alles, was in Deutschland zur Stärkung seiner Abwehrkraft geschieht. Jeder Wissende, der diese Abwehrbereitschaft in eine Einfallbereitschaft verfälscht, tut das wider besseres Wissen. Jeder Unwissende, der sich daran beteiligt, tut es in verhängnisvoller Unkenntnis der daraus entstehenden europäischen Gefahren. Wir Deutschen wissen ganz genau, daß wir für den Fall eines törichten kriegerischen Angriffs auf das friedliebende Deutschland keine Aussichten auf einen Sieg haben. Aber wir werden stark genug sein, um dem, der sich am deutschen Herd vergreift, die Finger so gründlich zu verbrennen, daß kein Eindringling zu Siegerfreuden gelangen wird. Das sollte der hochgerüsteten Welt, insbesondere Frankreich, naheliegen, statt zwischen der Furcht vor dem Kriege und der Furcht vor Deutschland zu pendeln, einmal endlich einzusehen, daß die Sicherheit Deutschlands die Sicherheit aller erhöht, während eine gefährdete gewaltsam niedergehaltene europäische Mitte ein vergebliches und höchst gefährliches Mittel zur europäischen Entspannung ist! Die Einstellungen in die Lustwaffe Berlin, 10. April. (DRB.) Das Reichs- luflfahrlministerium teilt mit: Seil der Bekanntgabe des Aufbaues einer deutschen Luftwaffe und der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht häufen sich beim Reichsluftfahrtminister die Gesuche um Einstellung in die Luftwaffe oder um Vormerkung dafür derart, daß schon aus Mangel an Personal ihre Beantwortung durch das Ministerium nicht mehr durchführbar ist. Alle Gesuche werden deshalb an die Luftkreiskommandos zur Bearbeitung abgegeben. Es liegt also zum Vermeiden von Zeitverlust im eigenen Interesse der Gesuchsteller, sich nur an eine dieser Stellen oder an eine Reichswehrwerbeslelle zu wenden. Luflkreiskommandos befinden sich in Königsberg, Am Stadtgarten 61/63; Berlin W 35, Von der heydlftratze 12; Dresden, Bismarck- flrahe 16/18; Münster i. W., hanfaplah 2; München, Prannersirahe 20; K i e l, Düftern- brookerweg 98. Der Sih der nächsten Reichswehrwerbestelle kann bei der Ortsbehörde erfragt werden. Ludendorffs Dank. Tutzing, 10. April (DNB.) General Luden- d o r f f richtete an den Führer und Reichskanzler folgendes Telegramm: „Dem Führer und Reichskanzler des deutschen Volkes, Herrn Adolf Hitler, danke ich für die Wünsche und die angeordneten Ehrungen. Es war mir eine große Freude, die Vertreter der Wehrmacht und eine Ehrenkompanie des jungen Heeres, das durch Sie die allgemeine Wehrpflicht wiedergewonnen hat, und die Fahnen meines alten Regimentes hier zu sehen. Meine heißen Wünsche gelten Volk und Wehrmacht. Gez.: Ludendorff." * Ferner veröffentlicht General Ludendorff folgende Danksagung: „Zu meinem Geburtstage sind mir überaus zahlreiche Glückwünsche, Blumenspenden und sonstige Darbietungen in solch reicher Fülle zugegangen, daß ich nicht den einzelnen zu danken in der Lage bin. Ich statte hiermit meinen Dank ab. Ebenso danke ich den Deutschen, die sich an den Ehrungen für mich beteiligt haben. Ich bitte alle Deutschen, mein Streben, das deutsche Volk nach feinem rassischen Erwachen und deutscher Weltanschauung geschlossen hinter seine Wehrmacht zu stellen, zu fördern. Erst dann erhalten Gedenken und Ehrungen anläßlich meines 70. Geburtstages für mich den tiefen Sinn. Gez.: Ludendorff." Flaggen am Geburtstage des Führers! Berlin, 10. tzlpril. (DRB.) Der Reichs- und preußische Minister des Innern erläßt folgende Anordnung: Am 2 0. April, dem Geburtstage des Führers und Reichskanzlers, flaggen die Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden, der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen. Diese Anordnung wird hiermit amtlich mit dem Hinzufügen bekanntgegeben, daß eine schriftliche Benachrichtigung der Behörden nicht erfolgt Or. Ley zu den Vertrauensratswahlen. Berlin, 9. April (DRB.) Der Reichsorganisa- tionsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, hat zu den Vertrauensratswahlen einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Männer und Frauen des schaffenden Deutschland? Am 1 2. A p r i l d. I. tretet Ihr an zur V e r - trauensratswahl in den Werkstätten, Fabriken und Kontoren. Natürlich wissen wir, daß die Versuchung besteht, die Wahl dieser Dertrauens- räte von mancherlei persönlichen Dingen bestimmen zu lassen. Wir wissen, daß durch diese Wahlen auch dem Unternehmer und dem verantwortlichen Betriebsführer das Vertrauen ausgesprochen wird. Wir wissen, daß dies alles von dem unendlich vielen Geschehen des Alltags abhängt. Und doch wollen wir diese Wahl. Wir wollen sehen, wie weit die Gemeinschaft von Unternehmern und Arbeitnehmern in den Betrieben Fortschritte gemacht hat. Wir wollen auch, daß der verantwortliche Betriebsführer durch diese Wahl an die Notwendigkeit erinnert wird, stets um das Vertrauen der Gefolgschaft bemüht zu sein. Und wir wollen mit dieser Wahl schließlich den Vertretern der Gefolgschaft zum Bewußtsein bringen, daß auch sie sich immer wieder von neuem das Vertrauen ihrer Arbeitskameraden erwerben müssen. Diese Wahl ist die f r e i e st e , die die Welt kennt. Sie ist geheim und direkt. Deshalb verlangt sie von euch Arbeitern und Arbeiterinnen, Angestellten und Unternehmern die höchste Verantwortung. Adolf Hitler, die NSDAP., das gesamte neue Deutschland ringen schwer und hart, zäh und unermüdlich um die Anerkennung und um die Achtung der Welt. Denk immer daran: Deine Ehre ist es, deutscher Volksgenosse und deutsche Volksgenossin, die der Führer zurückgewinnt. Denk' immer daran: Auch den Schutz deiner Arbeit sichert der Führer! Hammer und Schwert gehören zusammen, soll die Arbeit nicht zum Spielball internationalen Kapitals werden. Und Arbeiter und Soldat gehören zusammen!' Drum: Führer, wir danken dir, daß du uns d i e Wehrmacht zurückgeholt hast! Dankbarkeit und Treue zu Adolf Hitler sollen auch bei den Vertrauensratswahlen eure Entscheidung lenken. Arbeiter, Angestellte und Unternehmer, erhebt euch über den Alltag, laßt eure große Entscheidung nie und nimmer von kleinen Bedenken diktieren! Ihr wählt nicht eine Partei, Ihr wählt nicht eine Gruppe. Ihr wählt Deutschland und damit euch selbst und euer Schicksal! Zeigt, daß hinter der von Adolf Hitler zurückeroberten Wehrhoheit das gesamte schaffende Deutschland als jene Einheit von Tat und Wille steht, die unserem Führer Adolf Hitler das restlose Gelingen seines großen Werkes garantiert und sicherstellt. Von der Mietskaserne zum Eigenheim. Der erste Teil des großen Wohnbauprogramms der nationalsozialistischen Reichsregierung, der einen wichtigen Bestandteil der großen Arbeitsbeschaffungsaktion bildet, ist im letzten Jahre erfolgreich verwirklicht worden. Der Wohnungsneubau hat nicht nur den hohen Stand, auf den er gleich nach der Erneuerung des Staates gebracht worden war, voll behauptet, sondern er kann sogar noch weiter gesteigert werden. Wenn im Jahre 1933, dem ersten Jahre der nationalsozialistischen Regierung, die Zahl der erstellten Neubauwohnungen um 95 Prozent gesteigert worden war, so konnte man annehmen, daß damit ein wichtiges Ziel erreicht sei, und daß es schon große Mühe kosten werde, im Jahre 1934 nochmals eine gleich hohe Anzahl von Wohnungen fertigzustellen. Tatsächlich ist aber, wie Reichsarbeitsminister S e l d t e auf der Tagung des Deutschen Vereins für Woh- nunsreform mit Befriedigung feststellen konnte, die Zahl der erstellten Neuwohnungen nochmals' um f a ft 5 0 Prozent g e st i e g e n. Dieser große Erfolg ist dadurch erzielt worden, daß der Wohnungsbau nicht nur mit Eifer und Opferwilligkeit weiterbetrieben, sondern gleichzeitig nach nationalsozialistischen Grundsätzen und Gedankengängen umgestellt wurde. Nach zwei Richtungen hin wirkte sich dieser neue Geist auf dem Gebiete des Wohnungsbaues praktisch aus. Anstatt Mietkasernen wurden vorzugsweise Kleinhäuser und Eigenheime hergestellt. Und außerdem wurde der Wohnungsbau in erheblichem Umfange von den Großstädten nach den Klein- und Mittelgemeinden verlagert. Beide Maßnahmen hatten zur Folge, daß mit den gleichen finanziellen Mitteln eine größere Anzahl Wohnungen gebaut werden konnte, und daß die erstellten Wohnungen außerdem den gesundheitlichen und sozialen Anforderungen der Mieter besser entsprachen. Minister Seldte erkürte, daß die öffentlichen Beihilfen keinen Subventionscharakter tragen dürften, sie sollten vielmehr ein Werkzeug in der Hand derjenigen sein, die bauen wollten. Aus Mitteln für Ehestandsdarlehen könnten jetzt namhafte Beträge zur Förderung des Wohnungsbaues abgezweigt werden. Pflegliche Behandlung, zweckmäßige Organisation des Kapitalmarktes sei von ausschlaggebender Bedeutung. Besondere Aufmerksamkeit widme die Regierung dem Problem der nach st eiligen Hypotheken. Auch auf diesem Gebiet seien neue Maßnahmen in Aussicht genommen. Nicht zuletzt war es die Anpassung des Wohnungsbaues an den nationalsozialistischen Gedanken der Verwurzelung auch der städtischen Bevölkerung mit dem Heimatboden, die eine ständige und steigende Nachfrage nach gesunden Klein- und Siedlungswohnungen schuf. Man hatte vielfach gefürchtet, daß der Wohnungsbau schon deswegen zum Stillstand kommen werde, weil der Bedarf sehr bald durch die wachsende Zahl der erstellten Wohnungen befriedigt sein würde. Auf zweierlei Weise hat die nationalsoziali- ftifche Wirtschaftspolitik diese Klippe, an der die Woynbautätigkeit zu scheitern drohte, überwunden. Auf der einen Seite haben die Verminderung der Arbeitslosigkeit und die Stärkung der allgemeinen Kaufkraft im Verein mit der Förderung der Eheschließungen, die ein besonders wichtiger Punkt des nationalsozialistischen Sozialprogramms ist, einen starken Mehrbedarf an Wohnungen geschaffen. Dieser Mehrbedarf ist weit größer, als man früher für möglich gehalten hatte. Dazu kommt aber noch, daß der Bedarf systematisch in die Richtung einer Bevorzugung von Eigenheimen in gesunder ländlicher Umgebung gelenkt worden ist. Die Masse der Industriearbeiter und des städtischen Mittelstandes hat endlich erkannt; welchen gewaltigen sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt es bedeutet, ein eigenes Heim zu besitzen, anstatt in großstädtischen Mietkasernen zusammen- gepfercht zu leben. Der Uebergang von der Wohn- raferne zum vorstädtischen oder ländlichen Eigenheim stellt in der Tat die größte und wichtigste Hebung des Lebensstandes der Arbeiterschaft dar, die überhaupt erreicht werden konnte, und die in »ianb dank des Sieges des nationalsozialisti- edankens in der Zeit der großen Wirtschaftskrise aller Zeiten allen Hindernissen zum Trotz verwirklicht worden ist. Diese bedeutungsvolle Leistung weist der künftigen Entwicklung des Wohnungsbaues den Weg. Je mehr die Massen der Bevölkerung dazu erzogen sein werden, in der Eigenheimwohnung einen unverzichtbaren Bestandteil ihres Lebensstandards zu erblicken, desto größer wird ganz automatisch der Bedarf an Eigenheimen werden. Der saarländische Jndustrieführer, Kommerzienrat Röchling, der Heute abend spricht um 20 Ahr in der Festhalle Frankfurt am Main über die aktuellsten Tagesfragen Reichsmmister Dr. Goebbels feit langem als Vorkämpfer der ländlichen Jndu- striearbeiterfiedlung bekannt ist, hat auf der schon erwähnten Kundgebung des Vereins für Wohnungsreform den Bedarf an Eigenheimen in den nächsten 20 Jahren auf reichlich 5 Millionen veranschlagt. Wenn dieses Wohnungsbauprogramm in die Tat umgesetzt werden würde, so würde das bedeuten, daß 5 Millionen F a - m i l i e n mit insgesamt 20 Millionen Köpfen e i n eigenes Heim erhalten und mit dem Heimatboden fest verwurzelt werden. Man wird Kommerzienrat Röchling darin zustimmen müssen, daß nach Verwirklichung dieses Programms der Staat, der etwas derartiges geschaffen hat, niemals mehr in Gefahr kommen könnte. Mit Recht wurde daher in dem Röchlingschen Referat die Eigenheimsiedlung zu den Grundlagen des nationalsozialistischen Staates gezählt und den anderen staatsschützenden Grundforderungen Wehrhoheit, Nahrungsfreiheit und Kultureinheit gleichberechtigt an die Seite gestellt. Wenn aber dieses gewaltige, weitausschauende Siedlungsprogramm durchgeführt wird, so bedeutet das auch, daß der Bau von Eigenheimwohnungen der deutschen Bauwirtschaft und ihren Rohstoffindustrien noch f ü r zwanzig Jahre reichliche Beschäftigung geben wird. Man braucht dann wegen einer Steigerung des Wohnbaubedarfs keine Befürchtungen mehr zu hegen. Ein in diesen be» völkerungs- und sozialpolitischen Rahmen einge- spanntes Siedlungsprogramm fetzt den deutschen Volksgenossen ein Ziel, wie es noch in keinem anderen Lande der Welt aufgestellt oder gar ver- wirklicht worden ist. Es gestattet eine Zusammenfassung des Strebens und der Kräfte des ganzen Volkes auf ein Hochziel, dessen Verfolgung auch die denkbar beste Sicherung gegen künftige Wirtschaftskrisen gewährt. Späte Sühne für die Ermordung Horst Westeis. Berlin, 10. SIpril. :, IM . A Das neuoelsmählis Paar verttetz den Dom unter dem Spalier der Wegerdegen. die weit zurückgreift in die Zeit unserer Vorväter." Der Reichsbischof erwähnte dann, daß der Zufall es wolle, daß Ministerpräsident Göring und seine Frau beide den gleichen Konfirmationsspruch mitbekommen hätten. Er wolle diesen Konfirmationsspruch ihnen auch jetzt wieder mit auf den Weg geben: „Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben." Nach der Traurede spielte das Staatsoper n- O r ch e st e r unter Leitung des Operndirektors Prof Clemens Krauß den „Hochzeitsspruch" von Paul Graener. Die Soli dieser herrlichen Hymne fangen Kammersängerin U r s u l e a c und Kammersänger Völker. Ihre klangschönen Stimmen vereinigten sich mit dem Orchester zu einer einzigartigen Huldigung der Künste. Während sich die Gemeinde von ihren Plätzen erhob, nahm dann der Reichsbischof die Trauung vor. Nach dem feierlichen Akt sang die Gemeinde den Choral „Großer Gott, wir loben Dich" und im Anschluß daran sang Kammersänger Helge Roswaenge mit seiner strahlenden Tenorstimme „Es muß ein Wunderbares sein", von Franz Liszt. Nach dem Vaterunser erteilte der Reichsbischof dem Brautpaar den Segen. Mit dem Sanctus aus der „Hohen Messe" von Bach, gesungen vom Staats- und Domchor unter Orgelbegleitung von Professor Ramin schloß die Hochzeitsfeier. Unter den Klängen der G-Dur- Fantasie von Bach verließ dann das Brautpaar mit dem Führer, den Brautjungfern und Brautführern und den übrigen Hochzeitsgästen in langsamem Zuge den Dom. 10 Generale der Luftfahrt bildeten am Ausgang Spalier und kreuzten die Degen zu Ehren des Führers und Brautpaares. Vegeisterie Huldigungen vor dem Dom. Vor dem Dom find die Ehrenkompanien der Fliegertruppe und des Regiments „General Göring" aufmarschiert. Zur Rechten und Linken bis hinab zur Anfahrt stehen die Kreisjägermeister und Forstassessoren Spalier. Die letzten Orgeltöne aus dem Dom verklingen. Das große Portal öffnet sich, und unter den Klängen des Präsentiermarsches, dem das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied folgen, erscheint Ministerpräsident Göring mit seiner Gattin am Arm. Die Chargierten der studentischen Korporationen kreuzen die Klingen. Feierlich schallt das Glockengeläut aus der Kuppel des Domes, als der Ministerpräsident mit seiner Gattin auf der Treppe sichtbar wird. Ein ungeheurer Jubel bricht los. Mit erhobenen Armen grüßen der Ministerpräsident und seine Gattin. Erneuter Jubel, während die Neuvermählten sich immer wieder dankend verneigen. Schnell hat sich die große Freitreppe mit den Festteilnehmern gefüllt. Man sieht die Diplomaten, Minister, Fliegergenerale, hohe SA.- und SS.-Führer und mitten unter ihnen den Führer, stürmisch begrüßt von der riesigen Zuschauermenge. Als sich der Jubel der Bevölkerung gelegt hat, schreiten die Neuvermählten langsam die Treppen hinab und begeben sich zur Rückfahrt zu dem reich mit Blumen geschmückten offenen Wagen. Der Führer hat sich inzwischen durch die spalierbildenden Formationen ebenfalls zu seinem Wagen begeben und verläßt unter stürmischen Heilrufen mit den Neuvermählten den Lustgarten. Noch lange harren die vielen Zuschauer im Lustgarten aus, um das farbenprächtige Bild zu genießen, das die Abfahrt der Ehrengäste bietet. Durch die Straßen hallt noch lange der Marschtritt der abziehenden Formationen, unter denen man auch noch den Freiwilligen Arbeitsdienst, die HI., den NS.-Front- kämpferbund und die Teno sah. Das Hochzertsmahl. Vor dem Hauptportal des „K a i s e r h o f s" hatten Ehrenformationen der SS., SA., des Feldjägerkorps und des Deutschen Luftsportoerbandes mit einem Musikzug Aufstellung genommen. Von 14 Uhr ab gab es kein Durchkommen mehr. Festliche Stimmung unter den Massen, die geduldig ausharrten, bis dann gegen 15 Uhr von der Wilhelmstraße brausende Heilrufe das Nahen der Erwarteten ankündigten. Schmetternd hallten dis Klänge des Trommelwirbels und eines Marsches über den Platz, und unter einem Baldachin schützend erhobener Arme fuhr das Brautpaar zum Portal des Hotels „Kaiserhof". Die Hochzeitsfeier im Saal des für die nationalsozialistische Bewegung historischen „Kaiserhof" gestaltete sich zu einem echt nationalsozialistischen Familienfest. . Ministerpräsident Göring hatte nicht die Spitzen des Staates und der Partei geladen, sondern in erster Linie die ihm nahestehenden persönlichen Freunde, seine Verwandten, unter denen man auch zahlreiche Angehörige Karin Görings bemerkte, seine engsten Mitarbeiter, die A n g e st e l l t e n seines Hauses und neben einer Reihe von Offizieren des Reichsheeres und der Reichsluftwaffe auch Zahlreiche Unteroffiziere des Heeres und Wachtmeister der Landespolizei. So bekam diese Feier einen harmonischen Klang und wurde nicht zur Hochzeitsfeier eines Würdenträgers, sondern zur Hochzeitsfeier eines nationalsozialistischen Kämpfers, der von frühester Zeit sich zu Adolf Hitler bekannte und schon am 9. November 1923 für ihn sein Blut gab. Das brachte auch der Führer ;um Ausdruck, der in einer kurzen Ansprache betonte, daß er nicht gerne Tischreden halte, daß es ihm aber eine angenehme Pflicht sei, seinem alten lieben Kampfgenossen und seiner Lebensgefährtin von herzen Glück zu wünschen. Das beide sich in der Kampfzeit kennengelernt hätten, sei ein besonders glückliches Finden. Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg überbrachte die Glückwünsche aller Soldaten der Wehrmacht und begrüßte insbesondere Frau Göring, die man ungern als Künstlerin scheiden sehe, die aber in ihrem neuen Lebensabschnitt Sinnbild der Tugenden sein werde, die sie auf der Bühne verkörpert habe. Sie werde eine echte Minna von Barnhelm, eine echte Soldatenfrau, bleiben. Mit dem ihm eigenen urwüchsigen Humor hielt dann der persönliche'Freund Görings, Reichsminister Kerrl, eine Rede', in der er insbesondere die deutsche Frau pries. Als Leiter der Heimatstadt Frau Görings sprach regierender Bürgermeister Krogmann -Hamburg dem Brautpaar seine Glückwünsche aus und bemerkte, daß diese Hochzeit ein weiterer Schritt zur Verreichlichung Hamburgs sei! Für die Verwandtschaft und die Freunde des Brautpaares sprach der Schwager Karin Görings, Graf Rosen. Er betonte, wie Hermann Göring sich in der Zeit der Verfolgung in Schweden wohlgefühlt habe, so fühlten sie sich heute als Schweden in Deutschland besonders wohl. Er und alle seine Verwandten fühlten sich auch der Lebensgefährtin Hermann Görings tief verbunden, desgleichen der große Freundeskreis, den Hermann Göring in Schweden habe. Diese Verbundenheit beziehe sich auf die gesamte deutsche Nation. Bei der Abfahrt des Brautpaares und der Hochzeitsgäste war das Gedränge auf dem Wilhelmplatz und den anliegenden Straßen noch viel größer geworden, do inzwischen die Betriebe geschlossen hatten und abermals Zehntausende sich auf den Weg ins Regierungsviertel gemacht hatten. So war die Hochzeit des alten nationalsozialistischen Kämpfers Hermann Göring keine Privatangelegenheit, sondern eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes, das die Verdienste dieses Mannes kennt und würdigt und auch an seinem Ehrentage mit ihm denkt und fühlt. Aus der Provinzialhauptstadt. Gartenglück. Zweierlei möchte man jeder Familie wünschen: eine ausreichende und behagliche Wohnung und zudem einen freundlichen Garten. Beides bedeutet dem heutigen Menschen mehr als je Der Lebenskampf ist hart geworden; er treibt hinaus unter die Menschen und stellt in eine Umgebung hinein, die uns nicht immer gefällt; bringt uns mit Menschen zusammen, an denen sich unsere Seele manchmal wundreibt. Ein eisernes Muß umklammert uns unbarmherzig. Die Arbeit, und wäre sie auch die liebste, verzehrt doch unsere Kräfte und zermürbt zuletzt Leib und Seele. Da keimt und wächst ganz von selber die leise Sehnsucht nach zuhause im Herzen auf. Und wie glücklich fühlen wir uns, wenn.wir die Schwelle zum eigenen Heim überschreiten und die fremde Welt hinter uns wissen! Zwischen unseren Wänden fühlen wir uns geborgen; da wird uns Ruhe und Frieden, da sind wir Eigene und Freie. Besitzen wir einen Garten, dann zieht es uns an milden Tagen in diese umfriedete Stätte ebenso zaubergewaltig wie in unsere Wohnräume. Es ist das Wesen und der hohe Vorzug eines Gartens, daß er nicht nur unserem Leibe die Ruhe beut, sondern auch der abgehetzten Seele zum wohligen Asyl wird. Es gibt für die abgespannten, abgearbeiteten Menschen kaum ein besseres Sanatorium als der Garten. Wir sind heute viel zu naturentfremdet. Wir haben uns vom ewigen Kräfteborn der Natur entfernt, wie sich manchmal ein Kind von seiner Mutter verirrt. Diese Verirrung spüren wir auch im innersten Herzen, selbst inmitten der fortgeschrittenen Zivilisation. Daher lockt der Garten. Es ist ein Stuck Natur, ein Teil des Saums am Kleide unserer All- mutter, an deren Busen wir neue Lebenskräfte gewinnen, wie der alte Mythos vom Riesen Antäos erzählt, daß ihn jede Berührung mit seiner Mutter Erde neu gekräftigt hätte. Der Garten verlangt seine Arbeit. Gottseidank! Fast jeder Tag hat seine Aufgabe. Aber sie wird gern getan. Hier lebt sich der Mensch im Tun aus, wie man es von jeder seinerBeschäftigungen wünschen möchte. Es ist der unmittelbare Spieltrieb im Menschen, der zur Arbeit im Garten treibt. Hier ist es anders als im Beruf. Hier schafft nur der freie Wille und gestaltet ein Werk, wie es als Wunschbild in der Seele lebt. Man schreite nur einmal an den vielen Kleingärten vorüber, um die Mannigfaltigkeit der Gartenbilder zu schauen, um daraus die persönlichen Züge ihrer Besitzer zu erkennen. Gartenarbeit ist mit der beste und vielseitigste Sport, der ein gewisses Gegenstück vielleicht nur im Landbau und in der Hausfrauentätigkeit besitzt. Denn da gilt es zu tragen, zu laufen, zu graben, sich zu bücken, zu recken und zu strecken. Dabei wird jedes einzelne Glied aus seiner faulen Ruhe gerissen, der ganze Mensch erlebt eine heilsame Durcharbeitung, in schaffender Arbeit gesundet er. Manche Leiden heilt blr Karten. Lästige Quälgeister wie Heiserkeit, Schnupfen und Kopfweh, die in der Treibhausluft der Stube gedeihen, verschwinden in der Zone des Gartens. Drum wird der Garten auch sei leicht zum Le- bcnsmittelpunkt der ganzen Familie. Jedes schafft sich da ein Lieblingsplätzchen und verlebt eine Mußestunde. Zwischen den Eheleuten wird der Garten ein gewisses Bindeglied; denn er schafft ja zwischen beiden, die von der gegenseitigen Beru^arbeit oft wenig wissen, gemeinsame Neigungen uno führt dadurch zusammen. In geradezu idealer Weise wird er zur Lebensstätte der kleinen Kinder. Wo wären sie auch besser aufgehoben, wo könnten sie gesünder aufwachsen, wo ein paar Jugendjahre wenigstens am Herzen der Natur atmen? Hat aber der Mensch die Schwelle des Alters erreicht, dann wird er Sommers wieder nirgends lieber weilen als im Garten. Denn hier findet er die Stille, die feinen Jahren gemäß ist, hier kann er ruhen und eine Kleinarbeit treiben, wie sie Stimmung und Kraft gerade ver- lanaen und vertragen. Auch in äußerer Hinsicht lohnt der Garten. Bringt er auch nicht gerade Reichtümer, so spendet er doch manche köstlichk' Gabe hie die Tafel ziert und hcn Geldbeutel entlastet. Die Arbeit darf freilich nicht emkalkuliert werden. Und bei den Früchten kommt's doch nicht nur auf den gemeinen Nutzen an, sondern "uch auf die G-mntswerte und darauf, daß die Gartengaben die Frische unmittelbarer Natur in sich beracn. „Den Kohl, den du dir selber gebaut, den darfst du nicht nach dem Marktwert schätzen; du hast ihn mit deinem Fleiße betaut, die Würze läßt sich hurrf) nickst^ ersetzen." tlRücfert.) Weif und schön ist die Welt, doch ach. wie dank ich dem Himmel, haß ein Gärtchen, beschränkt, zärtlich mir eigen gehört!" (Goethe.) P. H. Deutsche NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Urlaubszug an die Nordsee (Südengland) vom 6. bis 14. Mai. Kosten 59,— Reichsmark. Schlußtermin für die Anmeldung: 13. April. Um dem ersten Andrang der Hochseefahrten gerecht zu werden, folgt gleich eine zweite Fahrt auf dem Dampfer der Hamburg-Süd- amerikanischen Dampfschiffahrtsgefellschaft „Oce- ana". 640 Teilnehmer werden auf diesem Schiff von Hamburg aus, vorbei an Cuxhafen, vorbei-an den Inseln die Nordsee kreuzen. Nachdem sie am 6. Mai abends die Heimat verlassen haben und in Hamburg Gelegenheit hatten, Hafenrundfahrt und Stadtrundfahrt zu machen und das Leben und Treibet dieses wichtigsten deutschen Umschlags- hafens kennen zu lernen, ist für viele überhaupt die erstmalige Fahrt auf diesen aroßen Seeschiffen ein besonderes Erlebnis. Auch wird sie die Einrichtung eines großen Dampfers besonders interessieren. Es ist ein kleines Gemeinwesen für sich mit allen Einrichtungen, die für den täglichen Lebensbedarf notwendig sind. Unbestellte Warensendungen. Der Industrie- und Handelskammer Frankfurt gehen Klagen darüber zu, daß eine Firma H. Buscher, Wuppertal-Barmen, unbekannten Empfängern Rasierklingen unbestellt ins Haus sendet. Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt weist darauf hin, daß der Empfänger solcher unbestellten Warensendungen, vorausgesetzt, daß er nicht mit öem Zusender irgendwie in Geschäftsverbindung gestanden hat, nicht verpflichtet ist, ^bie Waren anzunehmen. Das Einigungsamt in Sachen des unlauteren Wettbewerbs beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag hat in einer Verhandlung gegen eine in seinem Bezirk ansässige Firma dahin entschieden, daß eine derartige Zusendung unbestellter Waren nicht mit den guten Sitten im kaufmännischen Verkehr im Sinne des § 1 des unlauteren Wettbewerbgesetzes zu vereinbaren sei. Die Industrie- und Handelskammer empfiehlt daher den Empfängern solcher Sendungen, die Waren nicht zurückzusenden, sondern nur einige Wochen aufzuheben und zur Abholung gegen Quittung bereit zu halten. Auch ist es zweckmäßig, die Kammer von derartigen Zusendungen zu unterrichten. Die Kirchensteuer. Zu unserem gestrigen Abdruck aus den „Aktuellen Steuerfragen", herausgegeben von Wirtschaftsprüfer Hermann Will, erhalten wir vom Evangelischen Dekanat Gießen, Dekan Sattler, folgende Zuschrift: Abschnitt „1. Senkung" ist geeignet, falsche Hoffnungen zu erwecken, die unerfüllbar sind, und muß richtiggestellt werden. Nach einer bei unseren Akten befindlichen Aeußerung der Landeskirchenkanzlei, Verwaltungsstelle Darmstadt, vom 2. April gilt die fragliche Verfügung nur für solche Landeskirchen, die ihre Kirchensteuer als Zuschlagssteuer von der gegenwärtigen Einkommensteuer erheben und nicht von der Einkommensteuer des letzten bzw. vorletzten Jahres, wie es bei uns in Hessen der Fall ist. Neue Punktzahl für die sportliche Leistungsfähigkeit im Derufswettkampf Die Gaujugendwaltung der DAF. teilt mit: Da am Tage öe'r Austragung der sportlichen Prüfungen im Reichsberufswettkampf-Gauentscheid in ganz Deutschland schlechte Witterungs- und Bodenverhältnisse herrschten, die die Leistungen außerordentlich stark beeinträchtigten, wurde die Punktzahl, die von den Wettkämpfern bei der sportlichen Leiftungs- prüfung erreicht werden mußte, reichseinheitlich von 50 auf 45 herabgesetzt. Damit besteht auch für diejenigen Jungen und Mädel, die trotz guter fachlicher und weltanschaulicher Arbeiten die Gauzwischenprüfung nicht bestanden, weil sie beim sportlichen Wettkampf 50 Punkte nicht ganz erreichten, die Möglichkeit, daß sie zu den Endwettkämpfen nach Saarbrücken berufen werden. 75 Jahre Zmker-Organisation in Oberheffen. Die Fachgruppe Oberhessen der Reichsfachgruppe Imker veranstaltet am dritten Ostertag (23. April) in Gießen eine Feier anläßlich des 75jährigen Bestehens der Fachgruppe, des früheren Oberhessischen Bienenzüchtervereins. Die Feier findet in der Turnhalle am Oswaldsgarten statt und wird u. a. neben Ansprachen und Ehrungen einen Vortrag von Prof. Dr. Koch (Celle) über „Bienenwirtschaftliche Zeitfragen" und die Vorführung eines von Pfarrer i. R. Aisch in Bad-Nauheim zusammengeftellten Bildstreifens über Oberhessens Bienenzucht im Rahmen der hessischen Bienenzucht bringen. Der Hochtvafferstand der Lahn. Der Wasserstand der Lahn, über den wir vorgestern und gestern berichteten, hat im Laufe des gestrigen Abends noch an Höhe zugenommen und erreichte in der vergangenen Nacht seinen höchsten Stand. Er lag nur einen Meter unter dem Wasserstand vom 12. Januar 1920, der damals seit einer langen Reihe die größte Hochwasserflut der Lahn gebracht hatte. Im' Laufe der letzten Nacht ist der Wasserstand noch gestiegen, denn es ergab sich am Lahn-Pegel als höchste Spitze ein Stand von 88 cm unter dem Stand von 1920. Seit diesem Höchststand ist ein langsamer Rückgang eingetreten, und heute morgen wurden wieder 12 cm weniger gemessen. Wie wir hören, sind auch in Marburg die gleichen Beobachtungen über den Wasserstand der Lahn gemacht worden. Es ist also, sofern nicht weitere Regenfälle eintreten, mit einem Sinken der Flut zu rechnen. Der erhöhte Wasserstand der Lahn hat es mit sich gebracht, daß die Flut auf Wiesen und Gärten an den Ufern übertrat und Schaden anrichtete. Wehret dem gedankenlosen Gammeln von Pflanzen und Kleintieren! Vorn Landschaftsbund Volkstum und Heimat wird uns geschrieben: Kaum haben die wärmeren Strahlen der Lenz- sonne die ersten Frühlingsboten der Tier- und Pflanzenwelt zum neuen Leben erweckt, da kann man die für den Naturfreund bedauerliche Erfahrung machen, daß Kinder und auch Erwachsene hinausziehen, um aus falsch verstandener Freude an der Natur alles, was da blüht und grünt, mit nach Hause zu nehmen. Es werden möglichst große Blumensträuße gepflückt, die oft das Los haben, schon auf dem Heimwege achtlos wieder weggeworfen zu werden. Ein trauriges Bild! Aber nicht nur unsere Frühlingspflanzen bilden das Ziel ihrer Sammelwut. Nein, auch alles, was das kreucht und flcugt wird eingefangen und mit nach Haufe geschleift. Schmetterlinge, Käfer, Eidechsen, Frösche, Molchen und Salamander sind aber keine Spielzeuge, weder für Kinder, noch für Erwachsene. Die Natur ist nicht zum Nutzen des einzelnen, sondern zum Wohle und zur Erholung der gesamten Menschheit erschaffen. Wehret daher dem gedankenlosen Quälen und sinnlosen Sammeln von Pflanzen und Kleintieren! Gchont die Kröten! Vom Landfchaftsbund Volkstum und Heimat wird uns geschrieben: Der alte' Spruch: „Häßlich wie eine Kröte" besteht für den, der sich dieses Tierchen einmal genauer betrachtet hat, zu Unrecht. Wohl ist der ganze Körper etwas plump gebaut, ihre Bewegungen sind ungewandt und sehen ungelenkig aus, die Haut ich warzig, das Gesicht wulstig. Aber sie hat schöne Augen. Wie große runde Glasperlen stehen sie im Kopfe und sehen dick aus grundloser Tiefe an. Wer einmal richtig Hineingeschaut hak, kann ihr nichts Böses mehr antun. Und wie nützlich ist die Kröte! Wie räumt sie auf bei ihren nächtlichen Spaziergängen unter den gefräßigen Schnecken! Jeder Gartenbesitzer soll froh sein, wenn eine Kröte seinen Garten bewohnt und ihm im Kamps gegen die Schnecken hilft. Nur törichte Menschen können die Kröten verfolgen. Gießener wochenmarktpreife. * Gießen, 11. April. Auf dem heutigen Wochen, markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf- Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 87t bis 9, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 25 bis 30, Gelbe Ruben 10 bis 12, Rote Rüden 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15, Feldsalat 80, Tomaten 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf- der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, bas Pfund 30 bis 35 Pf., Honig 40, Suppenhühner 80 bis 90, Enten 80, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 25, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich, das Bündel 30, Sellerie, das Stück 10 bis 40, Radieschen, das Bund 10 bis 15 Pf. vornottzen. — Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr 4. Symphoniekonzert.— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Gastspiel Wilhelm Bendow in „Eine tolle Kiste", Filmlustspiel „Betragen ungenügend". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Rund um eine Million". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 2. Ausstellung aus Gießener Privatbesitz, 16 bis 17 Uhr. — Kriegerverein: 20.30 Uhr im Cafs Ebel Monatsversammlung. — Stadttheater Gießen. Heute abend, außer Abonnement, 4. Symphonie-Konzert. Aus- führende: das Stadttheater-Orchefter und die Gießener Militärkapelle. Die Leitung des Konzerts hat Obermusikmeister Ernst K r a u ß e; als Solist wurde der Solo-Cellist A. Eichhorn vom Gewandhausorchester Leipzig verpflichtet. Aus dem Programm: Werke von Brahms, Dvorak, Tschaikowsky. ** Unterhaltungsabend des Gesangvereins „Li ederkranz-Heiterkei t". Man berichtet uns: Am vergangenen Sonntag lud der Gesangverein „Liederkranz - Heiterkeit" die Ange- hörigen seiner Mitglieder und Freunde des Gesanges zu einem Unterhaltungsabend in die Aula des Gymnasiums ein. Eine zahlreiche Hörerschaft war der Einladung gefolgt. Ein ausgewähltes Programm gestaltete den Abend mehr und mehr zu einer musikalischen Feierstunde und zu einem Deutschen Abend. Die Männerchöre, unter der feinen Stabführung des Herrn Schöttler vollendet zu Gehör gebracht, ließen große deutsche Vergangen- heit lebendig werden. Frisch klang der Chor „Fribe- ricus Rex", der erinnerte an den „Großen" von Potsdam, der Preußen zur Großmacht erhob und damit den Grund legte zu Deutschlands Macht und Größe. Wie gegenwärtig ist heute allen wieder das Lied „Steh ich in finstrer Mitternacht", nachdem unserer Führer dem deutschen Volke die allgemeine Wehrpflicht und damit die Ehre zurückgab. Andere Chöre priesen die Tiefe des deutschen Gemüts, deutsche Liebe und Treue, deutsche Sehnsucht und deutsches Wandern. Auch der Sologesang kam zu seinem Recht. Herr F e u ß e r sang mit warmem Tenor, begleitet von Herrn Vogt, Perlen aus unserer reichen Musikliteratur. Er fand dankbare Zuhörer. Mit dem Liede „Freunde vernehmet die Geschichte" aus dem Postillon von ßonjumenu erntete er einen wahren Beifallsturm, der ihn zu einer Zugabe veranlaßte. Herr Hammel erfreute die Zuhörer mit launigen Dichtungen in oberhessi? scher Mundart. Die Schülerin Minna Sommer- l a d und Frau Gertrud G r e b trugen die Uhland- schen Gedichte: . Singe, wem Gesang gegeben" und „Des Sängers Fluch" vor. So vergingen die Stunden des schönen Abends nur zu schnell, der dann, nachdem ein Zuhörer den Sängern den Dank der Eingeladenen ausgesprochen hatte, mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des.Horst- Wessel-Liedes geschlossen wurde. Ihren Zweck, warme Begeisterung für den Gesang bei den Zuhörern zu wecken, Hat die Veranstaltung erreicht. Es wäre zu wünschen, daß sie dem Verein „Sieber- kranz-Heiterkeit", dem ältesten Gesangverein Gießens, recht viele neue aktive Sänger zuführen möge. Gcköffenaen'chi Gießen. Die A Sch. aus Selters wurde wegen Beleidigung des dortigen Zellenleiters zu 5 0 Marl Geldstrafe eventuell 10 Tagen Gefängnis verurteilt Die Angeklagte übte abfällige Kritik an einer Maßnahme des Zellenleiters, daß nämlich anläßlich des Todes eines SA -Mannes Halbmast zu flaggen war. Das Gericht befaßte sich sodann mit dem O. G. Sch. aus Friedberg und dem O. B. daselbst, die in der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember v. I. einen Geometer aus Nieder-Rosbach aus dem Saal des Hotel Trapp in Friedberg drängten, ihn am Hals würgten und die Treppe hinunterstießen, wobei er mehrere stark blutende Wunden am Kops davontrug. Wegen Vergehens gegen die Para- 2120 V Gr gerät herrlich mit MÖiUM'ßJMpHtWHt Rezept für eine feine „Ostertorte" siehe Or. Oetker-Rezeptbuch „Lacken macht Ireude!" (Seite 33). Für 20 Pfennig in den Lebensmittelgeschäften erhältlich, sonst gegen Briefmarken von Mugust OctiretBWeid o graphen 223, 223a, 47 StGB, erkannte das Gericht auf Gefängnisstrafen von je zwei Monaten. Wegen Beleidigung des Bürgermeisters in zwei Fällen wurde der 5). E. in Röthges zu je 1 0 0 M k. Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte warf dem Bürgermeister Postenjägerei und unlautere Machenschaften anläßlich eines Brandes eines versicherten Reisighaufens vor. Von der Anklage des versuchten Betruges wurden die Eheleute L. aus Wallernhausen f r e i g e - Aus Anlaß der bevorstehenden Vertrauensratswahlen, die zu einem großen Bekenntnis des schaffenden deutschen Menschen zum Führer Adolf H i t- l e r werden sollen, fand am gestrigen Mittwochabend im Caf6 Leib eine Kundgebung der Kreiswaltung Gießen der Deutschen Arbeitsfront statt. Mit der Einbringung zahlreicher Betriebszellen-Fahnen, mit kurzen Worten der Begrüßung durch den Kreiswalter der DAF. Pg. Wagner und mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Brüder in Zechen und Gruben" wurde die Kundgebung eröffnet. Dann sprach der Gauschulungsteiter pg. Demmer. Er wies zunächst auf die großen Umbildungen hin, die sich gegenwärtig in unserem Volke vollziehen. Am 30. Januar 1933 sei dem deutschen Volke ein neuer Morgen angebrochen. Heute begriffen wir mehr und mehr Adolf Hitlers überragende Tat für unser Volk. Die Geschehnisse der jüngsten 2V2 Jahre hätten alle davon überzeugen müssen, daß es für das deutsche Volk nichts anderes geben könne, als den Führer urtb den Nationalsozialismus. In diesen Tagen stünden wir wieder einmal vor einer gewaltigen Entscheidung. In einer großen Bekundung solle der Welt gezeigt werden, daß der schaffende deutsche Wensch in geschlossener Front hinter seinem Führer stehe. Das gemeinsame Blut kennzeichne unseren Lebensweg und fordere die Verwirklichung der Gemeinschaft. Dieser Weg sei uns durch die Natur vorgeschrieben. Das gleiche Empfinden und das gleiche Denken, das uns zu eigen sei, müsse auch den gleichen Gestaltungswillen im Gefolge haben. Trotz aller Widerstände sei das Empfinden der Zusammengehörigkeit in unserem Volke immer lebendig gewesen. Trotz der Zersplitterung in Klassen habe sich das deutsche Volk in höchster Gefahr immer wieder gefunden. Das unwirtliche Klima, die unwirtliche Umgebung habe in alter Zeit unseren Vorfahren die Existenzmöglichkeit nur im harten Kampf um das Dasein gestattet. Aber dieser Kampf habe sie stark gemacht und zur Gemeinschaft geführt, und erst der Verlust des gesunden Führertums, der Verlust des „Herzogs", der vor dem Volke her zog, habe sich verhängnisvoll ausgewirkt. Dann trieb die Kraft des Judentums Keile in das deutsche Volk. Der Nationalsozialismus wisse, warum er den Kampf gegen das Judentum allem Kampf vorangestellt habe. Der Jude, in sich zerrissen und kein Volk, sei überall Unruhestifter. In allen Jahrhunderten habe das deutsche Volk gegen diesen Unruhestifter angehen müssen und ganz besonders seit dem Jahre 1914. Nur in den Familien des deutschen Volkes könnten wir unsere Volksgenossen erkennen; nie könnten wir uns mit einem Neger, einem Japaner oder einem Chinesen in Kameradschaft zur Schicksalsgemeinschaft finden. Aber doch seien uns fremde Weltanschauungen aufgezwungen worden. In verbrecherischem Gedankengang sei dem Arbeiter immer wieder gesagt worden, daß sein Vaterland nur da sei, wo er sein Geld verdiene. Wie oft sei auch der Versuch gemacht worden, uns aller unserer arteigenen sittlichen Grundlagen zu berauben. Demgegenüber müsse immer wieder festgeslellt werden, daß wir unseren Weg nur durch die eigene völkische Gemeinschaft gehen könnten, daß wir nach eigener wirtschaftlicher Gesetzgebung leben müßten, ^nser wirtschaftliches Leben müsse vom Dienst an der Gemeinschaft erfüllt sein. Arbeit für die Gemeinschaft sei höchstes sittliches Ziel. Dieses Ziel sei immer verfolgt worden solange, bis die französische Revolution eine fremde geistige Welt in unser Volk brachte, Mißtrauen in unser völkisches und wirtschaftliches Leben trug, zur Massenproduktion, zum Trust, zur Monopolisierung und zum internationalen Kapitalismus führte. Aus dem Schaffen, aus Not, Elend und Tod des deutschen Menschen seien in der Folge die Profite internationaler Machthaber erjagt worden. Viele Volksgenossen seien auf der Strecke jener geblie- sprachen. Die Angeklagten behaupteten in einem Brief an eine hiesige Firma, eine tatsächlich von der Mutter des Angeklagten geleistete Bürgschaft sei nicht von dieser, fondern von ihm geleistet. Die Angeklagten wollten auf diese Weise die Inanspruchnahme der Mutter aus der Bürgschaft verhindern. Die Angeklagten verwerteten den Brief in einem Prozeß beim hiesigen Amtsgericht. Ihr Vorgehen wurde lediglich als Parteibehauptung angesehen, die straflos ist, zumal das Schreiben für die richterliche Entscheidung vor dem Amtsgericht nicht kausal war. den, die skrupellos das Geld zur unumschränkten Macht gestalteten und wahre menschliche Qualitäten zur Bedeutungslosigkeit verurteilten. Der Führer selbst habe diese Zeit in unbarmherziger Härte erlebt. Er habe in Wien gesehen, wie auf der einen Seite Wohlleben, auf der anderen Seite krasseste Not herrschte. Am furchtbarsten sei aber für ihn die Erkenntnis gewesen, daß man damals im Arbeiter nur das Arbeitstier sah und nie den Volksgenossen. Er habe die alles zerstörenden Kräfte fremder Elemente und fremden Geistes kennengelernt und gesehen, wie überall nur das eigene „Ich" das Handeln aller bestimmte und niemand nach dem Volksgenossen fragte. Ein Volk könne aber nur dann leben, wenn es nicht nur äußerlich zusammengeschweißt sei, sondern auch den inneren Frieden in sich trage. Der Weltkrieg habe im Schützengraben das Gefühl der absoluten Zusammengehörigkeit neu erkennen lassen, und zwar in einer Zeit, da man Brot und Zigarette teilte, immer nur bestrebt war, durchzuhalten, .da man nicht nach dem Stand fragte, sondern einfach Kamerad war und sich auch stumm verstand. Die Toten des Weltkrieges predigten die Kameradschaft über den Tod hinaus. Sie forderten den Kampf für den Frieden und die Kameradschaft in unserem Volke. Der Führer Adolf Hiller habe dieses Vermächtnis der In den menschlichen Siedlungen und den an sie grenzenden Gärten herrscht trotz des seither für den April so bezeichnenden Wetters reges Leben in der Vogelwelt. Eine Anzahl der uns im Winter vorübergehend verlassenden gefiederten Sänger hat sich wieder eingefunden, und täglich sind neue Rückwanderer zu erwarten. Von den auch im Winter bei uns verweilenden Vögeln ist der Haussperling der gemeinste. Hier in der Stadt, will mir scheinen, sind lange nicht mehr so viel Sperlinge zu beobachten, seitdem die Pferde weniger und die Kraftwagen mehr geworden sind. Die Rückstände des Kraftwagens können dem Sperling die Rückstände des Pferdefuhrwerks nicht ersetzen und Futterausfall bewirkt Abwanderung oder eine Verminderung der Nachkommenschaft. Aber vorerst zählt Freund Spatz noch nicht zu den Seltenheiten. Frühmorgens verläßt die Amsel mit lauten Lockrufen ihr Versteck, und abends bezieht sie es ebenfalls erst wieder, nachdem sie mit lebhaften Tacktack-Rufen ihre Absicht bekundet hat. Einen Winter über beobachteten wir, wie eine Amsel Abend für Abend ihr altes Nest im Lindenbaum vor unserem Fenster als Nachtasyl benutzte. Ob es regnete oder schneite, in der Dämmerung schlüpfte der Vogel möglichst unauffällig in das Nest. Dort saß er, stets mit dem Schwänzchen nach der Wetterecke (Südwesten), unbekümmert um den sich unter ihm hinziehenden lebhaften Verkehr. Gegen Frühjahr wurde ihm fein Nest beim Ausästen der Bäume zerstört. Wenn auch die Amsel sich in mancher Beziehung dem Menschen gegenüber Unarten zuschulden kommen läßt, möchten wir doch den klugen Vogel und seinen melodischen Gesang in unseren Gärten nicht missen. Schon in der zweiten Hälfte des Februar fängt der Buchfink an zu schlagen. Gleichzeitig oder vielleicht schon früher als der Finkenschlag ist das Klingeln von Kohl - und Blaumeise, deren charakteristischer Lockruf „Spitz die Schar" den Landwirt an die beginnende Feldarbeit erinnert, zu vernehmen. Die Puchfinkenmännchen sind den ganzen Winter über bei uns zu beobachten, während die Weibchen im allgemeinen südlich ziehn. Sämtliche Meisenarten sind Standvögel, jedoch ziehn sie zur Winterszeit in Trupps versammelt, zigeunernd umher. Die meiste Zeit des Winters hielt sich ein Zug Stare bei uns auf, die jeden Nachmittag Dachfirst und Watterfahnen eines Eckhauses mit ihrem Besuch beehrten und bei günstiger Witterung ihr^n Token des welikrieges groß und stark in sich getragen und die Schicksalsgemeinschaft unseres Volkes geschmiedet. Sozialismus sei die Grundlage unseres Lebens und der Volksgemeinschaft, in deren Dienst wir uns unterschiedslos stellen müßten. Einsatzbereite und höchste Leistung werde von jedem verlangt. Die Wirtschaft habe in den letzten 2J4 Jahren einen großen Aufschwung erlebt, aber in mühevoller Weiterarbeit müsse der Wohlstand des Volkes errungen werden. Wahrhafte Volksgemeinschaft, einheitlicher Wille und gegenseitiges Vertrauen seien die Voraussetzungen dafür. Der Führer habe die Grundlage für dieses Aufbauwerk geschaffen. Arbeiter und Unternehmer seien nicht mehr Feinde, wie ehedem, sondern Arbeiter am gemeinsamen Werke. In unfern Wirtschaftsgemeinschaften könnten wir keine Gegensätze mehr brauchen. Die Deutsche Arbeitsfront fei zur Einheit des Gestaltungswillens aller schaffenden deutschen Menschen geworden. Das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit sei der Wegweiser. Die bevorstehende Vertrauensratswahl solle nicht eine Wahl im Sinne einer vergangenen Zeit sein, sondern eine Kundgebung des Vertrauens zum Führer Adolf Hitler. Das Vertrauen des ganzen Volkes werde dem Führer immer wieder neue Kraft für seine Arbeit zuströmen lassen. Jeder Volksgenosse habe die Aufgabe, den Vertrauensmann in seiner Arbeit zu unterstützen. Eingedenk unserer Schicksalsgemeinschaft müßten wir unbedingte Kameradschaft üben und dem Führer in geschlossener Front folgen. (Anhaltender starker Beifall.) Gemeinschaftlich wurde im Anschluß an die Rede das Lied „Volk ans Gewehr!" gesungen. Nachdem die Musikkapelle (Teil des Musikzuges der SA.-Standarte 116) noch ein vaterländisches Potpourri gespielt hatte und von dem Kreiswalter der DAF., Pg. Wagner, ein dreifaches „Sieg- Heil!" auf den Führer Adolf Hitler ausgebracht worden war, fand der Abend mit dem Gesang des Horft-Weffel-Liedes sein Ende. quietschenden Gesang vernehmen ließen. Ich hatte mir oft überlegt, wo dieser Schwarm wohl in der Nähe übernachten könne, bis ich eines Tages in der Dämmerung aus der dichten Epheuwand, welche die Nordseite eines nahgelegenen Gebäudes überzieht, das leise Gezwitscher unserer Stare vernahm. Damit hatte ich ihre gar nicht so ubele Uebernachtungsstelle entdeckt. Wohl erst seit Mitte vorigen Jahrhunderts ist die H a-u b e n l e r d) e bei uns Brut- und Standvogel geworden. Nicht sehr häufig, meist paarweise, trifft man diesen in zierlichem Trippeln einherschreitenden Vogel zur Winterszeit auf Straßen und Wegen an. Die Haubenlerche ist ein Bewohner ober, kiesiger Landstriche und sicherlich ein Brutvogel des Exerzierplatzes auf dem Trieb, wo er zu jeder Jahreszeit angetroffen wurde. Einen reizenden Anblick gewährte ein Rotkehlchen, das ich vor einigen Wochen in einer unserer belebtesten Straßen unter einer Linde auf der Futtersuche traf. Ruhig abwartend betrachtete es mit feinen dunklen Augen den vor ihm stehenden Menschen. Ein befreundeter alter Bauer, den schon längst die Erde deckt, erzählte mir oft, wie in feiner Jugend stets ein zahmes Rotkehlchen im Haus gehalten wurde, das frei umherflog. Beim Mittagessen hatte es feinen Platz auf der Suppenschüssel, und wenn es dabei den Zweck der Schüssel einmal verkannte, gab es deswegen keine längere Unterbrechung im Essen. Das Rotkehlchen der Gärten und Anlagen ist Standvogel geworden, dagegen pflegen die Rotkehlchen des Waldes auch jetzt noch zu wandern, oder wenigstens im Winter die Nähe menschlicher Siedlungen aufzusuchen. Der Zaunkönig, so klein er ist, hält den Winter über bei uns aus. Jeden Morgen läßt einer seiner Art sein für die Kleinheit des Sängers gar nicht so leises Lied vor unfern Fenstern erschallen. Mitte März traf ich einen dauernd zeternden und schnarrenden Zaunkönig in der Hecke am Garten der Liebigshöhe. Ich blieb stehen und antwortete ihm auf sein Gezeter. Es dauerte nicht lange, der sehr neugierige putzige Vogel kam aus seiner Hecke heraus, klammerte sich an einen in die Höhe wachsenden Zweig und schnarrte mich unter stetem Knixen heftig an. Ich antwortete, und so uns ab= wechselnd gegenseitig unterhaltend befanden wir uns einige Zeit Auge in Auge gegenüber. Als ich merkte, daß der Beherrscher des Zauns das letzte Wort haben wollte, wandte ich mich zum Gehen, und der kleine König schlüpfte, mir noch einige Zerrrrr nachschmetternd, wieder in sein dorniges Reich zurück. Der meist Ende März zu uns zurückkehrende, durch seinen bezeichnenden Ruf seine Ankunft verratende Weidenlaubvogel war dieses Jahr nicht viel zu vernehmen. Vielleicht ist mir auch sein „Zilp, Zalp" diesmal entgangen. Das kleine, grüngelbe Vögelchen verläßt uns im Oktober. Vor seiner Abreise kann man seinen einförmigen Gesang oftmals noch wochenlang in unfern Gärten und Anlagen vernehmen. Ein treuer Genosse des Menschen ist der Haus- rotschwanz geworden. Vom Felsenbewohner hat er sich zum Nistvogel an menschlichen Bauwerken aller Art entwickelt. Vor einigen Tagen war erstmalig der mehr wunderliche, als schöne Gesang des Hausrotschwanzes zu vernehmen. Trotzdem der „Hausrötel" fast stets nur in der Nähe des Menschen lebt, hat er sich eine gehörige Portion Mißtrauen bewahrt. Ein Pärchen dieser Vögel nistete alljährlich unter einem Vorbau in einem über der Haustür angebrachten einfachen Kästchen. Im Winter wurde dieses stets gereinigt. Einmal hatte man es vergessen, und die Reinigung geschah erst, als die Vögel schon eingetroffen waren. Daraufhin ließ das Pärchen sein altgewohntes Quartier für dieses Jahr im Stich und errichtete sein Nest in der Aussparung einer Mauer des benachbarten Stalles. Jrn nächsten Jahre wurde dann die frühere Niststätte wieder bezogen. Der Grünfink ist ein Strichvogel, der sich mit anderen Finkenvögeln im Herbst zusammenschließt und mit ihnen allmählich südwärts wandernd dem Winter ausweicht. Er trifft ebenfalls ziemlich früh bei uns ein, und gelegentlich konnte man feinen wohllautenden Trillergesang in unseren Gärten wieder vernehmen. Bei uns ist der Grünfink ein echter Gartenvogel geworden, und die Annahme, daß er dem Gartenbau nachgewandert und sich erst mit der Ausdehnung des letzteren zum Gartenbewohner entwickelt habe, findet in verschiedenen Beobachtungen eine Stütze. Noch einige Wochen — vor Mitte Mai sind die empfindlichsten unserer Gartensänger nicht zu erwarten — und unsere gefieberten Gartenbewohner find wieder vollzählig versammelt. V. Oer Altmeister der Elfenbeinschnitzer 70 Jahre alt. Erbach i. O., 10. April. • 0 , 12 S'/r« .. 0 .. 0 . 5 6 .. 7 . S >. 0 26,25 1,2 7,2 6,85 12,4 25,25 1,13 7,2 6,5 6,55 12,4 25,25 1,1 7,3 6,4 6,6 12,13 8,5 Gritzner....................O| Mainkraftwerke Höchst a.M..». 4 Süddeutscher Zucker.........-I 6,5 6,5 12,13 8,5 . 6 8H .. 0 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterretchtsche SUberrente 4% Ungarische Goldrente....... *% Ungarische Staatsrente b. 1910 <7j% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmextkaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I..................... Rundfunkprogramm Samstag, 13. April. 6 Uhr: Bauernfunk. 6.15, 6.30: Gymnastik. 6.55: Morgenspruch — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11: Werbekonzert. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittags- konzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Die besten Schallplatten der Woche. 15: Jugendfunk. 16: Der frohe Samstagnachmittag: Die drei lustigen Gesellen in fernen Landen. 18: Eröffnung des Koblenzer Senders, Funkbericht. 19: Präsentier- und Parademärsche ehemaliger deutscher Regimenter. 20: Nachrichten; anschließend: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20.15: Bunter Abend: Edler Schmuck und Höhensonne. 22.15: Nachrichten aus dem Sende* bezirk. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nachtmusik. Ä - 35,25 93,25 - 168 1 1651 Olympiasieger im Turmspringen Harald Smith für die Dauer des Sommers verpflichtet. Die Deutschen Kegler-Meisterschaften 1935 wurden nach Dortmund vergeben und werden voraussichtlich in den Tagen vom 8. bis 12. August ausgetragen. Beim Tennisturnier in Nizza schlug Schwedens König „Mr. G." mH Lotan-England zusammen das Paar Dr. R 7f""2 einem Borgabedoppel mit 6:2, 4:6, 6:3. N ijt Mlx ">>Az Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bemberg...................0 Sellstoff Waldhof ............0 ellstofs Aschaffenburg .......0 essauer Gas ........... 7 Daimler Motoren............ 0 Deutsche Linoleum...........6 Orenstein L Koppel..........0 Westdeutsche Kaufhof......... 0 Ehade................... 0 Accumulatoren-flcchrü.......13 Conti-Gummi...............8 W XVI 11,08, Roggenkleie R XIII 10,14, R XV 10,38, Mühlenfestpreis ab Mühlenstatwn. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 13,—, Palmkuchen mit Monopolzuschlag 13,30, Erdnußkuchen mit Monopolzuschlag 14,50, Fabrikstation ab sudd. Fabrik- station. Treber —, Trockenschnitzel 9,65, Heu 10,50, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreht 5,— bis 5,40, do. gebündelt 5,— bis 5,40. Die Preise verstehen sich: Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm. Tendenz: ruhig. frankfurter Schlachtviehmartt. Frankfurt a.M., 11. April. (Dorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 7 Rinder (5 Kühe, 2 Färsen), 1310 Kälber, 158 Schafe, 464 Schweine. Es kosteten: Kälber 30 bis 60 Mark, Hämmel 34 bis 39, Schafe 25 bis 36, Schweine 46 bis 52 Mark. — Marktverlauf: Kälber lebhaft, Hämmel, Schafe und Schweine mittelmäßig. Partei w -R Sn E ?>"' * >b«urel>8' »°p> ben x 1,11 ffili E‘en 6 runa> t ,einen9bSme de» - Sei ling-Paolino, der für Anfang Juli im Berliner Poftstadion vorgesehen ist, jetzt genehmigt. Kurze Sportnotizen. Eine deutsche Fußball-Nachwuchs- Elf spielte am Mittwoch in Berlin vor 4000 Zuschauern gegen eine brandenburgische Gauelf und gewann verdient mit 4:2 (2:0). Der Deutsche Schwimm-Verb and hat als Trainer seiner Springer den amerikanischen tätigkeit mehr, man versteht ihn auszunutzen durch I ein sachgemäßes Hallentraining und Medizinball, Hantelübungen, Gymnastik, geeigneten Spielen und dergleichen mehr. Dieses Training dient in erster Linie dem Zweck, den Körper beweglich und elastisch zu erhalten, neue Kräfte zu sammeln, die < Nerven von den Anstrengungen der vorangegange- 1 nen Saison zu erholen, die Organe nicht zu ent- ! wöhnen von gewohnter Arbeit und Beanspruchung. Wer dieses Ziel planmäßig verfolgt hat, wird sich 1 freuen, wie gut er über den Winter gekommen ist und wie leicht ihm der Schritt zu der nun folgenden und notwendigen Frühjahrsarbeit wird. Das Uebergangslraining erfordert eine gewisse Steigerung der Ansprüche, die an den Körper gestellt werden müssen. Ls ist gut, wenn man frühzeitig damit beginnt, damit man möglichst viele Wochen dafür zur Verfügung hat und infolgedessen den Aufbau des vorbereitenden Trainings auf mehrere Wochen verteilen, die Leistungssteigerung also schrittweise vornehmen kann. Fängt man zu spät damit an, muß das Tempo beschleunigt werden, was nicht vorteilhaft ist, oder aber man kommt zu spät in Form. Schließlich muß man ja auch die Witterungsverhältnisse beachten, denn es stellt sich bei uns die warme Jahreszeit ja nicht mit unbedingter Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit immer zur gleichen Zeit ein. Der Aufbau des Uebergangs-Trainings muh planmäßig erfolgen. Kräftigung^ der Muskeln und der Organe, Gewöhnung an größere Anstrengung und Leistung sind das Ziel, dementsvrechend die Maßnahmen, durch die man es zu erreichen versucht. Es wäre vollkommen falsch, von sich gleich zu viel zu verlangen, und man würde durch ein sinnloses Drauflosarbeiten gerade das Gegenteil dessen erreichen, was man erreichen will. Natürlich müssen die Anforderungen, die man an sich stellt, jetzt etwas größer werden, muß man die Leistungen gewissermaßen ankurbeln und allmählich darauf ausrichten, daß sie zur persönlichen Höchstleistung führen. Jetzt darf man nicht mehr bloh üben mit dem allgemeinen Ziel der Kräftigung, wie wahrend des Winters, sondern jetzt heißt es schon trainieren nach einem ganz bestimmten Plan. Man muß ein Ziel vor Augen haben. Die Losung heißt jetzt, „auf Draht f am men*. Das geschieht am besten, wenn man seinen Körper durch geeignete Hebungen ordentlich einheizt, wenn man ihn so kräftig durcharbeitet, daß er tüchtig „angewärmt" wird. Aber eins vergesse man dabei nie: Maß halten! Nichts ist schädlicher, nichts entfernt einen Sportler schneller und weiter vom Ziel, als wenn er an Stelle eines planmäßig aufbauenden Trainings gleich zu scharf ins Zeug geht, wenn Kräfte und Leistungen nicht organisch wachsen und sich allmählich steigern. Die genaue Dosierung dessen, was man sich zutrauen darf und von sich verlangen muß, ist nicht ganz einfach, man beachte gerade in dieser Hinsicht alle Ratschläge des Sportlehrers recht genau. Das fortschreitende Hebergangstraining führt dann zum zweiten Stadium, dem des sich technisch Fertigmachens. Jetzt heißt es, sich größere Anstrengungen zuzumuten, sich hart zu machen und außer dem Körper auch die Nerven daran gewöhnen, daß sie gehorchen lernen. Hier muß sich zeigen, ob man im Winter sich wirklich Ruhe gegönnt hat, ob man haushielt gerade mit den Nerven, die in der Kampfzeit des vergangenen Sommers vielleicht noch mehr beansprucht wurden als die körperlichen Kräfte. Jetzt gilt es auch, feine Aufmerksamkeit nicht nur dem Körper widmen, sondern sich auch geistig und seelisch vorzubereiten auf die Monate des Kampfes, die dann bevorstehen. Ulan mag noch so fleißig trainiert, den Körper noch so sehr gestählt haben, ohne daß hinter allem nicht ein fester Wille, ein unbeugsamer Entschluß zum Kämpfen und Siegen steht, geht es nicht. So wie an den Beginn eines jeden Trainings der eiserne Wille gehört, es unter allen Umftänben durchzuführen, sich alle Entbehrungen aufzuerlegen, die es fordert, sich restlos unterzuordnen unter die Anweisungen des Sportlehrers, so kann auch eine wirkliche Leistung nur erzielt werden, wenn der Wille dazu die stärkste Triebkraft ist. In gleicher Weise wie der Körper, seine Muskeln und Organe, in gleicher Weise wie die Nerven dazu erzogen werden müssen, daß sie, wenn es darauf ankommt, nicht versagen, muß sich auch der innere Mensch auf die Aufgaben planmäßig vorbereiten, die er sich selbst stellt ober die ihm gestellt werden. Das ist sportliches Training. Rn. Boxkampf Schmeling-paolino genehmigt. Der Fachamtsleiter für Boxen, Erich Rüdiger- Berlin, hat den Schwergewichtskampf Schme- Harpener...................0 Hoejch Eisen—Köln-Neuesse« .. 0 Ute Bergbau ....... Ilse Bergbau Genüsse Rlödnetroerte ....... Nach 15 Labren gesühnt. Der Mordanschlag gegen den Amtsgerichtsrat Hengsberger. LPD. Hanau, 10. April. Zwei Tage lang hatte sich das Schwurgericht Hanau mit der sich gegen den 63 Jahre alten Georg Möller aus Hintersteinau (Kreis Schlüchtern) richtenden Anklage auf vorsätzlichen Mordversuch gegen den damals in Schlüchtern tätigen Amtsgerichtsrat Jean Hengsberger, der jetzt in Hanau im Ruhestand lebt, zu befassen. Der Vorfall hat sich vor etwa 15 Jahren, am Morgen des 31. Mai 1920, auf der Straße zwischen Hintersteinau und Wallrath zugetragen. Kurz vor den Reichstagswahlen hatte in Hintersteinau eine von der Deutschnationalen Dolkspartei einberufene Wählerversammlung stattgefunden, zu der als Hauptredner der damalige Stadtverordnete Rudolph aus Frankfurt a.M. erschienen war, während die Leitung in den Händen des Amtsgerichtsrats Jean Hengsberger lag, der Vorsitzender der Ortsgruppe Schlüchtern der Deutschnationalen Volkspartei war. Auf der von Hengsberger und Rudolph in einem von einem Landwirt geführten Fuhrwerk vorgenommenen Rückfahrt nach Schlüchtern find aus einem Hinterhalt auf das Gefährt sechs scharfe Schüsse abgegeben worden, die dem Amtsgerichtsrat Hengsberger galten, glücklicherweise aber ihr Ziel verfehlten. Der Täter blieb vorerst unermittelt. Erst im Herbst vorigen Jahres konnte, als in der Behausung des Möller in Hintersteinau eine erfolgreiche Durchsuchung nach Waffen vorgenommen wurde und eine auf die Täterschaft des alten Möller hinzielende Bemerkung eines Familienmitgliedes fiel, ein früherer Freund des alten Möller ein« dringlich vernommen werden, der zugab, daß ihm Möller mehrmals erzählt habe, den Anschlag gegen Hengsberger aus Rache verübt zu haben. Auch er sei von Möller aufgefordert worden, gegen Hengsberger eine Gewalttat zu unternehmen. Jetzt stand Möller vor dem Schwurgericht, leugnete jedoch entschieden, schuldig zu sein. Der Hauptbelastungszeuge, sein früherer Genosse auf strafbaren Wegen, wiederholte, daß Möller ihm gegenüber die Tat hingestanden habe. Auch ergab sich, daß Möller gegen Hengsberger von tiefem Haß erfüllt war, weil er diesem die Schuld zuschob, daß gegen ihn im Jahre 1909 ein Verfahren wegen Verleitung zum Meineid eröffnet worden war, das mit seiner Verurteilung zu 4V2 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust geendet hatte. Auch hatte Möller am Amtsgericht Schlüchtern mehrfach Zivilprozesse geführt, die nicht zu dem von ihm gewünschten Ziel geführt hatten. Der Ruf des Möller in seinem Wohnort war ein recht übler. Das Schwurgericht verurteilte ihn wegen Mordversuchs zu 4*A> Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Es war einmütig von feiner Schuld überzeugt. Politische Beweggründe schieden bei der Begehung der Tat aus. Ht.81 ® s-k -tlltE' aon fieimaH’11 D E 4 VeR AU Schlußk. Abmd- börse 10.4 Schluß!. Millag- börse 10.4. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. iit( »««et, lotöj Winuynb ?wSQlil S'n nieten Mexikaner bei 12,25, Silbermexikaner bei 5,30, 3m» gationsanleihe bei 8 v. H. gesucht. Am A k t i e n m a r f t setzten Farbenindustrie mit 147 gut behauptet ein, Rütgers lagen 1,25 v. H. fester, Erdöl behauptet. Arn Elektromarkte AEG. mit 1,25 v. H. stärker befestigt, Lahmeyer um 0,25 höher, aber Gessürel 0,25, Siemens 0,75 v. H. niedriger. Montanwerke durch den voraussichtlichen nochmaligen Dividendenausfall bei Mannesmann überwiegend gedrückt, Mannesmann selbst bei 78,75 angeboten nach gestern 79,75, Harpener und Rheinstahl je 0,25, Ilse Genüsse 1,25 o. H. schwächer. Dagegen Stahlverein um 1,13 v. H. erhöht. Am Kunstseidemarkt AKH. um 0,50 v. H. leicht erholt, auch Zellstoffwerte im Nachklang zur Waldhof-GD. fester, Waldhof selbst um 0,25, Aschaffenburg um 1,50 v. H. Auch Daimler wieder lebhafter und 0,75 v. H. höher in Erwartung der baldigen Dividendenentscheidung. Reichsbankanteile um 1,25 v. H. erhöht. Schiffahrtswerte bis 0,40 v. H. freundlicher. Im Freiverkehr Adlerwerke durch die Daimler-Bewegung angeregt und 1 v. H. höher. Im Verlaufe lag die Börse unter dem Eindruck der Geschäftsstille, die besonders vom Montanmarkt ausging, etwas leichter. Montanwerte 0,50 bis 0,75 v. H. schwächer, auch IG. Farben bis 146,25 nach 147 abgeschwächt, Renten blieben behauptet. Tagesgeld unverändert 2,50 v. H. Abendbörse sehr still, eher schwächer. An der Abendbörse lagen Aktien unter Hinweis auf Exportfragen eher eint Kleinigkeit schwächer, die Hmsätze waren sehr gering. Deutsche Renten waren gleichfalls still, aber gut gehalten. Mexikaner weiter etwas freundlicher, und zwar um 0,13 v. H., Gold-Mexikaner 12,40. Don Aktien waren AEG. bei 36,50, also 0,50 v. H., Mannesmann bei 77,50 ebenfalls 0,50 v. H. niedriger angeboten. IG. Farben unverändert, Metallgesellschaft 0,25 v. H. fester. Kunstseidewerte ohne Veränderung, Aku 52,40. Bis zum Schluss« traten keine nennenswerten Veränderungen mehr ein, lediglich Gold-Mexikaner gaben von ihrem Anfangskurs mit 12,40 wieder 0,25 v. H. auf 12,13 o. H. nach. U. a. notierten: Altbefitz-Anleihe 112,13, Gold- Mexikaner 12,13, do. Irrigation 7,95, Harpener 105,50, Ilse Genüsse 125,50, Mannesmann 77, Nheinstahl 106,50, Stahlverein 79,25, Aku 52,40, Bekula 136,25, Bemberg 115,65, Deutsche Gold und Silber 213, Deutsche Linoleum 155, Elektr. Licht und Kraft 124,50, IG. Farben 146,25, Gesfürel 120,25, Holzmann 89, Iunghans 89, Metallgesellschaft 96, Schuckert 105,50, Südd. Zucker 168, Deutsche Reichsbahn-VA. 122, Hapag 32,25. Schweinemartt in Nidda. [Q Nidda, 10. April. Zum heutigen S ch w e i n e- markt waren insgesamt 270 Tiere aufgetrieben. Es kosteten sechs bis acht Wochen alte Ferkel 20 bis 22 Mark, 10 bis 14 Wochen alte Tiere 26 bis 28 Mark. Für Läuferschweine wurden bis zu 35 Mark gezahlt. Der Handel war flau, so daß Heberstand verblieb. Schweinemarkt in Friedberg. LPD. Friedberg, 10. April. Auf dem heutigen Schweinemarkt wurden folgende Preise bezahlt: Bis 6 Wochen alte Tiere 18 bis 22 Mark, 6 bis 8 Wochen alte 22 bis 27 Mark, 8 bis 12 Wochen alte 27 bis 30 Mark. Das Geschäft war sehr lebhaft, der Auftrieb von 343 Ferkeln wurde restlos abgesetzt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 10. April. Am heutigen Getreidemarkt zeigte sich wie bisher, weiter unverändert große Nachfrage nach Futtermitteln. Das Mehlgeschäft verlies weiter ruhig. Das Angebot in Weizen hiesiger (Wetterauer) Herkunft war, wie bisher, klein, dagegen das Roggenangebot größer. Es notierten: Weizen W IX 209, w XIII 213, W XVI 217, Roggen R IX 169, R XIII 173, R XV 177, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste G IX 171, G XI 174, G XII 176, Hafer H XIII 169, H XIV 171, Großhandelspreise ab Station. Bei Wasserverladung über 100 Tonnen 3 Mark mehr. Sommergerste für Brauzwecke 200. Weizenmehl W XIII 27,60, W XVI 28,05, Roggenmehl R XIII 23,70, R XV 24,10, plus . 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,50, Weizenfuttermehl 13,75. Weizenkleie W XIII 10,87, Oie Lndustrie- unb Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 628: Keine Devisenbeschränkungen im belgischen Touristenverkehr. 629: Der Postauftrags- und Nachnahmeverkehr mit Belgien ist wieder ausgenommen worden. 630: Gebührenzettel im Postverkehr nach und aus Luxemburg werden vorübergehend nicht zugelassen. 631: Veröffentlichung der Zuschläge für die im deutsch-belgischen Gütertarif bestehenden deutschen Frachten. 632: Die Luftpost und die Postschlüsse für Luftpost nach außereuropäischen Ländern ab 1. 4. 1935. 633: Neue französische Kontingentierungsmaßnahmen u. a. für keramische Fliesen und Pflasterziegel. Oer Eisensteinbergbau an Lahn, Dill und in Oberheffen. Die Bezirksgruppe Wetzlar der Fachgruppe Eisenerzbau berichtet: Förderung und Absatz zeigen auch im Monat März das nun schon gewohnte Bild stetigen Anstiegs. Die Förderung betrug 66182 Tonnen (59 782 Tonnen), der Absatz 69 231 Tonnen (63 987 Tonnen) bei 26 Arbeitstagen gegenüber 24 im Februar, für den die eingeklammerten Zahlen gelten. Die Vorräte sind entsprechend weiter auf rund 93 000 Tonnen zurückgegangen. Auch die Belegschaft ist weiter um rund 50 Mann auf 2690 gestiegen. Das Bohrprogramm und die sonstigen Sucharbeiten werden systematisch fortgesetzt. Bis Ende März wurden in 26 Boyrlochern, von denen 10 noch in Betrieb sind, insgesamt 3208 Bohrmeter niedergebracht. 10 Bohrpunkte waren fündig. Eingehende Besprechungen mit dem Büro des Wirtfchaftsbeauf- tragten des Führers und Reichskanzlers, Pg. Keppler, die dieser Tage über die Frage der Möglichkeit der Mehrförderung von Eisenerzen im Bereich der Bezirksgruppe Wetzlar stattfanden, geben die Hoffnung, daß Mittel und Wege für die Wiederinbetriebnahme von 20 bis 25 kleineren Gruben gefunden werden, wodurch nach einer entsprechenden Einlaufzeit sich die Monatsproduktion um über 30 000 Tonnen heben würde. Angesichts unserer immer noch drückenden Arbeitslosigkeit und Devisennot ein recht erfreulicher Ausblick, im besonderen auch für die vielen an solchen Wiederaufnahmen interessierten Dorfgemeinden. ♦ * Leichter Hmsatzrückgang im Textileinzelhandel im Februar. Die für den Textileinzelhandel vorliegenden Hmsatzergebniffe für Februar zeigen im Gesamtdurchschnitt für das deutsche Wirtschaftsgebiet gegenüber dem gleichen Monat des Dorlahres ein Absinken der Hmsätze um 1,2 v. H. Allerdings geben die für den Januar und Februar d. I. ermittelten Hmsatzziffern für sich allein betrachtet kein klares Bild von der tatsächlichen Hmsatzentwicklung, da die Hmsätze durch die in verschiedenen Wirtschaftsgebieten ftattgefunbene zeitliche Verlegung der Jnventurverkäufe zum Teil beeinträchtigt worden sind. Um einen genauen Heberblick über die tatsächliche Hmsatzbewegung zu erhalten, werden die Umsätze der beiden Monate zusammengefaßt. Hierbei ergab sich für Januar und Februar eine wertmäßige Zunahme von 1,6 vom Hundert gegenüber den beiden gleichen Monaten des Jahres 1934. Rhein-Mainische Mittagsbörse. Leicht befeskigt. Frankfurt a. M., 10. April. Die Börse lag reckt ruhig, in sich aber freundlich. Die Publikumsaufträge haben merklich nachgelassen, bevorzugt sind mehr dividendentragende Nebenwerte. Da besondere Anregungen nicht Vorlagen, hielt sich auch die Kulisse zurück. x Erst im Verlaufe traten stärker deutsche deutsche Renten, besonders Hmschuldungsanleihe und Altbesitz hervor. Kommunal-Hmschuldung um 20 Pf. höher. Zinsvergütungsscheine 15 Pf. höher gefragt, Altbesitz 112,05. Auch Mexikaner eher fester, Golo- Mansfelder Bergbau .. Kokswerke........... M Bergbau...... che Braunkohlen Rheinstahl ........... Vereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln. Kaliwerke Salzdetfurth I. G. Farben-Jndustrie ScheideanstaU........ Goldschmidt ......... Rütgerswerke........ Metallgesellschaft...... Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt.. Schultheis Patzenhoser (Gigenberii Mchspropag flc tern in weite Kreise! MM sahen tadt mit stark bels kam am ! Franksfirter F Machmittagsstu der SSl. und *5 omie der NS nommen hatte ; hatten sich ei 6er Stellvertr Reiner, Krebs, P Beckerle, der Adjutant * Adjutant des ! her, Gaupros ' stelle Hejjen-R Bolksaufklärur Scheld und U Müller, des Ministers befanden sich ; deutschen Str rot - anke, telsky ur Schweitzer fchenmenge be Heilrufen. Nl .Blumenstrauß reundlichen chritt er unk ches bie Aron begab er fid) Woljnung Oes < SW Die Reife de- Franksurt galt Reichsautc hatte der Füh den ersten Cpi ren, ist die ftadt voll« beiten sollen d jetzt ist es e hindernislose: einen Waldpi st'nen schimm st°dt geht du lst die Strec « a u ift, ber •[400 Kilomet Au sind, me Kilometer fer Kilometer «ich zwei . Als die Fest ^tzte bereits i Volksgen I .en Ctunder [ unterJ)ie( rietet ,7t lch 0] 89,25 I 89 I 89,25 I 5 120,25 | 120,4 I — Schlußkurs 9.4 Schlußkurs 9.4- Devisenmarkt Vertin — Frankfurt a. M. 9.April 10. April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld »rief Buenos Atre. 0,658 0,662 0,658 0,662 Brüssel..... 41,98 42,06 41,98 42,06 Mo de Jan. 0,201 0,203 0,201 0,203 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 53,63 53,73 53,91 54,01 Danzig..... 81,09 81,25 81,09 81,25 London ..... 12,01 12,04 12,075 12,105 HelstngforS.. Paris ...... 5,305 5,315 5,335 5,345 16,38 16,42 16,38 16,42 Holland .... 167,53 167,87 167,13 167,47 Italien..... 20,58 20,62 20,58 20,62 Japan ...... 0,702 0,704 0,706 0,708 Jugoslawien 5,649 5,661 5,649 5,661 OSIo.....: 60,37 60,49 60,68 60,80 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 10,90 10,92 10,96 10,98 Stockholm... 61,94 62,06 62,26 62,38 Schweiz .... 80,72 80,88 80,72 80,88 Spanien.... 33,92 33,98 33,92 33,98 Prag....... 10,375 10,395 10,375 10,395 Budapest ... — — — — Neuyork... 2,486 2,490 2,487 2,491 Frankfurt a.201. Berlin Frankfurt a. M Serlin Schluß- kurS Schlußk. Abmd« börse Schluß- kurs Schlußk. Mittagbörse Schluß- kurs Schlußk. Abend« börse Schluß« kurs Schlußk. Mittag» börse Datum 9.4. 10.4. 9-4 10.4. Datum 9.4- 10.4. 9.4 10-4. 6% Deutsche Retchsanleihe v. 1927 100,13 100 100,13 100,25 4% desgl. Serie 11 ............. 8,5 8,5 —- — 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,5 97,25 96,5 97,25 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,4 4,4 4,4 4,65 5Vi% Doung-Anlethe von 1930 .. 101,5 — 101,75 4’4%Rumän.veretnh.Rentev.l913 6,75 6,75 6,13 6,75 Deutsche Anl.-Wlöj.-Schuld mit 4% Rumänische vereinh. Rente .. 4,13 4,13 4,13 4,2 112 13 112 112,1 214% Anatolier ............... 33,75 33,9 33,75 33,9 W/o Deutsche Retchspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 99,6 99,9 99,9 100 Hamburg-Amerika-Paket .....O 32,5 32,25 32.4 32,5 6% efjem.8% Hess. Bolksstaat 1929 Hamburg-Südam. Dampfschiff. O 27,75 26,5 (rückzahlb. 102%)............ 97,25 97,25 97 97,25 47i% ehem. Hessische Landesbank A.G. für Verkehrswesen Akt. .. O 82,5 ^82 81,75 82 Darmstadt Gold N. 12........ 96 96 —— d— Berliner Handelsgesellschaft ... 5 108 108 107,5 107,25 5y2% ehem. Hess. Landes-Hypo- Commerz, und Privat-Bank ... 0 85,65 85,75 85,25 85,5 thekenbank Darmstadt Staut ... 100,25 100,25 ■* — Deutsche Bank und Disconto- 4%% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.8 — __ _ — Gesellschaft................O Dresdner Bank..............0 88,75 88,75 88,75 88,75 88,75 88,75 88,75 88,75 Oberhessen Provinz-Anleihe mti Auslos.-Rechten ............. Reichsbank ................ 12 158,25 159 158 158,75 Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 114,76 115 114,75 115 A.E.G......................O 35,75 36,75 36,25 36,5 47i% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl 136,5 136,25 136,75 136,5 Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 — 96 — — Elektr. LteferungSgesellschast... 5 107,75 108,25 109,25 6’/,% ehem. 4'/r% Franks. Hyp^ Licht und Kraft ........... 6 7» 124 124,5 124,13 124,5 Bank-Ligu.-Pfandbriefe....... 100,5 100,7 — — Felten L Guilleaume.........O 87 88 87 87,5 5%% ehem. 4y2% Rheinische Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 121 120,25 121 120,25 Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpse..... 101,25 101,13 101,2 101 Rheinische Elektrizität ........5 106,5 106,65 122,5 471% ehem. 8% Dr. Landespfand- Rhein. Wests. Elektr..........6 — — —» briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 96 96 96 96 SchuckertKCo...... 4 105 105,5 105,25 105,5 47i% ehem. 7% Pr. Landespfand- SiemensKHalske............ 7 151,75 151 151,5 150,5 5riefanst., Gold Komm. Obl.V 96 96 96 96 Lahmeyer L Co....... 7 121.75 122,25 122,75 122,5 Steuergutsch.BerrechnungSk. 35-39 105,9 105,9 105,9 105,9 Serlin, 10-April Geld Aries _ Amerikanische Noten.............. 2,439 2,459 Belgische Noten.................. 41,82 41,98 Dänische Noten ................. 53,70 53,92 Englische Noten ................. 12,04 12,08 Französische Noten............... 16,32 16,38 Holländische Noten............... 166,72 167,38 Italienische Noten................ 20,66 20,74 Norwegische Noten .............. 60,47 60,71 Deutsch Oesterreich, A 1OO Schilling — Rumänische Noten............... *— Schwedische Noten............... 62,05 62,29 Schweizer Noten................. 80,29 80,61 Spanische Noten................. 33,45 33,59 Ungarische Noten................