Hr. 59 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, U. März 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Eieszener Familienblatter Heimat tm Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universttätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Stehen. 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Er muhte am Sonntag das Bett hüten. Baldwin, der heute das Wort ergreifen wird, hat an den Kandidaten der nationalen Regierung bei der Rachwahl in Rorwood ein Schreiben gerichtet, in dem er sagt: „Wir vertrauen darauf, dah die Besprechungen mit den anderen Rationen, in die wir jetzt eintreten, den Weg zu einem wirklichen Fortschritt in der Festigung des internationalen Friedens und der Sicherheit ebnen, wobei der Vorschlag für ein Luftabkommen, wie wir hoffen, eine wichtige Rolle spielen wird." Die Regierungseinpeitscher im Unterhaus sind zur regsten Tätigkeit veranlaßt worden, um eine überwältigende Stimmenmehrheit für die Regierung sicherzustellen. Die Opposition trifft ebenfalls weitgehende Vorbereitungen. Am Montag- nachmittag werden Massenabordnungen verschiedener englischer Organisationen, wie z. B. des Völkerbundsvereins, der sozialistischen Liga usw. vor dem Unterhaus aufmarschieren. 30 Organisationen werden am Freitag eine Masfenprotestkundgebung gegen die Aufrüstung in einer der großen Londoner Hallen veranstalten. Die „Times" für fair play. Deutschland mutz unzweideutig gleichwertig behandelt werden. London, 11. März. (DNB.-Funkspruch.) „T i - m e s" schickt der heutigen Aussprache im Unterhaus -einen großen Leitartikel über die internationale Lage voraus. Die Erhöhung des englischen Rüstungshaushaltes werde von keinem Lande und auch nicht von Deutschland mißverstanden oder als peinlich empfunden. Im Gegenteil sehe man sowohl in Deutschland als auch in Frankreich ein, daß dem Frieden Europas und dem kollektiven Sicherheitsfvstem wohl gedient jci, wenn England ft art fei. Etwaige bisher bestehende Zweifel hätten sich nur darauf bezogen, ob mit einer englischen Intervention gegen einen Angreifer st aat und im Interesse der Völkerbundsvereinbarungen überhaupt im Notfälle zu rechnen sei und wenn ja, ob diese Intervention mit genügender Macht aus.geübt werde. Die kürzliche Aktion aus dem Festlande und die Tatsachen des Weißbuches sollten die Zweifler beruhigen, England werde bald besser ausgerüstet sein, um seine Hauptrolle in einem kollektiven System und besonders in der Luft zu besetzen. Wenn einmal das kollektive System verwirklicht werden könne, dann werde seine natürliche und logische Folge eine allgemeine Herabsetzung der einzelnen nationalen Streitkräfte fein. Notwendig für eine 100prozentige Teilnahme Englands an dem Friedensmechanismus müsse die Beteiligung aller Staaten auf der Grundlage der Gleichberechtigung sein. „Das maßgebende und unmittelbare Erfordernis für eine Stabilisierung Europas ist tat- sächlich die gleichberechtigte Teilnahme Deutschlands. Den weg für Deutschlands Beteiligung vorzubereiten, ist das besondere Ziel des Berliner Besuches des englischen Außenministers Simon, der jetzt glücklicherweise und, wie man hofft, endgültig in etwa 14 Tagen stattfinden soll. Diejenigen, die heule für die Regierung sprechen, werden daher ohne Zweifel daran denken, dah der Erfolg dieses wichtigen Schrittes zu einem großen Teil von dem abhängt, was sie heute sagen. Wenn es die Absicht der englischen Regierung ist, den Teil V des Versailler Vertrages durch ein System abzulösen, in dem alle Gleichberechtigung haben, dann hat es keinen Zweck, auf einem Bruch des Versailler Vertrages h e r u m z u r e i t e n. Deutschland allein zu tadeln, wäre außerdem unfair." Es sei sicher, so führt die „Times" u. a. fort, daß ein Aufschub oder ein Zusammenbruch der unmittelbaren englisch-deutschen Verhandlungen den Jsolierungs Politikern in die Hände arbeiten müsse und die Sache der kollektiven Sicherheit in Europa in nicht wie - dergutzumachender Weise schädigen könne. Der Augenblick sei kritisch. Man habe den Beschluß gefaßt, Deutschland als gleichwertig zu behandeln. Diese Politik müsse unzweideutig durchgeführt werden. Nachdem die englische Regierung den Tatsachen ins Gesicht sehe, möge sie sich auch die Tatsache vor Augen halten, daß die Beschränkungen der deutschen Lüftungen auf den Versailler Stand unwiderbringlich vorbei seien. Es sei jetzt viel wichtiger i n d i e Zukunft zu blicken, als in die Vergangenheit. Die Außenpolitik der Labour-Opposttion. Paris, 11. März. (DNB.) Der Vorsitzende der englischen Arbeiterpartei, L a n s b u r y, hat dem Sonderberichterstatter des „Matin" das Programm seiner Partei entwickelt, deren Wahlaussichten er als ungewöhnlich günstig bezeichnete. Zur außenpolitischen Lage sagte er u. a.: Wir können kein endgültiges Urteil abgeben, da es uns an den notwendigen Unterlagen fehlt, doch glauben wir, daß alle Friedens - und Abrüstungsfragen in Genf behandelt werden müssen. Die Mächte müßten alle Deutschland verbotenen Angriffswaffen abschaffen. Heute fürchte jeder seinen Nachbarn. Das wird solange der Fall fein, als nicht eine Nation den Mut hat, kl ar und bestimmte Vorschläge für eine allgemeine Abrüstung zu machen. Die Regierungen würden alsdann Stellung zu nehmen haben und die Völker würden sehen, wo die wirklichen Kriegshetzer sitzen. Wenn England, .Frankreich und die Vereinigten Staaten in diesem Sinne vorgehen wollten, würde die Lage sich klären. Unsere Bemühungen müssen in erster Linie der Frage der ßuftftreitfräfte gelten. Wir müssen eine Kontrolle einführen, das Handelsflugwesen internationalisieren, die nationalen Luftstreitkräfte abschaffen und eine internationale Luftstreitmacht schaffen. Wer allerdings behaupte, daß in Genf eine Art autonomer Luftflotte eingerichtet werden könnte, die sich aus allen möglichen Elementen zusammensetze, der ist ein Narr. Die Zusammenarbeit englischer, italienischer und holländischer Truppen im Saargebiet zeigt zur Genüge, welchen Weg man einschlagen müsse. Das „chevalereske" Frankreich habe eine große Rolle zu spielen. Flandm über Frankreichs Gicherheitsbedürfnis. Die Rechtspresse kritisiert seinen Pessimismus. Paris, 10. März. (DNB.) Auf einem Festessen anläßlich der (Eröffnung der Lyoner Messe erklärte der französische Ministerpräsident F l a n d i n, die Aufrüstung Deutschlands, die die Unterzeichner des Versailler Vertrages machtlos gewesen seien zu verhindern, habe die Lage angesichts des (Eintritts in die rekrutenarme Zeit für Frankreich gefährlich gestaltet. Es werde von dem guten Willen Deutschlands abhängen, ob der große europäische Friede auf der Grundlage einer unbestreitbaren Gleichberechtigung verwirklicht werde. Inzwischen halte Frankreich seine Landesverteidigung aufrecht. Bedeutende Kredite seien im Dezember für die Rüstungen verabschiedet worden. Das Programm der Luftfahrt, der neue Abschnitt des Flottenbauprogramms und die Vervollständigung der Befestigungsanlagen seien zusätzliche, aber notwendige Sicherheitsgarantien, die bereits durch die diplomatischen Abkommen verbessert worden seien. Die Frage der E ff e k t i v bestände, die bei der Einstellung der nächsten Rekrutenklasse auftauche, werde in demselben Geiste geregelt werden. Flandms Rede hat auf viele Blätter reichlich pessimistisch gewirkt. Das „Echo de Paris" wirft dem Ministerpräsidenten geradezu vor, in herzzerreißendem Pessimismus zu machen, der schlecht angebracht sei bei einem Mann, der die schwere Regierungsbürde trage. Besonders bedauerlich findet das Blatt, daß Flandin über die steigende revolutionäre Gefahr gar nichts, über die aus- wärrige Gefahr kaum etwas gesagt und das dramatische Problem der Effektivbestände mit einer „banalen, lakonischen Phrase" abgetan habe, die nicht geeignet fei, die vaterländischen Gefühle zu wecken und den Franzosen die Gründe zu erklären, aus denen sie ein neues schweres Opfer übernehmen sollen, das in einem Gesetzentwurf vorbereitet worden sei. Diesen von den meisten Blättern inhaltlich wiedergegebenen Gesetzentwurf, der den Neber- gang von der einjährigen zur 1 8 mo - notigen und zweijährigen Dienstzeit vorsieht, findet das Blatt des Generalstabes b e - friedigend. Gegen diesen Gesetzentwurf hat die Liga der pazifistischen Frontkämpfer Protest erhoben, weil er ihrer Ansicht nach ein „Signal f ü r den Rüstungs- wettla u f" sei. Diese allerdings nicht sehr einflußreiche Liga will überdies eine nationale Petition gegen Den Plan des Generalstabes in die Wege leiten. Veniselos und die griechische Revolution Oer Gesandte politis über die Hintergründe des Militäraufstandes. Paris, 10. März. Der griechische Gesandte in Paris Po litis erklärte dem „Exzelsion", die augenblicklichen Ereignisse in Griechenland seien die Auswirkungen der Rivalität zweier <1 ä -- A /. •£' ’ ;lX Auch von der Seite der Rebellen treffen nunmehr Originalaufnahmen ein. Auf unserem Bild sieht man den früheren griechischen Diktator Veniselos, die Seele des Aufstandes, an Bord des zu seiner besonderen Verfügung stehenden Kreuzers bei der Beobachtung der zu ihm übergegangenen Seestreitkräfte. politischer Parteien. Bei den Wahlen im Jahre 1933 habe die Volkspartei mit einer sebr ge- rngen Mehrheit die Macht übernommen. Der Mordanschlag auf Veniselos habe die Spannungen noch verstärkt, weil man trotz aller Anstrengungen die Täter nicht habe ausfindig machen können. Es scheine aber, als ob feit zwei Monaten in g e = wissen militärischen Kreisen ein Komplott vorbereitet worden sei. Die Regierung habe das wohl gewußt, habe aber b i e Bedeutung unterschätzt. Die Regierung sei durch die Ereignisse vollkommen überrascht worden. Niemand könne sagen, ob Veniselos an der Vorbereitung des Aufstandes teilgenommen habe. Sicher fei aber, daß er sich der Bewegung sofort angeschlossen habe. Veniselos sei der Ansicht, daß durch den Belagerungszustand, ohne Befragung der Kammer die Verfassung verletzt worden sei. Das sei aber nur ein Vorwand. Man habe behauptet, die augenblickliche Regierung stecke mit den M o n a r ch i st e n unter einer Decke. Das fei aber durch nichts erwiesen. Man habe sich über die Verspätung der militärischen Operationen in Mazedonien lustig gemacht. Aber man dürfe nicht vergessen, daß die Witterungsverhältnisse in Mazedonien wirklich furchtbar seien. Politis bedauerte sodann die Zerstörung des großen Staudammes am Strymon- F l u ß, der Hunderte von Millionen gekostet habe. Dieser sollte für ein Riefengebiet den Wohlstand bringen. Veniselos, der ihn s e l b st habe erbauen lassen, habe ihn jetzt z e r st ö r t und damit mehrere hundertausend Bauern ruiniert. Vor der Entscheidung? Griechische Regierungstruppen schreiten heute früh zum Angriff bei Serres. Athen, 11. März. (DNB.) Nach zuverlässigen Meldungen, die am Sonntagabend von der Front in Athen eingetroffen sind, sind die in der Mitte der Kampflinie stehenden Regierungstruppen b i s auf zwei Kilometer von Serres entfernt vorgerückt. Hier leisteten die Aufrührer nur sehr schwachen Widerstand. Dagegen stieß der linke Flügel der Regierungstruppen auf ernsthaften Widerstand, der jedoch gleichfalls gebrochen wurde. Heute, Montag, sollen 30 Bombenflugzeuge die Stellungen der Aufständischen bei Drama und Kavalla mit Bomben belegen. Die Einkreisung der Aufrührer, die General Kondylis verfolgte, wurde am Sonntag infolge der großen (Entfernungen und hauptsächlich infolge der Ueberschwemmung des Strymon noch nicht erreicht. Kondylis teilte Sonntag abend dem Ministerpräsidenten mit, daß die Regierungstruppen 150 Gefangene gemacht und vier Geschütze erobert hätten. Unter den Gefangenen befänden sich zahlreiche Offiziere und Zivilisten, die sich gegen Löhnung hätten anwerben und ein- stellen lassen. Die Entscheidung steht dicht bevor. General Kondylis übernachtete mit seinem Generalstab in der Nähe von Serres im Dorfe Provata. Man rechnet mit einem Angriff auf d i e be - feftigten Stellungen der Rebellen um vier Uhr früh. Alle Straßen und Wege zur Front weifen einen überaus starken Verkehr von Muni- tions- und Proviantkolonnen, von Militär aller Waffengattungen auf. Am Sonntag trafen in Athen 50 höhere Offiziere, die in Saloniki an der Erhebung gegen die Regierung teilgenommen hatten, ein. Soldaten und Zivilisten bedrohten die Offiziere derart, daß sie unter Polizei» schütz genommen werden mußten. Sie rourbeji in Haft genommen. Vermählung des Ministerpräsidenten Göring. / z "<'•/<»«< '-V™ ’tti : V ■ -/ - ; ... ; .5 M/ -z ____ Berlin, 9. März. (DNB.) (Eine uns heute zugegangene Nachricht, daß der Ministerpräsident und Reichsluftfahrtminister General Göring sich am Donnerstag, 11. April, mit Frau Staatsschauspiele- rin Emmy Sonnemann vermählen wird, ist uns auf Rückfrage bei der Adjutantur des Ministerpräsidenten als richtig bestätigt worden. Staat, Technik und Wirtschaft. Kundgebung der deutschen Technik auf der Leipziger Messe. Leipzig, 10. März (DNB.) Zum zweiten Male fanden sich die im Reichsbund technisch- wissenschaftlicher Arbeit (RTA.) und im Nationalsozialistischen Bund deutscher Technik (NSBDT.) vereinigten deutschen Ingenieure und Techniker aus Anlaß der Frühjahrsmesse in Leipzig zu einem Messetreffen der Technik zusammen. Während das erste Treffen Organisationsfragen galt, wurde diesmal die praktische Arbeit des Ingenieurs in Staat, Technik und Wirtschaft behandelt. Reichsstatthalter M u t s ch m a n n eröffnete die Kundgebung mit einem kurzen Gedenken an Hanns Schemm. Die Ausgaben des Technikers, so führte er dann aus, bestehen nicht nur im Erfinden und Konstruieren, sondern seine schöpferische Begabung verpflichte ihn auch, sich am öffentlichen Leben zu beteiligen. Technik und Wirtschaft seien untrennbar miteinander verbunden, wie es auch kein Gebiet menschlicher Betätigung aebe, auf das die Technik nicht Einfluß habe. Auch auf dem Gebiet der Politik sei das heute der Fall, schon allein aus der Tatsache, daß sich Deutschland gegenwärtig seinen wirtschaftlichen Weg aus eigener Kraft bahnen müsse. Der Beauftragte für die Technik, Generalinspektor Dr. Jng. Todt, gab einen kurzen Ueberblick über die technischen Großleistungen, die in diesem Jahr in Angriff genommen und durchgeführt wurden. Damit habe die Technik auch eine ungeheure Verantwortung übernommen. Von her Art, wie diese Aufgaben durchgeführt werden, hänge das Wohl unserer Nation ab. Die Technik werde diese Ausgaben zum Nutzen der Gesamtnation erfüllen. Sodann sprachen Staatssekretär Dr.-Jng. ehrenh. Ohnesorge über „Staat und Technik" und Dr.- Jng. Schulz (VDJ.) über „Unsere Aufgaben und die technisch-wissenschaftlichen Vereine". Das deutsche Volk besitze einen großen Schatz, der ihm Ausgleich biete für alle von der Natur karg zugemessenen Güter: den forschenden und schaffenden Geist in der deutschen Technik Nicht nur das wirtschaftliche, sondern zugleich das politische und völkische Leben beruhe weitgehend auf der Arbeit der deutschen Wissenschaft und Technik. Aufgabe der Staatsführung sei es, die technische Forschung auf ein bestimmtes Ziel zu richten. Dann sprach als Vertre- Saarbrücken, 10. März. (DNB.) Am Sonn- im wiederholten Ariedenserklärungen Ä« Bstjatzzmg. Bayreuth, 9. Mürz. Die Straßen Bayreuths belebten sich im Laufe des Vormittags. Vor dem H a u f e d e r d e u t f ch e n E r z i e h u n g, auf tem Platz, der heute zum ersten Male die lor- beerumkränzten Schilder mit dem Namen des toten Gauleiters trägt, stauen sich die Menschen. Auf dem Wege zum Friedhof sind 200 Pechpfannen aufgestellt worden. Um 10.30 Uhr traf der Führer mit dem Berliner Sonderzug auf dem Bahnhof em. Das Grab Hanns Schemms liegt neben dem Grab Siegfried Wagners, nicht weit davon die Gräber Franz Liszts und Chamberlains. Nachdem das Lied vom guten Kameraden verklungen war, hielt der Geistliche die Grabrede. Unter den Klängen des Bayerischen Präsentiermarsches senkte sich der Sarg ins Grab. Nach dem letzten Gebet des Geistlichen rauschten die Klänge des Horst-Wessel- Liedes, des Deutschlandliedes und des Liedes der bayerischen Ostmark über das Grab. Sinnen und Trachten im Leben nur eines kannte, den Führer, die Bewegung, Deutschland, so war auch im Sterben angesichts deines Todes deine letzte Sorge, dein letztes Wort der scheu den Feinden des Weltkrieges der Weg zur ehrlichen Verständigung offen. Die Frontsoldaten bekennen sich rückhaltlos zu den wir stehen zusammen und bauen weiter am neuen Deutschland, auf daß es Die Frontgeneration des Saargebietes hat an dem Ausgang der Saarentscheidung hervorragenden Anteil. Nun ist zwi- Befreiungsappell des Kyfthäufer-Bundes in Saarbrücken des Führers. Wir alle, die wir den Krieg kennen, wollen ehrlich für den Frie- diefe leeren Versprechungen in bte Tat umgesetzt. „Seid aber dankbar", rief Dr. Ley aus, „beweist eure Dankbarkeit eurem Führer Adolf Hitler dadurch, daß ihr seine Prediger werdet wenn ihr wieder zurückkehrt in die Fabriken und Betriebe. Die Ansprache schloß mit einem dreifachen „Sieg- Hell" auf den Führer, in das die Tausende begeistert einstimmten. Nach dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Wessel-Liedes spielte die Marinekapelle die portugiesische Nationalhymne. Nach der Feier begab sich Reichsorganisationsleiter Dr. Ley an Bord des „Deutschen". Um 14.30 Uhr setzte Sirenengeheul ein, Kommandos ertönten und die Leinen wurden losgemacht. Auf dem „Hein Godenwind" war die Marine-HI. die Wanden hinaufgeklettert. Noch einmal ertönten flotte Märsche zum Abschied. Dann setzte sich der „Deutsche" unter den Klängen des Liedes „Muß id) denn ..." langsam in Bewegung, gefolgt von der „St. Louis" und der „Oceana". Die „KdF."-Schiffe passierten am Sonntagabend Cuxhaven. Trotz des Feiertags und der überaus kalten und stürmischen Witterung hatten sich Tausende eingefunden, um den ausreisenden Volksgenossen einen herzlichen Abschiedsgruß zu entbieten. Das ganze Steuben-Gehöft war mit Lichterketten wirkungsvoll illuminiert. Um 20.15 Uhr kam das Flaggschiff „Der Deutsche" in Sicht. Im gleichen Augenblick erstrahlte über dem Steubcn- Gehoft ein weithin erkennbares Transparent: „Kreis Cuxhaven wünscht gute Fahrt!" Heil'.-Rufe ertönten, als das Schiff vorüberfuhr. Gegen 20.30 Uhr folgte die „St. Louis", und wieder erschallten Heil!-Rufe von Land und von Bord des Schiffes. Die Bordkapelle intonierte das Lied ,Wem Gott will rechte Gunst erweisen", und die Volksgenossen gaben ihrer Begeisterung immer wieder durch Heil!-Rufe Ausdruck. -— Um 21 Uhr passierte dann das letzte Schiff, die „Oceana, 1 die Cuxhavener Reede. Führer, die Bewegung, Deutschland! Gehe in Ruhe von uns! Wir, die wir weiter kämpfen dürfen. Das Staatsbegräbnis für Gauleiter Hans Gchemm. Der Führer nimmt an der Trauerfeier im Haus der deutschen Erziehung teil. _t?r Führer beim Verlassen des Hauses der Erziehung, in dem die Trauerfeier stattfand. Ferner sah man u. a. die Reichsminister Goebbels und Darrä, Obergruppenführer Brückner und Korpsführer Hühnlein. Inzwischen haben die Leidtragenden in der Ehrenhalle des Hauses der deutschen Erziehung Platz genommen. Es sind die Witwe des Verstorbenen, seine Mutter, sein 18jähriger Sohn und die beiden Brüder des Ministers anwesend. Hinter den Familienmitgliedern sitzen die beiden Ehrenbürgerinnen Bayreuths, Frau W i n n i f r e d Wagner mit ihren Kindern und Frau Eva Chamberlain. Ein Raunen geht durch die Menge. Der Führer betritt die Halle, er schreitet zum Sarg und reckt die Hand zum Abschiedsgruß. Sodann drückt er der Witwe und der Mutter des Verstorbenen sichtlich bewegt sein Beileid aus. Dann legt er einen Lorbeerkranz am Sarg nieder. Der Kranz trägt folgende Worte: „Meinem treuen alten Gauleiter, dem Kampfgenossen um die Macht, dem Erzieher eines neuen Volkes, Hanns Schemm in tiefer Bewegung und Dankbarkeit. Adolf Hitler." Nunmehr fetzte das bayerische Staatsorchester, geleitet von Generalmusikdirektor Knapperts- dusch, mit den Klängen des Trauermarsches aus der 7. Symphonie von Beethoven ein. Dann trug der Schauspieldirektor Schlenk (München) einen Epilog vor, in dem erwähnt wurde, daß an der Stelle, wo jetzt der Sarg stehe, sich später das Standbild der deutschen Mutter erheben solle, die für Schlemm stets die Verkörperung selbstloses Nächstenliebe und aufopfernden Gemeinschaftssinnes gewesen sei. Der Regensburger Domchor sang alsdann die Motette von Michael Bach weiß, daß mein Erlöser lebt." den wirken. Wir sind bereit, den ehrlichen Frontkameraden die Hände zu reichen. Das Wort unseres Führers soll Erfüllung finden: kein Deutscher für einen neuen krieg, aber für die Verteidigung des Vaterlandes das ganze Volk!" Der Redner schloß: „Neue Aufgaben werden an die Bevölkerung des Saarlandes herantreten. Auch der Kyffhäuferbund wird von euch weitere restlose Erfüllung eurer Pflichten als treue geistige Kämpfer für Deutschlands Geltung, Freiheit und Ehre fordern. Ich bin überzeugt, daß wir in den Saarkameraden bewährte und arbeitsfrohe Helfer bei unsrer Arbeit finden im Sinne des Wahlspruchs „Allezeit treu bereit für des Reiches Herrlichkeit." Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, trat an die Bahre zu folgender Gedächtnisrede: „Für den Führer spreche ich zu dir! Dein Führer und seine Bewegung, -die der Inhalt deines Lebens waren, nehmen Abschied von dir. Du hast deinen Dienst für Deu tschland getan als alter Kämpfer, als bewährter treuer Gauleiter in langen schweren Jahren der Bewegung, als Erzieher deines Volkes, als ftüher Diener des neuen Staates. Wie du gelebt hast, bist du gestorben! Tapfer dem Schicksal ins Auge sehend, männlich, wie dein Tod selbst männlich war. Wie all dein Ein dreifaches „Hurra!" auf Führer und Vater- land schloß die Ansprach. Daraus marschierten die alten Frontsoldaten zwei Stunden lang an dem Bundesführer vorbei. Folgendes Telegramm wurde an b c n Führer und Reichskanzler gesandt: „50 000 zum Kyffhäuser-Befreiungsappell an der deutschen Saar aufmarschierte Frontsoldaten des Weltkriegs erneuern ihrem Frontkameraden, dem Befreier und Führer unseres Volkes in Dankbarkeit und unerschütterlicher Verbundenheit das Gelöbnis der Treue. Gez.: Oberst a. D. Reinhardt, Bundesfuhrer. Der ÄeichsjugendsiUer im Saargebiel. Saarbrücken,^ März. (DNB.) Reichsjugend- führer Baldur v. Schirach war Samstag und Sonntag in Saarbrücken. In V ö l k l i n g e n waren im Stadion mehr als 5000 Angehörige der HI.- Organisationen angetreten. Der Reichsjugendfuhrer hielt eine kurze Ansprache, in der er u. a. ausführte, daß er überglücklich fei, heute der freien Saar die Grüße der Jugend des Deutschen Reiches zu überbringen. Die Fahrt ging dann über Merzig weiter nach Mettlach, wo die Steingutfabrik von Vil- leroy & Boch besichtigt wurde. Auch in Saarlouis hatten sich über 5000 Angehörige der nqtio- nalsozialistischen Jugend, sowie Tausende von Volksgenossen eingefunden. Schirach setzte sodann die Fahrt fort durch den Warndt und den Gau. Auch in den kleinsten Orten hatte sich die Jugend mit den Erwachsenen an den Straßen versammelt. Eine Kundgebung des Standorts S a a r b r ü ck e n der Hitlerjugend versammelte mehr als 6000 Angehörige der NS.-Jugendorganisationen. Der Reichsjugendführer führte u. a. aus, daß die NS.-Jugend zu einer 6-Millionen-Kameradschaft geworden sei. Die Jugend sei das Bollwerk des deutschen Nationalsozialismus. Schirach wies die Behauptung, die HI. 1 sei gottlos oder religionslos, scharf zurück. Wer heute mit der Jugend marschiere, der marschiere nut dem Deutschland der Zukunft. Wer aber gegen die NS.-Jugend stehe, der stehe gegen den NS.-Staat. Schirach betonte eindringlich den sozialistischen Grundcharakter der nationalsozialistischen Jugend, in der der Sohn des Gelehrten neben dem Sohn des Bauern, des Arbeiters und des Bankiers marschiere in einer herrlichen Kameradschaft. Am Sonntag besichtigte der Reichsjugendführer zunächst die Jugendherberge in Saarbrücken. Dann fuhr er nach Sulzbach, wo er an die Belegschaft eine kurze Ansprache hielt. Die nationalsozialistische Bewegung habe es sich von Anfang an zur Pflicht gemacht, dem deutschen Arbeiter die Stellung zu geben, die ihm gebühre. Gerade in der NS.-Iu- gend sei heute die große Einheit des deutschen Sozialismus geschaffen. Die Jugend habe die Schranken des Dünkels und des Klassengeistes zerbrochen und marschiere in die Zukunft als die Garde der deutschen sozialistischen Revolution. Der Reichsjugendsührer hat im Anschluß an die Errichtung des Gaues Saar-Pfalz b er NSDAP, bie Schaffung eines eigenen G e - bietes Saar-Pfalz der Hitlerjugend sowie eines eigenen Obergaues des BdM. verfügt. Wirtschaft nicht erfaßt werden konnten, weil das Gesetz hierzu keine Rechtsgrundlage bot. Der Zen- lrcllverband Deutscher Haus- und Grundbesitzer- vereine habe nunmehr den Wunsch ausgesprochen, daß für die Verbände der Hausbesitzer eine entsprechende gesetzliche Regelung getroffen werde. Den gleichen Wunsch habe hinsichtlich der Organisationen der Mieter der Bund Deutscher Mietervereine in Dresden geäußert. Diese Wünsche seien berechtigt. Der deutsche Hausbesitz verwalte rund 17 Millionen Wohnungen, die Heimstätten deutscher Volksgenossen. Er habe die Verantwortung für Milliardenbeträge des Volksvermögens und sei der wichtigste Auftraggeber für das Handwerk. Bei dieser großen Bedeutung des Hausbesitzes in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht müsse bie Sicherheit bestehen, daß die Organisationen des. Hausbesitzes auf die Mitglieder im Sinne der Reichsregierung einwirken und sich geschlossen für die Ziele und Forderungen der Reichsregierung einsetzen können. Die gleiche Forderung sei hinsichtlich der Verbände uab tafle von Mistern zu erheben. Es miW Hausbesitzer undlNieterverbände unter Äeichsaussicht. Berlin, 9. März. (DNB.) Die Reichsregierung hat, wie das NdZ. meldet, einen wichtigen weiteren Schritt zum organischen Aufbau der deutschen Wirtschaft durch das Reichsgesetz „lieber Anerkennung und Beaufsichtigung von Vereinigungen von Hausbesitzern und Mietern" getan. Das Gesetz gibt dem Reichsarbeitsminister das Recht, Vereine von Hausbesitzern oder Mietern zu errichten, auszulösen oder miteinander zu vereinigen, bie Satzungen ber= artiger Organisationen zu ändern und zu ergänzen, den Führergrundsatz einzuführen und schließlich Verbände von Hausbesitzer- oder Mieteroereinen I als alleinige Vertretung des deutschen Hausbesitzes ober ber beutfchen Mieterschaft anzuerkennen. Die Begründung sagt u. a., daß der Hausbesitz sund die Mieterschaft durch das Gesetz zur Vor- bereituy- bss orgLmjchsv Höhepunkt der winterlichen Arbeitslosigkeit meistens erst gegen Ende F e b r u a r erreicht zu werden pflegt. Dies war z. B. m den Jahren 1929 bis 1933 der Fall, und nur das durch besonders mildes Winterwetter begünstigte Jahr 1934 brachte eine Ausnahme. Die günstige Ruckwnc- kung ber gebesserten WitterungsverhältnMe berechtigt zu ber Erwartung, daß der winterliche Rua- schlag im nächsten Monat weiter \ d) n e l und erheblich aufgeho l t wirb, wenn nicht ein länger anhaltender Kälteeinfall bie ' ten erneut behinbert. Der Rückgang ber Arbeitslosigkeit war in erster Linie in ben Berufen, Die m den vorhergehenben Wochen Arbeitskräfte freigesetzt hatten: Im Baugewerbe (minus 61J)00) in ber Industrie der Steine und Erden (minus 12 800); in dem D e r k e h r s g e w e r b e (minus 10000); in der Gruppe der ungelern- ten Arbeiter (minus 63000). Die Zahl der Unterstützungsempfänger in den drei Unterstutzungs- einrichtungen ist um 119,000 zuruckgegangen. Der Rückgang der nichtunterstützten Arbeltslosen um 90 000 zeigt, daß eine große Zahl von Arbeitslosen schon innerhalb der dem Unterstut- zungsdezug vorgeschalteten Warte- zeitwiederinArbeitgekommen ist; weiter treten in diesem Rückgang die Vermittlungen Jugendlicher in die Landwirtschaft in Erscheinung. Mit „Kraft durch Freude" nach Madeira 3000 Arbeiter fahren auf drei KdF.-Schiffen nach dem Süden. ter der Dinta (Deutsches Institut für nationalsozialistische technische Arbeitsforschung und -schulung) Dr.-Ing. ehrenh. A r n h o l d über „Der Ingenieur als Offizier ber Wirtschaft". Die große Aufgabe des Ingenieurs im Dritten Reich bestehe darin, daß er nicht nur Sachwalter des Betriebes, sondern der Führer der Kampfeinheit „Betrieb" sein soll. Ge- neraiinspektor Dr. Todt stellte als Ergebnis der Kundgebung fest, daß sie ben Umschwung, bertiiun auch Oie Technik erfaßt habe, habe erkennen leisen. Er schloß die Tagung mit einem dreifachen oteg= Heil auf den Führer. Günstige Entwicklung des Arbeitseinsatzes. Berlin, 9. März. (DNB.) Mit dem Eintritt milderer Witterung, die eine Wiederaufnahme der Außenarbeiten ermöglichte, fetzte — wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung berichtet — eine umfangreiche En11astung in der Arbeitslosigkeit em. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen lag Ende Februar — bei einem Stande von 2765000 — bereits um 209 000 hinter dem winterlichen Höchststand, Ende Januar. Ein Rückgang in diesem Umfange ist um so beachtlicher, als erfahrungsgemäß der Hamburg, 10.März. (DNW) Sonntag stand i ganz Hamburg im Zeichen der Madeirafahrer der , NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude . In den - rühen Morgenstunden kamen aus allen Teilen des . Reiches etwa 3000 21 r b ei t s ta m er a b e n । der Stirn und Faust in Hamburg an, um mit den drei Dampfern „Der Deutsche", ^„St. Louis und „Oceana" eine dreiwöchige See r e tj e n ach Lissabon und Madeira anzutreten. Der Hafen zeigte ein festliches Bild. Alle Fahrzeuge hatten über die Toppen geflaggt. An der Uebersee- brücke hatten die Betriebe sowie Abordnungen ».er PO., der SA. und der DAF. mit ihren Fahnen und Musikzügen Aufttellung genommen. Auf der Brücke stand eine Abteilung des Arbeitsdienstes. Auf dem Jugendherbergsschiff „H el n G od en- wind" hatten HI. und eine Kapelle der Reichs- marine Aufttellung genommen. Neben Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, dem Leiter des Amtes Reisen, Urlaub und Wandern Dr. Laffrenz sowie dem Reichsleiter der NS.-Gememschaft „Kraft durch Freude", Dreßler-Andreß, Ratten sich u.a. Reichsstatthalter Kaufmann und Admiral von Lindau von der Neichsmarme-Dienststelle sowie her portugiesische (Betäubte und der portugiesische Generalkonsul eingefunden. Reichsstatthalter Kaufmann betonte, diese Fahrt solle beweisen, daß der deutsche Arbeiter im Reiche Adolf Hitlers sein Vaterland wie- dergefunden hat. Diese Fahrt solle der Wett künden, daß der deutsche Arbeiter für bas R e ich opfern unb arbeiten will, aber auch in diesem Reiche sich heimisch fühlt. Die Urlaubsfahrer künden von dem Großen des Sozialismus, der im Herzen Europas erwacht ist. Reichsorganisationsleiter Dr. Ley verlas em Flugblatt der SPD. aus dem Jahre 1904, in dem deutschen Arbeitern versprochen wurde, daß sie einst die Meere befahren und mit Flugzeugen die Lüfte durchkreuzen würden. Der Nationalsozialismus habe tag stand das Saarland, insbesondere Saarbrücken, Zeichen des Befreiungsappells des Reichs- egerbundes Kyffhäufer. Ungeheuer kriegerbundes Kyffhäufer. Ungeheuer war die Teilnahme ber alten Solbaten an« allen Teilen bes Reiches. 40 Sonberzüge brachten bie mehr als 40000 Teilnehmer an bem Befreiungsappell nach Saarbrücken. Dazu kamen aus Saarbrücken unb Umgebung noch 10000 ehemalige Solbaten. Saarbrücken - t . hatte bas schönste Festkleib angelegt. Tausende durch die Jahrhunderte fest stehe. Wir bauen weiter on Fahnen wehten in Straßen und Gassen, an diesem Deutschland, das du so geliebt host, für Uebssrall herrschte Festesstimmung. Wo sich die das du gestritten und gelitten hast, in dessen Dienst alten Soldaten zeigten, waren sie Gegenstand leb- du starbst Wie die Bewegung, die du mit auf- Hafter Begrüßung. Endlose Menschenschlangen streb- gebaut hast, un»ergänglid> ist in der Geschichte, so ten dem Appellplatz aus dem Jndustr.egelande zu, ^st auch du unvergllnglich in der Bewegung, »u, ™ Wt ,Pra^ Schemm, lebst. Istunde am Ehrenmal ber Stabt Saarbrücken. Der Regensburger Domchor stimmte darauf bie Worten bes Gebenkens für die gefallenen fünfstimmige Motette von Palestrina „O süßer Helden Saarbrückens, gesprochen von Oberst R e i n- Tob" an. Der Stellvertreter des Führers legte eine harbt, erklang das Lieb vom guten Kameraben, herrliche Kranzspende nieder. Stumm schließen sich woraus der Bund-ssuhrer, emen Lorbeerkranz am die übrigen Reichster und Gauleiter an. Für die ^renma^ n d >gt Gl ch; 6»arge = Wehrmacht sprach Generalmajor W a e g e r den .etz- bief Ärän,e niebergelegt. len Gruß, Der Führer reicht- nochmals der Mutter hatten sich im Industri-g-lünde die unb ber Gattin seines verewigten Gauleiters Die I aItcn Soldaten aufgestellt. Unter den Klängen des Hände unb, nach einem letzten Abschiebsgruß von Präsentiermarsches schritt Oberst Reinharbt bie Hanns Schemm, schritt er aus der Halle. Front ber Stabskompagnie unb ber Fahnenforma- Als ber Sara herausgetragen würbe, grüßt bie tionen ab. In seiner Ansprache dankte er Zunächst Meng- stumm den Toten, Die Kirchenglocken Bay- den Kameraden des Reichskn-gerbundes Kysf- reuth's erklangen und langsam s-tzl- sich «U.J. -urch halten an öet Jahre in vorbildlicher soldatischer 9 ' Haltung alle harten Prüfungen siegreich dein Bewegung. Dem Musikzug folgten die Feld- standen. Sie standen nicht auf verlorenem Posten; Zeichen der SA., SS. und Motor-SA. der deutschen &ie Front des ganzen deutschen Volkes stand hinter Ostmark, die Reichsfahne des NSLB., die Fahnen Ihnen, und unserem Führer und Reichs- der HI. und des Jungvolks und die Ehrenstürme. x Q n $ (e r i st es z u danken, daß die treuen Hinter dem Sarge schritten die Anverwandten mit Kämpfer des Saargebietes wieder zum Reich dem evangelischen Geistlichen. Dann schlossen sich z u r ü ck k e h r e n konnten. an die Reichsleiter mit dem Stellvertreter des Füh- 1 " rers und dem Adjutanten des Führers an der ’ Spitze, die (Bauleiter, die Vertreter der Reichsregierung und der bayerischen Staatsregierung, die Abordnungen der PO., der Wehrmacht, der SA., i der SS., der HI. und des Arbeitsdienstes. Den Sarg selbst zierte auf seiner letzten Fahrt die ' Hakenkreuzflagge, auf der die Dienstmütze und der ' Dolch des Verstorbenen lagen. Auch Deine Zähne brauchen jeden Abend Chlorodont I ienb« und iren & jrer ytte, : bie äber- leiter Sil« iar« iatio« W fi die Auch i den Eine i der tätige gend- ib zu i. Die ional« ie 1)3* Wer re mit en die Staat. ,tischen ujink )n des 1-hi-re teil i“ er Z-"' tb-M' »r°ch°"' n- 'U roerde- Vr<- ig P Lr Kft'? isiihrer Dann .gschast listische Pflicht Wellung && en irocheu de bek Warm das Weißbuch Deuischland so Mer enttäuscht hat. Eine Ltnterredung Ribbentrops mit einem englischen Journalisten. auch verhindert werden, daß dke Einheitlichkeit und Geschlossenheit der Vertretungen des Hausbesitzes und der Mieter durch das Bestehen verschiedener, voneinander unabhängiger Verbände und durch ihre Jnteressenkämpfe gestört werden. Lleberwachung der Büchereien. Berlin, 10. März. (DNB.) Reichsleiter Alfred Rosenberg erläßt, wie der „V. B." berichtet, als Beauftragter des Führers für die weltanschauliche Erziehung der NSDAP, folgende Anordnung: „Im Rahmen des mir vom Führer erteilten Auftrages, lleberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Erziehung der NSDAP., wird bei der Abteilurig Schrifttumspflege meiner Dienststelle eine besondere Abteilung errichtet, die folgende Ausgaben hat: lleberwachung und Ueberprüfung der Bestände vorhandener Büchereien, Beratung bei Neubeschaffungen und Errichtung neuer Büchereien. Leiter der Abteilung Büchereiwesen ist Pg. Dr. Rudolf Kummer, Anschrift: Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums, Abteilung Büchereiwesen, Berlin N< 24, Oranienburger Straße 79." Reichstagung der DAF. Berlin, 10. März. (DNB.) Die NSK. meldet: Vom 26. bis 30. März findet in Leipzig die große Reichstagung der Deutschen Arbeitsfront statt. Reichsleiter und Reichsminister werden auf dieser Tagung sprechen. Die Amtsleiter der DAF. geben in kurzen Referaten einen Leistungsbericht über die Arbeit ihrer Aemter. Damit wird diese gewaltige Tagung, zu der über 4000 Teilnehmer erscheinen, zu einer großen und eindrucksvollen Leistungsschau der Deutschen Arbeitsfront. Alle Kreiswalter, Gauwalter und Reichsbetriebsgemeinschaftsleiter der DAF. sind in diesen Tagen in Leipzig versammelt. Japan setzt sich durch. Dftbahnverkauf perfekt. — China lenkt ein. Tokio, 10. März. (DNB.) Halbamtlich wird mitgeteilt, die Sowjetregierung habe das japanische Außenministerium wissen lassen, daß sie mit der Unterzeichnung des Abkommens über den Verkauf der Ostchinabahn am 23. März in Tokio einverstanden sei. Es wird hinzugefügt, daß die Moskauer Regierung den Entwurf über den Verkauf der Bahn genehmigt hat. Mit der Unterzeichnung des Abkommens wird eine Periode zweijähriger Verhandlungen abgeschlossen. Einen sehr wesentlichen Schritt auf dem Wege einer chinesisch-japanischen Einigung bedeutet es, daß die chinesische Regierung, wie hier amtlich bekannt gegeben wurde, das japanische Außenministerium hat wissen lassen, daß auf Grund eines Gesetzes die an ti japanische Propaganda in China verboten ist. „Schimbun Rengo" erklärt dazu, das Gesetz sei am 5. März erlassen und sofort in Kraft getreten. Die chinesischen Behörden seien zu strengster Durchführung des Gesetzes verpflichtet wordem In Kreisen des japanischen Außenministeriums begrüßt man diesen Schritt und ist der Auffassung, daß nunmehr einer freundschaftlicheren Gestaltung der Beziehungen beider Länder nichts mehr im Wege steht. Aus aller Well. Das rhein-mainische Pressefest in Frankfurt. Wenn die Presse, deren Vertreter im Laufe des Jahres an so vielen festlichen Veranstaltungen aus beruflichem Zwang teilnehmen müssen, sie selbst also die Arbeit und die andern das Vergnügen haben, auch einmal an sich denkt und ein Fest aufzieht, dann ist das immer ein besonderes Ereignis. Auch das zweite Fest der rhein-mai- nischen Presse im Frankfurter Palmengarten hat diese Erfahrung bestätigt. Männer und Frauen aus allen Kreisen der Bevölkerung, aus Partei, Behörden, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst sanden sich mit der „Ritterschaft der R o t a t i o n", wie das Programm die Presseleute bezeichnete, zu Stunden fröhlicher Geselligkeit und wahrer Volksgemeinschaft in den geschmackvoll ausgeschmückten Festsälen zusammen. Der erste Teil der Festfolge stand unter dem Motto „Vom d e u t- schenKampf und Sieg". Er wurde eingeleitet mit einem Sprechchor der HI., mit abschließendem Trutzgesang. Dann folgte die Festansprache des Leiters des Landesverbandes Rhein-Main im Reichsverband der deutschen Presse, Gaupressechef und Hauptschriftleiter F. H. Woweries MdR. Deutschlandlied, Horst-Wessel-Lied und der Badenweiler Marsch beschlossen den ersten Teil. Der zweite Teil galt frohem Lachen und Leben, dargeboten von Künstlern der Frankfurter Oper und des Schauspielhauses. Nach Ablauf der künstlerischen Darbietungen durchströmte die Geselligkeit alle Räume des Palmengartens. Besonderes Interesse fand der Losabsatz für die reich aus- gestattete Tombola, die wertvolle Gewinne, u. a. einen Adlerwagen, ein Motorrad mit Beiwagen, mehrere Damen- und Herrenfahrräder, Reisen und Flüge aufwies. Der „Amtliche Festbeobachter der Rhein-Mainischen Presse", eine Festzeitung, die im Palmengarten gesetzt und gedruckt wurde, unterrichtete die Besucher über den Verlauf des Abends. Der Ertrag des Festes kommt dem WHW. und den Wohlfahrtseinrichtungen der Preise zugute. Bulgarischer Finanzbeamter unterschlägt vier Millionen Lewa für die kommunistische Partei. Der bulgarische Finanzbeamte R a d e n k o f f, der vor einer Woche nach Unterschlagung von vier Millionen Lewa (etwa 120000 Mark) Staatsgeldern flüchtig wurde, wurde in Philippopel f e st g e n o m m e n. Seine Vernehmung bestätigt den Verdacht, daß er die Unterschlagung im Auftrage der verbotenen Kommun ist i s ch e n P a r - t e i verübt habe, die sich auf diese Weise in den Besitz von Geldmitteln für ihre staatsfeindliche Tätigkeit setzen wollte. Radenkoff war von dem kommunistischen Funktionär Rakowski, dem bulgarischen Vertreter der kommunistischen internationalen Organisation zur Unterstützung von Revolutionären (MOPR.) versichert worden, daß ihm die bulgarische Kommunistische Partei nach Vollbringung seiner „revolutionären Tat" eine gefahrlose Flucht nach Sowjetrußland garantiere, wo ihm ein hoher Staatsposten winke. Rakowski, dem Radenkoff drei Berlin, 9. März. (DNB.) Der Beauftragte der Reichsregierung für Abrüstungsfragen von Ribbentrop hat den bekannten Journalisten und Freund Lord Rothermeres Ward Price, ein Interview gewährt, das sich mit der Wirkung der Veröffentlichung des britischen Weißbuches auf das deutsche Volk befaßt. In dem Interview heißt es: Ward Price: England hat mit Bedauern von der Unpäßlichkeit des Führers gehört. Ist sie ernster Natur, oder steckt etwas hinter dem Gerücht, daß sie diplomatisch sei? Ribbentrop: Um Ihre parlamentarische Sprache zu gebrauchen: Die Antwort auf beide Fragen ist negativ. Der Führer brachte aus dem Saargebiet eine st arte Heiserkeit mit. Aerzt- liche Verordnungen veranlaßten ihn, alle Verabredungen abzusagen Und um eine Verschiebung des britischen Besuches zu bitten. Ward Price: Dann ist es also nicht wahr, daß die Verschiebung des britischen Ministerbesuches mit der Veröffentlichung des Weißbuches etwas zu tun hat? Ribbentrop: Weißbücher scheinen das Pech zu haben, daß sie, wann immer sie auch erscheinen, Beunruhigung und alle möglichen Kombinationen Hervorrufen. Eines aber muß ich Ihnen sagen: Niemand in Deutschland versteht den Teil des Schriftstückes, der sich m i t D e u t s ch- l a n d beschäftigt, und erst recht versteht niemand den Termin der Veröffentlichung am Vorabend eines britischen Besuches in Berlin. Ward Price: Dann stimmt es also, daß das Weißbuch in Deutschland Entrüstung hervorgerufen hat? hier antwortete Herr v. Ribbentrop sehr ernst: „Entrüstung? Rein, vielmehr eine bittere Enttäuschung." Denn was ist geschehen? Als Antwort auf den versöhnlichen Geist des englisch-französischen Eommuniques hat Deutschland am 15. 2. an England eine freundliche Aufforderung zu einer freien Besprechung des europäischen Problems ergehen lassen. In seinen aufrichtigen Wunsch zu einer Versöhnung mit Frankreich und, um zu praktischen Ergebnissen zu gelangen, im Interesse des Friedens, hak Deutschland Großbritannien als eine Garantiemacht des Locarnopaktes gebeten, in zweiseitigen Besprechungen in Berlin seine Hand zu einer fairen Lösung des Problems zu reichen. Es schien ein neuer Gei st, in dem diese Roten gewechselt und in dem die Einladung von Großbritannien angenommen wurde, ein neuer Geist vertrauensvoller Beratung und freier Vereinbarung zwischen souveränen Staaten. Rur ein solcher neuer Kurs versprach praktische Ergebnisse. Und ich bin der Meinung, daß England gefühlt haben muß, wie herzlich die Begrüßung dieses neuen Kurses in Deutschland war. Das englische Weißbuch hat nun ungefähr dieselbe abkühlende Wirkung auf diese hoffnungsfrohe Stimmung ausgelöst, wie die augenblickliche sibirische Kälte auf unseren Vorfrühling. Daß diese im übrigen auch nicht besonders gesundheitsfördernd ist, brauche ich nicht zu erwähnen. Ward Price: Gegen welche Teile des Weißbuches erhebt die deutsche öffentliche Meinung Einspruch? Millionen Lewa für die Zwecke der Kommunistischen Partei übergeben hatte, konnte auf der Fahrt nach Burga verhaftet werden, wo er angeblich ein Motorboot für die Flucht Radenkoffs nach Odessa beschaffen wollte. Die Polizei hat eine Anzahl kommunistischer Freunde Radenkoffs festgenommen, denen dieser teilweise größere.Beträge von der unterschlagenen Summe übergeben hatte. Radenkoff, der sich acht Tage in einer kleinen Hütte in Philippopel verborgen gehalten hatte, war bei seiner Verhaftung halb verjungert und erfroren, da ihn seine kommunistischen Freunde nach Aushändigung des Geldes im Stich gelassen hatten. Vereilelker Anschlag auf den Papst? Mit einem Dolch in der Tasche im Vatikan verhaftet. Von einem glücklich vereitelten Anschlag auf den Papst will her römische Berichterstatter der Pariser Zeitung „Le Jour" nachträglich erfahren haben. Ein Mexikaner hat kürzlich um eine Audienz beim Papst nachgesucht. Man zog Erkundigungen über seine Persönlichkeit ein. Sie fielen so ungünstig aus, daß man den Mexikaner, als er erneut vorsprach, kurzerhand feftnahrn und durchsuchte. Dabei wurde ein frisch geschliffener Dolch entdeckt. Man vermutet einen Zusammenhang mit den religiös-politischen Wirren in Mexiko. Reichswehrauto vom Zuge erfaßt. — Ein Soldat getötet, zehn Verletzte. Auf der Eisenbahnstrecke Lötzen—Johannisburg in Ostpreußen ereignete sich ein schweres Unglück. Auf dem unbeschrankten Bahnübergang bei Upalten fuhr ein Personenzug in eine den Uebergang passierende Lastkraftwagenkolonne der Reichswehr. Hierbei wurde der letzte Wagen der Kolonne vom Zuge erfaßt und vollständig zertrümmert. Ein Soldat wurde getötet, vier schwer und sechs leicht verletzt. Bruchdruckunternehmer stiften Freiplähe für die Schulung der Sieger im RBWL. Der Deutsche Buchdrucker-Verein, dem etwa 7000 Unternehmer des Druckgewerbes angehören, hat für die Sieger im Reichsberufswettkampf, Gruppe graphisches Gewerbe, eine wertvolle Stiftung gemacht. Danach erhalten die aus dem Reichsberufswettkampf als Beste hervor- gehenden beiden Buchdruckerlehrlinge des letzten Lehrjahres nach Vollendung ihrer Lehrzeit und Ableistung ihrer Arbeitsdienstpflicht für die Dauer eines Jahres je eine Freistelle in den Meist e r f ch u l e n des Deutschen Buchdrucker-Vereins Ribbentrop: Es steht uns nicht an, irgendwelche Meinung über die Bedürfnisse der britischen Verteidigung zu äußern. Vielleicht versteht Deutschland besser als irgendein anderes Land, daß England für seine Sicherheit sorgen und in dieser Welt der Rüstungen st a r k sein muß. Es wird auch niemand in Deutschland England für die allgemeinen Rüstungen verantwortlich machen. Allein um so weniger verstehen wir zwei Punkte des Weißbuches, die weder sachlich begründet, noch politisch notwendig waren: Daß das Weißbuch versucht, Deutschland in den Augen des britischen Volkes für Englands Aufrüstung verantwortlich zu machen. Daß Deutschland selb st vollständig abgerüstet hatte, ist eine Tatsache, die von der Interalliierten, also, auch von England beschickten Kontrollkommission 'ausdrücklich f e st g e st e l l t wurde. Das heißt also, Deutschland hat seine im Friedensvertrag übernommene Abrüstungsoerpflichtung — auch nach dem Urteil Englands — erfüllt. Das Ausmaß dieser Abrüstung war ungeheuerlich. Vis zur Zerstörung der Eifenbahnrampen ging die deutsche Erfüllung der Abrüstungsverpflich- kung. Und nun hak Jahr für Jahr dieses abge- rüstete Deutschland auf die Einlösung der Ab- rüstungsverpflichtung der anderen Staaten gewartet. Als aber an Stelle der vertraglich versprochenen Abrüstung der anderen die Aufrüstung der übrigen Welt immer weitere Fortschritte machte, da war Deutschland trotzdem noch bereit, Vorschläge, die die königlich Britische Regierung selbst ausgearbeitet hatte, zu akzeptieren, ja, der Führer ging so weit, zu erklären, daß Deutschland bereit sei, auch das letzte MG. abzuschaffen, wenn die anderenRationen dasselbe täten. Und erst als das alles vergeblich blieb, ergriff dec Führer die notwendigen Maßnahmen zur Wiederherstellung der notwendigen Verteidigungsmacht des Reiches. Ist es dann aber fair, wiederum den Versuch zu machen, Deutschland als den Sündenbock hin- zustellen, in dem das englische Volk — bestimmt gegen sein eigenes inneres Verlangen — seinen zukünftigen Feind sehen soll? Und 2. empfindet man es in ganz Deutschland als unmögliches Verfahren, zwischen dem Wollen und der Absicht des Führers und der Tendenz der öffentlichen Meinung und insbesondere der Erziehung der Jugend einen Zwiespalt Herstellen zu wollen. Es ist nicht wahr, daß die deutsche Jugend kriegerisch erzogen wird, wohl aber ist es wahr, daß sie sportlich, ehr- liebend, stolz und diszipliniert erzogen wird. Wir haben niemals versucht, Völkern einen kriegerischen Geist zuzuschreiben, auch wenn die Erziehung der Jugend solcher Völker und ihre Ausbildung im Waffengebrauch hierzu viel mehr Anlaß bieten könnte. Ward Price: Und die Reichswehr? Ist der alte militaristisch-aggressive Geist, den die Welt früher der Junkerkaste zuschob, nicht in der deutschen Armee noch vorhanden? Ribbentrop: Dies ist immer das letzte Schreckgespenst, wenn alle anderen Argumente nicht mehr ziehen. Zunächst glauben Sie mir eines: Es gibt heute in Deutschland keine K a st e m«e h r, weder eine Junkerkaste noch irgendeine andere! Wir sind ein. Volksstaat und ich glaube, daß die Idee der Hitlerschen Volksgemeinschaft auch in der Zusammensetzung der Reichswehr einen eindeutigen Ausdruck gefunden hat. in Leipzig und München. Diese' Stiftung ist ein Zeichen der deutschen Buchdrucker-Unternehmer, mit allen Mitteln das Berufsstreben der Jugend zu fördern und den besten Kräften, auch wenn sie unbemittelt find, die Möglichkeit zum Aufstieg im Gewerbe zu geben. Karl Schwabes dritter Afrika-Ausflug. Der bekannte Sportflieger Karl Schwabe startete dieser Tage, wie der V. B. meldet, zu einem dritten Afrikas lug. Von Kairo aus beabsichtigt Schwabe sich einer Karawanenexpedition des Neffen des Königs Fuad von Aegypten anzuschließen, die in der Wüste nach einem vor Jahrtausenden versunkenen Stadt suchen will. Schwabe hat weiter die Absicht, das Gebiet des ehemaligen Deutsch-Ostafrika anzufliegen und dann über Kairo, Algier und Spanien nach Deutschland zurückzufliegen. Karl Schwabe, der auf dieser Reise wieder als Repräsentant des deutschen Luftsportes gilt, wird gleichzeitig auch ein hervorragender Propagandist im Auslande für die Olympischen Spiele 1936 in Deutschland sein. Vier Kinder auf dem Eise eingebrochen und ertrunken. Auf einem unweit der Stadt Posen im Eichwalde gelegenen Teich hatten drei Knaben das noch nicht tragfähige Eis betreten und brachen ein. Ein zwölfjähriger Knabe konnte gerettet werden, ein 13- und ein 14jähriger mußten ertrinken. — Wenige Stunden später brachen ebenfalls drei Knaben ein, die das zu schwache Eis betreten hatten. Ein 9jähriger Knabe konnte sich aus eigener Kraft retten, die beiden anderen ertranken. Seit Anfang dieses Jahres sind in der Wojewodschaft Posen schon 16 Kinder auf diese Weise ums Leben gekommen. Schwere Bluttat in Chemnitz. — Seinen Vater, seinen Chef und sich selbst erschossen. In Chemnitz erschien dieser Tage plötzlich der 20- jahrige Rudi Kledi tisch in der elterlichen Wohnung und erschoß nach kurzem Wortwechsel seinen Vater. Darauf verließ er fluchtartig die Wohnung. Er suchte seine frühere Arbeitsstätte auf; hier erschoß er seinen früheren Chef und dann sich selbst, lieber die Beweggründe des Täters ist nichts bekannt. Eine Mordtat aufgedeckt. — Mehrere Verhaftungen. In Sallmannshausen bei Eisenach wurde der Einwohner Adam Hofmann erschossen aufge- llnsere Armee ist ein ausgezeichnetes Instrument für die Landesverteidigung und besieht aus einer hervorragenden Gemeinschaft von Offizieren und Soldaten, die vom ersten General bis zum letzten Mann erfüllt sind von einem wahrhaft modernen Geist nicht irgendeines aggressiven Imperialismus, sondern der harten selbstaufopfernden Pflichterfüllung für ihr Land und von Liebe und Bepwundecung für ihren Führer. Wenn alle anderen Armeen ähnlich denken, können wir tausend Jahre Frieden haben! Im übrigen ist eine starke Armee der natürliche Bestandteil jeder großen Ration und hat gar nichts zu tun mit kriegerischen Absichten. England glaubt z. B. zur Verteidigung seines Reiches eine sehr starke Flotte zu benötigem Wir Deutschen haben dafür volles Verständnis, und niemand von uns fällt es ein, England deshalb kriegerische Intentionen zu unterschieben. Deutschland hat in seiner Geschichte zu schmerzliche Erfahrungen gemacht, als daß es auf einen eigenen starken Schuh verzichten konnte. Lein Land und keine Rationalwirtfchaft ist verletzlicher als die unfrige. Wer will uns einen Vorwurf machen, wenn auch wir für die Erhaltung des Friedens aus eigenen Kräften besorgt sind und dabei nicht restlos auf die Zuverlässigkeit fremder Hilfe und Unterstützung vertrauen? Die Erfahrungen der letzten Jahre haben uns alle in dieser Auffassung bestärkt. Deutschland hat in seiner Note vorn 15. Februar seinen Wunsch nach einer freundschaftlichen Verständigung ausgesprochen. Deutschland ist heute ein fest zusammengefügtes Land. Hinter dem Führer und Kanzler st e h t die gesamte Nation einmütig und geschlossen. Er ist der Garant der Beständigkeit in der inneren und äußeren Politik. Deutschland wird immer bereit sein, mit den anderen Nationen zusammenzuarbeiten, aber dann muß der Gei st der Diskriminierung und Zerreißung der Völker, wie er im Versailler Vertrag seinen Ausdruck fand, endlich verschwinden. Nur ein völlig gleichberechtigter, freier Staat kann ein wirklicher Partner in vertrauensvollen Beratungen sein und zu freien Vereinbarungen mit anderen fbuoeränen Staaten gelangen. Dies ist damit die Voraussetzung für jegliche Art von Verhandlung. Die Welt sollte verstehen, daß Verhandlungen, bei denen ein Partner unter irgendeinen geistigen, moralischen oder materiellen Zwang gesetzt wird, immer gegen den fundamentalen Grundsatz freier Vereinbarungen verstoßen würden. Denn selbst bei Abschluß von Verträgen würde ein solcher Zwang nur zu leicht einen antagonistischen Geist erzeugen, dessen alleinige Existenz das praktische Ergebnis schwächt, ja vielleicht das Gegenteil von dem hervorruft, was gerade durch den Geist freier Vereinbarung erreicht werden sollte. Der Reichsaußenminister Freiherr vonReu- r a t h hat Samstag vormittag den englischen Botschafter in Berlin, PHipps, empfangen und ihm mitgeteilt, daß Reichskanzler Hitler 14 Tage in Bayern verbringen werde, um sich von seiner Erkältung zu erholen. Man hofft jedoch, daß der Besuch Simons in Berlin noch vor Ende des Monats stattfinden kann. funöen. Die von einer Gerichtskommission sofort eingeleiteten Ermittlungen ergaben, daß ein Mord vorliegt, der von langer Hand vorbereitst war. Als Täter konnte ein gewisser Rud 1 off aus Obersuhl (Thür.) feftgefteUt werden, der auf Hofmann nicht weniger als elf Schüsse abgegeben hat. Als Anlaß zu der Tat erscheinen früher begangene Straftaten und weibliche Einflüsse eine Rolle zu spielen. Mehrer Personen wurden verhaftet und in das Gerichtsgefängnis in Eisenach eingeliefert Strenger Winter in England und Oesterreich. Die Kältewelle, die gegenwärtig auch England heimsucht, hat während des Wochenendes Todesopfer gefordert. Bei Fußballkämpfen erfroren vier Zuschauer. In vielen Teilen Englands ist Schnee gefallen. Auf dem Kanal herrschten am Sonntag schwere Stürme, die die Schisfahrt erheblich behinderten. Im Hafen von Dover stießen zwei Kanaldampfer zusammen und wurden leicht beschädigt. * In Wien setzte in den letzten Tagen heftiger Schneefall ein. Die Schneelage hat eine beträchtliche Höhe erreicht. Die Straßenbahndirektion mußte fast 4000 Schneeschipper in den Dienst stellen. Die Temperatur betrug am Samstag 13 Grad Kälte. Deutsche Preisträger , beim Internationalen Fliegerprels. Unter den Preisträgern des Harmon-Preises der Internationalen Flieger-Liga Paris für das Jahr 1934 ist Deutschland mit folgenden Namen vertreten: Kapitän Lehmann vom Luftschiff „Graf Zeppelin", der Darmstädter Segelflieger Heini Dittmar, der kürzlich verstorbene Luft- schifskapitän Flemming und Elli Beinhorn. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Sange« für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck« verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodov Kümmel. DA. II. 35: 11 790. Druck und Verlags Brühl'iche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf« Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig« Ausruf zumReichsbemfswetikampfrS3S durchgeführt von der Hitler-Jugend und der Deutschen Arbeitsfront. Dir erkennen In Deutschlands gestaltender Arbeit die gewaltige Offenbarung deutschen Wesens. Oie deutsche Arbeit ist es, die Deutschlands Namen draußen in der Welt vertritt, von unserer Gesinnung, unserem Wollen und unserem Können zeugt. Diese Tatsache verpflichtet das junge Geschlecht. Es ist sich dieser stolzen Aufgabe bewußt und will unter Beweis stellen, daß es bereit sei, altem deutschen Brauche würdig, auch in seinem Berufe und seiner Arbeit dem Volk und seiner Nation zu dienen. — Wir rufen die Lugend im Kreis Gießen zur Bekundung ihres Berufswillens zum 2. Reichsberufswettkampf! Heil Hitler! Hausgehilfinnen: Sommer, Watzenborn, in Watzenborn am Dienstag, 19. März, für die Orte Watzenborn, Holzheim, Grüningen, Garbenteich. Hausgehilfinnen: H a s e n z a h l, Gießen, Werner- wall 46, in Hungen am Dienstag, 19. März, für die Orte Hungen, Steinheim, Trais-Horloff. Tabakarbeiterinnen teilen sich in folgende Mädel- arbeitskreiise: Gießen: Mickel, in Gießen am Mittwoch, 20. 3. Heuchelheim: Horeyseck, in Heuchelheim 20. 3. Wieseck: Hainer, in Wieseck cvm 20. 3. Treis: Wall, in Treis am 20. 3. Londorf: Wall, in Londorf am 20. 3. Kl.-Linden: Heß, Leihgestern, in Kl. Linden 20. 3. Gr.-Linden: Heß, Leihgestern, in Gr.-Linden 20 3. Garbenteich: Sommer, Watzenborn, in Garben« teich am 20. 3. Steinberg, Hausen: Sommer, Watzenborn, Wettkampfort noch nicht bestimmt, am 20. 3. Reiskirchen, Beuern, Alten-Buseck, Großen-Buseck, Burkhardsfelden: Edelmann, Beuern, Wettkampfort noch nicht bestimmt, am 20. März. Daubringen, Staufenberg, Ruttershausen: Hainer, Wettkampfort noch nicht bestimmt, am 20. März. Das große Mitärkonzert in der Volkshalle. Die Wehrmacht dient dem Wintechilfswerk. Deutsche Arbeitsfront gez.: Wagner, Kreiswatter. gez.: Irihges, Kreisjugendwalter. Der Lhrenausschuh des Reichsberufswettkampfes 1935 für den kreis Gießen: Adam, Rektor der gewerblichen Berufsschule A ß m a n n, Landoerb.-Obm. d. Kraftfahrhandwerks D a a b, Führerin des Untergaues 116 des BdM. Gros, Amtsgerichtsrat Heim, Führer des Bannes 116 Heine, Polizeidirektor I a c o b e r, Führer der SS.-Standarte 83 I a n tz e n. Dir. Buderus-Lollar Klöß, Kreisamtsleiter der NSV. Klo st ermann, Kreisleiter der NSDAP. D r. L i ft, Direktor des Arbeitsamts Gießen L o e s ch, Führer der Arbeitsdienstabteilung 223/8 Hutter, Führer der SA.-Standarte 116 Lütke, Generalmajor Metzger, Bezirksbauernführer N e b e l i n g, Kreisschulrat D r. Pauly, Präs, der Industrie- und Handelst. Pfähler, Rektor der Hess. Landesuniversität R e h b e r g, Dir. der Tonw"rke Abendstern Rinn, Fabrikant i. d. Fa. Rinn & Cloos AG. . Ritter, Oberbürgermeister der Stadt Gießen Ruhl, Führer der SS.-Motorstandarte 30 Schimmel, Kreisamtsleiter der NS. Hago S ch r o t h, Direktor der Didierwerke Mainzlar S t ü h l e r, Kreishandwerksmeister T h ü r e, Präs. d. Landger. der Prov. Oberhessen Bogt, Provinzialrat W a'g n e r, Kreiswalter der DAF. Weitzel, Rektorin der gewerbl. Berufsschule W o d a e g e, Oberstaatsanwalt W r e d e, stellvertretende Kreisamtsleiterin der NS.- Frauenschaft. Zu Gruppenweltkampfleitern des Kreises Gießen wurden ernannt: Kaufmanns- und Bürogehilfen, Behördenangestellte usw.: Mertes, Gießen, Lonystraße 18, in Gießen am Montag, 18. März. Dentisten: Scheiter, Gießen, Gr. Steinweg 21, in Gießen am Freitag, 22. März. Friseure: Zobel, Gießen, Asterweg 65, in Gießen und Grünberg am Montag, 18. März. Metallarbeiter: Dörr, Gießen Gr. Steinweg 12, in Gießen, Lollar und Grünberg am Montag, 18. März. Metallarbeiter: Rüdiger, Gießen, in Gießen, Lollar und Lich am Dienstag, 19. März. Gaststätten, Hotel und Haus: Mühl, Gießen, Schanzenstr. 18, in Gießen Dienstag, 19. März. Hitler-Jugend gez.: Heim, Bannsührer. gez.-. Heid, Abteilungsleiter HL Holzarbeiter: Becker, Gießen, Schanzenstraße 18, in Gießen, Lich und Grünberg am Dienstag, 19. März. Lebensmittel und Tabakwerkberufe: Rabenau, Gießen Wetzsteinstr. 6, in Gießen, Lich und Hungen am Mittwoch, 20. März. Nährstand: M e n g e l, Hattenrod, Licher Straße, in Gießen, Londorf und Birklar am Mittwoch, 20. März. Chemiearbeiter: Dr. Schmidt, Gießen, Gartenstraße 26, in Gießen am Donnerstag, 21. März. Stein- und Erdarbeiter: Dr. Schmidt, Gießen, Gartenstr. 26, in Mainzlar am Donnerstag, 21. März. Druck- und Papierarbeiter: Neuhofer, Gießen, Wernerwall 51, in Gießen am Donnerstag, 21. März. Lederarbeiter: Gerla ch, Gießen, Sellersweg 67, in Gießen am Freitag, 22. März. Bauarbeiter: Thome, Gießen, Mühlstr. 31, in Gießen, Lich u. Grünberg am Freitag, 22 März. Textilarbeiter: Stein, (Srünberg, Marktplatz 9, in Grünberg am Freitag, 22. März. Bekleidungsindustrie: D ö r f n e r, Gießen, Marburger Sraße 36, in Gießen am Samstag, Len 23. März. Zu Gruppenwetlkampfleiteriunen des Kreises Gießen wurden ernannt: Kaufm.- und Bürogehilfinnen: Appel, Gießen, Lonystr. 18, in Gießen am Montag, 18. März. Höhere Schulen, Fachschulen: Schmidt, Gießen, Bergwerk, in Gießen am Montag, 18. März. Bekleidung: Jacob, Gießen, Ebelstr. 25, in Gießen am Samstag, 23. März. Nährstand: Rain, Ällendorf, in Gießen am Mittwoch, 20. März. Druck, Papier: M o m b e r g e r, Gießen, Posenerstrahe, in Gießen am Donnerstag, 21. März. Chemie, Stein, Erde: Momberg er, Gießen, Posenerstr., in Gießen am Donnerstag, 21. März. Textil: Linden st ruth, Gießen, Bleichstr., in Gießen am Freitag, 22. März. Leder: Linden st ruth, Gießen, Bleichstraße, in Gießen am Freitag, 22. März. Friseusen: Linden st ruth, Gießen, Bleichstr., in Gießen am Montag, 18. März. Hausgehilfinnen: Sahn, Gießen, Wernerwall 5, in Gießen am Dienstag, 19. März, für die Orte Gießen, Heuchelheim, Klein-Linden, Lollgr, Staufenberg, Wieseck. Das ' Reichsheer stellte sich am vergangenen Samstag mit der ihm eigenen Tatkraft in den Dienst des Winterhilfswerkes. Fünf Musikkorps unserer Wehrmacht aus verschiedenen Standorten der engeren und weiteren Heimat, zu einem großen Klangkörper zusammengefaßt, konzertierten für das Winterhilfswerk! Die Volkshalle war fast bis auf den letzten Platz besetzt. Die Leitung des Orchesters, das sich aus 200 Musikern zusammensetzte, lag in den bewährten Händen von Obermusikmeister Ernst K r a u ß e (Gießen). Der Abend brachte zur Einleitung den breit angelegten Kaisermarsch von Richard Wagner. Das große Orchester konnte sich gerade in dieser Komposition mit seiner ganzen Klangfülle einsetzen und den wuchtigen Eindruck erreichen, den dieser ernste, getragene Marsch zweifellos erwecken will. In unterhaltsamen Gegensatz hierzu hörte man dann die Ouvertüre zu der Oper „Oberon" von Carl Maria von Weber, mit der der Dirigent bewies, daß das Orchester, trotz seiner Größe, allen Tempis gerecht werden konnte und die zarten und beschwingten Stellen in aller Klarheit herausbrachte. Sehr fein immer wieder der Einsatz der Holzinstrumente. Erfreulich war ferner, wie man bemüht war, dem Geiste des Komponisten gerecht zu werden. Mit großer Freude hörte die große Zuhörerschaft als nächste Darbietung viele bekannte Szenen aus der Oper „Hänsel und Gretel" (Humperdinck), die mit größter Sorgfalt wiedergegeben wurden. Sehr eindrucksvoll wurde schließlich auch das verhalten-leidenschaftliche „Capriccio Italien" von Tschaikowsky wiedergegeben, das in seiner Farbigkeit der Melodienführung und in seiner abwechslungsreichen Instrumentation alle Möglichkeiten des Orchesters auszuschöpfen gestattete. Eine Bereicherung des Programms bedeutete eine ausgezeichnete gesangliche Darbietung eines starken Chores unserer hiesigen Garnison unter der Lei- tung von Unteroffizier Dietrich. Man hörte in feinem Satz und in schöner Sprache von einer heldischen Episode. Der Chor fand für seine Leistung dankbare Anerkennung. Der weitere Verlauf des Abends brachte nach jeweils angenehm kurzen Pausen Militärmusik in vielfältiger Abwechslung. Man hörte zunächst den Björne- borgarnes-Marsch, einen schwedischen Marsch aus dem Dreißigjährigen Krieg, der durch seinen eigenartigen Aufbau zunächst alles Interesse wachrief, dabei aber einen etwas fremdartigen Eindruck nicht verwischen konnte. Vertrauter klang ein Marsch der Landsknechte aus dem 15. Jahrhundert und das damit verbundene Trinklied aus dem 16. Jahrhundert, die durch ihre originelle Melodienführung gefielen. Das Orchester trug durch die lebendige Interpretation ein Uebriges zum Erfolg bei. Den Höhepunkt des Abends bildete die Zusammenstellung hi st arischer Heeresmärsche aus der Zeit des Mittelalters bis zur Gegenwart (Zusammenstellung Kaiser-Hackenburger), in der nicht weniger denn 28 verschiedene Märsche bzw. Fanfaren, Paradeposten, vaterländische Klänge usw. zusammengefaßt waren. Das Orchester brachte in Verbindung mit den Fanfarenbläsern, mit Kesselpauken und Spielleuten, diese Märsche mit einem begeisternden Schwung heraus und riß alle Zuhörer mit. Die Zusammenfassung — sehr geschickt — gab immer nur die wesentlichen Melodien der Märsche ohne die üblichen Wiederholungen wieder, so daß sich dem Ohr der Zuhörer eine schier unerschöpfliche Fülle von Melodien bot und die Freude über diese ausgezeichnete Darbietung von Marsch zu Marsch stieg. Das Orchester selbst befand sich hierbei in seinem ureigensten Eleryent und konzertierte mit unübertrefflichem Schmiß und mit einer Begeisterung, die sich auf die Zuhörer übertragen mußte. Anhaltender Beifall dankte für diesen Teil des Konzertprogramms. Orchester, Fanfaren und Kesselpauken klangen im weiteren Verlauf des Konzertes in zwei Fanfarenmärschen („Reichsritter-Fanfare" und „Adolf-Hitler- Fanfare") zu einer großen Wirkung zusammen, die die Fansärenmärsche der Wehrmacht noch immer auslösten. Eine äußerste Steigerung der klanglichen, raumfüllenden musikalischen Wirkung erlebte man schließlich noch in den beiden Märschen mit Spielleuten, mit dem „Parademarsch der langen Kerls" und dem immer wieder neu begeisternden Lieblingsmarsch des Führers Adolf Hitler, dem „Badenweiler Marsch". In dem großen Zapfenstreich der Infanterie und der berittenen Truppen, der mit dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied seinen Abschluß fand, klang daZ große Konzert des Abends aus. Weiterbericht des Reichrweilerdlenfies. Ausgabeorl Frankfurt. . Heber Frankreich und dem Mittelmeergebiet haben sich Tiefdruckstörungen entwickelt, die dort Anlaß zu verbreiteten Niederschlägen (in Frankreich meist Schnee) geben. Ihr Einfluß macht sich auch dis zu uns hin im zeitweiligen Aufkommen hoher Bewölkung bemerkbar. Der von Skandinavien in fast südlicher Richtung sich erstreckende, und immer noch sehr mächtige Hochdruckrücken bleibt jedoch für unser Wetter im wesentlichen bestimmend. Aussichten für Dienstag: Zeitweise wolkig, im wesentlichen noch trocken und heiter, nachts Frost, Tagestemperaturen weiter ansteigend, lebhafte Ostwinde. Lufttemperaturen am 10. März: mittags 5,0 Grad Celsius, abends —0,5 Grad; am 11. März: morgens — 4,0 Grad. Maximum 5,4 Grad, Minimum —7,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. März: abends 0 Grad; am 11. März: morgens 0 Grad. — Sonnenscheindauer 8,8 Stunden. ___Mietet gefuflt!___ Alte eingeführteFeuerversicherungs-Geiell- scbaft, die auch sämtl.andLweige einschließlich Haftpflicht-,Unfall-,Auto- und Lebcnsver- sickerung betreibt, hat die Hauptagentur für Gießen und Umgebung zu vergeben. - Zeitgemäße Provisionen und Svesenzuschüsse.EntwicklungsreicheStellung Strebsame und fleißige Herren mit gutenBe- ziehungen, die sich eine Existenz aufzubauen wünschen, wollen sich bewerben unt. k.M.SOIR an Ala Anzeigen A. G., Frankfurt/M. usov I Lichtspielhaus Gießen I Ab heute Montag: Ein Kunstwerk das Sie sehen müssen QWHOME Hedy KieNer,Aribert Mog Die genialste Regieleistung Ein Werk höchster Kamerakunst Ein Film, der stärksten Eindruck hinterläßt Regie: Gustav Machaty, Musik: Dr. 6. Becce Iln Anerkennung um die Bemühungen, einen neuen künstlerischen Filmstil zu schaffen, wurde anläßlich der Filmkunstausstellung in Venedig dem llegisseur G. Machaty der I. Preis für die beste RegieleisUing zuerkannt. Wir legen diesen Film ihrem besonderen Verständnis nahe, weü es sich hier um ein rein künstlerisch eigenartiges Werk handelt, von maßgebenden Berliner Zeitungen als „höchste Kunst“ bezeichnet. 1118a Im Vorprogramm: Ufa-Tonwoche Ferner: Durch das Gebiet der Eisack und: Am weißen Riff Herrliche Kulturfilme 2 Berit® t denen wir gute Schulung für den besonderen Werbedienst angedeihen lassen, gesucht. Es kommt nur vorhandenes Adressenmaterial zur Bearbeitung. Neben Zahlung von Tagesspesen nach kurzer Einarbeit bevorschussen wir die Provision mit 60-70 "/o. Die Bewerbermüssen gutbeleumundet sein und im Umgang wie in Sprache überzeugend wirken können. Zuschriften erbeten untere 118 (1414 V) an den Gießener Anzeiger. BöieBetM-miung eines erstklassigen Herren- Konfektions-Geschäftes mit yroßer Maßschneiderei wird intelligenter, gewandter jung. Mann aus guter Familie als LehuUns gesucht. Schriftliche Angebote unter 1373V an d. Gieß. Anz. 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J .11 Ä de*'* r N. §, VatfawvfatfaM ' Oie Mitglieder unserer Bank werden zu der am Dienstag, dem 19. Marz 1935, abends &y2 Uhr, im Restaurant Hindenburg stattfindenden 76.ordentl.Generalversammlung eingeladen. Tagesordnung: 1. (Erstattung des Geschäftsberichts für 1934 und Prüfungsbericht des Aujfichtsrats. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der Zahresrechnung und Bilanz und die dem Vorstand und Aufstchtsrat zu erteilende Entlastung. .Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinns. 3. Ersatzwahl ausscheidender Mitglieder des Auffichtörats. 4. Bericht über die Revision der Bank durch den Derbandsreviso^ 5. Verschiedenes. Gießen, den 11. März 1935. Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. S. Oer Vorsitzende des Aussichisratsr 1413d Franz Gros. Bekanntmachung. Gartenbesitzer und Pächter, welche im kommenden Sommer das Wiedersetzen des Gartenwasfermesiers wünschen, wollen sich bis zum 26. d. 2H. auf unserer Kasse melden. 14150 Gießen, am 4. März 1935. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Sauberes, ehrl. MUien vormittags von 8-11 Uhr gesucht. Selbst. Waschen erfordert. Vorzustellen von 9 bis 11 Uhr tag!. Liebigftr. 74 II. Zu älterenDame zuverlässige Frau oder Mädchen für nachmittags evtl, auch nachts gesucht. Schriftl. Angeb. mit Ge- haltsanspr. unt. 0999a.d.Gieß.A. Tüchtig., sauber. Mdchen vom Lande sofort gesucht. 1433D BudNauheim Schulstr. 1. Älla Anzeigen-Miengesellschast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. ZertichrNlen Gießen / Gchulstraße 7 Verkäufe Blüeüoeiönöe je700amu mehr (beste Lage inG.) an fett. Straße, für 12-13 RM. zu verkaufen. Beste Kapitalanlage bei heutigen Bauzuschüssen. Schr.2lngeb.unt. 1422V a.d.G.A. Einen Wagen Wiesenheu zu verkauf. i425d Näheres bei Herrn. Töpfer Langd. Illlllllllllllllllllllllllllll Gut erhaltenes fiinöerüett Slnöerrooflen v. Mülleimer billig weg. Umzugs zu verkauf. Wilfonstr. 4 in. iiiiiiiiiiiinmiiimiiiiiii [Verschiedenes"] Beamter sucht 251-M. Verzins. u.Tilg. nach Vereinbar. Schriftl. Ang.u. 1419V a.d.G.A. Wir geben hiermit das Folgende bekannt! Die Betriebsführung der GasversorgungWieseck ist von der unterzeichneten Gas- und Kraftwerke Aktiengesellschaft, Berlin-Wilmersdorf, auf die ihr nahestehende mitunterzeichnete Gasanstalt-Betriebsgesellschaft m.b.H. Berlin-Wilmersdorf 1, Westfälische Straße 90, übergegangen. Diese ist in sämtliche Rechte und Pflichten der Gas- und Kraftwerke Aktiengesellschaft gegenüber den Abnehmern und Lieferanten der Gasversorgung Wieseck eingetreten. Berlin-Wilmersdorf 1 (Westfälische Str. 90), 1. März 1935. Gas- und Kraftwerke Gasanstalt-Betriebsgesellschät Aktiengesellschaft m.b.H. uigd WerleihtBeamt. m. 250.- gegen Zins und Sicherheit. Schr. Angebote unter 0996 an d. Gieß. Anzeiger erbeten Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblatter Briefumschläge Postkarten Geschäfts karten bei Brühl, Schutetr.7 Illlllllllllllllllllllllllllll Verloren! Goldner Herrn- ring mit dunkel- rotem Stein auf dem Wege Schiffenberg-Gießen (alter Schiffen- bergerWeg). Geg. Belohnung abzug. Näh. Ge- schäftsst.d.G.A. Illlllllllllllllllllllllllllll Vereine ff IB1 Mittwoch, 13.3., abends 8.30 Uhr im„Hindenburg" 0.-Ö.-WSÖ. SliMUM Gießen. uotO Dienst.,12.März 20 bis 23 Uhr 21. Dienst. - Ab. Overnpreise. Salambo. (Unter persönl. Leitung d. Komponisten). Over in 3 Aufzügen von A. Sanden. Musik von 8. Böttcher. Montag, st.Mrz 1935 1^gUUBHMBH Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Nr. 59 Zweites Matt EchwarzerLäger Eleonore. Zum 150. Geburtstage des Lützower Heldenmädchens am 11. März. Eleonore Prochaska wird im Sef’dV i" 6-^d'ch uermunDef M 1 Der Jäger August Renz von der Lützowschen Freischar schreibt einen Brief nach Hause. Tief beugt er sich über das Papier, damit nicht ein Kamerad im Üeberrnut einen Blick auf den „Liebesbrief" wirft. Aber Renz fürchtet nicht die Neckerei, sondern etwas viel wichtigeres, das sein weiteres Derweilen in 'der kampflustigen Schar unmöglich machen könnte. Der Brief enthält das Geheimnis des wackeren Jägers, der den Bruder in Potsdam herzlich bittet, dem Dater schonend mitzuteilen, daß seine Tochter Eleonore sich unter dem Namen August Renz als Soldat zu den Freiwilligen begab, die das Vaterland von der Herrschaft des 'Korsen befreien wollen. „Mein Entschluß wurde unumstößlich, denn ich war im Innern meiner Seele überzeugt, keine schlechte oder leichtsinnige Tat zu begehen", fielst in dem Brief zu lesen. „Sieh nur nach Spanien und Tirol, wie da die Weiber und Mädchen handelten; ich verkaufte also mein Zeug, um mir erst eine anständige Manneskleidung zu kaufen, bis ich Montierung erhalte; dann kaufte ich mir eine Büchse für acht Taler, Hirschfänger und Tschako für dreieinhalb Taler zusammen. Nun ging ich unter die schwarzen Jäger; meiner Klugheit kannst Du zutrauen, daß ich unerkannt bleibe." Was Eleonore Prochaska in diesem Bries aus dem ersten Biwak an ihren Bruder schreibt, bewahrheitet sich; ihr Entschluß, hinter den jungen Patrioten nicht zurückzustehen, die ihr Leben für die Sache des Vaterlandes einsetzen wollen, wird in ebenso sicherem Selbstvertrauen durchgeführt,, wie er begonnen worden ist. Dem Soldatenkind, das im Militärwaisenhaus in Potsdam aufgewachsen war, wo sie für den Vater, einen invaliden Unteroffizier, und ihre Geschwister Sorge tragen mußte, ist das Kriegshandwerk allerdings von früh auf vertraut und es weiß sich im kameradschaftlichen Zusammenleben mit den Lützower Jägern, deren Uniform es nun trägt, wohl zu behaupten. Wieder gibt ein Brief Eleonores an den Bruder, den sie zu ihrem Vertrauten gemacht hat, ein Zeugnis ihrer heiteren selbstverständlichen Einfügung in die Soldatenschar. „Wegen meiner Stimme necken sie mich, da habe ich mich für einen Schneider ausgegeben; die können auch eine seine Stimme haben. Zu tun gibt es im Biwak genug, denn außer mir ist nur noch ein einziger Schneider bei der Kompanie, ein bucklicht altes Männchen, das sie nirgend als Soldaten annehmen wollen; aber unser Hauptmann sagte: ,Jm Kriege sieht Gott nicht den Buckel, sondern das Herz an, wenn das nur auf dem rechten Fleck filjt*. Mit dem halt ich zusammen und nähe und wasche fleißig, und weil ich mich auf die Küche verstehe, mögen sie mich alle gern." Kein Wort des Verdrusses darüber, daß sie nun wieder Frauenarbeit tun muß, sie ist stolz darauf, zu Lützows wilder verwegener Jagd zu gehören. Sicherlich wird auch noch der Tag kommen, wo sie sich als Soldat bewähren kann! An vielen siegreichen Gefechten nimmt Eleonore Prochaska im weiteren Verlauf der Unternehmungen der Jäger teil, immer in der vordersten Reihe, 'wenn die Kugeln pfeifen. Im Gefecht an der Göhrde am 16 September 1813 bei Lüneburg, das die tapfere Schar schwere Opfer kostet, nimmt sie, als der Trommler gefallen ist, eine französische Trommel auf und wirbelt auf ihr zum neuen Angriff. Ein Kamerad, der neben ihr geht, ruft ihr anerkennend zu: „Du verstehst dich doch auf alles, du schneiderst, kochst, wäschst, singst und schießt, wie keiner es besser versteht, und nun -bist du auch noch Tambour!" August Renz lacht. „Ein Potsdamer Soldatenkind muß sich auf alles verstehen!" Nun stimmt er zum Lied der Trommel noch einen ermunternden Gesang an und stürmt der kleinen übrig gebliebenen Kampftruppe todesmutig voran. Eine Kartätschenladung trifft die angreifenden Schwarzen Jäger. „Unser tapferer Tambour stürzte neben mir", berichtete Leutnant Förster spater darüber, „krampfhaft hielt er den Zipfel meines Ueberrockes fest und rief mit jammervoller Stimme: „Herr Leutnant, ich bin ein Mädchen!" Ohne darauf zu achten, riß ich mich los, nur wenige Schritte noch, und wir standen in der Schanze Da plötzlich kam mir der Hilferuf unseres armen Trommelschlägers wieder ins Gedächtnis; dunkel schwebten mir die Worte vor, die Renz mir zu- gerufen. Ich stürzte zurück nach der Stelle, wo ich noch manch anderen Freund hatte fallen sehen. Um Renz fand ich einen unserer Aerzte beschäftigt; eine Kartätschenkugel hatte ihm den Schenkel zerschmettert; man hatte ihm den beklemmenden Waffenrock geöffnet; der schneeweiße Busen verriet in pochenden Schlägen das jungfräuliche Heldenherz. Kein Laut der Klage kam über ihre Lippen, um die noch sterbend ein beseligtes Lächeln schwebte." Drei Wochen lag sie im Todeskampf, als Soldat ohne Murren und Klagen die Schmerzen ertragend. Dann geleitete man sie zu Grabe. Die Fahne senkte sich, drei Gewehrsalven hallten. Ein Kamerad aus der schwarzen Schar hatte sein Leben gelassen für seine Brüder. Schwierigkeiten von einst. Die Kleinstaaten als Hindernis des Verkehrs. Noch erinnern wir uns daran, daß alle möglichen notwendigen Verwaltungsmaßnahmen an der Länderwirtschaft im Reich scheiterten. Gerade die la n d- wirtschaftliche Verwaltung ist ein Schulbeispiel dafür gewesen. Heute ist dagegen gerade auf dem Reichsnährstandsgebiet wertvolle Pionierarbeit zur Ueberwindung dieser Grenzen geleistet worden. So wurden bei der Neuregelung der Milchwirtschaft die notwendigen Gebietseinteilungen phne Rücksicht auf die Landesgrenzen durchgeführt. Auch beim Aufbau der nationalsozialistischen Marktordnung und bei anderen Erzeugnissen hielt man sich nicht mehr an bestehende Grenzen und Zuständigkeiten. Inzwischen ist auch die Zusammenarbeit der Reichs- und Länderbehörden bei der Neubildung deutschen Bauerntums und den drängenden Aufgaben des Landeskulturwerkes a u f neue Grundlagen gestellt worden. Es wird nicht mehr lange dauern, daß man sich kaum noch vorstellen kann, was für Schwierigkeiten einst bestanden. Das Jahr 1935 als Gedenkjahr für das hundertjährige Bestehen der deutschen Eisenbahnen läßt die Erinnerung an die früher bestehenden Hemmnisse erneut wach werden. Wir sehen, wie damals die Dielstaaterei sich als Hindernis für die Verkehrsentwicklung auswirkte. Der Reichsbahnkalender berichtet über die Schwierigkeiten im Rhein- Main-Gebiet. Die staatliche Zerklüftung machte dort beim Eisenbahnbau stets den Abschluß einer Reihe von „Staatsverträgen" zwischen den von der geplanten Eisenbahn berührten Staaten notwendig. Auch die Einwirkung der Landesfürsten und der Parlamente war für den Bau und die Linienführung fehr ungünstig. Um die vom Kurfürstentum Hessen-Kassel Hanau-Bebraer Bahn nicht „das Ausland Hessen-Darmstadt" berühren zu lasten, führte man sie ganz durch kurhessifches Gelände, ein Plan, der den Bahnbau wegen der zu überwindenden Steigungen unnötig verteuerten, und nicht den natürlichen Weg durch das Tal der Fulda. Der damalige Kurfürst von Hessen-Kassel soll den Ausspruch getan haben: „Ich werde meine Bahn doch nicht durch das Ausland führen". Auf ähnliche Einwirkungen soll auch der große Viadukt über das Usatal zwischen Friedberg und Bad-Nauheim der Main- Weser-Bahn zurückzuführen fein. Der Großherzog von Hessen wünschte, „daß die Bahn im Osten von Friedberg, dicht an der Burg herführend angelegt werde, damit er vom Schloß aus den Verkehr beobachten könne." Der Kurfürst von Hefsen-Kassel dagegen konnte die gleiche Bahn nicht „am Johannisberg in Bad-Nauheim vorbeiführen lassen, da er sich dort ein Schloß bauen wolle". Auch in den Parlamenten kämpfte man gegen das „Ausland". So mußte Staatsminister Du Thiel 1838 im Hessischen Landtag die Konzessionierung der Taunus b a h n (Frankfurt a. M.—Kassel—Wiesbaden) verteidigen. „Man behauptet, die Mainzer Gesell- schäft wolle das Land zugunsten des Auslandes verraten und jeder, der eine abweichende Meinung habe, fei wohl bestochen". Dreihundert Lahre Llnsterbliche. Von unserem I.-Äerichterstatier (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, Februar 1935. Die Academie Fran^aife feiert ein stolzes Jubiläum Dor dreihundert Jahren fchuf ein Richelieu diese Körperschaft der „vierzig Unsterblichen", die sich im Frack mit der Palme bemühen, die französischen Sprache rein und unversehrt zu halten. Ihre drei Wörterbücher — drei Bücher in drei Jahrhunderten — haben sorgfältig das Ebelgut der französischen Sprache gesammelt. Ihre andere Aufgabe, gewissermaßen der Literatur die Regeln zu geben, sie zu über« wachen und Auswüchse fernzuhalten, hat zwar einigermaßen an Bedeutung verloren, immerhin aber gilt die Acadömie noch als oberste Schönheits- reglerin. Und der Traum, jemals im Palmenfrack zu erscheinen, den Unsterblichen zugerechnet zu werden, lebt in jedem Franzosen. Als der große Kardinal im Kampf gegen die aristokratische Fronde und in den Glaubenskriegen Frankreich für zwei Jahrhunderte zusammenschmiedete, galt das Wort von 1598: „Der Wille des Königs macht allein das Gesetz aus." Aber dieser König, Ludwig XIII., war schwach, und Richelieu hatte zumindest gegen feine Gegnerschaft ebenso zu kämpfen wie gegen feine hochgestellten Feinde. Aber er wußte um das französische Wesen. Er erkannte, daß der Franzose trotz gelegentlicher tumultuarischer Neigungen im Grunde ein Mensch ist, dem das Scheinen vor das Sein geht, der nicht um der Wahrheit und der Freiheit willen sich wie der andersgeartete Deutsche vom Nächsten trennt. Und daher ist der Franzose der Mann des Rücksichtnehmens, der gesellschaftlichen Talente, der ft r e n g e n Regeln im Verkehr, und feine Erziehung entwickelt ihn zu einem Musterschüler, dessen Ziel der bei der Schlußprüfung verliehene Preis ist. Diese Erziehung formt die Menschen des französischen Landes seit Jahrhunderten. Das Ziel ist der Demokrat, der sich durch ein Bändchen vom anderen auszeichnet, ist der in seiner Schicht lebende Franzose, der sogar die Ehe peinlich danach gestaltet, was die Verlobte mitbringt und welchem Kreis sie entstammt. Montesquieu, der selbst der Akademie angehörte, sagte von sich: „Ich war der Freund aller Geister und der Feind aller Herzen." Damit drückt er auch die gegenwärtige französische Praktik aus, die ein starkes Gegengewicht gegen die Parlamentsspielerei ist. Diese Politik besteht für den Franzosen darin, fchlechte Gesetze zu machen, die der Mißbrauch korrigiert. Aber immer wieder flüchtet er in den Zwang der Regel, in das Dasein des Schichten-Menschen. Im Gegensatz zur deutschen Individualität ist der Franzose in erster Linie ein zoon politikon, ein geselliges Wesen; und ihn dazu zu machen, bedurfte es zweier Genies, das Bonapartes und das Richelieus. Wie Napoleon politisch Gießener Konzertverein. IV. Solistenkonzert Wohl eine jede unserer deutschen Streichquartett- Vereinigungen trägt ein eigenes Gepräge, das sich neben reichem musikalischem Vermögen in der Art der Klanagestaltung wie in der Auffassung erkennen läßt. Das Huber- Quartett (München) erwies sich als eine musikalisch äußerst günstig fundierte Spielergruppe. Trefflich in den einzelnen Stimmen besetzt, gleichwert in jeder Hinsicht, vereinigen sich die vier Künstler in überaus abgewogenem Ausgleich des Zusammenspiels ohne eigenwilliges Aervortreten des einzelnen. So berührt einen besonders der schöne satte Klang, voll Wärme und Innigkeit, mit seiner überaus großen Modulationsfähigkeit: schwebend im Piano blüht der Ton zu fast orchestraler Klangfülle auf, stets aber dabei frei von der geringsten Scharfe des Klanges bleibend. — Im Quartett war übrigens eine Umbesetzung notwendig geworden: als Bratscher wirkte an Stelle von Herrn Adalbert Huber Professor Härtel mit. m # . In der Durcharbeitung der einzelnen Werke wird einem die überaus sorgsame und liebevolle, aber nie überspitzte Behandlung des Thematischen auffallen, ein Herausarbeiten sowohl im Dynamischen wie auch in der besonderen Modifizierung des Tempos. Die Wiedergabe von Beethovens r - -0 u r s Quartett (op. 59, 1) ließ aufhorchen durch die tiefeindringende Gestaltung, die den ersten Satz in scharfer Profilierung des Hauptthemas herauswachsen ließ. Mit feinem Eingehen auf die einzelnen Episoden erklang das Scherzo. Voll innerer tiefer musikalischer Gebundenheit das Adagio mit feinen reichen Solostellen für die einzelnen Instrumente, stets in der äußerst peinlichen Abschattierung Thema und Figurierung in Kontrast stellend. Das Finale war in seinem Aufbau glänzend durchgeformt. Hatte Professor Joh. H o b o h m sich hier in Gießen schon bei früheren Gelegenheiten als ein Meister musikalisch durchglühter Anschlagskunst gezeigt, so wurden diesmal durch ihn Regers Bach-Variationen zu einem allerstärksten Erleben. Bei bis ins einzelnste gehender Artikulierung trug jede der Variationen bei durchsichtiger Klarheit ihr eigenes Gesicht; stets war die Stimmungssphäre sicher eingefangen und bis zum letzten aufgeschlossen. So fügte sich jede Veränderung dem Aufbau des Ganzen in großem Zuge organisch ein: das gab ein Wachsen, ein Steigern zu höchstem Ausmaß. Die Schlußfuge entfaltete sich aus dem Piano heraus in ausgeprägter Uebersichtlichkeit; scharf gegliedert in ihren Entwicklungsstadien; immer sich türmend zu immer größeren Dimensionen, die Thematik bis in die entfernteste Einzelheit aufleuchten lassend. Die Verschmelzung beider Klangkörper wurde in dem f-Moll - Klavier-Quintett (op. 34) von Joh. Brahms zu einem Faktor, der die Vorzüge dieses Werkes ins Helle Licht setzte, noch dazu, wo die klangliche Nachgiebigkeit sowohl der Streicher wie auch des Klaviers Brahms besonders nahe führte. Im Kopfsatz ein deutliches Herausheben der Themen in ihrer Individualität, ein Sich-Finden in der höheren Einheit des Werkes mit Freude am Klange das Andante in seiner Innigkeit im Trio des Scherzos reich aufblühende Melodik. Innerlich schwer gebunden wurde die Einleitung des Finale erschlossen, einkehrend in tiefstes Ahnen; das nachfolgende Allegro erwuchs in dem Wechsellicht seiner Themen. Stark war der Beifall nach jedem Werk, immer wieder neue Hervorrufe; ein spontaner Dank der Hörer denen, die sich als berufene Künder der Schöpfungen unserer Größten erwiesen hatten. Dr. H. Lieber kleiner Orona von Paul E'pper Drang Utan; in deutscher Übersetzung heißt die- ses malaiische Wort: Waldmensch! Wenn die zoologische Wissenschaft nicht schon längst für den Drang (und für Schimpanse und Gorilla) die Bezeichnung „Menschenaffe" geprägt hätte, beim Anblick eines jungen Drang würde jeder Laie die Menschenähnlichkeit ohne weiteres feststellen. Solch ein kleines, rostrot bepelztes Geschöpf kann man gar nicht anders betreuen als ein Menschenkind; das hqben die Tiergärtner wohl erkannt; ich weiß einen Zoo, in dem eine als Säuglingsschwester ausgebildete junge Dame die Menschenaffenstation betreut. Es kommt nämlich nicht allein darauf an, daß ein junger Drang richtig gefüttert, sauber gewaschen und gebürstet wird, die nötige Bewegung hat und ein warmes, weiches Bett für die Nacht. Diese empfindlichen und empfindsamen Lebewesen brauchen auch seelische Anregung, damit ihr Gemüt nicht verkümmert. Vor dem Alleinsein hat jeder junge Menschenaffe Angst; er will in den Arm genommen und gestreichelt werden. Langeweile darf nicht sein; daraus wird Melancholie, und dann leidet der Appetit, die Verdauung. Ist aber ein junger Drang in guten Pflegerhänden, so beglückt er uns durch feine Schelmerei, durch Klugheit, vor allem durch fein anhängliches Wesen und durch seine Dankbarkeit für empfangene Wohltaten. Allerdings, auch jähzornig sind oft die jungen Drangs, rechthaberisch und eigensinnig; wenn sie nicht sofort ihren Willen bekommen, werfen sie sich zu Boden, strampeln mit allen Vieren, schreien und zetern, als wären sie bei lebendigem Leib gerädert. Da hilft dann keine brutale Gewalt; auch mit Schlägen ist wenig auszurichten, und dennoch muß sich der menschliche Pfleger als „Autorität" durchsetzen, darf nicht immer nur nachgiebig sein. Wer ein Herz für Tiere hat, wer Güte nicht mit Sentimentalität verwechselt, sondern seine Tierliebe, mit Beobachtung und Verständnis paart, der wird auch in der Erziehung von jungen Drangs bald den rechten Weg finden. Eine große Hilfe ist dabei das ausdrucksvolle Mienenspiel der Tiere. Ich habe in meinem Leben mehr als hundert kleine Drangs aus nächster Nähe ange- fehen, bin manchen Tag von früh bis spät mit vier oder fünf Affenkindern zusammengewesen; immer wieder mußte ich voll Erstaunen feststellen, daß jedes in Benehmen und Charakter anders war als felbst feine Blutsgeschwister. Das eine wollte still auf den Arm genommen und sanft getätschelt werden; wenn man dabei ein Liedchen leise vor sich hin fang, kniff der kleine „beglückt" die Augen zu; während ein anderes Drangkind ganz allein ein» fchlafen wollte, durch die Nähe des Menschen sofort zum Spiel verleitet wurde, selbst wenn ich es noch so aut in sein Heubett eingevackt hatte. Wie verschieden sind die Spielregeln der Drangkinder! Da gibt es Rüpel, die immerzu schreien und jauchzen müssen, die in tollem Uebermut am frei hängenden Kletterseil hinaufflitzen, übers Decken- gebält weghangeln und ehe der Mensch auch nur auf den Gedanken kommt, schon wieder drüben heruntersausen, heimlich von hinten den verdutzten Kameraden ins Bein kneifen. Ich weiß von einem „Drang-Mädchen", einem dunkelbraunen, sanften Geschöpf, das am liebsten stillsaß beim Spiel, so lange miefte, bis der menschliche Freund auf dem Boden hockte. Dann setzte sich das Tier dicht vor ihn; ein Strohhalm wurde aufgegriffen, und damit kitzelte die kleine Aeffin meine Hände, mein Gesicht; je tollere Grimassen ich schnitt, je mehr ich lachte, um so vergnügter wurde das Tier. Nur als mir der Strohhalm in die Nase kam, als ich laut und stürmisch niesen mußte, da floh meine kleine Affenfreundin entsetzt auf das oberste Querbrett des Spielraums und war den ganzen Nachmittag nicht mehr herunter zu locken. Sairu, ein etwa zwei Jahre alter Drang, ist ein leidenschaftlicher Freund von Reisbrei (aber mit Milch gekocht!). Wenn fein Pflegevater ihn mit dem Löffel füttert, dann kann der sonst recht quecksilbrige Bursche wunderschön still sitzen. Geht ob°r die Herrlichkeit zur Neige, bettelt er, bis er den Topf in die Hände bekommt, setzt ihn an die Sippen, neigt und kippt ihn; kein Wunder, daß schließlich das ganze Gesicht weiß und milchbeklebt ist, der schüttere Kinnbart auch. Das hat jedoch sein Gutes; nun kann man sich viertelstundenlang beschäftigen, nicht gerade sehr wohlerzogen, nämlich mit genußvollem Ablecken eines jeden Fingers. Vorausgesetzt, daß der Wärter nicht Schwamm und Wasser bringt, eine gründliche Wäsche für notwendig hält. Soll man nun schreien, zornig die Zähne zeigen? Nein, in der linken Hand hat der Mensch irgend etwas verborgen, eine Feige, eine Nuß; da mutz man dahinter kommen als neugierig-naschhaftes Drangkind. Junge Menschenaffen brauchen, wie alle Kinder, sehr viel Schlaf. Wenn der Tag verdämmert, ebbt auch die wildeste Spielleidenschaft ab; man kauert sich still in einen Winkel. Manchmal meine ich, solch ein kleiner Drang träume schon im Wachsein friedlich vor sich hin; aber dann sehe ich, daß das Tier eine Blume, ein Laubblatt, irgend eine bislang versteckte „Kostbarkeit" schnuppernd an seine Nase hält. Zeitschriften. In der Märznummer beginnen Westermanns Monatshefte mit der Veröffentlichung des neuen Romans von Dtfo Brües „Fliegt der Blau- fuß?" Ein Gegenwartsroman, der feine starke innere Spannung vom Stoff her erhält, nämlich von dem jahrhundertelangen, heute wieder unerhört erbittert durchgefochtenen Kampf der uns blutsverwandten Flamen um Behauptung des eigenen niederländischen Volkstums gegenüber der französisch- wallonischen Uebermacht. Der Weg deutscher Landschaftsmalerei im 19. Jahrhundert, der von den strengen klaren Formen der Klassik über romantisch-sentimentale Jdyllik zu der wahrhaften deutschen Romantik führt, die neben andächtiger Hingabe vernunftsgemäße Durchdringung der Natur verlangt, schildert Universitäts-Professor Dr. A. E. Brinckmann. Zum Heldengedenktag schreibt Prof. Dr. Philipp Witkop, vom Erlebnis des ewigen Frühlings aus bisher unveröffentlichten Kriegsbriefen junger Gefallener. Neue Forschungsergebnisse über Vorgänge unsres Milchstraßensystems vermittelt die' Abhandlung „Das Metall zerstiebt" von Hanns Derstroff. „Bauernmädel lernen wieder (pinnen und weben" nennt Liselotte Gervais ihren Beitrag, der die Wiedererweckung bäuerlicher Volks» kunst in der jüngsten Generation der weiblichen Bauernjugend durch planmäßige Schulung in der Arbeits- und Wohngemeinschaft der ersten Web» schule in Pommern schildert Oberhessen Wirtschaft tischen Wissenschaften hinzu —, schuf er die Spitze einer Zentralisation des Bildungswesens. Im alten Frankreich hatte es 21 Universitäten, 18 Fakultäten der Theologie, 20 Fakultäten des Rechts, 18 der Un st erblichen. Dabei hat dieser ganze zentralisierte Bildungsapparat keine Forscher hervorgebracht und konnte es auch nicht. Aber die Academie Fran- $aise hat auch die Literatur der letzten 130 Jahre unbeeinflußt gelassen. Ein Geschichtsphilosoph wie T a i n e flog aus der Academie, weil er, obgleich feiner französischer Stilist, nicht christlich war oder wurde; die Größen der französischen Literatur, ein Bild von der Kultur unserer Vorfahren zu Beginn unserer Zeitrechnung, schilderte, wie diese in den Kämpfen mit den Römern erfolgreich ihr Volkstum verteidigten und brachte u. a. interessante Einzelheiten über die sog. „Weinstraße", den Pfahlgraben und die Ausgrabungen von verschiedenen Orten unserer Heimat. Ein Besuch des Gießener Museums soll demnächst der Erweiterung, Vertiefung und Abrundung des gewonnenen Bildes dienen. Balzac, ein Beranger, waren für sie nie vorhanden. Mit ihrem Genie waren sie „deklassiert". Denn seit Richelieu verkünden die 40 Unsterblichen das Ideal der Mittelmäßigkeit, des guten Gefell- schattstones, und da sie damit die Wesensart ihres Volkes treffen und die Sprache alexandrinisch pflegen, ist ihr Ansehen unerschütterlich. Denn mehr als anderswo regiert in Frankreich Madame La Regle. ihr das Vorbild aller ähnlichen Schöpfungen gab, hat keine Universitäten mehr. Wie hätten auch die beschränkten und übermütigen Utilitarier der Revolution die noch kümmerlich hinsiechenden Gewächse schonen oder gar suchen mögen, sie wieder zu beleben? Die ganze Natur der Universitäten, ihr komplexer, zugleich wissenschaftlicher und didaktischer Charakter, der Rest von Autonomie, ohne welchen sie in Wirklichkeit aufhören, Universitäten zu sein, die Freiheit, die sie dem Lehrenden und Lernenden in gleicher Weise gönnen — kurz, ihr ganzes in der Geschichte und Tradition begründetes Wesen mußte der rationalistischen, nivellierenden Tendenz der französischen Revolution mehr als zuwider sein: es war ihr geradezu vom Uebel. Weder ihr Geschmack an Symmetrie noch ihr Sinn für gemeine Nützlichkeit, noch ihr Gefallen an Logik und Schablone konnte diese unförmigen Ueber- bleibsel des Mittelalters im „modernen Staat" dulden. Und so setzte der große Testamentsvollstrecker der Revolution, ihr echter Sohn in dieser Lust am willkürlichen Organisieren, wie in der Freude am Wegräumen „unnützen Schuttes", an die Stelle der Universitäten die Universität, jene riesenhafte Maschine, welche Volksunterricht, mittleren und höchsten Unterricht in sich begreift und, vom Unterrichtsminister geleitet, von sechzehn Rektoren verwaltet, von Hunderten von General-, Akademie- und Primär-Jnspektoren überwacht wird." Ihre Spitze aber ist d i e Akademie der körperlicher und geistiger Frische. I fD Lollar, 10. März. 5n gemeinsamer Tagung der Bezirke Lollar und Londorf des N S.- L e h r e r- b u n d e s sprach Museumsassistent S z c z e ch - Gießen über „Die Eisenzeit". Er gab ein anschauliches einer allmählichen Besserung des Absatzes auf dem Jnlandmarkt fest. Das Geschäft der Schriftgießereien und Messinglinienfabriken war dagegen im allgemeinen wenig befriedigend. lihein-Mainische Mittagsbörse. Tendenz: fest. Frankfurt a. M., 9. März. Die Börse lag zum Wochenende erwartungsgemäß sehr ruhig, blieb aber auf der ganzen Linie recht fest. Die Kulisse übte etwas Zurückhaltung, dagegen zeigte sich in einigen Spezialwerten weiter leichte Publikumsnachfrage, so daß gegen die schon weiter befestigte Abendbörse überwiegend kleine Gewinne eintraten. Neue Anregungen lagen für heute nicht vor, indessen wirkten die in den letzten Tagen bekanntgewordenen Abschlüsse günstig nach. Der A k t i e n m a r k steht weiterhin unter dem Eindruck der Abschlußperiode, und man hat von der letzten Entwicklung über die Rentabilität der Industrie-Unternehmungen einen recht guten Eindruck bekommen. Heute war es der Elekttomarkt, der mehr in den Vordergrund rückte, wobei das anhaltende Interesse für AEG. mit 35,40 bis 35,25 bis 35,40 (34,90) mitsprach. Siemens, Rhein. Elektro und Licht und Kraft gewannen je 1 v. H., Geffürel, Lechwerke und Schückert bis 0,65 v. H. Etwas lebhafteres Geschäft wiesen auch einige Montanaktien auf. Fest lagen insbesondere Braunkohlen- Oie Wirtschaftslage im Rhein-Maingebiet.' In der A u t o m o b i l i n d u st r i e weist die- Erzeugung gegenüber der entsprechenden Dorjahreszeit stellenweise eine Steigerung um mehr als 80 v. H. auf. Das hatte zur Folge, daß die Belegschaft während der eigentlich stillen Wintermonate gehalten werden konnte. Der Auftragseingag aus dem Auslande ist gegenüber dem Vormonat um 75 v. H. gestiegen. In der Metallwarenfabrikation hat die Geschäftstätigkeit nicht wesentlich nachgelassen. Der Auslandabsatz hielt sich auf der durchschnittlichen Höhe. Der Auftragseingang in der elektrotechnischen Industrie hielt sich auch im Februar auf dem erhöhten Vormonatsstand. In der Offenbacher Lederindustrie war ein schlechter Auftragseingang für die Schuhoberlederfabriken festzustellen. Dagegen wird aus einzelnen Teilen der Feinledergerbereien eine leichte Besserung der Beschäftigung gemeldet. Ebenso berichtet die Schuhindustrie von einer gewissen Geschäftsbelebung. In der ch e m i s ch e n I n d u st r i e hat die günstige Geschäftsentwicklung weiter angehalten. Die Jnlandumsätze konnten gesteigert werden, das Auslandgeschäft hat sich gut behauptet. Stellenweise konnten Neueinstellungen von Arbeitskräften vorgenommen, werden. Die Gold- und Silberwarenindustrie stellt das Anhalten Pfarrer«3u6iläum. * Steinbach, 11. März. Am kommenden Mittwoch kann unser Ortsgeistlicher, Pfarrer D ö l l, auf eine 25jährige Amtstätigkeit als Seelsorger zurückblicken. Er wurde am 11. Mai 1884 zu Homberg a. d. Ohm als Sohn des nachmals in Wieseck als' Rektor i. R. verstorbenen Lehrers D ö ll geboren. Nach feinem Studium in Gießen und dem Besuch des Predigerseminars in Friedberg war Pfarrer Döll Mitglied des Kandidaten-Konviktes in Bechel. Ordiniert wurde er in Groß-Zimmern. Seine erste Verwendung im Pfarrdienst fand er in Babenhausen. Er wurde noch 1910 nach Beedenkirchen versetzt und kam 1911 als Verwalter nach Dittelsheim bei Worms. In das heimatstche Oberhessen zog er 1913, nach Freiensteinau, zunächst als Verwalter und wurde dort am 8. Februar 1913 als Pfarrer angestellt. 1914 wurde er zum Pfarrer in Wallenrod ernannt. Während des Krieges wurde er auf feinen Wunsch zum Heeresdienst freigegeben und war als Telegraphist bei der 119. Dw.-Fernsprech-Abteilung im Felde, bis er Juli 1918 wieder in den Pfarrdienst zurückgerufen wurde. 1921 wurde ihm die Pfarrstelle zu Wirbera übertragen, die er nach 12jähriger Tätigkeit 1933 verließ, um unsere Pfarrei Steinbach zu übernehmen. Pfarrer Döll erfreut sich in weiten Kreisen der Bevölkerung größter Wertschätzung. Oer Glauberg geht an den hessischen Staat über. LPD. Büdingen, 9. März. Der im Kreise Büdingen gelegene Glauberg, das größte kulturgeschichtliche Denkmal Hessens, dessen frühe geschichtliche Zeugen germanischer Vergangenheit zur Zeit unter Leitung des oberhessischen Denkmalpflegers Dr. Richter freigelegt werden, gehörte bisher dem Fürsten zu Stolber g-W ernigerobe. Neichsstatthalter Gauleiter Sprenger, als der Schirmherr der bedeutungsvollen Ausgrabungen, hat jetzt durch Eintausch des zum Forftamt Kon- radsdorf gehörenden Waldstückes oberhalb Bellmuth, sowie eines größeren Waldstückes bei Gedern den Glauberg für den hessischen Staat erworben. Ab 1. April 1935 ist also der Glauberg hessischer Staatsbesitz. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 11. März. Unser Mitbürger Joh. Deibel, Faselwärter i. R., wird morgen achtzig Jahre alt. Herr Deibel befindet sich noch in Große Oiebesfahrten zweierEinbrecher LPD. Frankfurt a. M., 9. März. Mitte Dezember bis Ende Januar 1935 wurden in Frankfurt a. M.-Seckbach, Nied, Fechenheim, Enkheim, Bischofsheim, Höchstadt, Dörnigheim und Groß- und Klein-Auheim eine Reihe von Einsteigdieb- stählen ausgeführt. Als Täter wurden jetzt der 21jährige Gustav Diehl aus Staßfurt und der 22jährige Erich Pix aus Frankfurt a. M. ermittelt und fe ft genommen. Pix wurde bei einem Fahrraddievstahl überrascht, während Diehl in Ossenheim (Kreis Friedberg) festgenommen werden konnte. Diehl war bereits im Sommer vorigen Jahres wegen mehrfacher Einbrüche in Offenbach in Untersuchungshaft. Er unternahm im Gefängnis einen Selbstmordversuch und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Anfang November 1934 entwich er aus dem Krankenhaus. In der gleichen Nacht begab er sich nach Heusenstamm und verübte einen Einbruch. Bei seiner Vernehmung gab Diehl an, daß er sich von Heusenstamm nach Staßfurt zu seinen Großeltern begeben habe. Er will sich dort nur einige Tage aufgehalten und sich dann wieder nach Frankfurt begeben haben. In Frankfurt will er in der Herberge feinen Komplizen Pix, den er im Gefängnis kennengelernt haben will, zufällig getroffen haben. Beide verabredeten dann, gemeinsam auf Einbrecherfahrt zu gehen. Sie verübten dann die erwähnten Einbrüche. Auf das Konto der beiden Verbrecher kommen auch Einbrüche in der Alten Mainzergasse in Frankfurt, in Neu-Isenburg, Rüsselsheim und bei Mainz-Kastel. Sie stehen im dringenden Verdacht, noch weitere Einbrüche ausgeführt zu haben. Ihre B"ute setzten sie bei dem Hehler Peter Stahl ab, der sich in Frankfurt unangemeldet aufhielt. Auch er konnte ermittelt und festgenommen werden. • Sportflugzeug abgestürzt. LPD. Mainz, 9. März. Das deutsche Sport- flugzeug v-Efvo ist heute morgen in der Nähe von Niederolm, südlich von Mainz, a b g e- st ü r z t. Hierbei kamen die Insassen, der Flugzeugführer A-rzt und sein Begleiter Knapp, ums Leben. auf die Ideen Richelieus zurückgriff, so vervollkommnete er das Erziehungswesen nach dessen Uridee, und seine Schulordnung vom 22. November 1801 gipfelt ebenfalls in der Academie Fran^aise. Sie ist seit Richelieus Zeiten unverändert geblieben, und ihr gewaltiger Einfluß auf die Franzosen hat alle politischen Stürme überdauert. Die vierzig Unsterblichen sind der Auszug des feinsten französischen Geistes. Wie ganz anders geartet dieser Geist ist, als der deutsche, lehrt ein Blick auf die Literatur, die sich in den Unsterblichen eine Art Geschmackspolizei schuf. Die Akademien waren in Italien entstanden, es waren Produktivgenossenschaften für literarische Zwecke, deren Bedeutung für die Geistesgeschichte gleich Null ist. Als Ludwig XIV. sich im Jahre 1672 als Protektor d e r „französischen Akademie" aufwarf, scharten sich die Dichter um ihn, mit ihren Werken gleichsam dem Absolutismus dienend. Corneille, Racine, selbst ein M o l i e r e , waren jedoch schon fertige Menschen, als Ludwig seine Protektorenrolle begann, sie stammten aus einer individuelleren Zeit. Nach ihrem Verlöschen aber gab es in der Akademie nur Mittelmäßigkeiten; ein Boi - leau regelte den Geschmack, und die guten Federn unterwarfen sich. Damals hat Ludwig XIV. auch dadurch der Academie Francaise einen gewissen Glanz verliehen, daß er zu Hoffesten Einladungen an ihre Mitglieder ergehen lieh. Sie wurden damit den vornehmsten Edelleuten und höchsten Beamten gleichgestellt. Zudem gründete der König noch ähnliche Akademien für alle Zweige der Wissenschaften, in denen es bald ebenso seelenlos zuging wie in der höchsten Akademie der Unsterblichen. Im Zeitalter der Aufklärung gehörten jener Montesquieu und Voltaire an. Aber es ist bezeichnend, daß Montesquieu nur durch Verleugnung feines geistreichen Werkes „Lettres per- sanes" in die Akademie kam! In diesen Persischen Briefen standen nämlich böse Dinge über das absolute Königtum, über die Geistlichkeit und über die Frauentugend. Die 1721 erschienenen Ketzereien und Frivolitäten wurden von einem Pater Tournemine beim regierenden Minister, dem Kardinal Fleury, denunziert, der zugleich Präsident der Akamedie war. Montesquieu hatte bis dahin nichts als die Persischen Briefe geschrieben. Sein Name war in allen literarischen Zirkeln bekannt und berühmt. Eines Tages fand Fleury das Buch, aus dem die anstößigsten Stellen ausgemerzt waren, auf feinem Schreibtisch, und Montesquieu kam in die Akademie, obgleich das Buch keinen Autornamen trug. Als echter Franzose hatte er die Wahrheit, wie jedermann wußte, verleugnet, aber er war in die Akademie gelangt, und das genügte der Selbstliebe, das war mehr wert als offenes Bekennen... Dieses Scheinen, das das Sein überdeckt ober gar auslöscht, hat die Akademie gefördert. Als Napoleon I. sie mit drei anderen, die ihren Ursprung auf Ludwig XVI. zurückführen, im «Institut de France Z/ zusammenfaßte — später kam noch die Akademie der moralischen und poli- Medizin, 18 der Philologie und Philosophie gegeben. Napoleon schaffte sie ab und ersetzte sie durch j Fachschulen. Universitäten im deutschen Sinne gibt es in Frankreich nicht. Karl H i 11 e b r a n d t, der 1874 sein Werk „Frankreich und die Franzosen" erscheinen ließ, das heute noch unübertroffen ist, sagte: „Das Land, welches dem europäischen Mittel- alter die c r ft e und bedeutendste Universität und werte, wie Rhein. Braunkohlen mit 212,65 (208,25) und Ilse Genuß mit 127,50 (126,25). Ferner erhöhten sich Klöckner und Mannesmann um je 0,25 D. H., neue Stahlverein, die ab Montag auch hier amtlich notiert werden, zogen im Freioerkehr bei größeren Umsätzen auf 76,50 (75,75) an. Von Schiffahrtsaktien waren Hapag mit 31,75 (31,75) eher angeboten, während Nordd. Lloyd auf 35 (34,25) anzogen und noch lebhaftes Geschäft ver- zeichneten. Sonst eröffneten u. a.: IG. Farben 141,50 (141,25), Goldschmidt 92,75 (91,75), Deutschs Erdöl 101 (101), Scheideanstalt 206,75 (206,75), Westdeutsche Kaufhof 41,13 (40,65), Hanfwerke Füssen 79,75 (79), Moenus Maschinen 85,25 (85,13), Daimler 54,50 (54,25), Bank für Brau 113 (112,40), Reichsbank 166,75 (166,50) und AG. für Verkehr 83 (83). Am Rentenmarkt blieb das Geschäft klein. Weiter befestigt waren späte Reichsschuldbuchfor- berungen auf 97,40 (97,13) und Zinsvergütung^ scheine auf 90,60 (90,50\ Altbesitz bargen ginaen auf 111,90 (112) zurück, Kommunal-Umschulbung unb Stahlverein-Bonbs lagen behauptet. m Verlaufe mar bis Kursen ".xeluni bei fester Grundtendenz nicht ganz einheitlich, boch überwogen noch leichte Weiterungen. AEG. blieben unter Schwankungen lebhaft, auch Schiffabrtswerte hatten noch größeres Geschäft, Hapag mieber 31,75 bis 31,90 nach 31,50. Sehr fest lagen von Kunstseibeaktien Bemberg mit ca. 121 nach 116,50, während AKU. auf 53,50 (54,13) nachgaben. Montanaktien zogen zum Teil noch etwas an, auch Elektrowerte blieben beachtet. Im übrigen zeigten die Kurse gegen den Anfang wenig Aenderung. Deutsche Linoleum wurden mit 151,40 (150,50) notiert. Am Kassamarkt waren Frankfurter Bank mit ca. 111 (1. K. 108) ohne Angebot weiter gesucht. Am variablen Rentenmarkt ergaben sich später keine Veränderungen von Belang. Lebhaft gefragt waren Liquidationspfandbriefe, die durchweg etwas anzogen, Goldpfandbriefe und Kommunal-Obliga- tionen blieben behauptet. Stadtanleihen tendierten wieder uneinheitlich bei Abweichungen von 0,25 bis 0,50 nach beiden Seiten. Staatsanleihen lagen ruhig. Von fremden Werten Anatolier 35,75 (35,75), Schweiz. Bundesbahnen notierten dis 1 v. H. fester, 4proz. 165 (164), Z'/eproz. 156 (155). — Tagesgeld unverändert 3 v. H. Jranffurter Hchlachtoiehmarkt. Frankfurt a. M., 11. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Voraufttieb: 1124 Rinder (307 Ochsen, 87 Bullen, 400 Kühe, 330 Färsen), 551 Kälber, 75 Schafe, 3818 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 27 bis 40 Mark, Bullen 27 bis 38, Kühe 15 bis 35, Färsen (Kalbinnen) 26 bis 40, Kälber 30 bis 52, Hämmel 35 bis 38, Schweine 40 bis 52 Mark. — Marktverlauf: Rinder und Schweine mittelmäßig, Kälber und Schafe lebhaft. Sonntagsrückfahrkarten zur Lustfchuh-Ausstetlung. F r a n f f u r t a. 2R., 10. März. (LPD.) Aus Anlaß der in Frankfurt a. M. stattfindenden Großen Deutschen Luftschutz - Ausstellung werden von allen Bahnhöfen im Umkreis von 75 Kilometern Sonntagsrückfahrkarten auch in Blankoform ausgegeben. Sie haben folgende Geltungsdauer: Samstags von 0 Uhr bis Montags 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt), und Mittwochs von 0 Uhr bis 24 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt). Die Luftschutz-Ausstellung erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Auch aus Nassau, Kurhessen und Hessen liegen zahlreiche Anmeldungen vor. Die Ausstellungsleitung ist nach wie vor bemüht, den Volksgenossen immer neue Anregungen und D?.r- bietungen zu vermitteln. Aus diesem Grunde erfährt das Wochentagsprogramm eine wefeniliJe Erweiterung, die überall lebhaftem Interesse begegnen dürfte. Außer den üblichen Dachstuhl- Übungen, die täglich von Tausenden befudit werden, fjpben auch Feuerschutz-Hebungen statt. Die Eintrittspreise bleiben trotzdem vollkommen unverändert. Es liegt der Ausstellungsleitung lediglich daran, in größtmöglichem Umfang der Bevölkerung zu beweisen, daß Selbstschutz und Selbsthilfe ^möglich sind, wenn man weiß, wie man sich zu verhalten hat. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) k. HL h. Durch das kürzlich in der Zeitung veröffentlichte Gesetz über Zinsermäßigung wurde den Gläubigern von mit 6 v. H. und höher verzinslichen Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen der Länder, Gemeindeverbände, Gemeinden und Zweckverbänden die Herabsetzung des Zinssatzes auf 4,5 v. H. jährlich mit Wirkung vom 1. April 1935 ab angeboten. Eine' Herabsetzung von Hypothekenzinsen hat durch das erwähnte Gesetz nicht stattgefunden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H._______________________ Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend, börfe Schluß* kurs Schlußk. Mittag» börfe Oatum 83 9.3 8.3. 9.3. 6% Deutsche Reichsanlethe v. 1927 100 i 100 99,9 I 99,9 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 96,25 96,25 96,25 96,25 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Ant..Wlös.«Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 101,75 102 102 101,75 112 112,13 112 112,4 41/s?o Deutsche Relchspostschatzan- weisungen von 193-1, I....... 99,5 99,8 6% elicm.8% Hess. Volksstaat 1929 srückzahlb. 102%)............ 4y»% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 97 97 96,25 96,75 96 96 96 96 5%% ehem. Hess. Landes-Hypo» tbekenbank Darmstadt Limit ... 99,5 99,5 4%% ehe in. 8% Tarmst. Komm. LandeSb.Goidschuldverschr. R.6 94 93,5 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Gamindabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 113 112,5 112,5 112,9 4%% ehem.8% Franks. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6y2% dient. 4>/2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe....... 96 96 95,5 95,75 99,65 99,75 6yz% ehem. 4'/2% Rheinische Hyp.-Bank«Liau.-Goldpfc..... 99,75 100 100 100 4y2% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4>4% ehem. 7% Pr. Landcspfand- briefanst., Gold Komin. Cbl.VI 97 97 97 97 97 97 97 97 Steuergutsch.Berrechnungsk. 35-39 105,9 105,9 105,9 105,9 4% Oesterreichischs Goldrente... 27 i 27 27,5 27,4 4,20% Lesterrcichische Silberrente — ! 1,175 1,2 1-2 4% Ungarische Goldrente....... 7,9 7,85 7,2 8 7,95 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 7.15 7,25 7,2 «’/>% desgl. von 1913.......... *%abgest. Goldmexikaner von 99 7,4 7,2 7,3 7,25 10,25 10,5 10,5 10,5 4% Türkische Bagdadbahn-Anlcihe 8,5 — — Frankfurt o. M Berlin Schluß« kurs Schluvl. Abend« börfe Schluß« kurs Schlußk. Mittagbörse Oatum 8.3. 9 3. 8 3 9.3 4% desgl. Serie 11 ............. 8,5 8,5 — 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4,3 4,3 4,4 4,4 4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,75 6,75 6,7 6,7 4% Rumänische vereinh. Reute 4 4 4 4 2 %% Anatolier ............ 35,75 35,75 35,5 35,9 Hamburg-Amerika-Paket .... 0 31,75 32,25 30.9 32,18 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 — 26,5 27,25 Norddeutscher Lloyd ........ 0 34,25 34,9 34 34,5 A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 83 83 83 82,25 Berliner Handelsgesellschaft .. 5 115,5 115,5 115,75 116 Commerz, und Privat-Bank .. . 0 83,25 82 82 75 82 Deutsche Bank und D'sconto- Gesellschaft............... . 0 83,25 82,5 83 82,5 Dresdner Bank............. . 0 83,25 82,5 83 82,5 Reichsbank ................ 12 166,5 166.75 166,5 165,65 A.E.G..................... . 0 34.9 35,25 34,9 35,4 Bekula.................... 10 142 141,5 142 141-65 Aeku. Lieferungsgesellschaft.. . 5 107 108 108 108 Licht und Kraft ........... sy. 120 121,13 120,75 121,5 Felten & Guilleaume........ . 0 88 89,5 89 89,5 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 115,5 116 115,5 116,13 Rheinische Elektrizität ....... . 5 116,5 117,4 116,5 117 Rhein. Wests. Gleite......... . 6 — Schückert &(So.............. . 4 19,25 99,5 99,25 99,5 Siemens & Halske........... . 7 Lahmeyer & So. ............ . 7 122,5 122 122J5 Buderus .................. Deutsche Grd öl ............ Gelsenkirchener............ . 0 75?5 76?5 — Harpener ................. Hoesch Eisen—Köln-Reuessen . 0 87,75 88,4 Ilse Bergbau ............. . 6 147 _ 150 147 Ilse Bergbau Genüsse...... . 6 126,25 127,25 126 127 Klocknerwerke ............. sy, 86,25 87 86,5 । 87,5 Mannesmann-Röhren...... 77 76,13 I 76,75 Frankfurt a. M. Serfln Schluß« kurs Schlußk. Abend« börfe Schlußkurs Schlußk. Mittag« börfe Oatum 8.3. 9.3. 8.3. 9-3 Mansfelder Bergbau....... .. 8 92,5 92,75 93 92,5 Kokswerke................ .. 5 —> —— 105,25 105,65 Phönix Bergbau........... .. 0 — — — Rheinische Braunkohlen .... 12 208,25 212,65 208 212,75 Rheinstahl................ 8'/r 94,75 95 95 95,4 Vereinigte Stahlwerke...... .. 0 — 75,9 76,65 Ltavt Minen ............. .. 0 12 — 12 12.13 Kaliwerke Aschersleben...... .. 5 111,75 — 112 111,5 Kaliwerke Westeregeln...... .. 5 113 113,5 113 113,5 Kaliwerke Salzdetfurth..... — — 147 146,25 I. G. Färben-Industrie..... .. 7 141,25 141,5 141 141,25 Scheideanstalt............. .. 9 206,75 206,75 Goldschmidt .............. .. 0 91,75 92,75 91,75 93,25 Rütgerswerke ............. .. 4 105,65 105,65 105,5 105,9 Metallgesellschast........... .. 4 90,75 90 90 90,25 Philipp Holzmann......... Zementwerk Heidelberg .... .. 0 .. 5 88,65 116,5 89,25 .16 89 89,5 Cementwerk Karlstadt....... .. 4 127 127 — Schultheis Patzenhoser ..... Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 4 — .— 103,65 104,75 .. 0 54,13 53,5 54,4 53,65 Bemberg................. .. 0 116,5 121 116,5 121 Zellstoff Waldhof .......... .. 0 110,75 110 110,5 110 Zellstoff Aschaffenburg ..... .. C 82,5 81 81,25 81,75 Dessauer Gas............. .. 7 — — 125,75 126,75 Daimler Motoren.......... .. 0 54,25 54,5 90,13 90,4 Deutsche Linoleum......... .. 6 150,5 151,4 152.13 151 Lrenstein & Koppel ........ .. 0 *— — 85 85,4 Westdeutsche Kaufhof....... .. 0 40,65 41,13 40,65 40,65 Ehade .................... .. 0 197,5 198,5 198 198 Accumulaloren-Fabrik...... . 12 — — .. 8 149 151,75 150 152 Gritzner.................. .. 0 1 35,4 36,9 1 35,75 I 36,5 Mainkrastwerke Höchst a.M.. .. 4 91 91,25 - Süddeutscher Zucker....... .. 9 l - 1 165 168 - 8. März 9.März Amtliche Geld Notierung Oriel Amtliche Notierung Geld | Brief Buenos Atre- Brüssel..... Rio de Jan. . Sofia ...... Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Javan ...... Jugoslawien. Lslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag....... Budapest ... Neuyork... 0,638 58,17 0,196 3,047 52,20 81,12 11,69 5,155 16,43 168,25 20,98 0,687 5,649 58,76 48,95 10,61 60,28 80,72 33,93 10,38 2,455 0,642 58,29 0,198 3,053 52,30 81,28 11,72 5,165 16,47 168,59 21,02 0,689 5,661 58,88 49,05 10,63 60,40 80,88 33,99 10,41 2,459 Banfnolen 0,643 58,17 0,197 3,047 52,45 81,12 11,745 5,185 16,43 168,31 20,98 0,691 5,649 59,04 48,95 10,66 60,57 80,72 33,99 10,38 2,458 0,647 58,29 0,199 3,053 52,55 81,28 11,775 5,195 16,47 168,65 21,02 0,693 5,661 59,16 49,05 10,68 60,69 80,88 34,05 10,40 2,462 Serlin,9.M6rz Geld Brief Amerikanische Roten.............. Belgische Roten.................. Dänische Roten ................. Englische Roten ................. Französische Roten............... Holländische Roten............... Italienische Roten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................ Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2,41 57,00 52,25 11,71 16.42 167,89 21,26 58,88 60,36 80,44 33,55 2,43 58,00 52.45 11,75 16,48 168,57 21,34 59,12 60,60 80,76 33.69 Nr. 59 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Montag, U. März (955 Der Kampf um die Aahrungsfreiheit unseres Volkes Gauleiter und Neichsstatthatter Sprenger und Landesbauernführer Dr. Wagner auf der Bauernkundgebung in Friedberg. KK ■ A *r , Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger begrüßt die Hüttenbergerinnen. * Friedberg, 10. März. Die Stadt ist anläßlich der großen Bauernkundgebung mit den Symbolen des nationalsozialistischen Deutschland reich geschmückt. Neben den Sonderzügen aus Usingen, Büdingen und Gießen sind zahlreiche. Bauern schon in den frühen Morgenstunden gekommen, um zum Teil an den vormittags stattfindenden Sondertagungen der einzelnen Abteilungen der Bauernschaft teilzunehmen. Um 13.30 Uhr konzertierte der Musikzug der SA.-Standarte 2 2 2 vor dem Hotel Trapp. Gegen 14 Uhr gab ein großes Musikkorps, zusam- mcngestellt aus fünf Kapellen des Reichsheeres, unter Leitung von Obermusikmeister Krauße (Gießen) ein Militär-Platzkonzert, zu dem gewoben waren. Eine Hüttenberger Braut überreichte dem Reichsstatthalter eine große Puppe in Hüttenberger Tracht. Der Gebietsbeauftragte für Landarbeiterfragen Jak. Eugen Finger gab bekannt, daß die Landesbauernschaft 42 Angehörigen zum Zeichen treuer Verbundenheit und in Anerkennung ihrer jahrzehntelangen Pflichterfüllung an der deutschen Scholle eine besondere Freuoe bereitet habe. Der Gauleiter und der Landesbauernführer nahmen dann die Ehrung dieser verdienten Landarbeiter und Landarbeiterinnen vor, denen ein Bild des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler und des Reichsbauernführers Darre mit entsprechender Widmung überreicht wurde. Es wurden 8 Auszeichnungen für mehr als 40jährige, 12 für mehr als 20jährige und 22 für mehr als 10jährige Dienstzeit ausaegeben. Ein Sprechchor der Abteilung 222/7 Wickftadt des Arbeitsdienstes überbrachte den Gruß des Arbeitsdienstes an den Bauer. Don starkem Beifall begrüßt und während seiner Ausführungen mehrfach unterbrochen, sprach dann Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger. Wer das Werk Adolf Hitlers würdigen will, der tut gut, einmal an die Jahre vor dem 30. Januar 1933 zurückzudenken, an jene Zeit, in der in Deutschland unsagbare Not herrschte und in der insbesondere der deutsche Bauernstand schwer bedroht wurde. Man muß sich einmal fragen, was geschehen wäre, wenn Adolf Hitler nicht zur Macht gelangt wäre? Gauleiter Sprenger erinnert an den Wahnsinnsspuk der Inflation, an den Irrsinn dieser ganzen Zeit, deren großes Ziel in Wahrheit die Verjagung des deutschen Bauern von der Scholle überhaupt gewesen sei. Ein internationales Händlertum, jüdischer Geist, habe diesen Kampf geführt, um dem deutschen Volk sein Brot zu nehmen. Lin Volk aber, so erklärte der Gauleiter unter dem stürmischen Beifall der Tausende, das sein eigenes Brot nicht hat, das sich nicht von seiner eigenen Scholle ernähren kann, ist in seiner Existenz auf das schwerste bedroht. Der Weg, zu dem man damals das deutsche Volk habe zwingen wollen, hätte uns dahin gebracht, unsere Lebensmittel mehr und mehr vom Auslande zu beziehen. Das sei der große Plan des internationalen Händlertums gewesen, an dem es mit verbissener Zähigkeit schon seit Jahrzehnten gearbeitet habe. Nach dem Kriege wäre er dann ganz groß vorbereitet worden. Das internationale Börsenschiebertum habe mit ihm das deutsche Volk niederzwingen wollen. Der Gauleiter nahm dann u. a. weiter Stellung zur Frage des Handels mit Juden. Die ständigen Beifallskundgebungen bewiesen, wie sehr sich außerordentlich große Menschenmassen eingefunden hatten. Die Tagung fand ihren Abschluß mit einer gewaltigen öffentlichen Kundgebung im Hofe der Bergkaserne. Zu Tausenden aufmarschiert standen die Gliederungen der Partei mit den Bauern ihrer Dörfer. Unter den Klängen des Badenweiler Marsches schritt Reichsstatthalter, Gauleiter Sprenger, vom Landesbauernführer Dr. Wagner begleitet, die Fronten der Formationen ab, freudig begrüßt von den Kundgebungsteilnehmern. Ein-1 drucksvoll war der Fahneneinmarsch Landeüobmann und Kreisleiier Seipel-Friedberg eröffnete die Kundgebung zur Eröffnung der deut- schen Erzeugungsschlacht mit Begrüßungsworten ah den Gauleiter und den Landesbauernführer. Möge die Kundgebung, so führte er u. a. aus, dazu beitragen, alle diejenigen, die an deutsches Schicksal gebunden sind, davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, daß Deutschland auch frei wird hinsichtlich seines Brotes. Die Heimattracht. - Ehrung von Jubilars«. Unter Musikklängen zog dann Heimatdichter Georg Heß (Leihgestern) mit seiner Hüttenberger Trachtengruppe auf. In einer Mundartdichtung brachte er die. Verbundenheit des Bauerntums mit deutscher Art und Sitte zum Ausdruck, in die zwei von den Kundgebern mitgesungene Volkslieder ein- A Alte verdiente Arbeitskameraden hessischer Bauern werden geehrt. — Im Vordergründe rechts: Reichsstatthalter Sprenger; hinter ihm Landesbauernführer Dr. Wagner. (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff.) er mit diesen Worten den Bauern aus dem Herzen sprach. Unter stürmischem Beifall erklärte der Gau- leiter, daß der Jude sein Volkstum für sich habe und auch für sich allein zurechtkommen möge. Wir aber handelten nach der Stimme unseres Blutes. Deshalb brauchten wir zur Regelung dieser Frage keine Gesetze und Bestimmungen, wir regeln diese Dinge selbst, indem wir Deutsche unter uns blieben. Der Gauleiter sprach weiter von der Notgemeinschaft, die uns heute verbinde. Wir seien deutsche Brüder und deutsche Schwestern geworden, und wenn wir schon leiden müßten, so wollten wir dies gemeinsam tun. Durch das Spekulantentum im Liberalismus, das allein nur die Frage kannte: „Was verdiene ich am Brot?" wäret ihr — so wandte sich der Gauleiter M K *• W . 4 Bauernmädchen aus dem Hüttenberg in ihrer schönen Tracht. an die Bauern — nahezu alle an den Bettelstab gekommen. Er wies weiter darauf hin, wie schon in der Kampfzeit der NSDAP, durch den Reichsbauernführer und Reichsernährungsminister Walter Darre im Auftrage des Führers die Befreiung des deutschen Volkes vorbereitet wurde. Sie habe den deutschen Bauer wieder in sein Recht eingesetzt, während er vorher nicht nur nicht geachtet, sondern sogar ein Geächteter gewesen sei. Das Reichserbhofgesetz sei ein Segen für ganz Deutschland, denn es erhalte dem deutschen Bauern seine Scholle und damit dem gesamten deutschen Volk das Brot. In der Agrargesetzgebung sei dem Bauerntum für seine Arbeit eine feste Grundlage geschaffen worden. Die Fest- und Richtpreise böten ihm die Gewähr einer Arbeit auf lange Sicht, sie hätten damit dem Volk überhaupt eine gesunde und stete Lebensgrundlage gegeben. Die Gesunderhaltung des Bauernstandes sei lebensnotwendig für das ganze Volk. Denn ohne einen gefunden Bauernstand gebe es kein gesundes Volk mehr. Unter dem jubelnden Beifall aller Kundgebungsteilnehmer schloß der Gauleiter mit den Worten: „Ihr seid der Born des Volkes. Aus euch sind alle Berufe hervorgegangen. Seid stolz darauf! Das Vatererbe ist euch vom Führer zu treuen Händen gegeben worden, so geht denn wieder hinaus auf eure Scholle und arbeitet weiter in eurem Dienst am deutschen Volk." LandeSbauernsührerDr.Wagner ging zu Anfang seiner Rede darauf ein, daß das deutsche Volk immer große Leistungen vollbracht habe, daß dieise aber meistens nur für die Welt von Bedeutung waren. Zum ersten Mal ist es unter dem Nationalsozialismus gelungen, das deutsche Volk unter einem selb st bewußten Ge» Betrachtungen über ein Buch. Von Otto Brües. Mein Großvater von der mütterlichen Seite her, der Kaufmann Carl Anton Scheuten, hatte einen sehr weit, manchmal bis zu leiser Komik ausgebildeten Familiensinn; die Vorzüge dieser Eigenschaft überwiegen die Nachteile so sehr, daß ich mich bei Großvaters Verehrung seiner wie Sand am Meer zahlreichen Onkel-, Vettern- und Sippschaft zweiten, dritten und vierten Grades nicht länger aufhalte-r will. Alles, was an eine Familienbeziehung erinnerte, hob der Großvater sorgfältig auf, ordnete es feiner Beständen ein, holte es bei paffender Gelegenheit heraus — es war, alles in allem, ein beträchtliches Familienmuseum, das dann bei Großvaters Tod, ein Jahr vor dem großen Kriege, in alle Winde zerstreut wurde. Als ältester Enkel genoß ich manchen Vorzug, und so bekam ich schon als Schüler diesen und jenen Gegenstand aus dem Erinnerungsschatz des Großvaters zum Geschenk, so etwa drei Bände von Johann Heinrich Voß, und zwar von den „Sämtlichen Uebersetzungen der klassischen Dichter der Griechen den „ersten Teil", „enthält: Homer-Jlliade (Frankfurt und Leipzig 1807), den „dritten Teil Homers Odyssee (Cöln, 1808) und „Des Quintus Horatius Flaccus Werke", Odep und Epoden (1806, Auf dem Vorgebirg der guten Hoffnung) und alle drei „mit Kupfern", von Q. Mark, .von Anton Karcher und Adrien Godefroy. In alle drei Bände mußte ich, nach einem Diktat des Spenders, die Worte eintragen: „Geschenkt von meinem Großvater Carl Scheuten, früher Eigentum meines Urgroßvaters Dr. Gerhard Scheuten", womit denn eine Brücke vom Jahre 1913 zurückgeschlagen war ins Jahr 1817, in dem jener Urgroßvater Gerhard als einer der ersten Studenten der neugegründeten Friedrich-Wilhelm- Universität zu Bonn die Matrikel der medizinischen Fakultät erhielt. Nehme ich gar an, daß jener Urgroßvater den Johann Heinrich Voß während der Gymnasialzeit als Eselsbrücke, als Pons benutzte — und warum sollt' ich das nicht? — so reichte dies Erinnerungsstück volle hundert Jahre zurück, als ich es in meinem Primanerbücherschrank aufstellen durfte. Doch wollt' ich von diesen Büchern des prachtvollen Eutiners Voß nur sprechen, um auf cirv? andere Gabe des Großvaters hinzuführen, die mir schon ein Jahr vorher zuteil ward, und das sogar, ohne weitere, bedeutsame Eintragung über die Herkunft; ich meine die „Kupfersammlung zu I. B. Basedows Elementarwerke für die Jugend und ihre Freunde", und zwar die „Zweyte Lieferung in 47 Tafeln", Berlin und Dessau 1774, „nebst dem Methodenbuche und dem Elementarwerke in X Bücher zu haben bey S. L. Crusius in Leipzig, auch bei dem Verfasser und seinen Freunden". Es liegt vor mir, während ich diese Sätze aufschreibe, das Titelblatt zeigt eine schöne weite Fraktur. Es handelt sich, wie gesagt, um die zweite Lieferung, aber sie trägt ein Vorwort, als ob's die erste wäre: drei Einleitungen, ein preface, eine Vorrede, eine praefatio, und jede hat ihr eigenes Initial. Da finden sich Szenen aus dem bürgerlichen Leben, eine Verlobung, ein Familienzwist, abschreckend dargestellt mit den Tugendsprüchlein der Aufklärung, ein Unterricht in der Familie durch den Vater, der Verkauf im Laden, die Heimkehr des Familienhauptes zum Mittagessen; dann springt der Zeichner von Deutschland hinüber zu fremden Völkern, zu Negern in Afrika, die vor ihrem Kral sitzen, zu Eskimos in den damals immerhin schon zweihundert Jahre entdeckten Spitzbergen, zu Chinesen nach Peking. Die nächsten Tafeln führen ins Handwerk: zum Schneider und Töpfer, zum Gerber und Glasbläser, zum Drucker, Glockengießer und Weber. Mägde spinnen Flachs, junge Damen klöppeln, und bald sind wir bei den Künsten: ein Maler bringt eine Frau auf die Staffelei, die, nackt, aber aus Holz und Leder gebildet, puppenhaft in der Ecke steht, während zu ihren Füßen eine zu- sammengejunkene Ritterrüstung ziemlich menschlich kauert; ein Bildhauer meißelt die Athene aus dem Stein, ein Schriftsteller zeichnet: und das ist denn die Gelegenheit, das Abc und die Schriften, Fraktur und Antiqua, vorzuführen. Der „Sohn Friedrich Elementarius" schreibt vom Seminar an seinen Vater: „Alle Knaben meines Alters können schon tanzen. Erlauben Sie mir doch, lieber Vater, es auch zu lernen" (ein sehr begreiflicher Wunsch) und Fürchtegott Kaufmann schreibt von der Harnburger Handlungsakademie an seinen theuersten Oheim und Wohltäter einen Glückwunsch zum vierzigsten Geburtstage. Es folgt einiges von dem, was Walter Flex im Wanderer zwischen zwei Welten die sieben ritterlichen Künste nannte, eine Darstellung der Musikinstrumente und des Singens, ein köstliches Blatt für einen Musikforscher, sodann eine Darstellung des Tanzes, von vollendeter Anmut (nicht wahr, diese Ansicht stammt ja aus der Zeit noch, in der Mozart seine blühendsten Schöpfungen an die Welt schenkte), eine Darstellung des Ringens und Fechtens und wohl als die herrlichste Gabe ein Anschauungsunterricht des Reitens und Fahrens — ist es Basedow oder ist es Chodowiecki gewesen, der aus Abscheu vor dem Pferde diese nützliche und schöne Uebung als so besonders gefährlich hinstellen wollte? Den einen Reiter rammt der Gaul gegen ein Tor, den zweiten schleudert er ab und schleift ihn fort, den dritten treibt er als einen Absalom ins Geäst einer Eiche, der vierte wird hinterrücks abgeworfen, der fünfte nach vorn, den sechsten zerschmettert ein Huf, und den siebenten schleudern durchgehende Rosse vom Wagen; es könnte einem angst und bange werden. Seiltanzen und andere Artistenkunststücke auf dem Blatt LXIV würde Flex nicht mehr als ritterliche Kunststücke angesprochen haben. Mit Entschlossenheit lenken die Herausgeber des Buches nun den Blick in die Geschichte, wie das in der Darstellung des Kriegshandwerkes von selbst einbeschlossen ist, in Kämpfe von Römern und Negern, Russen und in die Heerlager der Zeit, zu Biwak, Paraden und Kämpfen in herrlich grünender Landschaft. Dom Krieg und dem Gemeinschicksal gehts hinüber zum Leben des einzelnen: ein Ketzer wird verbrannt, ein Dieb geprügelt, ein Deserteur fortgeschleift. Es folgt wieder der Reigen der Geschichte, von der Sintflut bis zu den Siegeszügen der Römer, zu der Ausfahrt des Kolumbus. Es ist nun eine kunterbunte Folge: neben Christi Kreuztragung und dem Opfertod der Jünger steht der Tod des Sokrates mit dem Schierlingsbecher und die Ablehnung des Kopermkus durch die Kirche. Und die Bilderfolge, die so blühend begann, endet mit mathematischen Figuren, mit einer Darstellung, ach, des pythagoräischen Lehrsatzes, des Gesetzes der kommunizierenden Röhren, der Lichtstreuung und -sammlung in einer Linse und endlich einer Darstellung des Sonnensystems, wobei sichs der Zeichner nicht versagen kann, doch wenigstens die Gestirne plastisch als stark beleuchtete Kugeln zu fassen. „Nicht hier ist der Ort", sagt Basedow im Vorwort, „über die sehr wichtigen Absichten, die das Elementarwerk fördern soll, und über den Werth der Ausführung meine Meynung zu sagen. Was aber die Tafeln", fährt er fort, „als Kunstwerke betrachtet, sind, fällt den Kennern in die Augen. Und die andern", also die Laien, „können sich ziemlich verlassen auf den Ruhm des Hrn. Dan^I Chodowiecki in Berlin, welcher (außer wenigen von Herrn Wolke) alle Zeichnungen gemacht, einige selbst gestochen und die übrigen von guten Künstlern unter seiner Aufsicht hat stechen lassen." Was den von Basedow so genannten Ruhm Cho- dowieckis betrifft, so ist er es allerdings, der mich nicht allein aus Pietät zu dem großväterlichen Geschenke den Tafelband immer wieder aus dem Schrank holen läßt; aber er ist's nicht allein, sondern ebenso sehr eine Einsicht, die mir im Laufe der Jahre gerade durch das Fehlen des Elementarwerkes selbst nach und nach vermittelt wurde, zu dem Chodowieckis Kupfer den Tafel- und Ansichtenband bilden: was besäße ich schon mehr, wenn ich wirklich „Methodenbuch und Elementarwerk in X Büchern" im Schrank stehen hätte? Ich müßte dann sorgsam jeweils Text und Abbildung vergleichen, den Anschauungen des guten Basedow folgen, der gewiß kein Weltkind war, da Goethe ihn und La- vater als Propheten bezeichnet, und wüßte gewiß von dem Inhalt und Sinn der einzelnen Blätter mehr und Genaueres, als ich hier andeuten konnte. Aber die Phantasie, die nun, durch das, was ich halt weiß, ein wenig unterstützt, jedes Blatt auf eine eigene Weise deutet, ergänzend und erfüllend — die Phantasie käme zu kurz. Und so hab' ich denn auch als Schriftsteller aus diesem Besitz einiges gelernt: daß man nämlich von den Menschen, die geschildert werden und von den Vorgängen, in denen sie stehen und sich bewegen, nicht alles bis auf das letzte l-Tüpfelchen sagen und zuende erzählen darf; nein, im Gegenteil, daß man mancherlei, soviel, wie einem eben möglich, unausgesprochen lassen und andeuten muß. Erst so bekommt das, was erzählt ist, den rechten Hintergrund und damit die Fülle eines Bildes, dessen Horizont hochgelegt ist, damit möglichst viele Einzelheiten auf ihm erscheinen. So ist's wohl auch um alle Bücher bestellt, die viel bedeuten; und gerade um die Bücher ohne Bilder: je mehr Nichtgesagtes zu dem hinzukommt, was gesagt ist, um so höher ihr Rang. Hockschulnachnchten. Professor Dr. Erich I u n g , der wegen Erreichung der Altersgrenze mit Ende des Wintersemesters in den Ruhestand getretene Ordinarius für Bürgerliches Recht, Rechtsphilosophie und Handelsrecht an der Universität Marburg, ist für das Sommer» femester 1935 erneut mit der Vertretung der von ihm innegehabten Professur beauftragt worden. danken der Zusammengehörigkeit zu einen. Die neue Weltanschauung wurde der Motor allen Handels. Bauer und Städter stehen in einer Front zusammen in der Verfolgung eines gemeinsamen Zieles. Für den Bauern ist es dabei von Bedeutung, daß er nicht nur als Vlutsquelle anzusehen ist, sondern daß er auch die Ernährung des gesamten deutschen Volkes sicherzusiellen hat. So wurde in den vergangenen Wrntermonaten der Bauer in systematischer Aufklärungsarbeit für die große Aufgabe der Erzeugungsschlacht gewonnen und ihm die Bedeutung dieses einzigartigen Werkes vor Augen gestellt. Wie weit sich der Bauer dieses Gedankengut schon zu eigen gemacht hat, zeigt die Tatsache, daß im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau bereits heute ein Erfolg der Erzeugungsschlacht festzustellen ist. In den letzten zwei Monaten wurden für mehr als 2 Millionen Reichsmark Kunstdünger verwandt. Diese Erzeugungsschlacht ist eine ebenso große sozialistische Tat, wie das Lvinterhilsswerk, oder die Arbeitsbeschaffung. Zum Schluß seiner Ausführungen richtete der Landesbauernführer unter großem Beifall an die anwesenden Bauern den Appell: „Nun geht an die Arbeit! Und seid dessen eingedenk, daß nicht der ein richtiger Deutscher ist, der jeden Morgen an seine Brust schlägt und voll Reue auf die Knie fällt, sondern der ist ein richtiger Deutscher, der unfern Herrgott jeden Morgen und Abend um die Kraft bittet, für Deutschland und sein Volk schaffen zu dürfen." Als der Beifall nach der Rede des Landesbauer n- sührers sich gelegt hatte, schloß Landesobmann Seipel die Kundgebung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer. Erhobenen Armes wurde von der Menge das Horst-Wesfel-Lied gesungen. Aus der provinzialhaupistadi. Oer Sämann Tut gleichmäßig festem Schritt geht der Landmann über den Acker und streut mit voller Hand den Samen auf die braune Scholle. Er ist wie das Bild des Lebens überhaupt. Fest ist die Hoffnung in seinem Herzen, daß die Macht des Lebens stärker ist als alle feindlichen und vernichtenden Kräfte der Erde. Das Korn wird keimen, wachsen und reifen. Alles braucht nur Zeit. Harte Wetter und Schicksalsschläge tragen nur zur Stärkung und Kräftigung bei. Und wenn der Sturm eines knickt, was liegt daran, andere nehmen seinen Platz ein und tragen doppelt Früchte. Wetterhart und wetterfest soll das Leben machen. Der Erde wird der Same überleben, Erde bedeckt ihn, er beginnt zu schlafen wie das Kind im Mutterarm. Bald aber erwacht er, reckt Und streckt sich, und schon nach wenigen Tagen schaut sein Köpfchen in Form kleiner Spitzen hervor. Nach kurzer Zeit tritt, wie bei allen Kindern, wieder Ermüdung ein, und das Pflänzchen beginnt einzuschlummern. Es ist so müde, sterbend müde... Kalt zieht die Winternacht herauf, Schneestürme brausen übers Land. Das junge Getreidepflänzchen merkt nichts, eine schützende Schneedecke überlagert es, warm ruht es in den Armen der Muttererde. Und wieder heult der Sturm. Diesmal aber klingt es wie Fanfarenstöße und Schlachtrufe übers Land. Er rüttelt an alten morschen Bäumen, jagt dem jungen Pflänzchen rauhe Luftmassen ins Gesicht, daß es erschreckt ausgewacht ist. Es beginnt, sich nach dem langen Winterschlaf zu dehnen und zu strecken. Leben und Bewegung ersteht auf dem Acker, eines will das andere überflügeln, und jedes streckt seine Halme gleich Armen der Sonne, der Mutter allen Lebens, entgegen. Bald wogt der Wind durch das Getreidefeld, die Ernte geht der Reife entgegen und Sicheln und Sensen erttingen. Das Alte muß weichen und neuem, jungen Leben Platz machen. Ewiges neues, sprossendes Leben ... Mit ganz besonderer Hoffnung und Schaffensfreude schreitet der Bauer in diesem Jahre zur Bestellung seiner Aecker. Gilt es 'doch, des ganzen Volkes Nahrunasfreiheit zu erringen und damit den Weg zu bessern für unsere und unserer Kinder politische Freiheit. Ein ganzes Volk schaut mit Stolz auf sein Bauerntum und steht geschlossen hinter ihm. Siegreich wird unser Bauerntum die deutsche Erzeugungsschlacht zu Ende führen, siegreich wie das ewig-neue Leben alle Mächte der Zersetzung und des Niedergangs überwindet. Was verstehen wir unter Gefundheits- schädlinqen? In engerem Sinne gelten als Gesundheitsfchäd- linae alle diejenigen Tiere, die den Menschen durch Blutsagen, Biß, Stich, Aetzen, Jucken oder Ruhestörung gesundheitlich beeinträchtigen oder gar ansteckende Krankheiten auf ihn übertragen. Wir müssen aber auch diejenigen Tiere als Gesundheitsschädlings im weiteren Sinne betrachten, die die Nahrungsoorräte des Menschen in seiner Wohnung und die Wohnungseinrichtungen selbst schädigen. Als Anhang sind hier aber auch die Schädlinge der sanitären Einrichtungen, also der Wasserversorgungsanlagen, Bäder und Abwasserreinigungsanlagen, einzubeziehen. An erster Stelle stehen die Insekten, dann folgen die Milben und Zecken und mehr anhangsweise Tausendfüßler, Kellerasseln und Kellerschnecken. Von größter Bedeutung sind weiterhin die Ratten und Mäuse. Unter den Insekten sind von besonderer Bedeutung die Wanzen, Schaben, Fliegen, Stechmücken, Flöhe, Läuse, Ameisen, Wespen, Flecht- linge und besonders als Material- und Vorratsschädlinge zahlreiche Käferarten. Diese Tiere teilen wir aber nicht zoologisch-systematisch nach Tierklassen, -Ordnungen und Familien, sondern im wesentlichen nach ihrem Standort, insbesondere nach den Oertlichkeiten, an denen sie sich entwickeln. Bei dieser praktischen Einteilung, bei der man auch gleichzeitig gewisse Richtlinien für die Bekämpfung einhält, lassen sich im wesentlichen drei Gruppen unterscheiden: 1. Sogenannte Freinister, d. h. Tiere, die ihre Entwicklung im allgemeinen nicht in den menschlichen Wohnungen nehmen, sondern im Freien. Beispiele: Die meisten Fliegenarten (Mist, Abfallstoffe), Stechmücken, Wespen und die meisten Ameisenarten. 2. Wohnungsnister (Wanzen, Schaben, Pharaoameisen, Motten, Käse- fliegen). 3. Körpernister (Läuse und Krätzmilben). Beispiele für Uebergänqe zwischen den Gruppen: Ratten und Mäuse, Flöhe u. a. m. Banknotenhamsterer schaden dem Dolksganren und sich selbst. Zum 31. März 1935 sind die Reichsbanknoten über 20,— RM. mit dem Datum vom 11. Oktober 1924 aufgerufen worden, d. h. diese Reichsbanknoten verlieren nach Ablauf einer gewissen Frist ihre Kursfähigkeit. Wer diese Scheine nach Ablauf der gesetzten Frist noch besitzt, hat einen empfindlichen Verlust zu tragen. Jedermann trachtet also danach, die bei ihm befindlichen Scheine mit dem Ausgabe- datum vom 11. Oktober 1924 weiterzugeben, und vor Oer Oberbürgermeister: Cfiitfer. allem bei den in Frage kommenden Stellen, z. B. bei der Sparkasse oder bei den Banken einzuwechseln. Nicht selten ist es nun in den letzten Tagen vorgekommen, daß einem Geldinstitut kleinere oder größere Bündel dieser demnächst ungültigen Zwan- zig-Reichsmark-Scheine vorgelegt wurden, denen man ansah, daß sie seit Jahren im Schubfach des Eigentümers gelegen haben. Die Volksgenossen, die jetzt ihre sauber gebündelten und Jahre hindurch in der Truhe sorgsam gehütetenZwanzig-Reichsmark-Scheine zur Umwechslung bringen, haben sich sicher nicht klar gemacht, welchen Gefahren ihr gehamstertes Geld jederzeit ausgesetzt war. Diebstahl, Feuersgefahr, Unachtsamkeit und manches andere haben ihr Geld bedroht, auch Zinsen sind ihnen verloren gegangen. Und vor allem eins, der Güterumlauf in der Volkswirtschaft ist durch jeden gehamsterten Zwanzig- Reichsmark-Schein unnötig gehemmt worden. Aus mangelndem Verantwortungsbewußtsein, aus Bequemlichkeit oder aus anderen Gründen haben es Besitzer von Zwanzig-Reichsmark-Scheinen vielfach unterlassen, ihr Geld einem berufenen Geldinstitut anzuvertrauen. Wenn es auch im Einzelfalle nur kleine Beträge sein mögen, die auf diese Weise untätig zu Hause schlummern, so spiegeln sie doch in ihrer Gesamtheit eine Rolle, gerade in der jetzigen Zeit, in der die weitere Arbeitsbeschaffung durch Kredite an den Mittelstand usw. weitergeführt werden muß. r e Möge die jetzt vorgenommene Außerkurssetzung von Zwanzig-Reichsmark-Scheinen dazu beitragen, daß die betreffenden Geldbesitzer ihr Geld bei der Umwechslung bei den berufenen Geldinstituten belassen, zum eigenen Nutzen und zum Besten der Volksgesamtheit. Halbmast am 17. März! DNB. Am Heldengedenktag, 17. März, flaggen die Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden, der Körperschaften de- öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen halbmast. Diese Anordnung wird hiermit amtlich mit dem Hinzufügen bekanntgegeben, daß eine schriftliche Benachrichtigung der Behörden nicht erfolgt. Oeuische Arbeitsfront, Berufsgruppenamt. Berufsgruppe bet Techniker, Fachgruppe Eisen- und Metallindustrie. Die für heute Montag, 11. März, im Ortsgruppenheim des Berufsgruppenamtes in der DAF. vorgesehene monatliche Zusammenkunft der Fachgruppe Eisen- und Metallindustrie muß um etwa 14 Tage verlegt werden, da der Referent des Abends, Maschinenbau-Lehrer T i e l m a n n , verhindert ist. Der neue Termin der Zusammenkunft wird rechtzeitig bekanntgemacht. RSLB., Kreis Gießen. Fachschaft „körperliche Erziehung", Bezirk Gießen. Mittwoch, 13. März, Pflichtarbeitsgemeinschaft in der neuen Pestalozzischule. 15.30 bis 16.30: Knabenturnen; 16.30 bis 17.15: Leistungsturnen; 17.15 bis 18.15: Mädchenturnen. ^Reifeprüfung und Parteigliederungen Der Reichserziehungsminister hat verfügt: Wie im Vorjahre, so ordne ich auch für die Reifeprüfung zum Ostertermin 1935 und für die Reifeprüfungen, die noch im Laufe des Schuljahres 1935/36 abgehalten werden, ausdrücklich an: Bei der Beurteilung der Persönlichkeit des Schülers und der Frage der Reife ist insbesondere zu berücksichtigen, ob er der SA., der SS. ober der Hitler-Jugend angehört. Seine Betätigung in diesen Verbänden, deren Anforderungen gegen früher noch gestiegen sind, die Häufigkeit des Dienstes und die Länge der Zugehörigkeit zu diesen Verbänden ist daher gebührend zu würdigen. Das gleiche gilt sinngemäß auch für die weibliche Jugend bezüglich der Zugehörigkeit zum BDM. Keine neuen Schulbücher für Volksschulen, Der Reichsstatthalter in Hessen, Landesregierung, teilt in einer Bekanntmachung an die Kreis- und Stadtschulämter den folgenden Erlaß des Reichsund Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung mit: „Im Anschluß an meinen Erlaß vom 16. August 1934 weise ich erneut darauf hin, daß im kommenden Schuljahre 1935/36 mit Ausnahme des Lesebuches für das fünfte und sechste Schuljahr und der Fibel mit Neueinführungen von Schulbüchern für die Volksschulen nicht zu rechnen ist. Ich lege Wert darauf, daß alle Schüler im Besitz der vorgeschriebenen Schulbücher sind, und bitte, die Schulaufsichtsbeamten anzuweisen, bei den Besichtigungen besonders darauf zu achten." Das Ehrenzeichen des Deutschen Boten Kreuzes für Dr.GroS Dem Kolonnenarzt der hiesigen Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, Dr. med. Gros, Winter-Hilsswerl des deutschen Volkes 1934/35. Schon jetzt läßt sich übersetzen, daß das deutsche Volk im Rahmen des Winter- Hilfswerks 1934/35 in einem Maße geopfert hat, wie es angesichts der bestehenden schweren finanziellen Verhältnisse nicht erhofft werden konnte. Aus diesem Anlaß ist es gerechtfertigt, diese Tatsache auch kommenden Geschlechtern in einer in die Augen fallenden Form stets zum Bewußtsein zu bringen und dadurch aber auch das Ge- dächtnis an eine schwere und große Zeit wach zu erhalten. (Ls ist deshalb im Rahmen des Winter-Hilfswerks die Aufstellung von Mosaiken in den Gemeinden vorgesehen, die den Rachkommen künden sollen, welche Opfer die (Linwohnerschast für ihre notleidenden Volksgenossen gebracht hat. Auch in unserer Stadt wird vom Montag ab die Aufstellung eines solchen Mosaiks durch das Winter-Hilfswerk erfolgen. Die zur Herstellung des Mosaiks erforderlichen Steine werden zu 20 Pfennig das Stück verkauft. (Line Ausstellung des Mosaik- musters erfolgt bei dem Verkauf der Steine in den Straßen. Ich bitte die Bevölkerung wiederum ihren Opferwillen zu zeigen und durch den Kauf von Mosaiksteinen auch für unsere Stadt die Schaffung eines bleibenden Erinnerungs-Zeichens an eine schwere und große Zeit zu ermöglichen. Der aus dem Verkauf der Steine verbleibende Ueberschuß fließt dem Winler- Hilfswerk zur weiteren Stärkung zu. Gießen, den 8. März 1955. Die Lfflandstöchter und ihre Kreier. Vornan von 3- Schneider Hoersti. Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 1. Fortsetzung Nachdruck verboten! Aber als er dann ans Fenster trat, prallte er erschrocken zurück. Unten auf dem Kies stand seine Zweitälteste in einem Badetrikot, der über und über mit Schlamm bedeckt war, und neben ihr Pöttmes, „das Ekel", in derselben Verfassung, nur mit dem Unterschiede, daß er dazu noch an allen Gliedern schlotterte. „Kommen Sie herauf, Bob", hörte er Margot lachend rufen. „Und lassen Sie sich ein Hemd und sonst was geben, es wird schon etwas da sein, das Ihnen paßt." Dabei zog sie ihn hinter sich her nach dem Hause, und gleich darauf knallte die Tür unten ins Schloß. Luzie hatte den Vater jetzt erst am Fenster entdeckt und rief ihm eine Erklärung herauf: „Die Margot ist durch den Kanal geschwommen! Da hat der Pöttmes Angst gekriegt, sie körn' nicht wieder heraus und ist ihr nachgekrochen! — Mahlzeit, die Herrschaften!" Sie schüttelte sich und lief hinter den beiden drein, deren Stimmen bereits auf der Treppe hörbar wurden. Das Surren des Telephons rief Jftland an den Schreibtisch. Er umfaßte das Hörrohr mit nervösen Fingern. „Ja, ich bin es selbst, Henriette. Ihr Sohn ist bei uns. Soeben angekommen, ja. Mit meiner Tochter. Sie wollen mir die Ehre geben? Ich weiß nicht, wie ich Ihnen danken soll, Henriette! — Auf Wiedersehen! Nein, Sie stören keineswegs. Nochmals auf Wiedersehen!" Er ließ den Hörer auf die Gabel fallen und fuhr sich leicht über die Stirn, die feucht geworden war. Lächerlich! Aber es passierte ihm immer wieder. Und dabei war er fünfundvierzig Jahre und Henriette Pöttmes nur einige Sommer jünger ... Und er hatte vier Kinder und sie einen Sohn von dreiundzwanzig. Henriette war eine Frau von Anmut und Geist. Und einem Vermögen, das den Wert von Haslbach — so hieß Jfflands Besitz — um das mehrfache überflieg. Außerdem hatte sie noch Liegenschaften in der Schweiz und war Hauptaktionärin von einem halben ^Dutzend Jndustriegesellschaften. Freilich waren auch ihre Bedürfnisse dementsprechend, und es schien mehr als fraglich, ob er durch eine Heirat mit ihr seine verfahrene Wirtschaft nicht noch um ein Stück weiter in den Abgrund kutschierte. Denn Hausfrau schien Henriette nicht zu fein, so wenig wie seine Töchter es waren. Schließlich war das auch gar nicht nötig. Er konnte sich wenigstens für Haslbach das unbedingt erforderliche Personal leisten: Eine Hausdame, die ihre Augen überall hatte, einen zweiten Knecht — eine zweite Köchin, denn die Nanne wurde allmählich doch alt und schrullenhaft, und vielleicht auch einen Verwalter, damit er nicht jahraus, jahrein chon morgens um fünf Uhr aus den Federn kriechen und nach dem Rechten sehen mußte. Henriette war großzügig und würde sicher nicht geizen. Man konnte eventuell auch eine von den Hypotheken ablösen und so die drückende Last der Zinsen abschütteln. Wenn man dann erst wieder die Schultern recken und die Arme dehnen konnte — Jffland streckte sie bei dem Gedanken unwillkürlich aus--und fühlte sie plötzlich von zwei Händen gehalten, während sich zugleich eine samtweiche Wange an die feine drückte. „Armer Vater! Hast wieder einmal das Budget Überschlagen, und es hat nicht gestimmt? Wieviel fehlt denn?" „Ach", seufzte Jffland und duldete es, daß Klau- dine ihm das dünne Haar zurechtstrich und ihn in feinen Schreibtifchftuhl drückte, auf dessen Lehne sie zugleich Platz nahm. „Siehst du, Klaudine — —" begann er. „Ich weiß alles, Papa." Das Mädchen schlang die Arme fest um feinen Hals. „Ich habe auch bereits gehört, daß „fie" kommt und habe in der Küche Bescheid gegeben. Um das andere sorge ich mich schon noch: daß Blumen auf den Tisch kommen und ihre Lieblingsgerichte und daß der Wein kaltgestellt wird und so. Du brauchst dich -um nichts zu kümmern und zu schämen auch nicht, wenn nicht alles wie am Schnürchen geht.--Gott, ich kann mir das ja gar nicht ausdenken, wie es werden soll — wenn du--wenn diese Dame einmal hier als Herrin einzieht." „Kind!" stöhnte -er und wollte sich sanft aus der Unterhaltung befreien. „Ich — —" „Muß ja--" nahm ihm Klaudine das schwere Wort ab. „Nicht, Vater?" Und als er stumm nickte, streichelte sie tröftenb seine Wange herab. ,^)aft du sie wenigstens ein bißchen gern? Ja, Papa? Das wäre sonst schrecklich, wenn du nur so —" Sie drückte ihr Gesicht gegen seine Schulter, gab ihn mit einem Male frei und wollte zur Tür. Er hielt sie zurück und zog sie wieder an sich. „Du darfst es mir nicht verdenken, Klaudine!" „Nein." Sein Gesicht war jetzt so weiß, daß er ihr über die Maßen leid tat. Sie rückte die Vase auf dem Schreibtisch zurecht und ließ die abgefallenen Blätter der Rosen durch ihre Finger rieseln. „Weißt du, Papa, wie du das überhaupt so lange ausgehalten hast mit vier Kindern? Und dann drei Töchter — so wie wir drei — das ist ein bißchen viel. Wenn doch wenigstens eine von uns zur Hausfrau taugen würde! Aber darin sind wir alle Nieten. Und Mutter soll doch so tüchtig gewesen sein." TlrHanb n'cktzv imb wagte es im ersten Augenblick nicht, zu feinem Kinde aufzufehen. „Wissen Margot und Luzie auch schon um — um meine Stellung zu Henriette Pöttmes?" forschte er. „Ich denke", meinte Klaudine ruhig. „Aber das braucht dick nicht zu stören, Papa. Wir sind ja keine Babys meyr." „Und du verstehst mich doch, Klaudine — —?" „Vollkommen, Papa." Sie bemühte sich vergeblich, ihrer Stimme Ruhe und Sicherheit zu geben. „Das Haus ist groß. Wir werden versuchen, so wenig wie möglich zu stören. Und sehr höflich und zuvorkommend gegen sie zu sein. Mehr verlangt fie sicher auch nicht von uns." Dabei ließ Klaudine sich vom Vater über das weiche Haar streichen. Es war so selten, daß er sich Zeit nahm, seinen Töchtern eine Zärtlichkeit zu erweisen und ihnen Rede und Antwort zu stehen. Man mußte die Gelegenheit nützen. „Frau Pöttmes soll wahnsinnig reich fein! Stimmt das, Papa?" Er nickte. „Und außer dir noch über ein halbes Dutzend Bewerber haben." Ohne fie anzublicken, nickte Jffland abermals. „Wie ist es aber dann mit Bob, Papa? Der wird in diesem Falle unser Stiefbruder", überlegte sie nachdenklich. „Das ist eigentlich das einzige, was ich fürchte. Ich meine eigentlich weniger für uns, als für ihn. „Ach", wehrte Jffland, „es liegt ja noch so ferne, Kind." „Aber einmal wird es doch fein", beharrte Klaudine und ftricf) sich das helle Kleid zurecht. „Ich brauche noch zwei Jahre, banh hast du mich vom Halse. Margot möchte Olympia-Siegerin werden und nach Ueberfee gehen. Sie erhofft sich dort größere Chancen. Nur die Luzie — die mußt du wohl noch ein bißchen länger behalten." Er merkte, wie ihre Stimme schwankte, und drückte sie mitleidig an sich. „Ich tu’s ja nur um euretwillen!" brach es verzweifelt aus ihm heraus. „Um euretwillen — Dann tust du's umsonst, Papa! Sie soll eine sehr charmante Frau sein — in Gesellschaft, sagt man. Zu Hause aber — — lieber, guter Papa, du würdest mir leid tun." Sie fühlte, daß ihr die Tränen kamen, küßte den Vater rasch auf die Stirne und war, noch ehe er etwas sagen konnte, aus dem Zimmer geschlüpft. — Luzies ausgelachenes Lachen drang jetzt herein, und dazwischen wurde Bob Pöttmes' ärgerliche Stimme vernehmbar, ,9m Kanal hat's gerochen, wie in einem Schweinekoben!" „Wissen Sie denn, wie es dort drin riecht?" Man muß Luzie demnächst wieder einmal tüchtig über den Mund fahren, dachte Jffland. Aber als er die Tür öffnete, war das Mädel mit seinem Begleiter bereits wieder verschwunden. Nur Klau- bines dunk'e Stimme war jetzt vernehmbar, bie eben dem Zimmermädchen Anweisung gab, in welcher Reihenfolge man die Gäste bei Tisch setzen wollte. Das beruhigte ihn, und er zog sich wiener zurück. Sie würde keine Taktlosigkeit begehen. Er kannte seine Töchter. Waren sie auch moderne Mädchen, Sitte und Form wahrten sie ttotzdem, wie es alle Jfflandsfrauen von jeher getan hatten. Als der Schritt feiner Aeltesten im Korridor verklang, schloß er das Fenster und ging in sein Schlafzimmer hinüber, um sich umzukleiden. ♦ Kaspar Jfflands ältester Bruder Hans, der sich seinerzeit geweigert hatte, die Laufbahn eines Geistlichen zu ergreifen, war durch eine glückliche Heirat Großindustrieller am Rhein geworden. Er hatte die Tochter Egon Heßlins, des Stahlkönigs, auf einem Ball kennengelernt, und das schöne Mädchen hatte sich Hals über Kopf in den schmucken Hans Jffland verliebt, sich bald mit ihm verlobt und nach Jahresfrist verheiratet. Und das Experiment, wie der alte Heßlin diese Ehe genannt hatte, war über die Maßen gut geglückt. Das Zusammenleben des jungen Paares verlief ungemein harmonisch. Ein Sohn machte das Glück voll, wenigstens annähernd, denn um es ganz voll zu machen, hätte ihnen auch noch eine Tochter geschenkt werden müssen. Aber es blieb bei diesem einen Sohn. Dieser zählte jetzt fünfundzwanzig Jahre und war, was man einen tüchtigen Kerl nennt. Der alte Heßlin, vernarrt, wie nur ein Großvater in feinen einzigen Enkel vernarrt fein kann, behauptete, er hätte alle Vorzüge der Jffland-Heßlinschen Generationen in sich vereint, angefangen von der Untadeligkeit der Gestalt bis zu der Männlichkeit der Züge. Trotz feiner Jugend war er ein schon fertiger Charakter, und was wohl die größte Seltenheit war, die Belegschaft der Heßlinschen Werke, die gegen fünftausend Mann zählte, hielt zu ihm, wie nur je eine Arbeiterschaft zu ihrem Brotherrn halten konnte. Dabei war der junge Jffland kein Schmeichler. Er warb nicht, versuchte auch nicht, sich durch irgend» welche Kompromisse lieb Kind zu machen — er war ganz einfach von unbestechlicher Gerechtigkeit, das war alles. Seine beiden alten Herren, wie Jffland junior den Vater und Großvater nannte, behaupteten zwar, auf diese Weise würde der Betrieb fast zum Allgemeingut von Arbeitern und Unternehmern, aber bas chien für die Heßlin-Werke nur von Vorteil zu ein. Die Schlote rauchten Tag und Nacht. Die Ma- chinen stampften! In ununterbrochener Schicht wechselten die Arbeiter durch die riesigen Tore. Zuweilen, wenn der alte Heßlin den Enkel in der Fabrik suchte, fand er ihn aus der Unzahl von blauen Kitteln gar nicht heraus. Hans Jffland junior hatte fein Ingenieur-Examen mit Auszeichnung bestanden und war außerdem ein glänzender Geschäftsmann. „Er sollte eigentlich Heßlin heißen", nörgelte der Großvater, was zur Folge hatte, daß man mit den Jahren nicht mehr vom „jungen Iss. land", sondern vom „jungen Heßlin" sprach. (Fortsetzung folgt 1) 9.Jl.e verlief ausgeglichen, in der sechsten begann dann Schmeling seinem Gegner systematisch ermürben. Dreimal mußte Hamas in dieser )e zu Boden, zweimal bis „acht" und beim nmal rettete ihn nur der Gong vor dem k. o. diesem Augenblick an hatte Hamas nichts mehr stellen. Benommen wankte er im Ring herum mußte die schwersten Sachen einstecken. Er zwar noch die siebente und achte Runde durch, ?r neunten war er jedoch so fertig, daß der richter den Kampf zu Gunsten Schmelings ab- ■ und Max Schmeling zum Sieger durch tech- »n k. o. erklärte. Tobender Beifall belohnte die artige Leistung des deutschen Exweltmeisters, auch Steve Hamas wurde ob feiner tapferen ing mit lauter Anerkennung belohnt. ischließend an diesen Großkampf gab es noch Treffen zwischen Fred Boelck (Hamburg) und Engländer Glen Moody, das ein gerechtes ttschieden brachte. :in Telegramm Or. Hanfstaengls an den Boxer Steve Hamas. ;r Leiter des Auslandamtes der NSDAP., Dr. ifftaengl, hat an den im Boxkampf mit Schmeling am Sonntag ehrenvoll unten len amerikanischen Boxer Steve Hamas fob es Telegramm gesandt: feder wahre Sportsmann bewundert einen n Verlierer. Alle sportliebenden Deutschen füh- gemeinsam mit mir, daß Sie für die männ- Art, mit der Sie Ihren Kampf durchhielteck, größte Anerkennung verdienen." iflawf querfeldein. fe der Winterhilfe. ae Rennen führte zweimal über eine genau ühnete, 7,5 Kilometer lange Strecke, die sehr er zu fahren war. Von der Karlsruhe aus m die Teilnehmer zunächst auf schmalen Pfa- zwischen Häusern und Gärten von Wieseck hin- h zur Badenburger Hohle xu fahren, die Hohle überqueren, um dann wiederum auf schmalen den zwischen Wiesen und Aeckern nach der n-Busecker Chaussee zu gelangen. Hinter der mannsburg" war in den Wald am Fuß des gelssteins einzubiegen, die Radfahrer mußten stark zerfahrene Straßen überwinden, dann Feldwegen über die Daubringer und die Marter Chauffee^hinweg zur Badenburg gelangen. dort aus führte die Strecke in der Richtung » Gießen ein Stück am Bahndamm entlang dann durch eine Unterführung hindurch wieder ) dem Startplatz zu. Bevor die Fahrer aber „Karlsruhe" wieder erreichten, hatten sie erst große Sandkaute mitsamt ihren Rädern steil 'orzusteigen und auch noch einige künstliche dernisse am Startplatz zu passieren, bevor sis o B E R ALL ERHÄLTLICH | RANKfURT A.M. GEGR. 1892 danken der Zusammengehörigkeit zu einen. Die neue Weltanschauung wurde der Motor allen Handels. Bauer und Städter stehen in einer Front zusammen in der Verfolgung eines gemeinsamen Zieles. Für den Dauern ist es dabei von Bedeutung, daß er nicht nur als Blutsquelle anzusehen ist, sondern daß er auch die Ernährung des gesamten deutschen Volkes sicherzustellen hat. So wurde in den vergangenen Wintermonaten der Bauer in systematischer Aufklärungsarbeit für die große Aufgabe der Erzeugungsschlacht gewonnen und ihm die Bedeutung dieses einzigartigen Werkes vor Augen gestellt. Wie weit sich der Bauer dieses Gedankengut schon zu eigen gemacht hat, zeigt die Tatsache, daß im Gebiet der Landesbauernschaft Hessen-Nassau bereits heute ein Erfolg der Erzeugungsschlacht festzustellen ist. In den letzten zwei Monaten wurden für mehr als 2 Millionen Reichsmark Kunstdünger verwandt. Diese Erzeugungsschlacht ist eine ebenso große sozialistische Tat, wie das Winterhilfswerk, oder die Arbeitsbeschaffung. Zum Schluß seiner Ausführungen richtete der Landesbauernführer unter großem Beifall an die anwesenden Bauern den Appell: „Nun geht an die Arbeit! Und seid dessen eingedenk, daß nicht der ein richtiger Deutscher ist, der jeden Morgen an seine Brust schlägt und voll Reue auf die Knie fällt, sondern der ist ein richtiger Deutscher, der unfern Herrgott jeden Morgen und Abend um die Kraft bittet, für Deutschland und sein Volk schaffen zu dürfen." Als der Beifall nach der Rede des Landesbauer n- sührers sich gelegt hatte, schloß Landesobmann Seipel die Kundgebung mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unseren Führer. Erhobenen Armes wurde von der Menge das Horst-Wessel-Lied gesungen. Aus der Provinzialhauptstadt. Der Sämann lut gleichmäßig festem Schritt geht der Landmann über den Acker und streut mit voller Hand den Samen auf die braune Scholle. Er ist wie das Bild des Lebens überhaupt. Fest ist die Hoffnung in seinem Herzen, daß die Macht des Lebens ist als alle feindlichen und vernichtenden Kr Erde. Das Korn wird keimen, wachsen und Alles braucht nur Zeit. Harte Wetter und salsschläge tragen nur zur Stärkung und gung bei. Und wenn der Sturm eines kni« liegt daran, andere nehmen seinen Platz i tragen doppelt Früchte. Wetterhart und w soll das Leben machen. Der Erde wird der Same übergeben, ö deckt ihn, er beginnt zu schlafen wie das 5 Mutterarm. Bald aber erwacht er, reckt Un sich, und schon nach wenigen Tagen scha Köpfchen in Form kleiner Spitzen herum kurzer Zeit tritt, wie bei allen Kindern, Ermüdung ein, und das Pflänzchen begiv zuschlummern. Es ist so müde, sterbend ti Kalt zieht die Winternacht herauf, Schne brausen übers Land. Das junge Getreidepf! merkt nichts, eine schützende Schneedecke üb es, warm ruht es in den Armen der Mw Und wieder heult der Sturm. Diesmal ade es wie Fanfarenstöße und Schlachtrufe übei Er rüttelt an alten morschen Bäumen, je jungen Pflänzchen rauhe Luftmassen ins daß es erschreckt aufgewacht ist. Es begir nach dem langen Winterschlaf zu dehnen strecken. Leben und Bewegung ersteht a Acker, eines will das andere überflügel jedes streckt seine Halme gleich Armen der der Mutter allen Lebens, entgegen. Bald tr Wind durch das Getreidefeld, die Ernte g Reife entgegen und Sicheln und Sensen er Das Alte muß weichen und neuem, junger Platz machen. Ewiges neues, sprossendes L Mit ganz besonderer Hoffnung und Schaffensfreude schreitet der Bauer in diesem Jahre zur Bestellung seiner Aecker. Gilt es 'doch, des ganzen Volkes Nahrunasfreiheit zu erringen und damit den Weg zu bessern für unsere und unserer Kinder politische Freiheit. Ein ganzes Volk schaut mit Stolz auf sein Bauerntum und steht geschlossen hinter ihm. Siegreich wird unser Bauerntum die deutsche Erzeugungsschlacht zu Ende führen, siegreich wie das ewig-neue Leben alle Mächte der Zersetzung und des Niedergangs überwindet. Was verstehen wir unter Gesundheits- schädlingen? In engerem Sinne gelten als Gesundheitsschädlinge alle diejenigen Tiere, die den Menschen durch Blutsagen, Biß, Stich, Aetzen, Jucken oder Ruhestörung gesundheitlich beeinträchtigen oder gar ansteckende Krankheiten auf ihn übertragen. Wir müssen aber auch diejenigen Tiere als Gesundheitsschädlings im weiteren Sinne betrachten, die die Nahrungsvorräte des Menschen in seiner Wohnung und Gruppen unterscheiden: 1. Sogenannte Freinister, d. h. Tiere, die ihre Entwicklung im allgemeinen nicht in den menschlichen Wohnungen nehmen, sondern im Freien. Beispiele: Die meisten Fliegenarten (Mist, Abfallstoffe), Stechmücken, Wespen und die meisten Ameisenarten. 2. Wohnungsnister (Wanzen, Schaben, Pharaoameisen, Motten, Käse- fliegen). 3. Körpernister (Läuse und Krätzmilben). Beispiele für Ueberqänqe zwischen den Gruppen: Ratten und Mäuse, Flöhe u. a. m. Banknotenhamsterer schaden dem Botksganren und sich selbst. Zum 31. März 1935 sind die Reichsbanknoten über 20,— RM. mit dem Datum vom 11. Oktober 1924 aufgerufen worden, d. h. diese Reichsbanknoten verlieren nach Ablauf einer gewissen Frist ihre Kursfähigkeit. Wer diese Scheine nach Ablauf der gesetzten Frist noch besitzt, hat einen empfindlichen Verlust zu tragen. Jedermann trachtet also danach, die bei ihm befindlichen Scheine mit dem Ausgabedatum vom 11. Oktober 1924 weiterzugeben, und vor Mnter-Hilsswerk des deMen Volkes 1934/35. Schon jetzt läßt sich übersehen, daß das deutsche Volk im Nahmen des Winter- Ailfswerks 1934/35 in einem Maße geopfert hat, wie es angesichts der bestehenden schweren finanziellen Verhältnisse nicht erhofft werden konnte. Aus diesem Anlaß ist es gerechtfertigt, diese Tatsache auch kommenden Geschlechtern in einer in die Augen fallenden Form stets zum Bewußtsein zu bringen und dadurch aber auch das Gedächtnis an eine schwere und große Zeit wach zu erhalten. Es ist deshalb im Nahmen des Winter-Hilfswerker die Aufstellung von Mosaiken in den Gemeinden vorgesehen, die den Nachkommen künden sollen, welche Opfer die Einwohnerschaff für chre notleidenden Volksgenossen gebracht hat. Auch in unserer Stadt wird vom Montag ab die Aufstellung eines solchen Mosaiks durch das Winter-Hilfswerk erfolgen. Oie zur Herstellung des Mosaiks erforderlichen Steine werden zu 20 Pfennig das Stück verkauft. Eine Ausstellung des Mosaikmusters erfolgt bei dem Verkauf der Steine in den Straßen. Ich bitte die Bevölkerung wiederum ihren Opserwillen zu zeigen und durch K ___e am -r _ __X —-f Z5L.Z-XZ 4L. /2.X —H—— - -1— _ *1 .ic. —■» Die Ifflandstöch ' und ihre Freier Noman von 3- Schneider-Foerst Copyright by Verlag Oskar Meister, Werda 1. Fortsetzung Nachdruck o Aber als er dann ans Fenster trat, prallt schrocken zurück. Unten auf dem Kies star Zweitälteste in einem Badetrikot, der über u mit Schlamm bedeckt war, und neben ihr $ „das Ekel", in derselben Verfassung, nur r Unterschiede, daß er dazu noch an allen ( schlotterte. „Kommen Sie herauf, Bob", hörte er lachend rufen. „Und lassen Sie sich ein He sonst was geben, es wird schon etwas da fi Ihnen paßt." Dabei zog sie ihn hinter sich l dem Hause, und gleich darauf knallte die TÜ ins Schloß. Luzie hatte den Vater jetzt erst am Fens deckt und rief ihm eine Erklärung heran Margot ist durch den Kanal geschwommen! der Pöttmes Angst gekriegt, sie käm' nicht heraus und ist ihr nachgekrochen! — Mahl Herrschaften!" Sie schüttelte sich und lief den beiden drein, deren Stimmen bereits Treppe hörbar wurden. Das Surren des Telephons rief Jssland Schreibtisch. Er umfaßte das Hörrohr mit i Fingern. „Ja, ich bin es selbst, Henriette. I! ist bei uns. Soeben angekommen, ja. Mit Tochter. Sie wollen mir die Ehre geben? I nicht, wie ich Ihnen danken soll, Henriette! Wiedersehen! Nein, Sie stören keineswegs mals auf Wiedersehen?" Er ließ den Hörer auf die Gabel fallen u sich leicht über die Stirn, die feucht geword Lächerlich! Aber es passierte ihm immer Und dabei war er fünfundvierzig Jahre m riette Pöttmes nur einige Sommer jünger . er hatte vier Kinder und sie einen Sohn v> undzwanzig. Henriette war eine Frau von Anmut un Und einem Vermögen, das den Wert von j — so hieß Jfflands Besitz — um das m überstieg. Außerdem hatte sie noch Lieger in der Schweiz und war Hauptaktionär einem halben ^Dutzend Jndustriegesellschafte Freilich waren auch ihre Bedürfnisse sprechend, und es schien mehr als fraglich durch eine Heirat mit ihr seine verfahren, schäft nicht noch um ein Stück weiter in t gründ kutschierte. Denn Hausfrau schien £ nicht zu fein, so wenig wie seine Töchter es unterlassen, ihr Geld einem berufenen Geldinstitut anzuvertrauen. Wenn es auch im Einzelfalle nur kleine Beträge sein mögen, die auf diese Weise untätig zu Hause schlummern, so spiegeln sie doch in ihrer Gesamtheit eine Rolle, gerade in der jetzigen Zeit, in der die weitere Arbeitsbeschaffung durch Kredite an den Mittelstand usw. weitergeführt werden muß. Möge die jetzt oorgenommene Außerkurssetzung von Zwanzig-Reichsmark-Scheinen dazu beitragen, daß die betreffenden Geldbesitzer ihr Geld bei der Umwechslung bei den berufenen Geldinstituten belassen, zum eigenen Nutzen und zum Besten der Volksgesamtheit. Halbmast am 17. März! DNB. Am Heldengedenktag, 17. März, flaggen die Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden, der Körperschaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen halbmast. Diese Anordnung wird hiermit amtlich mit dem Hinzufügen bekanntgegeben, daß eine schriftliche Benachrichtigung der Behörden nicht erfolgt. Deutsche Arbeitsfront, Berufsgruppenamt. Derufsgruppe der Techniker, Fachgruppe Eisen- und Metallindustrie. Die für heute Montag, 11. März, im Ortsgruppenheim des Berufsgruppenamtes in der DAF. vorgesehene monatliche Zusammenkunft der Fachgruppe Eisen- und Metallindustrie muß um etwa 14 Tage verlegt werden, da der Referent des Abends, Maschinenbau-Lehrer T i e l m a n n , verhindert ist. Der neue Termin der Zusammenkunft wird rechtzeitig bekanntgemacht. NGLB., Kreis Gießen. Fachschaft „körperliche Erziehung", Bezirk Gießen. Mittwoch, 13. März, Pflichtarbeitsgemeinschaft in der neuen Pestalozzischule. 15.30 bis 16.30: Knaben- turnen; 16.30 bis 17.15: Leistungsturnen; 17.15 bis 18.15: Mädchenturnen. Reifeprüfung und Parteigliederungen Der Reichserziehungsminister hat verfügt: Wie im Vorjahre, so ordne ich auch für die Reifeprüfung zum Dftertermin 1935 und für die Reifeprüfungen, die noch im Laufe des Schuljahres rnzn^iM nnchriirf ft* nn- G »♦ Arabif te.AkBERStolMzFRANKFURT A.M.GEGB.1892 Gießen. Schaft in Knaben- n; 17.15 ungen gt: Wie Reifeprü« ie ^üse- huljahres 'ktsgrup- r DAF. r Fach, m etwa ent des n, ver- nenlM Iflen die Minden unb der Ot^uno 'gen b“. ch^igung “«nur ®ei|e ?och in ,e&9en ' durch W Verätzung :ttrQ9en, , «i her •ten b6. ten der Trauerkundgebung für Minister Schemm 1526 » Konkursverfahren ÜBERALL ERHÄLTLICH] Alsfelder bereits einem vorausge- Sieger erklärte. hatte gegen den Hand. Zweimal hatte Funk den gelegt, als der Kampfleiter nach gangenen Aufreißer Funk zum 5:0 für Gießen. Leichtgewicht: Semper sich un- oon ** Das Setzen der Garten-Wasser- m e f f e r betrifft eine Bekanntmachung des Städtischen Gas- und Wasserwerks im heutigen Anzeigenteil. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht. ** Generalversammlung der Handelsund Gewerbebank. In unserem heutigen Anzeigenteil werden die Mitglieder der Handels- und Gewerbebank zur 76. ordentlichen Generalversammlung am Dienstag, 19. März, eingeladen. Näheres in der Anzeige. hierdurch aufgehoben. Gießen, den 4. März 1935. Amtsgericht. hielt sodann die Gedenkansprache. Wir finden uns hier, so führte er u. a. aus, zu einer tiefernsten Trauerfeier. Hans S ch e m m ist von uns gegangen, der Gauleiter der bayerischen Ostmark, der Gründer und Führer des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, der bayerische Staatsminister für Unterricht und Erziehung. Tausende von Soldaten Adolf Hitlers in der bayerischen Ostmark trauern um ihn. Hunderttausende deutscher Erzieher, das ganze deutsche Volk und sein Führer trauern um ihn. Erschüttert stehen wir vor dieser Härte des Schicksals! Hans Schemm ist tot! Unser -Volk verliert einen seiner Besten und einen seiner Treuesten. Die Erzieher verlieren in ihm den Mann, der sie aufqerufen hat, am Aufbauwerk für das Vaterland mitzuarbeiten. Was Schemm bedeutet, kann nur der ermessen, der ihn selbst gekannt hat, ihm in die Augen sah, ihm die Hand drückte. Unvergeßlich der Tag, als er das erste Mal die Erzieher in Berlin zusammenrief, an unsere Herzen appellierte und jeden einzelnen mit sich riß, vorwärts in die Zukunft des deutschen Volkes, dem er sein ganzes Sein und Wesen geweiht hat! Ein Kämpfer ist er gewesen, wie nur wenige. Ein Kämpfer ift er gewesen, der in den schwersten Jahren sich mit seiner ganzen Person einsetzte. Und es war ein Erlebnis, wenn man ihn hörte, man wußte, daß er nicht um der Worte willen sprach, nicht um seiner selbst willen redete, sondern weil er durchgluht war von den Gedanken des Führers. Der Kampf den Hans Schemm gekämpft hat, war von ungeheurer Bedeutung für unter Volk. Er erfaßte, um was es ging. Er hat das Wort des Führers wahr gemacht, der da sagte: „Rach der Ergreifung der Wacht ist die Erziehung des deutschen Wenschen die wesentlichste Aufgabe." Für diese Aufgabe hat sich Hans Schemm eingesetzt Er führte dem Führer ein starkes Bataillon zu, das den deutschen Menschen erziehen soll. Er selbst aber war der Typ des deutschen Menschen, des erotg= suchenden- nierastenden und des faustischen Menschen, der nichts kannte als Kampf für sein Bolt, der nichts anderes wußte, als sich einzusetzen für sein Volk. Er begriff, daß das deutsche Volk nur durch den Einsatz der Persönlichkeit groß werden kann. Der NSLB. steht nun ohne seinen Führer. Aber was der Führer zurückließ, war und ist nur ein Anfang. Aber die Kraft und der Geist dieses vorbildlichen Mannes ist eingedrungen in die Herzen der deutschen Erzieher und Erzieherinnen. Er hat aus Dutzenden von Vereinen und Organisationen diesen starken Bund geschaffen, der heute dasteht, einzig in seiner Art, erfüllt von der Kraft und der Innerlichkeit der nationalsozialistischen Weltanschauung. Wir wissen, daß das Werk von heute noch nicht Vollendung ist, aber der Wille zur Vollendung liegt in uns allen. Das, was Hans Schemm aus dem Stande der Erzieher machen wollte, wird Frucht bringen. So wie er sich einsetzte für den Stand der Erzieher, so setzte er sich auch ein für die Umgestaltung des deutschen Erziehungswesens. Er erfüllte die Organisation mit organischem Leben. Diesem Wollen hat er auch Ausdruck gegeben im Hause der deutschen Erzieher. Es ist noch nicht vollendet, doch gut gegründet. Das aber ist das Tragische seines Schicksals, daß er der erste ist, der in der Weihehalle des Hauses aufgebahrt wird. — Er ist uns das Symbol des deutschen Menschen, der kämpfte bis zur Selbstaufopferung. Das Werk wird ihn überleben, der NSLB. wird dem Dienste am Vaterland gerecht werden. Sein Tod wird uns die Kraft geben, das Werk zu vollenden. Durch feinen Tod werden wir noch fester verbunden, damit wir das Werk, für das er sich opferte, vollenden können. Nach einem Sprechchorwerk und nach dem Adagio aus der Kirchensonate in F=2)ur von Corelli, vom Orchester gespielt, brachte Schulrat N e b e - l i n g noch einige eindrucksvolle Worte Hans Schemms zum Vortrag, in denen die Gedanken des Reichsführers der NSLB. über die Aufgaben des Erziehers, über den Charakter des deutschen Erziehungswesens, über die Politik und die Gedanken als Kämpfer Adolf Hitlers zum Ausdruck gebracht waren. Diese kurzen Wiedergaben, die mit der geistigen Persönlichkeit des verstorbenen Kämpfers vertraut machten, wurden abgelöst durch die Rundfunkübertragung der Feier in der Weihehalle im Hause der Deutschen Erzieher. Die Uebertragung wurde von zahlreichen Zuhörern mit großer Aufmerksamkeit- verfolgt. Im Schlußwort zur Trauerkundgebung betonte Schulrat Nebeling, daß wir noch wachsen und reifen müssen, um unserer Aufgaben Herr zu werden. Wir werden uns erziehen lassen durch Leid und Not. Der Führer des NSLB. ist gefallen! Es stehl aber die Fahne und es bleibt der Sieg der nationalsozialistischen Weltanschauung. Es lebt der Geist des Toten. und zum Bauen Abermann Am Samstag gegen 19.30 Uhr ergeignete auf der Landstraße Gießen—Reiskirchen, in mittelbarer Nähe der Kreuzung der Straße Annerod nach Rödgen, also etwa beim neuen Gießener Wasserbehälter, ein schweres Verkehrsunglück. Drei Männer aus Gießen und eine Frau aus Garbenteich befanden sich mit einem geliehenen Personenkraftwagen auf der Fahrt von Gießen nach einem Orte in der Rhön, um dort am gestrigen Sonntag an einer Beerdigung teilzunehmen. Die Insassen des Wagens waren der Lagerist Otto Euler, Seltersweg 20, der Kaufmann Ernst A u l e r , Kaiserallee 4, ferner der Kraftfahrer Wilhelm Bögler, Großer Steinweg 4, sämtlich aus Gießen, sowie Frau Anna Decker aus Garbenteich. Der Kraftwagen wurde von dem Kraftfahrer Schmelmgs überlegener Sieg Aox-Großkampf in der Hamburger Hanseaten-Halle. wurde eine hohe Auszeichnung zuteil. Er erhielt in Anbetracht seiner Verdienste um die Sache des Roten Kreuzes das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes verliehen. Dr. Gros wirkt seit dem Jahre 1921 in der Gießener Kolonne. 15. Jubiläum der oberhessischen Imker Am zweiten Ostertag des Jahres 1860, also vor nunmehr 75 Jahren, fand im Pfarrhause in Grünt n g e n eine Vorbesprechung einiger Imker statt, der im Mai des gleichen Jahres eine Besprechung von etwa 30 Imkern in Gießen und im September 1860 die Gründung des Oberhessischen Bienenzüchtervereins in Gießen folgte. Der Gau Oberhessen in der Reichsfachschaft Deutscher Bienenzüchter wird sein 75jähriges Bestehen am dritten Ostertage dieses Jahres in Gießen, der Stadt seiner Gründungen würdiger Weise begehen. Die Jubiläumsfeier, zu der Vertreter der Partei, der staatlichen und städtischen Behörden, sowie der Universität geladen werden sollen, findet in der Turnhalle am Oswaldsgarten statt. Im Mittelpunkt wird der Festvortrag stehen, zu dem Professor Koch vom Bienenwissenschaftlichen Institut in Celle als Redner gewonnen werden soll. Der bekannte Imker Pfarrer A i s ch - Bad-Nauheim hat einen aus etwa 80 Lichtbildern bestehenden Bildstreifen hergestellt, der die Entwicklung der Bienenzucht in Oberhessen in ausgezeichneter Weise zur Darstellung bringt. Der Bildstreifen wird am Jubiläumsfesttag erstmals vorgeführt. Es sind ferner Ehrungen verdienter oberhessischer Imker geplant. Am Samstag fand in Bad-Nauheim unter dem Vorsitz von Leherer Braun- Rodheim v. d. H. eine Sitzung des Gauvorstandes statt, in der die Gießener Jubiläumsfeier eingehend besprochen wurde. Schweres Verkehrsunglück Ein Toter, drei Verletzte. Unsere Aufgabe ist, das Werk fortzusetzen, das er begann. Wir können ihm keinen größeren Dienst tun, als den, uns einzusetzen für das, dem er feine Kraft gab. In diesem Sinne marschieren wir in die Zukunft und schaffen das neue Deutschland! Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler beschloß der Redner feine Ansprache. Hierauf wurde der erste Vers des Horst- Weffel-Liedes gesungen. Aus Iahrräderu im Weltkamps querfeldein Die Radfahrer im Dienste der Winterhilfe. Das Konkursverfahren über das Vermögen der Firma j. Jttmann, Inhaber Alfred Brumlit, Wöbet, waren-verfandhaus in Gießen, Bahnhofstraße 29, wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins " ' ' 14300 Der Nationalsozialistische Lehrerbund im Kreise Gießen hielt die Trauerkundgebung für den verstorbenen Reichsminister und Reichsführer des NSLB. Hans Schemm am Samstagvormittag in würdigster Form im Saale des Cafe Leib ab. Auf der Bsthne war vor einer großen Hakenkreuzfahne das Bild des Verstorbenen aufgestellt und mit vielem frischen Grün umgeben worden. Vor dem Bilde brannten in feiner Anordnung drei Kerzen. Das Orchester des NSLB. (unter der Stabführung von Musiklehrer N e b e l i n g) leitete die Feier mit der Kirchensonate in 0-Moll von C o - relli ein und schuf mit der ernsten, getragenen Melodie die rechte Stimmung für die Gedenkstunde. Kreisschulrat Pg. Nebeling sprach zunächst einige Sätze aus Schemms geistigem Nachlaß, aus denen die feste, aufrechte Art des Verstorbenen fühlbar wurde. Studienreferendar Gesfer sprach dann das Gedicht „Toter Kamerad" von Baldur v. S ch i r a ch in eindrucksvoller Weise. Schu rat Nebeling mehrfachen Gaumeister Kister II. (Alsfeld) einen schweren Stand. Kister siegte durch Ueberrourf. 5:3 für Gießen. Weltergewicht: Sofort nach Beginn gelang Klotz ein Armfallgriff, wodurch Schwalm (Alsfeld) auf die Schultern kam. Der Kampfleiter übersah aber diese Niederlage. Am Boden konnte sich Klotz gegen den stärkeren Schwalm nicht behaupten und verlor durch Schultergriff. 6:5 für Alsfeld. Mittelgewicht: Als ein großes Talent entpuppte sich der Gießener T r e ch s l e r. Er leistete dem Gaumeister Steinbach erbitterten Widerstand. Steinbach mußte alles aufbieten, um den Gießener in der 6. Minute auf die Schultern zu bringen. 9:5 fpr Alsfeld. Halbschwergewicht: Vetter (Reichswehr) zeigte sich von der besten Seite und holte eine Wertung nach der andern. In der achten Minute lag Schott III. (Alsfeld) geschlagen am Boden. 9:8 für Alsfeld. Schwergewicht: Walther (Gießen) und Kister I. (Alsfeld) lieferten sich einen erbitterten Kampf. Schließlich siegte aber der erfahrenere Kister durch Armdurchzug. Walther dürfte bei mehr Kampferfahrung eine starke Stütze der Gießener Mannschaft werden. Gesamtergebnis: 12:8 für Alsfeld. Gießener Ringer in Alsfeld. 1. Kraft- und Sportklub 1893 — VfK. Alsfeld 8:12. Die Gießener Ringermannschaft kämpfte am Samstag in Alsfeld gegen die Gaumeisterschaft des dortigen VfK. und mußte eine unverdiente Niederlage einstecken. Der Kampfleiter Enders «Alsfeld) übersah im Weltergewichtskampf eine klare Schulterniederlage Schwalms Dieses Versehen kostete der Gießener Mannschaft den Sieg. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an. So fehlte bei Gießen der Schwergewichtler Emmerich. Dadurch mußten einige Ringer eine bzw. zwei Klassen höher ringen. Es muß aber noch gesagt werden, daß Alsfeld auch eine leichte Mannschaft stellte. Nun die einzelnen Kämpfe: Bantamgewicht: Erstmalig hatte Gießen den Jugendlichen Becker eingesetzt. Dieser machte seine Sache gut und besiegte den Alsfelder Maus glatt nach Punkten 2:0 für Gießen. Federgewicht: Funk (Gießen) hatte gegen Schott II. (Alsfeld) jederzeit das Heft in der Die Radfahrer des Bezirkes Gießen im Deutschen Radfahrerbund (Gau 12) eröffneten gestern die Radsportsaison 1935. Diese Eröffnung geschah in besonderer Form: zum er st en Male wurde in Gießen ein Querfeldein- Rennen veranstaltet. Die Ausrichtung des Rennens hatte wieder einmal der Radfahrverein 18 8 5 Gießen übernommen. Die Leitung lag in Händen des bewährten Bezirks-Straßenfahr- warts August D e i b e l. Das Rennen nahm einen ausgezeichneten und völlig reibungslosen Verlauf und brachte einen hochinteressanten Kampf. Der Wettbewerb stellte an die Teilnehmer äußerste Anforderungen. lieber die Höhe an der Karlsruhe (an der Straße Gießen—Marburg) pfiff ein stetiger eisiger Ostwind, als sich die wetterharten Teilnehmer des Wettbewerbs und die unentwegten Freunde des Radsportes einfanben. Pünktlich zur festgesetzten Zeit wurde zum Start angetreten. 18 Mann hatten sich zur Teilnahme gemeldet und 18 Mann waren auch am Start erschienen. zeigte jedoch keinerlei Wirkung. Auch Schmeling wurde einige Male getroffen, sicherte sich aber die zweite, dritte und vierte Runde klar. Die fünfte Runde verlief ausgeglichen, in der sechsten begann aber bann Schmeling seinem Gegner systematisch zu zermürben. Dreimal mußte Hamas in dieser Runde zu Baden, zweimal bis „acht" und beim drittenmal rettete ihn nur der Gong vor dem k. o. Von diesem Augenblick an hatte Hamas nichts mehr zu bestellen. Benommen wankte er im Ring herum und mußte die schwersten Sachen einstecken. Er hielt zwar noch die siebente und achte Runde durch, in der neunten war er jedoch so fertig, daß der Ringrichter den Kampf zu Gunsten Schmelmgs abbrach und Max Schmeling zum Sieger durch technischen k. o. erklärte. Tobender Beifall belohnte die großartige Leistung des deutschen Exweltmeisters, aber auch Steve Hamas wurde ob seiner tapferen Haltung mit lauter Anerkennung belohnt. Anschließend an diesen Großkampf gab es noch ein Tressen zwischen Fred Boelck (Hamburg) und dem Engländer Glen Moody, das ein gerechtes Unentschieden brachte. Ein Telegramm Dr. Hanfstaengls an den Boxer Steve Hamas. Der Leiter des Auslandamtss der NSDAP., Dr. H a n f st a e n g l, hat an den im Boxkampf mit Max Schmeling am Sonntag ehrenvoll unterlegenen amerikanischen Boxer Steve Hamas folgendes Telegramm gesandt: „Jeder wahre Sportsmann bewundert einen guten Verlierer. Alle sportliebenden Deutschen fühlen gemeinsam mit mir, daß Sie für die männliche Art, mit der Sie Ihren Kampf durchhielterk, die größte Anerkennung verdienen." Das Rennen führte zweimal über eine genau bezeichnete, 7,5 Kilometer lange Strecke, die sehr schwer zu fahren war. Von der Karlsruhe aus hatten die Teilnehmer zunächst auf schmalen Pfaden zwischen Häusern und Gärten von Wieseck hindurch zur Badenburger Hohle zu fahren, die Hohle zu überqueren, um dann wiederum auf schmalen Pfaden zwischen Wiesen und Aeckern nach der Alten-Busecker Chaussee zu gelangen. Hinter der „Jttmannsburg" war in den Wald am Fuß des Hangelssteins einzubiegen, die Radfahrer mußten hier stark zerfahrene Straßen überwinden, dann auf Feldwegen über die Daubringer und die Marburger Chauffee^hinweg zur Badenburg gelangen. Don dort aus führte die Strecke in der Richtung nach Gießen ein Stück am Bahndamm entlang und dann durch eine Unterführung hindurch wieder nach dem Startplatz zu. Bevor die Fahrer aber die .Karlsruhe" wieder erreichten, hatten sie erst die große Sandkaute mitsamt ihren Rädern steil emporzusteigen und auch noch einige künstliche Hindernisse am Startplatz zu passieren, bevor fiel Der Weltmeisterschafts - Endausscheidungskampf zwischen Max Schmeling und ' dem Amerikaner Steve Hamas in der Hamburger Hanseaten-Halle wurde zu einem Erfolg in jeder Hinsicht. Sportlich, weil ausgezeichnete Treffen geboten wurden und Max Schmeling den Amerikaner Steve Hamas in neun Runden so zusammenschlug, daß der belgische Ringrichter Valony den Kampf abbrach, und finanziell, da über 20 000 Menschen die neue Riosenhalle bis auf den letzten Platz füllten. Ganz Hamburg und besonders der Stadttell Rothenburgsort standen ganz im Zeichen des großen Kampfes. Die Halle selbst füllte sich gleich nach der Deffnung der Pforten mit einer gespannten und begeisterungsfähigen Zuschauermenge. Pünktlich um 16 Uhr betraten die ersten Kämpfer, der Deutsche Adolf Heuser und der Engländer Bob Carvill, den Ring. Der Kampf nahm ein vorzeitiges Ende, da Heuser seinem Gegner so überlegen war, daß er in der 6. Runde aufgab. Auch im zweiten Treffen des Tages, Adolf Witt (Kiel) gegen Er nie Simmons (England), gab es einen deutschen Sieg. Witt holte nach einem dramatischen Gefecht nach 10 Runden einen sicheren Punktsieg heraus. Nach diesem Kampf folgte eine kurze Pause und dann kamen Schmeling und Steve Hamas in den Ring. Das Kampfgericht, V a l o n n (Belgien) als Ringrichter, Robertson (USA.) als amerikanischer und Karl Feldhus (Frankfurt) als deutscher Punktrichter, nahm seine Plätze ein und dann begann der Kampf. Zunächst arbeiteten beide Gegner sehr vorsichtig und verhalten, aber schon in der zweiten Runde ging Max Schmeling mehr aus sich heraus und übernahm das Kommando. Er kam einige Male gut durch, Hamas Vogler- Gießen gelenkt. An der obenbezeichneken Stelle sprang plötzlich ein Reh aus dem Walde heraus auf die Straße und unmittelbar in den fahrenden Kraftwagen hinein. Durch den wuchtigen Anprall des Wildes verlor der Autolenker die Herr- chaft über den Kraftwagen, der in voller Fahrt in den Straßengraben fuhr und sich dort überschlug. Dabei wurden alle Insassen verletzt, am schwersten der Lagerist Otto Euler, der einen doppelten Schädelbruch und einen Unterkieferbruch erlitt, während Bögler Kopfverletzungen und Hautabschürfungen im Gesicht davontrug, Frau Decker Schnittwunden am Kopfe und einen Bruch der rechten Hand erlitt, Auler sich einen Arm auskugelte und Hautabschürfungen davontrug. Zufällig des Weges kommende Passanten nahmen zwei der Verletzten in Kraftwagen mit nach Gießen und alarmierten schleunigst die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz, die sich mit dem Sanitätswagen und dem erforderlichen Gerät schnellstens an die Unfallstelle begab, die erste Hilfe leistete und die Verunglückten ebenfalls rasch nach Gießen brachte, wo alle vier in der Chirurgischen Klinik Aufnahme sanden. Hier ist gestern kurz nach 20 Uhr der am schwersten verletzte Herr Euler leider an seinen Verletzungen verstorben. Der Kraftwagen wurde bei dem Unglücksfall zertrümmert. Das Reh wurde bei dem Zusammenprall getötet. Vornotizen. — Tageskalender für Montag: Ortsgruppe Gießen-Ost: 20.30 Uhr auf der Liebigshöhe Mitgliederversammlung; es spricht Ortsgruppenleiter Dr.' R ö d e r. — NS.-Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Nord: 20 Uhr Amtswalterappell im „Einhorn". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Symphonie der Liebe". — Frühjahrsmodenschau im Cafe Amend. Am Mittwoch, 13., am Donnerstag, 14., und am Freitag, 15. März, finden im Cafä Amend Modenschauen im Interesse des Einzelhandels statt, die von einer Werbegemeinschaft getragen werden. Auf die heuttge Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht. Das Auswtegen der Boxer. Kurz vor dem Kampf wurden die Boxer, den Vorschriften entsprechend, ausgewogen. Beide Kämpfer erschienen in glänzender Verfassung auf der Waage. Links sieht man Steve Hamas und rechts Max Schmeling. Der Naturforscher vereint mit Natur undTechnik Bebilderte Monatsschrift für das gesamte Gebiet der Na^rwissensch^en und ihre Anwendung in Naturschutz, Unterricht, Wirtschaft und Technik. H g Dr. Richard Rein „Der Naturforscher“ ist die allgemeinverständliche, hochwertige naturwissenschaftliche Monatszeitschrift für geistig Anspruchsvolle, die bei hervo genaer Ausstattung nicht auf oberflächlichen Aufputz, sondern aut uenait eingestellt ist. „Der Naturforscher“ bietet Beiträge ui Bild und Wort von angesehenen u.bedeutenden Mitarbeitern aus allenGebieten d.Naturwissenschaften. Preis: vierteljährlich nur RM. 2.50. - Probehefte und Werbeblatter kostenlos. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag ■ Berlin-Lichterfelde die Strecke zum zweiten Male zurücklegten. Für den Abschluß der zweiten Runde war durch die Streckenoerlegung auch eine Möglichkeit für einen Endspurt gegeben. Das Rennen selbst nahm einen interessanten Dernaus. Es bildete sich kurz nach dem Start eine Spitzengruppe aus den Fahrern Preiß, Göbel, F a u st und M e b u s , die sich sehr schnell von den übrigen Fahrern ablöste. Bereits an der Jttmans- burg lag diese Gruppe mehrere hundert Meter vor dem übrigen — auch schon auseinandergezogenen — Feld. In forscher Fahrt überwanden die Fahrer rasch alle Schwierigkeiten. Rach kaum 15 Minuten kamen sie den Zuschauern wieder in das Blickfeld und strebten dem Startplatz zu. Kurz vor der Sandkaute hatte Faust Pech, er stürzte und mußte die übrigen drei der Spitzengruppe ziehen lassen. In mehr oder weniger größeren Abständen folgten die anderen. Rach etwas über 40 Minuten näherten sich die Fahrer wiederum dem Ziel. Die Spitzengruppe hatte eine weitere Verringerung erfahren, Göbel war zurückgefallen. Rur M e b u s und P r e i ß, die Favoriten des Rennens, kamen miteinander in die steil ansteigende Sandkaute, die Mebus mit 10 Meter Vorsprung vor seinem Konkurrenten Preiß verlassen konnte. Jedoch kurz vor der Spurtstrecke kam Mebus heftig zu Fall und mußte für die letzten hundert Meter Preiß die Führung und damit den Sieg überlassen. Mebus kam dann als Zweiter ein und im Abstand von einigen Minuten folgte Faust. Rach und nach kamen dann auch die anderen Teilnehmer an, die das Rennen fast durchweg durchhalten konnten. Pech hatte K. Muhl, der bereits in der ersten Runde in der Badenburger Hohle heftig stürzte und ausscheiden mußte. Die Ergebnisse im Ouerfeldein-Rennen. 1. Heinrich Preiß, Germania Gießen, 48.05 Min.; 2. A. M e b u s, 1885 Gießen, 48,23 Min.: 3. Anton Faust, Germania Gießen, 55.57 Min.; 4. Emil Muhl, 1885 Gießen, 56,20 Min.; 5. Ewald Weber, 1885 Gießen, 58,05. Min.; 6. Walter Höbet, Wetzlar-Niedergirmes, 58,08 Min.; 7. Erich Höbet, Wetzlar - Niedergirmes, 60,01 Min.; 8. P. Wenz, Wetzlar-Niedergirmes, 61,11 Min.; 9. Nolte, Wetzlar-Niedergirmes 62,22 Min.; 10. Baum, 1885 Gießen (Jugend), 63,25 Min. Da« Zweier-Radball -Turnier. Am Nachmittag fanden sich dann die Freunde des Radsportes zu einer Saalveranstaltung im Cafö Leib ein, in deren Mittelpunkt die Zweier- Radballspiele um den Denninghoff - Wanderpreis stand. Die Mannschaften der Radfahrvereine aus ' Wetzlar-Niedergirmes, aus Krofdorf, aus Wieseck und die Mannschaft des Radfahrvereins 1885 Gießen beteiligten sich. Das Turnier brachte, da jede Mannschaft gegen jede anzutreten hatte, sechs. Begegnungen. Die Spiele nahmen einen spannenden Verlauf und wurden in scharfem Tempo wohl hart, aber stets fair durchgeführt, so daß der Schiedsrichter K. Stammel kaum mahnend einzugreifen brauchte. Die Spiele brachten zum Teil hohe und mit nur einer Ausnahme durchweg zweistellige Resultate. Als klarer Sieger ging die Mannschaft des Radfahrvereins 1885 Gießen (Baum, Von - Eiff) aus dem Turnier hervor, indem sie ihre drei zu bestreitenden Spiele gewann. Die Ergebnisse des Turniers: 1885 Gießen — Wetzlar-Niedergirmes 12:6 Krofdorf — 1900 Wieseck 13:5 1885 Gießen — Krofdorf 11:5 Wetzlar-Niedergirmes — 1900 Wieseck 13:7 Wetzlar-Niedergirmes — Krofdorf 7:7 1885 Gießen — 1900 Wieseck 15:3 Nach der Punktwertung ist das Ergebnis folgendes: 1. 1885 Gießen 6 Punkte, 2. Wetzlar- Niedergirmes 3 Punkte, 3. Krofdorf 3 Punkte, 4. 1900 Wieseck 0 Punkte. Im Verlauf des Nachmittags hiell der Führer des Bezirks Gießen (Gau XII) des Deutschen Radfahrer-Verbandes, K. Stammel (Gießen), eine kurze Ansprache, in der er darauf hinwies, wie sehr der Sport bei der heutigen Reichsregierung so außerordentliche Förderung erfahre und so viel Verständnis finde. Die Sportler wüßten dies der Reichsregierung zu danken und dadurch zu vergelten, daß sie sich mit Eifer und Energie auch für die Ziele der Reichsregierung einsetzten, wie es zum Beispiel mit der heutigen Veranstaltung für das Winterhilfswerk geschehe. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Erneuerer deutschen völkischen Lebens, auf den unvergleichlichen Führer Adolf Hitle'r, das von den Teilnehmern begeistert auf- aenommen wurde, schloß der Bezirksführer seine Ansprache. Schul- und Kunstreigen Im Verlauf der Veranstaltung sah man in glücklicher und unterhaltsamer Abwechselung erstklassige Darbietungen im Schul- und Kunst-Reigenfahren, wie auch 'im Einer- und Zweier-Kunstfahren. Die Jugend des Radfahrvereins 1885 Gießen wartete zunächst mit einem schönen Schulreigen auf, der fast fehlerlos gefahren wurde und erkennen ließ, daß es den Radfahroereinen um ihren Nachwuchs nicht bange zu sein braucht. Dieser Eindruck wurde noch erhöht durch das Einer-Kunstfahren eines Jugendlichen aus Krofdorf, der eine Reihe zum Teil sehr schwieriger Figuren mit großer Ruhe und Geschicklichkeit fuhr. Auf das angenehmste konnte man außerdem von dem Zweier-Schüler-Kunstfahren überrascht sein, das zwei Jungens aus Wetzlar- Niedergirmes oorführten und in ihrer sicheren Fahrweise 'eine sehr gute Schulung erkennen ließen. Im Einer-Kunstfahren zeigte ein Mitglied des Radfahrvereins 1885 Gießen reifes Können und auch ein Fahrer aus Niedergirmes wartete mit, wenn auch nicht völlig fehlerlos, so doch sehr gut gefahrenen, schwierigen Figuren auf. Den großartigen Abschluß bildete der Sechser-Kunstreigen der Aktiven des Radfahrvereins 1885, die, obwohl sie zum Teil in schon vorgeschrittenem Lebensalter stehen und seit Jahrzehnten den Saalsport ausüben, mit einer sehr runden Leistung aufwarteten. Spielvereinigung 1900 siegt. Germania Marburg mit 4:0 geschlagen. Die Gäste mußten eindeutig die Ueberlegenheit der Blauweißen anerkennen, die sich besonders in der zweiten Hälfte zu einer geschlossenen Leistung zusammenfangen und dann die Geschehnisse auf dem Spielfeld diktierten. Die 1900er hatten zunächst sehr gegen den heftigen Wind anzukämpfen und nur unter Aufbietung aller Energie konnten sie ihr Tor rein halten. Der eifrige Gegner kam nur zu einigen Eckbällen, die an der guten Deckungsarbeit der Einheimischen verpufften. Mitte der ersten Spielhälfte fanden sich die Gastgeber besser zusammen. Der Angriff , kam ins Rollen und es entstanden brenzliche Momente am Germanentor. Erfolge lagen in der Luft, auch schon dadurch, daß sich die Gästeverteidiger Fehlschläge erlaubten. Noch vor dem Wechsel führte ein Angriff von links über die Mitte durch den Rechtsaußen Wilhelmi zum FührungZtor. Da weiterhin alle Bemühungen beiderseits ohne Erfolg blieben, wechselte man mit 1:0 für 1900 die Seiten. Schmidat im 1900er Tor hatte durch einige famose Abwehrparaden den Gegner nicht zum Zug kommen lassen. Nach der Pause hatten die Blauweißen den Wind als Bundesgenossen. Sobald sich die Hiesigen an die gegebenen Verhältnisse gewöhnt hatten, wurden sie klar überlegen und gaben auch von da an das Heft nicht mehr aus der Hand. Die Marburger kamen nur hin und wieder durch vereinzelte schnell Durchbruche in den Gießener Strafraum, trafen dort aber auf eine sichere. Abwehr. Der Gießener Angriff spielte gut zusammen, von der ausgezeichneten Läuferreihe prächtig unterstützt. Ein scharfer Schuh, von Wilhelmi überraschend abgegeben, verwandelte Birkenbihl im Nachschuß zum 2:0. Dann führte eine’ schöne Kombination über den ganzen Sturm durch Wilhelmi mit ausgezeichnetem Schragschuß zum 3:0. Anschließend wurden einige glanzende Chancen ausgelassen, mehrmals wurde die Latte getroffen. Das Endresultat stellte Birkenbihl nach "einem geschlossenen Angriff durch gut placierten Flachschuß her. Schmelz, der inzwischen auf Rechtsaußen gewechselt war, hatte noch zweimal günstige Gelegenheit zur Erhöhung des Resultats, handelte aber jedesmal etwas unüberlegt, so daß die Bälle knapp daneben gingen. 1900 in der Aufstellung: Schmidt; Zeller, Lippert; Mank, Heilmann, Hembach; Wilhelmi, Schmelz, Birkenbihl, Horz, Dörr, lieferte in der Gesamtheit ein gutes Spiel. Sehr gut war Mittelläufer Hellmann in der Abwehr und besonders im Aufbau. Der Angriff konnte endlich einmal gefallen. Gutes Verständnis und schöne Kombination und vor allem nach der Pause große Schußfreudigkeit zeichneten ihn aus. Die angenehmste Ueberraschung war, die große Fairneß. Kaum ein Strafstoß unterband die Spielhandlung. Schiedsrichter Volkmar (Wetzlar) hatte unter diesen Umständen ein leichtes Amt. VfB. Krofdorf I — 1900 II 1:3 (1:2). Die Reserve überraschte im letzten Meisterschaftsspiel nach der angenehmen Seite, indem sie in Krofdorf einen einwandfreien Sieg herausholte. Endlich einmal zeigte diese Elf neben großem Eifer auch eine gute Leistung. Die Ergebnisse der Jugendspiele. 1900 I. Jgd. — VfB.-Reichsbahn I. Jgd. 6:3. VfB.-Reichsbahn II. Jgd. — 1900 II. Jgd. 5:2. 1900 Schüler — VfB.-Reichsbahn Schüler 0:1. DfB.-Neichsbahn Gießen. VfB.-Reichsbahn II — Spfr. Wetzlar I 2:5 (0:2). Dieses Spiel war eine einseitige Angelegenheit der Wetzlarer, die sich zur Zeit in glänzender Verfassung befinden. Die Gäste spielten einen technisch einwandfreien und rationellen Fußball. Glänzend war die Zusammenarbeit des Sturmes, der aus jeder Lage zu schießen verstand. Ihre besten Kräfte hatten die Wetzlarer in ihrem Halblinken und im Mittelläufer. Demgegenüber waren die Hiesigen von Spielbeginn- an in die Verteidigung gedrängt und hatten, da sie bedeutend langsamer wie die Gäste waren, keine Zeit zum Ausbau. Die Wetzlarer fanden sich sofort und drängten die Gießener in die Defensive. Jedoch den vereinten Kräften der Hintermannschaft gelang es immer wieder, den Angriff der Gäste abzustoppen und deren Sturm bis zur Halbzeit nur zweimal zum Erfolg kommen zu lassen. Sofort nach Wiederbeginn erhöhten die Gäste durch Elfmeter auf 3:0, und durch ein Mißverständnis der Verteidigung konnten sie einen vierten Erfolg buchen. Dann gelang es dem Gießener Halblinken, die Verteidigung zu umspielen und auf 4:1 zu verkürzen. Ein grober Schnitzer des Gießener Tormanns — das alte Torverhältnis war wieder hergestellt. Die Gießener konnten in der letzten Viertelstunde das Spiel offener gestalten und holten durch Sauer ein Tor auf. Das Spiel der Ligamannschaft wurde von Ockers- hausen in letzer Minute abgesagt. Oer Gerätewettkampf Krofdorf - Kinzenbach - Rodheim. Im Turnus der Gerätewettkämpfe dreier land- licher Nachbarvereine trafen sich zum erstenmal in der Turnhalle zu Krofdorf die Mannschaften der Turnvereine Rodheim, Kinzenbach und Krofdorf, bestehend aus je vier Aktiven, zwei Alters- und zwei Jugendturnern. Nach einigen Märschen des Trommler- und Pfeiferkorps vom Tv. Krofdorf begrüßte der Führer dieses Vereins, Ehr. Jaeger, die Anwesenden und stellte als Motto voraus: „Unsere Arbeit der deutschen Jugend, unser JDienft der Volksgemeinschaft des Dritten Reiches!" Dann übernahm Kreis-Oberturnwart Schüler- Wetzlar die Leitung. Ihm und den beiden Kampfrichtern Kreis-FrauentuLiwart Schneider- Wetzlar und Oberturnwart Müller- Gießen stellten sich die Mannschaften in folgender Zusammensetzung (Reihenfolge: Jugend-, Alters-, aktive Turner): Rodheim: Schmidt, Herrn., Schmidt, Ernst, Gissel, Karl, Schlierbach, Otto, Krauskopf, Wilh., Bender, Otto, Bernhard, Ad., Schlierbach, Alb. Kinzenbach: Mandler, Rich., Schmidt, Heinz, Pfaff, Alw., Diehmann, Ew., Leib, Ew., Bepler, Rich., Bepler, Wilh., Viehmann, Reinh. Krofdorf: Schmidt, Karl, Wagner, Karl, Wagner, Emil, Hofmann, Wilh., Röhrsheim, Wilh., Leib, Ad., Würtz, Karl, Röhrsheim, Otto. Von Anbeginn des Kampfes an zeigte sich der Tv. Krofdorf überlegen Er holte sich an sämtlichen Geräten (Barren, Pferd, Reck) die meisten Punkte. Mit starkem Vorsprung ging er als Sieger hervor, während Rodheim und Kinzenbach, ziemlich gleichwertig, bis zuletzt eng zusammenlagen. Mit nur acht Punkten Vorsprung vor Rodheim konnte sich Kinzenbach die zweite Stelle sichern. Es erzielten am Barren: Krofdorf 134 Punkte, Kinzenbach 114, Rodheim 116 Punkte; am P f e r d: Krofdorf 136, Kinzenbach 120, Rodheim 113; am Reck: Krofdorf 125, Kinzenbach 115, Rodheim 114 Punkte. Jede Mannschaft zeigte eine Freiübung, die Krofdorf 16, Kinzenbach 15 und Rodheim 13 Punkte brachte. Gesamtergebnis: Krofdorf 411, Kinzenbach 364, Rodheim 356 Punkte. Die besten E i n z e l l e i st u n g e n erreichten: Wilh. Hofmann mit 56, K. Würtz mit 53, O. Röhrsheim mit 52 Punkten (sämtlich aus Krofdorf). Nach dem ohne Störung verlaufenen Kampf verband Kreis-Oberturnwart Schüler mit dem Dank an Turner und Kampfrichter eine kurze allgemeine Kritik über das Gesehene, die darin gipfelte, daß ein Turner vom andern lernen solle, um nach jahrelangem lieben zu Leistungen zu kommen, wie sie ein durchgebildeter Körper aufweisen könne. Hanau 93 schlägt Kassel 03 und wird Aordhessen-Meister. Nun ist auch im Gau Nordhessen die Entscheidung gefallen. Der 1. FC. Hanau 1893, einer der ältesten deutschen Fuhballoereine, hat sich den Meistertitel erkämpft und nimmt an den Spielen zur deutschen Meisterschaft teil. Die Hanauer hatten zum letzten Spiele den SC. Kassel 03 zu Gast, dem sie nut 5:1 (3:0) deutlich das Nachsehen gaben. Im zweiten Spiel des Tages ließ sich Sport Kassel, dem Abstieg verfallen, widerstandslos auf eigenem Platze von Langenselbold mit 7:3 (4:2) schlagen, wodurch Langenselbolds Aussichten auf den Verbleib in der ersten Klasse zu Ungunsten der Kasseler Kurhessen geschmälert worden sind. In Kassel ist man über diese Handlungsweise von „Sport" erbittert. Marta Sievers, geb. Müller 1428 D Am 9. März 1935 verschied, uns allen unerwartet, unsere liebe Mutter und Großmutter Gießen (Kirchenplatz 23 II), Lollar, Frankfurt a. M.-Höchst, Berlin, Hamburg, Newark N. Y., Leipzig und Dessau. Im Namen der Familie: Dr. Otto Sievers. Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 12. März 1935, 15.30 Uhr in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Die Beisetzung der Urne erfolgt in Hamburg MASS - SCHNEIDEREI GIESSEN PLOCKSTR . 7 01003 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die trostspendenden Worte und die zahlreichen Kranzspenden beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen Lehrer Wilhelm Göbel sagen wir innigsten Dank. Für die trauernden Hinterbliebenen: Charlotte Göbel Gießen, den 11. März 193.^ Scharmann 1«7D Zwangsversteigerung. TienStag den 12. März, 14 Hbt, sollen im „Löwen" liier, Ncuen- wca 28 bzw. an Cd und Stelle (Bekanntgabe in obigem Lokal) zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: l.Haus-, Laden-u. Büromöbel aller Art, Anzugstoffe, Luven, Kafsenfchränke, Radios, 1 Schleifbank, Klaviere, 1 Roßhaarzuvf-, 1 Bohr- und Schreibmaschinen, Oefen, Registrierkassen, Pelzmützen, Bettwäsche, 1 Motor, em Oelgemälde, 1 Standuhr u. a.m. 2. Bestimmt: 1 Ladenkasse, eine Waage mit 2 Schalen, Büsten und 1 Trockenhaube für Friseure. Gerichtsvollzieher in Gießen Wernerwall 33 Telefon 3108.1 Drogerie, Kreuzplatz 10 Machen auch Sie einen Versucht I DO-MIN Ist kein Abführmittel. sondern zerlegt das Fett auf natürliche ■ Weise. Einfach Im Gebrauch und über- ■ zeugend in der Wirkung. Durchschnittliche I Gewichtsabnahme monatlich 5-8 Pfund. ■ Originalpackung RM 3.80. Zu haben bei W.lüüJ 1421A Torsstreu = Torfmull - Kunstdünger stets aut Lager. S.Trechsler 5ielan.73Jel.3581 ihre Geschäfts- Drucksachen stellen dieVerblndung her zu Ihren Erzeugnissen.Man stellt sich die Beschaffenheit Ihrer Waren so vor, wie man Briefbogen, Brief Umschläge, Postkarten, Rechnungen, Geschäftskarten Ihres Hauses beurteilt. Legen Sie deshalb Wert aut gepflegte Drucksachen I Wir bieten sie Ihnen preiswert I Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Waschen Spannen und Bügeln 59 D (auch nur Spannen) von Vorhängen Gardinen Strickdecken in sachgem. Ausfuhr. Großwäscherei Edelweiß Herz-Nahrung ist iieoD Kräuterhaus Bienenhonig SCHL® DO-MIN Billard-Turnier im Cafe Amend Amateur Lütgehetmann, Frankfurt a.M. gegen Billardmeister Sommer (Cafö Amend) Cadre-Partie, 500 Punkte Mittwoch, den 13. März, 20y2 Uhr H32 D Gewinnauszug 5. Klasse 44. Preußisch-Süddeutsche (270. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden ______________Abteilungen I und II 26. Ziehungstag 9. März 1935 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 30000 M 4 Gewinne zu 5000 M. 12 Gewinne zu 3000 M. 330661 347769 351016 12 Gewinne zu 2000 M. 304327 311347 361137 48 Gewinne zu 1000 M. I 146073 150672 155822 269244 273354 282590 339073 359701 361492 379408 388302 108794 157722 220489 216269 253786 271762 63038 232569 273349 5123 41118 79338 145760 169803 205267 241941 285072 301384 332170 369488 371099 374370 104 Gewinne zu 500 M 667 4682 9444 14668 15781 25567 36143 38794 46807 50178 62661 66072 70744 71092 72214 75264 77004 300 M 924 2307 4512 4528 5528 9199 13663 14271 17941 25290 45469 68496 88393 92134 136443 205869 264247 318490 371476 103717 146054 206410 270567 330047 385706 115930 184934 235444 298201 335823 399320 15376 22732 42227 57873 74872 98394 16033 23376 1 45196 < 67324 I 84088 l 100231 111191 120013 125305 137469 148256 161466 174723 183637 202845 219197 244576 252388 259576 270998 281153 289402 299599 302262 315246 328461 347337 359685 371142 386900 392440 398439 89034 128817 195926 252730 308158 364798 15409 23331 44136 66728 78474 99313 111008 115834 125232 135332 147697 155983 174647 178927 200560 210193 237427 250692 259118 268549 281124 287004 297818 302089 314183 327002 346167 357234 370808 383162 391826 396176 112237 158587 213409 291414 333804 394602 21304 37003 51464 72078 94907 126635 195467 245719 306526 347726 103027 113108 121939 129342 140534 150308 161637 177243 186482 203636 219198 244648 253562 260240 273279 283356 291169 300468 303447 316760 329298 347601 362686 371624 390204 393528 18764 31119 47387 68756 90763 108824 114113 124842 132814 147385 152841 172975 177811 198657 208047 237205 250381 258357 264960 280325 285763 295891 302022 310339 325621 343688 351873 368491 382002 391825 397703 410 Gewinne zu J 7338 7433 8346 103884 113179 123272 131243 144398 150332 164801 177538 190783 206202 222007 247895 255204 263220 275328 284845 291405 300909 304686 322595 331447 350532 363151 372916 390873 395473 19447 34616 50947 69530 91231 108569 113909 123408 132731 145715 150509 170794 177784 198471 206292 228571 249211 255504 263287 275839 285328 293189 301978 304712 324216 334798 351238 366628 379750 391355 396432 Cafe Amend ♦ Gießen Mittwoch, 13., Donnerstag, 14., und Freitag, 15.März 1935, nachmittags 4 Uhr u. abends 8V2 Uhr Frühjahrs-Moden- und Schmuckschau Werbe-Schau im Interesse des Einzelhandels der betreffenden Geschäftszweige - Eintritt frei 1431D Motto: Kauft deutsche Qualitätserzeugnisse | Einspaltige ~] werden zum ermäßigten Kleinanzeigen Grundpreis von 5 Pf. für die Millimeterzeile veröffentlicht! In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 Gewinne zu 10000M. 23726 235108 4 Gewinne zu 3000 M. 8455 370197 8 Gewinne zu 2000 M. 65856 175580 322686 32 Gewinne zu 1000 M. 19163 30536 88156 108689 114928 118786 128806 255728 267476 297552 316925 325029 272431 37520 189695 333434 90 Gewinne pl 500 M. 6883 13420 15542 17110 19448 38533 47689 49916 61998 69569 74429 79228 87259 87769 93580 95180 118391 121291 123020 137889 141584 166253 180831 184586 212782 215330 228288 233141 239106 240834 268564 275536 295919 296113 303474 319314 329450 332637 345625 356028 358546 372360 377490 387165 389617 300 Gewinne zu 300 M. 3442 7988 14590 16231 19462 21095 22504 24521 33298 33784 38149 42578 42964 44218 44623 45232 50084 53673 54464 56202 56545 58036 59587 60350 62004 66625 71455 72624 73232 73822 75407 75516 76038 76281 78931 79204 80315 82564 82808 84638 93017 95812 101314 102846 106314 109572 111121 113351 113692 119866 122329 125382 128584 130261 130503 133930 135953 139410 139899 142532 144668 146003 151728 157298 160970 163383 164803 165353 168853 178178 178959 179025 179403 182425 190051 193924 196019 199346 205574 206345 206509 206515 206743 207582 216883 219866 222407 223520 224451 224674 225329 229132 229734 236087 236488 240223 245250 253341 254328 254478 254538 255262 256153 260096 260835 265999 266819 267487 269382 274671 275018 280600 282090 283220 284547 284854 287418 289513 293534 294592 298871 299213 299615 299990 300149 307212 309253 315613 319465 319756 322692 325304 327216 333214 333269 337431 343920 350686 353928 355508 357429 359720 360419 363912 373206 375222 376002 383690 392531 397609 20 Tagespramien. Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 NM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 31299 77736 94518 161590 182441 187174 236878 237468 322166 336971 Im Gewinnrade verblieben: 80 Tagespramien zu je 1000 Mark, 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 60000, 2 zu je 20000, 8 zu je 10000, 18 zu je 5000, 38 zu je 3000, 98 zu je 2000, 204 zu je 1000, 458 zu je 600, 1918 zu je 300 Mark.