Nr. 9 Erstes Blatt Zreltag, ll.Zamiar 1935 185. Zahrgang Erscheint täglich, außer AHHHF Ä A Annahme von Anzeigen Sonntags und Feiertags JBESSSäir ” für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte A jA ▲ ^gk Ä AA W Ä A Ä JkA bis 8>/,Uhr des Vormittags ggSg.;.‘g v(vnVll’VT 4411’jVlUW von einzelnen Nummern Ermäßigte Grundpreise: infolge höherer Gewalt Stellen-, Vereins», gemein- -SZ-L General-Ammer für Oberhessen ZMW richten: Anzeiqer Gießen 6z ir I 4 " I gen, Bäder-,Unterrichts- u. Postscheckkonto- behördliche Anzeigen 6Rpf. Srantfurt am niain 11686 Druck und Verlag: Brühl'sche Unioerfitäts Buch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7 Meng-nabschlüff-Staffel 8 Nix wie hemm. 55000 Abstimmungsberechtigte aus dem Reich, aus Europa und Uebersee. Von unserem in das Saargebiet entsandten W.v.L.-Sonderberichterstatter. Saarbrücken, 9. Jan. In Abständen von fünfzehn Minuten werden in den beiden Tagen vor der Abstimmung mehr als hundertzwanzig Sonderzüge auf dem Hauptbahnhof Saarbrücken eintreffen. Am Freitag kommen die Abstimmungsberechtigten aus dem Reichs die am weitesten entfernt wohnen, darunter die Saarländer aus Leipzig, Halle, Magdeburg, Breslau und Hamburg. Wenn am 13. Januar die Bevölkerung des Saargebiets an die Wahlurne tritt, werden 48 000 Saarländer, die jetzt ihren Wohnsitz im Reich haben, 2000 Abstimmungsberechtigte aus Europa und Uebersee sowie 5000 Abstimmungsberechtigte aus Frankreich sich darunter befinden. Der Aufbruch des Saarvolkes, die Mobilmachung für den Tag, dessen geschichtliche Bedutung in die Jahrhunderte reicht, wird vollkommen sein. Das Ereignis dieses Tages warf feine Schatten über die ganze Erde. Wo immer Saarländer wohnten, warteten sie mit Spannung auf den Tag, da der Zeitpunkt der Abstimmung bekanntgegeben wurde, und es hat nicht erst der Anregung durch die deutschen diplomatischen Vertretungen bedurft, um sie h e i m z u r u f e n , damit sie am 13. Januar über das Schicksal ihrer Heimat mit entscheiden helfen. Es kam der Pfarrer aus Norddakota (USA.), der, Bruder von elf Geschwistern, nach vielen Jahren in die Heimat zurückkehrte, um für deren Deutschtum zu zeugen, und er predigte im kleinen Kirchlein zu Holz in warmherzigen Worten von der mystischen Kraft des Blutes, die ihn über den Ozean in das kleine Dorf rief, wo er feine harte Jugend verbrachte. Es kamen der Schlaffer und der Elektriker aus Montevideo, die vor zehn Jahren, voll Abenteurerdrang, hinauswanderten in die Welt und in Uruguay hängen blieben, obwohl sie eigentlich nach Chile wollten. Aber dort wurden sie nicht an Land gelassen, weil gerade eine Revolution ausgebrochen war. Es kamen aus Peking und Tientsin junge Burschen, die vor Jahren m i t einer Wandervogelgruppe, spielend und arbeitend, durch die Welt gezogen waren und nun im Fernen Osten Arbeit und Brot gefunden haben. Aus Barcelona kam die junge, nicht eben begüterte Kontoristin, die auf Biegen und Brechen zur Abstimmung daheim sein wollte, deren Geld in Kehl ausgegangen war, und die ohne langes Besinnen einfach ihren Koffer versetzte, um weiterfahren zu können. Am Fuße des Kilimandscharo hat sich ein Farmer aufgemacht, der schon während des Hererokrieges in der Schutztruppe diente, nach dem Kriege ins Reich zurückkam, hier jedoch keine bleibende Stätte fand und abermals nach Ostafrika ging. Während er gerade ein Beefsteak eines selbst- geschoffenen Büffels briet, traf, so schreibt er, der Luftpostbrief ein, der ihn in d i e Heimat rief. Da hat er nicht lange gezögert, er hat sich auf die Bahn gefetzt, ist nach Daressalam gefahren, und nun ist er bereits mit der „Usaramo" auf dem Wege nach Deutschland. Aus Dran kamen zwei Frauen, deren Männer bei den Schwarzen wegen ihrer hervorragenden technischen Kenntnisse in hohem Ansehen stehen. Am Heiligen Abend des Jahres 1934 standen auf dem Bahnsteig in Saarbrücken ein Mann aus Chikago, einer aus Neuyork, einer aus Verona, einer aus Clugny, zwei aus Buenos Aires. Sie wurden gefragt, wieso sie alle, wieso gerade der Mann aus dem kleinen Ort im mittleren Frankreich so freudig gekommen sei, für die Rückgliederung zu stimmen. Da antwortete der Mann aus Clugny für sie alle: Aus dem deutschen Rundfunk haben wir immer hören können, was heute in Wahrheit in Deutschland geschieht, und was wir hörten, wurde uns durch die Bilder der Tonfilm-Wochenschauen bestätigt. Ich habe die Aufnahmen vom Parteitag in Nürnberg gesehen und danach nur noch den einen Gedanken gehabt: in Reih und Glied m i t z u m a r s ch i e r e n wie die Kameraden vor Adolf Hitler. Darum bin ich gekommen, meine Stimme abzugeben. Die Greuel- märchen haben sie alle nicht ernst genommen. Sie fragen auch bei ihren Verwandten und Bekannten nicht viel danach. Das kann in Deutschland fo nidit fein, haben sie kurz und bündig erklärt, als sie die Schauermeldungen lasen, und nun feben sie, daß die Stimme ihres Blutes auch dieses Mal nicht getrogen hat. Ja, der P a t e r a u s N agayo in Japan aus dem Missionshaus in St. Wendel berichtet mit seiner ruhigen, klaren Stimme, daß sie seit längerem dort auf ihren Deutschen Abenden die sie jeden Monat einmal veranstalten, von Adolf Hitler und vom Nationalsozialismus sprechen. Da ist bann die Frau in Schangha i, gegen deren Abstlmmungsberechtigung Einspruch erhoben worden war. Tag um Tag telegraphierte fte, ob der Einspruch zurückgewiesen sei, sie werde sonst das Schiff nicht mehr erreichen. Das Schiff fuhr ab, der Einspruch war noch nicht erledigt. Endlich konnte ihr gemeldet werden, daß sie kommen könne. Nun ist sie mit der Bahn über die Sowjetunion unterwegs. Sie wird pünktlich eintreffen. Aus Dem Reich kamen fünf Frauen, ihre Kinder unter dem Herzen. Sie kamen frühzeitig, um die Strapaz n der langen Reife gut zu überstehen. Nun stnd zwei von ihnen schon glückliche Mütter geworden ... Saarländische Kaufleute aus Uebersee, die im letzten Sommer sich in Deutschland aufhielten, blieben kurz entschlossen die vielen Monate bis zur Ab- Das AbstMmungsergeßWs wird zuerst durch Rundfunk Hannnt gemacht. Der Präsident der Abstimmungskommission spricht am Montag abend über alle Sender der Welt. Saarbrücken, 10. Jan. (DNB.) Die Ab- stirnmungskommlssion hat beschlossen, das Ergebnis der Volksabstimmung am Montagabend durch den Mund ihres Präsidenten Rohde über alle Sender d e r Welt verkünden zu lassen. Als amtliche Ergebnisse der 83 Abstimungsbezirke werden nacheinander die Einzelergebnisse mit ihren Stimmen für Deutschland, Frankreich und den Status quo, sowie die ungültigen Stimmen in deutscher und französischer Sprache bekanntgegeben. Abschließend verkündet Rohde das Gesamtergebnis der Volksabstimmung, das, um Genf nicht vorzugreifen, als nichtamtlich erklärt wird. Voraussichtlich werden während der etwa 40 Minuten dauernden Verkündung der Wahlergebnisse sämtliche Telephonoerbindungen zwischen dem Saargebiet und der Außenwelt unterbrochen werden, so daß zur größten Bestürzung der internationalen Weltpresse das Ergebnis durch Rundfunk und nicht durch ihre Telephone oder Kabel bekannt wird. Während der Zählung in der „Wartburg" sollen auf Drängen der Presse 28 Telephonkabinen eingerichtet werden, um die Durchgabe vonStim- mungsberichten zu sichern. Dafür wird jedoch das Weltereignis selbst nicht durch die Presse, sondern allein durch den Rundfunk der Welt verkündet werden und voraussichtlich erst mit einstündiger oder noch längerer Verspätung in die Weltpresse , kommen. Wie die Abstimmungskommission mitteilt, hat sie die Aufmerksamkeit des Saarbevollmächtigten des Reichskanzlers und die des französischen Ministeriums des Aeußeren auf das Verbot von Versammlungen ab 10. Januar bis zur Bekanntmachung des Ergebnisses der Abstimmung gelenkt. Die Kommission hat erklärt, daß diese Maßnahme eine sehr wünschenswerte Entspannung mitführen würde und die Hoffnung ausgesprochen, daß zum selben Zweck keine Propaganda über hie deutschen bzw. französischen Rundfunksender stattfinden möge. Die französische Regierung hat diesen Vorschlag angenommen, unter der Bedingung, daß er auch von der deutschen Regierung angenommen werden würde. Der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers teilte mit, daß er mit größter Genugtuung den Vorschlag zur Kenntnis genommen habe, er habe seinerseits die Entspannung angestrebt und seine Rede deshalb auf den 9. Januar vorverlegt. Unter Hinweis auf den Inhalt der Reden der Herren Pfordt und Braun, die am 6. Januar über den Straßburger Sender verbreitet wurden, erklärte Herr Bürckel weiter, daß er leider auf keine Vereinbarung eingehen könne, die zum gegenwärtigen Zeitpunkte die deutschen Sender gleichsam zu Vertragspartnern des Straßburger Senders machten. Militärpatrouillen statt Landjäger an der saarländisch-lothringischen Grenze. DNB. Saarbrücken, 10. Jan. Wie man heute überall an der saarländisch - lothringischen Grenze beobachten konnte, sind die zur großen Beunruhigung der Bevölkerung plötzlich von Landjägern entblößten Grenzgebiete nunmehr von st ä n - öigen Militärpatrouillen der verschiedenen im Saargebiet stationierten internationalen Truppenkontingente besetzt Deutschland nimmt nicht an der Genfer Ratstagung teil. Reichsaußenminister von Neurath fordert sofortige Entscheidung des Völkerbundes über das Schicksal des Saargebiets. Sine englische Anregung. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Der englische Bof- chafler Sir Eric Phipps Hal heule den Reichsminister des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath, aufgesucht und angeregt, daß Deutschland als Ratsmitglied an der bevorstehenden außerordentlichen Ratstagung des Völkerbundes teilnehme, auf der die Entschließungen über das Saargebiet auf Grund der Ergebnisse der Abstimmung gefaßt werden sollen. Der Reichsminister hat den Botschafter wissen lassen, daß die Reichsregierung, nachdem sie ihren Austritt aus dem Völkerbund erklärt habe, sich aus grundsätzlichen Erwägungen nicht in der Lage sehe, dieser Anregung Folge zu geben. Gleichzeitig wurde der englische Botschafter darauf hiugewiesen, daß Nachrichten hier vorliegen, wonach die endgültige Entscheidung über das Schicksal des Saargebietes erst in einer päteren Ratstagung erfolgen sollte, daß aber nach Auffassung der Reichsregierung e r n st e Bedenken dagegen bestünden, die Entscheidung über das Schicksal des Saargebieles hinauszuzögern, da es insbesondere für die saarländische Wirtschaft schwerwiegende Schädigungen mit sich brächte, wenn der ungesunde Zwischenzustand mit all seinen Unsicherheilsfaktoren über das Maß des dringend Notwendigen hinaus verlängert würde. Das Echo in London. Times meint, die Ablehnung war unvermeidlich. London, 11. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Die Blätter bringen die deutsche Mitteilung über den Besuch des britischen Botschafters beim Neichs- außennunister. Es wird hervorgehoben, daß Freiherr von Neurarh nachdrücklich auf die Gefahren einer Verzögerung der Entscheidung des Völkerbundsrates über das Schicksal des Saarlandes hingewiesen habe. Während „Daily Telegraph" in einem Leitaufsatz das deutsche Verhalten ^bedauert, bezeichnet der Berliner Vertreter der „Times" die Antwort als unvermeidlich. Er gibt zu, daß eine so völlige Umkehr der deutschen Politik, wie sie in einer Entsendung eines Vertreters nach Genf zum Ausdruck kommen würde, gegenwärtig nicht in Betracht komme. Deutschland habe immer wieder erklärt, daß es eine Rückkehr nach Genf nicht erwägen werde, solange fein Recht auf praktische N ü - stungsgleichheit nicht anerkannt sei. Uebrigens sei der Weggang von Genf nicht nur mit der Rüstungsfrage, sondern auch mit dem jetzigen V o l k e r b u n d s s y st e m begründet worden. „Solange das Saargebiet von Deutschland abgetrennt ist", schreibt „Daily Mai l", „besteht unvermeidlicherweise eine Gefahr für den Frieden. Die Kriegswolke, die über Europa hängt, wird sich am Sonntag heben, wenn eine überwältigende Mehrheit von Saarländern f ü r b i e Rückkehr ihres Gebietes zu Deutschland stimmt. Dies wird die Frage ein für allemal entscheiden. Alle Großmächte einschließlich Großbritanniens, Frankreichs und Italiens wünschen es, und es wird dem Stammesverhältnis und der geschichtlichen Entwicklung entsprechen. Die Saarländer sind Deutsche und sprechen deutsch. Sie könnten auf die Dauer von Deutschland nur durch Zwang ferngehalten werden. Zwang aber wird zu einer Unmöglichkeit. Europa hofft, daß die Frage am Sonntag endgültig zugunsten Deutschlands entschieden wird." Das Programm der Ratstagung. Genf, 10. Jan. (DNB.) Die Sa ar-Ab st immun g steht so im Mittelpunkt der dem Völkerbundsrat bei seiner bevorstehenden Tagung zu- fallenden Aufgaben, daß das sonstige Programm nur wenig Interesse erregt. Es kommt hinzu, daß auch das Ergebnis von Rom mit den außerordentlich weittragenden Folgen, die es auch für Genf haben kann, die Gemüter noch immer bewegt und sie von der Tagesordnung des Völker- bundsrates ablenkt. Dabei ist diese Tagung selbst, abgesehen von der Saarfrage, nicht ohne Bedeutung. Wenn man sich daran erinnert, welche internationale Erregung und Spannung b i e ungarisch-südslawische Streitfrage noch vor wenigen Wochen hervorgerufen hat, so wird man auch dem in Genf zu erwartenden abschließenden Akt eine gewisse Bedeutung zumessen müssen. Die ungarische Regierung, wieder vertreten durch Tibor von Eckhardt, wird dem Völkerbundsrat ein Dokument übergeben, in dem sie über die von ihr ergriffenen Maßnahmen und über den Ausfall der von ihr veranstalteten Untersuchung Bericht erstattet. Ungarn gibt zu, daß ungarische Beamte, darunter auch zwei Polizeibeamte, sich Nachlässigkeiten zuschulden kommen ließen. Man erwartet, daß dieser erst so bedrohlich ausfehende Zwischenfall damit feine Erledigung findet, daß der Völkerbundsrat die Erklärungen Ungarns zur Kenntnis nimmt. Don erheblichem Interesse könnte an und für sich auch die Behandlung der Klage Abessiniens gegen d i e italienische Regierung auf Grund des Artikels 11 der Völkerbundssatzung fein. Auf Grund der inzwischen erfolgten weitgehenden Einigung zwischen Frankreich und Italien wird man allerdings erwarten können, daß sehr starke Kräfte in Genf dahinwirken werden, diese Frage in den Hintergrund zu drängen. Die anderen Punkte der Tagesordnung bieten nicht das gleiche internationale Interesse. Der Grenz st reit zwischen Persien und dem Irak berührt die meisten Großmächte weniger direkt als die abessinische Frage. Schließlich wird die Schweiz ihren Anspruch auf (Brftattung gewisser Kriegsschäden von neuem vorbringen. Für Deutschland haben noch einige andere Punkte der Tagesordnung Bedeutung. So werden die Frage' der Zwangsversteigerung der Pleßschen Güter in Oberschlesien und die Frage der Alkoholkonzessionen in den früher deutschen, jetzt polnischen Gebieten von neuem auftauchen, wobei die Haltung des polnischen Vertreters vielleicht einen Aufschluß über Polens grundsätzliche Haltung zur Minderheitenfrage geben wird. Nalidin will die Wähnmgsfrage anschueiden. Frankreich wünscht Englands Rückkehr zum Goldstandard. London, 11. Jan. (DNB. Funkspruch.) Mehrere Blätter sprechen von der Möglichkeit, daß Ministerpräsident F l a n b i n bei feinem Londoner Besuch auch die Frage der Stabilisierung der Währungen und der Rückkehr Englands zum Goldstandard aufrollen werde. „Morning Post" schreibt, die französische Regierung glaube, daß b i e Währungsschwankungen das größte Hindernis für die Wiederbelebung des internationalen Handels bildeten. Sie werde vielleicht die Stabilisierung zu einer von den Bedingungen machen, die Frankreich für die A n - nähme des Rüstungsplanes stellen werde, den die britische Regierung wieder aufzunehmen wünsche. Die beiden Fragen Rüstungen und Währungsstabilisierung würden gleichzeitig miteinander erörtert werden. „News Chronicle" bemerkt, es lägen Anzeichen vor, daß die amerikanische Regierung zur Stabilisierung noch nicht bereit sei. England könne nur dann zum Goldstand zurückkehren, wenn es die sehr bestimmte Zusicherung erhalte, daß der Goldstand künftig mit mehr Klugheit und erheblich größerer Rücksicht auf die international en Belange gehandhabt würde als in der Vergangenheit. „Daily Herald" schreibt, Frankreich glaube, bas britische Kabinett werde der Stabilisierung günstiger gesinnt sein, da es befürchte, die Wiederbelebung des Innenhandels habe ihren Höhepunkt überschritten. Zur weiteren Verminderung der Arbeitslosen werde deshalb eine Wiederbelebung des Außenhandels für wesentlich gehalten. Die Vereinigten Staaten seien der Ansicht, der riesige Anleihebedarf der Regierung werde leichter gedeckt werden können, wenn die Anleihezeichner die Sicherheit hätten, nicht neue Verluste durch eine Wertminderung des Dollars zu erleiden. Aus allen diesen Gründen gelte der Augenblick für eine Wiedereröffnung der Verhandlungen für günstig, die auf der Weltwirtschaftskonferenz so verhängnisvoll unterbrochen worden feien. ftimmung hier, um ja nicht den 13. Januar zu versäumen. Schiffer gingen mit ihren Kähnen in diesen letzten Wochen auf Fahrt. Aber fte rechneten vorher aus, wann und wo sie zu erreichen wären, damit die Abstimmungsweise rechtzeitig in ihre Hände kämen. Als eine Familie durch Hochwasser in Belgien festgehalten, ihren Reiseplan plötzlich ändern mußte, telegraphierte sie kurzerhand nach dem nun nächst erreichbaren Sonderzug. Ein Ingenieur wurde in den letzten Tagen überraschend zu einer Arbeit nach Irland geschickt. Aber bevor er sie übernahm, bedang er sich aus, daß er zur A b - ftimmung in die Heimat fahren dürfe. Und der junge Saarländer, der daheim jahrelang ohne Arbeit gewesen war und endlich als Schiffsjunge bei einem Hamburger Frachtdampfer ankommen konnte, machte zur Bedingung, daß er, wenn das Schiff einen Hafen in Norwegen anlaufe, Urlaub nehmen könne, um am 13.Januar im Saargebiet zu fein. Er wird dann im nächsten Hafen fein Schiff wieder besteigen. Als das Vaterlands als die Heimat rief, kamen f i e alle. Keiner von denen, die in der Fremde wohnen, ist ausgeblichen. Sie wissen am haften, was die Heimat ist. Wäre es nach ihren Schwestern und Brüdern im Saargebiet gegangen, ihr Empfang wäre genau fo jubelnd und begeistert gewesen, wie er denen zuteil wurde, die über Deutschland kamen. Aber die Regierungskommission hat alle Empfänge verboten, und die Presse der Status-quo=Ier hat dieser Verfügung mit hämischer Befriedigung zugestimmt. Die Freude des Wiedersehens hat das jedoch nicht trüben können, es hat den trotzigen Widerstand nur noch verstärkt. Zu Neujahr verkauften sie im Saargebiet eine Karte. Darauf stand zu lesen: „Profit Neujahr — und — nix wie hemm!" So denkt und fühlt das deutsche Volk an der Saar, im Reich, in der alten und in der neuen Welt. Der 13. Januar wird es zeigen. worden. Durch diese Vorsichtsmaßnahme wird eine wesentliche Beruhigung innerhalb der Bevölkerung erzielt werden, da damit die von allen Seiten gewünschte Grenzsicherung ermöglicht wird. Achtung! Saarabstimmun ysberechtigte! Zwölf Gebote für die Taarabstimmung. 1. Jede politische Meinungsäußerung im Wahllokal führt unnachsichtlich zum S t i m m v e r l u st. 2. Auch der Deutsche G r u ß, ja sogar das Erheben des rechten Armes, gilt als verbotene politische Meinungs- äuherung. Trage auch keinerlei Abzeichen oder Pl« ketten im Abstim- mungslokal. 3. Sprich am besten kein Wort im Wahllokal. 4. Beantworte nur d i e Fragen der Mitglieder des Wahlbüros. Vermeide auch hierbei jede politische Aeußerung. 5. halte dich, bis du zum Wählen drankommft, nur in dem Teil des Abstimmungslokales auf, der ausdrücklich als Warteraum gekennzeichnet ist. 6. F ü ge dich widerspruchslos allen Anordnungen des Vorsitzenden des Wahl- büros, auch wenn du sie nicht begreifst. Beginne keine Polemik. 7. Fülle deinen Stimmzettel nur in der 3 so - l i e r z e l l e aus. 8. Zeichne dein Kreuz in den entsprechenden Kreis des Stimmzettels nur mit einem schwarzschreibenden Blei st ist ein, da jedes andere Schreibzeug, auch Tinte, Buntstift oder Kopierstift, deine Stimme ungültig macht. 9. Verlasse die Isolierzelle nicht eher, bis du den Stimmzettel ungefaltet in den Umschlag ge st eckt und diesen verschlossen hast. 10. Sprich mit niemandem mehr im Wahllokal, wenn du deinen Stimmzettel erhalten hast; sprich auch mit niemandem, bevor du nicht das Wahllokal verladen hast. 11. Enthalte dich auch nach Abgabe deines Stimmzettels jeder politischen Meinungsäußerung durch Wort oder Gruß, bevor du nicht das Wahllokal verlassen hast. 12. Präge dir diese Vorschriften gründlich ein, befolge sie auf das Genaueste, sorge dafür, daß deine Stimme nicht ungültig wird. * Amtlich wird ferner mitgeteilt: Der Abstimmungsberechtigte hat auf dem amtlichen Wahlzektel e i n „ fi r e u 5 " in die weihe Kreisfläche des seiner Wahl entsprechenden Feldes mit schwarzem B l e i st i f t zu machen. Die ursprüngliche Bestimmung der Wahlordnung, daß die Zahl „1“ an dieser Stelle einzusehen ist, ist durch die Ab- stimmungskommifsion aufgehoben. Für außerhalb des Saargebietes wohnhafte abstimmungsberechtigte Personen ist die Pflicht, sich innerhalb 24 Stunden polizeilich z u melden, für die Tage vom 12., 13. und 14. Januar 1935 aufgehoben. Diese Meldepflicht besteht aber für von außerhalb des Saargebiets kommende Abstimmungsberechtigte, wenn sie vor dem 12. 3 a- nuat 1935 in das Saargebiet einreifen oder über den 14. Januar 1935 dort verbleiben. Treu zum Führer. Der NLDM. (Stahlhelm) an den Führer. Berlin, 10. Jan. (Fkp.) Im Anschluß an einen Führerappell des NS. Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm) richtete der Bundesführer, Reichsarbeitsminister Franz S e l d t e, folgende Adresse an den Führer und Reichskanzler: „Hochzuverehrender Herr Reichskanzler? Mein Führer! Die zur Saarkundgebung in Berlin versammelten Frontkameraden aus dem Saargebiet und die Landesführer des NS. Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm) bringen erneut dem Führer und Deutschen Reichskanzler zum Ausdruck, daß die im NS. Deutschen Frontkämpfer- Bund (Stahlhelm) vereinigten alten deutschen Frontsoldaten in Treue und soldatischer Gefolgschaft hinter dem Führer des Reiches stehen. So wie die alten Frontsoldaten soldatisches Denken, soldatische Frontkameradschaft und die Tradition des Fronterlebens in ihren Reihen pflegen, so wollen sie diese Tugenden des deutschen Frontsoldaten auch den kommenden Generationen als unvergängliches Erbgut übermitteln. Und vor allem wollen sie an dem großen Werke des Führers und seinen hohen Zielen getreu und kameradschaftlich in Gemeinschaft mit allen Teilen der Bewegung Mitarbeiten. Gleiches Denken und gleiche soldatische Treue hat es vermocht, daß auch die deutschen Frontsoldaten des Saargebietes die schweren Jahre der Abtrennung überdauert haben Der Tag der Saarabstimmung am 13. Januar wird der treuen Arbeit und dem zähen Durchhalten, das mustergültig und beispielgebend für alle Deutschen an der Saar war, dadurch seinen großen Lohn bringen, daß das ganze Saarland mit seinen alten Frontsoldaten und seiner deutschen Bevölkerung in das deutsche Mutterland und Reich z u r ü ck k e h r e n wird, das durch den Führer Adolf Hitler seine große Wiedergeburt, Neugestaltung und seine hohen deutschen -Ziele wiedergewonn-'n hat. Mit dem heißen Wunsche, daß das Jahr 1935 Ihrem Werke vollen Erfolg bringen möge, rufen Ihnen die alten Frontsoldaten zu: Front-Heil Hitler! gez. Franz Seldte, Bundesführer." Das Schreiben wurde ferner von dem Führer des „Bundes der Frontsoldaten Saar" und sämtlichen Landesführern des NS. Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm) unterzeichnet. Kardinal Faulhaber zur Saarabftimmung. München, 10. Jan. (DNB.) Aehnlich wie in den übrigen Bistümern hat auch der Erzbischof von München, Kardinal Dr. Faulhaber, ein Hirtenwort zur Saarabstimmung veröffentlicht, das sich inhaltlich deckt mit der Kundgebung der Bischöfe der Niederrheinischen Kirchenprovinz. In der Kundgebung wird verordnet, daß am Abstimmungssonntag, den 13. Januar, in allen Kirchen der Erzdiözese nach dem allgemeinen Gebiet drei Vaterunser mit Ave Maria gebetet werden, „um einen für unser deutsches Volk segensreichen Ausgang der Saarabstimmung zu erflehen" Gesandter von Papen zur Abstimmung ins Saargebiet gereist Wien, 10. Jan. (DNB.) Der deutsche Gesandte v o n P a p e n ist mit seiner Familie zur Teilnahme an der Abstimmung ins Saargebiet abgereift. Stra ver.avren gegen oen „Prinzen" Hubertus von Löwenstein. Saarbrücken, 10. Jan. (DNB.) Unter den Emigranten, die im Saargebiet in unverschämtester Weise gegen Deutschland hetzten, befindet sich seit Monaten auch der sogenannte PrinzHubertus von Löwen st ein, der seinerzeit eine Größe des Reichsbanners war. Gegen diesen hat jetzt der Oberstaatsanwalt beim Landgericht Saarbrücken ein Verfahren wegen Vergehens gegen §17 5 des Strafgesetzbuches eingeleitet, ebenso gegen einen gewissen von Alvensleben, der mit Löwenstein in Saarbrücken eng zusammengearbeitet hat. Die Anzeige stützte sich insbesondere auch auf Zeugenaussagen des Hotelpersonals, das von dem Treiben des Prinzen Löwenstein angewidert war. Der „Prinz" Löwenstein, in Wirklichkeit ein Graf von Löwenstein-Scharfeneck, ist vor einiger Zeit seiner deutschen St a a t s a n = gehörigkeit für verlustig erklärt worden. Er hat darauf jetzt die tschechoslowakische Staatsangehörigkeit erworben. Die ausländischen Vorsitzenden der Abstimmungsbüros eingetroffen. Saarbrücken, 10. Jan. (DNB.) Am Donnerstagabend trafen kurz nacheinander die Sonderzüge mit etwa 250 holländischen und etwa 300 schweizerischen Staatsangehörigen m Saarbrücken ein, die bei der Saar-Abstimmung a l s Vorsitzende der Abstimmungsbüros tätig sind. Die Abstimmungskommission hatte sich zum Empfang eingefunden, ebenso ein großer Teil des Offizierkorps der holländischen Abstimmungstruppen. Die Bürovorsitzenden, fast durchweg ältere Herren, fuhren sogleich weiter in die Kreise und Orte, wo sich ihre Büros befinden. Glockengeläuleder evangesischenKirchen am Samstag. Der R e i ch s b i s ch o f hat in einem Erlaß an die obersten deutschen evangelischen Landeskirchen an- ' geordnet, daß aus Anlaß der Saarabstim- mung die Glocken sämtlicher evangelischen Kirchen in ganz Deutschland am Samstag, 12. Januar 1935, in der Zeit von 18 bis 19 Uhr geläutet werden. Seibflfthlltz ge«eo separatiMe Provokateure. Saarbrücken, 10. Jan. (DNB.) Nachdem cs der Status-quo=5ront mißglückt ist, durch Provokationen Zusammenstöße mit den Mitgliedern der Deutschen Front herbeizuführen und so eine Lage zu schaffen, die die Abstimmung vielleicht unmöglich machen könnte, plant sie, auf ein bestimmtes Stichwort hin am Sonntagmittag ihre Beisitzer aus den einzelnen Abstimmungslokalen zurückzuziehen. Da dann die Wahlvorstände den Bestimmungen nicht mehr entsprechen und zum Torso würden, wäre damit die Fortführung der Abstimmung unmöglich gemacht. Die Status-quo=5ront will durch Provokateure in den Farben Deutschlands flaggen lassen und dann diese Uebertretung des Flag- genverbotes als Uebertretung der Abstimmungsbestimmungen aufziehen. Damit soll dann die Sicherheit der Abstimmung in Frage gestellt sein. Demgegenüber hat die Landesleitung der Deutschen Front einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt: Für jedes Mitglied der Deutschen Front war und ist es eine Selbstverständlichkeit, daß in der fraglichen Zeit weder geflaggt noch sonst nationale Symbole gezeigt werden. Wenn trotzdem am 13. Januar Flaggen gezeigt werden, so sind die zuständigen Stellen schon jetzt davon unterrichtet, daß es sich dabei um ein zu durchsichtigen Zwecken systematisch organisiertes Manöver unserer Gegner handelt. Die Mitglieder der Deutschen Front sind angesichts solcher Machenschaften der Gegner nun erst recht im Gewissen verpflichtet, das Flaggenverbot strengstens einzuhalten. Es ist von uns weiter festgestellt worden, daß die von der Abstimmungskommission für Plakate frei- gegebenen Tafeln von Angehörigen der gegne- rischm Gruppen zerstört ober beschädigt worden sind, um auch diese Freveltaten der Deutschen Front zur Last zu legen. Ich erkläre, daß es sich bei diesen Vorgängen um eine hefte Ute A r- b e i t der Gegner bandelt, zumal festgestellt werden konnte, daß Plakattafeln zerstört wurden, während kommunistische Schutzposten ihre eigenen Tafeln bewachten. Die Zerstörung oder Beschädigung von Plakaten gilt als Sabotage unseres felsenfesten Willens, Ruhe und Ordnung im Saargebi"t aufrechtzuerhalten. Volksgenossen! Bleibt in den nächsten Tagen, insbesondere aber in den nächsten Nächten, vor der Abstimmung den Straßen fern. Ich ersuche alle Mitglieder der Deutschen Front, die ä u ß e r ft e Disziplin zu wahren, da der Gegner versucht, Demonstrationen zu inszenieren und dadurch Zusammenstöße heraufzubeschwören. Ein weiterer Aufruf hat folgenden Wortlaut: „Volksgenossen! In erhebender Weise habt ihr aus eigenem Antrieb eure Brüder und Schwe - ft e r n aus dem Auslande empfangen. Ihr habt damit spontan eurer blutmäßigen Verbundenheit mit dem gesamtdeutschen Volkstum Ausdruck gegeben. Elemente, die die Durchführung der Abstimmung zu gefährden, wenn nicht ganz zu verhindern bestrebt find, wollten euch zu Disziplinlosigkeiten reizen und versuchen, mit üblen Provokationen nachträglich den Empfängen ein besonderes Gesicht aufzuprägen. Durch diese Machenschaften sind wir gezwungen, ohne deshalb weniger für die aus dem Auslande heimkehrenden Brüder und Schwestern zu empfinden, aufjeden feierlichen Empfang zu verzichten. Aus der Verantwortung heraus, die wir alle miteinander im Hinblick auf die entscheidende Stunde am 13. Januar zu tragen haben, verbiete ich deshalb mit sofortiger Wirkung jeden feierlichen oder spontanenEmpfang der von auswärts eintreffenden Abstimmungsberechtigten. Ich bin davon überzeugt und weiß, daß ihr sowohl wie unsere deutschen Brüder und Schwestern vom Ausland und vom Reich diese harte uns aufgezwungene Maßnahme versteht, würdigt und diszipliniert beobachtet. Die Ausschmückung der Saarabstimmungszüge. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Die Abstirnrnungs- züge dürfen bei Eintritt in das Saargebiet nicht mit Wimpeln, Grünschmuck, Plakaten oder Anschriften (auch im Wageninneren) versehen sein. Die Aufenthalte der Züge auf den Grenzstationen sind sehr kurz bemessen. Eine Ausschmückung der Wagen kann daher höchstens im geringen Umfange und nur so zugelassen werden, daß die Ausschückung beim Uebergang der Wagen in das Saargebiet leicht und rasch wieder entfernt werden kann. Namentlich muß es vermieden werden, daß etwa Plakate fest angeklebt werden und daß Grünschmuck so feftgebunben wirb, daß er nicht ohne weiteres abzunehmen ist. Angesichts der Bedeutung der Saarabstimmung darf erwartet werden, daß die Reisenden der Abstimmungszüge für die hier nötige Zurückhaltung Verständnis haben. WirischafispoMsche Umschau. Anhastend gute Beschäftigung der deutschen Industrien. —Die Lage des Baumarktes. - Gebesserte Nerchsbahnfinanzen. - Italienische Wirtschastsdepression. Nach den Berichten der deutschen Industrie- und Handelskammern haben sich Arbeit und Einkommen der breiten Massen in den letzten Monaten ständig gebessert. In der E i s e n i n ö u ft r i e glaubt man sogar schon die ersten Anzeichen einer kommenden Frühjahrsbelebuug beobachtet zu haben. Auch die Aussichten des Auslandgeschäfts werden durchaus günstig beurteilt. Auf vielen Gebieten ist eine Zunahme des Auftragseingangs aus dem Auslande feftzustellen. In der Textilindustrie kann die in manchen Händler- und Verbraucherkreisen zeitweise beobachtete Angstpsychose als überwunden angesehen werden. Trotzdem arbeitet namentlich die B.a u m w o l l i n d u st r i e noch immer mit Hochdruck und kann die eingehenden Aufträge vielfach nicht fristgemäß ausführen. Manche Geschäftszweige, die bisher unter der zu milden Witterung gelitten haben, werden nach dem Eintritt scharfen Frostes ebenfalls befriedigenden Absah haben. Es ist freilich selbstverständlich, daß die Steigerung der Umsätze nicht unbeschränkt weitergehen kann, daß vielmehr eine Stabilisierung auf dem erreichten höheren Niveau eintreten wird und auch muß. Wie stark die Leistungsfähigkeit mancher Zweige der inländischen Rohstofferzeugung durch den „Neuen Plan" angeregt worden ist, zeigt u. a. die Entwicklung der Erzlieferungen der Ilsede r Hütte. Aus Grund des mit den rheinisch- westfälischen Werken abgeschlossenen Erzlieferungsabkommens hat die Jlseder Hütte ihre Erzgewinnung im vierten Quartal 1934 auf mehr als 3 5 9 0 0 0 Tonnen fteigern können, während sie im dritten Vierteljahr 263 000, im vierten Vierteljahr 1933 nur knapp 190000 Tonnen betragen hatte. Die Erzgewinnung hat sich also im Laufe eines Jahres ungefähr verdoppelt. — Bei den Vereinigten Stahlwerken ist im vierten Quartal 1934 gegenüber dem vorangegan- genen die Roheisenerzeugung weiter von 1,09 auf 1,15, die Rohstahlerzeugung von 1,16 auf 1,24 Millionen Tonnen gestiegen. Die Steinkohlen- sörderung dieses Großkonzerns erhöhte sich gleichzeitig von 4,54 auf 4,86, die Kokserzeugung von 1,36 auf 1,45 Millionen Tonnen. Auf der ganzen Linie ist also wiederum eine Steigerung der Produktion feftzustellen. — Besondere Beachtung verdient die Zunahme des Absatzes der Dünge- mittelinbuftrien. Der Stickstoffverbrauch ber Lanbwirtschaft war in ben ersten sechs Monaten bes laufenbcn Düngejahres beträchtlich größer als in bem entsprechenden Zeitabschnitt bes Vorjahres. — Der Verkauf ber neuen hier vor kurzem ausführlich besprochenen 4,5prozentigen P f a n b - briefe ber Hamburger Hypothekenbank wirb erfolgreich durchgesührt. Teilweise mußten bie Zuteilungen infolge ber regen Nachfrage repartiert werben. Der Verkaufskurs würbe auf 94'Vi Prozent heraufgefetzt. Eine große Anzahl von Hypothekenbanken hat gleichfalls Anträge auf Ausgabe 4,5prozentiger Pfanbbriefe gestellt. * Der deutsche Saumarft stand im verflossenen Jahr im Zeichen eines hohen Beschäftigungsgrades. Im Tiefbau hielt die Beschäftigung unvermindert an, was hauptsächlich auf den Ausbau der Reichsautvbahnen zurückzuführen ist. Bis zum 1. Juli vorigen Jahres waren 1600 Kilometer zum Bau freigegeben und für 2500 Kilometer liegen weitere Vorentwürfe vor. Hinzu kommt der großzügige Ausbau der Binnenschiffahrts- straßen, und somit wird der Tiefbau auch in den nächsten Jahren reich beschäftigt fein. Nicht so günstig ist bie Lage im Hochbau, nachdem die mit öffentlichen Zuschüssen geförderten Umbau- und Jnstandsetzungsarbeiten ziemlich beendet sind. Einige Großstädte fördern auch weiter An- und Ausbauten durch Gewährung von Zuschüssen. Das Problem der zweitstelligen Hypotheken harrt noch der Lösung. In Wohnungsneubauten sieht die Lage günstig für den Hochbau aus. Eine neue Aktion für Siedlungsund Kleinwohnungsbau ist angekündigt, um den großen Mangel an Kleinwohnungen zu mildern. Es fehlen immer noch etwa 900 000 Kleinwohnungen. Die Sparkassen haben die Beleihungstätigkeit für den Wohnungsbau wieder ausgenommen. Wie weit die Hypothekenbanken und andere Bodenkredit- inftitute für neue Hypothekenkredite in Frage- kommen, läßt sich noch nicht übersehen. * Die Reichsbahn, der größte wirtschaftliche Betrieb des Reiches, kann auf das vergangene Jahr mit Befriedigung zurückblicken. Die Äufwärts- beroegung zeigt sich am augenfälligsten in ber Steigerung der Gesamteinnahmen um 15 o. H. im Vergleich zum Vorjahr, sie zeigt sich ferner in den großen Bestellungen, die an die Industrie vergeben worden sind. Ein untrügliches wirtschastliches Symptom ist das A n - wachsen des Güterverkehrs um 19 o. H. An der Entwicklung der Reichsbahn hat ein Mann führenden Anteil gehabt, der über zehn Jahre an ber Spitze bes Verwaltungsrats ber Deutschen Reichsbahngesellschaft gestanden hat und jetzt auf eigenen Wunsch aus diesem oerantwortungsreichen Amt ausgeschieben ist, Karl Friedrich von Siemens. Was er besonders in der Zeit, als die Reichsbahn einem ausländischen Kommissar unterstand und in den Jahren der Scheinkonjunktur für sie geleistet hat, ist in dem Schreiben des Führers an ihn und auf der Abschiedsfeier von dem Reichs- verkehrsminister Freiherrn von Eltz-Rübenach und Generaldirektor Dr. Dorpmüller zum Ausdruck gebracht worden. Für einige Streifen Sand und den noch einzu- lösenden Wechsel auf Abessinien hat Italien auf seine Bewegungsfreiheit auf dem Balkan verzichtet, und dieses magere Ergebnis wird nur erklärlich durch die notwendige Stützungsaktion finanzieller Art, die Italien allein von Frankreich erwarten kann. Die offiziellen Ableugnungen ändern nichts an ber Tatsache, baß feit Ende November italienische Vertreter mit ben französischen Großbanken verhandeln. Die Lira ist nämlich stützungsbebürftig unb bie Gesamtlage Italiens ist in wirtschaftlicher Beziehung berart, baß bie im römischen Dreierpakt zugesagten Unterstützungen Ungarns unb Oesterreichs gar nicht durch- führbar sind. Unb wenn auch barüber Enbe Januar sich bie Wirtschaftsexperten ber brei Nationen treffen, so steht boch schon jetzt fest, bah ber italienische Mund mehr versprach, als ber Magen vertrug, als feine Volkswirtschaft aufnehmen kann. Man sieht bas liebel barin, baß die Trockenlegung der Sümpfe, der Bau großer Elektrizitätswerke, der Umbau ganzer Großstadtviertel in Italien zwar die Produktionsziffer in bie Höhe trieb, aber bie Finanzierung aller biefer Arbeiten erfolgte im Gegensatz zu Deutschland lediglich aus dem Staatssäckel unb jetzt ist bie Staatsüberschuldung, ebenso wie bie Schuldenlast der Gemeinden, so drückend geworden, daß schon im letzten Jahr Italien zu Beschneidungen der Löhne und Gehälter griff und nicht verhindern konnte, daß die Arbeitslosenziffer über eine Million hinausging. Der Index der gewerblichen Produktion war 1928 = 100, er sank 1932 auf 62,7, 1933 stieg er auf 79, im Vorjahre auf 85,7. Dem steht aber gegenüber das Nachlassen der E x p o r t i n d u st r i e n. Der Einfuhrüberschuß erreichte in den ersten 11 Monaten des Jahres 1934, für die jetzt bie Zahlen veröffentlicht wurden, 2187 Millionen Lire gegen 1244 Millionen im gesamten Jahr 1933. Die Goldreserven der Banca d'Jtalia verringerten sich infolgedessen von 7397 Millionen Lire auf rund 5000 Millionen Lire. Dabei war der Kurs der Lira auf den Auslandmärkten sehr schwankend und Italien hat als einziges europäisches Land im Vorjahre eine Erhöhung der Diskontrate vornehmen müssen, ein Warnungssignal, das aber zu spät kam. Gleichzeitig sind die Lohne unb Gehälter b e - schnitten worben. Diese Deflationsmaßnahmen mürben ergänzt durch den im April erfolgenden Abbau der Miete n um 12 bis 15 v. H. Aber das Preisniveau ist durch alle diese Maßnahmen nur unwesentlich beeinflußt worden. Nach Bachi betrug ber Jnbex ber Großhanbelspreise 1913: 100: Er ging um etwa 2 v. H. auf 270 zurück. Die Lebenshaltungskosten sanken von 424 auf 416, wobei man immer bedenken muß, daß für die Großhandelspreise wie für die Lebenshaltungskosten bie Ziffer bei Kriegsausbruch 100 betrug. Abgesehen von ber Spanne zwischen Großhanbelskosten und Lebensmittelkosten, die ganz außerordentlich hoch ist und keinerlei europäische Parallele hat, lebt ber Italiener jetzt bei verringertem Einkommen u m das Drei- bis Vierfache teurer als in Friebenszeit. Währenb Deutschland) gerabe auf bie Entwicklung der Privatinitiative Wert legt, hat sich Italien ganz auf ben Staat verlassen unb bie Folgen finb bemgemäß bei Nachlassen ber Kräfte des Staates traurige. Zubern ist selbst burch die deflationistischen Maßnahmen die Ausfuhr weiter rückgängig und der Weizenzuschußbedarf ist infolge der schlechten Ernte groß und erfordert neue Bereitstellung von Devisen. Daher klopfen die Italiener an die Türen der französischen Großbanken, unb weil biefe Banken ihr Geschäft stets mit Politik vermischen, ist Italien nach ber Wirtschaftsbepression in eine politische geraten. Frankreich hat bie Lage ausgenutzt unb ben kühnen italienischen Versprechungen unb Erwartungen steht nur bas afrikanische Geschäft gegenüber, bas vorläufig wenigstens nichts als neue Unkosten verursachen wirb. Castelneau fordert die zweijährige Dienstzeit. Paris, 11.Jan. (DNB. Funkspruch.) Die Er- forberniffe ber ßanbesoerteibigung machen nach Ansicht bes Generals be Castelneau bie Einführung ber zweijährigen Dienstzeit unerläßlich. Im „Echo be Paris" entwickelt be Castelneau die bekannten Gedankengänge der militaristischen Kreise Frankreichs. Er geht selbstverständlich von der „fieberhaften Aufrü - ft u n g Deutschlands" unb ben angeblichen Mängeln ber jetzigen Heeresorgani- fation Frankreichs aus unb kommt zu fol- genbem Schluß: Das französische Heer muß heute ftänbig über Einheiten verfügen, bie auf Grund lhrer Ausbildung und ihres taktischen Wertes fcfjnell mobil gemacht, in die Kampfzone befördert und eingesetzt werden können. Die einjährige Dienstzeit macht die Erfüllung dieser Bedingungen unmöglich. Gewiß besteht die Stärke des Heeres in den Reserven, aber nur unter der Bedingung, daß die Reservisten vorher hinreichend ausgebildet worden sind. Bei der einjährigen Dienstzeit aber kann man keine aus- gebildeten Reserven schaffen. Man muß also auf die Grundgedanken, die für das jetzige Militärregime maßgebend waren, verzichten. Sie sind bei der gegenwärtigen Lage Europas unvereinbar mit der Verteidigungspolitik Frankreichs. Somit kommen wir vor allem am Vorabend der reörutenarmen Jahre zur Verlängerung der aktiven Dien st zeit. Natürlich muß sie den wirtschaftlichen Möglichkeiten der Nation angepaßt fein. Die zweijährige Di"nst- zeit entspricht einerseits den unumgänglichen Notwendigkeiten und andererseits wird "sie ben elementaren Einheiten (Kompanie, Schwabron, Batterie usw.) bie für ihren Bestand, ihre Ausbildung, ihren taktischen Wert und ihre schnelle Mobilisierung notwendigen Effektivbestände geben. General be Castelneau jorbert bie Regierung zur Stellungnahme auf. WMM UND .83 Je'.-." • « f V** LANOLIN - CREM E IN\DOSEN UND TUBEN VON RM -.15 BIS 1- ; ■ ■■ * >'*■/'. ■ * • v * ' ■ * ■ • • * * e . MM . . • • * • . « < 5 " ' r '- : ' i C < ipy ■ ■ ■ V v/ _ • osifchen wmiich e 3fQ.- Die Gr* en nach nfüH' itiüirfelt ige dec lelbft- ufrü’ glichen aani- zu fol* ß h-">- Grund Oeries ampb werden e Ml* ^"ngcn de 9io3 e'mzu- e .n auf Achtet' uarlich n ii. t^rant. iber nur । vorher der ein- e ous- m muß > MS! en. Sie unver- nkreichs- abend Perlt. 1$ -;5 Pattes ig, ihren Z.s Stellung' die Vn* 9$n' 9 D.ft l)" an S ■öi au» pichen vie- 3,5 die unter- ur für "drers ^-chs- h und utf ge. t daß Unter“ burfy Uanuat en tref= 'enische ug, als n sieht umpfe, Umbau >e Pro. in an» Segen- üaafs, - ebenso 'rückend zu Bend nicht er über gewerb- nf 1932 hre auf assen hrüber- !5 ^ah. t)t wurmen 'M en der sen von en Lire, m Aus- Jtalien Vorjahre müssen, Gleich» r benahmen ilgendcn h. Aber nahmen h Äachi 13: 100: ick. Die 16. wo- : (Srofc iften die bgesehen len und ich hoch lebt der m um als in auf die hat sich und die r Kräfte urch die : weiter t infolge eue Be- Italiener en, und Politik ipreffion iie Lage Derspre- ikanische is nichts Aus aller Welt ein- vor- Die dänischen Zeitungen haben Masfenzufendun- gen von Lesern erhalten, die die Wiedereinführung der Todes st rase fordern. In der letzten Zeit wurden zwei entsetzliche Verbrechen verübt: geistig minderwertige Täter brachten unter nicht wiederzugebenden Umständen Frauen und Kinder um, und diese Verbrechen haben die dänische Öffentlichkeit alarmiert. Es ist eine regelrechte Bewegung entstanden, die sich für die Einführung der Todesstrafe leidenschaftlich einsetzt. Bemerkenswert ist, daß dabei vor allem Frauen das Wort führen, die Schutz für ihre Kinder fordern, und die diesen Schutz in der Vollziehung der Todesstrafe für Mordoerbrechen erblicken. Das Justizministerium hat sich bisher nicht zu der Frage geäußert, die großen Blätter nehmen entsprechend ihrer po- des Betrügers Gemeinde wie gegen den Optimismus der privaten Unternehmer richten. In der dänischen Hauptstadt ist jetzt schon jener Zustand eingetreten, den man von Berlin her kennt: große Altbauwohnungen der Innenstadt werden zu Spottpreisen hergeboten, kleine Neubauwohnungen an der Stadtperipherie sind unerschwinglich teuer — der Mittelweg fehlt. Es ist anzunehmen, daß die verschiedenen Mahnungen von Wirkung sein und dem „Baukrach" vorbeugen werden, der schon mehrfach vorausgesagt worden ist. — Hamburg bei seinen alten Kameraden, erkannte der Generalfeldmarschall und Reichspräsident Jindenburg seinen ehemaligen Kriegs- er gründete Gesellschaften auf dem Papier und verkaufte die Aktien gegen bar. So einfach ist das. Jetzt for*:nt aus Stavanger die Kunde, daß Herr Möller vor einigen Jahren die norwegischen Konservenfabriken „vereinigt" und gleich die Aktien dieser neuen Gesellschaft verkauft hat. Im letzten Augenblick scheiterte der Betrug an dem Mißtrauen einiger Rechtsanwälte, und die ganze Affäre verlief im reinen Sande der norwegischen Fjords. Aber auch damals hatte nicht viel gefehlt, daß aus der redlichen Arbeit der kleinen Unternehmer viel unredliches Geld geschlagen worden wäre. Mit seinen Reden und seinem Auftreten konnte Lykkedal Möller einen Triumph- und Ueberwältigungsfeldzug längs der norwegischen Küste unternehmen, denn als er für den Kauf einer Fabrik sofort 50 000 Kronen zur Verfügung stellte, kamen die Leute nicht auf die Idee, daß er das Geld vielleicht gar nicht hatte. — Die allgemeine wirtschaftliche Besserung, die'sich zunächst mit einem verheißungsvollen, feinen Lächeln auf den von Sorgenfurchen durchzogenen Gesichtern der skandinavischen Staatsmänner angekündigt hat, tritt am stärksten i n Schweden zutage. Der neue Haushaltsplan muß dem Steuerzahler einen Freudenschrei entlocken: Auf fast allen Gebieten wird mit steigender Konjunktur, d. h. mit steigenden Steuereinnahmen gerechnet. Alles in allem erwartet man im kommenden Jahr einen Steuerüberschuß von 79 Millionen Kronen gegenüber dem Jahr 1934. Nicht weniger als eine halbe Million Kronen verdient der schwedische Staat zum Beispiel an den ... englischen Fußballspielen! Es existiert nämlich in Schweden eine Aktiengesellschaft „Tip-Dienst", bei deren Zweigstellen die jungen Schweden Wett e n über den Ausgang der Berufs-Fußballspieler in England abschließen. Die Einnahmen dieser Ge- sellschcnt sind so groß, daß sie dem Staat einen so großen Steuertribut entrichten kann. 12 Millionen Kronen mehr als im Vorjahr soll die Einkommensteuer- und Vermögenssteuer bringen, 10 Millionen mehr die Automobilsteuer, 6,5 Millionen mehr die Margarineabgabe — es klingen einem die Ohren, lieber diesen erfreulichen Aufstiegsweg fallen zwar die Schatten einer merklichen Arbeitslosigkeit, doch sind durchaus die. Mittel zur Abhilfe gegeben. Mit unverwüstlichem Optimismus investiert d i e dänische Wirtschaft Kapitalien im Wohnungsbau. Die Stadt Kopenhagen, die fast ein Drittel aller Einwohner Dänemarks beherbergt, litifchen und weltanschaulichen Haltung entgegengesetzte Standpunkte ein, aber es steht noch völlig offen, ob auf Grund der beiden Fälle eine so schneidende Veränderung in der Gesetzgebung genommen wird. Die Förderung der Eheschließungen. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Der Reichsminister der Finanzen wird in diesen Tagen weitere Anordnungen zur Förderung der Eheschließungen ergehen lassen. Der Erlaß wird folgendes enthalten: 1. Voraussetzung für die Gewährung des Ehestandsdarlehens wird nicht mehr sein, daß die Arbeitnehmertätigkeit der künftigen Ehefrau in die Zeit zwischen dem 1. Juni 1931 und 31. Mai 1933 fällt, sondern daß die künftige Ehefrau eine Arbeitnehmertätigkeit von neun Monaten innerhalb der letzten zwei Jahre vor der Stellung des Antrages ausgeübt hat. 2. Das Ehestandsdarlehen soll im Durchschnitt 600 RM. betragen. Der Höchstbetrag wird nach wie vor 1000 RM. sein. 3. Nach der Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich werden die Vorschriften über Förderung der Eheschließungen in vollem Umfange auf auf das Saargebiet Anwendung finden. Eine Arbeitnehmertätigkeit, die eine Volksgenossin im Saärgebiet ausgeübt hat, wird dann in der gleichen Weise für die Gewährung eines Ehestandsdarlehens angerechnet werden, wie eine Arbeitnehmertätigkeit im übrigen Reichsgebiet. Eine Ergänzung des Reichssiedlungs- gesetzss. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Die Reichsregierung hat auf Vorschlag des Reichs- und preußischen Ministers für Ernährung und Landwirtschaft, Darre, ein Gesetz zur Ergänzung des Reichssiedlungsge- fetzes beschlossen. Zweck des Gesetzes ist, die Neubildung deutschen Bauerntums zu beschleunigen und zu vereinfachen. Zur Erleichterung der Finanzierung ist vorgesehen, daß dingliche Gläubiger aus Anlaß des Erwerbes von Grundstücken oder Grundstücksteilen zu Siedlungszwecken von ihrem Kündigungsrecht kein en Gebrauch machen und der Unteroerteilung ihrer H y-p o th e- ken nicht widersprechen können. Für Grundkreditanstalten besteht die Ablösungsmöglichkeit ihrer Forderung mit Landesrentenbriefen. Für den Fall der Kündigung eines Pachtverhältnisses an einem für die Siedlung bestimmten Grundstück ist die Regelung der Entschädigungsansprüche des Pächters vorgesehen, ferner bei Ausübung des Vorkaufsrechts die Herabsetzung unangemessen hoher Kaufpreise auf den angemessenen Betrag. Zur erleichterten technischen Abwicklung der Siedlungsverfahren kann d i e grundbuchliche Regelung bereits in Angriff genommen werden, bevor endgültig Katasterunterlagen vorliegen. Dadurch, daß die Vorschriften auch auf die bereits in Angriff genommenen Verfahren Anwendung finden, ist die Möglichkeit gegeben, diese beschleunigt abzuwickeln, die Neubauern zu Eigentümern zu machen und die finanziellen Mittel und Arbeitskräfte der Siedlungsunternehmungen für neue Aufgaben frei zu stellen. Das Ergebnis der Mnterhilss-Jagden. Der Aufruf des Reichsjägermeisters Hermann Göring an alle deutschen Jäger, sich für das Winterhufswerk einzusetzen, hat einen überraschend großen Erfolg gezeitigt. Aus allen Teilen des Reiches wurden große Strecken gemeldet, die dem Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt werden konnten. Allein in den preußischen Staatsforsten sind bei den Winter- hilfsjagden in der Zeit vom 9. bis 15. Dezember u. a. 1159 Stück Rotwild, 2257 Stück Rehwild und 14 851 Hasen erlegt worden. Damit sind aus den preußischen Staatsforsten an 5000 Zentner frisch erlegten Wildprets dem WHW. für die bedürftigen Volksgenossen übergeben worden. Ueber die im ganzen Reich an das Winterhilfswerk abgeführten Wildmengen liegen abschließende Meldungen noch nicht vor. Aber es kann jetzt schon gesagt werden, daß Hunderttausende von bedürftige^ Familien mit einem Fest- braten bedacht werden konnten. Privatversicherungsunternehmungen zeichnen erneut 300 000 Mark für das WHW. Auf der Jahrestagung des Reichsverban- des für Privatversicherung in München sprach der Leiter der Reichsgruppe Versicherung, Direktor H i l g a r d , über das Winterhilfswerk, dessen Förderung eine vordringliche Aufgabe der deutschen Wirtschaft und damit auch der deutschen Privatversicherung sei. Die Versammlung beschloß darauf, noch während der Tagung eine erneute Zeichnung von Spenden für das Winterhilfswerk vorzunehmen. Außer den bisher von den einzelnen Privatversicherungsgesellschaften gezeichneten namhaften Beträgen für das Winterhilfswerk wurden von den versammelten Leitern der.deutschen Pri- vatversicherungs - Unternehmungen erneut über 3 0 0 0 0 0 Mark gezeichnet, die von den einzelnen Gesellschaften unmittelbar an das Winterhilfswerk abgeführt werden. Hunderttausend-Mark-Gewinn gezogen. Kurz vor Schluß der Ziehung der vierten Klasse der 44. Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie fiel der Haupttreffer von 100 000 R M. auf die Nummer 292 01 6. Das Los wird in beiden Abteilungen in Achteln gespielt, in der ersten Abteilung im Rheinland, in der zweiten in Berlin. Alte Kameraden. Ein Kriegskamerad Hindenburgs, Feldwebel a. D. August Neichow, Altona (Elbe), vollendete am 2. Januar 1935 das 91. Lebensjahr! Pastor i.R. Thun, Altona (Elbe), vollendete am 5. Januar 1935 das 94. Lebensjahr. Beide sind Kriegsteilnehmer von 1866 und 1870/71.. Im Mai 1926, anläßlich eines Besuches in „gleichwertiger" Kumpan Stavisky erwiesen. Seine Taktik war dieselbe: Zn Zukunst auch Geldstrafen für Zuwiderhandlungen gegen die preisvorschristen. Berlin, 10. Jan. (DNB.) Bei Zuwiderhandlungen gegen Preisfestsetzungen des Reichskommissars für Preisüberwachung und bei Verstößen gegen Vorschriften über Preisschilder oder Preisverzeichnisse bestand für die Preisüberwachungsbehörden bisher nur die Möglichkeit, die Schuldigen durch das Mittel der Geschäftsschlie- ß u n g ober der Untersagung der B e - trieosfortführung zu bestrafen. Es hat sich erwiesen, daß ein derartiges Vorgehen nicht immer das richtige Mittel zur Ahndung der angegebenen Verstöße ist. Geschäftsschließungen stellen st e t s einen sehr schweren Eingriff dar. Sie sind in ihren Wirkungen häufig nicht zu übersehen, da hiervon regelmäßig auch die Gefolgschaft des Betriebes in erheblichem Umfang betroffen wird. Um den Preisüberwachungsbehörden die Möglichkeit zu geben, in leichteren Fällen Zuwiderhandlungen in zweckentsprechender Weise zu ahnden, ist ihnen die Befugnis verliehen worden, in derartigen Fällen Ordnungsstrafen bis zum Betrage von 1 0 0 0 Mark für jeden Fall der Zuwiderhandlung zu verhängen. langen, unter größten Vorsichtsmaßregeln aus dem Neuyorker Hafen auszulaufen. Mit dem Nebel zugleich ist eine erhebliche Erwärmung eingetreten. Infolgedessen führen alle Flüsse im oberen Teil des Staates Neuyork Hochwasser. Die Aecker stehen weithin unter Wasser. Zahlreiche Ortschaften sind überflutet. Aus Eisnot gerettet. Seit mehreren Tagen wurde ein Hochseekutter aus Stolpmünde mit zwei Schiffern vermißt. Da inzwischen aus Gdingen die Nachricht kam, daß der Kutter zwei Kilometer nördlich des Fischerdorfes Rewa in Packeis aufgefmfben worden sei, nahm man an, daß die Fischer ein Opfer der Kälte geworden seien. Ein Anruf des deutschen Generalkonsuls aus Danzig besagt jedoch, daß die beiden Fischer wohlbehalten in Danzig eingetroffen sind. Die beiden Fischer haben, nachdem sie alles brennbare Material verfeuert hatten, den Kutter verlassen, da sie nichts mehr zu essen hatten. Es gelang ihnen trotz aller Schwierigkeiten, den drei Kilometer langen Weg über das Packeis zum Land zu bewältigen. Das Zugunglück bei Rostow am Don. Wie bereits gemeldet, ereignete sich bei Rostow am Don ein Zugzusammenstoß, wobei, wie amtlich mitgeteilt wird, sechs Personen getötet und 14 verletzt wurden, davon sechs schwer. Auf Veranlassung des Staatsanwaltes wurden 30 Personen in Haft genommen, die im Laufe von 3 Tagen zwecks Aburteilung vor ein Gericht gestellt werden müssen. Der Staatsanwalt erklärte, daß dieses Unglück nur zurückzuführen sei auf schlechte Disziplin, mangelnde Kenntnis und Verantwortungslosigkeit. In den letzten Tagen seien bei zwei Eisenbahnunfällen 28 Personen ums Leben gekommen. Das Erdbeben im Marmara-Meer. In Istanbul liegen jetzt weitere Meldungen über die Schäden des Erdbebens vor, das die Inseln im Marmara-Meer heimsuchte. Es scheint sich nun sechs Tage nach dem Erdbeben herauszustellen, daß die insgesamt 56 stärkeren und schwächeren Erdstöße verheerende Wirkungen hatten. Die Presse berichtet von 200 zerstörten oder beschädigten Häusern. Da die Behörden vollauf mit der notdürftigen Verbringung der Ueberlebenben auf das asiatische Festland beschäftigt sind, ist man noch nicht dazu gekommen, den Schutt der zerstörten Häuser nach Toten abzusuchen. Es muß aber angenommen werden, daß mit vielen Toten zu rechnen ist. Die Rettungsarbeiten werden durch Kälte und Schneestürme sehr erschwert. Auch die Siedlungen an den Dardanellen haben gelitten. In der Stadt Tschanak-Kalessi sind zwei Häuser eingestürzt; 25 Häuser wurden beschädigt. Fünf Schulkinder bei einem Aulobusunglück in Amerika gelötet. Bei dem Ort Piedmont, etwa 40 Kilometer von Deadwood (Süd-Dakota, USA.) entfernt, stieß ein Kraftomnibus, der 20 Schulkinder beförderte, mit einem Lastkraftwagen zusammen. Fünf Schulkinder wurden dabei getötet und 14 verletzt. Von den letzteren haben fünf schwere Verwundungen davongetragen. Die Kinder gehörten Kriegsteilnehmerfamilien an und waren in einem Lager des Freiwilligen Arbeitsdienstes untergebracht. Dreijähriges Kind von einer Ratte überfallen und lebensgefährlich verletzt. In Erpel im Kreise Neuwied machten die Eltern eines etwa dreijährigen Kindes eine furchtbare Entdeckung. Als sie zu ihrem plötzlich schreienden Kind ins Schlafzimmer eilten, fanden sie das Kind in seinem Bettchen an Mund und Händen stark blutend vor. Wie sich herausstellte, hatte eine Ratte Lippen und Zunge, sowie das zur Abwehr ausgestreckte Händchen angenagt und übel zugerichtet. Der sofort herbeigerufene Arzt ordnete, da sich bereits Lähmungserscheinungen bemerkbar machten, die sofortige Ueberführung des Kindes ins Krankenhaus an. Es bestht Lebensgefahr. Explodierende Sprengkapsel tötet einen Knaben. In Weinheim (Bergstraße) spielten zwei zehn Jahre alte Schüler in einem Keller des Stadtteils Prankel mit einer als Kriegsandenken aufbewahrten Sprengkapsel eines Minengeschosses. Die Sprengkapsel explodierte und verletzte den einen Schüler derart, daß der Tod sofort eintrat. Der andere erlitt Verletzungen am Bein und Arm und mußte dem Krankenhaus zugeführt werden. fort wieder. Beim Abschreiten der Front der Veteranen stutzte Hindenburg plötzlich und rief in herzlicher Freude: „Was, Reichow, Sie auch hier?" Nach 55 Jahren erkannten sich die Kameraden wieder. Der Pariser Polizeiinspektor Ronny seines Amtes enthoben. Der Innenminister hat den stark umstrittenen Polizeiinspektor Bonny seines Amtes enthoben. Gegen Bonny waren in der Stavisky-An- gelegenheit schwere Vorwürfe erhoben worden, die zu seiner vorläufigen Amtsenthebung führten. Dann war er von Justizminister Ehäron wieder eingesetzt worden, nachdem es ihm gelungen war, durch seine Gewährsmänner aus der Pariser Unterwelt eine größere Anzahl Staoisky-Scheckab- schnitte wieder „hervorzuzaubern". Als Bonny darauf mit der Untersuchung der Todesursache des Gerichtsrates Prince beauftragt worden war, verhaftete er drei Verdächtige, denen im weiteren Verlauf der Untersuchung aber nichts nachgewiesen werden konnte. Er wurde schließlich Gegen st and einer Pressepole - m i k und reichte selbst seinen Abschied ein, wurde eine zeitlang in Haft gehalten, dann wieder freigelassen und schließlich wurde ihm sein Gehalt gesperrt.' Die nunmehr erfolgte Amtsenthebung macht das von Bonny eingereichte Abschiedsgesuch hinfällig. Premierenskandal in einem Pariser Theater. Jrn Theater Albert I. in Paris kam es an einem der letzten Abende zu einem Skandal. Der Vier- akter „Haya" des belgischen Dramatikers Hermann Gregoire sollte uraufgeführt werden. Die Hauptdarsteller und der Autor hatten um eine Verschiebung dieser Aufführung gebeten, weil die Rollen noch nicht genügend einstudiert seien. Nichtsdestoweniger hatte die Theaterleitung das Stück auf den Spielplan gesetzt. Als der Vorhang aufging, gaben der Hauptdarsteller und der Autor vor dem zahlreich erschienenen Publikum und der Kritik Erklärungen ab, die zu einem heftigen Rededuell mit d e m Theaterdirektor führten und fast in Tätlichkeiten ausgeartet wären. Nur mühsam konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Das Stück wurde nicht gespielt. Die Angelegenheit wird nicht nur ein gerichtliches Nachspiel haben, sondern wahrscheinlich auch zu einem Duell zwischen dem belgischen Autor und dem Theaterdirektor führen, die auf der Bühne ihre Karten austauschten. Neuyork vom Nebel blockiert. — Schiffsverkehr nahezu stillgelegt. Der dichte Nebel, der sich als erhebliches Schifffahrtshindernis an der ganzen Atlantischen Küste der Vereinigten Staaten geltend gemacht hat, hält immer noch an. Im Neuyorker Hafen sind ganz ungewöhnliche Verhältnisse eingetreten. Der Verkehr ist völlig I a h m g e I e g t. 20 Schiffe liegen auf der Reede und warten vergeblich auf eine Möglichkeit zur Einfahrt. Nur drei Dampfern ist es gebreitet sich immer weiter aus. An den Randbezir- fen entstehen Wohnblocks mit allem Komfort, herrlich gelegen und manchmal geradezu kostbar ausgestattet.' Sie haben nur einen kleinen Fehler, der allmählich den Reflektanten auf die Nerven geht: sie sind zu teuer. Ausgesprochener Mangel herrscht in Kopenhagen an billigen Kleinwohnungen. Zwar bestand die Hälfte aller neuerrichteten Wohnungen des letzten Jahres aus Em- und Zweizimmerwohnungen, aber nur ein Siebentel dieser Kleinwohnungen wurde zu einer Miete unter 600 Kronen im Jahr abgegeben. Da hegt der Kern- fehler der Kopenhagener Schnellbauerei, die schon die Nationalbank auf den Plan gerufen hat. Von dieser Seite sind ernsthafte Bedenken über die Aus- Generals W* 8h U3S«Xr>gr 1 traben," F^b-k Äuguft' R ° i ch °n Wettervoraussage. Bei Irland ist ein kräftiger Tiefdruckwirbel in Entwicklung, der den schon begonnenen Abbau der Frostwetterlage beschleunigen wird. Sväterhin kann dabei mit dem Auftreten von Niederschlägen (meist Regen) gerechnet werden. Aussichten für Samstag: Vielfach nebelig, späterhin zunehmende Verschlechterung und Neigung zu Niederschlägen (meist Regen), nachts noch Frost, dann bei auffrischenden südwestlichen Winden Temperaturen stärker ansteigend. Aussichten für Sonntag: Bei Luftzufuhr aus Süden bis Westen mildes Wetter, mit Neigung zu Niederschlägen. Lufttemperaturen am 10. Januar: mittags —3,9 Grad Eelsius, abends —3,5 Grad: am 11. Januar: morgens —3,1 Grad. — Maximum —3 Grad, Minimum —4,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. Januar: abends 0,3 Grad; am 11. Januar: morgens 0,2 Grad Celsius. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. XII. 34: 12 047. Druck und Verlag: Brühl'jche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pft Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr« Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig« Skandinavische Sim'sli'chier. Von unserem B -Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Oslo, Januar 1935. Die Großstaaten, deren Schiffahrt in der Hauptsache von den imponierenden Ozeandampfern getragen wird, haben glücklicherweise nur in weiten Abständen Unfälle ernsterer Art zu beklagen, weshalb der. Verlust von Menschenleben durch ein Schiffsunglück dort auch das allergrößte Aufsehen erregt. Ganz anders ist es leider in den reinen Schiffahrtsländern, vor allem Norwegen und Dänemark, wo in den Winter- und Herbstmo- naten Schiffsbrüche z u den täglichen Ereignissen gehören wie sonst Verkehrsunfälle der Radfahrer. Fast täglich kommen bei schlimmem Wetter Nachrichten über Bergung Schiffbrüchiger, über das Verschwinden von Fischkuttern, über den Tod tapferer Seeleute, und es ist nun einmal so, daß diese Schreckensmeldungen fast verschwinden unter den Meldungen über das große Weltgeschehen. Unter diesen Umständen war doppelt bemerkenswert das gewaltige Aufsehen, das die heldenmütige Errettung der norwegischen „S i st o" - Besatzung durch die deutschen Seeleute in den skandinavischen Ländern erregt hat. Noch jetzt werden Bilder von den beiden Besatzungen gebracht, Kommentare, Schilderungen und — Danksagungen. Die deutsche Rettungst'at hat hier dem Deutschtum außerordentlich genutzt, hier, wo das Wort der „Deutschen Tüchtigkeit" allgemein bekannt und üblich, aber doch manchmal mit einem Schimmer freundlicher Ironie umwoben ist. Nun, diesmal hat es sich wohl gezeigt, daß jette Gradlinigkeit und nur um das Ziel besorgte Emsigkeit, für die wir Deutsche hier „berüchtigt" sind, ihre Vorzüge haben, und es muß aber auch gleich eingeräumt werden, daß der faire Sinn der Skandinavier nicht einen Augenblick zögert, das zuzugestehen. Die Osloer Zeitungen haben sich be- geift'ert über die Rettungstat ausgesprochen, eine Belohnung der deutschen Seeleute gefordert und recht deutlich ihr Urteil vom Einzelfall zum Allgemeinen erweitert. Ein paar deutsche Seeleute haben ihr Leben für ein paar norwegische Matrosen eingesetzt — — die Diplomatie der anständigen Tat hat bisher noch immer die. schönsten Leistungen zustandegebracht. — Wir gewöhnlich Sterblichen, die wir mit schlechtem Gewissen zehn Kronen borgen, wenn das Gehalt ausbleibt, werden wohl nie begreifen, daß Leute wie Stavisky und jetzt Lykkedal Möller ihr Wesen treiben können. Möller, im braven Dänemark geboren, hat sich in Paris als ein Obecheffsn. Landkreis Giehen. F Rödgen, 10. Ian. Dienstagabend wurde hier der Tonfilm „D o u a u m o n t" aufgeführt. Der Besuch war außerordentlich stark. Auch aus der Nachbargemeinde Trohe waren zahlreiche Interessenten erschienen. Der Film und das Beiprogramm fanden das lebhafte Interesse der Besucher. Ein ehemaliger Frontkämpfer, Lehrer Hartung, der an den Kämpfen vor Verdun teilnahm, sprach zum Schluß anerkennende Worte über die naturgetreue Vorführung des Filmes. 8 Alten-Buseck, 10. Ian. Unser Turn- und Sportplatz, der an einer schönen Stelle im nahen Walde gelegen ist und einen herrlichen Ausblick in das Lumdatal bietet, erfährt in den nächsten Tagen eine Vergrößerung. Die Größenverhältnisse entsprechen nicht mehr den Anforderungen, die bei Wett- und Verbandsspielen an derartige Plätze gestellt werden. In anerkennenswerter Weise hat Forstaehilfe Reinhardt alle Vorbereitungen getroffen, so daß in der kommenden Woche mit der Erweiterung begonnen wird. Der Sportplatz wird nach Beendigung dieser Arbeit als einer der schönsten und mustergültigsten angesehen werden können. — In der Ortsgruppe Alten- Buseck wird die NSV. im Rahmen des Winterhilfswerkes an bedürftige Schulkinder Milch verabreichen. Die hierfür in Betracht kommenden Kinder sind durch den Kreisschularzt im Einvernehmen mit der Ortsgruppen-Amtsleitung der NSV. be- ■ stimmt worden. Die Kreisamtsleituntz der NSV. stellt für jede verabreichte Portion einen entsprechenden Betrag zur Verfügung, so daß die Gemeinde nur einen geringen Zuschuß zu leisten hat. Die Lehrerschaft wird die Verteilung überwachen. § Mainzlar, 10. Ian. Die am vergangenen Sonntag von der NSV. üurchgeführte Rosetten- sammlung ergab in unserem Ortsgruppengebiet (Mainzlar, Daubringen und Staufenberg) den Betrag von 72 Mark. Gleichzeitig wurden in dieser Woche die von der NSV. ausgegebenen 50 Stück Teller in unserer Ortsgruppe untergebracht. + Grünberg, 10. Jan. Der hiesige Z w eigne r e i n des Vogelsberger Höhen-Clubs hielt im Gasthaus zum „Wilden Mann" seine Hauptversammlung ab. Der Vereinsführer, Oberrealschuldirektor Hüthwohl, erstattete einen ausführlichen Jahresbericht. Danach ist die Mitgliederzahl, die im vorigen Jahre einen kleinen Rückgang aufwies, durch Zugang von neun Mitgliedern wieder auf 85 gestiegen. Im Jahre 1934 fanden 12 ordentliche und drei außerordentliche Wanderungen statt, die durchschnittliche Beteiligung betrug 12 Teilnehmer. An sechs fleißige Wanderer konnten Auszeichnungen verliehen werden: 1. Rektor i. R. Bender mit 13 Punkten (18mal), 2. Oberrealschuldirektor Hüthwohl mit 18 Punkten (fünfmal), 3. Rentmeister i. R. Menzinger mit 11 Punkten (dreimal), 4. und 5. Postinspektor Becker mit 15 Punkten und Frau mit 12 Punk- 2aj.- VL K JUr. ■ J3CT E ten (zweimal), 6. Fraulein Martha Eiertanzer mit 11 Punkten (einmal). Für die Fahne des Hauptoereins wurden 5 Mark gestiftet, von den Losen der deutschen Gebirgs- und Wandervereine wurden 200 Stück abgesetzt, für das neue Klavier im Klubhaus auf dem Hoherodskopf sollen 10 Mark bewilligt werden. In einer Besprechung mit den Amtsstellen der Partei, der Stadt und den Vorsitzenden der Vereine wurde allgemein der Vor- chlag des Zweigvereins gutgeheißen, wonach dieser ich bemühen will, die Sternwanderung der Gebirgs - und Wandervereine am Himmelfahrtstag 19 3 5 nach Grünberg zu leiten. Folgende Wegemarkierungen unterhält der Zweigverein: 1. Blaues Kreuz von Weitershain— Grünberg—Laubach: 2. Blaues Dreieck von Bersrod—Grünberg—Petershainer Hof: 3. Weißer Punkt von Grünberg—Ettingshausen. Seit einiger Zeit hat der Zweigverein an Samstagnachmittagen Wanderungen eingeführt, um der Sportpflicht der Beamten zu genügen. Im neuen Jahr soll die Bewertung der Wanderungen in folgender Weise durchgeführt werden: eine halbtägige Wanderung = 1 Punkt, eine ganztägige Wanderung = 2 Punkte, Wanderungen von eineinhalb Tagen und mehr = 3 Punkte: bei Erlangung von mindestens 12 Punkten soll eine Auszeichnung verliehen werden. Vorgesehen ist für Ende Januar ein Familienabend mit einem Lichtbilder- oortrag über den Nanga Parbat. * Watzenborn-Steinberg, 10. Jan. Die hiesige Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz hielt unter Leitung ihres Vorsitzenden Karl Burger ihre Jahreshauptver- sammlüng aß, zu der auch 12 neue Mitglieder erschienen waren. Der Vorsitzende sprach allen Kameraden der Kolonne herzlichen Dank aus für die selbstlose und stets tatfrohe Dienstbereitschaft, mit der sie im verflossenen Jahre ihren Aufgaben nach- gekommen sind. Der Rechner Geora Heuser erstattete den Kassenbericht, der nach Den Feststellungen der Kassenprüfer als einwandfrei anzufehen war. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil des Abends verweilte man noch in geselligem Beisammensein, in dessen Verlauf der Kolonnenarzt Dr. Fabel eine kurze Ansprache hielt und die Kameraden der Kolonne zu fleißigem Besuch der Unterrichtsstunden aufforderte. — Hungen, 11 Jan. Die befürchtete Senkung der B r e n n h o l z p r e i s e ist nicht eingetreten. Bei den bis jetzt vorgenommenen Holzver st eigerungen wurden normale Preise erzielt. Dazu dürfte die mittlerweile eingetretene kältere Witterung beigetragen haben. Feuer im Dorf. (xd Frankenbach (Kreis Wetzlar), 10. Jan. Heute kurz nach 18 Uhr brach hier in dem Grundstück des Christian G e r t h VI. Erben in der Scheune Feuer aus. Die Flammen v e r - nichteten die Scheune mit allen Erntevorräten und Maschinen, ebenso eine in der Scheune untergebrachte Schreinerwerk st att mit Maschinen und Holzvorräten. Die Feuerwehr rettete durch ihr tatkräftiges Eingreifen das Wohnhaus und die übrigen anliegenden Gebäude, ferner gelang es, das Vieh rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Der Brandschaden ist groß. Todesanzeige. Herr Johann Höxtermann, Gastwirt Heuchelheimer Mühlchen, den 10. Januar 1935. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Die Trauerfeier findet Samstag, den 12. Januar, vormittags 11 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs zu Gießen statt. 156 D 1 2. Ziehungstag 10. Januar 1935 Restaurant Stadt Mainz Gestern wurde unser Reisevertreter Herr Joh. Höxtermann, Heuchelheim Bis 4Uhr nachts geöffnet Gießen, den 10. Januar 1935. 9857 130687 33933 265815 377089 163 D 162395 177136 239361 104211 113309 373341 Tief erschüttert hat uns der Tod unseres lieben Mitarbeiters Herrn Joh. Höxtermann, Das Personal der Firma Wilh. Wallenfels Sohn. Gießen, den 10. Januar 1935. 'Zwei volGstümlicfie, preiswerte eUogel6estimmungs6ücfier/ | Verkäufe In tiefer Trauer: Die Turnerschaft Arminia I. A.: Dr. W. Goubeaud, Bf. Hugo Bermühler Verlag » Berlin-Lichterfelde Wieder ist einer unserer Besten von uns gegangen. — Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied am 8. Januar 1935 unser lieber Bbr. Auch er mußte, gleich seinem Bruder, schon in seiner aktiven Zeit von uns scheiden, — Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 122157 146490 171327 190148 205528 219589 253277 276307 304183 327204 380198 397135 125763 153131 184135 202023 237798 264762 289112 301713 322954 357700 389712 128770 153048 179122 199768 215117 247552 266915 293120 312036 343633 391145 114183 131366 158604 189618 202778 241708 275117 291311 303479 329812 362926 395190 119633 137697 164156 184667 202291 216224 248899 272725 303697 322932 360887 391433 115909 137301 160550 190692 206739 247563 278644 292449 309347 335813 372312 395279 120475 139594 167474 187085 202495 218575 252408 274022 304162 324212 379085 393624 116454 146574 177785 192652 209960 252371 279823 296147 311954 340555 374802 397916 ' 104778 124712 150707 173069 197772 213519 230466 253536 280815 310428 330102 385886 109982 125575 150851 176270 199006 213872 234158 261373 284944 310750 332290 386840 103901 121445 147420 180188 194349 227577 256856 285194 296659 317498 341045 380806 399196 103963 123869 149017 180613 199169 237344 259909 286258 298821 321541 351694 385717 preis: 55;40u7SS fRHXULINAPO- THEKtN-OROSEl UW0PIAM1CHT8. nach kurzer, schwerer Krankheit aus seinem Wirkungskreis abberufen. — Er hat in nahezu 16jähriger Tätigkeit unserem Hause mit vorbildlichem Fleiß und Pllichterfüllung treue Dienste geleistet und jederzeit die Belange und Interessen in bester Weise wahrgenommen. Wir verlieren in ihm einen tüchtigen Mitarbeiter, dessen wir allezeit in Treue und Dankbarkeit gedenken werden. Wir verlieren einen lieben Kollegen, der nur das Wohl der Firma kannte und uns allen ein treffliches Vorbild war. Wir werden seiner stets ehrend gedenken. Mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel ist am 9, Januar 1935 nach kurzer, schwerer Krankheit im 63. Lebensjahre sanft entschlafen. August Balzer Wilh. Wallenfels Sohn. Für die große Liebe und Anteilnahme, die uns bei unserem schweren Verluste zuteil wurde, sagen wir innigsten Dank. Besonderen Dank dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte, sowie den beiden Schwestern Emma und Katharina der Petrus-Gemeinde für die liebevolle Pflege. In tiefem Schmerz: Die trauernden Hinterbliebenen, Samstags- ftammtifch Samstag, 12. Jan. 20.30 Uhr im enteren Bootshaus iG.R.G.) Samstag, 19. Jan. 20.30 Uhr im ob. Bootshaus (eh. Rudersport). VornehmI Geschmackvoll! 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S. 1933. ön der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinne zu 3000 M. 309742 4 Gewinne zu 2000 M. 76641 160256 12 Gewinne zu 1000 M. 48584 117505 158013 174736 227634 291442 20 Gewinne zu 800 M. 40451 54302 78479 218254 242845 249135 266994 357490 386936 396010 38 Gewinne zu 500 M. 30239 33190 35026 37491 111440 120274 124160 124536 184150 189806 190880 191217 244841 273061 277597 297035 339002 339643 369444 176 Gewinne zu 400 M. 6160 17419 23738 27233 33664 36729 36841 42532 49334 57554 64883 91886 96032 98167 101297 104677 ------ 118000 ------ ------ ------ Kriegerverein Gießen Alle Kameraden werden hiermit nochm. erinnert, andasamSams- tag,dem!2.Ian. um20Uhr,i.Cafä Leib stattfind. KlMiftungsfest Trümvert 1 .Vereinsführer. Me. pfüfeu, wenn sie vom Feuer genommen werden sollen. Also kein Warten mehr am Herd, bis es kocht Der Dampfkochtopf, Milchkocher, Wasserkessel spart Ihnen eine Menge Kohlen oder Gas und auch Zeit Lassen Sie sich diese drei Küchen-Helfer zeigen bei J. B. Häuser Am Oswaldsgarten 119A Gießen - Ruf Nr. 2145/2146 20 Tagesprämien. Auf sede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 100051 158955 171544 212085 312559 316393 326781 342241 351856 385462 178 Gewinne zu 400 M 663 14277 26263 28798 §1701 43379 44958 64317 66541 69717 70530 70847 77819 93610 95690 98594 ------ ------ 108379 ------ ------ ------ SlaWealkl Gießen. md SamSt.,12.Jarr., 16 bis 18.45 Uhr Autz. Abonnem. Pr. 0,30-1,50 Jt Peterchens Mondfahrt. Märch. v. Basse- roife. Musik von Schmalstick. Ln der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen Holz- und Metali- bett.8-30//,Tische 5-15-A Zeichen- tisoh(96/180)10Ji, Lichtpauskast.5# Radio - 3-R.-App. mit Lautspr., Gestell (160/200) 9A kl.Büchergest.S./#' Radiotisch(Eiche) O, gr. Spiegel m. Konsole, 2 türiger Gisschrank 12 x, u. and. mehr. 0i3 s An 1 weg 48. Gas- und elektr. Lampen neu, p. Stück 5.- RM,.z.verk. om Lndwigstr. 40. Die heimischen Singvogel Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpfleae in Preußen. Mit 14 farbigen Tafeln, 60 Abbildungen auf Kunstdrucktafeln, 5 Karten und 11 Abbildungen im Text. Preis gebunden Reichsmark 4,80. Der Text enthält kurz und übersichtlich Dorkommen. Kennzeichen. Gröhe, Stimme, Nest und Nlstvlah, (Eier, ferner Angaben ob Standvogel oder nicht und inwieweit geschützt. Die Taieln bringen naturgetreue farbige Abbildungen der Vögel selbst, so. wie photographische Aufnahmen von besonders charakteristischen Nestern u. Gelegen. Die heimische« Raubvogel Don Dr. Martin Löpelmann. Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preutzen. Mit 9 farbigen und 16 Schwarztafeln, 9 Flug, tafeln und 26 Abbildungen im Text Preis gebunden Reichsmark 4,—. Der Derfasier gibt ein umfassende» Lebensbild aller in Deutschland heimischen Arten, schildert ihre Bedeutung im Haushalt der Natur, Körperbau, Gefieder, Lebensweise, ihre geistige Derfosiung und vor allem den Flug. (Eine Destimmungs. tobelle für Raubvogelfange und Abbildungen von Federn bringen eine will- kommene (Ergänzung des Textes. Zu beziehen durch jede Buchhandlung! 16 Gewinne zu 800 M. 100045 181013 270236 283347 327328 Gewinne zu 500 M. 1438 32485 41404 42330 ^J.JJL6°304 74771 92363 105997 109793 113193 116008 117488 172287 195408 198540 202438 208219 219130 224101 224838 235415 236182 MlSSS 3670?8 377527§ 265836 3,7667 337307 In tiefer Trauer: Familie Georg Kern. Gießen, Januar 1935. iwn Samstag, 12. Januar kWilWliSMl erster Künstler GfieBen- Hoherodskopif Postauto (geheizt) nach Breungeshain, Sonntag, 13. Januar. 7 Uhr Ludwigsplatz. Rückkunft 19 Uhr. Preise wie im Vorjahr. Verbilligung nur im Vorverkauf bei den Firmen Kühne, Seltei sweg, und Schwan. Mäusburg. bis 12. Jan., 17 Uhr. Erhebliche Ermäßigung für Ski-Klub-Mitglieder. Ono Leupin-Creme und Seife vorzügliches Hautpflegemittel, seit langen Jahren bewährt bei Flechte-HatitMn Aus sch lag, Wundsein usw. Drog.Winterboff.Kreu^vl.10.^k«v Für hiesige Likörfabrik und Weinhandlung wird eine mietet Wl für die Reise gesucht. - Dieselbe mutz auherdem in Buchführung perfekt sein. Handschriftliche Angebote mit Referenzen unter 0148 an den Gießener Anzeiger. Keine Ursprungszeugnisse, 'andern nur Zeugnis abjchriften dem Be werbungsichreibenbei legen! — Lichtbilder undBewerbungsunler- lagen müssen zur Ber meidung von Verlusten auf ber Rückseite Namen und Anschrift des Bewerbers tragen! 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Noch weniger aber können sie es sein, wenn es sich dabei um die Neubesetzung einer so wichtigen Stelle handelt, wie es die des Generalinspekteurs und Vizepräsidenten des obersten Kriegsrates ist, da mit dieser Stellung zugleich auch die Stellung des Oberbefehlshabers des französischen Heeres im Fall eines Krieges verbunden ist. Diese Stellung hat zur Zeit der bekannte General Weygand inne. Der General steht im 69. Lebensjahr. Er vollendet es am 21. Januar und hat damit die für feine Dienststellung gesetzlich vorgeschriebene Altersgrenze bereits um ein Jahr überschritten. Er soll, nachdem diese im vergangenen Jahre durch ein besonderes Gesetz für ihn persönlich um ein Jahr heraufgesetzt worden ist, gebeten haben, von einer weiteren Heraufsetzung Abstand zu nehmen und am 1. Januar zurücktreten und aus dem aktiven Dienst scheiden zu dürfen. General Weygand ist im Jahre 1888 aus der Mi- litärschule Saint-Cyr in die Armee eingetreten. Er ist Kavallerist und war, nachdem er vor dem Kriege Lehrer an der französischen Kavallerieschule und Lehrgangleiter an der französischen Kriegsakademie dem „Centre des Hautes Etudes“ sowie zuletzt als Oberstleutnant Kommandeur des 5. Husaren-Retzi- ments in Nancy gewesen war, während des Krieges vom 21. September 1914 an zunächst als Oberstleutnant, dann als Oberst und zuletzt als General bis zum Ende des Krieges General st abschef d e s M a r s ch a l l Foch, seines kommandierenden Generals im Frieden in Nancy. Als solcher war er dessen rechte Hand als Führer der 9. französischen Armee in der Marneschlacht, als Führer der französischen Heeresgruppe „Nord" in der Werschlacht im Herbst und Winter 1914, als Chef des Generalstabes der französischen Armee in den Jahren 1916 17, als Generalissimus sämtlicher Entente- Armeen im Jahre 1918 und schließlich auch bei den Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen 1918 bis 1919. f Nach dem Kriege hat er bis zum Jahre 1920 als Mitarbeiter des Marschalls Foch zunächst dem Interalliierten Kriegskomitee in Versailles angehört, um die Durchführung der militärischen Bestimmungen des Versailler Vertrages zu überwachen, deren geistiger Schöpfer er nicht zum wenigsten mit war. Im Jahre 1920 wurde er dann von Foch nach Polen entsandt, um als Nachfolger des Generals Henry die Organisation des polnischen Heeres zu übernehmen und dem Vordringen der Bolsche- mistenheere auf Warschau an der Weichsel Halt zu gebieten. Mit welchem Geschick, welcher Energie und welchem Erfolge er sich dieser Aufgabe entledigt hat, ist bekannt. Die Bolschewistenheere wurden nicht zum wenigsten dank seinem persönlichen Eingreifen von der 'polnischen Armee unter Führung des Marschalls Pilsudski in der bekannten'Schlacht an der Weichsel vor Warschau vernichtend geschlagen und die polnische Armee und der polnische Staat so in letzter Stunde noch vor dem schon sicheren Untergange gerettet. Im Jahre 1923 wurde General Weygand dann O b e r k o m - missar in Syrien und als solcher zugleich auch Oberkommandierender, der französischen Levante-Armee In dieser Stellung blieb er jedoch nicht lange. Bereits im Jahre 1924 wurde er in ihr mit dem Sturz des Kabinetts Poincare und dessen Ersatz durch das links gerichtete erste Kabinett Herriot durch den diesem politisch näherstehenden General S a r r a i l erseht und zum Direktor der französischen Kriegsakademie ernannt. Im Januar 1930 wurde er dann als Nachfolger des Generals Debeney Chef des französischen Generalstabes und ein Jabr später schlieklich als Nachfolger des Marschalls Beta in Generalinspekteur der französisch en Armee. ____________ Saarland deutsches Kulturland WW WM 0 | • ,, M ZM Z b i i ■ s 'i Ä« nicht einwandfrei fest. Genannt wird an erster Während des Krieges hat er längere Zeit als Major dem engeren Stabe des Marschalls I o f f r e angehört, als dessen persönlicher Adjutant er vor allem auch in der Marneschlacht eine bedeutsame Nolle gespielt hat. Am Ende des Krieges war er als Brigadegeneral Kommandeur einer Division, nach dem Kriege zunächst sechs Jahre lang Chef einer französischen Militärmission in Brasilien und im Anschluß daran von 1925 an Führer der französischen Levante-Armee, in welcher Stellung er die militärischen Operationen gegen die aufständischen Drusen in der Gegend von Damaskus und im Hauran leitete. Vier Jahre später wurde er Kowmandierender General des 20. Armeekorps in Nancy und im Januar 1930 schließlich mit General Weygand zusammen als dessen erster Gehilfe in den Genera Ist ab berufen, dessen Chef er seit der Ernennung des Generals Weygand zum Generalinspekteur der französischen Armee im Frühjahr 1931 ist. Auch er gilt als einer der fähigsten französischen Generale. Für die innere Organisation der französischen Armee bedeutet der Personenwechsel zunächst eine Entscheidung einer politisch-parlamentarischen Frage in dem Sinne, daß für absehbare Zeit a u f die Verlängerung der Dienstzeit verzich- t e t wird, die unter der Regierung Doumergue noch ein lebhafter Streitgegenstand der Parteien gewesen ist., Der neue Generalissimus gilt im Gegensatz zu seinem Vorgänger Weygand, der eine Verlängerung der Dienstzeit zum mindesten während der nächsten Rekruten-Ausfalljahre zur Verteidigung des Landes für unbedingt notwendig gehalten hatte, als ein ausgesprochener Vertreter der sog. „technischen Richtung". Diese legt den Hauptwert weniger auf hohe Mannschaftsbestände, als auf das Material und die Höch st e technische Ausbildung und Ausrüstung. Man darf also annehmen, daß besonders die Motorisierung der Armee unter ihm sehr rasch gefördert werft ändi gen. Dieses Urteil, das nicht nur das eines Soldaten Über einen Soldaten ist, das auch von der Geschichte bestätigt wird, wird wohl auch auf General Gamelin zutreffen. Selten sind in der Geschichte die Kriege in erster Linie oder ausschließlich von den Militärs gemacht und entfesselt worden: fast immer waren die reibenden Faktoren politische oder wirtschaftliche Kräfte, denen sich die Rüstung des Landes natürlich im gegebenen Augenblick, manchmal vielleicht auch mit einer gewissen beruflichen Freude zur Verfügung stellt. In den Fragen, die mit größter Wahrscheinlichkeit im neuen Jahre bei dem Versuch zu behandeln sind, das deutsch-französische Verhältnis auf eine neue freundschaftlichere Grundlage zu stellen, wird es von besonderer Bedeutung sein, daß die französische Politik, von dem nüchternen und sachverständigen Urteil eines Soldaten überdas wirklich e'V e r h ä l t n i s der deutschen und der französischen Rüstungen, der deutschen und der französischen Sicherheit unterrichtet wird. Durch dis französische Frontkämpferbewegung geht zur Zeit, von den deutschen Friedenskundgebungen angeregt, eine Welle der Versöhnung und der Verständigung. Daß sie sich in politische Taten umseßen kann, wird sehr stark davon abhängen, daß auch der französische General st ab und sein neuer Führer diesen neuen Geist bejahen, der mit patriotischen und soldatischen Pflichten nicht im Widerspruch steht. gen. Man darf sich auch hier des Interviews mit dem General von Blomberg erinnern, der offenbar derselben modernen „technischen" Richtung angehört wie sein französischer Kamerad. Herr von Blomberg hat sich zwar als Anhänger der allgemeinen Wehrpflicht bekannt, aber nicht aus militärischen, sondern aus volkserzieherischen Gründen. Militärisch hält auch er nach den Erfahrungen des großen Krieges und nach den seither gemachten technischen Fortschritten den Kstmpfwert einer langgedienten und aus technischen Spezialisten gebildeten Truppe für höher als den einer zwar größeren, aber nur rasch und oberflächlich ausgebildeten Armee. Ob der Wechsel in der obersten französischen Ar- meeführung eine politische Vorbedeutung hat oder eine Bedeutung in der Zukunft gewinnen wird, ist schwer zu sagen. General Gamelin gehört zu einer verhältnismäßig, das heißt in Anbetracht seiner hohen Stellung jüngeren Kriegrgeneration. Er hat im Krieg als Bataillonskommandeur angefangen und wurde dann der nächste Mitarbeiter des Marschalls I o f f r e. Der preußische Ministerpräsident General Göring hat neulich sein Zusammentreffen mit dem französischen Marschall P e - t a i n in Belgrad anläßlich der Beisetzung für König Alexander erwähnt und dabei geäußert, mit solchen Männern, das heißt mit ehrlichen Soldaten, könne man sich immer ver- Verurteilung wegen falscher Angaben über parteizugehörigfeit. Mainz, 10. Jan. (LPD.) Der Provinzialausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung, dem Antrag der Stadt Mainz entsprechend, gegen den 38jährigen ehemaligen Betriebsassistenten Gg. Helmstädter aus Mainz-Weisenau, der im September 1933 auf Grund des § 4 des Gesetzes vom 7. April 1933 zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus den städtischen Diensten entlassen worden war, auf Verlust der Amtsbezeichnung, des Ruhegehalts und der Hinterbliebenenversorgung erkaynt, weil er schuld- baft feine Amtspflichten verletzte. Dagegen wurden ihm auf die Dauer von fünf Jahren ab Rechtskraft des Urteils 75 v. H. des Ruhgehalts zugesprochen. Helmstädter hat zur Zeit der nationalen Erhebung in zwei Fragebogen und bei mehreren mündlichen Verhandlungen wahrheitswidrige Angaben gemacht, indem er behauptete, nur bis zum J"*"-e 1923 Mitglied der SPD. gewesen zu sein, maTjrenb die Ermittlunaen ergaben, daß er ihr bis zum Jahre 1930 angehört hatte. Links: Das Stadthaus in B l i e s k a st e l. — Rechts: Die Chorruine der Ludwinus-Kapelle in Mettlach, das ätteste Bauwerk des Saarlandes. Mit General W e y g a n d würde also eine der bedeutendsten Führerpersönlichkeiten der französischen Armee aus dem aktiven Dienst scheiden, ein General, dessen außerordentliche militärische Fähigkeiten vielleicht nirgendwo rückhaltloser anerkannt werden als gerade in Deutschland,' der anderseits aber infolge seines engen Verhältnisses zu Marschall Foch und seines jahrelangen engen Zusammenarbeitens mit diesem bis ins letzte in dessen Ideen und Gedankengängen lebt, sich als T e st a - mentsvollstrecker seines verstorbe- nen früheren Chefs fühlt und nur das eine Ziel kennt, Deutschland für immer in den Fesseln von Versailles zu halten. Was ihn veranlaßt, gerade jetzt seinen Posten zu verlassen und von sich aus auf eine weitere Heraufsetzung seiner Altersgrenze zu verzichten, ist nicht bekannt geworden. Möglich, daß es gesundheitliche Gründe sind — der General ist erst im Sommer ernstlich erkrankt gewesen — wahrscheinlicher jedoch, daß es die Widerstände gegen d ie Einführung der zweijährigen Dien st zeit sind, für die er sich seit langem bereits stark einsetzt, nicht minder möglich, daß es schließlich auch Unzufriedenheit mit der derzeitigen Rußlandpolitik Frankreichs ist. Der General hat niemals ein Hehl daraus gemadjt, daß er ein Gegner dieser Politik, ein Gegner eines politischen Zusammengehens Frankreichs mit den Sowjets ist. Für ihn besteht heute- die für Frankreich einzig mögliche Politik allein in einer engen Verbindung mit England, mit dessen militärischen Führern er in engsten Beziehungen steht, wie dies im vergangenen Sommer noch sein angeblich privater Besuch beim Chef des britischen Reichsgeneralstabes bewiesen hat. Einem Rücktritt des Generals Weygand würde also nicht nur militärische, sondern auch erhebliche politische Bedeutung zukommen Wer in diesem Falle an seine Stelle treten würde, steht noch Stelle der derzeitige Chef des Generalstabes, Gene- den wird, die die Führung in die Möglichkeit verrat Gamelin. General Gamelin steht im 63. Le- setzt, eine technisch vollkommen ausgerüstete Truppe bensjahre. Er ist Infanterist und feit 1891 Offizier. I in größter Schnelligkeit zur Verwendung zu brin- i ' 1 'M IX ist, mag man daran ermessen, daß der dem jungen Lord Maris zugedachte Schwiegervater das Vorrecht genießt, in Gegenwart Seiner Majestät des Königs den Hut auf dem Kopfe zu behalten, was allerdings, wie er zu feiner Empörung etwas später erfahren muß, eine wahre Wohltat ist — bei der Glatze, über die er verfügt.) So geschieht es also auf eine nicht einmal unnatürliche Weise, daß der jungverheiratete Lord wenige Tage später verlobt ist, ehe er sichs recht versieht. Aber das Lustspiel, das Spiel mit grotesken Situationen, beginnt erst recht, als die junge Frau in Deutschland ungeduldig wird, kurz entschlossen in ihrem Sportwagen nach England fährt und, wie man sich vorstellen kann, gerade im richtigen Augenblick im väterlichen Schloß ihres Gatten auftaucht. Daß sie sehr bald wieder abreist, wird man verstehen können: schwieriger war es dagegen, sie wieder ins Schloß zurückzubringen, und daß es ausgerechnet die Großmutter persönlich ist, die sie (unbekannterweise selbstredend) bei sich zum Tee bittet, dafür sorgt jener freundliche Zufall, der schon in vielen Filmen und so vielen Lustspielen hilfreich fein Wesen getrieben hat. Und daß das Ganze, übrigens nach einem Roman von Ludwig von Wohl, seinen Namen trotz allem, was bisher erzählt wurde, nicht zu Unrecht trägt, kann unter solchen Umständen auch der vermuten, der nicht einmal ahnt, wie das Spiel im Schloß sich noch weiter kompliziert ... so sehr, daß nur noch der berühmtgewordene Schwertstreich Alexanders des Großen den Knoten durchhauen kann. Das tut, auf eine ebenso manierliche wie moderne Weise, ganz ohne scharfe Waffen, Adolf W o h l b r ü cf; wir kennen ihn rühmlich aus der „Maskerade": er spielt sehr korrekt, sauber, überlegen und halblaut, und die paar Szenen mit Renate Müller, der vorschnell vermählten Ehefrau, gehören darstellerisch zu den erfreulichsten Eindrücken dieses heiteren und unterhaltsamen Stückes. Renate Müller, die krankheitshalber längere Zeit nicht filmen konnte, paßt ausgezeichnet für eine Rolle wie diese; sie kann so wundervoll empört und innerlich aufgebracht werden — ohne ein lautes Wort; doch zerschmeißt sie auch mit angemessenem Temperament eine Vase, und die gefühlvolleren und leiseren Töne gelingen ihr ebenfalls sehr überzeugend. Die Großmutter ist natürlich Adele S a n d r o ck, wer denn sonst, und es ist eine Freude, daß sie nicht ausschließlich ein gräßlich tyrannisches Hausgespenst zu spielen braucht, sondern auch eine sehr nette und scharmante alte Dame sein darf, die bei einer merkwürdig ungeeigneten Gelegenheit ihr Herz entdeckt. Georg Alexander: der junge Lord; er macht es reizend, leider fällt die Rolle gegen Ende immer mehr ab. IHilde Hildebrand singt den Schlager dieses „Die enallsche Heirat." Lichtspielhan Der junge Lord Maris hat sich auf einer Reise durch Deutschland in eine hübsche Autofahrlehrerin verliebt und sich sogar mit ihr trauen lassen — etwas voreilig, wie sich herausstellt, da er von feiner Großmutter, Lady Maris, welche die ganze Fa- Renate Müller als Fahrlehrerin Gerte Winter, milie nach patriarchalischen und sehr englischen Grundsätzen regiert, finanziell völlig abhängig t|t. So kommt es, daß er vom Standesamt weg zum 75. Geburtstag der alten Dame nach England reisen muß, ohne seine junge Frau mitnehmen zu können ... ja, sogar ohne daß er daheim von ferner Hochzeit etwas zu sagen wagt, weil ein solches Geständnis eine Palastrevolution gleichkommen wurde, und weil die energische Großmama sich ihrerseits eine ganz andere und sehr aparte Geburtstagsfreude ausgedacht hat: die Verlobung ihres Enkels nämlich mit einem jungen Mädchen aus einer der ersten Familien des Landes. (Was das für eine Familie Lustspiels und liefert eine verblüffende Kopie der Marlene Dietrich. O d e m a r hat so gut wie nichts zu spielen; schade. Sehr lustig ist aber der aus vielen Filmen bekannte Berliner Lausejunge Hans Richter, diesmal im Eton-Jäckchen, aber sonst wie immer. — Reinhold Schänzel hat den Film (Produktion der Europa) mit Geschmack und Humor inszeniert. Im Beiprogramm: ein Marionettenscherz; ein Bildbericht von den steinernen Wundern Indiens; dazu ein Vorspann zu dem großen Expeditionsfilm „Nagana". —r— Vom Vogel Greif. Von Werner Lenz. In vielen deutschen Wappen kehrt das Bild des Greifen wieder, dieses „Zaubertieres aus dem Morgenlande". Pommern — als Land — und pommersche Städte in Fülle sowie pommerscher Adel führen das Greifenwappen. Dem „Vagel Grip" feiner Heimatstadt hat der Rostocker John Brinck - mann sein dichterisches Werk gewidmet. Städtenamen wie Greifswald, Greifenhagen, Greifenberg gibt es in Norddeutschland zahlreich. Aber auch im Westen und Süden unseres Vaterlandes ist der Greif nicht unbekannt. 3ft_er doch Schildhalter z. B. des badischen Wappens. Selbst in der Schweiz gibt es einen Greifensee. Bei Wetzlar gibt es eine Ruine Greifenstein, und das sächsische Erzgebirge besitzt die „Oreifenfteine", felsige Klippen ihres schönen Bergwaldes. Eingeführt ist der Greif wohl sicher durch die Kreuzfahrer. Im Orient finden wir dieses Fabeltier schon vor Tausenden von Jahren in der babylonischen, dann in der mykenischen und überhaupt in der griechisch-archaischen Kunst. Auch die Etrusker kannten den Greifen schon. Syrien und Palästina vor allem vermittelten die Bekanntschaft des Greifenbildes den deutschen Kreuzrittern. Die Darstellung des Fabelwesens hat sich aber ein wenig gewandelt. Im Altertum steht er mit seinem Löwenleibe auf vier Pranken, hat am Löwenkopfe einen Adlerschnabel und sodann zwei Flügel. Manchmal hat er einen Adlerkopf. Diese Auffassung nähert sich schon der heraldischen Abbildung, zumal der pommerschen Greifen. Sie stehen auf zwei Hinterfüßen eines Löwen, erheben sich aber mit ihrem Raubvogelkopf und drohen mit Adlerkrallen! Nun erst also von einem „Vogel" Greif zu sprechen. Der Schweif ist — wie auch im Altertum — der eines Löwen, aber sonderbarerweise gilt im Märchen die „aus dem Greifenschwanz gerupften Feder" als zauberkräftig. Nun, das Zauberische ist eigentlichstes Wesenselement des Greifen. Er symbolisiert in der alten Kunst das geheimnisvolle Wesen des Göttlichen schlechthin, zumal aber — und das hat besonders die Wappenkunst übernommen und fortentwickelt — auch den Mut, die Weisheit, die Macht, die Schnelligkeit und — den Reichtum. Wächter des Goldes ist er schon frühzeitg, und auch im ,Zyust", 2. Teil, kehrt er als solcher wieder. Auch Begleiter des Gottes Apollo ist der Greif. Selbst in der christlichen Kunst wurde das Tiersymbol der Greifen verwendet, obwohl er doch als „heidnisches Wesen" hätte anrüchig sein können, da er besonders im Sonnenkulte eine Rolle gespielt hat. Das Gelb der Sonne, des Löwenleibes und des Goldes steht offenbar in einem Zusammenhang, der noch dadurch unterstrichen wird, daß Gold, Sonne, Löwe die herrschende Macht des Lebens verkörpern. Die Beflügelung und die Scharfäugigkeit des königlichen Vogels, des Adlers — manchmal deutet man auch den Habicht als Teil des Greifenwesens — tun das ihre zu dem eindrucksvollen Bilde weltlicher und göttlicher Macht, als das der Greif verehrt, aber auch gefürchtet wurde. Es ist also kein Wunder, daß man sehr begehrte, von einem ©reifen wirkungskräftige Teile zu besitzen. Außer der Schwanzfeder brachten fahrende Leute auch „Greifenklauen" und „Greifeneier" aus dem Morgenlande heim. Die Wissenschaft hat aber diese Wundergaben später entlarvt. Die Klauen waren Hornteile fossiler Rhinozerosse, die Greifeneier aber — Straußeneier! Sochschulnachrichien. Professor Dr. Heinz Marr an der Universität Frankfurt ist zum Direktor des Seminars für Soziologie ernannt worden. Professor Dr. Karl M u h s , Ordinarius für wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität Greifswald, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Halle berufen worden. Professor Dr. Wilhelm Hort, Extraordinarius für mechanische Schwingungslehre an der Technischen Hochschule Berlin, ist zum Ordinarius ernannt worden. Professor Dr. Friedrich Schultze -Rhonhos, Extraordinarius für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Heidelberg, ist zum ordentlichen Professor an der Universität Breslau ernannt worden. Professor Dr. Hermann Junker, der Leiter des Deutschen Instituts für ägyptische Altertumskunde in Kairo, ist. als Ordinarius für Aegyptologie an die Unitierfität Kairo berufen worden. Drahtlose Telegraphie um den Pol Die „weißen Soldaten" Kanadas. Der größte Schrecken, den die Arktis für alle bedeutete, die in ihr leben müssen, die endlose Einsamkeit, wird immer mehr ein Begriff der Vergangenheit. Die Einsamkeit war das Gespenst für den umherziehenden Kaufmann und den Minenbauer, den Missionar und den Beamten der Regierung. Welche Opfer verlangt der Aufenthalt in den nördlichen Regionen Kanadas mit ihrem endlosen Schnee, mit ihrer schneidenden Kälte und den unzähligen Gefahren, die dem Menschen dort drohen und gegen die er sich nur unzulänglich schützen kann. Was bedeutet für ein solches Land die d r a h t l o s e Telegraphie! Ein Bauer auf einem weitab von allem Verkehr gelegenen Gehöft in der Lüneburger Heide oder in d-- ungarischen Ebene kann das vielleicht noch am buten beurteilen. Es gibt in Kanada seit einigen Jahren eine ausgezeichnet arbeitende Funkstation, d>e von einer besonderen Gruppe des kanadischen Militärs besetzt ist, dem sog. „Royal Canadian Corps of Signals“. Es war vor ungefähr zehn Jahren, als die wirtschaftlichen Verhältnisse dringend nach einer schnelleren und sichereren Verbindung verlangten als es die Hundeschlitten, die Dampfer und Kanus und selbst das Flugzeug waren. Die Regierung erkannte dieses Bedürfnis als berechtigt an und entsandte die ausgezeichnete Signalgruppe in den hohen Norden. Der Dienst ist hart und gefahrvoll. Die neue Station wurde zuerst als Versuchseinrichtung angesehen, sie bewährte sich aber in kurzer Zeit so, daß sie ständig beibehalten werden soll und inzwischen auch ausgebaut worden ist. Heute gibt sie 35 000 Meldungen im Jahr durch; es werden über zwanzig Stationen, die mit zwei bis acht Mann besetzt sind, auf einer großen Strecke unterhalten, die sich über dreitausend Kilometer nach Nordwesten zieht und von Winnipeg bis zur Herschel-Insel reicht. Die dramatischen Szenen, die den Männern dieser weit vorgeschobenen Posten dauernd begegnen, und die unaufhörliche Auseinandersetzung mit Gefahren und Mühen wechseln mit einer äußerst interessanten Arbeit. Was tut ein Funker, der im Volksmund „Soldat des Schnees" heißt, im nördlichen Kanada den Tag über? Um 7.30 Uhr morgens betätigt er sich als Wetterprophet für Kanada und die Vereinigten Staaten. Nahezu das gesamte Flugwesen orientiert sich an seinen wichtigen Berichten. Bald nach dieser Meldung trifft auch schon eines der Flugzeuge bei ihm ein; sie erschließen die einzigen Verkehrswege in dieser Wüste von Eis und Schnee. Mit der neuesten Wettermeldung für die Strecke ausgerüstet, die es zurückzulegen hat, brummt es in der Richtung auf das Fort Simpson davon. Auf diesen Fluglinien werden in Kanada auch fast alle wichtigeren Transporte ausgeführt und natürlich auch die Besatzung der Stationen mit Lebensrnitteln und allem, was sie braucht, versorgt. Dann kommen wieder den ganzen Tag über Meldungen. Der Funker lächelt, als er die Meldung für Bob Green, einen einsam in Kanada arbeitenden Mann abnimmt: „Ein Sohn geboren, Mutter und Kind wohlauf." Dann kommen ernstere Meldungen über Krankheitsfälle und dringende Hilferufe nach einem Arzt, über ein Schneeunglück oder einen Mord. Früher wäre ein Mensch in der weißen Region rettungslos verloren gewesen, hätte er eine dringende Operation gebraucht. Heute wird die Meldung sofort gefunkt, in wenigen Stunden ist ein Flugzeug mit einem guten Arzt und allem Nötigen zur Stelle, und dem Kranken kann in den meisten Fällen noch rechtzeitig geholfen werden. Die große Unsicherheit, die den dort Lebenden rings umgibt, ist damit um vieles geringer geworden. Den Gefahren des hohen Nordens sehen die „weißen Soldaten" unverzagt ins Gesicht und nehmen ihnen ihre größten Schrecken. Die Fluglinien sind durch die drahtlosen Stationen weitgehend gesichert. Am Nachmittag trifft z. B. die Meldung ein, daß der am Morgen nach dem Fort Simpson gestartete Pilot nicht an der Bestimmungsstation angekommen ist. Sofort werden alle Zwischenstationen benachrichtigt, und man kann mit Sicherheit feststellen, wo und wann der Flug abgebrochen wurde. Die Such- und Rettungsaktion kann somit von vornherein auf eine kleinere Strecke beschränkt werden, und die Hilfe wird außerordentlich stark beschleunigt. Aufregende Nachrichten wie diese sind im Betrieb einer solchen Station keine Seltenheit. Ein Bericht eines Mannes von dem Royal Corps of Signals soll jeden Detektivroman an Spannung und Außergewöhnlichem weit in den Schatten stellen. Wirtschaft. Verwendung von Feldhülsenfrüchten zu Gaatzwecken. Durch eine in der „Landware" vom 9. Januar 1935 veröffentlichte Anordnung werden Richtlinien für die Verwendung von Feldhülsenfrüchten zu Saatzwecken bindend gegeben. Als Feldhülsenfrüchte gelten Erbsen mit Ausnahme der Schal-, Mark- und Zuckererbsensorten für gemüsebaullche Zwecke, Wicken aller Art, Peluschken und Ackerbohnen, soweit sie zur Gattung vici kaba.Hehören. Zur Aussaat im Frühjahr 1935 dürfen für Saatzwecke nur gehandelt oder in den Verkehr gebracht werden Hochzuchten, anerkannte erste Absaat und Handelssaatgut von näher bezeichneten Eigenschaften. Handelssaatgut von Feldhülsensrüchten darf nur innerhalb des deutschen Zollgebietes Verwendung finden. Für jeden Verkauf ist ein Schlußschein auszustellen. Die Anordnung tritt am 7. Januar 1935 in Kraft und gilt für alle7 Saalware, die an diesem Tage dem letzten Verbraucher noch nicht ausgeliefert ist. Die Steigerung der Thomasmehlerzeugung in 1934. Der Verein der Thomasmehlerzeuger gibt die genauen Zahlen der Thomasmehlerzeugung in 1934 bekannt, die beträchtlich über den in letzter Zeit veröffentlichten privaten Schätzungen liegen. Die Thomasfchlackenerzeugung der deutschen Werke erhöhte sich in 1934 auf 1,4 Mill. Tonnen gegen etwa 800 000 Tonnen in 1933. Die Einfuhr zollausländischen Thomasmehls hat einschließl. der Zufuhren aus dem Saargebiet 1934 rund 950 000 Tonnen erreicht, gegenüber 1 012 000 Tonnen im Vorjahre. Mit Beginn des Jahres treten die Saarwerke mit einer Jahreserzeugung von rund 300 000 Tonnen zum Zollinland, wodurch die Leistungsfähigkeit Deutschlands« nach dem Stande von heute gerechnet, eine Jahresmenge von 1,8 Mill. Tonnen Thomasmehl erreicht. Unter Berücksichtigung der zu Beginn des Jahres vorhandenen Lagervorräte auf den deutschen Werken werden diese somit in der Lage sein, den größten Teil des deutschen Bedarfes an Thomasmehl aus eigener Erzeugung zu decken. * Eine weitere Reichserdöl bohrung fündig geworden. Die Reichsbohrung 53 (Jtag-Baben 1) zwischen Forst und Upstadt bei Bruchsal i. Baden ist in 870 Meter Tiefe mit einer Tagesproduktion von etwa 15 Tonnen fündig geworden. Die Qualität des Oels ist allem Anschein nach sehr gut. Die Bohrung hatte bereits früher, nämlich bei 300 Meter und 710 Meter, kleinere Oelmengen von 500 und 800 Kilogramm täglich erschlossen, wurde aber, da die geologischen Verhältnisse eine Vertiefung ratsam erscheinen ließen, weiter fortgesetzt. Ueber die Ausdehnung des Oel- vorkommens kann naturgemäß noch nichts endgültiges gesagt werden. * Gemeinschaft der Freunde W ü st en- rot. — Neue Millionen Zuteilung. Die Bausparkasse „Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot" in Ludwigsburg hat 1934 mit ihrer 50. Jubiläumsbaugeldzuteilung abgeschlossen. Sie konnte 296 Bausparern für die Schaffung von Eigenheimen 3,5 Millionen Mark bereitstellen. Ein Zeichen für die Hebung der wirtschaftlichen Gesamtlage ist auch die Steigerung des Geldeinganges, die weiter anhielt und im Dezember 1934 gegenüber dem vorjährigen Monatsdurchschnitt rund 40 v. H. betrug. Insgesamt hat die GdF. einschl. der von ihr verwalteten Bausparkasse „Rat und Tat" und der Bayrischen Bausparkasse über 225 Mill. Mk. an 15 546 deutsche Bausparer zugeteilt. Die österreichische Tochtergesellschaft, die GdF.-Salzburg, konnte ihrerseits an 3985 Bausparer bis heute rund 69 Millionen Spargelder bereitstellen. Von Monat zu Monat steigerte sich bei der GdF. in Ludwigsburg der Sparerneuzugang, so daß in 1934 allein in Deutschland insgesamt 5700 Bausparverträge und Vermögensbücher mit rund 48,3 Millionen Mark abgeschlossen wurden. Rhem-Maimsche MiiiaaSbörse. Renken fest, Aktien schwächer. Frankfurt a. M., 10. Jan. Den vorbörslichen Erwartungen entsprechend entwickelte sich bei Eröffnung am Renten markt wieder lebhaftes Geschäft. Die lebhafte Nachfrage nach der ersten 4,5- prozentigen Pfandbriefausgabe und die Tatsache des leichten Geldmarktes regte an. Größeres Geschäft hatten vor allem Altbefitzanleihe mit 108,25 bis 108,50 (107,50). Auch Zinsvergütungsscheine mit plus 0,20 v. H. und späte Reichsschuldbuchforderungen mit plus 0,25 v. H. auf 99 v. H. wurden lebhafter umgesetzt. Kommunal - Umschuldung lagen ruhiger, aber voll behauptet. Stahlverein - Bonds und -Reichsmark-Anleihen zogen bis 0,25 v. H. an, dagegen gingen die in den letzten Tagen lebhaften Reichsbahn-DA. um 0,13 v. H. auf 117 v. H. zurück. Anden Aktienmärkten bestand auch heute nur wenig Unternehmungslust, obwohl aus der Wirtschaft eine ganze Reihe günstiger Nachrichten Vorlagen. Es erfolgten weitere Glattstellungen, die bei dem nur kleinen Geschäft und der geringen Aufnahmeneigung überwiegend Kursrückgänge von 0,50 bis 1 v. H. herbeiführten. Am Chemiemarkt eröffneten Farbenindustrie mit 139,25 (140) und gingen dann auf 138,25 zurück, ferner lagen Deutsche Erdöl 1,13 v. H. und Metallgesellschaft 0,50 v. H. leichter. Montanaktien blieben von der starken Rohstahlerzeugung des Stahlvereins unberührt. Gelsenkirchen und Phönix verloren je 0,65 v. H. Klöcknerwerke und Rheinische Braunkohlen je 1 v. H. und Rheinstahl 1,50 v. H. Harpener und Mannesmann lagen unverändert. Elektrowerte konnten sich ziemlich behaupten, nur Gessürel büßten 1 v. H. und Siemens etwa 3 v. H. ein. Etwas höher notierten Schuckert, Felten und Lechwerke. Von Auslandswerten waren Chade gesucht und etwa 6 RM. höher, auch Kunstseide AKU. zogen 1 v. H. an. Im einzelnen eröffneten: Reichsbank 0,25 v. H., AG. für Verkehrswesen 0,75 v. H., Daimler 0,40 v. H. Zellstoff Waldhof und Moenus-Maschinen je 0,75 v. H. schwächer, andererseits blieben Westdeutsche Kaufhof, Hanfwerke Füssen und Gebr. Junghans gut behauptet. Im Verlaufe blieb das Geschäft am Aktienmarkt bei eher weiter nachgebenden Kursen klein, Farbenindustrie waren allerdings auf 139 erholt. Etwas höher lagen außerdem noch Kunstseide AKU., Hanfwerke Füssen und Accumulatoren mit 154,50 (150,50). Andererseits gingen Gessürel, Moenus- Maschinen und Lahmeyer nochmals von 0,50 bis 1 v. H. zurück. Am Kassamarkt waren Seilindustrie Wolff und Sinalco stark gesucht; die Taren stellten sich auf 44 bis 45 (41,25) bezw. 65 (1. K.' 50). Am Rentenmarkt flaute das Geschäft später ab und auch die Kurse der variablen Werte konnten sich nicht ganz behaupten. Pfandbriefe notierten bei im ganzen kleinen Veränderungen uneinheitlich. Stabtanleihen blieben ziemlich unverändert, teilweise lagen" sie bis 0,50 v. H. fester. Von Reichsanleihen zogen 4prozentige von 1933 erneut um 0,13 v. H. auf 95,25 v. H. an. Am Auslandsrentenmarkt lagen Mexikaner schwach, 5 v. H. äußere 10,75 (12^25), 4 v. H. Gold 7,25 (8,25). Schweizer Bundesanleihen setzten ihre Befestigung um 2 bis 3 v. H. fort. Fest lagen außerdem Oefterreichifche Schatzrente. Tagesgeld unverändert 3 v. H. Abendbörse still, aber fest. An der Abendbörse erhielt sich die feste Tendenz, insbesondere für den Rentenmarkt, doch nahm das Geschäft auf allen Marktgebieten kein größeres Ausmaß an. Lediglich Altbesitzanleihe verzeichneten etwas größeren Umsatz und zogen bis auf 109,25 (108,75) v. H. an, im übrigen lagen die variablen Festverzinslichen im Vergleich zum Mittagsverkehr gut behauptet. Für Pfandbriefe und Stadtanleihen ergaben sich teilweise Erhöhungen bis zu 0,50 v. H. Am Aktienmarkt blieben die Berliner Schlußkurse zumeist unverändert, unter Schwankungen etwas fester lagen IG. Farben. Fest lagen außerdem Südd. Zucker mit 170 (167,50), etwas Interesse zeigte sich auch für Schiffahrtspapiere, ferner zogen Hanfwerke Füssen auf 64,75 (64) v. H. an. Auslandswerte lagen weiter sehr fest. 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 167 (163), 3,50 v. H. do. 157 (153), 3 v. H. Kanton Bern 156 (151), ferner Chade Lit. D 189 (186), IG. Chemie-Basel volle und leere stiegen um je 1 v. H. auf 145 bzw. 124 d. H. Von fremden Renten lagen Ungarn und Mexikaner bis 0,50 v. H. fester. U. a. notierten: Altbesitz 109,13 bis 109,25, 6 v. H. Stahlverein 94,40, 6 v. H. Mainz von 26 und 28 93, 6 v. H. Frankf. Hyp.-Bank ®ofb R 1 bis 4 96,50, 6 v. H. Rhein. Hyp.-Bank R 5 bis 9 97, 4,50 v. H. Ungarn von 1913 8, von 1914 8, 4 v. H. do. Gold 8,25, 5 v. H. Silbermexikaner 5,25, 5 v. H. äußere Gold 11,40, 4,50 v. H. Irrigation 7,75, Gelsenkirchen 64,50, Harpener 99,25, Rheinstahl 90,50, AKU. 51,13, AEG. 28,25, Bekula 137,75, Chade A bis C 194, D 189, Scheideanstalt 198, IG. Farben 139,40 bis 139,13 bis 139,50, Holzmann 79, Moenus 81, Schuckert 97, Siemens 142, Aschaffenb. Zellstoff 70,25, Südd. Zucker 170, Hapag 26,25. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. Januar. Auftrieb: Rinder (zum Schlachthof direkt zugeführt): 65, darunter 3 Ochsen, 3 Bullen, 45 Kühe und 14 Färsen; Kälber 1254; Schafe 334, Schweine 350. Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber, Sonderklasse —, andere a) 43 bis 50 (am 2. Januar 48 bis 52), b) 35 bis 42 (39 bis 47), c) 29 bis 34 (33 bis 38), d) 18 bis 22 (23 bis 32). Lämmer und Hömmel b2) Weidemasthammel 37 bis 38 (36 bis 37), c) mittlere Mastlämmer 33 bis 36 (32 bis 35), d) geringere Lämmer und Hammel 27 bis 32 (—); Schafe e) beste 31 bis 35 (—), f) mittlere 24 bis 30 (—), g) geringe 15 bis 23 (—). Schweine al) 51 bis 53. (50 bis 53), a2) 51 bis 53 (50 bis 53), b) 49 bis 53 (49 bis 53), c) 48 bis 52 (47 bis 53), 46 bis 50 (45 bis 52), c), t) und g) nicht notiert. Die Preise sind Marktpreise für nüchtern gewogene Tiere und schließen sämtliche Spesen des Handels ab Stall für Fracht-, Markt- und Verkaufskosten, Umsatzsteuer, sowie den natürlichen Gewichtsverlust ein, müssen sich also wesentlich über die Stallpreise erheben. Marktverlauf: Kälber ruhig, ausverkauft. Hämmel und Schafe lebhaft, ausverkauft. Schweine mittelmäßig, ausverkauft. Großhandelspreise für Fleisch und f ü r Fettwaren. Beschickung des Fleischgroß- marktes: 1167 Viertel Rindfleisch, 254 ganze Kälber, 29 ganze Hämmel, 576 Schweinehälften. Preise pro 50 Kilo in Mark: Ochsenfleisch b) 60 bis 64 (60 bis 64), c) 54 bis 58 (52 bis 58); Bul- lensleisch b) 56 bis 58 (56 bis 60); Kuhfleisch b) 42 bis 48 (40 bis 46), c) 28 bis 38 (26 bis 36); Far- senfleisch b) 60 bis 64 (58 bis 64), c) 54 bis 58 (52 bis 58). Kalbfleisch b) 62 bis 70 (62 bis 70), c) 56 bis 62 (56 bis 62). Hammelfleisch b) 70 bis 75 (70 bis 75). Schweinefleisch b) 65 bis 70 (72 bis 76). Fettwaren: Roher Speck unter 7 cm 65 bis 70 (70 bis 75), Flomen 70 bis 75 (85 bis 90). Marktverlauf: ruh'g. Schweinemarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 10. Jan. Der heutige Schweinemarkt war mit 270 Ferkeln befahren. Es wurden gezahlt für Ferkel bis 6 Wochen bis zu 15 Mk., von 6 bis 8 Wochen 15 bis 21 Mark. Der Handel war rege, es blieb Ueberftanb. Preußen. Eine vorjährige Ehrenbürgerin von Biedenkopf. LPD. Biedenkopf, 10. Jan. Bürgermeister Kreisleiter Thiele hat die älteste Mitbürgerin der Stadt Biedenkopf, Frau Sophie P l i 11, die dieser Tage ihren 10 2. Geburtstag feierte, zur Ehrenbürgerin der Stadt Biedenkopf ernannt. Die Ehrung erfolgte in Anerkennung ihrer im höchsten Alter noch bekundeten Anteilnahme an der Entwicklung des heutigen Staates und der ihm gegenüber erwiesenen treuen Pflichterfüllung. Frau Plitt ist die erste E h r e n b ü r g e r i n der Stadt. Von herabstürzenden Gestein erschlagen Herborn, 10.Jan. (LPD.) Auf der Eisen- fteingrube Auguststollen erlitt der 33jäh- rige Bergmann Otto Tiehlmann aus Uebernthal durch h e r ab st ürzend es G e st e i n neben anderen Verletzungen einen Bruch der Wirbelsäule. Er st a r b kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und zwei kleine Kinder. Zwei tote Bürgermeister in einer kleinen Taunusgemeinde. LPD. Ufingen, 10. Jan. Am Dienstag verunglückte der Ge meinde schul ze des kleinen Kreisortes Winden mit seinem Motorrad 'n s r Nähe von Albshausen bei Wetzlar tödlich. Am gleichen Tage und zur gleichen Stund Der st a 1 b der Altbürgermeister Muth von Winden, h r lange Jahre die Geschicke Windens geleitet imb wegen seines Alters bie Gemeinbeführung in ü"w- gere Hänbe übergeben hatte. Somit hat das kleinsie Gemeinwesen des Kreises Ufingen zwei Bürger- m e i ft e r am gleichen Tage und zur gleichen Stunde verloren, Bor einem großen Kommunistenprozeß in Frankfurt. LPD. Frankfurt a. M., 10. Jan. Am kommenden Dienstag verhandelt der zweite Kasseler Strafsenat in Frankfurt a. M. gegen 21 jugendliche Kommunisten, die im Laufe des Jahres 1934 versucht haben, den illegalen k o m m u n i st i- schen Jugendverband in Frankfurt a. M. wieder aufzuziehen. Bei den Angeklagten handelt es sich um eine geschlossene Gruppe, die früher der SAP. angehörte und dann in kommunistisches Fahrwasser geriet. Als harmlose Wandergruppe getarnt, unternahmen die Angeklagten Ausflüge, bei denen kommunistische Vorträge gehalten wurden. Die Verhandlung wird voraussichtlick) fünf Tage in Anspruch nehmen. Spremininden frer Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter öen Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzi beschlossenen DiviDende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H. Lombardzinsfuß 5 v. H. Irrau. ur u. j. i. «Der Echluß- kurs Schlug. Abend- börl' Schluß« iure Schlugt. Mittag- börfc Datum 9.1. 10-1 9-1. 10-1. 6% DeutjCje dieidisanleilje v. 1927 93 98-13 98,25 98.4 6% etjem.7% Ti. Reichsanl. v. 1929 —— — — — 6V2% Doung-Anleihe cun 1930 .. 99,25 99.25 99.25 99-25 Deutsche ’.Unl.-'jlblöi.-Sdiulb mit Auslos.-Rechten ........ 107,5 109-25 107,65 _ Desgl. ohne Auslos.-Rechte...... — — 6% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) .......... 6% Hejs. Landesbank Darmstadt Gold R. 12......... 98,4 98.4 98,4 98-4 96 96 6y2% Heil. Landes-Hypotheken, bank Darmstadt Liaui ... . 95,5 95-5 Oberhcssen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten . . Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 107,75 108-25 108 107-75 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 96 96.25 96,5 96-25 6% ehem. 7% Irankf. Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 96 96-25 6V2% ehem. 4>/2% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbrtese...... 96 96-4 b'/r% ehem. 4'/2% Rheinische Hyp.-Bank-Ltyu.-Goldpfe. 96,65 96.75 97 97 6% ehem. 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 19 97,5 97-5 97,5 97,5 6% ehem. 7% Pr. Landespsand- briesanstalt, Pfandbriefe R. IO 97,5 97-5 97,5 97,5 Steuerguksch. Verrechnungskurs 104,5 104.5 104,5 104-5 4% Oesterretchtjche Goldrenie. _ 28 _ _ 4,20% Oesterreichische Cilberrente 1,1 1-1 — 1-2 4% Ungarische Goldrente . 7,65 7-75 7.5 8 4% Ungarische Staatsrenle v. 1910 7 4 7-5 7,35 7-9 4'/?% desgl. von 1913 ....... 7,25 7-65 7,1 7-75 5% abgest. Goldmenkoner von 99 12,25 11.13 11,75 11-13 4% Türkische Zottanleihe von 1911 1 — 4% Türkische Bagoadbahn-Anleihe Serie 1..................... 7,9 3 8 8-1 .an. ui . . Berlin Schluß- kurs Schluß!. Abendbörse Schlußkurs Scvlußk. Mittag« börke Datum 9-1. 10-1. 9-1- 10-1- 4% desgl. Serie 11 ...... 7,9 8 — — 5% Ruinäu. vereint). Rente v. 1903 4,-1 4-4 — 4-6 4'/2%Rumän.vereinh.Rentev.l913 6,4 — 6,3 — 4% Rumänische vercinh. Rente 3,95 3.9 — 3-9 2y<% Anatolier ............ 33,4 34.25 33 34-4 Hamburg-Amerika-Pakei ..... 0 25,5 26-25 25,9 26-13 Hamburg-Südam. Dampfschiff . O — — 23,25 24 Hansa-Dampfschifs........... 0 — —— — — Norddeutscher Lloyd ......... 0 - 29.75 29,5 29-75 A.G. für Verkehrswesen Slftt .. 0 81,5 80,75 81 80-75 Berliner Handelsgesellschaft ... 4 95,75 95-75 96,25 96 Commerz, und Prival-Bank ... 0 73,25 72,5 73 72-75 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 77 26-25 77 76-25 Dresdner Bank.............. 0 78 77-5 78 77-5 Reichsbank ................ 12 151,5 — 151,25 152-5 Ä.E.G...................... 0 28,65 28,25 28,75 28-25 Bekula..................... 0 137,75 137-75 138,25 138 (Siehr. Lieferungsgesellschaft... 6 103,5 102-75 103,5 102-25 Licht und Kraft ....... 6 115,75 115 115 75 114-75 »Zelten & Guilleaume......... O 79 79-25 79,75 78,75 Geselljch.f.Elcktr. Unternehmung. 5 111,25 110-25 111,5 110,5 Rheinische Elektrizität ........ 5 — — 107 107-75 Schuckert & (So............... Q 96,25 97 96,5 97-4 Siemens L Halske............ 7 143 142 143,25 141-5 Lahmeyer & Co............. 10 118,5 117 118,5 118 Buderus ................... o 88,5 87.5 88 87-65 Deutsche Erdöl .............. 4 103.65 102-5 103,5 103-65 Gelsenkirchener.............. 0 65,25 64,5 65,13 64-5 Harpener .................. O 99 99-25 99,25 99-25 Hoesch Eisen—Köln-Neuessen . 0 83 82-75 Ilse Bergbau ............... 6 — — — — Ilse Bergbau Genüsse........ 6 119,5 119-75 120 120 Klöcknerwerke 7 8 Mannesmann-Nöhrea........ O — 76-25 77 76-13 5ranHuri a. M. Serlin Schluß« turs vchlugi. Abend- börr Schluß- turs «chlugk. Miltag- bör'e Datum 9-1- 19-1- 9-1- 10-1. Mansjelder Bergbau......... O 86,25 86-25 86,25 86-25 Kokswerke ................. 0 — —— 98,9 98,5 Phönix Bergbau............. 0 51,5 51-13 51,65 51-4 Rheinische Braunkohlen ..... 10 212 211 212 211-5 Rheinstahl .................. 0 91,75 90-5 91,5 90-4 Bereinigte Stahlwerke........ 0 43 42-75 43,13 42-9 Olavi Minen ............... 0 12 12-13 11,75 11-9 Kaliwerke Aschersleben........ 6 110,5 110-5 110,5 111,5 Kaliwerke Westeregeln........ 5 110 110 110 111 Kaliwerke Salzdetfurth.....7’/; 150-5 150-5 150,5 150.75 I. ®. Farben-Jndustrte....... c 140 139,5 139,75 139.13 Scheldeanstall............... 9 197,5 198 — — Goldschmidt ................ 0 90 89 90 88-9 Rütgerswerke ............;.. O 97,75 98 98,75 97-9 MetaUgeiellschaft............. 0 87,5 86-75 87,25 86-75 Philipp Holzmann........... 0 80 79 80 79-5 Zementwerk Heidelberg ...... Zementwerk Karlstadt......... 0 110 110-5 - 0 121,5 - — Schultheis Pahenhoser ....... 0 — — 102.9 103-4 Aku ('Allgemeine Kunstseide) .. 0 49,5 51-13 49-5 51 Bemberg................... 0 — — 114-75 115-25 Zellstoff Waldhos ............ 0 49,5 49-25 49-25 48-75 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 70,25 70-25 69-5 70 Dessauer Gas ............... — —— 126 125-75 Daimler Motoren............ 0 48,9 48-5 48-25 48 Deutsche Linoleum........... 0 65,75 66 65-75 66 Lrenstein & Koppel.......... 0 — — 90 89-25 Leonhard Tietz .............. 0 33,5 33-25 33-5 33-65 Ebade ...................... 10 132 194 181 194 Accnmulatoren-Fabrik........ 0 150-5 154-5 152 154.75 Conti-Gummi............... 0 145-25 — 145-5 144 Grttzner.................... 0 1 27-75 28-13 Mainkraftwerke Höchst a.M.... 4 88 Süddeutscher Zucker......... 8 i 170 167-5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL g.Januar 10.Januar Amtliche Notierung G.ld | Brief . y mtliche Notierung Geld | Brief Buenos Aire^ Brüssel .... Rio de Jan. 0.628 58.22 0-194 3-047 54-41 81-27 12-185 5-38 16-42 168-23 21-30 0.709 5-649 61-25 48,95 11-06 62-84 30-72 34-04 10-39 2-483 ' 0-632 58-34 0-196 3-053 54-51 81-43 12-215 5-39 16-46 168.57 21-34 0-711 5-661 61-3,’ 49,05 11-08 62-96 80-88 34-10 10-41 2/487 Banknoten 0-628 58-24 0-194 3-047 54.57 81-30 12-22 5.395 16-425 168-30 21-30 0-711 5-649 61-42 48-95 11-09 63-01 80-72 34-04 10-40 2-484 0-632 58-36 0-196 3-053 54-67 81-46 12-25 5-405 16-465 168-64 21-34 0-713 5-661 61-54 49-05 11-11 63-13 80-88 34-10 10-42 2-488 Kopenhagen. Danzig..... London ..... Helsingfors.. Paris ...... Holland .... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo.....: Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Budapest .. Neuyork... 3erlln,10.Jonuar Geld Srlci Ainenlaniime 'Auren.............. Belgische Roten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Noten............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .......,...... Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2-436 58-03 54-36 12-185 1C.385 167-88 21-10 61-26 62-79 80-44 33-80 2,456 58-27 54-58 12-225 16-445 168-56 21-18 61-50 63-05 80-76 33-94 8reltag,y. ZanuarM5 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Hr.9 Drittes Blatt Gießen grüßt die deutsche Saar! Ueberall frohe Gesichter bei dem kurzen Aufenthalt. v ch * ■ . Z\ . . s z ÄMMW i-W/ m; - < ZunggeseUen-VerOchtungderMechamkerinnung Die Mechaniker - Innung für die Stadt Gießen und die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach hielt im Saals des „Frankfurter Hofes" in Gießen eine Zusammenkunft ab, die mit der feierlichen Vereidigung der Junggesellen verbunden war. Nachdem einige flott gespielte Märsche und Musikstücke zu Gehör gebracht waren, begrüßte der Obermeister Hans Agmana in Gießen die Teilnehmer. Sein besonderer Gruß galt dem anwesenden Kreisamtswalter der 516.= Hago, Schimmel. Nach der Begrüßungsansprache des Obermeisters zogen die Lehrlinge und Gesellen unter Vorantragung der kunstvoll von der Schneidermeisterin Frau Bornemann in Gießen gefertigten Jnnungsfahne und unter Anführung des Lehrlings- und Gesellenwartes in den Saal ein. Sie gruppierten sich um den Obermeister, der nach altem Handwerkerbrauch den Junggesellen mit Handschlag und ermahnenden Worten den Ge-r sellenbrief überreichte, worauf Altgeselle E i s f e l - l e r mit treffenden Worten die Jünggesellen ermahnte, in ihrem ferneren Leben und vor allem in dem jetzt beginnenden Handwerkerstände, der große Anforderungen an einen tüchtigen Gesellen stelle, ehrlich und rechtschaffen zu bleiben. Ein sinniges Zwiegespräch aus der Handwerkerzunft, an die gute alte Zeit erinnernd, sowie ein schön vorgetragener Prolog fanden bei den Anwesenden starken Beifall. Schriftführer Richard Bornemann führte dann u. a. aus, daß sich jeder junge Kollege ein Beispiel an den zahlreich erschienenen Altmeistern der Innung nehmen solle, die mit Eifer und Freudigkeit bei der Sache seien. Die Veranstaltung diene dem Zwecke, die Berufsverbundenheit zu pflegen. Jeder Kollege müsse sich mit eisernem Willen im Interesse der Innung, des Handwerkerstandes und nicht zuletzt im Interesse des deutschen Vaterlandes, einsetzen. Schriftführer Borne mann überreichte hieraus mit herzlichen Dankesworten für die viele Arbeit, die der Obermeister Hans A ß m a n n tagtäglich zum Wohle der Innung zu leisten habe, diesem eine mit Widmung versehene Hitler-Plakette. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß er seine sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen. Im zweiten Teil der Veranstaltung betonte Nreiöamtswatter P, 1 S*rZ y ' ; ^/JL-,a L > MA L ; KMZ M W^M ■ Die Haff-Uferbahn in O st preußen wurde derart von Eismassen blockiert, daß die Schollen von den Geleisen geräumt und in förmlichen Mauern zu beiden Seiten des Bahnkörpers aufgetürmt werden mußten. SJzipori Zwischenrunde um den Kußball-Pokal. Am 3. Februar findet die Zwischenrunde um den Deutschen Fußball - Pokal der Gaumannschaften statt. Es spielen in Berlin: Brandenburg gegen Westfalen: in Hamburg: Nordmark — Sachsen; in Mannheim: Baden — Württemberg. Der Sieger des noch ausstehenden Vorrunden- Treffens zwischen Mitte und Südwest trifft auf den Gau Niedersachsen. Der Kampfort ist noch nicht bestimmt. Oie Spiele der Kreisklaffen am Sonntag Leihgestern — VfB. II (Niersbach, Wetzlar); Lollar — 1900 II (£). Rüspeler, Gleiberg); Wieseck — Krofdorf (Wolf, Allendorf); Naunheim — Aßlar (Prinz, Albshausen); Spfr. Wetzlar — Nauborn (Sack, Heuchelheim); Werdorf — Wetzlar II (R. Würz, Holzhausen); Holzhausen — Bissenberg (Presber, Stockhausen): Ulm — Leun (Bernhardt, Tiefenbach); Steinbach — Steinberg II (Post, Wieseck): Wieseck II — Lollar II (Gerhardt, Steinbach): Wißmar — 1900 III (Bender, Fellingshausen); DIB. III — Londorf (Seitz, Heuchelheim): Berghausen — Leun II (Lind, Wetzlar); Werdorf II — Bonbaden (Spieß, Nauborn): Oberbiel — Oberndorf (H. Rüspeler, Gießen); Burgsolms II — Spfr. Wetzlar II (Dörr, Werdorf); Waldgirmes — Aßlar II (Hunger, Wetzlar); Hermannstein — Tgde. Wetzlar II (Knapp, Werdorf); Vetzberg — Fellingshausen (Deibel, Gießen); Krofdorf II — Frankenbach (Kreiling, Gießen): Erda — Hohensolms (Koob, Garbenheim); Heuchelheim II — Rodheim (Schnabel, Wieseck); Kinzenbach — Launsbach (Offenbacher, Gießen); Lich Jugend — Steinberg Jugend (Weinandt, Leihgestern). * VfB. II tritt in -Leihgestern an und wird an einer Niederlage nicht vorbeikommen. Lollar empfängt 1900 II und sollte in der Lage sein, auch hier zu einem Siege zu kommen, an 1900 liegt es, daß er nicht zu hoch ausfällt. Krofdorf fährt nach Wieseck. Trotz des Sieges am Vorsonntag wird eine Niederlage nicht zu vermeiden sein. Steinbach hat Steinberg II zu Gast. Der Ausgang ist aber un- gewieß. In Wieseck spielt' Lollar II. Zwei gleichwertige Gegner treffen hier zusammen. Wer das bessere Ende für sich behält, ist nicht zu saaen. In Wißmar treffen sich die Erste des dortigen Vereins mit 1900 III. Wenn auch 1900 alles daran setzen wird, zu gewinnen, so wird doch der Platzoerein dem Gegner keine Chance geben. VfB. III empfängt Londorf zum letzten Verbandsspiel, ein sicherer Sieg VfB.s dürfte sicher sein. Lokalkampf ist in Vetzberg, wo Fellingshausen voraussichtlicher Sieger werden dürfte. Die nächste Begegnung heißt Erda gegen Hohensolms. Ein offenes Spiel! Beide Vereine find gleich stark. Heuchelheim II hat Rodheim zu Gast, der Sieger dürfte erst beim Schlußpfiff feststehen. Launsbach fährt nach Kinzenbach und hat wenig Aussichten auf Sieg. TnßballabieÜung des Tv. Kinzenbach. Das am vergangenen Sonntag angesetzte Spiel gegen Frankenbach fiel aus, da es die Gäste vorzogen, nicht anzutreten und somit die Punkte kampflos abgaben. Für den nächsten Sonntag erwartet die 1. Mannschaft die gleiche von Launsbach. Um die Lugenvgruppenmeisterschast des S$3., Gruppe Gießen Spiele am 13. Januar 1935. Am kommenden Sonntag kommen nur zwei Pflichtspiele zum Austrag, die übrigen Mannschaften führen Freundschaftsspiele durch. Die erste Partie Lich — Watzenborn-Steinberg dürfte unentschieden zu Ende gehen. Der FC. 1926 Großen- Buseck wird alle Mühe haben, den Gegner aus Nieder-Ohmen niederzuhalten: das Vorspiel ging verloren, aller Wahrscheinlichkeit gelingt es auch diesmal der körperlich schwächeren Mannschaft von Großen-Buseck nicht, als Sieger hervorzugehen. Auf beiden Seiten hat man disziplinierte Spieler. Hindball im Kreis Lahn-Oill. Bezirksklalle. Tv. Lützellinden — Mtv. Gießen: Die Platzmannschaft wird in diesem Treffen alles versuchen, weitere Punkte zu gewinnen. Die Elf befindet sich zur Zeit in einer guten Form und bewies erst am vergangenen Sonntag gegen Kurhessen Marburg ihre Kampfkraft. Die Gäste werden daher einen schweren Stand haben. Tv. Goßfelden — Tv. Münchholzhausen: Münchholzhausen geht einen schweren Gang nach Goßfelden und wird sicher erst nach hartem Kampf zu Punkten kommen, wenn nicht die Platzmannschaft für eine Ueberraschung sorgt, die durchaus möglich ist. Tv. Roth — Tv. Kirch-Göns: Kirch-Göns hat ebensowenig schon gewonnen, wie die Gäste im vorerwähnten Spiel. Roth ist auf eignem Platz schwer zu bezwingen und muß schon die beste Form der Gäste für einen Sieg vorhanden sein. Der Ausgang ist offen. Kreisklasse 1. T v. Groß-Rechtenbach — T v. Krofdorf: Die Gäste haben einen schweren Stand und sollten erst nach hartem Kampf knapp gewinnen können. Ein Ausgang nach der anderen Seite überrascht ebensowenig. Tv. Dornholzhausen — Spv. 05 Wetzlar: Dornholzhausen hat auch diesmal die besten Aussichten, zwei Punkte zuhause zu halten, denn die Gäste aus Wetzlar werden keinen allzu erfolgreichen Widerstand auf dem Platz der Einheimischen leisten können. Tv. Atzbach — T o. Hörnsheim: Atzbach muß schon bessere Leistungen zeigen wie am vergangenen Sonntag, will es gegen die kampfstarken Gäste zu Punkten kommen. Die Mannschaft der Gäste hat in den letzten Spielen gut gefallen und sollte in der Lage sein, auch in Atzbach zu siegen. Tv. Heuchelheim — T v Lang-Göns: Ein sicherer Erfolg für die Platzmannschaft, die auch trotz der am Vorsonntag erlittenen Niederlage noch an der Spitze dieser Gruppe steht. Kreisklasse II. T v. Lollar — T v. Dorlar: Lollar erwartet zuhause den Tabellenführer und wird unter allen Umständen versuchen, die im Vorspiel erlittene zweistellige Niederlage zu korrigieren. Ein Resultat des Vorspiels wird sicher diesmal nicht herauskommen, zumal Lollar in der Zwischenzeit stark nach vorne gekommen ist. Tv. Stäufenberg — Tv. Wißmar: Die Mannschaft der Gäste ist etwas besser. Ob dies allerdings zu einem Siege reicht, muß der Spielverlauf lehren, der sicher eine knappe Entscheidung bringen wird. Kreisklasse III. T o. Holzheim II — T v. Münchholzhausen II: Beide Mannschaften dürften sich ziemlich gleichwertig sein. i Handball im DfD.-Aeichsbahn. Bis zur Beendigung der Verbandsspiele wird es dem VfB. Reichsbahn schwer fallen, für seine beiden Handball-Mannschaften Gegner zu bekommen. Am kommenden Sonntagnachmittag treffen sich daher beide Mannschaften zu einem Uebungs- spiel auf dem Waldsportplatz. Die la-Mannschaft unter Führung von Krämer, wird wohl auf Grund ihres besseren Torhüters den Sieg erringen. Das Spiel pfeift der Sportlehrer des VfB. Reichsbahn, Fischer. Kurze Sportnotizen. Im Hallen-Tenniskampf treffen vom 18. bis 20. Januar in Stockholm Deutschland und Schweden zusammen. Deutschland wird durch G. von (Tramm, Heinrich Henkel und Werner Menzel, Schweden durch Oestberg, Schröder, Rarnberg und Nystroern vertreten. Ein Probespiel trug die deutsche Eishockey- Nationalmannschaft am Mittwochabend in Garmisch gegen eine Nachwuchsmannschaft aus. Die Nationalmannschaft hatte einen schweren Stand und gewann nur knapp 2:1 (0:0, 0:1, 2:0). Ein « s weiteren Sieg landeten die kanadischen Eishockeyspieler, die Winnipeg Monarchs, in Wien. Gegen eine österreichische Auswahlmannschaft siegten sie 6:0 (2:0, 1:0, 3:0). Nach Japan eingeladen wurde die frühere Eiskunstlauf-Europameisterin Fritzi Burger (Wien). Die Wienerin wird ihre fast drei Monate dauernde, über Sibirien führende Reise schon in den nächsten Tagen antreten. Die schwedische Meisterin Vivianne Hulthen wird nach einigen Starts in Cortina d'Ampezzo, Berlin und Kattowitz nach Amerika reisen und dort an 26 Veranstaltungen teilnehmen. Bereits ausverkauft find die Karten für das am 27. Januar in Stuttgart stattfindende Fußball - Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz. Die 51 000 Karten sind sämtlich vergriffen. 33 0 0 0 Mark haben die am 2. Dezember in allen deutschen Gauen durchgeführten Winterhilfsspiele der Handballer ergeben. Die stärkste Einnahme brachte der Gau Mitte mit 4500 Mark, ihm folgen die Gaue Sachsen und Württemberg mit je etwa 3100 Mark. Adolf Schön ist auf Grund seiner hervorragenden Fahrweise beim letzten Neuyorker Sechstagerennen auch für das dort im März stattfindende Rennen verpflichtet worden. Schön soll wieder mit Lohmann fahren. Obecheffen. Kreis Schotten. # Gedern, 8. Jan. In der jüngsten G e - meinderatssitzung gab Bürgermeister Beyer einen Rückblick auf das verflossene Jahr, aus dem hervorging, daß man sowohl hinsichtlich der Gemeindefinanzen, als auch im Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit in Gedern eine erhebliche Besserung der im vorigen Jahre noch sehr schlechten Verhältnisse verzeichnen könne. Der Bürgermeister sprach den Ratsmitgliedern seinen Dank für ihre treue Mitarbeit aus. Es wurde eine Erweiterung des Beschlusses von 1932 über die Senkung der Sondergebäudesteuer herbeigeführt. Der Vertrag über den Verkauf von Holz an die AG. für Zest- stoffabrikation in Aschaffenburg wurde genehmigt. Die Straßenbauarbeiten an der Seestraße sollen durch Notstandsmaßnahmen erledigt werden; diese Arbeiten werden bald in Angriff genommen. Der früher aufgestellte Tilgungsplan über die Abtragung einer Aufwertungsschuld an die Hessische Landeskirche wurde durch einen neuen Tilgungsplan ersetzt, der 4 v. H. Tilgung vorsieht. Der Rat gab hierzu ebenfalls seine Genehmigung. — In unserem Städtchen gab es im Jahre 1934 44 Geburten. Dies bedeutet eine Zunahme gegenüber 1933 von 9 Geburten. Es starben im Jahre 1934 29 Personen (1933 27 Personen). Während im Jahre 1933 hier 18 Trauungen stattfanden, sank diese Ziffer im Jahre 1934 auf 12. Kreis Alsfeld. — Homberg, 9. Jan. Die Geflügelzuchtvereine der Kreise Alsfeld und Lauterbach veranstalten in der Zeit vom 18. bis 20. Januar in der hiesigen Stadthalle eine Bezirks- g e f l ü g e k s ch a u. Die Ausstellung soll einen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der Geflügelzucht in den beiden Kreisen ermöglichen. ss. Grebenau, 8. Januar. Von Grundstücksbesitzern der Gemarkung Grehenau und der Nach- bargemarkungen werden in letzter Zeit Klagen über große Schwarzwildschäden geführt. Das Forstamt Grebenau hat vor einigen Tagen schon zwei Polizeijagden abgehalten, die aber leider ergebnislos verliefen. Kreis Lauterbach. £ Lauterbach, 8.Jan. Aus den städtischen Betrieben und Aemtern liegen Zahlen vom Jahre 1934 vor, die einen Einblick in die Aufwärtsbewegung geben, die das Jahr 1934, das zweite Jahr im nationalsozialistischen Staat, auch unserer Stadt brachte. Die Zahl der Fremden tag höher als im Jahre vorher; es wurden hier 4792 Fremde bei Uebernachtungen gezählt. Die Zahl der Obdachlosen nahm erheblich ab; in der städtischen Herberge übernachteten 1696 Personen, gegenüber 2614 im Vorjahre. Die Zahl der Geburten hat sich erhöht; 1933 wurden 77, im Jahre 1934 88 Geburten registriert. Gestorben sind 43 (63) Personen. An Ehen wurden 53 (52) geschlossen. Im vergangenen Jahre meldeten sich 464 Personen ab, 460 zogen zu. Die Einwohnerzahl beträgt 5134. Der Verbrauch an elektrischer Energie blieb gleich dem des Vorjahres mit rund 358 000 Kilowattstunden. Die Bautätigkeit ist reger'geworden. Bekanntmachung! Wir haben uns entschlossen, die Verlosung der Gewinne des in unserm Nach- richtenblatt„Gas und Wärme" veröffentlichten Weihnachts- preisausfchreibens öffentlich am 24. Januar 1935, abends 8.30 Llhr, im „Safä Leib" vorzunehmen Gießen, am 10. Januar 1935 Direktion des städtischen Gas- und Wasserwerks 155 D Nanhläoon von3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wieder- IldullldouG holten Veröffentlichungen einer Anzeige! Zwangsversteigerung K 34 Am TUonfag, dem 28. Januar 1935, vormittags 10 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, zweites Obergeschoß, Zimmer 221, die dem Metzgermeister 2Nax Jakob in Gießen Zugeschriebenen Grundstücke versteigert: Grundbuch für Gießen, Band 28, Blatt 1298: 1. Jhir II, Nr. löOVio, Hofreite Schottstraße 9 und 11, links der Chaussee, 578 qm, Schätzungsbetrag 24 624,— RM., 2. Flur II, Nr. 162'/io, Grabgarten, daselbst, 111 qm, Schätzungsbetrag 888,— RM., zusammen 25 512,— RM. 150D Gießen, den 19. November 1934. Im Auftrage des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. 160 A Paletots ...... 28.- 34.- 42.- 54.- 68.- Ulster-Paletots 32.- 44.- 58.- 64.- 78.- Ulster ........ 48.- 64.- 78.- 84.- 92.- Sakko-Anzüge 29.50 36 - 48.- 54.- 68.- Sport-Anzüge . 28.- 38.- 46.- 52.- 64.- Loden-Mäntel . 16.50 22.- 28.- 34.- 46.- Loden-Joppen 7.50 11.50 14.75 18.- 22.- Leder-Jacken . 42.- 44.- 54.- 58.- 64.- Leder-Westen 38.- 42.- 48.- Sport-Stutzer . 26.- 39.- 44.- 56.- 74.- Schnee und Frost kommt erst jetzt - denken Sie an Ihre Winterkleidung, die Sie dagegen schützt Markenmäntel von Weltruf Eigene Maßschneiderei Großes Lager erlesener Herrenstotfe Volkstümliche Preise ■ Großstädtische Auswahl <1 KÖHLER Gießen, Seltersweg 17 Das Spezialhaus Oberhessens für gute Herren- und Knabenbekleidung - fertig und nach Maß Zwangsversteigerung ^0 Am rNontag, dem 28. Januar 1935, vormittags 10.30 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude in Gießen, Gutfleischstraße Nr. 1, zweites Obergeschoß, Zimmer 221, das auf den Namen Wilhelm Rinn 'm Beuern eingetragene Grundstück versteigert: Grundbuch für Gießen, Band XI, Blatt 502: 1510 Flur I, Nr. 676G/io, hofreite in der Katharinengasse (Katharinengasse Nr. 7), = 84 qm, Schätzungsbetrag 6500,— RM. Gießen, den 22. November 1934. Im Auftrage des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Karle, Ortsgerichtsvorsteher. Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, leichtverständlichen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlagserzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertesWissen erhöhte Freudean den vielfältigen Schönheiten der Natur. Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag Berlin-Lichterfelde WWMWWIlUtllllg lör ms MMUMlk im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße am Sonntag, dem 13. Januar 1935. Segimt 11 Uhr. Das Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, hat anerkennens- merterweise die Gesamteinnahmen der Vorstellung dem WHW. zur Verfügung gestellt. Wir erwarten von der Gießener Bevölkerung eine entsprechende Teilnahme. Kartenvorverfauf: Durch die Kreisleitung Gießen. Sämtliche Gliederungen der Bewegung, sämtliche Vorsteher aller Behörden u. Aemter, sämtliche Schulleiter, die Leiter der Banken, die Gießener Geschäfte lassen die entsprechende Anzahl von Karten bei der Kreisamtsleitung des WHW., Gießen, Löberstr. 12, abholen. Programm: l.Luana, Geheimnisse der Südsee. Phantastisch schöne Bilder aus dem Paradies der Südsee. Ein Film in deutscher Sprache. In der Hauptrolle? Dolores del Rio. i6?d 2. Im Beiprogramm: Ein lebendes Spielzeug - Ufa-Wochenschau. Preise der Plätze von 0.60 bis 1.50 RM. Heil Hitler! Schmelz, Kreisvrovagandaleiter. Lungentee mit Honig Kandis, Malz 065, 1.30 Kräoterbaus Jung in der Bläubnrg. 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