Dienstag, 10 Dezember 1955 185. Jahrgang Nr. 288 Erstes Blatt Eichener Anzeiger Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags Hat England Abänderungen gewünscht? in Gestärkt durch das in seinem Wert bereits stark umstrittene Vertrauensvotum der Kammer hat der französische Regierungschef sich wieder seinen außenpolitischen Sorgen wid'men können. Sie sind, was den Abessinienkonflikt anbetrifft, inzwischen nicht geringer geworden. Mussolini hat vor der italienischen Kammer mit offenen Karten gespielt. Wenn die französische Presse in den letzten Tagen dem Duce freundlich zugeredet hatte, er solle endlich seine Bedingungen bekanntgeben, so war das nur aus der Hoffnung auf eine Grund genug für Laval, sich seine unfreiwillige Hilfestellung wenigstens in anderer Hinsicht bezahlen zu lassen. So treibt alles auf eine Reuaufrol- lung der Frage zu, von der die englisch-französischen Verhandlungen im Oktober und November be- „Morning Post" sagt, die aus Paris gemeldeten Bedingungen haben bei einem großen Teil der Parlamentsmitglieder beträchtliche Mißbilligung verursacht. Die Vorschläge werden in weiten Kreisen als ein am Völkerbund und an Abessinien begangener Verrat kritisiert. „Daily Telegraph" begnügt sich mit der Feststellung, daß das Parlament endgültige Nachrichten mit Sorge erwarte. Der liberale „News Chronicle" meldet, in parlamentarischen Kreisen sei ein Sturm der W e st e n in der Weise, daß die Garantiemächte der angegriffenen Macht ihren Beistand sicherten und verbürgten. Das Spielen der Garantie hat also die Kläruna der Frage zur Voraussetzung: Wer ist der „Angreife r", und wer hat ihn zu bestimmen? Der Locarnopakt verlangt zu diesem Zweck einen Beschluß des Völkerbundsrates, eben um die Objektivität des Urteils zu gewährleisten. Kann aber von Objektivität noch die Rede sein, wenn die neue Praxis der Bestimmung des Angreifers nach dem Text des Bündnisvertrages den Entscheid bereits im Sinne bestimmter Interessen vorwegnehmen will? Im Bereich des Locarno-Abkommens darf eine Beistandspflicht Frankreichs unter keinen Umständen in Frage kommen, wenn nicht ein provozierter Angriff objektiv erwiesen ist. Insofern steht die Beistandsverpflichtung Frankreichs in Widerspruch mit seinen Verpflichtungen aus dem Locarno-Abkommen! Denn es gibt im Geltungsbereich von Locarno keine einseitige Festlegung von Eventualitäten; werden sie dennoch vorgenommen, so haben sie keinen bindenden und verpflichtenden Charakter. Der Locarno-Vertrag ist ein lebenswichtiges Instrument für die Aufrechterhaltung des Friedens. Weil Deutschland ihn in seinem Sinn und Zweck erhalten wissen will, hat es. seine Stimme gegen den Russenpakt erheben müssen. Man hat in Frankreich aus den deutschen Einwänden die Absicht herauslesen wollen, die Frage des Regimes der entmilitarisierten Zone neu aufzuwerfen. Das war eine bewußte Entstellung. Es geht Deutschland in Wahrheit darum, eine unverschuldete Bedrohung seiner ungeschützten Westmarken auf dem Umweg über französisch - russische Beistandsoerpflichtungen zu verhindern. Viel eher ist die Frage berechtigt, ob nicht gerade umgekehrt jene Macht, die jetzt zum Abschluß des Bündnisses mit Moskau schreiten will, eine neue Situation im Locarnobereich schafft. Empörung entstanden. Es heiße, daß der Friedensplan auch auf der Kabinettssitzung scharf b e- anstandet worden sei. Auch sei die Ansicht der Minister geteilt. Im sozialistischen „Daily Herald" wird erklärt, eine gründlichere Niederlage habe es niemals gegeben. Vielleicht würden d i e anderen Völkerbunds st aaten die Lage retten und England und Frankreich zur Zurückziehung ihres Planes zwingen. Auch bei den Konservativen ein ungünstiger Eindruck. London, 10. Dez. (DNB. Funkspr.) Die Pariser Meldungen über den angeblichen englisch- französischen Friedensplan, der sehr weitgehende Abtretungen abessinischen Gebietes an Italien vorsehen soll, haben in den Wandelgängen des Unterhaltes ei n e n h o ch st peinlichen Eindruck gemacht, der sich keineswegs auf die Kreise der Opposition beschränkt. Angesichts des Fehlens amtlicher Mitteilungen werden diese Berichte aber als nicht zuverlässig betrachtet. Es wird vielmehr die bestimmte Erwartung ausgedrückt, daß die Einzelheiten des Planes keineswegs so weitgehende Zugeständnisse an Italien enthalten, wie französischerseits behauptet wird. Der sozialistische Abgeordnete Hugh D a l t o n wird heute im Unterhaus den stellvertretenden Außenminister Eden um eine eingehende Erklärung über den in Paris aufgestellten englisch-französischen Friedensplan ersuchen. Die Berichte aus Paris über den Inhalt der Vereinbarungen haben aber auch bei den konservativen Parlamentsmitgliedern größte Ueberraschung und Unruhe verursacht. So schreibt der Parlamentsmitarbeiter der „Times": Den Ministern waren die aus Paris gemeldeten Einzelheiten des Abkommens Laval-Hoare bekannt. Die Regierung beschloß trotzdem keine Erklärung abzugeben.. Die Unterhaus-Mitglieder haben daraus den Schluß gezogen, daß die Berichte zum mindesten im wesentlichen zutreffend sein müssen. Bei der Mehrzahl der Negierungsanhänger im Unterhaus ist, wie festgestellt werden muß, ein sehr u n g ü n- tigerEindruck entstanden. Man war der Ansicht, daß die Vorschläge, falls sie auch nur annähernd richtig wiedergegeben seien, weit über das hinausgingen, was das Unterhaus zu billigen er- ucht worden fei. Sicherheit »der Bedrohung? Don Or. Hans von Malottki. maß dieser Gefahr wird allerdings erst deutlich unter Berücksichtigung der Konsequenzen, die der jetzt vor der Ratifizierung stehende russisch-französische Pakt in sich birgt, Konsequenzen, wie sie in dieser weitgehenden Form keine andere zwischenstaatliche Abmachung der Nachkriegszei auszulösen im- Meinungsverschiedenheiten in London. Das Unterhaus über die angeblich sehr weitgehenden Zugeständnisse der Regierung in dem pariser Friedensplan peinlich überrascht. falls ohne weiteres zur Aktion zu schreien. Es wird also der Artikel der Völkerbundsatzung, dessen Sinn und Zweck die unparteiische und einwandfreie Bestimmung des Angreifers ist, benutzt, um unter Berufung auf seine Lücke die Entscheidung über den Angreifer in das freie Belieben der beiden interessierten Mächte zu setzen. Aus einer als Sicherung gedachten Völkerbundsvorschrift wird also die Möglichkeit für ein kriegerisches Vorgehen abgeleitet, sofern nur die beiden Mächte sich über den Angreifer „einig" sind. Praktisch wird damit der kombinierte Wille dieser beiden Mächte zum alleim- qen Richter über Europa gemacht; trotz des äußerlichen Bestandes der Genfer Kollektivorganisation wird das Schicksal Europas dem Funktionieren eines Militärbündnisses überantwortet. _ .... Ein grotesker Zustand! Wie kann von Erhöhung der Sicherheit, von Ergänzung und Ausbau des Völkerbundspakts die Rede fein, wenn das Spielen der Beistandsverpflichtungen abhängig gemacht wird von der ins Belieben der beiden Bündnispartner gesetzten Entscheidung über den „Angreu-r ? Welche Möglichkeiten sich hi-r eröffnen wenn nur erst das Interesse vorhanden ist, gegebenenfalls einen „An- oriff" als Vorwand für d i e Erfüllung der B e i st ° n d s p f l i ch t zu konstruieren, liegt auf der Hand. Schon an sich und °hne die Sub,ek- tioieruna, die der Ruffenpakt in die Bestimmung des Angreifers hineinträgt, handelt es sich um em ebenso schwerwiegendes wie heikles Thema. Im Abessinienkonflikt z. B. nahmen bekanntlich b e i d e Parteien das Recht des Angegriffen für sich m Anspruch. Schon im sozusagen normalen Verfahren und bei allseitigem Willen zur Objektivität ist also dis gerechte und objektive Urteilfmdung mehr als schwierig. Wie kann aber überhaupt noch die Möglichkeit zur Objektivität vorhanden sein, wenn lediglich der interessierten Deutung Tür und Tor geöffnet Zustimmung des Kabinetts. Eden fährt am Mittwoch nach Genf. London, 10. Dez. (DNB.) Das englische Kabinett soll am Montagabend beschlossen haben, den in Paris von Laval und Hoare ausgearbeiteten Friedensvermittlungsvorschlag zu unterstütze n. Die Vorschläge, die die Grundlage einer freundschaftlichen Vereinbarung bilden sollen, müssen jetzt der itali enischenund der abessinischen Regierung zur Erwägung und dem Völkerbund zur Entscheidung unterbreitet werden. Es wird davon gesprochen, daß der Achtzehner-Ausschuß des Völkerbundes vielleicht schon am Mittwoch, d. h. einen Tag früher als vorgesehen, zusammentreten werde, um zu erwägen, ob diese neue Bemühung um eine friedliche Regelung einen Aufschub weiterer Sühnemaßnahmen rechtfertige. In den Wandelhallen des Unterhauses waren Gerüchte im Umlauf, daß der Völkerbundsmini st er Eden zurückgetreten sei. Diese Gerüchte werden von maßgebender Seite für unzutreffend erklärt. Eden, der während des Urlaubs Hoares stellvertretender Außenminister ist, wird seine Regierung im Achtzehner-Ausschuß vertreten. London, 10. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Reuter-Meldung aus Paris soll das britische Kabinett den von Hoare und Laval vereinbarten Friedensplan im wesentlichen gebilligt, aber gewisse A b-ä n d e r u n g e n von Einzelheiten vorgeschlagen haben. Man habe die lieber» zeugung, daß diese kleinen Meinungsverschiedenheiten beseitigt werden können, falls dies nicht schon geschehen sei. Mussolini werde daher am Dienstag iMi den französisch-britischen Vorschlägen KeniMnis erhalten. Der brittsche Außenminister Sir Samuel Hoare sei von den Ansichten seiner Kobinettskollegen vor seiner Besprechung nut Laval genau unterrichtet gewesen; er hatte also niemals seine Zustimmung zu einer Vereinbarung gegeben, die im Widerspruch zur Politik seiner Kollegen gestanden hätte. „Daily Telegraph" meldet aus Paris, die Vorschläge umfaßten eine mäßige Berichtigung der italienisch - abessinischen Grenze und 6ie Bildung einer mit Vorrechten ausgestatte- ten Gesellschaft zur Entwicklung einiger fruchtbarer Gebiete Abessiniens nördlich von Kenya bis zum Rudolf-See. Mit Rücksicht auf den bestimmten Wunsch Lavals und Hoares müßten die genauen Einzelheiten des Friedensplanes der Oeffentlichkeit noch vorenthalten werden, doch könne gesagt werden, daß die in Aussicht genommenen Grenzberichtigungen nicht sehr weitgehend seien. Es treffe schwerlich zu, daß die vermittelnden Regierungen die Abtretung der ganzen Provinz Tigre an Italien vorschlagen würden. Einer solchen Bedingung würde der Negus wahrscheinlich nur unter dem Druck bewaffneter Intervention zustimmen. Anderseits sei durchaus anerkannt worden, daß ein Teil von Tigre bereits von der italienischen Armee besetzt worden sei und daß keine Streitkräfte zur Verfügung ständen, mit deren Hilfe sie wieder hinausgetrieben werden könnten. In amtlichen Kreisen habe am Montag vor allem größte Befriedigung darüber geherrscht, daß die britische und die französische Politik für die künftige Behandlung aller europäischen Fragen wieder vereinigt worden sei. Frankreich habe England die Zusicherung gegeben, daß im Falle eines italienischen Angriffs auf England französische Hilfe unverzüglich verfügbar sein werde. Ebenso sei erklärt worden, daß Frankreich die Anwendung einer Oelsperre gegen Italien unterstützen werde, falls Mussolini die jetzige Gelegenheit zu einer Vereinbarung a b l e h n e. Paris in gespannter Erwartung. Paris, 10. Dez. (DNB. Funkspr.) Der „Pe- tit Parisien" schreibt, daß Eden selbst durch einen Telephonanruf am Montagabend das französische Außenministerium über die Entscheidung des englischen Kabinetts verständigt habe, lieber die Einzelheiten der englischen Kabinettssitzung haben auch die gewiegtesten Sonderberichterstatter der Pariser Presse augenscheinlich wenig erfahren können, da die Londoner amtlichen Kreise strengstes Stillschweigen bewahren. „Oeuvre" meldet aus London, daß Eden und Neville Chamberlain den Pariser Plan zwar nicht nötig nach ihrem Geschmack gefunden hätten, trotzdem seien die Aenderungen, die Peterson mit nach Paris bringe, nur Formsache. „Jour" hat den Eindruck, daß Rom zu Verhandlungen geneigt scheine. Man frage sich außerdem in Rom, ob nicht der Vatikan eine schätzenswerte Mitarbeit leisten könne. Der Papst könne aus Anlaß des Weihnachtsfestes einen Waffenstillstand, eine Art (Bottesfrieben, herbeiführen. Dann werde der Völkerbund sich einer Lage gegenüberfinden, die ihm gestatte, über eine Einigung zu verhandeln. „Italien wird seine Interessen dis znm äußersten verteidigen/ Rom, 9. Dez. (DNB.) Der feierlichen Eröffnungssitzung des Senats wohnten der Kronprinz und weitere Mitglieder des Königshauses bei. Senatspräsident Federzoni begrüßte sie mit dem Hinweis, die Welt möge wissen, daß das italienische Volk mit seinem Königshaus unlösbar verbunden sei. Ebenso starken Beifall fand Federzoni für seine an Mussolini gerichteten Begrüßungsworte, in denen er das grenzenlose Vertrauen des italienischen Volkes zu Mussolini und seiner Politik zum Ausdruck brachte. Großadmiral Thaon de Revel wies unter stürmischem Beifall darauf hin, daß er im Krieg die italienische Flotte in „brüderlicher Zusammenarbeit" mit den Flotten Frankreichs und Englands befehligt habe und es niemals für möglich gehalten hätte, daß die englische Flotte im Mittelmeer gegen Italien zusammengezogen werde und daß zwischen Frankreich und England gegen Italien gerichtete Abmachungen Zustandekommen könnten. Italien werde die Sache seiner Ehre und seiner Zukunft nicht aufgeben. Mussolini erklärte, der Senat zeige, daß er a u f der Höhe der Aufgaben stehe, die der wird? Es hieße ja geradezu, Anspruch auf Anerkennung politisch-diplomatischer Unfehlbarkeit erheben, wenn die Notwendigkeit von Maßnahmen Dritter gegenüber allein von der eigenen Interpretation abhängig gemacht wird. Ist etwa gar Herr Laval der Ansicht, daß der bolschewistische Bündnispartner besonders geeignet für die objektive Behandlung solcher heiklen Probleme und Situationen ist? Welch ein bestürzender Widersinn, welche unbegreifliche Verblendung! Ausgerechnet der Staat, der mittels der Komintern sich in anhaltendem Angriff auf die Kulturwelt befindet, soll zum Richter über d i e Angriffsbestim- m u n g eingesetzt werden! Der Zerstörer jeder Dölkerrechtegerneinschast als Wächter über das Völkerrecht! Hier enthüllt sich die europäische Situation, trotz aller Kollektivitätsphrasen, eindeutig als Z u - st and absoluter Bedrohung. Der Russen- pakt, weit entfernt, ein Defensivbündnis lediglich zur Erhöhung der allgemeinen Sicherheit zu sein, unterminiert und zerstört jede wahre Sicherheit, und die französische Politik beginnt nichts geringeres, als dem Bolschewismus ein weiteres willkommenes Offensivinstrument in die Hände zu spielen. Dieses Vorgehen ist um so gefährlicher, als nun gar noch Dritten zugemutet wird, jede etwaige Angreiferbestimmung der beiden Bündnispartner als bindend und verpflichtend anzuerkennen und sich ihrem subjektiven Urteil zu fügen. Es wird also nicht nur die Bestimmung des Angreifers der unparteiischen und einwandfreien Feststellung entzogen, sondern obendrein noch verlangt, daß diese Entscheidung akzeptiert wird. Falls also im Osten ein Konflikt mit Sowjetrußland ausbrechen und Deutschland als „Angreifer" bezeichnet würde, sollte Frankreich im Westen marschieren. Der Einbruch in das Locarno- Abkommen liegt auf der Hand. Der Grundgedanke von Locarno öar Friedenssicherung im Sinnesänderung des italienischen Regierungschefs erklärlich. Denn diese Bedingungen sind ja feit Beginn des Konfliktes fast die einzig b e - kannte Größe gewesen. Daß sie auch heute noch in vollem Umfange gelten, diese neuerliche entschiedene Versicherung scheint trotz aller Stimmungsmache nicht nur der sachliche Kern der Kammerrede, sondern auch symptomatisch für den schier ausweglosen Stand der Dinge zu sein, — auch der Laval- schen Schlichtungsbemühungen. Und unter diesen Umständen ist die volle lieberein ft immun g Englands und Frankreichs, in deren Zeichen der Pariser Besuch Sir Samuel Hoares stand, für Herrn Laval weit weniger angenehm als für die zielstrebige englische Politik. Der Kollektivitätsapparat, bisher Domäne der Franzosen, spielt ***** diesem Falle zugunsten der britischen Macht. and genug für Laval, sich seine unfreiwillige Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer Beilagen: Die Illustrierte A A A >▲ A A A A AÄ WH AA A A A A^_ A AA bi-.8st.Uhr des Vormittag, Gießener Familienblatter Ä jftk'WV ■■ Ä fiW Grundpreise für mm höhe iniPKPiipr 7i iiipiiipi Mit 4 Beilagen RM.l.95 WV M ■ * ■ ■■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ W H Wt ■ QL ■ anzeigen von 70 mm Brette ää" -3 1VIBW ^>1 w IVIWVI sss« SÄ» LF V -*r ‘--T* infolge höherer Gewalt w * a •• < <* aa Stellen-, Vereins-, gerne STG General-Anzeiger für Oberhe en MWW richten: Anzeiger Stehrn V I • behördliche Anzeigen KRpf. 8tan«u°rt Main 11686 Druck uttb Verlag: vriihl'fche llniverfitätsvuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schrifileitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 Meng-natffchtüff-Staffel 3 reite einen Vorgeschmack gaben: d i e automatische Hilfe Englands, falls Frankreich sich auf dem Kontinent „bedroht fühlt". lieber diesen Fragenkomplex liegt bis heute ein merkwürdiges Dämmerlicht. Wird die englische Politik sich auf den gefährlichen Weg einseitiger Abreden für gewisse, nur zu bekannte „Eventualfälle" begeben? Wird sie ihre bisher eifersüchtig gehütete Urteils- und Handlungsfreiheit aufgeben, — noch dazu dort, wo ihr diese Freiheit der Entscheidung durch ihre Eigenschaft als Bürge von Locarno zur Pflicht gemacht ist? i Es ist offensichtlich, daß Herr Laval an England dasselbe Ansinnen stellt, das i m russisch - französischen Beistandspakt bereits bedrohliche Wirklichkeit geworden ist: jene kollektive Sicherheit preiszugeben, die die französische Politik zwar stets im Munde führt, die aber in der Praxis gerade von der Seite dieses ihres eifrigsten Verfechters unterminiert wird. Don den allgemeinen Gefahren, die Frankreich mit der „Rückkehr Moskaus nach Europa" für die europäische Staatenwelt heraufbeschworen, von der besonderen Struktur des Bolschewismus als Partner, ist kürzlich schon die Rede gewesen. Das ganze Ausstande ist. i Die wahlberechtigten und wohlerwogenen deut- । sehen Bedenken gegen diesen Pakt sind in Frank- ; reich bisher immer mit dem Hinweis auf feinen ; Einbau in Öen Völkerbundspakt abgetan worden. Aus dieser seiner Vereinbarung mit der Genfer Satzung, so hieß es, ergebe sich am schlagendsten nicht nur sein friedlicher, sondern auch fein frieden- und sicherheitsfördernder Charakter; denn er fülle eine .Lücke" dieser Genfer Satzung aus und sei ebendeshalb ein besonders wertvolles Sicherheitsinstrument. Nicht nur in Frankreich, sondern leider auch in England ist es deshalb üblich, die deutschen Einwände als Ausdruck einer verdächtigen, unfriedlichen Gesinnung hinzustellen und Deutschland mangelnden europäischen Gememschafts- bewußtseins oder dunkler Absichten zu zeihen. Welche eine — absichtliche und unabsichtliche — Verkennung der Situation! Sollte das diplomatische und juristische Raffinement, das dtesen Pakt zweifellos kennzeichnet, allein daran fajulö fein? Eine Entschuldigung für diejenigen, die sich noch ehrlich um die Fundierung der Kollektwltats- idee und nicht um Möglichkeiten ihres Mißbrauches — bemühen, wäre das sicherlich nicht. Denn entscheidend ist nicht die Geschicklichkeit, die die formale Uebereinftimmung zwischen Vertragstext und Dölkerbundssatzung raffiniert zu wahren verstand. Entscheidend ist vielmehr, daß Paris und Moskau die Möglichkeit haben, sich gegebenenfalls über -en Völkerbund, und gerade unter Ausnützung der einschlägigen Paragraphen des Dölker- bundspaktes, hinwegzusetzen. Entscheidend ist, daß Bestimmungen der Genfer Satzung, die den Zweck haben, Zusammenstöße zu verhindern, mißbraucht werden, um sie durch Berufung auf ihren eigenen Text gerade unwirksa m zu machen und damit also Zusammenstöße und Konflikte erst eigentlich zu erleichtern und zu ermöglichen. Die Handhabe bietet das Kernstück des Russenpaktes, die dort getroffenen Vorkehrungen zur Best i m m u n g d e s Angreifers. Der Volker- bundspakt verlangt bekanntlich einen e i n (t i m m i - a e n Beschluß des Rates, der sich darüber ausspricht, wer in einem Konfliktefall der Angreifer ist. E r st dann besteht für die Mitgliedsstaaten bie Pflicht, gegen den Paktbrecher vorzugehen. Der Russenpakt nun zielt auf die berühmte Lucke in der Satzung ab, d. h auf den Fall, daß die Mitgliedsstaaten im Falle der Ni ch tei nstimm. g- teil gemäß her Satzung, freiejandhtnsicht. lirfi ihres Verhaltens gewinnen. Für diesen Fall sind die beiden Paktpartner entschlossen, gegebenen- Oie Rüstungsbegrenzung der großen Seemächte. Oie Klottenkonferenz in London eröffnet. fortschreitenden italienischen Nation von der Geschichte zugewiesen worden seien. Der Senat könne sicher sein, daß die Interessen Italiens in Afrika und in Europa bis zum Aeußersten oer- t e i d i g t werden würden. Oie Krisis in Aegypten. Rücktrittsabsichten der Regierung? Kairo, 9. Dez. (DNB.) Nach einer Studentenversammlung bildete sich ein Demonstrationszug, dessen Teilnehmer die Laternen ganzer Stratzen- züge zerstörten und mehrere Autobusse zertrümmerten oder in Brand steckten. Die Polizei ging mit der Waffe gegen die Menge vor. Viele Kundgeber wurden leicht verletzt. Ein Student erhielt einen schweren Brustschuß. Sein Ableben wird stündlich erwartet. Die Erregung in der Stadt hält unvermindert an. Ministerpräsident Nessim Pascha hatte eine dreistündige Unterredung mit dem britischen Oberkommissar, der von König Fuad in Audienz empfangen werden soll. Die Blätter melden, daß sich der Ministerpräsident angesichts der andauernden schweren Unruhen mit Rücktrittsabsichten trage. Am Montag vormittag hat bei dem Führer der Liberalen Partei, dem früheren Ministerpräsidenten Mohamed Mahmud Pascha, eine Besprechung stattgefunden, an der führende Mitglieder der Wasd-Partei teilgenommen haben. Zweck der Besprechung war, die Möglichkeiten für die Herstellung einer Einheitsfront der ägyptischen Parteien zu untersuchen. Wenn dies gelingen sollte, würde sich die Regierung Nessim Pascha der geschlossenen Opposition des ganzen Volkes gegenübersehen. In diesem Falle würde sich ihr Rücktritt kaum vermeiden lassen. Hehlügen in Auslandsblättern Fälschungen des Wiener „Telegraph". Das „Echo de Paris" verböten. Berlin, 9. Dez. (DNB.) In letzter Zeit führt ein Teil der Auslandspresse wieder einmal einen systematischen Lügenfeldzug gegen Deutschland, ganz offensichtlich zu dem Zweck, um angesichts der starken weltpolitischen Spannungen ein Ablenkungsmanöver zu inszenieren, für das wieder einmal das nationalsozialistische Deutschland herhalten, muß. Am unverschämtesten gebärdet sich hierbei die^Wiener Asphaltpresse. Der Wiener „Telegraph" geht sogar soweit, Meldungen eines englischen Nachrichtenbüros in der gröbsten Weise zu fälschen. Das Wiener Blatt behauptet, daß dieses Nachrichtenbüro von M a s s e n h i n - richtungen und Brutalitäten in deutschen Gefängnissen berichtet habe. Wie festgestellt wurde, hat das englische Büro solche Tar- tarennachrichten nicht verbreitet und rückt selbst von derartigen üblen Machenschaften energisch ab. Es ist an der Zeit, daß die anständige und seriöse Weltpresse dieser politischen Brunnenvergiftung entgegentritt, zumal sie jederzeit in der Lage ist, auf Grund von authentischen Informationen sich davon zu überzeugen, daß von den ganzen Lügenmeldungen über angebliche innerpolitische Auseinandersetzungen in Deutschland kein wahres Wort ist. ♦ Das „E ch o de Paris" behauptet in seiner Sonntagsausgabe trotz des vom DNB. am 6. Dezember gegebenen deutschen Dementis wiederum, daß der Führer und Reichskanzler einen französischen Großindu st riel- len empfangen habe. Diese neuerliche Behauptung ist um so unverfrorener, als sich das „Echo de Paris" wohlweislich hütet, seinen angeblichen Gewährsmann oder seine Informationsquelle für diese Lügenmeldung zu nennen, anscheinend, weil es befürchtet, dann vor aller Welt als Lügner entlarvt zu fein. Ferner stellt das Blatt erneut Kombi na t i o n e n im Zusammenhana mit dem B e - such des französischen Botschafters beim Führer und Reichskanzler an, die jeglicher Grundlage entbehren. Da dieses Blatt mit seinen lügenhaften Behauptungen erneut unter Beweis stellt, daß es anscheinend auf nichts anderes als ewige Völkerverhetzung abzielt, versteht es sich von selbst, daß es für das gesamte Reichsgebiet verboten wurde. Beamtenumbesehungen im Memelgebiet. Memel, 9. Dez. (DNB.) Das Direktorium des Memelgebiets hat eine Reihe der von dem Direktorium Reisgys seinerzeit widerrechtlich v o r g e n o m m e n e n B e a m t e n e n t l a s s u n - gen und widerrechtlichen Neubesetzungen wieder rückgängig gemacht. So wurde der Landrat des Kreises Pogegen V o n g e h r vom Direktorium abberufen und der frühere Landrat von Schl en ter in sein Amt wieder eingesetzt. Der vom Direktorium Bruvelaitis als Landrat des Kreises Heydekrug eingesetzte Simonaitis ist beurlaubt und an seiner Stelle der Landgerichtsrat Walther Butgereit eingeführt worden. Ferner sind die vom Direktorium Reisgys entlassenen 27 Amtsoor st eher wieder in ihr Amt eingesetzt worden. Ausschreitungen gegen Deutsche. B r o m b e r g, 7. Dez. (DNB.) Die Ortschaft Groß-Boesendorf bei Thron war der Schauplatz bedauerlicher Vorfälle, die sich gegen die ortsansässige deutsche Bevölkerung und ihr Eigentum richteten. So wurde in der evangelischen Kirche und im P f a r r h a u s der größte Teil der Scheiben eingeschlagen. Der entstandene Schcrden trifft die Gemeinde besonders hart, weil sie erst vor kurzer Zeit ihre Kirche unter schwersten materiellen Opfern erneuern ließ. In der Schule wurden die Fensterscheiben der deutschen Klasse einaeschlagen, während die Fenster der polnischen Klasse verschont blieben. Der gleiche Schaden wurde bei fünf deutschen Landwirten angerichtet. Die von den polnischen Behörden eingeleiteten energischen Nachforschungen haben zu der überraschenden Tatsache geführt, daß die Spuren auf das Gehöft und in die Wohnung des polnischen Lehrers führen. Der Landrat hat eine exemplarische Bestrafung der Schuldigen angekündigt. Mißlungener Staatsstreich in Reval. Reval, 8. Dez. (DNB.) In der vergangenen Nacht verhaftete die Polizei politische Verschwörer, die einen Staatsstreich beabsichtigt hatten. Es handelt sich um einen Versuch der Bewegung der Freiheitskämpfer, die Macht an sich zu reißen. Es heißt, daß nach einem in allen Einzelheiten ausgearbeiteten Plan ein Ueberfall auf den im Theater „Estonia" stattfindenden Kongreß des Vaterländischen Verbandes, an dem 1500 Abgeordnete aus dem ganzen Lande teilgenommen hatten, beabsichtigt gewesen sei. Ab- London, 9. Dez. (DNB.) Die Flottenkonferenz wurde am Montagoormittag durch den britischen Ministerpräsidenten Baldwin feierlich eröffnet. Die Eröffnungssitzung fand in dem Saale des Außenministeriums statt, in dem vor fast genau zehn Jahren der Locarnovertrag unterzeichnet wurde. Zahlreiche Diplomaten, Politiker, Admirale und Flotttensachverständige waren anwesend. Valdwin skizzierte den englischen Standpunkt, der bereits in einer Mitteilung an die Abrüstungskonferenz in Genf im Jahre 1932 niederge^egt worden sei. Heute wie damals sei die englische Regierung bereit, die Grundsätze der Washingtoner und Londoner Flottenoerträge zu verlängern unter Berücksichtigung der Aenderungezi und Berichtigungen, die sich aus veränderten internationalen Umständen und den Bedürfnissen der einzelnen Mächte ergeben sollten. Die britische Regierung lege größtes Gewicht darauf, daß auch in Zukunft eine Begrenzung sowohl in gütemäßiger als auch in zahlenmäßiger Hinsicht bestehen bleibe. England wolle eine Verminderung des Umfanges aller größeren Schiffstypen und ebenso eine Herabsetzung der Bestückung. Nach wie vor trete die englische Regierung für die Abschaffung des Unterseebootes ein. Ein dahingehendes internationales Abkommen würde zweifellos zu aroßen Ersparnissen bei den Flottenbauten der gesamten Welt führen. Es sei klar, daß keine Macht genau das durchsetzen werde, was sie sich wünsche. Die Hauptsache sei aber, daß man sich auf gewisse Begrenzungen einige, bte so viel Spielraum gewähren, wie jeder Staat vernünftigerweise zur Erfüllung seiner eigenen Sonderbedürfnisse beanspruchen könne, gleichzeitig aber die Welt von dem Drohen eines allgemeinen Wettrüstens befreien. Wenn es sich als unmöglich erweist, eine Vereinbarung für die Abschaffung der Unterseeboote zu erzielen, dann ist es von sehr großer Wichtigkeit, ein Abkommen zu erreichen, das ihren Mißbrauch verhindert. ^er Teil IV des Londoner Flottenvertrages enth^7l Regeln für die Behandlung von Handelsschiffen durch U-Boote in Kriegszeiten. Diese Regeln sind bereits in Kraft zwischen den Vereinigten Staaten, Japan und britischen Staaten. Auch die französische und die italienische Regierung, die den Londoner Flottenvertrag nicht als Ganzes ratifiziert haben, wollen, wenn diese Regeln in ein Vertragsinstrument außerhalb des Flottenvertrages eingebaut werden, einem solchen Vertrag zustimmen. Wir hoffen, daß dies das Zeichen für die teilungen, die mit Tränengasbomben, Handgranaten und Schußwaffen ausgerüstet waren, hätten eingesetzt werden sollen. Aus den aufgefundenen Plänen soll zu entnehmen sein, daß die Aufftändi- schen im Falle von Widerstand die Absicht hatten, das Gebäude aus Tanks zu beschießen. Bei den Verschwörern fand sich die Liste der neuen Regierung, an deren Spitze der Freiheitskämpfer Arthur Sirk steht, der sich als Emigrant in Finnland aufhält. Die Staatsregierung, der Staatspräsident, der Oberbefehlshaber der Wehrmacht und alle höheren Polizeibeamten sollten verhaftet werden. Die Polizei konnte sämtliche Verschwörer festnehmen, unter denen sich außer dem Revaler Führer der Bewegung, General L a r k a, auch einige höhere Offiziere befinden. Die Ruhe ist nicht gestört worden. An die deutschen Erzieher. Bayreuth, 10. Dez. (DNB. Funkspr.) Der neue Hauptamtsleiter des nationalsozialistischen Lehrerbundes, Gauleiter Fritz W ä ch t l e r, hat einen Aufruf an die Erzieher des deutschen Volkes erlassen, in dem es ü. a. heißt: Nachdem der äußere organisatorische Ein- und Ausbau des deutschen Erzieher st an- de s i m N S L B. nunmehr fast vollendet ist, müssen zukünftig alle Kräfte zur Erreichung des zweiten und größeren Zieles unserer nationalsozia- listlschen Erziehungsorganisation eingesetzt werden; der weltanschaulichen Ausrichtung aller deutschen Erzieher und Erzieherinnen. Das Ziel heißt: Jeder Lehrer und jede Lehrerin in Deutschland ist Trager und Repräsentant der Bewegung, ist Künder der Idee Adolf Hitlers. Das fei unser gemeinsames Arbeitsprogramm. Das ist Ziel und Aufgabe, die ich mir selbst meiner Arbeit stelle. Erzieher und Erzieherinnen! Gemeinsam ans Werk im felsenfesten Glauben an die hohe Mission unseres heißgeliebten Führers und an die Unsterblichkeit des Deutschen Volkes. Es lebe der Erzieher aller Deutschen, Adolf Hitler! Rücktritt des Oberbürgermeisters von Berlin. Berlin, 9. Dez. (DNB.) Oberbürgermeister Dr. S a h m hat dem Reichs- und Preußischen Minister des Innern Dr. Frick seinen Rücktritt angeboten; bis zur endgültigen Genehmigung seines Antrages auf Versetzung in den Ruhestand hat gleichzeitig Dr. Sahm um sofortige Beurlaubung vom Amte gebeten. Mit diesen Anträgen soll für die Durchführung des angekündigten Ge- letzes über die Neuregelung der Verfassung der Reichshauptstadt, wodurch der bestehende Dualismus in der Berliner Verwal- tung beseitigt werden soll, freie Bahn geschaffen werben. Reichsinnenminister Dr. Frick hat diesen Anträgen stattgegeben und mit Zustimmung des Führers und Reichskanzlers die wei- tere Verwendung Dr. Sahms imReichs- d i e n st in Aussicht gestellt. Glinst unv Wissenschaft Der Kampf um die Schach-Weltmeisterschaft geht zu Ende. Im Schachwettkampf um die Welt- me ist erschaft zwischen Aljechin und Euwe wurde in Amsterdam die 28. Partie begonnen. Euwe eröffnete mit dem Damenbauern, Aljechin vertei- digte sich indisch. Im Mittelspiel kam Euwe etwas in Nachteil. Er verteidigte sich aber sehr geschickt UrT£--c ein Bauernopfer aus seiner gefährlichen Lage. Die Partie wurde nach vierzig Zugen im Stadium eines Endspiels abgebrochen, worin Aljechin zwar einen Bauern mehr hatte, aber trotzdem nur geringe Gewinnaussichten. Am folgenden Tage wurde das Spiel fortgesetzt. Nach hartnäckigem Endspiel endete die Partie mit remis. Annahme dieser Regeln durch alle Flottenmächte der Welt sein wird und daß durch dieses Mittel ein unbeschränkter U-Bootkrieg in Zukunft verhindert werden kann. Der amerikanischeVettreterDavis verlas dann den Brief, in dem Präsident Roosevelt vor 14 Monaten die grundlegende Stellungnahme der Vereinigten Staaten zur Flottenfrage niedergelegt hat. Darin wird eine weitere Herabsetzung der Begrenzung der Flotten gefordert und im. einzelnen von England und Japan eine Verminderung der Gesamtonnage um 2 0 v. H. gegenüber der bestehenden Vertragstonnage verlangt. Nur wenn diese Vorschläge scheitern sollten, müsse eine Verlängerung der bestehenden Verträge erzielt werden Seit der Abfassung des Schreibens habe Japan den Washingtoner Flottenoertrag gekündigt. Die Erzielung einer umfassenden Flottenbegrenzung sei dadurch schwieriger geworden. Eine Möglichkeit bestehe darin, die Flottenoerträge zu erneuern, mit Abänderungen, wie sie die Umstände erforderten. Sollte dies undurchführbar sein, dann müsse wenigstens eine Verständigung gefunden werden, die ein neues Flottenwettrüsten verhindern werden. „Unser Ziel muß es sein, in den bevorstehenden schwierigen Jahren das Gleichgewicht zwischen unseren Flotten, das sich als wertvolle Friedensgarantie erwiesen hat, aufrecht zu erhalten, und zwar lieber durch eine gegenseitige Vereinbarung als durch ein teures und gefährliches Wettbauen, das allen nur schaden kann. Nach den Vertretern Indiens, Kanadas und Irlands führte als Vertreter Frankreichs Botschafter Sorbin u. a. aus: Frankreich müsse die Verpflichtungen voll in Rechnung ziehen, die infolge der überseeischen Verantwortungen in allen Teilen der Welt auf Frankreich ruhten und die sich auf eine außerordentlich ausgedehnte Seeküste erstreckten. Frankreich befürworte erhebliche Begrenzungen oder große Herabsetzungen der Höchsttonnage und Geschützkaliber. Die Frage der mengenmäßigen Begrenzung der Flottenrüstungen könne diese Frage nicht geprüft werden, ohne die allgemeine Frage der drei Waffengattungen aufzuwerfen. Die Aufrechterhaltung des gegenseitigen Vertrauens sei die erste Bedingung ber • Der Stanb bes Wettkampfes ist: Euwe 9, Aljechin 8, remis 11. Die nächste Partie wird in Amsterdam gespielt werden. Sie ist die vorletzte des Wettkampfes, unter Umständen die letzte. Stürmischer Erfolg der Berliner Philharmoniker in London. Die diesjährige Englandreise der Berliner Philharmoniker unter Leitung Wilhelm Furtwänglers fand ihren Abschluß mit einem Konzert in der Londoner Albert Hall. Welchen Anklang diese Konzertreise deutscher Musiker gefunden hat, geht am deutlichsten aus der Tatsache hervor, daß die an zehntausend Menschen fassende Riesenhalle beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt war. Das Orchester spielte Haydns Sinfonie mit dem Paukenschlag, die Suite „Der allgemeinen Sicherheit. Neue Faktoren hätten die gegenwärtigen Umstände sehr verschieden von denen der früheren Flottenkonferenz gestaltet und hinderten Frankreich daran, sich für eine längere Zeit zu binden. Der italienische Botschafter Grandi, erklärte, eine Rückkehr zum unbeschränkten Rü- stungswettbewerb würde allgemeines Mißtrauen erwecken, das die Wurzel zu den schlimmsten Krisen in der Welt lege. Seine Regierung sei gezwungen, sorgfältig die gegenwärtige Lage zu prüfen, die durch die Haltung vieler dem Völkerbund angehörenden Staaten geschaffen worden sei. Nichtsdestoweniger nehme Italien an dieser Konferenz in dem gleichen Geiste teil, der es so viele Jahre hindurch beseelt habe. Italien habe die Rüstungsmöglichkei- ten, die ihm der Washingtoner Vertrag gegeben habe, nichtoollausgenutzt. Italiens Hauptziel fei die Vermeidung eines Rüstungswettrennens. Der japanische Vertreter Admiral Aaaano erklärte, Japan wünsche ein gerechtes Abkommen in allen Rüstungsfragen, das jedem Land eine an- gemessene nationale Verteidigung sichere, das Gewicht vermindere, das auf den Völkern laste, und zu gleicher Zeit den Frieden fördere. Das Ziel dieser Konferenz sei ein neuer umfassender Vertrag über die Seeabrüstung, der die Flottenstärke vom Jahre 1937 ab regele und auf der Grundlage aufgebaut werde, daß zwischen den großen Flottenmächten der Welt eine gemeinsame Grenze für die Seerüstungen festgelegt werde, die so niedrig wie möglich festzusetzen sei und nicht überschritten werden dürfe. Gleichzeitig damit mühten d i e Angriffskräfte erheblich vermindert und Verteidigungskräfte in reichem Maße vorgesehen werden. Die japanische Regierung halte dies für den besten Weg, um zum dauernden Frieden beizutragen. Nach Erklärunaen der Vertreter Neuseelands, Südafrikas und Australiens wurde ein Ausschuß eingesetzt, dem alle Flottenabordnungen angehören. Vorsitzender der Konferenz ist der britische Außenminister, sein Vertreter der Erste Lord der britischen Admiralität Lord M o n s e l l. geigende Eremit" von Reger, Smetanas „Moldau" und die Sinfonie in F - Moll von Tschaikowski. Der stürmische Beifall nach jedem Stück, der besonders zum Schluß minutenlang andauerte, zeigte, in wie hohem Maße das englische Publikum die Kunst Wilhelm Furt- wänglers und der Berliner Philharmoniker zu schätzen weiß. Warme Anerkennung kommt auch in den Würdigungen der Musikkritiker der Londoner Presse zum Ausdruck. So spricht einer von ihnen von der zauberhaften Intensität und dem idealen Gleichgewicht der Vorführung, und ein anderer lobt die „köstlichen Beispiele der Geschicklichkeit Furtwänglers und seiner Leute". In der „Times" heißt es, bei der Tonwiedergabe des Gedichtes von Smetana habe das Orchester sich selbst übertroffen. Alle Mann an Bord. Das gemeinsame Opfer für dm Krieg, ein Symbol für die Einheit Italiens. Don unterem römischen E.-Korrespondenten. Rom, im Dezember. Mit dem königlichen Ringopfer ist der Bund, den das von fünfzig Staaten bedrängte italienische Volk geschlossen hat, ohne daß dazu ein Gebot der Obrigkeit ergehen mußte, besiegelt worden. Zwei Ringe mehr, 10 Gramm Gold zu den Zentnermasfen hinzu — es fällt ziffernmäßig nicht ins Gewicht und die Banknotendeckung wird dadurch gewiß nicht verbessert, aber ein Volksepos hat seine Krönung erfahren. Die Nation ist durch den kurzen Brief, den die Königin an den Duce richtete, aufs Tiefste bewegt worden, denn es heißt darin, daß dieser Ring das Teuerste fei, was die Königin besitze, weil er sie an den Tag erinnere an dem sie das Glück hatte, Italienerin zu werden. Aller Augen richten sich nach der Adria, hinüber nach ihrem Geburtsland Montenegro das zum Dank dafür, daß es als eines der ersten Länder für die Entente in den Krieg zog, von ihr aus der Landkarte gestrichen wurde. Nun legt Königin Helena den Trauring zu denen der anderen Frauen Italiens und ist stolz darauf, ihrem neuen Vaterland dienen zu können. Jenseits der Alpen und Meere mag das wie eine kleine Hofanekdote aussehen, in Rom wird sie ins große Geschichtsbuch eingetragen. r. "Wir sind zuerst Katholiken und dann erst Jta- liener. Gm Wort, das man nicht selten hören konnte. In Italien, das doch durch Menschenalter hindurch seinen Kampf und Krieg gegen den Vati- kan fuhren mußte, nicht bloß mit Streitschriften und heftigen Reden, sondern mit Pulver und Blei, in Italien, das Rom mit stürmender Hand ein- nahm, während der Papst auf den Knien lag und seinen Groll nicht bezwingen konnte, so daß er sich als freiwilliger Gefangener in den Palast der Palaste zurückzog und alle seine Nachfolger dem Beispiel folgten, in diesem gleichen Italien hat sich dennoch der gläubige Katholik nun als Italie - n e r ausgewiesen. Sein Vaterland liegt nicht in einem imaginären Reich, sondern im Volk. Das wiegt um so schwerer, als der jetzige Papst, dem das Verdienst zukommt, gemeinsam mit Mussolini den fünfzigjährigen unseligen Streit beigelegt zu haben, bekanntlich von dem afrikanischen Feld- zug nichts wissen wollte. Wenn dennoch nun der hohe Klerus das goldene Kreuz von der Halskette nimmt und auf den Altar des Vaterlandes niederlegt, so kann man verstehen, daß auch das „nationale E p i s k o p a t", so heißt es nun, im gleichen großen Geschichtsbuch erscheint. Es sei das erstemal, wird festgestellt, daß Episkopat und Klerus offen und werktätig an einem großen politischen Unternehmen Italiens teilnehmen, nicht mit vere-inzelten und beschränkten Handlungen, sondern einmütig und freiwillig. Heute könne man endlich sagen, daß es einen italienischen Klerus gebe, Erz- bischofe, Bischöfe und Priester, die italienisch füh- len und ihr hohes kirchliches Amt in den Dienst der nationalen Belange stellen. In der Tat wird nun Don allen Kanzeln das hohe Lied des gemeinsamen Vaterlands gesungen, es gibt keine abseits stehende Kirche mehr. König, Kirche und Volk stehen geschlossen beisammen, die volle Einigung Italiens ist eine geschichtliche Tatsache. Ner Führerstaat hat sich bewährt. Nichts unnötiger, als den Schöpfer dieses Werkes vorzustellen. Wer immer noch nicht überzeugt sein sollte, der braucht sich nur die Frage vorzulegen, wie es heute in Italien aussähe, wenn noch das parlamentarische System in Kraft wäre. An gewisser Beziehung, meinte Mussolini, als er zur Phalanx der Mütter und Witwen sprach, haben die Sanktionen ihr Gutes. Am schönsten und ergreifendsten ist es aber doch, das Volk auf feinem frohgemuten Opfergang ZU beobachten. Es murrt nicht, es brummelt nicht, es fragt und zweifelt und kritisiert nicht, es gibt nur. Gibt buchstäblich alles, was man von ihm wünscht. Am 18. Dezember ist der Tag der „fede", wie der Trauring heißt, wobei er einfach mit dem Wörtlein Treue oder Glaube gleichgesetzt wird Wer würde nach dem Beispiel der Königin noch zögern, den goldenen Reif vom Finger zu streifen? Gleichviel, ob hochkarätig oder nur Legierung, es ift mehr eine Kulthandlung: die Gemeinschaft von zwei Menschen soll sinnbildlich auf das Vaterland übertragen werden. Brautschmuck und Golddollar, Kruzifix und Kriegsmedaille, Ketten und Spangen und Uhren, ?a^ma^e5 J" *?en Zeichen Schm?lztiegel kommen. In Mailand hat man bereits über 10 Zentner Gold beisammen eine Großstadt, nun ja, eine reiche Handelsstadt, aber geht man in ein kleines Abruzzendorf, so ergibt sich, daß dort verhältnismäßig ebensoviel gespendet wird. Ich war dabei, als die Dorfälteste kam und den Trauring vom Finger zog, , den sie dort 65 Jahre lang getragen hatte: Esi st alles, wasichhabe! Der Pfarrer schickte ein kleines Päckchen und ei" Begleitbrief: Hier das Goldgehäuse meiner Uhr, eines aus Nickel tut es auch; dann sechs Siwerspangen von meinen Schuhen, sie erfüllen auch ohne sie ihren Zweck; eine Münze, die ich einmal gefunden habe, weiß nicht, ob von Wert; und wenn ich während des Krieges sterben sollte, io verzichte ich auf den üblichen Zinksarg, nehmt Holz, ganz leichtes Holz ... Der Zinksarg ist des- wegen üblich, weil in Italien die Erdbestattung immer mehr zugunsten der oberirdischen Reihen- ratatomben abnimmt. Recht hat der Pfarrer, er fierjt voraus, daß ja im Zuge der Sanktionen auch gends steht man einen Polizisten: Der wäre em Dieb am Vaterland, der von den Opfergaben nähme. lalienr. etanas ltoll von nach je- minuten» W bas ' Furt- onifer zu f auch in Londoner ’n ihnen ibe eilen rer lobt t W s“ W on Tme> ien. Meine politische Nachrichten Ministerpräsident Göring hat dem Ehren- Reichsführer des Reichsbundes der Inhaber der Rettungsmedaille, Bürgermeister Dr. Maretzky, mitteilen lassen, daß er in dankbarer Anerkennung der höchsten Einsatzbereitschaft, die die Träger der Rettungsmedaille bewiesen haben, bereit ist, die S ch i r m h e r r s ch a-f t über den Reichsbund anzunehmen. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Dezember 1935 6 990 741 gegenüber 6 816 509 am 1. November 1935. Im November ist mithin eine Zunahme von 174 232 Teilnehmern (2,56 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl vom 1. Dezember befanden sich 487479 gebührenfreie Anlagen. lberschrit. 3ten die inbert Borge» >alte bies Frieden lseelanbs, Ausschuß gehören. 1 Außen» 'er briti» in •lne u» *l9ung den 1 iörbere. Natten» Flotten» auf her en den >t eine See» iS * ^trauen ?Un9en, H bie hlsbesto. I mbem AlNdurj °9lichkeb gegeben ' Haupt, ungz, jebe, Erz. nisch fuh- Dienst ber wird nun leinsamen s stehende offen bei» tauens rstaat hat Schöpfer noch nicht die Frage jhe, wenn rast wäre. ii, als er ich, haben iber doch, )pfergang aelt nicht, es gibt von ihn' I« „i-d- ' , mit d'" !-tzt o"6; ijgin noch u ftnif'"' ierung, 15 iftbaft»»" M u"h n6 W®' nW®«® ieTsW' TÄ 3‘- ®ert; ’^iff das Zinkblech ausgehn muß und das Holz schon rar geworden ist ... Trubel auf dem Marktplatz: die Schulkin- I der kommen! Manche schieben einen Karren, an- ! dere haben ein Mulo aufgetrieben und überfrachtet, die meisten schleppen sich selber die Schultern wund. Eiserne Bettstellen und Waschtische, geplatzte Wasserrohre, ein Kinderauto, Roller, Blechbüchsen, Gerümpel aller Art, mehr Rost als Eisen, dazwischen durchaus gebrauchsfähige Dinge, so daß einem leise der Verdacht aufsteigt, daß da hinter Japan erwartet keinen Erfolg von der Flottenkonferenz. Tokio, 10. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die japanische Presse lehnt einmütig die amerikanischen und englischen Vorschläge zur Flottenabrüstung ab, wobei die Meinung zum Ausdruck kommt, daß diese Vorschläge lediglich auf die Beibehaltung der bisherigen Derhältniszahlen abzielten. „Tokio Asahi Schimbun" schreibt, daß die japanische Regierung nachdrücklich für die Ablehnung aller Vorschläge einttete, die der japanischen Forderung auf Sicherheit und Nichtangriff widersprechen. „Kokomin Schimbun" empfiehlt, sich schon heute auf einen Mißerfolg der Lodoner Konferenz einzustellen und die Möglichkeiteines Wett- r ü st e n s zu erwägen. In japanischen Marinekreisen wird die Auffassung vertreten, daß eine allgemeine Herabsetzung der Flottenstärke um 20 v. S). den Vereinigten Staaten wesentliche Vorteile gegenüber Japan geben würden. Amerika würde nur alte, für den Pazifik ungeeignete Schiffe abrüsten müssen, während Japan moderne Kampfmittel einbüßen würde. Auch der Abbau der U-Bootswaffe wird a b gelehnt, es handle sich um ein für Japan unentbehrliches Verteidigungsmittel. dem Rücken der guten Eltern etwas gemaust wurde, um der guten Sache willen. Und so geht das tagaus, tagein zum Kriegerdenkmal, vor dem ein seltsames Metallgebirge stetig höher wächst. Nirgends sieht man einen Polizisten: der wäre ein Der spanische Ministerpräsident Chapaprieta hat dem Staatspräsidenten den Rücktritt des Gesamtkabinetts angezeiat. Die Ursachen der Kabinettskrise liegen in der Unzufriedenheit der Regierungsparteien mit den Finanzerlassen des Ministerpräsidenten sowie in den Skandalen, durch die bekannte spanische Polittker und ihre Parteien belastet wurden. Der Abänderungsantrag der Labourpartei zu der Antwortadresse auf die Thronrede wurde vom britischen Unterhaus mit 382 gegen 140 Stimmen abgelehnt. In den Städten stehen sie Schlangen, um ihr Gold und Silber abliefern zu können. Die Zeitungen kommen längst nicht mehr mit dem Spendenverzeichnis nach. Selbst die Auslandsitaliener sammeln, die Soloaten schicken ihr Geld aus Ostafrika, die Fremden werden mitgerissen und geben Golddevisen. Daneben laufen die Zeichnungen auf die Kriegsanleihe. Mailand hat es bereits auf über 5 Milliarden gebracht. Und doch kann man von einer Kriegsnot noch lange nicht sprechen. Wessen wir fähig sind, sagen sie alle mit blitzenden Augen, das werdet ihr erst so richtig sehen, wenn der Befehl vom Duce kommt: Alle Mann an Bord! Fast vier Millionen Mark spendete das devtscheVolk zwischen Mittag und Abend. Ein großer Erfolg des Tags der nattonalen Solidarität. Dr. Goebbels dantt Sammlern und Spendern. Berlin, 9.Dez. (DBB.) Der Reichsbeanf- Iragle für das W h W. teilt mit: Das Sammelergebnis des diesjährigen Tages der Nationalen Solidarität beträgt für das Reich 3985676,23 Mark. Damit ist das vorläufige Ergebnis des Tages der Nationalen Solidarität 1934, das 3700000 Mark betrug, bereits um 285000 Mark überschritten worden. Zu diesem Ergebnis veröffentlicht Reichsminister Dr. Goebbels folgendes Telegramm: „Zu der fo erfolgreichen Durchführung des diesjährigen Tages der Nationalen Solidarität spreche ich auf diesem Wege den vielen tausend Sammlern und den ungezählten Millionen Spendern im ganzen Reich herzlichsten Dank aus. Die Sammler, ob „prominent" ob „nichtprominent", haben sich opferbereit für einen Tag in die Front der ungezählten Helfer des Winterhilfswerks gestellt, die monatelang dieses schwere und manchmal auch undankbare Werk mit Freuden für die Aermsten der Armen tun. Sie haben damit in wirksamer Weise ihre Berbundenheit und Bewunderung zum Ausdruck gebracht, die Millionen Spender aber haben durch eine beispiellose Gebefreudigkeit wieder einmal der ganzen Welt bewiesen, daß das deutsche Volk sich in seinem sozialen Pflichtgefühl und in feinem nationalen Solidarismns von keinem Bolk der Erde übertreffen läßt." ♦ Vier Millionen Mark — Fünf- und Zehnpfennigstücke, halbe und ganze Markstücke, auch Papiergeld — haben am Tage der nationalen Solidarität die Helfer des Winterhilfswerks gesammelt. An einem Tag, nein, in wenigen Stunden: vier Millionen Mark! Das ist eine Leistung, auf die nicht nur die Sammler, sondern auch die Spender stolz sein dürfen. Was hätten wohl die vielen tausend Sammler mit ihren Büchsen erreicht, wenn nicht auf der anderen Seite der Gemeinschaftsgeist geherrscht hätte! Diese andere Seite stand aber wie ein Mann zusammen, sie bildete die Front, die man ohne Uebertreibung als wirkliche Volksfront ansprechen kann. Wir wollen uns nicht in Berechnungen ergehen, wieviel warme Mittagessen für diese vier Millionen ausgegeben und wieviel Zentner Kohlen an die Hilfsbedürftigen verteilt werden können. Die Hauptsache ist, daß neben der allgemeinen Hilfsaktion vom deutschen Volke zwischen Mittag und Abend eine Riesensumme mobil gemacht wurde, die nun zu den übrigen Hilfsgeldern gelegt und mit ihnen für alle bedürftigen Volksgenossen ausgegeben werden kann. Ein neuer Sieg ist in der Winterhilfsschlacht errungen, der den des Vorjahres noch um ein Erhebliches übertroffen hat. Dieser Sieg ist gleichzeitig auch ein Denkmal der Solidarität aller Volksgenossen: der bessergestellten mit den schlechtergestellten, der gut gekleideten mit den schlecht gekleideten und der satten mit den hungrigen. Tb i e einen gaben für bie andern, sie werden auch weiter- h i n geben und beweisen, daß das Wort „Solidarität" in Deutschland Sinn und Gehalt bekommen hat. Tung der ameri konischen Handelsbilanz an, die er als das bisher größte Aktivum für eine Beffererung der weltwirtschaftlichen Lage bezeichnete. Aber alles hängt von der Einsicht der politischen Führung in den maßgebenden Ländern ab, davon ob, wie Dr. Schacht sich ausdrückte, „die Politiker es gestatten, daß sich der beginnende Aufschwung durchsetzt". Nach den bisherigen Erfahrungen ist hier eher Skepsis als Zuversicht am Platze, wenn auch die Handelspolitik Großbritanniens als ein gutes Anzeichen beginnender Einsicht gewertet werden kann. In der deutschen Stellung bei einer etwaigen Wandlung zum Aufschwung sieht Dr. Schacht zwei Passivposten drei wertvolle und ausschlaggebende Aktiva gegenübergestellt. Die ersten bestehen in unserer Auslandsverschuldung und in der Rohstoffknappheit. Die überaus ernste Feststellung, daß unsere Einfuhr einen Stand erreicht hat, der „einfach nicht mehr unterschritten werden kann, wenn wir nicht weitgehend aus der Weltwirtschaft ausscheiden sollen", müßten in den Ländern aufmerksam gehört werden, die von uns Zahlung ihrer Guthaben erwarten. Die großen und überwiegenden Aktivposten aber sind das weltpolitische Gleichgewicht, das bie beutsche Wanblung hergestellt hat, bie Tatsache, baß Deutschland immer noch bas brittgröfjte Verbraucher- unb Einfuhrlanb ber Weltwirtschaft ist unb baß bie innere Konsolidierung Deutschlanbs jeben Versuch ausschließt, bie Krise gegen es auszunützen und arbeiten zu lassen. Nach dem Kriege wurde in Deutschland das Wort geprägt, „bie Wirtschaft ist bas Schicksal" zur Begründung einer rein auf wirtschaftlichen Interessen gestellten Politik. Die letzten 15 Jahre haben gezeigt, daß auch vorhandene wirtschaftliche Erkenntnisse sich nicht durchsetzen können, wenn die Politik entgegengesetzte Wege geht. Das neue Deutschland hat deswegen durch Wiederherstellung ber inneren Einheit bes Reiches unb feiner äußeren Freiheit bie politischen Voraussetzungen geschaffen, burch bie Krisenzeiten zu be- stehen sind und durch die eine gleichberechtigte Teil- nähme an einem Aufschwung gesichert werden würde. An dem Tage, an dem sich diese Wandlung in der internationalen Politik durchsetzt, werden auch die Anzeichen wirtschaftlicher Entspannung, die man jetzt nur mit Vorbehalten registrieren kann, als das Ende ber Weltwirtschaftskrise gewertet werben können. Aus aller Wett. Heber 5000 Teilnehmer am Reichsleistungskampf. Jrn Anschluß an das Lager ber Reichswettkampfleitung bes Reichsleistungskampses fanb in Berlin eine Führertagung b e r Deutschen Stu- b e n t e n s ch a f t statt, auf ber bie bisher vor- liegenden Ergebnisse bes Reichsleistungs- f amp fes eingehend besprochen wurden. Es zeigt sich schon jetzt, daß eine starke Belebung des ort- lichen Hochschulbetriebes eingesetzt hat. Eine Reihe Professoren hat die Vorlesungsreihe im Anschluß an bie Themenstellung bes Reichsleistungskampfes eingerichtet. Die bisher vorliegenden Meldungen haben bie Zahl von 5000 wesentlich überschritten, ein Beweis bafür, baß bas politisch-wissenschaftliche Leben sich an ben Hochschulen burchzusetzen beginnt. Ein Filmwerk von den Olympischen Spielen 1936. Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels hat Leni Riefen- st a h l den Auftrag erteilt, ein deutsches Filmwerk zu gestalten, in dessen Mittelpunkt die Olympischen Spiele 1936 in Deutschland stehen. Dem Plan für den Film liegt der Gedanke zugrunde, die Idee der Olympischen Spiele unter den Völkern im Rahmen des neuen Deutschlands sichtbar zu machen. Die Uraufführung soll ein Jahr nach den Olympischen Spielen ftattfinben. Außerdem werden von den Wochenschauen unter Aufsicht des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda d i e Winterspiele in Garmisch gesonders verfilmt. In beiden Fällen ist bereits mit den Vorarbeiten begonnen worden. Wildfchweinjagd zugunsten des DHW. Im Saupark Springe (Deister) fand eine Gau» jagd zugunsten des Winterhilfs tue rks statt, an der Reichsjägermeister Ministerpräsident Göring mit zahlreichen Gästen teilnahm, darunter der polnische Botschafter Exz. Lipski, Reichsminister Freiherr von Neurath, Reichsminister Graf Schwerin-Krosigk, General- Politik und Wirtschaft. Präsident Schacht über Aktiva und Passiva der Weltwirtschaft. Der Reichsbankpräsident und Reichswirtschafts- minifter Dr. Schacht hat in der letzten Woche drei Reden gehalten, von denen die ersten beiden sich an die moralische und wirtschaftliche Verantwortung ber in ber deutschen Wirtschaft tätigen Personen, seien sie Betriebsführer ober Gesolg- schaftsmänner, wandten. Dr. Schacht ist dafür bekannt, daß er den M u t auch zu unangenehmen Wahrheiten hat und daß er ihn immer bann mit großer Entschlossenheit einsetzt, wenn er glaubt, baß eingerissene Irrtümer ober persönliche Unzulänglichkeiten am besten burch rücksichtslose Wahrheit befeitigt werben können. Er hat sich burch feinen Mut nicht nur bas volle Vertrauen des Führers und Reichskanzlers erworben, sondern seine Stimme wird überall, im Inland wie im Ausland, als eine unbedingt zuverlässige und ungeschminkte Interpretation der tatsächlichen Verhältnisse angesehen und respektiert. Wenn es auch nicht richtig ist, daß Dr. Schacht, wie ein ausländisches Blatt bemerkte, ber einzige Mann ist, ber die Wahrheit sagen darf, so liegt darin doch eine widerwillige Anerkennung des hohen Maßes von Kredit, den er sich auch bei ben auslän- bischen Zuhörern seiner Worte zu verschaffen gewußt hat. An diese richtete sich vornehmlich seine letzte Rede, bie er in München vor dem „Bunbe ber Freunde ber Technischen Hochschule" über bas Thema „Deutschlanb unb bie Weltwirtschaft" gehalten hat. Das Problem, zu dessen übersichtlicher unb vollständiger Erfassung leider so viel gehört, daß nur wenige Männer, in deren Hände das Schicksal der Staaten und Völker gegeben ist, über die notwendige Einsicht und Erfahrung verfügen, ist am Ende des Weltkrieges geboren und hat seither soviele Wandlungen durch- gemacht, daß es ttotz der grausamen Lehren, bie es erteilt hat, schwer ist, die Zusammenhänge zu erkennen, und noch schwerer, die gegen- sätzlichen Anschauungen und Interessen zu einem gemeinsamen rettenden Entschluß zu sammeln. Bisher ist es jedenfalls nicht gelungen, und man kann nicht sagen, daß gerade die gegenwärtigen Umstände für eine rettende Tat besonders günstig seien, da der Weltwirtschaft durch den Sanktionskrieg des Völkerbundes gegen Italien neue Belastungen und Verwicklungen bevorstehen, von denen Dr. Schacht sagte, daß sie sich im einzelnen noch gar nicht übersehen lassen, außer der allgemeinen Wirkung, daß sie den in den meisten Ländern vorherrschenden Wunsch nach Autarkie, das heißt nach wirtschaftlicher Abschließung und Selbstgenügsamkeit verstärken. Darüber, daß diese Tendenz nicht auf dem Wege zur Gesundung der Weltwirtschaft liegt und daß Deutschland in der Autarkie kein Ideal, sondern nur einen erzwungenen Notstand sieht, hat Dr. Schacht als der leitende Kopf der deutschen Wirtschaftspolitik nie ein Hehl gemacht und auch jetzt wieder den optimistischen Schwärmern für diese primitive wirtschaftliche Anschauung zugerufen, daß Autarkie immer, und für Deutschland erst recht, Armut bedeutet. Jedenfalls fällt auf die Sanktionspolitik, wenn man sie nicht allein politisch-diplomatisch, sondern auch wirtschaftlich ansieht, ein tiefer Schatten, denn von ihr kann nicht nur eine Verlängerung, sondern auch eine neue schwere Komplikation der Weltwirtschaftskrise ausgehen, deren Erkenntnis wieder mit unendlichen Opfern bezahlt werden müßte. Von den sanktionsbegeisterten Pazifisten, Gewerkschaften usw. kann man also wohl sagen: „Herr, sie wissen nicht, was sie tun!" Das Bild, das Dr. Schacht angesichts der neuen von der Politik drohenden Unsicherheit von den Aussichten einer wirtschaftlichen Besserung entwarf, Forinte natürlich nicht sehr optimistisch sein. Dennoch fehlt es nicht an hoffnungsvollen Anzeichen. Als solches sieht er vor allem die gesunde Wand- forstmeister von KeudcN, Oberpräsident Stabschef Lutze und Dr. Lutz Heck. Was der „Graf Zeppelin" bisher leistete. „Graf Zeppelin" kehrte heute um 6.15 Uhr von seiner 50. Südamerikafahrt nach Friedrichshafen zurück. Das Luftschiff, das unter Führung von Kapitän Lehmann stand, landete glatt auf dem schneebedeckten Werftgelände. Zwölf Fahrgäste hatten an der Fahrt teilgenommen. „Graf Zeppelin" war am 7. November zu einer Jubiläumsfahrt nach Südamerika, die gleichzeitig die letzte in diesem Jahr war, aufgestiegen. Don Pernambuco aus hatte das Luftschiff einen Monat lang zum ersten Mal einen reinen Postdienst ohne Fahrgäste und Fracht zwischen Brasilien und Afrika unterhalten und so eine Ueberholung der beiden Lufthansa-Flugzeug- mutterschiffe „Westfalen" und „Schwabenland" ermöglicht. Am 26. November war das Luftschiff auf einer seiner Pendelfahrten infolge des Aufstandes in Pernambuco an der dortigen Landung verhindert. Unfreiwillig stellte es dabei einen neuen Dauerrekord auf, in dem es 119 Stunden in der Luft blieb. Diese Rekordfahrt war gleichzeitig die 5 0 0. Fahrt, die „Graf Zeppelin" unter Einrechnung aller Werkstättenfahrten usw. zurücklegte. Der diesjährige Fahrtenabschnitt übertraf das Programm des vorigen Jahres um fast das Doppelte. In diesem Jahre legte der „Graf Zeppelin" rund 350 000 Kilometer zurück. Das Luftschiff hat in seinen sieben Betriebsjahren über 1 350 000 Kilometer Fabrtweg bewältigt, was einer fast 34maligen Weltumrundung entspricht: dabei beförderte es 12 000 Passagiere und 65 000 Kilogramm Post und Fracht. Beim Wildern ertappt und angeschossen. Auf dem Jagdbogen „Speyerer Grün" auf badischer Seite wurde von dem Jagdhüter Josef Klein aus Speyer der 41 Jahre alte Heinrich Heppes aus Altlußheim, der 1930 selbst Jagdhüter war, beim Wildern auf Fasanen betroffen. Da Heppes die Flucht ergriff, machte Klein von der Schußwaffe Gebrauch und traf ihn mit einer Schrotladung in den Rücken und ins Bein. Der Jagdhüter nahm den Verletzten fest und führte ihn der Speyerer Polizei vor. Bei der Vernehmung gab der Wilderer an, er habe auch einmal wieder einen Fasanen essen wollen. Er wurde in ein Krankenhaus verbracht. Winter in Oberitalien. Die Kälte in Oberitalien nimmt zu. Im Scri- viatal beträgt die Kälte 8 bis 10 Grad. Im Flachlands der Lombardei und von Piemont wurden 5 bis 6 Grad unter Null gemessen. In Mailand fällt seit der Nacht zum Dienstag Schnse, der Straßen und Plätze bereits mehrere Zentimeter hoch bedeckt. Das Schneetreiben hält heute vormittag noch unvermindert an. Wiener Skiläuferin in den Bergen tödlich verunglückt. Das erste Lawinenunglück der diesjährigen Wintersportsaison hat sich ereignet Die 37jäh- rige Baronin Gabriele K l i m b u r g aus Wien unternahm mit einem Führer und einer zweiten Dame eine Skitour auf die Höhe der Seekarscharte in den Radstadter Tauern. Die Skifahrer wurden von einer Lawine erfaßt. Baronin Klimburg konnte nur noch als Leiche geborgen werden, während die beiden anderen Personen gerettet wurden. Das Lawinenunglück in Kirowsk. Zu dem furchtbaren Lawinenunglück in der auf der Kola-Halbinsel gelegenen Stadt Kirowsk (Murmansk), das bisher allein 88 Menschen das Leben kostete, teilt die sowjetrussische Telegraphen- Agentur mit, daß sich der Lawinensturz bereits am 5. Dezember ereignet hat. Das Unglück, über das bisher weder die Sowjetzeitungen noch die sowjetrussische Nachrichtenagentur irgend etwas berichtet haben, ist auf das Wüten eines Schnee st urmes zurückzuführen, der die Schneemassen in Bewegung setzte und zu Lawinen formte, die dann die beiden Unglückshäuser in Murmansk verschütteten. Es wird daran gearbeitet, die Stadt vor der Gefahr weiterer Lawinenstürze zu schützen. Acht Tote beim Schneidemühler Kraftwagenunglück. Wie jetzt zu dem bereits gemeldeten entsetzlichen Kraftwagenunglück bei Schneidemühl bekannt wird, sind von den acht Schwerverletzten inzwischen vier weitere Personen ihren Verletzungen erlegen. Danach hat sich die Zahl der Toten auf acht erhöht. Das Befinden der übrigen Schwerverletzten ist nach wie vor ernst. Der Schrankenwärter, der es verabsäumt hatte, die Schranken zu schließen, wodurch das Unglück geschah, ist vollkommen zusammengebrochen und noch nicht vernehmungsfähig. Gewaltige Bulkanausbrüche auf den Tonga-Inseln. Auf den Tonga-Inseln im Stillen Ozean ist es zu gewaltigen Vulkanausbrüchen gekommen. Der vulkanischen Tätigkeit gingen 20 Erdstöße voraus, die von schweren Gewittern und Regengüssen begleitet waren. Ein langer Lavastrom ergießt sich in das Meer. Die ersten Ausbrüche ereigneten sich, als. die Krater des Ahofakatou und Hina auf der Nouaioou-Jnsel in Tätigkeit traten. Auch zwei andere Krater traten in Tätigkeit, und aUs allen vier Vulkanen schossen 25 Meter Yohs Flammen in die Luft. Die Dörfer Betani und Togamamao sind von der Bevölkerung vorsichtshalber geräumt worden. Bisher werden keine Menschenverluste gemeldet. Einige Plantagen auf dem alten Lavafeld sind durch die Ausbrüche, von denen man glaubt, daß sie größer sind als der Ausbruch im Jahre 1929, zerstört worden. Verheerende Ueberschwemmungen in Texas. Infolge andauernder Wolkenbrüche entstand in Houston (Texas) eine verheerende Ueberschwem- m u n g, durch die riesige Flächen unter Wasser gesetzt werden. Der Großteil der Wohn- und Ge- schästsviertel von Houston steht unter Wasser. Bis jetzt sind drei Menschen in den Fluten ums L e - ben gekommen; acht werden vermißt. Man befürchtet, daß sie ebenfalls ertrunken sind. Der Schaden wird auf mehr als eine Million Dollars geschätzt. Sprengstoffanschläge gegen jüdische Geschäftsleute in Ostoberfchlesien. In Oskbberschlesien sind mehrere Sprenastoffan- schläge verübt worden, die sich gegen jüdische Geschäftsleute richteten. In L i p i n e wurde die Ladeneinrichtung des jüdischen Kaufmanns Schell zerstört. Zahlreiche Scheiben der Geschäftsräume gingen in Trümmer. Bei einem weiteren Sprengstoffanschlag auf die Geschäftsräume des jüdischen Kaufmanns Laub in Schlesiengrube wurde schwerer Sachschaden angerichtet. Der Inhaber des Geschäfts wurde durch umherfliegende Glassplitter erheblich verletzt. Auch in S ch a r l e y ereignete sich ein Sprengstoffanschlag. Die Untersuchung der Sprengstoffanschläge hat ergeben, daß die Dynamitladungen an der Außenseite der Geschäfte angebracht worden sind. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Die Polizei hat mehrere Verdächtige festgenommen. Politischer Word in USA. — Ein Zeitungsverleger erschossen. Aus Minneapolis (Minnesota, USA.) wird gemeldet, daß der Zeitungsverleger Walter Liggett erschossen worden sei. Cs soll sich um einen politischen Mord handeln. Liggett wurde auf der Straße neben seinem Kraftwagen liegend aufgefunden. Er hatte drei Schüsse in die Brust erhalten, anscheinend aus nächster Nähe, und zwar in dem Augenblick, als er seinen Wagen verließ. Bereits vor einiger Zeit war Liggett wegen seiner Angriffe auf politische Gegner überfallen und mißhandelt worden. Die Witwe des Ermordeten, die sich bei dem Mordanschlag in seiner Begleitung be- flänb, sagte aus, daff klle Schüsse von zwel Man« nern aus einem vorüberfahrenden Kraftwagen abgegeben worden seien. Wetterbericht des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Jranffurt Das sich von Schottland über Skandinavien ostwärts erstreckende Hochdruckgebiet hat sich weiter verstärkt, während gleichzeitig im Mittelmeergebiet lebhafte Wirbeltätigkeit herrscht. Demgemäß hat sich über Deutschland eine kräftige Ostströmung durchgesetzt, die zunächst einmal verhältnismäßig milde Luft aus dem Schwarzen Meer-Gebiet heranführt. Dabei hat die Niederschlagsneigung wieder zugenommen, und es bestehen die Niederschläge im Osten heute früh vielfach aus Regen. Auch für uns ist anfänglich noch ein leichter Temperaturenanstieg und anschließend Abkühlung zu erwarten. Aussichten für Mittwoch: Zunächst be- deckt mit Neigung zu leichten Niederschlägen, Temperaturen etwa über 0 Grad, lebhafte nördliche und östliche Winde, später Bewölkungsrückgang und neue Abkühlung. Lufttemperaturen am 9. Dezember: mittags 1,4 Grad Celsius, abends —0,7 Grad; am 10. Dezember: morgens 0,3 Grad. Maximum 1,4 Grad, Minimum — 2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Dezember: abends 1,3 Grad; am 10. Dezember: morgens 1,2 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 0,8 Stunden. — Niederschläge 0,0 mm. Winlerfporl-Delternachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Leichter Schneefall, — 6 Grad, 40 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Rhön. Wasserkuppe: Schneefall, —5 Grad, 19 cm Gesamtfchneehöhe, 4 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Schwarzwald. Feldberg: bewölkt, —10 Grad, 90 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Gasgerüt ein Geschenk, das jedem nützt! Für Weihnachten den kleinen ■ Gas-Heißquell tür Heißwasser- i Bereitung A Auskunft: Gas GemeinschaftGießen ___________________________7110 A ättckSiekofiflsn sich einen schönen,gediegenen Pelzmantel leisten, meine Herren! Lassen Sie sich bitte unverbindlich bei uns beraten. 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Dieses Buch führt uns mitten hinein in den Wald mit seinen großen und kleinen Geschöpfen und zeigt, wie wir beobachten und mit offenen Äugen durch die Natur gehen sollen Die Tier- und Pflanzenwelt in ihrer naturwahren Dielgestaltigkeir tritt dem Beschauer in bildhafter Schönheit vor Augen uno wird zum Erlebnis.Preis in Leinen geb.RM.4,80 Bitte verlangen Sie kostenlos unsere debil« derten Werbeblätter! — Das Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen. Hugo Sermühler Verlag Gerlin-Lichterfelüe iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Slla Anzeigen-AMengefellfchafi Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. p,eiticbntten Gießen / Gchulstraße 2 iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii I Vermietungen | 3-Zimni.-Wohnüng m. Gartenanteil am 1. Jan. 1936 zu vermiet. 05247 rofd. Str. 109. Mietgesuche Suche v.!5.Dez. bis 1. Jan. 36 heizbar möbl. Zimmer Schr.Ang.m.Pr. u.05252a.d.G A. Wohnungstausch Tausch. 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November 1911 hat jeder Grundstückseigentümer die Keller sowie andere Räume, in denen erfahrungsgemäß Schnaken zu überwintern pflegen, mindestens einmal in den Monaten Dezember bis Februar gründlich auszubrennen oder, wo dies aus feuerpolizeilichen Gründen nicht möglich ist, auszuräuchern. An alle Grundstückseigentümer ergeht daher die Aufforderung, im Interesse der allgemeinen Volkswohlfahrt die Schnakenbekämpfung durchzuführen. Wir bitten, den von uns mit der Nachprüfung beauftragten Personen das Betreten der in Frage kommenden Räume zu gestatten. 7151D Gießen, den 9. Dezember 1935. Städtisches Hoch- und Tiefbauamt. G r a d e r t. Das wäre ein praktisches Geschenk für die Hausfrau. Preiswert und gut bei J.B.Häuser Gießen Am Oswaldsgarten Fernruf214ö und 2146 T149A Heute letzter Tag: Verkauf der K. d.F.-Ski Marke Hammer komplett mit Bind, u. 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Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damit durch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältigen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde Zurückgesetzte Herde u. Oefen preiswert zu verkaufen Edgar Borrmanno: Neustadt 5 / Gießen / Ruf 4165 Ur. 288 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Dienstag, l0. Dezember (935 Oer Blindenhund in der Lehre Seine Ausbildung mit Hilfe des »künstlichen Menschen". Dann erst kann er entscheiden, wann er seinen „künstlichen Menschen" sicher von Kante zu Kante führen kann. Hat der Hund diese Ausbildung erfahren, dann tritt an die Stelle eines „künstlichen Menschen" e i n um die technische Ueberlegenheit der Gäste nicht überhandnehmen zu lassen. Zum andern hatte Hochelheim noch Ersatz in seinen Reihen, so datz also gar keine Hoffnung bestand, einigermaßen gut abzuschneiden. Mit diesem erneuten Spielverlust Mit höchster Verwunderung verfolgen wir auf der Straße die zielsichere Arbeit der Blinden- Hunde, die ihre Herren sicher durch alle Gefahren des Verkehrs leiten. Dank ihrer zuverlässigen Hilfe kann der Blinde auf jede andere Begleitung verzichten, und er gewinnt ein Gefühl der Unabhängigkeit und Selbstsicher- h e i t, das ihm sein Los nicht unwesentlich erleichtert. Es ist selbstverständlich, daß die Führhunde für diese überaus schwierige Tätigkeit, bei der sie niemals fehlen dürfen, eine sorgfältige Ausbildung erlangen müssen; denn man verlangt ja schließlich eine ganz ungewöhnliche Leistung von ihnen, an die sie keineswegs von Natur aus gewohnt sind. „Immer wieder muß man sich vergegenwärtigen, daß diese Aufgabe von dem Tier verlangt, daß es „Menschendinge" berücksichtigt, daß es wie ein Mensch auf Dinge reagiert, die doch in seiner „Hundeumwelt" nicht von Bedeutung und somit als solche nicht vorhanden sind." An diese Feststellung knüpft Dr. E. G. Sarris in der im Hugo Bermühler Verlag erscheinenden Zeitschrift „Der Naturforscher" die Forderung, daß bei der Auswahl der Hunde mit großer Sorgfalt vorgegangen wird. Eine zwei- oder dreitägige Beobachtung des von den Züchtern gelieferten Tieres reicht nicht aus, über seine Fähigkeiten zu entscheiden. Dazu ist eine mindestens zwei- bis dreimonatige Beobachtung notwendig, an die sich eine Eignungsprüfung nach streng wissenschaftlichem Verfahren anschließen muß, in der besonders Schund Gehörschärfe, Erregbarkeit, Gedächtnis, Orientierungsfähigkeit, Aufmerksamkeit und Intelligenz verlangt werden. Dann beginnt, nachdem der Hund zunächst lernte auf Kommandos zu hören und zu apportieren, die Ausbildung mit Hilfe eines „künstlichen Men- s ch e n". Damit der Hund sich daran gewöhnt, auf „Menschenhindernisse" zu achten, die nur für den Menschen, nicht aber für den Hund Hindernisse sind, wird ihm ein leichter zweirädriger Wagen angehängt, durch den er zunächst die Bodenhindernisse für den Menschen kennenlernt. Dies „Gespann" verhilft dem Hund zu der Erfahrung, daß er die sich ihm in den Weg stellenden Hindernisse nicht ohne weiteres so nehmen kann, wie dies seinen Anlagen entspricht. Da gibt es einen Graben, in dem der Wagen stecken bleibt, Schienen, über die er nicht hinwegkommt, und Treppen, über die er sich nicht einfach hinab- und Heraufziehen läßt. Zunächst wird das Tier einen Umweg suchen, dann aber bleibt es in der Mitte der Straße, weil es hier weniger Hindernisse als an der Häuserseite trifft. Schwieriger ist es, ihn auf hochliegende Hindernisse aufmerksam zu machen, an die er selber nicht anstößt. „Zu diesem Zweck wird ein Gestell in die Höhe und Breite eines Menschen an den Wagen angebracht. Mit Hilfe dieses „künstlichen Menschen" lernt das Tier, Briefkästen, offenstehende Fenster usw. umgehen. Dabei besteht für den Hund die größte Schwierigkeit darin, die Höhe in der sich ein Hindernis befindet, abzuschätzen. An einem Gestell, dessen verstellbare Querstange ein Hindernis in beliebiger Höhe darstellen kann, läßt man den Hund mit seinem „künstlichen Menschen" sein Augenmaß üben". In der Tat erreicht man auch, daß der Hund, nachdem er immer wieder an die Querstange gestoßen ist, davor stehen bleibt. Aber daraus darf noch nicht der Schluß gezogen werden, daß der Hund jetzt seine Aufgabe sinngemäß erfaßt hat; denn er bleibt von nun an auch stehen, wenn die Querstange auf den Boden gelegt wird, und selbst die zwei senkrechten Pfähle allein veranlassen ihn schon, ein Hindernis zu erwarten. Es ist also das Gestell als Ganzes, was ihm als Hindernis erscheint und nicht nur die Querstange in einer bestimmten Höhe. Erst nach vielen Versuchen kann er die situationsgemäße Bedeutung erfassen und Höhe und Breite abschätzen. Am schwersten ist für den Hund jedoch die Abschätzung der Entfernung eines sich bewegenden oder stillstehenden Gefährts. Er orientiert sich hauptsächlich auf akustischem und nicht auf optischem Wege, und so muß er erst lernen, seine akustischen Erfahrungen mit der Geschwindigkeit eines herannahenden Fahrzeuges zu verbinden. Mensch, der sich blind stellt. Und zwar muß die betreffende Person die Augen schließen und sich wirklich der Führung durch den Hund überlassen, um sich nicht anders zu verhalten, wie es der Blinde selbst tun wird. Schließlich tritt an die Stelle der sich blind stellenenden Versuchsperson ein Blinder selbst, an den sich der Hund indes erst gewöhnen muß, ehe er seine Aufgabe zur Zufriedenheit erfüllen kann. „Durch dieses neue Verfahren, Führ- hunde für Blinde auszubilden, wird der Hund nicht nur Verständnis für seine Aufgabe und somit die Fähigkeit, dem Blinden ein wirklich zuverlässiger Führer zu sein, gewinnen-, sondern — was von großer Bedeutung ist — er wird seiner Selbständigkeit nicht beraubt." 3m Zeichen der fünf Ringe. Starke polnische Beteiligung. Das polnische Olympia-Komitee hat unter dem Vorsitz seines Präsidenten Oberst Glabisz die Frage der polnischen Beteiligung an den einzelnen Kämpfen der 4. Olympischen Winterspiele endgültig entschieden. Polnische Mannschaften werden am Eisschnelllauf, Eiskockey, Ski-Abfahrtslauf, Ski-Langlauf, Ski-Kombinationslauf, Ski-Springen und am Militär-Patrouillenlauf teilnehmen. Von Mitte Dezember ab werden Polens Olympia-Skiläufer einem Spezialtraining unterworfen, das von dem norwegischen Trainer Sandvyk geleitet wird. kommt kusoczinski nicht? Polens bekannter Langstreckenläufer Kusoczinski, Olympia-Sieger von Los Angeles über 10 000 Meter, ist infolge einer Verletzung feines Knies immer noch nicht in der Lage, das Training wieder aufzunehmen. Kusoczinski will auf die Teilnahme an den 11. Olympischen Spielen in Berlin verzichten, wenn er bis zum Januar nicht soweit hergestellt ist, daß er mit dem Training beginnen kann. Estland schickt 50 Mann. Aus Reval wird gemeldet, daß Estlands Olympia- Expedition 40 bis 50 Mann stark sein wird. Die estländischen Sportler wollen sich an folgenden olympischen Wettbewerben beteiligen: Ringen, Boxen, Gewichtheben, Leichtathletik, Schwimmen, Rudern, Korbball, Pistolenschießen, Jollensegeln und in Garmisch am Eisschnellauf, Eiskunstlauf und Skilauf. Für die Vorarbeiten sollen 7500 estnische Kronen aufgewandt werden. Für die Expedition nach Garmisch und Berlin stehen insgesamt 20 000 Kronen zur Verfügung. Vorbereitungen der Schweizer Hockeyspieler. In Zürich tagte der Vorstand des schweizerischen Hockey-Verbandes. Er beschäftigte sich besonders mit den Vorbereitungen für das Olympische Hockey- Turnier 1936 in Berlin und beschloß, am 18. und 19. April in Luzern ein nationales Turnier unter der Teilnahme der besten schweizerischen Mannschaften zu veranstalten. Dieses Turnier dient der Zusammenstellung zweier Auswahlmannschaften, die einem Spezialtraining unterzogen werden sollen. Uebungsspiele sind für den 17. und 24. Mai anberaumt. Am 31. Mai folgt dann der Länderkampf gegen Holland. Im Laufe der Monate Juni und Juli finden weitere Dorbereitungsspiele gegen die schon in Europa weilenden Olympia-Mannschaften von Japan und Afghanistan statt. 10 Nationen beim Segel-Olympia. Für die olympischen Segel-Wettbewerbe auf der Kieler Förde, die vom 4. bis 14. August durchgeführt werden, liegen bereits jetzt die festen Meldungen von 10 Nationen vor. Es sind dies: Norwegen, Schweden, Großbritannien, Holland, Italien, Estland, USA., Schweiz, Ungarn und Japan. Gesegelt wird um die Gold-Medaillen in vier Klassen und zwar der 6-Meter- und 8-Meter-!?-Iachten, der Star-Klasse und der Olympia-Jolle. Handball im kreis VIII (Lahn-Dill). Es macht sich bereits eine kleine Müdigkeit bei einzelnen Vereinen bemerkbar. Denn sonst könnte es nicht vorkommen, daß verschiedentlich Punkte kampflos verschenkt wurden. Es ist das ein Zeichen, das man immer dnd immer wieder feststellen kann, und das nicht allein für Handball in Frage kommt. Schlechtes Wetter, Abwanderung von Spielern, Aussichtslosigkeit usw. sind hier die Hauptgründe. Trotz alledem ist es eigentlich nicht recht zu verstehen, warum man dann zu derartigen, keinesfalls sportlichen Maßnahmen schreiten muß. Es ist immer noch schöner, in Ehren zu verlieren, als in Unehre, d. h. schon vorzeitig die Waffen zu strecken. Hoffentlich hört das in Zukunft auf, zumal für die Vereine doch nur Unannehmlichkeiten daraus erwachsen. Vezirksklasie. Tv. Lützellinden — Tv. Heuchelheim 13:4 (9:1). Lützellinden hat dieses Spiel auch in dieser Höhe vollkommen zu Recht gewonnen. Seine Mannschaft war dem Gegner um eine Klaffe überlegen. Was Lützellinden an Schnelligkeit, Stellungs- fpiel jedes einzelnen Mannschaftsteiles zeigte, war erstklassig und so durchdacht, daß Heuchelheim nicht dagegen angehen konnte. Nach der Pause änderte sich das Bild allerdings etwas. Heuchelheim kam auf, konnte aber trotzoem eine Verbesserung des Ergebnisses, weil die Einheimischen auf der Scheibe waren, nicht mehr erreichen. Tv. Hochelheim — Tv. Wetzlar 2:11 (1:6). Der Eifer der Einheimischen reichte nicht aus. hat Hochelheim den Anschluß an die Spitzengruppe verloren. 1. kreisklafse. Tv. Groß-Rechtenbach — Tv. Atzbach 8:3 (3:1): Wenn wir schon im Vorbericht die Möglichkeit eines Sieges der Einheimischen offen ließen, dann mit Recht. Rechtenbach ist in der Zwischenzeit so gut geworden, daß man mit einem Aufschießen in die Spitzengruppe rechnen kann. Denn in dieser Form wird sich noch manche Mannschaft beugen müssen. 2. Kreisklafse. Tv. Dutenhofen — To. Allendorf (Lahn) 8:1 (3:1): Dutenhofen hat sich für die in Allendorf erlittene Niederlage revanchiert und zwar zu Recht. Die Gäste konnten bei diesem Spiel nicht gefallen und waren weit von ihrer sonst gezeigten Form entfernt. Der eingestellte Ersatz und die dadurch hervorgerufene schlechte Verständigung der Mann- schaftsteile machte sich bemerkbar. Trotzdem mürbe das Spiel noch bis kurz vor Schluß offengehalten. Erft als man sah, daß alle Bemühungen umsonst waren, klappte die Mannschaft zusammen und mußte sich in wenigen Minuten fünf Tore gefallen lassen. Diese Niederlage mag für die Allendörfer ein Ansporn sein, wenn sie Wert darauf legen, die Spitze der Tabelle anzuführen. To. N a u b o r n — To. Wetzlar II 15:6. Wetzlar trat nur mit sieben Mann an, so daß die Punkte kampflos an Nauborn fielen. Das ausgetragene Freundschaftsspiel endete mit einem hohen Sieg der zur Zeit in glänzender Form spielenden Einheimischen. Tv. Katzenfurt — To. Mandeln 12:2(5:2). Jugendklasse. Tv. Dutenhofen — To. Wetzlar 5:8 (3:4) Tv. Niedergirmes — Spo. 05 Wetzlar 5:6 (3:3) Lang-Göns — Garbenteich 5:2 (3:1) Krofdorf — Londorf, kampflos für Krofdorf Wißmar — Ruttershausen, kampfl. f. Wißmar Hätte nicht Münchholzhausen bereits sicher die Führung, dann wäre es Wetzlar, das ihm diese streitig machen könnte. Denn die Jungens haben gestern wieder ein ausgezeichnetes Spiel gezeigt, gegen das auch die gute Mannschaft der Einheimischen machtlos war. — Auch die Mannschaft des Spv. Wetzlar wird von Spiel zll Spiel beffer. In Niedergirmes zu gewinnen, will schon etwas heißen. — Lang-Göns hat mit diesem Sieg die Staffelmeisterschaft sichergestellt. Es ist kaum anzunehmen, daß die Elf noch von einer Mannschaft geschlagen werden kann. Damit sind zwei Mannschaften des Tv. Lang-Göns an der Spitze und im Endkampf um die Kreisjungendmeifterschaft. — ©rüningen hat es nicht fertiggebracht, den „Lokalrivalen" auf eigenem Platz zu schlagen. Ein Zeichen dafür, daß Holzheim zur Zeit schön zusammenspielt. Sportverein 1920 Lollar. Infolge Erkrankung und beruflicher Unabkömmlichkeit einzelner Spieler konnte der SV 1920 Lollar leider am letzten Sonntag nur ein Spiel austragen, und zwar spielten: Lollar I — Grünberg I 8:0. Sofort nach dem Anpfiff fetzte sich Lollar in der Hälfte des Gegners fest und schnürte ihn vollkommen ein. Grünberg konnte sich bis zum Ende des Spieles nicht mehr aus der UmHammerung freimachen. Bereits bei Halbzeit stand das Spiel 3:0 für den Tabellenführer. Er war stets einseitig und Grünberg konnte nie gefährlich werden. Dadurch litt auch das Spiel des Siegers in beträchtlichem Maße, die Mannschaft spielte zum Schlüsse lustlos und ließ den nötigen Schneid vermissen. Aller- gings legten sich auch die Spieler in diesem leichten „Oer grüne Domino." Lichtspielhaus. Dieser Film der Ufa geht auf ein Schauspiel „Der Fall Claasen" von Erich Eb ermay er zurück; wir kennen dieses Stück nicht und vermögen daher das Verhältnis von Drehbuch (Harald Bratt und Emil Burri) und literarischer Vorlage zueinander nicht zu beurteilen. Aber mir erinnern uns noch sehr deutlich des Films „Maskerade" und feines außergewöhnlichen Erfolges, und es ist interessant zu beobachten, wie jene Fabel von 1905 und die Inszenierung von Forst nachgewirkt und Einfluß ausgeübt haben. Schon „Episode" versuchte den großen Erfolg von „Maskerade" mit ähnlichen Mitteln zu wiederholen; auch hier finden wir eine Reche von Motiven, die Erinnerungen daran wecken. Es ist nicht nur das Kostümfest im Mittelpunkt der Handlung, sondern überhaupt das Spiel mit dem schon sehr historisch wirkenden Kostüm (diesmal von 1914), dazu die verschlungene und etwas verwirrende Führung der Fabel, die irgendwie an „Maskerade" erinnert. Allerdings ist das Kostüm hier nicht als historisch reizvolle, auf den heutigen Beschauer anziehend wirkende, willkürliche Einkleidung des Stoffes gewählt, sondern im Stoff selbst begründet: wir haben hier eine analytische Fabel, welche gleich zu Anfang aus der Gegenwart in die Vergangenheit springt und den um zwanzig Jahre zurückliegenden „Fall" Stück für Stück und Szene um Szene aufrollt, um erst ganz zuletzt mit der Lösung wieder zum zeitlichen Ausgangspunkt zu führen. Was nun diesen „Fall" angeht, um den es sich handelt, so ist er viel zu kompliziert, um ausführlich nacherzählt zu werden: es ist die Geschichte einer unglücklichen Ehe, einer großen Liebe und eine aus beiden sich ergebende Kriminalgeschichte, alles zusammengenommen wirkend wie der Rohstoff zu einem figuren- und handlungsreichen Roman, interessant, wenn auch nicht durchaus erfreulich, aber sehr spannend und auch sehr filmgerecht. Das Spiel mit Maske und Verkleidung (daher der Titel!) ist ja im Film wie auf dem Theater feit undenklichen Zeiten anziehend und reizvoll, und der Regisseur Herbert Selpin hat auch ein feines Gefühl bewiesen für die Möglichkeiten der Verfilmung zweier zeitlich auf verschiedenen Ebenen ablaufenden Handlungsreihen, die innerlich und schwerwiegend miteinander verbunden sind. Allerdings ist cs ihm nicht überall aelungen die Vorgänge so bis ins Letzte mit der Kamera zu erfassen und ins Bild aufzulösen, daß der Beschauer am Ende ohne eine ungelöste Frage im Herzen sich erhöbe: vermutlich wird ihm verschiedenes erst nach einem Blick ins Programmheft (hinterher) klar werden, was er eigentlich auch ohnedies wissen mühte. Der starke Spannungsreiz des Films wird freilich dadurch eher erhöht als beeinträchtigt. — Gut ist in fast allen Teilen die Besetzung. Besonders erfreulich die Wiederbegegnung mit Brigitte Horney, die wir zuletzt in dem' Film „Ein Mann will nach Deutschland" sahen: auch hier besticht wieder die Sammlung, die verhaltene Leidenschaft, die mit sparsamsten Mitteln wirkende Gabe dieser Schauspielerin, ein großes und starkes Gefühl spürbar werden und mitempfinden zu lassen. Sehr überzeugend auch Alice Treff in der schillernden Rolle der oberflächlich-pikanten Gegenspielerin. Zwischen beiden Frauen Karl Ludwig Diehl, dessen zurückhaltende, gedämpfte, manchmal fast ein bißchen ungeschickt wirkende Art, sich zu geben, vorzüglich zu der Figur paßt, die er hier zu spielen hat. Sehr nobel und gediegen, wie immer, Theodor Loos; überraschend sicher auch Erika von Thellmann in einer kleinen Charaktercharge, die ihr niemand zugetraut hätte, der sie vor zehn Jahren munter und unbeschwert auf der Operettenbühne tanzen sah. Sonst sind mit tüchtigen Leistungen noch Hans L e i b e 11, Erwin Klietsch , Walter I u n g , Eduard Wesener, Waldemar L e i t g c b , Margarete Schön und Trude Hesterberg hervorzuheben. * Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. Daneben sieht man im Beiprogramm einen interessanten Kulturfilm aus dem Leben der Ameisen, die neue Ufa-Tonwoche und einen Vorspann zur „Leichten Kavallerie". ~r Blühender Schnee. Don Ernst Bacmeister. Klaus Bruhn hatte seinen Posten trotz der strengen Dezemberkälte nicht ungern bezogen. Gegen die Kälte schützte ihn der dicke Schafpelz. Die Sonne stieg ihren kurzen Bogen am klaren Himmel eines windstillen Tages hinan. Nach der düsteren Enge des verräucherten Unterstandes war man so dankbar, diese herbe Luft zu atmen und sich in die lichten Räume auszudehnen. Wie schön war die reine Stille. Unberührter, m Unschuld schweigender Schnee, unabsehbar. Selbst der Drahtverhau vor dem Graben nur noch durch die Spitzen der Pfähle angedeutet. Jeder trug zierlich sein'weißes Käppchen. Der Feind? Man glaubte fast nicht mehr an ihn nach dieser wochenlangen Ruhe. Der Krieg war im russischen Winter einge^ schlafen, eingefroren, eingeschneit und schien sich selber vergessen zu haben. . Klaus Bruhn kümmerte sich wenig um Die stählerne Deckung des Postenschildes und blickte sorglos in die eintönige Ebene hinaus, die erst in weiter Ferne durch dunklere Wälderstreifen begrenzt war. Seine Heimat in Deutschland war bergig. Dort tilgte der Winter die Formen der Landschaft nicht, sondern gewann eine eigene Gestalt an ihr. Hier war der Winter gestaltlos, dafür aber ewiger und erhaben-selbstgewifser. Er empfand ihn wie eine festliche Todesnähe. Immer entbundener feierte feine Seele das Fest der fernen Einsamkeiten mit. Doch die unfreie Nähe sprach dazwischen. Zu bald für fein Herz würde er in die Maulwurfstiefe zurück müssen. Klaus Bruhn stieß an etwas Innerliches an. Dann lächelte er, doch nur wie ein Husch der Helle, die alsbald in Schatten versank. Wie hatten sie einst — auf der Universität — über die Willensfreiheit des Menschen gestritten! Dies zähe, bittere Problem. Darüber gestritten, bis sie kriegsfreiwillig im unausweichlichen Zwang der Geschehnisse von aller unfruchtbaren Dialektik genasen und klar und einfach an die Sache des Vaterlandes Hingaben. Klaus Bruhn unterließ es zur Stunde, diese Bahn des Denkens weiterzudenken, und blickte in das schöne, stille Feindesland hinaus. Da geschah es, daß ein roter Blitz von seitwärts in sein Auge traf und ihn veranlaßte, Unwillkürlich nach dieser Stelle hinzublicken. Ein besonders großer Schneekristall, vom Sonnenstrahl günstig getroffen, warf ihm von dort das Licht, in glühendes Purpurrot gebrochen, gegen die Pupille. Kaum aber war fein Blick auf diesen farbigen Funken im weißen Einerlei der Umgebung hingelenkt worden, als auch schon nahe dabei ein blauer und dort ein anderer gar in fabelhaftem Violett. Bald war es im Spiel der prismatischen Berechnungen ein ganz reiches Farbsterngewimmel, das Klaus Bruhn immer bewußter entdeckte, und mit Entzücken vor sich ausbreitete, bis ihm der Schnee wie eine feelige Märchenwiese von diesen farbigen Funkenblumen blühte. Aber auch jede einzelne konnte er in der Farbe wechseln lassen, wenn er selber sich leise bewegte. Dann spielte sie für sich allein die ganze Herrlichkeit des Regenbogens durch. So erschuf sich Klaus Bruhn in seinem Schafpelz, der deutsche Soldat im russischen Winter, am hellen lichten Tage aus eigener Macht einen friedlichen Weihnachtshimmel voll kindlicher Beglückung. Doch danach wandelte sich das Kind wieder zum Manne, der von reiferer Freude durchdrungen wieder zu sich selber sagte: Wie ist dies nun? Hier in meinen Augen, ist das nicht mein Blick und Wille, der sich diesen Zauber frei erschafft? Hier, in der Front meines Wesens, in der vordersten Spitze meines persönlichen Schicksals: wer greift mir da noch hinein? Ich tu es ober ich lasse es. Weißer Schnee ober bunte Funkenwiese: wie ich mag. Unendliche Landschaft oder ein Glimmerstern: wie ich mir's erwähle. Blau dieser Stern oder rot: wie mir's beliebt. Das Glück ureigenen Erkennens brach in ihm auf und enthob ihn aus der bedingten Lage in den Aether des unbedingten Geistes. Die Gedanken schwangen immer größer, und siehe, in dieser Stunde wurde Klaus Bruhn aus vertiefter Eigenwahl noch einmal der Freiwillige des Krieges, der schon lange war. Als die Ablösung kam, ein schlichter, selbstverständlicher Soldat, sagte Klaus Bruhn, indem er den Postenstand räumte: Ein blühender Tag! Der Kamerad lachte, ohne zu wissen warum. Nur die Freude schwang in ihn über. Zeitschriften — Neben dem italienisch-abessinischen Konflikt sind es die Ereignisse im Fernen Osten, die unsere Aufmerksamkeit im besonderen Maße beanspruchen. Im neuen Heft der „I l l u st r i r t e n Zeitung" (I. I. Weber, Leipzig) schildert W. K. v. Nohara in einem reich illustrierten und spannenden Bericht die militärische Lage in China, die verzweifelten Anstrengungen der Zentralregierung um die Schaffung und Erhaltung einer Nationalarmee und den Kampf gegen die kommunistischen Heere im Innern. Wir erhalten einen guten Uenberblick über den Stand deschinesischen Wherwesens, der in dem Moment, da ein bewaffneter Konflikt zwischen Japan und China wieder bedrohlich in die Nähe gerückt ist, von großem Jnteressee ist. — Von den Bildberichten, des auch sonst sehr reichhaltigen Heftes, sind besonders hervorzuheben ein Bilderbogen mit sehr stimmungs- hervorzuheben ein Bilderbogen mit sehrniloOkbte vollen Ausnahmen aus dem Volksleben und der Landschaft des deutschen Schwarzwaldes, Bilder vom Leben des jungen Soldaten und vom neuen Deutschen Opernhaus in Berlin. — Jede junge Mutter hat ihre Erfahrungen in der Ernährungsweise des Säuglings und Kleinkindes, und doch kommt einmal der Augenblick, wo sic einen guten Rat haben möchte. Es tauchen Fragen auf, die sie gern von berufener Seite beantwortet hätte: Wann erfolgt z. B. das erste Anlegen des Neugeborenen und in welchen Abständen, welche Trinkmengen sind als Durchschnittsmegen zu werten, wie ist es später mit der Beikost beim Brustkind und wie beim Flaschenkind usw. lieber alle derartigen Fragen kann sich jede junge Mutter gut unterrichten durch das Elternfachblatt „Mutter und Kind" (Verlag Staude, Berlin W 30). Das Dezemberheft bringt wieder einen solchen Artikel. Im übrigen steht der Inhalt unter dem Eindruck des nahenden Weihnachtsfestes: „Mütter fingen — Kinder fingen", „War das der Weihnachtsmann?", „Kleine Kinder und ihre großen Geschenke", „Selbstgemachte Kasperlepuppenköpfe" — das sind die Themen, die hier behandelt ' werden. Lagerappell -es Kreises Gießen Wirtschaft sein Bewertungsergebnis bekannt. Es durften im ganzen kreis geschossen werden 135 starke Böcke, es wurden geschossen 47 oder ge- alle der W19 28,30, R 15 22,80, Pf. Fracht- 17,25; Wei- 10,65, W 16 Spiele Schonung auf, um am kommenden Sonntag den schweren Gang zu dem Tabellenzweiten Großen-Buseck wohlgerustet unternehmen zu können. Die Tore selbst fielen in regelmäßigen Abständen, und nur dem ausgesprochenen Schußpech der Lollarer hat es Grünberg zu verdanken, daß das Resultat nicht zweistellig wurde. Bei Lollar verteidigte zum ersten Male Naumann, ehemals FD. 34,8 v. h. Freigegeben waren ferner 286 geringe Böcke, es wurden gestreckt 269 oder 94 vom hundert. Der Vergleich der beiden Zahlen zeigt deutlich, wie verantwortungsbewußt der Großteil der Iägerschaft vorgegangen ist und auf den Abschuß vieler starker Böcke verzichtet hat, die nun dem Aufbau zugute kommen. Richtig abgeschossen waren im Durchschnitt des Kreises 80 v.h.. falsch 17 v. h. der Böcke, während 2 v.h. zweifelhaft waren und 1 v. h. aus besonderen Ursachen zur Strecke kam, also ein sehr erfreuliches Ergebnis. Im Anschluß daran richtete der Kreisjägermeister an seine Jäger die dringende Mahnung, die noch übrige Zeit dringend dem Rickenabschuß zu widmen, der noch stark im Rückstand sei. Nachdem die Jahresstrecke nach Weidmannsbrauch Verblasen war und der Waldchor noch einmal die Hörer erfreut hatte, ergriff als Gast Forstmeister F r e w e r aus Battenberg das Wort zu einem Dortrag über „Jagdliches Brauchtum". Er ging davon aus, daß kein Stand und Beruf so tief im Ideellen wurzele, wie die deutsche Jägerschaft. Jagen und Weidwerken sei innerstes Erlebnis, das nur der deutsche Jäger in dieser Art kenne. Seme Pflicht aber müsse es sein, jagdliches Brauchtum, das vielfach zu verschwinden drohe, wieder zu achten und zu pflegen. Der Redner behandelte dann Jägersprache, Jagdlied, Jagdhornblasen, Strecke legen und Verblasen, die verschiedenen Bruchzeichen u. ä. Die Wärme, mit der der Redner sich für die Pflege alter Weidmannsart einsetzte, die überzeugende Art seines Dortrages und Weizenmehl W13 28,05, W16 28,30, W 20 28,65; Roggenmehl R12 22,45, R18 23,30, R19 23,50, alles plus 50 der »Eindruck erfreulich sei und bei richtiger ziehungsarbeit der Hegeringleiter sicherlich das steckte Ziel einmal erreicht würde Nach dem Dank des Kreisjägermeisters an behauptet. Im Freiverkehr waren Weilwerke (Torpedo) auf die Bilanzziffern gesucht mit 104 (zuletzt etwa 96). Tagesgeld unv. 2,50 v. h. Abendbörse ruhig. Gleich der Mittagsbörse herrschte auch heute abend starke Geschäftsstille. Trotzdem war die Haltung widerstandsfähig, um so mehr, als kein Angebot mehr oorlag. Soweit gegen den Berliner Schluß noch Veränderungen eintraten, hielten sich bieje in engsten Grenzen. Schwächer waren bei nur kleinem Angebot wieder Scheideanstalt mit 214,75 (216), auch Kunstseide AKU. und einige Elektrizitätswerte blieben nicht ganz gehalten. Dagegen waren von Montanaktien Hoesch etwas erholt auf 80,90 (80,40), ebenso Rheinstahl auf 102,65 (102,13). Am Kassamarkt erhöhten sich 50 v. h. einbez. IG. Chemie Basel auf 142,75 (142). Der Rentenmarkt lag gleichfalls sehr still und unverändert. Altbesitz unverändert 111 (Berlin allerdings 111,25), sonst nannte man Kommunal-Um- schuldung mit 88,30, späte Reichsschuldbuchforderun- R15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50; Soyaschrot m. M. 16,20; Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30, Trockenschnitzel 8,80, Heu 8,50 bis 9, Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 3,50 bis 3,70. Kartoffeln (alles hiesiger Gegend): Industrie 3,10, gelbfleischige 2,90 bis 2,95, weiß-, rot- und blauscbalige 2,70 Mark per 50 Kilogramm bei Wag- gonbezug Frachtverrechnung Frankfurt a. M. Schweinemarkt in Alsfeld. > Alsfeld, 9. Dez. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 278 Ferkel aufgetrieben, darunter 133 Händlerschweine. Es kosteten 6 bis 8 Wochen alte Tiere 15 bis 20 Mark, 8 bis 10 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mark. Der handel war flott, es verblieb nur ein Ueberstand von etwa 50 Stück. seine Mitarbeiter an dem mühevollen Aufbau Schau und dem Hinweis auf verschiedene Mängel in der Führung von Abschußlisten usw. gab er nun ausgleich; Weizennachmehl 17,10 bis zenfuttermehl 13,50; Weizenkleie W 13 10,80, W19 11, W 20 11,10, Roggenkleie R 12 9,95, Ockershausen. Er erwies sich als ein sehr brauchbarer Deruteidiger. * Treis I — Daubringen I 1:4. Bei dem am Sonntag ausgetragenen Fußball- Derbandsspiel der I. Elf von Daubringen gegen die aktive Mannschaft von Treis a. L., das tn Treis a. L. ausgetragen wurde, blieb Daubringen mit 4:1 siegreich. schwerste Bock wog 20,5 Kilogramm, 32 Böcke über 17.5 Kilogramm, darunter noch mehrere mit 20 Kilogramm Auch das Wildbretgewicht muß beachtet werden, wenn ein gesunder Wildstand herangezogen werden soll, der der Volkswirtschaft nicht unbeträchtliche Nahrungsmengen zuführen kann. Der Redner kam zu dem Gesamtergebnis, daß " “ ■ ...... ....... Der Eisensteinbergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen im November. Fwd. Im November ist die arbeitstägliche Förderung erstmalig wieder über 3000 t gestiegen. Absolut ist die Förderung im November mit 25 Arbeitstagen gegenüber Oktober mit 27 Arbeitstagen etwas gefallen. Es wurden gefördert 77 371 t und versandt 83 118 t gegenüber 72 969 t bzw. 77 123 t im Monat September mit der gleichen Zahl von Arbeitstagen. Die Belegschaft ist gegenüber dem Oktober um 50 Mann gestiegen auf 3150 Mann. Auch im November wurden rund 6000 t mehr versandt als gefördert, d. h. den Haldenbeständen entnommen. — Die Bohrungen und Aufschlußarbeiten gehen rüstig weiter, auch im November wurden, wie in den letzten Monaten, rund 1000 Bohrmeter niedergebracht. Rhein-Mainische Börse. Wittagsbörse abbröckelnd. F r a n k f u r t a. M., 9. Dez. Die Börse lag zum Wochenanfang sehr still. Wirtschaftliche Anregungen fehlten, so daß allgemein stärkste Zurückhaltung herrschte. Angesichts der Geschäftsstille bröckelten die Kurse nahezu allgemein leicht ab, da verschiedentlich etwas Angebot an die Märkte kam, dem keine ausreichende Aufnahme gegenüberstand. Am Aktienmarkt ergaben sich Rückgänge von 0,5—1 v. h. Es eröffneten am Montanmarkt hoesch und Mannesmann je 1 v. h., Buderus 0,40 v. h. und Stahlverein 0,75 v. h. IG. Farben setzten mit 148 (148,75) ein. Elektroaktien lagen ziemlich behauptet, Schuckert zogen 0,65 v. h. an, nur Siemens zeigten weiter nachgebende Haltung mit 167,90—167,25 (168,25). Tarifwerte lagen voll behauptet. Zellstoff- und Papierwerte notierten unregelmäßig, Aschaffenburger 77,50 (73,25), Feldmühle 113,50 (114,50), dagegen Waldhof 116,90 (116,50). Im einzelnen kamen noch zur Notiz Reichsbank mit 177,25—177,50 (178,50), Conti Gummi mit 157,50 (158), Muag mit 71,25 (70,50), AG. für Verkehrswesen mit 85,50 (85,75), Aku mit unv. 53, Metallgesellschaft mit unv. 110, hapag mit unv. 15 v. h. Nach den ersten Kursen hielt die Geschäftslosigkeit in vollem Umfange an, die Kurse waren indes nur wenig verändert. Am Rentenmarkt war das Geschäft ebenfalls sehr klein. Don deutschen Anleihen erhöhten sich Altbesitz leicht auf 111,25 (111) späte Schuldsein praktisches Können lösten lebhaften dankspendenden Beifall aus. Oberforstmeister Schlich überbrachte die Grütze des Landesjägermeisters Sprenger und schloß mit einem horridoh auf Reichs- und Landesjägermeister. Landforstmeister Dr. Hesse sprach auf die Zusammenarbeit von Jägerschaft und Forstver- waltung und mahnte zur Pflege des Ideals und des überlieferten Brauchtums. Nach dem Vortrag des Liedes „Wer hat dich du schöner Wald", gab der Kreisjägermeister die Namen der Schützen bekannt, die Plaketten der Deutschen Jägerschaft in diesem Jahre erschossen haben. Ls sielen in den kreis 4 silberne und 35 bronzene Plaketten. Als bester Schuhe errang der Erbprinz von Solms-hohenfol ms - L i ch bis zum nächsten Jahresappell den Titel „Bester Schuhe des Jagdkreises Gießen im jagdlichen Schießen". Sodann wies der Kreisjägermeister noch auf folgende wichtige Dinge hin. Jeder Jagdpächter ist selbst zum Jagdschutz verpflichtet. Es darf ihn nur mit Hutabzeichen und Ausweis ausuben. Wer diese noch nicht besitzt, hat sie daher umgehend zu beantragen. — Jagdunfälle, vor allem Laufsprengungen, sind innerhalb von drei Tagen sowohl von dem Betroffenen wie von dem zu melden, in dessen Revier sie vorkamen. — Gegen die Vorschriften über „Wildfolge" ist noch wiederholt verstoßen worden. Den Jägern wird dringend empfohlen, sich mit dem Gesetz vertraut zu machen, da diese Verstöße zu empfindlichen Strafen führen können. — Die neuen Jagdscheine für 1936, die am 1. 4. 36 gelöst sein müssen, sind frühzeitig auf dem vorgeschriebenen Formular zu beantragen. Andere Anträge bleiben unerledigt. — Auf die Heranbildung eines guten Jägernachwuchses ist Wert zu legen. Dildsütterung ist Pflicht. Es wird bei Rot kontrolliert werden, ob wirklich gefüttert wird. Niemand soll leichtfertig die Jägerehre eines anderen verletzen. Wer sie angreift, muß mit seiner Person einstehen für das, was er dem Kreisjägermeister meldet. Damit fand der außerordentlich anregende Appell sein Ende, nachdem die Jägerei noch des Führers gedacht und ihm treue Gefolgschaft gelobt hatte. H. gen mit 97 und Zinsvergütungsscheine mit 90,90. Zertif. Dollar-Bonds konnten sich nach den Elnbuhen von heute mittag mäßig erholen, so 6,5 v.h. Preu- zen auf 63,50 (63). Don Ausländsanleihen wurden Mexikaner fast nur im freien Markt in kleinsten Beträgen gehandelt, die Kurse bröckelten dabei weiter etwas ab, 5 v.h. innere Silber ca. 5,50 (5,80), 5 v. h. äußere Gold 14,25 bis 14,40 (14,75). U. a. notierten: Altbesitzanleihe 111, 4 v. h. Rumänen 4,90, 4 v.h. Goldmexikaner von 1904 8,25, Commerzbank 84,25, DD.-Bank 83,50, Dresdner Bank 84, harpener 101,50, hoesch Elsen 80,90, Rheinstahl 102,65, Laurahütte 20, Stahlverem 73,40, AKU. 53,50 IG. Chemie Basel volle 164,25, do. leere 142,75, Conti Gummi 156,90, Scheideanstalt 214,75 Licht & Kraft 131,75, JG.-Farbeninduftne 147,25, Gesfürel 123, Goldschmidt 106,50, Metallge- sellschaft 110, RWE. 129,75, Schuckert 118,50, Thur. Lieferung 125, Reichsbahn-Vorzugsaktien 123, AG. für Verkehrswesen 84,50. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 9. Dez. Auftrieb : Rin- der 1041 (gegen 820 am letzten Montagsmarkt), darunter 212 Ochsen, 57 Bullen, 641 Kühe, 131 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 1 Ochse, 1 Kuh. Auslandrinder (Oesterreicher): 143. Kälber 419 (318), Schafe 60 (128), Schweine 2222 (1938). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 43 (am 2. Dez. 43), b) 42 bis 43 (43), c 41 bis 42 (42 bis 43), d) 38 bis 40 (36 bis 41); Bullen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 43 (43), d) 42 bis 43 (41 bis 42); Kühe a) 43 (43), b) 37 bis 42 (40 bis 43), c) 29 bis 36 (32 bis 39), d) 22 bis 28 (25 bis 31); Färsen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 43 (43), d) 40 bis 43 (41 bis 43). Kälber, andere a) 70 bis 74 (71 bis 76), b) 64 bis 69 (64 bis 70), c) 55 bis 63 (57 bis 63), d) 43 bis 54 (47 bis 56). Lämmer und hämmel b2) 49 (48), c) 46 bis 48 (46 bis 47), d) 42 bis 45 (42 bis 45). Schafe gestrichen. Schweine al) 57 (57), a2) 57 (57), b) 55 (55), c) 53 (53), d) 51 (51), e) 51 (51), Sauen gl) 57 (57), g2) 57 (57). Marktverlauf: Rinder guter Qualität sehr lebhaft, geringe Qualitäten vernachlässigt und Ueberstand. Kälber ruhig, ausverkauft. Hammel und Schafe mittelmäßig, Ueberstand. Schweine wurden zugeteilt. Ueberstand: 169 Rinder, darunter 37 Ochsen, 1 Bulle, 131 Kühe, ferner 14 Schafe. Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren : Beschickung: 844 Viertel Rind- fleisch, 79 ganze Kälber, 72 ganze hämmel und Schafe, 644 halbe Schweine, 2 Kleinvieh. Notiert wurden pro 50 Kilo in RM.: Ochsenfleisch b) 75 bis 79 (am 5. Dez. 76 bis 80), c) 67 bis 75 (68 bis 76); Bullenfleisch b) 74 bis 78; Kuhfleifch b) 68 bis 74, c) 58 bis 68; Färfenfleisch b) 75 bis 79 (76 bis 80), c) 67 bis 75 (68 bis 76). Kalbfleisch b) 84 bis 94, c) 74 bis 84. Hammelfleisch b) 90 bis 95. Schweinefleisch b) 74. Fettwaren wurden nicht notiert Marktverlauf: ruhig. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Dez. Das Angebot in Brotgetreide war nicht groß, aber für die Nachfrage der Mühlen ausreichend. Futtergerfte und Futterhafer blieben sehr gefragt, Angebot lag nicht vor. Am Futtermittelmarkt erwartet man die Zuteilungen der Dezember-Rate für ölhaltige Artikel. Misch- futter mit ölhaltigen Trägern waren gesucht, aber nur knapp angeboten. In Kleie erfolgten Zuteilungen ab Frankfurter und Wormser Mühlen. Am Mehlmarkt war Weizenmehl weiter gut gefragt, Roggenmehl lag ruhig. Für Braugerste zog der Preis weiter an auf 225 bis 230 (220 bis 225), ferner erhöhten sich am Rauhfuttermarkt Heu auf 8.50 bis 9 (8 bis 8,50) und gebündeltes Stroh auf 3 50« bis 3,70 (3,20 bis 3,40), während drahtgepreßtes nicht angeboten wurde. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W 13 205, W 16 208, W19 212, W 20 214; Roggen R12 168, R 15 ' 171, R18 175, R19 177; Braugerste 225 bis 230, Der von der Deutschen Jägerschast voraeschriebene Appell der Jäger des Jagdkreises Gießen, verbunden mit der Pflich11ro - phäenausstellung, fand am Sonntag im Cafö Leib zu Gießen statt. Nach dem Signal „Begrüßung" brachte ein Chor von Waldarbeitern und Waldarbeiterinnen aus dem Forftamt Schiffenberg zwei Jagdlieder zum Vortrag und leitete über zu den Begrüßungsworten des Kreisjägermeisters Ober- forftmeifter Nicolaus. Sein Gruß galt den vielen Jägern, die den großen Saal füllten, er galt vor allem dem Vertreter des Herrn Landesjägermeifters, dessen Stabsleiter Oberforstmeister Schlich, ferner dem Chef der hessischen Forstverwaltung Landforft- meifter Dr. Hesse, dem Vertreter des Kreisamtes Gießen, Oberregierungsrat Dr. S ch ö n h a l s , und den Kreisjägermeistern der Kreise Marburg- Süd, Wetzlar, Alsfeld und Schotten. . Er übertrug dann die Besprechung der Gehörnschau dem Stabsjägermeister Studienrat Hölze l, der ausführte, daß es die erste P f l i ch t s ch a u sei, die seit dem Inkrafttreten des Reichsjagdgefetzes in Gießen veranstaltet werde. Sie unterscheide sich von früheren Geweihausstellungen grundsätzlich; denn dort sei das Bestreben gewesen, möglichst viele gute Geweihe und Gehörne zu zeigen. Die Folge davon sei ein fortgesetzter Abschuß aller Stücke mit guter Erbanlage gewesen, während das minderwertige Stück jahrelang am Leben geblieben sei und sich habe fortpflanzen können. heule habe die Jägerschaft die klare Ausgabe, die Heranbildung eines gesunden Wildstandes durchzuführen. Der Weg dazu sei ihr durch den Abschußplan und die Anweisung ihres kreis- jägermeislers gewiesen. Dieser sei verantworl- lich für die Entwicklung der Jagd und des Wildstandes seines Kreises, und die Jägerschaft sei verpflichtet, seinen Anweisungen zu folgen. Ob diese Anweisungen zu dem gewünschten Ergebnis führen, lasse sich erst nach Jahren feststellen, heute aber ließe sich schon beurteilen, ob die Jägerschaft sie verstanden habe, in der Lage sei, sie in die Praxis zu übertragen und den guten Willen dazu besäße. Wenn die ausgestellten Gehörne (grüne ober rote) Nummerschildchen trügen, so bedeute das eine Stellungnahme des Kreisjägermeisters zu jedem einzelnen Stück. Er wolle damit zum Ausdruck bringen, daß er den Abschuß des einen Bockes (grün) für richtig hielte im Interesse der Erreichung seines letzten Zieles, während er es gern gesehen hätte, wenn ein anderer (rot) noch am Leben geblieben wäre, um sich weiterentwickeln oder vererben zu können. Ein rotes Schild sei keine Ehrenkränkung, denn die Ausstellung wolle nicht kritisieren und verdammen, sondern belehren und dem Jäger helfen. Aus der Ausstellung ergebe sich ferner, daß in unseren einheimischen Rehsländen dank verständiger Vejagung in vielen Revieren auch in den - Vorjahren eine gute Altersgliederung vorhanden sei und daß der Abschuß der abkömmlichen Vöcke vielfach mit großem Verständnis in die älteren Zahresklassen gelegt wurde, eine viel größere weidmännische Leistung, als der Abschuß von Vockjünglingen. Abgeschossen wurden 361 Böcke. Davon waren 14 Böcke über 10 Jahre alt, 170 Böcke älter als 3 Jahre, viele darunter nahe an 8 bis 10 Jahren, und nur 165 Böcke 3 Jahre und jünger. Der buchforderungen blieben mit 97 behauptet, dagegen ermäßigten sich Kommunal-Umschuldung auf 88,30 (88,35) und Zinsvergütungsscheine auf 90,75 (91). Reichsbahn-Vorzugsaktien lagen mit 123 voll behauptet. Zertif. Dollar-Bonds bröckelten bei kleinem Geschäft etwa 0,25—0,50 v. H. ab. Am Auslandsrentenmarkt ist das Geschäft in Mexikanern weiter geschrumpft, die Kurse bröckelten ab, 5proz. äußere Gold 13,65—13,75 (14,30), die übrigen Werte etwa 0,25 v. H. 4proz. Rumänen lagen mit 4,97,50 behauptet, 4proz. Ungarn Gold ermäßigten sich auf 9,55 (9,60). In der zweiten Börsenstunde war die Tendenz schwächer. Es kam weiteres Angebot heraus und die Aktienkurse ließen überwiegend 0,50—1 v. H. nach, insbesondere am Montanmarkt. Stahlverein 73,25, Hoesch 80, ferner IG. Farben 147,25, AEG. 35.75—35,25 (36,13), Siemens 166,50, Reichsbank 176,75, Rheinstahl 102,13 (103). Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitz auf etwa 111,13 v. $). ab. Schwach lagen zertif. Dollar-Bonds, insbesondere Preußen mit 63—63,25 nach 64,50. Goldpfandbriefe blieben unverändert, Liquidations- Pfandbriefe lagen uneinheitlich. Stadtanleihen notierten überwiegend unverändert, nur Mainzer nachgebend auf 92,25 (92,50). Von fremden Werten ermäßigten Ungarn Goldrente auf 9,40 nach 9,55, Mexikaner blieben auf der ermäßigten Basis Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Jranrrun a. 2)1. 25erlm Frankfurt a.TJL Berlin (Schlußkurs Schlußl. Abendbörse Schluß- kuro (Schlußl. Mittag- börsc (Schlußkurs Schluß». Abend- börse Schluß- turs Schluß,. Mittag- börie Datum 7.12 9-12 7-12. 9 12. Datum 7 12 | 9.1? 7.12. 9.12. 6% Deutsche RcichSanlethe v. 1927 4% Deutsche Retchsanl. von 1934 5Vi% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit -Rechten ............. 100,5 97,25 111 100,2 97,25 96,25 100,5 93 113,4 96,25 100,55 100,9 97 97 107,75 27,25 1,25 9,6 9,45 9,5 14,3 100,5 97,25 101,13 111 100,13 97,5 96,25 100,65 93 113,25 96,25 100,6 100,9 97 97 107,75 1,2 9,4 9,4 9,4 100,65 97,25 101,65 111,4 100,13 97 113,25 101,13 97 97 107,75 27,_5 9,55 9,5 9,65 14,13 100,65 97,25 101,5 111,25 100,1 97 113 100.9 97 97 107,75 27,5 1,3 9,5 8,65 13,4 4% desgl. Serie II ............ 5% Rumän. vereint». Rente v. 1903 4yr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische verctnh. Rente .. 2%% Anatolier............ Hamburg-Amerika-Paket .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Mt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................ 12 A.E.G......................b Bekula.................... 10 Eleklr. Lieferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... Felten & Guilleaume......... 4 Aeselljch.f.Eleitr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektrizität ........ 6 Rhein. Wests. Eleklr..........6 Schuckert L Co...............4 SiemensLHalske.......... 7 Lahmeyer L Co.............7 Buderus ................... Deutsche Erdöl ..............4 Harpener...................C 5,9 8,5 4,975 39 15 16,75 85,75 84 83,5 84 178,5 36,13 134,5 110,75 133 105,25 123,75 130 119 168,13 121 94,9 105,5 102 82 158 126,25 79,75 79 5,9 8,5 4,9 39 15 16,5 84,5 84,25 83,5 84 175,5 35,25 134,25 110,5 131,75 105 123 — 129,75 118,5 166,5 121 94 104,5 101,5 80,9 157 125 79,25 77,75 8,9 4,95 39,25 15,13 25,75 16,75 85,75 114 84 83,5 84 178 36 134,75 110,75 133 105,5 124 130 119,65 167,75 122 94,9 105,5 102,5 81,5 157 126 80,5 79,25 8,65 4,9 15,13 25,5 16,5 84,75 113 84,13 83,5 84 175,5 35,5 134.65 110 132 105,5 123,25 129,75 119 166 121 94,5 104,5 101,5 80,4 159 125,75 79,25 77,75 4‘/,% Deutsche Reichspostschatzan Weisungen von 1934, I....... 6% e^em.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückznhlb 102%) ............ 4’/i% ehern. 8% Hessische Landes- Bant Darmstadt Gold R.12.... 6y,% ehern. 4/,% Hess. Landes- Hypothekenbank DarmstadtLiaul 4’/»% ehem. 8% Darmst. Komm. LandeSb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhcssen Provinz-Anleihe mit Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 mit Ausloj.-Rechten 4 y»% etjcm.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 W/o ehern. 4Y2% Franks. Hyp. 5'/,% ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse..... 4y,% ehern. 8% Pr. Landespfandbriesanstalt, Pfandbriefe R- 19 4yt% ehern. 7% Pr. Landespfand briesanst., Gold Komm. Obl.Vl Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-38 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oeslerretchische Silberrente 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4*4% deogl. von 1913.......... Hoesch Eisen—Köln-Neuessen .. Ilse Bergbau ............... Ilse Bergbau Genüsse........ t Klöcknerwerke ......... — 1 Mannesmann-Röhren........ 5% abgest" Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1..................... Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 217. Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Gchluß- kurs Schluß». Mittag- börse 7.Dezember 9.Dezember Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Bries Datum | 7.12. 9 12 7-12. 9-12. Geld Bries Buenos fltte-. Brüssel..... Rio de 3an. Sofia..... Kopenhagen. Danzig..... London ..... HeljtngsorS.. Paris ...... Holland ... Italien..... Japan ...... Jugoslawien Oslo..... : Wien....... Lissabon.... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... 0,681 41,87 0,139 3,047 54,67 46/80 12,24 5,395 16,39 168,38 19,98 0,714 5,644 61,47 48,95 11,105 63,12 80,51 34,00 0,685 41,95 0,141 3,053 54,77 46,90 12,27 5 405 16,43 168,72 20,02 0,716 5,656 61,59 49,05 11,125 63,24 80,67 34,06 10,30 2,490 Mantzselder Bergbau......... 5 Kokswcrke .................. 6 Rheinische Braunkohlen .....12 Rheinstahl.................. 4 Bereinigte Stahlwerke........0 Otavi Minen ............... 0 Kaliwerke Aschersleben........ 5 Kaliwerke Westeregeln........5 Kaliwerke Salzdetfurth..... 7% I. G. Farben-Jndustrie.......7 Scheideanstall...............9 Goldschmidt ................ 5 Rütgerswerke ............... 6 Metallgesellschaft............. 4 PhUtpp Holzmann........... 4 Zementwerk Heidelberg ...... 7 Cementwerk Karlstadt......... 6 Schultheis Patzenhoser .......4 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0 Bömberg.................5 117 212 102,75 75 18 126,5 119,5 148,75 219 107,5 112,5 110 87,5 117,75 129 53 101 .S 117,5 210 102,65 73,4 17,5 126,75 187 147,25 214,75 106,5 112 110 87,5 116,5 128 53,5 100.7.6 118 113,65 212,75 103 74,75 17,9 126,5 120 188,25 148,9 107,5 113 110 z 101 53,25 101.75 117,75 113 210,75 102,65 73,4 17,65 126 119 188 147,25 106,75 113 110 87,25 100,9 53,9 99.95 U,böl 41,89 0,139 3,047 54,64 46.80 12,235 5,40 16,39 168,56 19,98 0,714 5,644 61,44 48,95 11,10 63,09 80,54 33,97 10,28 2,486 rlin.9.De»emb 41,97 0,141 3,053 54,74 46,90 12,265 5,41 16,43 168,90 20,02 0,716 5,656 61,56 49,05 11,12 63,21 80,70 34,03 Budapest ... Reuyork ... 8c 2,49( Jankno en 2,486 (Sirlb Zellstoff Waldhof ............ 5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 Dessauer Gas ...............7 Daimler Motoren............0 Deutsche Linoleum........... g Lrenstcin & Koppel .......... 0 Westdeutsche Kaufhof.........0 Ehade....................71/, Accumulatoren-Fabrik.......12 Conti-Gummi...............e Grttzner....................0 Mainkrastwerke Höchst a.M—. 4 Süddeutscher Zucker 10 116,5 78,25 90,5 137,5 25,75 283 158 I 26,25 87,5 1 200 116,9 77,5 90 137,5 25,4 283,75 156,9 I 26 87 I 200 116,75 77,75 123,5 90,5 138,5 75 25,65 281,75 168,5 158 1 200 115,5 76.5 122,75 89,5 137,5 74,25 25,13 284,5 157 I - 1 200 Amerikanische Noten.............. Belgische Noten.................. Dänische Noten ................. Englische Noten ................. Französische Note»?............... Holländische Noten............... Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten.............. Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. Spanische Noten................. Ungarische Noten................ 2,438 41,73 54,48 12,205 16,34 167,96 61,31 62,95 80,33 33,p4 2,458 41,89 54,70 12,245 16.40 168,64 61,55 63,21 80,65 33,78 £ ' f? « :—" 841 MH I L gyeS .- Ud -- 4 -TTL'. »TS* T" Nr. 288 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, W. Dezember (035 itigen jetrie» ifteten 8 bis -an- d von e ie V16 R15 230, 8,30, 2,80, acht- Wei- W16 9,95, it m. udjen is 9, 3,70. ustrie und Wag- Einweihung der Molkerei Wetterfeld Srummer Tauschhandel. Einnehmer darf sie erst am nächsten Tage weg- Ich will nicht behaupten, daß das Produkt nun gerade billiger sei als das, was man im Laden kauft; ich will auch nicht behaupten, daß es durchaus schöner wäre; aber es ist ein Stückchen eigener Arbeit, dazu noch Gemeinschaftsarbeit zwischen Vater und Kindern, es trägt die Vorfreude auf das Fest in jedem Pinselstrich und in jedem Sägezug, und wenn es nicht ganz so aussieht, wie es Kunstkritiker und Ueberästheten gern haben möchten, es steckt jedenfalls eine ganze Portion Liebe darin und — die Hauptsache: es schafft Freude und zeigt den Willen zu erfreuen, und das ist es doch, was wir alle wünschen. Die Mutter wird die Arbeit schon mit einem glücklichen Lächeln belohnen. Heute, von 20 bis 22.30 Uhr, Wiederholung „Der Stern von Sevilla" von Lope de Vega. Deutsche Uebersetzung und Bearbeitung von dem in Barcelona wohnenden Deutschen Hans Schlegel. Die tödlichen Hasses mit verschränkten Armen dem bejammernswürdigen Schicksal seines Gefangenen zugesehen habe. Für dieses harte Urteil scheinen uns die von Aubry beigebrachten Unterlagen nicht stichhaltig zu sein. Daß hier ein begabter und tatendurstiger Jüngling heranwuchs, der als Mann vielleicht in die Bahn des Vaters lenken und das Lebenswerk Metternichs, die Restauration des konservativen Europas, gefährden könnte, diese stete Furcht hat sicher dazu ausgereicht, das Verhalten des eisig scharf überlegenden Staatskanzlers zu bestimmen. Die andern Nebenfiguren des Dramas find sauber herausgearbeitet: die eigensüchtige, oberflächliche und phlegmatische Mutter, die noch zu Lebzeiten des Korsen in Parma in den Armen des Grafen Neipperg sich tröstete über den verlorenen Glanz des Kaiserhofes, der gutmütige Kaiser Franz, der dem Prinzen ehrlich zugetan war, aber wie einst die Tochter, so auch das Lebensglück des Enkels den politischen Plänen Metternichs widerspruchslos opferte, schließlich die warmherzige Erzherzogin Sophie, die einzige, die neben dem Großvater'in ein herzliches, vertrauensvolles Verhältnis zu dem Napoleoniden trat, und die Posa-Gestalt Prokeschs von Osten, den Aubry von dem Verdacht befreit, ein Spitzel Metternichs zu sein. Ergreifend wirkt in der Erzählung Aubrys die Gestalt des Vaters, der sich auf St. Helena in Liebe zu dem von ihm ferngehaltenen Kinde verzehrt. Man kann Aubrys ungemein flüssige, dichterisch beschwingte und warmherzige Darstellung bei allen Vorbehalten in einzelnen Punkten seiner Auffassung nur mit großer Anteilnahme lesen, um so mehr, als aus i'hr auch die großen geschichtlichen Zusammenhänge deutlich werden, von denen das traurige Schicksal des Königs von Rom nicht gelöst werden können, ja die es bestimmt haben. —e- LPD. Die Dritte Reichsstraßensammlung vom 18. bis 2 2. Dezember 1935 ist der Hitlerjugend vorbehalten. In Einverständnis mit der Reichsjugendführung wird die in der Hitlerjugend zusammengeschlossene deutsche Jugend eingesetzt. Die Leitung aller Aktionen im Rahmen der Sammlung liegt bei den zuständigen Dienststellen des Winterhilfswerkes, die in Verbindung mit den örtlichen Dienststellen der Hitlerjugend eine große Sammeltätigkeit durchführen werden. Dieser Einsatz der Hitlerjugend soll den unbedingten Willen der deutschen Jugend zum Sozialismus zum Ausdruck bringen Am 19. und 20. Dezember werden im ganzen Reich in den Nachmittagsstunden Straßen- sammlungen der Hitlerjugend durchgeführt. Als Plakette steht der Hitlerjugend ein von der erzgebirgischen Heimindustrie hergestelltes Holzreiterchen zur Verfügung. Der 21. Dezember, der Tag der Wintersonnenwende, soll im Rahmen des Staatsjugendtages un- Handelnden nimmt von seinem Haufen etwas weg, wenn er die von dem anderen angebotene Menge nicht für genügend hält. Dabei ist Schnelligkeit und Geistesgegenwart die Seele des Geschäftes, denn eine Pause wird als Zeichen des Einverständnisses betrachtet, und wenn man etwa zu lange zögert, kann man sehr rasch seine Ware gegen ein zu geringes Entgelt los sein. An der afrikanischen Küste in der Nahe des Golfs von Guinea ziehen die Eingeborenen einen Strich am Rande eines Flusses und stapeln ihre Ware dahinter auf. Derjenige, der mit ihnen ein Geschäft machen will, legt das, was er dagegen bietet, auf der anderen Seite des Striches nieder. Die Mengen werden dann genau abgeschätzt, und man verständigt sich durch Zeichen, ohne daß ein Wort gesprochen wird. Stehen beide Waren in ihrem Wert in einem von beiden Par- teien gebilligten Einklang, dann ist der Handel abgeschlossen. In Alaska gibt es einen Jndianerstamm, der alle Geschäfte nur mit Hilfe eines Mittelsmannes abschließt. Ein Ueberbieten widerspricht den Gesetzen dieses Stammes; vielmehr überläßt man die Festsetzung des Preises einem Dritten, der aber sowohl die Zustimmung des Verkäufers wie des Käufers erlangen muß. Ist einer der beiden Geschäftsleute mit der durch den Dritten getroffenen Bestimmung nicht einverstanden, so kann er das Gejchäft durch diesen rückgängig machen lassen, und der Vermittler muß dann anderweitig sein Glück versuchen. In Indien sind die Kastengesetze so streng, daß es sogar in manchen Gegenden dem Mitglied einer niedrigen Kaste verboten ist, zu dem Angehörigen einer höheren Kaste zu sprechen. Will er mit diesem ein Geschäft abschließen, so kann dies nur wortlos geschehen. Läßt sich etwa ein Brahmane darauf ein, mit einem Fleischer oder Töpfer einen Handel abzuschließen, so muß dieser vierundzwanzig Schritte von dem Brahmanen entfernt bleiben und darf sich ihm nur durch Zeichen verständlich machen. Bei einem Brahmanen zweiter Klasse darf sich der Paria schon auf zwölf Schritte nähern. In anderen Fällen führt die außerordentliche Scheu wilder Stämme vor der Berührung mit Fremden zu einem schweigsamen Handel und Wandel. Das Volk der Gonds in Mittelindien, das sich im dichten Urwald noch immer von aller Welt ab- schließt, bewerkstelligt seinen Handelsverkehr, ohne daß einer den anderen sieht oder spricht. Niemand kann mit ihnen unmittelbar verkehren, und der Steuereinnehmer, der alljährlich die Abgaben einzieht, muß sein Erscheinen durch Trommelschlag bekannt machen, worauf dann die Steuern an einem bestimmten Fleck niedergelegt werden; der H. Schultze-Griesheim. Die Vorstellung gilt zugleich als 11. Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Tanzgasifpiel Mary Migman im Zladllhealer Gießen. Der Tisch aber ist zur Werkbank geworden. Da sind die Sägezwingen angeschraubt, da liegen Laubsäge und Bohrer, Glaspapier und Feilen, da stehen ein paar Zigarrenkasten, die Schale mit Bronze, das Lacktöpfchen, der Farbkasten, da knirscht die Säge, pinselt der eine, lackiert der andere, und schließlich wird das Fertige fach- und sachgemäß betrachtet und bewundert. „Beinah wie im Laden", sagen die Verschwörer Unb was gibt das Ganze? Nein, kein „Etagerechen" oder „Konsolchen" oder „Uhrenständer", die man doch nie benutzt und über die sich die Mutter nicht recht freuen kann, weil sie immer noch ein wenig Staub mehr abzuwischen hätte, sondern eine Krippe mit Ochs und Esel und Maria und Josef und Mohren und Hirten, oder eine Garnitur Weihnachtsengel als Kerzenträger um ein Christbäumchen, kurzum etwas, was wirklich auf Weihnachten Bezug hat und das Weihnachtszimmer verschönt. Ein bißchen Fachmann muß man ja sein. Das Sägen geht noch an. Was nicht ganz so glatt wird, wie es sein sollte, das kann man mit Glaspapier oder einer kleinen Holzfeile noch zurechtstutzen. Schwieriger ist schon das Bemalen. Aber dazu genügt durchaus ein Wasserfarbkasten mit Deckweiß und vielleicht ein wenig Gold- oder Silberbronze. Die Farbe nicht zu dünn anrühren und vor dem Anstreichen das Holz mit einer feinen Klebmasfe präparieren, damit die Poren geschlossen werden. Man benützt dazu eines der gebräuchlichsten Klebemittel, wie man sie zum Aufkleben von Photographien gebraucht. Ist die Farbe gut getrocknet, dann Überstreicht man sein Werk mit farblosem Lack, den man in jeder Drogerie billig haben kann, und er ist es, der nun geradezu Wunder an Glanz und herrlicher Farbe vollbringt. Aus der Provinzialhauptstadt. Mit Laubsäge und pinsel. Wispern und Flüstern und Geheimtun gehören zu den Weihnachtsvorfreuden wie Lebkuchen und Tannenbaum und Geschenke zu diesem schönen Fest selbst. Am schönsten aber ist es, wenn der Vater und die Kinder die Köpfe zusammenstecken und mit vorsichtigen Blicken nach der Mutter hinschielen, „ob die auch nichts merkt". Gott bewahre, sie merkt nie etwas, wenn's eine richtige Mutter ist. Zwar sieht sie die Holzrestchen, die vergessene Vorlage, den Bronzepinsel irgendwo herumliegen, wo das Zeug keinesfalls hingehört, sie sieht vielleicht auch — wo guckt so eine Mutter nicht hin? — ein angefangenes ober vollenbetes „Kunstwerk", aber sie sieht halt eben boch nichts, weil sie nichts sehen soll unb sehen will. Unb inzwischen geht die Arbeit geheimnisvoll weiter. Leider hat der Vater nicht immer so Zeit, wie es die Herren Buben und Fräulein Töchter wünschen, aber Samstagnachmittags oder gar Sonntags, da ist er greifbar, da kann er nicht aus- rücken, da muß man ihn festhalten. Ach, und er läßt sich ja so gern festhalten. „Daß du uns bloß nicht ins Zimmer kommst", sagte er zur Mutter, und die Kinder sehen sie strahlend an und haben einen Abglanz ihres Geheimnisses in den Augen, der so gerne auf die Zunge springen.möchte, aber tapfer unten gehalten wird, da es doch erst in einigen Wochen als „Ueberraschung" geboren werden Die dritte Reichsstraßensammlung der HI. Vorbehalten. den Kindern gehabt und hat in den Weihnachtsvorwochen mit ihnen eine Derschwörersippe gegen den Vater gebildet ... na schön, dann ist ja alles wieder in jener rechten Ordnung, in der es unter dem Weihnachtsbaum sein soll. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag. NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr fröhliche Gymnastik und Spiele im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Volksbad; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Der Stern von Sevilla". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Königs- ttger". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der grüne Domino". — Turmhaus am Brandplatz: 17 bis 19 Uhr Ausstellung oberhessischer Künstler. Sladtthealer Gießen. ter dem Motto „Lehrer und Schuler kämpfen gemeinsam für das WHW." mit dem Einsatz sämtlicher Schüler und Schülerinnen begangen werden. Nach der Anweisung des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung sollen in sämtlichen deutschen Schulen um 10 Uhr Feierstunden angesetzt werden. Im Anschluß an diese Feierstunden gehen Lehrer und Schüler auf die Straße, um in gemeinsamer Arbeit für das Winterhilfswerk zu sammeln. Die Hitlerjugend nimmt an den Feiern und der anschließenden Sammlung in Uniform teil. Am Sonntag, 22. Dezember, finden ab 11 Uhr in sämtlichen Standorten der Hitlerjugend musikalische Veranstal- tungen statt, bei denen Musik-, Spielmanns- und Fanfärenzüge eingesetzt werden. Auch Sing- und Spielscharen der Hitlerjugend werden am Sonntagmorgen dem sozialen Gedanken des Winterhilfswerkes dienen. Abschlußfeiern beenden die Großaktion der Hitlerjugend. Der Sohn Napoleons. Eine neue Lebensgeschichte des Königs von Rom. Es ist selten, daß das allgemeine Interesse sich ein langes Jahrhundert hindurch kaum verändert einer Persönlichkeit zuwandte, die so ausschließlich Objekt der großen Politik gewesen ist, wie der Sohn Napoleons. Der Feldherr der Revolution, der sich die Kaiserkrone aufs Haupt gesetzt hatte, suchte die Legitimation für seine neugebackene Dynastie durch die Verbindung mit einem der alten Herrscherhäuser Europas. Die Habsburgerin Marie Luise wurde von Metternich dem Allmächtigen als Sühneopser bargeboten. Aus einer politischen Ehe wurde eine große Liebe. Ihr entsproß, vom Kaiser sehnsüchtig erwartet, der König von Rom, ein Kind von seltenem Liebreiz, das der Kriegsgott mit zärtlicher Zuneigung umgibt, dessen Erziehung er auf das sorgfältigste überwacht, für das er selber immer Zeit hat, auch wenn vor seinem Zimmer eine gonze Welt auf die Befehle des Imperators wartet. Und als das Glück sich von ihm abgekehrt hat, ist er bereit, auf alles zu verzichten, wenn er damit für feinen Sohn den französischen Thron retten kann. Doch er hat zuviel Haß geerntet, um auf Schonung und Milde bei den Siegern rechnen zu können. -Die schwache, unselbständige Marie Luise .liefert den Sohn des großen Korsen seinem Todfeind Metternich aus, der mit zynischer Konsequenz em raffiniertes System ausklügelt, um das Kind seinem Vater, feiner Familie, feiner Heimat zu entfremden und es als österreichischen Prinzen vergessen zu lassen, wofür es geboren wurde. Die Gedanken des Gefangenen von St. Helena kreisen unablässig um den Sohn, seine Gespräche mit den getreuen Genossen feiner Verbannung, seine Aufzeichnungen drehen sich allein um ihn und feine Zukunft, feine letzten Seufzer gelten dem Kinde, das er so sehr geliebt hat. Aber Metternich zieht einen unsichtbaren Kordon zwischen Vater und Sohn. Niemals wieder soll Europa vor einem Napoleon erzittern müssen. Der kaiserliche Großvater in Wien hängt mit großer Zärtlichkeit an dem aufgeweckten, anmutigen Kinde, aber er fugt sich widerspruchslos, wenn sein Kanzler aus Gründen der Staatsraison den empfindsamen, anlehnungsbedürftigen Knaben ausschließlich kühlen Hof- kuten zur Erziehung übergibt und jede Verbindung mit der Außenwelt argwöhnisch beobachten laßt. Und doch kann Metternich nicht verhindern, daß m dem Heranwachsenden der Geist des Vaters lebendig wird, ja daß er in dem jungen Prokesch von Osten, Das Gammelergebnis vom „Tag der nationalen Solidarität^. Wie die^Kreisamtsleitung Gießen der NS. - Volkswohlfahrt uns mitteilt, wurden am vergangenen Samstag bei einem Einsatz von 573 Sammlern nach der endgültigen Abrechnung insgesamt 5589,68 Mark für das Winterhilfs- werk gesammelt. Den Sammlern, die sich mit großer Energie für das edle Werk einsetzten, gebühren herzlicher Dank und Anerkennung. Aus parteiamtlichenBekanntmachuugeu Die Ortsgruppe Gießen-Süd der NSDAP, fordert alle Angehörigen der SA., SAR., NSKK., Marine-SA. und der Reiter-SA. auf, am Mittwoch, 11. Dezember, und Donnerstag, 12. Dezember, den Hilfskassenbeitrag für die Monate Januar, Februar und März zu entrichten. Kassen« stunden sind an beiden Tagen von 20 bis 21.30 Uhr im Restaurant „Tannhäuser", Frankfurter Str. 83. . Der NSLB., Kreis Gießen, teilt mit, daß am morgigen Mittwoch, 11. Dezember, die Ober« gauführerin des BDM., Elfe Riefe (Wiesbaden), über das Thema „BDM. und Schule" sprechen wird. Es wird erwartet, daß alle Erzieherinnen der Volksschule, der höheren Schulen sowie der Fach« und Berufsschulen erscheinen. I JiSLD., Kreis Gießen. Fachschaft 2 (Höhere Schule). Arbeitsgemeinschaft für Mathematik und Naturwissenschaften. Donnerstag, 12. Dezember, 16 Uhr, im Physiksaal des Realgymnasiums. Vortrag von Studienrat Backes: „Wechselstromversuche unter Verwendung eines Fahrraddynamos". Gäste willkommen. Fachschaft: „körperliche Erziehung". 1. Bett.: Handball - Lehrgang vom 12. bis 14. Dezember. Laut Verfügung der Hessischen Landesregierung findet vom 12. bis 14. Dez. in Gießen für die Lehrerschaft des Kreises ein Handball-Lehrgang statt. Jede Schule soll möglichst eine Lehrkraft entsenden. Uebungszeiten: Donnerstag, 12. und Freitag, 13. Dezember, von 14.30 bis 16.30 Uhr. -Samstag, 14., von 9 bis 12.30 Uhr. Die praktische Vorführung des Spieles geschieht in erster Linie durch Schulmannschaften, doch wird den Teilnehmern auch selbst Gelegenheit gegeben, Handball zu spielen. Die Teilnehmer treffen sich Donnerstag, 12. Dez., um 14.15 Uhr am Schützenhaus in Gießen. Alle Anfragen an W. Mohr, Gießen, Wilfonstr. 8. 2. Bett.: Arbeitsgemeinschaft. Die Arbeitsgemeinschaft der Lehrer fällt am Mittwoch, 11. Dezember, aus. Gießener Dochenmarktpreise. * Gießen, 10. Dez. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Winterhilfswerk des deutschenDolkesH935/36 Belr.: Sammlung zugunsten der Anstalten und Einrichtungen der Inneren Mission. Die Ortsbeauftragten des WHW. nachstehender Orte sind noch mit obiger Meldung im Rückstand: Albach, Burkhardsfelden, Climbach, Dorf-Gill, Eberstadt, Garbenteich, Göbelnrod, Großen-Buseck, Grüningen, Harbach, Hattenrod, Heuchelheim, Inheiden, Lauter, Leihgestern, Nieder-Besjingen, Non- nenroth, Ober-Bessingen, Oppenrod, Röthges, Stangenrod, Steinbach, Stockhausen, Trais-Horloff, Utphe, Weickartshain, Wiefeck, Winnerod. Die Meldung ist sofort einzureichen. Um di« umgehende Verteilung auf die einzelnen Anstalten vornehmen zu können, muß unter allen Umständen das Gesamtaufkommen im Kreisgebiet erfaßt sein. Durch den inzwischen eingetretenen Frost läßt sich die Angelegenheit keinesfalls um auch einen Tag mehr verschieben. Heil Hitler! K l ö ß, Kreisbeauftragter Am vergangenen Sonn« tag wurde in Wetterfeld die erweiterte und mit modernen Maschinen aus« gestattete Genossenschaftsmolkerei Wetterfeld ihrer Bestimmung übergeben. Unser Bild zeigt, die Molkerei, die durch den Landesbauernführer Dr. Wagner eingeweiht wurde. — (Aufnahme: Neuner, Gießener Anz.). Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Am Samstag, 14. Dezember, gibt die große Tänzerin Mary W i g m a n mit ihrer Tanzgruppe auf Einladung der Intendanz ein einmaliges Gastspiel. Neben Tanzsoli, Tanzduos, Tanztrios und kleinen Gruppentänzen kommt die jüngste Schöpfung Mary Wgmans zur Aufführung, die neue Komposition „Tanzgesänge", eine Folge von sechs Tänzen mit musikalischer Bearbeitung von Hanns Hasting. Dieses Werk bildete bei seiner Uraufführung in Berlin den Gipfel des vielschichtigen Programms. Das Programm umfaßt in feinen Einzel- und Gruppendarbietungen eine Fülle des Arbeitsprogramms der Tänzerin Mary Wigman. Die Begleitung am Flügel hat der Komponist und Pianist Hanns Hasting. Die Veranstaltung ist außer Abonnement und trotz der erhöhten Unkosten zu kleinen Preisen, die jedem Anhänger großer Tanzkunst den Besuch ermöglichen. Dauer des Abends Der „Dienst am Kunden" ist für den Verkäufer oft nicht leicht, und mit Geduld und Ueberzeugungs- kraft müssen dem Käufer Wert und Vorzüge einer Ware, die er kaufen möchte, dargestellt werden. Nun gibt es einige Länder auf der Erde, wo das ganze Kaufgeschäft' — meistens handelt es sich allerdings um einen Warentausch — ganz wortlos vor sich geht. So gibt es im malaiischen Archipel einen Stamm, der es für unglückbringend hält, wenn der Verkäufer ein Wort mit dem Käufer spricht. Geschäfte vollziehen sich dort auf höchst seltsame Weise. Der Händler, der etwas los werden will, legt feine Waren wortlos neben die Gegenstände, die er im, Austausch zu erhalten wünscht, und jeder der beiden nehmen. dem späteren Botschafter und Bundestagspräsidenten in Frankfurt, einen Mentor findet, der dem Sohne des Korsen die große Verpflichtung einhammert, die das Bewußtsein ihm auferlegt, Erbe eines solchen Mannes zu sein. Die nationalen Bewegungen in Griechenland, Belgien, Polen, Italien regen die Phantasie des ehrgeizigen Jünglings zu großen Plänen an. Aber für Metternich bleibt der Sohn Napoleons immer nur eine Schachfigur im großen politischen Spiel der Niederhaltung aller revolutionären Kräfte. Er ist dem Kanzler gut genug, um durch die Angst vor seiner Rückkehr nach Frankreich die Bourbonen sowohl wie den Bürgerkönig Ludwig Philipp am Gängelband zu halten. Sobald es dieses Druckes nicht mehr bedarf, ist der Staatskanzler nur noch der harte Kerkermeister, den auch keine weichere Regung ankommt, als der Prinz in der Blüte feiner Jugend an der Lungenschwindsucht, der bösen Erbschaft seiner habsburgischen Mutter, schnell dahinsiecht, obwohl vielleicht ein Aufenthalt im Süden und eine liebevollere Beaufsichtigung des rücksichtslos jedem Wetter sich aussetzenden Prinzen die furchtbare Krankbeit hatte bannen können. So sinkt vorzeittg ein Jüngling ins Grab, dessen hohe Begabung und edler Charakter die Hoffnung der Besten seines Vaterlandes gewesen war und dessen rührende Erscheinung auch die Herzen der Wiener für sich erobert hatte. Metternich, der die Ehe seiner Eltern gestiftet hatte, blieb der Unstern feines kurzen, zwischen Hoffnung und Enttäuschung hin- und hergerissenen, sich in brennendem Ehrgeiz nach großen, des Vaters würdigen Taten verzehrenden Lebens. Wie er sein Dasein politischen Erwägungen verdankte, so wurde er auch bas Opfer einer Politik, die keine Gefühle kannte und m ihm nur den Erben des furchtbaren Eroberers sah. Viktor A u b r y * hat für die erschütternde Lebens- qeschichte des Königs von Rom neue Quellen er- icklossen die geeignet sind, manche Lucke zu schlie- ßen manches Verzerrte richtigzustellen und auch bisher verborgen gebliebene Faden bloßzulegen. Glühende Verehrung für den großen läßt Aubry sicher manches einseitig sehen. Aubry nimmt an, daß Metternich, der eine ihm von Napo- t nM oi 3 in Dresden zugesügte Beleidigung nie Xff«“Ä aurperfönlid)k%ad)fu«t den Sohn de/Korsen von allem ferngehalten habe, was seinem Leben einen Inhalt hätte geben tonnen unb daß der Staatskanzler aus den gleichen Gefühlen : * Victor Aubry: „Der König von Rom" mit 32 Bildern Preis geb. 9 Mk. Verlag Eugen Rentsch, Leipzig CI. — (408) dem zwei Schülerinnen in reizenden und bunten Kostümen des fernen Ostens einluden. Der Nikolausmarkt in seiner Gesamtheit war allen Besuchern ein schöner Beweis dafür, daß im Fröbelseminar die Schülerinnen mit allem Ernst und mit viel Verständnis für ihren zukünftigen Beruf vorbereitet werden. Sie bekommen sichtlich viele Anregungen mit auf den Weg, viele praktische Kenntnisse, die für ihre Arbeit wertvolles Rüstzeug darstellen. Ungern schied man aus dem Haus an der Gartenstraße, in dem sicherlich allen Freunden des Seminars eine Stunde ungetrübter Freude beschieden war. Kriegsgefangen auf Samoa und Neu-Seeland. Zweiter Vortrag von Professor Sessous in Annerod. Nach dem mit starkem Beifall aufgenommenen ersten Lichtbildervortrag im Rahmen des Volks- bildungsamtes der Partei in Annerod über das Südsee-Paradies „Samoa", mußte sich der Direktor des Landwirtschaftlichen Institutes, Professor Dr. Sessous zu einer Fortsetzung bereiterklären. Dem Wunsche seiner aufmerksamen Zuhörer kam Professor Sessous am Samstagabend nach, und zwar mit einer interessanten Erzählung seiner „Erlebnisse in englischer Kriegsgefangenschaft auf Samoa und Neu-Seeland". Der Vortragende ergänzte seine ersten Ausführungen durch eine Anzahl schöner Lichtbilder. Er führte feine zahlreicken Zuhörer noch einmal in die märchenhafte Schönheit der Landschaft ein. Unter der Anleitung der Europäer hatten die sehr geschickten, aber nicht gerade fleißigen Eingeborenen an Wohlstand zuaenom- men. Anfangs 1914 war, so erzählte der Redner, Dr. Schultze-Everth zum Gouverneur von Samoa ernannt worden, und auf „S. M. S. Con- dor" unternahm der neue Gouverneur seine Antrittsreise um die Inseln. Noch im Juli 1914 fanden sich die Europäer zu einer gemeinsamen Kranz-Nie- derlegung zusammen, und dann brach der Krieg aus. Durch einen von einem deutschen Ingenieur erbauten Funkturm waren die Deutschen in die Lage versetzt, ständige Verbindungen mit der Umwelt aufrechtzuerhalten. Allgemein war man der Auffassung, daß dieser Krieg nur in Europa ausgetragen und entschieden würde. England und Frankreich aber hatten nichts eiligeres zu tun, als den Krieg auch in die Kolonien zu tragen. Das Verhältnis der Weißen auf Samoa blieb ein freundschaftliches, wenn auch der Verkehr der Familien untereinander zwischen den Angehörigen der kriegführenden Nationen eingestellt wurde. Ende August kamen englische Kriegsschiffe, und der englische Kommandeur forderte die Uebergabe. Der Gouverneur erklärte sich nach Verhandlunden zur Uebergabe bereit, um das Leben der Weißen zu schonen und wurde dafür durch einen neuseeländischen Offizier in schmachvoller Weise verhaftet. Das ganze Benehmen des neuen Administrators lief dahin hinaus, den Gouverneur in den Augen der Schwarzen herabzusetzen. Wenige Tage nach der Verhaftung des Gouverneurs wurden auch alle übrigen Deutschen in die Gefangenschaft geholt. Auf der Nord-Insel von Neu-Seeland, der Auckland- Insel, wurden sie interniert und fanden hier das nerventötende, stumpfsinnige Dahinvegetieren aller Gefangenen. Nur durch intensive Arbeit an sich selbst, durch Selbststudium, Sprachenstudien, Sport, Fischerei, Gartenbau schufen sie sich Abwechselung. Eine große Ueberraschung bedeutete für die Gefangenen die Ankunft des Kommandanten des „Seeadlers", des Grafen L u ck n e r mit Kapitänleutnant Kircheiß, der dieser Tage auch in Gießen in der Hochschulgesellschaft gesprochen hatte. Graf Luckner bereitete eine Flucht vor, die aber fehlschlug, so daß er nach kurzer Zeit wieder ins Lager zurückgebracht wurde. Erst lange, nachdem der Krieg zu Ende war, schlug die Befreiungsstunde. Aus Erfahrungen und Erlebnissen aber entstand nur der eine Wunsch und Wille, daß Deutschland in der Erkenntnis dieses Schicksalsschlages ein einiges und starkes Volk werden und aus eigener Kraft sich zu alter Größe emporringen muß. Zu seiner Entwickelung aber braucht es Kolonien, die ihm die Rohstoffe liefern. Wir werden, so schloß der Redner, das Recht auf Kolonien nicht aufgeben. — Reicher Beifall belohnte Professor Sessous für seinen lehrreichen Vortrag. * ** Einheitliche Weihnachsferien in Hessen. Die Weihnachtsferien in Hessen beginnen einheitlich für die Volks- und höheren Schulen in Stadt und Land am Montag, 23. Dezember, und dauern bis Montag, 6. Januar 1936, einschließlich. ♦* Die Bekämpfung der Schnakenplage betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Hoch- und Tiefbauamtes im heutigen Anzeigenteil. Es fei besonders darauf aufmerksam gemacht. General von Lettow-Vorbeck in Gießen. Ein denkwürdiger Vortrag im Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschast. Die Abteilung Gießen des Frauenbundes der Deutschen Koolonialgesellschaft hatte am gestrigen Montagabend die große Freude und Ehre, den Führer der deutschen Streitkräfte in Deutsch-Ostafrika während der Weltkriegsjahre, General von Lettow-Vorbeck, zu einem Vortrag in ihrer Mitte weilen zu sehen. Daß die Ankündigung dieses Vortragenden einen sehr starken Besuch erwarten ließ, war von vornherein anzune^men, es war daher auch kein Wunder, daß die Neue Aula der Universität überfüllt war, die Besucher bis in den Vorraum hinaus dichtgedrängt standen, um nur ja dem General lauschen zu können, und daß sehr viele wieder umkehren mußten, weil eben nicht das geringste Plätzchen mehr zu erlangen war. Die große Verehrung, die dem von der Liebe seines Volkes getragenen General auch in unserer Stadt entgegengebracht wird, bekundete sich bei seinem Erscheinen in der Aula in einem starken Beifallssturm, für den der General mit dem deutschen Gruß dankte. Nach dem Gesang eines Fahnenliedes durch eine Mädelgruppe vom BDM. sprach $rou Hummel als Leiterin der Gießener Abteilung des Frauenbundes der Deutschen Kolonialgesellschaft ein herzliches Gruhwort an den General. Sie betonte dabei, Lettow-Vorbeck sei für uns Deutsche kein bloßer Name mehr, sondern er sei für unser Volk zum Begriff geworden. Dieser Begriff umschließe Mut, Tapferkeit, Einsatzbereitschaft, höchste Pflichterfüllung. Lettow-Vorbeck sei der Mann, der fern der Heimat auf deutschem Boden jenseits des Meeres viele Jahre mit äußerster Kraft gegen eine vielfache Uebermacht von Feinden gekämpft habe. (Beifall.) Das deutsche Volk blicke zu ihm in Liebe und Perehrung auf. Sein heldenhaftes Beispiel habe mitgehol - f en zur jetzigen deu tschen Wiedergeburt. Denn er habe uns gezeigt, was Deutschland leisten könne, wenn es sich voll einsetze für eine Sache. Er solle uns und unseren Kindern immer ein Beispiel sein, dann sei die Zukunft Deutschlands gesichert. Wie Lettow-Vorbeck, so müsse auch jeder einzelne von uns dauernd sein persönliches Opfer bringen können und sich persönlich für die großeSacheDeutsch- lands einsetzen. Das könne uns nicht schwer fallen, wenn wir an die Opfer des Weltkrieges und des Ringens der Bewegung denken würden. Lettow-Vorbeck solle uns Vorbild sein, dann würden wir nie müde werden, sondern immer weiterstreben und unsere Pflicht für Deutschland erfüllen. (Beifall.) Von erneutem, langanhaltendem starken Beifall begrüßt, betrat nunmehr General von Lettow-Vorbeck das Rednerpult. Sein etwa VAftünbiger Vortrag wurde von der großen Zuhörerschaft mit starker Spannung angehört und fesselte in der Tat so gewaltig, daß man es geradezu bedauerte, als der General nach etwa IVz Stunden seine überaus anschaulichen und aufschlußreichen Darlegungen schloß; man hätte ihm mit dem gleichen starken Interesse gut und gern noch eine Stunde uno vielleicht sogar noch länger zugehört, denn sein Vortrag war für die Hörer ein einzigartiges, köstliches Erleben. Zunächst streifte er, nach kurzen und herzlichen Dankesworten für den warmen Empfang, die jetzigen Kämpfe in Abessinien, ohne aber irgendwelche Prophezeihungen zu bieten, sondern nur auf einzelne Analogien zwischen dem abessinischen Feldzug und den Erlebnissen in Deutsch-Ostafrika während des Weltkrieges hinzuweisen. Er warnte vor übereilten Schlußfolgerungen und schärfte mit wenigen Worten den Blick seiner Zuhörer für manche Gesichtspunkte, die bei der Beurteilung dieser Wirsing, das Pfund 8 bis 12, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 8 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 18, Unterkohlrabi 8, Grünkohl 10 bis 15, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 40 bis 50, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 10 bis 30 Pf., der Zentner 10 bis 30 Mk., Birnen, das Pfund 20 bis 25 Pf., Nüsse 45 bis 55, Zwetschenhonig 40 bis 45, Suppenhühner 80 Pf., Gänse 1 bis 1,10 Mk., Enten 1,10 M., Blumenkohl, das Stück 10 bis 50 Pf., Salat 8 bis 10, Endivien 5 bis 12, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25 Pf. Nikolaus-Markt des Iröbel-Seniinars. Das Gießener Fröbelseminar hatte am vergangenen Samstag zwei lustige und festliche Tage. Das Haus an der Ecke Gartenstraße und Nahrungsberg war während der Nachmittabsstunden von einem quicklebendigen Leben erfüllt, von Weihnachtsoorfreude, es war erfüllt von Farbe und Lärm, wie sie eben ein „Markt" mit sich bringt, und außerdem war das Haus durchzogen von Lebkuchen- und Plätzchenduft und vom feinen Geruch der Tannen. Die Schülerinnen des Seminars, die dort bekanntlich zu Kindergärtnerinnen und zu Kinderpflegerinnen herangebildet werden, hatten ihren Nikolausmarkt unter der Initiative unseres heimischen Künstlers Bourcarde mit großer Liebe und ebenso vielem Eifer vorbereitet. Tagelang wurden Plätzchen und Lebkuchen gebacken, wurden Budenschilder auf Packpapier gemalt, auf Rahmen aufgezogen, wurden aus billigen Materialien allerlei wunderhübsche Geschenke als Gewinne ange- fertigt und vieles andere mehr. Wieder andere probierten Märchen- und Schattenspiele und übten Musik. Am Samstagmittag war dann alles hinlänglich vorbereitet und man erwartete den Ansturm der kleinen und großen Gäste. Zahlreich fanden sie sich denn auch ein. Der aroße Bekanntenkreis, der dem Seminar freundschaftlich verbunden ist, kam, sah und staunte. Bald herrschte in allen Räumen ein richtiges Marktleben. Die Kinder machten große Augen ob all der Herrlichkeiten, die sich boten, aber auch die Erwachsenen hatten Anlaß überrascht zu sein über die Fülle der schöpferischen Ideen, die für diesen Nikolausmarkt aufgeboten und verwirklicht worden war. Alles hatten die Mädels selbst gemacht und dabei eine beachtliche handwerkliche Geschicklichkeit an den Tag gelegt. Die Gäste, die zu diesem Nikolausmarkt erschienen waren, wußten bei der Fülle dessen, was geboten wurde, gar nicht, wohin sie sich zuerst wenden sollten. Hier lockte „Leckerleins Waffelbäckerei", in der man zum Tee sofort die frischgebackenen heißen Waffeln direkt aus dem Eisen nehmen konnte, dort pries der Zauberer „Buru- baba" in einem phantastischen Kostüm feine Künste an, lockte die Marktbesucher vor seine Bühne und überraschte sie mit rätselhaften Tricks; wenige Schritte weiter fiel man in das Märchentheater, in dem mit schönen Figuren Schattenspiele aufgeführt wurden. Für die Allerkleinsten der Gäste war zu vorübergehender Belustigung eine Stube hergerichtet worden, in der sie Karussell sichren konnten. Sehr lustig war die Schießbude, die von den Kindern, wie auch von würdigen Familienvätern aleichermaßen gerne aufgesucht wurde. Mit einer Armbrust, die in jedes Jungen Brust die heißesten Wünsche wachgerufen haben mag, wurde nach Blechdosen geschossen. Bei soundso vielen Treffern gab es Preise in Gestalt von Orden Oder Nickelsmännern. Eine der jungen Damen des Seminars bewies besondere Fertigkeit: sie schoß mit einer Hand wie ein Wildwestboy nach dem Ziel. In wieder einem anderen Zimmer war alf das aufgebaut roorben, was die Mädchen an Weihnachtsbackwerk geschaffen hatten und dabei bewiesen, daß sie es ausgezeichnet verstanden, nicht nur gutes, sondern auch schönes Backwerk herzustellen. Aus Lebkuchen, Plätzchen, buntem Zucker und mit einem großen Aufwand von Phantasie waren viele Lebkuchenhäuschen in den verschiedensten Größen und Formen gebaut worden, die das Entzücken aller Kinder und ihrer Mütter bildeten. Noch auf viele andere Weise war für Unterhaltung gesorgt. Hier erklang die Ziehharmonika und dort rief man zur nächsten Märchenvorstellung auf, hier konnte man seine Geschicklichkeit im Ballwerfen beweisen und dort im Kugelspiel, bei dem in bestimmte Tore zu treffen war. Schließlich machte auch das chinesische Fadenspiel großen Spaß, zu Nicht müde werden, Annelies! Vornan von Bernhard Lanzer. Urheberrechtsschutz: Aufwärts-Verlag, Berlin. 6. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Günter hatte also die Freiheit, zu tun, was er für richtig hielt, aber er war keineswegs davon befriedigt. Es wäre ihm lieber gewesen Annelies hätte darauf bestanden, daß er gleichfalls zu Haufe blieb. So aber erhob sich immer wieder die Frage: Gehen oder nicht gehen? Aber gab es denn eigentlich überhaupt einen Zweifel? War er am Vormittag nicht fest entschlossen gewesen, dem Rennen fernzubleiben. Die Frau Senator blieb auch am Nachmittag im Bett, man trennte sich daher am Abend verhältnismäßig früh. Günter begab sich sofort auf fein Zimmer. In heftigen Zügen rauchend, ging er mit weit ausholenden Schritten im Dunkeln auf und ab. Das Fenster stand weit offen. Die leisen Klänge einer Konzertkapelle wehten herein. Wenn die Musik schwieg, hörte man schwaches Stimmengewirr, zuweilen von dem flackernden Ton eines verhaltenen Lachens unterbrochen. Günter trat an das Fenster. Drüben, etwas seitlich, lag die Hotelterrasse. Sie war dicht besetzt; man sah die Gestalten der Gäste wie ferne, bewegte Miniaturen. Farbiges Licht zog feine abgegrenzten Kreise unter bunten Sonnenschirmen. Lorbeerbäume und blühende Pflanzen hoben sich wie schweigende, gemalte Schatten von dem erhellten Grunde ab. Mit gefurchter Stirn ließ Günter den Blick wieder abgleiten, hinauf zu den zahllosen Fenstern der Hotelzimmer und wieder hinab zu den schmalen, balkonähnlichen Austritten vor den Fenstern des ersten Stockwerks. Wo mochte Mia wohnen? Einsamkeit drückte sie gewiß nicht, der war sie immer aus dem Wege gegangen. Zu oft. Der Mensch soll nicht jeder Stunde ausweichen, die sich mit ihm auseinandersetzen will. Sicher saß Mia jetzt dort unter den fröhlichen Menschen auf der Terrasse. Oder im Caf6. Oder im Weinrestaurant. Vielleicht sammelte sie auch in der Hotelhalle ihre Bewunderer um sich. Sie konnte ja nicht leben ohne einen Schwarm von Verehrern. Wenn sie noch so war wie früher ... Nein, es hatte keinen Sinn, ihr ausweichen zu wollen, und das Rennen war gewissermaßen neutraler Boden, auf dem man sich traf. Man sollte also wirklich gehen. Unter den Augen so vieler anderer Menschen wurde der Begegnung das Peinliche und Unsichere genommen. Man konnte sich höflich, aber gemessen guten Tag sagen, nach dem Ergehen fragen, und war keinen Anspielungen auf vergangene Zeiten ausgesetzt, zumal wenn Mias Mann mit zugegen sein würde. Damit würde die Angelegenheit erledigt sein. Günter brannte sich eine neue Zigarette an. Erledigt? Es war in gewisser Beziehung vielleicht gar nicht so ungefährlich, Mia wieder zu begegnen. Man wußte ja nicht, was sie vor hatte. So ohne jede Absicht suchte sie eine Begegnung wohl kaum, denn eigentlich mußte es ihr noch peinlicher sein als ihm. Und dann — man hatte doch einmal lichterloh für sie gebrannt! Die Tatsache war nicht aus der Welt zu schaffen. Aber trogdem — ober vielmehr gerade deswegen — würde es gut fein, ihr noch einmal gegen» überzutreten. Man mußte doch einmal wissen, daß man wirklich mit dieser Erinnerung fertig war. Und man mußte es ihr ganz unmißverständlich zeigen. Wenn man nicht gehen würde, so war das ja nur ein Hinausschieben, denn einmal würde es ja doch kommen, da Mia nun einmal hier war und in unmittelbarer Nähe Wohnung genommen hatte. Es war mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß man sich in Kürze einmal in den Weg lief, ohne daß man Gelegenheit hatte, auszuweichen. Dann traf es einen vielleicht unverhofft. Und wenn Mia es sich wirklich vorgenommen hatte, würde sie bestimmt eine Gelegenheit suchen. „Auf Wiederhören!" hatte sie gesagt — das sollte natürlich heißen: „Auf Wiedersehen!" Es war also wirklich am zweckmäßigsten, das unvermeidliche Zusammentreffen in die gewissermaßen schützende Oefsent- lichkeit des Rennplatzes zu verlegen. Gut wäre es gewesen, wenn Annelies hätte mit» gehen können. Es wäre so etwas wie eine kleine Genugtuung gewesen, wenn man sie Mia als seine Verlobte hätte vorstellen können, und ihre Gegenwart würde auch einen nicht zu unterschätzenden Rückhalt geboten haben. Vor allen Dingen aber hätte Mia sich durch den Augenschein davon überzeugen können, daß das Vergangene endgültig ausgelöscht und begraben war. Nun, man würde auch so mit ihr fertig werden. 3. Kapitel. Flimmernd, wie eine weißliche Wolke, lag das strahlende Licht der Nachmittagssonne über dem Rennplatz. Man mußte die Hand über die Augen legen, wenn man das satte, fast fleckenlose Blau des Himmels wahrnehmen wollte. Tausende von Besuchern füllten den riesigen Platz; die hohen, langgestreckten Tribünen waren bis zum letzten Platz ausverkauft. Reglos hingen die bunten Wimpel in der unbewegten Lust, schneidige Marschmusik dröhnte von den Lautsprechern herab. Wie leises, dumpfes Rauschen klangen die Stimmen der Tausende auf. Alle Sprachen schwirrten durcheinander; der „Große Preis" hatte ein internationales Publikum anghlockt. Man unterhielt sich über die neuesten Ereignisse der Weltpolitik, über Börsen- und Toilettenfragen, oder man flirtete. Die Aussichten der für den Start genannten Pferde wurden lebhaft erörtert. Ab und zu hörte man den Namen „Goldfasan". Offenbar war über den Neuling etwas durchgesickern Die Programme raschelten. „Baron de Costas ^Goldfasan" las man. „Reiter: der Besitzer." \ Günter war schon zeitig gekommen. In lässiger Haltung ließ er den Blick über die dichtbesetzten Tribünen hinschweifen. Es war ganz und gar unmöglich, Mia herauszufinden — selbstverständlich. Gs war aber auch nicht anzunehmen, daß man sie unter der Menge zu suchen hatte. Sie war gewohnt, im Vordergrund des allgemeinen Interesses zu stehen, und würde die Bekanntschaft mit Costa wahrscheinlich dazu benutzen, ihre Person gebührend herauszustellen. Man hatte sie vermutlich auf dem Sattelplatz zu suchen. Schulenberg, der Unentwegte, der bei keinem Rennen fehlen durfte, war sicher auch da; man brauchte sich nur an ihn zu halten, um dorchin zu gelangen und die Sache möglichst unauffällig zu gestalten. 2Iuf dem Sattelplatz herrschte verhaltene Erregung. Etwas davon teilte sich auch Günter mit, wenn er sich auch den Anschein der Ruhe und Gleich- gulttgkett gab. Undeutlich gewahrte er ein paar Kämpfe kn Betracht ztt ziehen sind. U. 6. totes et dabei auf die wichtigen Faktoren der Unerfchlossen- heit des Kampfplatzes, des Klimas, der Tropenkrant» Heiken, der Verpflegung und des Nachschubs hin, die selbst für die stärkste Armee von größter Bedeutung fein werden. Sodann wandte er sich der Schilderung der wichtigsten Vorgänge der Kriegführung in Deutsch-Ostafrika während des Weltkrieges zu. Er widerlegte zunächst die weit verbreitete Ansicht, als habe es sich bei dieser Kriegführung nur um die Verteidigung der Kolonie gehandelt, mit der Erklärung, daß keine Rede davon fein könne, diese Verteidigung als K r i e g s z i e l der militärischen Operationen in Deutsch-Ostafrika anzusehen. Man sei sich damals schon in Ost-Afrika darüber klar aewesen, daß über das Schicksal der Kolonie nur auf den europäischen Schlachtfeldern entschieden werden würde. Als wahres Kriegsziel der Deutschen in Deutsch- Ostafrika zeigte er die Bindung einer zahlenmäßig möglichst großen feindlichen Truppenmacht an die deutschen Streitkräfte der Kolonie, um auf diese Weise möglichst viele überseeische Truppen der damaligen Feindbund- mächte in Afrika festzulegen und so von den europäischen Fronten zur Entlastung der dort schwer ringenden deutschen Kameraden sernzu- halten. Auf diesem Wege hätten die deutschen Kämpfer in Deutsch-Ostafrika ihren Beitrag zur Erringung des deutschen Sieges leisten wollen. Mit dankbarer Würdigung des gewaltigen Opfermutes unserer deutschen Brüder und Schwestern in Deutsch-Ost- afrika betonte der Vortragende in diesem Zusammenhänge, daß das gesamte Deutschtum der Kolonie, trotz einiger Zweifel hier und da zu Anfang, sich schnell und immer mehr für die große deutsche Sache zur Verfügung gestellt hat und in vollstem Ausmaß unter Preisgabe alles Besitzes und aller Errungenschaften feiner Arbeit alles hergab für den Erfolg des gemeinsamen großen Mühens. Um den Zweck und das Ziel des militärischen Einsatzes, nämlich die Bindung einer großen feindlichen Truppenmacht, zu erreichen, mußte d i e deutsche Truppe den Feind immer wieder anpatfen und ihn mit aller Kraft bedrängen, auch durch den Einmarsch in sein eigenes Gebiet. Im weiteren Verlaufe seines Vortrages konnte der Redner an Hand von einigen Zahlen, die wir weiter unten vermerken, nachweifen, daß das Ziel der deutschen Truppen erreicht wurde. Außerordentlich fesselnd war sodann die eingehende Schilderung der Verhältnisse hinter der Kampffront der deutschen Streitkräfte. Es wurde dabei erwähnt, daß die Kolonie Deutsch-Ost- afrika doppelt so groß ist wie das ganze Deutsche Reich, aber zu jener Zeit nur 8 Millionen Bewohner hatte. Don dieser Grundlage ausgehend berichtete der General über die vielfachen Schwierigkeiten bei der Sicherstellung der Ernährung der kämpfenden Truppe, über die starken wirtschaftlichen Umstellungen auf dem Gebiete des landwirtschaftlichen Anbaues, über die ungeheuren Schwierigkeiten des Verkehrswesens und des Nachrichtendienstes, da eben auf allen Gebieten die wichtigsten Voraus- fehungen für die Kriegführung fehlten und überall nur mit den Eingeborenen gearbeitet werden muhte, die der deutschen Sprache unkundig waren. Trotz aller dieser Schwierigkeiten war die Versorgung der Truppe mit Feldfrüchten bald gesichert, aber die Transportfrage bereitete weiterhin die größten Schwierigkeiten, zu deren Ueberwindung immer wieder neue Maßnahmen getroffen werden mußten. Man hörte weiter, daß für die Verpflegung der Truppe das Land durch die Jagd, aber auch die günstigeren klimatischen Verhältnisse im Norden, im Gebiet des Kilimandscharo, von großem Vorteil und von wesentlicher Bedeutung waren, jedoch in zunehmendem Maße die Sorgen um die Munition sich verstärkten. Der Vorttagende machte ferner mit den vielfachen Behelfsmitteln bekannt, die zur Versorgung der Truppe angewandt wurden, wobei auch die Selbstherstellung von Bier, Rum, Whisky und Kognak erwähnt wurde. Es darf natürlich niemand glauben, daß die Truppe ein geruhsames Dasein geführt und ihre Kraft lediglich zur Lösung der Verpflegungsschwierigkeiten ' gebraucht hätte. Es waren vielmehr ständig Kämpfe, vielfach auch heftige, zu bestehen, um die feindlichen Streitkräfte unablässig zu binden, aber auch von dem Boden der deutschen Kolonie fernzuhalten. Wie eilige Stallburschen, einen bekannten Trainer. Während er sich auf dem Platz umsah, wurde er aus einer Gruppe sachverständig debattierender Herren heraus angerufen. Er wandte sich um. Es war Schulenburg. Man begrüßte sich und nahm die Unterhaltung wieder auf. Günter hörte, daß „Goldfasan" nicht zum Start erschienen fei, die Gründe dafür waren unbekannt. Plötzlich trat eine Unterbrechung in der Unterhaltung ein. Hinter Günters Rücken schien etwas vorzugehen, was das Interesse der Herren, bei denen er stand, wachrief. „Donnerwetter — ist das ein rassiges Geschöpf!" ließ Schulenburg sich anerkennend vernehmen. „Eine blendende Erscheinung!" stimmte ihm einer der anderen zu. „Wer mag das fein?" „Die schöne Mia!" gab ein Dritter Auskunft. Ich habe sie im vergangenen Jahre in Baden-Baden gesehen. Leider ist sie stark verheiratet. Was sie aber durchaus nicht hindert, sich von der Männerwelt anschwärmen zu lassen. Ihr Mann ..." Er verstummte — ein Zeichen, daß Mia Rech- berg näherkam. Günter rührte sich nicht, aber er spürte plötzlich einen Druck in den Schläfen. Er stand mit dem Rücken gegen die Sonne, und doch flimmerte vor feinen Augen das Licht wie von unzähligen, durcheinanderwirbelnden Wellen. Er senkte den Blick zu Boden. Da schob sich auf dem Rasen etwas Dunkles heran, wurde größer, länger — ein Schatten. Günter hatte das seltsame Gefühl, als ob feine Schultern mit einem Male unglaublich schwer würden. Jetzt ...!, dachte er. Jetzt ... ! Als erwartete er von rückwärts her einen Angriff. Es dauerte nur Sekunden, dann hatte er diese merkwürdige Empfindung übewunden. Nun ja, das war Mia — Mia kam — was war schon dabei! Man hatte es ja erwartet, hatte es gewollt. Man würde sich jetzt einfach umdrehen und ihr guten Tag sagen, wie man eben einen bekannten Menschen begrüßt, der einem innerlich nicht sonderlich nahesteht. Oder — wenn man wollte — man konnte auch, den richtigen Augenblick abpassend, sich unauffällig zur Seite drehen und wieder verschwinden, ohne von ihr bemerkt und erkannt zu werden. i (Fortsetzung fotgii) Vortragsabende der Gießener Pfarrgemeinden n Obecheffen Trage dazu bei. daß jede deutsche Mutter ihren Kindern eine Weihnachtsfreude bereiten kann. Spende ein Deihnachtspaket für das WHD.! * Lang-Göns, 9. Dez. Am Tag der n a t i o ■ alen Solidarität wurden in der hiesigen < Holzheim, 9. Dez. Bei der Sammlung der Handwerker, Gewerbetreibenden und Beamten wurden über 80 RM. für das Winterhilfswerk geopfert. — Dieser Tage fand in unserer Gemarkung Treibjagd statt, bei der 185 Hasen zur Strecke gebracht wurden. (j) Grüningen, 10. Dez. Bei der Geldsammlung anläßlich des Tages der nationalen Solidarität wurde von den Politischen Leitern in unserer Gemeinde der stattliche Betrag von 30,50 Mark gesammelt. — Die Naturalien- ammlung für die I n n e r e M i s s i o n zeigte eben- alls ein befriedigendes Ergebnis. Y Watzenborn-Steinberg, 9. Dez. Der hiesige Männergesangverein „Germania", der seit 22 Jahren unter der bewährten Leitung des Chormeisters Georg Harnisch steht, brachte diesem am Samstag anläßlich seines 6 0. Geburtstages ein Ständchen. Im Auftrage des Vereins brachte der Dereinsführer Theodor Jung die besten Glückwünsche dar und überreichte einen Blumenkorb. In seiner Ansprache wies er ferner auf die großen Verdienste hin, die Chormeister Harnisch sich um die Hebung des Männergesangs und die Pflege des deutschen Liedes auch in unserer Gemeinde erworben hat. — Schwester Maria Becker vom Reichsmütterdienst sprach dieser Tage zu der Frauenschaft und Evangelischen Frauenhilfe. Die Frauen nahmen die Anregungen der Vortragenden mit Dank auf und folgten mit lebhaftem Interesse den Ausführungen. Sofort meldeten sich 25 Frauen für einen in aller Kürze beginnenden Kochkursus und 12 Frauen zu einem Lehrgang über Erziehungsfragen. Weitere Anmeldungen werden noch bei der Ortsfrauenschaftsleiterin Frau Baum und bei dem Vorstand der Evangelischen Frauenhilfe angenommen. D L i ch, 9. Dez. An Stelle des in den Ruhestand getretenen Leiters unserer Volksschule, Rektor Erb, ist bis zur endgültigen Besetzung der ausgeschriebenen Stelle und der Ernennung eines Rektors Lehrer H i l d mit der Führung der Geschäfte des Schulleiters vom Kreisschulamt Gießen beauftragt worden. )—( Bellersheim, 9. Dez. Da sich der Zuchtviehbestand hier dauernd steigert, ist die Anschaffung eines vierten Faseltieres notwendig geworden. Nach einer alten Rechtssatzung muß die hiesige Markgenossenschaft drei Bullen anschaffen, der vierte geht nun auf Kosten der G e - meindeverwaltung. Es werden jetzt je zwe» Riederungs- und Fleckviehvatertiere zur Zucht verwendet. rischen Bedarf sich von den Portugiesen und den j Engländern holte, die sich dabei, wie der General < mit feinem Humor hervorhob, als gute Lieferanten ' erwiesen. Mit dem Bekanntwerden des Waffenstill- standes im November 1918 sei dann auch der < Kriegszug der deutschen Soldaten in Ostafrika beendet gewesen. Am Schlüsse seines ost von humorvollen Bemerkungen gewürzten Vortrages gab General von , Lettow - Vorbeck noch einige interessante । Zahlen. Die deutsche Streitmacht zog bei Kriegsbeginn mit 200 weißen und 2400 schwarzen Soldaten ins Feld, von den weiter zur Verfügung stehenden 6000 deutschen Menschen wurden rund 3000 Männer zur Truppe eingezogen, also fast restlos alle Männer. Ferner wurde die etwa 2000 Askari starke schwarze Polizei eingezogen. Der höchste Stand der deutschen Streitmacht war Ende 1915 mit 3000 weihen und 11 000 schwarzen Soldaten erreicht. Mitte 1917 waren es nur noch 300 weihe und 1700 schwarze Soldaten, beim Kriegsende noch 155 weihe und 1200 schwarze Soldaten, wobei das gesamte Sanitäts- und Verwaltungspersonal mitgerechnet ist. Der Abgang bedeutet natürlich nicht, daß alle tot waren. Von 3000 weißen Soldaten sind rund 750 gefallen und ruhen in afrikanischer Erde. Von dem aktiven Offizierskorps ist fast die Hälfte gefallen. Bei der Abwägung dieser Opfer im Vergleich zu dem Erfolg kam der General zu dem Ergebnis, daß die Opfer dieses Kolonialfeldzuqes durchaus zu verantworten sind. Er stellte dabei als Verlust der feindlichen Mächte fest, daß nach einer englischen Berechnung die feindlichen Kriegskosten für die Kämpfe in Ostafrika sich auf rund 12 Milliarden Mark, nach einer französischen Quelle sich sogar auf 20 Milliarden Mark belaufen. Die militärischen Kräfte der Feindbynd-Mächte (England mit seinen Kolonien, Frankreich, Belgien und Portugal), die durch den ostafrikanischen Feldzug gebunden wurden und auch zu starken Ausfällen durch Tod, Verwundung und Krankheit führten, sind auf insgesamt rund 400 000 Mann mit allem modernen Waffenzubehör zu veranschlagen. Als Ergebnis ist festzustellen, dah dieser Feldzug eine ganz gewaltige Kraftleistung deutscher Männer und Soldaten darstellt, dah die Truppe nicht irre wurde in ihrer Treue zum Vaterlande, in ihrem soldall- schen Geist und in ihrer vollen Pflichterfüllung im ungebrochenen Vertrauen auf die Führung. Die Zuhörer dankten dem Vortragenden für seine packenden Schilderungen mit langanhaltendem herzlichen Beifall, dssn man auch als eine Ehrung unserer Afrikakämpfer betrachten darf. Nach einem Lied des Mädelchors vom BDM. brachte Frau H u m m e l den Dank an General von ßetto w - Vordeck in herzlichen Worten zum Ausdruck, weiter erinnerte sie daran, daß es für uns eine wirkliche Gleichberechtigung ohne die Beseitigung des Kolonialunrechts gegenüber dem deutschen Volke nicht gibt, um zum Schluß an das von Ritter von Epp kürzlich in Hamburg gesprochene Wort au erinnern daß es nur einen Mann gibt der auch die Kolonialfrage für unser Volk glücklich losen kann: A d o l f H i t l e r. Diesem Manne unserer kolonialen Hoffnung, dem Führer und Reichskanzler des deutschen Volkes galt als Treugelobms das freudige dreimalige Sieg-Heil der Versammlung. Rundsunkproqramm Mittwoch, 11. Dezember. 6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.15. Gymnastik. 9.15: Musik am Morgen 10.15: Schulfunk 10.45: Praktische Ratschlage für Küche und Haus. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert 1. 13- Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei zwischen zwei und drei. K>: Wirtschaftsbericht. 15.15: Weihnachtsbäume für das Fest. Rundganq mit dem Forstmeister. 15.30: Deutsche Gespräche. „Das unbesiegbare Leben . Von Wilhelm Gulde. 15.45: Aus der Werkstatt deutscher Gegenwartsdichtung (II). „Besuch bei Hermann Burte." 16: Elsässische Stunde. Vom Reichtum und Schönheit der elsässischen Landschaft. 1?- Reste um die Welt in 90 Minuten. Eme bunte Musikfolge. 18 30- Geschichte und Landschaft am Wege. Schotten Kreisstadt im Vogelsberg. 19: Reichsparteitag der' Freiheit". Was wir in sieben Tagen m Nürnberg erlebten. Eine Hörfolge. 22: Nachrichten Nach- riZen aus dem Sendebezirk. 22.15: Olympia-Dienst. Nachrichten und Berichte 22.30: „Flucht und Heim- kehrVon Hermann Linden. 23: Wir bitten zum Tanz. 24 bis 2: „Don Pasquale". Komische Oper von Gaetano Donizetti. nigen Menschen zugehörig, die durch die Taufe eine Aufgabe zugewiesen bekamen. Wie der körperliche Organismus Nahrung braucht, braucht auch die Gemeinde Nahrung. Diese ist das Wort Gottes. Der Herzschlag der Gemeinde ist in dem Gottesdienst zu finden. Von hier aus strömt alles Leben in die Kirchengemeinde. Der Besuch des Gottesdienstes ist nicht die Frage eines Einzelnen, sondern Gemein- chaftspflicht. Der Einzelne ist der Gemeinde ein gutes Vorbild schuldig. Wie in der Gemeinde einer ohne den anderen nicht sein kann, sondern einer des anderen Last tragen muß, so muß dies um so mehr in der Kirchengemeinde sein, die ein TeU der Kirche sein soll. Sie kann die Kräfte der Gemeinde 110 RM. gesammelt. Die Sammlung für das Eintopfgericht ergab am gestrigen Sonntag rund 95 RM. * Ober-Hörgern, 9. Dez. Die Sammlung am Tag der nationalen Solidarität brachte 17,30 RM. ein. od Eberstadt, 9. Dez. Bei der Sammlung anläßlich des Tages der nationalen Solidarität wurden hier insgesamt 35,50 Mark aufgebracht. Die Eintopfgericht-Sammlung des vergangenen Sonntags ergab 25,90 Mark. Am Sonntag vorher verkauften die Handwerker 70 Plaketten für das Winterhilfswerk. — Bei der in unserer Gemeinde abgehaltenen Treibjagd wurden 160 Hasen zur Strecke gebracht. Im Vorjahre konnten 267 Hasen geschossen werden. — Auf Veranlassung der Ortsgruppe Lich des Reichsluftschutzbundes fand in unserer Gemeinde in der Zeit vom 21. November bis 5. Dezember ein Luftschutz- Lehrgang statt, an dem 50 Personen, davon etwa 40 Frauen und Mädchen, teilnahmen. An Hand von Vorträgen, Lichtbildern und praktischen Hebungen wurden die Kursusteilnehmer mit dem Luftschutz vertraut gemacht. Im Verlauf des Lehrgangs wurde auch ein Luftschutzraum im Keller der neuen Schule geschaffen. Kreis Friedberg. = Butzbach, 8. Dez. Das Sammelergebnis am Tage der nationalen Solidarität wies insgesamt 531,23 Mark auf. Davon entfallen auf die Straßensammlung 167,84 Mark, auf die Haussammlung 363,39 Mark. An der Sammlung beteiligten sich die Spitzen der Partei, der städtischen und staatlichen Behörden und die Leiter der hiesigen Betriebe. ch Butzbach, 8. Dez. Bei schönstem Winter- roetter unternahm heute der Vogelsberger Höhenklub, Ortsgruppe Butzbach, seine seit Jahren traditionell gewordene Nikolauswande- runa nach Oppershofen. Es beteiligten sich rund 70 'Wanderfreunde an dem herrlichen Gang. Alle Vorbereitungen waren im Gasthaus Wolf getroffen. Der Saal war mit Tannengrün, brennenden Kerzen und einem Christbaum geschmückt. Tannenduft empfing die Wanderer. Der Leiter der hiesigen Ortsgruppe, Apotheker Matthäus, begrüßte die zahlreiche Wanderschar, darunter den Reichswander- führer Prof. Dr. Werner, durch dessen Anwesenheit der Tag eine besondere Note erhielt. Er ernriff zweimal das Wort. Einmal sprach er über Sinn und Zweck des Wanderns, zum andern konnte er zwei Wanderbrüder mit dem silbernen und goldenen Abzeichen für die zurückgelegte 100. und 150. Wanderung auszeichnen. Den Höhepunkt der Wanderung bildete die Ankunft des Nikolaus, der unter Absagen des für den Empfänger jeweils paffenden Sprüchleins die Geschenke austeilte. Dabei gab es viel zum Lachen Weihnachtslieder, Gedichte usw. füllten den übrigen Teil der Unterhaltung. Erst in später Abendstunde brachte ein Auto die Teilnehmer durch die schneebedeckte Winterlandschaft nach Butzbach zurück. <^Gambach, 9. Dez. Am Tag der n a t i o • na len Solidarität ergab die Spende hier den ansehnlichen Betrag von 98 RM. Am gestrigen Eintopfsonntag betrug die Sammlung wiederum etwas über 100 RM. — Bei einer dieser Tage im kleinen Feld abgehaltenen Treibjagd kamen 118 Hasen zur Strecke. Jagdpächter der hiesigen Jagd ist seit diesem Jahr der Bauer Alfred Alles von Oder-Hörgern. Landkreis Gießen. X Wiefeck, 9. Dez. Der gestrige 2. Advent tand in unserer Kirche ganz im Zeichen der Heile n m i s s i o n. Der Basler Missionar M i ch el - elder, der im Februar nach achtjähriger Tätigkeit in China, zuletzt auch an einem Seminar, zurückkehrte und dorthin sich 1936 wieder einzuschiffen gedenkt, hielt die Gottesdienste und erläuterte am Abend eine stattliche Reihe meist schön kolorierter Lichtbilder. Sie machten vertraut mit Land und Leuten, Kultur und Kunst, Not und Elend, aber auch mit der Hilfe, die diesem schon längere Zeit erwachten Volk von der christlichen Missionsarbeit gebracht wird. £ Wieseck, 9. Dez. Die N e u h e r r i ch t u n g der Rabenauerstraße ist nun vollendet. Sie war durch den starken Auto und Fuhrwerksverkehr ehr stark ausgefahren. Nach guter Beschotterung wurde die Fahrbahn mittels Dampfwalze befestigt. Auch die Erbsengasse und Teile der Schulstraße wurden auf gleiche Weise instandgesetzt. — Durch die Schüler und Schülerinnen der oberen Jahrgänge unserer Volksschule wurde auf Anordnung des hie- gen Pfarramts eine Sammlung vonLebens- mitteln zugunsten der Anstalten und Einrichtungen der Inneren Mission durchgeführt. Es wurden in der Hauptsache Kraut, Kartoffeln und Obst gespendet. Dis zur Ablieferung wurden die Gaben im Keller der Bürgermeisterei eingelagert. $ Alten - Buseck, 9. Dez. Ein Gang durch unsere Gemarkung zeigt, daß viele O b st b ä u m e gekalkt und mit Klebringen versehen sind. Dies ist unbedingt erforderlich, denn der den Bäumen so gefährliche Frostspanner tritt in diesem Jahre besonders häufig auf, und eine genauere Untersuchung ergab, daß sich unter manchen Klebringen schon etwa fünfzig dieser Insekten befanden. Soll eine gute Obsternte im nächsten Jahre nicht ausgeschlossen sein, so ist es jetzt die allerhöchste Zeit, daß unsere Bauern und unsere Obstbauzüchter die ihren Bäumen drohende Gefahr erkennen und ihr auch durch Kalken der Stämme und Anlegen von Klebringen erfolgreich begegnen, soweit das noch nicht geschehen ist. * Großen-Buseck, 9. Dez. Am vergangenen Samstagabend hatte sich der hiesige Gesangverein „Heiterkeit - Sängerkranz zu einer würdigen Feier zusammengefunden. Emer der ältesten Sänger, der Vereinsrechner Ludwig Scheid, konnte auf eine fast 35jährige Tätigkeit als Vorstandsmitglied und aktiver Sänger zuruck- blicken. Aus diesem Grunde wurde ihm vom Hessischen Sängerbund die Ehrennadel verliehen. Der Vereinsführer gedachte in seiner Ansprache der Verdienste des Jubilars und dankte ihm im Namen des Vereins für die im Laufe der Jahre geleistete Arbeit. Kreisführer Müller (Gießen) nahm Die Auszeichnung vor und dankte dem Jubilar für Die langjährige Treue, die er dem Verein gehalten hat Er begrüßte es, daß in diesem Verein durchweg junge Sänger vorhanden sind, was bei vielen Vereinen leider nicht mehr der Fall ift. ®r er- mahnt- die Sänger, treu zum deutschen Lied und zu dem Verein zu halten, wie dieser Jubilar. Anschließend blieb man bei srahem Gesang nach lange gemütlich beisammen. Mit dreifachem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland sand die Feier ihren ab/d,2I n n e r o b , 9. Dez. Gestern fand aus dem Schießstand der Gießener Schützengesellschast das Onferfchießen der hiesigen Kriege r - kameradschaft statt. Die Beteiligung war gut. Es 'wurden 55 Lase geschossen. Der Erlös wird an das W5>W überfuhrt. — Die Sammlung am Tage d-r nationalen Solidarität ergab bis 19 Ubr den* Betrag von 145 Mark. Abends wurde noch ch den Lokalen gesammelt. - Die eine Stützmauer der Brücke in der Borngasfe fPr°mnz,al- stroße Annerod-Gießen) über den Erlenbach wird zurzeit wegen drohender Einsturzgefahr erneuert - ärn Freitagabend feierte die hiesige e ° a n g e l F rauen Hilfe im Lokal PH. Engelhardt das Fest des A d ° e n t s a b e n d s. Etwa 70 Fr-uen waren „schienen. Beim Scheine der brennenden Advents- kerzen fangen sie die lieben alten Wersen und lauschten den immer wieder neuen Verheißungen der he,- erbarmenden Bruderliebe aufrufen, aber es steht nicht in ihren Kräften, alle Ursachen der Not zu beseitigen. Darum ist es eine starke Hilfe für sie, daß der nationalsozialistische Staat ihr Aufgaben abgenommen hat, die nur die Volksgemeinschaft lösen kann. Die Kirchengemeinde ist die Urzelle der Kirche, in der das Wort Gottes nicht nur gepredigt, sondern auch begriffen und verwirklicht, in die Tat umgesetzt werden muß. Ein Laienspiel nach Tolstoi, das in legendärer Art auf die Frage „Wovon die Menschen leben" antwortete, und das die Gemeindejugend mit vieler Hingabe spielte, gab dem Gemeindeabend einen würdigen Ausklang. Lukasgemeinde. Bei dem Familienabend, den die Lukasgemeinde gestern abend veranstaltete, hielt Reichsbahnamtmann t. R. Dörr einen Vortrag über die Entwicklung des modernen Verkehrs in Deutschland. Der Redner erinnerte an die Tatsache, daß jetzt gerade 100 Jahre verflossen sind, daß die erste deutsche Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth eröffnet wurde und daß aus diesem Anlaß in diesen Tagen in Nürnberg und Berlin große Feiern stattfinden. An der Hand von Lichtbildern bekamen die Zuhörer ein treffendes Bild von der Ausgestaltung der verschiedenen Verkehrsanlagen namentlich in den letzten Jahrzehnten. Die alte Postkutsche, die so viele Dichter besungen haben, wurde erwähnt, neben sie wurden die elektrischen Straßenbahnen, die Lastautozüge, die Fernverkehrbahnen gestellt. Das deutsche Straßennetz und das Kanalnetz fanden gebührende Berücksichtigung, Güterbahnhöfe in Berlin und im Ruhrgebiet wurden im Bilde ae- zeigt. Auch die heutige deutsche Ueberseeschiffahrt wurde in Wort und Bild dargestellt. Nach der ungeheuren Schädigung, die das deutsche Verkehrswesen durch den Frieden von Versailles erlitt, setze sich wieder, so betonte der Redner, ein neues Anwachsen der Verkehrsmittel ein, so daß Deutschland in dieser Beziehung wieder mit an erster Stelle stehe: ein Beispiel für deutsche Tatkraft und Tüchtigkeit! Der Vortrag wurde mit großem Interesse entgegengenommen. Fräulein Elli Kümmel und Fräulein Bertha Möller spielten vierhändig zunächst zwei Sätze aus der Symphonie D-dur von Haydn und sodann einen Marsch von Schubert. Die beiden Pianistinnen ernteten für die künstlerisch vollendete Art ihrer Darbietung reichen Beifall. Matthäusgemeinde. In der mit Grün und Fahnen geschmückten Turnhalle am Dsroalbsgarten hielt die Matthäusgemeinde am 2. Adventsonntag einen besinnlichen Gemeindeabend ab. Der Führer der Männer- und Frauenvereinigung, Verwaltungssekretär Pg. Jäckel, hieß die zahlreichen Gemeindemitglieder herzlich willkommen und sagte allen denen, die sich zur Ausstattung des Abends bereitgefunden hatten, besten Dank. Er dankte besonders dem Gemeinde- arrer Propst Knodt für die große Mühe um >as Zustandekommen solcher Gemeindeabende. Des Führers gedachte er durch ein erneutes Treugelöbnis, in das die Gemeinde mit einstimmte, Nach einem gemeinsam gesungenen Lied sang die Frauenvereinigung unter der Leitung von Organist S i - man ein Adventslied. Eine Spielgruppe von jungen Mädchen erfreute durch auf Klarinetten und Flöten bargebotene Adventsmusik. Eine zweite Gruppe (2 Geigen, Cello, Klavier) unter Leitung von Musiklehrer N e b e l i n g bot eine Sonate eines alten Meisters und ein weiteres Adventslied. Ein weiteres Lied des Gemischten Chores beendete den ersten, der Adventsmusik gewidmeten Teil des Abends. Propst Knodt ergriff dann das Wort zu einer nachdenklichen Zwiesprache mit der Gemeinde. Er erinnerte an die Gemeindefeier auf dem Schiffenberg und gab der Hoffnung Ausdruck, daß nun auch dieser, in seiner Art erste Gemeindeabend anre= aenb unb befrucfjtenb sich auswirken möge. Seine Ausführungen stellte er unter die Frage: „Was ist eine Kirchengemeinbe?" Die Kirchenaemeinbe ist ein Teil ber Gesamtkirche, bie eine Aufgabe zu erfüllen hat. Der Kirchengemeinbe sinb alle dieje- schwierig die militärische Lage im Kilimandscharo- Gediet im Norden der Kolonie war, geht u. a. bar- aus hervor, daß im Jahre 1916 rund 4000 Mann deutscher Streitkräfte rund 25 000 Feinden gegen« überstanden unb obendrein bie Munitionsversorgung immer schwieriger würbe. Weiter erzählte ber General bann von ber gewaltigen feinbiichen Anstrengung unter Einsatz größter militärischer Mittel, bie in Verbinbung mit bem ftänbig zunehmenben Mangel auf ber beutschen Seite zur Folge hatte, baß bie beutschen Truppen bas Kilimanbscharo-Gebiet räumen unb schließlich immer weiter nach ©üben zurückgehen mußten, unter Preisgabe bes beutschen Bobens, baß es aber doch gelang, die von den Engländern angeslrebte Vernichtung der deutschen Streitmacht durch einen Angriff von drei Seiten her zu vereiteln und den feindlichen Stoß sogar zum Zusammenbruch der englischen Aktion zu verwandeln. Dennoch war ber Verlust ber Kolonie nicht aufzuhalten, ba ber Mangel auf allen Gebieten bei ben beutschen Streitkräften immer stärker in Erscheinung trat. Mitte November 1917 hatten bie beutschen Solbaten nahezu bie letzte Patrone verschossen. Der Dortragenbe berichtete bann kurz von bem Uebertritt ber beutschen Truppen nach P o r t u - giesisch-Ostafrika unb nach ber britischen Kolonie Norbost-Rhobesien, wobei aber bie beutsche Truppe sich nicht etwa ergab, sondern stets eine kämpfende Einheit blieb unb ihren militä- ligen Schrift. Eine Abventsgeschichte, finniae Ab- ventsgebichte unb eine Ansprache bes Ortspfarrers verschönten ben Abenb. Mit einer kurzen Anbacht , würbe bie gemütliche Feier geschlossen. --^Heuchelheim, 9. Dez. Am Samstag- abenb feierte bie Freiwillige Feuerwehr Heuchelheim in ber Turnhalle ihr 57. Stiftungsfest. Als Gäste waren Vertreter ber beiben Gießener Wehren, sowie eine Aborbnung ber Freiwilligen Feuerwehr Klein-Linben anwesenb. Nach einem einleitenben Marsch bes Musikzuaes ber Freiwilligen Feuerwehr Lollar, ber ben musikalischen Teil bes Abenbs bestritt, begrüßte ber Leiter ber Heuchelheimer Wehr, Dberbranbmeifter Schmibt bie Feuerwehrkamera- ben unb Gäste. Er wies auf bie große Bebeutung einer gut ausgebilbeten Wehr hin unb konnte bie Feststellung machen, baß gerabe im letzten Jahre burch bie Srünbung ber Fabrikfeuerwehr ber Firma Schunk & Ede ein guter Fortschritt auf bem Gebiete bes Feuerlöschwesens in Heuchelheim zu verzeichnen sei. Die im Jahre 1878 gegrünbete Freiwillige Feuerwehr Heuchelheim habe heute noch einige Günber in ihren Reihen, bie 80 Jahre überschritten hätten unb noch aktiv tätig seien. Dies beweise bie Liebe unb Treue ber alten Feuerwehrmänner zur Wehr unb sei gleichzeitig ein gutes Vorbilb für ben jungen Nachwuchs. Anschließenb würben folgenbe Feuerwehrmänner mit ber golbe- nen Ehrennabel ausgezeichnet: Philipp G e r - mer III., Lubwig Freitag, Jakob Kreiling VI., Ph. D. Gorr, W. Ruppert, W. Kreiling III. unb K. Kronenberg. Außer- bem würben zwei Anerkennungsschreiben für 50- jährige Tätigkeit in ber Feuerwehr vom Führer unb Reichskanzler an W. Kreiling III. unb L. Freitag verliehen. Lubwig Weltmann VII. erhielt bas Ehrenkreuz für 45jährige Dienstzeit. Die große Anzahl von Bränben, welche bie Freiwillige Feuerwehr Heuchelheim feit ihrer ©rünbung schon bekämpft hatte, brachte ber Feuerwehrmann Karl Weber in selbst gebichteten Versen stimmungsvoll zum Vortrag. Bürgermeister Rinn brachte ber Wehr im Namen ber Gemeinbe bie besten Wünsche bar unb betonte, baß bie Aufgabe ber Feuerwehr mit ben Interessen ber Gemeinbe eng verknüpft fei. Im Namen bes Kreisverbanbes unb ber Gießener Wehren sprach ber Vvrsitzenbe bes Kreisverbanbes Wenzel, Gießen. Die Aufführung eines luftigen Schwankes ließ auch ben Humor zur Geltung kommen. Im weiteren Verlauf bes Abenbs führten Turnerinnen vom Turnverein Heuchelheim zwei schöne Tänze vor, bie großen Beifall fanben. Nachbem noch einige humoristische Einlagen aufgeführt worben waren, blieb man noch geraume Zeit kamerabschaftlich beisammen. Lollar, 9. Dez. Am gestrigen Sonntag führte bie Kriege rkamerabschaft Lollar auf bem hiesigen Schießstanb ein Kleinkaliberschießen durch, bei bem für ben besten Schützen ein schöner Preis unb eine Urkunde ausgesetzt waren. Der Reinertrag (auf je drei Schuß 15 Pf.) dieses Opferschießens, das von 10 bis 16 Uhr burchgeführt würbe, wirb bem Winterhilfswerk überwiesen. Auf biese Art konnte roieber ein recht ansehnlicher Betrag für unsere notleibenben Volksgenossen zusammengebracht werden. * Staufenberg, 10. Dez. Am Tage ber nationalen So 1 ibarität würben in unserem Orte runb 27 Mark gesammelt. Die Gesamtsumme ber Sammlung im Ortsgruppenbereich (Mainzlar, Staufenberg, Daubringen) beträgt 145,40 Mark. △ Mainz 1 ar, 9. Dez. Am T a g d e r n a t, o- nalen Solibarität würben in unserem Ortsgruppengebiet insgesamt ca. 138 Mark gesammelt, i die sich auf bie einzelnen Orte etwa wie folgt ver- i teilen: Mainzlar runb 68 Mark, Daubrin- ■gen runb 50 Mark, Staufenberg runb 20 . Mark. — Die gestrige Eintopfsammlung । würbe hier von ben Amtswaltern ber Deutschen Arbeitsfront burchgeführt. Es kamen insgesamt . 43,40 Mark zusammen. t "s Obenhausen a. b. Lba., 10. Dez. Bei ben i verschicbenen Sammlungen für das Win- , terhilfswerk gingen in unserem Orte folgende - Beträge ein: bei ber Reichssammlung würben 8,60 - Mark gegeben; die Sammlung der Handwerker und Beamten erbrachte 12,20 Mark; am Tage der Nationalen Solidarität wurden 38 Mark gesammelt. Die Eintopfsammlung des vergangenen Sonntags ergab 5,20 Mark. Für die Innere Mission wurden im oberen Kirchspiel (Pfarrei Odenhausen) 100 Zentner Kartoffeln gegeben, davon entfielen auf Obenhausen 12 Zentner, auf Geilshausen 34 Zentner, auf Rübbingshausen unb Weitershain 28 Zentner. = Steinbach, 9. Dez. Der Tag ber nationalen Solidarität brachte in unserer Gemeinde als Sammelergebnis 149 Mark, das ist das doppelte als voriges Jahr. tn. Lang-Göns, 9. Dez. Die Arbeiten in der hiesigen Ziegelei wurden dieser Tage e i n geteilt. Die Arbeiter werden in der Gemeinde und beim Holzfällen beschäftigt werden. billig 6181D Kohlen Koks 39D von seinem schweren Leiden im Alter von 75 Jahren erlöst. Heinrich Heibertshausen 6 im Alter von 45 Jahren. In tiefer Trauer: Die Hinterbliebenen. Gießen (Stephanstraße 44), den 9. Dezember 1935. Staufenberg, 9. Dezember 1935. Die Beerdigung findet Mittwoch, 11. Dezember, nachmittags 2,30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 7150D Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 11 Dez., nachm. 2 Uhr statt 7160 D Kleiderstoffe, ca. 95 cm br., reine Wolle .. .3.65, 3.35, 2.10 August Seibert Kleiderstoffe, Stichelhaar und mit Seiden-Effekten 1.85, 1.45 im 39. Lebensjahr. fiert 1.80, 1.60, 1.45 Gießen (Grabenstraße 9), den 10. Dezember 1935. Lieh, den 8 Dezember 1935. 2.30, 1.80, 1.30 7155A 7153 D 05250 Kleiderstoffe s. Hauskleider, Strapazier-Qualitäten, 1.10, 0.95, 0.80 Waschsamte, einfarbig und gemu- M. Liebler Afterm ea 16 Sonntag abend 11 Uhr verschied nach schwerem Leiden mein lieber, braver Sohn, unser guter Neffe, Pate und Onkel Pelzwaren Pelrrevaratureu Die trauernden Hinterbliebenen; Familien Seibert und Schäfer. Lehrer i. R. E. Jakob mit Pflegetöchtern Marie und Anna Kisseberth. Am Sonntag, dem 8. Dezember, nachmittags 5% Uhr, verschied nach einer schweren Operation mein lieber Mann und Vater, unser lieber Sohn, Bruder und Schwager reichen neuzeitlichen Ausführungen sowie Papieren billigst die Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 Vornehm 1 Geschmackvoll/ Persönlich l Oteee drei wesentlichen Eigenschaften der gediegenen Familien- Drucksache Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Else Vogel, geb. Schneider Adele Schneider Theo Schneider und Frau Maria, geb. Vogel. Ihr treuer Heiland hat meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Tante Auguste Jakob, geb. Holzheimer Briketts Eiform Happel&Co. Kl.Mühlgasse 4 u.6 Ruf 3925 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11, Dezember, nachmittags 3 Uhr vom Trauerhaus aus statt. Von Trauerbesuchen bitten wir abzusehen. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. Dezember, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. m. G. Grobe Siehrn, Zranksnrter Strafte n Hemden-Flanelle f.Svorthemden. Schlaf-Anzüge, Nachthemden usw. 1.10, 0.95, 0.82, 0.70, 0.60, 0.55 Bettuch-Biber, 150 cm br., schöne kräft. Qualitäten, 1.90, 1.70, 0.90 Damaste in 160 oder 130 cm br., Blumenmuster oder gestreift nach langem, mit christlicher Geduld ertragenem Leiden im Alter von 72 lahren und 8 Monaten in ein besseres Jenseits zu sich genommen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Auch Stoffe 0 M.G.Srode ebenso preiswert Heute morgen um 5 Uhr wurde unser lieber Vater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Schneider Altersvereinigung 1870-1920 die Führerschaft. 715?D Kriegerkameradscball 1874 Gießen Unser lieber Altersbruder Dr. med. Albert Jesionek ist am 8. Dezember 1935 gestorben. Er war ein treuer Kamerad, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Die Beerdigung findet statt: Mittwoch, den 11. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Der Vorstand. zHa Die Beerdigung unseres 1b. •——* Kameraden Heinrich Schneider, Buchbindermeisler findet am Mittwoch, dem 11, Dez., nachmittags 21/2Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet . WH W uMutl ’fywqyt iuläü» AT Todes-Anzeige. Darmstadt, den 9. Dezember 1935. ?166D Kenntnis zu geben. Mit dem Verstorbenen ist der Begründer der ersten deutschen Lupusheilstätte, der dieser Heilstätte in über 22 jähriger vorbildlicher, unermüdlicher Arbeit vorstand, von uns gegangen- Der reiche Segen, der von dem Wirken dieses hervorragenden Gelehrten und vorzüglichen Menschen ausging, wird sein Andenken für immer in hohen Ehren lebendig erhalten. Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, von dem am 8. Dezember 1935 erfolgten Ableben des hochverdienten Leiters unserer Lupusheilstätte zu Gießen des Herrn Universitätsprofessors Dr. Albert Jesionek Für den Hessischen Landesverband zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstättenverein). Dr. Heinemann, Oberregierungsrat, Vorsitzender.