185. Jahrgang Eichener Anzeiger Nr. 257 Erstes Blatt 185. Jahrgang Donnerstag, 10. Oktober 1935 «.'LKS fr W KÄS Ä: F°mLL-- 1 4ä 4 Xk AA A HZ I AA ▲ AA A. A AA !,S8‘ ^tb.-Vormittags Heimat im Bild - Die Scholle flS H|^Qk K Mi» Mi Jy MHA Eg ' ,. MV HM W|E DU J iE fl w Grundpreise für 1 mm höhe Monats Bezugspreis: ■ ■ W ■ SLr BA wLz B M Jr B V B B B BEB WlX B sür Anzeigen von 22 mm Mit 4 Beilagen RM.1.95 BV II HT B B Br B B B B B Bl B B( B Breite 7 Rpf., für Text- Ohne Illustrierte 1.80 M M Wk. W W Hk ■ ■ M. ■ JH ■ ■ VH ■ Mr W 1^ M anzeigen von 70 mm Breite Zustellgebühr .. „ -.25 W U HW ■ W 'Sw 4w Wf* B W I V VWB WW 50 Npf.,Platzvorschrift nach Auch bei Nichterscheinen ~ M M “ ” ▼ ■ ” ■ vorh.Derelnbg.25°/o mehr. VVZ V ermäßigte Stunbprdfe: SZL Seneral-Anzeiger sür Sberhchen MS Postscheckkonto: behördliche Anzeigen 6Rpf. Zrankfurt am Main N686 vruck und Verlag: Vrühl'sche UniverfitSts-Vuch- und Steinöniderd R. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7 Mengenabschlüsse Staffel 8 Oer Führer eröffnet das Winterhilfswerk. Das deutsche Volk wird erneut zur Bekundung echter Volksgemeinschast aufgerufen. Berlin, 9. Okt. (DNB.) Der Gemeinschaftssinn des Nationalsozialismus ist wohl in keiner anderen Einrichtung besser und überzeugender zum Ausdruck gekommen als in der Schaffung des großen Winterhilfswerks des deutschen Volkes. Zwei Zahlen zeugen von dem Sozialismus der Tat: Das deutsche Volk hat -in den vergangenen beiden Wintern durch freiwillige Spenden die genwaltige Summe von % Milliarden Mark aufgebracht, damit keine Volksgenossen zu hungern und zu frieren brauchen, und über 1,3 Millionen Partei- und Volksgenossen haben sich freudig ehrenamtlich in den Dienst dieses Werkes der wahren Nächstenliebe gestellt. Besucher aus aller Welt haben immer wieder diesem in der Welt einzig dastehenden Werke höchste Anerkennung gezollt. Die Bedeutung des Winterhilfswerkes, die das ganze Volk erfaßt, rechtfertigt den feierlichen Rahmen, in dem sich die Eröffnung vollzieht. Die ganze Reichshauptstadt nahm Anteil an diesem Tage, und darüber hinaus hörte das gesamte deutsche Volk am Lautsprecher die Reden des Führers und des Reichspropagandaministers. Don der Wilhelmstraße, dem Hause-des Führer, bis zur Krolloper, den gesamten Weg entlang, den der Führer nahm, stand ein ununterbrochenes Spalier von SS-Männern; hinter ihm drängten sich in dichten Massen die Volksgenossen, die dem Führer auf seiner Fahrt zujubelten. Wieder brachte die Bevölkerung dem geliebten Führer ihre Freude und ihren Dank für seine segensreiche Arbeit durch andauernde Heilrufe zum Ausdruck. Der Königsplatz war von Menschen überfüllt. Die meisten Reichsminister, Reichsleiter, Staatssekretäre und die führenden Männer der Bewegung und des öffentlichen Lebens waren schon lange vor Eröffnung der Kundgebung erschienen. Der nur mit schlichtem Tannen- grün und Fahnentuch ausgeschmückte Sitzungssaal war bis auf den letzten Platz besetzt. Unter den Teilnehmern befanden sich sowohl Helfer als auch Betreute des WHW. Der Führer wurde, als er um 12 Uhr den Saal betrat, von den Anwesenden stehend mit dem deutschen Gruß empfangen. Staatssekretär Funk eröffnete die Kundgebung für das deutsche Winterhilfswerk 1935/36 mit folgender Ansprache: Zum dritten Male beginnt heute die nationalsozialistische Arbeit zur Bekämpfung der Winternöte und des freudlosen Daseins unserer Volksgenossen mit einer bis ins Letzte durchorganisierten Sammlungsund Hilfsaktion allergrößten Umfanges. Die Armee der namenlosen freiwilligen Helfer steht zum Einsatz bereis und wartet auf die Parole zum Beginn des Kampfes gegen die Not des Winters. Wieder wird von dieser Stelle aus der Appell an das soziale Gewissen der Nation ergehen, und alle, die diesen Ruf vernehmen, solche, die Spenden geben, und die, die Spenden empfangen, werden begreifen, wie dieses Opfer im Geiste unserer neuen nationalsozialistischen Volksgemeinschaft verstanden, wie es in solchem Geiste dargebracht und auch empfangen werden muß. Nur weil dieses WHW. auf dem Boden der neuerwachten Volksverbundenheit gewachsen ist, erklären sich seine gigantischen, alle ähnlichen Vorhaben weit in den Schatten stellenden Ergebnisse. Wir aber, die wir von Ihnen, mein Führer, mit der Durchführung dieser hohen Aufgabe betraut worden sind, werden alle unsere Kräfte freudig dafür einsetzen, daß der Erfolg des diesjährigen WHW. den imposanten Leistungen der Vorjahre in keiner Weise nachsteht. Reichsmmisier Dr. Goebbels führte darauf u. a. aus: Dr. Goebbels erinnerte einleitend daran, daß bei der Machtübernahme am 30. Januar 1933 die Hälfte des deutschen Volkes gegen den Führer und den Nationalsozialismus gestanden habe. Wenn heute das ganze deutsche Volk hinter dem Führer stehe und seine Sache Mit der tiefsten Leidenschaft seines Herzens zur feinen mache, so nicht etwa deshalb, weil er es durch Versprechungen geworben hätte, sondern weil er es durch Leistungen überzeugte. Der Gegensatz zwischen dem, was man von der Bewegung vorausgesagt, und dem, was sie praktisch getan habe, sei so schreiend und in die Augen springend gewesen, daß er das Volk in seinem tiefsten Gerechtigkeitsgefühl erfaßt und in den Bannkreis der Bewegung gezogen habe. k , „Hur Ihre nächsten Mitarbeiter", fo wandte sich Dr. Goebbels an den Führer, „haben einen Begriff davon, wie groß die Sorgen gewesen sind, die Sie, mein Führer, um Deutschlands Zukunft getragen haben und wohl bis zürn letzten Atemzuge werden tragen müssen. Mr aber wissen auch, wie sich bei Ihnen in ollen schwierigen und entscheidenden Situationen Sorge um die Nation immer mit Fürsorge für das Volk verstand. Sie haben die großen Probleme, die Deutschland in seiner jetzigen historischen Entwicklung aufgegeben sind, unablässig in einer einzigen genialen Gefamtfchau gesehen. Für Sie waren Wirtschafts-, Sozial-, Innen- und Außenpolitik keine von einander getrennten, in sich bestehende Arbeitsgebiete, mit denen man sich je nach Laune oder Zwang beliebig beschäftigen kann: für Sie war das alles immer z u f a m - mengef aßt zu einem Gleichklang der Arbeit für ein Volk und der Führung einer Ration, die aus tiefster Demütigung zu einer neuen Größe emporzuheben, ihre geschichtliche Bestimmung ist." Der Minister gab dann eine Reihe von Daten über die beiden vergangenen Aktionen, indem er ausführte: „In der Zahl der vom Winterhilfswerk Betreuten drückt sich die Erholung des deutschen Produktionslebens deutlich aus. Während in dem Winterhilfswerk 1933/34 noch 16 600 000 Menschen versorgt werden mußten, sank diese Zahl im Winter 1934/35 auf 13 800 000. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß das Winterhilfswerk zusätzlich Unterstützungen gewährt, daß also außer 1300000Arbeitslosen und ca. 600000 Wohlfahrtsunterstützungsempfängern auch 871 000 Rentenempfänger, 70 000 Kurzarbeiter sowie etwa 1 400 000 sonstige Betreute, darunter eine erhebliche Zahl erst kurze Zeit in Arbeit stehender Volksgenossen unterstützt werden. Dazu kommen die etwa 9 500 000 Familienangehörigen. Das Winterhilfswerk 1933/34 erstreckte sich über sechs Monate und erbrachte 358 Millionen Reichsmark: im Jahre 1934/35 waren es nur fünf Monate, und trotzdem stieg dc^s Gesamtaufkommen auf 367 Millionen Reichsmark. Die Verwaltungskosten wurden weiter gesenkt. Für Löhne, Gehälter, Bürounkosten, Porto, Telephon, Druckkosten, Miete, Licht, Reinigung, Reparaturen, Material, Sammelbüchsen und sonstige Unkosten wurden insgesamt nur 3 407 000 Reichsmark gegen 3 414 000 Reichsmark im Vorjahr aufgewendet. Früher rechnete man in der Wohlfahrtspflege allgemein 8 bis 10 v. h. Verwaltungsunkosien. Das Winkerhilfswerk wurde mit 0,93 v. h. Verwaltungsunkosten durchgeführt. 1338 335 Helfer standen dem Winkerhilfswerk zur Verfügung, davon 308 262, die sich ständig ehrenamtlich zur Mitarbeit bereilhielten. Aber nur 5189 arbeiteten gegen Gehalt oder Entschädigung. Daß der Gedanke Volksverbundenheit im Winter- Aus dieser Grundlage heraus habe der Führer im Sommer des ersten Jahres der nationalsozialistischen Revolution den Auftrag gegeben, das Winterhilfswerk 1933/34 vorzubereiten, obwohl damals die schwersten Sorgen Bewegung und Staat belasteten und auch aus den vorange- gangenen Jahren kein auch nur annähernd vergleichbarer Vorgang vorhanden war, der zu diesem sozialen Hilfswerk hätte verpflichten müssen. Hilfswerk Widerklang fand, beweist der überraschende Erfolg des „Tages der nationalen Solidarität", an dem über vier Millionen Reichsmark Spenden einkamen, also das dreifache der üblichen Straßensammlungen mit Abzeichenoerkauf, die durchschnittlich 1,3 Millionen Mark brachten. Ein neuer Gedanke wurde in den Mosaik- Erinnerungstafeln verwirklicht, die als bleibende Zeugnisse des Opferwillens in mehr als 200 Gemeinden Aufstellung fanden und dabei noch einen Ueberschuß von fast 400 000 Mark abwarfen. Diese Mosaiktafeln werden auch im kommenden Winterhilfswerk weitere Verbreitung in ganz Deutschland finden. Die wirtschaftliche Bedeutung des winterhitfs- werks darf nicht unterschätzt werden. Für ins- gesamt 246 622 485 Reichsmark wurden waren einqekauft, und an Menschen verteilt, die aus eigenem Einkommen diese Summen nicht in den Umlauf des Wirtschaftslebens hätten fließen lassen können. Diese Verlagerung der Konsumkraft auf weitere Volkskreise ergibt eine gesündere Absahregelung und dient damit der Arbeitsbeschaffung. Durch Ankauf von Nahrungsmitteln im Werte von 70,8 Millionen Reichsmark wurde der Landwirtschaft Absatz gesichert, über 76,4 Millionen Reichsmark für Brennmaterialien flössen den Gruben zu, 46,7 Millionen Reichsmark für Bekleidung ergaben Aufträge an die Textil- und Schuhindustrie. Auch der handel durch den für 45,2 Millionen Reichsmark Gutscheine und für 16,8 Millionen Reichsmark sonstige Waren geleistet wurden, hatten Anteil am Winterhilfswerk. Gleichzeitig ergab sich die Möglichkeit, einigen Notstandsgebieten lohnende Aufträge zu verschaffen. Indem Bernstein, Spitzen, künstliche Blumen, Gold, Porzellan, Galalit und sonstige Materalien, deren Bearbeitung Handarbeit voraussetzt, als Winterhilfswerk-Abzeichen für die Sammlungen verarbeitet wurden, konnte Zehntausenden von Arbeitern und insbesondere Heimarbeitern Lohn und Brot vermittelt werden. 74 Millionen Abzeichen wurden verteilt, 3,7 Millionen Reichsmark stoffen als Löhne in diese Industrien. Im Gegensatz zum Wohltätigkeitswesen des verflossenen Systems erkenne das nationalsozialistische Winterhilfswerk sehr wohl die Gefahr, daß die Volksgesamtheit durch übersteigerte Forderung asozialer Elemente geschädigt werde. Unter diesem Gesichtspunkt werde hier eine Auslese getroffen werden. Unterstützungen seien nicht dazu da, den nationalsozialistischen Grundsatz möglicher Selbsthilfe zu schwächen. Wer trotz gebotener Gelegenheit zur Selbstversorgung oder auch zu kleiner Hilfeleistung beim Winterhilfswerk versage, wer seine Spende verschachere und in Alkohol oder andere Genußmittel umsetze, werde rücksichtslos vom Winterhilfswerk ausgeschlossen. Diese Tatsache verpflichte alle Spender des Winterhilfs- werks zu höchstem Einsatz. Denn die aus ihrer Opferwilligkeit aufgebrachten Mittel kämen im Winterhilfswerk des deutschen Volkes nur Würdigen zugute. Stärker noch als im Vorjahr müsse derPaten - schaftsgedanke des Winterhilfswerkes im Volke durchdringen. In der Nachbarschaftshilfe von Haus zu Haus, von Tür zu Tür könne das mustergültige Organisationswerk eine Ergänzung, Beseelung und Vergeistigung im Sinne tiefster Volksverbundenheit erfahren. Das dritte Winterhilfswerk des deutschen Volkes im Jahre 1935/36 solle damit wiederum und in erhöhtem Maße einAus » druck jener nationalen Solidarität sein, deren Begriff der Führer bei der Eröffnung des ersten Winterhilfswerkes prägte, deren Inhalt durch die Leistungen feines großen Aufbauprogramms feine Bestätigung finde. Nirgendwo habe die Demokratie eine lebendigere und innigere Beziehung eines Volkes zu seiner Regierung geschaffen, als der Nationalsozialismus in Deutschland. „Rufen Sie nun, mein Führer, die Ration auf“, fo schloß Dr. Goebbels. „Die Ration wird Ihrem Appell ihr herz öffnen. Es geht darum, eine wahre und wirkliche Volksgemeinschaft zu fassen, die mehr ist als Wort und Phrase, die lebendig wirkt in der Hilfe, die deutsche Menschen deutschen Menschen mit offener Hand anbieten. Denn Bürger dieses neuenReichessein, bedeutet nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht. Unser Eindrucksvolle Zahlen erläutern die wirtschaftliche Vedeutnng des WinterhilsswerkS. iw Rührer bei seiner großen Rede in der Krolloper. Links die Reichsminister Dr. Goebbels, Göring, von Blomberg und Frick; in der o 9 zweiten Reihe Darr6, Rust, Frank, Seldte und Gurtner, -- (SHerl-KildexdieystM.) jL -WW W UW -X» WW DU WW • •w?* nationales Recht nach außen haben Sie, mein Führer, uns wieder gesichert. Unsere soziale Pflicht nach innen will das ganze Volk Ihnen zum Dank in diesem Winter aufs neue beweisen, auf daß eine starke und freie Ration nach außen ein stolzes, glückliches und zufriedenes Volk im Innern beherberge. Nach der Rede von Reichsminister Dr. Goebbels, die mit lebhaftem Beifall und Händeklatschen aufge« nommen wurde, nahm der Führer und Reichskanzler das Wort zu einem eindringlichen Appell an das ganze deutsche Volk. Mit höchster Aufmerksamkeit folgte die große Zahl der Zuhörer den klaren Ausführungen des Führers über die Probleme des Klaffen- k a m p f e s, der in Deutschland überwunden ist und der der innerlich empfundenen Gemeinschaft des Volkes Platz gemacht hat, die uns die nationalsozialistische Weltanschauung brachte. Beifall und Händeklatschen steigerten sich von Satz zu Satz und nahmen schließlich am Schluß der Rede Formen an, wie sie dieser Saal bisher kaum gesehen hat. Die ganze Versammlung erhob sich von den Plätzen und stimmte begeistert in das Sieg-Heil ein, das von dem Reichsbeaustrag- ten für das Winterhilfswerk, Hauptamtsleiter Hilgen f e l d t, auf Führer und Volk ausgebracht wurde. Ein ungeheuer nachhaltiger Eindruck bleibt von dieser wunderbaren Rede des Führers zurück. Der Appell hat die Kerzen des ganzen Volkes erfaßt. Es wird seinem Füh- rer zum dritten Mal in den Kampf gegen Hunger und Kälte folgen und auch diesen Kampf siegreich bestehen. Die Abfahrt des Führers vollzog sich wiederum unter großen Kundgebungen der auf allen Straßen und Plätzen angesammelten Menge. Der Reichsbauernsührer ruft zum Mnterhilsswerk auf. Deutsches Landvolk! Der Führer hat bei der Eröffnung des diesjährigen Winterhilfswerkes alle deutschen Männer und Frauen in Stadt und Land aufgerufen, wiederum durch beispiellose Opferwilligkeit im Geben für das Winterhilfswerk den Kampf gegen Not und Elend in unserem Volke tatkräftig zu unterstützen. — Mit derselben selbstverständlichen Treue, mit der das Landvolk die vergangenen Jahre hinter dem Führer stand, wenn er es zum Kampf und zur Mitarbeit aufrief, stellt es sich auch jetzt abermals geschlossen hinter ihn — Mein Ruf ergeht daher an alle, insbesondere an diejenigen, denen der Segen des Himmels in diesem Jahr eine gute Ernte beschert hat. Auch in diesem Jahre ist der Reichsnährstand mit der Erfassung der Spenden aus der Landwirtschaft beauftragt worden. Dies besondere Vertrauen wird durch äußer st e Pflichterfüllung seitens der Landwirtschaft ausgewogen werden. Ich erwarte infolgedessen von sämtlichen Dienststellen des Reichsnährstandes, daß sie, wie im vergangenen Jahre, entsprechend den ihnen zugehenden Sonderanweisungen eine vorbildliche Arbeit leisten. R. Walther Darr6. SpendenfürdasMnterhilfswerk Berlin, 9. Okt. Zur gleichen Stunde, als der Führer das Winterhllfswerk 1935 eröffnete, war auch bereits eine Reihe von größeren Spenden aus allen Teilen der Bevölkerung und von zahlreichen Organisationen eingegangen. Von den Organisationen steht an der Spitze die Deutsche Arbeitsfront mit 1 Million Mark und die Reichsleitung der NSDAP, mit 500 000 Mark, von den Behörden die Gefolgschaft der Deutschen Reichsbahngesellschaft mit 1 Million Mark. Von den Firmen der Automobil- und Autozubehörindustrie steht wieder an der Spitze die Daimler- B e n z - A G. mit 125 000 Mark; es folgen die Auto-Union mit 75 000 Mark, die Robert- Bosch - AG. mit 100 000 Mark sowie die Bayerischen Motorenwerke AG., die Büssing - N A G. und die Opel AG. mit je 50000 Mark. Von den sonstigen großen Firmen sind zu nennen die IG. Faroenindustrie mit 1 Million Mark, die Henckel & Cie. A G. Düsseldorf mit 450000 Mk., die Kaisers-Kaffee-Gesellschaft mit 210 000 Mark, der D e r s i ch e r u n g s v e r e i n deutscher Eisenbahnbediensteten, die Siemens AG. mit je 200000 Mark, die Henschel & Sohn AG. Kassel, die Martin Brink- mann AG. Bremen und die „Interessengemeinschaft Mitteldeutsche Stahlwerke AG. — Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianhütte — Dr. Flick" mit je 120 000 Mark, die Armaturenfabrik Polte Magdeburg und die Allgemeine Elektrizität.s- Gesellschaft Berlin mit je 100 000 Mart sowie Fichtel & Sachs AG. Schweinfurt mit 86 000 Mk., die Deutschen L i n o - le um-Werke mit 75 000 Mark und die Kathreiners G. m. b. H. mit 70 000 Mark. Don den Banken sind u. a. folgende Spenden eingegangen: die Dresdner Bank, die Bank der Deutschen Arbeit und die Deutsche Bank und Diskonto-Gesellschaft je 100 000 Mark. Vorbildliche Winterhilfsspende der deutschen Beamtinnen. Berlin, 9. OtL (DRV.) Die weiblichen Wilglieder des Reichsbundes der deutschen Beamten haben während der Sommermonate des Iahres etwa 4 0 0 0 0 Kleidungsstücke flllerllrt hergestellt. Der Reichsbund der deutschen Beamten hat diese handgearbeiteten neuen Kleidungsstücke zum Auftakt des diesjährigen Winterhilfswerkes den Gaubeauftragten für das Winterhilfswerk zur Verfügung gestellt. Diese vorbildliche Spende der deutschen Beamtinnen soll aber nur ein Auftakt zu einer noch größeren, erfolgreicheren Hilfsbereitschaft in diesem Winter sein. Oie Winterhilfsspende der Reichstagsfraltion. Berlin, 9. Okt. (DNB.) Für das Winterhilfswerk 1935/36 hat die Reichstagsfraktion den Betrag von 20000 Mart überwiesen. Außerdem zahlen die Reichstagsabgeordneten für die Monate Oktober 1935 bis März 1936 laufende Winterhilfsbeiträge von monatlich rund 26 000 Mark. Deutscher Wahlsieg im Memelland. Trotz schlimmster Fälschungsmanöver behauptet das Deutschtum auch im neuen Memellandtag seine 23 Sitze gegen nur 5 Sitze litauischer Parteien. Nun sind im Memelland die Würfel gefallen: Dor aller Welt ist bewiesen, daß trotz unerhörter Schikanen, trotz offenbaren Wahlbetruges und trotz unerhörter Begünstigung des litauischen Elementes durch die Kownoer Regierung der „große Schlag" nicht geglückt ist. Mit überwältigender Mehrheit hat sich das Deutschtum im Memelgebiet erneut behauptet, hat einen Sieg davon getragen, der um so höher x u werten ist, als er gegen die brutale Gewalt der litauischen Machthaber, gegen die Vergewaltigung des Geistes und gegen die konzentrierte Haßpropaganda errungen wurde, die seit vielen Monaten aus den letzten Bauern und den letzten Arbeiter der deutschen Ostmark hernieder geprasselt ist. In keinem Lande der Welt, das angeblich parlamentarisch regiert ist, wäre es möglich, daß die Viersünftel-Mehrheit eines Parlamentes nicht besser, ondern schlechter behandelt würde als eine Minderheit. Die vier oder fünf Abgeordneten, die Memfl 0 TiU* Kowno CinnbiuMfn Königsberg 0 Schnallt- br ingKCM. yWillkifchit ßagwit die Großlitauer bisher in den Landtag entsandt haben, beherrschten, gestützt auf die Bajonette litauischer Soldateska, das aus 29 Köpfen bestehende Parlament. Ein litauisches Direktorium löste das andere ab. Ein litauischer Gewalthaber nach dem andern wurde entgegen allem Recht und aller Gerechtigkeit als Kommissar der Kownoer Zwergdiktatoren ins Memelland geschickt, um das Deutschtum zu knechten und um Handlanger zu sein für die völkerrechtswidrigen Absichten, dre man in Litauen gegenüber dem Memelstatut und gegenüber den verbrieften Autonomierechten des Landes hegt. Seit vielen Jahren herrscht im Memelland der Ausnahmezustand. In seinem Schutze wurde am 25. Januar dieses Jahres das neue Wahlgesetz erlassen, das praktisch vielen Tausenden wahlberechtigter deutschstämmiger Bürger den Gang zur Wahlurne unmöglich machte und aus der anderen Seite vielen Tausenden nichtwahlberechtigten litauischen Staatsangehörigen die Möglichkeit eröffnete, ihre Stimme abzuaeben und so die wahre Volksmeinung und den wahren Charakter des Landes zu verfälschen. Eine ganze Liste von Kategorien memelländischer Bürger fiel unter die Nichtigkeitsbestimmungen, die die Wahlfähigkeit und die Wählbarkeit einschränkten. Darunter zählten — ganz nach der Willkür des Kriegskommandanten — Beamte mit deutscher Muttersprache, Angehörige von Vereinen und Verbänden, die auch nur von weitem irgendwelcher deutschfreundlicher Bestrebungen verdächtigt werden konnten. Es blieb litauischen Wahlkommissionen überlassen, ob sie die Ausweise der Wähler — mochten sie noch so einwandfrei sein — als gültig ansehen wollten oder nicht, es gab keine Berufungsinstanz gegen Einsprüche dieser Art, es sei denn, sie hätte aus fanatischen Litauern bestanden. Nur mit einem haben die Neunmalklugen in Kowno nicht gerechnet: mit der unbestreitbaren Tatsache, daß das Memelvolk eben trotz aller Beeinflussungsversuche im innersten Kern deutsch fühlt und daß es durch die Drangsale der letzten Jahre nicht nur nicht „bekehrt" worden ist, sondern daß allmählich der Litauer zum Erbfeind geworden ist, zu dem es keinerlei Beziehungen gibt und mit dem keine Kompromisse möglich sind. Und dann vergaß man in Kowno, daß selbst die bestausgeklügelten Schiebungen ans Tageslicht kommen müssen, wenn die Oeffentlichkeit der ganzen Welt ihr Auge auf die Vorgänge richtet, die der Führer und Reichskanzler in seiner großen Rede in Nürnberg so scharf und unbarmherzig gegeißelt hat. Nach dem nun in rohen Umrissen bekannt gewordenen Wahlergebnis, das endlich nach zehn Tagen ausaebrütet werden konnte, nachdem einmal d,je litauische Verwaltung ihre völlige Unfähigkeit zu or- Sanisatorischen Maßnahmen bewiesen hat, bleibt trotz er zahllosen Einbürgerungen großlitauischer Staatsangehöriger und trotz der infamen Schwierigkeiten, die man der deutschstämmigen Bevölkerung bereitete, alles beim alten. Es verbleibt bei der großartigen Tatsache, daß das Stimmenverhälnis und damit das Verhältnis der Sitze im Landtag sich nicht merkbar geändert hat, daß damit also in der Tat die Schlagkraft des Deutschtums nicht kleiner, sondern größer geworden ist; ganz abgesehen davon, daß dieser Wahlsieg in der ganzen Welt als die endgültige Behauptung des Deutschtums im Memelland aufzufassen sein wird, und daß nun endlich Litauen keine Möglichkeit mehr besitzt, sich mit Ausflüchten und mit Winkelzügen aus der Affäre zu ziehen. Die Pariser Zeltung „Petit Journal" knüpft an die Wahl und sein Ergebnis die Schlußfolgerung, daß nunmehr ein Direktorium aus deutsch- stämmiaen Abgeordneten berufen werden muß. Ob Litauen sich zu diesem Schritt entschließen wird oder ob es das Memelstatut endgültig außer Kraft zu setzen beabsichtigt, das wird sich noch Herausstellen. Jedenfalls wird Deutschland auf die nunmehr beginnende Auseinandersetzung ein sehr wachsames Auge haben. Verlegenheit in Kowno Tilsit, 9. Okt. (DNB.) Das Ergebnis der Wahl hat bei der memelländischen Bevölkerung keine besondere lieber- raschung mehr hervorgerufen. Die bereits vor der Wahl durchgedrungene Annahme, daß der durch Einbürgerungen und sonstige Wahlvergünstigungen für die Litauer au erwartende Zuwachs an Stimmen durch die Flucht der enttäuschten früheren Anhängerschaft aus dem litauischen Lager ausgewogen wird, hat sich durchweg bestätigt. Das schleppende Auszählungsgeschäft hat auch dazu beigetraaen, daß die litauische Oeffentlichkeit von einer plötzlichen Ueberraschung über den durch dieses Wahlergebnis festaeftellten Mißerfolg der litauischen Memelpolitik verschont blieb. In politischen Kreisen Kownos herrscht naturgemäß Verlegenheit. Der Eindruck in Schweden. Trotz litauischer Wahlmanöver ein großer deutscher Erfolg. Stockholm, 9. Okt. (DNB.) „Deutscher Sieg im Memelgebiet", so lauten die fettgedruckten Schlagzeilen in fast allen Zeitungen. „Nya Dagligt Allehanda" stellt fest, daß der Wahlausgang für Litauen „eine Niederlage und eine Enttäuschung bedeute." Die litauischen Parteien seien im Memelgebiet stets sehr schwach und die Bevölkerung vorwiegend deutsch gewesen. In Anbetracht der Verhältnisse, unter denen die Wahl erfolgt sei, müsse das Ergebnis zweifellos als ein bedeutsamer deutscher Erfolg angesehen werden, denn die litauische Regierung habe mit allen Mitteln eine freie Wahlzu verhrn» dern gesucht. Allein bis zum 1. April sei fünf* tausend eingewanderten ßitauern, darunter auch Saisonarbeitern, die Staatsbürgerschaft und das Wahlrecht D ^_r worden, gleichzeitig habe man viele Deutsche ihres Staatsbürgerrechtes beraubt Auch in Bezug auf die W a h l p r o p a g and a seien die Parteien nicht gleichgestellt gewesen. Alles deute darauf hin, daß Litauen das Wahlergebnis mit Absicht zu verfälschen versucht habe. Das Blatt glaubt, daß die deutsche Forderung auf L o • sung der unhaltbaren Lage des Memelgebietes nichts von ihrer Schärfe einbüßen werde. Deutschland habe den Ausspruch von Woldemaras nach den Landtagswahlen im Jahre 1925 nicht vergessen, wonach die Wahlen das erste deutliche Zeichen dafür seien, daß sich das Memelgebiet gegen Litauen richte und wieder zu Deutschland zurückkehren wolle. Das schwierige Zählgeschäst in Memel. .■.i.iijc j-rL-j-rL-.TT.wii __iii innun^.______jj,^f -TrmLU.u..i. j■üJUffmWTF*1' "'"TTT7? gggr i; & Az&m ■ * ' M ßMMM 5 : /•» Die Zähler in der Aula des litauischen Gymnasiums in Memel. An den Tischen in der Mitte die Mitglieder der Wahlkommission, die die Zäyler beaufsichtigen. Im Vordergrund werden die einzelnen Stimmzettel auf Kartons verteilt. Man sieht deutlich, daß einzelne Kartons fast gefüllt sind, während andere (hierbei handelt es sich um litauische Stimmen) eine gähnende Leere aufweisen. — (Weltbud-M.) Offensichtlicher Bankrott des litauischen Terrorregimes. kowno, 9. Oki. (DNB.) lieber die bisherige Auszählung der INemelwahl werden von der £i- lauischen Telegraphenageniur folgende Angaben mif- gefeilt: Es wurden außer den Stimmen der Nachwahl im Stimmbezirk Meszen 1 914 883 gültige Stimmen festgestellt. Davon entfallen auf die Memelländifche Einheitsliste 1 552 679, auf den Verband der Litauer 140871, auf das Zentrum der litauischen Landwirte 80573, auf die Litauische Arbeitervereinigung 142 760, insgesamt auf die litauischen Listen 362 204 Stimmen. Bei der Nachwahl wurden in dem Stimmbezirk Meszen von 1478 Wahlberechtigten 1323 Stimmen abgegeben. Auf Grund dieser Feststellung werden die litauischen Listen fünf Mandate erhalten und zwar der Verband der Litauer 3 und das Zentrum der litauischen Landwirte und die Arbeiterpartei zusammen 2. Auf die Einheitsliste entfallen siche r 23 Mandate. Das restliche Mandat muß noch errechnet werden. Auf die einzelnen Kandidaten der Einheitsliste entfallen durchweg 53 000 bis 54 000 Stimmen, während auf die litauischen Listen die höchste Ziffer von 5441 Stimmen nur auf Gallus entfielen, die übrigen Kandidaten aber teilweise noch weit darunter blieben. Das endgültige Ergebnis wird die Wahl- kreiskommifsion am Montag, den 14. Oktober, be- tanntgeben. Nach dem Gesetz gilt die Wahl erst dann als abgeschlossen und der Landtag als gewählt, nachdem der Wahlkreisausschuß die endgültig festgestell- ten Listen der Abgeordneten veröffentlicht hat. Beschwerden gegen die Rechtsmäßigkeit dürfen nicht später als fünf Tage nach der Veröffentlichung der geordneten Liste bei dem Dahlkreisausschuß erhoben werden, worauf das oberste Tribunal nicht später als zehn Tage nach Einreichung der Beschwerden seine Entscheidung treffen und veröffentlichen muß. Der Landtag tritt 1 5 Tage nach der Wahl, also 15 Tage nach der Veröffentlichung der amtlich festgestellten Abgeordnetenliste zusammen. Die Einberufung sowie die Feststellung des Termins für den Zusammentritt des Landtages erfolgt durch den Gouverneur. © irb Litauen die Folgerungen ziehen? Englische Blätter zum Ausgang der Memeiwahlen, London, 10. Okt. (DNB. Funkspruch). Der deutsche Wahlsieg in Memel wird von der englischen Presse als eine Selbstverständlichkeit ausgenommen, mit der man trotz der litauischen Wahlmanöver von vornherein gerechnet habe. Man betont, daß das Ergebnis eine schwere Enttäuschung für ß H auen sei, das auf eine Verbesserung der litauischen Vertretung im Landtag gehofft habe. Die „Times" schreibt, es sei nun zu hoffen, daß der deutsche Erfolg die litauische Regierung überzeugen werde, ihre Stellungnahme gegenüber dieser außerordentlichen „Minderheit" zu ändern. In Kowno habe die Niederlage der litauischen Seite eine niederschmetternde Wirkung ausgelöst. Die litauische Regierung habe vielleicht gehofft, daß ihre Anhänger genügend Sitze im Land- taa gewinnen, um die Bildung eines geschäftsfähigen Parlaments zu verhindern. In diesem Falle hätten die Litauer den Landtag ohne eine offene Verletzung des Statutes kontrollieren können. Litauens Enttäuschung werde kein Bedauern in England oder Frankreich finden, wo niemand die Vermehrung der internationalen Schwierigkeiten durch ein neues Problem wünsche. Anscheinend erkenne die litauische Regierung nicht die Gefahr einer Politik, die zum großen Teil durch Sowjetrußland inspiriert werde. Was habe Litauen von der Vermehrung des Streites mit der Bevölkerung seines einzigen Hafens zu gewinnen. Man erkenne vielleicht in Kowno nicht genug, daß die eigentliche Existenz Litauens von der Beseitigung von Reibungsursachen zwischen seinem großen Nachbarn abhänge. Besucher, die zur Wahlzeit in Memel waren, hätten die Ueberzeugung mitgenommen, daß eine Katastrophe für Litauen heraufzuziehen beginne, falls die Kownoer Regierung nicht bemüht sei, sich mit den Memelländern auf guten Fuß zu stellen. Zwischen Memel und dem übrigen Litauen bestehe eine eindeutige kulturelle und wirtschaftliche Grenze. Zwischen den großen wohlgepflegten Feldern des Memelgebletes und der Armut und Trübseligkeit der litauischen Landschaft bestehe ein starker Kontrast. Die Memelländer befürchteten, daß ihr Lebensstandard auf das litauische Niveau herabgezogen wird. Meine politische Nachrichten. Aus Anlaß der Wiederkehr des Todestages König Alexanders von Jugoslawien wurde in Oplenatz am Grabmal König Alexanders eine feierliche Messe gelesen. Zu dieser Feierstunde waren auch König P et e r, die Königin- Mutter Marie, Prinzregent Paul und die anderen Mitglieder der königlichen Familie erschienen. ♦ Die Herzogin von Kent, Schwiegertochter des Königs von England, wurde in London von einem Sohn entbunden. Mutter und Kind befinden sich wohl. Die Eltern der Herzogin, Prinz und Prinzessin Nikolaus von Griechenland sowie ihre Schwester GrEfinTörring befinden sich in London, rtemiÄ»CKiAerrTeiirA»iiiKeB»*uTo*A-eAW*e4fi Senden Sie mir kostenlos und portofrei ein Exemplar der ausführlichen Darstellung des Fermentatlonsproiesses. An die Firma H.F.APh.F. Reemtsma, Altona-Bahrenfeld Postfach 21 W ent- noch lahl- be« )ann tach- stell« ichi igfdf Der« W* ier« nach fref' it 15 , bet eord« sowie nett- lou- chen larn Hemel nmen, , her' ierung i auf b dem lurelle irohen ib dec dschafr er be' bas jirb- en • V; Vie" anders Feier' Sniglll' ande' hjenen- Achter > -mb Prinj sowie »ondolu der Name » Wohnort StraBe Drei Bücher von den Wundern der Kleinwelt! von von von Zu beziehen durch jede Suchhanblung! Verlobungs-Anzeigen bei BrUhl, Schulstr.? Wir bitten, diesen Abschnitt ausgefüllt hls Drucksache einzusenden. (Porto 3 Pfg.) VornehmI Geschmackvoll! 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Die NS.-Kulturgemeinde, Ortsver?- band Gießen, schreibt uns: SMAlllN Gießen B7isd Freitag, 11.CIL, 20 b. 22.15 Uhr 2.Freitag'Abon. Preise von 0,40 bis 2,50 Rm. Hail - ruck! Lustspiel v. Vul- piusundNoberts Helft alle helfen' Aufruf des Winterhilfswerf s des deutschen Volkes 1935/36,fotoie der Verbände der freien Wohlfahrtspflege „Innere Mission-, »Caritas« und „Deutsches Rotes Kreuzt zurBeteiligung an den Lebensmittelsammlungen für das Winterhilfswerk Einfachste Lebensformen des Tier- und Pflanzenreichs Naturgeschichte der mikroskopischen Süßwasserbewohner von F.Eyfetth. Fünfte, von Professor Or.W.Schoenichen voll» ständig neubearbeitete Auflage. Mit über i500Abbildungen. 2 Äände in Halbleder NM. 38,-, In Leinen NM. 30,-. Das weithin bekannte Derk hat sich als Aufgabe gesetzt, dem Freund der Kleinlebewelt des Süßwassers die Bestimmung der ganzen bunten Fülle von Lebewesen, die ihm im Mikroskop entgegentritt, zu ermöglichen. Die Mikroskopie Eine Einführung in gemeinverständlicher Darstellung von 1 r Nr. W. Effenberger. Mit Abbildungen auf 32 Kunstdruck« tafeln nach photographischen Aufnahmen des Verfassers. Preis gebunden NM. 3,60. Dieses kleine Luch ist für den Naturfreund geschrieben, der den Wunsch hat, die Wunder kennenzulernen, von denen das Mikroskop Kunde gibt. Oie Infusorien des Süßwaffers und des Meeres Vas „Dlnlerhilfswerk" nimmt auch in diesem Jahre den Kampf gegen hunger und Kälte auf. Als einleitende Maßnahmen werden die Lebensmittelsammlungen für das Winlerhilfswerk schon seht dürchgeführt. Die bisher üblichen Herbstsammlungen der Anstalten und Einrichtungen der konfessionellen Verbände und des Deutschen Roten Kreuzes finden dagegen in diesem Jahre n ich 1 statt. Dafür erfolgt die Versorgung in den Anstalten und Einrichtungen l m Rahmen des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes. Gemeinschaftsgefühl und Opferwilligkeit werden auch in diesem Jahre den Erfolg des Winlerhilfs- werkes sicherstellen. hilgenfeldt Reichsbeaustragter für das WHW. (Verschiedenes | 20000 UM. aus Privatband, auch geteilt, geg. 1. Hypothek auf Stadtbesitz, zu Anfang Januar 1936 zu vergeb. Näheres lssoov Büro Kirchner Seltersweg 8. Das „Winterhilfswerk des deutschen Volkes" wird bald wieder seinen Ruf an die ganze Nation richten. Das Deutsche Rote Kreuz sieht es als seine Ehrenpflicht an, wiederum alle Kräfte für das große Gemeinschaftswerk ein« z u s e tz e n. Seine Anstalten und Einrichtungen werden deshalb in diesem Jahre die bisher üblichen Herbstsammlungen nicht s e l b st durchführen. Die Naturaliensammlungen werden ausschließlich dem Winterhilfswerk überlassen. Die Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes in allen Teilen des Reiches werden dafür vom Winterhilfs« werk im Rahmen der früheren Herbstsammlungen bedacht. Eine selbstverständliche Pflicht aller Männer und Frauen im Deutschen Roten Kreuz ist es also, f ü r d i e Sammlungen des Winterhilfswerkes nach besten Kräften zu opfern und Verständnis dafür zu wecken, welchen großen, gemeinsamen Aufgaben die Spende des einzelnen Volksgenossen von seinen! Ertrag aus Garten, Feld und Wald zu dienen hat. Auch die Hilfe bei der Einsammlung und Beförderung der gespendeten Lebensmittel ist ein wichtiger Dienst am gemeinsamen Werk, den auch die Jugend leisten kann. Darüber hinaus ergeht an unsere Freunde und alle deutschen Volksgenossen der alte Werberuf des Deutschen Roten Kreuzes: „Helft uns helfen! Ihr dient damit dem Werk des Führers!" Der Stellvertretende Präsident des Deutschen Roten Kreuzes: Dr. Hocheisen, Obergruppenführer. Die Deutsche evangelische Kirche ist von den Tagen Luthers her stets Helferin im Kampf der deutschen Nation gegen Not und Armut gewesen. Zu Beginn des „Winterhilfswerkes des deutschen Volkes 1935/36" fordern wir deshalb das ganze evangelische Deutschland auf, sich mit Freudigkeit, Kraft und Opfern für das Gelingen dieses vom Führer eingeleiteten großen Hilfswerkes einzusetzen. Aus der Verbundenheit der Deutschen eoangeltschen Unser Gießener Stadttheater bringt m der be- ; vorstehenden Spielzeit einen erfreulichen Ausbau • seines Spielplanes: Mit eigenen Kräften wird es vollwertige Opern und Operetten spielen. Daneben wird auch das Schauspiel ernsterer und heiterer Richtung wie bisher eine kunstverständige Pflege finden. Die ewigen Werke der Bühnendichtung werden uns wieder begeistern, und neue Werke werden die großen Fragen unserer Zeit in lebendiger, packender Handlung beantworten. Der Gießener Ortsverband der NS.-Kultur- gemeinde, Vorstellungsring Deutsche Bühne, hat während der beiden vergangenen Jahre in seinem Spielplan jeweils nur eine kleinere Oper und Zwei Operetten aufgewiesen, öejon- ders im letzten Jahr wurde aus Mitgliederkreifen häufig der Wunsch laut, gute Opern und Operetten möchten in verstärktem Maße gebracht werden. Nunmehr ermöglicht es die Ausweitung unseres Theaters für die wir unserer Stadtverwaltung und dem neuen Intendanten, Herrn Schultze-Gries, heim, Dank wissen, daß drei anerkannt gute Opern und drei lebensfrohe Operetten neben zehn Schauspielen verschiedenster Kunstgattung m dem Dorstellungsring gespielt werden. Die damit verbundenen Mehrkosten fallen unseren Mitgliedern nur in recht begrenztem Maße zur Last wie aus den Besuchsbedingungen 1935/36 ersichtlich ist. In d geschlossenen Vorstellungen (Montag und Samstag haben die Mitglieder - wie bisher - Anspruch auf völlig gleiche Platzverteilung und zahlen für die Vorstellung je nach 'hren wirtschaftlichen Der hältnissen nur 80 Pf. bis 1,20 Mk So haben wir die Gewißheit, daß kein Volksgenosse, welchem das Theater Erholung, Erbauung und Bereicherung schenkt, dem Haus der Kunst fernzublecken braucht. Das Vertrauen der Mitglieder findet einen zuverlässigen Ausdruck in dem steten Anwachsen des Vorstellunqsrings „Deutsche Bühne". Im vergangenen Winter stieg die Mitgliederzahl von 1000 auf ti400 und die Sommermonate brachten nur ganz vereinzelte Abmeldungen. Worte der Werbung können wir uns daher ersparen. Desuchsbedmgun- gen wie Anmeldeformulare sind auf unserer Geschäftsstelle (Goethestraße 30 p.) und auf der Theaterkasse (Johannesstraße 3) erhältlich. Die Auswahl der Bühnenwerke, die tm Borstel« lunqsring Deutsche Bühne zur künstlerisch vollwertigen Aufführung gebracht werden, erfolgt durch unseren Programmausschuß; gleichzeitig bürgt auch der kameradschaftlich offene und häufige Met- nungsaustausch mit unseren Mitgliedern dafür, daß Mißgriffe vermieden werden. Unsere Spielzeit wird eröffnet mit dem „Prinzen von Homburg - Schau« lviel von H. von Kleist am Montag, 21 und Samstag, 26.Oktober. Daran schließt sich am Sams« Sa 9 und Montag, 4. November, die Mo« zar'tsche Oper „Cosi fan bitte", („2ÜIe! £") nn Tine, inzwischen in Gießen mit großem Erfolg zur Uraufführung gelangte lustige ^olksstuck„Holz- avvel" von H. A. Weber wird tn der zweiten Hasste des November gespielt. Weiter sind in Aus« Kirche mit dem Volk heraus verzichten die An st alten und die Einrichtungen der Inneren Mission in diesem Jahre auf die eigene Durchführuna der bisher üblichen Herbstsammlungen. Sie stellen damit ihre tätige Mitarbeit zur Linderung der Not in den Dienst des „Winterhilfswerkes des deutschen Volkes". Die Betreuung in den Anstalten und Einrichtungen übernimmt dafür das Winterhilfswerk im Rahmen Lieferungsvergebung. Die Lieferung von zirka 2000 Zentner gelbfleischigen Speisekarkoffeln. zirka 400 Zentner Kuhmist soll auf dem Wege des öffentlichen Anerbietens vergeben werden. 57930 Für Kartoffeln kommt nur aroßfallende, handverlesene, gesunde, gelbfleischige Ware in Frage. Die Lieferungsbedingungen, die in den Angeboten ausdrücklich anzuerkennen sind, können während der Dienststunden von 8 bis 12 und von 3 bis 6 Uhr hier eingesehen werden. Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Submissionsangebot" bis zum Eröffnungstermin Dienstag, den 15. Oktober 1935 vormittags 10 Uhr einzureichen. Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen. Silber-Bestecke und Bestecke 100 6r.- Auflage, extra billig z.B.72TeilelOO Gr. 75 Mk.ab Fabrik, daher so preiswert. Bequeme Zahlungsbed. Gratiskatalog. A.Pasch&Co. Solingen. [5759V 04335] Billig za verkaufen: 1 weih. Schrank iWaschkommode 1 Chaiselongue. Lindengasse 10. veröffentlicht. Die in der NS.-Kulturgemeinde zusammen« geschlossenen Volksgenossen dürfen uns also auch für das kommende Spieljahr ihr Vertrauen schenken. Seit Jahrtausenden übt das Theater seine unwiderstehliche Kraft auf die Zuschauer aus. So wird es immer bleiben. Denn wahrhaft gutes Theater bietet das Leben selbst in dichterischer Gestal- tung. Von der Bühne herab zeigen lebendige Menschen das Leben in uns und um uns in seinen Höhen und Tiefen. Zauber und Wirklichkeit sind durch die packende Handlung des Bühnenwerks vereint: sie helfen uns, zu einer gefestigten Weltanschauung zu gelangen. Das gilt heute mehr als je. Denn unter der Obhut des Führers gehen wir zu- oersichtlich dem Deutschen Nationaltheater entgegen. Daher darf auch fein Volksgenosse abseits stehen. Jeder muß mithelfen, damit er später einmal voll Stolz weiß: auch ich habe nicht abseits gestanden, als der Ruf Adolf Hitlers erging: Die deutsche Kunst dem deutschen Volke! Wetterbericht des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt. Unter heftigem Druckfall hat sich am Südrand des Island-Wirbels ein Sturmtief entwickelt, das rasch zur Nordsee oorgestoßen ist. Unter feinem Einfluß bringt seit Donnerstagfrüh unter stürmischem Südwestwind und zeitweiligem Regen sub- tropische Warmluft bei uns ein. Don England her stoßen jedoch kühlere Luftmassen nach, die bei ihrem Eindringen in die Warmluft bei uns zunächst gesteigerte Niederschlaastätigkeit, dann wechselnde Bewölkung mit einzelnen Schauern und Abkühlung bringen werden. ~ ....... Aussichten für Freitag: Voraussichtlich in der Nacht zum Freitag unter heftigen Wehen gesteigerte Niederschlagstätigkeit, dann wechselnd bewölktes Wetter mit einzelnen Schauern, bet kraf« Ligen westlichen Winden Abkühlung. Temperaturen. Am 9. Oktober: mittags 13,7 Grad Celsius am 9. Oktober: abends 7,9 Grad, am 10 Oktober: morgens 11,7 Grad, Maximum 14,6 Grad, Minimum 7,5 Grad. — Erdtemperaturen in " Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange- für Feuilleton: Dr. Hans Thyrwt: für den 1 übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: , Beck Verantwortlich für den Inhalt der An- , ^igen- Theodor Kümmel. D. A. IX. 35: 9929. Druck . und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch« und Stein« druckerei R. Lange, K.-G., samtlick tn Gießen. 1 Monatsbezugspreis 2,05 einschließlich 25 Pf. , Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. , Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf-, , mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. , Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Für das Winterhilfswerk zu opfern ist aber sittliche und nationale Pflicht eines jeden Deutschen. Die evangelischen Christen fühlen sich aus der Soli« barität bes Glaubens heraus hierzu in erster Linie berufen. Wir bitten deshalb alle Gemeinden, Mitglieder und Vertreter der Deutschen evangelischen Kirche, dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes 1935/36 ihr Opfer zu bringen und dabei der Mahnuna des Apostels eingedenk zu sein „Einer trage des anderen Last, so werde Ihr das Gesetz Christi erfüllen". Zentralausschuß für die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche: Frick, Präsident. Wieder rüstet das deutsche Volk, in einem gemeinsamen, großen Werke der Not des kommenden Winters zu begegnen. Das „Winterhilfswerk bes deutschen Volkes" hat von Anbeginn aus fortdauernd steigender innerer Kraft heraus sein Aufgabengebiet mehr und mehr erweitert. Millionen Volksgenossen sind betreut worben. Die wirtschaftliche Notlage großer Dolks- kreise würbe bamit fühlbar erleichtert unb bas innere Lebensgefühl biefer Mitmenschen gesteigert. Millionen Volksgenossen erwarten auch m biesem Jahre roieber ben Auftakt der segensreichen Tätig- feit bes Winterhilfswerfes. Höchste Verpflichtung aller ist es beshald, sich in bie Front berer einzureihen, bie es sich freudig zur Aufgabe gemacht haben, das Gelingen dieses einzigartigen Wertes der Menschenliebe zu sickern. Der Deutsche Caritasverband folgt gerne dem Rufe des Führers zur verantwortlichen Mitarbeit am Winterhilfswerk. Der Deutsche Caritasverband wird daher in diesem Jahre die bisher üblichen Herbstsammlungen für seine Anstalten und Einrichtungen nicht selbst durchführen. Dafür erfolgt die Versorgung in den Anstalten unb Einrichtungen vereinbarungsgemäß im Rahmen bieses großen Werkes. Es gilt, burch tatkräftige Unterstützung bes Winterhilfswerkes zahlreiche Volksgenossen, bie unver. schuldet Not leiben, vor dem Schlimmsten zu be» wahren. Wir bitten deshalb alle Caritasstellen, unsere Mitglieder unb Freunbe in Deutschland bas „Winterhilfswerk bes beutschen Volkes 1935/36" tatkräftig z u unter ft.üfc en, insbefonbere bei ben Lebensmittelsammlungen zu opfern. „Wenn jeder opfert, ist jedem geholfen!" Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes: Dr. Kreutz. sicht genommen „Die Komödie der Irrungen" Shakespeare, bie Operette „Der Dogelhänbler Zeller, bas heitere Lustspiel „Hau — Ruck!' Roberts unb bas Lustspiel „Krach im Hinterhaus" von Böttcher. Die enbgüüige Aufnahme in ben Spielplan wirb jeweils rechtzeitig in ben Zeitungen Am Dienstag, den 15. Oktober ßttffSuiniiTr d- JM vormittags 10 Uhr, findet in unserem Hofe. Frankfurt a. M., Hani - Handwerk • Straße 23, wegen Saisonschluß nochmals ein Verkauf von ca. 35 Arbeitspferden leichten, mittleren und schweren Schlages statt. 1 Stunde vorher Besichtigung. — Gewährung von Zahlungs- Erleichterung kann gegen bttroer- meisteramtlichen Ausweis über Person und Verhältnisse des Käufers und gegen einwandfreie Bürgschaft erfolgen. 5803D Eiswerke J. H. Günther & Co- Tel. Frankfurt a. M. 20416. Silfsbuch zum Bestimmen nebst einer kurzen Einführung in deren Äiologie. Don Professor Dr. Lepsi. Mit 550 Ab. bildungen. Preis gebunden JIM. 4,-. Der sich mit Mifroftopie beschäftigt, kann dieses höchst wertvolle Such, das ihm zum Lestimmen große Dienste leistet, nicht entbehren. Hugo Vermühler Verlag ♦ Berlin-Lichterfelde Äneuer l0433s ietmünld für älteren Herrn (Mittelfigur) zu verkaufen. Wo, sagt d. Gieß. Anz. Gut erhalt.,mob. Polstergarnitur preiswert zu verkaufen. 04341 Hindenburg» wall 18 1. Gut erhaltener kleiner Ofen zu verkauf. 04343 Selteröweg 22. 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Die Verfassung der abessinischen Truppen sei „aus- gezeichnet", ihre Führer seien kaum in der Lage, sie zurückzuhalten, da sie ständig angreifen wollen. Es hat demnach den Anschein, als ob die aus der Hauptstadt an die Truppen ergangenen Weisungen sich zurückzuziehen und den Gegner ins Gebirge zu locken, von den örtlichen Befehlshabern nicht immer durchgeführt werden können. Die Nachricht von der Einnahme der Adi C a i e in Eritrea ist bisher un- bestätigt. InRorn werden die Nachrichten über eine Rückeroberung Aduas durch abessinische Truppen dementiert mit dem Hinweis auf den heutigen italienischen Heeresbericht, der feststellt, daß am Dienstag auf der ganzen Front Ruhe herrschte. Bei der Unwegsamkeit des ohnehin schwierigen Geländes sei es im übrigen mehr als natürlich, daß nach dem erfolgreichen ersten Vorstürmen der italienischen Truppen zuerst die rückwärtigen Verbindungen ausgebaut und in der Zwischenzeit alle technischen Vorbereitungen für die zweite Etappe des Vormarsches getroffen würden. Nach dem heutigen Stand dieser Vorbereitungen gelte der Fall von Akuam als unmittelbar bevorstehend. Der Vormarsch werde auf jeden Fall fortgesetzt und sei an- gesichts der Lage in Genf nur noch notwendiger geworden. Nach italienischer Ansicht seien alle Möglichkeiten eines gütlichen Vergleiches erschöpft, so daß der italienisch-abessinische Streitfall nur noch mit den Waffen ausgetragen werden könne. Das schließe freilich eine weitere Aussprache Italiens mit den beiden Hauptinteressenten Frankreich und England nicht aus. Durch eine solche Aussprache könnte aber die bewaffnete Auseinandersetzung zwischen Italien und Abessinien nicht aufgehalten werden. * „Times" meint, daß die bisherigen italienischen Erfolge in Abessinien nicht sehr überzeugend seien. Das englische Publikum sei höchst überrascht, daß der italienische Vormarsch nicht schneller vor sich gegangen sei. Man sei der Ansicht, daß Italien wenig Ursache habe, sich seiner militärischen Leistungen zu rühmen. „Daily Telegraph" meldet aus Rom, die Tatsache, daß bisher keine italienischen Verlust Ziffern veröffentlicht worden seien, habe bei vielen Italienern die Befürchtung erweckt, daß die Verluste der italienischen Truppen schwer seien. Seit der Erstürmung von Adua am Sonntag habe die italienische Armee s o g u t wie keine Fortschritte gemacht. Ausreise zum Kriegsschauplatz. Von unserem Or. Ho.dZonderberichterstafter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! An Bord Dampfer „Saturnia", 30. Sept. 1935. Ein Aufenthalt von fast vier Wochen i n R o m sollte wahrlich genügen, dem unbefangenen Beobachter ein einigermaßen klares Bild vom Werden, Wollen und den ausgesprochenen oder nicht ausgesprochenen Hoffnungen des neuen Italien zu vermitteln. Und doch: erst an Bord eines der in sich steigerndem Rhythmus nach Ostafrika auslaufenden Truppentransportschiffe erhält man einen unmittelbaren Eindruck von dem, was heute in den Herzen und Hirnen der Nach- tahren Altroms vorgeht. Erst dort verdichtet sich der Einblick, den man in Rom in die politische und diplomatische Seite einer Bewegung zu nehmen vermochte, diese umrahmt von einem Aufgebot ansprechendster Mittel, nicht nur der Welt sondern auch den breiten Dolksmassen zu beweisen, und immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, daß ein Volk wieder Geschichte zu machen berufen sei, daß ein Volk ohne Raum neue Siedlungsgebiete zu suchen habe, daß eine Jugend ohne Zukunft nur auf den Spuren der altrömischen Eroberer ihre Hoffnungen verwirklichen könne. Vier Wochen Wartens in Rom — Auswirkung der Genfer Verhandlungen — dann endlich kommt der Befehl: „Presse zur Ausreise bereit machen!" Vierundzwanzig ausländische und ita- lienische Sonderberichterstatter verlassen am Samstag, dem 27. September die italienische Hauptstadt, noch ganz unter dem Eindruck der letzten Erklärungen des Duce, daß Italien den Völkerbund nur verlassen werde, wenn ... Ein ,Wenn", über das verschiedene Ansichten herrschen mögen, obwohl die Mehrzahl der Stimmen der Annahme zuzuneigen scheint, daß dieses „Wenn" in greifbare Nähe zu rücken scheint. Durch die Nacht rollt der Zug nach Tarent, dem süditalienischen Hafen fast griechischen Gepräges, in dem der Luxusdampfer der Consulich-Linie „S. S. Saturnia" zur Aufnahme von rund 4000 Mann der norditalienischen Division „Gran- fass o" unter Führung des Herzogs von Bergamo bereit liegt. Ueberall Sonne, die Sonne Homers, die uns bis Port Said ihr Geleit geben wird. Ueberall auch Anzeichen jener Unruhe, die die Ausreise sämtlicher Truppentransportschifte kennzeichnet. Besondere Ausweise sind für das Betreten des Marinearsenals notwendig, wo an einem Quai die weiße Silhouette der „Saturnia" aufblinkt. Liebenswürdig die Hafenkommandantur, noch liebenswürdiger der Militärkommandant der „Saturnia", der sich die pflegliche Behandlung der Pressevertreter besonders angelegen sein läßt. Wir hatten erwartet, als Streiter der Feder irgendwie mit den Truppen kampieren zu müssen. Stattdessen sind wir zu zweit in den Luxuskabinen des Ozeanriesen untergebracht, umgeben von allen Annehmlichkeiten einer Mittelmeerreise.. Wären nicht die vielen fast regelwidrig anmutenden Ausrüstungsgegenständen, angefangen mit den Tropenhelmen bis zu den Seesäcken und Seekisten, die von vormittags 10 Uhr ab an Bord zu wandern beginnen, dann könnte man glauben, für zwei oder drei Wochen sei eine Vergnügungsreise anzutreten. Um 10 Uhr beginnt auch d i e Einschiffung der Truppen. In verschiedenen Abteilungen rücken sie, kriegsmäßig ausgerüstet, vom Bahnhof an: alles handfeste, braungebrannte Kerle. Am Quai herrscht ein ununterbrochenes Gehen und Kommen, aus dem die südländischen Pferdedroschkenkutscher möglichst Nutzen zu ziehen versuchen. Reibungslos wickelt sich die lieber nähme an Bord ab. Um 14 Uhr sind die letzten Mannschaften untergebracht. 30 Minuten später ertönt der Befehl: „alle Mann an Bord!" Die Zugbrücken gehen hoch die Maschinen fangen langsam an zu fingen, fast unmerklick gleitet das Schiff unter den Hochrufen der im Arsenal weilenden Marinesoldaten und Arbeiter und unter dem Tücherschwenken und dem Winken der wenigen zugelassenen Zivilpersonen dem Binnenhafen zu. Einige Barkassen rauschen heran. In der vordersten Kronprinz Umberto, der an Bord steigt, um dem Herzog von Bergamo, den Offizieren und Mannschaften die letzten Grüße und Wünsche der Heimat, des königlichen Hauses und der Reaie- rung zu überbringen. Brausende Hochrufe auf den König und den Duce sind die Antwort. Als der königliche Gast von Bord gegangen, nimmt die „Saturnia" unter den Klängen der Giovinezza langsam Kurs auf den ins offene Meer führenden Einfahrtkanal. Wasserflugzeuge beginnen über dem Schiff zu kreuzen, einige Torpedo- boutsjäger geben ihm das Geleit, während auf allen im Hafen liegenden Kriegsfahrzeugen die Besatzungen Paradeaufftellung genommen haben. Dann die Fahrt durch den kleinen Kanal. Die Quais und ihre Zufahrtsstraßen sind schwarz von einer riesigen Mens chenmenge, deren Jubel kein Ende nimmt. Musikkapellen der faschistischen Verbände grüßen vom Ufer her mit vaterländischen Liedern, von Bard erwidert die Kapelle des „Gransasso". In den Masten hängen wie Bienenschwärme Tropenhelme schwenkende Gestalten. Am Horizont will die Sonne bereits ihre Bahn vollenden. Noch ein letztes Aufbrausen der begeisterten Massen, noch ein letztes Winken und Rufen von hüben und drüben, schließlich eine im Abenddämmer verhallende Abschiedsfalve eines Torpedobootjägers. Noch ein letztes Aufblinken des Molenleuchtturmes ... dann rauscht das auf Tourenzahl gebrachte Schiff feiner Bestimmung entgegen. Die erste Fühlungnahme mit den Offizieren beim gemeinsamen Abendessen, anschließend ein zwangloses Beisammensein in den von einstiger Pracht zeugenden Räumen des Luxusdampfers. Gruppen bilden sich, Gespräche bahnen sich an, Freundschaften werden geschlossen, Zukunftspläne erörtert. Ein herzlicher kameradschaftlicher Ton herrscht zwischen allen, ein Gefühl innerer Verbundenheit unter den Offizieren und Mannschaften. Unter den ersteren sind viele Freiwillige, welche es nicht nötig gehabt hätten, ihren Beruf aufzugeben oder ihre Berufsausbildung zu unterbrechen. Sie alle wollen Neuland entdecken aus der Ueberzeugung heraus, daß der Mensch nicht um seiner selbst willen lebt, sondern um eines großen Zieles willen; und dieses Ziel heißt für sie alle: das größere Italien. Ein jeder gibt auf die Frage, ob er gern „nach unten" gehe, die gleiche von Siegeswillen getragene Antwort: „Und wie!" Viele wollen unten bleiben, dort eine neue Heimat gründen, wollen pflanzen und ernten, Pioniere fein gleich jenen altrömischen Legionären, die in den eroberten Gebieten mit Pflug und Schwert in der Hand Grenzwacht hielten. Diele Studenten mit dem Transport, einige A b - geordnete, eine Reihe von Wissenschaftlern und Technikern. „Wir wollen kämpfen" ruft mir ein junger Student der Rechte zu. „Der Krieg ist der Vater aller Dinge"--Erster Eindruck, den ich von meinem ersten Tag an Bord in die Kabine mitnehme. Die Lichter verloschen, am Bug rauschen die langziehenden Wellen des Mittelmeeres. Eine sternüber- fäte Nacht bringt Ruhe ins Schiff, das am Morgen des kommenden Tages die letzten westlichen Ausläufer der griechischen Inselgruppen passiert. Die Tage bis Port Said, das wir in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch erreichen, vergehen wie im Fluge. Man wird an Bord heimisch. Die See fordert von einigen Fahrgästen ihren Tribut. Unter der liebenswürdigen Führung eines Hauptmannes der Artillerie kann ich die Mannschaftslogis besichtigen und mit den Leuten, darunter auch einigen aus Südtirol, sprechen. Sämtliche an Bord befindliche Soldaten sind im Frühjahr eingezogen worden. Sie haben d i e Manöver bei Bozen hinter sich und hatten vielleicht gehofft, anschließend zu ihren Berufen zurückkehren zu können. Aber keinerlei Unwille, keinerlei Unzufriedenheit, im Gegenteil: auch bei ihnen, die zumeist zum ersten Male das Meer sehen ober gar befahren — die meisten stammen aus den norditalienischen Provinzen — und deshalb von der Seekrankheit nicht völlig verschont bleiben, eine frohe Stimung, eine fast rührend anmutende Anhänglichkeit an ihre Vorgesetzten und der unbedingte Wille, mit ihnen durch dick und dünn zu gehen. Abessinien mag für viele von ihnen ein ziemlich verschwommener Begriff sein, aber von der Ueberzeugung, daß sie für eine große Auf» gäbe sich einsetzen sollen und werden, sind alle durchdrungen. Kreuzfahrer st immung an Bord, — das scheint mir die treffendste Bezeichnung zu sein, Kreuzfahrer nicht nur nach dem Willen des obersten Lenkers der politischen Geschicke Italiens, sondern auch aus innerer und eigener Ueberzeugung. Dieser Eindruck wurde bestätigt durch die am Dienstag-, vormittag abgehaltene B o r d m e s s e. Unwillkürlich schweiften die Gedanken nach Deutschland, nach der engeren östlichen Heimat, von den Deutschrittern dem deutschen Pflug zurückgewonnen. Kreuzfahrer- ffimmung auch damals, als wir jungen Freiwilligen 1914 gen Osten zogen. Ein Volk war im Aufbruch, wurde niedergerungen und ist wieder auferstanden. Ein anderes Volk ist heute im Aufbruch. Man glaubt in Italien den Tritt der römischen Legionen zu vernehmen: „Gebt Raum, ihr Völker, unferm Schritt!" Oie Entwicklung des Arbeitseinsatzes. Berlin, 9. DEL (DNB.) Die Zahl kier bei den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen ist im September leicht, und zwar um rund 7000 auf 1713 693 gestiegen. Während von den Außen- berufen die Landwirtschaft in fast allen Bezirken mit Ausnahme Bayerns und Südwestdeutschlands noch Kräfte aufnehmen konnte und auch im Baugewerbe trotz des außerordentlich hohen Befchäftigungsstandes der Vormonate sich noch keine nennenswerte faisonmäßige Abschwächung zeigte, brachte der Saison- abschluß im Fremdenverkehr Zugänge an Arbeitslosen im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe, im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe, in der Gruppe des Gesundheitswesens und der Körperpflege (Friseure und Badewärter) und bei den häuslichen Diensten. Demgegenüber wiesen die konjunkturabhängigen Berizfsgruppen eine bemerkenswerte Festigkeit des Beschäftigungsgrades auf. In der Eisen- und M e t a l l e r z e u g u n g und Verarbeitung blieb der hohe Beschäftigungsstand voll erhalten. Im Bergbau besserten sich die Unterbringungsmöglichkeiten im Arbeitseinsatz gegenüber den Vormonaten. Auch das Holz - und Schnitz st affgemerbe, die Le- dererzeugung und -Verarbeitung, die Papiererzeugung und -Verarbeitung und das Bekleidungsgewerbe waren recht aufnahmefähig und hatten teilweise einen beachtlichen Abgang an Arbeitslosen. Bei Wertung der jetzigen Zunahme der Arbeitslosenzahl ist zu beachten, daß weitere Notstandsarbeiten beendet und die dort beschäftigten Arbeiter entlassen worden sind. Der Zugang “ an entlassenen Notstandsarbeitern betrug 12 765 und ist für sich allein erheblich großer als die gesamte Steigerung der Arbeitslosenzahl. Hinzu kommt, daß die Entlassung der Arbetts- männer aus dem Arbeitsdienst unmittelbar vor dem für die Zählung der Arbeitslosen maß- gebende Stichtag war und sich deshalb die natür- liche kurze Spanne bis zur Einstellung in die Wehrmacht oder den Uebergang in eine Arbeitsstelle in der Arbeitslosenzahl ausdrücken mußte. Zum ersten Male seit 1929 ist die Zahl der Arbeitslosen in der Reichshauptstadt Berlin unter 200 000 gesunken. Das bedeutet gegenüber dem Höchststand am 31. Januar 1933 einen Rückgang um mehr als zwei Drittel. Oberste SA.-Führung und Kösener OG. München, 9. Oft. (DNB.) Auf die wieder- holten Eingaben von Angehörigen des Kösener SC., ob sich die Einstellung der Dberften SA.- Führung nach der Auslösung des Kösener SC.-Verbandes geändert habe, wird mitgeteilt: Eine Veranlassung zur Zurücknahme des Verbots der Zugehörigkeit ist nicht gegeben. Daran ändert auch die inzwischen erfolgte Auflösung des SC.^Derbandes nichts. Für die Oberste SA.-Füh- rung handelt es sich nicht darum, ob das eine Korps mehr oder weniger nationalsozialistisch eingestellt ist, sondern darum, daß es den Korps in ihrer Gesamtheit nicht gelang, sich innerhalb der zweieinhalb Jahre nach der Machtübernahme aus sich selbst zu einer klaren Stellung zum Judentum aufzuschwingen. Es ist nicht Aufgabe der Obersten SA.-Führung, Richter über jedes einzelne Korps zu spielen und sich in Streitigkeiten aller gegen alle einzumischen. Die Korps mögen erst im eigenen Hause Ordnung schaffen und entsprechend la n ge 3 eit unter Beweis ft eilen, daß alles im Sinne des Nationalsozialismus geregelt ist. Vorher wird an der Verfügung der Obersten SA.-Führung nichts geändert. Bor Neuwahlen in England. London, 10. Oft. (DNB. Funkspruch.) Die Presse rechnet damit, daß die englische Regierung bereits Ende November — man spricht vom 21. oder 28. November — die Neuwahlen für das Parlament ausschreiben wird. Die endgültige Entscheidung darüber wird voraussichtlich davon abhängen, ob die Entwicklung in Gens im Sinne der englischen Regierung verläuft. Die Aussichten der nationalen Regierung Baldwins bei den Wahlen werden in der gegenwärtigen Lage, in der die überwältigende Mehrheit des englischen Volkes sich hinter die außenpolitischen Entscheidungen stellt, als besonders günstig betrachtet. Der „Daily Telegraph" meldet, man sei der Ansicht, daß die Wählerschaft Gelegenheit Haden müsse, zur A u f r ü st u n g s p o l i t i k der Regierung Stellung zu nehmen. Die Regierung werde wahrscheinlich unter dem Schlagwort „Verteidigung und wirt- schriftliche Entwicklung" in die Wahlen gehen. Eine Neuwahl wird die Entschlossenheit der britischen Nation beweisen, den Frieden durch kollektives Zusammengehen aufrechtzuerhalten, und die Bereitschaft zu jedem Opfer, 'das eine solche Politik verlangt. „Daily Mail" sagt, eine baldige Neuwahl sei unvermeidlicher als je, um der Regierung aus- gedehnte Vollmachten zur Wiederaufrüstung zu er. teilen. Die Oppositionspresse ist wenig erfreut und spricht von einem „Erpressungs- m a n ö d e r", das in einem Augenblick eingeschla- gen werde, in dem die Opposition durch die Umstände zu einer Unterstützung der Außenpolitik der Regierung gezwungen werde. Aus aller Wett. Das Todesurteil gegen Hauptmann bestätigt. Das höchste New Jerseyer Gericht „Court of Errors and Appeals" bestätigte das Todesurteil gegen Hauptmann, der, wie erinner- lief), beschuldigt worden ist, das Kind des Ehepaares Lindbergh entführt und getötet zu haben. Es wird betont, daß trotzdem für Hauptmann noch drei Berufungsmöglichkeiten offenstehen. Erstens kann Hauptmann sich an den New Jerseyer Gerichtshof „Court of Pardons" wenden, der aus dem Gouverneur und sechs Richtern des „Court of Errors and Appeals" besteht. Dieses Gericht verweigert jedoch gewöhnlich derartige Anträge, falls nicht mildernde Umstände vorliegen; es kann Höch- ftens die Todesstrafe in lebenslängliches Gefängnis umwandeln. Ferner kann Hauptman eine neue Verhandlung vor dem New Jerseyer Gericht beantragen auf Grund neuen Beweismaterials, wozu feine Der- leidiger bereit find. Schließlich steht es Hauptmann frei, das Oberste Bundesgericht in Washington anzurufen, wenn seine Verteidiger nachweisen können, daß die verfassungsmäßigen Rechte des Angeklagten verletzt worden sind. Für die uns beim Ableben unseres lieben Entschlafenen erwiesene herzliche Teilnahme, insbesondere für die ehrenvollen Nachrufe und herrlichen Kranzspenden, sagen wir hiermit unseren herzlichen Dank. Katharine Hannawacker und Sohn. Gießen (Seltersweg 75), den 9. Okt. 1935. ____________________________5796D Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für die Milllmeterzeile veröffentlicht Redegewandte, energisch und zielbewutzt arbeitende 6emooö Domra können sich bei großer,deutscher Versicherungs-Gesellschaft als Werber(innen) eine gute, dauernde Existenz aufbauen. Schrift!. Angebote unt. 5801V a. d.Gietz. Anzeig. | Vermietungen Alleinsteh. ältere Dame sucht leer. Zimmer mit Ge- legenb.z.Kochen. Schr.Angeb.unt^ 04336 a. d. 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Svrechstd. jeden Freitag,Gießen, AlieenstraßeÄv. 9-7 Uhr durchs. nt.257 Zweite; Blatt Siebener Anzeiger «Seneral-Anzeiger (flt Bderhesien»vsnnerrtag, 10 Sstodek (955 Großkundgebung der RGOAP in Gießen. Prinz August Wilhelm lyncht in der Volkshalle vor rund 6000 Menschen. Die Volkshalle zu Gießen war am gestrigen Mittwochabend wieder einmal die Stätte einer eindrucksvollen und denkwürdigen Kundgebung der NSDAP. Im Zeichen der HI.-Werbung hatte die Partei zu einer Großkundgebung aufgerufen, und diesem Rufe waren schätzungsweise rund 6000 Männer und Frauen gefolgt, so daß die Volkshalle bis zum letzten Plätzchen besetzt war. Reicher Flaggenschmuck gab der Halle ein festliches Bild. Bis zum Beginn der Kundgebung unterhielt der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers 'Herrmann die Riesenoersammlung mit schneidigen Märschen. Nach dem feierlichen Einbringen der Fahnen der Ortsgruppen und der Betriebszellen mit gleichzeitigem Einmarsch der-Politischen Leiter folgte der Einzug der HI. und des Jungvolks mit ihren Fahnen, sodann marschierten die Ehrenstürme der SA. ein, an ihrer Spitze SA. - Gruppenführer Prinz August Wilhelm von Preußen mit Standartenführer Lutter, gefolgt von dem Feldzeichen der Standarte und den Fahnen der Gießener SA Die Versammlung grüßte die Fahnen und die einmarschierenden Formationen in der üblichen Weise. Kreispwpagandaletter Schmelz licher Hinsicht, daß sie nicht, wie einst, unter Politik die Jagd nach Ministersesseln und hohen Gehältern verstehe, sondern nur eine saubere Führung des Volkes. Für einen jungen Menschen sei es bestimt nicht schlecht, wenn er sich schon in ju- gendlichen Jahren um die Führung seine Volkes bekümmere. Sich darum bekümmern sei nicht nur das Rech t, sondern auch die Pflicht dieser deutschen Jugend. Diese Jugend wolle nur Pflichten auf sich nehmen, denn dafür fei sie da. Sodann wies der Redner in großen Zügen auf die Kampfiahre der Bewegung hin. Mit scharfen Worten geißelte er dabei die damalige Verdorbenheit in weiten Kreisen der jungen Menschen, die in jenen Jahren keine stolze deutsche Iuaend darstellten, sondern als Produkt der Erziehung durch das überwundene System nur ein „lächerlicher Haufen von Ilmmybuben, Iazzlümmeln und Gehirnakrobaten war, die von einer Tanzdiele zur anderen zogen, nur verrückte Tänze tanzten und verrückte Lieder sangen." In jene Zeit des Verfalls habe der Führer seine Iungmannschaft hineingestellt, und für die HI. habe die Losung gegolten: Am Anfang war die Tat! Am Anfang war der Wille zur Leistung, zur Arbeit und zum Kampf! migkeit und gegen die Lügen und Verleumdungen, die von dieser Seite her immer wieder gegen die Hitler-Jugend gerichtet würden. Jenen Gegnern gab er zu bedenken, was wohl aus den Kirchen und der Religion in Deutschland geworden wäre, wenn, der Bolschewismus gesiegt hätte und Adolf Hitler nicht an die Macht gekommen wäre. Ob dann nicht aus den Kirchen Tanzsäle gemacht worden wären, oder ob man die Kirchen überhaupt noch hätte stehen lassen? Gegen Lügen und Verleumdungen, wie auch gegen Terror* gegen die 5)3. müsse der Kampf weitergeführt werden Die HI. fürchte diesen Kampf nicht, denn sie sei die Jugend, sie habe die Einsatzbereitschaft, die Treue, die Ehrlichkeit und die große Gemeinschaft, die alle zusammengeschmiedet habe in der nationalsozialistischen Bewegung. „Wir sind alle Kameraden, wir sehen vor uns die Fahne leuchten und sehen nur ein Ziel: Deutschland! Dafür wollen wir kämpfen. Deshalb rufen wir die Jugend in unsere Bewegung hinein und bitten die Eltern, ihre Kinder miterleben zu lassen die große Idee des Ratio- nalsozialismus. Deshalb marschieren wir für HZ. an die Front! An die junge Garde Adolf Hitlers! Wenn Ihr in diesen Tagen marschiert wie wir, trommelt wie wir, werbt wie wir, dann sollt Ihr wissen, daß die Alte Garde voll und ganz hinter Euch steht. Rur zu genau wissen wir, daß wir noch weit von dem gesteckten Ziel sind. Wir fehen aber auch Euer ehrliches Streben zu diesem Ziel! Und fo wollen wir immer Kameradschaft halten und die im Kampfe erworbene eherne Grundfahtreue der Alten Garde mit der vorwärts ft ürmenden Kraft der Jugend vereinigen. In alle Zukunft sollen nebeneinander marschieren: die Alte und die junge Garde Adolf Hitlers — für das nativ- nalfozialiftifche Deutschland! heil Hiller! Adalbert Gimbel, 217.b.R. Referent der Alten Garde. eine Fahne, einen Führer, ein Reich und einen Herrgott?" (Langanhaltender, stürmischer Beifall!) Anschließend sangen 250 Hitler-Jungen und etwa 150 Mädels vom BDM. begeisternd' für die Riesenversammlung das aufrüttelnde Lied der Jugend „Vorwärts, vor- wärts!". gegen spröde Haut Sä SÄ ÄffÄJS- Ä S“'8' Unb "°8 tqmm‘ a"* nun, viel Kunst ist nicht dabei. Man läßt sie Gras fressen — wenn's nicht anders ist, bis Weihnachten. Danach aber — das ist Beruf, das will gelernt sem! Denn was in vier Wochen nicht geschafft ist, fünfzig Pfund Hafer soll die Gans in dieser Zeit fressen — das bleibt unrentabler Kram. Die Großhändler drücken den Preis, und Krankheiten gibt es, Dlph- theritis. Wenn die Gans so macht — hier kickst der Sprecher, halsruckend, peinvoll — dann hat sie was weg. Warmes Wasser, andere Medizin gibt es nichts Na, und dann das Wetter — da soll man auch Glück haben: je kälter, desto besser. Erstens frißt dann die Gans gut; zweitens bleibt sie den ganzen Tag sitzen, weil sie sonst so kalte Beine kriegt. Sitzen schlägt nun mal überall besser an, ist's nicht so. ... Meine Teilnahme steigert den Erzähler. Plötzlich bloß aus den Federn ... Die Federn bringen den Mann ganz wieder ms Gleichgewicht. Sie fallen ihm sozusagen vom Himmel, da er alle Unkosten auf den Braten abschiebt ... Dhab — aber Arbeit gibt's — ich soll nicht glauben, daß er so, wie er da sitzt, alles alleine schafft. Die ganze Familie muß helfen, besonders beim Rupfen. Der Mann weist seinen breiten Schusterdaumen vor. Maschinen, die für alles da sind —: für den Ganserupfer hat noch keiner eine erfunden! Hier schwelg der Mann, fühlt sich eine Sekunde benachteiligt, kickst wie eine Diphteritisgans, lächelt zufrieden — die Ware, die er heute abnimmt, ist unter Garantie im Bilde bleibend, getrost, wie die Gans beschaffen ist, die man selber auf mehr oder weniger gediegener Hafermast hat ...? , „ . Die Bremsen ziehen an: kleine Haltestelle der Wilstermarsch, nasser Bahnplatz, zerfahrene Kohlköpfe, rote Bauernhöfe, um deren Giebel und grünes Strohdach Astwerk kahler Bäume strahlt. Hinter den Gittern eines Pferches kreischt es, flattert es SA-Gruppenführer Prinz Aimii Wilhelm von Preußen auch in den höheren Dienststellen der Bewegung, immer wieder hinausschicke in das Land, damit sit im Volke wirken und arbeiten können zum Segen von Volk und Vaterland. Hierauf setzte sich Prinz August Wilhelm mit seinen Kritikern auseinander von denen mancher ihm zum Vorwurf machte, daß er die aristokratische Lebensform verlassen habe und sich in kameradschaftlichster Weise im Volke bewege und betätige, ja sogar — wie er unter lebhafter Heiterkeit der Versammlung in Einzelheiten erzählte — schon auf Ochsenmärkten gesprochen hat. Jene Kritiker hätten im Hinblick darauf ihm gegenüber den Alten Fritz zitiert, er aber erklärte hierzu, sein Ahne werde sicherlich zu ihm gesagt haben: „Mein Sohn, das hast du richtig gemacht!" Er habe sich also immer mit ganzer Tatbereitschaft für die Bewegung Adolf Hitlers eingesetzt, und er habe in der Kampfzeit immer gehofft, "daß sich schon damals mehr Volksgenossen aus den gebildeten Kreisen anschließen würden. Leider sei das aber nicht der Fall gewesen. In diesem Zusammenhang streifte der Redner auch kurz die jüngsten Vorgänge unter den Studenten, und er betonte dabei, daß er sich auch in diesen Kreisen soweit sie ihm nahestanden, lange Zeit bemüht habe, das erforderliche Verständnis für die neue Zeit zu wecken. von der Versammlung mit stürmischem Beifall be- arüßt, wies zunächst darauf hin, daß nach der Fanfare der Jugend nunmehr die Stimme des reiferen Alters ertöne. An die älteren Zuhörer richtete er die Aufforderung, sich einmal selbst zu fragen ob sie in ihrem Leben in dem jungen Alter des Vorredners wohl auch in der Lage gewesen wären, über ihre Weltanschauung so zu sprechen, wie eben dieser junge Mensch zu dieser Versammlung gesprochen habe. Wer ehrlich sei, müsse diese Frage nur mit „Nein" beantworten. Sodann legte er dar, daß der junge Vorredner, den er weder der Person, noch dem Herkommen nach kenne, und er als Ael- terer der nach seinem Herkommen und auch nach seiner Person bekannt sei, trotz der Verschiedenheit ihrer Lebensjahre und trotz der Verschiedenheit ihres Herkommens einig unb geschloffen zusammenstehen in bem (Bebanten, unserem großen Führer unb feiner Bewegung zu bienen. Wenn die Zuhörer allein schon diese Erkenntnis mit nach Hause nehmen würden, dann wüßten sie, was aus Deutschland geworden sei, seit die von Adolf Hitler geschaffene Volksgemeinschaft bei uns marschiere, und daß es keine Widerstände gebe, die von den Jungen und von den Aelteren nicht nieder- gebrochen würden. Gegenüber manchen Auffassungen, daß die Aelteren so etwas wie „Kalkhaufen" seien betonte der Redner, daß man auch unter grauen Haaren junge Herzen finde, und daß sich Menschen mit solchen jungen Herzen durchaus für das Werk des Führers einsetzen. Er betonte weiterhin die Notwendigkeit, daß jeder immer weiter an sich arbeiten muß, um durch sein Leben den anderen als Beispiel voranzugehen, da der große Umbruch noch lange nicht alle Volksgenossen erfaßt habe, die aber durch das gute Beispiel zu gewinnen seien. Er erwähnte sodann, daß der Führer seine alten Kampfgenossen, eröffnete die Kundgebung mit einem besonderen . Grußwort an den Pg. Prinz August Wilhelm als den überzeugten Nationalsozialisten und ' treuen Kameraden aus der Kampfzeit. Er sagte dann u. a. weiter: Ich stelle fest, daß die heutige Kundgebung, ebenso wie die vorige Kundgebung mit dem (Bauleiter Sprenger als Redner, ein deutlicher Beweis dafür ist, daß in der Stabt unb im kreise Gießen bk übergroße Mehrheit ber deutschen Bevölkerung in unerschütterlicher Treue zur Bewegung unb zum Führer steht. (Stürmischer Beifall.) Das zu bekunden, soll auch der Zweck dieser Kundgebung sein. Deutschland ist national; sozialistisch und wird nativnalsvzia- listisch bleiben! (St'"'rmische ZultirnungJ Unsere heutige Kundgebung steht im Zeichen der Werbung für unsere HI, der Garantin dieser nationalsozialistischen Zukunft. Zunavoll-GebielsMmWagmr, der Führer des Jungvolks für das Gebiet Hessen- Nassau, wies als nächster Redner einleitend auf den Dienst der HI. unb des Jungvolks in der gegenwärtigen Werbezeit unter der Parole „HI. an die Front!" hin. Er betonte dabei, daß die Jugend des Führers immer alle Kraft einsetzen werde bei der Erfüllung ihres Dienstes, daß sie so lange marschieren unb werben werbe, bis ber letzte beutsche Junge unb bas letzte beutsche Möbel in ber 5)3. stehe. (Beifall.) Daß sie immer noch weiter marschieren werde und trommeln, bis der letzte deutsche Volksgenosse den Nationalsozialismus in sich erlebt habe, und daß sie auch dann immer weiter marschieren werde, um der Welt zu zeigen, daß wir alle das neue Deutschland (eben und erleben. (Lebhafter Beifall!) Die HI. roetbe immer so bleiben, wie der Führer es ihr gelehrt habe: niemals Menschen der Bequemlichkeit, sondern immer Kämpfer, Soldaten, Revolutionäre, die immer nur marschieren für das eine Ziel: für Deutschland! v p v. Weiter betonte der Redner, daß die Jugend von heute in ihrer Beschäftigung mit politischen Dingen eine hohe Verpflichtung erblicke, auch in charakter- niger tollkühn war ein Mann, der um viertausend Mark wettete, er werde einen Kraftwagen die steile teinerne Wendeltreppe herunterfahren, die den Pariser Nordbahnhof mit dem Ostbahnhof verbindet. Die Treppe hat dreihundert Stufen, und der Wagen sauste sie mit erstaunlicher Schnelligkeit herunter. Als er unten ankam, waren zwei Gummireifen ge- platzt, die Vorderräder waren an den Achsen verbogen und der Motor etwas beschädigt. Aber der waghalsige Wagenführer war nicht verletzt. Er erhielt seine viertausend Mark, mußte aber einen beträchtlichen Teil davon zur Bezahlung einer Geldstrafe erlegen, zu der ihn ein Pariser Gericht verurteilte. Diese Wette erinnert an eine tolle Fahrt, die vor einigen Jahren in Washington ausgetragen wurde; dort fuhr ein Mann namens William Shields auf einem Zweirad die Steintreppen von dem Capitol in Washington herunter. Die westliche Treppe besteht aus vierundsiebzig Stufen, die durch drei Absätze unterbrochen werden, von denen einer sieben Meter und die beiden anderen je drei Meter breit sind. Wenn Shields diesen Versuch bei Tage gemacht hätte, so würde ihn sicher die Polizei daran behindert haben. Er mußte also eine Zeit abwarten, wo nur wenige Personen an dieser belebten Stelle waren. So wählte er den frühen Morgen, sprang rasch auf sein Rad und sauste herunter; beim ersten Absatz verlor er die Pedale, aber nicht das Gleichgewicht; die Griffe der Lenkstange umklammernd, jagte er weiter, die Augen fest auf die Stufen ge- heftet. „Er kam herunter wie ein Wirbelwind", sagte einer der Photographen, die unten roarteten^„unb es war nur ein Augenblick, den das Rad brauchte, um die letzten Stufen in einem Sprung herabzu- qleiten. „Fahrer und Rad stürzten auf der Erde zusammen nieder, und alle Zuschauer glaubten, daß der Mann tot fei. Aber er hatte sich nicht einmal eine Beule geholt. Noch erstaunlicher war die Leistung" von Charles Kilpatrick, der bald darauf die noch steileren Stufen der Osttreppe vom Capitol her- unterfuhr; dabei hatte Kilpatrick nur ein Bein. Bekannt sind die verschiedenen Versuche, auf einem Drahtseil den Niagarafall zu überqueren; aber noch irrsinniger war die Wette eines gewissen Williams, der den Fall überqueren wollte, mit seinen Zähnen an einem schlappen Seil hängend. Er kam nur bis zur Hälfte und mußte dann von einem Boot gerettet werden, nachdem er mit den Zähnen eine halbe Stunde an dem Draht gehangen batte. Hochschulnachrichten. Professor D. Dr. Hans Emil Weber, Ordinarius für neutestamentliche und systematische Theologis an ber Universität Bonn, ist in gleicher Eigen» schäft in bie Evangelisch-theologische Fakultät bet Universität Münster versetzt worben. Zeugen für diese hohe Einstellung der Gesinnung seien die 21 Gefallenen der HI. .Als Träger des Namens des Führers sehe sich bie Hitlerjugend in einer hohen Verpflichtung, bie sie stets rein erhalten müsse. Weiterhin betonte ber Rebner, baß bie Ju- genb in ber HI. in einem Geiste erzogen werbe, bei dem nicht nach bem Herkommen, ber Konfession, ober dem Stand usw. gefragt werde, sondern bei dem nur die Kameradschaft, das feste Zu- s a m m e n st e h e n, bie gleiche Verpflichtung im Dienst unb bie v o l l e H i n g a b'e an bie Idee des Führers Geltung habe. Diesem Erziehungs- werk an ber Jugend gelte die Arbeit der Führung von früh bis spät. Im Hinblick auf diese hohen Ideale richtete der Redner den mahnenden Aufruf an die Eltern: Schickt uns euere Jungens unb Mädels, damit wir sie in der 5)3. fo formen können, wie der Führer sie braucht. Eine neue Zeit ist angebrochen und für diese neue Zeit müssen wir ganze Kerle formen und schmieden! Sodann machte er darauf aufmerksam, daß die Pflege der Tradition in den Reihen der HI. immer eine gute Stätte habe, die HI. ganz bewußt nach Potsdam gezogen sei und dort ihre Fahne vor dem großen Preußenkönig neigte. Die HI. bekenne sich immer zur Tradition, wenn diese gut für unser Volk sei. Und sie sei stets bereit, alles zu beseitigen, was unserem Volke Schaden bringe. Höchstes Ziel ihres Strebens sei die Schaffung einer einzigen großen Gemeinschaft im (Seifte des Führers. Bewußt werde in der Hitler-Jugend die Erziehung darauf eingerichtet, daß schon der Pimpf sich stolz fühlen könne als kleiner politischer Soldat seines Führers, als ein ganzer Kerl. Daran müßten auch die Väter und Mütter ihre Freude haben. Im weiteren Verlaufe feiner Rede wies ber Jungvolk-Gebietsführer mit Nachdruck alle Vorwürfe und Unterstellungen gegen die Hitler-Jugend : als angebliche Förderer von Gottlosigkeit ober Wo- tanskult als burchaus unbegrünbet zurück. In die- jem Zusammenhänge nahm er in scharfer Weise i Stellung gegen bie Devisenschiebereien unter Mih- i brauch des kirchlichen Gewanbes, ebenso wandte er , sich mit Nachbruck gegen Heuchelei unb falsche Fröm- Das Gänsemannchen. ($in Erlebnis von Helene Voig<-Diederichs Schatze — in dieser Jahreszeit — du wirst nicht viel von deiner Reise nach Norden haben!" grüßt eine sanfte Stimme am Hamburger Hauptbahnhof zu mir ins Abteil. ... Hochziehen bes Fensters: schon rollt der Zug über die Lombardsbrücke. Kupfergrune Turme, perlmutternes Alsterbecken, flinke kleine Dampfer, dreieckiges Segelweiß — Häuser schwimmen drumherum, blu- ^Mtt^gegenüber ist ein einziger Mitfahrer. Schnaufend legt der Mann in der ländlichen Joppe den Hut weg, trocknet seine Stirn, blinzelt freundlich erschöpft. Offenbar treibt es ihn, etwas zu sagen, zugleich färbt sich sein Gesicht von der Anstrengung des Schweigens — unversehens schwappt die Rede ^Reise" na^) Norden — hat foeben bie T^me am Bahnsteig gemeint? Haha — was das betrifft ... nun, man ist froh, baß man den Zug noch erwischt hat. War nämlich Nebel auf ber Elbe, da hat das Schiff von ber Harburger Seite .De^^patung gehabt .. Der Sprecher unterbricht sich, sinnt, schüttelt ben Kopf, wehrt mit beiben Hauben: „Was glauben Sie wohl, wenn kein Auto dagewesen “Sann hätten Sie den Zug nicht gekriegt?" sarsch- Nach einer schmunzelnden Pause beginnt er seine Familie vorzustellen: die alte Mutter, ein erwachse- ner Bruder, eine verheiratete Schwester, ber Schwager faßt auch mit zu. Fremde Leute — wer will bas befahlen' Außerbem, wer nicht mit ber (Bans grofe geworden ist - mit dessen Hilse wird s nn Leben nichts. Seine eigene Frau, die .st waschecht - ha w fiaufe mit sieben Jahren schon dran gemußt. Ist all bie Jahre sein bester Kompagnan gewesen ... fiier weist ber Rebselige auf eine blonbe Kette, hie fidi über sein Westenbäuchlein spannt: von ihren chaa -N - ie hat sie ihm ins Feld geschieh zum Küstenschutz aus Sylt ... Kein Bubikops, ehrlich aus- aekämmt - was meint die Dame wohl, wie langst- dasür gesammelt hat? Keine falsche Antwort vorausqemeßend, dreht er sein Kleinod und kickst dazwischen, froh, daß er sich s leisten kann, heute, da alle Vögel gesund sind ... Die Zeit im Zuge ist ihm gut vergangen lobt er Schade gleich muß er aussteigen ... Wahrend er' die I°PP- zuknöpft, entschließt er sich zur wich- iaen Frage. ,,Sie fahren noch weiter? So Uber den Kanal? Nach Meldorf — Verwandte besuchen? '^Man^hätte sich glatt aushängen können -! Strickartig reißt der Mann mit dem Handstock an seiner Kchle entlang: „Prost Gänsebraten — für diesmal hat es also noch geklappt . . Er läßt den Deckel seiner Taschenuhr siochsprmgen. Da bockt er, ein untersetzter Fünfziger, bäuerlich gekleidet, mit gut genährtem Gesicht; die chen sind ein wenig angeblaut. Seine Hande sind breit unb weich, griffgewohnt, boch ^ui bertes Werkzeug geht zwischen ihnen aus und ein. Vor allem sinb seine Augen da, rund, ein wenig vor- tretend pflegsam unb händlerisch zugleich, geübt tn der P licht ständiger Nachsicht - ganz ohne N p gung ich in bie diesige Himmelstiefe der Elbrnarsch zu heben, die draußen vorbeistreicht. „Was, meinen J5ie, hätten die Gänse ohne mich aU^bneeneineIe2lntmort zu beanspruchen legt der m>nnnß(ns Die Gänse — sie warten doch auj ihn, Mann los Die i diesmal! Der Güter- em Schub von funsyu übep unb neben, Snnnber bafi bie Ware sich nicht gegenkitig tot- E.“ Große Verlust- «anns geben - a^r au« hon Tieren will man das nicht antun ... 3ebes Haus hier in der Marsch zieht seme Ganse hoch - von hunbertflüqeligem Weiß. Das Gänsemännchen beutet Hinaus, verabschiebet sich; ohne eine letzte (Bube seinerseits geht es nicht ab: „Da kann nun einer sagen, was er will, — Keulen sinb besser als Brust!" So spricht er, ganz Berufsmann, der meiner sichtlichen Unterlegenheit mitmenschlich auf bie Beine zu helfen trachtet Er stapft bavon; jenseits ber Schienen entschwindet sein breiter Rücken. Ich stehe am Fenster, unb blicke ihm nach, bankbar, winke nachdenklich, wahrend der Zug zu rollen anfängt. Verrückte Wetten. Wetten daß ..." Mit dieser Redewendung wird von manchen Menschen jeder Zweifel an ihren Aussagen zurückgewiesen. Was dabei durch Abschluß einer Wette unter Beweis gestellt werden soll das läßt sich gar nicht alles aufzählen. Zuweilen lohnt es sich im Scherz daraus einzugehen wenn es sich nur um eine Gedächtnisprüfung handelt. Aber wer sich durch Wetten zu waghalsigen Unternehmungen anspornen lassen will, der muß schon einen „Sp een haben wie der Engländer sagt. Oft setzen Wettende dabei leichtsinnig ihr Leben aufs Spiel. So vermaß fick ein englischer Akrobat namens Rogar, daß er von einem fahrenden Zug in die Seme herab pnn- gen würde, unb er gewann ferne Wette. Nicht we> „Das nicht gerabe ..." Diese meine Antwort wirb begreiflicherweise nicht für voll genommen. Wenn man nicht schon selber Gänse mästet unb will auch keine Verwandten besuchen — nun, was ist denn sonst mit einem los? ' Der Mann sagt es nicht, aber er denkt es und ich sitze ganz benaut und grübele: wie dumm — man läßt sich doch nicht beschenken mit rundem Lebensinhalt zwei Stunden lang, ohne einen Pfifferling zurückzugeben? Aber wie kann ich dem handfesten Frager' damit kommen, daß ich — lesen werde vorlesen vor fremden Leuten, die dasitzen ohne Zigarre und Bier!? , , .. . ., Angesichts solch unstofflichen Vorhabens wurde ich nachträglich sein ganzes Zutrauen verlieren vom verpaßten Schiff bis zur Haarkette der Eheliebsten. Gr sei dann aus diesen Kreisen herausgegangen, weil sie nicht einsehen wollten, daß eine DÖUig neue Zeit gekommen sei. Mit einigen Sätzen streifte er ferner' den Kampf innerhalb der evangelischen Kirche, wobei er scharf gegen die Unfnedenstister Stellung nahm. Ebenso wie der Vorredner erinnerte auch er daran, daß nur durch den Führer der Bolschewismus in Deutschland verhütet und damit auch von den Kirchen ferngehalten worden sei. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß nunmehr diese ganze Angelegenheit recht bald beigelegt werde und auch hier, neben dem bisherigen großen Aufbau unter Adolf Hitler, der Aufbau durchgeführt werden könne. Er forderte weiterhin, daß die Kritiker sich doch einmal ernstlich vor Augen halten sollten, was es bedeutet, daß der Führer wieder ein freies Deutschland geschaffen und unserem Volke eine neue Armee als wirksamen Schuh der nationalen Arbeit gegeben hat. Er erinnerte dabei an den großen Gehalt des Wortes „Ich dien das beherrschend sein müsse für unser ganzes Leben, für unsere Pflichterfüllung, aanz gleich in welcher Stellung. Unter diesem Wort habe unser Volk ein Gemeinsames, das alle verbinde: das sei das Blut unserer Gefallenen, die uns immer wieder zusammenführen müßten. Hierauf lenkte der Redner die Aufmerksamkeit auf das große Einigungswerk, durch das Adolf Hitler unserem Volke die Einheit gegeben habe. Er richtete weiter die Gedanken auf die übrigen großen Taten des Aufbaues, der unter Adolf Hitlers Führung aus vielen Gebieten unseres Lebens schon durchgeführt sei, und er forderte dabei, sich stets der Größe dieses Aufbaues bewußt zu sein und kleine Unbequemlichkeiten des Alltags nicht vor diese großen Taten zu stellen. Dabei kam er auch auf die Aufgaben des Winterhilfswerkes zu sprechen. Er erzählte in diesem Zusammenhang aus seiner Sammlertätigkeit in Berlin für das Winterhilfswerk einige inter- effante Erlebnisse, aus denen die Zuhörer entnehmen konnten, wie wichtig diese Sammelarbeit für das Gelingen des großen Werkes ist, wie sehr dabei der Gedanke uno das ehrliche Fühlen der Volksgemeinschaft eine wichtige Rolle spielt und welche starke Verpflichtung allen deutschen Volksgenossen im Rahmen dieses Werkes zum Besten der deutschen Volksgemeinschaft erwächst. Der Geist des Nationalsozialismus, der Deutschland gerettet hat, müsse auch bei dem Winter- hilsswerk der oberste Leitgedanke sein und die innige Volksverbundenheit durch die Tat offen- . baren. Schließlich streifte Prinz August Wilhelm noch kurz das jüngste Gesetz über die Reichsflagge, und er wies habet die unberechtigten und völlig unbegründeten Kritiken zurück. Er erinnerte dar- an, daß im Jahre 1918 die Roten die Fahne Schwarz-Weiß-Rot h e r u n t e r g e h o l t haben, diese Fahne aber nicht von ihren Anhängern eingerollt worden sei. Erst der Nationalsozialismus habe sie wieder entrollt, und der Führer habe ihr als der Fahne einer großen deutschen Vergangenheit jetzt den gebührenden Ehrenplatz in der Ehrenhalle zugewiesen, die Farben Schwarz-Weiß- Rot aber in der Hakenkreuzflagge erhalten. Mit Nachdruck betonte er, wenn diese Fahne nicht sei, dann gebe es auch fein Deutschland mehr, dann sei es Deutschlands Untergang. Er forderte auf, allezeit immer nur das Verbindende und das Einigende in unserem Volke und in dem wirken der Führung zu sehen. Wenn er dabei bleibe, dann sollten auch dle- fenigen, die sich früher als Stützen von Thron und Altar gefühlt hatten, ebenfalls dabei bleiben und mithelfen am neuen deutschen Aufbau. Der Redner schloß seine Ansprache mit den Worten des Führers am vorigen Sonntag auf dem Bückeberg, die er als große und ernste Mahnung an alle bezeichnete: „Unsere Pflicht wollen wir weiter erfüllen, geraden Weges gehen, ohne umzusehen, so wie bisher. Wir wollen durchschreiten durch die Nöte dieser Zeit, stark und gewappnet und nie schwach werden. Wir wollen das Rechte tun und niemanden scheuen und wollen dann zum Allmächtigen die Bitte erheben, er möge uns auch im kommenden Jahre wieder die Arbeit segnen, er möge unseren Feldern wieder reiche Frucht geben und uns allen große Erfolge. Er möge aber unserem Volke besonders die richtige Einsicht bewahren, möge ihm den inneren Frieden sichern und möge uns alle gemeinsam erfüllen mit der Weisheit und der Klugheit, das Rechte zu tun, auf daß unser Volk lebe und Deutschland nie vergeht." (Stürmischer, sich immer wieder erneuernder Bei- fall!) Kreispropagandaletter Schmelz sprach hierauf das Schlußwort. Er sagte: Ich möchte noch ein Wort richten an diejenigen, die nicht hier sind, die immer noch dem nationalsozialistischen Deutschland ablehnend gegenüberstehen, und an diejenigen, die Feinde dieses neuen Deutschland sind. Sie mögen ein für alle Wal die vage Hoffnung begraben, daß früher oder später diese nationalsozialistische Bewegung versagen würde, daß früher oder später eine politische Inflation oder Deflation der nationalsozialistischen Bewegung kommen wird. Sie wird nicht kommen, weil wir Nationalsozialisten ein überaus gutes Gewissen haben, weil wir Nationalsozialisten wissen, wofür wir da sind: Dir sind im Auftrage des Führers da, um dem deutschen Volke seine Volksgemeinschaft und feine Einigkeit zu erhalten. Sie alle mögen und können versichert sein, daß wir diesen Kampf um Deutschlands Einigkeit immer siegreich bestehen werden. Darin haben wir unseren Dank, den Dank in dem stolzen Bewußtsein, daß wir die Vorkämpfer sind für ein ewiges Reich der Deutschen. Der Garant dieses ewigen Deutschland ist für uns der Führer. Wir grüßen unseren Führer und das deutsche Volk mit dreimaligem Sieg-Heil. Voll Begeisterung stimmte die große Versammlung in die Dreimaligen Rufe ein. Dann wurden die ersten Verse des Horst-Wessel- und des Deutschlandliedes gesungen. Mit dem feierlichen Ausmarsch der Fahnen, der SA. unter Vorantritt des Gruppenführers Prinz August Wilhelm, dem herzlich zugejubelt wurde, und der Politischen Leiter fand die Kundgebung ihren Abschluß. Aus der Provinzialhauptstadt. Die Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien. Nach der Nürnberger Verordnung des Herrn Reichsminifters der Finanzen vom 15. September 1935 können kinderreiche Familien auf Antrag einmalige Kinderbeihilfen erhalten. Nach den jetzt ergangenen Durchführungsbestimmungen können unter folgenden Voraussetzungen Kinderbeihilfen gewährt werden: 1. Die Familie muß vier oder mehr zum elterlichen Haushalt gehörige Kinder, die das sechzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, umfassen. 2. Die Eltern müssen Reichsbürger im Sinne des Reichsbürgergesetzes vom 15. September 1935 (Reichsgesetzblatt I S. 1146) sein. 3. Das Vorleben und der Leumund der Eltern müssen einwandfrei sein. 4. Die Eltern und die Kinder müssen frei von vererblichen geistigen, ober körperlichen Gebrechen sein. 5. Der zum Unterhalt der Kinder Verpflichtete darf nach feinen gegenwärtigen Einkommensund Vermögensverhältnissen nicht in der Lage sein, die Gegenstände, die zu angemessener Einrichtung des Haushalts erforderlich sind, aus eigenen Mitteln zu beschaffen. Den Eltern und Kindern stehen Stiefeltern und Stiefkinder gleich. Werden Kinderbeihilfen an einen Volksgenossen! Kommt alle am 13. Oktober nach Limburg! 20 000 Jungen und Mädel legen das Bekenntnis der jungen Nation vor dem Reichsjugendführer ab! Stiefelternteil gewährt, so muß die Vorbedingung für die oben in Ziffer 2 bezeichnete Voraussetzung auch bei den Eltern vorliegen oder Vorgelegen haben. Die in Ziffer 4 bezeichnete Voraussetzung braucht bei Stiefeltern nicht vorzuliegen. Für jedes unter Ziffer 1 fallende Kind kann eine Kinderbeihilfe im Betrage bis zu einhundert Reichsmark gewährt werden. Der Höchfthetrag der Kinderbeihilfen, die einer Familie gewährt werden können, ist eintausend Reichsmark. Für jedes nach der Gewährung der Kinderbeihilfen lebend geborene Kind kann, solange der Höchstbetratz von eintausend Reichsmark nicht erreicht ist, jeweils eine weitere Kinderbeihilfe im Betrage bis zu einhundert Reichsmark gewährt werden. Zur Stellung des Antrags auf Gewährung der Kinderbeihilfen ist der gesetzliche Vertreter der Kinder, oder derjenige Elternteil, der für den Unterhalt der Kinder tatsächlich sorgt, berechtigt. Der Antrag auf Gewährung her Kinderbeihilfen ist bei derjenigen Gemeinde zu stellen, in deren Bezirk der Antragsteller zur Zeit der Antragstellung seinen Wohnsitz ober gewöhnlichen Aufenthalt hat. Die innerhalb der Gemeinde zuständige Dienststelle ist durch die Gemeindebehörde zu bestimmen und bekanntzumachen. Der Antrag ist auf einem Vordruck zu stellen, der durch die Gemeinde unentgeltlich abgegeben wird. Dem Antrag sind die Geburtsurkunden der Kinder und die Heiratsurkunden ihrer Eltern und ihrer Großeltern beizufügen. Die Tatsache, daß die in Ziffer 4 bezeichnete Voraussetzung vorliegt, ist durch ein Zeugnis des zuständigen Gesundheitsamts nachzuweisen. Die Gemeinde hat jeden bet ihr eingegangenen Antrag daraus zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Gewährung der Kinderbeihilfen gegeben sind. Ergibt die Prüfung, daß nicht alle in den Ziffern i bis 4 bezeichneten Voraussetzungen gegeben sind, so hat die Gemeinde den Antrag abzulehnen unb die Ablehnung dem Antragsteller ohne Angabe des Grundes der Ablehnung bekanntzugeben. Ergibt die Prüfung, daß die in den Ziffern 1 bis 4 bezeichneten Voraussetzungen gegeben sind, so gibt die Gemeinde den Antrag mit einer gut» achtlichen Aeußerung darüber, ob auch die in Ziffer 5 bezeichnete Voraussetzung gegeben ist und mit einem Vorschlag über die Höhe der zu gewährenden Kinderbeihilfen an das für den Wohnsitz ober Aufenthaltsort des Antragstellers zuständige Finanzamt weiter. Das Finanzamt entscheidet über die ihm durch die Gemeinde vorgelegten Anträge. Es teilt seine Entscheidung dem Antragsteller durch Bescheid mit. Die Hingabe der Kinderbeihilfen erfolgt durch die Kasse desjenigen Finanzamts, das den Bescheib über die Gewährung der Kinderbeihilfen erteilt hat. Der Antragsteller kann bei dieser Kasse gegen Vorlegung des ihm durch das Finanzamt erteilten Bescheids und gegen Empfangsbescheinigung die Kinderbeihilfen in Empfang nehmen. Die Kinderbeihilfen werden in Bedarfsdeckungsscheinen hin- gegeben. Die Bedarfsdeckungsscheine der Kinderbeihilfen werden in Beträgen von zehn und fünfzig Reichsmark ausgegeben. Sie find nur dann gültig, wenn sie mit dem Dienststempelabdruck des ausgehenden Finanzamts versehen sind. Die Bedarfsdeckungsscheine der Kinderbeihilfen sind nicht übertragbar und weder bei dem Beihilfeempfänger, noch bei der Verkaufsstelle pfändbar. Die Bedarfsdeckungsscheine der Kinderbeihilfen berechtigen zum Erwerb von Möbeln, Hausgerät und Wäsche in Verkaufsstellen, die zur Entgegennahme von Bedarfsdeckungsscheinen bereit und zu- gelassen sind. Bevor sie einer Verkaufsstelle in Zahlung gegeben werden, sind sie an der auf der Rück- feite dafür vorgesehenen Stelle vom Beihilfeempfänger mit Namenszeichnung und der Angabe seines Wohnorts und seiner Wohnung mit Tinte ober Tintenstift zu versehen. Bedarfsdeckungsscheine, auf benen Name, Wohnort unb Wohnung des Beihilfeempfängers nicht eingetragen finb, bürfen von ben Verkaufsstellen nicht angenommen werden. Solche Bedarfsdeckungsscheine werden durch die Finanzämter (Finanzkassen) nicht eingelöst. Für verlorengegangene Bedarfsdeckungsscheine wird Ersatz nicht gewährt. Bescheinigungen und Urkunden, die von Behörden und Dienststellen zum Zwecke der Erlangung von Kinderbeihilfen ausgestellt werden, sind kostenfrei und gebührenfrei zu erteilen. Die Untersuchung durch das Gesundheitsamt ist kostenfrei. Sornofiien lagesfatenber für Donnerstag. NSG. „Kraft durch Freude": 14 bis 18 Uhr Allgemeine Körperschule unb 17.30 bis 18.45 Uhr Reichssportabzeichen auf dem Universitätssportplatz: 20 bis 21 Uhr unb 21 bis 22 Uhr Fröhliche Gymnastik unb Spiele im Lyzeum, Dammstraße; 21 bis 22 Uhr Reiten, Reitschule Schombs. Brandplatz. — Lichtspiel, Bahnhofstraße: „Ein ganzer Kerl". Keine Auflösung der Universität Gießen Von der Pressestelle der Universität Gießen wirb uns berichtet: Amtlich wirb mitgeteilt: Die mnlaufenben G e - rüchte über eine bevorstehende Auflösung der Universität Gießen sind vollkommen unrichtig. Der Vorlesungsbelrieb wirb im kom- menben Wintersemester in vollem Umfange aufrechterhalten. Keine Schließung der Juristischen Fakultät. Die Pressestelle ber Stubentenschaft ber Universität Gießen teilt mit. Laut Schreiben vom 4. Oktober 1935 bes Reichs- unb Preußischen Ministers für Wissenschaft. Erziehung unb Volksbildung wird von einer Schließung ber juristischen Fakultät bet Universität Gießen zur Zeit abgesehen. Verwaiiungsstreitverfahren vor dem Kreisausschuß. Der Kreisausfchuß des Kreises Gießen beschäftigte sich gestern vormittag unter dem Vorsitz von Ooerregierungsrat Dr. Schönhals in zweiter Sitzung mit der Klage der Gemeinde Hungen gegen die Gemeinde Langsdorf wegen Ansprüche an die aus der Hilfsoebürftigkeit der Wwe. Margarethe Bausch, geborene Hahn, zur Zeit in Hungen, entstandenen Kosten. Frau Bausch hatte ihren Besitz unb 'Einsitz in Langsdorf aufgegeben und war mit ihrem Sohne, angeblich vorübergehend, nach Mecklenburg gegangen, um dem Sohn, der dort siedeln wollte, bet der Einrichtung zu helfen. Die Absicht bes Sohnes schlug fehl, und die Frau kehrte nach Oberhessen zurück, um nach vergeblichen Versuchen zur Erlangung einer Wohnung in Langsdorf bei ihrer Tochter in Hungen vorübergehend Unterkunft zu ftnden. Die Gemeinde Hungen erhob nun gegen die Entscheidung bes Kreisfürsorgeausschusses vom 29. April 1935, durch die ihr die Kosten für ben Unterhalt der Frau auferlegt worden waren, Einspruch, weil sie der Ansicht ist, daß Frau Bausch ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Langsdorf nicht verloren habe. Nach längerer Beratung kam der Kreisaussckuß zu iol- genoer Entscheidung: Er hob die Entscheidung des Kreisfürsorgeausschusses vom 29. April 1935 auf und wies die Klage der Gemeinde Hungen gegen die Gemeinde Langsdorf zur Uebernahme der Fürsorgekosten als unbegründet zurück. Die Kosten für die Verhandlungen wurden der Gemeinde Hungen auferlegt. „Gloria-Palast'" das neue Großkino im Settersweg. Wie erinnerlich, wurde im August von der Leitung des Gießener Lichtspielhauses ein Preisausschreiben zur Erlangung von Vorschlägen für den Namen des im Seltersweg im Bau befindlichen neuen Großtinos erlassen. Auf diese Ausschreibung sind mehr als 10 0 0 Einsendungen eingegangen. Unter der Fülle der Einsendungen fand sich naturgemäß eine ganze Reihe von völlig unbrauchbaren Vorschlägen. Von den brauchbaren Vorschlägen siel die höchste Stim- Zur Durchführung des großen Kulturbauprojettes der Regulierung des Gleenbaches von der Gegend von Ober-Gleen (Kreis Alsfeld) über Kirtorf bis zur hessischen Landesgrenze bei N i e d e r t l e i n ist in der Gemeinde Lehr- dach bei Kirtorf ein Barackenlager für biß Notstandsarbeiter geschaffen worden, die bei diesen Arbeiten beschäftigt find. Es handelt sich dabei um etwa 450 Volksgenossen aus Offenbach, Peu-Jsendurg, Worms usw., die feit Jahren arbeitslos waren und nun wieder den Segen der Arbeit empfangen sollen. Die Arbeiter sind in dem Barackenlager in Lehrbach in vier Baracken mit je vier Stuben untergebracht, wobei jede Stube mit 22 Mann belegt ist. Ein Nebenzug des Lagers in Stärke von 80 Mann ist in einer Baracke in Appenrod einquartiert, weitere 35 Mann haben in Privatquartieren in Wahlen Unterkunft gefunden. Nachdem das Barackenlager in Lehrbach mittlerweile in allen Teilen fertiggestellt ist, lag dem Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger viel daran, alsbald den Arbeitskameraden in ihrem Lager einen Besuch abzustatten und damit die E i n- weihung des Lager s zu verbinden. Am gestrigen Mittwoch gegen 10 Uhr kam der Reichsstatthalter, Gauleiter Sprenger, in dem Lager an. Zu seinem Empfang und zur Lagereinweihung hatten sich u. a. eingefunden: Landeskulturrat Reich, Landesbauernführer Dr. Wag- ner, der Kreisleiter des Kreises Alsfeld, Kirchner, Alsfeld, der stellv. Kreisdirektor des Kreises Alsfeld, Regierungsrat Dr. Lotz, Alsfeld, Kreisleiter und Provinzialdirektor Klo st ermann, Gießen, Kreisleiter und Kreisdirektor Z ü r tz , Lauterbach, Oberregierungsrat Schenk vom Landesarbeitsamt Frankfurt a. M., Oberregierungsrat Dr. L i ft vom Arbeitsamt Gießen, Baurat Lorenz vom Kulturbauamt Oberhessen in Gießen, Baurat Krause von der Nebenstelle Alsfeld des Kulturbauamtes Oberhessen, Kreisleiter und Oberbürgermeister Dr. Schranz, Offenbach, Oberbürgermeister Bartholomäus, Worms, weitere Vertreter von zahlreichen Behörden und die Arbeitskameraden des Lagers. Nach einigen Begrüßungsworten des Kreisleiters Kirchner betonte Landesbauernführer Dr. W a g- n e r in einer kurzen Ansprache, daß die Regulierungsarbeiten am Gleenbach auf der gleichen Linie wie die Meliorationsarbeiten im Ried liegen, die damit im Vogelsberg ihre Fortsetzung fänden. Weiterhin hob er hervor, daß durch diese Kulturbauarbeit erfreulicherweise wieder zahlreiche Volksge- nassen nach dem langen Elend der Arbeitslosigkeit zu Arbeit und Brot kämen und daß sie dessen froh seien, wenn auch diese Arbeit vielfach hart und beschwerlich erscheine. Sodann richtete der Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger eine eindrucksvolle Ansprache an die Arbeitskameraden und an die Vertreter der Behörden. Er gab einleitend feiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß in der kurzen Zeit von etwa menzahl auf den Namen „Glori a". Es wurde also das neue Lichtspielhaus in der gestrigen Abendvorstellung auf den Namen „G l o r i a -> P a laft" getauft und das Ergebnis auf der Bühne des Lichtspielhauses mitgeteilt, wo auch die Verlosung der Preisträger vorgenommen wurde. Den ersten Preis, ein Jahresabonnement für einen Logenplatz im neuen Hause, erhielt Frau Koch, Wettergasse 5, den zweiten Preis, zehn I.-Platz-Karten, erhielt Frau Grete Erb, Aulweg 50, den dritten Preis, zehn 2.-Platz-Karten, erhielt Dr. Nickel, Horst- Wessel-Wall 21; außerdem fielen zwei Trostpreise an die Herren Völker und Dr. Huch. Der Geschäftsführer des Lichtspielhauses, Herr ®eper, stattete seinen Dank für den bisherigen Besuch und für die rege Beteiligung an dem Preisausschreiben ab; er gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich die beiden Lichtspielbühnen in Zukunft eines guten Besuches erfreuen möchten. Die Direktton werde bemüht sein, ihren Besuchern stets nur das Beste zu bieten. Das neue Haus im Seltersweg soll m Der ersten Hälfte des Monats November seiner Bestimmung übergeben werden. Deutsche Arbeitsfront. Ortsgruppe Giehen-Ost. Am kommenden Freitag, 11. Oktober, findet ein Appell sämtlicher DAF.-Walter der O. Gr. der DAF.-Front Gießen-Ost statt. Dis Zusammenkunft ist abends pünktlich um 8% Uhr int Schühenhaus. Es werden u. a. die Richtlinien für das Winterhalbjahr 1935 bekanntgegeben. Erscheinen der Zellen-, Block-, Betriebszellen- und Blockwalter ist ein! selbstverständliche Pflicht. Gportamt „Kraft durch Freude'". Achtung! Letzte Abnahmeprüfung für das Relchsfportabzelchen! Die letzte Abnahme für die leichtathletischen Gruppen des Reichssportabzeichens findet am kommenden Samstag, 12. Oktober, pünktlich ab 16 Uhr auf dem Universitätssportplatz statt. Teilnahmeberechtigt sind nur die Inhaber der K. d. F.-Jahressportkarte. Leistungsbuch mit eingeklebtem Lichtbild ist mitzubringen. Das Schwimmen für das Reichssportabzeichen wird am kommenden Dienstag, 15. Oktober, pünktlich um 21 Uhr im Volksbad abgenommen. heute folgende Sportkurfe: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer: Von 16 bis 18 Uhr, Universitätssportplatz. , £ „ _ Reichssportabzeichen, für Frauen und Männer: Don 17.30 bis 18.45 Uhr, Universitätssportplatz. Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen: Von 20 bis 21 Uhr und von 21 bis 22 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. Reiten: Don 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schombs. Die Surfe „Fröhliche Gymnastik" und „Allgemeine Körperschule sind in dieser Woche für neu hinzukommende Teilnehmer kostenlos! Leibesübungen geben Kraft und Freude! Aus der Gießener Gängerbewegung. Am vorigen Samstag feierte — wie uns gestern berichtet wurde — der Grohfche Männerchor G i e ß e n in feinem Vereinslokal „Frankfurter Hof" die 89. Wiederkehr feines Gründungstages. Bei dieser Gelegenheit konnten insgesamt 31 Sänger und Ehrenmitglieder für 25- bis 50jährige aktive Mitgliedschaft ausgezeichnet werden. acht Wochen dieses Barackenlager geschaffen worden sei, das über 400 Arbeitern dieses Kulturbauwerks Unterkunft biete. Weiter betonte er, daß der Nationalsozialismus nicht etwa erst nach der Machtübernahme, sondern schon lange vorher auch diese Probleme der Arbeitsbeschaffung im Gau Hessen- Nassau durchgearbeitet und vorbereitet habe, wobei sich namentlich Landeskulturrat Reich in vorbild- licyer Weise betätigte. Sodann beleuchtete der Gauleiter vom nationalsozialistischen Standpunkt aus den hohen ethischen Wert der Arbeit überhaupt, und in diesem Zusammenhang betonte er, daß es für die Volksgenossen aus Worms und Offenbach ufn). von besonderer Wichtigkeit sei, bei der Durchführung dieses Kulturbauwerkes vor allem wieder zu einer Arbeitsstätte zu gelangen, während es in ihrem früheren Wirkungsgebiet in der Heimatstadt bisher noch nicht möglich gewesen sei, ausreichende Arbeitsplätze auf der Ebene ihrer früheren Beschäftigung zu erschließen. Von diesem Gesichtspunkt der Arbeitsbeschaffung an sich müsse man auch diese Meliorationsarbeiten mit Befriedigung betrachten. Weiterhin verwies der Gauleiter auf die rastlosen und großzügigen Bemühungen der Reichsregierung, immer wieder neue Arbeitsgelegenheiten zu schaffen, damtt auf diese Weise für möglichst viele Volksgenossen Arbeitsplätze und Brot erschlossen werden können. Die Ansprache des Gauleiters fand ihren Abschluß mit dreimaligen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer und das deutsche Volk, die von den Volksgenossen freudig ausgenommen wurden und denen der gemeinsame Gesang 'des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes folgte. Hierauf besichtigte der Gauleiter das Barackenlager eingehend, wobei er sich in sämtliche Stuben begab, auch dort von den Arbeitskameraden freudig begrüßt wurde und seinerseits diesen frohen Willkommengruß in herzlicher Weise erwiderte. Aus diesem Rundgang sprach sich der Gauleiter über die Einrichtung des Lagers in lodender Weise aus. Dann folgte das gemeinsame Mittagessen aus der Lagerküche, die mit einer guten - Erbsensuppe erfreute. Nach dem Mittagessen wurde gemeinsam die Uebertragung der Reden des Reichsministers Dr. Goebbels und des Führers von der Eröffnung des Winterhilfswerkes angehört. Sodann verließ der Gauleiter mit seinen Begleitern nach herzlicher Verabschiedung das Lager. Erwähnt sei noch, daß die Hitlerjugend und das Jungvolk durch Fanfarenblasen und Trommelfchlagen die Ansprachen umrahmten und damit die Einweihungsfeier bereicherten. Ferner war eine Arbeitsdienstabteilung unter dem Kommando des Gruppenführers Zimpel mit ihrer Kapelle aufmarschiert. Bei einem kameradschaftlichen Beisammensein, das nach der Abfahrt des (Bauleiters die Bewohner des Lagers mit Gästen aus der näheren Umgegend vereinigte, er- fteute die Arbeitsdienstkapelle noch durch ihre gute ■■ * Der Reichsstatthalier im Tloistandsarbeiierlager in Lehrbach. Heist dem WHW! Zeit lich ein, ihm Sie wollten doch etwas für Ihre Gesundheit tun? .. auf Kaffee Hag umstellen! Großer Fischzug im Albacher Teich. Gleichzeitig eine naturkundliche Exkursion des 7ISLB., Kreis Gießen. Kleidersammlung für dasWin1erhilsswerki935/36 Wie im Vorjahre, wird auch in diesem Herbst, und zwar an noch näher zu bestimmenden Tagen der kommenden Wochen, für die Stadt Gießen mit Hilfe der Gießener Wehrmacht eine Kleider- f a m m l u n g durchgeführt. Die Kreisführung des WHW. appelliert wiederum an alle Gießener 23e- völkerungskreife unserer Stadt, daß sie unser großzügiges Hilfswerk auch auf diesem Gebiete wiederum tatkräftig unterstützen. Dabei fei noch einmal darauf aufmerksam gemacht, daß eine Stiftung von Kleidungsstücken, die vollständig zerrissen, oder von Motten zerfressen sind, unerwünscht ist, denn bei aller opfervollen Flickarbeit der KS.-Frauenschafk läßt sich aus solchen Sachen nichts brauchbares mehr Herstellen. Abgesehen davon zeugt es von mangelndem sozialen Gefühl, wenn man glaubt, einer an und für sich selbstverständlichen Pflicht dadurch genügen zu können, daß man glaubt, Gegenstände, die zum Lumpensammler gehören, dem WHW. zuführen zu können. In engster Verbindung mit diesem Fischzug veranstaltete der N S L B. Kreis Gießen für seins naturkundliche Fachschaft eine Exkursion. Das WHW. kann alles gebrauchen, Wäsche, wollenes Unterzeug, getragene Anzüge, Kleider, Mäntel ufw. Jede deutsche Hausfrau schaue daher schon in diesen Tagen in ihren Beständen nach, was sie, wenn in der nächsten Woche die Sammler kommen, diesen aushändigen kann. LebenSmittelopserrmg. Während in den Sommermonaten die monatliche Lebensmittelopferspende auf den Kreis der Bürgerschaft beschränkt war, der sich freiwillig in den Opferring hat aufnehmen lassen, wird erstmalig im Monat Oktober die Lebensmiltelopfer- spende, bekannt auch unter dem Kamen Pfundsammlung, auf alle Teile der Bevölkerung ausgedehnt. Der Betreuungskreis des WHW. ist auch in diesem Jahre wieder so groß, daß das WHW. auf jede, auch auf die klein st e Spende, angewiesen ist. Jedem Einzelnen wird für diese Spende von der zuständigen Ortsgruppe ein Quittungsbeleg ausgehändigt. Kur durch die Tat zeigt sich der wahre Sozialist! * Seid Sozialisten! Denkt an das Winterhilfswerk 1935/36! Rahmen lag aber noch auf dem Derkaufstlsch, als Dr. Diendorf kam, um etwas zu kaufen. Das heißt, da kannte ich ihn noch nicht. Sein Name wurde mich auch nicht interessiert haben, wenn er sich beim Anblick des Bildes nicht so sonderbar erregt und zornig benommen hätte. Seinen Namen erfuhr ich kurz darauf durch Zufall vom Lehrer Wlld-rlmg, der mit ihm verwandt ist, und den er im Städtchen Hühner usw. verfolgt. Oberhessen. Landkreis Gießen. K Alten-Buseck, 9. Ott. Der seither hier stationierte Forstgehilfe Reinhardt wurde als Hilfs förster ab 1. Oktober nach der Försterei Rödgen versetzt. An seine Stelle trat Forstgehilfe Emmerich. — In dem Pflanzenschutzgebiet der Gemarkung Rödgen kann man zur Zeit blühenden Enzian wabrnehmen. * Allendorf (Lahn), 9. Okt. Ein hiesiger Einwohner zog sich heute einen Unterschenkel- bruch zu und mußte durch dis Freiwillige Sani- ** Ein ehrendesBeispielvonOpfer- bereitschaft gaben die Güterbodenarbeiter der hiesigen Güterabfertigung dadurch, daß sie dieser Tage der durch längere Krankheit unverschuldet in Not geratenen Scheuerfrau der Dienststelle durch freiwillige Spenden einen namhaften Betrag zur Verfügung stellten. Ein schönes Zeichen von wahrer Betriebsgemeinschaft, das bei dem Lohn der Belegschaft um fo höher zu bewerten ist. ** Lieferungsvergebung. Die Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanftalt in Gießen schreibt in unserem heutigen Anzeigenteil die Lieferung von etwa 2000 Zentnern gelbfleifchiger Speise- kartofseln und etwa 400 Zentnern Kuhmist aus. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Die Sperrzeit für Tauben. Wahrend der Saatzeit vom 12. Oktober bis 12. November müssen die Tauben in den Schlägen behalten werden. Die Taubenbesitzer seien auf die heutige Bekanntmachung der Bürgermeisterei aufmerksam gemacht. ** Preußisch - Süddeutsche Staatslotterie. Die Ziehung der 1. Klasse der neuen Lotterie (46-/272.) findet am 18. und 19. Oktober besucht." Hans Syden gedachte jener Begegnung an Wallys Walds Hügel. Keine Ahnung hatte Dr. Diendorf damals gehabt, wem er gegenüberftand, und er hatte geglaubt, der würde niemals anders an ihn und die Begegnung zurückdenken, als an etwas Unverständliches. Woher wußte er nun an - scheinend, daß er eine wichtige, nein die wichtigste Rolle in Wallys Leben gespielt? Er erwiderte mit nervös spielenden Fingern: Dr Diendorf hieß der Verlobte meiner Braut. Denn meine Braut war Wally, wenn der andere sie auch noch nach ihrem Tode für die feine hielt. Er dachte, es mußte irgend etwas geschehen fein, wodurch Dr. Diendorf erfahren, was Wally vorge- babt. Erft jetzt, in diesem Augenblick, fiel ihm em, Wally hatte kurz vor der Abreise mit ihm einen Brief an Dr. Diendorf in den Kasten werfen wol« len hatte ihm am vorletzten Tage erzählt, der Brief läge schon versandbereit in ihrem fertig gepackten Reiseköfferchen, und das Köfferchen hatte sie bei der Schneiderin, Frau Hahn, abgegeben bis zurAb« holunfl. Gerade, als sie zu Frau Hahn gefahren, mar la das Ungtiicf geschehen. Ein paar Stunden später hatte man sich am Anhalter Bahnhof tressen wollen, um dem großen Gluck entgegenzufahren. An das Köfferchen mit dem Brief hotte er seit- iamerweife nie gedacht bis heute, wo ihm zugleich klar wurde Dr. Diendorf muht- nad; jener Begegnung am Grabe den Brief gelesen Haden. Er war kein Feigling, aber er gestand sich ehr- lick ein ihm war sehr unbehaglich zumute bei dem Gedanken, oielleicht heute oder morgen $r Bien- darf gegenüberlrelen zu muffen. Das heimliche von damals in dessen Mittelpunkt ein von zwei Mannern geliebtes wunderschönes Mädchen stand, hatte E e^n völlig verändertes Aussehen. Damals lebte Wally, und falls Dr Diendors nach der Fluch iroendwelche Rechen cha ten ge ordert, hatte er mit ächelndem MunL geantwortet: Wally llebt mich und gehört mir, man kann niemand zur Gegenliebe zwingen! czeßt lief ihm ein Frösteln den Rücken hinunter, i wenn er an eine Begegnung mit Dr. Diendorf ■ dachte. 13 Fortsetzung Nachdruck verboten! Hans Syden hob den Kopf, erkannte sofort die ; Radfahrerin, die ungefähr noch zwanzig Schritte von ihm entfernt war. Bettina trug ein blaues Tuchkleid und darüber em kurzes weißes Strichack chen. Eine Baskenmütze aus weißer Wolle faß schräg auf dem. Hellen j)aar. . Dicht vor Hans Syden sprang Bettina vom Rad und wenn auch ihr Herz pochte, grüßteJie> boA fo ruhig, als handle es sich bei dew Zufammentreffen für sie um die gleichgültigste Sache der Welt. In feinen Augen aber war es.wie Wetterleuchten Weshalb fuhr Bettma Hochwald, wenn sie glaubt schon wieder Besuch im Wald chlohchen machen zu müssen, nicht wenigstens mit kurzem Gruß vorüber ? Das hätte doch vollkommen genug, nachdem er jo überdeutlich hatte merken lassen, daß ^B'Ln'alWe^da^Rad an einen Baum und g^Jch bringe den Silberrahmen, den Gretel heute vormittag bei uns gekauft hat. Vater hat die In- ^Er'erw?der7?sthr kühl: „Der Rahmen hatte doch Zeit Gretel würde ihn schon rechtzeitig gcholt haben. Sie hätten deshalb nicht den weiten Weg die Sippen, aber nur eine Sekunde dauerte ihr Schweigen, dann sagte sie an- irhtfinonh riihia- Ich wäre auch bestimmt nicht ge° Len Ä aber » handelt sich gar nicht um den Rahmen Der Grund ist nur etn Vorwands ei* mollte Sie sprechen, allein sprechen, weil ich Ihnen etwas Wichtiges mitzuteilen habe Ich glaube wenigstens, es dürfte für Sie wichtig fein. Seine Augen wurden spöttisch, druckten deutlich Mädel was könntest du mir wich- U' Äni X erjagte nur: Darf ,ch bann also um die wichtige Mitteilung bitten. St- antwortete -eisern unserem Städtchen halt ll. den "Nahmen gesteck? und darin gelassen. Der nicht verheiratet, trotzdem er in Wirklichkeit ver-s Die Fürstlich Solms-Lich'sche Gut-Verwaltung de. heiratet war, die heirat. Durch dieses Versprechen u' h’,or koi-nitanpftpIH eine aanz Dian« veranlaßte er die Mutter der Frau, ihm 600 Mark für die Einrichtung der Wohnung und eines Ge« schäftes zu geben, die er auch verausgabte, jedoch nl^obannCf^ef)a6te sich das Gericht mit der E. M. aus Gießen, die wegen Urkundenfälschung in Tat- einheit mit Betrug zu einer Gefängnis st rafe von sechs Wochen verurteilt wurde. Die An« geklagte war bei einer hiesigen Molkerei tätig. Am 2. und 3. Mai änderte jie das Datum auf zwei gebrauchen Milchabgabescheinen sowie die Milch« menge und den Rechnungsbetrag. Diese Zettel legte sie bei der Milchausgabe • vor, worauf ihr mehr Milch verabfolgt wurde, als sie bezahlte. Der A. K. aus Offenbach wurde wegen Urkunden« Ziffer 3, des Postgesetzes. Es ist daher vor der Verwendung älterer oder unsauberer Postwertzeichen darauf zu achten, ob auf ihnen etwa Spuren gewöhnlicher Poststempel oder auch Strichlinien, Tinten- oder Tintenstiftstriche zu erkennen sind. Schöffengericht Gießen. Der h. K. aus Nidda wurde wegen Beleidigung in Tateinheit mit Widerstand zu einer Gesamt- aelbft rafe von 60 Mark verurteilt. Der Angeklagte schlug Anfang d. I. einem Dollziehunas- beamten, ber bienstlich bei ihm tätig war, auf Die Schulter unb belegte ihn mit Beleidigungen. In einem Schreiben an das Kreisamt Büdingen vom 10. Mai 1935 stellte der Angeklagte Behauptungen auf, die den Vollziehungsbeamten verächtlich zu machen geeignet waren. Wegen eines Vergehens des Betrugs wurde der h. h. aus Ober-Ohmen zu vier Monaten Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Der Angeklagte verfprach im Juni d. I. einer geschiedenen Frau unter Vorspiegelung, er sei Der Vereinsführer verstand es in ausge- , zeichneter Weise, in seiner Ansprache die Vereinsbegebenheiten von der Gründung bis zum heutigen , Tage lebendig werden zu lassen. Kreisführer Müller, Gießen, richtete an die mit einer Auszeichnung bedachten Sänger Worte des Dankes für die langjährige Treue, die sie ihrem Verein gehalten haben, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie auch in Zukunft genau so treu zum deutschen Liede und zu ihrem Verein stehen würden, wie die Jahre zuvor. An die jungen Sänger richtete er ermahnende Worte, daß auch sie so eifrig und treu zum deutschen Männergesang stehen sollen, wie diese 31 Jubilare und Veteranen des deutschen Männergesanges. Gerade heute, so führte der Kreis- führer weiter aus, gelte es mit unerschütterlicher Kraft, Ausdauer und Zähigkeit bas herrliche Gut, das deutsche Lied, zu schützen, zu pflegen und zu fördern, damit es in seiner Unverfälschtheit dem deutschen Volke erhalten bleibe. Er erinnerte weiter an die großen Aufgaben, die den Männergesangvereinen im neuen Deutschland gestellt sind, das deutsche Lied hinauszutragen in das Volksganze. Damit dieses Ziel erreicht werde, sei es notwendig, daß jeder einzelne (Sänger mit fanatischer Hingabe zum Lied und dessen Pflege stehe. Bei frohen Liedern und angeregter Unterhaltung blieben die Sänger noch lange gemütlich zusammen. Gießener Wochenmarktpreise. Gießen, 10. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkte kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25, Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, holländische 8-Klasse *12^, 8-Klasse 11%, inländische 8-Klasse 11, Wirsing das Pfund 6 bis 10, Weißkraut 6 bis 10, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 7 bis 10, Spinat 15, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 20, Unter-Kohlrabi 5 bis 8, Erbsen 20 bis 25, Feldsalat 90 bis 100, Tomaten 10 bis 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 35 bis 60, Kürbis 5 bis 6, Pilze 35 bis 45, Kartoffeln 4, der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Falläpfel 5 bis 8, Brombeeren 45, Preiselbeeren 45, Aepfel 10 bis 20, Birnen 10 bis 20, Zwetschen 15 bis 18, junge Hähne 90, Suppenhühner 70, Gänse 80 bis 85, Tauben, das Stück 50, Nüsse, das Pfund 35 bis 40, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 8 bis 10, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 12, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radies- chen 8 bis 10 Pf. Aepfel, der Zentner 14 bis 25 Mk. fälfchung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte fälschte einen Wander- gewerbeschein, so daß dieser eine Gültigkeit von einem weiteren Jahr besaß, obwohl er schon abgelaufen war. Die Fürstlich Solms-Lich'sche Gutsverwaltung un- ternahm am gestrigen Mittwochvormittag —- wie alljährlich um diese Zeit — b i e Ausfis ch u n g des großen Albacher Teiches. Der Nationalsozialistische Lehrerbund des Kreises Gießen nahm die Gelegenheit wahr, die Lehrkräfte tm Naturkunde-Unterricht zu einem Ausflug nach Lich zu veranlassen und dort in Verbindung mit dem Fisch- zug eine naturkundliche Exkursion durchzuführen. Der große Albacher Teich war rechtzeitig abge- lafsen worden, so daß gestern schon zu früher Stunde mit dem Fischen begonnen werden konnte. Der Teich lag weit und leer da, zum Teil waren die Ufer schon abgetrocknet, und nur nach dem Ablauf zu stand in einem breiten, dreigeteilten Graben noch das Wasser, das aber erfüllt war von einem ungeheuren Leben, von einem Gewühle geschmeidiger Fischkörper. Alle Fische hatten sich, da der Wasserstand ja immer niedriger wurde, in dem Wassergraben gesammelt. Die großen Karpfen pflügten sich, mit weit aus dem schmutzig-braunen Wasser herausragenden Rücken, durch die Fülle ihrer Artgenossen und der Schleien, die zu Tauenden auf engem Raum vereinigt waren. Das Abfischen geschah aber nicht in diesem Gra- n im Teich, sondern es wurde in einem besonde- Bettina schüttelte den Kopf und wiederholter „Keinem Menschen wäre damit geholfen." Sie blickte in das lichtjunge Grün der Buche, unter der die Bank stand und meinte: „Ein Zusammenstoß muß, wie ich schon einmal bemerkte, beson«, ders um der Toten willen, vermieden werden, da- ' mit nicht ihr Name noch irgendwie laut wird und in ein Geklatsch oder einen Skandal mit hinein- klingt. Grabesruh soll man nicht stören." Sie erhob sich und legte ein flaches Päckchen auf die Bank, „hier ist der Bilderrahmen, sagen Sie Gretel, Sie wären im Städtchen gewesen und hätten den Rahmen gleich abgeholt." Er war auch aufgestanden und nickte. „Das werde ich sagen — natürlich, es ist besser." Er sprach gleich weiter. „Ich will heute nach wegfahren. Eine Ausrede für die Meinen wird mir einfallen, haben Sie vielen Dank, Bettina, und, bitte, wenn ich Ihrem Rat folge, halten Sie mich nicht für feige." Sie lachte kurz auf. „Was kann Ihnen daran liegen!" Sie faßte nach der Lenkstange ihres Rades und schob es ein Stückchen weiter. Jetzt rührte sich Hans Syden und war mit raschem Schritt bei ihr. „Geben Sie mir, bitte, die Hand, Bettina." Sie legte ihre Rechte in die seine und fühlte einen starken warmen Druck. „Nochmals Dank, Bettina, und auf Wiedersehen. Sie antwortete nicht und löste ihre Hand, schwang sich auf das Nad. Er lief neben dem Rad her. „Vergeben Sie mir das von letzthin, Sie wissen schon, was ich meine. Es war nicht hübsch von mir, Ihnen bewußt wehe zu tun." Ihre hellbraunen Augen schienen schwarz, als sie wieder vom Rad sprang unb mit leichtem Beben in der Stimme sagte: „Sie rieten mir letzthin, ich solle weder zuviel Mitleid, noch zu viel Liebe für Sie haben, Sie würden mir für feine von beiden Dank wissen, heute möchte ich Ihnen darauf eine Antwort geben. Ick glaube, es ist nötig. Deshalb hören Sie, Hans: Ich liebe Sie weder, noch empfinde ich Mitleid für Sie, untf es gibt keinen Grund für Sie, sich bei mir zu entschuldigen für Dinge, die Sie gesagt haben, und die mir völlig gleichgültig sind. Keine Irrtümer, bitte, Graf Syden, keine für mich peinlichen Irrtümer. Ich empfinde weder Siebe noch Mitleid für Sie, und ich tue auch nichts für Sie. Wie ich vorhin schon bemerkte, kam ich heute nur, um Gretel und die lieben alten Damen vos Sorge und Kummer zu bewahren." (Sortierung folgt!) .' WWMMel Roman von Anny von panhnys Urheberrechtsschutz Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68. Die Leitung hatte Professor Dr. Merker vom Zoologischen Institut unserer Universität. Viele Lehrer nahmen daran teil. Die notwendigen Gerätschaften, Planktonnetz, Saugheber, Mikroskop, Gläser, Lupen usw. waren mitgenommen worden, so ■ daß an Ort unb Stelle lebendigste Anschauung gepflegt werden konnte. Nachdem den Lehrern von fachmännischer Seite zunächst die Technik des Fischfanges, das System der Fischwirtschaft, sowie das Zuchtziel erläutert worden waren, man sich auch von dem Gang der Dinge beim Abfischen des Teiches an Ort und Stelle überzeugt hatte, Hub ein eifriges Suchen nach allerlei Getier an, das am Ufer und im Teichgraben zu finden war. In kleinen Exemplaren wurden die verschiedenen Fische (Karpfen, Schleien usw.) zusammengetragen, der in der Fischwirtschaft gefürchtete, gefräßige Raubkäfer, der Oelbranbfäfer, wurde in einem Exemplar angetroffen, Libellenlarven, die allerdings in diesem Stadium noch nichts von der Eleganz und der Schönheit der fertigen Libelle ahnen lassen, wurden gefunden, die in ihrer Form so überaus originelle Stabwanze wurde entdeckt, allerlei Würmer und Insektenlarven gesellten sich zu den Sammlungen der einzelnen Teilnehmer, die sich hier in vielen Gläsern für den Unterricht lebendes Anschauungsmaterial sammelten. Mit dem Planktonnetz ging man dann ebenfalls auf die Jagd nach der Kleintierlebewelt im Teiche. Es erwies sich dabei, daß die Albacher, wie auch die Mengeishäuser Teiche auf Grund ihrer sehr guten Wasserverhältnisse von einer ungeheuer zahl- reichen Kleintierlebewelt erfüllt sind und den Fischen beste Existenzbedingungen bieten. Man fand in riesigen Mengen die Insektenlarven hüpflinge, Daph- nien, Rädertierchen der verschiedensten Arten, Algen und vieles andere mehr. Das mitgebrachte Mikroskop ließ die Wunderwelt des Kleintierlebewesens in seiner ganzen Mannigfaltigkeit erkennen. Die Untersuchungen wurden auch an den Mengels- Häuser Teichen fortgesetzt. In vielen Fragen und Antworten und in reger zwangloser Unterhaltung ergaben sich aufschlußreiche orientierende Kenntnisse der heimischen Teiche. Da sich unter den Teilnehmern dieser Exkursion auch einige Jäger befanden, wandte man auch der an den idyllischen Teichen anzutreffenden Vogelwelt alle Aufmerksamkeit zu. Mit großem Interesse wurde der Aufflug der Wildenten und einiger Krickenten beobachtet. Mit dem Fernglas wurden die Zwergtaucher, Betreibt, daß fei hier herausgestellt, eine ganz planmäßige Fischwirtschaft, ebenso eine planmäßige Fischzucht. Im Dienste dieser Fischwirtschaft stehen mehrere Teiche, und zwar die beiden Mengeishäuser und die beiden Albacher Teiche. Der kleine Teich unmittelbar vor dem Hof» gut Aldach wird als Brutteich verwandt. Die Fischwirtschaft wird im „jährlichen N a ch h alt- betrieb" durchgeführt, d. h. in jedem Teich sind in der Hauptsache Fische von bestimmtem Alter (1-, 2-, 3- und 4fommerig) vereinigt. Fast ausschließlich handelt es sich um Karpfen und Schleien, mengenmäßig je zur Hälfte. Man ist dabei besonders darauf bedacht, Fische in dem Alter und in der Gröhe zu erzielen unb abzufischen, daß sie als Portionsfische gut marktgängig sind. Das spöttische Glimmern in seinen Augen war erloschen. _ . Er fragte kurz: „Wird Dr. Diendorf hierher- kommen, weiß er, wo ich wohne?" Sie schüttelte den Kopf und berichtete nüchtern, auf welche Weife sich Dr. Diendorf das Bild angeeignet und wie sie es wieder an sich gebracht, ehe er sich hatte erkundigen können, um wessen Photo- graphie es sich handelte. „Und wird Herr Wilderling dicht halten? fragte er. Sie nickte. „Für ihn stehe ich ein, er hat vollkommen begriffen, daß er mit der Namensnennung eine Katastrophe heraufbeschwören könnte." „Und warum haben Sie das für mich getan?" fragte er wieder sehr kurz. Sie sah ihn ernst an. „Ich bin mit Gretel seit unseren Schuljahren befreundet und ihre beiden Großmütter waren stets gütig gegen mich. Ich weiß, wie sehr alle drei an Ihnen hängen und möchte nicht, daß die alten Damen und Gretel Ihretwegen Sorgen und Kummer haben sollen. Der aber bliebe nicht aus, wenn Dr. Diendorf Ihren Namen wüßte. Er ist geladen mit Haß- und Rachegedanken, er ist wie toll vor Wut. Das mindeste, was bei einem Zusammentreffen herauskäme, wäre ein Skandal, der nicht nur Ihren Verwandten und Ihnen, sondern auch der Toten schaden würde." Hans Syden fragte in der kurzen Art von vorhin: „Was raten Sie mir zu tun?" Bettina antwortete ohne Besinnen: „Ich rate Ihnen, so rasch wie möglich die Gegend zu verlassen. Am besten noch heute. Wenn Sie eine Begegnung mit Dr. Diendorf vermeiden können, dürfte die Gefahr einer solchen für immer beseitigt fein. Der Mann wird allmählich ruhiger werden, und nach Jahren geht er, falls er Sie wirklich noch einmal trifft, sicher still an Ihnen vorbei, ohne sich noch für Ihren Namen zu interessieren." Hans Syden fand, Bettina Hochwald sprach sehr vernünftig zu ihm, und klug wäre es, wenn er ihrem Rat folgen würde. Er sah sie dankbar an. ,Ein lieber Mensch sind Sie, Bettina, ich bin froh, daß Sie mich gewarnt haben. Ich kneife nicht gern, und wenn ich damals nicht zu Dr. Diendorf gegangen bin und ihm offen gesagt habe, er solle Wally Walb freigeben, geschah es, weil ich fürchtete, Wally dabei doch noch zu verlieren. Ich würde mich jetzt der Verantwortung aber nicht entziehen, wenn : nicht ein Skandal drohte. Keinem Menschen wäre damit geholfen." statt. , „ ** Verwendung entwerteter Post - Wertzeichen ist strafbar. Freimarken bte mit dem Aufgabestempel oder durch StrichUmen von Maschinenstempeln, zuweilen auch kreuzweise mit Tinte oder Tintenstift entwertet worden sind, werden häufig nochmals zum Freimachen von Pos^ sendungen benutzt. Die Absender entschuldigen sich ast immer damit, daß sie die Striche nicht für Entwertungszeichen gehalten haben oder wegen ^n%e9rm^^te$aTwwTbo6d) n$t '»VtinTt den im Teich. ,°nbern -- wurde in eineu. befonde- «StttaZ 8 27. reu Abluusyruben vorgenommen. der durch em Schütz vorn Teich getrennt war und nur von v zu Zeit mit Wasser (und Fischen) gefüllt wurde. An diesem Ablaufgraben standen etliche Männer, die mit Netzen in das Wasser stießen und mit jedem Zug oft 10 und 15 Pfund Fische auf einmal aus dem Wasser hoben. Riesige Karpfen wälzten sich in den Netzen und fügten sich nur unwillig in ihr Geschick. In die bereitstehenden Weidenkörbe wurde der Inhalt der Netze entleert, und bann auf den eigens von einem Forstmann der Gutsverwaltung onstruierten sehr zweckmäßigen Sortiertiich gebracht. Viele Frauenhände waren hier bei ber Arbeit, die Fische nach Arten, Größen bzw. Gewicht ausein- anderzulesen, rasch wieder in Körbe zu legen, zu zählen (der Inhalt eines jeden Korbes wurde notiert) und schließlich in die „Hölter" zu bringen. Die Hälter sind kleinere Teiche und ein mehrere Male abgeteilter Bachlauf, die ständig frisches Was- ser führen und eigens für den Zweck angelegt war- den sind, die Fische für die Zeit zwischen dem Aus- fischen des großen Teiches und dem Verkauf auf- zubewahren. Der Ertrag, der durchschnittlich bei einem solchen Fischzug aus dem Albacher Teich erzielt wird, beträgt etwa 35 bis 40 Zentner Fische, die meist geschlossen von Frankfurter oder Koblenzer Großhändlern erworben und zur gegebenen Zeit in großen Wasserfässern auf Lastkraftwagen ihren Be- ftimmungsorten zugeführt werden. dem 1. Januar 1936 treten die neuen Mit II. Abteilung: Zuchtpferde des Hess. Warmblutes. Klasse III b: Deutsche Kaltblutpferde (einzeln): 1. Preis Julius Bock, Schadenbach (Vollfuchs, Wallach). Klaffe II: Reitpferde: 1. Pr. Gust. Gorr, Münzenberg; 2. Pr. Eugen Dietz, Griedel; 3. Preis O. I. Metzger, Münzenberg. Klaffe II a: Dreijährige Stuten, geb. 1 9 3 2: 1. Pr. K. W. Jung, Lang-Göns; 2a-Preis F. Jochem, Villingen; 2b-Preis H. Schneider, Birklar; 2c-Preis H. W. Fenchel, Griedel. Klaffe II b: Zweijährige Stuten, geb. 1 9 3 3: la-Preis K. Becker V., Mufchenheim; 1b- Preis A. Müller, Bellersheim; 2a-Preis W. Keßler, Lang-Göns; 2b-Preis A. Tröster, Griedel; 3a- Preis Otto Eckhard, Kirchgöns; 3b-Preis Tierzuchtinstitut Oberer Hardthof; 3c-Preis Karl Rühl, Eberstadt. Klasse II e: Stuten mit Fohlen bei Fuß: 1. Preis A. Strasheim, Griedel; 2a-Preis Eugen Dietz, Griedel; 2b-Preis A. Tröster, Griedel; Satzungen des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen in Kraft. Sie werden schon jetzt verkündet, um durch eine hinreichend lang bemessene Anlauffrist im nächsten Jahre ein reibungsloses Arbeiten zu gewährleisten. Der Reichssportführer hat mit der planmäßigen Durchorganisation der deutschen Leibesübungen nicht bis nach den Olympischen Spielen gewartet, denn trotz seiner Größe wird das Olympia weit überschattet von der gewaltigeren, weil ewigen Aufgabe, die Leibesübungen nach Form und Inhalt zu einem Hort deutscher Volks- und Charakterkraft und zu einer Stätte nationalsozialistischer Erziehung zu gestalten. Zwei Alilglieder-Gruppen. Der Reichsbund für Leibesübungen umfaßt zwei Mitgliedergruppen. Die Gruppe A setzt sich aus all denjenigen Vereinen zusammen, deren Aufgabengebiete sich überschneiden, bzw. solchen, die mehrere Sportarten betreiben oder wegen gleicher oder ähnlicher Arbeitsaufgaben unmittelbar von einer Organisation betreut werden müssen, um nicht dauernd, selbst bei gutem Willen, in verbandliche Interessengegensätze zu kommen. Diese Gruppe A umfaßt folgende 12 Verbände: Deutsche Turnerschaft, Deutscher Leichtathletik-Verband, Deutscher Amateur-Boxverband, Deutscher Tennis-Bund, Deutscher Eislauf-Verband. Deutscher Kanu-Verband, Deutscher Fußball-Bund, Deutscher Schwerathletik-Verband, Deutscher Schwimmverband, Deutscher Hockey-Bund, Deutscher Ski-Verband, Deutscher Ruder-Verband. In die Gruppe B sind diejenigen Verbände eingereiht worden, deren Arbeitsgebiet sich mit irgendwelchen anderen Verbänden gar nicht oder ganz unbedeutend überschneidet, deren Vereine neben der Pflege der Leibesübungen noch andere Aufgaben haben sowie schließlich auch Verbände, deren Vereine so spezialisiert sind, daß sie in der anderen Gruppe nicht genügend betreut oder gefördert werden können. Diese Gruppe umfaßt: Deutscher Golf-Verband, Deutscher Schlittensport- Verband, Deutscher Motorjacht-Verband, Deutscher Bergsteiger- und Wander-Verband, Deutscher Schützen-Bund, Deutscher Bob-Verband, Deutscher Segler-Verband, Deutscher Kegler-Bund, Deutscher Radfahrer-Verband. Deutscher Billard-Verband. Aufgaben, Rechte, Pflichten. Der Unterschied dieser Gruppen hinsichtlich ihres Verhältnisses zur Reichssportführung liegt darin, daß die Vereine der Gruppe A unmittelbar, die der Gruppe B über ihre Verbände Mitglieder des Reichsbundes sind. Für beide Mitgliedergruppen ist auch eine besondere Ordnung erlassen worden, diese regeln die Aufgaben der einzelnen Verwaltungsstellen. grenzen Rechte und Pflichten genau ab. Zur Durchführung der fachlichen und überfachlichen Aufgaben der Mitglieder der Gruppe A bleibt die Unterteilung in Gauen und Kreisen. Die fachlichen Aufgaben werden durch die Reichsfachamtsleiter gemäß den vom Führer des DRL. zu genehmigenden Fach- Das Gesetz des deutschen Sports. Neuorganisation des Reichsbundes für Leibesübungen. amtsordnungen wahrgenommen. Zur Durchführung der überfachlichen Aufgaben bestellt der Führer des DRL. Leiter der Gaue und Kreise. Die Amtsbezeichnungen der Leiter der überfachlichen Aufgaben in den Gauen und Kreisen ergeben sich aus den vom Führer des DRL. erlassenen Ordnungen. Für die Mitglieder der Gruppe B sind die Satzungen der einschlägigen Organisationen maßgebend, die der Genehmigung des Führers des DRL. bedürfen. Die Mitgliederversammlung des DRL. wird durch den Führerrat gebildet. Dieser besteht aus den Reichsfachamtsleitern, den Führern der angeschlossenen Verbände, sowie weiteren höchstens zehn Personen, deren Ernennung für die Dauer eines Jahres erfolgt. Die Mitgliederversammlung findet mindestens zweimal jährlich statt. Durch diese Organisationsform ist Gewähr dafür gegeben, daß der Zweck des DRL., die leibliche und charakterliche Erziehung der in den Mitgliedsorganisationen zusammengeschlossenen Deutschen durch planvoll betriebene Leibesübungen und Pflege des Volksbewußtseins im Geiste des nationalsozialistischen Staates, voll erfüllt wird. HandbattimKreisLahn-Oill(GauXIl) Schiedsrichter-Ansehungen für den 13. Oktober 1935. Tv. Holzheim — Tv. Atzbach (Zörb, Großen-Lin- ben); Tv. Dornholzhausen — Tv. Groß-Rechtenbach (Bauernschub); Tv. Dorlar — Tv. Hörnsheim (Petry); Tv. Krofdorf — Tv. Dutenhofen (Müller, Lang- Göns); Tv. Londorf — Tv. Wißmar (K. Wallenfels); Tv. Treis — Tv. Beuern (Luh); Tv. Haufen — Tv. Ebersgöns (Weller, Atzbach); Tv. Lich — Tv. Garbenteich (Ohly, Holzheim); Tv. Homberg— Tv. Rom-, rod (Becker, Gießen); Tv. Alsfeld — Tv. Rieder- Ohmen (K. Müller, Gießen); Tv. Mandeln — Tv. Ehringshausen (Eckhardt, Straß-Ebersbach); Tv. Herbornfeelbach — Tv. Straß-Ebersbach (Frabel); Tv. Dutenhofen — Spv. 05 Wetzlar (Schäfer, Dornholzhausen); Tv. Rieder-Girmes — Tv. Garbenheim - (Otto Engel); Tv. Lang-Göns II — Tv. Holzheim (Fay, Grüningen); Tv. Grüningen — Tv. Lützellinden (Faber, Lang-Göns); Tv. Lang-Göns I — 1900 Gießen (Fay, Grüningen); Tv. Krofdorf — Tv. Staufenberg (Müller, Lang-Göns); Tv. Herborn — Tv. Katzenfurt (Görzel); Tv. Wetzlar — Tv. Nauborn (Schneider, Münchholzhausen). Hennes Weltrekord anerkannt. Die von dem Münchener Rennfahrer Ernst Henne mit einer 750-ccm-BMW.-Maschine am 27. September 1935 auf der Reichsautobahn Frankfurt a, M.—Darmstadt aufgestellten Weltrekorde über einen Kilometer und eine Meile mit fliegendem Start wurden jetzt von der F. I. C. M. (Internationale Vereinigung der Motorsport-Verbände) offiziell anerkannt. Henne erreichte bekanntlich über den Kilometer 256,04 Stundenkilometer und über die Meile 252,83 Stundenkilometer. 3a-Preis Gust. Gorr, Münzenberg; Zb-Preis W. 2. Langsdorf, Albach. Klaffe II f: 4- bis 8jährige Stammbuch st u t e n (nachweisbar gedeckt): le» Preis Walter Weber, Oberhörgern; lb-Preis derselbe; Ic-Preis K. Becker V., Mufchenheim; Id-Preis A. Müller, Bellersheim; le-Preis Gustav Gorr, Münzenberg: 2a-Preis O. Metzger I., MünZenberg; 2b-Preis Hch. Dern, Lang-Göns; 3a-Preis I. Muller II Ww., Oberhörgern; 3b-Preis Hch. Seipp, Tr.-Münzenberg; 3c-Preis O. Metzger I., Münzenberg; 3d-Preis Alb. Bopp, Griedel; Anerkennung: O. Eckhard, Kirchgöns; F. Jochem, Villingen; H. Wagner VII., Bollnbach. Klasse II g: Familien: 1. Preis K. Becker V., Mufchenheim; 2. Preis A. Müller, Bellersheim; 3a- Preis A. Tröster, Griedel; 3b-Preis F. Jochem, Villingen. Während des Marktes konzertierte die Kapelle Krengel. In einem aufgestellten Wirtschaftszelt wurden Erfrischungen feilgeboten. Während der Prämiierung. — Die wohlgepflegten Pferde vor den Augen der fachmännischen Kritik. (Aufnahmen |2] Photo-Pfaff.) Klasse Ik: 4- bis 8jährige Stammbuchstuten (nachweisbar gedeckt): 1.Preis Gg. Häuser VIII., Nieder-Weisel; 2. Pr. I. H. Hildebrand, Nieder-Weisel. Klasse III a: Deutsche Kaltblutpferde (paarweise): 1. Preis Stephan Dahmen, Vilbel; 2. Preis derselbe; 3. Preis derselbe. ML Die Pferde werden den Interessenten in allen Gangarten vorgeführt. Wie wir gestern schon kurz berichteten, war der diesjährige Herd st- Pferdemarkt in Gießen nicht so stark besucht, wie in früheren Jahren. Das mag teilweise daran liegen, daß die Kartoffelernte viele Landwirte zur Zeit noch in Anspruch nimmt. Auch der Auftrieb an Pferden war wesentlich geringer als sonst. Die Käufer zeigten sich zunächst sehr zurückhaltend, erst in der zweiten Hälfte des Vormittags wurde das Geschäft etwas belebt, es blieb aber gegen die früheren Jahre wesentlich zurück. Trotzdem wurden, wie bereits berichtet, teilweise verhältnismäßig gute Preise erzielt. Das zur Prämiierung vorgeführte Pferdematerial war durchweg gut. Als Preisrichter fungierten: für Kaltblutpferde: Vorsitzender: Gutspächter S ch u d t sen., Londorf, Stellvertreter: Gutspäch- ter Brückmann, Neuhof, Richter: Landwirt Walther, Reichelsheim, und Ober-Veterinärrat Dr. Monnard, Gießen; für Warmblutpferde: Vorsitzender: Landwirt Peil, Mölln, Richter: Gutspächter Hoffmann, Hof-Güll, und Veterinär-Assistent Dr. E. Knoche, Gießen; für Reitpferde: Vorsitzender: Ober-Veterinärrat Dr. Monnard, Gießen, Stellvertreter: Veterinär-Assistent Dr. Knoche, Gießen, Richter: Guts- Pächter Hoffmann jun., Hof-Güll, und Frau Emilie Pauly, Gießen. prämiierunas-Ergebnisse. I. Abteilung: Zuchtpferde des Hess. Kaltblutes. Klasse la: Dreijährige Stuten, geb. 1 9 3 2: 1. Preis F. Schmidt, Birklar, eine braune Stute von Ziethen. Beiprogramm and die neueste Ufa - Ton -Woche I Täglich 4» 6j 8.30 — Sonntags 3.5,8.30. Empfehlungen Tanzen lehrt in Einzel- stund. u. Kursen TanzschuleBäulke Wolf straße 31 Ruf 3835. 86i6d 1935 er süßer Oppenheimer Traubenmost wieder 68Ma eingetroffen Liter 90 PS. DiWieElües SelterswegGti Einspaltige Kleinanzeigen werden zum er. mäßigten Grund, preis von 5 pf. fürdieMMinicter. adle veröffentlicht Das klassische Fachbuch für Pilzfreunde und -kennet in neuem Gewände und zu stark ermäßigtem Preise Prof. Dr.W. Migula Die efiliaren und giftigen Pilze Bestimmungsbuch der wichtigsten Pilzarten zum Gebrauch für jedermann.*— Mit 80 farbigen Pilzbildern in natürlicher Größe. Der Verfasser, jedem Pflanzen- und Pilzfreund als der bedeutende Fachgelehrte bekannt, beschreibt in leichtverständlicher Weise mehr als 200 verschiedene Pilzarten. Durch den jeder größeren und wichtigen Famjlie beigefügten Bestimmungsschlüssel und die sorgfältige Ausstattung mit naturgetreuen Abbildungen in Naturgröße bietet das Werk nicht nur jedem Pilzfreund, sondern auch dem Wissenschaftler vom Fach ein unentbehrliches Handbuch der Pilzkunde- Äeuer Preis in schöner Ganzleinenausstattung RM. 12.— Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde ■■ 5506D 3£rei)ert neben U - C. Lieferant der Heereskieiderkasse Uniformen Sämtliche Militäreffekten tätskolonne Gießen in die Chirurgische Klinik ge- bracht werden. y Watzenborn-Steinberg, 9. Okt. Der hiesige Geflügel- und Kaninchen zucht- v ere in hatte seine Mitglieder zu einer Versammlung am gestrigen Abend bei Mitglied Karl L a ux unter Leitung des Vorsitzenden Karl Philipp eingeladen. Wie alljährlich, so findet auch in diesem Jahre am 9. und 10. November eine Lokalausstel- lung statt. Als Ausstellungslokal wurde die Wirtschaft „Zum goldnen Stern" bestimmt. Die Ausstellungsleitung wurde wie folgt besetzt: Ausstellungsleiter Karl Burger, Otto Häuser, Schriftführer, und Otto Weiß Rechner. Die hierauf beratene Mustersatzung vom Reichsverband wurde einstimmig angenommen. Der seitherige Vorsitzende K. Philipp IV. wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt. Dieser bestimmte Ludwig H e ß zu seinem Stellvertreter und Heinrich Pfeifer zum Vereinsrechner. Der erweiterte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Wilhelm Schwind, Schriftführer; Otto Häuser Zucht- und Jugendwart; Otto Weiß Werbewart, und Karl Burger Obmann. Für die Kaninchenzüchter: Georg Ei ff Zuchtwerbewart, und Jean L e u n i n g Fellwart und Tätowierung. Nachdem noch einzelne Angelegenheiten erledigt waren, wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen. Ureis Friedberg. LPD. Friedberg, 9. Okt. Die Walzenmühle in A s s e n h e i m läßt gegenwärtig ein 46 Meter hohes Getreidesilo errichten, das zu den höchsten Bauwerken ähnlicher Art in Europa gezählt werden darf. Das Silo wird insgesamt zweieinhalb Tausend Tonnen Getreide fassen. Preußen. Kreis Deßlar # Fellingshausen, 9. Okt. Im Anschluß an die Uebertragungen vom Erntedankfest auf dem Bückeberg, die von zahlreick)en Ortseinwohnern auf dem Kreuz gemeinsam gehört wurden, und den anschließenden Gottesdienst fand im Saale des Gastwirts Heinrich Haus die feierliche Ueber- r e i ch u n g der vom Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg gestifteten Ehren kreuze für Frontkämpfer, Kriegsteilnehmer oder deren Hinterbliebene statt. Bürgermeister Wagner würdigte in seiner Ansprache noch einmal die großen Verdienste der deutschen Soldaten im Weltkrieg 1914/18. Insgesamt wurden an 54 Antragsteller die Ehrenzeichen verliehen. Während der Anbringung der Ehrenzeichen durch SA.- Männer spielte eine Kapelle das Lied vom guten Kameraden. Noch lange waren dann unsere Ortseinwohner zusammen bei Konzert und Tanz. Herbst-pferdemarkt in Gießen. Samstag, den 12. Oktober, Beginn 20 Uhr Sonntag, den 13. Oktober, Beginn 16 Uhr Montag, den 14. Oktober, Beginn 17 Uhr Volksbelustigungen aller Art in ri rei- Preis-Schießenl 8795 0 Tanzl Für den Jäger und Dogelfreund t Unsere Raubvögel auf der Jagd Anleitung zum richtigen Ansprechen der heimischen Raubvögel mit 35 Abbildungen von Dr. T. Demandt. Herausgegeben von der Staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflego in Preußen. Preis Kart. RM. —,60 Das Heftchen bringt mit vielen Umritzzeich- nungen die äußere Erscheinung unserer wichtigsten Raubvögel im Fluge und im Sitzen. Reben den wichtigsten Form- und Größen- angaben sind auch die Flugart und der Ruf kurz gekennzeichnet. Zu beziehen durch jede Buchhandlung Hugo Bermühler Verlag Verlin-Lichterfelde Nahbeize »Ceresan« Nahbeize »Gennisan« empfiehlt .,688* Samenhaus Heinrich Hahn BahiilwLiLraßti Telephon 3403» das Lustspiel der Lustspiele! Nach dem vielgel. u. erfolgreichen Roman Karl der Große von Wolfgang Marken Szenen von so köstlicher Komik, daß man ans dem Lachen nicht heranskommt! Eine prächtige Besetzung: Herrn. Speelmanns, Lien Deyers Joe Stiickel, Erika. GläQner I der Bühne: | 5798 A Fresco und Camilla der Welt beste komische Akrobaten vom Wintergarten Berlin anschließend an Gießen Schumann -Theater Frankfurt am Main. ,,Erstes Kulmbacher“ Cafe Ebel Großes Oktoberfest Nachlässe von 3 bis 20 v. H. erhalten Sie bei wiederholten Veröffentlichungen einer Anzeige! Lichtspielhaus- Ab heute Donnerstag: Gießen 3 MARK so Klasse für 1/s Los — 100000 RM dem Hauptgewinner! spiele In der PREUSS.-SÜDD. KLASSENLOTTERIE Ziehung 1. Kl. 18. u. 19. Okt .1935 Lose zu haben bei den Staatl. Lotterieeinnehmern Legler Flimm Hindenburgwall 5 Walltorstr. 63 und deren Mittelsperson Buchacker Neuenbäue 11 5536 D I ^e"n BS I^E_W l\sV d’e W lpr0cWvo«eH Hluxuswa(^eH 1 zu 30^9-■ ga da&pwj JäääS» W» 34-ffLJ « Beizt trocken rnUder neuen ;; w'r/schaÖlichen M ZtiO-w/A/, _ Universal- 'Ifj Trockenbeize OL i'Ceresan Xzl/zWM-//, oder nass mit ■ - der billigen M - ..Universal- W, Uspulunr. Universal | Hr.257 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhesien) Donnerstag, (0. Oktober 1955 Die ersten Absagen an die Genfer Gankiionspoiiiik. Oesterreich und Ungarn schließen sich von Gühnemaßnahmen gegen Italien aus. scharfe Angriffe gegen Oesterreich und Ungarn, die als „Vasallen Mussolinis" bezeichnet werden. Die gegenwärtige österreichische Regierung stehe natür« lich völlig unter italienischem Einfluß. Die Erklärung des österreichischen Vertreters sei lediglich ein Widerhall der Stimme seines Meisters gewesen. Genf, 9. Oft. (DRV.) Die Völkerbunds- Versammlung, die zur Behandlung der Sanktionsfrage im italienisch-abessinischen Konflikt erneut einberufen worden ist, trat Mittwoch kurz nach 18 Uhr in dem Gebäude des Genfer Generalrates zusammen. Die meisten europäischen Staaten sind wiederum durch ihre Außenminister vertreten. Das Interesse von Publikum und Presse ist stärker als bei den meisten früheren Plenarsitzungen. Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Bene sch eröffnete die Sitzung mit einer Mitteilung über die Umstände, die die Einberufung der Versammlung notwendig gemacht haben. 'Er verlas dann den Beschluß des Völkerbundsrates, in dem Italien als Angreifer und Verletzer des Paktes festgestellt wird und erklärt, daß nunmehr die Mitglieder der Versammlung berufen seien, sich zu äußern. Dabei werde erwartet, daß sich diejenigen äußern, die Aenderungen oder Vorbehalte zu machen haben. Das Schweigen der anderen werde als Zustimmung ausgelegt.' Das Gleiche gelte für den Wunsch nach Stimmenthaltung, da eine formelle Abstimmung nicht vorgenommen werde. Die besondere Lage einzelner Staaten zum Sanktionsproblem soll in dem einzusetzenden Derbindungsaus- schuß, also nicht vor der Vollversammlung erörtert werden. Hierauf erhielt als erster Redner der ö st e r r e i - chische Delegierte, Baron Pfluegl, das Wort, er erklärte, daß Oesterreich sich nicht in der Lage sehe, den Schlußfolgerungen hinsichtlich des Sanktionsproblemes zuzustimmen, zu denen andere Völkerbundsmitglieder bereits gelangt seien. Der Delegierte betonte die Sympathie seines Landes für Italien, das er den großen Nachbarn und zuverlässigen Freund Oester- r e i ch s nannte. Oesterreich werde nicht vergessen, daß Italien in einer tragischen Stunde seiner Geschichte im besten Völkerbundsgeist dazu beigetragen habe, „seine Unversehrtheit zu sichern". Diese Freundschaft werde weiterdauern. Die Aufgabe des Völkerbundes fei es, den Frieden zu erhalten. Er könne nicht umhin, auf die ernste Gefahr aufmerksam zu machen, die die Sanktionen für das Wirtschaftsleben Europas mit sich bringen müßten, besonders für Staaten, die infolge ungünstiger Umstände sich in einer besonders schwierigen Lage befinden und die nicht nur in sich selber, sondern auch an ihre Gläubiger denken müssen. — Im gleichen Sinne sprach der u ng a r i s ch e Delegierte, von V e l i i t s ch. Der Zweck des Völkerbundes und des Paktes sei die Erhaltung des Friedens, und das setze voraus, daß die Kriegsursachen ausgeschaltet werden. Der Krieg dürfe nur eine ultima ratio sein. Das internationale Zusammenleben dürfe nicht versteinern. Auch der ungarische Vertreter sprach von der schwierigen Lage Ungarns gegenüber dem Sanktionsproblem, besonders, da Ungarn wirtschaftlich auf den Absatz in Italien angewie- sen sei. Hierauf wurde die Aussprach auf morgen vertagt. Als erster Redner wird Aloisi sprechen. Frachtkonjunktur auf der Donau. Wien, 10. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die gegenwärtigen politischen Spannungen haben zu einer bedeutenden Belebung des Frachtverkehrs auf der Donau geführt. Die Donau- Dampfschiffahrt-Gesellschaft soll derartig stark beschäftigt sein, daß ihr 232 000 Tonnen fassender Gesamtladeraum nicht mehr hinreicht, alle Aufträge zu bewältigen. Selbst die beiden kürzlich fertiggestellten großen Schleppboote von je 1000 Tonnen konnten keine fühlbare Entlastung bringen. Bei den Verschickungen handelt es sich hauptsächlich um Vorratskäufe Italiens, aber auch anderer Staaten, wobei in erster Linie der Transport von Getreide und von Erdöl aus Rumänien eine Rolle spielt. Holland zu Sühnemaßnahmen • bereit. Haag, 10. Okt. (DNB.) In der Ersten Kammer erklärte Ministerpräsident Dr. C o l i j n , daß die niederländische Regierung ihren Völkerbundsverpflichtungen getreulich nachkommen werde. Die Regierung werde sich also auch an Sühnemaßnahmen beteiligen, wenn sie auch hinsichtlich der von ihr zu ergreifenden Ausführungsmahnahmen eine gewisse Vorsicht beachten werde. Die Regierung habe bereits Gesetzentwürfe vorbereitet, durch die die Einfuhr italienischer Waben und die Gewährung holländischer Kredite an Italien untersagt werden. Ferner besitzt sie nunmehr auch die Möglichkeit, ganz unabhängig von Völkerbundsaktionen Ausfuhrverbote für bestimmte Waren zu treffen, für die in Holland selbst ein dringendes Bedürfnis vorhanden ist. — Von letzterer Möglichkeit hat die Regierung sofort Gebrauch gemacht. Durch einen königlichen Beschluß ist die Ausfuhr von Benzin mit sofortiger Wirkung verboten worden, um die st arten Benzinaufkäufe, die sich in letzter Zeit in Holland bemerkbar machten, zu unterbinden. Heimliche Vesnedigung in Paris. Paris, 10. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Weigerung Oestereichs und Ungarns, an wirtschaftlichen und finanziellen Sühnemaßnahmen gegen Italien teilzunehmen, wird von der Pariser Presse mit einem leichten Unterton der Befriedigung hingenommen, sei es auch nur, um zu beweisen, wie berechtigt die französischen Bedenken gewesen seien, daß die Sühnemaßnahmen ernste Schwierigkeiten auslösen würden. „Oeuvre" stellt fest, daß d i e italienische Nord grenze außerhalb des Bereiches der Sühnemaßnahmen bleibt. Deshalb feien die meisten Vertreter in Genf sehr skeptisch über das Ergebnis der Sühnemaßnahmen geworden. Da man aber in Genf seit einigen Tagen den Eindruck habe, daß Italien in O st - afrika auf größeren Wider st and st o - ß e n könnte, als erwartet, würde die schlimmste Sühnemahnahme darin bestehen können, Italien seinen Krieg fortsetzen zu lassen. Man habe in Genf den Eindruck, daß England in sechs bis acht Wochen zur Blockade der italienischen Häfen in Eritrea und Jtalie- nisch-Somaliland schreiten werde. „Echo de Paris"meldet aus Genf, daß die Weigerung Oesterreichs und Ungarns niemanden überrascht habe, da zwischen Italien, Ungarn und Oesterreich das Abkommen vom 17. März 1934 bestehe. Das wichtigste Ergebnis der gestrigen Völkerbundssitzung bestehe darin, daß im Norden Italiens einschließlich der Schweiz nunmehr ein Loch bestehe, eine Eingangs- und Ausgangspforte, die die Mächte mit ihren Sühnemaßnahmen kaum schließen könnten. Man könne Italien daher nur sehr schwer von den von ihm benötigten Rohstoffen ab- schneiden. Hingegen würde eine gemeinsam durchgeführte Beschränkung derKäufe in Italien durch die anderen Mächte Italien in seinem finanziellen Aufbau schwer treffen und seine Goldreserven beeinträchtigen. Allerdings werde dieses Mittel nur sehr langsam wirken. Der „Petit Parisien" zeigt sich über die Haltung Ungarns nicht überrascht. Die von Oesterreich und Ungarn gezeigte Opposition könne für künftige Fälle zu denken geben. Wenn z. B. Zwei große europäische Mächte in Streit gerieten, genüge es, daß ein Staat mit dem Angreifer befreundet sei, um die Einstimmigkeit Genfs hinfällig werden zu lassen, und die Anwendung des Artikels 16 unmöglich zu machen. „Figaro" vermutet, die Englänoer würden zur Blockade Italiens schreiten, wenn zu viele Mächte sich den Sühnemaßnahmen entzögen. Die Dölkerbunds- juriften seien aber der Ansicht, daß Entscheidungen von solcher Tragweite nur nach vorheriger Beratung getroffen werden würden. peinlicher Eindruck in London. London, 10. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die Erklärungen der Vertreter Oesterreichs und Ungarns in Genf, daß ihre Länder sich nicht an Sühnemaßnahmen gegen Italien beteiligen könnten, haben in London großes Aufsehen erregt. Die Blätter sprechen von einer „Ueberraschung". Die Haltung Oesterreichs und Ungarns werde das geplante Sühneverfahren durch die übrigen Staaten nicht verhindern. Reuter meldet, in Genf werde die Ansicht ausgesprochen, daß weniger der Umfang der Sühnemaßnahmen als die bloße Tatsache, daß überhaupt Sühnemaßnahmen angewandt werden, entscheidend sein werde. Ein politischer Beobachter in Genf habe sogar zynisch erklärt, die schlimmste Sühnemaßnahme wäre es, wenn man Italien den Krieg in Abessinien fortsetzen lasse. „Daily Telegraph" sagt, der Gerechtigkeitssinn verlange, daß man „das grausame Dilemma", in dem sich besonders Oesterreich befände, anerkenne. Es sei zwischen der Treue zu einem starken Freunde und der Treue zu einem hohen moralischen Grundsatz zerrissen. Trotzdem hätte es mehr als andere Länder in Europa zu verlieren, wenn die kollektive ©irfjer» I I !■ III...........■——MB heit und die Anwendung von Sühnemaßnahmen auf Grund seines Verhaltens topediert werden sollte. „Daily Mail" schreibt: Wenn noch irgendein Zweifel über die wirtschaftlichen Störungen gestanden habe, die durch die Anwendung von Sühnemaßnahmen hervorgerufen würden, dann sei er durch die Erklärungen des österreichischen und des ungarischen Vertreters beseitigt worden. Ihre Befürchtungen fänden ein Echo bei mehreren anderen in Genf vertretenen Staaten und die Dölkerbundsver- sammlung werde sich wahrscheinlich weiteren Absagen gegenübersehen. Ohne Einstimmigkeit seien aber irgendwelche Sühnemaßnahmen lächerlich und zwecklos. „Daily Expreß" sieht in dem Verhalten Oesterreichs und Ungarns den Beweis, daß „ein halber Völkerbund" keine Sühnemaßnahmen durchsetzen könne. Beabsichtige England etwa, Oesterreich, zu dessen Verteidigung es verpflichtet sei, zu boykottieren? „Oesterreich und Ungarn, die Verbündeten Italiens, haben die Frage der Auflehnung gegen die Sühnemaßnahmen auf die Tagesordnung gebracht." Der oppositionelle „Daily Herald" bringt Begeistertes Echo in Rom. Mailand, 10. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die italienische Presse feiert die Haltung der Vertreter Oesterreichs und Ungarns im Völkerbund, die als beispielgebend hingestellt wird. „Stampa" spricht von einer edlen Neubekräftigung der Freundschaft dieser beiden Staaten für Italien. Mit einem moralischen Mut, der dem Edelmut ihrer Länder würdig sei, hätten die Vertreter beider Staaten anstatt zu schweigen, offen ihre Gründe dargelegt und damit ein Beispiel gegeben. So wie Italien niemals, den Verrat vergessen werde, so werde es auch niemals diese freundschaftliche Geste vergessen. „Popolo d'Jtalia" sagt: Zwei kleine Staaten hätten sich mit großem Mut und mit nicht weniger großer Loyalität gegen den kalten, weltherrlichen und einschüchternden Willen derjenigen gestellt, welche glaubten, die Stärksten zu sein. Das seien die Freunde, auf welche Italien zählen könne, Italien werde das niemals vergessen. Oer Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Rom, 9. Okt. (DNB.) Die italienische Regierung hat ihren Gesandten in Addis Abeba telegraphisch ermächtigt, seine Pässe zu verlangen und seinen Posten zu verlassen. Graf Vinci wird spätestens Donnerstag von Addis Abeba nach Dschibuti abreisen. Gleichzeitig ist der italienischen Regierung vom hiesigen abessinischen Geschäftsträger die Mitteilung ^gegangen, seine Regierung wünsche, daß er sich oie Pässe aus händigen lasse und Italien verlasse. Diesem Wunsch wird in Kürze entsprochen. Damit sind die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern vom Donnerstag ob als abgebrochen zu betrachten. In Rom wird Wert darauf gelegt, zu betonen, daß die italienische Maßnahme auf eine Mitteilung aus Genf zurückgehe, wonach Abessinien die Abreise des italienischen Gesandten verlange. Der Abbruch der Beziehungen gehe also in beiden Fällen auf die Initiative Abessiniens zurück. Kleine politische Nachrichten. Die L a n d e s st e l l e n l e i t e r des Reichspropagandaministeriums traten am Mittwoch wieder zu einer Tagung in Berlin zusammen, wobei zunächst Reichsminister K e r r l über die Kirchenfrage längere grundlegende Ausführungen machte. Anschließend sprach Reichsminister Dr. Goebbels über aktuelle politische Fragen. Zum Schluß wurden verschiedene Spezialfragen behandelt. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Oktober 1935 6 651 924 gegenüber 6 542 168 am 1. September. Im Laufe des Monats September ist mithin eine Zunahme von 109 756 Teilnehmern (1,7 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. Oktober befanden sich 483 189 Teilnehmer, denen die Rundfunkgebühren erlassen sind. Der Präsident des Danziger Senats, Greiser, der auf Einladung der polnischen Regierung zur Jagd in den Karpathen weilte, hatte auf der Durchreise in Warschau eine kurze Aussprache mit Ministerpräsident S l a w e k, dem Außenminister Oberst B e ck, Finanzminister Z a - w a d z k i, Dizehandelsminister L e k n i ck i und dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses F ü r st e n Radziwill. Gegenstand der Besprechungen waren u. a. die Danzig-polnischen Hafenverhandlungen. Die veränderlichen Sterne. Von Dr. M Lindow, Münster. Wenn ein Astronom von Sternen schlechthin spricht, so meint er immer Fixsterne, nicht Planeten oder Kometen. Die Fixsterne scheinen einer gewaltigen Kugel angeheftet (hxae) zu sein und drehen sich mit ihr jeden Tag einmal um die Weltachse. Zueinander nehmen sie immer dieselbe Stellung ein, so daß man sie in Gruppen zu- sommenfassen kann, wie Städte zu einer Provinz. Ebenso, wie man auf einem Erdglobus die wichtigsten Städte eintragen kann, so auf dem H i m m e l s g l o b u s die hellsten Fixsterne Ebenso, wie man zur genaueren Darstellung der Erdoberfläche den Globus in Kartenblätter zerlegt, die ein bestimmtes Gebiet mit viel größerer Genauigkeit darstellen, macht man es auch mit dem Himmelsglobus. Ein Planet oder Komet kann hier ebensowenig einen bestimmten Platz erhalten, wie em Eisenbahnzug auf der Landkarte. Die Bedeutung der Orte mißt man gewöhnlich nach ihrer Einwohnerzahl (Weltstadt, Großstadt, Mittelstadt, Kleinstadt, Dorf, Flecken). Je volkreicher ein Ort ist, um so größer macht man den Kreis, der ihn auf der Landkarte abbildet. Genau so ist s auf der Himmelskarte; ein großer Kreis bedeutet einen besonders hellen Stern. Ob dieser an sich eine größere Leuchtkraft besitzt oder wegen feiner größeren Nähe auf unsere Netzhaut kräftiger wirkt, tut hier nichts zur Sache. Man rechnet die hellsten Sterne zur e r st e n Größenklasse, dann folgt die zweite usf., bis man bei der sechsten Klasse auf Sterne kommt, die das unbewaffnete Auge noch gerade wahrnehmen kann; bei Fernrohrbeobachtungen muß diese Skala natürlich noch viel weiter fortgesetzt werden. Ein Stern erster Klasse ist etwa zweieinhalbmal so hell wie einer der zweiten, dieser strahlt wieder zweieinhalbmal so stark wie einer der dritten usw. Der Begriff „Großstadt" umfaßt Orte von 100 000 bis 499 999 Einwohnern, wenn man die „Weltstadt" mit 500 000 beginnen lassen will. Eine genauere Vorstellung von ihr erhält man erst durch eine fd,ärferc 6rfafiung der betreffenden Ziffer sie ist -> B für Stettin 2,6 Hunderttausend. Auch die Lniateit der Sterne ändert sich nicht sprungweise: um sie genauer zu bezeichnen, muß man an dl- aanzen Zahlen Dezimalstellen anhangen, so liegt ? B die Helligkeit eines Sterne- 2^5. Graß- genau t Mitte zwischen der eines Normalsternes 2. eines Norma st-rnes S. Größe. Beim Wagen ^ Großen Barens ist die Helligkeit der ItebTn Hauptsterne, °°m äußersten D-ichselstern an gerechnet, 2,3; 2,4; 2,2; 3,5; 2,7; 2,6; 2,0. Wenn man nachprüft, wird man zum mindesten leicht feststellen können, daß der mittlere Stern, die Ansatzstelle der Deichsel, weitaus schwächer leuchtet als die andern. Das Reiterchen (Alkor) gar, in unmittelbarer Nähe des zweiten Sternes gelegen, ist nur 4,2. Größe. Die Einteilung nach Größenklassen ist uralt; man kann sich daher das Erstaunen des ostfriesischen Pfarrers David Fabricius vorstellen, als er am 13. August 1596 im Sternbild des Walfisches (cetus) einen Stern zweiter Größe (also so lichtstark wie der hellste Bärenstern) entdeckte, den er vorher nie dort gesehen hatte. Er gab ihm den Namen „Mira ceti“ (mirus=rounberbar). Nur einige Wochen leuchtete er, dann wurde sein Licht so schwach, daß er dem unbewaffneten Auge entschwand. Das Fernrohr war aber damals noch nicht erfunden. Nach einiger Zeit kam er wieder zum Vorschein, und der Vorgang wiederholte sich. Im Jahre 1667 fand Montanäri, daß der Stern Beta im Perseus (Algol) ebenfalls veränderlich ist. Weitere Entdeckungen folgten, so stellte' Good- ricke den Lichtwechsel von Beta im Schwan fest. 1840 kannte man erst 23 veränderliche Sterne, heute mehr als 6000! 1844 gab Argelander fein berühmtes Stufe n s ch ä tz u n g s v e r f a h r e n an. Der zu untersuchende Stern wird mit zwei anderen von bekannter, gleichbleibender Helligkeit, z. B. 3. und 4. Größe, verglichen. Ist er heller als der eine und schwächer als der andere, so braucht er nicht gerade 3,5. Größe zu sein, er kann auch etwa die Größe 3,2 oder 3,7 haben. Wie man mit den geringoptischen Mitteln nach Argelander den richtigen Wert findet, kann hier nicht näher auseinandergesetzt werden. Wir übergehen auch eine ganze Reihe oon Apparaten, die ersonnen wurden, um die Beobachtungsgenauigkeit zu steigern, und wenden uns gleich den modernsten zu, dem Blinkkom- parator und dem Plattenphotometer. Der Blinkkomparator vergleicht zwei photographische Platten, die zu verschiedenen Zeiten von derselben Himmelsgegend ausgenommen wurden. Veränderliche Sterne verraten ihr Dasein durch Aufblinken. Das Plattenphotometer dient zur Messung der Größenklasse. Das Licht wird in Elektrizität übergeführt, deren Stärke leicht bestimmt werden kann. Sie erlaubt dann einen Rückschluß auf die Helligkeit, die der Stern zur Zeit der Aufnahme hatte. Gegenüber der visuellen Methode hat dies Verfahren verschiedene Vorzüge: Es ist unabhängig oon der Witterung, denn die einmal hergestellten Platten können jederzeit im Laboratorium untersucht werden mit all den Tausenden von Sternen, die sie enthalten. Zum andern sind die Messungen exakt, d. h. den physiologischen Fehlerquellen des elementaren Verfahrens entzogen. Die Genauigkeit ist viel größer. Das Ergebnis dieser Beobachtungen ist die L i ch t- kurve des Veränderlichen. Jeder hat wohl einmal gesehen, wie ein Registrierthermometer die Temperaturkurve eines bestimmten Ta- ges aufzeichnet. Auf einer waagrechten Linie find die Stunden des Tages in gleichmäßigen Abständen abgetragen; ein Schreibstift geht um fo weiter nach oben, je heißer es ist; wird es kälter, so senkt er sich bis zur Nullinie oder, bei Temperaturen unter 0 Grad, noch weiter. Auch ohne diesen Mechanismus könnte man dieselbe Kurve erhalten, wenn man in angemessenen Zeitabschnitten ein gewöhnliches Thermometer ablesen und die Messungsergebnisse senkrecht zu jener Normalgeraden, der Höhe der Quecksilbersäule entsprechend, abtragen würde. Es müssen dann nur noch die so ermittelten Endpunkte durch eine Kurve verbunden werden. Ebenso geht man bei den Veränderlichen vor, nur daß man nicht Temperaturgrade, sondern Helligkeiten, in Größenklassen, zeichnerisch darstellt. Bei Algol verläuft die Lichtkurve 2 Tage 11 Stunden lang horizontal (gleichbleibende Helligkeit). Dann senkt sie sich in 4 Stunden 54 Minuten zu einem Minimum hinab, um in derselben Zeit wieder zur Normalhelligkeit anzusteigen. Ein Minimum trat am 30. September d. I. um 20 Uhr 6 Minuten ein, die folgenden erhält man, wenn man diese Zeit um 2 Tage 20 Stunden und 49 Minuten vermehrt und dieses Verfahren wiederholt. Bei Beta Lyrae müssen wir ein Haupt- und ein Nebenminimum unterscheiden. Die Lichtkurve ähnelt einem großen lateinischen „M“, in dem man die Ecken durch Bogen abgeschliffen hat, die der Sterne vom Typus Delta Cephei zeigt einen schnellen Anstieg und ein allmähliches, oft wellenförmiges Abfinken. Während der Ablauf des Lichtwechfels bei den bisher aufgeführten Klaffen streng periodisch ist, wechselt die Periode bei Mira Ceti, sie kann zwischen 320 und 370 Tagen liegen. Auch die Gestalt der Lichtkuroe ändert jedesmal ihr Aussehen. Derart unregelmäßige Veränderliche gibt es viele; den gigantischen Abschluß dieser Gruppe bilden die „Neue n" Sterne, z. B. die im Dezember 1934 entdeckte „Nova Herculis“. Hier haben wir einen steilen Anstieg von ganz geringer bis zu äußerst starker Helligkeit, dem ein langsamer, meist wellenförmiger Abfall folgt, bis das Objekt wieder dem unbewaffneten Auge für immer entschwindet. Wie erklärt man sich die Veränderlichkeit jener weltenwett entfernten Glutbälle? Nun, im einfachsten Fall, A l g o l t y p u s , kann man allen Erscheinungen gerecht werden, wenn man annimmt, daß ein heller Stern von einem verhältnismäßig dunklen regelmäßig umkreist und durch den Vorübergang teilweise verfinstert wird. Bei Beta Lyrae ist der Abstand zwischen den beiden Sonnen so gering, daß ihre gegenseitigen Anziehungskräfte ausreichen, ihre Kugelgestalt in eine Eiform umzuwandeln. Von den Delta-Cephei- Sternen meint man (nach einer der möglichen Hypothesen), daß sie sozusagen „atmen". Sie vergrößern und verkleinern sich mit periodischer Regelmäßigkeit, sie führen „Pulsationen" aus. Für die unregelmäßigen Veränderlichen gibt es eine ganze Reihe oon Erklärungen, die nicht immer befriedigen; bei den „Neuen" Sternen müssen wir wohl an eine Weltkatastrophe denken. Zeitschriften. — Das Oktoberheft der „Zeitwend e" (Wiehern- Verlag, Berlin-Spandau, Ev. Johannesstift), stellt die Frage: „Ist Nietzsche zeitgemäß?" Auf den ersten Blick möchte man sie bejahen. Der Künder eines kämpferischen Ethos, einer tragisch-heroischen Lebensauffassung könnte als der Philosoph des neuen Deutschland erscheinen. Aber bei näherem Zusehen ändert sich das Bild: Nietzsche hat nicht nur jede Form des Sozialismus entschieden abgelehnt, sondern stand als „guter Europäer" auch dem Nationalsozialismus völlig fern. Don Jahr zu Jahr werden seine Urteile über unser Volk geringschätziger, während er das Judentum als einen wesentlichen Bestandteil der von ihm ersehnten neuen Mischrasse ansieht, die der Träger der künftigen , Vereinigten Staaten oon Europa" werden soll. Karl Kindt zieht das Fazit aus Nietzsches Stellung zum deutschen Volke. In die Tiefen persönlichsten geistigen Ringens mit Nietzsche und den durch ihn wachgerufenen Fragen führt eine Betrachtung von Dr. Tim Klein, die höchst eindringlich das Nietzsche-Erlebnis eines nahen Freundes schildert: sein anfängliches Gepacktsein durch den Dichterphilosophen, dann seine enttäuschte Abwendung von dem Vernichter aller Werte, seinen Weg von Nietzsche zu Kant und schließlich — durch die „Höllenfahrt der Selbsterkenntnis" hindurch —- zu Luther. Im Mittelpunkt des Heftes steht eine umfassende Betrachtung über „Nietzsche und die reformatorische Botschaft" (von D. Dr. Earl Schweitzer). Einen epischen Ruhepunkt zwischen diesen Aufsätzen bildet der Beginn einer Erzählung von Otto Freiherrn von Taube „Das Mysterienspiel zu Eisenach", die in feiner Weise die Frage nach dem „christlichen Fürsten" stellt. — Die „Umschau" enthält einen lebendig vergegenwärtigenden Gedenkaufsatz Michael Schneiders zum $50. Geburtstag von Heinr. Schütz« Wirtschaft 1159: 1163: bestaunen kann. 3% v. H. heraufgesetzte Privatdiskontsatz von regulierenden Stelle gestern wieder auf 3 v. $). mäßigt. 1160: 1162: der er» gemacht hat. Die Wundergans wurde dem Naturschutzpark in Lenox übergeben, wo man f" stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. * * Privatdiskontsatz a u f 3 v. H. ermäßigt. Infolge der wieder eingetretenen Verflüssigung am Geldmarkt und der im Zusammenhang damit erhöhten Nachfrage nach Privatdiskonten wurde der am 27. September um % auf Die Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: Bekanntmachung KP 35 der Ueberwachungs- ftelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. Errichtung eines Einfuhrbüros in Schweden. Liste der in Estland bewilligungspflichtigen Waren. Rhein-Mainische Börse. Mttagsbörse: Aktien weiter schwächer, Renten gehalten. Frankfurt a. M., 9. Oft. Die Börse hatte wieder einen schwächeren Aktienmarkt. Eine gewisse Kapitalumschichtung durch Tauschoperationen von Aktien in Renten ist unverkennbar. Dadurch war die schwächere Entwicklung am Aktienmarkt und dagegen die feste Haltung des Rentenmarktes im wesentlichen bedingt. Besondere Anregungen lagen im übrigen für die Kursentwicklung nicht vor. ZG. Farben waren bei größeren Umsätzen um 1 v. H. auf 149,50 abgeschwächt, auch Erdöl 1,25, Metallgesellschaft 1, Rütgers 1,50 v. H. schwächer. Am Eelektromarkt gaben Schuckert stärker um 2,25 v. S). „Altersrekorde^beipflanzenundTieren Wenn ein Mensch wirklich einmal 120 Jahre alt geworden ist, dann bestaunt das alle Welt — wir wissen aber, daß beispielsweise Papageien und Schildkröten doppelt so alt werden können. Den „Rekord" auf diesem Gebiet halten aber gewisse langlebige Bäume. So wird das Alter des ältesten Baumes in Deutschland auf nicht weniger als 1400 Jahre geschätzt — der Baum hat also schon zur Zeit der Völkerwanderung existiert. Dieser „Rekordbaum" ist eine Eibe in Hennersdorf (Oberlausitz). Obwohl diese Eibe, deren Umfang fünf Meter beträgt, innen hohl ist und 1931 ausgebessert werden mußte, grünt sie noch immer und wird alljährlich von vielen Naturfreunden aufgesucht. Man nimmt allerdings an, daß diese uralte Eibe nur noch einige Jahrzehnte leben wird, wenn sie nicht schon früher einem Unwetter zum Opfer fällt. Als die ältesten und größten Bäume der ganzen Erde betrachtete man bisher die Mammut- bäume im Westen der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Man spricht ihnen ein Höchstalter von 4000 bis 5000 Jahren zu. Vor kurzem hat sich ein Methusalem unter den Bäumen gefunden, der nachweislich noch ein weit höheres Alter erreicht hat. Es handelt sich um das besonders stattliche Exemplar einer sogenannten Montezuma-Zypresse, die südlich der Stadt Mexiko wächst. Durch Zählen der Jahresringe an einem kürzlich abgebrochenen großen Aste dieses Baumriesen hat man für ihn ein Alter von mindestens 7000 Iahren ermitteln können! Auch einen „Rekord" auf diesem Gebiet stellt das Alter fossiler Eier dar, die in letzter Zeit von verschiedenen Expeditionen gefunden wurden. In China fand man fossile Eier, die 15 Zentimeter lang sind und deren Schale eine Stärke von 3 Millimeter hat. Sie sind also bedeutend größer als die seinerzeit in der Mongolei gefundenen Dinosauruseier. Die jetzt gefundenen Eier stammen nach dem Ergebnis der angestellten Untersuchungen von Straußenvögeln, die beträchtlich größer waren als ihre jetzt lebenden Nachkommen. Nach den geologischen Schichten, in denen die Eier gefunden wurden, zu urteilen, müssen sie mindestens eine Million Jahre alt sein! Noch ganz erheblich ältere Eier hat eine vor kurzem zurückgekehrte Expedition der amerikanischen 7imui= nach, während die übrigen Kursrückgänge nur sie jetzt Bruchteile eines Prozentes ausmachten. Gesfürel I sogar 0,40 v. H. fester. Chade-Aktien um 1 bis 2 Harvard-Universität gefunden. Sie fand bei geologischen Grabungen in Texas eine noch ziemlich gut erhaltene Eierschale, deren Alter von den Wissenschaftlern auf mindestens 200 Millionen Jahre geschätzt wird. Das Ei stammt wahrscheinlich von einer Echsenart. pflanzen leben in 4000 Meter Tiefe! Bisher nahm man an, daß das Pflanzenleben auf dem Meeresgrund in einer Tiefe von 400 Metern zu Ende ist. Neuere Forschungen in der Adria zeigten aber, daß dort Pflanzen noch 1200 Meter tief angetroffen werden. Aber mit dieser Tiefe ist noch lange keine Grenze erreicht, denn der deutsche Biologe Professor H e n s ch e l, der die letzte deutsche Meteorexpedition begleitet hat, konnte einwandfreie Anzeichen feststellen, daß selbst in einer Tiefe von 4 0 0 0 Meter das Pflanzenleben noch nicht völlig erstorben ist. Fast ebenso schwierig wie das Leben in solchen Tiefen ist für die Pflanzen die Aufgabe, sich in den fast regenlosen Wüsten Afrikas und Asiens gegen die klimatische Ungunst dieser Gebiete durchzusetzen. Eine besondere „Rekordleistung" in dieser Beziehung vollbringen gewiße Wüstenpflanzen, denen die Natur auf eine ganz besondere Weise in ihrem Kampf ums Dasein geholfen hat. Sie hat den Pflanzen nämlich Pfahlwurzeln gegeben, die die gewaltige Länge von rund 4 0 Metern haben und daher sehr tief in den Wüstenboden eindringen können. Erst in der Nähe des Grundwasserspiegels, der in diesen Gegenden meist in 40 Meter Tiefe liegt, verzweigen sie sich und saugen das für ihr Wachstum nötige Wasser auf. (Spinnenfaden ist zäher als Stahl! Ein „Rekord" ganz besonderer Art wird von der Spinne aufgestellt: es hat sich nämlich erwiesen, daß ihr Faden an Festigkeit alle Erzeugnisse der Technik übertrifft! Wie neue Versuche von Professor Inglis in Cambridge kürzlich ergeben haben, ist dieser Naturfaden bedeutend bruchfester als der beste Stahldraht. Während man an einem Klaviersaitendraht, einem der besten Stahlerzeugnisse, der einen Millimeter Durchmesser hat, 380 Kilogramm aufhängen kann, könnte man an einem gleichstarken Faden einer Spinne mehr alsdas Doppelte, nämlich 900 Kilogramm aufhängen, bevor er reißt. Noch deutlicher werden die hervorragenden Eigenschaften des Fadens, wenn man feine Reißlänge untersucht, also jene Länge, die er freihängend zu tragen vermag und die bekanntlich die zulässige Spannweite einer Drahtseilbrücke bestimmt. Könnte man nämlich genügend Spinnweben beschaffen und daraus ein Seil flechten, so wäre es möglich, an ihm eine Brücke von Dover nach Calais über den Aermelkanal aufzuhängen! Höchstleistungen der Natur Aus der ^liekordliste^ der Tiere und pflanzen. Von Dr. Ernst Lehmann. v. H. schwächer. Von Montanwerten gaben Rheinstahl um 2, Stahlverein 0,75, Laura 1, Harpener 0,25 v. H., Buderuns 2 v. H. nach. Auch Bau- und Zementaktien wieder schwächer, so Berger Um 0,65, Heidelberg um 1 v. H. Von Maschinen und Motorenwerte verloren Moenus 0,75, Daimler 0,50 v. H. Am Zellstoffmarkt setzten Waldhof ihren Rückgang um 1,75 v. H. fort, sonst verloren Eisenhandel 1, Bemberg 1, Aku. 0,25, Westd. Kaufhof 0,40, AG. Verkehrswesen 1, Hapag 0,13, Reichsbahn-Vorzugsaktien 0,13 v. H. Banken besser gehalten, Reichsbank unverändert, Braubank 1 v. H. höher. Renten wie erwähnt weit besser gehalten, Altbesitz zu dem erhöhten Abendbörsenkurs von 111,13 behauptet, Kommunal-Umschuldung und Zinsvergütung weiter gefragt. Dollarbonds etwa 0,25 v. H. schwächer. Im weiteren Verlaufe trat am Aktienmärkte eine allgemeine leichte Erholung ein, ohne daß sich das Geschäft besonders belebte. IG. Farben zogen auf 150,25 an, nachdem sie vorher auf 149,25 zurückgefallen waren. Auch an den übrigen Märkten waren Kursbesserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. zu verzeichnen. Renten setzten ihre Befestigung nochmals in mäßigem Ausmaß fort, Altbesitz auf 111,25 (ill,13) erhöht. Tagesgeld, das anfänglich noch knapp lag, später ziemlich flüssig unverändert 2,75 v. H. Abendbörse weiter freundlich. Die Abendbörse war weiterhin freundlich. Im Vordergrund standen Montanwerke aus den Bericht des Stählvereins hin. Im übrigen bestand Nachfrage zu den Mittagsschlußkursen. Die Hauptwerke lagen etwa 0,25 v. H. über Mittag. Auch für Renten erhielt sich das Interesse und die freundliche Grundstimmung. Im Verlauf wurden weitere Kurssteigerungen erzielt, so lagen Waldhof 0,50, Daimler 0,13, IG. Farben insgesamt 0,65, Stahlverein um 0,65 v. H. auf 82 über Mittagsschluß. Dollarbonds waren 0,25 v. H. höher gefragt. Renten blieben ruhig, aber weiterhin fest. IG. Farben schlossen 151 Geld. Ablauf der italienischen Einfuhrlizenzen für das dritte Vierteljahr. 1164: Die neuen Zolländerungen in Estland. 1165: Bekanntmachung KP 36 der Uederwachungs- Die Rekorde, die in unserer an Höchstleistungen jeder Art ja ganz besonders interessierten Zeit der Mensch aufstellt, werden im Reich der übrigen Natur recht häufig weit überboten. Immer wieder überrascht uns die unerschöpfliche Natur mit neuen „Superlativen", die von der modernen Wissenschaft festgestellt werden. Wir wollen uns einige der neuesten Beispiele aus dieser „Rekoro- liste" etwas näher ansehen. 100 Meter in 3,7 Sekunden! Die berühmteste „Sprinterstrecke" unserer Leichtathleten führt bekanntlich über die 100 Meter. Zur Zeit steht der Rekord für diese Strecke — der Amerikaner Paddock hält ihn — auf 10,4 Sekunden. Der schnellste Läufer im Tierreich, die Gazelle, unterbietet diesen Rekord Naturgemäß recht erheblich: sie läuft die 100 Meter in 3,7 Sekunden! Ein erstklassiges Rennpferd steht ihr an Geschwindigkeit kaum nach — man hak einen derartigen „Rennpferd-Rekord" mit 3,95 Sekunden gestoppt. Der Windhund ist etwas langsamer: es wurde bei englischen Windhunden eine Zeit von 4,3 Sekunden für die 100-Meter-Strecke gemessen. Der Rekord des Hasen steht mit etwa 5 Sekunden dem des Windhunds nicht allzu viel nach. Wer fliegt am schnellsten? Was werden Sie wohl auf diese Frage antworten? Vielleicht halten Sie den Adler für den schnellsten Vogel — indessen steht der „König der Lüfte" mit maximal 60 Kilometer Stundendurchschnitt ziemlich weit unten in der „Rekordliste" der Tiere; für kurze Strecken steiyt die Geschwindigkeit allerdings bis auf fast 90 Kilometer pro Stunde. Brieftauben haben bet längeren Flügen einen Stundendurchschnitt von etwa 70 Kilometern erreicht, der Falke fliegt mit fast 100 Kilometern pro Stunde. Weit schneller als sie ist unsere Schwalbe, die für kurze Strecken auf etwa 140 Kilometer pro Stunde kommt, bei längeren Strecken aber nur einen Stundendurchschnitt von ungefähr 50 Kilometern erreicht. Den „Geschwindigkeitsrekord" unter den Vögeln hält überraschenderweise die Wildente. Sie erreicht als Höchstgeschwindigkeit etwa 135 Kilometer pro Stunde, bei Dauerleistungen etwa 120 Kilometer pro Stunde. Den absoluten Schnelligkeitsrekord im Tierreich hält aber nach den Untersuchungen von Prof. T o w n s e n d (London) eine Fliege (Cephenomya) Hie in der Minute 23 Kilometer zurücklegen soll. Das entspräche theoretisch einer Stundengeschwindigkeit von 1380 Kilometer. Natürlich kann die Fliege nicht stundenlang derart rasch fliegen, es handelt sich immer nur um Flüge von einigen Sekunden. Genaue Geschwindigkeitsmessungen an Insekten sind naturgemäß recht schwierig. Man hat für das Abendpfauenauge eine Stundengeschwindigkeit von 6 Meter angegeben, für Libellen 15 Meter. Die Stubenfliege legt „nur" 1,7 Meter in der Sekunde zurück, während die oben erwähnte Fliege etwa 380 Meter schaffen soll — wahrlich eine „Rekordleistung", die bewunderungswürdig ist. Oauerflugrekorde und Transatlantikflüge. Den „Dauerflugrekord" aller Lebewesen hat zweifellos die Polarmöve inne, die jedes Jahr die ganze Erde überfliegt. Im Sommer wohnt sie in der Nähe des Nordpols und erledigt dort ihr Brut- gefchäft zu einer Zeit, in der die Polarsonne viele Wochen überhaupt nicht untergeht und die „Nächte" also vollkommen fehlen. Dann macht sie sich auf die Reife und fliegt bis zur Gegend des Südpols hinunter, wo sie sich während der Zeit der südlichen Mitternachtssonne (im Winter) aufhält. Dann fliegt sie wieder nach Norden zurück, sie macht also jährlich eine Reise von etwa 40 000 Kilometer Länge! Dafür genießt sie aber auch den Vorzug, zweimal im Jahre Sommer mit monatelang dauerndem Tage zu haben. Ebenso bemerkenswert ist der Transatlantikflug einer Wildgans, den man kürzlich registrierte. An der nordamerikanischen Küste wurde eine junge Wildgans gefangen, die sich auf ihrem ersten Herbstflug befand. Die genauere Untersuchung des Tieres ergab, daß es sich um eine europäische Graugans handelte, und zwar ließ sich die Zugehörigkeit zur europäischen Rasse einwandfrei fest- stellen. Es ist das der wohl einzigartige Fall, daß eine Gans über den Ozean — vermutlich mit Hilfe besonders günstiger Winde — nach Amerika geflogen ist. Man nimmt an, daß sie den Weg über Island und Grönland gewählt und dort Etappen Es notierten: Altbesitz 111,13, 6 v. H. Stahlbonds 101,90, Farbenbonds 124, Lissabon Stadtanleihe 56, 4 v. H. Rumänen 4,60, 4 v. H. Schweizer Bundesbahn 194, 3,50 v. H. do. 183, Commerzbank 88, DD.-Bank 88,50, Dresdner Bank 88,50, Harpener 111,50, Kali Aschersleben 132, Mannes- mann 85,40, Rheinstahl 107,25, Laurahütte 21,50, Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 10. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 54 Rinder (9 Ochsen, 19 Kühe, 26 Färsen), 649 Kälber, 223 Schafe, 126 Schweine. Es kosteten: Kälber 45 bis 70 Mark, Hümmel 38 bis 42, Schafe 35 bis 40, Schweine 54 Mark. — Marktverlauf: Kälber, Schafs und Hämrnel lebhaft, Schweine wurden zugeteilt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Okt. Arn Getreidemarkt waren die Umsätze nicht sehr groß. In Weizen überwog das Angebot. Hafer war eher gefragt. Auch am Mehlmarkte trat bei sehr ruhigem Geschäft gegen die Vorwoche keine Veränderung ein. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in Mark: Weizen W13 201, W 16 204, W 19 208, W 20 210; Roggen R 12 164, R 15 167, R 18 171, R 19 173, Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste nicht notiert. Sommergerste für Brauzwecke 200 bis 210; Hafer nicht notiert. Weizenmehl W 13 27,85, W16 28,10, W 19 28,10, W 20 28,45; Roggenmehl R 12 22,65, R15 23,—, R18 23,45, R 19 23,70, zuzüglich 0,50 Mark Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,10 bis 17,25; Weizenfuttermehl 13,50; Weizenkleie W 13 10,65, W 16 10,80, W 19 11,—, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 18 10,40, R 19 10,50, Mühlen-Feftpreis ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30, Treber und Trockenschnitzel nicht notiert. Heu 7,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 3,— bis 3,40, dasselbe, gebündelt, 2,60 bis 2,80. Tendenz: ruhig. Schweinemarkt in Schotten. § Schotten, 9. Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt in unserer Stadt standen 326 Ferkel, Läufer- und Einlegschweine zum Verkauf. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel bis 15 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 16 bis 20 Mark, 8 bis 13 Wochen alte Ferkel 22 bis 23 Mark, Läuferschweine bis zu 27 Mark, Einlegschweine bis zu 40 Mark pro Stück. Das Handelsgeschäft verlief mittelmäßig, es verbljeb geringer Ueberftanb. Rundfunkprogramm. Freitag, 11. Oktober. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8: Wasserstandsmeldungen, Zeitangabe, Wetterbericht. 8.10: Gymnastik. 10: Sendepause. 10.15: Schulfunk. „Werner von Siemens und sein Werk." Von E. Heinrich und F. W. Brandt. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.45: Bauern* funk. 12; Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14.15: Mitten im Werktag. Sozial- und Wirtschaftsdienst in bunter Folge. 15.15: Für die Frau. Eine Funkfolge aus Dichtungen von Hermann Löns. 16: Kleines Konzert. 16.30: Bunte Platte. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugendfunk. Eine „Neue" im Heimabend. 19: Unterhaltungs- konzert. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der Nation. Felix Draefeke zum 100. Geburtstag. 20.55: Wir komponieren einen Strauß-Walzer und eine Strauß-Ouvertüre. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Das Rundfunkschrifttum. Sprecher: Dr. Heinrich Waffenschmidt. 22.30: Sportschau der Woche. 23: „Das Gewissen." Zwei besinnliche Geschichten von Fritz Müller, Partenkirchen. Samstag, 12. Oktober. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingts zur Morgenstunde. In der Pause: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9: Nachrichten. 10.15 bis 10.45: Schulfunk „Das junge Deutschland". Idee und Gestalt. 11.45: Bauernfunk. 12: „Buntes Wochenende". 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: „Buntes Wochenende". 14: Nachrichten. 14.15: Mitten im Werktag. Sozial- und Wirtschaftsdienst in bunter Folge. 15 bis 15.55: Jugendfunk. 16: Der frohe Samstagnachmittag des Reichsfenders Köln. 18: Das glückhafte Schiff. 18.20: Stegreif- fendung. 18.30: Wir schalten ein! Das Mikrophon unterwegs. 18.40: Aus der Wunderwelt der Natur. 19: Der König braucht Soldaten. Eine bunte Folge von älterer deutscher Marschmusik. Dazwischen eine Szenenfolge: „Der König und die lange Jungfer"^ Nach einer verbürgten Anekdote. 19.45: Die Wochenschau des Zeitfunks. 20: Nachrichten. 20.10: Ruf der Jugend. 20.15: Froher Feierabend der Betriebs- gemeinschaft IG. Farben, Werk Höchst. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 22.20: „Schall macht platt und nimmer kehrt er wieder". 23: Tanzmusik zum Wochenende. 24 bis 2: Nachtkonzert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt 0.271 Berlin Schluß- kurs Gchlußk. Abend« börsr Schluß« kurs Gchlußk. Mittag« börse 'Datum 8-10. 9.10. 8.10. 9-10. 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1994 &y3% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4l/i% Deutsche ReichSpostschatzan- Weisungen von 1934, 1....... 6% e^em.8% Hess. BollSstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............ 4Vi% ehem. Hessische LandeSbank Darmstadt Gold R. 12........ Sy,% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... 4y.% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provtnz.Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten * ¥2% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 • y»% ehem. 4%% Franks. Hyp^ Bank-Liqu..Pfandbriefe....... • H% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpse..... 4¥i% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- nriesanstalt, Pfandbriefe R. 18 <%% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- Sriefanst., Gold Komm. 061.VI Gteuergutlch.Verrechnungsk. 85-89 4% Oesterretchische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Gtlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 4y,% desgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 Bagdadbahn. Anleihe 100 97 101,75 111,25 100 96 96,13 100,25 114,9 96,25 100.55 100,75 97 97 107,3 27,5 9,25 9,1 9,13 10,25 100,4 97 102,75 111,13 100 95,75 96,13 100,5 115 96,25 100,5 100,75 97 97 107,3 27 8,9 8,75 8,9 10,25 100,13 97,2 102 111,13 100,13 96 115 100,75 97 97 107,3 27,75 1,4 9,05 9 9,25 10,25 10J5 100,13 97,3 102,75 111,25 100,1 115 100,65 97 97 107,3 28 S 8,6 8,25 10,25 10 Frankfurt a. M Berlin Schlußkurs Schluck. Abendbörse Schlußkurs Gchlußk. Mittagbörse Datum 8.10. 9-10. 8.10. 9.10 4% de-gl. Serie II ............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4y7%Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2^% Anatolier ............... Hamburg-Amerika-Pakel .....o Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Serltner Handelsgesellschaft ... 5 Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto. Gesellschaft................0 Dresdner Bank..............0 RetchSbank ........ 12 A.E.G......................0 Bekula.................... 10 Elektr. LieferungSgelellfchaft... 5 Licht und Kraft ........... 6Yt Felten & Guilleaume......... 0 Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........ 5 Rhein. Wests. Elektr..........6 Schuckert L Co............... 4 Siemens L Halske.......... 7 LahmeyerLLo..............7 Buderus ..... 0 Deutsche ErdSl..... . ..... 4 5,8 4,75 39,25 16,4 18 78 111 88,4 89 89 171 38 142,65 110 130,25 105,75 122 122,75 120 167 133 102 106,25 111,75 91,25 126 89 65 5,7 4,6 38,8 16 18 77,5 111 88 88,5 88,5 171,5 37,75 142,4 110 131,5 104 122,4 122,75 119 166,75 100 105,5 111,5 91,75 160 125 89,75 85,4 10,75 5,8 8,6 4,75 38,75 16 17,75 78,5 111 88 89 89 170,5 37,9 142,9 110 131 104,75 122,5 132 123 119,75 167 101,5 105,13 112,25 91 163 125,25 89 6fi 10 5,65 4,75 38,9 16 18 78 111,9 88 88,5 88,5 172 37,9 142-65 110 130,75 104 123,75 131 122,5 119,75 167 130,5 101 106 111,5 91,75 124,5 89,25 85,25 Haroener................... 0 Hoejch Eisen—Köln-Neuestea .. 0 Me Bergbau ............... 6 alfe Bergbau Genüsse ........ 6 Klöcknerwerke ............. Mannesmann-Rohre« ........ 0 Frankfurt a. M. Berlin Schluß« kurs Gchlußk. Abend- börse Schlußkurs Gchlußk. Mittag- börse Datum 8.10. 9-10. 8.10. 9.10. ManSselder Bergbau .. ....... • 117,5 117 116,5 116,75 Kokswerke ........... .......5 - •— 117,25 116,75 Phönix Bergbau...... .......0 — Rheinische Braunkohlen ..... 12 215,75 _ 216 215,65 Nheinstahl ........... .....sy, 107,5 107,25 107 107,5 Vereinigte Stahlwerke. .......0 80,75 82 81,13 81,4 Otavi Minen ........ .......0 18,25 18,5 18,65 18,5 Kaliwerke Aschersleben. ....... 6 131 132 131 130 Kaliwerke Westeregeln. .......6 122 122,5 122 Kaliwerke Salzdetfurth .....?y, — 183 183,75 182,5 3. G. Farben-Industri« .......7 150,5 151 151 150,5 Scheideanstalt........ .......9 237 237 Goldschmidt ......... .......0 105,75 105 105,5 105,25 RütgerSwerle........ ........ 115,25 113,75 115,13 114,25 Melallgeiellschast...... ....... 4 108 107 108,75 107 Philipp Holrmann .... Zementwerk Heidelberg Lementwerk Karlstadt.. .......0 92 91 91,5 90,25 ......6 117,25 130 116,5 130 — Schultheis Patzenhoser ....... 4 _ _ 103,5 104,75 Aku (Allgemeine Kunstseide) .. O 52,4 53,25 52,75 53,25 Bemberg............ .......O 107 107 107 106 Zellstoff Waldhof..... .......0 109,25 109 108,5 108,5 Zellstoff Aschaffenburg .......0 79,5 81,5 79 Dessauer Gas ........ .......7 — — 125,75 124,75 Daimler Motoren..... .......O 95,25 94,75 95,75 95,13 Deutsche Linoleum .... .......6 146,5 146 146,5 146 OrensteinL Koppel ... .......O 80,5 80,75 Westdeutsche Kaufhof.. .......0 24,75 24,4 24,9 24,9 Ehade ............... .......0 295 295 294 296 Aerumulatoren-Favrik ........ 173,5 — Lonti-Gummt........ .......8 152 150,75 152 — Gritzner............. .......0 30 29,5 I 31 1 30 Mainkraftwerke Höchst a.9U«. 4 91,25 ; 91 Süddeutscher Zucker ......... • I 209 209 1203,18 208,8 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 8.Oktober 9.Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld ' Brief Buenos Airn 0,682 0,686 0,678 0,682 Brüssel..... 41,96 42,04 41,96 42,04 Rio de Jan. . 0,146 0,148 0,144 0,146 3,047 3 053 Kopenhagen. 54,39 54,49 54,39 54,49 Danzig..... 46,81 46,91 46,81 46,91 London ..... 12,18 12,21 12,18 12,21 HelsingforS.. 5,365 5,375 5,365 5,375 Paris ...... 16,375 16,415 16,375 16,415 Holland .... 167,87 168,21 168,03 168,37 Italien..... 20,24 20,28 20,24 20,28 Japan ...... 0,710 0,712 0,710 0,712 Jugoslawien. 5,674 5,686 5,674 5,686 Oslo..... : 61,16 61,28 61,16 61,28 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon.... 11,045 11,065 11,045 11,065 Stockholm... 62,80 62,92 62,80 62,92 Schweiz .... 80,92 81,08 80,90 81,06 Spanien.... 33,93 33,99 33,94 34.00 Prag....... 10,305 10,325 10,305 10,325 Budapest ... — — Reu York ... 2,486 2,490 2,486 2,490 Berlin,g.Oktober Geld Brief - Amerikanische Noten.............. 2,438 2,458 Belgische Noten.................. 41.80 42,00 Dänische Noten ................. 54,18 54,4« Englische Noten ................. 12,145 12,185 Französische Noten............... 16,325 16,385 Holländische Noten .............. 167,61 168,29 Italienische Noten................ 19,46 19,54 Norwegische Noten .............. Deutsch Oesterreich. * IOC Schilling 61,00 61,24 Rumänische Noten............... — — 62,63 62,89 Schweizer Noten................. 80,72 81,04 Spanische Noten................. Ungarische Not« ............... 33,58 33,72