Nr. 2« Erster Blatt 185. Jahrgang Dienstag, 10. September 1935 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. „ - 25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen postscherttonto: Frankfurt am Main 11686 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prüft und Verlag: vrilhl'sche Universitäts-Such- und Steindruckerei ».Lange in Sichen. 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Manöver sollen dem Soldaten ein getreues Abbild des Ernstfalles geben, soweit sich das mit Friedensmitteln erreichen läßt. Manöver find daher keine Paraden. Seit die Steigerung der Waffenwirkung geschloffene, exerziermäßig bewegte Truppenformationen vom Gefechtsfeld verbannte, wurde aus einem Gefechtsexerzieren, das ursprünglich auch die Parade war, eine Friedensschau. Sie ist heute also nicht mehr ein Prüfstein foldatischen Könnens, nur die erwünschte Gelegenheit, Schwung und disziplinierte Geschlossenheit in Form und Haltung einer großen Oeffentlich- keit zu zeigen. Sie nimmt deshalb nur noch geringen Raum ein, in dem sehr reichhaltigen Programm der Ausbildung. Und das um so mehr, je kürzer die Dienstzeit ist. Trotzdem finden wir sie, wie eben erst in Lüneburg und Mecklenburg, oft als Abschluß der Manöver wieder. Das moderne Gefecht löst sich für den interessierten Zuschauer in einer Reihe von Einzelhandlungen auf, deren innerer Zusammenhang schwer zu Überblicken ist. Erst die Parade zeigt die geschlossene Truppe dem Vorgesetzten und der großen Schar der Zuschauer. Hier sehen sich Führer und Soldaten ins Auge. Hier erweist der Rythmus der Massenwirkung beim Klang der alten Märsche seine befeuernde Kraft. Die Truppe fühlt sich als straffe Einheit, als der sichtbare Ausdruck eines Willens, einer Idee. Der Soldat, der heute auf sich gestellt, als Einzelkämpfer seinen Weg an den Feind heran sucht, muß hin und wieder das Erlebnis dieser Geschlossenheit eines großen Truppenverbandes haben. Wenn in diesem wichtigen Dienstabschnitt ganze Truppenteile und Abordnungen aus allen Teilen des Reichs nachRürnberg fahren, um dort am „Tag der Wehrmach t", vor Führer und Volk Zeugnis abzulegen von ihrem Geist und ihrer Leistung, so hat das feine besondere Bedeutung. Der deutsche Soldat steht mitten im Leben seines Volkes, als dessen lebendiges Glied er sich fühlt. Das große Erlebnis des Parteitages, das Millionen der Volksgenossen in seinen Bann zieht, verlangt seine Gegenwart und Mitwirkung. Zwar beschränkt der gesteckte Rahmen den Umfang der Teilnahme. Rund 16 000 Mann vertreten die Wehrmacht. Aber auch die Gedanken der anderen Kameraden werden in Nürnberg weilen, der alten Reichsstadt, in der in diesen Tagen wieder einmal das Herz Deutschlands schlägt. Im vergangenen Jahr manifestierte die zum erstenmal stattfindende Beteiligung der Wehrmacht vor aller Welt die Einheit des Waffenträgers, mit der den Staat repräsentierenden und beherrschenden nationalsozialistischen Bewegung. In diesem Jahr gewinnt ihr Auftreten darüber hinaus eine weitere Bedeutung. Zwischen den beiden Nürnberger Tagungen liegt der historische Schritt des 16. März 1 935. Was damals ein glühender Wunsch aller Herzen war, eine Hoffnung, ist heute zur realen Wirklichkeit geworden: Deutschland hat feine Wehrfreiheit wieder. Diese bedeutungsvolle Tatsache als Erfolg der Staatsführung aibt dem Parteitag 1935 den Namen und sein besonderes Gepräge. Als Beweis der wiedererstandenen deutschen Wehrmacht wird ihr diesjähriger „Tag" ein verändertes Gesicht zeigen. Eine moderne Truppe, ausgerüstet mit den Waffen und Kampfmitteln, die ihr die Erfüllung ihrer Aufgabe gewährleisten, wird aus der Zeppelinwiese ihren Einzug halten. Alle drei Wehrmachtteile, Heer, Kriegsmarine und die neugeschaffene Luftwaffe, werden sich den versammelten Vertretern des deutschen Volkes zeigen. Der beschränkte Raum gestattet Heer und Luftwaffe zwar nur die Andeutung ihrer Leistungsund Wirkungsmöglichkeiten. Aber die Vorführungen werden besonders bei allen den Waffen, die ihren Aufbau oder ihre Entwicklung erst dem letzten Jahre verdanken, dennoch ihre Wirkung nicht verfehlen. Man wird daraus die Größe und das Tempo des Fortschrittes erkennen können, den die Wehrmacht der wiedererrungenen Wehrfreiheit verdankt. Die „Schau" der Waffenübungen geht schließlich über in die Parade vor dem Führer, vor den Vertretern der ganzen Nation. Ihre Wirkung.wird eine doppelseitige sein. Das Volk sieht seine Wehrmacht, wie sie neu ersteht. Es erlebt bei Parademarsch und Zapfenstreich die Geschlossenheit der Truppe, die sich der Ehre und Bedeutung des Augenblicks bewußt ist. Der Soldat, der sein Bestes zu zeigen bemüht ist, fühlt sich getragen von der begeisterten Zustimmung als Teil der großen Einheit, er erlebt d i e Nation, der er in der Person seines Obersten Be- - sehlsinhabers Blut und Leben verschworen hat. Der Deutsche braucht eine Verkörperung der Idee, der er seine Dienste weihen soll. Der auf die Person geleistete Eid bindet fester als der auf einen bloßen Begriff. In Nürnberg steht der Führer vor aller Augen. In Nürnberg marschieren alle Glie- berungen" der Partei auf. Hier scharen sich die Män- ner der Bewegung um den Führer, dessen Ruf einst das neue Deutschland weckte, hier jubelt ihm in der HI. die Zukunft des Volkes zu, hier marschieren die SA., SS. und die Kolonnen des Arbeitsdienstes, hier steht Schulter an Schulter mit ihnen der Soldat als einer der Ihren. Die Aufgaben am Werk des großen Aufbaues liegen auf verschiedenen, klar gegeneinander abgegrenzten Gebieten. Das gemeinsame Ziel aber schlingt das Band um alle. Es gibt keine Schranken, keine Sonderinteressen. Es gibt nur eins: das Deutschland Hitlers. Die freudige Zusammenarbeit der Wehrmacht mit allen Stellen der Partei beschränkt sich nicht allein auf die Vorbereitung und Durchführung ihres beson- Wer jetzt durch Nürnberg geht, wird an allen Ecken auf die letzten Vorbereitungen stoßen, die zum Reichsparteitag getroffen werden. Die unzähligen Fremden, inländische und ausländische Besucher Nürnbergs, können mit eigenen Augen sehen, daß der Parteitag eine Angelegenheit des ganzen Volkes ist. In den Straßen stehen schon die Fahnenmasten. Auf dein Adolf-Hitler-Platz hat der Marktbetrieb den Holz-Tribünen weichen müssen. Hier wird am 15. September, in der Mittagsstunde, der Vorbeimarsch der SA., SS. und des NSKK. am Führer stattfinden. Die Geschäfte rüsten sich zur Bewältigung der Anforderungen. Nürnberg wird während des Parteitags eine Millionenstadt fein; genau noch einmal soviel Menschen, wie seine Einwohnerzahl beträgt, werden hierher kommen. Daß nicht nur die Beförderung dieser Menschenmassen durch die Reichsbahn — sie hat nicht weniger als 465 Sonderzüge vorgesehen — sondern fast noch mehr die Regelung des Straßenverkehrs während der Haupttage eine Höchstleistung erfordert, ist leicht einzufehen. Es find deshalb auch etwa zehn Brücken gebaut worden, die den Verkehr über die Hauptzugangsstraßen zum Parteitag-Gelände erleichtern. Pioniere der Wehrmacht haben ein „Pionier-Bataillon Nürnberg" gebildet, das aus dem ganzen Reich zusammengezogen ist. Sogar die Pegnitz wird diesmal an zwei Stellen auf der Wöhrder-Wiese überbrückt werden, um die schon bestehenden Brücken zu entlasten. Das Parteitag-Gelände selbst, das am Rande der Stadt liegt, in der Nähe des Tiergartens und der Dutzendteiche, hat gegenüber dem Vorjahre wiederum wesentliche Fortschritte in seiner endgültigen Ausgestaltung gemacht. Unmittelbar am Dutzendteich wird d i e künftige Kongreßhalle in ihren riesigen Ausmaßen erstehen; am 11. September wird hier der Grundstein gelegt werden, der schon eingetroffen ist und sechzig Zentner wiegt. Bereits sind die Holztribünen für die Teilnehmer an der Grundsteinlegung errichtet. Die Fe st halle im Luitpoldhain, die auch Heuer dem Parteikongreß dienen wird, ist u m g e » baut worden; sie hat in ihrer architektonischen Wirkung außerordentlich gewonnen. Der Nürnberger selbst, der sie als nüchternen Glas- und Eisenbau kannte, erkennt sie kaum wieder. Das Gelände im Luitpoldhain erfährt seine letzten Planierungsarbeiten. Der bisher provisorisch aus Gips gestaltete Riesen-Adler wird durch einen von Professor Schmidt - Ehmen geschaffenen Bronze-Adler ersetzt, dessen Höhe 6,5 Meter und dessen Flügelspannweite 12,5 Meter beträgt. Besondere Neuerungen hat die Zeppelin- wiese im großen Nürnberger Stadion erfahren. Auf ihr wird am 12. September der Appell und der deren Tages. Die enge kameradschaftliche Verbundenheit bringt sich auch auf allen anderen Gebieten zum Ausdruck, wo gegenseitige Förderung und Hilfe nötig und möglich ist. So liegt auch wieder der Bau der großen Verkehrsbrücken innerhalb der Stadt in den Händen der Pioniere des Herres. So ist der „Tag der Wehrmacht" in Nürnberg die große selbstverständliche Ergänzung zu der soldatischen Arbeit, die gleichzeitig draußen im Manövergelände als harte ßeiftungsprobe für Offizier und Mann vor sich geht. Vorbeimarsch des Reichsarbeitsdienstes vor dem Führer stattfinden; während sie am darauffolgenden Tag den Appell der Politischen Leiter erleben wird. Am 16. findet dort der Tag der Wehrmacht statt. Zeppelinwiese, Stadion, Luitpoldhain, der Bahnhofsplatz und der Adolf-Hitler-Platz sind die fünf großen Hauptpunkte des Parteitag-Geschehens, soweit es im Freien vor sich geht. Die Zumarsch- strahen zur Zeppelinwiese sind erweitert und vollendet worden. Ueberall also macht sich das Bestre- ben geltend, Raum z u schaffen, Raum für die unübersehbaren Menschenmengen, die eben dadurch bewältigt und überschaubar werden. Die seit Wochen arbeitende Organisationsleitung hat hier eine erstaunliche Vorarbeit geleistet. Man kann das an einigen Zahlen noch deutlicher machen. Die Zeltlager bedecken allein eine Fläche von 277 000 Quadratmetern und benötigen rund 5000 Zentner Stroh. Außerdem sind 180 000 Feldbetten beschafft worden, die die vorhandenen Unterkunftsmöglichkeiten ergänzen. 340 Waggon Lebensrnittel, 60 Waggon Brennmaterial, 830 Kochstellen werden die Verpflegung der Parteitagteilnehmer mitübernehmen. Auch der Rundfunk hat feine Vorbereitungen getroffen, um die Übertragung der Hauptgeschehnisse sicherzustellen. 5 6 Riesenlautsprecher finden auf dem Parteitaggelände Aufstellung, um für die einwandfreie örtliche Verstärkung der Reden zu sorgen. Auch sonst ist in technischer Beziehung Ungeheueres geleistet worden. Das Zeltlager am Langwasser hat eine eigene großzügige Beleuchtungsanlage bekommen. Die Festhalle im Luitpoldhain ist mit einer eigenen Lüftungs- und Beleuchtungsanlage versehen worden. Es ist kaum möglich, der aber Hundert Einzelleistungen zu gedenken, die den Reichsparteitag vorbereiten halfen. In den Straßen wird die letzte Hand an die festliche Ausschmückung der Häuser und der Geschäftsgebäude gelegt. Ueberall zeigt sich, daß der künstlerische Schmuck, farbige Goldbehänge, Grüngirlanden, bevorzugt wird. An den langen Reihen der Fahnenmasten in den Hauptstraßen, auf den großen Plätzen und an den großen Aufmarschftraßen entlang, wehen die langen Fahnen von 200 deutschen Städten. Eine einzigartige Sinfonie von prächtiger Farbenbuntheit und zugleich ein lebendiges Symbol der festgefügten Einheit des Reiches. In den Vorstädten das gleiche Bild wie in der Innenstadt: Dekorateure und Gärtner arbeiten allenthalben fieberhaft an der Ausschmückung der Hauseingänge, Ladengeschäfte und Fabriktore, die vielfach ganz mit Tannengrün verkleidet sind. Die großen Verkaufsgeschäfte haben stilvolle Sonderschaufenster aufgemacht mit Riefenausnahmen vom vorjährigen Parteitag und künstlerischen Führergemälden. Die Tribünenbauten auf dem Adolf-Hitler-Platz und am Hauptbahnhof erhalten ihren Anstrich, die Pressepostämter in den Vorbeimarsch vor dem Führer. Die großen Herbstübungen des VI. Armeekorps In der Lüneburger Heide haben mit einer großen Parade vor dem Führer ihren Abschluß gesunden. Wir sehen den Führer mit Reichskriegs. Minister Generaloberst von Blomberg und dem Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherrn von Fritsch, während des Vorbeimarsches der Truppenteile. — (Scherl-Bildcrdienst.) Nürnberg zumLmpsang des Parteitages gerüstet Von unserem W. K.-Sonderberichierstatter. Bahnhöfen, lange Reihen von roten Fernsprechzellen auf den Straßen, alles steht bereit für die großen Ereignisse, die heute nachmittag mit dem Empfang im Rathaus und heute abend mit der Festaufführung der „Meistersinger" beginnen werden. Die Fahnen der allen Armee in Nürnberg. 12YFeldzeicheü imZeltlagerder Wehrmacht. Arn Montagnachmittag wurden die im Generalsgebäude in Nürnberg untergebrachten 12 0 Fahnen, Feldzeichen und Standarten der ältesten deutschen Regimenter, die auf Veranlassung des Führers aus allen Teilen Deutschlands zum Parteitag der Freiheit nach Nürnberg getommen sind, abgeholt und — von einer Ehrenkompanie begleitet — unter klingendem Spiel durch die Straßen Nürnbergs hinaus i n s Zeltlager der Wehrmacht bei Gebersdorf geleitet. Dem seltenen militärischen Schauspiel, das gleichsam ein Auftakt zum Parteitag der Freiheit war, wohnten viele Tausende von Volksgenossen bei. Punkt 16 Uhr trat die 150 Mann starke Ehrenkompanie in der Bucherftraße an. Der Jnfanterieführer VII, Generalmajor Ritter von S ch o b e r t h , hatte mit seinem Stabe vor der Tür des Gebäudes Aufstellung genommen. Nach dem Kommando „Präsentiert das Gewehr" marschierte die Fahnenabordnung unter klingendem Spiel aus dem Generalsgebäude heraus. Alle Hände streckten sich den stolzen Ehrenzeichen zum deutschen Gruß entgegen. Dann formierte sich der Zug. Der Weg führte durch das Herz der sahnen- und girlandengeschmückten Altstadt. Die Feldzeichen des alten Heeres, manche zerfetzt und verblaßt, von heldenhaften Tagen kündend, wurden von den Menschenmassen überall ehrfurchtsvoll begrüßt. Viele Fahnenspitzen tragen Ordensbänder und Orden, Erinnerungszei- chen, die bis zur friederizianischen Zeit zurückrei- d)em So mancher Schaft läßt erkennen, daß einst der Präger der Fahne mitten im Kugelregen stand und hen Heldentod fand. Da sieht man u. a. die Fahnen des Gardekorps, bayerische Feldzeichen und auch Fahnen der 'alten Marine, gewiß ein seltener Anblick. Im weiten Viereck des Zeltlagers der Wehrmacht hatten die Lagermannschaften Aufstellung genommen. Rund um das Fahnenzelt herum standen sie wie lebendige Mauern, als die Ehrenkompanie mit den Fahnen einmarschierte. Militärische Kommandos hallten über den weiten Adolf-Hitler-Platz des Lagers, über den die mächtige Fahne des Dritten Reiches weht. Die Fahnenträger marschierten zum Zelt, vor dem eine Ehrenwache steht, und stellten die Feldzeichen zusammen. Nach dem Vorbeimarsch am Lagerkommandanten zog die Ehrenkompanie wieder ab. Nun hält die Wehrmacht draußen in Gebersdorf treue Wecht an den ruhmbedeckten Fahnen und Standarten der alten Armee, deren Geist und Tradition die junge Wehrmacht.hütet und pflegt wie ein heiliges Erbe. Oie Manöver in der bayrischen Ostmark. Erbendorf (Oberpfalz), 9. Sept. (DNB.) Die unter der Leitung von Generalmajor O h w a l d erfolgenden Manöver von Wehrmachtteilen des IX. Armeekorps südöstlich von Bayreuth fanden am Montag in Anwesenheit des Korpskommandeurs Generalleutnant D o 11 m a n n und dtzß Chefs im Generalstab Oberst Reitel im Raum zwischen Kemnath und Pressath ihre Fortsetzung. Die seit dem frühen Morgen in Bewegung befindlichen Truppen stehen am Abend etwa beiderseits der Fichtelnaab, die Blaue Partei unter Führung von Oberst Gallenkamp westlich, die Rote Partei unter Oberstleutnant Theune östlich des Flusses. Während Blau mit seinem rechten Flügel stark vorstößt und den Gegner in Richtung des Steinwaldes nach Nordosten zurückzuwerfen sucht, ist Rot bemüht, das Ufer der Fichtelnaab möglichst lang zu halten. Für die Nacht, bei deren Einbruch sich bei mondhellem Wetter bereits eine Spannung in Griechenland. Athen, 9. Sept. (DNB.) Zwischen Ministerpräsident Tsaldaris und Kriegsminister Äon- dylis ist es zu Unstimmigkeiten gekommen, die den Rücktritt des Kriegsministers wahrscheinlich erscheinen lassen. Die Unstimmigkeiten gehen auf die Dienstenthebungen mehrerer Offiziere durch General P a n a j o t a k o s in der Nacht zum Montag zurück, die sich durch ihre Haltungen verdächtig gemacht hatten. Daraufhin verlangte der Kriegsminister die Enthebung von General Panajotakos vom Kommando. Ministerpräsident Tsaldaris sprach sich gegen diese Maßregelung aus. Mit Sicherheit wird erwartet, daß Innenminister R h a 11 i s , der im Einverständnis mit General Panajotakos handelte, feinen Rücktritt erklären werde. Unter den royalistischen Offizieren, deren Chef Kondylis ist und die von Panajotakos abgesetzt, aber trotzdem auf ihrem Posten geblieben waren, ist eine lebhafte B e - w e g u n g entstanden, die große Aussichten auf Erfolg hat. Der Marineminister hat der F l o 11 e befohlen, aus Saloniki auszulaufen und sich nach Phaleron, dem Hafen von Athen, zu begeben. Am Abend erhielt die Flotte jedoch Befehl, vorläufig in Saloniki zu bleiben und weitere Befehle abzuwarten. e n woch beginnen. ♦ sars abgelehnt, weil dies den ganzen Fall in ein «arbeite nicht mit derartigen Gewal- noch krasseres Licht gestellt hätte. Heute sei jeden-! ten z u s a m m e n, sondern m a n v e r»i ch t e sie. 'reifes Heydekrug machen. Die Pariser Presse betont das glatte Fiasko Litwinows, dem es nicht gelungen sei, seine Kandidatur für den Sitz eines stellvertretenden Prä- sidenten durchzusetzen. Dieser Durchfall beweise, daß die Sowjets in Genf nicht gerade in besonders gutem Geruch stehen. „Journal" spricht spöttisch von geradezu mitleiderregenden Bedingungen, unter denen Litwinow 29 von 53 Stimmen auf sich vereinigen könnte. Man habe den Verzicht des belgischen Ministerpräsidenten auf seinen Sitz zugunsten des Sowjetrussischen Außenkommis. abgeschlossen habe. Darin liege ein Beispiel und eine Lehre. Niemand, sei er auch noch so mächtig, sei gegen schlechte Gewalten gefeit. Aber man Wird England ein gemeinsamesVölker-undsmandat über Abessinien Vorschlägen? Der Fehlschlag des Volksentscheids in der Schweiz. Oie Ablehnung einer ^Totalrevision" der Bundesverfassung. mäß unterschrieben und besiegelt s«. Daher könne der Vertrag auch nicht vom höchsten Gerichtshof für ungültig erklärt werden. Im Falle eines Sieges werde Mussolini als Ehrenmann den Vertrag achten und als He^ rhneintretenmüssen. Die Konzession brauche nicht sofort ausgebeutet zu werden, es sei vielmehr eine Frist von fünf Jahren vorgesehen. Die Kon Zession werde ausgenutzt werden. Er fahre letzt nach London, um dort das nötige zu veranlassen und werde dann nach Addis Abeba zuruckkehren. Aus die Frage, wie nach seiner Ansicht e i n 11 a 11 e - nisch-abessinischer Krieg enden werde, antwortete Rickett: Mussolini unternahm „e i n s ch w i e- riges Geschäft". „Tagesbote" bemerkt zu der Nachricht, die Maßnahme wird vermutlich mit der Notwendigkeit des Sparens begründet werden; aber abgesehen davon, daß die dabei erzielten Ersparnisse, wobei es sich hauptsächlich um den Direktorposten handelt, nur gering im Verhältnis zu den sonstigen Posten der Schule sind, wird man in deutschen Kreisen mit Recht fragen, warum gerade an dieser für die deutsche Wirtschaft empfindlichen Stelle gespart werden muß. Eine erstaunliche Ernennung im Memelgebiei. Memel, 9. Sept. (DNB.) Der berüchtigte politische Geschäftemacher im Memelgebiet, Simo» n a i t i s, der eine Zeitlang kommissarischer Oberbürgermeister von Memel war, dann aber wegen seines Lebenswandels von den Litauern aus dieser Stelle entlassen wurde, ist zum Landrat des Kreises Heydekrug er- wurf unsauberer C , , , gemacht. Um so erstaunlicher ist es, daß ihr Litauer jetzt wieder zum Landrat des Ki falls der Beweis erbracht, daß die Leiter des Kreml trotz ihrer angeblichen Anhänglichkeit, die sie immer wieder gegenüber dem Völkerbund betont hätten, in weiten Kreisen der Mitgliedsstaaten des Völkerbundes nicht gerade in dem Geruch von Heiligen ständen. Das „Oeuvre", das für Sowjetrußland von jeher eine gewisse Schwäche an den Tag legte, versucht natürlich, die Bedeutung dieses Zwischenfalles herabzumildern. Man werde versuchen, „den Schaden wieder gutzumachen". Frankreich und England hätten sich bereits dahin verständigt, am Mittwoch einen Vorstoß zu unternehmen, um durch die Schaffung eines neunten Sitzes Sowjetrußland die Möglichkeit zu geben, im Büro des Völkerbun- des vertreten zu sein. Moskaus Doppelspiel. Der „Matirr" warnt Mussolini. Paris, 10. Sept. (DNB. Funkspruch.) „Matin" befaßt sich mit der gefährlichen Rolle Sowjetrußlands im italienisch-abessinischen Streitfall. Der sowjetrussische Botschafter in Paris Pot em» k i n habe, als er seinen Posten in Rom verließ, erklärt, er werde in der französischen Hauptstadt für eine französisch-italienische An - Näherung arbeiten. Heute wisse man, wie diese Arbeit aussehe. Seine Leute seien es, die besonders in Frankreich d i e Oeffentlichkeit gegen Italien aufwieaelten. Es gebe kaum abscheulichere Gesellen. Die Männer vom Kreml verkauften auf der einen Seite 9000 Tonnen Hafer an die italienische Militärbehörde für das italienische Heer in Abessinien, während sie in Athen, Barcelona und Port Said den Hafenarbeitern Befehl gäben, die Ladung der für Italien bestimmten Lebensmittel zu verweigern. Das fei fowjetrussische Arbeitsart. Wenn Mussolini heute feststelle, daß die Hindernisse auf seinem Wege zunehmen, und wenn er jemals über ein solches Hindernis stolpern werde, so verdank e er dies Moskau, das er seinerzeit wohlwollend behandelt habe und mit dem er, als einer der ersten, einen Handelsvertrag Die moralische Vorbereitung Aaliens. In dem Augenblick, in dem der Ausdruck des italienisch-abessinischen Krieges so gut wie sicher ist und schwere Komplikationen am Horizont stehen, welche die ganze Kraft Italiens auf die Probe stellen können, erhebt sich die Frage nach dem p o - litisch-moralischen Zu st and Italiens von selbst. Die Frage schließt zugleich das größte Ansicht der Reformer nicht mehr geeignet, den heu- tigen Erfordernissen der staatlichen Gewalt voll zu genügen. Die veränderten politischen Verhältnisse, die sozialen Spannungen und die mächtige Entfal- tung des Verkehrs verlangen, so erklären sie, eine härtere Zentralisation der Regierung und Verwaltung. So ist das Volksbegehren nach einer „To t a l r e v i f i o n" der Verfassung entstanden, das nun, wie schon gemeldet wurde, am letzten Sonntag mit 510 000 gegen 193 000 Stimmen a b - gelehnt worden ist. Dafür haben sich geschlossen nur die Katholisch-Konservativen erklärt, während von den übrigen bürgerlichen Parteien nur kleine Gruppen für die Initiative eingetreten sind. Auch die Erneuerungsbewegungen der jüngeren Generation standen auf der Seite der Befürworter. Die Mehrheit der anderen bürgerlichen und bäuerlichen Parteien und die Sozialdemokraten lehnten jede Totalrevision ab. ralischer Begriff. Für den Faschismus ist die Bejahung des Imperialismus, das heißt der Ausdehnung, ein Ausdruck der Lebensfähigkeit. Sein Gegenteil ist ein Zeichen des Niedergangs: die Völker, die im A u f st i e g sind, sind imperialistisch, die sterben Völker sind zum Verzicht geneigt. Aber der Imperialismus verlangt: Zucht, Zusammenfassung aller Kräfte, Opfer und Pflichten. Dies erklärt viele praktischen Erscheinungen des Regimes, unter anderem die notwendige Strenge gegen die, die sich dieser spontanen Lebensäuherung des Italiens des 20. Jahrhunderts mit den Ideologien des 19. widersetzen wollen." Wer erinnert sich nicht beim Lesen dieser frühen, in der letzten „realpolitischen" Epoche Italiens schon halbveraessener Worte an die Begründungen, mit denen Rom jetzt seine Ansprüche auf eine neue Verteilung der Welt gegenüber England verficht, an den tiefen Eindruck, den sie dort wie eine Mahnung an eigene frühere Ueberzeugunaen gemacht haben, und an die revolutionierende Wirkung, die sie, zuerst nur als hitzige Tiraden eines Diktators gewertet, jetzt in der Praxis der europäischen und vielleicht der internationalen Politik zu spielen sich anschicken? Die ganze leidenschaftliche Kraft feiner Persönlichkeit hat Mussolini, haben die Unterführer als seine Sprachorgane, hat eine laute und eindringliche innere Propaganda die ersten zehn Jahre der fastisichen Herrschaft auf die Errichtung und Festigung dieses Fundaments einer neuen Staats- und Volkslehre verwandt: die Erziehung zum soldatischen Ideal als Lebensform und zum Imperialismus als (Staatsbegriff und Staatsziel sollte die moralischen Voraussetzungen schaffen für das, was Mussolini künftig als italienische Politik angesehen wissen wollte und wozu er jetzt übergeht. Er stellt diese schwere und verantwortliche Aufgabe einer Generation, die noch im Zustand des Uebergangs ist. Die Hälfte hat noch in einem Italien gelebt, in dem andere Lehren und Ideale gepredigt wurden und galten; nur die Jugend ist in der neuen Atmosphäre aufgewachsen und vielleicht ganz von ihr erfüllt. Es wird vom Grade und der Schwere der Prüfungen abhängen,' ob auch das halbe Volk genügt, sie zu bestehen! O. M. Das Wahlergebnis in polen. 28 Prozent geringere Wahlbeteiligung. Warschau, 9. Sept. (DNB.) Nach amtlichen Mitteilungen nahmen an der gestrigen Sejmwahl in Polen 7 575 681 Wähler von 16 282 347 wahlberechtigten Personen teil. Die Wahlbeteiligung betrug somit 4 6,5 v. H. Bei den Wahlen 1930 be- trua die Wahlbeteiligung 74,8 v. H. Somit ist die Differenz 28,3 v. H. Sie ist das Ergebnis der vor keinem Mittel zurückschreckenden Agitation der Oppositionsparteien, die gegen die Wahlbeteiligung unter Anwendung von physischer Gewalt gerichtet war. Hinzu kommt die außergewöhnlich ungünstige Wetterlage am Sonntag. 1930 erhielt die Regierungsliste 5 292 725 Stimmen, gegenwärtig beträgt die Anzahl der sich zur Regierung bekennenden Wähler 7 575 681, was einer (Steigerung um 43,1 v. H. gleichkommt. Gewählt wurden 184 Polen, 19 Ukrainer, 4 Juden und 1 Russe. Auf 206 Abgeordnete kommen nur zwei Frauen. Daß die deutsche Minderheit und schließlich auch die Weißrussen keine Mandate erhalten, war schon bei der Aufstellung der Kandidaten bekannt. Das vorläufige amtliche Endergebnis der Wahlen in der Wojewodschaft Schlesien zum Warschauer und Schlesischen Sejm bestätigt die Voraussagen über d i e außerordentlich hohe Wahlbeteiligung. Die durchschnittliche Wahlbeteiligung zum Warschauer Sejm betrug 76,92 v. H., die zum Schlesischen Sejm ist mit 76,34 etwas niedriger. Ostoberschlesien allein ohne den Wahlkreis Die- litz-Teschen wies sogar eine durchschnittliche Wahlbeteiligung von 82 v. H. auf. Die höchste Beteiligung hatte der Wahlkreis Kattowitz-Land mit 86 v. H. Die niedrigste Wahlbeteiligung verzeichnete Bielitz mit nur 57 o.H« Dis Zahl der ungültigen London, 10. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der Genfer Korrespondent der „Times" meldet, daß die britische Abordnung bereits ein gemeinsames Mandat d e s Völkerbundes uberAbes- inten oorgeschlagen hat. Es ist nach nicht möglich zu sagen, welche Form dieses Mandat annehmen würde, ob es unmittelbar v o m V o l- terbunbsrat durch feinen eigenen Oberkommissar und seine eigenen Beamten ausgeübt, oder ob es zwischen den Unterzeichnern des Vertrages von 190 6, d. h. Frankreich England und Italien, verteilt werden würde, die bann im Namen des Völkerbundes handeln würden. Britischerseits wird der eine Vorbehalt gemacht, daß Abessinien den Plan reiwillig annimmt. Es verlautet, daß die ranzösische Abordnung sich au dem Plan bekannt hätte. Die Franzosen hätten somit chre erste Ansicht geändert, wonach Italien allein mit Zu- timmung des Völkerbundes ein Mandat über Abes- inien erhalten sollte. Das vorgeschlagene Mandat würde dem Negus sehr wenig Souveränität lassen. Es dürfe daher nicht vergessen werden, daß er den Vorschlag vielleicht zurückweisen werde. Der Genfer Korrespondent des „Daily Telegraph" will auf das allerbestimmteste erklären können, daß, falls Großbritannien sich berufen fühlen wurde, Sühnemaßnahmen zu beantragen, Frankreich ihm feine volle Unter- tützung zuteil lassen werde. Sogar Laval sei jetzt überzeugt, daß seinem Lande keine andere Wahl bleibe. Falls Mussolini seinen Feldzug beginne, werde er es in voller Kenntnis dieser Tat- ache tun. Laval werde am Dienstagvormittag in Genf eintreffen und noch vor Mittag eine Unterredung mit dem britischen Staatssekretär des Aeußeren, Sir Samuel Hoare, haben. Am Mittwoch werde dann Hoare auf der Vollsitzung der Völkerbundsoersammlung eine aus« ührliche Erklärung abgeben. Diese Erklärung werde jeglichen Zweifel hinsichtlich der britischen Politik beseitigen. Em neues Angebot Abessiniens. Addis Abeba, 9. Sept. (DNB.) Ein Kronrat hat dem abessinischen Vertreter in Genf neue Anweisungen gegeben. Der Kaiser sei bereit, weitere ausländische Berater in die abessinische Regierung aufzunehmen. Der Völkerbund solle die Kandidaten Vorschlägen, der Kaiser behalte sich seine Einwilligung vor. Ein Mandat jedoch, welcher Art fcs auch sein möge, das die Souveränität und Unabhängigkeit Abessiniens verletzen könnte, wird abgelehnt. Italien werde der Kaiser Zu- geständnisse an der Grenze von Oga - d e n machen. Außerdem werde er Italien den Bau einer Straße von der Grenze Eritreas nach Gondar (etwa 250 Kilometer von Eritrea entfernt) bewilligen. Ferner solle auch die Frage des Straßenbaues von Addis Abeba nach dem Hafen von Ass ab im Südosten von Eritrea erneut beraten werden. Heber diese Frage ist bereits im Jahre 1928 verhandelt worden. Reuter meldet aus Addis Abeba: Die Haltung des Negus ist nach wie vor fest. Er will weder einem Dreimächte-Mandat, noch einem italienischen Mandat nach dem Vorbild des englischen Mandats im Irak, noch einer internationalen Polizeitruppe zustimmen. Ein Rundfunk-Appell der Kaiserin an die Frauen der Welt. Nach einer Reuter-Meldung aus Genf wird d i e Kaiserin von Abessinien heute um 23.45 Venesch zum Präsidenten der VöikerbundS- versammlung gewählt. Fiasco LitwinowS.-Oer Widerstand gegen die Bolschewiken nicht verschwunden. nannt worden. Während seiner Amtsführung als Oberbürgermeister wurde ihm wiederholt der Vor- Geschäftsführung ‘ ' "in die Die politische Reformbewegung in der Schweiz, die sich in den verschiedensten Aktionen geäußert hat, hat ihre Ursachen in dem häufigen Versaaen des parlamentarischen Systems und in manchen Nachteilen der bundesstaatlichen Verfassung der Schweiz. Die marxistischen Parteien haben es verstanden, aus dem gegenwärtigen Zustand reichlichen Gewinn zu schöpfen. Sie herrschen in mehreren Großstädten und einigen Kantonen. Im Jahre 1934 entstand das Gesetz zum Schutze der staat- lichen Ordnung, das dazu bestimmt war, den ärgsten Wühlereien der Kommunisten wirksamer zu begegnen. Dieses Gesetz ist damals i m Volksentscheid abgelehnt worden. Genf, 9. Sept. (DNB.) Unter stärkerem allye- meinen Interesse als in den letzten Jahren ist im Genfer Generalratsgebäude die Vollversammlung des Völkerbundes eröffnet worden. Die meisten europäischen Staaten haben ihre Außenminister als Hauptdelegierte entsandt. Frankreich ist in Abwesenheit Lavals durch H e r r i o t und Paul-Bon- c o u r vertreten. Die Tagung begann wie üblich mit einer Eröffnungsansprache des amtierenden Ratspräsidenten, des argentinischen Delegierten Ryiz Guinazu. Bereits während seiner Rede wurde die Prüfung der Vollmachten der Delegierten vorgenommen. Sodann schritt die Versammlung zur Wahl ihres Präsidenten. Gewählt wurde mit 49 von 54 Stimmen der tschechoslowakische Außenminister Dr. B e n e s ch. Vor Beginn der Abstimmung war bekannt geworden, daß der Ire de Valero seine Kandidatur zurückgezogen hatte. Bei der Wahl der fünf Vizepräsidenten erhielten England, Frankreich und Italien über 40 Stimmen; dann folgten in einem gewissen Abstand Belgien und Polen. Auf die Sowjetunion entfielen nur 29 Stimmen, eine Erinnerung an die vor einem Jahre unter den Bundesmitgliedern hervorgetretenen erheblichen Widerstände gegen die Aufnahme der Sowjetunion. Da noch keine Wortmeldungen für die allgemeine Aussprache vorliegen, wurde die Aussprache erst auf Mittwoch festgesetzt. Der Präsident mußte, wie in den letzten fahren, an die Bundesmitglieder d i e dringende Aufforderung richten, sich bald zu melden. Da der englische Außenminister Sir Samuel Hoare bereits am Donnerstag Genf wieder verlassen will, müßte schon mit Rücksicht auf ihn die Aussprache am Mitt- und vornehmste ßeiftungsgebiet des faschistischen Regimes in sich, das in den dreizehn Jahren seines Bestehens die moralische Erneuerung Italiens und feine militärische Bereitschaft zur Ausübung einer imperialen Großmachtstellung geradezu als fein erstes Lebensgesetz bezeichnet hat. Als Mussolini im Spätjahr 1922 die Herrschaft übernahm, zeigte Italien, obwohl es zu den „Siegermächten" gehörte, in seiner geistigen Einstellung zu den großen staatlichen Grundfragen, zu Krieg und Frieden, zur Wehrkraft des Landes, Ju kolonialer oder imperialistischer Ausbreitung in ast genauer Kopie jene Verfallserscheinungen, die onft nur in den besiegten oder durch die Nachkriegsrevolutionen zerrütteten Ländern zu bemerken waren. Auf die tiefer liegenden Gründe, die im Versailler Vertrag zu suchen sind, brauchen wir hier nicht einzuaehen. Die äußere Schuld lag in dem Anwachsen der bolschewi"" Uhr durch Rundfunk einen Aufruf an die Frauen der Welt richten. Sie wird awarisch sprechen, und ihre Worte werden von der Prinzessin Tschei ins Englische übertragen werden. Der Aufruf ist von dem internationalen Frauenbund für Frieden und Freiheit veranstaltet und wird von der nationalen Rundfunk-Gesellschaft von Amerika verbreitet werden. Rickett hält an seinem Konzessionsvertrag fest. Kairo, 9. Sept. (DNB.) „Egyptian Gazette" veröffentlicht eine Unterredung mit Rickett, der in Kairo weilt. .Rickett erklärte, daß fein Vertrag mit dem Kaiser von Abessinien ordnungsge- Stimmen dürfte zwischen 10 und 15 v. H. der abgegebenen Stimmen liegen. Die Regierungsblätter werten die vorläufig bekannten Wahlziffern als ein Zeichen dafür, daß in der Oeffentlichkeit d i e Anerkennung ür das R e g i e r u n g s I a g e r gewachsen ei. Die Zunahme der für die Regierungsvertreter abgegebenen Stimmen fei um so bemerkenswerter als diesmal keinerleiWahlaaitation stattgefunden hätte. Insgesamt sei also das Ergebnis der Wahlen ausgezeichnet und sehr erfreulich. Die Blätter der Opposition äußern Zweifel an den Ergebnissen der amtlichen Berechnung. Sie nennen das Wahlergebnis ein mißlungenes Experiment. Oie deutsche Textilschule in Brünn aufgehoben. Brünn, 10. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die deutsche Textilschule in Brünn, die größte und älteste Schule dieser Art in der heutigen Tschechoslowakei, hat ihr Ende durch einen Federstrich des Prager Schulministers gesunden. Die Selbständigkeit der deutschen Anstalt wurde aufgehoben und dafür eine doppelsprachige Textilschule geschaffen. Die deutsche Textilschule war aus Mitteln der mährischen Industrie vor 75 Jahren ins Leben gerufen worden. Der Brünner Lehren in den großen Massen der Bevölkerung und bei der Schwäche des demokratischen Regimes. Der Hauptleidtragende- der nationalen Depression, von der das italienische Volk ergriffen war, war d i e Armee. Aus einem opferreichen ; Kriege heimgekehrt, zumeist geschlagen und schließ- ; lich siegreich, hatte sie den Dank der Nation erwartet und war einer neuen Organisation durch eine starke nationale Regierung bedürftig. Statt dessen setzte sich der militärfeindliche Geist der bol- ■ schewistischen Massen immer stärker auch in der Regierung durch, die unter der Führung Nittis dem Drucke einer zugunsten der Krieasdeserteure erten Kampagne so weit nachgab, daß sie ein rstiegesetz für diese in der Nachkriegszeit mit« bestimmende Sorte von Bürgern erließ. Die Verhältnisse im Heere wurden so unerträglich, daß eine Anzahl verdienter Offiziere, unter ihnen die Generale de Bono und Graziani, die heute die vielgenannten Führer des afrikanischen Feldzuges sind, damals den Dienst quittierten. Sie und andere Offiziere, Unteroffiziere oder Soldaten, wandten sich, angeekelt von dem politischen Betrieb, der ihre Erinnerungen, Verdienste und ihre Uniform straflos beschmutzen ließ, der neuen f a s ch i st i s ch e n Bewegung zu, die versprach, die Ehre der A^- mee wieder herzustellen und das italienische V^. in den Tugenden des Soldatentums zu erziehen. In der Tat gehörte die Bekämpfung des Antimilitarismus zu den ersten und am unmittelbarsten wirkenden Grundsätzen und Forderungen des faschistischen Programms. Es war sozu- fagen die geistige Grundlage, auf der Mussolini sein ganzes Erziehungswerk am Volke und seine politische Pläne aufzubauen gedachte. Man erinnert sich an jene ersten Zeiten seiner Herrschaft,, in der er inmitten einer kriegsmüden, von pazifistischen Ideen erfüllten und im Traum der Dölkerbunds- politik befangenen Welt seine stählernen Verherrlichungen des Krieges verkündete und durch seine Organe verkünden ließ: „Der ewige Friede ist eine Schimäre. Das Leben auf unserem armen Planeten ist ein ständiger Kampf. Der Krieg tft eine große menschliche Realität. Man muß sich in ständigem Bemühen auf den Kampf vorbereiten, denn der Friede ist nur eine Pause, in der sich die Elemente neuer bewaffneter Konflikte kräftigen. Mag der Krieg „der Vater aller Singe" sein, wie Heraklit sagt, mag er göttlichen Ursprungs fein, wie 25 Jahrhunderte später Proudhon meinte, mögen in ihm, nach Renan, die Wurzeln des menschlichen Fortschritts liegen, sicher ist, daß der Krieg, den wir erlebt haben und an dem ich als einfacher Soldat teilgenommen zu haben stolz bin, nicht der letzte war." So lautete eine der ersten offen» herzigen Aussprüche des Duce. Der Schöpfer der faschistischen Jugendorganisation der Balilla, Ricci, erklärte, „Krieg und Frieden sind im Leben der Völker gleich notwendig für ihre Entwicklung, für ihre Gröhe und für ihre Zukunft." Solche Zitate aus der faschistischen Literatur und von autoritativster Stelle ließen sich vervielfachen, aus denen die vom Faschismus zweckbewußt verbreitete Atmosphäre einer exaltierten, fast religiösem Verherrlichung des Krieges ersichtlich wird. Erschreckt hörte zuerst Europa auf diese Pronunzia- mentos, die wie aus einer vergangenen Welt klangen, bis man begriff, daß sie — zunächst wenigstens — keine Kriegsdrohung waren, sondern einen neuen italienischen Lebensstil schassen wollten, auf dem der Faschismus fein politisches Werk aufzubauen gedachte. Aehnlich verhielt es sich mit der zweiten politischen Grundlehre des Faschismus, der imperialistischen Idee. Das demokratische Italien hatte in Versailles auf fast alles verzichten müssen, was ihm vorher von seinen Verbündeten zugesagt war. Die Fo^e war eine tiefe politische Resignation Und die Bereitschaft, Italien in die Rolle einer sekundären Macht zurücksinken zu lassen. Demgegenüber verkündete Mussolini in der italienischen Encyklopädie: „Der faschische Staat ist ein Wille A u r Macht und zur Herrschaft. Die römische Tradition hat hier die Wirkung einer Zwangsidee. In der Lehre des Faschismus ist der Imperialismus nicht allein ein territorialer, militärischer ober wirtschaftlicher, sondern ein geistiger und mo= In der Zwischenzeit drängte sich der Gedanke einer Revision der 'N e r f a s s u n g s g e s e tz e immer stärker in den Vordergrund. Die geltende Verfassung geht auf die Jahre 1848 und 1878 zurück. Sie trägt den Sonderwünschen der Kantone in weitem umfange Rechnung, ist aber nach bes| ßm Grunde genommen haben alle Teile btt D /Zz), Schafe 54 (39), Schweine 1019 (1325). (Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf den letzten Montags markt vom 2. September). Esi erzielten (pro em Zentner Lebendgewicht) in , a) 42 (42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 38 bis 40 (38 bis 40) d) — (34 bis 37); Bullen a) 42 (42), 8 41 bis 42 (41 bis 42), c) 39 bis 40.(39 bs40) d) 36 bis 38 (35 bis 38); Kühe a) 41 bis 42 (41 b s 42), b) 35 bis 40 (35 bis 40), c) 28 bis 34 (28, bis 34), d) 20 bis 27 (20 bis 27); Färsen a) 42 (42), b) 41 bis 42 (41 bis 42), c) 38 bis 40 (38 bis 40), d) — (33 bis 37). Andere Kälber a) 66 bis 7U (66 bis 70), b) 59 bis 65 (60 bis 65), c) 53 bis 58 (53 bis 59), d) 42 bis 52 (42 bis 52).Lammer und Hämmel b2) Weidemasthämmel 41 bis 42 (40 vis 41), c) 38 bis 40 (38 bis 39). Schafe nicht notiert. Schweine al) 54 (54), a2) 54 (54), b) 54 (54), c) 54 (54), d 54 (54), e) 50 (50), f) — (—), gl) Sauen 54 (54), g2) — (—). Marktverlauf. Rinder rege, ausverkauft. Kälber rege, ausverkauft. Hämmel und Schafe mittel; Schweine sehr flott, wurden zugeteilt. Großhandelspreise für Fleisch und Fettwaren. (Preise für 50 Kilo) in RM.: Ochsenfleisch b) 76 bis 80 (66 bis 74); Bullenfleisch b) 74 bis 80; Kuhfleisch b) 58 bis 66, c) 48 bis 58; Färsenfleisch b) 74 bis 80, c) 66 bis 74 Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 78 bis 80; Schweinefleisch^b) 74. Fettwaren d) 77 bis 80, Flomen 76 bis 80. Beschickung: 1023 Viertel Rindfleisch, 47 ganze Kälber, 33 ganze Hammel, 219 halbe Schweine. Marktverkauf: Rindfleisch mittel, Schweinefleisch sehr flott. Frankfurter Getreidebörse. . B 118 ' 6 * >> °i — 12 213 8'/r 113,75 § Lützellinden, 9. Sept. Die für unsere Gemeinde nach Beratung mit den Gemeinderäten erlassene Hauptsatzung hat die Zustimmung des Beauftragten der NSDAP, gefunden und auch die Genehmigung des Landrats erhalten. Dem Bürgermeister stehen 3 Beigeordnete zur Seite. Die Zahl der Gemeinderäte ist auf 6 festgesetzt. Der Bürgermeister versieht sein Amt ehrenamtlich. csd Dornholzhausen, 9. Sept. Um die Einwohner unseres judenfreien Ortes eingehend über die Judenfrage aufzuklären, ist auch hier jetzt ein „S t ü r m e r" - K a st e n aufgehängt worden. Preußen. Kreis Wetzlar. [Q Münchholzhausen, 9. Sept. Durch die für unsere Gemeinde erlassene Hauptsatzung ist die Zahl der Gemeinderäte auf 5 festgesetzt. Dem Bürgermeister stehen 2 Beigeordnete zur Sette; er verwaltet sein Amt ehrenamtlich. > Klein-Rechtenbach, 9. Sept. Die für unsere Gemeinde erlassene Hauptsatzung steyr 2 Beigeordnete vor. Die Zahl der Gememderate beträgt 6. . o . o . 5 .. 6 1V1 .. 1\ . s' ,. 0, Zellstoff Waldhof Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ............. Daimler Motoren .. Deutsche Linoleum . .... Lrenstetn S Koppel ...... Westdeutsche Kaufhof Chade .................... Slccu muIatoren-Fabrik ..... Tonti-Gumml............. Gritzner Mainkraftwerke Höchst a.M.> • Süddeutscher Zucker 7 9. 101,13 97,5 102 111,25 100,2 7.9 100,8 97,35 44)1,5 111 100 97,25 96,75 100,5 Hamburg-Amerika-Paket 0 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Norddeutscher Lloyd .........0 '21.(3. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft ... 6 Commerz- und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und DiSconto- Gesellschaft................0 Dresdner Bank 0 Reichsbank ................12 stimmt habe. Er dankte allen, die an dem Zustandekommen der Dahlienschau mitgewirkt haben, besonders auch dem Landesbauernführer Dr. W a g- n e r. Der Redner übermittelte auch die Grüße und Wünsche des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger. Landesbauernführer Dr. Wagner begrüßte in seiner Ansprache ganz besonders, daß die Deutsche Dahliengesellschaft die Ueberwachung der Neuzüchtungen ausübt und versicherte, daß der Reichsnährstand immer Verständnis und Unterstützung für die Arbeit der Gesellschaft haben wird, besonders im Rhein-Maingebiet, das ja das Blumengebiet Deutschlands ist. Der Vorsitzende der Deutschen Dahliengesellschast, Landrat i. R. Moes, dankte der Stadtverwaltung Darmstadt, sowie allen Helfern und Mitarbeitern für das Zustandekommen der Ausstellung. Die Gartenkultur stelle ein Stück deutscher Geisteskultur dar. Wir könnten dieses Stück deutschen Lebens heute nicht so pflegen, wie es der Fall sei, wenn nicht durch die Machtübernahme des Nationalsozialismus dem Bolschewismus eine Schranke gesetzt wäre. Die Feierstunde schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. tn. Lang-Göns, 9. Sept. In dieser Woche beginnt hier der Konfirmandenunterricht. In dem gestrigen Sonntags-Gottesdienst wurde der Konfirmanden besonders gedacht. Es sind in diesem Jahre 35 (19 Mädchen und 16 Knaben). )( Lich, 9. Sept. Gestern fand in feierlichem Gottesdienst hier und in Niederbessingen die Aufnahme der diesjährigen Konfirmanden in den Konfirmandenunterricht statt. Stist- pfarrer Naumann sprach in seiner Predigt über das Wort: „Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott, dein guter Geist führe mich auf ebner Bahn" (Psalm 143, Vers 10). Es kamen im ganzen 64 Kinder zur Aufnahme (31 Knaben und 33 Mädchen), davon 5 Knaben und 6 Mädchen aus Niederbessingen, 1 Mädchen aus dem Erziehungsheim Arnsburg, die übrigen aus Lich. — Im Nachmittagsgottesdienst predigte Pfarrer D ärmer - Rockenberg, ein geborener Licker, anläßlich der Wiedersehensfeier der Vierziger. Im Anschluß an den Text Hebräer Kap. 3, Vers 7—14 hielt er eine treffliche Heimatpredigt und richtete zum Schluß die Gedanken feiner Alters- kameraden und der Gemeinde auf die ewige Hei- Buderus ..........0 Deutsche Erdöl * Gelsenkirchener 0 Harpener...................0 Hoesch Eisen—Köln-Neuessa .. 0 Ilse Bergbau • Ilse Bergbau Genüsse 6 Klöcknerwerke Mannesmann-Röhre« ....... Oj bSrse 9 9. TÖT 97,13 102,5 111,25 100 97,25 96,75 100,5 Frankfurt a. M., 9. Sept. Am Getreidemarkt war das Angebot in Kontingentsware nicht dringend, freie Ware war in genügendem Ausmaße nach wie vor vorhanden. In Futtergerste fehlte so ziemlich noch Angebot. Hafer war gesucht. In Industrie- und Braugerste verfügte der Markt über normales Angebot. Bei Futtermittel rechnet man jetzt mit der Zuteilung von ölhaltiger Ware. Sie soll noch im Laufe dieser Woche im Gebiete em- treffen. „ .... Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 kg) in Mark: Weizen W 13 199, W 16 202, W 19 206, W 20 208; Roggen R12 162, R15 165, R18 169, R19 171 Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Futtergerste und Hafer nicht notiert. Weizenmehl W13 27,70, W16 28,15, Roggenmehl R12 22,45, R15 22,80, R18 23,30, R 19 23,50 und 50 Pf. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W13 10,92, W16 11,13, Roggenkleie R12 9,95, R 15 10,15, R18 10,40, R 19 10,50 Mühlenfestpreis ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag, Palmkuchen m. M., Erdnußkuchen m. M., Treber, Trockenschnitzel nicht notiert. Heu 8, Weizen- und Roggenstroh drahtgepreßt oder gebündelt 2,40 bis 2,50. Tendenz: ruhig. In Handelsklassenware fanden Abschlüsse nicht statt. Kartoffelpreise: Gelbfleischige hiesiger Ge- gend 3,10, weiß-, rot- und blauschalige hiesiger Gegend 2,80 für je 50 Kilogramm (Großhandelspreise). Tendenz: Angebot klein. Bilanz der Leipziger Meffe 1935. ! In dem vom Leipziger Messeamt veröffentlichten ’ Bericht über die Bilanz der Leipziger Herbstmesse 1 1935 (25. bis 29. August), die durch eine Atmo- < sphäre gediegener geschäftlicher Arbeit gekennzeich- । net wurde, wird u. a. ausgeführt, daß die Einkäufer sich im allgemeinen lange und sehr genau ins Bild etzten, bevor sie zur Erteilung der Aufträge übergingen. Dies hat auch den Verlauf der einzelnen Messetage bestimmt. Die guten Geschäftstage der Messe waren der 27. und 28. August, an denen außerordentlich stark verkauft und rege abgeschlossen wurde, so daß das Gesamtergebnis der Leipziger Herbstmesse 1935 als sehr gut zu bezeichnen ist. Die Gesamtbesucherzahl betrug nach dem vorläufigen statistischen Ergebnis etwa 90 000 (i. V. 75 000), darunter befanden sich rund 5000 nichtdeutsche Besucher. Mit Ausnahme Italiens, der Schweiz und Norwegens war die Besucherzahl aus den nichtdeutschen Ändern teilweise erheblich höher als im Vorjahre. Erfreulich ist die Zunahme der überseeischen Einkäufer. Im innerdeutschen Geschäft kam der Messe der anhaltende Wirtschaftsaufschwung im Reich zugute. Für das internationale Geschäft war in vieler Beziehung das gleiche festzustellen, was sich im innerdeutschen Geschäftsverkehr bemerkbar machte: Starke Käufe nach festumrissenen Ein- deckungsvorhaben. Gekauft wurden vom Ausland auch wieder stärker Waren hochstehender Qualität und ausgesprochene Luxuserzeugnisse, bei. denen, wenn sie den erforderlichen geschmacklichen Ansprüchen gerecht wurden, die Frage des Preises in den Hintergrund trat. In Waren des täglichen Bedarfs erwartet man über die auf der Messe bereits zum Abschluß gekommenen Geschäfte hinaus in deutschen Ausstellerkreisen bei einem Entgegenkommen in der Preisfrage in den Wochen und Monaten nach der Messe noch zahlreiche Bestellungen. Ueberrascht in der Abwicklung des internationalen Geschäftes hat wieder die Fülle von Kompensations- und anderen Tauschgeschäften, die zum beträchtlichen Teil durch das Leipziger Messeamt vermittelt wurdet. Hier liegt eine wachsende Bedeutung der Leipziger Messe, die sich aller Voraussicht nach auf der Frühjahrsmesse 1936 noch stärker als diesmal äußern wird. Oie Rohstoffversorgung der Apfelwein- und Süßmostkeltereien. Fwd. Das von der Hauptversammlung der Deutschen Gartenbauwirtschaft zur Sicherung der Versorgung der Marmeladenindustrie mit Rohware bis zum 14. September d.J. begrenzte Kelterverbot hat anscheinend da und dort zu der Auffassung geführt, daß sich die Keltereien nun in Alarmbereitschaft halten müßten, um sofort mit Ablauf dieses Verbots die für ihren Bedarf notwendige Rohware an sich zu bringen. Dazu ist zu bemerken, daß auch die Versorgung der Keltereien mit Rohware absolut gesichert ist. Die Auffangorganisation für Fallobst, die jetzt bereits für die Marmeladenindustrie so außerordentliche Erfolge gezeitigt hat, wird auch nach dem 14. September weitergeführt. Jeder Kelterei ist die Möglichkeit gegeben, sich über den zuständigen Gartenbauwirtschaftsverband zu gerechten Preisen ausreichend mit Obst einzudecken. Für Preistreibereien besteht also weder Grund noch Anlaß. Die Gartenbauwirtschaftsoerbände werden den Markt ständig beobachten. Als Grundlage für die Preisbildung für Kelterobst bleibt zu berücksichtigen, daß, wer zu Preisen über 5 RM. bis höchstens 5,50 RM. einkauft, Gefahr läuft, bei einer späteren Festsetzung von Höchstpreisen mit erheblichem Verlust verkaufen zu müssen. Deutsches Metall aus deutschen Hütten. wird eine neue Zinkhütte errichtet, die nach einem in Deutschland bisher noch nicht durchgeführten Verfahren metallisches Zink erzeugen wird. Das Gesamtprojekt, dessen erste Ausbaustufe bereits vergeben ist und 1936 in Betrieb kommen soll, bedingt einen Kostenaufwand von vielen Millionen Mark und leistet dadurch einen außerordentlich wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Stärkung der heimischen Rohstoffversorgung. * Der Eisen st einbergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen im August. Der Monat August hat mit der gleichen Zahl der Arbeitstage die Förderung des Juli (76 975) mit 77 016 Tonnen gehalten. Der Absatz steigerte sich von 77 329 auf 85 324 Tonnen, hauptsächlich zugunsten der manganhaltigen Erze. Die Beleg- ichaft erhöhte sich um rund 100 Mann auf 2913. Im Laufe des Monats August befanden sich 17 Bohrlöcher in Gang; es wurden hier 996 M"ter abgebohrt. Mit einer weiteren sehr erheblichen Fördersteigerung darf schon für die nächsten Monate gerechnet werden, ebenso mit entsprechenden Mehreinstellungen. Hhein-Mainische Börse. INittagsbörse elwas schwächer. Frankfurt a. M., 9. Sept. Die Montagsbörse lag sehr ruhig und gegen die Vorwoche überwiegend etwas schwächer. Zwar waren erneut kleine Kund^nausträge vorhanden, die aber nicht genügten, um die Kursabschwächungen aufzuhalten, die von Glattstellungen des berufsmäßigen Börsenhandels ausgingen. Der abessinische Konflikt und die Lage in Genf machten sich störend be- mat. Nach dem Gottesdienst besichtigten die Vierziger die Kirche, besonders die Seitenkapelle, die zur Zeit nach den Plänen des Denkmalpflegers wiederhergeftellt wird. 00 Trais-Horloff, 9. Sept. Einen großen Tag durfte am gestrigen Sonntag das Kirchspiel Trais-Horloff erleben. Kirchenvorstand und Dekanatsbruderrat hatten die drei Kirchspielgemeinden und die umliegenden Bekenntnisgemeinden zu einem Gemeindetag geladen. Der Gottesdienst, der einen erhebenden Verlauf nahm und in dem Pfarker Lic. Fricke und Pfarrer Dr. Adam aus Frankfurt a. M. mit Predigt und Gebet dienten, war so überfüllt, daß ein zweiter Gottesdienst im Konfirmandensaal eingerichtet werden mußte. Es wurden allein über 950 Erwachsene gezählt. Der Besuch aus den Nachbargemeinden war sehr stark. Zahlreiche Pfarrer des Dekanates und der Umgegend nahmen im Talar teil und teilten sich in die Liturgie. Die Kollekte ergab den ansehnlichen Betrag von 71 Mark. Kreis Bübingen. ie. Büdingen, 8. Sept. Gestern fand hier im Hotel Stern eine Tagung der Fachschaft Volksschule des NS. - Lehrerbundes für die Lehrerschaft des Bezirkes Büdingen statt. Zunächst sprach Lehrer i. R. H e u s o h n über das Thema: „Am Born der H e im atg e sch i ch t e". Auf Grund seiner reichen Erfahrung zählte er in gründlicher und a schaulicher Weise die mannigfaltigsten Quellen auf, woraus in erster Linie auf dem Lande die Heimatgeschichte erforscht werden kann. Der anschließende Vortrag von Gewerbelehrer Nieh (Büdingen) über das Thema: „W i e führe ich meine Schüler in d i e Vorgeschichte ei n?", wurde von zahlreichen Lichtbildern unterstützt, ausgehend von der nahgelegenen Glauburg, wo der Vortragende den Ausgrabungen bis in jüngster Zeit beiwohnte und auch tätig war. Die Vorträge fanden lebhaften Beifall. Kreis Schotten. Q Schotten, 9. Sept. In der hiesigen Stadtkirche fand gestern der feierliche Gottesdienst zur Eröffnung des Konf i r m andenunter- richtes statt. Dekan Widmann hielt die Predigt über das Jefuswort Matth. Kap. 28, V. 20. Die Konfirmanden sangen zwei Lieder. Auf die Gemeinden des Kirchspiels Schotten verteilen sich die 73 neuen Konfirmanden in folgender Weise: aus Schotten 48 (27 Knaben und 21 Mädchen), aus Michelbach 9 (2 Knaben und 7 Mädchen), aus Götzen 5 (1 Knabe und 4 Mädchen) und aus Betzenrod 11 (7 Knaben und 4 Mädchen). Rheinische Elektrizität Rhein. Wests. Elektr. Schlickert & Co....... Siemens & Halske... Lahmeyer L Eo...... Fwd. Die Unterharzer Berg- und Hüttenwerke GmbH., an der der preußische und der braunschweigische Staat durch die Preußag bzw. die Braunschweig G. m. b. H., beteiligt sind, hat eine Verdoppelung der Blei-, Zink- und Kupfererzförderung aus der Grube Rammeisberg bei Goslar beschlössen. Im Zusammenhang damit werden die Tagesanlagen der Grube wesentlich umgestaltet und eine neue Aufbereitungsanlage errichtet. Außer- ....... ri . , dem wird das Hüttenberg Oker eine erhebliche Er- leum 162,50, Licht 6rKraft 133,50, Elektr. Lieferung Weiterung seiner Betriebsanlagen erfahren, u. a. 113,75, Eßlinger Maschinen 80,50, IG. Farben 95,5 I 97 I 119 Schlußkurs 7-9. "TTm 119,5 213,5 113 83,75 19,4 Swlußk. Mittag« börse 9.9. 117,5 118,75 214,5 112,75 82,65 19,4 Elektr. LieferungSgesellschast... 5 Licht und Kraft ........... 6% Felten & Guilleaume 0 Gejellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Mcmsselder Bergbau ... Kokswerke........... Phönix Bergbau-------- Rheinische Braunkohlen Rheinstahl ........... Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth g. G. Färben-Industrie Scheideanstalt........ Goldschmidt ..... Rütgerswerke ........ Merallgeiellschaft PhtitVV Hohmann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. Amerikanische Note» Belgische Noten.................. Dänische Noten .......... Englische Noten ............ Französische Noten Holländische Noten ......... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten Schweizer Noten........ Spanische Noten ....... Ungarische Rota DL tur* börse 7 9- | 9-9- Datum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schulo mit Auslys.-Rechten ............. 4*/i% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I....... 6% et)em.8% Hess. Volksstaat 1929 (rückzahlb. 102%)............ 4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ Sy,% ehem. Hess. LandeS-Hypo- thekenbank Darmstadt Liaui ... *ya% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverlchr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelabl. Am leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten *Yi% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6y,% ehem. 4Y2% Franks. Hhp.- Bank-Liqu.-Pfandbriese....... 5%% ehem. 4*4% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe 4V.% ehem. 8% Pr. Lanvespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehern. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. C61.VI Steuergutsch.BerrechnungSk. 85-39 Frankfurt Pfarrer König, er dankte....... * ~ " : nähme an dieser Feier und Leichtathletische Iugendmannschasts- kämpfe des Kreises Gießen. Der Kreisjugendsportwart bittet alle Vereine des Kreises Gießen (umfassend die politischen Kreise Gießen, Wetzlar, Dillkreis, Alsfeld und Schotten) nm 15. September 1935 die Pflichtkämpfe au den Gau-Jugendmannfchafts-Meisterschaften durchzuführen. Für die politischen Kreise Gießen und Wetzlar finden die Wettkämpfe unter amtlicher Kontrolle statt. Beginn vormittags 9.30 Uhr auf dem Waldsportplatz des DfB.-Reichsbahn Gießen. Meldungen sind bis zum 13. September an W. Rinn, Gießen, Löberstraße 19, zu richten. Ausschreibung. I u g e n d D. 50 Meter: 1. Nordmann, Mtv., 7,4 Sek.; 2. v. Bentheim, Mtv., 7,6 Sek.; 3. Funk, DfB.-R., 7,6 Sekunden. Weitsprung: 1. Taubert, To. Lollar, 3,82 Meter; 2. Schmück I, 1900, 3,81 Meter; 3. Sturm, VfB.-R., 3,73 Meter. Ballweit- wurf: 1. Kraft II, 1900, 58,10 Meter; 2. Martini, Tv. Leihgestern, 54,00 Meter; 3. Taubert, To. Lollar, 52,00 Meter. 4 X 50-Meter-Stasfel: 1. Mtv. Gießen, 30,2 Sek.; 2. Spielogg. 1900 Gießen, 30,2 Sek.; 3. VfB.-R. Gießen, 30,7 Sekunden. Vereinsabtumen des Turnvereins Heuchelheim. Am Sonntag hielt der Turnverein Heuchelheim fein diesjähriges Abturnen. Morgens um 8.30 Uhr begann die Veranstaltung mit einer von dem Dieb wart Albert Rinn durchgeführten gediegenen Morgenfeier. Anschließend begannen auf dem Sportplatz und in der Turnhalle die Wettkämpfe, die unter der Leitung des Oberturnwartes Fritz V o l k m a n n standen. Es entwickelte sich ein reges turnerisches Treiben, wobei die Jugend mit besonderem Eifer bei der Sache war. In 13 Riegen traten 175 Wettkämpfer an. Es wurden viele gute Leistungen erzielt. Am frühen Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Werbeumzug unter Vorantritt des Spielmannszuges des Turnvereins und einer Musikkapelle durch das Dorf. Der Zug endete auf dem Sportplatz, wo ein Handballspiel unserer Mannschaft gegen die von Allendorf stattfand, das 4:3 für Heuchelheim endete. Inzwischen hatte sich der große Saal der Turnhalle schon langsam gefüllt und als 'die Zuschauer des Handballspieles noch kamen, war'die Turnhalle bis auf den letzten Platz besetzt. Der Nachmittag wurde ausgefüllt von Vor- führungen der Schüler und Schülerinnen, die mit turnerischen Spielen und Hebungen an den verschiedenen Geräten ihr Können zeigten und starken Beifall fanden. Zwischen den einzelnen Darbietungen sorgte die Musik für angenehme Abwechslung. Vor der Siegerehrung sprach Vereinsfützrer Otto Rinn zu Eltern und Gästen. Er wies auf die von den Turnwarten im vergangenen Jahre ehrenamtlich geleistete Arbeit hin und mahnte zur Aneife- rung der Juaend, sich auch weiterhin in der Deutschen Turnerschaft zu betätigen. Nach der von dem Oberturnwart vorgenommenen Siegerehrung brachte der Vereinsführer ein Sieg-Heil auf unser deutsches Vaterland und seinen Führer aus. Mit dem Deutschland-Lied und dem Horst-Wessel-Lied nahm die Nachmittagsveranstaltung ^ihr Ende. Am Abend wurde bei gutbesetzter Turnhalle das Programm von den Turnern und Turnerinnen bestritten. Während die Turner an Barren, Reck und Pferd turnten, zeigten die Turnerinnen Freiübungen, Keulenübungen und tänzerische Vorführungen. Tanz beschloß das gutgelungene Abturnen. Ergebnisse des Wettkampfes. Jugend-Ober st ufe: 1. Karl Rinn, 2. Artur Weber, 3. Erwin Neidel. Jugend-Hnter- st u f e : 1. Walter Rinn, 2. Willi Hahn, 3. Erwin Kind. Turnerinnen-Oberstufe: 1. Anna Sack, 2. Gretel Kreiling, 3. Emmi Steinmüller. Turnerinnen-Mittelstufe: 1. Erna Sack, 2. Marie Trumpfheller, 3. Leni Rinn. Turne- rinnen-Unterstufe: 1. Emmi Reinstädtler, 2. Irmgard Neidel, 3. Gretchen Sack. Schüler- O b e r st u f e: 1. Albert Rinn, 2. Richard Krieger. 3. Otto Hofmann. Schüler-Mittel st ufe: 1. Gert Herzberger, 2. Adolf Menges, 3. Otto Richter. Schüler-Unter st ufe: 1. Ludwig Lenz, 2. Ludwig Beppler, 3. Hans Hofmann. Schülerin- n e n - O b e r st u f e: 1. Emmi Kröck, 2. Erna Hahn, 3. Luise Henkelmann. Schülerinnen-Mit- telstufe: 1. Anni Kreiling, 2. Martha Hofmann, 3. Else Kröck. Schülerinnen-Unter- st u f e : 1. Hilde Kröck, 2. Hedwig Rinn, 3. Waltraud Reibt. Sportverein 1920 Heuchelheim. Der erste Verbandsspielsonntag fing für den SD. 1920 Heuchelheim verheißungsvoll an. Die neu- aufgestellte zweite Jugendmannschaft, die sich fast durchweg aus Fußballern in schulpflichtigem Alter zusammensetzt, schlug in ihrem ersten Pflichtspiel die erste Jugend vom SV. Fellingshausen nach schönem Spielverlauf verdient 3:1. Die erste Mannschaft, mit Ersatz antretend, rang auf dem gefürchteten Gelände in Leihgestern der dortigen Spielvereinigung ein Unentschieden von auf den Führer Adolf Hitler als unser Vorbild und mit der Mahnung, treu zu sein im Glauben an Je us Christus schloß Pfarrer König seine Ansprache. Mit einem gemeinsam gesungenen Lied verabschiedeten sich Pfarrer und Gemeinde voneinander. — Da Pfarrer König hier auch als Amtswalter der NSV. tätig war, wurde jetzt Polizeidiener Georg Schlosser mit der Wahrnehmung der Obliegenheiten des NSV.-Amts- walters betraut. Kreis Alsfeld. § Alsfeld, 9. Sept. Dieser Tage befaßte sich der Stadtrat in einer besonderen Sitzung, die in Vertretung des zur Zeit in Urlaub befindlichen Bürgermeisters der stellvertretende Vorsitzende, Beigeordneter Ehrenklau, leitete, mit einem Baugesuch zur Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses auf dem Gelände des abgebrochenen ehemaligen Feuerwehrhauses in der Öbergasse. Da die Umgebung unter Denkmalschutz steht, fanden über die Zulässigkeit des Baugesuchs wiederholte Besprechungen mit dem Denkmalpfleger anläßlich eines früheren Baugesuchs statt. Der frühere hessische Denkmalpfleger, Professor Dr. Walde, hatte sich gegen eine Bebauung des Grundstücks mit einem neuzeitlichen Wohn- oder Geschäftshaus ausgesprochen. Zu dem neuen Baugesuch des Kaufmanns Reinhold Heinz wurde der hiesige Verkehrs- und Verschönerungsverein, sowie der zur Zeit in Alsfeld wohnende Kunstmaler Professor Hölscher aus Darmstadt, ein gebürtiger Alsfelder, um eine gutachtliche Aeußerung ersucht. Sie sprachen sich übereinstimmend gegen die Bebauung des Platzes mit einem größeren Hause aus. Nach Anhören der Ratsherren wurde folgende Entscheidung getroffen: Das Baugesuch des Reinhold Heinz wird abgelebt, um die Entscheidung über eine spätere, den verschiedenen sich ergebenden Gesichtspunkten Rechnung tragende glücklichere Lösung nicht vorwegzunehmen. Das Grundstück soll nicht verkauft werden. Die Stadt übernimmt für die Zukunft die Aufgabe, für Kugelstoßen, je 2 Mann. Jahresklafse C (21/22): Kl. II: 5 X 80 Me- ter 1 Staffel, 80 Meter, Weitsprung, Hochsprung, Ballwerfen (je 3 Mann). — Kl. III (für kleine Jugendabteilungen: wie Kl. II (je 2 Mann). Jahresklasse D (23 und jünger): wie Jahresklasse C. Gleichzeitig werden die Vereine gebeten zur Aufstellung einer Kreisbestenliste der A- und B-Jugend bis spätestens 22. September 1935, Meldungen unter Angabe von Ort und Datum der erzielten Leistung an W. Rinn, Gießen, Löberstraße 19, gelangen zu lassen. Zugend-Leichtathletik-Meisterschasten im Kreise Gießen, Die Ergebnisse. Jugend A. 100 Meter: 1. Moll, VfB.-R., 12,1 Sek.; 2. Huppert, VfB.-R., 12,2 Sek.; 3. Deiker, 1900, 12,3 Sekunden. 400 Meter: 1. Möll, VfB.-R., 57,0 Sek.; 2. Deiker, 1900, 58,2 Sek.; 3. Erw. Neb bei, To. Heuchelheim, 60,2 Sekunden. 1500 Meter: 1. W. Rinn, Spto. 20 Heuchelheim, 4:28,8 Minuten; 2. E. Neidel To. Heuchelheim, 4:32,5 Min.; 3. Im- mel, 1900, 4:34 Minuten. Hochsprung: 1. Hußke, Mtv., 1,60 Meter; 2. M. Roth, Tv. Reiskirchen, 1,53 Meter; 3. Möll, VfB.-R., 1,53 Meter. Weib sprung: 1. Volk, 1900, 5,73 Meter; 2. Ott, Turnvgg. Ruttershausen, 5,70 Meter; 3. Möll, VfB.-R., 5,61 Meter. Kugelstoßen: 1. Wagner, Tv. Krofdorf, 11,59 Meter; 2. Nies, VfB.-R., 11,41 Meter; 3. M. Roth, Tv. Reiskirchen, 11,26 Meter. Diskuswerfen: 1. Nies, VfB.-R., 31,60 Meter; 2. Wagner, Krofdorf, 30,07 Meter; 3. Deiker, 1900, 29,81 Meter. Schwedenstaffel: 1. Spielogg. 1900 Gießen, 2:17,9 Min.; 2. DfB.-R. Gießen, 2:20,9 Minuten. Jugend B. 100 Meter: 1. Kley, VfB.-R., 11,7 Sek.; 2. Goß, 1900, 12,2 Sek.; 3. Kirchner, 1900, 12,7 Sekunden. 1000 Meter: 1. Horst Möll, DfB.-R., 2:57,1 Minuten; 2. Röhm, 1900, 3:00,8 Minuten; 3. Einhäuser, 1900, 3:07,1 Minuten. Weitsprung: 1. Kley, DfB.-R., 5,92 Meter; 2. Kirchner, 1900, 5,42 Meter; 3. G. Schmidt, VfB.-R., 5,13 Meter. Kugelstoßen: 1. Kley, DfB.-R., 13,05 Meter; 2. Goß, 1900, 12,08 Meter; 3. Weihrauch, 1900, 10,80 Meter. Speerwurf: 1. Kley, VfB.-R., 44,50 Meter; 2. Goß, 1900, 39,45 Met^r; 3. H. Möll, VfB.-R., 31,35 Meter. 4 X 100-Meter-Staffel: 1. Spielvgg. 1900 Gießen, 49,6 Sekunden; 2. DfB.-R. Gießen, 50 Sekunden; 3. VfB.-R. Gießen, 2. Mannschaft. Jugend C. 100 Meter: 1. E. Rinn, Tv. Heu- chelheim, 12,9 Sek.; 2. Röhrsheim, Tv. Krofdorf, 13,3 Sek.; 3. Mootz, VfB.-R., 13,6 Sekunden. 800 Meter: 1. Gemmer, Mtv., 2:25,8 Min.; 2. Kraft, Tv. Krofdorf, 2:29,3 Min.; 3. Döring, Tv. Lollar, 2:30 Minuten. Weitsprung: 1. E. Rinn, Tv. Heu- chelheim, 5,00 Meter; 2. Kraft, Tv. Krofdorf, 4,74 Meter; 3. Borschel, Tv. Lollar, 4,55 Meter. Kugelstoßen: 1. E. Rinn, To. Heuchelheim, 11,69 Meter; 2 Kraft, Tv. Krofdorf, 10,00 Meter; 3. K. Schieferstein, VfB.-R., 9,86 Meter. 4 X 100-Meter-Staffel: 1'. VfB.-R. Gießen, 54,8 Sek.; 2. Spielvgg. 1900 Gießen, 55,7 Sek.; 3. To. 1883 Lollar, 58,00 Sek. ter, 1 Staffel, 2(_____ . Hochsprung, Kugelstoßen, Speerwerfen, je 2 Mann; keiner darf an mehr als 2 Läusen teilnehmen (einschließlich Staffeln). — Kl. III (für kleine Jugend- abteUungen): 4 X 100 Meter, 1 Staffel, 100 Meter, Weitsprung, Hochsprung, Kugelstoßen, je 2 Mann. Jahresklasse B (19/20): Kl. II: 4 X 100 Me- ter, 1 Staffel, 800 Meter, Weitsprung, Hochspruna, Kugelstoßen, Speerwerfen, je 2 Mann. — Kl. III (für kleine Jugendabteilungen): 4 X 100 Meter, 1 Staffel, 100 Meter, Weitsprung, Hochsprung, haben sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und bieten den Singvögeln einen vorzüglichen Unterschlupf. Bemerkenswert ist, daß sich von den gesetzten Heckenpflanzen der Weißdorn am besten entwickelt und fast alle andern Sträucher überwuchert hat. — In dieser Woche beginnt in unserer Gemeinde der Konfirmandenunterricht. In dem gestrigen Sonntags-Gottesdienst wurde der Konfirmanden besonders gedacht. Es sind in diesem Jahre 31 (19 Mädchen und 12 Knaben). T Lich, 9. Sept. Um die Einwohnerschaft mit den Zielen des deutschen Fußballsports bekanntzumachen, trat am Samstagabend der Ver- einfür Rasenspiele Lich in Steins Saalbau mit einem stark besuchten Kameradschafts - abend an die Oefsentlichkeit. Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr, geleitet von Rudolf Jung, eröffnete mit schneidiger Marschmusik den Abend. Für den DfR. hieß dessen stellv. Dereinsführer Karl Kurz die vielen Besucher willkommen. Gau- aeschäftsführer Uhl-Kassel sprach dann über das Thema „Fußballsport ist Volkssport." Der Redner behandelte den Sport in seinen Anfängen, in seiner erstaunlichen Weiterentwicklung bis zu seiner heutigen Eingliederung in die staatliche Erziehungsarbeit. Die Ansprache gipfelte in dem Bekenntnis zu Volk und Führer und im beifällig aufgenommenen Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler und den Deutschen Fuhballbund. Kassenwart Fritz Hermann erfreute mit köstlichen Vorträgen einiger Gedichte in nassauischer Mundart von Rudolf Dietz. Die Vortragsfolge brachte ferner heitere Szenen, lebende Bilder und Zwiegespräche aus dem Fußballsport. Sämtliche Darbietungen fanden reichen Beifall. Tanz hielt die Besucher noch einige Stunden beisammen. * Rabertshausen, 9. Sept. Dieser Tage wurde hier das Gemeindeobst versteigert. Der Ertrag an Aepfeln war sehr gering. Zwetschen brachten die beste Ernte. Pro Baum wurden 1,50 Mark geboten und bezahlt. Der Preis erscheint sehr niedrig wird jedoch verständlich, wenn man berücksichtigt,'daß viele Bäume bereits alt und abgängig sind. Die Ernte in Birnen war mittelmäßig. Kreis Bübingen. O Nidda, 9. Sept. In einer von der NS.- Dolkswohlfahrt im Gambrinus-Saal einberufenen Versammlung, die recht zahlreich besucht war, sprach Brandmeister Klein von Büdingen der Hrteilsbegründung hob der Richter mit Recht hervor, daß angesichts der diesem Falle zugrunde liegenden Roheit („Es ist ja nur ein Stück Vieh!") eine exemplarische Strafe am Platze war. Landkreis Gießen. a Klein-Linden, 9. Sept. Am Freitagnachmittag unternahm die Betriebsgemeinschast der hiesigen Zigarrenfabrik Gebrüder Berens einen Ausflug zur Rindsmühle bei Leihgestern. Die gesamte Belegschaft, die sich aus VolksgenDssen unserer Gemeinde, ferner Großen-Linden, Lützellinden Allendorf a. d. Lahn, Dutenhofen, Gießen und Groß- Rechtenbach zusammensetzt, und die in der Heimindustrie beschäftigten Fabrikangehörigen, alles in allem etwa 160 Personen, nahmen an der Feier teil. Für das leibliche Wohl hatte die Fabrikleitung in umfassender Weise Sorge getragen. Bei Gesang und Tanz verbrachten die Teilnehmer recht frohe Stunden. Ein Arbeitskamerad aus Großen-Linden erfreute mit köstlichen humorvollen Darbietungen. Erst in später Abendstunde traten die Teilnehmer, befriedigt von den schönen Eindrücken, den Heimweg an. § Mainzlar, 9. Sept. Am Sonntag wurde das P r e i s s ch i e ß e n der hiesigen Krieger- kameradschaft auf dem neuen örtlichen Schieß- stand mit Kleinkaliberbüchsen fortgesetzt. — Dor zwei Wochen waren etwa 50 Schulkinder aus Ulrichstein, die zu einer Stadtbesichtigung nach Gießen fuhren, in unserem Orte einquartiert. Zum Dank für die liebevolle Aufnahme in Mainzlar wurden die hiesigen Schulkinder der unteren vier Klassen mit ihrem Lehrer zum Gegenbesuch eingeladen. Der Einladung wurde gerne Folge geleistet. Am Samstag kehrten die Buben und Mädels vom Vogelsberg wieder zurück. wg. Grohen-Buseck,' 9. Sept. Am Mittwoch, 11. September, können der Landwirt und Mühlenbesitzer Christoph Hof II. und Ehefrau Margarethe, geb. Schmidt, das Fest der Silbernen Hochzeit feiern. — Heute ereignete sich in unserem Orte an der Dreschmaschine ein Unfall. Der Landwirt und Hausmetzger Wilhelm Hahn geriet mit der Hand in das Getriebe. Der kleine Finger wurde ihm vollständig abgeschnitten, der Ringfinger gequetscht und der Mittelfinger im oberen Glied abgeschnitten. Der sofort herbeigerusene Arzt ordnete seine lieber- sührung in die Chirurgische Klinik nach Gießen an. + Grünberg, 9. Sept. Am Samstag und Sonntag begingen die Sechzigjährigen eine Wiedersehensfeier. Die Zusammenkunft erstreckte sich auf die Konfirmanden an Pfingsten 1889 aus dem Kirchspiel Grünberg (umfasiend Grünberg, Lehnheim und Stangenrod), deren Geburtsdatum in der Zeit vom 1. Oktober 1874 bis 30. September 1875 liegt. Von den damaligen 70 Konfirmanden sind mittlerweile 24 gestorben. Da 19 an der Teilnahme verhindert waren, erschienen 27 zu der Feier, wozu sich noch 3 weitere Altersgenossen zugesellten, die im Laufe der Zeit nach hier kamen. 7 Altersgenossen hat ihr Schicksal nach Amerika verschlagen. Der Samstagabend brachte eine Vorfeier in der Wirtschaft der Witwe Fritz Repp. Oberpostschaffner Lang hielt die Begrüßungsansprache. Am Sonntag fand gemeinsamer Kirchgang statt, anschließend Kranzniederlegung auf 7 Gräbern von Altersgenossen, die auf dem hiesigen Friedhöfe ruhen, sowie auf den Gräbern der Lehrer Homburger und R e u ß , der Kinderschulschwester Charlotte und des Pfarrers Koch, der im Jahre 1889 die Konfirmation vornahm. Der Sonntagnachmittag und -abend vereinte die Altersgenossen mit ihren Angehörigen nochmals bei gemeinsamem Kaffee in der Wirtschaft „Villa Emilia". Verschiedene Vorträge, Sologesänge, gemeinsame Lieder, sowie der Austausch alter Erinnerungen und Begebenheiten gaben der Feier einen guten Verlauf. Eine photographische Aufnahme soll die Erinnerungen an die schöne Veranstaltung bei den Altersgenossen festhalten. * Lang-Göns, 9. Sept. Das vierjährige Söhnchen des Melkers Müller von hier erlitt durch einen heftigen Sturz einen Bruch der linken Schulter und mußte in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden. tn. Lang-Göns, 9. Sept. Als seinerzeit bei der Feldbereinigung in unserer Gemeinde viele Hecken und Büsche verschwanden und die Befürchtung bestand, daß nun auch zahlreiche Singvögel abziehen könnten, wurden von dem Kreisamt Gießen an der Provinzialstraße nach Kirch-Göns, an einer Böschung, zwei größere künstliche Hecken angelegt, die nun den ganzen Abhang bedecken. Alle möglichen Sträucher und Bäume wurden in dichtem Verband gepflanzt. Diese Hecken einging und ihm drei Kinder geboren wurden. Groß-Eichen sei ihm zur Heimat geworden, die er nie vergessen werde. Die angebotene Gastfreundschaft werde er gerne in Anspruch nehmen, wie auch jeder Groß- und Klein-Eichener ihm ein lieber Gast in Klein-Linden sein werde. Mit einem Hinweis an Hand von Lichtbildern über Feuerschutz auf dem Lande, insbesondere über Schadensverhütung in landwirtschaftlichen Betrieben. Sodann gab Lehrer Kleyensteuber (Düdelsheim) in einem interessanten Vortrag „Deutsche Wehrragen", auch durch vorzügliche Lichtbilder unter- tützt, reichlich Zahlen über die Ausrüstung der Nachbarstaaten zum Vergleich mit unserem seitherigen durch den Versailler Friedensvertrag uns aufgezwungenen Heeresfyftem. Beiden Rednern wurde nach lebhaftem Dank der Zuhörer von Pfarrer S c r i b a im Namen der NSV. Dank ausgesprochen. Der Abend klang in dreifachem Sieg- Heil auf den Führer aus. Kreis Schotten. * Schotten, 9. Sept. In unserer Stadt kann man vor einigen Häusern und auch in verschiedenen Gärten Feigenbäume wahrnehmen, die trotz des rauhen Klimas im Vogelsberg bisher gut gediehen sind. In diesem Jahre sind infolge des langen und heißen Sommers die Früchte dieser Bäume besonders schön gereift und von prächtiger Süße. 0 Laudach, 9. Sept. Gestern hgden die 1 8 Amtswalterinnen und Helferinnen aus dem Gau Hefsen-Naffau-Nordder NS. - Dolkswohlfahrt, die seit vorigen Sonntaa in unferm BDM. -Sommerlager zur Erholung weilten, unsere Stadt wieder verlassen. Am Montag vormittag hatte eine schlichte Begrüßungsfeier stattgefunden, bei der Ortsgruppen- amtsleiter Pg. Mönnig die Gäste in herzlichen Worten willkommen hieß und den Wunsch aussprach, daß diese Tage der Erholung, die als Dank für alle der NSV. geleisteten aufopferungsvollen Dienste gedacht seien, allen Teilnehmerinnen frische Kräfte schenken und Ansporn zu neuer Mitarbeit werden möchten. Ortsgruppenleiter Pg. Henze schloß sich diesen Worten an und erbat gerade für die nächste Zeit den vollen Einsatz aller Kräfte der Frauen und Mädchen für Adolf Hitler und das deutsche Volk. Ein dreifaches' Sieg-Heil auf den Führer und der Gesang des Horst-Wessel-Liedes beschloß die Feier. Leider schlug das anfangs so strahlende Sommerwetter bald um in trüben herbstlichen Regen, trotzdem ließen sich die Gäste ihre Stimmung nicht beeinträchtigen, sondern freuten sich ihrer Erholungstage. Die Verpflegung wurde von der NSV. gestiftet und von Frl. Elfriede D e s ch vorzüglich zubereitet. Die Leitung des Lagers lag in Händen von Frl. Erika Lich, die auch sonst das in denselben Räumen befindliche Jungmädellager leitet Einen Höhepunkt der Freizeit bildete der am vergangenen Donnerstag von der Ortsgruppenleitung des Amts für Volkswohlfahrt veranstaltete Spaziergang nach dem Gasthaus zum Laubacher Wald, wo die Amtsrvatterinnen und Helferinnen mit Käfter und Kuchen bewirtet wurden und bei Gesang und Klavierspiel und einigen Tischreden ein paar frohe Stunden verbrachten, bis der Zug sie alle wieder nach Laubach brachte, nachdem ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer ausgebracht war. = Groß-Eichen, 9. Sept. Dieser Tage fand in der Turnhalle eine Abschiedsfeier für Pfarrer König statt, der nach Klein-Linden bei Gießen versetzt wurde. Vom Schulhaus aus bewegte sich ein stattlicher Zug der Einwohnerschaft, die stärksten Anteil an dieser Feier nahm, nach der Turnhalle. Schulkinder, Kirchenoorstand, SAR., Kriegerverein, Gesangverein und Turnverein beteiligten sich geschlossen an dem Zuge. Nach einem Liede der Schulkinder begrüßte Pfarrver- walter Bartholmae die Gemeinde, den scheidenden Pfarrer König und seine Familie. Der Pfarrverwalter übermittelte zunächst dem scheidenden Geistlichen herzliche Glück- und Segenswünsche. Dann sprach der Zellenleiter und stellvertretende Bürgermeister Greis und dankte Pfarrer König für die in den verflossenen neun Jahren geleistete Arbeit im Dienste der Gemeinde, der nationalsozialistischen Bewegung und der NSV. Mit dem Nachfrage vorhanden war, wurde der Bestand restlos umgesetzt. Den Spitzenpreis von 100 Mark erzielte ein mit einem 2a.-Preis ausgezeichnetes Tier des Züchters Anton Weber, Hörnsheim, Besitzer Albert P e p p l e r, Hörnsheim. Die Tiere wurden für die Kreise Wetzlar, Biedenkopf und den Lahnkreis angekauft. Bei der Versteigerung wurden wiederum Preiszuschüsse gewährt, und zwar für den 1. Leistungspreis 20 Mark, für den 2. For» menpreis 10 Mark, und den dritten 5 Mark. Zur Ausrichtung und Versteigerung des schwarz- köpfigen deutschen Fleischschafes waren 40 Böcke aufgetrieben. In erster Linie waren Tiere aus den bekannten Zuchten der Fürstl. Gutsverwaltung L i ch und des Züchters Otto Rinn, Utphe, vertreten. Das bei der Prämiierung ausgezeichnete Tiermaterial fand auch bei der anschließenden Versteigerung hohes Angebot. Lediglich von geringwertigerem Material verblieb Heberstand, da die Nachfrage nach hochwertigen Böcken zur Errichtung neuer Zuchten sehr stark ist. Der Durchschnitts- peis erreichte die Höhe von 175 Mark, gegenüber von 160 Mark bei der Sommeroeranstaltung. Den Spitzenpreis von 255 Mark bezahlte die Schäferei Burgsolms für einen Bück aus der Zucht von Otto Rinn, Utphe; weitere Tiere aus derselben Zucht wurden für den Südharz erworben. Prämiierungsergebnis: Abteilung Ziegen: Lammböcke: 1. Leistungspreis Georg Hedrich, Hörnsheim. Formen- preise Ila. Anton Weber, Hörnsheim (Bes. Albert Peppler, Hörnsheim); Hb. Wilhelm Ludwig, Hörnsheim; IIc. Friedrich Luh (Bef. Otto Hinkler, Hörnsheim); Illa. Gg. Hedrich, Hörnsheim; Illb. H. Baumann, Burgsolms. AbtHilung Schafe: Klaffe I. Aeltere Schafböcke: I. Preis, II. Preis und 2 III. Preise: Otto Rinn, Utphe. Klasse II. Lammböcke: la. und Ila. Preis: Otto Rinn, Utphe; Ib. Preis: Gutspächter Wicke, Rudlos; Ilb. Preis: Fürstl. Guts- verwaltung, Lich; IIc. Preis: Lehr- und Versuchsgut, Selgenhof; Illa, und Illb. Preis: Heinrich Feth (Bef. Fritz Herbei, Steindorf); Illb. Preis: Fürstl. Gutsverwaltung, Lick; Ille. Preis: Gutspächter Wicke, Rudlos; Illd. Preis: Otto Rinn, Utphe; Ille. Preis: Gutspächter Wicke, Rudlos. eine zweckvolle und schöne Verwendung und Ausgestaltung des Platzes Sorge zu tragen. # Ober-Ohmen, 9. Sept. Dieser Tage fand im Rathaus die Ausgabe der Kriegseh kreuze an diejenigen Antragsteller statt, die bei Antragstellung in erster Linie ihren Militärpaß oder sonstige genügende Ausweispapiere beibrachten. Die noch ausstehenden Ehrenkreuze gelangen zur Verteilung, sobald die Prüfungsarbeiten bei der zuständigen Stelle beendet sind. Sobald alle Ehrenkreuze ausgegeben sind, findet eine gemeinsame Feier statt. — Im Saale des Rathauses sand eine Versammlung der Ortsbauern- ch a f t statt. Ortsbauernführer Jäger sprach einleitend über das Reichserbhofgesetz und wies darauf hin, daß der jüngste Sohn Anerbe sei. Lediglich da, wo eine alte Sitte den ältesten Sohn als den Erben herausstelle, seien Ausnahmen möglich. Dann beschäftigte sich der Redner mit der Brotgetreide- Kontingentierung und legte allen Bauern nahe, Getreide zur Kontingentierung anzumelden, sofern es als Brotgetreide verkauft werden soll. Aus einem Rundschreiben wurde auf die Gefahren des Kartoffelkäfers aufmerksam gemacht und größte Wachsamkeit empfohlen. Ferner wurde über die Auszahlung des Milchgeldes über die Spar- und Darlehenskasse gesprochen. Es wurde beschlossen, es bei der Auszahlung durch die Molkerei zu belassen. Schaf- und Ziegenbock- Versteigerung in Wetzlar. [J] Wetzlar, 9. Sept. Der Landesverband der Schafzüchter in Hessen-Nassau und die Landesfachgruppe Ziegenzüchter in Hessen-Nassau veranstalteten in Verbindung mit der Landesbauernschaft Hessen-Nassau hier eine zweite diesjährige Schaf- und Ziegenbockversteigerung. Zur Ziegenbockversteigerung war nur ausgewähltes Zuchtmaterial aus dem Bereich des Tierzuchtamtes Biedenkopf zugelaffen worden; es war sehr gutes Zuchtmaterial der weißen deutschen Edelziege vorhanden, unter dem die bekannte Hörnsheimer Zucht am besten vertreten war, so daß gute Durchschnittspreise erzielt werden konnten. Da starke 2:2 ab, nachdem sie bei Halbzeit 2:0 in Führung lag. Es scheint so, als ob der SV. 1920 Heuchelheim die Krise überstanden habe. Auf jeden Fall sollte er alles andere als Punktlieferant seiner Gegner werden. Die erste Jugend, die sich in diesem Jahr besonders viel vorgenommen hat, bereitete in Lollar dem dortigen SV. eine Ueberraschung. Nachdem die erste Jugend des Gastgebers am Vorsonntaa gegen die gleiche Mannschaft des VfB.-R. in Gießen mit 5:4 siegreich blieb, hatte sie am vergangenen Sonntag gegen den SV. 1920 Heuchelheim wenig Aussicht auf Sieg. Die Heuchelheimer waren ihrem Gegner technisch und taktisch in jeder Hinsicht überlegen und siegten nach sehr schönem Spiel verdient mit 5:1. Iußballabteilung des Tv. Kinzenbach. Tv. Wißmar Jugend — Tv. Kinzenbach Jugend 5:0. Die Einheimischen mußten, mit Ersatz spielend, im ersten Verbandsspiel sofort eine ziemlich hohe Niederlage hinnehmen. Die Platzmannschaft war vor allem körperlich überlegen. Die Leistungen in technischer Hinsicht hielten sich die Waage. Iußballabteilung des Turnvereins Alien-Luseck. Alten-Vuseck I — Fellingshausen I 3:0. Alten-Buseck war gezwungen, zu diesem ersten Derbandsspiel mit'zehn Spielern anzutreten. Die Gäste spielten hohen Fußball. Die Einheimischen waren ihnen an Spielerfahrung weitaus voran. In der ersten Halbzeit wurden alle drei Tore erzielt. Nach der Pause bemühten sich die Gäste, das Torverhältnis zu ändern. Alten-Buseck drückte jetzt merklich, konnte aber trotz der vielen Ecken und Strafstößen nichts mehr erreichen. Bei etwas mehr Entschlossenheit im Sturm hätte der Sieg viel höher ausfallen müssen. Garbenteich 1. Jgd. — Alten-Vuseck 1. Jgd. 0:3. Die Jugend spielte in Garbenteich und konnte sich durch ihren O:3-Sieg die ersten Punkte sichern. VfÄ.-ReichSbahn Sieben. Start der unteren Mannschaften. Der Start der unteren Mannschaften des Vereins war, da sie gezwungen waren, mit Ersatz lmzutre- ten, nicht glücklich. Die zweite Mannschaft in Lollar (mit zehn Mann antretend), verlor zu allem Ueberfluß in der 18. Spielminute ihren Halbrechten, der sich bei einem Sprung so verletzte, daß er ausscheiden mußte. Mit neun Mann kämpfend, hatten sie gegen die sehr gut aufgelegten Lollarer nichts zu bestellen. Sie wurden, nachdem sie bet einem Stande mit 1:0 für die Gastgeber einen Elfmeter verschoßen hatten, mit 6:0, auch in dieser Höhe verdient, geschlagen. , . Die dritte Mannschaft verlor in Steinbach mit 5:3 Toren. Die meisten Spieler dieser Mannschaft (aus der Jugend kommend) lieferten wohl ein gutes Spiel, konnten aber, da es ihnen an der nötigen Spielerfahrung mangelte, die Halbzeitführung nicht behaupten und mußten sich bei Spiel- schluß geschlagen bekennen. Die erfte Jugend errang m Leihgestern einen eindeutigen 4:1-Sieg. In dieser Form dursten die Gießener auch in diesem Jahre bei der Meisterschaft ein Wort mitreden. Die zweite Jugend mußte sich der Jugend von Klein-Linden mit 8:1 beugen. Die Gäste waren eine Klasse besser als die Hie- \ figen. .. Die Schülermannschaft spielte gegen Die gleiche von Lollar bei beiderseits güten Leistungen 0:0. Die Ergebnisse der Vootsrennen des Wassersportes. Der siegreichen Mannschaft der Gießener Rudergesellschaft wurde der Wanderpreis für den Stadte-Achter überreicht. — (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.) Handball im Kreis VIII (Lahn-Dill) D»ent. Der Kreis 8 hielt, wie bereits erwähnt, am ver-1 Gegner in j/der Beziehung weit Überlegen war. Im ^er «reis o yim, w ------j Zeichen dieser Ueberlegenheit stand auch das ganze Spiel. . r Tv. Dutenhofen Jgd. — Mtv. Gießen Jgd.5:6 (3:6).. Entweder ist die Spielstärke der Gießener Jungens zurückgegangen, oder aber Dutenhofen verfügt über einen guten Nachwuchs. Trotzdem Ersatz in den Reihen stand, hielten sie sich sehr gut. Tv. Heuchelheim — Tv. A l l e n d o r s a. d. Lahn 4:3 (2:1). Der erwartete spannende Kampf kam zustande. Allendorf war gegen den letzten Sonntag nicht wieder zu erkennen. Vor allen Dingen war es die Hintermannschaft, der es allein zu verdanken war, daß der Sieg nicht höher ausfiel. Der Sturm war auch diesmal noch nicht ganz auf her Scheibe, ließ sich aber schon bedeutend besser an. Der knappe Sieg von Heuchelheim war ver- Wanderpreiskegeln in Wieseck. Am Sonntag sand auf der Kegelbahn des Kegelklubs „Alle Neun" in Wieseck bei Gastwirt Völ- z e l der zweite Kamps unter den drei Wiesecker Kegelvereinen um den Wanderpreis statt. Die sportlichen Leistungen waren sehr gut und gegenüber dem ersten Kampf im August weit Überboten. Kegelklub „Vorwärts" errang mit seiner 10er- Mannschast auf 25 Kugeln die Höchstholzzahl mit 1523 Kegel. Kegelklub „Alle Neun" erreichte 1513 und Kegelklub „Gut Holz" erreichte 1373 Holz. In der Einzelbewertung erreichten die Kegler Ludwig Hahn (Gut Holz) mit 25 Kugeln 170 Holz, Wilhelm Strack (Alle Neun) mit 169 Holz, Wilhelm Kreiling (Alle Neun), Willi Rupp (Vorwärts) mit je 165 Holz die Bestleistung. Der zweite Führer des Vereins der Kegler Lahn- Bufecker-Tal, Heinrich Wagner, würdigte nach Schluß des friedlichen Wettkampfes in kurzen Dankesworten die Begeisterung der drei Mannschaften für den gesunden Kegelsport. Die Austragung des dritten Kampfes auf der Bahn des Kegelkranz Vorwärts findet im Oktober statt. Gramm siegt in Venedig. Hervorragenden Sport brachten beim Lido-Tur- nier in Venedig die beiden Schlußkämpfe im Einzel. Im Männereinzel um den Pokal des Prinzen von Piemont schlug G. v. C r a m m den Italiener Palmieri 7:5, 2:6, 6:2, 6:2, während im Fraueneinzel ders angeht. Nm den Gau-Handballpokal. Tv. Lützellinden — Tv. Vuhbach 13:8 (8:5). Nach einem äußerst wechseloollen und jeder Zeit spannenden Spiel konnten die Einheimischen die gewiß nicht schlechten Butzbacher sicher niederringen. Ein weiteres Zeichen dafür, daß Lützellinden wieder im Kommen ist und daß es in diesem Jahre wieder ein Wort in der Bezirksklasse mitsprechen wird. Tv. Vilbel — Tv. Dörnigheim 4:5 (2:2). Freundschaftsspiele. Tv. Hörnsheim — Tv. Dori ar 5:12 (1:8). Die erwartete „Kräftemessung" kam leider nicht zustande. Hörnsheim mußte einige der besten Spieler ersetzen. Das mag zum Teil mit die Schuld tragen, daß das Spiel ziemlich klar verloren ging. Der wesentliche Faktor ist, daß sich Hörnsheim erst in der zweiten Halbzeit wenigstens einigermaßen fand. Der Vorsprung der Gäste war zu dieser Zeit aber zum Einholen bereits zu groß. Tv. Garbenheim — TV. Wetzlar komd. 8:4 (4:4). Eine der unberechenbarsten Mannschaften ist die von Garbenheim. Vor zwer Wochen noch gegen Hörnsheim mit 20 zu soundsoviel verloren, gelang es ihr jetzt, die zwar mit Ersatz, aber trotzdem recht spielstark antretenden Wetzlarer sicher zu schlagen. Tv. Dutenhofen I — Mtv. Gießen komb. 1:15 (1:6). Dutenhofen hatte zwar Ersatz aus der Jugend eingestellt, aber auch ohne dies wäre die Mannschaft der Gießener hoher Sieger geworden. Der MTV. hatte eine Mannschaft geschickt, die ihrem ganoenen Sonntag in Gießen eine Arbeitstagung ab. Zahlreich waren die Dereinsspielwarte und die Schiedsrichter erschienen, um vor Beginn der neuen Verbandsrunde über all das eingeweiht zu werden, was in der Hauptsache interessiert. Leider war die zur Verfügung stehende Zeit zu gering, so daß alles nur kurz gestreift werden konnte. Eine rege Aussprache schloß sich an die interessanten Ausführungen von Kreisspielwart Luh an. Durch Kreisschiriobmann Drolsbach wurden die Schiris und Anwärter mit den wichtigsten Neuerungen vertraut gemacht, und zwar im Beisein mit den Vereinsspielwarten. Alles in allem kann gesagt werden, derartige Veranstaltungen müßten öfters fein, da durch sie manches Denjenigen vermittelt werden kann, die es deson- Einer: (Klubmeisterschaft) Willi Müller. Schüler-Vierer: Hassia I. 4,39 Min., Hassia II. 4,44 Min. Damen-Vierer: 1. Hassia, Gießen, 2. Wetzlarer Ruderklub (17 Sekunden später). Städte-Achter: 1. Gießener Ruder-Gesellschaft von 1877 6,55 Min. (Mannschaft: Ernst Meister, Kurt Münch, Hans Rübsamen, Heinz Becker, Eugen Euteneuer, Fritz Meister, Friedel Jvedt, Georg Hartmann, Heinz Hochstetter am Steuer); 2. Wetzlarer Ruderklub v. 1880 7,10 Min.; 3. Gießener Ruderklub „Hassia" 1906 7,40 Min. Jungmann-Vierer: 1. „Hassia" L, 3:3,0 Min.; 2. Wetzlarer Ruderklub 3:3,2 Min.; „Hassia II. aufgegeben. Ga st vierer: 1. Wetzlarer Ruderklub 2,92 Min.; 2. GRG. 1877 2,93 Min. Einer: 1. Wetzlarer Ruderklub. Boot der GRG. gekentert. „ Ä Gemischter Achter: 1. Boot Roloff 2,48 Min.; 2. Boot Hochstätter 2,53; 3. Boot Noll 2,59 Minuten. um den Pokal des Königs von Schweden Hilde Krahwinkel- Sperling nach härtestem Kampf 9:7, 6:3 über die Frannzösin Mathieu triumphierte. Im Gemischten Doppel spielten sich Außem- Henkel II durch einen überraschenden 6:2, 6.2-Sieg über Sperling-Artens ins Endspiel vor. Mercedes-Sieg in Argentinien. Etwa 25 000 Zuschauer wohnten am Sonntag dem großen Automobilrennen auf der Autobahn zu Rafaela in der Provinz Santa-F6, etwa 500 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires, bei. Unter den 25 Teilnehmern befand sich auch als einziger Deutscher Carl Z a t u s z e k auf. Mercedes-Benz, der das Rennen gegen stärkste Konkurrenz gewann. Er beendete das über 500 argentinische Meilen (etwa 800 Kilometer) führende Rennen in 5:43:41,2 Stunden als Sieger vor dem Rennfahrer Martin auf Fiat. 3m Segelflugzeug über die Alpen. Erstmals in der Geschichte des Segelflugsports gelang es jetzt, im motorlosen Flugzeug die Alpen zu überqueren. Diese Glanzleistung vollbrachte am Samstag der Schweizer Segelflieger S ch r e i b e r (Bern). Schreiber hatte sich in Thun mit seinem Condor-Segelflugzeug von einer Motormafchine hochschleppen lassen, bei 3500 Meter Höhe ausgeklinkt und dann, nachdem er noch 500 Meter Höhe gewonnen hatte, einen zweistündigen Hang-Segel- slug am Jungfraumassiv durchgeführt. Von da begab er sich „auf Strecke", überflog Breithorn und Fiescherhorn, überquerte das Wallis und steuerte auf das Simplon-Massiv zu. Den inzwischen erfolgten Höhenverlust konnte er hier bis 3200 Meter nahezu wieder ausgleichen. In 2000 Meter Höhe wurde Domodossola überflogen, Locarno in 1500 Meter Höhe. Hiermit war die erste Alpenüberque- rung im Segelflugzeug geglückt. Der Pilot kam noch bis Bellinzona, wo er auf dem Flugplatz glatt landen konnte. Die Gesamtflugdauer betrug 5:40 Stunden. Die Segelslüge am Jungfrauioch, an denen bekanntlich auch eine deutsche Mannschaft teilnimmt, haben inzwischen ebenfalls begonnen. Es wurden jedoch noch keine besonderen Leistungen gezeigt — Schreiber gehört nicht zu diesem Lager — da die Wetterverhältnisse den Segelfliegern ungünstig waren. Die Deutschen haben ihre Maschinen noch nicht ge st artet. Hunhfunfprogramm. Donnerstag, 12. September. 6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert, anschließend Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 10: Reichssendung. 10.15: Werbekonzert. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskon- zert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Mitten im Werktag. Sozial- und Wirtschaftsdienst in bunter Folge. 15: Nachrichten der Gauleitung. 15.15: Kinderfunk. 16: Kleines Konzert. 16.30: Unsete Pferde. Eine Plauderei über Bücher. 16.45: Offenbarung deutscher Landschaft (I). „Das Spessarterlebnis" von Jakob Schaffner. 17: Nachmittagskonzert. 18: Zum Reichsparteitag in Nürnberg: Reichssendung: Aufmarsch des Arbeitsdienstes auf der Zeppelinwiese. 19.15: „I bin Soldat — vallera!" Das Lied vom schwäbischen Soldaten. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Orchesterkonzert mit Ria Ginster. 21.30: Zum Reichsparteitag in Nürnberg: Reichssendung: Vorbeimarsch der politischen Amtswalter ab Hauptbahnhof vor dem Führer. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk), Sportbericht. 22.20: Unterhaltungskonzert. 23: Wir bitten zum Tanz. Barnabas von Geczy spielt. 24 bis 2: Nachtmusik. Henkel’s Bleich und Spülmittel fürdieWäsche___ Äla Anzelsen-AktlengeseMihast Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen und Zeitschriften Generalvertretung: Heinrich Wagener Gießen, Frankfurter Straße 45 • Ruf 41 20 Gietzen / Sthulftvatze Z All LE R TRUMPF JUNIOR I Ltr. TRUMPF 1,7 Ltr. PRIMUS 1,7 Ltr. DIPLOMAT 3 Ltr. AUTOMOBILE | Mittwoch, den 11. Sevt. 1935, 14 Uhr, versteigere ich an Ort und Stelle (Bekanntgabe imBer- steigerungslokal „Zum Löwen", Neuenweg 28), zwangsweise gegen Barzahlung: Haus-, Laden- und Büromöbel versch. Art, neu und gebraucht, Schreibmaschinen, Schrank- und Koffergrammophone, 1 Geige, Nähmaschinen, Kasfenschränke, Registrierkass., Dam.-Svangen- u. Kragenschuhe, Büchergestelle, Reclamheste, Bücher verschied. Inhalts, Besen, Wäscheleinen, 1 Hobelbank, Ackerleinen, Pinsel, Bürsten, Zahnbürsten, Fensterleder, 1 Personenwagen, einen Framolieserwagen, 3 Klaviere, 1 Jagdflinte, 1 Photoavvarat, Herren- u. Damenschnürschäfte, 1 Lederwalze, 1 Schäftestevv- masch., Möbelstoff, 35 Pfd. Bettfedern, 1 Schnellwaage, 1 Kaffeeröster, 4 Kaffeeverkaufsst., 1 Cis- schrank, 142 Fl.Wein, 10 Fl.Arrak u. Punsch, 1 Aktenschr., Knabenmäntel, 48 Anzüge u.v.a. ou-v Riffnrf Gerichtsvollz. in Gieffen, ViUVlIt Steinstrabe 42, Tel. 3660 Gewinnauszug 5. Klasse 45. Preußisch-Süddeutsche (271. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 28. Ziehungstag 9. September 1935 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 Gewinne zu 6000 M. 25363 143515 153817 6 Gewinne zu 3000 M. 164599 348156 365534 10 Gewinne zu 2000 M. 13069 30546 65587 180499 375611 74 Gewinne zu 1000 M. 3484 3945 14099 32394 50788 84760 123191 139547 162367 176233 187046 192542 209053 212792 214446 221227 224842 227285 227885 248649 250010 268232 287899 314209 317261 318058 326955 331019 345156 349902 354207 365142 368631 370004 376073 380247 394627 102 Gewinne zu 500 M. 2492 4600 9488 19448 30872 44876 67584 69244 76857 80801 89894 95409 97890 98747 100302 103617 110220 110580 111369 132162 143886 146139 150008 161823 176350 186083 201588 211010 212269 219203 222119 225301 233970 237536 239753 240361 257791 262277 265357 275397 292889 299121 324457 337400 340161 344649 355620 369565 362177 362425 377940 372 Gewinne zu 300 M. 2462 5009 7717 8259 15894 23964 29269 30572 30616 31359 34459 34534 34566 34768 36069 36120 37907 41498 42320 43875 45195 46210 54477 54708 55227 55956 57875 58048 58910 59485 59678 69485 72313 72529 74162 74443 81465 82264 84112 84536 85698 91089 92685 94604 99840 107899 108999 109099 112005 113302 113616 116247 116806 121006 121673 129173 134235 139452 139771 140623 141687 142649 142829 143506 144626 147314 148461 149335 149475 150005 160010 160183 160280 161985 162400 163145 164751 171173 171728 173158 177026 178522 183620 185073 186167 190623 195488 199931 200195 200320 203953 204703 207579 207676 208132 216459 218324 218666 219248 220798 221104 222405 222797 224825 225467 225553 230136 232999 233031 234027 234622 234921 237888 239791 247839 248157 248648 250227 250551 251270 251651 252304 253623 260103 260569 265599 266604 266786 267465 268396 270138 276451 276827 279941 281216 284610 285277 287394 287395 290705 291184 293963 294072 294135 294566 296751 299719 301247 303964 308720 310903 311969 318960 319664 325609 329289 329426 330516 330574 332846 332952 339992 343985 344026 347058 355040 355393 356508 360256 364183 364426 365684 367593 370969 372666 374797 376008 376670 383103 386005 387323 394718 395619 396174 396667 396825 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne zu 10000 M. 264421 2 Gewinne zu 5000 M. 37575 4 Gewinne zu 3000 M. 90054 246536 16 Gewinne zu 2000 M. 16899 33382 55114 80398 146090 249738 271372 378170 42 Gewinne zu 1000 M. 8523 38121 144811 156521 163402 175884 191035 225261 248448 270498 297020 308266 321370 328756 339114 345786 350257 351980 365649 371209 398850 74 Gewinne zu 500 M. 5025 16012 33833 35974 48368 51712 56545 72727 75748 83447 90514 99859 114340 153173 155639 167841 168113 172745 179768 179831 193522 199546 225154 228726 239787 240262 248783 260833 289516 293929 318690 321058 322296 333559 341944 384895 392543 332 Gewinne zu 300 M. 1145 2742 4477 5042 7210 7656 19885 24574 29706 31213 37944 40888 43394 43794 49998 52206 54156 57066 58727 67081 69622 69786 71369 73154 74732 76563 83766 84019 85293 86552 86838 87143 91360 91486 92111 92631 97323 99131 103891 103947 104099 104821 108757 111824 114643 119817 120028 122122 122574 123295 124169 125074 130493 135477 141413 146609 146745 148352 154496 156040 156238 158609 160839 160932 162768 165630 169816 177461 177775 179053 182013 186266 186345 190174 194669 196846 198071 202817 208821 210643 215996 218787 219619 220930 221561 225032 225392 225595 227782 227924 230257 231981 241605 241840 242358 244580 244787 246825 248357 251258 252097 263994 264790 266029 266640 266676 267963 268421 269202 270394 271957 276311 276887 278252 278738 279391 281382 287803 291274 294923 295358 295532 296613 296903 297790 299941 301195 302616 306385 307672 308287 308881 313183 316551 319825 323571 324850 325746 326213 329983 333650 335448 336754 339121 339623 341077 342941 344003 347308 350088 358023 359754 369.210 363032 365619 369347 369978 387769 389519 391632 391696 393527 393989 396885 399074 Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 10CTO00, 2 zu je 30000, 2 zu je 5000, 18 zu je 3000, 20 zu fc 2000, 104 zu je 1000, 120 zu ie 500. 538 zu je 300 Mk. 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