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Srann’rt am main llßss vru» und Verlag: vrühl'sche Unlverfilätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitnng und SeschSftrfteLe: Schulftrahe r M-ng-nabschluff-staffel8 der Eden kommt mit bestimmten Vorschlägennach Paris anim braucht Jtasten die koloniale Expansion? Diepolitik derZntereffenfphären. Auf einmal hört man aus Italien eine Stimme, die sich ganz wesentlich von dem unterscheidet, was man bisher aus der italienischen Presse vernommen hat. Es sind die „A f f a r i E st e r i", eine den maßgebenden römischen Stellen besonders nahestehende außenpolitische Wochenschrift, in der der Verzicht auf das ausschließliche Pro- Lektorat Italiens über Abessinien angedeutet mengehen mit den sozialistischen und sogar mit den christlichen Gewerkschaften die proletarische Einheitsfront herzustellen, in der natürlich den Kommunisten die Führung gebühre. Der nun dem siebenten Weltkongreß von dem „deutschen" Kommunistenhäuptling Pieck erstattete Rechenschaftsbericht des Vollzugsausschusses, noch mehr aber die vielstündige Vorlesung, die der aus dem Leipziger Reichstagsbrandstifterprozeß her sattsam bekannte Bulgare Dimi troff, einer der skrupellosesten Hetzapostel der weltrevolutionären Idee des Kommunismus, zungenfertig und selbstgefällig wie nur je ein mit allen Wassern gewaschener Demagoge den ob solcher Beredsamkeit offenen Mundes staunenden, urteilslosen Genossen aus aller Welt über Strategie und Taktik des kommunistischen Kampfes gehalten hat, das alles zeigt nicht die geringste Aenderung in Aufgabe und Ziel, viel eher eine geschmeidige Anpassung an die seit 1928 beträchtlich veränderte weltpolitische Lage. Denn seitdem ist neben den Faschismus in Italien, der dort auch den letzten Funken der kommunistischen Revolution ausgetreten hat, abgesehen von den analogen Bestrebungen Primo de Riveras in Spanien und dem türkischen Rationalismus Kemal Paschas, als unversöhnlicher Feind der weltrevolutionären kommunistischen Idee der Nationalsozialismus in Deutschland aufge- standen, der mit unerbittlicher Folgerichtigkeit das deutsche Volk von der Gefahr der Bolschewisierung befreit hat und mit dieser Tat auch in den andern, durch Wirtschaftskrisis und ein entartetes Parteienregiment in schwerste innere Erschütterungen gebrachten Ländern bei den nationalen Elementen die Widerstandskraft gegen den todbringenden Bazillus der bolschewistischen Seuche gestärkt hat. Diese Erweckung der nationalen Abwehrkräfte hat natur- lich der kommunistischen Zersetzungsarbeit gewisse Schranken errichtet. Aber der Kommunismus hat es geschickt verstanden, durch den Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund und durch eine Politik der Annäherung an Europa, vielfach das Mißtrauen einzuschläfern, das in den bürgerlichen Kreisen des Westens gegen den nach Hekatomben von Blut auf den Massengräbern des bestialisch hingeschlachteten „popvlo b’jtalia' wirbt um Verständnis m England Die ausländischen Regierungen aber verboten die Waffenausfuhr nach Abessinien. Das sei ungerecht. Abessinien werde mit Vertrauen dem Spruch des obersten Schiedsrichters Bo litis entgegensehen. Es habe Vertrauen in den Völkerbund. Wenn möglich, werde Abessinien aber kämpfen, einerlei ob mit ober ohne Ausgangspunkt der Dreierverhandlungen darstellen soll, sobald das Prinzip des Statusguo preisgegeben wird. Das letztere aber hat England bereits grundsätzlich getan, als es den Gedanken eines Völkerbundsmandats in die Debatte warf. Darum stellt man sich in Rom nun auf den Standpunkt, daß man sehr wohl z u einer friedlichen Regelung gelangen könne, wenn man die Interessen aller drei Machte entsprechend den vertraglichen Abmachungen verwirklichen wolle. Diese Verwirklichung hat Frankreich seinerzeit dadurch verhindert, daß es die Aufnahme Abessi- Journalistischer Hochbetrieb in Addis Abeba. 35 Kriegsberichterstatter bereits eingetroffen. Addis Abeba, 8.Aug. Der mit der Leitung einer abessinischen Sondermission für Japan beauftragte DabaBiruist nach Tokio abgereist. Er wird als erster abessinischer Konsul sein Land in Japan vertreten. Die abessinische Regierung erklärt, daß die Ernennung aus diplomatischen Rücksichten erfolgt fei und nichts mit Waffenlieferungen zu tun habe. Die Möglichkeit baldiger kriegerischer Ereignisse rückt die sonst so weltentlegene Hauptstadt Abessiniens immer mehr in den Brennpunkt des öffentlichen Interesses. 35 ausländische Journalisten, die insgesamt 60 führende Weltblätter und Nachrichtenbüros vertreten, befinden sich in Addis Abeba. Daß sie jetzt schon bemüht sind, ihre Auftraggeber zufriedenzustellen, geht daraus hervor, daß die hiesige funkentelegraphische Station im letzten Monat 110000® orte in den Aether sandte, während sonst, zu ruhigen Zeiten, monatlich nur etwa 3000 Worte gesendet wurden. Italien trauert um die Opfer des Flugunglücks. Rom, 9. August. (DNB.) In ganz Italien herrscht Trauer über den jähen Tod des Ministers für öffentlich Arbeiten, Razza. Sein Hinschei- den wird als Tod für das Vaterland, er selbst und feine unglücklichen Gefährten als die ersten Gefallenen im ostafrikanischen Konflikt bezeichnet. Der Regierungschef hat angeordnet, daß die Beisetzung der Opfer des Flugzeugunglücks a u f Staatskosten erfolgt. Der Duce würdigt in einem Telegramm an die Witwe Nazzas den Minister als treuen Mitarbeiter seit 20 Jahren, der in Erfüllung seiner Pflicht gestorben ei. Das faschistische Regime habe in ihm einen London, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Eden wird zu den Dreimächtebesprechungen über die abessinische Frage den Borschlageinerendgültigen Regelung der bisher nur dilatorisch behandelten Angelegenheit nach Paris mitbringen, wenigstens glaubt dies „Morning Post" zu wissen. Welcher Art er sei, werde allerdings streng geheimgehalten. Nur soviel dürfe man annehmen, daß die britische Regierung bereit sei, das Ihrige zu einer friedlichen Lösung zu tun. In Frankreich und Italien sei leider der Glaube weit Derbrettet, daß die Hauptsorge Grohbritan- niensnichtso sehr demVölkerbund als den Interessen des Britischen Reiches gelte. Das mache die Lage noch verwickelter. Ja, in politischen Kreisen Italiens sei angedeutet worden, daß Italien sich das Wohlwollen Großbritanniens sofort wieder zuwenden könne, wenn es eine ausdrückliche Verpflichtung eingehe, die britischen Interessen im ©ebietebes lana- fees zu achten. Demgegenüber sei in maßgebenden Kreisen Englands noch bis vor kurzem der leistet. Das Trojanische Pferd. In Moskau tagt der siebente Weltkon- greß der kommunistischen Internationale (Komintern). Tag für Tag treten hier in der Hauptstadt der Sowjetunion vor die aus aller Welt zusammengekommenen Sendboten des Kommunismus die gewiegtesten Taktiker, die skrupellosesten Agitatoren, um über die neuen Methoden zu dozieren, mit denen der Kommunismus in den kommenden Jahren den Kampf um das alte Ziel, die Auslösung der Weltrevolution, zu führen gedenkt. Die Aufgabe der Komintern ist immer die gleiche geblieben, seit der erste Kongreß im März 1919 die Plattform für den Kampf um die Errichtung der Diktatur des Proletariats schuf und den berüchtigten Thesen Lenins zustimmte, die damals schon den offenen Kampf gegen die Staatsgewalt empfahlen. Fünf Jahre später, im Juli 1924, auf dem fünften Weltkongreß der Komintern, trat zum ersten Mal Stalin, formal in der bescheidenen Rolle eines Generalsekretärs der russischen kommunistischen Partei, in Wahrheit aber als unumschränkter Herrscher über Partei und Staat hervor. Damals wurde beschlossen, die kommunistische Propaganda in die Armeen der „kapitalistischen Mächte" zu tragen, um diesen stärksten Schutz der bürgerlichen Staatsgewalt durch Zersetzung unbrauchbar zu machen. Auch regte man eine lebhaftere Werbetätigkeit unter der eingeborenen Bevölkerung der Kolonien in Afrika und Asien an. Die immer wieder von Zeit zu Zeit aufflackernden Unruhen in Französisch-Jndochina, in Niederländisch- Jndien, in den Bergwerken Südafrikas, in den verschiedenen südamerikanischen Staaten und nicht zuletzt das Anwachsen der kommunistischen Bewegung in China, zeigt, wie sehr Moskaus revolutionäre Parole bei den unterdrückten Völkern auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Der nächste Kongreß der Komintern im September 1928 bezog auch die Jugend und die Frauen in die Propagandaarbeit ein und ventilierte auch den Gedanken, durch Zusam- Die vertraglichen Grundlagen der Dreierkonferenz Italien besinnt sich auf die Vorteile des Abessinien - Vertrages von 1906. Was wird England tun, um eine Teilung des Rilquettengebiets zu vermeiden? aufopferndsten Mitarbeiter verloren. Die Presse bedauert besonders, daß Razza die großen Arbeiten, die gerade auf dem Gebiet der öffentlichen Arbeiten in Ostafrika zu vollziehen waren, nicht selbst leiten und vollenden konnte. Auch der Tod des Forschers Franchetti reißt in Italien eine tiefe Lücke, war er doch der geographische Berater der italienischen Regierung für Ostafrika und hatte in jahrelanger Forschertätigkeit unschätzbare Dienste ge» Waffen. Strategische Pläne des Neans Rom 8 Aug. (DNB.) Nack hier aus Addis Abeba vorliegenden Nachrichten soll der Kaiser von Abessinien bei einem kommenden Krieg in Ostafnka beabsichtigen, nicht sofort dem italienischen Vorstoß in abessinisches Gebiet Widerstand zu leisten, son- bern seine Truppen zu einem Gegen- angrlffauf Italienisch - So maliland zusammenzuziehen. Er will die italienischen Truppen zunächst von Norden, also von Eritrea aus, ziemlich weit ins Land vordringen las- s c n und seinerseits die ganze Stoßkraft nach Süden, nach Jtalienisch-Somaliland verlagern. Die Siege, die der Negus im Süden zu erringen hofft, sollen die Verluste im Norden, wo sich nur geringe Truppen befinden, die im Kleinkrieg gegen die Italiener kämpfen, ausgleichen. Ueber die Kräftezahl der Negus herrscht nach wie vor große Unklarheit Man rechnet ungefähr mit 7 50 000 Mann, von denen jedoch nicht alle mit Gewehren bewaffnet sind und nur die Hälfte entsprechend einem europäischen Heer organisiert sein soll. — In Lodz, dem Mittelpunkt der polnischen Textilindustrie, ist eine Abordnung abessinischer Kaufleute eingetroffen, die größere Mengen Uniformen zur Ausstattung der abessinischen Armee angekauft haben. Weitere Abschlüsse sollen demnächst in Aussicht genommen sein. Mailand, 10. Aua. (DNB. Funkspr.) „Popolo d'Jtalia" bemüht sich, Italiens Vorgehen in Abes- finien zu begründen. Die Gedankengänge sind bekannt. Bemerkenswert ist die Mäßigung des Tones gegenüber England. Bisher hat man die Engländer barsch zurechtgewiesen, jetzt s u ch t m a n zu überzeugen. Das Blatt sagt u. a„ Italien werde immer unruhiger, wenn man es op xx e Ventil für seinen drückendenBevolke- rungsüberschuh lasse. Wenn es jedoch entwicklungsfähige Gebiete zu- verwalten habe, werde es für sich und seine Freunde ein konservativer Staat werden. Eine Politik Großbritanniens, die Sanktionsmaßnahmen ins Auge fasse, wäre gleichbedeutend mit einer Kriegspolitik. Man dürfe nicht vergessen, daß England Sanktionen weder vorgeschlagen habe, um Japan den Weg in die Mandschurei zu versperren, noch um denKrieg zwischen Bolivien und Paraguay zu verhindern. Die feindselige Einstellung Großbritanniens scheine mehr der falschen Annahme zu ent- pringen, daß Italien mit seinem Vorgehen in Ostafrika die Absicht verfolge, s i ch d e n britischen Interessen in den Weg zu ft eil en. Das Gegenteil fei richtig. Italien wende sich Abessinien nur deshalb zu, um England und Frankreich im ruhigen Besitz ihrer Kolonien zu lassen und nicht genötigt zu fein, felbft Ansprüche auf irgendein Mandatsgebiet zu erheben. Abessinien fordert das Recht der Verieidiauna wird. Italien habe, so heißt es, niemals Zweifel daran lassen wollen, daß alle drei Mächte des Vertrages von 1906 gerechtfertigte Ansprüche in Abessinien hätten, es fei darum ein guter Weg, daß man sich zu einer Konferenz über den Vertrag von 1906 entschlossen habe. In Rom hat man sich inzwischen offenbar darauf besonnen, daß die vertraglichen Grundlagen über die abessinische Frage für Italien einen sehr viel gün st igerenAusgangspunkt darstellen, als wenn man sich in Genf über die neue grundsätzliche Einstellung und die veränderten machtpolitische>n Auffassungen Englands in Auseinandersetzungen begibt. Selbst in den großen Londoner Redaktionen hat man lange Zeit übersehen, welche rechtlichen Ansprüche Italien aus den bestehenden Abmachungen ableiten kann. Bis vor kurzem noch las man in der englischen Presse von dem Anspruch Italiens auf die Anlage einer E i s e n b nh ck m einem abessinischen Landstreifen längs Britisch- und Französisch-Somaliland. Der Vertrag von 1906 und seine Ergänzung durch den Notenwechsel von 1925 geben den Italienern sehr viel größere Rechte. In dem Vertrage, der am 13. Dezember 1906 von Cambon, Eduard Grey und San ®uiltano unterzeichnet wurde, wird im ersten Artikel als übereinstimmende Auffassung der Machte festgestellt, daß der politische und territoriale Status quo in Aethiopien aufrecht zu erhalten s e i. Im vierten Artikel wird diese Bestimmung aber wesentlich dadurch ein g e - schränkt, daß jede der drei Machte im Falle irgendeiner Störung Gebietszonen in AbessinieN Angewiesen werden, die gemeinschaftlich in Schutz genommen werden ollen „um die Integrität Äthiopiens aufrecht zu erhalten". Selbstverständlich hat Großbritannien dabei das N i l q u e l[1 e n g e b i e t für sich in Anspruch genommen. Dadurch sollten aber Die italienischen Interessen, „bezüglich bes fim- terlanbes seiner Be sitzu ngen und deren örtlichen Zusammenhang westlich — we.stl i ch . — 0 ° N AddisAb ° b a“ nid)t beemtradjtigt roerben. Diese Zugeständnisse an Italien, die sich aus- drückl ch auf den Westen Abessiniens und seine ver- k^hrstechnische und wirtschaftliche Durchdringung erstrecken, werden in einer britH d) e n Nate wiederholt, die am 14. Dezember 1925 Mussolini überreicht wurde. In ihr heißt es: Duf bn-- tifdie Regierung ist dafür (nämlich für bte ttahe- nilcbe Unterstützung bei den britischen Bemühungen «!n die Konzession für b i e Stauanlage am Tana-See bereit, der italienischen Regierung deizustehen, damit sie eme $ o n 3 e 10 n zum Bau und Betrieb einer Eisen- babn von den Grenzen Eritreas bis au den Grenzen von Italienisch-So- matitanb erhält." Diese Eisenbahn, an bte man schon vor zehn Jahren dachte, ist also ganz e t w a s and ^res als diejenige die neuerdings Italien als Ersatz angeboten wurde und die das siidliche Eritrea mit dem nördlichen italienischen Somaliland parallel der Küste verbinden Se ohne daß dem Aufwand ein nur annähernd Atfvrechender wirtschaftlicher Wert gegenuberftanbe. Die damals ins Auge gefaßte Bahn wurde vom Worben Eritreas nach Benadir tm südlichsten Somaliland verlaufen. Sie würde die wertvollsten Gebiete Abessiniens durchqueren und durch das von England beanspruchte Jnt^- essengebiet um den Tana-See ^durchgehen. Es war in der Note von 1925 ausdrücklich von der freien Durchfahrt über ^ne Autostraße die Rede, die England von der Grenze des Sudan bis zu einer zu erbauenden StauanlageamTana-See geplant hatte. Darüber hinaus war ein ausschließlicher wirtschaftlicher EinslußJtaliens im Westen von Abessinien und im ganzen Gebiet her vorgesehenen Eisenbahnlinie für den Fall anerkannt, baß Englanb bi- gewünschten Kanzeffw- npn erhalten sollte Die Voraussetzungen dieses Vertrages sind zwar bisher nicht erfüllt, aber Musso- ini hat doch einen Wechse 'n der Hand den er zu dem Zeitpunkt präsentieren kann, an dem England das Nilquellengebiet „unter sei- "^nN-n"'ha7ma7ffch allerdings m W daraus besonnen, baß Ab-ffinien, vor allem bas Nilquellengebiet, viel wichtiger sur bas Br- tisch- Reich ist. als man es bamals wohl einge- hnt Die angestrebte Baumwoll-A ul - b^' Attischen Reiches, bi- non b« Aus. bphnunq der Baumwollvflanzungen 'M Sudan ob- hängt wird zu einer Illusion, wenn England im Nilquellengebiet eine Teilung _ her JeH’ f rfi a f t mit einem anderen europäischen Kolomal- innh anläfet Aber auf der Grundlage der Ver- ttäae ^un^der geschichtlichen Entwicklung befindet sich Italien im Vorteil, sobald diese Basis allem den niens in den Völkerbund betrieb. Jetzt ist die Frage, ob England sich wieder hinter den Grundsätzen der Völkerbundspolitik verschanzt, um auf diese Weise früher begangene Fehler wieder zu reparieren. Die Möglichkeit einer friedlichen Lösung, bet der die Souveränität Abessiniens formal aufrecht erhalten bleibt, ist jedenfalls angedeutet. Die Frage bleibt, ob sie im Hinblick auf die Notwendigkeiten des Britischen Reiches der Londoner Regierung, die allerdings immer wieder auf die Möglichkeit weitgehender wirtschaftlicher Konzessionen hingewiesen hat, erträglich erscheint. P a r i 5 , 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der abes- sinische Gesandte in Paris erklärte nach feiner Rückkehr aus Genf dem „Ecelfior", das einzig wirkungsvolle Mittel, den Krieg wirklich zu verhindern, bestehe darin, Abeffinien zu gestatten sich zu bewaffnen. Das sei durchaus nickt'paradvx. Abessinien wolle nicht den Krieg. Es könne den Frieden aber nur aufrechterhalten, w7nn Italien wisse, d a ß A b e f s i n i e n sich verteidigen könne. Italien stelle Waffen in seinen eigenen Fabriken her, Abessinien hm- acae sei gezwungen, sie im Auslande zu kaufen. •r.° ntior norhnfpYl Standpunkt vertreten worden, daß die Haltung Großbritanniens in dieser Frage nur durch grundsätzliche Erwägungen bestimmt werden. Später indessen sei angedeutet, daß eme Besetzung Abessiniens durch Italien eine Bedrohung der Stellung Großbritanniens in Aegypten bedeuten werde. Es durste daher zwischen Eden und Baron Aloisi gelegentlich sehr deutlich gesprochen werden, während Laval die schwierige Aufgabe der Aussöhnung zufallen werde. , , , Eine Vereinbarung werde nicht erleichtert durch die Nachricht, daß der Kaiser von Abessimen eine neue AuslandskvnZession gewahrt habe. Ein Schweizer Konsortium habe Erlaubnis erhalten, eine S t r a ß e z w i s ch e n A d i s A b e b a unddemSudanzu bauen. Diese Straße wurde die Reise nach der Nordwestgrenze, die jetzt Wochen beanspruche, auf einige Tage verkürzen. Dies durfte der Entwicklung des Handels zwischen Abessinien und dem Sudan sehr zugute kommen. oder dem Hungertode preisgegebenen russischen Bürger- und Bauerntums errichteten Sowjetstaat bestand. Litwinows Bündnispolitik ist man in Paris und Prag aus imperialistischen Gründen entgegen» Gekommen und hat den Widerstand im eigenen Lande gerne damit zu beschwichtigen versucht, daß das Einbeziehen der Sowjetunion die „Derbürger- lichung des Kommunismus" und die Abwendung von der weltrevolutionären Mission zum russischen Nationalismus nur beschleunigen werde. Wie sehr man sich in diesen Hoffnungen auf eine erzieherische Wirkung des Völkerbundes und der Bündnispolitik mit dem Westen getäuscht hat, zeigt dieser siebente Weltkongreß der Komintern. Hinter dem Biedermann Litwinow, der in Genf soeben mit Laval und Eden zusammen imperialistische Kabinettspolitik alten Stils macht, steht nach wie vor der kommunistische Agitator, dem dies alles nur Mittel zum Zweck ist, die außenpolitische Stellung der Sowjetunion zu festigen als Basis und Aus- aangspunkt für das Vorwärtstreiben der kommunistischen Weltrevolution. „Sowjetrußland ist Anfang und Ende der kommunistischen Propaganda. Mit ihm ist ein Sechstel der Erde kommunistisch, sorgen wir dafür, daß von diesem Sechstel der Impuls ausgeht zur Bolschewisierung auch der übrigen fünf Sechstel der Welt". Das ist die Parole, die der Weltkongreß der Komintern soeben ausgegeben hat. Und wenn auch die Regierung der Sowjetunion sich dem Kongreß fernhält, um den Schein zu wahren, als ob Sowjetregierung und kommunistische Partei zweierlei seien, wenn diesmal sogar Stalin es über sich bringt, auf dem Kongreß nicht zu erscheinen, der ihn tagtäglich als „Feldherr der Weltrevolution" überschwänglich feiert, so dient das nur einer geschickten Verschleierung der wahren Verantwortlichkeiten. Denn ohne die Macht Sowjetrußlands im Hintergrund, ohne die ständige Förderung der kommunistischen Weltpropaganda durch die Moskauer Regierungsstellen, ohne das enge Hand-in-Handarbeiten von Sowjetpolitikern und Revolutionären wäre dem Kommunismus als revolutionäre Weltgefahr längst der Boden unter den Füßen entzogen, wäre der Weltkongreß der Komintern ein Schattenspiel, der unserer Beachtung nicht wert wäre. Aber Dimi troff, der als gerissener Agitator und revolutionärer Stratege bei Stalin in hoher Gunst steht, hat die Katze aus dem Sack gelassen, als er davon sprach, daß es sich nun darum handle, wie einst der listenreiche Odysseus im Bauch des hölzernen Pferdes bewaffnete Griechen in die Umwallung des belagerten Troja hineingeschmuggelt hatte, "so nun kommunistische Agenten unter der Maske des harmlosen Biedermanns in die bürgerlichen Parteien und die sozialistischen und christlichen Gewerkschaften zu entsenden, um Unsicherheit und Mißtrauen in die arbeitenden Massen zu tragen und durch den unterirdischen Kampf gegen die Staatsautorität den Boden für Umsturz und Chaos zu bereiten. „Wir mögen zwar nicht die kläglichen Reste der bürgerlichen Parteien, wir hassen die Sozialdemokraten, die in Wahrheit „Sozialfaschisten" sind, — aber wir verbinden uns mit allen und jedem, wir suchen unsere Mitkämpfer überall, wir heißen jeden willkommen, der mit uns die Weltgefahr des Faschismus bekämpfen will." Und dieses wahrhaft satanische Rezept Dimitroffs spann der „deutsche" Kommunist Walter noch weiter aus zu Plänen für die kommunistische Minier- arbeit im nationalsozialistischen Deutschland. Kann es eine größere Verlogenheit geben, als wenn dieser kommunistische Agitator die deutschen Katholiken zum gemeinsamen Kampf für Gewissensfreiheit aufruft? Niemand hat vergessen, daß die christlichen Kirchen in Rußland durch den Kommunismus vernichtet wurden, daß Gotteshäuser zerstört oder zu Gottlosenschulen herabgewürdigt mürben, daß Geistliche aller christlichen Konfessionen zu Tausenden ermordet oder nach Sibirien verbannt wurden, ja daß jede materielle Unterstützung unserer hungerleidenden Glaubens- und Volksgenossen in Rußland eingestellt werden mußte, weil christliche Liebesgaben ihre Empfänger in den Verdacht des Landesverrats brachten, und das bolschewistische Regime dies als willkommenen Vorwand nahm, um sich unbequemer Zeugen eines nur durch blutigen Terror aufgehaltenen Wirt- schaftsbankerotts zu entledigen. Sieht das nach Gewissensfreiheit ober gar nach „bürgerlichen Freiheiten" aus, von denen der Kommunist Walter ebenso zynisch wie dumm gefaselt hat? Nein, dieser überschlaue Demagoge, der sich selber rechtzeitig nach Moskau in Sicherheit gebracht hat, um sich der Verantwortung für seine Hetzarbeit in Deutschland zu entziehen, wird heute nicht mehr auf seine Rechnung kommen. Dafür hat die unermüdliche Aufklärungsarbeit des Nationalsozialismus gesorgt, zweieinhalb Jahre zielbewußten, planmäßigen nationalsozialistischen Aufbaues haben dem deutschen Volke die Augen geöffnet und dem deutschen Arbeiter den Sinn geschärft für die Unterscheidung eines echten Sozialismus der Tat von kommunistischen Weltbeglückungsphrasen, hinter denen Verzweiflung, Elend und Not für jeden Einzelnen, Chaos und Untergang für das ganze Volk lauern. 2n Frankreich dagegen, ist es noch nicht so weit, hier trägt Moskaus Saat die ersten Früchte. Stalin hat zwar bei dem Abschluß des sowjet- russisch-französischen Militärpaktes Herrn Laval in Moskau hoch und heilig versprechen müssen, daß er die kommunistische Propaganda in Frankreich ab» stoppen werde und namentlich die kommunistische Zersetzungsarbeit im französischen Heere unterbinden werde, da eine Schwächung der französischen Wehrkraft ja auch dem sowjetrussischen Bundesgenossen nicht recht sein könne. Stalin ist es gewiß nicht schwer geworden, nach so vielen ähnlichen Versprechen bei früheren Gelegenheiten auch dieses noch auf sich zu nehmen. Die französischen Kommunisten haben nach dem ersten Erstaunen das Augurenlächeln ihres Moskauer Oberfeldherrn schnell begriffen und sich ihre eigene Auslegung des Stalinschen Versprechens zurechtgemacht. Moskaus Parole, zum Zusammenschluß mit sozialistischen und bürgerlichen Gruppen zu einer „Einheitsfront gegen den Faschismus" die Hand zu bieten, ist von den Kommunisten überraschend schnell befolgt worden. Das Notoerordnungsregime, mit dem das Kabinett Laval der Wirtschaftskrisis Herr zu werden gedenkt, hat die Entwicklung beschleunigt. In richtiger Erkenntnis, daß in einem Bündnis politischer Gruppen verschiedener Färbung immer die radikalste Sieger bleibt, haben sich die Kommunisten nicht mehr länger gegen ein Zusammengehen mit Sozialdemokraten und linken Radikalsozialisten gesträubt. Am Nationalfeiertag vor rund drei Wochen marschierte diese sogenannte „Volksfront" noch unter der Trikolore, heute hissen die Austtändischen in Brest und Toulon schon die rote Fahne auf den Barrikaden, die sie gegen Polizei und Militär errichtet haben. Unter Leitung der kommunistischen Drahtzieher ist aus einer Lohnbewegung, aus einem Protest gegen Lavals Notverordnungen schnell ein Aufruhr gegen die Staatsautorität geworden. Und es ist besonders pikant, daß die Meuterei gerade an den Stellen entfesselt wurde, die für Frankreichs militärische Rüstung mit die empfindlichsten sind, in den Marinearsenalen der großen Kriegshäsen Toulon und Brest. Was wird Laval nun von dem Versprechen seines Bun- desgenosien Stalin denken, nicht die französische Landesverteidigung durch kommunistische Agitation unterhöhlen zu lasten? Wir entsinnen uns noch gut, daß 1917 die bolschewistische Revolution in den russischen Kriegshäfen losbrach und daß auch die spartakistische Revolte in Deutschland von Kiel her ihren Ausgang genommen hat. Vielleicht lernt Laval nun begreifen, welche Drachensaat hier auf» London, 10. August. (DNB. Funkspruch.) Der Pariser Korrespondent der „Times" schreibt, der Besuch des Kapitäns Danckwert von der britischen Admiralität in Paris habe hauptsächlich den Zweck, mit französischen Sachverständigen d i e Frage der qualitativen Rüstungsbegrenzung zur See zu erörtern. In dieser Beziehung seien sich die Admiralität und das französische Marineministerium im wesentlichen einig. Seit der Kündigung des Washingtoner Vertrages durch Japan hätten sich die Ansichten über die Me-° thoden der Begrenzung stark geändert. Die Franzosen waren früher für eine allgemeine Begrenzung der Flotten stärke. Jeder Macht sollte es freistehen, den einzelnen Schiffskl-assen beliebig von der Gesamttonnage zuzuteilen. Sie hätten aber jetzt eingesehen, daß eine derartige Begrenzung nicht mehr möglich sei. Unmittelbar nach dem Krieg, als über den Washingtoner Vertrag verhandelt wurde, war Frankreich genötigt, eine Seestärke anzunehmen, die, verglichen mit denen Großbritanniens und der Vereinigten Staaten, niedrig war, weil es nahzu keine Flotte mehr besaß. Der Neubau der französischen Flotte hat diese Sage geändert und damit ist auch eine Aenderungen der französischen Ansicht über Frankreichs größter Kriegshafen Toulon, in dem Paris, 10. August. (DNB. Funkspruch.) Die ersten Ergebnisse der Untersuchung der Unruhen von Brest und Toulon haben, wie halbamtlich mit» geteilt wird, zu der Feststellung geführt, daß die nruhen nicht von den Arsenalarbeitern, sondern von „unruhigen Elementen" heroor- gerufen worden sind, die sich unter d i e Arbeiter gemischt hatten. Man müsse daher einen klaren Strich zwischen den Arbeitern, die gegen die Notverordnungen hätten Einspruch erheben wollen, und den Meuterern ziehen. Sowohl in Brest wie in Toulon seien die Arsenalarbeiter am Freitag wieder vollkommen ruhig a n ihren Arbeitsplätzen erschienen. Es wird weiter unterstrichen, daß die Senegal- Truppen in „keinem Augenblick mit den Kund- gebern in Toulon in Fühlung gekommen seien." — Dagegen meldet der „Petit Parisien" noch in seiner Samstagmorgenprovinzausgabe, daß Senegal-Schützen in Toulon d i e Kundgeber zurückgeschlagen hätten, als diese versuchten, den Bahnhof und die Gasanstalt zu besetzen. Außerdem hätten die Senegalschützen die Rue de Canon und die angrenzenden Straßen belagert gehalten. In bers Unterstadt sei ein Bataillon Senegalesen vorgegangen, um die engen Straßen von Meuterern zu säubern. Von den 89 festgenommenen Kundgebern in Toulon waren nur zwölf über 20Jahre alt. Unter den 36 Personen, die in Haft gehalten wur- d e n, befindet sich ein Professor des Gymnasiums von Marseille, der bei den Um ruhen eine Flasche gegen einen Polizeibeamten geschleudert hat. „Le Jour" schreibt, daß nach einer Zeugenaussage während der dreistündigen Schießerei nicht weniger als siebe n- bis achttausend Schüsse abgegeben worden fden. Die Vertreter der sostalistlschen Gew"rk- schaftsverbände und der staatlichen Arbeiter sind beim Ministerpräsidenten vorstellig geworden und haben erklärt, daß die Arbeiter nicht für die Zwischenfälle verantwortlich gemacht werden könnten. 9ngeret6fiertigle VcrdWlgung eines Deuischen. x Aug. (DNB.) Der deutsche Mon- teur Karl Schmidt von einer deutschen Maschinenfabrik, der in Brest eine Dieselmotoren- anlage auf einen Kran montiert, die oon der französischen Marineverwaltung bestellt ist befand sich mit einem anderen deutschen Monteur aus dem Wege in sein Hotel, als die Um rügen in Brest ausbrachen. Sie begegneten einer Polizeistreife und ließen sie Vorbeigehen. Hinter der Polizei folgte eine aufgeregte Menschenmenge, öie gegen die Beamten eine drohende Haltung einnahm. Hieraus machte die Streife kehrt, um gegen die Kundgeber vorzugehen, die die Flucht er- griffen. Schmidt selbst dagegen als völlig U n • 1 rle rl e r J’Jkb mit den Händen in den Hosentaschen stehen. Diese Tatsache mag dem in begreif« nch/r Erregung befindlichen Polizeibeamten verdächtig erschienen sein. Jedenfalls wurde Schmidt die Hand aus der Tasche gerissen, wo- bet ein angebliches „Angriffsmesser" (in Wirklich- feit ein Meißel, der zu seinem Handwerkszeug gehört) zum Vorschein kam. Schmidt wurde oer ° zugehen droht und wem er sie zu Derbanfen hat. Und vielleicht lehrt das furchtbare Schauspiel der Straßenkämpfe in Brest und Toulon das französische Volk begreifen, warum der deutsche Nationalsozialismus in dem oon Moskau aus geschürten Kommunismus den Schrittmacher der Welttevolu- tion und damit des Untergangs der abendländischen Kultur sieht, von dem ihn unversöhnliche Feindschaft trennt. Vielleicht ist es für Frankreich noch Zeit, die bolschewisttsche Gefahr zu bannen, wenn man sie mit eiserner Faust nieberringt, statt mit ihr schwächlich zu paktieren. die Methoden der Rüstungsbegrenzung eingetreten. Frankreich fühlt sich jetzt imstande, mit den großen Seemächten auf gleichem Fuß zu verhandeln, und es neigt jetzt dazu, sich der Begrenzung nach Schiffsklassen unter Berücksichtigung der Tonnage und der Bestückung anzuschließen. Nach Ansicht der „Times" soll das ftanzösische Marineministerium nach Abschluß des deutschenglischen Flottenabkommens nicht geneigt gewesen sein, sofort der Anregung der britischen Regierung zu entsprechen und Marinesachoerständige nach London zu entsenden. Kapitän Danckwert fei es gelungen, öie dünne Eisschicht zu brechen, mit der dieses Abkommen einen Augenblick lang die englisch-französischen Beziehungen bedeckt habe. Kapitän Danckwert hat kein langfristiges französisches Bauprogramm nach London mitgenommen und hat auch kein britisches Programm in Paris zurückgelassen. Wenn befreundete Seemächte keine Programme austauschen, dann sei dies im allgemeinen deshalb der Fall, weil sie k e i n Programm auszutauschen haben. Die Kreise, die das französische Programm für die Jahre nach 1936 aufzustellen haben, warten noch immer auf genaue Informationen über die Absichten anderer Mächte. mehrere Geschwader vor Anker liegen. (Scherl-M.) h a f t e t. Die französische Marineverwaltung hat sich jedoch ins Mittel gelegt, so daß die Angeleaen- yeit einer endgültigen Regelung entgegengefufjrt werden dürfte. Die an die Verhaftung Schmidts geknüpften Randbemerkungen französischer Blätter sind ungerechtferttgte Stimmungsmache. Ruhe nach dem Sturm. Paris, 9. August (DNB.) In Toulon herrschte am Freitag Ruhe nach dem Sturm. Die Arbeiter haben wie üblich um 17 Uhr die Arsenale und Werkstätten verlassen, um sich ohne jeden Zwischenfall nach Hause zu begeben. Eine Abordnung der Gewerkschaft ist vom Unterpräfekten empfangen worden; sie legte Wert auf die Feststellung, daß die Arbeiter der Arsenale nicht mit den Meuterern der vergangenen Nacht verwechselt werden. Der Bürgermeister oon Toulon hat Maueranschläge anbringen lassen, durch die ein verschleierter Belagerungszustand verhängt wird. Er fordert die Bevölkerung auf, nicht unnütz auf der Straße sich aufzuhalten und durch ihr Benehmen zu Ansammlungen Anlaß zu geben. Sie sollen früh schlafen gehen, spätestens um 21 Uhr. Nur wer sich nach dieser Zeit noch auf der Straße aufhält, könne gewissen Schwieriakeiten ausgesetzt sein. Der Präfekt wies die Presse darauf hin, daß unter den Verhafteten und Verletzten fast keine Arbeiter der staatlichen Werkstätten seien. Es handele sich zum größten Teil um Dockarbeiter ober lichtsckeues Gesindel, das nur auf die Gelegenheit warte, plündern zu können. Unter ihnen befänden sich viele Ausländer, besonders Polen und Italiener. Die Straßen Toulons, die den Schauplatz des nächtlichen Bürgerkrieges bildeten, bieten einen trostlosen Anblick. Dom Platz der Freiheit bis zum Kriegshafen ist der Boden bedeckt mit Trümmern und Scherben der großen Schaufenster und Reklameschilder, kantigen Splittern der gußeisernen Gaskandelaber und der zerschlagenen Lampen. Die Räume der Zeitungsdruckerei des „Petit Var" sind oon den Meuterern zerstört und geplündert worden. Ebenfalls ist ein Waffengeschäft von den Aufrührern geplündert worden. Die Revolutionäre haben von dort aus ein förmliches Schnellfeuer auf die vorrückenden Truppen der Garde Mobile eröffnet. Alle öffentlichen Gebäude, insbesondere diejenigen, gegen die bie Aufrührer nächtliche Sturmangriffe unternommen haben, wie ber Bahnhof, bie Post, bie Präfektur unb ber Justizpalast, finb von Wachkommanbos besetzt. Die Senegal-Scharfschützen haben mit auf- gepflanztem Seitengewehr bie Post burch Absperrketten gesichert. Marinetruppen bewachen weiter bie JRarinepräfettur, währenb unbewaffnete Matrosen vor ben einzelnen Gebäuden unb Werkstätten bes Arsenals Posten stehen. Paffaflierflud)f bet ber „Compagnie Transatlantique^. Paris, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Zu dem am Freitag beenbeten Streik ber Schiffsbesatzungen ber „Compagnie Transatlantique" schreibt ber „Fi- garo , die auslänbifdjen Reisenben ftän- ben nun ben französischen Schiffen argwöhnisch gegenüber. Schon im Mai habe es einen Streik auf ber „Champlin" gegeben, unb die Jungfernfahrt ber „Normanbie" hätte um ein Haar verschoben werben müssen. Der soeben beendete Streik habe der französischen Flotte sehrgeschadet. Fünfzig Fahrgäste der „Champlain" hätten bie Reise nach Afrika auf auslänbischen Schiffen angetreten. Ihre Zahl wäre noch sehr viel größer gemeßen, wenn nicht b i e beutsch en unbote englischen Schiffe, die in diesen Tagen Europa verlassen hätten, völlig besetzt gewesen wären. Diese Fahrgästeflucht scheine anzuhalten. Bei der „Compagnie Transatlantique" seien schon zahlreiche Anträge — vor allem von Ausländern —- eingelaufen, bereits bestellte Schiffsplätze zurückzu- geben und bie Fahrscheine auf andere Schifffahrtsgesellschaften übertragen zu dürfen. Gegen dieTessinerZrredentisten. Landesverratsverfahren gegen Anhänger der Adula-Bewegung. Bem, 9. Aug. (DNB.) Der schweizerische Bundesrat beschloß, gegen mehrere Anhänger der irre d e n t i st i s ch e n Adula-Bewegung im Tessin ein Gerichtsverfahren wegen Landesverrats einzuleiten. Der Bundesrat hat aus den beschlagnahmten Schriftstücken entnommen, daß die Adula-Bewegung darauf ausging, eine fremde Macht zu einer die Schweiz gefährdenden Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Schweiz zu veranlassen. Der Bundesrat hat die zuständige Stelle damit beauftragt, eine Untersuchung einzuleiten, ob die Zugehörigkeit zur Adula-Bewegung mit der Bekleidung einer Staatsstelle vereinbar sei. Die Leiter des Tessiner Wochenblattes „Jdula", Emilio C o l o m b i und Fräulein B o n t e m p i, sind bereits unter der Anschuldigung des Landesverrats und der Spionage verhaftet worden. ♦ Durch einen weiteren Beschluß hat der Bundesrat drei in Frankreich ansässige italienische Staatsangehörige sowie einen Oesterreicher und einen Franzosen aus dem Gebiet der schweizerischen Eidgenossenschaft ausgewiesen. Es handelt sich bei den Ausgewiesenen um eine Gruppe, die aus Paris nach der Schweiz gekommen war, um antifaschistische Literatur, insbesondere Schriften gegen Italiens Vorgehen in Afrika, nach Italien einzuschmuggeln. Die fünf Leute wurden in der letzten Woche in einer Villa bei Lugano festgenommen. In ihrem Besitz wurden zahlreiche Flugschriften gefunden sowie kleine Luftballons, die dazu dienen sollten, die Flugschriften auf dem Luftwege nach Italien zu bringen. In der Begründung des Ausweisungsbeschlusses heißt es, daß die Handlungen der Festgenommenen geeignet gewesen wären, die Beziehungen zu Italien zu stören. „(Statine bei Nacht." Im Zentrum des wichtigsten Industriegebiets der UdSSR., des Donbeckens, liegt bie Großstadt St al in o. Auf Befehl der Sowjetgewaltigen ist hier eine vormals unbedeutende Provinzstabt in Überhastetem Tempo zu einer mächtigen Jndustrie- metropole ausgebaut worden, die den Namen des Roten Diktators erhielt. Sie bietet das typische Bild der Industriestädte des 1. Fünfjahres-Planes: in der Mitte das „We r t* — Hochöfen, Kraftanlagen, Fabriken. Im Umkreis Arbeiterkasernen mit kahlen Fassaden, zahlreiche Holzhäuser, Baracken mit Notwohnungen, Magazine, nur wenige brauchbare Straßen. Wie es in oiefer sowjetischen Musterstadt in den Abendstunden aussieht, zeigt eine Schilderung ber Moskauer „Iswestija" vorn 24. Mai, die wir wörtlich wiedergeben: „Fast jeden Abend versinkt bie Stabt Stalino in undurchdringliches Dunkel' infolge von Betriebsstörungen im Städttschen Elektrizitätswerk. Man kann sich leicht vorstellen, wie sich dies auf das Leben einer Großstadt auswirkt. Straßenbahnen und Maschinen bleiben stehen — Vortragende verstummen mitten in ihrem Bericht — Kino und Theatervorstellungen werden unterbrochen — Tausende von Zuschauern und Zuhörern drängen hastend dem Ausgange zu, bevor sie den Vortrag, bas Referat ober bas Konzert zu Enbe gehört und ohne daß sie den Film oder Vorstellung zu Ende gesehen hätten, denn in einem dunklen Saale bleibt keiner gern sitzen. In den chirurgischen Abteilungen der örtlichen Krankenhäuser sind die Aerzte öfters dazu gezwungen, schwere unaufschiebbare Operationen beim Schein einer trüben Petroleum- lampe auszusühren. Das ist besonders gefährlich bei Operationen, die in Narkose ausgeführt werden. Aber auch dann, wenn das Elektrizitätswerk einmal ohne Störung arbeitet, sind die Besitzer von elektrischen Kochgeräten und Radioempfängern Millionen Quälereien ausgesetzt, weil die Spannung des elektrischen Stromes andauernd sprunghaft [leigt und fällt". — Eine Schilderung, die den „Fortschritt" im „ersten Arbeiterstaat der Welt" in recht eigentümlichem „Lichte" erscheinen läßt. Weiterbericht des Reichswetterdienstes Ausgabeort Frankfurt Der Einbruch kühler Meeresluft hat am Freitag zum Auftreten verbreiteter gewittriger Regenfälle geführt, die aber nur örtlich stärkere Ausmaße annahmen. Inzwischen ist von Südwesten her der Luftdruck wieder angestiegen, doch macht sich die Meeresluft im Auftreten von Bewölkung und be- sonders in Nord- unb Mittelbeutschlanb auch von Regenschauern bemerkbar. Da oon Großbritannien her ber Luftdruck wieder fällt, setzt jetzt eine Zufuhr subtropischer Luft ein, welche unbeständiges Wetter und nach Norden hin zunehmende Neigung zu Regenfällen bedingt. Aussichten fü'r Sonntag: Zeitweilig heiter, doch überwiegend bewölkt, Neigung zu ört- ji$er $®en-ütterbilbung, warm und schwül, fübmeft- Lufttemperaturen am 9. August: mittags 25,8 Grad Celsius, abends 18,9 Grad; am 10. August: morgens 15,1 Grad. Maximum 28,3 Grad, Minimum 13,5 Grad.Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9 August: abends 21,5 Grad; am 10. August: morgens 18,4 Grad. — Niederschläge 12,1 mm. — Sonnenscheindauer 3,2 Stunden. Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr Friedrich W. Lange, für Feuilleton i.V.: Dr.FW.Lange, für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. VII. 35: 9945. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. meye. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf^ mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig. Englisch-französischeFlottenbesprechungen Wer waren die Meuterer von Toulon? - X; ■ berühmt wegen des guten Tabaks und des dick-runden Großformates. e. Der mb iqe. 9 ibt der age des» atz. inen chen sich aus 'ti. hrif. ilien letz- neu. sten )azu W des and- >esen ert reifafl nsälle ,e an« r der i) die ib be- h von mnien e AM ndifles »igunfl roeilig u ort' Mst' ;Grad fe : mor* . gon‘ * Longe, -rige» , geaß ne en. )rt °n ibe H ach ge- ge. '8- >pa en. der che ge. u. isf- IL lex der stadt i ist t in strie« imen 'ische nes: tan» er* fer, nut \et\« w» alino ! von W- s sich oirkt. lei- mit« irftel- von dem tferat ltz sie s alten, gern lichen >u ge* ionen um« hrlich >rben. inmol 'ektri' ionen g des haft e den ltN in Zu den Krankenkassen bin ich zugelansen <912 0 4h64A 43MD Dr. Metz Zahnarzt verreist bis 25. August 4MB 0 Von der Reise zurück Prol Brüning 4037 D Von der Reise zurück 40481) 4349 D VonnlotungerTI ^onuliu’ G-Z.-Wohnnnq ■**! >»<-«<-»-.....rasa II. Warmtvaffci' Ich habe die zahnärztliche Praxis von I Icrrn Dr Schwalm in Lollar übernommen dein von: C cbv.Vluncb.un 4n70Dü.b.ti),vi Hitlerwall 23 5-7 Zimmel Dr.med.Malech vom 12. August bis 1. September In Urlaub. Vertreter: Dr. Mehl und Dr. Schäffer. MIzemnWe sucht für Oborbessen tÜCbtincn Beianta Schr. Vinn, mit, 088if) tut b. W. VI. Fiingt (Ihm Lebern ein, wie cm wirklich fall Bcunrr nln ein Zclnc, Moment - Aufnahmen Himl lolnndig« Bilder wind Kclim/ilfllme voll natürlicher Bewegung. Kclmmllllmmi Int viel billiger, nh viele Mich voratv.llen I1 ür den A rmitmir einen flmrn- Apparat, Mir Schulen, In duntrleri einen 18 mm-App/trnl. Fragen Hie. den Fnchlillndler dünnerer tücht. Schreiner« geselle fof ort ges. ,it*d Konr.Wllh. Heult Sohreiner meietsr Beuern Dr. Harro Hennings prakt. Zahnarzt m. Wnttcnanlcir. In febr mH. 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Während sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten des Vorjahres bis auf eine Abnahme um 55 000 Arbeitslose im 3uli verlangsamt hatte, brachte, nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, der Juli dieses Jahres nach den Feststellungen der Arbeitsämter eine Abnahme um weitere 1'2 2 0 00 Arbeitslose. Damit ist die Zahl der Arbeitslosen aus 1754000 gesunken. Sie hat demnach innerhalb der letzten beiden Monate die Zweimillionengrenze bereits um eine Viertetmiltion unterschritten Bei der Abnahme haben zu einem erheblichen Teil das Baugewerbe und dessen Liefer- i n d u st r i e n sowie wegen der durch die Witterung begünstigten Ernte die Landwirtschaft mitgewirkt. Aber auch die konjunkturabhängigen Berufe haben mit wenigen Ausnahmen einen weiteren Rückgang zu verzeichnen. In gebietlicher hinficht waren an der Entlastung des Arbeitseinsatzes im Gegensatz zum Juli des Vorjahres alle Landesarbeitsamtsbezirke, z. T. stärker als im Vormonat, beteiligt. Innerhalb der verschiedenen Berufsgruppen ist nach den Reichsziffern nur im Bekleidungsgewerbe eine jahreszeitlich bedingte Verschlechterung eingetreten. Die Unterstühungseinrichtungen haben in ihrer Entwicklung mit der allgemeinen Auflockerung des Arbeitseinsatzes Schritt gehalten. In der Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge ist eine A b - nähme um 63000 auf 904000 Unterstützte eingetreten, während die arbeitslosen anerkannten Wohlfahrtsunterstühungsempsänger u m 3 5 0 0 0 a u f 3 8 6 0 0 0 abgenommen haben. In den drei Unterstühungseinrichtungen wurden demnach insgesamt Ende Juli noch 1 290 000 arbeitslose Volksgenossen betreut gegenüber 1 388 000 Ende Juni. Bei der günstigen Gesamtentwicklung des Arbeitseinsatzes ist besonders beachtlich, dah auch im Juli die Zahl der Rotstandsarbei- t e r um weitere 35000 planmäßig g e - senkt werden konnte. Es standen Ende Juli nur- mehr 168 000 Rotstandsarbeiter in zusätzlicher Beschäftigung. Die Hochträger der Mangaparbat- Expeditton vom Führer ausgezeichnet. In selbstloser, hilfreicher und oftmals auch gefahrvoller Kameradschaft haben englische und deutsche Bergsteiger seit der ersten deutschen Himalaja-Expedition im Jahre 1929 um die höchsten Gipfel der Erde gerungen. Dabei haben auch die einheimischen Träger, die Untertanen des Britischen Weltreiches sind, den Deutschen treue und unschätzbare Dien st e geleistet und mehr als einmal ihr Leben für die deutschen Bergsteiger und deren Ziele eingesetzt. Dor allem auch bei der schweren Katastrophe, die die letzte deutsche Nanga-Par- bat-Expedition im Jahre 1934 erlitt, haben treue Träger aus dem Stamme der Scherpa b i s zuletzt bei ihren Herren ausgehalten, und sechs dieser treuen Hochträger haben dabei ihr Leben gelassen. Der Führer und Reichskanzler hat in Würdigung dieser übermenschlichen Leistungen veranlaßt, den in den Hochlagern am Nanga-Parbat auf das äußerste erprobten Trägern Angtsering, Kikuli, Kitar, Pasang, Da Tundu, die als letzte zurückgekehrt sind, das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes zu verleihen. Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat außerdem all den Hochträgern, die sich auf der Expedition ausgezeichnet haben, eine Gedenkmünze verliehen, deren Entwurf von dem Berliner Künstler Jürgen Klein stammt. Das deutsche Generalkonsulat in Kalkutta wird den Trägern die Auszeichnung in Indien verleihen. Güterbahnhof abgebrannt. In den Büroräumen des Güterbahnhofs Ber- gifch-Gladbach brach in der Rächt jum Samstag gegen 1.15 Uhr ein Grohfeuer aus. Die Flammen ergriffen den Dachstuhl des Gebäudes und breiteten sich mit rasender Geschwindigkeit über den ganzen Güterbahnhof. Das Feuer fand in dem Teerbelag des Daches und den Holzbalken des alten Gebäudes gute Rahrung. Beim Anrücken der Feuerwehr stand das ganze etwa 30 Meter lange Lagergebäude in Hellen Flammen. Sie muhte sich darauf beschränken, eine Ausdehnung des Feuers zu verhindern. Besonders gefährdet waren die umliegenden Lagerschuppen, sowie eine anliegende Grohfchlächterei. Das Gebäude des Güterbahnhofs brannte bis a u f d i e Grundmauern nieder. Die höhe des Sachschadens steht im Augenblick noch nicht fest, da noch nicht geklärt werden konnte, welche Gütermengen in dem Gebäude lagerten Lin Jubiläum des Lloyddampfers „Europa". Schnelldampfer „E u r o p a" des Norddeutschen Lloyd traf Freitag vormittag von seiner 10 0. Rundreise über den Nordatlantik von Neuyork in Bremerhaven ein. Vor der Kommandobrücke hatte man. eine mehrere Meter hohe Zahl „100" aus frischem Grün angebracht, die schon beim Einlaufen, des Dampfers, der über die Toppen geflaggt hatte, sichtbar war Reichskommissar H e r - mann überbrachte Kapitän Scharf die Glückwünsche des Reichsverkehrsministers. Der Vorsitzende des Norddeutschen Lloyd, Dr. R. F i r l e , sprach der Besatzung seinen Dank aus. Nur durch die Zusammenarbeit aller Kräfte sei der Erfolg erzielt worden. Heuer Rekord in Kraftwagen-Zulassungen. Nach Ermittlungen von privater Seite sind t m Juli in Deutschland 21 300 Kraft- wagen neu zugelassen worden. Damit ist die bisherige Höchstzahl vom Mai d. I. Überboten worden; darüber hinaus aber stellt die erreichte Ziffer zu gleicher Zeit den größten monatlichen Jnlandabsatz in der Geschichte der deutschen Automobilindustrie dar. Diese Belebung des Automobilhandels zu einer Jahreszeit, in der das Saisongeschäft längst vorüber zu sein pflegt, eröffnet erfreuliche Ausblicke auf die zukünftige Entwicklung des Automobilbaues und ist zugleich ein Beweis für die gesunde Wirtschaftslage der Industrie und die fortschreitende Motorisierung Deutschlands. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Feststellung, daß die Verschiebung des Schwerpunktes der Zulassungsziffern von der kleinen zu der mittleren Klasse der Personenwagen, die bereits in den Statistiken des Juni erkennbar war, im Juli in noch weit stärkerem Maße in Erscheinung getreten ist. Großfeuer durch Leichtsinn. In dem bei Bad Kreuznach gelegenen Dorf Rü- desheim brach abends gegen 7 Uhr in dem Anwesen eines Landwirts Feuer aus. Der 10jährige Junge des Ehepaares hatte einem Manne au seine Bitte ein Streichholz zum Zigarrenanzünden gereicht. Der Junge lief mit dem brennenden Streichholz über den Hof und warf es achtlos an die Scheune, wo Stroh aufgestapelt war, das sich sofort entzündete. In kurzer Zeit war die dicht mit Frucht und Stroh gefüllte Scheune in Flammen aufgegangen. Ein angebauter Schuppen wurde gleichfalls neben zahlreichen landwirtschaftlichen Maschinen vollständig zerstört. Das abseits von den beiden Gebäuden stehende Haus und der Stall wurden ebenfalls von den Flammen ergriffen. Es gelang jedoch, die beiden Gebäude zu retten. Das Vieh konnte in Sicherheit gebracht werden. Großfeuer in einer Weberei. Im Spul- und Binderaum der Großweberei Becker & Bernard in Solingen brach ein Feuer aus, dem neben großen Garnvorräten auch der größte Teil der 175 vorhandenen W e b st ü h l e zum Opfer fielen. Die Feuerwehren, die aus Opladen und Leverkusen verstärkt worden waren, konnten den Brand auf seinen Herd beschränken. Während der Löscharbeiten kam auch in einem nahegelegenen S p e i s e h a u s ein Brand zum Ausbruch. Das zweieinhalbstöckige Haus brannte völlig nieder. llnglücksfall ober Verbrechen? Vor einigen Tagen verunglückte der Schriftleiter August Bauer aus Stromberg im Hunsrück tödlich bei einer Moto.rradfahrt. Wie verlautet, soll nun die Leiche wieder ausgegraben werden, da der Verdacht besteht, daß der Tote nicht auf natürliche Art ums Leben gekommen ist. Bei der Auffindung der Leiche war ein pfenniggro- ßes L.o ch im, 5) in ter topf des Toten festgestellt worden, die Kleider waren völlig zerrissen, und in der Nähe der Fundstelle bemerkte man in einem Baurn in etwa einem Meter Höhe eine Kugel. Man nimmt daher an, daß Bauer einem, Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Eisenbahndiebe in Sowjelrußland zum Tode verurteilt. Wegen Diebstahls von Eisenbahn- material wurden drei Personen zum Tode durch Erschießen verurteilt. Vier weitere Angeklagte erhielten je 10 Jahre Zuchthaus. Die Verurteilten, unter denen sich auch Eisenbahner befinden, hatten sich aus der Tomsker Eisenbahnlinie zu einer Diebesbande zusammengetan und schnitten systematisch die Kupplungsschläuche der automatischen Bremsvorrichtungen von Güterwagen ab Allein in 20 Tagen haben sie 345 Schläuche entwendet und auf dem Markt verkauft. Eisenbahnunglück in der Sowjetunion. Trotz strengster Maßnahmen will die Kette der dauernden Eisenbahnunglücke in der Sowjetunion nicht abreißen. Auf der 'nordkaukasischen Eisenbahnlinie ereignete sich wieder ein schwerer Zugzusammenstoß. Auf dem Bahnhof Georgiewsk liefen aus entgegengesetzten Richtungen gleichzeitig ein Personen- und ein Güterzug ein. Infolge alscher Weichenstellung fuhr der Güterzug mit voller Wucht dem Personenzug in die Seite und zertrümmerte vier Wagen. 28 Personen wurden verletzt, darunter acht lebensgefährlich. Sowjetrussischer Gefandtschaftsrat tödlich verunglückt. Der Gesandtschaftsrat bei der sowjetrussifchen Bot- schäft in P a r i s , Divilkowski, der sich mit dem Auto von Paris nach Berlin begeben wollte, hatte in der Nähe von Fouligny bei Metz einen A u t o - Unfall, bei dem er einen schweren Schädelbruch erlitt. In einem Krankenhaus in Metz ist er seinen Verletzungen erlegen. TNiffissippi-Brücke eingestürzt. Infolge des Hochwassers stürzte in La Grosse (Wisconsin) das Westende der die Staaten Wisconsin und Minesota verbindenden großen Brücke über den Mississippi ein. Ein gerade die Brücke kreuzender Kraftwagen verschwand in den Fluten. Beide Insassen ertranken. Fünfzehn Todesopfer der Hitzewelle in Amerika. Die Hitzewelle, die seit mehreren Tagen Die Südwest st aaten heimsucht und sich auch in Kansas auswirkt, hat bis jetzt 15 Todesopfer gefordert. Zahlreiche Personen sind an Hitzschlag er- krankt. Auf einer Zuchthausfarm in Louisiana sind allein 5 Neger st räflinge infolge her Gluthitze gestorben. Die Temperaturen bewegen sich in den Gebieten, die von der Hitzewelle betraf- fen sind, zwischen 3 5 ü n d 5 0 Grad C - l s i " g. hohe Auszeichnung eines Deutschen in Spanien. Die spanische Regierung hat den deutschen Konsul in Cartagena Enrique C. Fricke dm Hohen Benifizenz-Orden verliehen. Durch diese seltene Auszeichnung wird ein Auslandsdeutscher geehrt, der sich seit vielen Jahren um die Hebung der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien erfolgreich eingesetzt und häufig Beweise von Opferbereitschaft gegeben hat. nnh Das Bad-Rauheirner Internationale Schachturnier. Die sechste Runde brachte Siege von Eliska- ses-Oesterreich gegen Grob-Schweiz, Bogoljubow- Deutschland gegen Stoltz-Schweden und Dr. Rödl- Deutschland gegen Andersen-Dänemark. Die Partien Opocenski-Tschechoslowakei gegen Richter-Deutschland und Ahues-Deutschland — Engels-Deutschland wurden abgebrochen, die erstere wird wohl unentschieden werden, Engels wird sich auf die Dauer nicht halten können. Tabellenstand mit Einschluß der voraussichtlichen Resultate: Engels, Bogoljubow und Ahues 4, Eliskases 3%, Dr. Rödl und Opocenski 3, Richter, Andersen 2%, Stoltz 2 und Grob \VA. Der 15. Internationale Physiologen kongreh in Leningrad eröffnet. In Leningrad wurde am Freitag der 15. In- ternationale Kongreß der Physiologen, Biochemiker und Pharmakologen feierlich eröffnet. Zu dem Kongreß sind etwa 900 ausländische Gelehrte, die 37 verschiedene Staaten vertreten, erschienen. Unter den Teilnehmern befinden sich zahlreiche hervorragende Vertreter der physiologischen Wissenschaft, wie Barcroft (England), A b d e r h a l d e n (Deutschland), Jordan (Holland), Bottazzi (Italien), Kato (Japan), Lim (China), und Pawlow (Sowjetrußland). Auf dem Physiologenkongreß werden etwa 450 Referate gehalten werden. Blutige Unruhen in Indien Bombay, 10. August (DRV. Funkspruch). Zu Unruhen kam es in dem Dorfe Shanghani im Fürstentum Loharu. Die Unzufriedenheit der Landbevölkerung mit der S t e u e r d e r t e i l u n g hatte schon seit längerer Zeit eine gespannte Lage ge- schaffen, weshalb auch der regierende Fürst von Loharu bereits vor einiger Zeit die Regierung um Entsendung von Truppen zur Aufrechterhaltung der Ordnung gebeten hatte. Die Regierung war dem Wunsche des Fürsten nachgekommen und hatte Militär nach Loharu gelegt. Bei den letzten Zusammenstößen, die drei Tote und 4 7 Verletzte forderten, hatte die Bevölkerung eine Gruppe von 20 Infanteristen und 15 Polizisten umzingelt und bedroht, worauf die Ein- geschlossenen zur Schußwaffe griffen. Kleine politische Reichskommissar Gauleiter Bürckel traf am Freitag in Belgrad, ein und legte am Nachmittag auf dem deutschen Heldenfnedhof einen Kranz nieder. Der Sonderbeauftragte des Reichsminifters Dr. Goebbels, H i n ck e l, hat im Einvernehmen mit der Reichstheaterkammer mit sofortiger Wirkung den Bezirksobmann für den Bezirksverbcmd II Berlin - Brandenburg der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger, Franz Eckhardt, seines Amtes enthoben. Frieden zwischen Danzig und Polen. 1 Oer tleberfall auf die HZ. in Krefeld Düsseldorf, 9. Aug. (DNB.) Zu dem bereits gemeldeten feigen Ueberfall auf eine Gruppe von Hitlerjungen in Krefeld teilt die Geheime Staatspolizei auf Anfrage mit, daß die acht festge nommenen Täter sämtlich der Katho lischen Jungschar angehören. sönlichen und staatlichen Beziehungen zwischen Danzig und Polen geführt werden sollen. Um dre Bedeutung der Angelegenheit für die großeuropäische Politik zu erkennen, brauchte man nur in den Tagen des Wirtschaftskrieges zwischen Danzig und Polen einen Blick in die ausländische, besonders die französische Presse zu werfen. Obwohl die Danziger Regierung bei der Aufhebung der Einfuhrzölle' sofort erklärt hatte, daß sie damit keine Veränderung ihres staatsrechtlichen Verhältnisses zu Deutschland und Polen beabsichtige und nur einem dringenden und unverschuldeten wirtschaftlichen Notstand begegne, obwohl in Polen die Zuverlässigkeit dieser Erklärung gewürdigt und ein Hinübergleiten des Streites auf das hochpolitische Gebiet im allgemeinen vermieden wurde, obwohl sich in Deutschland Regierung und Presse peinlich von allem zurückhielten, was nach einer Schürung und Verschärfung des Konfliktes aussehen konnte, wurden in der französischen Presse die „Nazi-Regierungen" in, Danzig und Berlin angeklagt, ein Komplott gegen d i e bestehende Ordnung im Osten Europas zu schmieden. Der Pariser „Temps" kommentierte den Streit mit unverhohlener Genugtuung und wollte in ihm das Anzeichen und den Beginn einer grundsätzlichen Aenderung des deutsch-polnischen Verhältnisses erkennen. Er wußte sogar von Militärischen Vorbereitungen Polens nicht nur an der Danziger, sondern auch an der deutschen Grenze zu berichten und stellte als europäische politische Wetterwarte mit Befriedigung fest, um wieviel Grade die Temperatur der deutschpolnischen Beziehungen seit den Tagen des Besuchs des polnischen Außenministers Beck in Berlin gefallen sei. Alle diese politischen Spekulationen und Prophezeiungen enthüllen sich heute nach der Einigung glücklicherweise als Wunschbilder. Daß solche namentlich in Paris bestehen, weiß man längst, und dies ist begreiflich, denn die Stabilisierung der deutsch-polnischen Beziehungen durch den Zehn- jahre-Dertrag ist die große Lücke in dem von der französischen Diplomatie angelegten europäischen Bündnissystem gegen Deutschland und wird von ihr auf das schmerzlichste empfunden. Die nun erreichte Beilegung des Streits und die Beteiligung des polnischen Außenministers dabei zeigen, daß die polnische Politik nach wie vor entschlossen ist, an den großen, von Pilsudski gezeichneten und überwachten Linien festzuhalten, die den Interessen Polens als einer auf der Brücke zwischen dem europäischen Osten und Westen liegenden felbftänbigen Großmacht entsprechen. Die Nachricht, daß die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die in den letzten Wochen das Verhältnis zwischen der Freien Stadt Danzig und Polen ernstlich getrübt hatten, nunmehr beseitigt werden konnten, wird in Deutschland mit allgemeiner Befriedigung aufgenommen werden. Die Einigung zeigt, daß auf beiden Seiten der Wunsch und gute Wille bestand, dem unhaltbaren Zustand ein Ende zu machen, der nicht nur die seit drei Jahren bestehenden guten Beziehungen zwischen Danzig und Polen ernstlich störte, sondern auch die Gefahr in sich barg, zu politischen Spekulationen auf internationalem Gebiete zu verleiten. Die Einigung erfolgte in einer Aussprache, die der Danziger se- natspräsident Greiser mit dem polnischen Außenminister Beck im polnischen Hafen Gdingen hatte, bevor dieser seine Reise nach Finnland antrat. Man darf aus diesem Umstand und aus der Tatsache, daß der Leiter der polnischen Außenpolitik sich persönlich um die Beilegung eines an s'ctz wirtschaftlichen Streitfalles bemühte, wohl schließen, daß in Polen gerade jene internationale Bedeutung der Angelegenheit voll erkannt wurde und den Wunsch nach einer baldigen Bereinigung verstärkte. Die Schwierigkeiten traten ein, als die Danziger Regierung sich aus wirtschaftlichen Gründen zu einer Herabsetzung der dulden Wahrung entschließen mußte Man hatte in Polen erwartet, daß damit eine G l e i ch s e tz u n g d e r Danziger Gulden mit der polnischen Zlotywährung eintreten würde, und um dies von Danzig in einer weiteren Währungsmaßnahme zu erreichen, erließ Polen am 17. Juli eine Zollverordnung, durch die der Eingang für Polen beftimmter Waren über d e n Danziger Hafen eingestellt wurde. Da dies für Don. zig die Stillegung der gesamten Wirtschaft bedeutet hätte, traf der Danziger Senat eine Gegenmaßregel, die an sich gegen die Danzig auferlegte internationale Verpflichtung verstieß, indem er die Zölle für Wareneinfuhr nach Danzig a u f h o b. Da für diese Einfuhr besonders Deut s ch- l a n d in Betracht kommt, war dieses ohne sein Zutun mittelbar in den Konflikt gezogen und die politische Stellung Danzigs zwischen Deutschland, zu dem es volkspolitisch gehört, und Polen, an das es durch internationale Verträge gebunden ist, wenigstens insoweit zur Erörterung gestellt, als interessierte ausländische Kreise daraus eine Frage des deutsch-polnischen Verhältnisses machen zu können hofften. Die Einigung ist nun dahin erfolgt, daß Polen feine Zollverordnung rückgängig macht und Danzig die als Folge der polnischen Verordnung getroffene Maßnahme der zollfreien Einfuhr bestimmter Waren a u f h e b t. Das Ergebnis ist also das, was man im Schachspiel Remis nennt: der Zu- ftanb wird so wiederhergestellt wie er vor den wirtschaftlichen Kampfmaßnahmen bestand, und die dandelspolitischen Interessengegensätze, die in der Hauptsache aus der Ungleichheit der Währung entstanden sind, sollen in weiteren Verhandlungen a u f gütlichem Wege beseitigt werden In der Gdinger Unterredung zwischen Greiser und Beck wurde dafür ausdrücklich vereinbart, daß die Verhandlungen in der Linie der bisherigen guten per- Chinesische Sintflut. Von Otto Corbach Chinas 400 bis 450 Millionen Bewohner sind über das riesige Reich sehr ungleichmäßig verteilt. Weit mehr als die Hälfte drängt sich in den Gebieten der beiden großen Ströme Hoangho und Langtsekiana zusammen. Seit Jahrtausenden führt in diesen fruchtbaren Landstrichen die bei» Mellos dichte Bevölkerung einen unaufhörlichen Kampf mit den Fluten, die immerfort Schlammassen mit sich führen, die den von Stür» . men in den Wüsten Jnnerasiens aufgewirbelten Staubwolken entstammen, von denen auch der „Löß" herrührt, der als dunkelgelbe, poröse Erdscholle die Fluhebenen wie mit einem Tuch überzieht. Die sinkenden Schlummassen erhöhen das Flußbett, so daß nur unaufhörlich verstärkte und erhöhte Dämme und Deiche Ueberschwemmungen verhüten oder in ihren Wirkungen abschwächen können. Der Hoangho, im Volksmunde seit den ältesten Zeiten der „Kummer Chinas" genannt, hat in historischer Zeit zehnmal seinen Lauf verändert, jedesmal zahllose Dörfer und Städte in seinen Fluten begraben, Hunderttausende von Menschen ertränkt und Kulturland von gewaltiger Ausdehnung verwüstet. Wie im alten Aegypten, so war auch in China die Staatsweisheit von jeher vorwiegend für die Abwehr der Ueberschwemmungen und die Verteilung des Wassers der Flusse auf die Felder in Anspruch genommen. Der Charakter der Verwaltung des alten Kaiserreiches war der einer mächtigen Wasserbau - Bürokratie, die die Erfahrungen von Jahrtausenden instand- setzte, ein kunstvolles System von Dämmen und Deichen zu schaffen, dessen Instandhaltung unaufhörliche Wachsamkeit erheischte. Auch europäische Ingenieure haben nach sorgfältiger Prüfung die hervorragende Zweckmäßigkeit dieser Meisterwerke altchinesischer Jngenieurkunst bestätigen müssen. Nun liegt, dank der gewaltsamen Oeffnung Chinas für den modernen Weltverkehr, das Jahrtausende alte Kaiserreich in Trümmern, während sich unter langwierigen, schweren Geburtswehen eine vom Geiste moderner Technik beseelte neue Staatsgewalt durchzuringen sucht, um einem Volke von mehr als 400 Millionen die Möglichkeit zu geben, in politischer Unabhängigkeit seine wirtschaftliche Rückständigkeit zu überwinden. Im Chaos des Ueberganges von einer alten zu einer neuen Ordnung rissen indes vielfach unzulängliche Emporkömmlinge die örtliche Gewalt an sich, deren Mißwirtschaft — im Zusammenhang mit den Verwüstungen immer neuer Bürgerkriege — die Dämme und Deiche vernachlässigen und teilweise verfallen ließen! Nur darin ist die Erklärung dafür zu suchen, weshalb die Ueberschwemmungskatastrophen der letzten Jahrzehnte einen Umfang annahmen, der in der Geschichte Chinas und der gesamten Kul- tur-menschheit ohne Beispiel ist. Während die technischen Mittel des alten Kaiserreiches, das keine moderne Maschinerie zu entwickeln vermochte, niemals ausreichten, zu Zeiten außergewöhnlich hohen Wasserstandes im Gebiet des Ho- anabo Ueberschwemmungen großen Ausmaßes zu verhindern, gelang es einigermaßen, den größeren, aber viel weniger gefährlichen Jangtsekiang zu bändigen. Die schreckliche und beispiellose Katastrophe, die sich vor vier Jahren zwischen Hankau und Wutschang ereignete, machte es daher besonders offenkundig, wie sehr in einem „modernen" Zeitalter die traditionellen Vorbeugungsmaßnahmen gegen Hochwassergefahren vernachlässigt worden sein mußten. Im Bezirk Hankau ertranken 15 000 Menschen, Während 400 000 obdachlos wurden. Gräber, die in dieser Gegend nicht auf geschlossenen Friedhöfen, sondern verstreut auf den Feldern liegen, öffneten sich und gaben ihren Inhalt den Fluten preis.. Arme-Leute entleerten die herumschwimmenden' Särge ihres Inhalts und bedienten sich ihrer als Kähne. In Wuhu, 50 Meilen ober» halb Nankings, stand das Wasser neun Fuß hoch. Aus weiter Entfernung hörte man Hunderttausende von Flüchtlingen um Hilfe schreien und beten. Zugleich raste ein Taifun über das Ueberschwem- mungsgebiet, um das Zerstörungswerk der Fluten zu vollenden. Viel geschah seitdem, um die zerstörten oder beschädigten Dämme zu erneuern oder wieder instandzusetzen, und doch konnte sich die Katastrovhe in diesem Jahre, wie man aus den neuesten Mel- düngen entnehmen muß, wiederholen. Die damaligen Ereignisse fanden fn der Weltöffentlichkeit deswegen starken und nachhaltigen Widerhall, weil sie sich in unmittelbarer Nachbarschaft großer und reicher Fremdenniederlassungen vollzogen. Im Hoangho-Gebiet kommt es jedes Jahr zu verhältnismäßig kleineren und alle paar Jahre zu großen Ueberschwemmungen, von denen die Außenwelt oft nichts und selten viel erfährt. Die Sommerniederschläge des Jahres 1933 verursachten mehr als dreißig Dammbrüche auf beiden Ufern des „gelben Flusses" in den Provinzen Honan, Hopei und Schantung. Eine Fläche von mehr als 12 000 Quadratkilometer mit über 9000 Ortschaften und einer Bevölkerung von nahezu drei Millionen wurde überschwemmt. Eine „Hoangho- Flut - Hilfs - Kommission^ wurde gebildet, die viel Elend linderte und ganze Arbeiterheere in Bewegung setzte, zerstörte Dämme und Ortschaften wieder aufzurichten, und dennoch konnte es in diesem Jahre zu einer noch größeren Katastrophe kommen. Dabei offenbarten die Wassermassen des unteren Hoangho die Neigung, den Fluß wieder, wie vor fünfhundert Jahren, südlich, statt nördlich der Halbinsel Schantung münden zu lassen. Es bedurfte des Einsatzes von mehr als 100000 Arbeitern, um durch beschleunigte Dammbauten die Fluten zu zwingen, nach dem alten Bett zurückzukehren. Der Plan, den ungebändigten Strom mit den Mitteln moderner Technik zu bändigen, wurde zum ersten Male um die Jahrhundertwende von der damaligen kaiserlichen Regierung in Peking ernsthaft ins Auge gefaßt. Damals war der bedeutende holländische Wasserbau-Ingenieur I e a n d e Reite Jahre hindurch von der japanischen Regierung damit damit beschäftigt worden, die Flußläufe im Sonnenaufgangsland zu regulieren. Nachdem diese Aufgabe unter Mitwirkung deutscher Forstleute befriedigend gelöst worden war, erhielt der bewährte Wasserbau-Techniker von der Pekinger Regierung den Auftrag, einen Plan zur Regulierung des Gelben Flusses auszuarbeiten. Jean de Reite trat an diese neue Aufgabe Anfcma 1900 heran und widmete ihr mit echt holländischer Gründlichkeit drei volle Jahre angestrengter Arbeit. Als er schließlich einen Kostenanschlag anfertigte, stellte es sich heraus, daß die Ausführung des Projektes einen Aufwand von etwa 35 bis 40 Milliarden Mark erfordern würde, da es sich nach feiner Meinung mit geringeren Mitteln nicht bewerkstelligen ließe, den Flußlauf durch Bauwerke so zu binden, daß die von krümeliger Lößerde gebildeten Ufer vom Wasser nicht andauernd zerfressen und zerrissen werden können. Die jährlichen Ko st en der Unterhaltung dieser Bauwerke berechnete er auf 7 bis 10 Milliarden Mark. Damals, um 1903, bezifferte sich der gesamte Staatshaushalt Chinas auf etwa 2,8 bis 3,1 Milliarden Mark jährlich, fo daß also ein Vielfaches des gesamten nationalen Einkommens nötig gewesen märe, den Riesenplan zu verwirklichen. Daran war natürlich nicht zu denken, und die Arbeiten Jean de Reikes wurden einfach zu den Akten gelegt. Seitdem haben sich viele fremde Ingenieure mit dem Problem der Regulierung des Hoangho befaßt. Aber noch niemand hat einen Plan auszuarbeiten vermocht, dessen Kosten sich im Bereich praktischer Möglichkeit hielten, um bessere Wirkungen zu erzielen, als das alte Kaiserreich mit seinen in Jahrtausenden entwickelten, zwar unzulänglichen, aber noch nicht wieder erreichten Ueberwachungs- und Dorbeugungssystem. Zu einer Zähmung des Hoangho mit den Mitteln moderner Technik würde vor allem auch dieAnlagevon Speicherbecken im Mittellauf des Stromes und an den größeren Nebenflüssen, wie dem Weiho, gehören. Auch dafür liegen zahlreiche, von modernen Ingenieuren ausgearbeitete Projekte vor. Aber wer soll die Kosten tragen, so lange die in Betracht kommenden Gegenden nicht industriell entwickelt werden können, so daß sie aus elektrischen Kraftanlagen Nutzen zu ziehen imstande wären? China ist im großen und ganzen erst in den Küstenstrichen für den modernen Weltverkehr aufgeschlossen, und auch dort steht seiner industriellen Entwicklung die eigennützige Politik fremder Seemächte, vor allem Japans, im Wege, das infolge feiner Kleinheit, feiner Jnfellage, feiner jahrhundertelangen Gewöhnung an ein straff organisiertes Staatswesen auf dem Wege der Modernisierung einen Vorsprung zu erlangen vermochte, den das vielmals größere, aber schwerfällige China als Einheit in aller absehbaren Zeit nicht einholen kann. Der Zerfall des alten China hat eine gewisie Aehnlichkett mit dem Untergang des römischen Weltreiches, aus dessen Trümmern nur allmählich neue Staatswesen kleineren Formats in mühsamer Entwicklung hervorgehen konnten. Wohl wäre es an und für sich denkbar, daß sich die Nankinger Zentralregierung, deren wirkliche Macht sich vorläufig erst über wenige Provinzen erstreckt, mit den Mitteln moderner Technik in einigen Jahrzehnten zu einer das Gebiet des ganzen ehemaligen Kaiserreiches umfassenden modernen staatlichen Organisation entfaltete, aber dazu müßten ihr die vorläufig weit stärkeren und überlegeneren fremden Mächte diesen Spielraum wirklich zu freier Verfügung überlassen. Davon kann einstweilen um so weniger die Rede sein, als alle Anzeichen da- für sprechen, daß China einen der Hauptschauplätze der sich ankündigenden großen weltpolitischen Entscheidungen bilden wird. Bis diese gefallen sind, muß man leider damit rechnen, daß sich lieber- schwemmungskatastrophen in den Gebieten der großen Ströme des Landes der Mitte immer häufiger wiederholen und immer gewaltigeren Umfang annehmen werden, um sich schließlich zu einer wahren Sintflut auszu- wachsen, bei der im Zusammenhang mit Hungersnöten, Seuchen und kriegerischen Ereignissen die Bevölkerung des riesigen Reiches, wie einst diejenige Europas in ähnlichen Zeitläuften, auf einen Bruchteil zusammenschmelzen könnte. Inseln -es Deutschtums. Don unserem v.G.-Äerichterstatter. ui. Die Votschasl in Paris. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, Ende Juli 1935. Unweit des französischen Außenministeriums, nahe der Kammer, zwischen dem Quai d'Orsay und der auf dem Boulevard St. Germain zustrebenden Rue de Lille, befindet sich die Deutsche Botschaft etwa im Mittelpunkt von Paris. Aus dem Garten bietet sich ein abwechlungsreicher Blick über die Seine auf die Tuilerien bis zur Place de la Concorde. Im Umkreis des Sitzes unserer diplomatischen Vertretung in Frankreich hat sich manch stürmisches Ereignis der französischen Geschichte abgespielt, und das heute in deutschem Besitz befindliche Gebäude wurde durch die Personen, die dort gelebt haben, in die geschichtliche Ueberlieferung einbezogen, noch ehe es zu einem Mittelpunkt deutsch- französischer Politik wurde. Vor 222 Jahren von dem Architekten Germain Bo sfr and für sich selbst — wahrscheinlich als Ruhesitz — errichtet, ging das Palais in den Besitz des Marquis De Torcy über, der 1699 bis 1715 Ludwig XIV. als Minister des Auswärtigen zur Seite gestanden hatte. Nach ihm zog der Marschall Francois de Neuville, Herzog von Villeroy, auch ein Günstling Ludwigs XIV., als Herr in die Rue de Lille ein. Während der Revolution verfiel das Palais als Adelsbesitz der Beschlagnahme und wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts von dem Stief- und Adoptivsohn Napoleons I., Eugene Beauharnais, dem späteren Herzog von Leuchtenberg und Vizekönig von Italien, aus der Masse angekauft. Beauharnais, der damals noch unverheiratet war, hat das Palais ausgebaut und verschönt. Er selbst hat das Ergebnis der mit reichlicher Verschwendung unternommenen Arbeiten nicht erlebt, da er bereits vor ihrer Vollendung nach Italien versetzt wurde. Eugöne Beauharnais zog sich übrigens einen Tadel feines kaiserlichen Vaters wegen der hohen Rechnungen für die Ausschmückung des Palais zu: „Es ist sinnlos", so schrieb Napoleon ihm, „daß man in einem so kleinen Gebäude wie dem Deinen 1 500 000 Franken verausgabt, und was man dort getan hat, ist nicht eines Viertels dieser Summe wert!" Der Kaiser schloß mit der Bemerkung, Beauharnais solle sich nicht mehr um sein Palais kümmern. In der Tat hat der Vizekönig von Italien, dem wir die schöne Ausstattung unserer heutigen Botschaft verdanken, nur vorübergehend im Jahre 1812 als Gast dort geweilt, denn Napoleon hatte das Palais inzwischen verschiedenen seiner nächsten Freunde als Wohnsitz zur Verfügung gestellt. Hier hielt sich sein Bruder Jerome auf, als er zur Hochzeit Napoleons mit Marie Louise nach Paris kam, und lange Zeit beherbergte das Palais den Für ft primas von Dalberg, den Grohherzog von Frankfurt. Nack der Einnahme von Paris durch die Truppen der verbündeten Monarchen ist König Friedrich Wilhelm III. im Jahre 1814 mit feinen beiden ältesten Söhnen in der Rue de Lille abgeftiegen, und seither ist das Palais ein Stück deutscher Geschichte geworden, da es anschließend für die preußische Gesandtschaft g e • mietet und etwa drei Jahre später, im Februar 1818, für den gleichen Zweck zusammen mit Garten und Nebengebäuden für weniger als 1000 000 Franken käuflich erworben wurde. Hier haben die Grafen Heinrich Friedrich und Heinrich Alexander von Arnim als Gesandte Preußens gewirkt und die Grafen H a tz f e l d t und Albert Pourtalös großes Haus gemacht. Im Jahre 1862 hat Bismarck als Botschafter daselbst Die französische Politik aus unmittelbarer Nähe studieren können. Er war nach Paris geschickt worden, weil er einen Stein im Brett bei Napoleon III. haben sollte. Während der Ausstellung 1867 gab in Anwesenheit des späteren Kaisers Wilhelm I. der Botschafter Graf Robert von der Goltz große Festlichkeiten in der preußischen Botschaft, an denen auch Kaiser Napoleon III. teilnahm. Graf Goltz wurde vom Freiherrn von Wert her (1869 bis 1870) abgelöst. Nach dem Kriege 1870/71 residierte der künftige Generalfeldmarschall Alfred Graf v. Walder- fee als deutscher Geschäftsträger in der infolge Der Reichsgründung zur Botschaft des Reiches erhobenen diplomatischen Vertretung. Von 1874 bis 1885 beeinflußte von der Rue de Lille aus Fürst Chlodwig u Hohenlohe-Schillingsfürst, der spätere Reichskanzler, die deutsch-französischen Beziehungen als Nachfolger des von Bismarck abberufenen Grafen Harry von Arnim und als Vorgänger des Fürsten Münster von Derneburg. Seit der letzten Jahrhundertwende erlebte die Botschaft den F ü r • ft en Radolin 1902 bis 1910 und den Frei- Herrn von Schoen, dem die Aufgabe zufiel, im Jahre 1914 die Kriegserklärung dem jetzigen Vorsitzenden der radikalsozialistischen Senatsfraktion Bienvenu-Martin zu Überreichen. Während des Weltkrieges stand die deutsche Botschaft ist Paris unter dem Schutze der Schweiz und hat, von einer in der Nähe gelandeten, die Fenster zerschmetternden Fliegerbombe abgesehen, die Zeit des großen Ringens mehr oder weniger unversehrt überstanden. Als erster Botschafter Deutschlands nach dem Kriege kehrte der ehemalige Zentrumsabgeordnete Mayer in das exterritoriale Gebiet an der Rue de Lille ein. Bis zum Ruhreinfall versuchte er, die Fäden zwischen Paris und Berlin wieder zu knüpfen. Zuerst als Geschäftsträger und ab Februar 1924 als Botschafter war bann Dr. Leopold von H o e f ch Herr in der Rue de Lille 78. Rund neun Jahre wechselvoller deutsche-französischer Beziehungen, in deren Mittelpunkt wir rückschauend den Locarno-Vertrag stellen wollen, umfassen seine Botschafterzeit in Paris. Das Palais der deutschen Vertretung hat damals feine Tore auch wieder mit Erfolg zu festlichen Veranstaltungen geöffnet. — Der gegenwärtige Botschafter, Roland Koester, wurde vom Reichspräsidenten von Hindenburg in einem schwierigen Augenblick nach Paris entsandt. Einige Monate später konnte er auf feinem verantwortungsvollen Posten die Geburt des neuen Deutschland miterleben. Die Deutsche Botschaft ist schon deshalb sehenswert, weil sie wohl das einzige Empire- Hotel in Pans ist, das — ohne ein Museum geworden zu sein — einschließlich seiner Möbel und Kunstwerke unverändert erhalten ist. Wenn man von der Rue de Lille durch eines der Eingangstore den Hof betritt, bemerkt man an dem Treppenbau allerdings eine zunächst etwas befremdliche Serbin- buna von ägyptischen Zeichnungen mit dem vorherrschenden Empire-Stil. Sie stellt ebenso wie die ägyptischen Verzierungen und ein Fries mit Harem- Oer Weißfisch. Don Hans Moepser. Aus einmal hatten roir’s unser zwei, drei Buben in den Großserien mit dem Fischen bekommen. Der St'rohriegl-Pepi, Sekundaner, wie ich, und ein gerissener Stadtbub, war als Gast ins Haus gekommen, und in ruhelosem Bubendrang bei ländlicher Freiheit rastlos hinter allem her, was sich fangen ließ und Reiz bot. Aber die Trauermäntel über den stillen Waldwiefen, die Schwimmkäfer und Molche im Schloßteich hatten unsere Jnsektenkasten und Aquarien bald gefüllt. Und so kam er eines Tages vom Krämer mit Angelschnüren und grell lackierten Korkschwimmern zuwege. Tag für Tag schlichen wir zum Schloßteich durch den Zwetschkenanger beim alten Gerberhause, wo's so köstlich nach Lohe roch. Standen dann geduldig stundenlang über halbversunkenen Hölzern am rauschenden Wehr, wo über die Schlußtafel bie Wasser in breit fpiegelnbem Schwalle fielen und weithin bis ans flache Gestade drüben sich unabsehbar für uns das Reich der Kleinfischwelt dehnte. Fast blind wurden wir von der angestrengten Schau über die flimmernden Wellen und taub vom schweren Wassersturz, dessen einförmiges Rauschen jegliches Geräusch verschlang. Und wenn man einmal tief aufatmend aufsah, schienen sich die Ufer zu drehen und Welt und Himmel standen hoch über uns. Das hielt uns tagelang gefangen, fo sehr, daß wir kaum der Vielfalt wimmelnden Lebens gedachten, die unserem Spiele zum Opfer fiel. Dann aber setzte mit einemmal Regenwetter ein, eine volle Woche lang. In tosendem Schwalle stürzten bie lehmbraunen Fluten übers Wehr. An Fischen war nicht zu benfen. Zubern hatte mein Kamerad heimfahren müssen. Dann waren die Wasser gefallen, die Sonne glänzte wieder auf den nassen Wiesen: aber noch zog der Bach grün und leicht trübe feine Ufer entlang. Weit oben hinterm Eisenhammer waren die Wasser bteit gestaut, und nur langsam und merklich trieben die Weidenblätter auf der stillen Flut. Ich wußte, dort standen unterm überhängenden Ufer die „ganz Großen", fast unbeweglich, aber scheu und unerreichbar. Nur einmal wollte ich's an ihnen versuchen. Sv legte ich mich auf den Bauch und spähte behutsam in die trübe Tiefe. Und richtig! Da stand kaum auf doppelte Armlänge unter mir ein mächtiger Weißfisch, grünbraun ani Rücken, und regte in leisem Spiel die rötlichen Flossen. Ich zog ein Heupferd über die Angel und ließ es unendlich vorsichtig an kurzer Schnur dem Alten zutreiben. Gemächlich und kaum beachtet spielte es ums braune Maul, auf einmal schlang er danach. Ein Ruck, ein Riß und schon hatte ich ihn kopfüber weit ans Ufer geschnellt. Nun lag er schwer schlagend im hohen Grase. In freudigem Schreck überflog ich die breiten Silberschuppen, die ziegelroten Flossen, das weite Maul, das die Angel fast nur am Rande gefangen, fo daß er im Schwung sich unverletzt von ihr gelost hatte — und konnte auf einmal doch nicht zugreifen! Kleinlaut und schuldbewußt schaute ich nach meinem Opfer hin, als wäre das Leben selber an mich herangetreten, zum erstenmal, mit all seinen fragen, den dunklen, die ratlos machen. Und ratlos blickte ich wieder nach dem Stück mächtigen Lebens, das da auf einmal in meine Hand gelegt war. Im Wehrfchlag hatte es wohl die wimmelnde Menge gemacht, die ungesehen und zur leichten Beute fiel, die sich leicht und hundertfach immer wieder ergänzte. Vor allem auch der Reiz des spielenden Schwimmers, der tauchte und stieg, bis er Zur Tiefe fuhr und die Nerven zum Ruck aufriß. Da aber lag ein Einsamer, ein Großer vor mir. ^men Träumenden hatte ich beschlichen, einen Ruhe- geftiuten, leichthin und unbedacht. So groß und fremd und wieder hilflos glotzte er aus goldumränderten Augen, als hätte ich einen Märchenunhold aus der Tiefe gezogen. Ein Stück der Schöpfung ein Fertiges, Ehrfurchtgebietendes hatten meine Knabenhände ans grelle Licht des Alltags gerissen das von nun an an feinem Platze fehlen mußte' Nur zögernd spannten sich meine Kinderfinger um Die mächtige Muskelmasse. Wie er sich wand, wie die großen Augen stumm und drohend nach mir iahen! „Lausbub", wollten sie wohl sagen. Ich war mit ememmal dem Weinen nahe. Ich hatte ihn ja fangen wollen, gewiß. Aber nun töten: Daran hatte uicht gedacht. Und wieder zurückwerfen den Seltenen Fang? Das ließ mein Stolz nicht zu, der un= bewußt m einem Winkel lauerte. Ich war ratlos. . '.^lschdiab, Fischdiab!", klang's mit einemmal Dort Drüben vom Gartenzaun her. Spielende Buben hatten wohl meinen Fang bemerkt. Und es achtlos gerufen. Gestohlen also! Daran hatten wir bisher nie gedacht. Etwas Fremdes schlich an mich heran, etroas Unreines, aus dunklen Tiefen, und wollte mich verstricken in eine Schuld, die ich nie gekannt. • 1° grfii plötzlich eine hagere Männerhand über wich nach dem schlagenden Fisch. Erschreckt sah ich auf: Das Schicksal, Die Strafe! Und hinter mir stand Der alte Benesizictt Stephan Hergowitsch, ein Fischer und Jäger von sagenhaftem Rufe. Uns Buben bekannt als kurz angebunden und wortkarg und seltsam unheimlich in seiner weltsckeuen Ab- aeschlossenheit. Der aber hatte Dem Rotflossigen schon hart aufs Genick geschlagen, zweimal, Dreimal mit Der Zwinge seines derben Stockes. Nun wog er ihn prüfend in der Hand. Zweifelnd sah ich in ein gekniffenes Greisengesicht, über das Die braune Haut wie Leder gespannt war. „Mit was hast ködert?" fragte er kurz. Ich zeigte gehorsam Die Angel, über die noch ein halber Heu- schreck gezogen war. Er schüttelte verächtlich und mißbilligend das kahle Haupt: „Kirschen!" Der Rat fiel für mich schon ins Leere. Wie mit einem Schlag hatte Die nüchterne Sachlichkeit Bann und Sorge gebrochen. Die rächende Gerechtigkeit war zu er- lösender Alltäglichkeit geschrumpft. Aufatmend sah ich noch, wie er meine Beute in seine Jagdtasche schob. Er war wohl der Fischaufseher. Und wollte, wortkarg wie er war, an einem kleinen Buben nicht erst viel an Tadel verschwenden. Ich war allein. Und atmete noch einmal hoch auf. Wie weit war der Himmel! Die Glocken klangen zum Mittag und mit den flitzenden Schwalben flog mein Bubenherz befreit in die unschuldig lachende Abkürzungen. Die heute weitverbreiteten Abkürzungen bei langatmigen Namen von Behörden und Firmen sind, so praktisch sie auch im Einzelfall sein mögen, für Ohr und Auge jedes Menschen mit echtem Sprachempfinden selten eine reine Freude. Es wäre aber falsch, diese Sitte, durch Zusammenziehung der Anfangsbuchstaben ein neues Wort zu bilden, als eine Neuerung unserer Zeit hinzustellen. Im Grunde wird hier nur die uralte Literaturform des Akrostichons wieder ausgenommen, bei dem die Aneinanderreihung der Anfangsbuchstaben der Verse einen bestimmten Sinn ergab. Seitbem hat es sich als Spielerei der Dichter und Schriftsteller durch die Jahrhunderte erhalten. Auch auf anderen Gebieten gibt es Vorläufer der uns so geläufigen Abkürzungen. Das Wort K a - b a l e, uns allen durch Schillers Drama bekannt, war ursprünglich Die zusammenfassende Benennung s englisches Kabinett unter der Regierung warls II., das durch seine Ränke und Willkürakte m allen Volksschichten starkes Mißfallen erregte. Die Bezeichnung „SabaF saßt Die Anfangsbuch. staben der Kabinettsmitglieder zusammen: Clifford, Ashley, Buckingham, Arlington und Lauderdale. Auch der Name des Komponisten Verdi hat als Abkürzung eine zeitlang eine geheimnisvolle Bedeutung gehabt, er war das Schlagwort Der italienischen Einheitspartei und bedeutete: Vittorio Ema- nuele Re d’Italia. Die Feinde des großen Korsen bezeichneten sein Geschlecht mit den Anfangsbuchstaben der Brüder Bonaparte, nämlich Napoleon, Jofei, Hieronymus, Joachim und Ludwig, woraus sich das Wort N i h i l ergibt, ein unheilkündender Hinweis darauf, daß sich die Macht der Bonapartes wieder in ein Nichts auflöfen würde. Auch aus neuerer Zeit find derartige merkwürdige Abkürzungen bekannt. Ein einst sehr berühmtes Kammermusik-Quartett nannte sich nach den Anfangsbuchstaben Der vier Künstler: Halir, Exner, Müller und Dechert Das „Hemd- Quartett". Die erste Fallschirmspringerin. Kätchen Paulus ist tot. Sie, deren mutige Fallschirmsprünge unsere Väter begeisterten, Durfte Den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, die erste Frau in Deutschland zu sein, die dieses gefährliche Handwerk betrieb. Als Zwanzigjährige machte Kätchen 1889 in Wiesbaden die Bekanntschaft des berühmten Luftfchiffers und Fallschirmspringers Lattemann und war mit Begeisterung dazu bereit, sich von ihm in die Geheimnisse seiner Vorführungen einweihen zu lassen. Die Nürnberger erlebten den ersten Fallschirmabsprung der kleinen mutigen grau, und obwohl ihr Lehrer Lattemann bei einem Sprung tob- lich verunglückt war, blieb Kätchen Paulus bei ihrem waghalsigen Sport, Denn sie wurde von vielen Städten im In- und Auslande um ihren Be uch und um Vorführungen gebeten. In Berlin waren damals solche Darbietungen verboten, so haben die Berliner das „Kätchen" niemals bewundern dürfen. Ihren letzten Absprung machte die kühne Pilotin , msgesamt hatte sie 147 Absprünge durchgeführt. Flugzeug hat sie nie selbständig geflogen, da sie mit bem Lernen aufhörte, als ihr Lehrer abstürzte. Kätchen Paulus hat aber der Luftschiffahrt auch praktisch genützt, denn sie erfand ein Fallschirmpaket, Das offiziell bei der Luftfahrt eingeführt und im Weltkrieg unzählige Male in Gebrauch genommen Wurde. Ja, Kätchen mußte sogar die Fabrikation von Heeresfallschirmen leiten. Jetzt ist sie, 65 Jahre alt, m Berlin gestorben, bis ins Alter geehrt als Pionierin der Luftfahrt. Wie sieht es in der Wirtschaft aus? leitete zu den Jungarbeiter! Deine Freizeit verbringst du inmitten deiner HJ.-kameraden in den Sommerlagern der Hitler-Jugend! der fernen Ehehälfte nur auf stummem Wege brieflich zu äußern, wobei sie oftmals eine geradezu erstaunliche Phantasie entwickeln. Näheres zu diesem Thema siehe im Band II meines zoologischen Lehrgangs, der ausschließlich „Für die Oberstufe" bestimmt ist. Der internationale Stahlfrieden ist nicht nur durch die Verlängerung des Abkommens der Internationalen Rohstahl-Exportgemeinschaft auf fünf Jahre geschlossen worden, sondern er hat dadurch eine erhebliche Verstärkung erfahren, daß Groß-Britannien, Polen, Oesterreich, Ungarn und die Tschechoslowakei hinzugekommen sind, so daß die Jreg jetzt die europäische Cisenausfuhr zu 100 Prozent kontrolliert, den Weltexport jedoch nur zu 80 d. $)., da die USA., Rußland und Japan außerhalb des Abkommens stehen. Bei solchen internationalen Vereinbarungen müssen natürlich auch Opfer gebracht werden und es ist nur natürlich, daß der große Außenseiter Groß-Britannien, der etwa 20 v. H. der Eisenausfuhr bestritt, durch gewisse Opfer gewonnen werden mußte. England bezog im Jahre 1934 aus dem festländischen Gebiet 1,37 Millionen Tonnen Eisen, künftighin waren es nur 670 000 Tonnen und späterhin sogar nur 525 000 Tonnen im Jahr. Der Ausfuhranteil Eng- lands wird in höhe von 2,25 Millionen Tonnen, das entspricht seiner Ausfuhrquote für 1934, fest- gelegt und außerdem erhält es noch einen Vor- zugsanteil für den Fall, daß die einzelnen Mitglieder in den nächsten Jahren ihre Eisenausfuhr steigern. Aber'damit ist erreicht, daß die lOOprozentige Mengenkontrolle auch eine lOOprozentige Preiskontrolle nach sich zieht und so können die Schäden des Preisverfalls überwunden werden, wobei nicht vergessen werden darf, daß die Preise seit dem Jahre 1929 für die Eisenausfuhr fast um die Hälfte gesunken sind. * Nachdem also das Problem der Einbeziehung Englands in die europäische Rohstahl-Export-Ge- meinschaft endgültig gelöst worden ist, sind gegenwärtig die Stickstofferzeuger in Schevenin- gen versammelt, um über die zukünftige Gestaltung ihres Marktes zu beraten. Auf der Stickstoff-Konferenz waren nur die wichtigsten Hersteller von synthetischem Stickstoff, nämlich Deutschland, England und Norwegen, vertreten, und das Kernproblem, die Auseinandersetzung zwischen synthetischem und natürlichem Stickstoff (Chilesalpeter) bleibt einer für Ende August anberaumten neuen Konferenz in London vorbehalten. Man hat in Scheveningen lediglich über die Durchführung des kürzlich geschlossenen europäischen Uebereinfommens über die Aufteilung der Märkte usw. verhandelt. In Brüssel sind dagegen die Zuckerleute sehr schnell zu einem Ergebnis gekommen, das allerdings durchaus negativ ist: Der Chadbourne-Plan, eine Marktregelung, der zahlreiche wichtige Erzeuger angehören und die vor einigen Jahren unter dem Druck der Absatzkrise für Rohr- und Rübenzucker geschaffen wurde, soll nicht verlängert werden. Die ebenfalls mit bonapartischen Erinnerungen verknüpfte deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom reicht an die Pariser Botschaft nicht heran. In ständiger liebevoller Sorge haben die in der Rue de Lille aufeinanderfolgenden Gesandten und Botschafter für die Erhaltung des Palais und feiner Einrichtungen gesorgt, am meisten hat wohl der gegenwärtige Botschafter Koester für die bauliche Sicherung des Gebäudes getan. Er hat übrigens auch den alten, von Bismarck als Arbeitszimmer benutzten Raum wieder bezogen, während die Botschafter seit 1870 in einem der nach dem Hofe gelegenen Salons arbeiteten. Don der Zeit Ludwigs XV. bis zum heutigen Präsidenten der dritten französischen Republik, Lebrun, von den Befreiungskriegen bis zur Wiederherstellung der deutschen Ehre nach dem Weltkriege ist in den stilvollen Räumen des Palais ein gewaltiges Stück Arbeit geleistet worden. Hier wurde so manches Blatt der Geschichte geschrieben. Nicht leicht ist die verantwortungsvolle Aufgabe des diplomatischen Vertreters des Führers und des Deutschen Reiches in Frankreich. Wie in den Mauern der Botschaft Ueberüeferungen aus französischer und deutscher Geschichte sich verbinden, so kann man wünschen, daß die Arbeit der deutschen Botschafter in Paris zu einer dauerhaften Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland fuhren möge. sein tragen. - Gauleiter und Oberpräsident Wagner wandte sich an die Hinterbliebenen. Sie wüßten, daß sie nicht allein unter dem harten Los litten, sondern daß das ganze Volk nach besten Kräften im' Rahmen des menschlichen Vermögens und Könnens helfe. Der Betriebsführer, Sturmführer F r e n z e l, widmete den Verunglückten, die bei der Beschaffung des Materials für die Straßen des Führers auf so tragische Weise ihr Leben hätten lassen müssen, einen warm empfundenen Nachruf und dankte für die den Hinterbliebenen aeleiftete Hilfe. Das Lied vom guten Kameraden leitete zu den Ansprachen der Geistlichen beider Konfessionen über, woraus ein Mannerchor die Trauerfeier beschloß. Nach der Feierstunde richtete Dr. Ley noch einige tröstende Worte an die Hinterbliebenen. Dann wurden die Särge in die Heimatdörfer der Toten übergeführt, um dort beigesetzt zu werden._________ Zoologie des Strohwitwers. Von Pitt. Der Strohwitwer (viduus temporarius) kommt hauptsächlich in den europäischen Ländern und auf dem nordamerikanischen Kontinent vor. Er ist in der heißen Jahreszeit weit häufiger zu beobachten, als im Winter, lieber die Frage, ob er mehr einem Arbeitspferd ähnele oder einem Menschen, dem freilich die bessere Hälfte fehlt, sind sich die Gelehrten nicht einig. Tagsüber hält sich der Strohwitwer vorwiegend in seinem Bau auf. Seine Höhle ist mit gebrauchtem Ge chirr, mit Zigarrenstummeln, die teils auf dem Teppich, teils auf echten Meißener Porzellantellern liegen, und mit Stößen von alten Zeitungen warm und behaglich ausgestattet. Sein Aeußeres ist am Tage schlicht und schmucklos: ein schlipsloses Hemd, eine ungebügelte Hose und ein Paar Pantoffel, sog. „Laatschen", schützen ihn vor den Unbilden der Hitze. Erst am Abend entfaltet sein Gefieder eine ausfallende Pracht. Er gleicht sich dann, in einem merkwürdigen Fall von Mimikry, dem Junggesellen an und kann selbst von Kennern leicht mit diesem verwechselt werden. Die Nahrung des Strohwitwers besteht in erster Linie aus Konserven, Eiern und Schinken. Er erweist sich dabei als äußerst gefräßig. Wahrend zum Beispiel ein normaler Ehemann sich notgedrungen mit zwei Rühreiern zu begnügen pflegt, schlagt sich der Strohwitwer mindestens deren fünf in die Pfanne. Das hindert ihn nicht, bet feinen abendlichen Beutezügen obendrein noch gierig nach glasierten Kalbshaxen Ausschau zu halten. Ein bekannter Naturwissenschaftler will beobachtet haben, daß Strohwitwer bisweilen Wasser trinken. Diese Wahrnehmung hat sich als irrig erwiesen. Es handelt sich dabei nur um das sog. Gurgeln. Dagegen stimmt es, daß man am frühen Morgen hin und wieder Strohwitwer in Laatschen (siehe oben!) mit Milchkannen durch die Straßen rennen steht. Sie sind dann überaus scheu und selbst mit dem Lasso schwer einzufangen. Der Gesang des Strohwitwers ist mehr laut als fd)ön M-'st stimmt er ihn morgens in der Badewanne oder beim Rasteren an Geht man durch die Wodnaeaenden der Stadt und hort man aus etnem he§ dritten Stockwerks eine rauhe Stimme sitz ich hier" fingen, dann kann „3m t'efen Keuer n^ 3Vin neunzig oon hundert 3äUen*um ehlen Strohwitwer handelt. Während • ?Uln • Urh„re fRmrelroelt der Gesang der Männchen leb0^AnfH*f naA bVm Weibchen zum Ausdruck die Sehnsucht nch bröf)nenöen Gezwitscher der des Hanfs, befestigt. Dagegen find die Roggen-, Flachs-, Rohöl- und vor allem die Kaffeepreise erneut gesunken. Vergeblich haben die Kaffeeerzeuger auf ihrem Kongreß in Rio de Janeiro neue Maßnahmen zur Beseitigung des Kaffeeüberflusses beschlossen. Seit dem Jahre 1931 sind in Brasilien nicht weniger als 35 Millionen Sack Kaffee — das ist die Erzeugung zweier Jahre — vernichtet worden. Weitere 11,5 Millionen Sack sind durch Verpfändung mit Hilfe von Regie- rungsgeldern aus dem Markt genommen worden. Trotzdem hat sich der Preisdruck kaum wesentlich vermindert. Der Kongreß hat die Anpflanzung von Kaffeebäumen bis Aum Jahre 1937 untersagt. Aber es ist sehr fraglich, ob dieses Verbot befolgt werden wird. Ein internationales Komitee will eine großzügige Kaffeewerbung in der ganzen Welt organisieren. Es ist aber kaum anzunehmen, daß der Kaffeeverbrauch wesentlich gehoben werden kann, außer durch sehr niedrige, für die Erzeuger verlustbringende Preise. Die allgemeine Preisverwirrung an den internationalen Märkten führt auch zu einem ständigen Auf und Ab der Metallpreise. In den letzten Wochen haben sich die Blei- und Kupfer preise gut ge- halten, ja sogar erhöht,während die Zinn pr eise nach unten gewichen sind. In Deutschland ist es jedoch gelungen, durch das Richtpreissystem die Schwankungen der Metallpreise erheblich abzuschwächen und auch auf diesem Gebiet größere Preisstabilität zu schaffen. Die Bemühungen um eine Hebung der deutschen Ausfuhr haben weitere Teilergebnisse gezeitigt. So hat z. B. der Export von Fahrzeugreifen im letzten Halbjahr stark zugenommen. Die Ausfuhr von Fahrraddecken hat sich mehr als verdreifacht, und auch die von Autodecken hat sich ansehnlich erhöht. Der Export von Draht und Drahterzeugnissen ist nicht nur mengenmäßig bedeutend gestiegen, sondern es haben auch die Erlöse, die unserer Devisenbilanz zugute kommen, eine Erhöhung erfahren. Szenen innerhalb des Palais eine Erinnerung an die Zeit dar, als Eugöne Beauharnais während des ägyptischen Feldzuges Adjutant Napoleons war. Die meisten Zimmer des alten Palais find als Prunkräume ausgeftattet. Bismarck soll sich daher —- schlichte Gemütlichkeit vermissend — in dieser Botschaft nicht sonderlich wohl gefühlt haben. Jedenfalls hat er in dem einen Jahr seiner Anwesenheit In Paris fein Schlafzimmer mehrfach gewechselt. Die Säle und Salons bilden einen außerordentlichen festlichen Rahmen für große Empfänge, ohne deshalb bei kleineren Gelegenheiten oder im all- täglichen Leben kalt zu wirken. Arn schönsten ist der weiße Saal der vier Jahreszeiten, die in Wand- gemälben wiedergegeben sind. Fälschlicherweise werden diese häufig Prud'hon zugeschrieben, wie auch manch unbegründete Auffassung über die ursprüngliche Verwendung der Räume überliefert wird. Das unverändert erhaltene große Schlafzimmer wird immer wieder als Schlafgemach der Königin Hortense bezeichnet, obgleich die Schwester des Vize- fönigs von Italien gar nicht im Palais Beauharnais gewohnt hat; ebensowenig hat sie in die Spiegelwände des nach ihr benannten Badezimmers geschaut. Man kann ohne Zögern sagen, daß die Pariser Botschaft der schönste und wertvollste Sitz der deutschen diplomatischen Vertretung im Auslande ist. Damit ist die Lage am Zuckermarkt zunächst ganz unübersichtlich geworden; man weiß nicht, was nun an die Stelle des Chadbourne-Planes treten wird, ob die freie Konkurrenz wieder restlos walten wird oder ob man auf der bereits angekündigten Weltzuckerkonferenz zu einer neuen Verständigung kommen wird. Es ist bekannt, daß die britische Regierung bemüht ist, innerhalb des Empire die Zucker- interessen unter einen Hut zu bringen und von dort aus zu einer Weltverständigung zu streben. Damit würde eine wichtige Gruppe von bisherigen Außenseitern der Konvention beitreten. Die Rolle Japans und der P h i l i p p i n e n ist noch unklar. Dor allem scheint es für die zukünftige Lösung dies- mal auf das Verhalten der Briten anzukommen. Gefallene der Arbeit. Die Beisetzung der Opfer des Steinbruchunglücks von Taschenhof. Goldberg (S ch l e s i e n), 9. August (DNB.) Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung fand in Goldberg die Trauerfeier für die durch den Felssturz im Basaltsteinbruch Taschenhof ums Leben gekommenen Arbeitskameraden statt. Die Fahnenabordnungen der Ehrenformationen nahmen rechts und links von den Särgen Aufstellung. Dann traf Reichsorganisationsleiter Staatsrat Dr. Ley in Begleitung des Gauleiters und Oberpräsidenten Wagner ein. Beide legten vier riesiae Kränze an den Särgen nieder. Dr. Ley überbrachte sodann die Grüße des Führers, der ihn beauftragt habe, den Hinterbliebenen zu sagen, daß der Tod dieser Kameraden der Arbeit nicht umsonst sei. Diese Männer hätten gewußt, daß sie für ein neues Deutschland gearbeitet unb gekämpft haben. Wenn das deutsche Volk in der letzten Zeit besonders schwer von ähnlichen Unglücken betroffen worden sei, so sei dies auch der Ausdruck des Kampfes mit dem Schicksal. Das deutsche Volk habe jahrelang nichts tun dürfen,. habe jahrelang der Arbeit entsagt, und jetzt häuften sich daher auch die unglücklichen Zwischenfälle bet der Arbeit. Es sei der Kampf um das neue Deutschland, um die Arbeit, und so sollten die Hinterbliebenen dieses harte Schicksal in diesem Bewußt- Der deutsche Geldmarkt ist augenblicklich besonders flüssig. Infolgedessen macht sich eine lebhafte. Nachfrage nach erstklassigen Anlagen, namentlich nach Reichsschatzanweisungen und Reichsschatzwechseln geltend, ebenso auch nach den Solawechseln der Golddiskontbank. In einem Bericht des Statistischen Reichsamts wird betont, daß die Vorfinanzierung der Arbeitsbeschaffung in den letzten Monaten in steigendem Maße auf den deutschen Geldmarkt übertragen werden konnte. Das ist vor allem der Einschaltung der Golddiskontbank in den Finanzierungsprozeß zu verdanken. Diese hat in den Monaten Mai und Juni für rund 600 Millionen Mark Wechsel ange- fauft. Dagegen hat die Reichsbank keine neuen Arbeitsbeschaffungswechsel mehr aufzunehmen brauchen. Man hat im Auslande die zur Finanzierung der Arbeitsbeschaffung angewandten technischen Methoden häufig als bedenklich hinzustellen versucht. Die angeführten Tatsachen zeigen jedoch, wie unbegründet solche Behauptungen sind. Die für Arbeitsbeschaffungszwecke aufgenommenen Kredite führen zu einer Zunahme der Investitionen der deutschen Volkswirtschaft, die von nur 4,2 Milliarden Mark im Kriesenjahre 1932 auf 7,5 Milliarden Mark gestiegen sind. Durch diese Investitionen werden dauernde Werte geschaffen, die in steigendem Maße volkswirtschaftliche Mehrerträge erzeugen. Den Beweis hierfür liefert die Zunahme der Steueraufkommen, die schon im lausenden Haushaltjahre 2 Milliarden Mark betragen dürfte. In den letzten Monaten ist bereits mit der Tilgung der Arbeitsbeschaffungswechsel begonnen worden, so daß der Umlauf um mehrere Millionen Mark abgenommen hat. Die durch die Arbeitsbeschaffung hervorgerufene Belebung der Wirtschaft erzeugt erhöhte Kapitalbildung. Die Ansammlung dieses Kapitals bei den Sparkassen und Versicherungsträgern ermöglicht dann eine fortschreitende Konsolidierung der aufgenommenen Kredite. So mindert die technische Durchführung der Finanzierung unserer Arbeitsbeschaffung ständig die Belastung der Volkswirtschaft durch Die unvermeidlich gewesene Aufnahme der Kredite. Der unerwartete und scharfe Maifrost hat bekanntlich den damals in voller Blüte stehenden Obstbäumen vielfach empfindlichen Schaden getan. Die Folgen zeigten sich in den letzten Wochen in Gestalt knapper Zufuhren und verhältnismäßig hoher Preise für Frühobst und Fruhge- m ü s e , das ebenfalls teilweise in seinem Wachstum beeinträchtigt worden ist. Die an vielen Märkten eingetretenen Preissteigerungen für Obst und Gemüse gehen jedoch nach Ansicht der maßgebenden Stellen über das berechtigte Ausmaß yinaus. Die Hauptvereinigung der Deutschen Gartenbauwirtschaft hat sich zu dieser Frage, die insbesondere die Hausfrauen lebhaft interessieren muh, dahingehend geäußert, es sei nach Öen vorliegenden Berichten zu erwarten, daß die bevorstehende Haupternte in Obst und Gemüse zufriedenstellend wird. Die verantwortlichen Stellen wirken daraus hin, die Versorgung der Bevölkerung mit Obst und Gemüse zu ange» messenen Preisen sicherzustellen. Eine Beunruhigung der Märkte im Hinblick auf die noch reifende Ernte sei daher nicht angebracht. Die Hauptoer- einigung wird veranlassen, daß gegen Elemente, die die Preise unverantwortlich in die Hohe treiben, unnachsichtig eingeschritten wird. Diejenige Industrie, für die Obst und Gemüse die Rohstoffe für die Verarbeitung bilden, die Konseroeu- i n d u st r i e , behandelte in ihrem Lagebericht ebenfalls das Thema der Preise. Sie weist daraus hin, daß besonders Kirschenkonserven sehr knapp und entsprechend teuer werden würden. Infolge der eigenartigen Ernteverhältnisse diesem Jahres werden die Preise aller Obstkonserven hoch sein. Zu dieser schonenden Vorbereitung der Verbraucher auf höhere Konferoenpreise ist zu sagen, daß das aus den Auslassungen der Hauptoereinigung zu entnehmende reichliche Angebot der erst noch zur Reife kommenden Obstsorten der Industrie die Möglichkeit eines Preisausgleichs bieten sollte. Was die Gemüsekonserven anbelangt, so dürfte sich für den Verbraucher eine Ausweichmöglichkeit in den Win- tergemüfeforten ergeben. Die Wirtschaftspolitik der Reichsregierung ist, nachdem die Agrarschere und die durch sie verursachte Benachteiligung der bäuerlichen Bevölkerung beseitigt ist, auf die Erhaltung gleich bleibender Preise und Löhne gerichtet. Schon die Rücksicht auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Waren auf den internationalen Märkten macht die Verhinderung jedes vermeidbaren, nicht in natürlichen Vorgängen begründeten Preisauftriebes notwendig. Im Gegensatz zu der Stabilität der deutschen Preise stehen die dauernden künstlichen Preisderänberungen an den internationalen Märkten. Sie werden in erster Linie durch Währungsabwertungen hervorgerufen. Aber auch in den Goldwährungsländern sind die Preise erheblich-gesunken. Das internationale Preisgefüge ist ständig in Bewegung. Im Monat Juli hat sich eine Anzahl von Preisen wichtiger Roh- stoffe, z. B. der des Weizens, der Wolle und Küsse von historischer Bedeutung. Küsse, die eine geschichtliche Bedeutung erlangt haben, unterscheiden sich wesentlich von allen Küssen, auch wenn sie von noch so schönen Frauenlip- pen kommen. So küßte die Königin Elisabeth von England in Gegenwart vieler Lords im Jahre 1581 in der Galerie des Greenwich-Palastes den Herzog von Alen?on, der sich um ihre Gunst beworben hatte, und steckte ihm dazu ihren Ring an seinen Finger. Die Lords von Walsingham und Leicester sollen sich darüber, auch das steht historisch fest, weidlich erbost haben, da auch sie sich um die Gunst der Königin bewarben. Da sie zwar ein große Regentin, sonst aber eine wenig schöne Frau war, so handelte es sich offenbar um einen hochpolitischen Kuß. Der Kuß einer anderen Königin — ,ur Zeit des Vorganges war sie noch die Prinzessin Margarete von Schottland, sie wurde später die Gemahlin des Königs Ludwig XL von Frankreich — erfolgte ganz ohne politischen Nebengedanken und galt einem armen und nicht einmal schönen Dichter. Allain Chartier hatte mit seinen Dichtun- gen das Herz der Königin gerührt und, als sie eines Tages mit ihren Hofdamen beim Spaziergang den Poeten chlafenö auf einer Bank antraf, gab sie ihm einen Kuß auf die Lippen. Der Dauphin, dem das später hinterbracht wurde, nahm diese spontane Hui- öiauna seiner Gattin nicht weiter tragisch. Dagegen batte der Kuß, den der Prinz Ferdinand von Bayern im Jahre 1716 bei einem Besuch eines anderen Fürsten einer schönen Prinzessin gab, einen tragischen Ausgang. Es kam darüber zu Streitigkeiten und zu einem Krieg zwischen den beiden Staaten, der vielen Tausenden von Soldaten das Leben kostete. Zu den historischen Küssen ist auch der der Königin D i c t o r i a von England zu rechnen ben fie, nad) dem Ende des Krimkneges bei ihrem Besuch in Paris, zur größten Ueberraschung eines glänzenden Gefolges und sicherlich auch des Kaisers selbst Napoleon IH. gab. Die sehr schone Herzogin von (9 o r b o n beschloß im Jahre 1794, eine Truvve für ihr Vaterland zusammenzubringen, aus der die berühmten „Gorbon Hochländer" ent- standen. Jeder der 1000 Freiwilligen erhielt eme Guinee und einen Kuß von der Herzogin den bald darauf über 200 Kämpfer mit ihrem B itte bezahlen muftten Schon Sokrates erklärte, es sei gefährlicher ?iUk schone Frau zu küssen, als einem blanken Schwert entgegenzugehen. schen Küstengebiet nicht ihresgleichen hat. Professor Dr. Walther Schoenichen, der bekannte Vorkämpfer der deutschen Naturschutzbewegung, spricht über das Reichsnaturschutzgesetz vom 26. Ium 1935, dessen Bedeutung für die Erhaltung der deutschen Landschaft und der Naturdenkmale er auf. Grund seiner maßgebenden Sachkenntnis treffend herausstellt. Vom Känguruh weiß der bekannte Zoologe Prof. Dr. G. Brandes (Dresden) neue Beobachtungen mitzuteilen. Besonders beachtlich sind die Darlegungen des Verfassers über die Entwicklung des Känguruh-Embryos und den Geburtsvorgang, über den die Wissenschaft bis vor kurzer Zeit nur Mutmaßungen zu geben vermochte. Vortreffliche Aufnahmen zeigen einen „Boxkampf zwischen zwei erwachsenen Känguruh-Männchen. Zur Klärung der Frage nach der Entstehung der Mimikry will Dr. H. Mühlmann (Münster) nut seinen „Unersuchungen über künstlich erzeugte Mimikry" beitragen, er zeigt, wie verschiedene Femd- tiere auf Nachahmer von gefährlichen und giftigen Vorbildern ansprechen. Neue Einblicke in die Frage nach dem Zustandekommen des „Tiefensehens" gibt der Marinepsychologe Dr. med. W. Neuhaus (K,el). „Fortschritte der physiologischen Chemie" nennt sich eine Übersichtliche Darstellung von Professor Dr. R. Winderlich (Oldenburg). Dr. Nolte berichtet über den turboelektrischen Antrieb des Schnelldampfers Scharnhorst. Auch dieses Heft wird dazu beitragen, der Zeitschrift neue Freunde zuzuführen. — Das hundertjährige Jubiläum des Verlages Delhagen & K l as i n g nimmt im Augustheft von V e 11) a g e n & K l a - sings Monatsheften räumlich den ersten Platz ein. Aber der Tag wird vornehmlich dadurch begangen, daß die Zeitschrift möglichst lebendig auftritt und eine Fülle schöner Bilder in Farben zeigt. Max Halbe schreibt zu einer Folge farbiger Ausnahmen der Marienburg. Linde-Walther begleitet die köstlichen Wiedergaben seiner Gemälde mit roter humorvollen Schilderung seines Lebens und Schaffens. Der deutsche Zehnkampfmeister H.H. Sievert schildert seinen mühsamen und erfolgreichen sportlichen Aufstieg. In das ferne Java mit seinen „Sultanen, Vulkanen und Tänzerinnen fuhrt uns ein schon bebilderter Aufsatz von Dr R. Teller. Gern wird sich jeder in Paul Lindenbergs Altberliner Erinnerungen versenken; sie erzählen vom alten Kaiser, von Bismarck, Moltke und vielen anderen Höchst überrafebenb, wie der berühmte Berliner Germanist Gamillscheg Germanenspuren in Frankreich nachgeht. Ueber Arzt und Mode plaudert Dr F K. Brandes. Eine atemberaubende Schilderung aus dem Weltkriege „Auf Chifftejagd mit Taucherhelm und Dynamit" steht neben Gedichten, Novellen, Plaudereien und dem Schluß des heitersy Romans „Die Fahrt in den Sommer" von Floriml Seidl. Eine Bohne als Museumsstück. Die Altstadt oon San Antonio in dem nord- amerikanischen Staate Texas, Alamo, besitzt ein Museum, in dem eine einzigartige Sehenswürdigkeit bewahrt wird; es ist eine einsame weiße Bohne, die auf rotem Samt in einem prächtigen, mit Maroquinleder überzogenen Kasten ruht. Wie kommt die Bohne, die von allen Besuchern des Museums mit besonderer Andacht besichtigt wird, zu dieser seltenen Würde? Die Erklärung liegt in einer Episode der Geschichte von Texas, Die jedem Schulkind des Landes geläufig ist. Diese Bohne war es, der einer der Helden des Befreiungskampfes von Texas, Anthony P. Owen, fein Leben verdankte, und sie ist dem Museum von einer Enkelin des berühmten Pioniers.gestiftet worden. Während der Kämpfe im Jahre 1843 war eine kleine Schar von dreihundert Texasleuten von dem mexikanischen General Ampudia gefangengenommen worden, und Owen machte sich nun mit einem Heer von tausend Kriegern auf, sie zu befreien und die Schandtaten zu rächen, die von den Mexikanern im Lande verübt worden waren. Aber die Verteidiger der Unabhängigkeit oon Texas unterlagen, teils wurden sie getötet, teils gefangengenommen, unö die Gefangenen wurden von dem mexikanischen Oberftkommandierenden Santa Anna zum Tode verurteilt. Der mit der Hinrichtung beauftragte General weigerte sich aber, den Befehl auszufuhren. Schließlich wurde festgesetzt, daß jeder zehnte Mann erschossen werden sollte. Es waren 170 Gefangene. 170 Bohnen wurden in einen Tontopf gelegt, von denen 17 schwam waren, die anderen weiß. Die schwarze Bohne bedeutete den Tod, die weiße das Leben. Owen befand sich unter den Glücklichen, die eine weihe Bohne z o g e n. Die 17, die das schwarze Los zogen, starben für ihr Vaterland. Owen wurde aber befreit und bewahrte die Bohne, die ihm das ße-ben gerettet hatte, als kostbare Erinnerung auf. Sie ist heute zu einer Art Symbol für den Unabhängigkeitskampf von Texas gegen Mexiko geworden. Zeitschriften. — Der Naturforscher", vereint mit „Natur und Technik" bringt in seinem August-Heft (Preis vierteljährlich 2,50 Mk., Emzelheft 1 Mk. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde N) das vortreffliche Bild einer Wanderdüne, die gerade m einen Heidekiefernwald einbringt. In einem mit eindrucksvollen Bildern versehenen Aufsatz „Em neuer Wanderdünen-Schonbezirk der deutschen Ost- jeeküste" berichtet die Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen über ein geplantes neues Naturschutzgebiet auf der Leba-Nehrung, die in solcher Eigenart und Eindringlichkeit im ganzen beut- 9Jl.-Sport Leichtathletik der Sp.-Dg. -1900. Besuch der Diezer Oranienkampfspiele. Der VfB. Diez (Lahn) bringt am Sonntag seine weit über die Grenzen des Lahngebietes hinaus bekannten Oranien-Kampfspiele zum Austrag. Die Wettkämpfe werden auch in diesem Jahre wieder eine erstklassige Besetzung aufweisen. Die Teilnehmer der Spielvereinigung 1900 müssen daher ihr ganzes Können aufbieten, um zu Erfolgen zu kommen. Man hofft, daß Kilo im Diskuswerfen und Jung im Stabhochsprung ihren Mann stellen. Einen sehr schweren Stand werden bekommen Peters über 800 und 1500 Meter, Koch II. über 200 Meter und Bäcker über 3000 Meter. Bei den Frauenwettbewerben wird man in erster Linie bemüht sein, in der 4X100-Meter-Staffel, wo es einen Wanderpreis zu verteidigen gilt, gut abzuschneiden. Die zu den am vergangenen Samstag und Sonntag stattgehabten Deutschen Leichtathletikmeisterschäften entsandten Mitglieder der Spielvereinigung 1900 kämpften unter keinem glücklichen Stern. Kilo warf zwar beim dritten Qualifikationswurf 43 Meter Diskus, jedoch reichte die Weite nicht ganz aus, in die Entscheidung zu gelangen. Jung war infolge eines Magenkatarrhs weit unter seiner Form. Er konnte dadurch die schwierige 400- Meter-Hürdenstrecke nicht recht durchstehen und schied auch im Stabhochsprung bei 3,50 Meter aus. Faulseit hatte im Marathonlauf, der von rund 100 Mann bestritten wurde, ein zu langsames Anfangstempo und verlor dadurch den Anschluß an die Spitzengruppe. Islands Kußballer in Deutschland. Nach der Jslandfahrt einer deutschen Auswahlmannschaft, die in vier Spielen vier Siege erringen konnte, trat nun am Mittwoch von Reykjavik aus die immerhin sehr spielstarke DFB.-Auswahlmann- schaft ein sehr ehrenvolles 2:1 herausholen konnte und dabei bewies, daß sie die noch fehlende letzte technische Reife durch größten Einsatz der Kraft und aufopfernden Kampfgeist zu ersetzen vermag. Eine so lebendig spielende Elf wie die isländische Auswahlmannschaft wird jedem Gegner immer das Letzte abzutrotzen vermögen, und es besteht kein Zweifel, daß aus diesem Grunde die Spiele der Isländer in Deutschland auch gegen starke Gaumannschaften einen hohen spielerischen Reiz haben. Zum überhaupt ersten Male befinden sich bei der Deutschlandreise der Isländer, die genau wie die Jslandreise der deutschen Fußballer gemeinsam von der Nordischen Gesellschaft und dem Deutschen Fuß- ball-Bund durchgeführt wird, isländische Fußballer in Deutschland. Sie sollen hier nicht nur spielen, sondern einen möglichst umfassenden Eindruck vom deutschen Sport und vor allem vom deutschen Fußballsport erhalten. Diesem Zweck dienen neben zahlreichen offiziellen Veranstaltungen der Nordischen Gesellschaft, die die Isländer auch zu den schönsten Punkten der von ihnen berührten deutschen Landschaften führen, Besichtigungen großer Sportanlagen, des Reichssportfeldes in Berlin und anderer repräsentativer Sportbauten. Es darf bei dem Besuch der Isländer von der deutschen Sportöffentlichkeit nicht vergessen werden, daß die deutsche Fußballmannschaft in Island überaus herzlich ausgenommen wurde und daß die von Spiel zu Spiel sich steigernden Zuschauermengen immer begeisterter unseren deutschen Spielern zujubelten, die sie als Lehrmeister des Fußballsports restlos anerkannten. Beim ersten Spiel, das bei Windstärke? ausgetragen wurde, bei Wetterverhältnissen also, die in Deutschland keinen Zuschauer auf den Platz bringen würden, bereiteten 2500 Isländer den Deutschen einen stürmischen Empfang. Die deutschen Fußballer schieden von den isländischen Sportlern als gute Freunde. Diese Sportfreundschaft als Brücke zwischen zwei stammverwandten Nationen soll nun bei der Deutschlandreise durch die Spiele und auch außerhalb der Spiele weiter gefestigt werden. Um die deutschen Amateur- Boxmeisterschaften. Abschluß der Vorschlußrunden. Vor einer stattlichen Zuschauermenge wurden am Donnerstagabend die Vorschlußrunden mit den drei schweren Gewichtsklassen beendet. Im Mittelgewicht kämpften sich Stein (Bonn) und Blum (Altona) durch Punktsiege über Amelung (Wünsdorf) und Baumgarten (Hamburg) zur Endrunde durch, während im Halbschwergewicht der Leipziger Pietsch durch Punktsieg über Moser (München) mit dem Sieger aus dem Kampf B o i g t (Wandsbek) und Kaufmann (Magdeburg), den ersterer durch technischen k. o. gewann, in die Endrunde kommt. Im Schwergewicht qualifizierten sich Voosen (Bonn) durch Punktsieg über Fels (Viersen) und Runge (Elberfeld), der Schnarre (Recklinghausen) gleichfalls nach Punkten bezwang, für den Endkampf. Erste Entscheidungen. Im Berliner Sportpalast wurden am Freitagabend die Endkämpfe zu den Deutschen Amateur- Iechier-Großkampstage in Frankfurt. Eine Woche Deutsche Meisterschaft. eine isländische Auswahlelf, die als die zur Zeit stärkste Fußballvertretung des Landes angesehen werden muß, die Ueberreise nach Deutschland an. Die Isländer treffen am 14. August auf dem Dampfer Gulfoß in Hamburg ein und werden erstmalig am 18. August in Dresden gegen eine DFB.- Auswahlmannschaft antreten. Die weiteren Spiele sind für Mittwoch, 21. August in Berlin, Sonntag, 25. August in Oberhausen und Mittwoch, 28. Aug. in Hamburg vorgesehen. Wenn der isländische Fußballrat, der Mitglied der Fifa ist, bei 110 000 Einwohnern des ganzen Landes keine Riesenorganisation wie die europäischen Fußballverbände sein kann, so ist das fußballerische Leben, wie sich die deutsche Expedition in Island überzeugen konnte, doch sehr rege. Besonders wird der Spielaustausch mit Schiffsmannschaften der im Hafen von Reykjavik anlegenden großen Touristendampfer und Kriegsschiffe gepflegt.' Nicht zuletzt aber haben die isländischen Fußballer von den Spielen mit den deutschen Auswahlmannschaften gelernt. Dafür ist der beste Beweis, daß nach drei eindeutigen Niederlagen der Dereinsmannschaften die isländische Auswahlmannschaft, die wir in dieser Besetzung fast vollzählig in Deutschland erwarten können, gegen Eine Woche Deutsche Meisterschaft Im Saxophonsaal des Frankfurter Messe- und Ausstellungsgeländes sind seit Sonntag die diesjährigen Deutschen Meisterschaften der Fechter im Gange. Mit der Entscheidung im Mannschafts-Florettfechten nahm die Veranstaltung am Sonntag ihren Anfang. Hier gelang es der F r a n k f u r t e r Hermannia, ihre jahrelange Vormachtstellung zu befestigen, ihren vielen früheren Meisterschaften eine neue anzufügen. Der Montag war dann den 'Einzelkämpfen im Florettkämpfen vorbehalten. Auch hier war es den Meistern des vergangenen Jahres vergönnt, sich wieder mit der Meisterwürde zu schmücken. Bei dem Männern holte sich Julius E i s e n e ck e r von d^D Frankfurter Hermannia erneut den Titel, allerbin&G erst nach einem Stichkampf mit dem Offenbacher Heim und bei den Frauen belegte wieder Hedwig Haß vom Turnverein Offenbach vor ihrer Vereinskameradin, der vielfachen Altmeisterin Frau Deiters, den ersten Platz. Am Dienstag standen dann die Mannschaftskämpfe im Degenfechten auf dem Programm. Hier hatten im Vorjahre die Fechter des Reichsheeres in die jahrelange Vormachtstellung der Frankfurter Hermannia eine Bresche geschlagen und sich den Titel geholt. Die Frankfurter waren aber diesmal in der Lage, sich in großem Stile die Meisterschaft wieder zurückzuholen und so ihren zweiten Mannschaftstitel zu erwerben. Die erste Ueberraschung brachte dann das Einzelfechten im Degen am Mittwoch. Hier konnte der Titelverteidiger Geiwitz-Ulm nur den fünften Platz belegen, während Sieger und deutscher Meister der Nürnberger H ö d i ck e, ein bisher noch weniger hervorgetretener Mann, wurde. Der vorletzte Tag brachte dann eine weitere Ueberraschung, und zwar mußte Hermannia Frank- suxt die von ihr verteidigte Meisterschaft im Säbel- HZÄmschafsfechten an ihren alten Rivalen, den frankfurter Turnverein von 186 0, ab- treten, in dessen Reihen das Säbelfechten schon seit einer Reihe von Jahren eine besondere Pflegestätte gefunden hat. Den Abschluß der Meisterschaften bil- ,^te am Freitag der Kampf um die von dem Offenbacher Heim verteidigte Einzelmeisterschaft im Säbelfechten. Heim gelang es, seinen Titel vor dem Frankfurter Hermannen Rosenbauer und dem Hamburger Eggert erfolgreich zu verteidigen. Boxmeisterschaften ausgetragen. In den drei leichten Gewichtsklassen gab es folgende neue Meister: Fliegengewicht: Färber (Augsburg) Bantamgewicht: R a p p s i l b e r (Frankfurt- Federgewicht: Büttner II (Breslau). * Die deutschen Ringermeister 1935, die an verschiedenen Tagen und Orten ermittelt werden, stehen jetzt in je vier Gewichtsklassen der beiden Stilarten (griechisch-römisch und Freistil) fest. Im griechisch- römischen Ringen wurden Brendel, Nürnberg (Bantamgewicht), Weidner, Stuttgart (Feder), Schwartzkopf, Koblenz (Leicht) und Schäfer, Schifferstadt (Welter) Meister; im Freistil sind Ehrl, München (Leicht), Földeak, Hambura (Mittel), Ehret, Ludwigshafen (Halbschwer) und H o r n f i s ch e r , Nürnberg (Schwergewicht) die bisherigen Meister. Die Tenniskämpfe in Hamburg. Die internationalen Deutschen Tennis - Meisterschaften in Hamburg gehen ihrem Ende entgegen. Im Männer-Einzel schied in der Vorschlußrunde Heinrich Henkel gegen den Ungarn Szigeti aus, der 6:8, 6:2, 6:4, 7:5 gewann. Szigeti trifft im Endspiel auf den Sieger des Treffens von (Tramm — Denker. Jrn Herren-Doppel spielten sich Henkel- Denker 6:3, 4:6, 6:3, 6:2 über die Jugoslawen Pallada-Puncec ins Endspiel, während im Damen- Doppel Außem-Horn in der Vorschlußrunde von den Engländerinnen Hardwick-Noel 4:6, 7:5, 6:3 besiegt wurden. Kurze Gportnstizen. Der Gießener Bademeister Ernst Müller, der Sohn des hiesigen Badeanstnlts- besitzers Ph. Müller, der erst vor kurzem mit der Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr ausgezeichnet wurde, konnte dieser Tage wiederum einem Menschen das Leben retten. Er fuhr gemeinsam mit dem Gießener Springer Schüler nach Plauen, um dort den Deutschen Schwimmeister- schäften beizuwohnen. Kurz nach seiner Ankunft rettete er ein Menschenleben vor dem Tode des Ertrinkens. * Die Baskische Radrundfahrt, an der die deutschen Straßensahrer Geyer und Altenburger teilnehmen, begann am Donnerstag mit der ersten (Etappe Bilbao-Vittoria (152 Kilometer). Etappensieger wurde der Schweizer Egli in 4:54.42 Stunden. Der Süddeutsche Altenburger belegte in 4:58.56 den 15. Platz, während Geyer weiter zurücklag. * Deutschlands Reiter gewannen am Donnerstag in Dublin durch Rittmeister Hasse auf „Kalmot" ein Jagdspringen; Zweiter wurde der irische Kapitän Aherne aus „Blarney Castle". Am Freitag kam der „Preis der Nationen" zur Abwicklung, den Irland vor Deutschland, Schweden und Holland gewann. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnachmittag geschlossen. Friedborg L Hessen s min. von bad nauhcim Bei Siiilailosiokeii Fuß Reformhaus, Kreuzplatz 5 <138l Velohurnrg Lieferant aller Krankenkassen I Gewmnauszug daß gerichtliche Belangung möglich ist. 03306 Ohne Gewähr Nachdruck verboten 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich l höbe 6)(irninn<> «mS t* ' Über 150 M. gezogen Heute nachmittag 5 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden ®etoinne gefallen, und zwar je einer f auf die nkirher In k.iXzn mein innigstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater Großvater, Bruder, Schwager und Onkel 2. Ziehungstag Herr Andreas Weber Mercedes im Alter von 68 Jahren. Mk. 182, schonf.montl.M.7.90 Die tieftrauernden Hinterbliebenen: FranzNUCo. 150203 136835 167149 184047 30267 30862 34366 Gießen (Rodheimer Straße 56 p), Traben-Trarbach, den 9. August 1935. Damplsägewerk Lollar von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. B.NuhnA.G.,Lollar. KleineAnzeigen 1582 D NäbiKhH U.- Deutsche Weltmarke, fabrikneu. Frau Helene Klinkerfufi geb. Weißmüller sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Im Gewknnrade verblieben: 2 Gewinne zu je Gießen, den 10. August 1935. ADOLF HITLER-POLYTECHNIKUM 5000 M. 3000 M. 182862 210040 229790 287011 336705 379581 222025 315820 386074 194096 285843 338522 173301 200068 137275 181489 228663 294099 338984 141635 185910 249689 294241 345328 I 129680 156575 216792 280252 304288 358512 10880 23088 32008 62602 73298 82672 42975 64439 77974 95042 183507 214374 266507 301815 346282 393166 180278 246334 328964 386901 202951 292770 364984 168908 228459 293381 327150 399540 21296 31633 61593 73117 81943 98536 183171 212960 251884 300720 343704 387296 34467 51365 70469 87191 36501 58455 71464 87531 25812 34431 66440 76906 89835 15950 29384 40235 67596 78091 95392 102091 114221 130009 143004 151424 166148 170931 196295 204380 214729 232828 246328 256623 267244 275553 286410 299087 319032 331808 345131 350681 360699 367601 376065 387488 42096 63871 77496 91672 115559 137791 149947 160597 175718 185020 202292 214270 230925 239272 250862 265119 276541 290376 300898 314569 331145 343137 354185 363582 376784 383264 394389 207134 310967 367526 104046 118809 142764 151445 164430 177309 190303 208861 225701 233642 240609 253831 269016 279110 293690 304928 322306 337979 346317 357079 365352 380132 384787 396167 2000 M. 135346 268977 1000 M. 164301 228522 316455 386167 176877 202407 229095 284616 335299 368427 15643 26166 39922 66983 77052 92723 48866 64663 78475 108793 120799 144094 153921 164712 178346 195041 210143 228107 235209 241395 255202 269412 279469 294531 308037 325636 338207 348755 358509 370103 381039 389114 111596 123724 146885 157994 170140 181215 197603 211596 228490 237926 241431 256183 270578 281299 295573 309358 328871 338368 350259 360084 372470 381922 391139 110101 125939 137847 144517 159045 168832 181887 200689 208014 221921 239070 251603 266971 269978 280113 290119 312640 326989 336429 347801 352904 362306 370083 382660 -SV2LS8 117076 140500 151305 163081 176895 185886 203547 224162 232798 239912 252717 267354 276259 291128 301607 319545 335098 343492 354289 364927 379185 384596 394938 111351 126686 140715 145106 159772 170223 182722 201308 212369 226591 240213 254537 266982 272547 280996 293715 315161 328996 340667 346169 358121 366102 372208 385284 892830 16492 30612 51753 67669 78744 98379 48989 66742 78631 223640 225791 269126 272440 308398 • 334227 352100 355614 106603 125518 137244 144066 156496 168281 175390 199203 207925 217969 237338 250935 266812 269538 277964 289062 304678 325243 335167 347788 352760 361653 368710 381648 3918£2 154865 211169 253330 299761 346654 112366 129908 141624 149574 163089 170270 189542 202099 213376 229197 244261 255636 267043 272766 282308 296015 316638 331023 344196 349708 360044 366203 373630 387479 W0»2 133604 160758 22114t- 287025 304881 369289 32 Gewinne zu 88565 130167 247670 258809 52 Gewinne zu 101744 152162 Beschwerden? Dann zu Brühl’sche Druckerei Schulstr. 7. Ruf 2251 24488 32757 64723 75841 84795 102927 115532 134662 143564 155280 167873 172688 197150 205920 217501 233590 246420 264110 269442 277948 288980 302527 319849 333731 346825 352554 360851 367619 381372 SSSMS 29707 38461 46077 85976 191551 202609 245111 283588 353917 360020 9455 12980 34377 83851 38728 60703 77391 88261 114145 136194 149833 159342 170519 183032 201872 213297 228978 238268 244514 257635 272043 284077 300079 314427 330171 338732 351532 361272 374631 382470 393452 Gießen Seltersweg 44 a 101075 158450 51427 170376 212609 t268D ENERGETICUM. Allein echt im 392 Gewinne zu 300 M. 1579 12765 14564 ----- ----- 70067 76569 86513 114960 128703 135137 ------ ------ ------ 2976 6070 9942 Im Gießener Anzeiger Werben von Tausenden beachtet unbpelelpn. 1000000, 2 zu je 300000, 2 zu fe 100000, 2 zu je 75000, 4 zu je 50000, 8 zu je 80000, 14 zu fe 20000, 94 zu je 10000, 186 zu je 5000, 876 e 3000, 902 zu je 2000, 2766 zu je 1000, 4596 zu jeJ500, Herz- und Nervenschwäche nehmen Sie unser bekanntes, natürliches Kraftmittel: die Lose gleicher Nummer in den beiden ____________Abteilungen I und H 1 9. August 1935 Oer Brieftaubenklub Gießen zahlt eine Belohnung von so an denjenigen, der einen Taubenschießer beim Schießen von Brieftauben beobachtet und diesen so namhaft machen kann. Hoch- und Tiefbau, Maschinen-Bau, Betriebs-Technik, Elekfro-Technik, fng.-Kaufmann, Auto- und Flugzoug- Bav, Leh,-Werkstätten. Staatlich aneritanet. - Drucksachen freu LThöt-Gießen Fernspr. 3252 364 Gewinne zu 300 M. 1096 2053 4981 5013 6272 10300 12617-15652 16330 20188 AUIUMch ainuaeb Seiten erb. rotr n "Losik 2 Gewinne zu 20000 M. 280272 6 Gewinne zu 3000 M. 139140 185455 375024 Gewinne zu 2000 M. 2674 63722 71399 96416 136634 246426 349324 388701 •7no6i8a<ßo?lns»e iu 1000 M. 27415 28045 45658 53962 ?021 7 83016 95417 97363 99635 102957 128338 ]33032 133550 138752 141429 167380 176514 178516 180289 180463 182033 201865 242419 244£7L 265331 266592 330774 363740 378512 »98 Gewinne zu 500 M. 1239 9948 24037 24768 27575 31495 47320 50838 56412 61389 62275 98 Gewinne zu 500 M. 13377 36919 52303 70965 71600 100841 106030 118073 122485 128150 135865 1 «cnrtzx-» -— ------ 5. Klasse 45. Preußisch-Süddeutsche (27L Preuß.) Klassen-Lotterie Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen Cyr.OlkoSlhuly.ngWaWnev-verMev Srnnffurt a.M.,Gullelltstratze 1. 454ßD JIIIIIUlUHMIIIIIIlllllllllllllllllllllllllllllllllli Volkstümliche Naturwissenschaft in reichbebilderten, l^ichtvers ländlich geschriebenen Werken und in verschiedenen Preislagen bieten unsere Verlays- erzeugnisse. Sie vermitteln einen tiefen Einblick in die Geheimnisse des Naturgeschehens und damitdurch erweitertes Wissen erhöhte Freude an den vielfältig gen Schönheiten der Natur. - Verlangen Sie Prospekte und auch Probehefte der Zeitschrift „Der Naturforscher“ Hugo Bermühler Verlag • Berlin-Lichterfelde 2 Gewinne zu 10000 M. 60832 4 Gewinne zu "" ----- 8 Gewinne zu 399955 lonneii- volle Garantie auch in Wochenraten von 1.50 RM. bei entsprechendem Aufschlag. Lieferung frei Haus, obne Anzahlung. Altmaschinen in Zahlung.Erste Rate Oktober 1935. Verlangen Sie kostenlos unverbindlichen Besuch durch meinen dortig. Vertreter, Postkarte genügt. On der heutigen Vormkttagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen Marie Weber, geb. Löffert Käte Weber Hans Weber und Frau Heinrich Fölsing und Frau, geb. Weber Karl Küchel In tiefer Trauer; Gießen (Kaiserallee 1), den 9. August 1935. D Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform und gebunden klar In der Schrift, übersichtlich angeordnet und sorgfältig gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr,Industrie und Bewerbe, Behörden, Landwirtschaft und Vereinigungen. Lieferung schnell,gut und preiswert durch Heute morgen 6% Uhr entschlief sanft mein lieber Mann, mein guter Vater Preisliste ” und Proben kostenlos ^HANDLUNG ^UKöRFABRU< Minna Küchel, geb. Vogt Heinrich Küchel, Metallbildhauer. Die Beerdigung findet in der Stille statt-Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. Wr.185 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) 5amrtag,l0. August 1955 Deutscher Garten — deutsche Kultur. Ein Besuch auf der Lubiläums-Gartenschau in Darmstadt. 9m 17. und 18. Jahrhundert verstand man es an vielen deutschen Fürstenhöfen, schöne, heiter-prunk-' volle Gartenschlösser zu bauen und dazu Gärten zu schaffen, die uns auch heute noch Bewunderung abnötigen. Zwar wurden diese Gärten t m französischen Stil angelegt, der in bewußter ornamentaler Gestaltung der Beete und Wiesenflächen, wie auch in groetsker und unnatürlicher Beschneidung der Bäume seinen sinnfälligsten Ausdruck fand, sie waren aber doch der Ausdruck einer Kultur, der viele deutsche Fürsten huldigten. Später — äu Beginn des 19. Jahrhunderts — wurde cher französische Stil durch den englischen Garte n b a u st i l abgelöst, der die Gartenlandschaft zwar natürlicher gestaltete, sie aber gleichzeitig in hohem Maße idealisierte. Lange, allzulange blieben diese fremden Gartenkulturen in unserem Vaterlande von starkem Einfluß und eine wirklich deutsche Gartenkultur konnte sich nicht entwickeln. Erst in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts lockerten sich die Bande. Vor allem wandte man sich auch mehr und mehr von dem Gartenstil ab. der die Pflanzen der Mittelmeerküsten nach Deutschland brachte (Palmen, Yucca, Zypressen usw.), die wir bei ehrlichem Gefühl immer als fremd empfinden mußten. Darmstadt, die hessische Landeshauptstadt, ist seit Jahrhunderten Pflege st ä t t e zeitgenössischer Gartenkultur gewesen und ist es auch heute noch. Ein rühriger Gartenbauverein, der in diesem Jahre das Jubiläum seines hundertjährigen Bestehens feiert, tritt in zeitlichen Abständen mit richtungweisenden Ausstellungen hervor. Die Jubiläumsschau des Vereins, die in den Monaten August und September zugänglich ist, verdient deshalb nicht nur die Aufmerksamkeit der Fachkreise, Am Mittwoch waren die Vertreter der Rhein-Mainischen Presse eingeladen und erlebten die Schau unter der berufenen Führung ihres Gestalters, des Gartenbaukünstlers Wilhelm Hirsch von Wiesbaden-Auklamm * Es fiele schwer, von dieser Gartenschau nicht begeistert zu sein. Dem aufmerksamen und innerlich bereiten Besucher tut sich in der Darmstädter Orangerie eine neue Welt auf. Alles, was sich in dieser Schau darbietet, ist Uebereinstimmung in Form und Farbe, ist Harmonie und sublime geschmackliche Kultur. Die ganze Gartenschau ist der Sommer- blume gewidmet. So regiert die Farbe. Ein großer bunter Teppich empfängt den Besucher schon am Orangeriehaus Leuchtend breitet sich die Fläche weißer Zwerglöwenmaul links und rechts des breiten Hauptweges, der mit warmem farbigen Ziegelmehl bedeckt ist. An die weißen Flächen schließen sich kräftig rote der Zinnien an, dann die violetten Petunien und das schöne Chrysanthemum segetum. Staudenphlox und Verbenen, Mohn und Schleierkraut steigern das Farbenspiel weiterhin. Die Blütenflächen klingen in berückender Farbenpracht zusammen. Zahlen mögen angesichts des Bildes, das sich hier bietet, nebensächlich sein — interessant ist es aber doch, zu erfahren, daß allein der Teppich des Zwerglöwenmauls aus 30 000 Pflanzen gewoben wurde In dem hinter diesen breiten Farbenbändern liegendem, terrassenförmig erhöhten Gartenteil, hat der Gestalter dieser Schau nicht weniger denn 1 4 verschiedene Gartenmotive geschaffen, die vor allem dem Besitzer eines kleineren Gartens Anregung zu ähnlichem Schaffen sein sollen. Kaum ist es möglich, all die vielen feinen Einzelheiten zu erfassen, die in diese 14 Garten- und Laubenhöfen harmonisch vereinigt sind. Es entstanden hier in glücklichster Verwendung von Pflanze, Blume, Steinen, Gartenplastiken und Laubenmaterial Gartenhöfe von bestrickendem Reiz. Eine schöne Fläche aus geschickt aneinandergefüg- tem Taunusquarzit ist gesäumt von oollerblühten Knollenbegonien, ein anderer Laubenhof, aus Schilfstroh geschaffen und kreisrund angelegt, hat als Bodenbelag Klinker, ebenfalls kreisförmig gemauert, während Helle Begonien dem Ganzen die lebhafte Farbe leihen. Dann begegnet man dem Muschelkalk, mit herrlichen, kräftig entwickelten roten Geranien verbrämt, und dem Mainsandstein in Verbindung mit einem zartfarbigem Sedum. In einem weiteren Hof, bildet eine schöne schmiedeeiserne Sonnenuhr auf einer kompakten Sandsteinsäule den reizvollen Mittelpunkt und im Hofe gegenüber träumt eine kunstvoll in Stein gehauene weibliche Figur in den heißen Sommertag und die Blumenpracht ringsum. In wieder einem anderen Hof füllen die vollblumigen Hortensien den Raum zwischen dem schön geschwungenen Weg. Spielhöfe mit Sandkasten, Schaukel und Bänken für die Mütter schließen sich an. In einem anderen Hof sind an den Wegen kreisrunde Klinkerschalen, blumengefüllt, flach in das Erdreich gebettet und beleben durch ihre Form und die Farbenpracht ihres Inhalts. Von den hohen Laubenhöfen vermittelt dann die fast vergessene Stockrose den Uebergang zu den angrenzenden ebenen Flächen, auf denen u. a. und zu rechter Zeit auch Portulac in allen möglichen Farben blühend spielt. Mancher fast vergessenen Pflanze (Lantanen, Salbei, usw.) begegnet man hier. In bunter Pracht hat man den „lustige n" Garten geschaffen, dem auf der anderen Seite der „vornehme" Garten gegenüberliegt. Blumen von zartem, silbergrauem Schimmer der verschiedensten Schattierung umschließen einen klaren Wiesenplan und ein Wasserbecken. Während man neben dem „lustigen" Garten noch einen Staudengarten von reichem Bestand studieren kann, liegt hinter dem „vornehmen" Garten ein vielgestaltiger Bauerngarten, wie er sich seit Jahrhunderten aus seinen Zwecken heraus entwickelte und festumrissene Formen gewann. In diesem Bauerngarten findet man den Bienenstock, die Wasserpumpe und die Laube, Gemüsebeete von Blumenrabatten umschlossen, Obstbäume und alles das, was zu einem rechten Bauerngarten gehört. Sehr originell und großzügig erscheint der K a • puzinergarten, in dem sich große Flächen der Kapuzinerkresse zu einheitlicher Wirkung vereinigen und ein großer ovaler Laubengang dem ganzen den Rahmen gibt. Anschließend an den Kapuzinergarten begegnet der Besucher noch großen Flächen von Sommerblumen der verschiedensten Arten und Farben. 200 000 Pflanzen hat man sich hier in verschwenderischer Pracht entfalten lassen. Den Rundgang durch die universelle Schau wird man nicht beschließen, ohne auch dem Heilkräutergärtchen einen Besuch abgeftattet zu haben. Auch der Liebhabergarten verdient — obwohl er Feinen Beitrag zur angestrebten Garten» kultur darstellt — einige Aufmerksamkeit. In ihm ist eine Reihe von Pflanzen aus den verschiedensten Breiten unseres Erdballes zusammengetragen worden, die sich an speziell interessierte Besucher wendet. Eine Ausstellung neuzeitlicher G a r t e n g e > rate ist geschickt in zwei Gewächshäusern untergebracht worden. Die Schau in ihrer Gesamtheit und in der strikten Ablehnung alles dessen, was unseren Gärten nicht verbunden sein kann, weißt klar die neuen Wege zu einer deutschen Gartenkultur. Die Gartenbauausstellung in Darmstadt ist der Ausdruck eines starken kulturellen Willens und eines ebenso starken Willens zur Harmonie. Der Aufbau dieser Schau fand von vielen Seiten tatkräftige Förderung. Im bewußten Willen, Anregung zu geben, bereitet gerade diese Schau den so spät begangenen Weg zu einer unserer Art eigenen deutschen Gartenkultur. Ne. Die großen Blumenflächen am Mittelweg. — (Aufnahme: G. Mayer, Darmstadt.) V*1 Ä'ää Hk-k Mi ssäiL •AA.’TrA; - • >; Mein Leben für die Tiere... Zum 25. Geburtstag des Geheimrats Dr. Ludwig Heck. - Ein Besuch beim Vater des Beniner Zoos. Don Dr. Th. Biegler. Hochsaison im Zoo. Die Berliner stauen und drängen sich vor den Toren des Zoologischen Gartens. Die billige Zoo- Woche lockt die Massen. Auf den vielverschlungenen Wegen dieser phantastischen Tierstadt ist ein ewiges Kommen und Gehen, ein bewunderndes Stehen- bleiben, ein Geschiebe und Gewoge, wie man es seit vielen Monaten nicht mehr erlebt hat. Affenhaus, Elefantengehege, Robbenbassin, Raubtierzwinger: überall ein bewegtes, farbenbuntes Zuschauerbild. Der Zoo hat seine große Zeit. Bobby i st tot! Das plötzliche und überraschende Ende dieses größten Mammut-Gorillas aller Zoologischen Gärten der Welt, hält die Menschen noch immer in Atem. Vor dem leeren Käfig steht wie eine Mauer eine unübersehbare Gruppe von Zuschauern. Bobby war der Magnet und die Sensation des Berliner Zoos, und sein Wärter Liebetreu gehört seit langem zu den volkstümlichsten Persönlichkeiten Berlins. Roch nie war der Zoo so aktuell wie in diesen Tagen. Der. Herrscher über dieses geheimnisvolle Reich, der eigentliche Schöpfer der gigantischen Tieranlagen, Geheimrat Heck, feiert am 11. August seinen 75. Geburtstag! Im Verwaltungsgebäude klingelt unaufhörlich das Telephon. Der junge Mann in der Anmeldung muß eiserne Nerven haben. Von allen Seiten kommen jetzt schon die Gratulanten und der alte Geheimrat läßt geduldig und freundlich diesen Ansturm der Sympathie und Wertschätzung über sich ergehen. Min Ideal-Direktor eines Zoologischen Gartens. Da stehe ich also vor dem „großen Alten", dem Vater des weltberühmten Berliner Zoos. Dieser bewundernswert rüstige Gelehrte empfängt mich mit einer temperamentvollen Freundlichkeit. Man fühlt auf den ersten Blick: ein Gelehrter von der „alten Garde", ein Mann, der die Welt gesehen hat, mit weißem Spitzbart und Brille und einer Wir sanden zueinander. Boman von Klothilde v. Gtegmaan Urheberrechtlchutz: Füns-TürmeB-rlag -alle (6.) 24 Fortsetzung Nachdruck verbaten! Marlen verspürte auf einmal gegen diesen Mann einen unerklärlichen Widerwillen. Sie konnte nicht hören, was besprochen wurde. Aber in der gart« »en Art dieses mageren, flinken Mannes lag für sie etwas Unangenehmes. Jetzt schob der ältere Herr Georg em Papier hin. Georg unterschrieb, dann unterschieb auch der andere der Herren. . Nun nahm der ältere Herr das Schriftstück in feine Aktenmappe. Aha! Das war vielleicht der deutfch-amenka- nifche Anwalt, von dem Georg ihr erzählt hatte Also mußte der andere Mister Beyer sein. Schade! Sie hätte es gerade umgekehrt gewünscht! Marlen ging wieder ins Vestibül. Es dauerte nicht lange, da kamen die drei Herren m lebhafter Unterhaltung miteinander den Weg entlang: „Good bye, Mister Korda!" sagte der altere Herr und schüttelte Georg die Hand. „Auf Wiedersehen!" sagte der ander Herr zu Georg. Dann gingen die beiden der Ausgangs- tür zu. _ , . . Georg sah sich suchend um. Sem abgespanntes Gesicht erhellte sich, als er Marlen sah. „Entschuldige, Marlen! Es hat etwas langer gebauert. War eine heiße Sitzung. Aber nun haben wir alles unter Dach und Fach. Du bist sicher schon ganz verhungert, du Armes. Nun aber schnell. Weißt du was? Wir nehmen einen Wagen und fahren auf die Zooterrasse. Hier im Hotel tft es zu heiß." , „Du, Georg", fragte Marlen unterwegs, „welches ist denn nun dein Mister Beyer?" „Der große Schlanke. Der andere ist em deutsch-amerikanischer Anwalt, Mister Thomas. Warum fragst du mich?" „Ach, eigentlich nur so ..." Marlen wollte Georg nicht sagen, daß sie gegen Mister Beyer eine kleine Abneigung hatte. Sie hatte ja eigentlich gar keinen Grund dazu. Man durfte Menschen, die man nicht kannte, mcht beurteilen Und Georg war so selig über den Vertrag, der nun auch formell abgeschlossen war. In menigen Tagen sollte er mit Mister Beyer hinüber in die Vereinigten Staaten von Amerika reisen. Der Erntesommer ging vorüber. Die letzten Wagen fuhren, hMbepackt mit ihrer goldenen Last in die Scheuern. Schon sangen auf den Tennen die Dreschflegel ihren Takt. Mud) auf Schl-ch Veltheim ließ d,e Arbeit: tang fam nach. Dietrich war vom frühen Margen bis zum späten Abend auf den Feldern gewesen. Jetzt konnte er sich mit mehr Muße anderen Dingen widmen. Er plante den Bau einer großen Kartof- elbrennerei auf einem feiner Vorwerke. Da gab es stundenlange Besprechungen mit den Bauleuten, mit den Fabrikbesitzern, die ihm die Produkte abnehmen sollten. Nur am Abend kam er eigentlich zur Ruhe. Und dann überfiel ihn die Einsamheit in diesen warmen Augusttagen, die schon die Milde des Dorherbstes in sich bargen. Er lebte sehr, sehr einsam. Abgesehen von dem Forstmeister, der die Wälder von Veltheim betreute, und zwei Oberinspektoren von den Vorwerken hatte er kaum Gäste. Hauptmann Weckenroth und Karla waren auf Reisen. Er erhielt ab und zu eine Karte, die begeistert von den Schönheiten der Welt erzählten. Mit den früheren Freunden und Bekannten auf den Gütern ringsum und aus der Kreisstadt aber pflegte er kaum noch Umgang. Er wußte, wie man über feine Ehe mit Marlen getuschelt hatte. Er war zu stolz, um sich als Mittelpunkt von Klatschereien und Vermutungen zu wissen. Zu stolz und zu empfindlich. Er hatte sich doch wohl überschätzt, als er geglaubt hatte, er wäre über die Meinung der Welt erhaben. Es schmerzte ihn, daß man ihn nicht begriff — und noch viel weniger Marlen. Eigentümlich: Er selbst empfand ja in sich die bitterste Verachtung für Marlen. Aber wenn er daran dachte, daß andere sie in Gedanken verunglimpften, dann brannte etwas in ihm auf. Empörung? Gekränkter Stolz für sich? Oder gekränkter Stolz für Marlen? Er wollte es nicht wissen. Aber es bohrte dumpf in ihm wie eine schlecht verheilte Wunde, die immer wieder zuckt und brennt. In der Einsamkeit jetzt tauchte immer wieder Marlens Bild vor ihm auf, in seiner ganzen Schönheit und Reinheit. Er sah sie vor sich, so wie er sie das erste Mal gesehen, als sie ihm mit Karla und Weckenroth den ersten Besuch machte. Wie hold und rein war sie ihm damals erschienen! Wie hatte er gehofft, im Glauben an sie den Glauben an Liebe und Treue wiedergewinnen zu können. Und dann ihr Verlobungstag — die Stunde, da sie sich gegenübergestanden batten rote ,wei Fremde, die einen Handel miteinander ab- schließen. Ihre Trauung, die erzwungene Fröhlichkeit bei dem Hochzeitsmahl mit Doktor Lang- qiffer und dem Professor aus Heidelberg. Dann bie Trennung und die völlige Stille. Was mochte sie machen die vor der Welt seinen Namen trug? Er hatte nichts von ihr gehört. Kein Sterbenswörtchen. Nur durch feine Bankabrechnungen erfuhr er, daß ein Teil der großen Beträge abgehoben worden war. Also hatte sie es doch verstanden, dies ungeheuer große Vermögen, wie sie es damals genannt, zu Vermutlich lebte sie in Glanz und Luxus, reifte vielleicht von einem eleganten Badeort zum anderen, wurde umschwärmt und verehrt. Plötzlich kam ihm ein Gedanke, der ihm bisher noch niemals gekommen: Wie mochte es mit dem Rufe der schönen jungen Gräfin Veltheim stehen, die ohne Mann da draußen in der weiten Welt war? Er wußte, wie es draußen zuging. Eine schöne, junge Frau ohne Beschützer war allen möglichen Verdächtigungen und Anerbietungen ausgesetzt. Vielleicht war es so, daß der Name der Gräfin Veltheim draußen ebenso im Munde der Leute war wie hier in der Heimat?! „Nein, nein!" tönte eine leise Stimme in ihm. „Nie kann Marlen vergessen, was sie mir am Verlobungstage gelobt hat: »Ich werde nach außen hin Gräfin Veltheim fein und Ihrem Namen nur Ehre machend Wirklich, kann sie bas nicht? fragte eine andere wilde Stimme in ihm. „Sie hat ja so vieles gekonnt. Sie hat dich heiraten können, nur um reich und sorglos leben zu können. Sie wird sich um deinen Ruf ebensowenig kümmern, wie sie sich um ihre Ehre gekümmert hat." Zorn und Scham brannten in ihm auf. Er mußte wissen, was Marlen dort draußen in der Welt tat. 19. Kapitel. Karla saß im Sanatoriumsgarten in Locarno zusammen mit Doktor ßanggiffer. Es war ein sehr warmer Abend. Der See, von hell erleuchteten Schiffen durchzogen, schimmerte zwischen den hohen Lorbeersträuchern und Feigenbäumen zu ihnen empor. Don der Terrasse des Sanatoriums hörte man fröhliches Lachen und Sprechen, dazwischen Gläserklingen. Hauptmann Weckenroth saß da mit ein paar Sanatoriumsgästen im eifrigen Gespräch. „Wissen Sie, mein gnädiges Fräulein", sagte Doktor ßanggiffer, „daß es die erste Viertelstunde ist, die ich allein mit Ihnen plaudern darf? Sie sind ja niemals allein zu haben. Immer ist irgendwer bei Ihnen — Ihr Herr Vater ober an« bere ßeute. Man hat Sie hier scheinbar schon ins Herz geschlossen, daß bie Kurgäste ohne Sie gar nicht mehr sein mögen." Karla schwieg etwas verwirrt. Wie gut, baß es bunfel war! Sv konnte Doktor ßanggiffer bas verräterische Rot auf ihren Wangen nicht sehen. Sie konnte es ihm boch nicht sagen, baß s i e selbst sich immer hinter ben Menschen verschanzte, nur um bem Alleinsein mit ihm zu entgehen. Als sie ßanggiffer vor ein paar Tagen roieber« gesehen hatte, ba hatte sie gewußt: sie war boch noch nicht so abgeklärt unb sicher in sich, wie sie geglaubt hatte. Tausenbmal hatte sie es sich gesagt, baß sie auf bas Glück ber ßiebe verzichten müßte. Daß sie ßanggiffer höchstens bas fein bürste, was sie Dietrich war — eine schwesterliche Freundin! Aber ihr Herz hatte bagegen rebelliert. Kaum sah sie ßanggiffer mit feinem erwartungsfrohen Gesicht, kaum hatte er mit einem oibrierenben Ton in ber Stimme gesagt: „Mein gnäbiges Fräulein, wie freue ich mich, baß Sie kommen!", ba war es mit all ihrer Entsagung vorbei. Kaum hatte sie sich so weit gefaßt, baß sie ihm ein paar Worte antworten konnte. Die Rosen, die er ihr gebracht, hatte sie daheim in dem schönen Sanatoriumszimmer zärtlich in eine Schale geordnet; ihre Lippen hatte sie daraufgedrückt. Sie waren ja ein Geschenk des liebsten Mannes. Sie liebte ja Werner ßanggiffer. Sie liebte ihn, aller Vernunft zum Trotz. In den nächsten Tagen hatte sie es darum ängstlich vermieden, mit ihm allein zu fein. Sonst wäre ^s mit ihrer Fassung vorbei gewesen. Aber heute hatte sie ihm nicht ausweichen können. Er hatte das Gespräch auf Marlen gebracht. Und ihr selbst brannte die Sorge um Marlen auf der Seele. „Mein gnädiges Fräulein, warum sind Sie denn so schweigsam?" ßanggiffer ließ sich neben Karla auf die weiße Gartenbank nieder. „Woran denken Sie?" „An meine Freundin Marlen, Herr Doktor." ßebhaft erwiderte ßanggiffer: „Wie merkwürdig, das habe ich eben auch gedacht. In Gedanken faß ich mit Frau Marlen zusammen in meinem lieben Wiesbadener Sanatorium. Das war ja der Beginn auch unserer — Bekanntschaft, Fräulein von Weckenroth. Beinah möchte ich sagen, unserer Freundschaft, wenn ich das darf." ßeife kam es aus der Dunkelheit: „Das dürfen Sie." „Also, gnädiges Fräulein, was machen wir mit Frau Marlen? Ich weiß, daß sie sehr unglücklich ist, und Graf Veltheim nicht weniger Ich stehe da vor einem Rätsel. Diese beiden Menschen sind ja geradezu füreinander bestimmt in ihrer klaren Art, ihrer inneren Kraft. Was steht nur zwischen ihnen? Können Sie es mir nicht sagen?" Karla atmete tief auf. Es war fo schwer, Marlen hatte sie ja zum Stillschweigen verpflichtet. Aber doch nur zum Stillschweigen Dietrich gegenüber. Konnte sie nicht zu Werner ßanggiffer sprechen? Freilich, es war eine kleine Zweideutigkeit. Und dennoch, es mußte getan werden, um Dietrichs willen — und um Marlens willen. „Herr Doktor, glauben Sie, daß man etwas Unrechtes tun kann, um einen anderen Menschen vor Unglück zu retten?" „Das kommt darauf an, was es ist. Was meinen Sie damit?" Stockend erzählte Karla von dem Versprechen, das sie Marlen gegeben. Da lachte ßanggiffer fröhlich auf: „Wissen Sie was, mein gnädiges Fräulein? Wir wollen uns einmal als im Krlege befindlich betrachten. Wir beide sind Bundesgenossen im Kriege gegen den Eigensinn Frau Marlens und Veltheims. Denn daß die beiden zusammenkommen könnten, wenn sie nur einmal ehrlich und aufrichtig miteinander sprächen, das ist mir ganz klar. Im Krieg aber ist uns alle ßift erlaubt. Sie sollen nicht mit Dietrich Veltheim sprechen. Aber ich bin nicht Dietrich Veltheim, sondern Werner ßanggiffer. Ich bin der Freund von Ihnen allen. Vom allem Ihr Freund. Ihr Kummer ist auch der meine, Ihr Glück wäre auch das meine." (Fortsetzung folgt!) SA. im Reichswettkampf! Propagandamarsch durch Gießen GA.-Standarte 116 Frühstücköphilosophie. 5. 3. 4. Um festzustellen, ob Beamte Freimaurerlogen, anderen Logen oder logenähnlichen Organisationen und deren Ersatzorganisationen angehört haben scheinbar ist der tiefe Frieden, der über seiner Ober- fläche liegt, denn in seinem Schilf lauert der heimliche Tod und jäh der Meuchelmord. abzugebenden Erklärungen vorläufig nicht gezogen werden. Statt der verdienten Ohrfeige schenkt sie dir ein Lächeln. Das wäre allein schon ein Gründ, das Ei in der Schale vorzuziehen. cm tzibt noch tiefere, fast dramatische und klassische Grunde, die aus der Geschichte mahnend heruberwrnken: Gift! wieviel den genannten Organisationen ange. hört haben. wieviel in diesen Organisationen ein Amt, gleich welcher Art, bekleidet haben, wieviel aus diesen Organisationen ausaeschke- den sind. den Abteilungen bis spätestens 10. Oktober 193 5, die Abteilungen dem Personalamt bis spätestens 2 0. Oktober 1 93 5 und das Personalamt mir bis spätestens 1. November 1935 folgende zahlenmäßige Aufstellung zu liefern: 1. wieviel Beamte und Staatsdienstanwärter von der Erklärungspflicht betroffen wurden, 2. wieviel davon ihre Erklärung a) abgegeben, b) nicht abgegeben haben, wenn man die Eier L-®’® Förden- und Dienststellenreiter werden für n man Die Lier die ordnungsgemäße Durchführung dieser Anordnung persönlich haftbar gemacht. 'I, Die zur Abgabe der verlangten Erklärungen er- Aus der Provinzialhauptstadt. Idyll am Waldteich. Don Otto Müller. Nicht weit draußen vor den Toren der Stadt, versteckt im Walde liegt der Teich. Dunkel erscheint sein Wasser, geheimnisvoll, unergründlich.. Er hat wenig Freunde, und das ist gut so, aber die ihn kennen, lieben ihn und er gibt ihnen lange bevor die große Stadt erwacht ist, seine Geheimnisse kund. Nur Geheimrat Professor Dr. Ludwig Heck, ehemaliger Direktor des Berliner Zoo. — (Scherl-M.) des höheren Tieres im Dienste der Volksbildung gemeinverständlich darzustellen. Mein Ideal, Direk- tor eines Zoologischen Gartens zu werden, habe ich durch glückliche Fügung schon früh erreicht: am 4. Juni 1886 wurde ich zum Leiter des altberühmten Kölner Gartens berufen, kraft der Empfehlung meines großen Lehrers L e u ck a r t in Leipzig, des damals führenden Zoo-1 logen, der ein Vater seiner Schüler war. Ihm ver-' danke ich alles, was ich bin.. Mine ganze Krass und Lebensarbeit... Name: . . ...,** * * Amtsbezeichnung: . . / ' iftJu durchstachen. 3 5 er st der Name foer Loge usw. anzugeben. Hochgrad^) QmHi4e ^mter (Ehrenämter und zieht Meister Grimbart der Dachs, mit gefülltem Bauch, watschelnd im Kreise seiner Familie nach seinem Bau, vor dem man den herausgeschaufelten Sand, weiß durch die Stämme leuchten sieht. Doch hier am Straßengraben ist noch Mauswitterung. Mit ein paar festen Strichen seiner Vorderpranken ist das Mausnest freigelegt und schmatzend wandert sein Inhalt den Weg des Irdischen. Ueberall hat er im Walde gestochen, unzählige Engerlinge und Larven der Rachenbremse verspeist und weil er Feuerkopf steht vital und interessiert mitten im be- wegten Leben von heute. Wir unterhalten uns über Abessinien: der Sohn des alten Heck hat auf seinen Expeditionen, non denen er stets mit einer reichhaltigen „Rautierbeute" heimkehrte, den jetzigen abessinischen Kaiser kennengelernt und war em gern gesehener Gast am Hofe des Negus. Der alte Geheimrat wird äußerst lebhaft/ als vom abessinischen Kaiser die Rede ist. „Der Negus ist ohne Zweifel ein hervorragender Mensch!" ruft er Diese Anordnung erstreckt sich auch auf alle Ge- ! meindebeamten, sowie auf die bei den Gemeinde- verbänden und sonstigen Körperschaften des öffentlichen Rechts tätigen Beamten und Dienstanwärter. Die Kontrolle, daß sämtliche Beamte und Staatsdienstanwärter die verlangte Erklärung abgegeben haben, und diese zu den Personalakten genommen wurde, hat durch die einzelnen Abteilungen der Landesregierung für ihren gesamten Geschäftsbereich zu erfolgen. Die den Abteilungen Nachgeordneten oder beauffichtigten staatlichen usw. Behörden haben der Abteilung bis spätestens 10. September 19 35* die Abteilung dem Personalamt der Landes- regierung bis spätestens 15. September 1 935, ren will, und die Röhren von törichter Menschen- ?05 ^rfonalamt mir bis spätestens 2 6. Septem- hand verstopft findet. Lächerlich und dumm 311. b V 1935 erfolgte Durchführung dieser An- gleich, denkt er, denn was bedeutet das für einen orDnun9 Zu berichten. Die festgesetzten Termine sind Dachs. Im Nu hat er sich Luft gemacht und zornia zenau emzuhalten, da bis zum 1. Oktober 1935 die fliegt der weiße Sand bis hoch hinauf an bie mUrt^'Srun9<«?e^ Anordnung dem Reichs- und Stämme der Fichten. Aber — es ärgert einen doch. ^reu6lfd)en Minister des Innern gemeldet fein Allmählich ist es hell geworden. Neber den Wald miiP‘ , .. . „ Ziehen quarrend einige Krähen nach dem Hana, an Abteilungen von den einzelnen dem der Ginster seine gelben Blüten prahlerisch ent- umerstellten Behörden und von den Abteilungen an faltet. Vielleicht ist es möglich der Fasanenhenne, „ Personalamt zu den festgesetzten Terminen zu die dort ihr Gesperre in der Nahrungssuche unter- n enbe~,L ®$uy?er,<^ten f*nb nayientliche richtet, einige von ihren Jungen wegzuschnappen. R 1' * n 2rer die Beamten beizufugen, die den ge- Auch der Vock mit dem guten Gehörne zieht lang- nannten Organisationen angehört haben, oder heute sam mit der schlanken Geiß seiner Dickung wieder no$ 2nlef,°le5. f ZU. Mit Hellem Schrei aber wirst sich der Bussard r?ur£^Ili?EuP0 dieser Anordnung haben alle von seinem Horste in die Luft, klaftert einen Augen-1 •? Behörden, getrennt nach Dienststellen, blick über dem Teich und mit mächtigem Schwingenschlag, den Aufwind benutzend, steuert er der Sonne entgegen. Bald hat sich das Weibchen dazugesellt und hoch im Aether sieht man sie majestätisch ihre Kreise ziehen. Mit sehnsüchtigen Augen schaut der Mensch, der längst vor Sonnenaufgang schon still am Teichufer saß, den beiden Vögeln nach. Schnell, wie ein Atemzug der Ewigkeit sind die Morgen- stunden vergangen und drinnen in der Stadt um- fängt ihn bann ber graue Alltag roieber. O?r Kampf gegen das Beitelunwesen. den Bedeutung find die nuchstehen- tämDhmn'sff frl5 Reichsjusttzminister- zur B-. rampfung öffentlichen Bettelns. —I ^lucu utweien. । hi ßS>bcriUn,9. der Notlage der Volksgenossen 9eWfene, unverletzte Ei einer ehr- sorgt dafü^'b^^^k geschaffen worben. Es lich-n Italienischen j)enne hätte keine Befürchtung Msaenofl/w h" SB,nter !ein bedürftiger aufkommen lassen. 9 9?..* eno* dU hungern, ober zu frieren braucht SnMfe" hätte ein paar Jahre später bei Lukrezia Ulafmabmen^mt! * staatliche fl,a °U* em |d,einbar unverletzte- Frühstuck-ei > werke, '’ber® aolten hat. Er kennt den Fuchs, ber in ber Nähe feines Stanbortes seinen Bau hat unb weiß, daß er mit allen Wassern gewaschen unb in ber Tücke des Menschen erfahren ist. Aber trotzdem, nie die Vorsicht außer Acht lassen. Mit vorgeschobenem Windfang zieht er durch das Holz weiter. Blank- gefegt sind schon die Stangen und weiß und gefährlich blitzen die Spitzen. _ Vorsichtig und langsam hebt die graue Gestalt am Seeufer die Hände, leise bringen sie das Glas vor die Augen und in greifbarer Nähe steht der Zukunftsbock, der starke Sechserbock, mit den dicken Rosenstöcken und den herrlich geperlten Stangen. Böh ... Böh ... schrecht der Bock, als zwei Marder keckernd durch die Dickung fahren, daß der Eichkater entsetzt in Spiralen den dicken Stamm der Kiefer hinaufsaust, in deren Krone er feinen Kobel hat. Da klagt ein Schmaltier, das von einem jungen Bock getrieben wird. In raschen Sprüngen ist der alte Bock zur Stelle. Ein paar unsanfte Rippenstöße und der Rivale ist aus dem Felde geschlagen. Langsam ist inzwischen die Sonne höher gestiegen, neugierig guckt sie über die Wipfel der Bäume, da „Vor Antritt meiner Kölner Stellung", fährt der Geheimrat fort, „arbeitete ich als Volontär bei meinem liebsten Freunde und Fachgenossen W u n - derlich in Frankfurt unb meinem ausgezeichneten Lehrmeister in ber Verwaltungspraxis Max Schmidt in Berlin, dessen Nachfolger nach seinem plötzlichen Tode ich schon am 1. Juni 1888 wurde. Hier habe ich meine ganze Kraft und Lebensarbeit dafür eingesetzt, den Berliner Zoo wissenschaftlich als Tiersammlung hochzubringen, zugleich aber auch künstlerisch ihn in dem Geist weiterzuentwickeln, den ich durch die ersten großen Stilbauten aus den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts hier oorfand. Dieses „wissen- rosigen Gesichtsfarbe, der Typ des fanatischen Arbeiters, von einer verhaltenen Güte und Menschlichkeit beseelt, elastisch und kernig in feinem Wesen. Er arbeitet in einem einfachen Zimmer, Tierbilder hängen an der Wand, auf dem Schreibtisch steht — Symbol eines Lebens für die Tiere — eine kleine Affenplastik. Der Blick geht vom Fenster auf die grünenden Laubkronen des Zoos. , Dr. Heck ist freudig bewegt über die vielen Beweise der aufrichtigen Sympathie und Bewunderung. Wer den Lebenslaus und die Arbeit dieses großen Mannes kennt, wird begreifen, daß ihm heute alle Herzen zufliegen. Der Zoo, wie er heute ist, ist das unvergängliche Denkmal feiner genialen Pionierarbeit, feiner großzügigen Organisationsgabe und feiner einfühlenden Tierliebe. „Ich bin der Sohn eines Lehrers und der Enkel eines Oberförsters", erzählt Dr. Heck. „Diefe Blut- nrifchung mag wohl meine geistige Richtung und Begabung erklären: die angeborene Liebe zum lebenden Tier und die Neigung, Wesen und Leden Die Frage, ob man gekochte Eier aus der Schale oder aus dem Glase essen soll, ist ebenso schwer zu beantworten, wie jene klassische Frage, ob zuerst das Ei ober das Huhn vorhanden war. Der Logiker wird sagen: Wozu ist denn die Schale da, nicht daraus essen soll! Es bestehen aber noch andere Gründe für das um gebrochene Ei. 1, . v- - o— — «.muiunytn ernenn es vor mir auf dem Frühstückstisch ftebt i?Or,£U ar^ ^!nb bpi der Staatlichen Be- unverletzt und seiner Bestimmung harrens bann .Paradeplatz (Fernruf betrachte ich es mit ganz andern Augen, als wenn b ff “ 245)'Dorrah9 unb Don dort zu fetn Snbalt tm Glase schon verrührt ist. vezieyen. Ich weiß, daß sein Inneres noch unentweiht ist Jtctncr- von dem Blick anderer Menschen, und daß keine Erklärung, fremde Hand an fein Innerstes rührte. Ich erkläre hiermit unter meinem Diensteid, daß Ls liegt sozusagen ein Geheimnis vor zwischen einer Loge, logenähnlichen Organisationen oder oer Henne und mir, das nur durch meinen Willen ?er Ersatzorganisation einer solchen niemals anoe- oder durch den Schlag meines Löffels enthüllt wird. &ort habe. — 9 Oder aber: Beim Frühstück zu Zweien kann — der Loge — logenähnlichen Organisationen — man ber Frau eine Überraschung bereiten. Ersatzorganisation'......DOm Mit ernstem Blick sieht man sie an unb sagt: dis . . . angehört habe. Ich habe bei dieser „Weil du so freundlich und nett warst, will ich ^^"station kein Amt — ein Amt — einen Hoch. ötr jetzt etwas zeigen, was noch keines Sterblichen obcr ctne ähnliche Stellung als-..... Augen gesehen haben." • • • • bis.....bekleidet. Ich Sie horcht auf, du schlägst mit deinem Messer b°be z,etzt folgenden Grad innegehabt . . . . . kühn die Spitze des Eis fort und zeigt auf das b hor ------------- Innere. ®inc Einladung zum Frühstück bei Ce- fare Borgia im Florenz des 15. Jahrhunderts! Und auf dem Tisch Eier im Glas! Jeder vernünftige Mensch hätte diesem Gericht burasGeheimnis gUtenVerdauung Bullrich" Stllz S/r?opIgq'. öffnet. m Achtung! Sonderzuge nach Berlin! Einige Teilnehmer an der Fahrt haben von der Beteiligung Abstand genommen, so daß einige Karten wieder zur Verfügung stehen. Es können also noch einige Volksgenossen, die wir bereits abweisen mutzten, an der Fahrt teilnehmen. Meldungen sofort bet der Kreisrundfunkstelle. Unsere Mitglieder, die an der Fahrt zur Funkausstelluna teilnehmen, müssen das RDR.- oder DFTV.-Abzeichen tragen. Abzeichen sind während der Dienststunden in der Kretsrund- funkstelle erhältlich. . . Der genaue Fahrplan der Sonderzuge und der Zeitpunkt der Fahrkartenausgabe werden an dieser Stelle rechtzeitig bekanntgegeben. Großes Sommerfeft in Kloster Arnsburg am Sonntag, 11. August. Das Gießener Stadttheater erfreut uns mit einem fröhlichen Freilustspiel (Waldfrieden von Ludwig Thoma). Die musikalische Unterhaltung übernimmt die gesamte Standartenkapelle der Gießener SA. (35 Mann). v Bei Volksliedersingen, Musik und Tanz, bei Kinderfest und Preisschießen kann jeder Besucher einen Tag der Freude verleben. Die Preise sind so berechnet, daß es jebem Volks- genossen möglich ist, dieses Sommerfest m Kloster Arnsburg zu besuchen. * Der Zirkus der 7000, der ab 10.August in Gießen gastiert, hat uns für die Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront verbilligte Matze zur Verfügung gestellt. Die Preise sind: 1. Platz statt 1,80 L9r i-_ RM., 2. Platz statt 1,40 nur 0,70 RM. Die Karten können in den Dienststunden auf dem Büro, Schanzenstraße 18 II, Zimmer 8, abgeholt werden. Urlaubszug Nordsee (Norwegen) vom 14. bis 22. August. Die Fahrkarten zu dieser Fahrt können in den Dienststunden auf dem Büro, Schanzenstraße 18 II, °b 22.55 Uhr Rückfahrt erfolgt am 21. August abends von .Vn nm IQ 53 Ubr; so daß die Teilnehmer am 5.Ä* wieder in Gießen ein- treffen. Sportkurse ^Kraff durch Freude^. Betrifft geschlossene Kurse. Wir müssen darauf Hinweisen, daß die geschlos- jenen Kurse, besonders Reiten und Tennis, eine regelmäßige Teilnahme erfordern. Teilnehmer, die ohne zwingenden Grund die angesetzten Uebungs- stunden versäumen, haben keinen Anspruch auf Ersatz, und die Sportmarken verfallen. Diese Maßnahme muß ergriffen werden, um einen geregelten Kursusbetrieb zu gewährleisten. Verlegung von Sportkursen. Während der Schulferien werden folgende Kurse in die Turnhalle der Schillerfchule verlegt: Donners- tags von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen; Freitags von 20 bis 21 Uhr: Allgemeine Körperschule, für Frauen und Männer. Das Sportamt Gießen hat bisher folgende Kurse eingerichtet, an denen alle Volksgenossen, ob jung oder alt, teilnehmen können: Allgemeine Körperschule. Für Frauen und Männer gemeinsam. Dienstags von 19 bis 21 Uhr: Universitätssportplatz (Kugelberg); Donnerstags von 16 bis 18 Uhr: Universitätssportplatz (Kugelberg); Freitags von 20 bis 21 Uhr: Schillerschule, Schillerstrahe. Fröhliche Gymnastik und Spiele. Nur für Frauen. Montags von 19.45 bis 20.45 Uhr: Großen-Buseck Gasthaus Wagner; Dienstags von 20.30 bis 21.30 Uhr: Lollar, „Zur Linde"; Donnerstags von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr: Schillerschule, Schillerstrahe. Reichssportabzeichen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Donnerstags von 18.30 bis 20.30 Uhr: Universi- tätssportplatz (Kugelberg). Tennis. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19 und 19 bis 20 Uhr: Städt. Tennisplätze am Schützenhaus; Dienstags von 6.15 bis 7.15 Uhr: Städt. Tennisplätze am Schützenhaus; Sonntags von 8 bis 10 Uhr: Städt. Tennisplätze am Schützenhaus. Achtung! Neue Tennis stunden! Ab Sonntag, 11. August, ist für Anfänger und Fortgeschrittene von 8 bis 10 Uhr neue Uebungs- Möglichkeit gegeben. Anmeldungen nimmt das Sportamt, Schanzenstraße 18, vormittags, entgegen. Telephon 2919. Für Anfänger werden Bälle und Schläger vom Sportamt gestellt. Schwimmen. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 18 bis 19.15 Uhr: Badeanstalt des Männerbadevereins. Dienstags von 19.30 bis 20.45 und 21 bis 22 Uhr: Wetzlar, Hallenbad; Mittwochs von 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr: Gießen, Volks- bad- Samstags von 16 bis 17.15 Uhr, Lahnbad. LPD. F r a n k f u r t a. M., 9. August. Nach dem Inkrafttreten der Deutschen Gemeindeordnung vom 1. April d. I. findet jetzt in allen Städten die Vereidigung und Einführung der Ge- meinderäte bzw. in den Städten Der Rats- Herren statt. Für Frankfurt erfolgte diese Der- eibigung und Einführung heute durch den Oberbürgermeister der Stadt, Staatsrat Pg. Dr. Krebs, im Beisein des Reichsstatthalters und Gauleiters Da. Sprenger und des Regierungspräsidenten Zschintzsch. Nach Begrüßungsworten des Oberbürgermeisters, der bei dieser Gelegenheit auf die Bedeutung der Deutschen Gemeindeordnung und die Einführung der Ratsherren hinwies, die auch durch die Anwesenheit des Herrn Reichsstatthalters und Gauleiters Sprenger und des Herrn Regierungspräsidenten noch unterstrichen werde, ergriff Gauleiter Sprenger das Wort zu ausführlichen Darlegungen über die Deutsche Gemeindeordnung, über die Aufgaben der Ratsherren und die des Beauftragten der Partei nach den Bestimmungen der Deutschen Gemeindeordnung. Die Deutsche Gemeindeordnung wolle die Zusammenarbeit zwischen Partei und Gemeinde noch intensiver gestatten, um die Gemeindeverwaltung in den Stand zu setzen, höchste Leistungsfähigkeit zu erreichen und mitzuwirken an der Aufrichtung des deutschen Einheitsstaates. Die Gemeindeordnung sieht auch die Entsendung eines Beauftragten der Partei in den jeweiligen Gemeinderat vor, dem sehr umfangreiche Machtbefugnisse zustehen. Mit Rücksicht auf die besonderen Schwierigkeiten, die sich gerade in Frankfurt ergeben, auf die Kenntnisse, die der Gauleiter vom Verwaltungswesen der Stadt Frankfurt besitzt und die Personalverhältnisse bei der Stadtverwaltung, die dem Gauleiter besonders gut bekannt sind, habe er sich veranlaßt gesehen, sich selbst zum Beauftragten der Partei im Frankfurter Gemeinderat zu ernennen. Die Aufgaben des Be- Giehener Vochenmarkkpreise. * G i e h e n, 10. Aug. Auf Dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, Das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 11 bis 12, Wirsing, Das Pfund 12 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 18 bis 20, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün) 25 bis 30, (gelb) 25 bis 35, Erbsen 25 bis 30, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 40, Kartoffeln (neue) 7 Pf., Der Zentner 5,50 bis 6 Mark, Frühäpfel, das Pfund 30 ms 45 Pf., Falläpfel 8 bis 12, Pfirsiche 45 bis 55, Brombeeren 45 bis 50, Birnen 15 bis 50, Stachelbeeren 20 bis 35, Johannisbeeren 25, Pflau. men 20 bis 25, Zwetschen 28 bis 30, Mirabellen 30 bis 38, Reineclauden 35, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Enten 80 bis 90, Tauben, Das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 80, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 25, Einmachgurten IVi bis 5, Endivien 5 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 12, Rettich 5 bis 20, Suppengrün 5 bis 8, Radieschen, Das Bündel 8 bis 15. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag: NSG. „Kraft durch Freude" 17 bis 19 Uhr Leichtathletik auf dem Universitätssvortvlatz am Kugelberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „In goldenen Ketten". Reichstreuebund Ortsgruppe Gießen: 20.30 Uhr Karneradschaftsabend im Unteroffiziershsim, Neue Schule, Eichgärten. — Marinekameradschaft 1892: 20.30 Uhr Monatsversammlung. — Zirkus der 7000 : 20.15 Uhr, Gala-Eröffnungsvorstellung. — 1880 bis 1930 : 20 Uhr, Abmarsch am Walltor zur Wellersburg. — Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „In goldenen Ketten." — NS-Gemeinschast „Kraft durch Freude": Großes Sommerfest in Kloster Arnsburg. — Gießener Ru« dergesellschast 1877: Feierliche laufe dreier Rennbote. — Zirkus der 7000: 15.30 Uhr und 20.15 Uhr: Vorstellungen. ** Erfolgreiche Stenographen. Von der Ortsgruppe Reichsbahn Gießen der Deutschen Stenographenschaft nahmen sieben Mitglieder an dem Leistungsschreiben und dem Schön- und Rich- ttgschreiben während des Deutschen Stenographentages in Frankfurt teil. Die Teilnehmer errangen folgende Preise: Schnellschreiben: Abt. 140 Silben: Anneliese Pauly, hervorragend; Abt. 120 Silben: Maria Bernd, hervorragend; Abt. 100 Silben: Heini Wahl, sehr gut; Abt. 80 Silben: Elisabeth L i ch, hervorragend, Walter Schneider, hervorragend, Marie Gümbel, sehr gut. Schön- und Richtigschreiben: Anneliese Pauly, Maria Bernd, Heini Wahl und Marie Gümbel sehr gut. Amtsgericht Giehen. Der R. L. aus L. wurde durch Strafbefehl mit 25 Mark Geldstrafe belegt. Dagegen verfolgte er Einspruch. In der geftrigen Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß der Angeklagte am 21. März d. I. mit seinem Fahrrad aus der Toreinfahrt vom Windhof kam und durch fein Verschulden gegen eine Radfahrerin aus Rodheim rannte, so daß diese zu Fall kam und erhebliche Verletzungen am rechten Knie baoontrug, die sie 16 Wochen ans Bett fesselten und heute noch Beschwerden verursachen. In Anbe- ttacht des schweren Nachteiles erhöhte das Gericht die (Strafe auf 40 RM. und legte dem Angeklagten die Kosten auf. Nriefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) ZIL HL Frage : Ich habe zwei Söhne im Alter von 20 und 15 Jahren. Beide haben die Absicht, einige Wochen chrer Ferien in Frankreich 3U ^erbringen, um Die Schlachtfelder zu besichtigen. Frage 1: Wieviel Geld können beide Söhne in deutschem Wert für drei Wochen mitnehmen? Frage 2: Ist es möglich, daß ich, falls das Geld zur Neige geht, Geld nachsenden kann und wieviel? Antwort: Frage 1: Pro Kopf und Monat tonnen nach Frankreich mitgenommen werden: der ; Gegenwert von 10 Mark (Freigrenze), sowie von 50 Mark bei Vorlegung einer Dringlichkeitsbeschei- : nigung Der zuständigen Ortspolizeibehörde. Beide Söhne können somit, wenn die DringlichkeitSbeschei- nigung beigebracht wird, insgesamt für 120 Mark pro Monat französische Franken erwerben. Frage 2: • Für denselben Monat kann kein Geld nachgesandt werden. Erst wenn sich der Aufenthalt in den nächsten Monat erstreckt, besteht die Möglichkeit, die gleichen Beträge durch Vermittlung einer Deutschen Devisenbank zur Verfügung zu stellen.___________ Kokons durchführen. Hunderte von Züchtern treiben seit Jahren in ganz Deutschland Seidenbau. Die Er- xeugung ist bisher jedoch, am Bedarf gemessen, noch sehr gering. Tausende von Volksgenossen können sich durch Aufnahme des Seidenbaues eine zusätzliche Einnahme verschaffen. Reichsnährstand und Regierung fordern zur Anpflanzung von Maulbeeren auf. Der Reichsfach- gruppe Seidenbauer sind die Durchführungsarbeiten es Aufbauprogramms übertragen worden. So soll die hiesige Wanderschau den Interessenten die erste Kenntnis vermitteln helfen. Jeder, der durch Seidenbau in den Monaten Juni bis September eine zusätzliche Einnahme von etwa 150 bis 250 Mark erzielen will, sollte die Schau besuchen und sich dort beraten lassen. Wer hierzu keine Gelegenheit hat, wende sich schriftlich an die Reichsfachgruppe Seidenbauer in Celle, Im Französischen Garten, von der er kostenlos Aufklärung erhält. Oer »Zirkus der 7000" in Gießen. Nachdem es am gestrigen Freitagvormittag kurze Zeit nur leicht geregnet hatte und Dann die Sonne wieder mit aller Kraft schien und erneut große Hitze brachte, trat endlich nach der wochenlangen starken Trockenheit ein Wetterumschlag ein. Freitagnach- mittag von 3 Uhr ab zogen mehrere Gewitter über Gießen und die Umgegend dahin, die bei kräftigem Blitzen und Donnern innerhalb von etwa IVt Stunden reichliche Niederschläge brachten. Den Kultu- ren in Gärten und Feldern tat der Regen sehr gut, nur hätte er noch länger anhalten und in einen dringend notwendigen Landregen übergehen müssen. Etwa von 5 Uhr ab übernahm Dann die Sonne wieder das Regiment, jedoch brachte sie nicht mehr so viel Hitze wie vor dem Donnerwetter. Am heutigen Samstagvormittag haben wir nun bei bedecktem Himmel eine sehr willkommene Abkühlung der Temperatur zu verzeichnen, jedoch bleibt noch der Wunsch nach einem kräftigen, durchweichenden Landregen offen. Während Das Gewitter m Gießen selbst fernen Heute morgen ist auf fünfzig Achsen und von Nidda her Der „Circus Der 7000 , ein neuer Zirkus, in unserer Stadt angekommen. Der neue Zirkus wurde erst im vergangenen Frühjahr gegründet. Es ist gewiß fein Leichtes, in Der Gegenwart ein derartiges Unternehmen neu aufzubauen. Aber Zirkusleute haben Courage! Sofort, nachdem die Wagen an der Rampe ftan- ben, wurde mit der Abfahrt nach Oswaldsgarten begonnen. Arbeiter waren inzwischen vorausgegangen und arbeiteten auf dem Platze vor. Das Eintreffen des Exttazuges hatte eine stattliche Anzahl von Zuschauern angelockt. Auch viele Kinder waren da, Die selbstverständlich gleich ihr ganzes Interesse den schönen exottschen Tieren, besonders aber Den Elefanten, zuwandten. Bald begann auf Oswaldsgarten jene fieberhafte. Doch so wohl organisierte xätigfeit Des Aufbaues. Heute abend wird bereits die Eröffnungsvorstellung stattfinden. Schaden verursachte, hat es in der Gegend von Londorf und Kesfeld ach im Lumdatal zum Teil arg gehaust. So wurden von einem gewaltigen Sturm in Der ©emarfung Londorf viele Bäume, mancherorts sogar reihenweise, umgerissen oder in Der Mitte glatt abgebrochen, in Londorf selbst hob Der Sturm Das Dach oer Volfshalle zur Hälfte glatt ab und schleuderte die Dachsparren usw. bis zu dem etwa 100 Meter entfernten Bahnhofsgebäude. Die gewaltigen Regen- güffe überfluteten in kurzer Zeit sämtliche Straßen. Dächer und Fensterscheiben litten allenthalben sehr Not. Auf den Felsdern wurden die wenigen noch draußen stehenden Fruchthaufen auseinander- gerissen und von dem Sturm weithin über Die Aecker verstreut. In Kesselbach wurden eine Anzahl Ziegeldächer der Häuser abgedeckt, ferner ebenfalls zahlreiche Bäume umgerissen oder in Der Mitte geknickt. Zum Glück hielt der heftige Sturm nur kurze Zeit an. Der Schaden in beiden Gemarkungen ist immerhin als erheblich zu bezeichnen. auftragten der Partei seien so groß und schwierig, daß die Person des Gauleiters gerade gut genug sei, um diese Aufgaben zu übernehmen. Er ermahnte die neuen Ratsherren, stets nach dem Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eiaen- n u tz" zu handeln. In erster Linie seien sie Dafür verantwortlich, das nationalsozialistische Gedankengut ihren Handlungen und Ent- schlüssen zu Grunde zu legen. Oberbürgermeister Dr. Krebs nahm dann Die Vereidigung und Einführung der Ratsherren vor, die sozusagen bas genossenschaftliche Element Der Selbstverwaltung Darstellten. Sie sind nicht mehr die Gegenspieler der Stadtverwaltung, wie es in den ftüheren Stadtparlamenten der Fall war, sondern sie werden mit der Stadtverwaltung zusammenarbeiten zum Wohle der Bevölkerung. Sie müssen ihre Ohren an die Herzen der Bürger legen, sie müssen auch Maßnahmen, die von Der Stadtverwaltung manchmal ergriffen^ werden und nicht gerade populär sind. Der Bevölkerung verständlich machen. Um Den neuen Ratsherren gleich ein Bild namentlich von der finanziellen Lage Der Stadt zu machen, hielt der Kämmerer der Stadt auf Veranlassung des Oberbürgermeisters einen Vortrag über dieses Thema. Wenn auch der Etat jetzt ausgeglichen sei, so führte dieser aus, so seien doch noch große Schwierigkeiten auf diesem Gebiete zu überwinden; denn die Stadt schmachte immer noch unter einer Schuldenlast von 300 Millionen, ohne die Schulden der städtischen Gesellschaften. Aber Frankfurt befinde sich doch in einem langsamen, aber ruhigen und sicheren Aufftieg auf allen Gebieten. Das lehrt uns deutlich die Gegenwart, und deutlich lehrt uns Die Vergangenheit, daß die Stadtfinanzen kein Boden sind für Experimente. Oberbürgermeister Krebs schloß darauf den feierlichen Akt mit Sieg-Heil auf den Führer, Vaterland und Stadt. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lieb beendeten die Feier. Reiten. Für Frauen und Männer gemeinsam. Montags von 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Branbplatz; Dienstags von 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Branbplatz; Mittwochs 20 bis 21 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz; Freitags 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr: Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Für Den Kursus Mittwochs sind noch einige Plätze frei! Anmeldungen an Das Sportamt. pflanzt Walnußbäume! DA. Es ist ein schöner alter Brauch, Der sich in vielen Gegenden unseres Vaterlandes, vor allem auf Dem Lande erhalten hat, daß bei der Geburt eines Kindes an einer Stelle im Garten vor dem Hause, ober sonst auf einem freien Platze ein Baum gepflanzt wird. Bei der Wahl Des Baumes sollte der deutsche Walnußbaum in Zukunft immer mehr bevorzugt werden. Einmal nimmt er sich wegen seiner meist vollendeten Kronenbilbung besonders schön unter allen anderen Bäumen aus, dann aber liefert er neben der alljährlich wieder- kehrenden Ernte auch ein wertvolles Holz. Leider ist Der Bestand an Walnußbäumen in Deutschland durch den hohen Bebarf Der Heeresverwaltung während Des Krieges stark zurückgegangen. Der strenge Winter des Jahres 1928/29 vernichtete gleichfalls eine große Anzahl wertvoller Walnußbäume. Ersatz ist erst zu einem geringen Teil geschaffen worden. Die einheimische Versorgung mit Walnüssen reicht bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Im Jahre 1934 führten wir aus Dem Ausland noch 190 458 Doppelzentner im Werte von 9 062 000 Reichsmark ein. Nußbaumholz für unsere Möbeltischlerei ist in hohem Grade gefragt. Auch hier kann Der Bedarf bei weitem nicht befriedigt »erden. Nicht zuletzt verlangt die Wehrhaftmachung unseres Volkes einen verstärkten Anbau dieses wert- vollen Holzes. Aus diesen Gründen sollte jeder De- sitzer eines freien Stück Landes und jede Gemeinde dazu übergehen, den Walnußbaum bei der diesjährigen Herbstpflanzung in verstärktem Maße zu berücksichtigen. Wanderschau zur Werbung für den Seidenbau. Don der K r e i s b a u e r n s ch a f t Oberhessen-West in der Landesbauernschaft Hessen- Nassau wird uns geschrieben: Die Reichsfachgruppe Seidenbauer, Celle, im Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter xeigte ihre Wanderschau zur Werbung für Den deutschen Seidenbau in den Tagen von Donnerstag, 15 August bis Sonntag, 18. August einschließlich in der Bäuer- lichen Werkschule in Gießen, Liebigstraße Nr. 16. Die Schau ist für den Besuch von 8 bis 20 Uhr ununterbrochen geöffnet Das Eintrittsgeld beträgt für Einzelpersonen 0,20 Mark, beim Besuch geschlosiener Verbände ermäßigt es sich auf 0,05 Mark je Person. Seidenbau treiben heißt mittels Maulbeerlaub die Zucht des Seidenspinners bis zur Gewinnung der Dedürftigen Volksgenossen die erforderliche Unter- tützung zuteil wird. Kein bedürftiger Dolks- jenoffe ist deshalb gezwungen, sich durch Betteln einen Unterhalt zu verschaffen. Wer dennoch bettelt, schädigt das deutsche Winterhilfswerk und die anderen Fürsorgestellen, indem er ihnen Mittel entzieht, und handelt zugleich dem Ansehen des Deutschen Volkes zuwider. Die Polizeibehörden sind zur entschiedenen Be- i kämpfung des Bettelunwesens angewiesen worden. I Ihre Bemühungen können aber nur Erfolge haben, ! wenn sie von den Justizbehörden tatkräftig unterstützt werden. Es sind im Strafverfahren Strafen zu beantragen, die bas Bettelunwesen wirksam einzudämmen geeignet sind. Geldstrafen werden im allgemeinen wirkungslos fein. Auf eine Anordnung der Unterbringung in einem Arbeitshause ist in allen Fällen hinzuwirken. Die Erziehung zu nationalsozialistischer Weltanschauung und Staatsgesinnung. Den nachstehenden Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissessnschaft, Erziehung und Volksbildung bringt der Reichsstatthalter in Hessen — Abteilung II — den Direktionen der höheren Schulen und der gewerblichen Unterrichtsanstalten, sowie den Kreis- und Stadtschulämtern zur Kenntnis: „3d) habe Anlaß, nachdrücklich darauf hinzuweisen, daß die Hauptaufgabe auch des Schulunterrichts — die Erziehung zu nationalsozialistischer Weltanschauung und Staatsgesinnung — durch Rücksicht auf Angehörige anderer Anschauungen niemals gehemmt werden darf. Wie weit etwa Nichtarier von Fall zu Fall von einzelnen Unterrichtsstunden und Schulfeiern befreit werden sollen, überlasse ich dem pflichtmäßigen Ermessen d'er Schulleiter." Das Flaggenhiffen und -einholen im Schullandheim. Der Reichsstatthalter in Hessen — Abteilung II — hat an die Direktionen der höheren Schulen folgende Verfügung gerichtet: Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß beim Aufenthalt im Schullandheim das Flaggenhissen und -einholen im entsprechenden und würdigen Rahmen vorzunehmen ist. Außer den gesundheitlich Behinderten hat die gesamte Führerund Gefolgschaft dazu anzutteten. Ich ersuche um Beachtung dieser selbstverständlichen Lagergepflogenheit. Wehrmachtsangehörige und Kirchensteuer. Nach preußischem Landesrecht sind die zum Militärstand gehörigen Personen von Kirchensteuern in ihren Wohnsitzgemeinden befreit. Auf die Frage, wer xur Wehrmacht gehört, und wie lange die Zugehörigkeit gilt, gibt jetzt ein Erlaß des Reichsministers der Finanzen auf Grund der Bestimmungen des neuen Wehrgesetzes Antwort. Danach besteht die Wehrmacht aus dem Heer, der Kriegsmarine und der Luftwaffe. Angehörige der Wehrmacht sind die Soldaten und die Wehrmachtsbeamten. Soldaten sind die im aktiven Wehrdienst stehenden Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Die Zugehörigkeit zur Wehrmacht dauert für die Soldaten vom Tage des Eintritts oder der (Einberufung bis zum Ablauf des Entlassungstages, für die aktiven Wehrmachtsbeamten vom Tage ihrer Ernennung bis zum Ablauf des Entlassungstages, und für Die zu Hebungen als solche einberufene Wehrmachtsbeamten des Beurlaubtenstandes vom Tage der Einberufung bis zum Ablauf des Entlassungstages. Kreisrundfunkstelle der NSDAP. Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer. Ab Montag, 12. August, sind die Kreis rund - funkstelle der NSDAP, und Die Ge- schäftsstelle Des R e i ch s v e r b a n D e s Deutscher Rundfunkteilnehmer in Gießen, Marktlaubenstraße 2, nur noch Dienstags, Donnerstags und Samstags in der Zeit von 17 Uhr bis 19 Uhr für den Publikumsverkehr ge- Wandern und Reisen - Bäder und Sommerfrischen. Eifel, karges, schönes Verglanb. Von Josef Friedrich pertom'g Im Kloster Himmerod waren die Mönche weltlichen Dingen verfallen. Da kam eines Tages der betrübte heilige Bernhard selber, um sie dem Himmel wiederzugewinnen. Er betete in einer abgelegenen Zelle. Die Düfte des Gartens wehten in den Raum, und unter dem Fenster begann eine Nachtigall zu singen. Und auf einmal war der Garten voll des Gesanges ihrer Schwestern. Da geschah es, daß der Heilige, betäubt von den Liedern, die Vesperglocke überhörte und erst von dem Chorgesang der Mönche aus seinem selbstvergessenen Traume erweckt wurde. Jetzt wußte er, wer seine Mitbrüder verführte, und er beschwor durch das Fenster die Nachtigallen, den Klostergarten zu mei- den. Die erschreckten Vögel flogen zum Rhein nach Honnef, wo ein schattiger Wald ihre neue Heimat wurde. Es ist wirklich so, als hätten an einem Tage alle Nachtigallen nicht nur Kloster Himmerod, sondern die ganze Eifel verlassen. In den dunklen Tannenwälder singen die Vögel düsterer, aus dem lichten rheinischen Rebenlande kommt nur ein verwehtes Echo der fröhlichen Welt. Man sieht von der Hohen Acht tief in sie hinein, wenn der herbe Eifelwind die Luft reingeblasen hat, bis hin zum „hilligen Köllen", auf die Sieben Berge jenseits des Stromes, auf die lächelnden Moselberge und die dunklen belgischen Ardennen. Dann bragt man sich wohl, wie es denn einmal möglich war, daß sich Leute buchstäblich schämten, aus der Eifel zu stammen; sie verleugneten ihre Hrkunst so hartnäckig, daß sich kein Geringerer als (Ernft Moritz Arndt in heiligem Zorn über sie erboste. Fängt die Heimat nicht erst bei der Armut an? Domhafte Wälder, von Quellen durchspült, tiefe Fernen, vom Atem Gottes durchzogen, sonnige Hügel voll Frucht zu lieben, dazu gehört wenig, sie lieben sich von selber; aber dem nackten Stein 'zugetan zu sein, den ausgestorbenen Moorflächen, auf denen sich der Himmel nur in dem gebrochenen Auge morastiger Tümpel spiegelt, Sturm und Schnee nicht zu verwünschen, wenn auf felsigeren Gehängen der Frühling schon den Weinstock erweckt hat, daß muhte der Mensch der Eifl, in eine halbe Wildnis ausgesetzt, erst allmählich lernen. Solche Liebe läßt sich lernen. Auch nach dem wilden Brausen des Sturms, dem die Hochflächen eine glatte Bahn sind, kann man Heimweh haben, nach Regenschauern, nach' dem Rauch von Nebeln, wenn sie lange ausbleiben. Und wer es einmal gewohnt ist, Frühjahrsfröste zu erwarten, die ein kaum Ergrüntes zu einer trübseligen Oede niederbrennen, wer auf den Höhen, die bis gegen sechshundert Meter hinaufreichen, eine rechte Sehnsucht nach dem Schnee hat, weil Haus und Acker nun dafür bereitet sind, wer nach, sommerlichen Gewittern Pflanzen auf dem Feld erfrieren, Früchte verderben sah, den leidet es nicht mehr so leicht unter einer wärmeren Sonne, Es kommt nicht selten vor, daß Männer der Eifel aus der lauen Luft einer glücklicheren Gegend auf die rauhen Höhen zurückwandern, wo ihre Freiheit arm, aber wahrhaft männlich ist. Denn dort müssen sie still und einsam sein, in stetem Kampfe mit der kümmerlichen, sich trotzig versagenden Erde. Sie haben keine Weile zum leichten Getändel des Herzens, kaum zum Gesang. Lieder und Lächeln sind nicht einmal das Geschenk ihres Feiertages. Gehören sie nicht der ehrwürdigen Arbeit, dann gehören sie Gott. Es ist ein ernster unerbittlicher Gott, den sie verehren, auch auf seiner Stirn liegen die Falten der Sorge. Er muß es von ihnen fordern, daß sie irdische Mühsal nicht scheuen, wenn sie wünschen, ihn anzubeten. Sie gehen auf ihren häufig unglaublich weiten Kirchwegen an Kreuzen vorbei, die sie selbst aus Holz und Lavastein aufrichteten, auf daß die Einöde tröstlicher sei. Und der düstere Eifelgott lohnt es ihnen, indem er ihnen die Kraft verleiht, in der Enge zu dauern, und den Frieden des Herzens, ohne den die Einsamkeit ein tödlicher Wurm wird. So wissen sie kaum, wie ungewöhnlich arm ihr Jahr an Festen ist, und empfinden es nicht bit- ter, daß auf ihren Hügeln keine Trauben wachsen. Wie könnte man es auch fordern von einem Berglande, dessen einer Teil nicht umsonst die Schnee- Eifel heißt. Wein hat der Boden niemals geschenkt, Erz hat er einmal gegeben. Es war ein patriarchalischer Eisenbau; kleine Hütten schmolzen das Erz, kleine Hammer schlugen das Roheisen, und das Holz für die Oefen wuchs rundum im Walde. Aber Ofen um Ofen erlosch, Hammer nach Hammer verstummte, Knappen, Hütten- und Hammerleute wanderten fort und überließen die Eifel dem Bauer. Er hat sich wie das überall im Waldland so ging, den Säqler geholt. Und jetzt treiben die Eifelwässer nur noch die Rader der Gatter. Die Bauernarmut mußte vollständig werden, auch die kleinen Städte ließen das Land im Stich. Es hat einen tieferen, wehmütigen Sinn, wenn in dem ehemaligen Tuchmacherstädt- . nschau, in dem fast jedes Haus ein Schlößchen ist, weil die Baumeister für reiche Herren bauen durften, ein Gasthaus, das für viel mehr Menschen Raum schuf, als heute bei den besten Ge- legenheiten darin Platz nehmen, noch jetzt Zur alten Herrlichkeit" genannt ist. Die alte Herrlichkeit liegt tot auch in Ruinen von Burgen und Dörfern. Nicht nur die liebe Zeit auch die lieben Franzosen haben hier heroben brav gehaust. Man bewahrt ihnen an manchen Orten eine finstere, verbissene Erinnerung. Man will Stellen auf der einschichtigen Hochfläche wissen, wo sich die Eifelbauern über Nachzügler und Versprengte hergemacht haben. Ein einzelner Baum — immer wieder steht irgendwo einer wie ein geheimnisvolles Zeichen — ist ein Hohn auf die Leere. Es blüht zur Versöhnung wohl der Ginster um ihn, Goldbrokat der Landschaft, im Herbst leuchtet die Erika, im Frühling der Schlehdorn, jedes auf seine Weise, und der Zwergwacholder steht als ein dichtes Gebüsch, als triebe der Boden dunkelgrüne Blasen empor. Und daß ein heiterer Klang in dieser Molltonart nicht fehle, blühen Anemonen, Narzissen und Mohn. Wenn die Eberesche ihre Korallen für den Nebel reifen läßt, dann ist die Zeit der Maare gekommen. Unter einer ungetrübten Sonne sind sie runde Kraterseen, Dinge der Wissenschaft, ein merkwürdiges Nichts, wie Augen ohne Wimpern, ohne Brauen. Unter Wolken aber werden sie plötzlich ein Unnennbares, Blick einer bodenlosen Traurigkeit. Durch ihre verschleierte Linse bricht der Strahl eines Schmerzes, den tief unten das Herz der Erde leidet. Dann ist jedes der Maare eine Klage, dann brauchte von ihnen keines Totenmaar zu heißen und an einer Friedhofmauer zu beginnen. Kein Totenacker im schweigenden Gebirge, Ein Kirchdorf am Meere, so melancholisch die ohnehin feierlich-trauritze Urstille dort auch werden mag, kommt der Begräbnisstätte am Totenmaar gleich. Es ist ein wunderbares Gestorbensein unter erwachsenen, schattenden Bäumen; um diese Kirche, die aus einem Gedicht getragen scheint, könnten lauter Erbbegräbnisse von Dichtern und Leuten liegen, denen es nicht gleichgültig ist, wo sie dem Jüngsten Tag entgegenschlafen: und es ruhen doch nur Dörfler hier, Eifelbauern und ihr Gesinde, denen die Erde allein schon genügt, die sich über ihrem Grabe keinen Vorzug wünschten und nicht wußten, daß sie in einen der schönsten Friedhöfe gebettet sein würden, zu dem man sie im Bauernwagen hinauffuhr. Diellicht werden hier einzelne Trauergäste, aus der Mauerpforte tretend, die letzten Tränen aus den Augen wischend, des riesenhaften Gewölbes auf dem gezahnten Horizont gewahr, den immer wieder kleine, vulkanische Kegel überhöhen; diese Sicht unter der tiefen Kuppel auf sanft rinnende Linien, aus denen jene spitzen Gipfel emporzuckest und niedersinken, auf den seltsam gezackten Wipfelstrich der Wälder, das ist die Eifelheimat, von der Höhe besehen, dem am Friedhoftor Stehenden sonderbar entzogen. Es wird freilich aus einer Stadt stammen, wer die unerhört aufgetane Ferne in solchem Bewußtsein an sich reißt. Die Bauern schauen nur in die Höhe, wenn sie Regen riechen und Wind wittern. Aus dem Friedhof treten sie, den Kopf gesenkt haltend. Man gewöhnt sich daran, wenn alles, was zum Dasein gehört, so unaufhörlich in die Erde hineinweist, die Jahre, die Kraft des Leibes, Hoffnung und Banguis, das Haus. Sein Strohdach reicht oft bis zum Boden. Und die Wetterhecken an der Ost- und Nordseite wachsen nicht in den Himmel, sondern in den Sturm, in die Wolken hinein. Ihr Anblick fröstelt, wie der hoch aufgestellte Kragen eines Mantels. Sie sind ein Trotz gegen die Absage der Sonne. Sieht man das jämmerlich zerzauste Laub so einer Hecke, hört man, wie der Wind sie anrennt, dann könnte man glauben, daß noch heute der Urstier auf den Eifelhöfen schreit und der Wolf bis in den Lichtschein der Häuser streift. Es ist nur natürlich, daß sich Matronen, Frauen und Mädchen in den Hausspinnereien mit den holden Gewalten von Legende und Sage rüsten, wenn an den Fenstern die bösen der ewigen Feindschaft rütteln. Ein höchstes Lob bleibt noch zu sagen übrig: auch hier sind Mensch und Natur eins, er ist nur' ein Stück in ihr. Viele Aeußerungen seines Lebens huldigen ihren Mächten. Das Jahr endet mit den Martinsfeuern im November. Hinter ihnen, die von den Hügeln und Bergen herab noch einmal den Glanz der gestorbenen Sommersonne nachtäuschen möchten, liegen Winternacht und Schnee. Ein Dreiklang mit schwermütiger Seele bleibt über den Hochflächen: von den verstreuten Höfen klappern die Dreschflegel: der Wind saust durch seine weit- aefpannten Tonleitern und feierlich liegen auf diesem Winde die eintönigen Gesänge der Glocken. 3m alten Gasthaus wohnen... Don Wolf v. Niebelschüh Wanderfahrten. Bieber — helfholz — Hohensolms — Aßlar. Wir fahren bis Bieber, durchwandern das anmutige Biebertal bis zur Obermühle, vor der wir rechts die Pappelallee weitergehen, um bei einer alsbaldigen Gabelung den Weg zur Linken einzuschlagen, worauf wir auf die vom Dünsberg kommenden schwarzen Punkte stoßen. An dieser Stelle hübscher Rückblick auf die reizvoll gelegene Obermühle. Wir gehen über einen Steg, überqueren das Dünsbachtal und kommen zum bewaldeten Eberstein mit hübschen Felspartien. Im Walde weitergehend kommen wir der ehemaligen Oberförsterei Strupbach gegenüber auf einen breiten Waldweg, der in die Höhe führt und auf einem freien Gelände endet. Hier bietet sich ein prachtvoller Blick auf Königsberg und tun darauf auf den Dünsberg und den Jsselscheid. Auf einem Feldweg überschreiten wir das Gelände und gelangen zum bewaldeten H e l f h o l z. Auf schattigen, einsamen Pfaden kommen wir an der Philippstanne vorbei, wo wir das rote H des Hessischen Renn- wegs kreuzen, und erreichen nach zweistündiger Wanderung das hochgelegene Hohensolms, wo unser Zeichen endigt. Nunmehr folgen wir weißen liegenden Kreuzen, die uns in weiteren zwei Stunden, zuerst gemeinsam mit schwarzen Dreiecken, später gelben Dreiecken durch einen großen Walddistrikt führen, der auf dem Segelflugplatz oberhalb Aßlar zu Ende ist. Hier bietet sich wieder ein schöner Blick über das Dilltal mit Greifenstein und biß in unsere Gegend. Bald darauf erreichen wir auch unser Endziel, das zu unseren Füßen liegende Aßlar. Schon ist es Nacht geworden, Lampen schaukeln unter dem letzten, leiseren Wind, im Tor, und wer wanderte, denkt nun daran, daß er wird nächtigen müssen. Aber nein, er hat es sich anders vorgenommen, noch ist es nicht Nacht, die Stadt nicht mehr fern. Somit will er weiterwandern, aber er bleibt stehen, weil es schön ist an diesem Ort, denn durch ein Gehäuse fällt kurioser Lampenschein auf das Pflaster, ein freundliches Licht, das im Pendel- gang der Laterne wohl auch plötzlich die Hauswand hinauflauft, ganz schnell, ganz eilig ... und schon wieder fort ist. Das Haus ist sehr alt, ein Wirtshaus mit breitem Einlaß und spitzig-hohem Giebel, geschnitzt bis ganz dort hinauf, wo die Dämmerung auf dem Dache sitzt. Hier ist es gut wohnen, denkt der junge Mensch. Mit sanftmütiger Miene ladet ein heraldisches Tier zum Nähertreten ein. Kommen Sie nur, sagt die Wirtin, ein resolutes, obzwar noch junges Geschöpf, geht voran in ihrer hellen Schürze und klirrt mit den großmächtigen Schlüsseln. Er geht hinter der schönen Person einher über das dunkle Holz der Dielen und Treppen, welches gebeizt ist, und wundert sich über den sorgsamen Glanz, der über einem so alten Hause liegt. Fast schwarz sind die Balken, aber die Tünche der Wände und Decken strahlend weiß; rot und vertieft glüht im Gebälk die Zahl 1 + 5 + 0 + 9. 6o aü haben sie es hier. „Das ist nun das Zimmer. Gefällt's Ihnen?" Da der Gast ganz Seligkeit ist, erzählt ihm die Wirtin von der Vergangenheit und den Vorfahren, die das Haus gebaut haben, und richtet derweil das Bett. Dann aber begehrt der Gast zu essen, und sie gehen wieder über die Diele, sie in die Küche, er hinaus vor das Tor, in den milden Abendrauch hinein, um noch eben die Gassen zu betrachten, den Mondschein, den schnellen, glucksenden Fluß. Später, nach der ländlich nahrhaften Mahlzeit, geht er zur Ruh, einen Leuchter in der Hand, den ihm die Wirtin nebst einem Gute-Nacht-Wunsch gab; und die Tür muß nicht verriegelt werden in einem solchen Hause. Am offenen Fenster stehend, träumt er noch ein wenig, indes ein Regen herniedergeht auf die atmende, seufzende Erde, und dqs rührende Licht der Kerze sich zitternd bis zum Wimpfel des nahen Baumes wagt. Dann wird sie vollends gelöscht, und die nachtschwarze Finsternis bricht in das Zimmer herein. So entschläft er unter dem tiefen Duft des groben Leinens, im leisen Hauch der sommerlichen Lüfte, noch im Traum bewegt von den einfältigen Lauten der Natur: dem Rieseln des ruhigen Regens, dem fernen Klagelaut eines sehnsüchtig heulenden Hundes, den Schritten eines späten Nachtwandlers, der hallend über das Pflaster geht. Im Fenster aber rauscht der Baum, verworren wispernd dunkle Geschichten erzählend. Halligsahrt. Don Hermann Otto Danbel. und voll- Nur im Südfall ist eine der kleineren Halligen kommen ungeschützt gegen das Meer. Oppenheim ruft zum Weinlesefest. Zur gleichen Zeit, da in der Pfalz die ersten reifen Trauben gefunden wurden, ruft Oppen- beim am Rhein als erster der deutschen Weinorte zu seinem diesjährigen W e i n l e s e f e st auf. Cs roirö am 29. September stattfinden und seinen Höhepunkt in einem Küfer fest finden, bei dem der Küferzunft im Rahmen eines Festspiels „Ein Küfertag in Oppenheim anno 1354" oen „Oppenheimer Küferstreich " auf- fuhren werden. ' Sommer wird es bewohnt. Jährlich bröckelt die See mehr von der niedrigen Halligkante ab, so daß die Insel eines Tages ganz verschwunden sein wird. Inmitten von Südfall erhebt sich ein kleiner, künstlicher Hügel, die Warft, mit dem Haus. Es ist kein altes Hallighaus mehr, denn die Häuser und Bewohner von Südfall wurden bei der großen Flut von 1825 vom Meere verschlungen. Draußen im Watt, vor der heutigen Insel, kann man bei Ebbe noch durch's Wasser zu den Resten ihres Brunnens gelangen. Priele, Wasserrinnen, die mit metertiefem Schlamme gefüllt sind und bei Flut bis zum Rande unter Wasser stehen, ziehen sich quer durch die Hallig hindurch. Wenn man sie überschreiten will, versinkt man unrettbar. Weiter noch draußen im Meere, der Westkante der Insel vorgelagert, wird das, was von dem sagenhaften Rungholt übrig blieb, ooa den stillen Fluten überspült. Rungholt war zwar nicht, wie in der Sage, eine große Stadt, aber doch ein Marschdorf mit 1000 Einwohnern, bis es in einer Sturmnacht 1362 unterging. Es ist ein eigenes Gefühl, bei Ebbe im klaren Wasser die Fundamente von Feldmauern zu erkennen, oder den Wegen nachzugehen, die im tieferen Wasser sich verlieren. Wenn man die paar Steine, die noch da sind, vom Tang befreit, krabbeln Taschenkrebse hervor und graben sich geschwind im Schlick ein, um sich dort von neuem zu verstecken. Die kleine Hallig liegt da wie ein Schlachtfeld, auf dem der Mensch den Kampf mit der Natur aufgegeben hat. Noch aber halten es die Tiere als letzte Wächter besetzt. Wie eine weiße Wolke umflattern Hunderte und Aberhunderte von Möven die Insel. Andere sitzen als weiße Flecken auf den graugelben Muschelbänken. An manchen Stellen liegen die Nester mit den braunen schwarzgepunkteten Möveneiern dicht nebeneinander. Wie gellendes Lachen klingt der Schrei der Möven, wenn sie aufgeschreckt hochflattern und unsere Köpfe umkreisen. Er mischt sich mit dem vielstimmigen Geblök der Schafe, die das niedrige Halliggras abweiden. — Grenzenlose, melancholische Einsamkeit liegt über Hallig und Watt. Als wir zurückfahren, steht über der graublauen See im Westen ein gelblicher Lichtstreifen. Ein paar leichte Regentropfen fallen. Ein unendlicher Abendfriede ruht auf dem Watt. Zwei Fischerboote, eng aneinandergekoppelt, fahren dem Hafen zu. Das eine läßt den Motor knattern, das andere hat ein Segel gesetzt. Wie ein Schiff, das sich entfernt und immer kleiner wird, sitzt die Warft von Südfall dem Horizont auf. Der kleine Dampfer „Brake" steuert durch den schmalen Seekanal von Husum dem Wattenmeere zu. Er fährt hindurch zwischen den Birkenbüscheln, die die schmale Fahrrinne auf beiden Seiten bezeichnen und die jetzt bei Flut nur wenig aus dem Wasser herausragen. Bei der roten Leuchtboje am Ausgange des Kanals wendet er sicb dem offenen Wasser zu. Bleigrau liegt das Meer. Wie ein Strich zieht sich die Küste am niedrigen Horizont entlang. Ein paar Baumkugeln und ab und zu ein Kirchturm, eine Windmühle. Die dunkelgraue Landlinie zur Linken, in weiterer Ferne ist die Halbinsel Eiderstedt, zur Rechten die grüne, nähere, die Küste der Insel Nordstrand. Man fährt dahin wie auf einem großen Fluß. Auf der Unterelbe ist das Bild manchmal ähnlich. Die Natur ist in einer ruhelosen, lautlosen Verwandlung. Unaufhörlich wechseln die Farbtöne der Luft und des Wassers. Einzelne Fischerboote mit aufgezogenen Segeln begegnen uns und ziehen stumm und langsam ihres Weges. Ein großes, stilles Warten ist über den weiten Wassern. Alles Licht und jeder Laut wird von ihnen verschluckt. Die Ebbe hat begonnen. Ohne daß wir es zuerst merken, liegt der Dampfer auf einmal still. Die Besatzung bemüht sich, das Boot zu Wasser zu bringen. Es geht nicht sehr schnell, und wir haben Zeit, uns für das Wattenlaufen varzubereiten. Schuhe und Strümpfe werden ausgezogen, die Hosen yochgekrempelt. Die Damen ziehen es vor, im Badeanzug den Weg zu machen. Das Boot setzt uns am Rande der Fahrrinne ab. Eine unendliche Fläche von Sand, Schlick und Wassertümpeln liegt vor uns. Ganz in der Ferne, ein paar Kilometer weit, am Rande unserer Welt, hebt sich die Warft der Hallig Südfall flach gegen den Horizont. Vor ihr liegt ein Segelboot, das uns der Kapitän als Richtungspunkt angibt. Langsam waten wir darauf zu. Manchmal kommt eine Mulde mit etwas tieferem Wasser. Eine graublaue Wolkenbank hängt über dem graugelben, schimmernden Watt. Langgedehnt blöken Schafe von der fernen Hallig herüber. Austernfischer sitzen aus dem Sande und suchen nach Beute. Vereinzelte Möven flattern über unseren Köpfen. Quallen liegen wie lebloses Gallert in Vertiefungen des Bodens. Flecken von braunem Tang und grünem Seegras 'in® über den grauen Schlick gekleckst. Ueberall tritt man auf die zusammengerollten kleinen Schlamm- bundel der Koderwürmer. Langsam fällt das Wasser immer mehr. Das Watt wird lebendig und beainnt ZU garen und zu quirlen. Kurz vor dem Strande der Hallig sind anae- schwemmte Muschelschalen gehäuft. Unser weißer Dampfer ruht am Horizont scheinbar auf dem foanöc. (Eine kleine Rauchwolke steigt aus seinem HuUigen sind kleine Marschinseln, die noch in geschichtlicher Zeit mit dem Festlande zusammen- ^ngen. Ungeheure Sturmfluten haben sie dann von der Küste abgetrennt Heute sind die größeren Halligen meist emgedeicht und verlieren dadurch immer mehr ihren besonderen Charakter. Denn sie roer!?eu "icht mehr Überflutet, wie es früher häufig geschah. Reisewinke. Nach elfjähriger Verbannung ♦.. Den „stillen Herd", den Richard Wagner durch den Ritter Walter von Stolzing in den „Meistersinger von Nürnberg" so eindringlich preist, hat er selbst erst spät gefunden. Ohne innere Ruhe, ohne äußeres Beharren mußte Richard Wagner wandern, reifen, flüchten. Als Richard Wagner, der wegen feiner Verwicklung in die Stürme des Jahres 1848 verbannt wurde, während feines Pariser Aufenthaltes im Jahre 1860 amnestiert wurde, nach Deutschland zurückkehrte, kam er nach Bad S o - den am Taunus: ..... hier fand ich Minna". 75 Jahre, ein Dreivierteljahrhundert ist es her, feit am 12. und 13. August 1860 Richard Wagner auf der Amnestie-Heimreise von Paris über Köln in Bad Soden Station machte. An einem Sonntagnachmittag traf Richard Wagner in Bad Soden ein. Minna Wagner, geb. Planer, hatte im Hause „Saxonia" Wohnung genommen. Wagner quartierte sich im Nachbarhause ein. Die Kurkapelle brachte dem berühmten Gast ein Ständchen. Wagner dankte mit dem Hinweis, „er sei kein Freund von Ovationen, aber diese sei ihm um so wertvoller, als sie die erste Begrüßung bilde, die ihm bei der Rückkehr ins Vaterland nach elfjähriger Verbannung gebracht werde". Wagner, der „dunkle Kleidung und als Kopfbedeckung ein dunkelgrünes Sammetbarett" trug, verließ Montag wieder Bad Soden am Taunus. In seiner Autobiographie sagt er: „Ick verweilte zwei Tage hier, welche ich dazu verwendete, der armen Frau (— Minna Wagner —) begreiflich zu machen, daß sie sich in Dresden niederzulassen habe. Sie begleitete mich noch nach Frankfurt, wo ich, um mich zunächst nach Weimar zu wenden, von ihr Abschied nahm. Nach Ansicht des Direktors des Eisenacher Richard - Wagner- Museums dürfte Richard Wagner nach der „verunglückten" Pariser Tannhäuser-Aufführung nochmals, zwischen dem 1. und 4. August 1861, in Bad Soden am Taunus gewesen sein. Am 10. Aug. 1902 wurde in Bad Soden am Hause Hauptstraße 28, eine Erinnerungstafel an die erste Nacht, die Richard Wagner nach elfjähriger Verbannung aus dem Vaterlockde auf deutschem Boden verbrachte, angebracht. Aus Anlaß der 75. Wiederkehr dieses historischen Tages wird von der Bad- und Kurverwaltung Bad Soden am Taunus der 12. und 13. August in einem besonderen Veranstaltungsprogramm als Richard-Wag- ner-Gedenken gefeiert werden. Wolö- toebtn Die Lebensgemeinschaft des deutschen Waldes in Bildern Werbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstr. 7 Erholung i.iLBhön f.3-4Pers.Priv., ruh.Lage,waldr. Geg., g. 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Der Städter geht in freier Stunde erwartungsfroh hinaus, geht erfreut und wie neu belebt auf stillen Pfaden und kehrt beruhigt zurück. Der Bauer liebt den Wald auf seine einfache tiefe Weise, und der Forstmann sieht ihn wiederum mit anderen, nicht weniger liebevollen Augen. Mehr oder weniger bedeutet uns allen der Wald das feine Erlebnis für Geist, Seele und Körper. Wie ganz anders ist es aber, wenn der Wald in die Stadt kommt! Da wandeln sich plötzlich die Begriffe. Aus den Bezirken der Mystik wechseln die Gedanken plötzlich hinüber in das Helle Licht des Rationalen. Aus naturverbundener Hingegebenheit muß man sich zum Gedanken an den effektiven wirtschaftlichen Nutzen entschließen. Aus der würzigen, von vielen kleinen und feinen Geräuschen und Ge- rächen erfüllten Luft im Walde muß man sich in die kühle, fachliche Atmosphäre nüchterner Zahlenwerte zwingen. Da wird auch ganz plötzlich der Wald zum „volkswirtschaftlichen Faktor". Wenn man sich nun mit Leuten unterhält, für die es Beruf ist, sich mit dem Wald in wirtschaftlicher Beziehung zu beschäftigen — das schließt nicht aus, daß sie ihn auch menschlich zu sehen vermögen — dann hört man davon, daß wir in Deutschland gar nicht so viel Wald haben, wie manche sich eigentlich vorstellen. Systematische Aufforstungen sollen deshalb dazu beitragen, bisher noch bestehende Abhängigkeiten zu mindern. Das ist aber Arbeit auf weite Sicht. weder zu Bauholz oder zn Brettern zerschnitten. Langsam und automatisch wird der Stamm gegen die Sägeblätter geführt. Die Balken werden, wenn sie nicht gerade mit der Eisenbahn nach dem holzarmen Westfalen die Reise antreten müssen, auf den Zimmerplatz gebracht, auf hier viel überlieferte und viel bewährte ausgeklügelte Technik. Alle Balken für einen Dachstuhl oder für eine Turmhaube, wie sie erst kürzlich für die neue katholische Kirche in Gießen zu schaffen war, werden vorgearbeitet und soweit als möglich auf einem „Richtboden" überprüft. Das Holz, das für Bauten verwendet wird, bleibt im allgemeinen nicht allzu lange im Sägewerk. Anders ist es mit dem Holz, das zu Brettern verarbeitet wird und als Fußböden, Treppen oder Möbelstücke Verwendung finden soll. Dieses Holz darf nicht mehr „arbeiten". Um dies zu erreichen, ist eine lange, oft über Jahre gehende Lagerung notwendig, in deren Verlauf durch die Luft und insbesondere durch die Luftfeuchtigkeit die Gerbsäure ausgesogen werden soll. Das frische Holz klingt, wenn man mit den Fingerknöcheln dagegenschlägt, dumpf; das lange gelagerte Holz dagegen hat einen hellen Klang. Für Sägewerke ergibt sich die Notwendigkeit, über große Zeiträume hinweg umfangreiche Lager geschnittenen Holzes der verschiedenen Sorten zu unterhalten. Allerdings besteht eine Möglichkeit, dem Holz auch noch auf eine andere Art, als der des Lagerns, die Eigenart des In-fich-arbeitens zu nehmen. Das Verfahren wird jedoch nur dann angewandt, wenn rasche Lieferung verlangt wird und das entsprechende Holz nicht auf Lager liegt. Das Holz wird in diesem Falle richtiggehend gedämpft. In einer dichten Kammer wird es den Einwirkungen des Dampfes unterworfen. Für die Holzbearbeitung gibt es naturgemäß schon im Sägewerk die verschiedenartigsten Maschinen. Die Kreissäge ist ja aus einem Sägewerk überhaupt nicht fortzudenken. Auf der Besäum-Säge werden die Bretter auf genau gleiche Breiten gebracht. Schließlich findet man in größeren Betrieben — wie z. B. im Dampfsägewerk zu Lollar — jene aufbaut. Es könnte dann leicht fein, daß wir in schönste deutsche Landschaften geführt würden, in das Erzgebirge, in den Schwarzwald, in den Harz vielleicht, in stille Waldtäler oder auf windumbrauste Höhen — ober vielleicht gar in die weltverlorenen Wälder Polens, der Tschechoslowakei, Rumäniens j U Der Weg des Waldes in die Stadt ist vielgestaltig. Der Förster kennzeichnet den zu fällenden Baum, der Baum fällt unter Axt und Säge, er wird aufgearbeitet. und der Stamm wird als Nutzholz aus dem Walde geschleppt und dem Sägewerk zugeführt. Häufig begegnen uns in den Außenbezirken der Stadt ober auf ber Lanbftraße bie Fuhrwerke mit ben langen Stämmen auf ihrem Weg vorn Walb in bas Sägewerk. Wenn bie Wagen um Kurven fahren müssen (manchmal ein problematisches Kapitel für Fuhrleute), bann benkt man gelegentlich an ben guten alten Witz von ber für ben Verkauf in Berlin bestimmten Munbbarmonika. Der Volksmunb pflegt häufig zu übertreiben. Im Sägewerk erfährt ber Baumstaum, ber bis zu biefer Station schon manche schmerzliche Prozebur über sich hat ergehen lassen müssen, seine grünblichste ' Wanblung. Auf bem großen Lagerplatz bleiben bie Stämme nicht lange liegen. Zimmermann unb Schneidemeister sprechen halb über ben Zweck bes Stammes, teilen ihn auf bem Papier auf, legen bie Balkenlänge fest, bie ber Stamm hergeben soll, wenn er als Bauholz auszuwerten ist. Dann kreischt auch bald bie elektrische Stammsäge auf bem Platz unb teilt bie Stammlänge in so unb soviele Teile. In wenigen Minuten finb die dicksten Bäume durchschnitten. Die Säge selbst stellt ein raffiniertes Werkzeug bar. Auf motorisch betriebenen, rasch umlaufenden Kettengliebern finb scharfe zahnartige Messer montiert, bie sehr energisch arbeiten. Kräftige Fäuste bringen das Holz bann auf einen Wagen unb zum Sägegatter. Durch biefe schweren Maschinen, In denen mehrere Sägeblätter in schnellem Wechsel auf unb ab geführt werben, erfährt ber Stamm feine entscheibenbe Veränberung: er wirb ent- bem sich nunmehr bie Zimmerleute mit ihnen zu beschäftigen haben. Girrtga von biefen Arbeitskamera- ben arbeiten heute roieber in der schönen alten Handwerkskluft der Zimmerleute. Da wird das Winkelmaß angelegt, der Balken wird mit Schrägungen versehen, es werden Zapfen geschnitten und Löcher für die Dollen gebohrt, durch die die Balken untereinander verbunden werden. Die Zimmerleute haben kvmbinierte Maschine, in der die Bretter mchr nur auf beiden Seiten glatt behobelt, sondern auch (insbesondere für Fußböden) mit Nut und Feder versehen werden können; fix und fertig verläßt das Brett die Maschine. * Wenn wir dem Wald in der Stadt begegnen, sei es im eigenen Zimmer ober im Schaufenster ir- genbeines Möbelgeschäftes, fei es vor bem Dachstuhl eines neuerbauten Hauses, auf bem zum Richtfest ein mit bunten Papierbänbern geschmücktes Tannenbäumchen steht, ober hält man, wie soeben ber Leser, bie Zeitung in ber Hanb, beren Papier ja auch ber Walb zur Urheimat hat, bann fällt es sicher schwer, in all bem ben Walb roiebererfennen zu wollen. Rastlos schaffenber menschlicher Geist vollzog biese Wanblungen, zwang bie Natur so vollkommen in seinen Dienst, baß es kaum mehr möglich ist, Ursprung unb Enbprobukt in ben Dingen um uns auf einen gleichen Nenner zu bringen. Aber wie reizvoll wäre es, rornn wir einmal plötzlich unb wie von Ablersschwingen getragen überall in jenen Lanbschaften sein könnten, in benen bie Bäume heranwuchsen, bie jetzt bas Dach über unserem Kopfe tragen, bie ben Tisch hergaben, an bem wir schreiben, lesen, essen, trinken, ober bie ben Rohstoff lieferten, aus bem sich bas Zeitungspapier Zu unseren Bildern: Erste Reihe. Links: Blick über den Holz- Lagerplatz des Dampfsägewerks Nuhn in Lollar. Rechts: Arbeit an einer Bandsäge. Zweite Reihe. Links: Mit der Motorsäge beim Zerschneiden eines Stammes. Rechts: Gemeinsam wird ein schwerer Stamm auf den Wagen gebracht. Dritte Reihe. Links: An einem der großen Sägegatter. Rechts: An der Kreissäge. Vierte Reihe. Links: Auf dem Zimmerplatz. Die Zimmerleute in ihrer originellen Zunfttracht. Rechts: Ein Zimmermann bei der Arbeit mit der elektrischen Bohrmaschine. ober ber Ukraine. Vielleicht müßten wir gar Meere überqueren. v Aber wozu in bie Ferne schweifen? Das Dampfsägewerk Lollar, von bem hier einmal zum Beispiel bie Rebe ist, bezieht einen großen Teil ber jährlich verarbeiteten etwa 15 000 Festmeter Holzes aus bem Vogelsberg, unb zwar aus ben Forstbezirken Lau- terbach, Laubach unb Grünberg. Vielleicht auch aus bem Schiffenberger Walb ober von ben Walbbe- ftänben am Hangelstein ober am ßollarer Kopf. Dann fällt ber abgetriebene Baumstamm ja gerabezu auf ben Lagerplatz bes Dampfsägewerkes ... Wirtschaft. Oie Znduftrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 1033: Neue belgische Dertragszollsätze für die deutsche Einfuhr. 1034: Einfuhrkontingentierunden für bestrichenes Papier und Karton m den Niederlanden. 1035: Bekanntmachung KP 6 der Ueberwachungs- ftelle für unedle Metalle vom 6. August 1935, betr. Kurspreis für unedle Metalle. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehniarkt. Die lebhafte Nachfrage nach Schlachtvieh hat sich in der verflossenen Woche noch verstärkt. Die Märkte wurden schon bald nach Beginn geräumt, insbesondere die guten Tiere waren meist in den ersten Minuten vergriffen. Allgemein zeigte das angetriebene Dieh in dieser Woche gute Qualitäten, so daß auch zumeist höhere Preise erzielt wurden. Der Großviehmarkt wär mit 875 (721) Tieren beschickt. Bei stürmischem Geschäftsgang waren gute Tiere zu den festgesetzten Höchstpreisen schnell verkauft, wogegen mittlere und geringe Qualitäten im Preise etwas nachliehen, ganz besonders bei Ochsen. Trotzdem der Sch weine markt eine erhöhte Zufuhr (4324 gegen 4117) aufwies, konnte der Bedarf nicht gedeckt werden. Bei sehr lebhaftem Ge- schäft wurde der Markt in der ersten Viertelstunde zum Höchstpreis geräumt. Der K ä l b e r m a r k t hatte eine Verhältnis- mäßig schwache Zufuhr mit 1108 (1291) Stück, was einen lebhaften Verkauf und um 2 bis 4 Mark steigende Preise zur Folge hatte. Der S ch a f m a r k t hatte trotz höherer Beschickung (130 gegen 113) und der warmen Witterung lebhaftes Geschäft, so daß bei etwas höheren Preisen ebenfalls schnell verkauft wurde. Der Fleifchgroßmarkt war, wenn man von den Tieren der Reichsstelle absieht, relativ schwach beschickt, so daß die Bestände zu den letzten Preisen bald geräumt waren. Fettwaren zogen im Preise etwas an. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die nunmehr seit sieben Wochen anhaltende Trockenheit hat auf den F u t t e r m i t t e l m a r k t einen befestigenden Einfluß genommen. Das Geschäft hat nach der vor etwa einem Monat eingetretenen Entspannung wieder angezogen, auck die Preise liegen wieder fester. Wenngleich der Landwirtschaft wirtschaftseigenes Futter reichlich zur Verfügung steht, so zeigte sie dennoch wieder verstärkte Nachfrage, insbesondere nach hochwertigen Artikeln. Oelhaltige Futtermittel waren jedoch nicht angeboten, so daß der Bedarf nicht befriedigt wurde. Auch Mischsutter mit hohem Gehalt an ölhaltigen Artikeln konnte nur in kleinen Mengen abgegeben werden. Ferner war Kleie wegen des z. Zt. schwachen Mehlabsatzes kaum angeboten. Die Umsätze beschränkten sich somit in der Hauptsache auf Nach- und Futtermehle, in denen sich das Geschäft bei erhöhten Preisen merklich belebt hat, nachdem sie eine geraume Zeit kaum verwertbar waren. Auch Kartoffelflocken werden gefragt, doch scheitern Abschlüsse an den hohen Forderungen. Das Treberangebot ist infolge der lebhaften Nachfrage der Mischfutterfabriken sehr knapp geworden, was eine weitere Preiserhöhung zur Folge hatte. Rauhfuttermittel liegen ruhig, insbesondere ist Stroh kaum gefragt, während für Heu hin und wieher Umsätze zu verzeichnen sind. Das Geschäft in Neu-Getreide hat sich noch nicht stärker belebt. Obwohl das Angebot an Kontingentsgetreide ausgenommen wird, zeigen die Mühlen im Einkauf Zurückhaltung. Auf der neuen Grundlage der Augustpreise wurde R o g g e n nur in kleinen Mengen gekauft. Für Weizen kamen einige Abschlüsse zur Lieferung ab 16. August und vereinzelt für spätere Liefertermine zustande, doch handelte es sich bisher mengenmäßig um kleine Umsätze. Für altes Getreide bestand keine Nachfrage mehr. Sehr groß war das Angebot in frei verfügbarem Neugetreide, insbesondere von Roggen, das für sich aber bisher keine Verwendungsmöglichkeiten zeigten. Am Futtergetreidemarkt rft das Angebot in Wintergerste sehr stark zurückgegangen, während der Bedarf ziemlich groß bleibt. In leichter Sommergerste hat sich noch kein größeres Geschäft entwickelt. Das Angebot in altem Hafer ist wieder klein geworden, zu den hohen Preisen ist aber auch die Nachfrage gering, zumal neuer Hafer bereits angeboten wird. Das M e h l g e s ch ä f t verlies weiter sehr still. Man kaufte nur den notwendigsten Bedarf zu Tagespreisen. Der Markt hat keinerlei Anregung, da die am 15. August bzw. 15. September in Kraft tretenden neuen Roggen- und Weizenmehlpreise noch nicht bekanntgegeben sind. Abrufe auf alte Kontrakte waren gut. * Die Reichsbank kauft Reichsbankschecks. Die Reichsbank kauft neuerdings im Rahmen ihres Diskontgeschäftes auch Reichsbankschecks, und zwar im Betrage bis 3000 Mark an. Die Schecks müssen jedoch auf eine andere Reichs- bankanstalt lauten als die, der sie zum Kauf angeboten werden. Mein-Mainische Börse. Mtlagsbörse still. Frankfurt a. M., 9. Aug. Die derzeitige Geschäftsstille an der Effektenbörse infolge des starken Mangels an Kundschaftsaufträgen kann kaum noch überboten werden. Für die heutige Börse fehlten zudem noch irgendwelche Anregungen, so daß die Aktienmärkte nahezu stagnierten. Trotzdem erhielt sich der freundliche Grundton, da anderseits auch kein Angebot an die Märkte gelangt. Die Kurse waren wieder nur um Prozentbruchteile gegen die Abendbörse verändert. Etwas Nachfrage verzeich- noten wieder Elektroaktien, die bei kleinsten Umsätzen meist 0,25 bis 0,50 v. H. höher notierten. Rhein. Elektro, Mannheim, gewannen 1 v. H. Der Montanmarkt lag geschäftslos. Harpener, Rhein. Braunkohlen und Hoefch kamen unverändert, Mansfelder 0,25 v. H. freundlicher zur Notiz. Auch chemische Werte hatten nur kleinsten Umlatz, IG- Farben unverändert 158, Deutsche Erdöl minus 0,13 v. H. Schiffahrtsaktien lagen behauptet, AG. für Verkehrswesen eröffneten 0,50 v. H. höher. Leicht befestigt waren außerdem Cement Heidelberg, Feinmechanik Zetter, Kunstseide AKU. und Deutscher Eisenhandel. Andererseits bröckelten Feldmühle Papier 0,25 v. H., Moenus Maschinen 0,13 v. H. ab. Gut behauptet lagen Reichsbank, Daimler und Jul. Berger. Auch am R e n t e n m a r k t lag keine Anregung vor, die Umsätze waren ebenfalls geringfügig bei zumeist unveränderten Kursen. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen mit 97,25 bis 0,40 etwas höher, dagegen zeigte sich in Kommunal-Umschul- düng eher Angebot. Don fremden Werten waren Ungarn bei kleinem Umsatz etwas höher. 4 v. H. Goldrente 10 (9,90), 1914er 9,90 (9,80). Im Verlaufe herrschte fast völlige Geschäftsstille. Montanpapiere sowie einige Nebenwerte bröckelten etwa 0,25 bis 0,50 v. H. tfb, während Elektroaktien ziemlich unverändert lagen, nur Gesfürel gaben 0,65 nach und Licht & Kraft ermäßigten sich auf 136 (136,75). Die später notierten Werte lagen in den meisten Fällen nur knapp gehalten. IG. Farben lagen unverändert freundlich, wenn auch bei kleinsten Umsätzen. Der Rentenmarkt erfuhr keine Veränderungen. Die Tendenz ist gut behauptet, teilweise eher fester. Das günstige Ergebnis aus die neu aufgelegten Schatzanweisungen der Reichsbahn gibt dem Markt einige Anregung, wenn auch kursmäßige Auswirkungen bisher kaum zu verzeichnen find. Auch heute berichten die Zeichnungsstellen von einem sehr befriedigenden Zeichnungseingang. Pfandbriefe und Stadtanleihe lagen unverändert, Liquidationspfandbriefe notierten etwas ungleichmäßig. Auslandsrenten lagen später still, 1914er Ungarn bröckelten auf 9,90 ab. — Tagesgeld unverändert 2,75 o. H. Abendbörse freundlich. An der Abendbörse war die Haltung nach den leichten Abscbwächungen im Mittagsverkehr etwas freundlicher, da einige Aufträge Vorlagen, doch blieb bas Ausmaß der Umsätze ziemlich klein. Die Berliner Schlußnotierungen lagen zumeist gut behauptet. Nachfrage zeigte sich nach IG. Farben zu 158,50 (158,13), ferner gewannen Gesfürel mit 129,50 bis 130,50 v. H., Deutscher Eisenhandel erhöhten sich auf 107 (105,50) und nachbörslich auf 107,50 Geld. Etwas niedriger lagen nochmals Scheideanstalt mit 239 (239,50). Am Kassamarkt kamen Henninger Bräu n. P. mit 124 (122) zur Notiz. Am Rentenmarkt lagen Altbesitz mit 111,75 5 Pf., IG. Farben- Bonds mit 132,25 0,40 o. H., 4,50 v. H. Stadt München von 1929 mit 95,25 0,25 o. H. fester. Don fremden Werten zogen ungarische Anleihen weiter an, auch ungarische Vorkriegspfandbriefe notierten etwas höher, kleines Interesse zeigte sich auch für mexikanische Anleihen. U. a. notierten: Altbesitz 111,75, 4 o. H. Stahlverein 94, IG. Farben-Bonds 132,25, 1913er Ungarn 10, do. 1914er 10, 4 v. H. Goldrente 10,25, 5 v. H. innere Mexikaner 5,60, 5 v. H. äußere Gold 11,75, 4,50 v. H. Irrigation 7,50, Commerzbank 90,65, DD.-Bank 90,25, Harpener 117,25, Mannesmann 93,25, Rheinstahl 116, Stahlverein 86,75 bis 86,90, AKU. 62,50, Bekula 141,75, Daimler 98,50, Scheideanstalt 239, Dt. Eisenhandel 107, Licht & Kraft 136, IG. Farben 158,50, Gesfürel 129,50 bis 130, Holzmann 94, Moenus 88,90, RWE. 136,75, Siemens 184, Südd. Zucker 196, Henninger Bräu 124, Reichsbahn-DA. 123,75, Hapag 16,50, Nordd. Lloyd 17,75. Frankfurter Eierrnarkt. Frankfurt a. M., 9. August. Die Zufuhren in Frischeiern blieben sehr klein und haben sich auch nach der neuen Festsetzung der Eierpreise nicht gebessert. Indessen rechnet man in allernächster Zeit mit größeren Lieferungen holländischer Eier, außerdem werden ab 1. September ausreichende Zufuhren von Balkaneiern zur Verfügung stehen, so daß die augenblickliche Knappheit bald behoben sein dürfte. Der Groß- und Kleinhandel wird bisher in steigendem Umfange mit Kühlhauseiern versorgt, die auch vom Konsum angesichts ihrer hervorragenden Qualität gern gekauft werden. Das Geschäft blieb lebhaft, die zugeteilten Mengen wurden glatt geräumt. Es notierten in Pfennigen pro Stück frei Frankfurt a. M. (Großhandelsoerkaufspreise an den Kleinhandel): Deutsche Markeneier Kl. S 12,25 bis 12,50, Kl. A 11,50 bis 11,75, Kl. B 10,75 bis 11,25, Kl. C 10 bis 10,50, Kl. D 9,25 bis 9,75. Holländer S 12 25 A 11,50, B 11. Deutsche Kühlhauseier: S 10,75 bis 11, A 10,25 bis 10,50, B 9,75 bis 10, C 9,25 bis 9,50, D 8,75 bis 9. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 9. August. Das Anaebot in deutscher Butter zeigte eine saisonmäßige Abnahme, doch waren die Zufuhren noch so, daß der Bedarf befriedigt werden konnte. Gewisser Mangel bestand jedoch in feiner Molkereibutter. Außerdem wird holländische Butter zur Zeit nur knapp angeboten. Das Geschäft nahm trotz der heißen Witterung einen glatten Verlauf. Es notierten in RM. pro 50 Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreise an Den Kleinhandel): Deutsche Markenbutter 144 bis 145, feine deutsche Molkereibutter 142 bis 143, deutsche Molkereibutter 140. Landbutter 125, Kochbutter 115 bis 120. Holländische Butter 144 bis 145. Oberheffen. Ein Fahrraddieb verhaftet. * Lollar, 10. Aug. In einer hiesigen Gastwirtschaft wurde am Donnerstagabend ein f a st neues Herrenfahrrad, das einem in der Wirtschaft weilenden Gast gehörte, gestohlen. Gestern wurde der Dieb in Dau bringen von der hiesigen Gendarmerie gefaßt, als er gerade dabei war, das Rad zu verkaufen. Der Spitzbube ist der 38 Jahre alte Richard Johann B u g i e l, geboren in Lipehne, der erst vor kurzer Zeit aus dem Zuchthaus entlassen worden war und sich nun schon wieder straffällig gemacht hat. Der Täter wurde nach Gießen in das Gerichtsgefäng- n i s eingeliefert. Das Fahrrad konnte dem Bestohlenen zurückgegeben werden. Verhütet Waldbrände. * Schotten, 9. August. Das Kreisamt Schotten gibt bekannt, daß mit Rücksicht auf die außergewöhnliche Trockenheit und die dadurch bestehende erhöhte Gefahr von Waldbränden das Rauchen in Waldungen und in einer Entfernung bis 20 Meter vom Walde sowie das Feueranzünden außerhalb von Gebäuden im Walde und im Umkreis von 20 Meter davon verboten ist. Gegen Zuwiderhandelnde können Geldstrafen bis zu 90 Mark verhängt werden. Wiedereröffnung des Lauterbacher Heimatmuseums. * Lauterbach, 10. Aug. Arn morgigen Sonntag wird das Lauterbacher Heimatmuseum wieder- eröffnet. Die neue Ausgestaltung des Museums ist für den Kreis Lauterbach insofern recht bedeutungsvoll, als in ihr ein wertvolles Stück Heimatgeschichte des ganzen Kreises ihren Ausdruck findet. Fast alle Orte des Kreises haben ausstatten helfen. Am heutigen Samstagabend findet aus Anlaß der Wiedereröffnung des Museums im Hohhaus ein Konzert statt. Der Sonntagvormittag bringt die eigentliche Eröffnungsfeier mit Konzert, Ansprachen und der Schlüsselübergabe. Landkreis Gießen. # Heuchelheim, 10. August. Nach einer alten Sitte ist in unserem Orte immer bis zur Kirmes alle Frucht gedroschen und die Ernte eingebracht. Manche Jahre hielt dies, durch unbeständiges Wetter beeinträchtigt, recht schwer. Bei der anhaltenden Trockenheit der letzten Wochen ging aber in diesem Jahr die Einbringung der Ernte sehr schnell vonstatten. Vier Dreschmaschinen arbeiten schon einige Wochen hier, und wenn man heute durch die Felder geht, ist alle Frucht verschwunden.' Mit dem Ablauf dieser Woche wird hier alles gedroschen sein, also schon 8 Tage vor der Kirmes. Das Ergebnis der Getreideernte kann bei uns als befriedigend bezeichnet werden. Die Dürre der letzten Wochen hat aber große Futterknappheit eintreten lassen. Auch die Kartoffel- und die Dickwurzfelder haben unter der großen Trockenheit sehr gelitten. < Grohen-Linden, 9. August. Von der Ortsgruppe Großen-Linden der Deutschen Stenographenschaft nahmen vier Mitglieder an dem Leistungsschreiben während des Stenographentages in Frankfurt teil. Die Teilnehmer errangen folgende Preise: Schnellschreiben: Abteilung 120 Silben Ida Fett hervorragend; Abteilung 100 Silben Karl Weinandt hervorrag.; Abteilung 80 Silben Otto Jung hervorragend; Abteilung 80 Silben Erwin Keßler sehr gut; Schön- und Richtigschreiben: Erwin Keßler gut. tn. Lang-Göns, 9. Aug. Bis auf einen kleinen Rest von Hafer ist auch in der hiesigen Gemarkung alles Getreide eingefahren worden. Zur Zeit sind vier Dreschmaschinen hier tätig, zwei im Felde, zwei in den Hofen der Bauern. Mit dem Druschergebnis können die Bauern zufrieden sein. Die Futterknappheit macht sich äußerst unangenehm bemerkbar. Ein durchdringender Landregen wäre sehr nötig, damit Klee und Gras nachwachsen können. Das Kraut Der Frühkartoffeln ist bereits abgestorben. Sie werden eben geerntet. Der Ertrag ist verhältnismäßig gut. Wie es mit den Spätkartoffeln werden wird, ist noch ganz ungewiß. Zum Teil zeigen sie noch einen auten Stand, zum Teil werden die Blätter auch schon dürr. — In der jetzigen Trockenperiode ist es ein Glück, daß unsere Gemeindeverwaltung vor einigen Jahren eine Zusatz - Wasserleitung erbauen ließ, die mit einer elektrischen Pumpe das Wasser aus einer Quelle und einem Brunnen in die Hauptleitung pumpt, sonst wäre es schlimm mit der Wasserversorgung bestellt. Trotzdem herrscht auch zur Zeit große Wasserknappheit, daß an den Nachmittagen von 14 bis 18 Uhr die Leitung abgestellt werden muß. (!) Grüningen, 9. August. Von der Kirchenregierung wurde Pfarrverwalter E. Frdr. Walter aus Nierstein mit der Verwaltung der hiesigen P f a r r st e l l e betraut. Der neue Pfarrer hält am Sonntag, 11. August, feine Antrittspredigt. ! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 9. August. Infolge des günstigen Erntewetters find fast alle Fruchtfelder geleert. Leider gab es bei dem Einfahren durch die große Hitze ziemlichen Körnerausfall. Die Dreschmaschinen sind überall in voller Tätigkeit. Der Körne r e r t r a g ist im allgemeinen doch nicht so gut, wie erwartet wurde, weil das Getreide bet der großen Hitze zu schnell reifte. Die Frucht, ins« besonders der Roggen, die sich vor der Blüte gelegt hatte, hat fast ausnahmslos ganz kleine und schlechte Korner. Den besten Erttag geben Weizen und Hafer. Man kann also von einer guten Mi11elernte sprechen. In fast allen Feldern sind zahlreiche Aehrensaxnmler, in der Hauptsache Kinder, bei ihrer mühsamen Arbeit. Sie bringen oft ganz erhebliche Mengen von Aehren nach Hause. Unseres Wissens besteht auch nirgends ein Leseverbot, wie das in früheren Jahren der Fall war. Arme und erwerbslose Volksgenossen können sich durch das Aehren- lesen eine gewisse Nebeneinnahme sichern. Zu be- arüßen ist es auch, daß die meisten Dreschmaschinenbesitzer sich bereit erklärens die gesammelten Aehren, meistens ohne Entgelt, zu dreschen. — Die große Trockenheit wirkt sich auf den Feldern sehr unangenehm aus. Klee und Gras zeigen fast keinen Nachwuchs. Auch der Mais, der sonst in trockenen Jahren als guter Futterersatz einfprinqen mußte, ist ganz klein geblieben und zeigt dürre Spitzen. In der Hauptsache ist dies der deutsche und ungarische Mais. Die Wiesen sehen ganz verbrannt aus, die Grummeternte wird sehr schlecht ausfallen. In den Gärten und auf hen Baum- ft ü cf e n ist es am schlimmsten. Vielerorts besteht das Verbot, wegen der Wasserknappheit zu gießen. Das Gemüse ist stark zurückgeblieben und zeigt überall die Drehkrankheit, die sogenannten „falschen Herzen". Auch die Kohlhernie macht sich breit. Zu allem kommen nun die Massen von Kohlweißlingen, die mit der Eiablage beginnen. Bohnen und Gurken bringen nicht viel ein und sterben ab. Die Zwetschenbäume, die ziemlich gut angesetzt hatten, bekommen gelbe Blätter und lassen die Früchte fallen. Auch zahlreiche Aepfel fallen ab. Die Frühkartoffelernte ist in vollem Gange. Hier ist das Ergebnis verhältnismäßig gut, weil bei ihnen noch die letzten Regenfälle wirken konnten. Die S p ä t f a r t o f f c I n auf leichten Aeckern sterben auch schon ab. Hier fann auch ein Regen nichts mehr helfen. Die Ernte wird sehr knapp ausfallen. Am besten stehen noch Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Oatum 6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1984 6'/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten ............. 4‘/t% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, 1....... 6% et)em.8% Hess. Bolksstaat 1929 srückzahlb. 102%) ............ 4y,% ehe in. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........ 5y,% ehem. Hess. LandcS-Hypo- lhekenbank Darmstadt Liaut ... 4y»% ehem. 8% Darmst. Komm. Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auolos.-Rechten ............. Deutsche Komm. Sammelobl. Anleihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten *Vi% chem.8% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6%% ehem. 4y,% Franks. Hyp.- Bank-Ligu.-Psandoriese....... t>Vi% ehem. 4y,% Rheinische Hyp.-Bank-Ltgu.-Goldpfe *¥1% ehem. 8% Pr. LandeSpfand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 4y,% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- briesanst., Gold Komm. Cbl.VI Steuerautsch.BerrechnungSk. 85-89 4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterrcichische Etlberrente 4% Ungarische Goldrente....... 4% Ungarische EtaatSrente v. 1910 4yt% desgl. von 1913.......... 6% obgest. Goldmerikaner von 99 4% Türkische Bagüadbahn-Anlethe Serie l..................... Reichsbankdiskont 4 o. H., Lornbardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. M. Serkin Datum 8.8. 8.8. I. G. Farben-Jndustrte Scheideanstalt........ 158,13 94,5 Banknoten. 37,5 196 Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. 116,5 122,25 Gchluß- kurs Goldschmidt .... Rütgerswerke ... Metallgesellschaft. 111 121 114,25 111,4 62,4 118 119,25 89,65 135,65 97,9 156,25 88,4 29,4 286 186 158,5 Schluß, kurs 225 116,13 86,75 18 135 130 199,9 Mansfelder Bergbau .. KolSwerke ........... Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen Rheinstahl Bereinigte Stahlwerke. Otavi Minen ........ Kaliwerke Aschersleben. Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth Gritzner Mamkraftwerke Höchst Süddeutscher Zuck« Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt.. Schluck' Mittag- börse 9 8- Schultheis Patzenhofer Aku (Allgemeine Kunstseide) Bemberg................. Hellstoff Waldhos Zellstoff Aschaffenburg Dessauer GaS Daimler Motoren Deutsche Linoleum Orenstein & Koppel Westdeutsche Kaufhof Ebade Accumulatoren-Fabrtk ...... Lonti-Gummi ............ Gchlußk. Abend- börse 9.8- Frankfurt e.3JL Berlin Schluß- kurs Schluß». Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Miltag- börse 8.8. 9.8. 8.8 9.8. — — 101 101,13 97,4 97,4 97,65 97,7 103,25 102,9 103,25 103,25 111,7 111,75 111,7 111,7 100,4 100,4 100,4 100,4 98 98 97,5 97,5 96,5 96,5 — — 101 * 101 — — 93 93 — — 127,5 127,5 — — 115,5 115,5 115,5 115,5 96,65 96,65 — — 101 101 — — 101,75 .101,75 101,5 101,5 97 97 97 97 97 97 97 97 107,4 107,3 107,4 107,3 28,5 28,5 29 29,75 — -- 1,5 — 9,9 10,25 9,9 10,25 9,75 10 9,9 10,13 9,8 10 9,4 10,13 11,25 11,75 |1,25 11,75 — — — — Frankfurt a. M Berlin Gchluß- kurs Schlupi. Abend- börse Echluß- lurs Schlußk. Mittagbörse Datum 8 8 9.8. 8.8. 9.8. 4% desgl. Serie II ........... 11,75 11,75 _ _ 5% Ruman. vereinh. Rente v. 1903 6,5 6,4 6,4 6,4 4yr%Rumän.vereinh.Rentev.l913 8,5 8,5 8,65 8,55 4% Rumänische vereinh. Rente 5,3 5,2 5,25 5,25 2 V<.% Anatolier ............. 40 40 40,25 40 Hamdurg-Amerika-Paket ..... 0 16,5 16,5 16,9 16 65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 28 28 Norddeutscher Lloyd ......... 0 18 17,75 18,5 17,9 A.G. für Verkehrswesen Akt. .. Berliner Handelsgesellschaft ... 0 5 87,25 118,75 87,75 119,5 87,4 120 87 119,65 Commerz, und Privat-Bank ... 0 90,65 90,65 90,65 90,65 Deutsche Bank und Disconto- Gesellschaft................ 0 90,25 90,25 90,25 90,13 Dresdner Bank.............. 0 90,25 90,25 90,25 90,25 Reichsbank ................ 12 188 188 187,5 187,65 «C.G...................... 0 39,75 40 39,9 40 Bekula.................... 10 141,65 141,75 141,65 141,9 Slektr. Lieferungsgesellschaft... 5 119 118,25 118 118 Licht und Kraft ........... ey. 136,75 136 136,25 136 Felten & Guilleaume......... 0 109,75 109,5 109,9 109,5 Gcsellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 129,25 130 129,5 129,5 Rheinische Elektrizität ........ 5 142 143 142 144,5 Rhein. Wests. Elektr.......... 6 136 136,75 136 136,9 Schufte« L Co............... 4 129 129 >29,4 129,4 Siemens & Halske............ 7 184,65 184 184 184 Lahmeyer LEo.............. 7 138 137,25 137,9 137,25 Buderus .................. 0 107,4 107,5 107,75 107,5 Deutsche Erdöl .............. 4 114.65 114,4 114,75 114,25 Gelsenkirchener.............. 0 Harpener ................ 0 117,5 117,25 117,5 117,25 Hoesch Eisen—Köln-Neueffe» .. 0 104,75 104,75 105 104,75 Alse Bergbau ............. 8 175 175 172,75 172,5 Ilse Bergbau Genüsse........ 6 134 133,5 133,25 133,5 Klücknerwerke .............। K 101,5 100,65 101 101 Mannesmanu-Röhrrn........ 93,5 93,25 93,5 93,25 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 8.August 9. August Amtliche Notierung Amtliche Geld Dotierung Srief Geld Sries Buenos Aire 0,663 0,667 0,663 0,667 Brüssel..... 41,90 41,98 41,88 41,96 Rio de Jan. 0,139 0,141 0,139 0,141 Sofia ...... 3,047 3,053 3,047 3,053 Kopenhagen. 54,94 55,06 54,92 55,02 Danzig..... 46,915 47,015 46,92 47,02 London ..... 12,305 12,335 12,30 12,33 Heljingfor» .. 5,425 5,435 5,42 5,43 Paris ...... 16,41 16,45 16,415 16,455 Holland .... 167,63 167,97 167,73 168,07 Ftalien..... 20,33 20,37 20,33 20,37 Japan ...... Jugoslawien. 0,725 0,727 0,725 0,727 5,684 5,696 5,684 5,696 Oslo..... ; 61,84 61,96 61,81 61,93 Wien....... 48,95 49,05 48,95 49,05 Lissabon .... 11,15 11,17 11,15 11,17 Stockholm... 63,43 63,55 63,40 63,52 Schweiz .... 81,10 81,26 81,12 81,28 Spanien.... 34,02 34,08 34,00 34,06 Prag....... 10,29 10,31 10,29 10,31 Budapest ... Neuyork ... 2,480 2,484 2,478 2,482 e 115,75 116 115,5 5 —— •— 121,75 O — — —— 12 225 225 224 y» 116 116 116,13 0 87,65 86,9 87,65 O 17,9 135 17,9 18 5 135.65 135 6 131 130 130,25 y> 199 — 199,5 7 158 158,5 158 9 240 239 —• O 111 111 111,5 4 121 120,75 121,25 4 113,5 114,25 113,65 O' 94 94 94,75 6 122,5 122,9 4 135 134 4 _ _ 111,75 O 62,13 62,5 62,13 O 118,5 117,75 118,4 0 120 119,75 120,13 0 90 89,75 90 7 —— — 135,25 Ö 98 98,5 97,5 6 157,65 156,5 157,25 O — — 88,25 O 29,9 29,65 29,75 0 286,75 286 287,5 12 186,5 — 186,5 8 159,5 158,25 159,75 O 36 - 36 4 101 101 - • 198 196 198 Berlin, 9-August Geld - MT " Amerikanische Noten.............. 2,43 2,45 Belgische Noten.................. 41,76 41,92 Dänische Noten ................. 54,86 55,08 Englische Noten .......... 12,305 Französische Noten............... 16^365 16,425 Holländische Noten ...... . ...... 167,31 167,99 Italienische Noten................ 19,46 19,54 Norwegische Noten .............. 61,60 61,84 Deutsch Oesterreich, 4 1OO Schilling Rumänische Noten............... —— Schwedische Noten............... 63,18 63,44 Schweizer Noten................. 80,89 81,21 Spanische Noten................. 33,64 33,78 Ungarische Ä4>tc8 •••••••••••••••• die Dickwurz, und zwar die an Ort und Stelle gesäten. Den ausgesetzten Dickwurz fehlt der durchdringende Regen. Ebenso ist es mit den Kohl- raben, die besonders für feuchtes Wetter dankbar sind. + Grünberg, 9. Aug. Das Ergebnis von der Sammlung der Schüler für das 3 u ■ üendherbergswerk liegt nun vor. Es beträgt für die beiden hiesigen Schulen 305,54 Mark. Davon entfallen auf die Oberrealschule 112,59 Mark, auf die Volksschule 192,95 Mark. Von den fünf Klassen der Volksschule erreichte eine Klasse den Betrag von 63,76 Mark. £ Grünberg , 9. Aug. 3m Laufe dieser Woche sind die P f l a st e r a r b e i t e n auf der Alsfelder Brücke und von da bis zum Stadteingang fertig geworden. Die im weiteren Zuge folgende Fritz- Hille-Straße (früher Alsfelder Straße), deren jetziges Pflaster sich in schlechtem Zustande befindet, soll nun auch bis zum Marktplatz hm Klempflaste- rung erhalten. Bei der Pflasterung der Gießener Straße war erhöhter Fußsteig bis zur Färbgraben- gasse vorgesehen. Auf Wunsch der weiterhin wohnenden Anlieger und mit Zustimmung des Gemeinderates soll nun der Fußsteig bis in Höhe des Sportplatzes fortgeführt werden. Die erhöhten Randsteine werden schon gesetzt, während über die Ausführung des Fußsteiges noch Verhandlungen mit den Anliegern gepflogen werden sollen. ch Sauter, 8. Aug. Gestern traf die Dresch, maschine in unserem Dorfe ein, um mit dem Drusch zu beginnen. Der Strohertrag ist gut, wäh- rend der Körnerertrag gegen das Vorjahr geringer ist. — Am letzten Augustsonntag findet nach althergebrachter Tradition die diesjährige Kirmes statt. Kreis Böbingen. * Büdingen, 9. Aug. 3n der gestrigen G e. meinderatssitzung wurde u. a. mitgeteilt, daß die Anzahl der R a t s m i t g l i e d e r für Bü- dingen vom 1. Oktober 1935 ab auf n e u n festgesetzt ist. Für 3 u d e n soll die Benutzung der st ä d t i - scheu Badeanstalt in Zukunft verboten sein. + Nidda, 9. Aug. 3n verschiedenen größeren Orten unserer Gegend ist man in den letzten Zähren dazu Übergegangen, Schwimmbäder an- zulegen. Auch in kleineren Gemeinden schloß man sich zusammen und schuf ähnliche Einrichtungen. Diese Badestätten dienen nicht nur den gesundheit- liehen Belangen der Bevölkerung, vielmehr ist ihnen auch Bedeutung für den Fall der Feuersgefahr beizumesfen. Als Brandteiche erweisen sich die Badeanstalten meist als. sehr geeignet. Nidda hat bereits ein Bad in der Größe von 2500 Quadratmeter, das von dem ,',Hohensteiner Bach", einem ständig fließenden Bächlein, gespeist wird. Das Wasserbecken der Gemeinde Fauerbach kann durch den in unmittelbarer Nähe liegenden Wasserleitungsbehälter gespeist werden. Die Gemeinde Ober-Lais beabsichtigt, den am Dorfe vor beifliehenden kleinen Bach für ein paffendes Schwimmbad zu verwenden. Das nahe bei Nidda liegende Michelnau hat einen Wasserbehälter,. der von dem Laisbach bei seinem natürlichen Lauf gefüllt wirt). Die Gemeinde Geiß-Nidda sucht sich in der ungefähr 20 Minuten vom Dorf vorbeifließenden Nidda eine geeignete Vorrichtung für Badezwecke herzustellen, was ohne große Geloausgaben ausführbar ist. 3n Ober-Schmitten kann man sich mit dem feit etlichen 3ahren bestehenden Schwimmbad an der Nidda nicht mehr recht befreunden, da dem Wasser die zum Baden notwendige Temperatur infolge vieler kalter Quellen in der Nidda fehlt. Die Gemeinde beabsichtigt die Errichtung eines neuen, vorteilhafteren Bades. Kreis Schotten. a Schotten, 9.Aug. Der Kommandeur des 1. Bataillons I n f a n t e r i e . Regiments 15 Gießen hat der Stadt und der Bevölkerung den herzlichsten Dank des Bataillons für die freundliche Aufnahme und Bewirtung aussprechen lassen, die das Militär bei den Hebungen, die kürzlich im Vogelsberg stattfanden, hier gefunden hat. — Die hiesige Schützengesellschaft hat sich in einer Versammlung unter Leitung des Schützenmeisters W. Neumann reorganisiert und wirb den edlen Schießsport mit neuer Kraft aufnehmen. Ebenso hat sich der Sportverein, Fuß ball k l u b umgeblibet unb nimmt in alter Form unb Stärke bas Fußballspiel wieber auf. — Die Arbeiten am Helbenhain, bem Ehrenmal auf ber Warte, schreiten rüstig vorwärts. Das Denkmal ist im Rohbau soweit fertiggestellt. Enbe September wirb voraussichtlich bie Einweihung ftattfinben. * Schotten, 9. August. Der Zweigverein Schotten b e 5 Vogelsberger Höhen- Clubs wirb am morgigen Sonntag in dankbarer Würdigung der Verdienste um die Wanderbewegung bem Reichswanderführer, Ministerpräsident a. D. Professor Dr. Werner im Giertale eine Eiche weihen. Voraussichtlich wird der Reichswander- führer an dieser Ehrung selbst teilnehmen. Kreis Alsfeld. *!* Ruppertenrod, 9. Aug. Nachdem auf ber Straße Ruppertenrob — Mücke schon geraume Zeit bie Anfuhr von K l e i np f l a st erst e i n e n erfolgt ist, beginnen nun bie Arbeiten. Die Sperrung der Strecke Ruppertenrob—Grünberg macht unangenehme Umleitungen des 23er- kehrs nötig, so daß zu wünschen ist, daß die Arbeit zu gleicher Zeit von recht vielen Kräften ausge- führt wird, um möglichst bald zum Abschluß zu kommen. Die steileren Berge sollen mit gröberem Pflaster ausgeftattet werden. Besonders erfreulich ist, daß auch'durch unser Dorf die Pflasterung der Straße burchgeführt wirb. Bei ber seitherigen Straßendecke unb bem starken Verkehr durch unseren Ort war im Sommer bie Staubplage für die Anwohner fast unerträglich. Die überhöhten Kurven der Ohmstraße sind kürzlich mit Teersplitt versehen und damit fertiggestellt worden. — Der unter dem hiesigen Ratssaal gelegene frühere Schulsaal wurde der HI. als Heim zur Verfügung gestellt. Inzwischen ist das neue Heim entsprechend möbliert worden. Die hiesige HZ. hat damit ein zweckentsprechendes Heim erhalten. — Der Bau eines Schwimmbades in oder an der Ohm innerhalb unserer Gemarkung ist nunmehr endgültig vorgesehen unb dürfte im nächsten Jahre vollendet werden. Damit geht ein langgehegter Wunsch besonders ber Jugend in Erfüllung. Aus dem Rhein-Main-Gebiet. Schwerer Kraflwagenunfall bei Oberems. LPD. Königstein, 9.Aug. Auf ber ßanb- ftrafje von Königstein nach Limburg ereignete sich zwischen ben Abzweigungen nach Oberems unb Nieber-Oberrob am Donnerstagnachmittag ein folgenschweres Autounglück. Ein aus Richtung Königstein fommenber Personenkraftwagen fuhr mit angeblich hoher Geschwinbigkeit in bie an der Unfallstelle befindliche Kurve, als ihm ein Last- Fraftroagen entgegenkam. Beim Versuch, auszuweichen, kam das Personenauto der Böschung zu nahe, geriet ins Schleudern, sauste gegen einen Telegraphenmast und dann gegen einen Baum. Dabei überschlug sich der Wagen mehrmals. Der W a g e n - führer war sofort tot, während der Beifahrer in weitem Bogen in den Straßengraben geschleudert wurde, wo es besinnungslos liegenblieb. Auch er erlag bald feinen Verletzungen. Bei den Verunglückten handelt es sich um einen etwa 23 Zähre alten Reisevertreter aus Bad Homburg und den 31 Jahre alten Einwohner Bering aus (Samberg. Unter dem Verdacht der Vrandstistung verhastet. Oberursel, 9. Aug. (LPD.) Im Jahre 1932 brannte bie Wallauersche Mühle in Oberursel nieber. Da bie Mühle stark verschulbet war Freie Bahn V. A. Das beutsche Fahrrab ist wegen seiner technischen Vorzüge — Festigkeit, Leichtigkeit, Dauerhaftigkeit unb Leistungsfähigkeit — in ber ganzen Welt bekannt unb geschätzt. Das deutsche Markenrad ist in Deutschland feit der Erstarkung unseres nationalwirtschaftlichen Verantwortungsgefühles das fast ausschließlich benutzte „Stahlroß". Es dient dem Berufswege, der Wanderfahrt und dem Sport im Besitze von rund 16 Millionen Volksgenossen? Das ist eine hübsche Zahl; sie umfaßt ungefähr ein Viertel aller Reichsangehörigen im Znlande. Außerdem ist ein täglicher Zustrom „Freiwilliger" zu dieser riesigen „Radfahrer-Armee" feststellbar. Und alle diese Millionen werden es der Reichsarbeitsgemeinschaft für Radfahrwegebau und dem Amt für Volkswohlfahrt zu danken wissen, was in der von ihnen eröffneten Werbeschau in ber Technischen Hochschule Charlottenburg angestrebt wirb. „Dem Wanbersmann gehört bie Welt, in allen ihren Weiten!" singt unser treuer Dichter Friedrich Rückert. Und was der Wandersmann mit Schusters Rappen nicht abstreifen und besuchen kann, das erreicht leicht und schnell der Radfahrer. Vor anderen motorisch betriebenen Fahrzeugen hat das Fahrrad die Billigkeit voraus, außerdem die gesundheitsfördernde Bewegung und eine große Unabhängigkeit in der Wahl der Wege. Manch schmaler Pfad in Wald und Heide kann ihm dienen, wo ein Kraftwagen z. B. versagt. Deshalb ist bas Fahrrad das ideale Verkehrsmittel für Menschen, die in einsamen, ländlichen Gegenden, wo es noch mit den Ehaussen „hapert", ihren Geschäften oder ihrer Erholung in Feld und Flur nachgehen. Auf die großen Verkehrsstraßen brauchen sie sich in Zukunft dank der Reichsarbeitsgemeinschaft für Radfahrwegebau nicht mehr allzu oft zu wagen. Generalinspekteur ber Reichsautobahnen, Dr. Tobt, betont, baß ben Rabfahrern mit Sonber- roegen gebient werben muß. Unb bie Anlage solcher Radfahrwege zeigt bie soeben eröffnete Werbeschau in Charlottenburg bem Rabfahrer. Das wirb ein unb vor ber Zwangsversteigerung ftanb, tauchte schon damals ber Verdacht der Brandstiftung auf, ohne daß dem Besitzer jedoch etwas nachgewiesen werden konnte. Zn ben letzten Tagen hat sich nun nach neuerlichen Feststellungen ber Kriminalpolizei ber Derbacht ber Branbstiftung berart verbichtet, baß man zur Verhaftung bes Mühlenbesitzers W a l l a u e r schritt. Er würbe bem Amtsgericht Bad Homburg zugesührt, das sofort Haftbefehl erließ. Selbstmord an der Hochspannleitung. König i. O., 9. Aug. (LPD.) Aus schreckliche Weise machte ein hiesiger 26jähriger Mann seinem Leben ein Enbe. Er erkletterte ben Mast der Hochspannleitung und berührte das Kabel, wobei er schwer verbrannt und getötet wurde. Kreis Wetzlar. (T) Wißmar, 9.Aug. Seltenes Weidmannsheil hatte dieser Tage ber Jagbpächter H. M ö ck von hier in seinem Jagdrevier ber Gemeinbe Seelbach, Kreis Marburg. Von einem Hochsitz aus er» legte er zwei Heberläufer, nachdem er am selben Tage an bemselben Platze auch einen Rehbock geschossen hatte. — Schon längere Zeit spürt man in den Waldungen unserer Gegend, insonderheit im Wißmarer und Krofdorfer Forst, Schwarz- wild, das bislang hier nur hin unb wieder als Wechselwilb oorkam. -em Radler! weiterer gewaltiger Antrieb für ben Umsatz ber Fahrradinbustrie sein. Nicht nur ber beutsche Arbeiter unb ber Rab- sahrer freuen sich bieses roerbenben Werkes. Auch ber Kraftwagenführer bankt es ben schaffenden Händen ber Reichsarbeitsgemeinfchaft für Rabfahr- roegebau, baß bie Lanbstraßen entlastet werben. Schließlich gibt es ja immer Schwierigkeiten, wenn allzu verschiedene Verkehrsmittel auf einer Chaussee „Wir wollen, baß dieses Volk einst nicht verweichlicht wirb, sondern daß es hart sei, daß es den Unbilden des menschlichen Lebens Widerstand zu leisten vermag, und ihr müßt euch in der Jugend dafür stählen." e Adolf Hitler. Darum: Zeltlager der Hitler - Jugend t bahinrollen — hier ein Pferbewagen, bort ein Kraftrad, hier ein Radfahrer, bort ein Kraftwagen unb schließlich noch ein Hanbwagen ober Schubkarren? Manche Stadt des deutschen Vaterlandes hat es sich deshalb schon vor dem Kriege angelegen sein lassen, ein prächtiges Reh von Radfahrwegen durch Wald und Wiesenland zu ziehen. Ungestört kann der Raturfreund hier seine langen Dege fahren, er ist weder der Unsicherheit, noch dem Staub der Hauptlandstraßen ausgesetzt, und der Landbriefträger und sonstwie Berufstätige kommt frischer an feinen Arbeitsplatz und wieder heim. Wenn nun auf ber Ausstellung ersichtlich wirb, baß für ben Bau eines Kilometers Rabsahrweg eine ganze Woche lang 50 Arbeiter beschäftigt werden, so können wir bei der noch unabsehbaren Länge der zu schaffenden Wege annehmen, daß ein weiterer gewaltiger Schritt aufwärts mit diesem echt sozialen Werke des nationalen Deutschlands getan wird. Rundfunkprogramm. Sonntag, 11. August. 6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45t Choralblasen. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit. „Vom Wesen ber solbatischen Erziehung". Don Oberstleutnant Altrichter (Verlag Gerharb Stalling, Oldenburg). 10: Deutsche Morgenfeier ber HI. 10.30: Chorgesang. 11.10: Ein zoologischer Parabiesgarten. Aus (Erinnerungen von Prof. Lubwig Heck, Berlin. Zu feinem 75. Geburtstag. 11.30: Was frag ich nach der Welt. Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Mittagskonzert. 14: Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Stunde bes Lanbes. 16: Nachmittagskonzert. 18: Jugenb- funk. „Pimpf, hör zu!" Pimpfe erzählen Fahrten- ertebniffe. Eine Hörfolge. 18.30: Volksmusik. 19: „Nebenan unb gegenüber". Funkfolge. 19.50: Sport. 20: Abenbkonzert. 22: Nachrichten. 22.10: Sportnachrichten, Nachrichten aus bem Senbebezirk. 22.20: Sportfpiegel bes Sonntags. 22.45: Tanzfunk. 24 bis 2: Nachtmusik. Montag, 12. August. 6 Uhr: Choral — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 8.10: Gymnastik. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.30: So- zialbienst. 11.45: Bauernfunk. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. Anschließenb: Nachrichten aus bem Senbebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. 15: Nachrichten. 15.15: Kinberfunk: Heut fingen wir alle zusammen. 15.30: Europa unb Napoleon I. nach Waterloo. Don Dr. W. Knögel. 15.45: Wunderkuren. Plaudereien eines alten Arztes. 16: Kleines Konzert. 16.30: Kunst unb Glaube. Brief für schöpferische Menschen. 16.40: Bücherfunk. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Jugenbfunk. 18.45: Das Leben spricht. 19: Unterhaltungskonzert. 19.50: Der Tagesspiegel bes Reichssenbers Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Heiter ist bie Stunde. 21: Die unterirdische Großstadt. Funkberichte. 21.30: Kammermusik. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Hnerhaltungskonzert. 23: Musik zur „Guten Nacht". 24 bis 2: Nachtmusik des NS.-Reichs-Sin- fonieorchesters. Dienstag, 13. August: 6 Hhr: Choral — Morgenspruch; Gymnastik. 6.30: Frühkonzert; Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Frühkonzert. 9.15: Operettenklänge. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche unb Haus. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauernfunk 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Senbebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.15: Wirtschaftsbericht. Wer will Unternehmer werden? Ein Gespräch. 14.15: Sendepause. 15: Nachrichten. 15.15: Für die Frau! 16: Kleines Konzert. 16.30: Die Schlacht am Water- berg vorn 10. bis 12. August 1904. Ein Bericht von Major a. D. von Beringe, Dresden. 16.45: Das deutsche Automobil auf dem Weltmarkt. Ein Bericht von Dr. K. Kühn, Frankfurt a. M. 17: Nachmittagskonzert. 18.30: Polen, ein junger Staat und eine junge Volkswirtschaft. 18.45: Zeitgenossen gibt’s... 19: Olympisches Dorf. 19.40: Vom Gemeinschaftsempfang der Deutschen. 19.50: Der Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Die Zauberflöte. Oper in 2 Aufzügen. 22.10: Nachrichten; anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk, Sportbericht. 22.20: Akademische Weltmeisterschaften in Budapest. Die Aus- scheidungskämpfe der ersten drei Tage. 22.30: Musik zur späten Nacht. 24—2: Nachtmusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 11. August. 8. Sonntag nach Trinitatis. Gießen. Sladlkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für bie Neukonfirmierten ber Markus- gemeinbe; 9.30: Propst Knobt. — Johanneskirche. 8: Psr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für bie Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbefprechuno im Johannesfaal; Pfr. Ausfeld. — Kapelle bes Alten Friedhofs. 9.30; zugleich Christenlehre für die neukonfirmierten Knaben ber Luthergemeinbe. — Petruskapelle. 9.30: Stubienrat Dr. Unverzagt. — Wieseck. 9.30: Haupt- gottesbienft; 10.45: Kinberkirche. — Atten-Buseck. 9.30: Gottesbienft. — Groheu-Buseck. 10.30: Gottesbienft. — Albach. 8.30: Gottesbienft. — Steinbach. 10: Gottesbienft. — Annerod. 12.30: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Rödgen. 10: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Heuchelheim. Gesunde Haut durch xw/ Seife I5u 15 Pfg vvcsii^Rsi« Creme 30Pfg. Puder 30Pfg. ftoctzstätter-Tapeten Ihre Verlobung geben bekannt Else Ziegler Martin Schroeder Ingenieur unb Gewerbelehrer Gießen Aachen Marktlaubenstraßes 10. August 1935 Kaiserallee 67 Q3345 Ihre Vermählung zeigen an Hermann Buchner Anni Buchner, geb. Lanio Gießen Kändelstraße 1), den 10. August 1935 1547 v Erwin Hauck Anni Hauck, geb. Knapp zeigen ihre Vermählung an Gießen (Mühlstraße 5), 10. August 1935 4551 D Statt Karten! Joseph Minnig und Frau Emmy, geb. Geiß geben ihre Vermahlung bekannt Gießen, Hillebrandstraße 14 Koblenz-Arenberg ben 11. August 1935 03373 Familiendrucksachen Verlobungsanzeigen Vermahlungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. Schulstr. 7 Ein Quell b.g-rcube für den Naturfreund Belauschtes Leben Kleine Kreatur in Wasser, Busch und Halm Don Karl Otto Bartels. 164 Naturaufnahmen aus dem Leben der niederen Tierwelt mit erläuternden Bildunter, schriften, Namensan. gab. u. ausführlichem Text (62 Seiten). Mit einem Geleitwort von 'Profess. Dr. Deegener, Universität Berlin. Dieses Werk bringt erstaunlich vielseitige und trefflich gelungene Einzelbilder und Bild- folgen aus dem reichen Leben der zahllosen kleineren Lebewesen. 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Missionsfest. 14: Gottesdienst; Missionar Walther; Kollekte; 15.45: Nachversammlung; Dekan Schmidt, Missionar Walther. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst; Christenlehre für die weibliche Juaend; anschließend Kindergottesdienst. — Dahenvorn- Steinberg. 13: Gottesdienst. — Grüningen. 10: Gottesdienst. — Garbenteich. 9: Gottesdienst; anschließend Christenlehre. — Hausen. 11: Gottesdienst. — Lich. 10: Stiftspfarrer Naumann. Kinderkirche fällt aus. — Nieder-Befsingen. 13.30: Gottesdienst; Stiftspfarrer Naumann. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hauptgottesdienst. — Bettenhausen. 13.30: Hauptgottesdienst. — INünzenberg. 10.30: Gottesdienst; 12.30 (nicht 13): Christenlehre. — Trais- Blünzenberg. 8.30: Gottesdienst mit Christenlehre.— Hungen. 9.45: Gottesdienst. — Langd. 13: Gottesdienst. — Kirtorf. 11: Christenlehre; 13: Hauptgottesdienst; 14: Kindergottesdienst; 20: Abendgottesdienst; Dekan Dr. Wendel. — Ober-Gleen. 8.30: Christenlehre; 9.15: Kindergottesdienst; 18.30: Abendgottesdienst; Dekan Dr. Wendel; anschließend Feier des hl. Abendmahls für Jugendliche; Pfr. Monnard. — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die männliche Jugend. — Mainzlar. 13.30: Gottesdienst. Evangelische Stadtmission (Löberstraße 14). Sonntag, den 11. August. 8.30 Uhr: Morgenandacht; 20.30: Eoangelisations- vortrag. Mittwoch, den 14. August. 20.30 Uhr: Bibelstunde. Neuapostolische Gemeinden. händelstraße 1. — Ederstraße 13. Sonntag, den 11. August. 9.30 Uhr (nur im Lokal Händelstraße): Gottesdienst; 16: (in beiden Gemeinden): Gottesdienste. Mittwoch, den 14. August. 20.30 Uhr: Gottesdienste. Baptislen-Gemeinde (Gartenstraße 13). Sonntag, den 11. August. 11 Uhr: Kindergottesdienst; 20.30: Prediger Falk. Donnerstag, den 15. August. 20.30 Uhr: Bibelbesprechung; Prediger Lotz. Chrlstllche Gemeinde (5a den Mühlen 2). Sonntag, den 11. August. 10 Uhr: Erbauungsstunde; 20.30: Evangelisation. Dienstag, den 13. August. 20.30 Uhr: Bibel- und Gebetsstunde, katholische Gemeinden. Samstag, den 10. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 11. August. 9. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Angestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht: 15: Jungfrauenkongregation. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Messe. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 9.30: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.15: Hochamt mit Predigt. Montag, den 12. August. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 14. August. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Oeffentlicher Sonntagsdienst. Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01. Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf leie» fon 02. Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr. Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 1 bis 13 Uhr. Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzte: Dr. Mehl, Dr. Malech. Zahnarzt: Dr. Schott. Apotheke: Pelikanapotheke. Büchertisch. — Zwischen USA. und dSm Pol. Bon Colin Roß. (Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. Gebunden 6 Mark.) — (340) — Dieses Buch des bekannten Forschungsreisenden führt durch Kanada, Neufundland, Labrador bis an die Grenze der Arktis. Der außerordentlich fesselnde Reisebericht, der dem Leser tiefe Einblicke in alle Teile sener gewal» Ligen Länderfläche und in die vielfältigen Erscheinungen des Lebens der Bewohner gibt, wird durch 71 Abbildungen und eine Karte in vorteilhafter Weife bereichert. Der größte Teil des Buches ist den unermeßlichen Weiten Kanadas gewidmet, das etwa zwanzigmal größer ist als Deutschland und dabei noch nicht von zehn Millionen Menschen bewohnt wird. Colin Roß betrachtete dieses Land bewußt unter deutschen Blickpunkten, und was er den deutschen Lesern als Ergebnis dieser Reise und seiner Studien an Ort und Stelle zu sagen hat, ist darum doppelt interessant und wichtig. Dieses wertvolle Buch bringt jedem Leser eine bedeutsame Bereicherung seines Wissens um den Stand der Dinge in der Welt, zugleich aber auch eine dankbar empfundene gute geistige Unterhaltung. Es sei bestens empfohlen. — Werner Deubel: Der deutsche Weg zur Tragödie. 80 Seiten. Preis 2 Mark. Verlag vön Wolfgang Jeß in Dresden. — (3) — Die Schrift des früher in Frankfurt als Theaterkritiker und Feuilletonredakteur tätigen Schriftstellers Werner Deubel, der in seinen Gedankengängen stark unter dem Eindruck der Philosophie von Ludwig Klages steht, sucht in einer eindringenden Untersuchung das Tragische und das Heroische als die wichtigsten Grundzüge des germanischen Wesens herauszuarbeiten und die von den Griechen über Shakespeare zu Schiller und Kleist führende innere Entwicklungslinie aufzuweisen. Wir-halten es für ein Verdienst dieser Abhandlung, daß sie um die Klärung gewisser Grundbegriffe bemüht ist, über die noch immerhin weithin Unklarheit und Mißverständnis verbreitet ist. Das wird auch der anerkennen müssen, der Deubel nicht in allen Einzelheiten seiner Auffassung und Wertsetzung zu folgen vermag. — Deutsches Frauenliederbuch. Volk-, Heimat- und Hausoerbunden, ein singender Weiser durch den Lebenskreis jeder deutschen Frau. Herausgegeben von Erika Steinbach, mit einem Geleitwort der Reichsfrauenführerin Frau Gertrud Scholz-Klink. Kart. 0,60, Leinen 1,00 Mark. Bärenreiter-Verlag, Kassel-Wilhelmshöhe. — (239) — Das Deutsche Frauenliederbuch ruht auf jahrelanger Erfahrung und bringt mit rund 90 Liedern eine Süsgezelchnete Auswahl des für die Frmr geekg» neten Liedgutes. Wir finden hier einen reichen Schatz von Weifen, die ihre Lebenskraft durch die Jahrhunderte bereits bewiesen haben, aber nicht minder eine große Anzahl Lieder unserer Zeit als echte Zeugen neuen deutschen Volkslebens. Das Frauenliederbuch will alle Bezirke des Lebens umfassen: Es ordnet sich sinngemäß in folgende Abteilungen: Ein deutsches Volk; Die Heimat ruft; Im geselligen Kreis; In stillen Stunden; Für Mutter und Kind; Zur Feier vereint. — Heinrich Zillich: Komme, was will! Gedichte. Kart. 2 Mark, geb. 2,80 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1935. — (238) — Wer Zillich bisher nur aus seinen Prosa- Jungarbeiter und Iungbauer — sie lernen sich kennen und einander verstehen in den Zeltlagern der HI. arbeiten kennt, dem wird die Begegnung mit diesen Gedichten eine freudige Ueberraschung bedeuten. In diesen starken Versen spürt man immer wieder, wie dieser auslandsdeutsche Dichter von Rang seine Kräfte gleicherweise aus der gesamtdeutschen geistigen Tradition wie aus der ureigenen Wesensart seiner siebenbürgischen Heimat zieht. Ohne Zweifel sind Zillichs Verse dann am stärksten, wenn er über den Bereich des eigenen Suchens und Ringens hinaus sich verpflichtet fühlt dem Schicksal seines Volkes und seiner Heimat. Ein herbes Schicksalsgefühl und ein doch durch nichts zu erschütterndes Bewußtsein von der Sendung der Deutschen zeichnen diese Verse aus die zu dem stärksten gehören, was an auslanddeutscher Dichtung bisher geschrieben wurde. Auf lyrischem Gebiet behaupten sie sich gleichberech. tigt neben den großen epischen Schöpfungen feiner Landsleute Erwin Wittstock und Adolf Meschen- dörfer. Seidenreste I (Flamenga - Faille - Cloque Fahrpreis von RM. 4584 A u. a. die berühmten ABEND Jahre im Ca16 „Ernst Ludwig“ 4578 D. öllliselsijm Wa|dsPorwz | we w wSonntag, den 11. August, 14 Uhr Sonntag, August, 14 Uhr der Miele durch Firma Schriftliche Garantie für alle übernommenen Arbeiten 4550 D Tierschau - Motei*-Jahrrad Reversible usw.) 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